Donnerstag, 14. Oktober Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus ——* die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Bei evtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ ſorderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. Haupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle: R1,46, Baſſermannhaus). Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhoſſtr.ö, chwetzingerſtraße 24 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mal. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 Abend⸗Ausgabe Preis 10 Pfennig 1926— Nr. 6 Neue Mannheimer Seitung MannheimerGeneral Anzeiger Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp, Kolonelzeile füe Allgem. Anzeigen 0,40.M. Venamen —4R.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. 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Die Exekutive beſchloß, über alle ihre Entſcheidungen ſtrengſtes Stillſchweigen zu beobachten. Die„Weſtminſter Gazette“ will jedoch erfahren, daß Mit⸗ glieder der Exekutive ſich über die Korrektheit der Enthüllun⸗ gen beſchwerten, welche die„Weſtminſter Gazette“ über die Konferenz mitzuteilen imſtande war. Wie verlautet, wird wahrſcheinlicheine weitere Konferenz in London abgehalten werden, zu der die Föderation britiſcher Indu⸗ ſtrieller durch den deutſchen Induſtrieverband führende deutſche In duſtrielleeinladen wird. Duisbergs wichtige Ankündigungen auf der heutigen Konferenz des Vor⸗ ſtandes des deutſchen Induſtrieverbandes in Berlin werden hier mit Spannung erwartet. Der Berliner„Daily Mail“⸗ Korreſpondent erfährt von zuſtändiger Seite, die Londoner Konferenz würde einen viel autoritativeren Charakter haben, als das unverbindliche Zuſammentreffen in Oberſt Aſhleys⸗ Haus zu Romſey. Die Induſtriellen beider Länder haben mehr als ein Jahr an der Vorbereitung dieſer Konferenz gearbeitet. Die Konferenz in Romſey ſei nicht ſo wichtig geweſen, als man aus ihrer Abhaltung im Hauſe eines Miniſters und unter dem Vorſitz des früheren Schatzſekretärs geſchloſſen habe. Die deutſchen Delegierten waren überraſcht, als ſie fanden, daß die Veranſtalter der Konferenz ohne Ermächtigung von ver⸗ antwortlichen britiſchen Organiſationen gehandelt hätten. Die nächſte Londoner Konferenz werde dagegen über umfaſſende Liſten von Gegenſtänden beraten, welche für die britiſche In⸗ duſtrie ſowohl wie für die deutſche von lebenswichtiger Bedeu⸗ tung ſind. Die ruſſiſche Friebenspolitit Die amtliche ruſſiſche Telegraphenagentur verbreitet eine Rede Litwinoffs, in der er bei Gelegenheit eines zu Ehren der preußiſchen Induſtriedelegation veranſtalteten Abend ausführte, daß die in letzter Zeit abgeſchloſſenen Sonder⸗ verträge und Bündniſſe nicht als Friedensbeweiſe anzu⸗ ſprechen ſeien. Obſchon dieſe Verträge weſentlich ſich gegen Sowjetrußland richteten, werde die Sowjetunion dennoch ihre Friedenspolitik weiter verfolgen. Zu den weſentlichen Fak⸗ toren dieſer Politik gehöre die Verſtärkung der Unabhängig⸗ keit der kleinen Staaten und ihre Emanzipierung vom Völker⸗ bund, wofür der jüngſt abgeſchloſſene Vertrag zwiſchen Sow⸗ jetrußland und Litauen ein Beweis ſei. Die gegenſeitige Ue⸗ bereinſtimmung der Beſtrebungen Deutſchlands und Sowjet⸗ rußlands ſowie die loyale Fortſetzung der zwiſchen den beiden Ländern abgeſchloſſenen Verträge bilde eine ſichere Gewähr für den allgemeinen, insbeſondere aber auch für den oſteuro⸗ päiſchen Frieden. Saargebiet und Eiſenvakt Bei Beſprechung des Eiſenpaktes, deſſen Bedeutung für das Saargebiet die„Saarbrücker Zeitung“ heute(Donners⸗ tag) in einem Leitartikel würdigt, wird mit Genugtuung die Tatſache hervorgehoben, daß der Pakt die Gefahr einer ſchwe⸗ ren Produktionskriſis ausſchaltet, die notwendigerweiſe bei einer Rückkehr zu ſtabilen Währungsverhältniſſen für die Saareiſeninduſtrie eintreten müßte. Die Verſchiebung der Produktionsverhältniſſe innerhalb der Weltwirtſchaft und die Entſtehung von Eiſeninduſtrien in Ländern, die früher aus⸗ ſchließlich als Abnehmer auftraten, haben die Abſatzmöglich⸗ keiten der verkehrsgeographiſch ungünſtig gelegenen Eiſen⸗ induſtrien des Saargebietes erheblich eingeſchränkt. Die Fran⸗ keninflation hat dieſe ungünſtige Entwicklung noch nicht in die Erſcheinung treten laſſen, die ſich aber angeſichts der ge⸗ ſteigerten Produktionsfähigkeit Frankreichs ſowie des Ruhr⸗ gebiets im Augenblick der Stabiliſierung aufs Nachhaltigſte zur Geltung bringen müßte. Durch den Pakt wird den Saar⸗ eiſenhütten ein Abſatz geſichert, der in ſeinem Umfange den Beſchäftigungsgrad der dem Deutſchen Eiſenverband an⸗ gegliederten Hütten entſpricht. Die Geſamtquote des Saar⸗ gebietes an der Erzeugung des Eiſenkartells beziffert die „Saarbrücker Zeitung“ auf 14 Millionen Tonnen unter Zugrundelegung eines Anteils von 5,21 pro Tauſend. Das wären rund 200 000 Tonnen weniger als die letztjährige Er⸗ zeugung des Saargebietes. Dieſe Zahlen ergeben jedoch, wie das Blatt ausführt, kein klares Bild. Da die Erzeugung des Saargebietes auch nach dem Paktabſchluß durch die deutſchen Eiſenverbände beſtimmt wird, die in ihrer Geſamtheit die Saarquote erhalten und da⸗ gegen die Saarproduktion im Rahmen der einzelnen Verträge mit den ſaarländiſchen Hüttenwerken übernehmen. Lediglich die Ausfuhr der Saarhütten nach Frankreich wird von den deutſchen Verbänden nicht ganz erfaßt. Man hat den Saar⸗ hütten auf dem franzöſiſchen Markt gerüchtweiſe ein Kon⸗ tingent von 500 000 Tonnen eingeräumt, das von Neunkirchen, Burbach und Dillingen eigenhändig vertreten wird. Nur Völklingen wird auch ſeinen Anteil an dieſem Kontingent über die deutſchen Verbände verkaufen. Das Fehlen einer beſonderen Vereinbarung in dem Pakt⸗ vertrag über die Verzollung der Saareiſeneinfuhr nach Deutſchland erſcheint unweſentlich, da die deutſchen Eiſenver⸗ bände die eingeführten Kontingentmengen zum Inlandspreis übernehmen. Deutſcher Induſtriebeſuch in Moskau § London, 14. Okt.(Von unſerem Londoner Vertreter). Dem„Daily Telegraph“ wird aus Riga gemeldet: Die Ver⸗ treter der preußiſchen Induſtrie, die ſich gegenwärtig in Mos⸗ kau aufhalten, beſuchten den Vorſitzenden Oberſten Wirt⸗ ſchaftsrates, Kwiring und andere bekannte Mitglieder der Sowjetregierung. Es wurde über die der Sowjetregierung zur Verfügung zu ſtellenden deutſchen Kapitalien und über die Gewährung von Konzeſſionen verhandelt. Nach Moskauér Meldungen hatten die Verhandlungen keinen Erfolg. Schuld daran ſollen die eigentümlichen Gepflogen⸗ heiten der Sowjetabteilungen ſein, ſich in die Beziehungen zwiſchen Arbeitern und Arbeitgebern einzumiſchen. Das Recht der Konzeſſionäre, Rohmaterial einzukaufen und Fab⸗ rikate auf den Sowjetmärkten zu verkaufen, erſcheint nicht ausreichend, um den Ausländern das Riſiko eines Geſchäfts⸗ betriebes zu ermöglichen. PEFE———PP———PPPPPP———————————PPPPPPPPPCPCPCPCPCPCPCPCPPPPPPPPPPPPPPPP P P PPPP— PP——— PPPP P———¶——ů——j— Am die Regierungsumbilbung in Preußen EBerlin, 14. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Die ſozialdemokratiſche Landtagsfraktion hielt heute vor der Ple⸗ narſitzung erneut eine Fraktionsſitzung ab. Die Stellung der Fraktion zu der Hohenzollernvorlage bleibt die alte. Was die Umbildung der Regierung in Preußen angeht, ſo wird auf die vom Miniſterpräſidenten Braun für heute nachmittag ange⸗ ſetzte Beſprechung mit den Führern der Regierungsparteien verwieſen, an der die Fraktion teilnehmen wird. Es dürfte, wie wir bereits als wahrſcheinlich hinſtellten, nicht damit zu rechnen ſein, daß vor dem 3. November, dem Tag des Wiederzuſammentritts des Reichstages, die Verhandlungen einen entſcheidenden Abſchluß finden können. Eine Rechtfertigung des„Vorwärts“ Der„Vorwärts“ veröffentlicht einen Aufruf an die Partei zu der am Samstag beginnenden ſozialdemokratiſchen Werbewoche. Er rechtfertigt bei dieſer Gelegenheit die Stimmenthaltung der ſozialdemokratiſchen Fraktion im preußiſchen Landtag mit folgenden Sätzen: 8 ie ſozialdemokratiſche Fraktion ſtimmt dem Vergleich nicht zu. Sie verſpricht ſich aber auch nichts von ſeiner Ableh⸗ nung, weil der Volksentſcheid keine Volksmehrheit für die Enteignung gebracht hat, weil die Verſuche einer geſetzlichen Regelung im Reichstag geſcheitert ſind, weil ſchließlich das Scheitern der Regelung durch Geſetz oder Vergleich nur die Folge haben kann, daß wieder die Gerichte entſcheiden, die den Hohenzollern noch mehr zuſprechen, den Staat aber mit Millio⸗ nen Prozeßkoſten belaſten würden. Dazu kommt, daß im Land⸗ tag nahezu eine Zweidrittelmehrheit— 292 bürger⸗ liche Abgeordnete von insgeſamt 450 Mitgliedern— den V er⸗ gleichwill. Kein Sozialdemokrat beſtreitet, daß es ein un⸗ geheures ſoziales Unrecht iſt, wenn in einer Zeit des Maſſen⸗ elends ſo gewaltige Vermögen in die Hände weniger Familien gelangen. Die ſozialdemokratiſche Landtagsfraktion hat das ſelbſt in ihrer Erklärung ausgeſprochen. Sie glaubt aber nicht, daß nach dem Verſagen des Volksentſcheids und der Geſetz⸗ gebung im Reichstag eine gerechtere Löſung erreicht werden kann mit den Mitteln des parlamentariſchen Radaus. Keine Rückkehr des früheren Kaiſers § London, 14. Okt.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Obgleich die Möglichkeit der Rückkehr Kaiſer Wilhelms II. nach Deutſchland in engliſchen politiſchen Kreiſen kaum ernſt genommen worden iſt, hat man doch an maßgebenden Stel⸗ len die Geſichtspunkte, die ſich daraus ergeben würden, in Betracht gezogen, hauptſächlich auf Anregung von franzöſi⸗ ſcher Seite. Dem diplomatiſchen Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ zufolge geht die Anſicht allgemein dahin. daß der Verſailler Vertrag keinen Bann gegen die Hohenzollern definitiv ausſpreche, ſodaß man gegen die Wiedereinſetzung eines Hohenzollern auf den preußiſchen wie auf den deutſchen Thron keinen Widerſtand leiſten könne. Dies gelte jedoch für die Hohenzollern mit Ausnahme des Exkaiſers. In ſeinem Falle könnten ſich die Alliierten auf die beſonderen Beſtimmungen des§ 237 berufen, wonach Kaiſer Wilhelms Uebergabe oder Vertreibung verlangt werden könnte. Frank⸗ reich ſei entſchloſſen, jede Nichtachtung des Paragraphen zu benutzen, um die Ausdehnung der Rheinland⸗ beſetzung bis zur äußerſten Grenze der Vertragsbeſtim⸗ mungen und vielleicht darüber hinaus zu rechtfertigen. An⸗ dere Signatarmächte des Verſailler Vertrages würden ſich dann Frankreich möglicherweiſe anſchließen. Forderungen der chriſtlichen Gewerkſchaften Auf der Herbſttagung der chriſtlichen Gewerkſchaften in Nürnberg(worüber wir im heutigen Mittagblatt berichteten, die Schriftl.) wurden mehrere Entſchließungen angenommen, in denen u. a. beſchleunigte Verabſchiedung des Arbeiterſchutz⸗ geſetzes für Betriebe der Land⸗ und Forſtwirtſchaft, der Tier⸗ zucht und der Binnenſchiffahrt, die gleichberechtigte Mitwir⸗ kung der Arbeitnehmer in der geſamtwirtſchaftlichen Ent⸗ wicklung der produktiven Kräfte, Förderung der inneren Koloniſation, Abhilfe der Wohnungsnot durch die Neuerſtel⸗ lung von jährlich mindeſtens 250000 Wohnungen in den nächſten 10 Jahren, Ausbau der Erwerbsloſenfürſorge und weſentliche Hebung des Lohnniveaus gefordert werden. Nathklänge zur Pfalzreije Dr. Bells (Von unſerem Pfälzer Mitarbeiter)* Reichsjuſtizminiſter Dr. Bell hat in ſeiner Eigenſchaft als Miniſter für die beſetzten Gebiete im Nebenamt der Pfalz einen eintägigen Beſuch abgeſtattet,„um ſich— nach ſeinen eigenen Worten— an Ort und Stelle über die Lage in der Pfalz zu unterrichten, weil es ſich herausgeſtellt habe, daß der ſchriftliche Verkehr von Behörde zu Behörde trotz eifrigſten Studiums der Akten ein richtiges Bild über die wirkliche Lage nicht verſchaffen könne,“ eine Beobachtung, deren Richtigkeit man in der Pfalz ſchon ſeit einiger Zeit erkannt hat. Dazu iſt allerdings in einem Tag nicht viel Gelegenheit. Dr. Bell konnte daher nur Speyer beſuchen und Ludwigshafen, dieſe Stadt angeblich inoffiziell. Urſprünglich wollte der Rheinminiſter drei Tage in der Pfalz verweilen und ſich auch in Germersheim über die dortige Lage unterrichten. Er hätte dort allerlei Wiſſenswertes hören und ſehen können, vor allem über die Stimmung der Bevölkerung uſw. So mußte ſich die Einwohnerſchaft von Germersheim damit begnügen, eine dreiköpfige Abordnung zum Miniſter nach Speyer zu ent⸗ ſenden und ihm dort durch den Mund der drei Vertreter ihre großen Sorgen und Wünſche vorzutragen. Die Aenderung des Programms der Pfalzreiſe des Rheinminiſters, d. h. die Ab⸗ kürzung ſeines Aufenthaltes in der Pfalz auf einen einzigen Tag iſt nach einer offiziellen Mitteilung auf die Arbeitsüber⸗ laſtung des Miniſters infolge der Verwaltung von zwei Mini⸗ ſterien, des Juſtizminiſteriums und des Rheinminiſteriums, zurückzuführen. Miniſter Dr. Bell hat das am Freitag in Ludwigshafen nochmals ausdrücklich beſtätigt, damit auch gleichzeitig die von weiten Kreiſen der Pfalz ſeit Jahr und Tag erhobene Forderung, daß das Miniſterium endlich wieder von einemeigenen Miniſter und nicht von einem ande⸗ ren Reſſortminiſter im Nebenamt verwaltet werde, weil auch nach Locarno— und gerade erſt recht wegen Locarno— die Aufgaben des Rheinminiſterums ſo vielſeitig und für die Be⸗ völkerung der Pfalz ſo wichtig ſind, daß ſie ein Miniſter im Nebenamt nicht in der gewünſchten Weiſe erledigen kann. Ge⸗ rade die Kreiſe in der Pfalz, die Dr. Bell parteipolitiſch nahe⸗ ſtehen, und die Berechtigung dieſer Forderung anerkennen wollten, ſind nunmehr durch die Tatſachen und durch ihren eigenen Parteifreund eines Beſſeren belehrt worden. Die Be 99 rechungen, die im Regierungsgebäude ge⸗ pflogen wurden, waren ſämtlich vertraul ich. Das liegt, ſoweit es ſich um die Beſprechungen mit dem pfälziſchen Re⸗ gierungspräſidenten, den Referenten und allenfalls um den Empfang der ſogen. Saargänger handelt, in der Natur der Sache und iſt ſelbſtverſtändlich. Etwas ganz anderes iſt es jedoch mit der„allgemeinen Ausſprache“, die nachmittags im Regierungsgebäude ſtattfand, und an der die erſten Bürger⸗ meiſter der„beſetzten“ kreisunmittelbaren Städte, die Vor⸗ ſitzenden der wirtſchaftlichen Berufsorganiſationen, die beiden Vorſitzenden des Kreistages, ein Reichstags⸗ und ein Land⸗ tagsabgeordneter und die Vertreter der Chriſtlichen und Freien Gewerkſchaften teilnahmen. Die beiden Vorſitzenden des Vereins Pfälziſcher Zeitungsverleger und des Landes⸗ perbandes Pfalz im Reichsverband der deutſchen Preſſe waren in ihrer Eigenſchaft als Vertreter ihrer Standes⸗ organiſation geladen, nicht etwa in ihrer Berufs⸗ eigenſchaft. Die Preſſe und damit die Oeffentlichkeit waren ausgeſchloſſen. Das iſt ein Novum. Ueber die „allgemeine Ausſprache“ wurde nur ein kurzer amtlicher Be⸗ richt ausgegeben, der, wie die meiſten derartigen Verlaut⸗ barungen die Eigenſchaft hat, mit wenigen Worten wenig zu ſagen, Vor allem ſchweigt ſich der Bericht über die von den einzelnen Vertretern der pfälziſchen Bevölkerung vorge⸗ tragenen Wünſche und Forderungen aus. Bisher war es in der Pfalz nicht üblich, derartig wichtige Beſprechungen, an denen doch immerhin die Pfalz ein Intereſſe hat, gewiſſer⸗ maßen unter Ausſchuß der Oeffentlichkeit abzuhalten. Worauf dieſe nicht nachahmungswerte Neuerung zurückzuführen iſt, wird noch feſtzuſtellen ſein. Die Pfalz hat ein Recht, zu erfahren, was ihre Vertreter vorgetragen haben und zu wiſſen, was der Miniſter im Einzelnen auf die berechtigten Forderungen und Wünſche der pfälziſchen Bevöl⸗ kerung geantwortet hat. Mit der allgemeinen Redewendung: „Reichsminiſter Dr. Bell ging auf die vorgetragenen An⸗ regungen ein und ſagte eingehende Prüfung und möglichſte Berückſichtigung der Wünſche zu,“ iſt der pfälziſchen Bevöl⸗ kerung nicht gedient, es ſei denn, daß ſich der Miniſter nur ganz allgemein ausgedrückt hat. Der„Ausſchluß der Oefſentlichkeit“ lag daher auch nicht im Intereſſe des Miniſters und der Rieichs ecer weil das Vertrauen der pfälziſchen Bevölkerung in die Hilfsbereitſchaft der Berliner Stellen durch einen derartigen Modus nicht gerade geſtärkt wird. Warum man von der bisherigen Gepflogenheit bei Miniſterbeſuchen in der Pfalz abgegangen iſt, darüber hört man verſchiedene Vermutungen. Es gibt Leute, die ſagen, man habe„empfinoͤſame Ohren“ in Koblenz und Paris ſchonen ſollen; man habe gleichzeitig ver⸗ meiden wollen, durch die Fülle der vorgetragenen berech⸗ tigten Wünſche und Forderungen wie bei dem Beſuch des Reichskommiſſars in der Pfalz eine neue Beſtätigung des an⸗ fänglich von gewiſſen Kreiſen ſo heftig bekämpften, dann aber als richtig zugegebenen Satzes zu erhalten, es ſei in der Pfalz nach Locarno nicht beſſer geworden. Andere behaup⸗ ten ſogar, der Wille zur„Verſtändigung um jeden Preis“ ginge deutſcherſeits bereits ſoweit, daß man Verſtändigungs⸗ politik, ſo wie man ſie in nationalen Kreiſen der Pfalz wünſche, mit Leiſetreterei verwechſle und die Pfalz mundtot machen wolle. Allen dieſen Vermutungen und Meinungen hätte man den Boden entzogen, wenn man nicht„das Ohr durch Ausſchaltung der Preſſe verſtopft hätte. Trotz der Kürze der ihm zur Verfügung ſtehenden Zeit hat Miniſter Dr. Bell ſo viel Zeit gefunden, nach— Speyerer Beſuch das pfälziſche Zentrumsorgan und„ſei⸗ nen Freund Hofmann“ in Ludwigshafen zu beſuchen. „Der Beſuch trug keinen offiziellen Charakter, ſondern war ein Freundſchaftsbeſuch,“ berichtet das pfälziſche Zentrums⸗ organ. Die von ihm ſelbſt mitgeteilten Tatſachen ſprechen jedoch für den offiziellen Charakter des Beſuches. Es iſt eine reine Frage des politiſchen Taktes und Ge⸗ ſchmacks, ob ein Miniſter, dazu noch ein Reichsminiſter, der —— — Merchuktonäpen unmöglich machen. 