Lokale Nachrichten * Moue Verſchuldung der Gemeinde. Der Gemeinderat hat in ſeiner geſtrigen Sitzung die weitere Kapitalaufnahme von 100000 Mk. beſchloſſen und zwar 50000 Mk. für Notſtands⸗ arbeiten und 50000 Mk. für Wohlfahrtsunter⸗ ſtützungsempfänger. Insgeſammt hat ſich die Ge— meinde auf Grund der Wohlfahrtslaſten im letzten Jahre um 198000 Mk. verſchuldet und zwar 148000 Mk. für Notſtandsarbeiten u. 50000 Mk. für Wohlfahrtsunterſtützungen.. * Rathausumbau. Es ſteht mit ziem⸗ licher Sicherheit zu erwarten, das der Rathausum— bau in Kürze in Angriff genommen wird. Eine, in ſeiner geſtrigen Sitzung, vom Gemeinderat nach Darmſtadt entſandte Kommiſſion hat mit dem Miniſterium noch einige Fragen zu klären und falls hier eine Emigung erfolgt, wird der Umbau in kurzer Zeit in Angriff genommen werden. * Kreismeister von Unterbaden. Der Mannheimer F.C. Phönix hat ſeinen Proteſt gegen Käfertal zurückgezogen, ſodaß nun die Sport- vereinigung entgültig als Kreismeiſter anerkannt wurde. Die Aufſtiegsſpiele beginnen vorausſichtlich am 10. oder 17. Mai. Die Gegner ſind wie be— reits bekannt gegeben O4 Ludwigshafen u. Sandhauſen. Erlernt die Einheitskurzſchrift! Von hier wird geſchrieben: Wenn ich dieſen Apell an die Schnlentlaſſenen, vornehmlich aber diejenigen richte, die ſich dem kaufm. Berufe zuwenden wollen oder eine dahin— gende Abſicht hegen, ſo iſt dieſes Unterfangen an- geſichts des überwältigenden Aufſtiegs, den die Ein— heitskurzſchrift gerade in den letzten Jahren genommen hat, mehr als verſtändlich. Wo die Einheitskurz— ſchrift früher ſchlechthin als Sport beſtimmt be— grenzter Berufsſchichten bezeichnet wurde, erfreut ſie ſich heute in der vollen Erkenntnis ihrer viel- ſeitigen praktiſchen Verwendungsmöglichkeit im Be— rufsleben einer mit zwingender Deutlichkeit erkenn- baren Popularität, ſie iſt volkstümlich geworden! Dieſe Tatſache kommt zum Ausdruck einmal darin, daß die gründliche Beherrſchung der Einheitskurz— ſchrift unbedingte Vorausſetzung für die Einſtell— ung in Bürobetrieben iſt und zum anderen in der Erweiterung der Lehrpläne an gewiſſen Schulen auf die Einheitskurzſchrift als Pflichtfach. Es iſt daher im eigenſten Intereſſe eines jeden Einzelnen gelegen, den Wiſſensgrad dadurch zu ſteigern, daß er ſich die Kenntniſſe der Einheitskurzſchrift aneignet. Der von dem hieſigen Stenographenverein„Gabels— berger“ eröffnete Anfängerkurs in der Schillerſchule dürfte daher eine willkommene Gelegenheit hierzu fein, umſomehr, als hier eine gründliche Erlernung der Einheitskurzſchrift unter der Regie geeigneter Lehrkräfte gewährleiſtet iſt. Nachdem in der jetzigen Zeitepoche unter dem Drucke der das Berufsleben in der denkbar ungünſtigſten Weiſe beeinfluſſenden Arbeitsloſigkeit, ſich ein erbitterter Exiſtenzkampf ent⸗ ſponnen mußte, wäre es unverantwortlich, der Ein- heitskurzſchrift nicht ſoviel Bedeutung beizumeſſen, als daß ſie erlernt zu werden verdient. Der Ein⸗ heitskurzſchrift iſt der Charakter einer Liebhaberei genommen, der unter den veränderten Zeitverhältniſſen demjenigen eines unumgänglichen beruflichen Er⸗ orderniſſes den Platz überlaſſen mußte.— L. F. Gemeinderats⸗Sitzung am Dienstag, den 28. April 1931. Den Vorſitz führte Herr Beigeordneter Roos, da Herr Bürgermeiſter Lamberth an Grippe er— krankt iſt. Das Protokoll verſah Verw. Inſp. Alter. Anweſend waren 20 Gemeinderäte. Der Zuhörerraum war ſchwach beſetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorſitzende einige Kommiſſionsbeſchlüſſe bekannt, von welchen die Wichtigſten hier angeführt ſeien: Für die Wieſendüngung werden 300 Zentner Ammoniak angeſchafft.— Die Verträge mit den Wiegemeiſtern werden verlängert. Herr Winken— bach erhält als Entgelt/ und Herr Klee, da dieſe Waage weniger benutzt wird, ⅛ der Ge— bühren. Eine Aufhebung der Waage an der Poſt wird den G.-R. in einer ſpäteren Sitzung evtl. beſchäftigen.— Herr G.-R. Bender beanſtandet, daß die Friſt der Ausſchreibung der Baudarlehen mit 4 Tagen zu kurz war und wünſcht hier Ab— änderung. Zur Tagesordnung: Punkt 1. Erweiterung des Rathauſes. Der vom Staat zugeſagte Zuſchuß von 17500 Mk. zu dem Umbau ſoll nur unter gewiſſen Klauſeln uſw. gewährt werden; auch ſind noch verſchiedene andere Fragen zu klären, weshalb Herr G.-R. Kühlwein vorſchlägt, noch keinen Beſchluß zu faſſen, ſondern eine Kommiſſion zu bilden, die die Bedingungen klar formuliert, damit hier nichts verſäumt wird. Der G.-R. ſchließt ſich dem an. Die Kommiſſion wird gebildet aus den Herren Beigeordneter Roos, G.-R. Kühlwein und Schneider und Bauinſpektor Berberich. Punkt 2. Abgabe von Induſtriegelände an die Fa. Moenania bezw. Frankfurter Allg. Verſ. A. G.; hier Antrag derſelben auf Löſchungsbewilligung über die im Kaufvertrag enthaltenen Vormerkungen a— c. Die hier beantragte Löſchungsbewilligung, die das Vorkaufsrecht der Gemeinde bezw dem Rückkauf des Geländes betrifft, wird abgelehnt. Punkt 3. Abgabe von Induſtriegelände an die Firma Gebr. Brechtel hier. Der Firma Gebr. Brechtel wird das bereits verkaufte Gelände hinter dem Sägewerk Brückmann weiter 1 Jahr an Hand gegeben mit der Maßgabe, daß, falls die Gemeinde den Platz anderweitig benötigt, ſich die Fa. Brech— tel mit Friſt von 4 Wochen zu entſcheiden hat, ob ſie ihr Bauvorhaben realiſieren. Geſchieht dieſes nicht, ſo muß das Gelände der Gemeinde zurück⸗ gegeben werden. Punkt 4. Erwerb des Heilmann'ſchen Au⸗ weſens in der Neubauſtraße. Das Anweſen wird der Gemeinde für 7500 Mk. angeboten, gegenüber 8500 Mk. früher. Der G.⸗R. beſchließt den An⸗ kauf, damit der unhaltbare Zuſtand ein Ende hat. Punkt 5. Auszahlung der Erwerbsloſen⸗ gelder. Der G.⸗R. ſpricht einmütig ſeine Miß⸗ billigung gegen die Auszahlung Montags aus und fordert energiſch, daß dieſe Freitags oder Sams- tags erfolgt. Punkt 5. Kapitalaufnahme der Gemeinde Der G.⸗R. beſchließt eine Kapitalaufnahme von 100000 Mark vorzunehmen, wovon 50000 Mk. für Notſtandsarbeiten u. 50000 Mk. als Kaſſen⸗ darlehen, hauptſächlich zur Auszahlung der Wohl- fahrtsunterſtützungsempſänger verwendet werden ſoll. Bezüglich des Darlehens für Notſtandsarbeiten iſt zu bemerken, daß der Staat 98 000 Mk. zu ver⸗ billigtem Zinsfuß gibt, wenn die Gemeinde 50000 Mk. zu normalem Zinsfuß aufnimmt. Dieſes iſt hierdurch geſchehen. Von den nun insgeſamt zur Ver- fügung ſtehenden 148 000 Mk. für Notſtandsar⸗ beiten ſind bereits für 83000 Mk. Arbeiten pro- jeltiert und hiervon für 70000 Mk. bereits aus- geführt. Die Baukommiſſion wird deshalb beauf⸗ tragt, für den reſtlichen Betrag von ca 65000 Mk. Notſtandsarbeiten vorzuſehen und dem G.-R. zur Genehmigung vorzulegen. Die Gelder dürfen nur für Notſtandsarbeiten verwendet werden. Der evtl. erfolgende Rathausumbau iſt nicht als Notſtands- arbeit vorzuſehen. In dieſem Zuſammenhang gibt die Zentrumsfraktion durch ihren Vorſitzenden Herrn G.