8* u By. 3 etrrn rn S— Erſcheinungsweiſe: Täglich 2mal außer Sonntag. Bezugspreiſe: Frei Haus monatlich.08 Mk. und 62 Pfg. Trägerlohn, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt.25 Mk., durch die Poſt.70 Mk. einſchl. 60 Pfg. Poſtbef.⸗Geb. Hierzu 72 Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Wald⸗ hofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42, Schwetzinger Str. 44, Meerfeldſtr. 18, Ne Fiſcherſtr. 1, Fe Hauptſtr. 63, WOppauer Str. 8, Se Luiſenſtr. 1. Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25. f. d. folgend. Monat erfolgen. Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,-6. Fernſprecher: Sammel⸗Rummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim Nelle Mannheimer Manmheimer General-Anzeiger Eizelpreis 10 P. eitung Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 9 Pfennig, ꝛ9 mm breite Textmillimeterzeile 50 Pfennig. Kleinanzeigen ermäßigte Grundpreiſe. Allgemein aültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 7. Für Familien⸗ und Bei Zwangsvergleichen oder Konkurſen wird keinerlet Nachlaß gewährt. Keine Gewähr für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mannheim. Mittag⸗Ausgabe R Mittwoch, 21. Juli 1957 Keine Einigung im Londoner Ausſchuß Engliſches Fluoboot über Neuyork Clreit um die Freiwilligenfrage Der Nichteinmiſchungsausſchuß kann ſich über die Fragen⸗Reihenfolge nicht einigen anb. London, 21. Juli. Ueber die Dienstagſitzungen des Hauptunteraus⸗ ſchuſſes des Nichteinmiſchungsausſchuſſes wurde eine längere Verlautbarung ausgegeben. Zunächſt wird auf die zu Beginn der Vormittags⸗ ſitzung unterbreiteten Vorſchläge des Vorſitzenden Lord Plymouth hingewieſen. Lord Plymouth wünſchte, daß zunächſt eine grundſätzliche Verein⸗ barung über die drei Hauptfragen erreicht werden ſolle, die ein Herantreten an die beiden Streitpar⸗ teien erforderten. Mit dieſem Ziel vor Augen ſolle der Unterausſchuß zunächſt die im Abſchnitt 9 der britiſchen Vorſchläge angeführten drei Probleme in folgender Reihenfolge in Angriff nehmen: 1. Ein⸗ ſatz von Beamten in den ſpaniſchen Häfen, 2. Zurück⸗ ziehung der ausländiſchen Freiwilligen einſchließlich es Einſatzes von Kommiſſionen in Spanien, 3. Be⸗ dingungen, unter denen die Rechte der Kriegführen⸗ den zu gewähren ſind. Der italieniſche Vertreter ſchlug vor, daß der Unterausſchuß eine Vereinbarung über die fol⸗ genden Punkte erzielen ſolle: 1. Feſtſtellung, daß das Syſtem der Flotten⸗ patrouillen nicht mehr in Kraft iſt, 2. die ſoſortige Wiederherſtellung des Ueberwachungsſyſtems der ſpaniſchen Landͤgrenzen, 3. ein ſofortiges Herantre⸗ ten an die ſpaniſchen Parteien, um feſtzuſtellen, ob ſie bereit ſind, in ihren Häfen die Beobachter des Ausſchuſſes guzulaſſen. Der deutſche Vertreter erklärte, daß nach Anſicht der deutſchen Regierung der Auftrag der Flottenkontrolle, den der Ausſchuß ſowohl an Eng⸗ land und Frankreich als auch an Deutſchland und Italien erteilt habe, mit der Zurückziehung der bei⸗ den letztgenannten Mächte von der Kontrolle au einem Ende gekommen ſei. In der allgemeinen Frage der Reihenfolge, in der der Ausſchuß an ſeine Aufgabe herangehen ſoll, ſei er bereit, z unächſt alle im engliſchen Plan aufgeworfenen Punkte zu erörtern. Er könne aber nicht einem Verfahren zuſtim⸗ men, daß die Wirkung haben würde, die Frage der Kriegführenden⸗Rechte in derſelben Weiſe zu erſticken. Lord Plymouth erklärte, er habe nicht vorausge⸗ ſehen, daß die Frage der Zurückziehung des übrig⸗ bleibenden Teils der Flottenkontrolle, nämlich der noch von der engliſchen und der franzöſiſchen Flotte durchgeführten Kontrolle, in der jetzigen Sitzung aufgeworfen werde, da ſeine Regierung der Anſicht ſei, daß andere Fragen von größerer Dringlichkeit vorlägen. Er habe keine Anweiſungen, zu den von dem deutſchen und dem italieniſchen Vertreter aufgeworfenen Punkten Stel⸗ lung zu nehmen, nehme aber Kenntnis von den von ihnen ausgedrückten Anſichten, die er ſeiner Regie⸗ rung mitteilen wolle. Er werde um Anweiſungen zu dieſen Fragen bitten. Nach einer weiteren allgemeinen Beſprechung wandte ſich der Unterausſchuß dem erſten Teil des engliſchen Vorſchlags zu, der ſich auf die Poſtierung internationaler Beobachter in den ſpaniſchen Häfen bezieht. Die Vertreter des Unterausſchuſſes ſtimm⸗ ten im Grundſatz einſtimmig dem Vorſchlag zu, daß eine Maßnahme nach dieſen Richtlinien in den all⸗ gemeinen Plan aufgenommen werden könne, der ſpäter den beiden Parteien in Spanien vorzule⸗ gen ſei. Zu Beginn der Nachmittagsſitzung ſchlug Lord Plymouth vor, daß der Unterausſchuß die Zu⸗ rückziehung der Freiwilligen einſchließlich der Einſetzung von Kommiſſionen in Spauien er⸗ örtern ſolle. Der italieniſche Vertreter ſagte, daß er nicht in der Lage ſei, dieſem Punkt zuzu⸗ ſtimmen. Der franzöſiſche Vertreter erklärte, daß die Frage der Landkontrolle eng mit derjenigen der Flottenkontrolle verknüpft ſei. Nach ſeiner Anſicht ſei es unmöglich, die Landkontrolle wiederherzuſtel⸗ len, bevor ein neues Syſtem der Seekontrolle an Stelle der früheren Küſtenpatrouillen getreten ſei. Der deutſche Vertreter ſtimmte mit der von dem italienſchen Vertreter ausgedrückten An⸗ ſicht überein. Der ſowjetruſſiſche Vertreter erklärte, daß der ganze engliſche Plan von den Fragen ab⸗ hänge, die ſich auf die Zurückziehung der ausländi⸗ ſchen Freiwilligen bezögen. Er ſei daher der An⸗ ſicht, daß der Unterausſchuß zuerſt dieſes Problem in Angriff nehmen ſolle; er unterſtütze die Vorſchläge des Vorſitzenden. Der portugieſiſche Vertreter ſagte, daß die Vorſchläge des engliſchen Planes ein ausbalan⸗ ciertes Ganzes darſtellten, und daß jeder Vorſchlag erörtert werden müßte, bevor irgendein endgültiger Beſchluß zu irgendeinem der Vorſchläge erzielt wer⸗ den könnte, alſo auch bevor ivgendein Herantreten an die ſpaniſchen Streitparteien erfolgen könnte. Nach weiteren Beſprechungen ſchlug Lord Ply⸗ mouth vor, daß Abſchnitt 2 des engliſchen Planes (Ueberwachung des auf dem Landwege in Spanien eintreffenden Handels) als Teil von Artikel 1 des Abſchnitts 9(Einſetzung von Beamten in ſpaniſchen Häfen) erörtert werden ſolle, vorausgeſetzt, daß es klar ſei, daß als nächſter Erörterungspunkt Artikel 2 vom 8˙79(Zurückziehung der ausländiſchen Frei⸗ willigen einſchließlich der Einſetzung von Kom⸗ miſſionen in Spanien) an die Reihe komme. Der italieniſche Vertreter erklärte hierauf noch einmal, daß er dieſen Vorſchlag nicht annehmen könne. Lord Plymouth ſagte hierauf, es ſei klar, daß keine Vereinbarungen über den von ihm gemachten Vorſchlag für die Reihenfolge der Erörterungen er⸗ gielt werden könnte. Er ſchlug vor, daß unter dieſen Umſtänden der Unterausſchuß ſich vertagen ſolle, um es ihm und den andern Vertretern zu ermöglichen, mit ihren jeweiligen Regierungen über die Lage, die ſich engeben habe, Rückſpyache zu nehmen. Dieſem Verſahren wurde zugeſtimmt. 148. Fahrgang— Nr. 329 Dem engliſchen Verkehrsflugzeug„Caledonia“ gelang bekanntlich die Ueberquerung des Nocdatlan⸗ tiſchen Ozeans. Die„Caledonia“ flog dann eine Anzahl Ehrenrunden über Neuyork. (Preſſephoto, Zander⸗M.) Nur Heimatferien für Englands Miniſter! Ehamberlain möchte jederzeit das Kabinett zur Verfügung haben! — London, 21. Juli. Das engliſche Parlament geht am Freitag nächſter Woche bis zum Oktober in die Ferien. Verſchiedene Blätter wollen mitteilen können, daß Miniſterpräſident Chamberlain die Regierungsmit⸗ glieder gebeten habe, ihre Ferien in England zu verbringen. Mehrere Kabinettsmitglieder, die be⸗ reits eine Reiſe ins Ausland geplant hätten, ſeien bereit, dem Wunſch des Miniſterpräſidenten nach⸗ zukommen. Außenminiſter Eden begebe ſich nach Süd⸗ england, um in Verbindung mit dem Außenamt bleiben zu können. In Regierungskreiſen ſei man, wird allerdings betont, der Anſicht, daß ſich die internationale Lage, mit Ausnahme der Situation im Fernen Oſten, ge⸗ beſſert habe. Dennoch wünſche Chamberlain, nötigen⸗ falls innerhalb weniger Stunden das britiſche Kabinett einberufen zu können. Anerkennung für Deutſchland dnb. London, 21. Juli. In der Ausſprache des Unterhauſes über den Londoner Flottenvertrag betonte der Parla⸗ mentsſekretär der Admivalität Shakeſpeare hinſicht⸗ lich der Verhandlungen mit Deutſchland, er wolle offiziell die verſtändige Haltung aner⸗ kennen, mit der Deutſchland in dieſe Verhand⸗ lungen eingetreten ſei. Tatſächlich gebe es im gegenwärtigen Augenblick nur eine Art von Rüſtungsbegrenzzung in der ganzen Welt, nämlich das quantitative deutſch⸗engliſche Flot⸗ tenabkommen von 1935 das auf beiden Seiten einge⸗ halten worden ſei und ein Vorbild darſtelle; wenn ſich Schwierigkeiten ergeben hätten, dann ſeien dieſe ſtets durch einen freundſchaftlichen Meinungsaus⸗ tauſch geregelt worden. London beſchwert ſich bei Franco Wegen Veſchlagnahme der. Molton“-Neues Vorrücken der Nationalen bei Madrid Drahtbericht unſ. Londoner Vertreters + London, 21. Juli. Die engliſche Regierung hat ihren Botſchafter in Hendaye beauftragt, von General Franco die Freigabe des vor Santander beſchlagnahmten Dampfers„Molton“ zu fordern und ihn, darauf hinzuweiſen, daß die Londoner Regierung ihn für jeden Schaden, der der Dampfer oder ſeine Be⸗ ſatzung erleiden, verantwortlich machen werde. Dieſe engliſche Forderung entſpricht der im Un⸗ terhaus wiederholt dargelegten Politik Englands, den ſpaniſchen Parteien nur eine Art von beſchränk⸗ ten Kriegsrechten zuzubilligen. Die engliſche Flotte hat Anweiſung, außerhalb der ſpaniſchen Hoheits⸗ gewäſſer(Dreimeilenzone) die engliſche Schiffahrt zu ſchützen, dͤen ſpaniſchen Kriegsſchiffen jedoch freies Spiel innerhalb der Dreimeilenzone zu laſſen. Dieſer Standpunkt hindert, wie Eden mehrfach aus⸗ geführt hat, die Londoner Regierung jedoch nicht, die beſchlagnahmende Bürgerkriegspartei für et⸗ avaigen Schaden verantwortlich zu machen. In einer weiteren Note an General Franco bietet England eine Unterſuchung gewiſſer Berichte an, denen zufolge in Bilbao während der Belagerung Geſchütze engliſcher Herkunft' entdeckt wurden. Der engliſche Botſchafter in Hendaye hat auf Anweiſung der Londoner Regierung General Franco verſichert, daß aus England keinerlei Kriegsmaterial direkt oder indirekt mit amtlicher Genehmigung aus⸗ * worden ſei, ſeit der Bürgerkrieg im Gange ei. Die nationale Gegenoffenſive dnb Salamanca, 20. Juli. Die nationale Gegenoffenſive in den Front⸗ abſchnitten Quijorna und Brunete weſtlich von Madrid ſchreitet weiter erfolgreich fort. Der auf⸗ fällig hartnäckige Widerſtand der Bolſchewiſten läßt ſichtlich nach, und auch am Dienstag haben die natio⸗ nalen Truppen wieder mehrere Quadratkilometer Boden erobern können. Die nationale Artillerie hat die bolſchewiſtiſtiſchen Stellungen beſchoſſen, die Luftwaffe Bomben über der Front abgeworfen und das Auftauchen von Sowjetfliegern über den natio⸗ nalen Linien verhindert. Dem zurückweichenden Gegner konnte zahlreiches Kriegsmaterial abgenom⸗ men werden. Durch die Operationen der nationalen Truppen an der Front von Teruel in den vergangenen Tagen und durch die am Montag erfolgte Beſetzung der Ortſchaft Bronchales ſind die Nationalen in den Be⸗ ſitz des Albarracin⸗Gebirges gelangt. Die bekannt⸗ lich an der Spitze weit in ſowjetſpaniſches Gebiet hineinragenden Teile der Stadt Teruel ſind nun⸗ mehr auch vom Weſten gegen die Angriffe der Bol⸗ ſchewiſten geſichert. Der nationale Vorſtoß, unter⸗ ſtützt durch Flieger und Artillerie, geht von Broncha⸗ les aus in ſüdlicher Richtung über die Sierra Alta weiter und nähert ſich dem am Südhang dieſer Berge liegenden Ort Noguera, der ſchon im Feuerbereich der nationalen Artillerie liegt. Die nationalen Truppen konnten eine Anzahl bolſchewiſtiſcher Schür⸗ zengräben im Sturm einnehmen. Ein Handſtreich macht Geichichte Sevilla vor einem Jahr (Von unſerem Berichterſtatter in Spanien.) Kri. Sevilla, Mitte Juli 1987. Eine Handvoll Leute unter entſchloſſener Führung hat am 18. Juli, heute vor einem Jahr, in Sevilla den ganzen ſpäteren Verlauf des Bürgerkrieges ent⸗ ſcheidend beeinflußt. Wäre ihr verwegener Verſuch mißlungen, ſo hätten ſich auch Cordoba und Granada und damit Andaluſien nicht halten können. Francos Siegesmarſch durch Eſtremadura und den Tajo ent⸗ lang gegen Toledo und Madrid zu, wäre mit einem feindlichen Sevilla im Rücken undenkbar geweſen. Außerdem iſt Sevilla mit ſeinem Haſen, mit ſeinem reichen Hinterland und im weiteren Sinn als Pforte nach Afrika wichtige Verſorgungsbaſis und große Etappe geworden. In der einſtigen Geſchichte des Bürgerkrieges wird die andaluſiſche Hauptſtadt ein eigenes Kapitel füllen. Um dieſen ſevillaniſchen 18. Juli ranken ſich heute ſchon Legenden. Hören wir daher, wie General Qu eipo de Llano, Nordſpanier, Chef der Süd⸗ armee, Allgewaltiger Andaluſiens, den Verlauf des hiſtoriſchen Tages ſchildert:„Um.45 Uhr nach⸗ mittags gab es in Sevilla praktiſch nicht mehr Auf⸗ ſtändiſche als den Kommandanten Cueſta, meinen Adjutanten, und mich... und einige von den an⸗ deren Offizieren. Um 2 Uhr waren zwei Generäle gefangen, zwei Oberſte, ein Oberſtleutnant, zwei Kommandanten... Um.30 Uhr proklamierten wir den Kriegszuſtand. Um 3 Uhr fielen als Gefangene in unſere Gewalt viele Polizeibeamte mit ihren Kräften. Um 5 Uhr begann die Artillerie ihre Tä⸗ tigkeit. Um 6 Uhr waren ſämtliche offiziellen Zent⸗ ren unter meiner Befehlsgewalt. Vor dem Abend waren alle Autoritäten der Volksfront Gefangene, alle Guardias de Aſalto, die ihnen dienten, und in unſere Hände gingen die Panzerautos über und die Bewaffnung dieſer Kräfte. Um 12 Uhr nachts übergab ſich der Flugplatz von Tablada ohne einen Schuß.“ Die Eroberung Sevillas iſt ein Schulbeiſpiel da⸗ für, wie eine kleine militäriſche Truppe unter ent⸗ ſchloſſener Leitung mit einem weitaus größeren, aber undiſziplinierten und führerloſen Volkshaufen fertig wird. Queipo de Llano bemächtigte ſich der Stadt mit einer Handvoll Leute, denen Zehntauſende von ſozialiſtiſchen, kommuniſtiſchen und ſyndikaliſti⸗ ſchen Arbeitern gegenüberſtanden, wenn auch die linksbürgerlichen Wähler in der Hauptſache paſſiv blieben. Moraliſch geſtützt auf die Unzufriedenheit wejter Kreiſe des Sevillaner Bürgertums mit dem Volksfrontregime, wagte er es mit— zunächſt— nur einigen Hunderten von Soldaten. Mit der Beſetzung der Intendantur, der Radio⸗ ſtation und der Telephonica begann er. Auf der Plaza San Fernando, dem ſchönſten und repräſen⸗ tativſten Platz der Stadt, fand er ernſthafteren Widerſtand. Da ſtellten ſich ihm Trupps der volks⸗ fronttreuen Ueberfallpolizei(Guardias de Aſolto) entgegen. Dieſe hatten Panzerwagen. Er beſaß Kanonen. Die Kanonen ſiegten. Mit ihnen ließ ſich gegen ein an der Plaza San Fernando gelegenes ————— ——— 2. Seite/ Nummer 329 Hotel ſchießen, in dem ſich Bolksfrontkräfte ver⸗ ſchanzt hatten. Außerdem ließen ſie ſich gegen das Neue Mannheimer Zeitung 7 Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 21. Juli 1987 * Gebäude des Zivilgouverneurs auffahren. Darin befand ſich zur Stunde der Zivilgouverneur und darin hatten ſich zur Verteidigung in aller Eile etwa 350 Leute, Poliziſten und Arbeiter, eingeſunden. Die regierende Volksfront war alſo ſofort in die Ab⸗ wehr gedränkt. Die Initiative war bei den Revo⸗ Iutionären. In der heißen Sonne des ſevillaniſchen Juli lagen die erſten Toten. In den Vorſtädten hielten Guardias de Aſalto die Straßenbahnen auf, um ſie vollgefüllt mit Arbeitern zur Verteidigung ins Stadtzentrum zurückzuſchicken. Wahllos drückte man jedem, der ſich meldete, eine Waffe in die Hand. Inzwiſchen ſchloß Queipo de Llano die Zivilregie⸗ vung ein und ließ Kanonen in Stellung bringen. Da wurde dort die weiße Fahne gehißt und damit war der Kampf um das Stadtzentrum entſchieden. Unter der Volksfront herrſchte große Verwirrung. Jeder hatte andere Meldungen. Wilde Gerüchte liefen um. Eine Parole erſchlug die andere. Nie⸗ mand wußte genau, wohin man eigentlich marſchieren ſollte. Während Queipo de Llano kühl erwägend die ſtrategiſch wichtigen Punkte der Stadt beſetzte, zogen aus den roten Vorſtädten, beſonders auch über den Guadalquivir von Triana her, lärmend und führerlos ſich zuſammenrottende Volkshaufen, bau⸗ ten irgendwo Barrikaden und zündeten Häuſer reicher Sevillaner an. Heute noch ſäumen halb oder ganz ausgebrannte Wohnſitze die Straße der Katho⸗ liſche Könige ein. So wichtig wie die Kanonen war für den Er⸗ oberer Sevillas die Radioſtation; vielleicht noch wich⸗ tiger. Und ſeitdem wird in Spanien auch der Krieg im Aelher geführt— zum erſten Male in der ja noch jungen Geſchichte des Rundfunks. Es gelang dem General mit Hilfe des Radios die Verwirrung unter ſeinen Gegnern noch zu erhöhen. Den Mel⸗ dungen des Sevillaner Rundfunks zufolge war Ma⸗ oͤrid bereits in Händen der Militärbewegung; außer⸗ dem marſchierten die erſten Marokkaner von der Küſte auf Sevilla. Der Radioſender als Inſtrument der Kriegsliſt. Die erſten kriegstüchtigen Araber, vor denen die Roten nicht ohne Grund ein unge⸗ heurer Schreck erfaßte konnten aber erſt mehrere Tage ſpäter gelandet werden. Und dann waren es ihrer noch ſo wenige, daß Queipo de Llano ſeine Farbigen an die verſchiedenſten Stellen der Stadt verteilen mußte, um den Eindruck zu erwecken, Se⸗ villa ſei voll von Marokkanern. Die Schreckſchüſſe im Aether waren nach alldem, was man nachträglich hört, nicht weniger wichtig geweſen als die Kanonen⸗ ſchüſſe auf die Zivilregierung. Das Mikrophon diente aber auch zur Beruhigung. So wurden die Sevillaner an einem der nächſten Abende von merk⸗ würdig dumpf hallendem und polterndem Geknall alarmiert. Am Radio erfuhren ſie, es handle ſich um eine Reinigungsaktion in Triana drüben, wobei man Leuchtkugeln abſchieße. Hernach ſprach es ſich herum, daß Sevilla ja bombardiert worden warr General Queipo de Llano begann im witzelnden Plauderton ſeine täglichen politiſchen Vorträge am Sender zu halten, obwohl ihm— wie er heute zu⸗ geſteht— in den erſten Wochen gar nicht ſo roſig zu Mute geweſen war. Aber Sevilla ſagte ſich, wenn der General ſo luſtig iſt, muß es doch günſtig ſtehen. An jenem Abend des 18. Juli war der Kampf um Sevilla praktiſch entſchieden. Aber wenn der Anda⸗ luſier auch von Natur aus nicht die gleichen ſoldati⸗ ſchen Eigenſchaften wie der Kaſtilianer und Nordſpa⸗ nier haben mag, der Kampf um die drittgrößte Stadt Spaniens war doch erſt vier Tage ſpäter beendet. Die Außenviertel Macarena und San Julian muß⸗ ten erſt bezwungen werden. Als letztes fiel die rote Vorſtadt Triana. Queipo de Llano erhielt am näch⸗ ſten Tag von zwei“ Seiten unverhoffte Unterſtützung. De Gefangenen Guardias de Aſalto, die von ihren Offizieren getrennt worden waren, wollten nicht deren Schickſal teilen. Sie ſtellten ſich dem neuen Regime zur Verfügung. Es iſt eine grauſame Iro⸗ nie, daß ſie nun zur Kampftruppe gegen jene wur⸗ den, mit denen ſie geſtern noch den Widerſtand einge⸗ leitet hatten. Die andere Unterſtützung ſtellten die Senoritos von Sevilla, die ihren Stammplätzen in den Kaffees und Klubs untreu wurden und ein Ge⸗ wehr in die Hand nahmen. Nicht zu vergeſſen ſind die erſten Falangiſten, die auf den Augenblick des Losſchlagens nur gewartet hatten. Hilfe aus Ma⸗ rokko traf ein. Aus der Handvoll Leute wurde ſchnell eine anſehnliche Macht. Sie vermochte auch die Madrider Generalſtreikparole nicht mehr zu erſchüt⸗ tern. Streik und Aufforderung hierzu erklärte Queipo de Llano als Hochverrat und auf Hochverrat ſtand Tod. Um die Straßenpaſſanten in jenen erſten Tagen unter Kontrolle zu haben, führte er weiter⸗ hin für die Einwohner beſtimmter Staoͤtviertel den polizeilichen Paſſierſchein ein. Das iſt einiges von den Geſchehniſſen jener Tage. Am Guadalquivir, im Schatten der Giralda, hat ein Handſtreich Geſchichte gemacht. Die ganze Welt ſieht mit Spannung zu: Die Kämpfe zwiſchen Chineſen und Fapanern Noch handelt es ſich um Vorpoſtengefechte, aber Nanking wie Tokio ſehen die Lage als überaus ernſt an — Tientſin, 21. Juli.(u..) Zwiſchen Chineſen und Japanern fanden geſtern bei Lukauſchiau und Papauſhan Kämpfe ſtatt, ohne daß es bisher zu einem größeren Zuſammenſtoß zwiſchen der Inſanterie beider Seiten gekommen wäre. Die Artillerie war auf beiden Seiten tätig und nach einem Berichte der Domei⸗Agentur ge⸗ lang es den Japanern, ein chineſiſches Munitions⸗ depot in Lukauſchiau durch Beſchießung in Brand zu ſetzen. Chineſiſche Baracken in Wanpingſhien ſol⸗ len gleichfalls als Folge der Beſchießung durch japaniſche Artillerie in Flammen ſtehen. Chineſiſche Geſchütze ſollen nach einem anderen Berichte weſtlich von Lukauſchiau auf die japaniſchen Stellungen bei Fengtai das Feuer eröffnet haben. Die japaniſche Artillerie erwiderte das Feuer und zerſtörte zwei chineſiſche Wachttürme. Nach einem einſtündigen Artillerieduell ſollen die japaniſchen Batterien die chineſiſchen Geſchütze zum Schweigen gebracht haben. Nach chineſiſcher Darſtellung eröffneten japaniſche Geſchütze nördlich von Wanpingſhien das Feuer auf die Stellungen der 29. chineſiſchen Armee, die ſich etwa eineinhalb Kilometer von Peiping entfernt befinden. Der Vorſitzende des Hopei⸗Rſchotſcha⸗Rates, General Sungtſcheynan. (Weltbild, Zander⸗M.) Dieſer chineſiſche Bericht wurde ſpäter von ſeiten der japaniſchen Militärbehörden in Tientſin beſtätigt, die erklärten, daß die Beſchießung der chineſiſchen Stellungen in Uebereinſtimmung mit einem Ulti⸗ matum begonnen hätte, das von chineſiſcher Seite völlig unberückſichtigt geblieben war. Die Chineſen hätten nach wie vor japaniſche Soldaten beſchoſſen, weswegen die Beſchießung angeordnet wurde. Tokio will weiter verhandeln (Funkmeldung der NM30 + Tokio, 21. Juli. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes ſtellt die geſtrigen Kämpfe bei Wangping als lediglich lokaler Natur hin, veranlaßt durch chineſiſche Feuerüberfälle auf japaniſche Stellungen und die Weigerung, ent⸗ ſprechend den Vereinbarungen die chineſiſchen Stel⸗ lungen in Lukauſchiau aufzugeben. Er halte, wird weiter berichtet, die Annahme, daß die Zuſammen⸗ ſtöße der Beginn einer allgemeinen japaniſchen „Strafexpedition“ ſeien, für unberechtigt, wenn auch über die Beendigung der Aktionen keinerlei Mittei⸗ lung gemacht werde. Er habe Zweifel darüber aus⸗ gedrückt, ob man auf chineſiſcher Seite die am 19. Juli in Tientſin geſchloſſene Vereinbarung mit der Nordchinagarniſon durchführe. Daher ſei man in der letzten Kabinettsſitzung zur Sanktionierung aller notwendigen Schutzmaßnahmen für die Armee für den Fall der Nichtdurchführung der getroffenen Vereinbarungen geſchritten. Die geſtrige Unter⸗ redung des Botſchaftsrates Hidaka mit Außenmini⸗ ſter Wangtſchunghei ſei für Japan unbefriedigend ausgefallen. Dieſer Ausgang der Unterreoͤung be⸗ deute jedoch nicht den Abbruch jeglicher Verhanölungen mit Nanking, und eine Wiederaufnahme der Beſprechungen ſei jeder Zeit möglich. Der Tod eines großen Mannes: Wie Marconi ſtarb Muſſolini an öͤer Bahre ſeines Freundes— Das Beileidstelegramm des Führers — Rom, A. Juli.