R Sue Mamhemersel — 7**** 2 Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,-6. Fernſprecher: Sammel⸗Rummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim Erſchelnungsweiſe: Täglich 2mal außer Sonntag. Bezugspreiſe: Frei Haus monatlich.08 Mk. und 62 Pfg. Trägerlohn, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt.25 Mk., durch die Poſt.70 Mk. einſchl. 60 Pfg. Poſtbef.⸗Geb. Hierzu 72 Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Wald⸗ bofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42, Schwetzinger Str. 44, Meerfeldſtr. 13, Ne Fiſcherſtr. 1. Ce Hauptſtr. 68, W Oppauer Str. 8, Se Luiſenſtr. 1. Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25, l. d. folgend. Monat erfolgen. Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 9 Pfennig, 79 um breite Textmillimeterzeile 50 Pfennig. Für Familien ⸗ und Kleinanzeigen ermäßigte Grundopreiſe. Allgemein gültig iſt die Anzeigen ⸗Preisliſte Nr. 7. Bel Zwangsvergleichen oder Konkurſen wird keinerlei Nachlaz gewährt. Keine Gewähr für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und Mittag⸗Ausgabe A Oonnerstag, 20. Juli 1937 Was gerr Agulrre in Paris wollitie Frankreich ſoll den Sieg Frantos verhindern helfen- Sowjetrußland ſchickt neue Waffen — Paris, 29. Juli. Uu..) Die Vertreter Valencias verſuchen neue Hilfe⸗ leiſtungen von der franzöſiſchen, der ſowjetruſſiſchen und anderen ihnen freunolich geſinnten Regierungen zu erlangen, bevor der Druck der Franco⸗Armee auf Madrid zu ſtark wird. Der baskiſche„Präſident“, Aguirre, und ſein Mitarbeiter Latorre, die am Montag von Valencia nach Paris geflogen waren, überbrachten einen neuen dringenden Appell Valencias um Kredite für Wafſen und Muniton. Ferner ſoll Agnirre um finanzielle Unterſtützung zur Reorganiſation der baskiſchen Armee gebeten haben. Die große Zahl der Verwundeten bel den letzten Kämpfen an der Zentralfront, beſonders bei Brunete, erfordere ferner Mittel zur Auffüllung der Madrider Vorräte an Sanitätsausrüſtungen und Medikamen⸗ beht. Die Zahl der Verluſte an Verwundeten bei der letzten Offenſive ſoll zwiſchen 20000 und 30 000 be⸗ tragen. Alle Madrider Lazarette ſeien überfüllt. Wirklich nach Griechenland?? Gunkmeldung der RM3) * Paris, 29. Juli. In Honfleur, einem nordfranzöſiſchen Hafen am Aermelkanal, iſt der lettländiſche Dampfer„Salacar“ aus Riga kommend eingetroffen, der mehrere tauſend Tonnen ſowjetruſſiſchen Kriegsmaterials an Bord hat. Obgleich dieſes Material angeblich für Griechenland beſtimmt iſt, hat die Polizei, einem Bericht des„Journal“ zufolge, umfangreiche Sicherheits⸗ und Abſpervungsmaßnah⸗ men für die Dauer der Umladung vorgenommen. Das geſamte Material wird von Honfleur aus nach Marſeille befördert, von wo aus es auf dem Waſſer⸗ wege weitergeleitet wird. Dem Berichterſtatter des „Journal“ iſt es nicht möglich geweſen, die verbotene Zone die dͤurch dicke Taue abgeſperrt iſt, zu betreten. Auch weigerten ſich die mit der Ueberwachung beauf⸗ tragten hohen Beamten, ihm irgend eine Auskunft zu erteilen. Er habe lediglich in Erfahrung brin⸗ gen können, daß die Hafenarbeiter für die Umladung, die etwa zwölf Tage dauern werde, 65 Franken pro Tag erhalten, was über den Durchſchnittslöhnen liegt. Die Ladung ſetzt ſich aus einer großen Anzahl von Geſchützen, Tauſenden von Granaten, Mi⸗ nenwerfern, Mörſern und mehreren Tonnen Pulver zuſammen. Vereits eingeſetzt dub. Toledo, 28 Juli. Ueber Toledo ſind im Laufe des Dienstag und Mittwoch bolſchewiſtiſche Flugzeuge erſchienen, die als neue Modelle ſowietruſſiſcher und ameri⸗ kaniſcher Herkunft erkannt wurden. Sie ſcheinen von ſowjetruſſiſchen Transportſchiffen nach Carta⸗ gena gebracht worden zu ſein. Irantos Schiffe im Kamyf gegen den Waffenſchmuggel — Paris, 29. Juli.(U..) Infolge des Ausſetzens der Seekontrolle hat ein erneuter lebhafter Seetransporb von Kontf bande Rlücken Rom u. London wieder zuſammen? Die Bedeutung der Ausſyrache Chamberlain-Granei- Eden-Beſuch in Rom? (Funkmeldung der NM3.) + London, 29. Juli. Einige Londoner Blätter befaſſen ſich auch am Donnerstag noch einmal mit der Unterredung, die der italieniſche Botſchafter Graf Grandi am Diens⸗ tag mit Miniſterpräſident Ehamberlain hatte. Sie bringen römiſche Berichte, in denen hervorgehoben wird, daß man in Rom eine Verbeſſerung der Beziehungen mit England im Anſchluß an dieſe lange Unterredung erwarte. Der diplomatiſche Korreſpondent der„Daily Mail“ ſchreibt, er habe erfahren, daß eine der Fra⸗ gen, die beſprochen worden ſeien, die Anerkennung der Eroberung Abeſſiniens durch Italien geweſen ſei. Kürzlich bereits habe ſich die britiſche Regie⸗ rung mit dieſer Frage befaßt und einige engliſche Miniſter hätten ſich bereit gezeigt, den Völkerbund zu einer Entſchlußfaſſung in dieſer Frage anzu⸗ rufen. Als Ergebnis der Beſprechung Chamberlains mit Grandi hätten die diesbezüglichen Anregungen eine Belebung erfahren, ſo daß England dieſen Schritt bei der Septemberſitzung des Völkerbundes unternehmen werde. In der Zwiſchenzeit werde eine engere Zuſammenarbeit zwiſchen den Regie⸗ rungen Italiens und Englands bezüglich der allge⸗ meinen europäiſchen Lage ſtattfinden. In gutunter⸗ richteten Kreiſen Londons habe man bereits von der Möglichkeit geſprochen, daß Eden Rom einen Beſuch abſtatten werde. „News Chroniele“ meint, daß Chamberlain zwei Punkte hervorgehoben habe, nämlich, daß er erſtens eine Verbeſſerung der engliſch⸗italieniſchen Bezie⸗ hungen begrüßen würde, daß zweitens aber keine grundſätzlichen Zugeſtändniſſe engliſcherſeits hierfür gemacht werden könnten. Das gelte insbeſondere für den engliſchen Standpunkt, daß eine Zugeſtehung der Krieg⸗ führenden⸗Rechte nur möglich ſei, wenn die Zurückziehung der ausländiſchen Freiwilligen weſentliche Fortſchritte gemacht habe. Vor den Antworten auf Englands Fragen: Auch heute wird keine Enticheidung fallen! Das Spanienyroblem als ein Zeiwroblem“- Hintergründe der engliſchen Haltung (Funkmeldung der NM3.) + Paris, 29. Juli. Der Außenpolitiker des„Echo de Paris“ beſchäf⸗ ligt ſich mit den Verhandlungen über die Nichtein⸗ miſchung unter beſonderer Berückſichtigung der Hal⸗ tung Englands. Während Italien und Deutſchland beſonderen Nachoͤruck auf die Anerkennung der ſpani⸗ ſchen Nationalen als kriegführende Partei legten und den Rückzug der Freiwilligen erſt nach dem Siege Ge⸗ neral Francos wünſchten, nehme Sowjetruß⸗ land eindeutig für Valencia Stellung. In London und Paris verſuche man dagegen, den „goldenen Mittelweg“ einzuſchlagen. Die engliſche Regierung halte es für angebracht, den Schleier, der die Meinungsverſchiedenheiten der Mächte umhülle, nicht plötzlich zu zerreißen, ſondern es dem Gang der Ereigniſſe zu überlaſſen, nach und nach Klarheit zu ſchaffen. Inzwiſchen mache die engliſche Aufrüſtung gute Fortſchritte. London wünſche die Ereigniſſe nicht zu überſtürzen, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß es in⸗ zwiſchen einige harte Schläge einſtecken müßte. Die kommuniſtiſche„Humanité“ iſt wütend über die Unterredung Chamberlains mit Grandi, die ir⸗ gendwelche dunklen Machenſchaften vorbereite(). Als Eden ſeinen Plan unterbreitet habe, habe man klärung geſprochen hat, nach der die ſich vermuten, daß Maiſky nicht habe, dieſe Erklärung abzuändern. erklärt, es handle ſich um einen letzten Verſuch, mit offenen Karten zu ſpielen. In Wirklichkeit verſuchten Eden und Lord Plymouth ſeit 14 Tagen einen Schleier über die italieniſche Haltung zu werfen. Das offizielle England habe jetzt ſeine Maske abgeworfen. Man ſtehe am Vorabend eines neuen Gentlemen⸗Ab⸗ kommens, das noch verbrecheriſcher ſei als das vom letzten Dezember(). Maiſky im Foreign Offite dnb. London, 28. Juli. Der ſowjetruſſiſche Botſchafter ſprach am Mitl⸗ woch im Foreign Office vor. Wie von unterrichteter engliſcher Seite verlautete, erörterte Maiſky etwa eine Stunde lang den britiſchen Kontrollplan für die Nichteinmiſchung in Spanien. Nach„Preß Aſſocia⸗ tion“ hält man es für möglich, daß er auch über ſeine auf der letzten Ausſchußſitzung abgegebene Er⸗ Sowjetregie⸗ rung unter keinen Umſtänden der Gewährung der Rechte Kriegführender an die zuſtimmen würde. Auf Grund von Nachfragen laſſe ſpaniſchen Parteien den Wunſch nach Spanien eingeſetzt. Francos Kriegsſchiffe ſuchen das Mittelmeer ab, um die reichen Waffen⸗ und Munitionstransporte abzufangen, die für die Valenciaregierung unterwegs ſind. Das nationa⸗ liſtiſche Kriegsſchiff„Baleares“ brachte auf der Höhe von Santander einen griechiſchen Dampfer auf, der Waffen an Bord hatte, während ein anderes natio⸗ naliſtiſches Kriegsſchiff einen ruſſiſchen Damp⸗ ſer mit Tanks und Maſchinengewehren an Bord bei Gibraltar ſtellte. Die Ladung des Dampfers wurde in Ceuta abgeſetzt. Jtalien-Anfragen im Anterhaus dub London, 29. Juli. Der Oppoſitionsliberale Foot fragte am Mitt⸗ woch im Unterhaus den Miniſterpräſidenten in bezug auf eine kürzliche Rede des Marineminiſters, daß es nötig ſei, die guten Beziehungen mit Italien wiederherzuſtellen, ob dieſe Aeußerung die Politik der britiſchen Regierung R Chamberlain erwiderte, er habe in der fraglichen Rede nichts gefunden, was nicht mit der-Politik der britiſchen Regierung übereinſtimme, die freundſchaft⸗ lichſten Beziehungen mit allen ausländiſchen Regie⸗ rungen zu pflegen. Eden wurde gefragk, ob es die Abſicht der eng⸗ liſchen Regierung ſei, die Eroberung Aethio⸗ piens durch Italien anguerkennen. Er erwiderte, die Stellungnahme der engliſchen Regie⸗ rung in dieſer Frage ſei dieſelbe, wie er ſie im Mai bekanntgegeben habe. Damals habe er erklärt, daß er nicht in der Lage ſei, eine Mitteilung zu machen, da dieſe Frage nicht aufgeworfen ſei. Wenn ſie auf⸗ geworfen würde, dann wäre es eine Angelegenheit für den geſamten Völkerbund. Es handele ſich hier um eine Frage, in der ein kollektiver Beſchluß not⸗ wendig ſei. „Der Prüfſtein bleibt Spanien“ (Funkmeldung der NM3Z.) + Mailand, 29. Juli. Die Unterredung des engliſchen Miniſterpräſiden⸗ ten mit dem italieniſchen Botſchafter Grandi und die offenkundigen Anzeichen einer Entſpannung in den engliſch⸗italieniſchen Beziehungen werden von der norditalieniſchen Preſſe mit großer Befriedi⸗ gung verzeichnet. Die Turiner„Stampa“ ſchreibt, es ſei klar, daß die britiſche Politik, wenn auch unter Schwankungen, das Steuer kräftig herumwerfe. Man fühle die Hand des neuen Premiers, der in ſeinem unbedingten Feſthalten an den imperialen engliſchen Intereſſen auch die Notwendigkeit erkannt habe, daß die verfahrene Lage auf dem Boden der Realität wieder eingerenkt werden müſſe. Der Prüfſtein bleibe weiter die ſpaniſche Frage. Für Italien gebe es keine andere Löſung als den Sieg Fraucos. Die Unterſtützung der Na⸗ tionalen würde den unausbleiblichen Abſchluß beſchleunigen und weiteres Blutvergießen ver⸗ hindern. Vielleicht ſei London für eine derartige Haltung noch nicht reif, aber es ſei an der Zeit, daß man General Franco keine weiteren Hinderniſſe in den Weg lege und ihn juriſtiſch und politiſch mit ſeinen Gegnern auf gleiche Stufe ſtelle. Die Aufrüſtung der Weltflotten Duff Cooper über die Verſtärkung der eugliſchen und amerikaniſchen Flotte dnb. London, 28. Juli. Auf eine im Unterhaus geſtellte Anfrage teilte Marineminiſter Duff Cooper mit, daß die engliſche Flotte gegenwärtig durch den Neubau von Kriegs⸗ ſchiffen von zuſammen 570000 Tonnen verſtärkt würde. Eine Vergrößerung um weitere 940000 Ton⸗ nen ſei geplant, In den Vereinigten Staaten, ſo er⸗ klärte ex weiter, belaufe ſich die Tonnage der im Bau befindlichen, in Auftrag gegebenen oder geplan⸗ ten Kriegsſchiſſe—ies handelt ſich um etwa 40 Schiffe — auf 347 000 Tonnen. für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mannheim. 148. Jahrgang— Nr. 343 Rolſpanien bolt ſich Lilſe bel Frankreich 855 heutt mittag 12 Uhr * Mannheim, 29. Juli. Um dieſe Stunde läuft die Friſt ab, die die eng⸗ liſche Regierung den anderen Regierungen für die Beantwortung ihres Fragebogens geſetzt hat. Für die Beantwortung ſelbſt ſind— England iſt vorſich⸗ tig geworden— gleichſam zwei Verfahrensvorſchrif⸗ ten erlaſſen worden: erſtens ſoll ſie ſchriftlich er⸗ folgen, zweitens ſoll ſie möglichſt präziſe gefaßt ſein ſich alſo im weſentlichen auf Ja und Nein beſchrän⸗ ken. Der Fragebogen, den England den Mächten unterbreitet hat, umfaßt neun Fragen. Der Inhalt der Fragen ſelbſt iſt nicht bekannt, läßt ſich aber aus der Diskuſſion des Nichteinmiſchungsausſchuſſes unſchwer erraten: es geht nach wie vor um die Frage, in welcher Reihenfolge die einzelnen Spa⸗ nienprobleme— Wiedereinführung der Kontrolle, Zurückziehung der Freiwilligen und Zuerkenntnis der Kriegführendenrechte— erörtert werden ſollen. Zunächſt ſieht es alſo aus, als ſei hier ein Streit um eine nebenſächliche Verfahrensfrage entbrannt, die ſoviel Aufwand diplomatiſcher Hartnäckigkeit gar nicht lohnt. In Wirklichkeit aber verſtecken ſich freilich hinter dieſer formalen Streitfrage die ent⸗ ſcheidenoͤſten ſachlichen Differenzen. Denn jede Par⸗ tei— und Europa iſt ja in dieſem unſeligen Bür⸗ gerkrieg längſt Partei gewörden— fürchtet, von der anderen zuerſt feſtgelegt und dann düpiert zu werden. Das Mißtrauen, das die ganze Atmoſphäre Europas ſeit geraumer Zeit durchtränkt, hat hier ſeinen ſichtbarſten, vielleicht ſogar ſeinen folgen⸗ ſchwerſten Ausdruck gefunden. Alle Parteien ſind gewillt, ſowohl die Zuteilung der Kriegführenrechte wie die Zurückholung der Freiwilligen zu konze⸗ dieren: nur will keine mit ihrer Konzeſ⸗ ſion den Anfang machen! Es muß ſchlimm beſtellt ſein um Europa, wenn der Argwohn ſchon ſo tief ſitzt! Der engliſche Vorſchlag ſcheint nun eine Art gleichzeitiger Behandlung vorzuſehen. Ent⸗ weder ſollen die oͤrei Probleme: Kontrolle, Freiwil⸗ ligenſrage und Kriegführendenrechte gleichzeitig drei Unterausſchüſſen unterbreitet werden oder es ſoll eine gemeinſame Debatte in der Weiſe ſtattfinden, daß eine Beſchlußfaſſung über die oͤrei Probleme nur gleichzeitig erfolgt. Man ſieht, das Verfahren iſt etwas kompliziert und es wird nicht einfacher da⸗ durch, daß England in einer etwas ultimativen Form auf einer Klärung beſteht. Nun iſt allerdings wohl dieſe ultimative Form nicht ſo ernſt gemeint. England weiß wohl, daß die europäiſchen Regierungen am Donnerstag. nicht in Habt⸗Acht⸗Stellung mit einem militäriſchen Ja oder Nein vor Miſter Eden antreten werden. Es mimt wohl mehr Eile, als es ſelbſt zur Eile drängt. Es mimt dieſe Eile vor allem wohl aus innenpoliti⸗ ſchen Geſichtspunkten, um ein moraliſches Alibi vor dem Drängen der Oppoſition zu haben, die in immer ſtärkerer Vehemenz das engliſche Zögern als eng⸗ liſche Schwäche angreift. Aber in Wirklichkeit will auch England nichts anderes, als was alle Mächte in dieſer verworrenen Zeit wollen: Zeit gewin⸗ nen, um noch ein klein bißchen Anrecht auf die Hoffnung zu haben, daß die Zeit ſelbſt noch einen Ausweg aus der Sackgaſſe bringt. Man wird alſo heute in London nicht nur ja und nein akzeptieren, ſondern auch Antworten, die weſentlich verklauſulier⸗ ter klingen; und in der Gewißheit keine Entſcheidung erhalten zu können, wird man froh ſein, ausreichen⸗ den Stoff für eine weitere Diskuſſion über dieſe Entſcheidung zu erhalten. Europa würde es in der heutigen Situation ja auch gar nicht vertragen, ultimativ regiert zu werden. Wer Europas Frie⸗ den will, und England will dieſen Frieden ganz ſicher nicht weniger als andere europäiſche Nationen, wird ſich hüten, dieſen Frieden an einer harten Entſchei⸗ dung über ja oder nein zu gefährden, ſondern froh ſein, wenn er dieſen Frieden ohne ein ausdrückliches Ja oder Nein weiterſchleppen kann. Daher räumen wir dem heutigen Tag keine ſo entſcheidende Bedeutung ein, wie die Terminfeſt⸗ ſetzung es eigentlich rechtfertigen könnte: es wird auch über den Donnerstag hinaus über die Spanien⸗ frage diskutiert werden. Ernſt könnte die Situation nur werden, wenn eine der anderen Parteien Luſt verſpüren ſollte, eine Entſcheindung, und das heißt in dieſem Fall einen Abbruch der Diskuſ⸗ ſion zu erzwingen. Von Deutſchland, Italien, Frankreich und England iſt das nicht zu erwarten. Riſiko und Verantwortung ſind hier gleichermaßen einwirkſamer Schutz vor ſolcher Verſuchung 2. Seite/ Nummer 343 Neue Maunheimer Zeitung“ Mittag⸗Ausgab⸗ Donnerstag, 29. Juli 1937 Anders aber ſteht es mit Sowietrußland und anders ſteht es vor allem mit dem 5olſche⸗ wiſtiſchen Spanien ſelbſt. Dieſe Mächte laufen Gefahr, alles eu verlieren. Ihr größtes Riſiko iſt in dieſem Augenblick der Friede Europas. Warum ſollten ſie da nicht verſuchen, dieſen Frieden zu ſtören, und vielleicht für ſich damit die Ausſicht zu retten, eine verlorene Partie doch noch zu gewinnen? Ihn zu ſtören in der Hoffnung daß die Gegenſätze zwiſchen den europäiſchen Mächten ſtärker ſein werden als ihr gemeinſamer Gegenſatz gegen den Friedensſtörer? Schon hat der ruſſiſche Botſchafter im Nicheinmiſchungsausſchuß erklärt, daß Moskau eine Zuerkennung der Kriegführenden⸗Rechte an General Franco rundweg ablehne. Bleibt es bei dieſer Haltung, dann wäre dem engliſchen Plan ſozuſagen das Rückgrat gebrochen. Dann erübrigt ſich eine Diskuſſion über die anderen Punkte, die in engſter Kauſalverbindung mit dieſem Zentralproblem der ganzen Spanien⸗Diskuſſion ſtehen, überhaupt. Dann bedeutet das die Aufhebung der diplomatiſchen Spanienunterhaltung und den Beginn einer anderen, viel ernſteren, viel gefährlicheren. Moskau hat Grund genug, eine ſolche Wendung zu provozieren: ſeinen Wünſchen würde ſie ſicher entſprechen. Die einzige Frage iſt, ob ihm der Preis nicht zu hoch er⸗ ſcheint, den es dafür wohl bezahlen müßte: die Preisgabe ſeiner guten Beziehungen mit England, die Gefährdung ſeiner Bundesgenoſſen⸗ ſchaft mit Frankreich, das vor die Wahl: Rußland oder England? geſtellt, ſich kaum für Rußland ent⸗ ſcheiden würde, und ſchließlich den Verzicht auf die Teilbaberſchaft an dem europäiſchen Geſamtſpiel mit den einzigärtigen Möglichkeiten, die dieſe Teilhaber⸗ ſchaft für Moskau heute enthält. Die zweite Gefahr droht von Spanien. Herr Negrin, der ſich Sowjetſpaniens„Miniſterpräſi⸗ dent“ nennt, hat einer Korreſpondenz zufolge er⸗ klärt, daß bei einer Weiterführung der ihm reichlich überflüſſig erſcheinenden Londoner Diskuſſion Spa⸗ nien nichts anderes übrig bleibe, als den ſpaniſchen Bürgerkrieg in einen europäiſchen zu verwandeln. „Den Schlüſſel dazu halte es ja in der Hand.“ Die Meldung mag authentiſch ſein oder nicht: was ſie ſagt, iſt ſicherlich oͤas, was man in Valencia und Bareclona denkt. Ein europäiſcher Krieg käme Valencia gerade ge⸗ legen. Die einzige Frage iſt nur, wieweit er ſich würklich provotzieren läßt. Valenica hat ja einige Uebung auf dieſem Gebiete und die Erfah⸗ rungen, die es dabei hinſichtlich der vielgerühmten europäiſchen Solidarität gemacht hat, ſind wahrhaftig nicht allzu entmutigend geweſen. Vielleicht rechnet man in der Tat dort damit, daß ein neuer Torpedo⸗ ſchuß oder ein neuer Bombenangriff Europas Frie⸗ den endgültig in die Luft fliegen läßt! Das iſt der düſtere Hintergrund der ganzen Dis⸗ kuſſion um das weitere Schickſal der europäiſchen Nichteinmiſchung. Man ſollte ihn nicht aus den Ein unruhiger Feſttag: Dio wiſche Augen verlieren, wenn man heute um 16 Uühr ſich wieder verſammelt. Or. A. W. —— Hie, Anllage gegen Niemöller Wegen Vergehens gegen das Heimtückegeſetz und wegen Kanzelmißbrauchs dnb Berlin, 28. Juli. Die Juſtizpreſſeſtelle teilt mit: Gegen den Pfar⸗ ver Martin Niemöller aus Berlin⸗Dahlem, der ſich ſeit dem 1. Juli d. J. in gerichtlicher Unterſuchungs⸗ haft beſindet, iſt von der Staatsanwaltſchaft Anklage beim Sondergericht Berlin erhoben worden wegen Vergehens gegen das Heimtückegeſetz, wegen Kan⸗ zelmißbrauchs, wegen Aufforderung zum Ungehor⸗ ſam gegen Verordnungen und wegen Zuwiderhand⸗ lung gegen die miniſterielle Anordnung vom 18. Fe⸗ bruar 1937. Die Exöiinung des Breslauer Süngerfeſtes beiden als Berworrene Lage in Nordchin: Die japaniſchen A klionen gehen weiker Dabei erklären beide Parteien ihre Verhandlungsbereitſchaft— Keine territorialen Abſichten Tokios Anb. Tokio, 28. Juli. Wie die japaniſche Nachrichtenagentur Domei aus oͤem Kriegsminiſterium erfährt, kam es Mittwoch zu heftigen Kämpfen bei Schanghotſchen und Tſchingho⸗ tſchen nördlich von Peiping und bei den Ortſchaften Nanynan und Hſiynan im Südoſten der Stadt. Die Kämpfe führten zur Beſetzung der ſtrategiſch bedeu⸗ tungsvollen Bahnlinie Peiping.