⸗R. Kühlwein folgende Erklärung ab, die dem Protokoll beigefügt wird: Der Gemeinderat gibt ſeine Zuſtimmung zur Aufnahme weiterer erheblicher Darlehensmittel zur Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Auszahlung an Wohlfahrtsunterſtützungen, nur in der feſten Ueberzeugung, daß dieſe den Vor— anſchlag weit überſteigende Verſchuldung der Ge— meinde untragbar iſt. Die hohen Verwaltungskoſten für die Gemeinde einerſeits und die wöchentlich weiter zunehmenden Wohlfahrtsunterſtützungen andererſeits, welche aus der Erwerbsloſen- und Kriſenfürſorge nach hier abwandern, können auch bei Einführung aller Notſteuern nicht im entfernteſten gedeckt werden, ſodaß die Finanzſeite der Gemeinde in Bälde vor einem unlösbaren Rätſel ſteht. Der Gemeinderat ſieht ſich außer Stande, die Verantwortung für weitere Verfchuldung zu tra— gen, er iſt der Anſicht, daß eine möglichſt ſofor— tige namhafte Laſtenſenkuug vorbezeichneter Aus— gaben auf geſetzlichem Wege herbeigeführt werden muß, wenn nicht eine finanzielle Kataſtrophe her einbrechen ſoll. Punkt 7. Dem Antrag der Sänger-Einheit um koſtenloſe Ueberlaſſung des Goetheſchulhofes für das am 10. Mai ſtattfindende Gauwertungsſingen des Weſchnitzgaues in Viernheim wird zugeſtimmt. Punkt 8. Beſchäftigung von Viernheimer Arbeiter in Mannheim. Bei einer perſönlichen Be⸗ ſprechung des Herrn Bürgermeiſters mit den in Frage kommenden Inſtanzen wurde erreicht, daß dieſelben ihr„Wohlwollen“ für die Viernheimer Ar⸗ beiterſchaft bekundeten und Berückſichtigung zuſagten. — Bei den Kanaliſationsarbeiten in Hirſchhorn dürften auch einige Arbeiter Beſchäftigung finden. Die Zuteilung wird der Fürſorgekommiſſion über⸗ laſſen. Unbillige Härten ſollen vermieden werden. Punkt 9. Beſoldungsverhältniſſe. Die Fi⸗ nanzkommiſſion des alten Gemeinderats hat in ihrer letzten Sitzung vom 27. 12. 29 die Höher⸗ gruppierung einiger Beamten ab 1. April 1931 be⸗ ſchloſſen. Der G.-R. kaſſiert dieſen Beſchluß als zu Unrecht beſtehend, ſodaß alſo die Beſoldung beim alten Stand bleibt. Hierauf wurde die öffentliche Sitzung geſchloſ⸗ ſen. Geheime Sitzung: Sparkaſſengeſuche. Vereins ⸗Anzeiger Unter dieſer Rubrik erſcheinen Vorſtands⸗, Mit⸗ glieder⸗ u. Generalverſammlungen u. Singſtunden Geſangverein„Liederkranz“. Donnerstag abend 8 Uhr Singſtunde. Es iſt Ehrenſache unſerem Dirigenten gegenüber, daß kein Sänger vor dem Wertungsſingen fehlt. Der Vorſtand. G.⸗V.„Sängertreue“. Donnerstag Abend um 8 Uhr Singſtunde. Es iſt Pflicht eines jeden Sänger zu erſcheinen. Der Präſident. Reiſevereinigung der Brieftaubenzüchtervereine Viernheim. Freitag abend von 5,30 Uhr bis 7,30 Uhr Einſetzen der Tauben im Lokal zum Saftladen, zu unſerem erſten Preisflug ab Crails- heim, 150 km. Dortſelbſt kommen auch die Reiſeausweiſe zur Verteilung, ohne dieſelben niemand einſetzen darf. Samstag abend 9 Uhr Uhrenſtellen. Der Vorſtand. Krieger- und Soldatenverein Teutonia(Schützen- abteilung). Die Verſammlung heute abend fällt aus und findet erſt am Freitag abend ſtatt. Der Vorſtand. Gemeindekaſſe. Die Wohlfahrtsunterſtützungen werden dies- mal ausnahmsweiſe am Donnerstag Vormittag aus- bezahlt. Nachmittags bleibt die Kaſſe wegen Ab— ſchlußarbeiten geſchloſſen. Winkenbach. Grasberſteigerung. Die Grasnutzung an den Böſchungen und in den Gräben der nachſtehend angegebenen Straßen— ſtrecken ſoll für die Jahre 1931 und 1932 an Ort und Stelle öffentlich verſteigert werden. Montag, den 4. Mai 1951, vorm. 9 Uhr beginnend, an der Weinheim⸗ Viernheimer⸗- Gemarkungsgrenze in nachſtehender Reihenfolge: Straße Weinheim⸗ Mannheim; Viern⸗ heim ⸗Großſachſen, Viernheim⸗Bedͤdes⸗ heim; Viernheim ⸗Straßenheim und Viernheim⸗Hüttenfeld. Darmſtadt, den 28. April 1931. Provinztaldirektion Starkenburg. Tiefbau. Norddeutſche Gaatkartoffeln Ackerſegen, Erdgold und rote Sickingen treffen in den nächſten Tagen von der Landw.⸗Kammer Pommern am Staatsbahnhof ein. Bauern⸗Verein. Lolkschor — Mitglied des Deutſchen Arbeiterſängerbundes.— 7 N Heute Mittwoch abend Singſtunde des Frauenchors. e Reſtloſes Erſcheinen er⸗ wartet Der Vorſtand. ſtunde des Männerchors. e ene Samstag Abend Sing⸗ n Achtung! 7 billiger. 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Danach ſcheint ſich jetzt Briand die deutſchen und öſterreichiſchen Aufſaſ— ſungen für die wirtſchaftliche Neuorientierung in Europa zu eigen machen zu wollen. Sein Plan ſoll vier weſentliche Punkte umfaſſen. Einmal ſollen die„regionalen“ Vereinbarungen im Geiſte europäiſchen Zuſammenwirkens erſolgen. Durch die Zuſammenarbeit ſollen die Agrarlän— der ihre Ueberſchüſſe, die Induſtrieländer ihre Erzeugniſſe abſetzen können, ohne daß eine Ein— ſeitigleit geſchaffen wird. Zweitens ſollen vor allem die Großmächte, Frankreich, Italien, Eng— land und— Deuiſchland(1) zur Durchführung des Planes einig gehen. Drittens ſoll beſondere Rückſicht darauf genommen werden, daß„Oeſter— reich durch die Friedensverträge gleichſam in die Unmöglichteit verſetzt wurde, aus eigenen Mitteln zu leben“. Schließlich— und das iſt ſehr bedeutend— wird darauf hingewieſen, daß man nicht immer den Grundſatz der Meiſtbegün— ſtigung ſeſthalten könne, wenn man die zollpoli— liſche Förderung des landwirtſchaftlichen und induſtriellen Ausgleichs erreichen wolle. Beſonders die letzten beiden Punkte beſagen abſolut nichts anderes, als was die deutſche und öſterreichiſche Regierung bei der Bekanntgabe ihres Vorvertrages erklärt haben. Woher kommt nun Briand mit einem Male dieſe Erkenntnis? Warum ſucht er jetzt die Mitarbeit Deutſch— lands, während er zuerſt beim deutſch-öſterrei— chiſchen Zollvertrag von einer Gefährdung des europäiſchen Friedens ſprach? Vielleicht gehen wir auch diesmal nicht fehl in der Annahme, daß es Briand nunmehr ganz beſonders darauf ankommt, in Genf wieder eine führende Rolle zu ſpielen, ſich für Gedanken einzuſetzen, deren Väter jedoch nicht in Paris, ſondern in Berlin und Wien ſitzen. Italiens Ruſſengeſchäft. Als deutſche Induſtrielle nach Moskau fuh— ren, um über Ruſſenaufträge mit der Sowjer— regierung zu verhandeln, da ſpielten die Weſt— mächte die Entrüſteten, ſprachen von einer poli— tiſchen Oſtorientierung Deutſchlands. Sie ſelbſt aber betreiben mit Rußland in größtem Um— fange die gleichen Geſchäfte. Das gilt für Frank— reich, ſür England. Und dieſer Tage iſt zwiſchen dem ttalteniſchen Korporationsminiſterium und einer ruſſiſchen Handelsabordnung in Rom ein Wirtſchaſtsvertrag unterzeichnet worden, nach welchem die Sowjetunion in den nächſten 7 bis 8 Monaten Beſtellungen für etwa 350 Millionen Lire(77 Millionen Mark) in Italien vergibt, wobei die italieniſche Regierung für die genannte Summe jede Sicherheit übernimmt. Die Ueberſchwemmungen im Düng⸗Gebiet Weiterhin recht bedrohliche Lage. wih. Warſchau, 29. April. Die Lage im Ueberſchwemmungsgebiet der Düna an der polniſch⸗lettländiſchen Grenze ſcheint recht be— brohlich zu ſein. Mehrere Dörfer und Städt⸗ chen, die an der Düna und ihren Nebenflüſſen liegen, ſtehen unter Waſſer. Aus einem Dorfe bei der Stadt Druja, das an der polniſch⸗ lettländiſchen Grenze liegt, wird Flecktyphus gemeldet. Der Arzt von Druja ſoll 50 Kranke in Behandlung haben. Ein weiteres Dorf mußte vollkommen iſoliert werden. Die Ueberſchwemmungskataſtvophe in Polen. wib Warſchau, 20. April. Die Ueberſchwem— mungskataſtrophe in Polen hat nicht nur das Wilnger Land, ſondern auch die Bezirke Grodno und Sulwaki ſchwer heimgeſücht. Zahlreiche Dör⸗ fer ſtehen unter Waſſer. Etwa 10000 Perſonen ſollen von der Ueberſchwemmung betroffen wor⸗ den ſein; die Zahl der Obdachloſen geht in die Tauſende. Im Düna⸗Bezirk jſt die Ruhr aus⸗ gebrochen. Um die erſte Not zu lindern, haben das Miniſterium für ſoziale Fürſorge und die Bant von Polen größere Belräge zur Verfü⸗ gung geſtellt. Der Rampf um den Brotpreis Zeitung 12 eimer p! n* Viernheimer (Biernheimer Bürger-Ztg.— Viernh. Volksblatt) Anzeigenpreiſe: Die einſpaltige Petitzeile koſtet 25 Pfg., die Reklamezeile 60 Pfg., bei Wiederholung abgeſtufter Rabatt.