(U..) Kurz vor 9 Uhr betrat Muſſolini das ein⸗ fache kleine Zimmer, in dem ſich die Leiche Marconis befindet. Er verbrachte dort 15 Minuten im Gebet. Einer der engſten Mitarbeiter des Erfinders er⸗ klärte, daß Marconi geſtern nachmittag um 6 Uhr Muſſolini im Palazzo Venezia auſſuchen wollte. Im Verlaufe des Nachmittags aber überfiel ihn ein Unwohlſein. Trotzdem beſtand er darauf, die Ver⸗ abredung einzuhalten und erklärte:„Ich muß den Duce aufſuchen, denn irgend etwas ſagt mir, daß dies vielleicht das letzte Mal iſt, daß ich ihn ſehe.“ Beunruhigt durch Marconis ſchlechtes Ausſehen, rie⸗ ſen ſeine Mitarbeiter zwei Aerzte herbei, auf deren Rat der Beſuch unterblieb. Ein Freund Marconis erklärte, daß er ſeit längerer Zeit an Herzanfällen gelitten habe, die ſich ſeit April mehr und mehr ver⸗ ſtärkt hätten. Während der Arbeit ſei er häuſig blaß geworden und habe Atmungsbeſchwerden ge⸗ habt. Geſtern nacht um drei Uhr klingelte er ſeinem Diener und ſagte mit ſehr ruhiger Stimme: „Ich muß Ihnen mitteilen, daß ich Sie und meine Freunde ſehr beunruhigen muß, denn ich fühle, daß ich bald ſterben werde. Bitte, unter⸗ richten Sie meine Frau über alles.“ Dann diktierte er ein Telegramm an ſeine Tochter Elektra, die heute ſieben Jahre alt wird. Der Die⸗ ner rief ſofort die beiden Mitarbeiter des Erfinders herbei. Wie ſie berichten, ſtarb er bei vollem Be⸗ wußtſein. Er hatte die Abſicht, geſtern abend nach Viareggio zu fahren, wo ſich ſeine Frau bereits be⸗ fand, um beim Geburtstag ſeiner Tochter anweſend zu ſein. Die Aerzte haben als Todesurſache Her z⸗ lähmung feſtgeſtellt. Marconi iſt 63 Jahre alt geworden. Beileid des Führers dub. Berlin, 20. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Todes Marconis an den italieniſchen Regierungs⸗ chef Muſſolini folgendes Beileidstelegramm ge⸗ richtet: „Mit tiefem Bedauern erhalte ich die Nachricht vom Tode Marconis, des großen Sohnes Italiens, der ſich durch ſeine Erfindungen um die ganze Menſchheit unvergängliche Verdienſte erworben hat. Ich ſpreche Ihnen und der italieniſchen Nation mein aufrichtiges Beileid zu dieſem ſchweren Verluſt aus.“ Ferner hat der Führer und Reichskanzler der Witwe Marconis telegraphiſch ſeine Teilnahme zum Ausdruck gebracht. „Bis zum bitteren Ende“ — Nanking, 2. Julis(..) Marſchall Tſchangkaiſchek iſt im Hinblick auf die Verſchärfung der Lage in Nordchina im Flugzeug von Kuling nach Nanking zurückgekehrt und hielt unmittelbar nach ſeiner Ankunft eine Kabinetts⸗ ſitzung ab. Chineſiſche Provinzialregierungen haben in Tele⸗ grammen an Tſchangkaiſchek und dͤie Nankingregie⸗ rung ihre volle Unterſtützung im Kampfe gegen Ja⸗ pan zum Ausdruck gebracht. Der Gouverneur von Schantung hat die Nankingregierung heute davon in Kenntnis geſetzt, daß er mit dem Vorſitzenden des Hopei⸗Tſchachar Politiſchen Rates, General Sung⸗ tſchejuan, heute ein Telephongeſpräch führte, in dem er General Sung aufforderte,„bis zum bitte⸗ ren Ende“ gegen die Japaner zu kämpfen Der Gouverneur verſprach Geneneral Sungtſchejuan, daß er auf die volle Unterſtützung durch die Schantung⸗ Provinzregierung rechnen könne. Ausnahmezuſtand für Fapaner in Schanghai — Schanghai, 20. Julii. Die japaniſchen Konſularbehörden Schanghais ordneten an, daß für japaniſche Staatsangehörige der Ausnahmezuſtand beſtehe. Sämtliche Japaner hätten ab 19 Uhr zu Hauſe zu bleiben Die japani⸗ ſchen Kabaretts ſchloſſen daher kurz nach Dunkelheit. Die Polizei der internationalen Niederlaſſung wurde von den Japanern aufgefordert, bei Durchführung des Ausnahmezuſtands unterſtützend mitzuwirken. Die japaniſchen Maßnahmen gehen auf die gewal⸗ tige Aufregung zurück, die die Nachricht vom Bom⸗ bardement Wanpinhſiens ausgelöſt hatte. Sonder⸗ ausgaben der Zeitungen wurden reißend verkauft. Ueberall bildeten ſich Gruppen erregter Chineſen, die an den Anfang des Krieges mit Japan glaubten. Von den Zeitungen wird einheitlich die Verantwor⸗ tung den Japanern zugeſchoben. Daladier ſiegt über Bonnet: Aujrüſten iſt wichtiger als Sparen Trotz ſeiner Finanznöte erhöht Frankreich die Rüſtungsausgaben um 5 Milliarden! der NMZ.) + Paris, A. Juli. Die für 1938 für die nationale Verteidigung be⸗ willigten Kredite in Höhe von ſechs Milliarden Fran⸗ ken werden nunmehr trotz der Sparpolitik des Fi⸗ nanzminiſters Bonnet auf elf Milliarden er⸗ höht. Kriegsminiſter Daladier hat es verſtanden, den geſtrigen Miniſterrat von der Notwendigkeit einer Erhöhung der Ausgaben insbeſondere für die Mo⸗ derniſierung der Mittel der Armee zzu überzeugen und ſich gegenüber Bonnet durchzuſetzen, der ur⸗ ſprünglich ſeine Ginſparungspläue auch auf dieſes Gebiet erſtreckt wiſſen wollte. Der Miniſterrat hat den Forderungen Daladiers ſtattgegeben und ſeine Vorſchläge unterzeichnet. Die Aufrüſtungspolitik der Volksfront dnb. Paris, 20. Juli. Bei der Einweihung einer neuen Fabrik, die eine verſtaatlichte Flugzeugbaugeſellſchaft in Bouguenais bei Nantes errichtet hat, ergriff Luftfahrtminiſter Pierre Cot das Wort. Er machte einige bemerkens⸗ werte Mitteilungen über den Stand der franzöſi⸗ ſchen Luftwaffe. 6 Innerhalb des einen Jahres der Verſtaat⸗ lichungspolitik, ſo erklärte der Luftfahrtminiſter, ſei die Zahl der modernen Flugzeuge, die ſbei der, Luft⸗ (Funkmeldung waffe in Dienſt geſtellt wurden, um 80 v. H. ge⸗ ſtiegen. Frankreichs Bombardierungsmöglichkeiten ſeien um 500 v. H. geſteigert worden. Das induſtrielle Erzeugungsvermögen ſei innerhalb eines Jah⸗ res verdoppelt worden. In dieſem Jahre werde Frankreich 30 v. H. mehr Militärflugzenge her⸗ ſtellen, als in dem an und für ſich ſchon produk⸗ tionsſtarken Jahr 1935/36. Im Jahre 1938 werde der Prozentſatz auf 60 ſteigen. Dann werde Frankreich ein Werkzeug in der Hand haben, das ſeinen Bedürfniſſen entſpreche. Als die Volksfront, ſo erklärte Cot ferner, die Regierung übernahm, ſollte die Luftwaffe einen Plan für Indienſtſtellung von 1023 Apparaten ver⸗ wirklichen. Die noch nicht verſtaatlichte Induſtrie habe damals in zwei Jahren mit großer Mühe und dank reichlicher Kredite 60 v. H. dieſes Planes erfüllt. Die Volksfront habe dann an die Stelle dieſes Planes der 1023 Flugzeuge den Plan von 1500 ge⸗ ſetzt, der die Stärke des franzöſiſchen Luftheeres mehr als verdoppeln würde. Mit Hilfe der Verſtaat⸗ lichung der Induſtrie werde Frankreich dieſen Plan in drei Jahren durchführen, und es werde bereits im Frühjahr 1939 über alles hierfür erforderliche Material verfügen. Pierre Cot vertrat die Anſicht, daß ein Vergleich zwiſchen den verſtaatlichten und den noch nicht verſtaatlichten Werken eindeutig zu Gunſten der erſteren ausfalle. ãC000T0C000P0GPGPGPPPPPGPPPPGGPPPPPPPPPPPPPPP ͤòPPPPPPPPPPPPPPPͤCPPoPoPP—PP————PPP——————PPPPPP Der Abolf-Hitler⸗Marſch 70 oſtpreußiſche Hitlerjungen unterwegs dnb. Königsberg, 21. Juli. Am Dienstagabend wurden als erſte Marſch⸗ einheit des Adolſ⸗Hitler⸗Marſches 70 Jungen des Gebiets Oſtland 1 bei einer eindrucksvollen Kund⸗ gebung auf dem Königsberger Schloßhof durch Stabs⸗ führer Hartmann⸗Lauterbacher verabſchiedet. Damit hat der nun ſchon zur Tradition gewordene Stern⸗ marſch der Hitler⸗Jugend zum Reichsparteitag in Nürnberg begonnen. Auf dem Schloßhof ſtanden in langen Reihen die Gefolgſchaften und Fähnlein des Königsberger Standortes, als dͤͤurch den dunklen Torbogen des Schloſſes die 70 oſtpreußiſchen und Danziger Hitler⸗ Jungen mit den leuchtenden hellroten 25 Bannſahnen einmarſchierten und vor der großen Freitreppe Auf⸗ ſtellung nahmen. Nachdem die Marſcheinheit dem Stabsführer gemeldet war, ergriff Hartmann⸗Lauter⸗ bacher das Wort. Der Adolf⸗Hitler⸗Marſch bedeute nicht etwa eine Art„Beförderung von Hitler⸗ Jugend⸗Fahnen“ zum Reichsparteitag, ſondern ſei ein begeiſtertes und begeiſternoͤes Bekenntnis zum Na⸗ tionalſozialismus und zu ſeinem Führer. Doch mit dem Marſch nach Nürnberg— damit verkündete Stabsführer Lauterbacher eine Amord⸗ nung des Führers— ſei künftig der Adolf⸗Hitler⸗ Marſch der deutſchen Jugend nicht beendet. Die 400 Bannfahnen würden von jetzt ab im Anſchluß an den Reichsparteitag nach Landsberg am Lech zu einem Hauſe getragen, in dem Adolf Hitler ſein Werk „Mein Kampf“ ſchrieb, in dem das Geſetz des deut⸗ ſchen Volkes für viele Jahrtauſende niedergelegt wurde. Dort werde die Hitler⸗Jugend nach dem gro⸗ ßen Erlebnis des Reichsparteitages ihrem Führer den Dank für das durch ihn geſchaffene Deutſchland abſtatten. Pariſer Hotelſtreik beigelegt 40⸗Stunden⸗Woche— aber die Haupthetzer werden „anderweitig untergebracht“ (Funkmeldung der NM3) + Paris, 21. Juli. Der Streik in den Pariſer Hotels und Gaſtſtätten iſt nach elftägiger Dauer und nach langwierigen Ver⸗ handlungen am Mittwochfrüh um 1 Uhr beigelegt worden. Vertreter der beiden Parteien unterzeich⸗ neten einen Kompromiß, durch den die Angeſtellten die 40ſtündige Arbeitswoche auf ſechs Tage verteilt, annehmen. Die Arbeitgeber erklärten ſich dagegen nur bereit, 90 v. H. der Streikenden wieder einzuſtellen. Die übrigen 10 v.., unter denen ſich vor allem die Rä⸗ delsführer und Haupthetzer befinden, werden nicht wieder in ihre alten Arbeitsſtätten zurückkehren, ſondern ſollen durch einen Arbeitsvermittlungsaus⸗ ſchuß anderweitig untergebracht werden. Die Regelung der 40ſtündigen Arbeitswoche, ver⸗ teilt auf ſechs Tage, gilt vorläufig nur bis zum 1. November 1937. Streikzwiſchenfälle in Tunis (Funkmeldung der NM3Z.) + Paris, 21. Juli. Im Verlauf eines Streiks in den Eiſenberg⸗ werken von Djeriffa in Tunis, der bereits mehrere Tage dauert, kam es zu blutigen Zuſammenſtößen. Zuaventruppen, die den Polizeidienſt verſehen, wur⸗ den mit einem Steinhagel empfangen und antwor⸗ teten mit Schüſſen. Zwei Tote auf ſeiten der Streikenden blieben auf dem Platze, zwei weitere Streikteilnehmer wurden verwundet. Bei den Zuapen wurden ebenfalls zwei Mann verletzt. Blutjuſtiz in Sowjetſibirien Wieder 24„Saboteure“ hingerichtet dnb. Moskau, 20. Juli. Wie die jetzt in Mosbau eingetroffene Charba⸗ rowſker Zeitung„Tichocheanſkaja Swjesda“ vom 10, Juli mitteilt, fand in Chabarowſk vor dem Militär⸗ kollegium des Oberſten Gerichtshofes der Sowjet⸗ union ein neuer Hochverratsprozeß ſtatt. Die Angeklagten, diesmal 24 an der Zahl, waren wiederum ſämtlich Funktionäre und Angeſtellte der Eiſenbahnlinien des ſowjetruſſiſchen Fernoſtgebietes. Das Gericht verurteilte alle 24 Angeklagte, die ganz nach dem Schema der früheren fernöſtlichen Prozeſſe des„Trotzkismus“ des„Terrorismus“ und der Spionage bezichtigt wurden, zum Tode. Auch dieſe Todesurteile ſind, wie es in der lakoniſchen Meldung weiter heißt, bereits vollſtreckt worden. Die Zahl oͤer im ſon eruſſiſchen Fernoſt, den Angaben desſelben Blattes zufolge, in den letzten Wochen allein unter den Eiſenbahnangeſtellten vorgenom⸗ menen Hinrichtungen erhöht ſich dadurch auf 33g, Genau wie in den bisherigen Fällen nimmt die Mos⸗ — 0 Preſſe auch von dieſen Bluturteilen keine otiz. Polniſches Konſulat in Addis Abeba. Die pol⸗ niſche Regierung hat beſchloſſen, in Addis Abeba ein Konſulat einzurichten, das dem polniſchen General⸗ konſulat in Rom unterſtehen wird. ———————————⏑——————— Hauptſchriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Alois Winbauer Stellvertreter des Hauptſchriftleiters u. verantwortlich für Theater, Wiſſen⸗ ſchaft u. Unterhaltung: Carl Onno Eiſenbart— Handelsteil; Dr. Fritz Bode-Lokaler Leil: i. V. C. W. Fennel ⸗Sport: Willy Müller Südweſtdeutſche Umſchau, Gericht und Vilderdienſt: Curt Wilhelm Fennel- Anzeigen und geſchäftliche Mitteilungen: Jakob Faude ſämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Berleger: Neue Mannheimer geitung Dr. Fritz Bode& Co., Mannheim, R 1,—6 Schriftleitung in Berlin Dr. E. F. Schaffer, Berlin⸗Friedenau, Sentaſtraße 2 Juni 1937: Geſamt⸗D.⸗A. Ausgabe A u. B 21306 Zur Zeit Preisliſte Nr.7 gültig Für unverlangte Beiträge keine Gewähr-Rückſendung nur bei Rückporto 0 —— Mittwoch, 21. Juli 1987 Neue Maunheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 8²ð Die Siadiseiie Mannheim, 21. Juli. Im Zeichen der Hitzewelle: Der Waſſerverbrauch in Mannheim Die Hitzewelle im Juni 1987 hat vielerorts zu einem außerordentlich hohen Waſſerver⸗ brauch geführt. So berichtet die Zeitſchrift„Das Gas⸗ und Waſſerfach“, daß in Berlin gegenüber einem durchſchnittlichen Waſſerverbrauch von 150 Liter je Kopf und Tag am 11. Juni 1937 ein Waſſer⸗ verbrauch von 250 Liter, d. i. eine Steigerung von 70 v.., erreicht wurde. Aehnliche Zahlen werden aus Wien gemeldet. Während dort der Jahres⸗ durchſchnittsverbrauch 140—150 Liter je Kopf und Tag beträgt, wurden in den heißen Junitagen 200 bis 210 Liter verbraucht. Frankfurt am Main hatte einen Höchſtverbrauch von 244 Liter. Es iſt von In⸗ tereſſe, dieſen Zahlen die vergleichbaven Mannheimer Zahlen gegenüberzuſtellen. Der Waſſerverbrauch in Mannheim beträgt im Jahresmittel ähnlich wie in Berlin und Wien— 150 Liter je Kopf und Tag. Der Höchſtverbrauch, der in dieſem Jahre in Berlin 70 v. H. über den Durchſchnittsverbrauch geſtiegen iſt, lag in Mannheim weſentlich höher, nämlich 88 w. H. über dem Durchſchnittsverbrauch, das ſind 280 Liter je Kopf. Im Jahre 1929 hatte er ſogar 312 Liter betragen und damit 94 v. H. über dem mitt⸗ leren Tagesverbrauch des Jahres 1929 gelegen. Es ergibt ſich, daß Mannheim in Zeiten der Hitzewellen einen beſonders ſtark anſteigenden Waſſerverbrauch aufweiſt. Die höchſte Abgabe der Mannheimer Waſſerwerke in das eigene Stadtgebiet betrug in dieſem Jahre am bisherigen Höchſtverbrauchstage dieſes Jahres, dem 40. Juni 1937, rund 78 500 Kubikmeter. Die Ge⸗ ſamtförderung an dieſem Tage betrug 90 250 Kubik⸗ meter. Bekanntlich werden außer dem ſtadteigenen Betrieb auch noch die Stadt Heidelberg(teilweiſe) und die Gemeinden Brühl und Viernheim mitver⸗ ſorgt. Im Vorjahre hatte die höchſte Geſamtförde⸗ rung an einem Tage nur 73 770 Kubikmeter erreicht. An der Gegenüberſtellung zeigt ſich das ſtarke Schwanken des Höchſtverbrauches. Die Leiſtungs⸗ fähigkeit der Waſſerwerke muß naturgemäß ſtets für die höchſten zu erwartenden Beanſpruchungen aus⸗ reichend bemeſſen ſein. Das ſetzt eine ſorgfältige Beobachtung aller die Entwicklung beeinfluſſenden Faktoren durch die verantwortlichen Stellen voraus. Bemerkt ſei noch, daß die Temperatur des Waſſers innerhalb des Verteilungs⸗Rohrnetzes jahraus, jahr⸗ ein, auch an den heißeſten Tagen, unverändert etwa 11 Grad beträgt. Der Schloßputz war notwendig! Eine blitzſaubere Faſſade entſteht Als im Vormonat der linke Schloßflügel einge⸗ rüſtet und bekannt wurde, daß nun ein großes Rei⸗ nigungswerk der geſamten Stadtfront anheben ſolle, da hat ſich vielleicht mancher Mannheimer gefvagt, ob das notwendig ſei. Ja, es war notwendig und längſt fällig! Wie notwendig, davon können ſich ſelbſt die Ahnungsloſen jetzt überzeugen. Inzwi⸗ ſchen ſind nämlich die Put⸗ und Ausbeſſerungs⸗ arbeiten am linken Schloßflügel beendet und die Ge⸗ rüſte wieder abgebaut worden. Da kann man nun gut vergleichen, wie freund⸗ lich und vorteilhaft ſich dieſer Gebäudeteil vom rech⸗ ten Schloßflügel und dem Ehrenhof abhebt. Drüben graue Fronten, verwaſchenes Geſtein, trübe, ver⸗ ſchmutzte Fenſterrahmen— und hüben ſeit einigen Tagen eine blitzſaubere Front, hell der Ver⸗ putz, zartrot die gewaſchenen Sanoͤſteinquadern, weiß die Fenſterrahmen. Auch die Figuren über dem Portal der Schloßkirche ſind geſäubert und friſch bemalt worden, ſo daß man nun erſt die volle, klaſſiſche Schönheit des Rieſenbauwerkes erkennt. Vorerſt allerdings nur am linken Schloßflügel. Aber ſchon ſind die Handwerker dabei, auch den rech⸗ ten und Teile des Innenhofes einzurüſten. Die Säuberungsaktion ſchreitet ſort. Bald werden die Mannheimer ein„verjüngtes“ Schloß ſehen. Morgenfeier der Mannheimer Sänger Pg. Weis ſpricht über das Leben des Führers Hunderte von Sängerkameraden aus den Ver⸗ einen des Sängerkreiſes Mannheim waren der Ein⸗ ladung der Kreisführung gefolgt und haben der Morgenfeierſtunde im Alhambrakino bei⸗ gewohnt. Es war ein glücklicher Gedanke, vor dem 12. Bundesſängerfeſt in Breslau nochmals die Mann⸗ heimer Sängerſchaft zuſammenzurufen, um ihr in einem aufſchlußreichen und anſchaulichen Lichtbilder⸗ vortrag das Leben unſeres Führers lebendig vor Augen zu führen. Kreisführer Rektor Hügel ſprach herzliche Begrüßungsworte. Pg. Weis von der Kreispropagandaleitung ſchilderte dann, unter⸗ ſtützt von einem reichen, ausgewählten Bildmaterial, Adolf Hitlers Werdegang. Er ſprach weiter in treffender Form über die Jahre des Kampfes. In packenden Worten zeichnete der Redner dann das grandioſe Werk des Führers, die Schaffung der gro⸗ ßen Einigkeit. Begeiſterter Beifall war der auf⸗ richtige Dank an den Redner. Kreisführer Hügel brachte ein dreifaches„Sieg Heil!“ auf den Führer und Reichskanzler aus, und aus bekenntnisfrohen Sängerherzen ſprach die Liebe zu Adolf Hitler, der unſer Deutſchland verkörpert. Kreischormeiſter Friedrich Gellert dirigierte den Maſſenchor„Heilig Vaterland“ von Spitta als Ein⸗ leitung. Den markanten Ausklang dieſer unvergeß⸗ lichen und erlebnisreichen Feierſtunde bildete der wuchtige Chor„Flieg, Fahne, flieg“, von den MG klangſchön vorgetragen. tsch ſere Plätze im Erlebnisse in 1500 Meter Höhe: Vaclatoicle Salot im Frelliallon Mit dem Ballon„Saden-Pfalz“ Ludwigshafen führte— Wir veröffentlichen nachſtehend die Ein⸗ drücke, die einer unſerer Mitarbeiter auf einer Fahrt im Freiballon, die über den Mannheimer Bezirk hinweg nach der Pfalz führte, ſammeln konnte. In der Nacht zum Sonntag ſtartete der Ballon „Baden⸗Pfalz“ zu einer Nachtfahrt vom Flughafen Neuoſtheim aus. Dem Chroniſten war das Glück hold. Er konnte zu einer erſten Fahrt im Rahmen ſeiner Ausbildung beim Ballontrupp des NSFK aufſteigen. Unter der Leitung ſeines Ballonmeiſters Schanze hat der Ballontrupp der Mannheimer Ortsgruppe des NScc in zweiſtündiger Arbeit ſeinen Liebling ſtartklar gemacht. Bange Geſichter machten jedoch die Herren von der Luftaufſicht. Ihnen war die Windrichtung nicht geheuer. Wir mußten damit rechnen, in Richtung Lauterbach, Weißenburg(Frankreich) getrieben zu werden. Das waren natürlich keine angenehmen Ausſichten. Nach⸗ dem wir unſere Proviantvorräte verſtaut, und un⸗ Korb eingenommen, konnte der von Mannheim in die Pfalz— Ein alter Ballonfahrer, Professor Or. Schmitt⸗ Der Jäger aus Kurpfalz als Helfer bei der ersten Landung Ballon um 23.50 Uhr leicht abgewogen ſtarten. Die Kapelle der Flughafengaſtſtätte intonierte das „Muß i denn“ und die vielen Zaungäſte ſtimmten mit dem Ballontrupp ein kräftiges„Glück abl“ an. Der Ballon wurde geführt von dem unermüd⸗ lichen, ſchon vor und während des Krieges als Ballonführer tätigen Prof. Dr. L. Schmitt⸗Lud⸗ wigshafen. Mit ihm waren drei Mann aus dem Ballontrupp des NSdik zur Ausbildung an Bord. Gleich nach dem Start ging es bei wenig Wind hinauf in den ſternenklaren Nachthimmel. Noch über dem Flugplatz erreichten wir bereits eine Höhe von 800 Meter. Und ſchon um⸗ fingen uns herrliche, gewaltige Bilder unſerer Dop⸗ pelſtadt Mannheim⸗Ludwigshafen. Gerade unter uns ſchlängelten ſich die Autos auf dem leuchtenden Band der Autobahn. Dort fuhren ſie über die Auguſta⸗Anlage, jene majeſtätiſche Zufahrtsſtraße. Dahinten tauchten die dunklen Umriſſe des Waſſer⸗ turms auf und an ihn ſchloß ſich das unendliche Lichtermeer der Straßenzüge der beiden Städte. Drüben blitzt das breite grau⸗ſchwarze Band des Rheins auf. Da zieht unſer Ballon über den Rangierbahnhof. Die laangen Schienenſtränge laſſen eeeeeeeeeeee, Anvergeßliche Stunden in der Hauptſtadt der Bewegung 230 Mannheimer erlebten das feſtliche München Mit Koz zum Tag der Deutſchen Kunſt 230 Mannheimer waren es, die in der Nacht von Freitag auf Samstag den Sonderzug füllten, und 230 erwartungsvolle Herzen ſchlugen der Stadt der Deutſchen Kunſt entgegen, die ſie am Morgen be⸗ treten ſollten. Was mochte ſie ihnen wohl an Wun⸗ derbarem bringen? War nicht für die meiſten München ein Zauberwort, ein unerreichbares Zauberwort drunten im Süden Deuiſchlands, wohin zu kommen ſie wohl nie das Geld haben würden? Und nun kamen ſie hin, nun wurde aus dem Zau⸗ berwort eine Stadt im Schmuck unzähliger Fahnen, eine Stadt mit wunderbaren Bauten, mächtigen Triumphbögen aus Tannengrün und bronzenen Reiterſtandbildern, von hohen Podeſten dem ſtrah⸗ lenden Sonnenlicht entgegengehalten. Benommen von den vielen Eindrücken ſuchten die Mannheimer Koͤc⸗Fahrer am Abend ihre Pri⸗ vatquartiere auf, um dem Hauptfeſttag entgegenzu⸗ ſchlafen. Prachtvolles Sonnenwetter weckte ſie am Morgen auf, und ſchnell war man wieder auf den Beinen. Um 11 Uhr ſollte der Führer ſprechen und bis da⸗ hin unternahm man noch einen Bummel durch die feſtlichen Straßen oder durch den Engliſchen Garten, um ja noch recht viel von der ſchönen Stadt zu Ge⸗ ſicht zu bekommen. Und dann ſtand man vor der breitausladenden Säulenpracht des neuen, leuchten⸗ den Kunſttempels und feierte mit Volk und Führer ſeine Eröffnung. Um halb vier Uhr fand man ſich auf den Haupt⸗ plätzen zum Feſtzug ein. Was ſoll man davon erzählen? Man muß mit eigenen Augen geſehen haben, um ſich ein Bild von der Pracht machen zu können, die hier auf Wagen, zu Pferde und zu Fuß an den Augen der ſtaunen⸗ den Menge vorbeizog. Geſchichte und neue Zeit, das waren die dargeſtellten Inhalte des Zuges und hinter der neuen Zeit marſchierten die Formationen der SA und der SS und der Wehrmacht in ge⸗ ſchloſſenen, feſten Blocks. Die Helme leuchteten im Sonnenlicht, eine eiſerne Front eherner Kraft und Gemeinſchaft. Nach dem Feſtzug ſtrömten die Tau⸗ ſende zur Ludwigſtraße. Der Führer fuhr, aufrecht im Wagen ſtehend, durch die jubelnde Menge. Hunderte ſahen ihn zum erſtenmal. Er hob die Hand zum Gruß, und nur allzu ſchnell war er den Blicken wieder entſchwunden. Und dann kam der Abend, und die Göttin der Fe⸗ ſchwang die brennende Fackel über der Stadt. München im Glanze unzähliger Lichter! Die Parks im Scheine ſanft ſchimmernder Lam⸗ pions, und der Himmel erhabener Hintergrund eines unbeſchreiblichen Feuerſpiels, das Tauſende Raketen gaben. Die Mannheimer Köͤc⸗Fahrer fanden ſich im Ausſtellungspark ein. Ein rieſiges Feſtzelt umſchloß ſie. Der Sternenhimmel war das Dach und ein Rei⸗ gen ſtrahlender Lichter die Umfriedung. Kernige Bauerntänze, ein anmutiges Ballett, das nach den Klängen Chopinſcher Muſik tanzte und ein grandio⸗ ſes Feuerwerk löſten bei den Zuſchauern ſtürmiſche Begeiſterung aus. Und dann wurde getanzt, getanzt bis kurz vor Abfahrt des Zuges, der die vielen Kdỹ⸗ Fahrer nur allzufrüh wieder in ihre Heimat zurück⸗ trug. Aber wie wunderſchön es in München ge⸗ weſen war, das ſah man an all den vielen ſtrahlenden Geſichtern und den frohen, leuchtenden Augen. L. 0 -———.