aeg ud Lumekag, Ber malle) Bizngevrel üg ſtark, Einzelb Stück 40 Pfg. Durch 5 Poſt gen vierte ührlich 15 Mk. Gratisbeilagen: Kalender u. Fahrplan. v. erdten⸗Pieis: Ole im wenne e eren Raum 99 pig. d engel 3 Mk. Bei 14 5 iederholungen und 1220 Aufträgen l an Rabatt. Bellagengebühr für die Geſamt⸗ auflage 50 Mk. Annahmeſchluß für Inſerate: vormittags 9 Uhr. — * iernheimer er-Jeitung Lokal⸗Anzeigeblatt für Viernheim naben Sie hei mir eine billige Bezussduelle! Margarine Pid. 20 Mk.] Palmin Pid. 23 Mk. Back-Del Itr. 30„ Wizena%% N Salat- Dei„ 30„ TLandbutter„ 40„ Fst. Talel-Del,, 38„ Tafelhutter„ 46„ Danksagung. zus Ania des Heimpangs und der Be: 5 eruigung unseres nun in Gott ruhenden 2 Vaters, Schwiegervaters, Groſlvaters, Urvroh- vaters, Sckwagers und Unkels 4 Todes-HAnzeige. Heute mittag/ 1 Uhr verschied sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe herzensgute Mutter, Grossmutter, Schwieger —— Geſchäfts⸗Anzeiger Den Abonnenten unſeres Blattes 1 wir bei Im Falle höherer Gewalt und ſonſtigen Störungen des Vereins⸗Anzeiger nſeraten be⸗ Herrn dg. Frieren Hatwein o. Hltbürgermeister sind uns so überaus zahlreiche Beweise inniger Un- teilnahme gegeben worden. Hlierlür sagen WI Allen auf diesem Wege herz- innigen Dank. MERUREINM, den 6. Januar 1922.„ ie krausrnden fnlerblebenen. ——— Männer- Gesang Gegründet 1646. Singstundle. Verein Sonntag, den 15. lanuar, nachm. 1 Uhr im Gasthaus zum goldenen Engel Drueniicne General-Ver Sammlung. Um vollzähliges Erſcheinen aller Mitglieder bittet Der Vorstand. Us. heute Samstag, den 7. Januar, vollzählige Einen guterhalt. großen Gchlitten fan 28 n. Werle une Danksagung. die vielen wohlluenden Beweiſe dem allzufrühen Für Gott Wir bitten die Gläubigen, der Ib. Ver- inniger a ö 5 Heimgange unſeres lieben, nun in ruhenden unvergeßlichen Sohnes und Bruders e ferner für das zahlreiche Geleite zur letzten Ruheſtätte und für die Kranz⸗ und Blumenſpende ſagen Anteilnahme bei hilipp wir unſeren tiefgefühlten Dank. Ganz beſonderen Dank der hochw. Geiſtlichkeit für den troſtreichen Beiſtand, de ehrw. barmh. Schweſtern für die aufopfernde, lieber lehrer Herrn Weller un den Stiftern von Seelenmeſſen. Viernheim, den 6. Januar 1922 Die tieftrauernd Hinterbliebenen: Familie Georg Dewald 5. e Pflege, ſeinem Klaſſen⸗ d Mitſchülern für die erwieſene letzte Ehre und den erhebenden Geſang am Grabe, ſowie mutter, Schwester, Schwägerin und Tante fru Bar harg Hüideln geh. Winkler im Alter von 68 Jahren. storbenen im Gebete zu gedenken. Viernheim, Mannheim, MHingolsheim, Berlin, Franklurt, mittag nach der Andacht statt. 6. Jan. 1922 e fenrabernd finterpfehrnen, Die Beerdigung findet am Sonntag nach- Danksagung für Beſpannung, zu verkaufen. Phil. Lohres. Technungs-Fopmdtare kerligt in jeder Grüße die Druckerei d. Bl. lieben Tochter und Schwester sdhgber ein„Har moe Samstag, den 7. Januar, d abends 8 ¼ Uhr im Gasthaus zum Deutſchen Mechel“ ber dt Ber sammlung Die verehrl. aktiven wie paſſiven N Mitglieder des Vereins werden hierzu mit der Bitte um vollzähliges Erſcheinen eingeladen, Ein Filmwerk Der Vorſtand. Jurngenossen schalt Viernheim. zu verkaufen. „Januar 1922, nachmittags 2 Ahr, findet im Vereinslokal zum„Gold.“ Karpfen“ unſere diesjährige Mandat bersanmung ſtatt. Tagesordnung. 1. Geſchäftsbericht. 2. Kaſſenbericht. 3. Wahl des geſamt. Vorſtandes. 4. Ernennung v. Ehrenmitgliedern 5. Regelung der Bereinsbeſträge. 6. Unſere Winterfeſtlichkeſt. 7. Verſchiedenes. Unſere Aktiven wie Paſſiven Mitglieder werden höflichſt erſucht, zahlreich zu erſchelnen. Der Vorſtand. Neue Jag- u. Abendkurse in Stenogvaphie, Buchführung, Maschinenschreiben, Schön- g schreiben usw. beginnen anfangs mächſt. Monats in der 1 priveptwandelstehule Nichtmitglieder erſcheinen. 2 Haleber 2 J Der schönste Näheres in der Exped. ds. Bl. Ein ſtarkes Einleg⸗ ſchwein auch zum Schlach⸗ ten zu verkaufen. Vis marchſtr. 40. Zaren von Rußland. Jaison in 6 Riesen- Akten, Pola Negri, Harry Liedtke, Paul Wegener, Egede Nissen, Marg. Kupfer und Ernst Lubitsch. Ausserdem ein humorvolles Lustspiel Haricnen Mrd kehrsszert Angeriehtet sind alle Augen auf die zwei Weltschleger, die sich die Engel-Lichtspiele Montag zu ihrem Programm gewählt hat. Samstag ab halb 8 Uhr: Juan d Schrefüche ehemaligen Zarenreich in einem Prolog und 4 Akten schildert das Leben und Treiben des Wüstlings Jwan des Tausend Mitwirkende. Vorhergehend das ühl. Beinrogramm. Montag ab halb 8 Uhr: Der große Ufa-Film der Lubitschklasse u m u f U n Ausstattungsfilm zum aus dem und größte In d aachen ohne Ende, wan, Samstag und einrichtung 4500 0 Mk. Vertiko Di⸗ Chaiſlong, Spiegelſchrank, 2t pol u. lack. Schränke 2 gl. pol. u. lack. Betten, ſchränke, [[Waſchkomode, Komode, Matrat⸗ zen u. verſch. 5 Klinger, S 2, 6. 95 5 8 Mannheim. J Schlafzimmer mit 75— 2 5 111 0 1 1 Bett u. Küchen⸗ 5 frablein Ua Dewald 1 11 3 ——— gleitung unseren tiefgefühlten Dank. Rudershausen, Küchen⸗ Tiſche, und den Stiftern von Seelenmessen. Ile Leftrauerug kanierbnebenen. Zurückgekehrt vom Grabe unserer nun in Gott ruhenden, unvergesslichen, Ganz besonderen Dank Herrn Sanitätsrat Dr, ferner den ehrw. barmh. Schwestern für die liebevolle Pflege, der hochw. Cieistlichkeit für die trostreichen Worte, sowie Herrn Beller, der Jung- frauen-Kongregation, für die Kranz- u. Blumenspengen sagen wir Allen für die zahlreiehe Be- russischen der er Hauptrolle: Männaoegalhoeren Härmonig“ engen inmaahgnnhgoebg sg Sonntag, 15. Januar 1922, abends 8 Uhr im„Freischütz l- Saale KONZERT amgnnuendungnsgnwmbdtepmuingubwſnddgnennasgagsoagge gestehe Mitwirkende: Herr Kapellmeister Amelang- Mannheim(Miolns) Herr Lehrer Toussaint-Viernheim(Klavier) Herr Dirigent Hook-Viernheim(Bariton) Der Verelnschor s Salon- Orchester Amelang-Mannheim. Nach dem Konzert: Ball mit Verlosung Eintrittspreis pro Person 5.— Mark(einschl. Steust). Mitglieder haben mit elner Deme frslen Zuteſtt. Gaben zur Verlosung werden dankend engenommen bie zum Samstag im Vereinslokal„Harmonſe“ und am Konzerttage bis mittags 1 Uhr im„Frelschutz“, General-Versammlung der Javaliden⸗, Witwen⸗ und Waiſen⸗Rentner findet am Sonntag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Gaſthaus zum Löwen ſtatt. Der Wichtigkeit der Tages⸗ ordnung wegen, welche in der Verſammlung bekannt gegeben wird, iſt dringend not⸗ wendig, daß ſämtliche Mitglieder ſowie Der Vorſtand der Ortsgruppe Viernheim. Sri N ILIE 5 Sonntag, den 8. Januar nachm. 3 Uhr ah im fürst Alexander. eee ee 4 Ortsgewerhe⸗Verein. Morgen Sonntag, den 8. anuar 1922 wird das chulgeld pro Januar 1922 in den Jeichenſchulen erhoben. rim Mannheim Tel, 7105 N 4, 7 Neue Vollkurse u e en Honorarsätzen egfnnen Mitte April. Auskunft ungl Presp. kostenlos. 3. Mſch. 9.48 Uhr. 1 Jugd.⸗Mſch. Anfang halb 11 Uh 8 Uhr, im Vere Zuſammenkunft in Weinheim. Voranzeige: im Vereins⸗Lokal. Gportperein 09 Viernheim F.