jerm r- Zeltung“ erſcheint wöchentlich dreimal: 5 1 unerste 100 2 h 995 Der monat e ee beträgt 5 Mark. Eiſtzelverkauf Stück 40 Pfg. Durch die Poſt bezogen vierteljährlich 16 Mk. Grafisbetlagen: Kalender u. Fahrplan. ſeraten⸗Preis: Die 1ſpaltlge Pelltzelle ober beren Raum 90 Pfg. U eee Die Reklamezeile 3 Mk. Bei öfteren Wiederholungen und größeren f N Aufträgen entſprechender Rabatt. Beilagengebühr für die Geſamt⸗ ö auflage 50 Mk. Annahmeſchluß für Inſerate: vormittags 9 Uhr. eger-Jeitung Geſchäfts⸗Anzeiger Lokal⸗Anzeigeblatt für Viernheim Im Falle hoherer Gewalt Zlumtsblatt der Beſſ. Bürgermeiſterei e i F ür die anlässlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und über- mittelten eschenke sagen wir unseren herzlichsten Dank Franz Lammer II. u. Frau Margareta geh. Schmitt. — 7 — 2—— .— Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtig en hat es in seinem unerforschlichem Ratschluss e gefallen, gestern Abend halb 6 Uhr unsern lieben, treubesorgten Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Dalenlin Stumpf il. Den Abonnenten unſeres Blattes gewähren wir ei Aufgabe bon Inſeraten be⸗ ſonderen Rabatt. Auf den Namen unſerer Zeitung ſt ſtets zu achten. Redaktion, 0 g 7 W a 5 W. Reichsbund Bekannt⸗ der Kriegsbeſchädigten, ehemaliger 5 Kriegsgefangenen, Kriegsteilnehmer und machung 8 Bereins⸗ Anzeiger Betriebs der Zeitung, der Lieferanten oder der Beför⸗ derungseinrichtungen hat der Bezieher keinen Anſpruch auf S —— — ä Hinterbliebenen, Ortsgruppe Viernheim. Mittwoch, den 4 Januar l. J. abends 6—7 Uhr Beratungsſtunde im Rathaus. Beratungsvorſitzender. Turngenossenschall Viernheim. nachmittags 2 Ahr, findet im Vereinslokal zum„Gold. Karpfen“ unſere diesjährige deneraThersammlung ſtatt. Tagesordnung: Geſchäftsbericht. Kaſſenbericht. . Wahl des geſamt. Vorſtandes. Ernennung v. Ehrenmitgliedern. Regelung der Vereinsbeiträge. Unſere Winterfeſtlichkeit. „Verſchiedenes. Unſere Aktiven wie Paſſiven Mitglieder werden höllichſt erſucht, zahlreich zu erſcheinen. Der Vorſtand. S D g- Auf Dickrüben, auch lf. Woche noch erwartend, Aufträge billigſt ausführe. Betr. Zusammenkunft zwecks ev. Geſchäfts⸗ änderung, im Gaſt⸗ haus z.„Engel“ Mik. Winkler 12. Waldſtr. 16 Tel 23 3wei ſtarke Laufer eine hiervon zum Schlachten geeign. zu verkaufen. Von wem, zu erfragen in der Exped. d Blattes. Verloren ging vorige Woche (Mittwoch) am Halte- punkt eine Briefmappe mit Inhalt. Der ehrl. Finder wird gebeten, dieſelbe gegen Belohnung ab— zugeben in der Expd. dieſes Blattes. S—— eee nach S—ů ä— kurzer Krankheit. hl. Sterbesakramenten, im zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Teilnahme und ein Gebet für den teueren Verstorbenen bitten Viernheim, den 3. Januar 1922 Die Heftrauernd interbliebenen. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch Nachmittag 3 Uhr, vom Trauerhause, Wein- heimerstrasse aus, stalt. Sonmiedemelsler versehen mit den 72, Lebensjahre ——— ä ———ů —— 8— Läufer- Schweine zu verkaufen. Kühnerſtr. 7. Alt Gold Platin, Brennſtifte, Gebiſſe, Uhren und Pfandſcheine jüber Inwel. kauft, tauſcht ſtreng reell zu höchſt. Preiſen Juenther-Sommer Mannheim Q 4. 1. 1 I Rant a Sohn Elektrotechnisches Büro lusführungen von elektrischen Licht-, Kraft- und Hochspannungs-Unlagen für Private, Gewerbe und Industrie. Spezialität: krstelen u d sehr ausnrasserbersopbunds Int landunrtschall. Massen Anlagen. Wir liefern zu jedem Konkurrenzpreis Motore. Apparate Beleuchlungshörper Hostenanschläge werden jederzeit gerne kostenlos ausgeführt. Die grögte Auswahl. die billigsten Preise die schönsten Facons Beuchten Sie nur meine Fenster! Anzüge neueste Fassons in den besten und schönsten Stoffeg staunend billig beell! Kn.-Hosen Hosen elegante Streifen la, strapaz. ſin allen denkb. Grôssen billig! 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M M 2 CEagesſpiegel. Amtlich wird mitgelei e vaß die ſüchſiſche Regierung Vorlagen über die hebernahme der privaten Schul⸗ koſten durch den Staa und über die Lehrerausbildung vorbereite. Mit dem bban der Lehrerſeminare in Sachſen wird ſchon an ſtern begonnen werden. Der ungariſche Mini erprüſident Graf Vethlen wird in nüchſter Zeit zu einen Beſprechung mit dem öſter⸗ reichiſchen Bundeskan ler Dr. Schober in Wien er⸗ wartet. Es ſoll über denburg und das Burgenland ſowie über eine wirtſchaftliche Annäherung der bei⸗ den Staaten geſprochen werden. Ter Rücktritt des Miniſteriums in Portugal wird beſtätigt. Die Gründe ſind noch unbekannt. Die Lan⸗ deswahlen ſind vom 8. auf den 22. Januar verſcho⸗ ben worden.— ö Die Sten erausſchüſſe des Reichstags haben ſich bis 7. Januar vertagt. Bis jetzt iſt noch keine Verſtündi⸗ gung über die Steuervorlagen zuſtande gekommen, auch unter den Koalitionsparteien nicht. Bei den zuſtändigen Reichsſtellen ſind insgeſamt 255 000 Anträge auf Erſatz von Kriegsſchäden einge⸗ gangen. 125 000 Anträge betreffen Auslandsſchäden, 108 000 Inlandsſchäden und 22 000 Kalonialſchäden. Nach einer Pariſer Melvung reiſte Rathenau heul nach Cannes ab. Tas portugieſiſche Miniſterium iſt zurückgetreten. Eine italieniſche Flotte iſt aus Brindiſi nach den albaniſchen und dalmatiniſchen Häfen ausgelaufen. Die ſüdſlawiſche Regierung in Belgrad hat eine Genng⸗ tnung wegen des Zwiſchenfalls in Sebenieo abgelehnt. Die Spannung zwiſchen Italien und Südflawien hat ſich verſchürft. Bolſchewiſtiſche Truppen mit Geſchützen und Rei⸗ terei haben den Angriff auf Porajarvi(Karelien) be⸗ auen,„ er Die Kohlennot. W. W. Nicht nur die Verhandlungen im Reichskohlen⸗ rat, vielmehr noch die Mitteilungen der Eiſenbahnverwal⸗ tungen, daß die Kohlenvorräte zuſammengeſchrumpft ſind, zeigen die Größe und den Umfang der Kohlennot. Wenn auch die Förderung im November geſtiegen iſt, wenn auch die Geſamtförderung für 1921 vorausſichtlich um 5 oder 6 Millionen Tonnen Steinkohlen höher ſein wird als 1920, ſo iſt damit doch keine Gewähr für die Ueber⸗ windung der Kohlennot geboten, im Gegenteil, ihre Schärfe wird noch zunehmen, da uns trotz aller Abmachungen der größte Teil der Förderung in Oberſchleſien verloren gehen wird. Dieſe Förderung iſt aber bei den ſtatiſti⸗ ſchen Angaben immer berückſichtigt worden und hat viele über die Gefährlichkeit der Lage getäuſcht. Die Geſamt⸗ menge an Steinkohlen, die