— Annahmeſchluß für Inſerate und Notizen vor⸗ mittags 8 Uhr, größere Artikel einen Tag vorher.— Annahme von Anzeigen in unſerer Geſchäftsſtelle u. von ſämtlichen Annoncen Expeditionen Deutſchlands u. des Auslands Amtsblatt der Heſſiſchen Bürgermeiſterei und des Polizeiamtes Plapvorſchriften bei Anzeigen werden nach Möglichkeit berückſichtigt.— Für die Aufnahme an beſtimmt vorgeſchriebenen Tagen kann jedoch eine Gewähr nicht übernommen werben Kanzlerbeſprechungen mit Sozialdemokraten und Candvolk— Brot⸗ preis ſoll auf dem alten Stande erhalten werden, ohne Qualitätsverſchlechterung Die Beſprechungen des Kanzlers mit den Sozialdemokraten und dem Landvolk. enb Berlin, 29. April. Wie wir erfahren, hatten die Vertreter der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion. die Abgg. Dr. Breitſcheid, Dr. Hertz und Dr. Hilferding heute vormittag eine eingehende Beſprechung mit Reichskanzler Dr. Brüning, in der ſie auf den Ernſt der Lage hinwieſen, der nach ihrer Anſicht durch die Er— höhung des Brotpreiſes und die vom Reichs— ernährungsminiſter beabſichtigten weiteren Zoll— maßnahmen geſchaffen worden iſt. Aus ſozial— demokratiſchen Kreiſen erfahren wir, daß ſie dem Reichskanzler erklärten, die Fraktion lege den größten Wert darauf, daß die Regierung die geſetzliche Verpflichtung erfüllt, den Bropreis auf dem Stande des letzten halben Jahres zu halten. Die Verbilligung dürfte nicht durch eine Verſchlechterung der Qualität herbeigeführt werden, ſie ſei vielmehr durch die Ermäßi⸗ gung der Zölle zu erreichen. Auch die ſonſt geplanten Zollmaßnahmen ſeien geeigner. die Lebenshaltung Induſtrieexport zu beeinfluſſen Arbeitsloſigkeit zu vermehren. Reichskanzler Dr. Bräning erklärte in ſeiner Antwort, daß die Reichsregierung die Ab— ſicht habe, den Brotpreis auf dem alten Stande zu halten. Auf welchem Wege die Verbilligung durchgeführt werde, darüber werde das Kabinett ſehr bald entſcheiden. und damit die zu verteuern, den Außerdem wurde in der Beſprechung noch die Finanzlage der öffentlichen Körperſchaften be— handelt und in Zuſammenhang damit kamen auch die ſozialpolitiſchen Maßnahmen zur Behebung der Arbeitsloſigkeit, zur Verkürzung der Ar— beitszeit und zur Sicherung der ſozialen Leiſtun— gen zur Sprache. Aus den Erklärungen des Kanzlers ergab ſich, daß die Beratungen des Kabinetts dieſe Fragen noch nicht abgeſchloſſen Ent⸗ über und daß die Beſprechung doch bereits terhaltung 48. Jahrgang ſcheidungen in der unmittelbaren Zukunft nicht zu erwarten ſind. Der„Abend“ das Spätblatt des„Vorwärts“ bemerkte zu dieſer Beſprechung,daß man die Maß— nahmen der Regierung nun zunächſt abwarten müſſe daß aber die Beſorgniſſe der ſozialdemo— kratiſchen Partei durch die Erklärungen des Kanzlers noch keineswegs völlig zerſtreut ſeien. Immerhin glaubt man in politiſchen Kreiſen, daß zu einer gewiſſen Entſpannung beigetragen hat. Heute empfing der Reichskanzler Landvoltführer Dr. Gereke. In chung wurde ebenf erörtert. Vorher hatte auch noch dieſer Beſpre— die geſamtpolitiſche Lage Dr. Gereke noch eine Un— mit dem Reichsernährungsminiſter, die ſich naturgemäß beſonders auf die Zollforde' rungen der Landwirtſchaft bezog. Im brennenden Eiſer 41 Tote bei einer Kataſtrophe in gegypten Brand eines Perſonenzuges in Unterägypten. wtb. Cairo, 29. Aprel. Auf de zwiſchen Taunta und Cairo geriet heute ſonenwagen wurden vernichtet, Reiſende getötet und verletzt wurden. wobei 41 etwa ebenſoviecle witb. Kairo. 29. April. auf dem ſich di ereignete, beſtand aus älteſtem Material. Der Brand iſt ofſenbar durch die Erhitzung zer Achſenlager eines am Ende des Zuges befind— Spitzengehälter bei der Reichsbahn Der Reichstag hatte eine Ueberſicht über die Einkommen der leitenden Beamten der Neichsbahn-Geſellſchaft und eine Gegenüberſtellung mit den Gehältern entsprechender Reichs— beamter gefordert. Der Reichsverkehrsminiſter iſt dieſem Wunſche nachgekommen und hat im Vormonat dem Reichstage eine entſprechende Denkſchrift überreicht. In langen Tabellen * ſind die Gehälter vor und nach der vom Verwaltungsrat der Reichsbahn im Januar be— ſchloſſenen Senkung angeführt. Vor der Senkung: Reichsbahn: 1 Generaldirektor 122 000 u. freie Wohnung 1 Stellvertreter 78 000 7 Vorſtandsmitglieder je 45 500-60 000 9 Abteilungsleiter je 2485028 500 15 Direktionspräſidenten je 27 55033 400 und freie Wohnung Entſprechender Reichsbeamter: 1 Miniſter 41880 und freie Wohnung Staatsſekretär 28 440 Miniſterial-Direktor 22260 Miniſterial-Dirigent 19696 Präſidenten der Landes-Finanzämter OPD. 17000 und freie Wohnung. und Wir greifen für heute einige Beiſpiele heraus: Nach der Senkung: Reichsbahn: Generaldirektor 97600 und freie Wohnung Vertreter 62 400 Vorſtandsmitglieder 36 400—48 000 Ableitungsleiter 22 540—25 740 Direktions-Präſidenten 24 700-29 380 freie Wohnung. und Entſprechender Miniſter 29664 und 4800 Aufwand u Wohnung Staatsſekretär 26 734 Miniſterial-Direktor 20 925 Miniſterialdirigent 18515 Reichsbeamter: freie Präſident der Landes-Finanzämter und O. 1 P. D. 15980 und freie W̃ 1896 Wohnungsgeld. ohnung oder Das Eròdbeben in Armenien mehrere Rundert Todesopfer wib Muskau, 29. April. Durch das Erdbeben im transkaukaſiſchen Rätebundesſtaat ſind in den von der Kataſtrophe betroffenen drei Bezirken der Republiken Nachitſchewan nach vorläufigen Angaben mehrere Dörfer vollſtändig zerſtört, in anderen mehr als die Hälfte der Häuſer vernich' tet worden. Durch das Erdbeben wurden mehr als 100 Menſchen getötet oder ver⸗ letzt. Die transkaukaſiſche Regierung hat ener⸗ giſche Hilfsmaßnahmen in den drei von dem Un⸗ glück heimgeſuchten Gebieten getroffen. Weitere Schreckensmeldungen. wib. Mos tau, 30. April. Die letzten Nach⸗ richten entwerfen folgendes Bild des Eröhebens in Kaukaſien: In Tiflis und Eriwan garen nur geſur ſind keine Opfer be Erdbebens San Rayon der Stadt Ge 5 Verletzte, im Rayon Siſil und 600 Verwun beklagen. 80 Prozent ſämtlicher Dörfer im Rayon Sangeſur ſind zerſtört und zahlreiches Vieh iſt vernichtet. In den betroffenen Orten wurden weiteſtgehende Hilfsmaßnahmen getrof fen. Ein Regierungsertaß der Sowjet-Union nit der Unterſchrift Molotoffs wurde veröfſent licht eiber ſofortige Ueberweiſung von zwei Millionen Rubeln an die transkaukaſiſche Regie⸗ rung für Hilſeleiſtung an die dom Erdbeben Betroffenen. Stöße verſpürbar; es klagen. N Zentrum des Armenien). Im ruſy ſind 200 ote und der Stadt ane 192 Tote ge Tas 1 4 dete zu Strecke] Verbindung zu treten, blieben die Bemühun— gen, ihn aufmerkſam zu machen, Nachmittag ein Zug in Brand. Drei Per⸗ fruchtlos. Infolge der raſchen Fahrt des Zuges ichen Wagens dritter Klaſſe entſtanden. Da kleine Notbremſe und überhaupt kein Mittel vorhanden war, um mit dem Zugführer in. lange Zeit griffen die Flammen ſchnell um ſich. Drei Per— Der Ausflüglerzug,; gemeldete Brandkataſtrophe keit der ſchaft ſei 1 1 0 f ö ſonenwagen verwandelten ſich in eine fahrende Hölle; Männer, Frauen und Kinder, ſoweit ſie nicht im Qualm erſtickten, ſtürzten ſich aus den brennenden Wagen und blieben zerſchmer— tert neben den Wagen liegen. Halbverkohlte Leichen, Sterbende und Wehklagende bezeich— nen den Weg des Unglückszuges. Als der Zug endlich zum Stehen kam, war in den dret Zug 9 3 0 vom Feuer erfaßten retten. 2 2 S. 2 Sachverſtändige über die . 1. 