Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung freiins Haus Dienstag, 5. Oktober oder durch die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. Bei evtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ forderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17500 Karlsruhe. Haupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle, R1, 46, (Baſſermannhaus). Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhoſſtr.6, Schwetzingerſtraße 24 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mdl. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel. Aus Seit und Leben. Mannheimer Frauenzeitung. Unterhaltungs⸗Beilage. Aus der Welt der Technik. Wandern und Neiſen Wittag⸗Ausgabe Mannheimer General Anzeigeee Preis 10 Pfennig 1926— Nr. 459 annheimer Seitung Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei e einſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Reklamen —4R.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höherberechnet Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mannheim. Geſetz und Necht Neue Zwiſchenfälle Eine franzöſiſche Darſtellung der Neuſtadter Bluttat Paris, 5. Okt.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Ueber die Bluttat in Neuſtadt a. d. Haardt(worüber wir be⸗ reits in unſerer geſtrigen Abendausgabe unter„Letzte Mel⸗ dungen“ berichten konnten, D. Schriftl.), erhält der„Matin“ folgende Schilderung: Geſtern wurde in Neuſtadt eine feige Tat begangen. Der Feldwebel Audigon vom 12. Artillerie⸗ Regiment befand ſich in einem deutſchen Reſtaurant an der Friedrichſtraße. Der Saal war mit Deutſchen angefüllt. Ein deutſcher Zivitiſt näherte ſich dem Unteroffizier und forderte ihn auf, aus ſeinem Glas zu trinken. Audigon weigerte ſich zuerſt, willigte aber ſchließlich ein, um den Aufdringlichen los zu werden. Einen Augenblick ſpäter zeigte ihm der Deutſche einen Dolch und gab ihm zu verſtehen, er wolle ſeine Frau töten, die in der benachbarten Ortſchaft Lambrecht wohnt. Da⸗ bei ergriff er ohne jede weitere Erklärung den Kopf des Un⸗ teroffiziers, zog ihn nach rückwärts und ſtieß ihm den Dolch in die Herzgegend. Der Deutſche verließ ſofort das Reſtaurant und verſchwand auf einem Motorrad. In der Pfalz und in Baden wurde geſtern ein nationaliſtiſcher Gedenk⸗ tag gefeiert. Man kann daher darauf ſchließen, daß die Tat vorſätzlich begangen wurde und im Zuſammenhang ſteht mit dem kürzlichen Zwiſchenfall in Germersheim. Der Zu⸗ ſtand des Unteroffiziers iſt ſehr bedenklich. Die Identität des Angreifers konnte feſtgeſtellt werden. Es handelt ſich um einen Kaufmann von Neuſtadt, einen deutſchen Reſerveoffizier Ehr⸗ hardt, der mit dem Eiſernen Kreuz 1. Klaſſe ausgezeichnet iſt. Gegen 7 Uhr abends erhielt das Kriegsminiſterium durch eine vorläufige Depeſche des Generals Guillemat eine Beſtä⸗ tigung des Vorfalles. Die Depeſche des Armeechefs im beſetz⸗ ten Gebiet beſagt, daß der Unteroffizier Audigon ohne irgend⸗ welche Provokation von ſeiner Seite verwundet wurde. Die Verletzung iſt außerordentlich ſchwer. Die deutſche Polizei hat ſich ſofort den franzöſiſchen Militärbehörden zur Verfügung geſtellt, um ihnen bei der Ergreifung des Täters behilflich zu ſein. Ehrhardt wird vor das Kriegsgericht' der Beſatzungs⸗ armee geſtellt werden. Der neue Zwiſchenfall hat in Paris eine außerordentliche Erregung hervorgerufen. Im Hinblick auf den kürzlichen Zwiſchenfall in Germersheim teilte General Guillemat dem Kriegsminiſter mit, daß man im Einverſtänd⸗ nis mit dem franzöſiſchen Oberkommiſſar im Rheinland den öffentlichen Ankläger des Kriegsgerichts in Landau eingeladen habe, die deutſchen Polizeibeamten, die mit der Unterſuchung der Zwiſchenfälle betraut ſind ſowie die von ihm vorgeſchlage⸗ nen Zeugen zu vernehmen. Es wird dazu bemerkt, daß dies die einzig mögliche Form einer franzöfiſch⸗deutſchen Zuſam⸗ menarbeit in dieſer Angelegenheit darſtelle. Der deutſche Oberkommiſſar habe ſich mit dieſem Verfahren einverſtanden erklärt. im beſetzten Gebiet Beſatzungszwiſchenfall auch in Trier Nach einer jetzt erſt vorliegenden Meldung aus Trier hat ſich in der Nacht vom 29. zum 30. September dort ein neuer Zwiſchenfall ereignet. Ein Polizeibeamter überraſchte zwei Perſonen dabei, als ſie eine Alleebank mitten auf den Fahrdamm ſtellen wollten. Als der Polizeibeamte mit einem öweiten Beamten die Ziviliſten aufforderte, ſich auszuweiſen, verweigerten dieſe unter dem Hinweis, ſie ſeien Franzv⸗ ſen, die Legitimation und nahmen eine drohende Haltung ein. Nunmehr nahmen die Beamten die Täter feſt und legten dem einen Ketten an. Erſt jetzt legitimierten ſich die beiden als Franzoſen und wurden daraufhin von der Polizeiwache freigelaſſen. Die Franzoſen benachrichtigten die franzöſiſche Bahnhofswache, die einen der Beamten zwangsweiſe mit zur Wache nahm. Dort machte der eine der beiden Täter dem Wachhabenden Angaben, die dieſer zu Protokoll brachte. Nach Verlauf einer halben Stunde wurde der Polizeibeamte wieder freigelaſſen. Germersheim Das dritte Bataillon des franzöſiſchen Infanterie⸗Regi⸗ ments Nr. 171, das als Erſatz des in der vorigen Woche ab⸗ gerückten Artillerieregiments Nr. 311 nach Germersheim in Garniſon kommt, iſt am Montag in die Stadt eingerückt. Zu Zwiſchenfällen iſt es nicht gekommen, auch die Nacht von Sonntag auf Montag iſt ruhig verlaufen. Der am letzten Freitag verhaftete Tatzeuge Willi Holz⸗ mann befindet ſich trotz ſeiner noch nicht ausgeheilten Ver⸗ wundung, ebenſo wie der gleichfalls verhaftete Arbeiter Heinr. Fechter im Militärgefängnis in Landau, nicht im Lazarett. Mit der Verteidigung der beiden iſt Rechtsanwalt Dr. Führ (Landau) beauftragt worden. Da ſich die beiden verhafteten Deutſchen in Unterſuchungshaft nicht in Strafhaft befinden, wird erwartet, daß ihnen von der franzöſiſchen Gefängnis⸗ verwaltung geſtattet wird, ſich ſelbſt zu verpflegen. * Gegen die Kriegsſchuldlüge Die Generalkonvention der Steubengeſellſchaft hat eine Entſchließung angenommen, in der die Verwerfung der Theſe von der Schuld Deutſchlands am Kriege, die ſofor⸗ tige Rückgabe des beſchlagnahmten fremden Eigentums und die Abänderung des Einwanderungsgeſetzes gefordert wer⸗ den. Der Waſhingtoner Vertreter der„Sun“ meldet, daß der amerikaniſchen Regierung ein Schriftſtück zugeſandt worden ſei, das eine genaue Skizzierung des Thoiry⸗Abkommens ent⸗ halte. Der Vertreter der„Sun“ kann nicht angeben, wer das Schriftſtück vorlegte oder ob es eine reguläre Note oder ein Memorandum iſt. Auf Grund eingehender Auskunft glaubt er aber, als Anſicht des Weißen Hauſes feſtſtellen zu können, daß die Regierung Zweifel an der Durchführbarkeit des Thoiry⸗Programms hege. Kronprinzenſohn und Reichswehr ſ7 Berlin, 5. Okt.(Von unſ. Berliner Büro.) Wie der Süddeutſche Zeitungsdienſt aus München erfährt, iſt durch die Vorgänge in Münzingen eine ſehr ernſte Lage ent⸗ ſtanden. Die Einführung des Prinzen Wilhelm widerſpricht ſchon an ſich den Dienſtvorſchriften. Erſchwerend kommt hin⸗ zu, daß die Einführung in das 9. Infanterie⸗Regiment, das die. Tradition der Garde war, nur den Sinn haben kann, den Prinzen mit dieſen Truppen in Fühlung zu bringen. Der Reichswehrminiſter iſt vorher nicht befragt worden, ſo daß man ſich des Eindrucks nicht erwehren kann, als ob hier ein Affront gegen die allein zuſtändige Perſönlichkeit beabſichtigt war. Selbſtverſtändlich kann ſich Dr. Geßler dieſen Vorgang unter keinen Umſtänden gefallen laſſen. Man nimmt an, daß das Reichskabinett dieſe Auffaſſung teilt und ſich hinter ihn ſtellen wird. Die letzte Entſcheidung liegt beim Reichspräſi⸗ denten, der am Mittwoch nach Berlin zurückkehrt und jeden⸗ falls von dem Vorkommnis unterrichtet war. Da der Reichs⸗ präſident verfaſſungswmäßig allein über die Ernennung und Gtahung von Offizieren zu verfügen hat, muß ſeine Rück⸗ kehr abgewartet werden. Wenn man auch über geringe Zwiſchenfälle in der Reichs⸗ wehr und Marine namentlich in untergeordneten Stellen hin⸗ weggehen könnte in der Erkenntnis, daß auch das Heer Zeit braucht, um ſich auf die neue Zeit einzuſtellen, ſy handelt es ſich hier doch um einen Vorgang, der weſentlich ernſter und geignet iſt, Deutſchland nach außen hin die größten Schwierig⸗ keiten zu bereiten. Infolgedeſſen iſt mit der Möglichkeit einer Kriſe zu rechnen, deren Löſung von ausſchlaggebender Be⸗ deutung ſein kann. Gleichzeitig mit dem Reichspräſidenten kehrt auch der Kanzler und der Außenminiſter am Mittwoch nach Berlin zurück. Sie werden am Abend desſelben Tages an dem Ab⸗ ſchiedsdiner teilnehmen, das zu Ehren des aus Berlin ſchei⸗ denden engliſchen Botſchafters'Abernon veranſtaltet wird. Wann das Kabinett wieder zuſammentreten wird, ſteht noch nicht feſt. Bis jetzt iſt nur für die nächſte Woche eine Kabi⸗ nettſitzung vorgeſehen. Es iſt jedoch möglich, daß infolge des Zuſammentritts des Auswärtigen Ausſchuſſes am Donners⸗ tag noch in den letzten Tagen dieſer Woche eine Beſprechung über die auswärtige Politik im Kabinett ſtattfindet. Bet dieſer Gelegenheit dürften dann auch die Vorgänge in Mün⸗ zingen beſprochen werden. Die„Germania“ beſchäſtigt ſich eingehend mit dem Fall des Kronprinzenſohnes und kommt zu dem Schluß:„Wir können uns nicht denken, daß der Reichswehrminiſter dieſen Vorfall mit ſeiner Verantwortung decken kann, denn er läuft ſeiner wiederholt öffentlich bekundeten und nicht ausſichts⸗ loſen Beſtrebung, die Reichswehr aus der politiſchen Diskuſ⸗ ſion fernzuhalten, ſtraks zuwider. Diejenige militäriſche Stelle, die das Verſchulden an dem Vorfall trifft, leidet ent⸗ weder an einem totalen Mangel außen⸗ und innenpolitiſchen Verſtändniſſes, oder ſie verkennt zum mindeſten vollkommen die politiſche Tragweite deſſen, was ſie herbeiführte oder ge⸗ duldet hat. Wir fühlen uns eins mit all denen, die auf eine ruhige Weiterentwicklung der außen⸗ und innenpolitiſchen Lage Wert legen, wenn wir die beſtimmte Erwartung aus⸗ daß der Verantwortliche zur Rechenſchaft gezogen wird.“ Die Geſchäftslage der Reichsbahn Der Reichsverkehrsminiſter hat dem Reichstag einen Be⸗ richt über die Betriebsergebniſſe, Verkehrsleiſtungen und Geſchäftsergebniſſe der Deutſchen Reichsbahn im zweiten Ka⸗ lendervierteljahr 1926 überſandt. Gegenüber den Geſamtein⸗ nahmen des zweiten Vierteljahres 1925 mit 1 136 279 000 Mark bleibt die des gleichen Zeitraumes des Jahres 1926 mit.085 950 000 Mark um 50 320000 Mark zurück, d. h. 1926 brachte gegen 1925 eine Ein buße von 4,4 v. H. im Vergleich zum erſten Vierteljahr 1926, in dem die Einbuße gegen 1925 noch 12,3 v. H. betrug, zeigt das zweite Vierteljahr 1926 mit einer Einbuße von 4,4 v. H. gegenüber 1925 eine erhebliche Beſſe⸗ rung. Das erſte Halbjahr 1925 mit einer Geſamteinnahme von 2184 632 000 Mark übertrifft die des erſten Halbjahres 1926 von 2 004 979 000 Mark um 179 653 000 Mark. Die Ein⸗ nahmen weiſen alſo gegen das Vorjahr einen Rückgang um 8,2 v. H. auf. Die monatlichen Zahlungen für den Dienſt der Reparationsſchuldverſchreibungen wurden rechtzeitig ge⸗ mäß der Vereinbarungen geleiſtet. In gleicher Weiſe wurden die Erträge der Beförderungsſteuer an den Generalagenten für die R abgeführt. Die Aus⸗ gaben für den Dienſt der Reparationsſchuldverſchreibungen beliefen ſich für April“ Juni 1926 auf 150 013 000 Mark, für die Zeit Januar/ Juli 1926 auf 299 860 000 Mark. Das hannoverſche Waſſer genußfähig — Berlin, 4. Okt. Nach einer Mitteilung des preußiſchen Wohlfahrtsminiſters an den Landtagsabgeordneten Barteld⸗ Hannover(Dem.) iſt das Waſſer der Ricklinger Waſſerwerke ſeit dem 21. Auguſt faſt keimfrei und kann unbedenklich ge⸗ noſſen werden. Eine Anſteckungsgefahr durch Leitungswaſſer beſtehe in Hannover nicht mehr. Kontrollpolitik und„Geſamtlöſung“ Man hat allgemein die Erwartung gehegt, daß dem Ein⸗ tritt Deutſchlands in den Völkerbund als eine der erſten Wir⸗ kungen die Zurückziehung der Militärkontrollkommiſſion fol⸗ gen würde. Flinke Plänemacher hatten auf dem Papier bereits über das Hotel Bellevue verfügt, in dem ſeit Beginn ihrer un⸗ erquicklichen Tätigkeit die Kommiſſion niſtet. Aber inzwiſchen iſt der 1. Oktober, der vor Monaten als vorausſichtlicher Ter⸗ min des Abbaues bezeichnet wurde, vergangen und man muß die betrübende Tatſache regiſtrieren, daß die Kommiſſion kei⸗ nerlei Anſtalten für ihre Abreiſe trifft. Seitdem ſie mit ihrem Troß in die prunkvollen Räume des einſt ſo faſhionablen Ber⸗ liner Hotels einzog, hat ſich deſſen Habitus in trauriger Weiſe verändert. Unſere Amtsſtellen verſpürten mit Recht keinen Drang, den unliebſamen Gäſten den Aufenthalt behaglich zu geſtalten. Und ſo machte von Jahr zu Jahr der Verfall des Gebäudes rapide Fortſchritte. Den fremden Uſurpatoren ge⸗ nügte es offenbar, eines der beſten Hotels im Brennpunkt der Reichshauptſtadt beſchlagnahmt zu haben. Für die Zeichen der Zerſtörung hatten ſie keinen Blick, auch nicht als ringsum aus den Trümmern der Inflation überall neues Leben zu ſprießen begann. Der Putz löſte ſich, die Mauer des Vorgartens ſank zuſammen, der Roſt zerfraß die Eiſenverzierungen und das pomphafte Portal verbröckelte allmählich. Heute ſteht, wo ehe⸗ dem ein Palaſt ſich erhob, in dem des Lebens ſchneller Puls⸗ ſchlag brauſte, eine Ruine. Das Sinnbild eines Syſtems, das dem Untergang geweiht iſt. Aber noch ſuchen die Nutznießer dieſes Syſtems ſich hart⸗ näckig zu behaupten. Und, wie es ſcheint, vorerſt mit einigem Erfolg. Denn ganz ähnlich wie nach Locarno, ſind auch ſeit dem hiſtoriſchen Geſpräch von Thoiry die Rückſchläge nicht ausgeblieben. Einer der empfindlichſten iſt, daß die Franzoſen in der Entwaffnungsfrage erneut auf die Forderungen der Botſchafterkonferenz ſich verſteifen. Poincaré hat in Bar⸗le⸗ Duc erklärt, die Verſuche einer Annäherung könnten nur dann zum Ziel führen, wenn ſie durch einen vorhergehenden und endgültigen Beweis der materiellen und moraliſchen Ab⸗ rüſtung gerechtfertigt würden“. Dieſer Satz, der jede Möglich⸗ keit offen läßt, der geeignet iſt, den Notenkrieg der Militär⸗ bürokratie von neuem zu entfeſſeln, hat die bereits ſtark herab⸗ geminderte Hoffnung der Kontrollkommiſſion auf eine Ver⸗ längerung ihrer Exiſtenz beträchtlich geſtärkt. Sie wird kein Mittel unerprobt laſſen, um die Botſchafterkonferenz für ihre Zwecke einzuſpannen. So wird die Verſtändigungsarbeit der Experten und Diplomaten abermals durch die Intrigen macht⸗ lüſterner Militärs bedroht und es wäre unklug, die von dieſer Seite her drohende Gefahr zu unterſchätzen. Nachdem man mit dem Vorſtoß gegen die Stellung des Generals Seeckt ziemlich ſchlecht abgeſchnitten hat, ſcheint man jetzt die Frage der Beſei⸗ tigung der ſogenannten Wehrverbände in den Vorder⸗ grund rücken zu wollen. Die Wehrverbände haben in der Dis⸗ kuſſion, die durch die Entwaffnungsnote vom 5. Inni 1925 an⸗ gebahnt wurde, bereits mehrfach eine Rolle geſpielt. Im Fe⸗ bruar dieſes Jahres ſah ſich, unter dem Druck der Botſchafter⸗ konferenz, die Reichsregierung zum Erlaß jener Verordnung genötigt, in der den Vereinen verboten wird, ſich mit militäri⸗ ſcher Ausbildung zu befaſſen und Verbindung mit dem Reichs⸗ wehrminiſterium aufzunehmen. Ob man, wie dieſer Tage in einem Pariſer Blatt zu leſen war, jetzt tatſächlich aufs ganze gehen und die Auf⸗ löſung ſämtlicher Organiſationen, alſo wohl auch des Reichsbanners und des Roten Frontkämpferbundes, er⸗ zwingen will, bleibt abzuwarten. Die Behauptung, daß Dr. Streſemann im Prinzip zu dieſem Verlangen bereits ſeine Zuſtimmung gegeben habe, iſt eine glatte Erfindung. In Thoiry wurde unſeres Wiſſens zwar im Laufe des mehrſtün⸗ digen Geſprächs unter vielem anderen auch der Organiſationen Erwähnung getan. Zu irgendwelchen konkreten Verein⸗ barungen iſt es aber ſelbſtverſtändlich nicht gekommen. Der Reichsaußenminiſter hätte ſich, wofern man tiefer in die Ma⸗ terie eingedrungen wäre, gewiß wohl gehütet, ein ſo weit tragendes Zugeſtändnis zu machen, deſſen Durchführung auf den Widerſtand ſo ziemlich aller Parteien ſtoßen würde. Mili⸗ tärkontrollkommiſſion und Botſchafterkonferenz ſtützen ſich in ihrem Kampf gegen die Organiſationen auf die Artikel 177 und 178 des Verſailler Vertrags. Dieſe verbieten an ſich die Verbände nicht, wohl aber deren militäriſche Betätigung. Schon in der Entwaffnungsnote vom 5. Juni findet ſich die Auffaſſung vertreten, daß die Vereine die Reſerven ſtellen könnten, an deren Schaffung das Verſailler Traktat uns hin⸗ dern will. Gerade weil man in den Siegerſtaaten, nach der aus finanziellen Gründen bedingten Reduzierung der Zwangsdienſtpflicht, die militäriſche Erziehungsmethode auf dem Umweg über die Jugendorganiſationen betreibt, möchte man vor Abgang der Kontrollkommiſſion die geſetzliche Sicher⸗ heit dagegen errichten, daß auch Deutſchland ſich des gleichen Mittels bedient. Kurz vor der Fahrt nach Genf hat die Reichsregierung die ihr in den letzten beiden Noten der Botſchafterkonſerenz zugemuteten weiteren Maßnahmen gegen die Verbände ab⸗ gelehnt. Es iſt wohl anzunehmen, daß in dieſem Punkt an ihrer Haltung ſich nicht viel ändern wird. Denn die talmi⸗ militäriſchen Formen, in denen die Vereine ſich zeigen, haben — das hat der Reichswehrminiſter bei der letzten Etatsbera⸗ tung ſehr mit Recht betont— mit ſoldatiſcher Ausbildung herzlich wenig zu tun. Die militäriſche Aufmachung iſt ein Propagandamittel, deſſen, nachdem eine Organiſation damit machte, die andern nicht glaubten entraten zu ürfen. Der bekannte franzöſiſche Publiziſt Sauerwein hat kürslich eine Bilanz der gegenſeitigen Forderungen ge⸗ — 3 Gemiſchte Völkerbundskommiſſion, die 2. Seite. Nr. 459 8 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) ——— dogen, die gewiſſermaßen das Mindeſtprogramm für eine beide Teile befriedigende Geſamtlöſung darſtellt. Auf der deutſchen Seite verbucht er an erſter Stelle den Anſpruch auf Beſeitigung der Militärkontrollkommiſſion. In der Tat hat nach dem Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund dieſe In⸗ ſtitution jede Daſeinsberechtigung verloren. Sie iſt geradezu ein Hohn auf den Völkerbundsgedanken. Die Schulbenfrage Die Frage der interalliierten Schulden beherrſcht in der letzten Zeit wieder die franzöſiſche Oeffentlichkeit. Die Briand⸗ ſchen Gedanken, daß eine raſche Sanierung der franzöſiſchen Finanzen mit deutſcher Hilfe Frankreich gegenüber Amerika die notwendige Unabhängigkeit und Ellbogenfreiheit geben würde, um in der Schuldenfrage ſeine Anſprüche, wenn nicht auf eine Rebuktion, ſo wenigſtens auf günſtigere Zahlungs⸗ hehingungen durchſetzen zu können, haben in Amerika offenbar verſtimmt. In Amerikg weiſt man darauf hin, daß ohne ſeine Mithilfe nicht einmal die Mobiliſierung eines für das franzöſiſche Geldbedürfnis wirklich ins Gewicht fal⸗ lenden Teiles der deutſchen Dawesobligationen möglich iſt. In dieſem Falle ſcheint ſich der Gegenſatz öwiſchen Briand und Poincarsé weiter zu verſchärfen. Poin⸗ caré verſucht, die Fortſetzung der Verhandlungen von Thoiry mit den weiteſtgehenden Kautelen und Garantien zu umgeben. Die Nachricht, daß die Diskuſſion über die Ratifikation des Waſhingtoner Abkommens bis nach den Senatswahlen in Amerika Zurückgeſtellt werden ſolle, wird in Pariſer unter⸗ richteten Kreiſen bezweifelt. Poincars ſoll nämlich Ree der Möglichkeit, daß Deutſchland die finanzielle Notlage zur Erreichung polttiſcher Konzeſſtonen ausnützen öune, nach der Verſicherung gut informierter Kreiſe die Unterwerfung unter die amerikaniſchen Forderungen als das kleinere Uebel anſehen. Allerdings dürfte Poincars da⸗ bet auf ſtarke innerpolitiſche Widerſtände ſtoßen. Sein ur⸗ ſprünglicher Plan, die Vorbehalte hinſichtlich der Garantie⸗ und Transferklauſel, die yon den Amerikanern abgelehnt worden ſind, in dem Ratifikationsgeſetz 1 0 feſtzulegen, iſt jenſeits des Ozeans auf 69 Zurückweiſung geſtoßen. Eine vorbehaltloſe Ratifikation dürfte ſowohl im Parlament, als auch innerhalb des Kabinetts ſelbſt auf die ſchärfſte Ab⸗ lehnung ſtoßen, nachdem die meiſten Parteien und an ihrer Spitze mehrere Mitglieder der neuen Regierung ſich auf das entſchiedenſte feſtgelegt haben. Es iſt unter dieſen Umſtänden keineswegs ausgeſchloſſen. daß es über die Schuldenfrage früher oder ſpäter zum Ausbruch einer neuen Regierungs⸗ kriſe kommen wird, von deren Möglichkeit in parlamentari⸗ —35 Kreiſen hier übrigens bereits ſeit Tagen geſprochen wird. Voͤgler aber Wiriſchaftsſragen Der Wirtſchaftsausſchuß der Deutſchen Volkshartei hielt am Montag in Düſſeldorf eine überaus ſtark beſuchte Ver⸗ ſammlung im Wilhelm Marx⸗Hauſe ab. Generaldirektor Dr. Bögler referierte über Wirtſchaftsfragen. Er betonte, daß die Hauptaufgabe heute in der Bekämpfung der Arbeits⸗ loſigkeit beſtehe. Dazu ſei aber eine Rreisſenkung auf allen Gebieten erforderlich. Dann beſprach der Reduer die Auswirkung des Streiks in England. Selbſtverſtändlich habe die Not mehr als alles andere dazu beigetragen, den Anſturm zu rationaliſierter Bewirtſchaftung zu geben. Heute haben wir das Ergebnis zu verzeichnen, daß wir auf der ganzenLinie trotz verkürzter Arbeitszeit eine Leiſtung haben, die beſſer iſt als vor dem Kriege. Als Aufgabe der nächſten Zukunft bezeichnet Dr. Vögler vor allem die Be⸗ lebung des Inlaudsmarktes. Zum Schluß der Ausführungen beſprach Dr. Vögler die gewaltigen Fort⸗ ſchritte der Technik. Wir müſſen verſuchen, durch Qualitäts⸗ Arbeit und durch neue Mittel und Wege der Natur Rohſtoffe abgutrotzen. Die ganze Einſtellung der Maſſe kommt uns dabei entgegen, weil es noch nie ein Zeitalter gab, das ſo viel Freude an der Technik habe, wie es 5 Zeit der Fallt iſt. Im Anſchluß daran beſuchten die Vertreter der Deutſchen Volkspartei