heim. 0. onntag, 11922 ) unſer dem Ab⸗ Lokal. cheinen and. 1000 erk. 9, den zormit⸗ 0 Uhr zum Stern ige amm. kitalied Tivoli n 1 im u Mit⸗ and. ustag, Donnerstag 400 Fame 5 e menen 1 preis trägt Mark. Einzelverkauf: Stuck 15 1c 1000 ogen vlertelfährlich 18 Mk. Gratisbeilagen: Kalender u. Fahrplan. Geſchäfts⸗Anzeiger Abonnenten unſeres lattes gewähren wir bel ufgabe von Inſeraten be⸗ onderen Rabatt. Auf den Bie vnheimer Lokal⸗Anzeigeblatt für Viernheim Autsblatt der Heſſ. Bürgermeisterei und des Polizeiamts Viernheim e eſamt⸗ 1 9 uh. itung 9 Aufträgen entſprechender Rabatt. Bell auſtage 60 l 5 für Inffrale dont Vereins⸗ alle hoherer Gewalt Anzeiger 2 ff ti e des Betriebs der Zeitung, der Lieferanten ober ber Beför⸗ g m unſerer Beit iſt 470 5 kebakk 10 5 e 55 15 und Verlag von 0 5 zezteher keinen Anſpruch a rule Geldes Nachrichtenblatt für alle amtlichen Bekanntmachungen der Behörden Viernheim und Umgebung. e e g 1 3 2 ee e 1 15 r Vuürger⸗Zeitung? ſtets 5 Erfolg. Für am Telefon aufgegebene Inſerate wird keine Garantie übernommen. ober Be igspeeſſes. 7, g ſperuſprecher Nr. 217 a— 5 1 17 1. e 177 e N M 74 e ene Samstag, den 1. Juli 1922 e Sonntagsgedanken. Ein Tropfen Ewigkeit. Aus ſtiller Dämmrung ſteigt der helle Abendſtern, in leiſem Beten ſchweiget der Himmel nah und fern. Es öffnen ſich die Hallen am blauen Himmelszelt; heilige Gedanken wallen wie Engel durch die Welt. Zum Sonntag. Gegenwärtig hat alles Durſt. Herrlich, wenn dann der Durſt gelöſcht werden kann, ſo richtig geſtillt, nicht bloß für eine Viertelſtunde beſeitigt. Wie unvernünf⸗ tig ſtillen aber manche Menſchen ihren Durſt! So, daß ſie durch einen einzigen kalten Schluck zwar ihrem Durſt genügen, ſich aber dabei für ihr Lehen verder⸗ ben; oder ſo, daß ſie nicht genug„Stoff“ hinuntergie⸗ ßen können, der nur neuen Durſt erregt. So kann der Durſt zum Wohlbehagen oder Mißbehagen führen, je nach dem man ihn ſtillt.— Es gibt aber nicht bloß durſtige Kehlen in unſerer Zeit, ſondern auch viel dürſtende Seelen, Menſchenleben, in denen ein bren⸗ nendes Verlangen iſt nach Frieden, Glück und Rein⸗ heit. Es iſt ein gutes Zeichen, wenn deine Seele dürſtet. Aber achte wohl darauf, wie und womit du deiner Seele Verlangen ſtillſt. Es wird ſo viel fal⸗ ſcher, berauſchender, aufreizender Trank angeboten. Wende dich zu der Quelle deſſen, der die Dürſtenden ſelig preiſt. Er wird dir den Becher reichen ſo, wie es gerade deiner Seele frommt. Dein Durſt wird geſtillt werden und dein Herz wird dabei geſunden. Wochenrundſchau. eb. Wieder hat ein Miniſtermord die deutſche Politik, die man in ruhigerem Fahrwaſſer wähnen konnte, aufs tiefſte erſchüttert. Der deutſche Reichsaußenminiſter Dr. Rathenau iſt das Opfer gedungener Meuchelmörder ge— worden, die die Tat mit unglaublicher Roheit ausge— führt haben. Ein um Deutſchland hochverdienter Mann iſt mit Rathenau dahingeſchieden. Bewährt in ſchwexer Kriegsnot als Schöpfer der Rohſtoffzentrale, berief ihn Wirth in ſein erſtes Miniſterium als Wiederaufbaumini⸗ ſter. Als ſolcher leitete er die Wiesbadener Verhand lungen mit Loucheur, deren Reſultat zu ſcharfen Angriffen gegen ihn führte. Bei der Umbildung des Reichskabi nettes ſchied er von ſeinem Poſten, fand aber bald wieder Verwendung in außerordentlicher Miſſion als deutſcher Pertreter in Cannes. Sein großes Geſchick, Verhandlun. jen zu führen, erwies er ſchon dort, weit mehr aber noch n Genua, wohin er als Außenminiſter mit dem Reich anzler ging. Hier zeigte ſich bald die große geiſtige lleberlegenheit Rathenaus, die in mehreren glänzenden Reden ihren Ausdruckef Hier war es auch, wo fand. Uloyd George bewundernde Worte für den deutſchen Kol⸗ 1 egen fand und dringend um ein Stenogramm der An⸗ ſorache erſuchte. Unauslöſchlich iſt aber der Name Walter Rathenau verknüpft mit dem Verkrag von Rapallo, ber infolge geſchickter Ausnützung der Situation glakt und ſicher zur Annahme führte. Es iſt vornehmlich ſein Werk, was hier für die Zukunft der beiden Nachbarländer Deutſchland und Rußland geſchaffen wurde. Neidlos wird das auch jeder pokitiſche Gegner anerkennen müſſen. Auch als Schriftſteller fand er reiche Anerkennung, ſeine durchgeiſtigten Ausführungen ſind in Tauſenden von Exemplaren verbreitet und legen immer wieder Zeugnis ab von dem Manne, der auch das höchſte Opfer für ſein Vaterland brachte. Rathenan war eine Perſönlichkeit von überragender Bedeutung und wird auch als ſolche von der Geſchichte gewertet werden müſſen, weun auch ault⸗ ſemitiſche Hetze nicht einmal vor der Majeſtät des Todes zu ſchweigen imſtande war. In der ſtillen Familien⸗ gruft in Oberſchöneweide ruht ein wahrhaft deutſcher Mann nach einem Leben treueſter Pflichterfüllung, Erſt die Nachwelt wird erkennen, was mit ihm das Vaterland verlor. Die Gedächtnisrede des Reichskanzlexs kündete von der nimmermüden Arbeit des Verblichenen, der mannhaft und ſtark dem Feinde ins Auge ſah am Kon⸗ ferenzliſch im Genueſer Königspalaſt und der in hohem Maße die Achtung derer beſaß, die in jenen Tagen die Entente vertraten. Lloyd Georges Nachruf gibt davon beredtes Zeugnis.