genoſſen gelom⸗ weſent⸗ ſch in d und eineren ir bie Erlaß gut lich zu d Be Unter. ehand⸗ Unter. zünde bon doß⸗ Für enheit tjolgt, ch auf . Eine tch de⸗ ) eine Shül⸗ t allet an d uin⸗ aut t. ft wur⸗ le das 0 M. can ibrigen mt brut: Ado⸗ N. n W . W — * 0 Amtsblatt der Bürgermeisterei Viernheim Erſcheinungswelſe: Täglich. ausgenommen an Sonntagen und Bezugspreis: Ins Haus gebracht monatlich 1.60 RM einſchließlich durch die Poſt monatlich 160 RM ausſchließlich Beſtellgeld Einzelnummer 10 Rpfg. Nummer 267 eiertagen. otenlohn. Dienstag S iernheimer Volkszeilung Verkündigungsblatt der NS D AN. Niernheim Anzeigenprets: Grundpreis für 1mm Höhe und 22 mm Breite 8 Ryfg., im Text⸗ den 16. November 1937 teil für 1 mm Höhe und 67 mm Breite 15 Ryſg Zur Zeit iſt Anzeigenpreisliſte Nr. 6 aültia Geſchäftsſtelle Viernheim Bismarckſtr 13. Fernſpr. 153. PS L'bafen 15101 13. Jahraang Lord Halifax reiſt heute nach Berlin Jalien: der Beſuch wird die politiſchen Freundſchaflen Deulſchlands nicht erſchültern Verſtändigung mit Berlin und Rom Eine Teillöſung iſt nicht der Zinn des halifar-Beſuches London, 16. Nov. Preß Aſſociation meldet, daß Lord Hali⸗ fax nach Berlin reiſen werde. Ergänzend wird dazu von Preß Aſſociation mitgeteilt: In bri⸗ tiſchen Kreiſen wurde hervorgehoben, daß die in Ausſicht genommene Zuſammenkunft zwiſchen Lord Halifax und Hitler ein informel⸗ ler Anfang einer rein aufklärenden Auf⸗ gabe ſein ſolle, um zu verſuchen, feſtzuſtellen, ob und wieweit deutſche und britiſche Ziele vielleicht ſich widerſprechen, und um nach den Mitteln zu ſuchen, durch die ſie ausgeſöhnt wer⸗ den könnten. Wie verlautet, wird Lord Hali⸗ fax ſchon am Dienstagmittag um 14 Uhr Lon⸗ don verlaſſen, um ſich nach Berlin zu bege⸗ ben. Nicht über Spanien flolpern Nom, 16. Nov. Die Meldungen über die Deutſchlandreiſe von Lord Halifax werden von den römiſchen Abendblättern mit lebhaftem Intereſſe verzeichnet.„avore Faſciſta“ ſtellt in ihrer Sammelüberſchrift zu den verſchiedenen Berichten feſt, daß der Beſuch von Lord Halifax in Berlin die politiſchen Freundſchaf⸗ ten Deutſchlands nicht erſchüttern könne. Der Pariſer Korreſpondent des Blattes ſchreibt in dieſem Zuſammenhang, die franzö⸗ ſiſche Preſſe ſolle, um gewiſſen irrigen Vermu⸗ tungen zu entgehen, niemals vergeſſen, daß man nicht ohne oder gegen Rom nach Berlin und ebenſowenig ohne oder gegen Berlin nach Rom gelangen könne. Chamberlain habe bereits klar zu verſtehen gegeben, daß die Löſung des Friedensprob⸗ lems nicht in einer Verſtändigung mit Ber⸗ lin oder mit Nom, ſondern in der Verſtän⸗ digung mit der Achſe Berlin Rom zu ſuchen ſei. Der Londoner Vertreter des„Giornale d'Italia“ weiſt unter Berufung auf die „Times“ und den„Daily Telegraph“ beſonders darauf hin, daß die Informationen dieſer bei⸗ den offiziöſen Blätter die Verhandlungen mit Rom bereits wieder zurückſtellen wollten, bis man in der ſpaniſchen Frage zu einer zufrieden⸗ ſtellenden Verſtändigung gekommen ſei. Man könne nicht ohne Ironie den Umſtand verzeich⸗ nen, daß im vergangenen Jahr das Hindernis für Verhandlungen mit Italien an der Unmög⸗ lichkeit einer Anerkennung des italieniſchen Sie⸗ ges in Abeſſinien und der Errichtung des faſchiſtiſchen Imperiums beſtand. Jetzt werde die ſpaniſche Frage zu dieſem Hindernis gemacht. „Klärende Ausſprache“ London, 16. Nov. Die Tatſache des nunmehr feſtſtehenden Be⸗ 5 von Lord Halifax in Berlin ſteht ür die Londoner Abendpreſſe im Vordergrund des Intereſſes. Einige der Blätter bringen zu den reinen Tatſachenberichten nochmals eigene Stellungnahmen. „Evening News“ ſchreibt, die offizielle Ankündigung der Berliner Reiſe von Lord Halifax ſei zu begrüßen, weil ein perſönlicher Kontakt zwiſchen Staatsmännern eine wert⸗ An unſere Leſer Wegen des morgigen Feiertages (Buß⸗ und Bettag) erſcheint unſere nächſte Ausgabe erſt wieder am Donnerstag, den 18. November 1937. Verlag und Schriftleitung volle Hilfe für die internationale Verſtändi⸗ ung bedeute. Es ſei keine Rede davon, daß zord Halifax etwa nach Berlin reiſen wolle, um mit Adolf Hitler ein„Gegenſeitigkeitsge⸗ ſchäft“ abzuſchließen zu verſuchen. Vielmehr ſei eine ruhige, inoffizielle und klärende Aus⸗ ſprache zwiſchen zwei freundſchaftlichen, ver⸗ nünftigen Staatsmännern zu erwarten. Bildende Kunſt in unſerem Gau Landeslagungen der Archileklen, Frankfurt a. M., 16. November. Die Reichskammer der bildenden Kün⸗ ſte hatte für Montag abend ihre Mitglieder zu einer Landestagung im Bürgerſaal des Frank⸗ furter Rathauſes aufgerufen. Im Mittelpunkt der Veranſtaltung ſtand eine Anſprache des ſtell⸗ vertretenden Geſchäftsführers der Reichskam⸗ mer der bildenden Künſte, Hauptabteilungs⸗ Valencia unler Jowjelfahnen herr Dimifroff an der Wand— Role unker ſich Salamanca. 16. November. In Valencia hielt das„Spaniſche Lan⸗ deskomitee“ der Bolſchewiſten ſeine Jahres⸗ ſitzung ab. Der Saal war mit Bildern Stalins, Lenins und Dimitrof fs, ſo⸗ wie mit den ſowfetruſſiſchen Fahnen geſchmückt. Unter den Teilnehmern befanden ſich Vertreter der Franzöſiſchen Kommuniſti⸗ ſchen Partei, ſowie eine Anzahl anderer Emi⸗ granten. Auf der Sitzung, die unter den Klängen der Internationale eröffnet wurde. wurden als Mitalieder des Ehrenpräſidiums gewählt: Woroſchilow. Thorez von der Franzö⸗ ſiſchen Kommuniſtiſchen Partei. Thäl⸗ mann, der Parteiausſchuß der chineſiſchen Kommuniſten und der franzöſiſche Abgeordnete Marty als Organiſator der Internationalen Brigade. Der ſpaniſche Oberbolſchewiſt Joſe Diaz ſprach der Sowjetunion noch einmal in„war⸗ men Worten“ den Dank aus für die aktive Hilfe gegen die Nationalen und ſchob dann ſeinem früheren Freund Larao Caballero die Schuld an dem Verluſt des Krieges in Nordſpanien in die Schuhe kügenagilalion ſlaft Fernunft Barcelona. 16. November. 50 ſowjetruſſiſche Agitatoren haben die kataloniſche Hauptſtadt verlaſſen. um an der Front für die Sowjetunion und den Bolſchewismus Reklame zu machen. Die bol⸗ ſchewiſtiſchen Hetzer ſind mit Filmen ausge⸗ rüſtet. in denen„Leben und Geiſt der Sowjet⸗ union“ verherrlicht werden. Die roten Funkti⸗ onäre haben ſich zu dieſen Maßnahmen ent⸗ ſchloſſen, da die Stimmung unter den bol⸗ ſchewiſtiſchen Mflizen ſehr flau iſt und ſogar noch weiter nachläßt. Role Machthaber uneinig Verſchwörung entdeckt. Salamanca. 16. November. In Barcelona entdeckte die Polizei am Montag ein umfangreiches Waffenlager. das anſcheinend der„5. Kolonne“ gehört. Da⸗ rin befanden ſich u. a. 50 Maſchinengewehre. zahlreiche Schnellfeuerwaffen. ſowie Handara⸗ naten. Die Unterſuchungen haben zu zahlrei⸗ chen Verhaftungen geführt. In ſowfjetſpani⸗ ſchen Kreiſen nimmt man an. daß das Waffen⸗ lager mit einer Verſchwörung gegen die bol⸗ ſchewiſtiſchen Häuptlinae in Zuſammenhana ſteht.„General“ Miajas. der bisher die Verteidigung Madrids leitete, iſt— wie Ha⸗ vas aus Madrid meldet— abgeſäat worden. Als ſein Nachfolger iſt„General“ Cardenal mit ſofortiger Wirkung am Montag zum„Mi⸗ litäriſchen Kommandanten“ in Madrid er⸗ nannt worden. Cardenal war bisher ein enger Mitarbeiter Miajas. Den gefallenen Helden— die Jugend Adolf Hitlers Im Auftrag des Reichsjugendführers fuhren zehn Bannführer der HJ. nach Flandern, um am Langemarck⸗Gedenktag einen Kranz auf dem Friedhof Langemarck⸗Nord niederzulegen und den Patenfriedhof der Hitlerjugend. Dranoutre am Kemmel, zu übernehmen. Auch hier ehrte die Abordnung der HJ. die 2177 auf dem Friedhof ruhenden deutſchen Gefallenen durch Nie⸗ derlegung eines Kranzes. (Preſſe⸗Hoffmann, Zander⸗K.) Maler und Plaſtiker in Frankfurt leiter Dr. Gabher⸗Berlin, der über die Auf⸗ gaben der Künſtler im Dritten Reiche ſprach. Hauptabteilungsleiter Dr. Gaber gab einen aufſchlußreichen Ueberblick über die Aufgaben der Künſtler, insbeſondere über die der Archi⸗ telten auf der einen und die der Maler und Plaſtiker auf der anderen Seite. Die Grundlage für alles Schaffen der Künſt⸗ ler müſſe ſein, daß ſie von dem nationalſozia⸗ liſtiſchen Gedankengut durchdrungen ſeien, daß ſie den Glauben an ihr Volk und ſeine Entwick⸗ lung in ſich trügen, daß ſie ſich mit dieſem Volk auf das innigſte verbunden fühlten und daß ſie durchdrungen ſeien von dem Glauben an eine arteigene Kunſt. Dr. Gaber ſtellte dann die Aufgaben des Architekten beſonders heraus, dem eine ſehr hohe Verpflichtung übergeben worden ſei, nämlich um die Schönheit und Sauberkeit der Landſchaft beſorgt zu ſein, eine Aufgabe. wie ſie nicht höher geſtellt werden könne und wie ſie bisher einer Gruppe in einem Staate noch niemals geſtellt worden ſei. Der Vortra⸗ gende kam dann auf die Erfolge zu ſprechen, die die von dieſem Geiſt beſeelte Arbeit der Ar⸗ chitekten in den letzten Jahren gezeitigt habe. Er erinnerte dabei an die Bauten der Reichs ⸗ autobahn, die Arbeiterwohnſtät⸗ ten und an die enge Zuſammenarbeit mit dem Reichsjugendführer Baldur v. Schirach in der Frage der HJ⸗Heim bauten und mit der Deutſchen Arbeitsfront(Amt für 8 der Arbeit“ und„Geſunder Arbeits⸗ platz“). Archikekten im Wellbewerb Frankfurt a. M., 16. November. Am Montag nachmittag fand eine Arbeits⸗ tagung der Architekten in der Reichskam⸗ mer der bildenden Künſte ſtatt, bei der der Lan⸗ desleiter der Reichskammer der bildenden Kün⸗ ſte, Profeſſor Lieſer, die Vertreter der ſtaat⸗ lichen, ſtädtiſchen und Heeres⸗Bauverwaltung begrüßen konnte. Aus ſeinen Ausführungen iſt zu entnehmen, daß im Gau Heſſen⸗ Naſſau in Zukunft einige größere Wettbe⸗ werbe zu erwarten ſind, die die Architektenſchaft unſeres Gaues vor neue große Aufaaben ſtel⸗ len werden. Anſchließend ſtellte Dr. Gaber, der ſtellvertretende Geſchäftsführer der Reichs⸗ kammer der bildenden Künſte, die größeren Ge⸗ ſichtspunkte der Arbeit der Kammer heraus und befaßte ſich mit dem Begriff des Architekten, der lange Zeit unklar geweſen ſei. 1936 ſei dann eine Klärung erfolgt in der Weiſe, daß jeder Architekt ſei, der im Beruf arbeite. Heute zähle die Kammer 16 000 Architekten als Mitglie⸗ der. Es hahe ſich erwieſen, daß die Maßnah⸗ men des Reichsminiſters Dr. Goebbels vollauf richtig waren, weil erſt durch die Auf⸗ nahme in die Kñammer dem Architekten die Möglichkeit gegeben wurde, ſein Können zu zeigen.— Vorher fand eine Arbeitstagung der Kunſtverleger und Kunſthändler des Gaues ſtatt, in der Landesleiter Profeſſor Lieſer und Gaureferent für Kunſthandel Schu⸗ mann die neuen Richtlinien bekannt gaben. Unlermenſchenlum Budapeſt, 16. Nov. Wie bereits gemeldet, gelang es der poli⸗ tiſchen Polizei, einer bolſchewiſti⸗ ſchen Räuberbande auf die Spur zu kom⸗ men, die nach dem Beiſpiel ihres Moskauer Vorbildes. Stalin. ſchwere Raubüberfälle und Verbrechen verübte. Das polizeiliche Verhör der heute verhafteten Kommuniſten er⸗ gab, daß ſich ihr Anführer Andor ka, der ſich bei ſeiner Verhaftung ſelber als Kommuniſt be⸗ zeichnete, bereits des öfteren wegen kommuniſti⸗ ſcher Umtriebe in Polizeigewahrſam befunden habe. Nach ſeiner Angabe habe er die Bekanntſchaft berüchtigter Mitglieder der Budapeſter Un⸗ terwelt gemacht, und es ſei ihm auch ſpäter gelungen, eine größere Anzahl von Verbrechern, — ee eee lichen Textes gegen die ſpondent in Tokio weiſt darauf hin, daß er müßten die„Erfahrungen“ der Sowjets aus⸗ Einbrechern und Geldſchrankrnackern für den Kommunismus zu gewinnen. Er habe den Ver⸗ brechern ein feſtes Monatsgehalt zuge⸗ ſichert, wenn ſie die von ihm angeordneten Ein⸗ brüche bei einigen Großbanken, der Handels⸗ und Gewerbekammern uſw. ausführten. Die erbeute⸗ ten Beträge ſollten einem großzügigen Ausbau der kommuniſtiſchen Parteiorganiſation in Ungarn dienen. Der Einbruch in die Budapeſter Han⸗ dels⸗ und Gewerbekammer war bereits für die nächſten Tage in Ausſicht genommen. Bei der Aushebung der kommuniſtiſchen Ver⸗ brecherbande ſiel der Polizei eine große Menge kommuniſtiſcher Flugſchriften in die Hände, von denen ein Teil bereits in der letzten Zeit in den Fabritvierteln von Budaypeſt verteilt worden war. Die ſeſtgenommenen Kommuniſten wurden der Kriminalabteilung der Budapeſter Polizei übergeben. Ungarns Jugend wehrl ab Budapeſt, 16. Nov. An der Budapeſter Univerſität kam es zu Abwehrkundgebungen gegen das Juden⸗ tum. Unter Rufen„Nieder mit den Juden!“ drang eine größere Gruppe von Studenten in die Hörſäle ein und forderte die jüdiſchen Hörer zum Verlaſſen der Univerſität auf. In verſchie⸗ denen Fakultäten mußten wegen der Demon⸗ ſtrationen die Vorleſungen abgebrochen werden. Noch kein Kabinett in Bukareſl Bukareſt, 16. November. Das Parlament trat am Montaa zu einer Sitzung zuſammen. Die Nationalzaraniſten, die dieſe Parlamentstaguna für verfaſſungs⸗ widria halten, waren nicht erſchienen. Da die Reaierungsbänke leer waren. wurden beide Häuſer auf nächſten Montag vertaat und die Sitzung ſofort geſchloſſen. Tatarescus Bemü⸗ hungen um die Regierunasbildung haben er⸗ geben, daß Junian eine Beteiliaung an der Regierung ablehnt. Die Verhandlungen mit Georg Bratianu ſind noch im Gange. Der König hielt weitere Audienzen ab, bei denen auch Vaida Vojvod wieder erſchien. Die Nati⸗ onalzaraniſten rüſten bereits zum Kampf, ſe⸗ doch kriſelt es in ihren Reihen, da man dem Parteipräſidenten Mihalache die Erfolaloſia⸗ keit der langen Oppoſition zum Vorwurf macht. Brüſſel verlagk Kein Beſchluß zuſtandegekommen Brüſſel, 16. Nov. Die Oſtaſienkonſerenz hat am Montagnach⸗ mittag die Beratungen über eine gemeinſame Erklärung beendet. Bei der Abſtimmung ergab ſich keine Einmütigkeit, da Italien trotz der verſchiedenen Abſchwächungen des urſprüng⸗ Erklärung ſtimmte. Schweden, Norwegen und Dänemark erklärten ihre Stimmenthaltung, da ihre Intereſſen in Oſtaſien nicht bedeutend genug ſeien. Die Er⸗ klärung beruht ſomit nicht auf einem Beſchluß der Neun⸗Mächte⸗Konferenz ſondern gibt ledig⸗ lich die Auffaſſung gewiſſer dort vertretener Mächte wieder. Auf Vorſchlag von Norman Davis vertagte ſich die Konferenz hierauf auf nächſten Mon“ egnachmittag. Die Stimmenthaltung der fkandinaviſchen Staaten iſt beſonders bemerkenswert, weil der chineſiſche Delegierte Wellington Koo in Be⸗ gleitung des Generalſekretärs der engliſchen Delegation noch am Vormittag die Vertreter der brei Staaten aufgeſucht hatte um ſie im Sinne der Entſhließung zu beein een. havas muß demenkieren Eine Meldung aus dem Fernen Oſten und eine Ausrede Paris, 16. November Havas veröffentlicht in einer aus Tokio da⸗ tierten Meldung ein Dementi, das der Wort⸗ führer des japaniſchen Außenminiſteriums der Meldung der Agentur Havas bezüglich angeb⸗ licher japaniſcher Friedensvorſchläge an China entgegengeſetzt hatte. Havns knüpft an dieſes Dementi eine Erklärung ſeiner Schriftleitung, in der es folgendermaßen heißt: Unſer Korre⸗ ſeine am 12. November aus Tokio gegebene Meldung über japaniſche Friedensbedingungen als den Ausdruck der Meinung„gewiſſer un⸗ terrichteter Kreiſe“ gekennzeichnet habe. „Die Sowjetmacht wird den britiſchen Impe⸗ rialismus beſiegen...“— Kominternagent Pollitt hetzt— Eine recht deutliche Drohung gegen England Riga, 16. November Unter den zahlreichen Begrüßungsartikeln, die die verſchiedenen Kominternſektionen aus Anlaß des 20. Jahrestages der bolſchewiſti⸗ ſchen Oktoberrevolution an die Moskauer Welt⸗ revolutionszentrale gerichtet haben befindet ſich auch ein Aufſatz des Leiters der kommuniſti⸗ ſchen Partei Englands, Harry Pollitt, der ganz offen die Endziele des Bolſche⸗ wismus in Großbritannien verkün⸗ det, Nach ſchwulſtigen Verherrlichungen des bol⸗ ſchewiſtiſchen Regimes in Sowjetrußland geht Pollitt auf die Lage in England ein. Hier genutzt und eine„mächtige kommuniſtiſche Par⸗ tei“ geſchaffen werden. Je ſtärker die kommu⸗ niſtiſche Partei ſei, umſo ſtärker ſei auch die geſamte Bewegung, wodurch umſo raſcher das „beſtehende Kräftenerhältnis im nationalen und internationalen Maßiſtab“ verändert und der „Weg für die Niederlage der nationalen Re⸗ gierung“ vorbereit“ könne. „Die Sowjetmacht wird die Herrſchaft der Grundbeſitzer und Kapitaliſten zerſtören und. wird für das Volk Großbritanniens und für die Kolonialvölker die Freiheit bringen, heißt es zum Schluß.„Die Sowjetmacht wird den Wenn wir den Kampf gegen den Bolſchewis⸗ mus mit allen Mitteln führen, dann tun wir das in erſter Linie, weil wir uns vor unſerem Volk und ſeiner großen Vergangenheit ver⸗ pflichtet fühlen, deutſche Art, deutſches Weſen und deutſche Kultur zu ſchützen und zu verteidi⸗ gen. Wir wiſſen, daß unſer Beſtand als Nation aus der Weltgeſchichte ausgelöſcht ſein wird, wenn unſere deutſche Kultur vernichtet iſt. Die Weltgeſchichte lehrt uns aus tauſend Beiſpielen, daß der 1 894 der Völker mit dem Abſin⸗ ken ſeiner Kultur immer aufs engſte verbun⸗ den geweſen iſt. Sei es, daß fremde Eroberer die Beſiegten unter ihr Joch gebeugt haben, ſei es, daß die Völker politiſch führerlos oder ſitt⸗ lich entnervt von anderen Völkern überrannt wurden, immer iſt mit ihrem ſtaatlichen Ster⸗ ben ein Antergang ihres kulturellen Lebens verbunden geweſen. Nur ſolange ſind die Völker ſtark geweſen, und nur ſo lange haben ſie dem Fortſchritt der Menſchheit gedient, ſolange ſie aus den unverſieglichen Quellen des wa h⸗ ren Volkstums all das ſchöpfen konnten, was man kurzweg die Kultur eines Volkes nennt. Aus der deutſchen Geſchichte wiſſen wir, daß der politiſchen Ohnmacht alle Zeit ein Zerfall ſeines geiſtigen Beſtandes vorausgegan⸗ gen war. Und wir wiſſen, daß den Zeiten des Wiederaufſtiegs die geiſtigen Führer voraus⸗ gingen und den Boden bereiteten, auf dem die politiſche Saat aufgehen konnte. Es liegt nahe, auf die Zeit des dreißigjährigen Krieges hin⸗ zuweiſen, auf die Epoche der deutſchen Erhebung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und nicht zu⸗ letzt auf den gegenwärtigen Abſchnitt deutſcher Geſchichte, der einen Tiefſtand deutſchen, politi⸗ ſchen und kulturellen Lebens überwunden hat. Aus dieſen Tatſachen der Geſchichte lernen wir, daß die Kultur eines Volkes und ſein ſtaat⸗ liches und politiſches Leben ſehr feſt miteinan⸗ der verbunden ind Mit anderen Worten heißt dies, daß es kein bedeutendes politiſches Leben gibt, keine ſtaatliche Macht von Rang and Klang und keine Weltgeltung für ein Volk, wenn es nicht ein ſtarkes kulturelles Elzenleben 3 führen vermag. Der kulturell ſchöpferiſche Menſch wird im⸗ mer die ſtärkſte Stütze der ſtaatlichen Ordnung und der politiſchen Macht 2 Nur er weiß, was es heißt, die höchſten Güte der Nation, die Freiheit und die Ehre zu verteidigen, denn ohne ſie iſt ſeine Arbeit wertlos. Ihm fehlt der Reſonanzboden der ihm gegeben iſt in dem Volk, das aus gleichem Blut und gleicher Raſſe ſtammt, das mit ihm die gleiche Sprache ſpricht und das mit ihm zu denken und zu handeln vermag und dazu bereit iſt. Was in vieltauſendjähriger Entwicklung aus unſerem Volke geworden iſt, was über Zeit und Ewigkeit Geltung und Wert haben kann, iſt nur das, was die deutſche Seele zutiefſt gefühlt, gedacht und gedichtet hat. Dieſer reiche Schatz, der unſerem Volke eigen iſt— der jedem Volke in ſeiner durch Blut und Raſſe bedingten Art eigen iſt— kann nicht erſetzt werden durch fremde Art und Kultur. Dabei iſt nicht zu ver⸗ Paris, 16. November. Die„Liberté“ glaubt, daß ſich die Unter⸗ redung des franzöſiſchen Außenminiſters Del⸗ bos mit dem polniſchen Botſchafter in Paris wahrſcheinlich auch auf die ſeit einiger Zeit immer häufiger werdenden lügenhaften Ten⸗ denzmeldungen über einen bevorſtehenden „Staatsſtreich“ in Polen bezogen hat. Dieſe von franzöſiſchen Zeitungen verbreiteten Meldungen hätten einen fehr ſchlechten Eindruck in Warſchau gemacht, umſomehr als ſie aus Kreiſen ſtammten, die mit der Sowfetdiplomatie in enger Verbin⸗ dung ſtehen. Ausfälle gegen Oberſt Bec Poſen, 16. November. Die Nationaldemokratiſche Partei veranſtal⸗ tete am Sonntag in Poſen eine Kundgebung, auf der verſchiedene Fragen der polniſchen Außenpolitik erörtert wurden. Dabei unterzogen verſchiedene Redner die Außenpoli⸗ Kullurſchau und Politif von Ph. Obenauer kennen, daß die Berührung mit fremden Kultu⸗ ren für eine bodenſtändige ſtarke Kultur nur ein Mittel zu weiterer Entfaltung, zu neuer Blüte ſein kann. Schwaches kulturelles Leben wird beim erſten Sturm zuſammenbrechen. * Wenn es notwendig iſt, ein Wort zu ſagen über die Größe des gegenwärtigen deutſchen