die Geſolei. Einigung ber deutſchen Veamtenorganiſationen In einer Zuſchrfft an die Preſſe teilt der Deutſche Be⸗ amtenbund mit: Die angekündigten offiziellen Verhandlungen zwiſchen dem Deutſchen Beamtenbund und dem Geſamtver⸗ band deutſcher Beamtengewerkſchaften haben ſtattgefunden. Sie führten zu einer völligen Uebereinſtimmung. Die Zuſtimmung der beiderſeitigen oberſten Gewerkſchaftsorgane, Bundestag des Deutſchen Beametnbundes und Kongreß des Geſamtverbandes, die beide zum 7. Oktober einberufen wor⸗ ſch den ſind, dürfte nach dieſem Ergebnis nicht mehr zweifelhaft ſein. Damit werden ſich 1 100 000 Beamte in dem parteipoli⸗ tiſch neutralen Bund vereinigen. Borbereitungen zur Abrüſtungskonferenz Ueberraſchend ſchnell hat die Unterkommiſſion& der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion die Frage 5 des Frage⸗ bogens erledigt, obwohl man ſich gerade bei der Diskuſſion über das ſogenannte„Potentiel de Guerre“ auf große Schwierigkeiten gefaßt gemacht hatte. Die militäriſchen Sach⸗ verſtändigen haben aber eine elegante Wendung gefunden, indem ſie dieſe Frage(Nach welchen Prinzipien iſt die Auf⸗ ellung von Proportionen zwiſchen den den einzelnen Län⸗ ern zuzubiſligenden Rüſtungen möglich unter Berückſichti⸗ gung der Einwohnerzahl, der Hilfsmittel, der geographiſchen Lage uſwes) überhaupt nicht beantwortet haben. Sie ſprachen ſich nur allgemein dahin aus, daß die größere Einwohnerzahl eines Landes einen Vorteil gegenüber einem anderen Lande bedeute, daß ungünſtige Grenzverhältniſſe einen Nachteil dar⸗ 37 wie ungünſtige Zufahrtswege und geringe Dichtigkeit es Eiſenbahnnetzes. Die ſpezielle Frage, ob die militäriſchen Ausgaben einen Maßſtab abgeben könnten für die Vergleich⸗ barkeit der Rüſtungen wurde negativ entſchieden. Einzig Frankreich und einige kleinere Staaten wollten in der Höhe der Militärausgaben wenigſtens einen Hilfsindex ſehen. Die ch ſeit vergangenem Dienstag mit denſelben Fragen, wie die Unterkommiſſion& beſchäftigt, dürfte heute ihre Seſſton ſchließen, ohne daß ſie die ihr vorgelegten Fragen zu Ende beraten hätte. ie man hört, hat es vor allem über die Frage der Vergleichbarkeit der Militärbudgels lange Diskuſſionen gegeben, ohne daß be⸗ reits eine Antwort gefunden worden wäré. Dieſe Kommiſſion dürfte vorausſichtlich Ende des Monates zu einer neuen Tagung zuſammentreten und zwar in Paris. Ablehnung der Haftbeſchwerde Kutiskers — Berlin, 4. Okt. Das Kammergericht hat die Haft⸗ beſchwerde Kutiskers wiederum abgewieſen und 335 geſtützt auf ein Gutachten von Geheimrat His, demzufolge Kutisker haftfähig ſei. Dagegen iſt die Frage noch nicht geklärt, ob der ehemalige Generaldirektor der Stein⸗Bank zunächſt weiter in der Charité bleiben oder in Erfüllung ſeines Wunſches nach dem Unterſuchungsgefängnis Moabit überführt werden wird. Mit der Anberaumung des Termins für die Hauptverhand⸗ lung gegen Barmat und Genoſſen kann mit Anfang kom⸗ menden Jahres gerechnet werden. Bis dahin dürfte das Schöffengericht Berlin Mitte unter Vorſitz von Landgerichts⸗ direktor Neumann das Studium der bisherigen 64 Akten⸗ bände beendet haben. bevor, indem der jetzige Schatzſekretär Ronald Mac Der paneuropäiſche Kongreß in Wien Zur Eröffnung des paneuropäiſchen Kongreſſes waren aus dem Reiche u. a. erſchienen Reichstagspräſid. Loebe, Reichs⸗ kanzler a. D. Dr. Wirth und Reichsminiſter a. D. Go⸗ thein. Den Vorſitz übernahm der frühere öſterreichiſche Bundeskanzler Dr. Seipel, der in einer Anſprache er⸗ klärte, man müſſe nach einem Wort Briands anfangen, in Europa europäiſch miteinander zu reden, aber vor allem eurbpäiſch denken und fühlen zu lernen. Für die öſter⸗ reichiſche Regierung begrüßte Bundeskanzler Dr. Ramek die Verſammlung. Dann ergriff, ſtürmiſch begrüßt, Reichs⸗ tagspräſident Loebe das Wort. Er erklärte, Eiſen, Stahl, Kohle und Kali hätten ſchon iyn ihrer Art Paneuropa ver⸗ wirklicht. Aber es gelte, auch die Geiſter zu gewinnen. In 30 Staaten zerriſſen, werde Europa kranken und ſter⸗ ben. Vereint werde es leben und gedeihen. Am Abend ſprach bei den eigentlichen Verhandlungen Reichskanzler a. D. Dr. Wirth. Er forderte, daß das Problem des Völkerhaſſes gelöſt werde. Was fleißige Ge⸗ nerationen in Deutſchland und Frankreich in Jahrzehnten aufgebaut hätten, dürfe nicht alle paar Jahrzehnte durch Kriege vernichtet werden. Alles komme darauf an, ob Deutſchland und Frankreich ſich verſtändigen wollen. Den Männern im franzöſiſchen Patlament ſage er, was für Frankreich die Sicherheit, ſei für Deutſchland die Freiheit. Möchten ſie helfen, Europa zu retten im Dienſte der Wahr⸗ heit und Menſchlichkeit. Der ruſſiſch-Uktaulſche Bertrah § London, 5. Oktbr.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Der Inhalt des ruſſiſch⸗litauiſchen Vertrages iſt den Ver⸗ öffentlichungen des„Daily Telegraph“ zufolge den Ver⸗ trägen, die Rußland mit Perſien, Afghaniſtan und der Türkei abgeſchloſſen hat, ſehr ähnlich. Wie jene, enthält er in den Artikel 3 und 4 die Garantie, daß bei einem Angriff dritter Mächte gegen eine der beiden vertragsſchließenden Parteien die andere Vertragspartei nicht teilnehmen wird und in keiner — ben Angriff, welcher Art er auch ſein mag, unterſtützen werde. Damit iſt in dem ruſſiſch⸗litauiſchen Vertrag wie in den anderen Sowjetverträgen, eine neue Mauer gegen eine eventuelle Aktion des Völkerbundes errichtet. Für Litauen als Völkerbundsmitglied hat ſich deshalb die Notwendigkeit erwieſen, gleich der deutſchen Regierung beim Abſchluß ihres Vertrages mit Rußland in Form einer Mitteilung an Tſchitſcherin eine offizielle Interpretation anzubieten, in der die Stellung Litauens zum Völkerbund behandelt wird. Miniſterwechſel im engliſchen Kabinett § London, 5. Okt.(Von unſerem Lonboner Vertreter.) Dem „Daily Expreß“ zufolge, ſteht ein Wechſel im N e g U⸗ rücktreten wird. Ronald Mac Neil iſt ein angeſehenes Mitglied der Konſervativen Partei, für die er 1922 als Unter⸗ ſtaatsſekretär ins Foreign Office“ gegangen war. Heute als Schatzſekretär fühlt er ſich mit 65 Jahren dem Miniſteramt nicht mehr gewachſen und wünſcht ſich vom öffentlichen Lehen zurückzuziehen. Man hat ihm den Poſten des Vorſitzenden der k Konſervativen Partei angeboten. An ſeiner Stelle iſt Hilton oung als Schatzſekretär vorgeſehen. Hilton Poung iſt ein Finanzſachverſtändiger von europäiſchem Anſehen und hat einmal in Lloyd Georges letztem Kabinett den Poſten es Schatzſekretärs innegehabt. Er war der ſogenannte Haupt⸗ einpeitſcher der Liberalen Partel, verließ die Liberalen in die⸗ 84 Sommer, als die Paxtet wegen der Differenzen ihrer ührer Lloyd George und Lord Oxford aktionsunfähig wurde und ging zur Konſervativen Partei über, die ſich ſeit langem bemüht, dem einflußreichen Parlamentarier einen Wirkungs⸗ kreis zu geben. Die Begegnung Muſſolini⸗Chamberlain Eine nach ihrer typographiſchen Aufmachung offenbar von Muſſolint ſelbſt ſtammende Betrachtung im„Popolo 'Italia“ über die Zuſammenkunft von Livorno betont nach⸗ drücklich, daß es falſch wäre, dieſe engliſch⸗italieniſche Mini⸗ ſterbegegnung mit jener von Thoiry in Gegenſatz ſtellen zu wollen. Die beiden Zuſammenkünfte müßten vielmehr als ergänzend betrachtet werden, indem parallele und nicht Gesen⸗ ſätzliche Intereſſen beſtünden, Verbindungen und nicht Gegen⸗ überſtellungen. England und Italten verbinde eine gemein⸗ ſame Ueberwachung und Garantierung des friedlichen Gleich⸗ gewichts in Mitteleuropa. Die franzöſtſch⸗deutſchen und eng⸗ Beſtrebungen verdrängten einander nicht, ſondern einigten ſich. Der Friedensvertrag könne reytdiert werden und es ſei gut, wenn es ge⸗ ehe. Außer den Intereſſen Frankreichs und Deutſch⸗ e aber auch andere Intereſſen, Rechte und auch ichten. Die Finanzkommiſſion der franzöſiſchen Kammer VVParis, 4. Okt.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Die Finanzkommiſſion der Kammer tritt heute nachmittag zum erſten Mal ſeit Beginn der Kammerferien zu einer Sitzung zufammen und hat damit wieder einiges Leben in die ſtillen Sitzungsſäle des Palais Bourbon gebracht. Die Arbeiten der Kommiſſion erſtrecken ſich in erſter Linie auf die Prüfung des Budgets für 1927. Bis morgen werden hier etwa 15 Rapporte über den Ausgabenetat der verſchiedenen Miniſterien vorlie⸗ gen. Noch vor dem Zuſammentritt der Kammer, der voraus⸗ ſichtlich anfangs November ſtattfinden wird, wird ſich aber die Finanzkommiſſion auch mit dem Problem der interalliierten Schulden zu befaſſen haben. 8 Eine Unterkommiſſion iſt gegenwärtig mit der Prüfung der Schuldenabkommen mit England und Amerika be⸗ traut. In gewiſſen Kreiſen wird zwar behauptet, der amerika⸗ niſche Schatzkanzler Mellon habe bei ſeinem letzten Aufenthalt in Paris mit Poincaré eine ſtillſchweigende Abmachung ge⸗ troffen, die öffentliche Diskuſſion des Waſhingtoner Abkom⸗ mens bis nach Beendigung des amerikaniſchen Wahlfeldzuges zu verſchieben. Trotzdem aber werden die Verhandlungen über die Verträge ſchon jetzt einen breiten Raum in den Ar⸗ beiten der Kommiſſibn einnehmen. Vier Kinder durch Handgranaten zerriſſen Hamburg, 5. Okt. Geſtern nachmittag wurden auf dem Hamburger Teil der Elbinſel Deuhof vier Kinder im Alter von 10 Jahren, zwei Knaben und zwei Mäbchen, durch die plötzliche Exploſion zweier Handgranaten, die ſie in einer Laube gefunden hatten, in Stücke zerriſſen. Die Granaten ſowie Gewehrmunition gehörten dem Laubenbeſitzer, einem früheren Angehörigen der Hamburger Ordnungspoltzei. Dieſer iſt feſtgenommen worden, beſtreitet aber ganz ent⸗ ſchieden, ſich die Handgranaten widerrechtlich angeeignet zu haben. Die kriminelle Unterſuchung iſt im Gange. Selbſtmord eines Univerſitätsrektors — Jena, 5. Okt. Der Rektor der Univerſität Jena, Alexander Gutbier, hat am Montag Selbſtmord durch Er⸗ ſchießen begangen. Gutbier ſchien ſeit längerer Zeit ſtark überarbeitet zu ſein. Er ſtand im 51. Lebensjahr und war mit ahlreichen Schriften hervorgetreten, wovon die,Praktiſche An⸗ eitung zur Maßanalyſe“ und die„Praktiſche Anleitung zur Gewichtsanalyſe“ am bokannteſten geworden ſind. Badiſche Politik Verbächtigungen der badiſchen Juſtig In dem völkiſchen Blatt„Der Markgräfler“ in Lörrach war vor einiger Zeit ein„Gedicht“ auf Dr. Wirth veröffent⸗ licht worden, das, bar jeden Geſchmackes und Taktes, ihn beleidigen mußte, Der„Volksfreund“ rief nach dem Staats⸗ anwalt, worauf die„Karlsr. Ztg.“ feſtſtellte, daß die Staats⸗ anwaltſchaft ſo lange geſetzlich nicht befugt iſt, gegen den Verfaſſer und Verbreiter des Gedichtes vorzugehen, als der Beleidigte keinen Strafantrag ſtellt. Die Mannheimer „Volksſtimme“ griff den Faden des„Volksfreundes“ auf und ſpann ihn ſogar noch einige Grade ſtärker. Obwohl ſie, wie es in einer neuerlichen, offenſichtlich vom Juſtizminiſter inſpirierten Auslaſſung der„Karlsr. Ztg.“ heißt, die abſo⸗ lute Richtigkeit dieſer Geſtſtellungen an Hand jeder Textaus⸗ gabe des Strafgeſetzbuchs hätte nachprüfen können, hat ſie ſich dazu die Mühe nicht genommen, ſondern in dem Beſtre⸗ ben, auf alle Fälle„Recht zu behalten“, die neue Behauptung aufgeſtellt, es gäbe ein„öffentliches Intereſſe“, das die Staatsanwaltſchaft in ſolchen Fällen berechtige und ver⸗ flichte, von ſich aus einzuſchreiten. Daran werden Aus⸗ ührungen geknüpft, aus denen nicht nur der Vorwurf herauszuhören iſt, die Juſtiz habe eben auch in dieſem Falle wieder einmal„verſagt“, ſondern der Juſtiz direkt vorge⸗ worfen wird, ſie bejähe das öffentliche Intereſſe nur bei Rechtspolttikern, bei Republikanern, auch bei promi⸗ nenten Führern, werde das öffentliche Intereſſe niemals an⸗ erkannt. Dazu bemerkt die„Karlsr. Ztg.“: „Es muß nach alledem als vergebliches Bemühen erkannt werden, der„Volksſtimme“ gegenüber Aufklärung ſchaffen zu wollen. Nur für die unvoreingenommenen Leſer ſei aus⸗ drücklich darauf hingewieſen, daß die Frage bes öffentlichen Intereſſes überhaupt erſt auſgeworfen werden kann, wenn Strafantrag geſtellt iſt und die Fei er behörde darüber zu entſcheiden hat, ob ſie ſelbſt die Verfol⸗ gung übernehmen oder ſie dem Beleidigten im Wege der Privatklage überlaſſen will. Es iſt alſo auch mit dem neuer⸗ lichen Angriff auf die Staatsanwaltſchaft nichts und es bleibt dabei, daß die Staatsanwaltſchaft nicht„verſagt“, ſondern ſich einfach pflichtgemäß verhalten hat. Schärfſte Zurückweiſung aber verdient der wei⸗ tere Vorwurf parteiiſchen und republikfeindlichen Ver⸗ haltens der Straſperfolgungsbehörden bet der Entſcheidung über das öffentliche Intereſſe. Da es ſich bei dem Gedicht um einen badiſchen Fall handelt, ſo kann der Vorwurf nur auf die badiſchen Juſtizbehörden bezogen werden. Und für dieſe ſei geſagt: der Vorwurf enthehrt ſo jeder tatſäch⸗ lichen Grundlage, daß man nicht zu weit geht, wenn man ihn geradezu als leichtfertig bezeichnet, dies umſomehr, als auch die„Volksſtimme“ nicht vergeſſen ſollte, wie nachhaltig die badiſchen Strafverfolgungsbehörden für den General von Deimling, gewiß einen„prominenten“ republikaniſchen Küß⸗ rer, eingetreten ſind, als dieſer vor etwas über Jahresfriſt ſchwer beleibigt worden war. Die„Volksſtimme“ muß wiſſen, daß ſie für ihren ſchweren Vorwurf gegen die babiſchen Strafverfolgungsbehörden aber auch rein gar einen Beweis erbringen kann. Man kann ſich angeſichts des fortgeſetzten Angriffs auch auf die Juſtiz in Baden des Eindrucks beſtimmter Abſicht nicht erwehren. Nur iſt nicht erfindlich, wie die Urheber dieſer Angriffe etwa glauben wollen, damit der Republik zu dienen. Im übrigen nötigte der für die badiſche Rechts⸗ pflege ünerträgliche Angriff in der„Volksſtimme“ zum Strafantrag. Letzte Meloungen Erdbeben — Frankfurt, 5. Okt. Die Inſtrumente der v. Reinach⸗ ſchen Erdbebenwarte auf dem Taunusobſervatorium verzeich⸗ neten am Sonntag, 3. Oktober, von.02 Uhr abends bis 11.11 Uhr abends ein größeres Erdbeben. Gut ausgeprägt ſind bei dem Seismogramm nur die Oberflächenwellen. Da die vor⸗ hergehenden Einſätze kaum zu erkennen ſind, iſt eine eh ſehr nungsbeſtimmung nicht möglich, jedoch dütrfte der Herd ſehr weit liegen, etwa in 18 000 Kilometer Entfernung. Schweres Eiſenbahnunglück — Köln, 5. Okt. Geſtern morgen gegen 8 Uhr ſtieß am Anſchluß Spudderwerk kurz vor dem Broicher Feldweg in uſen eine von Porz kommende Lokomotive mit einem aus entgegengeſetzter 0 kommenden Zug der Porzer Bahn infolge des dichten Nebels zuſammen. Bei dem Unfall wur⸗ den 11 Perſonen, darunter einige ſchwer verletzt. Im Laufe des Tages 15 ein Schwerverletzter geſtorben. Die Un⸗ terſuchung wegen der Schuldfrage ſchwebt. Freiherr von Schlicht 7 — Weimar, 4. Oktbr. Der unter dem Pſendonym Frei⸗ herr von Schlicht bekannte Schriftſteller Graf Wolf Bandiſſin wurde heute früh in ſeinem Schtafzimmer tot aufgefunden. Man vermutet, daß Graf Baudiſſin, der in zerrütteten Ber⸗ lebte, Gift genommen hat. Freiherr von Schlicht ſt vor allem mit Militärhumoresken hervorgetreten. Laune und Leben der alten Armee ſind in dieſen köſtlichen Skizzen und Erzählungen für alle Zeiten feſtgehalten. Dabei liegt ſoviel Geiſt und Witz, verhunden mit einer ungewöhnlich reichen Schilderungsgabe darin, daß ſich dieſe ſchlichten Humo⸗ resken faſt zu einer ebenſo geſunden wie freien Satire erheben. Dem Mannheimer Publikum iſt der Dichter außerdem als Interpret ſeiner eigenen Werke vom Ueber⸗ brettl her bekannt. Jetzt teilt er das tragiſche Geſchick ſo vieler aus der Zeit, die ſein ſonniger Humor in ganz anderer Art dem deutſchen Schrifttum bewahrt hat. Ende des Hamburger Hafenſtreiksd — Hamburg, 5. Okt. Am heutigen Dienstag dürfte der größte Teil der ſtreikenden Hafenarbeiter die Arbeit wieder aufnehmen, da in 931 5 erſammlung der Hamburger Hafenarbeiter die für die Weiterführung des Streiks erfor⸗ derliche Dreiviertelmehrheit nicht erreicht werden konnte. Die Arbeitsaufnahme werden daher vorausſichtlich nur einige radtkaliſterte Gruppen verweigern. Im Tunnel erſtickt — Bern, 5. Okt. Im Ricken⸗Tunnel im Kauton Sankt Gallen haben atmoſphäriſche Einflüſſe geſtern eine ſchwere Rauchvergiſtungskataſtrophe hervorgernſen. Das Perſonal eines den Tunnel paſſierenden Güterzugs wurde betänbt und der Zug blieb im Tunnel ſtecken. Von der in der Nähe ge⸗ legenen Station Wattwil wurde ſofort eine Rettungsexzpedi⸗ tion entſandt, deren Mitglieder jedoch in große Lebensgefahr gerieten. Es gelang nur, den Heizer des Güterzugs bewußt⸗ los ins Freie zu bringen. 9 weitere Beamte müſſen als verloren gelten, da es bisher noch nicht gelungen iſt, an den Zug heranzukommen. Flugzeugunfall in Frankreich 25 0 185 928 See Peertange iſt geſtern ein hulflugzeug abgeſtürzt. Die beiden Inſaſſen der Pilot und der Schüler, wurden getötet. ————— Dienstag, den 5. Oktober 1926 Dienstag, den 5. Oktober 1926 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 459 Das alte Nathaus und ſeine Nachbarſchaft Grunoſteinlegung am 5. Oktober 1701 Der gewaltige Aufſchwung Mannheims in den letzten 30 Jahren hat das Stadtbild in vielen Teilen gänzlich verändert. Standen doch noch vor wenig Jahren an den Planken und den Seitenſtraßen, namentlich gegen den Marktplatz zu, kleine zweiſtöckige Hütten aus der Zeit, als man nach der Verbren⸗ nung der Stadt durch die Franzoſen den Wiederaufbau ſchnell durchführte. Ein vollſtändiges neues Geſicht hat die Haupt⸗ verkehrsader, die Breiteſtraße, bekommen. Dort befanden ſich noch vor 60 Jahren in F 1 der„Hoorige Ranzen“, die Hauptwache und das Stadtgefängnis neben dem Rathaus. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1866 zeigt den Hoorigen Ranzen als einen ſtarken Mittelbau mit zwei gleich⸗ falls ſtarken Seitenbauten, deren Untergeſchoſſe hohe rund⸗ bogige Fenſter und Türen beſitzen. Der zweite Stock hat über dem unteren Eingang einen viereckigen Balkon mit Eiſen⸗ gitter, getragen von zwei vierkantigen Säulen. Auf den Bal⸗ kon geht eine Türe in der gleichen Ausführung wie die des unteren Stockes. Außer dieſer Türe zeigt das zweite Stock⸗ werk nur niedere rundbogige Gefängnisfenſter mit Eiſen⸗ gittern. Bei den niederen Seitenbauten liegt das ſchräg auf⸗ ſtrebende Dach darüber, während der höhere Mittelbau über den runden Fenſtern noch fünf weitere viereckige gleichfalls vergitterte Gefängnisfenſter aufweiſt. In den unteren Räumen des Gebäudes iſt die Hauptwache untergebracht; die Gewehre der Wachmannſchaft ſtehen in Stützen ausge⸗ richtet vor dem Wachgebäude, vor dem der Wachpoſten auf⸗ und abpatroulliert.„Hooriger Ranzen?“ So hieß nämlich unter ſeinen Kumpanen der gefürchtete Räuberhaupt⸗ mann Moſes Jakob Sulzberger, der 1749 mit ſeiner Bagage in ſeinem Räuberneſt ausgehoben und in dem ſtädtiſchen Gefängnis interniert worden war.„Peinlich be⸗ fragt,“ geſtanden die Drei ihre Untaten ein und endeten am Galgen. Der Name„Hooriger Ranzen“ ging aber von der Stunde an auf die Zelle, darin der Rädelsführer untergebracht geweſen war, über und ſchließlich auf das ganze Gebäude. Vor ungefähr 50 Jahren mußte die Hauptwache aus der be⸗ lebten Breitenſtraße verlegt werden; gleichzeitig ward der „Hoorige Ranzen“ niedergeriſſen, umgebaut im Stil des Rat⸗ hauſes und zum Rathaus geſchlagen. Der alte Bürgeraus⸗ ſchußſaal und die darunterliegenden Räumlichkeiten befinden ſich am Platze des ehemaligen Gebäudes der Hauptwache. Auf dem Turm des alten Rathauſes vor der Zer⸗ ſtörung durch die Franzoſen hatte der Stadtzinkeniſt ſeinen Poſten, der zugleich das Amt des Türmers zu ver⸗ ſehen hatte. Ihm lag bei Nacht das Abblaſen der Stunden auf dem Turme ob, auch beſorgte er das„Leichtentleuthen“ bei Beerdigungen, wofür er bei den betreffenden Familien die feſtgeſetzte Taxe einziehen durfte. Wie anderwärts, hatte er mit ſeinen Geſellen das Vorrecht, bei Hochzeiten uſw. die Muſik zu ſtellen, ein Privilegium, um das alle Türmer dau⸗ ernd zu kämpfen hatten, da eben andere Muſikanten auch leben wollten. Nach Erſtellung des neuen, jetzigen Rathauſes blieb der Feuerwächter auf dem Turme noch wohnen, in gleicher Höhe mit der erſten Galerie, auf der er ſtündlich ſeinen Rundgang zu machen und etwaiges Feuer der Ein⸗ wohnerſchaft zu melden hatte. Dies fand in der Weiſe ſtatt, daß er bei Tag eine rote Fahne in der Richtung aus dem Turme hing, in der der Brandherd zu ſuchen war. Bei Nacht bezeichnete eine rote Laterne in gleicher Weiſe die Lage des brennenden Gebäudes; zugleich ſchlug er mit einem Klöpfel gegen die Alarmglocke auf dem Turm. Einzelne Schläge bedeuteten die Quadrate—p, Doppelſchläge kün⸗ deten den Brandherd in—K an; dreifache Schläge galten den Quadraten.