2. Seite. Ne. 78 Nene Manuheimer Beiluug(Abenb⸗Ausgabe) —— — kein anderer Miniſter über den Parteien ſtehen ollte, etnen offtziellen Pfalzbeſuch zu„Partei⸗Freundſchafts⸗ beſuchen“ benutzt und ſogar den Abgeordneten Hofmann in deſſen Privatwohnung auſſucht. Mit Ausnahme von Dr. Höfle hat das bis jetzt noch keiner der Miniſter getan, die die Pfalz beſuchten, auch nicht Dr. Frenken, der ebenfalls der Zentrumspartei angehörte. Aber über Geſchmack und Takt äßt ſich bekanntlich ſchwer ſtreiten und wenn es ſich beim Be⸗ uch Dr. Bells in Ludwigshafen tatſächlich um einen reinen reundſchaftsbeſuch gehandelt hätte, könnte man darüber zur agesordnung übergehen, zumal es bei derartigen Anläſſen nicht immer leicht iſt, den Miniſter vom Parteimann zu trennen. Es läßt ſich allerdings ſchon ſchwer mit dem„Freund⸗ des Beſuches vereinbaren, daß der Miniſter Dabei von ſeinem offiziellen Gefolge, nach dem pfälziſchen Zentrumsorgan, von Miniſterialrat Dr. Vogels— vermut⸗ lich Oberregierungsrat Dr. Vogels vom Reichskommiſſariat — vom Präſidenten der Reichsvermögensſtelle und von Re⸗ Dr. Cördes begleitet war, es ſei denn, daß auch dieſe Herren ſämtlich Anhänger der Zentrumspartei ſind, was bei der Beſetzung des Rheinminiſteriums und des Reichskommiſſariats nicht ausgeſchloſſen erſcheint, und eben⸗ alls als„Parteifreunde“ kamen. Miniſter Dr. Bell iſt aber in der Redaktion des pfälziſchen Zentrumsorgans zunächſt nicht etwa als Parteifreund, ſondern als Miniſter von dem Abgeordneten Hofmann im Namen der Pfälzer Bevöl⸗ kerung begrüßt worden. Nach der„Neuen Pfälziſchen Landeszeitung“ führte Hofmann in ſeiner Begrüßungs⸗ rede aus,„daß es eine Freude und Genugtuung für die Pfälzer Bevölkerung ſei, daß Herr Miniſter Dr. Bell zu einem perſönlichen Beſuch in die Pfalz gekommen ſei.“ Wenn der Abgeordnete Hofmann Dr. Bell im Namen ſeiner enge⸗ ren Parteifreunde begrüßt, ſo iſt das ſeine und deren Sache, ebenſo, wenn er es für taktiſch richtig und taktvoll hält, dem Miniſter ſein„in der Separatiſtenzeit“ entſtandenes Gedicht * deutſche Pfalz“ vorzutragen, wobei das Zentrumsorgan ie Frage offen läßt, in welcher Separatiſtenzeit das Gedicht entſtand: im Jahre 1923 oder vor oder nach dem Februar 1919. Die pfälziſche Bevölkerung aber mit Ausnahme der engeren Parteifreunde Hofmanns, mindeſtens die nationalen Kreiſe müſſen es entſchieden ein für allemal ablehnen, daß Abg. Hofmann in ihrem Namen ſpricht, dazu noch bei einem angeblichen„Freundſchaftsbeſuch“, für deſſen offiziellen Charakter weiter die Tatſache bürgt, daß man ſich dabei nicht etwa über private oder Parteiangelegenheiten * ſondern nur von allgemein pfälziſchen Belangen ſprach. Dr. Bell hat auch dabei ein Interview gegeben. Auch Hafür wäre an ſich nichts einzuwenden. Denn auch Miniſter Dr. Bell hat wie jeder andere Miniſter das Recht. Inter⸗ views zu geben, wann und wie er will und kann ſich dazu ſein Sprachrohr ausſuchen. Darauf kommt es ja in dieſem Zuſammenhang garnicht an. Sondern darauf, daß er das 82 Interview nicht als Parteifreund, ſondern in ſeiner Eigen⸗ ſchaft als Miniſter gegeben hat, wie ſchon aus dem Inhalt des Interviews hervorgeht. Dadurch iſt der Ludwigshafener Beſuch Dr. Bells keine Partetſache mehr, ſondern iſt eine allgemein pfälziſche Angelegenheit geworden, mit der ſich die Oeffentlichkeit notgedrungen beſchäftigen mſte Dr. Bell wird ſich daher nicht wundern dürfen, wenn der Ludwigshafener Vorfall, um nicht zu ſagen Zwiſchenfall, als Tatſachenbeweis für die Richtiakeit der von weiten Krei⸗ ſen der Pfalz ſchon ſeit Jahr und Tag erhobenen Forderung vermerkt wird, daß der Rheinminiſter eine überpartei⸗ tche Perſönlichkeit ſein ſollte, jedenfalls ein Mann aber, Der, ſolange er im Amt iſt, ſich von parteipolitiſchen Bin⸗ dungen freizumachen verſteht. Dee Prozeß degen den Bolksbund Im weiteren Verlauf des Kattowitzer Volksbund⸗Pro⸗ * wurde von den militäriſchen Sachverſtändigen erklärt, baß die Angeklagten durch ihre Auskünfte an die Abwan⸗ derungsſtelle des deutſchen Generalkonſulats die Abwande⸗ Tung militärpflichtiger Perſonen aus Oſt⸗Oberſchleſien nach Deutſchland begünſtigt bezw. unterſtützt hätten. Die Ver⸗ teidigung wies darauf hin, daß keiner der Zeugen einen poſitiven Beweis zu erbringen vermocht habe, daß eine Be⸗ günſtigung bezw. Unterſtützung der Abwanderung vorgelegen abe. Insbeſondere erklärte die Verteidigung, daß ein als euge vernommener Offizier der Nachrichtenabteilung in Kattowitz, auf deſſen weitere Vernehmung der Vorſitzende dann verzichtete, ſeine Ausſagen lediglich auf Mutmaßungen und Zuträgereien von Spitzeln hin begründete, und daß das von ihm erwähnte photographiſche Material, das ſich in den Händen der Gerichtsbehörde befinde, nicht ſeinen ngaben entſprochen habe. Die Verhandlung wird heute fortgeſetzt werden, * Waffeneinfuhrverbot für Mexiko. Durch eine Verord⸗ nung des Präſidenten Calles iſt die Einfuhr von Gewehren, Piſtolen und Patronen nach Mexiko verboten worden, an ill hierdurch die Beſchaffung von Waffen den Banditen und Sage mir, was Du ſieſt Von Dr. Charlotte Lobero Ein Literatenblatt der Reichshauptſtadt brachte kürzlich ein Interview mit Hedwig Couxths⸗Mahler. Aus Rede und Gegenrede dieſer„Unſterblichen“ verdient ein Satz feſtgehal⸗ ien zu werden:„Durch mich hat der Arbeiter, der — unkomplizierte Menſch erſt leſen elernt.“ 4 Unſäglich viel iſt über ſogenannte Bildung und Verbil⸗ dung geſchrieben und geredet worden, Bücher und andere Dinge würden auf den Markt gebracht, von denen die eine Richtung als der Kunſt, dem Werke ſprach, während die Gegenpartet ſie kurz und bündig als„Kitſch“ beiſeiteſchob. Nun ſoll hier beileibe nicht über die„literariſche“ Be⸗ beutung der Courths⸗Mahler geſtritten werden; es gibt wichtigere Dinge. Aber die Frage ſei doch geſtellt: Was berechtigt dieſe Frau, rein äußerlich betrachtet, zu der oben erwähnten Behauptung? Doch wohl zunächſt die Tatſache einer gefüllten Kaſſe, herrührend vom immenſen Abſatz ihrer Romanfabrikate. Daß er ein ungeheurer, iſt unumſtrittene Tatſache. Manche Zei⸗ tung hält es für ihre Pflicht, ihre Leſern wenigſtens von Beit zu Zeit eine„Ehe der Bettine“, eine„Kriegsbraut“ öder was weiß ich vorzuſetzen. Weſſen Bücher liegen in zahl⸗ reichen Buchhandlungen? Ein Gorch Fock, ein Hermann Löns, ein C. F. Meyer fehlen oft, eine Courths⸗Mahler, eine Anny Wothe u. a. jedoch nie oder ſelten. Wer füllt die Spalten in den Katalogen auch der Großſtadtleihbibliotheken? Immer wieder die Obengenannten! Freilich, die andern ſind auch da, die Großen, weniger Großen und Kleinen der wirk⸗ lichen Literatur, doch offenbart ſich einem der Grad ihrer Einſchätzung durch das Publikum ſchon rein äußerlich. Zer⸗ leſen und nochmals zerleſen jene Bücher mit ihren kitſch! ſentimentalen Titeln, deren Inhalt ſich immer und immer wieder um dasſelbe dreht: die blonde Heldin, die ſchwarze Intrigantin, den ſchurkiſchen Erbſchleicher und den zuguter⸗ letzt totſicheren— Sieg des Guten „Auf ihren pfirſichfarbenen Wangen lagen die Wimpern wie ſchwarze Franſen.“ Solch' Zeug wird geleſen, verſchlungen von Tauſeden und Abertauſenden, tagtäglich, zu Hauſe, in der Straßen⸗ Pointaré in Straßburg Ueber Erklärungen, die Poincaré geſtern in Straßburg vor den Vertretern kaufmänniſcher Gruppen hinſichtlich des Saargebietes abgegeben hat, liegen bisher durchaus ab⸗ weichende Meldungen vor, ſodaß über ben authentiſchen In⸗ halt der Poincaréſſchen Ausführungen ein ſicheres Bild im Augenblick nicht zu gewinnen iſt. Der Miniſterpräſident hat, ſo ſagt der„Matin“, die Verſicherung gegeben, daß für den Augenblick eine Aenderung des Wirtſchaftsregimes im Saar⸗ gebiet nicht in Frage komme, da Gerüchte üher eine demnächſt erfolgende Räumung des Saargebietes ausſchließlich in der deutſchen Preſſe verbreitet würden. Dagegen läßt ſich „Journal“ aus Straßburg melden, daß Poincaré dem hinzugefügt habe, daß die Regierung in keiner Weiſe die Abſicht habe, das Saargebiet vor Ablauf der vorgeſehenen Friſt an Deutſchland zurückzugeben. Demgegenüber meldet der Pariſer Korreſpondent der „Voſſ. Ztg.“, daß die von einem Pariſer Blatt(„Journal“) Poincaré in den Mund gelegte Erklärung, daß die fran⸗ zöſiſche Regierung das Saargebiet nicht vor dem im Ver⸗ ſailler Vertrag feſtgeſetzten Zeitpunkt an Deutſchland zurück⸗ zugeben gedenke, nach ſeinen Informationen den Tatſachen nicht entſprechen dürfte. Poincaré ſoll ſich vielmehr auf die Verſicherung beſchränkt haben, daß die franzöſiſche Regierung bei einer eventuellen Rückgabe des Saargebietes die berech⸗ tigten Intereſſen Elſaß⸗Lothringens auch auf wirtſchaftlichem und zollpolitiſchem Gebiete in vollkommenem Umfange zu wahren wiſſen werde. Die innerpolitiſchen Schwierigkeiten Syaniens Einer Meldung der„Voſſ. Ztg.“ von der ſpaniſchen Grenze zufolge zirkulieren Abſchriſten des von der liberalen Partei an Köng Alfons von Spanien gerichteten Proteſt⸗ ſchreibens, unterzeichnet von Romanowes und Villanneva, das gegen Primo de Riveras Profekt einer Nationalver⸗ ſammlung gerichtet iſt und den König auf den Verfaſſungs⸗ bruch hinweiſt, der aus der Einberufung der Nationalver⸗ ſammlung entſtehen würde. Ferner ewrden insgeheim Flug⸗ blätter der Artillerie⸗Offiziere verbreitet, die das Nachgeben im letzten Konflikt damit rechtfertigen, daß ſie Blutvergießen vermeiden wollten. Sie betrachten ſich nich als entlaſſen und nicht aus dem Heere ausgeſchloſſen. Dieſe Bekanntmachung enthält auch gegen den König gerichtete Sätze. Der Artillerie⸗Konflikt verſchärfte ſich dieſer Tage noch deshalb, weil vom 1. Oktober ab die Gehaltszahlung an die Offiziere fortgefallen iſt.— Nach den letzten Reden Primo de Riveras wird dieſer nicht nachgeben und von der Nationalverſammlung nicht abgehen. Die Entſcheidung liegt alſo beim König, der bereits etwas in Gegenſatz zu de Rivera ſteht. Infolgedeſſen iſt der Thron zur Zeit ſehr ge⸗ fährdet erſtens durch einen republikaniſchen Aufſtand, der vom Heere ausgehen könnte, in dem die Agitation immer ſtärker wird; 2. weil ein ſpäteres Parlament nach exfolgter Linksreaktion dem König ſchweren Verfaſſungsbruch nach⸗ weiſen könnte, der von Primo de Rivera mit Duldung des Königs begangen worden iſt. Die Lage iſt ſehr ernſt. Der jetzige Eindruck iſt, daß Alfons XIII. trotz der Gefahr das Einberufungsdekret für die Nationalverſammlung nuter⸗ zeichnen wird, da er Rivera für ſtark genug hält, ſich und ihn zu ſchützen. Der König reiſt heute Donnerstag für drei Wochen nach Barcelona in Begleitung Riveras ab. Eine Luftverkehrskonferenz in Mabrio Zum Abſchluß einer großen Luftſchiffahrtsunion werden Vertreter Spaniens und Portugals ſowie ſämtlicher ſüd⸗ und mittelamerikaniſchen Staaten am 25. Oktober in Madrid zu einer Konferenz zuſammentreten, die bis zum 31. Oktober dauern wird. Es ſollen namentlich praktiſch⸗ techniſche Verkehrsfragen, die ſich aus der Einrichtung des ſtändigen Luftweges Berlin— Sevilla— Buenos Aires er⸗ geben, behandelt werden. Ein deutſcher Delegierter, der als Beobachter am Kongreß teilnehmen wird, iſt bereits in Ma⸗ drid eingetroffen. Neuer Kurs in der Tſchechei? Paris, 14. Oktbr.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Die Aufnahme von zwei Vertretern der deutſchen Minder⸗ heit in die tſche“ e Regierung findet in Paris allgemeine Beachtung. Man fragt ſich im beſonderen, welchen Einfluß ſie auf die tſchechiſche Außenvolitit haben könnten, umſomehr als die Einigung zwiſchen Tſchechen und Slowaken nicht in dem Umfange zuſtandekam, wie zwiſchen den Tſchechen und Deutſchen. St. Brice ſchreibt im„Journal“, daß Außen⸗ miniſter Beneſch nicht erſt den Eintritt zweier Deutſcher in das Kabinett abwartete, um eine Verſöhnungspolitik zu trei⸗ ben. Die Tſchechoſlowakei müßte entweder einen Puffer⸗ ſtaat oder ein Bindeglied zwiſchen Deutſchland und Oeſter⸗ reich darſtellen. Beneſch habe ſich entſchloſſen, aus ſeinem Land ein Bindeglied zu machen, —.— bahn, im Büro, auf der Reiſe, im 2* deutſchen Vater⸗ lande. Drückt nun einem von dieſen Menſchenkindern ein⸗ mal einen Löns in die Hand, ſein köſtliches„Grünes Buch“, um eins herauszugreifen, ſo wird es meiſtens als„zu hoch“ und langweilig beiſeite gelegt. Reſe de ja nichts darin. Es iſt grundſätzlich verkehrt, dieſe betrübenden Dinge lediglich von der ſcherzhaften oder ironiſchen Seite zu nehmen, e ſo oft geſchieht. Etwas Tieftrauriges ſteckt hinter alledem. Das gute Buch iſt dem denkenden und lebendigen Men⸗ ſchen zumeiſt der beſte Freund. Wie aber muß es um die Seele der Menſchenkinder beſtellt ſein, denn ſolche„Freunde“ wie oben bezeichnet zur Seite ſtehen? Die ihnen immerzu das Leben malen voll ſchädlicher, weil unwahrer und ver⸗ logener Romantik? Dieſe Menſchen müſſen ja den Sinn verlieren für alles wirkliche Geſchehen in und um ſich. Das junge Mädchen, das ſich Tag für Tag auf dem Hin⸗ und fen“ unb„Barone“, des Luxus und der Mondäne vertieft, wie kann ihm der Sonnenſtrahl, der ihm die vielleicht ärm⸗ liche Stube vergoldet, noch Freude machen? Was ſagen ihm noch die köſtlichen Gedichte eines Eichendorff und die Streiche ſeines„Taugenichts“? Och übertreibe nicht, lieber Leſerl Acht Tage lang hatte ich einmal Gelegenheit, den Betrieb einer Leihbibliothek un⸗ mittelbar kennen zu lernen. 75 Prozent der Frauen und Mädchen jeden Standes und jeden Alters griffen nach dem oben kritiſierten Schund. Von den ühriableibenden verlangten 10 Prozent Werke über Serualprobleme und ähnliche Dinge. Der Reſt holte ſich ein wirklich guts Buch! Von ſechzig jungen Männern, die ich am Tage zählte, verlangten vielleicht 10 bis 15 wertvolle Sachen, einen Bölſche, Brehm, techniſche und gute ſchöngeiſtige Sachen, die anderen aber gaben ſich mit den minderwertigſten Kriminal⸗ u, Senſationsſchmökern zufrieden. Iſt das notwendig und wirklich nicht zu ändern, wie einem die Inhaber derartiger Inſtitute immer wieder verſichern? Gewiß, ſo wenig einem Verleger der Druck von Erzeugniſſen, die nicht gerade mit dem Preſſeparagraphen in Konflikt kom⸗ men, unterſagt werden kann, iſt der Verleiher ſolcher Sachen allein ſchuld an dem verhunzten Maſſengeſchmack. Er hat logiſcher Weiſe,— abgeſehen von den öffentlichen Verleihan⸗ ſtalten, die durchweg gut ſind— vornehmlich ſein Geſchäft im Sinn, er gibt, was verlangt und gewünſcht wird. Rückwege von der Arbeitsſtätte in jene Scheinwelt der„Gra⸗ Die letzte geheime Sitzung des deme⸗Ausſchuſſes Wie wir hören, hat ſich der Feme⸗Ausſchuß in der dem öffentlichen Abſchluß der Verhandlungen folgenden geheimen Sitzung mit dem weiteren Geſchäftsgang befaßt. Weiter wurde der ſeinerzeit in Berlin eingebrachte Antrag wieder aufgenommen, der dem Abgeordneten Levi das Befrem⸗ den darüber ausſpricht, daß er Aktenmaterial zu einem polemiſchen Zeitungsartikel verwendete. Der Antrag wurde mit 14 Stimmen bei acht Enthaltungen der Sozialdemo⸗ kraten und Kommuniſten angen ommen. Armenrecht für einen früheren fürſtl. Regenten UEBerlin, 14. Okt,(Von unſerem Berliner Büro.) Der Detmolder Magiſtrat hat dem früheren Landesherrn von Lippe, Fürſt Leopold, auf ſeinen Antrag in einer Klage das Armenrecht zugeſprochen. Der Prozeß richtet ſich nicht gegen das Land Lippe, ſondern gegen einen Privatſchulduer des Fürſten. Der Fürſt befindet ſich gleich mehreren Angehö⸗ rigen ſeines Hauſes in großer Notlage, da ſeit der Auseinan⸗ derſetzung mit dem Parlament die Zahlung der Rente fort⸗ gefallen iſt. Letzte Meldungen Feſtgenommene Falſchmünzer — Dnisburg, 14. Okt. Einer Falſchmünzerfamilie iſt die Kriminalpolizei in Duisburg neuerdings auf die Spur ge⸗ kommen. Die Falſchmünzer wurden feſtgenommen. Es ge⸗ lang der Polizei bei einer Hausſuchung, ſämtliche Formen und Werkzeuge, die zur Herſtellung der Falſchſtücke verwendet wurden, zu beſchlagnahmen. Der 14jährige Raubmörder — Berlin, 14. Okt. Die Annahme, daß die Angaben des iugendlichen Raubmörders Karl Eruſt Mükler, er ſei erſt vlerzehn Jahre alt, falſch ſeien, hat ſich nicht beſtätigt. Beim Amtsgericht in Oranienburg iſt die amtliche Beſtä⸗ tigung des Geburtsdatums eingetroffen. arl Ernſt Müller wird ſich alſo vor dem Jugendgericht beim Amts⸗ gericht in Oranienburg in Kürze zu verantworten haben. Da für ſugendliche Verbrecher weder Zuchthaus noch Todesſtrafe in Frage kommen, dürfte man mit einer Höchſtſtrafe von nur ehn Jahren Gefängnis für das Verbrechen des dreifachen Mordes rechnen können. Die Stürme an der Nordſee — Lübeck, 14. Okt. Die ſeit Tagen an der Nordſeeküſte herrſchenden orkanartigen Stürme und Sturmfluten haben außerordentlich große Schäden in den verſchiedenen Nordſee⸗ bädern verurſacht. Hauptſächlich betroffen wurde Norder⸗ ney. Der beim Leuchtturm neu erbaute Deich, der dem erſten Angriff der Wogen noch ſtandͤhielt, iſt gebrochen. In Wyk auf Föhr ſtürzte die ſüdliche Strandmauer in einer Länge von 200 Metern zuſammen. Im Bezirk Eiderſtedt iſt das Waſſer über die Sommerdeiche gedrungen und hat im Badeort St. Peter die große Landungsbrücke weggeriſſen. Der auf den nord⸗ und oſtfrieſiſchen Inſeln angerichtete Schaden läßt ſich noch nicht überſehen, da die Stürme weiter andauern. Bei Büſum wurde viel Strandgut von untergegangenen Schiffen und ſolchen, die ihre Deckladung verloren, angetrieben. Viele Segelboote wurden ins Meer getrieben und werden vermißt. Chineſiſche Beſchießung eines franzöſ. Kanonenbootes — London, 14. Okt.