ſodes-Anzeige. Allen teilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten tieferschüttert die Trauernachricht, daß nun auch mein zweiter und letzter innigstgeliebter, hoffnungs— voller Sohn, unser lieber, unvorgeßlicher Neffe und Vetter Franz Heckmann Leutnant der Reserve Ritter des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille am 13. ds. Mts. nach 31 monatlicher treuer Pflichterfüllung infolge der am 13. April erhaltenen schweren Verwundungen in einem Feldlazarett im blühenden Alter von 27 Jahren den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Um stilles Beileid und ein Gebets-Andenken für den teuren Verstorbenen bittet Viernheim, den 15. Mai 1917 Ilm Namen der trauernden Angehörigen: Die tiefgebeugte Mutter Katharina Heckmann WI. geb. Georgi. Wohnhaus mit Scheuer, Stallung nebſt Grabgarten Zu verkaufen. Näheres in der Expedition dieſes Blattes. 9 2. 3 Zimmer, Küche, nebſt Zubehör bis 1. Juni zu vermieten. Von wem, ſagt die Expe dition ds. Bl. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nach— richt, dass mein innigst- geliebter Catte, unser treusorgender Vater, lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Musketier Wilh. Derschum Inhaber der badischen Verdienstmedaille am 30. April, im 24. Lebensjahre, nach 2½½ jähriger treuester Pflicht- erfüllung, den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Wer verkauft gegen nato Kasse Schienengleiſe bis zu 4500 m, auch in klein. Mengen, ferner Stahlmulden— Kippwagen von% bis 1 ebm. Inhalt u. 2 Lokomotiven Viernheim, I4. Mai 1917. 91 dazu. Angebote erbitten 5 Gebrüd. Eichelgrün Strassburg i. Els. Wir bitten, seiner im Jebete zu gedenken. jn tiefer Frauer: Frau Wilhelm Derschum und 2 Kinder Familie Georg Benz 2. Familie Philipp Derschum. Beſchüftigung findet Frau für einige Stunden im Tag für leichte Gartenarbeiten. Näheres in der Exp. d. Bl. Bekanntmachung. Montag, den 21. Mai 1917 vormittags 9 Uhr werden N; f dem Ratl dahi Montag, 21. Mai 1917, vormittags 8 Uhr be- auf dem e 22 Nm. eichen Scheitholz ginnend werden im Gaſthaus zur Krone in Lampertheim 26„ ckiefern 1 verſteigert: 5„„ Knüppelholz und 5 N 1 6 2 8 1 ich 1 7 a. Nutzholz: 88 Stüd Eichen⸗Derbſtangen aus weiſtbielend erſtelgert e Obere Wildbahn Abt. 18 u. 20 mit 4.20 Fm. Viernheim, den 16. Mal 1917. N b. Brennholz: In Unt. Wildbahn Abt. 7,(Nr. Großherzogliche Bürgermeisterei Viernheim. 139—224) u. Abt. 11 u. 12(225—364), Ob. Wildb. 1, Lamberth. 7, 13, 14, 18 u. 20(Nr. 1891— 2062, 2201-2446) und Bekanntmachung. Heide Abt. 25 u. 27(251522). Unterſtrichene Nummern[ Betr.: LeſeholzF- und Grasnutzung. kommen nicht zum Ausgebot. Die Leſeholznutzung wird verlängert u. bis auf Weiteres Scheit Knüppel Kuüppel Stamm Aſt⸗ Stöcke Dienstags und Freitags geſtattet. An den übrigen Wochen— Reiſig Reiſig Reiſig tagen iſt ſie verboten. Ebenſo iſt die Verwendung von be— Rm. Rm. Rm. Wellen Wellen Rm. ſpanntem Fuhrwerk beim Leſeholzſammeln während des Buche: 86 47.— 2310 27 Sommers nicht geſtattet. Zuwiderhandlungen werden, wie Eiche: 140 315 132 9080 3820 70, auch die verbotene Mitnahme von Sägen und Beilen ohne Kiefern: 19 308,6— 10710 2110 115,6 weiteres zur Anzeige gebracht. Lampertheim, 14. Mai 1917. Die Nutzung von grünem Gras in offenen Beſtänden Großh. Oberförſterri Lampertheimſ. Ser und Wagel. Die Oraeſahung kann vom l. un Kinder-, Sport⸗ und Leiterwagen ab erfolgen, vor dieſem Termin iſt ſie verboten. kaufen ſie billigſt bei Jakob Beyer. Nutz⸗ und Brenunholz⸗Verſteigerung. Viernheim, den 14. Mal 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. 0 Nun ruhe sanft im Lebt fort in unserem Heldengrab, Herzen. Befreit von allen Könnten unsere Trä- Schmerzen. nen dich erwecken, Die“Liebe die dich hier Fremde Erde würde umgab, Dich nicht decken. Jodes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, treusorgender Sohn, Bruder, Schwager und Enkel Musketier Peter Neff V. am 11. Mai, im jugendlichen Alter von 21 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestor— ben ist. Wir bitten, seiner im Gebete zu ge— denken Viernheim, 15. Mai 1917. In tiefer Trauer: Familie Nikolaus Neff 2. WWe. Danksagung 0 Zurückgekehrt vom Grabe unseres 80 früh dahingeschiedenen, nun in Gott ruhenden, unvergesslichen Sohnes, Bruders, Paten, Schwagers und Onkels, Flugzeugmeisters Nikolaus Werle sagen wir unseren innigen Dank für alle, die ihn zur letzten Ruhestätte begleitet haben. Besonderen Dank dem hochw. Herrn Kaplan Seiberts für seine tiefergreifende Grab— rede, den sämtlichen hiesigen Kriegervereinen, der Marianischen Jünglingssodalität, der Jugendwehr, dem Vereinslazarett, der Flieger— Abt. Darmstadt, der Musikkapelle Lampert— heim und Herrn Noll für seine grossen Mühen; ferner auch für die vielen Kranz- u. Blumenspenden und den Stiftern von Seelen— messen. Viernheim, den 16. Mai 1917. Die fieftrauernden Hinterbliebenen. 1 Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichem Ratschlusse gefallen, heute Mittag 12 Uhr meine innigstgeliebte Gattin, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Maria Krug Job. Wakenbach nach kurzem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im 38. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme und ein Cebet bitten. Viernheim, 15. Mai 1916. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Michael Krug 3. nobst Kinder. N 5 Die Beerdigung findet am Christi-Himmel- fahrtstag nachmittags nach der Andacht statt. Erſcheint wöchentlich dreimal: Geſhül-Anzeige: Organ für Jedermann Dienstag, Donnerstag u. Samstag Bezugspreis: Gratis-Beilagen: „Illuſtriertes Sonntagsblatt“, illuſtriertes Unterhaltungsblatt„Deutſche Kraft“, Wandkalender und Fahrplan. Vereins-Auzeiger Anzeigenpreis: Euthält alle amtlichen Ankündigungen der Behörden Vieruheims und Umgebung. Inſerate finden in der Bürger-Zeſtung wirkſamſte Verbreitung.— Für Wohnungsinſerate Ausnahme⸗Tarif. Bei Klage⸗Erhebung, zwangsweiſer Bei⸗ Redaktion, Druck und Verlag: J. Martin, Viernheim, Nathausſtraße Die lſpallige Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg., auswärtige. Juſerate 25 Pfg., die Neklame⸗Petitzeile 40 Pfg. 8b n, Bebe e ges eae, Allltsblatt der Großh. Bürgermeiſterei Viernheim e Aufträgen eutſprechender Rabatt. Beilagen im Gewichte bis zu 8 Gramm 6 Mk. fürs Tauſend. treibung uſw. wird Nabatt hiufällig. 2 M. Sumstag, den 19. Mai — ——ä— Lolale Nachrichten. Firmung. Der Hochwürdigſte Herr Biſchof Georg Heinrich Kirſtein von Mainz trifft am kommenden Montag Nachmittag /6 Uhr am Staatsbahnhof hier ein um am darauffolgenden Tag an die Firmlinge das heilige Sakrament der Firmung zu ſpenden. Seiner Biſchöflichen Gnaden ein herzliches Will— kommen in unſerer Gemeinde! * Geſchworenen-Ausloſung. Für die nächſte, am Montag, den 4. Juni beginnende Tagung des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg wurden von hier die Herren Zigarren— fabrikant Heinrich Jakob und Bierbrauereibeſitzer J. J. Kühner als Geſchworene ausgeloſt. Jugendwehr. Heute Abend Turnſtunde. Beſtimmung der Uebungen am Fünfkampf und betr. Gruppenbild. Die Militärpflichtigen müſſen an den Uebungen teilnehmen. * Poſtaliſches. Die am 2. September 1916 hier eingezahlte Poſtanweiſung über 3 Mk. iſt unausgezahlt ge— blieben. Der unbekannte Abſender wolle ſich auf dem Poſt— amt in Viernheim mit dem Poſteinlieferungsſchein melden. Nach 4 Wochen iſt die Poſtanweiſung als in Verluſt geraten zu betrachten. — Der ältere Landſturm hinter die Front. Der preußiſche Kriegsminiſter hat auf eine Aufrage mit— geteilt, daß die über 45 Jahre alten Laudſturmleute bereits durch den Erlaß vom 19. Dezember 1916 aus der Front zurückgezogen worden ſind. Zur Front ſind nicht zu rechnen die Kolonnen, die Etappen, die Ar— mierungstruppen uſw. Im Monat Februar waren es noch rund 1000 Mann, deren Ablöſung wegen Mangels an Erſatz noch nicht durchgeführt war. Die weitere Ab— löſung iſt übrigens im Gange.. — Schließung von Zigarreufabriken.