— Meue Won'ag, 25. Oktober Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus SDer durch die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. Bei eptl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ orderun Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. aupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle. R1, 46, Baffermalmihaus), Geſchäft⸗ Biebenſtellen Waldhofſtr.6, chwetzingerſtraße 24 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: 3— anzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mal. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 Abend⸗Ausgabe lannheimer Seit. Mannheimer Heneral Anzeiger Beilagen Sport und Spiel. Aus Seit und Leben. Mannheimer Frauenzeitung. Unterhaltungs-Beilage. Aus der Welt der Cechnik. Wandern und Reiſen Geſetz und Necht eeee eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee———————————————————————————————— ee eeeee Preis 10 Pfeunig 1926— Nr. 493 Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Reklamen —4R.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höherberechnet. Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od beſchränkte Ausgaben oder ür verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mannheim. Vells Reiſe im Eine Denkſchrift in Ausarbeitung Wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, hat der Reichsminiſter für die beſetzten Gebiete Dr. Bell ſeine Ein⸗ rücke und Erfahrungen während ſeiner letzten Reiſe durch das beſetzte Rheinland in einer Denkſchrift niedergelegt, die bereits den übrigen Reichsreſſorts ſowie den Regierungen er übrigen Länder zugeteilt worden iſt. Das an den Mini⸗ ter während und nach ſeiner Reiſe gelangte umfangreiche Material an Petitionen, Eingaben uſw. befindet ſich bereits in beſchleunigter Bearbeitung. Soweit dieſes Material an⸗ dere Reichs⸗ und Landesbehörden in erſter Linie angeht, iſt es bereits mit einem entſprechenden Hinweis beſchleunigter rledigung vom Miniſter für die beſetzten Gebiete den be⸗ treffenden anderen Stellen zugeteilt worden. Vorausſichtlich wird ſich auch der Ausſchuß für die be⸗ ſetzten Gebiete mit einem großen Teil des Eingabematerials eſchäftigen. Ein genauer Termin für die nächſte Sitzung des Ausſchuſſes ſteht noch nicht feſt. Man nimmt aber in Parlamentariſchen Kreiſen an, daß der Ausſchuß bald nach uſammentritt des Reichstages, alſo möglicherweiſe noch im Laufe der nächſten Woche, einberufen wird. Die erſte Reichstagsſitzung Berlin, 25. Oktober.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Tagesordnung der erſten Reichstagsſitzung nach den gro⸗ en Sommerferien am Mittwoch, den 3. November, nachmit⸗ tags 3 Uhr wurde heute endgültig feſtgeſetzt. Zur Beratung ſtehen u. a. der Geſetzentwurf über den deutſch⸗niederländi⸗ ſchen und den deutſch⸗däniſchen Schiedsgerichts⸗ und Ver⸗ gleichsvertrag, der Geſetzentwurf über den deutſch⸗polniſchen renzvertrag, der Geſetzentwurf über die Luftverkehrsab⸗ kommen zwiſchen Deutſchland, Frankreich und Belgien, der heſetzentwurf zur Aenderung der Gewerbeordnung und über ie Sammlung des Reichsrechts. Der Reichstagspräſident bat ſich vorbehalten, weitere Gegenſtände auf die Tagesord⸗ ng zu ſetzen. Rede des Reichsarbeitsminiſters Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns hielt am Sonntag auf dem Parteitag des Oldenburger Zentrums eine Rede, in der er u. a. ausführte, daß man von den Deutſchnationalen eine größere Bereitwilligkeit zur Verantwortung verlangen müſſe. Es gehe nicht an, daß man mitregieren, auf der an⸗ Sren Seite aber die Verantwortung nicht übernehmen wolle. er Miniſter kam dann auf die Fürſtenabfindung zu ſprechen und begrüßte die Regelung in Preußen. Er betonte nach⸗ rücklich, daß das Zentrum den republikaniſchen Staat nicht nur aus Parteigründen, ſondern aus innerer Ueberzeugung bejahe. Wenn man ſehe, daß der letzte Kaiſer auch jetzt wie⸗ er in einem Buch zwiſchen Zentrumskatholiken und kirch⸗ ichen Katholiken unterſcheide und jene unnational nenne, ann könne ſich das Zentrum freuen, nicht mehr von einem olchen Herren regiert zu werden. Zur Vorgeſchichte des Wirtſchaftsmanifeſtes Der„Figaro“ veröffentlicht neue Einzelheiten über die Vorgeſchichle des Wirtſchaftsmanifeſtes. Darnach ſoll der duverneur der Bank von Frankreich Robineau es abgelehnt aben, das Manifeſt zu unterzeichnen, als es ihm im April von Sir George Paiſh vorgelegt worden ſei. Auch der Ge⸗ neralverband der franzöſiſchen Produzenten hat die Unter⸗ zeichnnug des Manifeſtes in ſeiner damaligen Form abge⸗ ehnt, auch als von engliſchen Finanzleuten verſucht wurde, en Verband zu einer Aenderung ſeiner Auffaſſung zu brin⸗ gen. Der„Figaro“ bezeichnet das Manifeſt als den gemein⸗ lamen Verſuch der Reichsbank und der Bank von England, eine europäiſche Wirtſchaftspolitik im Sinne der Gedanken⸗ gänge Streſemanns zu begünſtigen. Es beſtehe in ge⸗ wiſſen Finanzkreiſen eine Tendenz, internationale Angele⸗ genheiten gemeinſam und unter Ausſchaltung der Regierun⸗ gen zu regeln. *32 Frankreich als Schuloͤnerſtaat MParis, 24. Okt.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Der Präſident der Unterrommiſſion für die Prüfung der inter⸗ auiiexten Schulden, der Deputierte Dariac, der damit be⸗ chäftigt iſt, ein Expoſé über das Problem auszuarbeiten, gab vt„Tempo“ intereſſante Erklärungen ab über die Art und Weiſe, wie er ſich die Regelung der Kriegsſchulden vorſteut. Dariac, deſſen geſtrige Aeußerung, Frankreich er⸗ enne die ganzen Kriegsſchulden an Amerika an, übrigens in der Preſſe als unüberlegt und viel zu weitgehend gekenn⸗ Seichnet wurde, befürwortet die Schaffung einer internatio⸗ alen Organiſation, einer Art Clearing⸗Houſe, die inter⸗ nationale Bank, internationale Regie oder Konzentrations⸗ ammer genannt werden könnte, an der alle Schuldnerſtaaten eteiligt ſind. Dieſe Organiſation würde nach ſeiner Auf⸗ aſſung die Rolle einer Amortiſationskaſſe übernehmen, die anſtelle der Schuldnerſtaaten die Zahlung der Kriegsſchulden zu vollziehen hätte. Zwar weiſt Dariac auf die Notwendigkeit hin, dieſe Amortiſationskaſſe in ausreichendem Maße zu ſpeiſen und mit Garantien zu umgeben. er unterläßt es aber, die Hilfs⸗ quellen zu nennen, die für die Dotierung der Tilgungskaſſe in Betracht kämen. Dr Deputierte beruſt ſich darauf, er habe aus England zahlreiche Ermunterungsſchreiben für die von ihm geplante Löſung erhalten. Auch aus Rumänien amen ihm Projekte vor die Augen, die alle auf die Errich⸗ ung einer internationalen Bank für die Schuldenzahlung ab⸗ zielten. Dariac iſt überzeugt, daß ſich England bereit ſinden wird, ſich einem ſolchen Inſtitut anzuſchließen. Dagegen ver⸗ den und ſtarten können. beſetzten Gebiet Englanos Handel und die Dominien Der amtliche engliſche Funkſpruch verbreitete die Reden der Dominienvertreter, die in der Diskuſſion über die Stei⸗ gerung des Handelsverkehrs im Rahmen der Reichskonferenz gehalten wurden. Der kanadiſche Mi⸗ niſterpräſident begrüßte das Referat des britiſchen Handels⸗ miniſters über die günſtige Entwicklung des Handelsverkehrs zwiſchen Mutterland und Dominien. In den letzten vier Jahren habe ſich die britiſche Einfuhr nach Kana da von 117 Millionen auf 163 Millionen Dollar vermehrt. Kanada be⸗ grüßte jede Steigerung des britiſchen Importes, jedoch müſſe ſich Großbritannien ſtets der Konkurrenz der anderen Staa⸗ ten bewußt ſein. Vor allem bemühten ſich die Vereinigten Staaten, die bei ihrer Nachbarſchaft zu Kanada ſchon einen gewiſſen Vorſprung gegenüber dem Mutterlande hätten, die kanadiſchen Wirtſchaftsbedürfniſſe zu befriedigen. Hier könne nur eine weitere Vorzugsbehandlung Großbritanniens durch die kanadiſche Zollpolitik helfen. Die kanadiſche Ausfuhr nach England habe ſich in den letzten vier Jahren ebenfalls bedeu⸗ tend gebeſſert. Der Redner begrüßte fernerhin die Arbeiten des im Vorjahre eingeſetzten Reichswirtſchaftsausſchuſſes. Die Macht und das Anſehen des britiſchen Reiches ſeien beſſer in ſeiner wirtſchaftlichen Lage verankert als in bewaffneten Kräften oder militäriſcher Macht. Die Reichs⸗ verteidigung müſſe ſich allein auf die Erhaltung der Handels⸗ wege im Reich konzentrieren, Hier habe die Flotte ihre Haupt⸗ rolle zu ſpielen. Beſondere Beachtung müſſe der Bevölkerungsfrage und der Anſiedelungspolitik in den Dominien im Sinne des ſich verſtärkenden Reichshandels geſchenkt werden. Man dürfe nicht vergeſſen, daß 65 Prozent der weißen Bevölkerung des Reiches allein im Mutterland anſäſſig ſeien. Von dem wirt⸗ ſchaftlichen Wohlſtand dieſer Menſchen hänge die Zukunft des Reiches ab. Von hier aus ergöſſe ſich immer wieder der neue Blutzuſtrom in die britiſche Reichseinheit. Der auſtraliſche Miniſterpräſident zollte dem Mutterland Worte der Anerkennung für ſeine Leiſtungen in und nach dem Kriege. Englands finanzielle Leiſtungen in der Schuldenfrage wie in der Währungsfrage ſeien über jedes Lob erhaben. England müſſe ſeine Kräfte im Außenhander ſtärker anſpannen und beſonders auch im Handelsaustauſch mit Ausſtralien jede ausländiſche Konkurrenz zu ſchlagen verſuchen. Auſtraliens Handel mit den anderen Dominien habe ſich beſſer entwickelt als ſein Handelsverkehr mit dem Mutterlande. Die engliſche Wirtſchaft müſſe ſich vor allem auf die Bedürfniſſe der einzelnen Dominien einſtellen und gegenſeitig müſſen ſich Mutterland und Dominien in der Zollpolitik entgegenkommen. Die iriſche Delegation begrüßte die wirtſchaftspoli⸗ tiſchen Beratungen der Reichskonferenz mit der Feſtſtellung, daß die Konferenz jetzt auf dem beſten Wege ſei, ein Parla⸗ ment der Klärung von Gedanken und Taten zu ſein. Alle Teile des Reiches ſeien heute ſchon wirtſchaftlich ſo verſtrickt, daß ihr wirtſchaftliches Gedeihen von einander abhängig ſei. — Neufundlands Miniſterpräſident betonte, daß auch ſein Land Reichswaren vorziehe und daß ſich eine Zollkom⸗ miſſion ſchon jetzt damit befaſſe, die Zölle für Reichswaren zu revidieren. Nach kurzer Stellungnahme des in diſchen Delegierten zu der Frage, wie der Reichshandel durch die Vorzugsbehandlung der Reichswaren in den verſchiedenen Ländern gehoben werden könne, ſchloß der britiſche Handels⸗ miniſter dieſe Diskuſſion der Reichskonferenz. Sodann fanden in Anweſenheit der Premierminiſter der Dominien und zahlreicher Vertreter britiſcher Luſtſchiffahrt⸗ behörden, die eigens für die Teilnehmer der Reichskonferenz veranſtalteten Luftmanöyer ſtatt. An den Manövern nahmen nicht nur die engliſchen Marineluftſtreitkräfte, ſon⸗ dern auch Zivilflugzeuge aller Größen und Typen teil. Be⸗ ſonderes Intereſſe erregte ein großes Truppentransportflug⸗ zeug, das außer den beiden Piloten und einem Funkentele⸗ graphiſten 25 Infanteriſten mit voller Aus⸗ rü ſtung aufnehmen kann. Es wurden ferner Waſſerflug⸗ zeuge vorgeführt, die auf dem Deck eines Kriegsſchiffes lan⸗ hehlt er ſich die Abneigung Amerikas gegen die Beteiligung an einer ſolchen internationalen Organiſation nicht, er hofft jedoch, daß die Vereinigten Staaten zu den vorbereitenden Konferenzen wenigſtens einen Beobachter ſchicken werden. Beſonderen Nachdruck legt Dariac auf die Einberufung einer internationalen Konferenz, die beauftragt werden ſoll, die Schuldenfrage von neuem zu prüfen und feſtzuſtellen, in welchem Maße eine internationale Bank zur finanziellen Sanierung Europas beitragen könnte. Der Erfolg ſeines Planes hängt nach ſeiner Meinung ausſchließlich von der Haltung Englands ab. Seine Er⸗ klärungen ſchloß er mit den Worten:„Europa iſt gewiſſer⸗ maßen eine große Bank, ein unermeßliches Handelshaus mit zahlreichen Filialen. Die einzelnen Glieder dieſes Organis⸗ mus: Deutſchland, Frankreich, Belgien, Italien, können nur gedeihen, wenn alle zuſammen aufblühen. Sie nehmen Scha⸗ wenn das benachbarte Glied ruiniert wird. In der Frage der interalliierten Schulden kann der Egoismus des Einzelnen zum Untergang aller führen. Es wäre intereſſant, zu erfahren, welche Stellung Darige gegenüber dem Dawesplan und den deutſchen Gold⸗ leiſtungen einnimmt. Er ſchweigt ſich leider vollkommen darüber aus. Ebenſo vermißt man eine Andeutung über die Möglichkeit der Kommerzialiſierung der deutſchen Eiſen⸗ bahnobligationen. Sar- — * Attentatsverſuch auf den ſyriſchen Oberkommiſſar. Einer Meldung des„B..“ aus Jeruſalem zufolge ſollen auf den neuen franzöſiſchen Oberkommiſſar von Syrien Ponſot bet Das elſäſſiſche Kultur⸗Deutſchtum (Von unſerem Straßburger Mitarbeiter) Ein ungewollter, aber charakteriſtiſcher Zufall fügte das Zuſamentreffen von Poincarés„Studienfahrt“ durch Elſaß⸗Lothringen mit dem erſten diesjährigen d eutſch⸗ ſprachigen Theatergaſtſpiel in Straßburg. Spricht es nicht Bände, daß in der Heimatſtadt Meiſter Gottfrieds, in der die ganze Bevölkerung ſeit einem Jahrtauſend die deutſche Sprache ſpricht, von der„zurückgekehrten“ franzöſiſchen Regie⸗ rung die angeſtammte Mutterſprache offiziell auf die Stufe eines„Patois local“ herabgedrückt wird, daß hochdeutſche Bühnenwerke nur in privaten Sälen dargeſtellt werden kön⸗ nen, während das Straßburger Stadttheater franzöſiſcher Theaterkunſt vorbehalten iſt, denen hierzulande nur ein mini⸗ maler Bruchteil der Einheimiſchen folgen kann? Enthüllt es aber nicht zugleich den faulen Zauber offizieller Kuliſſen⸗ ſchieberei, wenn(ſo auch in voriger Woche Hofmannsthals „Jedermann“) jede deutſchſprachige Vorſtellung in Straßburg ausverkauft iſt, während das franzöſiſierte und mit anderthalb Millionen der altelſäſſiſchen Bevölkerung abgepreßten Steuer⸗ geldern ſubventionierte„Théätre Municipal“ vor leeren Sitz⸗ reihen ſpielen muß?! In demſelben Augenblick, da durch die von dem Präfekten und dem Unterpräfekten dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten vorgegaukelte Komödie— man erzählt erheiternde Stückchen von„präparierten“ Ueberraſchungen— der Fortſchritt und die Begeiſterung für den franzöſiſchen Unterricht in den Volks⸗ ſchulen demonſtriert werden ſollte, entſchloß ſich das jetzt unter den Auſpizien des vordem Kaiſerlichen Juſtizrats Blumenthal — des Urelſäſſers aus der Polakei— erſcheinende„Journal 'Alsace et de Lorraine, das in der deutſchen Aera ausſchließlich in franzöſiſcher Sprache gedruckt wurde, zur Herausgabe einer deutſchſprachigen Beilage, weil nach eigenem Geſtändnis auf andere Weiſe an das elſäſſiſche Publikum nicht heranzukommen ſei. Ahs praktiſches Ergebnis von Poincarés Schulbeſuchen werden kleine Konzeſſionen für dein Deutſch⸗ unterricht, hauptſächlich für die Religionslehre, erwartet, die jedoch keineswegs dem Ziele der Beſeitigung des durch die franzöſiſche„méthode directe“ herbeigeführten ſkandalöſen Analphabetismus der beklagenswerten Elſaßjugend von heut⸗ zutage dienen, ſondern dem politiſchen Ziele, den unbe⸗ dingt francophilen Flügel der Elſäſſiſchen Volks⸗ partei(der ehemaligen Zentrumspartei) zu ſtärken, in deren Schoße die ſiegreich fortſchreitende Heimatbewegung einen Kampf der beiden Richtungen(General Bourgeois, Dr. Pfleger auf der einen— Dr. Haegy auf der anderen Seite) bis aufs Meſſer entzündet hat. Durch ſolches von Poincaré verſprochene Entgegenkommen in kirchlichen Belangen hatte ſich auch der Straßburger Biſchof Ruch, der ſich bisher erfreulicher Zurückhaltung be⸗ fliß, zu ſeinem politiſchen Vorſtoß gegen den Heimatbund aufſtacheln laſſen. Die Antwort, die dem Biſchof gerade aus der großen und beſten Mehrheit der Katho⸗ liken entgegen tönte, konnte den auf das Gebiet der Politik verirrten Biſchof überzeugen, daß ſeine Anſprache auf der Jahrestagung des„Katholikenbundes“ nur als eine„poli⸗ tiſche“ Abſchweifung gewertet wird, und zwar als eine Politik, die den Intereſſen ſowohl der elſäſſiſchen Katholiken als auch des geſamten elſaß⸗lothringiſchen Volkes zuwiderläuft. Letzter Tage hat auch der Vorſtand des Elſaß⸗Loth⸗ ringiſchen Heimatbundes eine offizielle Erklä⸗ rung au die Adreſſe des Biſchofs(unterzeichnet von Dr. Ricklin als Präſident und dem Hagenauer Adjunkten Keppi als Generalſekretär) in der Preſſe erlaſſen, worin die Anſchuldi⸗ gungen aus biſchöflichem Munde(wie„elſäſſiſcher Chauvinis⸗ mus“, taktiſches Verhalten u. dͤgl.) würdig in ſihrer Haltloſig⸗ keit zurückgewieſen werden. Nochmals wird zugleich das in dem berühmten Manifeſt vom 8. Juni 1926 verkündete Ziel des Heimatbundes präziſiert und unterſtrichen:„Die Wahrung des elſaß⸗lothringiſchen Volkstums, der elſaß⸗lothringiſchen Anſchauungen, Ueberlieferungen, der geiſtigen und materiellen Errungenſchaften der elſaß⸗lothringiſchen Bevölkerung; Eini⸗ gung aller Elſaß⸗Lothringer zum Kampfe für die Autonomie, ſpeziell eine eigene, elſaß⸗lothringiſche Volksvertretung“. Die von edlem Schwunge getragene Kundgebung klingt in die zu⸗ verſichtlichen Worte aus:„Nur aus der Heimat vermögen wir die Kraft zu ſchöpfen, um wahrhaft Großes und Dauerndes zu vollbringen, zum Wohl Elſaß⸗Lothringens, zum Nutzen Frankreichs, zur Ausſöhnung der Völker und Feſtigung des Weltfriedens“. Die biſchöfliche Unterſtützung im Kampfe gegen das hei⸗ mattreue Elſaß mag den„nationaliſtiſchen Klerikalen“ als Gegengewicht gegen die päpſtliche Verurteilung der „Action Francaiſe“ augenblicklich recht gelenen kom⸗ men; die in Paris ausgeheckte Spekulation auf die Zerſplitte⸗ rung der Heimatbewegung wird jedoch zweifellos miß⸗ glücken. Schon der„verflucht geſcheite“ Gedanke der Zer⸗ ſtörung der ja erſt durch die deutſche Aera tatſächlich geſchaffe⸗ nen Einheit Elſaß⸗Lothringens durch Abſplitterung von Grenzbezirken an altfranzöſiſche Departements im Zeichen der„Wiederherſtellung der Karte von 1871“ begegnet ſchärfſten Widerſpruch ſelbſt im oberen Breuſchtal, das— von jeher franzöſiſches Patois ſprechend— durch die gemeinſame Ge⸗ ſchichte der letzten fünfzig Jahre mit dem Elſaß eins fühlt und nicht dem Departement des Vosges zugeteilt werden will, von der ſelbſtverſtändlichen Abneigung der Bewohner des deutſch⸗ ſprachigen St. Amarintals gegen das„Territoire de Belfort“ zu ſchweigen. Elſaß⸗Lothringen fühlt ſich eben durch das ge⸗ meinſame Erleben des letzten Halbjahrhunderts als eine„po⸗ litiſche Perſönlichkeit“, die, wie der Heimgtßund ſetzt betont, nicht ohne Selbſtentſcheidung 1918 aus dem Deutſchen Reiche hätte geſchieden werden dürfen. In einem bemerkens⸗ werten Artikel der letztwöchigen„Zukunft“ wird die„geſchloſ⸗ ſene Einheit“ Elſaß⸗Lothringens betont. Aus dem Nebenein⸗ ander⸗Wohnen von Alemannen und Franken dürfe keine „ethniſche“ Verſchiedenheit abgeleitet werden,„denn Aleman⸗ nen und Franken waren von jeber germaniſche Brit⸗ derſt ämmel.