—— Erſcheinangsweiſe: Wochentlich 7mal. Bezugspreise: Fre. Haus monatlich.50 Mk. und 30 Pfg. Trägerlohn, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt 150 Mk., durch die Poſt.80 Mk. einſchl. Poſtbef.⸗Gebühr. Hierzu 36 Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Waldhofſtr 12, Kronprinzen⸗ Rraße 42. Schwetzinger Straße 44. Meerfeldſtraße 18, Ne Fiſcher⸗ Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25. f. d. folgend. Monat erſolgen. Neue Mannheümer Seitung Mannheimer General-Anzeiger ſtraße 1, Fe Hauptſtr. 66, W Oppauer Straße 8, Se Luiſenſtraße 1. Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,-6. Fernſprecher: Sammel⸗Rummer 2495 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 9 Pfennig, 79 mm breite Textmillimeterzeile 50 Pfennig. Für Familien⸗ und Kleinanzeigen ermäßigte Grundpreiſe. Allgemein gültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 7. Bei Zwangsvergleichen oder Konkurſen wird keinerlei Nachlaß gewährt. Keine Gewähr für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mannheim. wöchentlich.50 RM. im Monat Ausgabe 2 7 Ausgaben 30 Pfg. Trägerlohn Freitag, 7. Auguſt 1936 147. Jahrg.— Nr. 558/359 Die Antwort auf Frankreichs Vorſchlag Rom ſtimmt grunoſätzlich zu, macht aber vier Vorbehalte — Rom, 6. Auguſt. Die italieniſche Antwort auf den Vorſchlag Frankreichs, gegenſeitig die Neutralität im ſpaniſchen Bürgerkrieg zu garantieren, iſt vom italieniſchen Außenminiſter am Donnerstagvormittag dem fran⸗ zöſiſchen Botſchafter mündlich mitgeteilt worden. Nach einer amtlichen Meldung enthält die Ant⸗ wort Italiens auf die von Frankreich vorgeſchla⸗ gene engliſch⸗franzöſiſch⸗italieniſche Präliminarver⸗ ſtändigung über die Nichteinmiſchung in die ſpani⸗ ſchen Ereigniſſe folgende vier Punkte: 1. Italien ſtimmt im Grundſatz dem Ge⸗ danken der Nichteinmiſchung in den ſpaniſchen Bürgerkrieg zu. 2. Italien erhebt die Frage, ab die mor a⸗ liſche Solidarität mit einer der in Konflikt ſtehenden Parteien, eine Solidarität, wie ſie durch öffentliche Kundgebungen, Preſſeäußerungen, Zeich⸗ nung von Geldſpenden, Anwerbung von Freiwilli⸗ gen uſw. zum Ausdruck kommt, nicht bereits eine bebenkliche Form der Ein miſchung dar⸗ ſtellt. 3. Italien wünſcht zu erfahren, ob die Ver⸗ pflichtung zur Nichteinmiſchung umfaſſen⸗ den Charakter haben ſoll oder nicht, ob ſie nur die Regierungen oder auch Private bin⸗ den ſoll. 4. Italien wünſcht darüber Kenntnis zu erhal⸗ ten, ob die franzöſiſche Regierung auch Modali⸗ täten für die Kontrolle über die Einhal⸗ tung der Verpflichtung zur Nichteinmiſchung im Auge habe oder nicht. Die Antwort Italiens auf den franzöſiſchen Nicht⸗ einmiſchungsvorſchlag wird von der römiſchen Abend⸗ preſſe unter beſonderer Betonung der notwendigen und grundlegenden Klarſtellung der von Rom an Paris geſtellten Fragen eingehend erläutert. Das halbamtliche„Giornale'Italia“ ſtellt ſeinen Kom⸗ mentar unter die Loſung:„Totale Neutralität“ Italien verlange eben volle Klarheit und fordere deshalb hundertprozentige Neutralität. Die Verpflichtung dazu müſſe aber auf alle jene Staa⸗ ten ausgedehnt werden, die für die Unterſtützung einer der beiden Parteien des ſpaniſchen Kön⸗ flikts in Betracht kommen können. Italien verlange weiter eine genaue Auslegung jener Kundgebungen, die in einigen Ländern zugun⸗ ſten einer der ſpaniſchen Parteien veranſtaltet wer⸗ den und die nach dem allgemeinen Urteil zur unmiß⸗ verſtändlichen Einmiſchung gehören. Sie beträfen alſo eine Handlung, die zu der von der franzöſiſchen Regierung verlangten Neutralität in Widerſpruch ſtehe. Das angeſehene römiſche Blatt zählt in dieſem Zuſammenhang die Moskauer Spenden⸗ ſammlung von 12 Millionen Rubel, die Freiwilligenanwerbungen in Frankreich, die Erklä⸗ rungen offiziöſer Zeitungen und Perſönlichkeiten auf, in denen nicht nur die aktive Solidarität ihrer Regierungen zu Gunſten der Madrider Regierung, ſondern auch Stellungnahme gegen die Regierung von Burgos gefordert werde. Durch dieſe Erklä⸗ rungen ſolle die Zuſammenarbeit mit einem Kampf⸗ programm bis auf das äußerſte gegen den Faſchis⸗ mus und gegen den Nationalſozialismus gerecht⸗ fertigt werden. Dieſe geiſtige Aufrüſtung für einen inter⸗ nationalen politiſchen Ideenkampf, ſo ſtellt das halbamtliche Blatt ſchließlich feſt, ſei nicht weniger gefährlich als die Ausrüſtung mit Waffen. Regierungen und Parteien ſollten dieſe Tatſache in Rechnung ſtellen. Die Agitation, die aus der verhetzten ſpaniſchen Atmoſphäre Rachſucht und Miß⸗ verſtehen zwiſchen den Völkern entſtehen laſſen möchte, werde unweigerlich die Länder ſpalten und zu einer politiſchen Blockbildung führen. Eine ſolche Blockbildung wäre noch gefährlicher, als die bereits vorhandene militäriſche, da die überraſchen⸗ den Maſſenbewegungen bei einigen Nationen Tür und Tor öffnen würden und ſich überdies der Kon⸗ trolle der Regierungen und damit jeder Regelung internationaler Beziehungen leichter entziehen könnten. Die Gefahren zweideutiger Neutralitätspolitik — Paris, 6. Auguſt. Der Sonderberichterſtatter des„Echo de Paris“ berichtet aus Pamplona von einem Kommuniqus über die Bombardierung durch Regierungsflugzeuge in den letzten Tagen. Darin heißt es u..:„Alle dieſe Bombardierungen ſind von Apparaten ausgeführt worden, die nicht zu den Model⸗ len der ſpaniſchen Armeegehören. Außer⸗ dem ſind die nicht explodierten Bomben, die abge⸗ worfen wurden, nicht von der Art, wie ſie in der ſpaniſchen Armee verwendet werden.“ Der Berichterſtatter bemerkt dazu, es ſei nur ein Schritt von dieſem Kommuniqué bis zu dem Ge⸗ danken, daß die Flugzeuge und Bomben von Frankreich an die Regierung in Barcelona geliefert worden ſeien. Dieſer Schritt ſei gemacht worden, und die in Spanien lebenden Franzoſen hätten ſofort die Fol⸗ gen geſpürt. Er, der Berichterſtatter, habe es vor⸗ gezogen, Pamplona lieber zu verlaſſen, als bei einem derartigen Verdacht und der daraus entſtandenen Feindſeligkeiten dort zu leben. Die Freunde, die Frankreich in Nordſpanien gehabt habe, hätten ſich von Frankreich entfernt. In einem Aufſatz der Schriftleitung wird auf dieſe Stelle des Berichtes beſonders verwieſen und dazu bemerkt, daß das Blatt nicht in der Lage ſei, feſtzuſtellen, ob dieſe ſchwere Klage begründet ſei. Außerdem ſei unter den gegenwärtigen Umſtänden eine unparteiiſche Unterſuchung nur ſchwer durch⸗ zuführen. Sicher und klar aber ſei, daß die z wei⸗ deutige Haltung der franzöſiſchen Re⸗ gierung die ſchwerſten Verdächtigun⸗ gen gegen Frankreich hervorrufe und bei dem Nachbarland heftige Mißſtimmung auslöſe. Auch andere Anzeichen erlaubten die Annahme, daß Frankreichs Neutralität in dem ſpaniſchen Bürger⸗ krieg nicht rigoros und abſolut ſei. Die offiziöſen Zeitungen der Volksfront forderten jeden Tag das Italien für„totale Neutralität“ 1n. Tosc, Ane cbuN¶laan. Deutſche Olympiaſieger: Handrick im Fünfkampf; van Oyen im Piſtolen⸗ ſchießen und Stöck im Speerwerſen. Ein deutſcher Doppelſieg im Piſtolenſchießen: van Oyen ſiegt vor Har Das Speerwerfen gewann Stöck-Deutſchland mit 71,84 vor Nikkanen-Finn⸗ land 70,77 und Toivonen-Finnland 70,62. Bei den Frauen gab es über 80 Meter Hürden einen Sieg von Valla⸗ FItalien in 11,7 vor Steuer-Deutſchland 11,7 und Taylor-Kanada 11,7. Aeber 110 Meter Hürden ſiegte Towu⸗Amerika vor Finlay⸗England und Pol⸗ lard-Amerika Einen Sieg für Reuſeeland gab es im 1500-Meter-Lauf durch Lovelock. Neuſeeland in.47,8 vor Cunningham⸗Amerika und Bettali-Ftalien— Neue Weltbeſtzeit Im Dreiſprung ſiegten die Japaner Tajima mit 16 m und Harada vor Met⸗ talſe-Auſtralien. om Florettfechten der Männer wurde Gaubini⸗§talien Sieger vor Gardere Frankreich und Botchini⸗Jtalien. Casmir-Deutſchland wurde Vierter. EBEEEEEEFPPPPPP00PGG0TP0TGTPTTPTPTPTPPTPTTTTPTTTTFPPTPTPPPPPPPPPPPP————PPPP——PPPPPPPPP—————PPPPPPPPPPPPPPP——PPPP———— Einſchreiten Frankreichs zugunſten der ſpaniſchen Revolutionäre. In den Büros der Roten Hilfe in Paris rekrutiere man ſozuſagen berufsmäßig„Frei⸗ willige“ für Spanien, und die Regierung habe nicht wiſſen laſſen, ob ſie ſich der Aufrufe dieſer neuen Revolutionskreuzzügler widerſetzen werde. And Sowietrußland? — London, 6. Auguſt. Entgegen anderslautenden Berichten wird im Außenamt feſtgeſtellt, daß bisher eine Antwort Sowjetrußlands auf das Erſuchen der fran⸗ zöſiſchen Regierung nicht eingegangen iſt. Bisher ſcheint jedoch britiſcherſeits nicht die Abſicht zu beſtehen, die franzöſiſchen Bemühungen auch in Moskau zu unterſtützen. Franzöſiſcherſeits iſt ver⸗ ſichert worden,„daß man keinerlei Schwierigkeiten in Moskau erwarte“. Scharje deulſche Proteſte in Spanien Sofortige Anterſuchung der Morsdtat an den vier Deutſchen gefordert— D deutſche Dampfer„Sevilla“ von einem ſpaniſchen Regie u 4 beſchoffen — Berlin, 6. Auguſt. Nach einem Telegramm des deutſchen General⸗ konſulats in Barcelona hat Generalkonſul Köcher am Mittwoch wegen der jetzt bekannt ge⸗ wordenen Ermordung von vier Deutſchen in Barcelona bei der Regierung in Bar⸗ celona ſchärfſten Proteſt erhoben und ſofor⸗ tige Unterſuchung geſordert. Schüſſe auf einen deutſchen Dampfer — Madrid, 7. Auguſt. In den in Händen der ſpaniſchen Regierung be⸗ findlichen Häfen, beſonders in den am Mittelmeer gelegenen, droht die Macht immer mehr an kommuniſtiſch⸗anarchiſtiſche Elemente hinüberzugleiten. Die deutſchen See⸗ ſtreitkräfte ſind daher weiterhin in zwei Grup⸗ pen zur Unterſtützung deutſcher Flüchtlinge und zur Wahrnehmung deutſcher Intereſſen in Spanien tätig. Am 4. Auguſt wurde vor Larache, Spaniſch⸗ Marokko, der vor Anker liegende deutſche Dampfer„Sevilla“ ohne jeden Grund und ohne jegliche vorhergehende Warnung von dem Regierungszerſtörer„Almirante Val⸗ dés“ 45 Minuten lang beſchoſſen, ohne jedoch getroffen zu werden. Den daraufhin ſofort ausgelanfenen Dampfer hat der gleiche Zer⸗ ſtörer angehalten und ihm das Anlauſen von Larache unterſagt. Gegen dieſen kraſſen Rechtsbruch und gegen die Anwendung will⸗ kürlicher Gewalt hat, die dentſche Regierung ſchärfſten Proteſt eingelegt. Außerdem wird der Befehlshaber der Linienſchiffe, Konteradmiral Carls, bei dem Chef der ſpaniſchen Regierungsflotte nachdrücklich Verwahrung ein⸗ legen und verlangen, daß ſofortige Maßnahmen gegen die Wiederholung derartiger Ausſchreitungen getroffen werden. Amerikaniſcher Proteſt in Madrid — Waſhington, 6. Auguſt. Wie das Staatsdepartement mitteilt, hat der amerikaniſche Geſchäftsträger in Madrid bei der ſpaniſchen Regierung ſcharf gegen die Wegnahme amerikaniſchen Eigentums proteſtiert. In Barce⸗ lona ſind nämlich die Fabriken von Ford und Gene⸗ ral Motors beſchlagnahmt worden. In Madrid waren einige amerikaniſche Privatkraftwagen ent⸗ teſtnote wird die Madrider Regierung eignet worden, ſie ſind aber bis auf einen den Eigen⸗ tümern wieder zurückgegeben worden. In der Pro⸗ in keinem Zweifel darüber gelaſſen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten für den Schutz des amerikani⸗ ſchen Eigentums, gleichgültig, ob es im Beſitz von Amerikanern oder infolge der gegenwärtigen Um⸗ ſtände von dieſen zeitweilig im Stich gelaſſen worden iſt, die Madrider Regierung voll verantwortlich machen werde. Der amerikaniſche Geſchäftsträger in Madrid hat nach Waſhington berichtet, daß die ſpaniſchen Regie⸗ rungsſtellen eine baldige Beantwortung des ameri⸗ kaniſchen Proteſtes zugeſagt haben. Der amerikani⸗ ſchen Botſchaft ſei für alle Amerikaner und ihr Eigen⸗ tum Schutz verſprochen worden. Die Hilfsaktion der deutſchen Seeſtreitkräfte — Madrid, 7. Auguſt. Bei der Noroͤgruppe hat Kreuzer„Köln“ das An⸗ laufen von La Coruna(in Händen der nationalen Regierung) zunächſt zurückgeſtellt, da ſich die Lage in Bilbao verſchärft hat.„Köln“ iſt daher am 6. Auguſt früh in die Hafenſtadt Bilbaos Portugalete zurückgekehrt, von wo am 5. Auguſt der Dampfer „Beſſel“ mit 180 Flüchtlingen, darunter 15 Deutſchen, nach Bayonne in See gegangen iſt. In Zarauz ſind 15 Deutſche freiwillig zurückgeblieben. Mit dieſen wird durch das Torpedoboot„Albatros“ am 6. Aug. erneut Fühlung genommen. Vor Gijon liegt das Torpedoboot„Seeadler“, das am 5. Auguſt 15 Flüchtlinge, unter ihnen 5 Deutſche, an Bord genommen hat. In dieſer Stadt beginnt ſich bereits Lebensmittelmangel bemerkbar zu machen; das Torpedoboot hat daher den noch in ihren Wohnungen verbliebenen 25 Deutſchen und Oeſter⸗ reichern Proviant abgegeben. Maorid vor dem Chaos? Die Regierung beſitzt keine Autorität mehr— Das diploma will die Stadt verlaſſen piomatiſche Korps — Liſſabon, 6. Auguſt. Der portugieſiſche Radioklub hat, wie er erklärt, einen Funkſpruch des Madrider Botſchafters der Republik Chile aufgeſangen. Das Funktelegramm, für deſſen getreue Wiedergabe ſich der portugieſiſche Radioklub verbürgt, beſagt: Die wenigen in Madrid gebliebenen ausländiſchen Geſandten und Botſchafter ſehen ſich gezwungen zum Verlaſſen der Stadt, da die Lage verzweifelt iſt. Jeder Augenblick kann ſchwere Zuſammenſtöße bringen. Falls die Zuſammenſtellung eines Diplomaten⸗ zuges nach Portugal oder Valencia unmöglich ſein ſollte, plant man, das diplomatiſche Korps in einer einzigen Botſchaft zu ver⸗ einigen und die jeweiligen Regierungen zu bit⸗ ten, auf dem Luftwege Kräfte zur Ver⸗ teidigung zu entſenden. Die Autorität der Madrider Regierung beſteht nur dem Namen nach. Tatſächlich herrſchen die roten Syndikate und die Milizführer. Die Regierung iſt nicht ein⸗ mal imſtande, die täglichen Verluſte, die bei den Madrid verteidigenden Milizen entſtehen, zu erſetzen. Die Verluſte gehen in die Tauſende. Die Kampf⸗ front wird ohne Verbindung mit Madrid gehalten, ſo daß niemand von Madrid an die Front oder von der Front nach Madrid gelangen kann. Alle Engländer ſollen Spanien verlaſſen (Funkmeldung der NM3.) + London, 7. Auguſt. Auf Erſuchen des engliſchen Auswärtigen Amtes richtete der britiſche Rundfunk am Donnerstagabend an alle noch in Spanien verbliebenen britiſchen Staatsange⸗ hörigen die Aufforderung, ſich mit der näch⸗ ſten Konſulatſtelle in Verbindung zu ſetzen, da es ſich im Hinblick auf die verworrene Lage in Spanien * 2. Seite 7 Nummer 359 Neue Mannheimer Zeiiung/ Mittag⸗Ausgabe Freitag, 7. Auguſt 1936 dringend empfehle, von der Räumungs⸗ möglichkeit, die ſich zur Zeit noch biete, Gebrauch zu machen. Die zum Abtransport der britiſchen Untertanen in Spanien getroffenen Maßnahmen könnten nicht auf unbeſtimmte Zeit aufrecht erhalten werden. Die über alle engliſchen Sender verbreitete Auf⸗ forderung gilt beſonders den im Innern Spaniens anſäſſigen Perſonen, die entweder bisher nicht in der Lage waren, mit ihren Verwandten und Freunden außerhalb des Landes in Verbindung zu treten, oder die ſich nicht des Ernſtes der Lage bewußt ſind. In dem Rundfunkaufruf, der in London als ein außer⸗ gewöhnlicher Schritt bezeichnet wird und eine letzte Warnung an die noch in Spanien verbliebenen bri⸗ tiſchen Staatsangehörigen darſtellen dürfte, wird außerdem erklärt, daß die Mehrheit derjenigen Per⸗ ſonen, die den Wunſch geäußert hätten, Spanien zu verlaſſen, nunmehr abtransportiert worden ſei. Nach einer hieſigen Schätzung befanden ſich bei Ausbruch der Feindſeligkeiten rund 3000 britiſche Staatsangehörige in Spanien, von denen bisher etwa 2000 abtransportiert worden ſind. Anruhiges Abeſſinien Port Said, 5. Aug.(U..) Das italieniſche Truppentransportſchiff„Sannio“ hat heute Port Said paſſiert. An Bord befanden ſich 470 verwun⸗ dete italieniſche Soldaten auf dem Weg nach der Heimat. Nach hier eingegangenen Be⸗ richten ſind dieſe Soldaten in Gefechten verwundet worden, die ſich in letzter Zeit an verſchiedenen Orten Abeſſiniens zwiſchen den italieniſchen Be⸗ ſatzungstruppen und abeſſiniſchen Abteilungen ab⸗ geſpielt haben. Nach anderen Meldungen iſt der Rücktransport italieniſcher Soldaten in die Heimat eingeſtellt worden, da die verſchiedenen abeſſiniſchen Angriffe der letzten Zeit die Anweſenheit der Truppen in dem neueroberten Lande notwendig machten. Ergebenheitserklärung Ras Sejoums für Italien — Rom. 5. Auguſt. Die italienfreundliche Einſtellung der bedeutend⸗ ſten Würdenträger des Negus wird durch eine wei⸗ tere Meldung aus Adis Abeba von neuem beſtätigt, nach der Ras Sejoum, einer Einladung des ita⸗ lieniſchen Vizekönigs Marſchall Graziani folgend, in der abeſſiniſchen Hauptſtadt eingetroffen iſt, um ſeine bereits im Mai in Sambre vor General Baſtico voll⸗ zogene Unterwerfung jetzt in feierlichſter Form vor dem Vizekönig Marſchall Graziani zu wieder⸗ holen. Ras Sejoum hat ſeine Reiſe zum Teil im Flugzeug ausgeführt, um für die letzte Strecke von Diredaua bis Addis Abeba die Eiſenbahn zu be⸗ nutzen. Er hatte ſofort nach ſeiner Ankunft eine Unterredung mit dem Vizekönig und gab dann vor Journaliſten ſeiner freundlichen Geſinnung gegen⸗ über Italien und ſeiner Ergebenheit für die italieni⸗ ſchen Behörden Ausdruck. Die italieniſche Preſſe hebt die Bedeutung des Ras und ſeiner erneuten Erklärung der Loyalität für Italien hervor, da er als Angehöriger des einſti⸗ gen Herrſcherhauſes ſtets großen Einfluß auf die Eingeborenenbevölkerung in dem nördlichen Abeſſinien, beſonders in den Gebieten von Haramat. Geralta und im weſtlichen Tigre, hat und dieſen auch heute unvermindert weiter ausübt. Auch im Gebiet ſüdöſtlich von Adͤdis Abeba ſchrei⸗ tet die italieniſche Durchdringung Abeſſiniens unauf⸗ haltſam fort. Aus der Gebirgsgegend von Cercer werden zahlreiche Unterwerfungen einſtiger abeſſini⸗ ſcher Unterführer gemeldet. Cowjet⸗Freiwillige nach Spanien unterwegs Sie ſollen zunächſt in Paris untergebracht werden— Der franzöſiſche Kommuniſtenführer Thorez ſordert ſofortige militäriſche Anterſtützung der ſpaniſchen Linksregierung (Funkmeldung der NM3.) + Paris, 7. Auguſt. Während die franzöſiſche Regierung über die Ab⸗ gabe einer Neutralitätserklärung aller mehr oder weniger an den ſpaniſchen Ereigniſſen intereſſierten Mächte verhandelt und die Linkspreſſe in beſonders deutlicher Aufmachung die angeblich zufriedenſtellende Antwort der Sowjetregierung wiedergibt, ſetzen die marxiſtiſch⸗kommuniſtiſchen Kreiſe in Frankreich und in Sowjetrußland in großer Eile die Unterſtützungen alle Art für Spanien fort. Der in Frankreich ge⸗ bildete ſogenannte„Solidaritätsausſchuß“ der Volks⸗ front teilt mit, daß er in Zuſammenarbeit mit der marxiſtiſchen Arbeitergewerkſchaft und der Koten Hilfe bereits eine halbe Million Franken geſammelt habe. Unter Unterbrechung ſollen Lebensmittel und Sanitätsmaterial nach Spanien abgehen. Der„Matin“ hatte ſchon am 26. Juli die Bil⸗ dung eines kommuniſtiſchen Freikorps in Sowjet⸗ rußland angekündigt, und der„Jour“ will heute wiſſen, daß die erſte Gruppe dieſer Freiwilligen ſich bereits auf dem Wege nach Frankreich befinde. Die franzöſiſche Kommuniſtiſche Partei habe in dem roten Gürtel um Paris Unterkunftsmöglichkeiten bereitgeſtellt und einen dreiköpfigen Ausſchuß gebil⸗ det, der für die Verpflegung zu ſorgen hat. Frank⸗ reich, ſo ſchreibt das Blatt, hat den traurigen Vor⸗ zug, ſowohl vom finanziellen als auch vom militä⸗ riſchen Standpunkt aus eine Filiale Moskaus zu werden. Denn anders könne man die Rekrutie⸗ rung von Freiwilligen, die Sowjetrußland nach Spa⸗ nien entſende, nicht nennen. In wenigen Tagen werde Frankreich die Solda⸗ ten der roten Armee beherbergen, die zur Ver⸗ ſtärkung des internationalen revolutionären Hee⸗ res beſtimmt ſeien, das ganz Europa bolſchewi⸗ ſieren ſolle. Auch der Außenpolitiker des„Journal“ wirft die Frage auf, welche Neutralität man überhaupt von der Komintern erwarten könne, die bereits eine „Lohnſteuer“ für die Schaffung eines Kriegsfond⸗ zugunſten der ſpaniſchen Volksfront eingeführt und die Bildung von Freiwilligenkorps beſchloſſen habe. Man müſſe ſich fragen, ob eine derartige Einmiſchung mit der Neutralität ver⸗ einbar ſei. Im gleichen Sinne ſchreibt der„Matin“, der der Moskauer Regierung ein Doppelſpiel vorwirft. Während ſie einerſeits dem franzöſiſchen Vorſchlag zuſtimme, torpediete ſie gleichzeitig dieſe Bemühungen auf der anderen Seite durch die Ein⸗ führung einer Lohnſteuer zugunſten der Madrider Regierung. Dieſes Verhalten müſſe als eine wahre Herausforderung bezeichnet werden. Franzöſiſche Kommuniſten fordern militäriſche Anterſtützung Maoriòs (Funkmeldung der NM3.) —+ Paris, 7. Auguſt. Die franzöſiſche Kommuniſtiſche Partei hielt am Donnerstag unter dem Vorſitz des General⸗ ſekretärs und Abgeordneten Thorez eine Mit⸗ gliederverſammlung ab, bei deren Eröffnung der Keichsregierung emypfüngt Olympia⸗Güſte Ein Feſt deutſcher Gaſtfreundſchaft (Funkmeldung der NM3.) —++ Berlin, 7. Auguſt. Im Namen der Reichsregierung hatten am Donnerstagabend die Reichsminiſter Generaloberſt Göring und Dr. Goebbels aus Anlaß der XI. Olympiſchen Spiele zu einem Empfang in der Staatsoper eingeladen. Der feſtliche Abend in der beſonders ausgeſtatteten Staatsoper bildete den Höhepunkt der verſchiedenen großen Rahmenveran⸗ ſtalungen zu den Olympiſchen Spielen in Berlin. Generaloberſt Göring und Dr. Goebbels be⸗ grüßten in kurzen Anſprachen die Gäſte aus dem Ausland, für die der Präſident des JOK, Graf Baillet⸗Latour, antwortete. Ein ſorgfältig ausgewähltes Programm, das ſich aus geſanglichen Darbietungen unſerer erſten Kräfte und Tanzvorführungen des Balletts der Staatsoper zuſammenſetzte, bot den An⸗ weſenden ungetrübte Stunden der Freude und eines hohen künſtleriſchen Genuſſes. Die führenden Per⸗ fönlicheiten und die hohen Gäſte der Olympiſchen Spiele, die Botſchafter und zahlreiche Geſandte blie⸗ ben nach dem Abſchluß des Programms mit den maß⸗ gebenden Vertretern der Reichsregierung, der Par⸗ tei und des künſtleriſchen Lebens in feſtlicher Stim⸗ mung und angeregter Unterhaltung, die manche Fä⸗ den knüpfte, noch lange zuſammen. Beſuch König Boris beim Führer 7— Berlin, 7. Auguſt. Der in Berlin weilende König der Bulgaren, S. M. Boris III., ſtattete heute dem Führer und Reichskanzler einen längeren Beſuch ab. Empfang beim Führer — Berlin, 6. Auguſt. Der Führer und Reichskanzler gab heute zu Ehren der während der Olympiſchen Spiele in Ber⸗ lin weilenden Fürſtlichkeiten ein Frühſtück, an dem S. M. der König der Bulgaren, Ihre Königlichen Hoheiten der Kronprinz von Italien und Prinzeſſin Maria von Savoyen, der Kron⸗ prinz von Griechenland, der Erbprinz und die Erbprinzeſſin Guſtav Adolf von Schwe⸗ den, Prinz und Prinzeſſin Philipp von Heſ⸗ ſen, Ihre Hoheiten Prinz und Prinzeſſin Chri⸗ ſtoph von Heſſen, ſerner der Kgl. italieniſche Pro⸗ pagandaminiſter Alfieri und Gemahlin, die Söhne des italieniſchen Miniſterpräſidenten, Bruno und Vittorio Muſſolini, der Flügeladjutant des italieniſchen Kronprinzen, General Aymonino, der Kgl. italieniſche Botſchafter Attolico, der Kgl. ſchwediſche Geſandte af Wirſén, der Kgl. griechiſche Geſandte Rizo⸗Rangabͤ mit ihren Damen teil⸗ nahmen. Ferner waren Miniſterpräſident Generaloberſt Göring, Generalfeldmarſchall v. Blomberg, Reichsminiſter Frhr. v. Neurath, Reichsminiſter Dr. Goebbels, Reichsleiter Bouhler, die Staatsſekretäre Dr. Meißner, Dr. Lammers, Funk und die Herren der perſönlichen Umgebung des Führers mit ihren Damen anweſend. kommuniſtiſche Abgeorönete und ſtellvertretende Vor⸗ ſitzende der Kammer Duclos erklärte, daß die Frage der Unterſtützung der ſpaniſchen Regierung der Gegenſtand der Sitzung ſei. Der Abgeordnete Thorez verlaugte, man dürfe ſich in Frankreich nicht auf bloße Ver⸗ ſicherungen der Solidarität beſchränken, ſondern man müſſe unverzüglich Flugzeuge, Kanonen und Maſchinengewehre für die ſpaniſche Regierung zur Verfügung ſtellen. Wenn man berückſichtigt, daß die Kommuniſtiſche Partei in der franzöſiſchen Volksfrontregierung einen ſtarken Einfluß ausübt, ſo muß man ſich fra⸗ gen, wie dieſe Einſtellung mit dem Vorſchlag des Kabinetts Blum hinſichtlich einer Neutralitätserklä⸗ rung in Einklang gebracht werden kann. Bolſchewiſtiſche Kirchenſchündung Ein Bild, das während der Unruhen in der Madrider Kirche Carmen aufgenommen und von einem Flüchtling mitgebracht wurde. (Weltbild,.) „Es geht um Europas Kultur“ Bemerkenswerte Warnungsrufe der„Tribuna“ — Rom 6. Auguſt. Unter der Ueberſchrift Warnungszeichen“ geht der Direktor der„Tribuna“ beſonders auf⸗ Punkt 2 der italieniſchen Antwort auf! den franzöſiſchen Neutralitätsvorſchlag ein. Mehr und mehr gewinne man die Ueberzeugung, ſo führt das Blatt aus, daß ſich die Kräfte ödes natio⸗ nalen und ſozialen Verfalls auf ein Spiel ums Ganze vorbereiten. Es gehe um die europäiſche Kultur. Was auf dem Boden Frankreichs ſelbſt geſchehe, brauche man nur im Zu⸗ ſammenhang mit den tragiſchen Ereigniſſen in Spa⸗ nien zu betrachten. Die umſtürzleriſchen Kräfte, in deren Hörigkeit die franzöſiſche Regierung ſtehe, ſetzten ungeſtört ihre Propaganda ſowie ihre Hilfeleiſtungen durch Lieferung von Material und Stellung von Menſchen für den Bürgerkrieg in Spanien fort. Alle dieſe Dinge entſprächen einem großangelegten und wohldurchdachten Plan, deſſen Ausgang und Ziel nicht mehr ge⸗ nannt zu werden brauche. Die Mobiliſierung der Roten in Frankreich „zugunſten ihrer Genoſſen jenſeits der Pyrenäen“ zeige alle Züge der Generalprobe für ein noch größeres Experiment in Frank⸗ reich, falls der ſpaniſche Bolſchewismus über die Aufſtändiſchen Herr geworden ſein ſollte, die im Namen der ſpaniſchen Nation kämpfen. Die intenſive kommuniſtiſche Vorbereitungsarbeit, die alle franzöſiſchen Staatsorgane, einſchließlich der bewaffneten Macht erfaſſe, ſei kein Geheimnis mehr. Sie ſcheue nicht einmal das volle Tageslicht, da ſie von der Regierung geduldet werde. Man lebe jetzt in einer Zeit, die alle verantwortlichen Organe Aſien-Afrika-Europa an einem Tage Die großartige Sportflugleiſtung von Elly Beinhorn-Roſemeyer — Berlin, 6. Auguſt. Nach einem Eintagsflug Aſien⸗Afrika⸗ Europa traf am Donnerstag kurz nach 19,15 Uhr Frau Elly Beinhorn⸗Roſemeyer auf dem Berliner Flughaſen Tempelhof ein. Am Donners⸗ tag 0,20 Uhr(Ortszeit) war die Fliegerin in Damas⸗ kus in Richtung Kairo geſtartet. In der ägyptiſchen Hauptſtadt war ſie zur Brennſtoffaufnahme gelandet und um.40 Uhr(Ortszeit) in Richtung Europa wieder abgeflogen. Nach Zwiſchenlandungen in Athen und Budapeſt erreichte ſie nach insgeſamt etwa zwanzigſtündigem Flug leinſchließlich der drei Zwiſchenlandungen) den Berliner Zentralflughafen. Dieſer Flug, mit dem Elly Beinhorn⸗Roſemeyer während der Olympiſchen Spiele erſtmalig an einem einzigen Tage gewiſſermaßen oͤrei Erdteile ver⸗ bunden hat, ſtellt nicht nur dem fliegeriſchen Kön⸗ nen der Pilotin, ſondern auch der Leiſtungsfähigkeit der deutſchen Flugzeug⸗ und Motoreninduſtrie das allerbeſte Zeugnis aus. Zum Empfang der Fliegerin hatten ſich neben ihrem Mann, dem bekannten Rennfahrer Berndt Roſemeyer, Vertreter des Luftfahrtminiſte⸗ riums, des Luftſportverbandes, Flugzeugwerke, von denen das von Elly Beinhorn benutzte Flugzeug gebaut wurde, und zahlreiche Preſſeleute am Rollfeld eingefunden. Um 19.15 Uhr der Bayeriſchen kam die Maſchine aus ſüdöſtlicher Richtung in Sicht, wenig ſpäter brauſte ſie mit eingezogenem Fahrgeſtell und großer Geſchwindigkeit über den Flughafen. Als die Fliegerin nach glatter Landung um 19.20 Uhr auf dem Rollfeld ihrer Maſchine entſtieg, war ſie ſofort von zahlreichen Gratulanten umringt, die ſie herzlich zu ihrem neuen großen Erfolg beglückwünſchten. Elly Beinhorn⸗Roſemeyer, der man die Stra⸗ pazen des Fluges nicht anſah, zeigte ſich über das gute Gelingen ſehr erfreut, dies um ſo mehr, als ſie ſtellenweiſe Gewitter und ſtarken Gegenwind angetroffen hatte. Die Worte der Anerkennung und des Dankes, die ſie von allen Seiten zu hören bekam, brachte die bekannte deutſche Segelfliegerin Hanna Reitſch, die ebenfalls er⸗ ſchienen war, wohl auf die einfachſte Formel, indem ſie die„Kollegin“ mit den Worten begrüßte:„Elly, du biſt doch ein toller Kerl.