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Aus Lon don wird gemeldet, daß das franzöſiſche Kanonen⸗ boot„Allerte“ von chineſiſchen Truppen zwiſchen Wuſuch und Kiukiang auf dem Vangtſe beſchoſſen wurde. Ein Mann der Beſatzung wurde getötet und einer verwundet. Zwei fran⸗ zöſiſche Kanonenboote gingen aus Schanghat nach dem Vangtſe ab. Schweres Eiſenbahnunglück in Braſilien — London, 14. Okt. 9 einer Reuter⸗Meldung aus Peblo in Braſilien ereignete ſich ein ſchwerer Zuſammenſtoß zwiſchen einem Perſonenzug und einem Güterzug in der Nähe von Anaſtaſio. Es wurden acht Perſonen getötet und mehr als fünfzig verletzt. Wieder ein Ueberfall auf ein lettländiſches Munitionslager — Riga, 14. Okt. Nach Preſſemeldungen iſt in Dünaburg wiederum ein terroriſtiſcher Ueberfall auf militäriſche An⸗ lagen ausgeführt worden. Von unbekannten Tätern wurde die Wache des bei Dünaburg befindlichen Munitionslagers beſchoſſen, wobei ein Soldat einen Streifſchuß erhalten haben ſoll. Die Täter konnten trotz der ſofort aufgenommenen energiſchen Verfolgung noch nicht dingfeſt gemacht werden. Das Publikum aber? Hier kann und muß der Hebel an⸗ geſetzt werden, ein Weg 8 finden ſein, der endlich einmal Hirn und Seele des leſenden Deutſchland frei macht für das Gute. Was nützt ſchließlich alles Reden von der Wiederge⸗ burt des Volkes; was beſagen alle dieſe lauten Dinge, wenn die Mehrzahl der Volksgenoſſen in ſtillen Stunden nichts wiſ⸗ ſen mag von den Menſchen, die ihm ſo viel, ſo unendlich viel zu ſagen haben. Gewiß, niemand verlangt Unbilliges, erwartet von dem Menſchen, der tagsüber ſchwer gearbeitet, nicht, daß er ſich des Abends mit tiefgründigen Problemen auseinanderſetzt. Die Zahl der guten Romane und Erzählungen jedoch iſt rb ge⸗ nug, hier allen und jeden Wünſchen gerecht zu werden, von den älteſten Werken angefangen bis zur heutigen Moderne. Freilich haben die meiſten über all dem jahrelang ver⸗ ſchlungenen Wuſt von hohlen Sentimentalitäten das Leſen verlernt, den Sinn für die Schönheit und Innigkeit unſerer Sprache verloren. Denn der ſtirbt über jenen Büchern, deren Seiten in hohlen Phrraſen erzählen von verlogenen Liebes⸗ und phantaſtiſchen Mord⸗ und Totſchlagsgeſchichten. Börries, Freiherr von Münchhauſen, ſchrieb jüngſt ein⸗ mal:„Deutſches Volk, deine Seele iſt tot, denn dein Buch ſtirbt...“ Kann Warnung mahnender und eindringlicher ſein? Zu ſpät iſt es niemals. Wirke jeder im kleinen Kreiſe, dort, wo Beruf und Geſchick ihn hingeſtellt. Wieviele mag es geben, die nur geführt werden wollen, in denen der Sinn für das Gute und Wertvolle nur ſchläft. Nicht zu vergeſſen die Vielen und abermals Vielen, die das wirklich gute Buch gar nicht einmal kennen, nach Schund und wertloſem Zeug nur aus Gedankenloſigkeit greifen. Man lehre die einmal richtig leſen, die in dem Beſtreben, niemals allein zu ſein mit ſich und ihren Gedanken, wahl⸗ und ziellos nach allem greifen, was ſich ihnen bietet. Die vergeſſen, daß der Organismus, der immer nur von Zweitklaſſigem und Minderwertigem ge⸗ 40505 9 nachher ſelber zweitklaſſig und minderwertig bleibt oder wird. Denn das iſt nicht das Traurigſte am ſchlechten und wert⸗ loſen Buch, daß es überhaupt da iſt. Auch ein Herrgott ſetzte Gutes und Böſes in die Welt, das letztere aber doch nur, damit wir uns ſeiner erwehren. Das wertloſe und kitſchige Buch wird nie verſchwinden. Was wir aber tun können und müſſen, iſt dies: Sorge tragen um das Gute in der Literatur und unſere Brüder und Schweſtern wieder leſen lehren. 4 Bofnerstag, ben 14. Oktober 406) 9 getrommelt. Donnerstag, den 14. Oktober 26 Nene Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 476 Städtiſche Nachrichten Der Aoͤmiral Ein kalter Regenſchauer war am Morgen über die Stadt herniedergegangen und hatte den Bäumen auf den Plätzen und in den Anlagen viele Blätter von den Aeſten und Zweigen 6 Der Herbſt wollte den Städtern zeigen, daß er ſein Regiment angetreten habe. Aber die Nachhut des Som⸗ mers wollte ſich noch nicht ganz geſchlagen bekennen. Gegen Mittag ſchickte ſie die Sonne auf den Plan, die mit ihren goldenen Strahlen die Schleier der Wolken zerriß und ihre milde Anmut wärmend auf Menſch und Tier ausgoß. An einem Hauſe am Zeughausplatz ſaß ein Schmetterling, ſchil⸗ lernd in ſeiner bunten Pracht. Mit bebenden Flügeln genoß er die Wärme der Sonne. Lange ſaß der Admiral ſo da, dann gaukelte er hinüber zu den leuchtenden Kerzen des Kaſtanien⸗ baums, der dem Herbſt noch trotzte und blühte. Der Schmet⸗ terling wußte nichts von Kleinkram und Alltag. Eines Mor⸗ gens wird er vielleicht auf einer erfrorenen Blüte ſitzen, er⸗ ſehne und tot, aber die Flügel immer noch gebreitet, licht⸗ ehnend und ſonnenſelig. W. 765 * * Verſetzt wurde Geometer Joſef Reihing in Weinheim nach Mannheim. * Arbeitsvermittlung im Amtsbezirk Mannheim. Laut Mitteilung des Städtiſchen Nachrichtenamtes betrug die Zahl der beim Arbeitsamt Mannheim, öffentlicher Arbeitsnach⸗ weis für den Amtsbezirk Mannheim, gemeld. Arbeitsgeſuche im Monat September 25801(16990 männliche, 8 811 weib⸗ liche), denen 3 565 offene Stellen(1535 für männliche, 2030 5 weibliche Arbeitsſuchende) gegenüber ſtanden. Beſetzt wurden 2 884 Stellen(1347 von männlichen, 1537 von weiblichen Ar⸗ beitſuchenden). * Die Feudenheimer Fähre, die durch den geſtrigen Un⸗ fall des Pfungſtadter Laſtautos außer Betrieb geſetzt wurde, hat heute morgen wieder überſetzen können. Der Abteilung Waſſerbau des ſtädtiſchen Tiefbauamtes iſt es noch geſtern abend gelungen, das Auto das ſich durch ſein Gewicht mit dem Hinterteil in einer Tiefe von 1,50 Meter in das Steingeröll am Rande des Fluſſes gewühlt hatte, aufs Trockene zu brin⸗ gen. Der Unfall, der ſich am linken Ufer ereignete, wurde da⸗ durch verſchuldet, daß das Auto, das ein Eigengewicht von 4500 Kilo hat, in dem Augenblick, als es die bewegliche An⸗ fahrt paſſierte, zurückrutſchte und dadurch die Fähre zurück⸗ drückte. Da gleichzeitig die Kette der Fähre riß geriet das Auto, das mit einem Faß Benzin zu 100 Kilo und einer Kanne Oel beladen war, ins Waſſer. Die Berufsfeuerwehr, die man zunächſt alarmierte, vermochte nichts auszurichten, da das Hebezeug ſich als zu ſchwach erwies. Erſt als die Ab⸗ teilung Waſſerbau des ſtädtiſchen Tiefbauamts eingriff und ſich die Hilfeleiſtung eines Autoſchleppers einer beim Neckar⸗ kanalbau beſchäftigten Firma ſicherte, konnte das Auto, das überholt werden muß, weil die Steuerung in Unordnung ge⸗ raten iſt, an Land geſchafft werden. * Zuſammenſtöße ereigneten ſich im Laufe des geſtrigen Tages vormittags am Eingang zum Waldpark zwiſchen einem Großkraftradfahrer nud einer Droſchke; nachmittags an der Straßenkreuzung Breite⸗ nud Kunſtſtraße zwiſchen einem Perſonenkraftwagen und einem Radfahrer; auf der Breiteſtraße bei A und B 1 zwiſchen einem Straßenbahn⸗ wagen und einem Radfahrer. Während bei dieſen Zuſam⸗ menſtößen nur Sachſchaden entſtand, zog ſich geſtern nachmit⸗ tag auf der Käfertalerſtraße bei den Brauereien ein Klein⸗ kraftradfahrer, der mit einem Großkraftradfahrer zuſam⸗ menfuhr, Quetſchungen und Hautabſchürfungen zu, die ihn veranlaßten, das Städt. Krankenhaus aufzuſuchen. * Wem gehört die Wäſche? Aufgefunden wurde am 10. Okt. an dem Aufſtellungsplatz bei der Drehbrücke am Mühlau⸗ hafen, ein Bündel Wäſche, das zwei weiße Damenhem⸗ den, einen weißen Kopfkiſſenüberzug, zwei weiße und ein weiß⸗ und rotgeſtreiftes Leintuch, eine weiße Damenbett⸗ jacke, ein Handtuch, ein älteres Wachstuch und eine geblumte Wolldecke enthielt. Die Sachen ſind teils mit B. Z. und teils mit B. K. gezeichnet. Vereinsnachrichten * Der Verein der Schleſier(Ortsgruppe Mannheim der eimattreuen Oberſchleſier) veranſtaltete einen Familien⸗ usflug nach dem ſchön gelegenen„Waldſchlößchen“ bei Weinheim. Das Wetter war ſo herrlich, daß man ſich bei den verſchiedenen Spielen im Freien auf dem grünen Raſen hinter dem Reſtaurant tummeln konnte. Der Vergnügungsleiter des Vereins verſtand es, die Jugend und die Erwachſenen zu er⸗ freuen und durch allerlei Spiele, wie Kinderpolonaiſe, Würſtel⸗ ſchnappen, Tauziehen, Wettlaufen uſw., die Stimmung zu einer recht fröhlichen zu geſtalten. Ein gemütliches Tänzchen fehlte nicht. Viel zu früh mußte wegen der hereinbrechenden Dun⸗ kelheit aufgebrochen werden. Marktbericht Der heutige Hauptmarkt unterſchied ſich nur unweſent⸗ lich von ſeinen Vorgängern. Der Beſuch war gut, das Ver⸗ kaufsgeſchäft aber im allgemeinen weniger befriedigend. Die Zeiten, in denen man ſich um die Ware riß, ſcheinen einer Vergangenheit anzugehören, an die man nicht gern zurück⸗ dentt. Auf dem Gemüſemarkt halten ſich immer noch Spinat, Blumenkohl, Wirſing, Weiß⸗ und Rotkraut, Sellerie, gelbe Rüben, Zwiebeln und Tomaten im Vordergrund. Auf dem Spezialgebiet des Salats machen ſich Kopf⸗, Endivien⸗ und Feldſalat das Terrain ſtreitig. Die Kartoffeln waren ſo reichlich angefahren, daß der Pfundpreis von 7 auf 6,5 Pfg. herunterging. Auf dem Obſtmarkt vereinigten ſich vornehmlich Birnen, Aepfel, Trauben, Nüſſe und Quitten zu einem Rieſenſtilleben von appetitlichſter Mannigfaltigkeit. Zwetſchen und Pfirſiche werden immer mehr in den Hinter⸗ grund gedrängt. Dafür empſehlen ſich die„Käſchte“ in⸗ und ausländiſcher Herkunft zum neuen Wein. Auch Preiſelbeeren Bezirksrats⸗ und Kreiswahl Wahlkartei einſehen! Wer noch keine Wahlkarte erhalten hat, die als Ausweis dafür gilt, daß der Name in der Wahlkartei enthalten iſt, muß ſich nunmehr ſofort perſönlich davon überzeugen, ob ein Verſehen vorliegt. Wer nicht eingetragen iſt, darf am 14. November nicht wählen! Die Wahlkartei liegt bis einſchließlich Sonn⸗ tag, 17. Oktober, vormittags von 9 bis 12.30 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr, am kommenden Sonntag nur vormittags von 9 bis 12 Uhr zur Einſicht aus und zwar für die Altſtadt im Rathaus N 1, Zimmer 18, für die Stadtteile Feudenheim, Käfertal, Neckarau, Rheinau und Sandhofen in den dortigen Gemeindeſekretariaten und für den Stadtteil Waldhof in der Polizeiwache des X. Reviers. ** Wahlberechtigt ſind alle Deutſchen, die das 20. Lebensjahr vollendet und ſeit 14. Mai 1926 in der Gemarkung Mannheim ihren Wohnſitz haben. Gemeinde⸗, konnte man noch zum Einmachen kaufen. Bananen und Zitronen waren wieder in großen Mengen zu haben. Die Eier⸗ und Butterſtände zeigten die gewohnte reiche Zufuhr. Auch das Angebot in Fluß⸗ und Seefiſchen, lebendem und geſchlachtetem Geflügel war genügend. Daß die Haſenjagd lebhaft im Gange iſt, bewieſen die Stände der Wildbrethändler. Nach den Feſtſtellungen des Stdätiſchen Nachrichtenamts verſtehen ſich die Preiſe, wo nichts anderes vermerkt iſt, in Pfennig je Pfund: Kartoffeln—6,5, Salatkartoffeln 12 bis 15, Wirſing—10, Weißkraut—10, Rotkraut 10—12, Bohnen, grüne 40—50, Bahnen, gelbe 50, Blumenkohl, Stück 10—100, Karotten, Bſchl.—12, Gelbe Rüben—10, Rote Rüben 10 bis 12, Roſenkohl 50—70, Spinat 18—20, Zwiebeln—10, Knob⸗ lauch, Stück—10, Lauch, Stück—12, Kopfſalat, Stück 10—20, Endivienſalat 10—18, Feldſalat 80—100, Gurken, Stück 10 bis 70, Kohlraben, Stück—10, Mangold 10, Rettich, Stück 10 bis 20, Meerrettich, Stück 30—70, Suppengrünes, Bſchl.—10, Schnittlauch, Bſchl.—10, Peterſilie, Bſchl.—10, Sellerie, Stück 10—60, Tomaten 20—25, Aepfel 15—40, Birnen 15—35, Zwetſchgen 25—30, Pfirſiche 12—35, Trauben 50—70, Orangen, Stück 12—25, Zitronen, Stück—10, Bananen, Stück—15, Nüſſe 55—70, Süßrahmbutter 200—240, Landbutter 180—200, Honig m. Glas 160—180, Eier, Stück 11—18, Aale 160, Hechte 160—180, Barben 120—140, Karpfen 150—160, Schleien 180, Breſem 90—120, Kabeljau 50—60, Schellfiſche 40—60, Gold⸗ barſch 50, Seelachs 40—50, Seehecht 80, Stockfiſch 50, Back⸗ fiſche 50—60, Hahn, lebend, Stück 150—350, Hahn, geſchlachtet, Stück 180—750, Huhn, lebend, Stück 150—350, Huhn, geſchl., Stück 180—650, Enten, lebend 300—450, Enten, geſchlachtet, Stück 500—700, Tauben, lebend, Paar 200, Tauben, geſchlachtet, Stück 100—150, Gänſe, lebend, Stück 600—800, Gänſe, geſchl., Stück 800—1600, Rindfleiſch 120, Kuhfleiſch 75, Schweinefleiſch 130, Hammelfleiſch 120, Gefrierfleiſch 72, Kalbfleiſch 130—140, Feloͤhaſen, Ragout 120, Braten 160. * Vorläufig keine Einführung der Kilometerhefte. Wie dem Badiſchen Verkehrsverband auf ſeine Anfrage von der Reichsbahndirektion Karlsruhe mitgeteilt wird, ſind die in der letzten Zeit erſchienenen Mitteilungen über die Einführung des Kilometerheftes und der Rückfahrkarten mit 45tägiger Gültigkeitsdauer als verfrüht zu bezeichnen. An den maß⸗ gebenden Stellen in Karlsruhe iſt von einem ſolchen Beſchluß nichts bekannt. Aus dem Lande XFriedrichsthal bei Karlsruhe, 18. Okt. Ein Gen darm, der einen ſkandalierenden Menſchen zur Ruhe mahnen wollte, wurde von dieſem angegriffen und ihm im Handgemenge das Glied eines Fingers buchſtäblich abgebiſſen. Man wird zur Amputierung des Armes des unglücklichen Beamten ſchreiten müſſen, da der Arm ſehr ſchnell und in gefährlicher Weiſe angeſchwollen iſt und zu allem Unglück der Biß von einem Menſchen ſtammt, der nach ärztlichem Befund ſtarker Syphilitiker iſt. X& Gengenbach(Schwarzwald), 12. Okt. Am Samstag abend ereignete ſich beim Keltern an einer in einem Keller aufgeſtell⸗ ten Obſtmühle ein gräßliches Unglück. Die 13jährige Jo⸗ hanna Swoboda aus Wien, ein öſterreichiſches Austauſchkind, kletterke während des Obſtmahlens am Kelter herum, kam plötzlich mit ſeinem Kopf an den Riemen der Transmiſſion und verfing ſich darin mit den Haaren. Die Haare mit der ganzen Kopfhaut, vom Nacken bis zum Nackenrücken wur⸗ den vollſtändig abgeriſſen, das linke Auge faſt ganz aus der Schädelhöhle herausgeriſſen. Das Kind wurde ins Kran⸗ kenhaus nach Offenburg verbracht. *k Konſtanz, 12. Okt. Vom Wehrkreiskommando wird mit⸗ geteilt: Die von einigen Zeitungen verbreitete Nachricht, daß der 76jährige Kriegsinvalide Karl Jehle von Murg beim Konſtanzer Reichswehrbataillon wieder eingerückt ſei, iſt un⸗ zutreffend. Jehle war wohl während des Krieges Soldat und bis zum Jahre 1920 bei der 12. Komp. Inf.⸗Regt. 14 als Kompagnieſchuſter eingeſtellt, wurde aber dann entlaſſen. Wetternachrichten der KarlsruherSandeswetterwarte Beobachtungen badiſcher Wetterſtellen(7“ morgens) See⸗ Luſt⸗Tem⸗ S2 2 2 8 2 Wind—*3 2— . d Pr SSS be 88 mmm C 58558[S0Richt Stärte SSS Wertheim— 10 17 7 W—[heiter Königſtuhl[— 760,3 9 14 9 SW oeicht 85 Karlsruhe.]— 760,9]/ 11 19 10[SSW ſſchw.] wolkig Bad. Bad.— 760,8] 1416 11[SW lleicht 0 Villingen— 763,1] 1216 9 W„ halbbed. Feldbg. Hof[— 637,6 6 9 6 SW 5 Nebel Badenweil.——————— St. Blaſien—— 121510 PNW I„ heiter Höhenſchw. 