Ge⸗ ſchichtsabſchnittes, dann es iſt nicht beſſer aus⸗ zudrücken, als wenn wir auf den engen Zuſam⸗ menhang unſerer polttiſchen Wiedergeburt, un⸗ ſerer Machtentfaltung, unſerer Weltgeltung mit der geiſtigen Erneuerung unſeres Volkes hinweiſen. Dieſe Neuerung vollzieht ſich nicht nur im politiſchen und wirtſchaftlichen Denken, iſt nicht nur ausgedrückt in dem Wort vom deutſchen Sozialismus, ſondern findet mit in erſter Linie ſeinen Nierderſchlag in den Werken unſerer geiſtig Schaffen⸗ dien, in den Erzeugniſſen der Maler, der Plaſtiker, der Künſtler jeglicher Art. And wenn wir den Sinn des totalen Staates recht erkennen wollen, dann müſſen wir ſehen, wie politiſches Wollen, wirtſchaftliches Wirken und kulturelles Schaffen aus einer Kraft⸗ quelle geſpeiſt wird: aus dem deutſchen Volkstum. Zu keiner 85 in der deutſchen Ver⸗ gangenheit iſt dieſe Totalität rößer geweſen als in der Gegenwart, die von 2 Weltan⸗ ſchauung des Nationalſozialis⸗ mus geführt wird. Es gibt kein Nachdem es den japaniſchen Truppen reſtlos Gebiet unſeres geſamten völkiſchen Lebens, das nicht in gleichem Sinn und Geiſt und nicht in der gleichen Marſch⸗ und Zielrichtung aus⸗ gerichtet iſt. Die große Linie beſtimmt einzig und allein der Führer, und die ſchaffenden Menſchen unſeres Volkes bezeugen, wie ſie dem grandioſen Gedanken von der Totalität der Staates in jeglicher Form ihres Wirkungs⸗ gebietes Ausdruck zu verleihen vermögen. „Rechenſchaftsberichte über das Wie und das Erreichte ſind die großen Ausſtellungen der Nation. Unſer Gaugebiet kann ſich rüh⸗ men., im Wettſtreit mit anderen Gauen unſe⸗ res Vaterlandes führend an der Spitze zu marſchieren. Die Initiative des Gauleiters iſt unermüdlich und gerade die gegenwärtige Kunſtſchau in Frankfurt am Main liefert uns den beſten Beweis dafür. was unſer heſ⸗ ſiſches Volk mit den ihm anvertrauten Pfun⸗ den gemacht hat. Der Rechenſchaftsbericht, der uns über das Kulturſchaffen in unſerem Gau gegeben ward, beſtätigt uns den engen Zuſam⸗ menhang zwiſchen politiſcher, wirtſchaftlicher und geiſtiger Aufbauarbeit, beſtätiat uns, daß wir im Gau Heſſen⸗Naſſau dabei ſind, die wahren Quellen unſerer nationalen Kraft nach jeder Richtung zu erſchließen, beſtätigt uns. daß wir auch im Hinblick auf das kulturelle Schaffen alles getan haben, was wir als Teil der axoßen deutſchen Nation im Rahmen un⸗ ſerer landsmannſchaftlichen Grenzen zu tun ver⸗ Polen warnt Jrankreich Man ſoll nicht mit hilfe der Lowjeldiplomatie„Ilaafsſtreich“ ſpfelen tik der polniſchen Regierung einer ſcharfen Kri⸗ Rio de Janeiro, 16. November. In der braſilianiſchen Bundeshauptſtadt Rio de Janeiro wurde am Montaavormittag anläßlich des Nationalfeiertaaes der Grün⸗ dung der Republik ein Reiterſtandbild des Schöpfers der braſilianiſchen Bundesrepublik Marſchall Todoro da Fonſeſa feier⸗ lich enthüllt. Die Anweſenheit des Bundespräſidenten Vargas, der an der Spitze ſämtlicher Mini⸗ ſter, Generäle und der ſonſtigen führenden Perſönlichkeiten an der Feier teilnahm, gab einer rieſigen Volksmenge Anlaß zu begeiſter⸗ ten Kundgebungen, an denen ſich auch die geſchloſſen aufmarſchierten Integraliſten beteiligten. Nach der Denkmalsweihe hielt Präſident Vargas. immer von ſtürmiſchem Beifall unter⸗ brochen, eine kurze Anſprache an die Wehr⸗ macht. die er als Trägerin und Hüterin des neuen Braſilien bezeichnete Die neue Ver⸗ faſſung habe den Wea freigemacht für die Verwirklichung des Gemeinſchaftsge⸗ dankens in einem wahrhaft braſiltaniſchen Vaterland. das vor der Zukunft keine Furcht habe Die Kundgebung, die von einer Wehrmach's⸗ britiſchen Imperialismus beſiegen.“ parade abgeſchloſſen wurde, hat bewieſen. daß der Bundespräſident die weiteſtgebende Unter⸗ Dehrmacht— Trägerin Neu-Braſiliens Das braſiſianiſche Volk fleht hinker ſeinem Präſibenlen pflichtet ſind. tik und richteten zügelloſe Angriffe gegen den bolniſchen Außenminiſter Oberſt Beck. Delbos' Reiſeplan Paris, 16. Nopember. Wie verlautet, iſt für die Reiſe des franzö⸗ ſiſchen Außenminiſters nach Oſt⸗ und Südoſt⸗ europa folgendes Programm aufgeſtellt worden: Delbos wird Paris am 2. Dezember in Rich⸗ tung nach Warſchau verlaſſen. Nach einer Zuſammenkunft mit den Mitgliedern der pol⸗ niſchen Regierung wird ſich Delbos ebenſo, wie es ſeinerzeit Außenminiſter Barthou gemacht hatte, für einen Tag nach Krakau begeben. Von Polen fährt Delbos zuerſt nach Buka⸗ re ſt, anſchließend nach Belgrad und ſchließ⸗ lich nach Prag, wo er den Feierlichkeiten an⸗ läßlich des 20ſfährigen Beſtehens der tſchecho⸗ ſlowakiſchen Armee beiwohnen wird. In jedem der pon ihm zu beſuchenden Länder wird Del⸗ bos ſich zwei bis drei Tage aufhakten, die Ge⸗ ſamtreiſezeit wird 16 Tage dauern. Außzen⸗ miniſter Delbos rechnet damit, am 17. Dezem⸗ ber wieder in Paris zu ſein. ſtützung des braſilianiſchen Volkes genießt. das der Politikaſterwirtſchaft überdrüffia iſt. Der ſlalieniſche Aularkieſeldzug Mailand, 16. November. In Mailand wurde das neue Arbeits jahr des faſchiſtiſchen Kulturinſtituts mit einer aroßen Kundgebung eröffnet, auf der der itali⸗ eniſche Miniſter für Volkskultur ſowie der Korporationsminiſter über den Kampf um die wirtſchaftliche Selbſtändiakeit Italiens ſpachen. Miniſter Alfiert betonte, das ganze italieniſche Volk ſei heute geiſtia und materiell gewappnet, den Kampf um die wirtſchaftliche Unabhängkakeit des Landes zu gewinnen. Der Koxporationsminiſter Lantini unterſtrich die politiſchen. militäriſchen und wirtſchaftlichen Ziele der faſchiſtiſchen Autarkiepolitik und umriß die Aufgaben, die dem korporativen Syſtem bei der Durchführung dieſer Pläne zu⸗ fallen. Nach den aroßen praktiſchen Erfolgen auf dem Gebiete der Textilwirtſchaft und auch in den anderen Wirtſchafts zweigen. wie in der Zelluloſe⸗ und Brennſtoffverſoraung, ſei die Autarkie auf dem Weae des beſten Vortſchritts Der Autarkiefeldzua werde nach den Richtlinien havas-Berkreler ausgewieſen Berlin, 16. Noy. Amtlich wird mitgeteilt: Der Berliner Ver⸗ treter des Havasbüros, Ra vou x, der ſich ſeit leber durch eine beſonders böswillige Be⸗ richterſtattung über das nationalſoziali⸗ ſtiſche Deutſchland auszeichnete und demzufolge durch ſeine Nachrichtenvolitik wiederholt die größte Verwirrung in den publiziſtiſchen Bezie⸗ hungen zwiſchen Deutſchland und Frankreich an⸗ ſtiftete, hat eine Meldung über die im Weſten Deutſchlands verbreitete Maul⸗ und Klauen⸗ ſeuche ausgegeben. In dieſer Meldung erdrei⸗ ſtete er ſich, die Seuche mit dem Vierjahresplan und ſeinen vermeintlichen Auswirkungen in Zu⸗ ſammenhang zu bringen. Er ſcheute auch nicht vor der Behauptung zurück, die deutſche Preſſe müſſe“ als Ablenkungsmanöver einen Feldzug führen, um zu erklären, daß die Seuche aus dem Ausland eingeſchleypt ſeil Dabei ſteht feſt, daß die Maul⸗ und Klauenſeuche, die im Mai dieſes Jahres aus Afrika nach Frank⸗ reich eingeſchleppt wurde, ſich dort ſehr raſch ver⸗ breitet und vom Elſaß aus nach Baden und der Pfalz übergegriffen hat. Auch die Behauptung des Berliner Vertreters der Havasagentur, daß die Seuche in Deutſchland beſonders ſchwer wüte, iſt vollkommen aus der Luft gegriffen. Wahr iſt vielmehr, daß ſie in Deutſchland— im Gegenſatz zu Frankreich— nicht bösartig auf⸗ tritt und daß die Viehverluſte ſich dank der ſo⸗ fort ergriffenen Abwehrmaßnahmen in mäßigen Grenzen halten. Die Reichsregierung hat ſich veranlaßt geſe⸗ hen, den Berliner Vertreter des Havas⸗Büros aus dem Reichsgebiet auszuweiſen. Ravoux hat das Gebiet des Deutſchen Reiches inner halb von drei Tagen zu ver laſſen. Role Küſte bewacht Nationale Kriegsſchiffe vor den rotſpaniſchen Häfen Salamanca, 16. November. Nationalſpaniſche Stellen teilen mit, daß die nationalen Minenlegboote ihre Arbeit längs der rotſpaniſchen Levanteküſte beendet haben. Die Wach⸗ und Kriegsſchifſe der nationalen Flotte führen in der Nähe der rotfpani⸗ ſchen Häfen einen regelmäßigen Ueberwa⸗ chungsdienſt durch. J — kleine Nachrichlen Miniſterpräſtdent Generaloberſt Göring hat dem Dichter Werner Beumelburg anläßlich der Verleihung des neugeſtifteten Kunſtpreiſes der Weſtmark ſeine herzlichſten Glückwünſche ausge⸗ ſprochen. Nach zehntägigem Aufenthalt haben das Pan⸗ zerſchift„Deutſchland“ und die vier Torpedo⸗ boote Gaeta wieder verlaſſen.** Die Maul, und Klauenſeuche bat faſt alle Teile Hollands erfaßt. 755 5 Der Automobilklub von Frankreich bat den Führer des deutſchen Kraftfahrſports, Korpsfüh⸗ rer Hühnlein. zu ſeinem Ehrenmitglied ernannt. „Das„Wiener Montagsblatt“ bringt heute näbere Angaben über die geradeza erſchreckende Invaſion jüdiſcher Emigranten an den Wiener Kunſt⸗ und Vergnügungsſtäkten. In dem Prozeß gegen die Anführer im Kur⸗ denaufſtand fällte das Gericht zwölf Todesur⸗ teile. Als Strafwaßnahme für die blutigen Zwi⸗ ſchenfälle am Sonntag wurden zwei jüdiſche Viertel mit einer Sondervpolizeiabteilung auf Koſten der dortigen Benölkerung belegt. Die Handelskammern von Marſeille und Caen haben ſich neben anderen gegen die Verlängerung der Pariſer Weltausſtellung ausgeſprochen g Die 17. Partie im Schachweltmeiſterſchafts⸗ kampf Euwe— Aljechin, die am Sonntag im Haag nach dem 40. Zuge abgebrochen wurde. wurde am Montag ohne viel Fortſetzung von Aljechin, der mit Schwarz ſpielte, aufgegeben. Der Kampf lautete mithin: Aljechin 9, Cuwe 76 Punkte. Molinari eröffnet die muſtraliſche Winterſaiſon in Rom Rom, 15. November Nach der triumphalen Konzertreiſe des Auguſteo⸗Orcheſters durch Deutſchland hat Mu⸗ ſildirektor Molinari am Sonntag die muft⸗ kaliſche Winterſaiſon Roms mit der Wieder⸗ gabe italieniſcher und deutſcher Komponiſten eröffnet. In dem vollbeſetzten Haus ſah man außer zahlreichen Perſönlichkeiten von Kunſt und Wiſſenſchaft auch Botſchafter von Haſſell. Berufsverbrecher Karlipp gefaßf Bei der Verfolgung durch Kriminalbeamte niedergeſchoſſen Eſſen. 16. November. Wie berichtet, brach am Sonntagabend der Berufsverbrecher Bernhard Karfipp aus dem Amtsgerichtsgefängnis Mülheim Ruhr aus, nachdem er vorher einen Gefängnisbeamten er⸗ mordet hatte. Karlipp wurde nun am Montag⸗ nachmittag in der Nähe des Eſſener Hauptbahn⸗ hofs bei der Verfolgung von Beamten der Ober⸗ hauſen⸗Mülheimer Mordkommiſſion durch einen Kopfſchuß unſchädlich gemacht. Er wurde einem Krankenhaus zugeführt, wo er ſcharf bewacht wird. Als Karlipp von den Beamten der Mordkommiſſion umſtellt und aufgefordert wur⸗ de, ſich zu ergeben, griff er in die Taſche, um die Waffe zu ziehen. Daraufhin machten die Beamten ſofort von der Schußwaffe Gebrauch. Bei ihm wurden die dem Ge⸗ fängnisbeamten geraubte geladene Selbſtlade⸗ piſtole mit gefülltem Magazin und die Gefäng⸗ nisſchlüſſel gefunden. Die Mordkommiſſion un⸗ ter der Leitung hes Kriminaldirektors Treſtin hatte noch in der Nacht zum Sonntag umfang⸗ reiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Mit Karlipp iſt ein Berufsverbrecher unſchädlich ge⸗ Muſſolinis bis zum vollſtändigen Sieg zu En⸗ de geführt werden. N macht worden, der der Kriminalpolizei Weſt⸗ deutſchlands viel zu ſchaffen machte 2 — a., VI. Der Orient beginnt „ Wied. ein Bahnhof. Eine kleine Stadt über Fanal hin verſtreut dahinter. Es iſt etwa ſie⸗ en Uhr. Kaum ſtehen wir, ſchwillt ein ohren⸗ betäubender Lärm an unſere Ohren; Geſchrei, Rufe, Lachen, Hundegebell, Motorengeräuſche. Es iſt alles wie veuwandelt gegenüber der Stille und Ruhe Ungarns. „Der Orient beginnt“, ſagt mein Nachbar. Es ſcheint ſo. Es iſt wie eine andere Welt. Es iſt vor allem viel Schmutz, viel Armut. Men⸗ ſchen, denen man dieſe andere Welt an der Kleidung, an der Haltung, an den Augen ab⸗ lieſt. 5 „Ein rumäniſches Städtchen“, erklärt mein Gegenüber,„eines der wenigen in Siebenbür⸗ gen. Sie werden ſpäter die Gegenſätze ſehen, wenn die deutſchen und ungariſchen Städte und Dörfer kommen.“ f Wie fruchtbar muß dieſes Land da draußen ſein. Es atmet faſt ſichtbar in Farben, und Kraft und ungehobenem Reichtum. „Sehen Sie“, ſagt der Ungar zu mir, der. wie ich höre, ſeit Generationen in Siebenbür⸗ laßt gez gen nördlich von Kronſtadt anſäſſig iſt,„ſehen bus Bükoz Sie dieſes Land an, von einem Ende bis zum mut fat anderen. Es iſt eine der reichſten Stellen der rerhelb Erde. Fruchtbar, dünn beſiedelt, voll Mineral- 1 a ſchätzen. Alles wächſt hier: Getreide und Mais, Obſt, Wein. Sie haben den ungeheuren Holz⸗ reichtum der Wälder der Karpathen. Sie haben N im Süden im rumäniſchen Altreich die reichſten Oelvorkommen Europas. Sie haben Erze, niſchen Kohle, Edelmetalle. Halb Europa könnte von dieſem geſegneten Lande leben und arbeiten, wenn ſeine Kraft mit Maß und Sſtyem nutz⸗ bar gemacht würde. Aber ich kenne dabei kein Land, in dem es furchtbarere und hoffnungs⸗ loſere Gegenſätze zwiſchen arm und reich gibt. Man hat das Land durch Agrarreformen auf⸗ geteilt in kleinſte Teile. Man hat dies haupt⸗ 90 ſächlich dazu benützt, um die Minoritäten, betba- Deutſche und Ungarn, ihres Beſitzes und ihrer 4 Lebensmöglichkeiten zu berauben. Aber die 1 kleinen rumäniſchen Bauern. die nun dadurch entſtanden ſind, ſie arbeiten nach alten Metho⸗ 1 den, ſind kaum Neuem zugänglich und werden 1 auch nicht ſyſtematiſch dazu erzogen. So bauen ſie, ohne Initiative, ſeit Jahrzehnten, an den 4 Herrn gewöhnt was ſie ſelbſt brauchen. Es iſt wenig. Das Land aber bleibt arm. Eine deutſche Frau in Siebenbürgen Wie Nördlingen oder Rothenburg mutet uns das kleine ſiebenbürgiſch⸗ſächſiſche Städtchen Schäß burg an. Wir hören hier von Deut⸗ ſchen die ähnliche Klage. Ein ſchöner Abend at ge bleibt uns von hier unwvergeſſen. Am ſpäter Nachmittag ſind wir angekommen. In der Nacht wollen wir weiter nach Kronſtadt. dem geiſtigen ittelpunkt des ſiebenbürgiſchen Deutſchtums. Wir wollten einen der politiſchen Führer der Siebenbürger Sachſen hier in Schäßburg beſu⸗ chen. Aber er iſt verreiſt. Seine Frau empfängt uns. Eine kleine, lebendige Frau mit einer Schar blondköpfiger Kinder. Sie werden bald ins Bett geſchickt, und wir bleiben im Kreiſe von Freunden und Bekannten zurück. Wir könnten aus dem Munde eines Mannes nicht beſſer über Leben. Schickſal und Kampf der Siebenbürger Sachſen informiert werden. Dieſe Frau lebt anz mitten in dieſem Kampf. Zuerſt berichtet te von Deutſchland. Im Sommer war ſie U draußen, hat den Führer geſehen, hat ein neues N Volk, ein faſt unbegreiſhares Wunder erlebt und iſt wieder heimgekehrt mit dem Willen mit⸗ zuhelfen, auch dem Siebenbürger Deutſchtum ein Stück dieſer Kraft, dieſer Einigkeit wieder⸗ N zugeben. Ich bin ſtill und höre nur zu an die⸗ ſem Abend. Ich brauche nicht zu fragen. Alles, was dieſes Land und dieſe Menſchen bewegt, N woran ſie hängen, was ſie lieben, worum ſie kämpfen, das wird mit ſelbſtverſtändlicher Of⸗ fenheit vor mir ausgebreitet. Das iſt alles ſo derer —......-—̃—— 1 Zwiſchen Orient und Okzident Eriebniſſe und Ergebniſſe einer Neiſe in den Balkan und das öſtliche Mittelmeer von unſerem Sonderberichterſtatter Kurt Zieſel hauptungskampf mit ſich bringen kann.„Wir ſtanden vor dem Untergang“, erzählt die tapfere Frau.„Wir Deutſchen hier, mitten unter Ru⸗ mänen, Slawen und Ungarn. Wir haben an unſeren Beſitz gedacht und nicht mehr an unſer Volk. Rings um uns haben fremde Völker mit gewaltigem Kinderreichtum, mit der Unbeküm⸗ mertheit der unverbrauchten Raſſen uns immer enger und bedrohlicher zuſammengedrängt. Das Ein⸗ und Zweikinderſyſtem iſt in Siebenbürgen zur Regel geworden. Heute aber beginnt es wieder anders zu werden. So wie ich— ſie lächelt ſtolz— haben es die deutſchen Frauen hier in Siebenbürgen immer mehr erkannt, daß in unſeren Kindern die ſtärkſte Kraft der Er⸗ haltung unſeres Deutſchtums liegt. Sie kön⸗ nen hier heute erleben, daß vor allem in der jungen Generation, in den fungen Ehen wieder drei und vier und mehr Kinder zu den Selbſt⸗ verſtändlichkeilen gehören, daß jedes Kind, das auf unſerer Erde geboren wird, von ganz Sie⸗ benbürgen mit heimlicher Freude und offenem Stolz begrüßt wird.“ Die Stimme des Führers Wir haben herzliche Gaſtfreundſchaft genoſ⸗ ſen, obwohl wir unerwartet und ſpät kamen Sie iſt in Siebenbürgen ſelbſtwerſtändlich.— Die Zeit der Abfahrt meines Zuges rückt nether. Die kleine Frau gibt mir das Geleit. Wir ſteigen noch einmal über ſchmale Treppen, Gäß⸗ chen und Mauerbögen, vorbei an Toren und La⸗ ternen zum Hügel hinauf, wo die alte deutſche Kirche ſteht. Wir vergeſſen auf dieſer Wan⸗ derung die vielen Sorgen und Nöte, die auf dem Deutſchtum hier laſten, von der äußexen, der immer mehr wachſenden Bedrückung durch den rumäniſchen Nationalismus, der vor den Rechten der Minderheiten nicht Halt macht, und aber auch von der inneren Auseinanderſetzung im Siebenbürger Deutſchtum ſelbſt. die un⸗ fruchtbar und kraftverſchwendend viele notwen⸗ dige gemeinſame Aufgaben vernachläſſigt und zerſtört. Aber wir können daran nicht denken. uns ſtehen bleiben. Sie klingt von einem geöffneten Fenſter auf die nächtliche Straße hinunter. Wir ſpüren, wie uns eine Blutwelle ins Herz ſchießt, hier in dieſem fremden, fernen Land unter einem ſchon ſüdlichen, heißen Himmel dieſe Stimme zu hören: die Stimme des Führers im Rundfunk. „Die Schlußrede am Parteitag“, flüſtert die Eine Stimme läßt Frau neben mir. Wir hören ſchweigend eine Weile zu. Ich ſehe, wie ihre Augen glänzen und ahne die Bewegung, die ſie erfüllt und die auch mich erfaßt. „Wieviel Kraft haben wir von dieſer Stim⸗ me“, ſagte ſie leiſe neben mir. * Kronſtadt iſt ein Begriff für das Auslands- deutſchtum. Neben Hermannſtadt, dem mehr politiſchen Zentrum der Deutſchen Siebenbür⸗ gens, ſpüren wir hier die gewichtige Tradition deutſcher Kultur und deutſchen Geiſtes. Hier hat Honterus ſein reformatoriſches Werk des Siebenbürger Deutſchtums begonnen und vol⸗ lendet. Hier haben die Stimmen Adolf Me— ſchendörfers, Heinrich Zillichs und anderer ſie⸗ benbürgiſcher Dichter den Ruhm dieſer ſüdöſt— lichen deutſchen Gemeinſchaft weiter ins Reich und über die Welt hinaus getragen. Kronſtadt iſt heute ſehr überfremdet. Einſtmals Grenz⸗ ſtadt am Fuße der Karpathen zwiſchen Ungarn und Rumänien, iſt es heute, faſt genau in der Mitte Rumäniens, zu einer ſeiner wirtſchaft⸗ lich und ſtrategiſch wichtigſten Städte gewor⸗ den. Gewaltige militäriſche Anlagen, große Garniſon, Flugplätze, Kaſernen, Befeſtigungen geben ein kleines Bild davon. Die Bevölke⸗ rungsentwicklung iſt raſch und unorganiſch ge⸗ weſen. Die neue Stadt, die ſich immer weiter ausbreitet, hat den kleinen Kern der alten Stadt längſt überflügelt. Dieſer Kern war und iſt aber auch heute faſt ausſchließlich deutſch. Hier liegen an der Stelle der ehemaligen Stadt⸗ mauern, die ſich idylliſch und teilweiſe noch gut erhalten zwiſchen den Hügelzügen, an de⸗ nen die Stadt liegt, hinziehen, die deutſchen Schulen: Mädchengymnaſium, Honterusgymna— ſium, Kindergarten, die deutſche Kirche, das deutſche Muſeum, eines der vorbildlichſten und eindrucksvollſten Heimatmuſeen, das ich jemals geſehen habe. (Fortſetzung folgt) Trapper im Ilugzeug Nicht mehr ohne Fangſchein— Konjunktur in Holzhütten Um dieſe Zeit haben ſich wieder viele Tauſende von Trappern auf den Weg ge⸗ macht, um ihre Fangplätze für Pelztiere auf⸗ zuſuchen. Die„Saiſon“ dauert in der Regel ſechs Monate. Der Trapperberuf ſpielt ſich ohne jede Romantik ab. Vielfach iſt noch die Vorſtellung verbreitet, der Trapper baue ſich irgendwo an geſchützter Stelle ſeine Hütte, lege ſeine Fallen aus und warte, bis die Pelztiere ſo freundlich ſind, ſich fangen und aus der Falle nehmen zu laſſen. Die Wirk⸗ lichkeit iſt ganz anders. Nur noch unter Polizeiauſſicht Obwohl ſich mitunter mehrere Trapper zu⸗ ſammentun, um gemeinſchaftlich zu arbeiten, geht der größte Teil doch allein in die nordweſt⸗ liche Schneewüſte von Kanada hinaus. Die Strecke, an der die Fallen ausgeſtellt werden, folgt im allgemeinen einem Fluß⸗ oder Bach⸗ lauf. Die Länge der Strecke paßt ſich der Bewe⸗ gungsfreiheit des Trappers an, und dieſe hängt wieder von der Zahl der Hundeſchlitten und der Fallen ſowie der Unternehmungsluſt des einzelnen Mannes ab. Bevor der Trapper mit ſeiner Arbeit beginnt, muß er ſich einen polizei⸗ lichen Fangſchein verſchaffen. Er hat ſich genau an die Strecke zu halten, die auf ſeinem Fang⸗ ſchein ſteht. Häuſer„von der Stange“ Die Durchſchnittsſtrecke, die im Fangſchein abgeſteckt iſt, liegt zwiſchen 75 und 100 Km. Um ſein Gebiet bei den ungünſtigen Schneeverhält⸗ niſſen zu kontrollieren errichtet ſich der Trapper in Abſtänden von 15 bis 20 Km. kleine Unter⸗ kunftshütten, in denen er die Nacht verbringt. Der Transport dieſer Hütten iſt langwierig Sehr oft beginnen die Trapper bereits im Früh⸗ herbſt damit. Früher baute man Blockhütten. Heute kauft der Trapper eine Hütte fix und fertig in der Stadt. Sie wird auf Schlitten verladen und dann an Ort und Stelle zuſam⸗ mengeſetzt. Siedelt der Trapper in ein anderes Gebiet über, packt er ſeine Hütten wieder zuſam⸗ men und nimmt ſie mit. Kamerad Hund hilft zum Erfolg Ueberhaupt ſpielt der Schlitten eine aus⸗ ſchlaggebende Rolle; er wird von Hunden ge⸗ zogen. Der Erfolg des Trappers hängt weſent⸗ lich von der Ausdauer ſeiner vierbeinigen Freunde ab. Solche Hunde müſſen eine Tages⸗ ſtrecke bis zu 30 Km. bewältigen. Dabei iſt zu bedenken, daß es Straßen und Wege natürlich nicht gibt. Der Schnee liegt oft über einen Me⸗ ter hoch. Die Anforderungen, die an die Zug⸗ tiere geſtellt werden, ſind ungewöhnlich 15 Die meiſten Trapper nehmen für jede„Saiſon“ im Durchſchnitt eine Laſt von fünf Zentnern mit, Sie beſteht hauptſächlich aus Konſerven. Fleiſch wird nicht mitgeführt, weil die Jagd ge⸗ nug bietet. 