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Die Entſcheidung der Wiedergutmachungskommiſſion über die deutſchen Zahlungen für das laufende Jahr ſteht— nach einer Pariſer Meldung— unmittelbar bevor. f 15 Staaten werden auf der Warſchauer Konferenz zur Seuchen bekämpfung, die am 20. März beginnt, ver⸗ treten ſein. Die Bolſchewiſten wollen in Schweden große Waf⸗ fenküufe vornehmen. Die revolutionäre Bewegung in Trausvaal kann nahezu als beendet angeſehen werden. „Die wirtſchaftliche Bedeutung der amerikaniſchen Forderung. eb. Man darf ohne weiteres annehmen, daß die ame⸗ rikaniſche Forderung auf Erſtattung der Beſatzungskoſten von Mißtrauen gegenüber Frankreich zeugt. Herr Poin⸗ care ſcheint dem Präſidenten Harding nicht der Mann zu ſein, dem man in allen Stücken trauen kann. Wir Deut⸗ ſchen können das amerikaniſche Mißtrauen natürlich nur teilen, das iſt ohne weiteres klar. Aber uns ſind— Gott ſei es geklagt— leider die Hände gebunden, wir haben keine Möglichkeit, franzöſiſchen Unverſchämtheiten die Spitze zu bieten. Amerika dagegen, dieſes ſtolze und in ſeiner Politik bewußt ſtarke Land, kann den Herren an der Seine außerordentlich unangenehm werden. Und der Leiter der franzöfiſchen„Politik“ dreht und windet ſich vor dem allmächtigen Senat von Washington— all- mächtig naturgemäß nur im beſonderen, die tatſächlich herrſchende Stimmung betreffenden Sinne zu verſtehen. Die„Action frangaiſe“ bezeichnet die amerikaniſche For⸗ derung treffend als die größte Komplikation des Friedens. Nun müht man ſich in den Büros im Louvre, eine Löſung zu finden, die Frankreich nicht allzu ſehr belaſtet. Ob für Frankreich die Möglichkeit beſteht, bald aus dem Dilemma herauszukommen, weiß heute nie⸗ mand zu ſagen. Soviel ſteht feſt, daß große Verſtimmung in den politiſchen Kreiſen Frankreichs herrſcht. Englands Vermittlung, die noch in die Wagſchale fallen könnte, dürfte nach den bisherigen Erfahrungen kaum von Be⸗ deutung ſein. Das Eigenartige au der ganzen Forderung Amerikas iſt, daß es ſich auf die Paragraphen des Verſailler Vertrags ſtützt und beruft, den es ja garnicht anerkannt hat. Rein rechtlich würde ſich daraus eine glatte Ablehnung er⸗ geben. Aber es darf nicht vergeſſen werden, daß eine ame⸗ rikaniſche Beſatzungsarmee am Rheine ſteht, woraus ein moraliſches Recht auf einen Teil der Koſten abgeleitet werden könnte. Wie dem auch ſei, der leidtragende Teil bei der gan⸗ zen, ſchwierigen Lage iſt Deutſchland. Fragen wir nach den wirtſchaftlichen Folgen der amerikaniſchen Forde- rung, ſo erhellt daraus ſofort eine neue ſtarke, kaum er⸗ tragbare Belaſtung unſerer Finanzwirtſchaft. Es wäre doch bedeutend beſſer, ſchon im Hinblick auf die bisher erfolgte finanzielle Befriedigung unſeter Gegner, wenn die Vereinigten Staaten direkt mit Deutſchland ver⸗ handelten unter Zugrundelegung des mit uns abgeſchloſſe⸗ nen Separatfriedens. Dann könnte ſchließlich ein Weg Kon⸗ gefunden werden, der allgemein als gangbar angeſehen wird. Man braucht hierbei keine großen volkswirtſchaftlichen Probleme zu erörtern, ſondern nur der einfachen Frage Rechnung tragen: Was bedeutet dieſe neue Laſt fiir aunſer deutſches Wir ſchaftslebon? Die Antwort iſt kaſch a geben, imm auf die Erklärungen veuveiſt. * . die erſt kürzlich ſeitens des Reichsfinanzminiſteriums ge⸗ macht wurden und die eine ſehr deutliche Sprache reden. Niemand kann heute ſagen, wie die amerikaniſche For⸗ derung befriedigt werden kann. Wir Deutſchen wollen auch trotz alledem den Kopf oben behalten und mit Theo⸗ dor Storm vohrder Zukunft erbitten: 7 0 ö ö 5 Herrgott, die Saaten ſegne mit Deiner treuen Hand— Und gib uns Frieden, Frieden im lieben deutſchen Land! Neichstag. Berlin, 14. März. Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt kleine Anfragen. Auf eine Anfrage des Abg. Brüninghaus(D. Vp.) erwidert Geſandter v. Mutius, die Zahl der farbigen franzöſiſchen Kolonialtruppen überſteige 18 000 Mann zurzeit erheblich. Im Sommer dürfte ſie ſogar auf 25000 ſteigen. Einſprüche dagegen ſeien wiederholt vergeblich erhoben worden. Auf eine Anfrage des Abg. Barth(Komm.) erwiderte Geh. Rat Heinitz, die Gerüchte, als ob die Ernte von 1922 zu enorm hohen Preiſen aufgekauft worden ſei, be⸗ ruhen nicht auf Wahrheit. Auf eine weitere Anfrage des Abg. Schoch(D. Vp.) über Uebergriffe farbiger Soldaten im beſetzten Gebiet läßt die Regierung erklären, daß in allen Fällen von der Regierung geeignete Maßnahmen getroffen würden. Es folgt die Weiterberatung Reichswehr— haushalts. Abg. Schöpflin(Soz.) zollt der organiſatoriſchen Leitung des Miniſteriums bei der Neuordnung der Reichs⸗ wehr volle Anerkennung, betont aber, daß es gebieteriſche Pflicht ſei, gegen den Freikorpsgeiſt und ſonſtige ſich breit machende Erſcheinungen einzuſchreiten. Auch ſa⸗ diſtiſche Erſcheinungen ſeien leider noch in der Reichs⸗ wehr zu beobachten. Jedenfalls müßten die Soldaten wiſſen, daß ſie ſich gegen Mißhandlungen zu wehren hätten. Auch er glaube an die Verfaſſungstreue der Reichswehr. Abg. Heile(Dem.): Wir ſind mit Worten und Ta⸗ ten des Miniſters völlig einverſtanden und bedauern nur, daß es uns nicht mehr möglich iſt, eine Wehr zu haben, die in der Tat ein Volksheer iſt. Ringsum gibt es Militarismus, ſogar in Polen