uus aus der Förderung im Inland noch zur Verfügung ſteht, betrügt ohne alle Ab⸗ züge nicht viel mehr als 16 Millionen Tonnen. Da⸗ von ſind die Lieferungen für den Verband mit 25 Mil⸗ lionen Tonnen abzuziehen. Was bleibt, reicht nicht aus, die Bedürfniſſe des Verkehrs der Induſtrie und der Landwirtſchaft zu decken, ſelbſt wenn der Hausbrand durchweg auf die Braunkohle erwieſen wird. a [Tatſache iſt, daß es nicht möglich war, die Liefe⸗ rungen an den Verband auszu ühren, ſodaß die Wieder⸗ herſtellungskommiſſion ſchon das Verbot der Kohlen- ausfuhr nach neutralen Ländern verlangt hat. Tatſache ſiſt auch, daß die Eiſenbahn ein fach die für die Induſtrie beſtimmte Kohle beſchlagnahmt weil ohne dieſe Gewalt- maßnahme der Verkehr zum zeil zum Erliegen gekom⸗ men wäre. Dafür hat die Induſtrie mit wachſenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Welche Werte hier auf dem Spiel ſtehen, welche volkswirtſchaftlichen Verluſte bisher ſchon durch den Kohleumangel entſtanden ſind, geht daraus hervor, daß die Juduſtrie nicht in der Lage war, die verhältnismäßig günſtige Wirtſchaftslage voll auszunutzen. Wegen Kohlenmangels mußte ſie auf man⸗ ches belangreiche Auslandsgeſchäft verzichten und damit auch auf die Beſchaffung von Deviſen, die für den Rohſtoffbezug unentbehrlich ſind. Neue Rohſtoſſe bedeu⸗ ten wirtſchaftlich nene Beſchäftigung. Die Kohlennot wird in der nächſten Zeit an Schärfe zunehmen, ganz abge— ſehen davon, daß der Kohlentransport durch den un⸗ ſinnigen Streik der Eſſenbahner Weſtdeutſchlands vor⸗ übergehend in völlige Stockung geriet. Was immer auch die deutſch⸗polniſchen Verhandlungen ergeben wer⸗ den, es iſt wenig wahfſſcheinlich, daß der[Oſten Deutſch⸗ lands wie bisher mit oberſchleſiſcher ae verſorgt wer⸗ den kann. Daß wir die Braunkohlenförderung ſteigern können, bietet dafür keinen Erſatz. Induſtrie und Ver⸗ kehr ſind nun einmal auf die Steinkohlen ange⸗ wieſen, nicht nur aus techniſchen, ſondern auch noch mehr aus wirtſchaftlichen Gründen. Heute genügt die Förde⸗ rung an Steinkohlen nicht mehr, um nur die wichtigſten Verbraucher zu verſorgen. Indeſſen handeltl⸗s ſich nicht nur um den Inlands⸗ verbrauch, wir müſſen auch ein Mehr an Steinkohlen fördern, um hochwertige Ausfuhrgüter zur Verfü gung zu haben. Es hat ſich nun gezeigt, daß der Fort⸗ fall der Ueberſchichten nachteilig auf die Förde— rung wirkte. Am 14. März 1921 ſtellten die Berg⸗ leute im Ruhrgebiet das Verfahren von Ueberſchichten ein. Die Minder förderung iſt bis Ende Dezember auf rund 900 000 Tonnen Steinkohlen zu ſchützen. Dabei lagen die Ueberſchichten betriebstechniſch ungünſtig, weil ſie nur an zwei Tagen in der Woche verfahren wur⸗ den. Das bedeutete betriebstechniſch eine Energievergeu— dung, weil ſich die Förderungsanlagen an den übrigen Arbeitstagen nicht voll ausnützen ließen. Wenn ſich die Bergleute für die Wiedereinführung der Ueberſchich⸗ ten entſcheiden, ſo iſt es notwendig, ſie auf alle Ar⸗ beitstage zu verteilen, um ſo die ſonſt unvermeidliche Verteuerung der Förderungskoſten zu verhindern. Der ländliche Fortbildungs⸗ ſchulunterricht beginnt, nachdem er auf der internationalen Arbeiter- ſchutzkonferenz in Genf eine hervorragende Rolle ge— ſpielt hatte, auch die geſetzgebenden Körperſchaften des Deutſchen Reichs zel intereſſieren. Vorbereitende Ver⸗ handlungen haben Pläne in die Oeffentlichkeit gebracht, mit denen die Landwirtſchaft wenig zufrieden ſein wird. Es wird darin die Anſicht zum Ausdruck gebracht, daß die Allgemeinbildung auch beim ländlichen Fortbildungsunterricht die Hauptrolle ſpielen müſſe, wäh⸗ rend„einige Stunden“ dem Fachunterricht einzuräumen wären. Kein Menſch iſt ſich darüber im unklaren, daß der Fortbildungsſchulunterricht, ſoweit er Fächer der All- gemeinbildung betrifft; ziemlich unwirkſam iſt. Die heran⸗ wachſende Jugend will ſich eben nicht mehr als„Schul— jungen“ fühlen, ſie ſteht im vollen Erwerbsleben, muß arbeiten, verdienen und Werte ſchaffen. Daher die ungeheueren Schwierigkeiten, die die Lehrer der Fortbildungsſchulen mit den jungen Leuten zu über⸗ winden haben. Wer als Grund dafür angibt, das Schü— lermaterial der Fachſchulen ſei ſtrebſamer, geht fehl. Es ſind dieſelben Jungen, dieſelben Mädchen. Aber in der Fachſchule packt ſie der Lehrſtoff, im allgemeinen Unterricht ſollen ſie den Lehrſtoff faſſen. Die Vor— zugsbehandlung des allgemeinen Lehrſtoffs unterſchätzt den bildenden Charakter eines jeden Unterrichts. Die Hebung der Fertigkeit im Leſen und Schreiben und Rechnen kaun gerade ſo gut durch die Anwendung dieſer Hilfstechniken beim Unterricht über Viehzucht oder Ackerbau erreicht werden, ganz nebenbei, ohne daß dieſe Ausbildung als Lernen empfunden wird. Der Geiſt der Maſſe iſt nun einmal auf konkrete Dinge eingeſtellt; da wird der fach— liche Unterricht, der mitten ins Leben hineinführt, den Schüler ſchärfer faſſen, und aus ſich ſelber zur Mitarbeit zwingen, als der Allgemeinunterricht, bei dem der Nutzen dem Schüler nicht im Gefühl lebt. N Wenn die Jugend bis zum 18. Lebensjahr mit All- gemeinfächern traktiert werden ſoll, wann will man ihr dann Fachunterricht geben? Nachher ſind die meiſten, die nicht zu etwas beſſerem ſtreben, nicht mehr für den Unterricht zu haben, dann kommen andere Gedanken und Intereſſen in ihren Bereich. In den„einigen Stun— den“ aber, die man in der Fortbildungsſchulzeit den Be— rufsfächern widmen will, kann man unmöglich auch nur einigermaßen befriedigend in das ungeheuere Gebiet der ländlichen Fortbildungsſchule hineingreifen. 0 Neues vom Tage. Weitere Vertagung der Reichspräſidentenwahl. Berlin, 4. Jan. Die„D. Allg. Ztg.“ erfährt, vor⸗ läufig ſei noch nicht mit der Neuwahl des Reichs⸗ präſidenten zu rechnen. Ueber eine geeignete Kandida⸗ tur habe man ſich noch nicht einigen können.(Was allerdings noch kein Grund für die Vertagung wäre.) Einberufung des Auswärtigen Ausſchuſſes. Berlin, 4. Jan. Nach der„D. Allg. Ztg.“ wird be⸗ abſichtigt, den Reichstagsausſchuß für auswärtige An⸗ gelegenheiten nach der Konferenz von Cannes zu einer Ausſprache über die politiſche Lage einzuberufen. Plan in die Beamtenbeſoldung. Berlin, 4. Jan. Dex Reichsbund höherer Beamter hat laut„Berl. Tagebl.