——————— — Sezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus ader durch die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. Beievtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ orderun Satslte Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe, aupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle. R1,4•6, Baſſermannhaus). Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhoſſtr. 6, chwetzingerſtraße 24 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 Votſchaſter Hoeſchs Pariſer Miſſion Paris, 22. Okt.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Un⸗ mittelbar nach ſeiner Ankunft in Paris begab ſich Botſchafter von Hoeſch auf das Außenamt, um dem Generalſekretär 5 erthelot Mitteilung zu machen, daß es der Wunſch der eutſchen Regierung ſei, die diplomatiſchen Beſprechungen zwiſchen Paris und Berlin unverzüglich in Fluß zu bringen. er Botſchafter übermittelte dem Generalſekretär und direk⸗ ten Mitarbeiter Briands die Meinung des Reichskabinetts über die Möglichkeiten einer praktiſchen Verhandlungs⸗ methode. Das Geſpräch der beiden Diplomaten dauerte mehr als eine Stunde und befaßte ſich faſt ausſchließlich mit dem in Anwendung zu bringenden Verfahren. Es bleibt der Aus⸗ ſprache des Herrn von Hoeſch mit dem franzöſiſchen Außen⸗ miniſter Briand vorbehalten, beſtimmte Vorſchläge zu Ver⸗ andlungen, die kürzlich in Berlin ausgearbeitet wurden, dem eiter des franzöſiſchen Außenamts vorzulegen. BVon ſranzöſiſcher Seite wird heute früh über den Verlauf der Unterredung Hoeſch—Berthelot einiges mitgeteilt. Der änzlich im Fahrwaſſer Poincarés ſich befindende„Petit Pariſien“ gibt ſolgende Darſtellung:„Es hat den Anſchein, daß die geſtrige Unterredung aus den ganz allgemeinen Linien herausgetreten iſt. Soviel man ſieht, war der Zweck dieſer erſten Unterredung für Herrn von Hoeſch in Paris, ſeinen artner einerſeits über die Auffaſſung dentſcher offizieller Kreiſe und der öffentlichen Meinung in Deutſchland auf dem aufenden zu halten, denen viel daran gelegen iſt, daß der in hoiry aufgetauchte Gedanke verwirklicht werde. Andererſeits wollte Herr von Hoeſch ſich darüber erkundigen, welche Fort⸗ ſchritte dieſe Fdee in Frankreich gemacht hat. Wahrſcheinlich haben ihm die diesbezüglichen Erklärungen am Quai'Orſay bewieſen, daß auf franzöſiſcher Seite weniger Eile und zu⸗ der Wunſch herrſcht, vor jeder eingehenden Diskuſſion urch Sachverſtändige alle wirtſchaftlichen, militäriſchen und politiſchen Einzelheiten des Problems prüfen zu laſſen. Es bedeutet ſchon viel, daß der Annäherungsgedanke in Frank⸗ reich eine verhältnismäßig günſtige Aufnahme gefunden hat. Doch nicht in einer Woche läßt ſich eine ſolche Idee verwirk⸗ lichen. Die deutſche Gegenleiſtung für eine von uns verlangte Räumung des linken Rheinufers muß erſt dentlich in Erſcheinung treten. Schließlich iſt es nicht un⸗ möglich, daß die Gerüchte über eine nahe bevorſtehende Rück⸗ kehr des deutſchen Exkaſſers eine Trübung der öffentlichen einung in Frankreich hervorgerufen haben. Wir glauben zu wiſſen, daß durch das Berliner Kabinett formelle Verſiche⸗ rungen erteilt worden ſind, aus denen hervorgeht, daß die Rückkehr des Exkaiſers nach Homburg ebenſo wenig autori⸗ ſiert oder geduldet werden ſoll, wie der Aufenthalt Wil⸗ helms ll. in irgend einem anderen deutſchen Staat.“ Im„Petit Journal“ lieſt man folgende Auffaſſung: 2Vorausſichtlich hat der deutſche Botſchafter die Gründe ins Treffen geführt, die in Berlin eine baldige Fortſetzung der in hoiry begonnenen Beſprechungen wünſchenswert erſcheinen laſſen. Eine überſtürzte Annäherung ohne feſte Grundlagen hätte aber offenbar keinen Wert, da Herr Briand in Thoiry ins Auge geſaßt hat, erſt eine Prüfung aller Fragen, die beide Länder betreffen, vorzunehmen. Vor allem muß unſere Sicher⸗ heit und auch diejenige unſerer Alliierten in Oſteuropa vollkommen garantiert werden. Was die Löſung der Finanz⸗ frage anbetrifft, ſo hängt ſie zu einem großen Teil von der Konſolidierung der amerikaniſchen Schulden ab, die noch nicht zuſtande gekommen iſt. Wir ſind alſo noch ganz am Anfang einer langwierigen diplomatiſchen Arbeit. Wahrſcheinlich wird Herr von Hoeſch in den nächſten Tagen eine Unterredung mit dem Außenminiſter Briand haben.“ Von beſonderer Wichtigkeit iſt eine Darſtellung der linksrepublikaniſchen„Ere Nou⸗ velle“. Das Blatt enthüllt einen Plan Poincarés, der die vorläufige Vertagung der deutſch⸗fran zö⸗ ſiſchen Verſtändigung durchgeſetzt haben ſoll. Poin⸗ Das„Diktaturgeſetz“ und die Länder Wenn auch der Entwurf eines Ausführungsgeſetzes zu Artikel 48, den die„Boſſiſche Zeitung“ veröffentlicht hatte, inzwiſchen offiziös lediglich als Referenten⸗Entwurf bezeichnet wurde, der nur die Grundlage für die Beratungen der zu⸗ ſtändigen Referenten bilden ſolle, nimmt doch der„Bayeriſche Kurier“ Gelegenheit, auf verſchiedene Punkte dieſes Referen⸗ tenentwurfes aufmerkſam zu machen, die im Verhältnis von eich und Ländern ſtörend wirken könnten. So bezeichnet das Blatt die Beſtimmungen des Entwurfs, die ſich mit den diktatoriſchen Befugniſſen der Landesregierungen befaſſen, als unannehmbar. Die diktatoriſchen Befugniſſe der Landesregierungen, ſo wird ausgeführt, ſtellen, wie in der be⸗ kannten Entſcheidung des bayeriſchen Staatsgerichtshofes vom 31. Jannar 1024 ſchlüſſig dargetan worden iſt, rechtlich ein ſelbſtändiges Recht der Länder dar, das in ſeinem Urſprung nicht auf das dem Reichspräſidenten in Artikel 48 der Ver⸗ faſſung verliehene Recht, ſondern auf die Reichsverfaſſung ſelbſt zurückgeht. Daran ändere auch nichts ihr ſubſidärer harakter und ihre zeitliche und räumliche Beſchränkung. Die Reichsverfaſſung ſelbſt ermächtige die Landesregierung zur iederherſtellung der öffentlichen Ordnung nach eigenem Ermeſſen kraft Reichsrecht die gleichen außerordentlichen aßnahmen zu treffen, wie ſie dem Reichspräſidenten ſelber zuſtänden. Reichspräſident und Reichstag könnten zwar von den Landesregierungen eine Wiederaufhebung der getrof⸗ fenen Maßnahmen verlangen, aber nicht ſelber bewirken. Noch weniger mit dieſem Recht vereinbar, findet das Blatt die Beſtimmung, daß falls Anordnungen des Reichspräſi⸗ denten mit Anordnungen einer Landesregierung in Wider⸗ ſpruch ſtehen, die Anordnungen des Reichspräſidenten denen der Landesregierungen vorgeben ſollen. Das ſetze die Un⸗ ſelbſtändigkeit der diktatoriſchen Befugniſſe der Länder, vor denen des Reichspräſidenten voraus. caré tat dies, wie das Blatt mitteilt, unter dem Druck der Gruppe Marin, deren Führer bekanntlich im gegenwärtigen Kabinett einen Sitz hat. Der Zweck des Poincareſchen Stabi⸗ liſierungs⸗Plans iſt, nicht nur alle fremden Kredite auszu⸗ ſchließen, ſondern auch eine großzügige kontinentale Aktion, wie ſie im Thoiry⸗Programm enthalten iſt, abzulehnen. Der Miniſterpräſident glaubt, daß er mit kleinen ſchweizeriſchen und holländiſchen Krediten auskommen werde, um die fran⸗ höſiſchen Finanzen zu befeſtigen, und das Ergebnis der Ver⸗ handlungen in Waſhington abwarten zu können. Die„Ere Nouvelle“ erklärt, daß dieſer Plan Poincares die brian⸗ 9900 Verſtändigungspolitik vorläufig zurückgedrängt abe. Die von Poincars oft als Sprachrohr benutzte Continen⸗ tal⸗Ausgabe der„Daily Mail“ beſtätigt dieſe Meldung. Das Blatt erklärt, daß der Aufſchwung des franzöſiſchen Franken eine Vertägung des von Briand erörterten Planes ermöglicht habe. Zudem hätten die franzöſiſchen Linksradi⸗ kalen auf dem Kongreß in Bordeaux die Einheit nicht her⸗ ſtellen können, wodurch Poincarés Poſition eine beſondere — erfahren habe. Im„Matin“ beſtätigt Sauer⸗ wein eine rückläufige Bewegung der Thoiry⸗Politik Sauerwein bemerkt, daß die öffentliche Meinung Deutſch⸗ lands leider den Plan einer ſtändigen Militärkontrolle des linken Rheinufers durch die Organiſationen des Völkerbun⸗ des nicht billige. Deshalb ſeien neue ernſte Schwierig⸗ keiten in der Verwirklichung einer deutſch⸗franzöſiſchen En⸗ tente aufgetaucht. Die heutige Morgenpreſſe läßt ſich aus Berlin zahlreiche Mitteilungen machen des Inhalts, daß in ganz Deutſchland die Beſchlüſſe der Botſchafterkonferenz unangenehm aufge⸗ nommen würden. Der„Petit Pariſien“ ſchließt aus dieſer in Deutſchland herrſchenden Stimmung auf ungünſtige Borbe⸗ dingungen für die nun wieder aufgenommenen deutſch⸗fran⸗ zöſiſchen Verhandlungen. Zu Pointarés Reiſe ins Elſaß Die angeblich unvorbereiteten Schulbeſuche des Herrn Poincaré bei ſeiner Studieureiſe durch Elſaß⸗Lothringen beſchäftigt die einheimiſche Oeffentlichkeit immer noch in ſtar⸗ kem Maße. Es hat ſich nämliche herausgeſtellt, daß die ge⸗ fliſſentlich verbreitete Behauptung, Poincaré habe erſt in letzter Minute die Schulen, die er zu beſichtigen wünſchte, be⸗ ſtimmt, um. der Gefahr vorzubeugen, abgerichteten Kindern zu begegnen, den Tatſachen nicht entſpricht. Bekanntlich äußerte ſich Poincaré außerordentlich befriedigend über die enormen Fortſchritte, die die Kinder im Franzöſiſchen zeigten. In einem enthuſiaſtiſchen Brief an den Akademierektor Char⸗ lety von Straßburg erklärt er ſogar wörtlich:„Die im Fran⸗ zöſiſchen erzielten Erfolge überſteigen ganz entſchieden alle Hoffnungen. Ich hörte in den Kleinkinderſchulen freudig franzöſiſche Worte ſtammeln und in den Volksſchulen junge Schüler mit einer wahren Begeiſterung franzöſiſche Diktate analyſieren“. Die„Lothringer Volkszeitung“ ſtellt nun heute feſt, daß die zu beſichtigenden Schulen bereits vor der Abreiſe des Hern Poincaré von Paris beſtimmt waren und erklärt es für ein ſtarkes Stück, die Oeffentlichkeit glauben zu machen, Herr Poincaré habe ſelbſt und zwar im letzten Augenblick erſt die Schulen beſtimmt. Das Blatt erhebt die Frage, warum man das elſaß⸗lothringiſche Volk ſo hinters Licht führe und ob man etwa glaube, mit einer ſolchen unwahren und unehr⸗ lichen Politik der franzöſiſchen und der lothringiſchen Sache zu dienen. Herr Poincaré habe bloß wieder zu ſehen be⸗ kommen, was man ihm gerne zeigen wollte. Potem⸗ kinſche Dörfer habe man ihm vorgeführt und dem elſaß⸗ lothringer Volk das Bewußtſein gegeben, daß es wieder ein⸗ mal mehr um den wahren Sachverhalt betrogen wurde. Stegerwald über die politiſche Lage In Koesfeld(wWeſtfalen) ſprach in einer großen Zen⸗ trumsverſammlung Reichstagsabgeordneter Dr. Steger⸗ wald über die politiſche Lage. Zu Thoiry bemerkte er, die Kernfrage der europäiſchen Verſtändigung und Befriedung ſei die Verſtändigung zwiſchen Frankreich und Deutſchland. Eine Befriedung Europas großen Stils aber ſei nicht möglich ohne die Mitwirkung Amerikas, weil die Reparations⸗ frage kein europäiſches, ſondern ein Weltproblem ſei. Neben der Reparationsfrage ſtehe die Abrüſtung. Es ſei auf die Dauer ein unerträglicher Zuſtand und gegen die Beſtim⸗ mung des Verſailler Vertrages, daß Deutſchland abgerüſtet habe, rings um Deutſchland herum aber Frankreich, Polen, die Tſchechoſlowakei uſw., im ganzen ein größeres ſtehendes Heer unterhielten als vor dem Kriege. Solange noch weite Gebiete Deutſchlands beſetzt ſeien, ſolange die Saar⸗Ange⸗ legenheit nicht geordͤnet ſei, könne Deutſchland nicht als ſou⸗ veräner Staat angeſprochen werden. Daneben brauchten nur die Worte Eupen⸗Malmedy, polniſcher Korridor, deutſche Kolonien uſw. ausgeſprochen werden, um zu zeigen, daß der Völkerbund und Thoiry praktiſch noch ſehr wenig gebracht hätten. Ueber die Innenpolitik und ihre Möglichkeiten und Unmöglichkeiten herrſche noch eine große Verwirrung. Deutſchland habe das weſteuropäiſche Regierungsſyſtem über⸗ nommen, deſſen Weſen darin beſtehe, daß die Regierung der Vertrauensausſchuß des Parlaments ſei und von letzterem jederzeit geſtürzt werden könne. Für Deutſchland gebe es in abſehbarer Zeit nur ein Entweder Oder: Entweder es fänden ſich mehrere Parteien zu einer ſtarken Koalition auf längere Sicht zuſammen oder aber es müſſe eine Annäherung des Regierungsſyſteme an das amerikaniſch⸗ſchwei⸗ zeriſche erfolgen. Mlaunheimer General Anzeiger Beilagen: Sport und Spiel. Aus Zeit und Leben„Mannheimer Frauenzeitung. Unterhaltungs-Beilage. Aus der Welt der Cechnik Wandern und Reiſen Polntares Intrigen gegen Tholry Preis 10 Pfennig 1920— Nr. 489 Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorau einſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Neklamen —4R.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. u keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od. beſchränkte Ausgaben oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mamnheim. Geſetz und Recht Inflation der Europa-Organiſationen Von Dr. Edgar Stern⸗Rubarth Um es gleich vorweg zu nehmen: jede Bewegung iſt gut und nützlich, die auf eine Beſeitigung des unzeitgemäßen Chauvinismus, Protektionismus und Nationalismus ab⸗ zielt, durch die Europa in 37 autonome Teile mit vielfach mißverſtandenen Anſprüchen auf Autonomie zerſplittert iſt. Jede Bewegüng iſt gut und nützlich, die der geiſtigen und materiellen Scheidung Europas und der Welt in Staats⸗ perſönlichkeiten entgegenwirkt, die es jahrelang vergeſſen zu haben ſcheinen, daß genau wie die Einzelperſönlichkeit auch die ſtaatliche auf ein Zuſammenwirken aller Kräfte angewieſen iſt, um zu gedeihen. Es ſoll auch nicht ohne weiteres behauptet werden, daß die Erſcheinung, die durch den Titel unſerer Ausführungen angedeutet iſt, nicht bis zu einem gewiſſen Grade logiſch be⸗ gründet iſt und, wie jede Inflation, in der Konjunktur wurzelt. Aber was uns die letzten Monate in dieſer Be⸗ ziehung beſchert haben, geht entſchieden zu weit. Es laufen politiſche und wirtſchaftliche, kulturelle und ſoziale Beſtre⸗ bungen nicht nur nebeneinander her, ſondern ſie bekämpfen einander geradezu, und ſie tun das um ſo ſchärfer, je näher ſie ſich im einzelnen ſtehen. Man könnte ſich durchaus denken, daß zweigroße Strömungen nebeneinander hergehen, die ſich an irgendeinem Zielpunkt treffen, vielleicht ver⸗ ſchmelzen: eine, die von der Seite der wirtſchaftlichen Notwendigkeiten her die Zerſplitterung und Kleinſtaaterei Europas bekämpft, ſinnwidrige Zollſchranken zwiſchen zu⸗ ſammengehörigen Wirtſchaftsgebieten niederlegen, Verkehrs⸗ insbeſondere Tranſitlinien nach dem Geſichtspunkt der höchſten Rationalität und der zweckdienlichſten Zuführung von Menſchen und Gütern an ihre Beſtimmungsorte für den ganzen Kontinent zentral reguliert ſehen, die Paß⸗ und Ver⸗ botsſchwierigkeiten, die Valutanöte und die unlautere Konkur⸗ renz um die Weltmärkte beſeitigt wiſſen will. Und eine zweite, die die Aufgabe mehr ethiſch, politiſch, meinetwegen kulturell anfaßt und den verſchiedenen europäiſchen Völ⸗ kern zum Bewußtſein bringt, daß ſie über ihre ſprachlichen und dynaſtiſchen, traditionellen und kulturellen Verſchieden⸗ heiten hinweg ihr Europäertum, ihre tauſendjährige Vor⸗ machtſtellung in der Welt, ihre intellektuellen und techniſchen Gemeinſamkeiten doch weitgehend einen. 