—Tientſin durch die japaniſchen Truppen. Aus dem Hauptquartier der Nordͤchinagarniſon werden Gegenangriffe chineſiſcher Truppen bei Langfang gemeldet, die aber nach Ein⸗ ſatz ſtarker Gegenkräfte abgewehrt werden konnten. Bei allen Gefechten wurden Artillerie wie auch Bombengeſchwader in hohem Maße eingeſetzt. Das für die japaniſchen Militärmaßnahmen in Nord⸗ china erforderliche Zuſatzbudget in Höhe von 97 Mil⸗ lionen Yen— das ſind rund 70 Millionen Reichs⸗ mark— wurde Mittwoch im Unterhaus einſtimmig angenommen. Peiping im Verteidigungszuſtand — Peiping, 29. Juli. Mehrere japaniſche Granaten ſchlugen am Mitk⸗ woch in der Nähe des Shanyaimen⸗Tores ein und riefen unter der Bevölkerung große Beſtürzung her⸗ vor. Die Peipinger Militärbehörden ſind ſieberhaft damit beſchäftigt, die alte noroͤchineſiſche Kaiſerſtadt in den Verteidigungszuſtand zu verſetzen. Soldaten haben in der Nähe der Stadttore Schützengräben quer über die Straßen ausgehoben und an ſtrategiſch wichtigen Punkten Barrikaden und Maſchinengewehr⸗ neſter errichtet. Die Ausländer in Peiping ſind in den Geſandtſchaften und Botſchaften zuſammengezo⸗ gen worden. von Truppen verſchiedenſter Nationalität bewacht. Keine territorialen Abſichten! r dnub Tokio, 28. Juli. In der geſtern von der japaniſchen Regierung veröffentlichten Erklärung heißt es u. a. noch: Japan iſt immer noch bemüht, den Frieden zu erhalten und eine friedliche Löſung für die gegen⸗ wärtigen Konflikte zu finden. + Territoriale Abſichten hegt Japan nicht, und es iſt ſelbſtverſtändlich, daß es ſein Beſtes tun wird, um die Rechte und Intereſſen der ausländiſchen Mächte zu ſchützen. Japan, das Sie Sicherheit und den Frieden im Fernen Oſten als Alle diplomatiſchen Gebäude werden ſeine Hauptaufgabe betrachtet, wünſcht nichts dring⸗ licher, als daß die jetzigen Konflikte durch Selbſt⸗ beſinnung auf chineſiſcher Seite auf einen möglichſt engen Raum beſchränkt werden können, und daß baldmöglichſt eine friedliche Löſung gelingen möge. China erwartet jayaniſches Angebot dub, Nanking, 28. Juli. Zu der geſtrigen Erklärung des chineſiſchen Außenminiſteriums, Chinas Bemühungen, den Frieden zu erhalten, ſeien erſchöpft, wird heute von chineſiſcher Seite ausgeſührt, daß dies nicht einen Abbruch der chineſiſch⸗japaniſchen Beziehungen an⸗ deuten ſolle. Auch ſei damit nicht geſagt, daß die früher von chineſiſcher Seite gemachten Vorſchläge zur Bereinigung der Zwiſchenfälle in Nordchina dadurch hinfällig ſeien. Wie ſich die Dinge aber nun entwickelt hät⸗ ten, wäre die chineſiſche Regierung nicht mehr in der Lage, von ſich aus erneut an die japa⸗ niſche Regierung heranzutreten, ſondern die Er⸗ öffnung neuer Verhandlungen ſei nunmehr eine Sache Japans. Mobilgarde gegen Schiffer Gegen die ſtreikenden Flußſchiffer, die die Seine mit ihren Schiffen vollkommen verſtopft hielten, wurde jetzt Mobilgarde eingeſetzt, der es auch gelang, eine Durchfahrt herzuſtellen. (Preſſephoto, Zander⸗M.) Nicht weniger als 24 dnb London, 28. Julk. Ueber die ſchweren Unruhen und Terrorakte an der Grenze zwiſchen dem Jriſchen Freiſtaat und Nordirland werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Insgeſamt wurden 24 Zollpoſtenhänſer durch Exploſion oder Feuer durch organiſierte und bewaffnete Gruppen zerſtört. In Clonticrim ſetzten bewaffnete Elemente die Zollbaracken in Brand. Hierauf feuerten ſie mehrere Schüſſe auf die nahegelegene Polizeiſtation ab und flüchteten dann über die Grenze nach dem Freiſtaat. Bei Tullydonnell wurde aus einem Maſchinen⸗ gewehr von der Seite des Freiſtaates her über die Grenze gefeuert. Nordiriſche Poliziſten, die ſich in Deulſches Lied eint deutſches Volk!-Glanzvoller Auftakt in der Fahrhunderthalle dnb. Breslau, 28. Juli. In der vollkommen neugeſtalteten Jahrhun⸗ derthalle nahm am Mittwochabend das Zwölfte Deutſche Sängerbundesfeſt, das erſte im Zeichen des ſieghaften Hakenkreuzes, das darüber hinaus noch durch die gleichzeitige Feier des 75jährigen Beſtehens des Deutſchen Sängerbundes ausgezeichnet iſt, ſeinen Anſang. Das einheitliche Schwarz der Sänger, die Kopf an Kopf die erheblich erweiterte, von der Orgel ge⸗ krönte Tribüne füllten, hob ſich eindrucksvoll gegen das bunte Bild der durch Trachtengruppen reich durchſetzten Maſſe dͤer Zuhörer im Oval der Halle ab. Als einziger Schmuck wies der Kuppelbau neben die rieſenhaften Betonpfeiler verhüllenden Fahnen des Reiches die von der Gegenorgel herabwallende Fahne des Deutſchen Süngerbundes auf. Von herz⸗ lichem Beifall begrüßt, beſtieg kurz nach 20 Uhr der Feſtdirigent Hermann Behr das hoch in den Raum hineinragende Dirigentenpult und gab das Zeichen zum Beginn des Feſtes. Den machtvollen Auftakt der Feier gab das Kon⸗ zert für Orgel und Orcheſter in A⸗Dur von Georg Friedrich Händel, geſpielt von Oberorganiſt Johan⸗ nes Pierſig auf der mächtigen neuen Jahrhundert⸗ hallen⸗Orgel im Zuſammenwirken mit der Schleſi⸗ ſchen Philharmonie. „Nicht weniger eindrucksvoll und die hohe Kunſt deutſchen Männergeſangs eindringlich bezeugend, klang Schuberts Hymne für zwei Männerchöre mit Blasorcheſter durch die weite Halle. Der Vorſitzende des Feſtausſchuſſes, Studienrat Fuchs erklärte anſchließend das 12. Deutſche Sän⸗ gerbundesfeſt für eröffnet. Der Redner betonte die Freude der deutſchen Sänger, da ſie als Erſte in die Breslauer Jahrhunderthalle nach ihrer inneren Erneuerung Einzug halten durften. Nach einem be⸗ ſonderen Grußwort an die 130 000 in Breslau ver⸗ ſammelten deutſchen Sänger ſchloß der Reͤner: Mö⸗ gen die Lieder deutſcher Sänger in Breslau in die⸗ ſen Tagen zum Aether emporſteigen, hinſtrömen über Berge und Meere und künden allen denen auf dem weiten Erdenrund, die da hören von dem hohen vaterländiſchen, kulturellen und künſtleriſchen Stre⸗ ben deutſcher Sänger in Breslau. Die Grüße der Reichsmuſikkammer und der ange⸗ ſchloſſenen Organiſationen übermittelte Präſidialrat Ihlert, der im beſonderen auch die auslandsdeut⸗ ſchen Sänger herzlich willkommen hieß. Wir geloben uns in dieſer Stunde, ſo führte er aus, daß wir der deutſchen Kultur ein klingendes Denkmal für alle Zeiten ſetzen wollen und geloben, daß dieſes Denkmal die Kraft und Stärke des deutſchen Volkstums in ſich vereint, um nicht eher zu ruhen, bis deutſches Lied, deut⸗ ſches Volkstum eins geworden ſind mit dem gan⸗ zen deutſchen Volk. Drei Männerchöre, geſungen von der Arbeitsge⸗ meinſchaft der Geſangvereine Breslauer Lehrer, dem Männergeſangverein Fidelio, ſowie dem Wätzoldſchen Männergeſangverein— und zwar Peter Cornelius' „Der alte Soldat“ nach Worten des ſchleſiſchen Ro⸗ mantikers Joſef Frhr. v. Eichendorff und Hugo Kauns„Feierſpruch“— bildeten die nächſten Bau⸗ ſteine dieſes tönenden Denkmals deutſcher Kultur. Der Gauleiter und Oberpräſident Wagner, gab dann in überzeugender Weiſe eine Darſtellung der Bedeutung Schleſiens in der deutſchen Muſikkultur. Wenn das deutſche Volk, ſo führte er u. a. aus, in den letzten Jahren ernſter und härter geworden ſei und deshalb in ſeiner geſamten politiſchen Haltung praktiſcher und nüchterner, ſo dürften auf der anderen Seite doch die reichen Kräfte des deutſchen Gemüts unddes deutſchen Herzens nicht verkannt werden, die in der deutſchen Kunſt und am ſicherſten in der deutſchen Muſik ſinnfälligſten Ausdruck fänden. Drei Lieder, die wieberum ſtarken Beiſall aus⸗ löſten, und Gerhard Rößners„Deutſchland, mein Vaterland“ leiten über zu dem„Sieg Heil“ auf den Führer, den deutſchen Liedern und dem Sängergruß, mit dem die verheißungsvolle Eröffnung des Zwölf⸗ ten Deutſchen Sängerbundesfeſtes ausklang. Polizeipatrouille mit Synode le in Ketbttlund Souhäuſer oinben in lammen auß. einem Kraftwagen näherten, mußten ſich ſchleunigſt zurückziehen. In Newry hielten mehrere Leute eine einem Maſchinengewehr in Schach. Sie zwangen die Poliziſten, die Polizei⸗ ſtation mit Benzin zu übergießen und in Brand zu ſetzen. Die Einwohner der Grenzſtadt Clones wurden in den frühen Morgenſtunden des Mittwoch durch Gewehr⸗ und Revolverfeuer aus dem Schlaf geweckt. Auch hier wurden mehrere Zoll⸗ baracken zerſtört. Die Eiſenbahnbrücke bei Faughart, über die die wichtigſte Eiſenbahnverbindung von Dublin nach Belfaſt führt, wurde durch eine Mineteilweiſe zerſtörxt. Drei nichtexplodierte Minen fand man ſpäter unter den Gleiſen. Infolge des Attentats wurden die Züge mehrere Stunden aufgehalten. Wie erſt jetzt bekannt wird, wurde die Regierung von Ulſter ſchon in der vergangenen Woche unter⸗ richtet, daß anläßlich dͤes Königsbeſuches Unruhen geplant ſeien. Die Behörden hatten hierauf zahl⸗ reiche Verhaftungen von verdächtigen Perſonen vor⸗ genommen und weitgehende Vorſichtsmaßnahmen für den königlichen Beſuch ergriffen. 4000 Mitglieder der nordiriſchen Sonderpolizei wurden aus allen Landesteilen nach Belfaſt herbeigeholt. Durch dieſe Maßnahme wurde jedoch die Grenze mit dem Frei⸗ ſtaat teilweiſe von Polizei entblößt, ſo daß die An⸗ ſchläge in der letzten Nacht faſt ohne Ausnahme er⸗ folgreich durchgeführt werden konnten. Das Königspaar wieder in Schonland dub. London, 28. Juli. Das engliſche Königspaar reiſte am Mittwoch nach kurzem Staatsbeſuch in Belfaſt wieder nach Schott⸗ land zurück. Soweit bisher bekannt iſt, wurde der weitere Verlauf des Tages durch keine neuen Zwi⸗ ſchenfälle geſtört. Der Belgrader Kirchenkonffikt Die orthodoxe Kirche exkommuniziert die Miniſter u. Abgeordneten, die für das Konkordat geſtimmt haben — Belgrad, 28. Juli.(U..) Der Konflikt zwiſchen der jugoflawiſchen Regie⸗ rung und der Serbiſchen Orthodoxen Kirche, der durch die Annahme des Konkordates zwiſchen Jugo⸗ ſlawien und dem Vatikan durch das Abgeordneten⸗ haus entſtand hat ſich weiter verſchärft. Die Heilige hat nunmehr die„religiöſen Rechte“ der orthodoxen Regierungsmitglieder und Abgeordneten aufgehoben. Von dieſer Maßnahme werden etwa einhundert Abgeordnete betroffen. Sie wird am Mittwoch in allen Kirchen Serbiens zur Verleſung kommen. Die Auſhebung der religiöſen Rechte der orthodoxen Regierungsmitglieder und Ab⸗ geordneten wird allgemein als Exkommunikation mit all ihren Folgen betrachtet. Die Kathedrale in Belgrad, in der der Patriarch oͤer Serbiſch⸗Orthodoxen Kirche feierlich aufgebahrt liegt, bildet den Wallfahrtsort unzähliger Gläubiger. Man ſchätzt, daß bisher nicht weniger als dreihun⸗ derttauſend Menſchen an dem Sarge vorbeidefiliert * Luftſchutz in Frankreich Räumung einer ganzen Stadt geplaut (Funkmeldung der NM3.) In Lyon und den umliegenden Börfern fanden in der Nacht zum Donnerstag nächtliche Luſtabwehr⸗ manöver ſtatt, an denen mehrere Bombengeſchwader und zahlreiche Jagoͤflugzeuge teilnahmen. Der Ge⸗ neralinſpekteur der Luftſtreitkräfte und der Präfekt des Rhone⸗Departements verfolgten von Bord eines ſchweren Bombers die Manöver, die erſt in den frühen Morgenſtunden beendet waren. Es iſt beabſichtigt, in allernächſter Zeit in einer ſüdoſtfranzöſiſchen Stadt ein noch größeres Luftab⸗ wehrmanöver durchzuführen. Bei dieſer Gelegenheit ſoll die Stadtbevölkerung im Verlaufe eines Luftan⸗ griffs⸗Alarms auf die umliegenden Dörfer verteilt und dort in Sicherheit gebracht werden. Luftſchutzberatung im Londoner Kabinett (Funkmeldung der NM3.) + London, 29. Juli. Wie die Donnerstag⸗Morgenblätter berichten, wird ſich das britiſche Kabinett in ſeiner heutigen letzten Sitzung vor den Parlamentsferien noch einmal mit Verteidigungsfragen beſchäftigen, und zwar zunächſt einmal mit den Unkoſten einer großzügigen Luft⸗ ſchutzorganiſation für das engliſche Inſelreich ſowie mit der bisher heiß umſtrittenen Frage der Marine⸗ luftſtreitkräfte. EFP—— Schwerer Zugunfall fordert vier Tote (Funkmeldung der NM3.) —Dresden, 29. Juli. Am Donnerstag in der dritten Morgenſtunde fuhr ein von Elſterwerda kommender Eilgüterzug im Bahnhof Radebeul⸗Kötzſchenbroda aus bisher noch nicht einwandfrei geklärter Urſache auf das dortige Stellwerk auf und zerſtörte es. Hirbei wurde der im Stellwerk Dienſt tuende Weichenwärter Max Prater getötet. Durch den heftigen Auſprall des Zuges auf das Stellwerk ſchoben ſich die erſten ſieben Güterwagen ineinander. Dadurch kamen zwei Zugbegleitbeamte ums Leben, und zwar der als Zugführer dienſtleiſtende Hilfs⸗ zugſchaffner Fritz Werner und der Gepäckſchaffner Martin Berndt, beide aus Dresden. Auch der Lokomotivführer Arno Stendtner aus Dresden wurde getötet, während der Lokomotivheizer Kurt Rietſchel aus Dresden ſchwere Verletzungen er⸗ litt. Er wurde ins Krankenhaus Meißen gebracht. Die Vorort⸗ und Ferngleiſe waren für mehrere Stunden geſperrt. Der Vorortverkehr wurde durch Pendelzüge und Kraftwagen aufrecht erhalten, die Fernzüge wurden umgeleitet. Hauptſchriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Alois Winbauer Stellvertreter des Hauptſchriftleiters u. verantwortlich für Theater, Wiſſen⸗ ſchaft u. Unterhaltung: Carl Onno Eiſenbart- Handelstell: Dr. Bode- Lokaler Teil: i. V. C. W. Fennel- Sport: Willy Mülker Süd weſtdeutſche Umſchau, Gericht und Bilderdienſt: Curt Wilhelm ſennel- Anzeigen und geſchäftliche Mitteilungen: Jatob Fa ude ſämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Verleger: Neue Mannheimer Zeitung Dr. Fritz Bode& Co., Mannheim, R 1,—6 Schriftleitung in Berlin Dr. E. F. S chaffer, Berlin⸗Friedenau. Sentaſtraße 2 Juni 198/: Geſamt⸗D.⸗A. Ausgabe A u. B 2306 Zur Zeit Preisliſte Nr.7 gültig 9 Für unverlangte Beiträge keine Gewähr ⸗Rückſendung aur bel Rückpori⸗ 7 — 66 daß die echten Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 3. Seite /Nummer 343 Die Stadiseite Mannheim, 29. Juli. Fuli unter der Tarnkappe Nebel über Mannheim Das hätten wir unſerem bisher ſo prachtvoll ſom⸗ merlich gebliebenen Meiſter Juli gar nicht zugetraut, daß er ſich ſo unverſehens eine Nebelkappe über⸗ zieht und mit ſolch herbſtlicher Geſte die Mannheimer nicht ſonderlich angenehm überraſcht. Aber bereits geſtern ſpürte man es, daß unſer Juli ſchlecht gelaunt war. Nachdem er am Vormittag die Temperaturen gegenüber den Vortagen bereits empfindlich geſenkt hatte, ſeuerte er am Nachmittag drei bis vier Ka⸗ nonen⸗, pardon Blitz⸗ und Donnerſchläge ab und duſchte die Straßen und Plätze unſerer Stadt ſo erheblich—, daß auch die ſolideſten Regenſchirme ſich gegenüber den 5⸗Mark⸗Stücke großen Waſſertropfen als ohnmächtig erwieſen. In manchen Außenbezirken unſerer Stadt ſoll es ſogar gehagelt haben. Auch dabei beließ es der plötzlich wetterwendiſch gewordene Geſelle nicht. Geſtern abend gegen 11 Uhr bereits zog er die erſten Nebelſchleier zuſammen. Ueber Nacht wurden es ihrer immer mehr. Und heute morgen, als die zahlloſen Mannheimer und Mannheimerinnen zu den Haustüren herauskamen, um ſich an ihre Arbeitsſtätten zu begeben, erlebten ſie eine regelrechte graue Ueberraſchung. Nebel ante portas! Wohin man auch blickte, überall Ne⸗ bel, ſo dicht an verſchiedenen Plätzen wie im ſpäte⸗ ſten Herbſt. Am Neckarufer, in der Oſtſtadt und am Rhein natürlich, überall zeigte ſich eine graue Wand. Auch unſer guter Waſſerturm trug eine Nebelhaube. Zum Glück aber brach gegen 8 Uhr bereits wieder die Sonne durch und verſcheuchte die grauen Geſpenſter, die ſchleunigſt in Richtung Aether 9* ewf. Abſchied von Heinrich Schmelcher Die Beiſetzung des früheren Sparkaſſendirektors In ſchlichter Weiſe erfolgte geſtern mittag die Beiſetzung des früheren Mannheimer Sparkaſſen⸗ direktors Heinrich Schmelcher. Eine große Trauer⸗ gemeinde füllte die Kapelle des Hauptfriedhofs, als Pfarrer Kammerer nach dem Largo von Händel das Leben des Verſtorbenen ſchilderte und ſeiner treuen Pflichterfüllung gedachte. Eine Fahnen⸗ abordnung des Reichsbundes Deutſcher Beamter vovan, bewegte ſich ſodann der Trauerzug, in deſſen Mitte wir Bürgermeiſter Walli, Herren der Stact⸗ verwaltung und führende Männer des badiſchen Sparkaſſenweſens bemerkten, zur Grabſtätte. Als erſter widmete Landesvorſitzender Gün⸗ dert für den Badiſchen Sparkaſſen⸗ und Girover⸗ band dem Entſchlafenen ehrende Worte und wies Baraufebin, daß hauptſächlich ihm die Gründung des Verbandes zu danken ſei, deſſen erſter Geſchäfts⸗ führer er auch war. Im Namen der Direktion, der Beamten und Angeſtellten unſerer Sparkaſſe legte Direktor Niebel einen Kranz nieder. Vor über 30 Jahren gründete Schmelcher die Konferenz der Geſchäftsleiter badiſcher Sparkaſſen, die ſich ſehr förderlich für die Entwicklung unſeres Sparkaſſen⸗ weſens erwieſen hat. Für dieſe Arbeitsgemeinſchaft ſand Direktor Gander, Gernsbach, bei ſeiner Kranzniederlegung würdigende Worte. Abſchließend hob der Fachſchaftsleiter des Reichsbundes Deut⸗ ſcher Beamten die Verdienſte hervor, die ſich Schmelcher in beruflicher, wirtſchaftlicher und menſchlicher Hinſicht um die Sparkaſſenbeamten und Angeſtellten erworben hat. Dann ſenkte ſich die Die Arbeiten in den vom Plankendurchbruch 2 be⸗ troffenen Quadraten ſind nunmehr in ein neues Stadium getreten. Zum Wochenbeginn erſchienen Handwerker, um zunächſt einmal die Bauplanke in der Akademieſtraße von der Straße zu entfernen und ſie auf dem ſüdlichen Bürgerſteig des Quadrates E 6. neu zu errichten. Geſtern wurden ſie damit fertig, ſo daß der freie Durchgangsverkehr durch die Aka⸗ demieſtraße wieder hergeſtellt werden konnte, während die übrige Verkehrsrege⸗ lung vorerſt erhalten bleibt. Dieſe Verkehrsfreigabe iſt eigentlich das Ergebnis wochenlanger Arbeit. Nach Beendigung der erſten Abbruchsetappe in E 6 hat man das freigelegte Ge⸗ lände neben der Hoſpitalkirche wieder bis zur Stra⸗ ßenhöhe mit Sand aufgefüllt. Das dazu erforderliche Material wurde im Quadrat E 5 ausgeſchachtet und mit einer kleinen Feldbahn hinüberbefördert. Das aufgefüllte Gelände ſoll, wie wir hören, zu einem Parkplatz umgeſtaltet werden. Schon in den nächſten Tagen ſoll ferner mit dem zweiten Abſchnitt der dortigen Abbruchsarbeiten begonnen werden. In ihrem Zuge wird der Garten⸗ flügel des Bürgerheimes verſchwinden. Aber nicht nur in E 6 werden die Mannheimer bald wieder etwas zu ſehen bekommmen. Auch in Der zweite Plankendurchbruch geht weiter Mit den Gründungsarbeiten zum Techniſchen Rathaus wird begonnen Die Akademieſtraße verkehrsfrei E ö hat ſchon reger Schaffensbetrieb eingeſetzt. Nachdem die Genehmigung für den Ban des Techniſchen Rathauſes erfolgt iſt, war die Ausſchachtung des ſandigen Untergrun⸗ des im rückwärtigen Teil des Quadrates und der Abtransport der Sandmaſſen nach E6 der erſte Schritt, um die Gründungsarbeiten für den Neubau vorzubereiten. Nun beginnt man auch im vorderen, den Zeughausplanken zugekehrten, Teil des Ess⸗ Quadrates mit dem Ausheben des ſandigen Unter⸗ grundes, ſo daß in Kürze die Grundſteinlegung des Techniſchen Rathauſes erfolgen wird. Ueber die Bedeutung dieſes Bauwerkes haben wir unſere Leſer bereits unterrichtet. Es ſoll die bisher in verſchiedenen Gebäuden verſtreuten techniſchen Aemter der Stadtverwaltung in einem ebenſo zweck⸗ mäßigen wie ſchönen Verwaltungsbau zuſammen⸗ faſſen. Ferner ſollen in ihm Ausſtellungsräume für das Mannheimer Handwerk geſchaffen werden. Dieſes Gebäude wird im Verein mit der Verwirklichung anderer Planungen in den weſtlichen Planken dazu beitragen, die lange Zeit vernachläſſigte Weſtſtadt zu neuem Leben zu erwecken. Der Anfang dazu iſt nun gemacht. Möge das Werk alle Hoffnungen erfüllen, von denen es begleitet wird. Reiches Land der Diamanten: Deutſch⸗Südweſt vor Viktor Dick, den ſtellvertr. Kreisverbandsleiter des Reichskolonialbundes, der etwa 27 Jahre in Deutſch⸗Südweſt gelebt hat, kennen wir bereits durch ſeine Ausführungen über die Diamantengruben, an denen er lange Zeit, bis 1931, leitend tätig war. Er ſchildert, ſachlich⸗geographiſch, das Land als gutes Grasland mit einem 30—60 Kilometer breiten Dü⸗ nenſtreifen an der Küſte, mit einigen Gebirgen und vielen Flüſſen, die nur in der Regengeit Waſſer führen. Südafrika iſt, nach Anſicht führender Geologen, ein Land, das langſam austrocknet und es kommt alles auf die Waſſerverſorgung an. Die Regenmenge iſt an ſich ausreichend(500—1500 mm), aber ſie kommt ſehr unregelmäßig herunter und drängt ſich auf wenige— bis auf 15— Tage zu⸗ ſammen. Die Staudämme, die dieſes Waſſer hätten auſſammeln können, das ſonſt nutzlos abfließt und obendrein die Küſten verſandet, waren ſchon vor dem Krieg projektiert und bereits mit 1 Million Mark in den Etat eingeſetzt. Man hätte damit auch Kraft für die Elektrifizierung der Bahnen bekom⸗ men können. Leider iſt alles liegen geblieben, wie gebaut hat. Das Land hat jetzt 55 Mill. Mark Schulden, während es früher überhaupt keine hatte. Der Straßenbau iſt ziemlich liegen geblieben, ebenſo der Eiſenbahnbau, dafür wurden ſehr viel Buren angeſiedelt, z. T. auf den Reſerveſarmen, die die alte Regierung in weiſer Vorausſicht für Dürrezeiten beſtehen ließ. Das Klima iſt geſund, es leben zur Zeit 13 000 Deutſche dort, die unter den andern Europäern(Engländern, Buren uſw.) etliches mehr als ein Drittel darſtellen. Dick ſchätzt die Anſiedlungsmöglichkeit auf etwa 200 000 bis 500 000 Enropäer. Das Land iſt Grasland mit Waſſer unter dem Fahne zum letzten Gruße über dem Grabe. Boden, das man erbohren muß. Großviehzucht war ———— Anterwegs nach Breslau: Die Sängerfuhrt der Liederiafel“ Die Etappen des erſten Tages: Eiſenach und Naumburs (Von unſerem.⸗Sch.