„Das ſtellv. Generalkommando des 14.(bad.), Armeekorps hat die Schließung der Zigarrenfabriken mit Ausnahme der größeren Städte verflügt, damkt die Arbeitskräfte für Feldarbeiten und die Ernte verfügbar ſeien. — Die Papiernot. Dem Verein, deutſcher Zei— tungsverleger in Magdeburg iſt auf ſeine unter dem 11. Mai an den Reichskanzler in der Papierfrage ge— richtete Eingabe nun folgende Autwort zugegangen: Die Reichsleitung hat bei ihren Bemühungen, der deut⸗ ſchen Preſſe das Durchhalten zu ermöglichen, auf die ſchwierigen Verhältniſſe der kleinen und mittleren Preſſe ſtets beſondere Rückſicht genommen und gedenkt dies 105 weiterhin zu tun. Es liegt Ilſo kein Aulaß zu der Be⸗ fürchtung vor, daß eine einſeitige Verteilung des Druck⸗ papiers zu Gunſten einer beſtimmten Verbrauchergruppe in Frage kommen könnte. Der Stellvertreter des Reichs— kanzlers Helfferich. — Baden. () Karlsruhe, 18. Mai. Einen Mordverſuch unter⸗ nahm in der Gartenſtraße ein Hausdiener an ſeiner Ehe⸗ frau. Er lockte ſie in einen nahen Wald und ſchlug ſie dont nieder. Erſt nach einigen Stunden erholte ſich die Frau und konnte ſich in ihre Wohnung ſchleppen. Sie hat ſchwere Verletzungen erlitten. Der Hausdiener wurde verhaftet. ( Mannheim, 18. Mai. Die Strafkammer ver⸗ urteilte einen gefährlichen Manſardendieb, einen 35jäh⸗ rigen Schloſſer Adolf Maler aus Baſel, wegen erheb- licher Diebſtähle zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren 1917 —— N—.— 2 Ehrverluſt. Der 17jährige Laglöhner Jakob Schwer— zer iſt beim Baden im Neckar ertrunken. () Oberkirch, 18. Mai. Der Kaufmann Friedrich Moſer verunglückte auf der Fahrt mit ſeinem Motorrad ſo ſchwer, daß er kurz darauf ſtarb. () Villingen, 18. Mai. Bei einem Gewitter ſchlug der Blitz in Weiler in das Wohnhaus des Uhrmachers Staiſer und äſcherte es vollſtändig ein. In Schorn—⸗ dorf und Temmenbronn wurde durch Hagelſchlag erheb— licher Schaden verurſacht. In dem erſtgenannten Ort waren die Schloßen ſo groß, daß zahlreiche Fenſter zer— krümmert wurden. Bekanntmachung Stellen auf Aeckern. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß es Pflicht eines jeden Ortsbürgers iſt, in dieſem Jahre kein Stück Land ungenutzt liegen zu laſſen, um eine ausgiebige Ernte und eine erhöhte Produktion für alle zum menſchlichen Genuß geeigneten Nahrungsmitteln zu erzielen. Es wird N Aierg 5 6 0 kes Betr.: Ausgabe von Brotmarken. darauf aufmerkſam gemacht, daß 1. Von Zeit zu Zeit kleinere Ausſaaten von Erdkohl— raben, Weißkraut, Rotkraut, Wirſing, Oberkohlrabi, Roſenkohl und Grünkohl zu machen ſind, damit zu jeder Zeit freie und freiwerdende Stellen und Flächen ſofort mit den aufgeführten Gemüſe bepflanzt werden können. 2. Es iſt darauf zu achten, daß die oft in einzelnen Gärten in größeren Mengen übrig bleibenden Setzlinge an derweitig ihrer Beſtimmung zugeführt werden können. Zu dieſem Zwecke fordern wir unſere Einwohner, die über übrige Gemüſeſetzlinge verfügen, auf, dieſelben an diejenigen Per- ſonen käuflich abzutreten, die noch ſolche benötigen. Ein be⸗ ſonders Augenmerk muß auf die Kartoffeläcker gerichtet wer— den. Es darf nicht vorkommen, daß dort, wo etwa die Kartoffeln nicht aufgegangen ſein ſollten, die hierdurch ent— eee e Sd Danksagung. Für die vielen wohltuenden Beweise inniger Anteilnahme während der Krankheit und beim Hinscheiden meiner nun in Gott ruhenden unvergesslichen Gattin, unserer lieben Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Maria Krug geb. Winkenbach ferner für das zahlreiche Celeite zur letzten Ruhestätte und für die Kranz- und Blumen— spende sagen wir hierdurch unsern tiefge— fühlten Dank. Besonderen Dank der hochwürdigen (Jeistlichkeit für den trostreichen Beistand, den ehrw. barmh. Schwestern für die auf— opfernde Pflege und den Stiftern von Seelen— messen. Viernheim, 18. Mai 1917 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Michael Krug 3. nebst Kindel. . ſtandenen Lücken den ganzen Sommer über unbenutzt bleiben, vielmehr müſſen dieſe Lücken mit Gemüſe allerlei Art ausge— füllt werden. Dadurch wird mancher Zentner Gemüſeſ mehr gewonnen. Wir bitten unſere Ortseinwohner einſchließlich der Gärtner und Gartenbeſitzer im nächſten Monat größere Ausſaaten vorzunehmen, um genügend Gemüſeſetzlinge zu züchten, damit genügend Setzmaterial vorhanden iſt, und ab— gegeben werden kann. Unſer Feldſchutzperſonal wurde ſtreng angewieſen, uns allwöchentlich zu melden, welche Grundſtücks— eigentümer mit der Anpflanzung in oben angegebenem Sinne noch im Rückſtande ſind, damit wir dieſelben zur ſo— fortigen Nachholung des Verſäumten anhalten können. Wir hoffen, daß keine Zwangsmaßnahmen notwendig fallen, um unſere Einwohner von dem Ernſt der Lage zu über— t ne e zeugen, ſondern daß jeder Einzelne alles, was in ſeinen Betr.: Anbau von Gemüſe; hier die Bepflanzung freier[Kräften liegt, aufbietet, um den teuflichen Aushungerungs— plan unſerer Feinde zunichte und zuſchanden zu machen. Viernheim, den J. Mai 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lam berth. Bekanntmachung Die Ausgabe der Brotmarken für die Zeit vom 21. Mai bis 3. Juni 1917 erfolgt am Montag, den 21. Mai 1917 im Wachtlokale des Nathauſes in der ſeither üblichen Reihen— folge. Aenderungen im Perſonenſtande ſind vor der Aus— gabe bei uns zu melden. Wer mehr Brotmarken abholt, als er nach dem Perſonenſtand ſeines Haushalts berechtigt iſt, wird beſtraft. Viernheim, den 18. Mai 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Bekanntmachung. Betr.: Ackerbeſtellung. Montag, den 21. dſ. Mts. vormittags 9 Uhr wird auf dem Rathauſe das Grundſtück Unterbruchweide 11. Ge— wann Nr. 19 verpachtet. Viernheim, den 19. Mai 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Bekanntmachung. Am 15. 5. 17. iſt eine Bekanntmachung betreffend „Beſchlagnahme, Meldepflicht und Höchſtpreiſe von Stein— kohlenteerpech“ erlaſſen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung iſt in den Amls— blättern und durch Anſchlag veröffentlicht worden. Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. Bekanntmachung. Am 15. 5. 17. iſt eine Bekanntmachung betreffend „Beſtandserhebung von Weiden, Weidenſtöcken, Weidenſchienen und Weidenrinden“ erlaſſen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung iſt in den Amts— blättern und durch Anſchlag veröffentlicht worden. Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. Bekanntmachung. Am 15. 5. 17. iſt eine Bekanntmachung betreffend „Beſchlagnahme, wiederholte Beſtandserhebung und Enteig— nung von Deſtillationsapparaten aus Kupfer und Kupfer— legierungen uſw.