8 Aber was man ſich nicht mehr, wenigſtens nicht vom Standpunkt der vielgeprieſenen Rationaliſierung auf allen Gebieten erklären kann, iſt die Vielzahl der Organi⸗ ſationen, die ſich mehr oder weniger alle in dieſe beiden Schemen einreihen laſſen. Paneuropa iſt in der Form, in der es proklamiert, mit einer ſcharf umriſſenen Doktrin geradezu vorgeſchrieben wird, nicht die Geſamtheit der euro⸗ päiſchen Völker und Staaten, ſondern ein theoretiſch vielleicht vortrefflich durchdachtes, aber ſcharf umgrenztes und nach dem Willen ſeines zweifellos genialen Schöpfers geradezu unab⸗ änderliches, überſtaatliches Syſtem, das nicht evolutionär, ſon⸗ dern theoretiſch, gleichſam im luftleeren Raum geſchaffen wurde und unantaſtbar ſein ſoll. Der Bund für Euro⸗ päiſche Verſtändigung, dem Miniſterpräſidenten und Miniſter faſt aller europäiſchen Staaten angehören, verfolgt durchaus ähnliche Ziele, ohne ſich indes auf die Methoden für ihre Erreichung, auf die Linienführung des Gebäudes feſtzu⸗ legen, das auf dem Untergrund der europäiſchen Vielſtaatig⸗ keit erwachſen, nicht konſtruiert werden ſoll. Der Verband für Kulturelle Verſtändigung ſpezialiſiert ſich etwas mehr, indem er ſeine im letzten Sinne ebenſo politiſchen Beſtre⸗ bungen nicht von der Geſamtheit der Lebenserſcheinungen des einzelnen Volkstums, ſondern weſentlich von der geiſtigen, wiſſenſchaftlichen, künſtleriſchen uſw. ausgehen läßt, in dieſem Sinne wiederum verwandt dem Institut de Cooperation In⸗ tellectuelle, das aus dem Völkerbund erwachſen iſt. Iſt das ſicherlich auch noch nicht alles auf dem einen Ge⸗ biet, ſo iſt das andere, das wirtſchaftliche, noch vielmehr Gegenſtand von nebeneinander herlaufenden Einzelbeſtre⸗ bungen. Der dieſer Tage veröffentlichte Aufruf der führenden Finanziers und Wirtſchaſtler ganz Eu⸗ ropas und der Vereinigten Staaten trägt keine gemeinſame Firmenbezeichnung; er hätte ſymboliſche Bedeutung gehabt als Dokument des Wiederaufbau⸗ und Verſöhnungswillens der Wirtſchaft, wenn er vor 5 oder 6 Jahren erſchienen wäre. Trotzdem erwächſt ihm auch heute noch ſozufagen unmittel⸗ bar eine„Konkurrenz“ in dem Aufruf der Internatio⸗ nalen Handelskammer, der, von einer gleichgelager⸗ ten Körperſchaft ausgehend, faſt die gleichen Ziele prokla⸗ miert. Ziele, die z. B. ſeit einiger Zeit von dem Internatio⸗ nalen Komitee für den Europäiſchen Zoll⸗Verein, dem wiederum andere regional oder in ihrem Aufgabengebiet be⸗ ſchränktere Organiſationen naheſtehen, in viel freimütigerer Form und mit viel klarerer Zielſetzung verfolgt werden. Die Mitteleuropäiſche Wirtſchaftstagung, die Orga⸗ niſationen zur Vereinheitlichung des Verkehrsweſens und weiter die Außenhandelsverbände, wie in Deutſchland der Handelsvertragsverein, der Induſtrie⸗ und Handelstag und andere Körperſchaften ſtehen gleichfalls im Rahmen dieſer wirtſchaftlichen Ausgleichs⸗ und Angleichs⸗Beſtrebungen. Und wenn man ſchließlich noch die unzähligen teils inter⸗ nationalen, teils nationalen Organiſationen hinzunimmt, die ſich einen Teilbeſtand der großen, allgemein⸗europäiſchen Aufgabe, unhaltbar gewordene, in den Pariſer Friedens⸗ ſchlüſſen leichtfertig geſchaffene Zuſtände zu beſeitigen, als ihr Ziel geſetzt haben, ſo kann man eine ſchier endloſe Liſte von einander kreuzenden, ſich entgegenarbeitenden, wertvolle Kräfte bindenden und vergeudenden Körverſchaften aufſtellen. Die einen kümmern ſich um die Kolonialfrage. die andern um die Währungsfrage, wieder andere um die Wahrung einzel⸗ menſchlicher oder durch die vertragsgeſchaffenen Zuſtände be⸗ drohter regionaler Rechte und Intereſſen,— ohne zu be⸗ denken, daß keine dieſer Fragen unabhängig von den großen allgemeinen Problemen wirklich gelöſt werden kann. ohne zu beſorgen, daß ſie finanzielle Mittel, propagandiſtiſche Wir⸗ kungsmöglichkeiten und geiſtige Kräfte der großen Geſamt⸗ aufgabe entziehen. Einer Aufgabe, an der fa ſchließlich auch nach Ueberwin⸗ dung der gröbſten materiellen Hinderniſſe die Regierun⸗ 2. Seite. Nr. 489 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 22. Oktober 1928 — gen arbeiten. Es ſoll hier nicht dafür plädiert werden, daß die private Initiative zugunſten der vielfach beſchränkteren und durch die diplomatiſchen Formen beengteren reinen Re⸗ gierungsarbeit verſchwinden müſſe. Denn gerade für ihren Erfolg iſt die Schafffung einer geeigneten Atmoſphäre, die Wachrufung eines Echos im Herzen der Völker von aller⸗ größter Bedeutung. Aber es ſollten ſich Mittel und Wege finden laſſen— und dem dient dieſer Appell!—, um eine Vereinheitlichung dieſer vielen gleichgerichteten Be⸗ ſtrebungen und Organiſationen herbeizuführen und dadurch zu verhüten, daß die Maſſen des Volkes ermüdet werden mit Berichten über im Grund doch unfruchtbare, weil nur mittel⸗ bar wirkſame Kongreſſe, mit anſpruchsvollen Manifeſten und mit Anforderungen an ihr Faſſungsvermögen, an ihr Inter⸗ eſſe und, last not least, an ihren Geloͤbeutel, die nur allzu leicht zu einer Organiſations⸗Verdroſſenbeit führen kann. Und die dann in der ſattſam bekannten Verwechſelung von Ziel und Mitteln das Ergebnis haben könnte, daß man ſich vom„Ziel, aufs ſehnlichſte zu wünſchen“, von der lebensnot⸗ wendigen Arbeit an der Ausſöhnung und Vereinheitſichung Europas abwende, weil man auch dieſe Art von Inflation guf die Dauer ſeeliſch nicht ertragen kann. Die Golopolitik der Reichsbank Schacht vor der Enquete⸗Kommiſſion Vor der Enquetekommiſſion, die im Reichswirtſchaftsrat kagte, hielt am Donnerstag der Reichsbankpräſident Dr. Schacht eine bedeutſame Rede, in der er vor allem die Gold⸗ nvolitik des Reichsbank, gegen die hie und da in der Oeffentlichkeit bemerkbar gewordenen Angriffe verteidigte. Der Reichsbankpräſident vertrat den Standpunkt, daß es für die Reichsbank und die deutſche Wirtſchaft noch immer beſſer ſei, daß gewiſſe Mengen Goldes zinslos bei der Reichshant in Berlin lagern, als daß die Reichsbank Deviſenguthaben bei einer amerikaniſchen Bank unterhalte. Wenn auch die ſich anbahnende internationale Verſtändigung Konflikte fürs nächſte auszuſchalten ſcheine, ſo ſei doch die Hauptſache, daß Deutſchlands wirtſchafts⸗ und währungspolitiſche Selbſtändig⸗ keit ſichergeſtellt bleiben. Schacht fuhr fort: Ich halte das Syſtem der Goldwährung und Goldkernwährung unter den heutigen Umſtänden des Welthandels und der Produktions⸗ verhältniſſe für das einzig mögliche. Aber ich bin bereit, jede andere Geldtheorie unbeſehen für die Währung anzunehmen, ſobald ſie von England und Amerika angenommen wird. Jür den inländiſchen Verkehr mag die Chartal⸗Theorie, das heißt die Theorie, die Geld ohne Golddeckung für möglich hält, eine unerhebliche Bedeutung haben, um den Verkehr in gewiſſem Umfang aufrecht zu erhalten, ſoweit es ſich um einen ge⸗ ſchloſſenen Wirtſchaftsſtaat handelt. Aber da wir dieſen in Deutſchland und Europa nicht haben, ſo bleibt die Chartal⸗ Theorie vorläufig für die Praxis unannehmbar. Ziemlich un⸗ mißverſtändlich äußerte ſich ſodann Dr. Schacht über die Geldpolitik der öffentlichen Stellen Er ging näher darauf ein, wie durch den Dawesplan die Trennung der Poſt, Eiſenbahn und anderer öffentlicher Fonds Von der allgemeinen Reichskaſſe zuſtande kam und wie dieſe Fonds, die im Grunde genommen doch Staatsgelder ſind, ſeit⸗ Her privatwirtſchaftlich eingeſtellt verwaltet wurden, Zwiſchen Reichsbank und Poſt ſei nach den trüben Erfahrungen der letz⸗ ten Jahre zwar eine beſſere Zuſammenarbeit zuſtande gekom⸗ men, auch bei gewiſſen Sozialfonds, aber durchaus noch nicht bei allen. Am ſchlimmſten aber ſtehe es bei der Eiſenba hn, die für ihre Gelder ein eigenes Bankinſtitut gegrün⸗ det habe, das vollkommen nach erwerbswirtſchaftlichen Grund⸗ ſätzen verwaltet wird. Der erſte Leiter dieſes Inſtituts, der Direktor der Reichsverkehrskreditbank von Schinkel, habe es vor einigen Monaten ſogar fertig gebracht, öffentlich aus⸗ zuſprechen, daß die Reichsbank auch nur zur Mitverwaltung dieſer Gelder ungeeignet ſei, weil ſie unter ausländi⸗ ſchem Einfluß ſtehe. Mit größter Entſchiedenheit wandte ſich Dr. Schacht gegen dieſe Auffaſſung und betonte, daß die BVerwaltung der Reichsbank durchaus deutſch ſei und nach deut⸗ ſchen Intereſſen vorgenommen werde. Zum Schluß ſchnitt Dr. Schacht die Frage der Auslandskredite an und wärnte davor, wie er das ſchon früher bei anderer Gelegenheit ——95 hat, die Hereinnahme ausländiſcher Kapitalien zu üher⸗ pannen. Erwerbsloſenproblem und Parteipolitik 71 Berlin. 22. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Tatſache, daß ſich die Regierung veranlaßt geſehen hat, im ſo⸗ zialpolitiſchen Ausſchuß des Reichstags nieht weniger als 3 rei Miniſter vorzuſchicken, um gegen die Erwerbs⸗ oſenpolitik der Sozialdemokratie aufautreten, iſt nicht gerade geeignet, die Ausſichten auf die große Koalition im Reich zu ſtärken. Die ſozialdemokratiſchen Anträge ſind offenſichtlich auf das agitatoriſche Bedürfnis der Partei zuge⸗ ſchnitten und die große Aufmachung, in der der„Vorwärts“ über den Berlauf der geſtrigen Sitzung mit gebührender Her⸗ porhebung der ſozialdemokratiſchen Verdienſte um die Er⸗ werbsloſen berichtete, zeigt deutlich, wie ſehr man darauf aus iſt, dieſen Trumpf noch vor Ablauf der Werbewoche aus⸗ ſpielen zu können. Den Sozialdemokraten iſt angeſichts der wüſten Hetze der Kommuniſten natürlich gerade im gegen⸗ wärtigen Augenblick viel daran gelegen, vor der Wählerſchaft eine gute Figur zu machen, Indes verbaut ſich die Sozial⸗ demokratie, indem ſie ſich ſo auf radikale Forderungen feſt⸗ legt, ſelbſt den Weg in die Regierung denn es iſt beim beſten Willen nicht einzuſehen, wie bei eiwalgen Koaliationsver⸗ handlungen zwiſchen dem Standpunkt der Regierungspar⸗ keien und gar der Volkspartei und dem der Sozialdemo⸗ kratie in dieſer wichtigen Frage eine Verſtändigung erreicht werden könnte. Der„Vorwärts“, der geſtern die Mitteilung der Re⸗ gierung im ſozialpolitiſchen Ausſchuß als„unzulängliche Mabnahme“ bezeichnet, ſetzt heute ſeine Polemik in ver⸗ ſchärfter Tonart fort. Das ſozialdemokratiſche Parteiorgan ſpricht von einer„kataſtrophalen Verſtändnis⸗ Loſigkeit der Regierung“ und von„Ausreden gegen die ſozialdemokratiſchen Anträge“. Wenn das Reich aus ſeinen bisherigen Einnahmen keine Mittel für eine erweiterte finanzielle Fürſorge für die Erwerbsloſen heſchaffen kann, dann ſei zu überlegen, ob nicht neue Einnahmequellen zu er⸗ ſchließen ſind. Als ſolche empfiehlt das Blatt die Erhe bung der Vermögenszuwachsſtener, die bis Ende 1928 ausgeſetzt war, bereits Ende dieſes Jahres vorzunehmen. Weiter wird auf die Möglichkeit einer ſchärferen Aus⸗ nutzung der Vermögens⸗ und Erbſchaftsſtener hingewieſen. Reichsrat und Erwerbsloſenfürſorge Der Reichsrat erklärte ſich am Donnerstag mit einer Ver⸗ ordnung zur Abänderung der hisherigen Verordnung über Erwerbéloſenfürſorge einverſtanden. Bisher konnte Er⸗ werbsloſenunterſtützung nicht gewährt werden, wenn während der letzten 12 Monate weniger als 3 Monate hindurch eine krankenverſicherungspflichtige S ee ausgeübt wor⸗ den war. Dies hat zu mancherlei Härten geführt, die nun⸗ mehr in folgenden Punkten gemildert werden ſollen. Au die 12 Monate ſoll nicht angerechnet werden, während deren eine Beſchäftigung ausgeübt wurde, die ihrer Art nach die Anwartſchaft auf die Fürſorge hegründet, aber weniger als i Monate dauerte, ferner die Zeit, während der der Be⸗ treffende infolge von Krankheit arbeitsunfähig war und die Zeit, während der er auf behördliche Anordnung in einer Anſtalt verwahrt wurde. 3 Der Reichspräſident in Bremen Bei dem Feſtmahl im Rathaus in Bremen anläßlich des Beſuches des Reichspräſidenten von Hindenburg hielt der Präſident des Senats der Freien und Hanſeſtadt Bremen, Dr. Donanat, eine Anſprache, in der er folgendes ausführte: Wir Bremer haben nach den Erfahrungen unſerer Ver⸗ gangenheit zu würdigen gelernt, was wir dem Deutſchen Reiche zu verdanken haben. Wir fühlen uns ihm verbunden mit allen Faſern unſeres Seins. Wir ſind ſtolz darauf, daß wir eine bedeutſame nationale Aufgabe erfüllen, wenn wir unſere Kraft daran ſetzen, unſere Häſen auszubauen, unſeren Handel und unſere Schiffahrt zu fördern. Wir glauben aber, daß wir dieſe Aufgabe in vollem Maße nur als Bürger eines freien Staates erfüllen könen und halten deshalb an unſerer ſtaatlichen Selbſtändigkeit mit hanſeatiſcher Zähigkeit feſt. Darin fühlen wir uns eins mit unſeren hauſeatiſchen Schweſterſtädten, und die Antwort. in der der Herr Reichs⸗ präſident bei dem Beſuch in Hamburg auf die Rede des Präſidenten des Hamburger Senats die Berechtigung der hanſeatiſchen Sonderſtellung anerkannt hat, hat uns auch in Bremen mit dankbarer Freude erfüllt. Wir danken es dem früh verſtorbenen erſten Reichspräſidenten und ſeinem patrio⸗ tiſchen Empfinden, daß das Deutſchlandlied zur deutſchen Nationalhymne geworden iſt. Die Worte„Deutſchland üher Alles“ ſind für uns kein leerer Schall, ſondern ſie bedeuten für uns, daß für unſer Sinnen und Trachten, für unſer Denken und Handeln das Wohl des Vaterlandes höchſtes Ge⸗ ſetz ſein ſoll. Hinbenburgs Antwort Auf die Anſprache des Senatspräſidenten antwortete der Reichspräſident ſolgendes: „Euer Magnifizenz! Meine Herren! Dem freundlichen Willkommensgruß, den die Bewohner Bremens mir heute in ſo herzlicher Weiſe allenthalben darbrachten, haben Sie, Magnifizenz, ſoeben hier in gleich herzlichen Worten neuen Ausdruck gegeben. Es iſt mir ein aufrichtiges Bedürfnis, den Bürgern und Bürgerinnen Bremens wie Ihnen ſelb Magnifizenz, für alle Güte und Freundlichkeit, die ich heute erneut hier erfahren habe, tiefempfundenen Dank zu ſagen. Ich habe immer gern in Ihrer ſchönen alten Stadt geweilt; ich habe in ihr piele Freunde gefunden und erinnere mich dankbar aller Beweiſe wohlwollender Geſinnung und Zu⸗ neigung, die mir hier bereits entgegengebracht wurden. Der heutige Tag ſoll aber noch ganz beſonders in meiner Er⸗ innerung weiterleben. Es ſind ſchon mehrere Jahre her, daß ich zum letzten Male in Bremen war. Damals lagen noch lähmender Druck und harte Not über dem ſonſt ſo bewegten wirtſchaſtlichen Leben in Stadt und Hafen. Was ich heute bei meiner Rundfahrt geſehen habe, hat mir gezeigt, daß der alte hanſeatiſche Geiſt hier trotz allem ungebrochen weiter⸗ lebt und daß das kluge Wägen und das tapfere Wagen des Bremer Bürgers, das einſt die alte Reichs⸗ und Hanſeſtadt groß gemacht hat, auch der Schwierigkeiken und Nöte der jüngſten Vergangenheit Herr geworden iſt. Ich nehme aus den Eindrücken des heutigen Tages trotz des vlelen Schweren, das immer noch auf uns laſtet, die Zuverſicht mit, daß die Freie Hanſeſtadt Bremen die ſchlimme Notzeit über⸗ wunden hat und einer neuen Entwicklung in Handel und Schiffahrt entgegengeht. Seien Sie, meine Herren, über⸗ zeugt, daß meine beſten Wünſche Sie auf dieſem Wege be⸗ gleiten. Bremen hat im Rahmen des Reiches ſeine beſonderen Aufgaben; es iſt für das ganze deutſche Wirtſchaftsleben eine wichtige Brücke zum Weltverkehr, ein Mittler zwiſchen deut⸗ ſcher Volkswirtſchaft und der Welt. Mit Ihnen, Magnifizenz, hin ich der Meinung, daß Bremen ebenſo wie ſeine Hanſe⸗ Schweſterſtädte dieſe beſondere Aufgabe in der ſtaat⸗ lichen Form, die es von altersher beſeſſen hat, auch fernerhin am beſten erfüllen wird. In dem Gedanken, nicht nur für das eigene Gemeinweſen, ſondern auch für das ganze deutſche Volk zu leben und zu arbeiten, hat Bremen ſteis ſeine Richt⸗ ſchnur geſehen, und ich bin gewiß, daß es dieſen Zielen auch in aller Zukunft dienen wird. Daß dieſe Zukunft für Bre⸗ men wie für uns alle eine ehrenvolle und glückliche ſein möge, iſt unſer aller innigſter Wunſch! Laſſen Sie mich ihm Ausdruck geben mit dem Ruf:„Die Freie Hanſeſtadt Bremen und unſer großes geliebtes Vaterland Hurra!“ Neue polniſche Chorzow⸗Note Die Rückgabe der Chorzow⸗Werke abermals verweigert Auf die Note der deutſchen Regierung vom 2. Oktober betreffs die Rückgabe der oberſchleſiſchen Stickſtoffwerke Chorzow an Deutſchland hat nunmehr die polniſche Re⸗ gierung der deutſchen Geſandtſchaft eine Antwort erteilt und ſich in dieſer erneut auf den Standpunkt geſtellt, den ſie ſchon in der erſten polniſchen Note eingenommen hatte. Der langen Rede kurzer Sinn iſt, daß Polen die Herausgahe der Stick⸗ ſtoffwerke ablehnt und ſich damit weigert, ſich dem Haager Schiedsſpruch zu unterwerfen. Ueber den Inhalt der polniſchen Note teilt die polniſche Telegraphenagentur mit: Am 18. Oktober hat die polniſche Regierung an die deutſche Geſandtſchaft in Warſchau eine Verbalnote gerichtet, die eine Antwort darſtellt auf die von Deutſchland am 2. Oktober in der Angelegenheit der Stick⸗ ſtoffwerke von Chorzow an die polniſche Regierung gerichte⸗ ten Note. Entſprechend dem früher eingenommenen Stand⸗ punkt, in dem die Bereitwilligkeit ausgeſprochen wird, eine ſchiedsrichterliche Erledigung der ganzen Angelegenheit vor allem auf dem Wege unmittelbarer Verhandlungen zwiſchen der Direktion der Ehrozow⸗Werke und den intereſſierten deutſchen Geſellſchaften loberſchleſiſche Werke und bayeriſche Werke), eventuell unter Hinzuziehung von Regierungsver⸗ tretern zu ſuchen, ſpricht die polniſche Regierung ihr Be⸗ dauern darüber aus, daß die deutſche Regierung dieſen Vor⸗ chlag mit Stillſchweigen übergeht. Nichtsdeſtoweniger hält im Sinne des obengenannten die polniſche Regierung weiter ihre Bereitwilligkeit aufrecht, Verhandlungen über dieſen Jegenſtand aufzunehmen. Sie iſt jedoch der Auffaſſung, daß ſich eine Pflicht der polniſchen Regierung, die Ehorzow⸗Werke Is ſolche zurückzuerſtatten, weder aus dem Genfer Abkom⸗ men, noch aus dem Schiedsſpruch des Haager Tribunals ergibt, Der Einoruck in Berlin EBerlin, 22. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Po⸗ lens erneute Weigerung, das Chorzower Stickſtoffwerk zu⸗ rückzugeben, macht es der deutſchen Regierung zur Pflicht, kein Mittel unverſucht zu laſſen, um dem Haager Schieds⸗ ſpruch Geltung zu verſchaffen. Das Gericht im Haag hat die gewaltſame Enteignung der oberſchleſiſchen Stickſtoffwerke durch die polniſche Regierung in einer jeden Zweifel und lede Zweideutigkeit völlig ausſchließenden Weiſe als rechts⸗ widrig erklärt, Polen glaubt ſich über dieſe Entſcheidung hin⸗ wegſetzen zu können, weil man in Warſchau nur zu genau weiß, daß dem Gericht keine Exekutivgewalt zuſteht. Auf ſolche Art aber wird das ganze Verfahren illuſoriſch. Die volniſche Note bedauert es, daß die deutſche Regierung das Angebot neuer Verhandlungen mit Schweigen übergangen fhat. Das iſt wohl der Gipfel der Unverfroren⸗ heit. Für Deutſchland gibt es nichts mehr zu verhandeln, da der Tatbeſtand völlig geklärt iſt. Beſyrechungen zwiſchen den heiderſeitigen Regierungen in dieſer Angelegenheit könn⸗ ten ſich höchſtens noch um den Modus der Rückgabe drehen. Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Anweſenheit des Warſchauer deutſchen Geſandten Rauſcher in Berlin auch mit dem Chorzower Fall in Verbindung bringt. Mark in die Hände fallen würden. Ein Zeuge hat in der Die Anklage gegen die Eiſenbahn⸗ attentäter von Leiferde Die Anklage gegen die Eiſenbahnattentäter von Leiferbe, die ſich am 3. November vor dem Schwurgericht Hildesheim zu verantworten haben werden, lautet, wie erſt jetzt bekanm wird, nicht nur auf Mord und Transportgefährdung wegen der in der Nacht vom 18. zum 19. Auguſt verübten Tat, ſon⸗ dern auch auf den Verſuch zum Mord und zur Transport⸗ gefährdung wegen des mißglückten Anſchlages, den Schleſin⸗ ger und Willi Weber bereits in der Nacht vom 17. zum 13. Auguſt gegen den Hollandzug D. 174 verübt haben. Die An⸗ klage wegen Mordes und Mordverſuchs ſtützt ſich auf die eigenen Angaben Schleſingers und Webers, wonach ſie bei Beſprechung ihrer verbrecheriſchen Pläne mit der Tatſache, daß bei der Zugentgleiſung auch Menſchen verunglücken und ums Leben kommen könnten, gerechnet hätten. In ihrem unwiderſtehlichen Wunſche, ſich durch Beraubung des Poſt⸗ wagens die Mittel zu verſchaffen, hätten ſie die Möglichkeit von Menſchenopfern eben mit in Kauf genommen. Der dritte Angeklagte, Walter Weber, iſt der Beihilſe zu beiden Verbrechen angeklagt, zumal entgegen ſeinen eige⸗ nen Angaben durch Zeugenausſagen nachgewieſen ſein ſoll,( daß er von der beſtimmten Abſicht der Ausführung dieſer Tat genaue Kenntnis gehabt hat. Willi und Walter Weber ſollen nach Bekundungen von Zeugen damit gerechnet haben, daß ihnen bei der Beraubung des Poſtwagens 50—100 000 Vorunterſuchung angegeben, daß Walter Weber ſpäteſtens am 23. Auguſt in Berlin ſein ſollte, um eine dort poſtlagernde Summe in Höhe von 30—40 000 M. abzuheben. Walter Weber hat dieſe Darſtellung beſtritten, wird aber auch von dem Hauptangeklagten Schleſinger belaſtet, nach deſſen Ausſagen Walter Weber zwar nicht den Mut gehabt habe, an der Tat ſelbſt teilzunehmen, wohl aber auf ſeden Fall an der erwarte⸗ ten Beute beteiligt ſein wollte. Der Parteikampf um die Friberitusmarke Berlin, 22. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Der Streit um die Fridericus⸗Marke wird vorausſichtlich auch noch in den Reichstag hineingetragen werden, wenigſtens ſcheint es, als ob die Linksparteien von dem Reichspoſtmini⸗ ſter an dieſer Stelle Rechenſchaft verlangen wollen. Herr Stingl hat den Antrag des kommuniſtiſchen Vertreters im Verwaltungsrat, der die Einberufung zu einer Sonderſitzung verlangte, abgelehnt und zwar mit der Begründung, daß er allein für die Herausgabe einer neuen Markenſerie verant⸗ wortlich ſei. Der Reichspoſtminiſter ſteht auf dem Stand⸗ punkt, daß weder der Verwaltungsrat noch auch das Reichs⸗ kabinett in dieſer Frage zu hören ſeien. Infolgedeſſen hat er von ſich aus die Fridericus⸗Marke freigegeben, und ſo wird ſie in wenigen Wochen in den Verkehr ge⸗ bracht werden. 1 Zur Frage des Reichsehrenmals Berlin, 22. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Beim Reichskunſtwart Dr. Redslob fand eine Bſprechung über die Stellung der Künſtlerſchaft zur Frage des Reichsehrenmals ſtatt. Die anweſenden Vertreter ſämtlicher Künſtlerverbände waren ſich darüber einig. daß nur ein Ehrenhain in Be⸗ tracht komme, in deſſen Mittelpunkt irgend ein künſtleriſch ge⸗ ſtaltetes Symbol Platz finden müſſe. Es wurde der Wunſch geäußert, daß das Reichsminiſterium des Innern, wenn die entſchieden ſei, einen Wettbewerb veranſtalten ollte. Letzte Meldungen Amtsantritt Heyes — Berlin, 21. Okt. Der Nachfolger von Seeckts, General Heye, wird, wie wir erfahren, ſein neues Amt am nächſten Montag antreten. 5 Eine„Wochenende“⸗Ausſtellung EJ Berlin, 22. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Das Berliner Meſſeami plant für das nächſte Frühjahr eine groß⸗ zügige Ausſtellung, die dem Gedanken des„Wochenendes“ ge⸗ widmet ſein ſoll. Schnellzugsentgleiſung in Frankreich — Paris, 21. Okt. Bei dem Bahnhof Legued in Mittel⸗ krankreich entgleiſte geſtern früh beim Ueberfahren einer Weiche der Schnellzug NantesLyon. Der Materialſchaden iſt groß doch wurde, da der Zug glücklicherweiſe nur eine ge⸗ ringe Geſchwindigkeit hatte, nur ein Reiſender verletzt. Politiſcher Mord in Polen — Warſchau, 21. Okt. Auf einem Bahndamm in der Nähe Warſchaus wurde der Ingenieur Sachnowfki, der Führer der ruſſiſchen Emigranten in Polen, ermordet aufgefunden. Prinz Carol kehrt nicht zurück — Bukareſt, 21. Okt. Durch das Miniſterium wird ein Communiqué veröffentlicht, wodurch alle Kombinationen über eine bevorſtehende Rückkehr des früheren Kronprinzen Carol nach Rumänien wiederſprochen wird. *0 — — Newyork, 21. Okt. Königin Marie von Rumänien mußte ſich infolge einer Erklältung unter den Nachwirkungen der anſtrengenden Reiſe und der vielen Empfänge in ärztliche Behandlung begeben. Der Wirbelſturm auf Kuba — Newyork, 21. Okt. Nach den neueſten amtlichen Mit⸗ teilungen ſind durch die Wirbelſturmkataſtrophe in Kuba 30 Perſonen getötet und etwa 300 verletzt worden. Viele Tauſende von Perſonen ſind obdachlos geworden. Im Hafen von Habana gingen die kleineren Schiſſe einſach unter. Die dem Orkan folgende Ueberſchwemmung verurfachte ein Ver⸗ ſagen der Lichtleitung. Die ganze Stadt lag daher im zweiten Teil des Unwetters im Dunkeln, während die Waſſerberge über die Ufermauern ſtadteinwärts brandeten. Am ſchwerſten gelitten hat die Ernte. Die Verhandlungen über die Abſchaffung der Saarzölle⸗ Die Verhandlungen über die Abſchaffung der Saarzölle, die der Vertrag der internationalen Rohſtahlgemeinſchaft vor⸗ ſieht, haben durch die Tatſache, daß die Unterzeichnung des Kontingentvertrages am 16. Oktober in London nicht ſtatt⸗ gefunden hat, eine nicht unbedenkliche Erſchwerung erfahren. Der deutſche Vertreter in der internationalen Rohſtahlgemein⸗ ſchaft. Poensgen, wird in den nächſten Tagen in Berlin ein⸗ treffen, um den zuſtändigen deutſchen Stellen den Standpunkt der eiſenſchaffenden deutſchen Induſtrie vorzutragen. Der deutſche Standpunkt in den bevorſtehenden Verhandlungen wird erſt nach der Rückſprache feſtgelegt werden. Keine Diskonterhöhung in England. Der Generalrat der Bank von England hat in feiner geſtrigen Sitzung, wie ſchon im geſtrigen Börſenbericht mitgeteilt wurde, wider Er⸗ warten beſchloſſen, den Diskont nicht zu erhöhen. Mit Rück⸗ des Pfun⸗ e Erhöhung in internationale anzkreiſen mit Beſtimmtheit erwarlel. 9 zen in⸗ 8 2 9 + t⸗ 04 3⸗ it — W‚ rbe, im K Freltag, den 22. Oktober 1926 — Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 8. Seite. Nr. 480 Wirtſchaftliches · Soziales Die Verkehrsbeſchränkungen in Baden Die mit dem Winterfahrplan eingetretene vielfach tiefgrei⸗ ſende Beſchräukung des Zugsverkehrs in Baden hat 55 ien Kreiſen eine Wirkung ausgeübt, an deren Ernſt man nicht ohne weiteres vorbeigehen kann. Die Intereſſenten an der mit am härteſten betroffenen Verkehrslinie Mann⸗ eim— Karlsruhe— Schwarzwaldbahn— Kon⸗ ſtanz hatten ſich am 7. Oktober in Triberg zu einer Beſpre⸗ chung und zu einer gemeinſamen, einſtimmig angenommenen Proteſtentſchließung zuſammengefunden und gleichzeitig einen beſonderen Ausſchuß gewählt, der ſich mit der Reichsbahn⸗ direktion Karlsruhe weiter ins Benehmen ſetzen ſollte. Es darf nun als angenehme Erſcheinung verzeichnet werden, daß der Präſident der Reichsbahndirektion Karlsruhe dieſen Aus⸗ ſchuß, der aus den Herren Bürgermeiſter Keil⸗Triberg, Handelskammer Villingen, Rechtsanwalt Dr. Thorbecke⸗ Konſtanz, Bürgermeiſter Dr. Grüningen Bühl i.., Stadtrat Steinel⸗Karlsruhe, Stadtvorſtand Lan g v. Lan⸗ gen⸗Schwenningen a.., Hotelbeſitzer Grieshaber⸗ Furtwangen beſteht, am 29. Oktober zu einer beſonderen Be⸗ ſprechung der Sachlage bei ſich in Karlsruhe ſehen wird. Es wird ſich dabei Gelegenheit geben, den Präſidenten darauf hin⸗ zuweiſen, daß es ſich weniger um den Wegfall dieſes oder jenes Zuges, ſondern noch mehr um die allgemein ſchwierige Lage in der Schwarzwaldinduſtrie und dem Hotelgewerbe han⸗ delt, unter deren Ernſt das ganze Wirtſchafksleben leidet und der gegenüber man von der Reichsbahn in ihren Maßnahmen eine Berückſichtigung der beſonderen wirtſchaftlichen Lage und Lebensintereſſen erwarten zu dürfen glaubt. ———— Stäoͤtiſche Nachrichten Am Waſſerturm Einſam liegt der Roſengarten Noch in dunkler Morgenſtunde. Um die Sonne zu erwarten, Ging ich langſam durch die Runde. Hell ſchien noch der Mond hernieder, Spiegelte mit klarem Schein Sich im ſtillen Waſſer wieder, Glänzendſchön und ſilberrein. Und dort droben, hoch am Rande, Wo ſich die Kaskaden neigen, Tanzten auf dem feuchten Sande Kleine Elſchen ihren Reigen. 05 Und die Waſſernixen ſpielten Fröhlich auf dem blanken Teich, Gleich, als ob ſie Hochzeit hielten Dort in ihrem Märchenreich. Und das Mondlicht wurde blaſſer, Lichter wurden ſchon die Wölkchen, Luſtig tanzten auf dem Waſſer Elſchen und das Nixenvölkchen.— Da rauſcht plötzlich in die Höhe Rieſenhoch der Waſſerſtrahl Und es murmelt in der Nähe Lieblichleis' der Waſſerfall.— Ach, die Elſchen ſind verſchwunben Und die Nixen, dieſe zarten, Die des Nachts in ſtillen Stunden Tanzen froh im Roſengarten. Doch der Waſſerturm ſchaut nieder Auf ſein ſchönes Märchenreich, Rings die Roſen blühen wieder, Wunderbar und elfengleich. Ewald Storck. Lr e 6 8 K*——— * Ein Brauerjubiläum. Heute vor 25 Jahren hak der frü⸗ bere* Braumeiſter Adolf Dingeldein das bür⸗ gerliche Brauhaus„zum Habereck“ in Q4 käuflich über⸗ nommen. Herr Dingeldein brachte gediegene fachtechniſche Kenntniſſe, die er ſich in mehreren Großbrauereien, vor allem in der Bierſtadt München angeeignet hatte, mit. Da ihn zudem ein wagemutiger Unternehmungsgeiſt beſeelte, ſo vermochte er in wenigen Jahren unter Anwendung aller techniſchen Neu⸗ erungen den Betrieb zu einer hervorragenden Leiſtungsfähig⸗ keit zu entwickeln. Das Habereckbräu iſt weit über die Mauern unſerer Stadt geſchätzt und wenn die Feueriotropfen zum Ausſtoß gelangen, dann herrſcht in den gemütlichen Alt⸗ Mannheimer Lokalitäten drückende Fülle. Zwei erwachfene Söhne ſtehen dem Jubilar, der mit ſeiner mächtigen, hoch⸗ ragenden Geſtalt die beſte Empfehlung für den von ihm er⸗ zeugten Stoff iſt, tatkräftig zu Seite. Herzliche Glückwünſche! Das abgeſperrte Seckenheim Am 26. April erſchien in Ihrer Zeitung eine amtliche Bekanntmachung des Badiſchen Bezirksamtes, Abt. V, die be⸗ ſagte, daß die Strecke nach Seckenheim zwiſchen Flugplatz Neuoſtheim und Seckenheim auf 14 Tage geſperrt ſei. Am 15. Mai wurde dieſe Sperrung bis auf den 1. Juni verlän⸗ gert. Nun iſt die Strecke heute aber immer noch geſperrt und, wie ſich jeder ausrechnen kann, in den nächſten Tagen ſchon 5 Monate. Man muß unwillkürlich die Frage aufwerfen, wer denn eigentlich daran ſchuld iſt, daß der Fortgang der Arbeiten ſich ſo in die Länge zieht. Es ſcheint, daß die Sache an einer Stelle nicht klappt, denn für die Legung der Gasleitung und die Pflaſterung der Hauptſtraße dünken 5 Monate außer⸗ ordentlich lang. Wenn es nun damit beendet und die Straße dem Verkehr übergeben werden könnte, würde man ſich da⸗ mit noch abfinden. Es wird aber vermutlich noch geraume Zeit verſtreichen, bis ein Paſſieren der geſperrten Haupt⸗ ſtraße möglich iſt. Automobile und Fuhrwerke müſſen ſeit Beginn der Sperre einen weiten Umweg machen und es iſt deren Beſitzer nicht zu verübeln, wenn ſie öffentlich auf dieſe unhaltbaren Zuſtände hinweiſen. Es wird Sache der zuſtändigen Behörde ſein, hier ein⸗ mal nach dem Rechten zu ſehen. Es iſt doch ein unerhörter Zuſtand, den ganzen Heidelberger Verkehr nun ſchon ſeit 5 Monaten über die holperigen Umwegſtraßen zu leiten. Auch in dieſer Beziehung wäre einmal die Frage an die Landes⸗ verwaltung zu richten, ob denn nicht der Gemeindeverwal⸗ tung die Pflicht obliegt, die zur Benutzung vorgeſchriebenen Umwegſtraßen in einen Zuſtand zu verſetzen und zu unter⸗ halten, der den gerinaſten Anforderungen des Verkehrs ent⸗ ſpricht. Das letztere iſt hier in keiner Weiſe der Fall. Was hier an Reifen, Federn und ſonſtigen Beſtandteilen der Automobile und Wagen in Mitleidenſchaft gezogen wird, kann die für dieſe Zuſtände in Betracht kommende Steſle nicht verantworten. Es iſt Sache der vorgeordneten Behörde. wahrſcheinlich auch der Kreisverwaltung. zu neranlaſſen, daß die Gemeindeverwaltung von Seckenßeim die Durchgangs⸗ ſtraßen raſchmöglichſt in Ordnung bringen läßt. H. 1* * Frequenz des Herſchelbabes. In der Woche vom 10. Oktober bis 16. Oktober wurden 10 123 Badekarten(gegen 8497 i..) ausgegeben. Hiervon entſallen auf: Große Schwimmhalle 4560(Männer 3049, Familienbad 1459, Schülerkarten 52), Frauenhalle 1899(darunter Schülerkarten 39), Halle II1 728, Wannenbäder 1. Klaſſe 667, Wannenbäder 2. Klaſſe 1395, Dampfbäder 110, Kohlenſäurebäder 7, Kran⸗ kenkaſſenbäder 757(Dampfbäder 102, Lichtbäder 18, Fichten⸗ 522, Solbäder 67, Kohlenſäurebäder 39, Schwefel⸗ äder). * Ungeſunde Witterung. Im Schwarzwald ſchneits, in Mannheim regnets. Die Niederſchläge, die geſtern abend ein⸗ ſetzten, werden dem Landwirt allerdings viel willkommener als uns ſein, denn der Boden beſaß bisher immer noch nicht die für Feldbearbeitung notwendige Feuchtigkeit. Die nie⸗ drigſte Temperatur betrug in der vergangenen Nacht 2,5 Gr. C. Heute früh zeigte das Thermometer 3,4 Gr. C. an. Die Höchſttemperatur wurde geſtern mit 6,4 Gr. C. erreicht. * Vogelflug. Ein Leſer unſeres Blattes, der geſtern früh in ſeinem Garten arbeitete, wurde durch ein lebhaftes Geſchnatter veranlaßt, aufzuſehen. In geringer Höhe zog ein anſehnlicher Trupp Schneegänſe in Keilform vorbei. Nach einer alten Wetterregel kündet der Zug der Schneegänſe um dieſe Zeit nach Süden einen frühen Winter an. Veranſtaltungen 3 Theaternachricht. Am nächſten Sonntag gibt Paul egener mit ſeinem Berliner Enſemble ein einmaliges Gaſtſpiel im Neuen Theater. Wegener ſelbſt ſpielt die Titel⸗ rolle in Max Mohr's Schauſpiel:„Ramper“. Im Mittelpunkt des Stückes ſteht die Geſtalt Rampers, eines nach Grönland verſchlagenen Fliegers. Ein Zufall führt ihn aus dieſem Ein⸗ ſiedlerleben, das ihn nur mehr tierhaft dahinvegetieren läßt, nach Europa zurück, aber ein raſendes, unſtillbares Heimweh treibt den Entmenſchten— in die Eiswildnis zurück. Haas⸗Abend im Nibelungenſaal. Zur heutigen Auf⸗ führung der„Deutſchen Singmeſſe“ von Joſeph Haas durch den Ludwigshafener Beethovenchor iſt eine Einfüh⸗ rung für die Hand des Konzertbeſuchers erſchienen. Der Verfaſſer iſt der hieſige Muſikſchriftſteller Dr. Karl Laux. 8— Broſchüre wird den Beſuchern des Konzerts zugänglich ein. OKlavierabend Lili Schleſinger, die als Pianiſtin unter dem Künſtlernamen Iſing bekannt iſt und in Berlin, Ham⸗ burg, Köln und anderen deutſchen Städten ſehr geſchätzt wird, gibt ihren erſten Mannheimer Klavierabend in ihrer Bater⸗ ſtadt am Donnerstag, 28. Oktober, Der Himmel im Oktober Die Sonne tritt am 24. Oktober in das Zeichen des Skorpions ein und verfrüht ihren Untergang von 5½ bis 4½ Uhr. Der Verlauf der Dämmerung iſt in dieſem Monat am kürzeſten, ſodaß der Sterufreund raſcher als ſonſt mit ſeinen aſtronomiſchen Beobachtungen beginnen kann. Der Fix⸗ ſternhimmel des Oktober läßt für uns im Weſten die ſommerlichen Bilder herabſinken und führt im Oſten den Be⸗ ginn der winterlichen Pracht herauf. Diesmal knüpſen wir am beſten an das große Pegaſus⸗Viereck an. Dieſe Bezeich⸗ nung iſt nicht ganz zutreffend inſofern, als der linke obere Stern des Vierecks nicht dem Pegaſus, ſondern der Andro⸗ meda angehört. Das letztgenannte Sternbild enthält den einzigen mit unbewaffnetem Auge ohne beſondere Mühe ſichtbaren Spiralnebel in der Nachbarſchaft der kleinen Stern⸗ reihe, deren letzten links oben den Kartenrand überſchreitet. Unterhalb des Pegaſus⸗Vierecks liegt der kleine Sternring der Fiſche, der zwar aus ſehr ſchwachen Sternen gebildet wird, die ſich aber wegen ihrer regelmäßigen Anordnung leicht merken laſſen. Die übrigen Tierkreisbilder ſind recht unüber⸗ ſichtlich, ſodaß man zu ihrer Einprägung zunächſt das Kärtchen zu Hilfe nehmen muß. Auffällig iſt dagegen der Südliche Fiſch mit dem Hauptſtern Fomalo(auch Fomalhaut ge⸗ ſchrieben). 7* 5 C ARDRO 4 e 8 14 WöobER 4 P e 8 — —.