Bei der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ Wittwoch, 22. Dezember Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus —— 9 5 die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. forderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. au.Geſchfts elle E 6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle. R 1,46, Baſſermannhaus).Geſchäfts⸗Nebenſtellen⸗Waldhofſtr.6, Schwetzingerſtr. 1920 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mal. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 WMittag⸗Ausgabe Neue Mannheimer Seilun Mannheimer General Anzeiger Nreis 10 Pfennig 1020— Nr. 592 Aungern eile nach Tarif, bei einſp. lonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Rellamen —4.⸗M. Kolletktiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ en wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od. beſchränkte Ausgaben oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch E Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mannheim. Beilagen: Sport und Spiel Aus Seit und Leben. Mannheimer Fräuenzeitung. Unterhaltungs⸗Beilage. Aus der Welt der Cechnik. Wandern und Neiſen Geſetz und Necht Der letzte Appell Rlechtsanwalt Dr. Grimm, der mit ſeinem Plaidoyer die geſtrige Nachmittagsſitzung einleitete, ſtellte der Dar⸗ legung der Tatſachen und der Erörterung der Rechtsfragen jolgende Einleitung voraus: Es iſt eine ſehr wichtige Aufgabe, die ich heute vor Ihnen habe und gleichzeitig eine ſehr heikle Rolle in meiner Eigen⸗ ſchaft als deutſcher Rechtsanwalt vor Ihnen, franzöſiſchen Offizieren, Fragen zu behandeln, die, wie ich lebhaft empfinde, beſonders auf Ihre Gefühle wirken müſſen, auf Ihr Ehr⸗ gefühl und auf Ihr Empfinden als franzöſiſche Offiziere. Ich werde verſuchen, dies mit dem ganzen Takt und der ganzen Sachlichkeit und mit der ganzen Mäßigung zu tun, deren ich fähig bin. Und ich lege von vornherein Wert darauf, Ihnen zu erklären, daß ich meine Rolle in dieſer Angelegenheit nicht als eine politiſche betrachte, ſondern einfach als die eines Rechtsanwaltes in einer Rechtsſache. Gewiß, hat dieſe Angelegenheit ihre politiſche Bedeutung. Aber nicht von uns und nicht von Ihrem Gericht wird dieſe Seite der Angelegenheit geregelt werden. Die einzige Frage, die uns intereſſiert, iſt die, zu wiſſen, ob die Angeſchuldigten die Taten begangen haben, deren ſie bezichtigt werden. Da es ſich hier um eine Frage der Gerechtigkeit handelt, und es Ihre Auf⸗ gabe iſt, die Wahrheit zu finden, ſo muß jede Preſtigefrage beiſeite bleiben, denn das Preſtige iſt der größte Feind der Gerech⸗ tigkeit und da Sie Richter ſind, wollen Sie vergeſſen, daß es ſich um einen der Ihrigen handelt. Sie ſollen nur die Tatſachen prüfen und wenn Sie den Angeklagten ſchuldig fin⸗ den, feſtzugreifen, gerade, weil er einer der Ihrigen iſt, im Intereſſe der Armee ſelbſt, deren Vertreter Sie hier ſind.“ — Siers offenbart, Dr. Grimm erörterte dann eingehend die Rechtsfragen und erläuterte daran den Tatbeſtand, wie er ſich aus der Be⸗ weisaufnahme ergab. Er kam zu dem Reſultat, daß bei Rouzier der Strafmilderungsgrund der Provokation weder im Falle Holzmann noch im Falle Mathes und Müller vor⸗ liegt, da das Verhalten dieſer drei Perſonen nicht einmal eine beleidigende Haltung darſtellt.„Wie wäre im beſetzten Ge⸗ biet ein Zuſammenleben möglich,“ ſagte Dr. Grimm,„wenn iede Militärperſon ſelbſt in Zivil ungeſtraft einen Ziviliſten verwunden oder gar töten könnte, wegen einer ſo un⸗ bedeutenden Handlung als die iſt, eine Militärperſon in Zivil in der Nähe zu betrachten.“ Dr. Grimm nahm zum Schluſſe ſeines Plaidoyers Stellung zum Strafantrag des Militärſtaatsanwaltes:— 1 ahr Gefängnis für Rouzier, war wie vom Brke als ich dieſen Strafantrag hörte. Ein Jahr Gefängnis für einen vorſätzlichen Totſchlag! Wir beklagen einen Toten, wir beklagen etnen andern, der vielleicht verſtümmelt iſt für ſein ganzes Leben. Und wenn nichts anderes wäre als nur die Mißhandlung des wehrloſen Klein, eine Tat, die ſo ganz die furchtbare Brutalität Rou⸗ dann würde ſchen dieſe Tat allein eine empfindſame Strafe rechtfertigen. Rechtsanwalt Dr. Grimm erinnerte an die Zeit, als er während des Krieges Franzoſen die offizielle deutſche Reichsflagge vor egsgerichten verteidigt hat und erwähnte ———— e deutſche Soldaten, die bislang un⸗ beſtraft und vom beſten Rufe ſich in der Hitze des Kampfes hatten hinreißen laſſen, zwei wehrloſe Gefangene zu treten, mit 12 Jahren Zuchthaus beſtraft wurden. Das war hart, aber man mußte ein Exempel ſtatuieren. Man hat hier von Lo carno geſprochen, und geſtern habe ich ſchon ſchöne Worte von Annäherung gehört. Die Er⸗ fahrungen, die wir hier gemacht haben, haben mich ſehr ent⸗ mutigt Sie vielen Swiſchenſälle über Kleinigkeiten und das rum und Dran dieſes Prozeſſes waren für mich eine tiefe Enttäuſchung. Erſt das nationaliſtiſche Komplott, dann die Bande Mathes, wie iſt das alles kläglich zuſammen⸗ gebrochen. Und nunmehr dieſer Strafantrag: Ein Jahr Ge⸗ kängnis für vorſätzlichen Totſchlag! Das deutſche Volk iſt zur nnäherung bereit, wir wollen Frieden nach allem Flend des Krieges. Wir wöchten wünſchen, daß die beiden Völker, die im Kriege das Meiſte gelitten haben, ſich endlich zu gemein⸗ ſamer Arbeit im Frieden zuſammenfinden mögen. Aber o geht das nicht. Sie kennen die Seele des deutſchen Volkes nicht. Wir ſind keine händelſüchtige Nation. Wir ſind keine Natio⸗ naliſen und keine Bande Mathes. Wir wünſchen Frieden, aber wir haben auch unſere Würde. Man hat in Ger i 18 5. Juli 27 bayeriſche Fahnen und zermersheim vom 3. bis 5. J eleidigung, die man einem Volke zuſügen kann, das noch eine Ehre hat. Man hat uns keine Genugtuung ge⸗ geben. Wiederholen Sie nicht denſelben Fehler. Wenn Sie ein ſolches Urteil fällen, dann wird das einen Widerhall inden bis in das kleinſte deutſche Dorf, einen furchtbaren Siderha““. Ein Schrei der Entrüſtung und der Ent⸗ äuſchung wird durch alle deutſchen Gaue hallen. Ein ſolches Urteil wäre eine Provokation! Das Wort erhielt nach Dr. Grimm zunächſt der Hauptver⸗ teidiger des Hauptangeklagten Ronziers, der franzöſiſche Advokat Jaques Mourier aus Paris. Er ſuchte zunächſt zu widerlegen, daß es Rouzier war, der die Zwiſchenfälle provoziert und die Unruhe in der Bevölkerung von Germers⸗ heim getragen habe. Er kam zu dem Schluß, daß Rouzier in 1 10 gehandelt habe und daß deshalb Freiſpruch erfolgen müſſe. Hierauf ſprach der zweite Verteidiger Rechtsanwalt Garcgon aus Paxis. Der wahre Grund des Prozeſſes, ſo führte er aus, iſt die furchtbare Kataſtrophe, die die Welt er⸗ ſchüttert hat. Wir haben Frieden, aber es genügt nicht, dieſen Frieden unterzeichnet zu haben. Zu viel Leiden⸗ ſchaften ſind entfeſſelt worden, ſie müſſen wieder gebändigt werden. Alle, die Macht und Anſehen haben, müſſen an der Unterdrückung von Zuſammenſtößen mitarbeiten. Der An⸗ walt zählte ſodann die Zwiſchenfälle auf, die während eines Jahres ſich zwiſchen der Bevölkerung und der Beſatzung er⸗ eignet haben. Brauche man ſich zu wundern über haltloſe, nervöſe und unverſtandene Kindsköpfe, denen es an Ruhe und Kaltblütigkeit fehle? Man muß, ſo fuhr der Anwalt fort, das unglückliche Opfer dieſer Nacht beklagen, aber man müſſe doch daran erinnern, daß die Verbrechen oet auf den Menſchen laſten, ohne daß man ihnen ihre ganze Schwere zum Vorwurf machen könne. Der Richter von heute muß ein Richter des Friedens ſein. Gerechtigkeit heiße die Lei⸗ denſchaften durch einen klugen und unparteiiſchen Spruch zu befriedigen. Man dürfe keinen Unterſchied machen zwiſchen den deutſchen und den franzöſiſchen Angeklagten, zwiſchenden deutſchen u. franzöſiſchen Verteidigern. Leutnant Rouzier, den man angegriffen häbe, habe ſich in berechtigter Notwehr befunden, oder hat geglaubt ſich in ſolcher zu be⸗ finden; er müſſe freigeſprochen werden. Die Deutſchen ſeien unklug geweſen, aber vielleicht ſeien auch ſie nicht mehr ver⸗ antwortlich. Wenn an den Frieden will, muß der gute Wille aller vorhanden ſein, ſolche Vorfälle zu verhindern, denn ſie können einen gefährlichen Rückſchlag auf den allge⸗ meinen Frieden ausüben. Das Plädoyer Garons wurde von dem franzöſiſchen Publikum des Zuſchauerraumes mit Händeklatſchen aufge⸗ nommen. Die Angeklagten erhielten darauf das letzte Wort. Rouzier erklärte, daß er ſeine Handlung bedauere, weil er dadurch ſeinem Regiment, ſeinem Oberſt und ſeinem Vater⸗ lande Schaden zugefügt hätte. Die deutſchen Angeklagten ſagen nichts mehr. Das Gericht zog ſich hierauf zur Urteils⸗ beratung zurück. Das Arteil Nach eineinviertelſtündiger Beratung verkündete der Vor⸗ ſitzende des Kriegsgerichtes des 32. Armeekorps in Abweſen⸗ heit der Angeklagten folgendes Urteil: Ronzier: freigeſprochen Holzmann: zwei Monate Gefängnis mit Strafaufſchub Matthes: zwei Jahre Geſängnis Fechter: ſechs Monate Geſängnis Arbogaſt: ſechs Monate Gefängnis Kegler: ſechs Monate Gefängnis Kegel: drei Monate Gefängnis. Die Beantwortung der Schuldfragen lautete wie ſolgt: Rouzier: Im Falle Müller einſtimmig nicht ſchuldig, ſowohl bei der Frage auf Totſchlag wie auf Körperverletzung mit Todesfolge. Im Falle Matthes einſtimmig nichtſchul⸗ dig. Ebenſo nicht ſchuldig im Falle Holzmann mit:2 Stim⸗ men. Infolgedeſſen erfolgte Freiſpruch mit:0 Stimmen, mithin einſtimmig. Holzmann wurde einſtimmig mit zwei Monaten mit Strafaufſchub verurteilt. Die Schuldfrage mit:0 leinſtim⸗ mig) bejaht. Matthes wurde mit 411 Stimmen in Abweſenheit zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Schuldfragen wurden in allen drei ihm zur Laſt gelegten Fällen(beleidigender Hal⸗ tung gegen Rouzier an zwei Stellen der Stadt, vorſätzliche Körperverletzung des Sergeanten Gaumont in Sondernheim) einſtimmig bejaht. Fechter erhielt einſtimmig ſechs Monate Gefängnis. Die Schuldfrage(beleidigende Haltung gegen Rouzier) wurde ebenfalls einſtimmig bejaht. Die zweite Schuldfrage(vorſätz⸗ liche Körperverletzung des Soldaten Gorin) wird mit:2 Stimmen bejaht. Arbogaſt und Kegler wurden einſtimmig in Ab⸗ weſenheit zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Schuldfrage(vorſätzliche Körperverletzung des Soldaten Gorin in der Wirtſchaft„Engel“) wurde ebenfalls einſtimmig bejaht. 8 Kegel erhält drei Monate Gefängnis. Die Strafe wurde einſtimmig beſchloſſen. Die Schuldfrage mit:2 Stimmen bejaht. (ortſetzung auf Seite 2 Unwillen und Zorn hervorrief, verſteht ſich von ſelbſt. (Tendenz⸗ und Probvokationsurteil in Landau Rouzier wird freigeſprochen!-Schwere Strafen für die deutſchen Angellagten! Fort mit der Beſatzung! Der Gerechtigkeit Frucht wird der Friede ſein!(Jeſ. 32, 17.) Angeſichts der ungeheueren Empörung, die heute das Herz jedes Deutſchen durchzuckt, iſt eine hiſtoriſche Erinnerung an jene Zeiten, als die deutſche Okkupationsarmee nach dem Kriege 1870/71 noch in Frankreich ſtand, von beſonderem Wert. In einer Stadt des franzöſiſchen beſetzten Gebietes waren bei einem Zuſammenſtoß zwiſchen Einwohnern und deutſchen Truppen zwei deutſche Feldwebel getötet worden. Bei der damals noch herrſchenden politiſchen Spannung zwiſchen Deutſchland und Frankreich vermied es Bismarck, Reibungsflächen zu ſchaffen und willigte in den Antrag der franzöſiſchen Regierung ein, die Erledigung des überaus peinlichen Zwiſchenfalls den ordentlichen franzöſiſchen Ge⸗ richten zu übertragen. Er wollte damit auch nur den Schein, als ob deutſche Kriegsgerichte nicht etwa unparteiiſch ſein könnten, vermeiden. Das Ergebnis war freilich überraſchend: das franzöſiſche Gericht ſprach die angeklagten Franzoſen frei!l Daß ein ſolches Urteil auch im damaligen Deutſchland Wie immer, ſpannte aber auch diesmal wieder Bismarck die Be⸗ kundung des Volkswillens geſchickt in den Rahmen ſeiner Politik gegen Frankreich ein. Dieſe Nutzanwendung muß beſonders betont wer⸗ den, wenn man über den Blickkreis des Tages hinausſchauen will. Daß der Rückfall in die Ruhrjuſtiz, als der ſich das ungeheuerliche Urteil von Landau ergibt, eine außer⸗ ordentliche ſchwere Belaſtung des an ſich doch noch recht zarten und wenig tragfähigen Verſtändigungsgewebes zwi⸗ ſchen Deutſchland und Frankreich darſtellt, bedarf keiner nähe⸗ ren Begründung. Mit jedem Satz ſeiner dreiſtündigen Rede hat Rechtsauwalt Dr. Grimm den Nagel auf den Kopf ge⸗ troffen. Kein Wort der Anerkennung kann ſtark genug ſein, um dem mutigen Manne, der hier als Dolmetſcher der Ge⸗ fühle und Empfindungen des deutſchen Volkes auftrat, zu danken. Denn er ſprach nicht als Ankläger, ſondern als Warner. Er beſchuldigte nicht, ſondern ermahnte und blieb als Deutſcher doch Juriſt genug, um die Tatbeſtände zu ent⸗ wirren. Dennoch blieb ſein letzter Appell erfolglos. Daß zwiſchen deutſchem und franzöſiſchem Empfinden eine Kluft beſteht, iſt unvermeidlich, ſolange die beiden Völker verſchie⸗ dene Sprachen ſprechen. Dennoch gibt es immer eine Brücke höhere Sittlichkeit, die beide zu verbinden vermag. Um ſie aber zu betreten, bedarf es des aufrichtigen Willens. Und hier tut ſich der zweite Abgrund auf. Offiziere einer Armee, die ſich als Sieger fühlen und über einen der ihrigen zu Ge⸗ richt ſitzen ſollen, mit dem ſie ſich in Anſchauungen und Ehr⸗ begriffen einig fühlen, können ſich nicht von dieſen Bindungen frei machen, beſonders wenn es ſich um Vorfälle handelt, die Angehörige des beſiegten Volkes angehen. Selbſt wenn der ranzöſiſche Verteidiger Gargon mit Recht betonte, daß man in dieſem Prozeß keinen Unterſchied zwiſchen Deutſchen und Franzoſen machen dürfe, wurde er dennoch gemacht, weil der Franzoſe unter allen Umſtänden Recht, die Deutſchen Unrecht haben mußten. Hinzukommen noch die Unmöglichkeiten des franzöſiſchen Gerichtsverfahren, das ſich die mo⸗ dernen Rechtsanſchauungen noch in keiner Weiſe zu eigen ge⸗ macht hat. Wie wäre es ſonſt möglich, den immer noch mit dem Tode ringenden, ſeit zwei Monaten in Heidelberg ver⸗ nehmungsunfähig liegenden Mathes, ohne ihn zu hören und in Abweſenheit zu zwei Jahren Gefängnis zu verurteilen! Es iſt ein Provokations⸗ und Tendenzurteil ſchlimmſten Grades, nur verſtändlich aus der Einſtellung des Siegers, der unter allen Umſtänden das Preſtige wahren will. Verſtändlich, aber nicht begreiflich Es ſind viele Worte von der„Würde der Armee“ und der„Größe Frankreichs“ aus dem Munde der Franzoſen in jedem Stadium der Ver⸗ handlungen gefallen.„Wahrhaft groß ſein, ſagt Shakeſpeare im„Hamlet“, heißt, nicht ohne großen Gegenſtand ſich regen, doch einen Strohhalm ſelber groß verfechten, wenn Ehre auf dem Spiel“. War der Fall Rouzier ein ſo großer Gegenſtand und ſtand die Ehre Frankreichs auf dem Spiel? Der Ger⸗ mersheimer Zwiſchenfall war gewiß keine Kleinigkeit, aber doch wahrlich nicht darnach angetan, einem falſchen Ehrbe⸗ griff Opfer zu bringen. Nicht darauf kam es an, einen jugend⸗ lichen Studenten, der zufälligerweiſe für einige Wochen lang die Uniform angezogen hatte, zu ſchützen und zu decken, ſon⸗ dern Frankreichs Ehre wäre gerade dann gewahrt worden, wenn es die Bluttat mit der Sühne ſtrafte, die ſie verdiente. Ein ſolches Urteil hätte Frankreichs Anſehen in der Welt mehr genützt, als dieſer Freiſpruch und vollends die Vernr⸗ teilung der deutſchen Mitangeklagten, die auf prozeſſual ge⸗ Weiſe in das Verfahren mit hineingezerrt worden Das Verfahren iſt noch nicht zu Ende. Die Reviſious⸗ verhandlung in Mainz noch einmal die Dinge aufrollen, und man darf hoffen, d. nn der Gerechtigkeit eher gebient wird, als in Landau. Nachdem man dort den franzoſiſchen Preſtigebedürfniſſen Genüge getan hat, wird man, namenllich, Dauban die fanziſche Styetsleitung nicht verontwortlich en 2. Selte. Nr. 502 Reue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Mittwoch, den 22. Dezember 1920 wenn inzwiſchen, wie man wohl annehmen darf, die deutſche Außenpolitik, getragen vom deutſchen Volkszorn, ſich des Falles bemächtigt, eine gerechtere Würdigung erwarten dürfen. Nur wenn Frankreich Rouzier fallen läßt, iſt Ausſicht auf weitere Verſtändigung möglich. Es iſt falſch, die Locarno⸗ und Thoirypolitik von Grund aus zu verdammen, weil in Dandau noch ein ſolches Urteil gefällt werden konnte. Aber dieſes Urteil iſt falſch und verdammenswert, weil es unſinnige und unmögliche Hinderniſſe von neuem auftürmt. Will man dieſe beſeitigen, muß auch jenes fallen. Einen„Prüfſtein für die franzöſiſche Juſtiz“ nannten wir dieſen Prozeß vor ſeinem Beginn. Er hat ein Mal verſagt, ein zweites Mal darf es nicht geſchehen! Inſofern aber hat auch dieſes Urteil ein Gu⸗ tes: Es iſt eines der ſtär kſten Argumente gegen die Fortdauer der Beſatzungl Die ewig laufende Quelle der Verſtimmungen und Verhetzungen, ja der Opfer von Le⸗ ben und Geſundheit verſiegt in dem Augenblick, wo der letzte fremde Soldat deutſchen Boden verläßt. Darum iſt Landau Warnung und Alarmruf zugleich. Wer aufrichtig den Frieden will, muß der Gerechtigkeit freien Lauf laſſen. Denn auch in dieſem Sinne folgt dem Worte der Schrift, das als Motto dieſer Betrachtung voranſteht, das zweite:„An ihren Früchten ſollt ihr ſie erkennen.