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Wir haben aber ſelbſt ein Intereſſe daran, daß vor allem die außen⸗ politiſchen Entſcheidungen be⸗ ſchleunigt werden, Entſcheidungen, die in vier bis 6 Wochen fällig werden. Da wird der Reichstag für andere Aufgaben keinen Raum haben. Wir wollen nicht noch einmal vor die Frage geſtellt werden, was werden ſoll, wenn die Micum verträge ablaufen. Die Leute, die uns hier tadeln, ſollen ſich doch einmal mit den Vertretern der rheiniſch⸗weſtfäliſchen Induſtrie in Verbindung ſetzen, die uns bei der Verlängerung des Micumvertrages klipp und klar erklärt haben, ſie laſſen ſich darauf nur ein in der beſtimmten Erwartung, daß das Sachverſtändigengutachten angenommen und durchgeführt werde, denn ſie könnten keine Verantwortung übernehmen für das Chaos, »das im Falle der Ablehnung entſtehen werde. (Hört! Hört!) Sollte noch einmal eine Ver⸗ längerung der Verträge kommen, ſo kann ſie nur ganz kurz bemeſſen werden. a f Wir müſſen alles begrüßen, was die Rhein⸗ und Ruhrfrage aus der Machtſphäre in die wirtſchaſtliche hineinbringt.(Lebhafte Zustimmung.) Müſſen wir nicht danlbar ſein, daß die Vereinigten Staaten wieder ihr Intereſſe an der Regelung dieſer Frage bekunden? Welche Waffe hat der Miniſter eines waſſenloſen Volkes? Doch vor allem die Waffe der Erhaltung der geſamten Wirtſchaft und der Erhaltung Deutſchlands als Konſu⸗ ment. Mit welchem Recht dürfen Sie, Herr v. Graefe, es wagen, Parteien, die für ſolche Ge⸗ danken eintreten, die politiſche Ehre abzuſpre⸗ chen?(Lebhafte Zuſtimmung.) Wir brauchen dem Ausland gegenüber die Einheitsfront. aber nichts ſtört dieſe mehr als Reden, wie ſie geſtern gehalten wurden.(Lebhafte Zuſtim⸗ mung.) Es iſt unſer Verderben geweſen, daß die Vereinigten Staaten nach dem Kriege jede Einmiſchung in die europäiſchen Verhältniſſe abgelehnt haben. Umſo erfreulicher iſt der Um⸗ ſchwung. Ich meſſe allen, die bei dem Gutach- ten mitgearbeitet haben, die volle Objektivität zu.(Gelächter rechts.) Sie, Herr von Graefe, glauben Außenpolitik treiben zu können, wenn Sie alle anderen als dumme Kerle anſehen. Sie(nach rechts) haben anſcheinend das Gut⸗ achten gar nicht geleſen.(Sehr richtig! links.) Das geht ja aus Ihrer Kritik hervor. Sehen Sie ſich doch einmal das Programm an, das der Reichsverband der deutſchen Induſtrie ſei⸗ nerzeit über die Verwaltung der Eiſenbahnen gemacht hat und vergleichen Sie damit die Stellung der Gutachter. Man tut jetzt ſo, als ob wir bisher keine Laſten auf uns genommen. hätten und nun die letzten Güter des deutſchen Volkes ausliefern wollten. Ich habe längſt ein⸗ geſehen, daß die großen Geſten wachſen mit der Entfernung vom beſetzten Gebiet.(Stür⸗ miſche Zustimmung.) Im beſetzten Gebiet denkt man über die Außenpolitik anders.(Er⸗ neute Zuſtimmung. Das Gutachten, deſſen Ob⸗ jettivität Sie(nach rechts) nicht anerkennen, erkennt an, daß wir in den erſten zwet Jahren nicht einen Pfennig Reparationszahlungen zu leiſten haben. Damit fallen alle Lügen zuſam⸗ die in der Wahlbewegung verbreitet worden ſind.(Widerſpruch rechts.) Sie bewei⸗ ſen damit nur erneut, daß ſie das Gutachten nicht geleſen haben. Der Kern des Sachver⸗ 9 0 ſind die Transfer ſeſtimmungen, und das alles iſt unter dem blichen amerikaniſchen Einfluß zu⸗ in anderer als Pro maßge 7 1 Hötzſſch hat Revi zur trages iſt der Drehpun uns iſt die Frage, machen ſollen oder ni darf die Uebertragung Ausland nur erfolgen, we ſche Währung Das iſt ein gewa Gutachten werden ſchen Wirtſchaft 80 Das iſt eine Notwen geführt. kann man diſche Kapital nicht red ſetzten Gebiet warten men der Verſtändigung. gen über die uns wir der erklärt, daß darin de ſion des Frie zu erblicken ſei.(Hört! kt der Weltgeſchichte, ob wir dieſen Dreh mit cht. Nach dem Gutachten von Leiſtungen an das un dadurch die deut⸗ nicht gefährdet wird. itt. Durch das ausgepowerten deut⸗ o Millionen Goldmark zu⸗ digkeit und da auslän⸗ tiger Fortſchr der von Auslieferung an das der Ueberzeugung, d finanzielle Einheit auch hoheit in ſich ſchließt. daß wir von einem beſtin e Aufhebung alle verlangen, Zollmaßnahmen wohl erwarten, ihre Folgerungen hachtens ziehen Frage der Gefangenen wieſenen konnte im Gutachten nicht behan⸗ daß un⸗ Eiſenbahnorganiſationer ſelbſtverſtändlich Selbſtändigkeit auf alle Fälle zu erha Deckung Reichsmitteln offen laſſen. fragen, welche Vorteile hat und wie ſein würde, man die Einzelheiten nicht gen würdigt, wird man dem Ja oder Nein ſind auch ſchaftliche un Verwaltungs ſich auch, min ab di eines die wenn wir es ablehnen. wird. dee r Defizits aus das und (Lachen delt werden, aber wir zweifeln nicht, ſere Forderung auf Freilaſſung und überall auf Perſtändnis militüriſche Kontrolle der dem Gutachten ausgeſchloſſen ſein. Daraus iſt zu folgern, daß auch vom Be rung des Gutachtens ab die militäriſch mung beginnen muß. freilich nicht zum Beſtandteil das internationalen Charakter Dieſe Fragen werden. aber wir werden die gleich ſung ſelbſtv über d rſtändlich verſuchen. Die Ar des Gutachtens ſchließt nicht Vereinba je zur Ausführung beſtimmte entwürſe aus. Aber das geht nick Nation die ihr angenehmen Noſin Kuchen herausholt. Im weiteren Verlauf Quaatz dem ein Plädoyer für die der Miniſter als eine infame Verdäch wirft Abg. der zurückweiſt.(Lebhafte Zuſtimmung.) Ich mache ke Gutachten für einen Keiner hat das fen, daß ich für ſind waffenlos und keine Macht vortäuſchen. ſchädigt und nachher die Militärkontrolle ver Die Regieruna iſt e mit der Annahme des Gut⸗ igen Weg beſchritte längert. führt, Verhand (Sehr überzeugt, daß ſi achtens den einz zur Konſolidierung der und ſie kann lungen mit Sachlichke Parteigeiſte beherrſcht geführt werden. Beifall.) Abg. Sch Ich habe nach neuem das Gefühl geha durch Reden gerettet werde gerettet. Das, wa war von den ungeheuerlichſten einem rieſengroßen nichts weiter warer ſchon lange der im Endeffekt (Stürmiſche Heiterkeit.) des Reichskanzlers in Graf Weſtarp wohl zu ſeine Kriegsſchuldfrage berechtigt: ſten Regierungserklärung wurde davon über⸗ haupt nicht geſprochen.