“ erlaſſen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung iſt in den Antts— blättern und durch Anſchlag veröffentlicht worden. Stellb. Generalkommando 18. Armeekorps. Kirchliche Anzeigen der evangel. Gemeinde Sonntag, den 20. Mai. Vorm. 9 Uhr: Katechismuslehre. „ 10 Uhr: Gottesdienſt. „ 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. „ S Uhr: Jungfrauenverſammlung. Donnerstag, den 24. Mai. Abends 8 Uhr: Strickabend. Infektion kauft man bei N 0 1 70 2 2 Die Stunde ilt da! „Die Stunde iſt da! Vertrauen und Mut! Es lebe Frankreich!“ Dieſe zehn Worte waren General Nivelles Stichwort zur Siegesſchlacht. Seit Monaten war alles vorbereitet worden. Seit Monaten wartete ganz Frankreich mit ſeinem während des Winters zu rückſichtsloſem Angriff gedrillten Heer auf dieſen Augenblick. In Hunderten von Befehlen hatte der Ober— kommandierende, hatten die Führer aller Grade für das ungeheure militäriſche Drama, das ſie vorbereiteten, die Rollen und Aufgaben verteilt, durchgeprobt und bis in die kleinſte Einzelheit hinein ihr Programm von Viertelſtunde zu Viertelſtunde, ja von Minute zu Minute ſeſt⸗ gelegt. Nicht eine Schlacht war dem Soldaten und der Welt verſprochen, ſondern ein großes militäriſches Und neben der eingehenden und ſorgfältigen Einſtudierung des ungeheueren Schauſpiels ging eine wohlüberlegte, in ihren Mitteln— zu denen auch kinematographiſche Vorführungen von der großen Wirkung der franzöſiſchen Ar— tillerie gehörten— ſich immerfort ſteigernde ſeeliſche Beeinfluſſung des für dieſe Art der Bearbeitung ſo ungemein empfänglichen Fran⸗ zoſen.„Stürzt Euch auf Euren unwürdigen Gegner!“ heißt es in einem der aufgefundenen Befehle,„wenn Ihr aus den Gräben ſteigt, werden neben Euch die Helden ſchreiten, die in den vergangenen Schlachten gefallen ſind!“ Freilich: die ſtolze Siegesgewißheit der Füh— rung, welche aus ſolchen Ergüſſen ſpricht, muß in den letzten Wochen vor dem Losbruch doch bereits eine ſtarke innere Erſchütterung erfahren haben. Der große Plan hatte nämlich einen Grundfehler— und dieſer Grundfehler war ſchon am Vorabend der Entſcheidungsſtunde lähmend in die Erſcheinung getreten. Man hatte die Möglichkeit irgendwelcher ſelbſtändiger Ent— ſchließungen des Gegners völlig außer Berech— nung gelaſſen. Durch die Siegfriedbewegung hatte ein großer Teil der deutſchen Front ſich der an dem Boden gefeſſelten Angriffsvorberei⸗ tungen der Verbündeten entzogen! Trotzdem und gerade deshalb: aufſchieben ließ die Entſcheidungsſchlacht ſich nicht. Die Welt wartete, die bis zur Siedeglut erhitzte Hoffnung der Armee und des Landes verlangte ge— bieteriſch die Entladung; die Enttäuſchung der Führung durſte unter keinen Umſtänden nach unten hin bis zur Abkühlung des Angriffs- geiſtes der Truppe wirlſam werden. Und als am Abend des 15. April der General Nivelle Effektſtück. ſeinem auf den höchſten Grad der Spannung erhitzten Heer das Zeichen zum Sturm gab, da tat er es mit jenem letzten Befehl, den er in Hunderttauſenden von hektographierten Zetteln jedem einzelnen Soldaten in den Torniſter ſteckte: er beſtand nur aus dieſen Worten: 1 dazwiſchen lag, von ſelbſt mitfallen. So warfen ſich am Morgen des 16. April die Angriffs⸗ maſſen des Weſtflügels in die Engtäler herein, welche vom Aisnegrunde zu jenem langgezogenen Bergrücken emporſteigen, auf deſſen Firſt der Chemin des Dames entlangläuft. Zur gleichen Stunde wälzten ſich die Eiſenkoloſſe der Tanks am nördlichen Aisne-Ufer gegen die ſanfteren Hänge von Prouvais vor als Sturmbock eines Nordoſt-Stoßes von 20 Kilometern Breite. Seine Aufgabe war, als linke Backe einer koloſſalen Zange um den Bergſtock des Brimont herumzugreifen. Eine dritte Angriffs gruppe bildete zu dieſer Zange die rechte Klaue. Wenn ſich die Zange, wie berechnet, ſchloß, war in die deutſche Weſtfront eine meilenbreit klaffende Breſche geriſſen. Durch ſie konnte die ſprungbereite Armeereſerve, voran die endlich enlfeſſelte Woge der ſchon unzählige Male ver— geblich bereitgeſtellten Reitermaſſen ſich hindurch— wälzen und weit im Norden jenſeits der Maas ihre Vereinigung mit den Durchbruchsgeſchwadern Haiahs vollziehen. Der Rieſenplan iſt geſcheitert. Die Spitze des Angriffskeils iſt zerbrochen, die Backen der Zange klaffen noch heute ſo weit wie zu An— fang. Nivelle iſt in unſeren vorderſten Gräben ſtecken geblieben. Die phantaſtiſchen Hoffnungen und die grauenvolle Enttäuſchung Frankreichs ſpiegeln ſich in Haltung und Ausſagen der Tauſende von Gefangenen wider, die— ein vorher niemals dageweſener Vorgang!— der Angreifer in der Hand des Verteidigers laſſen mußte. Am Morgen der Schlacht flammte die Siegeshoffnung, das Einzelſchickſal übergoldend, noch aus dem Auge der Gefangenen, ein aus Hochmut und Verachtung gemiſchtes Ge— fühl zuverſichtlicher Überlegenheit lag über ihrem Weſen. Aber von Stunde zu Stunde färbte ſich das Bild grauer und grauer. Und was in den Abendſtunden hinter unſeren Linien eingebracht wurde, trug die ſchwarzen Schatten verzweifelnder Ver— düſterung und des gleichen gramvollen Ver— zichts, der auch aus den franzöſiſchen Heeres— berichten ſeine unmißverſtändliche Sprache redet. Unter ſeinen gewundenen Zugeſtändniſſen ver— ſchleiert ſich nur ſchlecht das tiefe Entſetzen über den jammervollen Zuſammenbruch einer letzten, aber auch zuverſichtlichſten Hoffnung. Wie mag dies ſchreckliche Erwachen erſt im fran— zöſiſchen Volke wirken?! Vom 18. April bis zum 8. Mai ſind die örtlichen Angriffe der Franzoſen— wenigſtens an der Aisne-Front— nirgends über die Ver— hältniſſe des Stellungskampfes hinausgegangen. Was immer Frankreichs und Englands Ent— gebeutet worden. in Frankreich unter Drohung mit einer Revolte die Entſendung zweier Delegierter in den Petersburger Arbeiter- und Soldaten⸗ rat durchgeſetzt. Dieſe ſejen mit der Forderung nach raſcheſtem Frieden beauftragt. * Franzöſiſche U⸗Bootsklagen. Albert Milhaud ſchreibt im„Rappel“ u. a.: Neue Schiffe bauen genügt nicht, wenn Deutſch⸗ land zu deren Verſenkung neue U-Boote baut. Neue Heere in Amerika aufſtellen, genügt nicht, wenn Deutſchland zur Verhinderung ihrer Über⸗ fahrt nach Europa die Zahl ſeiner U-Boote noch vervielfältigt. Man mag noch ſo ſehr ge⸗ wappnet dem Gegner gegenübertreten, er wird ſeinen mörderiſchen Schuß doch abfeuern. Aber ſind denn die deutſchenu⸗Boot⸗Stütz⸗ punkte in aller Welt unzugänglich? Warum verzichten die Verbandsmächte auf die Ausräucherung dieſer Weſpenneſter? Läßt es ſich denn nicht verhindern, daß Deutſchland aus neutralen Ländern Nahrungsmittel erhält? Iſt es wahr, daß man die Blockierung Deutſch⸗ lands nicht enger ſchließen kann, wenn Deutſch⸗ land ſeinerſeits wiederum die Blockierung des Verbandes enger ſchließt? Wir werden nicht durchhalten und können nicht ſiegen, wenn die Deutſchen weiterhin die Meere ver— giften und den Verbandsmächten die Verkehrs— wege ſperren. Deutſcher Reichstag. (Orig.