“ Reviſion unvermeidlich * Landan, 22. Dez. Der Eindruck des geſtern abend er⸗ folgten furchtbaren Urteils im Rouzierprozeß iſt überall der, daß eine Reviſion gegen die Verurteilung der deutſchen Ange⸗ klagten als für notwendig erachtet und unbedingt erwartet wird. Wie wir hören, ſoll der Reviſionsantrag noch im Laufe des heutigen Tages erhoben werden, da er innerhalb 24 Stun⸗ den nach der Urteilsverkündung geſtellt werden muß. Die Reviſionsverhandlung findet in Mainz beim Kriegsgericht des franzöſiſchen Hauptquartiers ſtatt und dürfte Mitte oder Ende Januar nächſten Jahres erfolgen. Proteſt der deutſchen Preſſevertreter Die deutſchen Preſſevertreter in Landau hahen an Briand ein Telegramm geſchickt, das folgenden Wortlaut at: „Auläßlich des Ronzier⸗Prozeſſes in Landau anweſende deutſche Preſſevertreter proteſtieren als Angen⸗ und Ohrenzengen einmütig gegen das unerhörte Urteil des Kriegsgerichtes des 32. Armeekorps. Der Freiſpruch Ronziers iſt eine ſchwere Verletzung des Rechts⸗ empfindens des deutſchen Volkes und der geſamten zivi⸗ liſierten Welt.“ Das Arteil im Berliner Preſſeſpiegel EBerlin, 22. Dez.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Empörung der Berliner Preſſe über das Urteil von Landau iſt allgemein. Von der„Kreuzzeitung“ bis zur„Roten Fahne“ geht die Feſtſtellung, daß hier ein Falleklatanter, be⸗ wußter Rechtsbeugung vorliegt. Den Gegnern der Verſtändigungspolitik liefert dieſer Spruch, wie ſich denken läßt, Waſſer auf die Mühle. Obwohl es ja leider nichts neues iſt, daß die franzöſiſche Militärkamarilla, deren wirkſamſtes Organ ſtets die Kriegsgerichte waren, die Politik Briands durchkreuzen, wo ſie nur können, läßt ſich der Rückſchlag, den das Landauer Urteil normalerweiſe auf den Gang der diplo⸗ matiſchen Verhandlungen ausüben muß, nicht leugnen. Briand, ſo ſtellt der„Vorwärts“ feſt, hat durch ſeine Politik, die von der Mehrheit des Parlaments und der Nation getragen wird, viel getan, um den verſöhnungsbereiten Kräften in Deutſchland wieder die Oberhand zu verſchaffen, aber ein 24jähriger Leutnant, in deſſen Revolverlauf die Kugeln locker ſitzen. und ein anonymes Kriegsgericht, das aus militari⸗ ſtiſcher Solidarität ein aufreizendes Fehlurteil fällt, ſind im Stande, dieſe ſegensreiche Entwicklung um Wochen zu⸗ rückzuwerfen. Das kſingt wie ein Parador, aber es iſt ſo. Die deutſch⸗ nationale Preſſe richtet in falſcher Fronteinſtellung ihre An⸗ griffe gegen die Locarnopolitik, oder mehr noch gegen die Lycarnoyolitik als ſolche, denn gegen ihre Saboteure.„So ſieht Locarno alſo in der Praris aus“, ruft die„Kreuzzei⸗ tung“, und die„Deutſche Tageszeitung“ verlangt vnm Reichsaußeninkter zu wiſſen, wie ſich dieſe ſchamloſe Willkür fremder Militärs und fremder Richter auf deutſchem Boden mit dem vielgeprieſenen Geiſt von Locarno vertrage. Die Hugenberohtätter gar möchten in klinden Norn am lieb⸗ ſten das ganee Werk non Locarno in Scherben ſchlagen.„Das deutſche Volk“. meint der Lokolanzeiger„wiſſe ia nun. was es von Locarno zu halten habe. Nichts von Verträgen von FThoiry, von Lorarno, ein Franzoſe bleibt den Deutſchen gegenüber— eren ein Franzoſe.“ Im Geoenſatz zu ſolchen Parorismen bewüßt ſic die „Hermonia“ eneeinenderenletzen. deß für die Untzt non veochen ſei. Des Berliner Zentrumgorgen macht die fran⸗üs⸗ ehen emtficken Kreiſe ner berout oſtfmerkiom. dah eine wirk⸗ Iine Annäßerune miſchen Deyilchſend und Rrankreich, eine Verſöhnung der Geiſter unmöglich eintreten kann, wenn die Engſtirnigkeit lokaler Inſtanzen ſich ungehemmt und unkorrigiert austoben darf.„Im Inter⸗ eſſe der von uns ſtets gewünſchten Ausſöfnung zuwiſchen Deutſchland und Frankreich wünſchen und erwarten wir. dol der Juſti⸗freyel non Landau in einer Weiſe geſübnt wird di⸗ der berechtigten Emyßrung in Deutſchland Rechnnna träat.“ Viefleicht éat dieſes Urteil wenigſtens das eine Gute, der Welt die Erkenntnis von der Unhaltbarkeit des Be⸗ ſahungsſyſtems beienbrinoen. Die Forderung, die ſich lociſcherweiſe aus dem gan-en Verlauf des Prozeſſes ergibt i die nach der ſchleunigen Entkernuna der Beſokung. Frank⸗ reichs„beleidigte Würde“ erklärt die„Voſſiſche Zta.“ mird nicht erer wieder hergeſtellt ſein, eße nicht der leht⸗ Roneier deutſchen Boden verladſen bat. Und die„DA“: Fort mit der freiuden Beſatzung“, dos iſt der erſte Gedanke. den die unglaubriche Kund⸗ aus Londen weckt.“ In äßnſichen Sinne ändert ſich das.B..“:„Die Verſtändigung mur zwi⸗ ſchen den Völkern ſelhſt ſeyrſchen und nicht unr zwiſchen ibven Vortretern. Das mird nicht reſtlos möglich ſein, ſolange die Okkrvation dauert.“ Die„Täcliche Rundſchan“ neunt das Urteil einen nnerhörten Schondfleck der fran⸗üſchen Auſtiz. Der Fall überſteibe olles kisher dageweſene. Die Fat des Roneier war weſter nichts als der freche Nerermut eines baltloſen morg⸗ liich onbefaulten Burſchen. der ſich i Vertrauen auf den in der Meohnnosarmee herrſcenden Geiſt erlouhte, ſeiner Deutſchreindtichreit die Zücel ſchienen zu ſaſſen und nor keiner Untet und Rokeit zurückanſchrecken. Das iet. wie betont merden muß, in der Tat ein Auskluß des in der fran⸗ſiiſchen Beſehung berrſchenden Geiſtes. Die Freiſprechung aber mar ein Kauſtſchlag in das Geſicht des dentſchen Volkes, der die Pöchſte Ewyörung auslöſen muß. Ueberal wird wan ſagen: Rrankreich will den Frieden nicht. Die Verurtejilung der Deutcchen ict eine freche Herausforderung des dentichen Vol⸗ kes. die in ſchreiendem Widerſyruch zu der vaolitiſchen Lage ſjund den Beſtr⸗hungen der gegenwärticen franzüßſchen Anbon⸗ Inlitik ſtent. Eine ſchliemwere Sobotage der Pylitik Briands konnte wirklich in dieſem Augenblick nicht er⸗ dacht werden. Ein franzöſiſches Echo VParis, 22. Dez.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Das linksſtehende Blatt„Oeuvre“ trägt an ſeiner Spitze die Aufſchrift:„Wenn der General Guillemat die Politik Frankreichs im Rheinland nicht billigt, ſo iſt er keineswegs verpflichtet, im Rheinland zu bleiben,“ Es handelt ſich hier um einen Proteſt des Blattes gegen das Urteil in Landan. In einem Leitartikel ſpricht das Blatt ſich entrüſtet über den Fall Ronzier aus und ſagt, daß eigentlich Frankreichver⸗ urteilt worden iſt. Das Blatt ſchreibt, daß der Freiſpruch Rouziers mehr als eine blödſinnige Tat zu be⸗ zeichnen iſt. Das Urteil habe eine politiſche Tragweite, denn man habe aus dem Plädoyer des Hauptmanns Propet er⸗ fahren, daß die Richter von Landau nicht die Auswärtige Politik Frankreichs vertraten. Das Urteil ſei ein Hohn auf die Locarnopolitik und umſo ungehenerlicher, als es in einem Augenblick ausgeſprochen werde, wo ſich in Deutſchland eine politiſche Umgruppierung für oder gegen Frankreich entwickelt. Man könne erwarten, daß das Urteil im Ronzier⸗Prozeß, ſo ſchließt das Blatt, eine ſehr tiefgehende Wirkung auf die deutſche Volksſtimmung ausüben werde. Die deutſch⸗franzöſiſchen Verhandlungen Berlin, 22. Dez.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Verhandlungen, die zwiſchen Berlin und Paris über die bei⸗ den ſogenannten Reſtpunkte der Militärkontrolle gleich nach dem Abſchluß der Genſer Tagung wieder aufgeworſen worden ſind, werden in dieſen Tagen mit Rückſicht auf die Weihnachtswoche unterbrochen. Anfangs Januar ſollen die Verhandlungen in Berlin und Paris wieder heginnen, vor⸗ läufig von beiden Seiten mit der Abſicht, bis zum 31. Ja⸗ nuareine Einigung zu finden. Das zweierlei Maß in der Eniwaffnungsfrage Paris, 21. Dez.(Von unſerem Pariſer Vertreter). Die Bemerkungen Dr. ger Rede über die Entwaffnung Deutſchlands haben den Zoxu der nationaliſtiſchen Leitartikler in Paris hervorge⸗ rufen. Jeder Hinweis darauf, daß nach dem Wortlaut des Verſailler Vertrags die Abrüſtung Deutſchlands nur die erſte Etappe einer allgemeinen Abrüſtung der Völker ſein ſoll, bereitet den Politikern großes Unbehagen. Sie ſind daran gewöhnt, immer nur von den Rechten der Alltierten, nicht aber von den Pflichten zu ſprechen, die ſich für ſie aus dem Verſailler Vertrag ergeben. Mit allen möglichen Argumenten ſucht man daher die Feſtſtellung Dr. Streſe⸗ manns, die alleinige Entwaffnung Deutſchlands und deren Kontrolle durch die anderen Mächte ſei auf die Dauer un⸗ erträglich zurückzuweiſen. Die nationaliſtiſchen Blätter „Intranſigeant“.„Journal des Debats“ zeich⸗ nen ſich durch ihren Eiſer aus, mit dem ſie gegen dieſe elementare Wahrheiten, die als phantaſtiſches Gerede be⸗ zeichnet werden, ankämpfen. Intranſigeant“ rückt mit fol⸗ genden Behauptungen auf:„1. Deutſchland iſt keineswegs entwffnet, 2. Deutſchland muß überwacht werden, weil das entwaffnet, 2. Deutſchland muß überwacht werden, weil der Angriff von 1914 von kanger Hand vorbereitet wurde, u. weil die deutſche Mentalität ſich ſeither nicht geändert hat.“ Als Beweis für dieſe Behauptungen nennt der„Intranſigeant“ die Feſtſtellungen der alllierten Kontrollkommiſſion und die Aeußerungen gewiſſer deutſcher Blätter, aus denen hervor⸗ gehe, daß weder eine moraliſche noch eine matertelle Ent⸗ wafſnung in Deutſchland eingetreten ſei. Demgegenüber muß an die Beſchlüſſe der interalliierten Kontrollkommiſſion und der Botſchaſterkonferenz erinnert werden, wonach oſſiziell feſtgeſtellt wird, daß Deutſchland von den 102 vorgeſchriebenen Entwaffnungsbeſtimmungen 100 voll⸗ kommen erfüllt hat und z. Zt. noch zwei Punkte unerledigt ſind. Alles ſpricht dafür, daß in kurzer Zeit auch in dieſen beiden Fragen eine Einigung erzielt werden kann. Es iſt daher eine böſe Verdrehung der offen anerkannten Tatſachen, wenn„Intranſigeant“ behauptet, Deutſchland ſei nicht ent⸗ waffnet. Der zweite„Beweis“, die Anſpielung auf gewiſſe Außlaſſungen deutſcher rechtsradikaler Blätter, iſt nichts an⸗ deres als eine große Verallgemeinerung, bei der einige klei⸗ nere politiſche Gruppen ohne weiteres mit dem ganzen deut⸗ ſchen Volk identifiziert werden. Durch ſolche durchſichtige Manöner bringen ſich die franzöſiſchen Nationaliſten ſelbſt in ein ſchiefes Licht. Bolſchafter v. Hoeſch bei Vriand VParis, 22. Dez.(Von unſerem Pariſer Vertreter) Der deutſche Botſchafter, Herr von Hoeſch, iſt geſtern nachmittag von Briand empfangen worden, um mit dem Außenminiſter die weitere Regelung der bekannten zwei Reſt⸗ fragen, die ſich auf die deutſche Entwaffnung beziehen, zu be⸗ ſprechen. Auf Grund der dem deutſchen Botſchafter aus Ber⸗ lin zugegangenen Inſtruktionen konnte Herr von Hoeſch mit⸗ teilen, in welcher Richtung ſich die weiteren deutſchen Bor⸗ ſchläge um Bereinigung der zwei Reſtftagen bewegen. Wie an maßgeblicher deutſcher Stelle verlautet, iſt große Ausſicht vorhanden, daß die Botſchafterkonferenz bei ihrem Wieder⸗ zufammentritt im kommenden Januar die beiden deutſchen Vorſchläge günſtig beurteilen werde. Das Geſpräch awiſchen dem Vertreter Deutſchlands und dem franzöſiſchen Außen⸗ miniſter hatte außerdem einen informatoriſchen Charakter, denn der deutſche Botſchafter teilte Näheres üher den Urſprung und den Sinn der Miniſterkriſe in Deutſchland mit. Außerdem kam er auf den italieniſch⸗deutſchen Schiedsvertrag zu ſprechen. Er beſtätigte Herrn Briand die Angaben, die Streſemann während der Genfer Tagung dem franzöſiſchen Außenminiſter bereits gemacht hat. Die Un⸗ terredung dauerte faſt eine Stunde. Sie wird in der Pariſer Morgenpreſſe ohne Kommentar regiſtriert. Briand empfing geſtern nach dem deutſchen Botſchafter den Vertreter Italiens, Baron Avezzana. Es wird am Quai 'Orfay mitgeteilt, daß der italieniſche Botſchafter beauftragt war, dem Leiter des franzöſiſchen Außenamtes über die Richt⸗ linien der italieniſchen Balkanpolitik, in der Hauptſache über die Bedeutung des italieniſch⸗albaniſchen Vertrages Auf⸗ klärung zu geben. Der italieniſche Botſchafter betonte aus⸗ drücklich, daß Italien durch dieſen Freundſchaftsvertrag nichts anderes erſtrebe, als die friedliche Entwicklung ſeiner Be⸗ ziehungen zu den Balkanſtaaten. Die Beſprechungen trugen einen ſtreng vertraulichen Charakter. Es ſcheint, daß diesmal etwas eingebender als ſonſt über die franzöſiſch⸗italieniſchen Beziehungen geſprochen wurde. Man behauptet ſogar, daß die geſtrige Unterredung des italieniſchen Botſchafteys mit Briand den Ausgangspunkt für weitere franzöſiſch⸗italieniſche Verhandlungen bildet. Im geſtrigen Miniſterrat gah Briand ein Erpoſe über die guswärtige Lage. Er he⸗ ſchäftigte ſich hauptſächlich mit den Vorgängen in Ghina und der deutſchen Regierungskriſe. Was China betrifft, iſt Frankreich, wie Briand erklärte, nicht bereit, die Kanton⸗ regierung anzuerkennen. * Oenfer Glückwunſch an den Reichspräſidenten. An⸗ läßlich der Feier ihres zehnfährigen Beſtehens ſandte die Genfer Deutſche Kolonie an Reichspräſident von Hindenburg ein Huldigungstelegramm. franzöſiſchen h Streſemanns in feiner Hambur⸗ des Dr. Streſemann. Auf die Reich hend macht das Blatt dann ſolgende wichtige Feſtſtellung: Das Schneedecke auf 50—60 Ze Zur Regierungskriſis QBBerlin, 22. Dez.(Von unſerem Berliner Büro). In einer bemerkenswerten Auslaſſung zur Regierungskriſe ver⸗ tritt das Berliner Zentrumsorgan die Auffaſſung, die Löfung könne nur dürch eine Klärung innerhalh der Mittel⸗ parteien erfolgen, die gegenwärtige Koalition der Mitte müſſe zuſammenbleihen und die Grundlage für die neue 8 bilden. Es iſt z. St. gar nicht anders möglich, die politiſchen Gegenſätze haben ſich ſo zugeſpitzt, daß der Ver⸗ ſuch einer Regierungsbildung von einem Flügel her von vornherein zum ſcheitern verurteilt wäre. Eine Minder⸗ heitsregierung der Mitte mit feſtem Programm kann regieren, eine Rechtskoalition, etwa aus Deutſchna⸗ tionalen und Deutſcher Volkspartei kann es ebenſo wenig wie die Weimarer Koalition. Beide haben keine Mehrheit, müſſen aber naturgemäß eine ſchroffe Kampfſtellung nach der anderen Seite einnehmen, was bei der Minderheitsregierung der Mitte nicht der Fall zu ſein braucht. Von den Flügeln her kann alſo eine Regierung gebildet werden, die Ausſicht hat, ſich zu einer Mehrheitsregierung zu erweitern. deshalb ſollte man bei allen Betrachtungen über die volitiſche Lage etwas mehr die politiſchen Verhältniſſe im Auge behalten Der„Vorwärts“ bemerkt zu dieſer Ausführung der „Germania“:„Was die„Germania“ in diplomatiſcher vorſich⸗ tiger Form vorſchlägt, läuft im Grunde genommen auf die Erneuerung des Abkommens hinaus, das vor einigen Wochen zwiſchen der Regierung und der Reichs⸗ tagsfraktion geſchloſſen worden war. Dieſes Abkommen iſt bekanntlich nie in Kraft getreten, weil die Voltspartel ihm die Aherkennung verweigerte.“ Ein engliſches Arteil § London, 21. Dez.