“ Vorſchläge ausgearbeitet, die die geſamte Beamtenbeſoldung auf eine neue Grund⸗ lane ſtellen ſollen. An Stelle der bisherigen Planſoſig⸗ keit in der Beſoldung der verſchiedenen Gruppen, die immer mehr Anlaß zu Streitigkeiten zwiſchen den ein⸗ zelnen Beamtengruppen gegeben hat, ſoll hier ein Plan aufgeſtellt werden, der auf der Grundlage des. Exiſtenzminimums einen prozentual gleichmäßig ge⸗ ktaffelten Aufnen aner We eee Arbeitszeitgeſetz für die Eiſenbahner. Berlin, J. Jan. Wie verlautet, finden über den Entwurf eines Arbeitszeitgeſetzes für die Eiſenbahner Verhandlungen zwiſchen den Eiſenbahnergewerkſchaf⸗ ten und Vertretern des Reichsverkehrsminiſteriums ſtatt. Die Gewerkſchaften ſind bereit, den Erforderniſ⸗ ſen der Zeit Rechnung zu tragen, ſoweit ſie mit den Bedürfniſſen des Perſonals und der arbeitenden Schich⸗ ten des Volks in Einklang zu bringen ſind. Republikaniſcher Lehrerbund. a Berlin, 4. Jan. Nach dem Vorbild von Frei⸗ burg i. B. beabſichtigen, laut„Berl. Tagebl.“, repu⸗ blikaniſch geſinnte Studienräte und Lehrer in Berlin, eine Ortsgruppe des Republikaniſchen Lehrerbunds zu gründen..„ Die Teuerungszulagen für die Kriegsbeſchädigten. Berlin, 4. Dez. Das Reichsarbeitsminiſterium hatte in einem Erlaß vom Dezember letzten Jahrs die Teu⸗ rungszulage nur denjenigen Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen gewährt, die nicht im Erwerbsleben ſtehen. In neueren Verhandlungen hat das Reich dieſen Standpunkt noch immer nicht aufgegeben, hat aber auf einen ſpäteren Zeitpunkt vertröſtet. Das Miniſterium ſoll die Frage erneut prüfen, ſobald ſich das Ergebnis der Verhandlungen mit der Reparationskommiſſion einigermaßen überblicken läßt. Kein Ergebnis der Verhandlungen Wiederherſtellungskommiſſion? Berlin, 4. Jan. Der ſozialdemokratiſche Parlaments⸗ dienſt ſchreibt, die mündlichen Verhandlungen des Vor⸗ ſitzenden der deutſchen Kriegslaſtenkommiſſion, Staats⸗ ſekretär Fiſcher, mit der Wiederherſtellungskommif⸗ ſion in Paris haben zu keinem endgültigen Ergebnis geführt, jedoch habe die Wiederherſtellungskommiſſion ſich mit den Auskünften Fiſchers zufrieden gegeben und auf eine formelle Beantwortung ihrer drei Fra⸗ gen durch die Reichsregierung verzichtet.(Die Fragen waren an ſich unnötig und zwecklos. D. Schr.)— Nach dem Pariſer„Temps“ hat die Wiederherſtellungskom⸗ miſſion wenigſtens das Zugeſtändnis gemacht, daß von der im Februar fälligen Verpflichtung 45 Prozent in Sachwerten geleiſtet werden können. Frankreich gegen die Verminderung der Beſatzung. Mailand, 4. Jan. Der„Secolo“ meldet aus Pa⸗ ris, die franzöſiſche Regierung habe beim Botſchafter⸗ rat beantragt, das deutſche Erſuchen um Verminde— rung der Beſatzung zurückzuweiſen. i. N Brüſſel, 4. Jan. Die ſozialiſtiſche Kammerfraktion hat ſich für die Fortſetzung der Beſetzung von Düſſel⸗ dorf und Duisburg in Gemeinſchaft mit den Franzoſen erklärt. Auch die belgiſchen Gewerkſchaften haben ge— genüber der Anregung der deutſchen Gewerkſchaften ſich für Beibehaltung der Beſetzung ausgeſprochen. Vorbereitungen in Cannes. Caunes, 4. Jan. Nach Neujahr ſind aus London ver— ſchiedene Miniſter und hervorragende Politiker ein— getroffen, ſo der Staatsſekretär des Aeußern Curzon, Kriegsminiſter Evans, Schatzminiſter Horne, der Staatsſekretär für die Kolonien Churchill, der frühere Schatzſekretär Bonar Law u.a. Lloyd George hatte mit ihnen wiederholt längere Beſprechungen. Auch Briand, der am 5. Januar die erſte Vorbeſprechung mit Lloyd George haben ſoll, wird eine große Beglei tung mitbringen. Alles deutet darauf hin, daß von den maßgebenden Perſönlichkeiten der Konferenz von Cannes die größte Bedeutung beigelegt wird. Geſpaunnte Erwartung. Paris, 4. Jan. Die Preſſe verrät um ſo mehr Er— regung, je näher der 6. Januar heranrückt. Die mei— ſten Blätter ſehen dem Verlauf der Konferenz in Cannes mit Spannung entgegen, erwarten aber nicht viel von ihr, weil Amerika ſich abſeits ſtelle und von dem Aufgeben der Schulden der ehemaligen Kriegs- genoſſen nichts wiſſen wolle. Ohne dieſen Schuldennach— laß könne aber auch von einer Abänderung der Ultima— tumsverpflichtungen Deutſchlands keine Rede ſein, je— denfalls werden Frankreich und Belgien nichts nach— laſſen und Briand würde geſtürzt werden, wenn er in dieſem Punkt nachgeben würde. Von der privaten Wiederaufbaugeſellſchaft des Handels und der Indu— ſtrie hält der„Matin“ nicht viel; ihre Beſtrebungen drohen an dem Eigennutz Englands zu ſcheitern, das nicht nur das Pfund Sterling als Zeichnungsmährung für das Geſellſchaftskapital feſtſetzen wolle, ſondern auch den größten Anteil für ſich verlange. Ueber Deutſchland werde Cannes kein klares Ergebnis brin⸗ gen, wohl aber werde Deutſchland möglicherweiſe einer ſchärferen Politik als je ausgeſetzt ſein, wenn die Ver⸗ bündeten ſich nicht einigen. Von italieniſcher Seite wird erklärt, zur Entſchädi⸗ mit der gungsfrage werde von Italien kein Sonderantrag ge⸗ ftellt werden. Die deutſche Frage ſei nur einer der acht Beratungsgegenſtände, die in Cannes auf der Tagesordnung ſtehen. Dagegen ſei die Tauchboot⸗ 77 e 7 Italien von größter Wichtigkeit. Italien önne bei 40 Millionen Einwohnern nur 24 Millionen —— vorzuſchlagen, jedoch müſſe horher eine Stundung von drei Jahren gewährt werden. Tauchbootfrage.) ſtimmung dahin erzielt worden, die Unterſuchung in der Frage der Geheimbündelei wegen der Teilnahme an der „Organiſation C“ dem Münchner Gericht zu übertragen, da ſich die Leitung der Organiſation in München befun⸗ den hatte. Feſtgeſtellt wurde f München verhafteten Perſonen ebenf Verdacht verhaftet worden, an dem Mord, wenn auch verhafteten Perſonen, mit Ausnahme des Kapitänleut⸗ nants. D. Herbert Müller, ſind inzwiſchen auf walds. Vom Verband der Uhreninduſtrie wird mit⸗ ſtarkes Abflauen bemerkbar. Die durch das dingte Preisheraufſetzung für die Erzeugniſſe der Uhreninduſtrie hat dazu geführt, daß zu den neuen Preiſen Uhren im Inland kaum mehr abzuſetzen ſind, da die Kaufkraft des deutſchen Publikums nicht mehr eine Preisherabſetzung angeſtrebt. Auch im Aus ⸗ merken, da auch dort die Abſatzmöglichkeit, insbeſondere anit Sorge entgegen. mit ſelbſterzeugten Lebensmitteln ernähren, a lles übrige müſſe über See eingeführt werden und es habe im Krieg durch die deutſchen Tauchboote am ſtärkſten gelitten. Italien müſſe die engliſche Forderung unter⸗ tützen, daß in einem künftigen Krieg keine Handels⸗ ſchiffe von Tauchbooten angegriffen werden dürfen. Einige Blätter berichten, Rathenau habe in dem Städtchen Mentone Wohnung nehmen müſſen. Rathenau ſoll der„Chicago Tribune“ zufolge be⸗ abſichtigen dem Oberſten Rat eine jährliche Leiſtung Deutſchlands von 1½ Milliarden Goldmark in Waren Mißſtimmung in Amerika gegen Frankreich. Waſhington, 4. Jan. Im Abgeordnetenhaus wurde von Renvis eine Entſchließung beantragt, in der die Regierung aufgefordert wird, von Frankreich die Rück⸗ bezahlung ſeiner Kriegsſchulden an die Vereinigten Staaten zu verlangen.