42 Roggenſtützungsaktion Wiverſprechende Urteile. In ſeiner Mittwochſitzung begann der Reichs— Roggenſtützungsaktion mit der Vernehmung von Sachverſtändigen und Zeu— gen über die bei Wagen gichts mehr zu tagsausſchuß für die den einzelnen Methode. Stützungsaktio— Anſicht Zielenziger war die Stützungs— methode falſch, da ſie teilweiſe nach Berlin zum nen angewandte Nach von Kommerzienrat Beiſpiel Ware gezogen nicht Sachverſtändiger Handelsgerichts— habe, die dahin ort habe. die jetzige Situation des ſei kein Beweis für die Richtig Stützungsaktion, denn die Landwirt— am Roggenverkauf gegenwärtig nicht mehr intereſſiert. In dem vom Vorſitzenden verleſenen Bericht der Deutſchen Reviſions— Treuhand-Geſell ſchaft wird ſeſteſtellt, die Geſchäſte ordnungs— gemäß und in Uebereinſtimmung mit der G. G.. Richtlinien worden ſeien. Den Genoſſenſchaften ſeien z. T. Uebermarkt-Peiſe gezahlt worden. Der Bericht ſpricht die Befürchtung aus, daß zur Verſütte rung im eigenen beſtimmter Roggen ge— gen Goſin-Roggen ausgelauſcht worden iſt. Sach lreltor Konrad vom landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaſten-Raiff eiſen bezeichnete im Gegenſatz zu Dr. Morgen roth, dem Syndilus des Getreidehandels- bandes die Stützungsaltion als durchaus zwege mäßig. Die Eoſinierung ſei die Krönung des Er ſolges der Aktion geweſen. Die verſchie dener Abgeordneter, ob GIJC. ge gen die Stützungsaktion gearbeitet, und ob Fer men durch die Stützungsſtelle abſichtlich zugt worden ſeien, verneinten die d Dr. Baade erklärte auf eine ag g. Freybe(Wp.), daß nicht eine Tonne abſo lut verdorben ſei. Die Geſellſchaft ſei ſür Min derwert mit nur 29000 Mark in Anſpruch ge— nommen worden, habe aber beim Einkauf ein Mehrfaches dieſer Summe vergütet betommen. Das ſei nur durch Verbindung der Stützungs mit der Eoſinierungsaktion möglich geweſen. Es ſchloß ſich eine lebhafte Debatte über die Frage an, wie weit es notwendig geweſen ſei, Mahl roggen infolge Verderb der Eoſinierung zuzu führen. und daß erteilten erledigt landwirtſchaſtlichen VBelrieb verſtändiger Reichsver band 8 1 Frage Direktor der Lokale nachrichten * Stelldichein aller Viernheimer auf dem D. J. K.⸗ Sportplatz. Das mit großer Spannung erwartete Rückſpiel zwiſchen Sportver⸗ einigung Amicitia und D. J. K. ſteigt kommenden Sonntag auf dem Jugendkraftſportplaz. Wer am zweiten Weihnachtsfeiertag Gelegenheit hatte, dieſes Spiel der beiden Meiſter zu ſehen, fehlt auch die⸗ ſes Mal nicht. All den Skeptikern und Genießern, die nur erſtklaſſige Spiele ſehen wollen, kann ein Beſuch wärmſtens empfohlen werden. Für einen ſportlichen Hochgenuß bürgen die letzten A beider Mannſchaften. * Exlernt Stenographie! 0 die deutſche Einheitskurzſchrift im Anfängerkurſus des Stenographenvereins. Letzte Anmeldefriſt am Frei- tag Abend 8 Uhr in der Schillerſchnle. Niemand verſäume dieſe günſtige Gelegenheit, ſich ſchnell und ſicher die Stenographie anzueignen, denn ſie iſt heute eine nicht zu umgehende Notwendigkeit in allen geiſtigen Berufen. Deutſche Jugendkraft V'heim. Am Sonntag den 3. Mai treffen ſich zum Rück- ſpiel auf dem DK. ee um 4½ Uhr Amieitia 1.— D. J. K. 1. Vorſpiel: Amieitia 2.— Dal.-VMiernheim 2. Beginn 3 Uhr. Eintritt: Einheitspreis 50% Sämtliche Vergünſtigungen für Mitglieder beider Vereine und für Arbeitsloſe ſind für dieſe s Spiel aufgehoben. NB. Die Spieler der 1. u. 2. M. Di K. treffen ſich Freitag im Lokal Harmonie. Erieichtel anden bei der Sondergebäudeſteuer. Der Finanzminiſter hat die Finanzämter ange⸗ wieſen, auf Grund des Art. 12 des Sonderge— bäudeſteuergeſetzes folgende Erleichterungen zu gewähren: 1. Die ſtaatliche Sondergebäudeſteuer iſt auf Antrag um zwei Drittel des Betrages zu ermäßigen, den der Steuerpflichtige nachweisbar als jährliche Verzinſung und Tilgung ſolcher Hypotheken aufwendet, die für notwendig ge⸗ wordene laufende oder große Inſtandſetzung au, genommen ſind(Reparaturhypotheken). 2. Iſt die gegenwärtig tatſächlich vereinbarte Miete eines bebauten Grundſtückes geringer als die auf der rundlage der Friedensmiete ſich errech— nende geſetzliche Miete, ſo iſt auf Antrag die ſtaatliche Sondergebäudeſteuer auf der Grund— lage einer fiktiven Friedensmiete zu berechnen, die aus der gegenwärtig tatſächlich vereinbarten Miete gaben iſt; etwaige Steuerermäßigung iſt jedoch aufzurechnen. 3. Betragen die von einem Steuerpflichtigen für ein Gebäude aufge⸗ wendeten und nicht ſchon nach Ziffer 1 zu b rückſichtigenden Koſten für laufende oder große Inſtandſetzung in der Zeit vom 1. April 1929 bis 31. März 1932 nachweisbar zuſammen mehr als 75 vom Hundert der einjährigen Friedens⸗ miete dieſes Gebäudes, ſo iſt die ſtaatliche Son⸗ dergebäudeſteuer für 1931 auf Antrag zu ermä⸗ ßigen; die Ermäßigung für 1931 beträgt zwei Drittel des nachgewieſenen Mehraufwandes aus den genannten 3 Rechnungsjahren, jedoch nicht mehr als die aus Art. 13a des Sondergebäude⸗ ſteuergeſetzes ſich für 1931 ergebende Erhöhung der Stagatsſteuer. Dieſe Ermäßigung iſt zunächſt für das Rj. 1931 zu bewilligen, für 1932 bleibt weitere Regelung vorbehalten. Anträge zu allen drei Ziffern ſind bis zum Ablauf der Ein⸗ ſpruchsfriſt gegen den Steuerbeſcheid für das betr. Rechnungsjahr an das Finanzamt zu rich⸗ ten.— Schwere Suchthausſtrafen für Autobanditen und Kaſſenräuber wtb Leipzig, 29. April. Nach zweitägiger Ver? handlung verurteilte das Schwurgericht Leipzig den 25jährigen Handlungsgehilfen Reiners und den 30 Jahre alten Schneidergeſellen Arnemann, beide aus Köln, wegen ſchweren Raubes mit Todesfolge, gefährlicher Körperverletzung und ſchweren Diebſtahls zu je 15 Jahren Zucht⸗ haus, 10 Jahren Ehrverluſt und Stellung un⸗ ter Polizeiaufſicht.. Die Angeklagten hatten in Gemei niche mit dem Kaufmann Koll aun 11. Juni 1930 in Leipzig den Kaſſenboten Goldacker auf offener Straße niedergeſchoſſen und ſeiner Aktentaſche mit 15000 Mark beraubt. Darauf er⸗ griffen die Banditen in einem geſtohlenen Auto die Flucht und entkamen nach einer raſenden Jaad durch die Straßen der Stadt, nachdem ſie unterwegs auf einige Arbeiter, die ſich ihnen ent⸗ gegenſtellten, Schüſſe abgegeben und einen Stein⸗ metz verwundet hatten. Der Kaſſenbote Gold⸗ acker erlag wenige Tage ſpäter ſeinen ſchweren Verletzungen. Die Räuber enkamen; zunächſt un⸗ erkannt. Im Oktober 1930 ſollten ſie in Düſſel⸗ dorf verhaftet werden. Dabei wurde Koll von einem Kriminalbeamten erſchoſſen, nachdem die Banditen einen anderen Beamten niederge— ſchoſſen hatten. Wenige Tage ſpäter konnten Reiners und Arnemann verhaftet werden. Am 12. April 1930 wurde von den Verbrechern in Köln ein Kaſſenbote um 10000 Mark beraubt, am 8. Mai erbeuteten die Räuber in Düſſeldorf 8500 Mark. Die Räuber benutzten für ihre Die— besfahrten ſtets geſtohlene Autos, in denen ſie auch übernachteten. Morgen Vormittag Auszahlung der Soll. und Kleinrentnerbezüge pro Mai. Winkenbach. Vereins⸗Anzeiger Unter dieſer Rubrik erſcheinen Vorſtands⸗ Mit⸗ glieder⸗ u. Generalverſammlungen u Singſtunden G.⸗V.„Sängertreue“. 8 Uhr Singſtunde. Sänger zu erſcheinen. Geſangverein„Liederkrauz“. Donnerstag abend 8 Uhr Singſtunde. Es iſt Ehrenſache unſerem Dirigenten gegenüber, daß kein Sänger vor dem Wertungsſingen fehlt. Der Borſtand. Mäunergeſang⸗Verein. Heute Donnerstag abend keine Singſtunde. Samstag Abend 81¼ Uhr allgemeine Singſtunde. Der Dirigent erwartet pünktliches und vollzähliges Erſcheinen. D. V. Geſangverein„Flora“. Freitag abend ¼8 Uhr Singſtnunde für alle Stimmen. Kein Sänger fehle. Der Präſident. G.