-C. Kickers Mannheim in Sonntag, den 8. Januar, abends Januar Jahres⸗Berſammlung Sonntag, den 8. Januar Vefpands-Wettſp. der 1., 2. u. 3. Mſch. gegen die gleichen Mſch. des Fußballv. Weinheim. Abfahrt der 1. Mannſch. 12.43 Uhr 2. Mſch. 11.43 Uhr J.⸗M. des gegen 1. d Viernheim. T. inslokal allgemeine anlüßlich des Spieles Samstag, den 14. Der Vorſtand. Fußballklub 2. Mſch, halb 1 Uh Maunſch. von 35ller, Rechner. 1, Jugend. gegen die Jugend ce 25 4 Mannheim, Abfahrt mit Se b. le uh Amicitia 1909 Sonntag, den Verbands- Wottip. der I, 2. und 3. Mannſch. gegen die gleichen Mannſch. vom Turn⸗Verein Weinh. in Viernh. Spielanfang: 3. Mich. halb 11Uhr, r, 1. Mſch, halb 3 Uhr. e gleiche in 4 r. * „ Ehretstraße Nr. Telegramm-Adresse: Ladico. Kassestunden: Zahlstelle d Uiernheim Süddeutschen Disconto-Gesellschaft A.-G. Filiale Weinheim postscheckkonto: Karlsruhe Nr. 21 601. Hauptsitz der Gesellschaft: MANNKEIxM. 5 Aktienkapital u. Reserven: Mk. 127. 500,000. Miederlassungen an allen gröeren Plätzen in Baden, der Pfalz und Rheinhessen. offener und geschlossener Depots. veinlagen jingungen. Annahme von ru günstigen B Montag, Mittwoch und Freitag i. 2 Ecke Bahnhofstraße hernsprecher Nr. 570, 571. Venmittung aller bankmässigen beschäfte. Feuer- und diebessichere Stahlkammer zu Verwaltung 2—5 Uhr nachm. 1 die Allaemeinbeit den chuldlos ohne Arbe 11 0 0 bon ſonderen Rabatt. 11 9 Auf den amen unſerer Zeitung iſt Betriebs der Zeitung, der Lieferanten oder der Beſor⸗ derungseinrichtungen hat der ſtets n edaktion, uck und Verlag von Joh. Martin. Geſchäftsſtelle: Feruſprecher Nr. 217 Amt Viernheim. Auntsblatt der Beſſ. Bürger meiſterei Nachrichtenblatt für alle amtlichen Bekanntmachungen der Behörden Viernheims und Umgebung. Zeitung“ ſtets beſten Erfolg.— Für am Telefon aufgegebene Inſerate wird keine Garantie übernommen Dienstag, den 10. Januar 1922 Bezie er keinen Anſpruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreiſes. Puſtſcheckkonto Nr. 21577 Amt Frankfurt a. M. Arbeitsloſen⸗Verſicherung. Mit der Einführung der Arbeitsloſen⸗Verſicherung im Deutſchen Reich ſoll es jetzt ernſt werden. Die Reichs⸗ regierung will ſchon im erſten Halbjahr 1922 Beiträge einziehen, um einſtweilen einen Grund⸗ ſtock für eine ſolche Verſicherung anzulegen, bis der Ver⸗ ſicherungsgeſetzentwurf den langwierigen Weg aus dem Reichsarbeitsminiſterium durch 1 Reichswirtſchaftsrat, Reichsrat und Reichstag mit allen dazu gehörigen Sach⸗ verſtändigen⸗ und Ausſchußberatungen bis zur Errei⸗ chung der Geſetzeskraft durchlaufen haben wird. Die Sache muß plötzlich ſehr eilig und und dringlich gerorden ſein. Denn auch den Entwurf eines Arbeitsnachweisge⸗ ſetzes hat der Reichsarbeitsminiſter dieſer Tage dem Reichstag mit einem Hinweis auf„die Beſchleunigung, deren der Entwurf bedarf“, zugeſtellt, noch ehe der Reichs⸗ wirtſchaftsrat ſein Gutachten dazu abgegeben hat. Die Arbeitsnachweiſe ſind unentbehrliche Glieder im Syſtem einer Arbeitsloſenverſicherung. Daher auch hier die Eile, mit der ihre reichsgeſetzliche e jetzt betrie⸗ ben wird. „Die Drangſale der auswärtigen Politik haben jetzt leine Zeit und Kraft für die Erledigung ſolcher innerpoli⸗ tiſchen Aufgaben übrig gelaſſen. Die auswärtige Politik iſt es aber jetzt, die die Reichsregierung zu beſchleunigten Erledigung einer Reihe von innerpolitiſchen Reformarbei⸗ ten nötigt. Den eigenen Reichshaushalt ſo in Ordnung zu bringen, daß das Ausland Vertrauen in die Solidi— tät der amtlichen Wirtſchaftsführung gewinnt, mit anderen Worten, daß das Deutſche Reich kreditwürdig wird, das iſt die von den engliſchen Staatsmännern deutlich betonte Aufgabe der deutſchen Regierung. Sie haben mit aller Entſchiedenheit verlangt, daß die Koſten der Arbeits⸗ loſenunterſtützung, da ſie eine unproduktive Aus⸗ gabe des Reichs darſtellen, ebenſo wie die Zuſchüſſe für Brot uſw., auf andere Schultern übertragen werden müſſen. Die Erwerbsloſenunterſtützung gehört allerdings zu den großen Verluſtpoſten im Haupkbuch des Deutſchen Rei— ches. Sie beruht auf keinem ſelbſterw or ben en Rechtsanſpruch. Solchen Rechtsanſpruch genießt der deut⸗ ſche Arbeitnehmer für die Fälle von Krankheit, Unfall und Invalidität. Gegen das Mißgeſchick der unverſchul⸗ deten Arbeitsloſigkeit hat ihn das Reich bis jetzt nicht verſichert. 5 Der Verſuch einer geſetzlich vorgeſchriebenen Arbeits— loſen⸗Verſicherung iſt uns bereits vorgemacht worden, und zwar in England. Durch Lloyd George hat England nicht nur unſere ſoziale Geſetzgebung, mit der Deutſch⸗ land bis dahin bahnbrechend vorangegangen war, nach— geahmt, ſondern es hat ſie kurz vor dem Krieg durch die Arbeitsloſen⸗Verſicherung vervollſtändigt. Das Wagnis darf heute als gelungen gelten. 5 Die Beitragspflicht zur engliſchen Arbeitsloſen⸗ Verſicherung laſtet auf Arbeitgebern, Arbeitnehmern und auf dem Staat. Die engliſche Arbeitsloſen-Verſicherung bezieht die ſchon vorhandenen Gewerkſchaftskaſ⸗ ſen mit in ihr Syſtem ein. Es iſt daher Vorſorge ge— troffen, daß Arbeitnehmer, die gar keinen oder nur ver⸗ hältuismäßig geringen Gebrauch von Arbeitsloſen-Unter⸗ ſtützung machen, in dieſem löblichen Verhalten beſtärkt wer den durch geldliche Vorteile, die ſie in einer Art von Prämie nach einer gewiſſen Zeit ausbezahlt oder gutgeſchrieben erhalten. Ebenſo werden Arbeitgeber, die durch Aufrechterhaltung der Betriebe in ſchlechten Ge⸗ ſchäftszeiten uſw. ſich verdient machen, in ähnlicher Weiſe belohnt und ermutigt. Die erzieheriſche Wirkung der Arbeitsloſen-Verſiche⸗ rung im Gegenſatz zu der öffentlichen Erwerbsloſen⸗ Unterſtügung liegt darin, daß die geſamte beitrags⸗ pflichtige Arbeiterſchaft daran intereſſiert iſt, keinen Mi ß⸗ brauch der Verſicherungseinrichtung durch Arbeitsſcheue aufkommen zu laſſen. Ohne Zweifel bedeutet die engliſche Regelung eine weitere Stärkung der Machtſtel⸗ lung der Gewerkſchaften gegenüber den einzel⸗ nen Arbeitern. Das iſt auch ein Einwand, den man viel⸗ fach gegen die Einführung der Arbeitsloſen-Verſicherung geltend gemacht hat. Daß die Einführung der Arbeits⸗ oder Erwerbs- loſen⸗Verſicherung im jetzigen Augenblick von den Bei⸗ tragspflichtigen freudig begrüßt werden ſollte, das kann nicht erwartet werden. Sind doch auch ohnedies die Steuer- und Beitragslaſten, die auf Unternehmern wie auf Arbeitnehmern laſten, ſchon unmäßig ſchwer. Dazu kommt für den Staat die Sorge vor der heute gar nicht voraus zu berechnenden Geſtaltung der Geſchäftslage und bamit des Arbeits markts. Aber die Dinge liegen heute ſo: ganz gleich, wie die Wirtſchaftslage ſich auch geſtalten wird, ganz gleich, wie ſtark die gelbliche en prachnahme der einzelnen Staatsbürger ſchon heute auch iſt, auf alle Fälle muß llamoöalich⸗ keit daſtehenden Voltsgenoſſen das Nötigſte für den Lebensunterhalt gewähren. Das iſt bisher ſchon geſchehen und geſchieht auch künftig unter allen Umſtänden. Aber es ſoll fortan in einer günſtigeren Form geſchehen; in einer Form, die zunächſt die Reichsfinanzen ent⸗ laſtet und damit auch dem einzelnen Staatsbürger zu⸗ eſſe, daß di Steuerſchraube nicht weiter angezogen