⸗Sonderbericht⸗ erſt atter.) Als ſich die beiden Großkraftwagen unter den Ab⸗ ſchiedsgrüßen der am Paradeplatz verſammelten Da⸗ heimgebliebenen in Bewegung geſetzt hatten, war ſchon einige Minuten ſpäter die Reichs auto⸗ bahn erreicht. Bereits um halb 9 Uhr wurde kurz hinter dem Frankfurter Flughafen, der durch ſeine bedeutende Erweiterung nach Süden, auffiel, die Straße des Führers verlaſſen. Um.15 Uhr paſſier⸗ ten die beiden Wagen Hanau. Und nun ging es in flotter Fahrt weiter in den zwar nicht ſonnigen, aber erfreulicherweiſe vom Regen verſchonten Vormittag hinein. Kurz nach 10 Uhr wurde Gelnhauſen durch⸗ fahren, um 11 Uhr Schlüchtern, eine halbe Stunde ſpäter Fulda und um.45 Uhr hielten die Wagen auf dem Parkplatz unter⸗ halb der Wartburg im alten lieben Eiſenach. Es muß eingeſchaltet werden, daß man ſelbſtver⸗ ſtändlich die übliche Frühſtückspauſe einhielt. Ein Liedertäfler hatte für jeden Breslaufahrer eine ſtattliche Servela und einen Salzweck geſtiftet. Vor Gelnhauſen wurde deshalb am Wieſenrand halt⸗ gemacht, da der von dem Mitglied des Führerrings bei der Vortour ausgewählte Waldpicknickplatz noch zu weit entfernt war. Es darf dabei verraten werden, daß ſchon vorher die erſte Weinprobe vor⸗ genommen worden war, bei der ſich herausſtellte, Weinzähne ſelbſt das Trockeneis zur Kühlung der„Fläſchle“ nicht vergeſſen hatten. Leider mußte auf der Wartburg der vorgeſehene zweiſtündige Aufenthalt um die Hälfte gekürzt wer⸗ den. Nach dem in der Wartburg⸗Gaſtſtätte einge⸗ nommenen Mittageſſen blieb nur noch Zeit zum Be⸗ ſuch der Lutherſtube, zum nicht geringen Mißvergnü⸗ gen der Mannheimer, die zum erſten Male an dieſer welthiſtoriſche Stätte weilten. Aber Reiſemarſchall Heinrich Wellen reuther hatte recht, wenn er ſich mit der Verteidigung rechtfertigte, daß die Reiſe doppelt und dreifach ſolange dauern würde, wenn man alle Einzelwünſche berüchſichtigen wollte. Ehe die Wagen wieder beſtiegen wurden, erklang noch ein Volkslied, das bei den zahlreichen Zuhörern dankbaren Beifall fand. Kurz nach 4 Uhr wurde Gotha paſſiert, 45 Minuten ſpäter Erſurt und gegen.30 Uhr hielten die Wagen in der Schröter⸗ ſtraße 8 in Weimar. Dort wohnt ſeit zehn Jahren Bankbeamter Karl Stetter, der vorher als Schriftleiter der Vereins⸗ zeitung zu den beliebteſten Mitgliedern des Mann⸗ heimer Ruderelubs gehörte. Herzlich war die Be⸗ grüßung und groß war die Freude des Ehepaares Stetter, als die Liedertäfler vor der Wohnung mehrere Lieder ſangen. Zwei mächtige Nelken⸗ ſträuße wurden in die Knopflöcher der Liedertäfler verteilt. Nach einem kurzen Rundgang und einem Lied waltete am Schiller⸗Goethe⸗Denkmal der Vereins⸗Lichtbiloner ſeines Amtes und dann ſauſten die Wagen ihrem Tagesendziele Naumburg zu. Es iſt unmöglich, die Fülle der Eindrücke auf der dreizehnſtündigen Reiſe, auf der etwa 400 Kilometer zurüchgelegt wurden, im einzelnen zu ſchildern. Wir beſchränken uns auf die Feſtſtellung, daß die Frucht⸗ barkeit der durcheilten Fluren, die emſige Tätigkeit auf den erntereifen Feldern mit der gleichen Feſt⸗ tagsſtimmung beobachtet wurde, wie das Auftauchen der erſten Windmühle etwas ganz Beſonderes für die Süddeutſchen war. Aber als die erſtem Saaleburgen ins Blickfeld rückten, war man doch froh, daß Naumburg näher rückte. Kurz vor 8 Uhr hielten die Wagen vor unſerem Hotel gegenüber vom Bahnhof. Nach dem Abendeſſen erklang noch manches Lied, beſchwingt durch den vorzüglichen Saalewein. Intereſſanter Lichtbildervortrag von B. man ja auch die Swakopmunder Waſſerleitung nicht ——— und nach dem Ariege Dick⸗Mannheim im Reichskolonialbund von Anfang an das Gegebene, aber die gelegentlichen Dürrezeiten gaben dem Gouverneur Lindequiſt die Idee, die Karakulſchafe(Perſianerfelle) einzuführen. Es ging gut, man beſitzt bereits 1,1 Millionen Tiere, man führte 800 000 Felle im Werte von 15 Millionen Sh. aus; das iſt ebenſoviel wie Rußland über Bochara und Schiwa herausbringt, und man will jetzt ſchon die Million der Felle überſchreiten. But⸗ ter und Käſe gehen nach der Union, die Pferdezucht nimmt unter dem Druck der Motoriſierung wieder ab, Languſtenfiſcherei bringt noch einiges Geld, die Kupfervorkommen ſind bedeutend, lagen zeitweilig bei hohen Tarifen ſtill, exportieren aber wieder Die eigentliche finanzielle Grundlage des Lan⸗ Uns wird geſchrieben: Das Zeltlager iſt ein Hauptbeſtandteil der Ge⸗ ſamtarbeit der Hitler⸗Jugend. In den Lagern ſol⸗ len ſich die Teilnehmer aus allen Beruſen zum Er⸗ leben der Kameradſchaft der deutſchen Jugend zu⸗ ſammenfinden. Somit ſind die Zeltlager zu einer der weſentlichſten Erziehungsformen der Jugend überhaupt geworden. Neben dem großen Südweſtmarklager in Offen⸗ burg führen auch in dieſem Jahre die einzelnen Banne weitere Lager durch. Der Bann und Jung⸗ bann 171 der Hitler⸗Jugend und des deutſchen Jung⸗ volkes haben ſich die Weinheimer Gegend, das Gorx⸗ heimer Tal, zum diesjährigen Lagerplatz ausgewählt. Dieſes Lager wird in drei Zeitſpannen unterge⸗ teilt werden. Es begann mit der Woche des Jungvolkes am Sonntag, dem 25. d. M. 300 Pimpfe nehmen daran teil, die in 28 großen Rundzelten Unterkunft finden. Die Leitung des Pimpfenlagers ruht in den erfahrenen und oftmals erprobten Händen von Jung⸗ bannführer Wackenheim. Daran an ſchließt ſich das Lager der Hitler⸗ Jugend. 150 Hitler⸗Jungen nehmen hieran teil. die durchweg von den Lehrſtellen der Betriebe kom⸗ men. An der Spitze marſchieren hier die Lehrlinge der Firma Daimler⸗Benz Mannheim, die mit un⸗ gefähr 100 Mann ſich geſchloſſen unter der Führung ihres Betriebsjugendwalters in die Lagergemein⸗ ſchaft einreihen. Die Geſamtleitung dieſes Lagers hat der Führer des Bannes 171 Bannführer Merz ſelbſt übernommen. Es erſtreckt ſich über die Zeit vom 6. bis 13. Auguſt „Beginnend am 14. Auguſt und endigend am 21. ſteigt das nächſte und letzte Lager, das dieſes Mal im Gegenſatz zum erſten wieder für jeden Hitlerjungen, gleich welchen Berufes, zugänglich ſein wird. Ort und Einrichtung des Lagers ſind hervor⸗ ragend gewählt worden und werden ſicherlich allen Anſprüchen ge⸗ recht werden. In unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes befindet ſich das neue Weinheimer Schwimmbad, eine Tatſache, die wohl von allen Teilnehmern aufs herz⸗ lichſte begrüßt werden wird. Ebenſo ſind es nur wenige Minuten bis zum nächſten Sportplatz, der im Rahmen des Lagerprogramms von beſonderer Wich⸗ tigkeit ſein wind. Denn Hauptziel und erſte Aufgabe der Lagerarbeit iſt die Gewinnung des Leiſtungsab⸗ zeichens der Hitler⸗Jugend durch ſämtliche Teil⸗ nehmer. Für gute, kräftige und vor allem zweckmäßige Verpflegung iſt ebenfalls beſte Sorge getragen. Drei Rieſengu⸗ laſchkanonen werden mit ihrem begehrten Inhalt die hungrigen Mägen zur Zufriedenheit eines jeden Kameraden zu füllen wiſſen. Auch für den Fall, daß St. Petrus ſich zu den Lagerfeinden ſchlagen ſollte, des ſind aber die Diamanten. Ihre Entdeckung 1908 führte zu runs mit allen an⸗ genehmen und unangenehmen Begleiterſcheinungen. Es gab Abenteurer und Schiebungen, die Gewinnung war zunächſt denkbar einfach, man ſchickte einen ſchwarzen Boy morgens mit einem Medizinglas los, abends brachte er es voll wieder heim und bekam eine Prämie. Bald brachte die Diamantenausfuhr 28 bis 25 Millionen Mark Steuer allein ein, der Kolonie⸗ Etat balancierte, man konnte bauen. Der letzte Gonverneur Dr. Seitz(bekanntlich ein Seckenheimer) tat viel für das Land. Unter anderem errichtete er eine Großfunkſtation in Windhuk, die den ganzen Krieg über mit Nauen in Verbindung blieb. Der Redner hat ſowohl den letzten Teil der Aufſtände wie den Krieg mitgemacht, aber er berichtete nur kurz über den Verlauf. Etwa über Hauptmann Frankes berühmten Entſatzmarſch gegen die Hereros, über das Gefecht am Waterberg, da ſie von Major Leutwein vernichtend geſchlagen wurden, und wußte öͤazu auch einiges von der Politik des alten Vorkriegs⸗Reichstags und der Hottentotten⸗ wahlen zu erzählen. Der Krieg ſah mit Landwehr Jeder von uns —* wieviel „Lebende Werkzeuge“ für ſtand ſeiner Werlzeuge abhängt. der Kö beſtht— Werthange 0 wie 0pis Sahn Gie müſſen deshalb nicht nur geſchont, ſondern, wie jedes Werkzeug, auch ſorgfältig behandelt werden. Vor allem ſind ihe eg und richti pflegen. die regelmäßige koſt⸗ baren Wotten 5„ hnel ſolle man eine Qualitätszahnpaſte wie Chlorodont verwenden. V52 und Reſerve etwa 5500 Deutſche gegen 65 000 Sol⸗ daten der Union im Feld, nach einigen ſiegreichen Gefechten, in denen auch ſelbſtgemachte Fliegerbomben verwandt wurden, mußte man ſich ergeben. Unter den Bildern bemerkte man auch den Va⸗ ter Hermann Görings, der eine Zeit lang Lan⸗ deskommiſſar war und eine ſchwierige Aufgabe mit kleiner Truppe zu erfüllen hatte. Daneben auch Lüderitz ſelbſt. Einer der ſchönſten Augenblicke der Nachkriegszeit: Beſuch des Kreuzers„Karls⸗ ruhe“ 1930. Bilder von deutſcher Jugend, die als Pfaöfinder organiſiert ſein darf, von den Städten, Werken, Farmen, Eingeborenen. Swakopmund iſt jetzt der Badeort von ganz Südweſt, als Hafen iſt die Walfiſchbai beſſer. Windhuk hatte mal um 1920 mehr Autos pro Kopf der Bevölkerung als je eine amerikaniſche Stadt So miſchte ſich mit reicher Fülle der Erfahrung die Darſtellung aus Beſchreibung und Erzählung, ſo daß die 2 Stunden ſchnell vergingen. Zum Schluß erfuhr man noch, daß inzwiſchen die Mannheimer Ortsgruppe des Reichskolonialbundes auf 3200 ge⸗ ſtiegen iſt. Der Saal der Kunſthalle war auch dies⸗ mal überfüllt. Dr. Hr. Auftakt mit der Wache des Junvolks: Im Weinheimer Sommerlager des Bannes 171 Wieder hat die Hitler⸗Jugend für ihre Sommerlager gerüſtet ſtehen, um jeden geſundheitlichen Schaden zu verhü⸗ ten in Weinheim ſelbſt genügend Quartiere zur Ver⸗ fügung. Das aber nur für den äußerſten Notfall. Für das geſundheitliche Wohlbefinden der Lagerkameraden iſt auch weiterhin größte Vorſorge getroffen. Jeder einzelne Teilnehmer hatte zu ſeiner Meldung eine Beſtätigung ſeines zuſtändigen HJ⸗Arztes über einen einwandfreien Geſundheitszuſtand einzureichen, ſo daß auf dieſe Weiſe vor allem das Einſchleppen anſteckender Krankheiten verhindert wird. Zudem hält der Lagerarzt jeden Tag ſeine Sprech⸗ ſtunden ab, um jedͤwelche Schädigung in geſundͤheitlicher Hinſicht im Keime zu erſticken. Ihm zur Seite wird ein größerer Stab wohlausgebildeter Feldſchere ſtehen. Selbſt die kleinſten Dinge ſind bei den Vorberei⸗ tungsarbeiten nicht unberückſichtigt geblieben. Es iſt die reſtloſe Garantie dafür gegeben, daß ſich das La⸗ gerleben in vorbildlichſter Weiſe abwickeln wird. Den Teilnehmern ſtehen wirklich erlebnisreiche und ſchöne Tage bevor. Unſere beſten Wünſche gelten dieſem Lager der Gemeinſchaft, das allen geiſtige Ausrichtung, Freude und Erholung in gleichem Maße bringen wird. Ein Tobesopfer des Verkehrs! Ein Gemüſehändler tödlich verunglückt Heute früh, kurz vor.30 Uhr, ereignete ſich an einer Ecke des Quadrates R 5[Fürſorgeamt) ein ſchweres Verkehrsunglück, dem der in Käfertal⸗Süd, Forſterſtraße, wohnhafte etwa 35⸗ jährige Gemüſehändler Jakob Reiblich zum Oypſer fiel. Wie wir dazu erfahren, hatte Reiblich auf dem Markte Obſt und Gemüſe eingekauft. Er fuhr mit ſeinem Transportfahrrad zwiſchen R 4 und R 5, am Fürſorgeamt vorbei, die Quadrate hinunter. Im gleichen Augenblick kam in mäßigem Tempo zwiſchen den R- und S⸗Quadraten ein Mannheimer Laſt⸗ wagen daher, der in Richtung Marktplatz fuhr und ſich an der Kreuzung R 5/ 5 etwas mehr auf der linben Straßenſeite hielt, um einem parkenden Wagen auszuweichen. Nach den bisherigen Ermittlungen wollte Reib⸗ lich dem Laſtzug noch im letzten Augenblick ausweichen und lenkte ſein Transportfahrrad zur Straßenecke. Er muß dabei jedoch zu Fall gekom⸗ men ſein. Das Rad ſtürzte mit ſeiner Obſt⸗ und Gemüſeladung um. Reiblich fiel ſo unglücklich, daß die Räder des ſchweren Laſtwagens über ihn hinweggingen. Der Fahrer bremſte ſofort, konnte 25 das ſchreckliche Unglück nicht mehr ver⸗ hüten. Tödlich verletzt wurde Reiblich unter den Rädern Soweit ſich bis jetzt feſtſtelben läßt, triſft den Laſt⸗ keine 79 doch en die gültigen Ermittlungen des Erkennungsdi n abgewartet werden.* Reue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, 29. Juli 1937 Roſemeyer fuhr auf Anhieb Wren Bergretord! Der Große Vergpreis ſo groß wie nie! Jetzt iſt Freiburg, das herrliche alte Städtchen oam Fuße des Schworzwaldes, Zentrum der Rennfahrer, Freiburg, wo am Sonntag auf der Schauinslandſtrecke zum 8. Mal der Große Bergpreis von Deutſchland ausgetragen wird. 248 Fahrer trefſen ſich hier— Spitzenfahrer im Motor⸗ Taöſattel, Meiſter des Sportwagens und eine Auswahl der Beſten des Rennwagenſitzes. Der Große Bergpreis wird diesmol ſo groß wie nie. Hier fällt diesmal die Entſchei⸗ dung um die deutſche Meiſterſchaft der Rennwagen, hier ſind auch für die Motorrad⸗Rennfahrer wichtige Punkte für Lie deutſche Meiſterſchaft zu ſammeln und die traditionelle Schauinslandſtrecke gibt auch den Sportwagen⸗Fahrern die ſeltene Gelegenheit, in einem großen, internotionalen Kampf an den Start zu gehen. Seit Montag ſchon ſind Roſemeyer und Stuck, direkt vom Nürburgring kommend, in Freiburg, und am Tag darauf trafen auch Caracciola und Lang hier ein. Brau⸗ chitſch, der mit fünf Punkten einer der drei ausſichtsreichen Anwärter auf die deutſche Meiſterſchaft wor, wird, nachdem man ihn bereits gemeldet hatte, nun doch nicht ſtarten. Das iſt ſchade, und man weiß eigentlich nicht warum ſeine Nennung noch zurückgezogen wurde, da er doch, wie ſein glänzender zweiter Platz auf dem Nürburgring bewies, körperlich wieder gonz auf der Höhe iſt. Die Ausſicht auf den Titel eines deutſchen Meiſters läßt man ſich doch nicht gerne ſo leicht nehmenl!. Roſemeyer und Caracciola ſind nun die beiden Anwär⸗ ter auf den Meiſtertitel. Caracciola hat 8 Punkte und Roſemeyer 7, jeder von ihnen alſo iſt mit den 5 Punkten, die dem Sieger gutgeſchrieben werden, für dieſes Jahr deutſcher Meiſter. Kein Wunder, daß alſo beide ihr Beſtes hergeben werden um zu ſiegen. Einen kleinen Vorgeſchmack auf die Geſchwindigkeiten, die bei dieſem Kampf vorausſichtlich herausſpringen wer⸗ den, bekam man bereits als am Mittwoch die Auto⸗Union zu einem kleinen Vortraining auf der Rennſtrecke erſchien. Stuck und Roſemeyer hatten zwei Renner, die durch etwas kürzeren Radſtand beſonders wendig ſind, mit⸗ gebracht und Roſemeyer jagte mit jedem Verſuch ſchneller die 12,8 Kilometer lange Bergſtraße zum Schauinsband herauf. Bereits nach dem dritten Verſuch hatte er ſeinen vorjährigen Trainingsrekord mit einer Zeit von 7 Minu⸗ ten, 46 Sekunden, was etwa einer Geſchwindigkeit von 94 Km.⸗Stö. entſpricht, erreicht und ſchon bei der nächſten Fahrt jagte er ſeinen Wagen in einer neuen, phantaſtiſchen Rekordzeit die Strecke hinauf. 7,38 Minuten, alſo etwa 96 Km.⸗Std., hieß die neue Zeit! Damit war Roſemeyer um faſt 5 Kilometer ſchneller als voriges Jahr im Ren⸗ nen, wo er einen neuen Rennrekord mit:59,3 Km.⸗Sek. aufgeſtellt hatte. 5 8 Was ein ſolches 96⸗Kilometer⸗Tempo hier auf der Schauinslandſtrecke bedeutet, kann nur der beurteilen, der. die Strecke kennt. 170 Kurven hat man auf dem 12,8 Kilo⸗ meter langen Straßenband vom Start bis zum Ziel ge⸗ gählt. Und dieſe Kurven ſind ſchwer, ſehr ſchwer! Dabei uber ſteigt die Strecke von 400 Meter über dem Meeres⸗ ſpiegel bis hinauf zu 1200 Metern. Herrlich iſt dieſe Bahn, die immer weiter hinauf in die Höhen, zu immer ſchöneren Ausblicken führt, aber ſchwer und gefährlich! Und hier nun göer Schnitt! Dabei 8 Bernd, daß Düſſeldorf(28. Juli) er noch ſchneller werden könne, und dazu ſcheint ex die Preis vom 2550“, 1000 Meter: 1, G. u. feſte Abſicht zu häben, denn begreiflicherweiſe wuilk er ates. Eichbolz Madh, 2. khuſekkenc g. aa- tun, um deutſcher Meiſter zu werden. Ein günſtiges Vor⸗] meriera. Amern, Heſperion, Norne, Fandango, zeichen iſt es ihm dabei, daß dieſes Rennen hier ja⸗ das 13. ſein wird und die 13 iſt Bernds Glückszahl. Stuck, der mit ſeinem Wagen mit Zwillingsbereifung hinten er⸗ ſchienen war, konnte vorerſt nur einen ganz kurzen Probe⸗ galopp tun, weil ſein Fahrzeug noch nicht ganz in Ord⸗ nung war. Beide hatten die Stoppuhren am Steuerxvad, um ihre Zeiten kontrollieren zu können. Donnerstag, Freitag und Samstag ſind nun die offi⸗ ziellen Trainingstage. Der Betrieb wird ſicherlich rieſen⸗ haft, denn 248 Fahrer wollen ſich gründlich auf das Ren⸗ nen vorbereiten und die Konkurrenz iſt groß. Da ſind in der 250er⸗ und 500er⸗Klaſſe der Motorräder die Kanonen von DaW und in der B50⸗cem⸗Klaſſe die von NSu, die es mit ſehr guten Privatfahrern und einer aroßen Zahl ausländiſcher Motorrad⸗Kämpen zu tun haben. Da ſind in den Seitenwagen⸗Klaſſen wieder die Meiſter von Da und NSu,, die ſich ſicherlich erneut einen heißen Strauß liefern werden und bei den Sportwagen der klein⸗ ſten Klaſſe bat es ein beachtliches Aufgebot von BMW⸗ Fahrern mit dem Italiener Baleſtrero, einem ſehr guten Alfa⸗Mann zu tun. Im Kampf der Sportwagen mit Kompreſſor gehen Maſe⸗ rotis und Alfas ins Rennen, ſo daß dieſe Klaſſe faſt aus⸗ ſchließlich eine Sache der Italiener iſt und bei den kleinen Rennwagen bis 1,1 Liter meſſen ſich unter anderem ſo be⸗ kannte Fahrer wie Bäumer und der Ftaliener Lurani. Bei den Rennwagen bis 1,5 Liter finden wir unter anderem Fahrer wie Caſtelbarco auf Talbot, den Engländer Martin und in der Klaſſe bis 3 Liter den Ungarn Hart⸗ ann. Bei den großen Rennwagen ſchließlich gehen außer den ſchon genannten 4 deutſchen Spitzenfahrern von Mercedes und der Auto⸗Union Pietſch ouf Maſerati, die Itoliener Belmondo, Soffietti und Biondetti ſowie die Schweizer Rueſch und Mandirola ins Rennen. Eine Rieſenbeſetzung alſo, das kann man wohl ſagen! Wenn die Motorrad⸗ und Sportwagen⸗Fahrer genau ſo Ioslegen wie ihre eraden der großen Rennwagen, dann kann der kommende Sonntag ein ſehr, ſehr heißer Tag werden! K. G. von Stackelberg. Das Organiſations⸗Komitee für die Fußball⸗Weltmei⸗ ſterſchaft 1088 hat auf einer in Paris abgehaltenen Sitzung beſchloſſen, als endgültigen Termin für die Schlußrunde zur Fußball⸗Weltmeiſterſchaft die Zeit vom.—19. Juni bekanntzugeben. An dieſer Fußball⸗Weltmeiſterſchaft 1938 werden ſich, nachdem noch die Nachmeldung von Argentinien angenommen wurde, 38 Länder beteiligen. Die Mannſchaft der Vereinigten Staaten von Nordamerika und der Sieger der Gruppe Zentral⸗Amerika beſtreiten auf franzbſiſchem Boden ein Ausſcheidungsſpiel. Die ſiegreiche Elf dieſes Kampfes wird zu den Enoſpielen zugelaſſen. Dem Sieger der Gruppe Aſien, in die Japan und Niederländiſch⸗Indien eingeteilt ſind, wurde empfohlen, mehrere Spielabſchlüſſe in Europa anzubahnen, um ſo die großen Reiſekoſten zum Tei“ zu decken. Hollaud— Luxemburg am 28. November Die Fußballverbände von Holland und Luxemburg haben jetzt vereinbart, den zur Fußball⸗Weltmeiſterſchaft zählen⸗ den Ausſcheidungskampf am 28. November auszutragen. Der Austragungsort wird noch beſtimmt. „Siona. Toto: B, 14d, 12, 1410. EW: 30810. Preis vom Rhenſer Königsſtuhl. 2800 4, 3000 Meter: 1. Frl. B. Bauers Reizjäger(K. Broda); 2. Freiheitslied; 3. Lebensart. Ferner: Similor, Feuerland, Xenia. Toto: 58, 18, 13. 15:1. EW: 172:10. N Lohengrin⸗Rennen. 2400 /, 1400 Meter: 1. W. Deſch⸗ ners Purpurroſe(O. Schmidͤt); 2. Feuereifer; 3. Vater⸗ landsliebe und Mitropa in totem Rennen. Toto: 20, 10, 10:10. EW.: 38.10. Stolzenfels⸗Jagdrennen. 9000“, 3700 Meter: 1. Oberſtlt. . Bührers Unic(W. Rößler); 2. Seni; 3. Agnus. Ferner: agobund, Enthuſiaſt, Toto: 17, 16, 16:10. EW: 68.10. Rheinſagen⸗Preis. 4500 /, 2000 Meter: 1. Geſt. Ebbe⸗ lohs Lampe(O. Schmidt); 2. Märchenwald; 3. Chorherr. Ferner: Sonnenfalter. Toto: 17, 10, 11:10. EW: 28:10. Preis der Loreley. 2400 /, 1600 Meter: 1. P. Mülhens' Staatspreis(H. Berndt); 2. Augraf; 3. Partiſone. Ferner: Fauſtballjpiele des Kreijes 3(Mannheim) im Fachamt 1 Anläßlich des am letzten Sonntag in Sandhofen ſtatt⸗ fanden die obigen Spiele ihren Abſchluß. An den Spielen der einzelnen Alters⸗Leiſtungs⸗ klaſſen nahmen an den Vor⸗ und Rückſpielen während der letzten Sonntage insgeſamt 42 Mannſchaften zur Er⸗ des und der Kreisſieger teil.— Die Endergebniſſe lauten: Männer I(i. Leiſtungsklaſſe), Staffel A: T Sand⸗ hofen und Tbd. Germania Mannheim aus ie 10 Spielen je 18 Punkte; Tſchft. Käfertal und TV Neckarau 9 u. 8 P. und TW Waldhof und Kurpfalz Neckarau 4 und 3 Punkte. Staffel B: TV Lützelſachſen und TV Edingen aus ie 6 Spielen je 10 Punkte; TB 62 Weinheim und TV Hohen⸗ ſachſen 4 und 0 Punkte. Staffelſieger wurde TV Hützel⸗ ſachſen durch Entſcheidungsſpiel gegen Edingen mit dem ielergebnis von 37:30. SSleſſel C: T Ketſch mit 6 Spielen 12 Punkte; T Hockenheim und Tbd. Neulußheim 8 und 4 Punkte: Tbd. ockenheim 0 Punkte. 5 Manner II(38—39.). In der Klaſſe waren 6 Mann⸗ ſchaften in einer Staffel vereint. Kreisſieger wurde der T V Lützelſachſen mit 18 Punkten vor Me. und TB Neckarau mit je 8 Punkten, TV Baldhof und Tſchft. Käfertal je 4 Punkte und T Sandhofen 0 Punkte. Männer III(40, J. u. älter). In dieſer Klaſſe wurde wiederum TV Neckarau Kreisſieger mit 8 Punkten vor TB 46 Mannheim mit 6 P. und Tbd. Germania und TV 62 Weinheim mit je 5 Punkten. Mäunliche Jugend 1(1919/20). Kreisſieger wurde T B vor Töd. Germania, TG Ketſch, Kurpfalz RNeckarau und TB Hockenheim.