Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Eierausgabe. Von dem Kommunalverband wurden uns eine„Menge Eier überwieſen, welche am Montag, den 30. Juli 1917 in nachſte⸗ hender Reihenfolge anf dem Rathauſe an die? Verſorhungsberechtigken zur Ausgabe gelangen. Von Nr. I bis 250 der Bezugsk. vorm. von 1 251 5 500„ 77 5 501 750 5 10 75¹ 1000 17% 11 1001 1250 16 1251 1500 nachm. 3 1501„ 1750 5 f 4 1751„ 2000 2 5 5 2001. Schluß 5 6 Auf die Nr. 2 der Gierkarke wird ein Ei abgegeben, Preis 30 Pfg. Selbſtverſtändlich werden die Eier nur an diejenige verab⸗ folgt, die im Beſitze von Eierkarten ſind. Bei der Abholung der Eier iſt die Bezugskarte und die Eier⸗ karte mitzubringen. Die Abtrennung der Markennummer erfolgt bei der Ausgabe. Viernheim, den 28. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. 7 bis 8 Uhr 9 Bekanntmachung. Es hat ſich zu einem wahren Unfug herausgebildet, 5 Unterzeichnete auf allen ſeinen Gängen innerhalb der Gemeinde, ſobald ihn die Einwohner anſichtig werden, angerempelt und mit Anträgen und Wünſchen beſtürzt wird. Nicht genug, daß der Unterzeichnete jeden Tag auf dem Rathaus und in ſeiner Woh⸗ nung in einer geradezu unmenſchlichen Weiſe von Hilfe- und Rat⸗ ſuchenden aufgeſucht wird, möchte er wenigſtens bitten, daß er für die Folge auf der Straße in Ruhe gelaſſen, und nicht wie ein roter Hund verfolgt wird. Alle diejenigen, die Rat begehren und Hilfe ſuchen, mögen ſich hierwegen auf unſer Amtszimmer im Rathaus in der Zeit von vormittags 8½ bis 11 Uhr begeben. Zurufe auf der Straße werden daher in 98 nicht Ir beachtet. Viernheim, den 28. Juli 191 Großh. Bütgemeiſterei Viernheim Lamberth. daß der Bekanntmachung. Betr.: Verſorgung der Bevölkerung mit Frühkartoffeln, Die 3. Abnahme von Frühkartoffeln erfolgt am Montag, den 30. Juli 1917 bis abends 8 Uhr im Rathaushofe dahier. Für den Zentner werden 10 Mk. vergütet. Für alle nach dieſem Zeit— punkte abgelieferten Kartoffeln werden vorausſichtlich 2 Mk. weniger für den Zentner bezahlt. Der Tag der nächſten Kartoffelausgabe wird am nächſten Dienstag veröffentlicht. Wir machen ausdrücklich wiederholt darauf aufmerkſam, daß es bei Strafe verboten iſt, Kartoffeln an einzelne Verbraucher abzu— geben. Alle geernteten Kartoffelmengen müſſen an die Gemeinde zur Ablieferung gelangen. Unſer Polizei- und Feldſchützperſonal hat Auftrag uns alle Landwirte die in den letzten Tagen Kartoffeln geerntet und nicht e ſeenbeiig haben, unmittelbar zur Beſtrafung zu melden. Viernheim, den 27. Juli 1917. Großh. Bürgermeisterei Viernheim Lamberth. Bekanntmachung. Betr.: Allemendnutzen. Die Neuverloſung der Unterbruchweidſtücke erfolgt am nächſten Dienstag, den 31. ds. Mts. von vor⸗ mittags 9 Uhr ab im Sitzungsſaale des Rathauſes dahier. Die Bezugsberechtigten werden eingeladen der Ver— loſung beizuwohnen. Für Nichterſchienene wird das Los von uns gezogen. Viernheim, 28. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Gemeindekaſſe. Nächſten Montag, den 30. ds. Mts. werden die Kriegs— unterſtützungen für erſte Hälfte Auguſt in üblicher Ordnung ausbezahlt. Der allgemeine Zahltag fällt an dieſem Tage aus. Dringend nötige Kaſſenge— ſchäfte können am Dienstag Vormittag erledigt werden. Auch ſinden am Dienstag Vormittag(ficht Mittwoch!) ſämtliche Auszahlungen für den 1. des Monats ſtatt.— Immer wieder muß um pünktliche Abholung erſucht werden, damit wir mit unſerem Monats- abſchluß nicht gehemmt ſind. Viernheim, den 28. Juli 1917. J ſt. Bekanntmachung. Beſchlagnahme, Beſtandserhebung und Enteignung von fer— tigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenſtände aus Aluminium. Nach der Bekanntmachung Nr. M. c. 5002 17. K. R. A. betr. Beſchlagnahme, Beſtandserhebung und Enteignung von fertigen, ge— brauchten und ungebrauchten Gegenſtände aus Aluminium vom J. März 1917 und des Nachtrags vom 10. Mai 1917— abgedruckt in den Kreisblättern Nr. 30 und 50 von 1917— ſind beſchlagnahmt alle aus Aluminium beſtehenden Gebrauchsgegenſtände, ferner ſämt⸗ liche im Gärungsgewerbe üblichen Kellereigeräte, wie: Gärbottich— Kühlſchlangen, Lagertanks, Hefen— Uleberführungsapparate, Eimer, Schöpfer, Löffel und dergl. Ausgenommen ſind mit Aluminium nur überzogene Gegenſtände, die aus einem anderen Material her— geſtellt ſind. Die beſchlagnahmten Gegenſtände ſind nach Jahl und Geſamtgewicht bei den Groß h. Bürger⸗ meiſtereien auf dem daſelbſt erhältlichen Fo r⸗ mular bis ſpäteſtens 3 J. Julie lf. Js. anzumelden. Heppenheim, den 20. Juli 1917. Großh. Kreisamt Heppenheim. v. Hahn. Betr.: Die vorſtehende Bekauntmachung bringen wir mit dem Hin— weis zur öffentlichen Kenntnis, daß die Meldungen bis 31. ds. Mis, auf unſerem Meldebüro zu machen ſind. Viernheim, den 27. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Bekanntmachung 6 Montag, den 30. ds. Mts. vormittags 9 Uhr werden auf dem Rathauſe dahier die Erträge der gemeinheitlichen Birn⸗ und Zwetſchenbäume an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert. Viernheim, den 28. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. rundstücks-Verpactung Dienstag, den 31. d. Mts. Vorm. 8 Uhr läßt 1. Nikolaus Schäfer l. Witwe ihre große Allmend, 2. Wilhelm Doölcher verſchiedene Grundſtücke ſeiner großen Allmend, 3. Johann Schalk ll. Witwe verſchiedene Grundſtücke ihrer großen Allmend und 4. Jakob Kamuff J. ſeine große Allmend auf dem Rathauſe dahier auf die Dauer der Ge⸗ nußzeit verpachten. Viernheim, den 26. Juli 1917. Großh. Ortsgericht Viernheim. Schuchmann. Grundſtücks⸗Verſteigerung. Am Mittwoch, den 8. Auguſt Vorm. 9. Uhr werden die zum Nachlaſſe der Nikolaus Müller IX. Eheleute von Viernheim gehörigen in der Gemarkung Vieruheim gelegenen Grundſtücke als Flur J. Nr. 879 qmtr Ratzeugaſſe Flur J. Nr. 880 qmtr. 293 Hofreite daſelbſt auf dem Rathauſe dahier öffentlich verſteigert. Die Verſteigerungsbedingungen ſowie der Aus⸗ zug aus dem Grundbuch können auf dem Geſchüfts⸗ zimmer des Großh. Ortsgerichts während der Ge— ſchäftsſtunden eingeſehen werden. Viernheim, den 26. Juli 1917. Großh. Ortsgericht Viernheim. Schuchmann. Fleissige Arbeiterinnen auch schulentlassene vom 14. Lebensjahre an, werden in grosser Anzahl bei guter Bezah- lung gesucht, ebenso auch eine Anzahl schul- entlassene Jungen bei Pachtbetrieb der Kriegs Hadern A.-G. Marx Maier e Mannheim- Käfertal. 187 Grabgarten A Mehrere Jaglöhner für ſofort geſucht. Gebr. Brechtel. Sofort suchen fleiss sige Mädchen Mez, Vater& Söhne, Weinheim. Angenehme Arbeit. Einpfehle von morgen fröh ab schöne Einmach- u. Salatgurken Joh. Ehrhardt, Blauhutſtr. Ale andy. Geräte Reffen, 5 Senſen, Gabeln, Ringe, Wetzſteine, Kürſte uſw, Garbenbänder ſolange Vorrat reicht. JMunderle. Für Kaniuchenzüchter Marraben N Kaniuchenſtall hat zu verkaufen noch neu, mit 6 Abteilungen, jedes Fach 90 X 80 X 60 em, Gg. Mith. 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Geſchäfts⸗ Anzeiger Redaktion, Druck und Verlag: Joh. Organ für Jedermann Aultsblatt der Großh. Bürgern Euthält alle amtlichen Aulhudigungen 25 Behörden Blauen Inſerate finden in der Bürger-Zeitung wirkſamſte Verbreitung. leiſterei Vier 2 und il 1 0 bung. 3 6 Mk —— Viernheim, Wohnungsin N 87 — Dienstag, den 31. Juli Vereius N ſerate Ausnahme Tarif. 2 Rathausſtraße. — eee Die Iſpaltige Pelit— 590 25 die Rekle amezeile 50 Pfg. 1 Rabatt. Pfg., Auzeiger Bei mehrmaliger Beilagen im Gewichte bis zu 8 Gramm fürs Tauſend. ö i Klageerhebung kommt jeder Mabatt in Wegfall. 2 1917 Osthallien befrei Deutſcher Abendbericht. (WTB. Berlin, 30. Juli abends. dern auch heute geringere Artillerie als in letzter Zeit. Beträchtliche Teile unſerer Beiderſeits des Feindes nach Oſten geworfen. gehen die Kufen es— Amtlich.) Kampftätigkeit der f Korps ſtehen öſtlich des Zbrucz auf ruſſiſchem Boden. vom Dnjeſtr und Pruth wurden Nachhuten Im Meſtecanesciabſchnitt Mit und Fleiſchmehl, im Winter warm. Pohnen, Leinkuchen reichen. Knochenfuttermehl und muß zur Unterſtützung der Entwickelung der Milchdrüſen Futterzeiten bleiben die üblichen. mäßige Futterzubereitung, in der Fütterung. 