werden und daß unſer Papiergeld nicht weiter vermehrt und dadurch entvertet werden muß. Vorausſetzung iſt bei alledem, daß das endgültige Ge- ſetz den vernünftigerweiſe an es zu ſtellenden Erwar- tungen entſprechen wird. Für die im voraus zu ere hebenden Beiträge, alſo für eine Zwiſchenrege. ung bis das eigentliche Verſicherungsgeſetz in Kraft getreten ſein wird, erwartet die Regierung, wie ſie mitteilen lö“t Anträge aus der Mitte des Reichstags heraus. f Die Ambildung der Reichs⸗ „ eiſenbahn. Die oichgeiſe 151 8 35 1 7 7 l Die Reichseiſenbahn iſt das größte Wirtſchaftsunter⸗ nehmen der Welt, gleichwohl iſt es in den letzten Jahren Steuereinnahmen des Reichs, die anderen Zwecken dienen ſollen, zur Deckung ſeines enormen Fehlbetrags auf. Gleichzeitig mit dem Entwurf des Reichsbahnfinanzgeſetzes Tiertarife der Eiſenbahn den Eiſenbahnbeiräten von der Verkehrsverwaltung zugegangen. In der Vorlage wird der Verſuch gemacht, die im Reichseiſenbahnfinanzgeſetz erſchienenen Grundlagen in die Praxis umzuführen. Doch beſchräukt man ſich noch immer im weſentlichen darauf, Ber durch Tariferhöhungen den Fehlbetrag der Eiſenbahn auszugleichen. Am 1. Februar wird die Erhöhung der Perſonentarife um 75 Prozent geſteigert anſtatt in Ausſicht genommener 50 Prozent, und im Gütertarif ſoll eine neue Erhöhung um 30 Prozent erfolgen. Im ordentlichen Haushalt der Eiſenbahnver— waltung für 1921 beſteht ein Fehlbetrag von 10,8 Mil⸗ liarden Mark. Der im Auguſt letzten Jahres aufgeſtellte Haushaltsentwurf für 1922 ſchloß urſprünglich in Ein⸗ nahmen mit 37,3 Milliarden, in Ausgaben mit 42,9 Milliarden, wies alſo einen Fehlbetrag von 5,6 Milliar⸗ den auf. Entſprechend der ſprunghaften Steigerung aller Ausgaben mußte alsbald die Ausgabeſeite um 23 Milliar— den erhöht werden. Auf der Einnahmeſeite war die 50“ prozentige Tariferhöhung mit rund 16 Milliarden zu veranſchlagen, wozu noch eine halbe Milliarde durch Steigerung der Einnahmen aus anderen Quellen trat. Es hätte ſich hiernach für 1922 zunächſt folgendes Bild ergeben: Einnahmen 53,8 Milliarden, Ausgaben 66 Milliarden, Fehlbetrag 12,2 Milliarden. Die geplante Erhöhung der Perſonen- und Gepäcktarife um 75 Prozent wird einen Mehrertrag von 1,2 Milliarden, die 30pro zentige Erhöhung der Gütertarife einen Mehrertrag von 11 Milliarden erbringen. Es würde alſo auf dieſe Weiſe gelingen, den Fehlbetrag von 12,2 Milliarden zu decken. Durch die erhöhten Einnahmen, die aus dieſer Tariſſteige— rung vom 1. Februar an auch noch dem Haushaltsjahr zuguet kommen, würde ſich der Fehlbetrag dieſes Jah res von 10,8 auf 8,8 Milliarden Mark vermindern Die verſtärkten Leiſtungen der Bahn in den letzten drei Jahren ſind nicht zu verkennen, ſie ſind von 20,4 Mil⸗ liarden Achſenkilometern im Jahr 1919 auf 24,6 Mil- liarden im Jahr 1921 geſtiegen, bleiben aber immer noch zum 21 Prozent gegen 1913 zurück. Trotz dieſer gegenüber der Vorkriegszeit, ſtark verminderten Leiſtung iſt aber der Betriebsappfarat immer noch auf Voll— leiſtung eingerichtet, ja der Perſo nalapparat hat ſich ſogar ganz weſentlich verſtärkt, ſo daß) ſich der Perſoualbeſtaud auf 1 Kilometer Betriebslänge der Bahn vom Jahr 1913, wo er 13,2 Köpfe betragen hat, er- heblich geſteigert hat, nämlich bis zum Jahr 1921 auf 18,7 Köpfe. Es gilt nun, den Betrieb ü'nach kauſmänniſchen Grund— ſätzen zu organiſieren. In dem Sinn genügt auch die Veröffentlichung des Raichsbahnfinanzgeſetzes und ſeine Genehmigung durch die geſetzgebenden Körperſchaften noch nicht, es muß vielmehr(jetzt der grundlegende Schritt getan werden, die Bahmen rentabel zu machen, nicht allein durch Tariferhöhung— obwohl man auch darum wird nicht herumkommen—, auch nicht allein Dürch Ausnützung der Arbeitskrüſte und Umſchichtung der Arbeiterſchaft, ſondern es handelt ſich darum, die Eiſen⸗ bahn auf eine Betriebshöhe zu, ſtellen, daß ſſie den An— ſyrüchen, die Handel, Induſtrie und Landwirtſchaft an ſie zu ſtellen berechtigt 90 genügt, alſo durch Ausdeh⸗ nung und Mode rnuſiſſierung des Betriebs tandhält, lapparats, damit dieſerſßdem Anſturm der Frachten Das kann nur ggeſcheben durch einen Kre⸗ * gute e d jeder einzelne hat daran ein Inter⸗ 1 in unrentabler Form geführt worden, und ſaugt die iſt nun die Vorlage über die Erhöhung der Güter- und 12. Jahrg. erheblichem b dit in ganz erb Umfang. Zur Beſchaffung eines ſolchen Kredits wird in der„Köln Ztg.“ die Bildung einer Geſellſchaft, an der das Reich und die Länder, ferner das Eiſenbahnperſonal und überhaupt die deutſche Arbeiterſchaft ſowie Induſtrie, Handel, Landwirtſchaft und Gewerbe beteiligt ſein ſollen. Es iſt dies der Vorſchlag, den ſeinerzeit der Deutſche Gewerkſchaftsbund gemacht hat, und der nun als„ein Mittelweg zwiſchen dem Vor⸗ ſchlag der Induſtrie und den Abſichten der Eiſenbahn⸗ verwaltung“ auch den grofinduſtriellen Kreiſen geeignet erſcheint, in dem Kampf um die Reichseiſenbahn zu einer Verſtändigung zu kommen und gleichzeitig einen ſoliden Aufbau der Eiſenbahnwirtſchaft zu bewerkſtelligen. Die Dinge ſind im Fluß, es wird notwendig ſein,; daß die Angelenheit beſchleunigt wird, weil der heutige Zuſtand, der im weſentlichen nur in Tariferhöhungen ſich auslebt, unmöglich iſt. 1 2 N b Das erſte Ergebnis von Cannes. In den Beratungen des Oberſten Rats am 6. und 5 Januar, die vornehmlich die vorläufige Regelung der deutſchen Entſchädigungszahlungen zum Gegenſtand hat— ten, wurde nach den Berichten von Havas und der Pa- riſer Blätter ein Zahlungsaufſchub in be⸗ ſchränktem Rahmen beſchloſſen, und es wurde für wünſchenswert bezeichr einige Vertreter Deutſchlands nach Cannes b erufen werden, um nötigenfalls dem Oberſten Rat auf Befragen Aus⸗ kunft über gewiſſe Verhältniſſe in Deutſchland zu er⸗ teilen. Dieſe deutſchen Vertreter ſind alſo nicht als„Teil⸗ nehmer“ der Konferenz zu betrachten, ſondern ſie haben ſich eben dem Oberſten Rat zur Verfügung zu ſtellen. Dieſer gefliſſentliche Ausſchluß von der Gleichberechtigung iſt an ſich ſelbſtverſtändlich noch immer die entwürdigende Beleidigung und Geringſchätzung, ohne die es der Fran⸗ zoſe nicht tut; aber immerhin kann man es für einen Fortſchritt halten, daß die Beſchlüſſe von Cannes nicht wieder ohne jegliches Anhören deutſcher Vertreter gefaß werden und ſo wenigſtens der Schein des einfachen Dik— tats vermieden wird. An der Sache wird dadurch wohl nicht viel geändert werden; Briand kam mit einem feſten Plan nach Cannes, von dem er wohl kaum etwas auf— geben wird. Bei den 132 Goldmilliarden hat es in Cannes ſein Bewenden und bei den Jahresforderungen, die Frankreich gegen Deutſchland erhebt, nicht minder; ebenſo verzichtet auch Belgien auf keinen Pfennig, der Zahlungsauſſchub berührt nur England. Es darf nicht vergeſſen werden, daß die Stundung mit„Bedingungen“ erkauft werden muß, die in Deutſch— laud einfach öſterreichiſche Zuſtände herbeiführen müſſen. Wir werden wahrſcheinlich eine Steuerlaſt, eine Teu— rung und eine Erſchwerung des geſamten Verkehrs be— kommen, von der ſich wohl die wenigſten eine Vorſtellung machen können.