——————————— Das Angoralaninchen als Rohſtofflieferant Eine Aufgabe für Kleingärtner Man weiß nicht genau, woher das Angorakanin⸗ chen ſtammt— jedenfalls aber nicht aus Angora. Es ſtammt wahrſcheinlich von unſerem Wildkaninchen ab. Um das Jahr 1790 herum tauchte es zum erſten Male in Deutſchland auf. Bis zum Weltkriege züch⸗ teten es nur Liebhaber. In den Jahren nach dem Kriege iſt man dann auch in der Verwertung der Angorawolle ein ganz erhebliches Stück vorwärts gekommen, ſo daß das anſpruchsloſe Angorakaninchen zu einem beachtlichen Faktor in der Rohſtoffverſor⸗ gung geworden iſt. Wir ſind heute in der Lage, einen Dein opfer für das filſewerk „mutter und find“ wird lebendig in der juhunſt des deutſchen volkes. in jeder Hinſicht erſtklaſſigen Wollfaden aus dem ſei⸗ digen Flaum des Angorakaninchens herzuſtellen. Die Tiere werden in Außenſtällen untergebracht, d. h. in Ställen, die ihren Standort im Freien haben. Dies iſt erforderlich, weil kühle Witterung einen beſchleu⸗ nigten Einfluß auf das Wachstum des flaumigen, ſeidenweichen Pelzes ausübt. Zur Fütterung der Angorakaninchen dienen nur Abfallſtoffe, wie Kartof⸗ felſchalen uſw., kein Kraftfutter. Einige Sorgfalt er⸗ fordert die Pflege der Tiere. Jede Woche müſſen ſie mit einer beſonderen Bürſte ſorgfältig gekämmt und gebürſtet werden, gewiſſermaßen eine kleine Schön⸗ heitskur über ſich ergehen laſſen, was die Tiere übri⸗ gens ſehr gern aufzunehmen ſcheinen. Täte man dies nicht, würde die Wolle verfilzen und ihren Wert ver⸗ lieren. Haben nun die hauchdünnen, watteartigen und ſchneeweißen Wollhaare eine Länge von etwa acht bis neun Zentimeter erreicht, ſo werden die Tiere, ganz wie bei der Schafwollgewinnung, geſcho⸗ ren und ihres prächtigen Wollſchmuckes beraubt. Etwas kläglich ſehen freilich die kleinen Nackedeis nach dieſer Prozedur aus; aber ſie überſtehen ſie, ohne irgendwelchen Schaden zu nehmen. Das Fell wächſt ſehr ſchnell wieder nach ſo daß bereits in einem Vierteljahr die nächſte Schur erfolgen kann. In fünf verſchiedenen Qualitäten, je nach Länge der Wollfaſern ſortiert, kommt die Rohwolle in die Spin⸗ nerei, um hier zu Gebrauchswolle verarbeitet zu werden. Wenn man bedenkt, daß augenblicklich in Deutſchland 40⸗ bis 50 000 Kilo Angorawolle geſpon⸗ nen werden, während der Bedarf 500⸗ bis 800 000 Kilo beträgt, ſo geht hieraus deutlich hervor, daß der Angorazucht noch weit mehr als bisher Beachtung ge⸗ ſchenkt werden muß. Es wäre erwünſcht, wenn ſich noch recht viele Kleintierhalter zur Haltung von An⸗ gorakaninchen entſchließen würden. Zuchthausſtrafe für jüdiſchen Raſſenſchänder Von der Mannheimer Strafkammer verurteilt Die Große Mannheimer Strafkammer ver⸗ urteilte den 53jährigen Juden Maximilian Weil aus Frankenthal wegen Raſſenſchande zu einem Jahr zehn Monaten Zuchthaus und Zjährigem Ehrverluſt. Die Haft wurde für fortdauernd erklärt. Der Angeklagte hätte ſchon durch ſein Vorleben gewarnt ſein müſſen, ſich nicht gegen das Geſetz zum Schutz des Blutes und der Ehre zu vergehen. Er hatte ein Zimmer an einen übelbeleumundeten Un⸗ termieter vergeben. Der Verdacht liegt ſehr nahe, daß der Betreffende dem Juden Frauen zuführte, doch konnte ein Nachweis nicht in vollem Umfang er⸗ bracht werden. In dem unter Anklage ſtehenden Falle hatte er im Zimmer des Untermieters eine Frau vorgefunden, die dort genächtigt hatte. Er mußte zugeben, ſie ſich planmäßig gefügig gemacht zu haben. Der Angeklagte hat ein außereheliches Kind von einem deutſchen Mädchen, das in einer Pflegeanſtalt untergebracht iſt. Er iſt von der erſten Frau geſchie⸗ den. Für das ſiebenjährige Kind iſt er bisher nicht aufgekommen. die Größenverhältniſſe des Verſchiebebahnhofs erſt richtig erkennen. Ueber Neckarau ſtellte der Chroniſt aus rein lokalpatriotiſchen Gründen genauere Reko⸗ gnoſzierungen an, bis er jedoch all jene ihm ver⸗ trauten Stätten frohen Treibens ſeinem Ballon⸗ führer hat klarmachen wollen, zog unſer Fahrzeug ſeine Bahn bereits weſtwärts über den Rhein. In⸗ zwiſchen waren wir auf 1200 Meter geſtiegen. Wir hatten gehofft, in der Höhenlage zwiſchen 800 und 1200 Meter eine günſtigere Windrichtung zu erwiſchen. Das war jedoch nicht der Fall. Alſo mußten wir noch weiter hinauf. Aber bis zu 1650 Meter war keine Aenderung wahrzunehmen. So pendelten wir eben mit etwa 12 Stoͤkm. gen Weſten. Unter uns lag Altrip— ein flüchtiger Gedanke an ſeine Geſchichte und an ſeine Funde aus der Römerzeit blitzt auf— um Altrip die vielen Rheinarme, und irgend woher klingt von unten aus einer dunklen Gegend ſo ein echter Pälzer Fluch und die Aufforderung an irgendwen, ſein Maul zu halten. Wir hören das ſo deutlich, daß wir kräftig lachen müſſen. Es herrſcht überhaupt an Bord eine glänzende Stimmung. Dafür ſorgen auch u. a. ein doppelter Himbeergeiſt, ein guter Pfälzer Tropfen und ein Liter Milch. Da glänzen unter uns neue Lichterpunkte, drüben erkennen wir die Schütte⸗Lanz⸗Werke. Dort wohnt auch ein alter Freiballon⸗ und Zeppelinfahrer. Weiter nach links liegt Schwetzingen. Sein Schloßgarten liegt ganz in Dunkel gehüllt. Und vor uns haben wir Speyer, wider unſer Er⸗ warten ſchläft es nicht den Schlaf einer kleinen, ver⸗ träumten Stadt. Klar und deutlich liegt es um⸗ floſſen von einer Flut von ſtrahlenden Lampen. Sogar ſein wuchtiger Dom iſt in ein Meer von Licht getaucht. Da ertönt auch ſchon der feierliche Klang ſeiner Kaiſerglocke. Es iſt gerade ein Uhr. Noch können wir das Altpörtl und die Proteſtations⸗ kirche finden, dann liegt ſchon wieder das weite Land, die Niederung des Rheins unter uns. Ueberall herrſcht nun eine unſagbar friedvolle Stille. Nur einige Lichtſignale zeigen, weniger uns als den Nachtflugzeugen, den Kurs an. Irgendwo hören wir den Ruf eines Rehbockes und den Schrei eines Käuzleins. Wir ſteuern geradeswegs auf das Blinkfeuer beim Exerzierplatz Germersheim zu. Wenn wir oben bleiben, ſind wir bald an der Grenze. Da aber dürfen wir keinesfalls hin. Eine für die Führerprüfung vorgeſchriebene Nachtfahrt darf frü⸗ heſtens drei Stunden nach Sonnenaufgang beendet ſein Da gibt es nun kein langes Hin und Her, wir müſſen zu einer Zwiſchenlandung hinunter. Das wird zwar ſehr ſchwer, es iſt am Boden ſo dunkel, daß wir kaum Sicht haben. Mit Mühe und Not entdecken wir, daß wir an einem kleinen Wald vorbei müſſen— es war nachher nur ein großes Obſtgrundͤſtück—, und werfen das 80 Meter lange Schleppſeil. Da hat uns auch ſchon ein Mann ent⸗ deckt und hilft uns beim Landemanöver. Wir ſetzen dann nach kurzer Zeit den Ballon ſehr glücklich zwiſchen mehreren Bäumen in eine Wieſe und freuen uns, keinen Flurſchaden verurſacht zu haben. Der hilfsbereite Mann kommt auf uns zu, um ſeiner Verwunderung über die unverhofften Beſucher aus den höheren Regionen Ausdruck zu geben. Doch auch wir ſtaunen nicht ſchlecht... Er entpuppt ſich nämlich als ein Jagdgenoſſe unſeres Ballonführers aus Ludwigshafen. Mit einem Weidmannsheil be⸗ grüßen wir ihn. 150 Meter weiter lag der Bahn⸗ hof Germersheim. Ein Verſuch, von dort aus Mannheim zu erreichen, mißlingt, da alles feſt in Morpheus' Armen liegt. Wir machen es ums darum im Korb zu kurzem Schlaf bequem. Jedoch kommen immer wieder Neugierige und beſtaunen unſer Ungeheuer gebührend. Nach etwas über vierſtündiger Pauſe, nach einem ſtarken Kafſee und nach Auffüllung des Ballaſtes ſtarten wir zum zweiten Male um 7 Uhr in der Frühe bei ſchönſter Sonne. In ganz kurzer Zeit haben wir wieder unſere Höhe von 1500 Meter gewonnen. Herrlich liegt wieder das Land unter uns. Die alte geſchleifte Feſte Germersheim erregt beſon⸗ deres Intereſſe. Langſam kreuzen wir über dieſem ſchönen Flecken heimatlicher Erde. Nach einer Stunde jedoch müſſen wir uns unbedingt dazu ver⸗ ſtehen, zur endgültigen Landung zu ſchreiten. Das Hinterland bringt uns Hügel und Rebland, wir würden dort ſchwerlich einen geeigneten Landeplatz finden, und dahinter würde wieder Frankreich liegen, wo wir doch nicht hinwollen.„Alſo runter“! Zwiſchen Bellheim und Rülsheim ſuchen wir einen ſchönen Kleeacker und ſetzen in größter Ruhe und Sicherheit auf. Von den ſofort herbeigeeilten Volksgenoſſen laſſen wir uns am Schleppſeil noch etwa 200 Meter bis an einen Kreisweg führen. Nun können wir mittels Ventil und Reißbahn die Hülle entleeren— ſie iſt immerhin mit 2360 Kbm. Leuchtgas gefüllt— und mit Hilfe der Umſtehenden unſer Ballon⸗ material wieder ſachgemäß verpacken. Mit manchem frohen Wort und mit einer Kiſte Bellheimer Bier bedanken wir uns herslichſt bei unſeren Helfern. Nachdem auch der zuſtändige Gendarm ſeines Amtes gewaltet und ſein Siegel in unſer Boroͤbuch ein⸗ getragen, verfrachten wir unſeren Ballon auf einen inzwiſchen beſtellten Laſtwagen zur Rückfahrt. Um 12 Uhr konnten wir der Mannheimer Flugpolizei auf dem Flugplatz unſere Rückkunft ſchildern und einen genauen Fahrtbericht abgeben. Mit herz⸗ lichſten Worten des Dankes verbinden wir unſere Anerkennung für die äußerſt ſichere und routinierte Führung des Ballons durch Prof. Dr. Schmitt. Um ein ungemein ſchönes und großes Erlebnis waren wir reicher geworden. B. Neue Mannheimer Zeitung 2 Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 21. Juli 1987 Brief aus Frankfurts Staötbild hat Weltruf- Ferienverkehr übertrifft alle Erwartungen Gute Nachrichten für die (Von unſerem Korreſpondenten) * Frankfurt a.., 20. Juli. Die Stadt Frankfurt iſt, wie Oberbürgermeiſter Dr. Krebs in einem Aufruf an die Bürgerſchaſt ſagt, ſeit vier Jahren mit aller Entſchloſſenheit darangegangen, ihre zahlreichen Baudenkmäler und ihr einzigartiges Stadtbild zu pflegen. Die Geſun⸗ dung der Altſtadt wurde in Angriff genommen und neue große Bauprojekte harren der Ausführung. Entſcheidend für eine günſtige Wirkung des Stadtbil⸗ des ſind jedoch Sauberkeit und Ausgeſtaltung aller Wohn⸗ und Geſchäftsgebäude. Deshalb richtet der Oberbürgermeiſter an alle Hausbeſitzer und Ge⸗ ſchäftsinhaber die Bitte, ihre Häuſer und Läden in⸗ ſtandzuſetzen, Schäden auszubeſſern und häßlich ge⸗ wordene Anſtriche zu erneuern, denn bei gutem Wil⸗ len und einiger Ueberlegung kann oft ſchon mit ge⸗ ringen Mitteln viel erreicht werden. Darüber hin⸗ aus iſt eine gründliche Säuberung des Stadt⸗ bildes von verwahrloſten, ſtörenden und geſchmack⸗ loſen Reklamen, Schaukäſten uſw. notwendig. Jeder muß nach ſennen Kräften zur Ver⸗ ſchönerung des Stadtbildes beitragen. Die Erfolge dieſer Bemühungen kommen der gan⸗ zen Bürgerſchaft zugute. Allen aber muß die Schön⸗ heit des altehrwürdigen Frankfurt am Herzen lie⸗ gen, die Stadt hat nämlich, als Stadt des deutſchen Handwerks, das Erbe einer köſtlichen Vergangenheit zu hüten und zu mehren. Frankſurts Stadtbild be⸗ ſitzt Weltruf. Dieſe Mahnung ruft der Frankfurter Oberbürgermeiſter denen, die es angeht, beſonders nachoͤrücklich zu. Der Ferienverkehr des Sommers 1937 hat die Erwartungen der Reichsbahn in Frankfurt, die ohne⸗ hin mit einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr rechnete, nicht nur erfüllt, ſondern bei weitem über⸗ troffen. Die ſieben von Frankſurt abfahrenden Fe⸗ rienſonderzüge waren ausverkauft und viele Reiſe⸗ luſtige mußten auf die planmäßigen Verbindungen verwieſen werden. Aber auch in den Schnell⸗ und Eilzügen des Fahrplanes gab es kaum ein freies Plätzchen. Meiſt mußten ſie im Frankfurter Haupt⸗ bahnhof auf die Höchſtzahl von 14 Waggons verſtärkt werden. Von Berlin kamen in den letzten Tagen ſämtliche Schnellzüge doppelt. In zwölf Tagen waren 72 Vor⸗ und Nachzüge im Schnellzugsverkehr von Frankfurt aus notwendig. Täglich fuhren 35000 Schnellzugsreiſende in Frankfurt ab. Der Reiſe⸗ gepäckverſand hat ſich zu Beginn der Ferien um 180 v. H. des⸗noxmalen Verkehrs geſteigert. Erfreulich groß iſt augenblicklich auch der 919 Ausländerverkerr. Vor allem kommen Engländer, Franzoſen, Ameri⸗ kaner, Schweizer und Belgier. Die kleine Wechſel⸗ ſtelle im Frankſurter Hauptbahnhof hat in fünf Ta⸗ gen 90 000 Mark in Regiſtermark eingelöſt. Aber auch der Nahverkehr läßt nichts zu wünſchen übrig. Die meiſten Züge ſind zu 80 bis 100 v. H. beſetzt. Beſtä⸗ tigt hat ſich wiederum auch in dieſem Sommer, daß die Frankfurter Ferienreiſenden den Süden des Reiches bevorzugen, vor allem den Schwarzwald und Oberbayern, aber auch der Bodenſee hat viele Freunde. Erfreulicherweiſe hat ſich der geſamte Frankfurter Reiſeverkehr, der an die Reichsbahn und an ihre Beamten die höchſten Anforderungen ſtellt, bisher ohne jeden Unfall abgewickelt, ebenſo wie es kaum Verſpätungen gab, da die in Frankfurt be⸗ ſtehende Verkehrsüberwachung regelnd eingreiſt, wenn ein Zug einmal unpünktlich ankommt. Er iſt dann ſo zeitig nach Frankfurt gemeldet, daß man die notwendigen Maßnahmen ſchon treffen kann, ehe er in den Frankfurter Hauptbahnhof einläuft. Eine Verlegung des Frankfurter Tiergartens, die man vor einigen Jahren einmal geplant hatte, kommt aus mancherlei Gründen in abſehbarer Zeit nicht mehr in Frage. Da aber manches Tierhaus im Garten auf der ehemaligen Pfingſtweide erneue⸗ rungsbedürftig iſt, hat man einen großen Modernt⸗ ſierungsplan ausgearbeitet, der nach und nach die wichtigſten Bauten des Gartens in einen neuzeitlichen tiergärtneriſchen Geſichtspunk⸗ ten entſprechenden Zuſtand verſetzt. Mit der Wiederherſtellung des Raubtierhauſes be⸗ gannen die Arbeiten. Auch der Rundbau für die Antilopen und andere wärmebedürftige Tiere iſt vollendet. Die Raubvögel erhalten eine neue große Freianlage, die ihnen weit mehr Platz bietet, als bisher. Das Haus für Singvögel und Papageien iſt im Umbau. Später wird das Elefantenhaus völlig umgeſtaltet und ſchließlich wird die Seelöwen⸗ anlage folgen. Mit der äußeren Verſchönerung geht aber auch eine Vermehrung des Tierbeſtandes Hand in Hand. Erſtrebt wird die Darſtellung jeder wich⸗ tigen Tierform, ſoweit das unter den mitteleu ropäi⸗ ſchen Witterungsverhältniſſen möglich iſt. Frankfurts Nationalgeträuk iſt der Aepfelwein. Nun hatten die„Aepfelweingeſchworenen“ im ver⸗ gangenen Jahr nicht viel Freude, denn die Apfelernte war allgemein ſchlecht und das Kelterobſt, das den Wirten angeboten wurde, entſprach in ſeiner Quali⸗ tät keineswegs den Erwartungen. Die angeliefer⸗ ten Mengen genügten auch nicht, ſo daß noch im No⸗ vember und Dezember vergangenen Jahres Aus⸗ landsobſt herangeholt werden mußte, das, reichlich ſpät gekeltert, ein„Stöſſche“ ergab, das dem aus deutſchem Obſt gekelterten Aepfelwein in guten Jah⸗ ren keineswegs ebenbürtig war. In dieſem Jahre ſcheint es aber nun mit der Apfelernte beſſer zu wer⸗ den. In der Frankfurter Umgebung, beſonders aber in den für die Kelterobſtverſorgung wichtigen Lan⸗ desteilen, hängen die Apfelbäume ſehr ſchön voll. Bisher blieb das Obſt auch geſund und die Bäume haben nur einen verhältnismäßig geringen Teil ab⸗ geworfen. Es beſtehen alſo alle Ausſichten, daß im kommenden Herbſt ausreichend und vor allem gutes oroͤnung zu durchbrechen. Obſt gekeltert werden kann. Frankjurt Aepfelweingeſchworenen Fraukfurt ſorgt für ſeine Radfahrer. Die wichtigeren Ausfallſtraßen der Stadt werden jetzt nach und nach, ſoweit das nicht überhaupt ſchon geſchehen iſt, mit„Radwegen“— Radfahrwege gibt es nicht mehr— verſehen. Leider können ſich nun viele Frankfurter Radfahrer nicht daran gewöhnen, dieſe Radwege auch zu benutzen, ſondern ſie fahren lieber auf den eigentlichen Straßen, wobei ſie oft den übrigen Verkehr behindern. Das werden ſie aber wohl künftig bleiben laſſen, denn es gibt jetzt in großer Zahl„gebührenpflichtige Verwarnungen“, und wer zum zweitenmal erwiſcht wird, bekommt einen ſo ſaftigen Strafzettel, daß es ihm in Zukunft nicht wieder einfällt, die wohlerwogene Verkehrs⸗ Robert Möſinger * Raſtatt, 20. Juli. In der Nacht brannte die Scheune des Schreiners Hofmann in Malſch nieder. Ein Nachbargebäude wurde beſchädigt. Die Brand⸗ urſache iſt unbekannt. L. Reilingen, 20. Juli. Die Eheleute Adam Frey und Frau Anna geb. Kern konnten hier das Feſt der ſilbernen Hochzeit begehen. Bruchſal, 21. Juli. Der Schloſſer Joſef Frie⸗ del konnte ſein 40jähriges Arbeitsjubiläum bei den Eiſenbahnſignalwerken begehen. Alte Pioniere in Bruchſal 47. Badiſcher Landespioniertag vom 24. bis 26. Juli E. Bruchſal, 20. Juli. Zwei große Veranſtaltun⸗ gen von Landesbedeutung beherbergt in den nächſten Wochen die gaſtfreundliche Stadt Bruchſal in ihren Mauern. Vom 24. bis 26. Juli wird hier der 47. Badiſche Landespioniertag abgehalten, und zwar unter Beteiligung der jungen Wehrmacht. Durch intereſſante Vorführungen geſtaltet ſich das Landestrefſen der Pioniere zu einem großen Tag, der an 4000 alte Pioniere vereinen ſoll. Ein Pionierbataillon erſcheint bereits Samstag früh und wird eine Brücke über den Saalbachkanal zum Feſtplatz ſchlagen. Es zeigt am Sonntag außerdem noch allerlei Intereſſantes auf dem Kanal. Daneben wirken die Techniſche Nothilfe mit der Marine⸗Hit⸗ lerjugend mit. Am Samstagabend werden im Feſt⸗ zelt die Fahnen der Pioniervereine Gernsbach, Weinheim und Schwetzingen geweiht. Sonntag vormittag findet nach dem Gräberbeſuch auf dem Ehrenhof des Schloſſes ein Landes⸗ appell ſtatt, wobei Miniſterpräſident Köhler die Feſtrede halten wird und anſchließend folgt die Parade der jungen Pioniere. Nachmittags neh⸗ men Miniſterpräſident Köhler und Waffenring⸗ führer General Haenichen den Vorbeimarſch des Feſtzuges am Marinedenkmal ab. Am 14. und 15. Nuguſt findet hier eine große Kleintierzucht⸗Ausſtellung des Kreiſes Bruchſal ſtatt. Der Landesverband der Ziegenzüch⸗ ter ſowie die Bienenzüchter halten zugleich ihre Landestagung hier ab, wozu auch der Reichsfach⸗ leiter der Bienenzüchter, Dr. Keller, Berlin, er⸗ ſcheint. Mit dieſer umfaſſenden Ausſtellung wird ſeitens des Reichsnährſtandes noch eine land⸗ wirtſchaftliche Leiſtungsſchau verbunden. Unfall an der Greffener Schiffsbrücke * Bühl, 20. Juli. Als am Samstagabend das Motorſchiff„Glarus“ aus Baſel, das beladen zu Berg fuhr, die Greffener Schiffsbrücke paſſiert hatte, ſetzte plötzlich der Motor aus. Das Schiff legte ſich infolge der ſtarken Strömung quer zur Brücke, drückte ſie in ihrer ganzen Länge vom Bad bis zum elſäſſiſchen Ufer ab und trieb zu Tal. — Die Krerſchau der deutſchen Wanderer 6000 Teilnehmer aus allen * Mayen, 21. Juli. In den Tagen vom 15. bis 20. Juli hielt der Reichsverband der Deutſchen Gebirgs⸗ und Wander⸗ vereine, der heute ſämtliche deutſchen Wandervereine mit 250000 Mitgliedern umfaßt, in dem altertüm⸗ lichen, gewerbefleißigen Städtchen Mayen in der Eifel ſeine Jahresverſammlung, den 46. Deutſchen Wandertag ab. Einen glangvollen Auftakt bildete eine Rheinfahrt von Bingen bis Ander⸗ nach am 15. Juli, wo die Hälfte der Teilnehmer mit den Andernacher Wanderfreunden einen fröh⸗ lichen Abend verlebte. Der Freitag brachte vier in⸗ haltsreiche Arbeitsſitzungen. Es tagten die Schriftleiter der 40 Verbandszeitſchriften, die Wege⸗ meiſter, die Obleute für Natur⸗ und Heimatſchutz und die Dietwarte. Letzteren ſetzte der Reichsdiet⸗ wart des DRe Münch Ziel und Richtung der Diet⸗ arbeit auseinander. Am Samstag tagte der Führerrat des Reichs⸗ verbandes in den ſtimmungsvollen Räumen des Schloſſes Bürresheim, während am Nachmittag die Gauen beim 46. Deuiſchen Wandertag in der Eifelſtadt Mayen Reichsverbandes ausgezeichnet. Am Sonntagnach⸗ mittag bewegte ſich ein rieſiger Feſtzug von 6000 Teilnehmern durch die in reichem Schmuck prangenden Straßen Mayens. Er marſchierte auf dem altertümlichen Marktplatz zu machtvoller Kundgebung auf, bei der nach einem Grußwort von Bürgermeiſter Neuen⸗ hofier der deutſche Wanderführer kraftvolle Worte Verbandsleitung und den Ehrengäſten ſtatt, unter denen ſich der Vizepräſident beim Oberpräſidium der Rheinprovinz, Dellenbuſch, und andere führende Perſönlichkeiten des Rheinlandes befanden. Ein Volksfeſt und Feuerwerk(Vulkanausbruch auf dem Bellerberg) ſchloß den ereignisreichen Tag ab. Neben den Verhandlungn war, wie ſtets bei den deutſchen Wandertagen, reichlich Gelegenheit gege⸗ ben, Land und Leute des Eifellandes und ihre Arbeit Blick auf Mayen, eine Perle des Mittelalters Verkreter der Verbände in ihrer geſchäftlichen Sit⸗ zung die Einzelheiten der Arbeit und die Lage der Gebirgs⸗ und Wandervereine beſprachen. Am glei⸗ chen Tage hielt auch der Eifelverein ſeine Hauptver⸗ ſammlung unter dem Vorſitz von Geheimrat Dr. Kaufmann in Mayen ab, ebenſo fand ein reichbe⸗ . Preſſeempfang im Rathaus des Feſtortes ſtatt. Einen erſten Höhepunkt brachte der Begrü⸗ ßungs⸗ und Heimatabend, den der Eifelverein den Gäſten aus dem ganzen Reich bot. Er ſtand auf erſtaunlicher Höhe und vermittelte einen tiefen Eindruck von der hohen Kultur des Eifellandes und der prächtigen Sinnes⸗ art ſeiner Bewohner. Am Haupttag der ganzen Veranſtaltung(18. Juli) ſand vormittags die öffent⸗ liche Hauptverſammlung ſtatt, bei der die Vertreter der Behörden und anderer Körperſchaften der Arbeit dͤer Wandervereine hohe Anerkennung zollten und bei der im übrigen die ſatzungsgemäßen Angelegenheiten unter der ſtraffen Leitung des deut⸗ ſchen Wanderführers, Miniſterpräſident a. D. Dr. Werner, raſche und reibungsloſe Erledigung fanden. 300 verdiente Wanderer erhielten den Ehren⸗ brief des Reichsverbandes und zwölf weitere wurden mit der Ehrennadel des kennenzulernen. Dies geſchah durch eine ausgezeich⸗ nete Ausſtellung„Die Eifel in Kunſt, Juduſtrie und Handwerk“, die Profeſſor Burger eingerichtet hatte, und durch mehrere Fahrten in Großkraftwagen in die nähere und weitere Umgebung Mayens, ſo nach Schloß Bürresheim, zu den Talſperren des Grenzlandes Schleiden in der Nordeifel, zur Moſel, zum Nür⸗ burgring, den Maaren und ins Ahrtal. Abſchlie⸗ ßend erlebten zahlreiche Teilnehmer des Wander⸗ tages noch einen ſtimmungsvollen Abend auf der Sünnerterraſſe in Köln bei einer Dom⸗ und Rhein⸗ uferbeleuchtung, während die Wanderluſtigen noch Gelegenheit zu den verſchiedenſten Wanderungen in die Eifel hatten. Der ganze Wandertag war in ſeinen Arbeits⸗ ſitzungen und Beratungen ſowie den öffentlichen Veranſtaltungen ein voller Erfolg, der vor allem der rührigen Vorarbeit des Eifelvereins Mayen verdankt wurde. Er bildet in der Geſchichte deut⸗ ſchen Wandertums einen Glanzpunkt und befruchtet die Arbeit des kommenden Jahres reich. Seine Er⸗ gebniſſe werden ſich auf dem Wandertag 1938 in Stuttgart zeigen. Dr. Götz. über die Bedeutung deutſchen Wanderertums zu den begeiſterten Maſſen ſprach, Vor dem Einmarſch auf dem Marktplatz fand ein Vorbeimarſch vör der Blick auf die Spargelſtadt * Schwetzingen, 20. Jult. Am Sonntagvormittag hat ſich ein 45 Jahre alter, verheirateter Mann im Keller ſeiner Woh⸗ nung durch Erhängen ſelbſt das Leben genom⸗ men. Die Tat iſt offenbar auf einen Anfall geiſti⸗ ger Umnachtung zurückzuführen. In der Nacht von Samstag auf Sonntaßg fand eine große Nachtübung der Feuer⸗ löſchpolizei ſtatt, mit der zugleich ein Alarm träger des Reichsluftſchutzbundes, Ortsgruppe Schwetzingen, verbunden war. Zur Uebung, der ein Brand im ſüdlichen Schloßflügel zugrunde lag, waren auch Bürgermeiſter Stober, Lanrat Veſen⸗ bekh und Polizeimajor Klipfel erſchienen. Die Feuerlöſchpolizei bewältigte die ihr geſtellte Uebung zur Zufriedenheit. Zum 80. Geburtstag des Kameradſchafts⸗ mitgliedes Kommerzienrat Georg Wittmann Jubilar die Ehrnmitgliedſchaft. Kameradſchafts⸗ fühver Schmiedberger überreichte dem ver⸗ dienſtvollen Kameraden, der weit über 40 Jahre Mitglied der Kameradſchaft iſt, die Ehrenurkunde. Plankſtadt, 20. Juli. Am Sonntagvormittag ſtießen bei der Straßenkreuzung Eiſenbahn—Schwet⸗ zinger Straße ein Perſonenwagen und ein Lieferwagen zuſammen. Der Lieferwagen fiel dabei um und wurde wie auch der Perſonenwagen ſtark beſchädigt. Zum Glück wurde niemand verletzt. — Einer unſerer älteſten Mitbürger, Herr Karl Ernte beſchäftigt. Die Felder ſind bereits abge⸗ erntet Drei Dreſchmaſchinen ſind faſt Tag und Nacht beſchäftigt. Mit Beginn dieſer Woche werden auf den abgeernteten Getreidefeldern die Jungmädel mit dem Aufleſen der Aehren beginnen. Brühl, 20. Juli. An ſeiner Arbeitsſtätte in Rheinau hat ein junges Mädchen ſchwere Brandwunden Ueberführung in das Krankenhaus notwendig unglückte. Ketſch, 20. Juli. Durch das ſchöne Wetter begün⸗ ſtigt, feierte die hieſige Ortsgruppe der NSDAP das diesjährige Volksfeſt, das durch ein ſehr ab⸗ wechſlungsreiches Programm den Teilnehmern unterhaltſame und fröhliche Stunden vermittelte. ſportvereins, die Turngemeinde brachte Barren⸗ turnen, die Geſangvereine„Frohſinn“ und„Sänger⸗ einheit“ Muſikkapelle umrahmte die Darbietungen mit Muſik⸗ Eſtücken. Montag abend fand der Auskhang mit gro⸗ ßer Volksbeluſtigung ſtatt. Aus der Pfalz Großfeuer bei Kaiſerslautern * Kaiſerslautern, 20. Juli. Auf dem Lauerhof bei Otterberg brach im Anweſen des Bauern Richard Ultes am Montagabend Feuer aus, das Scheune, Stall und Schuppen ſamt der Heuernte vernichtete. Das Großvieh konnte gerettet werden. Die Feuer⸗ wehr, darunter auch die Motorſpritze von Kaiſers⸗ lautern, mußte ſich auf die Rettung des Wohngebäu⸗ des bbeſchränken. Die Löſcharbeiten waren durch Waſ⸗ ſermangel erſchwert.