9 ne viermalige In Flan⸗ feindlichen nach Kampf den Zuchtſchweinen ſehr, müſſen; auch das Gedeihen der Frage geſtellt. Lolale N achrichten. Viernheim, 30. Juli. die Gemarkung und brachte nach der ohne Schaden zu tun die Befeuchtung. Viernheim, 31. Juli. Kriegsfreiwilliger Gefreiter Franz von Herrn Johann Ehrhardt 5., hervorragende Tapferkeit das ausgeführten Patrouillengang. iſt erſt 19 Jahre alt, Lehrer Walter von hier, führer der Pionierkompagnie des Reſ. mit dem Eiſernen Kreuz zeichnet, nachdem ihm bereits und die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille gratulieren dem wackeren Helden. machungen ſind heute im amtlichen — Reichsgetreideordnung. 1917 Vorräte früherer Ernten an dem Kommunalverband des guſt 1917 anzuzeigen. Von der ten Erzeugniſſe bis zu 25 pflichtigen Vorräte ſind mit dem 16. ſchlagnahmt. Die Milch abkochen! Es namentlich in der aus Geſundheitsrückſichten erforderlich iſt, Jede Verwendung nie cht abgekoch— kann jetzt Auflöſung von Kriegsgeſellſchaften. Die Hafereinkaufsgeſellſchaſt für fabrikmäßige Reichshülſenfruchtſteile wor Ihre wieſen, daß es Empfang abzukochen. ter Milch im Haushalt ſowie die aufgelöſt über. Hafernährmitteln den am 31. Juli auf die Reichsgetreideſtelle Ein ſchweres Südweſten kommend, zog geſtern abend über unſer Dorf und großen Tageshitze erwünſchte Kriegs auszeichnungen. Ehrhardt, Blauhutſtraße, Kreuz 2. Kl., eine beſondere Belohnung für einen ſchneidig und wagemutig Dem jugendlichen Helden, er Eiſerne gratulieren wir herzlichſt. Leutnant und Kompanie— Inf. Reg. 72, erſter Khaſſe ausge— das Eiſerne Kreuz 2. verliehen ward. Teil abgedruckt. Wer am 16 Früchten aus Brotgetreide und Gerſte, ſowie an Schrot, Grütze, Flocken in Gewahrſam hat, Lagerorts Anzeigepflicht wiſſe Vorräte befreit, insbeſondere Getreide, Hülſenfrüchte Buchweizen und Hirſe einſchließlich der daraus hergeſtell Kilogramm. Die iſt verpflichtet, ſi ein wird darauf hinge gegenwärtigen Zeit gefährlich der Trächtigkeit das beſte;, Auslauf in den Hof oder raum her. richte einen im Freien zurückzuführen ſind Je 1 1 Kalk iſt, um ſo ungünſtiger wirkt die Gewitter, von ö ſo ungünſtig nahme, Abſterben der Ferkel, geboten, Futterwechſel und Abkühluug und forderlich. Sohn ö erhielt f ür ſowie Für die 1917/ö18 ſind, wie das Bundesratsverordnung vom 2. Kriegsernährungse Herr wirte ſich über den ſcheiden, und die Fabriken der Regelung iſt, den Anbau Höhe zu halten, ſondern, bau darüber hinaus zu die Ernährung des Volkes, Heeres. Zur Förderung des Rübenan wurde Klaſſe Wir Wichtige Bekannt Auguf und Meh Graupen worden. Außerdem dürfen ihnen ihren Rübenlieferungen zurückgegeben werden. Da beſonders großer Aufwand an Bodennährſtoffen notwendig iſt, durch Zuweiſung von Arbeitern, gefangenen, ferner durch eine Sonde Düngers, jede mögliche währt werden. Erhöhung des von Intereſſenten angeregt war, fertigt erſcheinen; verſtändigen iſt vielmehr ein 2 A als dusreichend, erachtet worden, bis zum 20. Au ſind ge alzeilge Auguſt 1917 be die Miſch nack Auf der Grundlage dieſes breis zum Herbſt 1917 feſtgeſetzt den Fabrikanten für die trag auf der Höhe des Vorjahres zuckerpreis ſteht damit noch weit feindlichen Länder. Dasſelbe gilt Trotzdem muß dieſer im möglich werden. Herſtellung von gehen 0 preis. ſo niedrig als Befugniſſe Die Trächtigkeit der Schweine. (Nachdruck verboten.) Nach ae alten Züchterregel dauert die Trächtigkeit 17 im Durchſchnitt 116 age. Die erſten Kennzeichen ſind das Ausbleiben der ganſt und das Abweiſen des Ebers. Leibesumfanges erfolgt vom zweiten Monat ab, und vom Ende des dritten Monats ab die Vergrößerung der Milch— während der Trächtigkeit die vorſichtige Webondlüng, bie man im allgemeinen gerade laſſen Jagen und Aufſchrecken ſind zu vermeiden, der Weide Um die vollkommene Entwicklung der Ferkel genügende kräftige auszuſchalten. Int folgenden gedämpfte Kartoffeln mit Magermilch, Molke, Gerſtenſchrot, vielfach Dieſe nur in mäßigen Mengen gegeben werden; deren Futters wird man aber oft reichlicher davon geben Größere Mengen Tränke ſollten nicht gegeben werden; dadurch entſteht eine Belaſtung des Verdauungs— kanals und ein Druck auf den Fruchtſchalter, Eine Anpaſſung des Futters 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage, drüſen. Zu beachten iſt beim Schwein außer acht zu uuch allzu weite Gänge nach ausreichende durch dung zu ſichern, iſt nötig. Jettbildendes Futter iſt Frieden bediente man ſich der Ernährung Kleie, Grünfutter. und Küchenabfälle zurückgreiſen. Jetzt muß man müſſſen. Jungen von Nachteil iſt. an die Jahreszeit iſt unbedinat nötig: zweckmäßige, Jahre, Vorjahre erhöht einen einigermaßen iſt eine Preiserhöhung für mieden, daß der von brauchte Zucker etwas werden mußte, um über dem verkauft wird. Auch für zuſtändigen Stellen ins Auge höhung des Mundzuckerpreiſes auf meiden. Eine genaue Entſcheidung Die Zunahme des gefaßt, Stoße n, ſpäter ſollen unterbleiben. und deren Milchvil- Fütterung pflegt. Erzeugung und 5 Geflügelzucht. Es iſt gar nicht ſelten, Triebe der Natur folgend, Geflügelhalters geradezu Wir kennen Leute, die ein ſolches Waſſer tauchen und dann in Luft werfen. Andere erblicken das Huhn 4—5 Tage ohne Waſſer ſperren. Uns Züchtern treibt eine Zornesröte ins Geſicht. Es iſt ſolche Leute nicht begreifen, artige Behandlung körperlich Mittel: auf Rüben ſollen eigentlich mangels an— s den a 37 5 ſtark 9 im Sommer kühl, gorne zu. Pünftl ichkeit Fütterung mit kleine . beſtätigen, daß der Fruchtbarkeit ſehr oft auf den Mangel! ärmer bald man derartige Folgen wahrnimmt Verwerfen, Ferkel), dann iſt ſchleunigſte Aenderung in ber 2 Schaffung 1 gung des ſetzlichen Grundlagen geſchaffen worden. der Beſtimmungen war dringlich, da gerade jetzt die Land— Anbau von Zuckerrüben für die Verträge nicht nur wenn irgend möglich, den An ſteigern. Das wie auch für baues iſt daher auf dringenden Wunſch der Rübenbauer die zur ſie freigegebene Menge von naſſen und trockenen Sahnitzeln für 1917/8 um volle 10 Prozent, auf 85 künftig Rohzuckermelaſſe beim Rübe Arbeitskräften Rübenanbau 10 Prozent der hekanntlich Produktion geſetzlicher aber auch als unbed um den Rübenbau nicht nur den günſtigſt Verarbeitung gehalten. unter den Preiſen der vom Intereſſe d gehalten werden. wo bekanntlich der Rohzuckerpreis für ausreichenden Umfang den Mundz dem Heere und Ver b auchszuckher— er Bevölkerung Im laufenden hohem darin kaum läßt phosphorſaurer Knochenbildung beigemengt Wichtig Deutsche Tru kleinen Mengen Kraftfutter, wie ſich viel er— Kalk und zur werden. iſt: zweck und Ordnung ren Mengen iſt einer dreimaligen vorzuziehen. wenn ſie ſtändig im„ 17 Ferkel Der Weidegang ift jedenfa andernfalls wird alls im Anſa gebe Es ſch dadure man ihnen On deren Lau 1 von üdi gungen in an Bewe gun, das Futter an Stallhaltung. (mangelhafte Auf Geba 1 Zucker rübenpreiſe. Wirtſchaftsjahres amt mitteilt, Dezember 1916 ab die ge⸗ durch Die 7 Fe eſt le zung 1917 ent— ſchließen. Ziel auf iſt notwe der jetzigen dig für den Bedarf des Rückgabe an Prozent, erhöht wird dem beſonders rzuteilung künſt iserleichterung ge— Bei ſolchen Vorbedingungen konnte Zuckerrübenpreiſes auf nicht nach vielfachen Erörterungen mit Sach— Mindeſtpreis von zt erforderlich 4 3 wirtſchaftenden Gegenden auf der jetzigen Höhe Rübenpreiſes worden, zukommende Be ing entſprechend mbau und von Kriegs lichen eine J, wie ſie als gerecht zu halten iſt der Rohzucker— dabei iſt der * Der Roh⸗ gegenüber dem der kann kommenden Sommer vor der neuen Ernte edarf einigermaßen f daß eine Henne, zur Brut ſchreitet, Mißhandlungen Tier mehrmals Bogen das und von der ihm bereiteten Qual ganz abzuſehen. daß ein ſo behandeltes Tier das Neſt nicht mehr den R Futter ſolche Behandlung die verſtändlich, daß daß ein Huhn durch eine der— her abkommen übenbau zu erreichen, ücker dadurch ver— Induſtrie ge— Durchſchnittspreis, der Mundzucker aber entſprechend unter dem Durchſchnittspreis den Herbſt 1917 eine wird von den erhebliche Er— dieſem Wege zu ver— aber erſt im erfolgen, eſtſtehen. wenn —— Wie vertreibt man den Hennen die Brutluſt? (Nachdruck verboten.) welche, dem ſeſtens des ausgeſetzt iſt. in kaltes durch die Mittel, ein gu— beſte muß, Wir geben Gottesdienſt-O Boden. Barbarei ganz von a und gebraucht nun lange Zeit, bis es wieder völlig auf der Höhe iſt, und wann beginnt ein derartig inbeltes Tier dann wieder mit e Geflügelhalter merzen jedes Huhn, einſach aus. Auf dieſe Weiſe iſt „ und man horcht in im Tiere zur Brut Nachbarn ebenſo ber für einen geregelten chine ſehr falſch, alle Hennen abzu— liſucht, es iſt aa eben durch eine ſolche Kräften gekommen le das Brüten abgewöhnen, ſo man unt allen ſtänden ſo gut und reichlich *, als nur reichen den Glucken beſon— (Spratis Patent und haben damit gute Reſultate Andere Futtermiſchungen tun natürlich dieſelben Körnerfutter iſt geben. Wir zu ſperren, . in J darauf zu achten, daß zem Tieére falkhaltige Stoffe gereicht werden und ein Staudbad vorhanden iſt. Die Einzelhaft bei gutem Futter wir e Brutluſt balb vertreiben. Noch beſſer hilft die 0 ine einen jungen feurigen Hahn l zeugung, daß mit den r vollſtändig auskommen Ordunng der dacht ſchen Genbeiude. reichlich zu — le. 19011 empfehlen, die 5 Raum 0 11 Mittwoch: 75 01 Uhr 2,„ Uhr 3. für Joſ⸗ Egge Donnerstag: hr.