und zwar unter Lei⸗ tung eines franzöſiſchen Generalſtabschefs. Unſere Reichs- wehr iſt nur eine Notwehr zum Schutze vor Vergewalti⸗ gung von außen oder innen. Sie muß aber auch ent⸗ ſprechend geſtellt werden, d. h. ſie darf nicht unter Woh⸗ nungs- und Ernährungsſchwierigkeiten leiden. Auch muß dem Soldaten Bildungsgelegenheit gegeben werden, damit er nach Abſchluß ſeiner Dienſtzeit eine bürgerliche Stel- lung einnehmen kann. Abg. Erſing(Zentr.): Warum benimmt ſich Frank- teich wohl ſo nationaliſtiſch? Es will draußen in der Welt Stimmung gegen uns machen und dazu muß die Reichswehr herhalten. Trotz der internationalen Kund⸗ zebungen, trotz der papierenen Reſolutionen und der N99 zialiſtenkongreſſe bleiben die Chauviniſtenkreiſe in Frank⸗ reich maßgebend. Den Forderungen des Han ute e volkswirtſchaftlicher Natur ſind, ſtimmen wir zu. Nach Aufhebung der militäriſchen Gerichtsbarkeit ſollte eine ſchnellere Aburteilung militäriſcher Straftaten vorgenom men werden. Redner warnt vor der Zulaſſung wirt⸗ ſchaftlicher Organiſationen für Soldaten. Abg. v. Gallwitz(D. natl.): Unſere. Heeresperwal⸗ tung ſteht zu ſehr unter der Einwirkung des Verbandes. Die 17 beruhenden Maßnahmen ſind meiſt über⸗ eilt, ſo die Munitions- und Waffenvernichtung vom Vor⸗ jahre und die Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit.„Die Forderung des Familienwohnungsbaus entſpricht, unſeren Wünſchen ebenſo wie der Ausbau des bürgerlichen Un- terrichtes. Redner ſchließt mit einem Anruf an den Wehrminiſter, ſich ſtandhaft zu zeigen gegen das Ver⸗ langen des Verbands, nun auch den militäriſchen Geiſt auszuliefern. 4 ö. Abg. Brüninghaus(D. Vp.): Die Rede Schöpf⸗ lins ſteht in wohltuendem Gegenſatz zu der Frankfurter Rede des Mehrheitsſozialdemokraten Wels, der ſich bei ſeinen Verbandsgenoſſen noch wegen des kümmerlichen Reichswehrtroſſes entſchuldigen zu müſſen glaubte. Wer ſich wehrlos macht, macht ſich zum Spielball der Geg⸗ Rer. Wir erheben Einſpruch auch dagegen, daß die Mi⸗ litärkommiſſion, die nichts mehr bei uns zu ſuchen hat, ſich nunmehr in unſere Dienſtvorſchriften und Reglements einmiſcht. Dieſe Fremden, die drei Jahre lang einen „heldenhaften“ Kampf gegen Wehrloſe fuhren, bringen es fertig, ſich immer noch hohe Gehälter von uns zah⸗ ſen zu laſſen.(Proteſt auf der äußerſten Linken.) Sie, Herr Crüpien. baben ia gar kein Valecland, das Deulſch⸗ 15 des eruheims und Umgebung. Donnerstag, den 16. Mürz 1922 75 f 5 Bezieher keinen Anſpruch auf 5 oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreiſes. i a. land heißt. Sie wiſſen vielleicht beſſer als ich, warum wir den Krieg verloren haben. Die franzöſiſche Polilik iſt darauf gerichtet, die deutſche Reichseinheit zu zer⸗ ſchlagen. Deshalb würde ich es bedauern, wenn Reichs⸗ wehr und Marine zum Tummelplatz der Politik ge⸗ macht würden. Unſere nationale Würde müſſen wir be⸗ halten. Kein Menſch gedeiht ohne Vaterland. Nachdem Abg. Künſtler(Unabh.) in längeren Aus⸗ führungen dargelegt hat, daß in weiten Volkskreiſen großes Mißtrauen nicht ſowohl gegen den Bewilligungs- eifer für die Reichswehr beſtehe, als vielmehr gegen die Reichswehr ſelbſt, und behauptet hatte, daß nach wie vor Orgeſch⸗Organiſationen beſtänden, die zum Teil unter dem Namen Deutſchvölkiſcher Schutz⸗ und Trutzbund dem verbotenen Handwerk nachgehen, erwidert Reichswehr ⸗ miniſter Geßler: Die Spitzelberichte des Herrn Künſt⸗ ler über Geheimorganiſationen, mit denen die Reichs⸗ wehr in Verbindung ſtehen ſoll, kenne ich auch. So ſaudumm bin ich denn doch nicht, daß ich Dinge, die ich geheimhalten will, in Hun⸗ derten von Abzügen verbreite. Der eine. Fall betrifft die Wach- und Schließgeſellſchaft, bei der! ich meine Soldaten unterzubringen verſuchte. So ſehen, die meiſten Berichte über Geheimorganiſatrionen aus. Zu den Mißhandlungen kann ich hier nicht Stellung nehmen. Dazu ſind die Gerichte da, deren Urteil abzuwarten iſt. Für Korruptions⸗ und Svitzelzwecke iſt kein Pfennig ausgegeben. Bringen Sie der Reichswehr Vertrauen ent⸗ gegen; ohne Vertrauen kann nichts gedeihen. Morgen 2 Uhr Fortſetzung der Etatsberatung. konto Nr. 21577 rumkfüutrt a. M. Neues vom Tage. 5 Verhandlungen mit den Spitzenorganiſationen. Berlin, 15. März. Die geſtern fortgeführten Ver⸗ handlungen zwiſchen der Reichsregierung und den Spitzenorganiſationen über die Neuregelung der Bezüge der Angeſtellten und Arbeiter haben gute Fortſchritte gemacht. Man hofft, daß die Verhandlungen heute Mitt⸗ woch zu einem guten Ende geführt werden. Die Gewertſchaften und das Arbeitszeitgeſetz Berlin, 15. März. Der Allgemeine Deutſche Ge⸗ werkſchaftsbund, der Deutſche Beamtenbund, der Gewerk⸗ ſchaftsring und der Afa-Bund teilen mit, daß die in der Preſſe vom 14. März veröffentlichte Berichterſtat⸗ tung über die Sitzung, in der die Spitzen⸗Organiſationen über das Arbeitszeitgeſez der Eiſenbahner beraten ha- ben, nicht den Tatſachen entſpricht. Graf Podewils geſtorben. München, 15. März. Geſtern vormittag iſt der lang⸗ jährige bayeriſche Miniſterpräſident Podewils, der bis zum Jahre 1912 an der Spitze der bayeriſchen Staats- regierung ſtand, geſtorben. Abgelehnte Haftentlaſſung. München, 15. März. Wie die„Münchener N. N.