—0, und bei vier Schlägen hatte man das Feuer in—U zu ſuchen. Dieſe Art der Feuermeldung be⸗ hauptete ſich bis etwa zum Jahre 1895. Da der Rathausturm zugleich der katholiſchen Pfarrkirche als Kirchturm dient,— die Eigentumsverhältniſſe zwiſchen beiden Beſitzern ſind ſehr umſtrittene— ſo ward den Einwohnern durch das„Scheide⸗ glöckchen“— ein ſilbernes Glöckchen in dem mittleren der drei Aufſätze— von dem Ableben eines Mitbürgers Kunde ge⸗ geben. In geziemenden Worten verkündete darauf der Kirchendiener aus dem Turmfenſter den Namen des Ver⸗ ſtorbenen. Neben dem Rathauſe in F 1, 3, befand ſich die chriſt lich e Fleiſchſchranne, die auch von der entgegengeſetzten Seite des Quadrats zugänglich war und wo die Metzger in den Morgenſtunden das Fleiſch zum Verkauf auslegen mußten. In dieſer Zeit war ihnen der Fleiſchverkauf in ihren Häuſern unterſagt. Die jüdiſche Fleiſchſchranne lag auf dem Platz des ſtädtiſchen Feuer⸗ und Spritzenhauſes in E 3. Im Quadrat F 1 befindet ſich die Lemle Moſes Klaus⸗ ſtiftung, eine Stiftung aus den Tagen des Wiederaufbaues der Stadt. Aus Rheingönheim gebürtig, trug dieſer edle Stifter den vollen Namen Lemle Moſes Rheinganum. Am kurfürſtlichen Hofe war er hoch angeſchrieben, denn in ihm ſehen wir den damaligen Finanzmann des kurfürſtlichen Staates. Mit einer Stiftung von 100 000 Gulden zur Eröff⸗ nung einer Schule zum Studium in der Thora hat er in ſeinem Teſtament die jüdiſche Gemeinde bedacht;„die Häuſer des Lemle Moſes, die gegen Sonnenaufgang und gegen Son⸗ nenuntergang ſtehen, ſollen zur Klausſtiftung gehören bis aus Ende der Welt“. Von Lemle Moſes war auch das Mühlauſchlößchen erbaut geweſen, er war es auch, der dem von Heidelberg nach Mannheim verzogenen Kurfürſten Karl Philipp ein repräſentables Wohngebäude, das jetzige Haus des Caſinos in K1, bis zur Fertigſtellung des Schloſſes zur Verfügung ſtellte. Da dieſes Gebäude in ſeiner damaligen Ausſtattung nicht alle von einem kurfürſtlichen Haushalt benötigten Räume beſaß, ließ der Kurfürſt auf dem freien Platze neben der Konkordienkirche die Küche erſtellen, gleichzeitig mit einem Feſtſaal, wogegen die Geiſtlichkeit lange und energiſch proteſtierte. Das Mannheimer„Brauhaus“ in 2 1 gegenüber, früher„zum Römer“ genannt, ward gleich⸗ falls für die Zwecke der Hofhaltung mit Beſchlag belegt und durch eine Brücke mit der kurfürſtlichen Wohnung verbunden. Im Fahr 1894 war der Schulhof des alten Schulhauſes in R 2 und der Kirchengarten zu beiden Seiten des Tur⸗ mes der Konkordienkirche mit rieſigen Stämmen verbarrikadiert, die, gegen den Turm angelehnt, das Rieſen⸗ gerüſt trugen zur Fertigſtellung des heute ſo kühn aufſtreben⸗ den Kirchturms der Konkordienkirche. Die Firma Werle und Hartmann vollführte dieſe Arbeit aufs glänzendſte. Ueber 150 Jahre war nämlich der Turm un⸗ fertig dageſtanden; nur wenig über das Kirchendach hinausragend, krönte den Turmſtumpf ein niederes ſchräges Dach. Einer Unmenge Krähen diente er als Aufenthalt, die der Nachbarſchaft den ganzen Tag über ein zänkiſches Konzert gaben. Dieſer Turm ſtand ehedem in der Mitte zwiſchen zwei Kirchen und diente beiden Kirchen gemeinſam; die gegen 2 2 liegende Kirche gehörte der deutſchreformierten Gemeinde, eingeweiht am 25. Auguſt 1717 und nahm mit ihren fünf Fenſtern in der Langfront den größten Teil des Platzes ein. Auf der anderen Seite ſtieß die Kirche der walloniſchen Gemeinde an den Turm, etwa ſo, wie das neue Schulhaus in K 2. Doch zeigt ſich beim Beſchauen, daß dieſer Platz bei weitem nicht die Länge beſitzt wie die heutige Konkordienkirche ihn einnimmt. Das war auch da⸗ mals ſo. Die walloniſche Kirche gegen§S 2 beſaß nur drei Fenſter in der Langfront; der Turm ſtand alſo nicht in der Mitte der beiden Gotteshäuſer, was ein unſchönes Bild ab⸗ gab. Bei der Belagerung der Stadt durch die Oeſterreicher 1795, die ein gewaltiges Bombardement eröffneten, um die darin eingeniſteten Franzoſen zu vertreiben, fingen auch die deutſchreformierte und walloniſche Kirche Feuer.„Der Turm der reformierten Kirche glühte förmlich im— und das Glockenerz floß herab wie Waſſer“. Eine Zeichnung zeigt uns den geſamten Kirchenkomplex nach der Belagerung ohne jegliches Dach. Die walloniſche Kirche konnte infolge der Armut der früher wohlhabenden Gemeindeglieder nicht wie⸗ der aufgebaut werden; auf ihrem Platz erſtand 1823 das vor einigen Jahren abgeriſſene Schulhaus in R 2, das nach 100⸗ jährigem Beſtehen der heutigen modernen„Sickingerſchule“ Platz machen mußte. Aelter als die Konkordienkirche iſt die Trinitatis⸗ kirche in G 4, deren Erbauung in das Jahr 1709 fällt. Aller⸗ dings erſtand ſie damals nicht in der Größe wie heute. Das durch die Säulen abgegrenzte Seitenſchiff kam erſt dreißig Jahre ſpäter hinzu, da ſich der Raum für die immer ſtärker werdende lutheriſche Gemeinde, die hier ihre Gottes⸗ dienſte abhielt, als zu klein erwieſen hatte. Wie Seubert in einem Vortrag des Mannheimer Altertumsvereins, dem wir hier teilweiſe folgen, meldet, beſuchte König Friedrich Wilhelm 5 von Preußen mit dem Kronprinzen, dem nachmaligen Friedrich dem Großen, anläßlich eines Beſuchs am kurfürſtlichen Hofe den lutheriſchen Gottesdienſt in der Trinitatiskirche. Zur Erſtellung des Gotteshauſes hatte die lutheriſche Gemeinde von außerdeutſchen Ländern erhebliche Zuſchüſſe erhalten; die mit der Sammlung der Baugelder beauftragten Männer ſcheuten ſogar die damals weite Reiſe nach Dänemark und Schweden nicht, um ihrem Baufond Gelder zuzuführen. Im Jahre 1777 erwarb die lutheriſche Gemeinde für ihr Gotteshaus ein neues ausge⸗ zeichnets Orgelwerk, auf dem ſpäter ſogar Mozart ſeine Meiſterſchaft in der Beherrſchung dieſes Inſtruments zeigte. Schubart, der in Hohenaſperg ſeine Erinnerungen uns hin⸗ terlaſſen hat, ſchreibt 1791 über die Orgel der reformierten Ge⸗ meinde: Die Reformierten haben eine ſchöne Kirche und eine treffliche Orgel, auf der ich etlichemal vor angeſehenen Zu⸗ hörern ſpielte. Nirgends fand ich die Menſchenſtimme täu⸗ ſchender und reiner als hier auf dieſer Orgel. Flöten⸗ und Zinnregiſter ſtanden im ſchönen Verhältnis zu einander, und das Pedal hatte Stärke und Dicke; auch war die Orgel ſo gut geſtimmt, daß man in chromatiſchen Tönen wühlen durfte, fürcht das den Orgeln ſonſt ſo eigene Wolfsgeheul zu be⸗ ürchten. Laſſen wir Schubart auch über die Religionsge⸗ meinſchaften uſw. in Mannheim ſprechen: Die verſchiede⸗ nen Religionen, Stände, Künſte und Hantierungen haben auch ſehr verſchiedene groteske, originalſchattierte Charaktere her⸗ vorgebracht. Katholiken, Lutheraner, Reformierte, Menoiten, Juden, Freigeiſter, Höflinge, Soldaten, Gelehrte, Kaufleute, Hantierer und Künſtler aller Art, kalte ruhige Seelen trifft man hier in poſſierlichem Gemiſch durcheinander an. Die Ka⸗ tholiken ragen über alle anderen Religionsgenoſſen von An⸗ ſehen und Gewalt weit hinaus; daher findet man bei den Proteſtanten gemeiniglich ein zurückhaltendes ängſtliches We⸗ ſen. Der Katholik iſt ein herrlicher Menſch, wo er allein herrſcht, guttätig und gaſtfrei, warm für Freundſchaft und Liebe, billig gegen die Proteſtanten, wenn ſie nur nicht mit ihm kollidieren. Die Menoiten tragen von der Einfalt und Ehrlichkeit der erſten apoſtoliſchen Kirche manchen Zug. Die reformierte Gemeinde in Mannheim iſt ungemein devot und brüderlich gegen jeden geſinnt, der ſich bei ihr erbauen will. Das bunte Gemiſch von Konfeſſionen und Nationalitäten aber hat dem Aufſchwung der Stadt nicht geſchadet, vielleicht diente die Verſchiedenartigkeit der Zuſammenſetzung der Einwohner⸗ ſchaft zur gegenſeitigen Aneiferung. Trotz mannigfacher Fähr⸗ niſſe entwickelte ſich das ſtädtiſche Gemeinweſen zu ſeiner heu⸗ tigen Blüte, und der Wortlaut der Inſchrift der Grundſtein⸗ medaille ging in Erfüllung: Turm und Rathaus ſteige von neuem zur Höhe empor jetzt, Unſere Stadt überwachend und unſere Mauern beſchirmend. S. J. Gund. ————————— Die neue Weltlelegraphen-Srönung Am 1. November 1026 tritt die im Herbſt 1925 von der Welttelegraphenkonferenz in Paris beſchloſſene neue Voll⸗ zugsordnung zum Welttelegraphenverkehr in Kraft. An wich⸗ tigeren Aenderungen gegenüber den jetzigen Vorſchriften für Telegramme nach dem Ausland ſind zu erwähnen: Zu vervielfältigende Telegramme heißen künftig Mehr⸗ fachtelegramme, Ueberſeetelegramme zu halber Gebühr dagegen zurückgeſtellte Telegramme. Bank⸗ und ähn⸗ liche Telegramme in offener Sprache dürfen am Anfang des Textes ein verabredetes Kennwort enthalten, ohne daß ſie die Eigenſchaft von Telegrammen in offener Sprache verlieren. Eſperanto iſt für Telegramme in vffener Sprache allgemein zugelaſſen. Als Erſatz der Wohnungsangabe in Telegrammen iſt der Fernſprechanruf oder die Poſtſchließfachnummer des Empfängers zugelaſſen. Bei Mehrfachtelegrammen müſſen die Zuſtellangaben(Börſe, Markt uſw.) hinter den Namen jedes Empfängers geſetzt werden. Telegramme ohne Text ſind nicht mehr zugelaſſen. Bei zurückgeſtellten Telegrammen dürfen Zahlen, Handelszeichen oder abgekürzte Ausdrücke über ein Drittel des Textes nicht hinausgehen. Bei Verzögerung im Ueberſeeverkehr werden künftig die Gebühren ſchon dann erſtattet, wenn die Laufzeit mehr als zweimal 24 Stunden be⸗ tragen hat. Bei Entſtellungen wird nur noch die Gebühr für den Telegrammteil erſtattet, der durch die Entſtellung ſeinen Zweck verfehlt hat. Die Friſt für die Anmeldung von Erſtat⸗ iſt von fünf auf ſechs Monate hinaufgeſetzt worden. Für drahtlich zu Telegramme iſt die gebüh⸗ renfreie Wegangabe„fil“ eingeführt, für zu funkende die An⸗ gabe„anten“. Unter Umſtänden können Telegramme auch mit der Luftpoſt befördert werden. Bei Telegrammen mit bezahlter Antwort im Auslandsverkehr zeigt der RP⸗Vermerk nicht mehr die Zahl der vorausbezahlten Wörter an, ſondern den vorausbezahlten Betrag in Goldfranken, z. B. RP.00. Vorausbezahlte dringende Antworten fallen, daher weg. Nicht voll ausgenutzte RP⸗Beträge werden nur auf An⸗ trag und nur dann erſtattet, wenn der Unterſchied mindeſtens 2 Goldfranken ausmacht. Die Gültigkeit der Antwortſcheine iſt von ſechs Wochen auf ſechs Monate erhöht. Die Beſtimmungen über den Fernſprechdienſt ſind vielfach geändert und ergänzt worden. Insbeſondere iſt zu er⸗ wähnen: Monatsgeſpräche während der Tagesſtunden zur dreifachen Gebühr können zwiſchen den einzelnen Ländern vereinbart werden.— Dauert ein Geſpräch länger als drei Minuten, ſo wird, abgeſehen vom Grenzverkehr, die überſchie⸗ ßende Zeit nur nach einzelnen Minuten berechnet.— Bei Ab⸗ lehnung eines Geſprächs werden drei Minuten in Rechnung geſtellt.— Für V⸗ und Xp⸗Geſpräche wird eine Zuſatzgebühr in Höhe von der Gebühr für ein gewöhnliches Dreiminuten⸗ geſpräch(mindeſtens.50 Frank) erhoben. Für den inner⸗ deutſchen Verkehr iſt am 30. Juni 1926 eine neue Tele⸗ graphenordnung erlaſſen worden, die gleichzeitig veröffentlicht wird und ebenfalls am 1. November in Kraft tritt. Wilhelm Worringer 9 Am heutigen Dienstag eröffnet der Freie Bund in der ſtädt. Kunſthalle ſeine Vortragsreihe mit der Rede eines der hervorragendſten Kunſtforſcher in Deutſchland: Prof. Wilhelm Worringer, von der Bonner Univerſität. Aus der Feder des Bundes⸗ leiters bringen wir hier einige Ausführungen über die Eigenart des in Mannheim perſönlich noch unbe⸗ kannten Denkers, Forſchers und Schriftſtellers, deſſen Gewinnung als Redner ein außerordentliches Ver⸗ dienſt um das kulturelle Leben unſerer Stadt bedeutet. * In den nächſten Wochen werden mehrere hervorragende Kunſthiſtoriker und Univerſitätslehrer zu den Mitgliedern des Freien Bundes ſprechen. Neben dem in Mannheim ſchon wohlbekannten Aegyptologen Prof. Ranke werden die beiden Forſcher Wilhelm Worringer(Bonn) und Hans Tietze(Wien) zum erſten Mal in der Kunſthalle zu Wort kommen. Tietze und Worringer, beide von hervorragender Wir⸗ kung auf Wiſſenſchaft und öffentliches Kunſtleben, ſtellen zwei durchaus verſchiedene Typen geiſtigen Verhaltens und wiſſen⸗ ſchaftlicher Weſensart dar. Prof. Tietze iſt der Mann der methodiſchen Wiſſenſchaft und der großzügigen Organiſation des Muſeumsweſens, der Denkmalspflege und Inventari⸗ ſation, ein Geiſt von weiteſtem Ausmaße, deſſen Wirkung in Oeſterreich und über Oeſterreichs Grenzen hinaus kaum ab⸗ zuſehen iſt.— Prof, Wilhelm Worringer iſt gegenüber dieſer überragenden fachwiſſenſchaftlichen Kraft mehr der kunſtphilo⸗ ſophiſche Seher und Deuter, ein Grenzfall zwiſchen Dichter und Gelehrten, Wiſſenſchaftler und Seelenführer. Alles was Worringer ſchreibt und ſpricht, mag es ſich auch meiſtens auf beſtimmte Gebiete vergangener Kunſt oder auf genau definierte Frageſtellungen der Aeſthetik beziehen, übt ſtets eine unmittelbare Wirkung auf die lebende Generation nicht nur der Kunſtforſcher, ſondern vor allem der Künſtler ſelber aus. Seine bewunderungswürdige Tähigkeit liegt da⸗ rin, daß er das Alte und Geweſene in lebendigſte Beziehung zu den Aufgaben und Frageſtellungen der jüngſten Gegen⸗ wart zu ſetzen weiß. Gewiß hat man ihn deswegen auch an⸗ gegriffen, aber ebenſo ſicher iſt die ſchöpferiſche Kraft dieſer intuitiven und dort auch auf gelehrter Kleinarbeit beruhenden Deutung und Verlebendigung der geſchichtlichen Prozeſſe und ihrer inneren Triebkräfte. „Worringers Hauptwerke„Abſtraktion und Ein⸗ ſühlung“ und„Formprobleme der Gotik“ haben in einer kritiſchen Zeit deutſchen Kunſtlebens, in der Hochſpan⸗ nung des ſogen.„Expreſſionismus, eine Wirkung ausgeübt, wie ſie von gelehrten Arbeiten ſonſt überhaupt nicht auszu⸗ gehen pflegt. Ganz gleich ob ſeine Definitionen objektiv⸗ hiſtoriſch letzte Wahrheit feſtgeſtellt haben: auf jeden Fall gilt hier im eigentlichſten Sinne das Dichterwort:„Was fruchtbar iſt allein iſt wahr“. Es läßt ſich denken, daß ein ſo leidenſchaftlicher und zu⸗ gleich ſo feinfühliger Denker und Forſcher auch ein ausge⸗ zeichneter Redner iſt. In der Tat haben Worringers öffent⸗ liche Vorträge, ſo etwa die Rede zur Kriſe des Expreſſionis⸗ mus 1920 in der Münchner Goethegeſellſchaft, Aufſehen er⸗ regt, weil hier Tatſachen der kommenden Entwicklung ſehr frühzeitig vorausgeahnt und in einer ebenſo überlegenen wie ſprachlich vornehmen Weiſe höheren Zuſammenhängen ein⸗ geordnet wurden. Es ſteht deshalb zu erwarten, daß das Mannheimer kunſtfreundliche Publikum einen ſo außerordentlichen Künſtler und Gelehrten, wie Wilhelm Worringer ihn repräſentiert, mit entſprechend großer Aufmerkſamkeit empfangen wird. HI. Ein Gruß aus Wien Josma Selim— Ralph Benatzky Es wurde hier ſchon verraten, daß ſie von Kattowitz kam, und deshalb nichts mit Selim Paſcha oder ſonſt ſo einem Großmogul zu tun hat. Die beſten Wiener kommen immer wo anders her. Das merkt man erſt, wenn ſie wo anders hin kommen. Josma Selim, mit den neugierigen arabiſchen Augen, dem ſchelmiſchen Lachen und den hausgemachten Liedern iſt eine Sache ganz für ſich. Die einzige Prominente unter den Wiener Diſeuſen, wie man die Vertreterinnen dieſes Kultur⸗ zweiges neunt. Zuerſt kommt ſie im Reifröckchen mit den Wiener Guck⸗ kaſtenbildern. Benatzky, ihr Mann, hat nun einmal eine Schwäche für das Vergangene. Das iſt echt wieneriſch, dieſes Sammeln charmanter Hiſtörchen, fortgeſetzt und der neuzeit⸗ lichung Verflachung angepaßt in den Skandalgeſchichten der bekannten Wiener Boulewardblätter. Daher die Guckkaſtenbilder im Koſtüm der Zeit. Sie fängt damit in den fünfziger Jahren an, aber iſt meitherzig genug, bis in Zeiten vorzuſchreiten, in denen das Steifröckchen nicht mehr mode war. Alſo mit dem Hiſtoriſchen iſt es eigent⸗ ich nix. Dafür lebt alles auf in einem ewigen Charme; das Wien der ſchönen Frauen, der lachenden und weinenden Weiſen, er⸗ wacht und ſendet ſeine Grüße durch Blick und Mund ſeiner vereidigten Diſeuſe. Da gibts ein Couplet nach der Art Neſtroys, deſſen Refrain aus ſeinem leider nicht mehr bekannten herzigen Stück„Nur Ruhe“ zu Scherz, Satire, Fronie und tiefere Bedeutung her⸗ halten muß:„'s is ja alles net wohr“... Der Frauen wohl⸗ temperierte Privilegia, bei denen das Publikum mit ein⸗ „ſtimmt“, ſchaffen Stimmung. Der Juchzer, der in dem Wort „Paradeisgartl“ liegt, klingt berückend ins Ohr. Die Früh⸗ jahrsparade an der Schmelz gehört zur Wiener Mentalität. Da iſt nichts zu machen. Dann kommt Josma Selim als modernes Soubretterl. Alles ſchaut ſo nett und poſſierlich aus, ſo natürlich, daß man meint,'s müßt' ſo ſein. Dabei iſt alles durchdacht bis ins letzte Detail, jede Pointe ſitzt, jeder Blick, jedes Wort, auch das den Liedern vorausgeſchickte, bleibt wohlüberlegt. Kleinkunſt! Keine leichte Sache, ſo luftig und duftig es ausſieht. Sie brachte geſtern nicht ihre allerbeſten Sachen. Aber auch die alten Bekannten nehmen ſich aus dem Munde dieſer aller⸗ erſten Spezialiſtin taufriſch aus. So„Spatz und Winter“ und die„billige Annette“ mit ihrem aus dem alten blauen Fetzen und den Zutaten beſtrittenen Frühjahrskleid. Der ganze Charme der Kleinkünſtlerin offenbarte der diskrete„Brief an einen Freund“. Und ſchließlich kam das Vermächtnis dieſes Künſtlerpaares an die kommenden Geſchlechter:„Ich muß wie⸗ der einmal in Grinzing ſein“ Benatzky, der Komponiſt, zeigt darin, was er kann: die Anmut der Wiener Weiſen in feinſter Rhythmik, ohne je reiße⸗ riſch zu werden, dem Ohr und dem Herzen des Publikums mit Geiſt und Geſchmack zu ſervieren. Als Pianiſt kann er außer⸗ ordentlich viel. Der Anſchlag wie Samt, das Spiel zuweilen wie ein kleines Tanzorcheſter, immer vornehm zurückhaltend, alles der angetrauten Interpretin überlaſſend. Das Publikum, das in Mannheim immer erſt hinterher merkt, was los war, aber doch in beachtlicher Anzahl erſchten, ging ſogleich mit und zeigte ſich wienempfänglich. Schließlich war es auch nur ſo eine Art Einführung, denn die Beiden kommen wieder. Wie wir hören, gar bald, und dann werden ſie erſt ihre Hauptſachen bringen, z. B. die„Leute von heute“. Der ſtürmiſche Beifall zeigte, daß dann die Anzahl der von geſtern weit übertroffen wird. miierungswürdig befunden werden, ein ſchöner Beweis da⸗ ————————————————— —————— 3 — Witz dieſes Schauhaus verlaſſen haben, iſt es ungefähr ein Un⸗ hatte ſich ein leidliches Enſemble und einen künſtleriſchen Lei⸗ Dienstag, den 5. Oktober 1928 4. Seite. Nr. 459 Stäotiſche Nachrichten Prümiierung des Ballon⸗ und Fenſterblumenſchmutkes Das Städtiſche Nachrichtenamt teilt mit: Nachdem die verſchiedenen Prüfungskommiſſionen, beſtehend aus Mitglie⸗ dern der Ortsgruppe Mannheim des Verbandes badiſcher Gartenbaubetriebe, des Gartenbauvereins„Flora“, des Stadtrats und den Beamten der Stadtverwaltung, im ge⸗ ſamen Stadtgebiet einſchließlich der Vororte im Laufe des Monats Auguſt die Bewertung der überraſchend zahlreichen Ausſchmückungen vorgenommen haben, wird am Sonn⸗ tag, den 10. Oktober, vormittags 11 Uhr, in der Turn⸗ halle des Realgymnaſiums der Prämiierungs⸗ akt ſtattfinden. Erfreulicherweiſe konnte eine große Anzahl von Ausſchmückungen— es ſind über tauſend— als prä⸗ für, auf wie fruchtbaren Boden in unſerer Stadt die An⸗ regungen der veranſtaltenden Kreiſe gefallen ſind. Die Preis⸗ träger werden in den nächſten Tagen durch Poſtkarte benach⸗ richtigt. Zu beachten iſt, daß die erhaltene Karte als Aus⸗ weis gilt und daß allein gegen Vorzeigen derſelben eine Preispflanze ausgehändigt werden kann. Wer der Preis⸗ verteilung am Sonntag nicht beiwohnt, muß den zuerkann⸗ ten Preis bis zum 25. Oktober in der Stadtgärtnerei am Rennplatz, werktags zwiſchen 2 und 3 Uhr— wiederum gegen Vorzeigen der Karte— in Empfang nehmen. Nach dieſem Zeitpunkt erliſcht jeder Anſpruch. Der Preisvertei⸗ lung am Sonntag geht u. a. ein kurzer belehrender Vortrag des Stadtobergarteninſpektors Kirchberg voraus. * * Hervorragender Erfolg einer Mannheimerin beim Pir⸗ maſenſer Schreibmaſchinen⸗Wettſchreiben. Am Sonntag vor⸗ mittag fand in Pirmaſens ein öffentliches Schreib⸗ maſchinen⸗Wettſchreiben ſtatt, zu dem ſich 31 Per⸗ ſonen gemeldet hatten. 