“ Auf ihrem Rückflug von Damaskus legte Elly Beinhorn⸗Roſemeyer 3550 Kilometer zurück, ſo daß man bei Hinzurechnung der 2680 Kilometer für den Hinflug auf eine Geſamtkilometerleiſtung von 6230 Kilometer in 2“ Flugtagen kommt. Für ihven Flug benutzte ſie ein vierſitziges Kabinenflug⸗ zeug der Bayeriſchen Flugzeugwerke Augsburg, Konſtruktion Meſſerſchmidt, Typ Taifun, mit Argus⸗ Motor A. S. mit 260 PS. — Europas zu einer klaren Stellungnahme verpflichte, beſonders zu der Tätigkeit der offen oder geheim arbeitenden ungeſetzlichen Kräfte. Daher ſei ſowohl in der Frage der Neutralität zu den, Vorgängen in Spanien als auch wegen der Gefahren, die die innere Ordnung der einzelnen Länder wie guch die inter⸗ natibnale Oroͤnung beoͤrohen, eine klare, den Geboten der Stunde entſprechende Hal⸗ tung dringend notwendig. Amtlich die Neu⸗ tralität zu erklären und dabei gleichzeitig ͤie Mobi⸗ liſierung der Roten innerhalb der Staatsgrenzen zu⸗ zulaſſen, das ſei ein ſchreiender und gefährlicher Gegenſatz, da die ſogenannten ſymboliſchen Batail⸗ lone, die ſich von Frankreich nach Madrid in Marſch ſetzen ſollen, nichts anderes als die Vorhut einer viel größeren Armee im Dienſte der Zerſtörung ſeien, die dem Frieden und dem ruhigen Zuſammenleben der Völker in den Rücken zu fallen beſtimmt ſei. „Ermutigende Ergebniſſe“ — Paris, 6. Auguſt. Die von der franzöſiſchen Regierung eingeleiteten Beſprechungen mit den Regierungen anderer, insbeſondere europäiſcher Länder, über den Ab⸗ ſchluß eines internationalen Abkom⸗ mens über die Nichteinmiſchung in die ſpaniſchen Angelegenheiten ſind, wie man in diplomatiſchen Kreiſen bemerkt, eifrig fortgeſetzt worden. Sie ſol⸗ len bereits ſehr ermutigende Ergebniſſe gebracht haben. Man erwarte noch die Antwort aus Portugal. In diplomatiſchen Kreiſen arbeitet man jetzt eine Durchführungsregelung aus, die den Grundſatz der Nichteinmiſchung in die Praxis umſetzen ſoll. Es wipd ein entſprechender Wortlaut ausgearbeitet und den befragten Regierungen zugeleitet werden. Nach dem der Prüfung unterliegenden Entwurf ſollen alle Handelsgeſchäfte in Waffen, Mu⸗ nition, Kriegs⸗ und Luftfahrtmaterial jeder Art ſowie in Kriegsſchiffen mit Spanien, Spaniſch⸗Marokko und den unter ſpaniſcher Sou⸗ veränität ſtehenden Gebieten verboten werden. Die britiſch⸗ägyptiſchen Verhandlungen — Kairo, 5. Auguſt. Der britiſche Oberkommiſſar Lampſon hat ſich erneut an das Foreign Office gewandt und um Richtlinien gebeten, da es im Verlauf der bri⸗ tiſch⸗zägyptiſchen Verhandlungen zu Schwierigkeiten über verſchiedene Fragen gekommen iſt. Es handelt ſich dabei um die Ange⸗ legenheit der Aufſtellung der Kapitulationen und um die Garantien, die den in Aegypten lebenden Fremden gewährt werden ſollen. Auch die Frage der Abſchaffung des engliſchen Rechtes und des Fi⸗ nanzberaters bei der ägyptiſchen Regierung ſcheint Schwierigkeiten zu bereiten. Die Preſſe gibt zu, daß England gegenüber dem Vertragsentwurf von 1930 bedeutende Zugeſtändniſſe gemacht habe. DD—————— Hauptſchrlftleiter Dr. Alois Winbauer(in Urlaub) Stellvertreter des Hauptſchriftleiters und verantwortlich für Politik, Theater, Wiſſen⸗ ſchaftu. Unterhaltung: Carl Onno Eiſenbart—Handelstetl: Dr. Fritz Bode⸗Lokaler Teil: Dr. Fritz Hammes-Sport: Willv Müller⸗Süd⸗ weſtdeutſche Umſchau, Gericht und Bilderdienſt: Curt Wilhelm Fennel-Anzeigen und geſchäftliche Mitteilungen.V. Gg. Kling ſämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Verleger: Neue Mannheimer geitung 9 Dr. Fritz Bode& Co., Mannheim, R 1.—6 Schriftleitung in Berlin: Dr. E. F. Schaffer, Berlin-Friedenau, Sentaſtraße 2 .⸗A. VII. 1936. Mittagauflage der Ausgabe A u. Ausgabe B: 20758 Abendauflage der Ausgabe A u. Ausgabe B: 20849 Zur Zeit Preisliſte Nr.7 gültig Für unverlangte Beiträge keine Gewähr Rückſendung nur bei Rückporto — Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 359 Die Stadiseiie Mannheim, den 7. Auguſt. Radfahrers Glück und Falle Die Radfahrer klagen auch, weniger über die Ge⸗ fährdung des Lebens, das ſie täglich aufs Spiel zu ſetzen gewohnt ſind, als über Fallen und übermäßige Beanſpruchung des Geldbeutels, denn ſie ſind doch meiſtens arme Leute. Außerdem kann man's ooch niemand recht machen, meinen ſie. Da haben wir z. B. den linken Schloßflügel, der im Volksmund der rechte genannt wird, weil er halt rechter Hand auf dem Weg nach Ludwigshafen liegt. Alſo dieſer linke Schloßflügel, den man beſſer Ball⸗ hausſeite nennt, denn man kann ſich ſonſt in dieem rechten oder linken Flügelgewirr verirren und gradenwegs bis vor die Türe des Staatsanwalts und des Gefängniſſes kommen. Dieſer linke Flügel alſo enthält eine ſogenannte Radſahrerfalle. Eine Falle iſt, vom Standpunkt des Fahrers aus ge⸗ ſprochen, eine Fahrgegend, wo man die Polizei nicht ſieht, doch plötzlich iſt ſie da, und man muß abſteigen, ſich ermahnen laſſen und blechen. So geſchieht es öfter in der Sommerzeit, wenn durchs Schloß hindurch der Verkehr zum Rhein grö⸗ ßere Ausmaße annimmt. Da warnen ſich zwar die ſtets Solidariſchen:„Achtung, do hinne ſteht eener!“ Manche pfeifen auch durchdringend wie die echten Spitzbuben, bremſen hart, wenden auf der Stelle und ſind durch den anderen Ausgang auf und davon. Aber meiſtens werden ſie doch geſchnappt und lächelnd ſagt der Wachtmeiſter:„Zahlen Sie gleich, dann wird's billiger!“ Und nun zeigt es ſich, daß die meiſten Mut und Herz ſinken laſſen und gleich nachgeben. Einmal er⸗ wiſcht, iſt ihre Courage dahin, wahrſcheinlich in Ge⸗ Helft den Ilüchtlingen aus Spanien Die Folgen der marxiſtiſchen Herrſchaft in Spa⸗ nien haben Tauſende von deutſchen Volksgenoſſen gezwungen, Spanien zu verlaſſen. Die große Zahl der Flüchtlinge macht raſche Hilfe für die Not⸗ leidenden notwendig. Zeichnet Euch ein in die Sammelliſte, die in der Hauptgeſchäftsſtelle der„Neuen Mann⸗ heimer Zeitung“ aufliegt! Helft Euren deutſchen Volksgenoſſen! danken an ſoviel nichtbeſtrafte Miſſetaten, daß ſie ſich ſo bald wie möglich wieder aus der Nähe der Obrig⸗ keit entſernen möchten. Nur alte Krakehler geben da laut und weiſen auf den abweichenden, wenn nicht ſich widerſprechenden Inhalt der Schil⸗ der hin. Denn auf der Außenſeite der Durch⸗ fahrt ſteht ſchwarz und groß geoͤruckt auf gelbem Grund:„Radfahrer geſperrt!“ Viele Schüchterne wenden, aber ein abſteigender Raoͤfahrer iſt kein Rad⸗ fahrer mehr, ſondern einer, der ſein Gefährt neben ſich herſchiebt, um ſich hernach wieder in einen ſolchen zu verwandeln. Denen geſchieht auch weiter nichts, Auf der Innenſeite aber ſteht links gelb und ſchwarz:„Durchfahrt zum Ballhaus geſtattet“, rechts ſchwarz auf weiß mit Rotumrandung„Durchfahrt geſperrt“. Das iſt zwar alles richtig, aber doch nicht ſo llar wie zu wünſchen, und ich erinnere mich daran, daß ſchon Anno 32 der damalige Polizeipräſident ver⸗ kehrstechniſche Geſpräche mit den Männern von der Stadt über dieſen wunden Punkt führte. Die Polizei iſt nämlich wirklich nicht ſo ſcharf darauf, Leute zu ſchnappen und Geld zu kaſſieren, ſie ſagt ſich nur, daß beſtehende Beſtimmungen eingehalten werden müſſen. Was ſoll man aber machen, wenn Radfahrerknirpſe mit todernſter Miene erklären, ſie müßten zum Ballhaus, um dort die Freundin abzu⸗ holen, ſich erhobenen Hauptes hinüberbegeben und wahrhaftig einen Kaffee mit Kognak zur Unter⸗ ſtreichung der Männlichkeit beſtellen. Das kommt vor, und das Pochen auf Buchſtaben führt zu un⸗ würdigem Parlamentieren. Drum ſage man's ſchlicht und deutlich gerade heraus:„Radfahrer abſteigen“, das iſt ja alles, was man von ihnen verlangt. Daran gibt's nichts zu drehen und deuteln, mancher Ludwigshafener wird dann weniger auf die badiſche Polizei ſchimpfen, und die andern würden dieſe problematiſche Ecke nicht als ſo eine Glücksſache anſehen, wo man nur haſte⸗ was⸗kannſte hindurchwiſchen muß, womöglich höh⸗ niſch grinſend an anderen Geſchnappten vorbei—, ſondern brav und vorſchriftsmäßig zu Fuß gehen.“ Das wäre ein Segen für alle Beteiligten. Zwei Schilder„Radfahrer abſteigen“ und„Durchfahrt nur bis zum Ballhaus“ verbeſſern Laune, Fremdenyer⸗ kehr und nachbarliche Beziehungen. Dr. Hr. Iſt die Verkehesdiſziwlin überall ſo ſchlecht? Polizeibericht vom 7. Auguſt: 6 Verkehrsunfälle, die hätten vermieden werden können. Durch leichtſinniges Fahren und Nicht⸗ beachtung der Verkehrsvorſchriſten ereigneten ſich geſtern hier insgeſamt 6 Verkehrsunfälle, wobei vier Perſonen verletzt und 8 Fahrzeuge be⸗ ſchädigt wurden. Vier Radfahrer, die über den Durſt tranken und durch ihr Verhalten den Verkehr gefährdeten, mußten in vergangener Nacht vorläufig feſtgenom⸗ men werden. Dieſe Leichtſinnigen haben ſtrenge Beſtrafung zu gewärtigen. 144 Verkehrsſünder. Ein erneuter Beweis man⸗ gelnder Verkehrsdiſziplin iſt das Ergebnis der geſtern hier vorgenommenen Verkehrsüberwachung, bei der insgeſamt 144 Führer von Fahr⸗ zeugen aller Art und Fußgänger an⸗ gezeigt oder gebührenpflichtig verwarnt werden mußten. 11 Kraftfahrzeuge wurden außerdem wegen techniſcher Mängel beanſtandet. Geſtern zwei Mal Jeueralarm Zerknall auf einem Rheinkahn Ein Schiffsjunge getötet, eine Frau verletzt— 8 Tonnen Teer verbrennen in einer chemiſchen Fabrik Geſtern abend nach 8 Uhr wurde ein Löſchzug der Berufsfeuerwehr in das Hafengebiet bei der Kam⸗ merſchleuſe gerufen. Hier war durch eine Explo⸗ ſion auf einem Rheinkahn Feuer ausgebro⸗ chen, dem man nur ſchwer beikommen konnte. Leider hatte bei dieſem Brandunglück ein Schiffs junge recht ſchwere Brandwunden erlitten; auch die Frau des Schiffers war verletzt. Beide kamen ins Kran⸗ kenhaus. Als die Berufsfeuerwehr eintraf, hatten bereits Werksangehörige der Oelfabrik das Feuer angegrif⸗ ſen, aber nicht ſehr viel ausgerichtet, da der Bran d⸗ herd im Innern des Schiffes lag und durch Säcke mit Sojaſchrot abgeſperrt war. Die Feuer⸗ wehr ging mit Waſſer und Schaum vor und war da⸗ bei ſtändig in großer Gefahr, da immer wieder heftige Exploſionen das ganze Schiff erſchüt⸗ terten und ſchwer beſchädigten. Um neun Uhr traf auch das Hafen löſchboot ein, das die Ablöſchung der immer wieder aufflam⸗ menden Brandneſter beſorgte. Nach Beſeitigung der größten Gefahr ging man daran, die Ladung des Schiffes zu löſchen. Der Schaden, den das Feuer anrichtete, iſt ziemlich beträchtlich. Als Entſtehungsurſache ver⸗ mutet man Gaſe, die ſich im Innern des Schiffes entwickelt und durch irgend einen Funken entzündet haben. * Der Polizeibericht meldet dazu: In den geſtrigen Abendſtunden entſtand auf einem im Bonadieshaſen liegenden Schleppkahn, der mit Sojaſchrot beladen war, ein Zerknall, wobei ein junger Mann und eine Frau Verletzungen er⸗ litten. Der verletzte junge Mann iſt inzwiſchen im Städt. Krankenhaus ſeinen Verletzungen er⸗ legen. Die Entſtehungsurſache des Zerknalls dürfte darauf zurückzuführen ſein, daß in der Ladung, die zuvor zwecks Oelgewinnung mit Benzin bearbeitet war, noch Benzinrückſtände verblieben, die vermut⸗ lich durch Entzünden eines Streichholzes im Wohn⸗ raum des Schiffes den Zerknall verurſachten. Da auch die Einrichtungsgegenſtände der Schiffswoh⸗ nung in Brand gerieten und hierdurch weitere Zer⸗ knalle entſtanden, mußte die Feuerlöſchpolizei her⸗ beigerufen werden, die in mehrſtündiger Arbeit ſo⸗ wohl den Brand auf ſeinen Herd beſchränken, als auch weitere Gefahren vermeiden konnte. Brand in einer chemiſchen Fabril Gefahr eines Großbrandes raſch beſeitigt In der Teerdeſtillation der Chemiſchen Fabrik „Badenia“ in der Induſtrieſtraße brach geſtern nach⸗ mittag kurz nach 2 Uhr ein Brand aus, der leicht hätte zu einem rieſigen Feuer werden können. Ein Arbeiter war mit dem Abfüllen von Weichpech aus einem 1500 Liter faſſenden Keſſel beſchäftigt. Plötzlich gab es einen Knall und die auslaufende Maſſe war in Brand. Rieſige Rauchwolken ſtiegen zum Himmel und das auslaufende brennende Nech überflutete die ganze Umgebung. Der Brand iſt beim Ablaſſen des Teers aus dem ungefähr 17 Tonnen faſſenden Pechkühler vermutlich durch Selbſtentzün⸗ dung entſtanden. Durch den ausfließenden Teer hatte auch das Dach der nebenſtehenden Abfüll⸗ halle Feuer gefangen. Es beſtand Gefahr, daß die⸗ ſes auch auf die Abfüllhalle übergriff. Acht Tonnen Ter ſind ein Raub der Flammen geworden. Die Mannheimer Berufsfeuerwehr traf unter Leitung von Brandingenieur Kaergel mit zwei Löſchzügen wenige Minuten nach der Brand⸗ meldung an der Feuerſtelle ein und bekämpfte den Brandherd mit drei Schaumlöſchleitungen. Nach kurzer Zeit konnte man den Auslaufhahn am Keſſel ſchließen und die größte Gefahr war beſei⸗ tigt. In der Umgebung der Deſtillation wurde nur geringer Schaden durch das Feuer angerichtet. Verlehrsdiſziviln it Söplichteil Was viele Mannheimer noch nicht haben— Polizei als Erzieherin Kann man Höflichkeit verlangen? Ich glaube, ſie iſt angeboren. Verlangen kann man nur den Reſpekt. Und verlangen kann man ein gutes Be⸗ nehmen, das ein erträgliches Auskommen mit an⸗ deren ermöglicht. Höflichkeit kommt eben jeder For⸗ derung zuvor, und ſie iſt nicht ſo ſelbſtverſtändlich, wie gutes Benehmen ſein ſollte. Höfliche Menſchen können einem die unangeneh⸗ men Dinge auf eine Weiſe ſagen, daß man den Aerger ſchon halb vergeſſen hat, wenn man ihn inne wird. Höfliche Menſchen haben auch kaum einmal Schwierigkeiten— denn gegen echte Höflichkeit— iſt die ſchlimmſte Grobheit einfach wehrlos. Aber man kann ſie nicht lernen, ſie iſt einfach da und unter allen Umſtänden. Der heutige Verkehr unter den Großſtadtmenſchen beoͤingt eine Höflichkeit, die man enger umſchrieben Verkehrsdiſziplin nennt, die aber im Grunde weiter nichts iſt, als eben jene Höflichkeit, die man von Haus aus mitbringen muß. Wer ſie nicht hat, iſt übel dran, denn er muß ſie lernen und oftmals auf die fühlbarſte Weiſe. Und dabei wird von allen und gegen alle nicht mehr verlangt als Rückſichtnahme, eben jenes kleine Tun und Handeln, das weniger eine Frage der Diſziplin iſt als eine Frage der Höflichkeit und der Selbſterzie⸗ hung. Bei der Hitze Geſtern war es wieder ſeit langem etwas warm. Auf der Straßenbahn unterhalten ſich zwei Männer. Der eine, ein dicker Herr, war ins Schwitzen gekom⸗ men. Nun wiſcht er ſich ſtöhnend ſeine Glatze. Sie müſſen ſich geradͤe über dieſes Thema unterhalten haben. Ich erwiſche nur das Schlußgeſpräch.„Bei der Hitz' auch noch Höflichkeit. Das kann doch keiner verlange!“ Meinte der andere:„Ja, wenn man ſie erſt verlangen muß.“— Und nach einer Weile fügte er hinzu:„Man merkt immer erſt hinterher, daß man höflich war. Weil einem die Leute nämlich dann ſo erſtaunt anſehen...“ Abſtellen von Fahrrädern Vor einigen Kaufhäuſern ſind auf der Straße Schilder angebracht, die ganz beſonders den Radfah⸗ rern gelten und ihnen ein Dorn im Auge ſind. Es heißt da kurz und eindringlich:„Abſtellen von Fahr⸗ rädern von hier bis zur Straßenecke verboten.“ Eine Mahnung einfach und klar und jedem verſtändlich. Sie will beſagen, daß hier wenigſtens, auf dieſem kurzen Streifen, der Querverkehr der Fußgänger unbehindert vor ſich gehen ſoll, damit der Fahrver⸗ kehr nicht behindert wird und der Fußgänger einen Platz hat, wo er durchkommen kann, ohne ſich die Kleider zu zerreißen oder zu beſchmutzen. Dieſe Schilder ſind eine Aufforderung zur Höflichkeit ſeinem Nächſten gegenüber, die, wie es aber ſcheint, noch viele Mannheimer nicht haben. Denn tagtäglich kann man mit anſehen, wie Dut⸗ zende von jungen Leuten, manchmal auch leider äl⸗ teren, aufgeſchrieben oder gebührenpflichtig verwarnt wurden, weil ſie aus lauter Unhöflichkeit ihr Rad trotz der Verbotstafel dort abſtellen. Sie kommen dem Beamten gegenüber mit den dümmſten Ausreden oder regen ſich gar noch auf. Aber mit beidem bezeugen ſie, daß ſie keine Ver⸗ kehrsdiſziplin haben, jenes ſelbſtverſtändliche Etwas, das der Höflichkeit und der Rückſichtnahme auf den Volksgenoſſen entſpringt. Wenn nicht, muß man es ſich öffentlich für ſein gutes Geld erwerben. Dder aber man muß ſich ſelbſt erziehen. Höflich ſein iſt nicht ſchwer, aber man merkt es immer erſt hinterher, wenn man es nicht war. Der Weiße Sand hat ſeine Feuertaufe beſtanden Zuſchüttungen an der Schafweide Das große Strandfeſt des„Feuerio“ iſt vorüber. Die bunte Zeltſtadt iſt verſchwunden, nur das Hippodrom und zahlreiche Papierreſte zeugten geſtern noch davon, daß hier vor wenigen Tagen ein großes Volksfeſt gefeiert wurde. Mit ihm iſt das Gelände zwiſchen Hauptfeuerwache und Kobellſtraße zum erſten Male der Benutzung übergeben worden. Es hat ſeine Feuertaufe gut beſtanden, zugleich aber damit erneut der Bevölkerung die Augen geöffnet für die Bedeutung des Aufſchüttungswerkes, das hier ſeit nunmehr faſt zwei Jahren vor ſich geht. Der im Jahre 1934 gefaßte Entſchluß unſerer Stadtverwaltung, das Gebiet am rechten Neckar⸗ ufer für die Zwecke unſerer großen Meſſen und des Groß⸗ und Kleinmarktes herzurichten, kann in ſeiner zukunftsträchtigen Bedeutung nicht hoch genug eingeſchätzt werden. Allerdings braucht er zu ſeiner endgültigen Verwirklichung längere Zeit, als der Laie im allgemeinen glaubt. Es gehörten ungezähite Tauſende von Kubikmetern Schutt dazu, um allein die rieſigen Geländegruben bis zur Höhe der Kobell⸗ ſtraße aufzufüllen. Außer ihnen ſind aber auch vor der„Schafweide“ noch drei Vertiefungen vor⸗ handen, bei denen im Frühjahr mit der Aufſchüttung begonnen werden konnte. Die Abbrüche des „Apollo“⸗Quadrates und der„Zeughausplanken“ haben genügend Schuttmengen ergeben, um auch hier ſchon eine kleinere, rückwärts zur„Schafweiden⸗ ſtraße“ gelegene Geländegrube bis zur Hälfte zuzu⸗ ſchütten und die Auffüllung der größten, vorderen teilweiſe bis zur alten Hartmannſchen Villa heran⸗ zutreiben. Aber mit der Aufſchüttung allein iſt es noch nicht getan. Ehe man das Gelände herrichten und be⸗ nutzen kann, muß man es eine Zeitlang„ruhen“ laſſen, damit ſich die Aufſchüttung gehörig ſenkt. Um ſo dankbarer muß man der Stadtverwaltung ſein, daß ſie dem„Feuerio“ das Gebiet zwiſchen Kobell⸗ ſtraße und Hauptfeuerwache für ſein Strandfeſt be⸗ reits zur Verfügung ſtellte, ehe es noch den„letzten P0———— 8 Fungbannlager 19361 Eltern! Eure Jungen wollen alle das Leiſtungs⸗ abzeichen des Jungvolks erwerben! Das Jungbann⸗ lager iſt die beſte Gelegenheit dazu. Jeder richtige Junge gehört in ein Lager! Jungbannlager 1936 in Hemsbach a. d. B. vom 17. bis 25. Auguſt. Anmeldung bei den Jungvolkſührern oder Jung⸗ bann, Schlageterhaus, Zimmer 79. Lagerbeitrag .50 Mark. ie eeee eeneee eeeeeeeeene, eeeeeeeree ee ee eneeeeee reeeeeeeeeeeeeee Schliff“ erhalten hatte. Wie oben geſagt: dieſe erſte Benutzungsprobe iſt geglückt. Fehlte dem Platze auch noch der feſte Oberbelag, ſo hat ſich doch die vorläufige Sanddeckſchicht verhältnismäßig gut be⸗ währt, zumal der Himmel ſo freundlich war, durch „Anfeuchtungen“ den ſonſt unangenehmen Staubflug zu unterbinden. Kaum aber iſt die Zeltſtadt verſchwunden, ſo ſind auch ſchon wieder Arbeiter am„Weißen Sand“ er⸗ ſchienen, um weitere Planierungsarbeiten vorzunehmen und das Gelände für die kommende Herbſtmeſſe vorzubereiten, die wohl die Dauer⸗ benutzung einleiten wird. Das Stäotiſche Leihamt zieht um Wie aus einer Bekanntmachung erſichtlich iſt, geht der Umzug des Leihamts vom 12. bis 14. und 19. bis 21. Auguſt vor ſich. Das Leihamt muß diher vom 12. bis 14. Auguſt für den Verſatz und die Aus⸗ löſung und vom 19. bis 21. Auguſt für die Auslöſung von Pfändern geſchloſſen bleiben. Der Verſatz von Pfändern im neuen Haus in der Schwet⸗ zinger Straße, deſſen Eingang ſich Traitteur⸗ ſtraße 28/34 befindet, wird am 15. Auguſt aufgenom⸗ men. Pfänder der Gruppe B(gelbe Pfandſcheine) müſſen aber in der Zeit vom 15. bis 18. Auguſt noch im Zeughaus, C 5, 1, ausgelöſt werden, da mit dem Umzug der Pfänder der Gruppe B erſt am 19. Auguſt begonnen wird. Es wird dringend gebeten, die oben⸗ genannten Zeiten genau zu beachten. Wieder Leuchtfontäne! Während der Dauer der olympiſchen Spiele wird die Leuchtfontäne allabendlich von Einbruch der Dunkelheit bis etwa 21.30 Uhr unter Einſchaltung kurzer, techniſch bedingter Unterbrechungen in Tätig⸗ keit geſetzt. Eine der ſchönſten Schmuckanlagen Mannheims iſt unſtreitig dieſe Anlage hinter dem Waſſerturm. Sie findet immer wieder die Bewunderung der Fremden und auch wir Einheimiſchen gehen immer wieder Corthin und ſind ſtolz darauf, wenn wir aus fremdem Munde uneingeſchränktes Lob über dieſen Schmuckplatz hören. Zumal dann, wenn ſämt⸗ liche Waſſer ſpielen und der Platz auch in der größten Hitze eine angenehme Kühle atmet. Selten ſpringt aber die große Fontäne. Vielleicht erleben wir jetzt, im Zeichen der fünf Ringe, auch einmal einen Abend wie früher mit Muſik und Leuchtfontäne. Wir Mannheimer und alle unſere Gäſte wären dabei Ernte voll im Gang Die Halmfruchternte befriedigt— Die vorleſe hat begonnen Bei den günſtigeren Wetterverhältniſſen der letz⸗ ten Tage konnte die Halmfruchternte in Gang kom⸗ men. Geſchnitten iſt der Roggen, Weizen, Hafer und Gerſte. Es ſteht nur noch Sommer⸗ weizen auf dem Halm. Ununterbrochen fahren die hochbeladenen Erntewagen in die noch leeren Scheuern ein, um die koſtbare Erntelaſt zu bergen. Dazwiſchen brummen Tag für Tag die Dreſch⸗ maſchinen auf ihren Dreſchplätzen. Nach Ausſagen der Bauern und Landwirte wurde ſeit Jahren nicht ſo gut ausgeoͤroſchen wie heuer. Man iſt über das Körnerergebnis hoch befriedigt. Auch iſt der Strohanfall reichlich, es iſt lang und gut. Trotz der Regenfälle in der letzten Zeit, die die Halm⸗ fruchternte verzögerten, hat ſie keinen Schaden ge⸗ nommen. Sandblatt⸗ Du möchtest mal mit⸗ wieder eine Ulfröhliche Weinkerve machen? Dann am 9. und 10. August auf nach Deideskeim 941 WSIxHHRFE Beim Maisanbau geht man in dieſem Hahre dem Schädling Maiszünsler mit aller Energie zu Leibe. Es ſind bereits vorbeugende Maß⸗ nahmen getroffen, um die Entwicklung des Schäd⸗ lings ſofort im Keime zu erſticken. Da der Mais⸗ anbau für die Landwirtſchaft von nicht zu unter⸗ ſchätzender Bedeutung iſt, muß dieſer Schädlings⸗ bekämpfung die größte Beachtung geſchenkt werden. Begonnen hat auch allgemein die Ernte auf den Tabakkulturen. Begünſtigt durch Sonne und Bodenfeuchtigkeit hat ſich die Blattbildung gut angelaſſen. Man trifft durchweg große ſtarke und kräftige Blätter an, die eine gute Ernte erwarten laſſen. Eingeſetzt hat die Tabakernte mit der Sandblatt⸗Vorleſe, der das Brechen des Obergutes und als Abſchluß das Sammeln der Grumpen folgt. Schon ſitzen wieder die Einnäher in den Scheunen auf ihren Strohſäcken, um die ge⸗ ernteten und in Bündel gebundenen Sandblätier einzufädeln. Dann kommen die Sandgutblätter in die Trockenſchuppen zur Lufttrocknung. ** Ein italieniſches Waſſerflugzeng ſtartete geſtern auf dem Altrhein bei der Frieſenheimer Inſel. Wie kam es dorthin? Nun, es iſt von Italien über den Bodenſee zum Rhein geflogen, beſſer geſagt zum Neckar. Denn es waſſerte verfehentlich hier und mußte dann bis zu dem vorgeſehenen Waſſerungs⸗ platz fahren, wo, wie wir ſeinerzeit ſchon berichteten, Vorbereitungen für ſeine allerdings nun ſehr viel ſpäter erfolgte Ankunft getroffen waren. Der ein⸗ motorige Doppeldecker, den ein italieniſcher Pilot ſteuert, fliegt nach Norwegen; ſeine nächſte Station nach Mannheim war Düſſeldorf. Wir werden noch wiederholt den Beſuch ſolcher Flugzeuge bekommen, die nach Norden fliegen. C84 Es ging alles gut aus! Hanſi Knoteck und Guſtav Fröhlich im Ufafilm 5 „Inkognits“, der heute in Mannheim anläuft. (Photo Ufa) +— und eine Zugmaſchine⸗ See Sn Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe * Berufsordnung der Architekten Erfaſſung durch die Reichskammer der bildenden Künſte An Stelle der bisher gültigen Anordͤnungen über den Schutz des Berufs und die Berufsausübung der Architekten, die gleichzeitig aufgehoben worden ſind, hat der Präſident der Reichskammer der bildenden Künſte eine„Erſte Anordnung über den Beruf des Architekten“ erlaſſen. Danach erfaßt die Reichskammer nunmehr alle Architekten, deren Tätigkeit für die deutſche Bau⸗ kultur von Bedeutung iſt, ohne Rückſicht darauf, ob ſie ſelbſtändig oder im Angeſtelltenverhältnis tätig ſind. Die Erfaſſung durch die Kammer ſoll Voraus⸗ ſetzung für die Berufsausbildung ſein. Die neue Architektenordnung ſtellte folgende Berufsgrund⸗ ſätze für die deutſchen Architekten auf: Der Architekt trägt im Rahmen ſeiner Berufs⸗ tätigkeit dem deutſchen Volk gegenüber die Ver⸗ antwortung für die Erhaltung der baulichen Schön⸗ heit und Sauberkeit des Stadt⸗ oder Landſchafts⸗ Finen guten Sſuta Hei den Clumpischen Smielen aast du am Cautspreer Werde Nundfunkförer! bildes. Der Architekt hat ſich in ſeinem beruflichen und außerberuflichen Verhalten der Achtung und des Vertrauens würdig zu zeigen, das der Beruf er⸗ ſordert. Der Architekt hat die Verbundenheit aller künſtleriſch ſchaffenden Berufe zu fördern und für deren Mitwirkung am Werk zu ſorgen. Architekten im Sinne der Anordnung, die noch nicht durch die Reichskammer der bildenden Künſte erfaßt ſind, haben ihre Anmeldung bis zum 1. Fe⸗ bruar 1937 zu vollziehen. Der Reichsarbeitsminiſter begrüßt in einem Er⸗ laß die Beſtrebungen der Kammer zur Hebung der Baukultur und regelt darin die Unterſtützung dieſer Beſtrebungen durch die Baupolizeibehörden. Ins⸗ beſondere ſoll die Baupolizei der Reichskammer der bildenden Künſte berichten, wenn auf Bauplänen Angaben über die Erfaſſung des Architekten durch die Reichskammer fehlen, die der Miniſter gleich⸗ zeitigt vorſchreibt. Auch ſonſt ſollen die Baupolizei⸗ behörden mithelfen, ungeeignete Perſonen von der Betätigung als Architekt fernzuhalten. Polizeibericht vom 6. Auguſt Geſtern drei Verkehrsunfälle. Bei örei Verkehrs⸗ unfällen, die ſich im Laufe des geſtrigen Tages hier⸗ ereigneten, entſtand lediglich Sachſchaden. Verkehrsüberwachung. Bei geſtern vorgenom⸗ menen Verkehrskontrollen wurden drei Führer von Fahrzeugen angezeigt und 138 gebührenpflichtig ver⸗ warnt. Wegen techniſcher Mängel wurden vier Kraftfahrzeuge beanſtandet. —— 2l. Oktober neue Beitragsmarken der DAc. Die Deutſche Arbeitsfront gibt zum 1. Oktober 1936 neue Beitragsmarken heraus; die bisher verwen⸗ deten Marken verlieren mit dieſem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Die Werte der neuen Marken bleiben die gleichen, es wird lediglich das Druckbild der Bei⸗ tragsmarken verändert. Die Mitglieder der DAc werden im eigenſten Intereſſe aufgefordert, die An⸗ nahme alter Beitragsmarken nach dem 1. Oktober abzulehnen. Es iſt allen ſäumigen Mitgliedern zu raten, ihre Beitragsrückſtände bis zur Ausgabe der neuen Marken nachzuzahlen. * Waldshut, 6. Auguſt. Der 85 Jahre alte, in Schachen(Amt Waldshut) gebürtige Landwirt Otto Schrieder kam auf der Landſtraße Alb⸗ bruck⸗Schachen in einer Kurve zwiſchen ein Auto Beim Ausweichen wurde er vom Schutzblech des Autos erfaßt. Er ſchlug mit dem Kopf an den vorderen Seitenteil des Wagens ſo hart an, daß der Tod auf der Stelle ein⸗ trat. Ein Kraftfahrer ſpricht über „Kampf dem Verkehrstod“ iſt eine Loſung, die von allen Stellen des Reiches, der Länder und Gemeinden aufgenommen worden iſt unter Hin⸗ weis auf die Mitarbeit aller Volksgenoſſen. Wir erhalten zu dieſem Thema die Zuſchrift eines Mannheimer Selbſtfahrers, der ſich auf Grund ſeiner Erfahrungen in anderen Städten mit den Mannheimer Verhältniſſen befaßt und ſeine Kri⸗ tik durch praktiſche Vorſchläge fruchtbar zu machen beſtrebt iſt. Wir ſtellen ſeine Anregungen zur öffentlichen Ausſprache. Es iſt ſicher ebenſo intereſſant wie aufſchlußreich, die Mannheimer Verkehrsverhältniſſe einmal mit denen anderer Großſtädte in Deutſchland zu ver⸗ gleichen. Da ergibt ſich die erſtaunliche Tatſache, daß in den größten Städten Deutſchlands, wie z. B. Berlin, Hamburg, Breslau, Dresden, Stutt⸗ gart, der rieſige Straßenverkehr ſich ohne jeden Hupenlärm abſpielt. Wer, wie der Unterzeichnete, wochenlang in dieſen Städten ſelbſt am Steuer eines Wagens geſeſſen iſt, weiß die Wohl⸗ tat einer ſolchen Verkehrsordnung zu ſchätzen und fügt ſich gerne in den Rahmen dieſer Ordnung. In dieſen Städten beſteht die Auoroͤnung daß normalerweiſe nicht gehupt werden darf und daß das Hupen nur auf die Fälle einer direkt drohenden Gefahr beſchränkt iſt. Dieſe Anoroͤnung, auf deren Beachtung ſtrikte ge⸗ ſehen wiroͤ, hat einen verblüffenden erzieheriſchen Einfluß auf die Fahrtaktik der Kraftfahrer. Man fährt an allen unüberſichtlichen Stellen und insbe⸗ ſondere an Straßenkreuzungen äußerſt vorſichtig, d.., man mindert die Fahrgeſchwindigkeit ſo herab, daß man den Wagen voll in der Gewalt hat und ihn notfalls ſofort anhalten kann. Es iſt eine Freude, zu ſehen, mit welcher Sicherheit und Geſchicklichkeit die Tauſende von Wagen durch das größte Straßen⸗ gewühl geſteuert werden, ohne daß dabei das ge⸗ ringſte Hupenſignal gegeben wiroͤ. Dieſe Fahrtaktik hat zwei ſegensreiche Folgen: einmal oͤie faſt völlige Unterbindung des Hu⸗ penlärms und dann die Verminderung der Verkehrsunfälle. Nach einer mir vorliegenden Statiſtik iſt in Stutt⸗ gart durch das Verbot des unnötigen Hupens die Zahl der Verkehrsunfälle ſehr erheblich zu⸗ rückgegangen. Gerade oͤieſe letzterwähnte Tatſache ſollte doch ſehr zu denken geben. In den Städten, die eine richtige Verkehrsord⸗ nung haben, gilt der Grundſatz: Fahre vorſich⸗ tig, dann brauchſt du nicht zu hupen. In Mannheim dagegen iſt es bedauerlicherweiſe umge⸗ kehrt. Hier wird nach dem Grundſatz gehandelt: Hupe recht viel und ſehr laut, dann haſt du das Recht, ohne Rückſicht auf deine Volksgenoſſen wild darauf loszufahren! Wenn man aufmerkſam den Mannheimer Straßenverkehr beobachtet, dann iſt es beſchämend, ſeſtzuſtellen, wie diſziplinlos gefahren wird. Dieſe Feſtſtellung bezieht ſich ſowohl auf das Fahrtempo beſonoers beim Ueberqueren von Stra⸗ ßenkreuzungen, als auch auf den entſetzlichen Hupen⸗ lärm. Die Entfernungen in Mannheim ſind für einen Kraftfahrer ſo klein, daß das hier übliche „Feuerwehrtempo“ nicht angebracht iſt. Es iſt gleich⸗ gültig, ob ich vom Paradeplatz bis zum Schlachthof 5 oder 6 Minuten Zeitaufwand brauche, aher es iſt nicht gleichgültig, ob ich dabei einen ohrenbetäuben⸗ den Lärm durch fortgeſetztes Hupen mache und Leben und Geſundheit der Mitmenſchen gefährde. Es iſt höchſte Zeit, daß enoͤlich einmal energiſche Maßnahmen zur Abſtellung der hier beſtehenden Mißſtände ergriffen werden. Nachdem die Tatſahe beſteht, daß in den größten Städten Deutſch⸗ lands, die einen ungleich ſtärkeren Verkehr haben, geordnete Verhältniſſe beſtehen, muß dieſe Oröͤnung auch in Mannheim mög⸗ lich ſein. —————— Allen leichtſinnigen Fahrern ar Warnung! Ein der fahrläſſigen Tötung angeklagter Kraftraöòfahrer erhält von der Berufungsinſtanz die doppelte Strafe Der 28jährige Philipp Kraft aus Hemsbach fuhr am 3. Juni d. J. auf dem Heimweg zwiſchen Weinheim und Sulzbach einen am Gehweg ſtehen⸗ den 13 Jahre alten Jungen derart wuchtig an. daß dieſem der eine Oberſchenkel aufgeriſſen wurde. Da ärztliche Hilfe nicht ſofort gebracht werden konnte und die Schlagader verletzt war, war der Unglück⸗ liche nicht mehr zu retten, er ſtarb in der Heidel⸗ berger Klinik. Nach den Ausſagen der Augenzeugen hatte der Angeklagte im Augenblick des Unfalls mit der rechten Hand an die Maſchine gegriffen, die Linke hielt das Steuer aber nicht in gerader Rich⸗ tung, ſondern das Rad ſchlug nach rechts aus und riß dem Jungen mit dem Nummernſchild den Ober⸗ ſchenkel auf. Auch wurde feſtgeſtellt, daß der junge Mann mit dem Kraftrad allerlei Allotria trieb: er ſuhr ſogar in Hemsbach freihändig. Bei dieſem Leichtſinn hielt die 1. Strafkammer auf die Be⸗ rufung des Staatsanwaltes die vom Schöffengericht verhängte Strafe von 6 Monaten zu gering and ſprach eine Gefängnisſtrafe von einem Jahre çus. Dazu hat der Verurteilte nun auch noch ſeine stel⸗ lung verloren. Der Erkennungsdienſt bringt es an den Tag Gefängnisſtraſe für Fälſchungsmanöver Vor Quarzlampe, Photo und Chemie ſind heute auch die raffinierteſten Fälſchungen nicht mehr ſicher und der 66 Jahre alte Karl Ludwig Becker von hier hätte beſſer getan, ſeinen groben Vertrauens⸗ bruch einzugeſtehen, ſtatt auch noch vor dem Schöf⸗ ſengericht zu leugnen. Bei einer hieſigen Fuhrhal⸗ terei hatte er das Einkleben der Invaliden⸗ und An⸗ geſtellten⸗Verſicherungsmarken zu beſorgen. Wie er das tat, ergab ſich bei einer Kontrolle durch den überwachenden Beamten. Von Mitte Juli 1935 hatte er 720 Mark Markengelder unterſchlagen, die er regelmäßig am Freitag jeder Woche von der Firma erhielt. Am 24. Juli meldete er ſeiner Firma, ſein Fahrrad ſei ihm ſamt ſeiner am Rade hängenden Mappe ge⸗ ſtohlen worden, in der ſich merkwürdigerweiſe auch bereits vollgeklebte Markenkarten befunden haben ſollen. Man ſchenkte ſeinen Angaben trotz der Son⸗ derbarkeit ſeiner Angaben Glauben, bis jetzt ver⸗ ſchiedene Unregelmäßigkeiten dazu führten, die Klebekarten einer Prüfung zu unterziehen, mit der ein Kriminalbeamter vom Erkennungsdienſt betraut wurde. Dieeſr ſtellte feſt, daß der Angeklagte zum Kleben für das Jahr 1935 eine große Anzahl ſchon geklebt geweſener Marken aus dem Jahre 1934 noch⸗ mals verwandt hatte. Unter dem neuen Datum wurde das alte radierte entdeckt und die vollgeklebten Karten, von denen ſie geſchickt gelöſt worden waren, fehlten. Aber auch die neuen Marken waren nicht ſofort, ſondern erſt ſpäter ge⸗ klebt worden. Bei der Kontrolle fehlten die Mar⸗ ken, für die er bereits das Geld erhalten hatte und erſt nach allen möglichen Ausflüchten— er habe ſie zu Hauſe uſw.