(Von unſerem Londoner Vertreter.) einem Leitartikel über die deutſche Regierungskriſe erklärt er„Daily Telegraph“, von allen Löſungen erſcheine in England die der einfachen Ernenerung der bisherigen Minder⸗ heitskoalition am wahrſcheinlichſten. Möglicherweiſe werde eine ſolche Koalition unter der Leitung Dr. Luthers zu⸗ ſtande kommen. Bei dem gegenwärtigen Reichstag könne eine ſtabilere Regierung doch nicht eingeſetzt werden, doch jede Neu⸗ wahl würde die Parteiverhältniſſe ganz erheblich ändern. Was England erhoſſt, ſei jedenfalls die Fortſetzung der Außenpolitik swehrfrage einge⸗ Problem der Reichswehr und der Kontrolle der Armee iſt für das republikaniſche Regime eine Frage von großer Bedeutung. Vom Standpunkt der internationalen Verpflichtungen Deutſch⸗ lands erſcheint die Reichswehrfrage unerheblich. Nicht Deutſch⸗ lands Nachbarn ſeien bedroht, ſondern das politiſche Syſtem, das von der Mehrheit des deutſchen Volkes eingeſetzt worden iſt. Die Erklärung muß naturgemäß wichtige Rückſchlüſſe auf die Entwaffnungsfrage nach ſich ziehen. Die Altendiebſtahls⸗Affäre Die Unterſuchung gegen die Verhafteten Beamten, In⸗ ſtizinſpektor Roſſel und Oberſekretär Pahlke in Berlin, nimmt doch größeren Umfang an, als man noch vor 8 Tagen geglaubt hatte, da es ſich neuerdings ergeben hat, daß die zum Teil ſchon mehrere Jahre zurückliegenden Gnaden⸗ geſuche, die der Gnadenabteilung des Juſtizminiſteriums ein⸗ gereicht wurden, nachgeprüſt werden müſſen. So iſt Roſſel U. a. auch in die Affäre des vor Jahren geflüchteten Bank⸗ direktors Wolpe verwickelt. Dieſer iſt, wie erinnerlich, mi namhaften Einlagen der von ihm begründeten Bank durchge⸗ gangen und hat die Reichspoſt um Millionen ge⸗ ſchädigt, die der verſtorbene Miniſter Hoeſle ihm an⸗ vertraut hatte. Wolpe wird außerdem wegen Steuerhinter⸗ ziehung in Höhevon.5 Millionen Mark noch heute von der Staatsanwaltſchaft geſucht. Roſſel hat übrigens eine nicht ganz unintereſſante Kar⸗ riere hhinter ſich. Als junger Beamter wurde er bei Kriegs⸗ ausbruch ins Auswärtige Amt berufen und hat dort vier Jahre hindurch einen Vertrauenspoſten in der Chiffrierab⸗ teilung inne gehabt. Nach dem Kriege arbeitete er dann unter Kautſty an der Richtung der Dokumente, die Kautſth für ſein Werk über die Kriegsſchuldfrage zuſammengeſtell hat. Nach Abſchluß dieſer Arbeiten iſt er dann wieder in den Juſtizdienſt zurückgetreten. In den letzten Tagen wurden bei Roſſel erneut Hausſuchungen abgehalten. Letzte Meldungen 8 Das Winterwetter im Schwarzwald Triberg, 22. Dez.(Eig. Drahtber.) Infolge der Einſtrah, lung kalter Polarluft ſind die Temperaturen im mutten Schwarzwald, nachdem bereits geſtern mittag weitere Abkü 6 lung eintrat, ſcharf zurückgegangen. In Triberg eute morgen—7 Gr. Kälte verzeichnet, nachdem die N 5 teilweiſe wolkenlos verlaufen war. Infolge der eſtern ie ganzen Tag über anhaltenden ſtarken Schneefälle iſt ntimeter angewachſen,— runter 30 Zentimeter pulveriger Neuſchnee von beſter Beſcha„ fenheit Heute morgen herrſcht wieder leichte Bewölkung wpie mit Neigung zu Schneefällen. Die Sportbahnen ſind bis in— Talſtationen vorzüglich benutzbar. Der Wetterlage und 3 Schneefall nach können die an Weihnachten beginnenden Bo, 0. rennen ſowie die Deutſchen Winterkampſſpiele am 28. und Dezember als geſichert angenommen werden. Schiffszuſammenſtoß auf dem Rhein — Duisburg, 22. Dezbr. Geſtern abend gegen 6 an der neuen Ruhrſchleuſe der Kahn Schürmann 44 mit beit Kahn„Pitt van Holland“ zuſammen. Der Holländer, der 55 Eiſenerz beladen war, erbielt ein Leck und ſank. Die B ſatzung konnte gerettet werden. Kampf zwiſchen Schmugglern und Zollſchiſſen — Stockholm, 22. Dez. Bei den Aalandsinſeln fand 27 Feuerkampf zwiſchen Spritſchmugglern und finniſchen 3o 1 ſchiffen ſtatt. Drei finniſche Zollſchiſſe batten auf der Juſe, Brands 6000 Liter Sprit entdeckt. Bei Eintritt de⸗ Nacht begannen die Schmuggler einen regelrechten Feuerübe fall auf die Zollſchiffe. Dieſe erwiderten das Feuer. Wäſtren, des Kampfes, der über eine Stunde dauerte, wurde ein 15 beamter von den Schmugglern tödlich verletzt. Erſt die militäriſche Verſtärkungen eingetroffen waren, konnten 90 Schmuggler überwältigt werden. Ueber die Inſel Bran kommt der größte Teil des geſchmuggelten Sprits, der na Finnland eingeführt wird. Neuerliche Erwerbsloſendemonſtrationen in Stettiu, — Stettin, 2. Dez. Geſtern kam es vor dem Rathan⸗ erneut zu Erwerbsloſendemonſtrationen. Der Oberbürgen meiſter verſprach, daß die Stadt Stettin dieſelben Beihilſe zahle, wie Berlin. Zu Zwiſchenfällen kam es nicht. Streſemann in Friedrichsruhe Berlin, 22. Dez.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Reichsaußenminiſter Dr. Steſemann weilte geſtern, wie lin „Tägliche Rundſchau“ mitteilt, auf der Rückreiſe nach Ber10 in Friedrichsruh, wo er das Frühſtück bei dem Fürſten O v. Bismarck einnahm. Eine Stadt durch Erdbeben zerſtört — Gnayago(Ernador), 21. Dez. Nach Meldungen von de, kolumbiſchen Greuze iſt die Stadt Carloſama in Krlun, hien durch ein Erdbeben zerſtürt worden. Man glaub daß der Vulkan Cumbal ſich in Tätigkeit beſindet. Uhr ſtieß * WN ed N R&— er RrrNS —— —— 1 beitſuchender angehalten. Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe] 3. Seite. Nr. 502 Mittwoch, den 22. Dezember 1023 Am Freitag, den 24. Dezember(Seil. Abeno) zjche int nur eine Ausgabe gegen 1 Ahr nachmittags. Wir bitten, Anze gen für dieſe Ausgabe bis oöteitens Freitag vormittag 10% Ahr aufgebe zu wollen. Wiriſchaftliches. Soziales Die Lage des Arbeitsmarktes in Baden für die Zeit vom 9. bis 15. Dezember. (Mitgeteilt vom Landesamt für Arbeitsvermittlung.) Die Erwerbsloſenzahl hat in der Berichtszeit(0. bis 15. Dezember 1926) in ſtärkerem Maße als in der unmittelbar vorangegugenen Periode zugenommen: damals hatte ſich der Neuzugang an Erwerbsloſenunterſtützungsempfängern auf 1014 belauſen, dieſes Mal betrug er 1876. Am 15. Dezember 1026 wurden 53 649 Erwerbsloſenunterſtützungsempfänger im Lande gezählt. Der Hauptzugang der Erwerbsloſen entfällt auf die Saiſonberuſe(Induſtrien der Steine und Erden, Bau⸗ gewerbe und Bauſtoffinduſtrie, Gaſtwirtſchaſt und Lohnarbeit wechſelnder Art). In geringerem Maße waren noch einige andere Berufsgruppen beteiligt, deren Arbeitsmarkt teilweiſe gleichzeitig auch wieder leichte Beſſerungserſcheinungen er⸗ kennen ließ(z. B. Maſchineninduſtrie). Die Andrangsziffer hat ſich im ganzen etwas verſchlech⸗ tert; entfielen am 8. Dezember auf eine offene Stelle im Lan⸗ desdurchſchnitt rund 63 Arbeitſuchende, ſo belief ſich die ent⸗ ſprechende Ziffer am 15. Dezember bereits auf 68. In ver⸗ ſchiedenen Arbeitsnachweisbezirken des Landes war eine leichte Beſſerung des Arbeitsmarkts der an ſich noch ſchwach beſchäftigten Metallverarbeitung und aſchinen⸗ in duſtrie zu beobachten, und zwar ſowohl in verſchiedenen Branchen der Induſtrie als auch im Kleingewerbe(Hei⸗ zungs⸗ und Elektromontage). n der Schmuck⸗ warenin duſtrie hat 8 der leichte Hutang Ar⸗ n der uſtrie er⸗ ſolgten Einſtellungen von Arbeitern u. Arbeiterinnen in der Zelluloidſabrikation. Im Spinnſtoffgewerbe befrie⸗ digte der durchſchnittliche Beſchäftigungsgrad der Baumwoll⸗ induſtrie weiterhin, derjenige der Tuchfabrikation hat ſich et⸗ was erhöht. In der Papierin duſtrie wurde teilweiſe mit Ueberſtunden gearbeitet. In der Möe linduſtrie ver⸗ mochten ſich bei im allgemeinen unbefriedigender Lage die Be⸗ ſchäftigungsmöglichkeiten örtlich etwas zu beſſern. In der Tabakin duſtrie ſank die Kurzarbeiterziffer noch weiter lvon 1661 auf 1001).— Groß⸗Wiesbaden am Rhein Eine weitere Etappe zur rhein⸗mainiſchen Metropole Frankfurt Die einſtige Stadt der 300 Millionäre bleibt nach wie vor Kurſtadt trotz andersartiger Eingemeindungen. Der Prozeß der Erweiterung, Um⸗ und Neubildung von Gmeinweſen, wie er im rheiniſch⸗weſtfäliſchen Induſtriegebiet ſo einzigartige Formen angenommen hat, hat jetzt auch im rhein⸗mainiſchen Wirtſchaſtsgebiet ſich weiterentwickelt: in dem hier dicht beieinanderliegenden und unaufhaltſam ineinander verwachſenden rhein⸗mainiſchen Städtekranz iſt der immer noch der Halbmillion⸗Einwohnerzahl entgegenſehenden Me⸗ tropole Frankfurt eine kleinere Nachbarin in der Einge⸗ meindung vorbildlich vorangegangen; durch Geſetz vom 28. Oktober hat das preußiſche Staatsminiſterium die Einge⸗ meindung von Biebrich, Schierſtein und Sonnen⸗ berg genehmigt. Wiesbaden iſt dadurch mit rund 200 000 Einwohnern Großſtadt geworden, die zweitgrößte Stadt des rhein⸗mainiſchen Städtekranzes, iſt Rheinhafenſtadt ge⸗ worden in Schierſtein, iſt Induſtrieſtadt geworden in Biebrich, bleibt aber— nota bene— trotz allem die Kurſtadt Wies⸗ baden par excellenee. Der endgültige Abſchluß der 5⸗ bezw. Zjährigen Einge⸗ meindungsverhandlungen bedeutet für Wiesbaden im großen genommen zweitfellos die notwendige Erſtarkung gegenüber der wachſenden Nachbarſchaſt: Mainzs, das ſich durch Eingemein⸗ dungen erheblich ausgedehnt hat und über den Rhein jetzt Wiesbaden⸗Biebrich die Hände reichen kann, bedeutete in einem Expanſionsdrang zweifellos eine Gefahr, trotz der bundesſtaatlichen Grenze dazwiſchen. Davon abgeſehen, waren es natürlich in erſter Linie realpolitiſche Erwägungen, die die Wiesbadener Eingemeindungspläne werden ließen: die Stadt Wiesbaden hat ihre Waſſerwerke in Schierſtein, ſie hat ſich dort eine Kaſamne geſchaffen und die Haupttriebfeder jeder Eingemeindung: es iſt ihr zu eng geworden innerhal ihrer alten Grenzen. Vor dem Krieg die Kur⸗ und Rentner⸗ ſtadt die aber trotz ihrer etwa 900 anſäſſigen ſteuerzahlenden Millionäre nicht von der Kur leben konnte, kam Wiesbaden Stille Begegnung Weihnachtsſkizze von Paulrichard Henſel Ein Bild hatte ihn erſchüttert. Nicht allein der weite, graue Himmel, gegen den ein ſchmaler Weg ſich verlor, nicht. allein das Wort, das darunter ſtand:„Einſamkeit“ bannten ihn,—— Name der Künſtlerin, die dieſes ſeltſame Berk geſchaffen hatte, und der unvergeßlich in einem Winkel eines Herzens eingegraben war— helle. blinkende Buch⸗ ſtaben unter dunklen Schatten. Unauffällig fragte er den Kunſthändler aus. Nun ja, Inge Loß ſei heute burchaus an⸗ erkannt, in allen Kunſtblättern könne man von ihr leſen aber 85 das Publikum keine Bilder kauft, nutzt der Ruhm nichts— Der Lärm der Ausrufer, die in den Tagen vor Weih⸗ nachten die Straßen bevölkern, ſchlug Haus Abel eutgegen, als er aus dem Laden trat. Jeder Menſch trug jetzt eine keimiihe Erwartung in ſich, die Vorfreude auf ein Feſt. das alle Widerwärtigkeiten eines langen Jahres auslöſchen konnte. Unwillkürlich ginagen Abels Gedanſen zurück. Hatte es Häßliches für ion gegeben? Seit dem Tode ſeiner Frau war ein Stillſtand in ſeinen Arbeiten eingetreten. und er wußte nicht. ob es die eigene Müdiakeit war oder das Feplen enes Fluidums, das ien ſeit ſeiner Verkeiratung eu wanche,, hnenen Erfolg'geführt katte. Geordnet. gemä“ igt ging ſent ſein Leßen, ohne Erregung, ohne Beſonderheit— und ein wenir einſam— 8 Aber ſtand dies Wort nicht auch unter ſenen„ da Un heute ſo plötzlich an eine einmal Vieloeliebte und nur mſttſam Vergeſſene erinnert hatte? Was kinderte ſie boide letzt. Brücken nen zu bauen, die vor Jahren Zwong und Miß⸗ verſtändnis zwiſchen ihnen eingeriſſen hatten? Wos hatte der Kunſtöändler geſagt? Der Ruhm allein nupt nichts— aher einer für den anderen ſchaffen— ach. wie ſchnell laufen die dedanken. wenn aus offenen Fenſtern Weihnachtslieder tönen und der Duft von Tannen über der Straße liegt.. —— Inge Loß ſchaute nerwundert den Beſucher an, der verlegen in der Tür ſteren blieb. „Ja Du, Hans— 2“ bar Verzein den Ueberfall—aber Du brauchſt nur zu ſagen, aß ich gleich wieder gehen ſoll“ k„Wie konn ich das, wenn ich noch nicht weiſt. warum Du iumite,— Und ſie führte inn in das große helle Zimmer, das ör gleichzeitig als Atelier diente. durch Krieg, Beſatzung, Inflation und Ruhrkampf faſt an den Bettelſtab. Wenn der g Ruf der Kurſtadt Wies⸗ baden auch unerſchütterlich iſt und Wiesbaden auch in aller Zu⸗ kunft ſeine prominente Stellung als internationale Kur⸗ und Badeſtadt behaupten wird, ſo hieß es doch in dieſen höchſt t. ſchen Zeitläuften: Luft ſchaffen, ein Heilmittel ſuchen. Eine Not der Induſtrie kam dieſer Not da ſehr entgegen. Die bei Wiesbaden gelegene Induſtrie brauchte durchgehende Bahnen, brauchte den Rgein. Beides war mit der Eingemeindung zu haben, ohne daß dadurch die Kurſtadt Wiesbaden in den Ge⸗ ruch kommen konnte, induſtriellen Ehrgeiz in ihrer gepflegten Eity zu hegen. Schierſtein aber nicht ohne Biebrich, ſagte die Regierung, und ſo mußte Wiesbaden in den ſauren Apfel beißen und die Biebricher Induſtriebevölkerung der Mainzer Großinduſtrie mit ihren ſozialen Laſten mit in Kauf nehmen. Ein ſchließ⸗ licher Ausgleich zugunſten Wiesbadens durch die Einbezieh⸗ ung des langerſehnten Sonnenberg beſchloß die jetzt abge⸗ ſchloſſene Eingemeindungsaktion. Es iſt die kleinere für Wiesbaden ſozuſagen, nicht die ideale Eingemeindung. Ein viel großzügigeres Eingemeindungsprojekt beſtand vorher ſchon: man wollte alles zuſammenfaſſen, was in wirtſchaſt⸗ licher Hinſicht von Wiesbaden abhängig iſt, in ſtändiger Wechſelbeziehung zu ihm aufgeht: Dotzheim, das in den jetzi⸗ gen Gemeinweſen eine Enklave bildet, Frauſtein, Georgen⸗ born, Bierſtadt, Erbenheim, Langenbach, Kloppenheim, Lahn⸗ ſtein. Es entſtand aber die große Frage, was geſchieht dann mit dem Landkreiſe Wiesbaden, hätte er nicht an allgemeiner S zugrundegehen müſſen? Die Beſatzungs⸗ fragen, die Rückſichten auf die benachbarten rhein⸗mainiſchen Kommunen, die drängende Entſcheidung von Biebrich⸗Schier⸗ ſtein, alles lief auf die Verwirklichung der jetzigen Eingemein⸗ dung hinaus. Nicht zuletzt auch die Rückſichten auf die in der Nachbarſchaft wachſenden Gemeinweſen Höchſt und Frank⸗ furt a. M. ſowie den Landkreis Höchſt. Wenn vorläuſig auch Wiesbadens Bedarf gedeckt iſt, der ſich in erſter Linie auf Schierſtein erſtreckte, ſo wachſen doch wie Naturgebilde die Städte im rhein⸗mainiſchen Bezirk im⸗ mer enger auſeinander zu. Auch die Frage einer Neurege⸗ lung der Landkreiſe dürfte recht bald akut werden. Einſtweilen iſt die Entwicklung noch beengt durch die veralteten bundes⸗ ſtaatlichen Grenzpfähle, aber der unaufhaltſame Expanſtons⸗ drang wird ſie, wenn die Zeit gekommen iſt, ſprengen. Man weiß es in Wiesbaden, man weiß es in Höchſt, auch in Mainz und Darmſtadt, daß das greater Frankfort, die rhein⸗mai⸗ niſche Metropole, unaufhaltſam kommen muß. An dieſer wachſenden Eingemeindung können auch die parlamentariſchen Vertreter der Landräte nichts ändern und die Deutſchnatio⸗ nalen, die im Falle Wiesbaden ſich im preußiſchen Landtag dagegen ausgeſprochen haben, wie denn auch die Regierung durch ihre Verzögerung daran ſchuld iſt, daß der Eingemein⸗ dung durch die bekannte Gaswerks⸗Angelegenheit ſchwerſter Schaden entſtanden iſt. Der neuen größeren Kurſtadt gönnt man es gern, daß die Zifſern der diesjährigen Herbſtkur die des Vorjahres um viele Tauſende überholt hat. Um dem wachſenden Winterkurverkehr zu genügen, will man einen Wettbewerb zur Umgeſtaltung und Erweiterung des Koch⸗ brunnens ausſchreiben; bei der Stadtverwaltnug ſpricht man ſogar von der Möglichkeit einer Verlegung dieſes als mo⸗ dernſte und ſchönſte Anlage gedachten Brunnens. 8p. ———— Kommunale Chronir Bürgermeiſterwahl in Groß⸗Gerau :6 Groß⸗Gerau, 21. Dez. Bei der geſtrigen Bürger⸗ meiſterwahl entfielen auf Dr. Lüdecke⸗Frankſurt 11 Stimmen. Er iſt damit zum Bürgermeiſter gewählt. Kleine Mitteilungen Der Stadtrat Karlsruhe hat eine Neuregelung der ſtädtiſchen Fürſorge beſchloſſen, wie ſie durch das Geſetz über die Kriſenfürſorge gegeben war Abzüge auf Vor⸗ ſchüſſe ſür notwendige Anſchaffungen werden von den Arbeits⸗ ämtern nicht mehr gemacht und die Gewährung von Zuſchüſſen an Erwerbsloſe in Zukunſt eingeſtellt. Dagegen kann in außerordentlichen Bedürfnisfällen eine Zuſatzunterſtützung ge⸗ geben werden, die nicht zurückgezahlt werden muß. Ferner hat der Stadtrat beſchloſſen, den Erwerbsloſen und Rent⸗ nern eine Weihnachtsgabe von zwei Zentnern Briketts zuzuwenden, Schließlich will die Stadt in weitgehendſtem Um⸗ fange Notſtandsarbeiten in die Wege leiten. So ſind Projekte vorgeſehen, die über 800 Erwerbsloſen mit zuſam⸗ men 75500 Tagwerken Beſchäftigung geben ſollen. * * Pforzheim, 21. Dez. Der„Pforzh. Anz.“ teilt mit, daß die von ſozialdemokratiſcher Seite erhobene Anfechtung der Stadtratswahl vom Landeskommiſſär am letzten Freitag als unbegründet zurückgewieſen wurde. * Hornberg, 21. Dez. Der Bezirksrat hat die Ge⸗ meindewahl, gegen die von den bürgerlichen Parteien Einſpruch erhoben wurde, für ungültig erklärt. „och habe Dein Bild geſehen“, begann Abel, um keine Stille aufkommen zu laſſen. „Gefällt es Dirl“ Sie ſchien gar nicht erregt, den Freund vergangener Zeiten ſo unerwartet bei ſich zu ſehen. Sie würde ebenſo freundlic und ſachlich zu jedem Käufer ſein, bachte Abel. Aber das Bild hatte ihm doch den Weg zu dem wovon er ſprechen ollte. Langſam, das Unverſtändliche ſeines Kommens ſelbſt egreifend und doch in der Abſicht, eine Schickſalswendung daraus zu formen, begann er, von ſeinem Leben zu ſprechen, von dem Sein ohne Inhalt. Und dann— er hatte ſelbſt kaum den Uebergang geſpürt— ſprach er gar nicht mehr von ſich allein, ſondern von dem Mädchen, das unbewegt vor ihm ſaß, die dunklen Augen erwartungsvoll auf ihn gerichtet. Da warf ſie einmal mit leiſer Betonung ein: „Ich habe meine Kunſt. Iſt es nicht viel, was ich durch mich allein erreicht habe?