8 Vom Köder hängt viel ab Eine andere Frage, die den Trapper ſehr be⸗ ſchäftigt, iſt der für die Fallen geeignete Köder. Jeder Trapper hat da ſeine kleinen Geheimniſſe, die er niemand anvertraut. Die Zuſammen⸗ ſetzung des Köders erfolgt immer unter Aus⸗ ſchluß der Oeffentlichkeit. Natürlich iſt die Speiſekarte recht abwechſelungsreich, um jedem Geſchmack Rechnung zu tragen. Manche Tiere lieben faule Eier über alles, andere ziehen ein Stückchen Fiſch oder Fleiſch vor. Sehr wichtig iſt, daß der Köder niemals direkt mit den Hän⸗ den berührt wird. Er darf nicht den Menſchen durch den Geruch verraten. Die Pelztiere haben eine feine Naſe und ſind ſehr mißtrauiſch. Viel⸗ fach wird auch künſtlich zuſammengeſetzter Köder benutzt Anis oder andere auf den Geruch wirkende Subſtanzen werden ihm beigemiſcht. Jeder Trapper ſchwört auf ſeinen Köder. Reichtümer kann man nicht erwerben Wieviel verdient ein Trapper heute? Reich wie Kröſus kann er ſo leicht nicht werden. Er ſtrebt auch gar nicht mehr danach. Im übri⸗ gen betreibt er ſein Gewerbe nach jagdlichen Grundſätzen. Der Trapper fängt nicht alles Wild weg, ſondern läßt immer noch genug übrig, damit ſich in den kommenden Jahren der Fang noch lohnt. Ueber jedes Tier, über Art und Zahl ſeines Auftretens, wird genau Buch geführt. Das Durchſchnittseinkommen eines Trappers beträgt— alle Unkoſten abgezogen— im allgemeinen zweitauſend Dollar in der „Saiſon“. Das iſt für amerikaniſche Verhält⸗ niſſe nicht viel, vor allem, wenn man bedenkt, welche Gefahren und wie viel Ausdauer und Anſtrengung der Beruf mit ſich bringt. Der Rauſch der Rothaut Allerdings bommen hin und wieder auch ein⸗ mal höhere Einnahmen vor. Ein Indianer er⸗ zielte jüngſt geradezu einen Rekord. Der Mann kam plötzlich, gegen Weihnachten, alſo mitten in der Fangzeit, in Edmonton an und brachte für zweitauſend Dollar Pelze mit. Das Ergebnis wurde dann auch recht ausgiebig gefeiert. Als die Rothaut in ihrer Hütte den Rauſch aus⸗ ſchlief, kippte die Petroleumlampe um und ſetzte alles in Brand. Nur noch die verkohlten Reſte ſeiner Dollarſcheine kamen dem Aermſten zu Geſicht, als er jäh aus den ſchönen Träumen erwachte. Sofort ſtartete er zu einem zweiten Trip“ in ſeine Fanggefilde am nördlichen Ufer des Bärenſees. Und brachte wieder für zwei⸗ tauſend Dollar Pelze mit! Diesmal ging er vorſichtiger mit Lampe und Alkohol um. Man ſieht, wer es verſteht, kann alſo auch noch vier⸗ tauſend Dollar beim Pelztierfang verdienen. Aber das ſind Ausnahmen. Der Trapper unſerer Jugend iſt nicht mehr da Wie in den Tagen von Fennimore Coopers berühmten Indianergeſchichten iſt es auch heute noch die„Hudſon Bay Company“, die die Pelze aufkauft. Die Company hat allen Stürmen getrotzt. Sie beſitzt zur Zeit 221 Ankaufsſtellen. die in ganz Kanada verſtreut liegen. Siebzehn davon befinden ſich ſogar im Bereiche des Po⸗ larkreiſes. Die„Hudſon Bay Company“ kann ſich rühmen, das am weiteſten nördlich gelegene Handelskontor der ganzen Welt zu beſitzen. Es befindet ſich auf einem Eisbrecher, der bei Ponds Inlet liegt. Alle Kunden dieſes Kon⸗ tors ſind Eskimos. Von der Baffin Bay bis zur Herrſcher⸗Inſel transportieren viele Tau⸗ ſende von Trappern im Frühjahr ihre Beute nach den nächſtgelegenen Kontoren der„Com⸗ pany“. Aber immer mehr wird Edmonton, wo höhere Preiſe gezahlt werden, zur Konkurrenz. Der moderne Trapper verzichtet ſogar, um ſeine Ware ſchnell anzubieten, auf den Hundeſchlit⸗ ten. Heimwärts geht es mit dem Verkehrsflug⸗ zeug. Ziel iſt Edmonton. Die alte Romantik beſteht nicht mehr. Sobald der Trapper ſeinen Scheck in der Taſche hat, iſt für ihn die An⸗ gelegenheit erledigt. Nalien greift durch 45 Kommuniſten vor dem italieniſchen Sondergerichtshof Nom, 16. Nov. Vor dem Sondergerichtshof für die Sicher⸗ heit des Staates haben ſich in dieſer Woche 45 Angeklagte wegen kommuniſtiſcher Um⸗ triebe zu verantworten. Am Montag wurde das Urteil gegen 21 Angeklagte gefällt, von denen zwei, die in Beziehungen zu der kommu⸗ niſtiſchen Zentrale in Brüſſel ſtanden, 10 Jahre Zuchthaus erhielten. 15 Angeklagte wurden zu 1 bis 8 Jahren Zuchthaus verurteilt, die übri⸗ gen 4 wurden freigeſprochen. CCT ˙Üm1. n e e. dd y v 1 voll ungebrochenen Glaubens an die Zukunft 1 des Deutſchtums, wie ſie nur dieſer Selbſtbe⸗ erlatſon 1 1* 2 40 „ I hauplmann und ſeine„Gebirgler C Perſönliche Erinnerungen J zum 75. Geburtstag des ſchleſiſchen Dichters. Von Fritz Ebers. — Gerhart Hauptmann's Stelluna in der deut⸗ ſchen Literatur iſt vielleicht am ſchönſten durch ſeine engen Beziehungen zu ſeiner ſchleſiſchen Umwelt bezeichnet. Er liebt nicht nur ſeine heimatliche Landſchaft. ſondern auch ſeine 5 Landsleute, ſeine„lieben Gebiraler“, unter denen er nicht nur lebt, ſondern auch mit ih⸗ nen und unter ihnen. Dieſe Verbindung mit dem Blut und Boden Schleſiens hebt ihn über die meiſten dichteriſchen Erſcheinungen der letz⸗ ten Jahrzehnte weit hinaus und ſtempelt ihn zu einem wahren Volkstumsdichter in der g Nachbarſchaft Jeremias Gotthelfs und Fritz Reuters. Und wie er die Menſchen ſeines Gebirges liebt, ſo verehren auch dieſe ihn wieder. Ein „ales Glasmacher⸗Weibel“ aus Aanetendorf, ſeinem langjährigen Wohnorte, ſagte mir ein⸗ mal:„Der Gerhart iſt wie ein Berageiſt ſelbſt Ich glaube, er vermag, wenn er am Rande des „Großen Teiches“ ſteht, mit einem einzigen Wink eine Brücke zum jenſeitigen Ufer hin⸗ überzuwerfen. Auf dieſer könne er dann wan⸗ m ö dern, und käme darauf hinüber und der Bera⸗ „ die geiſt ließe es ruhig geſchehen.“ fe Und ein Schreiberhauer Bauer erzählte: Sein Junge ſei einmal am Zackenfall entlang gegenangen Dabei ſei er ſtehen geblieben und hätte au das Zirpen einer Grille gehorcht. Plötzlich Hauptmann mit mehreren Freun⸗ den des des gekommen, die übermütig auf die herne enden Felsſtücke mit ihren Spa⸗ ziertöl, geſchlagen hätten. Da habe ſein Kleiner die Herren gebeten. ſie möchten doch brille ſein, es ſchlage da ſicher keins Na N Als nun die Begleiter des Dichters über den Einfall des Jungen lachten und der Knabe ſich ſchämte, habe Hauptmann ſich zu ihm nie⸗ dergebückt, und ihm tröſtend geſaat:„Laß ſie lachen, mein Junge, ich müßte weinen an dem Tage, an dem du eine Nachtigall ſchlagen hörſt und achſelzuckend ſagen würdeſt: Es hat nur eine Grille gezirpt.“ Manchmal findet der Dichter ſeine Lands⸗ leute auch wohl weniger liebenswert. Beſon⸗ der, als er nach dem Erſcheinen ſeines berühm⸗ ten Romanes„Emanuel Quint“ von der Beſit⸗ zerin eines Schloſſes im Rieſengebirge folgen⸗ den unfrankierten Brief bekam: Hochverehrter Herr Hauptmann! Mit der größten Spannung ſah ich der Erſcheinung Ih⸗ res neuen Werkes„Emanuel Quint“ entgegen, habe vergeblich verſucht, es in der einzigen Buchhandlung unſeres kleinen Nachbarſtädt⸗ chens zu bekommen, und ſo bitte ich Sie denn, es mir auf kurze Zeit zu leihen. Umgehend antwortete Hauptmann auf dieſen Brief mit folgenden Worten:„Hochgeehrte Frau! In der Stadt, in der Sie nachfragten. gibt es viele Dinge, die Sie ſich leicht beſchaf⸗ fen können. Nicht allein mein Buch in der Buchhandlung, ſondern auch die zum Fran⸗ kieren erforderlichen Briefmarken. Ich habe das Buch, daß Sie zu haben wünſchen, aller⸗ dings in meinem Beſitz, doch fehlt es mir augenblicklich an dem nötigen Bindfaden, um das Paket zu verſchnüren. Wenn Sie mir mit einem Stück aushelfen können, ſtehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. 5 An Hauptmanns 50. Geburtstage hatten ſich in dem ſchönen Hauſe in Aanetendorf eine Menge Gratulanten eingefunden, von denen einer, der Nachfolger des väterlichen Hotels in Salzbrunn, Hauptmann ſeinen Lieblingswein. ein Dutzend Flaſchen Johannisberger, mit⸗ brachte. Aus Furcht, von dieſem koſtbaren Tropfen würde bei dem frohen Beiſammen⸗ kein nicht viel übrig bleiben. liez der Dichter dieſe Flaſchen in ſein Arbeitszimmer bringen, das neben dem Speiſezimmer laa. Während der Unterhaltung empfand er aber eine große Sehnſucht nach dem Johnnisberger. Er ſprang plötzlich auf und eilte mit dem Rufe:„Ein Gedanke! Ein Gedanke!“ in ſein Abeitszim⸗ mer. Dort tat er aus einer der Flaſchen einen tüchtigen Schluck und kehrte mit heiterem Blick zu ſeinen Freunden zurück, die ehrfurchtsvoll auf ihn gewartet hatten. Als Hauptmann bald ein zweiter und bald darauf noch ein dritter„auter Gedanke“ kam, ſchlich einer der Gäſte, es war der verſtorbene Maler Hendrich, dem Dichter nach. um zu ſe⸗ hen, wie dieſer ſeine Gedanken umſetzte. Er fand Gerhart inmitten ſeiner Johannisberger und wußte nun, was die Glocke geſchlagen hatte. Seitdem heißt der Johannisberger noch in vielen Schleſiſchen Gebirasagaſthöfen: „Hauptmann's Gedanken“. Von Hauptmanns Dramen haben vor allem „Die Weber“ und„Roſe Berndt“ ſeine Stel⸗ lung als Heimatdichter im weiteſten Sinne be⸗ gründet, während ſeine leidenſchaftlich nicht ſo erdgebundenen Werke, wie zum Beiſpiel„Gri⸗ ſeldis“ zu keinem rechten Erfola kommen konn⸗ ten. Ueber dieſes Luſtſpiel fällte auch Haupt⸗ manns Freund. Bruno Wille, der in Schrei- berhau bis zu ſeinem Tode wohnte, in einer größeren Geſellſchaft ein abſprechendes Urteil. Als er wieder mit dem Dichter zuſammentraf, dem die Kritik Willes ſchon länaſt von auten Freunden überbracht worden war. fragte er Hauptmann, ob ihn ſeine Ablehnung des Stückes denn gekränkt hätte. „O, nein“, erwiderte Hauptmann.„zürnen würde ich Ihnen nur, wenn Sie ein Beſſeres geſchrieben hätten!“ Sehr witzig war auch ein Intermezzo mit einem neu ins Rieſengebirge gekommenen För⸗ ſter des ſchleſiſchen Grafen Schaffgotſch. Der Dichter ritt eines Tages mit ſeinem Sohne Benvenuto von Agnetendorf in den Wald. Nach einer Weile kamen ſie an einen ſchmalen Weg mit der Tafel:„Reiten und Fahren verboten!“ Aber Gerhart ſtörte dies Verbot nicht. Er ritt mit ſeinem Sohne luſtig den Steig hinauf. Bald begegnete ihnen ein Förſter und machte die beiden Reiter darauf aufmerkſam, daß hier nicht geritten werden dürfe. Der Dichter beachtete aber die Vorſtellung des Jagdbeamten nicht, ſondern trieb ſeinen Gaul ruhig weiter. Da verlor der Förſter die Geduld, faßte die Pferde am Zügel und wandte ſie zur Umkehr. Jetzt wurde auch der Dichter erregt und ſchrie: „Wiſſen Sie denn überhaupt, wer ich bin?“ Worauf der Förſter erwiderte:„Und wenn Sie 1 ſliebe Gott ſind, hier darf nicht geritten wer⸗ en! „Als ſich die beiden aber, der Dichter und der Förſter ein paar Tage ſpäter im Dorfkretſcham trafen, meinte Hauptmann launig:„Ich bin zwar nicht der liebe Gott, aber immerhin auch ein Schöpfer, dem Ihre geliebten Wälder mit allen verbotenen Wegen ebenſo heilig ſind, wie Ihnen und Ihrem Grafen. Wenn Sie mich wie⸗ der auf dem bewußten Fußpfade treffen.. „Müßte ich Sie dennoch wieder aufſchreiben!“ unterbrach der Förſter ihn hartnäckig. „Werden Sie garnicht nötig haben, denn i werde in Zukunft nur noch barfüßig geben!“ Dieſe kleinen Erinnerungen ſeien mit einigen Verſen Gerhart Hauptmanns beſchloſſen, die auch etwas von der abgeklärten Lebensweisheit des heutigen Jubilars verraten. Ich fand ſie als Widmung in einem Exemplar des Dramas „Nach Sonnenuntergang“, von Hauptmanns eigener Hand hineingeſchrieben. Sie lauten: „Wir Alten ſind die Müden und Gelinden, weil wir im Abſchiednehmen uns befinden, Wie können wir noch denen grollen, die wir ſo bald verlaſſen ſollen?“ Wer ſo ſchreibt, hat ſeinen Frieden mit der Welt gemacht. Er darf zu ſeinem 75. Geburts⸗ tag von weiten Kreiſen unſeres Volkes herzlich begrüßt werden. 3 e ee eee 8 ———— Gaukulkurwoche heſſen-Naſſau Dienstag, den 16. November 1937 Wiesbaden. 11 Uhr im Kurhaus: Lan⸗ destagung der Reichsmuſikkammer. Es ſpricht Dr. Ludwig, Referent im Reichsminiſterium für Volksaufklärung und Propaganda. Muſikaliſche Umrahmung: Nocke⸗Quartett, Wiesbaden. Frankfurt a. M. 11 Uhr, Excelſior⸗Film⸗ ühne, Hohenzollernſtraße: Fachgruppe Film⸗ theater in der Reichsfilmkammer: Arbeits⸗ tagung— 11 Uhr, im Volksbildungsheim: Fachſchaft Bühne in der Reichstheaterkammer: Arbeitstagung. Es ſpricht der Geſchäftsführer der Reichstheaterkammer, Gauleiter Frauen- feld.— 16 Uhr, im Kleinen Haus: Oeffentliche Landestagung der Reichstheaterkammer. Es ſpricht der Geſchäftsführer der Reichstheater⸗ kammer. Gauleiter Frauenfeldt, über„Die Be⸗ deutung des deutſchen Theaters für die deutſche Kultur“. Muſikaliſche Umrahmung: Frankfurter Opernhausorcheſter. Mittwoch, den 17. November 1937 Frankfurt a. M., 11 Uhr im Felgen des Dr. Hoch'ſchen Konſervatoriums, Eſchersheimer⸗ landſtraße: Morgenfeier,„Wach auf, wach auf, du deutſches Land!“ veranſtaltet vom BdM.⸗ Antergau Frankfurt a. M.— 11.15 Uhr im Ufa⸗ Palaſt: Kulturfilmvorführung. Darmſtadt. 11.15 Uhr, im Feſtſaal des Alten Palais:„Die Kunſt der Fuge“ von Joh. Seb. Bach, bearbeitet von Hermann Lahl. Es ſpielt das Drumm⸗Quartett, Darmſtadt.— 20 Uhr, im Großen Haus der Heſſiſchen Landes⸗ theaters: Requiem von Brahms. Es ſpielt das Orcheſter des Heſſ. Landestheaters unter Lei⸗ tung von Dr. Werner Bitter. Wiesbaden. 20 Uhr, im Kurhaus: Kur⸗ orcheſter Wiesbaden unter Leitung von Gene⸗ ralmuſikdirektor Schuricht. Im Senderaum der Gaukulturausſtellung finden täglich Darbietungen des Reichsſenders Frankfurt ſtatt. Der Zutritt für die Beſucher der Ausſtellung iſt frei. ned Ap.-Führerfagung beginn Sonthofen, 16. November. Alle Kreis⸗ und Gauamtsleiter der Partei ſind am Montag in Sonthofen im Allgäu zu der großen Tagung zuſammengekommen, auf der die Reichsleiter der NSDAP. und ſon⸗ ſtige führende Perſönlichkeiten der Bewegung und des Staates zu ihnen ſprechen werden. Schon in den frühen Morgenſtunden trafen un⸗ unterbrochen die Kreis⸗ und Gauamtsleiter gauweiſe im feſtlich geſchmückten Sonthofen ein, um teilzunehmen an der erſten großen gemein⸗ ſamen Tagung des politiſchen Führer ⸗ korps der NSDAP. Am Dienstagfrüh beginnt die Tagung offiziell mit dem Empfang von Dr. Ley, der anſchließend zu den Politi⸗ ſchen Leitern ſprechen wird. Ferner werden Reichsleiter Buch und Himmler in aus⸗ führlichen Referaten den Kreis⸗ und Gauamts⸗ leitern ihren Arbeitsbereich und die damit zu⸗ ſammenhängenden Fragen erläutern. Rohſtoffpolilik Danzigs Danzig, 16. November. Die Preſſeſtelle des Senats teilt mit: Der Vizepräſident des Senats und Wirtſchafts⸗ ſenator Dipl. Ing. Huth ſtattete in Beglei⸗ tung des Generaldirektors der Danziger Werft, Prof. Noe und Dr. Kautzer, am 12. No⸗ vember der Handelskammer im polniſchen Eiſenhüttenſyndikat und der polniſchen Kohlen⸗ konvention in Kattowitz einen Beſuch ab. Angeſichts der erheblichen ſtaatlichen Inbeſti⸗ tionspläne und Bauvorhaben gewinnt die Frage des Rohſtoffbezugs Danzigs beſonders von Kohlen, Koks und Eiſen eine erhöhte Bedeutung. Der Beſuch des Senats⸗ vizepräſidenten bei den Zentralorganiſationen der polniſchen Kohlen⸗ und Eiſeninduſtrie bot deshalb eine geeignete Gelegenheit, die Frage zu erörtern, inwieweit und unter welchen Be⸗ dingungen die zollinländiſche Produktion für die Bedürfniſſe Danzigs herangezogen werden kann. Bei den Beſprechungen in Kattowitz iſt es gelungen, die weſentlichen Punkte in befrie⸗ digendem Sinne zu klären. Anſchließend an die Beſprechungen fand eine Beſichtigung der Florian⸗Hütte in Schwientochlowitz, und der Eminenz bei Kattowitz ſtatt. Planverfahren in der 15 U.-Wiriſchaft Waſhington. 16. November In Waſhington trat der Bundes kongreß der Vereiniaten Staaten am Montaa zu der von Rooſevelt einberufenen Sondertaaung zwecks Verabſchiedung einiger für beſonders dringlich erachteter Geſetzesvorlagen zuſammen. Die Botſchaft des Präſidenten weiſt in erſter Linie auf die Notwendigkeit geſetzgeberi⸗ ſcher Maßnahmen zur Kontrolle der Ernteüber⸗ ſchüſſe hin. ferner verlangt die Regierung da⸗ rin ein den verſchiedenartigen gevoaraphiſchen und ſonſtigen Bedingungen angepaßtes elaſti⸗ ſches Syſtem zur Neuordnung der Arbeitsbe⸗ dingungen. Auf dem Gebiete der Steuern ſol⸗ len gewiſſe Ungerechtiakeiten beſeitigt werden. die insbeſondere dem kleinen und mittleren Unternehmer einen beſſeren Wettbewerb gegen Großkonzerne ermöglichen. Darüber hinaus wird im Intereſſe einer wirkſamen Durchfüh⸗ rung der von der Regierung erariffenen Maß⸗ nahmen eine Reorganiſation der Verwaltungs⸗ ſpitze vorgeſchlagen. Jüdiſche hetzer hinter Slacheldrahl Folge der Sonntagszwiſchenfälle in Jeruſalem Jeruſalem, 16. November. Die Geſamtzahl der im ganzen Lande auf⸗ grund der letzten blutigen Ereianiſſe verhafte⸗ ten Juden iſt inzwiſchen auf 5 geſtiegen von denen 24 in das Konzentrationslager Akkon übergeführt wurden und A unter Polizeiauf⸗ ſicht ſich in Hausarreſt aufhalten müſſen. Das Judenviertel Neuſeruſalems Uebatra wurde mit 20 Sonderpoliziſten für ſtändige Patrou⸗ illen auf Koſten der dortigen Bevölkerung be⸗ NSG. Gauleiter und Reichsſtatthalter Sprenger hatte einen kleinen Kreis füh⸗ render Männer eingeladen, unter denen ſich auch Generalleutnant Leeb und General⸗ major Lohmann befanden, um ihnen die gro- ßen Erfolge des nationalſozialiſtiſchen Sied⸗ lungswerkes im Gau Heſſen⸗Naſſau zu zeigen. Im Laufe der Fahrt, die ſich über den gan⸗ zen Tag erſtreckte, konnte der Gauleiter ſei⸗ ien Gäſten einen großartigen Ueberblick über das Siedlungswerk im Gau Heſſen⸗Naſſau ge⸗ ben, das unter ſeiner ſtarken Förderung, vom Gauheimſtättenamt geleitet, ganz beſondere Erfolge aufzuweiſen hat. Es ſollte gezeigt wer⸗ den, wie ſich der Nationalſozialismus in einem nie vorher geſehenen Maße für das Siedlungs⸗ werk einſetzt, um geſunde und für den einzel⸗ nen finanziell tragbare Wohnungen zu ſchaf⸗ fen. Einmal müſſen wir den Menſchen aus der ungeſun den Groß ſtadtwoh⸗ nung in die Heimſtätten⸗Sied⸗ lung hinausführen und zum anderen ihn mehr an ſeine Arbeitsſtätten heranbringen. Erſter Grundſatz, nach dem der Gauleiter das Siedlungswerk im Gau Heſſen⸗Naſſau durch⸗ führt, iſt: die neue Wohnung muß billi ger und beſſer als die alte Wohnung ſein und ein Stück Gartenland aufweiſen, durch das der Siedler eine Ernährungszulage, d. h. ein indirektes Einkommen als Kleintierſtall und Garten, erhält. Nur auf dieſer Grundlage iſt es möglich geweſen, das Siedlungswerk vor⸗ anzutreiben. Heute können wir bereits 60 0 0 bezogene Siedlungshäuſer mel⸗ den. Außer den Einzelhäuſern werden in den Siedlungen auch Mietwohnungen errichtet, ſogenannte Volkswohnungen, die eine kleinere Gartenlandzuteilung aufweiſen. War die Siedlung in den Jahren des Sy⸗ ſtems eine Notmaßnahme geworden, um aſo⸗ ziale Elemente unterzubringen, ſo wurde der Siedlung im nationalſozialiſtiſchen Staat jene innere Grundlage gegeben, die das Siedlungs⸗ werk als eine notwendige volkspolitiſche Maß⸗ nahme erkennt. Die Vorausſetzungen, denen ein Siedler entſprechen muß. ſind ſo geſtellt, daß auch tatſächlich eine gefunde Fortentwick⸗ lung des deutſchen Volkes und die Hebung des Lehensſtandartes der arbeitenden Bevölkerung geſichert ſind. Der Siedler muß erbgeſund und erbtüchtig ſein. Ein beſtimmtes Eigen⸗ kapital muß der Siedler ſelbſt aufbringen, das