—* 6 Höchſt bedauerlich waren einige Vorlommniſſe bei Demonſtrationen, die in den verſchtedenen Städten aus Anlaß des Miniſtermordes verauſtaltet wurden. An ei⸗ nigen Stellen gab es ſogar Tote, ſo, iu Darmſtadt ul ga. In Heidelberg holte man einen Profeſſor, der gegen die Verordnung des Senates eine Votleſung hielt und die Fahne ſeines Inſtitutes nicht auf Halbmaſt halte ſetzen jaſſen, heraus und übe raab ihn der Polizei= Das fürch⸗ terliche Eiſenbahnunglück auf der Berttner Ringbahn war eine Folge der Verkehrsruhe am Dienstag, es bedarf aber noch näherer Aufklärung, Die Ermordung Rathenaus hat viel Zündſtoff im Volke zum Brennen entfacht, wir wollen hoffen und wünſchen, daß es ruhig bleibt im Lande. Den Tätern iſt man auf der Spur, der eine der drei Mörder wurde am Donnerstag bei Frankfurt a. Oder feſtgenommen. Es iſt anzunehmen, daß auch ſeine Kom⸗ plizen die Grenze nicht überſchritten haben, zumal ſofor⸗ tige Sperrmaßnahmen eingeſetzt haben. Der Leiter der Berliner Kriminalpolizet äußerte ſich ſehr zuverſichtlich über den Verlauf der Nachforſchungen. Nicht unberech⸗ tigtes Aufſehen erregt die Verhaftung eines Helfers der Mörder, des Leutnants d. R. und Studenten W. Günther, dem nicht nur die Mitwiſſerſchaft ſondern auch die Beihilfe zum Morde Rathenaus nachgewieſen worden iſt. Einer Meldung der„Neuen Berliner Zeitung“ zufolge hat ſich die Berliner Polizei in den Beſitz des ganzen Verſchwö⸗ rungsplanes gegen Rathenau geſetzt. Nun wird wohl das wahnſinnige Verbrechen bald aufgeklärt werden—— Man munkelt in Berlin von der bevorſtehenden Auf⸗ Eſung des Reichstages, die Verhandlungen über die Ge⸗ treideumlage ſind als geſcheitert zu betrachten. Dann ſtünden neue politiſche Kämpfe bevor, die in dieſer kri⸗ Staates mehr und mehr, alle Reformpläne ſind bisher pieſe äußerſte Maßnahme noch vermeiden.— N In Leipzig findet zur Zeit ein neuer Kriegsbeſchuldig⸗ kenprozeß ſtaͤtt. Es handelt ſich dabei um den Berliner Arzt Dr. Michelſohn, der ein Zivilgefangenen⸗ und Kriegsgefangenen-Lazarett in Frankreich leitete. Da ſeine Vorgeſetzten ihm das höchſte Lob ausſprechen, wird man wohl auf einen Freiſpruch kommen müſſen, zumal auch franzöſiſcherſeits das Intereſſe an dem Prozeß nur ein ſehr geringes zu ſein ſcheint.— Halten wir in den Nachbarländern Umſchau, ſo dürfen wir an der hilfloſen Lage Oeſterreichs nicht vorübergehen. Streits aller Art zerrütten die finanzielle Lage dieſes liſchen Zeit ſehr ungelegen kommen. Hoffentlich läßt ſich unausgeführt geblieben. Man las in den letzten Tagen viel von Wiederaufbau— plänen des franzöſiſchen Miniſters le Troquet. Vor allem ſollen deutſche Arbeitskräfte im zerſtörten Ge⸗ biet Verwendung finden. der franzöſiſchen Indu⸗ ſtrie iſt dieſes Projekt jedoch auf heftigen Widerſtand geſtoßen, und es iſt noch nicht abzuſehen, zu welchem Ende die Angelegenheit gedeihen wird. 5 Die Ermordung des Feldmarſchalls Wilſon in Lon⸗ don hat nun auch ihre Aufklärung gefunden. Das Ueber— raſchende dabei iſt, daß die beiden Attentäter k ine Iren ſind wie zuerſt angenommen wurde, denn, da Wilſon die engliſchen Truppen in Irland befehligte, war nichts wahrſck S Nun inlicher als ein Racheakt von dieſer Seite. ſtellt es ſich heraus, daß zwei Engländer die he entſetzliche Tat vollbrachten Bei Man wird in England für die deut— che Entrüſtung über Rathenaus jähen Tod ein weit grö— eres Verſtändnis haben als anderswo. Fraukreich hat ja icht einmal für nötig befunden, durch ſeinen Berliner 10 ßer nie Vertreter der deutſchen Regierung eine Beileidsbezeugung übermitteln zu laſſen. Die ſpaniſchen Unternehmungen in Marokko ſcheinen ſo langſam aufzuhören Scheinbar halten di Finanzen des eine großzügige Expedition auf die Dauer nicht Man wird vielmehr nur die notwendigſten Truppen dort belaſſen und die übrigen nach der Heimat einſchiffen Die deutſch⸗-ſpaniſchen Wirtſchaftsverhand lungen ſind auf ein totes Geleiſeng bracht worden, der Abruch ſteht demnächſt bevor und wird die Folge rieſiger Einfuhrzölle ſein, mit denen deutſche Waren belegt wer⸗ den Wenn man das Fazit der letzten Woche zieht, ſo wird man mit tiefer Beſchämung feſtſtellen müſſen, daß wir rückwärts ſtatt vorwärts geſchritten ſind. Der Dollar ſteigt zu immenſer Höhe, die deutſche Wirtſchaſt liegt ſtöhnend am Boden, die deutſchen Zeitungen ſind in ihrem Beſtehen arg bedroht. Da heißt es aufs neue durch nimmermüde Arbeit das Zerſtörte aufzubauen Landes 1118 alls Deutſcher Fleiß that ja immer noch einen guten Klang in der Welt. Wir wollen beſtrebt ſein, im Dienſte des Vaterlandes alles nur mögliche zu tun, dann wird auch di? Zukunft uns mit hellerem Scheine grüßen, die wir jetzt in dunkel gehüllt erblicken——— Tagesſpiegel. Wie amtlich mitgeteilt wird, iſt der Staatsgerichts⸗ hof nach der Verordnung des Reichspräſidenten beim Reichsgericht gebildet, der nach geſetzlicher Vorſchrift ſeinen Sitz in Leipzig hat. Dort iſt auch der Sitz der Anklagebehörde der Reichsanwaltſchaft. 1 1 5 Im Reichstagsausſchuß iſt eine Einigung über die Getreideumlage erreicht worden. Es ſteht jedoch noch nicht feſt, ob eine Mehrheit im Plenum zuſtande kom⸗ men wird. 5 Der frühere ſozialdemokratiſche Reichstagsabgeorv⸗ nete Georg v. Vollmar iſt im Alter von 72 Jahren geſtorben. Abgeordneter Tr. Helfferich hat Donnerstag nach⸗ mittag, nachdem die Verhaftung Günthers bekannt wurde, Berlin verlaſſen und die Polizei gebeten, für den Schutz feiner Wohnung zu ſorgen. Morgan hatte mit engliſchen, franzöſiſchen und bel⸗ giſchen Mitgliedern der Pariſer Anleihekonferenz in Paris eine Ausſprache, in der über den Termin der nächſten Anleihekonferenz geſprochen wurde. Man kam überein, in der erſten Oktoberwoche in Paris wieder zuſammenzutreten. Die VBotſchafterkonferenz ſetzte Deutſchland in der Note, die den deutſchen Proteſt gegen die Zerſtörung der angeblich ſtrategiſchen Bahnlinien im Rheinland zurückweiſt, eine Friſt bis zum 30. November zur Durchführung der von den Alliierten erhobenen For⸗ derungen. Poincare hielt im franzöſiſchen Senat eine ſeiner üblichen Reden mit unwahren Behauptungen über Teutſchlaund. Aus ſeinen Worten ſpricht ganz offen die Sehnſucht nach Sanktionen. — Techow geständig. Berlin, 30. Juni. Die Vernehmung des verhafte⸗ ten Mittäters an der Ermordung Rathenaus, Ernſt Werner Techow, hat bis in die ſpäten Abendſtunden gedauert. Techow, der nach dem Plan eigentlich in den Harz fahren wollte, weil man dort unter den