„Die Banern z. B. wohnen ebenfalls mit den Franken zuſammen, und doch würde es keinem Menſchen ein⸗ fallen, an dem Gemeinſchaftsbewußtſein oder an der moroſi⸗ ſchen Einheit jener Bevölkerung zu zweifeln. Im unteren El⸗ einem Beſuch in Damaskus Schüſſe abgegeben worden ſein. ſaß leben ſie friedlich nebeneinander; weshalb ſollte das Ver⸗ 2. Seite. Nr. 494 keue Mannheimer Zeitung letbend⸗Rusgabe) 9 hältnis zwiſchen Alemannen und Lothringer Franken anders ſein?“„Jede Mundart iſt eine deutſche Mundart; was wir auf ſprachlichem Gebiete ohne Zweifel gemeinſam und unab⸗ hängig von lokalen Unterſchieden beſitzen, das iſt die deutſche Gemein⸗ oder Schriftſprache, in der unſere Bücher und Zeitungen geſchrieben ſind, in der wir ſelbſt leſen und ſchreiben, ſingen und beten und je nach Ort und Gelegenheit auch ſprechen.“„Wenn auch die Geſchichte uns nicht immer vereinigt geſehen hat— gerade die Periode der letzten 56 Jahre war in unſerem Leben entſcheidend; ſie hat uns in Freud und Leid, im Kampf, im Erfolg und im Mißerfolg feſter denn je zuſammengeſchmiedet; unſer Schickſal iſt heute un⸗ krennbar verknüpft, wir gehen Hand in Hand“. Unter Beru⸗ ſung auf die Begriffsbeſtimmung des Franzoſen Jean Lucien Brun, das Kriterium des„gemeinſchaftlichen Lebenswillens“, wird für Elſaß⸗Lothringen der Charakter als Nationale Minderheit in Anſpruch genommen. Zugleich wird auf dem„kraſſen Widerſpruch“ der von der franzöſiſchen Regie⸗ rung eingeführten Aſſimilierungsſchulen„mit der elementa⸗ ren Vernunft“ hingewieſen:„Man nenne uns ein Kulturvolk von der Stärke des unſrigen, das in der Neuzeit ſeine Sprache gewechſelt hat! Niemand braucht zu ſuchen— es gibt keins Es wird dies auch nicht in Elſaß⸗Lothringen geben.“ Selbſt die großenteils aus Notablen zuſammengeſetzten drei General⸗ räte des Landes haben ſich kürzlich dem Proteſt der 2500 elſaß⸗ lothringiſchen Lehrer gegen das franzöſiſche Schulprogramm angeſchloſſen; die kürzliche Landeskonferenz der Unabhängigen Gewerkſchaften hat ſich auf den gleichen Standpunkt der deut⸗ ſchen Sprache als Unterrichtsbaſis geſtellt. Die Stimmung ſei beiſpielshalber gekennzeichnet aus den veröffentlichten Be⸗ gleitworten der„freiwilligen Steuer“ der Heimatfreunde: „aus Hagenau, der alten freien Reichsſtadt“;„Heilige Flamme glüh, glüh und erlöſche nie fürs Heimatlandl' uſw. Die Heimatbewegung, die Selbſtbeſinnung der deutſchſtämmigen Elſäſſer und Lothringer gegenüber aller Grenzlandtragik, iſt und bleibt eine unaufhaltſam anwachſende, elementare Strömung, die durch die Intriguen ſowie Maß⸗ regelungen der Pariſer Gewalthaber unmglich abgedämmt werden kann! Stimmungsmache gegen Doorn Berlin, 25. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Meldung eines Berliner Montagblattes, der Kaiſer habe Ein⸗ ladungen zur Jagd nach Rominten ergehen laſſen, deren Rich⸗ ligkeit wir von vornherein bezweifelten, hat ſich auch als falſch herausgeſtellt. Wie wir hören, ſind dem Kaiſer durch den Ver⸗ gleichsvertrag mit Preußen lediglich das Jagdoͤſchloß und der Park von Rominten zugeſprochen worden. Die Forſten in Ro⸗ minten ſind ſtaatlich und haben überhaupt nie zum perſönlichen Beſitz des Hohenzollernhauſes gehört. Damit dürfte ſchon die FPir techniſche Unmöglichkeit einer ſolchen Einladung erwieſen ein. Kommuniſtiſche Jorderungen gegen die Landesfürſten Die kommuniſtiſche Reichstagsfraktion hat im Reichstag einen Geſetzentwurf eingebracht, in dem die Ver weiſung aller ehemaligen Landesfürſten aus dem deutſchen Reichs⸗ gebiet gefordert wird. Alle ehemaligen Landesfürſten und ihre Nachkommen ſollen aus dem deutſchen Reichsgebiet aus⸗ gewieſen und ihr geſamter beweglicher und unbeweglicher Beſitz vom Staate beſchlagnahmt werden. Jeder Verſuch der Rückkehr in das deutſche Reichsgebiet ſoll als Verbrechen des Hoch⸗ und Landesverrats beſtraft werden. Straferlaß für Dr. Jänicke Wie wir erfahren, hat der Reichsminiſter des Aeußern in Verfolg der von dem Amueſtiegeſetz vom Auguſt vorigen Jahres aufgeſtellten Richtlinien dem Attaché im Auswärtigen Amt Dr. Jänicke, der bekanutlich wegen unziemlicher Aeuße⸗ rungen gegenüber dem Reichspräſidenten mit einer Diſsipli⸗ narſtrafe auf Entzug eines Drittels ſeines Monatsgehaltes belegt worden war, dieſe Strafe im Gnadenwege erlaſſen. Die gleichfalls verfügte Strafverſetzung Dr. Jänickes kommt nicht mehr in Betracht, da Dr. Jänicke aus dem Auswärtigen Amt ausſcheidet, um am 1. November des Jahres in die preußiſche Verwaltung übernommen zu werden. Aumneſtie für die Frankenfälſcher? Berlin, 23. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.( Die Frage, ob die ungariſchen Frankenfälſcher begnadigt werden ſollen, iſt noch nicht entſchieden. Dem„B..“ wird aus Bu⸗ dapeſt gemeldet, daß die Begnadigung noch keine beſchloſſene Sache ſei. Mit Rückſicht auf die Spannungen, die dieſe Ange⸗ legenheit auch in außenpolitiſcher Hinſicht hervorgerufen hat, dürfte der Begnadigungsakt, wenn er auch im Rahmen einer allgemeinen politiſchen Amneſtie erfolgen ſollte, nicht ohne ge⸗ wiſſe diplomatiſche Vorbereitungen vollzogen werden. Ent⸗ ſcheidende Schritte in dieſer Angelegenheit ſind erſt nach einer diplomatiſchen Sondierung in Paris zu erwarten. Die Kohlenverſorgung der Induſtrie Ueber die Kohlenverſorgung erſtattete auf der füngſten Vorſtandsſitzung des Reichsverbandes der deutſchen Indu⸗ ſtrie Bergrat Dr. Herbig, Direktor des Rheiniſch⸗Weſt⸗ fäliſchen Kohlenſyndikats, einen ausſührlichen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Für die deutſche Kohlenwirtſchaft bedeutet die kohlenver⸗ knappende Wirkung des engliſchen Streiks eine völlige Umwälzung. Der Rationaliſierungsprozeß im deutſchen Bergbau hatte im letzten Frühjahr einen gewiſſen Abſchluß gefunden. Der am 1. Mai einſetzende engliſche Streik hatte zunächſt nur geringe Wirkung. Im Ausfuhrgeſchäft war die Nachfrage zunächſt durchaus nicht dringend. In Deutſchland ſelbſt zeigte ſich in dieſer erſten Periode des Streiks über⸗ haupt keine Wirkung. Das deutſche Inland kaufte nicht mehr als bisher, und aus dem Ausland verſtärkte ſich die Nach⸗ frage nur wenig. Das Rheiniſch⸗Weſtfäliſche Kohlenſyndikat verſuchte ars dem engliſchen Streik möglichſt dauernden Vor⸗ teil zu ziehen, indem es auf langfriſtige Verträge hinarbei⸗ tete. Da die allgemeine Beurteilung der Lage in England dahin ging, daß der Streik nur noch wenige Wochen dauern werde, ſo ergab ſich auch für das Kohlenſyndikat die folge⸗ richtige Durchhaltung des Gedankens, daß längere Ab⸗ ſchlüſſe zu mäßigen Preiſen zweckmäßiger ſeien als kurzfriſtige Lieferungen zu Tagespreiſen. Bei den abgeſchloſ⸗ ſenen längeren Verträgen werden naturgemäß nicht die Tagespreiſe erzielt, und außerdem ſenkten noch abzuwickelnde Lieferungen zu den geringeren Preiſen der Vormonate den Durchſchnittserlös. Die Rheinfrachten haben eine er⸗ hebliche Steigerung erfahren. Die teurere Bahnweg mußte zum Heranbringen der Mengen an den Seeweg mitbenutzt werden. Der Vorteil für die Zechen liegt alſo nicht auf dem Gebiet des Erlöſes, ſondern auf dem Gebiet der Selbſtkoſten, die infolge der vergrößerten Förderung je Tonne geringer werden. Aber auch dieſer Vorteil wird zum Teil wieder durch Lohnerhöhungen wettgemacht und dadurch be⸗ einträchtigt, daß die Knappſchaftsnovelle die Zahl der krank⸗ Bergleute ganz erheblich hat anſchwellen aſſen. Bis zum Auguſt 1926 ergab ſich eine dauernd ſteigende Förderziffer. Auf der andern Seite erfuhr die Inland⸗ nachfrage in den erſten Monaten des Streiks keine Er⸗ höhung. Hiernach konnten die für die Ausfuhr zur Ver⸗ fügung ſtehenden Mengen beſtimmt werden. Im September aber traten Schwierigkeiten auf. Es iſt nicht leicht, hier zwi⸗ ſchen einem Mehrbedarf und einer aus Vorſicht eingegebenen Mehranforderung zu unterſcheiden. Wir glauben aber, aus einer großen Anzahl von Einzelbeiſpielen uns doch das Bild machen zu müſſen, daß der echte Mehrbedarf der Induſtrie zurzeit doch noch ſehr gering iſt und daß die Mehranforde⸗ rungen zum größten Teil durch Vorſicht oder Aengſtlichkeit veranlaßt ſind. So entſteht eine nervöſe Uebernach⸗ frage nach Kohlen, die nicht voll befriedigt werden kann, und dadurch weitere Nervoſität. Dieſe Angſt vor einer Kohlennot in Deutſchland iſt un⸗ ürechtigt, zumal mit einem Abbruch des engliſchen Streiks in kürzeſter Friſt zu rechnen iſt. Aber ſelbſt wenn man eine längere Dauer des Streiks annimmt, ſo wird doch eine wei⸗ tere Verſchärfung der jetzigen Lage nicht eintreten, weil die Förderziffer neuerdings wieder im Steigen iſt. Es handelt ſich tatſächlich um eine gewiſſe Kohlenknappheit, bei der es notwendig iſt, durch ein individuelles Disponieren unſerer Handelsorganiſationen dafür zu ſorgen, daß keine Betriebsſtörungen in der Induſtrie eintreten. Dies iſt bisher gelungen. Auch in Steinkohlen iſt die Kundſchaft ſelbſt heute noch wähleriſch. Auf den Halden liegen noch 2,3 Millionen Tonnen Koks, mit dem jeder Induſtrielle in einem gewiſſen Umfang ſeine Kohlenvorräte aufbeſſern kann. Aus dieſem Grunde wendet ſich Direktor Herbig weiter gegen den Gedanken, mit der Möglichkeit eines Ausfuhr⸗ verbots für Kohle zu ſpielen. Vielleicht würde die An⸗ kündigung eines Ausfuhrverbots bereits genügen, um eine große Menge von Abbeſtellungen hervorzurufen. Der Berg⸗ bau würde dann ſofort wieder in ſeinen Erzeugniſſen er⸗ ſticken, die Grenzen würden wieder geöffnet werden müſſen, es wäre alles wieder wie vorher; nur eines würde einge⸗ treten ſein: Deutſchland hätte ſeinen Ruf als vertragstreuer Kaufmann verloren, und das geſamte Ausland würde ſich nach dem Streik aufnahmebegierig der langentbehrten eng⸗ liſchen Kohle zuwenden. Moltkes 126. Geburtstag J Berlin, 25. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Das Reichsminiſterium des Innern hat mit Unterſtützung des Reichswehrminiſteriums das frühere Arbeitszimmer des Generalfeldmarſchalls von Moltke im erſten Stock des Reichs⸗ innenminiſteriums, des früheren Generalſtabsgebäudes, als Moltke⸗Gedächtnisſaal eingerichtet, das morgen anläßlich der Feier von Moltkes 126. Geburtstag der Oeffentlichkeit zu⸗ gänglich gemacht wird. Polens Anſpruch auf Chorzow Berlin, 25. Oktober.(Von unſerem Berliner Bürb.) Am Samstag iſt bekanntlich die polniſche Note über Chorzow hier eingegangen und unterliegt jetzt der Prüfung der zu' ſtändigen Reſſorts. Polen hält an der Ablehnung der Her, ausgabe von Chorzow oder einer entſprechenden Entſchüdi⸗ gung für das Werk feſt, bietet ſich aber an, mit uns in neue Verhandlungen über den geſamten Komplex dieſer Streit⸗ frage einzutreten. Das Angebot ſoll in einer ſolchen Form gehalten ſein, daß es durchaus im Bereich der Möglichkel liegt, daß von deutſcher Seite die polniſche Anregung aufge⸗ nommen wird und man noch einmal zu Verhandlungen ühen den viel umſtrittenen Gegenſtand kommt. Ob allerdings ein neue Beſprechung, wenn ſie überhaupt aufgenommen werden ſollte, zu einem für uns tragbaren Ergebnis führen werde, dürfte nach dem bisherigen Verhalten Polens in dieſer An⸗ gelegenheit zu einem gewiſſen Zweifel berechtigen. Aus der kommuniſtiſchen Partei Ruſtlands Auf der letzten Sitzung des Zentralkomitees und der Zen⸗ tralkontrollkommiſſion der ruſſiſchen Kommuniſtiſchen Partel wurde ein Beſchluß gefaßt, in dem verſchiedenen Mitgliedern des Zentralkomitees, nämlich Trotzki, Sin owiew⸗ Kameneff, Piatakow, Sokolnikow und anderen ein Ver⸗ weis erteilt wurde. 93 Die weitere Arbeit Sinowjews in der Komintern wird als unzuläſſig erklärt. Trotzki wird aus dem politiſchen Bürd ausgeſchloſſen, Kameneff von der Liſte der Kandidaten für das politiſche Büro geſtrichen. Die„Prawda“ veröffentlicht einen Artikel, in dem ſie feſtſtellt, daß die Oppoſition nur ihre ſtatutenwidrige Tätigkeit einſtellt, ſich aber nicht von ihren prinzipiellen Anſchauungen losſagt. Flaggen⸗Aenderung der Sowietunion Einer Warſchauer Preſſemeldung zufolge ſoll die Wax, ſchauer ſowietruſſiſche Geſandtſchaft eine Flaggenänderung in Rußland angekündigt haben. Die neue Flagge ſoll angebli nicht mehr die rote Flagge mit Sichel und Hammer, ſondern eine rot⸗grüne Flagge mit goldener Umrandung ſein. Auch die neue Flagge wird Sichel und Hammer im Mittelfeld tra⸗ gen. Weiter heißt es in der Meldung, daß die Aenderung au Tſchitſcherin zurückzuführen ſei, der die rote Flagge al Symbol eines Parteikampfes bezeichnet habe. Letzte Melöungen Beilegung des Mainzer Zwiſchenfalls 1Berlin, 25. Okt.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Fahndungsverſuche der deutſchen Polizei nach dem Täter des in Mainz durch einen Revolverſchuß verletzten franzöſiſchen Gendarmen ſind auf Weiſung von franzöſiſcher Seite einge⸗ ſtellt worden. Die franzöſiſchen Militärbehörden haben aber der deutſchen Polizei ihre Anerkennung für ihr Verhalten ausgeſprochen und betont, daß ſie dieſen Zwiſchenfall nicht als eine gegen die franzöſiſche Armee gerichtete Aktion anſehen, außerdem geben ſie der Hoffnung Ausdruck, daß die Bezie⸗ hungen zwiſchen franzöſiſchen Truppen und deutſchen Be⸗ hörden durch den Zwiſchenfall nicht beeinträchtigt werden, ſondern daß weiterhin das gute Einvernehmen aufrecht er⸗ halten bleiben möge. Redeverbot für General v. Schönaich in Nüruberg — Nürnberg, 25. Okt. Die Polizeidirektion Nürnberg hal das für geſtern angekündigte Auftreten des Generals von Schönaich auf einer Tagung der Deutſchen Siedlungsgeſell⸗ ſchaft, Ortsgruppe Nürnberg aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unterſagt. Ein engliſcher Kreuzer mit 120 Mann geſunken —London, 25. Okt. Nach einer Meldung aus Hamilton auf den Bermudas⸗Inſeln iſt am 22. Oktober, 20 Meilen ſüd⸗ lich von den Bermudas⸗Inſeln, das engliſche Kriegsſchiff „Balerian“, das 120 Mann Beſatzung hatte, geſunken. Nur 20 Maun konnten gerettet werden. Kriegsſchiffe wurden beſchädigt. Brennender Dampfer im Kanal — London, 25. Okt. Ein von Oſtende nach London fahren⸗ der engliſcher Dampfer geriet aus unbekannter Urſache in Brand. Unter ſeiner Ladung befanden ſich 1000 Kiſten Streich⸗ hölzer, die ſich entzündeten. Die 16köpfige Manuſchaft ver⸗ ließ das lichterloh brennende Schiff, das ganz in Flammen ſtehend, zwei Meilen von Dover aufgegeben werden mußte⸗ Eine rieſige Menſchenmenge beobachtete vom Ufer aus den Brand. ——————— Berliner Kunſtbrief Von Oscar Bie EChodowiecki, der Altmeiſter der Berliner Schule, iſt zur Wiederkehr ſeines 200. Geburtstages von der Akademie, bderen Vorſteher er einſt war, durch eine umfaſſende Ausſtel⸗ lung gebührend geehrt worden. Chodowieckt war der erſte bildende Künſtler, der in Berlin eine gewiſſe Nachfolge er⸗ gielte, nachdem das Werk Schlüters faſt ſpurlos vorüberge⸗ gangen war. Wir wiſſen heut, daß Menzels Kunſt, daß ſo⸗ — Liebermann auf einer Linie ſich entwickelt hat, mit dieſer ſcharſen Darſtellung des Lebens, die bei Chodowiecki begann. Er war ja unerſchöpflich. Mehr als 2000 Radierungen hat er geſchaffen und vieſe wieder, wie auch die weniger wichtigen Bilder, in zahlloſen Zeichnungen vorbereitet. Was aus ſei⸗ nen Arbeiten heute noch zu uns lpriche iſt nicht nur ihr ethi⸗ ſcher Gehalt, der an der Aufklärung der Zeit ſtark mitwirkte, ſondern mehr noch die künſtleriſche Qualität, die von der präziſeſten Form bis in die Ahnungen maleriſcher Valeurs reicht. Die Akademie hatte es leicht, eine ſolche Ausſtellung zu inſzenieren, ſie brauchte nur ihre eigenen Mappen zu öff⸗ neu, die Chodowiecki ſelbſt ſchon zum Teil geordnet hatte, und ſie fand in dieſen Mappen vor allem die unerſetzliche Folge von Originalzeichnungen, die Chodowiecki auf ſeiner Reiſe nach der Baterſtadt Danzig als ein Tagebuch niederge⸗ legt hat. Das Chodowiecki⸗Jubiläum wirkt in dieſen Tagen auch auf den Kunſtmarkt. Auf einer Berliner Auktion wur⸗ den Zeichnungen und Radierungen von ihm verſteigert, die zum Teil außerordentliche Preiſe erzielten. Für einen Zu⸗ ſtandsdruck des reizenden„Lihombre⸗Tiſches“ mit den drei bei Kerzenlicht ſpielenden Damen gab man 850 M. Die„Schlit⸗ tenfahrt“ erzielte 500 Mark, die„Zelte im Berliner ten“ 275 Mark. Chodowieckt hätte die Hände über dem Kopf zuſammengeſchlagen. Es iſt kein Zufall, daß heute graphiſche Ausſtellungen die von Bildern an Bedeutung überholen. Hier bietet der Mart eher Verkaufsmöglichkeiten und die Auswahl läßt ſich in rößerem Umfange veranſtalten. Während Chodowieckt in er Akademie thront, ſehen wir gleichzeitig in zwet kleineren Kunſthandlungen ganze Folgen der Graphik von Liebermann und Käte Kollwitz. Man beohachtet unwillkürlich, wie ſich das Raleriſche und das ethiſche Weſen von Chodowieckt heute ge⸗ teilt hat. Das Werk von Liebermann iſt eine dauernde Ent⸗ wicktung maleriſcher Energien in Schwarz⸗Weiß auf der gleichen Ebene der Technik und des Ausdrucks. Küte Kollwitz dagegen iſt eine ſoziale Predigerin, die durch ihre Blätter auf das Gemüt und die Moral wirken nud die Menſchen beſſern will. Je nach der Zeit und der Aufgabe wählt ſie dabei ver⸗ ſchiedene Vortragsformen, die dem Zweck angepaßt erſcheinen. Den Weberauſſtand illuſtrierte ſie einſt durch eine Folge von Radierungen lyriſchen Tons. Der Krieg hingegen hat in ihr monumentalere Neigungen aufſteigen laſſen, eine Art heroi⸗ ſches Epos, das ſich in mächtigen Einzelgeſtalten ſymboliſiert, und zwar in der Technik des Holzſchnittes, der für ſolche plakatartige Flächenwirkungen vorbeſtimmt