„ ledia Marg. Haas Schulkind Kor⸗ Freitag Katharina Reinhardt geb. egens-Meſſe zu Ehren zeſu für„ Krieger Joh. S.⸗A. für den den Friedrich Schmitt n Engl. Fräulein, am Schweſtern um halb 7 7 und S 9 Uhr r Herz-Jeſu-Andacht. ſt gem bl. Kommunion für en-Kongregation, zugleich gem. Lel)rer Kumpa und Empſang beiden Gläubi nach würdi gem Ablaß in den wozu alle beratungsſtunde im Mandel geb. Lammer. t Martin Brandmüller aus müller und Agnes geb. Auguſt Hanf und Gonſenheim, Sohn von Datz Ma 9. Eheleute David Brand mit Eliſe Hanf, Tochter von Diehl. Michael Friedel, Sohn von Simon Friedel und Marg. geb. Knapp mit Maria Kath. Nägel, Tochter von Gg. Adam Nägel und Katharina geb. Schmitt ö Johannes Sohn von Johann und Marg, geb. Stumpf mit Elisabetha Neff, von“ Adam Neff und Cliſabetha geb. Effler. Fleissige Arbeiterinnen auch schulentlassene vom 14. Lebensjahre an, werden in grosser Anzahl bei guter Bezah- lung gesucht, ebenso auch eine Anzahl schul- entlassene Jungen bei Pachtbetrieb der Kriegs A.-G. Marx Maier bie Mannheim-Käfertal. Wiegand Tochter Mond Wiegand, Hadern 1 Das Gold dem Vaterlande. Im öffentlichen Intereſſe iſt es unbedingt erforderlich, daß die von der Reichsbank aus⸗ gegebenen Banknoten möglichſt ſtark mit Gold gedeckt ſind, d. h., daß die Reichsbank als Unterlage für ihren Notenumlauf einen möglichſt großen Goldbeſtand in ihren Kaſſen bereit hält. Je ſtärker dieſe Deckung, deſto ſtärker der Kredit der Reichsbanknote im Inlande wie im Auslande. Während des erſten Vierteljahres 1917 hat die Golddeckung durchſchnittlich 31,5% des Notenumlaufs betragen. Da aber der Notenumlauf unausgeſetzt an⸗ ſchwillt, iſt eine Verſchlechterung des Deckungsverhältniſſes unausbleiblich, wenn es nicht gelingt, den Goldbeſtand der Reichsbank entſprechend zu erhöhen. Denn es würde dann der Bezug notwendiger Lebensmittel und Rohſtoffe aus dem neutralen Auslande erſchwert und verteuert, da die Ein⸗ fuhr, ſofern nicht Guthaben im Auslande zur Verſügung ſtehen, in Gold bezahlt werden muß, weil das Ausland Gold verlangt. Aus dieſem Grunde iſt es Selbſterhaltungspflicht des deut— ſchen Volkes, alles Gold an die Reichsbank. abzuliefern. Das iſt noch lange nicht in dem erforderlichen Maße geſchehen. Hunderte von Millionen gemünztes Gold ſind ſogar noch im Lande vorhanden. Nach einer Schätzung von zuſtändiger Seite werden mindeſtens 300 bis 400 Millionen Goldmünzen von hartnäckigen Goldverbergern zurückgehalten, die hoffen, damit Geſchäfte machen zu können. Als der Münzenzufluß nachließ, wurden Goldſachen angekauft. Auch deren Zufluß iſt recht beſcheiden, wenn man bedenkt, daß der Feingoldwert der in Deutſchland vorhandenen Goldſachen auf rund 1 Milliarde Mark geſchätzt wird. Die Erkenntnis, daß das Vaterland in dieſer Stunde der ſchwerſten Not nicht nur die Kraft des einzelnen im Militärdienſt und in der Kriegsarbeit, nicht nur ſein Geld bei den Kriegs- anleihen, ſondern auch ſein Gold für die ſieg⸗ reiche Beendigung des Krieges braucht, iſt noch nicht Gemeingut des deutſchen Volkes geworden. Und gerade die begüterten Kreiſe der Be⸗ völkerung ſtehen der Goldankaufsbewegung vielſach noch verſtändnislos gegenüber. Für ſie gilt in erſter Linie das Wort unſerer Vorfahren aus den Befreiungskriegen:„Gold gab ich für Eiſen!“ Wie die deutſchen Bundesfürſten, voran der Kaiſer und die Kaiſerin durch die Hin⸗ gabe größerer Mengen von Goldſachen oder Juwelen zur Mehrung unſerer wirtſchaftlichen Kraſt beigetragen haben, ſo darf ſich auch der einzelne nicht darauf berufen, daß er aus Pietät alte Familienerbſtücke nicht hergeben könne. Jede Unze Gold iſt für das Vaterland von Wert. Und wer ererbten Goldſchmuck dem Vaterlande gibt, entweiht nicht, ſondern ehrt das Andenken der Toten! Es iſt demgegenüber vielſach die Frage auf— geworfen worden, ob nicht derartiger Schmuck der Reichsbank leihweiſe überlaſſen werden kann. Das iſt unmöglich. Denn erſtens verlangt das Bankgeſetz, daß die Unterlage für die um⸗ laufenden Banknoten in Gold in der Form von Barren oder Münzen beſteht; zweitens kann der Reichsbank ein Goldſchatz, über den ſie nicht jederzeit frei und endgültig verfügen darf, der ihr vielmehr nur hergeliehen iſt und wieder abgefordert werden kann, nichts nützen. Ein ſolcher Goldſchatz wäre ein Scheinbeſitz, der die ausgegebenen Noten nur zum Schein, aber nicht in Wahrheit decken würde; und drittens ſind Räumlichkeiten für eine ſachgemäße Aufbe— wahrung der Goldſachen nicht vorhanden und nicht zu beſchaffen. Mit den Goldſchmuckſachen ſind bei den Goldankaufsſtellen zugleich auch Edelſteine mit abgeliefert worden. Es hat ſich gezeigt, daß für wertvolle Steine im neutralen Auslande ein guter Abſatz zu finden iſt. Es iſt daher not⸗ wendig, daß zur Schaffung eines Guthabens im Auslande auch Edelſteine in ſtärkerem Maß⸗ ſtabe als bisher bei den Goldankaufsſtellen ab- geliefert werden, die auf Rechnung des Ein— lieferers im Auslande verkauft werden. Der — augenblicklich ſehr hohe— Verkaufspreis wird dem Einlieſerer ſelbſtverſtändlich aus— gezahlt. Nur wenn das ganze deutſche Volk die Be⸗ Ne N Goldes für die finanzielle Rüſtung des Reiches erkennt und im alten Geiſte der Aufopferung und Hingabe auch Zierat und Schmuck dem Vaterlande weiht, werden wir die harte Zeit bis zum ſiegreichen Frieden ohne 1 Gefährdung unſerer Zukunft überſtehen nnen. verſchiedene Kriegsnachrichten. Die Offenſive in Oſtgalizien. Zu dem deutſchen Siege in Oſtgalizien ſchreibt der Zürcher Tagesanzeiger“: Vermögen die Mittelmächte die Offenſive noch eine Woche voller Kraft weiterzuführen, ſo kann den jetzigen Ereigniſſen in Galizien eine kriegs⸗ entſcheidende Bedeutung, unter Um⸗ ſtänden ein endgültiges Ausſcheiden Rußlands aus den Reihen der Kriegführenden zukommen. * Meutereien im franzöſiſchen Heere. Nach Aufzeichnungen, die man bei ge⸗ fangenen Leuten des Infanterie⸗Regiments 109 der 13. franzöſiſchen Diviſion erbeutete, geht hervor, daß anfangs Juni Meutereien in Soiſſons beim Infanterie-Regiment 129 der 5. Infanterie-Diviſion ſtattfanden; die Leute weigerten ſich, in Stellung zu gehen. Das Regiment wurde entwaffnet, die Anführer er⸗ ſchoſſen. Das Infanterie-Regiment 129 ſollte gerüchtweiſe nach Saloniki abtransportiert werden. Auch in der 13. Infanterie⸗Dipiſion ſind Anfang Juni größere Aufruhre geweſen. Auch hier wurde kriegsgerichtlich eingeſchritten, zwei der Rädelsführer erſchoſſen. ſowie mehrere mit Gefängnis von 10 bis 20 Jahren beſtraft. W Die wachſende U⸗Boot⸗Gefahr. In einer in Amerika gehaltenen Rede über die U⸗Boot⸗Gefahr ſagte der engliſche Zeitungs— könig, deſſen Blätter einſt die U-Boot⸗Drohung verſpotteten, die beſte Abwehr der U-Boote ſei eine deutſche Niederlage zu Lande. Engliſcher— ſeits wurde die U-Boot⸗Gefahr nicht genügend ſchwer eingeſchätzt: im Frühjahr habe es Monate gegeben, wo die Zu— kunft Englands tatſächlich ernſt ausgeſehen habe. Durch den Beitritt Amerikas zu den Verbün⸗ deten habe ſich die Lage der Dinge gebeſſert. Wenn die Deutſchen die Größe der ein— geleiteten kriegeriſchen Beſtrebungen der Ver. Staaten nicht einſehen oder nicht einſehen wollten, ſo ſei das ihre Sache; jedenfalls ſei dem deutſchen Phlegma nicht zu trauen. Eine endgültige Beſeitigung der U-Boot⸗Gefahr durch neue Erfindungen, Kampf- und Fang⸗ mittel jeder Art halte er— es müßte denn eine ſehr große Überraſchung kommen— für ausgeſchloſſen, im Gegenteil ſei es möglich, daß die U⸗Boot⸗Gefahr durch Steigerung der ope— rierenden Einheiten noch größer werden könne. Er vermöge deswegen nur nachdrücklich die Forderung nach größtmöglichen Anſtrengungen im Schiffbau aller Länder des Vierverbandes zu erheben. * Uneinigkeit der Verbündeten. Ein italieniſcher Gefangener von der maze⸗ doniſchen Front erklart, daß ſein Diviſions⸗ kommandeur folgenden Tagesbefehl erlaſſen hat:„Meine Soldaten der 35. Diviſion werden nicht eher vorgehen, bis die Franzoſeu nicht fünfzehn Kilometer über die feindlichen Linien hinaus vorgedrungen ſind. Wir ſind lediglich hier, um die Stellung zu halten. Vermeidet aber Streitigkeiten mit den Franzoſen, ich ſelbſt werde eure Intereſſen vertreten.