“ erfahren, hat das Gericht in Offenburg i. B. die Haft⸗ beſchwerde des Münchener Rechtsanwalts Dr. A. Mül⸗ ler, der unter dem Verdacht der Begünſtigung der Er⸗ mordung Erzbergers ſteht, abgewieſen. Die Verwerfung der Beſchwerde erfolgte, weil nach Anſicht des Gerichts noch eine geraume Zeik dazu nötig iſt, weitere Aufklä⸗ rung in dieſer Hinſicht zu erzielen. Der Anwalt Dr. Müller wird gegen die Entſcheidung des Offenburger, Gerichts Beſchwerde einlegen. Der oberſchleſiſche Aufteilungsplan. Paris, 15. März. Wie verlautet, iſt geſtern der Adjudant des Generals Le Rond in Paris eingetroffen, um dem Oberſten Rat den Aufteilungsplan für Ober- ſchleſien und für die Uebertragung der Hoheitsrechte in der deutſchen und polniſchen Zone zu überreichen. Eine freie Anleihe. Berlin, 14. März. Im Reichsfinanzminiſterium dauern die Beſprechungen über die freie Anleihe fort, die neben der Zwangsanleihe auferlegt werden ſoll. Es ſollen Schatzanweiſungen ausgegeben werden mit einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren. Die In⸗ haber von Kriegsanleihe können dieſe abſtoßen und dafür freie Anleihe zeichnen. Es iſt eine 6%prozentige Verzinſung vorgeſehen. Die Anleihe ſoll zum Nenn⸗ wert begeben werden. Das Urteil im Münchener Hochverratsprozeß. München, 14. März. Der Prozeß wegen Landes⸗ verrats gegen den penſionierten Lehrer Rudolf Wolff und den Ingenieur Franz Hemberger, den früheren Betriebsleiter des bayeriſchen Luft⸗Lloyds, fand am Samstag kurz vor Mitternacht ſeinen Abſchluß. Be⸗ kanntlich handelte es ſich darum, daß die beiden An⸗ eklagten Heeresgerät im Betrage von vielen Mil⸗ ionen Mark der Entente verraten haben. Das Urteil lautete gegen Wolff auf 15 Jahre u“)! 1 Hemberger auf 6 Jabre Zuchthaus. Die bülrgerſſchen „ Ehrenrechte wurden beiden auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Wolff werden 7, Hemberger 5 Mo⸗ nate Unterſuchungshaft angerechnet. f Deutſche Lokomotiven für Rumänien. Bukareſt, 14. März. Die in Deutſchland hergeſtell⸗ ten 176 Lokomotiven werden nächſten Monat in Ru⸗ mänien eintreffen. Die 600 Millionen⸗Anleihe der rumäniſchen Eiſenbahndirektion wurde von den Bu⸗ kareſter Großbanken und den Petroleum⸗ und Holz⸗ konzernen gedeckt, ſo daß die Bezahlung der in Kaſſel beſtellten Lokomotiven geſichert iſt. Rückſichtsloſes Vorgehen der Englünder in Indien. London, 14. März. Die Verhaftung Ghandis ſcheint die Befürchtungen der Liberalen zu beſtätigen, daß Montagus Entlaſſung das Signal für die rückſichts⸗ loſe Unterdrückung in Indien gegeben hat. Sein Po⸗ ſten wurde Lord Derby angeboten. Der Rücktritt des Vizekönigs iſt bis nach der Abreiſe des Prinzen von Wales verſchoben worden, deſſen geſtrigem Beſuch in Ravalvindi die Eingeborenen wieder mit allgemeiner Zurückhaltung begegneten. Die neue Beamtenbeſoldung. Berlin, 14. März. Die in der Nacht zum Sonn⸗ tag zwiſchen Vertretern der Gewerkſchaften und der Reichsregierung im Reichsfinanzminiſterium getroffene Vereinbarung über die Regelung der Beamtenbeſol⸗ dung ſieht folgende Erhöhungen vor: Die Grundgehäl⸗ ter ſollen erhöht werden in der Beſoldungsgruppe 1 um 3750 Mk., in Il und III um je 4250 Mk., in IV um 4500 Mk., in V und VI um 4750 Mk. und in VII um 4250 Mk., in VIII und IX um je 4500 Mk., in& um 4000 Mk., in XI um 3000 Mk. und in XIl um 2500 Mk. Gruppe VIII und die Einzelgehälter bleiben unverändert. Der Ortszuſchlag bleibt wie bisher. Der prozentuale Teuerungszuſchlag auf Grundgehalt, Orts- zuſchlag und Kinderzulage wird von 20 auf 25 Pro⸗ zent erhöht. Als neuer Gehaltteil wird eine Frauen⸗ zulage von 1000 Mk. eingeführt, auf die aber kein Teuerungszuſchlag gewährt wird. Die Kinderzulagen bleiben ihrem Betrag nach unverändert. Die Neu⸗ regelung tritt am 1. April in Kraft. Außerdem ſoll die Frage einer Vorſchußzahlung noch im März im Benehmen mit dem 23. Ausſchuß des Reichstags be⸗ ſonders geprüft werden. Die getroffene Regelung bedarf noch der Zuſtimmung des Spitzenverbands und des Reichskabinetts, ſowie der geſetzgebenden Körper— ſchaften. Der Geſamtaufwand der Erhöhungen dürfte jährlich 30 Milliarden Mk. einſchließlich der Auf— wendungen für die Länder und Gemeinden betragen. Zur Deckung dieſer Mehrbelaſtung ſollen bei Eiſen⸗ bahn und Poſt Tariferhöhungen vorgenommen wer⸗ den, die vorausſichtlich ſchon am 1. April in Kraft treten ſollen. Am Montag nachmittag fanden im Reichsfinanzminiſterium weitere Verhandlungen über die einzelne Geſtaltung der Neubeſoldung der Reichs- beamten ſtatt. Die Spitzenverbände, vertreten durch eine kleine Verhandlungskommiſſion, ſtimmten im we⸗ ſentlichen den Vorſchlägen der Regierung zu, erziel— ten aber in einigen Punkten noch Verbeſſerungen, de— ren finanzielle Auswirkung auf Reich, Länder und Gemeinden mehrere hundert Millionen Mk. betragen. Reichsgeſetz gegen Veamtenſtreik. Berlin, 14. März. Wie die T. U. erfährt, ſind die Vorarbeiten für ein Reichsgeſetz gegen Beamtenſtreik bereits ſo weit gediehen, daß der Entwurf voraus— ſichtlich ſchon im April dem Reichstag zugehen kann. In dem Geſetz wird das Recht der lebenslänglich angeſtellten Beamten inſofern geändert, als die Be— amten bei vollkommener oder teilweiſer Nichterfüllung ihrer Arbeitspflicht entlaſſen werden können. Es ſteht ihnen allerdings das Recht der Klage innerhalb vier Wochen nach der Entlaſſung beim Amtsgericht zu. Endgültig entlaſſene Beamte dürfen früheſtens fünf Jahre ſpäter wiederum in das Beamtenverhältnis guf— genommen werden. 