⸗V.„Sängerbund“. Freitag Abend ½9 Uhr Singſtunde. Um vollzähliges Erſcheinen bittet Der Vorft and. Reichsbanner Schwarz⸗Rot⸗Gold(Abtlg. Schutz ⸗ ſport). Freitag Abend 9 Uhr Pflichtverſamm⸗ lung im Lokal„Brechtel“. Anſchließend Lieder⸗ ſtunde und Unterhaltungsſchießen. Kameraden erſcheint alle. Der Schutzſportleiter. Kaninchen⸗ und Geflügelzuchtverein 1916. Am Samstag abend im Vereinslokal Monatsver ſammlung. Die Mitglieder werden gebeten, wegen Wichtigkeit der Tagesordnung zahlreich zu er- ſcheinen. Der Vorſtand. Donnerstag Abend um Es iſt Pflicht eines jeden Der Präſident. 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Neubearbeitet von E. Geyer. 24. Fortſetzung. Schweigend fuhren ſie nebeneinander her, bis das Städtchen Arlington in Sicht kam; der Nachmittag war kalt und die Winterſonne ſchien nur matt durch das aſchfahle Schneege— wölk. Das Hotel Royal war ein ſtattlich aus— ſehendes Gebäude, welches ſich zur Mitte des Marktplatzes erhob. Als Walter Bryant vorfuhr, Uhr vom nahen Kirchturm eben die vierte Stunde; der Platz war beinahe verlaſſen, nur einige Kinder ſpielten auf demſelben. verkündete die Als Bryant Barbara beim Ausſteigen be— hilflich ſein wollte, wich das Mädchen der Be— rührung ſeiner Hand aus und ſprang leicht— füßig allein zur Erde. Er lächelte ſarkaſtiſch, während ſie das Hotel betraten. Barbara war dicht verſchleiert. Das hübſche Stubenmädchen, welches ihnen entgegentrat, antwortete auf Walter Bryant's Frage, daß Herr Robſon im Hotel ſei und rief einen Kellner herbei. Als ſie den Korridor entlang ſchritten, ſprach Barbara plötzlich zu ihrem Begleiter: „Ich muß allein mit ihm reden!“ „Gewiß!“ geſtand dieſer lächelnd zu.„Ich werde einſtweilen gehen. Sie brauchen uns nicht anzumelden“, ſprach er zu dem Kellner und dieſer verneigte ſich mit der ſeiner Klaſſe eigenen Unterwürfigkeit und verſchwand, wäh— rend Bryant einen Moment wartete und dann ebenfalls den Korridor zurückſchritt. Einen Augenblick ſtand Barbara unentſchloſſen. Sie ſehnte ſich danach, einzutreten, und doch bangte ihr davor. Wenn Markus Robſon die Ausſage Bryants beſtätigte! Gewaltſam ihre ganze Selbſtbeherrſchung aufraffend, öffnete ſie die Tür und trat leiſe ins Zimmer. Markus Robſon war allein. Er ſaß am Tiſch und ſtützte den einen Arm auf. Er hatte das Geräuſch der Tür nicht ge— hört und Barbaras Schritte waren ſo leiſe, daß er auch dieſe nicht vernahm, weil er in tiefe Gedanken verſunken war. Eine Minute verging, bevor Marukus den Kopf emporhob; als es geſchah, blieben ſeine Augen eine Sekunde lang auf ihr haften, ohne daß er ſie erkannt hätte. Dann erhob er ſich raſch. „Barbara!“ ſprach er ſanft. „Ja ich bin es!“ entgegnete ſie, ſie mit der rückſchlug. Als er ſie vor ſich ſah, bleich, verzweifelt, verſtört, hätte ſich ſeinen Lippen beinahe ein Schmerzensſchrei entrungen. „Barbara!“ rief er beſtürzt.„Du biſt krank, oder Du warſt es!“ Sie ſah ihn ſtarren Blickes an. „Nein“, entgegnete ſie langſam,„ich bin nicht krank, mir iſt ganz wohl!“ Sie ſank auf den Stuhl nieder, von wel⸗ chem er ſich erhoben hatte., zitternd, indem zitternden Hand den Schleier zu— Jetzt war es ja nicht nötig, ſpielen, ſich zu beherrſchen; jetzt durfte ſie es zeigen, wie elend ſie ſei. Nur teilnehmende, liebevolle Augen ruhten auf ihr. „Du haſt mich rufen laſſen“, einer kurzen Pauſe die Stille.„Es hat mir leid getan, daß ich Dir keinen anderen Ort anzu— geben wußte. Aber es beſtehen Gründe, welche es mir unmöglich machen, nach Schloß Darley zu kommen, und ich wußte keinen anderen Ausweg zu finden. Hat es Dir Schwierigkeiten bereitet, hierher zu kommen?“ Ihre Lippen bebten ſo ſehr, da es ihr of— fenbar Mühe machte, ſelbſt nur dieſe zwei Worte auszuſprechen. „Du biſt ſeltſam erregt, Barbara“, ſprach er liebevoll.„Sage mir, um was es ſich handelt, was Dich dieſe Zuſammenkunft wünſchen ließ. Du mußt es wiſſen, daß, was immer Dich auch bedrückt, ich unveränderlich Dein treueſter Freund bin!“ „Es koſtete ſie unverkennbar Mühe, ihm zu antworten, und als es dann endlich geſchah, klang ihre Stimme wie zerbrochene Scherben. Komödie zu brach er nach „Du mußt mir eine einzige Frage beant⸗ worten, eine einzige Frage——“ Sie ſtockte. „Und dieſe Frage,— welche iſt es?“ fragte er ſanft, ſich über ſie beugend. Langſam erhob ſie den Blick zu ihm empor und in dem Ausdruck, ihrer Augen lag ein ſol⸗ cher namenloſer Schmerz, daß es ihm wie ein Todesſtich durch die Bruſt ging und ſein Herz⸗ ſchlag zu ſtocken drohte. „Iſt es wahr“, kam es über ihre Lippen und wie unter einem Schwertſtich zuckte der ſtarke Mann zuſammen,„iſt es wahr“, wieder⸗ holte ſie,„was jener Mann mir geſagt hat, daß ich keine Hatton, daß ich die Tochter Stella Ormes bin?“ Wenn Markus Robſon ein Schlaganfall ge— troffen hätte, ſein Geſicht hätte nicht geiſter hafter ausſehen können. Nur Mühſam hielt er ſich aufrecht. „Wer hat Dir es geſagt, Barbara?“ brachte er m'“ unſicherer Stimme hervor. „Er hat es mir geſagt!“ erwiderte ſie mit furchtbarer Starre.„Iſt es die Wahrheit?“ „Er hat zu ſchweigen gelobt, und er hat es doch verraten!“ flüſterte er, während Zorn in ſeinen Augen aufblitzte. „Es iſt alſo die Wahrheit?“ ſtammelte ſie, indem ihre Hände ſeinen Arm frei gaben und ſchlaff niederfielen; ihre großen, dunklen Augen aber wandten ſich nicht einen Moment von ſeinem Antlitz ab. „Es iſt die Wahrheit!“ klang es in einem wehmütigen Tone von ſeinen Lippen zurück. Sie wankte und wäre zu Boden geſtürzt, wenn er ſie nicht in ſeinen Armen aufgefangen hätte. 5 Er trug ſie auf eine Chaiſelongue, welche zwiſchen den Fenſtern ſtand. Hilfe konnte und durfte er keine herbeiholen, in Anbetracht des Umſtandes, daß ihr Beſuch geheim bleiben mußte; ſo löſte er denn ſchnell entſchloſſen den Pelzmantel, nahm ihr den Hut ab und war⸗ tete in peinlicher Ungeduld, bis die langſam in ihre Wangen zurückkehrende Farbe ihm dar⸗ tat, daß das Bewußtſein wiederkehrte. Fortſetzung folgt.: 5 Charity begins at home Von Frau Dr. Dora Edinge. Charity begins at home— ſo heißt ein bei uns oft zitiertes engliſches Sprichwort, das wir meiſt überſetzen:„Wohltun beginnt im eigenen Hauſe“; aber iſt charity— Wohltun? oder nicht viel mehr als„Wohltun“? Belauſchen wir einmal zwei gute Freundinnen, viel geplagte Hausfrauen. Man hat ſich lange, lange ſchon einmal wie⸗ der ſehen wollen; endlich iſt's dazu gekommen. Es iſt der zweite Oſtertag: die Väter haben ſich zu einem Spaziergang mit den Kindern frei gemacht, und nach den ſchweren Arbeitswochen darf man ſich ſchon mal ein Plauderſtündchen gönnen. Aber kaum ſitzt man behaglich beiſammen, da ſchellt es; ſeufzend ſteht die Hausfrau auf, ſucht nach dem Geldtäſchchen; es wird halt wieder ein Bettler ſein, und mit widerwilligem Geſicht will man ſich von der unerfreulichen Mahnung an die No„draußen“ freikaufen. Daß es„eigent⸗ lich“ nicht ganz recht ſo iſt, ſpüren unſere beiden Freundinnen wohl— aber: was ſoll man tun? Iſt man in der Lage, wirklich zu helſen, auch nur zu einem Bruchteil zu helfen. Es fehlt dazu nicht nur an Mitteln, auch an Erfahrung. Das war wohl früher möglich, daß jede gute Haus— mutter ihre beſtimmten Familien hatte, deren Not und Bedürfniſſe ſie genau kannte— heute hat leider die Not ganz andere Ausmaße ange— nommen,„heut“ kann auch„leider“ die Frau nicht mehr perſönlich helfen, ſo, wie es ihr doch eigentlich am