— brachte er eine Anzahl Marken, die er eben zur Verdeckung ſeiner Untreue gekauft hatte. So fand denn nun auch der angebliche Dieb⸗ ſtahl der Mappe als eine Finte ſeine Erklärung: ſie hatte den Zweck, ſeine Unterſchlagungen zu decken. Das Schöfſengericht zog Alter und bisherige gute Führung des Angeklagten in Betracht und ſprach eine Gefängnisſtrafe von ſieben Monaten aus. Applaus. ingenieur“ Die Verkehrsverhültniſſe in Mannheim Praktiſche Vorſchläge zur Verringerung des Autolärms und der Verkehrsunfälle Der immer wieder erhobene Einwand, daß hier ſchwierige Straßenverhältniſſe beſtehen, iſt hin⸗ fällig. Ich verweiſe darauf, daß die Innenſtädte von Ham⸗ burg, Breslau, Dresden und Stuttgart viel unüber⸗ ſichtlicher als ͤdie Mannheimer Innenſtadt ſind und daß trotzdem auch im Innern dieſer Städte diſzipli⸗ niert gefahren wird. Mannheim hat den Vor⸗ zug, faſt nur geradlinige Straßen zu be⸗ ſitzen, ſo daß hier ſogar die beſten Vorausſetzungen für eine Regelung des Straßenverkehrs im Sinne meiner Ausführungen gegeben ſind. Im übrigen hilft man ſich anderwärts bei engen Straßen dadurch, daß man in viel größerem Maße als es in Mannheim der Fall iſt, Ein bahn⸗ ſtraßen ſchafft. Dieſe haben öͤen großen Vorteil, daß ſie ſich bequem fahren und leichter überqueren laſſen, denn beim Ueberqueren einer Einbahnſtraße hat man nur die aus einer Fahrtrichtung kommen⸗ den Wagen zu beobachten. Welche Folgerungen ergeben ſich aus dem Vor⸗ geſagten für die Regelung der Mannheimer Ver⸗ kehrsverhältniſſe? Die Antwort lautet: Die Mannheimer Kraftfahrer müſſen mit allem Nachdruck, und wenn es ſein muß mit aller Schärfe, zu der diſziplinierten Fahr⸗ weiſe, wie ſie in anderen Großſtädten beſteht, er⸗ zogen werden. Erfahrungsgemäß haben alle all⸗ gemeinen Ermahnungen durch die Preſſe und durch den Rundfunk keinen Zweck. Nur durch klare An⸗ ordnungen der Polizeibehörde. denen durch fortge⸗ ſetzte Ueberwachung des Verkehrs und oͤurch Ver⸗ warnung der Verkehrsſünder auf offener Straße Kachdruck verliehen wird, kann Ordnung geſchaffen werden. Ich verweiſe in dieſem Zuſammenhang auf die von der Stuttgarter Polizei erlaſſenen vorbilo⸗ lichen Vorſchriften zur Regelung des Straßenver⸗ kehrs. 913 Initiative zur Beſſerung der Verhältniſſe muß alſo in erſter Linie von der Polizeibehörde ausgehen. Dann aber muß auch die Stadt Mann⸗ heim ihren Teil dazu beitragen, und zwar daoͤurch, daß ſie die Koſten übernimmt, die bei ͤͤer Durchfüh⸗ rung der polizeilichen Maßnahmen entſtehen. Es iſt meines Erachtens nötig, daß an beſtimmten Punk⸗ ten der Stadt Verkehrsſchilder angebracht werden, die Kraftfahrer und Fußgänger dur Orönung mahnen. Solche Schilder haben etwa zu lauten:„Nicht unnötig hupen!“„Straßen⸗ kreuzungen langſam überqueren!“„Uebergang für Fußgänger!“ Dieſe Schilder ſind zweckmäßigerweiſe auch auf allen Einfahrtsſtraßen nach Mannheim an⸗ zubringen, damit der von auswärts kommende Fah⸗ rer Beſcheid weiß. Jedͤer kleine Kurort hat heutzu⸗ tage derartige Schilder. Aeſthetiſche Bedenken gegen die Anbringnug ſolcher Schilder haben vor der Siche⸗ rung des Verkehrs zurückzutreten. Die Stadtverwaltung kann ferner dadurch zur Beſſerung der Verkehrsverhältniſſe beitragen, daß ſie an gefährdeten Straßenecken noch weitere Sperrketten anbringen und die Bord⸗ ſteine zurückſetzen läßt. Ich empfehle weiter, von Zeit zu Zeit Propa⸗ gandawochen für die neue Verkehrsregelung zu veranſtalten und weiſe darauf hin, dͤaß z. B. Ham⸗ burg in der Pfingſtwoche eine derartige Propaganda⸗ woche in muſtergültiger Weiſe durchgeführt hat. Tau⸗ ſende von großen, über die Straßen geſpannte Schriftbänder redeten zu dem Kraftfahrer eine ein⸗ oͤringliche Sprache und haben ſicher ihre Wirkung nicht verfehlt. Meine vorſtehenden Ausführungen ſollen zeigen, daß in Mannheim eine durchgreifende Verbeſſerung der Verkehrsverhältniſſe ſehr wohl möglich iſt. Wenn die Behörden und der einſichtsvolle Teil der Kraftfahrer zuſammenwirken, dann kann Mannheim ſchon in verhältnismäßig kurzer Zeit von dem unnötigen Hupenlärm befreit ſein, und es wird ſich, was beſonders wichtig iſt, auch bald zeigen, daß die Zahl der Verkehrsunfälle ſehr raſch zurückgeht. Wo ein Wille iſt, da iſt auch ein Weg. A. Wie dermann, Mannheim. Altwagenverwertung nicht mehr„Autofriedhoſ“ Zahlreiche Händler, die ſich mit der Verwertung gebrauchter Kraftwagen befaſſen, bezeichnen ihr Un⸗ ternehmen als„Autofriedhof“. Es iſt, nach Anſicht des Werberats der deutſchen Wirtſchaft, geſchmacklos, das Wort„Friedhof“ zur Bezeichnung eines Geſchäf⸗ tes zu verwenden, das in ſeiner äußeren Erſcheinung in keiner Weiſe die Vorſtellungen erfüllt, die man mit dem Wort verknüpft. Der Werberat hält es für angebracht, die Bezeichnung„Autofriedhof“ nicht mehr zu verwenden. Er erwartet, daß ſie in abſehbarer Zeit ganz aus dem Verkehr zurückgezogen wird. Aus Kreiſen der Wirtſchaft iſt vorgeſchlagen worden, Bezeichnungen wie„Gebrauchtwagen⸗Verwertung“ oder„Altwagen⸗Verwertung“ einzuführen. Der Werberat gibt dieſe Anregung weiter. Olympiſche Wochenſchau Was die Kameramänner der Ufa drehten Im Mannheimer Univerſumtheater läßt die Ufa bereits den Filmſtreifen laufen, den ihre Ka⸗ meramänner im Berliner Luſtgarten und auf dem Reichsſportfeld drehten. Man erlebt auf der Lein⸗ wand die große Stunde, da die olympiſche Fackel un⸗ ter dem Jubel der Zehntauſende in der Reichs⸗ hauptſtadt eintraf und wird mitgeriſſen vom Begei⸗ ſterungsſturm, der das gewaltige menſchenüberſäte Rund des Olympiaſtadions durchbrauſte, als der im⸗ poſante Einmarſch der Nationen in Anweſenheit des Führers und des olympiſchen Komitees ſtattfand. Man ſieht die Griechen an der Spitze dͤer Kämpfer um den Lorbeer, ſieht Dänen, Franzoſen, Engländer, Amerikaner, Schweizer, Deutſche, Mannſchaft auf Mannſchaft und hört den rauſchenden Beifall der Ränge, die einem Meer von Köpfen gleichen. Auch aus den verſchiedun Kämpfn, ſo das feſſelnde Ham⸗ merwerfen, Tilly Fleiſchers Glanzleiſtung im Speer⸗ wurf, der Triumph des ſchwarzen Läuferwunders Jeſſe Owens,— gibt es heute ſchon intereſſante Bildausſchnitte. Das Kinopublikum zollte dieſer ausgezeichneten olympiſchen Wochenſchau lebhaften cwf. ** Der Platz der Friedrichſchule wird tieſer ge⸗ legt. Gegenwärtig iſt man damit beſchäftigt, den gro⸗ ßen Platz hinter der Friedrichſchule in U 2tiefer zu legen, ein Beginnen, das alle diejenigen mit Freude begrüßen werden, die häufig dieſen Platz überqueren müſſen. In ſeinem bisherigen Zuſtand war der Platz zu hoch gelegen, d. h. er beſaß eine unvorteilhafte Wölbung, wodurch nicht nur das Gehen darauf nichts weniger als angenehm war, ſondern auch bei Regen⸗ wetter ſich jeweils der Mißſtand einſtellte, daß der Sand infolge des ſtarken Gefälles auf die den Platz beiderſeits ſäumenden Gehwege geſpült wurde. Durch die ausgleichende Tieferlegung werden dieſe Nach⸗ teile beſeitigt. Die Erdͤſchicht wird in der Mitte etwa 20 bis 25 Zentimeter abgetragen, um den nötigen Höhenausgleich mit dem äußeren Teil des Platzes zu erzielen. Als weiterer Vorteil der Aenderung wird ſich aber auch ergeben, daß der Platz ein vorteilhaf⸗ teres Ausſehen erhalten wird als bisher. **. Perſonalveränderungen. Kriminalſekretär Franz Hemlein in Mannheim wurde zum Kri⸗ minalkommiſſär ernannt. Kurt Gunzer aus Mannheim hat die Staatsprüfung für den mittleren techniſchen Dienſt im Maſchinenweſen beſtanden und die Berufsbezeichnung„ſtaatlich geprüfter Maſchinen⸗ ingenieur“ erlangt; Werner Strittmatter hat die gleiche Prüfung für Elektrotechnik beſtanden und die Berufsbezeichnung„ſtaatlich geprüfter Elektro⸗ erlangt. Zum planmäßigen Verwal⸗ tungsaſſiſtent wurde der außerplanmäßige Verwal⸗ tungsaſſiſtent Jakob Wein in Mannheim ernannt. ** Siedler ſeiern Kirchweih. Die Siedler von Käfertal feiern unter der Führung des Siedler⸗ Geſangvereins„Freundſchafte am Sonntag und Montag zum erſten Male ihre eigene Kirchweih auf dem Platz gegenüber dem Siedlerheim am Speckweg. Karuſſell, Schießbuden, Zuckerſtände, Kinderbeluſti⸗ gungen, Ballonaufſtieg und Kerwetanz im Siedler⸗ heim bürgen für gute Unterhaltung. e Wichtig für das Putzmacherei⸗ und Konſek⸗ tionsgewerbe. In offenen Verkaufsgeſchäften der Kleider⸗ und Wäſchekonfektion, die eine Aenderungs⸗ werkſtätte unterhalten, ſowie in Putzgeſchäften dür⸗ fen die mit der Aenderung gekaufter Kleidungsſtücke oder der Bearbeitung von Hüten beſchäftigten Ge⸗ folgſchaftsmitglieder auch an Samstagen und Vorfeiertagen nach 17 Uhr bis Ladenſchluß be⸗ ſchäftigt werden. Dieſe Ausnahme iſt an die aus⸗ drückliche Bedingung geknüpft, daß dͤurch dieſe Ar⸗ beitsſtunden die geſetzliche Wochenarbeitszeit nicht überſchritten wird. Der Kurszettel oͤer Hausfrau Es ſind doch noch recht viele Mannheimer nicht' ini⸗ Ferien gefahren. Das zeigte ſo recht der heutige Markt, auf dem recht reger Betrieb herrſchte. Und wer auch der Schuldige ſein mag— der Golfſtrom oder die Sonnenflecken— die Natur geht trotz ſchlech⸗ tem Wetter ihren Weg und ſtreut ihre Gaben in un⸗ ermeßlicher Fülle, und was vielleicht an Süße oder Reife gefehlt hat, können nun ein paar Sonnentage, Transpiration der Achselhönlen und Füße? Dialon-Puder hift. Streudose RM—.72 Beutel zum Nachfüllen RM—.49 mit denen wir jetzt rechnen dürfen, ausgleichen. Dies gilt vor allem für unſere deutſchen Tomaten, die dringend der Sonne bedürfen, um wirklich auszurei⸗ fen; beſteht doch Gefahr, daß ſie bei zu langem Hän⸗ genlaſſen am Stock faulen. Die Verwendungsmög⸗ lichkeit der Tomate iſt einfach unbegrenzt; man kann ja nicht nur Suppen und Tunken daraus herſtellen, ſondern ſie auch mit allerlei Füllſel als Hauptgericht auf den Tiſch bringen und ſchließlich von den Grünen, in Verbindung mit Rhabarber, eine aus⸗ gezeichnete, jedoch nicht zu lange haltbare Marmelade und die ganzen Früchte wie ſüßſaure Gurken ein⸗ machen.— Neben dem ſchönen Sommerſpinat, der in Bergen auf den Tiſchen liegt, iſt das Angebot in Bohnen beſonders groß. Hier ſei auf die ſchöne fadenloſe Sorte(18 Pfennig das Pfund) hingewieſen. Aus den breiten Brechbohnen läßt ſich mit Birnen und Dürrfleiſch ein ſchmackhafter Sommer⸗ eintopf zubereiten, der auch ſüddeutſchen Zungen wenn noch ein kleiner Schuß Eſſig zugegeben wird. Nun kommen auch neben den neuen Zwiebeln neuer Sellerie und Lauch auf den Markt. Sehr ulkig ſind kleine Meerrettichſtangen zu—10 Pfg.(Jung⸗ geſellenportionen). Es ſind auch noch vereinzelt grö⸗ ßere Stangen zu ſehen. Mit den Johannisbeeren geht es nun zu Ende, dafür kommen reichlich und ſehr früh dieſes Jahr ſchöne Brombeeren auf den Markt, ünd prächtige Mirabellen, Pflaumen und Birnen bieten neue Ab⸗ wechflung. Ein ganz großer Genuß ſind die Blumenſtände, bei denen Gladiolen und Dahlien neben Sommer⸗ aſtern eine Hauptrolle ſpielen. Eine beſondere Augen⸗ weide bieten die herrlichen Knollenbegonien in ihrer Vielfarbigkeit und Formenbuntheit. Vom Statiſtiſchen Amt wurden folgende Verbraucher⸗ preiſe für Kg. in Pfg. ermittelt: Kartoffeln—8; Wir⸗ ſing—12; Weißkraut—10; Rotkraut—12; Blumenkohl, Stück 10—70; Karotten, Bſchl.—7; Gelbe Rüben—10; Rote Rüben—10; Spinat 15—25; Mangold—10; Zwie⸗ beln—10; Grüne Bohnen 10—30; Grüne Erbſen 25—30; Kopfſalat, Stück—15, Endivienſalat, Stück—10; Ober⸗ kohlraben, Stück—8; Rhabarber—7; Tomaten 18—90; Rettich, Stück—12; Meerrettich, Stück 25—50; Schl.⸗Gur⸗ ken(groß) Stück 20—30; Einmachgurken, Stück 1,2—1,5; Suppengrünes, Bſchl.—5; Peterſilie, Bſchl.—5; Schnitt⸗ lau⸗h, Bſchl.—5, Pfifferlinge 90—40; Steinpilze 60; Ma⸗ ron npilze 30—35; Aepfel 15—35; Birnen 15—35, Pfirſiche 28—50, Heidelbeeren 23—35; Himbeeren 40—45; Johannis⸗ beeren 18—23; Zwetſchgen 25—38; Zitronen, Stück—10; Bananen, Stück—12, Markenbutter 160; Landbutter 140 bis 142; Weißer Käſe 25—30; Eier, Stück 11—14; Aale 120; Backfiſche 40, Kabelfau 35—45; Schellfiſche 60; Goloͤbarſch 30; Seehecht 60; Hahn, geſchlachtet, Stück 150—300; Huhn, geſchlachtet, Stück 200—400; Tauben, geſchlachtet, Stück 60 bis 80; Rindfleiſch 87; Kalbfleiſch 120—130; fielich. Schwelne⸗ leiſe— Seite/ Nummer 359 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Freitag, 7. Auguſt 1936 Calson in aclen- Saclen Das Kurhaus im neuen Gewand— Vor dem„Nach- Olympia“ an der Oos Gäste aus aller Welt sind da: England in Front! (Eigener Bericht der NM3.) A. H. Baden⸗Baden, 7. Auguſt. Baden⸗Baden atmet auf: Es hat den Anſchluß an ſeine Glanz⸗ und Großzeit wiedergefunden. Nicht nur hinſichtlich des Fremdenverkehrs, der zahlen⸗ mäßig längſt übertroffen war. Den hunderttauſend⸗ ſten Kurgaſt, der im vorigen Herbſt noch feſtlich ge⸗ feiert wurde, hat in dieſem Jahre die Beſucherziffer jetzt ſchon weit hinter ſich gelaſſen. Nein, da war etwas ganz anderes, was den Baden⸗Badenern nahe⸗ ging: Der edelgefügte Weinbrennerſche Kurhausbau, Zierde und Mittelpunkt des ganzen kurörtlichen Lebens, war ſeit der Wiedereinführung der Spiel⸗ bank in einer ganzen Reihe von Sälen zugunſten der Göttin Fortung dem allgemeinen geſellſchaftlichen Verkehr entzogen. Was ſich mit der Zeit doch recht ſtörend bemerkbar machte. Das iſt nun anders ge⸗ worden, ſeit am letzten Montag die hier ſchon an anderer Stelle geſchilderte feierliche Eröffnung des Erweiterungsbaues des Kurhauſes erfolgen konnte. Denn in dieſem ſchuf Miniſterial⸗ rat Profeſſor Stürzenacker, der ſich ſchon in den Kriegsjahren als verſtändnisvoller Ausgeſtalter des alten Baues bewährte, in ſorglicher Wahrung der Weinbrennerſchen Anlage eine Reihe von neuen, vor⸗ nehm⸗behaglichen Sälen von geradetzu idealer Zweck⸗ dienlichkeit. Dieſe entzückenden Verſammlungs⸗, Ball⸗, Bar⸗ und anderen Geſellſchaftsräume ſind ieder ein Kunſtwerk für ſich. Ja, ſie können mit dem hinzugewonnenen Sonder⸗Spielſaal, der ſogenannten „Salle privée“, in ihrer Wirkung als lebendiges Zeugnis deutſchen Kunſtgeſchmacks unſerer Tage ſich neben dem ganz anders gearteten der prunkhaften Säle der franzöſiſchen Meiſter aus den Benazet⸗ Tagen ruhmvoll behaupten. Gleich von der neuen Wandelhalle im un⸗ teren Stockwerk geht es in die Tanzbar. Durch das zarte Rot der Sofa und Seſſel, durch die feine Holzarbeit der Wände, durch die warme Decken⸗ beleuchtung und die von dem Freiburger Maler Wittmar mit beſchwingter Kunſt ausgeführten ſym⸗ boliſchen Darſtellungen des Tanzes iſt ſie zu einem Raum köſtlicher Intimität geſtaltet. Gleich daran ſchließt ſich der erwähnte„Sonder⸗Spielſaal“ (Salle privée), in ruhigem Grün gehalten, die Wände aus Nußbaumholz geſtaltet, wobei die eine Wandfläche einer wundervollen Intarſien⸗Darſtel⸗ lung der Verehrung der Glücksgöttin vorbehalten blieb, nach Entwürfen des Karlsruher Profeſſors Babberger in edelſten Hölzern kunſtvoll gefügt. In den oberen Räumen erfüllt ein in kupferfarbenem Möbelbezug und ſeidener Wandbekleidung vornehm wirkender Speiſe⸗ und Kongreß⸗Saal mit ſeiner harmoniſchen Beleuchtung einen langgehegten Wunſch nach einem beſonderen Geſellſchaftsraum. An ihn reiht ſith, bezaubernd in ſeiner künſtleriſchen Ge⸗ ſamtwirkung, der runde Ballſaal mit ſeiner ſtim⸗ mungsvollen Lichtverteilung, den Sofaniſchen und antiken Spiegeln, den ſilbrigen Vorhängen, der Ge⸗ mäldefolge aus Leben und Sinn der Jahreszeiten (von Schilling⸗München) und dem mit Figuren aus⸗ gelegten Parkett. Große Glastüren führen in das Freie, wo nach Herſtellung eines Alpinums eine Terraſſe den Aufenthalt in der beglückenden Natur geſtatten wird. Als kurz nach der Einweihung noch am gleichen Abend dieſe neuen Säle dem allgemeinen Beſuch freigegeben wurden und nun feſtlich gekleidete Men⸗ ſchen die Räume zu Tanz und Unterhaltung füllten, erhöhte das bewegte farbenſchöne Bild den urſprüng⸗ lichen künſtleriſchen Genuß noch um ein Bedeutendes. Hier iſt in der Tat die Anknüyfung an die Baden⸗Badener Groß⸗ zeit Ereignis geworden. Sie wird ihre Anziehungskraft auf die Beſucher aus allen deutſchen Gauen und der ganzen weiten Welt nicht verſehlen. Heute ſchon ſind die fremden Länder reich vertreteu. Die wunderbare Heilkraft der Quellen, die auch dem Minderbemittelten zugänglich gemacht iſt, der Zauber der vielgeprieſenen herrlichen Landſchaft und die bunte Fülle der geſellſchaftlichen und ſportlichen Un⸗ terhaltungen haben als ſtrahlendes Dreigeſtirn ohne⸗ hin Abertauſenden den Weg nach Baden⸗Baden ge⸗ wieſen. Die lockenden Glücksmöglichkeiten der Spielbank tragen dazu nicht wenig bei. Nun iſt der Erweiterungsbau des Kurhauſes gerade zur rechten Zeit fertig geworden, um dem weiteren gro⸗ ßen Zuſtrom, der ſich angeſichts des bevorſtehenden „Baden⸗Badener Nach⸗Olympia“ heute ſchon bemerkbar macht, mit ſeinen neuen reizvollen Sälen genußreiche Stunden zu verſprechen. Dieſes Nach⸗Olympia in der zweiten Auguſthälfte umfaßt die internationalen Sportkämpfe Her drei nichtolym⸗ piſchen Sportarten, des Tennis, des Golfs und der Pferderennen. Es iſt bezeichnend für die Wertung, die auch ihnen an maßgebender Stelle bei⸗ gelegt wird, daß der Führer hierfür beſondere Ehrenpreiſe ſtiftete. Schon bei der Einweihung der neuen Kurhaus⸗ Räume war der Internationale Rennklub durch ſeinen Vizepräſidenten Richard Haniel, und der angeſehene Baden⸗Badener Golfklub durch ſeinen Präſidenten Baron Boecklin von Boecklinsau vertreten. Auch unter den aus⸗ wärtigen Kurgäſten fehlt es zur Zeit an bekannten Namen nicht. Vor allem iſt diesmal England durch eine ganze Reihe klingender Namen in Front. Nicht umſonſt hat der zehntägige Pfingſtbeſuch des angeſehenen Londoner„Livery⸗Club“ mit dem Lord⸗ mayor an der Spitze in begeiſterten Berichten ſein Echo gefunden. Da iſt der bekannte engliſche Staats⸗ mann Lord Juſtus Percy, da iſt Lord Glanley, Mit⸗ glied des engliſchen Oberhauſes, der Baronet Fre⸗ derie Frankland, der Diplomat Aubrey Caſardi, die in London lebende Prinzeſſin Stephanie von Hohen⸗ lohe⸗Waldenburg, die Viscounteß Mary Harcourt, die Baroneß Mary Zouche of Heryngworth, Lady Beſſie Watſon und Lady Lydia Deterding, ein Name, der vom Shell⸗Oil⸗Truſt weltbekannt iſt. Von franzöſiſchen Gäſten ſind u. a. zu verzeichnen: Comte et Comteſſe de Waldner und der Diplomat Stephan von Bathor aus Paris, dazu von der Cöte 5 Ail(franz. Riviera) die als Schriftſtellerin be⸗ kannte Fürſtin Mechthilde Lichnowſky. Aus Hol⸗ land, das immer viel Beſucher nach Baden⸗Baden entſendet, kommt der Direktor der Kgl. Niederlän⸗ diſchen Luftſchiffahrt, Henri Carl Rendorp, und au⸗ ßerdem der Bürgermeiſter von Amſterdam, Dr. Willem de Vengt. Aus Belgien Comte und Com⸗ teſſe de Pretz, aus Ungarn als altbekannte Gäſte Markgraf und Markgräfin von Pallavicini(Buda⸗ peſt.) Aus Italien erſchien auch diesmal wieder der ehemalige Geſandte Baron Georg von Grae⸗ venitz, der in Rom ſeine zweite Heimat fand. Unter den polniſchen Beſuchern iſt Generalkonſul 3. von Spechowſky zu erwähnen. Aus der Türkei der Diplomat Menemendjioglu aus Ankara und aus den Ueberſee⸗Ländern der ameritaniſche Ge⸗ ſandte in Lima(Peru), Fred Morris. An ſie alle ſchließt ſich ein täglich wachſender Kreis neuer Be⸗ ſucher an, deren Namen in der Politik und in der Geſellſchaft wiedertönen. Baden⸗Badens durch das Nach⸗Olympia diesmal noch mit vermehrtem Glanz umgebene„Große Woche“ — die in Wirklichkeit zwei Wochen umfaßt—, weiß allerdings auch neben ſeinen ſegenſpendenden Quel⸗ len mit einer üppigen Folge von Feſtlichkeiten die Beſucher anzuziehen und feſtzuhalten. Das jetzt mit allen modernen techniſchen Einrichtungen eingerich⸗ tete Theater, das unter dem Intendanten Karl Heyſer eine allgemein anerkannte künſtleriſche Höhe errang, die Unterhaltungen der Kleinkunſt⸗ bühne, der Tänze und anderen geſellſchaftlichen Veranſtaltungen, die unter der umſichtigen Leitung ihres Direktors Paul Ulm ſich durch Mannigfaltig⸗ keit und Auserwähltheit hervortun, die Konzerte des Sinfonie⸗ und Kurorcheſters unter ihrem meiſter⸗ lichen Generalmuſikdirektor Herbert Albert, ſie alle ſind nur Glieder der einen funkelnden Kette, die in dieſen Wochen das Baden⸗Badener Kurleben um⸗ ſchließt. Ein Kurleben, das unter ſeinem neuen oberſten Leiter, Regierungsrat Graf, einen ſolch verheißungsvollen weiteren Aufſtieg nahm. Die vie⸗ len Tauſende, die in dieſer reizumwobenen Landſchaft Geneſung fanden von den Gebreſten des Leibes und der Seele, ſie alle ſind immerdar ſeines Ruhmes begeiſterte Herolde, ——— Arteile des Frankenthaler Sondergerichts Gefängnisſtrafen wurden verhängt * Frankenthal, 6. Auguſt. Vor dem Sondergericht für den Oberlandes⸗ gerichtsbezirk Zweibrücken ſtanden am Mittwoch 3 Fälle zur Verhandlung. Im erſten Fall hatten ſich drei Angeklagte aus Lambrecht zu verantworten, nämlich der 63 Jahre alte Johann Rottmann, ſein 38 Jahre alter Sohn Heinrich Rottmann und deſſen 39 Jahre alte Ehefrau Eliſabeth Rottmann. Die dͤrei An⸗ geklagten waren am Pfingſtmontag in einer Lam⸗ brechter Wirtſchaft eingekehrt, wobei im Laufe des Abends die beiden Rottmann, Vater und Sohn, mit dem Wirt in eine lebhafte Auseinanderſetzung ge⸗ rieten. Heinrich Rottmann gebrauchte beleidigende Aeußerungen über die Reichsregierung und die NSDAP. Der Wirt mußte ſchließlich die Polizei rufen. Als der Polizeibeamte die beiden Augeklag⸗ ten aufforderte, das Lokal zu verlaſſen, wider⸗ ten ſie ſich gewaltſam und beläſtigten dabei den Beamten derart, daß er ſich erſt nach Ge⸗ brauch der Waffe aus den Händen der beiden befreien konnte. Auch die Ehefrau Rottmann beteiligte ſich an dem Widerſtand, indem ſie den Polizeibeamten an der Hand packte; ſie verletzte ihn dabei. In der Hauptverhandlung vor dem Sondergericht ſtellten die Angeklagten die Sache ſo dar, als ob ſie von dem Beamten bedroht worden eien, im übrigen leugneten ſie jedes gewaltſame Vorgehen, auch be⸗ ſtritten ſie die beleidigenden Aeußerungen. Die Ver⸗ nehmung der Zeugen ergab jedoch, daß die Angeklag⸗ ten der ihnen zur Laſt gelegten ſtrafbaren Handlun⸗ gen in vollem Umfange ſchuldig waren. Nach der Be⸗ kundung des Polizeikommiſſärs hat ſich Heinrich Rottmann früher aktiv als Kommuniſt be⸗ tätigt. Er gehörte einer jener berüchtigten Kle⸗ bekolonnen an, die mit umſtürzleriſchen Hetzinſchrif⸗ ten die Häuſer beſchmierten. Nach mehrſtündiger Verhandlung verurteilte das Sondergericht die An⸗ geklagten— entſprechend dem Antrag des Staats⸗ anwaltes—, und zwar Johann Rottmann zu acht Monaten, Heinrich Rottmann zu neun Monaten und die Ehefrau Rottmann zu zwei Monaten Gefängnis. Bei den zwei Erſtgenannten werden je ein Monat und vier Wo⸗ chen Unterſuchungshaft an der Strafe in Abzug ge⸗ bracht. Der 46jährige Kurt Krocker aus Darmſtadt hatte ſich ebenfalls wegen Vergehens gegen das Heimtückegeſetz zu verantworten. Der Angeklagte, der am 16. Mai in Schutzhaft genommen wurde und ſich ſeit 27. Mai in Unterſuchungshaft befindet, kam am 16. Mai als Vertreter zu einer Frankenthaler Induſtriefirma. Im Verlauf der geſchäftlichen Be⸗ ſprechung ließ er ſich zu ſchweren Beleidigungen der Reichsregierung hinreißen. In der Verhandlung vertrat er den merkwürdigen Standpunkt, er ſei Mit⸗ glied der ehemaligen Demokratiſchen Partei geweſen und habe ſich noch nicht umſtellen können, weil er der Auffaſſung ſei, daß man einen einmal eingenomme⸗ nen Standpunkt nicht wechſeln ſolle(). Für die Ein⸗ ſtellung dieſes„ewigen Demokraten“ iſt bezeichnend, daß er damals beim Betreten des Empfangszimmers an Stelle des deutſchen Grußes ſich in einer läſter⸗ lichen Auslaſſung erging. Nach der Vernehmung des Angeklagten beantragte ſein Verteidiger, Krocker auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſuchen zu laſſen, da in deſſen Familie verſchie⸗ dene Fälle geiſtiger Umnachtung feſtgeſtellt worden ſeien. Das Sondergericht entſprach dieſem Antrage und ſetzte die Verhandlung zwecks weiterer Erhebun⸗ gen auf unbeſtimmte Zeit aus. Ruud mum, Tunoulziuopun Hochbetrieb auf dem Dreſchplatz rr Schwetzingen, 7. Auguſt. In dieſen Tagen, da das Wetter wieder einiger⸗ maßen beſſer geworden iſt, wird allenthalben die Unterbringung der Ernte beſchleu⸗ nigt. Und gerade jetzt kann man ſo recht die Be⸗ obachtung machen, daß in unſerer Stadt eigentlich doch weit mehr Familien Landwirtſchaft treiben, als man zu glauben geneigt iſt. Und es iſt für den Fremden, der von Mannheim her unſere Stadt be⸗ tritt, eigentlich eine Ueberraſchung, daß er als erſtes in dieſen Tagen zunächſt auf einen großen landwirt⸗ ſchaftlichen Betrieb trifft, nämlich auf den Dreſch⸗ phatz. Schon ſeit Tagen kommen die ſchwerbeladenen Fruchtwagen zu dem Platz gefahren, um dort auf maſchinellem Wege dreſchen zu laſſen. Zwei ganz moderne Dreſchmaſchinen ſind hier aufgeſtellt wor⸗ den. Wenn man zurückdenkt an die nicht allzu ferne Zeit, als noch mit den Dreſchflegeln gearbeitet wor⸗ den iſt, ſo wird man mit um ſo größerem Erſtaunen vor dieſen Maſchinen ſtehen, deren wunderbarer Mechanismus in wenigen Minuten einen ganzen Wagen voll Frucht zu dreſchen vermag. Der Lanowirt nimmt dieſe Dinge heute als eine Selbſtverſtändlichkeit hin. Er freut ſich, daß er nicht lange zu warten braucht, bis er mit dem Dreſchen an die Reihe kommt, denn in zehn Minuten kann ſchon ein ganzer Wagen erledigt ſein. Wenn nun in weni⸗ gen Tagen Ruhe auf dem Dreſchplatz eingekehrt iſt, dann wird die Schwetzinger Dreſchmaſchine die grö⸗ ßeren Bauernhöfe aufſuchen, um die dort aufgeſchich⸗ teten großen Mengen von Garben zu verſchlingen und ihren koſtbaren Erlös dem Landwirt zu ſpenden. Geſtohlenes Auto auf der Lanoſtraße Auf der Lanöſtraße Schwetzingen—Hockenheim, in der Nähe des Schützenhauſes, wurde heute früh ein holländiſcher Perſonenkraftwagen auf⸗ gefunden und von der Gendarmerie ſichergeſtellt. Wie inzwiſchen gemeldet worden iſt, handelt es ſich bei dieſem Wagen um ein Eigentum eines Holländers, der zur Zeit in Konſtanz weilt. Dieſem wurde der Wagen geſtohlen, doch gelangten der oder die Diebe nur bis hierher, da ihnen in der Zwiſchenzeit das Benzin ausgegangen war. Die Täter, die ſich aus dem Staub gemacht haben, konnten bis jetzt nicht ermittelt werden. Gutes Ergebnis bei der Pfundſammlung. Wie man hört, ſoll auch dieſesmal die hier durchgeführte Pfundſammlung der NS⸗Volkswohlfahrt ein recht gutes Ergebnis gezeitigt haben. Dafür gebührt wie⸗ 65 5 der Dank den Helferinnen der NS⸗Frauen⸗ Bürgerſtener iſt fällig! Die Stadtkaſſe macht dar⸗ auf aufmerkſam, daß die dritte Rate der Bürger⸗ ſteuer für 1936 laut Bürgerſteuerbeſcheid am 10. Auguſt fällig iſt. Veranſtaltungen in Schwetzingen Capitol: Boxkampf Schmeling gegen Joe Louis. Neues Theater:„Mabdalenas mit Martha Eggerth. Der Tod lauert auf der Straſie Vom Omnibus überfahren und getötet sk. Waghäuſel, 7. Aug. Ein tragiſcher Ver⸗ kehrsunfall ereignete ſich hier beim Bahnübergaug eines nach Wieſental führenden Feldweges. Als der verheiratete 32jährige Bahnarheiter Guſtav Schwei⸗ kert aus Wieſental in den Feldweg einbiegen wollte, wurde er von einem Omnibus über⸗ fahren und noch eine größere Strecke mitgeſchleift. Schweikert wurde ſo ſchwer verletzt, daß er kurz nach Einlieſerung ins Krankenhaus ſtarb. Die Schuld⸗ frage bedarf noch genauerer Klärung. Ketſch, 7. Auguſt. Die Badiſche Volks⸗ bühne, die ſchon in mehreren Gemeinden Gaſt⸗ ſpiele aöſolviert hat, wird am kommenden Sams⸗ tag auch unſerer Gemeinde einen Beſuch abſtatten. Sie bringt hier„Die Mühle von Sansſouci“ zur Aufführung.