1 3 2 Vermiſchtes. Todesurteil. Das Volksgericht in Nürnberg ver⸗ urteilte den 48jährigen Damenſchneider Andreas Kör⸗ ber, der ſeine 42jährige Frau vergiftet hatte, um eine 19jährige Näherin heiraten zu können, zum Tode. r NN 1 ellung ö bauf⸗ ö eſchrieben wird, hatte ein Geſchäftsmann in Stegpöurge Fern⸗ geſpräch mit Stuttgart verlangt. Als das Geſprä ae Zeit auf ſich warten ließ, erkundigte ſich 155 kunft die Telephonverbindung mit Stuttgart ſei für lein in Stuttgart deutſch Zeſprochen habe. getretenen Ausſperrung in der Maſchinenbauinduſtrie Großbritanniens ſind 400 000 Arbeiter brotlos ge⸗ worden. f 15 „Die größten Glocken. Die größte Glocke der Welt, die wohl jemals gegoſſen worden iſt, war die ſog. Zarenglocke, die in der Mitte eines Moskauer Platzes ſtand. Sie war ſo umfangreich, daß ſie zugleich als Kapelle diente. Sie wurde 1773 hergeſtellt; aber bei dem Verſuch, ſie aufzuhängen, brachen die Stützen entzwei und ſie ſtürzte zu Boden, wobei ſie ein gro⸗ ßes Loch in der Erde aufwühlte. Sie wurde alſo an Ort und Stelle gelaſſen und diente 100 Jahre als kleines Gotteshaus. Dieſe Rieſenglocke wog nach den Angaben einer engliſchen Zeitſchrift 219 Tonnen, war 19 Fuß 3 Zoll hoch, 36 Zoll dick und maß 22 Fuß 8 Zoll im Durchmeſſer. Die größte Glocke, die ge⸗ genwärtig noch benützt wird, iſt in Moskau; ſie wiegt 128 Tonnen. Nach ihr hat den Anſpruch auf die größte Ausdehnung die Glocke einer Pagode in Birma, die 16 Fuß hoch iſt und 18 Tonnen wiegt. In der Größen⸗ folge der Glocken ſchließen ſich an: die große Glocke von Pecking mit 53 Tonnen, die Wocke des Kölner Doms mit 27˙½ Tonnen, die Glocke von Nanking mit 22 Tonnen, die Geläute der Hauptkirchen von Olmütz, Wien und der Pariſer Notre Dame⸗Kirche mit je 17 Tonnen. Die Glocke der St. Pauls⸗Kathedrale in London wiegt 16 Tonnen und die von St. Peter in Rom 8 Tonnen. 77 Treibhausblüten! Unter dieſer Spitzmarke wird vom Heuchelberg geſchrieben: Landwirt Sodele zum Nach⸗ bar:„Was moinſcht, was i Einkommaſtuir zahla muaß! So an die achthondert Mark! Ids Dreckle muaß ver⸗ ſtuirt ſei'. Wenn oim d' Herra vollends älles nehma, ſollt mer au nex meh ſchaffa!“ Landwirt Brönnele: „D' haſt reacht: etzt wurd's ziviel! Wenn mer von ällem Stuir zahla ſoll, wenns nur nex meh geba tät; dann wärs Stuirzahla aus ond mer hätts eba ſo ſchö!“ Handel und Verkehr. Dollarkurs am 14. März 277,80 Mark. 5 Verkehr auf dem Rhein. Der Waſſerſtand des Rheins und des Neckars iſt gegenwärtig ſehr günſtig und läßt einen lebhaften Schiffsverkehr zu. Tagtäg⸗ lich fahren von Mannheim ganze Schleppzüge nach Kehl, Straßburg und Heilbronn ab. Die Rheinſchiffe ſind auf ihre volle Tragfähigkeit geladen. f Weiterer Preisrückgang am Eiermarkt. Während ſich die Preiſe auf allen Lebensmittelmärkten fortge⸗ ſetzt weiter nach oben bewegen, macht ſich am Eiermarkt ſeit Beginn der milden Witterung ein ſcharfer Preis⸗ rückgang bemerkbar und ſoferü die Ware nicht vor⸗ zeitig wieder in die Kühlhäuſer wandert, dürfte dieſer Preisrückgang bei anhaltender wärmerer Witterung ſich fortſetzen. In der verfloſſenen Woche notierten im Großverkehr für die 1000 Stück in Mark: Berliner Markt 2900—3100 Mk., Sächſiſcher 2800 3000 Mk. Oldenburger 2900— 3100 Mk., Schleſiſcher 2950-3200 Mk., Süddeutſcher 29003200 Mk., Weſtdeutſcher 3400 bis 3600 Mk. Mannheim, 13. März. Am heutigen Schlacht⸗ viehmarkt betrug der Auftrieb 184 Ochſen und 124 Bullen, 536 Kühe und Rinder, 224 Kälber, 19 Schafe und 1323 Schweine. Es wurde bezahlt für Ochſen 1400— 2200 Mk., Kühe und Rinder 13502200 Mk., Bullen 1500—2 100 Mark, Kälber 1600-2100 Mark, Schafe 900— 1200 Mark, Schweine 10502400 Mark. Marktſtimmung: Großvieh mittelmäßig, geräumt. Käl⸗ ber und Schafe lebhafter, ausverkauft. Schweine ruhig, nicht geräumt. Schweizeriſche Arbeitsloſe für das Wiederaufbauge— biet. In den letzten Tagen paſſierten mehrere kleine 2 d Mag auch die Liebe weinen. Roman von Fr. 3. Fortſetzung. Spöttiſch verzog ſie den Lehne. (Nachdruck verboten.) a z Mund.—„Keine Macht der Welt kann mich davon zurückhalten, morgen ſchon nach Lengefeld zu fahren, wenn ich will!“ „»Ich ſage nochmals: in Ihrem Intereſſe! Ich bitte ie. gnädige Frau, nicht einen Feind in mir zu ſehen jeder andere aus der Familie hätte ſo geſprochen—“ Sie ſah ihn ſcharf an. „Auch mein Mann?“ „Ja, er auch—“ Sie lachte kurz auf. „Ottokar— zu mir, zu ſeiner „örden, ich bin doch kein kleines Kind, das man mit Geſpenſtern ſchreckt—— mein Mann ſollte—“ „Hören Sie mich einen Augenblick an, und ruhig, nädige Frau,“ begann er haſtig, und ſeine Stimme bebte 175 jetzt kam die Hauptſache, jetzt lam das, was er ſich ſo leicht gedacht— und was doch ſo bitter ſchwer wurde— ſeine ſo vornehme Natur ſträubte ſich dagegen — aber er hatte den Auftrag einmal übernommen— und es war doch beſſer, als daß es durch fremde Leute geſchah——„zuvor jedoch geſtatten Sie mir einige Fragen—— wie alt waren Sie, als Sie heirateten?“ „Varum? Iſt das von ſo großem Intereſſek“ 705 werden Sie ſpäter ſehen, alſo bitte——“ „Gerade ſiebzehn Jahre geworden—“ Er nickte vor ſich hin. „— und Ottokar nicht ſind Oeſterreicherin?