zum größten Teil auch aus Werksdarlehen oder aus Selbſthilfearbeit ſtammt. Die Laſten, die der Siedler monatlich zu zahlen hat, liegen zwiſchen 25 und 41 Mark. Die monat Li⸗ chen Laſten ſollen einen Wochen ⸗ ohn nicht überſchreiten. Das giel iſt aber, die Läſten ſo zu halten, daß ſie unter einem Fünftel des monatlichen Einkommens liegen. Die Siedlerhäuſer ſelbſt ſind dem Ein⸗ kommen des Siedlers angepaßt. Organiſatoriſch iſt das rhein⸗maniſche Sied⸗ lungswerk im Gauheimſtättenamt zuſammen⸗ gefaßt, das die geſamten Proſekte in der Sied⸗ 3 und auch planungsmäßig vorberei⸗ et. Die Fahrt gab zu Anfang einen Einblick in die Siedlungsverſuche des früheren Syſtems. Damals glaubte man mit großen Mictskaſer⸗ Nachdem der Führer und Reichskanzler wie⸗ der das Winterhilfswerk des deutſchen Volkes eröffnet hat, und ſich alle Kreiſe des Volkes mit allen Kräften für das Gelingen dieſes aro⸗ ßen ſozialen Werkes einſetzen, hat auch der Reichsſportführer wiederum ſeine Gefolaſchaft mobil gemacht. Wie in den Jahren vorher wer⸗ den ſich auch in dieſem Winter alle deutſchen Turner und Sportler mit einem beſonderen Opfertag beteiligen, an dem alle Einnahmen dem Winterhilfswerk zufließen. Die Handball⸗ und Hockeyſpieler haben als erſte die Reihe der Opfertage des Sports eröffnet. Nun folgt am Bußtag der Fußball, der ſeine ganzen Spieler und Sportfreunde ins Feld ruft. In allen deutſchen Gauen treten. traditionell wie jn den letzten Jahren, am Bußtag. dem 17. November, Vereins⸗, Gau⸗ und Auswahl⸗ mannſchaften zum gemeinſamen Kampf für ein großes Ziel, den armen Volksgenoſſen mit den erzielten Einnahmen ihrer Spiele zu helfen, an. In den erſten vier Jahren des Beſtehens des Winterhilfswerkes hat der Fußballſport, ſelbſt aus dem Volk geboren und von breiten Kreiſen des Volkes als„ihr“ Sport anerkannt, faſt eine Dreiviertelmillion Mark abgeführt: 1933: 139 018 RMk., 1934: 183 336 RMk. 1935: 218 015 RMk., 1936: 145 749 RMk. Einhundert⸗ tauſend Reichsmark wären es mehr, wenn der Wettergott in einigen Gauen im letzten Jahre nicht einen erheblichen Strich durch die Rech⸗ nung gemacht hätte. Nimmt man zu dieſen 685 118 RMk. die vielen Spenden hinzu, die die Fußballvereine aus eigenem Willen ab⸗ führten, und rechnet man die Eraebniſſe der von den Gauen und Kreiſen örtlich durch⸗ geführten Winterhilfs⸗Veranſtaltungen dazu, ſo ergibt ſich insgeſamt eine Summe von über Dreiviertel Millionen Reichsmark. die der Volksſport Fußball für die armen Voles⸗ genoſſen bereitſtellte. Auch in dieſem Jahr iſt das Programm, das der Fußballſport zu Gunſten des Winterhilfs⸗ werks aufgeſtellt hat, recht umfanareich und in ſeinen Einzelheiten ſo zugkräftia. daß, wenn Witterung und andere Einflüſſe nicht ſtörend dazwiſchentreten, die Zahl früherer Jahre er⸗ reicht, wenn nicht überſchritten werden dürfte. Deulſchlands Fußball-Elile in Frankfurt Frankfurt a. M. ſieht das größte Ereignis. Die gegen Dänemark und Norwegen ſo er⸗ folgreiche deutſche Nationalelf tritt gegen eine zweite deutſche Auswahlmannſchaft an. gewiſſer⸗ maßen als Generalprobe für das am kommen⸗ den Sonntag ſtattfindende Länderſpiel gegen legt. 6000 ferlige Siedlungshäuſer im Gau nen, die außerdem noch nach Zahl und Größe unzureichende Räume enthielten, dem Problem zu Leibe rücken zu können. Seelenloſe Flach⸗ bauten mit den bekannten Zutaten der May⸗ Aera waren nicht dazu angetan, den deutſchen Menſchen oder gar den Arbeiter in ein inneres Verhältnis zu ſeinen neuen Heim zu bringen. Außerdem ſind die Laſten ſo hoch, daß ſie für eine Arbeiter⸗Lohntüte auf die Dauer untrag⸗ bar ſind. Der erſte Aufenthalt der Fahrt galt der Be⸗ ſichtigung der Siedlungsſchule bei Oberſtedten. Anſchließend wurde die Heimſtättenſiedlung„Frankfurter Berg“ bei Bonames aufgeſucht. In dieſer Siedlung mit 90 fertigen und weiteren 60 im Bau befind⸗ lichen Häuſern iſt ſchon deutlich zu bemerken, wie das Heimſtättenamt die ſich aus dem gleichmäßigen Bau der Häu⸗ ſer ergebende Einheitlichkeit nicht zu einem ſeelenloſen Schematismus werden zu laſſen. Durch farbigen Verputz, durch Farbenunter⸗ ſchiede in der Dachbedeckung, durch Fachwerk⸗ giebel oder Holzverſchalung wird ein Bild er⸗ reicht, das bei aller Einheitlichkeit der Sied⸗ lung ein helendiges Geſicht gibt. In der Sied⸗ luna Soſſenheim II. die auf ehemaligem Ziegeleigelände errichtet wurde, war der dorf⸗ ähnliche, der Landſchaft angepaßte Charakter der Siedlung beſonders ſtark ausgeprägt. Das Gelände iſt hier ſo hervorragend ausgenutzt, daß die Straßen in ſich einen geſchloſſenen Raum hilden, der die Siedlung zu einer feſten Gemeinſchaft werden läßt. In Langen ein ähnliches Bild. Zwei Ab⸗ ſchnitte der Siedlung ſind bereits ausgeführt. Hiex haben die Siedler über 1000 am Gar⸗ tenland zur Verfügung. 82 Stellen find be⸗ reits fertiggeſtellt, weitere 40 Siedlerſtellen und 52 Volkswohnungen befinden ſich im Bau. Für den dritten, im Frühjahr beginnenden Bauabſchnitt ſind weitere 40 Häufer vorge⸗ ſehen, ſo daß die geſamte Siedlung bald 200 Einheiten umfaſſen wird. Auch in Rüfſels⸗ heim war die fortſchreitende Entwicklung des Siedlungsbaues deutlich zu erkennen. In den erſten Jahren nach der Machtergreifung muß⸗ ten mangels erfahrener Siedlungsfachleute bei der Ausführung der Pläne des Heimſtätten⸗ amtes noch manche Mängel in Kauf genommen werden. In den folgenden Jahren wurde dann der nationalſozialiſtiſche Siedlungsgedanke in der dorfähnlichen, der Landwirtſchaft. ten Siedlungsanlage immer ſtärker zum Durch⸗ bruch gebracht. Rüſſelsheim wird eine der größ⸗ ten Siedlungen im Gau werden. Von 152 Stellen des Geſamtplanes ſind 190 bereits bezogen, der Reſt iſt im Bau oder ſteht vor dem Baubeginn. Die Heimſtättenſiedlungen des Gaues Heſ⸗ ſen⸗Naſſau haben für über 6000 deutſche Ar⸗ beiter den Uebergang vom Proletariat zum ſelbſtbewußten Staatsbürgertum praktiſch voll⸗ zogen. Tauſende von weiteren Siedlern wer⸗ den den gleichen Weg gehen, und ſchließlich wird auch der verſtockteſte Volksgenoſſe ein⸗ ſehen und zugeben müſſen, daß das Dritte Reich mit ſeiner Loſung, den Arbeiter zu be⸗ deulſche Nalionalelf in Frankfurt Schweden: In der N neben fünf Mann, die edenfalls ſchon in der freien, wirklich ernſt gemacht hat. Nationalelf ſtanden, noch eine Reihe tüchtiger Nachwuchskräfte, wobei man vor allem auf die Innenſtürmer dieſer Elf achten wird. Der Gau Südweſt ſtellt mit Seppl ath, Sold, Welſch und dem Eintrachtler Wirſch⸗ ling vier Mann für dieſe„Reichself“ Die Mannſchaften für Frankfurt Nationalelf: Jakob(Jahn Regensburg); Janes(Fort. Düſſeldorf,, Münzenberg(Alemannia Aachen); Kupfer(Fc. 05 Schweinfurt), Goldbrunner(Bay. München), Kitzinger(JC. 05 Schweinfurt): Lehner (Schw. Augsburg), Gelleſch(Schalke 04), Siffling (SV. Waldhof), Szepan, Urban(beide Schalke 04). Reichself: Jüriſſen(Rotw. Oberhauſen); Welſch(Bor. Neunkirchen), Billmann(1. FC. Nürnberg); Kuckerts(Bfe. Köln), Sold(Saarbrücken), Karl (Emtr Frankfurt); Fath(Worm. Worms), Wir⸗ ſching(Eintr. Frankfurt), Höffmann(Hamb. SV.), Schön(Tresd. SC.), Than(GM. Dresden). Neben dieſem Hauptſpiel finden noch einige andere bedeutſame Treffen ſtatt, wobei das Fachamt Fußball jeweils Auswahlmannſchaften von pier Gauen gegeneinander ſpielen läßt. Es ſind folgende Paarungen zuſammengekommen: Stuttgart: Württemberg/ Baden— Nordheſſen/ Südweſt Bremen: Nordmark/Niederſachſ.— Niederrhein/ Mittelrh. Halle: Sachſen Mitte— Berlin/ Schleſten/ Pommern Das uns am meiſten intereſſierende Treffen iſt das in Stuttgart zwiſchen Baden/ Würllemberg gegen Nordheſſen/ südweſt Auch hier ſind zwei ſehr ſtarke deen e gufgeboten worden. In der Südweſt⸗Heſſen⸗Elf ſtehen die beiden Wormaten Eckert und Kiefer, letzterer intereſſanterweiſe als Ver⸗ teidiger. Frankfurt ſtellte mit Sch uchardt (FSV.). und Schmitt Linken(Eintracht) den linken Sturmflügel. Linken iſt der neue Mann, der am 15. November für die Eintracht frei wird. Die übrigen ſechs Mann ſtellt der Gau Nordheſſen. Die Mannſchaften für Stuttgart: Nordheſſen⸗Südweſt: Sonnrein(1. FC Hanau); Kie⸗ fer(Worm. Worms), Lippert(SC. 1900 Gießen); Reinhard(1. FC Hanau 93), Stiel(Heſſen Hers⸗ feld), Lindemann(Eintr. Frankfurt); Bonnard (Heſſ. Hersfeld), Eckert(Wormatia), Schuchardt (FSV. Frankf.), Schmitt, Linken(beide Eintr. Frankfurf. a Württemberg⸗Baden: Schnaitmann(Vſch Stuttgart): Seibold(Bf. Stuttgart), Bolz(Karlsruher F.); Kneer(Spfr. Stuttaartſ. Frey(Stuttg. S.) Jröſchler(Stutig. Kickers) Langenbein(Ife. Mannbeim) Koch(V Stuttg.), Brands(Kickers Stuttg), Klingler(F. Daxland), Förn(Phönix ſich dauernd bemüht, Zeit des Fiſchfangs. e eee ber fe bt fretz denshelm-Genpenhela Der Kreisleiter Die Sprechſtunden des Kreisleiters heute Dienstag, den 16. 11. 1937 aus. Brückmann, Kreisleiter. Jie hören im Rundfunk. Mittwoch, den 17. November. Deutſchlandſender. 8: Konzert. 8: Wetter. Anſchl.: wiſchenmuſik. 9. Du bofde Kunſt. 10: Unterbaliuggs e 11.30: Fantaſten auf der Wurlitzer Orgel 12: Konzert. 14: Zur Unterhaltung. 15.18: Südliche Erde. 18.482 fallen Aufnahmen 16: Mufik aus Dresden. 18: Kleiſt verbrennt den„Robert Guiskard“, 18.30: Soliſten⸗ muſik. 19, Kernſpruch, Wetter, Kurznachrichten. 19 10. Muſik zur Unterbaltung. 19.45: Deutſchland⸗ Sportecho. 20: D-AR OY. bezwingt den Pamir. 20.80: Otto Dobrindt ſpielt 22. Wetter, Nachrichten, Sport. 22.90: Eine kleine Nachtmuſik. 28—24: Tanzmuſik. Frankfurt. 6: Konzert. 8.10: Gymnaſtik. 8.80: Orgelkonzert. 9: Chriſtliche Morgenfeier. 9.45: Erwachen zunt Glauben 0: Dichter ſtarben für Deutſchland 10.80: Cborgeſang 11.15:„Ritter, Tod und Teufel.“ 192 Konzert. 14: Für unſexe Kinder. Wir baſteln einen Adventskranz 14.30. O holde I Muſica! 15.30: Kämpfer in der Stille. 16: Unfer ſingendes, klingen⸗ des Frankfurt. 18.„Kuznecov.“ 18.80: Alte Orgel in Amorbach. 19: Zeit, Nachrichten. Wetter. 19.10 Max Reger. 19.45: Sportſpiegel. 20:„Fidelio.“ 22.45: Sportbericht. 28: Es klang ein Lied 24 bis 01: Muſik unſerer Nachbarn. Stuttgart. 6: Konzert, 8: Waſſerſtand. Wetter, Bauer, hör' zul Gymnaſtik. 8.80: Evangel. Morgenfeier, 9: Du holde Kunſt. 10: Ernſte Muſik. 0.205 Muſik am Morgen 11.80. Kleine Koſtbarkeiten. 12: Kon⸗ ert. 14: Buntes Schallplatten⸗Konzert, 15.90: Neue lasmuſik. 16: Stuttgart ſpielt auf. 18: Erwins Dom. 19: Nachrichten. Sport 19.20: Einführung und Inhaltsangabe zur nachfolgenden Opernſendung. 19.30: Der fliegende Holländer 22: Zeit, Nachrich⸗ ten, Wetter Sport. 22.30. Es klang ein Lied 24—01: Muſik unſerer Nachbarn. — Beyin, das negerdorf im Meer Seltſame Pfahlbauten an der Goldküſte. An der afrikaniſchen Goldküſte, rund 50 Kilometer von der Diſtriktshauptſtadt Axim entfernt, liegt Beyin, eines der ſeltſamſten Eingeborenendörfer Zentralafrikas. Es be⸗ ſteht aus dreißig Hütten, die auf Pfählen in eine Lagune hineingebaut ſind. Immer je zehn Hütten ſtehen auf einer gemeinſamen Plattform aus Baumſtämmen, zwiſchen denen in der Regenzeit die Waſſeroberfläche hin⸗ durchſchimmert. Im Jahre 1895 kam der erſte Weiße, der Diſtriktsarzt, in dieſe Siedlung, ein Jahr dar⸗ auf der zweite, der engliſche Forſchungsrei⸗ ſende G. Rome Hall. Er ſtaunte darüber, wie denn die Pfähle eingerammt worden ſind, da die Bewohner dieſer„Waſſerfeſte“ faſt keine Geräte und Werkzeuge kannten. Man erläu⸗ terte ihm die eigenartige Methode Drei Mann ſteigen dazu in ein Kanu. Einer da⸗ von ſteht in der Mitte und drückt den einzu⸗ rammenden Pfahl mit aller Kraft ſenkrecht nach unten ins Waſſer. Die beiden anderen paddeln, ſo kräftig ſie können. immer einige Schläge in einer Richtung und dann wieder zurück. Dies ſetzen ſie ſo lange fort, bis der Pfahl durch dieſe ſchwankende und ſchwin⸗ gende Bewegung feſt im Meeresboden ſteht. Damit er leichter im Erdreich haftet, trägt ſein unteres Ende eine Aſtgabel. In der Regenzeit ſteht das Waſſer der La⸗ gune im Dorf meterhoch. Dann iſt die große Ein Teil der Lagune iſt ſtets bis auf eine Oeffnung durch einen Sta⸗ kettenzaun abgeſchloſſen, durch den nur die kleinſten Fiſche entſchlüpfen können. Iſt die Zeit des Hochwaſſers da, wird auch dieſe Oeffnung noch geſchloſſen. Sinkt das Hoch⸗ waſſer, ſo können die mit der Flut in die Lagunenbucht geſchwemmten Fiſche nicht mehr zurück. Unter feierlichen Gebräuchen wird dann das Fiſchfeſt begangen und der große Fiſchzug beginnt. Zweihundert Einwohner hat das Dorf. Zwi⸗ ſchen den Hütten ſind Stege, die leicht ent⸗ fernt werden können, eine Vorſorge für den Fall von Bränden, die bei der tropiſchen Hitze Afrikas wohl leicht entſtehen können, da die Hütten mit trockenen Palmblättern gedeckt ſind. Dieſe Stege ſind ohne Geländer„Fal⸗ len da nicht Kinder leicht ins Waſſer?“ fragte man den Häuptling des Dorfes. Er ſchüttelte den Kopf.„Das kommt kaum vor. Wir ſagen ihnen daß ſie dann ertrinken würden, und da ſehen ſie ſich vor.“ Zur Entſtehung dieſes Waſſerdorfes, wie es ſonſt in ganz Afrika keines gibt, ſoll es nach der Ueberlieferung der Einwohner gekommen ſein, als deren Vorfahren vor etwa 250 Jah⸗ ren von den Aſhantis vertrieben wurden und hierher bis ans Meer flüchteten. Der Häupt⸗ ling dieſes Diſtrikts erklärte ihnen, er habe einen Freundſchaftsvertrag mit den Aſhantis und könne ihnen daher auf dem Land keine Wohnplätze anweiſen So bauten die Vertrie⸗ benen im Meer Zum Anbau von Bodenfrüch⸗ ten und zur Beſtattung der Toten haben ſie jedoch am Land Boden gepachtet. vas Hiſewerk„mutter und find“ ſchennt durch kEcrholung im np. mutterheim flusgleich jar dis Karlsruhe. Mutter- ꝛbeit und mutterſorgen. leer lüſte und 50 . Rim lamſten s be⸗ ihlen in ne e damen Wen che hin⸗ be, der aht dar⸗ ungskei⸗ het, wie ind, da ſt leine erläu⸗ Drei er da⸗ ein zu ultecht deren einige wiedet l det ſchwin⸗ u ſtebt igt ſein der du⸗ e große gung it n Al- it die It die 1 diese bech⸗ in die I mebr bh grohe ent⸗ den n hie „ die gedect Fal frage hüttelte agen N da D da und d ie 5 4 nach men J gab⸗ . U und Fäubl⸗ g habe hantis elle lortrle⸗ eilt ſrüch⸗ 7 en ſte * „Geprieſen und geſegnet ſei/ Das deutſche Vaterland/ Es hat für alle Jäge— rei/ All Jagdgetier zur Hand!“ So hat vor 100 Jahren etwa ein deutſcher Dichter geſungen, der auch deutſcher Jäger war. Und mit beredten Worten hat er der Tatſache Ausdruck zu geben gewußt, daß die deutſche Jagd etwas ganz Herrliches iſt in ihrer Mannigfaltigkeit. Gewiß, andere Länder können uns mit gewaltigem Wild übertreffen, aber die deutſche Jagd braucht ſich nicht zu ſchämen. Sie beglückt den deutſchen Jäger jahraus, jahrein und iſt aus ſeinem Leben einfach nicht weg⸗ zudenken. Darum wollen wir einen Spaziergang durchs Jahr unternehmen, und zwar wollen wir, entſprechend dem Ablauf des Jagd⸗ ſcheins, mit dem April beginnen. Nun zeigt uns ein Blick auf den Jagdſchein, daß ge⸗ rade die Monate April und Mai für faſt alle jagdbaren Tiere im Zeichen völliger Schonzeit ſtehen. Die Natur iſt zur Kinder⸗ ſtube geworden. Um die Tierwelt, die ja auch Gottes Geſchöpfe umfaßt, nicht zu be⸗ unruhigen, um nicht den ſchutzloſen Nach⸗ wuchs ſeiner natürlichen Ernährer und Be— ſchützer zu berauben, verbietet das Jagd— geſetz jegliche Eingriffe jagdlicher Art. Die⸗ ſer Schutz erſtreckt ſich auch auf die Wild⸗ arten, die an ſich keine Schonzeit haben, auf Schwarzwild, Füchſe und Iltiſſe; hier verbietet das Geſetz, daß führende(d. h. ihre Jungen führende) weibliche Stücke dieſer Wildarten in der Zeit von Mitte März bis Mitte Juni erlegt werden. Er⸗ laubt iſt aber im April die Jagd auf Auer⸗-, Birk⸗ und Rackelhähne. Sie bietet viele Freuden, ganz gleich, ob ſie in den Berg⸗ 0 7. 0 0 8 Fa uutalicl ist die Jagetei. Deutſche Jagd und deutſche Jager— Ohne Hege kein Abſchuß Jahresſtrecke im Werte von 30 Millionen Mark In gottlob vergangenen Zeiten war der Jäger eine beliebte Witzblatt⸗ figur. Das hat ſich geändert, denn im neuen einer Angelegenheit von wirtſchaftlicher Bedeutung geworden. den Pflichten Vererbung geeignete Stück abzuſchießen und das gute erſt ſpäter, nach der Brunftzeit, zu erlegen, wenn es ihm nicht überhaupt wün⸗ ſchenswert erſcheint, den kapitalen Bock ſei⸗ nem Revier noch ein Jahr zu erhalten. So ſteht der Beginn der Jagd auf das männ⸗ liche Rehwild im Zeichen des Abſchußbockes. Hierunter ſind vor allem die Träger ſchlech⸗ ter oder mißgebildeter Gehörne zu ver⸗ ſtehen, bei denen man es vermieden ſehen möchte, daß ſie ſich vererben. Allerdings heißt es hierbei, vorſichtig zu Werke gehen, denn nicht immer iſt das ſchlechte Gehörn ein Zeichen dafür, daß ſein Träger abſchußreif iſt. Oft genug hat das, was der Bock auf dem Haupt trägt, durch äußere Einflüſſe ſeine Mißbildung erhal⸗ ten, z. B. durch Beſchädigung der Roſen⸗ ſtöcke, aus denen ſich die beiden Gehörn⸗ Oben: Füchſe hört auch Alpen lebt. Jagd auf nur in den Rechts: vom Jäger viel Haſen. wäldern Mittel⸗ und Süddeutſchlands oder in den großen Waldgebieten der Tiefebene dem„Hahn“, dem urigen Auerhahn, gilt, oder auf den Wieſen und Mooren, beſon⸗ ders in Norddeutſchland, ſeinem kleineren Vetter, dem Birkhahn, den zu beobachten allein ſchon ein reines Vergnügen iſt. So ſieht alſo das Geſetz faſt völlige Ruhe im Revier vor, womit aber keineswegs ge— ſagt iſt, daß ſich nun auch der Jäger der Ruhe hingeben darf. Gerade in dieſen Mo⸗ naten, und anſchließend gilt das gleiche auch vom Juni und Juli, hat er außer⸗ ordentliche Pflichten zu erfüllen. Er ſoll jetzt in erſter Linie Heger ſein. Die zahl⸗ reichen Feinde des Wildes wiſſen, daß in dieſer Zeit der erſten Tage und Wochen des Jungwildes auch ihr Tiſch reich gedeckt iſt. Da hat der Jäger auf dem Poſten zu ſein und unermüdlich die Schutzloſen zu be— ſchützen. Beſonderes Augenmerk gilt den vierbeinigen Wilderern, den herumſtreunen— den Hunden und Katzen, aber auch dem eigentlichen Raubwild, das ſich nicht nur auf der Erde bewegt, ſondern auch, als ge⸗ fiederte Räuber, aus der Luft den Jung⸗ tieren nachſtellt. Am Beginn des Sommers ſteht als erſtes großes Ereignis der Aufgang der Jagd auf den Rehbock. Eine ſchöne Zeit be⸗ ginnt für den Jäger, der natürlich ſchon längſt bei der Kenntnis ſeines Reviers den Jahresabſchuß der Böcke ſich zurechtgelegt hat. Auch hier geht er von dem Hegerſtand— punkt aus, nämlich das ſchlechte, nicht zur Der Sonntagsjäger findet keinen Tummelplatz mehr, und der Jäger von heute gibt dem Witzblatt keine Veranlaſſung, daß es ſeine Karikatur an den Pranger ſtellt. Womit nicht geſagt ſein ſoll, daß nicht ab und zu ein in Jägerkreiſen entſtandener Witz ſeine und Freuden des ernſten Jägers erzählt in dem Aufſatz unſer Mitarbeiter. als Jagdbeute. Zu den Aufgaben des Jägers ge⸗ die Vertilgung des Raubzeugs.— Links: Beſon⸗ ders geübte Jäger verlangt die Jagd auf Gemſen, ein Wild, das Schwarz⸗ wild. Das Schwarzwild verlangt Beobachtung, wenn es keinen Schaden anrich⸗ ten ſoll.— Unten: Im Spät herbſt beginnt die Treibjagd auf Aufn.