— Männliche Jugend II 11920/21). In dieſer Klaſſe hat der TV Neckar au den Kreis bei den Spielen des Gaues zu vertreten. Frauen. Hier waren es in dieſem Jahr nur zwei Mann⸗ ſchaften, die ſich um den Kreismeiſtertitel bewarben, nach⸗ dem noch im vorigen Fahr der TB Sandhofen und früher auch der TB 46 mit je einer Mannſchaft vertreten waren und dieſe beiden Vereine ihre Mannſchaften zu den Kreis⸗ ſpielen nicht mehr meldeten. So wurde der Tbd. Ger⸗ mania Mannheim in dieſem Jahr mit nur 2 Spielen gegen T Neckarau mit den Syielergebniſſen von 59:31 And 54792 zum zehnten Male Kreismeiſter der Frauen im Fauſtbalk. Germania hat damit die Gelegenheit, den im vorigen Jahre verlorenen Gaumeiſter⸗ titel zurückzuerringen 4 In der unteren Leiſtungsklaſſe der Männer 1 waren die Vereine DB Feudenheim, TBNeckarhauſen, TuSpc Ladenburg vertreten und mit ihren 2. Mannſchaften die Bereine TB Waldhof, D Sandhofen, Tſchaft Käfertal, Kurpfalz Neckarau, TB Neckarau und Tod Germanig. Als Staffelſſeger gingen hervor: T Neckarhauſen(1. Mann⸗ ſchaft) B Sandhofen und TWNeckarau(2. Mannſch rft). Den Kreisſieger dieſer Klaſſe haben die Staffelſieger noch zu ermitteln. Die Spiele zwiſchen den Stafſelſiegern der Männer 1 (1. Leiſtungsklaſſeſ gelangten am letzten Sonntag in Sand⸗ hofen in einer Runde, d. h. jeder gegen jeden zur Aus⸗ tragung, Hierbei gel ing es dem TV Sandhofen unter zahlreicher Anteilnohme an den Spielen ſeitens der zu dem Kreisturnen erſchienenen Zuſchauer den Kreismei⸗ ſtertitel von neuem zu erringen. Die Spiele nahmen durchweg einen ſpannenden Ver⸗ lauf und gaben wohl manchem zu erkennen, daß es bei dem Fauſtballſpiel in beſonderem Maße zuſammen mit einer ſicheren Balloufnahme und Behandlung jedes Spie⸗ lers auf eine gute Mannſchaftsleiſtung ankommt, um ein Spiel für ſich entſcheiden zu können. Der Kampfcharakter der 5 Spieler einer Mannſchaft verkörpert, benn ein ſchlech⸗ tes ſpieleriſches Können des einzelnen kann nicht wie bei den anderen Kampfſpielen im Kompf Mann gegen Mann durch Anwendung der körperlichen Ueberlegenheit gegenüber dem gegneriſchen Spieler erſetzt werden. Bei dem Spiel Germania⸗ in Erſcheinung, gelang es doch der D Ketſch, dem Neuling in der 1. Leiſtungsklaſſe in der erſten Halbzeit einen Vor⸗ :15 herauszuholen und nur unter Aufbietung aller mit 26:26 aus dieſem Spiel gerade noch 1 Punkt zu retten. Die übrigen Spiele ergoben ſolgende Ergebniſſe: Sand⸗ hofen— T Kützelſachſen 53:27; Germania Lützel⸗ ſachſen 95:23, Sandhofen— T Ketſch 44:20; TG Ketſch — Lützelſachſen 30:99; Sandhofen— Germania 36:23. in der Geſamtwertung errang ſomit D Sanoͤhofen 6 Punkte; Td Germania 9 Punkte; TWiLützelſachſen 2 Punkte und T Ketſch 1 Punkt. Am kommenden Sonntag finden auf dem Platz der TG Heidelberg die Spiele der Kreisgruppe Nord ſtatt, wobei die oben genannten Kreis⸗ meiſter und Kreisſieger den Kreis 3(Mannheim) gegen⸗ über denen der Kreiſe 1 und 2 zu vertreten haben. Oblt. Brinckmann auf Alchimiſt Internationales Springturnier in München⸗Riem ie Internationalen Pferdeſportkömpfe in München⸗ Riem begannen bereits am Mittwochvormittag. Der Tur⸗ nierplatz war prächtig geſchmückt und bei ſchönem Sommer⸗ wetter gab es** vorzüglichen Sport. Den Auftakt der Wettbewerbe, die im Rahmen des „Braunen Bandes von Deutſchbund“ dͤurchgeführt werden, kildete ein Jagoſpringen der Kl. M um den„Wanderpreis der Hauptſtadt der Bewegung“. Zwei Pferde kamen fehler⸗ los über die Bahn, ſo daß die Zeit entſcheiden mußte. SS-Unterſturmführer W. Fegelein gewann auf„Di⸗ ana“ mit 107, Sekunden vor SS⸗Standartenführer H. egelein auf“ mit 114 Sek. Den dritten Platz be⸗ ſegte Rittm. E. Haſſe mit Goldummer bei 4 Fehlern und 105 Sekunden Dann begann das erſte J ſpringen um das„Braune Band des Springſports“, eim Jagoͤſpringen der Klaſſe Sa. Hier 0. es einen überaus ſpannenden Zweika der Kavallerieſchule Hannover und der rumäniſchen Reit⸗ ſchule. 40 Pferde nahmen an der nicht leichten Prüfung teil, aber nur döͤrei gingen im letzten Drittel des Springens fehlerlos über den Parcours. Die beſſere Zeit entſchted für Oblt. Brinckmann, der auf Alchimiſt mit einem nur 121 Sekunden dauernden Ritt eine feine Lei⸗ ſtung vollbrachte, die mit ſtarkem Beifall belohnt wurde. Mit 125 Sekunden folgte dicht dahinter der rumäniſche Oblt. Tzepeſeu nuf Gaſcony. Den dritten Platz belegte Hpim. von Barnekow auf Olhaf mit ebenfalls null Feh⸗ lern und 132,2 Sekunden. Mit Wotansbruder hatte Oblt. Brinchmann Pech, immerhin konnte er doch noch mit 3 Fehlern und 131,2 Sek. den vierten Platz vor dem rumä⸗ niſchen Hptm. Rang guf Delfis ſicherſtellen. 5 des Spieles liegt alſo in erſter Linie in der Geſamtleiſtung etſch tvat obiges beſonders räfte gelang es den Germanen in der 2. Halbzeit, zwiſchen — e eee eeeeeeee,— K , 9—— Die Bezirksklaſſe von Anterbaden-Weſt Nur noch wenige Wochen trennen von dem Ausklong Her Fußballferien. Lebhaft begrüßt zieht ein neues Sportjahr herauf mit all ſeinen Freuden aber auch mit ſeinen Sor⸗ gen. Noch weiß wan nicht, was es dem einzelnen Spieler, den Mannſchaften und den Vereinen bringen wird, ſind es Erfolge oder Rückſchläge, ſchüttet die launiſche Fortuna ihr Füllhorn aus oder kleben Pech und Schwefel an den Stollen. Aber mag kommen, was da wolle, auf alle Fälle iſt die fußballoſe„ſchreckliche“ Zeit wieder einmal glücklich vorbeigegangen; das braune Leder rollt wieder und der Fußballanhänger ſieht ſich ſeiner ſonntäglichen Langeweile ledig. Für die Vereine iſt die Pauſe eine arbeitsreiche aber willtommene Gelegenheit, in ihren Mannſchaftsbeſtän⸗ den Heerſchou zu halten, zu prüfen, Mängel abzuſtellen und 795 9188 fleißig zu trainieren, denn wer im Sport raſtet, er roſtet. Enoͤgültig auferſtanden iſt aber König Fußball erſt, wenn der Startſchuß zu den Verbandsſpielen fällt. Bis zu dieſem Zeitpunkt haben die Vereine„fertig“ zu ſein. Die Monnſchaft muß ſtehen und in Form ſein. ſollten nicht ſchon am Anfang einige Zähler abgeſchrieben werden müſſen, die einmal bei der Bilanzziehung dringend be⸗ nötigt ſein könnten. Wie in den vevaangenen Jahren, ſo laſſen wir auch diesmal die Vereine der Bezirksklaſſe Unterbaden⸗Weſt aufmarſchieren, deren Stamm noch voll⸗ zähligen beiſammen iſt. zu den in den Mannſchaften der SpVg 07 Mannheim, ſowie dem Sieger der Be⸗ gegnung Ziegelhauſen— 98 Seckenheim die beiden Aufgerückten ſtoßen, die ſedoch in dem erleſenen Jußball-Neuigkeiten Fußball⸗Weltmeiſterſchaft vom.—19. Juni 1938 SV Wiesbaden in Belgien Der Sportverein Wiesbaden wird am 22. Auguſt in Belgien, und zwar in Gent, gegen ARA ſpielen. Der Fcé Bayern München hat am 15. Auguſt die be⸗ kannte ſchweizeriſche Mannſchaft von Poung Fellows Zürich zu Gaſt. 9 Auch Italien nicht mehr beim Mitropapokal? Nachdem jetzt erſt der Schweizeriſche Fußball⸗Verband beſchloſſen hat, nicht mehr am Mitropapokal⸗Fußballwett⸗ bewerb teilzunehmen, iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß auch Italien dieſem Beiſpiel folgen wird. Es beſteht jedenfalls in Italien große Neigung, dieſem Wettbewerb fernzublei⸗ ben und es iſt leicht möglich, daß im nächſten Jahre nur noch die Spitzenmannſchaften der Gründerſtaaten Oeſter⸗ reich, Ungarn und Tſchechoſlowakei im Kampf ſtehen werden. Ein rückſtändiges Aufſtiegsſpiel Im Gau Südweſt ſteht noch das Fußball⸗Aufſtiegsſpiel zwiſchen TSG 61 Ludwigshafen und Sportfreunde Frank⸗ furt aus, das nun zum 15. Auguſt angeſetzt iſt. Es findet in Ludwigshafen ſtatt. Pierderennen im Reich Heidefalke, Kerxes, Sandmann, Oberſteiger, Debatte. Toto: 27, 15, 21, 15:10. EW: 156:10, 5 Préis dom Mänſeturm. 2000, 2000 Meter: 1. Abtei lung: 1. G. Vorſters Preisträger(v. 5. Vlugt); 2. Blu⸗ mengöttin; 3. Royal Pantalion. Ferner: Denar, Heroine,, EW: 18 Argliſt, Ancona. Toto: 92, 16, 32, 3210. 10 2. Abteilung: 1. F. Sträters Höllenfahrt(K. Krautmann); 2. Sarxo; 3. Noſtrus. Ferner: Thuribert, Graf Moltke, Pieta, Spata. Toto: 2, 13, 13, 15:10. EW: 54:10. München⸗Riem(28. Juli). Diana⸗Rennen. 2500 4, 1600 Meter. 1. H. C. Boömers Na Na(Frau E. Blume); 2. Magyar⸗Gandhi; 3. Meelae⸗ nis. Ferner: Ellen, Lapſus, Campo Sonto, Gallinula. Tot.: 15, 11, 30, 14:10. EW: 202:10. Preis von Mittenwald. 2800 /, 2200 Meter. 1. Rittm. E. Mercks Oſaka(W. Eicke); 2. Pan; 3. Onkel Karl. Fer⸗ ner: Renvers, Palko, Trovoatore. Tot.: 47, 15, 12:10. EW: 94:10. Hubertus⸗Jagdrennen. 2800, 3200 Meter: 1. Leutn. Schwarzenbachs Menne(J. Thie); 2. Palmenländer; 3. Galfox. Ferner: Tücs ök, Mais de Hongrie, Lebens⸗ weg, Ol'Man River. Tot.: 153, 19, 19, 56:10. EW: 420:10. Preis vom Predigtſtuhl. 2600, 1200 Meter. 1. Geſtüt Tzſchechelns Ronneburg(Steuding); 2.'Toni; 3. Senora. Ferner: Fundulus, Triſteſſe, Wiöͤo. Tot.: 26, 17, 13:10. EW: 76110. Wendelſtein⸗Hürdenrennen. 2600 /, 2800 Meter. 1. Ge⸗ ſtüt Freismiſſens Limperich(H. Weber); 2. Treuer Huſar; 8. Heros. Ferner: Mein Fürſt, Baoul, Fünfkampf. Tot.: 26, 20, 16:10. EW: 68:10. Badiſche Sommerſpielmeiſter ⸗ ſchaften in Karlsruhe Der Gau Baden ermittelt ſeine Meiſter in den Som⸗ merſpielen(Fauſtball, Schlagball, Korbball) am Sonntag, 8. Auguſt, und zwar in Karlsruhe auf dem Platz des KTV 46. Teilnahmeberechtigt ſind die Sieger der Kreis⸗ gruppen, die am kommenden Sonntag, 1. Auguſt, an drei Orten des Gaugebietes ermittelt werden. Die Meiſter der Kreiſe 1, 2 und 3(Nord) treffen ſich in Heidelberg, die der Kreiſe 4, 5, 6 und 7(Mitte) in Raſtatt und die der Kreiſe 8, 9, 10 und 11(Süd) in Donaueſchingen. Zu den bereits einleitend erwähnten Wettbewerben kommen noch Trommelball und Ringtennis. Kiß 1 und. binder Kräften als Vorbild zu dienen und dieſe durch ganzen Ein⸗ Feld der Alteingeſeſſenen beſtimmt keine Anfänger ſind, ſondern die es auf Grund eines ſehr ſoliden Könnens verſtehen werden, der Sache Schmiß und Farbe zu ver⸗ leihen und die wenig beneidenswerte Rolle des Punkte⸗ lieferanten offen zu laſſen. Der Meiſter des vergangenen Jahres, die Aleman⸗ nia Ilvesheim, die das Pech hatte, gerade zu Ende der Verbandsſpiele in eine Formkriſe zu geraten, die bis weit in die Rückrunde der Aufſtieaſpiele zur Gauklaſſe an⸗ hielt, ſo daß das Vertrauen auf den Aufſtieg zur erſten Klaſſe leider nicht zu rechtfertigen war, ſtützt ſich in der Hauptſache auf ihre bekannte Beſetzung, zu der jedoch eine Reihe talentierter Nachwuchsſpieler ſtoßen, die im Bunde mit den altbewährten Spielern verſuchen werden, die ihnen anvertrauten Poſten mit jugendlichem Elan auszufüllen. Der SC Käfertal hat durch den Weggang ſeines Torwarts zweifelsohne einen fühlbaren Abgang erlitten, aber man kennt das eiſerne Beſtreben der Leute um Maier⸗Mack, ſich durch einen Fehlſchlag nicht aus der Faſſung bringen zu laſſen. In den jungen Spielern Reuther und Schmitt hat man für den Poſten am Netz zwei brauchbare Kräfte gefunden, die mutig und gewandt ſind. Verteidigung und Läuferreihe ſtehen in alter Güte da, und der Sturm mit ſeinen bekannten Könnern, unter denen Fuchs überragt, wird dafür beſorgt ſein, das Tor⸗ verhältnis nicht zu Ungunſten umſchlagen zu laſſen. Der alte Pionier Phönix Mannheim, der es Jahr für Jahr bei einem Anſturm auf den erſten Platz belaſſen mußte, will es in dieſer Spielzeit unter allen Um⸗ ſtänden ſchaffen, das Feld der alten Gegner anzuführen. Die Möglichkeiten zu dieſem Vorhaben ſind gegeben, denn. Mittelläufer Greiner führt eine funge, eingeſpielte Elf ins Rennen, in der Rasmus nach wie vor der ſtarke Ver⸗ binder iſt und die leichtgewichtigeren Leute ſich beſtimmt einige Pfund mehr zugelegt haben. Die ſchwarz⸗weiße Germania Friedrichsfeld, ob ihrer Kampfkraft und Spielſtärke gleichermaßen geachtet wie gefürchtet, war noch ſtets ein ſchwer zu ſchlagender Gegner, der es auch diesmal verſtehen wird, eine achtbare Klinge zu behaupten. Man hofft öraußen an der Stein⸗ zeugfabrik mit ganz beſonders großen Leiſtungen aufwarten zu können. Das zur Verfügung ſtehende Spielermaterial iſt durchweg auf der Höhe, ſo daß den Germanen ſchon eine gewiſſe Außenſeiterchance einzuräumen iſt. ine der ausgeprägteſten Kampfmannſchaften beſitzt Unterbaden⸗Weſt in der Olympia Neulußheim, die einen ganz beſonders gefährlichen Huſarenſtil ihr eigen nennt. Die Tordeckuna iſt mit harten Schlägern beſetzt die Läufereihe verſteht zähe und verbiſſen zu kämpfen und der Sturm, in dem der Rechtsaußen Wein eine über⸗ ragende Rolle ſpielt, iſt ſehr draufgängeriſch veranlagt. In Neulußbeim die Punkte zu holen, darf ſelbſt für den Favoriten als eine aroße Sache und ein außerordentlicher Glücksfall bezeichnet werden. Der M§ C 08 Mannheim will es gegen die ſon⸗ ſtige Uebuna verſuchen, in dieſem Jahr vom Start wea die zu vergebenden Punkte zu kaſſieren, um nicht wieder auf lange Strecken in ſchwebender Pein ⸗paſſen“ zu müſſen. Das Zeug datzu, ſeine löblichen Abſichten in die Tat um⸗ zuſetzen, iſt zweifelsohne vorhanden, denn die letzten Re⸗ ſultate der Mannſchaft, die vor der Fußballpauſe gegen ſtarke Gegner herausgeholt wurden, laſſen unweigerlich den Schluß auf eine aroße Verbeſſerung der Spielſtärke zu. Um die Elf der Amicitia Viernheim iſt es in letzter Zeit ſtiller geworden, denn leider hat dieſe Mann⸗ ſchaft, in der eine Unſumme ſpieleriſcher Kraft ſteckt, den ſchweren Schlag, den ſie vor zwei Jahren durch den Ab⸗ ſtieg aus der Gauliga erlitt, noch nicht reſtlos überwinden können, obwohl gerade die bekannten Spieler wie Krug, Koob' ſich aller Mühen unterziehen, den jungen 1 mitzureißen. Ein Anknüpfen an frühere Leiſtungen ſollte in dieſem Jahre durchaus möglich ſein. Die Heddesheimer Fortunen, die im vorigen Jahr zu Beginn der Verbandsſpiele mit allerlei netten Ueberraſchungen aufwarteten, ſahen ſich ſpäter lange Zeit in der Klemme, da nicht nur Formſchwankungen eintraten, ſondern ſich bei etlichen Spielern auch Konditionsmängel einſtellten. Um dieſe Gefohrenquellen zu beheben, die ſehr leicht den Klaſſenverluſt in ſich bergen, hat man dem Ver⸗ nehmen nach einen ſtrammen Trainingsbetrieb aufgezogen, ſo daß die Mannen um Schmitt beſtimmt wieder in alter Friſche auf dem Plan erſcheinen und auch bei der Stange bleiben werden. Den FV o8 Hockenheim, der noch in ſtärkerem Maße das Hangen und Bangen in Abſtiegsgefahr zu ver⸗ ſpüren bekam, hat ebenfalls auf ganzer Linie Beſſerung ge⸗ zobt, um nicht wieder in den Strudel der Gefährdeten ge⸗ zogen zu werden. Da einige der beſten Spieler wieder zur Verfügung ſtehen werden, u. a. hofft man ſehr auf den famoſen Verbinder Hoffmann, bdürfte es eigentlich der Kampfmannſchaft aus der Tabakſtadt nicht ſchwer fallen, ſich ſchon beizeiten die nötigen Zähler zu erſpielen, die ge⸗ nügen ſollten, um die Bezirksklaſſe zu erhalten. In impoſantem Stile hat ſich die tapfere Sp. Vgo7 Mannheim den Wiederaufſtieg zur zweiten Klaſſe er⸗ kämpft, in der ſie gewiß kein unbeſchriebenes Blatt bildet. Allerdings hatte man in früheren Zeiten um den Klaſſen⸗ verbleib ſtets ſeine Sorgen, doch diesmal ſieht die Sache weſentlich ſolider aus. In aller Stille hat ſich in Neu⸗ oſtheim eine Elf herangebildet, die ſich bereits in vielen Fällen gegen namhafte Gegner als derart ſchlagfertig, ſtabil und techniſch prächtig begabt erwieſen hat, daß ihr ſehr gut eine Ueberraſchung zuzutrauen iſt, wenn alle Spieler zu ihrem großen Können mit kämpferiſchen Qua⸗ litäten aufzuwarten verſtehen. Um den 12. Platz werden ſich die Vereine Zieges⸗ hauſen und Seckenheim noch einen ſchweren Stich⸗ kampf liefern. Wenn wir dabei den Mannheimer Vor⸗ ortlern die beſſeren Ausſichten einräumen, ſo iſt unſere Anſicht nicht etwa von Lokalpatriotismus getragen. Wir bauen auf das ſolide und gefeſtigte Können der 98er, die bereits ſchon die rauhere Luft der unterbadiſchen Bezirks⸗ klaſſe geatmet hat und ſeinerzeit nur durch eine böſe Pech⸗ ſträhne in entſcheidungsvollen Spielen zum Abſtieg ge⸗ zwungen war. Kleine Syort Nachrichten Englands Frauen⸗Hockeyelf ſiegte auf ihrer Auſtralien⸗ reiſe in Brisbane gegen die Auswahl von Queensland mit:2(:0) Toren. Ein Waſſerball⸗Länderkampf zwiſchen der Tſchecho⸗ ſlowakei und Schweden wurde in Prag ausgetragen und von den Tſchechen mit:2(:1) Toren gewonnen. Die Rollhockey⸗Meiſterſchaft des Gaues Südweſt wird am 29. Auguſt in Frankfurt a. M. auf der Rollbahn Mosler ausgetragen. Titelverteidiger iſt der Franfurter TC 1914. Amtliche Bekanntmachung Bezirksklaſſe Abt. 1 und 2 1. Die Pflichtſpiele beginnen am 29. Auguſt 1037. 2. Zwecks Ermittlung des 12. Vereins in Abt. 1 finden zwiſchen 98 Seckenheim und Sportgemeinde Ziegelhauſen Entſcheidungsſpiele wie folgt ſtatt: 22. Auguſt 97: Vorſpiel in Ziegelhauſen(SR: Pennig) 29. Aug. 37: Rückſpiel in Seckenheim(SR: Kupfernagel) Die SR⸗Fachwarte wollen bitte die genannten SR be⸗ nachrichtigen. 3. Sollte der FV Mergentheim gemäß Antrag in einen anderen Gau verſetzt werden oder auf die Teilnahme an der Sportpreſſe. den Pflichtſpielen der Bezirksklaſſe verzichten, ſo kommen die unter Ziffer 2 genannten Entſcheidungsſpiele Wegfall. Abt. 1 und 2 ſpielen alsdann nur mit je 11 Vereinen. Der FV Mergentheim hat mir bis zum 9. Auguſt 37 die Verbeſcheidung des Antrags und ſeinen Entſchluß mitzuteilen. 4. SpVgg Eberbach, evtl. noch andere Vereine, die ihren Platz mit einem anderen Verein teilen, melden mir bis um 9. Auguſt 37 die Termine, an denen ſie über ihren Platz verfügen können. 5. Wünſche bezüglich der Terminliſte ſind mir bis zum 9. Auguſt 7 zu übermitteln. 6. Zwecks Bekanntgabe der Terminliſte und ſonſtiger Mitteilungen finden Beſprechungen mit den Vereinen der Abt. 1 und 2 wie folgt ſtatt: Mittwoch, 18. Auguſt 37: Abt. 1 in iedrichs „Zum Hirſch“, 20 Uhr; Freitag, 20. Auguſt 97: Abt. 2 in Heidelbe„Naſ⸗ ſauer Hof“, 20 Uhr. Zu dieſen Beſprechungen wollen bitte die Vereins⸗ und Sportführer erſcheinen. Weiterhin ſind eingeladen die SR⸗ Fachwarte Duchardt und Nagel, die Kreisjugend⸗ warte Eppel und Seibert ſowie die Kameraden von gez. W. Altfelix. „Märtin und der wieder zurückgekehrte Ber⸗ —2 in * 2 * 4 55 „Sprechstunde“ in 5000 Meter Höhe: Nen olxat Alen den Molken Künstliche Luftreisen— Um das Rätsel der Luftkranlcheit — Berlin, im Juli. Ein friſcher Morgenwind fegt über die weite Fläche des Berliner Flughaſens und treibt graue Nebelſchwaden um die metallenen Flügel der Ver⸗ kehrsmaſchine nach Rom, die eben ſtartbereit gemacht wird. Zu ihren Paſſagieren zählt auch ein Mann, der ſich in den Kabinen der Flugzeuge zu Hauſe fühlt: Profeſſor Strughold, der Leiter des Luftfahrtmediziniſchen Forſchungsinſtitutes in Ber⸗ lin. Nicht ſelten hält er ſeine„Sprechſtunde“ in 5000 Meter Höhe ab, und auch diesmal wieder iſt es einer der vielen Forſchungsflüge, die der„Arzt über den Wolken“ unternimmt, um wiſſenſchaftliche Er⸗ kenntniſſe in der Praxis nachzuprüfen. Ohne daß es die Paſſagiere ahnen, die ſich in bequemen Lederſeſ⸗ ſeln über Wälder, Flüſſe, Städte und Dörfer tragen laſſen, werden ſie gleichſam zu Patienten Profeſſor Strugholds, der wiſſen will, wie die Menſchen ſich in verſchiedenen Höhen verhalten, welche beſondere, bis⸗ her noch nicht bekannte Einflüſſe an der ſogenannten „Luftkrankheit“ mitwirken und vieles andere mehr. Beobachtungen am Himalaja Freilich laſſen ſich ſolche Unterſuchungen nicht immer in dem verhältnismäßig engen Raum einer Flugzeugkabine anſtellen. Da man auch nicht jeden jungen Mann, der Flieger werden will, in der ſchwankenden Luftmaſchine auf Herz und Nieren prüfen kann, ſo bedient man ſich ſchon beſſer einer „künſtlichen Luftreiſe“, ſogenannter Unterdruck⸗ kammern, in denen man ſozuſagen auf ſpiegeln⸗ dem Parkett in wenigen Minuten bis in die Strato⸗ ſphäre reiſen kann. Immer noch gibt der Einfluß der Höhenunterſchiede den Luftforſchern Probleme auf, weshalb nichts unverſucht gelaſſen wird, um hier auch den letzten Geheimniſſen auf die Spur zu kommen. Man hat bei einer der letzten Himalaja⸗ Expeditionen feſtgeſtellt, daß die Muskelkraft der Menſchen erſt oberhalb der 7000⸗ Meter⸗Grenze abnimmt. Damals wurde während des Auſſtieges der Expedition in beſtimm⸗ ten Abſtänden jeder Teilnehmer mit feinen Inſtru⸗ menten unterſucht und die gewonnenen Ergebniſſe dann dem Luftfahrtmediziniſchen Forſchungsinſtitut zur Verfügung geſtellt, wo ſie mit den bisher dort gemachten Erfahrungen verglichen wurden Inter⸗ eſſant war dabei die Tatſache, daß die Kraft der Berg⸗ ſteiger bis zu 6500 Meter ſt än dig zunahm, was aber nicht mit der Luftveränderung in Zuſammen⸗ hang gebracht werden kann, ſondern ihre Urſache darin hat, daß die Leute immer mehr ins„Training“ kamen. Erſt über der 7000⸗Meter⸗Grenze war ein merkliches Nachlaſſen der Muskelkräfte zu beöbachten. „Solche Höhen erreichen auch unſere Flugzeuge“, erzählt Profeſſor Strughold,„nur daß die Flieger ſich nicht wie die Bergſteiger langſam an den Höhen⸗ unterſchied gewöhnen können, ſondern ſozuſagen von der Tiefe zur höchſten Höhe und umgekehrt gewor⸗ fen' werden. Der menſchliche Organismus muß alſo im Flugzeug ganz anders auf die atmoſphäriſchen Einflüſſe reagieren wie im Hochgebirge. So läßt die Leiſtungsfähigkeit des Menſchen in der Unterdruckkammer,(deren Luft wir durch die Saugpumpe immer dünner machen, bis ſie einer atmoſphäriſchen Höhe von 5000, 8000, ja, wenn Sie wollen, 15 000 Metern entſpricht), ſchon bei 5000 Meter merklich nach. Sinnreiche Apparate zeigten uns dabei auch an, daß der Puls unſerer Prüflinge viel raſcher ſchlägt als jener der Berg⸗ ſteiger auf großen Höhen.“ Heute haben es die jahrelangen Forſchungen des Luftfahrtmediziniſchen Inſtitutes ermöglicht, daß die Flieger vor Gefahren, denen ſie in„ſchwindeln⸗ den“ Höhen ausgeſetzt ſein können, geſchützt werden, es hat zuſammen mit der Technik Gegenmittel ge⸗ funden, mit Hilfe deren die als benutzbar erkannte Luftſchicht von 4 Kilometern verdreifacht werden konnte. So vermag heute ein Pilot bis in 12 000 Meter Höhe ohne Verringerung ſeiner Leiſtungskraft vorzuſtoßen. Experimente in der Stahltonne Wieder ſtehen wir ſtaunend vor einer der gro⸗ ßen weißen Stahltonnen, in denen gut vier Mann Platz haben und die als U⸗Kammern das A und O einer luftfahrtmediziniſchen Unterſuchung bil⸗ den. Eien junger Mann verharrt darin geduldig auf einem Stuhl, während er in verſchiedene Höhen „geflogen“ wird. Immer wieder muß er ſeinen Na⸗ menszug auf einen Bogen Papier niederſchreiben und alle Sekunden ſchlägt ein Hämmerchen gegen ſeine Knieſcheiben, während ein Apparat genau die Reaktionsfähigkeit der Nerven dieſer Verſuchsper⸗ ſon regiſtriert.„Vielleicht iſt Ihnen bekannt“, fährt Profeſſor Strughold fort,„daß nicht alles Blut des Menſchen durch ſeine Adern gepumpt wird, ſondern ſtets ein Fünftel in der Reſerve bleibt. Aber ſchon in mittleren Höhen müſſen die Vorratskammern, die in den feinen Blutgefäßen und vor allem in der Milz zu ſuchen ſind Blut abgeben, damit bei der geringen Sauerſtoffzufuhr möglichſt viele rote Blut⸗ körperchen mit dieſem Lebenselixier beladen wer⸗ den. Wir haben feſtgeſtellt, daß bei einem Menſchen, der längere Zeit in einer Höhe von 6000—7000 Me⸗ tern weilt, ſogar die Bildung roter Blutkörperchen angeregt wird.