iſt. Was gibt es dagegen zur Zeit für Bilderausſtellungen? Paul Caſſirer ſcheint ſich nur noch auf Auktionen zu legen uſtd die Auktion der Sammlung Theodor Schall wird nächſte Woche wahrſcheinlich die ſchönſten Bilder auf den Markt brin⸗ gen, die jetzt zu ſehen ſind. Flechheim ſtellt Rudolf Leyy aus, den vielgenannten Führer der Pariſer Gruppe des Cafe du Dome, einen ernſten und arbeitſamen, aber nicht eigentlich ſchöpferiſchen Kompoſiteur farbiger Einzelwirkungen. Und in einer anderen, weniger bekannten Kunſthandlung von Wilt⸗ ſchek bietet ſich das Geſamtwerk von Wollheim dar, der in der letzten Zeit einen gewiſſen Aufſtieg zu verzeichnen hat, aber ſeine Kraft und ſein Format vorläufig noch in einer jugend⸗ lichen Unreife überſchreitet. Da hat gerade am rechten Tage die Sezeſſion ihre Herbſt⸗ ausſtellung eröffnet, vielleicht die letzte, die in dieſem Hauſe ſtattfinden wird. Sezeſſion— ich weiß wirklich nicht recht, warum es ſo etwas noch gibt. Der ſezeſſioniſtiſche Charakter ehlt ganz und der alte Name iſt nur geblieben für einen erein, der ſchließlich ebenſo gut an den allgemeinen Unter⸗ nehmungen ſich beteiligen könnte. Aber man wird ſich ein neues Haus auf dem Savignyplatz bauen und man wird die Familientradition wahren, auch ohne den Vater Corinth. Und wie fehlt Corinth! Wenn ich früher durch dieſe Säle ging, ſuchte ich zuerſt ſeine Bilder und gewann aus ihrer maleriſchen Freiheit und ihrem Farbenrauſch einen Maßſtab für alles Uebrige. Jetzt iſt das Niveau gut, aber zu gleich⸗ t mäßig. Ich ſuche gern in der Fülle ſolcher Ausſtellungen einen Punkt, von dem aus ich ſie aus den Angelu heben kann. Wo iſt er heute? Es wird gemalt. Man gibt Reiſeerinne⸗ rungen oder Porträts. Der Sommeraufenthalt genügt auch ſchon. Aber wo zielt er hin? Es mag von den graphiſchen Ausſtellungen kommen, daß ich mir einrede, daß die zeichne⸗ riſche Form überwiegt und der maleriſche Furor nachläßt. Wie Kars ein paax Badende oder ein Papageienmädchen in feſte Form bringt, wie Hofer eine Gruppe Gefangener ſtili⸗ ſiert, Um in ſeinem beſten Bilde, einer trunkenen Frau, ſich dann wieder maleriſch aufzulöſen, wie Fritſch Umgegenden von Berlin in eine ſtraffe Materialität ſetzt, oder wie Degner ſeine Landſchaften mathematiſiert, das iſt der Zug der Zeit⸗ Zeller iſt nicht anders mit ſeinen Reitern und Anglern, der Wiener Kitt geht in einem großen Familienbildnis geradezu auf romantiſche Ideale zurück. Alle mäßigen ſich in—— Far⸗ be nach dem einflußreichen Vorbilde des Pariſers Othon Frienz, der die Ornamentalität der Natur am konſequen⸗ teſten betont. Sogar Heckendorf iſt in der Farbe zurück⸗ gegangen, ſeine Seinebrücke iſt mild und freundlich, faſt Hüh⸗ nerſch. Jaeckels Porträts ſind ſromm gegen die Natur, zwei ausländiſche Damen, darunter die japaniſche Frau des Soh⸗ nes von Buſoni, der ſelbſt mit einem formal ſtarken Bilde vertreten iſt. Auch Spiro harmoniſiert ſeine ſüdfranzöſiſchen Landſchaften auf einen gleichen Akkord, ſicherlich beeindruckt von der genialen Malweiſe Utrillos aus ſeiner ſogenannten weißen Zeit, von der die Kirche Saint⸗Pierre hier ein über⸗ ragendes Muſter bietet. Und ſo ſpaziert man durch alle Ar⸗ ten und Abarten heutiger Stils, lernt in dem Advokaten des Pariſers Alix eine Daumiernachahmung kennen, begrüßt die hellbunt gezeichneten malayiſchen Tänzer von Genin und kehrt ſchließlich in die Bezirke der eigentlichen Malerei nicht ohne Genugtuung zurück: Königs Porträt von Hauytmann in temperamentvollem maleriſchem Wurf, die ſehr leben⸗ ſprühenden Landſchaften von Krauskoyf und nicht zu ver⸗ geſſen die ſchönen Proben von Corinths Witwe Charlotte Behrend, junges Böckſchen und junge Katze, freundliche und ſtellvergnügte Arbeiten. Literatur * Alfred Bruſt,„Die verlorene Erde“. Roman.(Horen⸗ Verlag, Berlin⸗Grunewald). Der im ſtillen längſt erwartete Roman des oſtpreußiſchen Dichters iſt da, und bedeutet die Krönung ſeiner früheren Werke. Vom Urproblem jedes Vol⸗ kes, dem der Raſſe, ſteigt dieſer Weltenbaum der Erkenntnis auf mit all ſeinen giftigen Früchten, die den Verluſt der Erb⸗ erde in ſich bergen, bis ſeine Krone ſich gipfelt, die Menſchheit aus der Verbannung zurückleitend in ihre neuerworbene Hei⸗ mat. Dieſes einzigartige Werk iſt Religion, Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaſt zugleich, weil unmittelbar dem Urquell aller Bewußtheit entſprungen. Und der Ausdruck dieſer werktätigen Seelen⸗ ſchau verfällt keinem geiſtreichelnden, erkünſtelten, oder mo⸗ dern ſtenographiſchen Stil. ſondern dieſe Sprache hat ſich der ofſenbarende Geiſt ſo unfehlbar gebaut, wie irgendein Natur⸗ geiſt ſeine unabänderliche einmalige Form. Zwei andere britiſche 9 9 JJCCCcGPPPGPPPPPPPPPPPPPPPPPP—PP——PT——PP——————— — 9 9 1 8 * — * 1 * ⸗ ird 9 ür cht jre en ** ich rn ich uf 15 1, . K. RKRKn. 7 N * 1609346) Kälber, 97 665(100 430) * Montag, den 25. Oktober 1926 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 494 Wirtſchaftliches Soziales Sperrviehmärkte und Montagsmehmärkte Der Bund der Viehhändler Deutſchlands 4 ielt dieſer Tage in Frankfurt a. M. eine allgemeine wirrha,mimlung ab. Vertreten waren verſchiedene Land⸗ piertſchaftstammern, der Deutſche Fleiſcherverband, Schlacht⸗ iehhofverwaltungen aus dem Reiche und der Zentralverband er Fleiſchergehilfen. Eingeladen, aber nicht vertreten waren er preußiſche Miniſter für Landwirtſchaft und die Wies⸗ ſemer Regierung. Der Borſitzende ſtellte einleitend feſt, daß esmal Fleiſchergewerbe, Viehhandel und Landwirtſchaft ſich gemeinſam in zwei Fragen zuſammengefunden hätten. Es olgte ein Referat von Bundesdirektor Scholz über die Luchenveterinärpolizeilichen Vorſchriften für die Viehmärkte, eſſen Forderung dahin ging, daß es nicht der Willkür ein⸗ zelner Beamten überlaſſen werden dürfe, einen Markt als 0 perrmarkt zu erklären. Der Syndikus des Mittel⸗ eutſchen Viehhändlerverbandes forderte Unterſuchungsſtellen ber Prüfung der Notwendigkeit einer Sperre. Die württem⸗ Ergiſchen und badiſchen Viehhändler, die ſich am letzten duntag gemeinſam mit den übrigen ſüddeutſchen Viehhänd⸗ ern zu einer Arbeitsgemeinſchaft zuſammengeſchloſſen haben, forderten ebenfalls gemeinſame Beratung. Einſtimmig wurde eine Entſchließung gefaßt, die beſagt:„Die in Frankfurt zahlreich verſammelten Vertreter der deutſchen andwirtſchaſt, des deutſchen Viehhandels und des deutſchen leiſchergewerbes beklagen außerordentlich, daß durch die überſtrenge Anwendung der Ausführungsvorſchriften des eichs⸗Viehſeuchengeſetzes in verſchiedenen Schlachtvieh⸗ märkten eien Entwertung des Viehes herbeigeführt wird, die auf die Dauer nicht tragbar iſt. Die Verſammlung weiß nur zu gut, daß eine wirkſame Bekämpfung der Viehſeuchen ringend notwendig iſt, ſie hält es aber durchaus nicht für er⸗ orderlich, bei vereinzelter Seuchenfeſtſtellung den ganzen Mark zum Sperrmarkt zu erklären. Die bisherigen Be⸗ ſtrebungen müßten mit Nachdruck weiter verfolgt werden.“ eber die Verlegung der Montagsviehmärkte referierte Bundesvorſitzender Daniel. Er trat gegen eine erlegung ein. Auch die Großviehhändler ſind mit Nachdruck kar Beibehaltung der Montagsmärkte. Die Landwirtſchafts⸗ ammern können, wie die Wiesbadener Kammer ausführte, noch keine Stellung feſtlegen. Der Vertreter des Deutſchen Fleiſcherverbandes weiſt auf die veränderten Verhältniſſe hin und tritt mit allen Mitteln gegen eine Verlegung ein, mit der man dem Fleiſchergewerbe drei Arbeitstage rauben würde. Nur der Vertreter des Zentralverbandes der Deutſchen Fleiſchergehilfen iſt für Einführung der Sonntagsruhe, alſo Ur Verlegung der Montagsmärkte. Sp. Städtiſche Nachrichten Marktverkehr mit Vieh Nach Mitteilung des Städtiſchen Nachrichtenamts wurden den 36 bedeutendſten Schlachtviehmärkten Deutſchlands im ptember 126 489(im Auguſt 118 694) Rinder, 100 401 Schafe, 374 249(366 489) dichweine zugeführt. Gegenüber dem Auguſt haben ſich alſo bes Zahlen bei den Rindern und Schweinen erhöht; während bei den Kälbern und Schafen ein Rückgang feſtzuſtellen iſt. Bei den Rindern hatte Berlin den größten Auftrieb mit 16 098 Stück; dann folgen: Hamburg mit 13 409, München mit 505, Huſum mit 7670, Köln mit 6014, Frankfurt a. M. mit 20, Lübeck mit 5599, Breslau mit 4918, Mannheim mit —3 Nürnberg mit 4324, Stuttgart mit 4115, Dortmund mit 184, Leipzig mit 3128, Dresden mit 3067, Hannover mit „ Chemnitz mit 2659, Magdeburg mit 2641, Elberfeld mit 2800, Eſſen mit 2354, Mainz mit 2331, Kiel mit 1850, Königs⸗ erg mit 1837, Bremen mit 1816, Augsburg mit 1413, Stettin mit 1309, Karlsruhe mit 1288, Koblenz mit 1252, Zwickau mit 1172, Wiesbaden mit 1109, Würzburg mit 1108, Düſſeldorf mit 70, Kaſſel mit 805, Barmen mit 521, Plauen i. B. mit 512, refeld mit 398, Aachen mit 326. Die Zahl der auf dem Mannheimer Viehmarkt gufgetriebenen Kälber betrug im September 2699(im Auguſt 870), die der Schafe 329(364), die der Schweine 11241(9743). Dem Mannheimer Schlachthof wurden im September 1500 Rinder(gegenüber 1449 im Auguſt) zugeführt, ferner 1857(2056) Kälber, 287(286) Schafe und 4956(4791) Schweine. * „ Todesſturz aus dem Fenſter. Geſtern früh iſt in einem Hauſe der-Quadrate ein 20 Jahre altes Dienſtmädchen, das von ſeinem Schlafzimmer aus die zum Trocknen aufgehängte äſche von einer über den Hof geſpannten Leine abnehmen wollte, aus Unvorſichtigkeit aus dem Fenſter des 3. Stockes 84 * In den ſtädtiſchen Krankenanſtalten befanden ſich am 16. Oktober 910 Kranke(465 männliche, 445 weibliche), und zwar im Krankenhaus 803, im Spital für Lungenkranke 93, im Geneſungsheim Neckargemünd 14. Von den im Kranken⸗ haus befindlichen Kranken waren 242 in der mediziniſchen Abteilung, 269 in der chirurgiſchen Abteilung, 110 in der gynäkologiſchen Abteilung, 74 im Säuglingskrankenhaus, 80 in der dermatologiſchen Abteilung, 17 in der Abteilung für Hals⸗, Naſen⸗ und Ohrenkranke und 11 in der Abteilung für Augenkranke. Da am 16. Oktober 1925 die Zahl der Kranken 983(498 männliche, 485 weibliche) betrug, waren in den Mann⸗ heimer Krankenanſtalten am 16. Oktober 73 Kranke weniger als am gleichen Tag des Vorjahres. *„Groſſina“, Großeinkaufs⸗Vereinigung der Kolonial⸗ warenhändler e. G. m. b. H. Mannheim. Die Genoſſenſchaft hielt am Montag ihre 23. ordentliche Generalver⸗ ſammlung über das Geſchäftsjahr 1925—26 im Hotel„Heſ⸗ ſiſcher Hof“ ab. Aus dem Rechenſchaftsbericht iſt zu entneh⸗ men, daß Zwangswirtſchaft und Inflation am Mark der Ge⸗ noſſenſchaft zehrten, doch war die Hoffnung berechtigt, durch zähe planmäßige Arbeit geſunde Zuſtände wieder herbeizu⸗ führen. Der Warenumſatz hat die Friedenshöhe bei billigſter Mitgliederbelieferung überſchritten. Die Kaffee⸗Röſterei wurde ſtärker in Anſpruch genommen. Das Gewinn⸗ und Verluſt⸗Konto zeigt ein befriedigendes Bild, ſodaß auch dieſes Jahr die Geſchäftsanteile verzinſt werden konnten. Zum Schluſſe der Verſammlung gedachte der Aufſichtsratsvor⸗ ſitzende in ehrenden Worten des Geſchäftsführers Gfrörer, der ſeinen 50. Geburtstag und ſeine 20jährige Tätigkeit bei der Genoſſenſchaft beging. * Schwerer Sturz. Samstag früh kam in der öſtlichen Unterführung des Hauptbahnhofs eine Frau aus Oftersheim zu Fall und brach den linken Unterſchenkel. Die Verunglückte wurde ins ſtädtiſche Krankenhaus verbracht. * Der Hund unterm Straßenbahnwagen. Geſtern abend geriet bei E7 ein Hund unter einen Straßenbahnwagen der Linie 1. Durch Hochwinden des Wagens konnte das Tier, das mit leichten Verletzungen davonkam, befreit werden. Es entſtand eine größere Menſchenanſammlung. *k Zuſammenſtöße ereigneten ſich im Laufe des Samstags vormittags Ecke Mittelſtraße und Meßplatz zwiſchen einem Perſonenkraftwagen und einem Radfahrer, wobei dieſer Hautabſchürfungen davontrug und in das Krankenhaus ver⸗ bracht werden mußte, Ecke Kaiſerring und M und N7 zwi⸗ ſchen einem Perſonenkraftwagen und einem Kleinkraftrad⸗ fahrer, abends Ecke Tatterſallſtraße und Friedrichsplatz und am Sonntag vormittag auf dem Kaiſerring zwiſchen je zwei Perſonenkraftwagen. * Einen Ohnmachtsanfall erlitt geſtern vormittag ein Fräulein in einem Straßenbahnwagen der Linie 5 an der Endſtation Waldpark. Die Erkrankte fand Aufnahme im Allgemeinen Krankenhaus. * Unruhige Nächte. Wegen Ruheſtörung gelangten in der Nacht vom Samstag auf Sonntag 37 und vom Sonntag auf Montag 13 Perſonen zur Anzeige. * Kofferdiebſtahl. Aus einer Droſchke, die abends vor einer Wirtſchaft in L 13 ſtand. wurde ein brauner Lederkof⸗ fer, 70½25 Ztm. groß, mit 3 Meſſingſchlöſſern und Ledergriff entwendet. In dem Koffer befanden ſich: 1 Zeißfernglas. 1 Jagdpatronentaſche aus braunem Rindsleder mit etwa 100 Jagdpatronen, 1 Jagdioppe aus gelblichem Oeltuch, 1 Paar Ledergamaſchen mit Schnallen, 1 Paar ſchwarze Jagoͤſchnür⸗ ſchuhe, Größe 42, zwei grüne Wolljagdhemden mit Kragen, 4 Paar graue Herrenſocken, einige gebrauchte weiße Taſchen⸗ tücher, 1 Jaadvaß auf den Namen Wilßelm Enderlin, hier wohnhaft, gültig für Nürtingen und Altlußheim. * Einbruch in ein Gartenhäuschen. Entwendet wurden aus einem Gartenhäuschen bei den Rennwieſen ein Polſter aus Roßhaar, 2 Meter lang, 50 Ztm. breit, mit einem Ueber⸗ zug aus geblumtem Kattun. eine Herrenjoppe für große, ſtarke Figur aus ſchwarz geſprenkeltem Baumwollſtoff. eine graue Schirmmütze. Teſlerform, Konfweite 56, und ein älteres Raſiermeſſer mit dunkler Hornſchale. * Wer bat 1000 Mark gefunden? Am 9. Oktoher, vor⸗ mittags zwiſchen 10 und 11 Uhr, gingen von der Rleinhäuſer⸗ ſtraße bis N 3 1000 Mark, beſteßend aus 100 Zeſmmark⸗ ſcheinen, verloren. Der Finder hat ſich noch zu melden. * Wer hat noch italieniſche Geldſcheine? Durch Dekret der italieniſchen Regierung vom 9. September 1926 iſt die Einziehung und Annullierung der italieniſchen Geldſcheine zu Lire 25 verfügt worden. Mit dem 31. Dezember 1926 er⸗ liſcht ihre Umlaufsgültigkeit und bis zum 30. Juni können ſie bei den italieniſchen Poſtämtern zum Umtauſch eingeliefert werden. In Anbetracht, daß viele deutſche Staatsangeſöörige Italien beſuchen und anzunehmen iſt, daß Scheine zu Lire 25 ſich noch in deren Beſitz befinden. hat ſich das italieniſche Ge⸗ 5 den Hof geſtürzt und hat ſich dabei derart ſchwere Ver⸗ Etzungen zugezogen, daß es einige Stunden ſpäter im Städt. rankenhaus geſtorben iſt. neralkonſulat in Frankfurt a.., Neue Mainzerſtraße 2, bereit erklärt, den Umtauſch der ihm zugeſandten Scheine zu vermitteln. Erwerbsloſen⸗Selbſthilfe, Mannheim Von Kaufmann Fred Dietz, Mannheim, Mitglied des Verwaltungsrates Es war ein glücklicher Gedanke, der zu Beginn dieſes Sommers, der Hochkonjunktur deutſcher Arbeitsloſigkeit, einige tatkräftige Kaufleute und Ingenieure zu dem Ent⸗ ſchluß verband, Selbſthilfeeinrichtungen zu ſchaffen, um die kaufmänniſche und techniſche Angeſtelltenſchaft ſowie die ge⸗ ſamten Erwerbsloſen überhaupt, vor der gänzlichen Ver⸗ elendung und vor dem Ruin zu bewahren und nicht tatenlos zuſehen zu müſſen, wie das graue Geſpenſt der Not in ihren Familien ſich immer mehr verbreitet. Daß die Arbeits⸗ ämter keine weiteren, als größtenteils nur örtliche Be⸗ helfe ſind, iſt allgemein bekannt. Ebenſo dürfte bekannt ſein, daß ſich in den Jahren 1920—1926 in allen Städten Erwerbs⸗ loſenkommiſſionen gebildet haben, die nur politiſchen Cha⸗ rakter trugen und dazu da waren, eine materielle Unter⸗ ſtützung durch Reich, Länder oder Gemeinden zu erhalten. Eine wirkliche tatkräftige Unterſtützung zur Bekämpfung der Erwerbsloſigkeit konnten beide Inſtanzen infolge ihrer ver⸗ ſchiedenen Richtungen nicht leiſten. Auf ſchwankender Grundlage errichtet und oft durch Un⸗ wiſſende und ſchamloſe Angriffe durch die Gewerkſchaften in ihrer Wirkungskraft gehemmt, iſt die Deutſche Erwerbsloſen⸗ Selbſthilfe aus kleinen Anfängen zu einem kraftvollen Ge⸗ bilde emporgewachſen, die zur Zeit Hunderte von kaufmän⸗ niſchen und kechniſchen Angeſtellten in ſchwerer Zeit bei ganz geringen Beiträgen Unterhalts⸗ und Erwerbsmöglichkeit bietet und ſie möglichſt in gelernte Berufe unterzubringen beabſichtigt. Der Gang der Entwicklung zeigt, daß die Deutſche Erwerbsloſen⸗Selbſthilfe zeitloſen Charakter hat und daß ſie ihre Aufgaben erſt dann wahrhaft erfüllen kann, wenn ſie, frei von Tagesſorgen, unter großen Geſichtspunkten mit weit geſteckten Zielen und mit größter Unterſtützung der Induſtrie, des Handels, Gewerbes und Verkehrs zu ar⸗ beiten in der Lage iſt. Denn es handelt ſich bei ihren Auf⸗ gaben nicht allein um Arbeitsbeſchaffung, ſondern für die Er⸗ werbsloſen im allgemeinen überhaupt um jede irgendmögliche Hilfe wie Erwerbsloſenſpeiſungen, Wohnheime für Allein⸗ ſtehende, Verkaufsſtellen für Lebensmittel und Berufsuten⸗ ſilien, Schreibmaſchinenſtube, Ueberſetzungsbüros, Dolmetſcher und Fremdenführerdienſt, Friſeur⸗, Näh⸗ und Flickſtuben, Schuhbeſohlwerkſtätten und dergleichen mehr. Ferner wird Wert gelegt auf Unterrichtskurſe. Die Deutſche Er⸗ werbsloſen⸗Selbſthilfe ſoll ſich ferner erſtrecken auf Kreditie⸗ rung von Kautionen, Pacht, Mittel für den Umzug nach aus⸗ wärtigen Arbeitsſtellen oder tatkräftige Hilfe bei Auswan⸗ derung ſowie Krankenfürſorge im großen Stile, weiterhin Heilſtätten verbunden mit Erholungsaufenthalt und leichten Arbeiten auf dem Lande. Ebenſo iſt für den kommenden Winter vorgeſehen die Errichtung vor Wärmeſtuben, Leſe⸗ räumen oder irgend welchen Arbeitsräumen. Zur Erreichung aller dieſer Zwecke wäre ein amtliches Organ weniger fähig, als eine Einrichtung, wie wir ſie in der Deutſchen Erwerbsloſen⸗Selbſthilfe beſitzen, die ohne Ab⸗ hängigkeit von Arbeitsämtern und Arbeitsminiſterien, aber in enger Verbindung mit ihnen einzig unter Berückſichtigung der menſchlichen, ſittlichen und geiſtigen Eigenſchaften der Er⸗ werbsloſen, unter Ausſchaltung aller politiſchen, konfeſ⸗ ſionellen und weltanſchaulichen Unterſchiede ihre Aufgabe er⸗ füllt. In welchem Grade es der Geſchäftsführung in vier⸗ monatlicher zäher Arbeit gelungen iſt, Hinderniſſe zu über⸗ winden und ausgleichend zu wirken, die Organiſation auszu⸗ bauen und die Kreiſe zur tätigen Mitarbeit zu gewinnen, die zu helfen in der Lage ſind, zeigt u. a. die Zuſammenſetzung des Verwaltungsrates, der ſelbſtverſtändlich ehrenamtlich wirkt, indem Kaufleute, Techniker, Ingenieure uſw. neben⸗ einander ſitzen, alle von der Einſicht erfüllt, daß unſerem ge⸗ ſamten Wirtſchaftsleben dringender als je ein tüchtiger Be⸗ ſtand an Arbeitskräften(gelernte ſowie ungelernte) zu er⸗ halten iſt. Bis jetzt hat die Deutſche Erwerbsloſen⸗Selbſt⸗ hilfe noch keinerlei Unterſtützungen von Körperſchaften er⸗ halten, denn alle tätigen Perſonen arbeiten ehrenamtlich. Sämtliche Mitglieder der Deutſchen Erwerbsloſen⸗Selbſt⸗ hilfe leiſten einen Kopfbeitrag von wöchentlich 10 Pfennig, der 97 S Porti, Miete und Schreibutenſilien verwendet wird. Noch fehlt indes das Schlußglied in der Kette. Es ſehlt die organiſatoriſche Zuſammenfaſſung aller Erwerbsloſen des Deutſchen Reiches unter ein⸗ heitlicher Leitung von einem Ort. Opferwilligkeit der Bürger⸗ ſchaft unter Vorantritt der Stadtverwaltung, in Verbindung mit Kreis⸗ und Provinzialverwaltungen und bedeutenden Spenden der ortsanſäſſigen Induſtrieunternehmen, zum Teil in bar, zum Teil in Sachleiſtungen, können und werden zum Gelingen beitragen. Der Verbreitung der Deutſchen Er⸗ werbsloſen⸗Selbſthilfe müßten daher nicht nur die unmittel⸗ bar intereſſierten Stellen(Arbeitsamt, Stadtverwaltung), ſon⸗ dern auch die verſchiedenen Kreis⸗ und Provinzialverwal⸗ tungen ſowie darüber hinaus Reich und Länder ihre Auf⸗ merkſamkeit zuwenden. Nähere Auskunft erteilt die Deutſche [Erwerbsloſen⸗Selbſthilfe Mannheim. Kleiſtſtraße 7. Nationaltheater Mannheim „Tiefland“ 5 Die Wiederaufnahme von Eugen'Alberts„Tiefland“ in en Spielplan nach zweijähriger Pauſe iſt zweifellos zu be⸗ grüßen. Man mag vom ſtreng muſikkritiſchen Standpunkt aus vieles Gewichtige gegen Form und Stil dieſer einzigen per'Alberts, die ſich von ſeinen etwa ein Dutzend um⸗ ſaſſenden Bühnenwerken allein gehalten hat, einzuwenden aben. An der Tatſache kann man jedoch nicht vorübergehen, dih„Tiefland“ beim Theaterpublikum eine vielleicht unver⸗ iente, aber doch nicht zu leugnende Popularität genießt. Sie iegt einmal in dem dramatiſchen Vorwurf begründet, von em man nur ſagen kann, daß trotz zahlreicher pſychologiſcher umöglichkeiten mancher unſerer modernen Komponiſten ſich * Sounte preiſen könnte, wenn er ein ſolches Libretto vertonen Tönnte. „Ton, der ſich dem Worte und der Handlung anpaßte, zarteſte Zum anderen trifft die Muſik faſt überwiegend den Lyrismen, von Puccini überleuchtet, wechſeln ab mit wuch⸗ igen dramatiſchen Epiſoden. Daß daneben der Strom der rſindung bisweilen recht breit und träge zwiſchen den Ufern er Banalität dahinfließt, ſoll ebenfalls nicht verſchwiegen werden. Aber im Ganzen leuchten in„Tiefland“ Farben und innere Gluten, die den Hörer nicht nur erwärmen, ſondern deitweilig mitreißen. Deshalb wird„Tiefland“ noch lango Zeit zum eiſernen Beſtand der gegenwärtigen Oper gehören. Die Aufführung ſelbſt ſtand unter glücklichem Stern. Das Eiferſuchtsdreieck wurde durch Roſe Pauly⸗Dreeſen, Adolf Loeltgen und Hans Bah ing zunächſt einmal rein darſtelleriſch vortrefflich gezeichnet. Geſanglich über⸗ ragte Frau Pauly⸗Dreeſen noch ihre beiden Partner. Wir eſitzen in ihr eine geradezu ideale Darſtellerin und Sängerin ür dämoniſch⸗leidenſchaftliche Frauenrollen. Ihre Martha kann ſich daher vollwertig neben ihre Salome ſtellen. Loelt⸗ gens Tenor erklomm ſtrahlende Höhen, auch darſtelleriſch war er von überzeugender Lebendigkeit. Der Sebaſtiano Bahlings litt anfänglich unter einer leichten Heiſerkeit, entfaltete ſich aber im 2. Akt zu größerer Freiheit. Gegenüber den drei führenden Rollen traten die übrigen Mitſpielenden zurück, och ragten einige hervor, ſo Mang, Könker und Heyer von den Herren und Marianne Keiler und Erna Schlü⸗ er von den Damen. Daß das ſtets große Schwierigkeiten verurſachende Keifterzett der Weiber auch hier unter bedeuk⸗ den altgewohnten Bahnen. Man würde ihm dankbar ſein, wenn er das unmögliche Oeldruckbild mit der Himbeertunken⸗ beleuchtung aus dem Vorſpiel tilgte. Auch das Licht in der Kammer findet vielleicht noch eine andere techniſche Löſung, als gerade durch eine verſagende Taſchenlampe. Dagegen war die leitende Hand in der Enſembleſzene wiederholt zu verſpüren. Das Orcheſter unter Erich Orthmanns ruhi⸗ ger und energieverhaltener Leitung blühte in allen Farben und bereitete infolgedeſſen uneingeſchränkte Freude. Die Zu⸗ hörerſchar ging willig mit; Beifall und Bravorufe riefen die Hauptdarſteller viele Male an die Rampe. B F Wegener⸗Gaſtſpiel im Neuen Theater „Ramper“ von Max Mohr „U—i,—“.. Bitte jeden Morgen beim Menſen⸗ diecken fünfundzwanzig Mal hintereinander:„u—i,—“, Das iſt Grönland; ſo rufen die Eskimos. Tiefſte weiße Eis⸗ weisheit:„—“. Beim zwölften Mal erſcheint das Nord⸗ licht, beim ſiebzehnten der Eisbär, beim fünfzundzwanzigſten Ramper, der nach Grönland dichteriſch verſchlagene Flieger. Ein beneidenswerter Mann dieſer Herr Ramper. Hat ſiebzehn Jährlein Zeit, im glitzernden Eis zu kampieren, die⸗ weil das über den Untergang des Abendlands examinierte Europa auf Max Mohr wartet, der es verbeſſern will. Mit den„Improviſationen im Juni“ fing es au. Das ging noch. „Auf der Welt ſind die Geräuſche tauſendweiſe— und nur eine Melodie“. Das ließ ſich hören. Dann aber vernahm 75 das Geräuſch der Melodie Max Mohrs:„u—i,—“. us. Doch er ſelbſt ſtört dieſen herzigen Naturlaut. Er läßt ſeinen Ramper, als deſſen Maſchiniſt geſtorben iſt, nur da oben, um ihn durch Walfiſchfänger wieder abholen zu laſſen, nachdem ſeine Menſchlichkeit ſteinhart eingefroren, und aus dem Europaflüchtigen eine Art Kreuzung von Eisbär und Eskimo geworden iſt. Als ſolchen greift ihn ein Artiſtenpaar auf, das mit ihm Vorſtellungen gibt. Dieſe finden in dem in⸗ zwiſchen in Konkurs geratenen Zirkus Wedekind ſtatt, der für die gebüldete Welt das ſchlimme Zeitalter bedeutete. Bis das Geſchäft durch eine gewiſſe geſellſchaftliche Umſchichtung nicht mehr ging. Ramper iſt ſo gerade noch der Letzte, aus err Mohr eine Zugnummer gemacht hat. Ob er ſelber glaubt, daß das nicht gezeigte Zirkuspublikum über dieſen Eisbären in ekſtaliſche nſtigkeit gerät, bleibe dahingeſtellt. lichen Unzulänglichkeiten litt, darf nicht verſchwiegen Perden. ie Spielleitung Dr. Richard Heins bewegte ſich ſgeniſch in Dem Zirkuspaar kauſt ein Pſychoanalytiker ſein Zugtier ab und macht wieder durch anamnetiſche Behandlung einen Menſchen aus ihm. Doch der Patient entdeckt in der langſam wieder angewöhnten Weſtentaſche eine Ausgabe von Rouſſeau und brüllt jetzt, er wolle zurück zur Natur, nach Grönland, zu den„U— is“. Der Herr Doktor hat perſönlich dafür kein Verſtändnis, aber ſeine Frau(Norma heißt ſie, iſt jedoch nicht von Bellini, ſondern von Courts⸗Mahler) opfert erſt ihre Perlenkette und dann noch ſich dazu, damit der arme, vor lauten Norma wieder normal gewordene Ramper partout nach Grönland kann. Vorher dreht er ſo nebenbei noch dem ihn hindernden Aſſiſtenzarzt den Kragen herum. Nachdem ihn der Staatsanwalt nicht holt, kann alſo Ramper wieder aufs Eis gehen. Aber es wird ihm gar nicht ſo wohl. Er ſchaut nur den Schifflein nach, die gen Norden fahren, kehrt in der letzten Minute um, verzichtet auf den Verzicht, rampert ſich ſein U—i⸗Grönland in der Dach⸗ kammer zurecht und bleibt bei Norma.—-:.. Mit dieſem Eistarzan reiſt nun Paul Wegener herum und zeigt, daß ſelbſt noch durch dieſen Pelz ſeine urtümliche Darſtellerkraſt leuchtet. Er führt den zuweilen recht unarti⸗ gen Wauwau über die papierene Symbolik hinaus zu einer Geſtalt, für die man wenigſtens ſo etwas wie Intereſſe au;⸗ bringen kann. Im erſten Akt, der noch nicht gauz hoffnungs⸗ los iſt, wirkte er am ſtärkſten durch die verhaltene Kraft ſeines Weſens. Als Zirkusnummer ſah er aus wie Manitou, der Abgebaute; das Erwachen aus dem Dämmerſchlaf konnte nicht überzeugen. Im dritten Akt ein weißhaariger Golem. Unheimlich, faſt zu unheimlich dafür, daß Normachen ſeinet⸗ wegen Haus und Hof verläßt. Im letzten Aufzug ſo gut es ging durch die Schwere der Perſönlichkeit, in der Wirkung der noch immer willigen Stimme glaubhaft, ſogar verſöhnend mit dem herrlichen Klang der pauliniſchen Worte, die in dieſem Zuſammenhang faſt entweiht werden. 3 Der Darſtellerin Normas, der ſchmächtig Schmachtenden, glaubte man ihre Golemliebe erſt recht nichl. Eher noch den Empfindungsreſt, den die Clowudame, nio ols Win⸗ fabrikantin(Cläre Reichenau vom engkbeate) 1 zuckerſüßen Klingeltönchen für ihn aufbrachte. Von hen ne, i⸗ gen konnte Fritz Melchior in zwei Rollen noch einiger⸗ maßen intereſſieren. Aus dem Arzt machte Walter Strom (vom Deutſchen Theater) einen Berliner Rechtsanwalt. Im Ganzen keine erfreuliche, dagegen in manchem ſogar mißverſtändliche Aufführung, in der da h orons reiche Publikum immer mehr der grönſinn„„ 1 anpaßte, bis es zum Schluß den berühmten Gaſt dor⸗* bührend feierte. Br 5 ——— Keue Maunheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Montag, den 28. Oktvder Aus dem Mannheimer Vereinsleben Mannheimer Altertumsverein Freitag ſprach im Altertumsverein Dr. Ernſt Zeh von Hepienheim über das intereſſante Thema:„Volkskünſt⸗ lexiſches Geſtalten“. Der Reoner ſtellte zunächſt die Stilkunſt der Werkkunſt gegenüber und betonte, daß noch in der Zeit der Gotik dem deutſchen Volke die Kunſtdenk⸗ mäler Allgemeingut und die Darſtellungskreiſe ſelbſt jeder⸗ mann geläufig waren. Die Werke von Pacher, Riemenſchnei⸗ dex, Dürer gehörten dem Volke und wurden von ihm ver⸗ ſtanden, ſie waren nicht wie etwa die Kunſt dex italieniſchen Renaiſſance nurx durch archäologiſche Vorbildung zu begrei⸗ fen. Seit dem Eindringen italieniſcher Elemente in die deutſche Kunſt im 16. Jahrhundert tritt anſtelle des frommen Glaubens das Ausgeklügelte und Errechenbare. Nordiſche Ausdruckskunſt im Sinne Grünewalds wird zum Ideal der Form unter Anlehnung der Stilelemente der italieniſchen Renaiſſance. Die Volkskunſt ſondert ſich von nun ab als beſonderer Teil ab und führt ein ſelbſtändiges Eigenleben. Die Volkskunſt iſt nicht nur Bauernkunſt im heutigen Sinne. Obgleich ihre Anfänge in der bäuerlichen Wirtſchaft wurzel⸗ ten, ſo geht ſie doch weit darüber hinaus. Dr. Zeh ſtellte alsdann die Frage nach dem„Woher“ der Volkskunſt und zeigte an einer Reihe von Beiſpielen. daß die vorgeſchichtliche Kunſt und die neuzeitliche Volkskunſt noch eng miteinander verbunden ſind. Die Ueberlieferung handwerklicher Fertigkeiten, alte Gebräuche der Stein⸗, Bronze⸗ und Eiſenzeit haben ſich in manchen Gegenden bis zum heutigen Tag erhalten. Die Kerbſchnittkunſt Nord⸗ europas geht z. B. auf die Ornamentik der ſüddeutſchen Bronzezeit zurück. Dalmatiniſcher Schmuck zeigt Verwandt⸗ ſchaft mit dem Schmuck der Hallſtattzeit. Bereits in der Eiſen⸗ zeit war das Beſchlagen von Leder und deſſen Schmuck mit farxrbigen Glasſcheiben bekannt, eine Technik, die agleichfalls noch in Dalmatien geübt wird. Der Redner erklärte den gleichen Vorgang an einer Reihe von andern Beiſpielen und kam ſodann auf die Maskengebräuche zu ſprechen, die uralt ſind und ſich bis zu den prähiſtoriſchen Knochen der Stein⸗ zeit, die mit Tiermasken geſchmückt ſind, zurückverfolgen laſſen. Bezeichnend für die Bolkskunſt iſt auch die Stil⸗ miſchung bezw. die Stilverſchleppung. Die Volkskunſt ißt nie ſtilrein. Es gibt Bauernhäuſer, deren äußeres Gewand oder deren innere Einrichtung die mannigfachſten Formen von Ornamenten der Gotik, der Renaiſſance, des Barock, Ro⸗ koko und Louis XVI. aufweiſen. Die Formen ſind freilich abgewandelt und vom Volke ſelbſt gemacht. Die Farbe in der Volkskunſt geht auf ſtarke Kontraſtwirkung aus, ohne grell zu ſein, der Kolorismus der höheren Malerei iſt ihr ebenſo unbekannt wie das genrehafte Erzählen.„Echte Volks⸗ kunſt ſchwätzt nicht“, ſagt Springenſchmied in ſeinem Buche „Das Bauernkind“, das der Redner wärmſtens empfahl. Der letzte Teil des Vortrags galt dem„Warum“ der Bolkskunſt. Nicht etwa äſthetiſcher Syieltrieb, ſondern mythologiſche und mythiſche Begriffe ſind für die Erzeugniſſe der Volkskunſt maßgebend. Der Vogel, das Pferd, die Sonne, der Mond, der Lebensbaum kehren als Symbole im⸗ mer wieder. Der mythologiſche Gehalt der Volkskunſt iſt es, der ſie uns ſo beſonders verehrunaswürdig macht. Reicher Beifall dankte dem Redner für ſeine intereſſanten Aus⸗ führungen.* Stahlhelm⸗Abend Im Friedrichspark veranſtaltete der Stahlhelm am Samstag einen in allen Teilen wohlgelungenen Vaterlän⸗ diſchen Aben d. Ueber der Bühne grüßte das Bild Hin⸗ denburgs in den bis auf den letzten Platz beſetzten Saal, der mit Fahnen und Wimpeln in den alten Reichsfarben und in den Landesfarben geſchmückt war. Unter den Klängen des Defiliermarſches erfolgte der Einzug der Fahnen, die links und rechts von der Bühne poſtiert wurden. Der Vorſitzende der Ortsgruppe Mannheim des Stahlhelm, Kamerad Eck⸗ 3 begrüßte in kernigen Worten die Anweſenden, beſon⸗ ers den zweiten Bundesvorſitzenden, Oberſtleutnant Düſter⸗ berg⸗ Halle, wobei er betonte, daß der Stahlhelm ſeinen Weg für Ehre, Freiheit und Vaterland immer weiter vorwärts verfolge. Dann erklangen die alten Märſche, durch die Kapelle Mohr mit Schneid geſpielt, durch den feſtlich geſtimmten Raum. Lebende Bilder fanden reichen Beifall. Geſangsvor⸗ träge des Stahlhelm⸗Quartetts und ein Flötenſolo brachten Ahwechſlung in das Programm. Oberſtleutnant Düſterberg, ſtürmiſch begrüßt, führte, oft von Beifall unterbrochen, aus, daß der Stahlhelm zur Zeit der vom Aus⸗ und Inland mit am heftigſten bekämpfte Bund ſei. Die einen ſagen, ihr ſeid Reaktionäre, die andern, ihr wollt die 22 Dynaſtien wieder herſtellen, wieder andere, ihr ſeid Kriegshetzer, ihr ſeid Heiden und Wotansanbeter. Der Stgat und ſeine Behörden verfolgen uns. Dabei hat die feld⸗ graue Wehrmacht mehr geleiſtet, als alle Armeen der Welt zuſammen. Was iſt der Stahlhelm? Als die Feldgrauen 1918 nach Hauſe kamen, fanden ſie einen Staat vor, an deſſen Wiege der Hochverrat ſtand. Und als damals der junge Staat in ſeinen Geburtswehen das Schickſal Rußlands zu teilen ſchien, waren es die früheren Offiziere und Maunſchaften, die in den Einwohnerwehren und Freikorps den Staat vor dem Schlimmſten bewahrten. Dafür ſchickte man ſie nach getaner Arbeit mit Spott nach Hauſe. Da gründete der ſchwerver⸗ letzte Hauptmann Selte in Magdeburg den Stahlhelm. Nach ſeinem Verbot iſt der Stahlhelm zu einer elementaren Macht geworden. Als wir einſt auf die Straße gingen, handelten wir politiſch. Man verwechſelt das oft mit parteipolitiſch. Wir wollen die äußere Befreiung, d. h. den Zuſammenſchluß aller in Mittelenxopa anſäſſigen Deutſchen zu einem einigen und freien Reich. Dazu hilft uns der Frontgeiſt. Frontgeiſt iſt Heldengeiſt. Das deutſche Vaterland empfindet ja gar nicht mehr den Zuſtand, in dem es lebt. Der Frontgeiſt war ein Opfergeiſt, ein Geiſt der Erkenntnis. Wenn wir dieſen Front⸗ geiſt auf unſer Volk übertragen wollen, ſind wir keine Reaktionäre. Was unſere Stellung zur Arbeiterſchaft anbetrifft, ſo ſind im weſtdeutſchen Induſtriegebiet 60—70 Proz. unſerer Auhänger Arbeiter. Die Einreihung der deutſchen Arbeiter⸗ ſchaft, nicht nur als gleichberechtigter, ſondern als gleich⸗ gegchteter Faktor iſt unerläßlich. Uns iſt jeder deutſche Ar⸗ beiter, der ſich zu ſeinem Vaterlande bekennt, lieber als ein internationaler Fürſt. Wir können auch darum die Brücke zwiſchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ſein, weil in unſeren Reihen alle Stände zuſammenkommen. Und doch verbietet man uns ſogar durch Geſetz die Arbeitsvermittlung. Was die Stellung des Stahlhelm zu den politiſchen Par⸗ teien anbetrifft, ſo kann Frontgeiſt nicht parteimäßig firiert werden. Der Stahlhelm kann ſich keiner Partei verſchreiben. In Zukunft wird der Stahlhelm den Parteien beſtimmte For⸗ derungen ſtellen, ſo, daß gegen die Verleumdung der alten Wehrmacht ganz anders aufgetreten wird als bisher, daß gegen die Geſchichtsfälſchungen ſchärfer vorgegangen wird. Der Kampf gegen die Kriegsſchuldlüge muß mit allen Mitteln geführt werden. Für die Schwerkriegsbeſchädigten muß viel mehr getan werden. Das Reichsbanner nennt der Redner eine Mißgeburt. Wenn nicht alles trügt, wird es ſich nach dem Abgang des Zentrums auflöſen und ganz nach links über⸗ gehen. Kulturpolitiſch ſteht der Stahlhelm geſchloſſen in beiden Konfeſſionen für das Chriſtentum. Die Jugend ſoll zur Achtung vor dem Alter, vor der Schule und der Kirche, zur Ehrfurcht vor dem Blutempfinden erzogen werden. Sie muß wehrhaft gemacht werden. Was die vaterländiſchen Ber⸗ bände anbetrifft, ſo ſtehen wir mit ihnen auf gutem Fuße. Die alten Kriegervereine ehren und achten wir. Kein Menſch im Stahlhelm denkt daran, wieder eine Monarchie her⸗ zuſtellen! Es handelt ſich darum, unſeren Staat zu einem nationalen Staat zu machen, auf den wir ſtolz ſein können und den wir ehren können! Stürmiſcher Beifall wurde dem Redner zuteil. Dann ſang man ſtehend das Stahlhelmlied. Nach einer Pauſe brachte die Kapelle Mohr Fanfarenmärſche prächtig zum Vortrag. Nach mancherlei Darbietungen beendeten Zapfenſtreich und Gebet das gehaltvolle Programm, an das ſich ein deutſcher Tanz an⸗ ſchloß, dem eifrig gehuldigt wurde.. Herrenabend der Liederhalle Mannheim Der am Samstag im Ballhaus abgehaltene Herren⸗ abend der Liederhalle Mannheim E. V. wies einen zahlreichen Beſuch auf. Nicht nur die Mitglieder waren voll⸗ zählig erſchienen, ſondern auch eine ſtattliche Anzahl befreun⸗ deter Vereine vertreten. So konnte der 1. Vorſitzende, Dr. Reidel, u. a. begrüßen den Bruderverein„Flora“, die„Har⸗ monie“, den„Feuerio“ und von auswärtigen Vereinen den Liederkranz Brühl, Freundſchaft Handſchuhsheim, den Lieder⸗ kranz Neckarau, die Concordia, den Arion, die Männergeſang⸗ vereine Käfertal und Rheinau, ſowie den B. f.., außerdem den Ehrenpräſidenten des Vereins, Louis Walter. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorſitzenden, Dr. Reidel, ſollte der Abend nicht nur den Zweck haben, durch enges Zuſammen⸗ wirken und gemeinſchaftliche Arbeit das deutſche Lied zu hegen und zu pflegen, ſondern auch nach echt ſüddeutſcher Eigenart eine Stätte fröhlichen, geſunden Humors ſein, damit man für einige Stunden die Sorgen vergißt und neue Kraft gewinnt für ernſte Aufgaben. Das war auch das Motto der ganzen Darbietungen. Daß die Erwartungen nicht nur erfüllt, ſon⸗ dern übertroffen wurden, iſt zweifellos das Verdienſt des rüh⸗ rigen Vergnügungskommiſſärs Gramlich, der ein Pro⸗ gramm zuſammengeſtellt hat, das ſich ſehen laſſen konnte. Aber auch als Anſager verſtand er es trefflich, mit wenigen Worten den Kontakt zwiſchen Saal und Bühne herzuſtellen. In bunter Reihe folgte eine zündende Programmnummer der andern, faſt zuviel des Guten, eingeleitet durch das Dop⸗ pelquartett, das, von Muſikdirektor Gellert am Klavier be⸗ gleitet, nach der„Freiſchütz“⸗Ouvertüre den Theaterzettel des „Freiſchütz“ mit gut geſchulten Stimmen ſang und ſomit gleich den richtigen Ton träf. Der Donauwellen⸗Walzer wurde mit der gleichen guten Stimmführung geſungen. Herr Grüning öpt Gedichte in Pfälzer Mundart, die großen Anklang fand 1 und produzierte ſich im zweiten Teil des Programms noch Solotänzerin. Fritz Fegbeutel trat als alter Mannheing auf. Er beſang die gute alte Zeit und wurde übermütig 9 Schieberfranzel. Und dann kam der Clou des Abends: eine Perſiflage auf das Nachtleben, das ausgezeichnet parodie wurde, wobei beſonders hervorzuheben iſt, daß nur Mitglieder des Vereins mitwirkten und ſogar die Bühnendekoration von dem Mitglied Jean Biundo r. geſchmackvoll gemalt mi Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als der Einzug d Maharadſchas vor ſich ging. Auf einem Elefanten thronend, zog er in den Saal, Sklaven trugen auf einer Bahre eine ver ſchleierte Schönheit, die dann einen Tanz ausführte, der dröh⸗ nende Heiterkeit hervorrief. Fritz Weinreich, der Maun⸗ fee und hatte mit einer Parodie auf das in Heidelberg ver⸗ lorene Herz die Lacher für ſich. Zwiſchendurch ſang die tät unter Muſikdirektor Gellerts Stabführung den„Roſen⸗ frühling“ von Jüngſt und ſeine Eigenkompoſition„Wandern im Mai“. Das Doppelquaxtett erfreute mit dem Liede„Fröh⸗ liche Pfatz“ und Herr Haus Frank brachte noch eine Dialek, ſtudie gut zum Vortrag. Die Mitternachtsſtunde war Tängſt vorbei, als der Schlußmarſch der Hauskavelle, die unter ihrem Dirigenten W. Stumme den ganzen Abend fleißig muſizke hatte, das Ende der wohlgelungenen Veranſtaltung anzeigte, eimer Lokalhumoriſt, gloſſierte wieder alle möglichen Vor, ktivi- die bei allen Teilnehmern noch lange in angenehmer Erinne, rung bleiben wird. Wenn dieſe muſikaliſche Feierſtunde des geſtrigen Ver⸗ einskonzerts zu einem Genuß werden kt das der ſtrebſame Chor in allererſter Linie ſeinem tüchtigen Chormeiſter, der den mit recht beachtenswertem Matertal be⸗ dachten Chorkörper in kurzer Zeit auf ein keineswegs häuftg zu findendes künſtleriſchesRiveau geführt hat. Seine gediegene und geſangspäbagogiſche Arbeit wurde dem Dirigenten be⸗ reits von den Wertungsrichtern des Wertungsſingens ge“ bührend nachgerühmt. Was der Chor geſtern ſang, war eine neue Beſtätigung dafür. Man ſpürt: hier wird aus echtem Erteben heraus geſtaltet. Und was erlebt gegeben wird. das muß auch wieder zum Erlebnis werden. Daß das geſtern der Fall war, bewies der überaus herzliche Beifall, mit dem die einzelnen Darbietungen des Chors quittiert wurden. O man nun an die in markanter Charakteriſtik erſtandene Bal⸗ lade„Gotentrene“, an die groß angelegte Interpretation der Dürrnerſchen„Sturmheſchwörung“, an die vor allem geſanas⸗ techniſch bewundernswerte Wiedergabe der„Letzten Heim““ kehr“ von Hans Heinrichs mit dem tonſchön geſungenen Alt⸗ ſolo Chriſtine Federles oder an die in mitreißendem Rhyth⸗ mus geſungenen Volkslieder„Braun Maidelein“ und Stind⸗ chen“ denkt, es waren alles Leiſtungen von geſchloſſenſter Ein⸗ druckskraft. Man darf dem Verein zu ſeinem neuen muf kaliſchen Leiter, Hauytlehrer A. Sütterlin, der übrigens ſchon in der außerordentlich feinen Programmgeſtaltung die aſückliche Hand des begabten Cfßorleiters und feinnervigen Muſikers bewies, wirklich beglückwünſchen. Für den ſoliſtiſchen Teil hatte man neben dem einheimi⸗ ſchen Pianiſten Otto Stunm, der ſich als Beethovenſpieler vorſtellte, Georg Hennecka verpflichtet. Der Künſtler lieh konnte, ſo verdanktt 99 Konzert des Männergeſangvereins„Frohſiun“ 63 ſeine warme, wohlgeſchulte Baritonſtimme einer Anzahl ganz prachtvoll gewählter Geſänge von Hugo Kaun, Richard Trun und Anton Rubinſtein. Es waren köſtliche, weil ſeltene Ga⸗ ben, die mit herzlichſtem Beifall aufgenommen wurden. Der Sänger, der von Otto Sturm mit feinſtem Verſtändnis für die Eigenart der Geſänge begleitet wurde, dankte mit einem Ausſchnitt aus Wagners„Walküre“, erneut als lebensvoller Geſtalter ſich beweiſend. Otto Sturm bot neben der in klar⸗ ſter Gliederung geſpielten Fuge aus Op. 35(„Sechs Vaxia⸗ tionen und Fuge in Es⸗Dur“) von Beethoven des groben Tondichters herrliche Sonate Ov. 13(Pathétique). Die Wie⸗ dergabe atmete die leidenſchaftliche Empfindung. Rubig, innig und warm. mit ſchöner lichter Melodieführung erklang das gefühlsinnige Adagio. Nach dem Konzerte vereinigte ein ebenſo harmoniſch verlaufenes Bankett den konzertierenden Verein noch lange mit befreundeten Geſangvereinen Mann⸗ heims und der Umgebung. H. * * Der evang. Männerverein und der Frauenbund ber Johannisſüdpfarrei veranſtalten für ihre Mitglieder und Freunde am kommenden Mittwoch in Saal II der Johannis⸗ kirche einen religibſen Diskuſſionsabend bel freiem Eintritt. Thema: Der Glaubenszweifel. Redner? Stadtpfarrer Emlein. Freie Ausſprache mit Fragenbeant⸗ wortung. Hissinga Piduennader Bäder Röstlich eririschend, stätkend. Bezugsnachweis und Gratisproben durch Boxberger, Bad Kissingen E2 für Abgearbeitete, Nervöse Schwung in den Wipfel Roman eines ſungen Schwaben Von Karl Hans Abel 49 Nachdruck verboten. Alle Rechte, auch das der Ver⸗ filmung. vorbehalten. Beit, der ſie beide kannte, rief ihnen ein neidſoſes„Gut eil!“ nach. Er hatte ſein Mißgeſchick überwunden und rannte ſchon darauf, am Nachmittag wenigſtens noch einiges mitmachen zu dürfen. Ja, er hatte ſich's nicht nehmen laſſen, ſein Fahrrad eigenhändig den Berghang hinunterzuſchieben. 81* verletzten Arm hatte ihm Herrenſchmitt hochgebunden. 30 kam er zwiſchen ihm und Theo, der an dem Rad mit anfaßte, aufgerichtet und vollſtändig wieder guten Mutes vor den Parkeingang. „Wir haben ſchon für alles geſorgt,“ ſagte Frau Raab, ſhier iſt Boxwaſſer und hier Verbandſtoff.“ Beit, dem die übereifrige Hilfsbereitſchaft dieſer Frau verdächtig vorkam, machte ein bedenkliches Geſicht. Er dankte. Aber Anne merkte wohl, daß Veit nicht ſehr daxüber erbaut war, von ihrer Nachbarin mit dieſen Dingen bedacht worden zu ſein. Sie ſchrieb es den unliebſamen Vorkommniſſen während der letzten Tage zu, hielt aber, wie Theo und Hans Herrenſchmitt es auch taten, die Bereit⸗ willigkeit von Frau Raab, dem Verletzten zu helfen, für einen Verſuch, das ihm zugefügte Unrecht einigermaßen wie⸗ der gut zu machen. Sie wollte ihr daher den Veit angebotenen Liebesdienſt nicht wehren und ließ den Inhalt in das Waſſerbecken gießen, das ſie im Hauſe geholt hatte. Und Frau Raab ſchüttete das unbedingt tödliche Gift in die Schale. Sie befanden ſich alle drei vor der Treppe, die in die Küche führte, denn mittlerweile waren auch die andern in den Hof, vor das Wohnhaus, herabgekommen. Anne hatte das Waſchbecken, die Binden und die Flaſchen von Frau Raab auf die drittoberſte Stufe der Treppe geſtellt und öffnete zunächſt ein Mullpäckchen, während Herrenſchmitt dem Beit den Notverband abnahm. Theo, der betroffen war von dem Verhalten Annes und ſich zurückgeſetzt fühlte, weil er ſah, wie zärtlich beſorat dieſe für den einfachen Gärtnerburſchen war, beſchäftigte ſich mit dem beſchädigten und zur Seite geſtellten Fahrrad. Dabei verletzte er ſich ein wenig an der Hand. Die Schürfung Veits war ſchon ein wenig eingetrocknet. Es hatte ſich von geſtocktem Blut und von Lymphe ein Ge⸗ rinnſel gebildet, das bei der Entfernung des Verbandes ſtellenweiſe wieder beſchädigt worden war und zu ſickern be⸗ gann, ſich aber bald wieder ſchließen mußte, wenn kein feuch⸗ ter Verband aufgelegt wurde. Schon trat Frau Raab mit ihrem giſtdurchtränkten Mull⸗ belag auf den jungen Burſchen zu. Da ſtieg, mächtiger als es ihre mit modernen Zaukerkünſten heraufbeſchworenen Geiſter waren, ein Schatten vor den Augen Beits aus dem Buchenwinkel der Schlucht empor, ſtellte ſich abwehrend zwi⸗ ſchen ihn und dieſe Frau und verfinſterte rundum alles. Die andern ſahen, wie ſich eine Wolke vor die Sonne ſchob, er aber dachte in dieſem Augenblick an ſie, die dort drunten ihr Leben gelaſſen hatte für ihn. Vielleicht erinnerte ihn ſeine Wunde an die ihrige. Ihm war's, als hörte er die Stimme der Sterbenden wieder, wie ſie ihn warnte vor ſeiner Feindin, und als ahnte er, was dieſes Weib im Schilde führte, rief er, ſie plötzlich zurück⸗ weiſend: „Nein! Von Ihnen will ich nicht verbunden ſein! Ich auch gar keinen Verband mehr. Das trocknet jetzt beſſer ſo.“ Und mit der alten, ſeiltänzeraxtigen Geſchwindigkeit in Gang und Geberde, mit einem rätſelhaften, aber bezaubern⸗ den Lächeln um den Mund, ſagte er, ſich an Anne wendend: „Fräulein Anne, Sie haben vielleicht etwas Einfacheres und Beſſeres für mich? Ein wenig Heftpflaſter. Das tut's auch.“ War das eine Unverfrorenheit! Der übermütige Veit hatte es ſcherzend gerufen und ſich von Anne ins Haus führen laſſen. Und Anne war lachend darauf eingegangen. Auch Hans Herrenſchmitt mußte lachen, laut und luſtig, aber mehr noch über das verblüffte Geſicht ſeiner Nachbarin, als über die Kühnheit des jungen Burſchen. Frau Raab biß ſich auf die Lippen. Sie goß den Inhalt der Schale in den Ablauf der Regendole, ſpülte das Becken ſorgfältig aus, bevor ſie es wieder auf die Treppe ſtellte, und nahm die Flaſche und das Verbandzeug wieder an ſich. Theo half ihr dabei und preßte die feuchte Binde aus, die Frau Raab wieder in das blaue Papier wickelte, in welchem ſie ſich befunden hatte. Scheinbar wollte ſie da nichts zurücklaſſen, wo ſie nur Undauk geerntet hatte. Iu Wirklich⸗ keit tat ſie es aus wohlbegründeter Vorſicht. Sie tat es er⸗ leichterten Herzens, denn ein Zufall hatte ſie davor bewahrt, eine gemeine Verbrecherin zu werden. Sie ſchauderte bei dem Gedanken an das, was ſie hatte tun wollen. Sie mußte auf andere Mittel ſinnen, denn ſie konnte und wollte ſich nicht aus dem Felde ſchlagen laſſen. Aeußerlich ſtellte ſie ſich ſo, als würde ſie nachgeben. „Komm, Theol“ ſagte ſie trocken,„du ſpielſt deine Rolle ſchlecht. Kein Wunder, wenn wir ſtändig verlieren.“ Und gefolgt von ihrem Sohne, verließ ſie Herrenſchmitt mit dem flüchtigen Gruß einer bitter gekränkten Frau, die großmütig ihr kleines Unrecht wieder hatte gut machen wollen und ſchnöden Undank dafür einſtecken mußte. * Die Sehnſucht nach dem reinen Manne, der mutig, ſtark und geſund iſt, dem Manne, nach dem jedes geſund empfin⸗ dende Weib Verlangen trägt, war in Anne Herrenſchmitt mächtiger geweſen als ihre Abſicht, Veit zu entſagen. Aber der Stolz ließ es ihr wieder nicht zu, unumw ihre Neigung vor aller Welt zu bekennen. Sie war dieſer ſchickſalhaften Liebe während eines Augen/ blicks geſolgt, um nicht an ihr zu vergehen. Nun ſchämte ſie ſich des Kuſſes, den ihr Veit gegeben. Sie fühlte es, erſt jetzt begann der Kampf! Und ſie war entſchloſſen, nicht noch einmal nachzugeben⸗ Niemand ſollte es merken, was ſie mit ſich allein aussu⸗ kämpfen gedachte, darum ging ſie mit ihrem Vater auch am folgenden Nachmittag unter die Zuſchauer hinauf nach den Sportplätzen. Veit, der im Bewußtſein ſeiner neuen bürgerlichen Standesehre als Eigentümer eines ſtattlichen Herrenſitzes, gehoben in ſeiner Weltanſchauung durch den freundſchaft⸗ lichen, ſein Wiſſen bereichernden, ſein ſittliches Empfinden veredelnden Umgang mit einem reifen, geiſtig hochſtehenden Manne, ſich nun geliebt wußte von ihr, dem fein erzogenen ſchönen Fräulein, konnte bei den am Nachmittag ſtattfinden⸗ den Wettſpielen ſeinen Tatendrang gar nicht genug be⸗ friedigen. Er ſtrahlte vor Glück und Lebensfreude. So hatten ihn ſeine Freunde noch nie geſehen. Die Verletzung an ſeinem braunen Unterarm, der von der weißen Binde geſchützt war, nicht achtend, machte er alles mit, wobei er den Arm einigermaßen ſchonen konnte. Sein Ehrgeiz ließ es ihm nicht anders zu. (Fortſetzung kolgt.) 0 2 — RNNFrS S NN XK.KARRKRRNK Ns rrnrn —— fenen Koloraturen der Galli⸗Curci. Die Wucht tagabend im Nibelungenſaal ſoliſtiſches kum zeigte ſich für die wertvollen 2 Montag, den W. Oktober 1926 Rene Mannbeimer Zeitung[Abend Ausgabey), B. Seite. Nr. 404 5 Veranſtaltungen Elektrolakonzert Das Muſikhaus Egon Winter hatte geſtern vormittag zu einem Konzert eingeladen, das von dem neuen Sprech⸗ maſchinentyp Elektrola beſtritten wurde. Die Einwände, die Man bisher gegen die Klangreinheit der Socnnosrarhiſchen tedergabe erheben konnte, müſſen vor den Leiſtungen dieſes geuen Inſtruments faſt völlig verſtummen, das die 83 ebengeräuſche auf ein Mindeſtmaß beſchränkt und die Mög⸗ lichkeit der muſtkaliſchen Reprobuktion außerordentlich erwei⸗ tert hat. Das Programm ſollte vor allem die Vielgeſtaltigkeit dieſer Neuerungen zeigen. Sie ſind in der Tat—4 reich. Im Orcheſterklang führt die Deutlichkeit der Polyphonie über die bisherigen Reproduktionsarten weit hinaus, auch das Or⸗ cheſter⸗Creſzendo kommt jetzt erſt zu ſeinen eigentlichen Wir⸗ kungen. Das bewieſen Wagnervorträge und der Rofenkava⸗ lierwalzer. Während dem reinen Streichquartettklang die letzte Entmaterialiſierung noch vorbehalten bleibt, verblüfft die ganz unmittelbare Wirkung des wiedergegebenen Klavierſpiels, das mit einem Impromptu von Chopin zu überraſchendem Ein⸗ druck kam. Auch das Lebendige der Singſtimme hat mit dieſer neuen techniſchen Errungenſchaft außerordentlich gewonnen. er Reichtum der ſtimmlichen Funktionen eines Caruſo wird ebenſo deutlich wie die Ausdrucksmacht und die Fein⸗ heit Schaljapins, das duftige Piano Fletas, die gefühlvolle Lyrik Giglis(Wo blieb Richard Tauber?), oder die geſchlif⸗ dex“ Chöre wird im kleineren Raum gewiß noch mehr zur Wirkung kommen. Dafür hatten die Savore umſo ſtärkeren Er⸗ ſolg bei dem außerordentlich zahlreich erſchienenen Publikum, das den wertvollen Darbietungen mit großem Intereſſe folgte. 1. * * Volkstümliches Konzert des Pfalzorcheſters. Der Sonn⸗ will wieder zu früheren Gepflogenheiten zurückkehren, wozu diesmal das Pfalz⸗ orcheſter unter der Leitung des Generalmuſikdirektors dehe berufen war. Das Programm, das an anderer Stelle anläßlich des erſten philharmoniſchen Konzerts in Ludwigs⸗ hafen gewürdigt wurde, brachte zuerſt Haydus Paukenſchlag⸗ Sinfonie, die ſtets ihrer Wirkung auf muſikempfängliche Ge⸗ müter ſicher iſt. Eine geſchmackvolle Abwechſlung bot Re⸗ gers Tanzſuite, ein kapriziöſes Werk, das eine gewiſſe Ver⸗ wandtſchaft mit dem„Roſenkavalier“ nicht verleugnet. Har⸗ lekin, Kolombine, Pierrot und Pierrette tummeln ſich in dieſer raziöſen, feingefügten Orcheſterſprache. Das Werk verlangt Können aller Spieler; beſonders reizvoll wurde ex entzückende Walzer wiedergegeben, wie überhaupt die liebevolle Vorbereitung durchweg zu ſpüren war.„Der zweite Teil des Abends war Beethovens fünfter Sinfonie vor⸗ behalten, aus der als Beiſpiel für die bewährte Direktions⸗ weiſe Boehes die Ueberleitung zum letzten Satz hervorge⸗ oben ſei. Das nicht übermäßig——9 erſchienene Publi⸗ aben ſehr dankbar. vilm · Runoͤſchau H. Ufa⸗Theater, P 6.„Der Feldherruhügel“, eine Etere Angelegenheit in ſechs Akten von Roda Roda und arl Rößler.— Man muß ſchon ſagen: die beiden routinier⸗ ten e Robert Liebmann und Hans Otto, die für das Manuſkript des neuen Greenbaum⸗Films der Ufa verantwortlich zeichnen, haben es ganz ausgezeichnet verſtan⸗ den, aus dem alten„boshaft⸗humoxvollen“ Schwank, der wegen ſeines beißenden Humors eine Zeit lang in Oeſterxeich⸗ Ungarn verboten war, ein Filmwerk zu ſchaffen, dem alle Vorzüge des guten Luſtſpiels in beſonderem Maße, eignen. Roda Roda, der König des Humors, der mit Carl Rößler zu⸗ ſammen im Jahre 1909 etwa die Komödie vom Feldherrn⸗ ügel geſchrieben hat, hat ſelbſt ſeine vollſte Zufriebenheit mit er unter der Regie Erich Schönfelders hergeſtellten Verfil⸗ mung des Bühnenluſtſpiels in einem Interview zum Aus⸗ druck gebracht. Er hat ſich ſogar in die Reihe der Darſteller geſtellt und bietet in der Rolle des Korpskommandanten eine ganz beachtenswerte ſchauſpieleriſche Leiſtung. Ein ganzer Stab erſter Filmkünſtler iſt außer ihm eifrig bemüht, dem ebenſo geiſtreichen wie humorvoll drolligen Spiel den Sieg zu ſichern. Da kann denn dieſer auch nicht ausbleiben, ſchon deshalb nicht, weil es wieder Wiener Luft iſt, die durch den Film weht, weil es wieder die alten und doch ewig jungen Klänge ſind, die dieſe Welt des Frohſinns erfüllen.„Feſch, ehr feſch,“ möchte man mit dem lebensfrohen Erzherzog Peter aul ſprechen, nicht nur im Hinblick auf die feſche Frau von Landieſſen, ſondern von dem ganzen Bilderſtreifen. Harry Liedtke ſchießt wieder den Vogel ab mit ſeinem bezaubern⸗ den Lachen, aber auch Olga Tſchechowa, Maria Mind⸗ ſszendy, Haus Junkermann und Geza L. Weiſz ſind am Erfolg ſehr weſentlich beteiligt. Es wird viel, ſehr viel ſogar gelacht und es iſt ein Lachen, das befreit, beglückt. Wir brauchen es heute mehr denn je.