1———— 4———— Das unbeſtändige Herbſtwetter dauerte auch geſtern bei uns an. Stellenweiſe kam es zu ergiebigen Regenfällen. Die Temperaturen waren um 1 Grad gegen den Vortag zurück⸗ gegangen. Auf der Rückſeite der heute morgen über der Nord⸗ ſee liegenden Zyklone iſt ein Spalt kalter Polarluft gegen England vorgedrungen, der nach weiterer Oſtwärtsverlage⸗ rung in Kürze auch in unſerem Land zur Abkühlung und neuen Regenfällen führen wird. Wetterausſichten für Freitag, den 15. Oktober: Meiſt wolkig, kühler, weitere Regenfälle mit böigen Winden. Velchen Haarschnitt Sie wählen sollen, das ist eine Stilfrage und außerdem eine Sache Ihres persönlichen Geschmackes. Welches Haarpflege⸗ mittel Sie wählen müssen, das ist genau bestimmt durch das wichtigste Erfordernis der Bubifrisur: schmiegsamer und eleganter Fall! Eine Waschung mit Pixavon, regelmäßig jede Woche, gibt dem Haar schimmernden Glanz, lockere Fülle und die Ge- schmeidigkeit, mit der sich der persönliche Stil der Frisur in reizvoller Eigenart leicht formen und betonen läßt. Keine der geiöõſinlichen flũüssigen Teer. seifen hat auch nur annähernd die Vir- kungen von Piæavon. Bestehen Sie fest auf„Pixavon“(nur in geschlossenen Originalflaschen), soohl für die hdus · Llicke Haaräsche, ꝛwie auch für die im Frisiersalon. Fordern Sie kostenlos von uns Ab· bildungen neuer Bubenkopfschnitte für Pinter 1926. LINGNER- VERR.E Dresden — — —8 2—— 65—— ———— Ein goloͤſpeiender Verg Ein merkwürdiges Naturereignis am Aſowſchen Meer Die Einwohner des Dorfes Bugalmak, das fünf Kilo⸗ meter von Kertſch an der Südküſte des Aſowſchen Meeres liegt, ſind durch ein ungewöhnliches Naturereignis in Auf⸗ regung und Spannung verſetzt worden. In unmittelbarer Nähe des Dorfes liegt ein Vulkan, der, nachdem er Jahr⸗ hunderte hindurch untätig geblieben war, vor kurzem durch einen neuen Ausbruch auch in der wiſſenſchaftlichen Welt Rußlands viel von ſich reden gemacht hat. Bereits im vergangenen April war er für die Dauer eines ganzen Tages in Tätigkeit getreten: Ohne Erſchütterungen, ohne Geräuſch, ohne Rauch, kurz: ohne die Begleiterſcheinungen einer gewöhnlichen Vulkanerupiion, hatte der Krater einen merkwürdigen Schlamm ausgeſpien. In den letzten Tagen nun machte ſich der Vulkan von neuem, diesmal heſtiger als zuvor, bemerkbar. Wiederum ſtieß er auf mehr als hundert Meter hin Schlamm aus, worauf Gaſe aufſtiegen, die den Himmel röteten und ein gand ſeltſames Schauſpiel boten: Flammen züngelten empor und am immel erſchienen Regenbogenfarben, ein Anblick, der beunruhigend und wunderbar zugleich war, und der an allen Küſtenorten des Aſowſchen Meeres beobachtet werden konnte. Nach die⸗ ſem Ausbruch trat wieder vollkommene Ruhe ein. Der Schlamm, der den Krater verlaſſen hatte, beſaß, wie die nähere Unterſuchung ergab, beſondere Eigen⸗ ſchaften. Nach Farbe und Ausſehen glich er dem Fluß⸗ ſchlamm, unterſchied ſich jedoch von dieſem durch einen ſchwefel⸗ und erdpechartigen Geruch. Die Ausſcheidung des Vulkans hat ſich unter dem Einfluß des Windes abgekühlt und iſt getrocknet; ſeit mehreren Tagen bildet ſie Staub⸗ wolken, die vom Winde aufgewirbelt werden, die Luft er⸗ füllen und über weite Entfernungen geweht werden, um dann wie feiner Puder den Boden zu bedecken. Man hat nun dieſen Staub genau unterſucht und gefunden, daß er ſtark goldhaltig iſt. Die Nachricht von dieſer Entdeckung hat unter den Einwohnern der ganzen Gegend eine gewaltige Aufregung verurſacht, Die Bauern, die noch kurz vorher den Himmel beſtürmt hatten, als der Vulkan zu grollen und die Ernte zu gefährden begann, und die unruhig wurden, als die Staubwolken die Luft zu verpeſten drohten, wünſchen jetzt im Gegenteil, daß der Krater von neuem in Tätigkeit treten möge und ganze Sturzbäche mit ihrem koſtbaren Inhalt über die Gefilde ergießen laſſe. Ueber Nacht hat ſich der Vulkan in einen wahren Ameiſenhaufen verwandelt; es herrſcht eine Völkerwanderung von Bauern nach den Stellen, wo ſich trockener Schlamm befindet, den der Wind noch nicht verweht hat. Eine wiſſenſchaftliche Kommiſſion hat ſich von Sewaſtopol aus nach Bugalmak begeben, um die ſeltſame Er⸗ ſcheinung an Ort und Stelle zu ſtudieren. Theater und Muſik Hermann Abendroth und ſein Winterprogramm. Im lückenlos beſetzten Saale nahm am Dienstag das erſte der unter des ſtädtiſchen Muſikchefs, Prof. Abendroth, Leitung ſtehenden zwölf großen Kölner Gürzenichkonzerte einen in hohem Maße anregenden Verlauf. In der zu An⸗ fang gehörten Einleitung von Bachs Kantate Nr. 29„Wir danken dir, Gott“ bewährte ſich der Gürzenichchor auf der vollen Höhe ſeiner bedeutenden Leiſtungsfähigkeit, worauf Edwin Fiſcher(Berlin) Beethovens herrliches Klavier⸗ Konzert Es⸗dur unter reſtloſer Erſchöpfung ſeines muſikpoeti⸗ ſchen Gehalts in bekannt bravouröſem Stile ſpielte. Abend⸗ roth, der mit dem Orcheſter den Ausklang aller der reichen melodiſchen Schönheiten und Charakteriſtiken des Konzert⸗ ſtücks in liebevollſter Dirigentenberedſamkeit ſicherte, erfreute nachher durch eine überaus ſtimmungsgetreue, in mancher be⸗ ſonders glücklich erſchauten Einzelheit den kundigen Hörer ſtark feſſelnde Aufführung von Brahms vierter Sinfonie. Die außerordentliche Beliebtheit des illuſtren Dirigenten kam, ab⸗ geſehen vom Danke für die ſchönen Darbietungen, an dieſem erſten Abend in begeiſterten Akklamationen zum Ausdruck. Das Stammpublikum der altberühmten Konzerte iſt in ſeiner vorwiegenden Mehrzahl muſikaliſch konſervativer Natur; aber da Abendroth, obwohl enthuſiaſtiſcher Verehrer der Klaſſiker und der großen Meiſter der romantiſchen Epoche, ſich ſeiner Aufgaben als moderner Dirigent wohl bewußt iſt, läßt er auch im gegenwärtigen Konzertwinter eine größere Anzahl neu⸗ zeitlicher Tonſetzer mit zumeiſt umfangreicheren Wer⸗ ken zu Worte kommen. Insgeſamt werden wir an für Köln neuen Schöpfungen Hören: von Honegger„Pacific (231)/ als„mouvement ſymphonic“ bezeichnet, von Kletzki „Vorſpiel zu einer Tragödie“, von Krenek das neue Klavier⸗ konzert, von Hindemith ein„Konzert für Orcheſter“, von Szy⸗ manowski ein Violinkonzert. von Trapp die 2. Sinfonie in H⸗ moll, Schoecks„Dithnrambe für Doppelchor u. Orcheſter“, von Biſchoff„Rondo für Orcheſter“, von Debuſſy ein Klavierkonzert, von Muſſorgsky, Eine Nacht a. d. kahlen Berge“ f. Orcheſter, mokeminik⸗anthanthla⸗ma. von Mahler die zehnte Sinfonie(1. Satz), von Ravel„La valſe“ 125 großes Orcheſter, ſowie von Braunfels(Urauffüh⸗ rung) die Große Meſſe in G⸗moll für gemiſchten Chor, Kna⸗ benchor, Soli, Orgel und großes Orcheſter. Aus Anlaß der 100. Wiederkehr von Beethovens Todestag gelangen ſämtliche neun Sinfonien des Meiſters zur Wiedergabe. Weiter leitet unſer Dirigent noch 12 ſtädtiſche Sinfoniekonzerte mit einer Fülle von Neuheiten. Hermann Abendroth, der Vielbeſchäf⸗ tigte, dem zumal ſeine gemeinſam mit Walter Braunfels ausgeübte ſehr umfangreiche Tätigkeit als Leiter der Hoch⸗ ſchule für Muſik und der ihr angegliederten Rheiniſchen Mu⸗ ſikſchule nicht allzuviel Zeit für auswärts übrig läßt, mußte in dieſem Jahre eine größere Anzahl von Einladungen zum Dirigieren auswärtiger Konzerte, ſo z. B. in Leningrad, ab⸗ lehnen. Zu den deutſchen Städten, die ihn im Verlaufe des Winters als Gaſtdirigent ſehen werden, zählen Mannheim, München und Stuttgart, während Abendroth im Auslande u. a. zwei Konzerte in London, ſowie je eins in Liverpool, Budapeſt, Wien und Paris angenommen hat. Und keinen berufenern Mann als Abendroth könnte ich mir denken, wenn es gilt deutſche Künſtlerſchaft in der Fremde zu Ehren zu bringen. Paul Hiller. Eine ſwere Syrak Waitkyaramankukingininikikpithmuk iſt kein Druckfehler, ſondern bedentet Butter In Südamerika gibt es Indianerſtämme, deren Sprache auch den gewiegteſten Forſchern harte Nüſſe zu knacken gibt. Oft iſt es ganz unmöglich, dieſe meiſt agglutinierenden Spra⸗ chen zu enträtſeln; die Methode, Worte anzuſetzen, iſt beſon⸗ ders in der Sprache der Lengua⸗Indianer beliebt, was zu den unglaublichſten Bildungen führt. So heißt z. B. das Wort„Achtzehn“ in der Lengua⸗Sprache: ſohog⸗emek⸗wakthla⸗ So, das wäre alücklich heraus. Wortwörtlich überſetzt heißt es:„Nimm beide Hände, einen Fuß und zähle drei hinzu“. Dieſe verwickelte Addition der Finger und Zehen, die bei den Lengua als Zahleneinheit gel⸗ ten, ergeben plus drei tatſächlich 18. Wir wollen uns verſagen, hier wiederzugeben, was etwa 100 oder gar 1000 heißen würde. Man ſieht, über die Lengua darf keine Inflation kommen! Auch andere Begriffe ſind nur auf Umwegen zu ermitteln: Die Butter heißt zum Beiſpiel: Waitkyaramanknkingininikik⸗ pithmuk, damit Sie es wiſſen! wenn auch umſtändlich: Das Fett des Saftes des Euters der Kuh. Gottlob gibt es noch keine Margarine bei den Lenguas. Auf Deutſch ganz verſtändlich, Verluſt von mehreren tauſend Mark erlitt. einen Verluſt von M. 3000 bei einem mit der Firma Bab betätigten Vorprämiengeſchüft über M. 50000 Rheiniſche 4. Seie. Nr. 470 Neue Manuheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 14. Oktober 1026 Der Beirugsprozeß gegen Vankier Purrmann Schwere Beſchuldigungen— Kautions⸗ und Stellenſchwindel— Unterſchlagung von Sparkaſſengeldern— Ungetreuer Hausverwalter Der erſte Verhandlungstag 3 „Wohl ſelten wurde einem Prozeß ſo großes Jntereſſe entgegengebracht wie der Gerichtsverhandlung gegen den Bankier Paul Albert Purrmann und deſſen Ehefrau Alwine geb. Clement. Beide Angeklagte, insbeſondere aber Purrmann, haben, wie bereits ſchon im heutigen Mit⸗ tagsblatt gemeldet, eine außerordentlich große Anzahl be⸗ trügeriſcher Vergehen begangen, die ſ. Zt. ſowohl in Mannheim als auch in Heidelberg viel beſprochen wurden. Purrmann ſitzt ſeit dem 15. März 1926 im Amts⸗ gefängnis in Mannheim in Unterſuchungshaft. Gleich zu Be⸗ ginn ſeiner Verhaftung wurde ſowohl die Staatsanwaltſchaft als auch die Preſſe mit Anfragen von Geſchädigten über⸗ häuft. In der hieſigen Tagespreſſe erſchien dann auch eine ausführliche Mitteilung über die Gründe der Verhaftung. Gegen dieſe Notiz ſandte Purrmann aus der Unterſuchungs⸗ haft heraus eine Berichtigung, die, infolge des erdrückenden Belaſtungsmaterials, das gegen ihn vorlag, nicht beachtet wurde. Die Dauer des Prozeſſes iſt auf drei Tage berechnet. Vorſitzender des Gerichts iſt Amtsgerichtsdirektor Dr. Kley, beiſitzender Richter Amtsgerichtsrat Strübel. Die Anklage wird durch Staatsanwalt Dr. Morr vertreten. Als Schöffen fungieren Former Fritz Brecht⸗Mannheim und Martin Eiſinger, Landwirt, aus Hockenheim. Die Verteidigung der Angeklagten hat.⸗A. Dr. Pfeiſfen⸗ berger übernommen. Geladen ſind gegen 40 Zeugen. Als Sachverſtändige ſind Bankier Bayersbach und Di⸗ rektor Bläſer⸗Mannheim von der Filminduſtrie.⸗G. ge⸗ laden. Der Tatbeſtand Der Angeklagte Paul Albert Purrmann iſt am 23. April 1877 zu Reppen bei Frankfurt a. d. O. geboren. Seine Frau, Alwine geb. Clement, am 20. Juni 1886 zu Bochum; ſie iſt in Heidelberg, Uferſtraße 22, wohnhaft. Das Schulden⸗ regiſter dieſer beiden Menſchen iſt außerordentlich groß. Sie haben nicht nur viele Leute um ihre letzten Erſpar⸗ niſſe betrogen, ſondern auch noch Kautionsſchwin⸗ deleien begangen. Die Anklage wirft den Beſchuldigten vor, daß ſie in mehreren ſelbſtändigen Handlungen als Schuldner, die ihre Zahlungen eingeſtellt haben, Bankier Purrmann auch als Vorſtand einer Aktiengeſellſchaft, die ebenfalls ihre Zahlungen eingeſtellt hat, Handelsbücher, deren Führung ihnen geſetzlich oblag, ſo unordentlich geführt zu Hhaben, daß man hierdurch keine Ueberſicht über ihren Ver⸗ mögensſtand bezw. das Vermögen der Aktiengeſellſchaft er⸗ hielt und auch die Bilanz in der eit nicht aufgeſtellt zu haben. Alb. Purrmann hat durch Differenz⸗ handel mit Börſenpapieren übermäßige Summen verbraucht, bezw. Schulden gemacht. Er hat in der Ab⸗ ſicht, ſeine Gläubiger zu benachteiligen, Schulden aufgeſtellt, die teilweiſe erdichtet waren und damit durch Vor⸗ ſpiegelung falſcher Tatſachen und als Mitglied des Vor⸗ ſtandes einer Aktiengeſellſchaft abſichtlich zum Nachteil der Geſellſchaft es unterlaſſen, daß der Aufſichtsrat die zur Be⸗ ſchlußfähigkeit erforderliche Zahl von Mitgliedern hatte. Der Frau Alwine Purrmann wird vorgeworfen, daß ſie ihres Borteils wegen Sachen, von denen ſie wußte, daß ſie durch eine ſtrafbare Handlung erworben wurden, an ſich gebracht. Purrmann hat als Kaufmann, der ſeine Zahlungen ein⸗ geſtellt, unterlaſſen, Aktien, die ihm unverſchloſſen zur Verwahrung übergeben waren, unter äußerlich erkennbarer Bezeichnung des Hinterlegers geſondert von ſeinem eigenen Beſtand aufzubewahren, wodurch die Aktieninhaber ſpäter benachteiligt wurden. Als Kommiſſionär hat er, um ſich einen Vermögensvorteil zu verſchaffen, bei der Ausführung eines Auftrages abſichtlich zum Nachteil des Kommittenten gehandelt und das Vermögen eines anderen dadurch geſchädigt, daß er durch Vorſpiegelung falſcher und Unterdrückung wahrer Tat⸗ ſachen einen Irrtum erregte. Fremde bewegliche Sachen, die er in ſeinem Beſitz hatte und die ihm anvertraut waren, hat er ſich rechtswidrig angeeignet. Sachen, die durch die zuſtän⸗ dige Behörde verpfändet waren, hat Purrmann vorſätz⸗ lich der Verſtrickung entzogen. Als Vorſtand der Badiſchen Film⸗Aktiengeſellſchaft in Heidelberg hat er ſeit 6. Juli 1925 nicht mehr für Anlegung und Durchführung der geſetzlich vorgeſchriebenen Buchfüh⸗ rung dieſer Geſellſchaft geſorgt. Anfang 1926 bei den Berliner Bankfirmen Eug. Bab u. Co., Schleſinger u. Mayer, Egler u. Co. und Schimmelpfeng Purrmann hat vor 1924 bis Differenzgeſchäfte vorgenommen, bei denen er einen So erlitt er Braunkohlen⸗Aktien. In einem Vertrag übereignete er ſeiner Schwiegermutter, einer Witwe, faſt ſein geſamtes Mo⸗ biliar für ein angebliches Bardarleben von 2400 GM., ob⸗ wohl der wirkliche Höchſtwert nur M. 1200 betrug. Dieſen Vertrag hat er am 3. 12. 25 bei ſeiner Vernehmung vor dem Amtsgericht Heidelberg zu dem Zwecke und mit dem Er⸗ folge vorgelegt, um dadurch die Fortnahme der ihm gepfän⸗ beten Mobiltarſtücke zu verhindern. Purrmann hat nach dem Verkauf eines der Geſellſchaft gehörenden Kinotheaters in Durlach die als Anzahlung geleiſtete Summe von M. 3000 ſich rechtswidrig angeeignet. M. 1000 behielt er für ſich, die M. 2000, die vertragsgemäß an Marſchall in Heidelberg übergeben worden waren, hat er durch ſeine Ehefrau zu Privatzwecken erheben laſſen. Der Alwine Purrmann war die Herkunft dieſer M. 2000 bekannt; ſie hat dieſe Summe im Einverſtändnis ihres Mannes in der Hauptſache für ihre und ihres Mannes Privatzwecke ver⸗ wandt. Purrmann hat die ihm im Januar 1923 an den Fa⸗ brikanten Todt in Pfortzheim verkauſten M. 1000 Elberfelder Farbenfabrikaktien und M. 1000 Kahlbaumaktien, die Todt ihm zur Verwahrung überlaſſen hatte, nicht in der vom Ge⸗ ſetz vorgeſchriebenen Weiſe geſondert aufhewahrt. Er hat von der Witwe A. im Jahre 1924 den Auftrag erhalten, Kriegsanleihe zu kaufen, dies aber, um ſich zu bereichern, erſt zu einem ſpäteren Zeitpunkt getan. Weiter wird ihm nach der Verleſung der Anklage zur Laſt gelegt, daß er verſucht habe, verſchiedenen Perſonen unter der Angabe der Beſchaffung guter Stellen bei der Badiſchen Film⸗Aktiengeſellſchaft Heidelberg Kautionen abzuſchwindeln. So verſprach er dem Kaufmann Z. gegen eine Kaution von M. 6000 eine Stelle in ſeinem Bankgeſchäft mit monatlich M. 300, einem Verwandten des Architekten Emil R. bei M. 3000 Kaution eine Stelle als Lagerverwalter mit M. 250 Gehalt, dem Kinovorführer Sebaſtian L. eine ſichere Stelle als Vorführer bei einer Kaution von M. 200. Den Kauf⸗ mann Hermann L. in Dresden hat er durch einen Brief, der ebenfalls Unwahrheiten enthielt, zur Hergabe von M. 5000 zu beſtimmen verſucht. Vom Kaufmann W. Auguſt W. for⸗ derte er eine Kaution von M. 300, da er dann eine Stelle als Buchhalter bekommen würde. Den Kaufmann Robert Ue., der eine ſichere Stelle als Leiter der Filmverſandabtei⸗ lung der Bafag erhalten ſollte, wollte er zur Hergabe von 300 RM. veranlaſſen. Den Karl O. wollte er bei einer Kau⸗ tion von M. 5000 als Geſchäftsführer der Bafag anſtellen. Außerdem verſtand es Purrmann durch unwahre Ver⸗ ſprechungen und Verſicherungen Sparkaſſengelder ſeien bei ihm ſicher und gut aufbewahrt, unter Verſchweigung ſeiner Zahlungsunfähigkeit, eine Reihe von Perſonen zur Hergabe von Spar⸗ und Depoſi⸗ tengelder zu veranlaſſen. So erhielt er Sparkaſſengelder von dem Buchhalter K. L. 900 Mk., von der Ehefrau S. St. 200 Mk., von der Ehefrau M. H. 220 Mk., von J. Pl. 1000 Mk., von Bäckermeiſter