“ „„Ja, in Innsbruck geboren. Doch weshalb fragen Sie?— Sie—“ — und in, England haben ſchloffen?! T/ „Wenn Sie das alles ſchon wiſſen, wozu die un⸗ Frau?— Graf All⸗ 4 anz einundzwanzig!— Sie 9 indz 1g Sie Ihre Ehe ge⸗ katzen Fragen.“ begehrte ſie ungeduldig aui. Schlag für dieſe ſchmachvolle Verdächtigung zu rächen. ſchäftsmann nach dem Grund und erhielt die Aus⸗ mehrere Stunden geſperrt, weil das Telephonfräu⸗ Die Ausſperrungen in London. Infolge der in Kraft in der bietes mit der 1 0 a durchſchnittspreis Verſandſtation wa heutigem Börſendur U grgeche elaeh Prozent Fettge N 5 0 106 Pfd.; für Mk., Geſamtumſatz 110 er Rundkäſe 21. 6 ktl 6 triſchen Werkes gefunden worden. f Bruchſal, 14. März. In Huttenheim wurde von der Zentrale des Badiſchen Bauernvereins in der Zeit ſeit 1. Januar nunmehr die 50. Genoſſenſchaft gegründet. Mosbach, 14. März. In Obrigheim wurde die Zugangstür zur Gruft des Grafen Leiningen⸗Billigheim gewaltſam erbrochen und die Gruftplatten gehoben. Bei dieſer Arbeit brach den Einbrechern die Schaufel ab, worauf ſie von ihrem weiteren Vorhaben abſahen. Als Täter wurden der Fabrikarbeiter Steinle aus Württem⸗ berg und der Korbmacher Joſef Heinrich von Obrig⸗ heim verhaftet. 4 Hoffenheim(b. Sinsheim), 14. März. Der 26jährige Landwirt Adolf Welker wurde, als er mit einer Zange an einem ſchadhaften Schalter der eleltriſchen Hauslei⸗ tung hantierte, vom elektriſchen Strom auf der Stelle getötet. 75 Stockach, 14. März. Der bei Sauldorf gelegene Hof des Landwirts Leicher wurde durch Feuer nahezu voll⸗ ſtändig zerſtört. 95 Todtnau, 14. März. Der Streik in der Wieſentäler Bürſteninduſtrie iſt beendet. Am Montag wurde die Ar⸗ beit wieder aufgenommen. 8 f Schopfheim, 14. März. Der auf der Höhe Jok⸗ ſchen Wehr und Eichen gelegene Eichener See iſt ſeit ei⸗ nigen Tagen wieder ausgetreten. Der Volksmund ſagt, daß das Erſcheinen des Eichener Sees, eines der ſelten⸗ ſten Naturwunder Süddeutſchlands, der bekanntlich in dem Tſchamberlochbach einen unterirdiſchen Abfluß hat, mit einem guten Erntejahr zuſammenfällt. Hoffentlich trifft dieſe Prophezeihung ein. f 955 Waldshut, 14. März. Einem gefährlichen Gauner iſt die Hirſchwirtin Verona Doebele in Bechterskohl zum Opfer gefallen. An einem der letzten Abende erſchien bei ihr ein Unbekannter, der ſich als Kriminalbeamter ausgab und einen gefälſchten Ausweis vorzeigte. Er er⸗ klärte, Frau Doebele könnte gegen Hinterlegung von 15000 Mark auf freien Fuß gelaſſen werden. Die Frau hatte aber nur 10000 Mark zur Hand; der falſche Kriminalbeamte gab ſich auch mit dieſer Summe zufrie⸗ den und verſchwand. f Badiſch⸗Rheinfelden, 14. März. Der mit Lei⸗ tungsarbeiten beſchäftigte Elektromonteur Merz aus De⸗ gerfelden wurde vom elektriſchen Strom getötet. 4 er beſte Rat æu laren iſt es für jeden 1 Gade wenn eiffer à Dillers echte kaffee- Eſſenz zu Bohnen- und Malz hinzugenommon wird. Dann ziehen auch die Grundl toffe ert richtig aus und mam braucht del weniger von Bohnen, Gerte ocler Malz: N. N Originaldoſen und Silberpakete zu hahon jn den Geſchacten Er beachtete ihren Einwurf nicht. „Ihre Eltern waren mit Ihrer Heirat nicht ein⸗ verſtanden. Heimlich hatten Sie das Vaterhaus ver⸗ laſſen, um meinem Bruder zu folgen, und auch ſpäter iſt es Ihnen nie gelungen, noch nachträglich die Ein⸗ willigung Ihrer Eltern zu erlangen, trotzdem——“ „Ja, trotzdem ſie nur einfache, Gaſtwirtsleute wa⸗ ren, und mein Mann ein Graf,“ fiel ſie ihm ins Wort, nicht ahnend, worauf er hinaus wollte,„wir haben auch unſeren Bürgerſtolz, Herr Graf, und meine Eltern hatten mich genügend gewarnt vor dem jungen Künſtler, der bei uns wohnte und dem ich gar wohl gefiel. Meine Eltern ſagten immer, das tut nicht gut, ich würd's einmal bitter bereuen——— und unverſöhnt mit mir ſind ſie geſtorben!“ ſetzte ſie leiſe und wehmütig hinzu —.—— valſo auch ich habe Opfer gebracht, Graf All⸗ wörden, ich habe mich von allem losgeriſſen, was mir teuer war— um einer großen Liebe willen— und habe darum die Heimat verloren— nie habe ich ſie wieder zu ſehen bekommen——“ „Wenn Sie Ottokar wirklich lieben, müſſen Sie noch mehr Opfer bringen—“ 5 „Noch mehr? Was kann ich noch mehr tun, als ich 5 für ihn getan habe?“ fragte ſie mit müdem Lä⸗ heln. a „— Das letzte— ihn freigeben!“ Schallend lachte ſie da auf, ein böſes, Lachen. „Ich bin nicht auſgelegt zum Scherzen, Graf All⸗ wörden! Verlangt man das wirklich von mir, von ſei⸗ ner ihm rechtlich angetrauten Frau—?“ „Das eben ſind Sie nicht, ſind Sie nie geweſen Darum handelt ſich ja alles.“ 5 15 0 1. Sie ſtarrte ihn an, als habe ſie ihn nicht. ſtanden. i 0 ſie de e „„Sind Sie von Sinnen?“ rief ſie keuchend, und un⸗ willkürlich hob ſich ihre Hand, wie, um ſich durch einen nervöſes Sie riß „Ihre Ehe iſt ungültig von Anfang an geweſen, da Sie als Oeſterreicherin ohne Einwilligung der Eltern vor Ihrer Mündigkeit im Ausland geheiratet haben Sie mögen ja in gutem Glauben geweſen ſein—— doch dieſe Papiere hier werden Sie eines anderen be— lehren.