— Das muß aber doch feſtgehalten wer— den, daß der Oberſte Rat ſein berüchtigtes Werk, den Vertrag von Verſailles, nicht mehr auf rechterhalten kann; er hat mit der„Reviſion“ in Cannes zugeben müſſen, daß er undurchführbar iſt. Wird darum doch an der Entſchädigungsſchuld von 132 Goldmilliarden im Ganzen feſtgehalten, ſo bekundet das die Abſicht, Deutſchland nie wieder aus den Feſſeln los zulaſſen. Die Abſicht;— wie die Dinge in Wirklichkeit ſich entwickeln werden, das ſteht auf einem andern Blatt, und ſie können auch einen ganz anderen Verlauf nehmen, als Herr Briand ſich denkt, ſelbſt wenn es ihm gelingen ſollte, mit ſeinen allerdings ſehr guten Trümpfen in der Hand das ſo heiß umworbene Bündnis mit England zur „Sicherheit“ Frankreichs herauszuſchlagen Eine Wirtſchaftskonferenz in Genua— das iſt ein weiteres Ergebnis der bisherigen Beratungen in Cannes ſoll vermutlich im nächſten Monat Vertreter aller bedeutenderen Länder der Welt vereinigt ſehen. Auch Deutſchland und Rußland, auf welch letzteres es be— ſonders abgeſehen iſt, werden geladen ſein. Die Ver einigten Staaten wollen, wie gemeldet wird nicht mehr durch einen unverantwortlichen Beobachter, ſondern durch amtliche Vertreter an dieſer Konferenz teilnehmen, die über den„Wiederaufbau Europas“ zu beſchließen haben wird. Lloyd George hat darüber bekanntlich gewiſſe Pläne ausgedacht oder ausarbeiten laſſen, die natürlich vor allem den engliſchen Intereſſen gerecht werden. Die an⸗ deren Länder ſind daher jetzt ſchon argwöhniſch, daß ſie bei der Verteilung des ruſſiſchen Fells zu kurz kommen ſollten. Ob auch für Deutſchland Renuenswertes abfallen wird, muß die Zukunft lehren. * * Die Bedingungen ſind nach dem„Petit Pariſien“ 1. Die Steuevn in Deutſchland ſollen nach denn Gold wert, nicht mehr nach Papiermart erhoben werden 2. Die Eiſenbahn und Poſt haben ihre Preiſe entſpre chend zu erhöhen.(Von einer neuen Tariferhöhung außer der am 1. Februar von 75 Prozent war ſchon die Rede. D. Schr.). 3. Die Kohlenpreiſe in Deutſchland ſind zu erhöhen. 4. Der Reichshaushaltplan wird vom Ver⸗ band überwacht. 5. Es ſind ſcharfe Maßregeln gegen die Kapitalflucht ins Ausland zu treffen. 6. Die Papier⸗ geldausgabe iſt einzuſtellen. 7. Die Reichsbank iſt dem Einfluß der Reichsregierung zu entziehen und der Ver⸗ bandsaufſicht zu unterſtelle.k ee Nach dem Pariſer„Temps“ ſollen die deutſchen Ver⸗ treter am Mittwoch in Cannes ſein. Die Konferenz würde am Freitag geſchloſſen. Neues vom Tage. Zur Frage des Steuerkompromiſſes. 6 Berlin, 9. Jan. Die Verſuche der Regierung, in der Frage der kommenden Steuern die Parteien auf einen Vergleich zu einigen, haben bisher ein greifbares Reſultat noch nicht erzielt. Die Vertreter der Sozialdemokratie halten daran feſt, neue indirekte Steuern nur dann zu bewilligen, wenn die Regierung ſich auf eine weitgehende Erfaſſung der Sachwerte feſtlege. Die Vertreter der Demokraten und des Zentrums dagegen halten die Erfaſſung der Sachwerte nicht nur für techniſch undurch⸗ führbar, ſondern erklären, daß dieſer Eingriff in die Vermögen die Vernichtung unſerer Wirtſchaft bedeuten würde. Trotzdem erſcheint es nicht ausgeſchloſſen, daß die Regierung dem Druck von links nachgeben und doch, noch einen neuen Plan zur Erfaſſung der Sachwerte herausbringen wird. Zerſtörung der Deutſchen Werke? Berlin, 9. Jan. Die franzöſiſche Preſſe berichtet, daß die Deutſchen Werke zerſtört werden ſollen. Wie die T. U. erfährt, iſt an zuſtändiger Stelle davon nichts bekannt. Immerhin rechnet man mit einer ſcharfen „Umſtellung“ des Betriebs, die wahrſcheinlich teilweiſe Zerſtörungen von Maſchinen und dergl. be— dingen würde. ö Parteitag der USP. in Leipzig. Leipzig, 9. Jan. Geſtern wurde hier der Parteitag der USP. eröffnet. Criſpien legte die Grundſätze der Partei dar und geißelte das Verhandeln der Mehr— heitsſozialiſten mit den Bürgerlichen. Der Parteitag gelte der Aufrüttelung des Proletariats, damit dieſes die Macht behalten könne. 8 Bäckerſtreik in Eſſen. ü Eſſen, 9. Jan. Die Bäcker hatten die Betriebe ge⸗ ſchloſſen, weil der Preis von 6.45 Mark für den Drei⸗ pfündigen Brotlaib unzureichend ſei. Der Reichspräſident hat nun, vorbehältlich der Nachprüfung durch den Haupt- ausſchuß des Reichstags, die Preiserhöhung auf 6.50 Mark bewilligt. Der Streik wurde darauf eingeſtellt. Zur Einwanderung nach den Vereinigten“ Aus Neuhbork wird dem Deutſchen Auslandsinſtitut unter dem 11. Dezember geſchrieben: Im Kongreß hat jetzt der Vorſitzende des Einwanderungskomitees im Re⸗ präſentantenhaus, der Abgeordnete Johnſon vom Staat Waſhington, den Antrag für Paſſierung eines Geſetzes geſtellt, welches praktiſch die ganze Einwanderung für die Dauer von drei Jahren verbieteen würde. Es ſollen nur Gatten, Frauen oder minderjährige Kinder von na— turaliſierten Bürgern oder derjenigen Ausländer zu— gelaſſen werden, welche drei Jahre in den Vereinigten Staaten gewohnt haben und ihre Abſicht erklärt haben, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden. Im Okto⸗ ber erlangten ihre endgültigen Bürgerrechte: 2469. Deut⸗ ſche, 2234 Italiener, Großbritannien und Beſitzungen außer Canada 2032(hauptſächlich Irländer), 1332 Po⸗ len, 1283 Ruſſen, 92 Franzoſen, 203 Türken, 15 Spa⸗ nier, 633 Schweden, 338 Norweger, 127 Finnen und 222 Griechen. Es mag hier übrigens auf die Erſchwe⸗ rungen kurz hingewieſen werden, welcher ſich manche Richter befleißigen, wenn es ſich um die Naturaliſie— rung von Deutſchen handelt. Während die richterliche Mühle mit Hochdruck arbeitet, wenn es ſich um die Na- turaliſierunga von Italienern, Syriern oder Griechen uſw. . N 7 Viola. Roman aus dem Leben von Georg v. Pletten. 42)(Nachdruck verboten.) Zurück zu Thusnelda, genannt Baroneſſe Clairville! Wir finden ſie noch in ihrem reizend ausgeſtatteten Boudoir mit den blaßblauſeidenen Möbeln, den gold⸗ gerahmten Spiegeln und Bildern, und der Unzahl von 8 als je. Sie erwar zelnen Herrn. laſſung zu einem privaten Beſuch zu b über geſtanden zu haben. In den Kreiſen, aus aft unnahbar“. Und dennoch erwartet ſie heute den Weſuh eines ihr betanntlen Perr n E N Nippesſachen, welche Schränke und Tiſchchen geradezu bedecken. Sie iſt noch in Morgentoilette, im langen, purpurroten Schleppkleide, das mit blaßroten Bän⸗ dern verziert iſt. Auf den gepuderten Haaren ſitzt ein Goldhäubchen mit Goldſpitzen, das von dem blaſſen Geſichte ſich wunderhübſch abhebt und das Antlitz noch um eine Nuance bläſſer erſcheinen läßt. Sie liebt es, blaß zu erſcheinen, denn die Bläſſe gilt als Zeichen der Vornehmheit, und nur wenn ſie Geſellſchaften bei ſich hatte, legte ſie Rot auf, um jugendlicher, feuriger zu erſcheinen. Was ſie tat, tat ſie mit bewußtem 175 J ment, und ſo war 955 heute Morgen abſichtlich bläſſer ete Beſuch, den Beſuch eines ein⸗ Das war gegen ihre Gewohnheit. So toll und faſt frivol es bei den abendlichen Gelagen in ihren Salons herging, ſo ſtrenge und zurückhaltend ab ſie ſich, wenn irgend einer der Herren aus der Ge⸗ ellſchaft ſich ihr zudringlich erwies oder fler um Zu⸗ tten wagte. Bisher konnte ſich darum keiner aus ihrem engeren Bekanntenkreiſe in der Stadt rühmen, ihr allein gegen⸗ enen ie mit Vorliebe ihre Gäſte wählte, galt ſie als„fabel⸗ handelt, wird 5 von ein inen R N de 1 d Kandidaten die Frage vorgelegt, wie viel Liberty chen 5 berty bonds der amerikaniſchen Kriegsanleihe er gekauft habe. Hat der Mann keine gekauft, ſo wird er einfach abgelehnt, ja einzelne Richter treiben dies ſo weit, daß ſie Leuten das Bürgerrecht verweigern, die nicht Bonds von jeder einzelnen Anleihe gekauſt haben. 