19 waren von Pirmaſens, die übrigen 12 teils von Mannheim, teils von Mitteldeutſchland und Württemberg. Der Hauptzweck des Wettſchreibens war, die noch ſehr wenig bekannte und eingeführte Methode des Blindſchreibens mit 10 Fingern mit ihren ſehr augenſcheinlichen Vorteilen zu demonſtrieren. Daß dies glän⸗ zend gelungen iſt, dafür ſpricht der ſicherlich zu den Selten⸗ heiten gehörende Fall, daß eine Mannheimer Teil⸗ nehmerin an dem Wettſchreiben ein Stenogramm als Er⸗ gebnis eines Diktates zu 8 Minuten in der gleichen Zeit auf der Schreibmaſchine übertrug. * Die Bautätigkeit in Mannheim. Nach den Erhebungen der Ortsbaukontrolle wurden anläßlich der Rohbaureviſionen zum Teil durch Neubauten, zum Teil durch Umbauten im September 76 Wohnungen neu geſchaffen; darunter ſind 58 Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern und 18 Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern. Die Zahl der Neubauten belief ſich auf 28 ldavon 4 Kleinhäuſer mit 1 bis 2 Wohngeſchoſſen), die der Umbauten auf 4. * Feſtnahme eines gemeinen Betrügers. Der Polizei iſt es gelungen, einen von Ludwigshafen ſtammenden Kauf⸗ mann zu verhaften, der in der letzten Zeit dadurch Betrü⸗ gereien verübt hat, daß er in verſchiedenen Orten der Pfalz ſolche Familien aufſuchte, von denen er wußte, daß ſie Ange⸗ hörige als Vermißte beklagen. Der ſaubere Kunde ſchwin⸗ delte den Leuten vor, er ſei vor kurzer Zeit aus ruſſiſcher Ge⸗ fangenſchaft zurückgekehrt und habe in Rußland den Sohn oder Bruder angetroffen. Zum Zwecke der Freilaſſung des Angehörigen ſei es notwendig, den Betrag von 25 Mark an eine Adreſſe nach Mannheim zu überweiſen. Selbſtredend hat ſich die ganze Sache als plumper Schwindel herausgeſtellt. Bei der Feſtnahme gab der Betrüger noch einen falſchen Namen an F * Verhaftung eines internationalen Hotelbiebes. In den letzten Tagen konnte in Genf ein raffinierter Hoteldieb ver⸗ haftet werden, der vor kurzer Zeit auch in München ſein Un⸗ weſen trieb. Zuletzt hatte er dort den Lederkoffer eines Hotel⸗ gaſtes aufgeſchnitten und eine Anzahl Juwelen von hohem Wert geſtohlen. Der Verdacht richtete ſich ſogleich gegen einen dort wohnhaften Reiſenden, der ſich als Karl Burg in das Fremdenbuch eingetragen hatte. Schon am nächſten Tage nach dem Diebſtahl verſchwand dieſer Burg. In ſeinem Zimmer fand man eine Aktenmappe, die, wie feſtgeſtellt wurde, einem Mannheimer Sberingenieur gehörte und dieſem in einem anderen Hotel entwendet worden war. Genf konnte der Gauner dingfeſt gemacht werden. Zur all⸗ gemeinen Ueberraſchung entpuppte er ſich als der ledige Kauf⸗ mann, Kellner, Gelegenheitsarbeiter und Gelegenheitsdieb Hans Höldamm aus Plauen an der Havel. Wegen einer ganzen Reihe ſchwerer Hoteldiebſtähle, die in den verſchieden⸗ ſten Gegenden Deutſchlands verübt wurden, wird dieſer Ver⸗ brecher von den Behörden ſchon lange geſucht. Bei ſeinen Die⸗ besfahrten führte er ſtets einen falſchen Namen. Berliner Ar· und Erſt⸗Aufführungen Von Hermann Kienzl 93 Zwei Premieren im Theater in der Kommandantenſtraße, eine davon deutſche Uraufführung. Seit die Brüder Herrn⸗ feld mit ihrem mäßigen, die Beſcheidenen erfreuenden Jargon⸗ glückshaus. Jetzt bewohnt es eine ſtrittige„Deutſche Volks⸗ bühne“, die vor ein paar Tagen vor Gericht ihren Namen einſtweilen verloren hat. Die große Freie Volksbühne ließ ſich den Konkurrenztitel nicht gefallen. Das neue Unterneh⸗ men war aus einem Billetthandelgeſchäft hervorgegangen, ter beſchafft, aber ſeine Reißerſtücke verrieten bisher keinen mit den ſozialethiſchen Beſtrebungen der Volks⸗ ühne. Man ſchenkte dem deutſchen Theater ein in England und im Film erfolgreiches Schauſpiel von Guy Bolton:„Der ſchwarze Engel!. Zwei Akte Schmus, dann im dritten, dem ungeſchickt und breitſpurig vorbereiteten, eine packende Szene. Die Reißer⸗Szene, die einem guten Schauſpieler(Ri⸗ chard Duſchinsky) Gelegenheit zu feinem Spiele gab. Ein Tot⸗ geſagter iſt, aus Gefangenſchaft und Lazarett entlaſſen, nicht zu ſeiner Braut zurückgekehrt. Weil er— erblindet iſt und ihr Leben nicht an ſein Unglück ketten wollte. Er lebt und ſchreibt(Jugendgeſchichten) unter fremdem Namen. Das Mädchen, Lordstochter, hat dem„Toten“ fünf Jahre die Treue gewahrt; als ſie erfährt, daß er lebt(von ſeiner Erblindung weiß ſie nichts), und ſie, die in der Abſchiedsnacht ganz die Seine geworden war, verlaſſen habe, wendet ſich ihr Herz einem anderen zu, deſſen Liebe über jene Liebesnacht freiher⸗ zig hinwegkommt. Doch Kitty ſucht den ungetreuen Hilary auf, um von ihm ausdrücklich zu hören, daß ſie frei ſei. Hi⸗ lary, von Kittys Beſuch vollkommen überraſcht, bringt ſeiner unerſchütterlichen Liebe das heroiſche Opfer, vor dem Mädchen den Sehenden zu ſpielen. Sie möge ohne Gewiſſenslaſt den Anderen und ihr Glück wählen! Möge ihn für treulos hal⸗ ten! Dieſe bedachtſam und mit latentem Gefühl durchgeführte Szene iſt der Clou. Leider ein guter Schlüſſel ohne Schloß. Denn die Komödie, in den erſten Akten eine dick aufgetragene Geſellſchaftsparodie, verſandet vor dem Ende in ſentimentaler Moralität. Es wäre gut geweſen, hätte der wieder allein Ge⸗ bliebene bloß die Steinbüſte des Mäochens, die er nicht ſehen ſie nimmt das Opfer des Blinden an. kann, zärtlich betaſtet— und dann Vorhang! Statt deſſen kommt Kitty noch hinter den liebenden Betrug, und ihr Cha⸗ Leue Maunheimer Zeitung(Mikiag⸗Ausgabe) Veranſtaltungen * Die Mannheimer Libelle iſt zu neuem Leben erwacht. Wenn ihre Artgenoſſen ſich zum Winterſchlaf rüſten, beginnt ſie ihr graziöſes, buntſchillerndes Spiel. Folgen wir ihr, ſo werden wir auf manche ſeltſame Blume aufmerkſam gemacht. Zunächſt auf Dr. Allos, einen Vortragskünſtler, deſſen charakteriſtiſche Eigenart ſtets von neuem zu enthuſiaſtiſcher Bewunderung hinreißt. Man kann ſich in der Tat nichts Vollendeteres denken, wenn man hört, wie Dr. Allos ſeine Geiſtesblitze interpretiert, wie ſein modulationsreiches, warmbeſeeltes Organ ſich mit den Klängen des Harmoniums vermiſcht. Man könnte dieſen geſungenen Eſſays ſtunden⸗ lang lauſchen, ohne zu ermüden. Und wir können uns des⸗ halb ſehr wohl vorſtellen, daß allein dieſer Künſtler manchen Stammgaſt veranlaßt, die Libelle mehr als einmal in dieſem Monat aufzuſuchen. Aber auch Aenn Heuſingers Zug⸗ kraft bewährt ſich wieder in glänzender Weiſe. Als„be⸗ kannte und beliebte Sängerin zur Laute“ annonciert ſie das Programm. Durchaus nicht überſchwänglich. Man darf ruhig von dem„erklärten Liebling des Publikums“ ſprechen. Und wenn man nach den Urſachen dieſer ungewöhnlichen Popularität frägt, ſo kann man nur ſagen: es iſt der unnach⸗ ahmliche Liebreiz, der von dem gertenſchlanken Pagen mit ſeiner ſüßen Dreiſtigkeit ausgeht. Feo Feodora, die raſſige Zigeunerin, gleicht in der Art des Vortrags ſehr Dr. Allos, weil auch ſie ſich ſelbſt begleitet, weil ſie mit ihrem Geigenſpiel ihre ſtimmungsreichen Lieder auf das wirkungs⸗ vollſte unterſtreicht. Selmar Baſch iſt ein erxzellenter Anſager. Wie er ſofort den Kontakt mit dem Publikum her⸗ ſtellt, das iſt ausgeſprochen ſüddeutſche Eigenart. Aber auch, wenn ſich der„Sprecher des verbindenden Textes“ in den Vortragskünſtler verwandelt, bewährt ſich ſeine unterhalt⸗ ſame, ebenſo witzige wie feinſatiriſche Humoriſtik. Als den„König der Hexenmeiſter“ darf man Carmellini be⸗ zeichnen, der, von ſeiner Gattin aſſiſtiert, ein Programm ab⸗ ſolviert, das in ſolcher Vollendung hier noch nicht gezeigt wurde. Verſchiedene Tricks ſind geradezu fabelhaft. Die Tanzkunſt wird durch Calvaro, einen wundervoll gra⸗ ziöſen Damenimitator in modernſter Aufmachung, das tem⸗ peramentvolle Trio Maria Lubomierska und Fritz und Bobby Link und die vier jugendlich anmutigen Rennes auf das eindrucksreichſte vertreten. In dem Regina⸗ Jazzorcheſter wurde eine Kapelle verpflichtet, die jetzt ſchon den eleganten Raum vorzüglich beherrſcht. Herrn Benno Schallert, der für das exquiſite Programm, mit dem die Winterſaiſon ſo hervorragend eröffnet wird, ver⸗ antwortlich zeichnet, gebührt ein Extralob. Die erſten Abende waren ausgezeichnet beſucht. Auch Samstag z. B. herrſchte ein derartiger Andrang, daß nicht alle unterkommen konnten. Man darf ſich im Intereſſe des Fortbeſtandes unſerer Klein⸗ kunſtbühne der Hoffnung hingeben, daß dieſes ſtarke Inter⸗ eſſe kein Strohfeuer iſt. Unterſtützung, dann wird ſie trotz aller ſteuerlichen und ſon⸗ ſtigen Erſchwerungen auch fernerhin in der Lage ſein, mit ſo hochwertigen Programmen wie dem jetzigen aufzuwarten. —* abend des weltberühmten Virtuoſen Jan Kubelik ſtatt. Der Künſtler wird Werke von Beethoven, Bach, P nini und von ſich ſelbſt zum Vortrag bringen und am Flügel von Profeſſor E. Hajek begleitet werden. Palaſt⸗Theater auf ſeinem neuen Spielplan. Außer einem vorzüglichen Beiprogramm ſind es zwei Sechsakter, die uns in Bann halten. Der erſte:„Monte Carlo“, das Para⸗ dies deer Liebe, iſt wohl franzöſiſchen Urſprungs, hat aber doch einen ſehr guten Durchſchnitt aufzuweiſen. Ja, ſein Thema iſt in gewiſſer Beziehung etwas eigenartig, um nicht, zu ſagen, neu, und die Zeichnung dieſes einen Menſchen, der weiß, daß er nur noch ein Jahr zu leben hat, iſt ſo ſchön und groß, daß man gerne dieſer Handlung folgt. Dieſer uner⸗ meßlich reiche Menſch iſt dadurch keine Minute verbittert, ſondern iſt beſtrebt, Gutes und Edles zu tun. Und wenn er beinahe zwei Menſchen auseinander ſtatt zueinander gebracht hätte, iſt dies nicht ſeine Schuld, ſondern die eines heim⸗ tückiſchen Schickſals, dem er dennoch mutig die Stirn bietet.— Der zweite Sechsakter iſt ein Detektipfilm,„Jagd auf Menſchen“ betitelt, mit Carlo Aldini in der Hauptrolle. Auch deſſen Handlung iſt gut und bewegt ſie ſich nicht direkt auf den Bahnen des ausgeſprochenen Senſationsfilms, wenn auch ohne Senſationen ein Detektivfilm ſchließlich nicht ar⸗ beiten kann. Jedenfalls bürgen Namen, wie Carlo Aldini, Erich Kaiſer⸗Titz, Mali Delſchaft, Albert Paulig, Margarete Kupfer u. a. für die Güte des Films. 8 rakterbild muß ſich in einer Rührſzene zerſtören laſſen; denn Gertrud Kanitz war Duſchinskys zarte Gegenſpielerin. An derſelben Stelle hielt man es für nötig, des Ungarn Melchior Lengyel vor zwanzig Jahren beim großen Hau⸗ ſen erfolgreiches Senſationsſchauſpiel„Taifun“ auszugra⸗ ben. Dieſe grobe Warnung vor den japaniſchen Koloniſten in Europa iſt in den Tagen des Völkerbundes beſonders unſchick⸗ lich. Vor allem iſt ſie unſinnig, und zwar auch darin, daß der einzige Japaner, ſo ſich innerlich aus der Genoſſenſchaft der herzloſen Spione löſt, ſein europäiſiertes Herz in der Liebe zu einer ordinären Kokotte entdeckt, der er ſchmachtend nachtrauert. (Nebenbei hat er ſie ermordetl) Das ganze Stück, ſamt der Gerichtsſzene, iſt alte Theaterkolportage. Schade, daß uns Jakob Feldhammer, den einſt Berlin an Wien verlor, in einer Virtuoſenrolle wiederkehrte, die bloß nationale Maske und grelle Effekte forderte. Der Schauſpieler Hans Leibelt, vor⸗ trefflich als ungehobelter Bohemien, iſt neuer Gewinn. Zwei Miſſetaten ſollen bloß als üble Zeichen der Zeit ge⸗ ſtreift werden. Im Trianontheater gabs eine Nachtvorſtel⸗ Lung, von beſonderen Intereſſenten veranſtaltet; ein angeb⸗ liches Schauſpiel:„Die Enterbten“ von Herbert Hirſch⸗ berg. er§ 175 muß beſeitigt werden, damit er nicht fer⸗ nerhin ſolche dilettantiſche Tendenzdramen verſchulde!— Im Reſidenztheater führte ſich eine ſogenannte Gaſtſpieldirektion mit der ſehr ordinär ins Deutſche vergröberten Pariſer Co⸗ chonnerie„Das Abſteigequartier“ von Auguſt Achaume, unſauber ein. Der Rekord wurde mit eindeu⸗ tiger Geſchlechtlichkeit, vor allem mit abſoluter Geiſt⸗ und Witzloſigkeit geſchlagen. 5 In Saltenburgs Deutſchem Künſtlertheater wieder ein Anlehen bei England und wieder ein draſtiſcher Beweis, daß unſere Theaterdirektoren hinſichtlich der deutſchen Produktion unwiſſend und unberaten ſind. Wenn auch nicht die Verſager unſerer impotenten Mode⸗Champions, ſo ſchlügen doch viele unentdeckte kleinere oder größere Talente die Langeweile Ar⸗ nold Bennetts und ſeiner Komödie„Dasgroße Aben⸗ teuer“ ſicher aus dem Felde. Eine Qual von acht Akten! (Vier geſteht der Zettel, aber jeder Akt ſpaltet ſich.) Der erſte mochte noch hingehen. Es ſtirbt der Kammerdiener des hoch⸗ berühmten Malers Ilam Carve. Der Meiſter, ſchüchtern, weltſcheu, menſchenfremd, iſt nicht im Stande, die Leute über die irreführenden Umſtände aufzuklären, die in dem Toten fälſchlich den berühmten Maler, im Lebenden deſſen Kammer⸗ diener erkennen laſſen. Der Diener wird in der Weſtminſter⸗ abtei beigeſetzt, der Herr aus ſeinem Haus hinausgeworfen. Findet die Direktion die richtige 6 Violin⸗Abend Jan Kubelik. Heute Dienstag abend findet im Muſenſaal des Roſengartens der einzige Violin⸗ a pag⸗ W. R. Polaſt⸗Theater. Ein großes Programm hat das Namenstage im Oktober Am 5. wird Placidus gefeiert, der in Italien wirkte und 541 von Seeräubern enthauptet wurde.— Am 6. iſt Bruno, deutſch: der Braune. Bruno wirkte in Köln und iſt der Stifter des Carthäuſerordens. Er gilt als Patron gegen Peſt. Ueber den Beweggrund, der den Heiligen veranlaßte, die Einöde aufzuſuchen, berichtet die Legende, daß Bruno an der Totenfeier eines berühmten Profeſſors teilgenommen hatte, deſſen Leichnam in der Kirche aufgebahrt war. Wäh⸗ rend nun die Verſammlung für den Verſtorbenen betete, ſoll ſich dieſer erhoben haben, um zu ſagen:„Aus gerechtem Ur⸗ teile Gottes bin ich angeklagt, gerichtet und verdammt wor⸗ den.“— Oſitha, die am 7. gefeiert wurde, lebte im 7. Jahr⸗ hundert und wurde von einem Seeräuber enthauptet.— Am 8. iſt Brigitta, eine Schwedin aus königlichem Geſchlecht. Sie ſtiftete den Brigittenorden und iſt die Patronin der Pilger und für die Vorherſage der Todesſtunde.— Am 9. iſt Diony⸗ ſius, der den Beinamen Areopagita hat, weil er wegen ſeiner Weisheit unter die 12 Areopagiten(Vorſteher) ſeiner Vaterſtadt Athen aufgenommen worden war. Er ſoll bei der Finſternis, die beim Tode Chriſti entſtand, während er ſich zu Heliopolis aufhielt, den ſprichwörtlich gewordenen Ausruf gemacht haben: das Weltgebäude wird vernichtet werden!“ Später kam Pau⸗ lus in ſeine⸗ Heimat, der ihn zum Chriſtentum überführte. Unter Domitian wurde er im Jahre 95 zu Athen lebendig verbrannt.— Ludwig Bertrand wird am 11. gefeiert. Ludwig heißt: der berühmte Kämpfer. Ludwig Bertrand lebte im 16. Jahrhundert in Spanien und wirkte ſpäter in Weſtindien. Pelagia, die am 12. gefeiert wird, war im 6. Jahrhun⸗ dert zuerſt Schauſpielerin, ſpäter Büßerin in Antiochia.— Am 13. iſt Eduard, ein Name, der ſich hauptſächlich im engliſchen Königshauſe findet. Deutſch heißt Eduard: Hüter des Guten. Der Eduard dieſes Tages lebte im 11. Jahrhundert als König in England. Zum Unterſchied von ſeinem gleichnamigen Vater, dem Märtyrer, wird er„der Bekenner“ genannt. Er iſt der Patron der engliſchen Könige.— Burchard, der Hei⸗ lige des nächſten Tages, war im achten Jahrhundert Biſchof von Würzburg. Deutſch heißt Burchard: der ſtarke Schutz.— Am 15. iſt Thereſia, deutſch: Bewohnerin der Inſel Thera. Sie iſt Verfaſſerin verſchiedener myſtiſcher Schriften und lebte im 16. Jahrhundert. Ihr Todeskag iſt eigentlich nicht der 15., ſondern der 4. Oktober. Aber ihr Todestag fällt gerade in die Zeit, wo unter Gregor XIII. der Kalender verbeſſert und 10 Tage eingeſchoben wurden.— Der Abt St. Gallus, der 551 in Irland geboren wurde, iſt der Erbauer eines Kloſters in der Schweiz, aus dem die Stadt St. Gallen her⸗ vorging. Er iſt der Patron der Hähne.— Am 17. iſt Hed⸗ wig, deutſch: Glückskampf. Sie lebte im 12. Jahrhundert als Herzogin in Schleſien, wo ſie wegen ihrer Wohltätigkeit be⸗ kannt war. Sie iſt die Stifterin des Ziſtercienſerinnen⸗ kloſters zu Trebnitz.— Den gleichen Namen trug die Herzogin von Schwaben, die 994 ſtarb und deren Beziehungen zu dem Kloſter St. Gallen von Scheffel in ſeinem bekannten Ekke⸗ hard behandelt ſind. Am gleichen Tage iſt Margaretha, deutſch: die Perle. Der 18. iſt der Tag des Evangeliſten Lukas. Er war zu Antiochia geboren, hatte die Malkunſt erlernt und war ſpäter Arzt. Sinnbildlich wird er dargeſtellt mit Maler⸗ geräten. Er iſt der Patron der Aerzte und Maler.— Am 20. iſt Wendelin, der im 6. Jahrhundert in Schottland lebte. Nach der Legende ſoll er ein Königsſohn und ſpäter Hirte geweſen ſein; er ſtarb als Einſiedler. Er iſt der Patron der Landwirte und des Viehs.— Am 21. wird der Englän⸗ derin Urſula gedacht, die im 4. Jahrhundert lebte. An ſie knüpft ſich die Sage von den 11000 Jungfrauen, die mit ihr nach Köln entflohen, um der Ehe mit einem Heiden zu ent⸗ gehen, wo ſie von den Hunnen erſchlagen wurde.— Am 24. iſt der Gedächtnistag für den Erzengel Raphael, deutſch: Gott heilt. Er iſt der Begleiter des jungen Tobias, deſſen blinden Vater er geheilt haben ſoll. Er wird gewöhnlich Erzengel genannt und iſt der Patron der Reiſenden und Kranken.— Am 26. werden die beiden Brüder Criſpin und Criſpi⸗ nianus gefeiert, die in einen Keſſel mit ſiedendem Blei ge⸗ worfen wurden, aber unverletzt blieben. 287 wurden ſie ent⸗ hauptet.— Der 27. iſt der Gedenktag für Vincentius(bei uns: Vinzenz) und ſeiner Schweſtern Sabina und Chri⸗ ſtet a. Er wurde 304 unter Dacianus getötet, indem ihm der Kopf auf einem Stein zerſchmettert wurde.— Am 28. iſt Simon und Judas Thaddäus. Beide ſind Apoſtel. Simon iſt der Patron der Gerber und Jäger, Iudas für große Notlagen.— Narciſſus, deſſen Tag der 29. iſt, ſtarb 212 als Biſchof von Jeruſalum.— Am 30. iſt Marcellus, der Hauptmann in der Trajaniſchen Legion war und mit ſeinen Söhnen enthauptet wurde.— Mit Wolfgang, der am 31. gefeiert wird, ſchließen die Namenstage des Oktobers ab. Wolfgang war im 10. Jahrhundert Biſchof von Regensburg. Dr. J. W. Wenn nun wenigſtens, wie es einen Augenblick— dank dem nach Höherem bedürftigen Spiel Pallenbergs!— den Anſchein hatte, in dem vergewaltigten Carve eine Erſchütterung ſeines Ich⸗Bewußtſeins einträte! Auch dieſes Problem wäre nicht neu, Julius Bab hat es in ſeiner feinen Komödie„Das Blut“ behandelt. Aber nein! Dieſer Carve iſt nur ein Wurſtikus. Er lebt, liebt und malt zufrieden in der Anonymität, und wir müſſen es dulden, daß drei Stunden lang die überflüſſigen Leute auf der Bühne darüber ſtreiten, ob er der Herr oder der Diener iſt. Ohne daß wir die geringſte Spannung erleben! Troſt in der Trübſal, daß Max Pallenberg und Käthe Dorſch kaum von der Bühne kamen. Betrüblich, daß man ſie zu nichts⸗ ſagenden Rollen mißbrauchte. Spielzeitbeginn im Wiesbadener Staatstheater. Das Kleine Haus brachte als erſte Schauſpielneuheit unter Hage⸗ manns Leitung die Komödie„Mrs. Cheneys Ende“ von Frederick Lonsdale, ein ohne beſonderen künſtleriſchen Ehr⸗ geiz doch unterhaltſames, ſpannend und wirkungsvoll auf⸗ gemachtes Bühnenſtück, das der neuverpflichteten Lilly Eiſenlohr in der Titelrolle Gelegenheit bot, ein ſohr be⸗ achtliches ſchauſpieleriſches Können zu erweiſen. Es folgte die Erſtaufführung von Goethes„Stella“, gegeben in der ur⸗ ſprünglichen Faſſung ohne den ſpäter abgeänderten, tragiſchen Schluß; den romantiſchen Stimmungscharakter dieſes Schau⸗ ſpiels für Liebende“ wußten Regie und Darſtellung im We⸗ ſentlichen gut zu treffen, ohne doch ein mehr als literariſches Intereſſe und einen Achtungserfolg erzielen zu können. In der Oper wurde die Neuinſzenierung von Mozarts„Entfüh⸗ rung aus dem Serail“ zu ſtarkem Eindruck; die hervorragend präziſierte und lebenſprühende Orcheſterführung Kapellmeiſter Rothers und die ſtimmgewaltige, vollſaftige Geſtaltung des Osmin durch L. Hofmann entſchieden hier in erſter Linie den Erfolg. Bedeutendſte Wirkung aber hinterließ die im Großen Haus erfolgte Neuinſzenierung von Shakeſpeares überall glücklich, ließen insbeſondere die allzu kärglich, biswei⸗ len ſogar ſinnwidrig ſtiliſierten Bühnenbilder manches zu wünſchen übrig, ſo zeigte der Abend doch zwei ſchauſpieleriſche Leiſtungen von größtem Format und von ſo hoher Vollen⸗ dung, daß ſie über alle Mängel leicht hinwegſehen ließen: Mombers Othello in einer ganz eigenartig perſönlichen Auffaſſung und Geſtaltung, voll Echtheit und menſchlicher Wärme, ihm ebenbürtig der Jago Kleinerts, mit welchem dem Staatstheater eine außerordentlich ſchätzenswerte Kraft gewonnen ſcheint. H. L. „Entweder leidet der Herr der Natur oder, „Othello“. War auch die Spielleitung Dr. v. Gordons nicht —— —————— 5. Seite. Nr. 459 Dienstag, den 5. Oktober 1926 Kommunale Chronik Gültigkeitserklärung der Heddesheimer Bürgermeiſterwahl * Heddesheim, 4. Okt. Das Bezirksamt Weinheim hatte vor einigen Wochen die Wahl des Plankſtadter Gemeinderech⸗ ners Hetterich zum Bürgermeiſter der Gemeinde Heddes⸗ heim für ungültig erklärt. Gegen dieſe Entſcheidung des Be⸗ zirksamtes wurde beim Miniſterium des Innern Beſchwerde eingelegt. Das Innenminiſterium hat darauf die Entſcheidung des Bezirksamtes Weinheim aufgehoben und angeordnet, daß in einem zweiten Termin eine neue Entſcheidung herbeige⸗ führt werde, weil weſentliche Vorſchriften des Verfahrens nicht eingehalten wurden. In dieſer zweiten Sitzung wurde die Wahl für gültig erklärt. Kleine Mitteilungen Der Freiburger Stadtrat hat für die Errichtung weiterer Wohnungen für kinderreiche Familien eine Summe von 190 000 Mark bewilligt. Der Konſtanzer Bürgerausſchuß hat in zwei Sitzungen den ſtädtiſchen Voranſchlag für das laufende Rechnungsjahr beraten und mit allen gegen eine Stimme ge⸗ nehmigt. Er ſieht wie im vergangenen Jahre eine Umlage von 60 Pfg. vor. Außer einigen unbedeutenden Streichungen wurde von der Erhebung der Gtränkeſteuer vom 1. Skt. ab abgeſehen, was für die Stadt einen Einnahmeausfall von über 40000 Mark bedeutet. Der Oberbürgermeiſter hatte gegen dieſen Abſtrich Proteſt erhoben. Das Kollegium be⸗ ſchloß jedoch nahezu einſtimmig die Aufhebung der Getränke⸗ ſteuer. * ⸗kr⸗ Heidelberg, 3. Okt. Dem Bürgerausſchu ß ſind zu ſeiner Sitzung am 6. Oktober zwei weitere Vorlagen zu⸗ gegangen. Die Vergnügungsſteuerordnung der Stadt Heidelberg ſoll nach den vom Reichsrat erlaſſenen neuen Beſtimmungen geändert werden. Der Bürgerausſchuß ſoll ferner die Genehmigung geben zum Bau einer Verbin⸗ dungsſtraße von der Höhenſtraße oberhalb des Schloß⸗Wolfs⸗ brunnenwegs bis zur„Schönen Ausſicht“ mit einem Auf⸗ wand vou rund 35 000 /, zur Herſtellung des Entwäſſerungs⸗ anſchluſſes des künftigen Stadtteils Rohrbach mit einem Auf⸗ wand von rund 32000 4. Beide Summen ſollen aus Au⸗ lehensmitteln beſtritten werden. sw. Darmſtadt, 2. Okt. In der Stadtverordneten⸗ Verſammlung fanden faſt alle Punkte ohne Debatte An⸗ nahme. Wie im vorigen Jahre ſollen alle Hilfsbedürftigen, die ſich in der Fürſorge des Wohlfahrts⸗ und des Jugendamtes befinden, ſowie den Unterſtützungsempfängern in der Er⸗ werböloſenfürſorge auch für die kommenden Wintermonate— November 1926 bis einſchließlich April 1927— laufende Win⸗ terbeihilfe gewährt werden. Hierfür werden 100 000 Me. bereit geſtellt. Hierzu beantragten die Sozialdemokraten, daß die Stadtverwaltung bei der Reichsregierung vorſtellig werde, 1. daß das Geſetz über die Erwerbsloſen⸗Verſicherung dem Reichstag beſchleunigt vorgelegt wird, 2. die Unterſtützungs⸗ ſätze für die Erwerbsloſen erhöht werden, da eine fortſchrei⸗ tende Verelendung offenbar iſt, 3. die Unterſtützung für die Dauer der Erwerbsloſigkeit gewährt wird, 4. der unhaltbare Zuſtand der Bedürftigkeitsprüfung fällt, 5. die Kurzarbeiter⸗ unterſtützung ausgedehnt wird. Der Antrag fand Annahme. Weiter kam zar Sprache, daß Leute im Hallenſchwimmbad von Augenentzündung betroffen werden, weil das Waſſer ge⸗ chlort würde. Die Stadtverwaltung gab Auskunft dahin, daß dies auch für die Fölge geſchehen müſſe, um Jnfektionen zu anderwärts würde das Waſſer der Bade⸗ verhindern. Auch anſtalten gechlort. Sparerbewegung badiſchen Ortsgruppen des Sparerbundes und anderer Gläubigerverbände, die dieſer Tage in Karls⸗ ruhe tagte, billigte einſtimmig die Erfurter Beſchlüſſe der Deutſchen Aufwertungs⸗Organiſationen, wonach dieſe ſich zu einer einheitlichen politiſchen Kampffront zu⸗ ſammenſchließen. Auch in badiſchen Gemeinden iſt die Aufſtellung eigener Vorſchlagsliſten für die Stadtverordneten⸗ und Stadtratswahlen teils ſchon beſchloſſen teils in Vorbereitung.. 