*5 Mars ſpielt, wie bereits mitgeteilt, unter den Wandel⸗ ſternen diesmal die Hauptrolle, weil er am 27. Oktober uns am nächſten kommt. Ehe wir ihn beobachten, haben wir noch Gelegenheit, Saturn flüchtig in der Abenddämmerung zu ſehen, der allerdings gegen Ende des Monats allmählich un⸗ ſichtbar wird. Jupiter im Steinbock läßt ſich noch recht gut verfolgen, da er anfangs um 1½ Uhr früh und Ende des Monats um 117 Uhr untergeht. Das Spiel ſeiner vier hellen Begleiter kann auch ſchon in kleinen Fernrohren bequem ver⸗ folgt werden. Die Hauptrolle ſpielt, wie geſagt, gegenwärtig der Mars, den wir rückläufig im Widder finden, wo er uns bis auf 60 Millionen Kilometer nahekommt. Er kann faſt die ganze Nacht beobachtet werden. Ein Hohn auf den Bubikopf ist struppiges und widerspenstiges Haar, das von der viel gepriesenen jugendlichen Anmut nicht das geringste ahnen läßt und zugleich abschreckend zeigt, wohin die Vernachlässigung der Pflege ſührt. Da gibt's nur eine Hilfe: regelmäßiges Waschen mit Pixavon. Pixavon gibt dem Haar schimmernden Glanz und die Geschmeidigkeit, die den eleganten Sitz der Bubifrisur ermöglicht. Keine der gewohinlichen flussigen Teer- seiſen hat auck nur annähernd die Pir- kungen von Pixavon. Besteken Sie ſest auf„Pixavon“(nur in geschlossenen Originalflaschen), aow¾olil ſur die hãu· Jicke Haarwäsche, twie auch fũr die im Frisiersalon. Fordern Sie kostenlos von ims Ab- bildungen neuer Bubenloꝑſschnitte fur Winter 1926. LINGNER. VEREK E Oktober Von Irma Erben⸗Sedlacgek Die Tage bleiben an der Schwelle ſtehn— und um ſie iſt ein weißes Schleierhauchen, eh' ſie in leuchtende Vollendung tauchen „und zu des Mittags goldner Höhe gehn. Ihr Lächeln iſt voll von Gottes Licht, wie das von Scheidenden, die heimwärts wallen, und noch einmal den Teuren allen, allen zuwinken mit verklärtem Angeſicht. Legende und Geſchichte Von Alexander von Gleichen⸗ Rußwurm Romantiſche Reiſen ſind eben dadurch romantiſch gewor⸗ en, daß ſie von grünem Rankewerk umwuchert erſcheinen. Romantiſche, geſchichtliche Figuren ſind eben dadurch roman⸗ tiſch, daß die Legende gleich üppigem Efeu und anderem Schlinggewächs ihren Mantel um ſie ſchlingt und oft phanta⸗ ſtiſche Guirlanden windet. Zu den hartnäckigſten Umwuche⸗ rungen gehört die Annahme, daß der Tod dieſen oder jenen gar nicht erreicht hat, obwohl die Geſchichte ihn meldet. Immer wieder umkleidet ſagenhafte Ausſchmückung das Ende eines großen Mannes, Helden oder Königs, er wird wie Romulus entrückt, er verſchwindet geheimnisvoll, er iſt gar nicht wirklich geſtorben, ſondern lebt wie Barbaroſſa verwunſchen in einem Berg, er iſt beſtimmt, wiederzukehren, um ſein Volk zu be⸗ freien. Für das Empfinden der Menſchheit ſcheint es etwas Befriedigendes zu haben, daß eine Geſtalt, die tiefen Eindruck gemacht hat, ſich auflöſt wie gewöhnliche Leute, die keinen Ein⸗ druck hinterlaſſen. Wohl mag ein Mare Aurel wehmütig aufzeichnen, daß Alexander der Große und ein Maultiextreiber genau denſel⸗ ben Weg, den Weg des Todes gehen müſſen. Es iſt aber doch nicht derſelbe Weg dem die Legende— die Sage fällt gleichſam dem Tod in den Arm— nimmt den Geſtorbenen für den ſie ſich intereſſiert, in Böſchleg ud melt un ihn ihre Lärchen. ag der Tote geliebt oder gefürcht⸗“ geweſen ſein, wenn Lie Umſtände ſeines Lebensendes eigentümlich, man möchte ſagen ſenſationell waren, geiſtert er irgendwie weiter. Neros Tod wurde nicht geglaubt, und ſeine Wiederkehr beſtimmt von ſei⸗ nem zahlreichen Anhang erwartet. Dieſe Annahme gab An⸗ laß zur Sage vom Antichriſt, aus der großen Furcht geboren, die er den Chriſten zeitlebens eingeflößt. Ebenſowenig glaubte man Attilas Tod, eine Miſchung von Grauen und Bewunde⸗ rung begegnete Kaiſer Friedrich II. Auch ſein Tod wurde nicht geglaubt, und ein geheimnisvoller Abenteurer, Tile Kolup, konnte ſich ſogar für den verſtorbenen Kaiſer ausgeben und am Rhein kurze Zeit behaupten. Ein falſcher Demetrius entſtand nach dem anderen, Kaſpar Hauſers Geheimnis blieb ungelöſt, unermüdlich ſpann die Sage daran. In der Geſtalt eines Totengräbers, der drohend zum Schloß emporblickt, iſt ſein bezeichnendes Standbild im Ba⸗ diſchen zu ſehen. Ludwig XVII., der kleine Märtyrer, durfte der Sage nach nicht ſterben, Napoleons Tod erregte großen Zweifel und lange erhielt ſich die poetiſche Vorſtellung unter ſeinen Getreuen, er müſſe noch einmal kommen und ſiegen. Weniger bekannt iſt die Tatſache, daß es in England dafür galt, Karl J. ſei gar nicht wirklich geköpft worden. Man be⸗ hauptete, daß er Freimaurer geweſen und ein anderer Frei⸗ maurer habe ſich für den König geopfert, ſo daß dieſer ſich nach Oxford zurückziehen konnte, wo er unter dem Namen Aſhmole lebte und Gründer des Aſhmole⸗Muſeums geworden iſt. An⸗ derweitig erzählte man freflich, daß nicht der König ſelbſt, ſon⸗ der das Geſpenſt des Königs ſich nach Oxford zurückgezogen habe, und nächtlich im Kolleg erſcheine, den Kopf ſtatt des Hutes unter dem Arm. Noch heute gibt es Verehrer des unglücklichen Königs, die an ſeinem Todestage ihm zu Ehren vor der Statue in Charing Croß demonſtrieren, in deren Nähe ſich jene des Cromwell er⸗ hebt, ſo daß für jeden politiſchen Geſchmack geſorgt iſt. Am aller ſeltſamſten mutet es an, wenn man beobachtet, wie ſelbſt zu unſerer Zeit ähnliche Legenden wuchern. Lord Kitchener ſoll nach einigen ſeiner Verehrer nicht wirklich untergegangen ſein, ſondern verſteckt irgendwo leben und wieder auftreten, wenn es Englands Heil erfordert. Im bayeriſchen Gebirge wollte man lange nicht an den Tod des romantiſchen König Ludwigs II. glauben und im Weltkrieg munkelte man dort ge⸗ heimnisvoll, der geflüchtete König würde nun endlich wieder zurückkehren und ſeinen Bayern den Frieden bringen. So eigenſinnig, ſo rührend eigenſinnig rankt ſich die Le⸗ gende in die Geſchichte. Theater und Muſik 1. Philharmoniſches Konzert in Ludwigshaſen. Ein verheißungsvoller Auftakt für die Konzertzeit dieſes Winters. Und es war wieder erleſene Kunſt, die geboten wurde. Haydns G⸗dur⸗Symphonie ſtand auf dem Programm, Re⸗ gers Ballettſuite und im Zentrum der Vortragsfolge der Name Kulenkampf mit dem Violinkonzert von Joh, Brahms. Prof. Georg Kulenkampf⸗Berlin, bereits von der Sonne internationalen Ruhmes beſchienen, iſt der hieſigen Konzertgemeinde kein Fremder. Mit der über jegliches Maß gewachſene und in der Spannkraft höchſten Wollens ausge⸗ reiften Technik bietet der Künſtler den Reichtum Brahmsſcher Kunſt und eigenen ſeeliſchen Erlebens dar. Wir danken ihm die Zugabe von Beethovens F⸗dur⸗Romanze. Prof. Boehe hielt ſich mit dem Orcheſter beſcheiden im Hintergrund bei dem nicht endenwollenden Beifall. Und doch gebührt ihm der ſtärkſte Anteil daran. Die Einleitung des Abends bildete die Symphonie mit dem Paukenſchlag von Haydn. Hier konnte das Orcheſter ſogleich all ſeine Qualitäten entfalten. Prof. Boehe iſt in der Geſte noch ſparſamer geworden und noch kapriziös⸗delikater in der ſubtilen Kleinarbeit. Nach der Pauſe hörten wir„Eine Ballettſuite“ von M. Reger. Wahrhaft virtuos waren hier Boehe und ſein Orcheſter und wohlver⸗ dient der ſtarke, herzliche Beifall. Dr. B. E. B. OMuſik in Karlsruhe. Dem Beethovenjahr widmet das Landestheater ſechs Volks⸗Sinfoniekonzerte: im Mittelpunkt des erſten ſtand das Violinkonzert D⸗dur, das Guſt. Have⸗ mann männlich ſtark, ohne Untertauchen in abgründige Jen⸗ ſeitsgefühle interpretierte. Joſef Krips dirigierke den Abend nicht ganz gleichmäßig. Dr. Brückner gab ſeinen erſten Paganini⸗Abend: man hörte den Künſtler faſt unbe⸗ kannte Kompoſitionen des Italieners mit erſtaunlicher Technik geigen. Was Brückner ſoliſtiſch bot, packte den Liebhaber des Geigenſpiels ungewöhnlich; was er mit dem Gitarrenvirtuoſen Heinrich Albert(München) zuſammen an Sonaten ſpielte, entzückte reſtlos und verſetzte unmittelbar in eine römiſche Oſteria. Dieſe nur ganz ſelten zu hörenden Konzertnum⸗ mern von hohen muſikaliſchen Werten müßten überall mit ebenſo großem Erfolg wie in Karlsruhe von den beiden ſe⸗ rufenen Künſtlern geſpielt werden; ihre Wirkung aufs muſik⸗ liebende Ohr iſt verblüffend. Pr.R ——— längere Ausſprache. ter Betrag vorgeſehen. kehrs, wie Pferdefuhrwerk und Beleuchtung der Langholz 0 90 F J. Seite. 488 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) —2— 23 8 Sitzung des Bad. Verkehrsverbandes Unter ſtarker Beteiligung der Vertreter des ganzen Lan⸗ des hielt der Badiſche Verkehrsverband am letzten Samstag in Karlsruhe ſeine Sitzung ab. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präſidenten des Badiſchen Verkehrsverbandes, Generaltonſul Meuzinger, ergriff Syndikus Rieger das Wort zu einem kurzen Reſerat über die allgemeine Tä⸗ tigkeit des Verbandes und Entwicklung des Fremdenverkehrs im Jahre 1926. Im Vexlaufe der Ausſprache kam der Wunſch zum Aus⸗ druck, die Bearbeitung einer Statiſtik über den Fremdenver⸗ lehr in Angriff zu nehmen. Miniſterialrat Dr. Scheffel⸗ meier erklärte, daß das Statiſtiſche Landesamt ſchon längſt dieſer Frage näher getreten wäre, daß aber Perſonalmangel vorläufig die Inangriffnahme verhindert habe, Generalkonſul Menzinger ſagte zu, daß das Gerippe dieſer Statiſtik vom Verband bearbeitet würde. Zu dem Punkt„Kraftwagenverkehr, Straßen⸗ verhältniſſe und Autoſtraßen“ entſpann ſich eine Syndikus Rieger wies auf die Miß⸗ ſtände hin, die ſich in dieſem Jahre bei dem Umbau der Straßen ergeben haben. Beſonders der Kraftwagen⸗ verkehr habe dadurch, daß Umwege von mehreren Kilo⸗ metern gemacht werden mußten, eine ſchwere Schädigung erſahren. So ſehr es anzuerkennen ſei, daß die Straßen in Baden in einen guten Zuſtand gebracht würden, ſo ſehr müſſe auch gewünſcht werden, daß allzu große Härten während des Umbaues vermieden würden. Dieſen Ausführungen ſchloſſen ſich die Herren Brenner, Bürgermeiſter Keil⸗Triberg, Oberpoſtrat Löffler⸗Karlsruhe und Bürgermeiſter Schil⸗ ling⸗Bad Dürrheim an. Allgemein wurde betont, daß die Beſchilderung durchweg ſehr zu wünſchen übrig laſſe, daß während des Umbaues der Straßen für den Verkehr große Hemmungen entſtehen und daß in die Aufſtellung des Bauyrogramms mehr Syſtem kommen müſſe. Die Vergleiche mit der Schweiz und dem beſetzten Gebiet zeigen, das Baden in dieſer Beziehung noch viele Wünſche zu erfüllen habe. Oberregierungsrat Seeger dankte für die Anregungen, die dem Finanzminiſterium hier gegeben würden. Die badiſche Regierung meſſe dem Kraftwagenverkehr die größte Bedeu⸗ tung zu, was auch ſchon aus einer Denkſchrift des Finanz⸗ miniſteriums an den Badiſchen Landtag hervorgehe, die 65 Millionen Mark für den Ausbau der Straßen in Baden innerhalb der nächſten 10 Jahre vorſehe. Die Zeit ſei jetzt auf 5 Jahre herabgeſetzt worden. Wenn in dieſem Jahre in allen Gegenden Klagen laut geworden ſeien, ſo habe es daran gelegen, daß der Umfang der Vorarbeiten ſehr groß war und daß gewiſſe Uebergangskrankheiten zu überwinden geweſen ſeien. Das Straßennetz des Badnerlandes ſei an ſich nicht zu ſchwach für die Vorausſetzungen eines modernen Kraſtwagenverkehrs. Nur können Straßen, die von vorn⸗ herein ziemlich ſchmal angelegt ſeien, nicht ohne einen großen Aufwand an Mitteln verbreitert werden. Der Redner behan⸗ delte dann noch kurz das große Autoſtraßenprojekt Mai⸗ land— Hamburg. das heute noch keine beſtimmte For⸗ men angenommen habe. Die badiſche Regierung ſei aus dieſem interationalen Profekt auch gleichzeitig Verbin⸗ dungswege in die Seitenlinien des Badnerlandes zu ſchaffen. Herr Brenner tritt nochmals für Einrichtung von Ausweichſtellen auf den Straßen ein. Verkehrsdirektor Lacher⸗Karlsruhe bittet, das Miniſterium möge rechtzeitig Generalſtraßenpläne ausarbeiten und dieſe im ganzen Lande bekanntgeben. Bürgermeiſter Dr. Amberger⸗Heidelberg erſucht um nähere Angaben über das Bauprogramm 1927, worauf Oberregierungsrat Seeger mitteilt, daß die Bau⸗ arbeiten im ganzen Lande gleichmäßig verteilt ſeien und daß ſoſche Gebiete beſonders berückſichtigt werden müßten, wo die Erwerbsloſennot am größten und der Verkehr am ſtärkſten ſei. Für die Beſeitigung verkehrsßemmender Kurven und für eine moderne Begradigung der Straßen ſei ein beſtimm⸗ Kleinere Fragen des Straßenver⸗ wagen, wurden kurz behandelt. Im Mittelpunkt der Tagung ſtand die Frage des Sinterfahrplaus, der wegen ſeiner erheblichen Be⸗ ſchränkungen bekanntlich zu einer ſcharfen Proteſtverſamm⸗ Iung in Triberg geführt hat, die ſcharfe Angriffe gegen die Reichsbahndirektion Karlsruhe und den Badiſchen Verkehrs⸗ verband richtete. Syndikus Rieger verwahrte ſich mit aller Entſchiedenheit gegen die erhobenen Angriffe, die völlig un⸗ begründet ſeien. Ein Vergleich mit den Zugsbeſchränkungen in den übrigen Ländern ergäbe, daß die Verhältniſſe in Baden durchaus nicht ſo ungünſtig ſeien, wie ſie in Triberg geſchildert wurden. Selbſtverſtändlich ſeien die Beſchrän⸗ kungen des jetzigen Winterfahrplanes als außerordentliche Härten zu empfinden. Der Berband habe aber von jehe; Wert darauf gelegt, mit rein ſachlichen Argumenten zu ar⸗ beiten und ſeine Forderungen bei der Reichsbahndirektion vorzubringen. Gerade der Schwarzwald und das Bodenſee⸗ gebiet ſei vom Badiſchen Verkehrsverband in dieſen Fragen immer mit allem Nachdruck bei der Reichsbahndirektion Karlsruße vertreten worden. Es gehe nicht an, daß man dem Vadiſchen Verkehrsverband in dieſer ungerechtſertigten Form ſolche Vorwürfe machte. Generalkonſul Menzinger bedauerte den Ton, mit dem man in Triberg gegen den Ba⸗ diſchen Verkehrsverband Sturm gelaufen ſei. Bürgermeiſter Keil⸗criberg betont, daß auch der Schwarzwald ausreichende Berkehrsmöglichkeiten haben müſſe, dies umſomehr, als ein Bedürfnis für die ausgefallenen Züge vorhanden ſei. Oberregierungsrat Fingado legte die Gründe dar, welche die Reichsbahndirektion Karlsruhe veranlaßten, dieſe Zugsbeſchränkungen im Schwarzwald eintreten zu laſſen. Auf der Schwarzwaldbahn ſeien die Schnellzüge D 152/D 153 im letzten Winter dauernd ganz unzureichend beſetzt geweſen, oſt ſo geruing, daß für den Geſamtverkehr ein Wagen aus⸗ gereicht hätte. In Berückſichtigung, daß in dieſem Winter⸗ ſahrplanabſchnitt die beſchleunigten Perſonenzüge 1452/1453 auf der Schwarzwaldbahn erſtmals dauernd beibehalten wer⸗ den, die für das Land Baden von erheblicher Bedeutung ſeien, wäre es nicht möglich, daneben noch die Züge D 152 und D 153 dauernd zu führen. Im Intereſſe des badiſchen Schwarzwaldes habe man aber dieſe Züge während der Zeit beibehalten, zu der ſie von der Schweiz, von Konſtanz nach und von Chur fortgeſetzt würden. Dadurch werde dem Winterſportverkehr in ausreichendem Maße Rechnung ge⸗ tragen. Verkehrsdirektor Lacher bezeichnet es als wün⸗ ſchenswert, wenn die Vormittagsverbin dung nach Mannheim und die Abendverbindung Heidelberg—Karls⸗ ruhe auch während des Winters beibehalten würde. An der weiteren Ausſprache beteiligten ſich weiter die Herren Bieringer, Amtsgerichtsdirektor Dr. Wolfhard⸗ Mannheim und Prof. Dr. Walter⸗Mannheim, Bürger⸗ meiſter Dr. Kefer⸗Badenweiler bat, daß der Zug D 86 in Müllheim halte, was von Miniſterialrat Dr. Scheffelmeier lebhaft unterſtützt wird. Hierauf wurde einſtimmig noch eine Entſchließung wegen der Elektrifizierung der badiſchen Bahnen angenommen. Oberregierungsrat Seeger führte hierzu aus, daß die Verhandlungen hierwegen nicht abgebrochen ſeien und daß der Herr Finanzminiſter vor einigen Tagen erſt anläßlich eines Beſuches des Schwar⸗ zenbachwerkes mit Generaldirektor Dorpmüller eingehend die Frage behandelt und nochmals auf die Wichtigkeit der Elektrifizierung für Baden hingewieſen habe.— Nach vier⸗ ſtündiger Dauer konnte die angeregt verlaufene Sitzung ge⸗ ſchloſſen werden. Kommunale Chronik 50 Millionen⸗Anleihe der Stadt Frankfurt genehmigt * Wiesbaden, 21. Okt. Der Bezirksausſchuß erteilte in ſeiner geſtrigen Sitzung die Genehmigung zuc Aufnahme der 50 Millionen⸗Anleihe(Inlandsanleihe) durch die Stadt Frankfurt. Mit Hilfe dieſer Anleihe ſollen u. a. die Koſten zu den Bauten einer großzügigen Markthalle für den Umſchlagsverkehr, für ein ausgedehntes Wohnungsbau⸗ programm und für die neue Alte⸗Brücke gedeckt werden. * L. Reilingen, 18. Oktör. Die ſechs Wochen zur Erholung auf dem Heuberg weilenden 16 Kinder wurden dieſer Tage von Bürgermeiſter Römpert und einem Gemeinderat abge⸗ holt.— In der jüngſten Gemeinderatsſitzung wurde der Ankauf eines Farrens auf dem Radolfszeller Zuchtvieh⸗ markt durch Anton Schildoͤknecht genehmigt.— Der orts⸗ polizeilichen Vorſchrift über Strandbäder wurde zugeſtimmt. — Zur Verbeſſerung der Feldwege werden vom Porphyrwerk Doſſenheim 4 Waggon Schotter beſtellt.— Die vom Forſt⸗ amt Schwetzingen der Gemeinde zuerteilte Streufläche im Hardtwald mit einem Areal von 10,53 Hektar wurde an⸗ genommen. 98 0 st. Mosbach, 18. Okt. Um dem altertümlichen Stadtbild gerecht zu werden, genehmigte der Gemeinderat die Er⸗ ſtellung von vier Kleinwohnungen in Riegelfachwerk, ferner die Inſt andſetzung des Rathauſes und des Krie⸗ gerfriedhofes nach den Plänen des Stadtbauamtes. Die Stadtgemeinde will zur Ausbeſſerung des Brennerſchen Weh⸗ res durch Lieferung von Steinen und Holz einen entſprechen⸗ den Beitrag leiſten und die Arbeit auf dem Wege der pro⸗ duktiven Erwerbsloſenfürſorge durchführen.