(Der Antrag iſt eine Folge der Verſtimmung über Frankreichs Hartnäckigkeit in der Im Kongreß wurde zum Ausdruck gebracht, die Re⸗ gierung müſſe mit allem Nachdruck verlangen, daß die Schuldner der Vereinigten Staaten die geliehenen Summen nicht zur Vergrößerung von Heeren und Flot⸗ ten verwenden dürfen, vielmehr müſſen die Rückzah⸗ An* en neten nenden ds— 9 e e 8 ie Ermittlungen zum Erzbergermord. Ueber eine am Montag in Offenburg gehaltene Be⸗ ſprechung über den Stand der Ermittlungen in der, Mordſache Erzberger wird berichtet, es ſei eine Ueberein⸗ erner, daß die ſeinerzeit in ſo wie die als Mör⸗, der Erzbergers geſuchten Tilleſſen und S chultz Mit⸗ glieder der Organiſation C waren. In München waren im September vorigen Jahrs 13 Perſonen unter dem! nicht tätig, beteiligt geweſen zu ſein. Alle in München nants a. D. Manfred von Killinger und des Leute freien Fuß geſetzt worden. Killinger ſteht in dem Ver⸗ dacht der Begünſtigung und Müller ſoll von dem Mord⸗ plan Kenntnis gehabt, es aber unterlaſſen haben, Anzeige zu erſtatten. Gegen flüchtigen Täter an dem Erz⸗ bergermord iſt ſchwerwiegendes Material ermittelt wor— den. Handel und Verkehr. Geſchäftslage in der UÜUhreninduſtrie des Schwarz⸗ geteilt: Nach dem ſehr lebhaften Geſchäftsgang in den letzten Monaten des vergangenen Jahrs macht ſich ein ſprunghafte Steigen der Materialien und Löhne be— ausreicht. Von den Uhrmacherverbänden wird daher landsgeſchäft iſt ein ſtarker Rückgang zu be⸗ durch die große Arbeitsloſigkeit vermindert iſt und die ausländiſche Konkurrenz ſtark wetteifert. Sehr ſtark macht ſich die neue Frachterhöhung geltend, die eine ſtarke Belaſtung, namentlich für die weit abgelegene Schwarzwälder Uhreninduſtrie herbeiführt, ſo daß bei⸗ ſpielsweiſe die Fracht für die fertigen Erzeugniſſe, die nach Seehäfen franko geliefert werden müſſen, mehr beträgt als im Frieden das fertige Erzeugnis ſelbſt. So koſtet z. B. ein Wecker nach Berlin 1,35 Mk. Fracht, eine Wanduhr 26,60 Mk., eine Hausuhr 190,80 Mk. Die in Ausſicht ſtehende Erhöhung der Frachtſätze bringt weitere Erſchwerungen und ſtellt an die Fabrikanten ſtarke Anforderungen. Zurzeit befindet ſich die Schwars— wälder Uhreninduſtrie in einer ſtarken, kriſenhaft aus- gewachſenen Lohnbewegung, deren Ausgang noch nicht ſicher iſt. Für die Zukunft ſieht man der Entwicklung Die Zahl der Erwerbsloſen in Bayern iſt im No⸗ vember v. J. von 9663 auf 7190 zurückgegangen, dar⸗ r. 5337 männliche Erwerbsloſe. inte 5 3 Suekulatian mit ber beutichen Mark. Ein deut⸗ 45 ſcher gtuufmanm ſchreibt den„M. N. N. kommt, merkt die Grö erſt, wenn er sein Geld umwechſelt und ſieht,. für 100 Mk. nur 75 Cents Gold neee nicht ein⸗ mal genug, um eine Nacht in der alle Herberge zu ſchlafen, oder gerade genug, um ſich einmal raſieren oder die Stiefel putzen zu Guſche Nun zeigt ſich im Ausland eine merkwürdige Erſcheinung. Man hört ſo viel von dem flott arbeitenden Deutſchland, hat einen ſolchen Reſpekt vor dem Geiſt dieſer Nation und ſeiner Befähigung, daß eine nie dageweſene Speku⸗ lation in ſeiner Währung alle, ſelbſt die beſcheiden⸗ ſten Kreiſe, ergriffen hat. Die Banken, die Wechſel⸗ ſtuben, ſtehen vom Morgen bis zum Abend voll von Menſchen, die ſich das erträumte glänzende Geſchäft der„unbedingt bald einſetzenden Höherbewertung! nicht. entgehen laſſen wollen. Schuſterjungen und Köchinnen kaufen deutſche Mark. In den Hotels und auf der Straße hört man von den Markſpekulationen ſprechen. Vernunftgründe gelten nicht mehr: Die Leute en ganz, daß der Geiſt einer Nation, ſeine Befähigung Leiſtungsfähigkeit in der Bewegung ſeines Gelds nur zum Ausdruck kommen kann, wenn letztere von kei⸗ nem fremden Willen abhängt f Die Wirtſchaftskriſe in Holland. Das„Allgemeen Handelsblad“ beziffert die Kursrückgänge in den Mo⸗ naten Januar bis Oktober 1921 der holländiſchen Bank⸗ aktien auf 209 Millionen Gulden, der induſtriellen Aktien auf 238 Millionen Gulden, der Montanaktier auf 169 Millionen Gulden und der Handelsgeſellſchaft auf 108 Millionen Gulden. Dazu iſt zu bemerken, daß die betr. Kurſe ſehr erheblich, jedenfalls um die Hälfte unter den Maximalpreis her mtergegangen ſind. Auch im Ackerbau ſind erhebliche erluſte eingetreten. Die Preiſe für den Hektar Land ſanken von 3600 auf 2300 Gulden. Die Steuern ſind dagegen um das Vier⸗ fache geſtiegen. ſcheidenſten nd 11 Stuttgarter Landesproduktenbörſe, 2. Dez. Der Ge⸗ treidemarkt verkehrte in den zwei letzten Dezember⸗ wochen in ruhiger abwartender Haltung. In den letz⸗ ten Tagen trat jedoch eine Steigerung der Preiſe ein, da bekannt wurde, daß die Reichsgetreideſtelle inländi⸗ ſchen Weizen und Roggen aufkaufen ließ. An der erſten Börſe des neuen Jahres notierten 100 Kg. ab württ. Stationen: württ. Weizen 750770(am 19. Dez.: 720740) Mk., Sommergerſte 710750(700 730), Haber 520—550(unv.), Weizenmehl Nr. 0 11501170 (1125-4145), Brotmehl 900920(875-895), Kleie 390— 400(unv.), württ. Heu 230-250(210-230), Stroh 85-95(unv.) Mark. Mannheimer Produktenbörſe, 2. Jan. Die Stimmung hat ſich befeſtigt und die Getreidepreiſe haben erneut angezogen. Das Geſchäft blieb aber klein, da die Ver⸗ käufer an ihren erhöhten Forderungen feſthielten. No⸗ tiert wurden: Weizen 790-800, Roggen 650-660, Gerſte 750770, Hafer 575—585, Mais 650, inlünd. Erbſen 700—850, Wieſenheu 300320, Rapsſtroh und gebünd. Stroh je 100, Reis 800.