— Die Brandurſache iſt noch nicht aufgeklärt. Landau, 21. Juli. Auf der Heimfahrt von Hockenheim nach Landau iſt am Ortseingang von Dammheim der in den 20er Jahren ſtehende Ferdi⸗ nand Ettl aug Ingolſtadt mit dem Motorrad ver⸗ unglückt. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde alsbald ſtarb. Sein Mitfahrer kam mit leichteren Verletzungen davon. * Bad Dürkheim, 2. Juli. Die beiden Ver⸗ tern aufgegriffen und nach Bad Dürkheim ge⸗ bracht, wo Erich von dͤer Polizei wegen Unterſchla⸗ gung bei ſeinem Arbeitgeber verhaftet wurde. Dr. Heinz Mayr wurde auf Grund eines Haft⸗ befehls in das Unterſuchungsgefängnis eingeliefert. Er wird beſchuldigt, in einem Be⸗ leidigungsprozeß, den der praktiſche Arzt Dr. Hüb⸗ ner gegen ihn angeſtrengt hatte und der mit einem veranlaßt zu haben. * Landau, 21. Juli. Wie bekannt wird, ſind in Landau und der Umgebung Tauſende von Bienen zugrunde gegangen. Die betroffenen Imker nehmen an, daß es ſich um Vergiftung handelt, die vermut⸗ lich ͤͤurch arſenhaltige Stäubemittel, die manche Winzer entgegen den geſetzlichen Beſtimmungen an⸗ ſcheinend auch heute noch verwenden, hervorgerufen worden iſt. Was hören wir? Donnerstag, 22. Juli Reichsſender Stuttgart .00: Frühmuſik.—.30: Frühkonzert.—.00: Gym⸗ naſtik.—.30: Ohne Sorgen jeder Morgen.— 11.30: Volks- muſik.— 12.00: Mittagskonzert.— 13.15: Fortſetzung des Mittagskonzerts.— 14.00: Allerlei von zwei bis drei.— 16.00: Muſik.— 16.00: Griff ins Heute. 19.00: Pro⸗ gramm nach Wetterlage.— 21.15: Abendkonzert.— 21.45: Heinrich Zillich.— 22.30: Unterhaltungskonzert.— 24.00: Nachtmuſik. Deutſchlandſender .30: Frühkonzert.— 12.00: Muſik zum Mittag.— 15.15: Aus neuen Tonfilmen.— 16.00: Muſik om Nachmittag.— — 18.00: Soliſtenmuſik.— 19.00: Und jetzt iſt Feierabend. —.20.10: Abſturz in die Unſterblichkeit.— 20.30: Ein flä⸗ miſcher Dirigent zu Gaſt.— 22.30: Eine kleine Nachtmuſik. — 23.00: Zum Tanze erklingen die Geigen. X Num ziu Niſwulzinouan, der Freiwilligen Sanitätskolonne und der Amts⸗ verlieh die Militär⸗ und Kriegerkameradſchaft dem Bauſt, Waldpfad 11, konnte in guter Geſundheit ſeinen 81. Geburtstag feiern.— Seit einigen Tagen iſt hier alles mit dem Einbringen der erlitten,» welche die ſofortige machte. Die Verletzungen ſind ſchwerer Natur. Der Vorgang iſt um ſo tragiſcher, als das Mädchen am Samstag zum letztenmal an dieſer Arbeitsſtätte tätig war und zwei Stunden vor Schluß noch ver⸗ Das große Programm ſah Vorführungen des Kraft⸗ ſowie die Jungmädel erfreuten die zahl⸗ Kreichen Anweſenden mit Liedervorträgen, und die E. ins hieſige Vinzentins⸗Stiſt eingeliefert, wo er mißten Erich und Harreus wurden in Kaiſerslau⸗ * Landau, 21. Juli. Der hieſige praktiſche Arzk Vergleich endete, einen Zeugen zu falſchen Ausſagen 4 R5 Umgang mit Dickhäutern: Am meiſten von allen Tieren werden beim Publi⸗ kum die Elefanten unterſchätzt. Beim Gewicht und bei den Futtermengen fängt es an und beim Charak⸗ ter hört es auf. Noch nie hörte ein Zirkusmann einen Zuſchauer auch nur annähernd das Gewicht dieſer Tierrieſen richtig ſchätzen und noch weniger fand er einen, der ihm glaubte, daß der Elefant alles andere als gutmütig, klug und edel ſei. Zur Dreſſur werden meiſt nur in diſche Elefanten verwen⸗ det und von denen auch nur Weibchen, da die Bul⸗ len nicht nur in der Brunſtzeit ſehr bösartig wer⸗ den, ſondern es vom vollendeten zehnten Lebensjahr Dan auf jeden Fall ſind. Bei einem der bekannteſten Großzirkuſſe reiſte ſeit Jahren ein alter Inder mit, der ſchon in ſeiner indiſchen Heimat als„Ma⸗ hout“, Elefantenlenker, diente Nie ging er in den dreißig Jahren ſeiner Dienſtzeit auch nur länger als eine halbe Stunde von ſeinen 24 Elefanten weg. Ununterbrochen überwachte er die Stallburſchen, wenn ſie die Tiere reinigten, abſchrubberten, ſie putz⸗ ten oder fütterten. Ihm folgten die grauen Rieſen auf den Wink. Es war auf einer Sommerturnee durch das ſüd⸗ lichſte Europa im Juli. Die exotiſchen Tiere waren infolge der Hitze und der ſüdlichen Gegenden ange⸗ regter, das heißt nervöſer als ſonſt. Der alte Inder zuckte die Achſeln und ſchlürfte zum Dompteur: „Muſt! Sahib!“ Mit dem Ausdruck„Muſt“ bezeich⸗ neten die Inder die Brunſttollheit. Der Ele⸗ fantendompteur zuckte gleichfalls die Achſeln und ſagte ſeinerſeits nur:„Mahlzeit!“ Er wußte, warum. In zwei Tagen ſollten zwei ausgewachſene Elefan⸗ tenkühe eintreffen, die der Direktor billig unterwegs von einem zugrunde gegangenen Zirkus gekauft hatte. Sie kamen richtig an, halb verhungert, dafür aber jede mit einigen hundert Kilogramm Eiſenketten ge⸗ feſſelt. Vier Mann machten ſehr vorſichtig die Ketten los, mit denen die beiden Neuen umwunden waren. Dann wurde ein mächtiger Haufen Heu vor dem 0 0 Waggon auf die Rampe gelegt, und der Dempteur rief beide Tiere mit Namen an. Vorſichtig machte der Wärter mit ihnen Bekanntſchaft und ſtreichelte den einen Rüſſel leicht. Gleich darauf flog er in weitem Bogen durch die Luft und landete krachend einige Meter entfernt zwiſchen den Gleiſen. Er hatte ein richtiggehendes„Schlenkerbillett“ erhal⸗ ten— ſo nennt man den fürchterlichen, blitzſchnell erfolgenden Seitenhieb eines ruhig daſtehenden Ele⸗ fanten mit dem Rüſſel. Schlägt er von oben zu, dann iſt der Menſchenkopf zermalmt, ſeitlich ſchleu⸗ dert er nur weg, und wenn man nicht an ein feſtes Hindernis anprallt, ſo hat man nur blaue Flecken für die nächſten Wochen. Die Zaubermacht des Inders Vorſichtig wollte ihnen der Dompteur die Eiſen⸗ kette über den Hals werfen, da ſtellte die eine Kuh die Ohren ſteil nach vorne, hob den Rüſſel und ſchlug zu, diesmal aber von oben. Wäre der Dompteur nicht ſogleich zurückgeſprungen, ſo hätte ihm der herunterſauſende, lebende Schmiedehammer den Kopf zerſchmettert. Da ſchob ſich eine kleine, verrun⸗ zelte Geſtalt mit blendend weißem Turban zwiſchen die Tiere und die Männer. Der alte Inder nahm ſich der Elefanten an. Ruhig ging das kleine Männ⸗ chen dicht vor die unruhig hin und her tretenden Tiere hin und ſprach ſie in ſeiner weichen, leiſen, gutturalen Sprache an. Immer ruhiger wurden die beiden Rieſen, jetzt trat der Inder zwiſchen ſie, faßte je eines der Rieſenohren unten an der Spitze, und ſo führte er ſie ganz langſam und ruhig in den Zirkus. Auαεuνε in clex Ma gE Die Zaubermacht des kleinen lnders— Ein Elefantendompteur erzählt Nach zwei Tagen führte der Inder die Neuen in die Manege, und der Dompteur verſuchte ihr Kön⸗ nen. Aus ſicherer Entfernung rief er den Tieren die gewöhnlichen Kommandos zu, die prompt befolgt wurden. Als er ihnen langſam näherkam, blieben ſie aber nicht ſtehen und warteten ab, bis er in Reich⸗ weite ihrer Rüſſel war, ſondern ſie kamen ziemlich ſchnell auf ihn zu. Trotz der ſchweren Peitſche, die er ihnen ordentlich über den Rüſſel zog, machten ſie nicht halt, ſondern er mußte zurück, ſonſt wäre er unter ſie gekommen. Noch einmal rief der Domp⸗ teur, da kamen ſie, ſo ſchnell, wie es niemand ver⸗ mutet hätte. Im Handumdrehen lag einer der hel⸗ fenden Burſchen unter dem furchtbaren Fuß, und hörbar krachte es, als das Rieſentier jetzt über dem Mann den Fuß langſam hin und her rollte: das von allen Elefantenleuten ſo gefürchtete„Zigaretten⸗ wuzeln“ der Elefanten, nur, daß die Zigarette ein lebender Menſch iſt, dem dabei alle Knochen im Leib zermalmt werden. Der Elefantendompteur weigerte ſich ganz ent⸗ ſchieden, die Neuen jemals wieder in die Manege zu nehmen, ein Wort gab das andere, und zum Schluß reiſte der Dompteur ab. Arbeitsloſe gibt es genug unter den Artiſten; binnen wenigen Tagen traf ein neuer Elefantendompteur ein, den der Agent telegraphiſch beſorgt hatte. Eine furchtbare Rache Ihm, dem Neuen, ging es darum, endlich wieder einmal ein ordentliches Engagement zu bekommen, obwohl er genau wußte, was hier paſſiert war. Die beiden Elefanten verhielten ſich gegen ihn apathiſch, weil er ſie nur fütterte, mit ihnen aber nicht probte. Als ihn der alte Inder einmal ſchüchtern mahnte, die Tiere nicht ſo derb mit dem Haken anzupacken, ſchrie er ihn grob an.„Entweder ſie folgen oder ich bringe ſie um“, war die ſtändige Redensart des jungen Dompteurs. Bis eines Tages der alte Inder ſtarb. Der Zirkus reiſte weiter, zu langer Trauer hat man keine Zeit, und der Elefantendompteur war ſroh, daß ſein böſer Geiſt, wie er den Inder nannte, nicht mehr auf der Welt war. Jetzt konnte er nach Herzensluſt auch die anderen Tiere„drannehmen“, was ihm der Inder bisher ſtreng verwehrt hatte. Rückſichtslos ſtudierte er neue Tricks mit ihnen ein, ſchonte ſie weder vor Eiſenhaken noch Peitſche, und hatte Erfolg. Als er eines Tages die beiden Elefan⸗ ten mit brennenden Fackeln quälte, oͤrehte ſich Amy blitzſchnell herum, ein furchtbarer Rüſſelhieb von oben ſtreckte den Mann zu Boden, der von dem wü⸗ tenden Tier mit allen Vieren vollkommen zermalmt wurde. Betty faßte einen Burſchen mit dem Rüſſel, hob ihn hoch und ſchlug ihn ſo lange krachend immer wieder auf die Logenbrüſtung, bis er als lebloſe Maſſe liegenblieb. Einen dritten Burſchen erreichte Amy, als er dicht hinter ihr flüchten wollte. Die Kataſtrophe war gar nicht abzuſehen, da erſchien ein Mann in weißem Ueberkleid und weißem Turban. Wie auf Kommando hielten die tobenden Elefanten inne. Das einzige Vermächtnis, das der ſterbende Inder dem älteſten Elefantenwärter hinterlaſſen hatte, brachte Hilfe in höchſter Not. Das Gäſtebuch Frau von H. hatte ein Gäſtebuch. Das Buch iſt der Schrecken aller ihrer Gäſte. Nicht nur, daß man alles leſen muß, was jeder mal hineingeſchrieben hat, nein, man muß auch zum Ueberdruß noch ſelbſt einen Vers machen. Eines Tages aber war das Gäſtebuch wie vom Eroͤboden verſchwunden, und veranſtaltet wurde, ſa Heiratspläne in Hollywood Die bevorſtehende Trauung des Weltrekoroſchwimmers und Tarzan⸗Darſtellers Jonny Weißmüller mit dem„Schwarzen Teufel von Hollywood“, der temperamentvollen Lupe Volez, erregt beſonderes Intereſſe.(Preſſephoto, Zander⸗M.) man trank ungeſtört bei Frau von H. ſeinen Kaffee. Wenn das Geſpräch auf das Buch kam, ſchwieg Frau von H. eiſig und erklärte ſpäter, ſie hätte es ver⸗ nichtet. Es war aber nicht vernichtet. Ich fand es an Pallas Athene und Wilhelm Tell Im großen Feſtzug„2000 Jahre deutſche Kultur“ in München, der zum Tag der Deutſchen Kunſt h man u. a. in der Gruppe„Klaſſiſche Kanſt“ das Haupt der Pallas Athene, begleitet von Frauen in Empire⸗Gewändern.— Auch der Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell mit ſeinem Sohne war im Feſtzug zu ſehen. (Weltbild, Preſſephoto, Zander⸗M.) Das hätte leicht ſchlimmer abgehen können Beim Training für den Großen Preis von London ereignete ſich dieſer noch glimpflich verlaufene Unfall. Einer der Wagen überfuhr die dicke Einfaſſungs⸗ mauer der Straße und blieb dicht über dem Ab⸗ grund im letzten Augenblick hängen. Der Fahrer blieb unverletzt.(Atlantie, Zander⸗M.) einem langen Regennachmittag. Als letzte Eintra⸗ gung las ich: „Genießt der Jüngling ein Vergnügen— ſo ſei er dankbar und verſchwiegen.“ (Simpliziſſimus) ————— Das magiſche Bild/ von usonn Obee Vor wenigen Monaten iſt, faſt fünfundneunzig Jahre alt, der Senior einer mitteldeutſchen Familie geſtorben. Früher war der alte Herr ſehr wohl⸗ habend, aber auch, und das iſt der mildeſte Ausdruck, der ſich anwenden läßt, in Geldſachen mehr als ge⸗ nau geweſen. In ſeinem langen Leben hat er nie einem Menſchen mit einem Taler ausgeholfen und iſt, allein aus Furcht vor Geldausgaben, unverhei⸗ ratet geblieben. Im allgemeinen Zuſammenbruch ſchwand auch ſein Vermögen dahin, doch war es ſo anſehnlich geweſen, daß er nachher von den aufge⸗ werteten Trümmern ohne Sorge leben konnte, zu⸗ mal er alles zum Ankauf einer Leibrente verwen⸗ det hatte. Barmittel alſo hinterließ er nicht, wohl aber Haus und Garten, und zwar einem jüngeren Verwandten, dem es zu gönnen war, da er als Künſtler ſchwer zu ringen hatte. Das Häuschen war ganz vollgeſtopft mit Ur⸗ väterhausrat, darunter wertvolle Stücke, von denen der Erbe verkaufte, was nötig war, um die Steuer und die Einrichtungskoſten zu decken. Einige ſchöne Möbel verblieben ihm noch, und ſo ſegnete er denn das Andenken des alten Herrn, obgleich er ihm zu Lebzeiten beharrlich auch die geringſte Unterſtützung verweigert hatte. 425 Vorher hatte der Erbe nur ein einziges Stück von Wert beſeſſen, ein Bild eines engliſchen Malers, das„Der Geizhals“ betitelt iſt und dies Motiv auf eine zwar wenig originelle Art, aber in eigentüm⸗ lich anziehender Malweiſe behandelt. Es zeigt einen kleinen alten Mann, der einen Beutel voll Gold⸗ ſtücke auf die Tiſchplatte geleert und die Hände in dem ſchimmernden Metall vergraben hat. Das Ge⸗ ſicht und der funkelnde kleine Berg ſind die einzigen hellen Farbflecken; ſonſt iſt im Halbdunkel nichts zu unterſcheiden als eine geöffnete eiſenbeſchlagene Truhe. Von dieſem Bild hatte ſich der Erbe auch in den ärgſten Nöten nicht trennen mögen, obgleich es gut verkäuflich geweſen wäre. Ein wenig welt⸗ fremd, wie er war, und mit dem Beiſpiel des Fa⸗ milienſeniors vor Augen, hatte er geglaubt, dieſe Darſtellung enthalte eine allgemeine Wahrheit, und ſo mochte es ihm hin und wieder Troſt gewährt ha⸗ ben, den gemalten Harpagon anzureden: Was haſt du nun von deinem Gold? Noch weniger als ich von meiner Armut! Als der Erbe ſich eingerichtet hatte, wollte er das Bild am längſtgewählten Platz aufhängen. Auf der Leiter ſtehend, bepochte er mit gekrümmtem Mittel⸗ finger die Wand, denn er bildete ſich ein, allein nach dem Gefühl eine Mauerfuge unter der Mörtelſchicht ausfindig machen zu können. Schließlich ſchlug er einen feinen Probenagel ein, der ſich alsbald krümmte. Darüber und darunter, rechts und links davon ging es ebenſo. Ein weiteres Abweichen war nicht möglich. Aergerlich ſtieg er von der Leiter herab und holte den Mauerbohrer herbei, der aber gleichfalls nicht eindringen wollte und als er in hal⸗ bem Zorn ſtärker zuſchlug, ſprang zu ſeinem Schreck ein großes Mörtelſtück, wie von einer elaſtiſchen Kraft abgeſprengt, los und fiel zu Boden. Er⸗ ſchrocken beſchaute er den Schaden. In dem Loch zeigte ſich eine roſtig überlaufene Eiſenplatte und in ihr eine vom Mörtelkalk verſtopfte Oeffnung von unverkennbarer Form: ein Schlüſſelloch. Unver⸗ weilt hämmerte er abermals los und hatte bald die ganze Tür dieſes eingemauerten und übermörtelten Behältniſſes freigelegt. Mit großer Mühe, denn er wollte keinen fremden Helfer hinzuziehen, brach er ſie auf. Sein erſter Griff in die dunkle Höhlung förderte eine Enttäuſchung zutage, ein Bündel vergilbter Papiere; der zweite aber fand, worauf er gehofft hatte. Wirklich hatte der mißtrauiſche alte Herr in dieſem unauffindͤbaren Verſteck das verborgen, was er ſeinen baren Notpfennig genannt haben mochte. Der Erbe leerte den ſchweren Beutel, der vor mehr als einem halben Jahrhundert gefüllt ſein mußte, auf den Tiſch und griff beglückt mit beiden Händen in das gelbe Metall, zog ſie aber beſchämt zurück, als ſein Blick auf das an der Wand lehnende Bild fiel, und machte ſich ans Zählen. Von den goldenen Hundertfrankſtücken, die der dͤritte Napoleon im Uebermut ſeiner Glanzzeit hatte prägen laſſen, fan⸗ den ſich allein 82 Stück, dazu engliſche, deutſche und ruſſiſche Goldmünzen, im ganzen eine Summe, die ihm die Erziehung ſeiner Kinder ſehr erleichterte. Daß er aber im ganzen Hauſe keine andere Stelle für das Bild gefunden hatte als gerade dieſe die den verhehlten Schatz barg, das ſei, ſo behauptet der Erbe, der gern dem Wunder im Alltag begegnet, kei⸗ neswegs ein Zufall, ſondern auf die geheime Macht zurückzuführen, die Verwandtes unwiderſtehlich zu⸗ einander zwingt. Deutſche Kulturwoche in Paris Paris, im Juli. Das Büro der„Deutſchen Kulturwoche in Paris“ empfing die deutſchen und franzöſiſchen Preſſevertreter, um das Programm der Deut⸗ ſchen Kulturwoche, die vom 3. bis zum 12. September im Rahmen der Pariſer Weltaus⸗ ſtellung ſtattfinden wird, bekanntzugeben. Die Pa⸗ riſer Leitung der groß geplanten künſtleriſchen deut⸗ ſchen Kundgebung wurde in die Hand eines Komitees gelegt, beſtehend aus Oberregierungsrat Faber, dem Ortsgruppenleiter von Kirſchten, und dem Vertreter der Deutſchen Reichsbahn in Paris, S. W. Streibel, in deſſen Verwaltungsräumen auch das Büro der Kulturwoche iſt. Der Vertreter der Reichs⸗ bahn hieß die Erſchienenen willkommen und betonte, daß der Führer und Reichskanzler die Leitung der Deutſchen Kulturwoche dem Staatsſekretär Funk anvertraut habe, der an den Veranſtaltungen ſelbſt teilnehmen werde. Die Kulturwoche habe ſich als Ziel geſetzt, einmal eine Viſitenkarte der deutſchen Kunſtleiſtung auf der Weltausſtellung zu ſein, zum andern aber auch ein Mittel der Annäherung zwi⸗ ſchen Frankreich und Deutſchland durch Enger⸗ knüpfung der gegenſeitigen kulturellen Bindungen zu werden. Oberregierungsrat Faber gab in einem kleinen Vortrag das Geſamtprogramm bekannt, das auf zehn Abende vertellt ſein wird, die dem Film, dem Geſang, dem Tanz, dem Konzert und der Oper gewidmet ſein werden. Ebenſo wie die Ver⸗ anſtaltungen der anderen Nationen in Paris wird auch das deutſche Programm im Theatre des Champs Elyſées gezeigt werden. Nicht zuletzt, um der Vorliebe der Franzoſen entgegenzukommen, werden zwei Wagneropern mit der Bay⸗ reuther Spielbeſetzung und zwei Werke von Richard Strauß durch die Staatsoper in Berlin zum Vortrag kommen. Die meiſten daran beteiligten Künſtler ſind im übrigen der franzöſiſchen Oeffent⸗ lichkeit ſchon aus früheren Gaſtſpielen beſtens be⸗ kannt. Die Eröffnung der Deutſchen Kulturwoche wird am 3. September im Lichtſpielpalaſt der Inter⸗ nationalen Ausſtellung ſtattfinden mit der Welt⸗ uraufführung des Ufa⸗Films„Patrioten“. Die Günther⸗Schule aus München, die ſchon in den vergangenen Wochen anläßlich der Inter⸗ nationalen Tanzabende der Weltausſtellung in Pa⸗ ris großen Beifall geerntet hatte, wird die letzten Schöpfungen der deutſchen Tanzkunſt zeigen, aber auch Harald Kreutzberg und das Ballett der Staatsoper in Berlin werden dafür ein⸗ treten. Neben der Staatsoper wird auch der Köl⸗ ner Männergeſangverein, der Kittel⸗ ſche Chor, Berlin, ſich an den Darbietungen beteiligen. Deutſches Filmtheater im deutſchen Pavillon in Paris. Im Rahmen der Filmvorführungen des deutſchen Filmtheaters im deutſchen Pavillon auf der Internationalen Weltaus⸗ ſtellung in Paris werden in der nächſten Zeit außer der Wochenſchau folgende Programme ge⸗ zeigt: 19. und 20. Juli:„Der Ameiſenſtaat“,„Königs⸗ walzer“; 21. und 22. Juli:„Der Spiegel aus Pa⸗ pier“,„Der Kaiſer von Kalifornien“; 23. und 24. Juli:„Deutſche Nordſeeküſte“,„Ball im Metropol“; 25. und 26. Juli:„Metall des Himmels“,„Ver⸗ räter“; 27. und 28. Juli:„Das Olympia unſerer Kleinſten“,„Madame Bovary“; 29. und 30. Juli: „Lanoſchaft und Leben“,„Kleine Königstragödie“, „Olympia⸗Werkfilm“; 31. Juli und 1. Auguſt: „Schiff in Not“,„Gleisdreieck“. Im internationalen Filmtheater am Eiffelturm wird am Freitag, 23. Juli, nachſtehendes Programm zur Vorführung ge⸗ langen: Wochenſchau,„Jugend der Welt“,„Ver⸗ räter“. Nach wie vor begegnen die deutſchen Film⸗ vorführungen ſowohl im Filmtheater des deutſchen Pavillons als auch im internationalen Filmtheater am Eiffelturm außerordentlich ſtarkem Intereſſe. 6. Seite/ Nummer 320 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 21. Juli 1937 Veumischtes — Ein böſes Nachſpdel hat ein Scheidungsverfah⸗ ren für die 37 Jahre alte Gertrud Warda und ihren Freund, den 32jährigen Wilhelm Willmann, die ſich vor dem Berliner Schwurgericht wegen Meineides und Anſtiftung dazu verantworten mußten. Frau Waroa wollte im Jahre 1934 von ihrem Ehemann loskommen und hatte daher gegen ihn die Schei⸗ dungsklage eingereicht, die ſie damit begründete, daß ihr Mann hemmungslos dem Trunke verfallen ſei. Der Mann erhob daraufhin ſofort Widerklage mit der Begründung, ſeine Frau habe mit ihrem Freunde Willmann Ehebruch getrieben. In dem damaligen Scheidungsverfahren wurde Willmann als Zeuge vernommen, und unter ſeinem Eide beſtritt er, je⸗ mals in engeren Beziehungen zu der Frau geſtanden zu haben. Entſprechende Ermittlungen aber ergaben bald, daß dieſe Ausſage erlogen war. Vor dem Unterſuchungsrichter geſtand er dann auch, daß er von Frau Warda, die den„Ehrgeiz“ hatte, ſchuldlos geſchieden zu werden, dazu aufgefordert worden ſei, nicht die Wahrheit zu ſagen, was er dann auch ge⸗ tan habe. Nun wurde auch die Frau verhaftet, doch bei ihren wiederholten Vernehmungen beſtritt ſie jede Schuld. So war es auch in der jetzigen Ver⸗ handlung vor dem Schwurgericht. Während Will⸗ mann ein offenes Geſtändnis ablegte, leugnete die Angeklagte Warda hartnäckig, dieſen irgendwie be⸗ einflußt zu haben. Das Schwurgericht ſah ſie jedoch für reſtlos überführt an und verurteilte ſie wegen Anſtiſtung zum Meineid zu einem Jahr ſechs Mo⸗ naten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverluſt. Will⸗ mann, der offenſichtlich dem Einfluß der Frau er⸗ legen war, kam mit einem Jahr Gefängnis davon und wurde vorläufig aus der Haft entlaſſen. — Ein heiterer Zwiſchenfall trug ſich unlängſt am norwegiſchen Rundfunk zu. Ein Anſager kün⸗ digte eine Werbeveranſtaltung in Oslo mit der fol⸗ genden Bemerkung an:„Der Beſuch dieſer Ver⸗ anſtaltung iſt jedem zu empfehlen. Der König und die Königin werden ebenfalls erſcheinen— es wird nämlich kein Eintrittsgeld erhoben.“ Ganz Oslo hat über dieſen ſelbſtverſtändlich unbeabſichtig⸗ ten Scherz helle Tränen gelacht, und auch der nor⸗ wegiſche König ſchmunzelte, als man ihm den Vor⸗ fall berichtete. Der Intendant des Osloer Rund⸗ funks nahm die Geſchichte zum Anlaß, in einem kleinen Vortrag über ähnliche Dinge zu berichten, die ſich vor dem Mikrophon in den letzten Jahren abgeſpielt hatten. Während der Uebertragung eines Kirchenkonzertes kündigte der Sprecher ein Stück an, deſſen Titel den Hörern etwas merkwürdig er⸗ ſchien. Er ſagte nämlich:„Nun ſingt der Chor das Lied:„Herr, ſieh, ich komme zu dir... in zwei Mi⸗ nuten...