(5): Scherl-Bilderdienſt⸗M. Reich iſt die Jagd wieder zu und ideellem Wert Runde macht. Von ſtangen entwickeln, und, was ebenſo häufig vorkommt, durch Stoßen an Baum⸗ ſtämme oder Drahtzäune zu einer Zeit, wo das Gehörn ſich erſt bildete, alſo noch weich und im Baſt war. So iſt es alſo nicht leicht, beim Abſchuß des Bockes vor allem den hegeriſchen Standpunkt zu ſeinem Recht kommen zu laſſen, denn wenn auch Ge⸗ hörn und Figur des Bockes ein Urteil über ſein Alter zu⸗ laſſen, ſo iſt dieſes oft genug ſtark anfechtbar, wenn man den geſtreckten Bock vor ſich hat und beim Oeffnen des Geäſes feſtſtellen muß, daß die Kauflächen der Zähne kaum abgenutzt ſind; ein faſt unfehlbares Zei⸗ chen, daß man einen jugendlichen Bock geſtreckt hat. Mitte Juli geht die Jagd auf die Wildenten auf, dieſes ſo geſchätzte Waſſerwild, und von An⸗ fang Auguſt an auf den Rothirſch. Damit beginnt die hohe Zeit des Jägers, iſt doch die Jagd auf den JHirſch das ſchönſte, was das Jahr in ſeinem Kreis⸗ lauf dem Jäger zu bieten vermag. Es fängt an mit der Pirſch oder dem An⸗ Der geſtreckte Hirſch, ein kapitaler ungerader Achtzehnender. dere Freude der kommenden Winter⸗ monate—, die Jagd auf den Haſen, Freund Mümmelmann. So ſind Herbſt und Winter recht eigent⸗ lich die Zeit der Ernte für den deutſchen Jäger, er erntet vor allen Dingen die Früchte ſeiner Hege und Pflege. Dieſe ſetzen aber bereits jetzt wieder ein, ehe Schnee fällt und dem Wild die normale Nahrungs⸗ aufnahme erſchwert iſt. Da hat der Jäger aufzumerken und rechtzeitig die Futterſtellen für groß und klein zu beſchicken. Denn es iſt von ausſchlaggebender Wichtigkeit, nicht erſt, wenn tatſächlich die Not durch das Re⸗ vier geht, an die Fütterung des Wildes zu denken, es muß vielmehr bereits vor Schnee⸗ fall das Wild an die Futterſtellen gewöhnt werden, damit es weiß, wo ihm die Für⸗ ſorge des Jägers den Tiſch deckt und es vor Hunger bewahrt. ſitz auf den Feiſthirſch, der im Auguſt mit Vorliebe die reifen Haferfelder aufſucht, und hat ſeinen Höhepunkt gegen Ende September, An⸗ fang Oktober, wenn der Ge⸗ weihte in die Zeit der Brunft tritt, wenn ſein Schrei das Rauſchen der Wälder übertönt und das Zuſammenpraſſeln der Ge⸗ weihe, wenn die Hirſche im Kampfe ſtehen, weithin zu hören iſt. Im September tritt zu all dieſen Jägerfreuden die Jagd auf Rebhühner und Faſanen, und im Oktober die auf den Haſen, um wenigſtens das Hauptwild zu nennen. Es iſt ſchön, wenn farbiges Herbſtlaub das Land ſchmückt, draußen in Feld und Wald Jäger⸗ freuden nachgehen zu dür⸗ fen, wenn man hinter dem getreuen, zuverläſſigen Hund über Stoppel⸗ und Kartof⸗ felſchläge auf der Suche nach Rebhühnern iſt, wenn der vierbeinige Freund im buſchigen Gelände den Fa⸗ ſanenhahn aufſtöbert oder wenn die Zeit der Treib⸗ jagden da iſt— eine beſon⸗ Daß die deutſche Jagd auch einen beacht⸗ lichen Faktor im deutſchen Wirtſchaftsleben darſtellt, das beweiſen die folgenden Zahlen. Sie werden im Jahrbuch der Deutſchen Jägerſchaft bekanntgegeben, und zwar er⸗ faſſen ſie die Geſamtſtrecke für das Jagd⸗ jahr 1935/36. An der Spitze ſämtlicher Wild⸗ arten, deren zuſammengezählter Wert faſt 30 Millionen RM. ausmacht, ſtehen mit je 8 Millionen RM. Rehwild und Haſen, ſie verbuchen alſo zuſammen mehr als die Hälfte des Geſamtwertes der Jahresſtrecke. In weitem Abſtand folgen dann Rotwild (3,5 Millionen), Rebhühner(2), Füchſe (1,55), Faſanen(1,54), Schwarzwild(1,38) und Kaninchen(1,23). Damit ſind die Arten, die Millionenbeträge zuſammenbringen, erſchöpft. Und fragt man danach, welches deutſche Land mit dem Wild an der Spitze ſteht, ſo gibt das Buch eine ſicherlich recht über⸗ raſchende Antwort: Weitaus führend vor allen deutſchen Gauen ſteht Anhalt; es hat eine Jagdſtrecke von faſt 2 RM. je Hektar. In weitem Abſtand folgen Schleſien, die Provinz Sachſen und Rheinland⸗Nord mit etwa je 1 RM. Dazu ſind bei Beleuchtung der in der deutſchen Jagd ſteckenden wirt⸗ ſchaftlichen Werte zu beachten die Bedeutung der Jagdhund-Aufzucht, die Beſchaffung von Munition und Bekleidung und die Ge⸗ hälter und Löhne für die beruflich der deutſchen Jagd dienenden Männer der grünen Farbe. Dr. von Oſterroth. 3— rr — Fame. 2 — — PPP èͤ ENN DER I Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Elchacker, Gröbenzell bei Munchen (15. Fortſetzung.) Unter den ſchmeichelnden Klängen der Mnuſitk ſchritten wir plaudernd auf und ab und kamen auch an Gruppe vorbei, zu der Gualtiero gehörte. Gnaltiero zog Hut und grüßte. Nun, da ich in der Geſellſchaft des geſehenen Arztes war, kannte er mich auf einmal. Ich in ſeinem Blick ein heißes Glühen, eine bohrende ſucht. Zwingend ſahen ſeine großen Augen mich an. dankte kühl und ſah dann gleichgültig über ihn In der Geſellſchaft wurde man aufmerkſam. Langfam ich mit Dovan weiter. Ein großer Schatten ſiel über unſeren Weg. „Francesco!“ „Ja Kinder, ich bin's!“ Dovan verabſchiedete ſich von uns und eklte zu etner —— ihm zuwinkender Menſchen hinüber. Wir waren ein. „Wie ſchon, daß du da biſt, Kleines“, ſagte Francesco froh.„Wir eſſen zuſammen, aber erſt promenferen wir noch eine Weile. Iſt dir's recht?“ „Ja, fehr!“ Wie oft Francesco gegrüßt wurde! Da ſah er Gualtiero, der uns den Rücken wandte. Sein ſcharfer Verſtand hatte ſofort begriffen, was vor⸗ gefallen war. Er lachte plötzlich hell und ſpitzbübiſch.„Es gibt Leute hier, die du heute anſcheinend nicht ſiehſt.“ „Dieſe Leute haben auch mich nicht geſehen bis Dovan im meiner Begleitung war.“ Sein Blick flammte auf.„Du biſt ein ganz gefährlicher Racker und bezahlſt mit Zinſen zurück. Wie gefällt es dir denn hier?“ Ich lachte.„In den Höhlen von St. Canzian war es ſchöner.“ „Gehen wir zu Tiſch! Nun habe ich dieſe Geſellſchaft, die mich genau ſo liebt wie ich ſie, wieder auf ein Jahr ausreichend genoſſen.“ Der Mittagtiſch war vorzüglich, die Laune Francescos und der Wein noch beſſer. „Was haſt du heute nachmittag vor?“ „Nichts, erſt heute abend ſieben Uhr bin ich eingeladen.“ „Dann machen wir einen Ausflug nach Duino!“ Die Südbahn brachte uns nach Siſtiana und dann ging 271 1127 es über felſiges Karſtgeſtein die kurze Strecke nach Duino. Aber Francesco intereſſierte das neue Schloß nicht. In die römiſchen Ruinen von Olt⸗Tybein führte er mich. Dort ſuchten wir uns einen ſonnigen windſtillen Platz und blickten auf das entzückende Panorama, das ſich zu unſeren Füßen ausbreitete. Dort unten lag Trieſt, umgeben von der dunkelblauen, burch die Bora leicht bewegten Seen, die zur Ausfahrt be⸗ reitſtehenden Dampfer qualmten und von ferne grüßte Miramare. Ueber venetianiſche Lagunen und Iſtriens Küſte ſchweifte der Blick, ein herrliches Gemälde von gigantiſcher Größe. „Kennſt du die Sage, die hier geht?“, fragte mich Francesco. Ich nickte.„Du meinſt die treuloſe, grauſame Schloß⸗ frau, die ihren Liebſten aus Angſt vor der Rache des Batten lebendig einmauern ließ und dann verzweifelnd den Gatten erſchlug. Ihre Seele ſoll in Ewigkeit verdammt hier umherirren.„Seufzen des Meeres“ nennen die Fiſcher den geiſterhaften Jammerruf, der ab und zu hier zu hören fein ſoll und der Unglück, beſonders Liebespaaren bringt.“ In dieſem Augenblick war ein ſtöhnendes Heulen über uns, ein Ton ſo ſchaurig und jammervoll, daß mir das Blut ſtockte. Langſam verwehte die gräßliche Stimme, dann klang ſie noch einmal auf, wild in fürchterlicher Qual. Grauen ſchüttelte mich.„Komm fort!“ bat ich angſtvoll. Er lächelte leiſe.„Seit wann fürchteſt du dich vor der Bora? Es iſt ihr unheimliches Heulen, das ſich in den uralten Mauern fängt und vielleicht auch den Grundſtein zu der Sage legte. Zudem ſoll der Ton ſehr ſelten zu hören ſein. Ich freue mich, daß ich nun das Seufzen der Verdammten kenne, das mich ſchon lange intereſſierte und auf das ich bei meinen einſamen Ausflügen ſo oft vergeb⸗ lich horchte.“ „Beſuchen wir den Urſprung des Timavo, unſere ge⸗ Rebte Reka!“, fuhr er dann fort. Es waren wunderſchöne Stunden, die wir nun noch ver⸗ kebten. Abends verabſchiedete er ſich mit einem herzlichen:„Auf Wiederſehen morgen! Auch ich bin heute eingeladen.“ Ungern und widerſtrebend ſuchte ich Steffis Wohnung auf. Gualtiero erwartete mich vor dem Hauſe. Er ignorierte unſere Begegnung am Vormittag vollſtändig; auch ich er⸗ wähnte nichts davon, denn ich war müde und wollte Ruhe. Stefft begrüßte mich mit einigen ihrer Judasküſſe, Siuſto war ſehr liebenswürdig und zuvorkommend. „Wo warſt du heute nachmittag?“ fragte Gualtiero lich. 2 N Francesco in Duino“, entgegnete ich.„Wir haben heute das Seufzen des Meeres gehört.“ „Dann iſt er ungefährlich“, ſpottete Gualtiero,„denn auf ewig getrennt werden Liebende, die den Verzweifelungs⸗ ſchrei der Verdammten hören.“ 5 2 Steffi drückte auf die Glocke. Ein bleiches, ſchwächliches Mädchen erſchien und begann den Tiſch zu decken. Plötzlich Heß ſie das Servierbrett liegen, kam auf mich zu und preßte ihre Lippen auf meine Hände. 5 „Was haben Sie denn?“ fragte ich erſtaunt. 8 Die feuchten Augen ſtrahlten auf.„Ich bin die älteſte Tochter des Signor Atti'v“, entgegnete ſie.„Ihnen danten wer es, Signorkna, daß unjere Hebe Mutter uicht geſtorden iſt. Herr Doktor Dovan hat ſte umſonſt behandelt und ge⸗ ſund gemacht, und Herr Francesco hat Vater in der größten Not auch noch Geld geſchenkt“ Alſo das war das Töchterchen unſeres Sorgenveilchens! „Decken Sie den Tiſch, wir haben Appetit!“, unterbrach Steffi den Erguß des Kindes. Ein Blick wilden Haſſes zuckte in den Augen der Kleinen auf, und dann ging ſie wortlos an ihre Arbeit. Steffi rief mich in ihr Schlafzimmer. „Fritzi“, kam es boshafte von ihren Lippen, Ich möchte bir nur raten, gib auf deinen Gualtiero beſſer Obacht. Ich habe geſtern durch Zufall erfahren, daß er von dir weg immer in ein übelbeleumdetes Haus geht.“ Ich kehrte ihr den Rücken und ging zu den beiden Herren zurück. Mir ekelte vor dieſer Frau. Mein Blick ſtreifte Gualtiero. Warum nur ſo jedes Empfinden, ſogar das der harmloſeſten Freundſchaft für ihn erloſchen war? Es war ja ſo begreiflich, daß er den Frauen gefiel. Seine vornehme Erſcheinung, die beſtrickende Liebenswürdigkeit, ſeine glänzende Exiſtenz konnten einer Frau ſehr gut den Kopf verdrehen. Aber was beabſichtigte Steffi mit ihrer Aeußerung? Ich ſtand dem, was hier um mich im Gange war, verſtändnislos und ohne Intereſſe gegenüber. Gualtiero und Steffi ſchienen ſich an den Weihnachts⸗ ſeiertagen ſehr angefreundet zu haben. Sie lachten und ſcherzten fortwährend und mehrmals beobachtete ich einen Blick, der mir ſehr zu denken gab. War ich mit meinem Verdacht nicht allein? „Fräulein Ertler“, bat Giuſto plötzlich,„ich muß Ende“ bieſes Monats verreiſen. Leiſten Sie doch Steffi etwas Ge⸗ fellſchaft, damit ſie nicht ſo allein iſt!“ „Wenn ich mich frei machen kann, ſehr gerne, Herr Doktor“, entgegnete ich höflich. „Damit ich nicht untreu werde“, ſpottete Steffi und ſuchte mit ihren ſchillernden Augen Gualtiero. „Giuſto“, höhnte ſie,„was würde mir denn dann paſſieren?“ „Ich bin Italiener“, war die ſchneidende Antwort;„das dürfte dir genügen.“ Sie lachte ſchrill, aber wie mir ſchien, trotzdem mit heimlicher Angſt. „Alſo elftes Gebot beobachten: ſich nicht erwiſchen laſſen!“ Als mich Gualtiero während des Heimwegs in eine nicht beleuchtete Anlage ziehen wollte, lehnte ich ſchroff ab. „Ich bin müde und will zur Ruhe gehen. Gute Nacht!“ Trotz ſeiner ſtarken Arme gelang es ihm nicht, meinen Mund zu dem ſeinen zu zwingen. Ich entſchlüpfte ihm und warf die Türe hinter mir ins Schloß. * „Ich muß auf ern paar Tage verreiſen, mein Liebes!“ Francesco ſagte es mir eines Morgens. Er zog mich innig in die Arme, ſeine Lippen auf meine erſchrockenen Augen legend. Die letzten Tage waren wunderſchön ge⸗ weſen. Eine warme Herzlichkeit durchſonnte ſein ganzes Benehmen, oft ertappte ich ihn ſinnend vor den Haupt⸗ büchern ſitzend, die nur er ſelbſt in den Händen hatte und in die er auch unſerem Buchhalter keinen Einblick geſtattete. Etwas Geheimnisvolles lag in ſeinen leuchtenden Augen. „Mitte nächſter Woche bin ich wieder zurück.“ „Wo fährſt du denn hin?“ fragte ich ängſtlich. „Nach Portoroſe; ich muß dort etwas anſehen. Leb wohl!“ * Am Dreikönigstage fuhr Santina zu Verwandten in der Nähe von Trieſt. Am Nachmittag wollten wir muſtzieren, da der Tag trüb war und der warme Chiroco Regen brachte. Als ich gegen neun Uhr abends zur Ruhe gehen wollte, ſchrillte die Glocke. Meine Hausfrau pochte an die Türe. „Signorina, eine Botſchaft für Signorina Santina.“ Ein junger Burſche, der im gleichen Stockwerk unſerer früheren Behauſung gewohnt hatte, ſtand ſchweißgebadet unter der Türe. „Signorina, die Signora Giuditta iſt totkrank“, rief er mir atemlos entgegen!„Signorina Santina ſoll ſofort kommen, es iſt kein Menſch außer den beiden Kindern zu Hauſe.“ Pan, Minuten ſpäter war ich auf dem Wege zu meinem alten Heim. Die Türe der armſeligen Wohnung ſtand offen, auf dem fauligen Lager lag Giuditta, blaurot im Geſicht. Sie ſtreckte mir ſtöhnend die Arme entgegen. Luft, Luft!“ keuchte ſie. Ich riß die Fenſter auf, nahm ſte in die Arme. Da, ein gurgelnder Laut und dann Blut, Ströme von Blut. Ich war verzweifelt. Die Kinder ſchrien gellend und angſtvoll. Schäumend jagte das rote warme Leben aus dem geſchwächten Körper, ſtrömte über mich, da ich die Aermſte nicht aus den Armen ließ, und wurde zu einer ekelhaften klebrigen Maſſe an den Kleidern. „Einen Arzt!“, rief ich der Nachbarin zu, die mit weit⸗ geöffneten Augen unter der Türe ſtand. Die Blutungen ebbten zurück. In den Kiſſen lag eine ſchneeweiße, ſterbende Frau. Schweres Stolpern auf der Treppe. Salvatore kam nach Hauſe, betrunken wie ein Tier und ſtarrte mit blöden, verglaſten Augen auf das Drama im Zimmer. Die beiden Kinder wimmerten bei der ſterbenden Mutter, der Vater aber warf ſich teilnahmslos auf ſein Lager und ſchlief ſo⸗ fort ein.. Ich reinigte die Kranke ſo gut es mir möglich war von Blut, konnte aber weder die Kiſſen friſch überziehen, noch der Kranken ſelbſt friſche Wiſche geden, da nichts km Pauſe war. Der Arzt kam und ſchüttelte tiefernſt den Kopf.„Dieſes Seben zählt nur noch nach Stunden.“ Er ſah mich an. „Sie ſehen ja übel mitgenommen aus. Schauen Sie ſo raſch wie möglich, aus den blutigen Kleidern zu kommen! Waſchen Sie ſich gründlich und“, er reichte mir eine blün⸗ liche Pille,„geben Sie das ins Waſſer! Sekten Sie vor⸗ ſichtig, es iſt Gift!“ Mit allen erdenklichen Mitteln ſuchte er Salvatore zu wecken; umſonſt.„Auch wieder ein unbeſtrafter Mörder“, murmelte er ingrimmig.„Iſt denn niemand hier, der bei der Frau bleibt?“ Ihre Schweſter iſt verſtändigt“, entgegnete die Nach⸗ barin.„Herr Demetrio hat Nachtdienſt und kommt nicht nach Hauſe.“ Ich gehe nach Haufe, ſobald die Schweſter der Signora kommt“, verſicherte ich dem beſorgten Arzt;„ich kann die Arme jetzt unmöglich allein laſſen.“ Es war ſchon Mitternacht vorbei, als die weinende Frau kam. Sie hatte Bett⸗ und Leibwäſche mitgebracht; ſo konnten wir Giuditta wenigſtens von dem Schmutz be⸗ freien. Nach ein Uhr ging ich endlich traurig und gedrückt. Die Straßenbahn verkehrte nicht mehr, Droſchke oder Auto war hier in dem armen entlegenen Stadtteil nicht zu haben. Furcht war nie meine ſchwache Seite; ſo eilte ich ſo raſch ich konnte, meiner Wohnung zu und wich mir ent⸗ gegenkommenden Leuten vorſichtig aus. Plötzlich wurde ich mit hartem Griff gefaßt und blickte erſchrocken zuſammenzuckend in die erſtaunten Augen Gual⸗ tieros. gk „Wie kommſt du um dieſe Zeit auf die Straße?“ 1 Ich ſah ihn ſpöttiſch an.„Mit den Füßen“, entgegnete kalt. Der kürzeſte Weg zu meiner Wohnung führte durch eine Waldanlage, die in ſehr ſchlechtem Rufe ſtand. Gualtiero ſchlug dieſen Weg ein. Mechaniſch, in ſchweren Gedanken folgte ich und beachtete kaum den Mann, der neben mir ging. Meine Gedanken waren bei der armen ſterbenden Mutter und dem gemütsrohen Kerl, der neben ihr ſchnarchte. Ich glaube, ich haßte in dieſem Augenblich alle Männer. Gualtiero hatte den Arm um mich gelegt; auch er ſprach nicht. Wir kamen in die Nähe unſerer Gärten und bogen in eine die Anlagen durchziehende, ſchwach beleuchtete Straße ein. Plötzlich ſchloſſen ſich die Arme Gualtieros um meinen 1 Körper und ſeine glühenden Lippen erſtickten meinen zornigen Aufſchrei. In Gedankenſchnelle hatte er mich in das ſeitliche, ſtockdunkle Gebüſch gedrängt; die Zweig. ſchlugen hinter uns zuſammen. Es begann leiſe zu regnen ſcheußlich pfiff der Wind, tiefe Nacht war es hier. Die eiſernen Arme preßten immer feſter.„Nun gehörf du mir!“ Seine Zähne gruben ſich in wilder Gier in meinen Hals, daß ich jammernd aufſchrie. „Laß mich los!“ keuchte ich.„Oder willſt du dir di Schwindſucht in die Lunge küſſen!“ Er fuhr erſchrocken zurück. Ich lief einem matt be⸗ leuchteten Seitenweg zu. In der Nähe der Laterne holte er mich ein. Als ſeine Hände wieder zufaſſen wollten, riß ich den leichten Mantel auf. Mit maßloſem Entſetzen ſtarrte er auf mein helles blutiges Kleid. Seine Hände ſchüttelten mich in ſinnloſer Erregung.„Wo warſt du? Ich will es wiſſen!“ Meine Knie zitterten. Ich ſetzte mich todmüde auf die ö in der Nähe ſtehende naſſe Bank und erzählte ihm die der⸗ gangenen fürchterlichen Stunden. „Warum haſt du mir das nicht gleich geſagt?“, klang es gedrückt von ſeinen Lippen.„Mein armes Mädel, das wollte ich nicht. Ich geſtehe dir offen, daß ich mich ſchäme wie nie in meinem Leben. Aber“, er umſchlang mich leiden⸗ ſchaftlich,„ich verzichte nicht auf dich, niemals, hörſt du?“ Der mich jetzt warm und ſchützend umſchlang und an den ich mich vertrauend lehnte, war der alte, zärtliche Gualtiero, der mir über ſo viele ſchwere Stunden geholfen hatte. „Komm nach Hauſe, kleine Frau, hier iſt kein Platz für dich!“ Hatte er nun doch eingeſehen, daß zwiſchen Stefft und Fritzi ein Unterſchied war? Francesco hatte mir offen geſagt, daß ich nie ſeine Frau würde. Keine Sekunde aber kam mir in den Sinn, daß ſich mir bei Gualtiero eine glänzende Verſorgung bot. Ich wußte nur, daß ich Francesco liebte und gegen das aus tiefſtem Herzen kommende Empfinden machtlos war. Morgen ſollte Gualtiero die volle Wahrheit erfahren. Ich würde ihn bitten, mich endlich freizugeben. Ich wollte lieber ganz allein ſein, denn Gualtieros Fran konnte ich nicht werden. An meinem Halſe brannte ſein Biß. Er legte trotz meiner blutigen Kleider beim Abſchied leiſe die Lippen auf die Stelle:„Verzeih mir, Liebes du, gute Nacht!“ * Am anderen Tag grübelte ich über die geſtrigen Worte Gualtieros nach. Ob ſie wohl ernſt gemeint waren? Hatte er der armen Kleinen, die an Silveſter an uns vorbei⸗ ging, nicht ähnliche ſchöne Sachen erzählt? Wie oft mußte ich die Erfahrung unten machen, daß ernſthafte Zuſiche⸗ rungen, für eine genaue Zeit vereinbarte Beſtellungen ein⸗ fach nicht gehalten wurden. Der Italiener iſt kein Deutſcher, verſpricht raſch und vergißt ebenſo ſchnell. Er konnte mir doch ohne jede Gefahr einen Heiratsantrag machen; ich war allein und ſchutzlos und hatte niemand, der ihn epentuell zur Einlöſung ſeines Verſprechens zwingen würde. 5 (Fortſetzung folgt) * EF . 2222 — 5 1 * 3 S 5 r* r 1 1 2 3 2 . 5 Haben, es ſei ihm zu gefährlich, 6 mm ie Mieger ſeinen Sohn zum Wildern erzog 5. Verhandlungslag— Wildhüter wurden wie Freiwild behandell Frankfurt a. M., 16. November. Am Montag, dem fünften Sitzungstag, mußte ſich der funge Mieger zunächſt gußern, wie es zu ſeiner Beſtrafung am 27. Februar 1932 kam, wo er wegen Einbruchs⸗ diebſtahls, Bedrohung und Vergehens gegen das Schußwaffengeſetz zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden war. Mie⸗ ger jun. ſaß damals kurze Zeit in Unterſu⸗ ungshaft und brauckte die Strafe nicht ver⸗ büßen, da eine Amneſtie kam. Er hatte mit einem Komplizen einen Jagdhüttenein⸗ bruch verübt, bei dem man Flaſchenweine und Zigarren erbeutete. Einen Teil verſteckte man im Wald. Als Mieger einige Tage danach den Wein holen wollte, wurde er feſtgenommen, wo⸗ bei er eine bedrohliche Haltung einnahm. Bei der Tat hatte er eine Piſtole bei ſich. Sein Mit⸗ täter hatte ihm die Weiſung gegeben:„Wenn Dir einer nachläuft, dann ſchieße ich.“ schon früh zum Wildern erzogen Dann ſprach Mieger darüber, wann ſeine Wilderertätigkeit bagann. Noch als er in die Schule Fos nahm ihn der Vater mit, um ewildertes Fleiſch heimbefördern zu elfen. Als man einmal ins Feuer gekommen war, will der junge Mieger dem Vater geſagt er gehe nicht mehr mit. Der Vater ſei dann allein gegan⸗ gen und er habe ihn nur noch gelegentlich be⸗ leitet. Der junge Mieger führt weiter aus, ß er im Jahre 1986 von ſeinem Onkel, für en er 55 kbeitet hatte, ein 9g mm⸗Flobert ge⸗ ſchenkt bekam. Damit ſchoß er im Garten einen Haſen. m Winter 1986 kaufte man ein 5 lobert. Vater und beide Sböbne hätten uſammengelegt, um das Gewehr, das 20 Mark oſtete, anzuſchaffen. In der erſten Schtpurge⸗ richtsberhandlung hatte der Angeklagte ausge⸗ agt, ex ſei mit dem g⸗mm⸗Flobert ſchon Ende ovemhber 1986 in den Roßbachex Wald gegan⸗ gen. Seute danach gefragt, erklärte er, er wüßte das nicht mehr.„Wenn ich gefragt werde, muß ich doch irgend etwas ſagen“, fügt ex hin⸗ zu, um dann darauf hinzuweiſen, daß in der erſten Schwurgerichtsverhandlung ſeine Einſtel⸗ lung gegenüber ſeinem Vatec eine weſentlich Siders war. Der Angeklagte batte ferner einen Karabiner 88 im Beſitz. Den will er von ſeinen Schwiegereltern bekommen haben. Mit dem Karabiner will Mieger jun, nie ge⸗ ſchoſſen haben. wenn er aber im Wald hinter dem Vater herging, trug er meiſt den Karabiner und der Vater das Kleinkalibergewehr. Der junge Mieger tut in der Verhandlung weiterhin ſo. als habe er ſich geſträubt und ſei nur widerwillig mit in den Wald gezogen. Der Staatsanwalt hält dem Angeklagten eine Reihe von Fällen vor, die beweiſen, daß der Ange⸗ klagte ſich abſolut nicht ſcheute, ſofort wieder mitzumachen, nachdem er einmal„ängſtlich“ ge⸗ worden war. Das geſchah oft ſchon am zweiten Tag nach einem Erlebnis draußen und es ſcheine doch ſo, daß die ganzen Vorfälle keinen allzugroßen Eindruck auf ihn gemacht hätten. ei Tage nach einem Zuſammenſtoß ſei er, er junge Mieger, wieder hinaus, um das leich zu holen. Mieger jun.:„Ja, der Vater at es geſagt.