“ Früher hat man geglaubt, daß übermäßige Ge⸗ ſchwindigkeit den Menſchen ſchädigen würde. Die Leiſtungen unſerer Rennfahrer ſtrafen dieſe veraltete Anſchauung aber Lügen. Etwas anderes iſt es, wenn der Pilot im jähen, ſauſenden Sturzflug ſeine Sport⸗ oder Kampfmaſchine plötzlich abfangen muß. Es er⸗ geben ſich dann Bremswirkungen, die nach dem Ge⸗ ſetz der Schwere und Beharrung das Blut„z u m (Stocken“ bringen, das heißt, in einzelnen Körper⸗ teilen kann Blutleere entſtehen, weil das Herz das Blut einfach dorthin nicht mehr zu pumpen vermag. Auch dieſe Erſcheinungen werden heute auf ebener Erde mit Hilſe ſinnreich konſtruierter Vorrichtungen von Verſuchsperſonen nachgeprüft. Man nennt dieſes Inſtxument, das el enfalls mit zu den Einrichtungs⸗ gegenſtänden des Forſchungsinſtituts gehört, in der Fliegerſprache„Menſchenzentrifuge“. Dieſe bringt den Flieger in jene Lagen, die auch im Flugzeug möglich ſind, wobei während des Schwunges genau gemeſſen wird, was der Körper der Verſuchsperſon auszuhalten imſtande iſt. So dringt die Wiſſenſchaft immer weiter in die Geheimniſſe des Aetherraumes und des menſchlichen Körpers ein und arbeitet ſtän⸗ dig daran, alle Hinderniſſe, die ſich dem fliegenden Menſchen entgegenſtemmen, zu überwinden. Die Komödie Der amerikaniſche Schriftſteller George Ade Ade hatte als junger Menſch wenig Erfolg mit ſeinen dichteriſchen Verſuchen. Einmal wurde er von einem Theaterdirektor gebeten, dem Herausgeber einer großen Zeitſchrift in ſeinem Auftrag ein Manufkript zu übergeben. Dieſem Herrn hatte Ade Al Tittjen will Land gewinnen/ don ea auuü Ul Tittjen hat es noch immer nicht herausbekom⸗ men, daß das Meer viel ſtärker als die Menſchen iſt und nur ein wenig böſe zu ſchlucken braucht, um der Stina den Bräutigam wegzunehmen und einem Kinde den Vater. Daran iſt das Kind ſchuld, das ſich lange vor der Hochzeit eingeſtellt hat. Die Leute haben ſeinerzeit darüber gelächelt, daß ausgerechnet dem Ul, dieſem armen Teufel, ſo etwas paſſieren konnte. Ul iſt erſt willig und dankbar auf das bißchen Mitleid der Leute eingegangen, aber eines Tages fand er ſich ab, das Kind war nun einmal da und war ſein Kind, und durch das Kind gehörte nun auch die Stina zu ſeinem Leben; von da ab rechnete er nicht mehr nur für ſich Möglichkeiten aus, ſondern ſeitdem geht es immer um drei Menſchen: um ihn ſelbſt, um Stina Termeren und um ein inzwiſchen fünf Jahre alt gewordenes Kind 910 Nun kann Ul nicht mehr machen was er will. Er mußte ſich nach Arbeit und einem Fortkommen um⸗ ſehen, er iſt Landgewinnungsarbeiter geworden. Wenn die Arbeit draußen im Watt einmal recht ſchwer iſt, dann denkt Ul immer an das eigene Stück Erde und an ein fünfjähriges Kind. Ul kümmert ſich viel um das Kind, obwohl er noch nicht mit Stina Termeren verheiratet iſt, es hat bisher nicht dazu ereicht. 8 83 iſt die Zeit der Ebbe und Ul geht hinaus, den vier Kilometer langen Weg. Dann iſt er aber erſt im Watt und er muß noch zwei oder oͤrei Kilometer gehen, je nachdem. Dieſe Kilometer im Watt ſind eigentlich ſchon Tagewerk genug, denn der Schlamm hängt ſich zähklebrig an die Stiefel und möchte ſie am liebſten ausziehen. Dann ſteht Ul endlich an der Stelle, an der er geſtern mit der Arbeit aufgehört hat. Sie haben Pfähle in den Schlamm getrieben und Weidenzweige darin verflochten, damit die Flut, die für Stunden das Watt mit zum großen Meere macht, den Schlamm und das kleine Geröll, das ſie mit⸗ bringt, nicht wieder mitnehmen kann, ſondern liegen laſſen muß. jeden Tag viele Stunden lang draußen im Watt aus⸗ Das Meer ſelbſt gewinnt alſo das meiſte Land, aber nur, wenn Männer ſich mühen und halten. Und doch geht das Landgewinnen nur lang⸗ ſam, kaum zu ſpüren, ſo langſam. Die großen, die ſtarken, die uneigennützigen Menſchen verlangt die Arbeit draußen im Watt. Der Wind bläſt, es iſt ſehr kalt. Ul ſpürt eine häßliche Feuchtigkeit durch die Kleider dringen. Er ſchlägt wieder Pfähle in den Schlamm und denkt, daß die hohen, noch die Schenkel einſchließenden Stie⸗ fel nun auch ſchon mürbe werden und Waſſer durch⸗ laſſen. Einen Augenblick lang hält er inne. Er fühlt genau die naſſen Füße in den Stieſeln und er denkt, ob das wohl noch lange ſo zugehen kann, noch länger zu ertragen iſt, dieſes zermürbende Daſein. Einen Augenblick lang glaubt Ul nicht daran, weiß er nur, daß dieſe Arbeit jeden Menſchen umbringt. Nelben Ul arbeiteten die anderen. Er ſieht ihnen ein wenig zu; ſie arbeiten ſchweigend, unabläſſig. Sie krümmen die Rücken, ſie haben Schlamm auf der Schaufel und müſſen den Schlamm genau fünf Me⸗ ter weit werfen können, und ſie können es; weil der Schlamm doch einmal Land werden ſoll, das eigene Stück Erde Da packt auch Ul wieder an. Erſt ſpuckt er in die Hände, dann ſchlägt er wieder Pfähle ein. Aber dann kommt die Flut und treibt die Männer weg, nach Hauſe. Aber es ſind erſt wieder die zwei Kilo⸗ meter durch das Watt dazwiſchen, und die zwei Kilo⸗ meter ſind jetzt eine noch viel größere viel ſchwerere Arbeit geworden; jetzt nach ſechs Stunden Mühe im Watt 9 00 Ul iſt elend müde, er hebt kaum mehr das Geſicht vom Boden weg. Er trottet dahin und iſt ärgerlich darüber, datz er nun noch einmal vier Kilometer Weg hab Wo aber das Watt aufhört, ſteht ein Kind, ein fünffähriger Junge. Das Kind friert, aber es hat ausgehalten und gewartet. Nun geht es auf Ul zu und geht mit ihm landeinwärts. Ul weiß kein Wort für den Jungen, aber plötz⸗ lich öffnet ſich ſeine große Hand und ſucht etwas. Dann hat er es endlich gefunden; eine blaugefrorene Kinderhand legt ſich ſcheu in die ſeine und wird darin ganz warm. Und es ſpürt auch Ul die Kälte und Näſſe nicht mehr, und nicht mehr die Müdigkeit, ſondern nur noch Wärme; weil er eben daran gedacht genommen. ſelbſt viele ſeiner Arbeiten ohne Erſolg eingereicht. Ade richtete den Auftrag aus und ging zu dem Verleger.„Ich habe hier ein Manuſkript“, begann er. Der Verleger unterbrach ihn grob:„Werfen Sie es gleich in den Papierkorb dort, ich habe zu wenig Zeit, um es ſelbſt zu tun.“ Ade warf das Paket gehorſam in den Korb und beendete ſeine Anſprache:„Ich komme von dem Di⸗ hat, daß nun bald eine Hochzeit ſein muß. Wegen des Kindes, denkt Ul. Denn ich tue ſie doch nur für den Jungen, dieſe ſechs Stunden Arbeit draußen im Watt. Wer für keinen Jungen zu ſorgen hat, der hält es doch da draußen gar nicht aus. S Furtwängler⸗Uraufführung im Leipziger Ge⸗ wandhaus. Nach ſeiner Sonate in d⸗Moll für Kla⸗ pier und Orcheſter, die im vergangenen Winter im Leipziger Gewandhaus vom Komponiſten und Hugo Kolberg zum erſten Male geſpielt wurde, hat Wil⸗ helm Furtwängler jetzt ein Konzert für Klavier und Orcheſter geſchrieben. Auch das jüngſte Werk des großen Dirigenten kommt, mit Prof. Eöwin Fiſcher am Flügel, im Gewand⸗ haus zur Uraufführung. SDer offizielle Katalog der Großen Deutſchen Kunſtausſtellung 1937 im Haus der Deutſchen Kunſt zu München iſt mit 74 Abbildungen im Verlag Knorr & Hirth, München, erſchienen. Staatsminiſter Adol fü Wagner ſchreibt im Geleitwort:„Alle deutſchſtüm⸗ migen, im Reich oder im Auslande lebende Künſtler waren aufgefordert, für dieſe Ausſtellung ihre Werke zur Durchſicht nach München zu ſchicken. Auf dieſen Aufruf wurden 25000 Werke angemeldet, davon ſind ſind rund 900 Werke ausgeſtellt. Es iſt klar, daß die einzigſte geſamtdeutſche Kunſtausſtellung— dies iſt nach dem Willen des Führers jetzt und für alle Zei⸗ ten die alljährliche Ausſtellung im Haus der Deut⸗ ſchen Kunſt zu München— nur das vollkommenſte, fertigſte und beſte zeigen kann, was deutſche Kunſt zu vollbringen vermag.“ Dr. Hans Kiener gibt einen Rückblick über Entſtehung und Baugeſchichte des Hauſes der Deutſchen Kunſt. 72 der ausgeſtellten Werke zeigt der Katalog im Bild auf Kunſtdrucktafeln. Weiterbin enthält er zwei Grunoͤriſſe ſamt Füh⸗ rungslinie und iſt eine bleibende Erinnerung an dieſe erſte große deutſche Kunſtausſtellung im Haus der Deutſchen Kunſt. 9 63 Die deutſchen Theaterſachleute in Venedig von Miniſter Alſieri empfangen. Im Anſchluß an die Volksaufführung der Oper„Carmen“ in dem 15000 Perſonen faſſenden Freilichttheater des Forza⸗Caſtells in Mailand begab ſich der italieniſche Miniſter für Volkskultur, Alfieri, nach Venedia, Höhepunkt der Veranſtaltungen bildete das Feſtſpiel„Ruhm der Arbeit“. Arbeiterfrau tauft Italiens größtes Kriegsſchiff In Trieſt lief, wie gemeldet, in Anweſenheit des Kaiſers und italieniſche Schlachtſchiff„Vittorio Veneto“ vom Stapel. kreuzers wurde auf Wunſch des Duce von der Frau eines Neben dem italieniſchen Königspaar Frau Bertuzzi, die den Taufakt vornahm. Königs Viktor Emannel das neue Die Taufe des 35000⸗Tonnen⸗Schlacht⸗ Arbeiters der Trieſter Werft vor⸗ (Preſſephoto, Zander⸗M.) Lettland ſeierte das„Feſt der Arbeit“ In Anweſenheit des Staatspräſidenten feierte man in Riga das Feſt der Ardeit. Den glanzvollen (Weltbild, Zander⸗M.) rektor des Weſtern⸗Theaters. Das Manuſkript, das ich in den Papierkorb geworfen habe, iſt Ihre Ko⸗ mödie„Der verlorene Sohn“. Der Direktor ſchickt ſie Ihnen durch mich zurück und rät Ihnen, ſie einem Totengräber zu übergeben, der ſie bei Begräbniſſen vorleſen kann.“ Mit freundlichem Lächeln verabſchie⸗ tatſächlich 15000 eingeſandt worden und von dieſen dete ſich Ade und überließ den Verleger ſeiner Ver⸗ blüffung. oe. um den dortigen Sommerfeſtſpielen beizuwohnen. In Venedig wurden dem Miniſter die auf ſeiner Einladung zum Beſuch der Feſtaufführung dort weilenden Mitglieder der Abordnung von Theater⸗ fachleuten des Reichspropagandaminiſteriums und die Mitglieder der Annahmekommiſſion der 5. In⸗ ternationalen Filmkunſtſchau vorgeſtellt. Am Abend beſuchte Miniſter Alfieri gemeinſam mit den Gäſten aus dem Reich eine Aufführung von Shakeſpeares „Romeo und Julia“ im Ehrenhof des mittel⸗ alterlichen Palazzo Foscari, der auch die höheren Offiziere des in Venedig vor Anker liegenden 1. italieniſchen Kreuzergeſchwaders und der Herzog von Genua beiwohnten. 8 S Das Denkmal einer Freundſchaft. Im Ge⸗ denkjahr der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Frau Coſima Wagner hat der Rechtsanwalt Hugo Kekule v. Stradonitz aus Berlin⸗Frieden⸗ au, den letzten Willen ſeiner verſtorbenen Mutter ehrend, den Briefwechſel ſeiner Eltern mit Frau Coſima Wagner und Frau Eva Chamber⸗ lain der Richard⸗Wagner⸗Gedenkſtätte in Bayreuth zugewendet. Seine Eltern, der Univerſitätsprofeſſor Reinhold und Frau Anna Kekule v. Stradonitz, geb. Helmentag, ſtanden in engen perſönlichen freund⸗ ſchaftlichen Beziehungen zum Haus Wahnfried. Die⸗ ſer Freundſchaft iſt in den 214 Briefen von Frau Eoſima Wagner und in den 144 Briefen von Frau Eva Chamberlain, in den in Abſchrift beigegebenen Brieſen von Reinhold und Anna Kekule und in den Anmerkungen und Zuſammenſtellungen ein ſchönes Denkmal geſetzt. Namentlich die Briefe aus der Hand Coſima Wagners ſind inhaltlich wertvolle Zeugniſſe von der menſchlichen Größe und der hohen Lebens⸗ auffaſſung dieſer großen Frau. Kieine Theater- und Mufitchronik Franz Hoeſer hat nach Hebbels„Hyges“ eind el 0 ope“ nkr Een, dee für die kommende Spielzeit in der Hamburger Staatsot 8 aufführung vorgeſehen iſt.* 990 980 Wilbelm Kempff, der bekannte Pianiſt, i einer neuen Oper,„Die Fasnacht v— 9 5—— K. ervor. Dos Opernhaus in Hannover hat Uraufführung angenommen. 6. Seite“ Nummer 343 Neue Mannheimer Zeitung 7 Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, 29. Juli 1937 Veumis — Nach einer Verfügung des Schwediſchen In⸗ nenminiſteriums müſſen ſich jetzt die Aerzte der „Aero⸗Ambulauce“, die in Flugzeugen den Lapplän⸗ dern mediziniſchen Beiſtand leiſten, einem Unterricht im Fallſchirmabſpringen unterziehen, damit in drin⸗ genden Fällen die ärztliche Hilfe für die Menſchen im hohen Norden raſcher kommt. Wer Lappland kennt, weiß, daß es dort oben in den Zeltkolonien der Lappländer nur ganz ſelten geſchulte Kräfte gibt. Die Lappen glauben zum großen Teil noch an wun⸗ derſame Kräuter und holen ſich ihren Rat meiſt bei „Medizinmännern“, deren Hilfe in der Mehrzahl nicht ſehr erfolgreich iſt. Vor einiger Zeit führte man daher eine„Aero⸗Ambulance“, eine Art„Kran⸗ kenhaus in den Lüſten“, ein. Iſt irgendwo in einer lappländiſchen Siedlung jemand erkrankt, wird dieſe Flugambulanz alarmiert und bereits kurze Zeit ſpä⸗ ter landet ein beſonders konſtruiertes Flugzeug auf den weiten, öden Feldern Lapplands. In der Nacht weiſt man mit Fackeln öden Flugzeugen den Weg, und erhellt durch lodernde Feuer den notdürftigen Lan⸗ dungsplatz. Pilot und Funker tragen unmittelbar nach der Ankunft ſchnell eine Bahre in das Zelt des Kranken, betten ihn auf, und ſchon wenige Minuten ſpäter ſtellt der Arzt in der ruhig gleitenden Flug⸗ maſchine die Diagnoſe. Wenige Stunden nachher iſt der Erkrankte bereits im Operationsſaal eines ſchwe⸗ diſchen Krankenhauſes und kann ſeiner Geſundung entgegenſehen. Die vielfachen Landungsſchwierigkei⸗ ten und der dadurch bedingte Zeitverluſt haben nun aber dazu geführt, daß die ſchwediſche Regierung be⸗ ſchloß in Zukunft für die ſchwediſchen Aerzte, die in Lappland ihren Dienſt verſehen, den Unterricht im Fallſchirmabſprung obligatoriſch einzuführen. Man hofft dadurch, in dringenden Fällen den kranken Lappländern ſchnellere Hilfe bieten zu können und rechnet damit, daß künftig keine lebenswichtige Zeit in der Krankenbehandlung verloren gehen wird. E 5 — Vor dem Bremer Gericht hatte ſich der bereits 20mal vorbeſtrafte Konrad Nacke wegen Betruges éu verantworten. Seine Straftat war außerdem eine Roheit ſondergleichen. Nacke klingelte eines Nachts die Frau eines Mannes heraus, den er kurz vorher in einer Wirtſchaft geſehen hatte. Er ſchwin⸗ delte ihr vor, ihr Mann ſei unter einen Straßen⸗ bahnwagen geraten und in hoffnungsloſem Zuſtand einem Krankenhaus zugeführt worden. Er, Nacke habe für den Transport 6 Mk. bezahlen müſſen u bitte um Erſtattung der Auslagen. Die Frau, die zu aufgeregt war, um das Unſinnige dieſer Erzäh⸗ lung herauszuhören, gab ihm 4 Mark, dann brach ſie zuſammen. Obwohl ſeit jenem Ereignis ein halbes Jahr vergangen iſt, hat ſie ſich von dem Schreck noch nicht völlig erholt. Nacke, gegen den ſofort Anzeige erſtattet wurde, ſpielte in der Gerichtsverhandlung den Betrogenen. Er ſei von zwei Unbekannten ge⸗ beten worden, die Frau des vermeintlich Verletzten zu verſtändigen. Das Geld für den angeblichen Krankenhaustransport habe er auch prompt abge⸗ führt. Zum Beweis dafür legte er eine Quittung vor, die aber von dem Gerichtsſachverſtändigen als eine Fälſchung erwieſen wurde. Wegen dieſes grenzenlos gemeinen Betruges wurde der Ange⸗ klagte zu einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverluſt verurteilt. Da er hartnäckig leugnete, wurde ihm die Unterſuchungshaft nicht angerechnet. * — Bozen, die maleriſche alte Römerſtaöt am Rande des ſonnigen Etſchtales, wird eine Großſtadt werden. Im Zuge der zahlreichen Städtegründungen, die das faſchiſtiſche Regime durchführt, iſt es eine der bedeutendſten und intereſſanteſten Maßnahmen, Bo⸗ zen in ein Induſtriezentrum Norditaliens zu ver⸗ wandeln. Gegenwärtig zählt Bozen etwa 40 000 Einwohner. In zehn Jahren ſoll ſich dem Profekt der italieniſchen Regierung entſprechend dieſe Zahl verfünffachen. 200 000 Menſchen werden in dem Das Mädchen Elin wird geküßt 1 Peter ſchüttelte ſich wie im Froſte.„Weißt du“, ſagte er langſam,„wir ſprechen nachher noch dar⸗ über. Ich ziehe mich erſt einmal an. Mir iſt ſo kalt. 9 weiß gar nicht, ich glaube, es wird noch Regen geben.“ Mit langen Schritten ging er in das Bootshau hinein. Manfred ſah ihm mit einem verwunderten Blick nach. Dieſes wortkarge und ſonderbare We⸗ ſen war er von dem leichtherzigen, allezeit ſorgloſen Bruder gar nicht gewohnt. Nach einer Weile kam Peter wieder zum Vor⸗ ſchein. Er trug nun auch ein Sporthemd und eine dunkle Hoſe dazu, aber wenn dieſe Kleidungsſtücke auch nicht neuer und gepflegter waren als bei dem Bruder, ſo hatten ſie doch an ihm ein leichteres und gefälligeres Ausſehen. Noch während er ſich auf der Bank an der Seite Manfreds nieberließ, knotete er umſtändlich an der langen Krawatte. „Weißt du“, ſagte er endlich— ſeine Stimme klang gequetſcht, ſo als ſei ihm die Schlinge um den Hals ein wenig zu eng—„alſo weißt du, das war nämlich ein bißchen komiſch.“ Fragendes Schweigen. „Es war nämlich inſofern komiſch, als——— ja, denke einmal, das Fräulein Ehlermann ober wie ſie nun heißt, die denkt, die denkt—, daß ich ſie gerettet habe.“ 93 „Soo?—— Na, du brauchteſt ihr ia bloß ſagen, daß ich——!1“ 7 „Ja, das— habe ich aber nämlich nichk geſagt!“ geſtand Peter nach einer längeren Pauſe leiſe und zaudernd. Zum erſten Male ſah er ſeinen Bruder voll an, und ſein Bruder ſah ihn an. Es ſchien ſo, als ſei er plötzlich blaß geworden. Aber vielleicht war daran auch nur die Beleuchtung hier ſchuld! Seine Hände knoteten noch immer eifrig am Schlips. „Sie bedankte ſich ſo lieb, und ſie ſchüttelte mir ſo nett die Hand, und ſchließlich war ich ja auch ins Roman von Jenny Sattler-König neuen Bozen wohnen, das damit ſeinen jahrhunderte⸗ alten Charakter als kleine Brückenſtadt zwiſchen Nord und Süd verliert, um ſich in eine Hauptſtadt und eine Wirtſchaftmetropole Norditaliens zu verwan⸗ deln. Was München für Deutſchland und Lyon für Frankreich iſt, das ſoll Bozen für Ibalien werden. Neue Induſtrien erſtehen, aber die Fabrikanlagen werden ſo geſchickt in die Talſohle verlegt, daß ſie das herrliche Landſchaftsbild, das die Stadt zu einem Mittelpunkt der Touriſtik gemacht hat, in keiner Weiſe ſtören. Die überaus günſtige Verkehrslage in einem beſonders fruchtbaren Gebiet macht Bozen von vornherein für eine Vergrößerung ſehr geeignet. Das neue Bozen ſoll zu einem Zentrum für alpine Studien werden und eine eigene„Hochſchule für Alpinismus“ erhalten. Hierher ſollen die be⸗ kannteſten europäiſchen Alpiniſten berufen werden, hier wird man Bergführer ausbilden und allen Alpenforſchern eine eigene Arbeitsſtätte einrichten. * — Das Schatzamt der Vereinigten Staaten von Amerika hat gewaltige Vorräte an Silber, im Werte von mehr als 1 Milliarde Dollar, aufgehäuft. Die⸗ ſer Silberſchatz iſt jetzt in einem Gebäude unter⸗ gebracht worden, das eigens für dieſen Zweck auf dem Gelände der Militärſchule zu Weſt⸗Point am Hudſon, im Staate Neuyork, errichtet wurde. Das Silberſchatzhaus erſcheint durch dicke Mauern aus Eiſenbeto gegen alle räuberiſchen Anſchläge geſchützt. Davon zu erzählen dürfte kaum weſentlich ſein. Echt amerikaniſch iſt die Pointe. Bevor man ſich zur Er⸗ richtung des Gebäudes in Weſt⸗Point endgültig ent⸗ ſchloſſen hatte, war von einem Beamten des Schatz⸗ amts ein neuer Sicherungs⸗Vorſchlag unterbreitet worden, der zunächſt einmal die Billigkeit für ſich hatte. Der Beamte meinte, man könne die nahezu eine halbe Million Dollar betragenden Baukoſten überhaupt einſparen. Es genüge, den Silberſchatz in einen Schuppen, der mit einem Riegel im Preiſe von 2 Dollar zu verſchließen wäre, zu ſchaffen! Nur müſſe man zuvor das Silber insgeſamt in einen einzigen großen Barren umſchmelzen. Ein ſolcher Rieſenbarven würde 70 Tonnen wiegen und kein Gangſter könnte ihn ſtehlen. Dieſer ebenſo einfache wie ſinnreiche Plan iſt auf den erſten Blick das berühmte Ei des Kolumbus. Aber das Schatz⸗ amt lehnte dennoch ab. Warum? 70 Tonnen Silber in einem Stück iſt, wenn es ſchon geſchweißt wer⸗ den könnte, toter Wert. Man braucht Silber im Aufſchnitt. Deshalb macht der Schuppen die Ver⸗ minderung der Silbervorräte zu vorkommenden Staatszwecken doch etwas umſtändlich. 1* — In den nordamerikaniſchen Staaken Wyoming und Dakota mit ihrem außerordentlich trockenen Klima, hat man die Feſtſtellung gemacht, daß der Geſundheitszuſtand der Bevölkerung weit unter dem Durchſchnitt liegt. Beſonders Kinder leiden unter ſchlechtem Wachstum und früh ſich einfindenden Alterserſcheinungen. Profeſſor Dr. Flody wurde mit der Unterſuchung dieſer beängſtigenden Erſcheinung betraut. Seine Ergebniſſe hat er kürzlich in einem ausführlichen Vortrag veröffentlicht. Die von jenen Erſcheinungen heimgeſuchten Gebiete ſind durchweg ſehr trocken. Es iſt Gebirgsland, die Bewohner treiben Ackerbau und Schafzucht. Auch bei den Tie⸗ ren und in der Vegetation ließ ſich eine gewiſſe Hemmung des Gedeihens feſtſtellen. Profeſſor Flody will nun herausgefunden haben, daß eine Bodenver⸗ giftung vorliegt. Urſache ſei das Selenit, deſſen Vorkommen ſich hauptſächlich auf die ausgedehnten Ablagerungen der Gebirge der Gegend erſtreckt. Durch die infolge der außergewöhnlichen Trocken⸗ heit bedingte Staubbildung wird nun das Selenit, feinſt verteilt, über das ganze Lamd vom Wind ver⸗ bveitet und vergiftet Menſchen, Tiere und Pflanzen. Es beſteht angeblich wenig Ausſicht, praktiſch dagegen anzugehen. * — Eine ſonderbare Eutdeckung machte Oberſtleut⸗ nant Macpherſon von der britiſchen Armee in In⸗ dien, als er dieſer Tage in der Nähe ſeiner Garni⸗ ſon, tief im Dſchungel, einen Tiger erlegte. Nachdem man das große Tier abgehäutet hatte, ergab ſich zur allgemeinen Verwunderung, daß der Tiger um einen Eckzahn bes Oberkieſers ſeſt eingewachſen einen eiſer⸗ Waſſer für ſie geſprungen— und es iſt ja nur ein Zufall, daß du ſie... Ja, und dann iſt ja die Sache auch ganz gleich, weil wir ſie ja doch niemals wie⸗ derſehen werden.