(L ße Unruhe und Wir wollen, daß die Krieg mittelbare Verbindung m des Sachverſtändigengutachtens ag ße Unruhe und iro rechts, gro (ortgeſetzte gro Bravorufe links füh! de richtig.) in deren Verlauf ein in Hehl daraus, daß ich das Fortſchritt halte. Recht, mir deshalb vorzuwer— die Gegenſeite und ſollen daher keine Waffen was uns deutſchen nur wünſchen, lange⸗Schöningen(Dn.): der Rede Streſemanns von bt: Wenn Deutſchland n könnte, wäre es 8 er uns ſagte, Illuſionen und Optimismus getragen, die als eine klingende Schelle, der Erfolg verſagt Nach den Erklärungen ſeiner erſten Rede war r Kritik in der denn in der er⸗ h ee r Anfang densver⸗ en. Alle Kreiſe im be⸗ auf das Zuſtandekom⸗ Bei den Verhandlun⸗ t werden bemühen, i Reichsbahn lten und die Möglichkeit anderen Wir haben uns zu Gutachten für uns weltpolitiſche Konſtellation Wenn au kennt und allerdings ſehr ſchnell mit bei der Hand ſein. daß die wirt⸗ Es verſteht imten Ter⸗ öſiſchen wir dürfen daß die franzöſiſche Regierung maus der Annahme des Gut⸗ rechts.) und Ausge⸗ r franz Rückkehr ſtoßen wird. Wirtſchaft ſoll nach ginn der Ausfüh⸗ e Räu⸗ können ſcheinen. Dann werden die Parteigre des Gutachtens, hat, gemacht zeitige Lö— znahme rungen Geſetz⸗ in gits dem errede Miniſter vor, daß er Gegenſeite halte, was erlitt plädiere. Wir reiche ſich das Ausland daß die it und nicht vom (Lebh. blieb. ebhafte Zuſtimmung Zwiſchenrufe links.) Sſchuldfrage in un⸗ it der Behandlung wird. niſche geht.) tert ſie übe Amerika hat ſeit Wilſons 14 Punkten an uns etwas wieder gut zu machen. Ich teile die Hoffnung, daß in Amerika endlich das Gefühl der Gerechtigkeit lebendig wird, das man uns zuteil laſſen werden muß. Wenn Dr. Streſe⸗ mann meint, bei einer Annahme des Gutach⸗ tens würde auch Frankreich die notwendigen Konſequenzen aus dieſer Tatſache ziehen, dann irrt er ſich. Wir ſelbſt haben immer er⸗ klärt, daß wir nicht die Möglichkeit haben, das Gutachten von vornherein abzulehnen. Aber wir wollen nichts unterſchreiben, was für uns nicht tragbar iſt.(Lebh. Zuſtimmung rechts.) Der ſpringende Punkt iſt für uns aber die Räumungsfrage. Für uns iſt entſchei⸗ dend, ob uns die Annahme des Gutachtens die Befreiung der Ruhr bringen wird oder nicht, und wenn nicht, dann werden Sie niemals einen Deutſchnationalen finden, der bereit ſein würde, für einen derartigen Vertrag zu ſtimmen.(Lebhafte Zuſtimmung rechts, fort⸗ geſetzte große Unruhe.) Für uns ſind jetzt auch innerpolitiſche Fragen von größter Wichtigkeit. Die Regierung kann ſich auf die Dauer nur mit Hilfe der Sozialdemokraten halten. Es wird jetzt nachgerade unerträglich, daß eine Zuſammenfaſſung aller Kräfte in Deutſchland nicht möglich iſt, weil die vaterländiſchen und die Wir völkiſchen Bewegungen unterdrückt werden. (Fortgeſetzte große Unruhe, Zuruf links: Sim⸗ pliziſſimusfigur!) Heute wird durch innerpoli⸗ tiſche Maßnahmen gerade der vaterländiſche Teil unſeres Volkes niedergehalten, der jeder⸗ zeit bereit iſt, für ſein Vaterland zu ſterben. (Unruhe und Widerſpruch links.) Wir mußten die Preußenfrage einer Kardinal— frage machen bei den Erörterungen über Regierungsbildung. Keine die Die Preußen Herr Severing am Ruder iſt, (Lebhafte Aharufe links und in der Mitte.) Wir werden diejenige verantwortungsvolle Oppoſition treiben, die jetzt ünſere hiſtoriſche Aufgabe iſt, und wenn der Augenblick gekom— men iſt, wo wir uns in die Regierung hinein gekämpft haben, werden rungen herbeiführen, die Eine uns len und eine Regierung wird nach innen und nach außen nicht nur Partei- politik macht, ſondern den feſten Willen zeigt, zeſchichte zu machen.(Große Heiterkeit und Widerſpruch links und in der Mitte.) Wir wol— len den Weg zum Leben und zur Freiheit! (Stürmiſches Bravo rechts, lebhafter Wider ſpruch und große Unruhe links und in der Mitte.) Abg. Dr. Breit ſcheid(S.) wird von der Rechten mit großer Unruhe und fortgeſetz ten Zwiſchenrufen empfangen, die ihn am ng] Sprechen hindern ſollen. Er wendet ſich zu nächſt gegen den Abg. Schlange, der das In⸗ ventar der Reichstagsredeblüten um intereſ fante Redeblüten bereichert habe und auf den das Bibelwort nicht zutreffe:„Seid klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben“. (Große Heiterkeit.) Was man von Herrn Schlange gehört hat, war nichts anderes. daß eine Politik zu treiben ſei, die dem Aus lande klor macht, daß, wenn es ſeine Unter drückung fortſetzt, es zu Verzweiflungsaus brüchen kommen kann. Aber was dann, wenn ü nicht um dieſe Verzweif lungsausbrüche kümmert? Ich will nicht in die Einzelheiten der Regierungsbildung noch⸗ mals hineinſteigen. Aber dieſe Regierungs⸗ kriſe, war die groteskeſte und tragiſchſte, die wir je erlebten. Jetzt wollen die Deutſchnatio— nalen angeblich für ihren Eintritt in die Re⸗ gierung kämpfen. Wir hatten in den letzten Wochen einen anderen Eindruck: Wie oft wurde die Türe zugeſchlagen vor ihnen. und wie oft haben ſiie wieder angeklopft und um Einlaß gebeten! Dieſe Verhandlungen und die Art und Weiſe, wie ſie vor ſich gingen, haben wahrhaftig nicht dazu beigetragen, das deut⸗ ſche Anſehen im In⸗ und Auslande zu heben. Sie(zur Rechten) nehmen ſich das Recht, ohne die abſolute Mehrheit zu beſitzen, das Verlan⸗ gen zur Aufnahme in die Regierung zu ſtellen. Sie ſprechen von der großen Weltenwende vom 4. Mai. Tatſache iſt aber, daß die Sozial⸗ demokratie 6 Millionen Stimmen aufbrachte, die Deutſchnationalen nur 5,7 Millionen und die Völkiſchen nicht einmal 2 Millionen. Es iſt ein eigenes Ding um den Parlamentarismus. Auf Grund des Parlamentarismus fordert die Rechte die Macht und den entſcheidenden Ein⸗ fluß. Wo ſie aber in der Minderheit iſt, wet⸗ den Parlamentarismus jede als nur 1 der U 5 1 Alle 4 zen über dieſchen wir 1 Reichsregierung(Sehr richtig! links.) wird ſich jemals durchſetzen können, ſolange inl nett wieder Sozialdemokratie und ſchreit nach der Dikta⸗ tur.(Bis auf wenige Mitglieder hat die rechte Seite des Hauſes inzwiſchen den Saal verlaſ⸗ ſen.) Das Gutachten muß ſo ſchnell wie mög⸗ lich ohne Reſerve angenommen werden von Leuten, zu denen man das Vertrauen hat, daß ſie nicht nur aus taktiſchen Gründen ein Lip⸗ penbekenntnis dazu ablegen.(Sehr richtig! links.) Die Deutſchnationalen haben im Aus⸗ lande ſondiert wegen ihres Eintritts in die Regierung.(Zurufe rechts.) Sie haben dabei auch über die Tirpitzlöſung geſprochen, und trotz aller Ableugnungen iſt dieſe Tatſache richtig.(Zurufe rechts.) Fragen Sie nur(zur Rechten) Ihr Mitglied Herrn von Müller über ſeine Reiſe⸗Erfahrungen und die Ergebniſſe, die er aus Paris mitgebracht hat.(Hört! hört! links.) Zudem erklären Sie doch ſchon, Infor⸗ mationen zu beſitzen, Informationen fließen einem doch nicht zu. Es gibt nichts Inter⸗ nationaleres als den Nationalismus.(Sehr gut! links.) Bei dieſem internationalen Natio⸗ naliſten wäre ein Reichskanzler Tirpitz oder Laverenz(Große Heiterkeit) ſtürmiſch begrüßt worden. Die Sozialdemokratie ſtimmt für das Gutachten, weil es von grundſätzlicher und ausſchlaggebender Bedeutung iſt und ihm auch die Stellung zur Regierung abhängt. Ich möchte aber die Regierung ausdrücklich war⸗ nen, ſich über unſere Haltung nicht irgendwel⸗ chen Illuſionen hinzugeben. Wenn wir einer Beſchlußfaſſung zuſtimmen, die die Regierung in ihrer Politik gegenüber dem Gutachten ſtärkt und beſtärkt, ſo ſind wir dabei weit da⸗ von entfernt, dem Kabinett eine Blankovoll⸗ macht auszuſtellen, und noch viel weniger ſpre⸗ ihm ein Vertrauensvotum aus. Obwohl im alten Kabi⸗ die Miniſter ſitzen, ſogar Herr Jarres, zu dem wir gewiß kein Vertrauen haben, haben wir politiſches Verantwortungs- gefühl genug, in einer Situation wie der jetzi⸗ gen das Problem des Gutachtens nicht zum Scheitern zu bringen. Wir ſtimmen dem Ver⸗ trauensvotum zu, nicht um der Regierung willen, ſondern unſeres deutſchen Volkes wil⸗ len, und weil die Annahme des Gutachtens in der Richtung der bisher von uns verfolgten Politik liegt.