— 1200. Von Futter⸗ artikel notierten Maiskeime 575580 ab württ. Sta⸗ tionen, Biertreber 525—530, ab bayeriſchen Stationen, Kokoskuchen 575—585, Rapskuchen 520 540, Kleie 380 bis 400 Mark je die 100 Kg. Infolge der erhöhten Getreidepreiſe waren die Preiſe für Mehl ebenfalls etwas hoher und zwar für Weizenmehl(0) 1125 Mk. und Roggenmehl 800-825 Mk. die 100 Kilo ab ſüd⸗ deutſchen Mühlen. Mannheimer Pferdemarkt, 2. Jan. Der Zutrieb be⸗ trug 27 Wagen⸗, 221 Arbeits⸗ und 45 Schlachtpferde. Für das Stück wurde bezahlt: 1100— 3500 Mk. für Wagenpferde, 80008200 Mk. für Arbeitspferde und 15003500 Mk. für Schlachtpferde. Der Handel mit Wagen⸗ und Arbeitspferden mittelmäßig, mit Schlacht⸗ pferden lebhaft. Mannheimer Schlachtviehmarkt, 2. Jan. Es waren zugetrieben: 150 Ochſen, 127 Bullen, 722 Kühe und Rinder, 461 Kälber, 128 Schafe, 656 Schweine. Be⸗ zahlt wurden für 50 Kg. Lebendgewicht: für Ochſen erſter Klaſſe 1000— 1100, zweite 900-950, dritte 750 bis 850, vierte 600 700; Bullen erſte 850 975, zweite 700850, dritte 600— 700; Kühe und Rinder: erſte 10001100, zweite 900950, dritte 800.850, vierte 650-800, fünfte 400500; Kälber zweite 12501300, dritte 12001250, vierte 11001150, fünfte 1050 bis 1150: Schafe erſte 600650, zweite 550 660, dritte 500550, vierte 450500, fünfte 450 500; Schweine erſte 1800— 1850. zweite 17501800, dritte 1700- 1750, vierte 16501700, fünfte 145501650, ſechſte 1400 bis 1550 Mark. Stimmung: Großviehhandel, gute Ware, lebhaft, geringe mittelmäßig; Kälber⸗ und Schafhandel mittelmäßig, ausverkauft; Schweinehgndel ruhig, klei⸗ ner Ueberſtand g Tie deutſchen Kuunſtſei 0 80 bis 100 Prozent erhöht.„ Die Margarinepreiſe. Dasſzweiſalige lötzliche len der Margarinepreiſe hatſin der Geſchäftswe deutende 10 0 des Einzelhhndelß herbeigeführt. mit der Preis der efabrik ö ſetzte Margarineverband erklärt, d r die Feſ zung der Mar Dollars maßge nge ſet⸗ nd und daß die Preisermäßigung au Da der nige Tage anhielt, erhebt der Ein elhandel die For⸗ derung, daß die entſtandenen Verluſte vom Liefe⸗ garinefabriken haben 10 s auch dem Einzelhandel erhebliche Nachläſſe bewilligg. 8 Die Kaffeepreiſe. Der Vekein der Kaffeeröſter und „Händler in Hamburg teilt mit: der Preis für 1 Pfd. guten geröſteten Kaffee ſtellt ſich jezt auf 85 Mk. Dabei ſſt der erheblich. geſtiegene Weltmarktpreis ſowie der jetzige Zollſatz von 26 Mk. füf 1 Pfund Rohware (d. f. 32 Mk. für 1 Pfd. geröſteten Kaffee) zugrunde gelegt. Alle Verkäufe unter dieſem Preis ſind als be⸗ ſonders günſtig für die Verbraucher zu bezeichnen. Balingen, 2. Jan. Dem hieſig Schweinemarkt wurden 292 Stück Milchſchweine zugeführt. Der Han⸗ del war flau; ein kleiner Reſt blieb unverkauft. Der Preis betrug für das Stück 100 bis 400 Mark. — Der Hauptgewinn der S f ranleihe von 1 Mil⸗ lion Mark fiel auf Gruppe 2473, Nr. 23. e — Telephonbenützung bei Privatanſchlüſſen. Die Poſt überläßt jetzt die Regelung der Frage, wieviel ſich der Anſchlußteilnehmer von Dritten für die Be⸗ nutzung ſeines Anſchluſſes erſtätten laſſen darf, der freien Vereinbarung zwiſchen den beiden Parteien. Wer deshalb z. B. die von einem Hotel erhobene Einzel⸗ jeſprächsgebühr beanſtandet, kann ſich immer nur mit dem Beſitzer des Hotels, nicht dber mit der Poſt dar⸗ ber auseinanderſetzen, weshafb das Hotel für die [Benutzung ſeiner unter Umſtänden mit erheblichen Ko⸗ ten ganz überwiegend für die Gäſte eingerichteten Fernſprechanlage als Entgelt kine Einzelgeſprächsge⸗ hühr erhebt, die über den Satz bon Automatengeſprä⸗ hen hinausgeht. — Einſchrünkung des Frachtgſtverkehrs. Wegen Koh⸗ ſenmangels muß der Frachtgiſtverkehr vom heutigen dienstag ab bis auf weitereß eingeſchränkt werden. Auskunft wird auf den Statihnen erteilt. N Dollarkurs am 4. Januar 102.—. Gegen die neue deutſche Hündelsflagge. Eine deuf ſche Schiffahrtsgeſellſchaft, diſ Dampfer nach Südame rika verkehren läßt, hatte laßt Hamb. Korr. an ihr Vertretung in Valparaiſo(Fhile) gekabelt, daß ihn Schiffe nach dem neuen Reſchsgeſetz vom 1. Januq ab die ſchwarz⸗rot⸗gelbe Hanzelsflagge ſtatt der alten Farben ſchwarz⸗weiß⸗rot fühſen müſſen. Darauf gin umgehend aus Valparaiſo die Mitteilung ein, das einige der größten Firmen bi ihren Verladungen di⸗ Dampfer ausſchließen werden falls ſie die neue Flagge führen ſollten. ö 1 Kemptener Butter⸗ und Kiſſebörſe. Der in vergange ner Woche erzielte Durchſchiſittspreis für 1 Pfd. 15 Verpackung ſtellt ſich wie folft: Für Butter 28.67, für Weichkäſe 9.69, für Allgäuſr Rundkäſe 16.30 Mark Peſamtumſatz in Butter 74 2 Pfd., Weichkäſe 300 718 Pfd., Rundkäſe 83 715 Pfd. arktlage: Nachfrage nach Butter unverändert gut, nach Weichkäſe noch gut, nach Allgäuer Rundkäſe lebhaft. n Stuttgart, 4. Jan. Das Falzwerk Heilbronn A. G. will ſein Kapital von 6,30 auf 14,70 Millionen Mark erhöhen. Die württ. Leineninduſtrie in Blaubeuren beſchloß die Erhöhung ihres Kapitals Blaubeuren beſchloß dit Erhöhung ihres Aktien⸗ kapitals von 900 000 auf 2 Millionen Mark. Viehmarkt Karlsruhe, 2. Jan. Zufuhr: 182 Stück und zwar: 37 Ochſen, 25 Pullen, 14 Kühe, 40 Fär⸗ ſen, 15 Kälber, 51 Schweitze. Es wurde bezahlt für den Zentner Lebendgewicht: Ochſen zweite Sorte 1000 bis 1050, dritte 950— 1000 vierte 850950; Bullen zweite 1000 1050, dritte 500850; Kühe und Fär⸗ ſen erſte 10001050, dritte 9001000, vierte 850 bis 900, fünfte 600700; gälber dritte 10004 150, bierte 9501000, fünfte 930. Schweine 240300 Pfd. 1850 Mk., 200 240 Pfd. 750 Mk., 160200 Pfd. 1650 Mk., 160 Pfd. 1550 tes: langſam; der Markt Pforzheim, 4. Jan. D 0 129 Tiere zugetrieben. Bei flauem Handel wurden für leichte Pferde 8000— 2000, für mittlere 16000 bis 20000 und für ſchwere 20000 30 000 Mk. bezahlt. Viola. Roman aus dem Leben von Georg v. Pletten. 