— Genehmigt wurde ferner die neue Marktordnung für den Zucht⸗ und Milchviehmarkt, ſowie der Entwurf der Satzung des Bezirks⸗ krankenhauſes. UL Triberg, 10. Okt. In dem ſtädtiſchen Voran⸗ ſchlag, der dem Bürgerausſchuß am 19. Oktober zur Ge⸗ nehmigung vorliegt, erſcheinen 72 900 4 für Gemeindever⸗ waltung, 14000 für Sicherheitsdienſt, Aufwendungen für öffentliche Straßen, Wege, Nätze und Anlagen mit 44700 4, die Volksſchule mit 15 400 4, die Realſchule mit 23 400 4, die Gewerbeſchule mit 6500, die Handelsſchule mit 4800 /, die Armenpflege mit 14350 4, die allgemeine Wohlfahrtspflege mit 40 000 4. Die Gemeindebetriebe erbringen einen Ueber⸗ ſchuß von 32 700 4. Das reine Steueraufkommen iſt mit 160 200/ vorgeſehen. Zur Deckung des ungedeckten Auf⸗ wandes von rund 78 000 iſt ein einhettlicher Umlageſatz von 60 Pfg. vorgeſchlagen. Aus der Pfalz * Speyer, 21. Okt. Die Speyerer Volksbank hiell geſtern im Speyerer Brauhaus ihre 122. ordentliche Vertreter⸗ (General)Verſammlung ab. Direktor Eiſele erſtattete den Bericht über das abgelaufene 1. Semeſter 1926. Die Entwick⸗ lung der Volksbank war im erſten Halbjahr 1926 ausge⸗ zeichnet. Der Umſatz beträgt von einer Seite des Haupt⸗ buches 38 Millionen RM. Die Bilanzſumme iſt auf 4331 000 RM. angewachſen, was im Vergleich mit den Zahlen des 30. Juni 1925 eine Erhöhung von 1,2 Millionen bedeutet. Die Spar⸗ und Depoſiteneinlagen ſind auf 2,2 Millionen au⸗ gewachſen gegen 781000 RM. am 30. Juni 1925. Die Bank konnte alle an ſie herantretenden Kredit⸗Anſprüche aus eigenen Mitteln voll befriedigen. Die Mitgliederzahl beträgt 3528. * Weiſenheim, 21. Okt. Der Ertrag des Weiß⸗ herbſtes, der jetzt ſo ziemlich beendet iſt, läßt einen ausge⸗ ſprochenen Glücksherbſt erkennen. Während in einzelnen Lagen nur—3 Logel geerntet wurden, ſtellt ſich das Ergebnis in anderen Lagen wiederum, die vom Froſt verſchont geblieben ſind, als Vollherbſt dar. Die Qualität iſt zufriedenſtellend. Es wurden Moſtgewichte von 75—103 Grad ſeſtgeſtellt. Dem⸗ entſprechend iſt 5 der Preis recht anſehnlich. Im allge⸗ 0 meinen wurde das Logel zu 30—35 Mk. abgeſeßt. * Bad Dürkheim, 20. Okt. Der 3s Jahre alte Winzer Jakob Melbert geriet heute mittag mit ſeinem im gleichen Hauſe wohnenden 68 Jahre alten Bater, dem Landwirt Philipp Melbert, in Streit. Dieſer ging ſoweit, daß Philipp Melbert, wie behauptet wird, in Notwehr, eine Hacke er⸗ griff und mit dieſer auf den Sohn einſchlug. Letzterer erhielt ſo erhebliche Schädelverletzungen, daß er bewußtlos in das Krankenhaus überführt werden mußte. Der alte Melbert ſ8 ſich ſelbſt der Polizei, wo er heute nachmittag verhört wurde. * Lambrecht bei Neuſtadt a. d. Höt., 21. Okt. Im Garten der Textilfachſchule hatten ſich zwei Diebe an die dort be⸗ findlichen Obſtbäume gemacht und bereits ſchon einen Ruck⸗ ſack mit Birnen bereitgeſtellt, um mit ihm das Weite zu ſuchen. Aber da, o Schreck, trat der eine der Miſſetäter in eine Fuchsfalle und ward jämmerlich geſangen. Der Kumpan ergriff die Flucht. Herbeieilende Leute befreiten auf die Hilferufe hin den Obſtdieb aus ſeiner mißlichen Lage, wofür er aber einen recht kräftigen Denkzettel auf Pfäl⸗ zer Art mit auf den Heimweg nehmen mußte. * Wachenheim, 21. Okt. meinen mit Ausnahme der Großgüter beendet. Das Er⸗ trägnis hat ſich doch noch in den verſchiedenen Lagen, die in der Hauptſache vom Froſt verſchont geblieben ſind, als überaus gut herausgeſtellt. An Moſtgewichten wurden erzielt 110 und 112 Grad nach Oechsle. Das Verkaufsgeſchäft iſt gegenwärtig ruhig. Einzelne Preiſe wurden genannt, die ſich in der Höhe von 1500 Mk. für die 1000 Liter bewegten, doch kam es bis jetzt zu keinem Kaufabſchluß. * Germersheim, 21. Okt. Ein Fuhrknecht aus Bellſeim ließ hier auf der Rheinbrücke, weil er wider ſeinen Willen noch eine Fahrt unternehmen mußte, ſeine Wut hierüber an ſeinem de aus, indem er ſtändig mit großer Gewalt an der Trenſe riß, mit der herumgedrehten Peitſche das Pſerd fortgeſetzt auf die Naſe ſchlug und mit ſeinem Fuß gegen den⸗ Leib trat. Erſt als Straßenpaſſanten ſich gegen die rohe Hand⸗ lungsweiſe verwahrten und dem Fuhrknecht mit Anzeige drohten, ließ er von ſeinen Quälereien ab, wegen deren er nunmehr vor Gericht kommt. Nachbargebiete * Worms, 21. Okt. Bei den in der letzten Zeit vorgenom⸗ menen Milchunterſuchungen wurden zwei ganz kraſſe Fälle von Milchfälſchung feſtgeſtellt und zwar wurde in einem Falle ein Waſſerzuſatz von 30 Prozent, in dem andern Falle ſogar von 53 Prozent ſeſtgeſtellt. : Mainz, 20. Okt. Auf dem hieſigen Hauptbahnhof wurde dieſer Tage ein 12jähriges Mädchen in Schutzhaſt genommen. Bei dem Verhör ergab ſich, daß es ſich um eine kleine Aus⸗ reißerin handelt, die vor einigen Tagen mit einem entwende⸗ ten Geldbetrag ihren Eltern in Köln durchgebrannt iſt. :: Frankfurt, 21. Okt. Heute vormittag überholte ein von Oberrad kommender Radfahrer einen in gleicher Richtung fahrenden Laſtwagen einer Sachſenhäuſer Firma. Kurz darauf geriet er mit dem Rade in die Trambahnſchiene, ſodaß er ſtürzte und ſo unglücklich vom Rade fiel, daß der kurz hin⸗ ter ihm fahrende Laſtwagen ihm über den Kopffuhr, ſo⸗ daß der Tod ſofort eintrat. Der Name des Verunglückten konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. —————————————— 3 Nimmbe Fauseche SodenerxMineral-Pasfillen —— Das geheimnisvolle Arteil Von Richard Rieß Viktor Hermann Schnudius, der Dichter des Dramas „Die ſchaumgeborene Venus“, fuhr eines ſchönen Vormittags von Görlitz, ſeiner Vaterſtadt, nach Berlin, um, empfohlen durch ein Schreiben des heimatlichen Theaterdirektors, ſeines Stammtiſchfreundes, mit dem hauptſtädtiſchen Theaterverlag, dem„Neun⸗Muſen⸗Verlag“, wegen Uebernahme ſeines Wer⸗ kes und Vertriebes an die Bühnen der Welt in Verbindung zu treten. 9 Der von guter Kundſchaſt Empfohlene brauchte nur zwei Stunden zu warten, ehe Direktor Roſenfinger, der gerade damit beſchäftigt war, mit einem Direktor und zweien ſeiner Hausdichter eine langwierige Partie Ecarté zu Ende zu füh⸗ ren, ihn ins Allerheiligſte bitten ließ. „Ich bin zwiſchen zwei wichtigen Konferenzen,“ ſagte Roſenfinger, dem der Wunſch nach Revanche auf der Seele brannte,„aber da mein guter Freund Merker Sie ſchickt, ſo bitte ich Sie, mir zu ſagen, was Sie zu mir führt.“— Um⸗ ſtändlich holte der Dichter Schnudius eine Anzahl dicht⸗ beſchriebener Bogen hervor: ſeine geſammelten Werke. „Darf ich's Ihnen vorleſen?“ fragte Schnudius, der aus Görlitz ſtammte. Direktor Roſenfinger konnte ſich eines Lä⸗ chelns nicht erwehren. Er ſprach von der Notwendigkeit in⸗ nerer Sammlung, die für den wahren Kunſtgenuß unerläß⸗ lich ſei, und forderte den Dichter auf, ihm das Manuſkript für ganz kurze Zeit anzuvertrauen. Direktor Roſenfinger legte die Manuſkriptblätter, denen er die Viſitenkarte mit der Adreſſe des Dichters beigeheftet hatte, zur Seite, klingelte und ließ Theaterfürſten und Haus⸗ dichter zur Wiederaufnahme der begonnenen Beratungen bit⸗ ten. Er wollte im übrigen diesmal genau aufpaſſen, wie es käme, daß der Dichter Grünzinger faſt immer den„Köni melden durfte. 5 Während derlei Sorgen das Haupt des„Neun⸗Muſen⸗ Verlages“ quälten, fuhr der Dichter Schnudius hoffnung⸗ geſchwellt nach Görlitz zurück. Er verſtaute ſeine Manuſkript⸗ mappe in ſeinem Bücherſchrank. Dort blieb ſie zwei Tage liegen. Erſt am dritten holte er ſie hervor, da er, des Ruh⸗ mes eines Dramatikers ſicher, nun daran gehen wollte, für ſeine Novellen einen Verleger zu ſuchen. Wie aber wurde ihm, als er, auf der Suche nach der Noyelle„Im Strom ver⸗ loren“, das Dramen⸗Manuſkript jäh erblickte? Er hatte dem „Neun⸗Muſen⸗Verlag“ verſehentlich die Novelle dagelaſſen — Was war da zu tun? Die koſtbarſte Zeit durch ſeine Nach⸗ läſſigkeit verſchwendet! Er wollte aufs Telegraphenamt, drahtlich ſeine Entſchuldigung ſtammeln. Morgen wieder nach Berlin... das Manuſkript austauſchen... Aber, er konnte nicht weiter denken, da die Flurglocke anſchlug. Draußen nahm er ein kleines Päckchen in Empfang: Poſtſtempel Ber⸗ lin und Abſenderin— die Verlagsfirma. Mit zitternden Händen löſte Schnudius, der Dichter, den Umſchlag. Er fand 601 das Manuſkript der Novelle, und folgenden rief: „Sehr geehrter Herr! Wir haben Ihr Drama mit dem größten Intereſſe geleſen. Der erſte Akt hat auch einen ungeheuer ſtarken Eindruck auf uns gemacht. Leider hält der zweite nicht ganz, was der erſte verſprach, und der Schluß zeugt von dem techniſchen Ungeſchick des Anfängers. Deshalb ſenden wir Ihnen Ihr ſonſt hochbefähigtes Werk zurück und bitten Sie, Ihr nächſtes Stück wiederum zur Lektüre einzuſenden. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebene Niedergeſchlagen hielt der Dichter Schnudius den Brief in den Händen. Er ſtammelte:„Und dabei iſt die„Schaum⸗ geborene Venus“ ein Einakter!“ Kunſt und Wiſſenſchaſt ( Südweſtdeutſcher Hilfsſchulverband. Am Samstag, 30. Oktober, findet in der Aula des Lehrerinnenſeminars Karlsruhe die 6. Hauptverſammlung ſtatt. Dabei in⸗ tereſſieren neben den internen ſchuliſchen Fragen beſonders die auch für Nichtmitglieder zugänglichen Vorträge des Herrn Amtsgerichtsdirektors Dr. Kley aus Mannheim über „Die geiſtig Armen und das Strafgeſetz“ und des Direktors des pſychologiſchen Inſtituts in Hannover, Herrn Dr. Hiſche über„Die geiſtig Armen in Schule und Beruf.“ Die hier gewählten Themen zeigen, in welch inniger Verbindung die Hilfsſchule mit den Pſychiatern und Juriſten arbeitet in Intereſſe der ihnen anvertrauten Schüler; denn nur zu viel ſind die Schwachen im Geiſt infolge der ihnen zugleich mangelnden Energie des Willens den Verführungen und damit den Verfolgungen durch das Straf⸗ geſetz ausgeſetzt. Durch die vom badiſchen Unterrichtsmini⸗ ſterium von Zeit zu Zeit veranſtalteten Kurſe zur Ausbil⸗ dung von Lehrern an den mit ſchwach befähigten Kindern be⸗ ſuchten Hilfsſchulen werden die Lehrer mit der Bedeutuug der Heilpädagogik und ihrer Anwendung bei ihren Zöglingen 0 bekannt gemacht. Auch nach der Entlaſſung aus der Schule halten die Lehrer noch Fühlung mit ihren ehemaligen Schülern und ſuchen beſonders auf ſie einzuwirken, daß ſie in den ihnen verſchafften Lehrſtellen ausharren; denn die Willensſchwachen erliegen nur zu gern den Verführern, was beſonders bei Mädchen ſehr ſchwer ins Gewicht fällt. Als künftige Bürger des Staats ſtehen aber auch dieſe Zöglinge unter der Strenge des Strafgeſetzbuches; doch würde es ein Unrecht bedeuten, wenn ſolche intellektuell Minderwertigen die gleiche Schärfe der Strafe empfinden müßten wie Voll⸗ ſinnige. Aus dieſem Grunde arbeitet der Richter zuſammen mit den Erziehern, und ſo iſt es ſehr zu begrüßen, daß die Tagesordnung des Südweſtdeutſchen Hilfsverbandes die oben genannten Themen zur disjährigen Behandlung aufweiſt. ws i Der Verkauf koſtbarer Gobelins. Eine berühmte Serie von acht Gobelins aus dem Beſitz des Herzogs von Rutland wird jetzt zum Verkauf ausgeboten. Es handelt ſich um Bildteppiche, die 1769 auf Befehl Ludwigs XIV. zum Ge⸗ ſchenk für den Herzog de la Vrilliere, einen ſeiner Miniſter, ausgeführt wurden und bei der kürzlichen Ausſtellung fran⸗ zöſiſcher Rokokokunſt in London die größte Bewunderung er⸗ regten. Sie ſind von dem berühmten Wirker Andran ange⸗ fertigt und zeigen Bilder aus der Geſchichte des Don Quichote, die von Coypel entworfen wurden. Der fünfte Her⸗ Jzog von Rutland kaufte dieſe berühmten Gobelins in Frank⸗ reich im Jahre 1799. Marineblau Die Grundfarbe der Marineuniformen aller ſeefahrenden Staaten iſt blau. Die Nebenfarbe iſt weiß. Beide Farben ermöglichen eine Reihe kleidſamer Zuſammenſtellungen. Dieſe Farben wurden nun nicht etwa, wie vielfach angenommen wird, aus Zweckmäßigkeitsgründen mit Rückſicht auf den Schiffsdienſt gewählt, ſondern ſie danken, wie ſo vieles im Leben, einem Zufall ihre Einführung. König Georg II. von England dachte zuerſt daran, den Matroſen ſeiner ſich damals zuſehends entwickelnden Flotte eine Uniform wie dem Land⸗ heere zu geben. Der urſprüngliche Plan war, die Uniformen blau und rot zu geſtalten nach den Hauptfarben der Union Jack. Kurz vor der Entſcheidung im Jahre 1730 ſah König Georg die Herzogin von Bedford in einem blauen mit Weiß beſetzten Reitkleide und dem bekannten„Matroſenkragen“. Dieſe Machart und dieſe Zuſammenſtellung der Farben ge⸗ fielen dem König ſo ſehr, daß er ſie als Grundtyp und Grund⸗ farben bei der Kriegsmarine einführte. Dieſe Uniform über⸗ nahmen mit kleinen Abweichungen alle ſeefahrenden Staaten. ˖ Die Weinleſe iſt im allge⸗ Freitag, den 22. Ortober 1926 0 * der Schwaben vorgeführte Reigen, JGreitag, den 22. Oktober 1926 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 489 Gportliche Schwimmen Nationale Schwimmwettkämpfe in Stuttgart Am Sonntag veranſtaltete der Schwimmerbund Schwaben Stuttgart ſeine 16. verbandsoffenen Wettkämpfe im ſtädtiſchen Schimmbad, die unter reger Anteilnahme der Bevölkerung einen glänzenden Verlauf nahmen. Die Beſetzung war her⸗ vorragend und lieferten die prachtvollen Kämpfe den klaren Beibeſs, daß der Schwimmſport im Kreis V(Süddeutſchland! ſich in ſtark aufwärtsſteigender Kurve befindet. Der Veran⸗ ſtalter wartete mit einer Rennmannſchaft auf, die zu den beſten Hoffnungen berechtigt und die an die Glanzzeiten eines Schneefuß, Walz etc. erinnert. Vereine wie Ulm, Göppingen, Nürnberg brachten Sprintermaterial an den Start, daß jedem Sportsmann das Herz höher ſchlägt. Nun zu den Kämpfen ſelbſt. Gleich die Eröffnungsſtaffel 10* 2 Bahnen beliebig ſah Schwaben⸗Stuttgart und Göppingen, nachdem beide be⸗ reits in verſchiedenen Läufen überlegene Sieger waren, in totem Rennen als Sieger. Stuttgart verzichtete auf noch⸗ malige Austragung des Rennens, ſomit Göppingen die Siegerplaketten überlaſſend. Auch Mannheim lag in dieſem Rennen, doch war der Erfolg ausſichtslos, da allein 4 Mann Erſatz ſchwammen. In vorſtehendem Rennen wurde der be⸗ ſtehende Bahnrekord von:19,6 Min. von beiden Siegern um beinahe 2 Sekunden unterboten. An Göppingen fiel ferner die Jugendfreiſtil⸗ und Knabenlagenſtaffel, wodurch der vor⸗ zügliche Nachwuchs der Hohenſtaufenſtadt erneut unterſtrichen wird. Der Veranſtalter ſelbſt konnte nach ſtets wechſelvollen heißen Kämpfen noch folgende Erfolge buchen: Die 2. Senior⸗ Iagenſtaffel gegen Göppingen, Mannheim und Frankfurt; 2. Seniorbruſtſtaffel 3 4 Bahnen gegen Göppingen, Mann⸗ heim und Nürnberg ſowie die Freiſtilſtaffel für Herren über 35 Jahre, die nach anfänglichem Kopf⸗an⸗Kopfrennen mit Mannheim eine ſichere Beute des altbekannten Kämpen Walter Schneefuß wurde. Ulm ſicherte ſich in famoſem Sport die Seniorſchwellſtaffel——.—.2 Bahnen mit acht Zehntel Sekunden Vorſprung vor den blendend ſchwimmenden Nikar⸗ leuten Heidelberg. Wencher⸗Ulm gewann in neuer Bahn⸗ rekordzeit von 33,8 Sek.(35) des Streckentauchen in ſeinem raffinierten Seitezug vor Augsburg und Schwaben⸗Stuttgart. Die Mannſchaft des 1. F. C. Nürnberg gewann durch famoſes Schwimmen des Schlußmannes Ripfer die Juniorfreiſtil⸗ ſtaffel 4& 4 Bahnen beliebig mit erheblichem Vorſprung vor Göppingen, Cannſtatt und Stuttgart. Ferner konnte Nürn⸗ berg das Waſſerballſpiel gegen Schwaben gewinnen mit dem knappen Reſultat von:4. Ripfer war auch hier überragend und hatte diesmal bei dem ſonſt forſchen Spiel einen guten Tag. Erwähnt ſei noch der von einer Altherrenmannſchaft der bei ſeinen vielen exakten Figuren viel Beifall auslöſte. Nachſtehend die Reſultate: Ergebniſſe: Freiſtilſtaffel: 10 mal 2 Bahnen: 1. Schwimmerbund chwaben:17,8; S. V. Göppingen:17,8(totes Rennen 2. S. V. Ulm:20; 3. S. V. Nikar Heidelberg:27,— Damen⸗ ingendbruſtſtaffel: 4 mal 4 Bahnen(Ehrenwanderpreis): 1. Schwimmerbund Heilbronn:55,2(Veit, Doſter, Dettmer, Schurr); 2. S. V. Göppingen:50,2; 3. S. V. Heidenheim 6,19. — Lagenſtaffel für Herren über 35 Jahre: 4 mal 2 Bahnen: 1. Karlsruher S. V.:07(Stetter, Meſſer, Remlinger, Groß); 2. Schwimmerbund Schwaben:07,4; 3. S. V. Mannheim:10.—d0 Zweite Damenbruſtſtaffel: 3 mal 4 Bahnen: 1. S. V. Cann⸗ ſtatt(Fiſcher, Röhm, Lohrer):26,2; 2. Schwimmerbund Schwaben:31,5.— Zweite Senior⸗Lagenſtaffel: 4 mal 4 Bahnen(Ehrenwanderpreis): 1. Schwimmerbund Schwaben (Wochele, Jerger, Kretzſchmar, Tafel); 2. S. V. Göppingen :30,1; 3. 1. Frankfurter S. C.:31,4.— Junior⸗Freiſtilſtafſel: 4 mal 4 Bahnen: 1. F. C. Nürnberg:15,1(Mißlbeck, Schlöt⸗ ter, Waldinger, Kipfer); 2..V. Göppingen:19; Cannſtatt:19,2; 4. Schwimmerbund Schwaben:20,1.— Erſtes Senior⸗Freiſtilſchwimmen: 6 Bahnen: 1. Eugen Grop⸗ per, S. V. Augsburg:31,1; 2. Erich Günter, S. V. Göppingen 3. S. V. 0 Rundſchau :32,2; Jugend⸗Freiſtilſtaffel: 4 mal 2 Bahnen(Ehrenwander⸗ preis). 1. S. V. Göppingen 1 1,51(Fuchs, Boſtel, Joſt, Rau). 2. S. V. Göppingen II 1,57. 3. Schwimmerbund Schwaben 1 :00,7. 