(Sehr richtig! links.) Wenn die Deutſchnationalen Gegner des Gutachtens ſind, ſo vergeſſen ſie, daß die Hauptſache des Gutachtens bereits in einer Note enthalten war, die eine deutſche Regie rung an die Entente gerichtete hat, die Re⸗ gierung Cuno-Roſenberg, gegen die Sie(nach rechts) nicht proteſtiert haben. Wenn wir die Möglichkeit haben, durch die Annahme dieſes Gutachtens dieſe Sklaverei aufzuheben und dieſe Gebiete zu befreien, ſo müſſen wir das tun. Wir müſſen nur bereit ſein, Opfer zu bringen. Herr von Graefe verwies auf das ruſſiſche Beiſpiel vor 100 Jahren. Wie wäre es, wenn Herr von Graefe das Rittergut in Goldebee in Mecklenburg auch in Flammen aufgehen ließe! Das ſind keine Opfer. Zahlen und Leiſten, das ſind Opfer, die vom Beſitz verlangt werden, und ſie werden mehr aner⸗ kannt werden, als die ſäbelhaften, pathetiſchen Deklamationen und die Erinnerungen an den Brand von Moskau. Herr iot hat erklärt, daß er unſer Gebiet räumen werde, ſobald er die Pfänder in Händen habe, die das Gut⸗ achten vorſchreibt. Daraus folgt, daß wir das Gutachten anzunehmen haben. Die Regierung wird verſuchen, die Forderungen des Gut⸗ achtens zu erfüllen. Da dürfen wir auch an die Franzoſen, die guten Willens ſind, den Appell richten: Laßt die Gefangenen frei und die Ausgewieſenen zurückkehren! Wir fordern dies als Beweis Eures guten Willens.(Beifall.) Loyale Ausführung des Gutachtens iſt natio⸗ nal im beſten Sinne, iſt vaterländiſch. Der Redner ſchließt mit den Worten des Anatol France, daß die wahre Kraft in der Weisheit liegt, und die Nation nur groß durch ſich ſelbſt iſt, und daß der Ruhm der Völker nichts iſt alsder erhabene Gedanke, der in der Manſarde ſich verbürgt und ſich eines Tages über die ganze Welt verbreitet. Abg. Maslewſki(Kom.) ergeht ſich in Deklamationen gegen die Regierung, Parla⸗ mentarismus, und Sozialismus und behan⸗ handelt ausführlich den Bergarbeiterſtreik un⸗ ter ſtändigen Angriffen gegen die Sozialdemo⸗ kratie. Schließlich wird gegen die Stimmen der Kommuniſten ein Antrag auf Schluß der Keen 12 1 8 Abſtunmung über die Anträge zur Regierungsb Dazu liegen folgende Anträge vor: 1. ein ag Graefe(R.⸗S.), der der Regierung das n nach Art. 54 der Vexfaſſung aus⸗ ein Antrag Fehrenbach,. Koch⸗Weſer(oſſo der Antrag der, Regierungsparteien), Erklärung der chsregierung über ihre Politik in der Frage s Sachverſtändigengutachtens billigt, Antrag Hergt(Dn.), Mißtrauen nach Art. 54 der Verfaſſung ſpricht, 4. ein kommuni iſcher Mißtrauens⸗ umtrag und 5. ein Antrag Koch⸗Weſer, Feh⸗ tenbach, Kempkes auf Uebergang zur Ta⸗ Zordnung über den Antrag Graefe. Präſident Wallraf erklärt, nach ſeiner Auf⸗ ſſung ſind die weitgehendſten Anträge, die der gierung das Mißtrauen ausſprechen.— Abg. p. Graefe(N.⸗S.) erklärt, daß es der Praxis nach Ablehnung zuerſt über den vorliegen⸗ der der Regierung das des Hauſes Mißtrauensantrages den Vertrauensantrag abzuſtimmen. nen(K.): Eine einſeitige Abſtimmung dadurch zu erledigen. vorwirft, ſie unternehme Tricks und Winkelzüge. Der deutſchvölkiſche Initiativantrag muß, gleich⸗ gültig aus welchen Motiven er eingebracht iſt. zu⸗ erſt zur Ahſtimmung gebracht werden. Der Vor⸗ zuerſt über den Antrag wird vom Haus gegen die Stimmen der Nationalſozialiſten und der Kom⸗ muniſten angenom a 15 In der namen einer Gruppe lag des Präſidenten, Hergt abzuſtimmen, f tlichen Abſtimmung wird da⸗ rauf der deutſchnationale Antrag Hergt mit 239 nrgen 19“ Stimmen abgelehnt. Kommuniſten: ziemlich wackelig.) lägt darauf vor, Koch, Fehrenbach, Kempkes Uebergang zur Tagesordnung, über den Antrag Graefe verlangt. ö Abg. v. Graefe(N.⸗S.) Der Präſident zunächſt über den Antrag abzuſtimmen. Der Vertrauens- wörtlich dem Artikel 54 erfaſſung. Wenn man über ihn zur Tagesord⸗ ung übergeht. bedeutet die Abſtimmung entwe⸗ er eine Außerkraftſetzung dieſes Artikels, ine Verfaſſungsänderung(Gelächter) blehnung des Vertrauensvotums. Das Haus beſchließt, nach dem Vorſchlag des. Präſidenten zuerſt über den Antrag Koch, Feh⸗ renbach, Kempkes abzuſtimmen. Für dieſes Ver⸗ fahren erheben ſich auch einige Deutſchnationale as große Heiterkeit im ganzen Hauſe hervor— ft. Der Antrag Koch, Fehrenbach, Kempkes die Deutſchnationalen, Nationalſozialiſten und die Kommuniſten ange— Die Abſtimmung über den folgenden trag der drei Mittelparteien Der Antrag lautet: Indem der Reichstag über alle anderen An— träge zur Tagesordnung übergeht, billigt er die klärung der Reichsregierung, nach der ſie das Gutachten der Sachverſtändigen rundlage für eine ſchnelle Löſung der Repara⸗ nsfrage anerkennt. eichsregierung, wird darauf gegen iſt namentlich. als praktiſche daß ſie im Intereſſe der ſchwer— eidenden beſetzten Gebiete und zur Aufrechter ltung der deutſchen Wirtſchaft mit größter Be⸗ leunigung die zur Durchführung des Gutach⸗ 8 erforderlichen Geſetzentwürfe vorlegt. Gleich⸗ eitig erwartet er, daß die Reichsregierung iheit der Gefangenen, die Rücktehr der Aus⸗ ieſenen, die Räumung der nicht vertragsmä⸗ und die Wiederherſtellung tmäßiger Zuſtünde in der verfaſſungsmäßig eſetzten Gebieten ſicherſtellt. Gegen dieſen Antrag ſtimmen ionalen, die Nationalſozialiſten. ozialen und die Kommuniſten. g beſetzten Gebiete die Deutſch⸗ die Deutſch⸗ Abgegeben wer— 247 mit Ja. beid e. nee Sie liebten ſich Roman von Georg Okonkowski. Machdruck verboten.) N eee „Sehr wohlgefällig ſtand der junge Mann da, tun im Begriff ſeid! ſteckte die Hände in die Taſchen und ſah ſeine Ver⸗ wandten überlegen an. Der Freiherr nickte: „Das wäre vielleicht ein Ausweg. Und wenn die Erbin nicht gefunden wird—“ „Sie wird nicht gefunden, dafür laß mich nur ſorgen!“ ſagte Anatol feſt. „„Aber Eberhard hat auch für dieſen Fall Be⸗ ſtimmungen getr ffen, wie man ſeinen Nachbarn verwerten ſoll—“ „Eben dieſe Beſtimmungen müſſen wir für null a Wir werden beweiſen, daß dein ſauberer Bruder gar kein Recht zu ſolchen Beſtimmungen hatte, beziehungsweiſe, daß er ſie iſſen hat, ohne im Vollbeſitz ſeiner Kräfte zu ſein, und daß man ihm dieſe Beſtim⸗ mungen ſuggeriert, ihn gewaltſam beeinflußt hat. Er iſt in der Wohnung des Teſtamentvollſtreckers, Hochfeld geſtorben,— man kann ſich ja denken, mit welchen Mitteln man ihm dort zugeſetzt hat, bis or das ominöſe Teſtament aufſetzte; vielleicht hat die ganze Geſchichte von der ver⸗ ſchollenen Tochter nur eingeredet und er— hat Ihr ſeht, daß es wirklich nichts Finfacheres gibt, als dieſes ganze Teſtament über den Haufen zu we Mieder ſah Anatol triumphierend die Seinigen L Da trat Thea dicht an ihn heran. Zorn und Scham hatten ihre Wangen gerötet; ihre ſonſt ſo Neichmütigen Augen blitzten. „Weißt du, wie man das nennt, was du tun illſt, Anatol?“ ſprach ſie leiſe, aber ſcharf.„Eine Schurkereil“ „Thea, biſt du von Sinnen?“ fuhr der Bruder und nichtig erklären. man ihm au daran geglaubt. Die Freiin, die auf dem Sofa zuſammengeſunlen ppm, richtete ſich wieder auf: „Thea, was fällt dir ein? Ein ſolches Worf mem Bruder gegenüber?“ Aber vollkommen beherrſcht entgegnete Thea feſt s gibt kein anderes Wort dafür! Und wenr den über g Baß Apere: ſchen des Königs nachkam, 110 0 unte Anhängern große Enttäuſchüng. Oppoſitionsparteien macht ſi der Wille kund, 1 b den Sozialdemokraten, rm ömmuniſten und Rufe: Alles mit Hilfe der Sozialdemokraten!) Ein Antrag Scholem(K), das Verbot des Roten Tages in Leipzig aufzuheben, wird ab⸗ gelehnt. 