liebſten wäre. Aber ſie brauchte nicht zwiſchen ſich und den Bittenden eine ab— ſtrakte Hil fsorganiſation einzuſchieben; ſie darf ruhig einen„Wohlfahrtsſcheck“— wie ihn jetzt ſaſt alle behördlichen Fürſorgeſtellen ausſtellen, dem an der Tür Harrenden geben— doch drau— ßen ſteht ja gar kein Fremder, ſondern das alte Nähfräulein. Unſere Hausfrau bekommt einen leiſen Schreck; die kleine beſcheidene Geſtalt iſt nämlich in letzter Zeit öfters in ihren Gedanken aufge— taucht, aber gleich wieder in ein dämmriges Hin— terzimmer des Bewußtſeins geſcheucht worden, wohin ſie ſich mit gewohnter Lautloſigkeit auch ſogleich verzogen hat— unſere gute Hausfrau hat ihr gegenüber kein reines Gewiſſen. Und vielleicht gerade deshalb nötigt ſie die Beſucherin an den behaglichen Kaffeetiſch und beginnt ihr ehrlich zu geſtehen, daß man ſie ſo lang nicht mehr beſtellte, weil das zwölf- und das vierzehn⸗ jährige Töchterchen die Mutter ſchon faſt über— zeugt haben, ein fertig gekauftes Kleidchen ſei doch auch für die Mutter ſo ſehr viel bequemer. Als ſie aber in das ängſtliche Geſicht der treuen Helferin ſieht, die ſo manches mit ihrer Familie ſchon erlebt hat, da ſchämt ſie ſich doch ein biß⸗ chen über ihre Schwäche, die hier ſo traurige Folgen hätte haben können. Aber nicht nur die Furcht um den Verluſt des eigenen Arbeitsplatzes führte die Näherin zu ſo ungewohnter Zeit her; ſie hat noch mehr auf dem Herzen, und iſt froh, noch eine zweite Hausfrau anzutreffen.— Sie hat nämlich eine Nichte, die ſie gern in einem guten Hauſe als „Haushaltlehrling“ unterbringen will— und dieſe Bitte iſt weit ſchwerer zu erfüllen als die erſte. Natürlich wiſſen unſere beiden Frauen, wie nötig es iſt, daß junge Mädchen den Haus— halt gründlich erlernen, und daß es heute ohne— hin wenig Nachwuchs in dieſem Beruf gibt. Es iſt nicht ſo ſehr die Mühe, eine junge Kraft zu ſchulen, die ſie fürchten, als die Verantwortung, die ſie damit übernehmen. Das junge Ding ſtammt aus einem kleinen Städtchen, iſt alſo den Lockungen und Gefahren einer ganz veränderten Umwelt ausgeſetzt— wer kann vorausſagen, wie ſie ohne die elterliche Auſſicht ſich bewähren wird? So blicken ſie nun ſorgenvoll vor ſich hin; ſie wiſſen wohl, daß hier kein Einzelfall vorliegt, und daß neben der Eignung des jungen Mädchens und der Einſicht ſeiner Eltern das Gelingen der ſchweren Pflicht, — wenn ſie ſich bereit erklären, ganz von ihrem Herzenstakt abhängt, und am meiſten von der Möglichkeit, in der- Freizeit für eine geeignete Erholung zu ſorgen, die auch dem Freiheitsbe— dürfnis der heutigen Jugend entſpricht; und da können wir unſeren Freundinnen raten. Es gibt in jeder Stadt Mädchen⸗ und Jungfrauen⸗ vereine, die gerade dieſe ſo wichtige Aufgabe den Hausfrauen löſen helſen; vielleicht bekommen ſie nun Mut, auch dieſes Anliegen der beſcheidenen Bittſtellerin zu erfüllen. Wie unſere zwei Frauen, ſo haben ſicher die meiſten heute das Gefühl, daß ihr eng umſchrie— bener häuslicher Pflichtenkreis keineswegs der einzige iſt, in dem es ſich zu bewähren gilt, nein, daß die Hausfrau, die noch nicht rein„verſach— licht“ iſt, gerade deshalb jede an ſie herantretende ſoziale Aufgabe ganz anders, menſchlicher gewiſ— ſermaßen, anfaſſen ſoll als irgendeine Organiſa— tion der Wohlfahrt. In dem ſchweren und har— ten Intereſſenkampf aller gegen alle, als der ſich ihr heute oft das ganze Leben darſtellt, wird ſie als moderner Menſch die Kompliziertheit dieſer Aufgaben nicht unterſchätzen und ſich darum fachlich beraten laſſen müſſen, aber dann dieſen Rat mit ganz anderer Wärme und Hingabe be— folgen als der, der nur von Amts wegen für ſeinen bedürftigen Mitmenſchen zu ſorgen hat. Was koſtet das Ceben auf der Sonne? Wenn es möglich wäre, mit einem Luſtfahr zeug, das in jeder Stunde 16000 Klm. zurück⸗ legen würde, einen Ausflug von der Erde bis zur Sonne zu machen, ſo würde jede Minute, die der Erdenbewohner auf der Sonne zubrächte, die runde Summe von 50 Millionen Dollars koſten. Dies würde nach der Berechnung, die vor kurzem Prof. John Stuart von der Princetown Univerſität in Amerika aufgeſtellt hat, folgender— maßen zuſammenhängen. Wollte man dieſe abenteuerliche Reiſe unternehmen und in dem obengenannten Tempo der Sonne entgegenflie— gen, ſo würde man ſchon innerhalb dreier Mi— nuten die die Erde umgebende Atmoſphäre er— reicht haben. Schon nach einem Tage würde das Flugzeug die Bahn des Mondes kreuzen, nach dreieinhalb Monaten die Bahn der Venus und viereinhalb Monate ſpäter die Bahn des Plane— ten Merkur. Würde die Fahrt im gleichen raſchen Tempo weitergehen, ſo käme man nach weiteren viereinhalb Monaten ins Bereich der äußerſten Hülle der Sonne, der Korona, und nur in einer Stunde hätte man die darauf fol— gende Schicht, die Chromoſphäre, durchſauſt. In vier Sekunden wäre die Zwiſchenſchicht und wie— derum in vier Sekunden dann die den Sonnen— kern umſchließende Photoſphäre durchflogen, wo— rauf in weiteren 22 Stunden der Sonnenkern erreicht wäre. Um nur einen Raum von zehn Kubikfuß im Erdenflugzeug, das auf der Sonne landete, bewohnen zu können, müßten ſtändig Kältemaſchinen von 60 000 Kilowatt in Tätig- keit ſein; käme man aber dann an den Sonnen— kern heran, ſo könnte die ungeheure Hitze, die dort herrſcht, nur durch Kühlmaſchinen be— lämpſt werden, die jene 60000 Kilowatt mit 4000 Trillionen multiplizieren. Selbſt wenn die Ko— ſten der elektriſchen Kraft billionenmal billiger wären, als ſie es gegenwärtig ſind, würde doch jede Lebensminute der Erdenmenſchen auf der Zonne fünfzig Millionen Dollars koſten. Blutſpender beim Tanz- vergnügen Im Verlaufe des diesjährigen Stiftungs— feſtes des„Bluttransfuſions-Dienſtes des Bri⸗ tiſchen Roten Kreuzes“ wurden, als das Tanz⸗ vergnügen gerade ſeinem Höhepunkt zuſtrebte, drei Mitglieder der Geſellſchaft von verſchiede⸗ nen Krankenhäuſern angefordert, um ſich der freiwilligen Bluttransfuſion zu unterziehen. Die Drei erfüllten ihre Pflicht, kehrten wieder zurück und nahmen ſofort den unterbrochenen Tanz wieder auf.„Die Unterbrechung des Tanzvergnügens“, erklärte der Präſident der Geſellſchaft dem Berichterſtatter eines Londo— ner Blattes,„kam uns durchaus nicht uner⸗ wartet, denn wir hatten Sorge getragen, daß ein etwaiger Anruf nach dem Saal übermittelt wurde, wo unſere Blutſpender zum Tanzver— gnügen verſammelt waren. Die Tatſache aber, daß die freiwilligen Blutſpender unmittelbar nach der Operation weiter tanzten, iſt durch— aus kein Ausnahmefall. In der großen Oef— fentlichkeit beſteht freilich noch immer der Glau— be, daß die Bluttransfuſion ein großes Opfer darſtelle und daß ſie den Spender des in ſeiner Geſundheit ſchwer beeinträchtige. In Wirklichkeit kann garnicht die Rede davon ſein, daß der Blutſpender nach Operation. Erholung bedarf, die Sy fühlen ſich viel mehr im allgemeinen nach der Operation viel beſſer. Ich erinnere mich nicht eines ngen Falles, daß bei den 8000 Bluttransfuſionen, zu denen wir unſere Hilfe geliehen haben, ein einziger Spender geweſen wäre, der nicht im⸗ ſtande war, unmittelbar darauf ſeine Arbeit wieder aufzunehmen. Wir haben ſogar ein Mitglied, das uns bittet, wenn zu arrangieren, daß er am Sonnabendmorgen zur Blutübertragung herangezogen wird, weil ihn die Erfahrung gelehrt hat, daß er ſich nach der Bluttransfuſion beim Hockeyſpiel am Nach— mittag in beſſerer Form befindet.