“ Ein weiterer italieniſcher Gefangener ſagt aus:„Brigade Ivrea kam am 12. 6. zur Strafe in die vorderen Stellungen wegen Revolten und Streitigkeiten mit Franzoſen in der Ruheſtellung bei Brod, wobei es auch Tote und Verwundete gab. * Amerikas Schiffbaupläne geſcheitert? Der Pariſer, Temps“ meldert aus New Pork: General Goethals hat Wilſon ſeinen Rücktritt als Leiter des Schiffbauweſens der Ver. Staaten eingereicht, da es ihm unmöglich ſſt, mit dem Vorſitzenden des Schiffbauverbandes der Ver. Staaten zu einer Einigung bezüglich des Baues einer amerikaniſchen Handelsflotte zu gelangen, beſonders in der Frage, ob Holz⸗ oder Stahlſchiffe. Der Rücktritt iſt ein außer⸗ ordentlich ſenſationelles Ereignis, da Goethals als der Mann betrachtet wird, der die Kraft und Erfahrung beſitzt, um den Ver. Staaten eine Handelsflotte zu ſchaffen. — J—— Frankreichs Revanchekrieg. Gin ehrliches Geſtändnis. Die Einſchätzung Frankreichs als militäriſche Macht iſt bei den Neutralen während des Krieges gewiß geſtiegen. Dagegen hat die politiſche Haltung Frankreichs ſehr enttäuſcht, zum mindeſten verwundert. Die Neutralen ver⸗ ſtanden einfach nicht, daß die Franzoſen vom Ausbruch des Krieges an nicht den Mut und die Ehrlichkeit aufbrachten, offen einzugeſtehen, daß dieſer Krieg gegen Deutſchland 44 Jahre lang ihr innigſter Wunſch geweſen war. Statt deſſen verleugneten ſie unaufhörlich ihre Ver⸗ gangenheit, beteuerten ihre Unſchuld, ſchworen ab, daß ſie je an die Rückeroberung Elſaß-Lothtingens gedacht hatten. Und doch wußte man im neu⸗ ſralen Auslande, wo man ſeit 1871 un⸗ parteiiſch der franzöſiſch-deutſchen Spannung folgte, daß das franzöſiſche Volk von dem ein⸗ zigen Gedanken dieſer kommenden großen Aus⸗ einanderſetzung beherrſcht geweſen war, die den Frankfurter Frieden rückgängig machen ſollte. Jetzt hat endlich einer der erſten franzöſiſchen Hiſtoriker, Edouard Driault, in ſeinem Buche „Die Friedensbedingungen“ den Mut und die Ehrlichkeit gefunden, das alles offen einzuge⸗ ſtehen. Driault gibt darin die Urſachen, die Frankreich zu einem Kriege mit Deutſchland veranlaßt haben, wie ſolgt an: „Da Deutſchland Elſaß-Lolhringen nicht her— ausgeben wollte, traf Delcaſſé6 ein Abkommen mit Italien, England und Spanien, nach dem Spanien das nördliche Marokko, England Agypten und Italien Tripolis behalten ſollten. Dieſes Abkommen war der Grund zu dem jetzigen Revanchekriege und ſtimmte mit Eduards VII. Gedanken, das Deutſche Reich abzuſperren, überein. Die panfſlawiſtiſche Politik Rußlands gewann vollen Beifall in England und Frankreich, da es galt, dem deutſchen und öſterreichiſchen Handel im Oſten Halt zu gebieten. Unſere Diplomatie arbeitete unausgeſetzt daran, das Deutſche Reich zurückzudrängen, das allmählich eine ſtarke Stellung auf dem Weltmarkte einzunehmen be⸗ gann und ſich dadurch England zum Feinde machte. Jede Politik, die dazu diente, Deutſch⸗ land zu ſchwächen, wurde von Frankreich mit allen erdenklichen politiſchen Kunſtgriffen unterſtützt. Durch ein heimliches Abkommen mit Italien wurde der Balkanbund gebildet. England gab den Gedanken, die Darda⸗ nellen zu ſperren, nach und nach auf und gewöhnte ſich an den Gedanken eines ruſſiſchen Konſtantinopels. Schritt für Schritt kam man dem Ziele näher: Deutſchland den Hals zuzuſchnüren und es ein für allemal zu zwingen, von ſeinen handelspolitiſchen Aus⸗ dehnungsplänen abzuſtehen. Nur ein Krieg konnte Deutſchland von dem Griff, der es zu erdroſſeln drohte, befreien. Darum können die deutſchen Staatsmänner mit Recht behaupten, daß der Plan, Deutſchland zu ſchwächen und zu verkleinern, Wir führen einen Revanchekrieg!“ Klarer, ehrlicher und unumwundener hat noch keiner unſerer Feinde den Mut gehabt, einzugeſtehen, daß das deutſche Volk einen ihm aufgezwungenen Verteidigungskrieg führt um Daſein, Ehre und Freiheit. Politiſche Rundſchau. Doeutſchland. «Die vom Reichstage bewilligte ſiebente Kriegsanleihe im Betrage von 15 Mil⸗ liarden wird vorausſichtlich Ende September d. J. aufgelegt werden. Wie bei früheren An⸗ leihen werden auch diesmal alle Vorbereitungen — von Frankreich ausgegangen iſt. etroffen, um den Anleihezeichnern die Anlegung rer Gelder möglichſt bequem zu machen. 99 nehmen ſchon jetzt Banken, öſſenkliche Syn, laſſen, Genoſſenſchaften Einzahlungen auf di kommende Anleſhe an. Die Geldflüſſigteit andauernd günſtig. Sparkaſſen⸗ und Genoſſen. ſchaftseinzahlungen weiſen weſtere bedeutende Zunahmen auf, dazu lommt, daß zum Herbſt bereits ein Teil der Ernteerträge in Geld un. geſetzt ſein wird und daß auch in vielen Zweigen des Handels die Beſchäſtigung mit Kriegsarheſt lohnend iſt. Für die neue Kriegsanleihe ſind ſonach die beſten Vorbedingungen vorhanden und der vaterländiſche Sinn der Bevölkerung wird alle Kräfte für einen neuen glänzenden Erfolg einſetzen. 5 *Der nationalliberale Reichstags ah, geordnete Baſſermann, der in Baden- Baden, wo er Heilung ſuchte, im Alter von 62 Jahren geſtorben iſt, wurde 1893 als Mit glied der Nationalliberalen Partei für den Wahlkreis Mannheim in den Reichstag gewähl. Als Mannheim an die Sozialdemokraten ver⸗ loren ging, vertrat Baſſermann eine Reih, weiterer Wahlkreiſe, zuletzt Saarbrücken. 0 war Vorſitzender des Zentralvorſtands der national. liberalen Partei Deutſchlands und der national⸗ liberalen Reichstagsfraktion. Der Verſtorbene war eine der markanteſten Perſönlichkeiten in politiſchen Lebens Deutſchlands, und wenn man ſich vorſtellt, daß die Wahl neuer Staats⸗ oder Reichsminiſter aus dem Kreiſe hervorragender 8 Parlamentarier Tatſache werden ſolle, ſo würde der Name Baſſermann ganz ſelbſtverſtändlich auf der Kandidatenliſte erſchienen ſein. Das Schich⸗ ſal hat es anders gefügt. Der raſtlos Tätige, der ſich niemals Zeit gönnte, wenn es ſich um die großen Fragen Deutſchlands handelte, muß nun ruhen. Er kann den Sieg nicht mehr ſchauen, den ſein treudeutſches Herz erſehnte. Seine Partei betrauert in dem Dahingeſchiedenen den großen Führer, das Parlament verliert ein ſympathiſches Mitglied, und Deutſchland einen verdienten Patrioten. Oſterreich⸗ ungarn. * Im ungariſchen Abgeordneten⸗ hauſe erklärte Miniſterpräſident Graf Eſterhazy, daß zwiſchen den Mittelmächten vollſtändige Übereinſtimmung hinſichtlich der Kriegsziele und der Friedens bedingungen herrſche. Oſterreich⸗ Ungarn und ſeine Verbündeten ſeien jederzeit zu einem ehrenvollen Frieden bereit, ſind aber auc entſchloſſen, wenn die Feinde keinen Frieden wollen, den endgültigen Sieg mit den Waffen zu erkämpfen. Frankreich. «Die Blätter meinen, im Vordergrunde der Beſprechungen der in Paris tagenden Vier⸗ verbandskonferenz werde die Beratung über den Verzicht Rußlands auf ſeine alle moraliſche und politiſche Stellung auf dem Balkan und im Orient ſtehen. Die all⸗ gemeine Kriegslage werde eine ein⸗ gehende Beſprechung erfordern. Sie ſei zu, zeit durch das ſichtliche Wiederaufleben des kriegeriſchen Geiſtes in Deutſchland charakteriſier. Echweden. *Nach einer Veröffentlichung der Regierung hat die ſchwediſche Handelsflotte während des Krieges im ganzen 136 Schife von zuſammen 125 000 e ver-, loren. Allein im letzten Halbjahr gingen 45 Schiffe verloren, und zwar meiſt infolge Verſenkung durch U⸗Boote. Rußland. «Die Lage in Petersburg hat ſech berartig verſchlimmert, daß auf Veranlaſſung der proviſoriſchen Regierung weitere Verſtäl⸗ kungen von der Front herangezogen wurden Es heißt, daß jetzt in der Hauptſtadt gegen 60000 Mann aller Waffengattungen, die nich. nur mit Maſchinengewehren, ſondern auch m Artillerie ausgerüstet ſind, zuſammengezogen ſind, um die Auſſtandsbewegung mit allen ihnen zur Verfügung ſtehenden Mitteln zu unterdrücken, Die Ausſchüſſe des Arbeiter⸗ und Soldatenrates ſowie des Bauernrates haben in einer gemel ſamen Sitzung beſchloſſen, der Regierung unbeſchränkte Vollmacht zu über tragen. Damit iſt Kerenski tatſächlich zum Diktator Rußlands ernannt. Die eilerne Not. Kriegsroman von G. v. Brockdorff. (Fortſetzung.) Nach kurzer Pauſe ſuhr Hans fort:„Wie wir ſtehen, kann ich dir bis auf fünfzig Pfennig nicht vorrechnen, ich muß auch noch eine Reiſe nach Hamburg unternehmen und damit einen letzen Verſuch machen, uns über Waſſer zu hallen. Wenn auch dieſer Verſuch ſcheitert, und ich bin geneigt, es anzunehmen, dann wird uns ſo viel übrig bleiben, daß wir in einer Ein⸗ ſtubenwohnung, Küche inkluſive, von unſeren Renten leben können und, wenn Werner ſeine Löhnung pünktlich nach Hauſe ſchickt, wenigſtens vorm Verhungern geſchützt ſind.