1 Das Haus beginnt ſodann die Beratung des Goeſetzentwurfs betreffend Aenverung der geſetz⸗ lichen Beſtimmungen über die Geſchäktsaufſicht. Abg. v. Graefe(N.⸗S.) beantragt Ueberwei⸗ ſung an den Rechts ausſchuß. N i Dieſer Antrag wird abgelehnt. Der An⸗ trag Dauch(D. V.), nach dem nicht die Regie⸗ rung allein Aenderungen der Verordnung über die Geſchäftsaufſicht vornehmen kann, ſondern an die Zuſtimmung des Reichsrates gebunden iſt, wird in zweiter und dritter Leſung an gen om⸗ men.— Darauf wird der Notetat in dritter Leſung angenommen, nachdem eine hierzu wieder eingebrachte kommuniſtiſche Reſolution, das Verbot des„Roten Tages“ in Leipzig auf; zuheben, gegen die Stimmen der Sozialdemo⸗ kraten und Kommunkſten abgelehnt worden war. Gegen dieſe Entſchließ ung ſtimmte auch der Abg. Severing(Soz.) Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. Ein kommuniſtiſcher Antrag, den Am⸗ 1 auf die Tagesordnung dt nächſten itzung zu ſetzen, wird abgelehnt. i Nächſte Sitzung am 24. Juni, nachmittags 3 Uhr. Der Präſident erhält die Ermächtigung, die Tagesordnung feſtzuſetzen und bei wichtigem An⸗ laß ſchon vor dieſem Termin eine Sitzung anzu⸗ Feraumen. VV 8 8. er a 38 4 I MN Ne FF ene Kleine politiſche umſchar — Fehrenbach Vorſitzender der Zentrumsfrak⸗ tion des Reichstags. Die Zentrumsfraktion des Reichstags wählte geſtern den Abg. Fehren⸗ bach wieder einſtimmig zu ihrem Vorſitzenden. — Das Befinden Dr. Seipels. Die Röntgen⸗ durchleuchtung Dr. Seipels ergab eine Verdun⸗ kelung des unteren rechten Lungenfeldes ungefähr in der Höhe einer Handbreite. gen ſind beim Attentat Knochenverletzun⸗ nicht eingetreten. Die Kugel, die keinerlei Deformation zeigt, liegt im des rechten Lungenunterlappens. hinteren Teil Temperatur 37, Puls 96. Die zweimal täglich vorgenommene Behandlung mit Inſulin zeigt ſich bei Bekämpfung der wirkſam. Zuckerkrankheit ſehr — Die Moſſulkonferenz geſcheitert. Die Ver, handlungen auf der Konferenz über die Moſſul⸗ frage ſind geſcheitert. Die Türken haben es abgelehnt, den Vertragsbeſtimmungen über dig Verweiſung der Streitfrage an den Völkerbund zu zuſtimmen und haben Verhandlungen zwiſchen den Regierungen zur Herbeiführung einer Ver⸗ einbarung über eine andere Schiedsinſtanz vor⸗ geſchlagen. — Die Lage in Rumänien. Die„Neue freie Preſſe“ meldet verſpätet aus Bukareſt: Als die Bauernlegionen des Generals Averescu aus allen Teilen Rumäniens abends in Bukareſt einzumarſchieren begannen, um gegen Bratianu zu demonſtrieren, berief König Ferdinand den General zu ſich und erſuchte ihn, die Kundge⸗ bung auf den König Carl-Platz außerhalb der Stadt zu verlegen, um jeden Zuſammenſtoß mit den Truppen zu vermeiden. Averescu fügte ſich dieſem Verlangen, und als in den Morgenſtun⸗ den des Dienstag die Bauern zu Tauſenden mi⸗ litäriſch formiert einzogen, folgten alle freiwillig dem Befehl, ſich zum König Carl-Platz zu bege⸗ ben. Gegen 10 Uhr vormittags zählte man un⸗ gefähr 30 000 Bauern. Averescu hielt eine Rede und bat die Parteianhänger, bung wieder ruhig in die Dörfer zurückzukehren . nach der Kundge⸗ Unter al ch mehr und mehr ſich feſt zuſammenzuſchließen um zu einem ſpäteren Zeitpunkt den Rücktritt Bratianus zu erzwingen. Das Parlament iſt bis zum 30. Juni vertagt. — Zur Lage in Albanien.— Durazzo einge⸗ nommen. Der Matin erfährt aus Belgrad, daß die Aufſtändigen Durazzo eingenommen haben. Zwiſchen den Regierungstruppen und den Auf⸗ ſtändiſchen ſolen Kämpfe bei Alleſſio ſtattgefun⸗ den haben. Beamten fragen Forderungen der Beamtengewerkſchaften. Berlin, 6. Juni. In der Sitzung des Hauptausſchuſſes des Geſamtverbandes deutſcher Beamtengewerkſchaften in Berlin wurde beſchloſ⸗ ſen, dem neuen Reichstag einige der im Augen⸗ blick dringlichſten Forderungen zu unterbreiten: 1. Um ſolchen unzureichenden und unſozialen Gehaltsneuregelungen, wie ſie die ab 1. Juni 4924 vom Reichsfinanzminiſterium verordnete barſtellen, in Zukunft unmöglich zu machen, iſt die Verordnung zur Abänderung der 12. Ergän⸗ zung des Beſoldungsgeſetzes aufzuheben. f 2. Aufhebung der Perſonalabbauverordnung, bom 27. Oktober 1923 und der hierzu erlaſſenen Ergänzungen. Die über die Beſtimmungen des Reichsbeamtengeſetzes hinausgehenden Rechte der Beamten aufgrund der Perſonalabbauverordnung bleiben beſtehen. Diejenigen Beſtimmungen der Perſonalabbauverordnung, deren dauernde Bei⸗ behaltung notwendig erſcheint, ſind dem Reichs⸗ tag in einem Geſetzentwurf umgehend vorzulegen. 3. Tas einer großen Zahl von Beamtengrup⸗ pen durch die Beſoldungsordnung zugefügte Un⸗ recht kann nicht länger ertragen werden. Es wird eine baldige Reviſion der Einſtufung in die Beſoldungsordnung gefordert. Den Spitzenorga⸗ niſationen iſt rechtzeitig Gelegenheit zur Mitar⸗ beit zu bieten. 4. Die der Beamtenſchaft durch die Reichsver⸗ faſſung verbindlich in Ausſicht geſtellte Neurege⸗ lung des Beamtenrechtes läßt noch immer auf ſich warten. Gefordert wird ein unteilbares Be⸗ amtengeſetz. 5. Die Beſtimmungen über die Dauer des Dienſtes der Beamten ſind einer Reviſion zu unterziehen. 6. Die durch die 15. Ergänzung des Beſol⸗ dungsgeſetzes feſtgelegten Sätze des Wohnungs⸗ geldzuſchuſſes von 75 Prozent der Friedensbe⸗ träge ſind wieder auf ihren urſprünglich unge⸗ kürzten Betrag zr erhöhen. Die jetzigen ſieben Tariftlaſſen ſind in fünf zu verringern. 7. Die ab 1. Juni 1924 abermals durchge⸗ führte Kürzung der örtlichen Sonderzuſchläge namentlich in den beſetzten Gebieten, iſt aufzu⸗ geben. Außerdem ſind in den Orten, in denen die dort vorherrſchenden Verhältniſſe örtliche Sonderzuſchläge rechtfertigen, ſolche zu gewähren ⸗ 8. Den veränderten wirtſchaftlichen Verhält⸗ niſſen entſprechend neu vorzunehmen. Die Orsklaſſeneinteilung hat nach dem Geſichtspunkt der Zuſammenfaſſung großer und wirtſchaftlich einheitlicher Gebiete zu erfolgen. Ein Antrag des Zentrums. Berlin, 6. Juni. Die Zentrumsabgeord⸗ neten v. Guerard, Allelotte, Fehrenbach und Fraktion haben im Reichstag folgenden Antrag nn ere f. 1 en Di N 1 d) das Dienſtſtrafverfahren. in ſein hohes Greiſenalter eine iſt die Ortsklaſſeneinteilung „ 1 n Dienſtrechtsweg, e) die Beamtenkrankenfürſo oe, 1 ) die Beamtenvertretung und das Schlich⸗ tungsweſen, ferner folgenden Antrag: Der Reichstag wolle beſchließen: Die Verordnung zur Abände⸗ rung der zwölften Ergänzung des Beſoldungs⸗ geſetzes vom 11. Februar 1924 wird aufgehoben. Auch von der Deutſchen Volkspartei wurde ein Antrag eingebracht, ſchnellſtens einen Geſetzentwurf zur Aenderung des Beſoldungs⸗ geſetzes vorzulegen, der den unabweisbaren For⸗ derungen Rechnung trägt, ſchon den unterſten Beſoldungsgruppen das Lebensnotwendige zu geben. 8 N Biſchof von Würzburg 7 Aus Bayern kommt die Nachricht, daß Biſchof Dr. Ferdinand von Schloer, der ſeit 26 Jahren die Diözeſe Würzburg ver⸗ waltet, im Alter von 86 Jahren an Alters⸗ ſchwäche geſtorben iſt. Ferdinand von Schloer war am 2. März 1839 geboren. 