“ Er ſenkte für Augenblicke beſchämt den Kopf. Hatte er nicht darum nur geheiratet und Inge Loß verlaſſen, um ſich durch Geld und Beziehung den Weg zu dem heiß verlangten Erfolg ehnen zu können, den er ſich ietzt wieder müde ent⸗ gleiten ließ? Wie ſtark mußte dieſe Frau ſein, die zu zer⸗ brechen drohte, als ihr Traumſchloß zuſammenfiel, und die doch aus eigener Kraft ein Ziel erreichte! „Mach' mir das Sprechen nicht ſo ſchwer“, ſagte er.„Ich ahne viel voraus, was Du mir jetzt ſagen willſt. Ja, ich war es. der damals treulos ſchien, aber was katte meine Lieſe mit meinem Eürgeiz zu tun? Iſt es nicht gut in der Welt, daß es Wirrniſſe, Mißverſtändniſſe und Leid gibt. damit wir wieder einmal zurückfinden, gut machen, beſſer machen können? Müſſen wir denn einſam ſein, Inge? Sollen wir da ſteßen bleiben und die Hände falten, wir, die wir von ein⸗ ander wiſſen, gemeinſame Wege haben, uns lieben?“ Wie eingeſponnen von ſeinen Worten ſaß das Mädchen da. Langſam glitt ihr Blick durch das Fenſter, hinter dem die Schneeflocken wie verirrte Motten flatterten, ehe ſie ſich auf den Steinen der Straße auflöſten. Und dringender, bittender kamen die Worte zu ihr: „Vergiß es nicht, Inge— es iſt viel Zeit dahingegangen und viel Fremdes zwiſchen uns gekommen— aber Weih⸗ nachten iſt das Feſt der Liebe— vergiß das nicht—“ Da ſah ſie ihn mit ruhigen Augen an.„Ich weiß es“, ſagte ſie lächelnd.„Ich ſeſe vor mir das Feſt der Liebe noch Stäbtiſche Nachrichten Eine Nacht im Stadtzentrum Nach getaner Arbeit iſt gut ruhen. Und wenn du Zeit und Zuſt haſt, machſt du noch einen Spaziergang oder geneymigſt noch ein Schöpplein, oder gehſt ſonſt irgendwo hin, und dann wanderſt du wieder nach Hauſe mit dem angenehmen Gefüsl, nun die nötige Bettſchwere zu haben. Gerade willſt du ein⸗ ſchlafen, du träumſt ſchon ſo lieblich hinüber,— o Kreusſchock⸗ ſchwerenot! Da wirſt du aus allen Himmeln geriſſen, wie von einer Natter gebiſſen ſauſt du in die Höhe, denn da unten raſt ein Motorradler mit oſſener Auspuffklappe ſeinen ben⸗ zinduftenden Penaten zu. Mann, wenn ich dich erwiſchen könnte. Ruhe iſt die erſte Bürgerpflicht. Und ſo verſuchſt du wieder, ſo gut es eben gehen will, einzuſchlafen. Doch, mit des Geſchickes Mächten... Die Wände zittern, auf der Straße rattert's und dröhnt's, daß du glaubſt, das jüngſte Ge⸗ richt ſei angebrochen. Ein Laſtwagen rumpelt durch die Nacht, ſchmettert noch einen Anhänger hinter ſich her über das Pflaſter und hupt dazu, daß du aus der Haut fahren möchteſt. Keine halbe Stunde ſpäter, da kriegen ſich ein paar ſchwankende Geſtalten in die Haare und belegen ſich mit weniger ſchönen als lauten Stimmen mit den niedlichſten Namen. Damit noch mehr Abwechſlung in die Sache kommt, gibt eine Katzen⸗ donna ihrem„Peterle“ ein Stelldichein Glücklich iſt es jetzt zwei Uhr vorbei. Vor einiger Zeit war noch ein Perſonalwagen der Straßenbahn über die ver⸗ ſchiedenen Weichen geholpert. Jetzt beginnt man auf dem Marktplatz die Bänke für den kommenden Markttag aufzu⸗ ſchlagen. Wie Gewehrſchüſſe knallt das Aufſchlagen der Bretter auf den Böcken durch die Nacht. So geht es, weiß wie lange, fort. Und vermeinſt du dann endlich einſchlafen zu können, da rumpeln ſchon wieder die erſten Straßenbahnen daher und klingeln ſchon wieder einige frühe Radler durch die Straßen. Aber der Menſch ſoll ja nur aus Gewohnheiten be⸗ ſtehen, alſo, ſoll er ſich auch an dieſe Dinge gewöhnen. Am Schloß iſt es ähnlich. Da hat eine Speditionsfirma ihre Wagen ſtehen. Bis die letzten Laſtwagen da ſind, wird es gewöhnlich zwei Uhr. Die erſten fahren früh um drei oder vier Uhr wieder weg. Wie da der Schlaf der Anwohner ausſießt, dürfte nicht ſchwer zu erraten ſein. Solche Dinge bürften doch nicht geduldet werden. Am ſchlimmſten iſt die Rückſichtsloſigkeit der Motorradler, der ganz energiſch ein Riegel vorgeſchoben gehört. W. R. * * Die Belaſtungsprobe der Friedrich⸗Ebert⸗Brücke ſetzte, wie uns amtlich mitgeteilt wird, höchſtmögliche, nur bei Zu⸗ ſammentreffen beſonders ungünſtiger Verhältniſſe denkbare Belaſtung voraus. Es hat ſich keine größere Durchbie⸗ gung ergeben, als für dieſen Fall berechnet war. * * Beſichtigung der Gewerbeſchule. Am Montag beſichtig⸗ ten etwa zwanzig Studierende der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe unter Führung des Regierungsrats Ederle vom Unterrichtsminiſterium die Gewerbeſchule Mann⸗ heim. Insbeſondere intereſſierte die Beſucher die an der hie⸗ ſigen Gewerbeſchule veranſtaltete Dauerausſtellung von Lehrgängen über Freihandzeichnen, Proſektionslehre und Geometrie. Dieſe Ausſtellung wurde den Beſuchern von Di⸗ rektor Henninger erklärt und ihnen ſodann die Samm⸗ lung von Modellen, Apparaten, Maſchinen und anderen wich⸗ tigen Lehrwitteln von Obergewerbelehrer Heim gezeigt. Im Laufe des Nachmittags wohnten die Beſucher einigen Unter⸗ richtsproben der Gewerbelehrer Heuſer, Gäßler, Schle⸗ gel und Beugel an. Abends beſichtigten ſie noch den Werk⸗ ſtättenbetrieb der Schule. Die Beſucher ſprachen ihre hohe Befriedigung über das ihnen bei der Beſichtigung der hieſigen Gewerbeſchule Gebotene aus und wünſchten, daß das auch ihnen aufgefallene Haupthemmnis für die weitere Entwick⸗ lung des hieſigen Gewerbeſchulweſens, die nachgerade uner⸗ träglich gewordene Raumnot, bald behoben werden möchte. Wintersan'ang und Schneeiall. Der Winter hat heuie vormittag 10 Uhr mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen des Steinbocks kalendermäßig begonnen. Um dieſes wichlige meteorologiſche Geſchehnis recht augenfällig in Erſcheinung treten zu laſſen, ſetzte ſchon geſtern abend zwiſchen acht und neun Uhr der von der Karlsruher Wetterwarte angekündigte Schneefall ein, der etwa eine halbe Stunde anhielt. Ob⸗ wohl die Flocken ſehr dicht herabwirbelten, kam keine weiße Decke zuſtande, weil die Temperatur noch über dem Gefrier⸗ punkt liegt. Heute morgen hat das Schneetreiben von neuem eingeſetzt, das diesmal, nach dem Ausſehen des Himmels zu urteilen, von längerer Dauer ſein könnte. Werden wir doch noch weiße Weihnachten in der Ebene bekommen? Im Schwarzwald hat die Natur ſchon ihr Feſtkleid angelegt, wie aus den zahlreichen Schneeberichten in letzter Nummer hervorging. Nunmehr kommt auch aus dem Odenwald die Meldung, daß in der Gegend von Beerfelden geſtern früh ſtarker Schneefall eingetreten iſt. Um neun Uhr vormittags betrug die Schneehöhe ſchon 15 Zentimeter. war viel zu ſtark— ich erinnere mich viel lieber an das Gute als an das Bittere, das nachher kam. Aker Hans, Du denkſt an eins nicht. Weihnachten iſt auch das Feſt des Friedens. Saß mir den Frieden, den ich, das glaube mir, recht ſchwer 2 habe, und ſuche Du ihn Dir zu gewinnen. um auf m Wege vorwärts ſchreiten zu können, den Du früher ein⸗ geſchlagen haſt. Denn Du haſt mit Deinem Schaffen eine Dankesſchuld an die Tote abzutragen, die Dir den Weg ge⸗ bahnt hat. Das iſt kein Stehenbleiben, wie Du es neuntt. Unſer Glück, unſere Liebe war einmal— das Leben geht 4 5* es—— zurück— aber es giht noch el zu kämpfen. zu erreichen, auch zu lieben: die Natur, di Kunſt, die Menſchheit— 685 Aber Frieden brauchen wir dazu, Hans. Und wenn beute Abend die Weihnachtsglocken läuten, dann denke: Ich habe der kleinen Inge viel geſchenkt, weil ich ihr ihren Frieden lieft. Und wenn Du dann verſteßſt, daß ich Dir Feute nichts Böſes, ſondern Dir mit meinen Worten nur Gutes geben wollte— Du, das würde mich ſehr froh machen—“ Sinſter ans 6h m auf 45 Treppe. Vom 8 ah ihm Inge lange Zeit nach. ann e Bild vom Schnee verſchleiert. Vom Schnee oder von Tränen. Kunſt und Wiſſenſchaft O. 100 000 Mark für ein Gemälde. Ein erſt vor kurz in Weſtfalen wieder aufgefundenes Fr ü hwe 8 der K 51 ner Malerſchule, der„Kalvarienberg“, eine Schöpfung eines dem Meiſter des Clarenaltars naheſtehenden Kölniſchen Weiſters um 1370, iſt auf einer Verſtelgerung an den Anti⸗ aus Frankfurt M. n 2⁵ Pir i N einſchließlich Aufgeld ver Eine Dankſagun⸗ Bodes. Wilhelm von Bode bittet um Verbreitung folgender Mitteilung:„Aus Anlaß meiner ſchwe⸗ ren Erkrankung und des faſt gleichzeitig damit zuſammenſrl⸗ lenden Abſchluſſes des 81. Lebensjahres am 10. d. Mts. ſind mir ſo viele Zeichen warmer Anteilnahme mündlich und ſchriftlich, ſo viele Aufmerkſamkeiten ſeder Art zuteil ge⸗ worden, daß ich Allen, die mich dadurch erfreut haben, meinen herzlichen Dank auf dieſem Wege ausſprechen möchte, da mein wie heute, das Du mir einmal bereiteteſt. Der Chriſtbaum brannte nur für mich und— ja, weißt Du noch?— der Punſch Befinden mir noch lange nicht geſtatten wird, wie ich es wünſchte, perſönlich zu danken. Wilhelm Bode.“ ———— 4. Seite. Nr. 592 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Mittwoch, den 22. Dezember 1926 Die Täligkeit der Fremdenpolizei in Alt⸗Mannheim Von Domänenrat L. Honegger Schon im 17. Jahrhundert hatte ſich in Mannheim, das durch ſeine Lage am Zuſammenfluz von Rhein und Neckar für die Entwicklung von Handel und Gewerbe von der Natur beſonders begünſtigt war, ein rühriges und werktätiges Volk aus auen Winkeln Europas niedergelaſſen. Trotz aller Drang⸗ ſale und Verluſte, die die wiederholten Belagerungen und Zerſtörungen der Feſtung im Gefolge hatten, kehrten die oft von Hab und Gut vertriebenen Einwohner immer wieder an die Stätte ihres Wirkens zurück. Das Streben, im Kampf ums Daſein dem Konkurrenten den Rang abzulaufen und die Kundſchaft zu übervorteilen, verurſachte Reibungen und Streitigkeiten, raſcher, oft müheloſern Verdienſt führte zu Wohlleben, zu Spiel und übermütigen, tollen Streichen; Ueberfluß und Wohlſtand auf der einen, Not und Eutbeh⸗ rungen auf der anderen Seite reizten zu Betrug, Diebſtahl, Raub und noch Schlimmerem. Dieſe Uebel⸗ und Miſſetäter rekrutierten ſich weniger aus der einheimiſchen Beyölkerung, ſondern es war meiſtens fahrendes Volk, das ſich in unlau⸗ terer Abſicht, häuſig unangemeldet und im geheimen in der Stadt aufhielt, um unter falſchem Deckmantel im Trüben zu fiſchen. Um derartig unſauberen Elementen auf die Finger zu und ſie von der Stadt fernzuhalten, beſtand in Alt⸗ Mannheim eine gut organiſierte Fremdenpolizei. In den Atteſten waren nicht nur die beſtrickenden blauen Augen, die kühne Adlernaſe, die glänzende Glatze oder der abſchre kende Höcker verzeichnet, ſondern es ſcheint auch ein Aus⸗ zug aus dem Sündenregiſter über das Vorleben des Rubri⸗ anten deſſen Mitmenſchen genaue Auskunſt gegeben zu haben. So bat ein von annheim nach Lampertheim verzogener Johann Fauſt am 28. September 1701 den Mannheimer Stadtrat um Explizierung(Auslegung) des Wortes„Filou“, maßen(weil) dadurch Mord, Totſchlag, Die⸗ berei und noch Unſittliches könnte verſtanden werden. Der Stadtrat gab dem Namensvetter Mephiſtos die jedenfalls wenig erfreuliche Auskunft, daß unter dem Wort„Filou“ nichts weiter als ein Leutebetrüger zu verſtehen ſei. Die Lampertheimer haben ſich daraufhin jedenfalls erſt recht vor dem Filou Fauſt in Acht genommen. Um derartiges Gelichter von der Stadt fernzuhalten und die Vertrauensſeligen vor Reinſall zu bewahren, ſtanden Wirtſchaften und Herbergen unter ſcharfer polizeilicher Auf⸗ ſicht. So wurde am 22. Okt. 1685 bekannt gemacht, daß nie⸗ mand öhne Vorwiſſen der Viertelsmeiſter— jedes Stadt⸗ viertel hatte einen ſolchen Auſſichtsbeamten— Fremde beher⸗ bergen dürſe. Im Uebertretungsfall waren 6 Reichstaler Geldſtraſe oder ſogar Leibesſtrafen zu gewärtigen. Als die Landplage zu ſehr überhand nahm und„nachdem“, wie das Ratsprotokoll vom 23. April 1700 wörtlich ſagt,„allerhand ausländiſch Canagligeſindel in die Keller ſchlüpſen, mithin unterſchiedlich Diebereyen ſich ereigneten“, beſchloß der Stadt⸗ rat,„einige Bettelvögke einzuſtellen und ſolche Lumpenleuth außer der Stadt zu jagen“. Einige Monate ſpäter erhielt „der Küſer Johann Abele vom Stadtrat einen ſcharfen Ver⸗ weis, weil er„allerhand Canaglivolk und verdächtige ledige Weibsperſonen, inſonderheit aber die jetzig incarcerierte welſche(franzöſiſche) Hühnerdiebin in ſeinem Haus erhalten und Auſenthalt gegeben“ habe. Seine Frau bekam dafür wahrſcheinlich von Zeit 8 Zeit ein Huhn in den Topf. Die Hühnerdiebin aber wurde am 14. Auguſt mit einer Kollegin zur Stadt hinausgetrieben, die eine„mit Anhängung der Eeige, die andere die geſtohlenen Hühner um den Hals“. Wenn der Stadtknecht ſchlau war, hat er der Diebin nur die Federn um den Hals gebunden und das Hühnerfleiſch für ſich Hehalten. Kurzen Prozeß machte der Stadtrat mit einer Marie Chriſtine Waldmann aus Sulzfeld bei Eppingen, die von der ſindigen Polizei bei einigen Granatiers(Kanonieren) er⸗ tappt wurde. Der Stadtknecht führte die Unſchuld über den Neckar, wo ſie wahrſcheinlich den Weg in die Univerſitätsſtadt Heidelberg einſchlug.— Nicht ſo glimpflich kam Luiſe Ama⸗ ie, eine getaufte Jüdin aus Prag, weg. Sie büßte laut Ralsprotokoll vom 23. Juni 1703 ihre Vorliebe für zweierlei Tuch damit, daß ſie mit einer Rute in der Hand am Pranger auf einen Stuhl geſetzt und nachher vom Scharfrichter zur Stadt hinausgeführt wurde. Was mit der Mannſchaft ge⸗ ſchah, die ſich im Wachthaus überm Rhein(Rheinſchanze) ſo liebevoll Lui⸗chens annahm, verſchweigt das Ratsprotokoll. Jedenfalls gab es noch ein Nachſpiel für die Militärbehörde. Dieſe Fremdenpolizei hatte aber nicht nur Vorſchriſten zum Schutz der einheimiſchen Bevölkerung, ſondern ſie er⸗ leichterte auch einwandfreien Fremden den Auſenthalt. Da es gleicher Weiſe im Intereſſe der Fremden wie des Birtsgewerbes lag, daß der, der noch zu ſpäter Stunde in der Stadt einkraf, ſich mit Eſſen und Trinken laben konnte, wurde am 5. Dez. 1685 allen Wirten ausdrücklich eingeſchärſt, daß ſie zwar nach dem Zapſenſtreich ihren einheimiſchen Gäſten keinen Wein mehr verzapfen, fremden Reiſenden aber ſolchen verabreichen dürſen. Dieſe Vorſchriſt ſcheint auch ſonſt ihre gute Berechtigung gehabt zu haben, denn die Wir⸗ kung des Pfälzerweins äußerte ſich häufig in nächtlichen Aus⸗ ſchreitungen und Ruheſtörungen, wie auch heute noch. Es wurde deshalb am 19. März 1686 den Nachtwächtern ernſtlich anbefohlen, das„nächtliche Schwärmen und Laufſen auf den Gaſſen und in Wirtshäuſern nach der beſtimmten Zeit(Feter⸗ abend) abzuſchaſſen“. Zeitungen gab es damals noch nicht, ſonſt hätte der vom geſtrengen Stadtrat verfaßte Polizei⸗ bericht das aufgegriffene Geſindel, die unſauberen Herbergs⸗ väter, die Ueberſitzer mitſamt dem Wirt und die nächtlichen Ruheſtörer unter Namensnennung öffentlich an den Pranger geſtellt. Heute müßte man eine Sonderbeilage zur Montags⸗ nummer herausgeben. 4 — 3— Die Schneeflocken fallen Rodel⸗ und Skiſport ſetzen ein. In jeder Generation findet der Winterſport neue Anhänger. Die dazu be⸗ nötigten Geräte und Kleidungsſtücke kauft man am zweckmäßigſten in den Mannheimer Geſchäften, die als beſtes Anzeigenblatt benutzen die Meue Mannheimer Zeitung 4 An der Handels⸗Hochſchule Maunheim ſind im Winter⸗ Semeſter 1926/27 680 ordentliche Studierende einge⸗ ſchrieben. Für ein Semeſter ſind von dem Studium beurlaubt 105 Studierende. Neuaufgenommen wurden 127 Studierende. Die Zahl der Hörer beträgt im Winter⸗Semeſter 1926/27 645. e des Lehrherrn für das Gewerbe⸗ und Handelsſchulgeld. n einer Sitzung des Landeskommiſſärs mit dem Beirat wurden die Einſprüche der Handels⸗ und Handwerkskammer, ebenſo eine Reihe von Arbeitgeberver⸗ bänden gegen den Beſchluß der annheimer ſtädtiſchen Kollegien, der die Zahlung des Gewerbe⸗ und Handelsſchul⸗ geldes dem Arbeitgeber auferlegt, verworfen. Es bleibt demnach bei der Zahlungspflicht des Lehrherrn. e Wochenmarkt. Inſolge des Weihnachtsfeſtes fallen am Samötag der Hauptmarkt ſowie die Neben⸗ märkte aus. Der Hauptmarkt, der Nebenmarkt, der Markt an der Luiſenſchule und auf dem Lindenhof finden inſolgedeſſen am Freitag ſtatt. Der Markt an den kleinen Planken(Gockels⸗ platz) fällt aus. * Der Tod in der Kirche. Am Sonntag früh erlitt die im Anfang der 70er Jahre ſtehende Frau Hoog geb. Ludwig, in der proteſtantiſchen Kirche in Neckarau einen Herzſchlag, der ihren ſofortigen Tod herbeiführte. * Schnell tritt der Tod den Menſchen an! Der etwa 50 Jahre alte Steinhauer Emil Zieſel von Odenheim (Amt Bruchſal) arbeitet während der Woche in Mannheim. Am Freitag abend machte er einige Beſorgungen in der Stadt, erlitt plötzlich auf der Straße einen Herzſchlag und ſank neben ſeinem Bruder tot um. Veranſtaltungen Erſte Uebertragung im neuen Mannheimer Rundfunk⸗ Beſprechungsraum Nach Fertigſtellung der neuen Beſprechungsräume im Schloß findet nunmehr heute abend die erſte Uebertra⸗ gung ſtatt. Die neuen Räume erhalten durch das Konzert dreier prominenter Künſtler des Nationaltheaters ihre feier⸗ liche Weihe. Fau Aenne Geier ſingt drei Schubertlieder ſowie die Arie der Agathe aus„Freiſchütz“, Hans Bahling ſeine berühmte Arie des Nelusco aus der„Afrilanerin“(Dir, Königin, bin ich ergeben), ſowie Wolframs Geſang aus„Tann⸗ häuſer“, Konzertmeiſter Stegmann ſpielt als Solo für Harfe die große Fantaſie in Es⸗moll von John Thomas, ſo⸗ wie„Träumerei“ von Haſſelmans und„Romanze“ von Gode⸗ froid. Schließlich ſingen noch Frau Geier und Herr Bah⸗ ling das Duett aus Mignon„Ihr Schwalben in den Lüften“. Die Begleitung der Geſänge hat Herr Stegmann eden⸗ falls übernommen. Die Uebertragung beginnt pünktlich.15 und wird über die Sender Frankſurt a.., Kaſſel, Stuttgart und Freiburg gelegt. Wie wir hören, finden im Verlauf des Monats Januar neben verſchiedenen Vorträgen drei Konzerte ſtatt. In dem erſten wirkt der Mannheimer Kammerchor“ mit. Das zweite ſieht als Soliſt Kammermuſiker Max Fü h⸗ ler vom Nationaltheaterorcheſter(der bei dieſer Gelegenheit eine von ihm komponierte Fledermaus⸗Fantaſie zum erſten Male ſpielen wird), ſowie die Herren Max Kergl(Violine) und Franz Nͤeumeier(Bratſche) vor. Das dritte Kon⸗ zert 0 als Soloabend unſeres Konzertmeiſters Max Kergl vorgeſehen. 