“ Werner! Es durchzuckte bei Nennung des Namens. Des Geldes wegen halte Werner Asmuſſen dereinſt Sabine Grotenius geheiratet, nun hatte er eine Frau, die arm war wie eine Kirchen⸗ maus, und die Zahl, die im Rechenexempel ſeines Lebens eine ſo gewichtige Rolle geſpielt hatte, war zu einer gähnenden Null geworden. Wie ſeltſam das Schickſal mit dieſem Manne ins Gericht gegangen war. „Haſt du Werner vom Stand der Dinge unterrichtet?“ fragte ſie. „Merner iſt Geſchäfſtsmann genug, um von ſelbſt über den Stand der Dinge unterrichtet zu ſein,“ antwortete ihr Bruder. Er ging wieder unruhig im Zimmer auf und nieder. „Das Schlimmſte wird ſein, Beate zu ver⸗ tändigen, fürchte ich.“ 1 — 81 Sabine 5 Sabine ſah ihn kopfſchüttelnd an. „Du unterſchätzt Beate, lieber Hans.“ Er zuckte die Achſeln. „Ich dächte, daß ich ſie lange genug kennte. Mein Gott, man kann ja ſchließlich auch nicht mehr verlangen.“ „Du haſt ihr die Geſchichte mit Johannes zu ſehr verargt.“ Er ſpielte nervös mit einem Federmeſſer, das auf dem Schreibtiſche lag. „Es iſt nicht nur das mit Johannes. Es iſt dieſer ganze Betrieb hier im Hauſe, der in der letzten Zeit eingeſetzt hat. Dies ewige Jagen von einer Wohltätigkeitsvorſtellung zur andern.“ „Sie meint es gut,“ beſänftigte Sabine. „Und ſie opfert ihre Kraft dabei ſo gut wie jeder andere.“ Sie machte eine Pauſe. Für einige Minuten war es ganz ſtill im Zimmer, nur das dumpfe Geräuſch des erwachenden Großſtadtlebens klang wie eine ferne Melodie vom Hafen herauf. „Du mußt dich Beate anvertrauen, Hans,“ ſagte Sabine ſchließlich. Er ſeufzle. „Nicht, bevor ich den letzten Verſuch in Hamburg gemacht habe. Dann— meinet⸗ wegen.“ Sabine ſtand auf. „Ich muß fort ins Lazarett.— Ich danke dir für deine Mitteilungen, Hans!“ Er ſah ſie erſtaunt an. Dann lachte er grimmig. „Dafür dankſt du auch noch?“ „Ja,“ nickte Sabine,„denn nun hahe ſch Klarbeit. Solange war's wie eine ſchwere 4 —— Wolke, die auf meiner Seele lag; nun weiß ich: das Gewitter wird kommen, und ich weiß auch, daß es vorübergehen wird.“——— Dann wanderte ſie durch die ſonnenhellen Straßen dem Lazarett zu. Sie freute ſich über den roſigen Schimmer, der auf dem Waſſer lag und goldige Funken über die Giebel ſtreute, über das weiche Gelb der Lindenblätter, die lautlos, von halbentlaubten Kronen niederſanken, über die ſtille Freudigleit des klaren Herbſt⸗ morgen, der tief blau über der alten Stadt lagerte. „Nun hat mein altes Leben ein Ende,“ dachte ſie.„Wie mag es nun werden?“ Sie hatte das Gefühl, als würfe ſie eine Bürde hinter ſich, als hatte das Schickſal einen Strich unter ihre bisherige Exiſtenz gezogen und überließe es ihr, eine neue Rechnung auf⸗ zunehmen. Wenn nur das Nächſtliegende über⸗ ſtanden wäre! Dieſe Auseinanderſetzung mit Beate und Werner! Wie Werner ſich wohl verhalten würde? Auf ihrem Geſicht lag plötzlich wieder jenes kühle, verächtliche Lächeln, das bei dem Ge⸗ danken an Werner früher ſo oft über ihre Züge gehuſcht war. a Sie würde gewiß keine Schwierigkeiten machen, wenn Werner ihr nach dem Zuſammen⸗ bruch die Trennung nahelegte. Dann war ſie frei und feſſellos, konnte ſich ihr Leben aus eigener Kraft aufbauen und konnte endlich das quälende Gefühl des Geduldetſeins weit von ſich werfen, das ſie in Gegenwart ihres Mannes niemals verließ. „Sie find erreat. Schweſter Sabine.“ ſaate der Blinde, als ſie Ihm den Verband erneuel „Ich fühle ez an Ihrer Hand und an Ihrtt Stimme. Haben Sie traurige Nachricht aus dem Felde?“ Sabine lächelte. „Aus dem Felde nicht, lieber Freund. ufd unerwartet kam die Nachricht auch nicht, die ic erhalten habe.“ 5 „Sie ſind traurig, Schweſter Sabine? „Gewiß nicht. Es iſt ja nur mein Ver mogen, das ich verloren huhe.“ Der Kranke ſchwieg einen Augenblick. „Schweſter Franziska ſagte mir, daß Sie uh wären. Und ich wunderte mich, daß Sie trol dem hier jede Arbeit taten,“ ſagte er dann. Sabine zog die Stirn in Falten. 0 Schweſter Franziska kannte ſie alſo un kannſe auch ihre Privatverhällniſſe. Freiſth — ein Wunder war es gerade nicht, den die Grotenius waren in der ganzen Stadt 10 kannt, und vielleicht hatte die Schweſter au durch den alten Sanitätsrat ihren Namen el fahren. 1 ü „Es muß ein ſeltſames Gefühl für 10 ſein, Schweſter Sabine,“ 1 der Kranke fol. „Nun, da das Leben ſoviel chwerer vor Ihnen liegt. 5 Sabine lächelte wieder. a „Braucht man denn Geld, um glücklich ſein. Sie haben mir doch von den glückliche Jahren erzählt, die Sie trotz aller Beſchranluſ mit Ihrer Multer auf dem kleinen Dorfe 10 lebt haben.“ Der Soldat ſchüttelte den 100 „Wir haben's nicht gebraucht, weiß 92 nicht, Eben weil wir's nicht kannten. Auf de „ Der„Sieg von Athen“. ine Schandtat des Vier verbandes. Die Vorgänge, die ſich in Athen bei der Vertreibung des Königs Konſtantin abgeſpielt haben, kannten wir bisher nur aus den ver⸗ logenen Vierverhand⸗ Meldungen. Allmählich dringen nun aber doch Nachrichten durch, die zeigen, was der Vierverband unter Befreiung und Volksbeglückung verſteht. Aus ganz ſicherer Quelle geht uns folgende Mitteilung zu:„Das Volk umringte das königliche Schloß, als die Nachricht bekannt wurde, daß der König die Forderung des Vierverbandes angenommen und abgedankt habe. Alt und jung, Frauen, Kinder, Männer, Soldaten— kurz: das ganze Volk— drängten ſich in den Straßen um das Palais, warfen ſich verzweifelt auf die Knie und flehten unter Tränen den König an, ſie nicht zu ver⸗ laſſen. Der König war ſo Gefangener ſeines Volkes; kein Menſch durfte das Palais betreten, keiner es verlaſſen. Das Volk bildete eine lebendige Mauer zum Schutze ſeines über alles geliebten Königs und war bereit, ihn gegen alle Angriffe zu verteidigen. Unterdeſſen rückten franzöſiſche Truppen mit 0 Auch in der Nähe des Piräus ſtand franzöſiſche Artillerie, bereit, das Feuer Artillerie heran. auf Athen zu eröffnen. Ein Zuſammenſtoß, deſſen Ausgang kaum zweifelhaft ſein konnte, ſchien unvermeidlich. Das unbewaffnete Volk wäre in kurzer Zeit überwältigt worden, und der Vierverband hätte den König dann einfach als Gefangenen behandelt. Der König kam dem zuvor. Durch eine Nebentür verließ er das Palais und gelangte ungeſehen durch den Park zu einem Automobil, das ihn nach Tatoi brachte.— Aber auch hier — 30 Kilometer von der Hauptſtadt entfernt — fand die königliche Familie keine Ruhe. Sie mußte ſo ſchnell als möglich das Land ver— laſſen, ohne noch einmal die Hauptſtadt zu be— treten. Keine Demütigung blieb dem König und der Königin erſpart. Die„ritterliche Nation“ der Franzoſen nahm, nachdem ſie ihr Ziel er— reicht hatte, noch ihre kleinliche Rache. Aller— dings hatte der König ſie um ein Schauſpiel gebracht; es wäre doch ein ungeheurer Erfolg geweſen, wenn man König Konſtantin und die „Schweſter von Guillaume II.“ dem Poͤbel von Paris als Gefangene hätte zeigen können. Aber darauf mußten die Franzoſen dank der Haltung des Königs verzichten. In der ſtillen Bucht von Oropos, dem Tatoi am nächſten gelegenen Küſtenpunkte, nahm der gewieſen, daß zur Vereinfachung der Tarife und zur Erhöhung der Eſſenbahneinnahmen eine ganze Reihe von Ausnahmetariſen, für die ein wirtſchaftliches Bedürfnis nicht mehr auerkannt werden kann, am 1. Oktober d. J. außer Kraft tritt. Betroffen werden hiervon u. a. folgenbe Güter: Bau⸗ und Nutzholz, Grubenholz, Kies, Sand, Hochofenſchlacke, Koch⸗ und Speiſeſalz, Stein⸗ und andere Salze, Steine, rohe und gebrannte, Kalkſteine, Baſalt, Schwerſpat, Ziegelſteine, Meſſerputzſteine, Dach⸗ ſchiefer, Blet und Zink, Zement, Holzſtoff uſw. 1 Von Nah und Fern. 104 Millionen Mark Einkommenſteuer in Groß⸗Berlin. Das endgültige Ergebnis der ſtaatlichen Einkommenſteuerveranlagung für TTT CC%˙ A A gründen, da noch auf lange Zeit hinaus zwiſchen dem Konkursverwalter und Frau Kupfer Be⸗ ratungen erforderlich ſind.