— Morgen abend 8 Uhr, findet in der „Traube“ eine Verſammlung des Reichsbundes der Körperbehinderten ſtatt, in der Kreisobmann Becker ſprechen wird. Was hören wir? Samstag, S. Auguſt .00: Vom Reichsſender Berlin: Olympiſ nforen.— Anſchließend: Muſik in der Frühe. 0 15 Obm Reichs⸗ ſender Berlin; Frühgymnaſtik.—.45: Fortſetzung der Muſik in der Frühe.—.00: Alle Reichsſender getrennt: Nachrichten des Drahtloſen Dienſtes.—.16: Fortſetzung der Muſik in der Frühe.—.50: Für alle Reichsſender: 8. Tag der 11. Olympiſchen Spiele. Programmourchſage. .00: Für alle Reichsſender: Volksmuſik im kleinen Kreis.— 10.00: Für alle Reichsſender außer Berlin: Unter⸗ haltungskonzert. Dazwiſchen: Kann: Vorläufe 1000 Me⸗ ter. Schwimmen: 160⸗Meter⸗Freiſtil⸗Vorläufe, 200⸗Meter⸗ Bruſtſtil⸗Frauen⸗Vorläufe. Waſſerballſpiele. Leichtathle⸗ tik: Zebnkampf 110 Meter Hürden und Diskuswerfen. Regattaberichte aus Kiel.— 12.00: Für alle Reichsſender⸗ Mittagskonzert. Dazwiſchen: Olympiſche Siegertafel 1896 bis 1036.— 13.45: Alle Reichsſender getrennt: Neueſte Nachrichten.— 14.00: Für alle Reichsſender: Allerlei— von zwei bis dreil Dazwiſchen: Polo⸗Endſpiele, Regatta⸗ berichte aus Kiel.— 15.00: Für alle Reichsſender außer Berlin: Bunte Schallplatten. Dazwiſchen: Leichtathletik: Zehnkampf⸗Stabhochſprung, 4⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel⸗Vor⸗ läufe, 4⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel(Frauen) Vorläufe, 3000⸗ Meter⸗Hindernis⸗Entſcheidung, Zehnkampf⸗Speerwerfen, 4⸗ mal⸗400⸗Meter⸗Staffel⸗Vorläufe, Zehnkampf⸗1500⸗Meter⸗ Lauf, 4⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel⸗Zwiſchenläufe. Schwimmen: 100⸗Meter⸗Freiſtil⸗Zwiſchenläufe, Waſſerballſpiele, Kanu⸗ Kajak⸗Einer 1000 Meter, Kanadier⸗Zweier 1000 Meter, Kajak⸗Zweier 1000 Meter, Kanadier⸗Einer 1000 Meter, Kajak⸗Vierer⸗Vorführung. Basketball: Ausſcheidungsſpiele. Hockey: Ausſcheidungsſpiele. Handball: Ausſcheidungs⸗ ſpiele. Fußball: Ausſcheidungsſpiele. Radfahren: 2000⸗ Meter⸗Tandem, 4000⸗Meter⸗Verfolgungsrennen⸗Endlauf, 1000⸗Meter⸗Zeitfahren⸗Endlauf.— 19.00: Für alle Reichs⸗ ſender außer Berlin: Olympia⸗Echo: 8. Tag.— 20.00: Für alle Reichsſender außer Berlin: Kurznachrichten des Draht⸗ loſen Dienſtes.— 20.10: Für alle Reichsſender außer Ber⸗ lin: Bunter Abend. Dazwiſchen: Fechten: Degen⸗Mann⸗ ſchafts⸗Entſcheidung, Funkbericht aus dem Kieler Hafen.— 22.00: Alle Reichsſender getrennt: Wetter⸗ und Tagesnach⸗ richten.— 22.15: Für alle Reichsſender: Olympia⸗Echo.— 22.45: Für alle Reichsſender: Tanzmuſik. Freitag, 7. Auguſt Planetarium: 16 Uhr Vorführung des Sternprojektors. Flugplatz: 9 bis 20 Uhr Rund⸗ flüge über Mannheim. Hafenrundfahrten: 7 bis 20 Uhr ſtündlich am Rhein und Neckar. Omnibusfahrten ab Paradeplatz: 14 Uhr Weinſtraße/ Pfolz. Kleinkunſtbühne Libelle: 20.15 Uhr Kabarett⸗Programm. Tanz: Palaſthotel, Libelle. Kaffee Odeon: Konzert(Verlänge⸗ rung). Ständige Darbietungen Städtiſches Schloßmuſeum: Geöffnet von 10 vis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Vom Fels zum Edel⸗ ſtein. Theatermuſeum, E 7, 20. Geöffnet von 10—18 und von 15—17 Uhr. Sternwarte: Geöffnet von 9 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr. Städtiſche Kunſthalle: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Mannheimer Kunſtverein, L 1. 1: Geöifnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zenghaus: Go⸗ öfſnet von 17 bis 19 Uhr. Lichtſpiele Univerſum:„Incognito!“.— Alhambra:„Im Sonnen⸗ ſchein“.— Schauburg:„Liebeserwachen“.— Palaſt und Gloria:„Der 5 Capitol:„Hinter den uliſſen“. KAUEEN Sik NSDAP-Miſſeilungen Aus varteiamtlichen Bekauntmachungan enmommen Politiſche Leiter Strohmarkt(Bereitſchaft III). Am 9. Auguſt, 7 Uhr, Antreten auf dem Marktplatz in vorſchriftsmäßiger Uni⸗ form(Dienſtbluſe). Seckenheim. Sämtliche Politiſchen Leiter kommen heute abend auf den Feſtplatz. Seckenheim. Am Samstag, Sonntag und Montag findet auf dem Platz bei der Schulturnhalle unſer NS⸗Volksfeſt ſtatt. Die geſamte Bevölkerung iſt eingeladen. Dad Amt für Berufserziehung und Betriebsführung. Am 7. Auguſt findet der letzte Abend der Mitarbeiterſchulung ſtatt. Thema:„Die Arbeitsſchule als Mittelpunkt der Erwachſenenſchulung“. Wir erwarten pünktlichen Beſuch. Humboldt. Am 7. Auguſt, 20.90 Uhr, Sitzung ſämtlicher Zellen⸗ und Blockwalter der Straßenzellen in der Wirt⸗ ſchaft„Zum Alphorn“, Alphornſtraße 17. „Neckarau. Freitog, 7. Auguſt, findet im Sitzungszimmer im Parteiheim, Luiſenſtraße 46, eine Sitzung der Köß⸗ Betriebswarte und der Zellenwalter der DAß ſtatt. Be⸗ ginn 20 Uhr. Dienſtkleidung. Friedrichspark. Am g. Auguſt,.50 Uhr, Antreten zum Ausmarſch auf dem Zeughausplatz. Anzug: DAc⸗Uni⸗ form, Zivil mit DAc⸗Mütze mit Armbinde. Sonmseene N. vollzähligen und Wetterbericht des Reuhswetterdienſtes, Ausgabe⸗ ort Frankfurt a.., vom 7. Auguſt: An der Süd⸗ ſeite einer flachen Tiefdruckſtörung über der Nord⸗ ſee hat ſich vorübergehend wieder die Zufuhr feuch⸗ terer Luftmaſſen eingeſtellt, ſo daß es am Freitag wieder zu ſtärkerer Bewölkung und teilweiſe auch gewittrigen Niederſchlägen kommt. Danach iſt aber wieder mit allgemeinem Luftdruckanſtieg und daher Witterungsbeſſerung zu rechnen. Vorausſage für Samstag, S. Auguſt Vielſach aufgeheitert und, abgeſehen von verein⸗ zelten gewittrigen Niederſchlägen, trocken, Tages⸗ temperaturen zwiſchen 20 und 25 Grad, etwas ſchwül, ſchwache Luftbewegung. Höchſttemperatur in Mannheim am 6. Auguſt + 28,0 Grad, tiefſte Temperatur in der Nacht zum 7. Auguſt. 14,5 Grad; heute früh halb 8 Uhr + 15,7 Grad. In den Rheinbädern wurden heute vormittag 7 Uhr 175 Grad Waſſer⸗ und + 16 Grad Luft⸗ wärme gemeſſen. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Auguſt Wein⸗ Pegel.].5. .56.7. .885,625,41 6. 7. Neckar⸗Pegel 8* Mannheim ——. 5 eilbronn. lochingen. Diedesheim. 85 88 3² 29 5¹ 89 ——————— 14 3 5 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Freitag, 7. Auguſt 1986 6. Seite/ Nummer 359 Veumischtes — In Tirol, und cwar bei Völs an der Arlberg⸗ bahn, wird in der nächſten Zeit mit der Schaffung eines großen künſtlichen Sees begonnen werden. Das Gebiet liegt nur wenige Kilometer von der Landeshauptſtadt Innsbruck entfernt und ſoll nach den Plänen der leitenden Männer der Mittelpunkt eines ganz auf Sport eingeſtellten Diſtriktes wer⸗ den, der im Hinblick auf die unvergleichliche Natur⸗ ſzenerie die Konkurrenz mit allen Sportländern auf⸗ nehmen ſoll. Im übrigen iſt die Idee der Anlage eines künſtlichen Sees an dieſer Stelle nicht neu. Schon vor 400 Jahren ließ Kaiſer Maximilian 1. hier ein Luxusgewäſſer anlegen, an deſſen Ufern er in ſtillen Stunden gern luſtwandelte. Der See ſoll mit dem Inn verbunden werden, ſo daß allen Waſ⸗ ſerſportlern Gelegenheit gegeben iſt, ihn auch von weither zu erreichen. Es iſt geplant, dem künſtlichen See die erhebliche Größe von ungefähr 500 000 Quadratmetern zu geben, die Länge wird etwa 1800 Meter betragen. Ferner tragen ſich die Architekten mit der Abſicht, auch ein Stadion zu bauen, das im Mittelpunkt eines Sportparks ſtehen ſoll. Ein Flug⸗ platz für Land⸗ und Waſſerflugzeuge und ein großes Sporthotel vervollſtändigen die großzügigen Pläne. Seit acht Jahren ſind dieſe Ideen immer wieder er⸗ wogen worden, doch erſt jetzt hat man ſich enoͤgültig für die Ausführung, die mit erheblichen Koſten ver⸗ knüpft iſt, entſchieden. Natürlich ſpielt dabei die Hoffnung eine Rolle, daß die Aufwendungen in ab⸗ ſehbarer Zeit durch den zu erwartenden Fremdenver⸗ kehr aufgewogen werden. * — Wie die engliſchen Zeitungen aus Moskau berichten, habe ruſſiſche Ingenienre für die Luft⸗ ſtreitkräfte der Sowets ein Flugzeug konſtruiert, das man als fliegendes Photolaboratorium bezeich⸗ nen könnte. Die Maſchine, die, wenn man die Meldung recht verſteht, wohl im Ernſtſalle zu Auf⸗ klärungszwecken verwendet werden ſoll, beſitzt eine automatiſch arbeitende Entwicklungs⸗ und Kopier⸗ anlage. Photographiſche Aufnahmen, die an Bord des Flugzeugs gemacht wurden, können alſo ſogleich entwickelt und kopiert werden. Die Fertigſtellung der Bilder ſoll in außerordentlich kurzer Zeit er⸗ folgen. Schon fünfzehn Minuten nach der Auf⸗ nahme liegt das fertige Bild vor. Damit nun das Flugzeug nicht erſt zu landen braucht, wenn die Bilder an die zuſtändigen Dienſtſtellen gebracht werden ſollen, werden eine ganze Anzahl kleinerer Fallſchirme in dem Flugzeug mitgeſührt, mit denen die Bildſendungen wohlbehalten zur Erde nieder⸗ ſchweben. Die Erfindung mutet keineswegs phanta⸗ ſtiſch an, ſie iſt aber bezeichnend für die Vorberei⸗ tungen, die von den Sowjets für einen künftigen Krieg getroffen werden. — Im Jahre 1931 hat Profeſſor Dr. Riek vom urgeſchichtlichen Inſtitut der Univerſität Tübingen im Lonetal in Württemberg in der Vogelherdhöhle, einer Wohn⸗ und Grabſtätte vorgeſchichtlicher Tiere und Menſchen, Funde prähiſtoriſcher Kulturen ge⸗ macht, wie ſie in einer Reichhaltigkeit und Beſonder⸗ heit anderwärts kaum zu Tage getreten ſind. Neben einer gröͤßen Zahl von Werkzeugen, Knochengeräten aus den verſchiedenſten Zeitaltern und Mahlzeit⸗ überreſten von Mammut, Nashorn, Wiſent, Bär und Wiloͤpferd wurde als Entdeckung von europäiſcher Bedeutung der erſte Aurignac⸗Schädel in Deutſch⸗ land der Verſenkung entriſſen. Von dieſer ſchmal⸗ ſchädeligen, gegenüber anderen prähiſtoriſchen Men⸗ ſchen geiſtig höher entwickelten Menſchenraſſe waren vereinzelte Funde bisher nur in England, Frank⸗ reich und Oeſterreich gemacht worden. Der Fund im Lonetal bewies, daß die Aurignac⸗Raſſe einſt auch das heutige Deutſchland bewohnt hat. Weitere über⸗ aus wertvolle Entdeckungen beſtanden in geſchnitzten Tierplaſtiken aus Elfenbein von überraſchendem künſtleriſchen Ausdruck, während bisher nur Flach⸗ Harſtellungen bekannt waren. Als erſter primitiver Verſuch der Nachbildung eines Menſchen wurde eine zehn Zentimeter große Plaſtik aus Stein aus dem Schutt herausgewühlt. In Bälde wird nun Prof. Dr. Wetzel⸗Würzburg mit neuen Ausgrabungen am Hohlenſtein, im Volksmund Bärenhöhle genannt, be⸗ ginnen. Das Ergebnis der bisherigen Probegra⸗ bungen iſt vielverſprechend. In einer kleinen Höhle wurden allerlei Spuren altſteinzeitlicher Kultur ge⸗ funden. In einem nahezu drei Meter tiefen Gra⸗ ben fand ſich eine ergiebige altpaläolithiſche Kultur⸗ ſchicht. Die Grabungen am Hohlenſtein werden in der Weiſe vorgenommen, daß erſt das Vorfeld der Höhle ſyſtematiſch durchſucht wird. Denn nach Mei⸗ nung von Profeſſor Wetzel wird erſt die Klarheit darüber, was vor der Höhle liegt, ein Geſamtbild über die Rolle des Hohlenſteins in der altſteinzeit⸗ lichen Geſchichte des Landes ermöglichen. Dabei wird die urſprüngliche Felsgeſtalt im Gegenſatz zum heu⸗ tigen, verflachten Landſchaftsbild, freigelegt und das Lonetal um ein unvergängliches Naturdenkmal be⸗ reichert werden. Naturgemäß wird den bevorſtehen⸗ — Grabungen mit größter Spannung entgegenge⸗ n. ** „ Der Kosmopolitismus des Berler Straßen⸗ bildes iſt ein Feind jeder Eigentümlichkeiten. Wer hier um jeden Preis auffallen will, der muß ſchon wie ein Buſchneger herumlaufen. Hier wird alles getragen, von den weißleinenen Knickerbockern bis zum Schottenrock. Und trotzdem iſt es einer großen Gruppe gelungen, ſich in den Vordergrund zu ſchie⸗ ben. Das ſind die Zeitungsverkäufer der im Ver⸗ lage des Reichsſportblattes erſcheinenden Olympia⸗ zeitung. Sie wiſſen ſich auffällig und„raffiniert“ zu„behaupten“... mit einem knallroten Tropen⸗ helm nämlich, der mit den fünf Ringen geſchmückt iſt. Konnte es da ausbleiben, daß ſchon bald auf dieſe Kopfbedeckung die Jagd der„Raritätenjäger“ denen nichts heilig iſt, einſetzte? Im Handumdrehen iſt aus dieſer Not eine Tugend gemacht worden. Für einen Kopfpreis von—10 Mark, der Wohl⸗ habenheit ſind übrigens keine Grenzen geſetzt, wer⸗ den dieſe Helme mitten auf der Straße vom Haupte weg verkauft. Der Verſchleiß an Tropenhelmen iſt ungeheuer, für prompte Nachlieſerung iſt ge⸗ ſorgt. * — Ein norwegiſches Forſchungsinſtitut hat in Neuſeeland außerordentlich bemerkenswerte Verſuche mit europäiſchen Pflanzen unternommen, die auf ihre Fähigkeit der Akklimatiſation geprüft werden ſollen. Bekanntlich herrſcht in Neuſeeland ein für den Pflanzenwuchs ſehr günſtiges Klima. Die mei⸗ ſten europäiſchen Pflanzen haben denn auch ein über⸗ raſchend ſtarkes Wachstum gezeigt. So wuchſen Veil⸗ chen zu großen Sträuchern heran und Dahlien er⸗ reichten gar eine Höhe von zwei Meter. Auffällig war dabei, daß ſowohl die Blüten der Veilchen, als auch die der Dahlien, trotz der Länge ihrer Stengel und der Größe ihres Blattwerkes nur den gleichen Umfang hatten wie in Europa. Einzelne Dahlien⸗ arten entwickelten aber unter der tropiſchen Sonne eine leuchtendere Farbenpracht. Andere Pflanzen, vor allem Beerenſträucher, wurden durch das Klima Neuſeelands in keiner Weiſe beeinflußt. Und ſchließ⸗ lich gab es eine ganze Reihe von Pflanzen, die rät⸗ ſelhafterweiſe ſchon wenige Tage, nachdem ſie ange⸗ pflanzt waxen, eingingen. Das norwegiſche Inſtitut beabſichtigt in Zuſammenarbeit mit neuſeeländiſchen Wiſſenſchaftlern die Forſchungen in noch größerem Umfang fortzuſetzen. * — In einer Reihe von Schulen in der Nähe von Birmingham ſind von einem engliſchen medizi⸗ niſchen Forſchungsinſtitut höchſt aufſchlußreiche Er⸗ nährungsverſuche an nicht weniger als 1550 Kin⸗ dern vorgenommen worden. Man hatte die Kin⸗ der in drei Gruppen eingeteilt. Die erſte Gruppe erhielt zu der gewöhnlichen Koſt einen Zuſatz von Sirup, die zweite einen Zuſatz“ von Olivenöl und die dritte einen Zuſatz von Lebertran. Nachdem dies drei Jahre lang ſtrikt durchgeführt worden iſt, konnte man unter anderem feſtſtellen, daß die Le⸗ bertran⸗Gruppe über ungewöhnlich gute Zähne ver⸗ fügte. Vor allem konnte kaum ein Fall von Zahn⸗ fäule feſtgeſtellt werden. Somit iſt erwieſen, daß der regelmäßige Genuß einer kleinen Menge Le⸗ bertran der Zahnpflege außerordentlich dienlich iſt. Bei ſeinem hohen Gehalt an Vitamin D iſt der 0 Roman von Sophie Hoechstetter Vauud cul. Herrn Immlers Stimme wechſelte aus Trübſinn zur Fanfare.„Das iſt ein Wort! Sie haben ſehr recht! Der beſonnene, kluge Menſch verſichert ſich ſelbſt gegen Unfall.“ Herr Immler reckte ſich höher, zeigte, wie breit gebaut er war.„Ja, ſo wie ich hier ſitze, geſund, kräftig, ſportgeſtählt, wäre es mir geſtern auf ein Haar paſſiert, von einem norddeut⸗ ſchen Sportwagen umgerannt zu werden. In der Sekunde, da ich mein Rad herumriß, dachte ich nur noch: mein alter Vater bekommt wenigſtens die Prämie.“ So, ein alter Vater iſt der einzige Angehörige, ſtellte Fräulein Kolb nicht ohne Intereſſe feſt. Herr Immler erzählte raſch noch einiges über den geſtrigen Schrecken, lächelte zutraulich und meinte dann, man ſähe es doch an Ruckſack, Wettermantel und Stock auf dem Flur, Fräulein Kolb wandere gerne. Sie liebe die Ausflüge.„Aber um Bayreuth wird die Gegend raſch gebirgig, gefahrvoll. Wie leicht bricht man ein Bein, wird lahm, oder doch ſo geſchwächt, daß man ſeinem liebſten Sport, dem Wan⸗ dern, nicht mehr huldigen kann.“ Fräulein Kolb warf ein, es würde ihr wohl zu Pfingſten auf der Köſſeine nichts zuſtoßen. Ja, ſo hoffe er auch. Doch immerhin, er wolle nur noch bemerken, ſeine Geſellſchaft verſichere zu kulan⸗ teſten Bedingungen auch im Falle einer dauernden Behinderung. Immler ſagte, er geſtatte ſich, darüber eine kleine Druckſchrift zu hinterlegen. Dauernde Gebrauchs⸗ unfähigkeit eines Beines zu Wanderungen in großem Ausmaß könne bis zu 5000 Mark verſichert werden, die Summe würde auch dann ausbezahlt, wenn je⸗ mand gut und gerne noch kleine Spazierwege machen und Haus und Garten verſorgen könne. „Sie meinen, da kann man ſich ein Auto zulegen von dem Geld?“ fragte Fräulein Kolb in raſchem Verſtehen. „Genau dasſelbe meine ich“, beteuerte Herr Imm⸗ ler. Drängen läge ihm ſelbſtverſtändlich fern. Doch nach den Feiertagen käme er wieder vorüber, viel⸗ leicht überlegte ſich Fräulein Kolb die Sache. Sie bedachte ſie ſchon jetzt, als ſie dem Motorrad nachſah; denn Herr Immler hatte ihr in den letzten Minuten als Privatmann forſche Blicke zugeworfen und hatte einige Schmeicheleien ausgeſtreut. Und ſein Beſuch fiel in eine große Einſamkeit. Die Er⸗ bin des vormaligen Schulhäusleins war fremd in der Stadt, und als ſie bei einem ſchicklichen Beſuch im Nachbarhauſe ihr Alleinſtehen damit erklärte, daß ihr Bräutigam im letzten Kriegsherbſt gefallen ſei, hatte die raſche Stimme einer alten Kantorswitwe geantwortet:„Das iſt aber eine arg abgeſpielte Schallplatte—“ Das Motorrad war ſchon in einer Staubwolke verſchwunden, als Gertrud Kolb noch am Garten⸗ zaun ſtand. Nun fuhr ein Taxi den ſonſt ſtillen Weg entlang. Darin ſaß ein anſehnlicher Herr in. feinem, grauem Anzug. Plötlich winkte er herüber, lachte ihr zu und bog ſich noch zurück nach dem Haus. Ja, was iſt denn heute nur, dachte Fräulein Kolb, froh beunruhigt. Profeſſor Burger aber ſchien es ein glückhaftes Vorzeichen zu ſein, daß im alten Elterngarten eine hübſche Perſon am Flieder neben dem Zaun ſtand. Wer weiß, die Lehrersleute vermieten vielleicht ein Zimmer, falls er in den großen Ferien wieberkam. Profeſſor Burger hatte ſein Ziel erreicht und ging eine mit Narziſſen umkränzte Rabatte ab, die auf das Herrenhaus zuführte. Er wandelte im Sonnenſchein des Pfingſtſamstags und ſchönen Selbſtgefühls, im Sonnenſchein angenehmſter Erwartung. Im Herrenhaus Wolfsreuth ſtanden einige der weißen Türen offen. Dienerſchaft fehlte, doch eine Stimme klang auf, ihre Stimme, wußte er ſofort. Er trat näher, ſah im Hintergrund des Garten⸗ ſaals eine lichte, hohe Geſtalt, ſah den Fernſprech⸗ hörer am hellen Haar, hörte:„Erſt in zwei Stunden? Herr Sanitätsrat opertert jetzt? Herr General iſt unruhig. Ich bitte dringend um den Beſuch.“ Der Hörer fiel langſam auf die Gabel. Die ſchlanke Frau machte ein paar Schritte, ſah pötzlich den Fremden. Wo blieb der ſchöne Satz: Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie, wo blieb das geplante, überlegene Lachen dazu? Burger ſagte ſchlicht:„Gnädigſte Frau, OMi Me, dun, Ollllorq⸗ „Hindenburg“ und„Graf Zeypelm“ Hamburg, 6. Aug. Das am Mittwochabend von Frankfurt a. M. aus zu ſeiner ſechſten Nordamerikafahrt geſtartete Luftſchiff„Hindenburg“ ſtand um 9 Uhr MEz. nach Mitteilung der Deutſchen Seewarte am weſtlichen Kanalausgang. Drei Stunden nach dem Start des Luftſchiffs„Hindenburg“ aus Frankfurt a. M. er⸗ folgte in Rio de Janeiro der des Luftſchiffes„Graf Zeppelin“ zur Rückfahrt nach Deutſchland über Per⸗ nambuco. In den Alpen abgeſtürzt — Bern, 6. Aug. Am Dent Blanche, ſüdlich von Cinal im Kanton Wallis, ſtürzten beim Aufſtieg ein Englän⸗ der und ein ein heimiſcher Träger infolge Bruches einer Schneebrücke 1000 Meter tief ab. Eine Bergungskolonne iſt unterwegs. 2 Pariſer Möbelfabriken abgebrannt + Paris, 6. Auguſt. In den Lagerräumen einer der größtenfran⸗ bHöſiſchen Möbelfabriken in Paris brach Feuer aus, das ſich mit ungeheurer Ge⸗ ſchwindigkeit auf ſämtliche Fabrikgebäude aus⸗ dehnte. Die umliegenden Häuſer mußten teilweiſe geräumt werden und die Feuerwehr beſchränkte ſich darauf, ein Uebergreifen der Flammen zu verhüten. Der geſamte Vorrat an fertigen Möbeln iſt ein Opfer der Flammen geworden. Der Sachſchaden be⸗ läuft ſich auf mehrere Millionen Franken. Faſt zu gleicher Zeit brach auch in einer anderen Möbelfabrik in einem Pariſer Vor⸗ ort Feuer aus, das ebenfalls die ganze Fabrik⸗ anlage von über 15000 Quadratmeter in Aſche legte. Bei den Löſcharbeiten wurden drei Feuerwehrleute zum Teil ſchwer verletzt. Auch hier beläuft ſich der Sachſchaden auf über eine Million Franken. ——————————————————————————————— Lebertran auch ſonſt für den Menſchen ſehr geſund. Nur ſchade, daß er nicht gerade ſehr angenehm ſchmeckt. 0 — In dem Vergnügungspark an der Berliner Grunewaldͤſtraße ſpielten ſich in den Abendſtunden in einem Wanderzirkus aufregende Szenen ab. Bei einer Vorführung n Löwenkäfig wurde die Tän⸗ zerin Iſolde Rösler plötzlich von einem Löwen an⸗ gefallen. Das Raubtier brachte dem jungen Mäd⸗ chen durch Prankenhiebe ſtark blutende Verletzun⸗ gen an beiden Oberſchenkeln bei. Der gleichfalls im Käfig weilende Dompteur Walter Adamſchewſki kam der Angefallenen ſofort zu Hilfe und es ge⸗ lang ihm, das wütende Tier abzuwehren. Dabei zog er ſich allerdings gleichfalls Verletzungen, und zwar am rechten Unterarm, zu. Die Verletzten wurden in das nahegelegene Krankenhaus gebracht, wo ſich ihre Wunden erfreulicherweiſe als nicht ge⸗ fährlich herausſtellten. Nach Anlegung von Notver⸗ bänden konnten beide wieder entlaſſen werden. * — Ein ſeltſames Schauſpiel wird in den nächſten Tagen vor den Schranken des Ger ahtes von Brook⸗ port im Staate New Pork zu beobachten ſein. Ein noch junger, täppiſcher, ſchwarzer Baſtardhund wird auf der Anklagebank Platz nehmen und ein regel⸗ rechtes Gerichtsverfahren über ſich ergehen laſſen müſſen. Die Anklage lautet auf Mord. Idaho, ſo heißt der Baſtard, hat in ſeinem ſpieleriſchen Un⸗ geſchick den Tod eines vierzehnjährigen Jungen herbeigeführt. Der Junge ſchwamm in einem Ka⸗ nal, als ihm plötzlich Idaho nachſetzte und ihm auf den Rücken kroch. Zum Unglück war niemand in der Nähe, der den Hund zurückrufen konnte, und da der unglückliche Knabe nicht imſtande war, ſich von dem Hund zu befreien, ertrank er. Wenn ein Tier den Tod eines Menſchen durch Bösartigkeit verur⸗ ſacht hat, iſt es in Amerika ebenſo wie in den mei⸗ ſten Ländern der Welt üblich, das Tier zu töten. Aus dieſem Grunde ordnete dann auch der zuſtän⸗ dige Richter der Stadt Brookport die Tötung Idahos an. Gegen dieſes Urteil erhoben aber die Tierfreunde und Hundeliebhaber der Stadt Ein⸗ ſpruch, mit der Begründung, daß Idahos Verhalten nicht Bösartigkeit, ſondern Ungeſchick beim Spiel ge⸗ weſen ſei. Um nun über dieſe Frage Klarheit zu ſchaffen, hat der Richter einen Termin feſtgeſetzt, bei dem ſämtliche Zeugen zu Wort kommen ſollen. Die Bürger von Brookport glauben allgemein an einen Freiſpruch. — Eine Panik entſtand dieſer Tage unter den Gäſten des Londoner Zoos, als ſie bemerken mußten, daß der berühmte Nogay Ko, der große Kinder⸗ elefant, der ſchon Hundͤerte von Kindern auf ſeinem Rücken dͤurch den Garten getragen hat, plötzlich ſcheu wurde und durchging. Wie gewöhnlich ſaßen auch in dieſem verhängnisvollen Augenblick mehrere Kinder und Jugendliche in dem Korb auf ſeinem Rücken. Nogay Ko hob plötzlich den Rüſſel, trompetete laut und lief dann wie in heilloſer Angſt die ganze Pro⸗ menade entlang und bog dann in den Weg ein, der zum Elefantenhaus führte. Dabei paſſierte er einen verhältnismäßig nieoͤrigen Tunnel. Es war an⸗ fangs zweifelhaft, ob der Tunnel über dem Dick⸗ häuter noch Raum für die Kinder ließ. Aber zum Glück war dies der Fall und die Jugendlichen hatten die Geiſtesgegenwart, ſich rechtzeitig niederzubeugen. Im Elefantenhaus kam Nogay Ko erſt wieder zur Ruhe, nachdem er ſeinen gewohnten Raum betreten hatte. Er zitterte am ganzen Leibe und ließ ſich wil⸗ lig oͤie Kinder vom Rücken nehmen. Man vermutet, daß der dͤurch und durch gutartige und zuverläſſige Elefant durch das Aufleuchten eines Blitzlichtes in Schrecken verſetzt worden iſt. Szenenbild aus dem Paramountfilm„Das letzte Fort“, der jetzt in Mannheim anläuft. Natörliche Korwösser Heilvässe TafelWässer in früchen Füongen heiHoopinie derlege PEIER RKius iNeRALWASSER-STEZIALCESCI Teieier N. 267 90 à 267 97 darf Ihr alter Geigenſpieler Sie begrüßen? Ver⸗ zeihen Sie, ich hörte Sie am Fernſprecher. Wenn der Herr General im Augenblick Rat braucht, ſo will ich das vor dem Kollegen in der Stadt ſchon ver⸗ antworten.“ Gabriele Wendt hob das etwas blaſſe Geſicht, deſ⸗ ſen Hautfarbe in die gleiche Helle des Haares über⸗ ging, einen Augenblick lang war ein Suchen in den dunkelblauen Augen— dann kam ein Lächeln, eine Hand ſtreckte ſich impulſiv aus.„Ludwig Burger?“ In der hellen Stimme klang natürliche Liebenswür⸗ digkeit.„Willkommen, Sie waren uns ja ganz ver⸗ loren.“ Verloren, dachte er, während er ſich über die Hand beugte, etwas verloren haben, ſagt man nicht von Gleichgültigem. Ein kurzes Geſpräch kam während flüchtigen Niederſitzens. Frau Gabriele weilte ſchon längere Zeit ununterbrochen hier in Wolfsreuth, der Groß⸗ vater fühlte nun ſeine hohen Jahre doch ſehr. Der Muſikkamerad von einſt ſei Arzt geworden, ja das wiſſe ſie. Auch von ſeiner Berufung nach Würzburg habe ſie gehört; natürlich durch ſeinen Jugendfreund Dr. Schober, den Rechtsanwalt, der es in der Zei⸗ tung geleſen hatte. Ein Mann kam, der Pfleger und Diener zugleich ſein mochte. Es war nicht mehr der von dem jungen Ludwig Burger einſt gefürchtete livrierte Diener, deſſen Blicke immer die zu kurzen Aermel und die geflickten Stiefel des Knaben getroffen hatten. „Der Herr General ruft nach der gnädigen Frau, er iſt ſo unruhig, weil der Arzt nicht kommt.“ Frau Gabriele erhob ſich. Mit einem raſchen, fragenden Blick verſtändigte ſie ſich mit Burger, dann ſagte ſie, ſie müſſe den alten Herrn wohl erſt ver⸗ ſtändigen. Er würde ſich ohne Zweifel ſehr freuen. Burger ſtand ein wenig umher, im Raume war nicht viel verändert, denn er hatte eine ſtilreine Aus⸗ ſtattung. Viele Blumen, Flieder, Narziſſen, köſt⸗ liche Maiblumenſträuße waren in den Vaſen. Und da lebte nun die ſchöne, immer noch junge Frau in der Einſamkeit bei dem alten General. Nicht mit der Tochter, die ein Schulmädel ſein mochte, forſch, friſch, zielbewußt, wie ſie jetzt ſind. Burger wurde ins Krankenzimmer gebeten. Der Achtziger lag zu Bett, auf hochgeſchichteten Kiſſen. Sein charaktervoller Kopf wirkte noch imponierend. „Meine Enkeltochter hat mir berichtet, bravo, bravo, Herr Profeſſor. Seh'n ſich mal wieder um.“ Es kam nach einer kurzen Unterſuchung, daß Pro⸗ feſſor Burger um ein Glas und einen Löffel bat. Er hatte die vorhandenen Medizinen gemuſtert und erklärt, daß er aus all den richtigen und guten eine von ihm beſonders erprobte Miſchung machen werde. „Sie wiſſen, Herr General, dieſelbe Speiſe, dieſelbe Bowle hat in jedem Haus doch ihre eigene Abtönung. Und ſo werden Sie wohl die Burgerſche Zuſammen⸗ ſtellung geſtatten.“ Burger war ein wenig umſtändlich in ſeinem Tun: „Sie wiſſen, Herr Geenral, dieſelbe Speiſe, dieſelbe bot er ſeinen Trank, als reiche er ein fröhliches Bowlenglas. Dabei dachte er, daß auch ein Schuß Suggeſtion in der Sache iſt das wird einen leidlich guten Tag machen.„Herr General ſtehen nachher auf. Es iſt lang genug, nachts zu Bett zu ſein.“ Er hatte den Fahrſtuhl bemerkt, und ſprach von ein wenig Zeit in dͤer Sonne— Frau Gabriele hielt ihn noch im Zimmer, trat mit ihm an ein Fenſter des weiten Raumes. Sie wünſchte wohl, daß er abwarte, ob ſeine Arznei wirke. In Rückſicht auf den alten Herrn war das Ge⸗ ſpräch heiter und oberflächlich. Burger konnte da⸗ bei die ſchöne Frau ſo recht herzlich betrachten. Sie ſtand im Sonnenlicht und durfte ſich das wohl ge⸗ ſtatten. Die wundervolle Haut brauchte keine Be⸗ leuchtung zu fürchten, das helle Haar wandte ſich wie einſt in ſanfter Welle aus den Schläfen. Der Hals hatte ſeine Harmonie behalten, die Lippen waren ein wenig blaß. „Wirklich, nie kamen Sie mehr nach Bayreuth?“ Während er erzählte, klang plötzlich die Stimme des alten Generals auf, freier, kräftiger als vorhin. „Haben mir da eine gute Medizin gegeben, Herr Profeſſor. Herz und Atmung gehen leichter. Will wirklich aufſtehen. Nun ſagen Sie mal, ſpielen Sie noch Violine? Die alten Konzerte? So eine Mo⸗ zartſonate, nicht wahr? Oft, das geſtehe ich, war mir das Geduble ſcheußlich. Aber jetzt habe ich wirklich Luſt darauf. Muſikaliſcher Tee, wie?“ Im Gartenſaal ließ Burger ſeine heitere Miene fallen. Er war nun nicht mehr erinnerungsſelig, ſondern ganz Arzt.„Ihr Großvater darf nicht zu viel liegen. Es ſind Lungengeräuſche da, es muß ver⸗ mieden werden, daß auch nur eine leichteſte Entzün⸗ dung eintritt. Nicht wahr, Sie verſtehen doch, Gna⸗ digſte? Der Hausarzt—“ (Fortſetzung folgt.) — 9 Der fünfte Wettkampftag Die Olvympiſchen Kämpfe in der Leichtathletik gehen ihrem Höhepunkt, wenn überhaupt von einem ſolchen bei dieſen großartigen und nicht zu überbietenden Spielen zu ſprechen iſt, entgegen. Die herrlichen Kämpfe im Olym⸗ piſchen Stadion gehen aber nun ihrem Ende entgegen und die Entſcheidungen fallen dichter aufeinander. Nach dem Donnerstagvormittag hellte das Wetter ſich etwas auf. Zwar blieb der Himmel anfangs auch weiterhin bedeckt, aber es wurde doch wärmer, zumal der mehr aus ſüdlicher Richtung kommende Wind nicht ganz ſtark wehte, wie an den vorhergehenden Tagen. Es erübrigt ſich faſt zu ſagen, daß in dem Rieſenraum auch diesmal wieder kein Plätzchen frei blieb. Einleitend ſand eine Reihe von Siegerehrungen ſtatt. Als erſte nahmen die drei Preisträgerinnen des Damen⸗Florettfechtens, Elek Schacherer, He⸗ lene Mayer und Ellen Preiß, auf dem Ehrenpodeſt vor der Regierungstribüne Aufſtellung. Sodann kam die erſolgreiche Mannſchaft des Männerflorettfech⸗ tens herein. Die Mannſchaftsführer von Italien, Frank⸗ veich und Altmeiſter Cas mir für Deutſchland erhielten Neuſeelands Sieg Lovelock gewinnt die 1500 m Die erſte Entſcheidung des Nachmittags, den 1500⸗Meter⸗ Lauf, gewann der Neuſeeländer Lovelock vor Cun⸗ ningham(Amerika) und dem Italiener Beccali. 