1862 wurde er einige Jahre in Unterfranken in der Seel⸗ ſorge. Durch ſeine Leiſtungen als Organiſator und Erzieher zunächſt als Direktor des Aſchaf⸗ fenburger Studienſeminars und ſpäter des adeligen Erziehungsinſtituts Julianum in Würzburg machte er ſich einen Namen. Am 24. März 1898 wurde er als Nachfolger des güti⸗ gen und geiſtreichen Joſeph von Stein zum Biſchof von Würzburg präkoniſiert und am 22. Mai vom Erzbiſchof von Bamberg geweiht. Seine Diözeſenverwaltung erforderte meine krüftige Hand. Die ſtark frequentierte theologi⸗ ſche Fakultät der Würzburger Univerſität allein bietet dem Biſchof dieſer Diözeſe ein er⸗ hebliches Stück Arbeit. Das biſchöfliche Semi⸗ nar mit den vielen Alumnen, dann die geiſtig regſame Fakultät, von deren hervorragenderen Namen unter Ferdinand von Schloers Amts⸗ führung nur Schell und Merkle genannt ſein mögen, zeſe all die Jahre her für und bewegte Tätigkeit. 0 Regierung gegenüber zeigte Ferdinand von Schloer, auf dem ihm eigenen ſtrengen kir lichen Standpunkt verharrend, oft eine na haltige Feſtigkeit, die auch in mancher Druckſchriften und Hirtenbriefen, nicht minder wie in ſeinem Didzeſenblatt, wiederholt zu Tage trat. Biſchof von Schloer hatte ſich bis erſtaunli körperliche und geiſtige Friſche bewahrt, di ihm auch als Menſch die Bewunderung ſeiner Diözeſanen eintrug. ö ren, 15 2 Aus Nah und Fern. Heßloch, 6. Juni. Acht Jahre verloren und wiedergefunden wurde ein Trauring durch einen Weinbergarbeiter beim Hachen. Derſelbe brachte als ehrlicher Finder den Ring dem Eigentümer, und bereitete demſelben damit eine große Freude. Erſelden a. Rh., 6. Juni. Die franzöſiſche Abeinflottille hält dieſer Tage auf dem Altrhein Schießübungen ab. Der Betrieb der Fähre iſt daher eingeſtellt. Der ſog. ühtopf darf nicht be⸗ treten werden. Darmſtadt, 6. Juni. Ertrunten iſt im! nicht zu Worte kommen. fuhr ſie fort: eurer Verſchwendungsſucht. gelebt, während er gedarbt hat. brechen ſchreiten!“ „Thea!“ ſchrie Anatol wütend dazwiſchen. daß ſie exiſtiert? Wie willſt Teſtament. obwohl du ſeiner Gültigkeit überzeugt biſtl der machen! brechen?“ ab wonnen, er lä gen an wie ein Wundertier. m euch die Stimme für Recht und Unrecht voll⸗ ſtändig erſtorben iſt, in mir iſt ſie noch nicht tot und ich fühle, daß ich euch wenigſtens einmal ſagen muß, was ihr getan habt und was ihr weiter zu Anatol wollte etwas erwidern, aber ſie ließ ihn In heißer Erregung „Ein großes Unrecht iſt begangen worden:— ein Bruder hat dem andern ſein rechtmäßiges Erb⸗ teil vorenthalten. Der Vater hat euch ja geſagt, wer die eigentliche Schuld daran trägt:— ihr mit Der Bruder iſt arm und hilflos zurückgekehrt, in jahrelangem Prozeß hat er um ſein Eigentum kämpfen müſſen und wir haben auf ſeine Koſten geſchwelgt und im Luxus Endlich hat das Gericht ihm ſein Vermögen zugeſprochen und ſtatt nun froh zu ſein, daß wir erlöſt werden können von der Schmach, die wir die langen Jahre auf uns ge⸗ laden, daß wir den Mammon, der ſo viel Kampf und Tränen gekoſtet hat, los werden und die Schuld ühnen können, die unſere Ehre, unſer Gewiſſen be⸗ fleckt hat, wollt ihr euch an denſelben klammern und, um ihn nicht fahren zu laſſen, zu neuen Ver⸗ „Jawohl, zu neuen Verbrechen!“ wiederholte ſie jedoch nur.„Haſt du nicht ſelbſt geſagt, du würdeſt dafür ſorgen, daß die Tochter unſeres Oheims nie zum Vorſchein kommen ſolle, ſelbſt für den Fall u das verhindern, wenn nicht durch ein Verbrechen? Du willſt das innerlich von Du willſt der Mann, der aus reiner Menſchenliebe den Onkel von der Straße aufgeleſen hat, zu einem Betrüger und Erbſchleicher, vielleicht noch gar zu einem Mör⸗ Was iſt das anderes als ein Ver, will die Konſequenzen der erſten Sie ſchwieg, tief Atem holend, und wandte ſich Anatol hatte 9 05 Faſſung und Ruhe wiederge⸗ lte ſpöttiſch; der Freiherr hatt das Geſicht in die Kiſſen vergraben und ſchluchzt, und ſeine Frau ſtarrte Thea mit aufgeriſſenen Au „Du biſt wahnſiunigl“ ſagte Anatol, und mi zyniſchem Auflachen fügte er hinzu:„Ich glaube auch, die Urſache dieſes Wahnſinns zu kennen. Der Herr Doktor Hochfeld, der dich im Sommer bei Rügen aus dem Waſſer gezogen, ſcheint. dieſe zu⸗ fü Lebensrettung benutzt zu haben, um ſich bei ir ein wenig einzuſchleichen!“ Thea ſchwieg. Es ſchien ihr zu entwürbigend, ihrem Bruder darauf zu antworten. „Aha, ich hab's getroffen!“ fuhr Anatol fort. „Aber wenn du dich gar ſo moraliſch entrüſten ſannſt, ſo ſollteſt du dich doch zuerſt über dich ſelbſt entrüſten. Mit dem Grafen Leiningen wollteſt du dich geſtern verloben, während du mit dem Doktor Hochfeld ein geheimes Verhältnis hatteſt—“ „Schweig“, du Ehrloſer, du kannſt mich nicht be⸗ leidigen!“ Zornbebend trat Thea auf ihn zu; unwillkürlich wich Anatol einen Schritt zurück. „Jetzt iſt“s aber genugl“ kreiſchte die Freiin da⸗ zwiſchen.„Thea, du benimmſt dich in der Tat wie eine Wahnſinnige! Warum beſchimpfſt du Anatol, der uns verteidigen, der uns beſchützen und uns vor dem Aeußerſten bewahren will? Oder ſollen wir ruhig zuſehen, wie man uns das Vermögen. das Haus,— wie man uns alles nimmt? Was ſollten wir anfangen? Wir wären der Armu⸗ dem Elend, dem Untergang prei ben! O, ich mag nicht daran denken!— Danke lieber deinem Bruder, daß er ſoviel Energie beſitzt und uns da⸗ vor bewahren will!“ „Ich ſehe leider, ich habe vergebens an euer Gerechtigkeitsgefühl appelliert!“ antwortete Thea ruhiger, aber mit tiefer, innerer Erregung.„Die Furcht vor der Armut iſt ſtärker als die Furcht vor eurem Gewiſſen! Es iſt nicht meine Sache, über euch zu richten! Tut, was ihr wollt, aber das eine könnt ihr nicht verlangen, daß ich weiter teilnehme an eurem Tun und Treiben. Ich für meinen Tei uld auf mich nehmen und 1 0 es verzichten, was wir nur auf unrechtmäßige Weiſe genießen können. 9 werde das Haus verlaſſen und verſuchen, mir ſelber die Mittel zu meiner Exiſtenz zu verſchaffen“. d 1 9 ließ wieder ſein höhniſches Lachen ören: f „Kann mir lebhaft denken, wohin und an wen Ich kann nicht anders handeln, ich wenn ich euch tun laſſe, was ihr wollt, wenn ich mi das Ueberwindung genug, aber teilzunehmen an euren weiteren Schritten, 8 Kräfte. Darum laßt mich, ich bitte euch, meines 1 gehen; er will einen anderen Namen anne 5 8 ſo daß man nie wieder von ört; nur Mitſchuld! Das kann ich verl be ich 1 und wenn 0 15%.„ nehmt euch in acht, daß i 1 1 hinausſchreiel Ich wäre zum Aeußerſten berei f Ihre Erregung hatte ſie übermannt; nun aber“ e 10 0 nicht zu weileren Dro⸗ 1 1 en 1 den todkranken Vater.— 1 0 verließ ſie das Gemach, ihre Familie in großer Be⸗ das Fräulein ſich wenden wird! Mir ſcheint, 155 ſtüerzung zurücklaſſend. itt ein willlonimener Vorwand geworden, um öf 0 10 — fentlich auszuführen, was bis dahin nur im ge⸗ heimen möglich war!— Aber du vergißt, teure Schweſter, daß wir deinem heroiſchen Entſchluß nicht zuſtimmen werden, daß wir dir nicht erlauben werden, in dieſer Weiſe unſer Haus zu verlaſſen, da wir ſtreng einen neuen Skandal a mehr als nötig mit uns beſchäftigen nen nur dadurch dem böswilligen Klatſch die Spitze abbrechen, daß ſich in unſeren äußeren Verhältniſſen nichts ändert. Darum muß auch deine Verlobung mit Leiningen ſtattfinden!