— Die Zivilprozeſſe in Sachen Kupfer werden etwa zwei Jahre in Anſpruch nehmen. Wahrſcheinlich wird das Er⸗ gebnis der Verhandlung gegen Frau Kupfer auch ſtrafrechtliche Folgen für andere Perſonen haben. Auszeichnung mutigen Frau. Für eine unerſchrockene Tat wurde der Frau Emmi Schmalz in Wiesdorf das Verdienſtkreuz für Kriegshilfe verliehen. Frau Schmalz iſt in einer 0 0 der Verſandabteilung für Sprengſtoffe in L. be⸗ ſchäftigt. Während der Arbeit ereignete ſich in ihrem Arbeitsraum eine kleine Exploſion. Alle übrigen Angeſtellten verließen vor Angſt und TT Anſere Heerführer an der Oltfront. Von links„hen: che Leopold y. Bay naberſt v. Woyrſch, Generaloberſt p. Eichhorn; Mitte: Gene on ünts unten: Generagtoberſt Erzherzog Joſeph von Oſterrei 1 ralfeldmarſchall Prinz 9, Generaloberſt von VBöhm⸗Ermobi. Konig von ſeinem Lande Abſchied. Ein griechi— ſches Handelsſchiff nahm den König mit ſeiner Familie und der nächſten Umgebung auf. Ein griechiſches Schiff— aber es war nicht einmal Zeit gelaſſen worden, das Schiff zu reinigen! Die Fahrt ging in Begleitung zweier fran⸗ zöſiſcher Torpedoboote durch den Kanal von Korinth. Das war der letzte„gefährliche“ Punkt. Die Entente hafte dementſprechend die nötige Vorſichtsmaßregeln getroffen. An jedem Ende des Kanals hielt ein Kreuzer Wache; die Ufer des Kanals waren von zwei Inſanterie-Regi⸗ metern beſetzt.— Wozu dieſer Aufwand? Gegen wen ſollte der König geſchützt werden? Wie das griechiſche Volk dachte und denkt, mußte der Vierverband doch längſt gemerkt haben, und weiß es auch ſehr wohl.— Und deshalb mußte der König ſchnell verſchwinden. Nur durch Überraſchung konnte dieſer Streich glücken. Dem giechiſchen Volke, durſte nicht Zeit gelaſſen werden, ſich zur Verteidigung ſeines Königs zu organiſieren. Die Ententemächte konnten zwar die Ab⸗ dankung des Königs erzwingen, können aber nie aus dem Herzen des griechiſchen Volkes das Bild des Königs Konſtantin herausreißen. Griechenland weiß, was die Worte„Recht und Freiheit“ im Munde des Vierverbandes bedeuten! Das wird nicht vergeſſen werden! Der„Sieg von Athen“ wurde inſzeniert, um die Niederlage des Vierverbandes in Maze donjen zu verdecken. 0 Handel und Verkehr. Aufhebung von Eiſenbahnausnahme⸗ tarifen. Die beteiligten Kreiſe werden darauf hin⸗ nn, Zuſchläge beträgt danach für geleiſtet worden. ſummariſch weit Gewaltiges Trotz unſeres überlegenen§ Aisne und in Oſtgalizien mit den 7 andern, e waren wir ſtark genug, 3 da kommen aber nicht nur ſtar zum Trutz und ſo Verteidigung zum Tage des erſten Kriegsjahres g hnenden Anſturm übergehend, einen wie ihn der Vierverband trotz ſeiner en Geſamtkriegspläne 1917 liegt jetzt für Groß Das ſamte Einkommenſteuerſoll ohne d B und die Vororte 104 046 418 92 945 506 Mark im vorigen Jahre, ſo daß ſich ein von nicht weniger als 11 100 912 Mark Im vorigen Jahre betrug der Zuwachs über 1915 nur 8,6 Millionen Mark. Das Urteil gegen Fran Kupfer rechts⸗ kräftig. Das auf zwei Jahre Gefängnis lautende Urteil gegen die Berliner Millionen— ſchwindlerin Frau Martha Kupfer hat Rechts- kraft erlangt, da ſowohl der Staatsanwalt als Mark gegen Mahrs Mehr gib gegen⸗ auch die Verurteilte auf Einlegung der Reviſion verzichtet haben. Frau Kupfer hat ihre Strafe bereits angetreten; ſie wird während der ganzen Dauer ihrer Strafhaft im Unterſuchungsgefängnis verbleiben. Das geſchieht aus Zweckmäßigkeits⸗ im Artois, an der beſten Woh eee ee eee e ge⸗ Schrecken geſetzlichen E Arbeitsſtätte, rechtzeitiger Frau Schmalz herbeigeruſene Feuerwehr weiteres iſt wohl nick 1 freilich! N 6, e N e, N W NAA Das verdanke beſten Tr gumſten hiſch-ungari⸗ Teuppen werden vom Generalo Ermolli und Erzherzog Joſef befehligt eee das brem chmalz allein eilte mulig an richtigte den Befri Erſt dann verließ ſie die durch wurde; benach 21 1 5* 117 H ebsleiter euerwehr. Gußerſt gefahrd eine anſchl Doch ijt eigener eigener die ploſion beſchaͤdigt größter Gefahr Unglück verhütet worden. Die Stadtjungen Landarbeiter. Über die Arbeit der ſtädtiſchen S dem Lande liegt eine Reihe erfreulicher Erfahrungen vor. Das beſtätigt ein ſehr unverdächtiger Zeuge, nämlich d Organ 1 iſchen Landwirtſchaf äufig den rechten Arbeitsernf Doch die Schriftleitung als 1a Aller un vermiſſen „hatte einen Zentner erſt von Boͤhm⸗ man fi d. D. L. G.“ meint ſelbſt:„Man kann von den Schülern höherer Lehranſtalten nicht den Charakter landwirtſchaftlicher Arbeiter erwarten; bei beiderſeitigem guten Willen wird es aber ſchon gehen.“ Nach kurzen Berichten über günſtige Erfahrungen, die man in Heſſen, Württemberg und auf dem Straßburger Stadt⸗ gut gemacht hat, ſchließt der Schriſtleiter der „Mitt. d. D. L. G.“ ſeine Betrachtungen mit folgendem Satze:„Die ſtädtiſchen Jungen werden ſich ſchon bewähren; ſie werden ihre Erziehung zur Pflicht nicht vergeſſen.“ Im Ernteurlaub vom Blitz erſchlagen. Während ſeines Ernteurlaubs wurde der Unter— offizier Kriegel, Inhaber des Eiſernen Kreuzes, in Hirſchberg i. Schl., als er auf dem Felde einen Erntewagen fertig machte, vom Blitz er⸗ ſchlagen. Der Tod des allgemein beliebten tapferen Vaterlandsverteidigers iſt um ſo tragiſcher, als er jahrelang die ſchwerſten feindlichen Feuer uͤberſtanden hat. Meilliardenbetrug mit falſchen Edel⸗ l Der Pariſer Korreſpondent der in nenden ‚Indépendance Belge“ macht Angaben über einen unge— windel mit unechten Edelſteinen. it falſchen Steinen, ſo ſagt das ich umfangreich, und es n, daß bereits für nahezu k ſeit Beginn des Krieges Zahlreiche Perſonen rmögen in Smaragden, und Diamanten angelegt ſeit beſitzen ſie weiter nichts ll Kieſelſteine. engliſches Bürokratenſtück. Der il entnin die„Financial News“ ratiſcher Leiſtungen“: ezkanalfront ordnet an, it einer Kiſte Sand ruchs von Feuer ver⸗ werden daraufhin r von England aus die Truppen am Suezkanal angriffe ö gonde 110 Erutebeſchlagnahmung in Schweden. ſchwediſche Regierung hat, Stockholmer zufolge, die geſamte neue Ernte an Erbſen, Bohnen und Zuckerrüben be⸗ ſchlagnahmt. Ferner werden vom 1. September ab alle noch vorhandenen alten Beſtände an Getreide und Gemüſe beſchlagnahmt. Die Nis fttorn Blätter: 9 Getreide, 224 1 Herichtshalle. Breslau. Die Strafkammer verurteilte den angeſehenen B er Wildhändler Max Pelz wegen Hehlerei zu hren und ſeine Frau zu einem Jahr Zuchthaus. Beide haben von einer Diebes⸗ bande in großer engen Geflügel und Kaninchen erworben. e Diebe erhielten Zuchthausſtrafen von te. 4 bis 10 Je Halle a. E Freiſtellenbeſitzer Roßdeutſcher rüben für 45 Mark ver⸗ koſthändlerin K. Dadurch chſtpreisüberſchreitung ſchuldig unter Anklage geſtellt, und d j herurteilte Roßdeutſcher, der ſchon dr aus gleicher vorbeſtraft m rt Geldſtrafe; die bisher noch un— 20 Mark Geldſtraſe kauft un hatten ſi gemach Veranlaſſung war, zu beſtrafte davon. 92 mit vorbeſtrafte Luiſe Strauß ingeren Zuchthausſtrafe te ſich ſofort auf den .Sie wurde dafür von s Jahren Zuchthaus und t iſt ihre Reviſion vom eipzig. t berworfen worde ene N i er 915 2 Trſtise Sc * A 1 18 E 2 cke. lrbeiter r Kerl. und Geldverdienen hre ſtarke Seite?“—„Ich werde gerpapa darin keine Konkurrenz das Eſſen Auf dem Poft N U Seminar hatte ich eine Freiſtelle und war glück- lich, wenn ich ein paar Groſchen für Nachhilfe⸗ ſtunden bekam. Nachher, mit dem Lehrergehalt, lam ich mir wie ein Kröſus vor. Sogar ein Klavier konnte ich mir kaufen, denken Sie.— Aber bei Ihnen, Schweſter Sabine, liegt die Sache anders. Dinge zu entbehren, die man beſeſſen hat, iſt immer ſchwer, und wenn ſie früher die gleichgültigſten Dinge von der Welt waren.“ Die junge Frau war nachdenklich geworden. „Ich hatte gedacht, daß Sie, gerade Sie, anders zu mir reden würden. Aber Sie mögen recht haben.“ „Ich will Sie nicht mutlos machen, Schweſter.“ „Oh—, mutlos bin ich früher geweſen; viel mehr, als ich jemals wieder werden kann.“ Sie fuhr ſich mit der Hand über die Stirn. „Wenn ich Zeit habe, will ich mir von Ihnen aus dem Felde erzählen laſſen. Das ſoll mir Mut geben.“ „Wie darf ich klagen,“ dachte ſie, während ſie über all die weißen Betten hinſah.„Ich bin geſund und habe junge Kräfte. Wie darf ich klagen im Gedenken an die Millionen, die draußen ihre geſunden Glieder zum Opfer bringen. Stark ſein, ſtark ſein!“ Sie ging über den Korridor in den Nebenſaal. Auf dem Gange traf ſie Schweſter Franzisla, ble aus dem Operalionszimmer kam und eine ſchwere, verdeckte Schale in der Hand hielt. Das Geſicht war noch Aae als gewöhnlich; in den Augen lag ein Ausdruck hilfloſen Mit⸗ leibs, wie wir es empfinden, wenn wir ge⸗ twungen ſind. Zeugen eines entſetzlichen Schau⸗ 0 * nrnrer: N 1 8 n a ur* ſpiels zu ſein, das abzuwenden nicht in unſerer Macht ſteht. Sabine bemerkte, daß es ihr nur mit äͤußerſter Willenganſtrengung gelang, ihrer Laſt Herr zu werden. Kurz entſchloſſen trat ſie näher. „Ich will Ihnen tragen helfen, Schweſter Franziska.