— Im Beiprogramm gibt es einen ganz erſtklaſſigen Kulturfilm—„Seide“ betitelt— den die Kulturabteilung der Univerſum Filmakttengeſellſchaft mit Unterſtützung des gemeinnützigen Verbandes für Seiden⸗ bau hergeſtellt hat, eine amerikaniſche Groteske und die neueſte Ufa⸗Wochenſchau zu ſehen. W..Ufa⸗Theater„Schauburg“, Profeſſor Reinhardt ſagte anläßlich der Vorführung des„Fauſt“⸗Filmes der Ufa:„Mit dem amerikaniſchen Film allerdings kaün ich mich nur ſchwer abfinden, und ſelbſt 13 7 die mir als außerordentliche Gipfelleiſtungen von drüben empfohlen wurden, haben, bei allem Reichtum und aller Höhe der Technik, nur ein Gefühl dex Leere in mir hinterlaſſen...“ Nicht anders iſt es bei der ſiebenaktigen Komödie„Das Scheidungsdiner.“ Trotz allem, faſt manchmal unentwirrbaren, Durcheinander, das treppauf und treppab jagt. bleibt nichts übrig, als ein paar fade und dünne Witze. Man muß ſich nur immer wieder wundern, mit welchen Geſchmackloſigkeiten und Geiſtloſigkeiten ſich das amerikaniſche Publikum zufrieden gibt.— Ein recht ſchöner Film dagegen iſt der Sechsakter„Kubinke, der arbier und die drei Dienſtmädchen.“ Schon die Namen feines Mitarbeiterſtabes, Kaiſer⸗Titz, Erika Glähner, Kampers, Garriſon u. a. bürgen für ſeine Qualität. Muß man die Handlung von„Kubinke“ noch aufzeichnen? Ich glaube, es iſt überflüſſig. Dieſer liebenswürdigſte aller Georg Hermannſchen Romane iſt ja ſo bekannt, daß ſich eine ein⸗ gehende Erörterung erübrigt. Der Film iſt flott geſpielt und weicht nur am Schluß von ſeinem Borbild ab. Während ſich bei Hermann der arme Kubinke erhängt, läßt Luiſe Heil⸗ bron⸗Körbitz, die Bearbeiterin des Films, den Haken, an dem ſich der zartbeſaitete Friſeur aufhängen will, ſo unzuverläſſia wie die Liebe erweiſen.— Aufnahmen non Finnlands Mei⸗ ſterläufer Kurmt“ und die„Ufa⸗Wochenſchau“ er⸗ gänzen das reichhaltige Programm. Kommunale Chronik Kleine Mitteilungen Bei der am Sonntag in Wollbach(Amt Lörrach) ſtatt⸗ gefundenen Bürgermeiſterwahl wurde von 278 abge⸗ gebenen Stimmen Bäckermeiſter Otto Meier mit 180 Stim⸗ men zum Bürgermeiſter gewählt. Zum Zwecke der Gasverſorgung iſt im Anſchluß an das Gaswerk Lörrach ein Zweckverband zuſtande gekom⸗ men, dem vorausſichtlich die Gemeinden Waldshut, Säckin⸗ gen, Wehr, Oeflingen, Albbruck, Rhina, Murg, Kleilaufen⸗ Aus dem Lande r. Ladenburg, 25. Okt. Frln Eliſabeth W. Trippmacher meldete dem Reichspräſidenten von Hindenburg von dem ſel⸗ tenen Fall einer 40jährigen Treue im Dienſte einer Feuer⸗ verſicherung, die der 75jährige Agent Jakob Lind trotz kör⸗ erlicher Hemmniſſe— Lind geht an Krücken— bewies. Der eichspräſident nahm Verankaſſung, dem Jubilar in einem ehrenvollen Schreiben ſeine Glückwünſche und ſeine Anerken⸗ nung auszuſprechen und überſandte dem verarmten Kleinrent⸗ ner eine Ehrengabe. Der Jubilar war über dieſen Be⸗ weis von gütiger Anteilnahme tiefbeglückt und bezeichnete es als einen lichten Sonnenſtrahl, der ihm die Laſt ſeines Alters leichter tragen laſſe. X Leimen, bei Heidelberg, 28. Okt. Altbürgermeiſter Chri⸗ ſtoph Lingg, der Kreisvorſitzende des Badiſchen Feuerwehr⸗ verbandes und Kommandant der hieſigen Feuerwehr, feierte letzter Tage ſeinen 70. Geburtstag. Aus dieſem Anlaß überreichte die hieſige Feuerwehr ihrem Kommandanten unter Glückwünſchen ein ſchönes Blumengebinde. Auch er Kanonierverein St. Barbara brachte dem Geburtstags⸗ kind am Sonntag abend ein Ständchen. * Marxzell bei Ettlingen, 22. Okt. Zu dem Brand der Mühle wird uns noch berichtet, daß das Anweſen ſamt dem Wirtſchaftsgebäude ein Raub der Flammen wurden. Der Pächter der Wirtſchaft iſt Herr Hörter, der Eigentümer der ehemalige Sägewerksbeſitzer Otto Schneider, dem vor etlichen Jahren ſchon einmal ein Sägewerk neben dem Bahn⸗ 600 abgebrannt iſt. Wie der„Landsmann“ zuperläſſigſt er⸗ fährt, iſt der Beſitzer Otto Schneider und deſſen Sohn wegen Verdachts der Brandſtiftung verhaftet worden. * Schonach, 23. Okt. Die Eheleute Joſef Kuner können das Feſt der goldenen Hochzeit begehen. Kuner verſah früher die Dienſte eines Polizeiwachtmeiſters. Aus der Pfalz 2: Ludwigshafen, 28. Okt. In der Nacht vom 21/22. Okto⸗ ber hat ſich die 44 Jahre alte Witwe Hermine Ehinger in ihrer Wohnung in der Bremſerſtraße durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Die Leiche wurde in das Leichenhaus verbracht. 2: Ludwigshafen, 25. Okt. Geſtern früh nach 5 Uhr fuhr ein etwa 25 Fahre alter Arbeiter bei ſeiner Fahrt in die Ani⸗ linfabrik, Werk Oppau, etwa 100 Meter oberhalb der Hänge⸗ bahn des Ludwigshafener Werkes infolge Dunkelheit und ſtarken Regens gegen einen elektriſchen Leitungsmaſt. Der Anprall war ſo ſtark, daß der Radfahrer bewußtlos liegen blieb. Er wurde mit dem Sanitätswagen in das Ludwigs⸗ hafener Krankenhaus überſührt. Die inneren Verletzungen ſollen bedenklicher Natur ſein. * Frankenthal, 21. Okt. Gutspächter Haaf von der Scharrau hat, wie die Frankenthaler Zeitung berichtet, dieſer Tage eine Rieſenraubmöve erlegt. Das Tier hat eine Körperlänge von etwa 50 Zentimeter und iſt hier zu Lande eine ſehr ſeltene Jagoͤbeute. 2: Kaiſerslautern, 22. Okt. Geſtern wirbelten mit Regen untermiſcht die erſten Schneeflocken hernieder, die ſich allerdings auf dem Boden ſofort in Waſſer auflöſten. Auch auf dem Donnersberg und den verſchiedenen Teilen der Südpfalz iſt der erſte Schnee gefallen. * Germersheim, 22. Okt. Wie bereits gemeldet, fielen 10000 Mk. des zweiten Haupttreffers der Preußiſchen Staats⸗ lotterie einem hieſigen Spieler zu. Das Glück lachte einem nüchternen ſtrebſamen Familienvater, der zum erſten Male beim Lotterieſpiel ſein Glück verſucht hatte. 2: Zweibrücken, 22. Okt. Ein heftiges Schneegeſtöber ging geſtern abend über die Sickinger Höhe nieder. Die Dächer waren völlig in Weiß gehüllt. Auch von Pirmaſens wird Schnee gemeldet. Gerichtszeitung Schöffengericht Mannheim Ein Gegenſtück zu der behördlichen Mahnung an die Be⸗ amten, im Verkehr mit dem Publikum Höflichkeit zu zeigen, bot eine Verhandlung vor dem Schöſfengericht Mannheim. Der Leiter des Finanzamtes und ein Steueraſſiſtent hatten gegen eine Frau W. Klage angeſtrengt, da ſie den Steuer⸗ aſſiſtenten gelegentlich der Zuſtellung einer Forderung be⸗ leidigt und entgegen allen Anſtandsregeln behandelt hatte. Das Gericht verurteilte die Frau zu 30 Mark Geldſtrafe und hielt ihr in der Begründung eine Extravorleſung über Höflichkeit. Schöffengericht Karlsruhe Vor dem Schöffengericht Karlsruhe ſtand der ſchon einige Zeit in Unterſuchungshaft befindliche 27 Jahre alte Wilhelm Hoffmann von Speyer, der eines im November 1924 mit noch mehreren Komplitzen aus Karlsruhe dort verübten Kellereinbruchs und Lebensmitteldiebſtahls beſchuldigt war und ſeine eigene Frau als Belaſtungszeugen gegenüber⸗ ſtehen hatte. Sie hatte ihn ſelber angezeigt und ihn mit noch mehreren in der Pfalz ausgeführten Diebſtählen ſchwer hereingelegt. Wegen des Karlsruher Falles wurde er zu 5 Monaten und ſeine Ehefrau wegen Hehlerei zu 4 Wochen Gefängntis verurteilt. a § Wegen Fahrläſſigkeit verurteilt. Das erweiterte Schöf⸗ fengericht Kaiſerslautern verhandelte gegen die beiden Mon⸗ teuxe der Pfalzwerke⸗Ludwigshafen Konrad Hof und Her⸗ mann Sachs von Eiſenberg wegen Fahrläſſigkeit. Am 6. Juli wurde in Eiſenberg bei Vornahme von Arbeiten an einer Transformatorenſtation der Arbeiter Philipp Körper durch elektriſchen Strom getötet. Hof wird beſchuldigt, den Strom unachtſamerweiſe eingeſchaltet und dadurch den Tod Körpers fahrläſſig verſhuldet zu haben. Hof wurde zu zwei Monaten, Sachs, der die Aufſicht hatte, zu drei Monaten Ge⸗ fängnis unter Bewilligung von Bewährungsfriſt bis 1930 nach Verbüßung von einem Monat der Strafe verurteilt. § Eine Inflationsgründung. Vor dem Amtsgericht Augs⸗ burg hatte ſich in mehrtätiger Berhandlung der Ende der 20er Fahre ſtehende Augsburger Bankiers Aug. Wünſch zu ver⸗ antworten, der u. a. eine Reihe unbemittelter oder ſehr wenig bemittelter Leute um ihre ganzen Erſparniſſe gebracht hat. Das ſehr leichtfertig betriebene Bankgeſchäft brach nach einigen Monaten vollſtändig zuſammen. Der Angeklagte wurde wegen fortgeſetzter Depotunterſchlagungen und fortgeſetzten Betrugs und Bankerotts zu einer Gefüngnisſtrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt. 9 Verurteilung wegen Spionage. Wie die„M..N“ mel⸗ den, verurteilte das Oberſte Landesgericht München den 25 Jahre alten Kaufmann Heinrich Baßler aus Ludwigs⸗ hafen wegen Verbrechens der Beihilfe zum verſuchten Ver⸗ rat militäriſcher Geheimniſſe zu vier Jahren Zucht⸗ haus und zehn Jahren Ehrverluſt. B. hatte ſchon früher für das franzöſiſche Spionagebüro in Ludwigshafen gearbeitet und war zu Gefängnis verurteilt worden. Für fünf Monate erhielt er Bewährungsfriſt. Nach ſeiner Entlaſſung nahm er die Arbeit für das Spionagebüro wieder auf. Die Bewäüh⸗ xungsfriſt wurde widerrufen. Sportliche Runoſchau Schwimmen Klubwettkampf 3. Bezirk Budayeſt⸗Bayern 0? Rürnverg 10:4 Nürnberg, 24. Okt.(Eig. Drahtbericht.) Im Volksbad zu Nürnberg fand am Sonutag ein Schwimmklubwettkampf zwi⸗ ſchen dem 3. Bezirk Budapeſt und den Bayern 07 Nürnberg ſtatt, den die Ungarn, die ſchon in verſchiedenen deutſchen Stäbten Erfolge erztelt haben, glatt mit 10:4 Punkten gewan⸗ nen. Ergebniſſe: X 50 Meter Lagenſtaffel: 1. Budapeſt:19, 2. Nürnberg 100* Freiſtil: 1. Dex⸗Nürnberg:04,2; 2. Holbe⸗Bu⸗ apeſt:10. 9200 Meter Freiſtil: 1. Bonk⸗Budapeſt:42,2; 2. Lieret⸗ Nürnberg:50. 100 Mir. Bruſtſchwimmen: 1. Weiß⸗Nürnberg 123; 2. Sun⸗ trovits⸗Budapeſt:83. Meter Freiſtilſtaffel: 1. Budapeſt:30,4; 2. Nürn⸗ erg:82,8. Waſſerball. Budapeſt.— Nürnberg.: 10:6(:); 2. Mann⸗ ſchaften:2(:). Automobilſport * Mercedes⸗Benz und die Schupo. Die anläßlich der Gro⸗ ßen Polizeiausſtellung Berlin abgehaltenen Kraftfahrzeug⸗ Wettbewerbe der Schutzpolizei haben bewieſen, daß Mercedes⸗ Benz auch bei den Hütern des Verkehrs obenan in der Sieges⸗ liſte ſteht. Beim Gymkhana der Perſonenkraftwagen ſiegte Po⸗ lizeiwachtmeiſter Lindemann auf Mercedes⸗Benz mit der ge⸗ ringſten Anzahl von Strafpunkten, das Gymkhana der Schnell⸗ Laſtkraftwagen gewann Polizei⸗Oberleutnant Peterſen auf Mercedes⸗Benz, der zugleich der einzige ſtrafpunktfreie Fah⸗ rer des Kraftwagenwettbewerbs war. Allgemeines Ortsgruppentagung des D. R. A. * Erfurt, 24. Okt.(Drahtber.) Der Deutſche Reichsaus⸗ ſchuß für Leibesübungen hielt am Samstag in Erfurt eine Ortsgruppentagung ab. Die Beteiligung an der Sitzung blieb hinter den Erchartungen zurück; von 900 dem D. R. A. ange⸗ ſchloſſenen Ortsgruppen waren nur 50 vertreten. Jedoch hatten ſowohl die Sportverbände, wie auch die Deutſche Turnerſchaſt führende Männer entſandt. In Abweſenheit von Exzedenz Dr. Lewald führte Profeſſor Berger den Vorſitz. Der Turnerführer wies in ſeiner Eröffnungsan⸗ ſprache auf den beendeten Zwiſt zwiſchen D. R. A. und D. T. hin und gab ſeiner Hoffnung auf ein erſprießliches Zuſam⸗ menarbeiten in der Zukunft Ausdruck. Profeſſor Hecker⸗ München referierte über die„Forderungen der Zeil und die Tätigteit der Ortsgruppen“. Hecker kritiſierte u. a. den Be⸗ ſchluß der Biſchofskonferenz in Fulda, der den Frauen die Pflege der Leibesübungen außerordentlich erſchvere. Bei allen Unternehmungen ſet der ſittliche Ernſt voran zu ſtellen; dem Uebermaß von Wettkämpfen müſſe entgegen getreten werden. Profeſſor Hoflmayer⸗München behandelte das Thema Geſundheitsüberwachung“. Bei den Studierenden ſei die Pflege der Leibesübungen in noch ſtärkerem Maße als bisher zur Pflicht zu machen. Eine gehaltvolle Mahnung zur ge⸗ meinſamen Jugendpflege richtete Prof. Neudorff⸗Span⸗ dau an die Verſammlung. Die Jugend müſſe vor allem auch vor der zu frühzeitigen Juanſpruchnahme durch Wettkämpfe bewahrt werden. Allgemein wurde verlangt, den Jugend⸗ lichen jede Teilnahme an offenen Wettkämpfen zu unterſagen. Hell⸗München ſprach über das Kapitel„Stadtämter für Leibesübungen“; Hell bedauerte, daß in vielen großen Städten noch derartige Aemter fehlen und behandelte dann die vielſeitigen Aufgaben eines ſolchen Amtes. Dr. Diem teilte mit, daß für die im Maf 1027 ſtattfin⸗ dende Werbewoche mit allen Stadtämtern Fühlung genom⸗ men werden ſolle um eine möglichſt einheitliche Arton zu er⸗ ielen. Die weiteren Referate der Tagung behandelten meiſt ragen interner Natur.— Zum Schluß hielt Dr. Diem noch einen Lichtbildervortrag über das Thema„Spielplatzbau“, Tagung des D. F..⸗Vorſtandes in Berlin Der Vorſtand des Deutſchen Fußball⸗Bundes hielt am Sonntag in Berlin eine Tagung ab, die ſich mit einer Reihe von aktnellen Fragen befaßte. Den größten Teil der Be⸗ ſprechungen nahmen die Fragen in Anſpruch, die eine Ver⸗ tiefung der kulturellen Aufgaben in Zuſammenhang mit der zeitlichen Entwicklung der Leibesübungen S Die erbetätigkeit ſoll zentraliſtert und nach den modernſten Ge⸗ ſichtspunkten werden. Dem Bundesvorſtand ſollen Vorſchläge unterbreitet werden, deren Endziel die Heraus⸗ gabe einer i iſt. Einen breiten Raum nahm die Frage der ſportlichen A und Beaufſichti⸗ ung aller Aktiven des Bundes ein. Der D. F. B. iſt grund⸗ ätzlich zu ſinanztellen 8 bereit, lehnt aber mit aller Ent⸗ ſchiedenheit eine Entwicklung nach der materiellen Seite ab. Die im Städtetag aufgeworſene Frage der Pachtverträge für kommunale Plätze ſoll Herr Linnemann, dem die notwendi⸗ Ler Vollmachten erteilt wurden, erledigen. Zur Entlaſtung er Geſchäftsſtelle wurde ein Ausſchuß gebildet, der ſich aus Hinze⸗Duisburg, Rave⸗Hamburg und Blaſchke⸗Kiel zuſammenſetzt. Dem Bundestag wird eine Reihe von Sat⸗ zungsänderungen vorgeſchlagen werden, die eine Ueberein⸗ ſtimmung mit den internatibnalen Beſtimmungen bezwecken. In der Frage des Profeſſionalismus hält der D. F. 8. nach wie vor ſeinen Standpunkt aufrecht und betont, daß er auch 79 ethiſchen Gründen nie eine andere Stellung einnehmen ann. Wetternachrichten der Karlsruhersandeswetterwarte Auch der geſtrige Tag brachte für Baden trübes und reg⸗ neriſches Wetter. Im Gebirge fiel weiterhin Schnee(Felb⸗ berg Schneehöhe 20 em). Die Temperaturen lagen wie am 1 190 Die— ſich ſeit Samstag we⸗ r ſentlich geändert. Der kräftige el über Ungarn, der in den letzten Tagen große Maſſen warmer Luft aus dem Süden gegen die Mittelmeerländer angeſaugt und dort zu ſommer⸗ lichen Temperaturen geführt hatte, iſt durch einen aus Süd⸗ weſten gegen den Kontinent vorſtoßenden Hochdruckkeil nach Oſten abgedrängt worden. Der hohe Druck hat bei uns heute nacht vorübergehend Aufheiterung gebracht, Flaucheitig iſt ein Wirbel vou der Biskaya nach England vorgebrungen und ver⸗ breitet heute ſeinen Einfluß bereits nach Weſtdeutſchland. In ſeiner ſüdweſtlichen Ausdehnung wird warme ozeantſche Luft gegen Euxopa herangeführt, die auch bei uns im Laufe des heutigen Tages leichte Erwärmung bringen wird. Im all⸗ gemeinen bleibt jedoch das Wetter trübe und regnexriſch. Wetterausſichten für Dienstag, 26. Oktober: Trübe und regneriſch, vorübergebend etwas wärmer. Herausgeber, Drucker und Nerleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannbeimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, E 6, 2 Direktion: Kerdinand Heyme. Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Rebakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner.— Feuilleton: Dr. S. Kayſer, Kommunalpolltik und Lofaſes: Richard Schönfelder.— Sporf und Neues aus aller Welt: Willy Müller— Handelsteil: Kurt Ehmer. Gericht und alles Uebrige:— Anzeigen: Dr. W. tötzner. 6. Seite. Nr. 494 Montag, den 55. Oktober 1920 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Neue Mannheimer Seitung⸗ Handelsblatt Hapag und Deutſch⸗Auſtral⸗Kosmos Die Gerüchte, die von der bevorſtehenden Gründung eines Schiffahrts⸗Truſtes durch Vereinigung der Intereſſen von Hapag, Lloyd, Deutſch⸗Auſtral und Kosmos wiſſen wollen, werden von den Verwaltungen der Hapag und des Nordd. Sloyds dementiert. Offenbar haben im Zuſammenhang mit dem bekannten Prozeß Hapag— Deutſch-Auſtral— Kosmos nach anderer Richtung geführte Verhandlungen dem falſchen Gerücht Nahrung gegeben. Zu den letzteren meldet die F.., daß die Darmſtädter und Nationalbank der Hapag die Ueber⸗ nahme eines geſchloſſenen Pakets von Auſtral⸗Kosmos⸗Aktien angeboten haben. Die Hapag habe dieſes Angebot angenom⸗ men und ſich zur Angliederung der Auſtral⸗Kosmos⸗Linien bereit erklärt. Sie wird eine Kapitalerhöhung um 50 Mill./ vornehmen und davon 30 Mill./ zur Ueber⸗ nahme der Deutſch⸗Auſtral⸗Kosmos⸗Linien verwenden. Die reſtlichen 20 Mill./ dürften anſcheinend zur Uebernahme der Auſtral⸗Kosmos⸗Linie gehörenden Aktien der Hugo Stinnes⸗Linien bzw. zur Abdeckung der auf den Stinnes⸗Linien ruhenden holländiſchen Hypotheken Ver⸗ wendung finden. Durch dieſe Transaktion würde die Ham⸗ burg⸗Amerika⸗Linie wieder an die erſte Stelle unter den deutſchen Schiffahrtsgeſellſchäften rücken und ihren Schiffs⸗ park von 430 000 Br. R. T. üm 220 000 der Auſtral⸗Kosmos⸗ Linie auf 650 000 Br. R. T. erhöhen. Durch die Stinnes⸗ Linien kämen dazu noch 146 000 Br..., ſo daß ſich die ge⸗ ſamte Schiffsmacht auf 800 000 Br. R. T. ſtellen würde bei einem Geſamtkapital von 111 Mill. /. Ueber das beabſichtigte Umtauſchverhältnis gehen die Verſionen noch etwas auseinander. Man ſpricht von einem Umtauſch von ſechs Hapag⸗Aktien zu fünf Aktien von Deutſch⸗Auſtral⸗Kosmos und im Hinblick auf die oben⸗ genannte Kapitalſumme, die zur Uebernahme dienen ſoll, andererſeits von eirem Umtauſchverhältnis von:1, wobei die Aktionäre von Deutſch⸗Auſtral und Kosmos noch einen Bonus erhalten würden. Denkbar iſt, daß dieſe beabſichtigte Transaktion noch nicht die Zuſtimmung der Beteiligten hat Es iſt möglich, daß noch Meinungsverſchiedenheiten in der einen oder anderen Form auszugleichen ſein werden. Wie ſich ſpäter in den Intereſſen der Hamburg⸗ Amerika Linie und des Nordd. Lloyd eine Eini⸗ gung finden laſſen wird— bekanntlich ſind der Lloyd und die Deutſch⸗Auſtral in der Faßirt nach Ausſtralien eng miteinander verbunden— muß die Zukunft lehren. Es iſt wohl keinen Augenblick daran zu zweifeln, daß ſich auch hier ein geeigneter Weg finden läßt, um ſo mehr als ja ſchon ſeit einer Reihe von Monaten zwiſchen den beiden führenden Reedereien Hamburgs und Bremens Verhandlungen zwecks Rationaliſierung der Betriebe geführt werden. Stickſtoffherſtellung der Kohlen⸗ und Kali⸗Induſtrie gegen 56. Farben? Nach der Rhein. Weſtf. Ztg. haben Beſprechungen zwiſchen Geheimtat Klöckner und anderen Kohleninduſtriellen mit Gen.