G. H. 550 Mk., von Mineralwaſſerfabrikanten J. E. 2400 Mk., von Polizeiwachtmeiſter J. B. 300 Mk., von In⸗ genieur W. L. 110 Mk., von Kaufmann J. N. 20 Mk., von Buch⸗ halter J. A. 50 Mk. und von der Stundenfrau L. H. 300 Mark. Sämtliche Sparer, mit Ausnahme des Polizei⸗ wachtmeiſters, der von ſeinen 300 Mark 50 Mark wieder zu⸗ rückerhielt, verloren ihre Sparguthaben. Verſchiedene Hauseigentümer hatten Purrmann mit der 5 Verwaltung ihrer Hänſer beauftragt. Auch ſie mußten ſchlimme Erfahrungen machen. So verlor der Kaufmann W. S. 683 Mk., der Hausbeſitzer A. B. in Oggersheim 610 Mk. und der Schiffer A. L. 83 Mk. Am 6. oder 7. Mai 25 hat Purrmann eine Summe von 6000 Mark nicht pflichtgemäß ausbezahlt und das Geld bis auf 1000 Mark, die er einſtweilen ausbezahlte, für ſich behalten. Er hat es ver⸗ ſtanden, den Kaufpreis des Hauſes in l. 3, 3b von 10 000 Mark auf 6000 Mark herabzudrücken. Der Profeſſor G. hatte ihm Spargelder in Höhe von 3000 Mk. anvertraut. Als er ſie ihm nicht mehr zurückbezahlen konnte, veranlaßte Purrmann den Profeſſor zum Rückkauf des Hauſes I. 3, 3b, wobei er ver⸗ ſchwieg, daß auf dieſem beträchtliche Rückſt ände für Steuern laſteten und die Miete gepfändet war. Eine goldene Uhr und Kette, die er als Pfand erhalten hatte, hat er weiterverpfändet, ebenſo zwei Oelge mälde und zwei Kaſſenſchränke, wobei Purrmann verſchwiegen hatte, daß der eine Kaſſenſchrank vom Finanzamt Mannheim bereits gepfändet war. Auf dem Gerichtstiſch liegen Stößſe von Aktenbün⸗ del und Geſchäftsbücher, deren Durcharbeitung ſicher⸗ lich große Arbeit und Mühe verurſacht hat. Der große Um⸗ fang der Anſchuldigungen geht ſchon daraus hervor, daß die Verleſung der Anklageſchrift eine Dauer von 20 Minuten er⸗ forderte. Der Angeklagte macht den Eindruck eines ge⸗ pflegten Menſchen, dem man die erlittene Unterſuch⸗ ungshaft von 7 Monaten nicht ſonderlich anmertt. Seine Frau hat hinter ihrem Manne auf der Anklagebank Platz genommen; ſie iſt zunächſt abweiſend gegen ihn und bricht gleich in Tränen aus. Der Gerichtsvorſitzende machte einleitend längere ergänzende Ausführungen zu der umfang⸗ reichen Anklageſchrift, worauf die Vernehmung des Angeklagten Purrmann erfolgte. Dieſer hat die Volksſchule beſucht und war ſpäter⸗ hin bei einem Gerichtsvollzieher als Gehilfe tätig. Auch in Berlin war er Gehilfe bei einem Gerichtsvollzieher. In Berlin wurde er mit dem Bankier und Kursmarkler Haſſelberger bekannt, der ihn beſchäftigte und auch auf die Börſe mitnahm. Im Jahre 1895 ſiedelte er mit ſeiner Frau und der Familie Haſſelberger nach Freiburg i. Br. über, wo er Bürochef bei Rechtsanwälten war. 1907 kam Purrmann nach Ettlingen, wo er ſich als Rechtskonſulent und Konkurs⸗ verwalter niederließ. Das Amtsgericht Ettlingen unterſagte ihm aber die mündlichen Verhandlungen vor dem Schöffen⸗ gericht. Er gründete alsdann ein Bankgeſchäft. Auf Befragen des Vorſitzenden erklärte der Angeklagte, daß er außer der Volksſchulbildung keine beſondere Bankvorbil⸗ dung erhalten habe als bei Haſſelberger. Er habe ſich aller⸗ dings viel mit ſolchen Fragen befaßt. Während des Welt⸗ krieges wurde er 1915 zum Heeresdienſt eingezogen und kam als Kraftfahrer nach dem Oſten. Aus geſundheitlichen Grün⸗ den wurde Purrmann bereits zwei Jahre ſpäter im Heimat⸗ dienſt verwendet. Nach dem Kriege ſand er Anſtellung auf dem Mannheimer Wohnungsamt. Der Angeklagte macht dann auf Befragen des Vorſitzen⸗ den länger Ausführungen üebr ſein Ettlinger Bankgeſchäft, das er 1910 gründete und anfangs der 1920er Jahre nach Mannheim verlegte. Das Heidelberger Bankge⸗ ſchäft wurde 1921 gegründet. haben ſich beide Geſchäfte, insbeſondere aber das Heidelberger, das Mannheimer Geſchäft war mehr Filiale, gut entwickelt. Der Vorſitzende geht dann auf die einzelnen Geſchäfts⸗ gründungen und Strafdelikte näher ein und ſtellt ſeſt, daß der Angeklagte bisher nicht vorbeſtraft iſt, daß aber i. J. 1923 ein Verfahren gegen ihn eingeleitet wurde, bei dem er 5 Wochen in Heidelberg in Haft ſaß. Das Verfahren wurde 1924 eingeſtellt. Ein⸗weiteres Verfahren ſchwebte gegen ihn wegen Unterſchlagung. Verurteilt wurde er wegen Preis⸗ treiberei. Charakteriſtiſch für die Anſchauungen des Ange⸗ klagten iſt die Beantwortung einer Aufrage über ſich und ſeine Bank in der er ſchrieb: Das Bankgeſchäft wurde in Ett⸗ lingen i. J. 1910 gegründet. Purrmann entſtammt einer an⸗ angeſehenen Familie. Er iſt verwandt mit dem Groß⸗ kaufmann und Börſianer Haſſelberger in Berlin. Die Bank hätte ein Eigenkapital von 50 000/ gehabt. Der Sachverſtändige Bankier Bayersbach, kritiſiert dieſe unwahren Angaben. Eine Auskunft müſſe ſtreng ſach⸗ lich und objektiv ſein. Der Vorſitzende hält dem Ange⸗ klagten weiter vor, daß ſowohl in Heide Nach ſeinen eigenen Angaben lberg als auch in Mannheim ſeine Bücher ſehr unordentlich und unüberſichtlich geführt waren. Er erwiderte, daß er die Bücher deshalb nicht ordentlich habe führen können, weil dieſe von der Staatsan⸗ waltſchaft beſchlagnahmt wurden. Der Vorſitzende betont, daß ſich die Bücher in einem ſolchen Zuſtande befan⸗ den, daß die Sachverſtändigen aufgrund der vorhandenen Aufzeichnungen eine Ueberſicht des Vermögens nicht auf⸗ relet ronnten. Der Sachverſtändige, Bankier Bayersbach, beſtätigte dieſe Darlegungen des Vorſitzenden und ſtellte feſt, daß in den Büchern alles wie Kraut und Rüben durcheinander ſtand. Es herrſchte mit einem Wort eine große Unor dnung. In den ſoliden Geſchäften werde allmonatlich eine Monatsbilanz gezo⸗ gen. Purrmann hätte dies niemals gemacht und niemals ein Effektenkonto geführt, aus dem ſein eigener Beſtand hervor⸗ gegangen wäre. Bafag und eigene und fremde Effekten ſtan⸗ den alle durcheinander. Vom Perſonal iſt dem Sachverſtändi⸗ gen geſagt worden, daß Purrmann bei größeren Eingängen jedesmal nach Heidelberg telephoniert wurde. Dann ſei Purr⸗ mann gekommen, habe das Geld in die Taſche geſteckt und ſei wieder nach Heidelberg gefahren. Der Verteidiger Dr. Pfeiffenberg, der wiederholt das Wort ergreift und keine Gelegenheit vorübergehen läßt, um für ſeinen Klienten zu retten, was zu retten iſt, meint, daß man auf Perſonalklatſch nicht allzuviel geben dürfe. „Was die Zahlungseinſtellung der Bank betrifft, ſo äußerte ſich der Angeklagte dahin, daß die Zahlungen, die nicht geleiſtet wurden, geringfügig zu nennen ſeien gegenüber dem, was die Bank nachgeleiſtet hat. Erſt am 1. Juli 1925 habe er ſich ent⸗ ſchloſſen, die Bank zu liquidieren, da er ſich überzeugt habe, daß das Geſchäft nicht mehr zu halten ſei. Es gelangt eine Reihe von Briefen zur Verleſung, die Purrmann mit Ber⸗ liner Firmen geführt hat, in denen er auf die ſchlechten wirt⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe verwies und um Stundung erſuchte, auch den Vorſchlag einer Abfin dung machte. Was die Differenzgeſchäfte anbelangt, ſo hielt ſich der Ange⸗ klagte für berechtigt, ſolche zu betätigen. Der Vorſitzende belehrt ihn aber, daß er noch Differenzgeſchäfte abgeſchloſſen habe, als ſich die Firma Purrmann bereits in Zahlungsſtockun⸗ gen befand und Differenzgeſchäfte dann verboten ſind. Be⸗ züglich des Kino⸗Verkaufs der Bafag in Durlach hielt ſich der Angeklagte für befugt, den Erlös für ſich zu verwenden, denn er ſei der Bankier der Bafag geweſen. Der Angeklagte muß im Laufe der Verhandlung zu⸗ geben, daß er Anzeigen erlaſſen hat, in denen offene Stellen gegen Kaution angeboten wurden, er will dieſe Anzeigen lediglich im Auftrage des Auſſichtsrates erlaſſen haben. Der Vorſitzende hält ihm aber vor, daß es doch allein auf die Kautionen der Leute abgeſehen war. Sach⸗ verſtändiger Direktor Bläſer von der Film⸗A.⸗G. erklärt, daß er bereits i. J. 1923 in ſeinem Gutachten die Bafag für konkursreif gehalten habe. Er habe es ſchon damals für ſeine Pflicht gehalten, vor der Bafag zu warnen und kein Geld in ſie hineinzuſtecken. Die Annahme der kleinen Sparkontos ſei auf ſeine Angeſtellten zurückzuführen. Er habe ganz entſchieden kein Geld für ſich behalten. Er beſtreitet ferner, Einkünfte aus Hausverwaltungen unter⸗ ſchlagen noch ſich ſonſtwie gegen das Geſetz vergangen zu haben. Die Geſchädigten werden allerdings anderer Auf⸗ faſſung ſein. Die Verpfändung verſchiedener Gegenſtände, wie der Bilder, ſei in wirtſchaftlicher Notlage erfolgt. Die Vernehmung der Fran Purrmann geſtaltete ſich weſentlich einfacher und kürzer. Sie verbreitete ſich über die Geſchäftsgründung und ihre Einlage in das Geſchäft. Sie will keine Einblicke in die Geſchäfte ihres Mannes gehabt haben. Der Vorſitzende hält ihr vor, daß man ihr zur Laſt lege, daß auch ſie an der ſchlechten Buch⸗ führung ihres Mannes Schuld mit trage. Der Vor⸗ ſitzende lieſt der Angeklagten ihre früheren Ausſagen vor, die auch ihr Mann als weſentlich richtig bezeichnete. Sie beſtätigte, daß ihr Mann im Laufe der Zeit ſein Intereſſe an der Bafag verlor. Der Vorſitzende hält ihr vor, daß ſie ſich wegen Konkursvergehen zu verantworten habe, und daß ſie auch das Geld aus dem Kinoverkauf an ſich genommen habe, obwohl ihr doch bewußt ſein mußte, daß das Geld nicht ihnen gehöre. Sie entgegnete, daß ſie das Geld als Gehalt aufgerechnet hahe. Damit iſt um halb 2 Uhr nachmittags die Vernehmung der beiden Angeklagten beendet. Um 4 Uhr nachmittags be⸗ gann die Einzelerörterung der verſchiedenen Strafdelikte. ch. Neues aus aller Welt Ein Polizeimuſenm in Berlin 1Berlin, 13. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Am kommenden Sonntag ſchließt die große Deutſche Polizeiaus⸗ ſtellung ihre Pforten. Wie es heißt, ſoll nach dem Wunſch des neuen Berliner Polizeipräſidenten die Ausſtellung in einer beſonderen Form verewigt werden. Es iſt beabſichtigt, die beſonders intereſſanten Ausſtellungsgegenſtände in einem großen, jedermann zugänglichen Polizeimuſeum in Berlin aufzuſtellen. Dieſes Muſeum ſoll als eine Dauer⸗ einrichtung beſtehen bleiben, und wie man meint, eine der Hauptſenſationen der Reichshauptſtadt bilden. Man kann über dieſen Plan indes ſehr geteilten Meinung ſein. 3 Ronie* Wes WN flr so wenig Geld! Zum Mosolſen: Seifenpuſver.. 303 * Sſciehen: 457 —— 2 — —— D — SU WL5s Suscommen — ¹ 2 ſen — Ftiſthe Reſi, Schnitlen, ein ſchmachafles Tee⸗ und Kaffee⸗Gebäc. 100 e friſche Reſi, 100 8 Mehl, 100 ſpihe Baavulber, 2 efe Cn 1 Ei, 1 Meſſer. Dleſen ſchlͤht man mehrmals zuſammen und rollt ih wieder aus, Zuletzt rollt man den 2 in Teig gut verkneiet. u mit dem Nudelholz 0 33 eig fingerdick aus, teilt die man mit Ei beſireicht und nach 9 mit Aute bef Sch W bann u heißem Rohr ſchnell hellgelb bäͤckt. Oeſamte Herſtellunge Ungefähr 50—3 Denn dieſe baheriſche Kernmargarine aus den B. M. W. Nürnberg ver⸗ einigt zum erſten Mal höchſte Nährkraſt und höchſten Wohlgeihmac: Bitamine und Alpenmilch. * Donnerstag, den 14. Oktober 1926 Neue Mannheimer geitung(Abend⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 476 Neue Mannheimer Seitung»Handelsblatt Die Preisunterſuchung des Enqueteausſchuſſes Zuviel Zwiſchenſtellen im Handel Berlin, 14. Okt.(V. unſ. Berl. Büro.) In der heutigen Sitzung des Unterausſchuſſes für Ge⸗ werbe des Enqueteausſchuſſes ergriff zunächſt der preußiſche Staatsſekretär a. D. Prof. Dr. Hirſch als Sachverſtändiger zu längeren Ausführungen über die Koſten im Handel das Wort. Er ging davon aus, daß im Handel Deutſchlands grundſätzliche Marktpreiſe herrſchen, daß aber dennoch auf vielen Gebieten eine gewiſſe Gleichmäßig⸗ keit der Aufſchlaggeſtaltung in allen Ländern üblich ſei, die ſich wiederum aus dem Zuſammenwirken von Herkommen und gleichartigen Konkurrenzbedingungen der gleichen Gebiete ergäben. So beobachte man im Handel drei verſchiedene Arten der tatſächlichen Preisbildung. An der Börſe und an börſenähnlichen Märkten herrſcht der Marktpreis, in einem immer größer werdenden Teil der Handelswirtſchaft herrſcht aber der vorge⸗ ſchriebene Preis, d. h. derjenige, der durch die Her⸗ ſtellung oder deren Syndikate beſtimmt iſt. Dieſer vorgeſchrie⸗ bene Preis werde aber vielfach in ſeiner Höhe durch den ſo⸗ genannten branchenüblichen Aufſchlag beſtimmt, der im Einzelhandel der Vorkriegszeit auf Kolonialwaren etwa auf den Einkaufspreis betrug, bei Bekleidungsgegen⸗ ſtänden, insbeſondere auf Textilwaren zwiſchen“ bis 77 ſchwankte und bei Einrichtungsgegenſtänden etwas darüber hinausging. Im Anſchluß kam der Redner auf den Prozeß der Vertenerung durch die vielen Zwiſchenſtellen im Handel u ſprechen. Er zeigte dieſe Bewegung an amerikaniſchen eiſpielen und gab an, daß die amerikaniſche Regierung unter Führung von Hoover augenblicklich ſehr zielbewußt gegen die„Verſchwendung in der Verteilung“ ankämpft. Für Deutſchland ergeben die Feſtſtellungen, daß. in gewiſſen Wirtſchaftsgebieten eine Verlängerung der vor dem Ktiege notwendigen Handelskette und eine gewiſſe Verteuerung vorliegt. Das zeigte ſchon die vom Reichswirtſchaftsrat abgeſchloſſene Enquete über die Entſtehung der Schuhpreiſe. Ihr Ergebnis war dies: Wenn für 1000% Felle zu Schuhen verarbeitet werden, ſo koſten dieſe am Ende 4760. Auf die ganze Ver⸗ arbeitung einſchließlich Zutaten und Transportkoſten kommen 1600“, auf Umſatzſteuer 460 /, ſo daß auf den Handel, der ſich in ſechs Gliedern dazwiſchen ſchaltet, nicht weniger als 1700/ entfallen. zl Der Verein Deutſcher Zellſtoffabriken zur Kurs⸗ entwicklung der Zellſtoff⸗Aktien. Angeſichts der Vorgänge auf den Märkten der Zellſtoff⸗Aktien an den Börſen hat die in Baden⸗Baden tagende HV. des Vereins Deutſcher Zellſtoffabriken ihre Anſicht dahin zum Ausdruck ge⸗ bracht, daß die Kursentwicklung der Marktlage in dieſer Induſtrie nicht entſpricht. :: Eine neue Köln⸗Rottweil AG. Unter dieſer Firma wurde in Berlin mit ausſchlaggebendem Einfluß der J. G. Farbeninduſtrie eine neue GA. mit einem Grundkapital von 5 gegründet. Von dieſem Kapital hat die J. G. arbeninduſtrie 96 000/ übernommen. Der Gegenſtand des Unternehmens iſt die Erzeugung und der Verkauf von Pulver, Munition und andern chemiſchen Produk⸗ ten, die bisher von der inzwiſchen mit der J. G. Farben⸗ induſtrie verſchmolzenen Köln⸗Rottweil AG. in Berlin her⸗ P2 wurden. Als Gründer zeichnen die Direktoren r. Wilhelm Lohöfer und Dr. Gerhard Ollendorf von der H. G. Farbeninduſtrie. Ferner die Direktoren Karl v. Reneſſe und Ernſt Friedländer, die Prokuriſten Kurt Brinkmann und Dr. Walter Lisco. Im AR. befinden ſich Profeſſor Dr. Julius Flechtheim, Kom.⸗Rat Dr. Hermann Schmitz und Or. Max Dülhenhofer. :: Keine Kapitalerhöhung der Hamburg⸗Süd. Die wieder auftauchenden Gerüchte, daß die Hamburg⸗Südamerikaniſche Dampfſchiffahrts⸗Geſellſchaft beabſichtige, ihr Kapital zu er⸗ höhen, um einen neuen dritten großen Luxusdampfer er⸗ bauen zu laſſen, wurden von der Verwaltung wieder dementiert. ꝛs: 17 v. H. Dividende der Berliner Velvetfabrik M. Mengers u. Söhne AG. Aus dem Reingewinn von 980 887 ſollen 17 v. H. Dividende verteilt und 82 387, vorgetragen werden. Im Jahre 1926 litt das Geſchäft bis in das zweite Quartal unter der allgemeinen wirtſchaftlichen Depreſſion, nahm aber im weiteren Verlauf einen ganz weſentlichen Auf⸗ ſchwung. Bilanz(in Mill.