-Bericht.) Berlin, 11. Mai. Am Freitag ſtanden zunächſt eine Reihe von Anfragen auf der Tagesordnung. Die erſte, vom Abg. Heckſcher(Fortſchr. Vp.) geſtellt, be⸗ traf die viel erörterte Behauptung des engliſchen Miniſters Lord Cecil im Unterhaus, die deutſche Regierung ziehe Fett aus Soldatenleichen. Staatsſekretär Zimmermann geißelte unter dem Beifall des Hauſes dieſes unerhörte Verhalten eines Mitgliedes der engliſchen Re- gierung, das ſelbſt vor überlegter Lüge und be— wußter Ehrabſchneidung nicht zurückſchrecke. Die Tatſache, daß das Wort„cadavre“ im Fran⸗ zöſiſchen auf Menſchen und Tiere bezogen wird, iſt in raffinierter Weiſe wider beſſeres Wiſſen zur Irreführung der öffentlichen Meinung aus— In neutralen Ländern wird, wenn die verleumderiſche Abſicht klar zutage liegt, eine ſtrafrechtliche Verfolgung herbei— geführt. Eine Reihe von Zeitungen haben die Unrichtigkeit der Behauptungen ſchon zugegeben. Um ſo unerhörter iſt es, daß ein Mitglied der ſchlüſſe für die Fortführung des innerlich nun— ö 0 ö ö „Die Stunde iſt da! Vertrauen und Mut! Es lebe Frankreich!“ Grund zum Vertrauen war noch überreich vorhanden. Die techniſche Vorbereitung der Angriffsſchlacht, geſtützt auf die Erfahrung des Dauerringens an der Somme, überſtieg jede Vorſtellung der Vergangenheit. Der geplanten Haupteinbruchsſtelle gegenüber war hinter der franzöſiſchen Front eine„Angriffsfeſtung“ ent⸗ ſtanden, ausgebaut mit allen Mitteln einer bis in die letzte Verfeinerung durchgebildeten Ausnützungaller artilleriſtiſchen und techniſchen Möglichkeiten. Die Stoßarmee war inmitten des Rieſenapparats, an deſſen täglichem Anblick ſie ſich berauſchen durfte, in der Angriffsgliederung untergebracht. Die letzt erſonnenen Werkzeuge der Kunſt des maſchinellen Maſſenmordes waren gehäuft: tragen, ſo ſtanden an einer Haupteinbruchsſtelle in zwei Gruppen ein halbes Hundert Tanks bereit, den Gegner niederzutrampeln. Überall auf kunſt— und voll angeordneten Gleisſyſtemen ſchoben ſich eiſen- gepanzerte Batteriewagen ſchwerſten Kalibers vor. Und inmitten harrend Frankreichs beſte, be- währteſte Kerntruppen, ausgeruht und nach allen jüngſt erſt durchgeprobten Angriffsmethoden aus- gebildet, in bunter Reihe gemiſcht mit marokkani⸗ ſchen Wüſterſöhnen und zähnefletſchenden Senegal— negern. In drei Hauptſtößen ſollte Durchbruch die ſchwächſten Stellen des Ver⸗ der mehr völlig ſinnlos gewordenen Kampfes ſein mögen— ihre letzten Verzweiflungsſtürme er- wartet an der Weſtfront ein ſiegbewußtes deutſches Heer. verſchiedene Uriegsnachrichten. Die Schlacht im Weſten. Wie mit Sicherheit feſtgeſtellt worden iſt, ſind ſeit Beginn der Offenſive bei Arras Ge⸗ fangene von 32 verſchiedenen engli⸗ ſchen Diviſionen durch die deutſchen Sammelſtellen gekommen. Da ſie Teilen Englands und ſeinen Kolonien ſtammen, kampferprobtes, ergibt ſich ein zuverläſſiges Geſamtbild über die Stimmung im engliſchen reich. Am zuverſichtlichſten ſind noch Kanadier Auſtralier. Stimmung der Engländer, welche die ernſten b r 1 5 5 Sor die über E id hereingebrochen ſind Hannibals Schlachteleſanten ins Moderne über⸗ Sorgen, die über England hereingebrochen ſiud, nicht länger verbergen. Führung und hohe Verluſte. Ein nach den Erfahrungen vom 9. f nommen, daß die Deutſchen beſiegt und ihre Widerſtandskraft gebrochen ſei. Aus Unterſchätzung des Gegners ſeien die ſchweren Mißerfolge der ſpäteren Angriffe entſtanden. 1 Kriegsmüde Bundesgenoſſen. Wie dem„L.⸗A.“ berichtet wird, hat die teidigungsgerüſtes durchſtoßen; dann mußte, was dritte Brigade des ruſſiſchen Expeditionskorps aus allen Welt⸗ Weſentlich gedrückter iſt die 6 riſchen Einhellig bei allen Ge fangenen iſt die Kriegsmüdigkeit, Klagen über ſchlechte Hauptmann äußerte: Die Heeresleitung habe 9. April ange⸗ dieſer engliſchen Regierung die Nachricht als immerhin nicht unglaubwürdig hingeſtellt hat. Abg. Malkewitz(konſ.) verwies auf den Papiermangel, der das Erſcheinen der Berliner Zeitungen in den allernächſten Tagen ſchon gefährden könne. Miniſterialdireltor Müller beſtritt, daß zu viel Papier ins Ausland ginge, verſicherte, daß die Reichsregierung ſich Mühe geben werde, alle Schwierigkeiten zu beſeitigen, und richtete an die Zeitungen die Aufforderung, den Papier- verbrauch noch über das geſetzliche Maß hinaus vorübergehend einzuſchränken. Es folgte die Veſprechung der Ernährungsfragen. Sie brachte den Verſuch des bayeriſchen Mini— ſterialrats Dr. Huber, die Annahme größerer Geldbeträge der Malzſchieber zu gemeinnützigen Zwecken zu rechtfertigen. Er mußte jedoch ſelbſt zugeben, daß dieſes Verhalten der baye— Regierung mindeſtens nicht beſonders glücklich war. Abg. Hoff(Vp.) führte aus: Ohne das Syſtem der öffentlichen Bewirtſchaftung kommen wir nicht aus. Aber wir ſehnen den Tag herbei, wo wir wieder den freien Verkehr haben werden. Ohne die verkehrten Maßnahmen unſerer leitenden Stellen hätten wir keine Er⸗ nährungskriſen gehabt. Die Schuld der Fehler liegt an einer überſchätzung der Schutzzollpolitik. Trotz aller Fehler aber kann Deutſchland nicht ausgehungert werden, wenn nur eine richtige Verteilung zwiſchen Menſch und Tier erfolgt. wenigſtens 8 entlichen faſſungsanträge werden ſie erſt die Abſtimmung Jetzt endlich ſcheint die wirtchaſtliche Vernunft zu ſiegen. Wäre es im letzlen Herbſt geſchehen, wir hätten die ſchwere Frühjahrskriſe nicht ge⸗ habt. Aber die Widerſtände im preußiſchen Landwirtſchaftsminiſterium waren damals noch nicht zu überwinden. Wir hoffen, daß die jetzigen Maßnahmen ſo wirken werden, daß die berech⸗ ligten Intereſſen der Erzeuger in Einklang ge⸗ bracht werden mit den Intereſſen der Ver⸗ braucher. Wie kann ohne jede Einſuhr unſere Ernte jetzt ausreichen, um das Heer, 60 Mil⸗ lionen Zivilbevölkerung, 21 Millionen Rinder und 17 Millionen Schweine zu ernähren! Wir haben eine ungeheure Vergeudung mit menſch⸗ lichen Nahrungsmitteln an das Vieh getrieben. Die weitherzige Duldung der Hausſchlachtungen iſt geradezu verhängnisvoll geweſen und hat den Schleichhandel begünſtigt. Das Wild wird viel zu wenig abgeſchoſſen. Abg. Heck(natl.) ſchob die Schuld an der Kriſe in dieſem Frühjahr nicht ſo ſehr auf die Verfütterung von Brotgetreide, als vielmehr auf die geringeren Ernteerträge und auf allerlei Schiebungen und Unterſchleife in den Städten. Abg. Dr. Roeſicke(konſ.): Trotz aller Schwierigkeiten konnte die Landwirtſchaft das deutſche Volk ernähren, auch trotz unglücklichſter Witterungsverhältniſſe und des Mangels an Düngemitteln und Kohlen. Wenn die Er⸗ nährung nicht klappt, ſo iſt nicht die Landwirt⸗ ſchaft daran ſchuld, ſondern das Syſtem und ſchließlich der Reichskanzler. Das Zwangs— ſyſtem wird immer enger, ſo daß ſich niemand mehr bewegen kann. Waren die Getreidepreiſe zu mäßig, ſo mußten ſie heraufgeſetzt, nicht die Viehpreiſe heruntergeſetzt werden. Abg. Rupp ⸗-Marburg(D. Frakt.) richteie Angriffe gegen die Hotelkäuſe und Klubſeſſel der Kriegsgeſellſchaften. Direktor im Reichsamt des Innern Müller verteidigte Geſellſchaften und deren Hotelkäufe, die er aus den Bedürfniſſen der Geſellſchaften heraus erklärt. Für die äußerſte Linke richtete der Abg. Wurm(U. Soz.) die denkbar heſ⸗ tigſten Angriffe gegen das ganze agrariſche Syſtem, das er allein für die Mißſtände auf dem Gebiete der Ernährung verantwortlich machte. Den Schluß bildete eine Rede des Polen Poſpiech, der die Schwierigkeiten ſchilderte, unter denen heute die Landwirtſchaft arbeiten muß. Dann vertagte ſich das Haus. 8 Politiſche Rundſchau. Deutſchland. *Der Verfaſſungsausſchuß