4* Nach dem letzten Wurf des Vorkampfes im Speerwerfen ſtellten ſich die 16 Läufer für die 1500⸗Meter⸗Entſcheidung am Start auf. Die beiden Deutſchen ſtehen in der Mitte, ein gleichmäßiger Start und dann geht der Engländer Cornes an die Spitze, führt in mittelſchneller Fahrt von Beccali und Schaumburg. Alle drei Ameri⸗ kaner machen den Beſchluß des Feldes. Für kurze Zeit löſt Schaumburg den Engländer in der Führung ab, aber auf der Gegenſeite kommt der Amerikaner Cunning⸗⸗ ham mit großen Schritten nach vorn und legt ſich zwiſchen Lavelock und den Schweden Erie Ny, deſſen blaue Hoſe ſogar in Front leuchtet. Das Feld zieht ſich ſtark ausein⸗ ander. Vorn liegt eine kleine Spitzengruppe mit Cunning⸗ ham, Ny und Lovelock, mit vier Meter Abſtand folgen mburg. Von hinten ſtoßen die Ameri⸗ Becegli und kankr und Venzke mit dem ſchwarzen Kana⸗ dier Endwards geſchloſſen vor. * Wurden für die 800 Meter noch:05 gemeſſen, ſo hat ſich das Tempo auf dem zweiten Teil der Strecke ungemein verſchärft. Böttcher war dieſen Anforderungen nicht mehr gewachſen und fiel auf den letzten Platz zurück. Auch Schaumburg mußte trotz aller Tapferkeit klein beigeben. Eingangs der Gegengeraden fetzt der ſchwarzgekleidete, blonde Neuſeeländer Lovelock zu entſcheidendem Vorſtoß an. Mit wundervoll leichten Schritten iſt er im Nu fünf Meter vor dem Feld. Verzweifelt verſuchen Cunningham und Beccali nachzulaufen, doch Lovelock kann kämpfen. Noch aus der Zielkurve kommt er mit deutlichem Vor⸗ ſprung und mit faſt übermenſchlichem Willen hält er ſei⸗ Amerila ſiegt über die Kränze. Wie vorher ſchon die ungariſche, ertönte nun die italieniſche Hymne. 4 Nach dem 400⸗Meter⸗Lauf und der Mitte des Speer⸗ werfens⸗Vorkampfes trifft der Führer im Stadion ein, der auch an dieſem Tag durch ſein Erſcheinen ſeine An⸗ teilnahme an den ritterlichen Spielen und Kämpfen der ſportgeſtählten Jugend aus aller Welt bekundet. Vorher wird die Siegerehrung für das 50⸗Kilometer⸗Gehen veranſtaltet. Der Engländer Whitlock, der Schweizer Schwab und der Lette Bubenko ſtehen auf den Ehren⸗ plätzen und zum erſtenmal ſpielt die Kapelle unter ſtar⸗ kem Jubel das engliſche Nationallied. Neue Weltbeſtleiſtung im 110⸗Meter⸗Hürdenlauf Die Leichtathletik⸗Wettkämpfe am Nachmittag des fünf⸗ ten Tages begannen gleich mit einer neuen Weltrekord⸗ Beſtleiſtung. Im erſten Zwiſchenlauf der 110 Me⸗ ter Hürden ſiegte der Amerikaner Foreſt Townus in 14,1 Sekunden. über 1500 Meter nen langgeſtreckten Schritt, vergrößert ſogar ſeinen Vor⸗ ſprung noch auf acht Meter und ſiegt in der neuen Welt⸗ beſtzeit von:47,8 vor Cunningham, der mit 48,4 gleich⸗ falls für die weiteren Läufe die alte olympiſche Beſtzeit von Beccali unterbietet. Der Italiener kann ſeinen Sieg von Los Angeles in dieſem mörderiſchen Rennen nicht wiederholen, ſondern wird nur Dritter vor San Romani, der diesmal ſeine Endgeſchwindigkeit zu ſpät ausſpielte und gegen den das Rennen ſeines Lebens laufenden Love⸗ lock keinen Boden mehr gutmachen konnte. Der Kanadier Edwards rettet für ſich den 5. Platz vor dem Engländer Cornes. Nach dem herrlichen 1500⸗Meter⸗ Lauf folgt ſofort die Siegerehrung. Der ſympathiſche Olympiaſieger Lovelock wurde ſtark gefeiert. Lovelock lief Weltrekord Der Sieger im 1500⸗Meter⸗Lauf, John Edward Lovelock, erreichte mit der überragenden Zeit von:47,8 eine neue Weltbeſtleiſtung. Auch der Zweite, Cunningham⸗Amerika, blieb noch unter dem alten Weltrekord. 150b⸗Meter⸗Entſcheidung: 1. Lovelock⸗Neuſeeland:47,8(neuer Weltrekord). 2. Cunningham⸗Amertka 31:48,4. 3. Beccali⸗Italien:49,2. 4. San Romani⸗Amerika:50. 5. Eöwards⸗Kanada:50,4. 6. Cornes⸗England:51,4. * Weltbeſtleiſtung: Bouthron⸗Amerika:48,8 Die bisherigen Sieger: 1012: 1. S. Jackſon(England):56,9; 2. A. R. Kiviat (Amerika):56,9; 3. N. S. Taler(Amerika):56,9 Min. 1928: 1. E. Larva(Finnland):53,2; 2. Ladoumegue (Frankreich); 3. Purje(Finnland). 1932: 1. Beccali(Italien):51,2;, 2. Cornes(Eng⸗ land); 3. Edwardͤs(Kanada). 110-Meter-Hürden Foreſt Town läuft Weltbeſtleiſtung Im 110⸗Meter⸗Hürden⸗Endlauf gab es den erwarteten Sieg des amerikaniſchen Weltrekordmannes Forreſt Townus, der in unnachahmlichem Stil über die Hürden ging und das Reunen ſicher in 14,2 Sekunben gewann. Er holte damit für das Sternenbanner nun ſchon die zwölfte Goldmedaille. Den zweiten Platz beſetzte, wie ſchon vor vier Jahren in Los Angeles, der Engländer Donald Finlay vor dem ſchwarzen Amerikauer Frederick Pollard, der damit die Brouzemedaille gewann. Auf den vierten Platz kam der Schwede Erik Lidman, der ſchon am Start, wo er den Bruchteil einer Sekunde zu ſpät reagierte, alle Ausſichten auf eine Medaille begraben mußte. Der ſportliche Kampf begann mit zwei Zwiſchenläufen über 110 Meter Hürden. Die drei Beſten erreichen den Endlauf, der in knapp zwei Stunden ſpäter gelaufen wird. Nach glattem Start liegt der Amerikaner Town auf der Außenbahn ſchon nach den erſten Hürden vor dem neben ihm liegenden Schweden klar in Front. Der Amerika⸗ meiſter und Weltrekordmann läuft allein und unbedrängt in der ſchon einmal von ihm erreichten Weltrekordzeit von 14,1 nach Hauſe. Den zweiten Platz hatte der einige Meter zurückliegende Schwede in neuer Landesbeſtzeit von 14,2 vor dem Engländer Thornton ins Ziel. Im zweiten Lauf lief der Deutſche Wegner. Der Deutſche kam ſtark ſchwankend über die beiden erſten Hürden. An der Spitze lieferten ſich der Neger und Ame⸗ rikaniſche Meiſter Pollard und der Olympiazweite von Los Angeles, Fin lay, einen erbitterten Kampf, den der Brite um Bruſtbreite in 14,5 zu ſeinen Gunſten entſchied. Dritter wird der Kanadier'Connor vor unſerem Wegner. 110 Meter Hürden: 1. Zwiſchenlauf: 1. Foreſt Towus (uSA) 14,1, neue Weltbeſtleiſtung; 2. Lidman(Schweden) 14,5; 3. Thornton(Großbritannien) 14,7. Es ſcheiden aus: Shaley(USA), Murakami(Japan) und Lavenas(Argen⸗ tinien). weiter Zwiſchenlauf: 1. Fin lay(England) 14,5; 2.——(Amerika) 14,6; 3. O Connor(Kanada) 15,0. 6 ſchͤiden aus: Wegner(Deutſchland), Lavery(Südafrika) und Jvanovic(Jugoſlawien). * Die Startverloſung ergab folgende Bahnverteilung(von innen nach 0 Finlay(England), Towns(uSà), Lid⸗ man(Schweden), Thoruton(England),'Connor(Kanada), Pollard(1SA). Der Start klappte auf Anbieb, aber zum Schrecken der ſchwediſchen Schlachtenbummler blieb die große ſchwediſche Hoffnung, der ſchlanke Lidman, regelrecht„ſitzen und als er glücklich aus ſeinen Löchern kam, hatte das übrige Feld ſchon einen uneinholbaren Vorſprung. Towus lief ſicher und glatt über die Strecke und ſiegte in 14,2 vor Finlay und Pollard, der zwei Hürden riß. Der Schwede machte zum Schluß noch Boden gut und rettete wenigſtens noch den vierten Platz vor Thornton und'Connor. 110⸗Meter⸗Hürden⸗Entſcheidung 1. Forreſt G. Towus(uSA) 14,2 Sek.; 2. Donald O. Finlay(Großbritannien) 14,1 Sek. 3. Frederick D. Pollard(uSA) 14,4 Sek.; 4. Erik H. Lidman(Schweden); 5. John Thornton(Großbritannien): 6. rence G.'Connor(Kanada). Weltbeſtleiſtung: Beard⸗Amerika 14,2 Die bisherigen Sieger: 1919: 1. F. W. Kelly(Amerika) 15,1; 2. J. Wendell (Amerika) 15,2; 3. W. A. Hawkins(Amerika) 15,3 Sek. 1928: 1. Atkinſon(Südafrika) 14,8 2. Anderſon (Amerika) 14 „8; 3. Collier(Amerika) 14,9 Sek. ing(Amerika) 14,6; 2. Perey Beard(Ame⸗ nlay(England). 82— — Manger erzielt 410 Kilogramm Der deutſche Bewichtheber der Schwergewichtsklaſſe erzielte im Reißen, Stoßen und Drücken 410 Kilo und gewann damit für Deutſchland eine Gold⸗ medaille. (Weltbild,.) folgender Stand: Nikkanen 70,77 Meter, ſu, 2 Deutſcher Sieg im Speerwurf Gerhard Stöck gewinnt das Syeerwerſen vor zwei Finnen Die zweite Entſcheidung des ſünften Kampfiages war das Speerwerfen. In Anweſenheit des Führers erlebten 100 000 Zuſchauer einen prächtigen Kampf, aus dem Ger⸗ hard Stöck⸗Deutſchland mit dem zweiten Wurf der Ent⸗ ſcheidung, einer herrlichen Leiſtung von 71,84 Meter, als vielumjnbelter Sieger hervorging. Zweiter wurde der Finne Nikkanen mit 70,77 Meter vor Toivonen⸗Finnland mit 70,62 Meter. * Das Speerwerfen, das im Anſchluß an den 1500⸗Meter⸗ Lauf entſchieden wurde, geſtaltete ſich zu einem unerwar⸗ teten, dafür um ſo beifälliger aufgenommenen, herrlichen deutſchen Sieg. Der Berliner Student Gerhard Stöck, der ſchon im Kugelſtoßen eine Bronze⸗Medaille gewann, ſetzte ſich beim zweiten Durchgang der Entſcheidung mit einem Wurf von 71,84 Meter vor die führenden Finnen, und dieſe Weite wurde von keinem anderen Teilnehmer mehr erreicht oder übertroffen. Damit ſtand Gerhard Stöcks Olympiaſieg feſt. Auf den zweiten und dritten Platz legten die Finnen mit Yrjö Nikkanen und Kaarlo Toivo⸗ nen Beſchſeo. während der finniſche Weltrekordͤmann Matti Järvinen, deſſen Schulterverletzung noch nicht aus⸗ geheilt iſt, noch dem Schweden Alfons Atterwall den Vor⸗ tritt laſſen mußte. Sechſter wurde der Amerikaner Alton Terry. Die beiden übrigen Deutſchen, Dr. Gottfried Weimann und Friedrich Gerdes, konnten nicht an ihre beſten Leiſtungen anknüpfen und ſchieden mit mäßigen Leiſtungen im Vorkampf aus. 17 Speerwerfer, dͤie am Vormittag in der Ausſcheidung die 60 Meter überworfen hatten, marſchierten zum Vor⸗ kampf in die Kampfbahn und ſchlugen am Weſttor„ihre Zelte“ auf. Im erſten Durchgang ſetzte ſich Weltrekord⸗ mann Matti Järvinen mit einem Wurf von 68,30 Meter an die Spitze, nachdem vor ihm der Deutſche Gerdes über⸗ getreten war. Unſer Dr. Weimann kam anſchließend nur an die 50⸗Meter⸗Marke(), während Stöck bei einem allzu kraſtvollen Wurf von etwa 67 Meter übertrat. Der Ame⸗ rikaner Terry(67,10) und der Schwede Atterwall(67) waren hinter Järvinen die beſten Werfer. Im zweiten Durchgang ſetzte ſich dann der Finne Nikkanen mit 70.77 Meter an die Spitze und auch Atterwall überwarf noch Färvinen. Stöck ſicherte ſich mit einem Wurf von 68,11 Meter einen Platz in der Entſcheidung, während Weimann nur 63,50 Meter erreichte und Gerdes die 60 Meter über⸗ haupt nicht erreichte. Nach dem dritten Verſuch ergab ſich Atterwall 69,20 Meter, Järvinen 69,18 Meter, Toivonen 68,76 Meter, Stöck 68,11 Meter und Terry 67,15 Meter. Dieſe ſechs Athleten erreichten den Endkampf, der ſofort ſich anſchlyß. Im erſten Durchgang konnte ſich niemand verbeſſern, aber im zweiten ſetzte ſich unſer Stöck mit 71,84 Meter an die Spitze und behauptete ſie auch im dritten, da ſich mit Ausnahme von Toivonen, der Atterwall veroͤrängte, keiner der übrigen Werſer verbeſſern konnte. Zwar ſchallte es von den Rängen:„Stöck, Stöck, Stöck— wirf den Speer noch weiter weg!“, aber die 71,84 Meter konnte er nicht mehr übertrefſen. Er kam bei ſeinem letzten Verſuch nur auf etwa 66 Meter und mußte noch bange Minuten über⸗ ſtehen, da die vier Skandinavier noch nach ihm warfen. In Los Angeles wurde bekanntlich ſeinerzeit Dr. Wei⸗ mann noch übertroffen, aber diesmal blieben die Finnen und der Schwede hinter einem Deutſchen zurück. Gewal⸗ tiger Jubel brauſte au', als Stöcks Sieg nach dem letzten Wurf von Nikkanen feſtſtand und zu einer kurzen, aber eindrucksvollen Angelegenheit geſtaltete ſich die Sieger⸗ ehrung. Das Hakenkreuz ging am Maſt hoch und mächtig brauſten das Deutſchland⸗ und Horſt⸗Weſſel⸗Lied zum Himmel. Speerwerfen, 1. Durchgaug: Järvinen 67,50 Meter; Terry(Amerika) 67,20; Atterwall(Schweden) 67 Meter; Lokajewſki(Polen) 66,50 Meter; Nerſeeg(Ungarn) 65,90 Meter und Sule(Eſtland) 63 Meter. eimann⸗Deutſch⸗ land warf etwas über 50 Meter. Die beiden anderen Deutſchen machten ungünſtige Würfe. 2. Durchgang des Vorkampfes. Die ſechs Beſten ſind jetzt Nikkanen(Finnland) 70,80; Atterwald(Schweden) 69,10; Järvinen(Finnland) 68; Stöck(Deutſchland) 68; Terry(Amerika) 67,10 und Toivonen Finnlamd) 67 Meter. Die Zahlen ſind nur ungefähr, ſie werden erſt nach dem Lritten Durchgang genauer ausgemeſſen. 1. Stöck⸗Deutſchland 71,84 Meter. 2. Nikkanen⸗Finnland 70,77 Meter. 3. Toivonen⸗Finnland 70,62 Meter. 4. Atterwall⸗Schweden 69,20 Meter. 5. Järvinen⸗Finnland 69,18 Meter. 6. Terry⸗Amerika 67,15 Meter. Die Elite der Florettfechterhunen Die drei Beſten im Olympia⸗Florettfechten für Frauen: Elona Elek⸗Schacherer(Ungarn) gewann die Goldene, Ellen Preiß(Oeſterreich) die Bronzene und Helene Mayer(Deutſchlond) die Silberne Medaille(von vorn nach hinten). (Weltbild,.) Weltbeſtleiſtung: Järvinen⸗Finnland 76,66 Meter Die bisherigen Sieger: 1912: 1. Lemming(Schweden) 60,64; 2. Sccriſto (Finnland) 58,66; 3. Kovocz(Ungarn) 55,50 Meter. 1928: 1. Lun dquiſt(Schweden) 66,60; 2. Szepes(Un⸗ garn) 65,26; 3. Lunde(Norwegen) 63,97 Meter. 1932: 1. Järvinen(Finnland) 72,72; 2. Sippila (Finnland) 69,80; 3. Penttila(Finnlend) 68,70 Meter. 1 0 34 Segeln in der Kieler Förde Dritte Wettfahrt der olympiſchen Jollen Bei trockenem Wetter herrſchte ſehr friſche Briſe von etwa ſechs Meter⸗Sekunden, ſo daß Startverſchiebung um 20 Minuten erfolgte. Auf der erſten Kreuzſtrecke bildete ſich eine Spitzengruppe aus Holland, England, Deutiſch⸗ land und Chile, die in dieſer Reihenfolge auch durch das Ziel laufen. In der zweiten Runde mußte der Vertreter Italiens wegen Materialbruchs ausſcheiden. Holland ſiegte in 1˙28,20. 1. Deutſchland:45:24(12 Punkte; 2. Großbritan⸗ nien:49:34(11 Punkte); 3. Schweden:49:37(10 Punkte); 4. Holland:50:05(9 Punkte); 5. Italien:50:55(8 P. 6. Türkei:51:89(7.); 7. Norwegen:51:53(6.)) 8. USA:52:02(5.); 9. Frankreich:52:11(4.). Zielphotographie entſcheidet 80-Meter⸗Hürden Valla-Italien, Steuer-Deuſchland und Taylor⸗Kanada laufen je 11,7 Der Gewinn einer weiteren Golbmedaille für Dentſch⸗ land hing im 80⸗Meter⸗Hürdenlauſ der Frauen ſozuſagen an einem ſeidenen Faden. Nach einem feſſelnden Rennen erreichten vier Läuferinnen, darunter auch unſere Auny Steuer, auf gleicher Höhe das Zielband und das Kampf⸗ gericht ſah ſich außerſtande, die genaue Reihenfolge des Einlaufs anzugeben. So mußte ernent die Zielphotographie herhalten und ſie entſchied: 1. Trebiſonda Valla(Ita⸗ lien); 2. Anny Stener(Deuiſchland); 3. Eliſabeth Ta y⸗ Lor(Kanada); 4. Claudia Teſtoni(Italien). Alle vier Läuſerinnen erzielten die gleiche Zeit von 11,7 Sekunden. Unſere deutſche Meiſterin, Doris Eckert, erwiſchte den beſten Start und nahm die erſte Hürde noch zuerſt. Dann ſchoben ſich aber Valla, Teſtoni, Steuer und Taylor vor arnd es gab eine ſo knappe Ankunft, daß— wie geſagt— das menſchliche Auge die Reihenfolge nicht feſtſtellen kkonnte. Mit klarem Abſtand wurde die Holländerin ter Braaker noch vor unſerer Doris Eckert Fünfte. 80⸗Meter⸗Hürden(Frauen, Entſcheidung) 61.dᷣ. Trebiſonda Valla(Italien) 11,7 Sek. 6 2. Anny Steuer(Deutſchland) 11,7 Sek. 3. Elizabeth Taylor(Kanada) 11,7 Sek. 4. Clandia Teſtoni(Italien) 11,7 Sek. 5. Catharina ter Braaker(Holland). 6. Doris Eckert(Deutſchland). Weltbeſtleiſtung: Engelharb⸗Berlin 11,6 Die bisherigen Sieger: 1932: 1. Diorickſon(Amerika) 11,7; 2. Hall(Ame⸗ rika) 11,7; 3. Clark(Südafrika). Bei den Raofahrern Auf der Olympiaradrennbahn im BSC⸗ Stadion wurden die Vorläufe zum 1006⸗Meter⸗Malfahren Lurchgeführt. Sieger wurden Toni Merkens⸗Deutſchland, Col⸗ lard⸗Belgien und Waeglin⸗Schweiz. Beim 4000⸗Meter⸗Mannſchaftsverfol ⸗ gungsrennen ſiegte Deutſchland in ſeinem Lauf vor Oeſterreich. 2500 Rabfahrer bei der Olympia⸗Sternfahrt Für die anläßlich der 11. olympiſchen Spiele durchzuführende internationale Radſternfahrt nach Berlin herrſcht großes Intereſſe. Rund 2500 Mel⸗ dungen ſind für die Veranſtaltung eingegangen. Ueber 1000 Teilnehmer ſind bereits in Berlin ein⸗ — Die Tſchechoſlowakei, Oeſterreich und goſlawien ſind überaus ſtark vertreten. Zahl⸗ reiche Teilnehmer ſind auch aus England, Frankreich, Ungarn und Schweden in der Reichshauptſtadt an⸗ gelangt. Die Leiſtungen ſind ganz beachtlich, vor allem die Ausländer haben verſchiedentlich große Strecken von mehr als 1000 Kilometer zurückgelegt. Nach Erreichen der Zielkontrolle an der Deutſchland⸗ Halle wird nach ſofortiger Prüfung des Fahrten⸗ Ausweiſes die Olympiaplakette an die Teilnehmer ausgehändigt. ** Beim Scheibenpiſtolenſchießen führt der Deutſche Eri Krempel mit 544 8— Handrick beim Führer Oberleutnant Handrick, der deutſche Sieger im moder⸗ nen Fünfkampf, der den deutſchen Farben zu einem triumphalen Erfolg in dieſem männlichen ſchweren Wett⸗ bewerb verhalf, wurde vom Führer zu ſeinem ſtolzen Sieg beglückwünſcht. Hauptmann Handrick Auf Grund ſeines ſchönen Sieges im Modernen Fünf⸗ kampf wurde Oblt. Handrick, der der Luftwaffe an⸗ gehört, zum Hauptmann befördert. Hauptmann Handrick wurde am Nachmittag vom rer und vom Oberbefehls⸗ haber der Luſtwaffe, Genergloberſt Göring, empfangen und beglückwünſcht. 2 ——— * 9 70 — Freitag, 7. Auguſt 1936 Nene Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Seite/ Nummer 359 Gold- und Silbermedaille für Deutſchland van Oyen vor Hax im Schnellfeuerſchießen— Weltmeiſter Allmann-Schweden Dritter Bei den olympiſchen Schießwettbewerben ſiel am Don⸗ nerstagnachmittag die erſte Entſcheidung. Im Schießen mit Schnellfeuerpiſtolen gingen die deutſchen Hoffuungen voll und ganz in Erfüllung. Cornelius M. van Oyen erreichte in allen Serien die höchſte—— und gewann für Deutſchland eine weitere Goldene Medaille. Die Sil⸗ berne Medaille fiel durch Oblt. Heinz Hax ebenfalls au Deutſchland, während der ſchwediſche Weltmeiſter Torſten Ullmann erſt nach Stichkampf mit dem Griechen An⸗ gelos Papadimas, der den vierten Platz belegte, die Bronzemedaille gewann. Die erſten Kämpfe in Wannſee Pünktlich.30 Uhr begannen am Donnerstag in der Deutſchen Verſuchsanſtalt für Handfeuerwaffen in Wannſee die olympiſchen Schießwettkämpfe mit Schnellfeuer⸗Piſtolen⸗ ſchießen und mit Schießen mit der Scheibenpiſtole. Zu den Kämpfen hatte ſich auch Reichsminiſter Dr. Frick eingefun⸗ den, der mit großem Intereſſe die Serien der erſten Schützen verſolgte. Auch Exzellenz Lewald und der Reichsſportführer beſuchten ſpäter die Schießwettbewerbe. Zunächſt wurde im Rahmen des Schnellfeuerſchießens die drei Achtſekunden⸗ ſerie durchgeſchoſſen. Von deren fehlerloſen Erledigung hing die weitere Teilnahme an der kürzeren Stechſerie am Nachmittag ab. Von den deutſchen Vertretern qualiſizierten ſich Oberleutnant Hax und van Oyen für das Schießen der Sechsſekundenſerie, während Georg Dern ausſcheiden mußte. Nicht angetreten waren zu dem Ausſcheidungs⸗ ſchießen Rumänien und Portugal. Langſamer ging dagegen die Ausſcheidung bei den Wettbewerben im Schießen auf die 10er⸗Ringſcheibe auf 50 Meter Entfernung vor ſich. Auf den Schießſtänden der Deutſchen Verſuchsanſtalt für Handfeuerwaffen in Berlin⸗Wannſee wurde am frühen Nachmittag des Donnerstag im Beiſein einer anſehnlichen Zuſchauermenge das Schießen mit Schnellfeuerpiſtolen ent⸗ ſchieden. Sämtliche Schützen, die in den erſten beiden der 8⸗Sekunden⸗ und 6⸗Sebunden⸗Serien die erſten Plätze belegten, blieben auch in der Entſcheidung dicht zuſammen. Weit größere Schwierigkeiten boten dann die Serien über 4 und 3 Sekunden, die nur der Deutſche Cornelius M. van Oyen mit der jeweils höchſterreichbaren Trefferzahl von 6 beendete. Oblt. Heinz Hax, der die deut⸗ ſchen Farben ſchon bei den Ol ſchen Spielen in Am⸗ ſterdam und Los Angeles im Modernen Fünfkampf trug, erzielte nur einen Trefſer weniger und belegte vor dem Weltmeiſter Torſten Ullmann(Schweden) den zweiten Platz. Um den dritten Platz mußte Ullmann mit dem Griechen Angelos Papadimas einen Stichkampf austragen, den er mit:1 Treffern zu ſeinen Gunſten entſchied. Papadimas kam auf den vierten Platz vor dem zweiten Schweden, Helge Meuller, und dem Italiener Walter Boninſegni. Die Ergebniſſe: 1. Cornelius M. van Oyen⸗Deutſchland 18———6 Tr. 2. Oblt. Heinz Hax⸗Deutſchland 18———5 Tr. 3. Torſten Ullmann⸗Schweden 18————4 Tr. 4. Angelos Papadimas⸗Griechenland 5. Helge Meuller⸗Schweden 6. Walter Boninſegni⸗Italien 7. Jan Kazimierz Suchorzewſki⸗Polen 8. Haralds Marwe⸗Lettland 9. Haus Aasnaes⸗Norwegen 10. Laſzlo Vabnay⸗Ungarn 18———1 FTr. Fapaniſcher Doppe ſieg im Dreiſprung Nanto Tajima ſpringt 16 Meter— Wöllner kommt auf 15,27 Meler Mit einem japaniſchen Doppelerfolg endete der Drei⸗ ſprung, der am Donnerstag im Olympia⸗Stadion die letzte Entſcheidung brachte. Mit einem prächtigen Sprung von 16,00 Meter holte Naoto Tajima nicht nur die erſte Gold⸗ medaille für ſein Land, ſondern ſtellte auch gleichzeitig einen hervorragenden olympiſchen und Weltrekord auf. Sein Landsmann Maſao Harada ſicherte ſich mit 15,66 Meter noch die ſilberne Medaille vor dem bisherigen Re⸗ kordhalter John Patrick Metcalfe(Auſtralien), der ſich mit 15,50 Meter begnügen mußte. Unſer deutſcher Meiſter und Rekorbſpringer Heinz Wöllner verbeſſerte die deutſche Höchſtleiſtung mit einem ſeinen Sprung auf 15,27 Meter und wurde damit noch ehrenvoller Vierter vor dem —— R. Romero und dem dritten Japaner K. ma. * Beſſere Wetterverhältniſſe begünſtigten die Abwicklung der Dreiſprünge an der gleichen Stätte, wo am Vortage die Stabhochſpringer ihren fünfſtündigen Kampf ausgetra⸗ gen hatten. Von den drei deutſchen Springern konnte ſich lediglich unſer Meiſter und Rekordhalter Heinz Wöll⸗ ner für die Entſcheidung qualtfizieren. Mit einem feinen Sprung verbeſſerte der Leipziger Student ſeinen Rekord auf 15,27 Meter. Lutz Long betreibt den Dreiſprung erſt kurze Zeit und fiel aus. Joch dagegen hatte das Pech, von dem Amerikaner Rollond Romero um 2 Zentimeter übextroffen zu werden, ſo daß auch er ausſcheiden mußte. Drei Japaner, je ein Deutſcher, Auſtralier und Amerikaner traten zur Entſcheidung an. Im erſten Durchgang der Entſcheidung traten Romero and Oſhima über, Wöllner kam auf 14,53 Meter, während der Japaner Harada mit 15,50 Meter auf die gleiche Weite kam, die der Auſtralier Metcalfe ſchon im Vorkampf er⸗ reicht hatte. Metcalfe ſprang diesmal 14,83 Meter. Dann ſtand der Japaner Tajima am Ablauf. Ein ſchneller An⸗ lauf, zwei große Schritte, ein letztes federndes Vorſchnel⸗ len und ſchon ſteht er mit beiden Füßen genau auf 16,00 Damit war der Olympiſche und Weltrekord erheb⸗ lich verbeſſert. Der amtliche Weltrekord ſtand noch immer auf 15,78 Meter, von Metcalfe aufgeſtellt. Im zweiten Durchgang verbeſſerte Romero auf 15,08 Meter, Oſhima, Wöllner und Metcalfe traten über. Harada kam auf 15,27 Meter und Tajima ſprang 15,65 Meter weit. Im letzten Durchgang begann wieder Romero. Mit 15,04 Meter konnte er ſich nicht mehr verbeſſern. Oſhima fiel nach dem heftigen Anlauf nach vorn und muß, um nicht zu ſtürzen, durchlaufen. Seine Vorkampfleiſtung von 15,07 Meter Konnte auch er nicht mehr verbeſſern. Wöllner ſprang 14,23 Meter, während ſich anchſließend Harada den zweiten Platz mit einem Sprung von 15,66 Meter eroberte, denn Met⸗ calfe mußte ſeine Serie mit einem Sprung von 15,20 Me⸗ ter beſchließen. Zum Schluß kam der Olympiaſieger Ta⸗ jima, der aber dͤurchlief. Die Entſcheidung war gefallen. Zwei Japaner hielten die beiden erſten Plätze, während anſer Heinz Wöllner ehrenvoller Vierter geworden war. Dreiſprung(Eutſcheidung) d. Naoto Tajima(Japan) 16,00 Meter(Weltrekord und 2. Maſao Harada(Japan) 15,66 Meter Olymp. Rekord) 8. John P. Metcalfe(Auſtr.) 15,50 Meter 4. Heinz Wölluer(Deutſchl.) 15,27 Meter 5. Rolland Romero(USA) 15,08 Meter 6. Kenkichi Oſhima(Japan) 15,07 Meter Weltbeſtleiſtung: Nambu⸗Japan 15,72 Meter Die bisherigen Sieger: 1912: 1. G. Lindblom(Schweden) 14,76; 2. Aberg (Schweden) 14,51; 3. E. Almlöf(Schweden) 14,17 Meter. 1928: 1. Oda(Jupan) 15,21; 2. Caſay(Amerika) 15,17: 3. Tuulos(Finnland) 15,11 Meter. 1932: 1. Nambu(Japan) 15,72; 2. Svenſſon(Schwe⸗ den) 15,40; 3. Oſhima(Japan) 15,12 Meter. 90 Meter. Anſere Ringer im Kampf Hering ſiegt, Brendel verliert In der großen Turnhalle des Olympiſchen Dorfes herrſchte ſchon am frühen Morgen des Donnerstags Hoch⸗ betrieb. 110 Bewerber im griechiſch⸗römiſchen Ringen ſtell⸗ ten ſich zum Wiegen. Sämtliche ſieben Gewichtsklaſſen ſind gleichmäßig ſtark beſetzt, von den 23 Nationen haben Finn⸗ land, Schweden, Italien, Oeſterreich, Tſchechoſlowakei und Türkei vollſtändige Staffeln gemeldet. Nach dem guten Abſchneiden der Türken im freien Stil iſt man auf ihre Leiſtungen im griechiſch⸗römiſchen Ringen beionders ge⸗ ſpannt. Die ſtärkſten Gegner der Deutſchen dürften hier die Finnen und Schweden ſein. In der Deutſchlandhalle wurden die Kämpfe dann in drei Gewichtsklaſſen begonnen. Bei den erſten Kämpfen in der Bautamgewichtsklaſſe ſtellte ſich der Deutiche Bren⸗ deh gegen den Tſchechoſlowaken Hyza vollkommen falſch ein, da er den ſtändig zurückgehenden Gegner fortwährend im Stand angriff, ſtatt ihn zu Boden zu bringen. Nach⸗ dem ſo der Deutſche zweimal nach vergeblichen Angriffen in die Unterlage gekommen war, gaben die Richter mit :0 den Punktſieg an Hyza. Im Federgewicht war unſer Vertreter Hering ſei⸗ nem Gegner Horvat(Rumänien) überlegen, brachte ihn mehrfach durch verſchiedenartige Schwünge in die Brücke, ſo daß der Rumäne nach 11:33 Minuten auf die Schultern mußte. Die Ergebniſſe: Bautamgewicht, 1. Runde: Perttunen(Finnland) beſiegt Erkmen(Türkei) n..; Hyza(Tſchechoſlowakei) beſiegt Brendel(Deutſchland) n..; Voigt(Dänemark) beſiegt Toth(Jugoſlawien) n..; Toja(Rumänien) beſiegt Bayle (Frankreich) nach 11,58 Min.; Bertoli(Italien) beſiegt Sikk(Eſtland) n..; Ali Erfan(Aegypten) beſiegt Buem⸗ berger(Oeſterreich) nach:15 Min.; Loerincz Ungarn) beſiegt Chriſten(Schweiz) nach:14 Minuten. Federgewicht, 1. Runde: Karlſen(Schweden) beſiegt Sehmann(Schweiz) nach:14 Min.; Jandar(ſchechoſlo⸗ wakei) beſiegt Seſtak(Jugoſlawien) n..; Hering (Deutſchland) beſiegt Horvat(Rumänien) nach 11:33 Min.; Kracher(Frankreich) beſiegt Morrell(Großbritannien) u. .; Reini(Finnland) beſiegt Fineſus(Oeſterreich) n. P. Bantamgewicht, erſte Runde Pertunen⸗Finnland beſiegt Erkmen⸗Türkei n. Punkten; Hyza⸗Tſchechoſlowakei beſiegt Brendel⸗Deutſchland n..; Boigt⸗Dänemark beſiegt Todͤh⸗Jugoſlawien n..; Tojar⸗ Rumänien beſiegt Bayle⸗Frankreich nach 11:58 Minuten; Bertoli⸗Italien beſiegt Sikk⸗Eſtland n..; Ali⸗Erfan⸗ Aegypten beſiegt Buemberger⸗Oeſterreich nach 215 Min.; Loerincz⸗Ungarn beſiegt Chriſten⸗Schweiz nach:14 Min. Weltergewicht, erſte Runde Karlſon⸗Schweden beſiegt Lehmann⸗Schweiz nach 514 Minuten; Jandar⸗Tſchechoſlowakei beſiegt Seſtak⸗Jugo⸗ ſlawien n..; Hering⸗Deutſchland beſiegt Horvat⸗ Rumänien nach 11:93 Min.; Kracher⸗Frankreich beſiegt Morrell⸗Großbritannien n..; Reini⸗Finnland beſiegt Fineſus⸗Oeſterreich n..; Kundſinſch⸗Lettland beſiegt Scherpeniſſe⸗Belgien nach 810 Minuten. Schäfer, Schweickert und Hornfiſcher ſiegen In der Deutſchlandhalle wurden am Donnerstag vor wieder 6000 Zuſchauern die Kämpfe der Ringer im grie⸗ chiſch⸗ßhömiſchen Stil in den erſten Runden ſortgeſetzt. Auf beiden Matten entſpannen ſich ſofort heftige Kämpfe, da ſofort favoriſierte Kämpfer zuſammentrafen. Im Leichtgewicht errang der Finne Koskela einen zweifelhaften Punktſieg über unſeren Vertreter Heinrich Nettesheim, obwohl der Deutſche nach der erſten Hälfte nach dem Urteil der Punktrichter mit 310 in Füh⸗ rung gelegen hatte. Der Schifferſtadter Fritz Schäfer kam im Welterge⸗ wicht zu einem ſicheren:0⸗Punktſieg über Punſepp⸗Eſt⸗ land. Entſcheidend ſiegte auch der deutſche Vertreter im Mittelgewicht, Ludwig Schweickert, der den Oeſter⸗ reicher Pointner nach:00 auf die Schultern legen konnte. Werner Seelenbinder, der Deutſchland im Halb⸗ ſchwergewicht vertritt, wurde nach 10 Minuten von dem ſtapken Letten Bietags bezwungen. Im Schwergewicht war es aber wieder der Nürnberger Kurt Hornfiſcher, der ſich erfolgreich durchſetzen konnte und ohne Fehlpunkte die zweite Runde erreicht hat. Nach:53 Minuten wurde der Jugoſlawe Nagy von dem Deutſchen gelegt. Auch die übrigen Kämpfe brachten noch keine großen Ueberraſchungen. Die Ergebniſſe: Leichtgewicht: Koskela⸗Finnland beſiegt Nettesheim⸗ Deutſchland:1 nach Punkten. Weltergewicht: Schäfer⸗ Deutſchland beſiegt Puuſepp⸗Eſtland:0 nach Punkten. Halbſchwergewicht: Bietags⸗Lettland beſiegt Seelenbinder⸗ Deutſchland nach 10 Minuten. Mittelgewicht: Schweickert⸗ Deutſchland beſiegt Pointner⸗Oeſterreich nach:00 Min. Schwergewicht: Hornfiſcher⸗Deutſchland beſiegt Nagy⸗Jugo⸗ ſlawien nach:53 Minuten. Gaudini⸗Italien Olympiaſieger Erwin Casmir im Florettſechten Vierter Im Turuhallen⸗Kuppelſaal bes Reichsſportfeldes kämpf⸗ ten die acht beſten Fechter um den Olympiaſieg. Der Ita⸗ liener Gaudini lag zum Schluß der Kämpfe mit ſieben Siegen an der Spitze und ſicherte ſich damit die Goldmedaille. Der franzöſiſche Altmeiſter Ebward Gardére erhielt die ſilberne Mebaille, während der junge Italiener Bocchino den britten Platz vor unſerem Altmeiſter Erwin Casmir erreichte. 