“ vermeiden Man wird ſich in nächſter Zeit ſowieſo igen und wir kön⸗ „Nie und immer!“ erwiderte Thea.„Und wenn ihr mich dazu zwingen wollt, ſo werde ich ihm alles ſagen, ihm auch mitteilen, wie zweife unſer Vermögen und meine Mitgift beſtellt iſt, und dann wird er ſchon von ſelbſt darauf verzichten“. „Aber, Kind, ſiehſt du denn nicht ein, daß du damit uns alle ruinierſt?“ wandte die Freiin ſich an Thea. „Wir haben eine Schuld auf uns genommen und müſſen ſie fühnen, das gebietet uns unſere Ehre und unſer Gewiſſen, und wenn ihr zu ſchwach dazu ſoid, ich fühle genug Kraft und ene und rein zu werden, ſtatt weiter durch den haft es um ut in mir, wieder von Verbrechern und Unehre zu waten. m es nicht, nicht um euch bekümmere, ſo koſtet mich das geht über meine den euren nicht kreuzen. en; ich wi rlich will ich ſein und frei von aller ihr mir's verwei 0 0 e ee rei durfle aus Rückſicht , dem Konzert 1 1 119 105 5 das Mitglied des Kurorcheſters Kurz aus Brük⸗ kenau überfallen, durch Beilhiebe ge tötet und dann beraubt. Als Täter kommt ein gewiſſer Anton Ratzinger, aus Bad⸗Brückenau in Frage. Eberbach, 6. Juni. in England eine Anleihe aufzunehmen. Bürger⸗ meiſter Weiß beabſichtigt, in England perſönlich die nötigen Schritte einzuleiten. Friedberg, 6. Juni. Zwei Morde und Selbſtmord beging ein junger Landwirt aus dem benachbarten Gambach. Da die Angehö⸗ rigen ihm wegen ſeines Verhältniſſes Schwie⸗ rigkeiten in den Weg legten, erſchoß er ſowohl das Mädchen, wie die dabei ſtehende Mutter und gab auch einen Schuß auf ſich ſelbſt ab, der ſei⸗ nen ſofortigen Tod herbeiführte. Butzbach, 6. Juni. Metallarbeiterverbandes, ioch nichts bekannt geworden. 75 Friede Von Fridolin Hofer. Seele, was ſchauſt du, Seherin, ſage! Cächelt die Seele:„Werdende Tage, Wo die Speicher mit Weizen ſich füllen Und die Brenten mit Milch mit Wein, Warme Wolle und Tuch vom Lein Auch den Aermſten im Lande hüllen!“ Seele, was ſinnſt du, Träumerin, melde! Stammelt die Seele:„Tereinſt auf dem Felde Finden ein roſtiges Schwert ſie beim Reuſen. Erdig geht es von Hand zu Hand, Und im friedegeſegneten Land Weiß den Fund kein Menſch mehr zu deuten!“ ede Ein großes Frauenleben dum 25. Todestag der Schweſter Maria v. g. H. Gräfin Droſte zu Viſchering. Am 8. September 1863 wurde dem Graſen klemens Droſte zu Viſchering, Erbdroſte, und einer Gemahlin Helene, geb. Gräfin von Galen im Schloſſe an der Salzſtraße zu Münſter ein find geſchenkt, das in der Taufe den Namen Naria empfing. Dieſes Kind ſollte zwar ſtill ind verborgen durchs Leben gehen, aber eine johe Aufgabe erfüllen, von der es erſt in den etzten Zeiten ſeines irdiſchen Daſeins eine Kunde ſekam. Nachdem es ſeine Jugendzeit hauptſäch⸗ ich auf der väterlichen Beſitzung in Darſeld und zorübergehend in Münſter, ſowie in einem Pen— jonat in Bregenz am Bodenſee verbracht und den ahrelang dauernden Kränklichkeitszuſtand end⸗ ich durch Kuren in Norderney und anderen Or⸗ en überwunden hatte, trat es am Feſte Mariä dpferung 1888 zu Münſter in das Kloſter vom „Guten Hirten“ ein, welches ſich mit der Rettung und Beſſerung ſittlich gefallener und gefährdete Mädchen befaßte, wo es als„Schweſter Maren zom göttlichen Herzen“ bis zum Januar 1894 verblieb. Einer Weiſung des Ordens folgend, teiſte dann die junge Schweſter, über eine her⸗ vorragende Bildung und die beſten ſeeliſchen Ei⸗ zenſchaften verfügend, nach Portugal, um in Porto eine Filiale, die in Bedrängnis geraſen war, zu übernehmen. Einige Jabre genügten ein ehemaliger Zuchthäusler Die Stadt Eberbach plant, Vermißt wird ſeit et⸗ wa 14 Tagen ein hieſiger Gewerkſchaftsführer des der unbekannt wohin, abgereiſt iſt. Ueber das Ergebnis der inzwiſchen durch den Verband erfolgten Kaſſenreviſton iſt Litanei und gab bekannt, Hoffnungen, Sorgen und Kümmerniſſen 0 aufreibende Arbe Keim einer Krankhe dreijähriges Siech Juni 1899 in die ewige arb im begründeten Rufe Heiligkeit. 5 1 Schweſter Marla war das Werkzeug Gottes, um der Herz⸗Jeſu⸗Verehrung eine neue und große Palme zu bringen. In der Einſamkeit ihrer Leidenszelle fühlte ſie ſich immer mehr und klarer berufen, dem Hl. Vater den Heilands⸗ wunſch zu offenbaren, er möge die ganze Menſchheit in feierlichſter Form dem hl. Herzen Jeſu weihen; und wie ſehr ſie ſich auch anfangs ſträubte, ſie tat den Schritt endlich doch, von ihrem Seelenführer beraten, und ermu⸗ tigt, im Herz⸗Jeſu⸗Monat 1898. Der Brief machte auf Papſt Leo 13. einen mächtigen Eindruck, doch verging noch ein halbes Jahr, bevor in der Sache etwas geſchah. Darum richtete Schweſter Maria die inzwiſchen ein Weihegebet zum hl. Herzen Jeſu verfaßt hatte, das ſpäter vom Hl. Vatet approbiert wurde, ein zweites Schreiben am Oreikdnigsſeſte 1899 noch Rom, in dem ſie di. Bitte des Heilandes wiederholte. Der Hl. Vater war aufs tiefſte bewegt und ließ die ihm ſehr zuſagende Angelegenheit vom Kardinal Magella prüfen, der die Weihe für erlaubt und durchaus berechtigt erklärte. Daher geſtattete der Papſt zunächſt den öffentlichen Gebrauch der Herz⸗Jeſu⸗ daß er in Kürze die ganze Welt dem Herzen Jeſu weihen werde. So hatte ſich der Herr einer demütigen, aber heili⸗ gen Ordensfrau bedient, daß Papſt Leo 13., wie er ſagte, im Begriff ſtand,„die größte Tat ſeines Pontifikates“ zu vollbringen. Dieſe ſelbſt ſollte die erhebende Feier am 11. Juni 1899, der ein Triduum vorausging, nicht mehr erleben. Eine Gehirnentzündung machte ihrem irdiſchen Streben, Opfern und Leiden ein geſegnetes Ende. Es war am Vorabend des Herz⸗Jeſu⸗Feſtes, als ſie mit einem ſtaunenden „Ah“, als habe ſie im Scheiden von dieſer Welt einen Plich in die Herrlichkeit der anderen getan, ihre Seele in die Hände des gütigen Schöpfers zurückgab. Wir aber freuen uns dieſer großen, deutſchen Frau. welche durch ihre Berufung zu einer Per⸗ ſönlichkeit wurde, die in der Kirchengeſchichte einen leuchtenden Ehrenplatz behalten wird. ö Die beiden Wanderer Von Heinris Leis. Langſam vom Berge nieder ſtieg ein Greis, auf ſeinen Stab geſtützt und den Rücken krumm von der Faſt ſeiner Jahre. An einer Wegebie— gung raſtet er, den Blick der müden Augen in die Ferne gerichtet, indes ſein Antlitz erſtrahlte in hellem, heiterem Glanz, gleich als ſpiegelte es den Widerſchein der rötlich ſinkenden Sonne. Und ſo ſtand, beſinnlich Rückſchau haltend über ſein vollbrachtes Tagewerk, Aufſtieg und Niedergang, die Sicht der Himmels⸗ weite in ſich aufnehmend, die ſeine Träume mit Wünſchen und ſeines den unzählichen Erinnerungen, Lebens durchwirkten. Dort aber, wo der Pfad mit ſteilerem Gefälle talwärts zog, erſchien, über die Felswand ‚erho⸗ ben, der Kopf eines Jünglings, und rüſtig klomm der junge Wanderer gipfelan, entgegen der Höhe wo er die Wunder des und der freien Schau, Lebens zu finden und aller Sehnſucht Erfüllung zu gewinnen wähnte. Nun er den Greis ge⸗— wahrte, hielt er inne und ſtand mit einer kleinen Geberde des Unmuts, gleichſam als verdrieße es ihn, daß ein anderer ihm ſchon zuvorgekommen der ſeinen ſei und den Weg durchmeſſen habe, der Greis zwiſchen, u ge 41 2. nie betreten, wie der je b in ein heiliges Land. Faſt neidete er dem Greis und ärgerlich klang ſeine 0 ruf:„Was ſuchſt du, Al⸗ ter, auf dem Berg Lebens, der der Jugend ſgehört und dem neuen Geſchlecht der Starken?