41)(Nachdruck verboten.) Natürlich hatte das die Eltern mißgeſtimmt, und es gelang ihr auch nicht, dieſe Mißſtimmung ganz zu be⸗ ſeitigen mi, der Hoffnung, er werde ihr treu bleiben, bis er avanciert ſei und ſie dann zum Altare führen; denn der Vater berechnete, daß er den größten Teil ſeiner Erſparniſſe dann für die Beiden werde opfern müſſen, und wäre Mathilde nicht ſo unklug eweſen, ſo hätte ſie gewiß eine viel beſſere Partie machen kön⸗ nen und wäre nicht gezwungen geweſen, jetzt zu harren und zu warten, um am Ende doch nicht ans Ziel zu gelangen. Dieſer Befürchtung— es möchte am Ende doch nichts daraus werden— konnten Herr und Frau Profeſſor Wallig nicht ledig werden; ſie verbitterte ihnen das ganze Leben. Und Mathilde? Sie durfte ihren Bräutigam nicht ſehen, nicht ſprechen; ſonſt wäre das Geheimnis in der nicht allzu großen Stadt nicht ſicher geweſen. Zu ſchreiben hatte ſie ſo wenig, es? waren nur Liebesbeteuerungen, die ſie dem Geliebten machen konnte: ihr Leben floß ja ſo ruhig, ſo ſtill, ſo langweilig dahin in der Faſtenzeit. Und ihr Bräu⸗ tigam— auch er ſparte nicht in ſeinen verhältnismüßig ſelten anlangenden Briefen mit Verſicherungen ſeiner Treue und Liebe und mit Späßen und Witzen, aber merkwürdig, die Liebesbeteuerungen ließen ſie oft ſo kalt, und die Witze entlockten ihr nur ein wehmütiges Lächeln, oft kamen ſie ihr wie grauſer Hohn vor. Er 7 nicht, was er trieb, er ſchrieb nur mit einigen flüchtigen Worten von aufreibendem Dienſt, und damit entſchuldigte er jedesmal 1 55 die Seltenheit und Kürze ſeiner Briefe. Für ein liebendes Mädchen gibt es keine irößere Pein. als warten, immer warten und mit der Ungewißheit ringen, ob das Warten ſchließlich durch ein glückliches Ende reichlich belohnt oder durch ein Unglück traurig vereitelt wird. Dieſe Pein ward Ma⸗ thilde reichlich zuteil. Sie war ſichtbar in der Bläſſe der Wangen, die ſonſt wie Roſen blühten. f Und Viola? Hedwig war luſtig und guter Dinge wie immer. Sie ſang in der Küche, ſie ſang bei der Handarbeit, ſie erheiterte allein noch das ganze Haus. Und doch drückte auch ſie ein Geheimnis und ein ſtiller Kummer. Auch ſie wagte nicht, den Eltern mitzuteilen, daß Therſites, der Sohn des Kommerzienrates, ihr einen förmlichen Antrag gemacht hatte; denn ſie hätte mitteilen müſſen, daß ſie ihn abgewieſen hatte. Papa und Mama— o, ſie hätten gewiß gezürnt, und ſie hätten ſicher nicht geruht, bis ſie auch den Grund er⸗ fahren, und den, den wollte ſie um keinen Preis ver⸗ raten. Sie durfte es nicht ſagen, daß ſie 18 r. Elven liebe, und daß er 15 offenbar wieder liebe, nicht eher ſagen, als bis er ihr wirklich ſeine Liebe erklärt hatte. Und auf den Moment wartete ſie in ſtiller, beglücken⸗ der Hoffnung. Sie hatte es bald c e daß Lohen⸗ grin ſie urplötzlich br beſchd und ſich auf dem Ball nur mehr wenig mit ihr beſchäftigt hatte, ſie fand dafür allerlei Erklärungen. Aber das Wort:„Mein liebes Veilchen“ ſchloß die ganze Fülle ihrer kindlichen Hoff⸗ nungen in ſich und verſcheuchte die trüben Gedanken, Nur eines bekümmerte ſie: Doktor Elven erſchten nicht mehr im Hauſe. Papa hatte ihn mehrfach eingeladen, aber er hatte immer eine andere Abhaltung. Warum — dieſe Frage d te ſie fortwährend— kommt er nicht mehr? Sie brachte die Antwort natürlich nur mit ſich ſelbſt in Verbindung, 5 5 95 ſie ihn beleidigt? O nein, im Gegenteil, ſie war doch ſo vertrauensvoll zu ihm, want e eſchick“ hatte! Wollte er ihr noch nicht beſtimmtere Hoftag machen? Vielleicht iſt ſeine i noch nicht ſo beſeſtige, daß er es wagen konnte“ a e 10 zu vertrauensvoll, Ae ais ſich er wirklich ſo viel zu tun Vielleicht trifft beides zu dachte ſie endlich, und auch Hedwig wartete, freilich ſie mit dem ſeligen Gefühl der Hoffnung, die Ver⸗ allzu großer Zukunftsferne zu erleben. So ſchlichen die Tage dahin. Auf einmal kam des Leutnants Brief ins Haus. Mathilde, die ihn vom Poſtboten ſelbſ⸗ empfing, flog mit ihm ins Schlaf⸗ zimmer a 1 Ihre Wangen waren lebhaft gerötet; denn der Brief war umfangreicher als ſonſt. Ihre Hand zitterte, als ſie ihn öffnete, ihre Pulſe flogen, als ſie ihn mit flie⸗ gender Haſt Seite um Seite las. Erſt verklärten ſich ihre Züge, denn der Anfang des Briefes war in ſo warmen, liebenden Worent abgefaßt, dann wurden ſie leichenblaß, denn ſie las von Maxens Verſchuldung und von dringend nötiger Hilfe 2c bis Oſtern. End⸗ lich entſtürzte ein Strom von Tränen ihren Augen; denn ſie wollte es übernehmen, beim Papa für ihn zu bitten, daß er ihm das Geld vorſtrecke— eine hohe, eine rieſige Summe! Und doch klang der Schluß des Briefes wieder ſo glühend, ſo feurig liebend, 95 ſie ihm dieſe Bitte unmöglich abſchlagen konnte.„Aber Papa wird es nie und nimmer tun!“ ſchluchzte ſie auf und vergrub weinend das Angeſicht in die Kiſſen des Bettes, auf dem ſie ſaß.„Eher wird er unſerer Ver⸗ lobung ein⸗ für allemal ein Ende machen!“!““ 1** XR 0 Liebe Ju gend. Der kleine Max:„Vater, gib mir ich zum Haarſchneider, dann kaun ozu brauchſt du ſie deun? Will ſt du eine bekommen. daillon tun?“— Max:„Nein, ſch brauche ſie für me der hatte 1 Wierder! 8 hat den eee bertoreu“. ildung der Nargq 1 5 ate ae 3 0 arinepreiſe der jemeilige Kurswert den. den 1 ikgang des Ipllarz zurückzuführen ſe i öchſte Kursſtand daß Dollars aber nur we⸗ nacht in dem mittelfränkiſchen Städtchen Dinkels 0 mit teufliſcher Ueberlegung verübten Bluttat iſt noch ranten getragen werden miſſſen. Mehrere große Mar- wirklichung ihres Jugend⸗ und Liebestraumes in nicht Gortſezung folgt) 10 1 Locke von deinem Haar.“. Vaker!„Morgen gehe t du ſie in ein Me⸗ nis 5 g Spende des Papſtes. Der Papſt hat für lungen⸗ une deu che Studenten 200 000 Lire(etiva 1½ il⸗ lionen Mark) geſpendet. 5 5 Turch eine Schneelawine verſchüttet. Bei einer Schneeſchuhfahrt auf dem Sulzkofel(Tirol) wurde Pro⸗ feſſor Packhaus aus Pforzheim von einer Schnee⸗ lawine verſchüttet.: Die Bluttat in Dinkelsbühl. Zu der in der F zu melden, daß der Anſchlag nicht der harmloſen Be⸗ völkerung, ſondern den Sicherheitsorganen der Stadt galt. Nach der Art der erſten Handgranate im Feld, doch in größerem Umfang als Höllenmaſchine, war ein Wurfgeſchoß konſtruiert worden, das mit Dynamit, Glas, Drahtſtücken und Nägeln gefüllt war, und mit einem elektriſchen Leitungsdraht zur Exploſion ge⸗ bracht wurde. Die Wirkung war furchtbar. Von den verletzten Vorübergehenden, deren Zähl ſich auf 50 beläuft, iſt die Hälfte tödlich, bzw. ſchwer verletzt. Bei bielen wird am Aufkommen gezweifelt. Einzelne Per⸗ ſonen waren buchſtäblich mit Sprengſtücken geſpickt. Als Täter wurden Burſchen aus Arbeiterkreiſen im Alter von 17 bis 23 Jahren verhaftet. Sie gaben an, ſie haben ſich an der Polizei rächen wollen, aveil am Nachmittag vorher einer ihrer„Kollegen“ wegen eines Vergehens ins Gefängnis eingeliefert worden war, deſſen Freilaſſung ſie angeblich zu erzwingen trachteten. Man vermutet, daß hinter dem ſcheußlichen Verbrechen ein kommuniſtiſcher Anſchlag ſich verbirgt. Eine Hockerſteuer auch in Berlin. Die zuerſt von Stuttgart eingeführte ſogenannte„Hockerſteuer“ ſcheint jetzt die Runde durch die deutſchen Großſtädte zu ma⸗ chen. Der Berliner Magiſtrat