10 9 4 Wie ſpare ich an Poſtgebühren?. Am 1. Januar traten die neuen Poſtgebühren in Kraft, über die kein Wort mehr zu verlieren iſt. Es genügt zu bemerken, daß ein einfacher Brief über den Nahverkehr hinaus im Inland künftig 2 Mark Porto koſtet. Da heißt es, an Porto ſparen, ſoviel und wo man nur kann. Beachtliche Winke gibt ein Fachmann in den„Leipz. 1. Verzichte auf den koſtſpieligen Brief und wähle die billigere Poſtkarte, wo du nur kannſt!(Größenaus⸗ dehnung im Inland bis zu 15,7: 10,7, im Auslands⸗ verkehr 14:9 Zentimeter). 525 2. Eine Fülle von Nachrichten läßt ſich an Stelle des Briefs oder der Karte auf dem Abſchnitt einer Poſt⸗ oder Hahlungsanweiſung, Zahlkarte oder eines Schecks mit einigem Geſchick zuſammendrängen. 1 3. Unterrichte dich ſchleunigſt über die ungezählten, bis in die Neuzeit vermehrten Möglichkeiten, Handſchriftliches auf Druckſachen anzubringen; es wird ſich reichlich lohnen. J. Befreunde dich in deinem inländiſchen Reklame⸗ und Geſchäftsverkehr mit der img en noch billigen „Druckſachenkarte“, die für schee von Fällen Verwendung bietet. Erſparnis an Umf kägen! Du darfſt ſogar— für jeden Geſchäftsmann 1 auf dem linken Teil der Vorderſeite zum etwaigen Vordruck„Be⸗ zugnehmend auf das Angebot vom..“ den Tag hand⸗ schriftlich einrücken. Auch„Nachnahme“ zuläſſig. 5. Vielſeitige Verwendung zu der immerhin noch er⸗ träglichen Gebühr von 40 Pfg. bietet dir im deutſchen Verkehr die„Anſichtskartel. Gruß, Dank, Beileid und Höflichkeit jedweder Art— aber nichts weiter— kann in fünf Worten oder Buchſtaben auf ihrer N. Nachrichten“: 77 dungsort und ⸗tag, Namen, Stand und Wohnung der Ab⸗ ſender, und ſeien es gleich Hunderte, ſoweil ihre Nennung auf der Vorderſeite möglich iſt. Die ö Sammlungen gegeben oder unmittelbar nach Oppau ab⸗ vielſeitige Briefmarkenſprache bietet nebenbei ein völlig koſtenloſes Ausdrucksmittel zu Gefühlsbeteuerungen auf deinen Anſichtskarten. Auch Blumenbilder⸗, Ge⸗ burtstags⸗, Oſterkarten uſw. gelten jetzt als Anſichts⸗ karten. 6. Schärfe jedem Kunden ein, daß der Poſtſcheckverkehr auch weiterhin die wohlfeilſte Geldübermittlung darſtellt. Kein Deutſcher ohne Poſtſcheckkonto!(Solange die Poſt nicht die Konten verzinſt und ſogar für die Einzahlungen auf eigenes Konto Geld verlangt, wird das natür⸗ lich ein frommer Wunſch bleiben. D. Schr.) 7. Erwäge beim Verſand von kleineren Warenmengen, ob ſtatt des teureren„Pakets“ das billige„Päckchen“ z 1 Kg.(Brief beizufügen geſtattet) oder gar die„Waren⸗ probe“(ohne Brief) zu wählen möglich iſt. Erſatzleiſtung bei beiden ausgeſchloſſen. 1 8 5 8. Bei Verſendung größerer Mengen prüfe, ob eine Verteilung auf mehrere Pakete beachtlichen Gebührengewinn bringt(1 Paket zu 20 Kg. Nahzone 30 Mark, 2 Pakete zu 10 Kg. nur 2K 12 24 Mark, Ge⸗ winn 6 Mark). 5 „9. Verſchaffe dir ein Verzeichnis aller Poſtorte der Nahzone und ſorge für ſeine Ergänzung. 10. Laß Verſchluß, Verpackung und auch Aufſchrift deiner Sendungen ſo beſchaffen ſein, daß„koſtſpielige“ Weiterungen ein für allemal vermieden bleiben. Die Poſtlazarette, denen die Unglücksſendungen zugeführt wer⸗ den, zeigen greifbar deutlich, welche Unſummen durch Nachläſſigkeit vergeudet werden. 8 12 24 Handel und Verkehr. Die Neubauten im Jahr 1921. Nach einer Zuſam⸗ menſtellung der im Bautennachweis der„Bauwelt“ (Berlin) veröffentlichten Neubauten ſind im pergange⸗ nen Jahr im Reich 58 715 Neubauten errichtet wor⸗ den. Einen weſentlichen Anteil daran hat das Indu⸗ ſtriegebiet Rheinland⸗Weſtfalen durch Bergarbeiter — Eben klingelt es. Ihr Kammermädchen bringt die Viſitenkarte des Beſuchers. Die Baroneſſe wirft nur einen flüchtigen Blick auf dieſelbe, dann ſagt ſie: „Roſalie, ſagen Sie dem Herrn, ich ſei unpäßlich und bitte, mich zu entſchuldigen.“ Roſalie entfernt ſich mit dem Auftrage, doch bald kehrt ſie zurück mit der Meldung, der Herr laſſe ſich nicht abweiſen, er bitte dringend, wenn es nur irgend möglich ſei, ihm eine Unterredung von nur wenigen Minuten zu gewähren.“ ö „Monſieur ſcheinen ſehr ene zu ſein,“ flü⸗ ſterte anſcheinend ärgerlich die Baroneſſe. 17 aber ſagte ſie:„Nun, wenn die Sache ſo ringend iſt, ſo laſſe ich bitten.“. Gleich darauf ſtürmte förmlich Kurt von Remagen — der ſemmelblonde Spielkamerad Max von Finken⸗ ſteins— ins Kabinett der Baroneſſe. 40 „Pardon, tauſendmal Vergebung, Gnädigſte, daß ich es“ wagte, Sie um dieſe Unterredung zu bitten, und tauſendmal bitte ich um Entſchuldigung, daß ich mich ſelbſt durch Ihr Unwohlſein, Gnädigſte, nicht abwei⸗ ſen ließ, nachdem ich einmal das unſchätzbare Glück genoß, mit Ihrer Erlaubnis mich Ihnen allein, un⸗ geſehen und unbelauſcht von anderen, nahen zu dürfen.“ „Genug der Worte, mein Herr,“ ſagte ſie in ſchmel⸗ zenden. und doch zitternden Tönen, die beweiſen ſoll⸗ ten, wie ſchwach ſie ſich ele fühle.„Kommen, Sie zur Sache, ich bin wirklich leidend heule Morgen“ „O, Baroneſſe, ich bin ganz bei der Sache, wenn ich Ihnen mit dieſen ſchlichten Worten, dem ſchwachen Ausdrucke meiner Gefühle, ſage, wie unruhig, wie maßlos unglücklich Sie mich machen!“ „Ich, mein Herr?“ f „Ja, Sie, Gnädigſte, Sie, die einzige unter allen rauen, die ich kenne, die ich verehre, und— erz in Eiſerſuchtsqualen ſich verzehren läßt, weil klein ireuumiches Wort für mich haben, weil Die Ihre Uberſchreitet it uten Geſ ö Ausſicht, daß die Lage dieſes Geſchäftszweigs ſi auch die mein „ truppen erheblich n bea e Mietshau von Bau ücken in den Inn häuſer völlig in den A bon Wohnraum durch Au verfloſſenen Jahr einen noch ni erreicht.„„ enen Jahr einen recht übrigen ne abgelau s beſteht die ftsgang zu verzeichnen. weiterhin günſtig geſtalten wird, da andauernd Bedarf in dieſem Rohſtoff vorhanden iſt. 77 ö Tie Förderung des Nuhrbeckens im Dezember 1921. Für den Monat Dezember 1921 wird die 1 derung des Ruhrbeckens leinſchließlich der linksrhei⸗ niſchen Zechen) auf rund 8 Millionen Tonnen in 25/0 Arbeitstagen veranſchlagt. Im November 1921 war in 24½ Arbeitstagen eine Förderung von 7,77 Millionen Tonnen und im Dezember 1920 von 8,24 Mill. Ton⸗ nen in 25¼ Arbeitstagen zu verzeichnen. Die Arbeits⸗ tägliche Förderung wird ſich für Dezember 1921 vor⸗ ausſichtlich auf 316 000 Tonnen ſtellen, gegen 320 520 Tonnen im November 1921 und 326 190 Tonnen im Dezember 1920. Die Geſamtjahresförderung dürfte ſich vorausſichtlich auf etwa 94 Millionen Tonnen ſtellen, gegen 88,26 Millionen Tonnen im Jahr 1920. Die Zunahme der Förderung iſt auf die Vermehrung der Belegſchaft zurückzuführen. Die Leiſtung je Mann und Schicht iſt nicht geſtiegen. 