“ Der Greis blieb unbeweglich, über ſein Ant⸗ litz huſchte ein Lächeln.„Auch ich bin jung ge⸗ weſen, ſagte er,„auch ich war einer von den Starken, die ausgingen, ihren Weg zu ſuchen im Pfadloſen der Höhe. Ich habe das Leben er⸗ lebt und unzählig ſind ſeine Wunder an mir vorbeigezogen. Aber nun, da ich talabwärts ſteige, hat ſich der Ring meines Lebens geſchloſ⸗ ten und von aller Tülle und Nugendkraft nie ich himmelan trug, nehme ich nichts mit mir als die Erinnerung und den Gipfeltraum der Höhe.“ »So wareſt du der erſte“, fragte der Jüng⸗ ling,„dem es gelang, den Berg der Wunder zu erklimmen?“ Der Alte gab zurüch:„Unzählige nahmen den gleichen Weg wie ich und du. Ein jeder freilich glaubt der erſte zu ſein, da er ſei⸗ nen Weg beginnt, bis an einer Wegekreuzung irgendwo ihm der Greis begegnet, der nieder⸗ ſteigt von der Fülle des Lebens in das abend⸗ liche Tal. Und immer wechſelt von einſt zu einſt Aufſtieg und Niedergang wie Morgen und Abend. Licht wird aus Dämmer geboren und ſtirbt ins Dämmer zurück, immer drängt die ſtarke Kraft der Jugend lichtgegen, indes das Alter erdwärts niederkehrt, müde vom Schauen. Auch dein Tag wird kommen, da du den Abſtieg beginnſt, und eine neue Jugend dir entgegen⸗ tritt: und wie du vielleicht es wareſt, den ich als Greis, krummgebückt an ſeinem Stabe, nieder⸗ ſteigen ſah auf deinem Anſtieg, ſo begegnet dir wieder ein Jüngling, wenn dein Rücken krumm⸗ gebeugt iſt. Denn ewig iſt der Wechſel in allem menſchlichem Erleben, und ewig ſteht als Wahr⸗ zeichen der Sehnſucht der heilige Berg der Wun⸗ der zwiſchen Mittag und Nacht. Die Menſchen, ſind Wellengekräuſel der Flut, darunter tief und unbewegt ruht das ewige Meer.“ Da bot der Jüngling dem Greis die Hand: „So ſei mir willkommen als meines Schickſals Genoſſe. Und iſt mein Weg der deine und aller Sehnſucht Weg, mir ſcheint, als wäre keiner noch dorthin emporgeklommen, wo die Bergſpitzen ra⸗ gen in der unberührten Reinheit des Himmels⸗ blau. Wohin mein Weg mich führt, zum Auf⸗ ſtieg oder Niedergang, noch iſt der Tag mein und der frohe Wandermut. Wenn das Alter kommt, und im Niederſteigen ein Jüngling meinen Pfad kreuzt wie ich den deinen, ſo will ich ihn grüßen und ihm des Lebens Wahrheit künden, wie du mir tateſt. Und ob zuletzt uns alle ein gleiches Dunkel deckt, ob wir zum gleichen Lichte uns erheben: Was kümmert es, da einmal doch die Sonnenſchau des Gipfels uns gegeben und 6 das wilde Sturmlied der Höhe uns umbrauſt. Mag das Meer noch ſo tief ſein und ewig un⸗ berührt in ſeinen Gründen, Licht erhaſchen allein die kleinen Wellen, die ſonnetrunken tanzen und glitzern im leuchtenden Blau.“ Und er ſtieg höher, höher gewandt, dem Gip⸗ ſel zu, indes der Greis mit müderem Schritt bergabwärts den Weg nahm, den der Jüngling emporgeklommen. Schon ſchob ſich zwiſchen beide die Bergzacke der Wegkreuzung, die Wanderer von einander ſcheidend: die ſtürmiſch empordrän⸗ gende Jugend und das ſtille, beſinnlich nieder⸗ ſteigende Alter, die auf ewig gleichem Wege ſich begegnen, ihren Kreis durchmeſſend wie die Sonne zwiſchen Morgen und Abend, und wie das Jahr. das aus Winterſtarre Knoſpen ſprin⸗ gen läßt, Früchte reift und nach Fülle und Pracht 3 Sommers wieder in winterliche Stille mün⸗ det. r noch verſchloſſene Wun⸗ allerlei 0 0 lag es einer guten Fee ob, als Schmuck Aer unter die Frauenwelt der verſchie⸗ denen Länder zu verteilen. Alle erhielten, wo⸗ rum ſie baten: die Franzoſen die Anmut der Be⸗ wegung, die Engländerin die zarte Farbe der wilden Roſe, die Ruſſin königliche Haltung, die Tänin das ſchelmiſche Grübchen in Kinn und Wange. Die Tochter Kaſtiliens bat um Haare ſo ſchwarz, daß ſie ihr als Mantille dienen könn⸗ ten, die Italiener um blitzende Augen, und die Mohamledanerin wollte rund ſein wie der Voll⸗ mond. Die Gaben waren aus geteilt. Nur eine Gabe hatte die Fee noch übrig, die niemand verlangt hatte, ein Herz voll treuer aufopfern⸗ der Liebe. Und dieſe köſtlichſte aller Gaben, die dennoch ſo gering geſchätzt worden war, ver⸗ lieh die Fee einer Frau, die bisher beſcheiden i Hintergrunde geſtanden hatte. Es war die deutſche Frau. Die Frau 0 im Deutſchen Reichstag Bei der Deutſchnationalen Volkspartei befin⸗ den ſich unter 96 Abgeordneten 4 Frauen, und zwar: 1. Frau Margarete Behm, Reichsliſte 3. Stelle; 2. Frau Paula Müller⸗Otfried, Reichs liſte 14. Stelle; 3. Frl. Scholt, Landesverband Pommern, 7. Stelle; 4. Frau Rittergutsbeſitzen Elſe von Sperber, Landesverband Oſtpreusen 62 Stelle. Bei ger Deutſchen Volkspartei befinden ſich unter 44 Abgeordneten 2 Frauen, und zwarz 1. Frau Clara Mende, Tempelhof; 2. Dr. phil Frances Magnus von Hanſen, Jena. Bei de Zentrumspartei befinden ſich unter 65 Ab geordneten 4 Frauen, und zwar: 1. Frau Agne Neuhaus, Dortmund;; 2. Frau Hedwig Drang felg, Werl i. W.; 3. Frl. Chriſtine Teuſch, Köln Ehrenfeld; 4. Frau Helene Weber, Berlin. Bez der Bayeriſchen Volkspartei befindet ſich unten 16 Abgeordneten eine Frau und zwar Fra Thusnelda Lang⸗Brumann, München. Bei Deutſch⸗Demokratiſchen Partei befinden ſich u 1 ter 28 Abgeordneten 2 Frauen, und zwar: Dr. Gertrud Bäumer, Berlin; 2. Dr. Marie Eli ſabeth Lüders, Berlin. Bei der Sozialdemokra⸗ tiſchen Partei beſinden ſich unter 100 Abgeordne ten 10 Frauen und zwar: 1. Frau Marie I chazz; 2. Frau Clara Bohm⸗Schuch; 3. Frau thilde Wurm; 4. Frau Anna Nemitz; 5. Frau Luiſe Schröder; 6. Frau Lore Agnes; 7. Frau Toni Sender; 8. Frau Johanna Reitze: 9. Frau Eliſe Bartels; 10. Dr. med. Margarete Steg mann. Bei der Kommuniſtiſchen Partei befinden ſich unter 62 Abgeordneten 4 Frauen und zwar: 1. Frau Backenecker, Eſſen; 2. Frau Reitler, ctöln; 3. Ruth Fischer, Berlin; 4. Hedwig Kr, ger, Halle. Die übrigen Parteien, wie die Deutſch⸗Völkiſchen uſw. hatten keine Frauen auf⸗ geſtellt. Gegenüber 37 Frauen im alten Reichs ⸗ tag hat der neue Reichstag nur 27 weibliche ſßbgeordnete. 1 5 Heimat e ee eee Es iſt das kleinſte Vaterland der größten Liebe nicht zu klein, je enger es dich rings umſchließe, je näher wirds dem Herzen ſein. CC ²·˙·¹ ᷑ᷣͤ. Uuregelmäßigkeiten Ser ede e Je m ge orten önnen. Viernh. Anzeiger. IIC ðͥVnꝛ b „„ ee „..... 2 K en an—— e ſich beide. Roman von Georg Okonkowski. 5355 N 22 15. Kapitel. „Mein Kindl Mein Kind!“ hatte der alte Fr herr in höchſtem Schmerze ausgerufen, dann war er ſchluchzend in die Kiſſen zurückgeſunken. Erregt ging die Freiin auf und ab: Art geſchlagene Kind!“ „Sie zitterte vor Wut und wußte doch nicht, was ſie anfangen, wie ſie ihren Zorn betätigen ſollte. „Der einzige, der ſeine Ruhe behielt, war Anatol. Er klemmte ſein Monokel ins Auge, ſetzte ſich in einen Stuhl, zog die engen Beinkleider am Knie in die Höhe und ſagte gelaſſen: „Sie hat entſchieden ihren Beruf verfehlt; ſie Na, vielleicht wird ſie 1 Tragödin werden! noch ſo etwas“. „O, ſie iſt zu allem fähig! Sie wird uns einen e neuen Skandal bereiten! Sie wird dieſe ganze un⸗ lückliche und ſchmähliche Affäre ans Tageslicht Fri Sie wird uns alle unmöglich machen! tene Kind! Das aus der Art geſchla⸗ ngen! Das ungerg 1 ö gene Kind!