1* Sylveſter Schäffer im Mannheimer Künſtlertheater Apollo. Heute ſindet der Abſchieds⸗ und Ebrenabend von Sylveſter Schäffer ſtatt, der allabendlich ſtürmiſchen Bei⸗ fall erntet. Morgen und übermorgen bleibt das Theater wegen der Vorbereitungen zur Weihnachtspremiere„Jugend im Mai“ geſchloſſen. Iilm-Rundſchau L Alhambra⸗Theater.„Der ſchwarze Engell. Längſt ſchon iſt der Krieg mit allen ſeinen Schrecken vorbei, vergeſſen, und doch ſcheint, als ob die Lichtſpielinduſtrie ſich jetzt erſt ge⸗ rade dieſes Gebiet vorzugsweiſe ausgewählt hat. Diesmal iſt es ein Kriegsfilm von der Gegenſeite, ein amerikaniſcher, der die Tendenz hat, pazifiſtiſch zu wirken und mit dem man ſich trotz mancher Mängel einverſtanden erklären kann. Nament⸗ lich die Photographie läßt manchmal die nötige Klarheit ver⸗ miſſen und manche Nebenſächlichkeiten könnten ruhig ver⸗ ſchwinden. Trotzdem wirkt er in der dramatiſchen Geſtaltung des tragiſchen Schickſals eines engliſchen Ofſiziers aufrüttelnd und erſchütternd. Im Kriege erblindet, verzweiſelnd am Leben wird er durch Kinder aus dieſer Stimmung heraus dem Leben wieder zugeführt. Unter fremdem Namen lebt er einſam, um ſeiner Braut zu entſagen. Doch deren Liebe iſt ſtark genng, um zu ihn zu halten. Alles in allem trotz mancher Banalitäten ein Drama voll tragiſcher Wucht.— Von Buſter Keaton hat man ſchon beſſere Sachen geſehen, als„Buſter im ſiebenten Himmel“. Immerhin ſind auch hier einige neue Einfälle geſchickt zu einer Humoreske verarbeitet. Kriegsgräberfürſorge. Das letzte Heft der„Kriegs⸗ gräberfürſorge⸗ dieſes Jahres iſt erſchienen. Ein weiteres 9 unermüdlicher Arbeit des Volksbundes Deutſche riegsgräberfürſorge, e. V. Berlin, über die er in ſeiner Bundeszeitſchriſt„Kriegsgräberfürſorge“ fortlaufend ausführlich berichtet hat, iſt zu Ende. Vieles hat er zur In⸗ ſtandſetzung und e unſerer Kriegerfriedhöfe in frem⸗ en Landen getan, unendlich viel bleibt zu tun noch übrig. Das Heft 12 gibt Kunde von den zahlreich an den Toten⸗ gedenktagen durch den Volksbund von den Angehörigen ge⸗ ſchmückten letzten Ruheſtätten unſerer teuren Toten in fremder Erde, wobei auch die„Unbekannten“ nicht vergeſſen wurden, auf deren Gräbern der Volksbund Kränze mit Wid⸗ mungsſchleife niederlegen ließ. Weiter bringt es ausführliche Berichte über Reiſen zu Kriegerfriedhöfen in Frankreich und Schilderungen von ſolchen in Afrika, Japaan und Paläſtina. Von dem Zuſtand Friedhöfe in Polen, Litauen, Lettland, Eſtland, Rußland, Tſchecho⸗Slowakei und Italien ſowie von der Volksbundarbeit im einzelnen, gibt die Dezembernummer der„Kriegsgräberfürſorge“ ein anſchau⸗ liches Bild. Zu beziehen iſt die„Kriegsgräberfürſorge“ durch die Bundesgeſchäftsſtelle des Volksbundes Deutſche Kriegs⸗ gräberfürſorge, e. V. Berlin W. 15, Brandenburgiſcheſtr. 275 oder ſeine Verbände und Ortsgruppen. S RNEf FSNF ASBSN Boſtanſogio BS — Zheater und Muſil Nationaltheater Mannheim. Das einzig Bleibende am gegen.bärtigen Schauſpiel iſt ſein ſtäuéiger Perſonal⸗ wechſel. Das Kommen und Gehen läßt ſich an bieſem Jahres⸗ ende noch nicht überblicken, und ſo lange können dieſe Fragen auch nicht erörtert werden. Nur befürchten wir, daß nach den bisherigen Erfahrungen gerade die wertvollſten Kräfte zu denen gehören werden, die uns verlaſſen, bezw. verlaſſen müſſen. Aus dieſer wieder beginnenden Völkerwanderung „auchte geſtern in„Romeo und Julia“ ein neuer Mann auf, bei dem man nicht recht weiß, für wen er eigentlich kom⸗ men foll. Iſt er für Gillis van Rappard in Ausſicht ge⸗ nommen geweſen, ſo würden wir lebhaft einen Weggang dieſes Künſtlers und zumindeſt ebenſoſehr einen ſolchen Adolf Zieglers bedauern, für den der geſtrige Bewerber der Ab⸗ ſicht nach vielleicht auch in Betracht kommen konnte. Aber „wirklich nur„konnte“; denn dem geſtrigen Romeo vom Kieler Stadtt eater namens Rudolf Blaeß fehlen mit Ausnahme eines hohen, edlen Wuchſes alle Vorausſetzungen eines Schau⸗ ſpielers, der zu intereſſieren weiß. Die Sprache vor allem iſt von Dialektſchlacken nicht völlig gereinigt, und das Organ, Das ſie vorträgt, beſitzt einen ewigen Gleichklang, der auf die Möglichkeit einer modulatoriſchen Bereicherung keinen gün⸗ ſtigen Schluß zuläßt. Der erſte Eindruck iſt nicht unvorteil⸗ kaft und zeigt einen ſtrebenden Künſtler, doch gelangt die Darſtellung ürer die Schablone kleinen Theatergebarens nicht hinaus. Auch im zweiten, von der Tragik beherrſchten Teil des Werks, war, ſoweit wir noch folgen konnten, keiner⸗ iei von innerer Potenz zeugende Steigerung des Ausdrucks ſeitzuſtellen. ſo daß eine Veryflichtung des Gaſts nicht ratſam erſcheint. Die Vorſtellung ſelbſt, das Zeugnis des ſchlimmſten Regiedilettantismus, zeigt bei jedem weiteren Anhören umſo deutſicher, wie Herr Dr. Kruſe an Sprache und Sinn dieſes wunderbaren Werks vorbeiinſzeniert hat. Nur einige dar⸗ ſtelleriſche Lichtblicke, zu denen vor allem wieder die Amme Julie Sandens gehörte, machen dieſe ſzeniſche Verſün⸗ digung noch einigermaßen erträglich. Dr. K. Vom Kölner Opernhauſe. Um Weihnachten gibts im Overnhanſe meiſt eine Operette, die ſich nachher für lange Zeit aus Gründen, auf die ich noch zurückkomme, als Zuaſtück erweiſt. Diesmal iſt es die„Adrienne“, deren von Por⸗ des⸗Milo und G. Bibo verfaßtes Tertbuch eine zwiſchen Moritz von Sachſen, der nerwitweten Herzogin Anna Iwa⸗ nowna von Kurland, der Schauſpielerin Adrienne Lecouvreur von der Comédie Francaiſe und dem Tänzer Fleury vorwie⸗ gend im Schloſſe zu Mitau, dann in der Pariſer Theater⸗ garderobe ſich abſpielende, leils luſtige, teils ſentimentale, im ganzen ziemlich amüſante Handlung und eine Anzahl lau⸗ niger Wortpointen enthält. Iſt dieſes Buch im allgemeinen nicht gerade ſehr origineller Art, ſo ſagt uns auch Walter Goctzes Muſik nicht viel neues, doch iſt ſie zumeiſt friſcher, flotter Art, wendet ſich in der Vertonung einer Reihe von Geſängen an die Freunde neuzeitlicher Tänze und erbringt einige rhythmiſche ſowie ſonſtige Pikanterien. Dieſe ganze Operette ſteht und fällt mit dem Stile ihrer Aufführung und hier war ſie guten Erfolgs ſicher, denn Generalintendant Fritz Rémond verſteht als Inſzenator wie ſelten einer die Kunſt, ſelbſt aus einem Nichts in gewiſſem Sinne ein Bühnenereig⸗ nis zu geſtalten. So wurde für„Adrienne“ nach ſeinen Ent⸗ würfen(Rémond iſt privatim hervorragend fähiger Maler) eine entzückend ſchöne Ausſtattung an Dekorationen und Ko⸗ ſtümen in den Werkſtätten der Vereinigten Stadttheater an⸗ gefertigt. Die beiden Säle im Mitauer Schloſſe ſind an Pracht und hinſichtlich apart geſchmackvoller Eleganz der Innennaus⸗ ſtattung kaum zu übertrefſen. Dann hat Rémond unter zeit⸗ weiſer Verwendung eines ſehr zahlreichen künſtleriſchen Per⸗ ſonals mit geſchickter Anlehnung an muſikaliſche Motive über⸗ aus reizvolle Gruppierungen, Aufzüge und ſonſtige Arrange⸗ ments allerlei Art geſchaffen, weiter aber auch das Spiel der Einzeldarſteller vielſach eindrucksvoll belebt. Eine recht ver⸗ gnügliche Ueberraſchung bot der Heldentenor Nicolai Rein⸗ feld, indem er den Moritz von Sachſen mit allem operetten⸗ mäßigen Schneid recht graziös ſang und Dann hatten, um nur die Hauptfiguren zu nennen, Adrienne, Anna Iwa⸗ nowna und Fleury durch Maria Bernhard⸗Ulbrich, Käte Herwig und Hans Salomon vortrefſliche Beſetzung erfahren.(In allen weſentlichen Rollen alternieren erſte Kräfte.) Die anregende ſzeniſche Abwicklung der Operette fand in einer unter Erich Walters kundiger Leitung ſtehen⸗ den lebensvollen Ausführung des Orcheſterparts die rechte Ergänzung. Freudig wurden einige Balletteinlagen begrüßt. Mehrere virtuos ausgeführte hübſche Geſangsnummern muß⸗ ten wiederholt werden, die Geſamedarbietung fand recht leb⸗ haften Beifall und mit den oft gerufenen Hauptdarſtellern konnten ſich auch die Autoren dem Publikum zeigen. Paul Hiller. Ein ſtaatlicher Beethovenpreis. Anläßlich des 100. Todestages Ludwig van Beethovens im Jahre 1997 hat der vreußiſche Staat einen Beethovenpreis geſchaffen, der von der preußiſchen Akademie jährlich an hervorragende, n ien e eineen begabte, ſtrebſame jüngere oder anerkaunte ältere Tonſetzer, die die deutſche Reichsangehörigkeit beſitzen, verliehen wird. Der Preis beträgt jährlich 10000 Mark. Der verliehene Bee⸗ thovenpreis gelangt an jedem Jahre, am 26. März, dem Todestag Ludwig van Beethovens zur Auszahlung. Eiteratur Haus Glückſtein:„Pälzer Gebabbel“. Heldelberg 197, Theodor Berkenbuſch. Der bekannte Mannheimer Lokalpoet hat allen Freunden pfälzer Mundartdichtung mit ſeinem neueſten Bande„Pälzer Gebabbel“ juſt vor dem Feſte eine angenehme Ueberraſchung bereitet. Wir haben im Laufe der Jahre wiederholt auf die bervorragend dichteriſche Begabung des Verfaſſers und ſeine Fäbigkeit, die Schönheit und den Klang der Pfälzer Sprache im Liede erſtrahlen zu laſſen, ver⸗ wieſen. Auch aus der neuen Gedichtſammlung aus der ſonni⸗ gen Pfalz lacht der Schalk, blitzen Eſprit, Witz und Humor. * Hippokrates der Große. Von Prof. Dr. Hans Much. Hippokrates⸗Verlag, Stuttgart⸗Berlin⸗Zürich.— Ein neuer Geiſt dringt langſam, aber unaufhaltſam in der Medizin vor. Biologie und Phyſiologie, die Lehren vom Leben, beginnen im Bunde mit der Pſychoanalyſe, der neuen Seelenlehre, die An⸗ ſchauung von den Funktionen des menſchlichen Organismus von Grund aus zu ändern. Als abſeitig verläſterte Heil⸗ methoden rücken ins Tageslicht wiſſenſchaftlicher Erkenntnis, uraltes Weisheitsgut wird gehoben. Jede geiſtige Erneue⸗ rung beginnt mit einer Nachyrüfung der Grundlagen. Hans Muchs kühnes Hippokratesbuch ein erſter Vorbote oder ſchon ein Sturmzeichen? Es wird die Gemüter gewaltig rütteli, denn kier geht es, wie er im Eingang des Buches ſelbſt ſagt, um das Letztte, um Gewiſſensfragen von ungehenrer Tragweite, um Woßl und Weſe der Menſch'eit. Der Ham⸗ burger Arzt, Forſcher und Dichter ſtellt an der Erſcheinung des Hippokrates die Grundlagen der ärztlichen Kunſt gans groß dar; ſie, die vornehmſte alle Künſte, erhält bei ihm ihre Weihe ⸗urück, die ſie im Altertum hatte u. im Oſten nie verlor. Hans Much erkennt in Hippokrates nicht ſo ſenr den Begin⸗ nenden, den Schöpfer, wie den Erben, den Hüter großer Ueberlieferung: ſein Wiſſen umſyannte die Körverkultur un die Heilwiſſenſchaft des alten Abendlandes wie des alten Morgenlandes, Griechenlands, Indiens. Aegyptens. Da ärztliche Grundwiſſen. im Altertum ſchon in ungeahntem Mab gewonnen und der Maſſenhygiene dienſtbar gemacht. formu⸗ liert Hans Much in einer einfachen, aßer ſcharf geſchliffenen Sprache. Die Ueberlegenheit des Oſtens im hippokratiſchen Weisheſtsſchatz iſt bei Haus Much greiſbar. Mittwoch, den 22. Dezember 1926 Neue Mannheimer Beitung[Mittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 592 Koyy hoch! Leit! Ich wäß e Zauwerſprich'l For e mutloſes Gemüt; Kumm, ich ſag dr's liewer Mich'l, Des häßt als noch: Deitſches Lied. Siggſcht, ich hör dich nimi ſinge, Un des dut mr herzlich lääd. Doch ſchtatt mannhaft uffzeſchpringe, Hockſcht de do ſo krottebräät Un klagſcht iwer ſchlechte Zeite, Un henkſcht mutlos als die Schnut,— Siggſcht, des kann ich oͤr net leide— Seien Mann, dann werd's a gut. Seien Mann un nemm dich zamme; Schpuck halt herzhaft in die Händ; Loß des Klage deine Mamme, Schaff als wann dei Heiſl brennt. Schaff dei Aerwet froh und heiter Un ſing manchmol a e Lied: Denn blos dene hilft Gott weiter, Wu r fröhlich ſchaſfe ſieht. Franz Flächsenhaar. Neue Wege der Frembenverkehrswerbung Für die Zeit vom 5. bis 19. Juni 1927 ſind Wiener Feſt⸗ wochen geplant. Es werden runfteriſche, ſportliche uno ge⸗ ſeuſchaftliche Veranſtaltungen von internartonaler Hedeutang in vieſer Zeit in Wien ſtaliſinden Cleichzeilig weroen auch einige Ausſtellungen aogehalten. Anlablich vieſer Feſt⸗ wochen wiro zum erſtennal ein neues Propaganda⸗ ſyſtem auf der breiteſten Grundlage angewendet werden: Jeber Wiener ſoll zumindeſt einen Freund oder Be⸗ kannten aus der Fremoe nach wien bringen. Es werden zu bieſem Zweck Druaſchriſten hergeſteut, durch vie der Wiener Einlaber den Eingelabenen einheitlich über die Feſt.ochen und die zu dieſer Zeit geplanten Veranſtaltungen inormielſen ſoll und in denen auch die Preiſe ſür einen Aufenthalt in Loien und Nieberöſterteich augefuhrt ſino. In ben erſten zehn Monaten 1026 ſind doppeit ſo viel Amerikaner nach Wien ge⸗ kommen, als im ganzen Jahr 1912. Die Geſamtzahl der in den erſten zehn Monaten vieſes Jahres in Wien gemeideten Fremden iſt 450 073, wovon rund 66 v. H. auf Auslänber, der Neſt auf Fremoe aus den Bunbesländern entſäut. uus Deutſch⸗ land ſind heuer in den erſten zehn Monaten um 23 v. H. mehr Freinde als im ganzen Vorzahr nach Wien gekommen. Tagungen Landesverſammlung des Reichsbundes Deniſcher Reichobahnbeamten des mittleren nichttechniſehen Dienſtes Am Sonntag, 12. Dez d. Is. wurde in Offenburg die Landesverſammlung des Reichobundes Deutſcher Reich⸗vahn⸗ beamten des mitleren nichttechn. Dienſtes abgehalten. Der Landesvorſitzende Harter⸗Heidelebrg nahm in einem etwa zweiſtündigen Referat eingehend Steuung zu allen ſchweben⸗ den Fragen der Organiſations⸗ und Beamtenpolilik unter be⸗ ſonderer Berückſichtigung der Perſonalverhältniſſe bei der Deutſchen Reichsbahn. Nach einer Erörterung der internen Standesfragen der Eiſenbahnaſſiſtenten und Sekretäre, wobei die Maſchine auslauſen laſſen. er bie erſolgreiche Tätigkeit der Standesorganiſation beſon⸗ ders hervorhob, verlangte der Redner, der gleichzeitig Mit⸗ glied des Hauptbeamtenrates bei der Deutſchen Reichsbahn⸗ geſellſchaft in Berlin iſt, mit großem Nachdruck, daß die Per⸗ ſonalpolitik der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft, im Rahmen der Reichsbahngeſetze endlich in Bahnen gelenkt würde, die es ermöglichten, das ſo dringend notwendige Ver⸗ trauensverhältnis zwiſchen dem Perſonal und der Leitung des größten Betriebsunternehmens der Welt herzu⸗ ſtellen. Die Reichsbahnbeamtenſchaft verlange insbeſondere eine Vertretung im Verwaltungsrat, Angleichung ihrer Rechtsverhälcniſſe an das Reichsbeamtenrecht, Gleichſtellung mit den Reichsbeamten bei Bemeſſung des Erholungsurlau⸗ bes, Verbeſſerung der Dienſtdauerverhältniſſe und eine durch⸗ greifende Beſſerung der mißlichen Anſtellungs⸗ und Beförde⸗ rungsverhältniſſe. Das Syſtem der Leiſtungszulagen wurde, als mit dem Beamtencharakter unvereinbar, ſcharf abgelehnt und ſeine Beſeitigung verlangt. Nach längerer Ausſprache wurden am Schluſſe der Tagnug einſtimmig Entſchließungen angenommen die ſich mit den Forderungen des Redners Aus dem Lande * Plankſtadt, 21. Dez. Hier wurde ein Reichswehr⸗ ſoldat, der von ſeinem Truppenkommando ausgeriſſen war, von der Gendarmerie feſtgenommen. Der Flüchtling wurde wieder nach ſeiner Garniſon Ulm gebracht. sch. Hockenheim, 21. Dez. Der hieſige evangeliſche Frauenverein veranſtaltete im„Stadtparkſaale“ einen gut beſuchen Familienaben d. Die Weihnachtsgeſchichte wurde in lebenden Bildern dargeſtellt, durch Gedichte erläutert und durch Harmoniumweiſen und Geſänge umrahmt und ver⸗ tieft. Zahlreiche iugendliche Kräfte hatten ſich in den Dienſt der guten Sache geſtellt. Die Leitung hatten Frau Pfarrer Boſſert und Frl. Rothenhöfer inne. Herr A. Brü⸗ ning wartete mit einigen hervorragenden Violinſolis auf. Gegen Schluß der Veranſtaltung fand eine Gabenverloſung ſtatt. Im ganzen war es ein wohlgelungener Abend.