“ Nach der Statiſtit wurde in Londoner Krankenhäuſern 56 Prozent der Patienten durch die Blutüber⸗ tragung das Leben gerettet, während in wet⸗ teren 21 Prozent der Fälle eine merkliche Vei— ſerung feſtgeſtellt konnte. Im genen Jahre wurde 1627 Anforderungen. van Blutſpendern entſprochen. Im laufenden Jahre vetrüg! die Zahl bereits 600, gegen 462 der Vergleichzeit des Vorjahres. Blutes möglich, es ſo werden vergan- Feueralarm gegen Bank⸗ kunden Eine Farmerbank in Kingſton im Staate Nord⸗Carolina iſt auf ein ſeltſames Mittel ver— fallen, ſich des Anſturms der um ihre Depoſiten— gelder bangenden Gläubiger zu erwehren. Durch die kürzlich erfolgte Schließung der Kaſſenſchal— ter von zwei kleineren landwirtſchaftlichen Kre— ditinſtituren beunruhigt, hatten ſich die Depoſi— tengläubiger der genannten Bank in Scharen vor dem Bankgebäude verſammelt und forderten ſtürmiſch die Auszahlung ihrer Snargelder. Im erſten Schrecken ſetzte die Bankleitung die Ap— parate des Feueralarms in Tätigkeit, in der Hoffnung. dadurch die Menge verſchenchen zu können. Gleichzeitig hielten mehrere Reduer, die ſelbſtverſtändlich von der Bank bezahlt waren, in den anliegenden 1 5 improviſierte An- ſprachen, in nenen, ſie zur Ruhe mahnten, mit der Verſicherung, daß kein Grund für die bäu⸗ erlichen Sparer vorliege, der ſie in Beſorgnis verſetzen könne. Allen dieſen Beteuerungen zum Trotz ſchickten ſich die Bauern zum Sturai der Kaſſen an. Die Bank war indeſſen in der Lage, allen Forderungen gerecht zu werden Heſſiſcher Candtag Etat des Innenminiſteriums. Darmſtadt, 29. April. Die Landtagsberatung des Innenetats wurde heute von Miniſter Lerach⸗ ner durch eine längere Rede eingeleitet. Der Miniſter wies darauf hin, daß Einſparungen an Referenten in ſeinem Miniſterium nicht möglich ſeien, weil durch Geſchäfte der Polizei, die früher nebenher erledigt werden konnten, durch Steuer-, Verkehrs- und Wohlfſahrtsangelegenheiten alle Referenten voll beſchäftigt ſeien. In der Frage der Verwaltungsreform bekannte ſich der Mini— ſter grundſätzlich zur Kreisneueinteilung, gab aber zu, daß die derzeitigen Wirtſchaſtsverhält— niſſe, in denen jede Beunruhigung der Bevölke— rung zu vermeiden ſei, einer einſchneidenden Reform nicht günſtig wären. Der Rückgang der Reichsſteuerüberweiſungen an die Gemeinden von 20 auf 17 Millionen, auf der anderen Seite das Steigen der Wohlfahrtslaſten— ſie betragen für die Geſamtheit der heſſiſchen Gemeinden für das Jahr 1931 rund 21—22 Millionen Mark— machte eine weſentliche Erhöhung des Fonds für interkommunalen Ausgleich notwendig, um eine Kataſtrophe einzelner Gemeinden zu ver— hüten. Bei der Schwere der Laſten könne jedoch das Land Heſſen nicht allein und nur vorüber gehend den Gemeinden helfen, die Rettung müſſe vom Reiche her durch eine Aenderung des Finanzausgleichs kommen. Mit ernſten Worten machte der Miniſter die Reichsregierung auf ihre ſchwere Verantwortung gegenüber der ge— f Lage der Gemeinden auſmerkſam. zlich einen Ueber— der Polizei aus politiſchen Gründen. in den letzten zwölf Mona— ten erfolgen: in Darmſtadt 130 mal, Mainz 67 mal, Offenbach 88 mal, im Kreis e 140 mal Etwa 100 ernſte politiſche uſammen— ſtöße fanden in dieſer Zeit in Nicht weniger als 173 Waffen wurden beschlagnahmt, darunter zahlreiche Schußwaffen und 850 Patro— ten. Der Miniſter ſpr der Polizeibeamten— chaft für ihre f flichterfüllung trotz ſtärkſter An— ſpannung den beſonderen Dank der Regierung Aus. fahrvollen Miniſter Lenſchner 05 ſchli blick über den Einf Heſſen s att In der Ausſprache wurden die Darlegungen des Miniſters von den Regierungspacteſen un— ter eſtrichen und gegenüber der Oppoſilion vertei. igt, verteidigt auch gegen den nationalſoznli— ſtiſch en Al 1 Dr. Werner. der die Le— galität der Hitler-Bewegung beteuerte und die Polizeimaßnahmen kritiſierte. In der Abſtimmung wurden die geſtern durchberatenen Kapitel Landtag und Staatsmi— niſterium verabſchiebet. Abgelehnt wurde gegen die Stimmen der Antragſteller, des National— ſozialiſten und Deutſchnationalen ein kommunt— ſtiſches Mißtrauensvotum gegen die Geſamtre— gierung. Die übrigen Rechtsparteien enthielten ſich der Stimme.— Das Haus ſtimmte einem Ausſchußantrag zu, die Verbüßung einer ein— monatigen Gefängnisſtrafe des Abg. Hamann K.) bis nach Ablauf des Mandats auszuſetzen. Es genehmigte die Zwangsvorführung des Abg. Jung(K.) zu einem gerichtlichen Termin und lehnte ſchließlich die Aufhebung der Immunität des kommuniſtiſchen Abgeordneten Vonder— ſchmidt wegen Beleidigung eines ideen ab.— Die Beratungen werden am Donners'ag fortgeſetzt. Zehn Todesopfer der Magdeburger Exploſions— kataſtrophe. wib Magdeburg. 29, April. Zwei von den bei der Exploſionskataſtrophe in der Sacharinfabrik Fahlberg u. Co. ſchwer verletzten vier Ar— beiterinnen ſind inzwiſchen im Krankenhaus ver— ſtorben. Damit erhöht ſich die Zahl der Todes— opſer auf 10. Bunte Zeitung Fiebernde und fieberfeſte Pflanzen. b Schon früher hat man feſtgeſtellt, daß auch bei Pflanzen infolge gewiſſer Erkrankungen Tem— peraturerhöhungen eintreten können. Zu den Fieberkrankheiten der Pflanzen gehört z. B. die bekanute Wurzelſäule, in deren Verlauf ſich, wie kürzlich gründliche Beobachtungen ergeben haben, die Temperatur der Blätter um volle drei Grad erhöht. Als Erreger dieſer Erkankung hat man ein Bakterium erkannt, deſſen Bekämpfung nur dadurch möglich iſt, daß man die Pflanzen mit gewiſſen Säuren behandelt. Man hat daher neuerdings den Verſuch gemacht, Getreidepflan⸗ zen, die von der Wurzelfäule bedroht ſind, an einen beſtimmten Säuregehalt des Bodens zu gewöhnen, und hofft, auf dieſe Weiſe allmählich „ſieberſeſte“ Pflanzen züchten zu können. Fallen für Tſetſe⸗Fliegen. Die gefährlichen Tſetſe⸗Fliegen pflegen ſich an dunkle Stellen zu verkriechen und dann plötz⸗ lich wieder dem Licht zuzuſtreben. Deshalb nutzt man als Fallen über Holzrahmen geſpannte Tuchſtreiſen in Form umgeſtürzter Becher. Sie tragen an der Spitze eine kleine Oeffnung, über die ein Drahtnetzkäſig geſtülpt iſt. Die Fliegen raſen zuerſt im Schatten des Tuches, fliegen dann zur hellen Oeffnung und ſind im Netz gefangen, Bunte Bilder Die„Glücksſchuhe“.— Unzerbrechliches Geſchirr.— Schmiergelder. Wir ſprechen ſo viel vom Almoſengeben, wir ſühlen uns oft wohltätig, ohne daß aber unſer Herz mitempfindet. In unſeren Tagen der ge— radezu niederdrückenden Arbeitsloſigkeit, brau⸗ chen wir wohltätige Menſchen, die gerne geben, den milden Gaben auch gute Worte beifügen. „ Wir wiſſen garnicht, wie es oft dieſen armen Menſchen zumute iſt, wenn ſie, als Familien— vater ſehr oft, von Tür zu Tür gehen und um Nahrung oder Kleidung betteln. Wie viele Ueberwindung koſtet es dieſe Opfer der Wirt— ſchaftskriſe, bis ſie ſich zu ſolchen Schritten ent— ſchließen können. Natürlich gibt es auch Gewohnheitsbettler, die der Arbeit aus dem Wege gehen. Aber man hat doch mit der Zeit einen Blick dafür gewon— nen, wer unſere Wohltätigkeit nicht. Viele würden auch gerne geben, wenn 99 bei ihnen ſelbſt ſchon die Sorge und die Not an die Türe klopfte Wohltätigkeit bringt gewiß nicht immer Dank. Dafür manchesmal peinliche Ueberraſchungen. Von einer ſolchen wirklich fatalen Ueberraſchung iſt aus Berlin-Tempelhof zu berichten. Ein Bettler erſcheint an der Tür einer Woh⸗ nung und bittet um eine milde Gabe. Die Haus— frau iſt aus Erfahrung klug geworden, höchſt ſteptiſch. Sie traut zuerſt dem Bettler nicht, der um ihre Hilſe bat. Aber das Mitleid überwiegt ſchließlich die Bedenken, zumal ſie ſieht, daß die Schuhe des Bettlers nur noch aus Fetzen beſtan— den. Ste erinnert ſich alter Stiefel ihres Man— nes, die ſchon ſeit Jahren ausrangiert irgendwo in einem Schranke ſtehen. Dieſe Stieſel holt ſie und ſchenkt ſie dem Bettler. Seine Freude war groß. Abends kam dann die Ueberraſchung. Beim Abendbrot erzählt die Frau ihrem Manne, was ſich den Tag durch ereignete. Da kam auch die Geſchichte mit den Schuhen aufs Tapet. Dem Manne blieb der Biſſen im Munde ſtecken. Er wurde bald blaß und rot. Mit Ent⸗ ſetzen rief er:„Was, Du haſt meine alten Stiefel hergeſchenkt? Weißt Du denn auch, was Du da mit angeſtellt haſt? In jenen Stiefeln hatte ir; doch meine ganzen Erſparniſſe untergebracht, 2000 Mark, immer in Hundertmarkſcheinen. Das Geld ſtat im linken Schuh, weil ich dachte, daß verdient oder; ſich Einbrecher niemals an alten Schuhen ver— greifen würden. Jetzt haſt Du dieſe Schuhe ver— ſchenkt und unſere Erſparniſſe ſind wir los!