4. S. V. Göppingen III.:01. J. Seniorſpringen(8 Sprünge). 1. Paul Scheck,.V. Delphin, 99,36 Punkte. 2. Paul Streuff, Schwimmerbund Schwaben, 84,14 Punkte. 3. Erwin Knoll,.V. Delphin, 78,37 Punkte. 4. H. v. Gehlen, S. V. Göppingen, 71,30 Punkte. I1. Senior⸗Bruſtſtaffel, 3 mal 4 Bahnen(Ehrenwanderpreis). 1. Schwimmerbund Schwaben :86(Kretzſchmar, Horſtmann, Wochele). 2..V. Göppingen :38,2. 3. 1. F. C. Nürnberg:50,2. 4. S. V. Mannheim:52,2. Freiſtilſtaffel für Herren über 35 Jahre: 4 mal 2 Bahnen. 1. Schwimmerbund Schwaben:52,2(Klumpp, H. Stellrecht, M. Schneefuß, W. Schneefuß). 2..V. Mannheim 1,55. I. Senior⸗Streckentauchen: 1. H. Wencher,.V. Ulm, 50 Meter 33,8. 2. Weber,.V. Augsburg, 50 Meter 40,9. 3. Koch,.V. Göppingen, 50 Meter 42,4. Knaben⸗Lagenſtaffel: 3 mal 2 Bahnen(Ehrenwanderpreis). 1..V. Göppingen 1139,8 (Schwarz, Schulze, 5 2. Schwimmerbund Schwaben :48,9. 3. 1. Bad. S. C. Pforzheim:49,8. 4..V. Cannſtatt :52,6. II. Senior⸗Freiſtilſtaffel, 2, 4, 6, 4, 2 Bahnen. 1. S. V. Ulm 4,24(Sigel, Jäger, Wild, Hardecker, Wencher). 2..V. Nikar Heidelberg:24,83. 3. S. V. Göppingen:29,2. 4. Schwimmerbund Schwaben:35,8. Waſſerballſpiel, 2 mal 7 Mann, 2 mal 7 Minuten. Schwimmſport 1. F. C. Nürnberg, Bezirksvertreter— Schwimmerbund Schwaben 1. Mannſchaft :4(:). Vereinsmehrkampf, beſtehend aus Nr. 7 Schwim⸗ men, Nr. 9 Springen und Nr. 12 Tauchen. 1..V. Augsburg (Gropper, Rittler, Weber) Platzziffer 5..V. Göppingen Platz⸗ ziffer 6. 3. Schwimmerbund Schwaben Platzziffer 7. Flugſport * Flugtag in Lampertheim. Wie wir erfahren, findet der am vergangenen Sonntag Flugtag in Lampert⸗ heim am kommenden Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags, bei einigermaßen günſtigem Wetter beſtimmt ſtatt. Die Heſſenflieger geben ſich alle Mühe, dem Publikum Neues im Flugſport zu zeigen. Vor allem werden neben den Kunſt⸗ flügen, die leichtmotorigen Kleinflugzeuge mit ihren Segel⸗ flügen, größte Bewunderung hervorrufen. Der mit dieſem Flugtag verbundene Fallſchirm⸗Höhen⸗Rekord begegnet über⸗ all dem größten Intereſſe und bildet ſeit einiger Zeit das Tagesgeſpräch. Der Motorradelub Worms ſtellt ſich eben⸗ falls in den Dienſt dieſer fliegeriſchen Veranſtaltung und bringt in Verbindung mit den Fallſchirmabſprüngen eine Fallſchirm⸗Jagd zur Durchführung, an der ſich Motorräder mit und ohne Beiwagen beteiligen. Wenn bei zweifelhafter Witterung am Sonntag vormittag in der Umgebung von Lampertheim Fluazeuge am Himmel erſcheinen, ſo verkünden akefind Motorengeknatter, daß der Flugtag beſtimmt attfinde 3. Richard Bartelmann, Schwimmerbund Schwaben Eiteratur » Schwimmlehrbuch. Ein Buch den Lehrenden und Ler⸗ nenden für Vorbereitung, Ausbildung und Wettkampf von Alfred Markert. Wilhelm Limpert⸗Verlag, Dresden A. 1. 262 Seiten mit zahlreichen Bildern und einer Bildtafel. Der gefälligen Aufmachung entſpricht der gediegene Inhalt. Nach⸗ em die Lehre der Schwimmkunft auf phyſikaliſche und biolo⸗ giſche Grundlagen geſtellt iſt, unternimmt es der Verfaſſer in klarer, durchſichtiger Weiſe die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Stilarten anſchaulich zu ſchildern. Den Grund⸗ lagen der ſportlichen Ausbilöͤung iſt die ihrem Wert ent⸗ ſprechende Aufmerkſamkeit geſchenkt, die Vorbereitungs⸗ und Ergänzungsübungen werden gebührend beachtet. Die Waſ⸗ ſerſpiele, beſonders der„Waſſerball“, ſind in den Lehrſtoff ein⸗ ezogen. Beſonders klar unterſtützen die beigefügten Tafeln wirkſam die Lehre des Tertes. Vor allen kann das Buch den Vereinsſportwarten und Schwimmlehrern für den Unterricht dringend empfohlen werden. —— Neues aus aller Welt Für 10 Millionen Aktien gefälſcht In Warſchau iſt man einer rieſigen Fälſchung von Aktien der„Lena⸗Goldfield Ltd.“(Aktien der Goldgruben im Uralgebiet) und von Baku⸗Aktien auf die Spur gekommen. Der Krakauer Kaufmann Karl Muſchiol erhielt von einem Geſchäftsmann aus Berlin, namens Max Klacski, für 35 000 Zloty ein Paket dieſer Aktien und legte es in dem Wechſelgeſchäft Holzer in Sukienickt nieder. Holöer ſchickte dieſe Aktien nach einer Pariſer Bank, und dort ſtellten die Kontrolleure feſt, daß die Aktien gefälſcht ſeien. Die Bank benachrichtigte Holzer, und dieſer ſetzte ſich ſofort mit Muſchiol in Verbindung und bat um Aufklärung. Muſchiol wiederum benachrichtigte Klaczki in Berlin, der erklärte, daß er die aAttien von einem gewiſſen Jox Goldberg aus Warſchau erhalten habe. Goldberg, bei dem Muſchiol vorſprach, bat ihn nach einem Hotel, wo er zwei andere Geſchäſtsmänner, namens Rubin und Drobohyſer, kennen leryen würde, die ihm den Sachverhalt aufklären würden. Vor ällem ſollte er 25 Dollars Schweigegeld erhalten. Muſchiol benachrichtigte nun die Polizei, die die Warſchauer Geſchäftsleute verhaſtete. Dem„B..“ zufolge wurden in der Warſchauer Druckerei„Merkur“ ſeit einem halben Jahr gefälſchte Aktien der genannten engliſchen Firma gedruckt. Das Per⸗ ſonal und der Beſitzer der Druckerei ſind verhaftet, ebenſo fünf weitere Perſonen, darunter auch Kormann und Rubin, die die Ausgabe der Falſifikate in verſchiedenen europäiſchen Hauptſtädten organiſierten. So wurden die Aktien verkauſt in Danzig von einem gewiſſen Daniel Engin, der die Firma Birgholz u. Co. und die Danziger Transportbank in die Affäre hineinzog; in Berlin war Klaczki der„Vertreter“, für Prag, Sofia und Paris„arbeiteten“ Lera, Rubin und Perka, für Wien Emil Sommer. Die ganze Fälſcherbande befand ſich dieſer Tage in Warſchau und bereitete ſich zur Entgegen⸗ nahme eines großen Paketes gefälſchter Aktien der polniſchen Aktiengeſellſchaft Modrzejow vor, die ebenfalls in der Drucke⸗ rei Merkur hergeſtellt worden ſind. Die ganze Fälſcherbande konnte verhaftet werden. Die Warſchauer Kriminalpolizei hat die in Frage kommenden europäiſchen Hauptſtädte von den Vorgängen unterrichtet. Von der genannten engliſchen Aktiengeſellſchaft wurden für mehrere hünderttauſend Dollars gefälſchte Aktien auf den Kapitalmarkt geworfen, in Berlin allein für 100 000 Dollars. In Warſchau meint man, daß von dieſen Aktien im ganzen für 8 bis 10 Millionen Goldmark gefälſcht worden ſeien. Außerdem ſei ein ſehr hoher Betrag Aktien der Bakü Naph⸗ thawerke gefälſcht worden. Das Papier ſtammt aus der Tſchechoſlowakei. Die Warſchauer Kriminalpolizei hat weiter feſtgeſtellt, daß man in Warſchau noch andere Aktien gefälſcht habe. Die Falſifikate ſind hauptſächlich im Ausland verkauft worden. Zu der Fälſcherbande, die die Lena⸗Baku⸗Aktien fälſchte, gehören 40 Perſonen. Die Verhaftungen in Warſchau nehmen ihren Fortgang. In Paris konnten zwei der War⸗ ſchauer Fälſcher verhaftet werden. * — Ein Gendarm im Dienſt erſchoſſen. In Herbisried wurde am Freitagmorgen Gendarmeriewachtmeiſter Thoma von Grönenbach bei der Konkrolle eines Handwerksburſchen von dieſem durch einen Schuß in den Unterleib ſo ſchwer verletzt, daß er einige Stunden ſpäter geſtorben iſt. Der Täter floh unter fortwährendem Abfeuern ſeines Revolvers. 8 feſtgenommen, verprügelt und dann der Polizei übergeben. — Der Walfiſch als Tanzſtörer. Auf dem franzöſiſchen Dampfer„La Fayette“, der ſoeben von Havanna kommt und in Frankreich gelandet iſt, ſand während der Fahrt ein großer Maskenball ſtatt, bei dem ſich die Paſſagiere vorzüglich amüſierten. Als das Vergnügen ſeinen Höhepunkt erreicht hatte, erhielt das Fahrzeug plötzlich einen furchtbaren Stoß, der das Schiff in ſeiner ganzen Ausdehnung ſchwer erſchüd⸗ terte und die Tanzenden nach allen Richtungen auseinander⸗ ſprengte. Mehrere Frauen wurden ohnmächtig, eine Panik bemächtigte ſich der Geſellſchaft und man drängte an Bord. Als man nach der Urſache des Erdbebens forſchte, ſand man, daß ein großer Walfiſch ſich in der Schraube geſangen hatte. Jeder MNantel aus unserer elgenen Fabrikation zeichnet sich durch gute Form, Qualität und Preiswürdigkeit aus. Prüſen Sie daher, bevor Sie kaufen. Winter-Uister Flausch, neuesten Formen Winter-Daletois marengo und ein- oder zweireihig Diagonal, Ratinee in N. 38.— 56.— T4.- 95. 115.- 138.- schwarze Meltons B. 56.- 72.- 86,- 98.-110.-125. Beacnten Sie unsere Fensterl HHEIri- Erres umelen een Dlaun sss Uma 658 1 mänd 9 rung eharaturen Coldwaren schnell, gewissenh., billig Mannheim 0 7, 15 N. 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September in Leipzig ſind erheblich größere Meugen auf den Markt gebracht worden als zu den letzten Auktionen, die alljährlich wieder zweimal ſtattfinden. Vor dem Kriege war Leipsig der Verkaufsplatz für etwa 80 v. H. allen ruſſiſchen Pelswerks. In dem Maßſtabe aber, wie ſich die Leipziger Lagerbeſtände im Kriege verminderten und auch wegen Mangel an Kapital nicht wieder aufgefüllt wer⸗ den konnten, traten Now Vork und Lon don allmählich als internationale Märkte an die Stelle Leipzigs. Daß Rußland auch heute noch einen großen Teil ſeiner Pelz⸗ exute dorthin bringt gegenüber nur 30 v. H. nach Leipzig, liegt vor allem daran daß es an jenen Plätzen am leichteſten Borſchüſſe auf die eingelagerten Waren bekommt. So macht 6 ſich auch hier der Kapitalmangel Deutſchlands 55 immer noch verhängnisvoll geltend. 6 Umſo wichtiger iſt es geweſen, daß die ruſſiſchen Rauch⸗ waren in Leipzig diesmal mengenmäßig wieder eine Zunahme zeigten und daß ſie auch gute Preiſe erzielten, wobei ſich ganz beſonders die amerikaniſche Nach⸗ frage nach Weißfüchſen, denen ſich die Mode zuzu⸗ wenden beginnt, bemerkbar machte. Der amerikaniſche Markt mit ſeiner rieſigen Aufpahmefähigkeit iſt auch in Rauch⸗ waren ausſchlaggebend geworden. Dort begehrte Pelzarten werden dann zu jedem Preiſe gekauft. Beſucht wurde die FF Leipziger Verſteigerung von Intereſſenten aus ganz Europa aber auch aus Nordamerika. Das iſt nicht nur deshalb wich⸗ 3 tig, weil ausländiſche Intereſſenten dann erfahrungsgemäß nicht nur auf der Verſteigerung kaufen ſondern auch außer⸗ halb dieſer und weil von der Rauchwarenzurichterei gLanze Dörſer um Leipzig leben, wo dieſe Spezialität ganz beſonders gepflegt wird. Kommt doch heute kaum noch ein Fell ungefärbt in den Handel und in die Hand des Kunden, And ſogar die ehemaligen Echtheitszeichen weiß heute die hochentwickelte Färbetechnik künſtlich herzuſtellen. So z. B. E den grauen Grund der Haare vom Sealpelz. Die Auffaſſung, daß die Kriegs⸗ und Revolutionszeit unter den edlen Pelztieren Sibiriens ganz beſonders durch verſtärkten Abſchuß aufgeräumt habe, iſt übrigens⸗ durchaus irrig. Wie der deutſche Botſchaftsrat Dr. Asmis in ſeinem ſoeben Buche„Als Wirtſchaftspionier in—(Berlin, Georg Stilke), in dem er ſeine eingehenden wirtſchaftlichen Studien zuſammengefaßt hat, 55 nachweiſt, war im Gegenteil die Pelzausbeute in Sibirien 5 in der Nachkriegszeit überall auf 50—60 v. H. der Friedens⸗ 5 geit zurückgegangen, zunächſt weil auch die Pelzjäger im 5 Felde ſtanden, dann aber, weil es ihnen ſpäter an Munition und Giften fehlte. So hat die in Jakutsk ſehr zugenommen, andrerſeits haben in der Revolutionszeit an⸗ gelegte Waldbrände die Eichhörnchen, heute mit dem Fehpelz die Hauptpelzlieferanten Sibiriens weiter in die unbewohn⸗ ten Gegenden der Taiga zurückgedrängt. Die Eichhörnchen ſind aber auch wieder abhängig von dem Ausfall der Nuß⸗ ernte. Immerhin haben ſich die Verhältniſſe jetzt wieder konſolidiert, und die Sowfetunion liefert wieder giemlich konſtante Mengen von Rauchwaren. Trrotzdem die Ruſſen in Edelpelzen(Marder, Iltiſſe uſw.), die 91 nur in beſchränkter Zahl angeboten werden, gute Preiſe ſtel⸗ len, wurde in Leipzig mehr als 74 der angebotenen Waren verkauft. An Ort und Stelle in Sibirien liegt übrigens der 35 Pelzhandel meiſt in den Händen von Amerikanern, für die der New Horker Platz dann natürlich der gegebene Markt iſt. Bemerkenswert iſt es, daß die Nachfrage nach Silber⸗ füchſen, von deren Aufszucht in den deutſchen Mittel⸗ Hgaebirgen neuerdings viel die Rede iſt, nur ganz gering war, denn von den 15 angebotenen Stücken blieben noch 5 unver⸗ kauft. Das iſt eine neue Warnung vor jedem Dilletantis⸗ mus auf dieſem Gebiet. Viele deutſche Züchter haben ſich Hlenden laſſen durch die ſehr hohen Konjunkturpreiſe der Nachkriegszeit, und mancher, der ſich von ſpekulativen Händ⸗ lern teure aber minderwertige ausländiſche Zuchttiere hat aufhängen laſſen, iſt bitter enttäuſcht von dem Preiſe von kaum über 100/ für Pelze eingegangener Zuchttiere. Auch in der Silberfuchszucht kann nur der erfahrene Fachmann auf Zuchtſarmen Erfolge erzielen und muß zufrieden ſein, wenn ſeine Arbeit ihm einen Durchſchnittsertrag von 10 v. H. einbringt. Vorläufig iſt das Angebot deutſcher Silberfuchs⸗ pelze auf den Leivziger Verſteigerungen noch minimal, da ſich die Zuchten erſt entwickeln müſſen. Daß ſich der Leipziger Markt bel dieſer ruſſiſchen Berſteigerung wieder als aufnahmefähiger erwieſen hat als bei den letzten Auktionen, ſpricht dafür, daß ſich auch hier langſam ein Wandel zum Beſſeren voll⸗ zieht. Soweit die ruſſiſchen Rauchwarxen in Betracht kom⸗ men, hängt die Entwicklung des Leipziger Rauchwaren⸗ handels ganz beſonders davon ab, in welchem Maße man den Ruſſen, die ihre Pelze nach Leiyzig zur Verſteigerung Hringen, ihre Vorräte wieder bevorſchuſſen kann. 2: Eiſen⸗ und Stahlwerke Hoeſch Ach. in Dortmund. Die HB., die den bekannten Abſchluß für 1925/26 zu genehmigen hat, wird nunmehr auf den 18. Nov. einberufen. Die Ver⸗ ſammlung hat ſich außerdem mit der Abänderung des Geſell⸗ ſchaftsvertrages über das Stimmrecht der VA. zu befaſſen. Von den insgeſamt 1050 000% VA. gewährten bisher die 300 000„ Namens⸗VA. Gruppe 1 auf je 300/ 10 Stimmen, in Sonderfällen 30 Stimmen, die 750000 Inhaber⸗BA. Gruppe 2 auf je 300 4 12 Stimmen. 12 212 n Süddentſche Metallinduſtrie Ach.— Metallbank in Frankfurt. Die ao. HV. der Süddeutſchen Metallinduſtrie AG. genehmigte die Vollverſchmelzung mit der Metallbank Frankfurt a. M. bei einem Aktien⸗ umtauſch von zwei Metallinduſtrie⸗Aktien in eine Metall⸗ bank⸗Aktie. Das Vermögen geht als Ganzes und ohne iquidation in den Beſitz der Metallbank über. Die Trans⸗ aktion wurde von der Verwaltung damit begründet, daß nach Aufnahme der Heddernheimer Kupferwerke in die Metall⸗ bank dieſe annähernd 50 pNH. des AK. der Süddeutſchen Metallinduſtrie aus dem Beſitz der Heddernheimeer Kupfer⸗ werke in ihre Hand bekommen habe. Der Reſt lag bei Nſirn⸗ berger Vorbeſitzern. Die Entwicklung der heutigen Wirt⸗ ſchaftsverhältniſſe habe gezeigt, daß die ſchon beſtehenden engen Beziehungen erſt auf dem Wege der Verſchmelzung möglichſt rationell ausgenutzt werden könnten. Auch die üübrige deutſche Induſtrie gehe ja infolge der gleichen Gründe denſelben Weg. il: Kapitalzuſammenkeguna bei Chemiſche Werke Carl Buchner u. Sohn, Abz., München. Die o.§V. am 18. Nov. ſoll neben den Regularien auch über die Umwandlung der BA. in Stl. beſchließen. Ferner ſoll das Kapital von 600 000/ Sta. 21 auf 330 000/ zuſammengelegt werden. niſch⸗Weſtfäliſches Elektrizitätswerk.⸗G. in Eſſen. e Aktien. In ber ſogenannten Erbmaſſe 98. befand ſich aus dem früher ſtarken Behrens⸗ ſchen Interxe der Roddergrube ein Poſten von etw Mill. ſbeiniſch⸗weſtfäliſche Elektrizitätsgktlen. Wie Pie F. Z. erſährt, hat vor kurzem dasRheiniſch⸗Weſtfäliſche Elek⸗ (risitätswerk bezw. ein Beauftragter von ihm dieſe rund 10 Mill./ eigene Seichelt üeſte inawiſchen verfekt geworden ſeln. Aktien zu erwerben Gelegenheit gehabt. Das * Fahrzeugfabrik Ansbach.⸗G. in Ausbach(früher Faun⸗Werte.⸗G.). Laut Reichsanzeiger iſt die Firma der Fauuwerke in Fahrzeugſabrik Ausbach.⸗G. in Ansbach ge⸗ ändert worden. Die Einladung zur Gu 125. Ott. 1926) gilt auch für die neue Firma. * Verläugerung der G. D. A. Die Geſellſchaſterverſamm⸗ lung der G. D. A. Gemeinſchaft Deutſcher Automo⸗ bilfabriten(N. A. G. Hauſa⸗Lloyd⸗Brennabor) hat eine mehrjährige Verlängerung des Geſellſchaftsver⸗ ſchof und eine Vertiefung der Gemeinſchaftsarbeit be⸗ hloſſen. 5: Anker⸗Werke AG. in Bielefeld. Der Gewinn des Gg. 1925/26 beträgt einſchl. Vortrag 264 415„,, aus dem 30/ Gewinnanteil für jede Aktie zur Ausſchüttung gelangen ſoll; 4415/ verbleiben als Vortrag. Aus der Bilanz ſind zu erwähnen: Waren 1835 336 /, Schuldner 1395 757, Wechſel 181 303 4, Gläubiger 1830 055%, AK. 2 400 000 /. Eine kleine Belebung iſt in Nähmaſchinen in letzter Zeit feſt⸗ zuſtellen, dagegen beſteht im Fahrradhandel ein Kampf aller gegen alle. :: Deutſch⸗Oſtafrikaniſche Geſellſchaft. Die HB. geneh⸗ migte den Abſchluß. Ueber die Geſchäftslage im laufenden Jahre wurde mitgeteilt, daß man hoffe, daß die Beteiligung an Siſal⸗ und Kaffeepflanzungen, wenn ſie auch billig er⸗ worben werden konnten, ſich zur Zufriedenheit entwickeln würden. Der Ausbau erfordere größere Summen, zu denen das Kapital der Geſellſchaft nicht ausreiche. Es ſei daher beabſichtigt, von den 1,25 Mill.