“ Er legte einige Schriftſtücke vor ſie hin, die ſie mit bebenden Händen beiſeite ſchob. Sie neigte ſich Falch e und ihre Augen bohrten ſich förmlich in ſein Heſicht. »und dieſe unſere Geſetzesunkenntnis benutzt man jetzt nach fünfzehn Jahren dazu, uns zu trennen? Be⸗ nutzt ſie als Machtmittel, als Drohung, mich Ihren Wünſchen geſügig zu machen? Oh, pfui über dieſe Schändlichkeit! Damit kann mein Mann doch unmög⸗ lich einverſtanden ſein! Was ſagt denn er dazuf Spre⸗ chen Sie aber die Wahrheit, Graf Allwörden!“ rief ſie faſt drohend. Er zögerte mit der Antwort; er ſchämte ſich für ſeinen Bruder— denn ſeine Worte würden der atem⸗ los lauſchenden Frau den Todesſtoß verſetzen. „So reden Sie doch, Graf Allwörden——“ gierig hingen ihre Augen an ſeinen Lippen. „Ottokar erkennt das Geſetz an; er fügt ſich ihm,“ ſagte er, doch er ſah ſie dabei nicht an.. Ein Schrei hallte gellend durch das Zimmer.„Was? Das iſt doch nicht wahr, kann doch nicht wahr ſein! Er kann mich und damit ſeine Kinder doch nicht mit Schmach bedecken wollen?“ Sie rüttelte ihn am Arm. „Seien Sie doch barmherzig, Graf Allwörden, ich habe Ihnen doch nie etwas zu leide getan, ſagen Sie doch, daß das nicht möglich iſt——“: Er war erſchüttert von ihrem Schmerz— doch er konnte auch nicht helfen. Er nahm einen Brief aus ſeiner Brieftaſche.„Hier, den hat mir Ottokar für Sie mitgegeben—“. 5 165 f ihm das Papier förmlich aus der Hand; im nächſten Augenblick lag der Briefumſchlag zerriſſen am Boden, und ihre Augen überflogen das Geſchtiebene: Gortſedung sola.) und „e. 1 für er f N Hallwachs weitergegeben werden.— Das gleiche geſchieht 70632 15 ft 0 äſe mit fr 15.61(14.98) Mk., Geſamtum⸗ für All 29.82) 2 N f Pfd. Marktla kach⸗ frage nach Butter ſehr gut, 25 Mun dsh dußerſt rege. W 11 1 Pforzheim, 14. März. Unter dem Verdacht der Kindstötung wurde hier ein 19jähriges Dienſtmädchen verhaftet und zugleich auch der Geliebte des Dienſtmäd⸗ chens und zwei Frauen unter dem Verdacht der Mithilfe der Tat. Die Leiche des Kindes war am Rechen des elek⸗ jährlichen Pachtpreis van 5000 Mk. zur Verfügung geſtellt. kann ſich das Kollegium für dieſe neuen Schulſtellen nicht Klage der Großallmendierten gegen die Gemeinde ö m beim Pachtelnigungsamt. Dle Akten ſollen noch⸗ mals Überprüft und dieſe evtl. zur Prozeßführung an Juſtizrat 12 Poſ. 2: Klage des Kommunal⸗Verbandes Heppenheim gegen die Gemelnde Viernheim wegen Forderung, her⸗ rührend aus gelieferter Marmelade.— Pos. 3. Verpachtung der Gemeindefſagd. Der Gemeinderat würde gern ſehen, wenn er aus dem Pachtverhältnis, das noch Jahre dauert, einen Mehrerlös herausſchlagen könnte. Da zur Vertragslöfung die geſetzliche Borausſetzung fehlt und auf die derzeitigen Jagdinbaber ein Zwang nicht ausgeübt werden kann, ſoll mit dieſen im Wege des Entgegenkommens verhandelt werden. Aus den bereits geführten Verhand⸗ lungen war zu entnehmen, daß die Pächter ſich bereit erklärt haben etwas mehr zu zahlen, wenn die Pachtdauer verlängert wird. Dieſes Anſinnen lehnte der Gemeinderat jedoch ab. Die Bürgermeiſtererei wird zu welteren Ver⸗ handlungen beauftragt.— Poſ. 4. Abgabe von Induſtrie⸗ gelände an die Fa. Gebr. Sternheimer und J. Weiß mann jr. Die allgemeine wirtſchaftliche Lage kann beide Firmen nicht dazu bewegen, auf den von der Gemeinde zur Verfügung geſtellten Plätzen etwas zu unternehmen, weshalb auf Vor⸗ lage der Bürgermeiſterei dieſe vom Gemeinderat ander⸗ weitig freigegeben werden.— Poſ. 5. Verpachtung von Gemeindegelände zu Induſtriezwecken an Architekt Adam Winkenbach hier. Hierzu werden zwiſchen Friedhof und Bahnkörper 5300 qm. auf die Dauer von 10 Jahren zum Als Induſtrie ſoll eine Kiſtenfabrik mit Holzhandlung in Frage kommen.— Poſ. 6. Aerzteverträge. Gemäß Ge⸗ melnderatsbeſchluß wird eine Kommiſſion nochmals mit den Herren Aerzten vor Vertragslegung; verhandeln.— Poſ. 7. Errichtung von 4 Schulſtellen. Obwohl der Schul⸗ vorſtand mit 5 gegen 3 Stimmen die Errichtung beſchloſſen, entſchließen und lehnte dieſen Antrag ab. Die Errichtung dieſer neuen Schulſtellen ſollte dazu dienen, die Schüler⸗ zahl in den beſtehenden Klaſſen herabzuſetzen, was ja ohnehin ſchon der Fall iſt, da an dieſen Oſtern 50—70 Kinder mehr die Schule verlaſſen, als dieſes Jahr auf⸗ genommen werden.— Poſ. 8. Definitive Beſetzung einer Lehrerinnenſtelle in Viernheim. Dieſe wird der Lehrerin Fräulein Sax von hier übertragen.— Poſ. 9. Orts⸗ bürgernutzen der Michael Ringhof 2. Ww., Michael Brechtel 3. Frau und Jakob Diehl 1. Es dreht ſich hier um Ge⸗ ſuche von Rezeßholz⸗Nutzungen. Der Weiterungen wegen mußten die zwei erſten abgelehnt werden, während dem letzteren ſein Holz zugeſprochen werden konnte.— Poſ. 10 Baugeſuch des Johann Niebler 4., Rathausſtr., der noch ein Stockwerk auf ſein Wohnhaus errichten will, wird von⸗ ſeiten des G.⸗R. nicht beanſtandet.— Poſ. 11. Miet⸗ wohnung des Peter Krug 2. Derſelbe hat eine Reparatur an ſeinem erworbenen Hauſe von Schuhmachermeiſter Schmidt in der Ludwigſtraße vorgenommen und dieſes zu Wohnzwecken nutzbar gemacht. Er wünſcht dieſerhalb nicht nur die Regaratur⸗Vergütung, ſondern auch noch einen entſprechenden Baukoſtenzuſchuß. Die Auffaſſung des Ge⸗ meinderats war eine geteilte. Die ſozialdemokratiſchen Vertreter meinten, daß dem Krug ſeiner großen Kinderzahl entſprechend eine größere Wohnung zuſtände. Wenn er ſich die Koſten machte, die heute recht beträchtlich ſind, ſo wäre es kein unbilltges Verlangen, daß man dem Krug entgegenkomme. Die Vertreter des Zentrums waren gegen⸗ telliger Anſicht und meinten, daß Krug keinen Anſpruch auf Baukoſtenzuſchuß machen kann, da elne Wohnung da⸗ durch nicht freigeworden ſei. Die Abſtimmung ergab Au⸗ nahme des Antrages Krug.