0 Am Donnerstagvormittag wurden im Kuppelſaal des Reichsſportfeldes die Kämpfe der Fechter mit der Vorent⸗ ſcheidung im Florett⸗Einzelkampf der Männer fortgeſetzt. Die 16 beſten Fechter der Welt lieferten ſich im Kampf um die dritte Goldmedaille in dieſer Sportart einen groß⸗ artigen Kampf. Unſer Zsfacher deutſcher Meiſter Erwin Casmir⸗Frankfurt a. M. befand ſich in glänzender Form und belegte in der 2. Gruppe des ſtarken Feldes hinter dem ungeſchlagenen Italiener Giaragne mit 5 Sie⸗ gen den zweiten Platz vor E. Gardere und dem Belgier Bouguignon. In der 1. Gruppe war die Geg⸗ nerſchaft für den Deutſchen Meiſter Julius Eiſenecker doch zu ſtark. Auch hatte der bisher ſo tüchtige Frankfur⸗ ter nicht ſeinen beſten Tag. Die beiden Ftaliener Gau⸗ dini und Bochhino qualiſizierten ſich hier mit A Gaudere⸗ Frankreich und dem Belgier Bru für die Schlußrunde. Zwei große Kämpfe Casmirs Durch zwei prächtige Geſamtleiſtungen erreichte Erwin Casmir, unſer Altmeiſter und Betreuer der deutſchen Fechter, die Schlußrunde. Wie ſtark die Gruppe war, geht am beſten daraus hervor, daß Europameiſter Li⸗ moine⸗Frankreich, der ungariſche Meiſter Bay und der Olympia⸗Zweite von Los Angeles, Joſeph Levis, hier ausſchieden. Gegen Levis lag Casmir bereits mit 0ꝛ4 im Rückſtand, als er unter den Anfeuerungsrufen der zahlreichen Zuſchauer Treffer um Treffer aufholte und ſich ſchließlich mit:4 noch den Sieg erkämpfte. Hart auf hart ging es auch im Kampf Casmirs gegen Li⸗ moirne⸗Frankreich zu. Er war vielleicht der härteſte des ganzen Turniers. Keiner der beiden routinierten Könner wollte aus ſich heraus, beide warteten auf ihre Chance, in der ein Treffer ſo gut wie ſicher ſchien. Bei :4 erreichte der Kampf ſeinen Höhepunkt. Trotz einer kleinen Benachteiligung durch das Kampfgericht, das einen Treffer des Deutſchen annullierte, glückte es Casmir, mit einem prachtvollen Coupé den Siegestreffer zu erzwingen. Ohne Zweifel: der techniſch reinſte und klaſſiſchſte Fechter der Vorſchlußrunde war Erwin Casmir. In die Schlußrunde des Florett⸗Einzelfechtens der Männer kommen die erſten vier jeder Gruppe, alſo in der erſten Gruppe: Julius Gaudini⸗Italien 5 Siege, Georg Bochhini⸗Italien 5 Siege, André Gandere⸗Frank⸗ reich und Bru⸗Belgien je 4 Siege; in der zweiten Gruppe: Giaragne⸗Italien 6 Siege, Erwin Casmir⸗ Deutſchland 5 Siege; Eoͤward Gardere⸗Frankreich 5 Siege, de Bouguignon 3 Siege. Ausgeſchieden ſind in denten Gruppe: Lloyd⸗England 3 Siege, Valcke⸗Belgien 2 Siege, Hatzſzeghy⸗Ungarn 2 Siege, Eiſenecker⸗Deutſchland 1 Sieg; in der Gruppe 2: Bay⸗Ungarn 3 Siege, Limoine⸗Frankreich 2 Siege, Levis⸗Amerika 1 Sieg und Loſert⸗Oeſterreich 0 S. * Nachdem am Vormittag in der Vorendrunde die letzten acht Tcilnehmer an der Schlußrunde feſtgeſtellt worden waren, traten dieſe am Nachmittag zu den Endkämpfen an. Wieder hatten ſich zahlreiche Zuſchauer eingefunden, unter denen man, den italieniſchen Kronprinzen Umberto be⸗ merkte. Eine Hochſtimmung wie am Vortage wollte aller⸗ dings nicht aufkommen, denn einige fragliche Urteile drück⸗ ten die Stimmung herab. Auf der Bahn aber gab es her⸗ worragende Gefechte. Das beſte Gefecht ſah man wohl zwiſchen unſerem Altmeiſter Erwin Casmir und dem Ita⸗ liener Guaragna, das der Deutſche nach herrlichen Szenen mit:4 gewann. Einen großen Kampf lieferte Casmir auch dem ſpäteren Sieger, dem Italiener Gaudini, der zum Schluß aber mit:8 die Oberhand behielt, obwohl Casmir mit:0 und:1 in Führung gegangen war. Gegen den jungen Italiener Bocchino war Casmir dann wieder in großer Fahrt.:4 hieß es zum Schluß für den Deut⸗ ſchen. Auch in ſeinem Gefecht gegen den franzöſiſchen Alt⸗ meiſter Edward Gardere zeigte ſich der Deutſche wieder won ſeiner beſten Seite. Das Glück aber war auf ſeiten des Franzoſen, der mit 514 ſiegte. Seine dritte Niederlage erlitt Casmir mit:5 durch den Belgier Bru. Mit vier Siegen und dͤrei Niederlagen kam unſer Casmir auf den wierten Platz. Damit war auch ſein dritter Verſuch, eine olympiſche Goldmedaille zu erringen, geſcheitert. Nach Beendigung der Kämpfe lag der italieniſche Meiſterfechter Gaudini mit ſieben Siegen an der Spitze und wurde ſomit Olympiaſieger. Der Franzoſe E. Gardere verzeichnete 6 Siege, ſo daß ihm der zweite Platz und die ſilberne Aus⸗ zeichnung zufielen. Der junge Italiener Bocchino hatte— wie Casmix— vier Siege aufzuweiſen, da er aber weni⸗ ger erhaltene Treffer hatte, bekam er den dritten Platz und die bronzene Medaille. Florett⸗Einzelſechten(Männer) 1. Julius Gaudini(Italien) 7 Siege, 20., 14 P. 2. Edward Gardeère(Frankreich) 6 Siege, 25., 12 P. 3. Georg Bocchino(Italien) 4 Siege, 22., 8 P. 4. Erwin Casmir(Deutſchland) 4 Siege, 29., 8 P. 5. Givacchino Guaragna(Italien) 3 Siege, 28., 6 P. 6. Raymond Bru(Belgien) 3 Siege, 30., 6 P 7. Aubré Gardere(Frankreich) 1 Sieg, 22., 2 8. Georg de Bourgnignon(Belgien) 0 Siege, 35., 0 2 ³ 2 Die Jußballvorrunde beendet Pern— Finnland:3— Großbritannien— China:0 Im Schatten der großen Leichtathletikwettkämpfe ſtan⸗ den die acht Vorrundenſpiele des Olympiſchen Fußballtur⸗ niers, die innerhalb von vier Tagen erledigt wurden. Am Domnerstagnachmittag fanden die beiden letzten Spiele ſtatt, und zwar ſiegte Peru mit:3(:1) über Finn⸗ land, während Großbritannien gegen hi wa mit:0(:0) erfolgreich war. Die Südamerikaner liefer⸗ ten auf dem Hertha⸗Platz am„Geſundͤbrunnen“ ein ganz vorzügliches Spiel, dem die Nordländer nichts Gleichwer⸗ tiges entgegenzuſetzen hatten. Die Peruaner, die für die Zukunft zu beachten ſein werden, geſtatteten den Finnen beim Stand von 71 noch zwei Gegentore. Im Mommſen⸗ Stadion zeigten die Briten gegen die Chineſen in tech⸗ niſcher Beziehung autes Können, aber überzeugen konnten ſie keineswegs. Die Chineſen haben dagegen trotz der Nie⸗ derlage einen guten Eindruck gemacht. Ihr Kopfſpiel war ſogar erſtklaſſig, aber die Stürmer übertrieben das Innen⸗ ſpiel und blieben ſo erfolglos. Die acht Teilnehmer an der Zwiſchenrunde ſtehen alſo nun in Deutſchland, Norwegen, Peru, Großbritannien, Japan, Italien, Oeſterreich und Polen feſt. In der Zwiſchenrunde, die am Freitag und Samstag erledigt wird, und zwar ebenfalls auf Berliner Vereinsplätzen, gibt es fol⸗ gende Spiele: Freitag: Deutſchland— Norwegen(Poſt⸗Stadion) Italien— Japan(Mommſen⸗Stabion) Samstag: Oeſterreich— Peru(Hertha⸗Platz) Polen— Großbritannien(Poſt⸗Stacdirn). Natürlich Deutſchland und Oeſterreich Das Olympiſche Handͤballturnier, an dem ſechs Natio⸗ nen— Deutſchland, Oeſterreich, Rumänien, Schweiz, USA und Ungarn— beteiligt ſind, nahm am Donnerstagnach⸗ mittag mit zwei Spielen ſeinen Anfang. In Gruppe A ſpielte Deutſchland gegen Ungarn und ſiegte recht 400-Meter-Cauf Kaum ſind die Hürden von den muſtergültig ihres Am⸗ tes waltenden Platzhelfern von der Bahn getragen, ſind ſchon die 400⸗Meter⸗Läufer da, um in vier Zwiſchen⸗ läufen um die Teilnahme an den beiden Vorentſchei⸗ dungen für Freitagnachmittag zu ſtreiten. Der Amerikaner Smallwood hat auf der Innenbahn ſchon nach den erſten 100 Metern die Kurvenvorgaben von Zſitvai⸗Ungarn und Lanzi⸗Italien eingeholt. Auf der vierten Bahn kommt nach 200 Metern der Südafrikaner Shore müchtig auf, aber der Brite Roberts iſt bereits in 47,7 vor dem Ame⸗ rikaner Smallwood durchs Ziel gegangen und Lanzi hat genug Kraft, um auf den letzten 50 Metern Shore noch das Nachſehen zu geben. Blazejezak hat im zweiten Lauf die zweite Bahn zwiſchen dem Franzoſen Henry und dem Finnen Strand⸗ vall. Wundervoll leicht läuft er die 300 Meter und mit 5 Meter vor dem Engländer Brown und dem Kanadier Fritz kommt er in die Zielgerade. Wohl wird ſein Schritt kürzer, aber er ſteht verbiſſen kämpfend tapfer durch und kommt als klarer Sieger in 48,2 vor den Angelſachſen ein. In dieſem zweiten Rennen blieben ſo gute Läufer wie der Schwede von Wachenfeldt und der Franzoſe Henry unter „ferner liefen“. Leider kann im folgenden Rennen der zweite Deutſche, Metzner, wegen einer Verletzung nicht teilnehmen. Auch der Ungar Vadas hat abgemeldet. In dem kleinen Felo von nur 4 Mann geht der amerikaniſche Meiſter Williams wieder nur in 48 Sekunden ſpazieren. Anderſon⸗Argen⸗ tinien und Loaring⸗Kanada haben gleichfalls wenig Mühe, den Schweden Danielſſon mit Abſtand hinter ſich zu laſſen. Der öritte Amerikaner, Lu Valle, hat im letzten Lauf auf der zweiten Bahn in der Zielkurve alle Vorgaben ge⸗ holt. Der außen liegende Franzoſe Skawinſki hält tapfer mit und wird Zweiter vor dem Engländer Rampling. Für Klupſch war dieſes Rennen zu ſchwer. Immerhin be⸗ legte er den vierten Platz vor dem Kanadier Limon. Ju Valle lief mit 47,6 die ſchnellſte Zeit der vier Zwiſchen⸗ läufe. Die Ergebniſſe: 1. Zwiſchenlauf: 1. Roberts⸗Engband 47,7; 2. Small⸗ wood⸗Amerika 48,6; 3. Lanzi⸗Italien 48,8. Es ſcheiden aus: Zſitvoi⸗Ungarn, Shore⸗Südafrika und Chriſtenſen⸗ Dänemark. 2. Zwiſchenlauf: 1. Blazejezak⸗Deutſchland 48,2; 2. Browu⸗England 48,3; 8. Fritz⸗Kanada 48,4. Es ſcheiden aus: von Bachenſeldt⸗Schweden, Strandvall⸗Finnland, Henry⸗Frankreich. 8. Zwiſchenlauf: 1. Willtams⸗Amertka 48,0; 2. Anderſon⸗Argentinien 48,7; 3. Loaring⸗Kanada. Es ſcheiden aus: Dantelſſon⸗Schweden; nicht am Start: Metzner⸗ Deutſchland und Vadas⸗Ungarn. 4. Zwiſchenlauf: 1. Lu Valle⸗ Amerika 47,6; 2. Ska⸗ winſki⸗Frankreich 48,0; 3. Rampling⸗England 48,0. Es ſchei⸗ den aus: Klupſch⸗Deutſchland, Limon⸗Kanada und Knecicky⸗ Tſchechoſlowakei. Hoher ungariſcher Sieg Ungarn—Deutſchlaud 16:6 Das ſte Intereſſe, das den Polowettkämpfen bei den Olympiſchen Spielen entgegengebra W wird, zeigte ſich deutlich beim Wiederholungsſpiel zwiſchen Deutſch⸗ land und Ungarn. Die Tribüne am Glockenturm war S.——— nur kleine n auf. Unter rengäſten bemerkte man auch den Reichsſportführer. Nach dem unentſchiedenen Ausgang des erſten Spieles trat diesmal Ungarn mit geänderter Mannſchaft an. Der neue Verteidiger Kovacs war ein überragender Reiter und Spieler uns hatte den größten Anteil an etwas zu hoch ausgefallenen Erfolg. Bei den Deutſchen war Reinke der beſte, der auch vier von den ſechs Toren erzielte. Nach einer:0⸗Führung der Ungarn im erſten Spielabſchnitt erhöhten ſie in den drei folgenden Abſchnit⸗ ten auf 10:1. Eine 8 Leiſtung brachte Deutſch⸗ laud auf 11:5 heran. Ueber 14:5 und 1516 wurde das Schlußergebnis 16:6 erreicht. Stabschei ückwünſcht die Olympiaſteger Rher unb Erk Stabschef Lutze hat an den Olympiaſieger im Gewicht⸗ heben der Schwergewichtsklaſſe, Joſef Manger, ſolgendes Telegramm gerichtet: „Für die großartige Leiſtung, mit der Sie im Gewicht⸗ heben der Schwergewichtsklaſſe die Goldene Medaille für Deutſchland erkämpften, ſpreche ich Ihnen Glückwünſche und Anepkennung aus. Gleichzeitig befördere ich Sie mit ſofortiger Wirkung zum Scharführer. Lutze.“ An den zweiten Sieger im Freiſtilringen, Ehrl, ſandte der Stabschef ebenfalls ein Glückwunſchtelegramm: „Zur Silbernen Medaille, die Sie im Freiſtilringen für Deutſchland erkämpften, meinen Glückwunſch und meine Anerkennung. Gleichzeitig befördere ich Sie mit ſofortiger Wirkung zum Oberſcharführer. Lutze.“ eindentig mit 28:0(14:0) Toren. Die Ungarn, die kürz⸗ lich gegen eine weit ſchwächere deutſche Auswahlmannſchaft ein knappes Ergebnis erzielten, wurden von unſerer Olympiaelf in Grund und Boden geſpielt. Dabei muß natürlich berückſichtigt werden, daß die Ungarn erſt wenige Jahre Hanoͤball ſpielen und in der Spielſtärke noch etwas zurück ſind. Das Treffen zwiſchen Oeſterreich und Rumä⸗ nien, das zur Gruppe B zählt, brachte ebenfalls einen Favoritenſieg. Die Oeſterreicher gewannen mit 18:3(:1) Toren und ließen dabei ihr großes Können ahnen. Der Kampf zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland wird ein Er⸗ eignis werden! Die Schweiz und die Mannſchaft der Vereinigten Staaten waren ſpielfrei. 3 Das Hockey-Turnier Deutſchlaub—Dänemark:0/ Holland—Schweiz:1 Am dritten Tag des Hockey⸗Turniers bei den Olympi⸗ ſchen Spielen in Berlin griff auch die deutſche Vertretung, die bekanntlich zuſammen mit Dänemark und Aighaniſtan Kampf um den Ball Ein lebhafter Moment aus dem Spiel Japan— USA des Olympiſchen Hockeyturniers, das Japan gewinnen konnte.(Preſſephoto,.) in der Gruppe B ſpielt, in das Geſchehen ein. Ohne viel Mühe ſiegte die deutſche Elf:0(:0) gegen Dänemark und ſetzte ſich an die Spitze ihrer Gruppe. Im zweiten Spiel des Donnerstags machte Holland durch einen:1 (:)⸗Sieg gegen die Schweiß ſein:2⸗Unentſchieden des erſten Turniertages gegen Belgien wieder gut. Die Ta⸗ bellen: Gruppe B Spiele Tore Punkte 1. Deutſchlan d 1 6·0:0 2. Afghaniſtan 1:6 3. Dänemark 2:12:8 Gruppe C 1. Holland 2 6·8 98:1 2. Frankreich 1:0 20 3. Belgien 1 2 2:1 4. Schweiz 2 1ꝛ⁵ 0²4 Sir Robert Vanſittart über die Durchführung der 1 Olympiſchen ie London, 7. Auguſt 25(Funkmeldung der NM3) Der ſtändige Unterſtaatsſekretär des engliſchen Auswär⸗ 5 Amtes, Sir Robert Vanſittart, der den Olym⸗ piſchen Spielen ſeit ihrer Eröffnung beigewohnt hat, äußerte ſich dem Berliner Reuter⸗Vertreter gegenüber, daß der alänzende ſportliche Geiſt, in dem die Spiele durchgeführt würden, einen beſonders ſtarken Eindruck auf ihn gemacht habe. Der Unterſtaatsſekretär ſprach ſich hierauf mit Wor⸗ ten der Bewunderung über die Stadionanlage aus und⸗ erklärte, daß das fortgeſetzte Drücken der Beſtleiſtungen bei den jetzt durchgeführten Spielen gleichzeitig ein Lob für den Bau der Aſchenbahn ſei, die von den Leichtathleten als vollkommen bezeichnet werde. Die Organiſation der Spiele ſei hervorragend und trotz des nicht immer guten Wetters werde das Programm planmäßig durchgeführt. Eindruck habe auf ihn auch das perſönliche Intereſſe ge⸗ macht, das der Führer an den Spielen nehme. Sein häufi⸗ ges Erſcheinen auf dem Reichsſportfeld müſſe für die deutſche Mannſchaft ein großer Anſporn ſein, es ſei aber auch bezeichnend für die Begeiſterung, mit der dieſe Olym⸗ piſchen Spiele in Berlin durchgeführt werden. . 3 ————————— Nachdem Deutſchlandͤs ſtärkſte Waffe im modernen Fünfkampf, Oberleutnant Handrick, bereits nach der zweiten Uebung im Degenfechten in Führung gegangen war und nach dem Schießen und Schwimmen ſeinen erſten Platz halten konnte, hätte er noch ſehr viel Pech haben Oberleutnant Handrick Olympiaſieger (Archto NM3) müſſen, um ſeine führende Stellung noch zu verlieren. Zum erſtenmal, ſeit der moderne Fünfkampf auf dem Olympia⸗Programm ſteht, konnte ein anderer Kämpfer als ein Schwede als Sieger hervorgehen. Der erſte Schwede, Oberleutnant Thofelt, konnte diesmal nur den vierten Platz belegen, und auch die übrigen beiden ſchwediſchen Teilnehmer endeten im geſchlagenen Feld. Damit iſt die ſchwediſche Vorherrſchaft im modernen Fünfkamp', die ſeit 1912 unerſchüttert war, gebrochen. Oberleutnant Handrick gelang es auch im letzten noch ausſtehenden Wettbewerb, im 4000⸗Meter⸗Querfeldein⸗Lauf, mit dem 14. Platz noch in der Spitzengruppe zu enden und damit ſeinen Endſieg ſicherzuſtellen. Zu dieſer abſchließenden Uebung, die auf dem Gelände des Golfklubs Wannſee durchgeführt wurde, hatten ſich der Reichskriegsminiſter, Generalfeldmarſchall v. Blom⸗ berg, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberſt Freiherr von Fritſch, Reichsminiſter Dr. Frick und der Adjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner, eingefunden. Der Reichskriegsminiſter ließ ſich die deutſchen Teilnehmer am Start vorſtellen. In Minutenabſtänden wurden die Läufer über die Strecke geſchickt und ſchon, als die erſten Läufer das Ziel paſſierten, zeigte ſich, daß die Zeiten der Fünfkämpfer im⸗ mer an die Beſtleiſtungen der Bahnläufer heranreichten. Leutnant Leban⸗Oeſterreich erreichte mit 13:17,4 Min. eine ganz herborragende Zeit. Erwartungsgemäß konn⸗ ten ſich die nordiſchen Teilnehmer im letzten Wettbewerb weiter verbeſſern. Der Finne Hietala belegte mit 13:25,6 den zweiten Platz, während der bisherige Zweitplacierte in der Geſamtwertung, Oberleutnant Thofeld⸗Schwe⸗ den mit einem 24. Platz im Geländelauf um die Silber⸗ medaille kam, die ſich der Amerikaner Leutnant Leo⸗ nard, durch einen ausgezeichneten Lauf holte. Da auch Oberleutnant Abba⸗Italien ſich günſtig placieren konnte, rückte er in der Geſamtwertung vom vierten auf den dritten Platz vor. Als beſter deutſcher Läufer kam Unterofftzier Bramfeld als Zehnter ein, während Leutnant Lempc als 21. im Mittelfeld endete. Dennoch konnte der zweite deutſche Vertreter in der Geſamtwer⸗ tung den 6. Platz hinter dem Ungarn Orban belegen. 4000⸗Meter⸗Geländelauf 1. Leban⸗Oeſterreich 13:17,4; 2. Hiltala⸗Finnland 18:25,3; 3. Wys⸗Schweiz 13:47,7; 4. Legard⸗Großbritannien 13:51,1; 5. Abba⸗Italien 14111,2; 6. Macdougall⸗Großbritannien 14:15,3; 7. Leonard⸗USA 14:15,8; 8. Starbird⸗uSA 14:15,8; 9. Boisman⸗Schweden 14:18,2; 10. Bramfeld⸗Deutſchland 14:25,0; 11. Serre⸗Holland 1130,6; 12. Cecearelli⸗Italien 14:96,2; 13. De le Fuente⸗Mexiko 14:40,4; 14. Handrick⸗ Deutſchland 14:41,7; 15. Gyllenſtierna⸗Schweden 14:42,4; 16. Orban⸗Ungarn 14:46,1; 17. Kettunen⸗Finnland 14:46,3; 18. Kiviperae⸗Finnland 14:47,1; 19. Guth⸗Oeſterreich 14151,5; 20. Weber⸗USA 14:56,2; 21. Lemp⸗Deutſchland 15:01,7; 22. Bartha⸗Ungarn 15:09,4; 23. Ballas⸗Ungarn 15111,5; 24. Thofeld⸗Schweden 15:16,2; 25. Jack⸗Großbritannien 15:20,7; 26. Chretien⸗Frankreich 15:20,9; 27. Orgera⸗Ita⸗ lien 15:27,8; 28. van Geen-Holland 15134,1; 29. Bouazzat⸗ Frankreich 15:36,6; 30. Rocha⸗Braſilien 15:40,7; 31. Mollet⸗ Belgien 15:45,5; 92. Grundbacher⸗Schweiz 15:46,5; 33. Du⸗ arte⸗Braſilien 15:42,0; 34. Lavanga⸗Frankreich 16:01,2; 35. van der Horſt⸗Holland 16:08,4; 36. Catramby⸗Braſilien Die 400⸗Meter⸗Hürden gewann Amerika Den 400⸗Meter⸗Hürdenlauf der Männer gewann der Ame⸗ rikaner Hardin vor Logrine-Kanada und dem Philippinen White. Auf unſerem Bild ſehen wir die Gewinner der Goldenen und S bbernen Medaille, Hardin(links) und Loaring nach ihrem Siege.(Preſſephoto,.) ſicher iſt und in 49 Sek. gewinnt. Neue Männheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Handrick-⸗Deutſchland'ympiaſieger Oberleuinant Handrick ſiegt im Modernen Fünſkampf vor Leonard-ASA und Abba-Jlalien 16:51,7; 37. de la Court⸗Belgien 17:28,6; 38. Scheere⸗Bel⸗ gien 18:31,1; 39. Rodriguez⸗Mexiko 19:20,9. Geſamtwertung im Fünfkampf 1. Handrick(Deutſchland) 33,5 Punkte; 2. Leonhard (uSA) 39,5.) 3. Abba(Italien) 45,5.) 4. Tho ſeld (Schweden) 47.; 5. Orbon(Ungarn] 55,5.; 6 Lemp (Deutſchland) 65.; 7. Starbird(USA) 67,5.; 8. Bortha Ungarn) 76,5.; 9. Weber(USA) 80,5.; 10. Bousman (Schweden) 82,5.; 11. Wys(Schweiz) 89,5.; 12. Bramo⸗ feld(Deutſchland) 89.; 13. Macdougall(Großbritannien) 91.; 14. Kettunen(Finnland) 92.; 15. Ceccarelli(Ita⸗ lien) 93.; 16. Gyllenſtierna(Schweden) 93.; 17. de la Court(Belgien) 93,5., 18. van Geen(Holland) 101,5., 19. Legard(Großbritannien) 104,5.; 20. Kiviperä(Finn⸗ land) 108., 21. von Ballas(Ungarn) 108,5., 22. Orgera (Italien) 109,5.; 23. Hietola(Finnland) 110,5.; 24. Chretien(Frankreich) 111 Punkte; 25. Molle(Belgien) 116.; 26. Leban(Oeſterreich) 117.; 27. Serré(Hollandj 117,5., 28. Beuazzat(Frankreich) 117,5.; 29. van der Horſt(Holland) 117,5.; 30. de la Fuente(Mexiko) 118,5 Punkte; 31. Jack(Großbritannien) 119.; 32. Grundbacher (Schweiz) 121.; 33. Guth(Oeſterreich) 133,5.; 34. Scheere(Belgien) 134,5.; 25. Caſillas Rodriguez(Mexiko) 134,5.; 96. Catramby(Braſilien) 159,5.; 37. Pinto Duarte(Braſilien) 160., 38. Lavanga(Fronkreich) 167,5 .; 39. Rocha(Braſilien) 177,5 P. * Olympiaſieger Handrick⸗Deutſchland; 2. Leutnant Leo⸗ nard⸗ USA; 3. Oberleutnant Abba⸗Italien; 4. Ober⸗ leutnant Thofeld⸗Schweden. Um den Sieg im 8oo⸗Meter⸗Lauf Ein Moment aus dem Sob⸗Meter⸗Lauf, in dem Woob⸗ rof⸗USA vor Kanada ſiegte. Lanzi⸗Italien und Edwards⸗ Fapan— USA:1/ Indien— Angarn:0 Weit mehr Intereſſe als am Vortage brachte man am Mittwochnachmittag den Spielen des Olympiſchen Hockey⸗ Turniers im Hockeyſtadion auf dem Reichsſportplatz ent⸗ gegen. Kein Wunder, die indiſche Wundermannſchaft, die Gewinnerin der Olympiſchen Turniere von Amſterdam und Los Angeles, trat zum erſtenmal bei den Berliner Spielen in Attion. Die Weltmeiſter⸗Mannſchaft brauchte ſich gegen Ungarn nicht auszugeben, um mit:0(:0) leicht zu ge⸗ winnen. Das zweite Spiel der Gruppe A führte die Natio⸗ nalmannſchaften von Japan und Amerika gegeneinander. Die Söhne Nippons ließen erkennen, daß ſie zu ihrer an⸗ geborenen Schnelligkeit in den verſchiedenen Trainings⸗ ſpielen mit deutſchen Mannſchaften manches hinzugelernt haben. Ohne alle Torgelegenheiten reſtlos auszunützen, ſiegten ſie über die Vertreter der„Neuen Welt“ 511(:). Die Tabelle: Gruppe A: 1. Indien 1 Spiel:0 Tore:0 Punkte 2. Japan 3. USA 8935 622 7 4. Ungarn 4395 044„ 0˙2 9 Indien— Angarn:0(:0) Für das erſte Auftreten der indtſchen Hockeyſpieler bet den Berliner Weltſpielen intereſſierten ſich am Mittwoch⸗ nachmittag mehr als 4000 Zuſchauer. Auf dem Hauptplatz des wundervollen Hockey-Stadions traf die Weltmetſter⸗ Mannſchaft auf Ungarns Nationalelf. Trotz des mit Be⸗ aus und erlebten einen von den Indern verhalten geſpiel⸗ ten:0⸗(:0⸗)Sieg. Die Magyaren vollbrachten eine glänzende Mannſchafts⸗ leiſtung, waren aber gegen das überlegene Können der Aſiaten machtlos. In der 25. Minute verwandelte Indiens rechter Verteidiger Tapſell eine Strafecke zum Führungs⸗ tor. Wenig ſpäter ſchloß der Halblinke Roopſingh einen hervorragenden Alleingang mit dem zweiten Tor ab. Nach der Fable trat das techniſch kaum zu überbietende Können der Inder für die Zuſchauer noch zwingender zutage, doch im ungariſchen Tor zeigte der aus zahlreichen Eishockey⸗ ſchlachten her bekannte Ezak meiſterliches Können. Für den zweifachen Olympiaſteger reichte es bis zum Schluß doch noch durch Mahd Jafar und Roopſingh zu zwei Toren. Eine Kritik erübrigt ſich eigentlich, denn die Magyaren waren in techniſcher Hinſicht zu klar unterlegen. Indien hatte ſeine beſten Leute in dem unübertrefflichen Innen⸗ ſturm Roopſingh⸗Dyan⸗Chand⸗Jafar, dem Mittelläufer Cullen und dem allerdings nur wenig beſchäftigten Tor⸗ wart. Die Außenläufer und der linke Verteidiger hielten mit ihnen keinen Vergleich aus. Fapan— USA:1(:0) Auf Platz„Nr. 2“ des Hockey⸗Stadions auf dem Reichs⸗ ſportfeld kämpften im erſten Vorrundenſpiel der Gruppe A die Nationalmannſchaften von Japan und den Vereinigten Staaten. Die kleinen, ſchnellen Japaner bewieſen in dieſem techniſch hochſtehenden Kampf, daß ihnen die verſchiedenen Trainingsſpiele gegen deutſche Mannſchaften recht gut ge⸗ tan haben. Sie beſiegten die Vertreter der„Neuen Welt“ verdient:1(210). Der beſte japaniſche Spieler war der ſchußkräftige Halb⸗ rechte Tanaka, der allein drei Tore erzielte. Neben ihm ſtach der Mittelläufer Sakai hervor. Bei den Amerikanern ge⸗ fiel der entſchloſſene Torhüter Fentreß, der eine höhere Niederlage verhinderte, am beſten. Von Beginn an zeigten ſich die kleinen Japaner als die (Preſſephoto,.) Die Kämpfe a Die Vormittagskämpfe Der fünfte Tag der Olympiſchen Leichtathketikwett⸗ bewerbe begann mit Ausſcheidungen und Vorkämpfen in drei Uebungen. Auch am Donnerstag macht der Him⸗ mel noch kein freundlicheres Geſicht. Graue und weiße Wolken ziehen in geringer Höhe über das Stadion, das ungeachtet der frühen Stunde ſchon wieder zu beinahe drei Vierteln gefüllt iſt. Auf den zwei Anlagen an den Geraden treten die Dreiſpringer in zwei Gruppen zu ihrer Ausſcheidung an. Die Speerwerfer halten ſich für ihre Qualifikation bereit. Die Marken von 60 Meter in Abſtänden von je 5 Meter bis zu 75 Meter ſind durch zwei weiße Linien und kleine Markierungsblöcke mit den gut lesbaren ſchwarzen Zahlen gekennzeichnet. Die Speere wirbeln durch den Raum, überall iſt im Innenraum Bewe⸗ — und es herrſcht die nervöſe Stimmung vor dem tart. Im Mittelpunkt des Vormittags ſtehen jedoch die 400⸗Meter⸗Vorläufe. In acht Abteilungen fin⸗ den die Auschſneidungen ſtatt. Die drei Beſten eines jeden Vorlaufes erreichen die vier am Nachmittag auf dem Programm ſtehenden Zwiſchenläufe. Die Zuſchauermenge iſt kurz vor dem erſten Start auf 60 000 Menſchen ange⸗ wachſen. Die 400--Vorläufe Alle drei Deutſchen im Zwiſchenlauf Verhältnismäßig leicht iſt der erſte Lauſ. Der Englän⸗ der Roberts auf der Innenbahn gewinnt ohne große An⸗ ſtrengung in 48,1 vor dem gleichfalls zum Schluß verhal⸗ tenen Schweden Daniellſon und dem Kanadier Loaring. Der Schweizer Jud und der Ungar Ribemyi ſchieden aus. Der Südafrikaner Shore ging im zweiten Lauf gut los. Mit Vorſprung biegt er in die Zielgerade, wo der Fran⸗ zoſe Henry ſtark aufkommt und in 49,2 das Band vor dem gut laufenden Tſchechen Kneeicky und dem auf Platz ein⸗ laufenden Südafrikaner Shore erreicht. Der Schwede Strömberg und der Oeſterreicher Gudenus endeten ab⸗ geſchlagen. Der erſte Deutſche, Metzner, muß, in Front laufend, auf der vierten Bahn hart mit dem Aegypter Ebeid um die weitere Teilnahmeberechtigung kämpfen. Der Englän⸗ der Brown iſt in 48,8 vor dem zum Schluß wundervoll vorſtürmenden Italiener Lanzi der überlegene Sieger. Erſt der vierte Start im vierten Vorlauf gelingt; übri⸗ gens das erſtemal ſeit Beginn der Kämpfe, daß Miller das aufgeregte Feld dreimal zurückrufen mußte. Das Rennen ſteht ganz im Zeichen des Amerikaners Smallwood, der auf der Innenbahn ſchon nach 200 Metern ſeiner Sache Außen liegt der Kana⸗ dier Limon vor dem Ungarn Vadas auf dem zweiten Platz. Norwegens Meiſter Schonheyde und der Japaner Kubota ſind um eine Hoffnung ärmer. Von der Klaſſe des Amerikaners James Lu Valle zeugte der fünfte Vorlauf. Mit herrlichen, raumgreifen⸗ den Schritten ging der hellfarbige Neger auf der zweiten Bahn los und ſiegte zum Schluß verhalten in 49,1 vor dem Argentinter Anderſon und dem Ungarn Zſitvai. Nach Metzner kam auch der zweite Deütſche, Hermann Blazejezak, in den Zwiſchenlauf. Auf der fünften Bahn, der Oeſterreicher Rinner fehlte, lief er mit voller Kraft durch. Sein Vorſprung durch die Kurvenvorgabe reichte aus, um als Erſter in der großartigen Zeit von 48,9 vor dem Engländer Rampling und dem Schweden Strandvall einzulaufen. In dem bisher ſchnellſten Rennen kam der Franzoſe Beiſſet auf den 4. Platz. Ein Spaziergang für den amerikaniſchen Meiſter Wil⸗ liams war der vorletzte Lauf, der durch das Fehlen des Polen Biniakowſki auf der Außenbahn von Beginn bis— zum Ende 15 Meter vor dem Felde ſpielend einherlief und dann noch mit der Zeit von 47,8 zu gewinnen. Die Plätze belegten der Kanadier Fritz und der Däne Chriſtenſen in reſpektvollem Abſtand. Von beſonderer Freude war es für die Deutſchen in techniſch en Spieler. Bereits nach 14 Minuten war der Widerſtand der Amerikaner gebrochen, als Mittel⸗ m fünſten Tag letzt geſtarteten Vorlauf durchſetzen konnte. Auf der vier⸗ ten Bahn hatte er durch ſchönen leichten Antritt ſich bald einen Vorſprung verſchafft, den er behielt, bis in der Ziel⸗ eraden der Franzoſe Skawinſki und der Schwede Wachen⸗ ſeldt aufholten. Gegen den auf ihn eindringenden Oeſter⸗ Der Sieger im Diskuswurf Der Amerikaner Carpenter konnte mit einem neuen olympiſchen Rekord den Sieg reißen. im Diskuswurf an ſich (Preſſephoto,.) reicher König verteidigte Klupſch ſeinen dritten Platz zähe und energiſch. Skawinſki gewann in 48,9 vor Wachenfeldt. Ergebniſſe der 400⸗Meter⸗Vorläufe 1. Vorlauf: 1. Roberts⸗England 48,1; 2. Danielſſon⸗ Schweden 48,6; 3. Loaring⸗Kanada 49,1. Es ſcheiden aus: Jud⸗Schweiz und Ribemyi⸗Ungarn. Nicht am Start Pace. 2. Vorlauf: 1. Henry⸗Frankreich 40,2; 2. Knecicky⸗Tſche⸗ choſlowakei; 3. Shore⸗Südafrika. Es ſcheiden aus: Ström⸗ berg⸗Schweden und Gudenus⸗Oeſterreich. 3. Vorlauf: 1. Brown⸗England 48,8;., Lanzt⸗Italien 40,8; g. Metzner⸗Deutſchland 50,2. Es ſcheiden aus: Ebeid⸗ Aegypten, Verhaert⸗Belgien und Tay⸗China. 4. Vorlauf: 1. Smallwood⸗Amerika 49.0; 2. Limon⸗ Kanada 49,2; 3. Padas⸗Ungarn 49,2. Es ſcheiden aus: Schonheyder⸗Norwegen, Kubota⸗Japan. Nicht am Start Peppler⸗Rumänien. 5. Vorlauf: 1. Lu Valle⸗Amerika 49,1; 2. Anderſon⸗ Argentinien 40,4; 3. Zſitvai⸗Ungarn 40,8. Es ſcheiden aus: Nemes⸗Rumänien und Imai⸗Japan. Nicht am Start Roſſi⸗Italien. 6. Vorlauf: 1. Blazejezak⸗Deutſchland 47,0; 2,. Ramp⸗ ling⸗England 48,6) 3. Strondvall⸗Finnland 40,3. Es ſchei⸗ den aus: Boiſſet⸗Frankreich, Krombach⸗Luxemburg. Nicht am Start Rinner⸗Deſterreich. 7. Vorlauf: Williams⸗Amerika 47,8; 2. Fritz⸗Kanada 40,2; 3. Ehriſtenſen⸗Dänemark 40,3. Es ſcheiden aus: Aihara⸗Japan, Munoz⸗Chile. Nicht am Start Biniakowſki⸗ Polen und Sanchez⸗Columbien. 8. Vorlauf: 1. Skawinſki⸗Frankreich 48,9 2. v. Wachen⸗ dem nahezu vollbeſetzten Stadion, daß auch unſer dͤrit⸗ feldt⸗Schweden 49; 9. Klupſch⸗Deutſchland 49,1. Es ſchei⸗ den aus: König⸗Oeſterreich, Bhella⸗Indien. Nicht am Start Spampani⸗Italien. ginn des Spiels einſetzenden Regens hielten die Zuſchauer. ter Vertreter, Rudolf Klupſch, ſich in ſeinem zu⸗ Das Hockey-Turnier Indien und Japan in Geuppe A punkigleich ſtürmer Ito das erſte Tor erzielte und kurz darauf der hervorragende Tanaka zum zweitenmal erfolgreich war. Nach dem Wechſel wurde die Ueberlegenheit der Japaner immer deutlicher, durch zu langes Warten wurden aber vor dem amerikaniſchen Tor viele Erfolgsmöglichkeiten ver⸗ dorben. Tanaka, Ito, der eine Strafecke verwandelte, und wieder Tanaka erzielten aber bis zum Schluß noch drei Treffer, während die Amerikaner durch den Ehrentreffer das Ergebnis auf 51 verringerten. Dreiſprung-Ausſcheidungen für den Vorkampf Die Teilnehmer am Dreiſprung mußten, ehe ſie in den Vorkampf gingen, aus dem die ſechs Beſten in die Ent⸗ ſcheidung kommen, erſt einen Qualiftkationsſprung von 14 Metern ablegen. Nach dem erſten Durchgang haben bei der Gruppe 1 erfüllt: Erich Joch⸗Deutſchland, Billy Brown⸗Amerika, Suomela⸗Finnland, Klaſema⸗Holland, John Patrick, Metealſe(Auſtralien), Romero⸗Amerika. Beim zweiten Verſuch ſchafften es Richardſon⸗Kanada, Ha⸗ rada⸗Japan, Kotraſchek⸗Oeſterreich, Heinz Wöllner⸗ Deutſchland. Im dritten Sprung kamen über die Quali⸗ fikationsweite: Dickinſon⸗Auſtralien. Von insgeſamt 16 Springern der Gruppe 1 erreichten 11 Teilnehmer den Vorkampf. Während die erſte Gruppe auf der Anlage vor der Ehrentribüne ſprang, verſuchten ſich die 15 Teilnehmer der zweiten Gruppe auf der Gegengeraden. Das ausgezeichnete Feld bewältigte die etwas niedriger angeſetzte Mindeſt⸗ marke zum größten Teil im erſten Sprung. Unter denen, denen es glückte, beſand ſich auch Luz Long⸗Deutſchland. Zwei Sprünge benbtigten Oſhima⸗Japan und de Vecchio⸗ Columbien, der jedoch dann zurückzog. 