vielen Sommerfriſchlern und Kurgäſten am ſchnellſten un⸗ tertauchen könnte, hat den Plan geändert und iſt nach Halle gereiſt. Nach kurzem Aufenthalt zog er es vor Halle zu verlaſſen und ging zu ſeinem Onkel auf eſſen Gut bei Jakobsdorf. Als der Onkel von der Be⸗ teiligung ſeines Neffen erfuhr, hat er ſofort der zu⸗ ſtändigen Behörde Mitteilung von der Anweſenheit des Geſuchten auf ſeiner Beſitzung gemacht, ſo daß die Feſtnahme erfolgen konnte. Erwähnt ſei noch, daß Techow zuerſt immer behauptete, den Wagen zu einer Probefahrt benutzt zu haben. Er ſelbſt ſtudierte Tech⸗ nik an der Hochſchule zu Charlottenburg. Bis kurz vor der Revolution war er bei einem Regiment in Schwerin eingeſtellt und hat dort in der Kraftfahr⸗ ſtaffel dieſes Truppenteils Dienſt verſehen. Er war vollkommen als Kraftwagenführer ausgebildet und hat auch die Panne, die das Automobil nach dem Atten⸗ tat halte, ſchnell wieder reparieren können. Su. Ein Mitglied der Organiſation Roßbach verhaftet. Hirſchberg, 30. Juni. Der in der Maſchinenbau-A. G. Starke und Hoffmann beſchäftigte Ingenieur v. Matz⸗ dorf iſt unter dem dringenden Verdacht der Mit⸗ täterſchaft an der Ermordung Rathenaus verhaftet worden. v. Matzdorf, der Mitglied der Organiſation Roßbach iſt, war am Freitag abend nach Berlin ge⸗ fahren und am Sonntag wieder zurückgekehrt. Reichstag. Berlin, 30. Juni. Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt kleine An⸗ fragen, worauf das deutſch polniſche Abkommen über die Gewährung von Straffreiheit für in Oberſchle⸗ ſien begangene Straftaten angenommen wird. i Es folgt die 1. Leſung eines von allen Parteſen eingebrachten Antrags über Erledigung der durch Beſetzung des deutſchen Reichsgebiets verurſachten Perſonenſchäden. Nach dem Perſouenſchädenge⸗ ſetz beträgt die Rente eines Beſchädigten 30 Proz. der nach dem Reichsverſorgungsgeſetz zu gewähren⸗ den Gebührniſſe, wenn er das 14. Lebensſahr voll⸗ endet hat. Dieſe Sätze ſteigern ſich ſtaffelweiſe bis 100 Proz. Der Teuerungszuſchuß für Militärrentner beträgt monatlich für einen Schwerbeſchädigten bei einer Minderung der Erwerbstätigkeit um 50 bis 80 Proz. 500 Mk. und ſteigt bis 1000 Mk. Für eine Witwe 500 Mk. uſw. a J Während der nun einſetzenden Abſtimmungen wird dem im Saale erſcheinenden Abg. Dr. Helfferich an⸗ dauernd„Helfferich raus“ zugecuſen. Der Entrüſtungs⸗ ſturm flaut nue langſam ad. 1 Die Vorlage wird untere Ablehnung der Erhoͤgungs⸗ anträge in 2. Leſung angenommen. Das Militär⸗ rentnergeſetz wird auch in 3. Leſung angenommen. Es ſolgt dann die 2. Viung des Geſetzentwurfs über die Nedeluna des Ver ehr it Getreide aus der Ernte 1922. dun f verlangt vie Feſt⸗ 72 legung einer Umlage von onen Tonnen Ge⸗ treide. 8 b Nach einem Kompromiß der Rechtsparteien wird der Preis für Roggen auf 6900 Mk., für Weizen au 7400 Mk., 155 Gerſte au 6600 Mk. die Tonne feſt h t. Dem Kompromis, der 3 Lieferungstermine vorſteht, ſind auch die Unabhän⸗ igen beigetreten. Das erſte Drittel iſt bis 31. Okto⸗ 2, das zſpeite bis 15. Januar und das letzte Drittel bis 28. Februar 1923 an die Reichsgetreideſtelle 3 liefern. Für das erſte Drittel gelten die genannter Preiſe, für das zweite und dritte Drittel werden die Preiſe nach Anhörung eines Ausſchuſſes feſtgeſetzt der aus 20 Sachverſtändigen beſteh tt. 1 2. e 1 Neues vom Tage. Zweite Verordnung zum Schutze der Republik vom 29. Juni 1922. ü 175 Berlin, 29. Juni. Auf Grund des Artikels 48 der Verfaſſung des Deutſchen Reiches wird zur Wieder⸗ herſtellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet folgendes verordnet: Artikel 1. Perſonen, die an einer Vereinigung teilnehmen, von der ſie wiſſen, daß es zu ihren Zie⸗ len gehört, Mitglieder einer im Amt befindlichen oder einer früheren republikaniſchen Regierung des Reiches oder eines Landes durch den Tod zu beſeitigen, werden est 115 Tode oder mit lebenslänglichem Zuchthaus traft. Ebenſo werden beſtraft Perſonen, die eine ſolche Ver⸗ einigung wiſſentlich mit Geld unterſtützen. Dritte Perſonen, die um das Daſein einer ſolchen Organiſation wiſſen, werden mit Zuchthaus beſtraft, wenn ſie es unterlaſſen, von dem Beſtehen der Ver⸗ einigung, den ihnen bekannten Mitgliedern oder deren Verbleib den Behörden oder der durch das Verbrechen bedrohten Perſonen unverzüglich Kenntnis zu geben. Zuſtändig iſt der auf Grund der Verordnung vom 26. Juni 1923(Reichsgeſetzblatt J Seite 521) gebildete Staatsgerichtshof.. Artikel 2. Die Verordnung zum 71 070 der Re⸗ publik vom 26. Juni 1922(Reichsgeſetzblatt 1 Seite 521) wird dahin ergänzt und abgeändert: 1. 8 5 Nummer 1 erhält zum Schluß 1 Zu⸗ ſatz:„oder wer die toten Opfer ſolcher Gewalttaten verleumdet oder öffentlich beſchimpft“. 5 2. S 5 Nr. 5 erhält am Schluß folgenden Zuſatz „oder wer eine ſolche Verbindung mit Geld unterſtützt“. 3. 8 7 Abſatz 1 Nr. 2 erhält die Faſſung:„Für die in 5 5 bezeichneten Vergehen“. n Artikel 3. Wird durch den Inhalt einer perio⸗ diſchen Druckſchrift die Strafbarkeit einer zur Zu⸗ ſtändigkeit des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik gehörende Handlung begründet, ſo kann die periodiſche Druckſchrift, wenn es ſich um eine Tages⸗ zeitung handelt, bis auf die Dauer von vier Wochen, in anderen Fällen bis auf die Dauer von ſechs Mo⸗ naten verboten werden. Die 88 2, 3 und 10 der Verordnung vom 26. Juni 1922 finden entſprechende Anwendung: Artikel 4. Dieſe Verordnung tritt mit ihrer Ver⸗ kündigung in Kraft. Wirtſchaftlicher Wochenüberblick. Geldmarkt. Die ſchweren innerpolitiſchen Wirren, die ſich an die Ermordung des Reichsminiſters Rathe⸗ nau knüpften, haben auch die Lage des Geldmarktes ſehr ungünſtig beeinflußt. Das mit viel Mühe und Kunſt von der Reichsregierung erbaute Schutzwerk ge⸗ r die weitere Entwertung der deutſchen Mark hielt em neuen Sturm nicht ſtand. Der Dollar machte in den letzten acht Tagen einen Sprung von 326 auf 375 Mk. Die Geldknappheit im Inland wird immer ſtärker fühlbar, die Zurückhaltung der Banken und die Steigerung des Zinsfußes werden von der Ge⸗ ſchäftswelt ſchwer ertragen. Die Devifenkurſe ſind ſprunghaft in die Höhe gegangen. 