— Poſ. 12. Erhebung von Straßenbaukoſten. Das Geſuch von Angrenzern der ver⸗ längerten Kirchſtruße um Erlaß bezw. Herabſetzung der Gebühren mußte aus formellen Gründen abgelehnt werden. — Poſ. 13. Geſuch des Geſangvereins„Sänget⸗Einheit“ um Ueberlaſſung des Schiller ſchulhefes zur Abhaltung ſelnes 50 jährigen Vereinsjublläums wurde ohne Debatte genehmigt.— Poſ. 14. Die Abfuhr von Sand vom ſogenannten Pfarrersbuckel. Hier liegt eine Beſchwerde vor, wonach durch dieſe Abfuhr die neue Kirchſtraße ſchadhaft geworden ſei. Dem Eigentümer, Herrn Franz Lahres, wird die Auflage gemacht, von jeder abgefahrenen Fuhr 1 Mk. in die Gemeindekaſſe abzuliefern und die Beſchädigungen auszubeſſern.— Poſ. 15. Rücktritt des Herrn Belgeord⸗ neten. Der Herr Bürgermeiſter verlas ein Schreiben des Herrn Beigeordneten Wunder, worin dieſer aus Geſundheits⸗ rückſichten von ſeinem Amt zurücktritt. Im Anſchluß hieran wurde das Kohegium befragt, ob eine ſofortige Neuwahl ſtattfinden oder ob dieſe mit den im Herbſt ſtatt⸗ findenden Gemeinderatswahlen verbunden werden ſoll. Der Herr Bürgermeiſter meint, daß eine baldige Neuwahl wünſchenswert erſcheine. Dieſe Anſicht wurde auch vom Kollegium vertreten. Die Bürgermeiſterei wurde demgemäß beauftragt. Der Herr Bürgermeiſter gedachte am Schluſſe der verdlenſtvollen Tätigkeit des ſcheidenden Herrn Bei⸗ geordneten, der ſeit vielen Jahren, auch ſchon als Gemeinde⸗ ratsmitglied durch Rat und Tat ſein beſtes Wiſſen und Können dem Wohle der Gemeinde und ſeiner Einwohner gewidmet hat.— Poſ. 16. Geſuch der Bäcker⸗Innung um Zuweiſung von Tarifholz wurde abgelehnt.— Poſ. 17 Ergreifung wirtfchaftlicher, Maßnahmen im Falle ein⸗ tretender Arbeitsloſigkeit. Ein diesbezügl. behördlicher Antrag wurde abgelehnt.— Poſ. 18. Die Errichtung elner Beſchwerdeſtelle beim Pachtſchutzamt. Aus den Kreiſen der Pächter wurden die Herren Nik. Gutperle 4., Nik. Gutperle 7. und Lorenz Roos 1., aus den Kreiſen der Verpächter die Herren Joh. Jak. Kühner I., Adam Franz Roos 1. und Fräulein Margaretha Ehatt als Bei— ſizer gewählt.— Poſ. 19. Beſchwerde der Bauern⸗Verei⸗ nigung wegen Zutellung des Stockfeldes wurde als gegen⸗ ſtandslos erklärt.— Poſ. 20. Erlaß von Straßenbau⸗ kosten. Hier lag eine Eingabe der Angrenzer der Rlugſt, baus als ein öffentliche! zu bezeichnen iſt.= Poſ. 21. Baugeſuch ben Jakob Klee 2. wird nach dem vorgelegenen Plan in gewünſchter Welſe genehmigt.— Poſ. 22. Er⸗ richtung einer kommunalen Landesbank. Der empfohlene Beitritt zu dieſer wird einſtweilen noch zurückgeſtellt. der Hausbeſitzer und Vermieter hält am kommenden Sonntag, den 19. März, nachmittags 3 Uhr, im Lokal „Gaſtbaus zum Löwen“ der vom Grund- und Hausbeſtitzer⸗ Verein Viernheim gewonnene Geſchäftsführer des Heſſiſchen Landesverbandes der Hausbeſitzer Heſſens, Herr Ziegler. Bei der außerorgentlichen Wichtigkeit des die geſamten wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Hausbeſitzer und Mieter umfaſſenden Vortragthemas, das auch das Reichsmietgeſetz unter Beachtung der gegebenen Steuerbeſtimmungen, ſowie die bereits beſtehenden Schutzgeſetze behandelt, iſt ohne weiteres einleuchtend, daß dieſer Vortrag nicht nur die Mitglieder des Grund- und Hausbeſitzervereins ſondern auch diejenigen Hausbeſitzer und Vermieter, die der Vereinigung nicht angehören intereſſieren und welche deshalb alle am Vortragstage willkommen ſind; iſt doch aller Erſcheinen gleichbedeutend einer endlichen Stellungnahme zur Feſtigung der Rechte des Hausbeſitzers und Vermieters und angetan. ſoweit dies die widerſtreitenden Intereſſen von Vermieter und Mieter überhaupt zulaſſen, ausgleichend zu heeinfluſſen. — Pachtſchutzordnung. Dem Verneymen nach Ast der Gesehen wurf über pie Verlängerung der Pachtſchutz⸗ ordnung am letzten“ Samstag im Reichskabinett ge⸗ nehmigt worden. Wichtige Aenderungen, außer Schaf⸗ fung einer Berufsinſtanz, ſollen nicht age ſein. Insbeſondere ſind die vom Reichsarbeitsminif 1 anfänglich geplanten Beſtimmungen, wonach die, ge 15 entwertung als ſolche bei Aenderung der e aus dem Pachtvertrag unbeachtet bleiben ſollte, nich aufgenommen. Der Entwurf wird demnächſt 1 1 0 ſetzgebenden Körperſchaften zugehen und dann wird es Sache der Abgeordneten ſein, darüber zu beſtimmen. — Zur Geſundung der Gemeindefinanzen“ Der Reichsſtädtebund hat zum Entwurf der Novelle zun Landesſteuergeſetz beantragt, den Anteil der Länder und Gemeinden an der örtlichen Einkommenſteuer von 23 auf und den Gemeindeanteil an der Umſatzſteuer von 5 auf mindeſtens 10 Prozent zu erhöhen, ſowie den Betriebsgemeinden für ihre ſämtlichen örtlichen Betriebe einen Anteil an der Umſatzſteuer reichsgeſetz⸗ lich zuzubilligen, auch wenn ſich die Leitung des Unter⸗ nehmens in einer anderen Gemeinde befindet. Bisher erhielt die letztere Gemeinde den Ertrag der geſamten Umſatzſteuer der auswärtigen Betriebe eines Groß⸗ unternehmens. Ferner hat der Bund eine Erhöhung der vorgeſehenen Sätze der Gemeindeabgabe auf Lu⸗ xusgetränke beantragt. — Baut Zuckerrüben! Der Verband der ſüddeutſchen Zuckerrübenpflanzer hat