des Reichstages hat ſich bis Mitte Juli ver— tagt. In der letzten Sitzung gab der Vor— ſitzende, Abgeordneter Scheidemann(Soz.) eine Überſicht über die dem Ausſchuſſe noch vor— liegenden Materien, das ſind die Wahlrechts— anträge betr. die einzelnen Bundesſtaaten, die Anträge über die Bündnisverträge und die ſozialpolitiſchen Anträge(Anderung des Reichs— vereinsgeſetzes, Aufhebung der Geſindeordnung, Reform des Koalitionsrechtes). Miniſterial⸗ direktor Lewald erklärte, er könne nicht zu— ſichern, daß die Regierung bis zum Wiederzu⸗ ſammentritt des Ausſchuſſes bereits zu allen werde, Anträgen Stellung genommen haben Ver⸗ hinſichtlich der eigentlichen im Reichstage abwarten. Der Verfaſſungsaus— ſchuß hat ſchriftliche Berichterſtattung durch die Berichterſtatter beſchloſſen, ſo daß der Reichstag die bisherigen Anträge bei ſeinem Wiederzu⸗ ſammentritt im Sommer in Behandlung nehmen kann. England. * Im Oberhauſe hielt Lord Curzon eine Klagerede über den Mangel an Schiffs- raum und ſchloß mit den bezeichnenden Worten: Die Regierung ergreift draſtiſchſte Maßregeln, um Schiffsraum zu beſchaffen, aber der Gedanke, daß die engliſche Handelsflotte nach dem Kriege größer ſein wird als die Flotte ſämtlicher Nationen, iſt ein Ideal, das vor dem Kriege nicht verwirklicht worden iſt, und es iſt löricht, anzunehmen, daß es jetzt oder künftig verwirklicht werden könnte. nun Friede Sörrenſen. Roman von H. Courths-Mahler. (Fortſetzung.) Da geſellte ſich Tante Friede zu ihm. „Nun, mein lieber Georg, wie iſt dir bei alledem zumute?“ fragte ſie, ſich neben ihn ſetzend.„Haſt du nicht Luſt bekommen, deinem Bruder nachzutun?“ Georg ſah mit einem unſicheren Blick in Geſicht. „Ich wüßte ſchon eine, die mir geſallen könnte. Sie erfüllt ſogar meine Bedingung, daß ſie dir ähnlich iſt. Aber mit der Verlobung eilt es nicht. Sie trägt Trauerkleider— und bevor ſie die nicht abgelegt hat, mag ich ſie nicht fragen, ob ſie meine Frau werden will.“ Friede ſaßte mit glänzenden Augen ſeine Hand. „Du meinſt Ruth?“ —— 14 ihr „Ja, Tante Friede— ſie iſt ein prachtvoller Menſch, deine Ruth. vernünftig reden.“ a „Iſt das alles, was dir an ihr gefallt?“ Er lachte ein wenig. „Du, das iſt viel. Aber ſie iſt mir über⸗ haupt ſehr lieb und ſympathiſch. Warm und roh iſt mir immer zumute, wenn ich ſie ſehe und mit ihr ſpreche. Ich kann ſie mir ſehr wohl als Lebensgefährtin denken. Ja, ich ver⸗ ſpüre ſogar einige 1 0 wenn ich daran denke, a ſie mich vielleicht gar nicht haben will, keinſt du wohl, daß das, was ich empfinde, zum Heiraten genügt?“ Mit der kann man doch es allgemeinen reicht es wohl aus. ſeinen Eifer lächeln. „Du großer Junge— was biſt du noch für ein unerfahrenes Bürſchchen. Zum Heiraten im Ob es Ruth im beſonderen genügend erſcheint, danach mußt du ſie ſelbſt fragen, wenn es ſoweit iſt.“ „Das will ich ſicher tun, ſobald das Trauer⸗ jahr vorüber iſt. Du darfſt aber keinem Menſchen verraten, was ich dir jetzt geſagt habe. bleibt unter uns.“ „Mein Wort darauf, Georg. Es iſt gut, daß dir das Trauerjahr eine Friſt ſtellt. In— zwiſchen kann wohl ausreiſen, was du jetzt noch unklar empfindeſt.“ „Gewiß— und ein Freuen iſt in mir, als ob ich noch viel Liebes und Schönes zutage fördern würde, je näher ich Ruth kennen lerne.“ Friede ſah mit einem weichen Blick in ſeine Augen und ſtrich ihm über die Stirn. „Auch in mir iſt ein Freuen— als ob ich noch etwas Liebes und Schönes erleben könnte. Du und Ruth— ja— das wäre des Erlebens wert.“ In dieſem Augenblick kam Trudi in das Zimmer geflogen und Heinz hinter ihr her. Dicht neben Tante Friede erwiſchte er ſie, küßte ſie, bis ihr der Atem ausging und ſie um Gnade bettelte. „So, du Unband, jetzt weißt du, wer ein⸗ 115 29 in unſerem Hauſe wird,“ ſagte er ver⸗ gnügt. „War denn darüber ein Zweifel möglich?“ Er ſah ſie dringend an und ſie mußte über 5 vorwitzige Perſönchen, daß ſeit geſtern meine Es die Unterhaltung allgemein. „Bei mir nicht, Tante Friede, aber dieſes Braut iſt, behauptete eben, daß ich elend unter den Pantoffel geraten würde. Das darf ich ihr doch nicht durchgehen laſſen.“ „Auf keinen Fall,“ beſtätigte Friede ſehr ernſt— haft.„Ich finde, du haſt ſie für dieſen Unfug noch nicht genug geſtraft.“ „Siehſt du wohl, Maus. die Strafe verſchärfen.“ Aber Trudi entfloh lachend und machte ihm an der Tür eine lange Naſe. Georg und Friede gingen nun wieder hinüber zu den anderen. Eine Weile wurde Aber dann ver⸗ lieften ſich die Mütter mit Friede in die Aus⸗ ſtattungsangelegenheiten, die Väter ſaßen wieder bei einer Flaſche mit Spinnweben, e Brautpaar zog ſich koſend in eine Ecke zurück. Georg und Ruth ſahen ſich lächelnd an. „Mir ſcheint, wir ſind hier ſehr überflüſſig, Fräulein Ruth. Jedenfalls hat man uns einfach kaltgeſtellt. Wollen Sie mit mir hinüber⸗ kommen? Ich möchte Ihnen eine wundervolle Verſteinerung zeigen.“ Sie willigte freundlich ein, und er führte ſie durch die nächſten beiden Zimmer in ein Kabi⸗ nett, in dem er ſeine Sammlungen unterge⸗ bracht hatte. Sie kannte hier ſchon ſaſt jedes Stück und fand ſich beinahe ſo gut zurecht wie Georg ſelbſt. Er ſchob ihr einen Seſſel an den Eichentiſch und legte wortlos ein etwa ſauſtgroßes Stein⸗ Komm her, ich will fragte Friede lachend. 1 2 gebilde vor ſie hin. 6 blickenden Augen auf. Eine ſeltſame Pflanze war an der glatten Flache des Geſteines im Durchſchnitte zu ſehen. Er beugte ſich über ſie und brachte ihr dann ein Vergrößerungsglas. Bald waren ſie in eine angeregte Unterhaltung über dieſe Verſteinerung vertieft. Ruth ſah mit lebhaft geröteten Wangen zu ihm auf. Ihre Augen ſtrahlten, und plötzlich unterbrach er ſich mitten in einer intereſſanten Auseinanderſetzung und blickte eine Weile ſtumm, mit einem verlorenen Ausdruck in ihr liebes Geſicht. Ein ganz eigenartiges Gefühl! nahm ihn gefangen und hinderte ihn am Weiterſprechen. Und plötzlich ertappte er ſi⸗ bei dem Wunſch, den rotleuchtenden Mädchen⸗ mund vor ſich zu küſſen. Ganz heiß und un⸗ ruhig machte ihn dieſe Entdeckung. Ruth ſah zu ihm auf und wartete auf die Fortſetzung ſeiner Rede. Und da fiel ihr der eigenartige Ausdruck ſeiner ſonſt ſo ruhig a Dieſer Ausdruck trieb ihr das Blut in die Wangen unb verſetzte ſie in eine beklommene Unruhe. Trotzdem ver⸗ mochte ſie den Blick nicht von ihm abzuwenden. Wie gebannt ſahen ſie ſich an. Eine Weile herrſchte nefes Schweigen. N Endlich raffte ſich Georg auf. „Meine Auseinanderſetzungen ſind Ihnen doch nicht langweilig, Fräulein Ruth?“ fragte er Ala Ruth tat einen zitlernden Alemzug und lächelte ſo traumverloren, ſo weltentrückt und lieb, daß er ſie mit Entzücken betrachlete. Ich bin wirklich unrettbar verliebt,“ dachte 6 er einigermaßen erſtaunt.„Und wenn das liebe Kriegsereignille. 5. Mai. Nach dem blutigen Zuſammenbruch der engliſchen Angriffe an der Arrasfront kam es nur zu größeren Infanteriekämpfen bei Bullecourt. Der Feind wurde verluſtreich ab⸗ gewieſen, ebenſo mißglückten ſchwächere eng⸗ liſche Vorſtöße bei Lens und Fresnoy. 1225 Eng⸗ länder ſind gefangen, 35 Maſchinengewehre erbeutet.— An der Aisne⸗Front neue Kämpfe um den Winterberg.— Der Feind verliert 7 Flugzeuge und 1 Feſſelballon.— Bei einem feindlichen Fliegerangriff auf Oſtende wird eine größere Anzahl Belgier getötet.