hat bei der ſoeben im Entwurf vorgenommenen Abänderung der Luſtbarkeits⸗ ſteuer einen Par. 42 eingefügt, der von den in ſpäter Stunde in öffentlichen Lokalen bzw. Verkehrsräumen weilenden Gäſten eine beſondere Steuer erhebt. Millionendiebe. In Berlin hat, wie bereits kurz gemeldet, ein Ehepaar namens Bröder ſeit längerer Zeit Ladendiebſtähle verübt, deren Wert jetzt auf 8 bis 10 Millionen angegeben wird. Der Schwiegerſohn der Verhafteten, Morvilius, wurde nun auch feſt⸗ genommen, da er dringend verdächtig iſt, die Diebſtähle begünſtigt zu haben. Morvilius iſt Direktor der Reichs⸗ treuhandgeſellſchaft, die die Verkäufe des aus der Ent⸗ waffnung und der Auflöſung der Kriegsgeſellſchaften ſtammenden Reichsguts zu vermitteln hat. Gegen Mor⸗ vilius lagen ſchon einige Zeit ſchwere Anzeigen vor, die aber, wie der„Vorwärts“ berichtet, von ſeinen Vorgeſetzten ſtets beſeitigt wurden. Diebſtahl. Auf der Reichswerft in Wilhelmshaven hat eine Diebesbande für 200 000 Mark Metall ge⸗ ſtohlen. Mord. In Dortmund erſtach der Arbeiter Voß ſeinen jüngſten Sohn, weil dieſer Geld für eine Syl⸗ veſterfeier gefordert hatte. Darauf erſchlug der ältere Bruder den Vater mit einem Spaten. Schlemmerſteuer. Wie aus Reichenberg in Böhmen gemeldet wird, beſchloſſen die dortigen Stadtvezord⸗ neten die Erhebung einer ſogenannten Schlemmerſteuer in Höhe von 20 Prozent. Sie ſoll in den mit be⸗ ſonderem Aufwand ausgeſtatteten Gaſthäuſern von den dort verabreichten Speiſen und Getränken erhoben werden. 5 Viltiergewitter. An der Nord- und Oſtſeeküſte wur⸗ den verſchiedene Wintergewitter beobachtet. In Ham⸗ burg hagelte es. In Greifswald ſchlug der Blitz in den Turm der Nikolaikirche und zündete. Die ſeltene Erſcheinung eines Wintergewitters konnte man am Dienstag nachmittag um 3 Uhr auch in Karls⸗ ruhe erleben. Am Himmel zogen ſolch dunkle Wol⸗ ken herauf, daß überall Licht angezündet werden mußte, um die Arbeit fortführen zu können. Es ſetzte außer- ordentlich ſtarker Schneefall ein, in deſſen Verlauf plötzlich ein greller Blitz mit nachfolgendem Donner⸗ ſchlag aufleuchtete. Der Schneefall war ſo ſtark, daß innerhalb weniger Minuten die ganze Stadt in eine Schneelandſchaft verwandelt war. Nach wenigen Stun⸗ den war aber der Schnee wieder geſchmolzen. Hochwaſſer. Faſt aus dem ganzen Schwarzwaldgebiet wird von einem raſchen Anſchwellen der Gewäſſer in⸗ folge der raſchen Schneeſchmelze berichtet. Im Murg⸗ tal hat das Hochwaſſer erheblichen Schaden angerich— tet. Auch aus dem Kochertal wird Hochwaſſer ge— meldet. Die Portoerhöhung der Poſt. Die am 1. Januar in straft getretene große Portberhöhung hat zur Folge gehabt, daß am 31. Dezember bis in die letzten Abend⸗ ſtunden rieſige Mengen an Poſtverſandgegenſtänden aufgeltiefert wurden. So haben z. B. in Stuttgart diele Firmen 10⸗ bis 30 000, einzelne ſogar 100⸗ bis 200 000 Stück auf die Poſtämter geworfen, um noch die alten, weſentlich mäßigeren Gebührenſätze auszu⸗ nützen. Die Firmen haben dadurch viele Tauſende von Mark geſpart. ö Jagdglück. Bei einer Jagd auf Hochwild im Ilgen⸗ bachrevier bei Freudenſtadt konnte Forſtwart Müller von Obertal einen ſtarken Zehnender zur Strecke brin⸗ gen, den erſten Hirſch, der in dieſem Gebiet geſchoſſen wurde. Die Fürſtenbilder. In Bensheim(Bergſtraße, Heſ—⸗ 8 ſen) hatte die ſoz. Bürgerausſchußfraktion den Antrag geſtellt, die Büſte des Großherzogs aus dem Bürger⸗ ausſchußſaal zu entferngen. Bürgermeiſter Löslein weigerte ſich, dies zu tun, wenn nicht ein Beſchluß der Stadtverordneten vorliege, da es ſich bei der Büſte um eine Stiftung handle. Bei der Abſtimmung wurde der Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Demokraten abgelehnt. [Stadt und Land. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Geſamtbevölkerung des Deutſchen Reichs iſt ſeit Jahrzehnten ununterbrochen geſtiegen. 1871 gehörten den Städten mit 100 000 und mehr Einwohnern 4,8 Prozent, 1919 dagegen 24,9 Prozent der Geſamtbevöl⸗ kerung an. Die Bevölkerung der Landgemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern fiel auf 22,59 Millionen oder 37,5 Prozent. 5 Liolales. — Weitere Herabſetzung der Margarinepreiſe. Führende deutſche Margarinewerke nehmen für Abſchlüſſe für die erſte Januarwoche 1922 zur Belebung des ſtark fſtockenden Geſchäfts eine Ermäßigung der Verkauspreſſe un 3 Mk. pro Pfund vor e, ltbürgermeiſter Kühlwein Geſtern Vormittag durcheilte die Trauerkunde unſern Ort, daß Herr Altbürgermeiſter Kühlwein aus gebrannt. Der Schaden betrügt 45000 Mark. dieſer Zeitlichkeit abgerufen wurde. Ein tückiſches Lelden hat den 76jährigen ſonſt noch rüſtigen Grels nach kurzem Krankenlager dahingerafft. Herr Kühlwein war lange Jahre Gemeinderatsmitglied, Beigeordneter und zuletzt berief ihn das Vertrauen ſeiner Mitbürger zum Bürgermelſter hieſiger Gemeinde. Mit ſeltener Hingabe und Pflichttreue hat Herr Altbürgermeiſter Kühlwein die ihm übertragenen Ehrenämter verſehen und nach beſtem Wiſſen und Können verwaltet. Während ſeiner Amtszeit iſt Viernheim merklich vorwärts gekommen. Es erhielt die Staatsbahnlinie, das Gaswerk wurde erſtellt und das Schillerſchulhaus erbaut. Mit Dank und Anerkennung ſteht heute die geſamte Gemeinde an der Bahre ihres ehemaligen Bürgermeiſters. Abſchiedsgrüße begleiten ihn ins Grab. Er ruhe im Frieden! 5 — Neue Freimarten zu 150 Pfg. Von der Poſtverwaltung werden jetzt neue Freimarken zu 150 Pfg. ausgegeben, die das Bild der Landarbeiter, wie es ſchon für die Zeit vom 7.— 20. Januar 1922 an die Verfor⸗ von einigen anderen Markenſorten her bekannt iſt, tragen. „„Ungenügende Adreſſe“. Heimlich, ſtill und leiſe iſt mit dem Jahreswechſel im Telegraphendienſt eine ft getreten, die geeignet iſt, einen Sturm r 3 zufe l. Bei allen Telegrammen mit ſogen.„ungenügender Adreſſe“, z. B. Weglaſſen der Hausnummer, wodurch ein Nachſchlag im Adreßbuch not⸗ wendig iſt, wird(nach einer Nachricht des„Heidelberger Tagblatt“ 0 an der Empfänger des Telegramms mit einer Geldſtrafe von 4 Mark belegt! Das Reichs⸗ Betrag z ültätigen Zwe i poſtminiſterium hat es nicht der Mühe wert gehalten— Betrag zu wohltätigen Zwegen verwendet wird. oder nicht den Mut dazu gehabt—, dieſe ganz auf Beutel⸗ ſchneiderei angelegte Verfügung vorher dem Publikum überhaupt ordnungsgemäß bekannt zu machen. — die neuen Bettkartenpreiſe. Am 1. Februar 1922 treten folgende neue Bettkartenpreiſe bei der Reichs⸗ 2. Klaſſe 100, 3. Klaſſa Verfügung in der Proteſte hekauszufordern. bahn in Kraft: (Liegewagen) 60 Mark. Die Vormerkungsgebühren wer⸗ den erhöht auf 20 Mk. für die 1. Klaſſe, 10 Mk. für die 2. Klaſſe und 6 Mk. für die 3. Klaſſe. — Ein ganz tolles Gerücht iſt in Süddeutſchland i Es wurde ersählt. noch vor Ablauf des Jabrs Anzeige. 