%): Wechſel 0,14, Waren 2,41, Materialien 0,2, Bankguthaben 0,41, Debitoren 4,48, Hypo⸗ theken 0,12, Kreditoren 2,92, Bankſchulden 1,76. :: Fuſion der Deutſchen Induſtriewerke mit den ſchen Kiuſeſaſ rzeugehsteen. Dein Lebergaug ver Peor der Deutſchen Kraftfahrzeugwerke auf die Deutſchen Indu⸗ ſtriewerre im Jutt dieſes Jahres iſt nunmnehr oie 4 Verſchmelzung ver Deutſchen Kraftſahrzeugwerte uG. in vie Deutſchen Inbuſtriewerke AG. auf dem Wege der Fuſion gefolgt. Die Deutſche Kraftfahrzeugwerke AG. iſt damit aufgetöſt. * Zum Zuſammenſchluß der amerik. Kupferproduzenten. Zum Zuſammenſchluß der amerikaniſchen Kupferproduzenten erfahren wir noch, daß die Copper Exporters Inſ. eine Reor⸗ ganiſation des früheren Kupferexportſyndikats darſtellt. Der Präſident der Anaconda Copper Co., Kelley, wurde Vorſitzen⸗ der der neuen Vereinigung. Er betonte, daß der Zweck des Synditats die Beſeitigung der Kupferſpekulation im Auslande ſei, die Preisſchwankungen verurſacht habe, welche durch die europäiſche Induſtrielage bedingt ſei. Die Notwendigkeit bes Syndikats gehe aus der Bewegung des Kupfermarktes in den Nachkriegsjahren hervor und die neue Geſellſchaft werde die europäiſchen Kupferpreiſe entſprechend der Entwicklung der allgemeinen Lage feſtigen und möglichſt direkt an die Konſu⸗ menten verkaufen. zl⸗ Fühlungnahme zwiſchen der deutſchen und der franzö⸗ ſiſchen Aluminium⸗Induſtrie. Die Meldungen von deutſch⸗ franzöſiſchen Verhandlungen über ein Alumiumkartell, bzw. eine Ausdehnung des mit den Schweizer Produzenten be⸗ ſtehenden Preisabkommens auf Frankreich entſprechen, wie das B. T. meldet, nicht den Tatſachen. Tatſächlich hat im Gefolge der politiſchen Bemühungen um eine Annäherung mit Frankreich und der engeren wirtſchaftlichen Beziehungen auf anderen Gebieten eine Fühlungnahme der leitenden Herren der beiderſeitigen Aluminiuminduſtrien ſtattgefunden, die um ſo näher lag, als die deutſche Aluminiumerzeugung bekanntlich im Konzern der Viag, alſo im Reichsbeſitz, kon⸗ zentriert iſt, und auch die franzöſiſche Induſtrie von einer maßgebenden Firma vertreten wird. Ein Abkommen über die Preisſtellung kommt jedoch zunächſt nicht in Frage, da die Franzoſen nur in verhältnismäßig geringem Maße exportieren und ihren Inlandmarkt mit ſo hohen Zoll⸗ mauern ſchützen, daß ſie zu Preisabreden auf keinem dieſer beiden Gebiete weſentlich intereſſiert ſind. Man hat über allgemeine Fragen freundſchaftlicher Zuſammenarbeit, wie die Möglichkeit einer gegenſeitigen techniſchen Unterſtützung eventuell auch durch Austauſch von Patenten, geſprochen. Auch das Verhalten gegenüber einem von verſchiedenen Ländern angekündigten Auftreten von neuen Konkurrenten dürfte behandelt worden ſein. Halbierter Hopfenertrag in Bayern Die Hopfenernte für 1926 wurde ſehr ſtark durchſö Peronoſpora, eine im Hapfenbau erſt in den letzten Jahren beobachtete Krankheit, beeinflußt, die in den wichtigſten bayeriſchen Anbaugebieten, der Hallertau und dem Hers⸗ brucker⸗Land, beſonders große Verheerungen anrichtete. Un⸗ günſtige Witterungsverhältniſſe haben weiter das Erträgnis der Hopfenernte vermindert. Nach den Ertragsſchätzungen der Hopfengemeinden, die nunmehr dem Statiſtiſchen Landesamt vorliegen, errechnet ſich für Bayern ein Ernteertrag von 18 898 gegen 38 789 Dz. im Vorjahre. Der Ertrag der Hopfenernte iſt demnach heuer um über 50 v. H. gegen den des Vorjahres zurückgeblieben. Ganz ungünſtig ſind die aus dem Hauptgebiet Bayerns im Hopfenbau, der Hallertau, berichteten Ergebniſſe. Nach den gemeindlichen Meldungen ergibt ſich für dieſen Bezirk ein Durchſchnittsertrag von nur 1,2 Dz. für das Hektar, gegen 4,2 Dz. im Durchſchnitt des Vorjahres, wobei jeweils die im laufenden Jahre bzw. im Vorjahre angeleg⸗ ten und noch nicht oder noch nicht voll ertragenden Flächen miteingeſchloſſen ſind. Den höchſten Durchſchnittsertrag mit 3 Dz. je Hektar weiſt das Spalter Gebiet auf. Die Qualität des heurigen Hopfens beurteilen von insgeſamt 455 Hopfengemeinden 24 Gemeinden mit„ſehr gut“, 89 Gemeinden mit„unter mittel“ und 175 Gemeinden mit„gering“, während eine Gemeinde Mißernte meldete. Börſenberichte vom 14. Oktober 1926 Mannheim feſt Bei lebhaften Umſätzen macht die Hauſſe am Aktienmarkt weitere Fortſchritte. Außer J. G. Farben⸗Aktien lagen Brauereiwerte, Verſicherungs⸗Aktien, ſerner Benz, Braun Konſerven, Nähkaiſer und Rheinmühlenwerke feſt. Es notier⸗ ten: Badiſche Bank 150, Pfälz. Hypothekenbank 145, Rhein. Creditbank 133, J. G. Farben 324,5, Rhenania 83,5, Brauerei tinentale Verſicherung 77, Mannheimer Verſicherung 112, Württ. Transport 31,5, Seilwolf 57, Benz 87,5, Gebr. Fahr 38,25, Germania Linoleum 197, Braun Konſerven 52, Mann⸗ heimer Gummi 60, N. S. U. 117, Nähkaiſer 64, Zement Heidel⸗ berg 136, Rheinelektra 143,5, Rheinmühlen 81, Weſteregeln 159, Zeulſtoff Waldhof 210, Zucker Frankenthal 87, Zucker Waghäuſel 103, 8 proz. Mannheim Stadt Gold 95,ö. Frankfurt ſehr feſt Die Hauſſebewegung an der Börſe hält weiter an. Neben den Chemiewerten ſind aber heute auch in ſtärkerem Maße die Montan⸗ werte bevorzugt und zum erſtenmal wurden die Aktien der Verei⸗ nigten Stahlwerke im Freiverkehr(die offizielle Notiz wird erſt in ca. Tagen aufgenommen! lebhafter gehandelt und ſtark hinauf⸗ geſetzt(153 v..], nachdem ſie bisher, abgeſehen von den Einfüh⸗ rungstagen, in Berlin vernachläſſigt geweſen ſind. Die Aeuße⸗ rungen des Präſidenten der internationalen Rohſtahlgemeinſchaft Mahriſch, der an ſteigende Produktionsziffern glaubt, und hinſicht⸗ lich der Ausdehnung der internationalen i ſehr optimiſtiſch geſtimmt iſt, haben der Börſe eine ſtarke Anregung ge⸗ bracht. Es lagen wieder viele Auslandsaufträge vor, ferner Kun⸗ denordres aus dem Rheinlande und außerdem legte die Spekulation eine außerordentliche Tätigkeit an den Tag. J. G. Farbeninduſtrie eröffneten mit 321(plus. 6 v..) Metallbank ſehr feſt auf die ge⸗ meinſamen Verſuche mit der J. G. Farbeninduſtrie zur Herſtellung von Leichtmetallen. Der Kurs von 169 lag 8 v. H. höher. Banken⸗ werte nur mäßig feſter. Schiffahrtswerte unverändert. Auf dem Elektromarkt zog die Tendenz etwas an, beſonders A. E. G.(plus 1% v..). Man iſt der Anſicht, daß der Elektromarkt ohne Grund vernachkäſſigt wird. Auch die Einheitskurſe lagen beträchtlich höher. Renten blieben im allgemeinen unverändert. Berlin Hauſſeverkehr Die Induſtriemärkte verkehrten heute in ausgeſprochener Hauſſe⸗ ſtimmung. Die Prolongatton ſcheint keiner Schwierigkeit zu be⸗ gegnen angeſichts der andauernden Geldflüſſigkeit(Tagesgeld zu 4 bis 5½ v. H. reichlich erhältlich. Prolongationsgeld etwa 7,55, Monatsgeld 5,75 bis 6,75 v.., Privatdiskont für kurze Sicht 476 vom Hundert, für lange Sicht 4 vom Hundert. Montanwerte be⸗ vorzugt. Vereinigte Stablwerke ſtiegen um über 5 v. H. auf Ge⸗ rüchte, wonach die Einführung an der Newyorker Börſe geplant fei. Laurahütte gewannen 5 v. H. auf die Nachricht von angeblichen Dividenden von 6 v. H. Andere Montanwerte hatten Beſſerungen um—5 v. H. zu verzeichnen. Auch Kaliwerte zogen weiter an. Farbeninduſtrie zeitweiſe um mehr als 9 v. H. höher gegenüber dem ſeſtrigen Schlußkurs. Papier⸗ und Zellſtoffwerte nur wenig ver⸗ ändert. Bankaktien lebhaft bei anziehenden Kurſen. Im Berlaufe ſchwankten die Kurſe in mäßigen Grenzen, die Feſtigkeit blieb aber erhalten. Berliner Deviſen Oiskontlätze: Reichsbauk 8, Lombard 7, Privat 4¼ u. 4½ v. H. Mritüſch 1 Sober I4. Biiober arität Pisiont in.⸗M. für G. G. B. M. ätze% Holland... 100 Oulden 167,87 168,29 167,81 166,29 168,47 3,5 Buenos⸗Aires eſ. 1,710].714] 1,711 1,715.78 10 rüſſel... 100 Franken 14.65 11.60[11.90.11.4 91.— 7 Oslo 100 Kronen 97,78[66.02 998,87 100,13 1112.50 5,5 Stockholm.... 100 Kronen 112.14112,42 112,1) 112,44 112,50 4,5 Kopenhagen... 100 Kronen 111,71[114.99 111½/1 11 112,50 5 Dangig.. 100 Gulden 81,38 81.58.38. 61.58 1,— 88 Lifſabon.. 100 Eskudo 21,475] 21,525 21,475 21.525 453,57 8 Helſingfors.... 100 finnl. M. 10.552 10.592 19,55 10.53 81.— 75 Italien 100 Lire 16,62 16,86 16,96 17,00 61.— 7 Londoen I Pfd. 20,356 20.406 20 20,405 20,43 5 New⸗Bork.... 1 Dollar].198.255.15.205.196 4 aris... 100 Franken 11,90 11,94 J12,01 12,05 12.— 7,5 chweiz. 100 Franken 61,08 81,28.04 61,24 81.20 3,5 Spanien.. 100 Peſeten 62,22[62,33 f 62.52 62,08 81.— 5 Japan. I en.029J. 2,033].033] 2,087 2,092 778 Konſtantinopel!. L türk. Afd. 2,17 2,18.175 218516,,i10 Rio de Zaneiro... 1 Milreis 0,583] 0,585 0,583 0,565.878J] 3,5 Wien 100 Schilling] 59,21[59,95[ 59,21 9,85 1,70 7 Pragg 100 Kronen12,42[12,46 12.428 12,469[85,082 8 Südflawien.. 100 Dinar 75312J 7,432].417 487 81.— 7 Budapeſt.. 100 000 Kronen 5,87 5,89.87 5,89 85,062] 8 Sofia. 100 Leda 3,045] 3,0551 93,04 9,05 61.— 10 Athen. 100 Drachmen.19.21.19.21 J61.— 10 Kalroo 1 Pfd. 20,876 20.929 20,876 20,928——— :: Mannbeimer Produktenbörſe vom 14. Okt.(Eigenbericht). Die Tendenz am Pibduktenmarkt iſt feſt. Die hohen Seefrachten bedingen höhere Cif⸗Preiſe für alle Getreidearten. Selbſt, wenn die Terminmärkte unverändert geblieben ſind, ſo ſind dennoch weſentlich anziehende Auslandsgetreidepreiſe zu beachten. Gehandelt wurde Inlandweizen ſüdd. Ware mit 29.50 waggonſrei Mannheim. Vocr Auslandweſzen iſt angeboten Manitoba II zu 16.25 hfl. per Oktober, Manitoba 14I 16.—, Kanſas 10.10 rheinſchwimmend, Redwinter 11 15.50, Baruſſo 76 Kilo diſp. 15.25 bfl. per 100 Kilo eif. Mannheim, Inlandroggen 24.—, Auslandroggen 26.— nominell, Inlandhafer 19.50—20.50, Auslandhafer 20—22.50, Braugerſte inl. 25.75—20.7 Futtergerſte 20.50, Mais, gelbes mit Sack 19.25.—19.50, Biertrebe 15.25, Weizenmeht ſüdd. 41.75, Roggenmehl ſüdd. 70 900 34.—5 Weizenbrotmehl 31.50—32.—, Weizenſuttermetl 18.—, Welzenklein, grob 10.75, fein.75, Roggenkleie 10.75—11.— Mark. :: Viehmarkt in Manuheim vom 14. Oktober. Zum heutigen Viehmarkt waren zugetrieben und wurden bezavlt für 50 Kilogr, Lebendegewicht(in.“): 92 Kälber 82—85; 76.—80, 66—72; 86 Schafe; 20 Schweine(Alter Beſtand 128); 80—81; 80—81; 61—82; 79—80 78—79; 77—78; 647 Ferel und Läufer 14—46. Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mit Schweinen rubig, langſam ge⸗ Durlacher Hof 112, Schwartz⸗Storchen 140, Werger 140, Con⸗ räumt; Ferkel und Läufer lebhaft. Kurszeitel der Neuen Mannheimer Zeitung Aktien und Auslandsanleihen in Prozenten, bel Stücenotierungen in Mark ſe Stück Die mit T verſehenen Werte ſind Terminkurſe während ſich die mit + verſehenen noch in Bi⸗/ verſtehen. Frankfurter Börſe vom 14. Oktober 13. 14 -Aketie 18.14. Bauk · Alet 4. TRheln Braunk.. 289.0287.00Enzinger⸗Unton 97—100,5 Aug. O. Crebitbk. 188.018,2 Salzw. Heilbronn 128.——Ettling. Spinn.———.— Badiſche Sank. 149.5140,0 Tellus Bergbau. 91.—89.— Faber, Joh. Blei———.— Bankf. Srau. Ind. 170,0174,0 B K. u. Laurahütte 79.—83.— Hanpid 558* 3 ee EPns J. G. Farbenind. 816. Batr. H0p. u. 160 185.55 Cransport⸗Alttien. Fahr gebr Püm. 90,för ier Bantver. 187.5187,7 Schantungbahn 185.10 9 164.20165,0 ————— — — Barmer 1 00280,0 Hapag 171.J Feinmech. Jetter.—.—90,— Peam u eivotg. 142 18.5 Rrbdeutſch. Lioyd 167,0185,0 Frankf, Pob& Wit. 52.552.50 IDarmſt.u. Rat. B 235,0.288.0 Deſter.-U. St...——98. Fuchswaggon. 0,550.550 + Deutſche Bank. 154.5185,5 Baltimore& Ohio—.— 96,50 Goldſchmidt Th.„ 132,5185.0 2 0 l.——119,7 eee e D. Ueberſee⸗Lani 116,2115,5 Cichb.⸗Mannh. 155.00 Hrün, Bilſinger ⸗119..— D. Vereinsbank 100,0101,0, Kempf. Sternb.—.—161.0 Haids Reu, Näh- 54,— 54 + Disconto⸗Geſ. 17 3171,5Nalnzer St. A. 1/4.0 Hammerſen. 119,5117.0 + Dresdner Bani 153.5156,0 Schöfſferh. Bindg. 265,0268,0 Hilpert Armaturf. 59.—— 140,0140,0 133.0 130 Boun*.80 .⸗G. 157,5168,9 Werge 18. och⸗ und Tiefbau 95.—95.— Leied eb 14008 147,0 Adt. Gebr.... 44,50 44,.— Ha Phil. 137,2140,0 Nraberg. Be.B.———[Uccumulatoren. eHotaverkobl, Ind. 59,75,5 Deſter. Ered. Anſt..70.50 Adler Oppenbeim J90,9ſ130,0 Junghans Stam. 99,759,70 Pfather Hyp.⸗Br. 143.2143,7 Adler Klever 5 01.2 0,0 Kanmg, Kaſſersl. 188,0158.0 Reichsbank.. 166,2167,6 0 93 75 655—— 0. 41,2541,10 i ſafl. Buntpap.„[Kemp, Stettin..—, 5 160 140 0 ce Zellſtoff. 157.0/159.2 Klein, Sch KBecker 91.—82.59 Sudd. Disconto 143.5143,0 Bahnbed, Darmſt. 25,50 39.75 Knorr. Heühronn 130,0130,0 Wiener Bankoer. 5 65 5,69 Bad. Eletir.... 0,175 Konſerven Braun 50.—50.— Württb. Notenbt. 131,2181.5 Bad. Maſch. Durl. 124.0132,0 Krauß& Co. Lock.——2 Mannh'Berſ.⸗Geſ, 115,0ſ116.0 Paſt.. 356,0558.0 Peahmmeyer K o. 144.0014,0 rankf. Allg. Ver. 117,7/117,7 Bayriſch. Spiegel%——ſeech Augsburg.—fl15,7 berr9. Verſ.-Heſ.—.Peä& Henke. 10,11,Cederwert Roihe 87—6 Franti.R. u. Mito.—.——.— IPergm. Elettr.“ 163,0164 0Cubwigsh. Walzm 115,0116.0 8 Bing Metallwerke 70.5071,150Lutz Maſchinen 34.90—.— Bergwerke⸗Alttien. Brem-Veſigh. Oel——.64.— Lux'ſche Induſtr. 40,75—.— TBochumer Guß. 164,0167.0 Cement Heidelb.. 135,0187,0[Mainkraftwerke 105,5.105,0 5 2.*—— 145.00145.0 maez 5 775.129.—.— Luxemb. Ber.—0 amotte Annaw.—.——.—[Mez Söhne—.—— Eſchweil. Bergwre 162,0165,5 Cont. Nürnb. Vzg, 69.——— iatoren Deutz— .Gelſenk. Bergw. 172,8174,0 HPaimler Motox 7,—69.— Motorf. Oberürſ. 65,—65,— Gelſenk. Gußſtahl—,..Gold-..-Anſt 194,00165.[Neckarſ. Fahrzg.. 118.0114,5 Tharp. Bergbau, 176.7161.5 Dyckerh.& Widm. 79.—70,75 Nrh. Leder Spier———. Kali Aſchersleben 147,7148,0Dingler Zweibrück.— Peier Union frtft. 98.— 103.2 Kali Salzdetſ...—,— Dürkoppwerk St. 68.— f. Nähm. Kayſer 60.—63— Kali Weſteregeln 159,0/159.5 Düſſeld-Rat.Dürt 40,5040,— Philipps 89 87.—.— Klöckner⸗Werke—- Eiſen Kaiſerslaut. 46,— Porzeilan Weſſel—.— + Mannesmannt. 156.5157,5 TElr. Licht u. Kr. 164.7162.00Rein. Gebb& Sch. 85,.—67.— TSberbedarf.. 74,7574.— Elſ. Bad. Wolle.7554,— Rheinmetall... 65,—— Too. Eiſen(Caro)—, EmagFrankfurt⸗.9050,305/Rheinelektr. Sta. 144.0 143.0 TPhönix Bergbau 122,00128,00Emaille St. Ullrich 46,2548,.75[Rh. Malch. Leud.——145,.— — — 18.14. 18. Rhenania Aachen 88.50—.— Zellſt. Waldyof St 209.02 Riebeck Montan 164,0/165,0 TZuckerf. B. Wag. 102.8102,04¼/%.9.⸗Sch.—.—— Rodberg Darmſt.—. 86.50 86.— 4% B. Schutzg, 08 10.5510.60 TRüttgerswerke. 132,0 134,6 Zuckerf. Heilbronn 102,5102,84% D. Schußg. 14 10,5510,60 Schlinck& C. Hbg.—.——.— Offſtein. 129,0130,0Sparprämie. 1919—.—— Schnellpr. Frank. 82,— 85.— Juckerf. Rheingau 100.0100.05% Pr. Schatzanw.—.——— P— 1 9 60 Zuckerf. Stuttgart 102,5102,9 45 5. 3 55 55 uckert, Nrbg. 5 0 1 /% Preuß. Konſ. 0. 6 Schuhfabrir Hes; 68,— 87,— Froiverkehrs⸗Kut e. 310% Seilinduftr. Woiff 57,—58,—, Elberſeld. Kupfer————680%„—.—— TSiemeneä Halel 206,520ä 7 Emeehrpes Pff S0Borkumeldi9——.— 8..——131 e SBed. St Jgtert————ieneſeibet 6847,18,0 R % do. von Fricotw. Beſigh...— Raſtatter Waggon.—J0.—4% Bayt.Gif. Anl. 0. Uhrenfabr. Furtw. 40,5040.50 a 1959(1255¼Ä%% do. Ber. deutſch. Helf. 62.—64,— Aben Soitnait 4889ffe F ..ch. Ind.Mainz 49,50 1430 Feſtverzinsliche Werte. 4% Bay. Pf. E. P. 1,50—.— Ver. Ultramarinf. 140,0144,4¼/ Mhm.1914——,8// do.—.— Ver. Zellſt. Berlin 124,0128,03%%„„1902—.——4% Heſſ. v. 89 u. 06 0,7000, 660 Vogtk. Maſch. St. 69.———4/%„ 1904/5—.——.3½½, abgeſt.—— 0 K Haff, St 114,018.0 5% Pt. Reichsanl. O, 702ſ0, 701 35 14. 13.14. 08,5.3% D. Reichsanl. 0,840 /0, 660 ucker 0—— Volchom. Seit.K 58.-60.— 4% do unk.ö. 1026— 40½ Säch. St..18———.— Wayß& Freytag 181,5133.015% D, Reichsanl, 0,7100,6604% Württ..1915.660—,— Berliner Börſe vom 14. Oktober Bauk⸗Aktien. TAug.Elettr.-Geſ. 164.1164.00 Deutſche Kau 124,5122,9 Benk f. A. Werte 162..188,20ngl9. Ei. Suans 100.HJeg 50 TDeuiſche Maſc. 1050 löe.⸗ Barmer Bankver. 136,5 136,5 Anhalt. Kohlen-P. 105,0105,0—.— Steingg. 150,0150.2 TBerl. Handelsg. 280.0 292.0 Annener Gußſtahl 88.—40,.— Deutſche Wollw.. 69.——,— TCom. u. Privatb. 154,2157.0 Aſchaffbg. Zeilſt.. 161,0159.2 Deutſch.——.— THarmſt. u..⸗B. 296,2236,0 Augsb.⸗Nb. Maſch 107,0ſ105,00Donnersmarck 50 IHeutſche Bank. 185.7165,5 Halcke Maſchin..—e Dürener Metall. 94.050.75 +Bt. Ueberſee Br. 115.5116.0 Bamag Meguin. 49,—54,75 Dürtoppwerte 69.7567.— TDisc. Command. 172.0171,50J. P. Bemberg. 210.00206.0 Dynamit Nobel. 152,0(155,5 Jresdner Bank 156.7156501 Vergmann Elkt. 163,1162,5Elberfelb. Kupfer— 1Mitteld. Kredb. 147.0 146•2 Berl.⸗Gub. Hut. 228,0234.00Elektr. Lieferung. 155,0156,0 Reichsbank... 105,5167./I.Berl Kartsr Ind 116.2119,“ TElktr. Licht u. Kr. 159,7161,0 Rhein Exeditbant 193,5133.5 T Berlin. Maſchb. 90,5089,25 Emaille Ullrich 48.—49.— Slan Märnberd 68.—f, 8 Slhgs Pergroert 101ſtel,e 0 1 uug Nürnberg 69,—/70, w. Bergwert 161,0161,0 750,Stemarhürte. 1J.G. Farbenind. 316,7323,0 Ache r 56. Un. 178.0,750/PBochum, Gagf. 166,0l65.0 Seſdmüdieerier 188.5ſ88, S0 61* 4820 Gebr. BöhlerKcko.——.—Felten& Guill. 165,001 Balli iſenbahn 5 65 95.75 Braunt. u. Britets 158,7159,9R. Friſtee.. 63,— Peutſch⸗Auſtral 172.0ʃ185.7 Br.⸗Beſigh. Oelf. 80,—(60,—Juchs Waggon. 0,5500,550 15 8 170·0 172. Bremer Vulkan. 54.50 Gaggenau.⸗A. 4,75— 18.„G Serita 166.5172,0 Buderus Eiſenw. 105.0107,50Gebhard Textil 93,2594,— TBar Pſcht a 263.7232˙0 Ehem. 1 205 116,5115,%TGeiſenk. Bergw. 172,5172,5 1 1orbdiſ 0. G40 5 107.21672 Chem. elſent. 106,0101,2 Gelſent. Gußſtah. 83.—0 Rol.Mnie 9 75„Chem. Albert.. 145,0153,0 Genſchow& Co. 72,75/5,25 Ve 5 Elbeſchif 75. Eoncord. Spinner 118,9/116,0German. Portl⸗Z. 166,0— erein. Elbeſchiſf 75.—74.—[PHaimler Motor. 57,—.80.— Gerrevheim.Glas 145,0.148,5 önduftrie⸗Aktien. I Deſſauer Gas 143.2140,6 TGeſ.ſ. elet Unter. 182,5 188,5 Accumulgtoren.148,0/149.7/LDtſch.⸗Luxemb. 164.0165,0 Gebr. Goedhardt 74.5075.50 Adler& Oppenh. 128.2128,20D.Eiſenb. Sigut. 117,0120,/Goldſchmidt. Th. 183,0 180,5 —. Süddeutſch. Disc.—.—— 19. 14 18...14. 0 15 Grkrſtw. Mhm.0/.Toberſchl.E Bed..50 48,—Heldburg.. 80— Gebr. Großmann 9105 67,50 TSberſchl. Eiſen. 77.50 1155 Seesbe 10 135,/188.0 an Grün& Bilfinger 120.——[Toberſchl. Korsw 188,11„5 Krügersha 114,0 3 Gruſchwitz— 3 74.4575.— Orenſt.& Koppel 180,0127.0Betersb. Int.. 6,86/8. Hackethal Draht. 100,098,.—TPbönix Bergb. 122,0/128,00Ronnenberg... 45,—43.— Ba e 9 8275 10 5 10 5 6—.— S 0.