„ Anteilen, die noch im Beſitz der Geſellſchaft ſeien, 625000 den alten Anteileignern zu 150 v. H. im Verhältnis:1 anzubieten. Von dem Reſt, der von einer Bankengruppe übernommen iſt, ſei ein Teil bereits freihändig begeben. Das kaufmänniſche Geſchäft wurde fetzt durch eine eigne Tochtergeſellſchaft im Tanga⸗ nijka⸗Gebite betrieben, und man hoffe, daß es ſich weiter zufriedenſtellend entwickeln werde. Kohlenbewirtſchaftungsfragen Keine ſelbſtändige Preisfeſtſetzung der Syndikate mehr Geſtern fand in Berlin eine gemeinſame Sitzung des Reichskohlenverbandes und des großen des Reichskohlenfrates ſtatt. Zunächſt wurden die mit Wirkung ab 1. Oktober ds. Is. bekannt gegebneen Preis⸗ erhöhungen für ſämtliche Brikettſorten und einige Stein⸗ kohlenſorten des rheiniſch⸗weſtfäliſchen Kohlenſyndikats nach⸗ träglich genehmigt, wie das bereits angekündigt worben wer. — Weiter wurde feſtgeſtellt, daß das Recht zu ſelbſtän⸗ diger Preisfeſtſetzung, das Ende 985 während der Ruhrbeſetzung dem rheiniſch⸗weſtfäliſchen Kohlenſyndikat, dem rheiniſchen Braunkohlenſyndikat und dem Aachener Stein⸗ kohlenſyndikat zuerkannt worden war, als erloſchen anzu⸗ ſehen ſei. Damit iſt der Beſtimmung des Kohlenwirtſchafts⸗ geſetzes, wonach Preisabänderungsbeſchlüſſe ader Syndikate dem Spruch des Reichskohlenverbandes und des großen Ausſchuſſes des Reichskohlenrates unterliegen, wieder volle Geltung verſchafft worden. Der Bericht über die augenblickliche Kohlenlage brachte nichts weſentlich Neues. Speziell das Ruhrſyndikat war in der letzten Hoch⸗ konjunkturzeit hauptſächlich beſtrebt, langfriſtige Lieferungs⸗ verträge hereinzubekommen, um vor allem den Kohlenabſatz nach Beendigung des engliſchen Streiks ſicherzuſtellen. In Verfolgung dieſes Zieles iſt auch wiederholt auf die Herein⸗ nahme großer, aber vorübergeßender Koniunkturgewinne ver⸗ zichtet worden. Die in ländiſche Kohlenverſorgung wurde in den Beratungen des großen Ausſchuſſes des Reichs⸗ kohlenrates als geſichert bezeichnet. H1 Steigerung ber Großhanbelsrichtzahl. Die auf den Stichtag des 20. Okt. berechnete Großhandelsrichtzahl des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegenüber dem 13. Okt. um 1,8 auf 130,0 v. H. geſtiegen. Von den Hauptgruppen haben die e infolge der geſtiegenen Getreide⸗ und Kar⸗ toffelpreiſe auf 185 angezogen, während die Induſtrieſtoffe mit 123,2 unverändert blieben. :: Deutſch⸗franzöſiſche Am Mitt⸗ woch begannen in München die Verhandlungen zwiſchen Vertretern der deutſchen und franzöſiſchen Kali⸗Induſtrie, die die Regelung der ſich aus dem Vertrag von Lugano er⸗ gebenden Einzelfragen zum Gegenſtand haben. Das Deut⸗ 83 Kaliſyndikat iſt durch Kom.⸗R. Ernſt Rechberg, Direktor Rudolf Gabriel und Direktor Bruno Thomas ver⸗ treten. Bekanntlich erſtreckt ſich die deutſch⸗franzöſiſche Ver⸗ ſtändigung auf den Kalivertrieb in allen Ländern, wobei eine gemeinſame Regelung der Preis⸗ und Abſatzfragen vor⸗ geſehen iſt. Der im April dieſes Jahres zwiſchen dem Deut⸗ ſchen Kaliſyndikat und der Société Commercielle des Mines de Poraſſe abgeſchloſſene Vertrag bedeutete die Umwandlung des bisherigen proviſoriſchen Verhältniſſes in eine dauernde Bindung, die nunmehr ihre endgültige Ausgeſtaltung er⸗ fahren wird. ꝛ: Deutſch⸗franzöſiſcher Gewinnpool bei der Elertriſizie⸗ rung Fraukreichs? Bekanntlich muß Deutſchland auf Baſis der Reparationszahlungen und des Dawes⸗Abkommens einen Teil ſeiner Zahlungen in Sachleiſtungen erfüllen. So hat die deutſche Elektritätsinduſtrie ſehr große Sachlieferungen für die Elektrifizierung der franzöſiſchen Eiſenbahnen aus⸗ zuführen. Aus Paris wird gemeldet, daß vor allem auf Betreiben von M. Loucheur die franzöſiſchen Elektrizitäts⸗ induſtrieellen eine Kombination der franzöſiſchen und deut⸗ ſchen Elektrizitätsinduſtrie verlangen, da ſie befürchten müſſen, durch die deutſchen Sachlieferungen bedeutende Auf⸗ träge zu verlieren. Dem.H. D. zufolge wird daher in franzöſiſchen Kreiſen die Bildung eines Gewinn⸗ pooles gefordert, ſo daß die erzielten Reingewinne in noch ſeſtzuſetzenden Verhältniſſen zwiſchen den deutſchen und den franzöſiſchen Elektrofirmen geteilt wer⸗ den. Mit gewiſſen Einſchränkungen wird eine Beteili⸗ gung der engliſchen und belgiſchen Elektrizitäts⸗ induſtrie an einer ſolchen Kombination für möglich gehalten. * Verhandlungen um den Beitritt der tſchechiſchen Eiſen⸗ werke zum Eiſenkartell, Nach Meldungen aus Prag haben dort Verhandlungen über den Beitritt tſchechiſcher Eiſenwerke zum internationalen Eiſenkar⸗ tell begonnen. An den Verhandlungen nehmen die führen⸗ den Perſönlichkeiten der tſchechiſchen Eiſeninduſtrie teil. 2 Portugieſiſche Bolltarifänderungen. Die Außenhandelsab⸗ tellung der Handelskammer für den Kreis Mannheim teilt mit: Durch Verordnung vom 27. September 1926 ſind eine Reihe von Holltaxiſpoſitionen des portugieſiſchen Zolltarifes abgeändert wor⸗ den. Die Abänderungen bewirken eine teilweiſe Erhöhung ſowohl der Maximal⸗ wie Minimalſätze dieſes Tarifes und betreffen in der Hauptſache Garne, Samt, Plüſch und ſamtartige Gewebe, taft⸗ bindige Gewebe aus einfachem, gebleichtem Garn oder mit irgend einer anderen Bearbeitung, gefärbte Gewebe, Schals und Tücher, Decken, einzelne oder im Stück, Wirkwaren und Wirkſtoffe, zur Er⸗ nährung dienende Oete, künſtliche Butter ſowie Zerſtäuber für land⸗ wirtſchaftliche Gebrauchszwecke. Ferner ſind vom portugleſiſchen Finanzminiſterium für die Elnfuhr von Automobilen nach Portugal folgende Kontingente feſtgeſetzt worden: Deutſchland: 100 Automobile und 40 Chaſſts, Frankreich 58 Automobile und 42 Ehaſſis, Nordamerika 90 Automobile und 30 Chaſſis, England 78 Automobile und 90 Chaſſis, Schweiz 100 Autmobile und 40 Chaſſis. Dieſe Kontingente gelten für 3 Monate und zwar ab 30. November dieſes Jahres. Nähere Auskünfte erteilt die Außenhandelsabteilung der Handelskammer L. 1. 2, Die Reorganiſation der Linke⸗Hoſmann⸗ Eauchhammer⸗A.⸗G. Zu dem in Nr. 487 kurz mitgeteilten AR.⸗Beſchluß iſt aus der Verwaltungserklärung noch nachzutragen: Die L. H. L. bringt ihre in Lauchhammer und Riſa be⸗ triebenen Unternehmungen, die geſamten Anlagewerte und Betriebe in Rieſa, Gröditz, Lauchhammer, Wittenau, Burg⸗ hammer, Elbingerode und Botterode und die dazugehörenden Beteiligungen, insbeſondere die Beteiligung bei der Stahl⸗ ſtrie AG., der Gewerkſchaft Louiſe in eine neu zu bildende mitteldeutſche Stahlwerks⸗Geſellſchaft ein, die mit einem AK. von 50 Mill./ ausgeſtattet ſein ſoll, und erhalten hierfür nominell 33 Mill./ Aktien der neuen Geſellſchaft. Gleich⸗ zeitig werden die Ver. Stahlwerke vorbehaltlich der Genehmigung ihres AR. das Weberwerk in Branden⸗ burg in die Geſellſchaft gegen Gewährung von 12 Mill./ Aktien dieſer Geſellſchaft einbringen. Die L. H. L. werden von den ihnen zufließenden nom. 33 Mill./ Aktien der neuen Geſellſchaft nom. 28 Mill. 4. an die Aktionäre verteilen unter Herabſetzung des AK. von 70 Mill./ um den gleichen Betrag von 28 Mill. /; die reſtlichen 5 Mill,/ Aktien verbleiben der L. H.., für die ein Gebot von 6 Mill. bar vorliegt. Das alsdann be⸗ ſtehende AK. von nom. 42 Mill./ wird auf nom. 21 Mill. 4 herabgeſetzt werden. Es handelt ſich in erſter Linie um die Nationaliſterungs⸗ beſtrebungen in der eiſenerzeugenden und weiterverarbeiten⸗ den Induſtrie, die bereits ihre praktiſche Auswirkung in einem Zuſammenſchluß gleichartiger Betriebe im Weſten und Oſten des Reichs erfahren haben. Für die ſchwerinduſtriellen Betriebe(Lauchhammergruppe) bietet ſich Gelegenheit, einen engeren wirtſchaftlichen Zuſammenhang mit dem zu den Ver⸗ einigten Stahlwerken gehörenden Weberwerk in Bran⸗ denburg herzuſtellen. Beide Werke umſaſſen den bei weitem größten Teil der mittel⸗ und norddeutſchen Erzeugung an Grob⸗ und Mittelbleche. Unter den heutigen Abſatzverhält⸗ niſſen iſt für jede der beiden Unternehmungen der Beſchäf⸗ tigungsgrad nicht zu erreichen, der zur wirtſchaftlichen Füh⸗ rung der Betriebe unbedingt erforderlich iſt, daher iſt beab⸗ ſichtigt, zur Herſtellung eines rationellen Betriebes einen Ausgleich bzw. eine Zuſammenlegung des Produktions⸗ programms zwiſchen dem Rieſaer Werk der Lauchhammer⸗ Grupye und dem Stahlwerk Weber herbeizuführen. Ebenſo ſchweben Verhandlungen; um das Stahl⸗ und Walzwerk Henningsdorf, deſſen Hanpterzeugnis(Feinbleche) eine wirk⸗ ſame Ergänzung des Arbeitsprogramms der beiden anderen Werke bildet, in die geylante Komhination einzubezieſſen. Es iſt beabſichtigt, der mitteldeutſchen Geſellſchaft auch die Aktien⸗ beteiltaung, die die Linke⸗Hofmann⸗Lauchhammer AG. bei der Ver. Oberſchleſiſche Hüttenwerke A6. hat, gegen Bezahlung zu überlaſſen. Schließlich wird die Linke⸗ Hofmann⸗Lauchſammer⸗Geſellſchakt eine Reihe von anderen Beteiſigungen, die nach der Abſtoßung der Stahlwerke für ſie kein Intereſſe mehr haben, noch verwerten. ————— 2: Ungünſtige Ergebniſſe der deutſchen Hagelverſicherung im Sommer 1926. Der Verband der deutſchen Hagelverſiche⸗ rungs⸗AG. teilt mit, daß der Schadenverlauf im Sommer 1926 erheblich ungünſtiger als im Vorjahre geweſen iſt. Infolge zahlreicher Unwetter waren namentlich in den preußiſchen Provinzen Schleſien, Sachſen, Hannover, Weſtfalen, Schleswig⸗Holſtein und in den Freiſtaaten Sachſen und Heſſen umfangreiche und zum Teil ſehr ſchwere Schäden zu verzeichnen. Durch die ungünſtigen landwirtſchaftlichen Verhältniſſe wurde die Verſicherungsluſt ſtark beeinträchtigt. Die Verzögerung der Ernte durch die naſſe Witterung im Sommer hat das Riſiko der Geſellſchaften erheblich ver⸗ längert. Immerhin hoffen die dem obigen Verbande an⸗ gehörenden Geſellſchaften, das Rechnungsjahr 1926 ohne Ver⸗ luſt abzuſchließen. —— Deviſenmarkt Im internationalen Deviſenverkehr ſtanden auch geſtern die Weſtdeviſen im Mittelpunkt des Intereſſes. Die Beſeſti⸗ gung war vorbörslich eine ſehr ſtarke und erſt an der Börſe trat eine kleine Reaktion ein. London—Paris wurde bis 157,50 heruntergehandelt, ſtellte ſich an der Börſe auf 158,50 und ſchloß nachbörslich auf 160,50. Es ſoll ſich hier vor allem um Deckungen für holländiſche Rechnung handeln. London gegen Mailand, das vorbörslich mit 100 eröffnete, war zu⸗ nächſt mit 110 genannt und ſtellte ſich am Schluß auf 111,50. Bemerkenswert iſt die weitere Steigerung des Dollarkurſes. Der Mittelkurs für Auszahlung New Pork ſtellte ſich geſtern auf 4,20,3. Die Erhöhung des Dollarkurſes iſt oſſen⸗ bar eine Folge des ſtarken Goldzufluſſes bei der Reichsbank, der die Leitung veranlaßte, zu einer Erhöhung zu ſchreiten. London⸗Oslo vorbörslich 19,68 und ſtellte ſich an der Börſe mit 19,50 weiter feſter. Das engliſche Pfund iſt nahezu ver⸗ ändert, trotz des Ausbleibens einer Diskonterhöhung in Eng⸗ land. Im zndelnen notieren beute vor mittag: London⸗Baxis 161,00180,30 Maild.-Schwz. 2,20 21.8” Lond.-Stocth. 16,15J18.13 Lond.-Brüſſel 17100171.50 Hodand-Schw 207.15207.25/ kond.⸗Madrid 31.8k 31.80 Lond.⸗Malld. 111,7511150] Kabel Holland 250,00250.06 Nalland-Paris] 91.15/143.75 Kabel Schweiz 518,90519,75] Lond.⸗Holland 12,12/ 12.12/Prüffel-Paris 144,25 88.25 Lond.-Schweig 25,11/ 25.13/ Sondon- Oslo. 19,60 19.50Hofland⸗Paris 13.45/ 15.45 Paris-Schweiz! 15,400 15,75J Lond.Kopenh.] 18.25] 16.25]Kabel Londong.84.6 4. 65.0 In.⸗Mk. laſſen ſich kolgende Kurſe ſeſiſtellen. London.. 20,85/ 20,87 Pragg. 12.44 12.45 Madrid 68.55 Paris.. 12,70 12.80 OS1o. 104.15 104,50 Argentinien 171.20171.20 ürich.. 61,10 81,100 Kopenhagen.111.80 111.85 Japan. 205.20 204,70 ailand.. 18,35 19,55 Stockholm. 112.35 112.35 New⸗Nort 420.2.20,3 Holland 160008 158,05J Brüſfel.. 11.65, 1195 :: Viehmarkt in Mannheim, vom 21. Okt.(Eigenbericht⸗) Zum heutigen Viehmarkt waren zugetrieben und wurden für 50 Kg. Lebendgewicht bezahlt(in RM): 19 Kälber: 80—84, 75—77, 65—70, 60—64; 24 Schafe: 32—44; 16 Schweine lalter Beſtand 158): 80—81, 80—81, 80—81, 78—80, 77—78, 76—77; 941 Ferkel u. Läufer: 13—45; 9 Ziegen; zuſam. 1167 Stück. Schweinen ruhig, Ueberſtand; mit Ferkeln und Läufern ruhig, Ueberſtand. 38 8 Berliner Metallboͤrſe vom 21. Oktober Preiſe in Feſtmark ür 1 Kg. 1. 5 20⁰. 9 Elektroſykrupfer 184.78 181.75 Alumknium in 128 Raffinabetupfer———.— Varren.14.14 Blei———.— Zinn ausl.—.——.— Rohzink Bd.⸗Pr.) 69.—-69.50 68.—69,80 üttenzinn—.——.— „(ex. Verk.)—.— Nicke 9,49-.50.40-.50 Alattenzint 80.—61.— 60.—80.50 Antimon“.151.19.13•.70 Pluminium.10.10 Silber für 1 Ge. 72.—73.— 71.7572,75 London. 21. Ottober. Metallmarkt In Eſt. f. d. eng. t. v. 1016 Kg. 20. 21. 20. 21. Biei 6 S. Kupfer Kaſſa 53,85 55.50] beſtſelect. 66,50 66.50 Zink 8 5 do, 3 W onat 29,25 59.55 Nice! + uegſber 16.50 18.75 do. Elektrol. 67.— 67.—[ Zinn Kaſſa 911.50 300.0 Regulus—— Frachtenmarkt in Duisburg⸗Muhrort vom 21. Oktober Die Geſchäftslage an der heutigen Börſe war im allge⸗ meinen ſehr feſt, was auf das erneute ſtarke Zurückgehen des Waſſers am Niederrhein zurückzuführen iſt. Die Export⸗ kohlenfrachten blieben aber ebenſo wie die Tagesmleten für Bergreiſen unverändert. und Walzwerk Henningsdorf Ac., der Siegener Eiſenindu⸗ nominell Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mit *.. — — 93 tungen Breitag, den 22. Ortoder 100 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabey 7. Seite. Nr. 4880“ Aus dem Lande 0 Schwetzingen, 21. Okt. Ein hieſiger olizeiwachtmeiſter wurde wegen Verbrechens im Dienſt(§ 50 R. Str. 69 90 itet.— Heute ſand nach längerer Unterbrechung infolge der Maul⸗ und Klauenſeuche wieder ein Schweinemarkt in Schwetzingen ſtatt. Angefahren wurden 46 Milchſchweine, davon kamen 8 Paare zum Preis von 32 bis 35 Mk. zum Ver⸗ kauf. Der Reſt blieb Ueberſtand.— Heute wurden in Schwet⸗ zingen die Saudblätter verwogen. Für den Zentner bezahlten die Käuſer, hieſige und auswärtige Firmen, 80 bis —— des 3* iſt ſehr „der Mengenausfall norma m ganzen wurden hier ca. 100 Zentner aufgebracht. 5565 8 „ c Oftersheim, 21. Okt. Hier iſt man einem großen Schwindler auf die Spur gekommen. Der 25 Jahre alte Kaufmann, Hans Röder wollte im Verein mit dem Mecha⸗ niker Paul Wirſibitzti dahier eine Art Fahrradfabrik errichten, in der Räder zum Preis von etwa 75 Mk. hergeſtellt werden ſollten. Als Wirſibitzki nicht mehr mitmachte, über⸗ nahm Röder den Betrieb auf eigene Kappe. Er ließ ſich Vi⸗ ſitenkarten drucken, auf denen er ſich als„Ingenieur“ der neuen Firma ausgab. Durch Anzeigen in auswärtigen Zei⸗ ſuchte er dann Chauffeure und Konſtrukteure, die eine aution als Intereſſeneinlage zu ſtellen hatten. Nach der beſchlagnahmten umſangreichen Korreſpondenz ſcheinen ſich ſeit Auguſt ds. Is. viele Jntereſſenten gemeldet zu haben, die dem Röder größere Geldbeträge zur Verfügung ſtellten. Zwei ewerber erkundigten ſich geſtern auf dem Rathauſe nach der uverläſſigkeit der Firma Röder& Wirſibitzki. Da die Firma nicht beſteht, wurden die beiden Kompagnons feſtgenom⸗ men und in den Ortsarreſt verbracht. Wirſibitzki wurde abends wieder auf freien Fuß geſetzt, da er nachweiſen konnte, daß er in letzter Zeit mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun gatte. Im Orte wurde, da die auswärtigen Bewerber in der irtſchaft zum Adler empfangen worden ſind, das Gerücht verbreitet, daß Röder als Werber der Fremdenlegion tätig ſei und die Leute, die ſich bei ihm meldeten, im Auto über den hein ſchaſſen ließ. Die bisherige Unterſuchung hat jedoch ieſe Vermutung noch nicht beſtätigt. Vor dem Rathauſe hatte ich geſtern abend eine etivwa 300 Köpfe ſtarke Menſchen⸗ menge angeſammelt, die den Rödergelyncht hätte, wenn er aus der Haſt gekommen wäre. UU Weinheim, 21. Okt. Das hieſige Realgymnaſium blickt heute auf ein 251ꝗähriges Beſtehen zurück. Die Anſtalt hat in 26 Klaſſen 840 Schüler untergebracht, 610 naben und 230 Mädchen. Das Endziel der Ausgeſtaltung des Weinheimer Mittelſchulweſens wird erſt dann er⸗ reicht ſein, wenn hier eine höhere Mädchenſchule er⸗ richtet wird.— Dem Oberbürgermeiſter Hügel wurde an⸗ älich ſeines 50. Geburtstages vom Stadtrat ein herzliches Schreiben nebſt einem Blumenkorb zugeſtellt.