“ „Bitte,“ ſagte dieſe. Dann warf ſie einen ſcheuen Blick auf die Tür des Operatiöns⸗ zimmers. „Leutnant Oswaldt iſt amputiert worden.“ Sabine nahm ihr die Schale aus der Hand. „Erſchrecken Sie nicht,“ ſagte Schweſter Franziska.„Es iſt der Fuß.“ Sabine biß ſich auf die Unterlippe und trug ihre Laſt den Korridor entlang. Schweſter Franziska folgte mechaniſch. Sabine hörte ihre Stimme aus weiter Ferne von der Operation erzählen. „Wir konnten ihn nicht chloroformieren, weil er eine Herzgeſchichte aus dem Felde mit heim⸗ gebracht hat. Er hat es mit anſehen müſſen. Es war entſetzlich, Schweſter Sabine.“ Sie ſtanden einander noch gegenüber, als 120 ſich ihrer grauenhaften Laſt entledigt atte. „Kommen Sie,“ ſagte Sabine und nahm Schweſter Franziskas Arm. „Nehmen Sie ſich irgend etwas vor, und verſuchen Sie darüber hinwegzukommen.“ „Herrgott!“ die Angeredete zog mit einer heftigen Bewegung ihren Arm fort.„Ich bin hierhergekommen, um zu helſen und zu ver⸗ geſſen, aber was man bier ſieht, bringt kein ſie der andern ruhig in up ere eee eee er ern x gardur, Vergeſſen. Das macht dem Grübeln über Elend und Ungerechtigkeit auf der Welt lein Ende.“ „Aber es zieht die Gedanken vom eigenen Leid ab.“ In Schweſter Franziskas dunkelumränderten Augen blitzte es ſeltſam auf. „Wiſſen Sie auch vom Leid, muſſen?“ Es lag verletzender Spott keit in dem Ton der weichen St Sabine ſtutzte einen Augen As⸗ e Bitter⸗ Dann ſah das erregte mich kennen, Schweſter „Und ich denke mir, daß Sie mich ſo beurteilen, wie die meiſten Leute es tun würden. Sie meinen, wir Grotenius' hätten Glück und Reichtum zu gleicher Zeit ge— pachtet.“ In Schweſter Franziskas blaſſes Ge⸗ ſicht war bei Sabines Worten eine jähe Röte geſtiegen. „Sie irren, Frau Asmuſſen, ich beurteile Sie nicht wie die andern. Ich pflege meine eigenen Maßſtäbe an die Menſchen anzulegen.“ „Dann war Ihr Spott von vorhin unge— recht,“ fuhr die junge Frau ſort.„Sie kennen mich nicht und wollen mich doch beurteilen. Nächt einmal das mit dem Reichtum iſt richtig, denn ſeit heute morgen weiß ich, daß die Ge⸗ ſchichte vom Reichtum der Grotenius ein Märchen war, und daß es bald niemand mehr geben wird, der daran glaubt.“ Schweſter Franzis ta los an. „Was bedeuſet denn das, Frau Asmuſſen. Reden Sie die Wahrheit?“ Sabine nickle. »Ich ſehe, daß Sie Franziska,“ ſagte ſie. ſah ſie verſtändnis⸗ 0 der f. hat, Augen des verlieh. Franziska.“ Die Schweſter einen Schritt zurückg Leidenſchaftliches blicke in den d „Es iſt alſo doch wahr gewor ſlammelte zich m „Sie ſi Schweſter 5 unglücklichen Nerven arg mitgenommen irgend etwas tun?“ Schweſter Franziska hob den Blick zu& auf. Es war ein ſeltjamer Blick. Feindſchaft und Mitleid, Triumph und Schadenfreude leue⸗ teten aus den großen Augen. „Ich möchte jetzt allein ſein, Frau Asmuſſen. Vitte, laſſen Sie mich allein.“ Sabine ging langſam in den großen Saal zurück. Die Sonne lag breit und golden auf den weißen Betten. Die blaſſen Geſichter in den Kiſſen ſahen glücklich aus, beinah verklärt. Sabine Asmuſſen dachte an den unglücklichen Leutnant Oswaldt, der noch drüben im Ope- rationszimmer lag, dann wieder an Schweſter Franziska, die allein ſein wollte. (Fortſetzung folgt.) r erregt, liebe pulalion des zu haben. K gun ich Gul ich 2 2 41 Abille No 3 Alltlicher Teil. Bekanntmachung. Verleumderiſche Beleidigung des Großh. Bürger— meiſters Lamberth. Gegen den Unterzeichneten kurſiert nach Mitteilung von einigen Herrn Gemeinderäten ſowie ehrenwerter Arbeiter in der ganzen Gemeinde das Gerücht, er habe mit dem Herrn Dekan Wolf gemeinſam ein Rind geſchlachtet, außer— dem habe er bel der letzten Mehlansgabe einen Sack Mehl für ſich behalten und einen anderen Sack Mehl dem Herrn Dekan Wolf gegeben. Den Herren Pfarrer Roos und Orts— gerichtsvorſteher Schuchmann habe er auch je einen Sack Mehl angeboten, die genannten Herrn hätten aber die An— nahme desſelben verweigert. Dieſes Gerücht entbehrt jeder Begründung und hat zweifellos ſeinen Ausgang von nieder— trächtigten Subjekten und den uns bekannten Maulhelden, die für Verbreitung desſelben auf der Fahrt in der elek— triſchen Bahn eifrigſt Sorge getragen haben. Daß wir eine derartige gemeine Beſchuldigung nicht ungeſühnt laſſen werden, dürfte denn doch mehr wie ſelbſtverſtändlich ſein. Wir haben ſofort eine Unterſuchung gegen die Verleumder und Verbreiter dieſes Gerüchts eingeleitet und werden nach Abſchluß derſelben das Großh. Kreisamt Heppenheim um Stellung des Strafantrags wegen Verleumderiſcher Beleidi— gung bei der Großh. Staatsanwaltſchaft Darmſtadt erſuchen. Nicht genug, daß wir während der 4jährigen Tätigkeit als Bürgermeiſter der hlieſigen Gemeinde unſere gan ze Kraft ausſchließlich für die Gemeinde elnge⸗ ſetzt, daß wir unſere Geſundheit dem Wohle der Gemeinde und ihrer Einwohner geop⸗ fert haben, ſoll man auch noch derartige hundsgemeine Beſchuldigungen über ſich ergehen laſſen. Die Zeit iſt zu ernſt, als daß Aufwiegler, die ſtändig Genoſſen ſuchen, um ſie gegen die Behörde ſcharf zu machen, in der Gemeinde geduldet werden, um dadurch den inneren Frieden, der unbe⸗ dingt erhalten bleiben muß, zu ſtören. Wir werden bei den zuſtändigen Behörden veranlaſſen, daß dieſe extremen Geſellen, die kv. ſind und bisher ſtets reklamiert waren, in Anbetracht ihrer niedrigen Geſinnung eingerufen werden. Wir warnen jeden Einzelnen, dieſes wahnſinnige Gerücht nicht weiter zu verbreiten, da er ſich dadurch gleichfalls ſtrafbar macht. Viernheim, den 31. Juli 1917. N Großherzogliche Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Betr.: Bekanntmachung Betr. Verſorgung mit Frühkartoffeln. In den letzten Tagen wurde die Wahrnehmung ge⸗ macht, daß die Kartoffelerzeuger von ihren geernteten Kar⸗ toffeln nach Mannheim und Umgegend zu unendlich hohen Preiſen verbringen. Ganz abgeſehen davon, daß dieſe Handlungsweiſe abſolut verboten iſt, ziehen ſich die Genann— ten empfindliche Strafen zu. Wir haben deshalb die Oberrh. Eiſenbahngeſellſchaft bevollmächtigt ihr Bahnperſonal dahin⸗ gehend zu beauftragen, daß dieſes jedem Schmuggler die verdächtigten Paſſagierpakete revidiert und eventl. beſchlag— nahmt, ſowie uns ſofort verſtändigt. ö ö Auch wurden uns heute mehrere Landwirte gemeldet, die Kartoffeln trotz des Verbotes an die Verbraucher ver— kauften. Wir haben dleſelben zur Anzeige gebracht und müſſen ſich dieſe die Nachteile ſelbſt zuſchreiben. Wir be⸗ merken wiederholt, daß die ganze Frühkartoffelernle laut Bekanntmachung Großh. Miniſteriums beſchlagnahmt iſt und an die Gemeinde zur Ablieferung gelangen muß. Viernheim, den 30. Juli 1917. ü Großh. Bürgermeisterei Viernheim. Lamberth. Bekanntmachung. Verſorgung der Zivilbevölkerung mit Frühkartoffeln. ö Mittwoch, den J. Anguſt 1917 wird an die verſor— gungsberechtigte Bevölkerung, die in nd ieſem Jahre keine Kartoffeln angebaut hat, Kartoffeln in nachſtehender Reihen folge verausgabt: Betr.: vorm. von 7 bis 8 Uhr von Nr. bis 200(Bezugskarte) 8 9 201 400„ 7 8 7* 77 7 0 9„ 10„ 401 600 7 10„ 11„ 1 601„ 800 11 12 801 1000„ 3* ä 200 nachm. 2„ g 1001 1200„ . 3„ 4 12016„1400 7 4 5 1401 1600 5. 6„„ 100 1 bis zum Schluß. Bezugskarte iſt vorzulegen N ü 5. Wieviel Kartoffeln auf den Kopf entfallen wird bei der Aus— gabe angeſchlagen. 1 Der Verkaufspreis beträgt 13 Pfg. für das Viernheim, den 30. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Pfund. Bekanntmachung. Saatkartoffeln; hier Zuteilung von Frühkartoffeln. Auf die an die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt ge— richtete Beſchwerde wegen Lieferung von mangelhaften Frühkartoffeln wurde uns mitgeteilt, daß die gelieferte Frühkartoffel„Marius“ in anerkannter Saatware geliefert worden ſei. Der berechnete Preis, der immer höher als der für Handelsware iſt, ſei der Selbſtkoſtenpreis. Daß die Frühkartoffelernte in dieſem Jahre allgemein ſpäter eintritt, als in ſonſtigen Jahren, iſt eine bekannte Tatſache. Dies iſt in erſter Linte zurückzuführen auf das ſpätere Anpflanzen der Kartoffeln infolge der ſchlechten Witterungs- und Lie— ferungsverhältniſſe. 