— Im Monat April ſind über eine Million Tonnen feindlicher Schiffe verſenkt worden. 7. Mai. Heſtiger Artilleriekampf zwiſchen Lens und Arras. Der Feind beſchießt weiter St. Quentin, deſſen Kathedrale erneut beſchä⸗ pigt wird. Franzöſiſche Vorſtöße zwiſchen Malmaiſon und Braye ſcheitern. Der Nord— abhang des Winterberges von den Deulſchen wiedergewonnen. An Beute ſind ſeit dem 5. Mai 9 Offiziere, 726 Mann und 11 Ma⸗ ſchinen⸗ und Schnelladegewehre eingebracht. Es wurden 14 feindliche Flugzeuge abge⸗ ſchoſſen. An der mazedoniſchen Front heftiges Artillexieſeuer. Feindliche Vorſtöße abgewieſen. 8. Mai. Engliſche Angriffe auf Roeux ab⸗ gewieſen. Fresnoy von den Deutſchen wieder— erobert. Angriffe der Franzoſen an der Aisne und in der Champagne verluſtreich ab— geſchlagen. Der Feind büßt 20 Flugzeuge ein. In Mazedonien wieſen Türken und Oſterreicher ſeindliche Angriffe zwiſchen Chrida— und Prespa-See blutig ab. Im Cernabogen wieſen Deutſche und Bulgaren ſtarke ſeind— liche Vorſtöße zurück.— Im April verlor der Gegner 362 Flugzeuge und 29 Feſſelballone, denen auf unſerer Seite ein Verluſt von 74 Flugzeugen und 10 Feſſelballonen gegen— überſteht. 9. Mai. Verſuche der Engländer, Fresnoy wieder zu erobern, werden blutig abgewieſen. — Franzöſiſche Angriffe an der Aisne und in der Champagne abgewieſen.— Ebenſo Vorſtöße der Ruſſen bei Kirlibaba und an der Valeputna⸗Straße.— An der mazedoniſchen Front an verſchiedenen Stellen ſchwere Kämpfe, in denen die Feinde eine ſchwere Niederlage erleiden. „10. Mai. Starker Artilleriekampf im Gebiet von Arras. Engliſche Infanterieangriffe an dieſem Froutabſchnitt abgeſchlagen.— Schwache An— griffe der Franzoſen an der Aisne- und Champagnefront.— 10 ſeindliche Flugzeuge vernichtet.— In Mazedonien tobt der Kampf weiter. Italiener, Ruſſen und Franzoſen er— leiden bei Monaſtir ſchwere Verluſte. Die bulgariſche und deutſche Infanterie behauptet trotz ſtarker feindlicher Angriffe überall ihre Stellungen. 11. Mai. Im Gebiete von Arras geſteigerte Artillerietätigkeit. Vorſtöße der Engländer bei Fresnoy, Roeux und bei Cheriſy erſolg⸗ los. Franzöſiſche Angriffe an verſchiedenen Stellen der Aisne- und Champagnefront ab- gewieſen.— 18 feindliche Flugzeuge und 1 Feſſelballon abgeſchoſſen.— In Mazedonien werden erneute Angriffe der Franzoſen und Serben abgeſchlagen. Volks wirtſchaftliches. Zinkgeld in Sicht. Wie verlautet, hat das Reichsſchatzamt größere Mengen von Zink bei ver- ſchiedenen Werken zur Herſtellung von Münzen be— ſtellt. Die Prägungen werden mit größter Be— ſchleunigung erfolgen. Sobald genügend Zinkmünzen jeprägt ſind, wird an die geplante Außerkursſetzuug der Silber- und Nickelmünzen herangegangen werden. Hamſter, die dann zu Verluſten kommen, werden zum Schaden auch noch den Spott haben. Von Nah und fern. Erhöhung der Druckſachenpreiſe. Deutſche Buchdrucker⸗Verein hat eine Erhöhung der Druckſachenpreiſe vom 1. Juni ab beſchloſſen. Der Für laufende Werke, Zeitſchriften und Zeitungen beträgt die Erhöhung 33 9%, für neue Werke, Zeilſchriſten und Zeitungen 40%, für alle übrigen Arbeiten 50 0 des jetzigen Tarifs. Trotz bot. Das Vermögen der Nationalſtiftung. Im vergangenen Jahre wurden von der National⸗ ſtiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen bei einem Vermögensſtand von 15 Millionen Mark weit über 3 Millionen Mark zur Verteilung gebracht. Für das laufende Jahr ſind bereits 6 Millionen Mark bereit⸗ geſtellt; ſollte ſich ergeben, daß weitere Mittel erforderlich ſind, ſo werden auch dieſe bewilligt werden. Wucherpreiſe überall. Rheiniſchen Blätter⸗ meldungen zufolge wurde die rechtsrheiniſche Rheinfiſcherei vor einigen Tagen in St. Goars— hauſen neu verpachtet. Dabei erzielte die Strecke Bornhofen—Ehrenthal, die bisher für 32 Mark. verpachtet war, die ſtattliche Summe von 1050 Mark. Die nur reichlich halb ſo lange Strecke Ehrenthal—Wollmilch brachte 800 Mark, eine andere nur 200 Meter lange Strecke, die früher JCãͥͥͥ ũ dpd d * 1 Fohlen ö Zentner Aus einem ſtaatlichen Peuerwerks- Laboratorium. mittel über die holländiſche Grenze hinüber⸗ ſchwärzen wollten. Die Beamten machten von ihren Schußwaffen Gebrauch, wobei drei nach einer anderen Mitteilung ſogar fünf— Schmuggler erſchoſſen wurden. Saecharin⸗ Champagner. Eine neuerliche Verfügung des Präſidenten Poincaré erlaubt in Frankreich, da der Zucker fehlt, die Verwendung von Saccharin und anderen chemiſchen Süß— ſtoffen zur Herſtellung von Champagner, Likören und Süßweinen. Luftpoſt Turin—- Mom. aus Rom, nächſter Tage werde der Luftdienſt zwiſchen Turin und Rom eröffnet werden; das „Secolo“ meldet Poſtminiſterium habe der Unternehmung den Transport der Poſtſäcke zugebilligt, der Verſuch ſolle bei Gelingen weiter ausgebaut werden. Eine amerikaniſche Munitionsfabrik in die Luft geflogen. Nach einer Newyorker Das Laden und Zuſammenſetzen der Zünder. Noch niemals iſt die Frauenarbeit in ähnlicher Weiſe zur Geltung gekommen wie in dieſem Kriege. Man kann ruhig ſagen, daß wir den vielſeitigen und ungeheuren Anforderungen, die der Krieg an uns ſtellt, kaum hätten gerecht werden können, wenn die Frau nicht überall tatkräftig mit Kopf und Hand ein- und zugegriffen hätte. Es gibt kaum ein Gebiet, . werkslaboratorien ſehen wir Frauen in voller und rüſtiger Tätigkeit; ſie bedie die komplizierten Maſchinen und ſtellen ſo die Waffen ſertig, die unſere Feldgrauen in den Schüt äben nötig haben, um das Vaterland zu verteidigen. Die Arbeit erfordert völlige Hingabe und Aufmerkſamkeit; ſie bedingt außerdem eine große Zuverläſſigteit, denn ohne dieſe würden Geſchoſſe und Zünder wertlos ſein. wo die Frauenarbeit nicht die Männerarbeit voll⸗ wertig erſetzt hätte. Sogar in den ſtaatlichen Feuer— 15 Mark koſtete, brachte 100 Mark. Kriegspreiſe wird man ſagen. Aber die Verpachtung geſchah auf 9 Jahre! Der beſte Appetit in Weſtpreußen. In Elbing iſt eine ſtadtbekannte Perſönlichkeit in dem Rittmeiſter v. Schack verſchieden. Alle Elbinger kannten den ſtarken Herrn, der ſelbſt mitten im kälteſten Winter ohne Mantel in leichter Kleidung den Unbilden des Wetters 4½½ Zentner gebracht, 9* Be⸗ auf ein Gewicht von i r ohne daß er ſich dadurch beſchwert fühlte. ſchwerden entſtanden erſt dadurch, als mit geringeren Portionen abfinden mußte. ſich dazu verproviantierte. auf und ließ den übrigen, nicht kleinen Vorrat in ſeinen Ruckſack wandern, um wenigſtens vor dem ärgſten Hunger geſchützt zu ſein. Beim Schmnggeln erſchoſſen. Nähe des niederrheiniſchen Städtchens 0 kam es zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen Zoll— beamten und etwa 40 Schmugglern, die Lebens— Rittmeiſter v. Schack hatte es bis ſein ſtarker Körper ſich wohl oder übel im Kriege Ein Leſer der„Elbinger Zeitung“ ſchreibt, er ſehe ihn noch vor etwa eineinhalb Jahrzehnten, als er ſich zu einem Tagesausfluge rüſtete und in einem Hotel 50⸗Pfennig⸗Brot hatte er bereits im Rucksack. Im Hotel aß er zur Probe ein Dutzend Klopſe Ein In der Goch N der Schlaſkrankheit im Uganda-Reich im Jahre Meldung des„Journal“ iſt die amerikaniſche Munitionsfabrik Hammoth in die Luft geflogen; iſt unbekannt. . Vifſenſchaft. Schlafkrankheit. Übe 8 Dle die Zahl der Opfer Kunſt und Das Ende der die außerordentlichen Erfolge, . die