100 deutſche Mark koſteten am 29. Juni in Zürich nur noch 1.42(am 22. Juni 1.60) Franken; in Amſterdam 0.70%(0,79) Gulden; in Kopenhagen 1.31(1.47), in Stockholm 1.10 (1.20, in Wien 5495(4495), in Prag 1520(1592) Kronen und in Neuyork 0.27(0.30% Dollar. ä Börſe. Das Börſengeſchäft zeigte in dieſer Berichts⸗ Mag auch die Liebe weinen Roman von Fr. Lehne. 55. Fortſetzung.(Nachdtuck verboten.) „Lore, bleiben Sie hier, ich bitte Sie—“ beinahe hätte er geſagt:„um meinetwillen!“— Doch noch recht⸗ zeitig bezwang er ſich.„Sie können ja die Reiſe nicht 95 0 Erinnern Sie ſich, was der Arzt verordnet ha 175 „Der Menſch kann viel, wenn viel von ihm ver⸗ langt wird,“ entgegnete ſie mit dem ſchwachen Verſuch eines Lächelns—„laſſen Sie mich gehen— und haben Sie Dank für Ihre große Güte gegen mich!“ Er preßte ſeinen Mund auf ihre Hand, und mit Erbeben fühlte ſie die Berührung ſeiner Lippen. Wie im Schwindel ſchloß ſie die Augen. Rüdiger ſah, ihr Entſchluß war unerſchütterlich. Er vertraute ſie dem Schutze des Arzies an, der jetzt fortfahren wollte. Bei deſſen Familie ſollie ſie die Nacht verbringen, um am anderen Tage die Reiſe nach ihrer Heimat anzutreten. f Siebzehntes Kapitel. Am äußerſten Ende ſeines Reviers hatte Erich Ber⸗ ger eine Fichtenſchonung angelegt, der er ſeine ganz beſondere Sorgfalt zuwandte. Der weite Weg dahin war ihm ſehr lieb— vielleicht, weil er ihn an der Ober⸗ förſterei vorbeiführte— vielleicht, weil er dann noch jedesmal dort ein ſchlankes, blondes Mädchen getroffen, das ſo oft und ſo abſichtlich ſeinen Weg kreuzte. Es war ein heißer 5 Schwüle lag unter den Bäumen. Erich Berger rückte die Mütze zurück u. trock⸗ nete ſich die Stirn; warm war es ihm belm Gehen ge⸗ vorden. Er warf einen beſorgten Blick nach dem Him⸗ 75 5 15 e Wen Sch 7 1 Sonne gab ch eine en, gelben ein, und dann war ſie zänzlich verſchwunden. i g 6700 Mk., für Haber auf 0 1355 5 1 10 0 renze zueilt, deſto kaufluſtiger wi e lati Wo Aas iſt, ſammeln ſich 1 10 die Hauſſe während dieſer Woche noch in le Grenzen und von den Uebertrei 1 früherer Art frei, weil man auch der innenpolit 1 0 miß⸗ traute und mit der Möglichkeit von Neuwahlen ſamt allen ihren gefährlichen Nebenerſcheinungen rechnete Produktenmarkt. Die wilde Hauſſe der letzten 14 Tage übertrifft alle vorausgegangenen Erſcheinungen der letzten 1 Weizenmehl iſt jetzt nicht mehr unter 2500 Mk. pro Doppelzentner zu haben. Heu wird mit 300—400 Mk. der Doppelzentner ab Sta⸗ tion gehandelt, Stroh noch mit 250—270 Mk. Am 209. uni notierten in Berlin Weizen 920— 936 990 100), 89800 650660( 50), fe 80805 90 1 Haber 685705( 60), Mals 630—635(. Warenmarkt. Ein Ende der Hauſſe iſt noch nicht abzuſehen im Gegenteil hat mit dem raſchen Steigen der fremden Diviſenkurſe auch wieder eine neue Preis⸗ teigerung in faſt allen ee eingeſetzt. lẽüch werden die bereits wieder laut werdenden Lohn⸗ ee das ihrige dazu beitragen, daß das Tempo er Aufwärtsbewegung ch noch beſchleunigt. Aber auch der Käuferſtreik macht Fortſchritte, denn man hört allgemein Klagen über den Rückgang des Um⸗ ſatzes an allen nicht unbedingt zum Leben notwendigen Gegenſtänden. Textilartikel ſtiegen wieder am ſchnell⸗ ſten; aber auch die Ge der Metallinduſtrie und der Schuh⸗ und Lederbranche gehen weiter hinauf. Die Lage des ordentlichen Kaufmanns wird immer ſchwieriger. Viehmarkt. Die Preiſe ſind in den letzten Wochen nicht mehr geſtiegen, haben aber ihre volle Höhe be⸗ hauptet. Ein gutes Arbeitspferd iſt nicht mehr un⸗ ter 100 000 Mk. zu bekommen, und ein Paar kleine Milchſchweine koſten bis zu 5000 Mk. Holzmarkt. Brennholz iſt immer noch rarer als Geld und wird jetzt bis zum 170fachen Betrag des Frie⸗ denspreiſes bezahlt. Schnittware und en wer⸗ den viel gehandelt, aber zu unvermindert hohem Preis. Handel und Verkehr. Dollarkurs am 30. Juni 374 Mark. Stuttgarter Börſe, 30. Juni. Die Tendenz, welche die Effektenbörſe ſeit einigen Tagen eingeſchlagen hat, hat ſich auch heute kaum verändert. Anſätze zur Beſ⸗ ſerung zeigten ſich zwar da und dort; 15 wurden aber unterdrückt durch Verkaufsaufträge, welche durch Glatt⸗ ſtellung auf Ultimto noch vorgenommen werden woll⸗ ten. eee en Weitere Mehlpreiserhöhung. Die Süddeutſche Müh⸗ lenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spez. 0 weiterhin von 2550 auf 2650 Mk. für den Doppel⸗ zentner erhöht. Neue Preiserhöhung für Nähgarn. Die Vertriebs⸗ eſellſchaft deutſcher Baumwoll- und Nähfadenfabri⸗ en G.m.b. H., die erſt am 19. Juni ihre Preiſe hinaufgeſetzt hatte, hat jetzt eine weitere Preiserhöhung vorgenommen. Einfuhrbeſchränkungen in der Schweiz. Nach Mel⸗ dungen aus der Schweiz fand vor kurzem eine Sit⸗ zung der ſchweizeriſchen Expertenkommiſſion für Ein⸗ fuhrbeſchränkungen ſtatt, in der beſchloſſen wurde, beim Bundesrat zu beantragen, die Geltungsdauer der Einfuhrbeſchränkungen über den 30. September hin⸗ aus auszudehnen. Entſprechend dieſem Antrag hat der Bundesrat bei der die Einſuhrbeſchn nachge⸗ ſucht, ihn zu ermächtigen, die Einfuhrbeſchränkungen weiterhin, zunächſt bis zum 31. Dezember 1923 auf⸗ recht zu erhalten. Mannheimer Produktenmarkt, 29. Juni. Die heutige Produktenbörſe bekundete angeſichts der hohen Devi⸗ ſenkurſe ſehr feſte Haltung. Die Preiſe haben gegen den Montagsverkehr weiter ſtark angezogen: Sie lau⸗ teten für Weizen 1975— 1990, Roggen 1575, Gerſte 1900-1975, Haber 1650, Mais mit Sack 1360— 1375, Biertreber 1000, Kleie 1000 Mk. für die 100 Kilo frei Wagen Mannheim. Mannheim, 29. Juni. Dem Klein viehmarkt wa⸗ ren zugeführt und wurden für 50 Kilo Lebendgewicht bezahlt: 104 Kälber 2900 3450 Mk., 126 Schweine 4900-5450 Mk., 65 Ferkel(d. St.) 1000-3000 Mk. reichte gerade die ſchützende Hütte, als es in Strömen Erich hatte das Heraufziehen des Gewitters nicht demerten können, da die hohen Bäume jeden weiteren f 1655 idlichen Ausblick verhinderten. Ein geheimnisvolles Rauſchen und Raunen ging durch die Zweige; ſie bogen und duckten ſich, als ob eine mächtige Hand drohend über ihnen ſchwebte— dann ging ein ſcharfer Windſtoß über die Wipfel weg, daß die Vögel ängſtlich aufflatterten. „Wir kommen nicht mehr heim, Diana!