1 Wenn die genannten Kartoffeln jetzt noch ein üppiges Ausſehen zeigen würde, ſo wäre dies auf den Bodenwechſel zurückzuführen. N N Rach Lage der Verhältniſſe müſſen wir dieſe Anſicht tellen und betrachten die Sache für uns als erledigt. Vlernheim, den 30. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Bet.: Bekanntmachung. Heute Nacht in der Zeit von 10—11 und etwa 2—3 Uhr wird eine größere Kraftwagenkolonne in unbeleuchtetem Zuſtande unſere Gemeinde paſſieren. Wir machen hierauf mit der Empfehlung aufmerkſam, dafür zu ſorgen, daß Unglücksfälle vermieden werden. Vlernheim, den 31. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Bekanntmachung. Zurückſtellung von Landwirten vom Heeresdienſt. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Landwirte Philipp Grab 3., Georg Gallei, 2., Johann Renner und Anton Schneider 1. vom Heeresdienſt unter der ausdrücklichen Bedingung zurückgeſtellt worden find, daß ſie anderen Familien, hauptſächlich Kriegerfrauen helfen. Falls der eine oder der andere ſich weigern ſollte Fuhrdienſte zu leiſten, bitten wir um ſofortigſe Meldung, damkt wir die Einberufung veranlaſſen können. Viernheim, den 30. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Liefert Eure getragenen Kleider, Wüſche⸗ ſtücke und Schuhe ab. Die von dem Kommunalverband des Kreiſes Heppen— heim errichteten Annahmeſtellen für getragene Kleider, Wäſche— ſtücke und Schuhwaren nehmen dieſe Gegenſtände entgegen. Es beſteht eine Haupt-Annehmeſtelle in Heppen— heim, Wilhelmſtraße 10. Dieſe iſt jeden Mitt-⸗ woch von Ibis 4 Uhr goöffnet. Gegenſtände, die unentgeltlich abgeliefert werden, können jedoch je de r— zeit bei Herrn Berthold Mainzer in Firma Wilh. Mainzer abgegeben werden. Ablieferung gegen Entgeld kann nur Mittwochs von 1 bis 4 Uhr erfolgen, da hierzu die An— weſenheit beider Taxatoren nötig iſt. Nur in Ausnahme— fällen erfolgt Annahme gegen Entgelt auch zu anderer Zeit. Die Auszahlung erfolgt ſofort bei Ablieferung. Nebenannahmeſtelle iſt: in Viernheim Ad. Klee 2., Rathausſtr. Dieſe Neben-Annahmeſtellen nehmen jederzeit Kleidung, Wäſcheſtücke und Schuhzeug zur Weitergabe an die Hanptannahmeſtelle entgegen und vermitteln auch die Zah— lung. Die Abſchätzung der bei denſelben abgelieferten Ge— genſtände findet auch bei der Haupt-Annahmeſtelle ſtatt. Die Abſchätzung erfolgt nach gewiſſen Grundſätzen und iſt der von den Taxatoren feſtgeſetzte Preis für den Kommunal— verband und für den Veräußerer bindend. Direkte Zuſendung an die Hauptannahmeſtelle durch die Poſt iſt geſtattet. Der immer größer werdende Mangel an Web-, Wirk— und Strickwaren und an Schuhzeug zwingt zur äußerſten Ausnutzung aller vorhandenen Beſtände. Daher werden alle irgend gebrauchsfähigen Kleidungs- und Wäſcheſtücke ange— nommen, auch wenn dieſelben größerer Reparatur bedürfen. An Schuhwerk wird jedes noch ſo abgetragene oder zer— riſſene Stück angenommen, da die Sammlung aller Alt lederabfälle zur Streckung der Ledervorräte nötig iſt. Es iſt paterländiſche Pflicht eines jeden Einzelnen, alles Entbehrliche zur Abgabe zu bringen und im Bekann— tenkreiſe für dieſe Abgabe zu wirken. Schon jetzt beſteht Nachfrage ſeitens der Minderbemittelten. Dieſer kann aber nicht genügt werden, wenn nicht jeder Einzelne ſeiner Pflicht zur Ablieferung nachkommt. Die Ablieferung getragener Sachen erleichtert auch die Erlangung von Bezugſcheinen. Insbeſondere können die Bezugſcheine C! und D für beſſere Kleidung und Schuhe gegen Abgabe-Beſcheinigunng über ein gleichartiges, ge— brauchsfähiges Stück ohne Prüfung der Notwendigkeit aus— gefertigt werden. Dieſe Abgabe-Beſcheinigung kann jedoch nur durch die Hauptannahmeſtelle ausgeſtellt werden und iſt bei den Nebenannahmeſtellen beſonders zu verlangen. Die Annahmeſtellen und die Bezugſchein-Ausgabeſtellen geben jede Auskunft! Viernheim, den 27. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterei Viernheim Lam berth. Bekanntmachung Enteignung des Dach- und Glitzableiterkupfers. Nach der Bekanntmachung Nr. M. 2000. 17. K. R. A. betr, Beſchlagnahme, Meldepflicht, Enteignung und Ablieferung der bei öffentlichen und privaten Bauwerken zu Blitzſchutzanlagen und zu Bedachung verwendeten Kupfermengen, einſchließlich küpferner Dach— rinnen, Abfallrohre, Feuſter- und Geſimsabdeckungen, ſowie ein ſchließlich der an Blitzſchutzanlagen befindlichen Platinteile volt, 9. März 1917 veröffentlicht im Kreisblatt Nr. 34 vom 10. März 1917 werden von der Beſchlagnahme pp. getroffen: A alle Kupfermengen— auch wenn verzinnt oder mit einem anderen lleberzug verſehen—, die bei folgenden Bauteilen verwendet ſind: Gruppe 1: Dachflächen, Fenſter- Geſimsabdeckungen, Abdeckungen von vorgebauten Dachfenſtern und Dachluken, Attiken vor Dachrinnen, alles in einfacher Ausführung und in einfacher Form;. ä wie Klaſſe!, jedoch in komplizierter(kaſſetierter, ornamentierter und getriebener) Ausführung und von komplizierter Form; Gruppe 3: Dachrinnen und Abfallrohren; Gruppe 4: montierten Blitzſchutzaulagen; B. alle Platinteile: von montierten Blitzſchutzanlagen. Alle vorgenannten beſchlagnahmten Gegen— ſtünde ſind bis ſpäteſtens 31. Juli lf. Is, von den Eigentümern bei den Großh. Bürgermeiſtereſen unter der beur. Gruppe anz u mel deen. Heppenheim, den 20. Juli 1917. ü Großh. Kreisamt Heppenheim. v. Hahn. Betr.: Gruppe 2: Die vorſtehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis und empfehlen den in Betracht kommenden Perſonen genane Einhaltung des Meldetermins, Die Meldungen ſind auf unſerem Meldebüro zu machen. 15 Viernheim, den 27. Juli 1917. Großh. Bürgermeiſterel Viernheim Lamberth⸗ landw. Gerdt teffen, Seuſen, Gabeln, Ringe, Wetzſteine, Kürſte uſw.] u Garbenbänder ſolange Vorrat reicht. J Wunde — 1 Bekauntmachuug. Die am 5. d. Mts. ſtattgefundene Verpachtung der zum Kirchengut der katholiſchen Kirche Viernheim gehörigen Grundſtücke iſt genehmigt und werden die Pächter hiermit aufgefordert, die nach Ord. Nr. 8 der Verpachtungsbeding ungen vorgeſchriebene Bürgſchaftsleiſtung bei Großh. Orte— gericht hier, 2 2 5 5——. innerhalb 14 Tagen Bemerkt wird noch, daß nur der Bürge zu erſcheluen zu veranlaſſen. hat. Viernheim, am 30. Juli 1917. Katholiſcher Kircheuvorſtaud Vieruheim. 13 FF N 65 Kalte kcMensda-Seteſnge dannen zu haben be Mart M. 800 /. 17. K. R. A.) betreffend„Beſtandserhebung ö von Papierrohſtoſſen“ erlaſſen worden.. Wortlaut der Bekanntmachung iſt in den Amtsblüttern und durch Auſchlag veröſſentlicht worden Stellu. Geucralkommando 18. Armeekotps. * Ver Am 31. Juli 1917 iſt eine Nachtragsbeka nut machung Nr. W. M. 997/5. 17. K. R. A. zu der Be kauntmachung vom 31. Mai 1916, betreffend„Be ſtandserhebung von tieriſchen und pflanzlichen Spin ſtoffen(Wolle, Baumwolle, Flachs, Ramie, Hau Jute) und daraus hergeſtellten Garnen und Seilfäden, Nr. W. M. 57/4. 16. K. R. A.“ veröffentlicht worden Der Wortlaut der Bekanntmachung iſt in den Altsblättern und durch Auſchlag veröffentlicht worden Stellv. Generalkommando 18. Armeekoths N 600 Tüchtige Cigarren- und Sucht Adam Samstag Oigarrenfabfih, Winelmstrasss 3. Erſcheint Dienstag, 2 Be monatlich 40 Gre „Illuſtriertes kalend — — —— Perlin, 1. Aug. An Kror Ich beglü unter Deinem? Deine Weiſu 4, der nicht zu ihre glänzende! den erſten gewal Angriffes, der d zum Scheitern; Gott der Truppen ſein. Der Honig Die Biene einen wäſſerig— bereiten. In! ihres Körpers an Waſſer ar Honig in die a ten ſogenannt der Imker den er den Honig wieber benutzt ſetzt. Da die aus hygroſkopi Luft in hohem ſofort die gef zeichnetes Kon! ſerviert auch ta während der 2 genannten Bie Die Güte der Pflanzenar Lindenblüte eil ſich die Beſchaff Gewinnung. Der Honig dauliches, über ein ebenſolches fehlen. Gerade Leute ſich kaun Honig ein preie wenn nicht auc der Honig im! Vlut übe die Lebensfun der Zubereitun längſt reichliche ſeit langen Ja, nur an die Leb brauchen. Auf der im Laufe d von gutem Ma Erfolge, die mi zielt werden, ſi Beſonders benutzt, iſt der liches Schlafmitt tätigkeit in hoh dung wie die Eingeweiden ti folge ſeines Ge anrichtenden P nichtet. „Es gibt ke für unſer Wohl ſchiedenen Orga echte Bienenh ſich ausgiebigen bas Kindviehf Die Stallh. daumen die Leider wird hi edem einleuchte die Tiere ſich n die auf ſie berwa Grundbedingun in den Geräten Putzen iſt not durch gute Hau oll man nicht treu, gutes, al ganz unerläßlich lungen kommt, ſeug te mit Pilz ind Uebelſtände