12 Bewerber kamen in den Vorkampf: Lajos Somlo⸗Ungarn, Anderſſon⸗Schwe⸗ den, Sigurdſon⸗Island, Ragaſari⸗Finnland, Luckhaus⸗ Polen, Wilkins⸗Amerika, Tajima⸗Japan, Mikie⸗Jugo⸗ ſlawien, Oſhima⸗Japan, Ljunberg⸗Schweden, Luz Long⸗ Deutſchland und Haugland⸗Norwegen. Insgeſamt 23 Sprin⸗ ger qualtfizierten ſich für den Endkampf. Polo in höchſter Nollendung Argentinien— Mexiko 15:5 Am dritten Tage des Olympiſchen Polo⸗Turniers ſtan⸗ den ſich auf dem Maifeld des Reichsſportfeldes die Ver⸗ treter von Argentinien und Mexiko gegenüber. Vor zahlreichen Zuſchauern zeigten beide Mannſchaften Polo in höchſter Vollendung, beſonders die Argentinier riſſen die Maſſen zu immer neuen Beifallskundgebungen Bör Sie kührten herrliches Pferdemoterial auf den Platz. hre kleinen, unterſetzten und muskelbepackten Ponies waren ungeheuer ſchnell und in jeder Weiſe den Texas⸗ Pontes der Mexikaner überlegen. Obwohl ſich die Mexi⸗ aner mit allen Mitteln gegen eine Niederloge zur Wehr ſetzten, wurden ſie verdient mit 1575 geſchlagen. Schon nach wenigen Minuten des erſten Spielabſchnittes lagen die Argentinier mit:0 in Front. Allmählich kamen die Vertreter Mexikos etwas guf und erzielten den erſten Treffer, aber im Gegenangriſf erhöhten die Argentinier auf:1. Unter ungeheurem Beikall ſiegten die Argenti⸗ nier über:2,:2, 12:3, 14:4 in den einzelnen Spielab⸗ ſchnitten mit 15:5 Toren. Ausſcheidung im Speerwerfen Der dritte Ausſcheidungswettbewerb des Donnerstag⸗ vormittags war das Speerwerfen der Männer, an dem ſich 28 Kämpfer beteiligten, von denen 17 den Vorkampf mit einer Leiſtung von mehr als 60 Metern erreichten. Es wurde mit leichtem ſeitlichem Rückenwind geworfen. Von den drei deutſchen Teilnehmern kamen Weimann und Stöck im erſten, Gerdes im zweiten Durchgang glatt heraus. Olympia-Segel-Regatta in Kiel Am zweiten Tag der olympiſchen Segelwettfahrten auf der Kieler Förde ging bei den Starbooten das franzöſiſche Boot„Fada“ vor dem ſchwediſchen Boot„Sunſhine“ ſieg⸗ reich durchs Ziel. Dieſer bemerkenswerte Erſolg wurde wegen Boſenberührung jedoch nicht anerkannt. Aus dem gleichen Grunde wurden auch Norwegen und Portugal ausgeſchloſſen. Das deutſche Boot„Wannſee“(Dr. Biſchoff) hatte ſich zunächſt recht gut nach vorn gekreuzt, es ſiel ober noch vor Beendigung der zweiten Strecke auf den vorletz⸗ ten Platz zurück. Noch einer Reihe harter Regenböen nahm es das Fock weg und nun konnte ſich Dr. Biſchoff langſam wieder nach vorn arbeiten. Das holländiſche Boot„Bem 2“ eroberte den dritten Platz, während das deutſche Boot an fünfter Stelle durchs Ziel ging. In der Geſamtwertung führt Schweden mit 23 Punkten vor Deutſchland mit 21 Punkten, Großbritannien und USA. Einen norwegiſchen Sieg gab es in der 6⸗Meter⸗ R⸗Klaſſe. Frankreich führte das Feld auf die Bahn. Schon auf der erſten Kreuzſtrecke gab es große Veränderungen. „Lully 2“(Norwegen) wurde von Magnus Konow an die Spitze geſteuert, gefolgt von England und der Schweiz. Kurze Zeit hatte auch England noch die Führung übernommen, ober bald 39 Norwegen endgültig in Front und ſiegte mit großem Vorſprung. Schweden und Deutſchland waren beim Stort ſchlecht weggekommen und hatten einige Mühe, den Zeitverluſt auszugleichen. Wenn ſie dennoch mit der Spitze Fühlung bekamen, ſo legte das ein gutes Zeugnis ab kür die hohe Kunſt der Steuerleute. Norwegen. Groß⸗ britannien, Schweiz, Schweden und Deutſchland gingen in dieſer Reihenfolge durchs Ziel. Argentinien legte gegen Schweden Proteſt ein, der aber noch nicht entſchieden wurde. In der Geſamtwertung liegen Schweden und Großbritan⸗ nien mit je 21 Punkten an der Spitze vor Deutſchland mit 19 Punkten. Die glücklichen Gewinnerinnen Die Gewinnerinnen der drei Medaillen im Diskus⸗ wurf. Von links nach rechts: Giſela Mauermeyer, die Polin Jadwiga Wajſowna und Paula Mollen⸗ hauer.(Weltbild,.) HAvpELS- α WIRTSCHAFTS-ZETTUNG Freitag, 7. August 1936 Die badische Indusirie im Juli Die badiſchen Induſtrie⸗ und Handelskammern berich⸗ ten über die wirtſchaftliche Lage im Juli: Die Entwick⸗ Lung der wirtſchaftlichen Lage Badens war auch im Fuli recht zufriedenſtellend. Wenn auch im Exportgeſchäft und in der Rohſtoffbeſchaffung noch gewiſſe Schwierigkeiten beſtehen, ſo läßt ſich erfreulicherweiſe doch feſtſtellen, daß ſie faſt immer behoben werden konnten. Im ganzen läßt zich das Auslandsgeſchäft gut an, wie eine ganze Reihe badiſcher Firmen berichtet. Im Inlandsgeſchäft können weitere Umſatzſteigerungen verzeichnet werden. Die Beſchäftigung in der Anlagegüterinduſtrie iſt be⸗ friedigend. Die Lage in der Metall⸗ und Maſchinen⸗ induſtrie blieb unverändert ſtabil. Die Kraftwagen⸗ Induſtrie berichtet über ein ſehr gutes In⸗ und Aus⸗ landsgeſchäft. Die Konſumgüterinduſtrie war auch im Juli gut be⸗ ſchäftigt. 3 Großhandel ſind keine Veränderungen auſgetre⸗ ten. Der, Einzelhandel klagt noch über unbefriedigende Umſätze. — Unveränderte Verkehrslage der Rheinſchiffahrt im Juli Die allgemeine Verkehrs⸗ und Betriebslage der Rhein⸗ ſchiffahrt iſt nach dem Bericht der Niederrheiniſchen In⸗ duſtrie⸗ und Handelskammer Duisburg⸗Weſel zu Duis⸗ burg⸗Ruhrort im Juli im großen und ganzen unver⸗ ändert geblieben. Die Verladungen hielten ſich durchweg weiterhin rege. Dies gilt vor allem für die Verladetätig⸗ keit in Brennſtoffen zum Oberrhein, wenn auch eine leichte Abſchwächung gegen Monatsende zu verzeichnen war. Die Schweiz erwies ſich nach wie vor noch als aufnahmefähig für Brennſtoffe, insbeſondere Koks. Neben den Brennſtofftransporten kam wiederum zahl⸗ reichen Auslandsgütern wie Papierholz, Bauxit, Schwefel⸗ kies, Erzen und Kohlen im Bergverkehr eine nicht un⸗ beachtliche Stellung zu. Das Verladegeſchäft talwärts dagegen war teilweiſe abgeſchwächt. Die Kohlen⸗ verladungen von der Ruhr zu Tal ließen etwas nach, ſo daß die Bartezeiten der in dieſer Verkehrsbeziehung be⸗ ſchäftigten Fahrzeuge wieder ziemlich lang wurden. An den Mittelrheinplätzen hielt ſich das Geſchäft in Bauſtoffen verhältnismäßig günſtig, während die talwär⸗ tigen Erzverfrachtungen ab Straßburg leicht zurückgingen. Bei hohem Waſſerſtand war ſelbſt für tiefgehende Kähne eine Fahrt bis Kehl⸗Straßburg ohne Leichterung möglich. Nach Baſel hinauf war der Rhein noch mit einer Ablade⸗ tieſe von über 2 Meter befahrbar. Die Waſſerführung ließ im ganzen Berichtszeitraum eine volle Ausnutzung der Fahrzeuge zu, ſo daß Leerraum trotz großer Nachfrage reichlich zur Verfügung ſtand. Unter dieſen Umſtänden traten vor allem für größere Fahrzeuge und insbeſondere für Partikuliere auch längere Wartezeiten in Erſcheinung. Außer den Anfordeungen auf Raumgeſtellungsverträge hin erfolgten auch Charterungen auf dem freien Markt. Die Verhältniſſe auf dem Frachtenmarkt blieben im übrigen unverändert. Im Schleppgeſchäft hielt die leichte Belebung des Vormonats an, ohne aber Anlaß zu einer Aenderung der Schlepplöhne zu geben. Auf dem Frachtenmarkt trat während des ganzen Mo⸗ mats keine Verſchiebung ein. Die Frachten blieben bei bem hohen Waſſerſtand und dem reichlich vorhandenen Kahn⸗ raum auf dem niedrigen Stand des Vormonats. Badiſcher Holzmarkt O Mannheim, 6. Auguſt. In der Zeit vom 9. bis 80. Fuli wurden aus badiſchen Waldungen insgeſamt 43 684 Feſtmeier Tannen⸗ und Fichten⸗Stammholz verkauft(ge⸗ gen 42 527 Feſtmeter in der Zeit vom 16. Juni bis 9. Juli), aund zwar aus dem nördlichen Schwarzwald 20 877(9 829) Feſtmeter, aus dem ſüdlichen Schwarzwald 12 646(14 885) Feſtmeter, aus dem Bodenſeegebiet 6 553(9 564) Feſtmeter, aus dem Markgräfler Land 2920(4491) Feſtmeter, aus don: Leinſaat Pl. per Auguſt 1276; Leinfaat Klk. per 8,85„/ je Ster. der Neuen Mannheimer Zeitung MHittag-Ausgabe Nr. 359 Waren und Märkie Rotterdamer Getreidekurſe vom 6. Auguſt.(Eig. Dr.) Schluß: Weizen(in Hfl. per 100 Kilo) Sept. 6,06; Nov., Jan. je 5,82; März 5,75.— Mais(in Hfl. per Laſt 2000 Kilo) Sept. 78, Nov, 76,75 K; Jan. 76,25; März 77,25. E Liverpooler Baumwollkurſe vom 6. Aug.(Eig. Dr.) Amerik. Univerſal Stand. Middl.(Schluß) Auguſt(36) 658; Sept. 647; Okt. 642; Nov. 635; Dez., Jan.(37) je 633; Febr., März je 632; April 638; Mai 631, Juni 629; Juli 628, Auguſt 617; Okt. 606; Jan.(38) 601; März 600; Mai 599; Tendenz ruhig. Hamburger Schmalznotierungen vom 6. Auguſt.(Eig. Dr.) Tendenz ruhig; Amerikaniſch Steamlard tranſito ab Kai 20 Dollar; Pure Lard verſchiedene Standardmarken raſfn. per 4 Kiſten mit je 20 Kilo netto tranſ. ab Kai 29,75—80 Dollar. 2 Berliner Metallnotierungen vom 6. Aug.(Eig. Dr.) Amtlich notierten in je 100 Kilo: Elektrolytkupfer(wire⸗ bars) prompt 54,75; Standaroͤkupfer loko 49 nom. Original⸗ Hütten⸗Weichblei und Standaroͤblei per Auguſt je 21,75 nom.; Originalhüttenrohzink ab norddeutſche Stationen und Standardzink je 18,50; Original⸗Hütten⸗Aluminium 98—99proz. in Blöcken 144; desgl. in Walz⸗ oder Draht⸗ barren 148; Reinnickel 98—99proz. 260; Silber in Barren ca. 1000 fein per Kilo 37,50—40,50. 2Leinöl⸗Notierungen vom 6. Auguſt.(Eig. Dr.) Lon⸗ Auguſt⸗Sept. 14,50; Leinſaatöl loko 28,0; Auguſt 27,0; Jan.⸗ April 27,3; Baumwollöl ägypt. 28,0; Baumwoll⸗St. ägypt. per Sept. 876.— Neuyork: Terp. 44,75. Savannah: Terp. 39,75. * Der Londoner Goldpreis betrug am 6. Auguſt für eine Unze Feingold 188 ſh 6 0= 66,6318 /, für ein Gramm Feingold demnach 53,4945 pence= 2,78527 M. Geld- und Devisenmarkt Paris, 6. August Gchlul amilich). Leadon 76.22—J Fpanlen 341.— JWien Kopenhagen Le 15.17/ inien 119.25 fond 10,30/ berin 619.50 belgten 255,62 Schweir 494.87 Stockholm 393,25 Warschau J285,7“ London, 6. Aunuet Ccklus amtlich) 502.06 J Kopenhagen 22.40 Rorteu 25,37 Schanh 4/48 Enen 22— Suhoin 19,39¼ Eumägie: 680,— Vokobam 1/½207 Imferdam 239.50 08l0 19,90— Konsfantin. 625.— Auzffaien 125.— beris.20— Iissabon 110,12 Athen 530,.— Heriko 17.90 Prüsse 29.80¼J Helsingiors 227.— Mien 25.50 Honterigeds 24,25 lelien 68.75— Prag 121.37 arst 20,55 Vaiparaiso 106,3 erlin 12.48½ J Badapest 27,— Buenos Aires] 15,— Buenos Schwei: 15,40¼ Belgra 218 50 Fio de lan. 412,— auf Lon don 18,15 Saben 3,/5.—Solie 400.— Lfongton 1/293 Södatrike 200,12 4* Meialle Hamburger Meiallnoſierungen vom 6. August Hupfer Bancs- u. Sralts-Zinn brief beld Brief 1 Peld Ibezahliſ Brieff Cels fberahl lauuar 51.5050,75.. 255,0255,0.. Hüttenrcin.. 18.5018,50 FebruW. Feiasilber(Rx. p. Kg). 41.2538,.25 Mkrz—**.. feingold(IM. p. gr...84 2,79 Aprll—— 4. Alt Platin(Abfalle Mal 3„. ee rrapr- Gxx. p. Gr.). 3200.— Iunl—144444444b„bbe echn. reines Pletin Juli Detailpr,(xM. p. gr...05 Augus! 49.— 49.— 255,0255,0 Sepiemb.49.—49.— 255,0755,0 Loco Ablet lliober 49.—49,—.. 255,0255,0. J futimon ftegulus münes.(S iu.)44,—41,— Movemb. 50,2549,500... 255,0255,00.. JOuecksilber(S per Flasche) 12.5012.50 Dezemb. 51,— 150,25... 255,01255... J Volframerz düünas,(in Sb.) J. 25,50 dem oberen Rheintal 378(596) Feſtmeter und aus dem Odenwald 310(3 072) Feſtmeter.— An dieſen Verkäufen waren die Staatswaldungen mit 20 919(18 534) Feſtmeter oder 47,0(43,6) v. H. beteiligt, und zwar im einzelnen: nördlicher Schwarzwald 11430(4 092) Feſtmeter oder 54,7 (41,6) v.., ſüdlicher Schwarzwald 8 098(10 892) Feſtmeter oder 64,0(73,2) v.., Bodenſee 468(1097) Feſtmeter oder 7,1(11,5) v.., Markgräfler Land 811(1673) Feſtmeter oder 27,8(87,3) v.., oberes Rheintal 142(288) Feſtmeter oder 29,6(48,3) v. H. und Odenwald 0(402 Feſtmeter oder 14,1 v..). Die Erlöſe hielten ſich im Geſamtdurchſchnitt auf 61,6 (60,8) v. H. der Landesgrundpreiſe; die Veränderung iſt im cveſentlichen darauf zurückzuführen, daß diesmal Gebiete mit höheren Preiſen ſtärker vertreten waren. Den höchſten Durchſchnittserlös weiſt der Odenwald auf mit 73,2(67,9), da dort diesmal nur Qualitätsholz zum Verkauf kam. Im nördlichen Schwarzwald bezahlte man durchſchnitlich 64,1 (63,9) v.., im Bodenſeegebiet 63,9(64,5), im ſüdlichen Schwarzwald 57,9(57,2), im oberen Rheintal 55,3(57.3) und im Markgräfler Land 54,0(53,3). An Forlen wurden 1433(1276) Feſtmeter, davon 590 (784) Feſtmeter oder 41,2(61,4) v. H. aus Staatswaldun⸗ gen, umgeſetzt; der durchſchnittliche Erlös errechnet ſich auf 69,9(68,1) v. H. Die Papierholz⸗Verkäufe aus Staatswaldungen haben faſt ganz aufgehört— 246 Ster gegen 13 455 in der Ver⸗ gleichszeit—, ſo daß auch die Summe der Geſamtverkäufe auf 1 433(13 919) Ster zurückgegangen iſt; der Erlös be⸗ trug 60,0(60,2) v. H. der Landesgrunopreiſe. An Grubenholz kamen zum Verkauf: 990 Feſtmeter ent⸗ rindetes Langholz für 10,50—14,70/ je Feſtmeter, 320 Feſtmeter Langholz ab 5 Zentimeter Zopf für 8,20/ je Feſtmeter und 100 Ster Stempel—14 Zentimeter für Für 140 Feſtmeter Kiſtenholz wurden 11 4 je Feſtmeter und für 361 Ster Kiſtenholz 9/ je Ster be⸗ Zahlt. * Die finauziellen Auswirkungen der Kraſtfahrzeng⸗ ſteuerreſorm von 1933. Aus einer Unterſuchung über die Kraftfahrzeugſteuer vor und nach ihrer Reform von 1933, die das Statiſtiſche Reichsamt in dem nenen Vierteljahrs⸗ heft zur Statiſtik des Deutſchen Reiches veröffentlicht hat, erſieht mon, daß das Aufkommen aus der Kraftfahrzeug⸗ ſteuer im Rechnungsjahr 1035 trotz Aufhebung der Steuer für Perſonenfahrzeuge noch etwa zwei Drittel der Summe des Rechnungsjahres 1929 betrug. Der Rückgang des Steuer⸗ ertrags, der durch das Ausſcheiden von nicht abgelöſten Per⸗ ſonenfahrzeugen bisher eingetreten iſt und noch weiterhin eintritt, dürfte in abſehbarer Zeit aufgewogen werden durch das Mehraufkommen aus den neu hinzukommenden Laſtkraftwagen, Kraftomnibuſſen und Zugmaſchinen, ſo daß in einigen Jahren wieder mit ſteigenden Kraftfahrzeug⸗ ſteuererträgen zu rechnen iſt. Die Höhe des Kraftfahrzeug⸗ ſteueraufkommens ſtuft ſich regional im allgemeinen von den inoͤuſtriellen zu den agrariſchen Gebieten ab, doch beſteht keine durchlaufende Parallelität zwiſchen Wirtſchafts⸗ ſtruktur und Steueraufkommen. Drückt man die Ablöſungs⸗ beträge in Prozenten des Geſamtaufkommens der Kraft⸗ b im Rechnungsjahr 1933/94 aus, ſo ſchwankt er Anteil der Ablöſungen in den Landesfinanzamts⸗ bezirken zwiſchen rund 19 und 33 v. H. * Die Geſellſchaft Reichsautobahnen Ende Inni. Bei der Geſellſchaft Reichsautobahnen ſind im Juni weitere 16 Km. in Betrieb genommen worden, ſo daß nunmehr insgeſamt 320 Km. in Betrieb ſind. Neu in Bau genommen wurden 128 Km., womit das insgeſamt im Bau befindliche Netz 1994 Km. umfaßt. Bei den Unternehmern wurden im Berichtsmonat 121.668(Vormonat 114174) Koöpfe beſchäftigt. Die Zahl der bei den Unternehmern geleiſteten Tagewerke betrug 2,78 Mill., ſeit Baubeginn ſomit 49,56 Mill. An Ausgaben für den Bau der Kraftfahrbahnen ſind im Juni 74,9 Mill. verrechnet worden, ſeit Beginn des Baues ſomit 1005,9 Mill.. * 65,9(63,0) v. H. der Aktien über Pari. Der Juli zeigte teilweiſe einen erneuten ſcharfen Auftrieb der Ak⸗ tienkurſe, der jedoch im weſentlichen auf wenige große Spezialgebiete beſchränkt blieb. Dabei waren in erſter Linie diejenigen Papiere bevorzugt, für die die Erſtellung neuer Anlagen in Frage kommt, während die Werte der ſogenannten Konſumgüterinduſtrien mehr oder weniger vernachläſſigt blieben. Geſucht waren in erſter Linie Montanaktien im Hinblick auf die internationale Roheiſenverſtändigung mit England und die daran ge⸗ knüpften Hoffnungen auf eine Steigerung der Ausſuhr⸗ Rhein-Mainische Abendbörse Knapp behaupiei * Frankfurt, 6. Auguſt. An der Abenobörſe bröckelten die Kurſe an den Aktien⸗ märkten eher wveiter leicht ab, da auf Baſis der Berliner Schlußnotierungen noch etwas Angebot beſtand, während andererſeits die Aufnahmeneigung ſehr gering war; wei⸗ ter feſt aber Scheideanſtalt mit 280(277½). Kurſe wurden worerſt noch nicht notiert, auch kamen Umſätze vorläufig micht zuſtande, Der Rentenmarkt blieb ſehr ſtill bei unver⸗ änderten Kurſen. Im Verlaufe hielt die Geſchäftsloſigkeit an. Die zur Notiz gekommenen Papiere lagen größtenteils 4— v. H. unter dem Berliner Schluß. Am Einheitsmarkt blieben Commerzbank mit 102 und Dresòͤner Bank mit 105 unver⸗ ändert. Dedibank etwas niedriger mit 1044(105). Am Rentenmarkt zeigte ſich weitere Nachfrage für Kro⸗ men⸗Bosnier, die bei größeren Umſätzen auf 7,65(7) an⸗ gogen, auch 4 v. H. Ungar⸗Kronen etwas feſter mit 2,40 (2,25). Ferner wurden Reſtquoten etwas feſter genannt. Nachbörſe: Geſchäftslos, preiſe. Weiter zeigte ſich Nachfrage nach Metallwerten ſo⸗ wie oͤen meiſten Maſchinenaktien. Einige Elektrowerte, Aktien der chemiſchen Induſtrie ſowie Papiere der Waren⸗ häuſer ſchloſſen ſich an. Hinzu kommen noch die Anteile des Baugewerbes und Bankaktien. Renten waren ziemlich unverändert. Der Anteil der Aktien mit einem Kurſe unter 25 v. H. iſt auf 1,5(Ende Juni 1,3) v. H. geſtiegen; bis zu 100 v. H. zeigen ſich ſonſt leichte Rückgänge, während der Anteil über 100 v. H. auf 65,9 v H.(63,0 v..) an⸗ gewachſen iſt.— An der Berliner Börſe werden 495(i. V. 517 und 1934: 572) Aktien gehandelt, davon tragen 306 gegen 263 und 210 Dividenden mit 5 v. H. und darüber. * Stoewerangliederung an Ford geſcheitert Die weit gediehenen Unterhandlungen zwiſchen der Ford Motor Co., Köln, und der Stoewer⸗Werke N, Stettin, über eine enge Verbindung zwiſchen den beiden Unternehmen ſind laut „Kraftverkehrs⸗Wirtſchaft“ geſcheitert. Die Ford Motor Co. hat den intereſſierten Stellen mitgeteilt, daß der zu Gunſten von Stoewer eingeräumte Zwiſchenkredit erſchöpft ſei. Das bisherige Vorſtandsmitglied der Stoewer⸗Werke, Hoyler, iſt zurückgetreten. Als Nachfolger wird das ehe⸗ malige Magirus⸗Vorſtandsmitglied Trefz genannt, * Der Ruhrkohlenabſatz im Juli.— Saiſonbedingter Rückgang. Der Geſamtabſatz für Rechnung des Rheiniſch⸗ Weſtfäliſchen Kohlen⸗Syndikats von den Ruhrzechen war im Juli wieder rückläufig. Er betrug nach den vorläu⸗ figen Feſtſtellungen arbeitstäglich 206 000 To. gegen 230 000 Tonnen im Juni. Der Rückgang entfiel zum größeren Teil auf das unbeſtrittene Gebiet. Er machte ſich infolge der niedrigeren Rabatte insbeſondere bei den Brechkoks⸗ ſorten bemerkbar, die, wie auch die übrigen Hausbrand⸗ ſorten, in dͤͤen beiden Vormonaten in größerem Umfange sur Voreindeckung gelangten. Der Verſand in das be⸗ ſtrittene Gebiet war aus jahreszeitlichen Gründen eben⸗ falls niedriger. In das unbeſtrittene Gebiet gingen arbeitstäglich 101 000 To.(im Juni 115 000 To.), in das beſtrittene Gebiet 105 000(115 000) To. Einſchließlich der Aachener Zechen und der Saargruben ſtellte ſich der Ge⸗ ſamtabſatz für Rechnung des Syndikats arbeitstäglich auf 242 000 To.(271.000 To. im Juni). Die Lagerbeſtände auf den Zechen des Ruhrgebiets nahmen weiter ab, ſie betru⸗ gen Ende Juni insgeſamt leinſchließlich Koks und Bri⸗ ketts, in Kohle umgerechnet) 4,5 Mill. To. gegen 4,7 Mill. Tonnen Ende Juni. * Neue belgiſche Eiſenpreiserhöhungen. Die belgiſchen Preiſe ſür Walzoͤraht ſind um 50 Franken auf 872,50 Fran⸗ ken, die Preiſe für Bandeiſen um 10 Franken auf 850 Franken je Tonne erhöht worden. Frachienmarki Duisburg-Ruhrort— Das Geſchäft war an der heutigen Börſe im Gegenſatz zu geſtern ſtiller. Für talwärts konnte etwas mehr Raum eingeteilt werden. Für bergwärts wurde wiederum wenig angenommen. Die Frachten und Schlepplöhne blieben unverändert. 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Insgeſamt wurden im pfälziſchen Weinbaugebiet 79 Weinverſtei⸗ gerungen abgehalten, wobei der Verein der Naturwein⸗ verſteigerer der Rheinpfalz mit 45 Verſteigerungen vertre⸗ ten war. Die Winzergenoſſenſchaften und Vereine des Naturweinverſteigerer⸗Vereins der Rheinpfalz brachten vorwiegend Faßweine der letzten Weinernte, und zwar an insgeſamt 29 verſchiedenen Terminen zum öffentlichen Ausgebot, während die Mitglieds⸗Weingüter dieſe waren mit 22 Verſteigerungen beteiligt— dagegen in der Hauptſache Flaſchenweine der vorletzten Ernte anboten. Das Geſamtangebot an Faßweinen betrug 1172 725 Liter, wovon 1106 645 Liter(181 175 Liter 1934er Weißweine, 917 470 Liter 1935er Weißweine, 8000 Liter 1934er Rot⸗ weine) abgeſetzt, wurden, während 5,6 v. H.(im Vorjahre 8 v..) zurückgezogen wurden. An Flaſchenweinen wur⸗ den insgeſamt 174.530 Flaſchen ausgeboten; hiervon wur⸗ den zugeſchlagen 170 980 Flaſchen, und zwar 750 Flaſchen 1933er Weißweine und 170 230 Flaſchen 1934er Weißweine; es wurden demnach nur 2 v. H.(im Vorjahre 2,7 v..) der ausgebotenen Flaſchenweine nicht zugeſchlagen. Die verhältnismäßig ſehr geringen Hundertſätze der nicht ab⸗ gegebenen Weinmengen laſſen auf durchweg befriedigende Gebote ſchließen, was in Anbetracht der angefallenen gro⸗ ßen Weinerntemengen der Jahre 1934 und 1935 als ſchöner Erfolg zu werten iſt. Die Weinverſteigerungen im Quali⸗ tätsweinbaugebiet der Mittelhaardt ſind von hervorragen⸗ der preisbildender Bedeutung und tragen dazu bei, das Geſamtbild der Weinpreiſe im pfälziſchen Weinbaugebiet günſtig zu geſtalten. Im Hinblick auf dieſe Tatſache einer⸗ ſeits und zur vergleichenden Gegenüberſtellung der Preis⸗ erfolge andererſeits, dürfte folgender Ueberblick— feſt⸗ geſtellt vom Geſchäftsführer des Vereins der Naturwein⸗ verſteigerer der Rheinpfalz e.., Herrn Dr. Wein⸗ garth— über die bei den letzten vier Verſteigerungs⸗ perioden erzielten Preiſe von beſonderem Intereſſe ſein. Es wurden demnach folgende Durchſchnittsergebniſſe erzielt: Anzahl der Verſteigerungen: im Jahre 1933: 27; im Jahre 1934: 33; im Jahre 1935: 47; im JFahre 1936: 45. Faßwein⸗Preiſe je 1000 Liter: 1933: 995 4; 1934: 1094; 1935: 889 /; 1936: 893 l. Flaſchenwein⸗Preiſe je N⸗Liter⸗Flaſche: 1934: 2,42„; 1935: 2,03 /; 1986: 2,39 l. Die umfangreichen Weinernten der Jahre 1934 und 1935, welche auf zwei ausgeſprochene Mißweinernten im pfälziſchen Qualitätsweinbaugebiet in den zwei voran⸗ gegangenen Jahren folgten, brachten ſelbſtverſtändlich eine erhöhte Weinverſteigerungs⸗Tätigkeit mit ſich, wobei auch die große Weinmenge die erzielten Weinpreiſe nicht un⸗ erheblich beeinflußte. Trotzdem iſt auf Grund vorſtehen⸗ der Preisſtatiſtik feſtzuſtellen, daß ſelbſt nach der zweiten großen Weinernte von 1935 die Preiskurve der verſteiger⸗ ten Qualitätsweine wieder geſtiegen iſt. Die diesjährigen Edelweinverſteigerungen der Rheinpfalz brachten wieder überzeugend zum Ausdruck, daß gutgepflegte Qualitäts⸗ weine immer mit ſteigendem und nachhaltigem Erfolge ab⸗ zuſetzen ſind. Die verſteigerten Weine des Vereins der Naturweinverſteigerer der Rheinpfalz e. V. wurden auf den Weinverſteigerungen üblicherweiſe vorwiegend Wein⸗ kommiſſionären zugeſchlagen, die im Weinbaugebiet an⸗ ſäſſig ſind. Der Beſuch der diesjährigen Frühjahrswein⸗ 1933: 2,35 /; verſteigerungen war durchweg ſehr gut. Enischeidungen Wer haftet für Amtsverſehen des Vorſitzenden eines Einigungsamts? Während die früher bei vielen Handelskammern gebil⸗ deten freiwilligen Einigungsämter Inſtitute der Selbſt⸗ verwaltung der Kaufmannſchuft waren, alſo rein privaten Charakter trugen, ſtellen die gemäß der Verordnung des Reichspräſidenten zum Schutze der Wirtſchoft vom 9. März 1932. auf Grund eines neu eingeſügten§ 77a des Geſetzes gegen den unlauteren Wettbewerb von den Landesregie⸗ rungen bei den Berufsvertretungen von Handel, Hond⸗ werk und Induſtrie eingerichteten Einigungsämter, wie das Reichsgericht in ſeiner Entſcheidung V 6/36 vom 26. Juni 1936 feſtſtellt, mit Zwangsbefugniſſen ausgeſtattete öffentlich⸗rechtliche Einrichtungen dar. Die von den Vor⸗ ſitzenden— dieſe müſſen nach der Verordung die Befähi⸗ gung zum Richteramt haben— vorgenommenen Handlun⸗ gen ſind ſomit als Ausübung öffentlicher Gewalt im Sinne des Artikels 131 der Weimarer Verfaſſung anzu⸗ ſehen. Für die Frage, ob der Staat oder eine andere öffentlich⸗ rechtliche Körperſchaft für ein Verſehen des Vorſitzenden des Einigungsamtes einzuſtehen hat, kommt es nicht dar⸗ auf an, ob der Vorſitzende Aufgaben des Staates oder nur Aufgaben der Handelskammer wahrgenommen hat, ſondern darauf, von wem der Vorſitzende angeſtellt iſt und beſoldet wird. In dem zur Entſcheidung ſtehenden Streitfall— eine Firma hatte wegen eines Verſehens des Vorſitzenden des Einigungsamts Schadenerſatzklage gegen das Land Thürin⸗ gen und dann gegen das Deutſche Reich erhoben— war der Vorſitzende von dem Staat Thüringen angeſtellt und be⸗ ſoldet. Das Amt des Vorſitzenden des Einigungsamtes iſt ihm vom Thüring. Juſtizminiſterium in ſeiner Eigen⸗ ſchaft als ordentlicher Richter übertragen worden. Er hatte alſo auch nicht etwa die Doppelſtellung, wie ſie einem preu⸗ ßiſchen Landrat zukommt. Hiernach war zunächſt die Ver⸗ antwortlichkeit des Landes Thüringen für Amtsverſehen des Vorſitzenden des Einigungsamtes gegeben. Nach L 6 der Verordnung über die Haftung des Reichs für die Juſtizbeomten vom 3. Mai 1035 iſt vom 1. April 1935 ab das Deutſche Reich an die Stelle des Landes Thü⸗ ringen getreten. 4 IBproz. Zunahme des Stromperbrauchs im 1. Halbiahr 1936. Die arbeitstägliche Stromerzeugung dürfte im Juni ihren Tiefpunkt erreicht haben. Gegenüber dem Juni 1985 hat ſich der Verbrauch um 15 v. H. belebt. In den erſten 6 Monaten 1986 lag die Erzeugung der vom Statiſtiſchen Reichsamt erfaßten 122 Werke um 13 v. H. über Vorjahrs⸗ höhe. Die Stromabgabe an gewerbliche Verbraucher hat im Mai weiter zugenommen. Der Stromverbrauch im Mai d. J. iſt, gemeſſen am Mai v.., um 12 v. H. geſtiegen. * Motortanker„Congonian“ vom Stapel gelaufen. Der für Rechnung der United Africa Co. Ltd., London, erbaute 6500 Tonnen große Motortanker„Congonian“ iſt am Mitt⸗ wochmittag auf der Werft der Howaldts⸗Werke AG in Kiel vom Stapel gelaufen. Er hat folgende Abmeſſungen: Länge über alles 12,75 Meter, Breite auf Spanten 16,76 Meter, der Tanker iſt mit einem„Werkſpoor“⸗Motor von 200 PS ausgerüſtet und erreicht eine Geſchwindigkeit von zwölf Knoten. * Die induſtriellen Unternehmungen in der Schweig. Man zählt gegenwärtig in der Schweiz 8185 induſtrielle Unternehmungen, die zuſammen mehr als 310 000 Arbeiter beſchäftigen. * Brotpreiserhöhungen in England? Faſt alle Londoner Morgenblätter bringen die Ankündigung, daß man mit einer Erhöhung des Brotpreiſes in London und den mei⸗ ſten Teilen des Landes in kürzeſter Zeit rechnen könne. Der Mehlpreis in London ſei ſchon drei Tage hang hinter⸗ einander geſtiegen. * Die tſchechoſlowakiſche Arbeitsloſigkeit. Abnahme um rund 11 v. H. Die Zahl der Arbeitsloſen in der Tſche⸗ choſlowakei betrug Ende Juli 504 750 gegenüber 565 799 am Ende des Vormonats. Gegenüber dem Vormonat iſt die Zahl der Arbeitsloſen um 61049 Perſonen oder um 10,8 v. H. zurückgegangen. 5. 6. 5. 6. 5 8 5 5. 6. 5 6. 5. 1 4¼ Darmſtadt 260 92,50) 93.— inz- 9* adiſche Maſch.... Großkraft. Mhm..... Riederrh. Seder.95,— 95.— mb. rlehrs-Aktien rankkur 4½ rankf. 26 94.50 94.50 Fe 99.— 99.— N R 95.—.— Laon. Pfünb- 62.—-..[Grün& Bilfingerſ 23/,00.. llordweſtd. Kraft 128,5 128.0 5 53.——* Deutsche festuer- 4½%0 do 26/ J4 96 Panbe.Kom-Girovsrb. 4% Berl. Hop.⸗Bk. 5½ Südd Boder.27 Bayr. Motorenw denw. Hartſtein. Fellſt..1555 1225/Bed. A0.f. Rhein⸗ zinsliene Warie 4½ Hegeites f S Kem. 20 0 f.. e c Sulde Perger 1440 s Hlb. Ken uren urgerbr, 1182 1182 Lerden Mea. 4 5,0 8750 eeeene. 83 0 80 84•831“ A 4 i 8 5 art⸗u. Bürgerbr. 12351223 Otsch. Staatsanlelhen 4½ Pmigsg. 26 88258825 E,e 50P e--Je Uiee Sen- e Weſdeaer. 