“ ſagte Erich zu der ſchönen, braunen Jagdhündin, die ihn beglei⸗ tete—„Mutterle wird ſich ſorgen.“ Er beeilte ſich, wenigſtens das„Borkenhäuschen“, eine Jagdhütte des Jagdherrn, zu erreichen, die unge⸗ fähr 1 der halben Wegſtrecke zwiſchen dem Dorf Stein⸗ furt und der Förſterei lag. „Die erſten ſchweren e fielen jetzt; ein greller Blitz zuckte, dem ein krachender Donner folgte. Er er⸗ zu regnen anfing. Den Schlüſſel zum„Borkenhäuschen“ trug er immer bei ſich, um ſich ſtets davon überzeugen zu können, ob drinnen alles in Ordnung war. Er ging um die Hütte herum nach der Eingangs⸗ tür, neben der ſich eine einfache Bank mit einem Tiſche davor, befand. Und auf dieſer grob gezimmerten Bank ſaß ein blondes, weißgekleidetes Mädchen— eng an die Wand gedrückt, um ſich vor den Waſſerbächen zu ſchützen, die ſchon jetzt von dem weit hervorſpringenden Dach der Hütte herunterſtürzten. Diana an de Mädchen Freudig bellend ſpran empor. Eine flammende Glut ſchlug über ichs Ge⸗ ſicht, als er in die wohlbekannten, ach, ſo geliebten Augen blickte, die ihm ſpitzbübiſch entgegenlachten. „Gnädiges Fräulein!“ ſtammelte er. „Ich wurde beim Bummeln vom Wetter überraſcht Herr Förſter! Bis nach Hauſe war es zu weit; na bis auf die Haut wäre 5 in dieſem Fähnchen 1 den und in den dünnen Schuhen.“ Jutta von Eggert ſtreckte ihm zur Bekräftigung die ſchmalen Füße ent⸗ 11 9 0 en, weit ausgeſchnittenen Schi— . Sie her? Waren Sle b. 7 maſt plötzlich um und erſchlug den 22jährigen phenarbeiter Adolf Weiß.%% Heidelberg, 30. Juni(Nachklänge e on delberger Zwiſchenfall) Im An i Vorkommniſſe im Phyſikaliſchen Inſtitut, ſowie die Ueberführung des Geh. Rats Lenard in das Amegefung nis, verſammelten ſich in der Nacht zum Mittwoch deutſch⸗völkiſche Studenten, um den Univerſitätsprofeſſor Lenard aus ſeiner Schutzhaft zu befreien. Der Anführer. dieſer Bewegung ſoll laut„Heidelb. Tagblatt“ der viel⸗ genannte Dr. Ruge geweſen ſein, in deſſen Wohnung die Polizei übrigens im Anſchluß an das Rathenau⸗Attenkat, eine erfolglos verlaufene Hausſuchung unternommen hat. Im Zusammenhang damit teilt das genannte Blatt mit, daß Dr. Ruge auch aus dem Schutz⸗ und Trutzbund ausge⸗ ſchieden iſt, mit der Erklärung, dieſer Schuzbund ſtünde ebenfalls unter jüdiſchem Einfluß und jüdiſchem Kapital. Ein Prozeß in dieſer Sache iſt im Gange. Nachdem die Nachricht eingetroffen war, daß Geh Rat Lenard aus der Schutzhaft entlaſſen ſei, löſte 11 deutſch⸗völ⸗ kiſche Studentenſchaft auf. In der gleichen Nacht zog ein Trupp von Studenten vor das Haus des Oberbürgermei⸗ ſters Dr. Walz und verlangte von ihm die ſofortige Frei⸗ abe des Profeſſors. Sie wurden energiſch abgewieſen 1 einer großen Menſchenanſammlung kam es dann ir der Nacht zum Donnerstag. Einige Burſchen ſangen in der Hauptſtraße einige Lieder, was den Unwillen vor Arbeitern hervorrief. Die„Sänger“ mußten in ein Haus flüchten und als aus dieſem„Ihr Lausbuben“ gerufen wurde, ſtürmte die Menge das Haus. Der Bereitſchafts⸗ ſchaftspolizei gelang es dann, die Skraße zu ſäubern und die Ruhe herzuſtellen. i 3 Eberbach, 30. Juni.(Reine Flagge gehißt. Lebhaften Unwillen erregte es in Hirſchhorn a. N., daß trotz Anordnung der heſſiſchen Regierung die beiden dor⸗ elegra⸗ Trauer der Ermordung Rathenaus gehißt hatten. Erl als eine Abordnung der Arbeiter bei den Behörden er⸗ ſchien, wurde Halbmaſt geflaggt. ͥNNNCCö Stetten a. k. M., 30. Juni.(Tödlicher Sturz. Bei der Reparatur am Dach ſeiner Scheune ſtürzte der Landwirt Karl Dreher ab und zog ſich ſo ſchwere Ver⸗ letzungen zu, daß er ſtarb. f ü 1 Ruſt(bei Ettenheim), 29. Juni.(Verhaftung.) Die Eheleute Wilhelm Pfeffer, deren Gebäulichkeiten kürz⸗ lich niederbrannten, wurden unter dem dringenden Ver⸗ dacht, das Feuer ſelbſt gelegt zu haben, verhaftet. Wegen Veränderungen vornehmen und ſuchten ſich dem auf dieſe Art zu entziehen. Bleibach(bei Waldkirch), 29. Juni.(Einbruch.) In der letzten Woche wurde im Rathaus eingebrochen. Akten wurden durchſtöbert und durcheinandergeworfen. Das Gemeindeſiegel wurde geſtohlen. Ein Kaſſenſchrank, den die Diebe wohl vermutet hatten, war nicht vorhanden. Straßburg, 29. Juni. Von der Plattform des Münſters hat ſich ein 20jähriges Mädchen in die Tiefe geſtürzt. Die Lebensmüde wurde völlig zerſchmettert aufgefunden. N ö 5 Karlsruhe, 29. Juni.(Treppenſturz.) In ei⸗ ner der letzten Nächte ſtürzte der Metzger Jakob Sayer in ſeiner Wohnung eine Treppe hinunter, erlitt einen Schädelbruch, an deſſen Folgen er ſtarb. Kürnbach(bei Bretten), 29. Juni.(Verhaftung.) Die Polizei hat den Bahnarbeiter Ernſt Armbruſter verhaftet, der unter dem Verdacht ſteht, ſeine Ehefrau abſichtlich von der Scheuer herabgeſtürzt zu haben. Die Frau erlitt dabei ſchwere Verletzungen. 8 3 Mutmaßliches wetter. a ö Die Störungen werden durch einen von Südweſtei zommenden Hochdruck beſeitigt. Am Sonntag unk 1 iſt trockenes und warmes Wetter zu er warten. F e W 5 5 1 „Ah, und nun ſuchen Sie hiei auch Zuflucht! Die⸗ ſer Zufall!“ „Gnädiges Fräulein müſſen nun ſchon für eine Weile meine Geſellſchaft ertragen.