kämpfung der Schlafkrankheit im Afrika zu verzeichnen hat, gibt der le Regierungsbericht aus Uganda intereſſante Auf— ſchluſſe. Es iſt ja noch nicht lange her, daß das Bekanntwerden dieſer neuen Menſchheits— geißel allgemeines Entſetzen erregte und man hren Verheerungen machtlos gegenüberſtand. Ganze Gebiete im tropiſchen Afrika wurden da— mals entvölkert. In den erſten 10 Jahren des 20. Jahrhunderts ſorderte die Schlafkrankheit mehr als eine halbe Million Opfer. In dem Ugandagebiet allein ſtarben im Jahre 1901 30 000 Menſchen daran, und die Zahl der Toten erreichte bis zum Ende 1906 die Rieſen— ſumme von 200 000. Bild völlig angibt, die tropiſchen te engliſche verändert. Wie der der zum Ende Geſamtzahl der Opfer nun das engliſche Bericht 1915 reicht, betrug bis 1915 im ganzen nur 352, faſt 25 9% weniger No- Des? In neueſter Zeit hat ſich als im Jahre vorher. Die dichtbevölterte Bu⸗ gandaprovinz verlor im Jahre 1905 durch die Schlafkrankheit 8003 Menſchen; im Jahre 1915 ſtarben daran nur noch drei Opfer. Der engliſche Bericht vergißt aber bezeichnenderweiſe zu bemerken, daß es in erſter Linie eine Tat der deutſchen Wiſſenſchaft iſt, wenn jetzt ze glückliche Erfolge in der Bekämpfung der Schlaf⸗ krankheit erzielt werden. Deutſche Gelehrte, vor allem Robert Koch, ſind es geweſen, die die Vorgänge bei dieſer zunächſt völlig ge— heimnisvollen Krankheit aufklärten und damit die wirkſamen Waffen zu ihrer Niederzwingung in die Hand gaben. Gerichtshalle. Preslau. Am 5. Februar hatte die Kohlen⸗ händlerin Berta Seidel in Breslau als Vertreterin ihres im Felde ſtehenden Mannes etwa 700 Zentner zur Verteilung erhalten, und zwar zun preiſe bon 1,50 Mark. Ein Höchſtpreis Kohle war damals noch nicht ſeſtgeſetzt, jemein übliche Marktpreis betrug 1,90 Mark . Zentner. Ein Gewerbeſchutzmann, die Verkaufsſtelle der Frau Seidel beobachtet ſeſt, daß dort trotz des beſtehenden nicht nach Gewicht, ſondern nach Hohl— de; die Händlerin forderte 40 Pfg. die 17½ Pfund wogen, und echnung ſtellte ſich der Zentner- dark. Frau Seidel erhielt eine Anklage wegen über⸗ leigerung, und der Staats⸗ vor dem Schöffengericht 500 Mk. ſie. Der als Sachberſtändiger zu— roßhändler Schalſcha betonte aber ten, daß ſich die Angeklagte der eisſteigerung wohl ſchwerlich bewußt ge— 0 und daraufhin ſetzte das Gericht die afe nur auf 100 Mark feſt. an stel leute berkauft wurde; Wien. Die Frauenmörderin Leopoldine Kaſparek, die alleinſtehende ältere Frauen überfallen und be⸗ raubt und eine von ihnen getötet hat, iſt vom Wiener Ausnahmsgericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Vermiſchtes. Nährwert des Spargels. Man macht ſich meiſt eine vollkommen irrige Vorſtellung vom Nährwert des Spargels, der ja in dieſen Tagen wieder friſch auf dem Markte erſcheinen wird. Ziemlich allgemein wird dieſes Gemüſe lediglich als ein wertloſes Genußmittel angeſehen, Neuer⸗ dings hat man aber durch genauere Unterſuchungen feſtg daß der Spargel einen ſogar recht beträchtlichen Nährwert hat. Abgeſehen von dem mehr als dreiprozentigen Zuckergehalt enthält er eine Menge wichtiger Stäckſtoffſubſtanzen, daß er als ein wertvolles Nahrungsmittel be— zeichnet werden muß. Mit einem Pfund Spargel kann man einen erheblichen Teil des täglichen Nährſtoffbedarfs eines Menſchen decken, eine Tatſache, die— mit Rückſicht auf die leichte Verdaulichkeit ſolche [Diche des Gemüſes— namentlich auch bei der Ernährung Kranker und Erholungsbe— dürftiger von Bedeutung iſt. Die ruſſiſche Laufpatronille. Der ‚Voſſ. Ztg.“ wird von der Front geſchrieben: Früh be b Morgengrauen wird ein ruſſiſcher Überläufer eingebracht, merkwürdig gut gelleidet und vollſtändig gerüſtet. Der verhörende Offizier erkundigt ſich, wie er denn ſeine Flucht bewerkſtelligt habe:„Chatt ich von Mutter mei— li noch? Chabb ich zu Feldwebel geſag dir 5 Rubbel, läßt du mich mach Lauſpatrouille. Chatt er genommen 5 Rubbel, chabb ich gemacht Lauſpatrouille, bin ich gelaufen zu Germanski!“ Höchſt einfach. „Ja, aber warum biſt du nicht ſchon längſt zu uns gekommen, ſo klug hätt du doch ſchon früher ſein tönnen?“—„Früher?? Geſtern bin ich gekimmen, heute bin ich hier!“ iges Goldene Qorte. Wer ſeine Pflicht tut, iſt ein getreuer Knecht, keinen Anſpruch auf Dank. hat aber 1 Otto v Bismarck. Mann, der mündige, vergibt ſich und ver⸗ oguοναν⁰„ ö te das der zufüat zufügt,... Schiller Das Manne ſich ſchwer Böſe dem ſöhnt ſich Ving mich noch einmal ſo anſieht und an⸗ lächelt— dann ſtehe ich für nichts. Dann nehme ich ſie aller Trauer zum Trotz beim Kopf und küſſe ſie regelrecht ab.“ Ruth hatte inzwiſchen ihre Haltung wieder⸗ gewonnen und ſagte ihm in der alten, ruhig keundlichen Art, daß ſie ſich ſehr für ſeine Arheit intereſſiere. „Ich habe nur manchmal Angſt, daß ich Ihnen mit meinen Fragen läſtig fallen könnte.“ „Nie,“ beteuerte er eindringlich und führte ihre Hand an die Lippen.„Ich bin Ihnen dankbar, daß Sie alles mit Ihrem warmen Ver⸗ ehen beleben. Oft iſt mir mitten in meiner Arbett, als müßte ich zu Ihnen laufen und dies oder das mit Ihnen beſprechen. Iſt das nicht ſondezbar?“ Ruth wandte ihr Geſicht von ihm ab. „Allerdings. Aber ich glaube, Tante Friede wird bald aufbrechen wollen. Es iſt ſchon ſpät.“ „Wirklich— ſchon elf Uhr,“ beſtätigte er, nach der Uhr ſehend.„Der Abend iſt ſo ſchnell vergangen. Ich begleite Sie und Tante Friede nach Haufe. Auf den Weg durch den Stadt- wald ſreue ich mich. Es iſt Rauhteif und der Mond ſcheint taghell.“ a Sie ſah zum Fenſter hinaus und erhob ſich. Er ging neben ihr zu den anderen zurück. Friede Sörrenſen ſah ihnen mit einem ſlillen, lächelnden Blick entgegen. Sie allein bemerkte den erhöhten Glanz ihrer Augen und das verſonnene Lächeln um Ruths Mund. Und ihr war zumute, als ſei ihr etwas Köſtliches begegnet. g Georg bealeiteſe die beiben Froten. Friede 7 ging in der Mitte und die beiden jungen Leute führten ſie, damit ſie auf dem froſtglatten Wege nicht ausglitt. Sie ſprachen wenig zuſammen, ließen nur die mondſcheinhelle Rauhreiſpracht des Friede fühlte ſaſt körperlich, wie die Herzen der beiden jungen Leute an ihrer Seite einander entgegendrängten. Waldes auf ſich einwirken. 11. In dieſem 10 r 0 und ſtark genug, um volle Ausübung des Eis— ſports zu geſtatten. und verſäumte keinen Tag, die Eisbahn auf— zuſuchen. f a 5 Friede freute ſich, wenn Ruth froh und mit ſtrahlenden Augen von der Eisbahn kam. duldete es auch nicht, daß Ruth dieſe fröhlichen Stunden im Freien versäumte, mochten auch noch ſo notwendige Arbeiten zu verrichten ſein. Manchmal kam Friede ſelbſt auf ein halbes Stündchen an das Ufer und ſobald ſie erſchien, drängte ſich eine Menge junger Leute herzu, um ein paar launige Worte mit Fräulein Sörrenſen zu wechſeln. a Durch Heinz hatte auch Georg erfahren, daß Ruth jeden Tag von vier bis ſechs Uhr auf dem Fluß laufe und von Verehrern um⸗ ringt werde. 