“ g 7 St.: Und wenn der Vater ſagt, ſpringe in den Nain. dann tun Sie's auch? Exregt, mit rotem Kopf ruft der junge Mieger: Wenn der Vater ſagte, es wird gemacht, dann iſt es eben gemacht worden. Dem Angeklagten wird vorgehalten, wenn er ſo gegen das Wildern geweſen ſei, warum er ſich dann ſelbſt Waffen angeſchafft habe. Ferner wird der Angeklagte darauf hin⸗ ewieſen, daß ſein Vater behaupte, der Sohn ei derjenige geweſen, der ſagt habe, er., der Vater, ſolle mitgehen. Angeklagter: Ich war zuletzt arbeitslos, es war knapp, wenn ich mal durch Zufall gelegentlich geſchoſſen habe.— Staatsantnalt:„Sie hatten in einem Monat drei Rehe und Hirſche geſchoſſen Da würde ja ein Jäger vor Neid erblaſſen. Da können Sie och nicht von Zufall ſprechen. Warum halten Sie denn heute ſo zurück?“ Angeklagter:„Es iſt doch auch Zufall, Herr Staatsanwalt, wenn man hier ſteht und da kommt ein Hirſch.“ Auf dem Zeugentiſch liegen die beſchlagnahmten Waffen der Miegers, ſo etwa ſechs. ſieben Stück. Der alte Mieger äußert:„Ich dahe für die ganzen Sachen, die hier liegen, auch nicht einen Pfennig ausgegeben und ich werde den Herxen ein Licht aufſtecken, wo die Sachen her find. Er(inbezug auf den Sohn) weiß daß ich ihm ſein Dippchen aufdecke.“ Mie⸗ ger ſenior ſpricht nun über die Herkunft der Waffen und erhebt drohend den Finger: „Meine Herren, ich decke alles auf, es wird nichts verheimlicht. Alles, was da liegt, hat er mitgebracht. Ich habe noch keinen Pfennig da⸗ für ausgegeben.“ Dann begann das Gericht mit der Aufrollung des Falles Hofmann An der Gerichtstafel iſt eine Zeichnung ange⸗ ſchlagen, die den Tatort, die Dillinger Vorn⸗ herge, darſtellt. Die Tat ereignete ſich bekannt⸗ lich am Morgen des 18. April ds, Is. Der junge Mieger äußert ſich ausführlich zu dem Tatvorgang. Am Abend zuvor fragte ihn der Vater, der in der Frühe in den Wald gehen wollte, ob er mitgehe. Mie er jun. mußte an dem nächſten 7 nach Homburg und ex ſagte dies dem Vater, der ihm bedeutete, er könne ſa oben herum, das heißt, durch den Wald gehen. Am Morgen des 16. April ſei er dann von ſei⸗ nem Vater geweckt worden. Nachdem er die Schweine gefüttert und Kaffee getrunken hatte, forderte ihn der Vater vor dem Weggehen auf, fein Meſſer mitzunehmen, er(dar Vater) habe eines vergeſſen. Unter dem Dach verſteckt lag der Karabiner, den er ebenfalls an ſich nahm. Den Karabiner habe er dem Vater gegeben, der Im das Flobectaewehr einbändigte, Sie ſchrit⸗ zen dann in den Wald bis zur Höhe des Waſ⸗ ſerwerls. Dott ſah man unterhalb des Werkes wei Rehe und der Vater habe ihm geſagt, er gehe jetzt vorn herum und wenn er, der Sohn, dazu nichts ſchießen höre, dann ſolle er in den Wald gehen und das Wild auf ihn zu drücken. Jetzt bekam der Vater den Karabiner und der junge Mieger will das Flobertgewehr erhalten haben. Bei dieſer Angabe erhebt ſich der alte Mieger und ſagt:„Ich möchte dies protokolliert haben, all die Ausſagen.“ Der Vorſitzende betont, es ſei vollkommen neu, daß ein Tauſch ſtattgefun⸗ den habe und fragt den jungen Mieger:„Wa⸗ rum kommen Sie jetzt mit der vollkommen neuen Sache?“ Mieger jun.:„Doch, ich habe es ſchon geſagt, ich habe ſchon bei meinen erſten Ver⸗ nehmungen angegeben, daß der Vater das Flo⸗ bertgewehr hatte.“ Staatsanwalt:„Ja. aber nicht, daß Sie es getauſcht hätten.“ Mieger jun. erzählt nun das Juſammenkreffen mil dem Wild- hüler Hofmann Als ſich der Angeklagte allein in der Mittel⸗ ſchneiſe befand. hörte er etwas raſcheln und gleich darauf kam auch jemand auf ihn zugefprungen. 28ch bin erſchrocken und ſteben geblieben“. Der Jagdhüter Hofmann habe dann gerufen:„End⸗ lich habe ich einmal einen erwicht“ und von Mieger das Gewehr abgefordert. Mieger ver⸗ luchte durchzugehen. aber Hofmann dielt ibn feſt. Es ſei zu einem Wortwechſel gekommen und Mieger habe einen Schlag auf den Koyf erhal⸗ ten. Als er ein Stück zurückgehen wollte, ſei er, Mieger jun., geſtolpert und ins Gebüſch gefal⸗ len. Dabei habe ſich ein Schuß aus dem Ka⸗ rabiner gelöſt. Die Waffe ſei zu Hauſe ram Vater ſchußfertig gemacht worden. Als ſich Mieger wieder erhob. habe ibm Hofmann zuge⸗ rufen was ihm denn einfalle. auch noch zu ſchie⸗ zen. Sie ſeien dann ins Handgemenge geraten und zu Boden gefallen. Hofmann habe ihn nie⸗ dergedrückt, auf ihm gekniet und ihn geſchlagen. Vorſ.:„Wie iſt das zu erklären. Sie ſind ein junger Mann und Hofmann war ein älterer. nicht kräftiger Mann?“ Mieger fährt ſort, er habe ſich nicht mehr zu belſen gewußt und um Hilfe gerufen. In dieſem Augenblick ſei der Schuß aus dem Flobert gefallen.„Es machte ping und Hofmann fiel etwas nach vorn, raffte ſich aber gleich wieder auf und hat geiam⸗ mert. Ich ſah, wie der Vater ihn wegriz.“ Der Angeklagte behauptet, daß er von Hofmann mehrmals über den Koyf geſchlagen wurde. Er ſei ein naar Schritte zurückgetaumelt. Als er miederkam, habe der Vater am Voden ge⸗ ſeſſen und Hofmann blutend dagelegen. Mieger beſchuldigk den Valer Der junge Mieger will ſeinem Vater zu⸗ gerufen haben:„Vater, was haſt Du gemacht?“ Darauf habe ihm dieſer eine gelangt und geſagt: „Halts Maul, ich will nichts hören“ Vorſitzender:„Wie Sie aufgeſtanden ſind hat Hofmann noch gelebt und wie Sie ſich herumdrehten, war er tot. Sie behaupten, Ihr Vater habe Ihnen vorgehalten, Sie ſeien daran ſchuld. Wer hat denn den Hofmann getötet? 0 Angeklagter:„Der Vater!“ Vorſitzender:„So, wie Sie jetzt erzäh⸗ len, war doch der Vater derjenige, der fürchten mußte, was kommt?“ Angeklagter:„Ja, er hat ja auch zu Hauſe geſagt, ſie kämen und würden ihn holen. Ich habe nicht geſehen, wie Hofmann die Stiche bekam.“ 5 Mieger bekundet dann, daß die Tat mit dem Meſſer geſchah, das er morgens im Garten ge⸗ holt und dem Vater gegeben habe. Sie hätten dann beide die Leiche in einer Rinne verſteckt und ſeien getrennt nach Hauſe gegangen. Hier ſei gleich die Syrache auf den Vorgang gekom⸗ men. Der Vater hahe zu ihm, der ſehr aufgeregt war, geſagt, er ſolle nicht daran denken.„Ich habe dann den Vater gefragt, warum er dazwi⸗ ſchen geſyrungen ſei. Du hätteſt doch da mit ihm wie ſonſt reden können.“ Vorſ.:„Von vornherein war ein Unterſchied, der Hofmann kannte Sie genau.“(In anderen Fällen ſtanden die Miegers Perſonen gegenüber denen ſie unbekannt waren.) Mieger ſchildert dann, wie er ſich pom Blut reinigte. Wenn ſich an ſeinem Rock Blut be⸗ jand, ſo konnte es nur von ſeinem Naſenbluten herrühren. Der Vater hatte Be Archtungen, ver⸗ haftet zu werden. Der alte Mieger habe er⸗ klärt:„Spreche nichts, es hat uns ja keiner fort⸗ gehen ſehen. Es fängt jetzt an zu regnen. wenn es ſo meiter macht, ſind alle Spuren verwiſcht.“ Dann babe der Vater geſagt, ſchon einmal in hnlicher Lage geweſen zu ſein. Damals aber hätte Schnee gelegen und es hätten Fußſpuren aufgenommen werden können. Damals habe man ihn auch feſtgenommen, aber er würde nichts ſagen, er werde das ins Grab mitnehmen.— Später ſeien dann ſämtliche Waffen in einem Acker vergrahen und das Wildfleiſch aus dem Haus geſchafft worden. Das Meſſer hätte der alte Mieger hinter einem Baum im Acker in die Erde getreten. Der Sohn will Befürchtungen wegen ſeiner Familie geäußert haben. Der Vater beſchwich⸗ tigte:„Du brauchſt keine Angſt zu haben. Dich holen ſie nicht.“ Später ſei der Vater wankel⸗ mütig geworden. Er könnte nicht mehr hingehen und ſagen, er habe geſchoſſen, weil er ſo viele Vorſtrafen habe. Der Sohn ſolle, wenn da etwas wäre, das Wildern auf ſich nehmen. Er babe dem Vater erwidert:„Das iſt ſo eine Sache. wenn die Weiber etwas ausſagen, dann heiße es, ſie ſeien auch am Freitag draußen geweſen und dann hängen ſie uns den Fall Hofmann auf.“ 5 Der Vater habe erwidert:„Wenn die Sache irgendwie ſchief gehe, ſolle er ſagen, er hätte einen Haſen verfelgt und ſei dabei in den Wald gekommen. Im Streit ſei dann das Flobertge⸗ wehr losgegangen. Bei dem Ringen hätte Hof⸗ mann plötzlich ſein, Miegers, Meſſer gehabt. „Wer weiß, wie es ausgehen wird. Ich habe die Frau und das Kind“, will der junge Mie⸗ ger dem Alten entgegnet haben, der nun er⸗ klärt haben ſoll, er werde für die Familie ſor⸗ gen, der Sohn habe höchſtens ein paar Jahre ( Ü ivw ³⁰ð¹ i ³·ðwü ä yd Von Börsen und Färkten fla-Maimtsche ahenonürse Die Abendbörſe nahm mangels Anregungen einen ſtillen Verlauf. Vereinzelt beſtand noch leichte Ab⸗ gabeneigung, ſo daß die meiſten Kurſe noch erꝛwas unter den Mittagsſchluß abbröckelten, wobei es ſich aber im weſentlichen um Anpaſſungen an den Ber⸗ liner Schluß handelte. Insbeſondere bei Demag, die auf 145%(147¼) zurückfielen. Schwächer lagen fer ⸗ ner Holzmann mit 153(154), Gebr. Jungha is mit 126(127), ebenſo gaben Moenus Maſchinen euf 122 (122⅛) und Schuckert auf 171¼(172½ nach. Im übrigen gingen die Abweichungen nicht über ½—70 pCt. binaus. Ich, Farben 157½, Buderus 122, Mannesmann 118½, Deutſche Erdöl 144¼, Rheinſtahl 147¾„ Stahlverein 115, ACG. 119 ⅛8, Daimler 187½, Deutſche Linoleum 163. Rheinmetall 146½/ Bemberg 142, Adlerwerke 111, Eßlinger Maſchinen 118½/8. Et⸗ was höher notierten Conti Gummi mit 192(191) und Elektr. Lieferungen mit 131 ¼(1381). Bankaktien kamen bei kleinem Geſchäft unperändert zur Noti Der Rentenmarkt war gleichfalls ſehr ruhig, die Kurſe blieben behauptet. 4½proz. Krupp 99¼, 6proz. JG. Farben 190, Im Freiperkehr nannte man Kömmu⸗ nal⸗Umſchuldung mit 94.85 und 4proz. Rentenbank⸗ Ablöſungsſcheine mit 93½—93 /. detrendemarhie Mannheimer Getreidegroßmarkt dub, Weizen: 75/7 fg, Jen, gel. tr. Durchſchn. Beſchelſenh. erl. Sad, Preisgeb. W 14 ver Nov. 1887 RM. 20.30, We 15 20.40, W 16 20.50, W 17 20,60, Wͤö 19 29,90, W 20 21.10, Ausgleich plus 40 Pfg. Qusalitätszuſchläge: Für 1 la über Durchſchnitt 0.15. für 2 kg 0.80, für 3 ka. 0.40 per 100 kg. Abſchläge je kg. 20. Roggen: 69/71 9. Feſtpreiſe, gef. ir Durchſchn. Beſchaftenh. exkl. ack, Preitzgeb. R 14 per Nov. 1987 RM. 18.90, R 15 19.00, R 18 19.40, R 19 19.00, b plus 40 Pfg.; Qualitätszuſchläge: Für 1 1g. über Durch⸗ ſchnitt 0.07¼, für 2 kg 0.15, für w kg 0.22½ p. 100 ig: Futter ⸗Gerſte: 59/60 ig, Feſtpreiſe, ges. tr. Durchſchn. Beſchaffenh. exkl. Sack, Preisgebiet G 7 per Nov. 1987 RM. 16.70, G 8 17.00, G 9 17.20, G 11 17.50, Ausgleich plus 40 Pfg.; Induſtriegerſte: Zuläſſiger Preisgufſchlag bis zu 2.00 p. 100 ig ab Erzeugerſtation; Braugerſte: Frei Erzeugerſtation je nach Preisgebiet 20.00—22.00 die 100 kg, Feine und Ausſtichware RM. 0.70—1.50 per 100 ig böher; Raps, inl. ab Station 32.00, Mais, mit Sack—; tn a 46/49 kg. Feſtpreiſe, geſ tr. Durchſchn. Beſchaffenh. exkl. Sack, Preisgeb. H 11 per Nov. 1937 RM. 16.00, H 14 16.50, G 17 18.80, Ausgleich plus 40 Pfg.; Induſtriehafer: Zuläſſiger Preisaufſchlag bis 1 2.00 p. 1 kla: Mühlen ⸗ nachprodukte: Weizenkleie, ab 15, 9. 36, Preis- geb. W 14 RM. 10.60, W 15 10.65, W'e 16 10.70, W 17 10,75, Wü 19 10.90, W 20 11.00, Weizenvollkleie plus RM. 0.50. Roggenkleie, ab 15. 8 36, Preisgeb. R 14 RM. 10.10, R 15 10.15. R 18 10.45, R 19 10.50, Roggenvollkleie plus R 1.00, Ausgleich plus 30 Pfg., dazu 5 Pfg. Vermittl⸗rgebühr; Gerſten ⸗ futter mehl: Preisgeb. G 7 ver Nov. ſogs7 RM. 18.40. G 8 18.70, 0 9 18.90, G 11 16.80, Weizen⸗ futtermehl 13.50, Biertreber, ab Fabrik, Höchſtpreis 14.00, Malzkeime 13.40, Ausgle plus 30 Pfg.; Sonſtige Futterartikel: Erdnußkuchen, vrompt, FFeſtpreis ab Fabrik, Nopember RM. 15.80, Soyaſchrot 15.50, Rapskuchen, inl 13.70, do. ausl. 14.20, Rapskuchenſchrot 13.70, Palmkuchen 13.90, Kokoskuchen 14.70, Seſamkuchen 15.00, Leinkuchen 16.30. Trockenſchnitzel, Fabrikpreis, loſe, Oktober/ Dezember 8.20, Rohmelaſſe 6.00, Steffenſchnitzel 10.40, Zuckerſchnitzel, vollw. 11.40. Ausgleich plus 35 Pfg.; Raubfulter: Wieſenheu, loſes, gut, ge⸗ ſund, trocken 5.50—6.00, Luzernekleeheu, loſes, neues 7.00—7.20(Großhandelspreis frei verladen Vollbahn⸗ ſtation; Roggen, und Weizenſtroh, loſe oder bind⸗ fadengepreßt 3.80—4.10, do drahtgepreßt 4.00—4.50, Hafer und Gerſtenſtroh, bindfadengepreßt 8.30—8.60, do. drahtgepreßt 8.80—4.10, Futterſtroh(Hafer und Gerſtenſtroh, gebunden) 3.80—4.20; dieſe Preiſe ver⸗ ſtehen ſich frei Vollbahnſtation Mannheim oder Karls⸗ ruhe. Bei Lieferung über dieſe Stationen hinaus darf nur die tatſächlich entſtandene Mehrfracht in Rechnung geſtellt werden Für Stadtanlieferung darf ein Zuſchlag von böchſtens 30 Pfg. je 100 Kilo⸗ gramm erboben werde.— Mehl ſotierun⸗ gen: Weizenmehl: Preisgebiet Baden 14 Type 812 aus inl Wz. Nov. 29.20, 15 29.20, 16 29.20. 17 29.20, 19 29.55, 20 29.55, Pfalz⸗Saar 19 29.55, do. 20 29.5533 Roggenmehl: Preisgeb. Baden 14 ab 15. 8. 86 RM. 22.70, 15 22.80, 18 2335, 19 23.60, Pfalz⸗Saar 18 23.30, do 19 23.50; Maismehl: ab Mühle Preisgeb. Baden 14 ab 15, 8. 87 RM. 22.70, 15 22.80, 8 23.35, 19 28.60, Pfalz⸗Saar 18 23.80 do 19 23.50: Maismehl nach Bedingungen der R f G.— Weizenmehl mit einer Beimiſchung v. 10 Prozent gusl. Wz Aufſchl. RM. 1.50 p 100 kg.— Zuzüglich RM 0.50 Frachtaus⸗ 3 Empfangsſtation gemäß Anordnungen der Frankfurter Getreidegroßmarkt. Die leßphaften Kaufwünſche der Weizengroßmühlen können infolge des kleinen Angebots nur teilweiſe befriedigt werden. Auch die norddeutſchen Offerten bleiben adus. Nur Roggen iſt ausreichend zu haben, ſowohl aus dem Norden, wie allerdings weniger aus der Propinz. Die Vorratsverſorgung iſt aber meiſt befriedigend. Indu⸗ ſtriegerſte wurde gelegentlich noch zugeteilt. Hafer iſt nicht käuflich. Weizenmehl wird für die kommende Feſtzeit lebhafter gefragt, wogegen die Mehlverladun⸗ gen am Niederrhein und jetzt auch am Oberrhein ein⸗ geſchränkt wurden. Roggenmehl liegt ſtill. Die Lager don oſtdeutſchem Roggenmehl nehmen kaum ab, das hieſige Propinangebot gebt flott an die Verarbeiter. Mais ſteht jetzt genügend für alle Kreiſe zur Verfü⸗ gung, Oelkuchen aus Zuteilungen nur für Milcher⸗ zeuger. Die umfangreichen Schnitzelperladungen gehen latt an den Konſum. Rauhfutter iſt nur wenig er⸗ ältlich. Es notierten(Getreide ſe Tonne, alles übrige je 100 Kg.) in RM.: Weizen W' 18 206, W'ß 16 209, W 19 213, W 20 215, Roggen R 12 191, R 15 194, R 18 198, R 19 200 Großhandelspreiſe der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerſte—, Futter⸗ hafer—, Weizenmehl Type 812 W 13 29.10, W 16 29.20, Wü 19 29.20, W 20 29.55, Roggenmehl Type 1150 R 12 22.48, R 15 22.80, R 18 23.30, R 19 28.50 plus 0,50 RR. Fracht⸗Ausgleich. Weizenfuttermehl 18.60, Weizenkleie W 18 10.75, W 16 10.90, W 19 11.10, W 20 11.20, Roggenkleie R 12 9.98, R 15 ſo, 15, R 18 10 40. R 19 10.50 Mühlen feſtpreis ab Mühlen ⸗ ſtatian Soyaſchrot—, Palmluchen—, Erdnuß⸗ kuchen—, Treber 14.00, Höchſtpreis ab Exzeugerſta⸗ tion, Trockenſchnitzl—, Heu 6.80—7.00, do. draht⸗ gepreßt 7 20—7.40, Weizen ⸗ und Roggenſtroh draht ⸗ gepreßt 4 80—4.50, do. gebündelt 4.00—4.20. — zu erwarten, denn man wüßte nicht, was ge⸗ ſchehen ſei. Der junge Mieger will dem Vater weder Ja noch Nein geſagt haben.„Das Ge⸗ ſcheiteſte wäre, man würde ihn ganz wegſchaf⸗ fen. Ich weiß da oben ſo einen alten Brunnen im Wald beim Jagdhaus“, habe der Vater ge⸗ ſagt. Nach der Verhaftung habe er ſich auf dem Transport mit dem Vater unterhalten, der ihn anwies, alles zu beſtreiten, nur wenn es gar nicht anders gehe, ſolle er das Wildern zuge⸗ ben. Wenn die daheim aber etwas geſagt hät⸗ ten und es herauskomme, ſolle er die Sache auf ſich nehmen, aber von ihm, dem Vater, nichts ſagen.„Du weißt, es wackelt mein Kopf . Du kannſt eher ſagen, du biſt mit ihm Ar gekommen, aber ich kann dies nicht.“ Vorſ.:„Es wurde alſo alles beſprochen, und wenn es gar nicht mehr ginge, ſollten Sie erklären, den Vater geholt zu haben, um die Leiche wegzuhringen.“— Das Gericht ging dann auf die Vernehmungen Miegers jun. nach der Tat ein. bei denen er zunächſt leugnete überhaupt im Wald geweſen zu ſein. Später gab er zu, im Wald gewildert und mit Hof⸗ mann zuſammengetroffen zu ſein, ohne daß der Vater dabei war. Am 8. Juni ſtand gegen den jungen Mieger die Verhandlung vor dem Schwurgericht an, das ihn zum Tode verur⸗ teilte. Der junge Mieger, der auch bier noch ſeinen Vater in Schutz nahm, meint jetzt: Er hat noch gegen mich gezeugt, obwohl ich ihm abgewunken habe. Nach der Schwurgerichtsverhandlung ſchrieb der junge Mieger aus der Unterſuchungshaft einen Brief an ſeine Frau, worin es u. u. heißt: Mein Vaker iſt an allem ſchuldig Ich habe die ſchwere Laſt auf mich genommen, meil er geſagt hat, mit einigen Jahren Zucht⸗ haus iſt alles erledigt. Es geht auch jetzt noch alles umzuwerfen, nur muß ich mich bis zum Grund ſchämen. Ich muß es aber bis zum Aeußerſten kommen laſſen. Und was habe ich alles mitgemacht. Er geht über Leichen und wenn es ſein muß, auch über die ſeiner Kin⸗ der. O ich armer Menſch, was hat man mit mir gemacht. Es wäre beſſer geweſen, wenn ihn 1917 ſein Schickſal ereilt halle“ Vorſitzender:„Was meinten Sie da⸗ mit? Birckenauer?“ Der Angeklagte blickt verſchämt unter ſich und ſagt dann:„Es wird ſchon ſo ſein.“ Es trat dann eine Mittagspaufe eln. Die Nachmiklagsverhandlung Der junge Mieger war am 15. Junl wieder vernommen worden. Bis dahin hatte er nichts von einer 9⸗mm⸗Büchſe geſagt Er gab zu, daß er mit einem kleinen 6⸗mm⸗Flobert in den Wald gegangen ſei, während der Vater den Karabiner getragen habe. Am 18. Juni gab der junge Mieger wieder eine andere Erklä⸗ rung. Es könne auch ſo geweſen ſeln, daß ſein Vater ihn von dem unten liegenden Hofmann heruntergeriſſen und auf dieſen eingeſtochen habe. Jetzt in der Verhandlung danach befragt, meint der junge Mieger:„Es iſt damals ſtun⸗ denlang auf mich e e worden mit Verhören, da habe ich es hall ſo geſagt. Mir ſchien das nicht ſo wichtig.“ Vorſitzender: Nicht wichtig? Na hören Sie mal, wenn man unter dem Verdacht ſteht, einen Mann ermordet zu haben, dann it einem hinterher doch jedes Wort wichtig, was man ſagt. Damals ſagten Sie noch, Sie hät⸗ ten das Gewehr mit freier Hand am Schaft abaedrückt, und zwar im Rückmärtstaumeln. Aber Sie wollten treffen! Wie iſts damits Der junge Mieger antwortet: Ja. was ſollte ich denn noch ſagen zuletzt. Ich habe nicht gezielt, ſondern den Hofmann mit dem Gewehr nur einſchüchtern wollen. * or ſitzender: Schöne Einſchüchterung. Der Schuß hat den Rücken des Hofmann ge⸗ ſtreiſt. Hat Ihr Vater, bevor er verhaftet wur⸗ de, nicht einmal zu Ihnen geäußert:„Ich ha⸗ be ſchon einmal vor Gericht geſtanden, damals haben ſie auch nach Fußſpuren geſucht.“ Mieger jun.: Ja. Vorſitzender: Meinten Sie damals oder meinen Sie heute, das habe ſich auf den Fall Birckenauer beziehen können? Der ſunge Mieaer ſenkt den Kopf und ſagt: Ja., das wird wohl ſchon ſo gewefen ſein. Der Vorſitzende ſtellt feſt. daß die Dar⸗ ſtellung, die der junge Mieger am heutigen Vormittag gegeben hat, inſofern vielleicht nicht gan: zu verwerfen ſei. als ſie dem obiektiven Befund der Sachverſtändigen näher komme. Staatsanwalt zu dem fungen Mieger: Iſt es richtig. daß man in der Schwurgerichtsverbandlung einmal Ihrer Frau erlaubt hat. ſich neben Sie in die Ankla⸗ gebank zu ſetzen? Hatte ſie Ihnen da nicht zu⸗ gerufen:„Wilhelm. ſaa die Wahrheit, Du weiſt doch wer's geweſen iſt!“ Und haben Sie da nicht unter Tränen geſagt:„Ich, ich ganz allein hab's gemacht!“ Mieger jun.: Das habe ich damals ge⸗ ſaat. Es war nicht wahr. Dann erzählt er noch, der Vater habe ihm im Gefänanis bei jedem Spaziergana auf dem Hof von ſeinem Zellen⸗ 27775 aus Zeichen gemacht. daß er ſchweigen ſolle. Das Gericht kommt dann zur Vernehmung des allen Mieger zu dem Fall. Der alte Mieger bittet das Gericht zuerſt feſtzuſtellen. welche Hoſe ſein Sohn am Tage der Tat trua. Daraus ließen ſich äußerſt wich⸗ tige Schlüſſe ziehen. Nach ſeiner Darſtellung ſei es eine bräunliche Hoſe geweſen. die am Mordtag von der jungen Frau Mieger ausge⸗ waſchen worden ſei. Der alte Mieaer ſchildert dann in der Maske eines ländlichen Bieder⸗ mannes wie er am Moraen der Tat in der Küche Kaffee trank und wie er dann in den Garten aing. um dort etwas in Ordnung zu bringen. Dort habe er einen Ruf vom feld ber dicht neben ſich vernommen.