“ i „Ach ja, das wird ſeht ſchwer ſein!“ ſeufzte ſie, „beinahe unmöglich.“ Sie ſah ſein verdutztes Geſicht und lachte laut auf:„Glauben Sie das wirklich, Heri Berger?“ Kolett blickte ſie ihn an, und ihm wurde heiß unter dieſem Blick. Sie Hen auf, trat etwas vor, doch der ſtrömende Regen ſcheuchte ſie zurück; ſie drückte ſich gegen die Hüttentür, vor einem flammenden Blitz, dem der krachende Donner folgte, heftig e „Sie haben doch den Schlüſſel, Herr Förſter— ſchnell— öffnen Sie!“ Jutta ſtand dicht neben ihm und ſah, wie ſeine Hand beim Aufſchließen leiſe zitterte, wie er ihren Blick vermied. Und ſie lächelte vor ſich hin, pries den Zu⸗ fall, den ſie halb 10 ucht, und war üperglücklich, daß er ſich ihr ſo gefügig gezeigt. Sie traten über die Schwelle. Eine dumpfe Luft ſchlug ihnen entgegen. Erich ſtieß beide Flügel des klei⸗ nen Fenſters weit auf, während Jutta neugierig en Raum herumging. „Iſt das gemütlich.“ „Haben gnädiges Fräulein irgend einen oder einen Auftrag! fragte Erich. „Wird das Gewitter bald aufhören? Ich mich immer ſo ſehr!“ „Das Gewitter, ja—! Wir haben offenbar nur die Ausläufer eines Gewitters abbekommen! Aber der Re⸗ gen— er entwickeln, der uns zwingen könnte, bis zum oder noch länger hier auszuharren, wenn wir ihm nicht Trotz bieten wollen.“. cheint ſich zu einem richtigen Ne zu bend gen dle den Kopf auf die Seite und ſah ihn mit ſchrägem Blick an.„ 4 08 wohl ſo ſchlmm? Zu eſſen gibt's a Heivelperg, 30. Ji cs falt) Im e igen für e ein e ke i uß an die tigen Forſtmeiſtereien und das Poſtamt keine Flagge zur Baufälligkeit der Anweſen mußten ſie größere bauliche kale Nachrichten. „ Gemeinderats ⸗Sitzung am Dienstag, den 4. Juli, nachmittags 7 Uhr. Tagesordnung: 1. Ein⸗ legung eines Zuges auf der Strecke Lampertheim⸗Viern⸗ helm. 2. Anſchaffung von Handfeuerlöſch⸗Apparate für die Feuerwehr. 3. Regelung der Verkaufszeiten an Sonn⸗ und Feiertagen für Bäcker und Metzger. 4. Anſtellung elnes Elektro⸗Fachmannes. 5. Neubildung der Wohnungskom⸗ miſſton ſowie des Miet⸗Einigungs⸗Amtes. 6. Revfſion der Beſoldungsordnung. N f * Die Handwerkerzeichenſchule, welche ſeither unter der Leitung und Aufſicht des hleſigen Ortsgewerbe⸗ vereins ſtand, iſt nunmehr infolge Neuordnung des Fort⸗ bildungsſchulweſens ab 1. Juli der allg. Fortbildungsſchule angegliedert worden und ſomit ganz in die Hände des Staates übergegangen. Die beſtehenden Vorſchulen jedoch, bleiben unter Verwaltung des Ortsgewerbevereins beſtehen. * Erneute Preiserhöhung für Druckpapier. Der Verband deutſcher Druckpaplerfabriken hat den Preis für das Zeitungspapier mit Wirkung vom 1. Juli auf Mk. 19 50 alſo um etwa 3 Mk. pro Kilo erhöt. * Handelsſchule„Merkur“, Mannheim Neue Tages⸗ und Abendkurſe beginnen am Montag, den 3. Juli. Näheres ſiehe Inſerat— Monatsverſammlung der Civilinvaliden mit wichtiger Tagesordnung findet morgen Mittag 1 Uhr in der Goetheſchule ſtatt, worauf wir hinweiſen. * Meiſterſchaftsball. Der Fußballklub Amieltia hält morgen abend, zur Feier der Meiſterſchaft, im grünen Laub einen Ball ab, worauf die Mitglieder aufmerkſam gemacht werden. Siehe Inſerat. * Lehrgänge in modernen Fremdſprachen. Wer könnte ſich der Erkenntnis verſchließen, daß heute mehr denn je ein Bedürfnis nach Erlernung moderner Fremd⸗ ſprachen beſteht: Ein Blick auf die Entwicklung unſeres neuerwachenden Handels⸗ und Geſchäftsleben zeigt uns, wie nötig die Fremdſprachen für den Kaufmann, Beamten und Arbelter ſind. Sie ſtellen für ihn eins der wichtigſten Mittel im Kampf ums Daſein dar. Dem Sprachkundigen wird überall der Vorzug gegeben. Im Hinblick darauf haben ſich hier einige Lehrer zuſammengeſchloſſen, um Lehr⸗ gänge in Franzöſlſch, Engliſch und Ruſſiſch(auf Wunſch auch alte Sprachen) für Anfänger und Fortgeſchrittene einzurlch⸗ ten. Damit wäre beſonders unſeren jungen Damen und Herren aus dem Kaufmannſtande Gelegenheit geboten, auf bequeme und billige Weiſe ſich die Kenntnis fremder Sprachen anzueignen. Sollte der Wunſch nach weiterer kaufmänni⸗ ſcher Ausbildung(Buchführung, Stenographie etc.) laut werden, ſo iſt ein Ausbau der Kurſe auch nach dieſer Richtung durch handelstechniſch vorgebildete Lehrer in Aus⸗ ſicht genommen. Siehe Inſerat! * Am Tivoli heute Abend um ½ 7 Uhr! Wer wird heute Abend nicht am Tivoli ſich den Städte⸗ kampf Weinheim gegen Viernheim anſehen! Es geht doch diesmal um die Ehre von ganz Viernheim. Wird Viern⸗ heim ſiegen, heißt es überall. Nach der Mannſchaftsauf⸗ ſtellung, vor allem in Verteidigung, könnte man an einen Sieg von Viernheim denken. Das Spiel ſelbſt wird eines der ſpannendſten werden, die wir noch hier geſehen haben. Deshalb, Sportanhänger aus allen Lagern, erſcheint am Tivoll und gebt durch einen Maſſenbeſuch eurer Vlernheimer Mannſchaft einen Rückhalt zum Sieg. Das Vorſpiel kwird von der 1. Jugend des Sportvereins gegen Vorwärts Mann⸗ heim ausgetragen. Arbeiter⸗Radfahrer⸗ Bund Solidarität. Zwecks der Beteiligung an dem Sommerfeſt der Mhm.⸗ Sportsgenoſſen, machen wir die Sportler auf das Inſerat in heutiger Nr. aufmerkſam. * Tanzluſtige, morgen Nachmittag 4 Uhr Tanz im„Fürſt Alexander“. Siehe Inſerat. * Lichtbild⸗Bühne. Auf die reichhaltigen Pro⸗ gramme, mit denen die beiden Lichtſpielhäuſer heute und morgen abend aufwarten, machen wir beſonders aufmerkſam. Keiner ſollte verſäumen, die Häuſer der bllligſten und intereſſanteſten Abendunterhaltungen zu beſuchen. Näheres beſagen die Inſerate, * Lohnſteuer. Indem wir auf die heutlge Be⸗ kanntmachung über den Geldwert der beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu berückſichtigende Natural⸗ und ſonſtigen Sachbezüge hinwelſen ſoll nachſtehendes Zahlenbeiſplel für den Steuerabzug vom J. Juli 1922 ab zur Erläuterung dienen: Beispiel, Für ein Dienſtmädchen, eine Magd oder einen Knecht mit 250 Mk. Monatslohn und voller Verpflegung einſchl. Wohnung, Heizung und Beleuchtung berechnet ſich der Steuerabzug vom 1. Juli 1922 ab wle folgt: Barlohn im Monat Geldwert der vollen Verpflegung einſchließlich Wohnung, Helzung und Beleuchtung zuſammen 250 Mk. 600 Mk. 850 Mk. Hiervon 10% Steuer 85 Mk. Dleſer Berrag ermäßigt ſich um die aus dem Steuer⸗ buch erſichtlichen Abzüge, die für ledige Perſonen für den Monat betragen b für den Steuerpflichtigen ſelbſt 20 Mk. für Werbungskoſten 45 Mk. zuſammen 65 Mk. Der verblelbende Steuerbetrag von 85 Mk.