— Im Rahmen einer gottesdienſtlichen Abendfeier in der hieſigen evang. Kirche ſprach Stadtpfarrer Wilhelm Schulz aus Karlsruhe über„evangeliſche Bildung“, in Beziehung auf den Reformator Philipp Melanchthon und den Melanchthonverein. — In Karlsruhe feſtgenommen wurde ein Schloſſer von hier, der zum Strafvollzug ausgeſchrieben war.— Nachdem der ſeitherige Beſitzer des hieſigen Lichtſpieltheaters, Herr Federle, den Saal im„Bad. Hof“ räumen mußte, und dieſer die Abſicht, noch in dieſem Jahr ein eigenes, neues Kino an der Karlsruherſtraße zu erbauen, auch aufgegeben hat, hat ſich im Saal des Hotels„zur Kanne“ ein neues Kino⸗ theater aufgetan. Zu dieſem Zweck iſt der Saal neu einge⸗ richtet und angelegt worden. Der Inhaber des Kinos iſt ein Fabrikbeſitzer aus Oppau. * Bruchſal, 21. Dez. Aus Anlaß ſeines 25jährigen Orts⸗ jubiläums wurden Dekan Kirchenrat Otto Werner viele Ehrungen zu teil. Am Vorabend des Feſttages brachten die Stadtkapelle und der Evangeliſche Kirchenchor vor dem mit Fahnen und Girlanden geſchmückten Platze vor dem Hauſe des Jubilars ein Ständchen dar. Mit Muſik wurde dann die ganze Familie nach dem Bürgerhof 8 wo eine Feier ſtattfand, bei der der Kirchenchor, der Muſikverein und Soliſten mitwirkten. Bertreter der Behörden, der katholiſchen 8 00 der evangeliſchen Kultusgemeinde wohnten der Veier bei. * Lörrach, 21. Dez. In Haagen wollte der Maſchinenmei⸗ ſter Jakob Grethex in der Baumwollſpinnerei Rotteln Dabei wurde er von der Transmiſſion erfaßt und mit ſolcher Wucht zu Boden geſchleu⸗ * Villingen, 21. Dez. Ein 21jähriger junger Mann von hier, der ſchon vor einiger Zeit von einem Freunde aus Ame⸗ rika eine Schiffskarte erhalten hatte, begab ſich am Samstag nach Stuttgart, um bei dem dortigen amerikaniſchen Konſulat das Auswanderviſum zu holen. Er bekam jedoch Schwierig⸗ keiten, ſo daß er das Viſum nicht erhielt. Der junge Mann nahm ſich das ſo zu Herzen, daß er ſich in einem Mietsauto zwiſchen Stuttgart und Ludwigsburg ein Meſſer in das Herz ſtieß. Er verſchied nach wenigen Stunden. * Villingen, 21. Dez. Der Winter entfaltet mit Schnee⸗ treiben und Stürmen ſeine volle Macht. Hatte es geſtern abend den Anſchein, als ob Tauwetter eintreten wollte, ſo ſank die Temperatur im Laufe der Nacht auf einige Grad Kälte. Damit war dafür geſorgt, daß der Neuſchnee liegen blieb, ſo daß der Winterſport auch hier nach Herzensluſt ausgeübt werden kann. Am heutigen Tage wechſeln Auf⸗ heiterung und Schneefälle in bunter Reihe miteinander ab. * Zizenhauſen(Amt Stockach), 21. Dez. Am Samstag nachm. fuhr am Ortseingang ein Auto gegen einen Baum, wodurch das Fahrzeug rückwärts die Böſchung hinunter dem Bach zugeſchleudert wurde. Die Inſaſſen kamen glück⸗ licherweiſe mit dem Schrecken davon, während es nur mi großer Mühe gelang, das Fahrzeug wieder auf die Straße zu bringen. * Ueberlingen, 21. Dez. Auf einem Finanzamt ereignete ſich unlängſt eine ergötzliche Geſchichte. Ein Landbürgermeiſten wollte an einer Steuerſitzung für die betreffende Ge⸗ meinde teilnehmen und wartete geduldig im kalten Vor⸗ raum, bis er an die Reihe kam. Auf ſeine angebrachte Be⸗ merkung, daß er da draußen friere, wurde er in ein leeres Beamtenzimmer gewieſen; das war am Vormittag. Hier machte der müde Mann ein Schläfchen, das ihn, da ihn nie⸗ mand weckte, bis nachmittags feſthielt, wo er von dem an⸗ kommenden überraſchten Beamten in die Gegenwart zurück⸗ gerufen wurde. Der gutmütige Schläfer wies hierbei auf . einſetzenden Hunger hin und machte ſich aus dem taube. Meſſen und Ausſtellungen Karlsruher Ausſtellung für Friedhofkunſt Draußen von den Toren der Städte oder um die Kirche des Ortes herum liegen die Gräber der Verſtorbenen. Tauſenden Einzelmenſchen werden Grabmäler geſetzt, jedes nach ſeiner Art. Und das iſt gut ſo. Aber dieſe Grabmäler ſollen auch wieder gemeinſam auf dem Friedhof ſtehen, ſie ſollen dem Gan⸗ zen ein würdiges Bild der Ruhe und des Friedens laſſen. Da⸗ rum iſt die Friedhofskunſt ein ſo ernſtes und ſchweres Problem. Friedhofskunſt im ſchönſten und vollendetſten Sinne ſoll die Ausſtellung zeigen, die Ende April 1927 in Karlsrnhe zum erſten Male eröffnet wird. Die Ausſtellung wird von bier durch das ganze badiſche Land und vielleicht auch darüber hinaus wandern und wird überall ihre ſtille ernſte Mahnung verkünden, nach echter Friedhofskunſt zu ſtreben. Das Badiſche Landesgewerbeamt, von dem die Ausſtellung ausgeht. hat eine ſehr zweckmäßige Zweigliederung vorgenom⸗ men. Ein Teil der Ausſtellung wird in geſchloſſenen Ausſtel⸗ lungsräumen zuſammengefaßt. Hier werden ſtimmungsvolle und vorbildliche Geſamtanlagen von alten und neueren beſte⸗ henden Friedhöfen in Plänen. Zeichnungen, Photyograpbien oder Modellen gezeigt. Neben Projekten für Neuanlagen und Erweiterungen werden Einzelabteilungen zu ſehen ſein. Archi⸗ tekturen von Friedhofskapellen Leichenhaus und Krematorium werden auch dieſe ernſten Stätten zeigen. In Karlsrube wird dieſer Teil in der Landesgewerbehalle untergebracht ſein. Es iſt der eigentlich wandernde Teil der Ausſtellung. dert, daß er tot liegen blieb. Vermischtes Theater-Mbourceng Miete A. 2. 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Es gibt auch noch ideale und rückſichtsvolle Nicht Jeder wird gleich ſo wie„Jemand“ auf die höſliche Frage ſeines Mitmenſchen:„Sie haben vou mir geſagt, daß ich ein Schafskopf bin. 9* Holl. Mischung 50 ergiebig, aromatiſch 1½ Pfd. M..20 das wahr?“ die liebenswürdige Antwort geben:„Es iſt wahr, aber ich ha Engi. Mischung 8 Se E 9 e Es gibt auch noch gute„Individuen“. Gott ſei Dank, eine ganze Menge. 1 Pfb m. Aber wir wollen von den Jronien des Alltags aufhören und zu zwei guten edlen Menſchen zurückkehren: zum Dr. Nabi, unſerem„Täbakdoktor“, und unſerem lieben Münchner Kindl, dem Wahrzeichen der alten weltbekannten Fughaf 7 .Nabi wartete im Flughafen von Konſtantinopel ſchon lange au Eintreffen des Kindls. 9— Endlich wird das Flugzeug ſichtbar. Wenige Augenblicke nimmt die Lan⸗ dung in Anſpruch: nün ſtehen ſich die beiden gegenüber. 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Beträchtlicher iſt die Verſchiebung bei Rohſtof en und Fertigwaren; erſtere zeigen eine Zunahme um 20 Mill. RM., letztere eine Abnahme um 14 Mill. RM. Die Aus⸗ ſuhr im reinen Warenverkehr hat ſich nur unweſent⸗ lich— um 3 Mill. RM.— vermindert. Während die Fertig⸗ waren⸗Ausſuhr eine Abnahme von 24 Mill. RM. aufweiſt, zeigt die Ausfuhr an Lebensmitteln und Rohſtoffen eine Zu⸗ nahme und zwar erſtere um 16 Mill. RM., letztere um fünf Mill. RM. Im einzelnen iſt folgendes zu berichten: Die Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken weiſt gegen den Vormonat eine Zunahme um 3,9 Millionen Rohk. auf. Geſtiegen iſt die Einfuhr an Gerſte, Sücdfrüchten und Mais, geſunken die Einfuhr an Reis, Weizen, Eiern, Käſe. Die Einfuhr an Rohſtoffen und halbfertigen Waren zeigt eine Zunahme um 20,3 Mill. Rokt. Daran ſind die Textilrohſtoffe mit 5,6 Mill. RM. beteiligt. Steigerung zeigt die Einſuhr an Mineralölen, Fellen zu Pelzwerk und N 3 794 83 Die Einfuhr an Fertigwaren iſt im Berichtsmonat ge⸗ gen den Vormnoat um 14,6 Mill. RM. zurückgegangen. Die Einſuhr an Tertilfertigwaren zeigt eine Zunahme um 5,1 Mill. NRM.(hauptſächlich Garne). Bei der Ausfuhr an Lebensmitteln und Ge⸗ tränken iſt gegen den Vormonat eine Zunahme um 16/4 Mill. Rk. ſeſtzuſtellen, die hauptſächlich auf die geſteigerte Zuckerausſuhr(um 10,3 Mill. RM.) W iſt. Die Ausfuhr an Rohſtoffen un halbfertigen Waren zeigt eine Zunahme um.0 Micl. RM. Die Ausfuhr von Textilrohſtoffen iſt gegen den Vormonat um 2,0 Mill. R. —* Ebenſo weiſt die Ausfuhr an Stenkohle eine bnahme auf, und zwar um 15,7 Mill. RM., während gleich⸗ eitig die Kols⸗ und Preßkohlenausfuhr(um 70 bezw. 7,6 ill. RM.) zugenommen hat. 4* Bei der e ausfuhr iſt eine Abnahme um 24.3 Mill. RM. ſeſtzuſtellen, die hauptſächlich auf den vermin⸗ derten Abſatz an Tertilwaren(18,3 Mill. RM.) zurückzuführen iſt. Vor allem zeigt die Ausfuhr an Geweben einen Rückgaug, und zwar Wollgewehe um 6,O, Baumwollgewebe um 4,1 Mill. RM., ebenſo iſt die Ausſuhr an Kleidung und Wäſche um 3,5 Mill. RM. zurückgegangen. Eine Abſchwächung zeigt auch die Ausfuhr an Walzwerkserzeugniſſen und Eiſenwaren(um 4,8 Mill. RM.), Maſchinen lum 29 Mill RM.) und Kinderſpielzeug Zunahme weiſt dagegen die Ausfuhr an elektrotechniſchen Er⸗ zeugniſſen(um 7,1 Mill. RM.) auf. Die Einfuhr an Gold und Silber iſt um 86,6 Mill. RM. zurückgegangen; auch die Ausfuhr zeigt eine Abſchwächung. Die Hauptgruppen des deutſchen Au enhandels zeigen in den einzelnen Monaten des lſd. Jahre nachſtehende Ent⸗ wickelung: 33 Lebensmittel Rohſtoffe Fertigwaren 10²⁸⁶ nſutr/ Ausfuhr Aktivität E5 Aebreighehz usfuhr Einſuhr Aus* Sanuar 107 67 224.4 86.2 88.2158.7 2, Februar.] 863 11 2271 3 333.5 1674 970 5684.1 Wü 848• 824 278 2200 36.2 31.5150.[858.6 868.4 April. 7375 56 267.6 28.3 3570157.9[99.4 89J.4 Mal 703132⁰ 27 262.2 25.5 324 155.187.6849.0 Juni 12 3789— 362929 71—36 1196 10 2 510 Juli 942 8˙1 121 417.3 229 14110 2158 41040 28 9 Augut 82 284— 80 388 2 4 4 884 Seßtbr. 8 8 285 90 0li Ptiober80 870—110 343 484 45 27 18,7 6,28 Roo. 968 878—128 835 5⁰.6 2875 l141 57⁸ „1 Kapitalerhöhung der Adea. Der AR. der Allgem. Deutſchen Ereditanſtalt in Leipzig hat beſchloſſen, einer p am 15, Jan. die Erhöhung des AK. um 10 auf 30 Mill./ vorzuſchlagen. Die neuen Aktien, die mit Dividendenberech⸗ tigung ab 1, Jan. 1027 ausgeſtattet werden, ſollen, wie ge⸗ wöhnlich, von der Disconto⸗Geſellſchaft in, Berlin übernom⸗ men werden. Ein Teilbetrag wird den Aktionären 4 4 zum Bezuge angeboten werden. Der Reſt iſt ſeſt verkauft au ein internationales Konſortium, das dieſe Aktien zu Plazierungszwecken erwirbt. Die Vereinbarung mit dieſem Konſortium ſieht vor, daß der von ihm zu zahlende Kurs über dem Uebernahmekurs des Konſortiums für die anzu⸗ bietenden Stücke liegt. Ueber den Ausgabekurs ſoll erſt gelegenklich der ao. HV. Beſchluß gefaßt werden. 22 Ein neues geſamteuropäiſches Finanzunternehmen. Das Bankhaus Bloth. Witter u. Ch. und die Heury Schröder and Corporation haben unter der Bezeichnung, ricau, Britiſh aud Continental Corpa⸗ ralion“ einen neuen weltumſpannenden Finanztruſt entſteben laſſen, an dem zehn leitende Bankfirmen in Deutſchland, Eugland, Frankreich, Belgien, der Schweig, Holland, Oeſter⸗ reich, Schweden, Ungarn und der Tſchochoſlowakei betei⸗ ligt ſind. 22, Sberrheiniſche Schuhfabrik J. Müller Söhne AG. in Speyer. Die OV. genehmigte den Abſchluß und beſchloß die Zuſammenlegung des AK.:1 auf 250 000 /, ſowie deſſen Biedererhöhung um 200 000 auf 450 000 41. Die neu aus⸗ zugebenden Aktien werden größtenteils zur Uebernahme der Eduard Mayer AG. in Mannheim verwendet, während der Reſt von der Geſellſchaft naheſtehender Seite gezeichnet wird. Das Bezugsrecht der Aktionäre bleibt deshalb ausgeſchloſſen. 8. Verſchmelzung der Telegraphengeſellſchaften genehmigt. Die ao. HB. der Deutſch⸗Atlantiſchen Telegraphengeſellſchaft N. in Verlin genehmigte einſtimmig den Fuſionsvertrag mit der Deuiſch⸗Niederländiſchen Telegraphengeſellſchaft AG, der 8„ daß gegen nom, 400% Aktien der D. N.., nom. 60⁰ junge Aktien der D. A. T. umgetauſcht werden. Die im Zuſammenhang mit der Fuſion notwendige Kapital⸗ erhöhung der aufnehmenden..T. um 810 090 auf 7 110 000.4 wurde ebenfalls beſchloſſen. Die neuen Aktien ſind ab 1. Jan. 1026 dividendenberechtigt und werden unter Ausſchluß des geſetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre zum Nennwert be⸗ geben, was dadurch ermöglicht wird, daß das miniſterium und die D. A. T. einen entſprechenden für Wieder⸗ aufbauzwecke beſtimten Betrag aus eigenen Mitteln zur Berfügung ſtellt. Für das Jahr 1920 ſei eine Dividende nicht zu erwarten. z0: Rudolpf Karſtadt AG. in Hamburg. Die ao. HV. keſchloß zwecks Durchführung des Fuſionsvertrages mit der Firma M. J. Emden Söhne gemäß der Ver⸗ waltung das AK. der Geſellſchaſt von 94 Mill. durch Aus⸗ gabe von 17 Mill.“ auf den Inhaber lautenden, ab 1. Febr. 1927 dividendenberechtigten neuen Aktien auf 51 Mill./ zu erföhen. Das geſetzliche Bezugsrecht der Aktionäre wird aus⸗ geſchloſſen; die neuen Aktien werden den Aktionären von einem Bankenkonſortium im Verhältnis:1 zum Kurſe von M 195 v. H. zum Beenge angeboten. Auf Anfrage wurde mit⸗ geteilt, daß der Abſatz im laufenden GJ. eine erfreulſche Steigerung erfahren habe, während der Speſenprozentſatz ungefähr der gleiche geblieben ſei. : Hochſeefiſcherei Acz. in Curhaven— Deuiſche See⸗ ſiſcherei Ach. Bei der beabſichtigten Fuſion beider Geſell⸗ Reue Mannbeimer gerlung(itiag⸗Audgabej „Nittwoch, den 22. Dezember 1928 andelszeitung ſchaften dürſte ein Umtauſchverhältnis von etwa:1 in Frage kommen. Die Verhandlungen dauern noch an. ſol Fuſion der beiden größten italieniſchen Elektriziiäts⸗ Geſellſchaften. Wie aus Rom gedrahtet wird, haben ſich die beiden bedeutendſten italieniſchen Elektrizitäts⸗Geſellſchaften, Uniel, Rom, und Uniel, Mailand, zu einer Geſellſchaft fuſioniert. Die neue Geſellſchaft firmiert„Unione Nazionale Eleitriche, Uniel“ und hat ihren Sitz in Rom. Zum ihrenpräſidenten wurde Finanzminiſter Volpi gewählt. Abſchlüſſe 228 8 v. H. Dividende der AG. Charlottenhütte in Nieder⸗ ſchelden. Das Unternehmen, das bekanntlich ſeine Aulagen an den Stahlverein, der neuerdings freilich wieder eine Dezentraliſierung plant, abgegeben hat, legt Rechnungs⸗ abſchluß auf 30. Juni 1926 vor. Bruttoeinnahmen und Un⸗ koſten werden nicht ausgewieſen, obwohl der Betrieb drei Viertel Jahre noch in eigener Regie lief. Die Verwaltung beſchränkt ſich auf die Bekanntgabe des Reingewinns, der ſich einſchl. 229 270/ Vortrag auf 1110 752(864 612)/ beläuft. Aus dieſem Ueberſchuß wird 0 auf die 9,5 Mill. Aktien erſter Gattung 8(), v. H. D vidende auszuſchütten und hernach auf die 483 000 Aktien zweiter Gattung 6(6) v. H. zu verteilen. In der Bilanz ſind die Anlagen von 8 517 100 auf 350 000„ zuſammengeſchmolzen. Gleichzeitig haben die dafür hereinbekommenen Stahlvereinsaktien die Beteili⸗ gungen und Wertpapiere von 12812 670 auf 22 540 266 4 er⸗ höht. Die Warenvorräte(1. V. 5 493 347 1 ſind, ſeit die Ge⸗ ſellſchaft ſo gut wie reine Holdingcompany iſt, vollſtändig ver⸗ ſchwunden. Unter den Paſſiva ſind die Kreditoren etwas zurückgegangen, ſie haben aber immer noch 12 070 867 4 (15 726 400) zu ſordern. Die Teilſchuldverſchreibungen und langfriſtigen Darlehen in Höhe von 6162 627 66 12 844) 4 ſind dabei noch nicht mit einbezogen. 2: Ueberlandwerk Jagſtkreis AG. in Ellwangen(Rhein⸗ Elektra⸗Gruppeh. H. beſchloß wieder 6 v. H. aus 209 688 262 200). Betriebseinnahmen erbrachten 29(21) Mill.. Ausgaben beanſpruchten 157(1,31), Steuern 0257(0,254), Zinſen 0,44(.42) und Abſchreihungen 0,375(.375) Mill. /. 4o⸗ Uhrenfabrik vorm. L. Furtwängler Söhne, AG. in Furtwangen. Die aus dem Schiele⸗Bruchſaler⸗Konzern aus⸗ geſchiedene Geſellſchaft weiſt bekanntlich einen Verluſt von 688 066/ aus. Zur Beſeitigung des Verluſtes beſchloß die OB. einſtimmig, das Kapital von 12 Mill. auf 400 000% zuſammenzulegen. Verurſacht wurde der Verluſt durch die Geſchäftsſtockung, die begründet iſt in der Verringerung der Kaufkraft weiter Bevölkerungsſchichten infolge der allgemei⸗ nen Wirtſchafts⸗Depreſſion. Das Exportgeſchäft wurde nach⸗ teilig beeinflußt durch ungünſtige zollpolitiſche Verhältniſſe, durch die Währungszerrüttung ehemals guter Abſatzgebiete und durch die dem Ausland gegenüber zu hohen Geſtehungs⸗ koſten der Fabrikate der Geſellſchaſt. Alle dieſe ungünſtigen Momente, insbeſondere die finanzielle Erſchöpfung weiter Kreiſe, mußten ſich gerade für die Firma als Herſtellerin P Qualitätserzeugniſſe beſonders nachteilig aus⸗ wirken. Kapitalzuſammenlegung 512 der Maſchinenfabrik AG. Geislingen. Die zum Kahn⸗Konzern gehörende Geſell⸗ ſchaft will das Grundkavital von 500 000 auf 200 000 durch Zuſammenlegung der Aktien im Verhältnis von 512 herab⸗ ſetzen. Die Aktien Lit. B. follen in StA. umgewandelt wer⸗ den. Der§B. am 12. Januar ſoll Anzelge gemä 6 8 210 HGB. gemacht werden. Schlieſlich ſoll der..