1921 werde eine große Finſternis eintreten, während der die ganze Luft mit Schwefel erfüllt ſei; jeder, der ins Freie trete, müſſe dies mit dem Tode büßen. Während der Finſternis ſollten nur geweihte Kerzen breunen. Dieſer Aberglaube hatte zur Folge, daß da und dort die Wachs⸗ läden völlig ausverkauft wurden. Da nun das Jahr 1921 ohne die Verwirklichung dieſer Prophezeihung zu Ende gegangen iſt, werden diejenigen Gemüter, die ihm Glauben geſchenkt haben, die Ueberzeugung gewonnen haben, daß man ſolch törichten Gerüchten keinen Glau— ben ſchenken darf. — Erhöhung des Rollgebührentariſs. Jufolge tag aus , e der ee tag aus e erheblicher Steigerung des Bezirksaufwandes 5 er amtl. Gepäck⸗Expreß⸗Eil⸗ und Frachtgutbeſtättereien 1 125 znr f 5 wird mit Wirkſamkeit vom 5. Januar ein neuer Rollge— Gebetzeiten der jüdiſchen Gemeind Die Nebengebühren und 7. Januar. Abtraggebühren bleiben die gleichen wie bisher. Der neue Rollgebührentarif ſieht gegenüber den bisherigen Sätzen, durchgängig für ſämtliche Ortsklaſſen gleich, eine ben Erhöhung um 40 Prozent unter Aufrundung der Ge⸗ Wajlgaſch bührenſätze auf volle 10 Pfennig vor. Gleichzeitig iſt auch die reichsgeſetzliche Ortsklaſſeneinſtuſung mit in den Tarif übernommen worden. 1. Klaſſe 200, bührentarif in Kraft treten. Großachſen(bei Weinhein), 4. Jan. Durth Kin⸗ der, die bengaliſche Streichhölzer in die Luft warfen, iſt das Stallgebäude der Brüder Buchheimer nieder⸗ Meßkirch, 4. Jan. Dem Adlerwirt⸗Bücheler wur⸗ den vier Säcke Frucht geſtohlen, die ihm die Gau⸗ ner dann wieder in ſeinen eigenen Säcken zum Kauf an⸗ boten. Der Schwindel gelang aber nicht und die Gau⸗ ner wurden verhaftet. Griesheim(bei Offenburg), 4. Jan. Geſtern nacht iſt die Kinzig aus ihren Ufern getreten und hat eine dort gerade weidende Schafherde, die in der Bühler Ge⸗ markung gepfercht war, überraſcht. Die armen Tiere ſtan⸗ den bis zum Halſe im Waſſer. Amtlicher Teil. Betr.: Verteilung von Auslandskochmehl. Perſonen, welche bei der letzten Kochmehlausgabe nicht berückſichtigt werden konnten, können ihr zuſtehendes Kochmehl gegen die Marke N bei den Bäckern Georg Ar- nold und Nikolaus Schalk in Empfang nehmen. Betr.: Ausgabe von Brotmarken. Montag, den 9. Januar 1922, vormittags werden im Rathaus⸗Keller des Rathauſes die Brotmarken Kinder können die Marken 3 Uhr abholen. Die Krankenbrotmarken kommen am gleichen Tage an die minderbemittelten Kranke zur Ausgabe. gungsberechtigten ausgegeben. nachmittags von Betr.: Die Enthebung von Neujahrsentſchuldigungskarten. Es hat welter eine Neujahrs-Entſchuldigungskarte ge— löſt: Dr. Rudershauſen, Sanitätsrat. Wir danken für die Gabe und fügeu an, daß der Betr.: Fleiſchbeſchau-Ordnung. Wir machen darauf aufmerkſam, daß nach 8 2 Abſ. 9 der Fleiſchbeſchau-Ordnung dle Beſitzer von Gaſt⸗, Schank⸗ und Speiſewirtſchaften, ebenſo Händler mit Fleiſchwaren verpflichtet ſind, ihre Schlachtungen zur Fleiſchbeſchau an⸗ zumelden. Die gleiche Verpflichtung haben diejenigen Vieh⸗ beſitzer, die beabſichrigen, bei Schlachtungen das Fleiſch ganz oder teilweiſe zu verkaufen. Etwaige Uebertretungen dieſer Vorſchrift gelangen zur Bett. Benzolzuteilung für den Monat Februar 1922. Benzolbeſtellungen für den Monat Februar 1922 ſind von den bezugsberechtigten Gewerbetrelbenden bis längs⸗ tens 6. Januar bei uns Zimmer 23 aufzugeben. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berückſichtigt werden. Heſſ. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Untererhebſtelle. Wegen Monatsabſchluß ſällt der Zahltag um Frei— Wochenabſcknitt Fußballklub Amicitia 1909 Sportplatz hinterm N Sonntag, den grdands-Metlſ. 3. e aft für landw. Bedarfsar— Wenne gegen die geſellſchaft für landw. Bedarfsar Weinh. in Viernh. Spielanfang: N 2 2 3. Mſch. halb 11 Uhr, 2. Mſch. halb! Uhr, 1. Mſch, halb 3 Uhr. 1. Jugend-Mannſch. gegen die gleiche Abfahrt mit Och. 9.16 Uhr. Freitag Abend punkt halb 8 Uhr Spielausſchuß⸗ Sitzung, punkt 8 Uhr Spieler-Verſammlung im Reſtaurant zum neuen Bahnhof bei Mitgl. Michael Faltermann, wozu um vollzähliges und pünktliches Erſcheinen ſämtlicher Spieler gebeten wird. Der Spielausſchuß. Gportverein 09 Viernheim (Sportplatz am Sonntag, den 8. Januar Verpands-Wottip. der 1., 2. u. 3. Mſch. gegen die gleichen Mſch. des Fußballv. Abfahrt der 1. Mannſch 12.43 Uhr 2. Mſch. 11.43 Uhr ſch. 9.48 Uhr. „Mſch. gegen 1. 8 C. Mannheim in Viernheim. Anfang halb 11 Uhr. Sonntag, den 8. im Vereinslokal Zuſammenkunft anläßlich des Spieles Samstag, den 14. res-Werſammlung Der Vorſtand. Januar, abends allgemeine in Weinheim. anuar Ja 1 80 Einladung. Ein großer Teil hieſiger Land— wirte und ſonſtiger Intereſſenten hat in wiederholten Sitzungen über die Bildung einer Ein- u. Verkaufs⸗ tikel uſw. beſprochen, wobei man ein⸗ ſtimmig die Notwendigkeit einer Gründung anerkannt hat. Um den noch Fernſtehenden einen Einblick über das beabſichtigte Unternehmen zu geben, ſoll eine öffentliche Ausſprache am Sonntag, den 8. Januar ds. Mts., Michm. halb 2 Uhr, im Verſteigetüßgsſaal des Rathauſes ſtattfinden. Zu dieſer Beſprechung laden wir alle Intereſſenten er⸗ aebenſt ein und rechnen auf zahlreichen Beſuch, um das Vorhaben mit Erfolg zu krönen. Im Auftrag der vorläufigen Gründer: Mik. Winkler 12. Waldstr. 16 Telefon 23 Zucker. wieder friſch ein⸗ Lavalisthaus getroffen Mannheim J, 20 Würfel Pfd. 7.20 Fernspfech. 5433 Geſtoßener 7.— Brauner Kandis⸗ An- u. Verkaufs-Ce. zucker Pfd. 7 50 schäft für neue undd etragene Damen- dale Meeder 5 fie Pfd. 10.— all. Art, Relsearfitel Gemüſe⸗ und del Pfandscheſn Fadennudeln Spezialität; eme Sunpen paneh, hel 0 Ei lars And Cderschufe. Sabbat-Anfang Nachmittag Wochentag-Abend knsche fische f Ind Schenscnh Jede woche 2 Irische Wurstware Rollschinken Pid. weiche Mett Schinkewurst Frankf. Leberw. 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