— 65 Mk.— 20 Mk. iſt in Steuermarken in dle Einlagebogen des Steuerbuches zu kleben. Für Arbeitnehmer, die neben Barlohn volle Ver⸗ pflegung einſchließlich Wohnung, Heizung und Beleuchtuag beziehen, hat vom 1. Juli 1922 ab eln Steuerabzug nur; dann nſcht ſtattzufinden, wenn der Barlohn 50 Mk. und weniger im Monat beträgt, Erfahrungsgemäß läßt die Führung der Steuerblicher und das ordnungsgemäße Kleben der geſetzlich vorgeſchriebe⸗ nen Steuermarken vielfach noch zu wünſchen übrig. Bel Unterlaſſung des Steuerabzugs macht ſich ſowohl der Ar⸗ beitnehmer, als auch der Arbeitgeber einer Steuerhinter⸗ ziehung ſchuldig, die mit harten Strafen ja mit Freiheits⸗ ſtrafen geahndet wird. i —— Das Waldfeſt am Ochſenbrunnen, wozu die ganze Einwohnerſchaft höfl. eingeladen iſt, ver⸗ ſpricht eine ſchöne Unterhaltung für Sonntag Nachmittag zu geben. Turneriſche Aufführungen, Geſangsvorträge, Muſik⸗ ſtücke uw. werden abwechſelnd die werten Gäſte auf ein paar gemütliche Stunden die Alltagsſorgen vergeſſen laſſen. Es iſt reichlich Sitzgelegenheit geboten, ein guter Tropfen Spezial⸗Bier aus der Brauerei Groß⸗Gerau, einen guten„Halben“ in der Wein laube und heiße Würſtchen mit Brödchen, alles in elgener Regie, werden gewiß die werten Teilnehmer in gute Laune verſetzen, ſo daß die beiden Vereine der hieſigen Einwohnerſchaft, nach fleißiger Wochenarbeit, ein kleines Sonntags Vergnügen bereit halten. Alſo, Sonntags⸗Parole, hinaus zum Sommerfeſt am Ochſen⸗ brunnen. f B. Gemeinderats⸗Sitzung vom 29. Juni 1922. Alls der Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde das neu hinzugekommene Gemeinderatsmitglied Herr Adam Gutperle in ſein Amt eingeführt und von dem Herrn Bürgermeiſter verpflichtet. Herr G.⸗R. Schneider übte Kritik, weil Herr Bürgermeiſter Lamberth es unterlaſſen hat, dem Meuchel⸗ mord an Herrn Miniſter Rathenau in gebührender Weiſe zu gedenken. Ferner, daß anläßlich dieſes Vorkommniſſes die angeordnete Beflaggung der öffentlichen Gebäude nicht be⸗ folgt worden ſel. Herr Schneider machte ferner darauf aufmerkſam, daß man in Zukunft mit Aeußerungen, die das Anſehen und die Autorität des jetztgen Staates in ein ſchlechtes Licht ſtellen könnten, etwas vorſichtiger ſein ſoll. Die Erwiderung des Herrn Bürgermetſters ging dahin; daß er es in unſerm kleinen Ortsparlament nicht mehr für notwendig erachtete, eine Trauerkundgebung zu veranlaſſen, da ja regierungsſeitig und der Reichstag ſchon das Nötige getan hätten. Selbſtverſtändlich verurteilte auch er wie jeder andere den Mord an Rathenau. Bezüglich der Be⸗ flaggung auf Halbmaſt könne er mitteilen, daß die Be⸗ lieferung der neuen Reichsflagge noch ausſteht und in Er⸗ mangelung einer anderen nicht beflaggt werden konnte. Herr Schneider ſtellte die Forderung, daß in Zukunft nur die republikaniſche Reichsflagge zu hiſſen ſei, wenn man ſich nicht der Gefahr ansſetzen will, als ein Feind der Republik angeſehen zu werden. Im Verlauf der Debatte ſagte der Herr Bürgermeiſter, daß auch er„Demokrat“ ſei. — Nachdem dieſe Diskuſſion beendet war, wurde die Tagesordnung wie folgt erledigt: 1. Errichtung von Fortbildungsſchulen. Dem Beſtreben, die Unterrichtszeit der Fortbildungsſchule auf die Winterzeit zu beſchränken. war bisher der Erfolg verſagt. Die Frage ſoll erneut aufgerollt werden, da auch der Baueru⸗Verein gegen die jetzige Unterrichtszelt iſt und dies in einem beſonderen Ge⸗ ſuch an den G.⸗R. kund tun wird. Herr G.⸗R. Bugert meinte, man ſollte den Schulſtreik organiſieren, wenn den berechtigten Wünſchen nicht entgegengekommen wird.— 2. Gewährung von Vorſchüſſen an die Großallmendierten für die abgelöſten Wieſenloſe. Hler liegt ein diesbezügliches Geſuch der Großallmendierten-Vereinigung vor. 15 Per⸗ ſonen ſtehen auf dem Papier, die in bedürftigen Verhält⸗ niſſen leben, für dieſe je 500 Mk. gewünſcht werden. Der G.⸗R. beſchlleßt, im Falle Geld eingeht, das übrigens erſt Martini fällig wird, an die Bedürftigſten zur Auszahlung zu bringen. Von einem welteren Schreiben der Groß⸗ allmendierten wird dem Kollegium ebenfalls Kenninls ge⸗ geben und beſchloſſen. daß es bezüglich der 26 Stück be⸗ ſchlagnahmten Wleſen bei dem früheren Beſchluß verbleibt. Die Stimmung gegen die Vereinigung der Großallmendierten und beſonders gegen den Leiter derſelben war etwas gereizt, da man der dauernden Quälerei von dleſer Seite jetzt müde ſel. Es wurde der Antrag geſtellt, Geſuche von dieſer Selte überhaupt nicht mehr anzunehmen; Herr G.⸗R. Schneider konnte ſich für dieſen Antrag nicht erwärmen und meinte, daß ſie nur kommen mögen, denn der G.⸗R. habe es in der Hand, Ja oder Nein zu ſagen.— 3. Ge⸗ währung eines Zuſchuſſes für die Anlage eines Bades im Krankenhauſe. Da es ſich hier um einen beſonders guten Zweck handelt, von dieſer Wohltat nicht nur die Inſaſſen des Krankenhauſes, ſondern jeder andere im Ort wohnende Gebrauch machen kann iſt das Kollegium berelt, die Hälfte der Koſten des Geſamt⸗Betrages, alſo 15 000 Mark bei⸗ zuſteuern. Herr G.