8 Mit Entrüſtung nahm die Verſammlung Kenntnis vom Fall Dr. Ernſt Mayr. 11 gegen Profeſſor Mayr ausgeſprochenen Kündigung einen ge⸗ waltſamen Eingriff nicht nur in die Eigenheit der Wiſſenſchaft und Lehre, ſondern auch in die Unabhängigkeit der Rechts⸗ pflege und ſpricht Profeſſor Mayr ihren Dank und ihre An⸗ erkennung in der Hoffnung aus, daß Profeſſor Mayr den Kampf ſiegreich beſtehen wird. 50. Pfälzer Kriegertag Am vergangenen Sonntag, 3. Oktober, wurde im Saal⸗ bau der Stadt Neuſtadt a. d. Höt. die 50. Tagung des Pfäl⸗ ziſchen Kriegerverbandes abgehalten. Nach Be⸗ grüßüngsworten des Baron zu Guttenberg referierte Ober⸗ inſpektor Hauck⸗Neuſtadt über das Pfälzer Krieger⸗ und Erholungsheim im Kavalierbau der Villa Ludwigs⸗ höhe bei Edenkoben. Die heute für die Einrichtung des Hei⸗ mes zur Verfügung ſtehende Summe hat die Höhe von 130000 Mark erreicht. Der Kavalierbau wird in nächſter Zeit von den jetzt dort wohnenden Familien geräumt, die Erneue⸗ rungsarbeiten werden dann ſofort in Angriff genommen. Die Eröffnung des Erholungsheimes ſoll im Frühjahr des näch⸗ ſten Jahres erfolgen. Herr Hauck ſtellte die Forderung auf, daß im pfälziſchen Kriegererholungsheim kein Unterſchied zwiſchen Offiziere und Soldat gemacht wird. Der Verband hat jetzt eine Mitgliederzahl von 15 000 erreicht. Der Unter⸗ ſtützung der Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen ſoll beſondere Aufmerkſamkeit zugewandt werden. An den baye⸗ riſchen Kronprinzen Rupprecht als dem Protektor des Ver⸗ bandes ſandten die Tagungsteilnehmer ein Telegramm, in dem der Dank für die zur Verfügungsſtellung des Kavalier⸗ baues ausgeſprochen wird. Das bisherige Präſidium wurde wiedergewählt. Als nächſter Tagungsort iſt Kaiſerslautern beſtimmt. Ein zweites Telegramm ging an den Reichspräſi⸗ denten ab. Der Bayeriſche Frauentag Die Veranſtaltungen des 11. Bayeriſchen Frauentages in Speyer beginnen am 5. Oktober mit einer öffentlichen Abend⸗ verſammlung im Stadtſaal, bei der Frau Miniſterialrat Dr. Bäumer über„Internationale Probleme der Wohlfahrts⸗ pflege“ ſprechen und ihre Eindrücke von der diesjährigen Völkerbundstagung wiedergeben wird. Das weitere Pro⸗ gramm ſieht u. a. vor: 6. Oktober, vorm. 8½ Uhr Vorträge über Neuerungen in der Mädchenbildung, nachmittags Ge⸗ neralverſammlung des Hauptverbandes Bayeriſcher Frauen⸗ pereine, abends 8½ Uhr geſelliges Beiſammenſein, veran⸗ ſtaltet von dem gaſtgebenden Verein für Frauenintereſſen in Speyer. 7. Oktober: vorm. 9 Uhr Vortrag von Frau Ober⸗ regierungsrat Dr. Marie Baum über Zuſammenarbeit der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege. Der Paritätiſche Wohlfahrtsverband Bayern, Bayeriſcher Landesverband des 5. Wohlfahrtsverbandes hält ſeine Hauptverſammlung am Freitag, den 8. Oktober im Wittelsbacher Hof ab. Es ſoll ſich um eine ehemalige Köchin handeln. Schuſtergaſſe wurde ein Befeſtigungsgraben itt dies der erſte Nachweis für deſſen Lage Die Deckung der Kauffumme — FSirksgemeinden erfolgen. Eine zahlreich beſuchte Verſammlung von Vertretern der ſtraße und begegnete Die Verſammlung erblickt in der Aus dem Lande Schwetzingen, 4. Okt. Für die Gemeindewahlen wird die hieſige Mietervereinigung eine eigene Liſte auf⸗ ſtellen.— Im Schloßgarten fand geſtern nachmittag ein Pro⸗ menadenkonzert der Schwetzinger Stadtkapelle ſtatt, die unter der Leitung des Kapellmeiſters Singer ein ſchö⸗ nes Programm zum Vortrag brachte. Zum Konzert hatten ſich die Schwetzinger und auch auswärtige Beſucher in größerer Zahl als dankbare Zuhörer eingefunden. Der Aufenthalt im Schloßgarten, der nunmehr langſam herbſtliche Färbung an⸗ nimmt, war geſtern beſonders angenehm. Neckargemünd, 4. Okt. Trotz der großen hier herrſchen⸗ den Wohnungsnot wurden dieſes Jahr im Ganzen nur zwei Einfamilienhäuſer erſtellt und ein Lehrerdoppelwohnhaus iſt von der Gemeinde jetzt in Angriff genommen. Sonſt iſt alles ſtill. Architekten, Bauunternehmer und Handwerker empfin⸗ den das ſchwer. Die Hoffnung, daß der Zuzug zu dem ſchön⸗ ſten Fleckchen Erde des Neckartales mit den guten Verbindun⸗ gen nach allen Richtungen, beſonders Heidelberg, beſſer ein⸗ ſetzt und ſich kapitalkräftige Leute hier anbauen, hat ſich als 3 5 erwieſen. Hoffentlich iſt das nächſte Jahr hierin beſſer. * Weinheim, 5. Okt. Am Sonntag wurde beim Rittch⸗ weier Pfad im Walde, etwa eine halle Stunde von Wein⸗ heim eutfernt, von Jägern eine etwa 60jährige Frau aufgefunden. Dieſe hatte ſich ſeit drei Wochen im Walde aufgehalten und nur von Beeren und Gras ernährt. Sie war körperlich ſo heruntergekommen, daß ſie ſich nicht mehr auf den Beinen zu halten vermochte. Auf einem aus Moos und Gras hergerichteten Lager wurde ſie aufgefunden. Die Frau wurde mit dem Weinheimer Sanitätsauto abgeholt. Wie feſt⸗ geſtellt wurde, litt die Frau an Verfolgungswahnſinn. * Pforzheim, 4. Okt. Geſtern abend ſprang eine 30 Jahre alte Kontoriſtin aus Ehrenbreitſtein unmittelbar vor einem Tunnel aus dem fahrenden Zug unter den ſie geriet. Es wurden ihr beide Beine abgefahren. Die Unglückliche wurde nach dem Krankenhaus Siola verbracht, wo ſie nach lurzer Zeit verſtarb. Die Tat geſchah wegen angeblicher Auflöſung der Verlobung. Aus der Pfalz Keine epidemiſche Typhusgefahr für die Pfalz * Landau, 3. Okt. Wie die baktereologiſche Unterſuchungs⸗ anſtalt für die Pfalz in Landau mitteilt, beſteht nicht die ge⸗ ringſte Gefahr auf Verbreitung des Typhus in der Pfalz, nachdem die beiden Typhusfälle in Landan iſoliert und die drei Pirmaſenſer Erkrankungen iſoliert ſind. Die übrigen vereinzelt aufgetretenen Fälle in Sippersfeld und anderen Orten ſind für die Pfalz als Grenzgebiet und zumal in den Monaten Auguſt und September eine normale Erſcheinung. ———* * Ludwigshafen, 2. Okt. In dieſem Monat kann die be⸗ kannte chemiſche Fabrik Knoll.⸗G.⸗Ludwigshafen auf ihr 40jähriges Beſtehen zurückblicken. Der große Betrieb hat ſich aus beſcheidenen Anfängen zu ſeiner jetzigen ſtaft⸗ lichen Größe entwickelt. Die Firma iſt die größte chemiſch⸗ pharmazeutiſche Fabrikt Bayerns. Zweigniederlaſſungen des Unternehmens beſinden ſich in Dimansried(Allgäu) und Lies⸗ tal⸗Schweiz. Von zahlreichen Präparaten, die die Firma her⸗ ſtellt, genießt das bekannte Bromural Weltruf. :: Speyer, 1. Okt. Bei den Kanaliſationsarbeiten in der der zu dem frührtzmiſchen Kaſt ebl von Speyer gehörte * Germersheim, 1. Okt. Die hieſige freiwillige Sanitäts⸗ kolonne hat ſich zur Anſchaffung eines neuen Kranken⸗ autos entſchloſſen, wozu die Stadt Germersheim die Bürg⸗ ſchaft für den Fehlbetrag von 4000 Mark übernommen hat. ſoll it Unterſtüung der Be⸗ Nachbargebiete Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Straßenbahn Das Auto wie eine Streichholzſchachtel zuſammengebrochen. — Eeine Tote, drei Schwerverletzte. * Ulm, 4. Okt. Am Samstag abend paſſierte das mit fünf Perſonen beſetzte Auto der Bauernbank die Olga⸗ te einem Handwägelchen. Gleichzeitig kam auch die Straßenbahn entgegengefahren. Es wird behauptet, der Chauffeur habe etwas zu kurz dem Hand⸗ wägelchen ausweichen wollen und ſei dann auf den Straßen⸗ bahnwagen aufgeprallt. Der Zuſammenſtoß war ſo ſeti⸗ daß das Auto wie eine Zündholzſchachtel zuſam⸗ menbrach. Die Karoſſerie wurde weggefegt. Die Inſaſſen, zwei Schweſtern namens Oechsle von Dellmenſingen, und zwei Herren aus Dellmenſingen, wurden aus dem Auto ge⸗ ſchleudert. Eine der Schweſtern war ſofort tot. Die andere konnte ſich nach Anlegung eines Notverbandes nach Hauſe begeben. Die drei männlichen Inſaſſen liegen zum Teil ſchwer verletzt im Krankenhaus. Auch der Straßen⸗ 0 wurde ſtark beſchädigt und ſein Führer leicht verletzt. Die Leiche auf dem Eiſenbahnwagendach * Straßburg, 2. Okt. Als der Schnellzug Straßburg⸗Lyon aus dem Bahnhof Mülhauſen ausfuhr, bemerkte ein Beamter vom Signalhaus aus einen menſchlichen Körper auf dem Dache eines Wagens. In Altkirch wurde die Sache unterſucht und Bahnbeamte fanden eine Leiche auf dem Dache vor. Der Tote, ein jüngerer, ſchwarzhaariger Mann, wies ſehr ſchwere Kopfverletzungen auf. Er beſaß weder Geld noch irgendwelche Papiere. Der ärztliche Befund ergab, daß der Tod ſchon etwa vor 15 Stunden eingetreten ſei(während der Zug erſt vor 2½ Stunden in Straßburg fertiggeſtellt und abgefahren war). Ueber das Vorkommnis liegen zwei Verſionen vor: entweder handelt es ſich um einen blinden Paſſagier, der auf der Fahrt an einer Brücke aufſtieß, oder es liegt ein Verbrechen, (Ausraubung) vor, wobei das Opfer über eine Brücke hinun⸗ tergeworfen wurde und auf dem Zuge liegen blieb. . Ak Lampertheim, 1. Okt. Während alle Anregungen hier eine Waſſerleitung zu erſtellen in früherer Zeit immer ſcheiterten, ſcheint jetzt dieſelbe doch ihrer Verwirklichung ent⸗ gegenzugehen. Die eingeſetzte Kommiſſion arbeitete ſehr rührig und ſo konnte in den letzten Tagen durch das Kultur⸗ bauamt Darmſtadt ebenfalls ein Projekt zu dem bereits vorliegenden der Franke Werke Bremen in Vorlage gebracht werden. In der Kommiſſionsſitzung erläuterte Kul⸗ tur⸗Bauinſpektor Chriſt dieſes eingehend. An den Vortrag ſchloß ſich eine längere Ausſprache an, da eine Differenz zwiſchen beiden Vorgnſchlägen beſteht. Man gelangte zu dem Ergebnis, daß der Vertreter der Bremer Firma Dipl. Ing. Segelken einen neuen Boranſchlag auf Grund der vom Kul⸗ turbauamt aufgeſtellten Richtlinien ausarbeitet. Ueber die Art der Speiſung des Rohrnetzes, ob durch ein eigenes Waſ⸗ ſerwerk oder durch Anſchluß an das der Stadt Worms, gingen die Anſichten der Kommiſſion auseinander, ſodaß hier⸗ über vor Vorlage des neuen Projekts kein Beſchluß gefaßt werden konnte. Um den Erwerbsloſen baldmöglichſt Be⸗ ſchäftigung zu geben ſoll ſchon in allernächſter Zeit die Frage ihre endgültige Erledigung finden. * 9 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) mehr zu ſagen. Beratung zurück. Gerichtszeitung Die Meſſerſtechereien in Retkarau am 12./13. Junt vor dem Mannheimer Schwu ger cht Die Plädoyers—— Kurz nach halb 5 Uhr wurde geſtern tachmittag die Sitzung über die Neckarauer Bluttat wieber aufgengemen. Als Vertreter der Anklagebehörde ergriff Staat-an.alt Kallowe das Wort. Er führte aus, daß eine Auftlärung der Tat nicht vollkommen erfolgt ſei. Es ſei aber erwieſen, daß die Angeklagten in bewußtem und gewolltem Zuſammen⸗ wirken Körperverletzungen begangen haben, wenn auch der Tod des Haßler nicht gewollt wurde. Denn ſonſt hätte die Anklagebehörde Totſchlag angenommen. Der Staats⸗ anwalt retapituliert dann den Hergang der Tat und bezeich⸗ net Schweikert als Haupttäter. Es war Vorſatz ſämt⸗ licher, Endres und Haßler zu„ſenſen“. Aber es ſei unmöglich, daß innerhalb zwei Minuten der eine 2 ſchwere Stiche und der andere 13 Stiche bekommen habe. Da waren am Ende noch andere beteiligt. Die Anklagebehörde ſtehl alſo auf dem Standpunkt, daß ſie gemeinſam vorſätzlich Körperverletzungen begangen haben und ſie alle, ganz gleich ob ſie den verhäng⸗ nisvollen Stich geführt haben oder nicht, die ganze Schwere der Tat zu tragen haben. Der Staatsanvalt beantragt dann, um andere auch von ſolchen Taten abzuſchrecken, für Schwei⸗ kert mindeſtens 5˙½, für Weler, der weniger beteiligt war, 4½, für Sperling, der am wenigſten beteiligt war, 1 Jahr, für Kurz und Schätzler je 2 Jahre Gefängnis. Der Verteidiger Schweiterts, Rechtsanwalt Dr. Pfeif⸗ fenberger, hält die Tat Schweikerts nicht für erwieſen, und deſſen Ausführungen im Gefängnis für Tiraden. Mit aller Energie beſtreitet er, daß von vornherein beabſichtigt war, mit Meſſern auf die Betroffenen loszugehen. Meſſer⸗ ſtecher werden nicht in den Lichtkegeln zweier Lokale auf ihre Gegner ſtürzen. Zudem kömmt noch, daß doch nirgends neu⸗ trale Zeugen zu ſtellen waren. Und auf die Bekundung der beiden Mitangeklagten zu großen Wert zu legen, geht zu weit. Die Schuld des Schweikert liegt darin, daß er Körperver⸗ letzung begangen, die er nicht gewollt hat. Und wenn Sie be⸗ denken, daß ein begabter Menſch, der an ſeiner Begabung geſcheitert iſt, an ſeiner Erziehung, ſo werden ſie das Urteil des Staatsanwaltes zu hart finden. Rechtsanwalt Dr. Gro⸗ nart will den Angeklagten Weber auch nicht von Schuld frei⸗ ſprechen. Doch ob er wirklich geſtochen habe, ſei die ent⸗ ſcheidende Frage. Und dieſe Frage ſei eben nicht erwieſen. Ueberdies ſei bei Berückſichtigung des Milieus, aus dem die Tat entſtand, eine weſentlich mildere Strafe zu beantragen. Rechtsanwalt Dr. Hirſchler ſchildert als Verteidiger des Sperling dieſen als auſtändigen Menſchen und als den, der bei der Tat paſſiv mitlief und dem irgend eine Aktivitiit nicht öum Vorwurf gemacht werden kann. Rechtsanwalt Dr. Schindler betont, daß nur zwei Aus⸗ ſagen Schätzle belaſten würden. Dieſe Ausſagen des Schwei⸗ kert und des Weber dürften nicht ſo ernſt genommen werden, daß man zu einer ſo ſcharfen Verurteilung des Angeklagten komme. Objektiv iſt Schätzle nicht beteiligt geweſen und ſub⸗ jektiv nicht, weil er ſich, als es los ging, auf eine Bank ſetzte. Dr. Schindler lehnt das gemeinſame Zuſammenwirken Schätz⸗ les mit den anderen ab und beantragt Freiſprechung. Für den Fall, daß dem nicht entſprochen werde, bittet er um weit⸗ gehendſt mildernde Beurteilung. Zum Schluß ſprach Dr. Alt für den Angeklagten Kurz. Man hat dem Angeklagten nicht nachweiſen können, daß er überhaupt eine Körperver⸗ letzung begangen habe. Deshalb müſſe er von einer ſolchen freigeſprochen werden. Ex ſei eben nur mitgegangen Darum beantrage er nochmals Freiſprechung und im Falle einer Ver⸗ s urteilung Bewährungsfriſt.. Der Staatsanwalt kann ſich den Ausführungen der Ver⸗ teibiger nicht anſchließen ünd hält ſeinen Antrag aufrecht. Die Angeklagten haben außer Schätzle und Kurz nichts Schätzle beſchuldigt den Zeugen Groß, daß er perſchwiegen habe, daß er nichts gemacht habe. Kurz be⸗ tont, er habe nur mit der Fauſt zugeſchlagen. Damit wurden die Aun len und das Gericht zog ſich zur FB5 8 Nach faſt einſtündiger Beratung wurde gegen 8 abends das Urteil verkündet, das der Vorſitzende damit begründete, daß alle die gleiche Schwere der Str a fe treffe, da die Tat, an der jeder ohne Ausnahme beteiligt geweſen ſei, gemeinſam und vorſätzlich begangen worden ſei. So erhielten Schweikert 4 Jahre, Weber 3 Jahre, Schätzle 2 Jahre, Kurz 1 Jahr und 6 Monate und Sperling wegen ſeines jugendlichen Alters 9gMonate Gefängnis. Allen Angeklagten wurden 3 Monate Unterſuchungshaft ab⸗ ſgezogen. Sperling wurde freigelaſſen. Die„Braut“ des Schweikert aber ging, nachdem ſie das Urteil vernommen hatte, auf die— Meſſe. * Zuſammengeleimte Brillanten Als ein noch nie dageweſener Trick der erfindungsreichen Brillantennepper bezeichnete ein als Zeuge vor dem Schöffen⸗ gericht Berlin geladener Pfandleiher den Schwindel, durch den eine Reihe von Pfandleihern und anderen Perſonen hinein⸗ gelegt worden ſind. Der Trick beſtand darin, daß auf einen unechten Stein ein echter aufgeklebt worden war. In der Faſ⸗ ſung war der Betrug nicht zu erkennen. Wegen Betruges waren nun angeklagt der Kaufmann Theodor Ferber, der Kaufmann Martin Szabas und der Kaufmann Becker. Fer⸗ ber hatte in dem Spielklub„Marmorhaus Cercle“ den Spiel⸗ leiter durch Hingabe eines derartig geklebten Ringes zu einem Darlehen von 1000 Mark veranlaßt. Hier wurde der raffi⸗ nierte Schwindel ſchon am nächſten Tage erkannt, aber Ferber erſchien zu gleicher Zeit, um den Ring wieder einzulöſen. Da⸗ gegen ließen ſich die Pfandleiher, bei denen verſchiedene ebenſo konſtruierte Ringe verſetzt wurden, täuſchen, und hier wurde der Schwindler erſt ſpäter bei den Auktionen erkannt. Die Angeklagten behaupteten, daß ſie ebenfalls hineingelegt wor⸗ den ſeien. Trotzdem hielt der Staatsanwalt ihre Schuld für erwieſen und beantragte gegen jeden von ihnen ſechs Monate Gefängnis. Der Landgerichtsdirektor bezeichnete die drei An⸗ geklagten als höchſt unerfreuliche Zeitgenoſſen, die nicht ar⸗ beiten und doch ein Praſſerleben führen. Leider ſei das Gericht aber mangels ausreichender Beweiſe trotz erſten Vedachtes genötigt, die Angeklagten freizuſpre⸗ chen. SSSS————————————— Waſſerſtandsbeobachtungen im Wonat Sept.-Okt. Röein⸗Begel[26, 29, 50.1. 2[5, Reckar-Pegelſ 26 29 30[ 1 7 5 Sohuſterinſel J0.74ſ9.880,8ef9.8,9,800,62 Nannheim.202.28..302 26.2 25/E 00 Sebl..44210 36526471.85 Jasſtfſeld 0,44 0 520 59..550,580,41 Raxau.618.563.68,8 60(.573,45 Mannheim.262 812.33.282.242.11 Caub.45.39,1.351.381.35 132 Köln. 1,—.96088.950.950.90 ——————————— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannbeimer Zeitung G. m. b.., Mannbeim, E 6. 2. Direktion: Ferdinand Heyme. Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Redakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner.— Feuilleton: Dr. S. Kayſer. Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller.— Handelsteil: in Vertretung Franz Kircher.— Gericht und alles Uebrige: Franz Kircher. Anzeigen: Dr. W. E. Stötzner. ermöglichten es nicht nur, die auf den Waggons ſtehenden und den alten Aktionären ein Bezugsrecht im Verhältnis ſpruch zur Niederſchrift des Notars erhob. Trotz ſtunden⸗ ſpruch und war endlich nur zu bewegen, bei ſeinem Auftrag⸗ über etwaige Anſtrengung von Prozeſſen gegen Regreß⸗ Ach., Dnisburg. Zwecks Durchführung der Binnenſchiffahrts⸗ die Sta. und von 6 p. r. t. auf die VA., aus einem Rein⸗ ———————— 6. Seite. Nr. 49 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Otenstag, den 5. Oktober 1926 Handelsblatt Neue Mannheimer Zeitung« Klöcknerwerke A0., Berlin Reingewinn 5,35 Mill./ 5 v. H. Dividende Nach dem Geſchäftsbericht hat ſich die rationelle U m⸗ ſtellung der Betriebe in einem Zurückgehen der Selbſtkoſten bemerkbar gemacht. Das wirtſchaftliche Arbeiten der konzentrierten Betriebe hat es ermöglicht, den Preisrückgang für Kohle und Eiſen im Auslande auszu⸗ gleichen. Der engliſche Bergarbeiterſtreik, wovon bereits zwei Monate auf das Ende Juni ſchließende Geſchäft⸗ia entfielen, hat eine merkliche Zunahme der Kohlen⸗ förderung unter Einſtellung von 2000 Bergleuten er⸗ möglicht. Während zu Beginn des Streiks die Abnehmer beinahe ohne Ausnahme glaubten, von den Vorräten leben zu können, in der Annahme, daß es ſich nur um eine vorüber⸗ gehende Auseinanderſetzung von einigen Wochen handeln würde, ſahen ſich dieſe genötigt, nachdem der Ernſt des Streiks gegen Ende des Monats Mai mit aller Macht her⸗ vortrat, Kohleneindeckungen vorzunehmen. Infolgedeſſen be⸗ lebte ſich das Geſchäft. Die immer ſtärker werdenden Abrufe großen Lagerungen abzuſetzen, ſondern auch die Förderung zu ſteigern und die Feierſchichten zu beſeitigen. Der Abſchluß ergibt nach(in Mill. /) 7,07(6,34) Ab⸗ ſchreibungen 0,96 Obligationenzinſen, 5,58(7,52) Steuern, 5,97(65,25) ſoziale Laſten einſchl. 0,45 Vortrag einen Rein⸗ ge winn von 5,34(0,54), woraus eine Dividende von 5 v. H. verteit, 0,17 für Tantieme verwendet und 0,67 Mill./ vorgetragen werden ſollen. O Mannesmann⸗Mulag In der geſtrigen in Köln abgehaltenen ao. HV. war kein Mitglied des AR. anweſend. RA. Bücken verbreitete ſich über die Urſachen, die zum Zuſammenbruch führten. Es wurde betont, daß die Verſammlung im Einvernehmen mit dem AR. einberufen wurde. Es erregte daher großes Be⸗ fremden, daß vom AR. niemand erſchienen war. Zum Ver⸗ ſammlungsleiter wurde einſtimmig RA. Bücken beſtimmt. Es wurde mitgeteilt, daß die Urſachen des Zuſammenbruches in verſchiedenen Dingen lägen. In erſter Linie ſei die im vori⸗ gen Jahr plötzlich eingetretene Abſatzſtockung auf dem Automobilmarkt gerade für die Mannesmann⸗Mulag ver⸗ hängnisvoll geworden. Es ſei um dieſe Zeit gerade ein groß⸗ zügiges Arbeitsprogramm der Geſellſchaft aufgelegt worden, wodurch die Erzeugung hätte erhöht werden ſollen. Es ſeien dazu ſchon größere Vorbereitungen getroffen geweſen. Die ſeinerzeit erfolgte Zuſammenlegung des Grundkapitals im Verhältnis von:1 ſei nicht ſcharf genug geweſen. Auch hätte die Ausſchüttung einer Dividende von 360 000 nicht ſtattfinden dürfen. Der Vorſtand habe ſich durch größere Beteiligungen(über 1 Mill.%/) feſtgelegt. Dadurch ſei die Geſellſchaft außerordentlich ſchwer betroffen worden. Die mit einem Male eingetretenen Zahlungsſchwierigkeiten hätten der Geſellſchaft etwa 60 Klagen verurſacht. Der geſchäfts⸗ aufſichtsführende Direktor Funke gab bei der Mitteilung gemäߧ 240 HGB. ausführliche Auskunft über die Ver⸗ gangenheit und den gegenwärtigen Stand des Unternehmens und die Ausſichten für die Sanierung. Dann beſchloß die Berſammlung ebenfalls nach langer Ausſprache die Zu⸗ ſammenlegung des An, im Berhältnts von 20 t und die Einziehung der VA. Auf Antrag aus der Verſammlung wurde die Erhöhung des AK. auf 2500 000/ bemeſſen von:1 eingeräumt. Alle Beſchlüſſe erfolgten gegen die Stimme des Aktionärs Uhrig⸗Heidelberg, der Wider⸗ langen Zuredens und trotzdem er die vorgebrachten Gründe nicht zu widerlegen vermochte, beharrte er auf ſeinem Ein⸗ geber telephoniſch die Genehmigung zur Aenderung ſeiner Haltung nachzuſuchen. Zu dieſem Zweck wurde die Sitzung auf 4/ Uhr vertagt. Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde Herrn Uhrig von dem Obmann des Gläubiger⸗ ausſchuſſes und den Vertretern der Deutſchen Bank, der Mannesmann⸗Gruppe und der Geſchäftsaufſicht zugeſichert, bei der Zuſammenſetzung des AR. einen Vertreter der kleinen oder mittleren Aktionäre in den AR. zu wählen. Darauf zog der Aktionär Uhrig ſeine Widerſprüche zurück. Damit ſind die Unterlagen für die Sanierung, die Zu⸗ ſammenlegung und Erhöhung des AK. einſtimmig beſchloſſen. J. Roth AG,, Eiſengießereien und Maſchinenfabriken (in Liqnid.), Berlin. Die Geſellſchaft beruft nunmehr auf den 21. Okt. nach Berlin eine Gläubigerverſamm⸗ lung, zur Bereinigung aller ſchwebenden Angelegenheiten. Die umfangreiche TO. umfaßt folgende Punkte: Bericht des Treuhänders über ſeine Tätigkeit ſeit der letzten Gläubiger⸗ verſammlung vom 5. Mai 1925; Genehmigung des Ver⸗ gleiches mit dem Konkursverwalter der J. Roth AG, Lud⸗ wigshafen; Genehmigung des Vergleiches mit der Deut⸗ ſchen Lloyd, Verſicherungs⸗AG. in Berlin und einer Ver⸗ einbarung über die Verpfändung der neu eingehenden Be⸗ träge; Genehmigung eines Vertrags mit der Allg. Garantie⸗ bank Verſicherungs⸗AG. in Berlin; Genehmigung eines Prozeßbeteiligungsvertrags mit Konkursverwalter Schmidt; Genehmigung der bisher entſtandenen Koſten und Beſchluß⸗ faſſung über die Deckung dieſer und der zukünftigen Koſten; Beſchlußfaſſung über die Stundung der in den Jahren 1925, 1926 und 1927 fällig werdenden Zinſen und des Kapitals zwecks Abwen dung des Konkurſes. Beſchluſfaſſung verpflichtete; Beſchlußfaſſung über die Stellung eines neuen Treuhänders bzw. Ermächtigung des bisherigen Treu⸗ händers, die gleichen Befugniſſe auf einen Dritten zu über⸗ tragen und endlich Beſchlußfaſſung über die Gebühren des Treuhänders. 