“ In Wirklichkeit hatte der Sprecher den „2 Minuten“ noch die Worte hinzufügen wollen: „ſetzen wir unſere Sendung fort“. Aber durch einen Irrtum war die Uebertragung abgeſchaltet worden. * — Unlängſt fand in London in feierlicher Weiſe die Trauung von Miß Lucie Sylvia Clayton in einer Kirche ſtatt. Die junge Frau machte bei dieſer Gelegenheit die Zeremonien einer Trauung zum 300. Mal mit. Sie hat ſicher einen ſehr merkwür⸗ digen Rekord erreicht, denn es wird ſich wohl keine Frau finden, die Gleiches von ſich ſagen kann. Die junge Dame hat zum erſten Male den Bund fürs Leben geſchloſſen, obwohl ſie zum 300. Mal vor dem Traualter ſtand. Bei den früheren Gelegenheiten fungierte ſie nämlich als Probebraut, ein Beruf, der in England allgemein verbreitet iſt. In der eng⸗ liſchen Ariſtokratie kommt es nämlich häufig vor, daß am Tage vor der kirchlichen Heirat eine Probe der Trauerfeierlichkeiten ſtattfindet. Das junge Brautpaar wohnt dieſer Probe bei, damit am wirk⸗ lichen Hochzeitstag die Feier nach dem vorgeſchrie⸗ benen Zeremoniell vonſtatten geht. Miß Lucie Syl⸗ via Clayton, die Mannequin in vornehmen Braut⸗ toiletten geweſen iſt, war eine ſehr geſuchte Probe⸗ braut in der engliſchen Geſellſchaft. — Abdul Aziz, der in Arrah(Indien) wohnt, hatte aus irgendeinem Grunde eine Wallfahrt nach Mekka gelobt. Mekka liegt ja nun nicht gerade in der Nachbarſchaft. Eine gehörige Portion Zeit mußte der fromme und reiche Moslem ſich dazu ſchon vornehmen. Aber damit nicht genug, um ſeine Wall⸗ fahrt recht gewichtig und wirkungsvoll zu geſtalten, tat Aziz bei ſeinem Gelübde den Zuſatz, er wolle die ganze Reiſe zu Fuß zurücklegen und nach je fünf Schritten ſtehen bleiben und ein Gebet ſprechen. Ge⸗ ſagt, getan. Wenigſtens angefangen. Jetzt, neun Monate nach ſeinem Aufbruch, iſt Aziz erſt in Alla⸗ habad, alſo immer noch in Indien. Seine Mutter, ein würdige Matrone, kann bequem alle zehn Tage eine Reiſe machen, um ihren Sohn zu beſuchen. Man hat ausgerechnet, daß Aziz für ſein Vorhaben, wenn er es weiterhin ſo oͤͤurchführt— woxran nicht zu zwei⸗ feln iſt!— zehn Jahre brauchen wird. *. — Der Entdecker des Wechſelſtromes, der inzwi⸗ ſchen zu Weltruhm gelangte jugoſlawiſche Phyſiker Dr. Nicola Tesla, der in Neuyork lebt, hat anläß⸗ lich der Feier ſeines 81. Geburtstages die aufſehen⸗ erregende Ankündigung gemacht, daß es ihm auf Grund eines neuen Verfahrens gelingen werde, von der Erde aus die Verbindung mit den anderen Pla⸗ neten unſeres Sonnenſyſtems aufzunehmen. Tesla erklärte nach einer Neuyorker Meldung des„Hbgr. Fröbl.“, er habe ſeit 25 Jahren an dieſem Problem gearbeitet und ſei jetzt endlich mit der Erfüllung die⸗ ſes phantaſtiſchen Menſchheitstraumes belohnt wor⸗ den. Allerdings ſei, ſo erklärte der greife Erfinder, ſeine Entdeckung noch nicht reif zur Veröffentlichung, da er ſich formell um den von Frankreich ausgeſetz⸗ ten Preis von 100 000 Franken bewerben wolle. Die⸗ ſer Preis iſt für den erſten Menſchen beſtimmt, dem die Herſtellung einer Verbindung mit einer anderen Welt gelingt. Der 81jährige wurde während des Geburtstagsfeſteſſens mit dem jugoſlawiſchen Adlerorden und dem tſchechiſchen Löwenorden aus⸗ gezeichnet. * — Die Regierung von Kanada iſt entſchloſſen, die Bodenſchätze des arktiſchen Kanada weit ſtärker als bisher zutage zu fördern. Man weiß, daß oben, innerhalb des Polarkreiſes, Oel, Kohle und Radium zu finden iſt, und daß es nur der Erſchließung dieſer reichen Ländereien bedarf, Ein ſehr wichtiger An⸗ fang iſt jetzt mit dem Ausbau einer Oellinie gemacht worden, die von den Fällen des Bärenfluſſes etwa 20 Kilometer nach Süden, nach Fort Norman, führt. In der Nähe des Bärenfluſſes hatte man vor einigen Jahren drei ſehr ergiebige Oelquellen entdeckt, deren Oel jetzt durch umfangreiche Röhren weitergeleitet wird. Von Fort Norman aus wird das Oel auf Kraftwagen zum großen Bärenſee transportiert, wo es als Betriebsſtoff für die Dieſel⸗Maſchinen der Radium⸗Bergwerke dienen ſoll. Somit liefert jetzt das arktiſche Kanda ſelbſt den Betriebsſtoff zu ſeiner eigenen Ausbeutung und Erſchließung. d. — Eine Liebestragödie, die ein Todesopfer for⸗ derte, ereignete ſich in Berlin⸗Wilmersdorf. In ſei⸗ ner Wohnung fand man den 44 Jahre alten Arzt Dr. H. und eine 24jährige Hausangeſtellte Klara G. ge⸗ meinſam mit Veronal und Morphium vergiftet vor. Die von der Feuerwehr angeſtellten Wiederbele⸗ bungsverſuche waren bei der G. von Erfolg, während bei dem Arzt nur noch der Tod feſtgeſtellt werden konnte. Wie die Ermittlungen ergeben haben, war die Frau des Arztes, mit der dieſer in unglücklicher Ehe lebte, ſeit einiger Zeit an der Oſtſee und ſollte Sonntag von der Ferienreiſe zurückkommen. Dr. H. unterhielt ſeit längerer Zeit ein Liebesverhältnis mit der 24jährigen Klara G. und hat dieſe auch in die Wohnung mitgenommen, wo beide beſchloſſen, ge⸗ meinſam aus dem Leben zu ſcheiden. 21 — Eines der ſchönſten Mädchen aus der polniſchen Stadt Kielce, die Tochter eines angeſehenen Rechts⸗ anwalts, hat dieſer Tage durch Erſchießen Selbſt⸗ mord begangen. Ungewöhnlich iſt der Grund für die Tat. Wie aus einem hinterlaſſenen Abſchiedsbrief hervorgeht, war das Mäöchen verzweifelt, weil ihr Geſicht durch Sommerſproſſen entſtellt wurde, die ſie durch kein Mittel beſeitigen konnte. Ein Muſterbeiſpiel des„Verſetzungs-Syſtems“ Der Pſychopath als„Krankenpfleger“ dnb. Breslau, 20. Juli. Die Große Strafkammer des Landgerichts Bres⸗ lau hatte ſich in dieſen Tagen mit einem Prozeß zu beſchäftigen, der wieder einmal ſehr bezeichnend für die Art und Weiſe iſt, in der zuſtändige kirchliche Auſſichtsbehörden mit notoriſchen Sittlichkeitsverbre⸗ chern verfuhren. Der Angeklagte, der 38 Jahre alte Johannes Marek(Frater Willibaldus), der 1919 in den Orden der Barmherzigen Brüder eingetreten iſt und dort ſein Gelübde ablegte, ſtellt den Typus eines Pſychopathen dar, der nach dem Gutachten der Sachverſtändigen als erblich belaſtet anzuſehen iſt. Um ſo erſtaunlicher wirkt die Tatſache, daß ſolch ein kranker Menſch zur Pflege und Wartung von Kranken zugelaſſen wurde, an denen er ſich dann in ſcheußlichſter Weiſe vergangen hat. Das Treiben des Angeklagten blieb den zuſtändigen kirchlichen Stellen keineswegs unbekannt, denn in einem Dekret des Provinzialamtes ſprach man von Vorgängen,„die Schmach und Schande auf den Or⸗ den häuften und die Exiſtenz eines brüderlichen Krüppelheimes gefährdeten“. Der Erfolg war aber lediglich, daß dem Frater Willibaldus die Ausſtoßung aus dem Orden angedroht wurde. Er hatte übri⸗ gens ſelbſt in Rom den Antrag geſtellt, von ſeinem Gelübde entbunden zu werden. Aber dieſer Antrag wurde nicht angenommen, ſondern lediglich die „Verſetzung“ des Bruders Willibaldus auf ein klöſterliches Gut„jur Erholung“ verſügt. So ſtand nach den erſten ſittlichen Vergehen die an⸗ gedrohte Ausſtoßung nur noch auf dem Papier, und nach einiger Zeit wurde Frater Willibaldus wieder⸗ um mit der Pflege von Kranken betraut, mit dem Ergebnis, daß er ſich alsbald erneut geſchlechtlich verging. Wieder wurde er zunächſt nur verſetzt und erſt, nachdem man nochmals zwei Jahre gewar⸗ tet hatte, wurde ihm die zweite Androhung der Aus⸗ ſtoßung aus dem Orden zugeſtellt und eine aber⸗ malige„Strafverſetzung“ verfügt. Das Urteil lautete wegen Verbrechens gegen § 174 Abſ. 3 in einem Falle und Vergehens gegen § 175 in einem weiteren Falle unter Zubilligung mil⸗ dernder Umſtände auf ein Jahr ͤrei Monate Gefängnis. Straſmildernd kam dem Angeklag⸗ ten lediglich die Tatſache zugute, daß die Ordenslei⸗ tung, als ſie die geiſtige Verfaſſung und die Anlage des Angeklagten erkannt hatte, nicht die ſelbſtver⸗ ſtändlichen Folgerungen zog. Richter Lynch dinb Neuyork, 20. Juli. In Tallahaſſee(Florida) wurden zwei junge Neger nachts aus dem Gefängnis von Unbekannten entführt und ermordet. Sie waren beſchuldigt, einem Poliziſten Stichverletzun⸗ gen beigebracht zu haben und befanden ſich bereits in Unterſuchungshaft. Am Tatort wurden fünf Warnungsplakate gefunden, die allen Negern, die Weißen ein Leid zufügen, ein gleiches Schickſal an⸗ drohen. FPPPPP——TPTPTPTPTPPTPFPPTTT——TTPTPTTTTPTTPTPTPPPPPPPPPPCPPPPPPCPCPCPCPCPCPPPPPPTT————PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP—PPPPPPPPPPPPTTPPPPP———PPPPPPPPPPPPP PP BPBPPPPPPP ‚ ‚»»»‚‚»‚»»—— — In Glendale, einer Vorſtadt von Los Angeles, iſt dieſer Tage Jean Harlows letzter Film„Sara⸗ toga“ zur Uraufführung gelangt. Zu Hunderten und Tauſenden eilten die Beſucher in die Vorſtadt hin⸗ aus, Autos raſten um die Wette, und die Straßen⸗ bahnen waren überfüllt. Man raufte ſich buchſtäb⸗ lich um die Plätze, es kam zwiſchen hyſteriſchen Frauen an der Kaſſe ſogar zu einem Handgemenge, ſo daß ſchließlich die Polizei das Ueberfallkommando entſenden mußte, damit die Vorſtellung überhaupt durchgeführt werden konnte. Im Kino ſelbſt ſpielten ſich während der Vorführung unbeſchreibliche Szenen abb. Obwohl„Saratoga“ ein Luſtſpiel iſt, brachen Frauen und Mädchen, als Jean Harlow auf der Leinwand erſchien, in lautes Schreien und Weinen aus, einige Beſucherinnen, die in Ohnmacht gefal⸗ len waren, mußten ins Hoſpital übergeführt wer⸗ den. Hyſteriſche Schreie und begeiſterter Applaus unterbrachen immer wieder die Dialoge, während man das Double der verſtorbenen Künſtlerin, die junge Mary Dees, die den Film für Jean Harlow zu Ende geſpielt hatte, bei ihrem Erſcheinen laut auspfiff. * — Ein junger Mann aus der weſtfäliſchen Ge⸗ meinde Meggen hat ſich eine beſonders anrüchige Art der Rache wegen verſchmähter Liebe ausgeſucht. Die Geliebte ſtammte aus dem Ort Kickenbach. Der rachedurſtige Verſchmähte ſchlich ſich nachts an das Haus des Mädchens und ſprengte mit einer Dyna⸗ mitpatrone den geſamten vor dem Hauſe aufgebauten Miſthaufen in die Luft. Die ſchöne Front des Bauernhauſes ſah entſprechend aus. Außerdem gin⸗ gen zahlreiche Fenſterſcheiben in Trümmer. Der Burſche wurde von der Polizei gefaßt und wird ſei⸗ nen Rachedurſt teuer bezahlen müſſen. — In Stade(Hannover) hatte eine Frau einen Eimer mit Teer gekauft und wollte ihn auf ihrem Fahrrade nach Hauſe bringen. Unterwegs entglitt ihr jedoch der Eimer, und der Teer floß auf die Fahrbahn. Die Frau entfernte ſich, ohne ſich um die Beſeitigung des entſtandenen Verkehrshinder⸗ niſſes zu kümmern. Bald darauf paſſierte ein Mo⸗ torradfahrer aus Hamburg mit ſeiner Ehefrau auf dem Soziusſitz dieſe Stelle. Er ſtürzte auf dem Teer mit ſeiner Maſchine und erlitt einen ſchwe⸗ ren Schädelbruch. Auch die Frau wurde erheblich verletzt. Beide wurden in das Krankenhaus ge⸗ ſchafft, wo der Mann ſeinen Verletzungen erlag. Eine ganze Anzahl weiterer Kraft⸗ und Radfahrer kamen an der Unglücksſtelle eu Fall, bis die Polizei den Gefahrenherd beſeitigte. * — Das Kreisgericht in Chrudim(Tſchechoſlowa⸗ kei) hat wohl als erſtes europäiſches Gericht dieſer Tage eine Klage erhalten, die— telegraphiſch aufge⸗ geben wurde. Die erſte„Drahtklage“ umfaßte 192 Worte, und mit ihr hat nun auch die moderne Ge⸗ ſchwindigkeitstechnik in einem Gerichtsſaal Eingang gefunden. Eine Frau war auf der Landſtraße von einem Laſtauto überfahren worden und hatte lebens⸗ gefährliche Verletzungen erlitten. Nach dem Geſetz können Anſprüche auf Schmerzensgeld nur bei Leb⸗ zeiten eines Verletzten geſtellt werden. Da die Frau im Sterben lag, machte ein raſch herbeigeholter An⸗ walt den Anſpruch auf Schmerzensgeld in einer tele⸗ graphiſchen Klage an das nächſte Kreisgericht gel⸗ tend. Ein juriſtiſches Problem, um das ſich nor⸗ malerweiſe Aktenberge türmen, iſt auf dem Wege der Depeſche zu einem„Kurzbericht“ geworden, zu dem nicht einmal 200— notwendig waren. — In Atzendorf bei Magdeburg gerieten zwei Pferdegeſpanne eines Landwirts auf dem Felde in einen Bienenſchwarm, der ſofort über die Tiere und den Geſpannführer herfiel. Die Bienen hatten in einem Kartoffelbuſch gehangen und waren aus ihm durch einen Huftritt aufgeſcheucht worden. Der Ge⸗ ſpannführer verſuchte richtigerweiſe, die Pferde aus⸗ zuſpannen, damit ſie ſich oͤurch die Flucht retten ſollten. Das gelang aber nicht mehr bei allen Tie⸗ ren, da er ſich ſelbſt der Bienen ſchließlich nicht mehr erwehren konnte, die oͤurch die um ſich ſchlagenden Pferde immer aufgeregter wurden. Der Geſpann⸗ führer mußte ſich ſofort in ärztliche Behanoͤlung be⸗ geben, und auch die Pferde ſuchte man durch ſofortige Einſpritzungen zu retten. Leider ging trotzdem eins der Tiere ein, während die anderen, für die gleich⸗ falls Lebensgefahr beſtand, die Vergiftung durch die Bienenſtiche überwanden. ———————— p’ ꝑꝑꝑꝗ PU—»ꝝꝛĩ]—————————k——.——)——— Zu neuen llfern ROMANVON LOVIS H. oREMZ ————————————————— 16 „Ich habe ihr in einem ausführlichen Brief ge⸗ ſchildert, was hier vorgefallen iſt“, ſagte er;„es war Frau Fannys ausdrücklicher Wunſch. Und wenn ich auch meinte, daß Sie ſelbſt doch ſicher alles ſchon be⸗ richtet hätten, ſo hat ſie doch darauf beſtanden.“ Die Türglocke ſchlug an; ich hörte, wie er auf der Straße den Schritt noch einmal anhielt— als wenn er, Abſchied nehmend, noch einen Blick auf das Haus würfe— und wie er dann fortging. Ich kehrte an mein Pult zurück und vergrub mich in die Arbeit. Die Fragen, die mich bei allem Tun belauerten, und gegen die mein krankes Gemüt ſich verzweifelt verſchloß, die Fragen nämlich, wie Joan es aufneh⸗ men würde, wenn ſie die ganzen Folgen ihrer un⸗ ſeligen Verwirrung erfuhr, und was ich denn über mich und ſie eigentlich beſtimmen wollte, was azu wollen ich beſchließen würde— dieſe mühſam und mit aller Kraft zurückgehaltenen Gedanken wurden eines Tages überraſchend gegenſtandslos. Es war an einem Spätnachmittag, und die Leute waren ſchon gegangen, als noch ein Wagen in den Hof rollte. Als ich ans Fenſter trat, erkannte ich Stout, der gerade abgeſtiegen war und nun, die Hände in den Taſchen, nachdenklich auf ſeine Fuhre blickte. Ich ging zu ihm hinaus. Er nickte grüßend und bedeutete mir, leiſe zu ſein. Auf dem Bündel Heu im Wagen lag mein klei⸗ ner Sohn Magnus, die Decke ſeſt um ſich gewickelt und die Hand unter das Kinn geſtemmt; er ſchlief mit tiefen Atemzügen. „Wohin mit ihm, Herr?“ flüſterte Stout.„Seit den letzten drei Stunden ſchläft er wie ein junger Hund.“ Ich war wie gehähmt, rührte mich weder, noch vermochte ich Antwort zu geben. Stout nahm den Jungen kurz entſchloſſen auf ſeine Arme und trug ihn ins Haus. Ich ſolgte ihm und gewann im Gehen ſo weit meine Entſchlußkraft wieder, daß ich ihn in mein Schlafzimmer führen konnte. Dort betteten wir den Kleinen auf dem geräumigen Kanapee. Kaum, daß ich die Tür hinter mir zugezogen hatte und wir auf dem dämmerigen Korridor ſtanden, packte ich Stout beim Arm: „Aus welchem Grunde haſt du ihn hergebracht?“ „Die Frau iſt weg, Herr!“ ſagte Stout;„ſie hat es mir aufgetragen, bevor ſie ging.“ „Sag mir alles, Stout“, brachte ich heiſer heraus. „Hat meine Frau— glaubſt du, daß ſie—“ Die Worte wollten mir nicht über die Lippen. „Du brauchſt keine Sorge zu haben, Herr“, gab Stout leiſe zur Antwort.„Sie hat es mir in die Hand verſprochen, ſich nichts anzutun. Ich ſoll dir ausrichten, daß du zu gegebener Zeit Nachricht über ſie erhalten wirſt. Ich habe ihr den falben Wallach gegeben. Außer einer Decke und etwas Proviant wollte ſie nichts.“ Einen Augenblick verharrte ich, ganz in mich verſunken; dann fiel mein Blick auf Stout, der ver⸗ legen ſeinen Hut in den Händen drehte und ver⸗ mied, zu mir hinzuſehen. „Es iſt gut“, ſagte ich;„danke, Stoutl Laß dir in der Küche zu eſſen geben. Ueber die Frau wirſt du von mir noch hören. Halte ihre Sachen bereit, da⸗ mit du alles in die Staot ſchicken kannſt, ſobald ich Beſcheid gebe!“ Stout nickte erleichtert und ging, um nach den Pferden zu ſehen und für ſich ſelbſt zu ſorgen. So tritt durch weiſen Schluß, durch Machtgefechte das feſte Land in alle ſeine Rechte. 0 vethe Als wollte das Schickſal ſeinen Witz an mir üben, häufte ſich juſt um dieſe Zeit der Erfolg, der Zug der Waren, der durch das große Hoftor und durch meine Speicher ging, riß nicht ab, das Haus Bennigſen& Co. wurde geradezu überſchüttet mit Aufträgen, und das Kontor blieb von morgens bis abends nicht leer. Ich handelte mit den„Baumſchä⸗ lern“ und hielt ihrem querulierenden Feilſchen ſtand, ich tat geriſſen, jovial und humorig mit den Maklern, ich trank den unerläßlichen Schoppen mit den Kapitänen und erwiderte ihre Witze. Nur die Abende waren bitter und am ſchwerſten zu über⸗ ſtehen, und die beiden Schreiber, die ich gewöhnlich zurückbehielt, um die Eingänge aufzuarbeiten, wa⸗ ren beoͤrückt von meiner finſteren Arbeitsbeſeſſen⸗ heit und hatten Scheu, durch ein Wort oder Ge⸗ räuſch meine Aufmerkſamkeit zu erregen. Stout war auf die Farm zurückgekehrt. Er hatte den Auftrag mitbekommen, ſich um Alberts verlaſ⸗ ſenes Beſitztum zu kümmern, das ich mit dem mei⸗ nigen zu verbinden gedachte. Ich hätte es ungern in fremden Händen, noch weniger aber als Beute der zudringlichen Wildnis geſehen. Auch war Stout der Meinung, daß unſere eigene Farm Zuwachs ge⸗ brauchen könne. Verhandlungen waren nötig, die mich ebenfalls in Anſpruch nahmen und zu lücken⸗ loſer Ausfüllung der Tage betrugen. Das Kind war in der Obhut einer Magd wohl aufgehoben. Es ſpielte unbefangen in den vertrau⸗ ten Räumen, durfte mit mir, kindlich ſtolz auf dieſe Bevorzugung, bei Tiſch ſitzen und ſchlief am Abend nicht eher ein, bis ich eine Weile an ſeinem Bett geſeſſen und mit ihm geplaudert hatte. Es war ſchwer für mich, ſeinem Vertrauen ſtandzuhalten, dieſer unerſchütterlichen Gewißheit, daß ich in allen La⸗ gen Rat wiſſe, für jeden Fall Geſchick beſitze, alles könne und immer das Rechte wolle. Zuweilen fragte der Kleine auch nach ſeiner Mutter, und ich mußte eine Ausrede erfinden, warum ſie denn immer noch nicht von der„weiten Reiſe“ zurück wäre, und das Geſpräch unverfänglich ablenken. Von Joan kam keine Kunde. Ob es auch dieſe Ungewißheit über Joans Treiben war, unter der ich litt— ich wußte es nicht; ebenſowenig wie ich hätte ſagen können, welche Art von Nachricht ich am eheſten hätte hören wollen, ob auflehnenden Trotz, die Seufzer eines zerbrochenen Herzens oder die ſtumpfen, müden Worte einer Gelähmten. Eines Tages— deſſen war ich ſicher— würde die Nach⸗ richt öͤa ſein und mich vor die Entſcheidung ſtellen. Noch hatte ich mir nicht klarzumachen gewagt, wie denn das Entweder⸗Oder lauten würde. Noch drohte mir die Entſcheidung wie ein undeutlicher Alp, un⸗ ter dem ich mich mit der ſchwerfälligen Qual des Schlaftrunkenen wand. Zuweilen verlor ich mich, mitten bei der Arbeit, in ein blick⸗ und gedankenloſes Starren, die Schreib⸗ feder entſank meiner Hano, und erſt das Schlagen der Uhr oder wiederholtes Klopfen an die Tür machte mich auffahren. Dann ruckte der eben noch abgeſtellte Apparat des Lebens wieder an, holpernd und unwillig. Es geſchah während eines ſolchen Zuſtandes der Verlorenheit, daß der Kontordiener mir den Be⸗ ſuch einer Dame meldete, die mich zu ſprechen wünſche. Er mußte ſeine Beſtellung wohl ſchon zwei⸗ mal gemacht haben, ehe ſie ſchließlich in mein Be⸗ wußtſein öͤrang, denn die Verwunderung in ſeinem törichten Burſchengeſicht fiel mir auf. Ich fuhr mir mit der Hand über die Stirn; vielleicht war es ein unbewußtes Theaterſpiel, um mir wie ihm ſo etwas wie Kopfſchmerzen anzudeuten. Dann antwortete ich, daß die Beſucherin hereingeführt werden möge⸗ Die Dame, die gleich darauf eintrat und um⸗ ſtändlich die Tür hinter ſich ſchloß, trug eine einfache ſchwarze Mantille, den Kapotthut und den Schleier der Matrone. Ich erkannte das Geſicht, das ich nie⸗ mals vergeſſen haben würde, obgleich ich es in die⸗ ſem Augenblick erſt zum zweitenmal ſah, das hagere Geſicht mit der gefältelten Stirn, die geſcheitelten grauen Strähnen, die kühlen, beinah harten Augen, denen ich doch einmal Anlaß zum Weinen gegeben hatte. Es war die Hausmutter von Parramatta. „Sie werden natürlich wiſſen, Herr Buck“, ſagke ſie,„welcher Grund mich zu Ihnen führt.“ Ich war aufgeſprungen und ſtarrte ſie an. War es Hohn des Schickſals, daß mir die Perſon des Vor⸗ ſpiels, die Zweiflerin, die reſignierte Warnerin noch einmal entgegentrat, während das Drama ſchon ſeinen ſchrecklichen Lauf genommen hatte? Lockte es ſie, noch einmal zu hören, was ich einſt im Ueber⸗ mut des Glaubens und der freudigen Entſchlüſſe wider ihre ganze bittere Erfahrung vertreten hatte? Das Herz klopfte mir beängſtigend im Halſe. „Sie wollen ſich nach Ihrem ehemaligen Pfleg⸗ ling erkundigen“, ſagte ich mühſam;„es gibt natür⸗ lich eine Beſtimmung, die es Ihnen zur Pflicht macht; ich hätte es mir denken können. Warum ſind Sie nicht ein halbes Jahr früher gekommen? Sie wären zufrieden geweſen— Sie hätten den ſchön⸗ für die Akte Joan Sniders ge⸗ Hab! 4 8 Ich fühlte, wie aus meinem Geſicht oͤie Beherr⸗ ſchung wich. „Sie täuſchen ſich“, fiel ſie mir in die Rede,„nicht deshalb bin ich hier.