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Die„Kieler Woche“ war ſchon vor dem Kriege eine der größten Segelveranſtaltungen der Welt, und erſt vor zwei Jahren wurde ſie ſo glanzvoll durchgeführt, daß ſie bei weitem alle Vor⸗ kriegsveranſtaltungen in den Schatten ſtellte. Kiels große ſegelſportliche Traditton beruht in erſter Linie auf ſeiner unvergleichlichen Lage am Waſſer. Die Kieler Förde, alſo der Meereseinſchnitt, den die Oſtſee bei Kiel weit ins Land hineinſchickt, iſt ein geradezu ideales Segelrevier. Man muß ein⸗ mal im Sommer auf der Terraſſe von Bellevue ſtehen und von dort oben weit hinüber über das blaue Waſ⸗ ſer der Förde ſehen, um zu verſtehen, welch ſchönes Segelgelände die vielen Boote haben, deren weiße Se⸗ gel ſich gegen die dunklen Wälder der gegenüber⸗ liegenden Küſte abheben. Dieſe Bucht iſt der größte Reiz, den Kiel überhaupt hat. Zahlreiche kleine Bade⸗ orte ſind im Laufe der letzten Jahrzehnte an ihren Ufern entſtanden. Laboe iſt der bedeutenoͤſte Bade⸗ platz an der Förde; hier ſteht das gewaltige, weit über das Meer weiſende Marine⸗Ehrenmal, das in ſeiner ſchlanken, an den Vorderſteven eines rieſigen Schiffes gemahnenden Form das Wahrzei⸗ chen der geſamten Förde iſt. An ihm ziehen Schiffe aller Nationen in buntem Wechſel vorüber, wenn ſie den Weg von der Oſt⸗ zur Nordſee und umgekehrt mit einer Fahrt durch den Kaiſer⸗Wilhelm⸗Kanal abkürzen. Zwei Tage Fahrt erſparen die Schiffe, wenn ſie dieſen Kanal dem Weg um Skagen vor⸗ ziehen. Kaum jemand weiß, daß nach der Zahl der Schiffe gemeſſen, die ihn paſſieren, dieſer Kanal einer der verkehrsreichſten der Welt iſt. In den letzten Jah⸗ ren haben über 55000 Schiffe mit 20,3 Millionen NRer den Kanal durchfahren. Der Tonnage nach ſteht er im ſchärfſten Wettbewerb mit dem Panama⸗ und Suezkanal. Dicht bei Kiel liegen die Schleuſen des Kanals, die zu den größten auf der Welt ge⸗ hören. Die Doppelſchleuſen haben eine Länge von 330 Meter bei einer Breite von 45 Meter und einer Drempeltieſe von 14 Meter. Die Panamaſchleuſen ſind 25 Meter kürzer und 12 Meter ſchmaler. Allein ein Schleuſentor wäre in Kiel in der Lage, ein gan⸗ zes vierſtöckiges Wohnhaus mit 20 Fenſtern Front Auf der Kieler Förde: Segelregatta vor dem Marine⸗Ehrenmal in Laboe phot.: E. Hobmann(RDV⸗M.) Beilage der Neuen Mannheimer Zeitung Olympiaſtadt Kiel ſtellt ſich vor Streifzug durch die Hafenſtadt an der Kieler Förde aufzunehmen; denn es iſt 8 Meter ſtark, 47 Meter lang und 18,5 Meter hoch. Auch das Hinterland der Förde iſt reich an land⸗ ſchaftlicher Schönheit. Zwiſchen den hohen Knicks, buſchbeſtandenen Erdwällen, die die Felder ſeit un⸗ denklichen Zeiten einzäunen, ſtehen beſchauliche Dör⸗ fer mit ſtrohgedeckten Häuſern. Hier ſitzen jahr⸗ hundertealte Bauerngeſchlechter, die ſich bis in die Zeiten zurückverſolgen laſſen, als noch der Adel das Land regierte. Hauptſtadt dieſes Landes iſt Kiel. Es iſt ſeinem Grundcharakter nach eine moderne Stadt; denn ſie iſt in geradezu amerikaniſchem Stil gewachſen. Noch 1867 zählte ſie nur 24000 Einwohner, 50 Jahre ſpä⸗ ter beherbergte ſie 242 000! Dieſes ſchnelle Wachs⸗ tum iſt auf die Erhebung der Stadt zum Reichs⸗ kriegshafen zurückzuführen. Es wurden große Werf⸗ ten errichtet, auf denen eine ſehr große Anzahl der deutſchen Kriegsſchiffe vom Stapel gelauſen iſt. Wenn eine Stadt ſo ſchnell wächſt, dann fällt aller⸗ dings manches Alte. Aber auch heute noch findet der beſchauliche Betrachter manche Zeugen aus der Zeit, als ſich die kleine mittelalterliche Stadt vor dem Zorn jedes Junkers in Holſtein zu fürchten hatte. So iſt die Nikolaikirche ſchon um 1400 entſtan⸗ den, alſo zur gleichen Zeit, da der Lübecker Dom ſeine Türme über das Land an der Trave reckte. Dicht dabei iſt der Kloſterkirchhof mit der Das Vierburgenſtädtchen Das maleriſche Neckarſteinach Die wundervolle Ausſicht vom Schwalben⸗ meſt aus auf den Neckarbogen, die ͤͤrei Burgen und das ſich anmutig hinziehende Städtchen kennt jeder. Ein blauer Himmel über geſegnetem Tal. Die grü⸗ nen Wälder ſtehen bis zu den blanken Häuſern hin⸗ unter, von der einen Burg ſchimmert zerfallenes Ge⸗ mäuer zwiſchen den hellgrünen Wipfeln hervor, die beiden andern erheben ſich eindrucksvoll über dem Umriß der Stadt und geben der Landſchaft ihr Ge⸗ präge. Auf der andern Seite ſind grüne, gelbe, braune Teppiche zum Dilsberg hinan in das Ge⸗ wand der Mutter Erde hineingewoben, unten blitzen die Fiſchlein im Neckar und drüben— ich ſehe es deutlich— ſchießen die Forellen in der wieſenum⸗ ſäumten Steinach, die beide dem Städtchen, das an ihnen liegt, den Namen gegeben. Linden verſtreuen ihren Goldſtaub auf die Wege, die Kaſtanien haben ihre leuchtenden Kerzen ausgeſteckt, die Falter gau⸗ keln über die Gärten und zwiſchen den engen Gaſſen flitzen die Schwalben. Das Vierburgenſtädtchen an Bach und Fluß hat maleriſche Winkel genug. Man denke etwa an den herausgehobenen Kirchplatz mit ſeiner Umgebung oder an die Brücke, die ſich in hohem Bogen über die Steinach ſpannt, von wo aus ſich der Blick er⸗ ſchließt auf ein reizvolles Stück des alten Unter⸗ ſtädtchens. Auf der Brücke muß man geſtanden ſein, man darf auch nicht vergeſſen, die Kirche zu beſuchen, die alte Grabdenkmäler hat. Dag älteſte trägt die Jahreszahl 1369 mit der Inſchrift: am Tag Sankt Michael ſtarb Ludwig Landſchad. Wir wollten von dem Kirchlein zur Burg hinauf, aber die gepflaſterte berganſteigende Gaſſe hörte mit den letzten Häuſern auf, und ſchon grüßte von oben über ſmaragoͤgrüner Wieſe die Vorderburg. Früher ging hier der Burgweg weiter, ſo daß die Ritterfrauen mit ein paar Schritten vom Schloß in ihrer Kapelle waren. Heute hat man zwei Wege von der Kirche auf die Burgen, durch das Städtchen bis zum Ortseingang und dann zwiſchen alten Häuslein und duftenden Gärten hin zur Mittel⸗ burg, oder nach der andern Seite durch das Schön⸗ auer Tal und jungen Wald bergan. Wenn man raſten will, wird der Heimat⸗ und Geſchichtsfreund die beiden Gaſthäuſer bevorzugen die an die Burgen erinnern, das„Schwalbenneſt“ und die„Harfe“. Im Harfengarten ſitzt es ſich gut, den Blick auf den grünen Neckar und die ſommer⸗ lichen Neckarberge. Die Harfe iſt das Wahrzeichen von Neckarſteinach. Die Ritter von Staynach, wie ſie ſich früher ſchrieben, zerfielen in zwei Familien. Wir wollen, um den Leſer nicht zu ermüden, nur von der älteren reden, die von 1142 bis 1327 blühte, wäh⸗ rend nach ihrem Ausſterben die andere den Dreißig⸗ jährigen Krieg noch ein paar Jahre überdauerte. In der zu Heidelberg aufbewahrten Maneſſiſchen Handſchrift führte Bligger eine goldene Harfe in Blau, in der Weingarter Hanoͤſchrift eine ſilberne Harfe in Rot. Als Kleinod zu dem alten Steinacher Wappen gehörten Pfauenhälſe, die jüngeren Land⸗ ſchaden hatten einen gekrönten Manneskopf mit flie⸗ gendem Haupthaar als Kleinod im Wappen. Den Grund zum Wechſel erzählt die Sage. Beide Adels⸗ geſchlechter waren reich begütert, auch am Rhein bis nach Trier. Sie hatten tüchtige Männer hervor⸗ gebracht, die mit den deutſchen Königen ebenſo be⸗ freundet waren wie mit den Pfalzgrafen und Bi⸗ ſchöfen von Speyer und Worms. Anfang und Ur⸗ ſprung des Rittergeſchlechts iſt in Dunkel gehüllt. Die Geſchlechtstafel beginnt mit drei Brüdern, Blig⸗ ger, Conrad und Ernſt. Die heutige Schadeck war wohl ihr Stammſitz, die andern Burgen trugen ſie als Lehen. Ein Bligger erbaute ſich bei Heoͤdesbach, 1½ Stunden von Neckarſteinach entfernt, im Hirſch⸗ horner Tal eine Burg, deren Trümmer heute noch vorhanden ſind, und nannte ſich Ritter von Harfen⸗ burg. Der erſte der älteren Steinach war ein Biſchof, der letzte ein Mönch. Von den vielen zwiſchen ihnen hatten ſich drei beſonders ausgezeichnet an Weisheit, Phantaſie und Tapferkeit. Der erſte war der Biſchof von Worms, Conrad, 1150—1170. Er war Begleiter von Kaiſer Friedrich 1. auf ſeinem Römerzug. Dann unter⸗ nahm er eine Pilgerfahrt nach Jeruſalem, aber ſein Körper ertrug die Strapazen der Seefahrt nicht. Hatte ſich dieſer Conrad an Weisheit hervorgetan, ſo ein Bligger ein Menſchenalter ſpäter an Phantaſie. Er brachte die Harfe im Wappen zu Ehren, es war der bekannte Minneſänger. Gottfried von Straß⸗ burg erwähnte ihn 1206 in ſeinem„Triſtan“. „Bligger war der Dichter des„Umbhanges“. Ein Um⸗ hang diente damals ſtatt Tapete und Wandmalerei zur Bekleidung der Zimmerwände. Wenig iſt von ſeinem Werk erhalten. Der dritte war ein Mann des Schwerts. Es war der, der als Kleinod im Wappen ſtatt der Pfauen⸗ hälſe das erſtemal einen gekrönten Männerkopf führte. Die Zimmeriſche Chronik erzählte von ihm, daß Ulrich ein ſtarker und ritterlicher Mann ge⸗ weſen ſei. Mit Kaiſer Friedrich I1. war er im Hei⸗ ligen Land und habe dort„einen ungeheuren Mann unter den Ungläubigen und Heiden erlegt“, worauf ihm vom Römiſchen Kaiſer der gekrönte Heidenkopf ins Wappen gegeben worden ſei. Geſchichte und Sage ſprechen heute noch rühmlich zu uns von den Herren zu Staynach und ihren Ta⸗ ten. Ihre Spur iſt verweht. Aber die Landſchaft, in der ſie ihren Sitz hatten, iſt heute noch dieſelbe: Grün der Neckar, rot die Burgen aus grüner Wald⸗ rahmung, blau der Himmel darüber, am ſonnigen Tag. Nach dem Blütenflockenlied des Lenzes das hohe Lied des Sommers: reifende Kornſelder mit leuchtendem Mohn, von den Wieſen herüber der Duft des Heus, und in den Gärten zwiſchen den Häuſern blühende Roſen. In eine ſolche Romantik aus Geſchichte und Lanoͤſchaft hineingebettet liegt das maleriſche Vierburgenſtädtchen und zieht all⸗ jährlich die Fremden zu Fuß, zu Wagen, zu Rad, in ſeine gaſtlichen Mauern. Hermann Schnellbach. 147. Jahrgang/ Nr. 359 Heiligengeiſtkirche. Einſt hatte hier die alt⸗ berühmte Kieler Univerſität ihren erſten Sitz. Her⸗ zog Chriſtian Albrecht gründete ſie bald nach dem Dreißigjährigen Kriege. Heute iſt ſie in einem ſchö⸗ nen Gebäude untergebracht, und im Sommer wird ſie von über 3000 Studierenden beſucht. Das war um das Jahr 1760 noch anders. Damals mußte die erſte Jahrhundertfeier ausfallen, weil keine Studen⸗ ten da waren, mit denen man dieſen Tag hätte feſt⸗ lich begehen können. Hier und dort verſteckt liegen noch mittelalterliche Fachwerkhäuſer im Lärm der Großſtadt. Sie erzäh⸗ len zum Teil von kurioſen Geſchichten. Da war in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in Kiel der Herzog Friedrich III. von Holſtein anſäſſig. Er hatte den Plan, von Kiel aus den Seidenhandel mit Per⸗ ſien in ſeine Hände zu bekommen. Der Weg der koſtbaren Waren ſollte über Moskau nach Kiel und dann von dort über ganz Europa gehen. Er ſchickte eine Expedition nach dem Orient und baute inzwi⸗ ſchen große Speicheranlagen für die erhofften Güter. Der Plan zerſchlug ſich allerdings, und ſo ſtehen heute noch die reichverzierten„Perſianiſchen Häuſer“ in Kiel, In den gleichen Jahren brachen die Söld⸗ nertvuppen unter Wrangel und Gallas in das hol⸗ ſteiniſche Land und führten dort auf unbarmherzige Art Krieg, wie das aus vielen Geſchichten überliefert iſt. Auch Kiel wurde dabei mehrfach erobert. Eine Vorſtadt Brunswik ging damals in Flammen auf. Das alte Rathaus mit den beſchaulichen Win⸗ keln in ſeinem Keller hat die richtige Blüte der Stadt miterlebt. Das war die Zeit der ſchleswig⸗holſtei⸗ niſchen Kriege. Schon unter der Herrſchaft der Dänen war die Stadt aufgeblüht. Nach der im Kie⸗ ler Rathaus erfolgten Proklamation der provi⸗ ſoriſchen Regierung der Schleswig⸗Holſteiner er⸗ folgte dann 1866 die Einverleibung in Preußen, die im Schloß verkündet wurde. Dies unmittelbar an der Förde gelegene graue Schloß, heute noch eines der repräſentativſten Gebäude der deutſchen Nord⸗ mark, das in ſeinen älteſten Teilen noch aus dem 19. Jahrhundert ſtammt, iſt die Geburtsſtätte eines ruſſiſchen Zaren. Hier erblickte der unglückliche Zar Peter III. das Licht der Welt. Jener Monarch, der zwar Friedrich II. von Preußen freiwillig das von den Ruſſen beſetzte Oſtpreußen zurückgab und auch ſonſt ſeine Vorliebe für den Potsdamer Hof offen zeigte, aber gerade dadurch und durch ſeine zuchtloſe Lebensführung eine Verſchwörung ins Leben rief, der er zum Opfer fiel. Seine Frau Katharina, aus dem Stamme Anhalt⸗Zerbſt, kam dadurch auf den ruſſiſchen Thron. Iſt alſo in der nordiſchen Olym piaa ſtadt manches Vergangene noch zu erſinnen und zu betrachten, ſo ſteht doch der Sinn der Stadt ganz. in der Gegenwart. Die Univerſität mit dem herrlich an dem Hafen gelegenen Studentenheim„Seeburg“, die vielen Bauten der Marine und die oft im Ha⸗ ſen liegende Flotte ſowie die großen Werften geben der Stadt ihr Gepräge. In dieſen Wochen iſt als neues Moment das Segelolympia hinzugekommen. Gleich Berlin hat die Stadt zum Empfang der Gäſte ein feſtliches Kleid angelegt. Flaggen aller an den Wettkämpfen beteiligten Nationen wehen in Stra⸗ ßen und auf Plätzen. Vom Bahnhof quer durch die Geſchäftsſtadt bis zu den an dem Hafen gelegenen Plätzen der Olympiabvote zieht ſich die Olympia⸗ Feſtſtraße. Am ſogenannten Hindenburg⸗Ufer, einer breiten Uferſtraße, die ſich über 2 Km. unmittelbar an der Förde entlangzieht, liegt der Olympia⸗Hafen. Unmittelbar davor erhebt“ ſich der rote Ziegelbau des Olympiaheims, das Unterkunft⸗, Aufenthalts⸗ und Speiſeräume für die Teilnehmer enthält. Von hier aus bietet ſich dem Segler über die grünen Ra⸗ ſenflächen des Vorgartens hinweg ein eindrucks⸗ voller Blick über die an Sommerabenden immer ſtark beſuchte Promenade zum Jachthafen und noch weiter zu den gegenüberliegenden Werften und zu den maleriſchen Ufern der Probſtei. Hier draußen merkt man nichts von der unmittelbaren Nähe einer tätigen Induſtrieſtadt; denn um das Heim herum ziehen ſich die ſtillen Straßen des Villenviertels Düſternbrook, in dem Tennisanlagen mit gepflegten Gärten und breiten Alleen abwechſeln. Dag an ſich ſchon reizvolle Bild der Uferpromenaden iſt belebt durch die Flaggen der an den Olympiſchen Spielen beteiligten Nationen und die Fahnen aller deutſchen Großſtädte, die hier luſtig im Winde wehen. Dr. Hans Steen. SS DStæriumn —*— Unter derselben Leltung: Dr. Wiqcers Kurheirn Grenluuen Ober- Klinisch geleitete Kuranstalt für alle 5 9 ayern Innere, Stoſwechsel⸗, Nerrenkranke 9 3 —— Canzjährig geöffnet!/ Prospekte „DOENn KUUnner“. Penelone-Prele RM..— bie RM. 12.— -Zugstation an der S Tel. 190. St Geo rgen Pension Waldesruhe. 900 rn. a. Wald. Strandbad. Pens.60 M. Prosp. Schwarzwaldbahn) f. St. Georgen 600— 1000 m ü. M. Hotel Adler voe Suee. —— Pl. Wasser. Glasverande. Elegeterrasse. E Vora. Verpflegung. Pension ab.60 M. ——— Garage. kelephon 114. Prospeht.( Besttaer Otto Braun, Küchenchef. Schon 415 r Flaache 14. a15. ceit 5 Jaliren an Ca lenstein-Koliken lei- denden Patienten ein 16 mm groſer Stein.80 A. Penſ. Geſchw. Schick, dirett ab. 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Auguſt 1936 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Seite/ Nummer 359 Der Naturſchutz am Rhein In einem ausgezeichneten Vortrag von herzlicher Friſche und grundlegender Bedeutung ſprach Dr. Kloſe, Referent des Reichsforſtmeiſters, Berlin, über„Die Naturſchutzgeſetzgebung des Reiches“. Mit allem, was für die Volkstums⸗ arbeit getrennt marſchiert, ſo betonte der Reoͤner ein⸗ gangs, wollen wir gerne und ſtets vereint arbeiten und ſchlagen. So wollen wir auch mit dem Deut⸗ ſchen Bund für Heimatſchutz zuſammenarbeiten und marſchieren. Die vorbildliche Arbeit ͤes Rheini⸗ ſchen Vereins für Denkmalspflege und Heimatſchutz, auf deſſen Jubiläumstagung zur Feier des 30jährigen Beſtehens in Oberweſel Dr. Kloſe dieſe Ausführungen machte, beginnt Wellen zu ſchlagen weit über die Rheinprovinz hinaus, wie bei⸗ ſpielsweiſe die Märkiſchen Jahrbücher beweiſen. Das nationale Aufbauwerk des Dritten Reiches macht es unerläßlich, daß vieles von dem verändert werden muß, was wir als Naturfreunde lieben. Aber das⸗ ſelbe Dritte Reich hat auch erkannt, welche Nachteile und Gefahren entſtehen, wenn dieſe Vernichtungen hundertprozentig ſind. Es ſtellte darum dem Auf⸗ forſtungswerk, der Erzeugungsſchlacht der Landes⸗ kultur, dem Arbeitsdienſt und den Verkehrsmaß⸗ nahmen das Reichsnaturſchutzgeſetz, das jetzt gerade vor einem Jahr geſchaffen wurde, nicht entgegen, aber an die Seite. Es iſt ein brauchbares Werkzeug, eine Waffe, das der Führer und der Reichsforſtmei⸗ ſter gegeben haben. Aber das Werkzeug iſt zwecklos, wenn es nicht draußen im Lande angewandt wird Der Naturſchutz wird nur dann ſeine Berückſich⸗ tigung erreichen, wenn er zu kämpfen verſteht. Das iſt Sache der Naturſchutzſtellen und der Naturſchutz⸗ behörden, ebenſo auch der Heimatvereine uſw, wie auch Hitler⸗Jugend, Kraft durch Freude u. a. Orga⸗ niſationen. Ohne Kampfeinſatz gibt es keinen wirk⸗ lichen und nachhaltigen Erfolg. Welche Möglichkeiten gibt das Geſetz: Einmal will das Geſetz die Naturdenkmäler erhalten, 2. die Naturſchutzgebiete, 3. di Landſchaft ſchützen und 4. bezweckt es den Schutz der Tier⸗ und Pflanzen⸗ welt. Vorbildlich ſind die Naturſchutzforderungen bei den Reichsautobahnen gelöſt worden. Mit dem 9. Teil: Landſchaftsſchutz, kommen wir im weſent⸗ lichen an den Heimatſchutz. Die Heimatnatur iſt kein Heimatmuſeum. Jede Landſchaft aber hat ihre Eigenart, ſie ſoll nicht zugrunde gerichtet werden, ſie ſoll denen, die nach uns kommen, als Heimat blei⸗ ben. Dr. Ley, der Leiter der Deutſchen Arbeits⸗ front, hat vor kurzem einmal das Wort geſprochen: „Deutſchland iſt ſchöner geworden“. Er meinte damit, daß das in ſich geeinte, ſchaffende, das wieder lebensmutig und lebensfreudig gewordene, das wehrhafte und das ſeinem Führer Adolf Hitler mit Begeiſterung folgende Deutſchland viel ſchöner iſt als das Deutſchland einer früheren Zeit. Wollte allerdings jemand das Wort Dr. Leys auf das „ſchöne Deutſchland“, wie es in der Fremdenver⸗ kehrswerbung eine ſo große Rolle ſpielt, auf das äußere Ausſehen des aus lauter Einzellandſchaften zuſammengeſetzten Vaterlandes beziehen, ſo müßte dem entgegengehalten werden, daß dieſe Auslegung heute noch keineswegs zutrifft. Zahlreiche Lanoͤ⸗ ſchaften ſind nicht ſchöner geworden, ſondern ſie wer⸗ den mit jedem Tag ärmer und einförmiger. Wir wollen anerkennen, daß einiges beſſer geworden iſt. Was aber immer ſchlimmer wird, iſt der Zuſtand der Feldflur.(Hinweis auf die Niederrheinland⸗ ſchaft.) Wie die DAc für die„Schönheit der Ar⸗ beit“ in den Betrieben eintritt, ſo kann uns nur ge⸗ holfen werden, wenn der Reichsnährſtand beiträgt zur„Schönheit der Schollel. Von den Möglichkeiten, die die Geſetzgebung bie⸗ tet, iſt reicher Gebrauch zu machen. Wenn es hier am Rhein, dem Strom der deutſchen Ströme, in einer Landſchaft, die wie keine zweite in der Welt durch Vers und Lied volkstümlich iſt, deren Sage und Geſchichte, deren Bäu⸗ und Kulturdenkmäler neben ihren Naturſchönheiten zu den höchſten Gü⸗ tern der Nation rechnen, wenn es hier nicht gelingt, das Sophokleiſche Wort„Der heißt Meiſter im Fach, der das Nützliche eint mit dem Schönen!“, alſo vor⸗ bildliche Arb it des Heimatſchutzes und Naturſchut⸗ zes zu leiſten diuun pollen wir davon überhaupt nicht mehr rehen. Die Heimatſchutzwaffe der Natur⸗ ſchutzgeſetzgebung iſt ſcharf, ſie ſchneidet nur dann, wenn ſie geſchwungen wird. Daß Landſchafts⸗ ſch utz nicht leicht iſt, muß jeder Kenner des Geſet⸗ zes wiſſen. Gewiß kann der Naturſchutz es nicht allen Kreiſen recht machen. Der Autofahrer wird ſich damit abfinden müſſen, nicht mehr jeden Wald zu durchfahren, er muß ſich daran gewöhnen, auch einmal„Ferien vom Auto“ zu nehmen. Es müſſen nicht auf jeden Hochgipfel uſw. Verkehrswege ſein. Solche Naturſchutzgebiete müſſen bleiben für die Wanderer, ſo insbeſondere für die Hitler⸗Jugend, Kraft durch Freude uſw. Auf dieſem Gebiete haben Natur⸗ und Heimatſchutz noch gewaltige Aufgaben zu erfüllen. Dem Heimat⸗ und Naturſchützler ſind hohe Aufgaben geſtellt auf dem Raum, der ſich rechts und links des Rheines befindet. Dieſe ſind ſchwer, vielleicht öͤie ſchwerſten im ganzen Vaterland. Ich habe die feſte Ueberzeugung, und damit kam der Reöner zum Schluß, daß Sie das Beſte tun werden, der Sache wegen, denn dem Heimat⸗ und Natur⸗ ſchützler winkt kein Lohn, ſie werden nie Lieblinge des Volkes. Aber im Herzen des Heimat⸗ und Na⸗ turſchützlers wird ein Denkmal bleiben, ſchöner als alle Denkmäler der Welt, ein Denkmal, das iſt ſie ſelbſt, die ſchöne Heimat, die ſchöne rheiniſche Heimat! Tageswanderung Wachenheim, Wachtenburg, Drei Eichen, Forſthaus Kehrdichannichts, Ruine Hardenburg, Ruine Lim⸗ burg, Bad Dürkheim Mit Verwaltungsſonderzug zu 60 v. H. Fahrpreis⸗ ermäßigung Ludwigshafen ab 6,25 Uhr, Wachenheim an.23 Uhr. Sonderzugskarte nach Bad Dürkheim 1,10 Mark. Vom Bahnhof weſtlich durch eine Platanenallee nach Wachen⸗ heim. Weiter weſtlich an den beiden Kirchen vorüber, hinauf zur Ruine Wachtenburg(232 Meter), 20 Min. Auf dem Bergfried ſchöner Ausblick in die geſegnete Pfalz, namentlich auf die Unterhaardt und bei klarem Wetter auf die Rheinebene und den Odenwald. Hinter der Burg im Wald ab ins Burgtal, mit Markierung gelber Strich. Weſtlich in dieſem Tälchen etwa 15 Min. hin, bis von links das Wegzeichen weißroter Strich einmündet. Mit dieſem über den Bach und jenſeits auf Zickzockweg (nördlich) auf und ab ins Poppentälchen, 7 Stunde. Den Bach querend und rechts wieder das ſchöne Tälchen hin. Zu Hen drei Eichen etwas aufwärts, Knotenpunkt, mit Schutzhütte(320 Meter), 74 St. Daſelbſt Uebergang auf das Farbzeichen gelbroter Strich. Am Nordoſthang des Bretterkopfes auf die Höhe zu einem freien Platz, auf dem ehemals eine alte Eiche ſtand und der heute noch Dicke Eiche heißt(400 Meter), % Stunde. Bald rechts ſchöner Ausblick auf die düſteren Erhebungen des Iſenachtals. Einige Zeit eben, dann etwas abwärts zum Forſthaus Kehrdichannichts(493 Mtr.), /Stunde. Etwas öſtlich vom Forſthaus auf einer Anhöhe die Mauerreſte des Wartturms Murrmirnichtviel. In nordöſtlicher Richtung, mit Wegzeichen gelbes Kreuz, ab⸗ wärts über das feuerige Köpſchen(412 Meter), zur Ruine Hardenburg(250 Meter), 1 St. Die Burgruine, bekannt durch die„Räuber“⸗Aufführungen, erhebt ſich am Eingang des Dürkheimer Tals oberhalb des Dorfes glei⸗ chen Namens und ſperrte den Dürkheimer Taleingang, durch den ſchon in früheren Zeiten eine wichtige Verkehrs⸗ ſtraße führte. Die erſten Anlagen der Feſte wurden von 1215 bis 1220 von Graf Friedrich II. von Saarbrücken erbaut, deſſen Mutter Ler letzte Sproſſe aus dem alten Leininger Grafengeſchlecht war. Der Graf nahm den Namen und Wappen der Leininger an und gründete damtt die jüngere Leiningſche Linie, die über 500 Jahren auf der Hardenburg reſidierte. Graf Emich VIII. von Lei⸗ ningen erweiterte anfangs des 16. Jahrhunderts die Burg ganz bedeutend und machte aus ihr eine ſtarke Feſtung. die dann auch allen Stürmen der ſpäteren Zeit ſtandhielt. 1794 fiel die Hardenburg, wie auch Dürkheim einem Brand zum Opfer. Gegen Oſten ſchöner Blick auf Dorf Harden⸗ burg und ins Iſenachtal. Oeſtlich mit blauweißem Strich im Wald links um den Hang herum. Links ſchöner Blick auf Hardenburg, das Iſenachtal, mit Hauſen und Grethen, ſowie rechts oben auf die Limburg. In großem Bogen rechts abwärts, über ein Tälchen und ein Bächlein, dann rechts bei einem Brunnen obermals bergauf, zuletzt ziemlich ſteil zur Anhöhe und links vor zur Kloſterruine Limburg(250 Meter), 1½% St. Auf dem Turm eine herrliche Rundſicht. Erbaut wurde das Kloſter und die Kirche unter Kaiſer Konrad II. 1030, mit der ausdrücklichen Beſtimmung, daß die Klo⸗ ſterkirche als Grabſtätte den ſaliſchen Geſchlechtern dienen ſollte. Deſſen Sohn, Heinrich III. vollendete 1042 den Ban und übergab ihn den Benediktinern. Graf Emich VIII. von Hardenburg zerſtörte 1504 die Limburg. Von 1515 bis 1551 wurde die Abtei wieder aufgebaut. Nachdem 1650 die Benediktiner abgezogen waren, zerfielen die Gebäulich⸗ keiten. Auf gleichem Weg zurück zum Wegzeichen, weißer Strich. Links, öſtlich auf Fahrweg langſam ab, nach Ba d Dürkheim(132 Meter),(Wanderzeit etwa 6 Stunden). Daſelbſt ab 18.19, 19.33, 20.12, 22.21, Ludwigs⸗ hafen an 19.19, 20.14, 21.12, 23.14. F. Sch. 0 0 Nai ſubuiuſborſlun S. W. 100. Für Ihre Radtour von Mannheim nach Frankenhauſen i. Thür. geben wir Ihnen nach⸗ ſtehend die einzelnen Orte bekannt, die Sie auf der Hinfahrt berühren und eine Jugendherberge haben. Sie fahren am beſten über Heidelberg nach Eberbach, Miltenberg. Wertheim, Lohr, Gemünden, Bad Kiſſin⸗ gen, Münnerſtadt, Oſtheim, Meiningen, Suhl, Ober⸗ hof, Friedrichsanfang, Arnſtadt, Erfurt, Bad Fran⸗ kenhauſen. Dieſe Strecke mit der Bahn zu fahren beträgt 437 Kilometer. Ihr Weg iſt etwas länger. Wenn Sie täglich 13 Stunden fahren, ſo werden Sie wohl nicht mehr als 15 Kilometer Stundendurch⸗ ſchnitt erreichen können. In einer gebirgigen Gegend, wie in der Rhön, werden Sie wohl mit einer gerin⸗ geren Durchſchnittsleiſtung zu rechnen haben. A. R. Feudenheim. Für Ihre Fußwanderung mit Ihrem 12 Jahre alten Sohn nach dem Schwarz⸗ wald dürfte folgender Weg empfehlenswert ſein. Sie nehmen ſich zunächſt für Ihre Fahrt nach Frei⸗ burg eine Urlaubskarte, die Sie mit einer 20 v. H. Ermäßigung erhalten(ſonſt Urlaubskarten nur von 200 Km. ab). Wenn Sie ſich in Freiburg aufhalten, können Sie an dem Tag noch in Freiburg in einer Jugendherberge übernachten. Nach dem Herbergs⸗ recht können jedoch Perſonen über 20 Jahre nur dann Unterkunft erhalten, ſofern noch Plätze vor⸗ handen ſind. Am zweiten Tag nehmen Sie die Bahn bis nach Poſthalde, von hier aus zu Fuß nach Alpers⸗ bach über den Rinken nach dem Feldberg, etwa 15 Kilometer(Jugendherberge), zurück nach dem Titiſee (auch 15 Km. Jugendherberge), von Titiſee über die Weißtannenhöhe ach Schweighöfe, Dreiſtegen, Fal⸗ lengrund, Gütenbach. Von hier aus iſt die nächſte Jugendherberge in Furtwangen. Ihr Weg geht weiter nach Nonnenbach auf den Brend(1148 Me⸗ ter hoch) nach Forſthof, nächſte Jugendherberge iſt Schönwald oder Triberg, mindeſtens 48 Km. Wenn Sie den Rückweg über Villingen ooͤer Rottweil aus nehmen, ſo können Sie Ihre Urlaubskarte nicht ge⸗ brauchen. Der Rückweg müßte in Ihrem Falle auch von Freiburg aus erfolgen. Die Strecke darf um die Hälfte länger ſein als die der Hinfahrt. Von Mannheim nach Poſthalde ſind es 200 Km. Sie können demnach einen Rückweg von dort aus ſo nehmen, daß Sie 345 Km. in Anſpruch nehmen. 3 S 2 Dl. Bachheirn k de, Hione. Statſon der Höllentalbahn Eingang aur Wutach⸗ u. Gauchachschlucht. in nãdist. Nähe herrl. Taunenwaldungen m. einsigartig. Spastergängen. R eus 312 Höhen⸗ Erholungsort WWIsch. Dobel u. Herrenalb, 620 m U.. M. Herrl. Hochwäld. Fernsicht b. z. Rheinebene. BequemeSpazier- wege u. Ausflugsmöslichkeit. Ausk. d. d. Bürgermeisteramt 1i Ruh ige 9 ügl. Gasthaus und Pension„Insel“, Mntertennft u. Derpfleg. neuleinger. FN-Eimnmerg Bens.-Preis RW.50. Prosp.dckh. der Besitaer Hermann Neidhardt Wwe., Tel, Pöffingen 69 Gasthof u, Pension„Zum Löwen“ Alth. Es., neu renov., fließ. Wass,, Zim. mit Ferus., Bad. Bir.i. d. Wald jühr Piegew., Pens.-Pr. i..80 h. hest.Derpfl. Bingelt-Seru.). Prosp. Ruſ klerrenalbaio. Bes.: uaſb. 2, u w. Waſſ. u. Balk. Vorzgl. Verpfl. Liegew., Schwimmb. Penſ.⸗Pr..-bis .30. Proſp. Beſ. K. 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Steinbeck Kammersänger Meinrich Schlusnus singt erstmalig im Tonfilm Dazu ein besonders großes Beiprogramm: 1. Von der Traube bis zur Flasche (Rheinland-bWeinland) 2. Heiteres u. Ernstes um den großen König(mit Otto Gebühr) Im Eildienst der Deulig-Woche: Die letzten und neuesten Berichte von der Olympiade Alterserscheinungen Arterienverkalkung hohen Blutdruck Verdauungsbeschwerden geruchlos, Seschmackios Moriertspaccurg 1 RNM SDuαοο i apotneken und Orogerien AB HEUTE: FPalasfFF ——. eRIA Täglich in belden Theatern: Woli Albadh-BReiu NMaria Andergast LII Dagover, Seorg Alexander in fberVogelhändler Ein Film, nach der weltbekannten Nopereite von Carl Zeller. Die zarte Liebesgeschichte der Briet- christel und des Tiroler Vogel- händlers Adam tührt uns wieder Ausgewühltes Beiprogramm Zugend hat Zutritt Anf. 400.10.20- So. 200 Uhr Sonntag letzter Tag!: letmt U J, 5- Erfrischungen Piefferminzbruch... 125 9 18 Pig. Gewickelte Eisbonbons 125 2 18 Pig. 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Bitte geben Sie uns rechtzeitig lhre Ferienadresse bekannt. (die entsprechende Zeile streichev) bis 1986 N EUEN MAKNUMEIKER ZzEIrux6 Soll das hiesige Abonnement in der obigen Zeit weiteriauſen 7. Bestünde Rechnungsabschlus auf den 29. Februar 1936 Verbindichkeiten * RM RM 1. Anlagevermögen 1. Grundkapitallll„ 30 000 000.— Grundſtücke CCC000000 1217 309.72 Hebeitee⸗ und Wohngebäude 189 0 80 2. Reſerven RM. Fabrikgebäude und andere Baulichkeiten 983 426.66 eſetzli eee eeen e Keſerven e ö000 haa⸗ Betriebs⸗ und Geſchäftsinventarrko 1011 723.76 Freie Reſerven 9951 093.06 14 951 093.06 RM 18 063 024 833 2. Beteiliaungen 106 96098. Rückſtellungen 41087113961 — Abſchreibung 1056.959.80 —9 771 920.85 4. Anlagen⸗Amortiſatioon 13 132 136.79 + Zugang S 3135 555.75] 12 907 482.57/5. Verbindlichkeiten 3.— Gekündigte Obligationsanleihen 9 617.30 —5— 2 Anzahlungen von Kunden 232 778.28 Halbfertige Erzeugniſſe 3— 9 4 4 Fertige Erzeugniſſe....38 556 581.88 42 110 657.23 88 v. gei 8 PPPTPTPPPPTT e ieferungen und Leiſtungen(darin eise-Bestellschei Eigene Aktien(nominal RM. 1 142 600.). 1713 900.— RM. 2928 542.30 gegenüber abhängi⸗ n Vorderungen: en Geſellſchaften. 11 782 038.61 auf Grund von Hypotheken u. Grund⸗ 9 uſch 4 CPP—PP—PTPPPPPPPPPTPTT————————T0T0T—TTTT 665 362.69 Sonſtige Verbindlichkeiten gegenüber Prau (davon RM. 67 771.— an abhängige abhängigen Geſellſchaften.. 1432 281.78 Prl. Geſellſchaften) Akzept 3 auf Grund geleiſteter Anzahlungen. 345 278.87 depfte 7738 650.40 Unerhobene Dividenden.. 120 357.90 an abhängige Geſellſchaften. 6 488 958.72 Sonſtige Verbindlichkeiten 1827536.03] 23 143 260.30 Sonſtige Forderungen. 716 068.75 11 800 426.24 PTTT————————— 88 473.4716. Poſten, die der Rechnungsabgrenzung dienen. 793 723.20 PPPPTPPPPPPPPPPPPPPPPTPTTTTTT0. 82 695.71 Straße u. Hausnummer gimlchtieblic Guthaben bei Reichs⸗⸗ 7. Gewinn: bank und Poſtſcheck SS 253 732.66 5 8 ——* 0— 1857 038.66 Besieher der Ausgabe A 25“ täglich 4. Poſten, die der Rechnungsabgrenzung dienn 1534 161. eingewinn in 1935/308. 31603 173.19] 4960 211. Rückgriffsforderungen aus Haftungsverbindlichkeiten F5F5 3 5 Sertetter, fe cieeee ee RM. 6 370 490.61. Haftungsverbindlichkeiten RM. 6 370 490.61 L97851 564.81 L97851 564 81 bestellt für die Zeit vom Sol! Gewinn- und Verlusfrechnung für 1955/36 Haben — die Nachsendung der RW 9 Löhne und Gehälter—— 3. 9732 285.523 Gewinn⸗Vortrag aus 1934/3555. 189703860 iiche Sozialabgabcen 704 875.15 Erträ Abſchreibungen auf Anlagen 3762 957 23/ Erträge nach Abzug der Aufwendungen für Rob⸗, Anbere Abſchreibunguenue 2031.752.23] Hilfs⸗ und Betriebsſtoffe ſowie der Zuckerverbrauch⸗ Beſitzſteuern einſchließlich Körperſchaftſteuer und Ge⸗ eeRn 30˙836 307.1 werbeertragſteuern FEEP 8 9 an folgende ꝗdresse: Alle übrigen Aufwendungen mit Ausnahme der Auf⸗ Erträge aus Beteiligungen„„„„„ 760 333.60 0 wendungen für Roh⸗, Hilfs⸗ und 926 264.930 Zinſen und ſonſtige Kapital⸗Erträge 7 1 264 505.60 Gewinn: R2 3 R 8 Vortrag aus 1934/35. 1857 088.66 Außerordentliche Erträge. 2 283 439. Reingewinn in 1925/30 3103 173.190 4960 211.85 N 5 ort —— U Nach dem abſchließenden Ergebnis unſerer pflichtgemäßen Prüfung, In der heutigen auf Grund der Bücher und Schriften der Geſellſchaft ſowie der vom ür das e e Straße u. Hausnummer Vorſtand erteilten Aufklärungen und Nachweiſe entſprechen die Buch. lktien auf 105) feſtgeſetzt, wovon auf Grund des Anleiheſtockgeſetzes — der Jahresabſchluß und der Geſchäftsbericht den geſetzlichen an die Deutſche Golddiskontbank Berlin abgeführt werden. Gegen orſchriften. Finreichung des Gewinnanteilſcheines Nr. 12 werden nach Abzug der Mannheim, im Juni 1936. 1 9327 ividendenſchein zur Aktie über RM. 100.— Rheiniſche Trenhand⸗Geſellſchaft. Aktiengeſellſchaft——— für den Dividendenſchein zur Aktie über RM. 1000.— 8 ausgezahlt. Dr. Mi balowsky, ppa- Blu m, Mannheim, den 5. Auguſt 1936. Wirtſchaftsprüfer. Wirtſchaftsprüfer. Süddeutſche Zucker⸗Aktiengeſellſchaft. 2