„Meine Her⸗ ren. da iſt mir die Schipp' vor Schreck aus der Hand gefallen.“ Die Verhandlung dauert an. 5 8 8 i 2 N A——————————— . 5 5 128 1 525 . 3 25 2 e. 4 . . . e 5 . e eee 8 . . 3 See Bekanntmachungen Ortsgruppe ——— der N. S. D. A. P. Viernheim N S.⸗Beratungsſtunde ſeden Montagabend von 20—21 Uhr. Dienſtſtunden der Pol. Leitung nur Donnerstags 20—21 Uhr— Dienſtſtelle: Adolf Hitlerſtraße 19 Lokale Nachrichten Viernheim, den 16. November 1937 Anſer Tagesſpruch Nichts läßt ſich ſchwerer zu ertragen, als eine Reihe von ſchönen Tagen. Goethe. catlimpelung cles eigenen Icſis Zur Zeit iſt in ganz Deutſchland eine große Aktion im Gange, die den Zweck hat, die menſchlichen Behauſungen von überflüſſigem, altem Gerümpel zu befreien. Es geſchieht dies mit jener Gründlichkeit und Gewiſſenhaftig— keit, die den Deutſchen auszeichnen. In Spei⸗ chern und Kellern, in Dachſtuben und Vor⸗ ratskammern wird Nachſchau gehalten, um den „Kruſt“ von Jahrzehnten los zu werden. Was da alles zuſammen kommt, das übertrifft alle Erwartungen. Mit wehmütigem Blick ſieht manche Hausfrau, manche Witwe dieſen oder jenen Gegenſtand, der ein Stück Familien⸗ tradition verkörpert, das Haus verlaſſen. Sie rufen noch einmal die Erinnerung wach an frohe und erhebende Stunden, die im Kreiſe liebwerter Menſchen verbracht wurden. Aber einmal muß man ſich von dieſen Dingen, die Raum, Licht und Luft wegnehmen, zu trennen wiſſen. Von dieſem Geſichtspunkt aus be⸗ trachtet, erhält die Entrümpelungsaktion hy⸗ gieniſche und geſundheitliche Bedeutung. Nicht geringer iſt der wirtſchaftliche Wert zu ver⸗ anſchlagen. Unſere Wirtſchaft hat für das an⸗ fallende Altmaterial, das dem Verderb aus⸗ geſetzt war, vielſeitige Verwendung. Es han⸗ delt ſich um Millionenwerte, die der deutſchen Volkswirtſchaft erhalten bzw. wieder zuge⸗ führt werden. Aber nicht nur die Entrümpelung der menſchlichen Behauſungen tut not. Ebenſo wichtig iſt die Entrümpelung des ei⸗ genen Ichs! Wie in den Häuſern und Woh⸗ nungen, in denen wir unſer Daſein verbringen, ſich altes, entbehrliches Gerümpel anſammelt, ſo tragen auch die Menſchen vieles mit ſich herum, von dem ſie ſich nicht etwa zu ihrem Schaden, ſondern zu ihrem Vorteil befreien könnten und ſollten. Hand aufs Herz! Wie viele gibt es, die den Sinn der Volksgemein⸗ ſchaft und Volksverbundenheit noch nicht er⸗ faßt haben? Man braucht dieſe Menſchen noch nicht einmal eines böſen Willens anzuklagen. Oft ſind es nur alte Vorſtellungen, anerzogene Vorurteile und Gewohnheiten, die das Ver⸗ ſtehen des Nächſten erſchweren oder unmöglich machen. Es will ihnen nicht in den Kopf hinein, daß der Bewohner des 3. Stockes und der Dachſtube auch zur Volksgemeinſchaft ge⸗ hört, ſie können ſich nicht damit abfinden, daß der Mann im blauen Arbeitskittel den gleichen Anſpruch auf Achtung und Wertſchätzung er⸗ heben darf, wie der„Studierte“. Wie oft iſt man neidiſch, wenn der andere vorwärtskommt oder wenn er befördert wird, wie leicht iſt man geneigt, die Handlung und die Perſon des Nächſten zu verdächtigen, wie geringfügig ſind oft die Urſachen, deretwegen die Gerichte in Anſpruch genommen werden. Zur Verwirklichung der wahren Volksge⸗ meinſchaft, wie der Führer ſie wünſcht, gehört daher die Läuterung und Entrümpelung des eigenen Ichs. Reißt deshalb aus euren Herzen Neid und Mißgunſt, Ueberheblichkeit und Dünkel aller Art, dann wird in den entrüm⸗ pelten Wohnſtätten auch ein ſtarkes, freies und lebensfrohes Geſchlecht heranwachſen, auf das unſer Vaterland zu jeder Stunde zählen kann. 1 85 Wer jährt mit dem Kö ð.⸗Sonderzug am nächſten Sonntag, 21. November nach Frankfurt/ Main Der Sonderzug am vergangenen Sonntag iſt aus techniſchen Gründen ausgefallen. Dafür fährt nun am nächſten Sonn⸗ tag, 21. November, ein Kd ⸗Sonderzug nach Frankfurt zur Gau⸗Kulturausſtellung. Die Bedingungen, Preiſe und Fahrzeiten ſind die gleichen wie bereits bekannt gegeben: Der Sonderzug fährt ab Bensheim 10.30 Uhr. Der Fahrpreis ab Bensheim bis Frankfurt und zurück beträgt 1.35 RM. Für die Hin⸗ und Rückfahrt ab Viernheim bis Bensheim wird gegen Vorzeigen der Sonderzugskarte 75 Prozent Fahrpreisermäßigung gewährt. Ab Viernheim OE morgens 8.42 Uhr, Wein⸗ heim ab 9.20 Uhr Rückfahrt ab Frankfurt 20.26 Uhr, Bens⸗ heim an 21.28 Uhr. Anſchluß in Bensheim ab 21.42 Uhr, Weinheim an 21.57 Uhr, Wein⸗ heim OEG ab 22.03 Uhr. Wer mitfährt, melde ſich ſofort— bis Donnerstag, 18. November, abends 9 Uhr— beim KdF-Ortswart Pg. Karl Weidner, Reps⸗ gaſſe 9, an. * Volkstheater unterwegs Auch in Viernheim ſpielt die Wanderbühne Mehrere Bühnen hat das Amt Feierabend der NS⸗Gemeinſchaft„Kraft durch Freude“ eingeſetzt, um die Bevölkerung in allen Krei⸗ ſen, Städten und Dörfern an den kulturellen Gütern des deutſchen Volkes Anteil nehmen zu laſſen und ſie zu erlebnisfrohen Stunden zuſammenzuführen. Die Mitglieder der Wan⸗ derbühnen im Gau Heſſen-Naſſau fahren von Ort zu Ort. Der Spielplan des Darmſtädter Volkstheaters ſieht Bunjes„Der Etappen⸗ haſe“, Nuß'„Der Schwarzarbeiter“, Rüth⸗ leins„Der Glasſchrank“,„Schneewittchen“ und„Lügenmäulchen und Wahrheitsmünd⸗ chen“ vor. Das Volkstheater ſpielt in Bauſch⸗ heim, Aſtheim, Fürth, Viernheim, Wald⸗ michelbach, Hirſchhorn, Neckarſteinach, Bir⸗ kenau, Mörlenbach, Rimbach und Heppenheim. Todesfall. Nach längerem Leiden ſtarb am Montag abend Frau Katharina Kempf geb. Kraus, die Gattin von Nik. Kempf 6., Bismarckſtraße 41. Sie erreichte ein Alter von nur 58 Jahren. Plötzlicher Tod. Am Samstagabend, gegen 7 Uhr, kehrte in einer hieſigen Wirt⸗ ſchaft ein 54jähriger Mann, der ſich auf der Wanderſchaft befand, ein und nahm an einem Tiſche Platz. Plötzlich legte er ſeinen Kopf auf den Tiſch, ſodaß angenommen wurde, er ſchliefe. Als er nach längerer Zeit ſich nicht rührte, wurde die überraſchende Feſtſtellung gemacht, daß das Leben aus ſeinem Körper entflohen war. Der herbeigerufene Arzt ſtellte einwandfrei feſt, daß ein Herzſchlag dem Le— ben des Mannes ein Ende gemacht hat. Die Leiche wurde in die Viernheimer Leichenhalle gebracht. In den polizeilichen Ermittlungen wurden die Perſonalien des ſo jäh aus dem Leben Geriſſenen feſtgeſtellt und ſeine Ange- hörigen benachrichtigt, die die Ueberführung der ſterblichen Ueberreſte nach Mannheim⸗ Rheinau veranlaßten. Märchen⸗Tonfilm. Unſeren Kindern und Familien wird am Mittwochnachmittag (Buß- und Bettag) im Central⸗Film⸗Palaſt ein großes Märchen⸗Tonfilm⸗Programm mit „Hänſel und Gretel“,„Die Sterntaler“ und „Die Mücky Maus“ geboten. Beſtandene Geſellenprüfung. Der Mechaniker Hans Martin, Seegartenſtraße, hat in Darmſtadt mit der Note„Gut“ ſeine Geſellenprüfung beſtanden. Dem Jungen un⸗ ſeren Glückwunſch! Deutſcher Gruß vor den Gerich⸗ ten. In einer Verfügung des Reichsjuſtiz— miniſters wird ausgeführt: Der Deutſche Gruß iſt der Gruß der deutſchen Volksgenoſſen. Im Verkehr mit den Juſtizbehörden, insbeſondere in Gerichtsſitzungen, iſt daher Juden der Deutſche Gruß nicht geſtattet. Die Ziehung der 2. Klaſſe der laufenden (50./ 276.) Lotterie(Preußiſch-Süddeutſche Staatslotterie) findet am 19. und 20. No⸗ vember ſtatt. 80 km ohne jede Kurve. Die längſte kurvenloſe Straße der Welt befindet ſich in USA. Es handelt ſich um eine Staatsſtraße in Nord⸗Dakota, die auf 80 km Länge nicht die geringſte Krümmung aufweiſt. Bei den deutſchen Reichsautobahnen ſind derartige er⸗ müdende kurvenloſe Strecken bewußt vermieden worden. Keine Autobahnſtrecke führt länger als 5 km in gerader Richtung. Nahezu ½ Million neue Führer⸗ ſcheine. Im erſten Halbjahr 1937 hat wie⸗ der nahezu eine Viertelmillion(245 997) Volksgenoſſen in allen Teilen des Reiches den Führerſchein erworben. In den einzelnen Ge⸗ bieten des Reiches geſtaltete ſich der Andrang zu den Fahrkurſen recht unterſchiedlich. An der Spitze marſchierten die Rheinprovinz mit 26 715 und Bayern mit 26 415 Führerſchei⸗ nen. In Berlin wurden 17919, im Lande Sachſen 16 164 Führerſcheine bewilligt. In Oſtpreußen wurden dagegen nur 9 231, in Oberſchleſien, das die geringſte Kraftfahrzeug⸗ dichte aufzuweiſen hat, ſogar nur 3 135 Füh⸗ rerſcheine neu erteilt. 3 Grad über Null. In den heutigen Frühſtunden(gegen 6 Uhr) verzeichnete das Thermometer im Freien 3 Grad Wärme. Der Erreger der Maul⸗ und Klauenseuche NSG. Im Gau Heſſen⸗Naſſau haben ſich bis zum 11. November in der Aus⸗ breitung der Maul- und Klauenſeuche fol⸗ gende Aenderungen ergeben: Neu erfaßt von der Maul⸗ und Klauenſeuche wurde Gau⸗ Odernheim(Rheinheſſen), in dem zwei Ge⸗ höfte befallen ſind. In Bauſchheim, Kreis Groß⸗Gerau, hat ſich die Seuche auf fünf Gehöfte ausgedehnt, während in Schwarz, Kreis Alsſeld, noch ein zweites Gehöft er⸗ faßt wurde. Insgeſamt tritt ſomit die Maul- und Klauenſeuche in ſechs Gemein⸗ den in Heſſen auf. Bis zur Stunde ſind im Regierungsbezirk Wiesbaden noch keine Fälle von Maul⸗ und Klauenſeuche aufge⸗ treten bzw. gemeldet worden. Wir haben an dieſer Stelle bereits zum Ausdruck gebracht, daß der neue Einbruch der Maul⸗ und Klauenſeuche über unſere Weſt⸗ grenze kein Grund zu fataliſtiſcher Ergebung in ein unabwendbares Schickſal zu ſein braucht. Die Erfahrungen, die während des Seuchenganges 1919⸗21 geſammelt werden konnten, ſowie die wiſſenſchaftlichen Erfor⸗ ſchungen des Erregers der Maul- und Klauen⸗ ſeuche erleichtern das geforderte zielbewußte Anpacken. i Die wichtigſte Tatſache, die ſich aus den auf der Inſel Riems bei Greifswald durchge⸗ führten Unterſuchungen ergibt, beſteht in der Gewißheit, daß der Erreger der Maul- und Klauenſeuche außerhalb des Tierkörpers nur beſchränkt lebensfähig und nicht vermehrungs⸗ fähig iſt. Er gehört zu den Virusarten, die mit ihren Lebenseigenſchaften an den Zellſtoff⸗ wechſel angepaßt ſind und deshalb mit tie⸗ riſchen Ausſcheidungen(Speichel, Harn, Milch) übertragen werden. In der Regel iſt die Anſteckungsfähigkeit von Tieren, die an Maul- und Klauenſeuche erkrankt waren, 10 bis 12 Tage nach der Infektion beendet. Un⸗ ter geeigneten Bedingungen kann ſich aber der Anſteckungsſtoff in der Außenwelt monate⸗ lang lebens- und anſteckungsfähig erhalten. Auf dieſe Weiſe erklärt es ſich, daß die Ueber⸗ tragung nicht allein durch kranke Tiere un⸗ mittelbar, ſondern auch mittelbar durch ſoge⸗ nannte Zwiſchenträger wie Pferde, Hunde, rere Katzen, Geflügel, Wild, Ratten, Mäuſe, frei⸗ lebende Vögel und Inſekten erfolgt, die ſelbſt in der Regel nicht erkranken. Der wichtigſte Zwiſchenträger aber iſt der Menſch, der an Kleidern und Schuhzeug den Anſteckungsſtoff nichtsahnend von Hof zu Hof trägt. Beſonders Dienſtboten und Händler kommen dafür in Frage. Auch der Briefträger iſt verdächtig und bringt unter Umſtänden eine ſchlechte Poſt. Als Keimträger kommen weiterhin alle von ſeuchenkranken Tieren ſtammende Produkte, wie Blut, Knochen, Wolle, Klauen, Häute, Fleiſch, ſowie alle Stallgeräte in Betracht. Beſondere Beachtung verdienen die Sammel⸗ molkereien, Viehhöfe, Viehmärkte, Gaſtſtal⸗ lungen, Weiden und Tränken. Auch Miſt und Jauche von kranken Tieren bleiben mehrere Wochen anſteckungsfähig. Aus dieſer Vielzahl der Uebertragungsmög⸗ lichkeiten erklärt ſich die große Ausbreitungs⸗ kraft der Maul- und Klauenſeuche. Die Gefahr iſt umſo größer, als angeſteckte Tiere den Krankheitserreger ausſcheiden, bevor ſie ir⸗ gendwelche Krankheitserſcheinungen aufweiſen. Dies gilt insbeſondere auch für die Schafe, Ziegen und Schweine, bei denen die vorwie⸗ gend als Klauenſeuche in Erſcheinung tretende Erkrankung entweder gar nicht oder erſt ſpä⸗ ter als Maul- und Klauenſeuche erkannt wird. Plötzlichen Todesfällen bei jungen Tieren muß hier beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet wer⸗ den. Im Uebrigen iſt die Bösartigkeit der Maul⸗ und Klauenſeuche nicht gleichbedeutend mit ih⸗ rem in den einzelnen Seuchenbezüge wechſeln⸗ den Ausbreitungsvermögen. Trotz vielfach ra⸗ ſcher Verbreitung der Seuche, die— wie wir geſehen haben— außerdem von den Verkehrs⸗ und Wirtſchaftsverhältniſſen weitgehend ab⸗ hängt, halten ſich die Tierverluſte zahlenmäßig in engen Grenzen, wie überhaupt die Geſund⸗ heitsſchäden infolge von Maul- und Klauen⸗ ſeuche gering ſind, gemeſſen an den Verluſten, die durch Leiſtungsausfälle insbeſondere an Milch und Fleiſch verurſacht werden. Es bedarf deshalb einer engen Zuſammen⸗ arbeit aller beteiligten Kreiſe und Organiſa⸗ tionen. Die ſtrengſten Maßnahmen ſind unter Kirchl. Aachrichten der evang. Kirche Mittwoch, 17. November: Buß⸗ u. Bettag Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt, anſchl. Feier des hl. Abendmahls Nachm. 5 Uhr: Singſtunde des Kirchen⸗ chor, zugleich eine Beſprechung. Hierzu werden alle aktiven Sänger und Sängerin⸗ nen eingeladen; auch diejenigen, die ſchon längere Zeit nicht mitgewirkt haben. Herbitjürjorge für Saaten und Feloͤfrüchte Sowohl für die auf dem Felde ſtehenden jungen Winterſaaten als auch die bereits ab⸗ geernteten in den Kellern und Scheunen la⸗ gernden Feldfrüchten birgt der Herbſt mancher⸗ lei Gefahren, die beachtet werden müſſen, ſoll der geſamten Volkswirtſchaft und dem Einzel⸗ nen nicht erheblicher Schaden entſtehen. Bei milder Herbſtwitterung, beſonders ſo lange noch keine Schneedecke die weiten Felder bedeckt, ſind die jungen Saaten recht gefährdet. Die Feldmaus kann als arger Schädling auf⸗ treten, Krähen und Sperlinge picken die Saat⸗ körner und jungen Pflänzchen heraus. Wird es dann kälter, ſo kommen die Sperlinge auch in die Scheunen und Ställe, hier können ſie dann leichter weggefangen werden. Flecken⸗ weiſes Vergilben der Saaten verurſachen die Larven der Getreidefliege. Die beſchädigten Pflanzen zeigen gelbliche Herzblätter, die un⸗ ten abgefreſſen ſind und ſich leicht heraus⸗ ziehen laſſen. Bei der Kartoffelernte achte man auf Knollenfäule und Kartoffelſchorf; kranke und beſchädigte Knollen müſſen ſorgfältig aus⸗ geleſen werden. Nur richtiges Einmieten und Lagern ſchützt die Kartoffelvorräte im Winter vor Verderb. Ebenſo wichtig für die kommende Ernte iſt aber auch die gründliche Beſeitigung der Ernterückſtände auf den Feldern. Gerade dieſe Reſte dienen vielen Schädlingen als will⸗ kommene Ueberwinterungsſtellen. Obſtbäume müſſen von Schildläuſen, Eigelegen, Raupen⸗ neſtern ſorgfältig geſäubert werden. Leimringe gegen Froſtſpanner anzubringen iſt jetzt aller⸗ höchſte Zeit. Die Falter entſchlüpfen bereits den Puppenhüllen am Boden, und die Weib⸗ chen kriechen zur Eiablage an den Stämmen empor. Die zuſtändigen Pflanzenſchutzämter geben den Bauern und Landwirten gern jede Auskunft. * Vorſicht, Schranke! Eine Mahnung der Reichsbahn 93458 Trotz der Vorſichtsmaßnahmen der Reichs⸗ bahn, die Wegübergänge durch Schranken, Warntafeln und Balken zu ſichern, iſt die Zahl der Unfälle und Gefährdungen an den Wegübergängen immer noch ſehr hoch. Im verfloſſenen Viertelahr Juli— September wurden allein in einem einzigen Reichsbahn⸗ direktionsbezirk 35 ſolcher Fälle gezählt, von denen ſich 30 an beſchrankten Uebergängen und 5 an unbeſchrankten ereigneten.— Beſonders häufen ſich die Fälle, in denen Kraftfahrzeuge gegen geſchloſſene Schranken fahren. Dieſe Fälle mahnen alle Kraftfahrzeugführer zu größerer Vorſicht beim Befahren ſchienenglei⸗ cher Wegübergänge. Polizei ⸗Erſatz aus dem NSgg. Für die vor zwei Monaten zur Ueber⸗ wachung des Verkehrs in den Großſtädten eingerichteten Verkehrsbereitſchaften der Schutzpolizei iſt neben beſonders geeigneten Polizeibeamten auch als einmalige Maßnahme die Einſtellung erſtklaſſiger Kraftradfahrer aus dem NS vorgeſehen. Die Einſtellungsbe⸗ dingungen hat jetzt der Reichsführer SS und Chef der deutſchen Polizei in einem beſon⸗ deren Erlaß feſtgelegt. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienſtweg bei den Motorgruppen bzw. Motorbrigaden des NSKK. Tragt nicht deutſches Geld zum Juden— wer beim Juden kauft, mit dem Juden Geſchäfte treibt— iſt ein Verräter an ſeinem Volk! D Unbeſtändig, fortſchreitende Milderung Noch immer ſetzt ſich die Zufuhr aus Nord fort. Die Witterung zeigt daher wechfechaften und unbeſtändigen Charakter, iſt aber nicht durchweg unfreundlich. Die Niederſchläge fal⸗ len meiſt in Schauerform und im Gebirge als Schnee, bei nächtlichem Aufklären tritt auch in den Niederungen leichter Strahlungsfroſt ein. Eine durchgreifende Aenderung iſt vor⸗ erſt unwahrſcheinlich. Dienstag: Veränderlich mit zeitweiſer Aufheiterung, aber auch einzelnen Nieder⸗ ſchlägen, nachts kalt, doch tagsüber etwas mil⸗ der als ſeither. Winde aus Weſt bis Nord. Mittwoch: Vorausſichtlich noch unbe⸗ dieſen Umſtänden die mildeſten. 5 e* 1 eee eee ſtändig, aber fortſchreitende Milderung. RRR 1 SS o —.— zu in tchende fats ah⸗ en Ig lunch. qa, ſol Ent ders 0 ber hte n auf e Cult „ Nud ge qu aa e Flecker⸗ gen de digte die un⸗ nn 1 tanke aus- N. Unter immende ligung Gerade r will⸗ biume upen⸗ nringe aller⸗ bereißz Weib⸗ ümmen hinter m jcde lech anken, it die m den N enber lahr „ bon und ders euge Dieſe u Aglei⸗ . leber⸗ täten der ern ahne x dus be⸗ 1 xſon⸗ aht pen 2 U— den I Nord aten — — Sportvereinigung Autieitia 09 Sporteche Winterhiljsjpiele 1937 Amicitia 09— TV 1893 Viernheim Wieder richtet der Deutſche Reichsbund für Leibesübungen an ſeine Mitglieder und alle Sportanhänger den Appell, am Buß⸗ und Bettag die angeſetzten Fußballſpiele zu 8950 chen, deren Einnahmen reſtlos dem örtlichen Winterhilfswerk zufließen. Es ſtehen in die⸗ ſem Spiel nicht die wertvollen Punkte im Vordergrund, ſondern es gilt die Not hilfs⸗ bedürftiger Volksgenoſſen zu lindern und je⸗ der Sportanhänger ſoll durch den Beſuch der Spiele zeigen, daß er die Maßnahmen unſerer Reichsregierung voll und ganz unterſtützt.— Amicitia 09— TV 1895 Viernheim ſte⸗ hen ſich erneut in freundſchaftlichem Kampfe gegenüber. Erſt vor kurzer Zeit benutzten beide ereine die angeordnete Sperre zu einem Treffen, in dem die Fußballer des Turnver⸗ eins den Amiciten lange Zeit tapferen Wider⸗ tand geleiſtet haben, um dann doch der grö⸗ eren Spielerfahrung weichen zu müſſen und ehrenvoll zu unterliegen. Es wird nun viele Sportler geben, die ſich ſagen:„An dieſem Spiel habe ich kein Intereſſe. Das habe ich ja erſt vor ein paar Wochen geſehen!“ Nun, dieſen möchten wir ſagen, daß letztenendes je⸗ des Fußballſpiel ſeine gewiſſen Reize hat und es immer wieder neue Kampfmomente gibt Vor allem gilt es ja hier, den guten Zweck der Sache zu unterſtützen und wir richten da⸗ her an alle Vereinsmitglieder und Viernhei⸗ mer Sportanhänger die herzliche Bitte und den Appell: ant durch Euren Beſuch der Winterhilfsſpiele auf dem Ami⸗ citiaſportplatz am uß⸗ und Bettag der guten Sache zu einem vollen Erfolgl Ihr ſtattet damit auch unſerem großen Führer Adolf Hitler eine Dankesſchuld Und wenn unſer Reichsſportführer ihm dann meldet:„Die deutſchen Sportler ha⸗ ben für das Winterhilfswerk ge⸗ ſce Den ſo hat ein jeder Beſucher das tolze Bewußtſein, ſeine Pflicht erfüllt zu haben. Papier koſtet doch jaſt nichts „Wickeln Sie doch bitte noch einen Bogen herum!“ f „Noch einen Bogen bitte, das Papier reißt ſo leicht!“ Es ſind die vieltauſendfachen A aus Läden der Großſtädte. Noch einen Bogen, die Ware koſtet deshalb nicht mehr, Papier gibt es umſonſt. Ja, es gibt Läden, in denen einem das Papier 5 aufgezwungen wird. Iſt es ein Notizbuch oder ein Papierblock, irgend eine Kleinigkeit, die man einfach in die Taſche 3 möchte— die Verkäuferin verweigert ie Herausgabe, ohne ſie eingeſchlagen zu ha⸗ ben. Nun ſollte man aber nicht glauben, daß der Name der Firma zu Werbezwecken auf dem Umſchlagpapier verzeichnet iſt. Nein, es eſchieht aus irgendwelchen undurchſichtigen ründen. Die Ware wird eben eingeſchlagen, weil eingeſchlagen werden muß. 8 Verlaſſen wir den Laden, ſo können wir am Rande des regennaſſen Gehſteiges viele feſt erknüllte Papierknäuel liegen ſehen. Kein Papiatorb ladet den Käufer an der Aus⸗ gangstür des Ladens ein, den Umſchlag hinein⸗ utun, kein e holt es ab, um Papier zwecks Neuverarbeitung in eine Papiermühle zu tragen. Es wird von den Straßenreinigern weggefegt, wenn es der Re⸗ en zu einer unbrauchbaren Maſſe aufgelöſt at. 55 ſo iſt's heute noch in vielen Groß⸗ ſtädten Als wir kürzlich einen dieſer Läden ver⸗ ließen, ſagten wir es dem Geſchäftsführer. Der lächelte verſtändnislos:„Aber ich bitte Sie, Papier koſtet doch faſt nichts!