3 Sinkende Preiſe in Amerika. Die Warenpreiſe in Amerika zeigten nach der ununterbrochenen Steigerung vom 1. Juni bis 1. November 1921 ein leichtes Nach⸗ laſſen. Die Inderziffer vom 1. Dezember 1921 zeigt eine Senkung von 1 Prozent im Vergleich mit der vom 1. November. Der 1. Dezember iſt indeſſen immer noch höher als die Indexziffer vom 1. Mai die mit 4,6 Prpöent übertroffen wird, während der niedrig⸗ ſte Stand der letzten 6 Jahre am 1. Juni mit 6,5 Pro⸗ zent übertroffen wurde. Die Senkung vom höchſten Stand im Jahr 1920(der höchſte ſeit 29 Jahren) beträgt 45,7 Prozent. 15 f rer= Württ. Induſtrieſpende für Oppau. Die vom Vorderſeite“ niedergeſchrieben ſein, dazu noch Abſen⸗ Landesverband der württembergiſchen Induſtrie durch⸗ geführte Sammlung für die Opfer von Oppau hat ein Geſamtergebnis von rund 540000 Mark gebracht, ab⸗ geſehen von der großen Zahl von Gaben, die für lokale 15 1 geführt worden ſind. 1 Spiel und Sport. Fußball. i fr. Trotz des andauernden Schneefalls kamen über⸗ all in Süddeutſchland die Ligaverbandsſpiele mit folgenden Ergebniſſen zum Austrag: Württem⸗ berg: Sportklub— Sportfreunde 0: 0: V. f. B.— Kik⸗ kers 1:0; Feuerbach— Tbd. Ulm 4: 1; Ulm 94— Pfeil Gaisburg 31; Tübingen— Zuffenhauſen 2:1; Cann⸗ ſtatt— Gmünd 2:5; V.. R. Heilbronn— Union Bök⸗ kingen 5: 1; Eintracht— V. f. L. Stuttgart 7: 1.— Sü d⸗ weſt: K. F. V.— Sportkl. Freiburg 4 0j 1. F. C. Pforz⸗ heim— Sportkl. Pforzheim 7:2; V. f. B. Karlsruhe— Durlach 2: 4; Mühlburg— 1. F.C. Freiburg 2:1; Lör⸗ rach— Phönix Karlsruhe 126.— Odenwald: Darm⸗ ſtadt— Pfungſtadt 9: 1; Käfertal— Bürſtadt 0: 2; Nek⸗ karau— Waldhof 5:5: Lindenhof 08— Sandhofen 3: 2; Feudenheim— Spiel⸗Vgg. Mannheim 07 11: 11 Hei⸗ delberg— Friedrichsfeld 4: 2: Phönix— V. f. R. 27; Her⸗ tha— Schwetzingen 12:2.— Nordbayern: M. T. V. Fürth— Weiden 3:1; Bamberg— Hof 4:1; 1. F. C. Nürnberg— Pfeil 10: 1; Würzburger Kickers— Bayern⸗ Kitzingen 15:2; Erlangen— Sp. Vgg. Fürth 1:7; T. V. 1860 Fürth— Schweinau 4:3; Würzburger F. V.— Nürnberg 46 1:0.— Südbayern: T. V. 1860— Teutonia 211: Armin— Landsut 1: 1: T. V. Neuhau⸗ ſen— Münchner Sp. Vgg. 015; Ballſpielkl. Augsburg — Viktoria 2:0: M. T. V. München— Memmingen 4:1. In München nahm das Pokalſpiel Wacker— Bayern einen unentſchiedenen Ausgang. Schwerathletik. Der deutſche Schwergewichtsmeiſter Breiten ſt i d⸗ ter kämpfte gegen den däniſchen Schwergewichtsboxer Andreaſen in Kopenhagen unentſchieden.„„ 4 ſchöne Hand nur mir nicht zum Kuſſe reichen, weil Sie kaum einen Blick aus dieſen leuchtenden Augen mir zu gönnen ſcheinen!“ 5 „Und das iſt alles, was Sie mir ſo dringend zu ſagen hatten?“ frug ſie anſcheinend kalt. ö „O, iſt es denn nicht genug, muß ich es Ihnen denn Efe 1 te, Teuerſte, daß ich Sie anbete, daß ich zie liebe...“ „Genug, mein Herr, ich kann Sie nicht länger ſo hören. Wenn das der Zweck Ihres Beſuches iſt, ſo bitte ich, dieſen als beendet zu betrachten. Ich bin nicht ge. wohnt, mir leere Liebeserklärungen machen 5 laſſen.“ „O, faſſen Sie es nicht ſo auf, gnädigſte Baroneſſe, nein, es iſt mir heiliger Ernſt, wenn 10 ſage, daß ich Sie liebe und daß ich um Ihre Hand bitte.“ g Nun war es heraus, das Wort, auf das Antoinette von Clairville per lange gewartet hatte, und doch ſpielte ſie die Ueberraſchte.„Ihre Worte— Ihr Ent⸗ ſchluß— Ihr Antrag—“ ſtammelte ſie wie verwirrt, „überraſcht mich,— ich muß mich erſt faſſen.— Es iſt Ihnen Ernſt?“ 5 „Ja, heiliger Ernſt; o, ſagen Sie Ja, faſſen Sie einen ſchnellen Entſchluß! Ich kann's nicht mehr er⸗ tragen wie Sie anderen gegenüber zuvorkommend ſind, wie Sie zum Beiſpiel dem Herrn von Finkenſtein ſo freundlich zulächeln, mit 1 a und ſcherzen.. und doch kann er Ihnen nichts bieten; er iſt ein armer Menſch, der nichts hat als ſein bischen Gage. 11 Gnädigſte, bin in guten 1 en, ich bin von Adel wie er, beſitze 911 vermögende Eltern und vor allem ein liebendes Herz und den Willen, Sie zur glücklichſten der 2 0 zu machen.“ 1 K „Alſo Eiferſucht iſt es vor allem,“ ſagte die ai, ft ſe 70 0 lächelnd,„was Sie zu Ihrem Schritt be⸗ WW»»»(Ä 6 3 ö(Jortſ. folgt,) e en e eee, eee e, 1 1 „ es iſt nicht eine leere Liebeserklärun 4 l.— 1 —* * 7 Prof. Schork aus Pforzheim wegen Schneeſturms und a 1 135 FÜ—˖;˙—ðV»' 1 Die Kunſtſeiveinduſtrie e und auch der iiglückter Vergungsverſuch. Nach Meldun en aus nnsbruck mu zen die 9 rbeiten zur Ber 1 des 11 Oetztaler Alpen von der Lawine ver chülteten Lawinengefahr aufgegeben werden. Fünf Mann der ettun Aber at gerieten ſelbſt in eine Lawine, konn⸗ ten ſich aber retten. Einer von ihnen, ein Reichs⸗ deutſcher, erlitt einen Knochenbruch. 10 Eiſenbahnunfall. Am 4. Januar hielt ein von Bröt⸗ babe nach Pforzheim fahrender Güterzug, der aus nahezu 100 Achſen beſtand, plötzlich, wodurch die Lo⸗ komotive und die nächſten 8 Wagen aus dem Gleis gehoben wurden. Durch den Druck ſchoben ſich die meiſten der nachfolgenden Wagen ineinander. Die Un⸗ fallſtelle bot einen wirren Haufen von Bauholz, Bal⸗ ken und Brettern. Glücklicherweiſe wurde niemand ver⸗ letzt. Die Enztalzüge erlitten durch die geſperrten Ge⸗ 101 ec e Die Urſache iſt noch geſtellt. Der aden beträgt mehrere hundert⸗ tauſend Mark. 1 e Zuſammenſtoß. In der Nähe von Herrenalb ſtieß ein auf einer Probefahrt befindliches Laſtauto der Benzwerke Gaggenau mit einem Zug der Albtalbahn zuſammen. Durch den Zuſammenſtoß wurden das Laſt⸗ auto und der Motorwagen der Albtalbahn beſchädigt und die Inſaſſen des Autos verletzt. Der Millionengewinn. Nach dem„N. T.“ iſt der eine Million betragende Hauptgewinn aus der Deutſchen Sparprämien⸗Anleihe einem Stuttgarter zuge⸗ fallen. Das Pfandhaus in Bayreuth ſoll geſchloſſen werden, weil der Verkehr ſo gering iſt und niemand mehr etwas zu verſetzen hat. Durch elektriſchen Strom getötet. In Neuötting (Oberbayern) ſtürzte während eines Sturms ein Lei⸗ tungsmaſt um. Zwei Pferde im Wert von 90 000 Mk. wurden dabei von dem Hochſpannungsdraht getötet. Sehr deutlich! Der Bürgermeiſter Rimmele mahnt im Illertiſſener„Iller⸗ und Günzboten“ die Töchter ſeines Orts zur Teilnahme an einem Haushaltungs⸗ und Kochkurs. Er ſchließt ſeine Aufforderung mit fol⸗ genden Worten:„Ich ſage Euch, ich werde als Stand. beamter jedes Mädchen als eheunfähig zurückweiſen, von dem ich weiß, daß es nicht kochen kann. Wir be⸗ kommen dann weniger Eheſcheidungen und dafür glück⸗ lichere und zufriedenere Ehemänner.