8 Da wurde es Georg mit einemmal klar, daß er jetzt zu viel hinter ſeinen Büchern ſitze und daß er ſich mehr Bewegung ſchaffen müſſe. Er ſuchte alſo ſeine Schlitiſchuhe hervor und durchmaß den Stadtwald mit ſo eiligen Schritlen, als“ ehre ihm der Boden unſer ben Füßen. Jahre war der Froſt anhaltend Ruth war eine vorzügliche Schlittſchuhläuferin Sie Schon von weitem hörte er das luſtige Plaudern und Lachen einer großen Menſchenmenge. Und dann war er mit einigen Sätzen an der Ufer⸗ böſchung und überblickte mit ſcharfen Augen den Plan. Er hatte Glück. fliegen. f 1 ö Wie elektriſiert ſprang er die Böſchung herab, beſeſtigte eilends ſelbſt die Schlittſchuhe und Dreien her. Heinz und Trudi liefen ihm in den Weg und wollten ihn aufhalten, aber er ſauſte mit einem jauchzenden Indianergruß an ihnen vorbei. Georg hatte Ruth eingeholt. Mit einem ähnlichen Ruf wie vorher machte er ſich ihr be⸗ merkbar. Sie ſchien ſichtlich erfreut. Mit einer kühnen Schwenkung war er an ihrer Seite. ſie erſtaunt, während er ſie und die beiden Herren begrüßte. „In Lebensgröße, Fräulein Ruth. Tante unter meine ſchützenden Fittiche nehmen. Meine Herren, Sie geſtatten, daß ich mich dieſer an— genehmen Pflicht unterziehe.“ Die Herren verſuchten zwar zu proleſtieren, aber Georg erfaßte ohne Umſtände Ruths Hände und lief mit ihr davon. „Sie auf Schlittſchuhen, Herr Doktor, das iſt ein ungewohnter Anblick,“ ſagie Ruth ſächeind. In nicht weiter Entfernung ſah er Ruth mit zwei Offizieren an ſich vorüber⸗ eilte in weitem Bogen ausholend hinter den „Herr Doktor— Sie auf dem Eiſe?“ fragte Friede ſchickt nich her— ich ſoll Sie ein wenig ö„Trauen Sie mir nicht zu, daß ich Balance halte? ö „Oh, ich traue Ihnen alles zu,“ neckte ſie. Er zog ſie ſchnell ein Stück den beiden anderen voraus Alle 1 920 „Alles 2 Auch einen frevelhaſten 192 fragte er halblaut. Sie ſah ihn an und lachte. W Nein, den nicht.“ N „Dennoch habe ich mich mit ſolch einem Be— trug in Ihre Geſellſchaft geſchmuggelt. Tante Friede hat mich nicht hergeſchickt, ſie weiß gar nicht, daß ich hier bin.“ Sie errötete, blickte ihn aber ſchelmiſch an. „Das habe ich gleich gewußt. Ich ſah es Ihnen an, daß Sie flunkerten.“ Er machte ein erſtauntes Geſicht. „Wirklich? Ach— das iſt ja ſcheußlich fatal. Woran ſehen Sie das ſo mir nichts. dir nichts?“ „An Ihrer Naſe,“ ſcherzte Ruth. 12 5 „An meiner Naſe? Habe ich eine ſo indis— krete Naſe?“ Sie nickle. „Ja, die Naſe und die Mundwinkel.“ „Ich laſſe mir einfach einen Vollbart ſtehen, das geht ja gar nicht, daß Sie mich auf jeder Flunkerei ertappen.“ 1 Dann vorwärts ſtürmend, fügte er leiſer hinzu: „Wie werden wir nur dieſe beiden Vater⸗ landsverteidiger los?“ „Aber, Herr Doltor, die beiden Herten haben mich ſo nett unterhalten.“ 8 4(Nortſetzung ſolat.) Fernrul 7631 und 7632 MANNIIEIM ELA 22s Unser Geschäft—— Sonntag, 20. Mai von 11—7 Uhr. geöfinet. Südwestdeutschlands größtes Spezialhaus für bessere Damen- ind Kinderkleidung. Univerſal⸗ Dölcher⸗Hacken für 00 u. Kartoffeln. Wilhelm Düölcher, Waſſerſtraße. Alle Sorten Kraut Szlinge ſowie gelbe Kohlrabi⸗Setzlinge zu verkaufen Georg Dewald, Steinſtraße 26. Wohnhaus mit Scheuer, Stallung nebſt Grabgarten Zu vorkaufen. Näheres in der Expedition dieſes Blattes. Beſchüftigung findet Frau für einige Stunden im Tag für leichte Gartenarbeiten. Näheres in der Exp. d. Bl. Guterhaltener ſtarker Kinder⸗Sportwagen zu verkaufen Holzſtraße 9. 653 904 5 5 3 Zimmer, Küche, nebſt Zubehör bis 1. Juni zu vermieten. Von wem, ſagt die Expe— dition ds. Bl. Junge Haſen D. R. Sch. zu verkaufen Jacob Beyer, Rathausſtr. 38. Eine friſchmelkende Ziege N zu 0 ö Verlüng. Alexanderſtr. 20. Eine friſchmelkende Ziege mit zwei weiblichen Jungen (4 Wochen alt) zu verkaufen. Joh. Ehrhardt Blauhutſtr. 51 Achtung! Achtung! Kaufe immer noch, ſoweit eine Beſchlagnahme nicht vorliegt Lumpen, Wolle, Neutuchabfälle, Sücke, Geiſenfelle und Haſenpelze. Zahle ſtets die höchſten Tagespreiſe. S. Schindler. Ton-Einmachständer in allen Größen bei 8 5 Wer verkauft gegen Jakob Beyer. natto Kasse 15 . Schienengleiie Chlorkalium bis zu 4500 m, auch in klein. Mengen, ferner in welchem garantiert wird Stahlmulden- für 50— 55% reines Kali Kippwagen Kali-Ammoniak-Super⸗ 5 von/ bis 1 chm. Inhalt u. 2 Lokomotiven phosphat dazu. Angebote erbitten 05 in welchem garantiert wird A e 8 für 4% Stickstoff n 5% wasserlösl. Phos— phorsäure 20 baben be. Makulaturpapier Johann Schneider W)WO. abzugeben Düngerhandlung. Buchdrucker ei Martin. Bekanntmachung. Dienstag, den 22. Mai 1917 vormittags 9 Uhr werden auf dem Rathauſe dahier 22 Rm. eichen Scheitholz 26„ kiefern 1 165„„ Knüppelholz und 18„ eichen 1 meiſtbietend verſteigert. Viernheim, den 16. Mai 1917. Großherzogliche Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Nutz⸗ und Breunholz⸗Verſteigerung. Montag, 21. Mai 1917, vormittags 8 Uhr be ginnend werden im Gaſthaus zur Krone in Lampertheim verſteigert: a. Nutzholz: 88 Stück Eichen⸗Derbſtangen aus Obere Wildbahn Abt. 18 u. 20 mit 4.20 Fm. b. Brennholz: In Unt. Wildbahn Abt.(Nr 139 224) u. Abt. 11 u. 12(225364), Ob. Wildt.„ 7, 13, 14, 18 u. 20(Nr. 18912062, 22012446) und Heide Abt. 25 u. 27(251— 522). Unterſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Scheit Knüppel Knüppel Stamm Aſt-⸗ Stöcke Reiſig Reiſig Reiſig Rm. Rm. Rm. Wellen Wellen Rm. Buche: 86 47—— 2310 27 Eiche: 140 315 132 9080 3820 70 Kiefern: 19 308,6— 10710 2110 115,6 Lampertheim, 14. Mai 1917. Großh. Oberförſterei Lampertheim. Ami Moderner Tavalhul lott garniert. Amun mmer un Jugendlicher Rolhaar- u. Litzenhut floſter Frauenhut mit Blumentulf und Band schleife eee mnwunnmtunusrünnn unn unumnnnmunn numme menmmmm unn nun Aeneon Blumentuffs und Ranken Stuck 45 pf. Stielrosen mit Laub stuck 60 pt. Warenhaus —— N Sonntag, ————————.——Vy—- 2——ů— er- Bekleidung AAA ateedtetdetdendenttetenendetenttedentenddetdendndddeteeddendndendteedeendeeddeatteateodtenteltbadteaktdoddontdondeddadddldod Damen Blusen eis Stickerei 2.60( Blusen-Röcke Damen- Blusen Damen-Blusen weiss Voal mit Stickerei. 7 95 Damen-Blusen farbig Voal, geblümt Damen-Blusen schwarz Tüll 6.00 den 20. Mai bis 7 Uhr abends geöflnet! iaunitnttinteagteastttechnattttuttgnteeneglettute Wachung. —.— Kinder- Hüte in Stroh und Borde mit schönen Blumen- u. Band- garnituren 2.95 mit Tüll- u Blumengatnituf Hindenburg-Mittel schwarz-weiss katlert 7.50 weiss und lar big 1.45 weiss und larbige Waschstofle 4.5 90 Blusen- Höcke 3 90 MHinder-Mleidehen 3 5„56„4 2 90 4 weiss und beige. (Blusen-Röcke fesche Form weiss Waschstoftie mit Sicketel Blusen-Röcke weiss Frotté 11 f„Mei Damen-Blusen aus hell 8 6. 50 mit aufgesteppten Taschen 75 Hinder Hleidchen aus getupften Stoffen 4 tupften Waschstoffen.. lake G 25 mit Häkelatbeit Voal, sch watz-welss 1 23. 00 Mäuchen-Mleider 8.50 Massen, fans en 16. 50 weiss Voal mit reicher Sticketel Damen-Hieier Damen-Blusen schwatz Seide 72.78 farbige Waschstoife. 1051 9.75 Mädchen-Schulkleid Damen- Blusen weiss Tüll mit Schoß.... Damen- Blusen pauette„ Seide, weiss und 11918. 19 50 Gummitin-Mäntel 39 50 moderner Kragen-Ganſtur Hragen aue mit Rüsche, rosa u. hellblau weiss besticktef Voall in vielen Farben. 8 tück aus gestteiſten und getuplten 9 f 75 13.78 Damen-Nleider Waschstoffen 23.50 Anaben-Waschhlusen 2.95 MHMnaben-Waschanzüge 7.50 Damen-Schleiſe 0 8. 13 Mull, Weiss, rosa, hellblau MHragen 1.95 lugendl. Strohkapne 9.50 Glusbatist, mit Holilsaum mit Blumentuff. faammuonuununumnumumnomude v. eeeeeeeeeeeneeeeneeeeeeeeeeeeneeeeeeeeecebeeeeeee ieee Grosser Bastihut 10.80 5 amaumuunnmnmumamaunm mum ieee een b ee e ee e eee