“ Fortſetzung kolgt) .0 9 * 60 6 7. Seite /Nummer 329 Cramm nahm Buoge zwei Sätze ASA-Deutſchland:2/ USe in der Heraus orderungsrunde/ Henkel ſchlug Grant Auf dem kleinen„Centre⸗Court“ in Wimbledon wurde am Dienstag das Davispokal⸗Interzonenfinale zwiſchen Deutſchland und UuS A zu Ende geführt. Die ſchwa⸗ chen deutſchen Hoffnungen, daß nach dem Verluſt des Dop⸗ pels am Vortag in den beiden letzten Einzelſpielen für Deutſchland vielleicht doch noch ein Sieg herausgeholt würde, beſtätigten ſich nicht. Heinrich Henkel ſchaffte zwar gegen Bryan Grant im erſten Treffen mit:5,:6, :3,:4 den Ausgleich, aber unſer„Erſter“ Gottfried von Cramm gab nach erbittertem Fünfſatzkampf anſchließend Wimbledon⸗Sieger Donald Budge mit 6ꝛ8,:7,:4,:2, :6 den Sieg und damit Amerika den zum Eintritt in die Herausforderungsrunde nötigen dritten Punkt. Zur Ehre unſeres Meiſiers darf nicht unerwähnt bleiben, daß er der einzige Tennisſpieler der Welt iſt, der dem Amerikaner in dieſem Jahr zwei Sätze abnehmen konnte. Die amerika⸗ niſchen Spieler ſtehen ſchon am kommenden Wochenende wieder im Kampf. Am 24., 26. und 27. Juli geht es, wie⸗ derum in Wimbledon, gegen den Pokalverteidiger England. Henkel ſchaffte den Ausgleich Schwerer als angenommen hatte es Heinrich Henket, den Ausgleich im Davispokaltreffen gegen USA zu er⸗ zwingen. Der Amerikaner Bryan Grant war eine tyoiſche „Gummiwand“ und da der Deutſche im zweiten Satz olötz⸗ lich unſicher wurde, ſah es zeitweilig wenig günſtig für uns aus, zumal es Henkel nicht gelang, ſeinem Gegner ſein Spiel aufendrängen. Mit einem machtvollen Endſpart im vierten Satz rang er dann doch den Amerikaner nie⸗ der und mit:5,:6,:3,:4 glich Henkel den Kampf aus. Zu Beginn ſah es ganz nach einem ſchnellen Erfolg Henkels aus. Im Handumdrehen war der Deutſche auf :0 entetit, da er ſein ſpielte und ſich nicht auf das lange Ballſchlagen des Amerikaners einließ. Grant gewann dann ſeinen Auſſchlag und als Henkel die beiden nächſten Punkte gemacht hatte, war man bereits auf einen glatten Satzgewinn des Deutſchen gefaßt. Da aber machte der kleine Amerikoner vier Spiele hintereinander und der Ausgleich war da. Im elften Spiel wirkten ſich Henkels Stoppbälle aus, der Amerikaner wurde müder, Henkel brachte dieſes und auch das nächſte Spiel an ſich und der Satz gehörte ihm. Ganz anders das Bild im zweiten Satz. Henkel verſchlug Rückhandbälle ſerienweiſe und im Nu war der Amerikaner auf:0 gekommen. Der Deutſche machte zwar noch zwei Spiele, gab dann aber den Satz ab. Entſcheidend war der Verlauf des dritten Satzes. Henkel hatte bisher faſt nichts von ſeiner Aufſchlagskunſt gezeigt. Das änderte ſich mit einem Schlage und plötzlich waren die „Aſſe“ da. Genau ſo ſchnell, wie vorher ſein Gegner, konnte er mit:1 davonziehen, dann hieß es:2 und:3 und mit einem„Zu⸗Null“⸗Spiel ſicherte ſich Henkel dieſen Satz. Im vierten Satz übernahm Grant die Führung. Henkel wehrte ſich mit allen ſeinen Kräften, konnte je⸗ doch das langſame Vorrücken des Amerikaners nicht ver⸗ hindern. Mit:2 und:3 führte der Amerikaner, als es Henkel endlich unter dem Jubel des Publikums gelang, die Aufgabe ſeines Gegners zu durchbrechen und den Aus⸗ gleich wieder zu erzwingen. Nun ſetzte ein wundervoller Endſpurt des Deutſchen ein und die Zuſchauer ſahen von dem Deutſchen ſchier vollendetes Tennis. Nach Gewinn ſeines Aufſchlages gelang es Henkel erneut, die Aufgabe Grants zu erobern und damit war das 272 geſchaffen. Kurz vor dem Sieg geſtrauchelt Ohne Beiſpiel war die Tennisſchlacht, die den Kampf USA— Deutſchland entſchied. Ein einziges Aufatmen war es, ein Aufatmen der beiden Beteiligten und der Zu⸗ ſchauer, als dieſer nervenaufreibende, nahezu zweieinhalb⸗ ſtündige Kampf beendet war. Gottfried von Cra m m ſtand— ſo unglaublich es auch klingen mag— in ſeinem erbitterten Ringen mit dem Wimbledon⸗Sieger Donald Budge kurz vor dem Siege. Nach einer 41⸗Führung im fünften Satz und nach einer unerhörten gewaltigen Anſtrengung des Amerikaners fiel die Entſcheidung gegen den Deutſchen, erſt der allerletzte Kräfteeinſatz konnte eine Entſcheidung herbeiführen.:8,:7, 614,:2,:6 lautete das Ergebnis, das in letzter Sekunde Deutſchland den tat⸗ fächlich möglichen:2⸗Sieg entriß und in eine Niederlage umwandelte. In die Geſchichte des Tennisſports wird dieſer Kampf als einer der größten eingehen, den man je in Wimbledon erlebt hat. Nach dem unglücklichen Aus⸗ gang des Doppels gab es für Deutſchland nur eine vage Hoffnung, daß von Cramm den Amerikaner Budge ſchla⸗ gen würde. Eine Hoffnung war es nur, aber es fehlte nicht viel und ſie wäre zur Tatſache geworden. Es war ein Kampf bis zum Umfallen, den unſer Meiſter dem größten Tenniskünſtler der Welt lieferte. Ruhig und überlegen begann der Deutſche dieſen Kampf. Er hatte ſeinen Gegner vorher genau ſtudiert und auf den gemachten Beobachtungen ſeinen Schlachtplan aufgebaut. Heiß fiel die Sonne auf den Hauptplatz und 9000 Zu⸗ ſchauer hatten ſich eingefunden, um dieſes Treffen mitzu⸗ erleben. Unter ihnen ſah man auch den Reichsſportführer, die engliſche Davispokalmannſchaft, überhaupt alles, was im Tennis einen Namen von Klang und Rang hat. Zu Beginn klappte es auch ganz ausgezeichnet. Der Deutſche übernahm die Führung, bei:6 konnte der Amerikaner zwar noch einmal ausgleichen, aber unter dem Rieſenbeifall der Tribünen gewann Cramm den Satz :6. Einen gleichen Verlauf nahm der zweite Satz, wie⸗ der lag von Cramm in Front, ͤnn hieß es„fünf beide“. Der Deutſche gewann ſeinen Aufſchlag und unter dem Ju⸗ bel der Zuſchauer auch den des Amerikaners. Der zweite Satz war 775 gewonnen. Etwas anders verlief der dritte Satz. Bis 423 für Budge konnte ſich der Deutſche immer um ein Spiel hinter dem Amerikaner halten. Dann folg⸗ ten ein paar„Aſſe“ des Amerikaners, der Deutſche machte noch ein Spiel, mußte aber den Satz:6 abgeben. Be⸗ merkenswert war, daß es in dieſem Spiel nicht weniger als fünf„Zu⸗Null⸗Spiele“ gab, zwei davon für den Deut⸗ ſchen. er vierte Satz ſtand ganz im Zeichen des Ameri⸗ baners und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß von Cramm Sieſen Satz abgab, um es auf eine Entſchei⸗ dung im fünften ankommen zu laſſen. Das:2 läßt das klar erkennen. Der fünfte Satz mußte alſo die Entſcheidung bringen. Jetzt gab es einen Ballwechſel, der die Zuſchzuer in ſeinen Bann ſchlug, ſie von den Plätzen hochriß, Beifallskund⸗ gebungen veranlaßte, oder ein Bedauern auslöſte. Cramm gewann ſeinen Aufſchlag und zwei von Bucdge, er führte :1. Der Sieg des Deutſchen war näher denn je. Wer will da rechten, wenn er die Zügel im Gefühle der Sicher⸗ heit etwas ſchleifen ließ? Ungeheuer waren jetzt die An⸗ ſtrengungen, die der Amerikaner machte. Cramm war allzu ſicher, um die Gefahr frühzeitig zu erkennen. Punkt um Punkt, Spiel um Spiel gewann der Amerikaner und bald ſtand' es:4. Zwei bleiche Spieler ſtanden ſich gegenüber, jeder gab ſein Letztes, jeder beſeelt von dem eiſernen Willen, 12 7 Lande den Sieg zu erkömpfen. Cramm gewann ſein letztes Spiel und führte 514, Budge glich aus. Noch einmal übernahm von Cramm die Füh⸗ rung und wiederum— der Amerikaner den Aus⸗ gleich. Das nächſte Spiel gewinn dann Buoge, es ſteht :6 für ihn. 15:0 führte Cramm, dann folgte 15:15, 15:30, 30:30, 40380 und der Gleichſtand. Nach Vorteil für Buoge folgte der erſte Siegball, den von Cramm prächtig zurück⸗ gab. Es folgte ein zweiter, ein Lritter und ein vierter Aufſchlag. Erſt mit dem fünften Aufſchlag wird der Deut⸗ ſche bezwungen und Ameriko hatte mit:2 den ſchweren Kampf gegen Deutſchland gewonnen, einen Kampf, der über den Verbleib des Davispokals wohl von entſcheiden⸗ der Bedeutung war. 4 — zum zehalen Male um den„Großen Preis von Deutſchland“ Vom Donnerstag an werden auf dem Nürburg⸗ Ring, Deutſchlands und vielleicht überhaupt der ganzen Welt landſchaftlich ſchönſter Rennſtrecke, die Motoren heulen, denn an dieſem Tag beginnt das Training der Rennwagen für den„Großen Preis von Deutſchland“. 27 Fahrer werden ſich am Start aufſtellen und das Zeichen zu dieſem berühmten Rennen am Sonntag erwarten, unter ihnen alle Namen, die im Autorennſport höchſten Klang haben. Bernd Roſemeyer, Hans Stuck, E. von Delius, der Ueberraſchungsſieger des Großen Preiſes von Belgien, R. Haſſe für Auto⸗Union, Caracciola, von Brauchitſch, der Tripolis⸗ und Avusſieger H. Lang, Seaman, der Zweite aus dem Vanderbiltrennen, für Mercedes⸗Benz. Nuvolari, Farina, Graf Troſſi und der Amerikaner Thorne für Alfa Romeo, dazu bewährte Rennfahrer auf den ebenſo be⸗ währten Maſeratiwagen. Auch ein deutſcher Privatfahrer, P. Pietſch, wird in einem Maſerati das Rennen beſtreiten. Unter den übrigen Privatfahrern befinden ſich Ungarns Meiſter Hartmann neben ſeinem Landsmann Graf Feſteties, weiter findet man den Schweizer Meiſter H. Rueſch und einige andere in der Starterliſte. Insgeſamt ſtellt Deutſch⸗ land elf Bewerber, Italien elf, Ungarn zwei, England, die Schweiz und Frankreich je einen. Die Auto⸗Union und Mercedes⸗Benz, unſere beiden Spitzenmarken, haben je fünf Meldungen abgegeben. Titelverteidiger iſt Europa⸗ meiſter Bernd Roſemeyer. Das Rennen um den„Großen Preis von Deutſchland“ zählt zur Deutſchen Meiſterſchaft für Kraftwagen, in der Roſemeyer(Auto⸗Union) mit 5 P. vor Caracciola(Mercedes⸗Benz) mit 3., v. Brauchitſch (Mercedes⸗Benz) mit 2 P. und Haſſe(Auto⸗Union) mit einem Punkt führt. 22,810 Km. lang iſt die Nürburg⸗Rundſtrecke. 22mal muß ſie durchfahren werden, über 501,820 Km. tobt die Schlacht. Das ſtellt an die Kunſt der Fahrer und an die Güte des Materials ganz außerordentliche Anforderungen, ſo daß bei einem ſo langen Rennen der Sieger nie voraus⸗ zuſagen iſt. Wir ſind voller Zuverſicht, daß nur ein Deut⸗ ſcher und nur Auto⸗Union oder Mercedes⸗Benz den Sieg erringen, ihre einzigen Gegner ſind die vier Italiener in Alfa⸗Romeo⸗Wagen, unter ihnen Nuvolari, der den Nür⸗ burg⸗Ring wie kaum ein anderer kennt und hier 1935 ja auch einen ſeiner ſchönſten Siege feierte. Die Geſchichte des„Großen Preiſes von Deutſchland“ iſt noch nicht all zu lang. Erſt neunmal wurde er aus⸗ geſchrieben, zum erſtenmal 1926, wo er auf der Avus ſtatt⸗ fand. Von 1927 an war der Nürburg⸗Ring bis heute die Kampfſtätte. 1930 und 1933 fiel das Rennen aus, 1932 be⸗ teiligte ſich Deutſchland nicht, ſondern überließ das Feld Nationale Ringkämpfe in Oftersheim KSB Hochemmerich zeigt gutes Können, unterlag aber gegen Oftersheim verſtärkt 6·13 Mit Verſtärkung von Eppel⸗Ketſch, Maier⸗Wieſental und dem Ex⸗Oftersheimer Werner, der für Nürnberg ſtar, tet, gelang es Oftersheim, den im Gau Niederrhein zur beſten Gauligaklaſſe zöhlenden KSV Hochemmerich mit 13:6 zu ſchlagen. Das Intereſſe für dieſe nationale Begegnung war groß. Mehrere hundert Zuſchauer umiagerten im Schulhof in Oftersheim die Matte. Von der techniſch aus⸗ gezeichneten und fairen Ringkampfweiſe der Gäſteringer wurde man angenehm überraſcht. Mit großem ZIntereſſe kann man der heutigen Begegnung mit der Gaumeiſter⸗ ſtaffel„Eiche“ Sandhofen entgegenſehen. Hochemmerich ſollte eigentlich am Samstagabend in Sandhofen auf die Matte gehen, aber eine Autopanne ſorgte für eine mehr⸗ ſtündige Verſpätung, ſo daß die Ringer vom Gau Nieder⸗ rhein erſt heute abend können. Die Leitung der Kämpfe lag in Händen von Biun⸗ d o⸗RTus Mannheim. Die Ergebniſſe. Bantamgewicht: H. Uhrig⸗Oftersheim gegen Reitz⸗ Hochemmerich. Beide Ringer lieferten ſich ein ausgezeich⸗ netes Gefecht. Reitz lag erſt durch Armfeſſel klar im Hin⸗ tertreffen, dann wurde er aber von Minute zu Minute ihre Startvexpflichtung einlöſen ſtärker und erkämpfte ſich ſchließlich noch einen ſeinen Schul⸗ terſieg. Federgewicht: O. Uhrig⸗Oftersheim gegen W Jo⸗ ſten⸗Hochemmerich. Uhrig ſuchte ſofort eine Entſcheidung herbeizuführen. Er leitet Angriff auf Angriff ein, brachte den Gaſt wiederholt der Niederlage nahe. Obwohl die Verteidigung von Joſten ſehr gut war, konnte er nur bis zur 3. Minuate den ungeſtümen Angriffen des badiſchen Exmeiſters ſtandhalten, Mit ſeitlichem Aufreißer ſiegte Uhrig entſcheidend. Leichtgewicht: L. Uhrig⸗Oftersheim gegen Janſen⸗ Hochemmerich. Hier gab es einen faſt gleichwertigen Kampf. Die Führung wechſelte, aber Uhrig hatte die beſ⸗ ſere Ausdauer und konnte gegen Schluß des Kampfes doch einen kleinen Vorſprung herausholen. Knapper Punktſieger Uhrig. Weltergewicht: Eppel⸗Ketſch gegen H. Joſt en⸗Hoch⸗ emmerich. In dieſer Klaſſe wurde der ſchönſte Kampf des Tages gezeigt. Beifall gab es wiederholt. Der Ketſcher geht aber auch aufs Ganze, einmal warf er ſich in der Hitze des Gefechtes ſelbſt auf die Schultern. In der 10. Minute kam dann Eppel durch Hammerlock zu einem bei⸗ fälligen Schulterſieg. Kleine Sport Nachrichten Angarn Weltmeiſter im Frauen-Florett Die erſte Entſcheidung bei den Fecht⸗Weltmeiſterſchaften in Paris fiel am Dienstag. Nach ſchwerem Kampfe mit Deutſchland gewann Ungarn die Weltmeiſterſchaft im Frauen⸗Florett. Bei den Männern ſpitzt ſich der End⸗ kampf zu einem Zweikampf Italien— Frankreich zu, wäh⸗ rend Deutſchland mit Oeſterreich um den dritten Platz kämpft. Nach den vier erſten Kämpfen in der Frauen En d⸗ runde kamen für den Sieg nur noch Deutſchland und Ungarn in Frage. Unſere Frauen ſchlugen Eng⸗ land überlegen mit 12:4, mußten ſich dann aber gegen Dänemark mit einem knappen:7⸗Erfolg begnügen. Un⸗ garn war ſeinen Gegnern jeweils klar überlegen, Däne⸗ mark wurde 11:5 und England 14:2 beſiegt. Im Endkampf gegen Deutſchland gab es das erwartete knappe Ergebnis. Mit etwas Glück ſiegten die Magyarinnen:7 und gewan⸗ nen damit die Weltmeiſterſchaft. Von den deutſchen Ver⸗ treterinnen unterlag Helene Mayer nur gegen die Olym⸗ piaſiegerin Elek⸗Schacherer knapp:5. Allerdings hatte der Ausgang des Kampfes der beiden Olympiabeſten auf das Endergebnis auf Grund der vorher erzielten Tref⸗ ferzahl keinen Einfluß mehr. Ein Sieg Helene Mayers hätte an dem Siege Ungarns nichts mehr geändert. H. Haß gewann zwei Gefechte, Frau Oebkers und Frl. von Wachter ſiegten je einmal. Im Kampf um den dritten Platz ſiegte Dänemar k mit.8 und 50:61 Tref⸗ fern über England. Da nur auf einer Bahn gefochten wurde, zogen ſich die Kämpfe ſebr lange bin. Die erſten vier Kämpfe der Männer wurden erſt in den Abenoͤſtun⸗ den beendet. Frankreich und Italien erzwangen klare Siege. Gegen Frankreich kamen Lerdon und Heim zu je zwei Siegen, während Liebſcher und Becker nur verloren. Die Ergebniſſe: Frauen: Ungarn— Dänemark 11:5, Deutſchland gegen England 12:4, Ungarn— England 14:2, Deutſchland gegen Dänemark:7, Ungarn— Deutſchland 97. Männer: Frankreich— Deutſchland 12:4, Italien gegen Oeſterreich 14:2, Frankreich— Oeſterreich 12:4, Italien gegen Deutſchland 13:3. Dreimal Kukuljevit „Internationales“ in Düſſeldorf Heiß, allzu heiß war es in Düſſeldorſ, als der Rochus⸗ Elub in Büſſeldorf am Sonntag in Grafenberg die letzten Spiele ſeines internationalen Tennis⸗Turniers durch⸗ ſührte. Erſolgreichſter Spielec war der 75 oſlawiſche Da⸗ vispokalſpieler Kukubjevic, der drei gacher Turnierſie⸗ ger wurde. Zu einem deutſchen Erfolg kam es im Frauen⸗ einzel durch Frl. Ullſtein, die im Schlußſpiel die Jugo⸗ ſlawin Sovacs 611,:3 ſchlug. In der Vorſchlußrunde zum Männereinzel ſchieden die letzten Deutſchen aus. Göpfert unterlag Kukuljevic:6,:6 und Pohlhauſen wurde von Siba 633, 755 geſchlagen. den erſten Satz 116, hatte dann aber mit 623, 611, 621 den Sieg gegen Siba ſicher. Kukuljevic ſiegte dann mit Ga⸗ leppe zuſammen im Männerdoppel über Siba⸗Czernik mit:8,:6, 613, 719,:1. Den dritten Erfolg holte ſich der Jugoſlawe mit Marielouiſe Hoen zuſammen im Ge⸗ miſchten Doppel, wo Bartels⸗Bartkowiak:6,:7 unter⸗ lagen. Horn⸗Käppel gewannen ſchließlich das Frauendop⸗ pel mit:2,:2 über Weber⸗Fritzſch. Im Endſpiel verlor Kukuljevic Mittelgewicht: Arnold⸗Oftersheim gegen Lenders⸗ Hochemmerich. Auch dieſes Treffen kounte befriedigen. Mit klarem Vorſprung ſteuerte der Oftersheimer einem ſicheren Punktſieg zu. Im letzten Moment nahm der Kampf für Arnold jedoch eine überraſchende Wendung, er ließ ſich mit verſchränktem Ausheber überraſchen und landete auf beiden Schultern. Halbſchwergewicht: Maier⸗Wieſental gegen J. Jo⸗ ſten⸗Hochemmerich. Maier hatte gegen Joſten weit mehr Arbeit zu leiſten, als erwartet wurde. Im Bodenkampf war Maier etwas beſſer und ſiegte knapp nach Punkten. Schwergewicht: Werner⸗Nürnberg gegen Scherin⸗ Hochemmerich. Der Ex⸗Oftersheimer war ſeinem Gegner in jeder Hinſicht klar überlegen. Der Kampf dauerte auch nur kurze Zeit. Werner warf ſeinen Gegner mit Schleu⸗ derer in die Brücke und drückte dieſe nach kurzem Wider⸗ ſtand ein. O. Uhrig und Joſten zeigten noch einen ſchönen Freiſtilringkampf, den der Oftersheimer nach 8 Minuten durch Beinſchere gewann. Heidelberger Sportbrief Für den Fußballſpieler iſt ͤie Sommerpauſe die beſte Gelegenheit, ſich mit der Leichtothletik etwas weitgehender zu befaſſen. Der Fachwart für Leichtathletik, Ru pp⸗ Eppelheim, hatte für die fußballſporttreibenden Vereine am letzten Sonntag die Vereinsmeiſterſchaften angeſetzt. Be⸗ odcuerlicherweiſe haben unſere Spieler noch nicht den Wert der Leichtathletik erkonnt und die Teilnahme von fünf Ver⸗ einen muß als ſehr gering bezeichnet werden. Die an dem Wettbewerb teilnehmenden Sportler boten ſehr beachtliche Leiſtungen. Die Veranſtaltung und die Wettkämpfe fanden auf dem Platze der F G Kirchheim ſtatt. Die Kirchhei⸗ mer ſtellten nicht nur die meiſten Sieger, ſondern konnten in der Geſamtbewertung ſich mit großem Vorſprung mit 105 Punkten vor Bſ Wiesloch(50 Punkte), FVg Eppelheim (43 Punkte), Union Heidelberg(24 Punkte) und 05 Heidel⸗ berg(8 Punkte) an die erſte Stelle placieren. Die Ergebniſſe: 3000 Meter: 1. Holzmann(Eppelheim):51,2; 2. Lenz (Wiesloch):53,2; 3. Maier(Kirchheim) 10.25,1; 4. Hörting (Kirchheim) 10:40,4; 5. Fießer(Eppelheim) 11:25 Min Hoch⸗ ſprung: 1. Schmitt(Kirchheim) 1,55; 2. Salch(Kirch⸗ heim) 1,53) 3. Lortz(Kirchheim).50 Meter. Kugelſtoßen: 1. Klein(Wiesloch) 10,76; 2. Kollmer(Union Heidelberg 10,60; 3. Schmitt(Kirchheim) 9,88; 4. Zobel Kiochhein) 9,45; 5. Eſchwei(Eppelheim) 9 Meter. 100 Meter: 1. Schickling(irchheim) 11,9; 2. Schmitt(Kirchheim) 12,0; 3. Kettemann(Wiesloch) 12,0; 4. Ronacker(Kirch⸗ heim) 12,2; 5. Vogt(Union) 12,3; 6. Gerold(Wiesloch) 12,8 Sek. Diskus: 1. Schmitt(Kirchheim) 29,20; 2. Zobel (Kirchheim) 26,16; 3. Merkel(05 Heidelberg) 25,72 Meter. 200 Meter: 1. Schicklin a(Kirchheim) 25,2; 2. Kettemann (Wiesloch) 25,4; 3. Karl Gottfried(Kirchheim) 25,8; 4, Stoll (Kirchheim) 26 Sek. 800 Meter: 1. Lachmann(Kirch⸗ heim):14; 2. Lauer(Kirchheim):17; 3. Damm(Kirch⸗ heimſ:19, 4. Maier(Kirchheim):19, 5. Peter Böhm (Eppelheim):20,1; 6. Ph. Böhm(Eppelheim):20,3 Min. A4⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel: 1.§F G Kirchheim(Stoll, Salch, Schmitt, Schickling) 48,3; 2. VfB Wiesloch 49,4 Sek. Weitſprung: 1. Lortz(Kirchheim) 5,85 Meter; 2. Salch (Kirchheim) 5,70; 3. Stoll(Kirchheim) 5,54; 4. K. Gottfried (Kirchheim) 5,52; 5. Gerlod(Wiesloch) 5,49. Keulenweitwurf: 1. Schmitt(Kirchheim) 58,25 Meter; 2. Kollmer(Union) 57,45; 3. Eſchwei(Eppelheim) 56,05; 4. Engelhardt(Kirchheim) 49; 5. Maier(Kirchheim) 47,40; 6. Klein(Wiesloch) 42. Aus Anlaß eines von der Ortsgruppe Doſſenheim der NSDAP veranſtalteten Volksfeſtes kamen am Sonntag⸗ vormittag zwiſchen den Doſſenheimer und auswärtigen Sportvereinen Staffeläufe„Rund um Doſſenheim“ zur Austragung, welchem zahlreiche Zuſchauer beiwohn⸗ ten. Das Rennen konnte der SA⸗Sturm 2/10 in der Zeit von:03,1 vor dem Bſe Schriesheim(2209,8), FC Doſſenheim(:09,90) und TWeLeutershauſen(:04,4) ge⸗ winnen. Sonſt ſtand Heidelberg im Zeichen der Generalver⸗ ſammlungen. F6 Kirchheim und 05 Heidelberg hatten am Samstagabend ihre Mitglieder zur Jahreshauptverſamm⸗ lung einberufen, die jeweils einen befriedigenden Verlauf nahmen. Die Neuwahlen brachten in der Hauptſache keine nennenswerte Veränderungen. Die ſeitherigen Vereins⸗ führer der beiden Heidelberger Spieß von Kirchheim und Düll vom Heidelberger „Klub“ werden auch im kommenden Geſchäftsjahr die Ge⸗ ſchicke ihres Vereins lenken. 5 fährt Bezirksklaſſenvereine[Olympia⸗Mannſchaft. dem Ausland. Eine Tabelle möge die Entwickluna des Rennens veranſchaulichen: 1926 Avus Caracciola auf Mercedes⸗Benz 135,1 Std.⸗Km. 1027 Nürburg⸗Ring Otto Merz auf Mercedes⸗Benz 102 Std.⸗Km. 1928 Nürburg⸗Ring Caracciola auf Mercedes⸗Benz 103,9 Std.⸗Km. 1829 Nürburg⸗Ring Chiron auf Bugatti 106,9 Std.⸗Km. 1030 ausgefallen 1931 Nürburg⸗Ring Caracciola auf Mercedes⸗Benz 108,3 Std.⸗Km. 1932 Nürburg⸗Ring Caracciola auf Alſa Romeo 119,3 Std.⸗Km. 1933 ausgefallen 1934 Nürburg⸗Ring Hans Stuck auf Auto⸗Union 123 Std.⸗Km. 1935 Nürburg⸗Ring Nuvolari auf Alfa Romeo 122,1 Std.⸗Km. 1936 Nürburg⸗Ring Bernd Roſemeyer auf Auto⸗Union 131,6 Std.⸗Km. Der Schauinsland meldet Nur noch 2 Wochen trennen uns vom 1. Auguſt 1937, an welchem das Rennen um den„Großen Bergpreis von Deutſchland“ auf dem Schauinsland zur Durchführung kommt. Laſſen ſchon die umfangreichen Vorbereitungen er⸗ kennen, daß dem diesjöhrigen Rennen eine ganz beſondere Bedeutung zukommt, ſo zeigt insbeſondere die große Zahl der eingegangenen Meldungen— es ſind nahezu 200— daß das Rennen eine ganz hervorragende Beſetzung nuf⸗ weiſen wird und ſomit die Gewähr für ſpannende Kämpfe und überragende motorſportliche Leiſtungen gegeben iſt. Die Verhandlungen mit Mercedes⸗Benz und Auto⸗ Union ſind noch im Gange, da die Rennleiter beider Firmen erſt vor wenigen Tagen aus Amerika zurückkehr⸗ ten. Es iſt jedoch mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß beide Unternehmen ihre Spitzenfahrer an den Start ſchicken werden.— Es wurden in der Zwiſchenzeit von verſchiedenen amtlichen Stellen ſchon wertvolle Ehren⸗ preiſe geſtiftet, ſo vom Herrn Reichsſtatthalter von Buden, von der Stadt Freiburg und vom Führer der NSͤK⸗Mo⸗ torbrigade Südweſt. Schauinslandrennen 1937, ein Motorſportereignis, das unſeren ſchönen„Hausberg“ für Tage in den Brennpunkt des Intereſſes rücken wiroͤ, ein Kampf der ſelbſt die alten „Stammkunden“, die jedes Jahr dobei waren, begeiſtern wird.— Die Eintrittspreiſe ſind gegen früher ganz be⸗ deutend, im Vorverkauf bis zu 50 v.., ermäßigt, ſo daß es jedem möglich gemacht iſt, Zeuge des Ringens um die Bergmeiſterſchaft von Deutſchland zu ſein. Der Schauinslane und Freiburg die Schwarzwaldhaupt⸗ ſtadt, rufen zum„Großen Bergpreis von Deutſchland“ am 1. Auguſt 1937. Durch Oeſterreichs Alpen Regen, Nebel und ſchwere Sonderprüfungen Als internationtale 4. Oeſterreichiſche Höhenſtraßenfahrt führte der Oeſterreichiſche Automobil⸗Club ſeine Alpen⸗ vom 17.—19. Juli durch. Was die Fahrer aus Deutſchland, Ungarn, der Tſchechoſlowakei und Oeſterreich an dieſen oͤrei Tagen Leiſteten, war wirklich bewunderns⸗ wert. Regen, Nebel, ſchwere Sonderprüfungen, das un⸗ gewohnte Linksfahren in einem faſt nicht zu ſchaffenden Tempo, dazu gelegentlich ſchmierige Straßen mit Schleu⸗ dergefahr ſtellten Anforderungen, die diejenigen der eigent⸗ lichen Internationalen Alpenfahrt in der Schweiz bei weitem übertrafen. Stürze und Maſchinendefekte ver⸗ urſachten zahlreiche Ausfälle. Nicht viele waren es, die ohne Strafpunkte über die 1900 Km. lange Strecke mit Start und Ziel in Baden bei Wien gelangten. Rund 70 Fahrzeuge nahmen in Baden die 564 Km. lange Strecke nach Villach in Angriff. Große Schwierig⸗ keiten bot die Fahrt auf die Hohen Tauern und die Stub⸗ alp(1551 Meter). Deutſchlands Aufgebot beſtand aus 19 Wagen, drei Solomaſchinen und einem Geſpann. Als erſter Deutſcher ſchied Pätzold(Hannover) auf Ford mit Motor⸗ defekt aus. Noch 33 Wagen, 22 Solomaſchinen und oͤrei Seitenwagen ſtarteten von Villach über 504 Km. nach Gmunden. Dieſer zweite Tag war der ſchwerſte, beſonders im zerfahrenen Gelände der Turracher Höhen, durch die Sonderprüfung am Steilen Katſchberg und die kehrenreiche Großglockner⸗ ſtraße. Von der DDAC⸗Adlermannſchaft fiel Graf Orſſich aus. Stark gelichtet wurden die deutſchen Reihen auf den 695 Km. des Schlußtages von Gmunden zurück nach Baden. Cloppenburg(BMW) fuhr an einen Baum und ſtürzte, Sieger(Breslau) auf DaW hatte einen ſchwe⸗ ren Zuſammenſtoß mit einem Privatwagen, wobei Sieger und ſein Beifahrer ſchwer verletzt wurden. Noch 49 Fahr⸗ zeuge waren im Kampf. Skandal in der„Tour“ Frankreichs Berufsfahrer wollen ſtreiken Ein Beſchluß der Kommiſſare, in Pau nach Beendigung der 15. Strecke der Frankreich⸗Radrundfahrt bekanntgegeben, nach dem Lapebie eine Strafzeit von 1 Minuten zudiktiert erhielt, hat unter den franzöſiſchen Fahrern einen Proteſt⸗ ſturm hervorgeruſen. Lapebie, dem es auf der zweiten Pyrenäen⸗Strecke gelungen war, bis auf:33 Minuten zu dem belgiſchen Spitzenreiter S. Maes aufzurücken, wurde von den Kommiſſaren der„Tour“ in Strafe genommen, da er angeblich bei der Anfahrt zu den Bergpäſſen durch Zu⸗ ſchauer geſchoben worden ſei und auch von nicht befugten Perſonen Verpflegung angenommen haben ſoll. Auch zahl⸗ reiche andere Fahrer, darunter auch einige Belgier, wur⸗ den mit Geloͤbußen von 50 bis 100 Franken bedacht. Franzoſen wollen nicht weiterfahren Der Franzoſe Lapebie hat gegen den Beſchluß bereits Beſchwerde eingelegt und zugleich Proteſt beim Inter⸗ nationalen Verband erhoben. Die Klage richtet ſich vor allem gegen den belgiſchen Kommiſſar— ein Franzoſe und ſowie ein Italiener vervollſtändigen die Kommiſſion— der zugleich Kapitän der belgiſchen Streitmacht iſt, alſo zwei Funktionen ausübt, die ſich ſchwerlich miteinander verbinden laſſen. Frankreichs Berufsfahrer haben den einmütigen Beſchluß gefaßt, die Weiterfahrt einzuſtellen, da alle Vorſtellungen, eine Beſtrafung Lapebies aufzuheben, zurückgewieſen wurden. Englands Waſſerballſpieler Nach der engliſchen Schwimm⸗Mannſchaft für den 23. und 24. Juli in London ſtottſindenden Sünger⸗ kampf zwiſchen Deutſchland und England wurde nun auch die Waſſerball⸗Sieben namheft gemacht, die am erſten Tage des Länderkampfes gegen unſere Vertretung antritt. In der Mannſchaft befinden ſich noch fünf Mitglieder der 990 Englands Vertreter ſind: Fordham; Beaman⸗Grogan; Milton; Martin⸗Sutton⸗ Woods. Erſatz: R. Mitchell und R. Barrat. uſ führer iſt der Mittelſtürmer Dr.