— ammerſ. Spinn. 116,„0Reisholz Papier. 225, 55 e o..00.— Brodkathr 230,7 56.6 Sloman Solpeier 28, 08,50 Hannov. M. Egeſt. 77,.—79,—[IRhein Hann. Waggon.14.—14,—[Rhein Chamotte 81,—63.—[Südſee Phosphat 70.— 95— 82—52——* 144,5 Ufa—142.— bg.⸗Wien Gum. 83.—88, ein. Maſch.Led. 45,.—— Harkort Bergwrk. 57.—69,— PRcheinaht 1640/1)0 Herpen. Bergbau 178.8179,8 1Rhenanta Chem 92575J64.— Pollarſchäge Herimann Maſch, 38,1541.— Romb Hütten 14,—/13,85 Reichsſchat 1V 0,650 0,682 Hedwigshütte.. 182,0135,5 Roſitzer Braunk., 91,5098.— VIIX 0,6500,630 dr. ufferm. 75.—497 ütgerswerke 5„5 80 918ʃ9˙ 0 12600 a 905 ö. Reichsani. 934609655 rſchberg Leder 106,0—LSalzoe. 179,„23%%“ 675 eee ohenlohe⸗Wrk. 24, 5 eidemantel 4 0 3 75 een 169,7140,5 FSchuberte Soig. 250.0205,03/ b- Konlols.6500.692 f0 5 Saac 50 5 5 3070 3% 25 umboldtMaſch. 65.— Siem. alske. 206, 20440⁵ S4Slo“ Edit, Berobol. 50 Pf0/ Ser.. 565 68 n..868 065 M. Jüdel& Co. 184,0140,00Stettiner Bulkan. 60,—2,75% B. Kohlenanl. 12.68/1268 Gebr. Junghans. 90,—0, StoehrKammgrn. 1550ſ180,008% Prß. Kalianl. 5,755, Kahla Porzellan. 100, 7108,00Stoewer Nähm.. 97,50ſ89,% Roggenwert.10 Kaliw. Achersl. 147,0)46.0 Sübd Immobil. 72,—71,25¼ Ronenrentb..19 Karler. Maſchin.. 41,75 40,— Teichgräber..—30% Sach Brauni.36'30 Kattowiß. Berg.———.—.55 Berliner, 90,—96,25]„Vandſch.Rogg..59/.89 E. M. Kemp..— Thoéridel abrit-.— Kiöcnerwerke.. 186,0 141,0 ünionwerte Maſch 70,—77,50ſb) Ausl. Rentenwerte. C. H. Knorr.. 130,0/130.2 Ber. B. Frkf. Gum. 75,5074,505¼% Mezikaner 50.——.— Kollm. E. Jcurdän 60.—60,0 Ber⸗Ghem, Cparl. 130,00.25,0047 Seſt,Schaga. 26.85 2350 Köln Rottweiler. 153,0164,2B Otſch Nickelw. 175,2176,54%„Golbrente 24.35,24 15 Gebr. Körting. 104.0104,0/BGlanzſtoff Elbf. 910,0815,0/4%%„cono. Rte.—— Koſtheimer Cell..—.—110,0 Bie Uiahiwerte 75.—78,25 4¼9%8„ Silberrte. 6,65 5,40 Kyffhäuſer⸗Hütte 70,59069,[Ber. Stahlwerke. 14),2153,04½%, Papierrte.—— Lähmeyer& Co. 144.2144,19 Stahlw v. d. Zyp 197,0194,5 4% Türt. Ab.⸗Anl. 14—14.25 Laurahütte.. 79,5085,—Ver. Ultramarſuf. 144,0144.04%„ Bagd.⸗Eiſ. 1 27,8527.75 Linde's Eismaſch. 163.7104,7Vogtländ. Maſch. 76,5076,—4%„„—.—2750 Lindenberg... 65, 62.—Wanderer-Werke 202,0,206,0 4% Puxtzunti int.—.— 16,— T Carl Lindſtröm 160,010,00Weſer Akt.⸗Geſ.=%„Sotiob.1911 16,1516,60 Lingel Schuhfabr.——40,—.Weſtereg. Alkali 156,0187,0„400-.-Los 29,— 29.15 1 Linte& Hoſſm. 73.— 7689 Wicing ⸗Cement. 139,519,7 4¼% St.R1918 20,9024.75 Ludw. Loewe& Eo 201,0204,5 Wiesloch Tonwar. 105,5107.04¼%8U,„„1014 10,4022.75 C. Lorenz.. 115,0147,2Wittener Stahl. 100,5107.54%„„ Goldrie 28,0/28,65 Lothr. Portl.⸗Cem——Wittener Gußſtahl 60,2561,—4%„„ Kronr. 3,75— Magirus.-G. 65,5065,— Wolf, Buckau. 50.—55.— 3% Oe., Stb. alte—.—119.— 1Mannesmann.157,5187,5 Jellfioff Berein, 118,00125,0 3% Se-UiNSr740(— — 3 at 1640 103·0 Seueif Waldhof 210.0/209,0 2,S 13,5013.— ech. eb. Lin 9 0 ab—-—(.— Pite Genelt. 140 082 Sreiverttehrs-Kurſe. 10% me r.———.— Motoren Deutz 72,—70,50 Adier Kall. 27,—87.—5%„Obligat.———— Motorb. Mannh.—86,50 Bergb. Präſid.——.—49/ Unat. Ser. 1 81,00/82,65 Müllheim Berg. 143,0149,0 Benz⸗Motor 1185 75 30„ 11 30.90032,20 1/ ——— — — 22 — — Ablerwerke.... 91.3598,.—[TDeutſche Erdöl 166,0165,8 Goerz C. P.... 98.——— .⸗Gf. Verkhrow. 153.2156,0 Seui„Gußſtahl———, Gothaer Waggon 19.—20.— Aleraltderwerk.. 61,65f61,—[Deutſche Kabelch.—.—f103.81Grihner Maſchin. 116.5,18.5 * Reckar Fahrzg.. 115,0116 00Peutſche Petrol. 90 111 27.15.50 Taiurde Wollk 145.0 148, Bamend 28.8 28.48 5% Letüantehec. 31.—.— dieſer Frage noch nicht befaßt. käufe aus der unterliegen, auf den Standpunkt geſtellt, daß eine Anfechtung —— Donnerstag, den 14. Oktober 1926 Zur Hypothekenaufwertung Nochmals der Verzicht auf die hypothekariſche Sicherung und andere Streitfragen I. In Nr. 32 dieſer Zeitung(Abendausgabe vom 20. Jan. 1926, Beilage„Geſetz und Recht“), habe ich bereits die Frage erörtert, ob es möglich iſt, auch noch nach Inkrafttreten des Aufwertungsgeſetzes auf die dingliche Sicherung durch Hypo⸗ thek zu verzichten, um dadurch eine höhere Aufwertung der perſönlichen Forderung nach allgemeinen Grundſätzen zu ermöglichen. Die Rechtſprechung hat ſich, ſoweit erſichtlich, mit Dagegen nimmt neuerdings Dr. Zergiebel, Dortmund in der deutſchen Steuerzeitung vom September, Nr. 9, Seite 834 zu ihr Stellung. Dr. Zergiebel kommt zu dem Ergebnis, daß jedenfalls bei Verſäumung der Anmeldefriſt des§ 16 des Aufwertungsgeſetzes von einem Verzicht auf die dingliche Sicherung nicht die Rede ſein könne. Im übrigen meint er, daß es in anderen Fällen einer Um⸗ ehung des Geſetzes gleichkommen würde, wenn die beſonders enauen Vorſchriften für die Hypothekenaufwertung durch einen Verzicht auf die dingliche Sicherung zu Gunſten der Gläubiger geändert werden könnten, dies insbeſondere alſo dann, wenn durch einen ſolchen Verzicht die Schranke des § 10 Abſatz 3 des Aufwertungsgeſetzes,(der für Reſtkaufgeld⸗ forderungen, die vor dem 1. Januar 1922 entſtanden ſind, eine Aufwertung über 100 Proz. des Goldmarkbetrages unterſagt) beſeitigt werden ſoll. Er hält aus dieſem Grunde einen Ver⸗ zicht nach dem 15. Juli 1925 nicht für zuläſſig, gibt aber zu, daß gewiſſe Zweifel beſtehen bleiben und daß das Er⸗ gebnis vom Billigkeitsſtandpunkt aus nicht befriedige. II. In Nr. 80 dieſer Zeitung vom 17. Februar 1926 habe 90 ich die Rechtslage nach Abtretung der Hypothek für den Zedenten erörtert und u. a. die Frage aufgeworfen, ob der Zedent unter Umſtänden die Abtretungserklärung wegen „Irrtums anfechten könne. Inzwiſchen hat ſich insbeſondere das Reichsgericht bei Prüfung der Frage, ob Grundſtücksver⸗ nflationszeit der Anfechtung wegen Irrtums wegen Irrtums nicht in Frage komme. Das gleiche muß auch bei der Abtretung einer Hypothek in der Inflationszeit, ſoweit ſie nicht nach dem 15. Juni 1922 erfolgt iſt, gelten. Dagegen könnte unter Umſtänden ein Rücktritt vom Vertrag wegen Fortfall der Vertragsgrundlage in Frage kommen. In dieſer Beziehung iſt ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 4. Mai 1926, abgedruckt in der Rechtſprechung in Auf⸗ wertungsſachen, Heft 34, Nr. 270 von Intereſſe⸗ In dem betr. Fall verlangte der Kläger von dem Beklagten die Rückauf⸗ laſſung eines ihm vorher gehörigen Grundſtückes, indem er den im April 1921 abgeſchloſſenen Kaufvertrag aus drei ver⸗ ſchiedenen Gründen nicht gelten laſſen wollte: 1. Weil der Kaufvertrag der Anfechtung wegen Irrtums unterliege. 2. Wegen Wuchers nichtig ſei. 3. Ihm ein Recht zum Rücktritt vom Vertrag wegen Fortfalls der Vertragsgrundlage zuſtehe. Das erſtinſtanzliche Gericht hat die beiden erſten Gründe nicht für zutreffend erachtet, wohl aber den dritten. Das Oberlandesgericht Celle hielt jedoch auch den dritten Grund nicht für ſtichhaltig. Das Oberlandesgericht führt aus, daß zwar in ganz beſonders liegenden Fällen neben der Aufwer⸗ tung wahlweiſe ein Rücktrittsrecht gewährt werden könne, im vorliegenden Falle würde aber die Gewährung eines Rück⸗ trittsrechts auf eine Vereitelung des Zweckes des Aufwer⸗ tungsgeſetzes hinauslaufen, inſofern als im§ 10 Abſ. 3 des Aufw.⸗Geſ. ausdrücklich beſtimmt worden ſei, daß eine höhere Aufwertung von Kaufgeldforderungen, die vor dem 1. Jan. 1922 begründet worden ſind, nicht zuläſſig ſei. Die Verſchie⸗ bung der Vertragsgrundlage ſei alſo gerade durch dieſe Beſchränkung der Aufwertung in§ 10 einge⸗ treten und nicht durch einen beim Vertragsſchluß beider⸗ ſeits vorhandenen, der damaligen allgemeinen Auffaſſung ent⸗ ſprechenden und deshalb entſchuldbaren Irrtums. Es iſt an⸗ zunehmen, daß die Rechtsſprechung ſich noch öfters mit der⸗ artig gelagerten Fällen befaſſen wird, und ich werde daher ſpäter noch einmal auf dieſe durchaus noch nicht geklärte Frage zurückkommen. Inzwiſchen ſind mir einige Fälle be⸗ kannt geworden, in denn das Grundbuchamt Mannheim auf⸗ grund einer durch den Zedenten erklärten Anfechtung der Zeſſion wegen Irrtums den urſprünglichen Gläubiger wieder im Grundbuch eingetragen hat. Dagegen hat das Grund⸗ buchamt Berlin⸗Moabit in einem anderen Fall die Wieder⸗ eintragung des Zedenten abgelehnt. Amtsgerichtsrat v. Frankenberg-Mannheim. Die Aufwertung von Hypothelenpfanobriefen Zur Aufwertung von Pfandbriefen der Hypothekenbanken iſt zu beachten, inwieweit die Pfandbriefgläubiger Ausſchluß⸗ friſten, d. h. ſolche Friſten zu beachten hatten oder haben wer⸗ den, deren Nichteinhaltung den Verluſt von Rechten zur Folge hat. Für die übergroße Mehrzahl, d. h. für die große Maſſe der Pfandbriefe gab und gibt es ſolche Ausſchlußfriſten nicht. Das gilt für jede Art der Verteilung der Maſſe. Es gilt ins⸗ beſondere für den Fall, daß die Hypothekenbanken auf Grund der in der Teilungsmaſſe vorhandenen Hypotheken, ſoweit dieſe als deckungsfähig feſtgeſtellt worden ſind, 4% prozen⸗ tige Goldpfandbriefe ausgeben. Die bereits abgelaufenen Ausſchlußfriſten bezogen ſich auf folgende Fälle: 1. Auf den Herausgabeanſpruch gegen eine Bank, bei wel⸗ cher gekündigte oder ausgelöſte Pfandbriefe zur Einlöſung ein⸗ gereicht waren und welche die Stücke noch in Beſitz hatte. 2. Auf die Anmeldung des Vorbehaltsanſpruches, d. h. des Aufwertungsanſpruches, der darauf geſtützt wird, daß der Be⸗ ſitzer eines gekündigten oder ausgeloſten Pfandbriefes ſeiner⸗ zeit den Einlöſungsbetrag angenommen, daß er ſich aber hier⸗ bei ſeine Rechte vorbehalten habe. Noch laufende Ausſchlußfriſten: 1. Für die gerichtliche Geltendmachung des Vorbehalts⸗ anſpruches: erkennt die Hypothekenbank den rechtzeitig ange⸗ meldeten Anſpruch nicht an, ſo muß dieſer ſpäteſtens am 31. Ok⸗ tober 1926 gerichtlich geltend gemacht werden. 2. Für die Anmeldung des Vorbehaltsanſpruches des Gläu⸗ bigers, deſſen Wohnſitz oder gewöhnlicher Aufenthalt außerhalb Europas iſt, läuft die Friſt noch bis zum 15. November 1926. Die Friſt zur gerichtlichen Geltendmachung iſt für dieſe Gläu⸗ biger bis zum 31. Dez. 1926 erſtreckt. 8 8. Im Falle des Umtauſches nach Artikel 80 der erſten Durchführungsverordnung iſt der Anſpruch auf Berückſich⸗ tigung des Goldmarkbetrages der in Tauſch gegebenen alten Pfanoͤbriefe, falls er von der Hypothekenbank nicht anerkannt wird, bis zum 31. Oktober 1926 geltend zu machen. Der Vollſtändigkeit halber ſind noch zwei Ausſchlußfriſten zu erwähnen, die zugunſten der Pfandbriefgläubiger gegen die Hypothekenbanken gelaufen ſind und laufen. Wenn in dem letztgenannten Falle(im Falle des Umtauſches nach Art. 80) das Anerkenntnis nicht bis zum 30. Sept. 1926 den Gläubigern zugegangen iſt, ſo kann die Bank nicht einwenden, daß ſie dem Gläubiger zur gerichtlichen Geltendmachung ſeines Anſpruches keinen Anlaß gegeben habe. 2. Die gleiche Bedeutung hat für den Vorbehaltsanſpruch der 15. Okt. 1026. 55 * Freie Aufwertungsmöglichkeiten Folgende Möglichkeit zu einer freien Aufwertung zu ge⸗ langen iſt für den Gläubiger gegeben: Die Zahlung der Hypothekenſumme hat vor dem bekannten Stichtag— 15. Juni 1922— gelegen, die Löſchung im Grundbuch liegt hinter ihm. Dann nimmt das Reichsgericht an, daß es ſich nicht um eine durch eine Hypothek geſicherte Forderung, Ver⸗ mögensanlage, handelt, ſondern vielmehr um eine, völlig ſreier, Aufwertung unterliegende Forderung. Der Gläubiger kann alſo in Fällen ſolcher Art mehr bekommen als die geſetzlichen 25 Pozent. Alle Fälle, in denen Rückzahlung vor dem 15. Juni 22 ſtattgefunden hat, ſind ſonach grundſätzlich freier Auf⸗ wertung unterworfen. Der an ſich mögliche, wenn auch ſel⸗ tene Fall, daß ſich der Gläubiger bei der Annahme ſeiner Rechte aus der Hypothek ausdrücklich aufgegeben hat, findet jetzt eine für den Gläubiger günſtige Löſung, weil er auch freie Aufwertungsmöglichkeit gibt. Eine hypothekariſche Sicherheit fehlt auch dann, wenn beim Eigentumsübergang der dritte Erwerber die Hypothek nicht mit übernommen hat, auch in dieſem Falle iſt für den Gläubiger freie Aufwertungsmöglich⸗ keit, alſo über die geſetzlichen Sätze hinaus möglich. Dieſe wichtige Entſcheidung des Reichsgerichts iſt vom 16. Juni 1926. Aufwertungskarthotek§ 9 Nr. 2. Rechtsanwalt Dr. Otto Simon-Mannheim. Ankauf von Anleihe⸗Ablöſungsſchuld und Ausloſungsrechten Der Reichsfinanzminiſter hat im„Deutſchen Reichsanzeiger“ Nr. 223 vom 24. September eine Bekannt⸗ machung veröffentlicht, nach der er bis auf weiteres bereit iſt, unter gewiſſen Vorausſetzungen Anleihe⸗Ablöſungsſchuld und Ausloſungsrechte käuflich zu erwerben. Der Ankauf iſt auf ſolche Alt⸗Beſitzer beſchränkt, die mindeſtens 65 Jahre alt ſind, die deutſche Reichsangehörigkeit beſitzen und im In⸗ land wohnen, wenn ſie oder ihr verſtorbener Ehegatte die Ausloſungsrechte als Alt⸗Beſitzer zugeteilt erhalten haben und im Jahre 1925 nach ihren Steuererklärungen kein höhe⸗ res Einkommen als 3000 Mark ſowie kein größeres Ver⸗ mögen als 20000 Mark beſeſſen haben. Der Kaufpreis be⸗ trägt für je 12,50 Mark Anleihe⸗Ablöſungsſchuld und Aus⸗ loſungsrechte 40 Mk., was einer Sprozentigen Aufwertung auf den Nennbetrag der alten Markanleihen berechnet, gleich⸗ kommt. Das Angebot kann inſofern als günſtig bezeichnet werden, als es über dem zurzeit im Börſenfreiverkehr für Ausloſungsrechte genannten Preiſe liegt; für Alt⸗Beſitzer mit Einkommen von weniger als 800 Mark im Jahre 1925 dürfte aber ein Verkauf nicht zu empfehlen ſein, da durch einen ſolchen das nur dieſen Alt⸗Beſitzern zuſtehende Recht auf die Vorzugsrente verloren geht. Der Ankauf iſt auf die Höchſtſumme von 500 Mark Nennbetrag der Ablöſungsſchuld — 20000 Mk. Nennbetrag der alten Anleihe im Einzelfall be⸗ ſchränkt, ſodaß alſo nie mehr als 1600 Mark zur Auszahlung gelangen können. Der Ankauf im Rahmen der vorſtehenden Beſtimmungen erfolgt vom 4. Oktober 1926 an durch die Finanzämter, die für die Einkommenbeſteuerung des Verkäufers zuſtändig ſind. Für Verkäufer, die im Saargebiet wohnen, erfolgt der Ankauf durch den deutſchen Finanzkommiſſar für das Verſorgungsweſen in Saarb rücken. Wer ſeine Anleihe⸗ Ablöſungsſchuld verkaufen will, muß ſich zunächſt auf ſeiner Polizeibehörde eine polizeiliche Beſcheinigung über ſeine Staatsangehörigkeit, ſein Alter und ſeine inländiſche Woh⸗ nung beſorgen; ſodann iſt eine weitere Beſcheinigung über die dem Verkäufer zugeteilten Stücke der Anleihe⸗Ablöſungs⸗ ſchuld und Ausloſungsſcheine beizubringen, die die Vermit⸗ telungsſtellen ausſtellen, bei denen ſeinerzeit die alten Mark⸗ anleihen eingereicht ſind. Mit beiden Beſcheinigungen und den zu verkaufenden Papieren begibt ſich der Alt⸗Beſitzer zu ſeinem Finanzamt, wo er noch eine Erklärung über ſeine Einkommen⸗ und Vermögensverhältniſſe auf einem bei dem Finanzamt bereitliegenden Vordruck abzugeben hat. Er er⸗ hält alsdann in der Regel den Kaufpreis bei der Finanzkaſſe ſofort bar ausbezahlt, da die Finanzämter ausdrücklich an⸗ gewieſen ſind, ſowohl den Inhalt der polizeilichen Beſchei⸗ nigungen u. der Beſcheinigungen der Vermittlungsſtellen als richtig zu unterſtellen, wie auch die Erklärungen der Ver⸗ käufer über ihre Einkommen⸗ und Vermögensverhältniſſe nur dann nachzuprüfen, wenn offenſichtlich Bedenken gegen die Richtigkeit der Angaben beſtehen. Gläubiger, deren Anleihe⸗Ablöſungsſchuld und Aus⸗ loſungsrechte im Reichsſchuldbuch eingetragen ſind, haben ſich ebenfalls mit einer polizeilichen Beſchei⸗ nigung auf ihr Finanzamt zu begeben, dort eine Erklärung über ihre Einkommens⸗ und Vermögensverhältniſſe abzu⸗ geben und die Eintragung der im Reichsſchuloͤbuch einge⸗ tragenen Ablöſungsſchuld und Ausloſungsrechte auf das Reich zu beantragen. In dieſen Fällen kann die Auszahlung erſt erfolgen, nachdem die Umſchreibung im Reichsſchuldbuch auf das Reich erfolgt iſt. Die Auszahlung erfolgt ebenfalls durch die Finanzkaſſen. Br. S. Der fahrläſſige Griff ins Steuerrad Das Reichsgericht hat vor Kurzem eine Entſcheidung gefällt, die von außerordentlicher Bedeutung iſt. Es handelt ſich um die Frage, ob die Witwe des getöteten Kraftwagen⸗ beſitzers haftbar gemacht werden kann. Der Entſcheidung lag, wie uns vom Verband der Automobilbeſitzer Deutſchlands e. V. mitgeteilt wird, folgender Tatbeſtand zu runde: Der Ehemann der Klägerin war im November 1921 Jagd⸗ gaſt des Ehemanns der Beklagten. Als er auf deſſen Kraft⸗ wagen von Rees nach Weſel fuhr, geriet der Wagen infolge des ſchlüpfrigen Pflaſters ins Schleudern. Der Wagenführer lenkte deshalb ſcharf rechts; der nicht mehr ganz nüchterne Ehemann der Beklagten griff aber plötzlich ins Steuer und riß den Wa⸗ gen nach links. Dieſer Eingriff nötigte den Wagenführer, den Wagen nach rechts zu werfen. Hierbei geriet er über die Bö⸗ ſchung der Landſtraße, überſchlug ſich und ſtürzte die Bö⸗ ſchung hinunter. Der Ehemann der Klägerin, der Ehemann der Beklagten und ein anderer Fahrgaſt verunglückten dabei tödlich. Die Klägerin verlangt von der Beklagten als Erbin des Kraftwagenbeſitzers Schadenerſatz, insbeſondere eine Rente von monatlich 180 Mark.