2: Kapitalerböhung bei der Deutſchen Schiffskreditbank kreditaktion wird die Geſellſchaft ihr Kapital um.93 auf 1 Mill. 4 erhöhen. Das geſetzliche Bezugsrecht iſt aus⸗ geſchloſſen. Ao. HV. 21. Oktober. 87 Verſchlechterung des Status bei Eugen Bab u. Co. Der Vorſitzende des Gläubigerausſchuſſes, Albert Fried⸗ länder, teilt mit, daß der Gläubigerausſchuß den Gläubigern eine ſofort zahlbare Quote von 30 v. H. und einen Beſſerungsſchein in Höhe von 20 v. H. anzubieten. In⸗ folge der erhöhten Börſenkurſe ſeit der Zahlungseinſtellung hat ſich durch die nunmehr erfolgte Abrechnung mit der Kundſchaft der Status derart verſchlechtert, daß nur durch die Opferwilligkeit Dritter die vorgeſchlagene Quote möglich iſt. Bei einem Scheitern des außergerichtlichen Vergleichs dürfte für die nicht bevorrechtigten Gläubiger kaum mit einer Quote zu rechnen ſein. 8. Bedentende Ertragsſteigerung bei der Elektriſche Licht⸗ und Kraſtanlagen A6., Berlin. Die Geſellſchaft ver⸗ teilt für das neun Monate umfaſſende, am 30. Juni beendete G9. 1925/6, eine Dividende von 10(8) v. H. p. r. t. auf Kreditunwürdigkei⸗ Von Eduard Butzmann(Berlin) In Zeiten wirtſchaftlicher Kriſen, in denen durch eine Arbeitsloſigteit gewaltigſten Umfangs die Kaufkraft weiteſter Bevölkerungskreiſe geſchwächt und auf dieſe Weiſe eine Abſatz⸗ not verurſacht iſt, tritt an die Lieſerungskreiſe zwangsweiſe die Notwendigkeit heran, durch Gewährung von Kre⸗ diten den laufenden Geſchäftsgang aufrechtzuerhalten. Wer ſich dieſer Zwangslage verſchließt, muß dieſe Unterlaſſung mit einem Rückgange des Geſchäfts büßen, der nicht ſelten die Zahlungsunfähigkeit und den Zuſammenbruch im Gefolge hat. Während jedoch die an Konſumenten liefernden Kreiſe ein Kreditgeſchäft nicht aufzunehmen brauchen, inſoweit es ſich um Lebensmittel oder die Gegenſtände des dringendſten Bedarfs handelt, oder aber ſich durch Tätigkeit des Berkaufs in Form eines Abzahlungsgeſchäfts das Eigentum an dem Gegenſtande vorbehalten, müſſen im Verkehr zwiſchen Pro⸗ duktion, Groß⸗ und Kleinhandel Zahlungsziele ge⸗ währt werden, die ſich zumeiſt auf Monate erſtrecken. Für dieſe Kreiſe iſt der Verlauf der letzten Jahre eine außer⸗ ordentlich ſchwere Prüfung geweſen, denn die aus den gewährten Krediten entſtandenen Verluſte waren geeig⸗ net, vor der Pflege des Kreditgeſchäfts eindringlichſt zu warnen. Da dieſes aber gar nicht zu umgehen iſt, ſo erhebt ſich überall die Forderung nach Sicherungen gegen Kreditunwürdige um die etwaigen Ausfälle wenigſtens auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, ſofern eine völlige Vermeidung ſolcher nicht erzielt werden kann. Die Wünſche der Lieferanten werden nach zwei Rich⸗ tungen hin geltend gemacht, und zwar laſſen ſich in einer Gruppe die Forderungen nach geſetzgeberiſchen Maßnahmen zuſammenfaſſen, während die anderen Forderungen durch den Zuſammenſchluß der in Mitleidenſchaft gezogenen Kreiſe die Selbſthilfe anſtreben. In beiden Fällen handelt es ſich um eine große Anzahl von Vorſchlägen, deren Durch⸗ führung jedoch ſchwer zu überwindenden Widerſtänden begeg⸗ net und große Schwierigkeiten bereitet. Schließlich dürfen die zu treffenden Maßnahmen niemals mit Nachteilen ver⸗ bunden ſein, deren Umfang das Maß der zu erwartenden Vorteile weit überſchreitet. Aus dieſem Grunde haben d diesbezüglichen Bemühungen bisher faſt ⸗gar keinen Erfolg gehabt und erfahren eine recht langſame Förderung. Unter den dem Geſetzgeber unterbreiteten Forderungen iſt die wohl am weiteſten gediehene die der Einführung des Regiſterpfandes die der von der Finanzwelt in größtem Umfange gepflegten Einrichtung der Sicherungsübereignung ihre für die Liefe⸗ rantenkreiſe ſo verluſtreiche Wirkung nehmen ſoll. Aber der Geſetzgeber hat bisher auch hier verſagt, weil die Materie außerordentliche Gefahren in ſich birgt, denen durch gründ⸗ liche Prüfung der zu erlaſſenden Beſtimmungen Rechnung getragen werden muß. Alle übrigen Vorſchläge ſind bisher nur als Entſchließungen von Verbänden und dergl. an die zuſtändigen Miniſterien gegangen oder dem Reichstage als Material überwieſen worden. Dabei iſt die Feſtſtellung nicht ohne Intereſſe, daß die Vorſchläge der einen Stelle oft das Gegenteil der Vorſchläge von anderer„Seite darſtellen, woraus man erſehen kann, wie ſchwer es ſein muß, auf dieſem Gebiete Löſungen zu finden, die den berechtigten An⸗ ſprüchen aller Beteiligten zu entſprechen geeignet ſind. Unter den Verbeſſerungsvorſchlägen ſpielt die Inanſpruch⸗ nahme des bekanntlich bei den Amtsgerichten geführten Handelsregiſters eine vorherrſchende Rolle. Dieſes Handelsregiſter iſt die Grundlage für die im kaufmänniſchen Leben übliche Unterſcheidung zwiſchen Vollkaufleuten einer⸗ ſeits und Minderkaufleuten andererſeits. Während jedoch in einzelnen Vorſchlägen verſucht wird, dieſen Unterſchied künf⸗ tig auszuſchließen, indem jeder ſelbſtändige Händel⸗ oder Gewerbetreibende verpflichtet ſein ſoll, ſich zur Eintragung ins Handelsregiſter anzumelden, gehen andere Vorſchläge wiederum dahin, die Anmeldungen zur handelsgerichtlichen Eintragung zu erſchweren und an die einzutragenden Kauf⸗ leute erhöhte Anforderungen zu ſtellen. Mit der Erweite⸗ rung der Eintragungspflicht würden beachtenswerte Vor⸗ teile erzielt werden, unter denen die Pflicht zur Führung geordneter Geſchäftsbücher die hervorragendſte Rolle ſpielen würde. Es iſt nämlich nicht zu verkennen, daß die in Amerika allgemein übliche Methode, dem Kreditgeber in die Geſchäftsbücher des Kreditnehmers Einſicht zu gewähren, auch in Deutſchland immer mehr an Boden ge⸗ winnt. Allerdings beſindet ſich dieſes Syſtem des Schutzes vor Kreditunwürdigen durchaus noch in dem Zuſtande der Anfangsentwicklung und leidet ſehr unter der heutigen läſſigen Geſchäftsmoral, die es mit der Führung der not⸗ wendigen Geſchäftsbücher nicht ſo ernſt nimmt, wie es der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns entſpricht. Die Neu⸗ heit der Einrichtung bringt es auch mit ſich, daß der gefor⸗ gewinn von 1,46(1,54) Mill. /, von dem 42 824“ vor⸗ getragen werden. Unter Berückſichtigung der verſchiedenen Dauer der beiden letzten GJ. hat das Berichtsſahr eine an⸗ ſehnliche Steigerung des Geſchäftserträgniſſes gebracht. Der Rohertrag leinſchl. Gewinnvortrag) ſtellt ſich nämlich auf 2,01 gegenüber 2,24 Mill. 4 für das 12 Monate umfaſſende GJ. 1924/5. Handlungsunkoſten erforderten 0,19 (0,21), Steuern 0,33(0,48) Mill. /. Die allgemeine Wirt⸗ ſchaftskriſe hat ſich durch teilweiſe erhebliche Abnahme des induſtriellen Stromverbrauchs geltend gemacht. Dieſe Ab⸗ nahme wurde jedoch durch die BVermehrung und größere Vielſeitigkeit der Abnehmeranſchlüſſe bei den meiſten Werken reichlich ausgeglichen, ſo daß eine mäßige Zunahme der Geſamlabgabe zu verzeichnen blieb. Wertpapiere und Betei⸗ ligungen 23,25(24,13), Kaſſe und Bankguthaben 1,58(0,91), Schuldner 3,28(4,77), Gläubiger 1,8(3,53) Mill. A. Schuld⸗ ner und Gläubiger umfaſſen faſt ausſchließlich die Forde⸗ rungen der Elektriſche Licht u. Kraft an naheſtehende Geſell⸗ ſchaften und deren Guthaben bei der Eluk. Die Ausſich⸗ ten für das laufende GF. ſeien, ſoweit bisher überſehbar, wieder als günſtig zu bezeichnen. Deviſenmarkt Am internationalen Deviſenmarkt war das Geſchäft ſel ruhig. Beſonders hervorzuheben iſt lediglich die Abſchwächung der ſpaniſchen Vaäluta, die infolge der ſchlechten politiſchen Situation ſich geſtern in rapidem Maße fortſetzte, London gegen Madrid ſtellte ſich geſtern an der Börſe auf 32,15—20, was einem.G⸗Kurs von 63,45(63,95) entſpricht. London gegen Paris ruhig, eher etwas feſter 178,50—172,50, London gegen Brüſſel unverändert 179, London-Mailand mit 129,25 zu 128,50 eher etwas feſter. Das engliſche Pfund liegt inter⸗ national wieder auf 485,50. Dollar etwas ſchwächer gegen derte Einblick in die Bücher nur zögernd und unzureichend bewilligt wird, wobei die Scheu des Lieferanten, dem Ab⸗ nehmer zu nahe zu treten, vor allzu weitgehenden Fragen und Bitten um weitere Nachweiſe und Vorlegung von Kon⸗ ten zurückſchreckt. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß man auf dieſem Wege allmählich dahin gelangen wird, zwi⸗ ſchen würdigen und unwürdigen Kreditnehmern zu unter⸗ ſcheiden, um ſo vor größeren Verluſten bewahrt zu bleiben. Aber auch ohne die Verpflichtung zur Anmeldung und Eintragung ins Handelsregiſter könnte man für Minder⸗ kaufleute eine Verpflichtung zur Führung ordnungsmäßiger Geſchäftsbücher einführen, wie von anderer Seite vor⸗ geſchlagen wird. Anſätze dazu ſind in den Steuergeſetzen bzw. den Ausführungsbeſtimmungen dazu ſchon vorhanden, ſo daß es nur eines Ausbaues dieſer Vorſchriften bedürfen würde, um allen Handel⸗ und Gewerbetreibenden die Buch⸗ führungspflicht aufzuerlegen. allgemein und ausnahmslos die Gewährung von Krediten davon abhängig, daß ihnen die Einſichtnahme in die maß⸗ gebenden Konten bewilligt wird, dann wird die bei den Kalkulationen einzuſtellende Riſikoprämie eine weſentliche Verminderung erfahren dürfen. Ungleich wichtiger als die durch den Geſetzgeber zu treffenden Maßnahmen iſt aber das Beſtreben zur Selbſthilſe Dieſe kann jedoch nicht immer der behördlichen Mitwirkung oder Unterſtützung entraten. Wenn alſo die Lieferanten mit Hilfe ihrer Verbände und Spitzenverbände verſuchen, Liſten zuſammenzuſtellen, in denen alle Kreditunwürdige aufgeführt werden, ſo iſt dies nur dann in wirkſamer Weiſe möglich, ſofern die Gerichte und Handelskammern ihre Mithilfe zur Verfügung ſtellen. Ob es ſich um ein Namensverzeichnis derjenigen handelt, die den Offenbarungseid geleiſtet haben oder um eine Liſte derjenigen, deren Zahlungsunfähigkeit mangels Maſſe nicht einmal zur Konkurseröffnung geführt hat, in beiden Fällen wird eine lückenloſe Zuſammenſtellung nur dann gelingen, wenn die Gerichte ihre Unterſtützung nicht verſagen. Ebenſo iſt das ſo dringend geforderte Ver⸗ zeichnis der Wechſelſchuldner, die ihre Wechſel zum Proteſt gehen laſſen, nicht ohne die Hilfe der Reichsbank und vollſtändig zuſammenzuſtellen. Dieſe Hilfe der Behörden und Banken iſt aber bisher nicht zugeſtanden worden, oder aber nur in vereinzelten Fällen erfolgt, ſo daß auf dieſem Gebiete noch viel zu tun bleibt, bevor man von einem wirk⸗ lichen Schutze vor der Gewährung von Krediten an Unwür⸗ dige ſprechen kann. kreiſen, die den Kreditunwürdigen auch äußerlich das Merk⸗ mal der Krebitunwürdiakeit aufdrücken wollen. So wurde z. B. vorgeſchlagen, daß die Firmen, die in Konkurs gegangen ſind oder bei denen der Konkurs mangels Maſſe abgelehnt wurde oder für die der Offenbarungseid geleiſtet werden Zuſatz zu geben. Für in Konkurs gegangene Firmen ließe ſich das wohl rechtfertigen, denn ebenſo wie wir den Zuſatz auch für in Konkurs gegangene Firmen für die Dauer des Konkursverfahrens der Zuſatz„in Konkurs“ vorgeſchrieben werden. Der praktiſche Erfolg dieſer Maßnahme wäre aber gleich null, denn an im Konkurſe befindliche Firmen erfolgen auch ſo keinerlei Lieferungen, mindeſtens nicht auf Kredit. Dagegen wäre es für Firmen, denen mangels Maſſe der Konkurs nicht genehmigt werden konnte und für die der Offenbarungseid geleiſtet worden iſt, geradezu vernichtend, wenn ſie dies durch einen Zuſatz zum Firmennamen zum Ausdruck bringen müßten. Allerdings würde dies im Inter⸗ eſſe einer Reinigung der Geſchäftswelt von Kreditunwürdi⸗ gen dienlich ſein, aber beſſer wäre dann wohl eine Vorſchrift, daß derartige Firmen gezwungen ſein müßten, ihre Firma innerhalb eines Monats im Handelsregiſter löſchen zu laſſen, gerechnet vom Tage der Ablehnung der Eröffnung des Konkursverfahrens bzw. dem Tage der Ableiſtung des Offenbarungseides. 8 In jedem Falle muß dem Wunſche Ausdruck gegeben werden, daß mit den allgemeinen Beſtrebungen zur Hebung der Moral im Geſchäftsleben und der eifrigen Pflege von Treu und Glauben im Verkehr auch die Ausmerzung der kreditunwürdigen Elemente mit ſteigender Wirkſamkeit ge⸗ lingt. Erſt dann wird wieder die Zeit gekommen ſein, in der ſowohl die geſetzlichen Maßnahmen als auch diejenigen der Selbſthilfe in den Hintergrund treten und ein gewiſſes .“ mit 4,10/4. Im einzelnen notieren beute vormittag: 9 Maß von Vertrauen in die Wohlanſtändigkeit und Ehrbar⸗ keit der Kreditnehmer die geſchäftl. Beziehungen beherrſcht. *5 8 88 2. 5. London-Parisf173.—172,“ Maild.-Schwz.]J 19,5 19,5“J Lond.-Stockh. J 16,18 18,45 Lond. Beaſe 160.—179.6 Holland⸗ Schw. 201.25201.76 Sond.-Mabrid 35.— 32.30 Lond.⸗Mallb. 129— 128.50 Kabel Holkand 249.85449,75 Mailand-Parie 188.1x134,50 Kabei Schweiz 517,68517,45 Lond.-Holland 12.12 147] Präſſet- Baris 96.45, 90.50 Lond.-Schweiz 25.10 21,17 London-Oslo. 22,1 22,15 Holland-Paris 14.2014.20 Pariz-Schwelg 14.55 14.50 Pond.-Kopenb, 46.90 16.351 Kobel London.88,0 4,86,2 In.⸗Mk. laſſen ſich ſolgende Kurſe feſtſtellen: London. 2 20,37 80,87/ Prag.. 1,44 12,4] Nadrid...88,70.99.8 Paris. 11,80 11,75 Ssl....91,98.92,- Argentinien 171,80171.50 Jürich...81,15/ 91.15 Kopenhagen 111,50111,45 Sapan. 204 10209,60 Matland.. 15,75 15.88] Stockholm. 112,2f112,20 Nem⸗Hork.. 4,10,.16,7 Holland. 168,15168.051 Brüſſel 11.40 11,40 Mannheimer Produktenbörſe Die Kurſe verſtehen ſich per 100 Kilo netto waggonfrei Mannheim mit Sack, zahlbar in RM. Amtliche Preisnotierungen vom 4. Oktober 1926. Weizen inl. neuer 29.25-29.50 Hafer ausländ. 19.—-22.— Wieſenheu loſe.75-10.75 „ ausl. 31.25-32.75 Mais 25 Rotkleehen 8 Roggen inl. neuer 28.25-23.75'me l. Spez. OSp. 41.75-42.— Luz.- Kleeh. loſe11.20-11.50 „ ausl.—.——.—[Veizenbrotm.m. S. 31.75-82.—,„neues.75-.50 Brau⸗Gerſte ſin · Roggenmehl mit S. 33.—34.50 Preß⸗Stroh.60-.— ausl.) 24.78.28.50 Weizenkleie m. Sack.25-.50 Gebund Stroh 4 50-.50 utter⸗Gerſte 19.50-20.50 Trockentreber 15,.——.—Raps mit Sack. afer inländ. 18.—-19.— Rohmelaſſe Berliner Metallbörſe vom 4. Ottober Preiſe für 1 Kg. 1. 4 Elektrolytkupfer 184.50 104,50 Aluminium in 9 Barren 2,14 2,14 Bli inn ausl.—.——.— Rohzink Bb.⸗Pr.) 68,50-69,50 66,50-89,50] Hüttenzinn—— „ fr.———— hiäckel 3,40- 3,50 3,40- 8590 laltenzint 60,50-51.50 60,50-56,50 Antimon 110- 113 110 145 lumiuium 2,10 2,10 J Silber für 1 Gr. 77,75578,75 79,—-80,— London, 4. Oktober. Metallmarkt(In Oſt. f. d. 135 t. v. 1016 4 4. 4 lei Kupfer Kaſſa 50.78 56,58 beſtſelect. 65%/5 65,75 Jine 3 do. SMonat 59,15 59,25 Nickel——— ueckſilber 1365 1355 do. Elettrol. 66,50 66,75[ Zinn Kaſſa 316.— 318,—[Regulus——— Frachtenmarkt in Duisburg⸗Ruhrort vom 4. Oktober Die Nachfrage nach Schiffsraum war ſehr rege. Die Frachten nach Holland blieben beſtehen, die Tagesmieten konnten ſich um 0,50 Pfg. per Tonne erhöhen. Der Schlepp⸗ lohn zu Tal und zu Berg hat etwas angezogen. Machen dann die Lieferanten mindeſtens der Großbanken einigermaßen zuverläſſig und Verfehlt ſind dagegen die Forderungen aus Handels⸗ mußte, als äußerlich erkenubares Zeichen dieſer Tatſachen gezwungen werden ſollten, ihrer Firma einen entſprechenden „in Licuidakion“ für liquidierende Firmen kennen, ſo könnte— Kg. 4150 81,18 50 32,50 2 ——— — 7 Dienstag, den B. Oktober 1926 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 459 Sportliche Runoſchau Feloͤbergrennen (Von unſerem Sonderberichterſtatter) Frankfurt/ Main, 3. Oktober. Von dem großen, ſportlich bedeutenden Auto⸗ und Motor⸗ radſportveranſtaltungen dieſes ſo erfolgreich geweſenen Sport⸗ jahres war das Feldbergrennen der Kehraus im Kraft⸗ fahrſport. 90 Fahrer(47 Wagen und 52 Motorräder) nahmen daran teil... quantitativ nicht ſo erheblich wie im Vorjahre, qualitativ vielleicht noch beſſer war die Beteiligungsquote. Und trotzdem die 8 km-Rennſtraße diesmal noch vom Regen der Vortage ſchlüpfrige Kurven aufwies, wurde der Vor⸗ jahrsrekord Heußers, der im Vorjahre ſchier unerreichbar ſchien, unterboten! Georg Kimpel(Mannheim) auf Bugatti war es, der draufgängeriſch und techniſch gut durchdacht die 8 km in:18,3 durchfuhr; Heußers Vorjahrsrekord war:25. Auch diesmal unterbot Heußer auf einem 4½ Liter⸗Steyr⸗ T Rennwagen ſeinen Vorjahrsrekord mit:23; dennoch war Kimpel auf dem 2 Liter⸗Bugatti ſchneller. Mit 5237 fuhr Baader(Mannheim) auf Bugatti mit Kompreſſor die dritt⸗ ſchnellſte Zeit des Tages. Aber nicht nur der Rennwagen⸗ rekord wurde von einem Privatfahrer geſchaffen, ſondern auch der Sportwagenrekord. Der im letzten Jahre wiederholt ſieg⸗ reich geweſene Berliner Paul v. Guilleaume fuhr auf ſeinem 4% Liter⸗Steyr⸗Sportvierſitzer ein glänzendes Rennen; in :56 war er am Ziel. Seine ſportliche Leiſtung iſt der Kimpels fraglos ebenbürtig. Im Motorradwettbewerb fuhr nicht einer der Fahrer ſchwerer Maſchinen die ſchnellſte Zeit, —— H. Hyronimus(Erlangen) auf einer 250 com Ernſt⸗ ag. Organiſatoriſch war das Feldͤbergrennen eine ſehr erfreu⸗ liche Leiſtung des Gaus IIIL a des A. D. A. C. Trotz der großen Beteiligung war das Rennen bis zur Mittagsſtunde beendet. 10.000 Zuſchauer mögen an der Rennſtrecke geweſen ſein. Man ſah zahlreiche am Sport privat oder geſchäftlich intereſſierte Induſtrievertreter, ſo die Direktoren Erwin Kleyer und Markmann von Adler, Dr. Fritz Opel und Hans von Opel von der Firma Opel, Landräte der Taunuskreiſe und Ver⸗ treter anderer Behörden. Als Delegierter der O. N. S. wohnte Dr. Isbert der Veranſtaltung bei Mit einem Match der Kleinkrafträder begann der Renntag. Der Welſchſchweizer Sourdot hatte es nicht leicht, die D. K..⸗Fahrer Grohé und Heckelmann abzuhängen. Schon in der folgenden 250 cem- Klaſſe fiel der Vorjahrs⸗Motorradrekord durch die ausgezeich⸗ nete Leiſtung von Hyronimus auf Ernſt Mag, der weit vor ſeinen Klaſſengegnern übers Band ging. In der 350 cem- Klaſſe gabs einen Ueberraſchungsſieg von Bohrmann(Frank⸗ furt) auf New Gerrard über den Favoriten W. Schwarz (Koblenz) auf Saroléa. Eickelmann(Wiesbaden) ſchlug auf einer Ariel in der 500 com-Klaſſe die beiden.M..⸗Fahrer Engler und Michel überraſchenderweiſe aus dem Felde. In der 750 cem-Klaſſe war Glöckler jun. auf Norton der Schnellſte; die Zeit des 250 cem Ernſt⸗Mag erreichte er nicht, und auch Kleemann auf ſeiner 1000 ccm Horex kam an das Tempo der mittelſtarken Ernſt⸗Mag nicht heran. Im Bei⸗ wagenwetthewerb fuhr Sportredakteur Fritz Pullig(Frank⸗ furt) auf Güldner die beſte Zeit; die auch von der 1000 cem⸗ .S..⸗Maſchine von Engel(Griesheim) nicht erreicht wurde. Im Wettbewerb der Cyelecars war W. Schwartz(Koblenz) auf Diabolo der ſchnellſte des Diabolo⸗Terzetts. Das Rennen der Kraftwagen begann mit einem Drei⸗ kampf der teilnehmenden Hanomag⸗Wagen, den Jakobi (Frankfurt) gewann. In der 4 PS⸗Klaſſe war die Marke Opel durch den Induſtriefahrer Dörper rennbeteiligt, der mit 6355 eine ſehr gute Zeit fuhr. Mit Herz und Kopf holte ſich Otto Kleyer in der 6 PS-Klaſſe auf ſeinem ſchon oft erfolgreich Plillionen Frauen 8 leiden an Darmversiopfung und Darmverstopfung bedeutet im menschlichen Körper die träge Festhaltung von Stoffen, die zum unerwünschten Ansatz von ungesunden wässerigen und schlackigen, den normalen Stoffwechsel behindernden Massen führen. Kruschen⸗-Salz sorgt dafür, daß Ihre Darmkanäle immer frei und in guter Funktion sind und damit leisten Sie Ihrem Körper zur Er⸗ zielung des Normalgewichtes sowie zur Erhaſtung Ihrer schlanken Linie den denkbar wertvollsten Dienst. In Apotheken und Drogerien M. 3,— pro Glas, fur 3 Monate ausreichend EBUTHIEN àa schulTrz G. m. b,., BERIIN N 80, PANEsTRASSE 18—13 Fabr.-Lag.: Paul Rech, Mannheim, Lange Rötterstr. 53, Fernr. 29 290 —— 8 Levi& Sohn Vermietungen ee Großer Heller — 160 um, als Weinkeller eingerichtet —————— 4 ee B47² 5 mit 2 Büroräumen, einer Schwenk⸗ Laferknnene ſüut Höbl Inmer küche oder Lagerraum im Mittel⸗ 0 0 ˖ Uü 0 1 55 ev.. punkt der Stadt sotort zu ver⸗ getrennt ſof. zu verm. an auſtänd. Herrn ſo⸗ mieten. Angebote unter X J 159 in beſter Lage, größeres Fabrikanweſen mit Adolf Schwörer t iet. B4745 0 ã Waeke u. Gleisanſchkiah.e 4000 Jun, Ge, Nesareert 2157233, fort zu vermie an die Geſchäftsſt. ds. Bl. Se502 geweſenen Adler den wohlverdienten 1. Preis vor Stumpf⸗11 Lekiſch auf Hag. Von weiteren Spitzenleiſtungen mögen er⸗ wähnt ſein die von Fr. Baader(Mannheim), dem Sieger der 8 PS-Klaſſe, auf Bugatti⸗Kompreſſor, die des beſten Induſtrie⸗ fahrers der 10 PS-Klaſſe, A. C. Platzer(Eſſen) auf Stoewer, und die des durch die Kompreſſor⸗Wertung ſeines 6 PS⸗ Wagens in die 10 Ps-Klaſſe gekommenen Privatfahrers Melzer(Köln) auf Mercedes⸗Benz, der in:45,1 am Ziel war. Cleer(Frankfurt) brauchte als Sieger der 12 PS-Klaſſe :44. Im Rennen der Sportwagen über 12 Ps fuhr von Guilleaume(Berlin) auf Steyr den Sportwagen⸗Tages⸗ rekord; Zweitſchnellſter war Schmidt auf Adler. Der Rennwagenwettbewerb war weniger ſtark beſchickt, aber ebenſo flott beſtritten. Dr. Ullrich Kerwer auf Opel⸗ Kompreſſor⸗Rennwagen mußte ſich von Hans von Meiſter auf Amilcar um 1 Sekunde ſchlagen laſſen, blieb aber Herren⸗ fahrer⸗Sieger ſeiner Klaſſe. In der 1½ Liter⸗Klaſſe entſchied Keilhold(Leipzig) auf Bugatti ein Duell mit Otto Kleyer auf Adler knapp zu ſeinen Gunſten, warf aber unmittelbar hin⸗ term Ziel um.., glücklicherweiſe wurde kein Zuſchauer verletzt und auch Keilhold kam glimpflich davon. In der 2 Liter⸗Klaſſe fuhr Kimpel als Privatfahrer die beſte Zeit des ages, und in der großen Rennwagenklaſſe(über 3 Liter) kam Huldreich Heußer auf Steyr dicht an die Tagesrekordzeit heran. Stumpf⸗Lekiſch(Mainz) auf Moon war mit 6118 Zweitſchnellſter. Die Ergebniſſe: Sport⸗ und Tourenwagen: bis 2 PS. 1. L. Jakobi (Franfurt) auf Hanomag 9154,2. 