“ Manfred ſah ſeinen Bruder noch immer an. Er betrachtete ihn ſo, wie man im Zoologiſchen Garten ein fremoͤartiges Tier betrachtet, das man zum erſten Male ſieht. Unter ſeinem Blick ſtieg dem Jün⸗ geren langſam das Blut in die Wangen.„Es iſt doch wirklich gleich“, murmelte er undeutlich.„Wenn du willſt, kann ich ja verſuchen, ſie wiederzuſehen, und dann werde ich ihr ſagen——“ „Unſinn!“ ſtieß Manfred haſtig heraus und wandte ſich raſch von Peter ab.„Du haſt ganz recht!“ fuhr er halblaut fort— Peter konnte ihn kaum ver⸗ ſtehen—„es iſt gleichgültig. Wir werden ſie wohl niemals wiederſehen— und es iſt vielleicht, nein, es iſt beſtimmt ganz gut ſo, daß wir ſie nicht wie⸗ derſehen werden.“ Er verſchränkte die Hände zwiſchen den Knien und ſah vor ſich nieder. Da war alſo dieſes junge ſchöne Geſicht, dieſe hellen Haare, die wie ein blon⸗ der Helm auf der Stirn gelegen hatten, dieſe feine Strähne, die er erſt mit dem Munde hatte wegſchie⸗ ben müſſen— und da war dieſer Kuß, die unbe⸗ ſchreibliche Süße dieſes Kuſſes, dieſes märchenhafte, ſekunbenlange Einswerden zwiſchen ihr und ihm. Ob ſie davon wußte? Ob ſie ſich daran erinnerte? Und wenn ſie ſich wirklich daran erinnerte, dann mußte ſie alſo nur benken, daß Peter der geweſen war, der—. Es war ſchlimm, zu denken, daß ſie Pe⸗ ter das zuſchreiben mußte, was er, Manfred, getan hatte. Aber es ſchien völlig unausdenkbar, etwa dem Peter anzuvertrauen, warum die kleine Schwin⸗ delei des Bruders einen ſo ſehr traf. Vielleicht war es wirklich ganz gut ſo, daß man nicht wußte, wer ſie, und daß ſie nicht wußte, wer man ſelbſt war. Sie war von Floriösdorf da drüben, es würde ihr gewiß nicht lieb ſein, daran erinnert zu werden, daß ſie von einem ſolch armen Teufel, wie Peter und Manfred ſie waren, geküßt worden war. Aber nun dachte ſie alſo, daß Peter es geweſen war, der——1 Und an Peter dachte ſie, wenn ſie daran dachtel Und Peter würde ſie ſuchen, wenn ſie den ſuchte, der**„„%„% Peter ſtieß einen kleinen gedrückten Laut aus. Es ſchien ſo, als wolle er noch etwas ſagen, aber dann ſchüttelte er ſich nur heftig— ſo als ob er Abſturz eines Förderkorbes dnb. London, 28. Juli. In dem Kilnhurſt⸗Bergwerk bei Rother⸗ ham ereignete ſich am Mittwochnachmittag ein ſchwe⸗ rer Grubenunfall. Ein mit 17 Mann beſetzter För⸗ derkopbſtürzte einen 800 Meter tiefen Schacht hinab. Ein Arbeiter fand den Tod, während mehrere ſchwer verletzt am Platze blieben. nen Ring trug. Natürlich glaubte man nicht anders, als daß die große Raubkatze aus einer Menagerie oder einem Zirkus entwichen ſei. Ein Tierarzt, dem man den Schädel vorlegte, erklärte aber, daß der Ring auf natürliche Weiſe um den Eckzahn gekom⸗ men ſein müßte. Vermutlich hat der Tiger einmal ein Rind niedergeriſſen, und dabei die Kette des Tie⸗ res zwiſchen die Zähne bekommen. Ein Kettenglied hat ſich dann ſo feſt um den Zahn gelegt, daß es ſich nicht mehr löſen ließ und in das Zahnfleiſch einwuchs. Man beabſichtigt den Schädel des Tigers ſorgfältig zu präparieren und einem naturkundlichen Muſeum in Indien zu überweiſen. * — Durch Zufall iſt die Neuyorker Kriminal⸗ polizei einer Fälſcherbande auf die Spur gekommen, die einen ſchwunghaften Handel mit angeblichen Ori⸗ ginalbriefen des Präſidenten Abraham Lincoln führte. Von Abraham Lincoln ſind nur wenige Briefe erhalten, die natürlich einen beträchtlichen Sammlerwert repräſentieren. Die Fälſcher hatten nun entöeckt, daß alle dieſe Briefe auf einem Papier mit beſtimmten Waſſerzeichen geſchrieben ſind. Dies Papier aber fanden ſie in mehreren Bogen in alten Archivakten. So war es nicht ſchwer, auf dieſe ver⸗ gilbten Bogen die Handſchrift des Präſidenten nach⸗ zuahmen und ſo täuſchend ähnliche„Originalbriefe“ Abraham Lincolns auf den Sammlermarkt zu brin⸗ gen. Da die Fälſchungen das charakteriſtiſche Waſſer⸗ zeichen aufwieſen, wurden ſie allgemein für echt an⸗ geſehen und mit hohen Summen, die in die Tauſende gingen, bezahlt. Die Fälſcher konnten verhaftet werden. 2 — Japan hat mehr Brieftauben als jedes andere Land der Welt. Nach einer jüngſt abgehaltenen ſta⸗ tiſtiſchen Erhebung gibt es dort insgeſamt 80 000 Brieftauben. Davon gehören 20 000 der Wehrmacht, die übrigen der Preſſe— allein die Zeitung„Tokio⸗ Aſahi⸗Shimbum“ unterhält 350 Brieftauben. Die ja⸗ paniſchen Fiſcher nehmen ihre Brieftauben bis zu 150 Kilometer auf die hohe See mit und laſſen ſie ſpäter heimfliegen, um ihren Familien über den Er⸗ trag des Fiſchzugs und den Zeitpunkt ihrer Rück⸗ kehr Nachricht zu geben. Die von den Zeitungen in Dienſt gehaltenen Brieftauben befördern, außer Meldungen, insbeſondere Photo⸗Negative, die zuſam⸗ mengerollt, in eine auf dem Rüchen der gefiederten Boten befeſtigte Hülſe geſteckt werden * — Die Anhänger der amerikaniſchen Schönheits⸗ pflege ſind ſicherlich entzückt über eine„bahnbrechende Neuerung“, die gegenwärtig auf der Neuyorker Er⸗ finderausſtellung zu ſehen iſt. Es handelt ſich um eine, wie der Proſpekt ſagt, ziemlich einfach zu hand⸗ habende Maſchine, mit deren Hilfe man auf den Wangen und dem Kinn eines jungen Mäochens künſtlich— ein Grübchen erzeugen kann. Der Appa⸗ rat läßt ſich, wie ſein Konſtrukteur mitteilt, ſehr be⸗ quem bei Nacht anwenden, ohne öaß der Schlaf der verſchönerungsbedürftigen Dame geſtört wird. Man kann freilich noch nicht ſagen, inwieweit ſich dieſe künſtliche„Grübchenmaſchine“ durchſetzen wird, aber nachdem Fachleute in Amerika feſtgeſtellt haben, daß ein Grübchen in einem Jungmäochengeſicht ſehr Muei uun Ulilor Der Herzog von Kent in Hamburg — London, W. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Kenk ſind heute im eigenen Flugzeug, das von dem ehe⸗ maligen Piloten des Herzogs vom Winoͤſor, Fiel⸗ den, geſteuert wird, vom Flugplatz Hendon nach Hamburg geſtartet. Der Herzog und die Herzogin werden vorausſichtlich in Amſterdam zwiſchenlanden. häufig Männer anzieht, iſt anzunehmen, daß die neue Erfindung in den Vereinigten Staaten ihren Weg machen wird. * — Das Gericht in Plymouth verurteilte den be⸗ kannten Fußballſpieler Argyles James Foley, den Torhüter einer Liga⸗Mannſchaft von Plymouth, zu einer Geldſtrafe von zwei Pfund, weil Foley ab⸗ ſichtlich den Ball in die Zuſchauermenge geſchoſſen hatte, wobei einem alten Herrn die Brille zerſchla⸗ gen wurde. Aus zahlreichen Zeugenausſagen ging hervor, daß die Zuſchauer an dieſem Tage aus ivgend welchen Gründen mit dem Spiel Foleys nicht einverſtanden waren und ihn darum wieder⸗ holt beſchimpft und ausgepfiffen hatten. Aus Rache ſchoß der darüber in Wut geratene Tormann bei einem Abſtoß den Ball mitten in die Tribüne hin⸗ ein. Darin erblickbe das Gericht nach Anhörung von Sachverſtändigen eine Beleidigung und ver⸗ ſuchte Körperverletzung. Londons neue Hauptſeuerwache König Georg VI. eröffnete die mit einem Koſten⸗ aufwand von 390 600 Pfund errichtete Londoner Hauptfeuerwache, die die modernſte engliſche Aus⸗ ſtattung zur Feuerbekämpfung beherbergt. (Preſſephoto, Zander⸗M.) friere, oder als ob er eine unſichtbare Laſt von ſei⸗ nen Schultern abwälzen wollte, fuhr tief mit bei⸗ den Händen in die Taſchen und blickte ebenſo vor ſich hin wie der andere. Da ſaßen nun die beiden Stiefbrüder, der ſtel⸗ lungsloſe Diplomingenieur Manfred Corvin und der ebenfalls ſtellungsloſe Kaufmann Peter Flamm, Seite an Seite, am Ufer des Fluſſes und ſtarrten ſchweigend und unabläſſig auf den Strom hinaus. Der trug ſeine gelblich ſchimmernden Wogen mit dem gleichen unerſchütterlichen Gleichmut wie vor ein, zwei Stunden dem Meere zu. Die leichten, an⸗ mutig geſchwungenen Türme des Schloſſes und der Hofkirche ſpiegelten ſich ſtill in dem ſonnenbeglänz⸗ ten Spiegel, den er ihnen entgegenhielt. Schmal und langgezogen lag in ſeiner Mitte das köſtliche grüne Werder der Eliſeninſel. Dahinter, halb ver⸗ deckt, grüßte vom anderen Ufer mit hellen Häuſern, friſchbelaubten Bäumen und bunten Kaffeehäuſern Floridsdorf herüber, dasſelbe Floridsdorf, in dem das junge Mäochen wohnte, das man ſoeben vor einem ſchlimmen Unglück bewahrt hatte, und deſſen Namen man nicht einmal wußte. Es war ein rei⸗ ches junges Mäoöchen, ein junges Mäochen, das ein eigenes Motorboot fuhr, ein junges Mädchen, dem es nicht darauf ankam, daß ein Gericht Kartoffeln ins Waſſer fiel und darin umkam. Ganz langſam traten die Sorgen des täglichen Lebens wieder in den Vordergrund ihres Denkens, ganz langſam nahm dieſer Fluß— unabläſſig, un⸗ ermüblich, unabänderlich dahinfließend— die tie⸗ fere Erregung, die in ihnen ſchwang, wieder mit ſich hinweg. Da drüben— ſinnbildlich durch das Waſſer von ihnen geſchieden— lag Floriösdorf. Da ͤͤrüben ging jetzt ein feingliedriges blondes Mädchen um⸗ her, da drüben— war etwas, dem Manfred keinen Ausdruck zu geben vermochte, etwas, das man immer geſucht, etwas, das man einen Atemzug lang beſeſ⸗ ſen hatte, um es dann ſogleich wieder für immer zu verlieren. E 1 5 gehe jetztl“ ſagte Manfred kurz und ſtand auf. „Ich— ich gehe mit!“ rief Peter, eilfertig hoch⸗ fahrend. Ohne Worte wanderten ſie nebeneinander her— ihrer Wohnung zu, die im oͤritten Stock eines Hau⸗ ſes in einer ziemlich belebten Straße der inneren „Laß nur, ich habe ſchon“, murmelte Peter und machte Stadt— mitten im einfacheren Geſchäftsviertel— ſich befand. Oben angekommen, zog Manfred das Schlüſſelbund aus der Taſche, um aufzuſchließen. ſich am Schloß zu ſchaffen. Als die Tür aufgeſchnappt war, ſtieß er ſie mit dem Fuß vollends auf, um höf⸗ lich Manfred als erſten eintreten zu laſſen. Wäh⸗ rend dͤer ältere Bruder in oͤie Stube hineinging, um ſeine Sporthoſe im Schrank zu verſtauen, verſchwand der Jüngere in der Küche. Nach einiger Zeit erſchien er in der Tür.„Ich habe Kartoffeln aufgeſetzt“, ſagte er,„in einer halben Stunde können wir eſſen. Würdeſt du mir inzwiſchen mal einen Gefallen tun?“ „Bitte!“ „Ich möchte ödein Reißbrett haben und Lineal und Feder und Tuſche.“ „Bitte.“ Peter ging auf einen großen Zeichentiſch zu, der mit zwei ſchlichten Feloͤbetten faſt die geſamte Ein⸗ richtung des reichlich großen Zimmers bildete, und ſuchte ſich oͤie gewünſchten Gegenſtände heraus. Eifrig begann er dann zu hantieren. Manfred, der unſtet umherging, beachtete ihn gar nicht. Nach einer Weile war Peter fertig.„So!“ ſagte er aufatmeno,„und nun Zwecken, bitte.“ Aus einem Schranke holte Manfred eine kleine Schachtel voller Reißnägel heraus, um ſie dem Bru⸗ der ſtumm hinzureichen. Peter ergriff ſie, wanderte mit ſeinem Machwerk vor die Wohnungstür und zweckte es dort ſorgfältig feſt. Manfred folgte ihm und ſah ihm bei ſeiner Tä⸗ tigkeit zu.„N...“ las er ſtockend und fragte dann ſtirnrunzelnd:„Was ſoll das heißen?“ „Das heißt.. Das iſt, damit.. Ach Unſinn!“ antwortete Peter,„ich kann dir das nicht erklären! Das iſt meine Firma.“ „Deine Firma? Du biſt wohl verrückt! Du haſt doch gar keine Firma.“ „Was weißt du, lieber Manfred, ob ich eine Firma habe oder nicht?!“ erwiderte Peter überlegen. Dann wiſchte er ſich die Finger umſtändlich an einem Lap⸗ pen ab, ſtreifte das Plakat an der Tür noch einmal mit einem warnenden Blick, als wolle er es auffor⸗ dern, ſeine Pflicht zu tun, und ging dann wieder in die Wohnung zurück. „Die Kartoffeln ſind fertig“, rief er aus der halbgeöffneten Küchentür,„ich gieße ſie jetzt ab.“ 2 * (Fortſetzung folgt) 9 1 * * Aus Baden Autounglück in Weinheim Ein Mannheimer Kraftwagenführer erheblich verletzt ⸗d⸗ Weinheim, 29. Juli. In der Nähe des Schlachthoſes wollte ein Perſonenkraftwagen einen Radfahrer überholen, als zur gleichen Zeit ein Mannheimer Auto beide Fahrzeuge über⸗ holen wollte. Dabei rammte dieſes den Wein⸗ heimer Perſonenwagen, der ſich überſchlug und im Landgraben landete. Der Radfahrer wurde dadurch auch erfaßt und zur Seite geſchleu⸗ dert. Durch den Auprall wurde der Mann⸗ heimer Fahrer in die Windſchutzſcheibe geſchleudert und erheblich verletzt. Ex wurde dem hieſigen Krankenhaus zugeführt. Der Rad⸗ fahrer und der Weinheimer Fahrzeugführer blieben unverletzt Auf Schwarzfahrt ſchwer verunglückt Zwei Lehrlinge lebensgefährlich verletzt * Pforzheim, 29. Juli. Am Dienstagabend fuhr der Mechanikerlehrling Haus Kratt mit einer Beiwagenmaſchine, in der der Mechanikerlehrling Horſt Feßler ſaß, vom Wartberg durch die Red⸗ tenbachſtraße. Er geriet auf eine fünf Meter hohe Böſchung, auf der Steinſtufen aufgeſchich⸗ tet waren, wodurch das Motorrad in die Höhe ge⸗ riſſen und etwa zehn Meter durch die Luft ge⸗ ſchleudert wurde. Führer und Beifahrer wur⸗ den auf die Straße geſchleudert und mußten mit lebensgefährlichen Kopf⸗ und Armverletzungen in das Städtiſche Krankenhaus eingeliefert werden. Kratt hatte die Beiwagenmaſchine unbefugt beuutzt und beſaß auch keinen Führerſchein. Brief aus Baden⸗Baden rr. Baden⸗Baden, 27. Juli. Für Samstag abend hatte die Bäder⸗ und Kurverwaltung einen Frei⸗ ballon⸗Nachtaufſtieg angeſetzt, veranſtaltet vom NS⸗Fliegerkorps. Der Aufſtieg ſollte um 11.30 Uhr im Kurgarten ſtattfinden und es waren trotz der ſpäten Abendſtunde auch eine große Anzahl Zu⸗ ſchauer anweſend, die indeſſen enttäuſcht wurden, denn der Aufſtieg konnte wegen der ungünſtigen Witterung nicht ſtattfinden. Sonntag abend waren die Wettermacher etwas freundlicher geſtimmt, denn die geplante Kurgartenbeleuchtung konnte durchgeführt werden. Sie bot dem Auge wie immer ein färbenfreudiges Bild. Das Publikum hatte ſich en derVeranſtaltung ſehr zahlreich eingefunden. Nachkörung für Bullen * Karlsruhe, 29. Juli. Zuchtbullen, für die noch kein amtliches Körbuch ausgeſtellt und noch keine Deckerlaubnis erteilt iſt, weil ſie auf der zu⸗ ſtändigen Hauptkörung nicht vorgeführt werden konnten, ſind zwecks Vorſtellung auf einer Nach⸗ körung unverzüglich bei der zuſtändigen Körſtelle (Kreisbauernſchaſt) ſpäteſtens bis 5. Auguſt 1937 an⸗ zumelden. Dieſe Beſtimmung gilt für die öffentlich zur Zucht aufgeſtellten Bullen, wie auch für die Bullen, die ſich im Privatbeſitz befinden. Die Bür⸗ germeiſter ſind dafür verantwortlich, daß die An⸗ meldungen vollzählig und genau vorgenommen wer⸗ den. Vordrucke ſind bei den Körſtellen erhältlich. * Ueberlingen, 28. Juli. In der Nähe des Friedhofes Markdorf wurde der 60jährige ledige Verſicherungsinſpektor Heinrich Boye, wohnhaft in Radolfzell, tot aufgefunden. Er hatte ſich ſelbſt aus unbekannten Gründen erſchoſſen. B. lebte in geord⸗ neten wirtſchaftlichen Verhältniſſen. cas Hohenſachſen, 28. Juli. Auf ihren 72. Ge⸗ burtstag konnte Frau Georg Fath, Witwe, zurückblicken. Schwerer Funge in Sweibrücken verurteilt: Ceine„Spezialität“: Autos berauben! Ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher ſchachmatt geſetzt— 10 Fahre Zucht⸗ haus und Sicherungsverwahrung die Buittung * Zweibrücken, 29. Juli. Einer der ſchwerſten und gefährlichſten Ver⸗ brecher, die im vergangenen Jahre im Gau Saar⸗ pfalz ihr Unweſen trieben, wurde vor der Großen Strafkammer in Zweibrücken der verdienten Strafe zugeführt. Es handelt ſich um den 1906 geborenen Heinrich Engert von Pirmaſens, der ſich auf den Diebſtahl und die Beraubung von Kraftwagen verlegt hatte. In Pirſamens und deſſen näherer und weiterer Um⸗ gebung ſowie in allen möglichen anderen Städten des Gaugebietes und beſonders der Pfalz trieb er monatelang ſein Unweſen und richtete ungeheueren Schaden an Die Fälle, wegen denen er ſich zu ver⸗ antworten hatte, gehen ins Uferloſe und kennzeich⸗ nen ihn als einen gefährlichen Gewohnheitsverbre⸗ cher. Aus der Reihe der Fälle, die ihm zur Laſt ge⸗ legt wurden, greifen wir heraus: im Dezember 1936 die Beraubung eines in einer Straße in Pirmaſens parkenden Perſonenwagens, am 22. Dezember die Beraubung eines Perſonenwagens eines Schuhfabrikanten aus Waldfiſchbach, der gleich⸗ falls in einer Pirmaſenſer Straße parkte, im Januar 1937 die Ausplünderung des Perſonenwagens eines Pirmaſenſer Vertreters. Am 26. Januar ſtahl Engert einen gleichfalls hier parkenden Perſonenwagen eines Schuhfabrikanten aus Höhfröſchen. Den Wagen fuhr Engert nach Kaiſerslautern, plünderte ihn dort voll⸗ ſtändig aus und ließ ihn ſtehen. Gleichfalls im Ja⸗ nuar 1037 nahm der Verbrecher in Pirmaſens den Kraft⸗ wagen eines Pirmaſenſer Fabrikanten von der Straße weg, fuhr ihn vor die Stadt und ließ ihn dort zertrümmert ſtehen. Im Januar 1937 ſtahl er in Zweibrücken den Wagen eines auswärtigen Hutreiſenden, den er nach Landau fuhr und dort ausgeplündert vor der Feſt⸗ halle ſtehen ließ. Im gleichen Monat nahm er den Kraftwagen des Kreisleiters Dr. Stolleis in Landau weg, den er in Begleitung ſeiner„Braut“ nach Saar⸗ brücken fuhr und am nächſten Tage wieder nach Zwei⸗ brücken, wo er ihn in einer Seitengaſſe ſtehen ließ. Im Februar 1937 ſtahl er den Wagen eines prak⸗ tiſchen Arztes in Kaiſerslautern, den er in der Nähe von Landau, als das Benzin ausgegangen war, in den Graben fuhr. Gleichfalls im Februar mietete Engert von einem Autounternehmen in Landau einen Wagen, den er in Zweibrücken beſchädigt hinterließ. Dieſe Liſte könnte weiter fortgeſetzt werden. Zahlreiche Fälle von Beraubungen von Kraft⸗ wagen und Diebſtähle auch außerhalb ſeines Spezialgebietes ſtanden noch auf der Anklageliſte, desgleichen verſchiedene Ver⸗ ſuche, bei oͤenen er geſtört worden iſt. In allen Fäl⸗ len benutzte er zum Aufbrechen der Perſonenwagen ein Stück Gasrohr. Der Schaden, der ſowohl durch die Ausplünderung der Wagen als auch durch deren oft ſchwere Beſchädigung entſtanden iſt, iſt außer⸗ ordentlich groß und kann nicht annähernd abgeſchätzt werden. In der Verhandlung war Engert zum großen Teil geſtändig und wälzte die Schuld an ſeinen Ver⸗ brechen auf ſeine falſche Erziehung ab. Der Staats⸗ anwalt beantragte vier Jahre Zuchthaus gegen ihn, zehn Jahre Ehrverluſt und Sicherungsverwahrung. 5 Das Urteil: Das Gericht ging über dieſen Antrag weit hin⸗ aus und verurteilte Engert in Anbetracht ſeiner ſchweren Verbrechen zu zehn Jahren Zucht⸗ haus, zehn Jahren Ehrverluſt, und verfügte außer⸗ dem die Sicherungsverwahrung.— Der gleichfalls mitangeklagte Schwager Engerts, Otto Gerhard, und ſeine Ehefrau Anna, die zum Teil die aus den Autos geraubten Gegenſtände von Engert in Empfang nahmen und weiterveräußerten, erhielten acht und zwei Monate Gefängnis. 0 ex. 8 e Blick auf die Spargelſtadt * Schwetzingen, 29. Juli. Der Männergeſangver⸗ verein Germania aus Oftersheim weilte zu einem Kameradſchaftsabend beim Sängerbund Schwetzingen im„Goldenen Löwen“. Die beiden Vereinschöre geſtalteten den Abend durch Geſang und humoriſtiſche Vorträge zu einem ſchönen Erleb⸗ nis für alle Teilnehmer. Vereinsführer Rehm⸗ Oftersheim ſowie Vereinsführer Hartung vom Sängerbund Schwetzingen unterſtrichen die Bedeu⸗ tung des Abends durch kurze Anſprachen. Nach einem kurzen Krankenlager, auf das die Wirtin der„Eintracht“ durch eine ſchwere Krankheit getzwungen wurde, verſchied plötzlich Frau Lieſel Welde geb. Wöllner im blühenden Alter von 35 Jahren. 92 Die Stiegwieſe wird Gartenſand Hockenheim, 28. Juli. Durch Beſchluß der Stadt⸗ verwaltung ſoll die große Stiegwieſe zwiſchen Kraichbach und Wäſſerungsgvaben, welche Eigentum der Stadt Hockenheim iſt, in Einzelloſe auf⸗ geteilt und als Gartenland an Intereſſenten ver⸗ pachtet werden. Dieſer Entſchluß iſt ſehr zu begrü⸗ ßen, da das Ackerland dͤurch die jüngſt vorgenommene 8 * Lörrach, 28. Juli. Profeſſor Linde vom Landesamt für Denkmals⸗ pflege— Karlsruhe weilte dieſer Tage zur Beſich⸗ tigung verſchiedener wichtiger Baudenkmäler des Markgräflerlandes in Lörrach. Sie galt zunächſt dem ſtolzen Wahrzeichen des Markgräfler⸗ landes, der Burgruine Rötteln. Unter ſachkundiger Führung durch den geſchäftsfüh⸗ renden Vorſitzenden des Röttelnbundes, Pg. Faißt, der genaue Erläuterungen über die bis jetzt durchge⸗ führten Erhaltungsarbeiten und über die in Zukunft noch vorzunehmenden Arbeiten gab, wurden ein⸗ gehend alle Teile der großartigen Burganlage in Augenſchein genommen. Es wurden auch finanzielle Fragen geſtreift und Mittel und Wege beſprochen, wie durch eine tatkräftige Hilfe die geplanten wei⸗ teren Freilegungs⸗ und Erhaltungsarbeiten geför⸗ dert werden können. Anſchließend an dieſe Beſichti⸗ gung, in deren Verlauf ſich Prof. Linde wiederholt überaus lobend über die vom Röttelnbund geleiſtete Pionierarbeit im Dienſte der Heimat ausſprach, wurde 555 Die ſchönen Vaudenkmälerdes MarkgräflerSandes Beſichtigung durch das Landesamt für Denkmalspflege die nahegelegene Röttler Kirche, dieſes mit der Geſchichte der Burg Rötteln ſo eng verknüyfte Gotteshaus beſucht. In dieſem Zuſammenhang kann auch die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß dieſer ſchöne alte Bau im Aeußeren eine durchgreifende Ausbeſſe⸗ rung im Sinne der Denkmalspflege erhält, wozu die Mittel ſchon bereitgeſtellt worden ſind. So er⸗ hält die Kirche vor allem eine neue Bedachung und der Putz am Turm und Schiff wird erneuert. Man wird hierbei natürlich ſo vorgehen, daß der Charak⸗ ter des mittelalterlichen Baues gewahrt bleibt. Weiter wurde beſichtigt das Kogerhaus in Oetlin⸗ gen, ein ſchöner, kunſtgeſchichtlich wertvoller Fach⸗ werkbau, dann ging es nach Iſtein, wo vor allem die ſogenannte Kanzel in Augenſchein genommen wurde. In Inzlingen wurde das Schloß Reichenſtein beſucht und zuletzt waren in Lörrach das Stettener Schlöß⸗ chen und die evangeliſche Stadtkirche Gegenſtand be⸗ ſonderer Beſprechungen. Prof. Linde fand Worte hoher Anerkennung für den künſtleriſchen Wert der von ihm beſichtigten Baudenkmäler des Markgräfler⸗ landes und gab ſelbſt Winke und Anregungen für die Erhaltung und Pflege derſelben. rN Kraichbachregulierung bedeutend an Wert zugenom⸗ men hat. Andererſeits erleichtern öͤie zwei Bäche ſehr die gärtneriſche Bewirtſchaftung der Gärten. Auch das Wieſengelände oberhalb des Feſtplatzes ſoll bis zum Karlesbuckel ausgebaut werden. Dort iſt die Errichtung eines Hitlerjugendheimes, eines Sport⸗ forums und eines Schwimmbades vorgeſehen. Hier⸗ an ſoll ſich ein Luft⸗, Licht⸗ und Sonnenbad an⸗ ſchließen. Was gibt es Neues in Reilingen? * Reilingen, 29. Juli. Am letzten Wochenende hat hier das Volksfeſt ſtattgefunden, das von der Ortsgruppe der NSDAP veranſtaltet wurde. Am Samstagabend fand ein Feſtabend ſtatt, deſſen Pro⸗ gramm die Muſikkapelle, der Sängerbund und der Männergeſangverein beſtritten. Ortsgruppenleiter Eichhorn begrüßte in einer Anſprache die Gäſte. Der Sonntagnachmittag ſah zunächſt einen F eſt zug durch verſchiedene Ortsſtraßen und ſodann Vorfüh⸗ rungen dͤes BDM und ſportliche Darbietungen. Der Montag verlief bei allgemeiner Volksbeluſtigung und brachte ſo einen ſchönen Ausklang des Volksfeſtes. Fuhrwerk und Pferd 10 Rhein verſunken * Hockenheim, 28. Juli. Am Dienstagnachmittag iſt das Fuhrwerk des Landwirts Kullmann aus Rheinhauſen beim Verlaſſen der Fähre in den Rhein zurückgerollt und ſamt dem Pferd in den Fluten des Rheins verſunken. Plankſtadt, 29. Juli. Der in der hieſigen Gemar⸗ kung ſich ſchön entwickelnde Flachsanbau ſteht vor der Ernte. Die hieſigen Flachsanbauer ſetzten ihren Stolz darein, nur erſtklaſſigen Flachs abzulieſern und haben auf den Anbau, der hier noch ſehr jung iſt, die größte Sorgſalt verwendet. “Am Dienstagvormittag wurde eine weitere Such⸗ aktion zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers durch die oberen Klaſſen der Grund⸗ und Hauptſchule durchgefühvt. Herr Phil. Jakob, Schuhmacher und Landwirt, konnte ſeinen 74. Geburtstag feiern. Frau Katharina Bauſt, Waldpfad, ihren 66. Geburtstag. Herzliche Glückwünſche. 