⸗Dir. Roſterg vom Wintershall⸗Konzern ſtattgefunden, die neue Geſichtspunkte in der Zuſammenarbeit zwiſchen Kohlen⸗Induſtrie und Kali⸗Induſtrie bringen. Geh.⸗Rat Klöckner erklärt dem DHDD. hierzu auf Nachfrage, daß eine derartige Zuſammenkunft tatſächlich ſtattgefunden habe, nähere Angaben jedoch nicht gemacht werden könnten. Es verlautet aber, daß die angeführten Beſprechungen zwiſchen der Kohlen⸗ und der Kali⸗Induſtrie ſich auf die Stickſt off⸗ herſtellung bezogen habe. Die Bedingungen, die von der.G. Farbeninduſtrie als augenblicklicher Alleinherſtel⸗ lerin für Stickſtoff geſtellt worden ſind, müſſen wegen ihrer Höhe von den Beteiligten abgelehnt werden. Aus dieſem Grunde haben die Führer der Kohlen⸗ und Kali⸗Induſtrie miteinander verhandelt, ob es nicht möglich ſei, durch ein Zuſammengehen die Vormachtſtellung der.G. Farbenfabri⸗ ken auf dieſem Gebiete zu durchbrechen. Die Beſprechungen ſind jedoch noch nicht ſoweit fortgeſchritten, daß es ſich über⸗ ſehen läßt, ob die Verhandlungen zum Ziele führen, da die Löſung der Preisfrage für die praktiſche Durchführbar⸗ keit des Planes allein maßgebend iſt. Die Frage, ob die Umſtellung der Ammoniakproduktion der Kokereien auf Maſſenlieferung von Stickſtoff wirtſchaftlich möglich iſt, ſcheint noch ungeklärt zu ſein; der Farbentruſt würde allerdings durch das Haber⸗Boſch⸗Verfahren hierin noch einen ſtarken wirtſchaftlichen Vorſprung beſiten⸗ * Große Erweiterungsbauten bei dem Leunawerken der 95 G. Farbeninduſtrie.⸗G. Bei dem der J. G. Farbenia⸗ uſtrie.⸗G. gehörenden Leunawerke bei Merſeburg ſind Erweiterungsbauten größten Umfanges im Gange. Zurzeit ſind neben den 10 000 im Betrieb beſchäftigten Arbeitern noch ungefähr 5 bis 6000 Arbeiter an dieſen Erweiterungsbauten tätig. Der Bau der Kohlenverflüſſigungsan⸗ lage iſt bereits in Angriff genommen und dürfte bei günſti⸗ gen Witterungsverhältniſſen, da er mit aller Kraft gefördert wird, bis Mitte nächſten Jahres beendet ſein. Weiter iſt eine größere Siloanlage im Bau, welche der Aufnahme der neuen Düngeſalze, vor allem des Miſchdüngers, dienen ſoll. Schließlich wird an einer Vergrößerung der Ammoniakfabrik gearbeitet. Die Ammoniakerzeugung des ſoll um 50 v. H. der Leiſtungsfähigkeit geſteigert werden. :: Deutſche Bank. In Brüſſel verlautet, daß die Deutſche Bank demnächſt dort wieder eine Niederlaſſung errichten würde. In offiziellen Brüſſeler Kreiſen werden dieſe Ge⸗ rüchte weder widerſprochen noch beſtätigt. ⸗ꝛ⸗ Beteiligung der Dresdner Bank an der Internatio⸗ nalen Bank in Luxemburg. Die Dresdner Bank in Berlin hat in freundſchaftlichem Einvernehmen mit der Banque de Bruxelles und der Banque de'Union Pariſienne ein Drittel von dem Beſitz beider Banken an VA. der Inter⸗ nationalen Bank in Luxemburg erworben und ſich das Recht vorbehalten, Vertreter in den AR. der Internationalen Bank zu entſenden. Unter den drei Großaktionären wurde ferner die Vereinbarung getroffen, künftig in weſentlichen, die Internationale Bank betreffenden Fragen Hand in Hand vorzugehen.— Die Dresdner Bank dürfte 25 Mill. Fr. von dem 75 Mill. Fr. betragenden AK. der Internationalen Bank übernommen haben. Der Kaufpreis ſoll günſtig ſein. Die Transaktion ſoll mit dem in Gründung begriffenen AC.⸗Truſt nicht zuſammenhängen. * Oberrheiniſche Bankanſtalt in Konſtanz. Wie verlautet, wird der o. HV. am 8. Nov. für das am 30. Juni ds. Is. ab⸗ gelaufene GJ. die Ausſchüttung einer Dividende von 5 (8) v. H. vorgeſchlagen. Der Reingewinn beträgt 72 423 (73 635) RM. Mit der Entwicklung im Geſchäftsjahr 1925—26 iſt die Leitung zufrieden. Auch die Ausſichten im laufenden Geſchäftsjahr ſind nicht ungünſtig. * Die Führer des Deutſchen Kaliſyndikats im Auſſichts⸗ rat der Continentalen Handelsbank in Amſterdam. Wie mit⸗ geteilt wird, ſind die Herren Generaldirektor Auauſt Diehn und Auſſichtsratsvorſitzender Geh. Rat Dr. Maximilian Kempner vom Deutſchen Kaliſyndikat in den Aufſichtsrat der Continentalen Handelsbank gewählt worden. Bekanntlich hat ſich das Deutſche Kaliſyndikat an der kürzlich erfolgten Kapitalerhöhung des Amſterdamer Bankinſtitutes durch Uebernahme eines Aktienpakets beteiligt. 1⸗ Arbeitsgemeinſchaft Nordſtern— Vaterländiſche und Rhenania. Die Vaterländiſche und Rhenania Vereinigte Verſicherungs⸗Geſellſchaften in Elberfeld haben ein Paket Aktien der Nordſtern Allgemeine Verſicherungs⸗AG. in Berlin⸗Schöneberg übernommen. Die Vaterländiſche und Rhenania wird, wie ſie z. B. mit der Colonia in Köln in engerer Verbindung ſteht, auch mit der Nordſtern eine Art von Arbeitsgemeinſchaft herbeiführen. In einer auf den 3. November einberufenen Sitzung des AR. der Vater⸗ ländiſchen und Rhenania werde man das nähere überlegen. § Bildung eines engliſchen Chemietruſts. Die Direktoren der Brunner, Mond u. Co. Ltd., der Nobel Induſtrie Ltd., der Britiſh Dyeſtuff Corporation Ltd. und der United Alcali Co. Ltd. ſtehen in Verhandlungen über die Bildung einer neuen Geſellſchaft zur Uebernahme der Aktien der genannten vier Geſellſchaften und zur Ausdehnung des Ge⸗ ſchäfts. Die Vorſtände der Geſellſchaften hätten grundſätzlich der Verſchmelzung zugeſtimmt, deren Einzelheiten in Kürze feſtgelegt würden. Die Direktoren warnen die Aktienbeſitzer davor, ſich durch Marktgerüchte beeinfluſſen zu laſſen. Die Morgenpreſſe führt die Bildung dieſes Chemietruſtes aus den vier größten engliſchen Konzernen, die zuſammen über ein eingezahltes Kapital von rund 40 Mill. Lſt. verfügen, auf die raſchen Fortſchritte der J. G. Farbenin du⸗ ſtrie zurück, deren Tätigkeit auf den ausländiſchen Märkten die Wettbewerbsfähigkeit der engliſchen Fir⸗ men in Frage ſtelle. Die„Morning Poſt“ bezeichnet die Verſchmelzung als den Beginn der Uebernahme des deutſchen Kartellſyſtems durch die engliſche Induſtrie. Die „Financial News“ glauben, daß die Möglichkeit einer inter⸗ nationalen Zuſammenarbeit im Auge behalten werde und in Kürze ein europäiſches Chemiekartell in irgend⸗ einer Form in die Erſcheinung treten könne. Sir Alfred Mond iſt ſowohl Direktor der Brunner, Mond u. Co. Ltd. als auch der Britiſh Dyeſtuff Corporation Ltd. ⸗4⸗ Reichskohlenkomiſſar und ſüddeutſcher Kohlenmarkt. Der Reichskohlenkommiſſar gibt wegen der ſüddeutſchen Kohlenverſorgung den ſüddeutſchen Behörden folgenden Be⸗ ſcheid:„Mit dem Rheiniſch⸗Weſtfäliſchen Kohlenſyndikat in Eſſen ſind Vereinbarungen getroffen, um den in Süddeutſch⸗ land und ebenſo auch in andern Gegenden Deutſchlands auf⸗ tretenden Brennſtoffpverlegenheiten abzuhelfen. Die Abmachungen richten ſich gegen eine Ausfuhr nach Eng⸗ —3 v. H. anziehen. land und haben ferner den Erſatz der ausfallenden Saarkohls zum Gegenſtand. Bei der durch den engliſchen Streik hervor⸗ gerufenen Kohlenknappheit iſt die auf jahrelanger Uebung und vertraglichen Abmachungen beruhende Maßnahme des Kohlenkontors, ſeine Händler auf den Durchſchnitt der Be⸗ züge in den Monaten April⸗Juli zu beſchränken, nicht zu beanſtanden. Mir als Reichskohlenkommiſſar liegt es ob, da⸗ für zu ſorgen, daß Kohlenverbrauchern, die durch aus⸗ bleibende Kohlenzufuhren zu Betriebsſtillegungen oder Ein⸗ ſchränkungen genötigt würden, Hilfe zuteil wird. In allen Fällen, in denen mir daher allgemein gehaltene Klagen unterbreitet werden, erſuche ich die Antragſteller, mir die notleidende Verbrauchsſtelle, die von dem einzelnen Betrieb benötigten Kohlenmengen, den gegenwärtigen Kohlenvorrat, den vorausſichtlichen Monatsbedarf und den bisherigen Lieferanten mitzuteilen.“ Börſenberichte vom 25. Oktober 1926 Mannheim feſt Unter Führung von.G. Farben⸗Aktien war die Börſe heute wieder durchweg feſt. Am Kaſſamarkt zogen Rhein. Hypothekenbank, Benz, Pfalzwerke und Rheinmühlenwerke im Kurſe an. Es notierten: Badiſche Bank 150, Rhein. Credit⸗ bank 135, Rhein. Hypothekenbank 150, J. G. Farben 330, Rhenania 80, Brauerei Sinner 80, Brauerei Schwartz⸗ Storchen 143, Mannheimer Verſicherung 120, Seilwolf 64,ʒ Benz 97,5, Gebr. Fahr 40, Fuchs Waggon 0,5, Germania Linoleum 208., Braun Konſerven 43, Karlsr. Maſchinen 40, Knorr 139, Mannheimer Gummi 66, N. S. U. 115,5., Zement Heidelberg 132, Rheinelektra 144, Rheinmühlenwerke 86, Wayß u. Freytag 132, Weſteregeln 170, Zellſtoff Waldhof 201, Zucker Frankenthal 94, Zucker Waghäuſel 113, 10 proz. Mannheim Stadtanleihe 105,75. Frankfurt ſehr feſt und lebhaft Vom In⸗ und Auslande lagen zu Wochenbeginn an der Börſe wieder ganz erhebliche Kaufaufträge vor und da gleichzeitig die enttäuſchte Baiſſeſpekulation zu Deckungen ſchritt, ferner vonſeiten des privaten Publikums angeſichts der Erklärungen Dr. Schachts faſt kein Material an den Markt gekommen war, ergaben ſich wieder ſtarke Kursbeſſe⸗ rungen. Andererſeits hat die Weigerung der Preſſeſtelle der J. G. Farbeninduſtrie, über die Aufgaben der amerikaniſchen Deputation der.G. Farbeninduſtrie der Preſſe etwas mit⸗ zuteilen, die Phantaſie der Syekulation neu angeregt..G. Farben eröffneten faſt 6 v. H. höher. Von Montanwerten waren anfangs Luxemburg 5, Gelſenkirchen 5, Harpener 4, Mannesmann 6,5, Phönix 3 und Rheinſtahl 5 v. H. höher. Auch Kaliwerte gewannen zum erſten Kurs bereits 5 v. H. Schiffahrtswerte erzielten eine Kursbeſſerung von 3 v. H. Elektrowerte bei uneinheitlicher Tendenz—6 v. H. höber. Außerdem konnten rheiniſche Braunkohle um 6, Deutſche Erdöl um 4, Scheideanſtalt um 6 und die Zuckeraktien um Sehr lebhaft, namentlich vorbörslich, war die Nachfrage nach Adlerwerke und Daimler. die um ie 5 v. H. geſteigert wurden. Auch Rütgerswerke. Goldſchmidt und auch die Mehrzahl der Kaſſapapiere ſteigend. :: Mannheimer Produktenbörſe, vom 25. Okt.(Eigenber.) Die feſte Tendenz am Produktenmarkt bleibt weiter beſtehen. Inlandweizen iſt mit 31,25—31,75/ per 100 Kg. waggonfrei Mannheim gehandelt. Von Auslandweizen iſt angeboten: Manitoba 1 mit 17,90 hfl., Manitoba II 17,40, Manitoba IIIL 17,00 hfl., Kanſas per Okt. 17,00, Baruſſo 76 Kg. disp. 16,50, Redwinter II 16,20 hfl., alles per 100 Kg. cif Mannheim. Inlandroggen 25,00 /, Auslandroggen 27,00 nom. Inland⸗ hafer 19,50—19,75, Auslandhafer 20,50—22,50, Inland⸗Brau⸗ gerſte 26—30, Futtergerſte 21,00, Mais gelbes mit Sack 20,25 bis 20,50, Biertreber 16—16,50, Weizenmehl 43,50—44,00, Roggenmehl 35,50—37,00, Weizenbrotmehl ſüdd. 33,50—34,00, 1Weizenfuttermehl 14,50, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 11,00, Kartoffel weiter ſteigend, gelbfleiſchige 5,80 per 50 Kg., weiß⸗ fleiſchige—5,25 l. 4 Mannheimer Viehmarkt am 25. Oktober Preis für 50 Kg. Lebendgewicht: Geſamtzufuhr... 4039 Stück Ochſen... 425 St, Kühe... 480 St. Kälber.. 473 St. Schweine.2270 St. a).. Mk. 43—60 a). Mk. 36—48 a3 k.— a).. Mk. 21—82 b)..„ 31—40.„„ 34—37)..„ 81—85 bi..„ 81—82 e)..„ 25—30 c.„ 25—21 c00..„ 74—77 eJ..„ 81—82 d)..„ 22—28 d)..„ 12—20 9 3— Bullen... 94 St. Färſen...— St. 0„ 5 222*„ 475— .. Mt. 4851 40. Mt. 50—01 Schafe.. 62 St. 71—7 B )..„ 35—89 Freſſer..— St. bi..„ 32—44 Arbeitspferde 142 St. d)..„ 31—34 42). Rk.——. Mk. 600— 1400 Marktverlauf GBeobachtungsmarkt): Mit Großvieh langſam, geräumt; mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mit Schweinen mittelmäßig, Ueberſtand. 64 Schlachtpferde: 50 bis 140 /, 9 Ziegen.— Wegen Allerheiligen wird der auf den 1. Noy. fällige Markt auf Dienstag, 2. Noy. 1926 verlegt. Kurszettel der Neuen Mannheimer Zeitung Aktien und Auslandsanleihen in Prozenten. bei Stückenotierungen in Mark je Stück Die mit T verſehenen Werte ſind Terminkurſe während ſich die mit verſehenen noch in Bi⸗ſ verſtehen. Frankfurter Börſe vom 25. Oktober i 28.525. 28..25. — 23. TRhein Braunk.. 249,0251.0 Enzinger⸗Union.—.—99,50 Allg. D. Creditbk. 139.0 2 Salzw. Heilbronn—.—1 Ettling. Spinn. 4.—(—— Badiſche Bank. 148,0148.0 Tellus Bergbau 9,5097,— Faber, Joh. Blei 98,6599,.— Bant Sa Iud. 110,0169,0 B..Saurahütte 81.—ſ6l.— Parwwerr Pübig. 0777 Bayr. BodenEr B —.— 5 3. G. Farbenind. 325,0827.2 265 168..165,5 Crausport⸗Alctien. Fahr Gebr, Pirm. 40,08.— — 2 189•0139.0 Schantungbahn..—.75 Felt. Guill.Carls T 164.0186.5 Berlinergandess 0. 80.0 Fepgg 100 709.) Beinmech. Jeterr. 90.—f TCom. u. Privatb. 162.7164,5 Nrodeutſch. Lloyd 172,7175,7 Frankf. Pol.& Wit. 84.—64.75 TDarmt. u. Nat. B 240,0245,8 Deſter.⸗U. St...—.——— Fuchswaggon--. 9,5250,550 I Deulſche Bant. 181.1 Baltimore 8 Ohio 94.50—.— Geidſerm. Surt 138.0140,0 ritzner M. Durl.—.——.— 2. ootheen., 449.90139.0 Induſtrie⸗Aketien. Grteltrd Mhm 6ſ,—.— P. Bebee Sant 427,0ſ27.0 Sichb. Magn9.. 10.0. Grür, Bilfgee. 505 D. Bereinsbank. 103,0 103,0 H, Kempf,Sternb.—.— HaidéReu, Näh. 50.50 Disconto⸗Geſ.. 171,0 Mainzer St.⸗A. Hammerſen. 113,0 + Dresdner Bant 157,0160,0 Schöfferh Bindg. 266,7 Hilpert Armaturf.— 85 Hyp.⸗Bank 135,5 e Hah n 10005 935 „G. 158,0157,5 Werger 0— 1400 147,0 Adt, Gebr... Holzmann, Phil.. 135,5 „Rüraberg. Bs.⸗B.—, Accumulatoren Deſler- Ered-Auſt 9,35.5 Adler Oppenheim Pfälzer Hyp.Bk. 137,0188,5 Reichsbank.... 162,0163,5 Rhein.Creditbank 135,0135,0 Rhein. Hyp.⸗Bant 148,0—.— Südd. Disconto. 148,5— Verſ.⸗Geſ. 135,0133,0 Sang 60 Pe. 115,0114,7 Oberrh. Verſ.⸗Geſ.—.—. Frantf. R..Mito.——. Vergwerk⸗Aktien. 93 n Guß. 172,7174.5 Buderus Eiſen. 109,5110,0 15.Luxemb. Berg 170,0178.5 ——————.—1175,0 TGeiſenk. Bergw. 172.2 177,2 Gelſent. Gußſtahl 31,50 27— THarp. Bergbau. 181,0183.9 Kali 5 155,5158,7 Kali Salzdetf..——— Kali Weſteregeln 168,2172,0 Klöckner⸗Werke——, TMannesmannr. 170,0174.0 — 22— 139.0 1 1502 268,5 148.5 146.0 45,75 Holzverkohl.⸗Ind. 51,— —.—Zunghans Stam. 97.85 108.0 Kammg. Kaiſersl. 135.5 165.0 Karlsrüher Maſch. 40,15 142,0 Kemp, Stettin..—.— 151,5 Klein, Sch& Becker 80.75 31.— Knorr, Heilbronn—.— 0,140 Konſerven Braun 43.— 125,0 Krauß& Co., Lock. 65,75 132,0 TLahmeyer& Co. 144,5 67,—Lech Augsburg 113,2 78—[Lederwerk Rothe—.—36.— 162,2 Ludwigsh. Walzm 111,0111,0 67,60 Lutz Maſchinen. 39,—439. ——ux'ſche Induſtr. 35,—35,50 130,7 Mainkraftwerke. 107,0108,0 144.5 Miag, Mühlb.. 130,0124,0 —,— Mez Söhne.—.. 92,—Motoren Deutz.—.— 98,.— Motorf. Oberurſ.— 475,0 Neckarſ. Fahrzg.. 114,0 79,65 Nrh. Leder Spier—.— —.—Peier Union Frkft. 104,5 71.25 Pf. Nähm. Kayſer 60,— 20.— Philipps.G. Urk 41.— 48,— Porzellan Weſſel—.— lr. Rein. Gebb& Sch. 96,— . 85,—65.—Elſ. Bad. Wolle. 54, 50 Rheinmetall.—.— Jes. Eiien Gearej—.——.— Emagsranklurt——10.820[Rheinelektr. Sta. 144 5 TobnixBergbau 136,71185, OlEmaille St. Ullrich 55,11151.—Rh. Maſch. Leud. 46,— 135⁵,5 40,.— — 139,0 — 64.— 145.7 113.0 Adler Kleyer.. 104 7 . E. G. St.⸗A. 162.2 Aſchaff. Buntpap. 142,0 Aſchaff. Zellſtoff. 147,5 Bahnbed. Darmſt. 30.— Bad. Elektr.—.. 0,140 Bad. Maſch. Durl. 122,0 Baſt.⸗G.—, Bayriſch. Spiegel 66, Beck& Hentel.. 75. 1Bergm. Elektr.. 158,5 Bing Metallwerke 68.15 Brem.⸗Beſigh. Oel 77.— Cement Heidelb.. 130,0 Cement Karlſtadt 145.0 Chamotte Annaw.—,— Cont.Nürnb. Vg.—.— Daimler Motor.—. D. Gold-u..⸗Anſt 175.0 Dyckerh.& Widm. 71,50 Dingler Zweibrück—,— Dürkoppwerk St.—.— Düſſeld. Rat. Dürr 39,— Eiſen Kaiſerslaut. 46,50 I. 8 iener Bankver. 5,80 Württh, Notenbk. 183,5 0 63,50 114.7 64.— 10⁴.5 62.— 42.— 97.50 1447 46,50 5TBerl. Handelsg. 23. Rhenania Aachen 80.— Riebeck Montan. 161,0 Rodberg Darmſt. 10.— 1Rüttgerswerke. 128,7 Schlinck& C. Hbg.—.— Schnellpr. Frank. 85.— Schramm Lackf.. 75,5073,25 JSchuckert, Nrbg. 140,0148.5 Schuhfabrik 010 62,.—160,25 Seilinduſtr. Wolff 64.—64,.— TSiemenssHalsk 202.0/206,0 Südd. Draht-.—. .Led. St. Ingbert. Tricotw. Beſigh⸗-—.— Uhrenfabr. Furtw. 28.50 Ver. deutſch. Oelf. 78,25 V..ch. Ind.Mainz 48.— Ver. Ultramarinf. 141,0 Ver. Zellſt. Berlin—,— Vogtl. Maſch. St.—.— Voigt& Häff. St. 114,2 53 Volthom. Seil.K 57,—58.75 4% do unk..1925—.———4% Säch. St.⸗A.18—,— Wayß& Freytag 131.0 130,1% D, Reichsanl, 0,6920, 66014% Württ..1915———, Berliner Börſe vom 25. Oktober 1 TAllg. Elektr.⸗Geſ. 161,5165.8] Deutſche Kali ** —+9 7 S 102.2 199•8 Peuiſce Sieinh; 1 45 + B. nhalt. Kohlen E.——109,5 Deutſche Steinzg. 151. B 83 Annener Gußſtahl—.——.— Deutſche Wollw.. 68,.— 162,5 Aſchaffbg. Zeilſt.. 148.1155,80Deutſch. Eiſenh. 84,25 237.0 Augsb.⸗Nb.Maſch 104,0104,7 Donnersmarckh.. 115,0 180.5 Balcke Maſchin..—.——.— Dürener Metall. 90, 123.5 Meguin. 60,—59,85 Dürkoppwerke,. 72.— 170,2 J. P. Bemberg 205..206.00 Dynamit Nobel. 152,5 157.5 FBergmann Elkt. 159,0162.0Elberfeld. Kupfer—.— JMitteld. Kredb, 145.0 Berl.⸗Gub. Hut. 251,2251,2 Elektr. Lieferung. 157,0 Reichsbank 161.5162,5T Berl. Karlsr. Ind 111,7112,2 TElktr. Licht u. Kr. 160,7 Rhein Creditbani 135.0135,0TBerlin. Maſchb. 96,— 98,—Emaille Ullrich 49,— Süddeutſch. Disc. 150.0 Berzelius Bergw.— Enzinger⸗Union. 102.0 7 Bing Nürnberg. Eſchw. Bergwert 175,0 Crausport⸗Aktien. Bismarchürte“.—.— TJ.G. Farbenind. 324,5 Schantungbahn 6,75 9,[PBochum, Gußſt. 173,5 FeldmühlePapier 153,5 Allg. Lot. u. Str. 180,0 180,0Gebr. Böhler&o.—.— Felten& Guill. 166, 97.— 1590 R. 9— 8 55 3 4 77 2%% Br.⸗Beſigh. Oelf. 77,.— Fuchs Waggon 0, 0 1 Deutſch⸗Auſtral. 198.5 197,2 Bremer Beien.90,50 aggenau 9 A. 43,50 JHapag... 169,9189.8 Buderus Eiſenw. 106.5 Gebhard Textil 101,0 19, Südamerika 175,5175,0[Chem. Hepden. 116,3116.0FGeiſenk. Vergw. 1766 LHanſa 9 75 225.,20Chem. Gelſent 102,0104.7 Gelſent. Gußſtah. 28,50 IRordotſch Lloyd 175,0174,7Chem. Albert 154,0ſ158.[Henſchom& Co. 88, Roland-Linie. ,——Concord. Spinner 103,0105,0 German. Portl⸗Z. 168.0 Berein. Elbeſchiſf 80.—65.— Daimler Motor 98.—97,75 Gerresheim. Glas 148,0 Induſtrie⸗Aktien. L Deſſauer Gas 155,8157,0 TGeſ,f.elkt. Unter. 180,0181,0 Accumulatoren 155,60153,6[ Dtſch.Luxemb. 171,7/175,5[Gebr. Goedhardt 80,—79,— Adler& Oppenh. 1839,0133,5.Eiſenb. Signt. 112,0112,2]Goldſchmidt, Th. 139.5141,0 Adlerwerke... 