2. O. Glöckler(Frankfurt) Hanomag. 1. Privatfahrer: H. Vogt(Frankfurt) Hanomag 12:26,2, bis 4 PS. 1. Induſtriefahrer: H. Dörper(Düſſel⸗ dorf) Opel:55,1. 1. Privatfahrer: Dr. Ullrich⸗Kerwer(Bonn) Opel:26,3. 2 E. Zimmermann(Limburg) Pluto:41; bis 6 PS. 1. Induſtriefahrer: Otto Kleyer(Frankfurt) Adler :26,1. 2. H. Stumpf⸗Lekiſch(Mainz) Hag⸗Gaſtell:05,4. 1. Privatfahrer: W. Seibel(Dietz) Bugatti:53,2. 2. E. von Halle(Frankfurt) Amilcar:07,1. 3. Dr. Schidlitzki(Solin⸗ gen) Adler:39; bis 8 PS. 1. Induſtriefahrer: Baader (Mannheim) Bugatti.14,1. 2. G. Weckerle(Frankfurt) Bugatti:14,1. 1. Privatfahrer: C. W. Andreae(Frankfurt) Bugatti:47,3; bis 10 PS. 1. Induſtriefahrer: A. C. Platzer (Eſſen) Stoewer:17,2. 2. P. Gruber(Frankfurt) Opel 10:08,2. 1. Privatfahrer: Franz Melzer(Köln) Mercedes⸗Benz:45,1. 2. Direktor Auguſt Chriſt(Frankfurt) Stoewer:41,3. 3. Schelling(Mainz) Lancia:52,3. 4. C. Lux(Berlin) Lancia :09,1; bis 12 PS. 1. Induſtriefahrer: Willy Cleer(Frank⸗ furt) Alfa Romeo:44.3. 1. Privatfahrer: Fritz Gömory (Frankfurt) Steiger:00. 2. F. G. Umé(Köln) Auſtro⸗Daim⸗ ler:16; über 12 PS. 1. Induſtriefahrer B. Weiß(Berlin) Steyr:46,4. 1. Privatfahrer: Paul von Guilleaume(Berlin) Steyr:56,3. 2. Hch. Schmitt(Frankfurt) Adler:31,2. 3. Joſ. Homa(Mainz) Opel:00. Rennwagen bis 1100 cem. 1. Induſtriefahrer: Hans von Meiſter(Bad Homburg) Amilcar:51. 2. Frau Ines Fol⸗ ville(Frankfurt) Amilcar:04,.1. 1. Privatfahrer: Dr. Ullrich⸗ Kerwer(Bonn) Ozgel⸗Kompreſſor:52; bis 1¼ Liter. 1. In⸗ duſtriefahrer: A. Keilhold(Leipzig) Bugatti:57,2. 2. Otto Kleyer(Frankfurt) Adler:00. 3. Joſi von Ganz(München) Chiribiri:03. 4. Georg Klöble(Neckarſulm) NSu⸗Kom⸗ preſſor:05, bis 2 Liter. 1. Induſtriefahrer: Franz Baader (Mannheim) Bugatti:37. 1. Privatfahrer: G. Kimpel (Mannheim) Bugatti:18,3, bis 5 Liter: 1. Induſtriefahrer: Huldreich Heußer(Klein⸗Schmalkalden) Steyr:23. 2. Harry Stumpf⸗Lekiſch(Mainz) Moon:18. 3. H. Walter(Hameln) Selve:23,3. 1. Privatfahrer: Hans Ludwig(Oberurſel) Opel:39,1. Motorräder: bis 175 cem. 1. A. Sourdot(Genf) Monet⸗ Goyon.55,4. 2. G. Grohe(Griesheim) DaW:27:03. Heck⸗ mann(Wanne) DaW:46:04; bis 250 cem. J. H. Hyronimus (Erlangen) Ernſt⸗Mag:11. 2. Johann Heufft(Limburg) Rex Acme:43. 3. Karrer(Frankfurt) Horex; bis 350 cem. A. Bohrmann(Frankfurt) New Gerrard:27,2. 2. W. Schwartz(Koblenz) Sarolea:35. 3. O. Kampf(Frankfurt) 4905— 500 Enn. 1. Eickelmann(Wiesbaden) Ariel.12. 2. F. W. Engler(Schotten) BMW e6:17,4. 3. Michel(Wies⸗ baden) BMW:18,3; bis 750 cem. 1. W. Glöckler(Frankfurt) Norton:13,3. 2. J. F. Keibert(Mainz) Ariel:26. 3. Bucher (Höchſt) D⸗Rad:29; bis 1000 cem. 1. Kleemann jun.(Bad Homburg) Horex:20,1. Motorräder mit Seitenwagen bis 600 cem. 1. Fritz Pullig (Frankfurt) Güldner:38,3. 2. Fritz Bücker(Oberurſel) Bücker:57,3. 3. Uhring(Frankfurt) Horex:16,1; bis 1000 cem. 1. K. Engel(Griesheim) BSA.:44,1. 2. G. Boehm (Offenbach) New Imperial:14,1. Cyclecars: 1. W. Schwarz(Koblenz) Diabolo:44,4. 2. Feuchter(Bruchſal) Diabolo:11,3. 3. Meiß(Frankfurt) 1:57,3. Diabolo:5 S. Doerschlag. Die Verbandsſpiele im Vorderpfalzkreis Eine wichtige Vorentſcheidung im Vorderpfalskreiſe fiel bereits geſtern im Spiele Pfalz Ludwigshafen— 04 Ludwigshafen:2(:2) Die Pfälzer gewannen, als die beſſere Mannſchaft durch⸗ aus verdient. Sie waren viel durchſchlagskräftiger als ihr Gegner. Schon bald nach Beginn kam Pfalz zu 2 Toren. Aber die Germanen vermochten bis zur Halbzeit auszu⸗ gleichen, ſo daß die Frage nach dem Siege offen ſtand. Nach dem Wechſel gab Pfalz aber das Spiel nicht mehr aus der Hand und kam noch zu 4 weiteren Erfolgen. Auf eigenem Platze müßte Union Ludwigshafen ſich von Spilvereinigung Mundenheim:3 ſchla⸗ gen laſſen. Union kämpfte zwar eifrig und hatte im Torhüter ſeine ſtärkſte Stütze, während deſſen Vorderleute manchen taktiſchen Fehler begingen. Mundenheim zeigte aber eine gute Geſamtleiſtung und vermochte ſich infolge beſſerer Stür⸗ merſpiele als Sieger zu behaupten. Eine große Ueberraſchung gab es im Spiele V. f. R. Oggersheim— Arminia Rheingönheim:1 da der bisherige Tabellenführer ſich vom Liganenling ein⸗ wandrfei geſchlagen bekennen mußte. Im 4. Treffen des Tages unterlag V. f. R. Frieſenheim— Fv. Frankenthal:8 Frankenthal war die beſſere Mannſchaft und hatte im Tor⸗ hüter u. der übrigen Hintermannſchaft ſeine Hauptkräfte. Bei Frieſenheim verſagte vor allem die Läuferreihe. Auch der Sturm war wenig durchſchlagskräftig und konnte deshalb den drei Trefſern der Gäſte nur ein Gegentor entgegenſetzen. K. Ergebniſſe im Rheinbezirk Bezirksliga: V. f. R. Mannheim— Phönix Ludwigshafen:1 Sportv. Waldhof— Spielvg. Sandhofen:1 V..ſL. Neckarau— Sportv. 98 Darmſtadt 1·8 F. C. Pirmaſens— Phönix Mannheim 31 Kreisliga Kreis Unterbaden: V. f. T. u. R. Feudenheim— Vorwärts Mannheim:1 Fv. Hockenheim— Alemania Rheinau:2 Amicitia 09 Viernheim— F. C. 1908 Manheim Vg. 98 Schwetzingen— 1907 Mannheim 11 1* Vorderpfalzkreis: Pfalz Ludwigshafen— Germania 04 Ludwigshafen:2 Spielvg. Mundenheim— Union Ludwigshafen:0 V. f. R. Oggersheim— Arminia Rheingönheim:1. V. f. R. Frieſenheim— Fv. Frankenthal:3 Zirka 450 qm — Laden, 8 Büüro u. Lagerräume in beſter zentralſter Stadtlage, auch 15 Ausstellungsloka beſonders geeignet ſofort oder ſpäter Au Vermieten d. Immobilienbüro Levi& Sohn 2 1, 4 Tel. 20595/ „Schöne helle Büroräune Blütonhaft duftet Ihre lbãsche ure 7 6 und 7 Zi Wit Zenkrlhewung 6 EArio! II. und III. Etage 7——5 7— 0 Nähe Börse- FFEEEE Zul vermieten. Mäberes durch Immobilienbüro Vermiefungen Elfenſtr. 18, part. K Prelsubhau! oOaon der Fabrik — Pcne AEk Al Perruuchert Mifa- Fabrik-Verkaufgstellen liefern wir ab Fabrik direłt an verbraucher untere bettbekannten Mifa-Fahrräder. Diese Markenräder werden nach neuzeitlichen Erfahrungen aus nur erstklassigen Materialien nach modernsten Grundsätsen hergestelit. Unser neu Seschaffenes Verkautssystem geht von dem Gedanken aus, durch Bildung von Mita⸗ Fabrik-Verkautssteilen alle unnòtig verteuernden Zwischenglieder aus- zuschalten und die hierdurch erzielten Ersparnisse in Form einer gewaltigen Preisverbilligung einzig und allein dem kaufenden Publikum zukommen zu lassen. Durch unser neues Verkaufseystem ist jeder in der.00 unsere allerer welt⸗ bekannten Qualitäts-Markenräder zu billigeren Preisen zu anien, als sonst tür minderwertige Fabrikate angelegt wird. Jedes Mifa-Fahrrad wire mit drei- Jähriger Fabrikgarantie geliefert! Mifa-Honopel-Räder kompl., mit pa. Gummi, von M. 60² Mifa-Räder modernster Rahmenbau, Doppelglockenlager, 9— 0˙²² erstklassige Austührung, mit Torpedo-Freilaut und prima Continental-Berelſunngz —. Bequeme Teilzahlung. Zwanslose Beslchuguns.- Verlangen Sie katalog graus u. tranko. Mehr ais tausend grosse Rennerfoigel Die stärksten internationalen Rennfahrer wie Kaufmann. van Kempen, Lorenn, Heinrich Suter, Notter, Tietz. Nörenberg und viele andere, fahren nur Mita. Nifa-Fabrik-Verkaufsstelle Ndannheim: Kari Lövenich, N 4, 10. fn ar Frereeeeee von M. :: Einzig bewährte Methode:: Luise Maier nnheim, P, 8 1 Treꝑpe gegenüber Landauer 882 institut für Gesichtspflege— 18jähr. Fraxis— Beratung kostenlos. Aerzü. Empfehl.— Zahlr. Dankschr.— Spi echst. tägl. v.-7 Unr. Perfekte Damenſchneidermeiſterin nimmt noch einige Kun⸗ Port. Waignäbenin lände mit ſiven Fabrikgebäulichkei⸗]Teleph. 27 361. B4603 5 5 5 fN ten Lund ſwönen Bilkos, 8 erhälkniſſe halber 0 Gut möötiert. 2t 88 lüt Höbl. Iinmer zu verkaufen. 9183 Schön., heller, trocken. Zimmer, 43 ü ſofort zu vermieten. Immobilienbüro Mar Schuſter, Mannheim. K 2. 9, f. St, Bohs. ahhte S Cern E 1.&. 2 Kr. Telephon 21 213. Abenraum F 9 0 S Maoleles, Auuee 150 t 2 5 an Herrn od, berufst. zu vermleten. B1746 ful uü. Unner aln niſ n 1 e mi en ſof, zu* in Mannheim-Neckarau———.ig Weeg. wel. Seren ar, erg—El. ert fe 2 Zimmer-Wohnung—9 5—8 in ſehr gemütliches t große dele— 381 i mit Kuche zu vermieſen. 1. bart. große helle ESaten fo⸗„Vorderzf 99— Kringlichkeitskarte und Baukoſtenzuſchuß er⸗ Ladenräume Möhl. Zimmer 8 Näh. 02 3. 11 5 forderlich. Näheres Heckarauerstr, 24, 3, Stock. 2. eine Tr. hoch ſchöne(lektr Li 01 J0f 5 9 B4739 Büroräume mieten a. Vorauszahla. Sonniges, gut möbl. Freundl. möbl., heizb. S 4, 20, 2 Trepp. Zimmer Balkonzimmer an ſol. ſofort zu vermiet. An⸗ B4736 Herrn ſof. od. 15. Okt. Hebote unter A G 132 an ruhigen Herrn zuzu vermiet, Augarten⸗ An Ehepaar als Alleinmieter( die Geſchſt. 2791 P 8 9 in ſtr. 32, 3. St. l. Vordh. er Geſchäftsſt. 49148 5 5 in ſehr gut. Hauſe für Fh 71 F fT uloſert. Zinner Freundl. möbl.Limmer Inte reſſ. werden um nähere Angaben ge⸗mit 1 od. 2 Betten an zu verm. El.., Bad, ſepar. Eing., zu verm. Herren zu vermieten. B4788 C 4. 8, 4. St. beten unt. M O 90 an die Geſchäftsſt.9297 gut heizb. Oſen vorh. B4749 ſof. zu verm. B4748 Mittelſtr. 52, Reuter. Preis 35 Mk. Naher. Stamitzſtr. 7, Vl. rechts. den an. Billigſte Be⸗ rechnung. B4757 B 6, 7, 3. Stock, rechts. Suche für ein 6 Wochen altes Kina*9283 Pflege-Stelle bei nur liebevoll. Leuten Angebote unt. M J 85 an die Geſchäftsſtelle. (auch Ausbeſſern) ſucht gute Kundenhäuſer. Angebote unt. M F 82 an d. Geſchäftsſt. 9279 Guten billigen Mittagstisch (Lindenhof.) Adreſſe in Geſchäſtsſtelle 9316 Berufst. geb. Dame, 28 Jahre, ſucht ebenſolche Freundin zwecks geſ. Verkehrs, Theaterbeſuch ete. Ang unter M T 95 an die Geſchäftsſtelbe. 990⁵ eeeeeee eeereee eeee eee ee e, Nene Maunheimer Zeitung(Mitkag⸗Ausgabe) Dienstag, den 5. Oktober 1926 0 8 Slandesamiſiche Nachrichten. Verkündete: Monat September 1926 21. Schloſſer Ernſt Obländer u. Frieda Schmitt Schneider Franz Schropp u. Eliſabetha Pobuda Arbeiter Hermann Köhler und Ida Zibold Kraftwagenf. Auguſtin Schmitt u. Marie Roth Buchdruckmaſchinenm. Ad. Liebel u. A. Gruber Inſtallateur Karl Brund und Anna Adler Chem. Dr. phil. nat. Ad. Cantzler u. P. Walli 22. Kaufmann Albert Meſſerſchmidt und Amanda Dreſcher, geb. Knapp Monteur Karl Lenze und Lina Waibel Ingenieur Heinr. Rödel u. Anna Rüſing Milchhändler Lorenz Rillig und Roſa Huber Küchenchef Wilhelm Köbel u. Anna Müller Kaufmann Jofef Raſchi u. Katharina Hammer 23. Eiſendreher Otto Vogel u. Eliſab. Weidgenannt Kfm. E. Kittel u. Doroth. Olſchinke geb. Herroſe Hilfsſchl. Hrm. Fleiſchmann u. Sofie Mägerlein Fortbildungsſchulhptl. Ant. Fitz n. Eliſ. Beron Tüncher Bernhard Sander u. Katharina Stein 24. Flugzeugführer Fritz Harder u. Elſe Ruppert „Kaufmann Herbert Gau u. Eugenie Sperandio Arbeiter Joſef Galm u. Kath. Gaiſer Schloſſer Johann Baron u. Ottilie Wetzler Fuhrmann Joſef Popp und Lina Nies Maſch. Ant. Sandholzer u. Mar. Stolzenberger Müller Engelbert Schmid und Anna Vogt Poſtgeh. Wilh. Hemberger u. Maria Holderbach Schloſſer Franz Leute u. Lina Scheitl 25. Bäcker Rud. Henn u. Margareta Hennrich Schloſſer Heinrich Stumpf u. Anna Schmitt Kraftwagenf. Friedr. Maurus u. Paula Ries Schweiz. Phil. Neuſchwander u. Emma Stauner 28. Schriftenmaler Hans Hambitzer u. Eva Gum⸗ mermann Händler Friedr. Gerſtner u. Anna Knüttel Arbeiter Georg Greiner u. Anna Bauer Kaufm. Otto Wohlfahrt u. Hildegard Hönerbach Kaufm. Arthur Dietz u. Johanna Wittmann Schloſſer Ludwig Odenwald u. Wilhelmina Waltenberger Schiffsf. Alfr. Biſchöfsberger u. Gertrud Baier Getraute: Monat September 1926 23. Werkzeugſchl. Joſ. Reis u. Eliſabeth Kraſtel Bäckerm. Ludw. Schneider u. Charl. Wäckerle Mechaniker Willi Stauche u. Sofie Kratzer Schloſſer Jakob Volz u. Franziska Schmid Kaufmann Richard Megner u. Lydia Frank Mechaniker Adolf Müller u. Marie Hartung 25. Buchbinder Joſ. Biermann u. Elſa Kniehl Sattler Ernſt Brauch und Ella Pechtold Wachtmeiſter Karl Diehl u. Paula Seezer Konſulatsb. Vict. Diggelmann u. Helene Tham Heizer Georg Emig u. Karoline Caſpar Eiſendr. Friedrich Goettert u. Emilte Clevenz Schloſſer Wilhelm Groß u. Frieda Größle Hallenarb. Ludw. Hilsheimer u. Barb. Waibel Werkzeugdr. Jak. Hönig u. Mar. Skrobanski Kaufm. Guſtav Karſt u. Sybilla Kemp Louis Kaufmann u. Gertrud Sü Schloſſer Joſef Kuhn u. Philom. Wrodarczyk Zementeur Hérbert Lehr u. Emma Riedel Spengler Joſef Mechnig u. Maria Schreiner Schloſſer Nikolaus Meiſter u. Albertine Klenk Metzger Karl Munz u. Pauline Neubert geb. Härter Schriftſetzer Wilhelm Nathes u. Frida Bopp Müller Karl Höbauer u. Anna Irber Arbeiter Wilbelm Noe u. Luiſe Röder Friſeur Georg Rabus u. Eva Lauinger Hauptlehr. Gottlieb Scheeder u. Luiſe Oſtwald Kaufm. Ernſt Schirmer u. Ottilie Rathgeber Ausläufer Arthur Schubert u. Eliſe Münſter geb. Volz Packer Albert Schwinn u. Johanna Hering Rottenmſtr. Auguſt Withopf u. Maria Withopf Schneider Heinrich Zink u. Anna Lippert Lokomotiyführer Chriſt. Baum u Roſ. Goldate geb. Weber Friſeur Karl Schmetzer u. Anna Vogel Arbeiter Heinrich Mosbacher u. Eva Einberger Kaufm. Karl Jäger u. Lydia Weber Kaufm. Otto Lutz u. Philippina Meyer 28. Maſchineninſpektor Wilh. Dreher und Angela Krautheimer Kaufm. Friedr. Kühner u. Sofie Beil Arbeiter Chriſt. Setzer u. Kreszenz Bloch Bahnaſſiſt. Paul Schneider u. Margar. Behn Kaufm. Otto Steeger u. Karolina Pfleiderer. Geborene: Monat September 1926 13. Buchdrucker Aug. Kühnlein e. S. Hans Johann Werner e. S. Hans Rudolf 0 Stadtbauinſpektor Georg Link e. T. Margarete Margot Ingenieur Moriz Wilhelm e. T. Leonore Schloſſer Max Joſef Fiſcher e. S. Erich Rudolf Franz 14. Eiſendreher Aug. Chriſt. Ehrhardt e. T. Hella Jakobine Lilli. Fabrikarb. Friedr. Karl Schneider e. S. Fried⸗ rich Karl Bäckermſtr. Franz Jof. Baumann e. T. Krim⸗ hilde Anna Eliſabeth Monteur Guſtay Boch e. T. Adria Alexandra 15. Schloſſer Karl Jak. Faulhaber e. T. Ruth Kaufm. Alfred Rau e. T. Jris Hedwig Schiffsh. Heinr. Derſtroff u. Maria Köhnlein Architekt Adolf Peter Gordt e. S. Arno Carl Rangierer Ernſt Albert Leonhard Ahrle e. S. Hermann Adolf Robert Kutſcher Georg Jak. Aug. Bauer e. T. Liſelotte 16. Tagl. Karl Friedrich Klein e. T. Maria Schiffer Jan Evert van Dalen e. S. Jan Se Dr. Franz Georg Floret e. S. Carl Adol Diplomingenieur Ernſt Naber e. T. Emmi Maurer Karl Engelhardt e. T. Magdal. Paul. Arbeiter Auguſt Altz e. T. Lucia Margareta Schloſſer Auguſt Müller e. S. Werner Chriſt. Prakt. Arzt Dr. med. Oskar Georg Barber e. Sohn Hans Eberbard Ratſchreiber Martin Bürgy e. S. Günter Ad. Architekt Joh. Krug e. S. Wolfgang Günther 17. Arbeiter Peter Storch e. S. Karl Werner Ernſt Kaufm. Johann Baptiſt Maurer e. S. Hans Lehrer Rudolf Max Borel e. S. Heinz Metzger Wilhelm Schierle e. T. Gertrud Melker Johann Konrad Kuſter e. S. Heinrich Kaufm. Joſef Maldinger e. T. Carola Juliana 18. Schloſſer Hans Karl Hugo Oßwald e. T. Gert⸗ rud Alma Pauline Fabrikarbeiter Alfred Ferdinand Hammel e. S. Alfred Otmar Tagl. Martin Rebberger e. S. Karl Johann Eiſenbahnſchaffner Joſef Hertlein e. S. Werner Auguſt Fuhrmann Anton Kapp e. S. Werner Otmar Lorenz 8 Gg. Simon e. S. Hans Georg Bern⸗ ar Werkmſtr. Konr. Schloſſer e. S. Otmar Konrad Berufsfeuerwehrmann Emil Friedrich Bohnert e. S. Hubert Ludwig Emil Schloſſer Willi Benedict Probſt e. S. Georg Heinrich Schloſſer Ernſt Fahner e. S. Hans Ernſt Bäcker Joſef Karl Boshart e. T. Karoline Elli Eiſendr. Karl Herm. Frank e. T. Klara Elſa S Georg Wilh. Maldinger e. S. Rudolf eorg Tagl. Heinrich Stader e. S. Karl Heinz Kraftwagenführ. Wilhelm Neßler e. T. Freia Hanne „Spenglermſtr. Karl Georg Wunder e. T. Gerda Franziska Marie 21. Fuhrmann Wilhelm Schalk e. S. Heinz Rudi Kanzleiſekret. Johann Joſef Fieger e. S. Joſef Erhard Sped. Joh. Ad. Petter e. S. Walter Fr. Packer Karl Ernſt Göck e. S. Rolf Adolf 22. Diplom⸗Juen. Donat Venus e. T. Hannelore Schloſſer Jarob Hilger e. T. Elvira Maſchinenmſtr. Emil Heinrich Metz e. T. Doris Marlene. 1 — 2 — Geſtorbene: Monat September 1926 21. Felix Wilhelm Krippl 1 J. 6 M. Lediger Hilfsarbeiter Phil. Ernſt Braun, 55 J. Monate Heizer Karl Alex. Scherer 62 J. 8 M. Wickler Johann Wilhelm Beck 51 J. 8 M. Led. Stenotypiſtin Maragar. Metz 20 J. 10 M⸗ Franziska geb. Weiß, Ehefr. des Schuhmachers Adam Weinſchütz 74 J. 6 M. 22. Arbeiter Leonhard Ertl 32 J. 11 M. Maria geb. Pülts, Ehefrau des Lokomotivführ. a. D. Joſef Martin Adelhelm 56 J. 1 M. Johanna geb. Abenheimer, Wwe des Agenten Jakob Sternheimer 82 J. 9 M. Jagdaufſeher Anton Joſef Braun 49 J. 7 M. 23. Eliſa geb. Koppert, Wwe. des Kanzleirats Leop. Mechler 77 J. 9 M. Veronika geb. Fiſcher, Ehefrau des Fuhrunter⸗ nehmers Karl Samuel Pfeifer 56 J. 9 M. Joſef Erhardt Fieger 2 Tage Anna Frieda geb. Hölz, Ehefrau des Taglöhn. Georg Wilhelm Hornung 28 J. Eva Eliſabetha geb. Brecht, geſch. von Zimmer⸗ mann Peter Herold 37 J. 7 M. 24. Heinz Friedrich Weinmann 9 M. 8 Tage Arbeiter Karl Sauer 40 J. 11 M. Pfläſtermſtr. Jakob Ludwig 52 J. 10 M. Giſela Kiefer 15 Minuten 25. Privatmann Heinrich Scherer 72 J. 7 M. Kathar. geb. Fries, Ehefrau des Schreiners Se⸗ baſtian Wallut 55 J. Kathar. geb. Schaaf, Ehefr. des Penſ. Ludwig Herdle 64 J. 6 M. Buchdruckerlehrling Alwin Hermann Jakob 14 Jahre 11 M. 26. Kathar. geb. Pfeiffer, Ehefrau des Metallarbei⸗ ters Egidius Bohn 51 J. 1 M. Maria Henny Thomas 7 M. 7 Tage Kathar. geb. Trink, Ehefrau des Privatmanns Georg Wilhelm Göbel 60 Jahre Lediger Stadthauptmann a. D. Otto Winter 61 Jahre 1 M. Ernſt Sauter 1 Monat 19 Tage 27. Erich Wipfler 1 J. 1 M. Kathar. geb. Werle, Wwe. des Friſeurs Jakob Gillardon 79 J. 1 M. Wirt Martin Schenk 61 J. 10 M. Kaufm. Herm. Oppenbeimer 57 J. 10 M. Schuhmacher Phil. Lemmert 61 J. 4 M. Fährmann Jakob Biedermann 62 J. 4 M. Arbeiter Franz Robl 59 J. 11 M. Eliſabeth geb. Beckenbach, Wwe. des Arbeiters Adam Siebig, 63 J. 2 M. Sozialrentner Karl Bolz 66 J. 9 M. Ledige Näherin Frieda Kohrmann 41 J. 8 M. 28. Eliſabeth geb. Kehrer Ehefrau des Dampf⸗ dreſchereibeſitzers Jakob Hecker 56 J. 8 M. Schneidermſtr. Daniel Schneider 63 J. 8 M. Modellſchreiner Johann Georg Bähr 81 Jahre. Bichlſ 9 E +0 oc 4 0 77 0 3 E SHeisen gut. Beachien Sie deshalb bitte quch beim Zubeſeiten von fMGG/s Suppen die ſedem Worfel auſgedrucite Hochanmeisung. dſie natumemãd nicht für j/ede desn vielen Sorten diæ giejche Sein uann, dann Schmecien fACb, Sugpen roſzüglich. SP zu erweisen. Mannheim, 4. Oktober 1926. Todes-Anzeige. Wir machen unseren Mitgliedern und Freunden die traurige Mit⸗ teilung, daß unser lieber Kollege und Ehrenvorsitzender, Herr Leopold Wartensleben heute vormittag in Folge Herzschlag plötzlich und unerwartet im besten Mannesalter von 49 Jahren gestorben ist. Mit ihm ist ein treuer Berater und eifriger Förderer unseres Gewerbes von uns gegangen; wir werden seiner Verdienste, die er sich um unsere Verbände erworben hat nie vergessen und seiner stets dankbar und in Ehren gedenken. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. ds., vorm. ½12 Uhr von der Leichenhalle des israel. Friedhofs aus statt u. bitten wir unsere Mitglieder unserm allzufrüh verstorbenen Kollegen die letzte Ehre Allgem. Deutscher Arbeitgeher-Verband für das Schneidergewerbe. Schneider-Lwangsinnung für Mannheim u. Vororte. Atl. Verbffentichunxen er Stadt Mausneim In unſerem Verſteigerungslokal— O 5, 1, Eingang gegenüber dem Schulgebäude— fin⸗ det an ſolgenden Tagen die öffentliche Verſteigerung verfallener Pfänder gegen Barzahlung ſtatt: a) für Gold, Silber, Uhren, Fahrräder am Mittwoch, den 6. Oktober 1926 b) für Kleider, Weißzeug, Betten, Stiefel am Donnerstag, den 7. Oktober 1926 Beginn jeweils 2 Uhr(Lokalöffnung ½ 2 Uhr). Mitbringen von Kindern nicht geſtattet. heim iſt die Versteigerung ſperrt. Wegen Gleisarbeiten am Marktplatz Mann⸗ Strecke von Paradeplatz bis Friedrichsbrücke am Mittwoch, den 6. Okt. abends von 9 Uhr bis Betriebsſchluß, für die Straßenbahn in jeder Fahrtrichtung ge⸗ Während dieſer Zeit verkehren die Linien 3 und 16. die Rheinhaardtbahn und die O. E. G. über Paradeplatz—Rheintor Luiſenring—Friedrichsbrücke, die und 10 über Paradeplatz—Waſſerturm—Frie Unterricht in Buchhaltung und Bilanz für Anfänger u Fort⸗ geſchrittene erteilt B474 d⸗[Wilh. Rabeneick, 41 Linien 5 und dergleichen und dergleichen Städt. Leihamt. 7774 Soeben Von der Reise zuruck Dr. Rich. Weiss Arzi für innere Krenkheiten Zurucaæ Dr. Ehrmann Dr. Kapferer 2.5 Tel. 31870 Fecherzte fUr Heu- Urc Hierruelcleri M. 70.—, 67.—, 9i.-, 105. 0 5, 5 777² 2 2 8³ 3 Binzenhöfer, Möbelgeschäft, Augartenstr. 38. 1 Million 4 mal ½ Million Rm. ——— Sreuhiscdi-SuddenSe— Jtaats-Lolterie 280 000 bare Geldgewinne und 2 Prämien bei einem Gésamtverlosungskapital von über 53 Millie n R lienen KRi. 2 Millienen Rm. auf ein Doppellos Rm. auf ½ Los 2 Prämien und 2 Haupigewinne Chaisclonguc, .: 39.-, 42.-, 49.-, 58.— 68.— Wolatratzan, . 20.—, 924—, 86.— 44,-, 48.-, 56.-, Cabokmatratzan, können noch ein. Herren oder Damen teilnehmen Zu erfrag Bellenſtr. 77. 9229 Preis 35 Pig. evtl. Höchst- Lchneider-Känmasch. gegen Ulſter zu tauſch. Angebote unt. L N 75 an d. Geſchäftsſt. 9205 richsring—Friedrichsbrücke. ———— Pruckerei or. Haas, G. m. b.., E 6 2 eErschienen! beeid. Bücherreviſor. —42 lar Lehrer erteilt gründl. prakt. u. theor. 9093 Klavier unterricht Stunde Mk..20. Maier, U 4. 