“ Man kann ſich das Geſicht der Frau gut vor— ſtellen bei den Worten ihres Mannes. Was tun? Die Kriminalpolizei wurde angeruſen, um nach dem Bettler fahnden. Die Hoffnungen waren gering Wie ſollte ein Bettler in der heutigen Zeit, wenn er mit ſolch wertvollen alten Stiefeln beſchenkt wird, nicht auch einmal auf großem Fuße leben. Die Zeitungen nutzten dieſe Bettler-Epiſode weidlich aus. Das war vielleicht ein Glück. Denn bald folgte die zweite und dritte Ueber— raſchung. Der Bettler nämlich hatte am näch— ſten Tag die Stiefel, die er geſchenkt bekam, in eine Schuſterwerkſtätte getragen und ſie dort für ein paar Groſchen verkauft. Der Schuſter gab die Stiefel ſeinem Geſellen zur Reparatur. Und dieſer entdeckte im linken Schuh getreulich ver— wahrt die 2000 Mark, welche die Tempelhofer Wohltäter ſchon verloren gegeben hatten. Ehrlich währt am längſten, dachte der Schu— ſter, der in der Zeitung auch die Geſchichte von den Glücksſchuhen geleſen hatte. Er ging ſchnur— ſtracks zur Polizei und übergab ihr den Fund. Die Tempelhofer waren nicht wenig erſtaunt, als ſie ſo raſch wieder ihre Erſparniſſe ausge— händigt erhielten. Das iſt die Geſchichte von den Glücksſchuhen, die den Vorzug hat, daß ſie wirklich wahr iſt. * Wir hätten uns nicht gewundert, wenn jene Tempelhofer Hausfrau in ihrer hellen Wut gleich Teller und Taſſen vom Tiſch gepackt und in die Ecke geworfen hätte. Aber das hätte auch noch nicht viel getan. Denn wozu haben wir unſere Erſinder? Und die neueſte Erfindung der heute„Reſopal“, ein Werkſtoff, brechlich, der auch der Wut Technik iſt völlig unzer⸗ einer Hausfrau widerſteht. Man kann cher, Teller, Schale, Boden werfen, es kaputt. In einem Verkaufshaus lernten wir die Her— tellung dieſer unzerbrechlichen Gegenſtände aus Reſopal kennen. Es iſt ein feiner Puder in allen Farben, der genau abgewogen wird, in eine Form kommt, welche in dem Block der hydrau— lichen Preſſe ruht. Mit einem Druck und einer Erhitzung von 150—500 Grad preßt ſich der Pu— der zu jeder gewünſchten Geſtalt. Ein weiterer Vorteil. Reſopal iſt leicht wie eine Feder. Ganze Servicen können jetzt auf Wochenendfahrten mit— genommen werden, ohne daß ſie den Koffer be— laſten, ohne daß es Scherben gibt.— Nun gibt es ſicherlich keinen Streit mehr zwiſchen Hausfrau und Hausgehilſin! ihn als Kafſeetaſſe, Be— an die Wand oder auf den iſt ihm ganz egal, er geht nicht Die Rollen in der Welt ſind unter den Men— ſchen zu ſeltſam verteilt. Der eine hat zu wenig, oder überhaupt kein Geld, der andere kann nie genug kriegen. Nicht immer ſind es ſchlechte Menſchen, die nicht ſchnell genug emporkommen und reich werden können. Aber ihnen erwachſen die größten Gefahren. Einen ſolchen Fall lern— ten wir vor einigen Tagen kennen. Ein Ange— ſtellter in leitender Poſition war ein ſolches Bei— ſpiel eines ſchnellen Auſſtiegs. Er war klug, unternehmend und ideenreich. Für ſich kannte er nichts, arbeitete 14, 16 Stunden, gönnte ſich keine Erholung. Da überſchlägt ſich eines Tages die beſinnungsloſe Hetzjagd nach dem Erfolg, die wildgewordene Tüchtigkeit endete jäh, bricht zu⸗ ſammen. Er hat weniger für ſich, wie für das von ihm geleitete Unternehmen Schmiergelder in jeder Höhe bezahlt, um das Werk vorwärts zu bringen. Rieſenſummen ſoll er veruntreut haben. Doch nicht für ſich, nur von ſalſchem Ehrgeiz geleitet für ſein Unternehmen. Zuſam⸗ menbruch, mehr ſeeliſch als körperlich, wo aber blieb die Kontrolle? Unser jubildums-Verkeuf ist ein beispielloser Erfolg! Ein Be- Weis, Welche grohen Vorteile dieser einrnalige Verkeuf bietet. Für die letzte Moche haben wir nochmals riesige Warenmengen herangeschafft, die wir wiederum 2 miedrigsten jubiläumspreisen verkaufen! Söumen Sie nicht longer, mechen Sie es Wie Viele Zehntausende und nützen Sie diese einmalige Rauf gelegenheit! AAk. Mal Acse Artel Aden eine Jubla msgakg An. 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K. einge- laden sind. Mittags/ Uhr Aufstellung am Freischütz. ½2 Uhr: feierliche Aufnahme. 5 Abends 8 Uhr Aufführung des 3Zaktigen Schauspiels: Unter der Jakobiner mütze im Freischütz. Eintritt 50 Pfg. Der Vorstand. Kartenvorverkauf bei Hofmann, Drehscheibe. 1 83 Salat- U. Kraut⸗ Pflanzen, Penſee und Vergißmeinnicht verkauft Mandel, Holzſtraße 4. Wohnung beſtehend aus 1 Fimmer u. Küche zu vermieten Molitorſtraße 1 Visitkarten in reicher Auswahl zu billigen Preisen fertigt Mernneimer Anzeiger. — Sorlaldem. Pari Ortsgruppe Viernheim Nächsten Sonntag, den 3. Mai, abends ½9 Uhr, findet im Gasthaus 2. gold. Karpfen unsere diesjährige Malfeier unter Mitwirkung des Arbeiter- Spontkartells statt. Hierzu laden wir alle Freunde u. Gönner, sowie die gesamte organi- sierte Arbeiterschaft freundl. ein. feuner: Gen. Redanteur ROT- A'helm. Eintritt freil Der Vorstand der S. P. D. AMZUG- STOFFE zu gewaltig ermäßigten Preisen in prachtvoller Auswahl. Der. Oöpenhemer Ecke Lorscher- und Lulsenstr. Bekanntmachung! Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kennt— nis, daß der Vorſtand für die freiwilligen Mitglieder die Klaſſe 2 als niedrigſte Lohnſtufe feſtgeſetzt hat. Diejenigen freiwilligen Mitglieder, die ſich noch in der erſten Lohnſtufe befinden, werden mit Wirkung vom 1. April d. Is, ab der 2. Klaſſe überſchrieben. Denjenigen hier in Frage kommenden Kaſſenmit⸗ gliedern, die ohne Barleiſtungen verſichert ſein wollen wird es freigeſtellt, einen diesbezüglichen Antrag bei dem Vorſtand einzureichen. Heppenheim, den 24. April 1931 Der Vorſland der Allg. Oulskrankenkaſſe. Vollrath. Miernbeim Rathausstraße 50— Lorscherstr. 8 Preiswerte Fullermilel in beſter Qualität per Ufund per Zentner Weizenkleie grob 8 Pfg. Futtergerſte. Hafer 13 Futter- Haferflocen 22 Welſchkorn 18 Futterweizen 19 Weizenkeime 15 TLogefuttermehl 17 Eiſchmehl 22 Weizennachmehl!2 10.50 Geflügel- körnerfutter 17 16.— 5 „ 5 Zur Huckenaulzucht: Nirſe geſchält 24 22.50 Nruchreis 16 14.75 Rücken- körnerfutter 22 21.— Rücken Erſtlingsfutters 0 19.— 5% Rabatt nuf alle Preiſe Zentnerpreiſe ohne Sack elerun (Sohnitt material) Bauholz nach Liste.— Rahmen, Latten und Bretter in div. Stärken. Hobelwape Pitschpine, Redpine, Oregon, Schwed. u. deutsche Riemen, in liegenden und aufrechtstehenden Jahren, sowie Baumpfähle, Ronenpföhle (kyanisiert) ebenfalls in div. Stärken. Brennholz ofenfertig, liefert August Hanf, Vertretungen und Commissionsſager Am Frohnberg 8.