9 „Oftersheim, 28. Juli. In der Viktoriaſtraße ge⸗ riet ein Holzſtoß in Brand. Das Feuer wurde von Nachbarsleuten bald bemerkt und konnte ge⸗ löſcht werden, ehe ein größerer Schaden entſtand. Die Brandurſache iſt auf ſpielende Kinder zu⸗ rückzuführen.— Einen ſchweren Unfall erlitt ein auswärtiger Motorradfahrer. Dieſer fuhr auf der Straße von Walldorf gegen einen Baum und erlitt erheblich Verletzungen, die ſeine Ueberführung in das Krankenhaus notwendig mach⸗ ten. Das Fahrzeug wurde ſtark beſchädigt. ochpolie Herdpioften 5 175———— 13 8 8— 7. Seite(Numemr 343 Nachbargebiete Die eigenen Töchter verkuppelt Eine eutartete Mutter verurteilt * Zweibrücken, 29. Juli. Eine entartete Mutter mußte ſich geſtern vor der Großen Strafkammer in Zweibrücken deshalb verantworteten, weil ſie ihre beiden 16 und 17 Jahre alten Töchter regelrecht und regelmäßig verkuppelt hat. Die 1895 geborene Eliſa⸗ beth Rudolphi aus Kindsbach lud monatelang in ihre Wohnung junge Burſchen ein, die ſie mit allerlei Re⸗ densarten dazu aufforderte, ſich mit ihren Töchtern abzugeben und verſchaffte dieſen auch die entſpre⸗ chende Gelegenheit hierzu. Das jüngere der beiden Mäcochen iſt als Folge dieſes Verkehrs bereits in anderen Umſtänden. Die kuppleriſche Mutter wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. BVier Bronzeglocken für deutſche Kriegsſchiffe Haus der Grenzſtadt Saarburg * Saarburg, 28. Juli. Im Laufe einer mehr als 300jährigen Tvadition ſind in der Saarburger Glok⸗ kengießerei weit über 5000 Bronzeglocken entſtan⸗ den, die in allen Erdteilen erklingen und den Ruhm deutſchen Kunſthandwerkes in die ganze Welt hinaus⸗ tragen. Unter den vielen Glocken, die ſo entſtanden ſind, befinden ſich auch einige, die bereits eine hiſto⸗ riſche Bedeutung erlangt haben. Denken wir nur an die Wintzerglocke der Stadt Saarburg, die all⸗ Die SͤA hat eine Erziehungsaufgabe übernommen, die von der Einheit des Geiſtes und des Körpers ausgeht und beide gleichermaßen zur Vollendung führen will. Reichswettkämpfe der SA Berlin, 13. bis 15. Auguſt 1937 abendlich in Düſſeldorf, der einſtigen Patenſtadt, läutet und an die Winzernot der deutſchen Weſtmark mahnt oder an die Befreiungsglocke in Dillinigen an der Saar. Am letzten Samstag wurden nunmehr vier Schiſfsglocken für deutſche Kriegsſchiffe, unter anderen für den Panzerkreuzer„Graf Spee“ und den Panzerkreuzer„Admiral Scheer“ in der Firma Mabilon, geaoſſen. Die ſtolzen deutſchen Schiffe wexn den nun die Stimmen dieſer Bronzeglocken hinaus⸗ trggen auf die Meere und in aller Welt von, deue⸗, ſchem Fleiß und deutſcher Kunſt künden. Fubiläum in Stuttgart 20jähriges Beſtehen des Deutſchen Auslandsinſtituts dnb. Stuttgart, 27. Juli. Die diesjährige Haupttagung des Deutſchen Aus⸗ landsinſtituts in Stuttgart wird ihren Höhepunkt in der Feier des zwanzigjährigen Beſtehens des Inſti⸗ tuts erreichen. In der Feſtſitzung, die am 14. Auguſt im großen Haus der württembergiſchen Staatstheater ſtattfindet, wird Reichsminiſter Dr. Frick die Feſtrede halten. Die Feier wird außerdem durch die Teil⸗ nahme des ſiebenbürgiſch⸗deutſchen und Banater⸗ deutſchen Sängerbundes einen beſonderen Rahmen erhalten. Etwa 400 Sänger und Sängerinnen aus dem Banat und aus Siebenbürgen werden in den herrlichen Trachten ihrer Heimat ihre völkiſchen Lie⸗ der ſingen und außerdem am Abend ein Feſtkonzert in der Liederhalle geben, zu dem Reichsminiſter Dr. Frick ſein Erſcheinen zugeſagt hat. 700 Fahre Miltenberg am Main * Miltenberg, 28. Juli. Vom 21. bis 30. Auguſt feiert Miltenberg am Main ſein 700jähriges Be⸗ ſtehen. Am Hauptfeſttage, 22. Auguſt, wird ein Feſt⸗ ſpiel„Die Erſtürmung Miltenbergs durch den Schwedenkönig Guſtav Adolf im Jahre 1631“ aufge⸗ führt. Ein Schützen⸗ und Jägerfeſt, ein Heimat⸗ und ein Bauerntag, ein Feſtzug und ein Volksfeſt ſowie Veranſtaltungen der Handwerker und zum Abſchluß ein großes Feuerwerk ergänzen das Programm. Fahrtauſende alte Seetiere im Hunsrückſchiefer Eine wichtige Entdeckung für Geologen * Kirn(Nahe), 27. Juli. In dem Laboratorium des Geologen Dr. W. M. Lehmann in der Leder⸗ fabrik von Wilhelm Simon wurde von dem Geologen eine bedeutſame Entdeckung gemacht. Durch Röntgen⸗ ſtrahlen wurden in dem Hunsrückſchiefer Jahrtau⸗ ſende alte Seetiere feſtgeſtellt. Das Schiefergeſtein, das die foſſilen Körper umgibt, iſt meiſt weicher als die Skeletteile des Foſſils, die ſich nach den Feſtſtel⸗ lungen in Schwefeleiſen umgewandelt haben. Die Röntgenſtrahlen durchleuchten deutlich den Tonſchie⸗ fer, wobei ſich ein ſehr ſcharſes Bild von den einge⸗ betteten Skeletteilen der alten Seetiere zeigt. ——— * Landau, 29. Juli. Gaſtwirt Fiſcher, der bei einem Motorradunfall in der Horſtallee ſchwer ver⸗ letzt wurde, iſt ſeinen Verletzungen erlegen. Der Fahrer Marzolff aus Wollmesheim wurde verhaftet und ſein Motorrad beſchlagnahmt. för harfndeh Hlerdplaſten HANDEIS- WIRTSCHAFTS-zZHTrUNO Donnerstag. 29. Juli 1937 der Neuen Mannheimer Zeitung Günsiige Aussichien der Weizenernie aui der nördlichen Erdhälſie Das Juternationale Landwirtſchaftsinſtitut in Rom ver⸗ öffentlicht auf Grund der bis zum 20. Juli eingegangenen Meldungen einen Bericht über die Ausſichten für die Wei⸗ zenernte in den verſchiedenen Erzeugungsgebieten der Körolichen Erohälfte. In Nordamerika iſt die Lage in den Vereinigten Staa⸗ ten und in Kanada durchaus verſchieden. Es hat den An⸗ ſchein, daß für die USA die offizielle Schätzung von An⸗ fang Juli aufrechterhalten werͤen kann, die eine aus⸗ gezeichnete Ernte von 240 Mill. Dz. in Ausſicht ſtellte und damit das beſte Ergebnis ſeit 1931 bringen würde; die Ver⸗ einigten Staaten würden in dieſem Fall wieder einen Aus⸗ fuhrüberſchuß von wenigſtens bis 30 Mill. Dz. abgeben können. In Kanada dagegen hat die andauernde Trocken⸗ heit den Stand der Felder bis Mitte Juli weiter ver⸗ ſchlechtert; wenn auch die viel zu ſpät eingetretenen Regenfälle, die in der zweiten Julihälfte zu beobachten waren, eine leichte Beſſerung gebracht haben, ſo dürfte doch im beſten Falle nur mit der beſcheidenen Ziffer von 61 Mill. Dz. zu rechnen ſein, die man zu Beginn des Monats geſchätzt hatte. Dieſe Ernte würde die geringſte ſeit 1919 ſein und für die Ausfuhr nur eine Menge übrig laſſen, die der für die USA angenommenen Ziffer entſpricht. In Europa hat ſich oͤͤer Felderſtand von Mitte Juni bis Mitte Juli leicht gebeſſert und verſpricht eine gute Ernte, die ohne Sowjetrußland an 421 Mill. Dz. heranreichen Hürfte und damit nicht nur höher als die des Vorjahres würde, ſondern auch ſehr nahe an den Durchſchnitt der letz⸗ ten fünf Jahre heranreichen würde, der infolge von zwei äußerſt guten Ergebniſſen in der vergangenen Jahren ſehr hoch liegt. Für die europäiſche Weizenerzeugung beſtehen folgende Vorausſagen: 115 Mill. Dz. für die Gruppe der Ausfuhr⸗ Länder(die vier Donauländer, Polen und Litauen) und 906 Mill. Dz. für die Einfuhrländer des Kontinents. Ob⸗ wohl die Ernten der Ausfuhrländer niedͤriger als im ver⸗ gangenen Rekorojahr liegen, überſchreiten ſie den Durch⸗ ſchnit und laſſen beträchtliche Ueberſchußmengen für die Ausfuhr übrig. Die Ernten der Einfuhrländer können als befriedigend angeſprochen werden, vor allem bei Gegen⸗ überſtellung mit dem Vorjahre und den Jahren vor 1932; die Ernte iſt beſonders gut in Italien, Griechenland und der Schweiz, die im laufenden Getreidejahre wegen der kar⸗ gen Ernten des Jahres 1936 als bedeutendſte Käufer von Weizen in Erſcheinung traten. Die Erzeugung der nordaſrikaniſchen Länder iſt für Weizen kaum durchſchnittlich und für Gerſte mittelmäßig, ſo baß mit ziemlich geringen Ausfuhrüberſchüſſen zu rech⸗ nen iſt. Die Ernte Chinas wird als mittelmäßig anzuſprechen ſein, während die Geſamterträge der anderen aſiatiſchen Länder ſich etwa mit der Ernte des Jahres 1936 die Waage halten ͤͤürften, indem Indien, Japan und Mandſchukuo, Syrien und Paläſtina über dem Vorjahre, die Türkei etwas unter dem Vorjahre liegen. Zuſammenfaſſend kann auf der nördlichen Eröhälfte mit einer Geſamternte von 921 Mill. Dz. gerechnet werden, einem beſonders hohen Ergebnis, das alle Vorjahre mit Ausnahme der Rekorde von 1931 und 1928 übertrifft. Dies iſt jedoch nur eine Vorausſage auf Grund des gegenwärti⸗ gen Felderſtandes, wobei nicht zu vergeſſen iſt, daß die Ge⸗ treideroſtgefahr bis jetzt bei den amerikaniſchen Ernten be⸗ ſteht. Soweit ſich im gegenwärtigen Zeitpunkt überſehen läßt, dürfte nach Anſicht des Internationalen Landwirt⸗ ſchaftsi ſtituts mit folgenden Rückwirkungen auf die Lage des Wklimarktes zu rechnen ſein: Die internationale Nach⸗ frage nach Weizen dürfte im Laufe des kommenden Ge⸗ treideführes infolge der guten vorausſichtlichen Ernten in den europäiſchen Ländern und mit Rückſicht auf die wahr⸗ ſcheinliche Rückkehr der USA zu ihrer normalen Ausfuhr⸗ lage beträchtlich nachlaſſen, wobei noch die geringen Kauf⸗ möglichkeiten der aſiatiſchen Länder auf dem gegenwärtigen Preisſtand in Betracht zu ziehen ſind. Dagegen ſcheint das Weltangebot trotz der knappen kanadiſchen Ernte und der beſtehenden Weltvorräte nicht geringer als im vergangenen Jahre zu werden, wenn ſich die Vorausſagen für die nörd⸗ liche Erdhälfte verwirklichen und wenn die Ernten der ſüd⸗ lichen Eröhälfte wenigſtens mittel ausfallen. In den Ausfuhrländern der ſüdlichen Erdhälfte iſt die Ausſaat unter recht günſtigen Bedingungen vor ſich gegan⸗ gen; aus Auſtralien wird eine Erhöhung der Anbaufläche um etwa 10 v. H. gemeldet. Beiraisſiizung der Wiriſchaffisgruppe Druck- und Papierverarbeiiung Sichersiellung des Papierbedaris In Berlin veranſtaltete die Wirtſchaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung eine Tagung ihres Erweiterten Beirates, auf der aktuelle Fragen des Druckereigewerbes und der Papierverarbeitung erörtert wurden. Zunächſt wies der Leiter der Wirtſchaftsgruppe, Präſident Dr. K. Seeliger, auf die neuen Aufgaben hin, die den Wirtſchaftsgruppen durch die Erlaſſe des Reichswirtſchaftsminiſtertums geſtellt ſind und infolge der erhöhten Verantwortung auch ein be⸗ ſonderes Maß an Diſziplin erfordern. Ausführlich äußerte ſich ſodann Hauptgeſchäftsführer Geheimrat Thurmann über die Rohſtoff⸗Lage. Die uns zur Verfügung ſtehenden Mengen ſeien begrenzt und die Einfuhr weitgehend gedͤroſſelt. Der Normalbedarf könne nur zu einem Teil aus dem eigenen Wald gedeckt werden. Jetzt ſei dieſe Deckung u. a. durch eine Verſtärkung des Einſchlags ſowie durch Heranziehung der Kiefer und Buche — neben der Fichte— zur Zellſtofferzeugung erheblich ver⸗ beſſert worden. Die Holzeinfuhr begegne aus verſchiedenen Gründen Schwierigkeiten. So müſſe man denn aus den geringſten Rohſtoffen den größtmöglichen Effekt heraus⸗ holen. Wenn auch der direkte Papierexport notwendig ſei, ſo wäre doch auch für den Export des Verarbeitungs⸗ gewerbes die nötige Papiermenge unbedingi ſichergeſtellt. Allerdings ſei dann eine gewiſſe Kürzung der Inlands⸗ verſorgung nicht zu vermeiden, zumal im Inland infolge reichswichtiger Anforderungen dem Zellſtoff eine beſondere Aufgabe zukomme. Da der Bedarf größer ſei als die vor⸗ handene Geſamtmenge, ſo müßten Einſparungen vorge⸗ nommen werden. Bei der Erzeugung habe man beiſpiels⸗ weiſe eine Aenderung der Stoffklaſſen für Druckpapier vorgenommen. Bezüglich der Sorten und Mengen habe das Reichswirtſchaftsminiſterium verfügt, daß von den Papierfabriken grundſätzlich eine Belieſerung wie im Jahre 1936 erwartet wird. Bei beſonderen Papierſorten ſeien gewiſſe Bei⸗ miſchungen vorgeſchrieben. Auf der Seite des Verbrauchs habe die Verpackungsinduſtrie eine freiwillige Einſchrän⸗ kung auf ſich genommen. Ferner lägen detaillierte An⸗ träge auf Erſparniſſe bei Poſtkarten, Geſchäftspapieren, Schulheften uſw. vor. Aehnliche Vereinfachungen ſeien für Sigaretienpackungen ſowie für Markenartikel im allge⸗ meinen vorgeſehen. Man könne die Gewißheit haben, daß die zuſtändigen Wirtſchaftsgruppen der Schwierigkeiten aus eigener Kraft und in voller Selbſtverantwortung Herr würden. Die Rolle des Handels beim Papierholzeinkauf. Auf Grund von Klagen aus demw Kreiſen des Papierholzhandels, doß dieſer bei ſeinen Einkäufen häufig beim Walbbeſitz auf Schwierigkeiten ſtoße, ſtellt die Fachgruppe Holzhandel der Wirtſchaftsgruppe Groß⸗, Ein⸗ und Ausfuhrhandel in einer Mitteilung an die Papierholzhändler ſeſt, daß nach Beſtäti⸗ gung der Marktvereinigung der deutſchen Forſt⸗ und Holz⸗ wirtſchaft keinerlei Verfügungen beſtehen oder beabſichtigt ſeien, nach denen der Handel beim Kauf von Papierholz bei Stoats⸗, Gemeinde⸗ oder Privatforſtverwaltungen aus⸗ geſchaltet werden ſolle. Wenn es auch unvermeidlich ſei, daß gelegentlich in dringenden Fällen die zuſtändigen Forſt⸗ ämter durch die Marktvereinigung angewieſen werden, eine beſtimmte Partie Popierholz einem beſtimmten Verarbei⸗ ſchabensſumme von 4,03 Mill. gegenüber 3,76 Mill. 4 1898 zur Geltendmachung der Rechte gegenüber der letti⸗ beſchluß deraxt umgewandelt worden, daß ihr Vermögen Die Lage der Welischimahri Lord Essendon warni vor ſalschem Opfimismus— Einnahmen immer noch unbe iriedigend— Schuizmaſnahmen gegen einen Rückschlag empiohlen Anläßlich der Hauptverſammlung der Furneß und Wichy⸗Gruppe in London gab der Vorſitzende, Lord Eſſendon, u. a. auch einen Ueberblick über die Aus⸗ ſichten öer Weltſchiffahrt. Im Verlauf ſeiner im all⸗ gemeinen optimiſtiſchen Ausführungen verſäumte Eſſendͤon nicht, die Schwächen der gegenwärtigen wirtſchaftlichen Belebung hervorzuheben und die Einleitung von Gegenmaßnahmen durch internatio⸗ nale handelspolitiſche und frachtpolitiſche Abkommen zu empfehlen. Die gegenwärtige Belebung der Welt⸗ ſchiffahrt iſt, nach Eſſendon, auf die allgemeine kon⸗ junkturelle Steigerung des Außenhandels und des internationalen Verkehrs zurückzuführen, bei der jedoch die Anforderungen des Rüſtungsge⸗ ſchäfts eine merkliche Rolle ſpielen. Seiner Mei⸗ nung nach wurde die günſtige Rückwirkung der welt⸗ wirtſchaftlichen Konjunktur auf die Schiffahrt durch die internationalen Abkommen für die Linien⸗ und Trampſchiffahrt unterſtützt. Sie ſind ihrer Struktur und Reichweite nach zwar nicht einheitlich und ideal, haben jedoch fühlbar zur Verminderung der inter⸗ nationalen Frachtkämpfe und zur Wiederherſtellung der Wirtſchaftlichkeit der Tramp⸗ und Linien⸗Schiff⸗ fahrt beigetragen. Eſſendon lehnt es ab, die gegenwärtige hohe Be⸗ ſchäftigung der Weltwirtſchaft als einen„Boom“ zu bezeichnen, und zwar deshalb, weil nur Teile der Flotten wirklich ungewöhnliche Geſchäftsverhältniſſe aufweiſen. Das gilt nach ſeiner Auffaſſung vor allem für die Tramplinien, denen es auf Grund ihrer Ela⸗ ſtizität noch immer gelungen iſt, frühzeitiger groß ins Geſchäft zu kommen, als die Liniengeſellſchaften. Aber auch in dieſen Branchen reicht die bisherige Belebung noch nicht aus, um die Folgen der Welt⸗ kriſe geſchäftlich wettzumachen. In der britiſchen Trampſchiffahrt beiſpielsweiſe genügten nach den letzten Statiſtiken die Gewinne der letzten 6 Jahre nicht, um die notwendigen Abſchreibungen zu beſtrei⸗ ten. Es bleibt infolgedeſſen allein in England für die Trampſchiffahrt ein Abſchreibungsreſt von rund 10 Mill. Pfund. Bei den Linien⸗Geſellſchaften dagegen vollzieht ſich die Erholung ſehr viel langſamer und es iſt infolge⸗ deſſen nicht angebracht, von einem„Boom“ der Welt⸗ ſchiffahrt zu reden. Auch für die Zukunft iſt, nach Eſſendon, eine boomhafte Entwicklung nicht zu be⸗ fürchten, weil die Geſchäftskoſten bereits fühlbar an⸗ ziehen. Im letzten Geſchäftsjahr beiſpielsweiſe wur⸗ den in der britiſchen Schiffahrt ſämtliche Kriſenabzüge von den Löhnen geſtrichen, außerdem ſtiegen die Ko⸗ ſten für oͤas Hafenperſonal. Die Ausgaben für Kohle und andere Brennſtoffe haben ſich teilweiſe um mehr als 70 v. H. erhöht, endlich ſtiegen die Ausgaben für die Wartung und Neubauten ganz beträchtlich. Ins⸗ beſondere die Baukoſten haben im Laufe weniger Monate bereits ſtark angezogen. Als Beiſpiel dafür führte Eſſendon die Voranſchläge und Effektivkoſten für den Bau von 3 Schweſterſchiffen an, von denen der Preis für ein Schiff nach einigen Wochen bereits 12,5 b.., für ein weiteres nach einiger Zeit bereits 35 p. H. und für ein letztes nicht in Auftrag gegebenes Schiff nach wenigen Monaten um nicht weniger als 55 w. H. über den urſprünglichen Kontraktpreiſen lag. Dieſe Entwicklung dürfte ſich für die Gewinne der Schiffahrts⸗Geſellſchaften aber inſofern als Vorteil erweiſen, als über Jahre hinweg— bei Aufrecht⸗ erhaltung des Weltfriedens— Neubauten beſchränkt und verhältnismäßig gute Frachtraten aufrechterhal⸗ ten werden dürften. Immerhin erſcheint es Eſſendon notwendig, bereits heute in zwei Richtungen gegen einen Rückſchlag in der Weltſchiffahrt vorzubauen. 1. ſollte nach ſeiner Meinung die Struktur des Geſchäfts durch eine Umlegung der Frachten vom Rüſtungs⸗ auf das Zivilgeſchäft geändert werden, bevor die Aufrüſtung im Laufe des Jahres 1939 als Auftriebsfaktor ausſcheidet. 2. hält Eſſendon einen Ausbau der internationalen Frachtbinoͤungen in oͤer Linien⸗ und Trampſchiffahrt für notwendig, um eine Wiederholung der letzten ge⸗ fährlichen Konkurrenzkämpfe zu vermeiden. In bei⸗ den Fällen iſt ſeiner Meinung nach eine internatio⸗ male Zuſammenarbeit auf handelspolitiſchem und frachtpolitiſchem Gebiet notwendig, für deren Ausbau und Verſtärkung rund 2 Jahre bleiben, während deren die Rüſtungen eine befriedigende Beſchäftigung und die Ausſchaltung ſtörender konkurrenzmäßiger Geſichtspunkte ſichern. Engliſcherſeits iſt man, nach Eſſendons Ausfüh⸗ rungen, auf Grund der allgemeinen Erfahrungen der letzten Jahre und der günſtigen Auswirkung der nationalen und internationalen Zuſammenarbeit in der Trampſchiffahrt bereit, einen weiteren Schritt in Richtung einer internationalen Frachtverſtändigung zu umternehmen. tungswerk direkt zuzuweiſen, ſo müſſe doch die Marktver⸗ einigung ganz beſonderen Wert darauf legen, daß neben den großen auch die kleinen und kleinſten Partien für die papierholzvetorbeitende Induſtrie erfaßt werden. Gerade in der ſyſtematiſchen Zuſammenfaſſung der kleineren Par⸗ tien, insbeſondere beim Privatwalobeſitz, liege für den e eine überaus wichtige volkswirtſchaftliche ufgabe. „* Brandſchäden bei den öffentlich⸗rechtlichen Fenerver⸗ ſicherungsanſtalten. Die deutſchen öffentlich⸗rechtlichen Feuer⸗ verſicherungsanſtalten verzeichnen im Juni eine Geſamt⸗ im Mai und 3,98 Mill. im Juni 1936. Von dieſer Summe entfallen auf Gebäudeſchaden 3,96 Mill., auf Mobiliar⸗Schäden 0,97 Mill. A. Während die Schaden⸗ häufigkeit im gleichen Monat des Vorjahres bei den deut⸗ ſchen öffentlich⸗rechtlichen Feuerverſicherungsanſtalten einen Rückgang um 5,6 v. H. auſwies, iſt im Juni 1937 die Häu⸗ figkeitskurve erheblich geſtiegen, und zwar um 21,6 v. H. gegenüber dem Vormonat. Das Anſteigen der Branoſchä⸗ den dürfte in erſter Linie jahreszeitlich bedingt ſein, da infolge der fortſchreitenden Erwärmung und Trockenheit die Ausbreitung von Schadenfeuern leicht begünſtigt wurde. Hinzu kommt, daß zunehmende Gewittertätigkeit und Blitz⸗ zündungen die Feuersgefahr noch bedeutend verſtärkten. * Ruſſiſche Vorkriegs⸗Anleihen. Die Ständige Kom⸗ miſſion in Berlin für Angelegenheiten des Handels in amt⸗ lich nicht notierten Werten teilt mit: Die Ständige Kom⸗ miſſion zur Wahrung der Intereſſen deutſcher Beſitzer aus⸗ ländiſcher Wertpapiere hat im Runoſchreiben Nr. 1 vom 18. Februar 1937 aufgefordert, die 4 proz. Rybinſk Eiſen⸗ bahn⸗Obligationen von 1895, Aproz. Moskau⸗Windau⸗Ri⸗ binſk⸗Eiſenbahn⸗Obligationen von 1897, aproz. dergl. von ſchen Regierung anzumelden. Die Anmeldungen haben den Erfolg gehabt, daß das lettiſche Verkehrsminiſterium ſei⸗ nen Antrag auf Eintragung des auf lettiſchem Gebiete lie⸗ genden Teils der Eiſenbahnlinie Moskau—Windau—Ry⸗ binſk in das Grunobuchregiſter zurückgezogen hat. Die Ständige Kommiſſion zur Wahrung der Intereſſen deutſcher Beſitzer ausländiſcher Wertpapiere hat deshalb am 23. Juli dieſes Jahres in der Preſſe bekanntgegeben, daß die An⸗ meldungen als gegenſtandslos zu betrachten ſind. * Der Güterumſchlag in Rheinfelden. Die ſtändig ſtei⸗ gende Entwicklung, die der Güterumſchlag der Umſchlag⸗ ſtelle Rheinfelden ſeit Inbetriebnahme im Juni 1933 ge⸗ nommen hat, zeigt deutlich das jetzt vorliegende Halbjah⸗ res⸗Ergebnis 1987. Hiernach wurden umgeſchlagen ins⸗ geſamt 51 183 Tonnen gegenüber 38 215 Tonnen im erſten Habbjahr 1996. Bemerkenswert iſt hierbei die ſtarke Zu⸗ nahme der Talfrachten, die den Bergverkehr weſentlich überſteigen. Es ſind in der Hauptſache Holz und Schnitt⸗ ware aus dem Schwarzwald, die den Weg zu Tal an⸗ treten. * Bank für deutſche Induſtrie⸗Obligationen, Berlin. In der HV der Bank wurde der bekannte Abſchluß zum 81. März 1937 genehmigt. Der Reingewinn von 9,57 Mill. 4 (8,93 Mill.) wird in der vorgeſchlagenen Weiſe ver⸗ wendet. Es werden der geſetzlichen Rücklage 2,27(0,45), ſonſtigen freien Rücklagen 3,58(—), dem Delkrederekonto 0,93(5,60) Mill. zugeführt, wonach ein Betrag von 2,18 (2,28) Mill. zum Vortrag auf neue Rechnung verbleibt. Mitteilungen über das neue Geſchäftsjahr wurden in der Verſammlung nicht gemachb. n* Aus dem Konzern der Frieb. Krupn AG. Die Krupp⸗ Indien⸗Handelsgeſellſchaft mbH., Eſſen, deren Zweck die Betreibung von Geſchäften in Indien, hauptſächlich der An⸗ kauf von Waren deutſcher Herſtellung zum Wiederverkauf in Indien, iſt, hat ihr Stammkapital um 180 000/ auf 200 000 erhöht. Die Krupp⸗Export Gmbc, Eſſen, hat in Kairo eine Zweigniederlaſſung errichtet unter der Firma Krupp Trading Co. Ltd. Die Deutſcher Benzol⸗Vertrieb der Fried. Krupp AG Gmbh, Eſſen, iſt durch Geſellſchafter⸗ unter Ausſchluß der Abwicklung auf den alleinigen Ge⸗ ſellſchafter, die Benzol⸗Verband GmbhH in Bochum, über⸗ tragen wurde. Werner und Suchſ AcC Mainz— Enameline⸗Werke, Frankfurt a..,⸗Höchſt. Die Enzmeline⸗Werke Gmb, Chemiſche Fabrik in Frankfurt a..