“ Verhaftete Mörder. In Bern wurde am 22. Dezem⸗ ber der 20jährige Modellſchreiner Otto Niederhäu⸗ ſer verhaftet, der geſtand in Gemeinſchaft mit dem 25jährigen Schloſſer Rudolf Moritz Burr einen Raub⸗ mord in Höfen verübt zu haben. Es iſt nun gelungen, den Burr in Villingen zu verhaften. Aus Nah und Fern. Karlsruhe, 8. Jan. Am 9. Januar wird vor den Schwurgericht hier die Strafſache gegen den ſtädtiſcher Marktmeiſter J. Schneller in Pforzheim weger erſchwerter Amtsunterſchlagung verhandelt. Ueber 100 Zeugen ſind geladen. Der Taglöhner Johannes Lang aus Aſchbach, der ir Karlsruhe zwei 17jährige Burſchen zum Eintritt ir die Fremdenlegion verleiten wollte, wurde 31 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Heidelberg, 8 Jan Die Staatsanwaltſchaft hat das Verfahren gegen den Hauptmann a. D. Erich Damm in Heidelberg, gegen den Eiſenbahnoberſekretär Auguß Honickel in Oſterburken und gegen den Max Frhr von Tautphoeus in Heidelberg wegen Geheimbündelei Waffenverſchiebung uſw. eingeſtellt. 1050 Heidelberg, 8. Jan. Der Prozeß gegen den Bürger⸗ meiſtermörder Siefert wird beſtimmt am 16. Jauuan vor dem hieſigen Schwurgericht ſeinen Anfang nehmen. Maunheim, 8. Jan. In einer auf dem Mieteini⸗ gungsamt abgehaltenen Preſſekonferenz wurde mitgeteilt, daß mit Wirkung vom 1. April ds. Is. an ein Zu⸗ ſchlag von 120 Prozent auf die Friedens⸗ mieten erhoben werden ſoll. In dieſem Betrag ſind die Nebenkoſten für die Unterhaltung der Wohnungen, des Hauſes uſw. mitinbegriffen.. Ju der Frage der Erweiterung des Straßburger Hafens hat jetzt jenes Projekt Ausſicht auf Verwirk⸗ lichung, das die Anlage eines Südhafens unter Umgehung der Kehler Rheinbrücke ſucht. Raſtatt, 8. Jan. Das Büro der Kriminalpolizei wurde mittels Nachſchlüſſels geöffnet und eine neue Schreibmaſchine im Wert von 4000 Mark geſtohlen. Der Täter wurde auf dem Hauptbahnhof in der Perſon des vorbeſtraften Taglöhners Hans Diebold verhaftet. Offenburg, 7. Jan. Bei der Vergebung von Ar⸗ beiten für eine Heizungsanlage hatte der Fabrikant Zepp hier dem Stadtrat vorgeworfen, er habe ſich von anderer Seite beſtechen laſſen, um die Arbeiten einem anderen Fabrikanten zu ſichern. Die hierauf vom Stadtrat erhobene Klage war von der hieſigen Strafkammer abgewieſen worden. Auf die Berufung der hieſigen Staatsanwaltſchaft befaßte ſich das Ober⸗ landesgericht Karlsruhe mit der Klage, wies ſie aber ebenfalls zurück mit der Begründung, der Be⸗ klagte habe für ein ihn ſelbſt nahe angehendes Inter- eſſe gekämpft. 0 Neuſtadt i. Schw., 8. Jan. Die auf dem Dampf⸗ ſägewerk von J. Himmelsbach in Hölzlebruck beſchäf⸗ tigten Fuhrleute Wilhelm Karle von Pforzheim und Ferdinand Boz von Giersbach haben in der Neujahrs⸗ nacht ihren Arbeitskollegen Johann Gundelswei⸗ ler von Neſſelwangen nach einem Wortwechſel nie⸗ dergeſchlagen. Die Verletzungen waren tödlich. Lokale Nachrichten. — Die neuen Münzen. Mit der Prägung des neuen Metallgelds in Stücken von 1, 2 und 5 Mark Nenn⸗ wert ſoll nach einer halbamtlichen Nachricht im Früh⸗ lahr begonnen werden. ö 9 — 5 f der e Auch im neuen Reich und unter den ſonſt ſo vielfach veränderten Rechtsverhältniſſen hat ſich, was viele nicht zu wiſ⸗ en T 10 den rl cht zu wiſ⸗ ſten für die Verlährung der, lelwuun nichts geäindekt, Wie Eirgfverfofgung ö bon Verbrechen verfährt, wenn ſie mit dem Tod oder mit lebenslänglichem 3u thaus bedroht ſind, in 20 ee i wenn ſie im Höchſtbetrag mit einer Freiheits⸗ ktrafe von einer länger als 10jährigen Dauer bedroht ind, in 10 Jahren. Von Verbrechen zu unterſcheiden ind die Vergehen. Dieſe verjähren, wenn ſie im Höchſt⸗ betrag mit einer längeren als dreimonatigen Gefäng⸗ nisſtrafe bedroht ſind, in fünf, ſonſt in drei Jahren. I Keine Gemeinderatsſitzung. Die für heute, Dienstag, anberaumte Gemeinderatsſitzung muß ausfallen, da die Kohlenbelieferung des Gaswerks ins Stocken ge⸗ raten iſt. Mit dem Gasvorrat muß äußerſt geſpart werden. Das Leichenbegängnis von Herrn Altbürger⸗ meiſter Kühl w ein gab Zeugnis davon, welcher Wert⸗ ſchätzung ſich unſer früheres Ortsoberhaupt in hleſiger Gemeinde erfreute. Die Leidtragenden zählten nach Hun⸗ derten, viele Kränze wurden am Grabe niedergelegt. Die Gemeinde ſtiftete einen Kranz mit entſprechender Widmung. Ehre dem, dem Ehre gebührt!. W. Oeffentliche Ausſprache. Bei der am Sonntag im Rathaus dahier ſtattgefunbenen öffentlichen Ausſprache zwecks Bildung einer hieſigen An- u. Verkaufs⸗ geſellſchaft für land w. Bedarfsartikel wurde wiederum mit großer Stimmenmehrheit dafür geſtim mt und bereits über 30 Beteiligungen auch ſolche von aus⸗ wärtigen Intereſſenten zuſammen mit ca. 150000 Mark zugeſichert. Nach üblicher Begrüßung des Einberufers gab Herr Bürgermeiſter Lamberth in unelgennütziger und fördernder Weiſe eine ausführliche Darlegung des auch gemeinnützigen Uaternehmens. Von Herrn N. Winkler 12. wurde hier auch ein ſehr intereſſanter Vortrag über Be⸗ deutung der Landwirtſchaft und deſſen Genoſſenſchaftsweſev in Deutſchland gehalten, was als Vorbild des Unternehmens gedacht war und der allſeits angeſtrebten Produktions⸗ förderung nur dienlich ſein konnte. Hlernach wurde der Vertragsentwurf beſchloſſen und mit kleinem Aenderungs⸗ vorbehalt angenommen. Um nun auch noch den nicht anweſenden Intereſſenten die Möglichkeit der ſehr zu empfehlenden Beteiligung zu geben, wurde beſchloſſen, die Teiluehmerliſten noch 8 Tage offen zu halten, wonach endgültige Wahlen erfolgen. — Turngenoſſenſchaft Viernheim. Die am Sonntag, den 8. Januar abgehaltene General⸗ Verſammlung der Turngenoſſenſchaft war gut beſucht. Aus dem Geſchäftsbericht des Vorſitzenden Herrn Adam Beckenbach war zu entnehmen, daß der Verein im laufenden Jahre ſehr gute Fortſchritte gemacht hat. Die Durngenoſſenſchaft hat ſich 1921 an 4 Turnfeſten beteiligt und errang ſich dabei 132 Ehrenurkunden. Der Mitgliederbeſtand beträgt zur Zeit 280. Aus dem war zu entnehmen, daß die Turngenoſſenſchait finanziell auf ſehr geſunden Füßen ſteht. In den Turnrat wurden folgende Herren gewählt: Adam Becken bach, 1. Vor⸗ ſitzender, Corn. Mandel, 2. Vorſitz., Ph. Effler, Kaſſierer, Hans Buſalt, 1. Schriftführer, N. Becken- bach, 2. Schriftf., Rud. Friedel, J. Turnwart, Heinr. Schmitt, 25 Tw., Jak. Schmitt, Schülerturnwart, Peter Hanf, Spielleiter. Als Beiſitzer: M. Hofmann, M. Fettel, K. Weidner, Gg. Kiß, F. Brechtel. Techn. Ausſchuß: N. Pfennig, K. Hanf, H. Falter⸗ mann, K. Keck. Vergnügungs-Ausſchuß: F. Hof⸗ mann, M. Herbert, N. Beckenbach, Ph. Bergmann. Die Herren Jak. Kiß und Jak. Pfenning wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, weil ſie ſich um den Verein ſehr verdient gemacht und ſchon länger als 25 Jahr Mitglied ſind. Der Vereinsbeitrag wurde für Turner auf 1 Mark pro Monat feſtgeſetzt, Zöglinge zahlen 50 Pfg. Die Winterfeſtlichkeit findet Ende Januar ſtatt. Es ſoll was außergewöhnlich Gutes geboten werden. Um ½6 Uhr ſchioß der 1. Vorſitzende mit dem Wunſch auf ein ferneres Wachſen, Blühen und Gedeihen der Turngenoſſenſchafrt, die ſo ſchön verlaufene Geueralverſammlung. B. Marktbericht. :: Schweinemarkt. Weinheim, 7. Jan. 22. Zugeführt 184 Stück, verkauft 148 Stück. Milchſchwelne wurden verkauft von 200 bis 320 Mk., Läufer wurden verkauft das Stück von 400 bis 600 Mk. Gottesdienſt⸗Ordnung. In der neuen Kirche an Werktagen: Mittwoch: 7 Uhr 1. S.