⸗R. Schnelder, der ebenfalls dafür war, meinte, das Intereſſe der Gemeinde erfordert, daß das Kollegium wie bel dieſem Fall in Zukunft nicht mehr vor vollzogene Tatſachen geſtellt werden darf. Bei der Bade⸗Einrichtung im Krankenhaus kommen hauptſächlich ſolche Bäder z. B. Flchtennadelbäder uſw. in Anwendung, die zur Mllderung und Beſeitlgung von Krankheiten bel⸗ tragen ſollen. Eln Volksbad im gewiſſen Sinne iſt es nicht, die Errichtung eines ſolchen aber hier nur noch eine Frage der Zeit ſein kann.— 4. Erhöhung der Allmend⸗ auflage. Unter Hinzuziehung der Finanzkommiſſion ſollen die Richtlintlen ausgearbeftet werden. Ein Beſchluß wird ſpäter gefaßt.— 5. Geſchäftsführung der Gem.⸗Bau⸗ genoſſenſchaft. Die Bauleitung lag bisher in den Händen des Archltekten Herrn Mlch. Kühlwein. In dem Geſuch der Baugenoſſenſchaft wird angeführt, daß für das Aus⸗ ſcheiden des Herrn Kühlwein Herr Gemeindebaumelſter Berberich an deſſen Stelle treten ſoll, um den Bau einiger Häuſer bis zum Herbſt noch ſicher zu ſtellen. Der bei der Baugengoſſenſchaft tätige Architekt Herr Mandel, Sohn des Herrn GR. Mandel, wird der Gemeinde als Erſatz für das Baubüſro zur Verfügung geſtellt. Dle Gem., Bau⸗ ihrer Beſtimmung nutzbar gemacht genoſſenſchaft fragt deshalb in ihrem Geſu an, ob die Genoſſenſchaft eine Vergütung für Wee ene 55 des Gemeindebaumelſters an die Gemeinde und in welcher Höhe gezahlt werden ſoll. Der G.⸗R beſchlleßt, von einer Vergſitung abzuſehen, da es ja auch im allgemeinen In⸗ tereſſe liege, daß die vorgeſehenen Wohnhäuſer noch erſtellt werden.— 6. Heugrasverſteigerung; hier Beſchwerde des Michael Adler 7. Hier handelt es ſich um einen Ver⸗ ſteigerungsirrtum inſofern, daß Herr Abler nicht 3000, ſondern nur für 2000 Mk. ein Gebot machte. Der G. R. beſchlleßt zugunſten des Herrn Adler.— 7. Erhöhung der Gebühren der Feldgeſchworenen. Dleſe haben bisher pro Tag 30.— Mk. bezogen, welcher Betrag jetzt verdoppelt wird.— 8. Elektriſierung der Gemeinde, Die evangellſche Gemeinde bittet um Errichtung der Anſchlußleitung bis zur Kirche. Dem ſteht nichts im Wege, ſobgld die Leitung 8 wird. Im übrlgen nach den Kommiſſtonsbeſchlüſſen.— Dle ea 1 15 ſchaffung einer Sirene zum Alarm bei Brandſchäden mußte aufgegeben werden, da dleſe einen Koſtenaufwand von 60000 Mk. erfordern würde.— Dem Sachoverſtändigen bei Erſtellung des Elektrizitätsnetzes, Herrn Gutanatſch, wird für ſelne Leiſtungen der verlangte Pauſchalbetrag von 50000 Mt. genehmigt.— 9. Dem Geſuch der Zivil⸗ Invaliden um Ueberlaſſung eines Saales zur Abhaltung von Versammlungen wurde entſprochen. Es kommt ein Schulſaal in Frage.— 10. Für Reinigung der Löſchgeräte werden 531 Mk. genehmigt.— 11, Den Gemeinde⸗ arbeitern wird der Stundenlohn auf ihr erneutes Geſuch auf 15 Mk. die Stunde erhöht.— 12. Herrn Heinrich Reinhard wird dle Auflage gemacht, die Tränke am Lache⸗ weg auszuheben, damit geprüft werden kann, ob der üble Geruch dadurch beſeitigt iſt. Wenn nicht, muß Herr Reinhard andere Abhllfe treffen.— 13. Bildung der Wohnungskommiſſion ſowie des Miteinigungsamtes, Re⸗ viſton der Beſoldungs⸗ Ordnung wurden in geheime Sitzung verwieſen. b Amtlicher Teil. Betr.: Heugras⸗Verſteigerung. Wir machen hiermit die Steigerer darauf aufmerkſam, daß die Aberntung des Heugraſes bis ſpäteſtens 8. Juli 15 zu erfolgen hat. Nach dieſem Zeitpunkte werden die Wieſen ohne jegliche Aufforderung gewäſſert. Schadens⸗ erſatzanſprüche ſind ausgeſchloſſen. Betr.: Den Betrieb der Brückenwage 2, Waſſerſtraße Die Stelle des Wiegemeiſters der obigen Wage iſt erledigt und neu zu beſetzen. Geeignete Bewerber wollen ſich bis Dienstag, den 1 1922, abends 6 Uhr ſchriftlich bei uns — Betr.: 1 15 Anmeldung der mit Tabak bepflanzten Grund⸗ ÜUcke. 8 Die Tabakpflanzer unſerer Gemeinde ſind verpflichtet ihre mit Tabak bepflanzten Grundſtücke unter n der vorgeſchriebenen Vordrucke in der Zeit vom 1. bis ein⸗ ſchl. 15. Juli lfd. Js. vormittags von 7—12 Uhr und nachmittags von 2—5½ Uhr an Wochentagen bei dem Zollamt Viernheim unter genauer Angabe der Lage und Größe zur Anmeldung zu bringen. 919 e welche 5 8 bis 5 7 den 15. Juli hinaus oder überhaupt unterlaſſen werden zur 9 ſſ zur Anzeige Heſſ. Bürgermeiſterei Viernheim: Lam berth. Gemeindekaſſe. Nächſten Montag, den 3. d. Mts., werden die Mili⸗ tär⸗ und Zivllrentenzuſchüſſe von vormittags oon 8—12 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr ausbezahlt. Sonſtige Kaſſengeſchäfte können an dieſem Ta a ledigt werden. g 1 Viernheim, den 1. Juli 1922. Jöſt. Untererhebſtelle. Am nächſten Montag können Holz⸗ und Streuabfu 5 W 4 1 5 5 5 r ſcheine, ſowie ſonſtige eilige Gefälle erledigt werden. 5 Übrigen iſt für die ganze Woche geſchloſſen. Kirchner. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung der Heſſiſchen Berordnung vom 5 Mal 1922 zum Reichsgeſetz vom 18. April 1922 800 5 Fand ee hier: Erlaubnis zum iehhandel und zum Ankauf von S 1 50 85 8 f von Schlachtvieh durch Wir machen die Viehhändler und die Me aufmerkſam, daß nach dem neuen e e Fleiſchverſorgung vom 18. April 1922 und der hierzu er⸗ gangenen heſſiſchen Ausführungsverordnung vom 5. 5. 1922 die früher ausgeſtellten Erlaubniskarten ihre Gültigkeit ver⸗ loren haben. Bei Vermeidung von Strafanzeigen iſt der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis umgehend unter Vorlage von zwei Lichtbildern bei der Bürgermeiſterei— Zimmer 23—. zu ſtellen, ſoweit dieſes bis jetzt noch nicht geſchehen iſt. Legitimationskarten und Wandgewerbeſchelne e nur ausgeſtellt werden, wenn die Erlaubnis erteilt ſt. Viernheim, den 30. Juni 1922. Heſſtſches Polizelamt: Ln d wi g. Kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde Sonntag, den 2. Juli 1922. Vorm. 9½ Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10 ¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Montag, den 3. Juli 1922. Abends 8 Uhr: Uebungsſtunde des Kirchenchors. Lauch⸗ und Selleri⸗Setzlinge zu verkaufen. Martin, an der Apotheke.