⸗Vertrag mit dem Kahn⸗Konzern offtziell aufgehoben werden. :: Wieland⸗Werke Ach. in Ulm. Das abgelaufene GJ. wird als eines der ſchwerſten bezeichnet, das die Geſellſchaft durchzumachen hatte. Trotzdem konnte ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden. Fabrikgtionsüberſchuß 1,18(.22), Abſchreibungen 0,22(0,226) Mill. 4. Reinge winn 567 416 744 537) /, aus dem, wie ſchon gemeldet, 5(6) v. H. Gewinn⸗ anteil auf die StA. A und 5(8) v. H. auf die StA. B aus⸗ geſchüttet und 148 816(178 078) auf neue Rechnung vor⸗ getragen werden. Die Beziehungen zu der der AG. nahe⸗ ſtehenden Deutſchen Delta⸗ Metall⸗Geſellſchaft Alexander Dieck n. Co. in Düſſeldorf⸗ Grafenberg wurden noch enger geknüpft, indem man dieſer Geſellſchaft durch Umwandlung in eine Kommanditgeſellſchaft als perſönlich haftende Geſell⸗ ſchafterin mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 ab beitrat. :: Nürnberger Herenles Werke AG. in Nürnberg. Wie verlautet, ſoll von der Verteilung einer Dividende für das GF. 1925/26 li. V. 8 v..) Abſtand genommen werden. Die Urſache iſt in dem Rückgang des Umſatzes infolge der ſchlech⸗ ten Witterungsverhäliniſſe des vergangenen Sommers zu ſuchen. Der Reingewinn von etwa 130 000(208 474) 4 ſoll zu größeren Abſchreihungen und Rückſtellungen verwendet werben. Die Rationaliſterungsmaßnahmen ſeien mit Erfoſg ———— des laufenden Fahres verſpreche ein günſtigeres Ergebn :: Hamburg⸗ Awerikaniſche Uhrenkabrik in Schramberg. 4 v. H. Diridende anf das AK. von 3099 000 A. :: Waſchinenfahrik Sangerhauſen AG. in Sangerhauſen. 6( v. H. Dividende. :: Glasfabrik Ac. in Brockwitz. Vorausſichtlich gleiche Dividende wie für 1925(15 v..). 2: AGG. Hackerbrän in München. Nach 228 499(292 2900 4 Abſchreibungen verbleibt ein Reingewinn von 882 810 (674 913), aus den, wie i. V. 6 v. H. Dividende auf die VA. und 10 v. H. auf die StA. verteilt werden, während 50 000 (20000) der ſozialen Reſerve, 30 000(0) dem Dispoſitions⸗ fonds, 200 000 einer Sonderreſerve überwieſen und 239 639% vorgetragen werden. :: Neue Norddentſche Fluhdampſſchiffahrts⸗Geſellſchaft in Hambura. Der Geſchäftsgang war in laufenden Jahr aut, namentlich auch in der letzten Zeit infolge der milden Witte⸗ rungsverbältniſſe. Es dürſte mit einer Mindeſtdividende wie im Vorjahre(6 v..) zu rechnen ſein. 510 Franzöſiſche Batſchari⸗Zigarettenkabrik. Die o. HV. der„Cigarettes A. Batſchari“ am 15. Dez. genehmigte den Jahresabſchluß von 335 166 Fr. ausweiſt. Die Dividende wurde brutto auf 8 Fr. je Aktie und 1,25 Fr. je Gründeranteil feſtgeſetzt. 1. Vorbereitung für die Gründung einer Zweigſtelle der Amerikaniſchen Handelskammer Berlin, in Frankfurt a. M. In Anbetracht der immer mehr ſich entwickelnden Geſchäfts⸗ verbindungen zwiſchen Deutſchland und den Vereinigten Staaten, beſonders aber Weſt⸗ und Süddeutſchlan d ö, beabſichtigt die Amerikaniſche Handelskammer in Deutſchland, die ihren Sitz in Berlin hat, in Frank urt a. M. eine Zweig⸗ niederlaſſung zu eröſſnen, um dadurch den wachſenden an ſie eſtellten Anſprüchen beſſer gerecht werden zu können. Der edanke, in Frankfurt a. M. eine Niederlafung der Ameri⸗ kaniſchen Handelskammer in Deutſchland zu eröffnen, wurde der Berliner Leitung von einer Gruppe amerikaniſcher nter⸗ eſſenten nahegelegt und fand die Unterſtützung ſowo des agiſtrats der Stadt Frankfurt als auch der Induſtrie⸗ und Handelskammer Frankfurt und des Meßamts. en⸗ Holländiſche Anleihe der Ruhrverbandes in Eſſen. Der Ruhrverband in Eſſen, eine Körperſchaft des öffentlichen Rechts, hat durch das Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden⸗ Berlin, mit einem holländiſch. Konſortium unter Führung der Neberland. Handelsmaatſchappil, Amſter⸗ des)J. 1925/26, der einen Reingewinnſz Bom Häute · und Ledermarkt Am deutſchen Häutemarkt herrſcht ſeſte Tendenz, an einigen ſüddeutſchen Plätzen konnten ſich für ſchrwere Häute ſogar auſehuliche Preiserhöhungen durchſetzen, wenn⸗ gleich die Käufer in der Auffaſſung, daß der Höhepunkt er⸗ reicht iſt, mit ihren Käufen vorſichtiger geworden ſind. Die füdweſtdeutſche Zentral⸗Auktion in Mainz am 17. ds. Mts. brachte für Kuhhäute ohne Kopf, 1. Kl., 30—49 Pfd. ſchwer, pro Pſund 7574—80 3 lauf der vorausgegangeuen Auktion vom 25. Novemöer 67—75), 5059 Pfd. 806—03½(75—85½0. Bullen, ohne Kopf, 1. Kt. 30.—40 Pfd, 70—74½ 3 167½—70½0, 50—59 Pfd. 70(61—6944), 60—79 Pfd. 60½¼(50—65½), über 80 Pfd. 65—65½(55—60). Auch ſüddeutſche Kalbfelle, ſoweit ſie zur Herſtellung ſeiner Farbleder geeignet ſind, ſür die man beſſere Nachfrage erwartet, konnten erhöhte Preiſe durch⸗ ſetzen. Im Gegenſatz zum deutſchen Markt zeigen die aus⸗ ländiſchen Märkte eher Neigung zur Abſchwächung. Die Preiſe auf den engliſchen Provinzauktionen gingen zu⸗ rück. Auf der Londoner Auktion vom 16. d. M. zahlte man für beſte Ochſenhäute 64—84 Pence, wobei die zwei ſchwerſten Gewichte% Pence per engl. Pfö. und die Mittel⸗ gewichte ½— Pence zurückgingen. Zweite Qualitäten er⸗ zielten—8 Pence per Pfund mit Rückgängen von 86—* Pence. Danach ſtellten ſich Ochſen⸗ und Rinderhäute 1. Kl. über 90 Pfd. 8 d(am 11. d. M. 83/), 80—80 Pfd. 8½(871), 70—79 Pfd. 776(71), 60—69 Pfd. 676(7½6); 2. Kl., über 90 Pfd. 8(84), 80—90 Pfd. 734(776), 70—79 Pfd. 7(7½), Bullen 5½ (5½%. Der Markt iſt auf die Zurückhaltung der franzöſiſchen Gerber ſchwächer geſtimmt. In Holland erwartet man von der bevorſtehenden Auktion in Amſterdam höchſtens behauptete Preiſe und in Ungarn haben die Preiſe für Rindhäute bexeits eine Abſchwächung erfahren. Auf dem Häutemarkt in Chicago blieb die Haltung ſtetig. Beſte Packerhäute erzielten im Durchſchnitt 15 Cents, 80 Pfd. ſchwere Häute aus Colorado 18½ Cents, aus Teras 14 Ceuts, Kuhhäute 15/—14, Bullenhäute von 45—60 Pfd. 11—11½, Kalbfelle 17 Cents. Am auſtraliſchen Häutemarkt wur⸗ den am 10. d. M. 8040 Stück Häute angeboten, wobel der Markt ſeſte Tendenz entwickelte, ſodaß für ausgeſucht kräſtige Häute 12d ham 3. Dez. 11½), für prima ſchwere 634—774(6½ bis 756) Pence bezahlt wurden. Für Häute von Buenos Aires⸗Gefrierochſen wurden zuletzt 8/6—9d, für Gefrierochſen von Montevideo 996 d pro Pfund Verſchifſungsgewicht cif Eu⸗ ropa genannt; Rio Grande Saladero⸗Kuhhäute erzielten 8 4 pro Pfund. Am Ledermarkt zeigte ſich inſolge der Lohnſtreitig⸗ keiten in der Schuhinduſtrie eine gewiſſe Zurückhaltung, die man auch noch nicht aufgegeben hat, obwohl die Verhandlun⸗ gen mit einem Schiedsſpruch des amtlichen Schlichters ge⸗ endigt haben. Die Preiſe tendieren nach oben als Folge der Feſtigkeit am Häutemarkt. Verlangt wurden zuletzt für ſchwarze Boxcalfs, kräſtig, Sortiment CC 1,53, C.68, BB 1,81; mittel 1,46 bezw. 1,58 bezw. 1,75; leicht 1,37 bezw..50 betzw. 1,62 in Mark pro Quadratfuß. Schwarze Rindbox⸗ leder, Sortiment C, koſteten Rm. 1,26, CC 1,14 pro Suadrat⸗ uß. Feine Schuh⸗Oberleder und Bodenleder hatten ruhigen arkt! Ausländiſche Leder minderer Qualität werden zu billigen Preiſen angeboten. Auch der engliſche Markt liegt für Oberleder ſtill, jedoch bei ſeſten Preiſen. an dieſem Markt a Pretſe Lackleder und man rechnet dafür mit einer weiteren Preisſteigerung. weil das Frühiahr er⸗ höhte Nachſrage für Lackſchuhe zu bringen pflegt und auch ge⸗ wiſſe importierte Gerberei⸗Materialien im Preiſe angezogen haben. Kips⸗Leder verkauft ſich beſſer inſolge geſteigerter Nachfrage für Arbeiterſtiefel. Auch Boxcalj billiger und mitt⸗ lerer Qualität bleibt gefragt. Die Gerbereien und Leder⸗ großhandlungen haben auch eine gute Exportnachfrage zu ver⸗ zeichnen, die nicht unweſentlich zu einer Verſteifung der Preiſe beiträgt. Vom Kontinent ſind in der letzten Zeit die gewöhn⸗ lichen Zuſuhren von Abfall⸗Ledern ausgeblieben, ſodaß ſich der engliſch⸗gegerbte Artikel ſowohl im Inland als auf dem Exportmarkt einer beſſeren Nachfrage erfreut. Im allgemei⸗ nen verſyricht für den ar Markt der Dezember ein beſſerer Monat zu werden als der November, der ſeinen Vor⸗ gängern gegenüber bereits eine bedeutende Beſſerung brachte. —— ———.......rsr.——————....—..—.——— da m, dem von deutſcher Seite das erwähnte Bankhaus Gebr. Arnhold angehört, eine 7 proz. fünf Jahre laufende Anleihe in Höhe von 3000 000 18 abgeſchloſſen. Die Anleihe wird binnen kurzem in Amſterdam zur Zeichnung aufgelegt werden. k. Die Einſchränkung der amerikaniſchen Baumwoll⸗ ſchätzungsberichte. Im Parlament der Vereinigten Staaten iſt ein Komiteegeſetzentwurf eingereicht worden, durch den laut Kabelbericht des„Konf.“, die Berichte des amtlichen U. S. A. ⸗Ackerbaubüros über den Stand der Baumwoll⸗ felder in Aukunft nur noch auf vier Termine und zwar beſchränkt bleiben ſollen. Deviſenmarkt und ohne beſondere Anregung. geringſten Schwankungen ausgeſetzt. London gegen Paris mit 168,25 etwas ſchwächer als am Vortage, doch umſatzlos⸗ Die überſeeiſchen Deviſen liegen abgeſchwächt nach der voran⸗ gegangenen Steigerung. Im einzelnen notierten: Lendon 21. November Metallmarkr In Olt. f. d. eng. t. 5. 1016 Kg. —Tĩ— „ eleet.—— Zin 5 de. 9 Ponat 58.— 1785 Nicel— S... 1,5.5 de. Eietwol. 54.50 64.75 J Zinn Kaſſa 309.15 307.25[ Reaulus 2** Frachtenmarkt in Duisburg⸗Ruhrort vom 21. Deh. Das Geſchäft an der heutigen Börſe war im allgemeinen unverändert. Die Exportkohlenfrachten blieben die gleichen, während die Tagesmieten und die Frachten nach dem Obe·. rhein eine kleine Senkung erſuhren. Machfrage beſteht 1. September, 1. Oktober, 1. November und 1. Dezember Der internationale Deviſenmatkt wan geſtern ſehr rurig Die Weſtdeviſen waren nur ſtellte ſich an der Börſe auf 120,25, London gegen Mailand 2¹ 22. 21. 22. 21. 22. Kondon-Naris 120,00120.25J Weitd.-Schwa.] 73,35 28.381 Lend.-Stockd. 18.15*.15 Lond.⸗Brüſtel 54.90 34.90 Holland-Schm 205.85 208.35 Lond.-Madr“ 31.85 817⁵ Sond.⸗Maild. 107 00108.25 Kabel Holland 250.C00255.00] Mailand-Paris112.25 1 165 Kabei Schweiz 517.25 517.15 Lond.-Holland 12.13/ 12.18/ Brüvel-Paris 815.00 345.00 Fond.⸗Schweiz 25.09 25.09 London. Oslo.19.25 13.300 Holland-Paris] 965.10 Paris-Schweis] 2100 20.80J Sond.-Kopenh.] 13.30 13.20l Kadel London.15.1 4441 In.⸗Mk. laſſen ſich zalgende Kur,e eltſtellen Londen... 20.-9 20.38] Prag 1244 12.44l Mabrid.. 63,564.89 Poris. 17000 16.55 SS 155.85 155.6“ Argentinien 173.(517/½0 Zörich. 6120 61.29] Kopenbagen. 113.98 Ii 50 Jaran 205,55 94.0) Wailand 19.65 18.90 Stockrolm, 112.20 112.25 New⸗Hork...20.2.20•1 Helland... 166.50.168,00 Brüſſel 58.45, 58.450 Berliner Metallbörfe vom 21. Dezembo Preiſe in Feſimart ar 1 Ku. 30 1 Elektrolyt'upfer 130.25 180.50 Aluminium in N Raffinadetupfer—.——.— Varren.14.16 Blei———.— un ausl.—.— Rohzint Bb.⸗Fr. 68.—-68,50 36.—.66.50 Hünenzinn—.— 33 „k. Verk.,—— ce.30.40860 Plattenzint c0. 61.— 60.—.61.—] Anfimon 145..25.470 Aluminium.10.10 Silber für 1 G 73.7574.75 73.—74.— 75 — 9 Veꝛ en ei ſpr ein lei. Mittwoch, den 22. Dezeuber 1926 neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 502 Nus der Pfalz Gegen die Errichtung eines Krematoriums ꝛ: Neuſtadt a. d.., 19. Dez. Das Kartell der katholiſchen „Vereine und die katholiſche Kirchenverwaltung Neuſtadt haben als Vertreter der 8000 Katholiken Neuſtadt Einſpruch we⸗ gen der geplanten Errichtung eines Krematoriums bei dem erhoben. :: Roxheim, 21. Dez. Bei der gemeinſamen Treibjagd am 18. Dezember wurde ein Knabe, als er einem Haſen nach⸗ ſprang, und im gleichen Augenblick ein Jäger abdrückte durch eine Ladung Schrot an Hand und Oberſchenkel verletzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht; doch ſind die Verletzungen Gerichtszeitung Der Fall Himmelsbach * Freiburg i. Br., 21. Dez. Die Fa. Gebr. Himmelsbar, ließ durch die Zeitungen in Freiburg i. Br. bekannt geben, aß ſie in dem Prozeſſe gegen den Geh Regierungsrat, Uni⸗ verſitätsprofeſſor Dr. Endres in München in der An⸗ gelegenheit der Holzfällungen vor dem Landgericht reiburg i. Br. ein obſiegendes Urteil erzielt hat. Der echtsanwalt des Beklagten gibt nun gewiſſermaßen eine Be⸗ richtigung die dahin lautet, daß die Klage der Firma Him⸗ melsbach ſich auf 100 000 Mk. Schadenerſatz, auf einen Wider⸗ ruf der Behauptungen in 20 deutſchen Zeitungen und drittens auf künftige Unterlaſſung der Behauptungen erſtreckt. Die lage auf Schadenerſatz und auf Widerruf wurde aber abgemieſen, dagegen wurde Unterlaſſung der Behaup⸗ ungen erlangt. Von den Koſten des Rechtsſtreites wurden er Firma Himmelsbach fünf Sechſtel und Prof. Endres ein Gechſtel auferlegt. In der Begründung heißt es:„Die Firma immelsbach hat den Beweis nicht erbracht, daß die von rof. Endres aufgeſtellten Behauptungen unwahr ſind, an⸗ ererſeits kann aber auch nicht feſtgeſtellt werden, daß die i ehauptungen des Angeklagten, der aber nicht beweispflichtig ſt, der Wahrheit entſprechen. Heute laſſe ſich überhaupt nicht mehr feſtſtellen, was recht und was unrecht iſt.“ Das Land⸗ dericht Freiburg ſtellte ſich damit auf einen anderen Standpunkt als das Landgericht Berlin im Falle Fernbach. Auch die krage, ob künſtig die Wiederholung der früheren Behaup⸗ ungen unterlaſſen werden müſſe, iſt noch nicht rechtskräftig. enn auch Prof. Endres kann beim Oberlandesgericht Karls⸗ ruhe Berufung einlegen. 85*—5 Todesſtrafe für breifachen Mord Vor dem Schwurgericht Schwerin hatte ſich der Schnit⸗ er Anton Narloch wegen dreifachen Mordes zu verant⸗ worten. Der Angeklagte hatte ſich im April 1025 mit ſeiner b eliebten Julianne Scharbreck und der Frau und dem albjährigen Kinde in der Morgenfrühe zu einem kleinen Feiche bei dem Gut Beckendorf begeben, ſteckte mit Hilſe der Intter das Kind in einen mit Feldſteinen beſchwerten Sack Hund warf dieſen dann ins Waſſer. Die Frau packte er Lnt Halſe und brachte auch ſie durch Ertränken ums eben. Die Leiche, der er gleichfalls Steine in die Kleidung Aibunden hatte, verſenkte er ebenfalls in dem Gewäſſer. Tags⸗ ber arbeitete der Mörder dann in gewohnter Weiſe, olne ine Spur ſeeliſcher Erregung zu bekunden. Am folgenden orgen führte er dann die dreijährige Tochter Helene der Fcharbreck an den gleichen Teich und brachte das Mödchen auf 85 gleiche Weiſe ums Leben.— In der Mitte des Schwurge⸗ wihksſaales türmte ſich ein Haufen von Beweismaterial. Es aren die Kleider der Ermordeten und die großen Feloſteine. — D Verkündete: Geüember 1026. Packer Jakob Schnepf u. Marie Weber. rokuriſt Karl Läuſer u. Kath. Metzger. chloſſer Leonhard Frank u. Karolina Bauer. ilfsarb. J. Miltner u. K. Schnepf geb. Beyler. eiger Georg Seehaus u. Kath. Krinner. Schloſſer Och. Ringwald u. Eliſ. Körber. Schloſſer Franz Rettig u. Emma Höfler. Schloſſer Phil. Lenz u. Frieda Schönleber. Kaufm. Otto Kling u. Kath. Ulrich. Technifer Hch. Naumburg u. Magd. Delp. Sgellileber Ph. Dietrich u. Luiſe Schaaf geb. „Leimer. * Werkzeugſchmied Eugen Vetter u. Luiſe Lenz. Dekorationsmal. E. Buddenberg u. Eliſ. Paul. erkzeugmacher Joh. Schmitz u. Eliſ. Werner. Keſſelſchmied K. Zorn u. Thereſ. Zahn geb. Scharrenbroich. Banarbeiter Th. Göt u. Eliſ. Jöſt. Fabrikarbeiter Stto Bräunig u. M. Ritzert. „Chemiker Dr. phll. Arthur Kurtius u. Emma ampſon. Schreiner Georg Hahl u. Anna Seubert. int Eit Dr. jur. Oskar Metzger und Dr. ur Emilie Rebſtein. ußizoberſekretär H. Kaiſer u. Th. Bergbauer. U. Arbeiter Anton Phimonn u. Artonia Füller. aufm. Adolf Geiſel u. Anna Krämer. Dachdecker Och. Eichner u. M. Seidel geb. Liehr. ekorateur Ga. Göttert u. Marg. Dreher. Schrittſetzer Hans Ensfeld u. Paul. Planitzer. etalldreher K. Livraahi u. Magd. Reimling. Former Heinrich Schmitt u. Anna Wendel. 1. AArchitekt Erhard Scheffel u. Elikabeth Blank. Schloſſer Karl Haag u. Luiſe Geiſert. Sehrer Bernh. Menzemer u. Joh. Gushurſt. Auskäufer F. Hilbert u. Eliſ. Lenhart. Metzger Karl Arnold u. Johanna Hahn. Getraute: Forſtner. 14 1 November 1926. g0. Poſiſchaffner Julius. 1. Schloſſer W. 1. Lehrer Rob. mut Paul 2. Praft. Arzt 1 4 Wzember 1026. (Sau'm. Leib Fränkel u. Frieda Erlanger. aufm. Rudolf Jung u. Kath. Merfel. Bebarteur Dr. phil. W. Nied u. Charl. Hahn. Hehloſſer A. Schäfer n. K. Herſt ceh. Lammert. Lehrer Paul Ziegle u. Martha Müller. kanellmeiſter Rerner Gößling u. Thekla Hoff⸗ manr geb. Wille. ärtner Geyre Nütü u. C. 2. Dipl.