“ Wo bleibt hier die Logik: die einen ſam⸗ meln es, die anderen pee es achtlos fort! IJhren Ausweis, bitte! Es iſt unangenehm, wenn man in höflicher Weiſe aufgefordert wird, ſich irgendwie aus⸗ zuweiſen und dann nicht den geringſten per⸗ önlichen Ausweis bei ſich hat. Meinem amd ging das bei einer Wanderung im Grenzgebiet ſo. Freilich beſteht wohl keine Verpflichtung, einen Perſonalausweis mit ſich herumzutragen. Aber zu raten iſt es doch ei⸗ nem jeden. Man kann immerhin in peinliche Lagen kommen und„beſſer iſt beſſer“. Hm Hei⸗ matort, wo man perſönlich bekannt iſt, braucht man natürlich keinen Ausweis. Aber wenn man„über Land“ geht, eine Wanderung un⸗ ternimmt, eine Reiſe antritt, bei der Ueber⸗ nachtungen in Frage kommen, ſollte man doch ſtets ein perſönliches Auswe'spapier bei ſich haben. Man muß nicht an ein Unglück den⸗ ken, das einem ja ſtets begegenen kann, ſo daß das fehlende Ausweispapier die ſofortige Benachrichtigung der Angehörigen unmöglich macht, auch bei anderen unvorhergeſehenen Fällen kann ſich das Fehlen eines Ausweiſes rächen. Ich will auf 144055 Poſtamt einen Brief, ein Paket, eine Geldſendung vorzeitig in Empfang nehmen; ich brauche zu Laſten meines Heimatgirokontos eine Zahlung einer auswärtigen Kaſſe, oder ich komme— der Zufall will es ſo— auf fremdem Bahnhof in eine Razzia auf lichtſcheue Elemente: über⸗ all wird man höflich fragen: Haben Sie einen Ausweis? Was nützt dann, wenn man auf⸗ begehrt: Einen Ausweis? Wer ſagt das, daß ich einen Ausweis brauche?— Es koſtet zwar nicht den Kopf, gewiß nicht, aber Zeit kann das Fehlen eines Ausweispapiers ſchon koſten. Und es iſt doch ſo einfach, den Paß, den Einwohnerſchein oder eine behördlich abge⸗ ſtempelte Mitgliedskarte mit ſich zu führen. Ich rate dazu. Gejundheitlicher Wert des Spazlerganges Die Luft iſt uns ebenſo wichtig wie die Nahrung. Während der wärmeren Frühlings⸗ zeit, während des Sommers und im Anfang des Herbſtes iſt das Spazierengehen wohl die angenehmſte Aufgabe, der ſich jeder gern un⸗ terzieht. Kommt aber der Winter, dann gibt es recht viele, die bei ſchlechtem Wetter gern eine Ausnahme machen möchten. Der naturgemäß Lebende muß N ge⸗ hen, und zwar täglich, bei jedem Wetter, wenn er ſich immer gleich wohl fühlen will und iſt er kränklich, auf Geſundung rechnet. Die Stubenluft iſt im Winter meiſtens nicht viel beſſer als im Sommer, und das fortgeſetzte Einatmen der ofenwarmen Luft abſolut nicht zuträglich. Wenn die Sonne morgens ſchon um 5 Uhr am Himmel ſteht, da kann man bequem ſeinen Spaziergang machen; aber wenn ſie eben erſt zwiſchen 7 und 8 Uhr aufgeht, dann muß man ſpäteſtens um halb 6 Uhr früh hinaus in die Nacht, bei Wetter und Sturm, ins Freie, tief und oft atmen, marſchieren in ſicherem gleichmäßigen Tempo, nicht zu ſchnell und nicht zu langſam, ohne Aufenthalt, im⸗ mer gerade aus, bis zum beſtimmten Ziel, nicht unter dreiviertel Stunden, und wieder zurück, ſodaß ein Geſamtmarſch von anderthalb Stunden zurück gelegt iſt. Als ſelbſtverſtänd⸗ lich gilt, daß das Schuhzeug waſſerdicht iſt, der Spaziergänger warme Unterkleider trägt, die aber den Körper nicht beengen dürfen, daß der Hals bei jedem Wetter freibleibt, ein Hinaufſchlagen des Rockkragens nur bei ſtür⸗ miſchem Wetter(Schnee oder Regen) zuläſſig iſt und Pelzwerk nicht getragen werd. Wer ſo einhergeht jeden Tag, bei jedem Wetter, der wird von allen Winterkrankheiten kaum etwas verſpüren und ſich, zu Hauſe angelangt, ſo wohl fühlen, wie ſich ein Geſunder nur fühlen kann. Vom Kohl. Wenn Diogenes wüßte, was unterdes durch Gärtners Kunſt aus dem Kohl geworden iſt! Zu ſeiner Zeit wuchs er„über⸗ all in den Tälern wild“ und diente„den Land⸗ leuten häufig zur Nahrung“.„Hätteſt du, o Ariſtippos“, ſo redete er den Lebenskünſtler an,„von Jugend an gelernt, Kohl zu bauen und ihn zu eſſen, du brauchteſt nimmer an den Höfen der Könige um Rinderbraten zu bet⸗ teln“. Heute wüßte Ariſtippos nicht, ob er nun Blatt⸗, Grün⸗ oder Braunkohl, Weiß⸗ oder Rotkraut, Wirſing⸗ oder Welſchkohl oder Kohlrabi anbauen ſollte. So vielfältig ſind ſeine Arten geworden und noch vielfältiger ſeine Verwendung. Und trotzdem, auch heute bedarf es noch der Beredtſamkeit, um unſere Zeitgenoſſen auf dieſe köſtlichſten Gaben un⸗ ſerer Gärten und Felder hinzuweiſen. Ja, das Sauerkraut ſchien einmal ganz in Ver⸗ geſſenheit geraten zu ſein, als es ſich bereits von Deutſchland aus die Welt erobert hatte. „Auch unſer edles Sauerkraut, wir ſollten's nicht vergeſſen. Ein Deutſcher hat's zuerſt gebaut, drum iſt's ein deutſches Eſſen!“ ſcherzt Uhland vor über hundert Jahren, und er iſt mit ſeinem Vierzeiler durchaus zeitgemäß. Müſſen wir wirklich erſt bei Cato, Plinius und Horaz blättern, um das Lob des Kohls zu hören? Oder hat nicht das Lexikon recht, das das„Sauerkraut eine gute Speiſe“ nennt „vor gemeine Leute, das auch den Wohlhaben⸗ den delektieret“ und an dem„ſich mancher Patiente wieder erholet“ hat? Wollen wir uns nicht immer mehr daran ergötzen? Es iſt o geſund, ſo wohlfeil und wächſt auf deut⸗ chem Boden. Aus Nah und Fern Vom Schnellzug erfaßt und getötet Am 13. November, 15.15 Uhr, wurde bei der Station Seckenheim ein 64 Jahre al⸗ ter Bahnangeſtellter von einem durchfahrenden Schnellzug erfaßt und 1 N Der Ver⸗ unglückte wurde ins Städtiſche Krankenhaus verbracht, wo er eine Stunde ſpäter ſtarb. Mannheim.(Verkehrsunfälle). Infolge Außerachtlaſſung des Vorfahrtsrechtes ereig⸗ neten ſich am Sonntag zwei Verkehrsunfälle. Der hierbei entſtandene Sachſchaden iſt be⸗ trächtlich.— Hiermit weiſt die Wochenſtati⸗ 5 der Verkehrsunfälle 40 Unfälle auf. Eine erſon wurde getötet und 22 Perſonen haben Verletzungen erlitten. Drei Straßenbahnwa⸗ wurden beſchädigt.—(Verkehrsüberwachung). Wegen verſchiedener Uebertretungen der Reichsſtraßenverkehrsordnung wurden gebüh⸗ renpflichtig verwarnt 58 Perſonen und an 24 Kraftfahrzeughalter wurden Vorfahrtsſcheine ausgegeben, weil die Fahrzeuge techniſche Mängel aufwieſen. Lützelſachſen. Die Frau des vor Jah⸗ ren nach Sowjetrußland ausgewanderten Kom⸗ muniſten Schenk iſt nun in die Heimat wieder zurück gekehrt. Frau Schenk iſt für immer ge⸗ eilt von den Segnungen des Sowjetparadie⸗ es. Ihr Mann ſitzt zur Zeit in einem ruſ⸗ ſiſchen Zuchthaus. Hohe Zuchthausſtrafe für ge⸗ werbsmäßigen Abtreiber Maunheim. In der letzten Sitzung der diesjährigen Schwurgerichtstagung fand die Hauptverhandlung gegen den 29 Jahre alten Lorenz Schumacher aus Mannheim ſtatt. Dem Angeklagten, der infolge eines Unfalls arbeitsunfähig iſt, lagen zehn nachgewieſene Fälle der gewerbsmäßigen Abtreibung zur Laſt. Im einzelnen hat er ſich 12 bis 100 Mark für die„Behandlung“ zahlen laſſen. Die Verbrechen erſtreckten ſich über einen Zeitraum von vier Jahren. Sein früherer Einwand, er habe lediglich die„Auslagen“ berechnet, wurde durch die Ausſagen der Zeugen und Zeuginnen widerlegt. Wie der Staatsanwalt ausführte, handelt es ſich bei Sch. um einen Menſchen, der noch in einer Zeit ſich hartnäckig dieſem„Beruf“ gewid⸗ met hat, in der die Abtreibungsſeuche ſchärf⸗ ſtens bekämpft wird und das Volksempfin⸗ den mit ihr nichts mehr gemein haben will. Bei dieſem Angeklagten handelt es ſich um einen gewiſſenloſen Verbrecher, der plan⸗ mäßig vorgegangen iſt, ſich ganz ſicher in ſei⸗ nem Unternehmen glaubte und aus dem ein⸗ träglichen Geſchäft ſeinen Gewinn ſchlug. Das Schwurgericht verurteilte den Ange⸗ klagten Lorenz Schumacher gemäß dem Strafantrag zu vier Jahren drei Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt. Drei Monate Unterſuchungshaft wurden ange⸗ rechnet, die Tatwerkzeuge eingezogen und der Angeklagte in Haft abgeführt. In der Urteilsbegründung wurde insbeſondere die Verwerflichkeit der Verbrechen Schuhmachers unterſtrichen und die Hartnäckigkeit, mit der er auch nach der Strafverſchärfung die Ver⸗ brechen fortſetzte. Die Frauen und deren Verlobten ſind bereits beſtraft worden. Die erfundenen Räuber Eine Frau erdichtete einen Bandenüberfall Kaſſel. Eine 23jährige Frau in Kaſſel erſtattete Anzeige, weil ſie nach ihren An⸗ gaben im Hausflur ihres Hauſes von drei unbekannten Männern überfallen, zu Bo⸗ den geſchlagen und ihrer in der Handtaſche befindlichen Barſchaft in Höhe von 47 Mark beraubt worden ſei. Bei der Anzeigenerſtat⸗ tung machte ſie derart ſtichhaltige Angaben, daß ihre Glaubwürdigkeit zunächſt nicht an⸗ gezweifelt werden konnte. Anders verlief dagegen ihre Vernehmung, in deren Verlauf ſie ſich wiederholt in Widerſprüche verwickel⸗ te und den Sachverhalt ganz anders darzu⸗ ſtellen verſuchte. Als ſie einſah, daß jedes weitere Leugnen zwecklos war, geſtand ſie unter Tränen, daß der Ueberfall von ihr vorgetäuſcht wurde. Der Grund ihrer fal⸗ ſchen Anzeigenerſtattung war, daß ſte 45 Mark an eine ihr unbekannte Perſon aus⸗ geliehen hatte und ihr Ehemann hiervon nichts wiſſen ſollte. Das Verhalten der Frau verdient umſo ſchärfere Verurteilung, als ſie unſchuldige Volksgenoſſen in den Ver⸗ dacht des Verbrechens brachte. Sechs Winzer wurden betrogen Wein gekauft und nicht bezahlt Trier. Es iſt jetzt ein Jahr her, da ſtell⸗ te ſich ein heute 36 Jahre alter Mann aus Schweich als Käufer von Flaſchenwein bei verſchiedenen Moſelwinzern ein. Es gelang ihm, mit ſechs Winzern in„Geſchäftsver⸗ bindung“ zu kommen, von ihnen erhielt er zuſammen 1250 Flaſchen Wein, die Flaſche für 0,70 bis 1 RM. Geld bekamen die Win⸗ zer aber nie zu ſehen. Auf ihr Drängen hin wurden ſie von Monat zu Monat vertröſtet. In der Zwiſchenzeit hatte der Mann ſein Betätigungsfeld in die Umgebung von Bre⸗ men verlegt. Dort faßte man ihn bald als Betrüger und ſchickte ihn für ſechs Monate ins Gefänanis nach Verden. wo er auch zur gen, 33 Kraftfahrzeuge und fünf Fahrräder Zelt noch sic. Wegen des Bekrugs au den Moſelwinzern war jetzt Gerichtstermin zu Trier. Bei der Verhandlung ergab ſich, daß der Betrüger den gekauften Wein zu Schleu⸗ derpreiſen von 0,50 RM je Flaſche weiter⸗ verkauft hat, demnach alſo die Abſicht hatte, von vornherein die Winzer um ihr Geld zu bringen. Das Trierer Gericht verurteilte den Betrüger ebenfalls zu einer Gefängnis⸗ ſtrafe, ſo daß er jetzt für ſeine Vergehen und mit der früheren Beſtrafung zuſammen ein Jahr Gefängnis abzuſitzen hat. Vetrüger verkaufte Brennholz Braubach(Rhein). In Braubach, Lahn⸗ ſtein und Limburg trat in der letzten Zeit ein Wilhelm Lotz aus Hirſchberg bei Diez als geriſſener Betrüger auf. Er beſuchte Ge⸗ ſchäftsleute und bot ihnen Brennholz für billig Geld an. Er ſelbſt gab ſich als Vertre⸗ ter einer Holzverladefirma aus. Ein Schiff habe, ſo ſagte er, die Holzmengen nicht alle aufnehmen können, und die Firma wolle dieſes übriggebliebene Holz nun veräußern. Es gelang dem Betrüger auch, Käufer zu finden, zudem noch ſolche, die gleich bezahl ten. Hinterher ſtellte ſich dann heraus, daß L. mit der von ihm angegebenen Firma in keiner Weiſe in Verbindung ſteht und Holz verkaufte, das ihn überhaupt nichts anging. Der Betrüger wurde verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt. Ein nachſichtiger Ehemann Trier. Vor dem Trierer Schöffengericht ſtand ein 46jähriger Mann aus Eſſen, der mit der Ehefrau ſeines Vetters durchge⸗ brannt war. Das ſaubere Pärchen hatte, ohne einen Pfennig Geld zu beſitzen, ganz Deutſchland„bereiſt“ und ſich die nötigen Mittel durch Zechprellerei und Diebſtähle verſchafft, bis in der Eifel beide das Schick⸗ ſal ereilte. Der Mann wurde zu elf Mona⸗ ten, die Frau zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Große Heiterkeit erregte es am Schluß der Verhandlung, als der Ehemann ſeine treuloſe Frau in die Arme ſchloß, ihr öffentlich ihren Seitenſprung verzieh und ſie freudeſtrahlend aus dem Saal führte. Viernheimer Tonfilmſchau Heute Dienstag auf vielſeitiges Verlangen nochmals und letztmals. „Die göttliche Jette So etwas hat Viernheim noch nicht geſehen. Ein muſikaliſches Volksſtück mit Grete Wei⸗ ſer und Viktor de Kowa. Ein Film von jun⸗ den lebensfrohen Menſchen, die ſich ihren Weg gegen alle Widerſtände bahnen. Im Mittelpunkt die„göttliche Jette“, ein Ber⸗ liner Naturkind mit keſſem Mundwerk und goldenem Herzen. Ein Film, der Lachſtürme entfeſſelt und nachdenklich macht.. Ein derbes Berliner Volksſtück mit ſchmiſſiger Muſik und flotten Tänzen. Der Aufſtieg eines keſſen Berliner Mädels zur gefeierten Ope⸗ rettenſängerin. Ein Film, in dem Witz, Hu⸗ mor, Herz und Gemüt triumphieren Niemand verſäume die heutige und letzte „Jette“⸗Vorſtellung. Anfang ab 8.15 Uhr, ab 9.15 Uhr nochmals alles zu ſehen. Achtung! Morgen Mittwoch(Buß⸗ und Bettag!) Eine Sehenswürdigkeit wie noch keine da war! Der Welt größter und ge⸗ waltigſter Abenteuer⸗Film: „Bengali oder:„Die Todes⸗Legion vom Khaiber⸗Paß“ Am Khaiber⸗Paß, der Pforte zu Indien, dem geheimnisvollſten und gefährlichſten Lande Aſiens, hält eine Handvoll weißer Männer Wache über die Millionen kriegeriſcher Berg⸗ ſtämme, die ſich in ununterbrochenen Feind⸗ 4 77 gegenſeitig aufreiben. Inmitten der Verſuchungen und Leidenſchaften einer my⸗ ſtiſchen und fremden Welt führen die Bengali, ein engliſches Lanzenreiter⸗Regiment, ihr ge⸗ fahrvolles und heldenhaftes Leben. Spannen⸗ der und ſenſationeller als der beſte Abenteuer⸗ roman es könnte, ſchildert dieſer Film das Schickſal von drei jungen Offizieren, als Ge⸗ fangene des Mohamed Khan, deren Tollkühn⸗ heit es gelingt, einen ſchweren Aufſtand nie⸗ derzuſchlagen und gleichzeitig ihr Regiment „Bengali“ aus größter Gefahr zu retten. Abenteuer, Spannung, Senſation, vollen⸗ dete Schauſpielkunſt und eine Tendenz, wie man ſie ſich beſſer kaum wünſchen könnte— all das bietet der Millionenfilm, deſſen Mil⸗ lionen nicht für Prachtaufwand ausgegeben worden ſind, ſondern für ein einmaliges Filmwerk, das einen Einblick in das aben⸗ teuerliche Leben an der indiſch⸗afghaniſchen Grenze gibt, wie man es bisher nie geſehen hat. Jeder Beſucher wird ganz begeiſtert ſein über„Bengali“.— Anfang: 1. Vorſtellung 7 Uhr, 2. Vorſtellung 9.15 Uhr. Hauptſchriftleiter undverantwortlich für den politiſchen Teil i. V. Phil. Oben auer, Worms, für den übrigen Teil Friedrich Martin, Viernheim. Verlag: Ver⸗ einigte Zeitungsverlage Cnyrim, Haller& Co., Worms. Geſchäftsſtelle: Friedrich Martin, Viernheim. Druck: Wormſer Verlagsdrwckerei Halkenhäuſer, Cuyrim& Co⸗ Worms.— DA. X. 1987 über 180%.. et Anzeigenpretsliſe Nr. 6 gültig e 2 br 2 e 2 9 8 33 ieee FF 88 gaſaie sind eas feines- en begun eli dE ie en mit MAG MU Ze Todes- 1 Anzeige Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, meine liebe Gattin, unſere treubeſorgte gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter, Schwä⸗ gerin und Tante, Frau 2 Katharina Kempf geb. Kraus geſtern abend nach längerem Leiden, verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten, im Alter von 58 Jah⸗ ren zu ſich in die Ewigkeit abzurufen. Viernheim, Obergimpern, Bühl, 16. Nov. 1937 In tiefer Trauer: Nik. Kempf 6. und Angehörige Die Beerdigung findet morgen Mittwoch nachmittag Uhr vom Trauerhauſe, Bismarckſtr. 41, aus ſtatt. 2 FCC Manchesterhosen Juchhosen Arbeltshosen Umschlaghosen Golthosen Knabenhosen kaufen Sie gut und billig bei G0. Marun Leupin-Creme u. Seife set Bahren bewährt bei Pickel dutincken-EATen Geslochtssusschlag, Wundseln usw. Rathaus- Drogerie dor Splege Adolf Hitlerſtraße 18 ſohlen.“ Beinen beſſern von meinen Beſchwer Pofterfrou-Meliſſengeiſt. ſich.“ ift wichtiger als in jüngern Widerſtand leiſten kann. Mit dem Nachlaſſen der Kräfte im Alter iſt es erforder⸗ lich. auch ſchon leichteren Geſundheitsftörungen ſoſort zu begegnen, um ſchwere Erkrankungen ſozuſagen im Keim zu erſticken. ſtützungsmittel bei Altersbeſchwerden hat ſich ſeit über 100 Jahren Kloſterfrau⸗ Meliſſengeiſt durch ſeine allgemein geſundheitsfördernde Wirkung beſonders be— währt. Er wird deshalb von vielen Perſonen in vorgerückten Jahren regel⸗ mäßig. mindeſtens aber bei jedesmaligem Auftreten von Unpäßlichkeiten, mit ſehr 5 3 805 angewandt. So berichtet Herr Philipp Rapp(Bild nebenſtehend), Invalide, Neuenbürg i. Wttbg., Wildbacherſtr. 106, am 24. 6. 36:„Kloſterfrau⸗Meliſſengeiſt hat mir 2 Dienſte geleiſtet, ſogar bei hartnäckigen Herz, und Magenkrämpfen habe ich nach Einnahme von einem Gläschen Kloſterfrau⸗Meliſſengeiſt mit Waſſer verdünnt Linderung verſpürt und haben die Schmerzen nachgelaſſen.“ Ferner am 81. 8. 36: „Die Schmerzen haben nachgelaſſen und kann ich wieder alles eſſen und die ganze Nacht ſchlafen; vorher konnte ich nur ganz leichte Suppen eſſen und mußte nächteweiſe vor dem Bett ſtehen und konnte nicht einmal ſitzen. Ich hoſſe, daß ich en noch ganz befreit werde und habe Kloſter frau⸗Meliſſengeiſt Und am 12. 5. 37:„Floſterfrau⸗Meliſſengeiſt leiſtet mir gute Dienſte, ſelbſt bei großen Krämpfen.“ Weiter Frau Anna Adam, Frankfurt/ M.⸗Hauſen. Große Nelkenſtr. 17, am 10. 5. 37:„Bei meinen Alters⸗ beſchwerden hat mir Kloſterfrau⸗Meliſſengeiſt gute Dienſte geleiſtet. Vorbeugen iſt beſſer als heilen. Sie werden nicht enttäuſcht werden. hren, wo der Organismus Krankheitsfällen mehr Als Stärkungs⸗ und Unter⸗ ſchon vielen emp⸗ Meine Gelenlſchmerzen an Armen und Machen auch Sie deshalb einmal einen Verſuch mit Verlangen Sie Kloſterfrau-Meliſſengeiſt bei NS NN een N Central⸗Film⸗Palaſt Auf vielſeitiges Verlangen kommt heute Dienstag abend abs!/ Uhr nochmals lle gölliche delle Mit Grete Weiſer und Viktor de Kowa. Wer das köſtliche und humorſprühende Volksſtück noch nicht geſehen hat, der komme noch heute zur göttlichen Jette. Achtung! Eltern für eure Kinder! Morgen Mittwoch ½5 Uhr, Einlaß 4 Uhr groge Hinder- und SS x eee Klar und stetig strömt dieser Brunnen Klar und stetig gibt Deine Zeitung Dir Kunde vom Leben der Nation und der Welt Die Ausſtellung der Preſſe zeigt das Weſen der Zeitung Vorträge erläutern das Werden der Zeitung 110 Besucht die Presseschau auf der Gau- Kulturausstellung in der Festhalle zu Frankfurt a. M. vom 13. bis 21. Nov. 1937 Familien- Vorstellung Kinder 20 Pfg., Erwachſene 30 Pfg. Das große Märchen- Tonilim- Programm 1. Hänjel und Gretel 2. Die Sierntaler 3. Die Micky⸗Maus Alles beſucht das große Märchen⸗Programm Achtung! Morgen Mittwoch(Buß⸗ u. Bettag) Der Welt größtes Abenteuerfilmwerk 2 Die bombigaſte Sehenswürdigkeit, die je da war d A Y ß 22 Ein Filmwerk, für alle ein großes Erlebnis. Wer es ſchon mal geſehen hat, wird's beſtimmt nochmals anſehen. Dazu ſchönes Beipro⸗ gramm.— Anfang 7 Uhr 1. Vorſtellung, ab Vereins⸗Anzeiger ss Jahrgang 1886/87 alle Jubilare und Jubilarinnen zu einer gemütlichen Zuſammenkunft auf Mittwoch, 17. November(Buß⸗ und Bettag) nachm. 4.30 Uhr in die Wirtſchaft zur Var- „Stadt Mannheim“ mit der Bitte um vollzähliges Erſcheinen berzlichſt ein. Der Vorſitzende. 1„Sportvereinigung Amicitia micht Winterhilfsſpiere am Buß- and Bettag, 17. November 1937.. TV 1893 Viernheim 1. Neſchft. Beginn: 2.30 Uhr. Vorſpiel: Amicitia Priva:⸗Mſchft. gegen TV 1893 2. Mſchft. Beginn: 12.45 Uhr. Wir fordern hiermit unſere Mitglieder und Anhänger zum Beſuch der Spiele auf und erwarten reſtloſes Erſcheinen. Heute Dienstag, 16. Nov., abends 8.30 Uhr, Spielerverſammlung der 1. M. und Erſatzliga im„Grünen Haus“ bei Mit⸗ glied H. Schmidt. Donnerstag, 18. Nov., Training. 7.30 bis 8.30 Uhr: Jugendmannſchaften, ab 8.30 Uhr aktive Mannſchaften. Reſtloſes Erſchei⸗ nen iſt Pflicht. alchabsatzgenossenscnal Morgen Mittwoch, von 5.30 bis 7.30 Uhr, Auszahlung und Einzug des Ausgleichs. „ R ³ A ⁵u..—— ——— Zum Abſchluß unſeres Jubeljahres lade ich hiermit Wir 1 Fußball⸗Michſt. gegen Down- Ja, das iſt es eben, Meiers ha⸗ ben mit der fal⸗ ſchen Sparſam⸗ keit die ganze Nachbarſchaft verärgert.— Wenn man ſich verheiratet, ſetzt man doch eine Anzeige in die Viernheimer Die Vereinsführung. Volkszeitung, damit es alle Freunde u. Be⸗ kannte erfahren! * 91¼ Uhr 2. Vorſtellung. E 9 0 0 9 4 2 ld. Geltob INNE UND 20 PRNMINE N 000 Ile Jodes-Leolon vom Ahalber-Tag 2 1 Zimmer zu vermieten. 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