—— 8. Seite/ Nummer 329 Mittwoch, 21. Juli 1987 unicimer Nuuen Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe —— So halten sich Schnittblumen besser! Blumenpflege in den Sommerlagen— lòasser dllein ſut es nicht— Blumen, dſe Sick nicit vertragen „Ich weiß nicht, warum ſich meine Blumen gar nicht halten, geſtern erſt habe ich ſie in die Vaſe ge⸗ ſtellt, und heute laſſen ſie ſchon die Köpfe hängen!“ Betrübt ſchaut Frau Hilde ihren Blumenſtrauß an, den ſie auf dem Markt kaufte, obwohl das Wirt⸗ ſchaftsgeld gar nicht ſo reichlich iſt. Es ſollen aber immer Blumen auf dem Tiſch ſtehen, denn dann erſt wird eine Wohnung ſchön und behaglich In leuchtender Fülle bieten ſich uns jetzt die Sommerblumen dar: Vergißmeinnicht, Margueriten, Kornblumen, der brennendrote Mohn, Roſen in großer Auswahl, allerlei Lilienſorten, Wicken in zarten Paſtellfarben und goldgelbe Studenten⸗ blumen. Das iſt nur eine kleine Auswahl aus dem Bilderbuch der Natur, und jede Frau hat ihre be⸗ londere Lieblingsblume! Aber es iſt ſonderbar: nicht jede Frau verſteht es, die Blumen richtig zu pflegen. Bei der einen halten ſich die Schnittblumen eine ganze Woche und noch länger, bei der anderen ſind ſie ſchon nach wenigen Stunden unanſehnlich. Woher kommt das? Man muß es verſtehen, mit Blumen richtig umzugehen, denn Blumen ſind lebende Weſen, die es übelnehmen, wenn man ſie falſch behandelt. Oft wird der Fehler gemacht, daß man die Blumen in zu kaltes Waſſer ſtellt. Leitungswaſſer, das wo⸗ möglich erſt noch tüchtig abfließt, iſt für faſt alle Blumen unzuträglich, das Blumenwaſſer muß immer Zimmertemperatur haben. Am beſten eignet ſich gegenwaſſer, um damit die Vaſen zu füllen, aber man hat ja nicht immer Regenwaſſer vorrätig— deshalb kann man auch Leitungswaſſer nehmen, wenn man das Waſſer vor Gebrauch etwas in die Sonne ſtellt. Es iſt erforderlich, daß alle Blumen friſch geſtutzt werden, ehe man ſie in die Vaſen ſtellt. Dieſes Beſchneiden der Stengel wird ſehr oft falſch gemacht, ſo daß das Gegenteil erzielt wird. Man darf die Stengel nicht zuſammenquetſchen beim Schneiden, denn ſonſt werden die Zellen zerſtört, und der Blu⸗ menſtengel iſt nicht mehr imſtande, das Waſſer auſ⸗ zuſaugen. Der Blumenſtengel muß alſo mit ſcharfem Meſſer ſchräg abgeſchnitten werden, ohne ihn zu drücken. Alle zwei Tage ſchneidet man die Blumenſtengel friſch ab, dann halten ſich die Blumen tagelang friſch. Blumen mit holzigem Stengel kann man auch dadurch friſch halten, daß man die Stengel Wie reinigst Du Lampenschirme? Auf die Flächen der Lampenſchirme legt ſich der feine Staub, der bei der Reinigung und Benutzung der Räume aufgewirbelt wird, am eheſten. Auch das tägliche Abſtauben mit einem Haarpinſel kann nicht verhindern, daß der Schirm mit der Zeit grau und ſchmutzig wird und einmal gründlich gereinigt werden muß. Die Reinigung muß recht vorſichtig vorgenommen werden. Lampenſchirme aus Pergamentpapier werden mit einem ganz weichen Radiergummi oder mit einem Stück Brot abgerieben. Seidenſchirme werden— ſofern ſie farbecht ſind und die Seide gut geſpannt iſt— regel⸗ recht gewaſchen. Der Schirm wird mit einer milden Seifenlauge und einem weichen Bürſtchen bearbeitet. Fläche für Fläche wird gleich mit klarem Waſſer nachgeſpült. Zum Trocknen wird er an einen luftigen Ort geſtellt. einen Moment lang in die Gasflamme hält. Die Zellen ſchließen ſich dann, und der Saft bleibt im Stengel, ſo daß ſich die Blumen und abgeſchnittenen Zweige friſch halten. Sind die Blumen vom langen Tragen ermattet, dann kann man ſie auffriſchen, indem man dem Waſſer eine Aſſpirintablette zuſetzt. Schon nach kurzer Zeit heben die Blumen ihre Köpfe und ſind wieder ganz friſch. Eine Priſe Salz im Blumenwaſſer verhin⸗ dert das Faulwerden des Waſſers. Immer muß darauf geachtet werden, daß die Sten⸗ gel, ſoweit ſie im Waſſer ſtehen, von den Blättern befreit werden, da ſonſt die Blätter ſchnell faulen. Man kann nicht alle Blumen zuſammen in die Vaſe ſtellen, denn es gibt Blumenſorten, die ſich nicht miteinander vertragen.„Roſen morden Veilchen“, ſagt dͤer Gärtner, deshalb werden ſich Roſen und Veilchen zuſammen niemals einer lan⸗ gen Lebensdauer erfreuen. Auch Lilien ſollte man immer allein in eine Vaſe ſtellen, weil andere Blumen in ihrer Nähe ſchnell welken. Daß man das Blumenwaſſer jeden Tag er⸗ neuern muß, iſt ſelbſtverſtändlich. Blumen ſind gegen Zugwind empfindlich, man ſtelle ſie alſo an eine geſchützte Stelle im Zimmer, auch pralles Sonnenlicht können ſie nicht vertragen. Blumen bringen Freude ins Heim— wenn man ſie richtig zu pflegen verſteht, dann blühen ſie lange aus Dankbarkeit. D. K. Unsere Glosse zur Sommermode: „Ick versprach dir, einmal Spanisch ⁊u kommen!“ Als Graf Egmont ſeinem Klärchen dieſe klaſ⸗ ſiſchen Worte zurief und gleich auch ſchon in ſtrahlen⸗ dem Glanze der vom Eskorial vorgeſchriebenen Hof⸗ tracht ſein flandriſch'! Mädchen umarmte, da waren noch die Männer unmittelbar tonangebend für alles, was ſich Mode nennt. Inzwiſchen hat ſich das Blättchen gewendet: Mode wird von den Frauen gemacht, und nur allenfalls mittelbar ſpiegelt ſie hier und dort noch gelegentlich das Geſchehen der Män⸗ nerwelt mit Krieg und Politik wider. Als die Italiener in Abeſſinien ſiegten, wurde von eleganten Franzöſinnen gern ein burnusartiger Ueberwurf getragen. Die engliſche Frühjahrsmode bevorzugte gute und ſchlechte Hinweiſe auf das Krö⸗ nungsfeſt in allen Variationen. Und der deutſche Sommer beſchert heuer— vielleicht als unbewußte Sympathiekundgebung für unſere kämpfenden Freunde— dem oft verkannten Bolerojäckchen einen Modetriumph ohnegleichen. Gerade bei der Hochſommerkleidung, für die wir uns rüſten, ſpielt der Begriff des„Angezogenſeins“ ja ſtets eine be⸗ ſondere Rolle; doch wo das Kleid allein ihn nicht hinreichend erfüllt, eine leichte Jacke und erſt vecht ein ganzer Mantel aber ſchon zuviel wären, iſt das Bolero, dͤieſes zierliche Nichtschen, haargenau recht am Platze. Zudem kann es bei entſprechend ab⸗ gewandelter Machart von öͤen Schlanken wie von den Voll⸗ und Vollſtſchlanken gleich wir⸗ kungsvoll getragen werden. Man muß es nur ver⸗ ſtehen, die für ſtärkeve Frauen unvorteilhafte Tei⸗ lung in der Gürtellinie geſchickt zu„bemänteln“, dann vermag das Bolero— um es ganz blumig auszudrücken,— eine geradezu ideale Eſelsbrücke von den vorderen zu den hinteren Rundungen zu werden! Und wieviel intereſſante Möglichkeiten in Farb⸗ ſtellung, Verarbeitung, kunſtvoller Ausſchmückung bietet ſo ein kleines Ding. Da ſind jene amüſanten (Expreß⸗Mater) Juli Klingt im Wind ein Wiegenlied Sonne warm hernioderſieht; Seine Aehren ſenkt das Korn, Rote Beere ſchwillt am Dorn, Schwer vom Segen iſt die Flur— Junge Frau, was ſinnſt du nur? Storm Compoſés, die am Bolero die farblich umgekehrte Muſterung des Kleides zeigen. Da ſind die belieb⸗ ten Bortenſtoffe, deren geſchmackvolle Verwendung an kurzen Jäckchen meiſt viel flotter wirkt als am Dreiviertel⸗Mantel. Da ſind feine Pliſſeeteile, Bie⸗ ſen, eingeſtickte Handarbeitskanten oder, bei Uni⸗ ſtoffen, gekurbelte, applizierte, ſoutachierte Orna⸗ mente, die hier wie überall ſelbſt dem einfachen Schnitt eine perſönliche Note verleihen, wie gute Maßarbeit ſie nun einmal der Serienware voraus⸗ hat. Einen ſpaniſchen Einſchlag verraten übrigens auch die breiten, oft mit langen Troodeln oder Qua⸗ ſten verzierten Seiden⸗Schärpen, die allerdings nur mit Vorſicht und bei Vorhandenſein einer wirklich einwandfrei ſchlanken Linie zu tragen ſind. Praktisch in die Ferien Was brauchen die Kinder? Die Ferienausrüſtung der Kinder richtet ſich ebenſo wie die der Großen nach dem Reiſeziel. Fürs Gebirge brauchen Buben wie Mäochen eine gute derbe Ausrüſtung für Ausflüge und grö⸗ ßere Bergwanderungen. Für alle Wettermöglich⸗ keiten ſollen ſie gerüſtet ſein. Dazu ſind ein Wetter⸗ mantel aus Windtuch oder Loden, ein Filzhütchen mit kleinem Rand zum Schutz gegen grelle Sonne, vor allem aber ſehr gutes Schuhwerk, nicht zu dünne Strümpfe, leichte poröſe Wollwäſche, ſowie ein Woll⸗ ſchal das Gegebene. Für das Mädel iſt im Gebirge ein licht⸗ und waſſerechtes Leinenkleid, modern be⸗ druckt, beſonders praktiſch. Für den Buben bleibt die Tiroler Ausrüſtung, ein paar Hoſen aus blauem Leinen und die Weſte aus jenem grauen oder brau⸗ nen lederartigen Tuch, aber auch Hoſenträger mit dem Bluſenhemd und der blauleinenen Jacke das Einfachſte und Beſte. „Für gut“ zur Mahlzeit im Gaſthof kommen dann für das Mädchen noch ein bis zwei hellere Kleidchen in Frage, mit ausgeſchnittenen Schuhen und hellen Söckchen; für den Jungen ein hübſcher Straßenanzug— Matroſenſorm bleibt immer ſchön — wenn er ſchon größer iſt, eine weiße Hoſe. Am Meer vereinfacht ſich die Kleiderfrage der Kinder ſehr durch den dauernden Aufenthalt am Strande. Bis zu zwölf und vierzehn Jahren laufen ſie da möglichſt einfach und wenig bekleidet herum: in Spielanzügen oder ſchlichteſten Kittelchen, die zum Bad im Nu abgeſtreift und mit dem Schwimmanzug wertauſcht werden können. Erfreulich iſt es auch, daß der weiße Sand kaum ein Kleid beſchmutzt. Mö⸗ gen ſie ſich wälzen und kugeln nach Herzensluſt, ein⸗ graben und Burgen bauen— kaum getrocknet, klopft ſich alles ſpurlos wieder ab. Und da man am Strande mit nackten Füßen, höchſtens aber mit Segeltuchſchuhen herumläuft, iſt ein einziges Paar Halbſchuhe, das auf der Reiſe und abends im Gaſthof zur Mahlzeit getragen wird, vollauf genug. Vier Paar Söckchen dazu und viel⸗ leicht ein Paar lange Strümpfe für einen kühlen Tag. Zwiſchen achb und achtzehn Jahren trägt der Junge am Strande eine weiße Leinenhoſe, von einem Gürtel gehalten, und ein weiches Hemd mit offenem Kragen. Drei von jedem wird man da ſchon einpacken müſſen. Pullover, eine wärmere Hoſe und ein dunkler Anzug vervollſtändigen die Garderobe. Das Mädel trägt an kühleren Tagen ein helles Flanell⸗ oder Strickkleid oder den Pullover zu einem Rock. Hat die Mutter noch für zwei helle„feine Kleidchen“ Sorge getragen, ſo iſt das Mädel gut ver⸗ ſorgt. Ein Waſchhut iſt noch nötig zum Schutz gegen allzu ſtarke Sonne und der Bademantel darf heute in der Kinderausſtattung fürs Meer nicht fehlen. Verantwortlich: Margot Schubert, Mannheim. ——————————————————————————————————Sð*——————————————— NSDAP-Mifſeilungen Anordnungen der Kreisleitung Bereitſchaftsdienſt im Monat Juli findet ſtatt: Am 21. 7. für den geſamten Kreisſtab in der K⸗6⸗Turn⸗ halle um 20.30 Uhr. Am 22. 7. im Herzogenriedpark um 20.15 Uhr Bereitſchaften 6, 7, 14, 15 und 18. Am 23. 7. auf dem Platz vor der Albrecht⸗Dürer⸗Schule in Käfertal um 20.15 Uhr für die Bereitſchaften 16, 28 und 29. Das Kreisorganiſationsamt. Ortsgruppen der NSDAP Bismarckplatz. Diejenigen Parteigenoſſen, die im Be⸗ ſitz des roten Mitgliedsausweiſes ſind und bisher noch keinen Buchantrag geſtellt haben, wollen ſich ſofort bei dem Kaſſenleiter der Ortsgruppe melden, Mitzubringen ſind zwei geſtempelte Lichtbilder und.20 Reichsmark. Kaſſen⸗ ſtunden jeweils von 19.30 bis 21 Uhr mit Ausnahme von Mittwochs. Erlenhof. 22.., 19.45 Uhr, treten ſämtliche Politiſchen Leiter, Politiſchen Leiter⸗Anwärter ſowie Walter und Warte(DAß und NSP), ſoweit ſie zur Aufnahme in die Partei vorgeſchlagen ſind, zum Bereitſchaftsdienſt auf dem Erlenhofplatz an. Dienſtanzug: Dienſtbluſe. Wohlgelegen. Am 22.., 19.45 Uhr, Appell ſämtlicher Politiſchen Leiter und Anwärter. Antreten vor der Ge⸗ ſchäftsſtelle. Humboldt. Am 22.., 19.30 Uhr, treten ſämtliche Pol. Leiter, Pol. Leiterznwärter, ſowie Walter und Warte (DAcß und NS), ſoweit ſie zur Aufnahme in die Partei vorgeſchlagen ſind, zum Bereitſchaftsdienſt auf dem Markt⸗ platz Neckarſtadt an. Dienſt anzug: Dienſtbluſe, Zivil mit Armbinde. Neckarſtadt⸗Oſt. 22.., 19.50 Uhr, Antreten ſämtlicher Pol. Leiter und Pol. Leiteranwärter zum Bereitſchafts⸗ dienſt vor der Geſchöftsſtelle. Dienſtanzug: Uniform, Zi⸗ viliſten mit Armbinde. Seckenheim. 21.., 20.30 Uhr, über NS⸗Volksfeſt(81..—2..), material und Beitragseinzug. NS⸗Frauenſchaft Rheinau. Die Beitragsmarken müſſen ſofort ſpäteſtens bis 21. 7. bei Schönhardt abgerechnet werden. 53 Gefolgſchaft 11/171. Die Gefolgſchaft tritt am 21.., 19.55 Uhr, auf dem Marktplatz Neckarſtadt an. Gefolgſchaft 1/171. Die Gefolgſchaft tritt am 2.., 19.50 Uhr, auf dem K⸗5⸗Schulplatz an. BDM Gruppe 2/171(Strohmarkt). 21. 7. Gruppenappell. 7/171 Lindenhof. 22. Juli, 20 Uhr, Gruppenappell in der Dieſterwegſchule. für die ellenleiterbeſprechung usgabe: Propaganda⸗ Luftſchutzſtelle. Alle Gruppenreferentinnen kommen am .., 20 Uhr, auf den Untergau. DAx Almenhof. 29.., 20 Uhr, treten ſämtliche Zellen⸗ und Blockwalter ſowie Ortsgruppenwalter in der Schillerſchule zur Singſtunde an. Liederbücher ſind mitzubringen. Frauenabteilung Almenhof. Sprechſtunden für die Frauen und Mädchen der DAc in der Streuberſtraße 40. Erlenhof. Sprechſtunden für die Frauen und Mäochen der DAc ſind jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr in der Erlenſtraße 40. Jungbuſch. Sprechſtunden für die Frauen und Mädchen ſind jeden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr in 7** Rheinau. Sprechſtunden für die Frauen und Mädchen der Dͤlc ſind jeden Mittwoch von 18 bis 19 Uhr in de Relaisſtraße 44. Neuoſtheim. Sprechſtunden für die Frauen und Mädchen der DA ſind jeden Dienstag von 18 bis 19 Uhr in der Böcklinſtraße 10. Plankenhof. Sprechſtunden für die Frauen und Mäodchen der DAc ſind jeden Dienstag von 19.30 bis 20.30 Uhr in P 7, Ta. Hausgehilfen Bäckerweg. Sprechſtunden für die Hausgehilfen ſind jeden Dienstag und Freitag von 19 bis 21 Uhr in der Forſter Straße 10. t Erlenhof Sprechſtunden für die Hausgehilſen ſind jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr in der Erlenſtr. 40. Käfertal. Sprechſtunden für die Hausgehilfen ſind jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr in der Mannheimer Straße 2. Neuoſtheim. Sprechſtunden für die Housgehilſen ſind jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 19 Uhr in der Böcklinſtraße 10. Plankenhof. Sprechſtunden für die Hausgehilfen ſind jeden Dienstag von 19.90 bis 20.30 Uhr in P 7, Ta. Waſſerturm. Sprechſtunden für die Hausgehilfen ſind jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr in der Beethovenſtr. 5. Almenhof, Sprechſtunden für die Frauen und Mäd⸗ chen der DAß ſind jeden Mittwoch von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr in der Streuberſtr. 40. Feudenheim⸗Oſt und ⸗Weſt. Sprechſtunden für die Frauen und Mäochen der DAc ſind jeden Mittwoch von 20 bis Uhr in der Hauptſtr. 150. Strohmarkt. Sprechſtunden für die Frauen und Mäd⸗ chen der DA ſind— 5 Mittwoch von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Freiburger Straße 2. Doe fliltswerh„Mutter und füind“ trin dann ein, wenn die fraſt der Kraft durch Freude Abteilung: Reiſen, Wandern und Urlaub. Senodrzug zum Nürburgrennen. Abfahrt ab Mannheim Hbf. am Samstag, 24. Juli, 22.21 Uhr. Rückfahrt Adenau ab in der Nacht vom Sonntag auf Montag.05 Uhr, Mann⸗ heim an.47 Uhr. Die Fahrkarten einſchl. Waldplatz zu 6,10/ ſind bei den Geſchäftsſtellen erhältlich. Nur ſo⸗ fortige Beſchaffung ſichert die Teilnahme an der Fahrt. Wanderung: Neckargemünd— Tillyſtein— Dilsberg— Neckarſteinach— Burgen— Neckargemünd am 25. Juli Abfahrt ab Mannheim.95 Uhr, Rückfahrt ab Neckargemünd 19.58 Uhr. Gutſcheine zu.30/ nur bei Geſchäftsſtelle 1 P 4,—5, Zimmer 11. Sonderzug nach Freiburg am 1. Auguſt mit Wanderun⸗ gen. Fahrpreis 4,50 J/. Gleichzeitig findet an dieſem Tage in Freiburg das Schauinslandrennen ſtatt. Abfahrt ab Mannheim.10 Uhr, Rückkunft Mannheim an 28.49 Uhr. Nach Bad Wimpfen mit Beſichtigung des Steinſolzberg⸗ werks Kochendorf 2,60/ am 1. Aaguſt. Sonderzug nach St. Goarshauſen am 8. Auguſt, mit Dampferfahrt St. Goarshauſen— Mainz. Fahrpreis 3,90 . Eſſengutſcheine für Mittageſſen an Bord 1 l. Nach Stuttgart(Heilbronn, Ludwigsburg) am 8. Auguſt. Fahrpreis.10 /. Der Zug fährt über Heidelberg durch das Neckartal. — 8 Bad Liebenzell, Hirſan am 15. Auguſt. Fahrpreis „90— Volksgenoſſe! Deine Urlaubsreiſe mit Kdc! Urlaubs⸗ reiſen finden noch in reicher Anzahl nach den ſchönſten deut⸗ ſchen Gebieten ſtatt. Nur frühzeitige Anmeldung ſichert dͤie Teilnahme. Proſpekte liegen bei den Geſchäftsſtellen auf und werden koſtenlos abgegeben. Die Teilnehmer an der Hochſeefahrt S§ 55 vom 19. bis 27. Juni trefſen ſich am 21. Juli, 20.30 Uhr, im Nebenzim⸗ mer im Haus der Deutſchen Arbeit, P 4,—5, zwecks Bil⸗ deraustauſch. Abteilung Feierabend Wandergruppenführer, Orts⸗ und Betriebswanderwartel Wichtige Beſprechung mit Vortrag am 29. Juli, 20.30 Uhr, im Nebenzimmer im Haus der Deutſchen Arbeit. Er⸗ ſcheinen iſt unbedingte Pflicht! Reichsfeſtſpiele Heidelberg Auch in dieſem Jahre führt Koͤc zu den Reichsfeſtſpielen nach Heidelberg Sonderfahrten durch. Nachſtehend die von der Reichsfeſtſpielleitung endgültig feſtgelegten Termine und Stücke: Freitag, 30. Juli,„Amphitryon“, Sonntag, 1. Auguſt,„Pantalon und ſeine Söhne“, Mittwoch, 4. Auguſt, „Götz von Berlichingen“. Wir bitten nochmals alle Volks⸗ genoſſen dͤringend um rechtzeitige Abholung der Karten, da die Preiſe nur bei einer beſtimmten Beſucherzahl Gültig⸗ keit haben. Karten ſind ab 2. Juli, 10 Uhr, bei allen Vorverkaufsſtellen erhältlich. Die Koſten betragen für Hin⸗ und Rückfahrt mit Oé ab Heidelberger Bahnhof einſchl. Eintritt.40 /. Hinfahrt erfolgt jeweils gegen 18.90 Uhr, Rückfahrt nach 24 Uhr. — EEEEEEEE Mittwoch, 21. Juli Nationaltheater:„Liebe in der Lerchengaſſe“, Operette von A. Vetterling, Miete A, 20 Uhr. Städtiſche Kunſthalle: 20.30 Uhr Lichtbildervortrag„Deutſch⸗ Oſtafrika vor und nach dem Weltkriege“. Sprecher: Wil⸗ helm Durſt, Karlsruhe. Eintritt frei! Planetarium: 16 Uhr Vorführung des Sternprojektors; 9 bis 12 und 15 bis 18.30 Uhr zur Beſichtigung geöffnet. ab Parabeplatz: 14 Uhr Heſſiſcher Oden⸗ wald. Köln⸗Düſſeldorfer Rheinfahrten: 14.25 Uh. Worms und Weiterfahrt gegen Oppenheim und zurück. Siedlungsfahrten: 15 Uhr ab Paradeplatz. Flugplatz: 10 bis 18 Uhr Rundflüge über Mannheim. Tanz: Palaſthotel, Parkhotel, Libelle, Flughafengaſtſtätte, Waldparkreſtaurant. Kaffee Odeon: Konzert(Verlängerung). Lichtſpiele: Univerſum:„Land der Liebe“.— Alhambra:„Man ſpricht über Jacqueline“.— Palaſt und Gloria:„Suſanne im Bade“.— Capitol:„Gefährliches Spiel“.— Scala:„Die Kronzeugin“. Ständige Darbietungen Städt. Schloßmuſeum: Geöffnet von 10—13 und 15—17 Uhr. Sonderſchau: Rannheim als Feſtung und Garniſonſtadt. Handzeichnungen von J. A. Biſſinger. Theatermuſeum, E 7, 20: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Aus der Mannheimer Theaterwelt. Sternwarte: Geöffnet von 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr. Städtiſche Kunſthalle: Gebfſnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Junge deutſche Bildhauer. Maunheimer Kunſtverein, L 1, 1: Geöffnet von 10 bis 13 und von 16 bis 17 Uhr. Rhein⸗Neckar⸗Hallen: Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Sonderſchau des Zeughausmuſeums:„Die Welt der Maske“.— 8 bis 19 Uhr„Kolonial⸗Ausſtellung“. Städtiſche Schloßbücherei: Ausleihe von 11 bis 13 und 17 dis 10 Ubr. Leſeſäle geöffnet 9 bis 18 und 15 bis 19 Uhr. Städtiſche Bücher⸗ und Leſehalle: Buchausgab bis 12 und 16 bis 19 A8 bis 18 und 16.90 bis 21 Uhr. Alle Auskünfte durch den Verkehrs⸗Verein, Tel, 343 21. Leſehalle geöffnet von 10.39 J ſuſhn rt 9 a Ne zu regeln, 0 9 Mittwoch, 21. Juli 1937 — der Neuen Mannheimer Zeitung ANDELS- WIRTSCHAFTS-ZETTUNG Mittag-Ausgabe Nr. 329 Ausnahmesonniage Vor Weihnachien 1937 Der Reichs⸗ und Preußiſche Arbeitsminiſter hat in einem Erlaß vom 6. Juli 1937 die Zahl der in dieſem Jahre freizugebenden Ausnahmeſonntage vor Weihnachten für das ganze Reich einheitlich feſtgelegt. Entſprechend der ſchon ſeit mehreren Jahren durchgeführten Regeluna wer⸗ den auch diesmal die zwiſchen dem 8. und 24. Dezember Sonntage, alſo der 12. und 19. Dezember, frei⸗ gegeben. Der Reichsarbeitsminiſter weiſt darauf hin, daß im ver⸗ gangenen Jahr in einzelnen Fällen als Erſatz für den erſten Sonntag im Dezember der letzte Sonntag im No⸗ vember freigegeben wurde. Derartige Umgehungen ſeien aber unzuläſſig. Deshalb ſind die zuſtändigen Behörden zu veranlaſſen, daß in dieſem Jahr in der Zeit vom 28. November bis zum 25. Dezember nur der 12. und 19. De⸗ ember als Verkaufsſonntage freigegeben werden. Die reigabe weiterer Sonntage in dieſem Zeitraum bleibt der Zuſtimmung des Reichsarbeitsminiſters vorbehalten. Ferner wird empfohlen, die Dauer und Lage der Ver⸗ kaufsſtunden in benachbarten Orten und Bezirken, in denen eine Abwanderung der Käufer eintreten kann, möglichſt ein⸗ um einer unerwünſchten Verſchiebung er Wettbewerbsverhältniſſe vorzubeugen. A Großkraftwerk Franken A, Nürnberg. In der o. HV eder Großkraftwerk Franken AG, Nürnberg, wurde der bekannte Abſchluß für 1936 mit wieder 6 v. H. Dividende genehmigt. An Stelle des aus dem AR ausgeſchiedenen Rechtsanwalts Gottfried Biemüller wurde Ratsherr Rudolf Höllerich neu in den AR gewählt. Ueber die Geſchäftslage wurde vom Vorſitzenden mitgeteilt, daß die Steigerung des Stromabſatzes im laufenden Geſchäftsfahr anhält und daß das Dampfkraftwerk Nürnberg⸗Gebersdorf nach Erneuerung der Maſchinen⸗ und Keſſelanlagen im September voraus⸗ ſichtlich wieder in Betrieb genommen wird. Es dient der Ergänzung der Stromlieferung durch die Waſſerkraftanlagen während der Wintermonate. * D. A. S. Deutſche Automobil⸗Schutz AG, Berlin, Eine abe der D..S. Deutſche Automobil⸗Schutz A, Berlin, genehmigte die vorgeſchlagene Kapitalerhöhung um 15 000 auf 100 000 J. Die Kapitalerhöhung erfolgt, um den Er⸗ forderniſſen der neuen Aktienrechtsnovelle gerecht zu wer⸗ den, die für Aktiengeſellſchaften ein Mindeſtkapital von 100000“ vorſchreibt. Eine weitere Kapitalerhöhung iſt in Ausſicht genommen. * Dürener Metallwerke AG, Düren.— Wieder 6 v. H. Divibende. Die Geſellſchaft hat ihre HBauf den 16. Auguſt einberufen, der die Ausſchüttung einer Dividende von wie⸗ der 6 v. H. vorgeſchlagen wird. * J. P. Bemberg A, Wuppertal⸗Oberbarmen.