— Landgericht Duisburg und Ober⸗ landesgericht Düſſeldorf erkannten den Anſpruch dem Grunde nach für gerechtfertigt an. Die Reviſion der Beklagten iſt ohne Erfolg geblieben und vom Reichsgericht zurückgewieſen worden. In den reichsgerichtlichen Entſcheidungsgründen wird auf die vom Oberlandesgericht getroffenen Feſtſtellungen Be⸗ zug genommen, aus denen hervor geht, daß die Steuerung des Führers, der nüchtern war, ſachgemäß geweſen iſt, daß dagegen das Eingreifen des angetrunkenen Ehemannes der Beklagten eine verfehlte Maßnahme war. Bei dieſem Sachverhalte ſpreche eine ſehr große Wahrſcheinlichkeit dafür, daß der Ein⸗ griff des Kraftwagenbeſitzers den Unfall herbeigeführt habe. Auf dieſe hohe Wahrſcheinlichkeit habe das Oberlandesgericht aber die Ueberzeugung gründen können, daß der ungeſchickte Eingriff in die Steuerung tatſächlich die Urſache des Unfalls war.(UIV 663/25). 5 Die Wertzuwachsſteuer in Baden Durch das Geſetz vom 19. Juli 1926 über die Grund⸗ erwerbsſteuer und Zuwachsſteuer iſt den badiſchen Ge⸗ meinden die Erhebung einer Steuer vom Wertzuwachs mindeſtens in Beſchränkung auf die ſogenannte Inflations⸗ zuwachsſteuer zwingend vorgeſchrieben worden, wäh⸗ rend ſie bisher zur Erhebung einer ſolchen Steuer nur be⸗ rechtigt waren. Das genannte Geſetz iſt am 1. Auguſt 1926 in Kraft getreten. Die näheren Beſtimmungen über die Vorausſetzungen und Höhe der Steuerpflicht ſind durch ört⸗ liche Steuerordnungen zu treffen, die ſich im weſentlichen einer demnächſt zur Veröffentlichung gelangenden Muſter⸗ ſteuerordnung anzuſchließen haben werden. Es iſt aus dieſem Sachverhalt nun vielfach gefolgert worden, daß die Gemeinden berechtigt oder verpflich⸗ tet ſeien, die einzuführende Steuer auf alle nach dem In⸗ krafttreten des genannten Geſetzes, d. i. alſo nach dem 1. Auguſt 1926 abgeſchloſſenen, im übrigen die Vorausſetzun⸗ gen der Steuerpflicht erfüllenden Liegenſchaftsverkäufe zur Anwendung zu bringen. Da die Höhe der Steuer in den einzelnen Gemeinden noch nicht feſtſteht, iſt dieſe Auffaſſung im Hinblick auf die Ungewißheit über die zu erwartenden Steuerlaſten geeignet, den Grundſtücksverkehr empfindlich zu beeinträchtigen. Dieſe Auffaſſung iſt nach der Anſchauung der maßgeben⸗ den Stellen nicht zutreffend. Den zu erlaſſenden Steuerordnungen der Gemeinden wird vielmehr rückwir⸗ kende Kraft nicht beigelegt werden können. Sie werden daher lediglich ſolche Liegenſchaftsverkäufe uſw. der Steuer unter⸗ werfen können, die nach dem Erlaß der Steuerordnung ab⸗ geſchloſſen worden ſind. Das iſt alſo, ſoweit in der Steuer⸗ ordnung ſelbſt nicht ein ſpäterer Anfangszeitpunkt genannt iſt, nach der Beſchlußfaſſung des Bürgerausſchuſſes oder der Gemelndeverſammlung. Es wird alſo kein Grundſtücks⸗ eigentümer zu einer Steuer herangezogen werden können, von deren Vorausſetzungen und Höhe er ſich nicht im Augen⸗ blick des Grundſtücksverkaufs hätte unterrichten können. Da⸗ gegen wird es Aufgabe der Staatsaufſichtsbehörde ſein, da⸗ für zu ſorgen, daß nach Erſcheinen der Muſterſteuerordnung dieſe Beſchlußfaſſung in allen Gemeinden möglichſt bald her⸗ beigeführt wird. Vorſicht bei der Süchtigung fremder Kinder Wie jedermann weiß, iſt es ſchon ſeit langen Jahren mit der Erziehung der Jugend ſehr ſchlecht beſtellt. Knaben ſo⸗ wohl wie Mädchen machen ſich, ſei es auf der Straße, auf der Eiſenbahn, in der Straßenbahn, auf Dampfſchiffen, in Gaſt⸗ wirtſchaften uſw. vielfach recht unliebſam bemerkbar, ja mehr als das, ſie erlauben ſich Freiheiten, die ſie mit dem Straf⸗ geſetz in Konflikt bringen. So ſind nach der ſoeben abge⸗ ſchloſſenen Statiſtik über die Jugendgerichtshilfe im Jahre 1925 in Groß⸗Berlin insgeſamt 2902 Strafverfahren gegen Jugendliche abgeſchloſſen worden. Davon ent⸗ fällt der größte Teil auf die Knaben mit 2421, während nur 481 Mädchen vor den Jugendrichter geführt wurden. Das Gros der Verbrechen Jugendlicher ſind kleine Diebſtähle und andere Straftaten gegen das Vermögen. So wünſchenswert es auch wäre, daß dieſen Rangen je⸗ weils eine Tracht Prügel verabreicht würde, und ſo ſehr es auch manchem Erwachſenen in den Fingern zucken mag, ihnen ein paar Ohrfeigen zu geben, oder ſie übers Knie zu legen, ſo muß doch davor gewarnt werden; denn man kann ſich in ſolchem Falle ſehr leicht ſtrafbar machen. Nach einer neuern Entſcheidung des Oberlandgerichts Kiel iſt ein Züchtigungs⸗ recht Erwachſener fremden Kindern gegenüber nur dann an⸗ zuerkennen, wenn der Züchtigende annehmen darf, er handle im Sinne der Eltern oder der Erziehungsberechtigten. In dem zur Entſcheidung ſtehenden Falle hielt der Senat des ge⸗ nannten Gerichts die Erwägunge für durchſchlagend, daß der Dritte die Notwendigkeit und Eignung der Züchtigung für die Individualität des Jugendlichen zu überſehen, nicht in der Lage ſei: Wollte man, ſo heißt es in dem Erkenntnis weiter, ein Züchtigungsrecht Dritter in weitem Umfange zulaſſen, ſo würde man die Jugend der Gefahr einer von Dritten ohne wahren Erziehungswillen, nur unter dem Vorwande einer Förderung in ungeſetzlicher Weiſe vorgenommenen Züchti⸗ gung ausſetzen. Da es nicht jedermanns Sache iſt, in dem je⸗ weils gegebenen Falle, bevor er die Hand zum Schlage erhebt, erſt eingehende Betrachtungen darüber anzuſtellen, ob er im Sinne der Eltern des betreffenden Sprößlings handeln würde, ſo wird unter dem Einfluſſe jenes Gerichtsurteils ſo manche Tracht Prügel unterbleiben, die ſich andernfalls viel⸗ leicht als ſehr heilſam herausgeſtellt hätte, und die liebe Jugend wird im Gefühl ihrer Unverletzlichkeit noch frecher werden, als ſie es bisher ſchon war..24 Der Zwang zur Aufnahme eines Fingerabörucks Vielfach hört man die Behauptung, daß es ein unzuläſ⸗ ſiger Eingriff in die Freiheit der Perſönlichkeit ſei, wenn die Polizei jemand zur Aufnahme ſeines Fingerabdrucks zwingt, da es an genügenden geſetzlichen Grundlagen fehlt. Das trifft nicht zu. Zugegeben muß werden, daß eine ausdrückliche dementſprechende Geſetzesbeſtimmung, wie ſie einige außer⸗ deutſche Länder kennen, nicht gibt. Die allgemeine geſetzliche Grundlage für jede polizeiliche Tätigkeit gibt aber der § 10, II, 17 des Allgemeinen Landrechts, nach deſſen Wortlaut die Polizei die nötigen Anſtalten zur Erhaltung der öffent⸗ lichen Ruhe, Sicherheit und Ordoͤnung, ſowie zur Abwendung der dem Publikum oder einzelnen Mitgliedern desſelben drohenden Gefahr zu treffen hat. Daneben obliegt der Kri⸗ minalpolizei nach der Strafprozeßordnung die Aufgabe, „ſtrafbare Handlungen zu erforſchen und alle keinen Auf⸗ ſchub duldenden Maßnahmen zu treffen, um eine Verdunke⸗ lung der Sache zu verhüten.“ Die Aufklärung begangener Straftaten und die Ver⸗ hütung ſolcher gehört zweifellos zu den Aufgaben der Poli⸗ zei im Rahmen des§ 10, II, 17.L. R. und der Strafprozeß⸗ ordnung. Die Aufnahme des Fingerabdrucks ſolcher Per⸗ ſonen, die im Verdacht ſtehen, ſtrafbare Handlungen begangen zu haben, iſt aber eines der modernſten Mittel, die der Po⸗ lizei in dieſem Rahmen zur Verfügung ſtehen. Die Polizei hat das Recht, Feſtſtellungen jeder notwendig erſcheinenden Art bereits begangener Verbrechen zu machen. Daneben iſt ſie berechtigt, Fingerabdrücke aufzunehmen von ſolchen Perſonen, von denen eine zu erwartende Störung der öffent⸗ lichen Sicherheit und damit eine Bedrohung des Publikums zu befürchten iſt. Kriminalkommissar Dr. jur. Bartsch Berlin. ———————————— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannbeimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, E 6, 2 Direktion: Ferdinand Heyme. Chefredakteur? Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Redakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner.— Feuilleton: Dr. S. Kayſer. Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller.— Handelsteil: Kurt Ehmer. Gericht und alles Uebrige: Franz Kircher.— Anzeigen: Dr. W. E. Stötzner. Donnerstag, den 14. Oxtober 1026 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ansgabe) 7. Seite. Nr. 478 Schwung in den Wiyfel Roman eines jungen Schwaben Von Karl Hans Abel „Nachdruck verboten. Alle Rechte, auch das der Ver⸗ filmung, vorbehalten. Im zweiten Stock war alles ſtill. Da ſchienen die Schlaf⸗ zimmer zu liegen. Neugierde vermiſcht mit Se trieb ihn dazu, eine Türe hier zu öffnen. Er befand ſich auf der Schwelle des Schlafzimmern von Frau Raab. Auf den erſten Blick ſah der Karle drüben auf dem — Glasbord über dem Waſchtiſch einen Fingerring iegen. Der Anblick war zu verlockend, als daß der Gauner ätte ſeinen Weg fortſetzen können, ohne ſich wenigſtens den ing anzuſehen. Bei näherem Betrachten erſchien er ihm wertvoll genug zum Mitnehmen. Dieſer Brillantring konnte ihm mehr Gewinn bringen, als das gewagte Geſchäft mit dem fremden Mäbdchenhändler. Wenn er jetzt gleich damit verſchwand, war es ausge⸗ ſchloſſen, daß man den Dieb herausfinden konnte und bei dem Handel mit dem fremden Makler konnte er ſchwer her⸗ einfallen. Die Hauptſache war ihm ja, daß er Geld in die Finger bekam. Mit der Loni hatte er vorläufig nur einmal wieder mit guten Worten anbandeln wollen, was ihm ſicher⸗ lich ſchwer gefallen wäre auf den Schrecken hin, den er ihr in jener Nacht eingejagt hatte. Ob er die Loni, die ſich ſtets vor ihm fürchtete, zuletzt doch noch ſo weit hätte brin⸗en können, daß ſie ihm ins Freie gefolgt wäre, wußte er nicht, ja er hielt es ſelbſt für unwahrſcheinlich. Und ſo kam ihm denn der koſtbare Fingerring viel gelegener. Den kleinen, von dem Fremden ſchon erhaltenen Vor⸗ ſchuß herauszugeben, wenn das mit ihm geplante Geſchäft nicht zum Abſchluß kam, dazu fühlte ſich der Karle mit dem weiten Gewiſſen natürlich nicht verpflichtet. Er wußte, daß ihn der andere aus naheliegenden Gründen gar nicht von ihm zurückverlangen würde. Er war alſo doppelt bereichert, ohne recht den Finger gerührt zu haben. Während er ſo ſchmunzelnd den Ring einſchob, hörte er in dem Zimmer über ſich jemanden gehen. 32 Das war gewiß die Loni. Nun bedurfte er ihrer nicht mehr. Er brauchte nur wie⸗ der denſelben Weg, den er gekommen war, zurückzulegen und er hatte ſein Schäfchen im Trockenen! Die Geſellſchaft unter ihm ſchien ſich immer noch gut zu beluſtigen, ſo daß ihm von ihr aus keine Gefahr drohte bei ſeinem Abſtieg. Er hörte jemanden laut lachen.“ Trotzdem beeilte er ſich jetzt, daß er fortkam. Er ſchlich — 29 zurück, die diesmal beim Schließen ein wenig narrte. Schleunigſt glitt er an dem Treppengeländer wieder hinab und in dem Augenblick, wo er den Kellerraum er⸗ reichte, hörte er ganz droben eine Türe gehen. In wenigen Sekunden ſtand er wieder im Freien, holte den Pack mit ſeinen Schuhen hervor und ſtapfte wieder durch den hohen Schnee der jenſeits der Schlucht gelegenen Villa zu. Der Karle war dreiſt genug, die fremden Schuhe zurück⸗ zutragen. Er wollte es wenigſtens nicht unverſucht laſſen, denn er ſagte ſich mit Recht, daß dann der Verdacht auf den Gärtner dort fallen würde. Inwiſchen war es vollſtändig Nacht geworden. Im Gärtnerzimmer brannte auch jetzt kein Licht. Alles war ſtill. Nur droben im Hauſe ſchürte jemand einen Ofen. Der Karle beeilte ſich, die Schuhe wieder an ihren Platz zu ſtellen und die ſeinen wieder anzuziehen. Das Stück Packpapier ſteckte er in die Feuerſtelle unter dem Waſchkeſſel. Dann verſchwand er geräuſchlos in der Finſternis, die nun über dem Park lag. Veit, der von ſeinem Herrn den Auftrag bekommen hatte, während ſeines Beſuches bei den Nachbarn den großen Ofen in der Diele wieder in Brand zu ſetzen, da es empfindlich kälter geworden war, wollte ſich, nachdem er die alten Schlacken herausgenommen hatte, von dem Anfeuerholz heraufholen, das er ſchon in der Waſchküche drunten unter den Keſſel gelegt hatte. Zufällig hatte er kein anderes zur Hand und gedachte. erſt wenn der Ofen in der Diele einmal brannte, neues zu ſpalten und davon wieder für die Waſchfrau bereit zu legen, die den andern Morgen kommen ſollte. Als er das Ofentürchen unter dem Keſſel öffnete, fiel ihm das vom Karle ſoeben hineingeſteckte grobe Stück Pa⸗ pier entgegen. Er wußte, daß er es nicht hineingetan hatte, und als er es in die Hände nahm, fühlte er zu ſeinem Er⸗ ſtaunen, daß es naß war, naß von Schnee, der gerade daran zergehen wollte. Das dünkte ihn ſehr ſonderbar. Wer mochte das Papier jetzt, vor wenigen Augenblicken, in den Ofen geſchoben haben? Er nahm ſich vor, künftig doch auch die Türe, die nach dem Garten führte, unter Tags zu ſchließen, ſann aber wei⸗ ter nicht über die Sache nach. Veit ſchlief oft bei offenen Türen. Die vor dem Kellerabſtieg droben im Hauſe wurden ſtets ſorgfältig abgeſchloſſen, auch am Tage. Es waren ihrer zwei. Das verlangte ſein Herr, nachdem ſie beide in jener Nacht von der Terraſſe aus belauſcht worden waren. Aber hier unten konnte er es nicht von Veit verlangen, daß er immer alles abſperrte, da er allzu oft aus und ein mußte. Hier gab es auch nichts zu ſtehlen. Nur, wenn er des Sonntags fortging, drehte der Veit den Schlüſſel an ſeiner Zimmertür herum und legte ihn in der Waſchküche in einen leeren Blumentopf. Nachdem er Kohlen aufgeſchüttet hatte und mit ſeiner Arbeit am Ofen fertig war, ging er zu Bett. Aber er ſchlief lange nicht ein. Er ſchaute liegend hinüber zu den Lichtern der Lenzhalde, die durch die Zweige der Wellingtonien hin⸗ durchſchimmerten und ſich mit den Sternbildern am nächt⸗ lichen Himmel vermiſchten. Veit war ſehr traurig. 3 Das junge Fräulein ließ ihn vollſtändig links liegen; ſie ſchien in der Fremde zu ſtolz geworden zu ſein, um ſich noch mit einem einfachen Gärtnersburſchen abzugeben. Mehr aber noch ſchmerzte ihn eine kaum zu bemerkende, aber für ihn doch fühlbare Zurückhaltung ſeitens ihres Vaters. „Und wenn er in ſeiner Freundſchaft nachläßt, ich bleibe ihm treu und breche mein Bündnis mit ihm nicht!“ Dieſen Gedanken ſprach er in ſeinem Innern immer wieder vor ſich hin, bis er zuletzt einſchlief. Treu zu bleiben, war für ihn etwas Selbſtverſtändliches, er war ja ein— Schwabe. * In der Raab'ſchen Wohnſtube hatte man über dem Gei⸗ ſterbeſchwiren den Dieb nicht wahrgenommen, der durchs Haus geſchlichen war. Aber die Loni hatte in dem Schlaf⸗ zimmer ihrer Herrin, welches gerade unter dem ihrigen lag, ein verdächtiges Geräuſch vernommen, als habe jemand, der ganz auffällig achtzugeben ſchien, die Türe, die nach der Treppe führte, leiſe auf und bald darauf wieder zugemacht. (Fortſeuno kolat) fui Bluulaume, clet— F. 6i. Unterricht Unterricht in Klavier, Mandoline, Gitarxe u. Laute erteilt gründlich Rafdlechres,. 4 48. *446 Unseren lieben Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß am Sonntag, den 10. Okt. meine liebe Frau, unsere gute, treubesorgte Mutter und Großmutter*428 Katharina Bertram gsh. Hock Versehen mit den Trostmitteln der hl. Kirche, im Alter von 71 Jahren sanft im Herrn entschlafen ist. Mannheim(Friedrichsplatz3), den 14. Okt. 1926. In tiefer Trauer: Franz Bertram Wilhelmina Klein geb. Bertram, Waltersweier Stadtrat Dipl. Ing. Ernst Wehrle und Frau Augusta geb. Bertram, Offenburg Die Enkel: Franz Klein, Ernst u. Stephan Wehrle. Im Sinne der lieben Verstorbenen hat die Beisetzung im engsten Kreise in aller Stille stattgefunden. ——————————— Vermischtes Tod 5„ Anzei 82 Brunn Nachſ., E.10 5 empfiehlt: Am 12. Oktober 1926 verschied Ia. Bodenwachs, im Alter von 55 Fahren der Eisen-Terpentin⸗ und Fuß⸗ hobler, Herr beden⸗ Oel. 3424 Johann Groh fin Rar Der Verstorbene hat sich wäh- Wlel rend einer nahezu 40 jährigen Tä⸗ gebraucht, 2407 tigkeit in unserer Fabrikstets durch Fleiß u. Pflichttreue ausgezeichnet; ein ehrendes Andenken bleibt ihm bei uns gesichert. Mannheim, den 14. Oktober 1926 ſofort geſucht. Walber. F 6. 14/15. Tonl. fcht Frrrns Urimmt Kundſchaft außer Udem Hauſe an, Gefl. Angebote unt J X 21 an d. Geſchäftsſt. 415 Erfinder Rat— Auskunft koſtenl. K 3, 3. a. Miaterkaratteln Mannheimer Maschinenfabrik Mohr& Federha ——————— anksagung. Heimgekehrt vom Grabe unseres lieben unvergeßlichen Sohnes und Bruders Karl, sagen wir allen Freun-I in Waggonladung den und Bekannten unseren herz- Wellenreuther üchsten Dank. Besonderen Dank Tel, 26522 Eichelsheimerſtrate 1. 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