⸗A. für Altbürgermeiſter Georg Frledrich Kühlwein 4. 1/8 Uhr beſt. E.-A. für ledig 7 Georg Kadel, Groß— eltern und Angehörige. Donnerstag: 7 Uhr 1. S.⸗A. für ledig + Ottilie Dewald. ½8 Uhr beſt. E.⸗A. für Mich. Bauer 6., Ehefrau Katharina geb. Martin, beiderſ. Großeltern und An— gehörige. Feen 7 Uhr 1. S.⸗A. für 1 Schulkind Phklipp De⸗ wald. ½8 Uhr beſt, E.⸗A. für Nikolaus Werle, Ehefrau Eli— ſabeth geb. Stephan und Kinder, ſowie Adam Müller und Ehefrau Magdal, geb. Bläß. ee 7 Uhr geſt. hl. Meſſe zu Ehren der hl. Bar— ara. 7 Uhr 2. S.⸗A. für Sabina Hoock geb. Bugert. ½8 Uhr Requiem für den auf der Helmreiſe nach Deutſchland 1 Karl Kretzer. i Am Mittwoch iſt bei den Engl. Fräulein, am Don- nerstag bei den barmh. Schweſtern um 7 Uhr hl. Meſſe. In der alten Kirche an Werktogen:; Mittwoch: 7 Uhr Amt an Stelle elnes geſt. S. A. für ledig“ Michael Nägel, Schweſter Kath. geehl. Man⸗ del und Margareta geehl. Kaufmann. Donnerstag: 7 Uhr Amt an Stelle eines geſt. S.A. für Jakob Schnelder, Ehefrau Eliſabeth geb. Hoock 8 e 1 8 reitag: 7 Uhr geſt. G.⸗A. für die d Krieger Jakob und Matihäus Martin und Großeltern. 1 Kaſſenbericht des Kaſſierers Herrn Philipp Effler, 4 Samstag: 7 Uhr geſt. S.A. für ledig T Philipp Brechtek. Am nächſten Sonntag iſt gem. 00 für die Schülerinnen der Fräulein Zehnpfenning und Schäfer. Beicht für dieſe Samstag um 2 Uhr. Zugleich gem. Kom⸗ munion für die 3. Abteilung der Jungfrauen⸗Kongregation. Geſchüftliche Mitteilungen. Ein gutes Hausmittel bei Hautausſchlägen Flechten, Hautjucken, äußerlichen Cuzn geln Miteſſern und dergl. iſt die bekannte Zucker's Patent⸗ Medizinal⸗Seife, deren hervorragende Eigenſchaften in dem unſerer heutigen Geſamt Auflage beiligenden Proſpekt von fachkundiger Feder gewürdigt werden. Unſere Leſer ſeien auf den ebenſo lehrreichen, wie intereſſanten Inhalt dieſes Proſpektes noch beſonders hingewieſen. Amtlicher Teil. Betr.: Polizeiverordnung über den Verkehr von Fuhwerken und Fahrzeugen im Kreiſe Heppenheim. *„Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Viernheim, den 7. Januar 1922. Heſſ. Bürgermeiſterei Viernheim. Lamberth. Polizeiverordnung über den Verkehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen im Kreiſe Heppenheim Auf Grund des Artikels.64 des Geſetzes, betreffend die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen vom 12. Juni 1874 in der Faſſung der Bekanntmachung vom 2. Juli 1911 ſowie des§ 366 Ziffer 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches wird unter Zu⸗ ſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Heſſiſche Ministeriums des Innern vom 27. Auguſt 1913 zu Nr. M. d. J. 15371 für den Kreis Heppenheim ſelgende verordnet: 8 Alle auf öffentlichen Straßen verkehrende Fuhrwerke und Fahr- zeuge haben, ſofern die Beſchaffenheit der Straßen es geſtattet, die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten. 1 1 9255 Vorſchriften über das Ausweichen werden hierdurch nicht erührt, Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Fahrzeuge im Sinne dieſer Polizeiverordnung ſind insbeſon dere auch alle Kraftfahrzeuge und alle Fahrräder, ſofern dieſe die Fahrbahn benutzen. 8 2. Der Führer eines Fuhrwerks oder Fahrzeugs hat ſeinen Sitz auf dem Fuhrwerk oder Fahrzeug ſo zu wählen, daß er die Fahrbahn auch ſeitlich des Fuhrwerks oder Fahrzeugs ſtets gut überſehen kann. 8 3. Während der Dunkelheit, ſowie bei ſtarkem Nebel müſſen alle auf öffentlichen Straßen und Plätzen befindlichen Fuhrwerke mit hellbrennenden Laternen verſehen ſein. Der Gebrauch von Laternen mit farbigen Scheiben iſt unterſagt. Fuhrwerke, welche nach ihrer Bauart vorzugsweiſe der Perſonenbeförderung dienen, müſſen auf der Vorderſeite oben rechts und links mit Laternen verſehen ſein, die ſo eingerichtet und angebracht ſind, daß ihr Lichtſchein von Entgegen- kommenden und Ueberholenden deutlich wahrgenommen werden kann. Ausnahmsweiſe kann bei Perſonenfuhrwerken von dem Kreisrat eine von vorerwähnter Beleuchtungsart ausweichende Beleuchtung für aus⸗ reichend erachtet und zugelaſſen werden. „Bei Fuhrwerken anderer Art genügt in der Regel die Anbring⸗ ung einer Laterne. Dieſe iſt an der oberen linken Seite des Fuhr⸗ werks zu befeſtigen, und nur, wenn die Art der Ladung(Feuerge- fährlichkeit uſiv.) die Befeſtigung am Wagen ſelbſt ausſchließt, an der linken Seite des Zugtieres(bei 2 Zugtieren des linken Zugtieres) anzubringen. . Außer dieſer einen Laterne iſt aber in folgenden Fälleu noch eine zweite zu führen, N 2. wenn der Lichtſchein der einen Laterne von rückwärts nicht deutlich wahrgenommen werden kann, b. wenn die Ladung von Fuhrwerken ſeitlich oder nach hinten in gefahrbringender Weiſe hervorſteht(3. B. Langholzfuhr— werke, M ebelwagen uſw.) und zwar an dem hervorſtehenden Teil der Ladung. . 5§ 4. Landwirtſchaftliche Fuhrwerke und Fahrzeuge, welche unmittel- bar von der Feldarbeit in ihrer Ortsgemarkung oder der angrenzen— den Gemarkung auf dem Heimwege begriffen ſind, ſind von den Vorſchriften des§ 3 befreit. 5§ 5. 0 Fuhrwerke müſſen im Schrittmaß fahren auf allen Strecken für welche das Schrittfahren durch Lokalpolizeiverordnung und durch öffentlichen Anſchlag angeordnet iſt. f S 6. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften dieſer Polizeiver⸗ ordnung werden mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis 14 Tagen beſtraft. .§ 7. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. Oktober 1913 iu Kraft. In Kraft bleibt neben den vorſtehenden Beſtimmungen die Polizei— verordunng betr. den Verkehr von Fuhrwerken auf den Kreisſtraßen vom 10. Juli 1913. a Mit Wirkung vom J. Oktober 1913 treten außer Kraft: J. die Lokalpolizei- Verordnung betreffrud Beleuchtung der Fuhrwerke zur Nachtzeit, vom 29. Juni 1887; 2. die Polizeiverorduung vom 9. Anguſt 1893, betreffend die Verwendung rot und grün leuchtender Laternen an Straßen— fuhrwerken. Heppenheim, den 15. September 1913. Heſſ. Kreisamt Heppenheim: gez. v. Hahn. Betr.: Den Ortsbauplan der Gemeinde Vlernheim; hier Abänderung und Neufeſtſetzung beſonderer Straßen— fluchtlinien für die Ringſtraße von Karl- bis Weinheimerſtraße. Der Gemeinderat hat die Verlegung der Straßenflucht⸗ linie für den Teil der Ringſtraße von Karlſtraße bis zur Hofreite des Herrn Emil Maier einſchließlich beſchloſſen. Der Plan liegt eine Woche lang bei uns zur Einſicht und Entgegennahme etwaiger Einwedungen offen. Betr.: Das Volksſchulweſen; hier den Vorſitz im Schulvor⸗ ſtand in Viernheim. Durch Entſchließung des Heſſ. Landesamts für das Bildungsweſen, Abt. für Schulangelegenheiten, iſt Herr Rek⸗ tor Mayr hier fortan zum Vorſitzen den des obigen Schul⸗ vorſtandes ernannt worden. Wir bringen dies auftrags⸗ gemäß hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Am Mittwoch, den 11. Jauuar 1922, vor⸗ mittags 10 Uhr wird im Ratbauſe dahter von der Vollziehungsbeamten das Unter⸗Bruchweidſtlück 1. Gewann Nr. 23 zwangsweiſe öffentlich an die Melſlbietenden ver⸗ pach tet. Heſſ. Bürgermeiſterei Viernheim Lawberth.