— Zur Kursſteigerung der Aktien. Die Aktien der Geſellſchaſt haben in den letzten Wochen eine erhebliche Steigerung des Kurſes an den deutſchen Börſen erfahren. Wührend am 1. 6. 1937 der Kurs bei 124 log, wurde die Bemberg⸗Aktie am 19. 7. mit 165 notiert. Wie wir von der Verwaltung naheſtehender Seite zuverläſſig hören, trifſt die in Börſen⸗ kreiſen geäußerte Vermutung über Aktienkäufe aus Kon⸗ zernkreiſen nicht zu. * Vereinigte Werkſtätten für Kunſt im Handwerk Abz., Bremen. In der o. HV. der Vereinigten Werkſtätten für dunſt im Handwerk AG., Bremen, wurde der bekannte Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1956 mit 6 65) v. H. Divi⸗ dende einſtimmig genehmigt. Landrat Karl Haniel⸗Düſſel⸗ dorf wurde neu in den Auſſichtsrat gewählt. Im laufen⸗ den Jahr ſind nach Mitteilung der Verwaltung bis jetzt weiter ſteigende Umſätze erzielt worden, ſo daß auch für 1937 ein befriedigendes Ergebnis zu erwarten iſt. Er⸗ freulicherweiſe habe die Entwicklung der deutſchen Groß⸗ ſchiffahrt nach einer Pauſe von mehreren Jahren wied r zu Aufträgen auf Inneneinrichtungsarbeiten für Paf der Firma auf dieſem Gebiete, auf dem ſie eine große Spezialerfahrung beſitze, auch in den nächſten Jahren grö⸗ ßere Aufgaben geſtellt werden. Weiter hat ſich die Geſell⸗ ſchaft mit Erfolg um den Export bemüht und ihn insbeſon⸗ dere im Großhandel zu ſteigern vermocht. * Oſtafrika⸗Kompagnie, Berlin.— Kapitalherabſetzung Nachdem die auf den U. Juni einberufene oHB der Oſtafrika⸗Kompacmie, Berlin, beſchlußunfähig war, da die erforderliche Mehrheit des Kapitals nicht ver⸗ treten war, konnte die auf den 20. Juli einberufene 99“ auf jeden Fall über die Berwaltunasanträge Beſchluß ſaſſen. Demgemäß wurde beſchloſſen, zur Deckung des 185 456„ betragenden Verluſtes das Kapital im Verhält⸗ nis 522 von 280 000 auf 112 000 au ermäßigen durch Herabſetzung der Anteile von 100 cuf 40 0 8 * Umtauſch von Städteauleihen in Schuldverſchreibungen des Kuaſchebaebberbaves Der Umſchuldungsverband deutſcher Gemeinden, Berlin, weiſt darauf hin, daß von den in Aproz. Schuldͤverſchreibungen des Umſchuldungsverbandes deutſcher Gemeinden umzutauſchenden Anleihen— auch von den mit Stundungsvermerk verſehenen Auleihen— ein Teil noch nicht bei der Preußiſchen Stoatsbauk Seebane⸗ lung), Berlin, zum Umtauſch eingereicht worden iſt. Es handelt ſich um die Anleihen ſolgender Städte: Baden⸗ Baden, Berlin, Bochum, Breslau, Dortmund, Preden, Frankfurt a.., Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Fübeck und des Bezirtsverbandes des Regierungsbezirks Wies⸗ boden. Zur ordnungsmäßigen Durchführung der Umſchul⸗ dung iſt erforderlich, daß die Einreichung dieſer Reſte mög⸗ lichſt bald nachgeholt wird, falls dies nicht geſchieht, haben die Umtauſchberechtigten damit zu rechnen, daß die ihnen zuſtehenden Umſchuldungsſchuldverſchreibungen vom Um⸗ ſchuldungsverband beim Gericht hinterlegt werden. * Friſtablauf für ſtenerbefreite gewerbliche Gigenheime. Eigenheime mit einer nutzbaren Wohnfläche von 150 dm ſind bis 1943 von der Einkommen⸗, Vermögens⸗ und der Landgrundſteuer, ſowie von der Hälfte der kommunalen Grundſteuer befreit(Verordnung über die Steuerbefreiung für neu errichtete Kleinwohnungen und Eigenheime vom 26. Oktober 1933). Dieſe Steuerbefreiungen gelten jedoch nur dann, wenn die Eigenheime bis zum 30. September 1937 bezugsfertig werden. Die Herrichtung von gewerb⸗ lichen Räumen in dieſen Eigenheimen iſt zuläſſis, dieſe dürſen allerdings die Hälfte der geſamten. nutzbaren 9 00 fläche des Gebäudes nicht überſchreiten. Ferner, darf 3 0 die gewerblich genutzten Räume die Eigenort des We es als Eigenheim nicht beeinträchtigt werden. 8— 5 heimen, die am Rand oder außerhalb von ſtädtiſchen 915 gebäuden errichtet werden, rechnen auch die für einen Wirt⸗ ſchaftsbetrieb erforderlichen Baulichkeiten. * Geiſenheim erhält ein Inſtitut für Seidenbau. Verſuchs⸗ und Forſchungsanſtolt für Wein⸗, Obſt⸗ un Gartenbau in Geiſenheim am Rhein hal ſich als bedeutſame Erweiterung ein Inſtitut für den Seidenhau angegliedert. Es iſt dies die erſte Einrichtung in Deutſchland, die mit allen Abteilungen für die Erforſchung der Seidenraupen⸗ zucht, 0 h⸗ iſſenſchaftlicher Grundlage nach der botaniſchen und zos⸗ W Seite hin ausgerüſtet iſt. Das Geiſenheimer In⸗ ſtitut für den Seidenbau bietet eine wertvolle Ergänzung der in Celle(Hannover) beabſichtigten Errichtung einer Abteilung, die ſich mit der Erforſchung des Seidenbaues mehr auf rein techniſcher Grundlage beſaſſen wird. 1 Halbjahresausweiſe ſchweizeriſcher Banken. Die der im Laufe der letzten vier Jahre zweimal ſanierten Schweizeriſchen Volksbank hält ſich im zweiten Quartal 1937 auf dem Stande des letzten Vierteljahres. Sie beträgt 604,8 Mill. ſfr. 1 Kreditoren auf Sicht und Scheckrechnungen zügenommen, dagegen haben ſich die Spareinlagen(133,5 Mill. ſſr. gegen 134,3 Mill. ffr. im März) ſowie Depoſiten und Einlagen (56 Mill. gegen 58,3 Mill. ſfr.) und Kaſſenobligationen und Kaſſaſcheine(220,9 gegen 225 Mill. ffr.) vermindert. Unter ti nahmen die 6 während ſich bei den gedecklen Kontokorrent⸗ debitoren der Abbau von 246 auf 250,3 Mill. ſfr. fortſetzte. i ila mm 9 Halbiahr 1097 ſtieg von 94,9 Mill. Ende Dezember 1936 auf 06,4 Mill. ffr. Unter den Aktiven vahmen Kaſſen⸗ beſtände und Bankdebitoren zu, Hypotheken veränderten ſich kaum, während Wertpapiere etwas anzogen. Unter den ſſiven erhöhten ſich Scheckrechnungen und Kreditoren auf cht P Sicht. 8 der Qualität der Seidenfaſer uſw. ouf techniſch⸗ Unter den Paſſiven haben die Kaſſenbeſtände von 31,7 Mill. auf der Handwerkerbank, Baſel, für das. Die Bedeuiung des Vierjahresplans Vorfragsabend des Amies für deuische Roh- und Werksiofie Das Amt für deutſche Roh⸗ und Werkſtoffe ver⸗ anſtaltete vor Schriftleitern der geſamten deutſchen Fachpreſſe einen Vortragsabend, auf dem die Grund⸗ gedanken des Vierjahresplanes als der gemeinſamen und gleichgerichteten Arbeit der deutſchen Wirtſchaft und des deutſchen Volkes aufgezeichnet wurden und die Abteilungsleiter des Amtes im einzelnen über die Aufgaben und die bereits erzielten Erfolge auf ihren Sachgebieten berichteten. Der Chef des Amtes für deutſche Roh⸗ und Werk⸗ ſtoffe, Oberſt des Generalſtabes Loeb, wies auf die vom Führer und Reichskanzler oͤem deutſchen Volk und der Wirtſchaft geſtellten Aufgaben von einem noch nie dageweſenen Ausmaß hin, Aufgaben, die zu erfüllen die deutſche Wirtſchaft aber nach den bis⸗ herigen Erfahrungen in der Lage ſei. Der Führer ſtehe mit ſeiner ganzen Autorität hinter den dem Vierjahresplan zugrunde liegenden Gedanken, ſo daß ſeine Durchſührung geſichert ſei. Zu dieſer großen Aufgabe müſſe ſelbſtverſtändlich alles mit herange⸗ zogen werden, was die Erfüllung der Aufgaben über⸗ haupt nennenswert beeinfluſſen könnte. An poſi⸗ tiven Werten zu ihrer Erfüllung habe Deutſchland ein arbeiiſames Volk, das ſeine Kräfte nicht mehr in Klaſſenkämpfen zerſplittere. Techniker, Ingenieure und Wiſſenſchaftler, die nach jahrzehntelangen Ar⸗ beiten allmählich die Wege gewieſen hätten aus den wenigen Rohſtoffen, die wir beſitzen, faſt alles zu machen, und ſchließlich eine Regierungsform, die es geſtatte, die im Intereſſe der übergeordneten Staats⸗ notwendigkeit als erforderlich erkannten Dinge und Maßnahmen durchzuſetzen. Nach dieſen einleitenden Ausführungen von Oberſt Loeb wurden dann von den einzelnen Abteilungs⸗ leitern des Rohſtoffamtes die Aufgaben und Arbeiten der ihnen anvertrauten Sachgebiete behandelt, ſo u. a. die Eiſenverſorgungslage, das weite Gebiet der deutſchen Austauſchwerbſtoffe, des Buna und der Kunſtſtoffe, des Holzes, der Textilien, ferner die Fragen der Mineralölwirtſchaft, der Erdölbohrungen und der Verfahren zur Gewinnung von Kraftſtoffen ſowie die beſondere Aufgabe der Finanzierung der Vorhaben und Unternehmungen des Vierfahres⸗ planes und die Frage der Erfindungen, wobei feſt⸗ geſtellt wurde, ͤͤaß die Mitarbeit des deutſchen Vol⸗ kes am Vierfahresplan durch Einreichung von Vor⸗ ſchlägen recht lebhaft iſt— ſind doch von den bisher nachgeprüften 2000 Vorſchlägen nicht weniger als 30 v. H. als anregend und 10 v. H. als wertvoll aner⸗ kannt worden und von den entſprechenden Sach⸗ bearbeitern erörtert. Beſonders aufſchlußreich waren die von dem Leiter der Abteilung J des Amtes ge⸗ machten Ausführungen über die Geſamtplanung und Organiſation des Vierjahresplanes. Danach wird der Vierjahresplan als Symbol eines wirtſchaftspolitiſchen Willens grundſätzliche Fehler der Vergangenheit beſeitigen, in der liberali⸗ ſtiſche und individualiſtiſche Irrtümer den Weg zu für einer dguernd geſunden und ſchlagkräftigen Str gierdampfer geführt und es beſtehe berechigte Ausſicht, daß Wirt der deutſchen Wirtſchaft verhindert haben. Er be⸗ zweckt, die wirtſchaftliche Kraft Deutſchlands auf das höchſte Maß produktiver Leiſtungsfähigkeit zu ſtei⸗ gern und hierzu in erſter Linie die Grundlage in der nationalen Rohſtofſſicherung zu ſchaffen, wobei das Moment der zeitlichen Zielſetzung hervortritt, weil beſtimmte Aufgaben in ſeſtgeſetzter Friſt zu löſen ſind. Dem induſtriellen Produktionsplan liegt die auf⸗ geſtellte Geſamtplanung zu Grunde, die für die Ge⸗ biete aller Rohſtoffe und Werkſtoffe und, ſoweit es notwendig iſt, für Zwiſchenprodukte und Hilfsſtoffe die materielle und zeitliche Zielſetzung enthält. Dieſe umſangreiche Arbeit der Geſamtplanung ſtellt aber kein ſtarres Schema dar, da ſie fortlaufend auf Grund der wiſſenſchaftlichen und techniſchen Erkennt⸗ niſſe neuer Notwendigkeiten ergänzt wird, und bildet ſomit nur das Rückgrat einer lebendigen und be⸗ wußten Wärtſchaftsplanung. Sie gewährleiſtet zu⸗ gleich, daß die unzähligen, eng miteinander verfloch⸗ tenen und voneinander abhängigen Rohſtoffe und Produktionsgüter der verſchiedenen Fertigungs⸗ ſtufen aufeinander abgeſtimmt und miteinander ab⸗ geglichen ſind. Damit gilt dieſe Geſamtplanung dem volkswirtſchaftlich richtig eingeſetzten Einſatz der Mittel und Stoffe zum Aufbau der neuen Induſtrien. Eine ſtatiſtiſche Gruppe ſorgt in Zuſammenhang mit dem ſtatiſtiſchen Reichsamt für eine lauſende und immer lebendige Handels⸗ und Produktionsſtatiſtik. Selbſtverſtändlich iſt das Kernſtück des Vierjahres⸗ planes die Produktion. Entſprechend der beſonderen Bedeutung der Schlüſſelinduſtrien als Grundlage des geſamtwirtſchaftlichen Lebens, insbeſondere des Bergbaues und der Energiewirtſchaft werden auch dieſe Gebiete von dem Amt ſorgfältig behandelt. Eine wichtige Aufgabe iſt die vollkommene und rich⸗ tige Ausnutzung der Kontingente in gewiſſen Stof⸗ fen, die im übrigen für eine Uebergangszeit als ein notwendiges Uebel betrachtet werden, denn dieſe Ausnutzung erfordert vorſchauende Verteilung der Stoffe auf die einzelnen Bauvorhaben der Geſamt⸗ planung, Vermeidung falſcher Verwendung von Ma⸗ terialien und daher ſinngemäße Anwendung roh⸗ ſtoffſparender Bauweiſen. Weſentlich iſt hierbei die Kontrolle der Verwendung von kontingentierten Stoffen. Durch die Vereinigung dieſer kürz gekennzeich⸗ neten Arbeitsgebiete in der Abteilung 1 ſchafft das Amt für deutſche Roh⸗ und Werbſtoffe die organiſa⸗ toriſchen, ſozialpolitiſchen und produktionstechniſchen Vorausſetzungen für die Arbeit derjenigen Abteilun⸗ gen des Amtes, die in den einzelnen Sachgebieten die Verantwortung für die Planung und Durchfüh⸗ rung der Projekte des Vierjahresplanes im einzel⸗ nen tragen. Aus den Ausführungen der einzelnen Sachbear⸗ beiter konnte man entnehmen, mit welcher Zielſicher⸗ heit und Regelmäßigkeit die einzelnen Vorhaben des Vierjahresplanes durchgeführt werden und welche Erfolge bereits ſeit der Verkündung des Vierjahres⸗ planes im Oktober vorigen Jahres eingetreten ſind. Auf dem ſo wichtigen Gebiet der Eiſenwirtſchaft iſt dank der Mitarbeit des Vereins deutſcher Hütten⸗ leute die wiſſenſchaftliche Beherrſchung der Aufberei⸗ tung und Verhüttung deutſcher Eiſenerze, über die wir in ausreichendem Maße verfügen, geſichert und damit das Problem der Verſorgung mit deutſchen Eiſenerzen gelöſt. Das Tempo, in dem die Verſor⸗ gung aus deutſchen Eiſenerzen durchgeführt wird, wird lediglich von den Einſatzmöglichkeiten der ver⸗ fügbaren Menſchen beſtimmt. Das erſte Ziel, näm⸗ lich die Ausweitung der deutſchen Eiſenerzerzeugung auf der Grundlage einer innerdeutſchen Baſis auf das Vierfache des heutigen Zuſtands, wird innerhalb der feſtgeſetzten Friſt erreicht werden, ſo daß am Ende des zweiten Vierjahresplanes mindeſtens die Hälfte der Eiſenträger deutſchen Urſprungs ſein wird. Die Kontingentierung wird nur in einer Uebergangszeit durchgeführt, nach deren Ablauf die Ausweitung der Erzeugung ein Maß erreichen wird, das jeglichen Verarbeitungsmöglichkeiten angepaßt iſt. Andererſeits müſſen natürlich die Leichtmetalle auf allen Gebieten zur Anwendung kommen, in denen ſie das Eiſen ſo gleichwertig erſetzen. Bei der Behandlung der neuen Werkſtoffe wurden von den Sachbearbeitern zwei bedeutſame Geſichtspunkte herausgeſtellt. Erſtens ſteht bei ihrer Anwendung der Gedanke des tech⸗ niſchen Fortſchritts ſtets im Vordergrund, d. h. die neuen deutſchen Werkſtoffe werden nur in den Fällen gegen bisher verwandte ausgetauſcht, in denen dieſer techniſche Fortſchritt gewährleiſtet iſt. Zweitens un⸗ terliegen wie jeder Werkſtoff auch die neuen deut⸗ ſchen Werkſtoffe ihren eigenen Konſtruktionsgeſetzen, was bei jedem beſonders beachtet werden muß. Die vielen Anwendungsgebiete für die deutſchen Werk⸗ ſtoffe, insbeſondere die Leichtmetalle, Alu⸗ minium und Magneſiumlegierungen, die Kunſtſtoffe, das Holz, Glas, Porzel⸗ lan uſw., wurden immer unter Berüchſichtigung des techniſchen Fortſchritts gekennzeichnet, wobei insbe⸗ ſondere auf den bei dieſen Werkſtoffen ausgeſchalte⸗ ten Einfluß der Korroſion hingewieſen wurde und auf die Tatſache, das beiſpielsweiſe bei den Kunſt⸗ ſtoffen eine nachträgliche Oberflächenbehandlung nicht notwendig iſt, was für die Verarbeitung wichtig iſt. Beſondere Aufmerkſamkeit wird der Frage des Leichtbaus, die im Rahmen der ſchnellen Durchfüh⸗ rung des Vierjahresplans eine bedeutende Rolle ſpielt, gewiöͤmet. Die zahlreichen Variationsmög⸗ lichkeiten auf dem Gebiet der Ausgeſtaltung dieſer Kunſtſtoffe, mit denen Deutſchland Pionierarbeit zur Erſchließung neuer Rohſtoff⸗ und Werkſtoffquellen für die Welt leiſtet, wurden aufgezeigt. Bezüglich der Wirtſchaftlichkeit der Pro⸗ duktion des Vierjahresplans wurde feſt⸗ geſtellt, daß dieſe Frage ſich aus der Lebensnotwen⸗ digkeit für die deutſche Volkswirtſchaft beantworten läßt. Die deutſche Wirtſchaft müſſe in die Lage ge⸗ ſetzt werden, zu produzieren, und da dies von dem Erfolg der Unternehmungen und Vorhaben des Vier⸗ jahresplans abhängig ſei, ſo ſeien alle dieſe voll⸗ kommen wirtſchaftlich. Wirtſchaftliches Denken könne nicht allein auf dem privatwirtſchaftlichen Nutzeffekt beruhen, ſondern es komme darauf an, im Rahmen einer geſunden Volkswirtſchaft zu prodüzieren und zu exportieren. 99 v. H. der Unternehmungen in⸗ nerhalb des Bierjahresplans ſind bisher rein pri⸗ vatwirtſchaftlich finanziert worden, wobei man be⸗ ſonderen Wert darauf gelegt hat, wirkliche Unterneh⸗ mer zu Trägern der Finanzierung, die im übrigen nicht ſchematiſch, ſondern je nach oͤem vorliegenden Fall verſchieden gehandhabt wird, zu machen. Der Vortragsabend öͤes Amts ſür deutſche Roh⸗ und Werkſtoffe fand ſeinen Abſchluß mit Ausfüh⸗ rungen von Oberſt Loeb über die Zielſetzung des Vierjahresplans. Er wies darauf hin, daß der Vierjahresplan durchaus nicht exportfeind⸗ lich, aber ein geſchworener Feind des Importzwangs ſei. Unter Bezugnahme auf die Ausſührungen des Führers in Würzburg vor dem mainfränkiſchen Gau⸗ tag, öͤaß der Vierjahresplan Deutſchland davor be⸗ wahren ſolle, von jedem Dritten nach Belieben er⸗ preßt weroͤen zu können, betonte er, wie dringend notwendig die Durchführung des Vierjahresplans für die Würde des deutſchen Volks, abgeſehen von rein wirtſchaftlichen Geſichtspunkten, ſei. Der innere, ethiſche Sinn des Vierjahresplans ſei es, uns aus dieſem Zuſtand des Zwangs zu befreien. — *Die Krupp⸗Treibſtoff⸗Anleihe auch an der Frankfurter Börſe. Nunmehr iſt, wie in Berlin und Hamburg, auch für die Fronkfurter Wertpapierbörſe der Antrag auf Zu⸗ laſſung der nom. 10 Mill./ Teilſchuldverſchreibung der Krupp⸗Treibſtoffwerk Gmbc in Eſſen geſtellt worden Waren und Märkte Mannheimer Groſviehmarki Amtlicher Preis für je 50 ug Lebendgewicht 219 Kühe 1107 Kälber 1623 Schweine junge vollfl. 40 48K& Sonderklaſſe ſonſtige„ 34 39beſte Maſt fleiſchige. 20 380B Andere Kälber 145 Fürsen beſte Maſt 60 60 junge vollfl40 43ausgemäſtet 41 44 mittlere.. 58 591 ſonſtige„ 84 30 vollfleiſchig 36 40geringe.4150 fleiſchig. 30 34 fleiſchigg.—geringſte. 30 40 Sauen. 555 2Rotterdamer Getreidekurſe vom 20. Juli.(Eig. Dr,) Weizen(in Hfl. per 100 Kilo) Juli 8,857 Sept, 8,7567 Nov. 8,75; Jan. 8,67/.— Mais(in Hfl. per Laſt 2000 Kilo) Juli 108; Sept. 108,75; Nov. 108,50, Jan. 108,50 G. 2. Liverpooler Baumwollkurſe vom 20. Juli.(Eig. Dr.) Ameérikan Univerſol Stand. Middl.(Schluß) Juli(37) 669, Auguſt, Sopt. 667; Okt. 671; Nov 667, Dez., Jon.(38) je 668; Febr. 669; März 671; April 670; Mai, Juni, Juli je 671; Okt. 664; Dez., Jan.(30) je 660; März 661; Mai 662; Tendenz ruhig. 2Leinölnotierungen vom 20. Juli.(Eig. Dr.) Lon⸗ don: Leinſaat Pl. per Juli 135/; Leinſaat Klk. per Juli⸗ Auguſt 15,25; Bombay per Juli⸗Auguſt 15,75; Leinſaatöl loko 31,3; Auguſt 30,1/; Sept.⸗Dez. 30,0; Baumwollöl ägypt. 28,0; Baumwoll⸗St. ägypt. per Juli 71½6. Neuyork: Terp. 38,50. Savannah: Terp. 33,50. *. Obſt⸗ und Gemüſegroßmärkte. Handſchuhsheim: An⸗ fuhr gut; Kirſchen 30, Johannisbeeren 14—16; Stachelbeeren 17—22; Himbeeren—35; Birnen 20—30, 10—19, Aepfel 18—30,—17; Pflaumen 14—18; Reineclauden 18—26, 20 bis 31; Zimmers Frühzwetſchgen 24—20; Zwetſchgen 17 bis 28; Pfirſiche 24 bis 20, 18 bis 23; Koyſſalat —5; Kohlrabi 2; Buſchbohnen—6; Stangenbohnen 9 bis 13; Erbſen 18; Tomaten 17—19, 12—13; Blumenkohl 17—32; Wirſing—9; Weißkraut 4; Schlangengurken—13; Kaſtengurken 11—14; Zwiebeln 5. Nachfrage ſehr gut.— Weinheim: Anſuhr 550 Ztr.; Stachelbeeren 12—18; Brom⸗ beeren 23—26; Pfirſiche 20—29; Zwetſchgen 20—30; Pflau⸗ men 15—18; Reineclauden 20—30; Aepfel 13—20; Birnen 15—30; Tomaten 21; Bohnen—10. * Schweinemarkt Tauberbiſchofsheim. Zufuhr 147 Stück. Preiſe: 35—60/ je Paar. Verkauft 33 Stück. * Schweinemarkt Buchen. Zufuhren: 605 Ferkel, 8 Läu⸗ fer. Preiſe: Ferkel bis ſechs Wochen 18—25 /, über ſechs Wochen 25—35/ je Paar. Läufer 55—70 je Paar. 70 Ochsen ausgemäſtet— vollfleiſchig42 45 ſonſtige. 3741 167 Bulien deutſchen Rhein-Mainische Abendhörse Ruhig und behaupiei Die Abenoͤbörſe lag bei Beginn ziemlich ruhig. Am Ak⸗ tienmarkt bewegten ſich die Kurſe auf Mittagsſchlußbaſis. JG Farben wurden zu 170, Vereinigte Stahlwerke zu 124,50 geſucht. Der Verlauf brachte keine weſentlichen Aenderungen. Die Kurſe lagen weiter behauptet. Mannesmann konnten, ſich auf 12896(12876) erhöhen, während andererſeits AEG mit 135(135,25) leicht rückgängig waren. Am Rentenmarkt wurden Dekoſama Neubeſitz zu 43 geſucht. Bon Induſtrie⸗ obligationen gingen öproz. Deſſauer Gas mit 103 um. Caſta⸗ lengo waren zu 101,25—10196 geſucht. Geld- und Devisenmarki Paris, 20. li Gchlus emilich). nun 132.95 L Spanien Fonenhagen Wien 3 lün 2569— fe, 440 9 kkrt167% k 19510 Beldlen 449,.— Schwelz 610,50 J Stockholm 677,50 J Warschen 646.— london, 20. luli Gchlub emilich 408.27 J Bopenbegen] 22.40—7, Haskan LSchenb ½241 499.12—.— 19.30/ Fumärien 678.— Vokokam: 1/½07 Imsterdem“2 37 osl0 19.90½0 Ronstanfin. 618.— uralien 125,— faris 132 90 iisssbn 110,4 LAthen 546.50 Meriko 18.— Prüsse“ 29.59— Helsingfors 226.18[Wien 25,31 Honterices 28.— Lalien 94.50— Prag 142.25 Marschan 25,20 f alprrass 128.0 Berlin 127— kucepest 25,— Fuenos Ares] 1,— Suenhas Sctwelr 21.78— Belgrai 216.— Bio de lan. 412.— anf Len 4on 16,40 Fpenien 865,00— LLSoil⸗ 400,— LHontkong 1,/262 L Südelfiks 100.1 Meialle Hamburger Meiallnofierungen vom 20. Juli * 6—— 9 u. 00 briek f Beld brief J Celd Iberahliſ Srieff beld Iberahl. i e„ Hüttenrobzink 29.2529.25 fabruer.. f fäinzilber(M. P. Eé). 466088.0 MR2... ngeld Gu. r... 2684/279 11 n e 1 e Lüenr. Gi. p. xr.). 370/ 850 Juni S en e lul. 78.50/8.50 850.5850 50. betsilur,(äl. r. g... 5,—475 Augus! J73 5073,500. 850,5350,5 Lepiemb./3,5073.500 ꝗ 850,5380 0% toco A Uktober /S.5075,50... 30.5 80,.5P... Anfimon Fegulus culnes.(S fe.) BI,— 00, 50 Hovemb./3.5078.500.350.5.. usckeilber(L per Flesche) 16,2518.25 Deremb. I73.5073 SO... 350.5850,5I.. Wolframerz dünes.(in Sh.)... 68,— * Der Londoner Goldpreis beteug am 20. Juli 1937 für eine Unze Feingold 139 ſh 8 d ⸗ 86,5934 /, für ein Gramm Feingold demnach 53,8846 Pence S 2,78404 /. Frachienmarki Duisburg-Ruhrori Das Geſchäft eriuhr an der heutigen Börſe gegen geſtern keine weſentliche Aenderung. löhne blieben unverändert. Die Frachten und Schlepp⸗ Wetterkarte der Reichswetterdienſtſtelle Frankfurt/ M. 20.0412.1957 —0 S eeeee ſaſmimrmum a. aurgſeimvon —= mamſummung Fnbrchemront Vis ce fonin obrſose Qfe e S leebe/ NOe, VOch0 Omollene Giolig oHegen»Soruhregen Obere, M beobcur* Schnee 4. Schgeerrelben Sebetè mir e 4 4 ebrgischer, annänm 4 C⏑, ecben — Wetterbericht des Reichswetterdienſtes, Ausgabe⸗ ort Frankfurt a.., vom 21. Juli. Im Laufe des Dienstagabend erreichte auch unſeren Bezirk die von Nordweſten heranſtrömende feuchte und etwas kühlere Meeresluft und gab während der ver⸗ gangenen Nacht mancherorts zu Gewittern Anlaß. Im Laufe des Mittwoch wird die Gewittertätigkeit erhalten bleiben. Eine Beendigung des warmen, wenn auch nicht ganz ſtörungsfreien Wetters iſt vor⸗ erſt jedoch noch nicht zu erwarten. Borausſage für Donnerstag, 22. Juli Wolkig bis heiter, örtliche Gewitterbildungen, ſchwache weſtliche Winde, im ganzen freundlich und warm. Höchſttemperatur in Mannheim am 20. Juli + 30,0 Grad, tiefſte Temperatur in der Nacht zum 21. Juli 17,2 Grad; heute früh halb 8 Uhr 19,5 Grad. In den Rheinbädern wurden heute vormittag 8 Uhr 19 Grad Waſſer⸗ und 18 Grad Luft⸗ wärme gemeſſen. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli Rhein⸗Begel 17.18.19. 20. Rheinfelden 8,95.44.383,29 Breiſach...012.692. REUl Maxau.5, Mannheim A. Ahein⸗Pegel —— .32HKaub 2,.98Kölnn —— Neckar⸗Pegel Mannheim.084,4 481/4,15 18. 19.20. 21. 28 282 306(293 .42 242.57 270 20 3· * ee 5 1 10. Seite/ Nummer 329 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgave Mittwoch, 21. Juli 1897 „Vergangenheit häben“? ⁰⁵ Kannliebe störker sein als Trädition—— Dlese Frogen beanwortet lhnen der neue ſobis-Syndikat-Film: abe Därf eine Fräu eine Für Jugendliche nicht zugelassen! LILI cf e Wera Eugeis-Albrecht Schoenhals- Sabine Peters Töglich:.00,.25,.15,.30 ke in Auncenun Pauf The ein wunderbe Jeu Tg Harry Liedtke) fbeffariches Suia uaannmnnanmnnunpaununmnnuduunum; Ein mutiges Mädel schlägt o Lingerh einem bösartigen Geschick, r. Schnippchen ffechichspa mit seiner herrlichen schéttigen Garten-Terrasse Birier der heliebtesten Ausflugsorte in Mennbeim und Ucmgebung ist das LA National Theater wanem Mittwoch, den 21. Juli 1937 Vorstellung Nr. 389 II. 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