104,0107.1 TDeutſche Erdöl 175.0177.]Goerz C... 37.50.38.— .⸗Gf. Verkhrsw. 161,0159,5 Deutſch. Gußſtahl 124,01125 0l[Gothaer Waggon 25,—27.25 Alexanderwerk.. 78,—78,—lDeutſche Kabelw. 112,01110,5JGritzner Maſchin. 115,0l117,0 25. 88.50 164,8 10.— 130,1 86,25 25. .800 10,32 23. 0,820 23.25. Zellſt. Waldhof St 194.5198.5 TzZuckerf. B. Wag 111.7/114,2 Uckerf. Frankenth 94,7593.75 uckerf. Heilbronn 112,0114,5 uckerf. Offſtein. 141.0143,5 90% D. Reichsanl. 4½% 6 9.⸗Sch.—, 40% B. Schußg, 06 10.35 8 40% D. Schutzg. 14 10.3510,32 Sparprämie. 1919.4000, 405 Zuckerf.Rheingau 114.5 115..5% Pr. Schatzanw.—,——.— Juckerf. Stuttgart 118.0115.5 10% d0 10 1/ Preuß. Konſ. O, 5 0 2 6%„ 0,6550,680 ——65.880 Elberfeld. Kupfer————40% BabAn v1819—.——.— Eutrepriſes 903 3½% do, abgeſt. O,6000,630 Mansfelder. ꝗ..130,8 60% do. Pon 18 Naſtatter Waggon—.——.—40/ Bayr. Eiſ-Anl..65 0,680 %% do..60.575 B666666„„„—5 5 FN 4% Bay. Pf. E. P. 1,20 1,25 3/0 do.20—— 2—* —40% Heſſ. v. 89 u. 06 0, 6000,600 ——-3/9/%„ abgeſt..6450.655 0,691 3.640—.— — f0 69— Aio Kohlenanl.—.——, 48,— Feſtverzinsliche Werte. 8 A/lothm—.— 80/ —4¼%„ 1904/— 9* 50% 6. Reichsanl. 0, 602 116.0 426.8126,7 163,0 139,6 234,7 164.5 244,0 183.0 TCom. u. Privatb. JDarmſt. u..⸗B. TDeutſche Bank. TDt. Ueberſee Bk. TDisc. Command. TDresdner Bank 67.75 175,0 174.0 76.— — 110.0 —84,50 168,0 149.7 —— TZiſe Bergbau. 189 5 Kahla Porzellan. 25. 23. JOberſchl. E BBed.—.—— JOberſchl. Eiſen. 85,— TOberſchl. Koksw. 133,8 Orenſt,& Koppel 121.0 TPhönix Bergb. 138,8 Rathgeber Wagg.—.— Reisholz Papier 198.0 TRheinBraunkhi 249,7 28 Grkrſtw. Mhm.69/%—.—. Gebr. Großmann 67,5067,50 Grün& Bilſinger 90 —— 23. Veldburg. 80.— Hochfrequenz.. 133. Krügershall Hand 124. Petersb. Int...20 Ronnenberg... 40.— Ruſſenbank...90 Sichel& Co.....— Sloman Salpeter 70.—7 Südſee Phosphat 70.— 69. 39.—2 a) Neichs⸗u. Staatspap. Goldanleihe.. 96,40 Do llarſchätze—.— Roſitzer Braunt.. 90,—83.— W e 96640 Roſitzer Zucker.. 85.—85,.—* 11 1 1924er.6370,685 TRütgerswerke. 130,0 6 8 9 5 So 4140 8% B. Reichsani..690C.80 %2 0988 Soroft. 0. 149.8Jl28.J%ed.Recant 96009845 „—Scheidemantel. 44,25.92* 85 136,5 PScnberte Siß. 2230020.2 3/ e5. Lonſols 06500.6 7 —5 ISchuckert& Co. 5 5 5„(.75000. 2 6 5 700200 Staner AG. 80,—77.25 133,0133,0 Stettiner Vulkan. 62,15 99 90515 05 12.700(12 96,50 Stoehr Kammgrn. 145,1 5% Brß, Kallant. 555.60 „25,95,—Stoewer Nähm.. 92,—„Roggenwert. 6,40.85 5% Roggenrentb. 7,11 5⁰ 0 Sächſ. Brauni 3,38 2 80-82 Gruſchwitz Textil 70,25 Hackethal Draht. 95,—95.— Hamer Maſch.. 160,“161,7 ammerſ. 112,2113,8 Hannov. M. Egeſt. 88,—89.— Hann. Waggon 13,5013,15 Rhein Chamotte 80.— Hanſa Lloyd.. 63,—66,75 Rhein Elektrizität 143,0 Saleet 8 Gum. 81,—84—.]Rhein. Maſch. Led. 47.—50.— arkort Bergwrk. 62,—60,—JRheinſtahl.. 169,0 Harpen. Bergbau 180,5163,00TRhenania Chem 80.— Hartmann Maſch, 42,—42.85 Romb Hütten.13,15/1 Hedwigshütte.. 173,0175,0 Hilpert Maſch..73.—74.75 Hindr.& Aufferm. 87.—94, ThHirſch Kupfer 127,0127.7 THirſchberg Leder 192,0100,5 Thoeſch Eiſ. u. St 151.5/154,5 THohenlohe⸗Wrk. 26,7528,.— Hon Holzmann. 137,0 orchwerke.. 84.— THumboldtMaſch 19,50 — 2 M. Jüdel& Co. Gebr. Junghans Kaliw. Aſchersl.. 155.8 156,8 Südd. Immobil.—.—— Karlsr. Maſchin. 40,25 40, 50 Teichgräber 9 Kattowitz. Berg.—.———Teleph. Berliner. 89,50 C. M. Kemp.. ThoerlOelſabrik- 103.2 Klöcknerwerke.. 133,5 Unionwerke Maſch—.——.— C. H. Knorr. 138,0 Ver. W Frtf. Gum. 75.— Kollm.& Jourdan 77.— Ver.C em. Charl. 143,0 Köln Rottweiler.162,0 V Dich Nickelw. 171.5 Gebr. Körting. 99.— VGlanzſtoff Elbf. 315,0 Koſtheimer Cell..—, V. Schuhf Brnð W 80.—80 Kyffhäuſer⸗Hütte 72,50 Ver. Stahlwerke. 149,5151, Lähmeyer& Co. 144. VStahlw v. d. Zyp 169,0187,0 Laurahütte... 76,50 Ver. Ultramarinf. 141.0142,0 Linde's Eismaſch. 159.0 Bogtländ. Maſch. 84,5090.— Lindenberg 57,7557,75 Wanderer⸗Werte 197,5196,0 17⁰0,0 80,25 „Landſch.Rogg. 7,80 b) Ausl. Reutenwerte. %% Mexikaner—.—.-— 4½ Oeſt. Schatza. 23 65 4%„Golbrente 23,75 04%—„conv. Rte. 2,20 4½0%„ Silberrte. 6,.— 4½0/„Papierrte.—-,— 4% Türk. Ad.⸗Anl. 15.35 40% Bagd.-Eiſ⸗!1 7,15 11 25.— 40/ Kürklunif Anl. 18,75 40%„ Zollob. 1911 18.25 „200-.⸗Los 29,503 4¼0% ISt. R1918—,— 141,0 139.2 78,75 164,0 98.85 89.— 72,25 5 81,50 160,0 2 J. Carl Lindſtröm 168.0170.00[Weſer Akt.⸗Geſ.—.— Lingel Schuhfabr. 72,7571,65 J Weſtereg. Alkall 169,2 1 Linte& Hoffm. 80,—60—, Wicking⸗Cement.—.— Ludw. Loewe& Co 198,7200,20Wiesloch Tonwar. 109,5108,54½%,„„ 1914 22.60 C. Lorenz.. 114,0115,5 Wittener Stahl. 104.0105,74%„„Goldrte 23,— Lothr. Portl.-Cem————[Wittener Gußſtahl 70,— 0,.—4%„„ Kronr..10 Magirus.-G. 69.—67— Volf, Buckau..—,— 68,25 8/ Oe. 11. Stb. alte 19,75 TMannesmann 171,0175,1 25 Verein 116,7119,08% Oe⸗UlXSr(74— S42 0 Zellſtoff Waldhof 196,5200,5 4 18.35 ech. Web. Lin 5 90.60% SüdöE.aP—.- Mix& Geneſt. 130,0130, Sreiverkehrs⸗Kurſe..50/— Motoren Deutz 75,3574.— Adler Kali 99/41/40,—%,„Obligat.—.— Motorb. Mannh. 35,75.37,—Bergb. Präſid.—,——.— 4½% Anat. Ser.] 31,25 31,40 Mülheim Berg 150,7152.00Benz⸗Motor.. 90,—98.— 4½%„„I1 80,7560. Neckar Fahrzg. 115 5115,0 Deutſche Petrol. 101,0103,04½%„„ TRordd Wollk.. 151,21150,0l Diamond 25,50125, 4515% Tehuantepec.—. 0 SSeSSn rrern N Montag, den 25. Oktober 1926 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 494 Ein Blick über die Welt Der Ueberfall im Hotelzimmer— Der Uhrenſchlüſſel als Schaden durch eine Waſſerhoſe— Tragiſcher Abſchluß einer Hochzeit— Der Bund der Giftmiſcherinnen— Die „reiche“ Bettlerin und ihre 1000 Erben— Die Befreiung aus dem Harem— Ein ausſterbender Rieſenvogel Dentſchland Es ſcheint faſt, als ſeien die Verbrecher in Berlin bemüht, te Polizeiausſtellung in der Reichshauptſtadt durch„echte“ Kriminalfälle wirkſam zu unterſtützen. Faſt filmromantiſch wirkt der Vorfall, der ſich in einem Berliner Luxushotel ab⸗ ſpielte und einen recht ernſten Ausgang hätte nehmen können. Esir haben bereits kurz darüber berichtet). Ein neuver⸗ mähltes Berliner Ehepaar namens Czaika, das im Begriff ſeine Hochzeitsreiſe anzutreten, hatte in der Nacht zum 9 kittwoch ein gefährliches Abenteuer mit einem jungen Menſchen zu beſtehen, der in räuberiſcher Abſicht in das Hotel⸗ zimmer des Paares eingedrungen war. Das Paar hatte am Abend ein Theater beſucht und war kurz nach 12 Uhr ins Hotel, ein erſtklaſſiges Haus am Potsdamer Platz, zurück⸗ ekehrt. Bei dem Etagenkellner beſtellte der Ehemann ein Abendeſſen. Kaum hatte der Angeſtellte das Zimmer ver⸗ laſſen, als es wiederum klopfte. Auf das„Herein!“ erſchien in der Tür ein ſchlanker Burſche. Leiſe zog er die Türe hinter ſich zu und richtete einen Revolver auf das zaar. Mit vorgehaltener Waffe forderte er den Ehemann auf, die Brieftaſche herauszugeben. Die erſchrockene Frau rief jetzt laut um Hilfe. Da richtete der Verbrecher die Waffe auf ſie und ſchoß, traf aber glücklicherweiſe nicht. Der An⸗ lag auf ſeine Frau brachte den Mann derartig in Wut, daß er ſich auf den Eindringling ſtürzte und ihm den Revolver aus der Hand riß. Waffenlos flüchtete dieſer, wurde aber von dem Manne verfolgt. Ein Schuß, den er ihm nachſandte, ging fehl. Der Lärm hatte die Hotelleitung und das Perſonal alarmiert. Sie ſahen den Räuber die Treppe hinunterlaufen und verfolgten ihn. Einem der Kellner gelang es, den Flie⸗ hendem mit einem Jiu⸗Jitſugriff zu Boden zu bringen, und in wenigen Augenblicken war er gefeſſelt. Herbeigeeilte olizeibeamte brachten ihn zur Wache. Dort wurde er als ein Wiähriger Student Johannes Wittmann aus Kirſchdorf in Oeſterreich feſtgeſtellt. Er war abends 6 Uhr im Hotel abge⸗ ſtiegen und hatte ſich als Student Alfred Pſchorr aus München ius Fremdenbuch eingetragen. Dem neuen Gaſt wurde ein Zimmer neben den Neuvermählten zugewieſen. Der Ver⸗ haftete gibt zu, daß er einen räuberiſchen Ueberfall geplant habe, um ſich Geld zu verſchaffen. Er iſt völlig mittellos. 9 Ein Königsberger Lanbwirt ſuchte nach der Heim⸗ kehr von einem Pferdehandel den kleinen Silberſchlüſſel ſeiner alten Taſchenuhr. Dabei blickte er auch unter das Soſa. Hier entdeckte er einen fremden Mann. Der Eindringling ſprang hervor und warf ſich auf den Landwirt. Auf die Hilferufe des Bedrängten eilten Nachbarn zu Hilfe und ließen den Ver⸗ brecher feſtnehmen. Er wurde als der ſeit langem geſuchte inbrecher und Mörder Bergmann entlarvt, der nach ſeinem eigenen Geſtändnis einen Raubmord an dem Landwirt geplant hatte. Oeſterreich Der Innsbrucker Bäckergehilfe Georg Haider iſt ein viel⸗ gereiſter Mann, er hat ſich durch alle Länder Europas durch⸗ gebacken und in ſeinem Reiſepaß iſt der ganze Völkerbund vereinigt. Wer amtlich mit ihm zu tun hatte, rühmt ihm un⸗ gewöhnliche Intelligenz nach, freilich half ſie ihm nicht immer aus der Patſche, in den Münchener, Berliner und Wiener Strafregiſtern kommt ſein Name einige Male vor, und auch jetzt hat ihn das launiſche Glück wieder einmal vor die Lebeusretter— Der Bäcker als Ingenieur— Großer Schranken des Gerichtes geführt. Er fühlte ſich nämlich zu Höherem geboren, er wollte in einer verrückten Zeit, in der beiſpielsweiſe gerade in Wien ein öſterreichiſcher General, der von ſeiner Penſion nicht leben kann, das ehrſame Handwerk Hans Sachſens erlernt hat, ein Intelligenzler alſo einen Ge⸗ werbler vertreibt, nicht ewig in der Backſtube ſchwitzen, ſon⸗ dern in einem geiſtigen Beruf tätig ſein. Er kam unter irgendwelchen falſche Vorſpiegelungen in ein Geſchäft techni⸗ ſcher Bedarfsartikel als Angeſtellter, ftudierte dort fleißig Preisliſten und eignete ſich Branchekenntniſſe an, und nach einigen Monaten promovierte er ſich ſelber taxfrei zum Diplom⸗Ingenieur. Als ſolcher bewarb er ſich bei der Elber⸗ felder Spezialmaſchinenfabrik Futura, die in einer Anzeige einen Vertreter für Oeſterreich ſuchte. Tatſächlich ſoll er den Elberfelder Firmenchef durch ſein gewandtes Auftreten und geſchickt hingeworfene techniſche Phraſen imponiert haben. Er erwies ſich auch als ſehr fleißig und brachte viele namhafte Auſträge zuſammen. Die Elberfelder gewannen zu ihm ſolches Vertrauen, daß ſie ihm Inkaſſobefugnis erteilten. Das hätten ſie nicht tun ſollen, denn dadurch kam er von der freien Bahn des Tüchtigen auf die Bahn des Verbrechens— er unterſchlug bedeutende Summen. Mehr als ein Jahr lang hetzte die Polizei hinter dem Ingenieurbäcker her, bis ſie ihn erwiſchte. Nun kann er vier Semeſter lang im Kerker weiterſtudieren. Frankreich In der Gegend von Perpignon in Frankreich hat eine Waſſerhoſe von ungeheurer Gewalt großen Schaden angerichtet. In Amelie⸗les⸗Bains trat die Waſſerhoſe ſo plötzlich auf, Daß die Bäche und Kanäle über ihre Ufer traten und die Straßen unter Waſſer geſetzt wurden. Auch die Eiſen⸗ bahnſtrecke Nimes⸗Arles wurde durch die Gewalt der Waſſer⸗ hoſe unterbrochen. In einem anderen Ort ereignete ſich durch die Ueberſchwemmung ein Erdrutſch, durch den einige Häuſer bedroht ſind, die in aller Eile geräumt werden mußten. Mehrere Gemeinden ſind ohne Licht, da die Leitungen zerſtört ſind und einige Elektrizitätswerke unter Waſſer ſtehen. In der Nähe vonCéret entgleiſte infolge eines Dammrutſches die Lokomotive eines Perſonenzuges. Perſonen ſind dabei nicht zu Schaden gekommen. Schweiz In einem Ort an der ſchweizeriſch⸗franzöſiſchen Grenze in der Nähe von Genf wollte ſich Profeſſor Berthelot, der Neffe eines bekannten franzöſiſchen Politikers, zu ſeiner Ver⸗ mählung im Auto in die Kirche begeben, als ihm einfiel, daß er vergeſſen hatte, ſein doppelläuſiges Jagdgewehr zu ent⸗ laden. Es ſtand noch ungeſichert im Zimmer, wie er es bei der Rückkehr von der Jagd hingeſtellt hatte. Um Unglück zu verhüten, kehrte er in ſein Haus zurück, um das Verſäumte nachzuholen. Dabei berührte er den Drücker, der Schuß ging los und traf den Profeſſor in die Bruſt. Ein ſchleunigſt her⸗ beigerufener Arzt erklärte, daß keine Hoffnung auf Wieder⸗ herſtellung beſtehe. Der Profeſſor beſtand trotzdem darauf, daß die Vermählung vollzogen werden ſolle. Die Hochzeits⸗ geſellſchaft, die in der Kirche wartete, wurde eiligſt verſtändigt und kam mit dem Prieſter und der Braut nöch gerade im letzten Augenblick an. Der Profeſſor ſtarb in den Armen ſei⸗ ner jungen Fran wenige Minuten, nachdem die Vermählung vollzogen war. Serbien Die Belgrader Kriminalpolizei iſt durch Zufall in dem Städtchen Nagykikinda einer Organiſation von Giftmiſcherinnen auf die Spur gekommen. Eine an⸗ gebliche Wohltätigkeits⸗Frauen⸗Vereinigung„Lukretia“ ent⸗ puppte ſich als ein Verein von Giftmiſchexinnen. In gehei⸗ men Kurſen wurde den Mitgliedern die Kunſt des Gift⸗ miſchens beigebracht. Sechs Frauen, die unglücklich perhei⸗ ratet waren, hatten auf dieſe Weiſe ihre Männer ermordet. Es wurden mehrere Exhumierungen vorgenommen. In zwei Fällen hat man Spuren von Giften vorgefunden. Es wurden daraufhin fünf Frauen, die man als führende Köypfe dieſer Organiſation entlarven konnte, verhaftet. In den nächſten Wochen ſoll bereits der Prozeß gegen ſie ſtattfinden. England Eine reiche Schar von lachenden Erben bemüht ſich um die Hinterlaſſenſchaft einer Bettlerin. In Mancheſter ſtarb vor kurzem im betagten Alter eine Frau namens Alice Jo⸗ nes, die ein Leben bitterſter Armut geführt hatte. Es ſtellte ſich aber dann heraus, daß ſie ein Vermögen im Betrage von mehr als 800 000 Mark hinterließ. Da kein Teſtament vor⸗ handen war, fiel die Erbſchaft ſämtlichen in Betracht kom⸗ menden Verwandten zu. Bisher haben ſich tauſend Per⸗ ſonen gemeldet, die auf das Erbe der—5 Jones Anſpruch erheben. Dieſe reiche Schar exklärt ſich daraus, daß nach dem neuen engliſchen Geſetz auch Verwandte zweiten Grades zur Erbſchaft berechtigt ſind, wenn kein Teſtament vorhanden iſt. Die zahlreiche Verwandſchaft iſt umſo bemerkenswerter, als ſich bei Lebzeiten der Frau Jones niemand auch nur im ge⸗ ringſten um die Greiſin gekümmert hat. Syrien Der Völkerbund hat eine Kommiſſion unter der Führung der Engländerin Miß Jeppe nach Syrien geſandt, um dort chriſtliche Frauen aus den Harems der Araber zu befreien. Nach einem eben veröffentlichten Bericht ſind während der vierjährigen Tätigkeit dieſes Ausſchuſſes 1400 junge chriſtliche Frauen, in der Hauptſache Armenierinnen, in Freiheit geſetzt worden. Sie waren entweder in ihrer Kindheit von ihren Eltern verkauft oder ſie waren geraubt worden, um auf dem Sklavenmarkt verſteigert zu werden. Unter den 1400 Be⸗ freiten konnten 228 Mäochen ſich zu ihren Eltern zurückſinden, wo ſie natürlich herzlich willkommen geheißen wurden. Wie die Engländerin berichtet, beſtand die Hauptſchwierigkeit darin die ſtrengbewachten Mädchen in ihren Harems zu erreichen und ſie wiſſen zu laſſen, daß die Befreiung auf ſie warte, wenn ſie es wünſchten. Die Vermittlung wurde meiſtens durch Waſchfrauen hergeſtellt, die zu⸗jeder Zeit freien Zutritt zu den Harems haben. Häuſig genug ſcheiterte der Befreiungs⸗ verſuch an dem Widerſtand der Mäbdchen, die ſich an das be⸗ queme Luxusleben gewöhnt hatten und mit der Behandlung durch ihren Herrn und Meiſter durchaus zufrieden waren. Sie konnten nicht den Entſchluß faſſen, ihren goldenen Käfig zu verlaſſen und zur Arbeit zurückzukehren. Amerika In Kalifornien kommt noch ein Vogel vor, der mit ſeiner Abſtammung bis in die vorgeſchichtliche Zeit zurückreicht und durch ſeine Größe alle Vögel der Welt übertrifft. Ex iſt als der kaliforniſche Kondor bekannt. Dieſe Vogelart iſt außer⸗ ordentlich ſelten geworden. Sie iſt am Ausſterben und wird bald der Vergangenheit angehören, wenn nicht durchgreifende Maßnahmen getroffen werden, um ſie zu ſchützen. Der Vogel hat eine Flügelbreite von—4 Metern. Er tritt niemals in Scharen auf, ſondern iſt ein Einſiedler. Wenn ein Paax ſich zuſammengefunden hat, ſo bleibt es während ſeines ganzen Lebens zuſammen. Dieſe Rieſenvögel erreichen oft ein Alter von hundert Jahren. Sie vermehren ſich nur ſpärlich. Ein Paar bringt es während ſeines langen Lebens bis auf höch⸗ ſtens 10 Sprößlinge. geben— in fnochendem Wesser SOſgelöst— vorzügliche Fleischbrühe, sie erspsren Os AusfHochen von tęeurem SupPenfleisch. Statt jeder hesonderen Anzeige. Todes-Anzeige Heute früh entschlief sanft nach langem, schweren Leiden unser lieber, guter Vater, Schwie⸗ getvater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und effe Karl Sinner Privatmann im fast vollendeten 76. Lebensſahre. im Namen der tiettrauernden Hinterhliebenen: Otto Sinner Karlsruhe, 24. Okt. 1926 Bunsenstraße 16 Todes-Anzeige. Unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grob⸗ mutter, Schwägerin und Tante, Frau Christiane Götzingerut koftnam folgte keute nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenen Leiden im Alter von nahezu 78 Jahren ihrem lieben Manne in den Tod.*1479 Um stille Teilnshme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Mannheim(Laugstr. 30), den 24. Oktober 1926. Die Beerdisung findet statt am Dienstag, den 26. Oktober, nachmittags 3½ Uhr. 10n Hibckesa bl. Pac, Säane G.. b. fl, 6, L. am 24. Olt. 1026 entschler uner- wortet im Alter von 60½ Jahten meln Handelsregister. Pllligc Dapagcien Grüne Amazonen⸗Papageien, ſehr ſchöne ge⸗ 3 Erfahrener Geſchäftsmann mit eigen. Haus, * Mannheims ſucht un Fahrikiager oder Filiale lieher Hann, unser suter Veter, Bruder und Onkel—1518 Or. phil. Moritz Weinig Fionnheim(5 6,). 25. Olc. 1920. Im Nomen der trauernden Fomille; Anna Weinig. ole Feverbestettung fladet Nitty/och, den 27. Oktobet, 2 Unr stett. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tochter Herta im blühenden Alter von 19 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Mannheim(Stamitzstr.). In tiefer Trauer: famllie Louls Rehlecker u. Angehöflge. Die Beerdigung kfindet Dienstas, 2½ Uhr, von der städt. Leichenhalle aus statt. 1454 gr. Laden, Büro u. in beſter Lage günſt. Bedingungen gleich welcher Branche zu übernehmen, Referenz. M. Sicherheit. ſtehen zu Dienſten. Angeb unt. 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