19a. lisfert prompt Z. Oktober 1826 gewinne laut 8 9 des amtlich. Planes auo-ob Donpeliese bringen doppelten Gewinn! Staalliche Lofferie-Einnahme Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 76944. BURGER, MANNHEIII aissg nddop usuu asOoαναi * 8 9815 5——9 Korsette etc. EL. 1 Il. 181 2 mæi 300 000 Rm. 14 mai 30000 Nm. 555 12 mai 23 000 Rm. P 5, 1/12 2 mal 200 000 Em. 72 mai 10 000 Nm. Telephon 20471 Lospreise:—* S Doppellos S90 pro Klasse.—.— 12.— 24.— 48.— kür 5 Klassen 15.— 30.— 60.— 120.— 240.— onron⸗ U. Damen- Porto und Listen zusammen.15 Rm. Die Nachfrage ist groß, bestellen* 5 Sie noch heute bei 7644 0 La0 8 S1, 5 4 Telephon 26 390. Tichung i1. Hiasse am 15. Ud 10. PKiober 1520 liefert gut und billig bei kulanten Bedingungen onebmeläaaschneiderel Fr. Berlinghof Langerötterstrage 1, Telephon 32112 Der bestc Iasdicniahrplan für den badischen Verkehr u. die angrenzenden Gebiete Verlag Druckerei Dr. Haas Neue Mannheimer Zeitung G. m. h. H. G———— ʒ¶———— * Dienstag, den 5. Oktober 1990 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 9. Seite. Nr. 459 Matibnal-Theater Mannheim. G-EAES Gschan RSS Dienstag, den 5. Oktober 1926 BE SNANNET R* 8 Ke1. N s. 4 Vorstellung Nr. 31, Miete F Nr. 6 Telennon 32867—TLelenhon 32867 u. 30088 V O beroun—— —— 7 Romantische Oper in 3 Aufzügen v. C. M. von— Nur noch bis Vonnerstag 5 Weber— Neue Bühneneinrichtung von Gustav der neueste Ufa-Film mit Mahler— Neue Uebertragung des gesungenen Elien Daul Textes nach dem englischen Origigal v. Gustav Ridier““ Heidemann Brecher— In Szene gesetzt von Rich. Meyer⸗ G Nur noch bis Donnerstag! Näutel die neuesten Formen Heute letzter Tag! Die Könige des Humors Pat und Patachon Walden— Musikal. Leitung: Richard Lert — Chöre: Werner Göhling— Bühnenbiider: Heinz Grete— Techn. Einricht: Walter Unrun Antang.30 Uhr. Ende 10.30 Uhr. Personen: Oberon, König der Elfen Ladistas Vaida Titania, seine Gemahlin Gretel Heiß Pulk Erna Schlüter Droll Elien Trude Weber Harun 80 Kalif von Bagda re anudory Rezia, seine Tochter Anna Karasek auuf der Fatime, deren Vertraute Gussa Heiken Babekan, persischer Prinz Rudolf Wünzer Almansor, Emir v. Tunis Hugo Voisin Wolfsiagd Roschana, seine Gemahlin Hedwig Lillie Ein deufsches Spiel vom Weg der nlt und ohne Samtkragen Nadine, deren Sklavin Marie Enengl Liebe in 3 Zeitabschnitten Abdallah, Seeräuber Konrad Ritter 5 4 E 2 1 C E Erster Gartenhüter nia Pümwerk dus eine gen 8 Erstklassig. Lustspiel in 6 Akten Zweiter Gartenhüter ermana Trembich f inen großen 1128 Dritter Gartenhüter Louis Reifenberger uspruch der Filmfreunde verdient! Schönes B elprogramm! aum Teil reine Wolle Kaiser Karl der Große Franz Bartenstein Außer den obengenannten sind HoS en strapazierfähig Hüon v. Bordeaux, Herzog von Guyene Adolf Loeltgen Scherasmin, sein Knappe Arthur Heyer Erstes Meermadchen Rose Lind kolgende deutsche Schauspieler besonders zu erwähnen: Adolk Klein, Frieda Richard, Walter E Jugendliche haben bis 6 Uhr Zutritel Ein Lustspiel. E* Neueste Ufa⸗Wechenschau ..: 1. Der Besuch des amerikan. Kreuzers„Memphis“ u Zweites Meermädchen NM. Keiſer-Abendroch Rilla, Camilla Spira, Hermann PichaS Fin Köstliches Spiel in 6 Akten— Ab morgen: Windiacken Mesru,———— Soller—— 2.—————— Der große deutschelTartnefilu Pegen- u. bümm-Märtel ——— 8 4 R 1 1 N kaufen Siesehr billig 4 F 8 Alles kulr Hina Oderne— Der Soekadett im Kaufhaus für A. P O0 L L O0 J 9 E B d 3 Herren-Bekleidung Jakob Ringel Mannheim(Planken) 0 3, a, 1 Treppe neb. d. Mohrenepoth vie Geschichte einer flotten Famili FPER in 6 Akten 82 3021 Selpregramm Täglich abends 8 Uhr arisiein Marine 2. Große Pollzei-Ausstellung— —— Berlin Anfang Nr. 1:.55-.55 U..30-.80 Uh in der tollen Schwankburleske—— 3. AclamttelGltenkurrens in Anfans——.55—.0* Fridolin— 8 Beiprogramm: 0044 886—656 SCarlo aldini oder„Wer ist der Dapa“ 4. und.10—.39,Uhr mm selnem srogen Taktigen„ Vorher der erstklassige Varieté-Teil Perle des Rheinlandes 2 et 8 —— 440-W44, Ku 04105 Uur Moa u — Beipregramm ngeziefer aler Art beseltgt radikad v kauf täslich ab 10 Uhr an der 43 9——— VApoliekasse. Telephon A624. 8420 S 1. S5300 Unr Uimors WeleuggsAtee 8 L ü 1 Heee 3 Ph. Schifferdecker, Gontardſtraße 44 13 91 8 — 32B87. S05, 150 Mavasingebaude 21, Der weltherühmte beiger c 4800 am Nutgfläche 0 an 8 100 Dlenstag, 5. Oxkober, abends 7“ Uür 92 at S Musensaal- Rosengarte Karten zu.—.—.—.—.30 in den 2 alshald hezlehbar 9 t bekannten Vorverkaufsstellen u. an der SabW Abendkasse. Lereinlste Ronzerllenlungen 8. m. b. H. Lassen Sie sich das vom katholiſchen Pfarramt und Bürgermeiſteramt beglaubigte Zeugnis über nebenſtehenden, bildlich gezeigten Erfolg der Haar⸗ bodenpflege ſowie weitere Zeugniſſe über ähnliche Jälle und die Belehrungsſchrift„Von der Geburt bis ins Alter“ Zu verkaufen. Näheres durch Immobilien⸗Büro bevi& Sohn % 1. 4 Tel. 20595/8 ——— A 6. OKioBerr Aenschaktüe Käudlesounst Lpdiiuduelle Chacakterbeurtellung- Berufsberatung Unterricht in Menſchenerkenntnis. Schriftliche 2 koſtenlos ſenden vom 8¹³⁰ Beurtetlung nach Photographie u. Handſchrift. I. Würte. Haarbehandlungsinſtitut Empfehle Vereinen meinen 8 Experimental-Lichtbildervortrag 9 e W Dieser neueste und spannendste Sensationsfilm läuft in Berlin augenblicklich mit großem Er- folg in 24 Theatern.— 4,5 P..— umſtraße 21Al. Fernruf 23812. 5 N 2.S. 5.S über Phyſiognomik, Phrenologie u. Graphologie———5— 20 lähr. Tätigreit.— Außer Aldlni Hirken mit: 0 2— tunden für Beratung u. mikroſkop. Haarunterſuchun„Behandrung u. Verkauf in Stuttga 1 i R. Buttk GUs Len 1012 8. 6 Uhr, Samdagz—— Beer Sönntagb gcchleſſen. Maly Deischafft krich Kaiser-Ttz 650—1000 u. 1440 Um⸗ drehungen, gekapſelt, gebr., zu verkaufen. Anton Hennhöfer, Werkſtätte f. Elektro⸗ Peycho-Physlognom. I. 18, 2 1. Etg.—— Mannheim in der Storchendrog. v. Albert Goßmann, R. 1. 6. 812 Sprechſtünden:—1 und—7. 65 8 v 9 Juwelen Nodernes Lager in Mannheim und Vororten noch viele Dlatin 6885 Pasee— Goldwaren„na 25wisseng. Pine Voltliebeno EIsag-Lothringer Kaus Abes atg. apier Hlbert padlig Tllen Plossow, motoren, U 4. 28, 85 xe 28 0 Teleph. 26 108. 9249 * 9 5 Paradies derLiebe Moforrad Mannheim 0, 13 und andere Geſchädigte, die dem 7 Akte Trumpf⸗Aß(500 cem) H. ABel Laden), Heidelbergerstr. Leue Alauite 10 Hilfsbund für die Elſaß⸗Lothringer im Reich von Spieltisch..schönenFrauen ber 8 64 nächst dem Wasserturm seit 1903. Pel. 27 685 fernſtehen, weil ſie wahrſcheinlich nicht wiſſen, ſtarter, wie neu, billig —— daß es die einzige Organiſation iſt, die bibher Wochenscheu ihre Intereſſen wahrgenommen hat. 9280 Beamte und Angeſtellte, Angehörige freier Berufe, Arbeiter, Gewerbetreibende aller Art, die ibre Rechte gewahrt wiſſen wollen, mögen in der Verſammlung am Donnerstag, den 7. Oktober, abends 8 Uhr im„Durlacher Hof“, 1 Treppe, erſcheinen. Bericht über d. Vertretertag in Karlsruhe und Anderes. -Rad mit Seitenwagen Tachometer, Boſchanlage, Sozius, Baufahr 1926, wenig gefahren, in neuwertig. Zuſtand, en günſtig geg. Barzahlung zu verkauf. ngebote unter M X 95 an die Geſchäfts⸗ ſtelle dieſes Blattes. 9819 ViIe EIgl. Tfiümpf Der allerschlechteste SI Gas- und Kohlenherd wird w. neu herger., Brennen, Backen gar. A. Rick,, Gartenteldstrage 10 Tel. 32 366(Nixe& Weixelbraun) Setzen, putzen u. ausmauern aller Oefen u. Herde G. Spieldauer 2½ Stunden 49190 Schaſweide 55. Veriino Nußb. pol., wie neu, Ureich geſchnitzt, zu 80“ abzugeb. Nnitsſtr. 20, 3 Tr. rechts.*9298 Anfang.30, 5,45,.00,.15 palast-f aäe Parenfcanis 85 ronfer Der Vorſtand. Erstklassice Standuhren Eiche in allen Farben, Nusbaum, Mahagoni 8³⁴ schreiners m f 4 III 5 nküane 9 Mudmann-Besteche WPeixesinmer Rauf lul faaaanauuaaannunnuumao Hacen e hervorragende Qualitätsware.— 5 au n ſehr gut. Zuſtande, Hieie e, S f,——— Uetertbill. ugutf auf Teilzahlung ohne Aufschlag IW. Kug Leer Wer dieselbe einmal probiert hat 2 kommt regelmüß. darauf zurück Halbpfund-Paket 43 Prr. bei 818 Heckel Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Ludwig Grog Sicge Vor⸗ u. ſſtelle dſs, Bl. B4717 ückgarten, 2 Balk. oggia u. Garage unt. günſt. Beding. zu verkaufen. B4725 9 Röhren, kompl, mit 5 Pünekee) Näh. d. Immob⸗Büroſ8 ˖ 73 5 9 Röhren und 2 Hörer Pfundpaket 80 PtG. 0 3„ 10.(verstr. 4 HHLevi& Sohn err. F2, AQ relephon 28 203 E 2, 48 — efl. Ang. u. 81 ferner empfehle: 5 83* 21.4 Tel.20595, 20596 an die Geichſt. 28990——— 2 2 2 1—— n—— Hartgrieg-Makkaront iose FE 4 0 8 9 60 Gebrauchte S182 9 9 gr. preiswert zu verkaufen kier Höhrchen Glocken W. Lampert L. 6, 12 lieſt mit beſonderer Vorllebe die illuſtrierte Jagdwochenſchrift„Der Deutſche gäger“, München, die auf ſüddemſche Kagdverhältriſſe eingeſtelt iſt. f Intereſſante jagpliche Schilderungen aus der engeren Heimat und allen[Jagbdliche und kpnologjſche Unmſchau, unter beſonderer Berückſichtigung cnel— SupnennulelY e e ne 98 0 6 legene§gd„ Erzöhlungen. Gedichte iuld Rätfeleche; Tuchtige 70108 af fie brskoneld uns ben ketrkele mitge, 0 aſendge Sie efken erdern Keen e, Uttüeile Arbetten üb. Schießtechnit, Balliſtit. Optik, Fiſcherei u. Forſtweſen: dildern ü. mindeſtens mottatl. Imal eine wertv. Bie arbenkunſtbeilage. Waschkr Au Beſtellen Sie ſofort„Der Heutſche gäger“, Munchen(älteſte deutſche Jagdzeitung) bei Shrem Poſtame, oder Nriefträger, oder——— 8 i tadt E. nzende eſgenor —— 5. Stock, Frau Weiß. eee. —————————— eeeee ee e ee Nene Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ansgabe) Strumnfaus Panken E 2. 18 lauorstrünpis Srrreie 96 AAT 4 Maccostrünnfevarear-. Par1.2 Läuerseie w. Sait Pr20 Masöissie z. zarp. Bar.00 Unser Schlager— Echt Bemberg Adlerseide extra starke Qualität, in vielen Modefarben, nur solange Vorrat reicht Paar M..— 2 e IAILeeeeeeeeeeeeeeeee Neine 9237 Lökelschdls-Laushuge beginnen im Ckiober in meinem eleganten Privatsaal. Almeldungen hierzu nehme fäglici ent- gegen. Besonders verweise noch àuf meinen gediegenen Separail- Unterricht(uch ſür Ehepacære U. Herrscheffen im vorgerũ 1 feren Alier), in Welchem iĩch den Modefenz Char- leston nach maßgebendem, infernaſional. Siil in leichfiaßlicher gesellschafisiähiger Form unterrichſe Lina Schmidkonz lengjähr. Mifglied d. hies. Nafionalſneafers Lehrerin der Gesellscheffsfänze D 5, 11 Tel. 30 411 SIIIAAAMMMeeeeeeeeee Herrensocken ap. Muster Paar 90 Pfg. Kinderstrümpfe enorm billig. 7756 Gleichzeitig machen wir hiermit auf unsere Strumpfklinik aufmerksam. Die bei uns gekauft. Strümpfe werden, bei Fallen einer Masche, zum Selbst- kostenpreis wie neu wieder hergestellt. Shas Parn 3 Iuh. Sophie Kluger nh.§op 9 5— E 2. 18 Moderne 9 mögl. m. Heizung.-III. St. in gutem Hauſe 5 Zu mieten gesucht. Oſtſtadt bevorzugt. 7766 Angebote mit Preisangabe unter A L 136 an die Geſchäftsſtelle ds. Blattes. 9 Mit dem weiteren Feste Bezüge, Provision u. Spesen oder reiner Provisionsvertrag Nichtfachleute wercen eingearbei- tet. Nach Leistung kurzer Probe · arbeit feste Anstellung. Angebote an Ksstes Südleltsches Wäinhaus mit eigenen Kellereien im Produktionsgebiet „(Rhein, Moſel, Pfals, Bordeaux) ſucht für Mannheim und Umgegend einen rührigen Vertreter gegen Proviſion, der auch bei feiner Privat⸗ undſchaft eingeführt iſt⸗ 777⁰ Angebote unter A N 138 an die Geſchäfts⸗ ſtelle dieſes Blattes. Bei Feinkoſtgeſchäften gut eingeführten Vertreier v. alt. Unternehmen:„Spezialität Frankfurter Würſte“ geſucht.*9197 Angebote mit Referenzen unter K V7 an die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes. Leiſtungsfähige und neuzeitlich eingerichtete Buchdruckerei zsucht für den Platz Mannheim u. Umgebung tüchti⸗ gen, bei der Kundſchaft gut eingeführten Vertreter der ſeine Fähigkeit durch Erfolge nachweiſen kann. Nur eingeführte Bewerber mit Fach⸗ kenntniſſen finden Berückſichtigung. Wir bieten feſtes Gehalt und Proviſion. Angebote unter W. M. 623 an Rudolf Mosse, Mannheim Em103 Tt alcrte für Mannheim u. Umgebung gegen Firum u. hoher Proviſion geſucht. 95 Angebote unter B M 1676 an Ann.- Exped. D. Frenz G. m. b. H. Mann- heim. 0 Ed333 Aan-Hl-Mnü-E beschäftigt, suchen wir überall tüchtige 2 Platzinspektoren 1 Direktlons-Verträge. Mumnberger Lebensversicherungsbank, Bezicksdirektion Mannheim, M 4, 20 akee Reisebeamte Spezialbeamte Generalagenten 2 und Beamtenanwärter für den Außendienst 92⁴8 Mit 2500 Mk. Intereſſen⸗Einlage. Bevor⸗ zugt wird Autofachmann oder tüchtiger Chauffeur. Angebote unter M Wö98 an die Geſchäftsſtelle.*9314 Sofort gesucht Kaufleute, abgeb. Beamte und ſonſt. intellig. Berufe, auch Damen, die Luſt und Liebe zur Reiſetätigkeit haben, werden koſtenlos einge⸗ arbeitet. Bei Eignung Fixum und Prämien. Zu meld. mit Ausweis Dienstag—6 Uhr, Mittwoch—12 Uhr und—6 Uhr, Uhland⸗ ſtraße 9, II. Iinks.*9928 Seeeeeeeeee L von führender bolſteiner Margarine⸗ fabrik zum Beſuch von Privatkundſchaft bei boher Proviſion und täglicher Ab⸗ rechnung geſucht. Bei Bewährung feſte Anſtellung. Kurze ſchriftl. Angebote an ihoum Alcer-Halas Frankfurt a.., Ea242 Brüder Grimm⸗Straße 11, III. Gewandtes, zuverlässiges 1. Zimmermädchen zum 15. Okt. od. 1. November in Herr⸗ ſchaftshaus geſucht. Dasſelbe muß im Servieren perfekt ſein, nähen und bügeln können und beſte Zeugniſſe beſitzen. Alter nicht unter 25 Jahren; gut bezahlte Dauer⸗ ſtellung. Angebote mit Zeugnisabſchriften, Bild, Gehaltsanſpruch, Referenzen unter A D 129 an die Geſchäftsſtelle. 775² 56 mernohnung deutſch. Emaillierwerk nicht unter 30 J. alt, igut eingeführt iſt. Tafel-Trauben Pnd 35 PfS2. 52 Süsse Kranz- Feigen Calamata ff. Qualität, Kranz 50 Pfg. Idk.Kreg, ontardstr. ö, Mähe a. Sckiozarten Lampenschirm Gesteſie 30 em Durchm. Mk..10 50„ 5„.00 0 10„ 2 60 70„.40 Alle Formen gleiche Preise · la. Japan Seide, 4. 80 Mk la. Seiden-Batist,.60 Mk. sowie sämtl. Besatzart. wie Seidenfrans. Schnüre Rüschen. Wickelbaud eic. Fertige Schirme in großer Auswahl billig 8152 Lampenschirmbedarfi G. Schuster. E 3. 7. Seriöse Damen für den hieſig. Platz mit guten Um⸗ gangsformen(Klei⸗ dung) im A ter von 25 bis 35 Jahren für den Außendienſt von großem Kon⸗ zern per ſofort gegen erſt' Bezahlung geſucht. Berufliche Vorbil⸗ dung nicht un⸗ bedingt er⸗ forderlich Angebote mit Bild unter A M1674 an Annoncen-Expedition D. Frenz, G. m. b.., Mannheim. Ed333 Zahnarzt sucht junge Helferin) Nähere Angaben mit Bild und Ge⸗ baltsanſprüchen unt. A§ 133 an die Ge⸗ ſchäftsſtelle ds. Blattes. 7764 Tüchtiges 9272 Vertreter icheigcs 1a. Krafte, bel Fixum und hoher Proviſion Zuverläſſiges geſucht. B4750 ir znlgi Sies eengerJ. Anderräuein Vertr.⸗Geſ., 2 5. 16. nicht unter 22 Jahren *3 izu 3 Kindern zum 1. November geſucht 49153 Frau Dr. Neuenhoſer Suckowſtraße 4 (ähe Colliniſtraße) Zu einem Jjährigen Jungen ein zuverläſſig. Fräulein für nachmittags ſofort Leiſtungsfähiges ſüd⸗ ſucht tüchtigen Reisenden der bei der Klein⸗ kundſchaft in Baden, Heſſen, Württemberg u. Bayern nachweisl. 65 an die Ge⸗ ſchäftsſtelle 9250 Jung. Mädchen nicht unter 18 Jahren kamn in kl. gut. Haus⸗ halt kochen und alle Hausarbeiten gründlich erlernen. Angebote unt. M M 8s an die Ge⸗ ſchäftsſtelle Durchaus zuverläſſig., tüchtiges Mädchen perfekt in Küche und Haushalt, geſucht. Hartmann, 9291 P 6. 22. Aelteres Ausführl. Angebote unter Einſendung von Zeugnisabſchrift., Re⸗ ferenzen und Lichtbild ſind zu ſenden unter A K 135 an die Ge⸗ ſchäftsſtelle. 2811 bb Hark wochenlohn erhält Jeder, der den Vertrieb mein. Fabri⸗ kate an Private über⸗ nimmt. Lonis Klöckner Weſterburg.*932⁵ Erſtklaſſige llbste Preiszenund. Lebensmittel-Centrale Lehrstelle in kaufm. Büro für geſucht, Angebote unter L O 0 IE Kunstsfrabe N 2, ErSfkläss. SpezialDamenhufgeschäff Täglich Eingang hervorragender Neuheiſen. Beachten Sie die heutigen hilligen Preise Peisch 0 OSten ſucht tüchtiger, gewandt. Kaufmann, Anf. 40, gegen Gehalt u. Provi ſion. Bevorz. Lebens⸗ mittel u. verw. Branchen. Evtl. übernehme für Nordbaden u. Heſſen Vertretungen erſter Häuſer. Ia. Referenzen. *9290 Angebote unter M Lid7 an die Geſchäfts⸗ ſtelle dieſes Blattes. Unabhäng. ig. Frau mit 4jähr. brav. Mädch. ſucht Stellung in klein. Haushalt, auch tagsüber gegen geringe evtl. ohne Vergütung. Reierenzen u. gute Zeugniſſe ſteh. zur Verfügung. Gefl. Angebote unt. 2 B 72 an d. Geſchäftsſt. 9259 16jährig. Mädchen mit beſſ. Schulbildung geſ. Angebote unt. L2 P 66 ſtelle dſs. Bl. Heimarbeit gleich welch. Art ſucht jge., intelligente Frau beſ. Verhältn. halber. Näh⸗ od. Schreibarbeit bevorz. Eig. Schreib⸗ maſchine vorhanden. Gefl. Angebote unt. J T 20 a. d. Geſchäfts⸗ *9126 Iunge fleidige Frau Krankenpfl., m. guter Empfehl., ſucht Arbeit gl. welch. Art. Angeb.“ unter K R 43 an die Geſchäftsſtelle. 9186 an d. Geſchäftsſt. 9263 2Benz Söhne Wagen in ſehr gutem Zu⸗ ſtande, Limouſinen, davon eine abnehm⸗ bar, 14/42 Ps unter günſtigen Kondition. zu verkaufen. 2807 Hans Werner, P 5,1 Telephon 30402 „Mars“ mit Beiwagen, letztes Modell, m. all. Zubeh. u. verſ., für 1250 zu verk. Tel. 28 860. *9251 Tlegantes neues Schlafzimmer gegen ſehr bequeme Raten billig abzugeb. Angebote unt. M Q 92 an die Geſchſt. 9300 Umzugshalb. zu ver⸗ kaufen: 1 kompl. Bett, 1 Schrank, 1 Waſchtiſch m. Spiegelaufſatz und Marmor, 1 Nachttiſch⸗ chen m. Marm., 1 Tiſch mit 3 Stühlen, maſſiv eichen, alles ſehr gut erhalten; außerdem: 1 Elektromophon mit Platten, 1 Bettchaiſel. mit Bett. Anzuſeyen: Waldhofſtraße 3, B4733 4. St. links. Gut erhalt. weißes Linderbetfladchen SK Piano und Schreibmaschine zu verkaufen. 92²8 R 6. 4, 2 Stock. 92²8 umſtändeh. für 320/ zu verkaufen. 9308 Marg, Jul. Jollyſtr. 8. Diwan, Chaiſelongue, neu, 38, pol. Schrank. 2 Metallbettſtell., Ma⸗ tratzen bill. zu verkauf. Bammſtr 16. part. 4922²¹ Gut erhaltenes Herrenfahrrad preisw. zu verkaufen. *9199 P 1. 7a, 5. St. 1 faſt neues Herrenfahrrad 1 Torpedo ⸗ Schreib⸗ maſchine u. 2 Perſer⸗ Brücken umſt.⸗h. billig zu verk. C 4. 19, prt. *9243/52 Kinderheint weiß, ſehr gut erhalt., u. viele Kinderſachen (Schuhe, Kleider, Wäſche) f. Mädchen v. —8 J. ſehr billig zu verkaufen. Adreſſe in der Geſchäftsſt. 9239 1 kas 64L., neu, 1 Aquarium zu verk. Löhr, Kron⸗ prinzenſtr. 15, 4. St. *9309 0 Verkäufer mit guter Einführung in maßgeb. Kundſchaft der Schokoladen⸗ und Zuckerwaren⸗Branche ſof. geſucht. Erzeugn., Preiſe u. Lieferungs⸗ fähigkeit bürgen für große Umſätze u. ſich. Prov.⸗Einkomm. Ang. m. Ref. erb. u. L 376 an die Geſchſt. 29268 Für erſte Artikel (großes Weihnachtsge⸗ ſchäft) vertrauensw. Vertreterſ) f. Priv. b. ſof. Prov.⸗ Ausz. geſ. Bei Eign. ſpät. Fixum. Vorzuſt. Büdo, EI 1. 8, 3. St. *9318 Trfreler können durch vorn. Tä⸗ tigkeit ſpielend leicht viel Geld verdienen. Heine Verſicherung, kein Hauſieren. Eilangebote unter L L 62 an die Geſchäftsſtelle B4753 Damen welche Privatkundſchaft beſuchen zur Mitnahme eines tägl Gebrauchs⸗ artikels ceſucht. 9303 Ludwigshafen a. Rh., Ludwigſtraße 9 im Hofe links. Präulein oüer Frau welche ſelbſtänd. einer Haush. vorſteh. kann, in Geſchäftsh. geſucht. Ebert, Lange Rötter⸗ ſtraße 100.*9270 Für Küchenarbeit, Kartoffelſchälen ſucht Spezialausſchank —3 fleißige, ſaubere Frauen. Meldung mit Zeugn. JI. 3/4, 1. Et. Ea242 Ordentl., ſanbere Vasch- U. Putzfrau geſucht. Vorzuſtellen: Thonig, A 2. 4. 9327 Stellenbesuche Tüchtiger 59202 Herrenfriseur perf. Bubikopfſchneider 25 J. alt, ſucht ſich auf 18. 10. 26 zu veränd. Gefl. Angeb. erb. unt. K'ͤ48 a. d. Geſchſt. Jung. gebild Herr ſucht Fehriftl. Heimarbeit Gefl. Angebote unter M G 83 an die Ge⸗ ſchäftsſtelle. m.* 75 Einfelliges 9287 eil. Bellade für 10 Nblaarerkolner für 50/ zu verkauf. Seckenheimerſtr. 12, V. 0 zu verk. Luiſenring 46, 1 Tr. links. 59293 für sauberes Geschäft in guter Lage zu mieten gesucht.*8815 Angebote unter C X 73 an die Oeschäftsstelle dieser Zeitung. in zentraler Lage zuUnterrichtszwecken auf mehrere Jahre gesucht. Monats- miete bis 300 Mark.— Angebote unter M K 86 an die Geschäftsstelle. B47⁵8 Suche 5 Zimmer- Wohnung mit Zubehör, gute Lage*9180 event. Tausch gegen 3 Zimmer-Wohnun 9281 Nähe des Theaters. Angebote unter K O 40 an die Geſchäftsſtelle. lan die Geſchſt. -800 MIk. S9 Ein- familienhaus —6 Zimmer nebſt Zu⸗ behör, Mannheim od. Umgegend*9257 zu kaufen geſucht. (Hypothekenfrei.) An⸗ gebote unt. L T 70 an die Geſchäftsſtelle. Gebr., gut erhaltene Schreihmascine mit ſichtbar. Schrift zu kauf. geſ. Angeb. mit Syſtem u. Preis unt. M S gä a. d. Geſchſt. 49304 Kalemimmer gebraucht, mögl. Stil⸗ möbel, gegen bar zu kaufen geſucht. B4740 Telephon 26 825. lebr. weiger Kerd zu kaufen geſucht. Ang. unter L D 55 an die Geſchäftsſtelle 9222 Kaufe Kisten aller Größen Kaſſa. Ang. m. Preis unter M V97 an die Geſchäftsſtelle. 9306 Lade für Lebensmittelgeſchäft per ſofort oder ſpäter geſucht. Vermittlung nicht erwünſcht. Angeb. unber D Q 91 an die Geſchäftsſtelle. B4699 Geſucht: Moderne—8 Zim.⸗ Wohnung mit Zen⸗ tralheiz., eptl. Ein⸗ familienhaus. Geboten: Große 5 Zimmer⸗ Wohnung mitallem Zubehör, hochpart., gute Oſtſtadtlage. Angebote unt. L X 74 an die Geſchſt. B4755 Geſ 1 ch t: 45 Zimmer- Wohnung Stadtinneres bevorz., el. Licht, 2. od. 3. St. Angebote unt. F O 39 an die Geſchſt. B4711 U Auger mit Küche geg Voraus⸗ zahlung der Miete ſof. od. ſpäter zu mieten ge⸗ ſucht. Neckarſtadt, Oſt, bevorzugt. Angebote u. K B 28 an die Geſchſt. B474¹ 600-1000 11 geg. g. Sicherh. u. hoh. Zins ſof. v. Selbſtgeb. zu leihen geſ., ev. ſtille Bet. Ang. unt. J X 24 B4737 Suche für mein Lebens⸗ mittelgeſchäft*9259 zu leihen auf 1/ Jahr gegen 10 9 Zins, Si⸗ cherheit vorhand Ang. unter L Q 67 an die Geſchäftsſtelle 500.700 Fx gegen erſte Sicherheit u. guten Zins geſucht Streng reell. Angebotl unter M u 96 an di Geſchäftsſtelle. 930 Wer leiht ſtädt. Angeſt 300-500 M gegen guten Zins un Sicherheit. Angebote u. M 5 84 an die Ge⸗ ſchäftsſtelle.—8³ gegen ———