— Die Orts⸗ Aruppe des badiſchen Beamtenvereins ließ durch eine Abord⸗ nung dem Geburtstagskinde die herzlichſten Glückwünſche berbringen. * Neckargemiünd, 21. Okt. Dieſer Tage kamen zwei Laſt⸗ wagen und zwar der eine bei Neckargemünd, der andere bei leckarſteinach dem Straßengraben zu nahe. Beide Wagen üind mit ihrer füßen Laſt von elwa 3000 Bentner gekentert. er größte Teil ſoll davongelaufen ſein. * Eberbach, 21. Okt. In den letzten Tagen iſt der Tem⸗ deraturſturz ſchon ſoweit gediehen, daß Mittwoch früh as Thermometer unter den Nullpunkt ſank. Kälte iſt eingetreten und macht ſich ſchon empfindlich bewerkbar. Teil⸗ weiſe iſt Reif geſallen. An den Fenſterſcheiben zeigten ſich chon Anſätze zu Eisblumen. * Mosbach, 21. Okt. Ein Beitler kam vorgeſtern in das zufällig offene und von der Frau auf einen Augenblick ver⸗ laſſene Bürozimmer eines hieſigen Geſchäſtshauſes und ſtahl aus dem Schreibtiſch des dort zur Begleichung von Rechnun⸗ Er bereit liegende Geld im Betrag von über 500 Mark. Glücklicherweiſe wurde der Diebſtahl alsbald entdeckt und die deerſolgung des Täters auſgenommen. Es gelang der Gen⸗ barmerie, ihn bald darauf in einer Wirtſchaft in Neckar⸗ würken ſeſtzunehmen. ft Triberg, 16. Okt. Für das Stadtbild und den Verkehr nd nunmehr zwei wichtige Arbeiten vollendet worden. Ein⸗ al iſt, ſchon ſeit einiger Zeit fertig, die für den Stadteingang füeſentliche Straße vom Bahnhof her bis zur Bahnüber⸗ ührung am Gerwigdenkmal aus dem alten unbefriedigenden Pfſtand der Chauſſierung in eine mit Kleinſteinen verſeyene laſterſtraße umgewandelt worden. Ferner wurde der Geh⸗ eg mit Kleinpflaſter verſehen, eine Arbeit, an der die Stadt i einem Koſtenbeitrag von 2700& beteiligt iſt. Das zweite 9 die Durchführung der Teerung der Hauptſtraße, die den anzen Verkehr vom Vahnhof und vom Gutachtal nach Nchwnach und Schönwald aufzunehmen hat, und einiger Eübenſtraßen, ſodaß die Staubplage erfolgreich bekämpft—12 3 dietrendgültige Löſung wird wohl in ſpäteren Jahren erſt De Umgehungsſtraße als Entlaſtung bringen, Pläne, deren 3 führung auch noch mit der Umbaufrage des unzuläng⸗ iaben Bahnhoſes zuſammenhängen.— Der ſtadtſeitig ſeit An⸗ Baß, Auguſt durchgeführte Kraftwagenverkehr vom ſeubnbof zur Stadtgrenze gegen Schonach über eine Ent⸗ hunung von drei Kilometern wird als ſtändige Einrichtung Abemehr beibehalten. Es iſt mit einem hieſigen Beſitzer ein 1 kommen über den Betrieb getroffen worden. Bis zum Bebergang an dieſen Beſitzer führt die Poſt den Betrieb als terhuſtragter der Stadt zunächſt noch weiter. Seit dem Win⸗ rfahrplan iſt ein neuer Kurs nachmittags zwiſchen Bahnhof Marktplatz und Bahnhof eingeführt. Gerichtszeitung Kleine Strafkammer des Landgerichts Mannheim Die örtlichen Verhältniſſe der beiden hieſigen Gerichte ſind mit der Zeit völlig unhaltbar geworden. Zu welchen Folgen dieſe führen können, zeigte eine Verhandlung vor der Straf⸗ kammer. Wegen Betrug hatte ein Auswärtiger ein Straf⸗ mandat von 100 Mark erhalten, ſein Einſpruch am Schöffen⸗ gericht-wurde aber verworfen, weil er nicht zum Termine um 719 Uhr erſchienen war. In ſeiner Beruſung an die Straf⸗ kammer machte er geltend, daß er um 49 Uhr in Mannheim angekommen ſei, aber ſich nicht zurechtgefunden und den Sitzungsſaal im Amtsgerichtsgebäude geſucht hätte. So ſei er O erſt um 9 Uhr in den Sitzungsſaal gekommen, der zugleich Zi⸗ vilkammerſaal vom Landgericht iſt. Das Gericht erkannte die Berufung an und verwies die Sache zurück an das Amts⸗ gericht. Der Vorſitzende der Kleinen Strafkammer führte hierzu in der Begründung aus, es handle ſich hier leider um den Zuſtand, daß die Dienſträume des Landgerichts und Amts⸗ gerichts nicht nur ineinander hineingehen, ſondern es fänden ſogar Sitzungen vom Schöfſengericht in Dienſträumen des Landgerichts ſtatt, wodurch das Publikum ſich nicht zurecht fin⸗ den kann. Aus den angeführten Gründen mußte die Entſchul⸗ digung des Angeklagten als eine genügende angeſehen werden. Schöffengericht Mannheim Der 38 Jahre alte Spengler Leonhard Kolb aus Nürn⸗ berg kann das Stehlen nicht bleiben laſſen. Bisher hat er 12 Vorſtrafen wegen Diebſtahls erhalten. Schon mit 15 Jah⸗ ren erhielt er die erſte Gefängnisſtrafe. Es ſind vier Fälle, wegen denen er geſtern vor Gericht ſtand. Einem Fabrikanten in Pforzheim ſtahl er i. J. 1921 Waren im Werte von 500 Mark. In Würzburg nahm er ebenfalls Sachen, die ihm nicht gehörten. Dann verlegte er ſich auf den Diebſtahl von Fahr⸗ rädern, die er in Heidelberg und Mannheim klaute. Mit dem hieſigen Rad kam er nicht weit. Er fuhr über Weinheim nach Laudenbach, wo ihn das Schickſal in Geſtalt des Schutzmannes ereilte. Der Einzelrichter, Amtsgerichtsdirektor Dr. Wolf⸗ hard, diktierte dem Mann, der große Reue zeigte und unter Tränen ſeine Diebereien eingeſtand, eine Gefängnisſtraſe von 1 Jahr und 2 Monate. Der Taglöhner Auguſt Bickel hatte zwei ſchwarzlederne Pferdedecken bei ſeiner Firma entwendet. Aus den zwei Decken werden aber drei; ja es wird ſogar von einer vierten Decke geſprochen. Staatsanwalt Reinle beantragt wegen Dieb⸗ ſtahls in zwei Fällen zweimal 8 Monate Gefängnis. Das Ge⸗ richt, Amtsgerichtsdirektor Säger, erkannte auf eine Ge⸗ fängnisſtrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. Der Müller Joſef Seitz entwendete bei ſeiner Firma nach und nach 80 Pfund Mehl, die er in kleinen Säckchen um den Leib geſchnallt, an ſeiner Arbeitsſtelle wegnahm und nach Hauſe trug. Der 23 Jahre alte Angeklagte hat den Diebſtahl zugegeben. Da er auch ſchon vorbeſtraſt iſt, erhält er eine Ge⸗ fängnisſtrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. Zwei Fuhrleute aus Seckenheim hatten wegen Tier⸗ quälerei Strafbefehle von je 5 Tagen Haft erhalten. Einer der Fuhrleute, der G. S. hatte gegen den Strafbefehl Einſpruch erhoben, weshalb die Sache vor das Gericht kam. Hierbei wurde feſtgeſtellt, daß die beiden Fuhrleute mit Kiesfahren aus einer Kiesgrube beſchäftigt waren. Von den Pferden eines Geſpannes zog, obwohl mit der Peitſche ſtart nachgeholſen wurde, eines nicht an. Da ging einer der Fuhr⸗ leute her, legte eine Kette um den Hals des ſtärriſchen Pferdes und ſpannte noch zwei Pferde da vor. Das auf dieſe Weiſe doppelt angeſchirrte Pferde bäumte ſich in die Höhe und fiel dann zu Boden. Wenn der der widerlichen Szene nicht Einhalt gebotene Schutzmann nicht öligegen geweſen wäre, ſo wäre dem Tiere noch der Hals zugeſchnürt worden. Der Angeklagte S. beſtreitet, das Pferd geſchlagen zu haben. Der Einſpruch gegen den Straf⸗ beſehl wird vom Gericht(Vorſitzender: Amtsgerichtsrat Sä⸗ ger) verworfen. In der Urteilsbegründung hieß es: Mitgegangen, mitgefangen. Dem bekannten Chauffeur und Rennfahrer Franz Hör⸗ ner aus Odenheim paſſierte am 17. Juli das Malheur, beim Einfahren einer ſchweren an Stinnes verkauften Benz⸗ Limouſine, von der Mittelſtraße nach der Käfertalerſtraße den 25 Jahre alten Kaufmann Heinrich Kinna von hier zu überfahren. Kinna unterhielt ſich auf der Straße, etwa 2 Meter vom Randſtein entfernt, mit einem Mädchen. Wäh⸗ rend bei der Annäherung des Autos, das rechtzeitig War⸗ nungsſignale gab, das Mädchen auf den Gehweg zurückſprang, lief Kinna merkwürdigerweiſe in entgegengeſetzter Richtung davon. Im nächſten Augenblick wird der junge Mann auch ſchon von dem Kühler des Autos erfaßt, unter die Räder geſchleudert und ungefähr 20 Meter weit geſchleift. Kinna erlitt ſchwere Kopf⸗ und Armverletzungen, von denen er heute noch nicht ganz geheilt iſt. Hörner brachte den Ver⸗ letzten ſofort mit dem Auto ins Allgemeine Krankenhaus. Zu der Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht unter Vorſitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Wolfhard waren neun Zeugen und ein Sachverſtändiger geladen. Der Sachverſtändige Nagel und der Verteidiger des Angeklagten, .⸗A. Max Kaufmann, krittſierten in ihren ausführlichen Darlegungen das kleinſtädtiſche und undiſziplinierte Benehmen des Mannheimer Straßenpublikums. In keiner Großſtadt werde im Straßenverkehr von Fußgängern ſoviel geſün digt als in Mannheim. Die Anſichten der Zeugen über den Unglücksfall gingen ſehr auseinander. Die ebenſo umfangreiche als auch eingehende Beweisaufnahme konnte aber nicht den Beweis erbringen, daß der Angeklagte eines Verſtoßes gegen die Fahrordnung ſich ſchuldig gemacht hätte. Das Gericht kam deshalb zu einem Freiſpruch. ch. — Die Verſchwörung der Kokainſchieber Vor dem Amtsgericht Schöneberg wurde ein inter⸗ eſſanter Prozeß verhandelt, in dem ehemalige ruſſiſche Offiztere als Kokainſchmuggler und ein deutſcher Apotheker und gerichtlicher Sachverſtändiger als Kokain⸗ lieferant eine wenig rühmliche Rolle ſpielen. Vor einigen Monaten entdeckte die Pariſer Kriminalpolizei, daß eine Po⸗ lin auf dem Montmartre Kokain verkaufte, das allem An⸗ ſchein nach aus Deutſchland nach Frankreich geſchmuggelt worden war. Die Lieſeranten des gefährlichen Nauſchgiſtes hatten die Seineſtadt bereits wieder verlaſſen, doch konnte die Berliner Kriminalpolizei noch ſo rechtzeitig benachrichtet werden, daß ſie zwei Mitglieder des„Kokskonzerns“, den früheren ruſſiſchen Hauptmann v. Sievers und den früheren berleutnant von Meyer bei ihrer Ankunft am Potsdamer Bahnhof verhaften konnte. Die folgende Unterſuchung ent⸗ hüllte einen ganzen Rattenſchwanz von Kokainſchiebern. Eine Anzahl in Berlin lebender und völlig mittelloſe Ruſſen waren auf den Gedanken gekommen, lohnende Kokaingeſchäfte zu machen. Der frühere Oberſt der Kaiſerlichen Garde in Peters⸗ burg, Papkiewitſch, hatte die Bekanntſchaft eines Berliner Drogiſten Leſeritz gemacht, und dieſer deutete dunkel an, er könne das Kokain in größeren Mengen beſchaffen. Leſeritz war nämlich mit dem Apotheker Hahn in Berlin befreundet, einem 63jährigen, bis dahin unbeſcholtenen Mann, der in früheren Kokainprozeſſen ſtets als Sachverſtändiger aufgetreten war und in ſchärfſter Weiſe ſich gegen den unter⸗ ixdiſchen Kokainhandel gewandt hatte. Hahn hatte von der Staatsanwaltſchaft häufig Kokain zur chemiſchen Unterſuchung erhalten, aber anſtatt des Giftes ſehr oft Mehl oder Salz zurückgeſchickt und das Kokain aufgeſtapelt. Ferner hatte er von der Staatsanwaltſchaft, die in gutem Glauben han⸗ delte, auch größere Mengen des beſchlagnahmten Stimulans⸗ mittels erhalten und verfügte ſo tatſächlich über größere Poſten Kokain. Hahn übergab nun Leſeritz die Ware, dieſer händigte ſie Papkiewitſch aus, der wiederum als Mittelmann einen früheren ruſſiſchen Offizier von Manteuffel benutzte. Man⸗ teuffel ſchickte von Sievers mit 100 Gramm Kokain nach Paris, doch konnte der Ruſſe, der kein Wort franzöſiſch ſprach, mit dem Schmuggelgut nichts anfangen. Schließlich geriet er an eine Polin, die ihm das Kokain für eine Bagatelle ab⸗ nahm und für die 100 Gramm des Giftes buchſtäblich nur ſo⸗ viel zahlte, daß Sievers die Hotelrechnung begleichen und an Papkiewitſch drahten konnte, man möge ihm ſchleunigſt Geld für die Rückreiſe ſchicken. Am nächſten Tage tauchte dann von Meyer in Paris auf, und zwar mit einem größeren Poſten Kokain, der wiederum in die Hände der Polin ge⸗ langte. Dann verſchwanden die beiden Ruſſen ſchleunigſt aus Paris, da ihnen die Kriminalpoltzei dort hart auf den Fer⸗ ſen war. Die Strafen für die Kokainſchieber Der Apotheker Hahn erhielt wegen Vergehens gegen das Opiumgeſetz vier Monate Gefängnis. Für den noch nicht durch die Unterſuchungshaft verbüßten Reſt der Strafe wurde ihm Bewährungsfriſt zugebilligt, und er wurde aus der Haft entlaſſen. Der Angeklagte von Manteuffel erhielt vier Monate Gefängnis. Die Angeklagten v. Meyer, Krauſe, v. Siewers, Michaeloff und Papkewitſch wurden zu drei Monaten, Buhe zu einem Monat und Leſeritz zu ſechs Wochen Gefängnis verurteilt. Leſeritz und Papkewitſch erhielten ebenfalls Bewährungsfriſt. Im Tiefſten ballte ſich dieſer Prozeß doch um einen Kern. Um das Leben des Hauptangeklagten Hahn, ſeine Tragik, ſeine Verſtrickung und Schuld. Er war, als ſein Daſein begann, in ein ſchein⸗ bar glattes Leben hineingegangen. Dann eines Tages jener Verluſt des ganzen Vermögens, Arbeit um Geld zu verdienen in Afrika, dann wieder die Heimat, Krieg, Inflation. Wieder begannen kärgliche Tage. Hahn wurde Sachverſtändiger in chemiſchen Dingen vor Gericht. Er gab in Prozeſſen ſein Urteil ab und friſtete ſein Leben von der wirklich nicht fürſtlichen Bezahlung dieſer Gutachten. Einen Monat ver⸗ diente er garnichts, die Auſhebung des Wuchergeſetzes machte ihn brotlos, wie er ſagteſ denn Prozeſſe wurden nicht mehr geführt, in denen er Gutachten abgeben konnte. Dazu kam ſein häusliches Unglück. Seine Frau erkrankte. Der Mann, der ſo alt war, daß er ſein Leben eigentlich abſchließen ſollte, brachte nicht mehr die Kraft auf, ein neues zu beginnen, auf⸗ zubauen, zu erkämpfen. * § Alles in Raten— auch das Strafabſitzen. Ein wegen Bettelns beſtrafter Gelegenheitsarbeiter aus Frankfurt a. M. wurde letzthin vom Amtsgericht Höchſt a. M. zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Auf Antrag des Verurteilten geſtattete das Gericht die Abſitzung der Strafe in Raten. Auch bezüglich der Tage kam das Gericht dem Verurteilten weithin entgegen. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Oktober men-Beel[15ꝰ 18. 25 Z1. 22 Hnegar- derei 14 ſ15 7615 T25 ¹ Soufeerinſetſo.57o,51o, 479,41f9.48ſ9,So/Nannseim 100——1608“ SeI..181.131.681.72/1.68/1.74 Jagftfels.———(— Daxan. 43.275,27326ʃ8.248,.228,28 iannbein 111.,1.4.81.10185 Cud 141.28 L..1 44 Rüln.. Cl70 80.67/C.88f0.88,0,80 DDS———————————————— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas Neue Mannbeimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, E 6, 2 Direktion: Ferdinand Heyme. Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Redakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner.— Feuilleton: Dr. S. Kayſer. Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Mütler.— Handelsteil: Kurt Ehmer. Gericht und alles Uebrige:— Anzeigen: Dr. W. . Stötzner. 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Anfang 8 Uhr Ende vor 9/ Uhr Pertonen: Herodes Adolſ Loeltsen Herodias Emilia Poßzert Salome Rose Pauly-Dreesen Jochanaan Sydney de Vries Narraboth Ladislas Vaids Page Johanna Blatier Erster Arthur Heyer Zweiter Wallh. Friedmann Pritter Jude Hugo Voisin Vierter Alfred Landory —— Karl Mang rster Mathieu Frank — 50) Nurarener Walther Hauss rster Christ, Könker Zweiter V Soidet 1 Rudoli Wünzer Kappadozier Karl Zöller Skelave Trude Weber APOLLO Tüciech f40f Ausvolkauftem Hause BEIPROGRARIRI urα WOCHENSCHAU Täglich ab 3 Uhr! 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Phikop Leininger Wwi,T3,28 1174 kirrman Onntag, 24. Oktober, abends 8 Uhr: Tanz. PUrSAHREE E8 SS8 ENGQE PANKEN 2 6 eeee eeeeeeeeeeene Du König des Humors zieht heute in Mannheim ein und wird von seinem Feldherrnhügel Geistes- blitze zünden lassen!!1111 Der beste und berühmteste Humorist oder Komiker Deutschlands kann durch eine ununterbrochene Reihe der witzigsten Einfälle nicht so zum siürmischen Lachen mitreißen wie das„boshaft- humorvolle“ Film- Iustspiel v. Roda Roda u. Carl Rößler: Ler faldbennhähe S Akte einer Kette gelstreicher, drolliger und humorvoller Ge- danken, die, ins Bildhaſte übertragen, immer wieder die Lachmuskein stark in Bewegung bringen und stürmische Lachsalven auslösen!— Bekanntſich war der gleichnamige Theaterschwank der beiden obigen Autoren in der alten Doppelmonarchie Oesterreich· Ungarn verbaten, weil er in seinem beißenden Humor zuviel des Guten brachte——1 838¹ Hauptdarsteller: Harry Liecitke Olga Tschechowa, Maria Mindszenty. Haus Junkermann, Roda Roda und andere erste deutsche Darsteiler. Die Regie führt Erich Schönfelder und die Datstellung wurde ausgefühmt von einem Schauspielerstab, wie er sich selten in einem Lustspiel veremigt: Harry Liedtke, der in der Qunst der Damen noch immer an erster Stelle steht und trotzdem auch bei den Männern wohl geliten ist, Oiga Tschechowa, deren Popularität wegen ihres be⸗ zaubernden Charmes von Film zu Film wächst, Huns Junkermann, der aus natürl, Selbstverständlichkeit die größten humorist Wukungen zieht, Geza Weis, der sich durch diesen Film in die erste Reine unserer Komiker gespielt hat, Mizzi Zwererz, die erprobte Cnargenspielerin, die aumutſge Macia Mindszenty, die flotten Spieler Haus Marr und Werner Kahie 55 und zuletzt, aber nicht am schlechtesten Roda Roda selber als Korpskommandani Schönes Beiprogramm! Anfang 4 Uhr, letzte Vorstellung 8½ Uhr. — achaaaaaee —— ang 4 Uhr.— Letzt Vorstelung8/ Ubr,— Enüs 10,50 Uüf. Ge SHESUREG KI NAHE eee Abheuie Der Romanfilm der in Berlin eine begeisterte Aufnahme 99 5 Stück Leben in 6 Akten nach dem oman von Georg Hermann Manuskript: Heilborn⸗ K9 b14 Hauptdarsteller: Werner Fütterer, Käthe Maak, Erika Giäaner, Zutius Falkenstein, Erichkaiser-Fitz, Exaspeyer, Robert Garrison, Hilde Marort 8 u. andere erste Darsteller! Das Scheiäungstdiner Eine Komödie in 7 Akten. 8289 Belprogramm! — W durch butohten kostenlos. 5 Tage zur Probe. G36 üuna Huler,im M. 12 Erstklassige Standuhren Eiche in allen Farben, Nusbaum, Mahagoni Erudmaan-destede in Silber, veisilbert u. Alpala Beachten Sie meine n uen bedeutend — ermäßigten Preise Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Ludwig Groß F2, 42 elephon 28 203 F2, 48 TPfſöbheLandburterfe dugendliche haben Zutritt Vormittags 11.30 Uhr Volkstümliche Ihren Bedarf in Pano ſehr aut erhalt., villi ge andschuhen 3 Kiavierb⸗ e1, 14 5 Damenstrümpie st 1²⁵ 9 Leacent ünle u, farbig.„.98 cha, 2 Saar. 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