“ jammerte die Freiin weiter. „Sie wird nicht!“ ſagte Anatol. das aneiſte Vertrauen zu haben Der Freiherr machte eine abwehrende Bewe⸗ e, Matürlich mutßt du uns dabei behilflich ſein, ö ſahrene Karre wieder aus n„fuhr Anatol ſie hier offen Rebellion macht ten, der der fentlichkeit neuen könnte, ſich mit uns aut 1 ee „Ah, dieſes ungeratene Kind! Dieſes aus der „Wir ſind ja ſchließlich auch noch dal Und wenn wir ſie nicht mit lt daran hindern können, müſſen wir uns eben auf Verhandlungen einlaſſen. Das kann am beſben beſorgen, denn zu Ihm ſcheint ſie noch de ziehe„Warum ihr übrigens eure Tochter ſo ſchlecht erzogen, daf 0 Sate e Das iſt alſo ganz un! r eure a von einem* 958 5 Oeff Ulf gebe beſchäftigen und die Verteid unſerer prekären Lage erſchweren werde mit letzterer gerade genug zu haben Wiener bett Jautlos das Zimmer und blieb dor Tür ſſeben. 8 1 „Was wünſchen Sie!“ fragte Anatol. „Verzeihen Sie“, ſagte der Diener,„ein Herr wünſcht den jungen Herrn Baron zu ſprechen. Er ſagte, es ſei ſehr dringend, und ließ ſich nicht ab⸗ weiſen. Hier ſeine Karte“. Anatol nahm die Karte „Auguſt Polte“. 5 „Aha, es rührt ſich ſchon!“ ſagte er zwiſchen den Zähnen und laut, zum Diener gewandt, fügte er 75„Führen Sie den Herrn in den kleinen Sa⸗ lon, ich komme gleich!“ b Der Diner 5 ſecge de e „Wer iſt es?“ fragte die Freiin beſorgt. „Ein Herr, der großes Intereſſe an dem Stand meiner Finanzen hat“, erwiderte Anatol.„Es iſt mir aber nicht unlieb, daß er gekommen iſt; ich kann mit ihm beraten. Ihr wißt alſo, was ihr vorläufig zu tun habt; alles andere überlaßt nur mir!“ Er verließ das Gemach, ohne einen Blick nach ſeinem ſchwerkranken Vater zu werfen, der mit geſchloſſenen Augen dalag und nur noch den und las halblaut: 1 brauchen. 5 a„ Für dieſen herzloſen Egoiſten und für die eitle ſchwache Frau, die dort teilnahmslos auf dem Sofa kauerte, war er zum Verbrecher geworden. Jetzt te er der Mitſchuldige weiterer Verbrechen wer⸗ den, und die Einzige, die in Liebe an ihm ge⸗ hangen, wollte ihn verlaſſen. Fürwahr, er büßte hart und ſchwer! Gleich, nachdem Anatol hinausgegangen war, erhob ſich auch die Freiin. 5 „Ich werde dem Diener ſagen, daß er im Vor⸗ immer bleibt, im Falle du ihn brauchſt. Auch habe ich eine Pflegerin beſtellt, die noch heute abend ihren Dienſt antreten wird. Ich bin ſelbſt durch die Er⸗ eigniſſe ſo mitgenommen, daß ich eine Krankheit befürchte. Es war zuviel für mich!“ 155 Seufzend ging ſie hinaus, um ihr Schlafzimmer aufzuſuchen. Wie von einer Laſt befreit, atmete der Freiherr auf. Er nahm ſich vor, noch einmal mit Thea zu ſprechen, bevor ſie das Haus verließ, und ihr ein ee Geſländnis abzulegen. Vielleicht würde er dann ruhiger werden, vielleicht konnte er ihr 1 einen Wunſch hatte, ſie nie wieder öffnen zu doch noch mülich ſein und ſich aufs neue ibre Liebe ſtrahl in der dunklen Nacht ſeines elenden Da⸗ eins.— In dem kleinen Salon, in welchem am Tage vorher Hochfeld mit klopfendem Herzen auf das Erſcheinen Theas gewartet hatte, ſaß auf einem niedrigen blauen Seſſel im Erker, der nach dem Garten hinausging, Herr Auguſt Polte und ihm gegenüber, ſeine Zigarette rauchend, Anatol von Lettau. Die künſtliche Grotte war ihres Blumen⸗ ſähmuckes beraubt; ſie bildete jetzt mit der größen zalme ein ſchattiges Verſteck, hinter welchem vie beiden Herren ungeſtört plaudern konnten. Herr Auguſt Polte war ein groß r, ſtattlich er Mann mit ſtarkem Schnurrbart und von ſebniger Figur. Man konnte in ihm auf den erſten Blick den enragierten Sportsmann erkennen. Und als ſolchen gab er ſich gern. Früher ein ſimpler ferde⸗ bandler hatte er es verſtanden, ſich durch eldge⸗ ſchäfte in die Kreiſe der jungen Sports⸗ und Lebe⸗ männer zu drängen, und war jetzt einer der ge⸗ fürchteſten Wucherer, der ſein ſchwunghaftes Ge⸗ bc unter dem Deckmantel eines Pferdehandels etrieb. Wenn zum Beiſpiel ein junger Lebemann ſich in vorübergehender Geldverlegenheit befand, lo kaufte er von Polte ein Pferd und zahlte ebenſo⸗ viel tauſend Mark in Wechſeln, wie er in Hunderten beim Wiederverkauf erhielt. Das war ein einträg⸗ liches Geſchäft, und da Polte nie engherzig war, niemals rigoros gegen ſeine Gläubiger vorging, ja, ſelbſt manche Einbuße ruhig und mit den Allüren eines Gentlemans hinnahm, erfreute er ſich ſtets großen Zuſpruchs und konnte unbehelligt ſeine un⸗ ſauberen Manipulationen fortſetzen. Heute abend befand Herr Polte ſich ganz gegen ſeine Gewohnheit in großer Erregung. „Ich bin bereits zweimal in Ihrer Wohnung geweſen Hr. Baron, ohne Sie anzutreffen“, begann er und ſah Anatol mit mißtrauiſchem Blick von der Seite an.„Sie können ſich vielleicht denken, wes⸗ halb ich ſo dringend mit Ihnen ſprechen muß“. „Keine Ahnung!“ erwiderte Anatol ruhig.“ Er wollte den Pferdehändler ausholen, wieviel er ſchon von der Kataſtrophe des freiherrlichen Hauſes wußte. 0 „Im,— glauben Sie denn, daß ich mich um 5 * erwerben; ſie war ja ſchließlich der einzige Sonnen⸗. lieber Herr Polte. eines Schwerkranken“, ſagte Anatol. und gar meine Sache!“ gab habe es ja nicht mit Kindern zu tun, wenn ich ſchäfte mache, ſondern mit Ehrenmännern und bei dem ungeheuren den meiſten Fällen übernehme, muß ich auch ein eventuelle Gewinnchance haben.— Aber davon ab. 9 1 ich habe Ihnen gern gegeben, ich hab. J mögender Mann u ˖ chen 0 hätte, schließlich wären Sie ja doc einma Sie erben, wenn nichts da iſt,— wenn Ihr Vater in Vermögen verloren hat?“ e Verhältniſſe eines mir ſo teuren Klienten ganzef! nd gar nicht kümmere? Das wäre wohl meh als leichtſinnig!“ Herr Polte wurde in ſeiner Erregung unwili kürlich laut. „Nun, nun, dämpfen Sie vor allem Ihr Organ Wir befinden uns im Haufl Halblaut fuhr Polte fort: i 00 „Sie wiſſen, daß Sie mir annähernd zweihun⸗ derttauſend Mark ſchuldig ſind; das iſt ein Ver. mögen, und um ſolch ein Vermögen zu hüten, dar man die Koſten für einen kleinen Ueberwachung dienſt nicht ſcheuen, damit man wenigſtens unte⸗ richtet iſt, wie es mit dem Gelde ſteht“. „Ah, Sie haben einen Ueberwachungsvienſt ein⸗ gerichtet?“ ſpöttelte Anatol.„Nun, die Speſen füz denſelben werden ja wohl bei dem Geſchäft heraus⸗ „Was bei dem Geſchäft herauskommt, iſt 994 lte ihm zurück. 85 Riſiko, das ich in nen ſtets geeben, denn Ihr Vater galt als ver⸗ a und wenn es auch noch ein Wei ſein Erbe geworden.— Aber, was woller „Ich ſehe, Ihr Ueberwachungsdienſt funktio niert ausgezeichnet“, warf Anatol leicht dazwiſchen „Bei weitem nicht genügend“, erwiderte Polte „denn häte ich von dem drohenden Schlage frühe Kenntnis erhalten, ich hätte Ihnen längſt meinen Kredit entzogen!“. „Lieber Herr Polte, i““? em brohender Schlag bis vor wenigen Stunden ſelbſt keine Kenm nis gehabt. Uebrigens, wenn Sie alles viſſen, ſo werden Sie auch wiſſen, der 10 Schla verlorene Ver noch glücklich abgewendet iſt, indem do mögen durch den Tod unſeres Pro zeßgegners wieder herrenlos geworden und an un agcheſallen i% ſagte Anatol lauernd. 8 b Goriſezung felgt) S8 8 60