⸗Ing. Ingeboro. fitenetn Rorner. ——— mit denen der Mörder ſeine Opfer vor dem Ertränken be⸗ ſchwerte. Die Verhandlung dauerte bis abends 7 Uhr. Das Urteil lautete zweimal auf Todesſtraſe, weiterhin auf Gefängnisſtraſe von 4 Jahren, ſowie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Das Ende eines Landfriedensbruch⸗Prozeſſes in Dortmund Nach dreitägiger Verhandlung vor dem Schöffengericht Dortmund wurde ein umfangreicher Landfriedensbruch⸗Pro⸗ zeß beendet, der die ſchweren Ausſchreitungen am 21. Februar dieſes Jahres aus Anlaß eines Deutſchen Tages in Unna zum Gegenſtand hatte. Damals kam es zu einem blutigen Zuſammenſtoß und Schlägereien zwiſchen Mitglie⸗ dern des Wehrwolf, des Roten Frontkämpferbundes und des Reichsbanners. Erſt durch das Eingreifen des Ueberfallkom⸗ mandos der Dortmunder Schutzpolizei konnte die Ruhe wieder hergeſtellt werden. 13 Angeklagte und 76 Zeu⸗ gen ſtanden vor Gericht. Die Verhandlungen ergaben für die Entſcheidung, wer der Anſtifter war, keine volle Klarheit. Es wurde aber feſtgeſtellt, daß die Angeklagten der links ge⸗ ichteten Organiſationen, falls ſie ſich wirklich ſelbſt ange⸗ iſſen fühlten, weit über das notwendige Maß der Abwehr ei den Zuſammenſtößen hinausgegangen waren. Zwölf An⸗ geklagte wurden mangels Beweiſen freigeſprochen. Gegen den Hauptangeſchuldigten, den kommuniſtiſchen Bergmann Deilmann, wurde auf eine Gefängnisſtrafe von ſechs Mo⸗ naten erkannt. Syortliche Runoſchau Winterſvort Schluß des Eishockey⸗Turniers in Berlin Endſieger Wiener Eislauſverein Mit den am Montag abend im Berliner Sportpalaſt aus⸗ getragenen zwei letzten Spielen wurde das Internationale Eisbockey⸗Turnier beendet. Nachdem im erſten Spiel des Abends, dem fünſten innerbalb des Turniers, der Wiener Eislaufverein ſeine überlegene Klaſſe mit einem:0 Sieg über die deutſche Nationalmannſchaft bewieſen hatte und damit be⸗ reits Turnierſieger war, ſtanden ſich im letzten Spiel ſpät in der Nacht noch der Berliner Schlitiſchuh⸗Club— Oxford Canabians:5(:3) in einem prächtigen Finale gegenüber. Der Kampf war jeder⸗ zeit intereſſant und ſpannend und zeitigte ſchöne Leiſtungen. Im erſten Viertel des Kampfes legte Orford 8 Tore vor, dann aber rafften ſich die Berliner auf, geſtalteten das Spiel über⸗ — und konnten bis zur Pauſe noch den Ausgleich erzielen, ſodaß mit:3 die Seiten gewechſelt wurden. Dann ſetzte der BScC gleich wieder Dampf auf und führte bald mit 2 Toren, die aber der ausgezeichnete Mannſchaftsführer der Kanadier, Johnſtone, bald wieder aufholen konnte. Faſt ſchien es, als ſollte es beim:5 bleiben, als kurz vor dem Schlußpfiff der alänzend disponierte Johannſon für den BSC das 6. und Siegtor erzielen konnte, ſodaß der BSC als glücklicher Sieger das Eis verließ. Die Geſamtklaſſierung des Turniers wurde wie folgt bekannt gegeben: 1. Wiener Eislaufverein 6 Punkte; Mannſchaft 2 Punkte; 4. Oxford Canadians 1 Punkt. Die Wiener lieferten den klaren Beweis, daß ſie eine Klaſſe für ſich ſind. Wer ſie heute ſchlägt, iſt Eurovameiſter. Jeder der einzelnen Spieler repräſentiert hohe Klaſſe und beſonders be⸗ merkenswert iſt, daß die Mannſchaft mit Ausnahme von Dr. Dempſey, der Kanadier iſt, nur aus Einheimiſchen beſteht und ſelbſt für Dr. Dempſey noch einen ausreichenden Erſatzmann beſitzt, ſodaß der Wiener Eislaufverein eine rein nationale 11. Oberwerkſührer E. Bechtold u. B. Steinhart. Spengler Hch. Drolshagen u. Sab. Thomas. Schloſſer Joh. Tabakſchneider Heizer K. Hettich u. L. Seiffert geb. Edinger. Schloſſer Emil Keck u. Kath. Laſchinger. Hilfsſchloſſer Martin Klamm u. Maria Fuchs. Schieferdecker Eugen Kohl u. Erna Leinberger. Dekorateur Max Levy u. Martha Fahrian. Magazinarbeiter G. Müller u. Paul. Wandel. Kaufm. Martin Rottmann u. Anna Schütz. Kauſm. Thomas Schmitt u. Anna Kipphan. Kraftwagenführer Aug. Weis u. Elſa Göckel. Arbeiter Georg Rettig u. Luiſe Schwarz. Baurat Heinrich Vetter u. Frieda Mayer, Schloſſer Hugo Volk u. Maria Schnepf, Metalldreher J. Müller u. Thekla Krebs geb. Forſtaſſeſſor Emil Georgii u. Oberſekretär Ernſt Bauber u. Emma Schoch. Kaufm. Paul Bensdorf u. Joh. Ohnhaus. Tierarzt Dr. med. vet. L. Geberth Kunſtglaſer Hans Ruckenbrod u. Anna Bender. Elektromonteur K. Schertel u. Hel. G56ſfel. Prokuriſt Joh. Striegel u. Annd Straßner. Friſeur Fried. Schnabel u. Roſa Wegmann. 29. Polizeiwachtmeiſter L. Spinner e. S. Helmut Wolfgang Ludwig. 90. Fuhrm. Karl f. Seipio e. S. Kurt Friedrich. 96. Malexmeiſter J. P. Koblenz e. S. Karlheinz Dezember 1926. 1. Automechaniker H. A. Heiler e. S. Karl Heinz. 2. Schloſſer F. G. Weigel e. S. Fried. Heinrich. 2. Verſicherungsbeamter G. J. Moſer e. S. Hel⸗ orſt. 2. Polizeiwachtmſtr. K. F. Zipſe e. T. Elfriede Hannelore. 2. Vertreter M. F. Steinruck e. T. Hannelore. K. M. Maurer e. T. Marianne 8. Kanzleigehilfe Alb. Otto Lutz e. T. Dorit Roſemarie. 3. Dipl.⸗Ino. Helmuth v. Deimling e. T. Urſula Sofie Marie Margarete. B. Metellſchleifer J. Go. Dreſcher e. ſtellt, wie ſie kaum ein zweites Land in Europa e zt. 2. Berliner Schlittſchuh⸗Club 3 Punkte; 3. Deutſche National⸗e Schach Das internationale Schachturnier in Meran Vor Beginn der 13. und letzten Runde des Meraner Schach⸗ turniers wurde die einzige Hängepartie zwiſchen Koſtitſch und Alimonda zu Ende gebracht. Nach insgeſamt 12 Stunden konnte Koſtitſch in hartem Endſpiel den Sieg davontragen, Neues aus aller Welt 10 000 Mark Belohnung — Bochum, 20. Dez. Nach einer amtlichen Mitteilung der Oberpoſtoirektion Dortmund ſind auf die Ergreifung des Oberpoſtinſpektors Kattwinkel, der wie gemeldet, beim Hauptpoſtamt Bochum Unterſchlagungen in Höhe von 345000 Mark verübt hat und dann flüchtig gegangen iſt. 10 000 Mark Belohnung ausgeſetzt. 30 0 — Rekordleiſtung eines Sängers. Michael Bohnen, der als„körperlich ſtärkſter“ unter den deutſchen Sängern gilt, hat jüngſt eine Leiſtung vollbracht, die auch für eine ſeltene Aus⸗ dauer ſeiner Stimme zeugt. Bohnen ſan⸗ den Hans Sachs in Leipzig, am nächſten Tage den Ochs von Lerchenau in Berlin. Nachdem er die beiden Partien, die zu den umfangreichſten und anſtrengendſten des Opernrepertoires zählen, hinter ſich ge⸗ bracht, flog Michael am Tage darauf nach Paris, wo er am Abend als Mephiſto auf den Brettern ſtand, kehrte am nächſten Tage durch die Luft nach Berlin zurück, hatte eine anſtrengende Probe und ſang am kommenden Abend den Scarpia in„Tosca“., — Wer macht's ihm nach? — Zum Unglück auf der Lahn. Zu dem furchtbaren Un⸗ glück auf der Lahn, dem ſechs blühende Menſchenleben zum Opfer ſielen, wird noch bekannt, daß der Unfall wahrſcheinlich durch die ſtarke Strömung der hochgehenden Lahn und wohl auch durch die ſtarke Belaſtung der auf die beiden Pontons aufgebauten Rammen entſtanden iſt. Das Fahrzeug ſchlug um und von den acht Inſaſſen kamen ſechs in den reißenden Fluten um. Am Ufer haben ſich ber dem Unfall entſetzliche Szenen abgeſpielt. Die Kataſtrophe ereignete ſich nämlich gerade um die Mittagszeit, als die Frauen ihren Männern das Eſſen bringen wollten. Die Unglücklichen mußten zu⸗ ——— ſehen, wie ihre Angehörigen vor ihren Augen ertranken. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. 8 — Große Unterſchlagungen. Zu den Unterſchlagungen bei einer Kölner Kirchengemeinde erfahren wir, daß der Defraudant ſich außer den Unterſchlagungen in ſeinem Amt auch noch andere Betrügereien hat zu Schulden kommen laſſen. So ſoll er einige Geſchäftsleute um erhebliche Summen, die insgeſamt in die Hunderttauſenden gehen, geſchädigt haben. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Dezember R. J15 16 E 10 ee5 I ia¹ Saudertuſel fO. 10 P9,88f6,S88ſ9,.9,88 Ranndeim.88.842.210276 Sel. 1184/1 42.901.69 1,,188 Jagſtield 6,820,766,68 0,761)08/1,62 Raran; 3,683.618.743.61 24920 4 Mannheim.362,342.722.292,422.33 aud..591.59.68.56 1,72176 üin. 14(71..52—.— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Monnheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, E 6, 2 Direktion: Ferdinand Heyme. Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Berantwortliche Redakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner.— Feuilleton: Dr. S. Kayſer. Kommunalpelitik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport uns Neues aus allexr Welt: Willy Müller.— Handelsteil: Kurt Ehmer, Gericht und alles Uebrige:— Kircher.— Anzeigen: Dr. W. S. Stötzner 5PPTToTTTPToToTTT——TK——K— J08 u. Roſa Schieber. Joſef Geiger u. Marie Münch. ner Herbert. Anita Maria. chmann. Maria Eliſabeth. u. E. Stolzer Friedrich. 5 6. Wetterwartgehilſe Eugen Heinz Otmar. K. Grimm e. F. Giſela Maria. Geborene: Müller e. T. Hannelore Karoline. 7. Kaufm. L. W. Koch Stemmle e. S. Ernſt Axel Fried. Erika Margarete. Ernſt. 8.„ J. F. Schö 8 Dr. meb. F. Kuckes e. S. Heing Geſtorbene: Dezember 1926. 7. Margareta Maria Werdan, 8. Helma Plitt, 2 M 8. Elfriede Johann, 2 Tage. S. Heinrich. g. Karl Barth, 5 Minuten. SMAMAMER scnunkE, das SrsTE wäin 3. Schloſſer Hans Breunig e. S. Werner Heinz. 8. Elſendreher K. H. Pfaff e. T. L 3. Poſtinſpektor Alb. Mutter e. T. Leonore. 3. Kaufm. Franz K. Kühne e. T. Edith Maria. 3. Zeichner Joh. Alois Deißler e. S. Werner. 3. Expedient F. K. Bolleyer e. S. Lud. Konrad. 9. Fachlehrer Herbert Hammel e. S. Jakob. 4. Schreiner F. J. Huchler e. T. 4. Kaufm. R. Löwe e. T. Gertrud Charlotte. 4. Hilfsarbeiter G. Uebach e. T. Hildegard. 10. 4. Müller A. G. Scholl e. T. Klara Frieda. 4. Dachdecker H. A. Keller e. S. Michael Albert. 5. Graph. Hilfsarbeiter J. A. Throm e. S. Wer⸗ 5. Maurer Joh. Joſ. Jordan e. T. Ilſe Paula. 5. Kupferſchmied J. Ph. Krämer e. 5. Schneidermeiſter W. Bauer e. T. Hannelore 5. Architekt F. W. Kirchhoff e. S. Rudolf Relmar. 5. Bäcker K. A. Kleinſchrot e. T. 5. Kaufm. Karl Ambs e. T. Marianne. 5. Kaufm. R. Settelmayer e. S. Nobert Georg. 5. Arbeiter Lud. Griesmann e. T. Erika Lucia. 5. Tapezier P. Roſenzweig e. T. Chriſt. Wilma. 6. Pferdehändler Hch. Johann e. T. Elſriede. 6. Fabrikarbeiter B. G. Schulz e. S. Karl. 6. Kraftwagenführer K. M. Seeberger e. S. Karl 2* 6. Packer Oskar Grunwald e. S. Gerhard. 7. Schloſſer F. K. Gutſchalk e. S 7. Friſeur J. H. Süß e. T. Elſa Anna Karol. 7. Plattenleger P. W. Partes e. S. Herbert. e. T. Vera Anna. 8. Kraftwagenſührer Werner Vormſchlag e. T. „Fried. Martin. 8. Kauſm. Ludwig Obſt e. T. Klara Lieſel. 8. Kaufm. Albert Flor e. S. Werner Karl Hch. S. Werner Joſef. 1 M. 4 T. 7. Crika Lucia Griesmann, 2 Tage. 9. Werkmeiſter Johann Fetſcher, 56 J. 11 M. 9. Kath. Eliſ. geb. Krummeck, Ehefr. d. Arbeiters Ferdinand Schlechter, 20 J. 4 M. 8. Kaufm. Paul Karl Joſef Claß, 43 J. 2 M. MachrsckscnxNcl 10. Dominika geb. Galler, Ehefrau d. Invaliden Franz Kremer 39 J. 11 M. 9. Luiſe geb. Deppert, Ehefr. d. Inſtallateurs K. Glahb i N N 9. Kaufm. Egon Arthur Schwartz, 50 J. 10 M. 9, Maria Eliſ. geb. Brünnle, Wwe. d. Steuer⸗ einnehmers O. Ehmann, 71 J. 10 M. 10. Maria geb. Dörr, Ehefr. d. Rentenempfängers Benjamin Meroth, 73 J. 2 M. d. Metzger⸗ Johanna geb. Neuberger, Wwe. meiſters K. David 48 J. 3 M. Stadtſekretär Willi R. Schweigert, 24.s M. Margarete geb. Gayer, Ehefr. d. Oberpoſtſek. Georg Wilh. Raiß, 57 J. 6 M. Werkmeiſter Hugo Huber, 34 J. 8 M Taaléhner Georg Kunz, 57 J. 6 M. Wirt Joſef Lud. Mutterer, 58 J. 1 M. Küfer Theodor Buchholz, 70 J. 9 M. Led. Taolöhner Ludwig Veith, 53 J. 7.. Polizeioberwachtmeiſter Berthold Franz Nan⸗ mann, 39 J. 10 M. Maroareta Friederife geb. Wimmer, Ehefr. Reiſeinſpeftors W. Henne, 34 J. 3 M Berta geb. Kann, Wwe. d. Privatmanns Reinach, 84 J. 3 M. Kaufm. Otto Nedderſen, 57 J. 2 M. 70 Kath. geb. Buſch, Wwe d. Magazinverwalters 8 Georg Buſch, 70. 35 11. Taal. Karl Popp, 48 J. 8 M. 13. Oberpoſtſekretär Koh. Wart. Vaith, 50 J. 9 M. ore Klara. Berta Frieda. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 11. 11. 11. * . T. Elsbeth Anna Mathilde. 6. W. E. A. Schulze e. S. 12. Panlina Luiſe geb. Müller, Gbehr. d. Schrein. Herm. Joh. Albig, 42 K. 10..— 12. Emma geb. Hoffmann, Ehefrau d. Werkm. Gg. 5 Heen 56.. 9 12. Kath. geb. Ott, Eherr. d. Tagl. Karl Ludwig NMeiee s 12. Led. Metzgermeiſter L. Feuchter, 40 J. 5 M. 12. Katß. geb. Schwarz, Wwe. d. Portiers Ph. Jak, Weikgenannt, 72 J. 11 M. 15. Invalide Franz Kremer, 40 J. 11 M. 12. Theodor Saß 18½ Std. 5 12. Led. Tagl. Michael Bremer, 54 J. 10 M. 13. Led. berufſ. Karola Kath. Hoffner, 22 J. 11 M. 13. Bernhard Karl Henrich, 3 M. 4 T. 13. Awalia Karol. geb. Himmelsbach, Ehefr. d. Küfers Joh. Jak. Wagner, 37 J. Berta geb. Langerkeld, Wwe. d. Architekten H. Hilpert, 80 J. 2 M. 0 9 19. Profeſſor a. D. Anton Hoffmann, 78 F. 14. Schloſſermeiſter A. Joh. Wurz, 65 J. 11 M. 14. Led. Kunkerſchmied W. Förſter, 66 J. 8 M. 14. Maxia Helena geb. Kretzler, Ehefr. d. Arb. Sicmund Blum, 40 J. 2 M. — 13. 8—— 8. Seite. Nr. 592 Neue Mannheimer Zeitung(Mitiag⸗Ausgabe) Mittwoch, den 22. Dezember 1928 —— M N Statt besonderer Anzeige. Todes-Anzeige.* Mii decingungsiosem Rücusen· 3 Ei Wir teben hiermit unseren Mitsliedern bekannt. dungetecin den Nichteelalter Pe Montag abend gegen 6 Uhr verschied nach langem.— 1 schwerem, mit großer Gedud ertragenem Leiden meine 2— voo un Umnk.— 2 ſiebe, treubesorgie Frau, unsere herzensgute, unvergeßliche Major d. D. ax a0 er———— Tochter, Schwester, Tante und Schwägerm R aie, Nafegeste, Lu e* 48 nach kurzer Krankheit unerwertet verschieden ist. +*2— 83 4104 22 8. 4 Ein braves, pilichterfülltes treudeutsches Herz hat 9 Frau 1 U r 9e rand aulschört zu schlagen und schmerzerlüllt stehen wir an der Bahre eines edlen, guten Menschen, der—— Br 9 im Alter von 41 Jahren, wohlvorbereitet dureh die heiligen F in S 8 3 1 Sterbesakramente. Die Einäscherung findet am Donnerstag früh 10 Uhr 0 Pe Mannheim. Leutershausen a.., 20 Dezember 1926 statt und bitten wir um zahlreiches letztes Geleite.— 2 9 eim..., 20. Deutschnationale Volkspartel 0 ctsverein Mannheim 9 Leopold Bauer, staatl. gepr. Dentist Diese Woche Der Vorstand. und Verwandte. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 23 Dezemb., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städt. Friedhofes aus statt. 7696 ———— Larte Fleischgänse rranal. 50 Schwere Mastuäuse va..80 Aune Luen— Pallaricn Haaan— dupronhühnor ——————— Von großen Trelbiasden riech eingetroflen über 1000Hasen Danksagung Für die vielen Beweise auftichtiger An · teilnahme an dem schweren Verlust der uns betroſfen, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Mannheim-Käfertal, den 22. Dez. 1920 Gottlieb Maler nebst Kinder . Danksagung. Die Beweise innigster Teilnahme beim Hingange unserer lieben Mutter, Frau Gecheilmrat Juli a Lanz2 sind so zahlreich, daß es uns nicht möglich ist, iedem Ein · zelnen zu danken. Wir sprechen deshalb an dieser Stelle statt besonderer Mitteilung allen Freunden der Vorstorbenen unsern herzlichsten Dank aus. besonders preiswert 6 nge Pratoänse rruna.40 Ferrülier:: P Röchling, v. 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Für die ũberaus zahlreichen Beweise der Teilnahme beim rode des Seniorcheĩs der itũheren olienen Handelsgeselischaſt Heintich Lanz, Frau Geheime Kommerzienrai ulia Lanz beehren wir uns auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank 9 auszuspiechen. Em133 à Uhr im Rathaus die Ausübung ihres ge⸗ 95016 meinſamen Jagdbezirkes vom 1. Februar 1027 Heinrich Lanz2 auf weitere 6 Jahre. Das Jagogebiet um⸗ u——* N Aketi chaft(n alsba owie de rchenärariſchen Wald⸗ Sngese 8 Unterricht diſtrikts Ortes Gemeinde Daisbach u. Sins⸗ 7 heim. Der Jagdpachtvertrag iſt zur Einſicht— r Caavier-Unterricht auf ber, aban eiee Iimtiiche Bekannimachunzen 55 6 Bieter werden nur ſolche Perſoner 8 erteiſ Redene Sner zugelgſſen, die ſich int Beſipe eine Hägdpaſſes 10 AEUUUEAUUIE 1 B5511 7, 8b, 11. befinden oder durch Auswels, daß der Aus⸗⸗ Straßenſperre. — ſtellung nichts im Wege ſteht; auswärtige Zwecks Vornahme von Balzarbeiten 10 Lebensmittel fur ias Weihnachtsfast Steigerer haben genügende Sicherheit zu] die Landſtraße Nr. 2 zwiſchen Neckarau ahunpnanaanmupusnpnpnpanonnnnnnanmunundunnuaonoanaaanaaaaonuwu leiſten. Rheinan(Caſterſelbſtraße) für den Kr 4 Weine und Ciköre Daisbach, Ami Sinsheim, „en i Dezemer 1026. 14 Sennar 4855— 6„ aleut. Freirnersheirner i28e1 Fl. 95 Pf Dtirkheirner Spielberg uh Sllegt S5 Umleitung des Verkehrs über Secke Die Schalter der Sparkasse sind 1922er, Grigina ablüll., Kotkotand Fl..90 und Friebrichsfeld. am kommenden Dürkheirner Rotweir Mannheim, den 20. Dezember 1926. 5⁵ Freltag, d. 24. 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