mit den Zuckerfabriken Süd⸗ deutſchlands einen Anbauvertrag für das Jahr 1922 abgeſchloſſen, der den Landwirten außer dem gün⸗ ſtigen Grundpreis noch beſonders wichtige Vorteile verſchiedener Art ſichert. Die Fabriken geben zur⸗ zeit dieſe neuen Akkordverträge hinaus und wir möch⸗ ten angeſichts der ſchon ſehr nahe gerückten Saatzeit nicht nur unſeren ſeitherigen Mitgliedern, ſondern auch allen übrigen Landwirten dringend ans Herz legen: Bauet Zuckerrüben und ſchließt diesbezügliche Akkorde mit dieſem Vertrage mit unſeren Zuckerfabriken ab, nicht nur weil die Bedingungen außerordentlich gün⸗ ſtig ſind, ſondern auch, damit die allgemeinen Klagen über den noch immer herrſchenden Zuckermangel in Land und Stadt in abſehbarer Zeit verſtummen kön⸗ 5 Vorfrühling. eb. Am Sonntag bin ich durch den Wald gegangen. Es war um die Mittagsſtunde, und ich durfte im Sonnen⸗ ſchein mir ein ſtilles Plätzchen ſuchen, wo mich das Zwit⸗ ſchern und Tirilieren der Vögel ergötzte. Ein paar Weſpen flogen mit Gebrumm daher und umſchwirrten die erſten zarten Triebe an Buſch und Baum. Frühling wird es überall, ſonniger Frühling! Ich zog den Stift aus der Taſche und ſchrieb folgende Verſe in mein Taſchenbuch: Und wieder grüßt der Sonne Strahl Die Welt in ihrem Glanz—— So licht, ſo ſchön mit einem Mal Ein froher Reigentanz Von engelsſchönen Mägdelein Die koſend ſich umfangen Erſcheint es uns und wunderfein Iſt dieſes Frühlingsprangen! Dann ſchaute ich mich wieder um, und mußte des Win⸗ ters denken, des grauſamen, harten, der nun vorüber iſt: Und wieder grünts in Buſch und Baum Und huſcht von Aſt zu Aſt— Der Wald träumt ſeinen Frühlingztraum—— Dann rüſtet er mit Haſt: Schafft hurtig ſeinen Frühlingsſtaat Hervor aus enger Truhe— a Der Frühling kommt und ruft zur Tat! ö Vorbei des Winters Ruhe... Und dann dachte ich zurück an eine wunderſchöne Zeit vor wenig Jahren: W Und wieder ſchmückt ſich meine Braut Mit einem Frühlingskleide, ö Damit ſie ihrem Liebſten traut (Der Freuden viel bereite, Zu ihrem Hauſe eil' ich ſchnell—— Vergeſſe alle Sorgen— 5 Und ſie umfangend grüß' ich hell Den ſchönſten Frühlingsmorgen!——— Dantz hab' ich mein Büchlein zugeklappt und bin weiter geſchritken. Die Vögel grüßten mich mit munterem Sang, und ich nahm dies Singen und Klingen mit hinein in den Alltag. froh machſt du das Herz.. vor, Elne Ausnahme konnte nur der Evang. Kirchenge⸗] Betr.: Elektriſierung der Gemeinde. Einen aufklärenden Vortrag über die Lage Amtlicher Nachdem in unſerer Gemeinde allerlei möglichen Gerüchte über die Höhe der von den Beteiligten aufzu⸗ bringenden Zuſchüſſe über Hausanſchlüſſe, Zähler ete. im Umlauf ſind, geben wir im Nachſtehenden die von unſerem Sachverſtändigen errechneten und von der Elektrizitätskom⸗ miſſion in ihrer geſtrigen Sitzung einſtimmig genehmigten Koſten bekannt: A. Zuſchüſſe für Hausauſchlüſſe: 1. Für einen Einphaſenanſchluß bis Ihen 2. Für einen Einphaſenanſchluß bis %ͤ[fm 3. Für einen Vierleiteranſchluß für e e ee B. Ueberteuerungs koſten für Zähler: 1. Für einen Lichtzähler für 3 u. 5 Amp. 9„ Kraftzähler bis 10 Amp. 750.—„ 3.„„ 1„ 25 17§ 790.— 7 Die tatfächlichen Anſchaffungskoſten der Zähler ſind um den doppelten Friedenspreis höher als obige Zahlen, ſodaß die Gemeinde für jeden Zähler noch einen anſehn⸗ lichen Betrag übernimmt C. Verbindungsleitung zwiſchen Hausanſchluß⸗ ſicherung und Zählertafel: Dieſe wird nur vom hieſigen Gas- und Clektrizitäts⸗ werk ausgeführt und dem Abnehmer zu Selbſtkoſten in Rechnung geſtellt. Die dadurch entſtehenden Koſten ſind 200.— Mk. 300.—„ 550 340.— I jedoch ganz geringfügige, ſodaß niemand vor denſelben zurückzuſchrecken braucht. D. Zählertafeln: Die Zählertafeln werden einheitlich vom hieſigen Gas- und Elektrizitätswerk zum Selbſtkoſtenpreis gellefert 1 fertig geſetzte Zählertafel mit 1 Sicherung koſtet 68 Mk. 3* 1 120 1 1 6 1„ 4 f„ 180 Aus dieſen Zahlen geht einwandfrei hervor, daß das verbreitete Gerücht, wonach die Zuſchüſſe für Hausanſchlüſſe und Teuerungskoſten für Zähler ſich auf 1500 Mk. und noch höher belaufen, ſtark übertrieben ſind und jeder Be⸗ gründung entbehren. Dieſelben ſtellen ſich hiernach auf kaum die Hälfte. Unter Hinweis auf unſere Bekanntmachung vom 24. vor. Mts. bringen wir dies nochmals mit der Aufforde— rung zur öffentlichen Kenntnis, daß Anmeldungen zum Anſchluſſe an das Ortsnetz bis ſpäteſtens 20. d. M. zu bewirken ſind, es ſei denn, daß ſpätere Anmeldungen mit höheren Koſten belaſtet werden wollen. Heſſ. Bürgermeiſterei Viernheim Lamberth. Antererhebſtelle. Wegen umfangreicher Abrechnungsarbeiten können erſt vom nächſten Montag ab wieder Steuerabrechnungen vor— genommen und die 1921er Steuermarken abgeliefert werden. Am Samstag Vormittag Zahltag für alle übrigen ſtaatlichen Gefälle. Kirchner. 75 1 7.„„ 77 72 Riesen-Vorteile bieten sich Ihnen bei Bedarf eines Seit Jahrzehnten bringe ich immer bewährte Qualitäten in schwarz, blau und marengo.— Durch besonders frühzeitige Kaufabschlüsse bin ich in der Lage, Ihnen mit besten Qualitäten zu ganz enorm billigen Preisen an Handzu gehen nur Mk. 275, 350, 450, 550, 645 und höher. Einige Beispiele: Ferner eine Riesenauswahl der schönsten Anzüge für Herren u. Burschen? 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