⸗Höchſt, die in der chemiſch⸗techniſchen Branche tätig iſt und 0 hauptſöchlich mit der Herſtellung von Hausputz⸗ und Inſektenvertil⸗ gungsmitteln befaßt, wurde nuch Inſormationen des SW. von der Werner und Mertz AG in Mainz(Erdal) erwor⸗ ben. Der Betrieb wird in der bisherigen Form in vol⸗ lem Umfange weitergeführt. Der bisherige Geſchäfts⸗ führer ſcheidet aus. Mit der Uebernahme durch die Werner für die Uebernahme und die und Mertz AG iſt das Unternehmen in ariſchen Beſitz übergegangen. * Eiſenwerk Kaiſerslautern.— Kapitalerhöhung. Eine auf den 17. September eiaberufene aoß hat über die Erhöhung des Grundkapitals um 0,12 auf 0,50 Mill. 4 durch Ausgabe von auf den Inhaber lautenden Aktien, unter Ausſchluß des geſetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre Beſchluß zu faſſen. Die Begebung der Aktien ſoll zum Nennwert gegen Einbringung von Forderungen an die Geſellſchaft in gleicher Höhe erfolgen. * Bürgſ nd Garantien zugunſten von Auslän⸗ dern. Bil MEsſten esſen Beng hat durch Runderlaß vom 24. Juli ergänzende Anoronungen 6 Erfüllung von Bürgſchaften und Garantien zugunſten von Ausländern erlaſſen. Bei der Genehmigung der Erfüllung einer Bürgſchaft oder Garantie im Wege eines Verrechnungsabkommens iſt da⸗ wach der Betrag zur Einzahlung auf das Verrechnungs⸗ konto zu genehmigen, der benötigt wird, um dem Gläu⸗ biger die Bürgſchafts⸗ oder Garantieſumme in vollem Um⸗ fange zur Verfügung zu ſtellen. Die Genehmigung zur Erfüllung in dieſer Form kann bereits bei der Ueber⸗ wahme einer Bürgſchaft oder Gavantie verbindlich in Aus⸗ ſicht geſtellt werden. „Die Ruſſeuaufträge in England. 11 Mill. im erſten Halbjahr. Im erſten Halbjahr 1937 hat der Rötebund in Großbritannien Aufträge im Wert von 10,98 Mill.& ver⸗ geben gegenüber nur 4,58 Mill. im der entſprechenden Zeit 1936. Weitaus der größte Teil dieſer Summe, näm⸗ lich 3,57 Mill. E, entfällt auf Maſchinen⸗ und Werksaus⸗ ſtattungsaufträge. Im erſten Halbjehr 1036 belief ſich der Wert ſolcher Aufträge nur auf 0,15 Mill. F. Die Einkäufe von Nichteiſenmetallen ſind von 1,52 auf 3,34 Mill. geſtiegen; ganz neu hinzugekommen ſind NE⸗Erzkäufe im Betrag von 0,22 Mill. 2. Dagegen fieben die Käufe von Eiſenlegierungen und Stihl wertmäßig oon 0,26 Mill. 0. 5 ugland baut eine moderne Autoſtraße.— Nach dem Muſter der Reichsautobahnen. In der Grafſchaft 3 ſhire werden in Kürze die Arbeiten für den Bau der erſten modernen Autoſtraße in England aufgenommen. Es han⸗ delt ſich um eine Strecke von etwa 85 Kilometern, deren Bau rund 62 Mill. Reichsmark koſten ſoll. Die„News Chronicle“ hebt hervor, daß dieſe Autoſtraße nach dem Muſter der deutſchen Reichsautobahnen gebaut werden ſoll. Erhöhung der eugliſchen Eiſenbahntariſe um 5 v.. Nach einem Spruch des zuſtändigen Schiedsgerichts, werden die engliſchen Bahnen ermächtigt, ihre Sätze im Perſonen⸗ und Frachtverkehr ab 1. Oktober 1937 um 5 v. H. zu erhöhen. Erhöhte elſäſſiſche Kaliförderung. Die elſäſſiſchen Kaligrubem haben im erſten Halbjahr 1937 rund 182 780 Tonnen gefördert gegen 130 112 Tonnen im erſten Halb⸗ jahr 1996. Waren und Märkte Karlsruher Großmarkt für Getreide und Futtermitiel vom 28. Juli 1937(amtlich). Inlandsweizen, Ernte 1937, 75—77 Kilo, Erzeugerfeſtpreis W 15 20,90, W 17 21,10; W 20 21.60; Mühlenfeſtpreis einſchl. Fracht und Handels⸗ ſpanne 0,40—0,60; Großhandelsprs. 0,40—0,60; öto. Roggen Ernte 1936, 69/70 Kilo, Erzeugerſeſtpreis R 14 18,50; R 18 19,00; R 10 19,20; Mühlenfeſtpreiſe einſchl. Fracht⸗ u. Han⸗ delsſpanne 0,40—0,60, Großhandelspreis 0,40—0,60; Brau⸗ (Sommer)gerſte. Ernte 1990, ſe nach Qualität z. Z. nicht notiert, Futtergerſte, 1996, Baſis 59/60 Kilo, Erzeugerfeſt⸗ preis G 8 16,50; G 9 16,70; Induſtriegerſte, Ernte 1936, zur Zeit nicht notiert; Futterhafer, Feſtpreisgebiet 17, 48/40 Kilo frei Erzeugerſtation 17,90; Induſtriehafer zur Zeit nicht notiert; Weizenmehl, Inlandsmahlung, Großhandelsyreis, Baſistype 812, Feſtpreisgebiet 20 30,15; Feſtpreisgebiet 17 29,80; Feſtpreisgebiet 15 29,80; Feſt⸗ preisgebiet 14 29,80 A. Die Zuſchläge betragen für Dunſt 9,50/ und für Grieß.—“ auf die Type 502. Für Weizenmehl, Type 502, mit Beimiſchung von Auslands⸗ weizen gemäß Anordnung der Hauptvereinigung der deut⸗ ſchen Getreidewirtſchaft ein Zuſchlag von.—/ und für Type 812 ein Zuſchlag von 1,50 /. Mehl mit 20 v. H. deutſchem Kleberweizen für alle Typen durchweg 1,25/ teurer. Dazu Frachtausgleich 0,50“ je 100 Kilo Roggen⸗ mehl, Type 1150, Großhandelsprets, Feſtpreisgebiet R 14 22,70; R 18 23,35; R 19(Boden) 25,60; R 19(Saar⸗Pfolz) 23,50 Roggengemengemehl, Type 1075, nicht notiert; Mais⸗ backmehl, Feſtpreisgebiet R 14 2,70, R 18 23,35; R 19 (Baden)] 23.60, R 19(Saar⸗Pfalz) 23,50; Frachtausgleich ſür 10⸗Tonnen⸗Ladungen 0,50,— Weizen⸗ und Roggen⸗ mehl Bedingungen des Reichsmehlſchlußſcheines vom 11. 7, 1936 Weizenkleie W 15 10,65—11; W 17 10,75—11,10; W 20 11.00 bis 11,35; Weizenvollkleie jeweils 0,50/ per 100 Kilo teurer; Weizenfuttermehl 2,50/ Aufſchlag gegen⸗ über Weizenkleie, Roggenkuttermehl nicht notiert: Gerſten⸗ futtermehl, füddeutſche Fabrikate G 8 1970 bis 20,10; dto. G 9 19,90 bis 20,30.— Trockenſchnitzel, loſe, nominell 9,18 bis 9,53; Erdnußkuchen 15,80—16,20 Palm⸗ kuchen 18.90—14,30“. Rapskuchen 13,70—14,10, Soja⸗ ſchrot 15,50—15,00; Leinkuchenmehl z. Z. nicht notiert; äanengen ſind von Mittag-Ausgabe Nr. 343 Rhein-Mainische Abendbörse Behaupfei Frankfurt, 28. Juli Die erſten Kurſe am Aktienmarkt lagen bei ruhigem Geſchäft gegenüber dem Berliner Schluß behauptet, nur Ic Farben waren mit 169/6 etwas befeſtigt. Sonſt waren noch Demag zu 152,25, Daimler zu 140 und Aſchaffenburger Zellſtoff zu 153 geſucht. Am Rentenmarkt hörte man Kom⸗ munalumſchuldung mit 94,75. Der Verlauf blieb weiter ruhig bei etwas freunolicherer Grundſtimmung. Mannesmann woren zu 12676, Vereinigte Stahlwerke zu 153,25, Zellſtoff Waldhof mit 167,50, Bem⸗ berg mit 159,50 genannt. Von ſonſtigen Werten kamen Hapag mit 93, Nordd. Lloyd mit 100,50 zur Notiz. Am Rentenmarkt hatten Dekoſama Neubeſitz zu 51 Nach⸗ frage. Biertreber 14 bis 14,40 /, Malzkeime 13,40 bis 13,80 4.— Alles ab Fabrik zuzüglich Umſatzſteuer und geſetzlicher Verteilerſpanne. 8 Für deutſche 3 5 Speiſefrühkartoffeln werden folaende Erzeugerpreiſe feſtgeſetzt: weiße, rote, blaue runde, gelbe lange, gelbe 3,00—3,50 3,40—3,90 3,60—4,10 Für die im Gebiet des Kartoffelwirtſchaftsverbands Rheinland erzeugten Speiſe⸗Frühkortoffeln ſind die Er⸗ zeugerpreiſe jeweils um 0,10/ je 50 Kilo niedriger als die vorſtehend feſtgelegten Erzeugerpreiſe. Im übrigen gelten die Beſtimmungen der Anordnung Nr. 1 der Hauptvereinigung der deutſchen Kartoffelwirt⸗ ſchoft vom 7. 6. 37(RNVBl. S 226). Rauhfuttermittel für je 100 Kilo frei Vollbahnſtation Karlsruhe: Loſes Wieſenheu, gut, geſund, trocken, je nach Qualität 4,25—4,75. Luzerne, gut, geſund, trocken, je nach Qualität, n. E. 5,50—6; Preßware 0,40 I je 100 Kilo Zuſchlag; Weizen⸗Roggenſtroh, gepreßt 3,20—3,50; Hafer⸗ 200 gepreßt 2,70—3,00; Spelzſpreu, ohne Sack „70—3. Alles für je 100 Kilo, ſoweit nichts anderes vermerkt, prompt verladbare Ware. Biertreber, Malzkeime und Trockenſchnitzel ohne Sack. Mehl mit Sack frachtfrei aller in den betreffenden Preisgebieten liegenden Vollbahn⸗ ſtationen. Alle vorſtehenden Preiſe von Landesprodukten ſchließen ſämtliche Speſen des Handels, die vom Ankauf beim Landwirt bis zur Frachtparität Karlsruhe entſtehen(aus⸗ genommen Braugerſte ab Verladeſtation, Spelzſpreu ab Sta⸗ tion des Erzeugers oder ab Gerbmühle) und die Umſatz⸗ ſteuer ein. Die Erzeugerpreiſe ſind entſprechend niedriger zu bewerten. Marktverlauf: Die Verſorgung iſt wei⸗ terhin ausreichend. Rotterdamer Getreidekurſe vom 28. Juli.(Eig. Dr.) Weizen(in Hfl. je 100 Kg.) Sept. 8,57%; Nov. 8,50; Jon. 8,40; Wärz 8,35.— Mais(in Hfl. per Laſt 2000 Kilo) Sept. 108,50; Nov. 106,75 K; Jan. 107; März 108. * Liverpooler Baumwollkurſe vom 28. Juli.(Eig. Dr.) Amerikan Univerſol Stand. Middl.(Schluß) Juli(37) 614; Auguſt 609; Sept. 617; Okt. 610; Nov. 619; Dez., Jan.(88) je 6115 Febr. 615; März 618; April 612; Mai 619 Juni 609; Juli 620, Okt. 616; Dez., Jan.(30) je 614; Mäcz 615; Mai 616; Tendenz kaum ſtetig. Leinöl⸗Notierungen vom 28. Juli.(Eig. Dr.) Lon⸗ .on: Leinſaat Pl. per Juli 13/, Leinſaat Klk. per Juli⸗ Auguſt 15¼6; Bombay per Juli⸗Auguſt 15,50, Leinſaatbl loko 31,0; Auguſt 30,0; Sept.⸗Dez. 29,10/; Boumwollöl ägypt. 28,0, Baumwoll⸗St. ägypt. per Auguſt 7/6. Neu⸗ vork: 87,75. Sovannah: Terp. 92,75. „ Anhaltend ſtarke Nachfrage am Roheiſenmarkt. Im Juli hat, nach Mitteilung des Roheiſenverbandes, die ſtarke Nachfrage aus allen Bezirken des Inlandes ange⸗ halten. Die den Abnehmern zuſtehenden Kontingents⸗ den Hochofenwerken termingemäß ge⸗ liefert worden. Das Auslamösgeſchäft zeigte Auſütze einer ernenten Belebung, jedoch waren die Preiſe inſolge ver⸗ ſtärkten Auftretens der franzöſiſchen und amerikaniſchen Konkurrenz rückläufig. Hamburger Zucker-Terminbörse Amtliche Notierung für weißen Zucker, geſackt, trocken, nicht unte U Stand, 25, frei Seeſchiffsſ. Hamburg, für 50 K einſchl. Sac. 0 Srutte 28 7.— 10 Uhr 30 7. 7.— 2 uhr 15 8 Brief Gelde bez. Brief Geldbez. uli 4,70.50.70 4,50 Auguſt 4,75 465.75 409 Sept. 475.65„.754,65 Okt...80 4½0 480 2704 Nov. 4,80)0.50470 Dez. 4,80 4½/5.50.75 Januar.4,90.80.90.80 Februar..954.80.95 4,800 —* 846*5 8.10.—— rilE 8—*.15[.05.10 Mat. FF Inni.1 5,20 5,10 5,205,10 ee Wens. Lermim Piomerungen e Notierung für. netto in Reichspfenni Baſis Prime Santos Gonträktſa e 28. Juli 10 Uhr 26. Juli 12,30 Uhr 5 9*— 9 bezahlt* 3 Geld Pezahu eptember 45 2 4⁵ 4 Dezember 46 4⁴— 4 5— März 46 44— 40 4— Rar 48 4— 45 4— * Neue Metallkurspreiſe. Hartblei um je 0,50& herabgeſetzt. veröffentlicht am Ffenlich 1016 in Kraft 40 55 5 5 ECCCC Alum. n. leg.] 133—137123—137 Bronzeleg. 109—— do, Legier. 58- 61 58—61 Neufilbeckeg⸗ 60—21—— Blei nichtleg. 77/.—30/ 28/.—30 Nickel n. leg.] 286—246 236—246 Hartblei.300.—82¼.80/½—32/Zink fein. 31—33—33 Kupfer n. leg. 79½—82 79/—82 do roh—28 27—28 Meſſingleg..5½—51 58½—61. Zinn n. leg.] 320—389 39—3 Rotguß leg.] 79—81¼] 79-6¼ Banka⸗Zinnſ 341—351241— 35¹ Geld- und Devisenmarkt Paris, 28. Juli GSchlub emilich). Lenco 18288 f Spmien. Kopenagen, Wien 511.— Reuror:: 25.70/] ſislien 68 Hoitaad 458 Berii 10740 belglen 440.52 Schweiz 612.50 J. Sockholm 684.50 anen 92 London, 28. All Geblab amflicb) 3 keuyurd„45 Kopenhsgen] 22.40— J Mosken* chmü 11½2 Renifen 497.50 Siockhoi 19,39/ Fumsvien 678.— ſebelen, 120 Amsteruem 902.87 0r0 19.90./8J Kunsfeniin. 618.— J Aflin 125,— barit 18284 Uinsbn 110.15 ſhen 545.50 ianlüs 18.— krise 29.58/ J Reisingiers] 225,18 Wien 25,351 fionferides 28.— lalin 84.55—Prag 7425 M.20 Falnrzhe 123.0 Schweiz ealgra⸗ T io de Jan. t on co5 15, Sunn 60,50- fs 400— Lüaneknr.252 Sn“ 100 Meialle Hamburger Meiallnoſierungen vom 28. Juli NRupfer nes- u. Straits-An mifJ deld ſberni Prif belt— iNm HAenrcri.. 29.— 29.— .*—Kůͤ 2142 442 4 2 4. 44.80——0 12 ·—**2424444 444 4„ 4 i90. B. Rr..84/ 2. 4*ͤ. 44„„„—„0 Alt-Pialn Gbrhe ——————”” 1—41212 2 49. 370ʃ.50 i 175,2575.250 OSSTOU 2 Aüh)% 0.. G.—475 ee eee Lonnh.05 25 75.25— 9 8 08 llmon 165——.— 905 bnnt.J0 S05.. EiäblStJ: Htearr Sn W., 72— Der Londoner Goldpreis. betrug am W. Juli für eine Unze Feingold 139 ſh 9 d= 86,6101“, für ein Gramm Feingold demnach 59,9168 Pence= 2,78457 J. krachienmarki Duishurg-Ruhrort „Das Geſchäft an der heutigen Börſe erfuhr gegen geſtern keine Aenderung. Die Frachten und Schlepplöhne blieben unverändert. Laut Bekanntmachung K P970 werden am 29. Juli die Preiſe für wichllegterkes Biei uns 0 K — 8 9. Seite 7 Nummer 888 N Donnerstag, 29. Juli 1937 Fortſchritte am Karlsior Die Bauarbeiten am neuen Bahnhofsgebänbe Am neuen Bahnhofsgebäude des Karlstorbahn⸗ hofes haben die baulichen Arbeiten in den letzten Wochen weitere Fortſchritte gemacht. Der Neubau läßt bereits die Anlage im einzelnen erkennen, nach⸗ dem ſeine beiden Stockwerke im Rohbau ſtehen. Die Hauptfront iſt gegenüber dem Karlstor, von dem das neue Gebäude weiter nach Oſten wegverlegt iſt als der jetzige Karlstorbahnhof. Mit dem Auto gegen ein Haus Noch glimpflich abgelaufen Ein Perſonenkraftwagen aus Mann⸗ beim fuhr abends beim Einbiegen von der Haupt⸗ ſtraße in die Grabengaſſe über den Gehweg gegen ein Haus der Grabengaſſe. Wagenführerin und ein Fahr⸗ gaſt zogen ſich leichtere Verletzungen zu. Der Sachſchaden dürfte etwa 150 Mark betragen. Zahlreiche ausländiſche Gäſte. Der große Frem⸗ denwerkehr dieſes Monats, der Heidelberg viele Tau⸗ ſende von Gäſten, darunter eine gewaltige Anzahl ausländiſcher Beſucher, zuführt, äußert ſich auch in einer ſtarken Frequenz des Neckar⸗Ausflugsverkehrs nach der Umgebung flußauſwärts in Richtung Neckar⸗ gemünd— Neckarſteinach. Täglich genießen von dichtbeſetzten Paſſagierdampfern aus die Beſucher, vor allem auch KöF⸗Fahrer und Angehörige von Be⸗ triebsgemeinſchaften, die Schönheiten der Lanoſchaft. Im Zeichen des Strandfeſtes. Auf dem Neckar⸗ vorland ſind ſchon zahlreiche Schauſteller mit ihren Wohn⸗ und Materialwagen eingetroffen. Man iſt eifrig mit dem Aufbau der Buden für den Vergnü⸗ gungspark anläßlich des großen Strandfeſtes beſchäf⸗ tigt, das am kommenden Samstag am Neckar beginnt. Die Ausſtellung im Haus der Kunſt„Deutſche Kunſt der Gegenwart“ erfreut ſich dauernd guten Be⸗ ſuches, insbeſondere in den letzten Wochen war eine weitere Steigerung zu verzeichnen. Die Ausſtellung, die mit 160 Gemälden von 70 Künſtlern beſchickt iſt, iſt bis 22. Auguſt geöffnet. Veranſtaltungen Heute Reichsfeſtſpiele Heidelbera 1987:„Romeo und Julia“, 20.30 Uhr Schloßhof(bei Regen:„Pantalon und ſeine Söhne“ im Königsſaal). Haus der Kunſt:„Deutſche Kunſt der Gegenwart“. Kurpfälziſches Muſeum: Sammlungen. Aus den Kinos: Gloria:„Menſchen ohne Vaterland“. Schloß:„Liebe macht blind“. Kammer:„Herbſtmanöver“.— Capitol: Neues Programm.— Odeon: Neues Programm. licl aũ d ꝙεφ BVerkehrsunfall in Ludwigshafen ShahUnbwigshafen, 29. Juli. Am Mittwochnachmit⸗ K Polizeibericht am Bahnübergang an er Mäudacher Straße ein Radfahret mit einem Perſonenkraftwagen zuſammen. Der Radfahrer ſchlug mit dem Kopf in die Scheibe der rechten Wa⸗ gentür und mußte in das Krankenhaus eingeliefert werden. Auch der Wagenführer wurde verletzt. Heidelberger Geſegnetes Alter. Seinen 82 Geburtstag feierte geſtern Adam Kullmann, Ludwigshafen, Wörthſtr. 8, der älteſte Sänger der Weſtmark, in aller Friſche. Herzlichen Glückwunſch! Ludwigshafener Veranſtaltungen Hindenburgpark: 16 bis 18 Uhr und 20.18 bis 22.90 Utr Konzerte des Saarpfalz⸗Orcheſters. Pfalzban⸗Kaffeehaus: Kleinkunſtbühne. und Genußmittelinöuſtrie teilnehmen. Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Sternkaffee im Hindenburgpark: Konzert und Tanz. Kaffeehaus Vaterland: Konzert und Tanz. Köln⸗Düſſeldorſer Rheindampfſchiffahrt: Tägliche Abfahrten. Heimatmuſeum, Wredeſtraße 1: Sonderausſtellung Robert Fuller und Robert Seſſig. Geöffnet von 16 bis 18 Uhr. Lichtſpiele: Ufa⸗Palaſt im Pfalzbau:„Mein Sohn, der Herr Miniſter“. — Palaſt⸗Lichtſpiele:„Es waren zwei Junggeſellen“. Ufa⸗Rheingold:„Wie der Haſe läuft“.— Union⸗Theater: „Weiberregiment“.— Atlautik:„Flitterwochen“.— Alham⸗ bra Mundenheim:„Rendezvous in Wien“. NSDAP-Miſeilungen Aus partetamtlichen Bek tmach Anordnung der Kreisleitung Betr. RPT⸗Teilnehmerliſten Die Liſten der Marſchteilnehmer ſind bis 1. Auguſt in doppelter Fertigung einzureichen. Liſten der Zivilteil⸗ nehmer ſind ſofort einzureichen. Getrennt mach Maſſen⸗ und Privatquartiernehmer. Für Privatquaxtiere können etwi 75 Prozent der Zivilteilnehmer vorgeſehen werden. Das Kreisorganiſationsamt. Ortsgruppen der NS DAP Friedrichsfeld. 2.., 19.30 Uhr, Antreten ſämtlicher Politiſchen Leiter, Walter und Warte am Goetheplatz. Dienſtanzug(Bluſe) und Fohrrad. Achtung! Zeltlager der HJ! Für die Zeltlager in Wein⸗ heim vom 6. bis 13. und 14. bis 21. Auguſt werden noch Meldungen angenommen. Beitrag 3 Mk. Anmeldungen auf der Banndienſtſtelle Schlageterhzus, Zimmer 63. Sozialſtelle. Am 31.., 17 Uhr, im Schlogeterhaus, Zimmer 67, Monatszppell der Sozialſachbearbeiter. Mel⸗ dungen über Lehrſtellenſuchende, Vermittelte ſowie ausge⸗ füllte Berufsberatungskarten ſind mitzubringen. Gefolgſchaft 1/171. Am 20.., 19.45 Uhr, Boxſchule auf der Sellweide. Sport mitbringen. hrtenamt. Teilnehmer an der Hochlandfahrt(59 — Jungvolk) haben am 30.., 20 Uhr, im Zimmer 67, zu erſcheinen. DAcʒ Platz des 30. Januar. Unſere Dienſtſtelle haben wir von Amerikanerſtraße 1 nach der Friedrichsfelder Straße 23 verlegt. Dienſtſtunden montags und don⸗ nerstags von 18—20 Uhr. KBo Druck und Papier. Am Dienstag, 3.., findet die allmonatlich abgehaltene Zuſammenkunft der Altetsinvali⸗ den des graphiſchen Gewerbes ſtatt. Es iſt der Wunſch der Altersinvaliden, mit den jüngeren Arbeitskameraden, die noch im Beruf ſtehen, die Verbindungen, die durch die frü⸗ here Zuſammenarbeit beſtanden haben, aufrechtzuerhalten und wieder aufzufriſchen. Es iſt daher jeder Arbeitskame⸗ rad des graphiſchen Gewerbes Mannheim zu dieſer Zuſam⸗ menkunft herzlichſt eingeladen. KBo Nahrung und Genuß. Am 7. 8. findet eine Beſich⸗ tigung der Reichsanſtart für Tabakforſchung in Forchheim ſtatt. An dieſer Beſichtigung können ariſche Betriebsführer und Gefolgſchaftsangehörige aller Betriebe der Nahrungs⸗ 0* S Der Fahrvreis be. Wetters gerechnet werden muß. Wetterkarte der Reichswetterdienſtſtelle Fraukfurt/ M. 28. Suli 1057 2 6% O Wen ſueldungen n Gei/itteꝝ O Ovar ee e eeee ee ſaſummemund Aurgſeim S==mamummonine brurion oſere; Vlu? σαα Humm in oue GM aen S leebel NGue. VcHU⸗ Onvuſenſs M o,ß o Regen oSoruhregen Oſeer O beobcur& Schnee. Schneetreiben Gebſete mir 5 emische, Ceff. 2 ubmppische, Oſeenn Cn Aullecbrvib Wetterbericht des Reichswetterdienſtes, Ausgabe⸗ ort Frankfurt a.., vom 29. Juli. In der Groß⸗ wetterlage iſt immer noch keine Aenderung zu er⸗ kennen. Die Zufuhr kühler Meeresluft hält weiter an, weshalb mit dem Fortbeſtand des gegenwärtigen trägt 3,50. Abfahrt am 7.., 12 Uhr, mit Omnibus ab Paradeplatz. Anmeldung bis ſpäteſtens 31. 7. in C 1, 10, Zimmer 8. 5 Almenhoſ. DAF⸗Straßenzellen⸗, Zellen⸗ und Blockwal⸗ ter treten am 31.., 19.30 Alhr, geſchloſſen vor der Dienſt⸗ ſtelle Streuberſtraße 40 an. Was hören wir? 35 Freitag, 30. Juli 35 Reeichsſender Stuttgart .30: Frühkonzert.—.00: Gymnaſtik.—.30: Froher Klang zur Arbeitspauſe.— 11.30: Volksmuſik.— 12.00: Reichsſendung: Eröffnung der 14. großen Deutſchen Runofunkausſtellung 1937. 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Allerlei— von zwei bis drei.— 16.00: Muſik am Nachmittag.— 18.00: Griff ins Heute.— 19.00: Stuttgart ſpielt auf.— 20.00: In den Urlaub— aus dem Urlaub. — 21.15: Deutſches Lied— in aller Welt.— 22.30: Bunte Muſik zur ſpäten Nacht.— 24.00: Nachtmuſik. Deutſchlandſender .30: Fröhliche Morgenmuſik.— 12.00: Tag des Deutſch⸗ landſenders.— 13.00: Muſik zum Mittag.— 15.00: Das Lied vom Sommer.— 15.30: Das Märchen von der golde⸗ nen Gans.— 18.30: Blasmuſik. 19.00: Und jetzt iſt Feierabend.— 20.10: Walzer und Märſche.— 22.20: Zur Woche des Braunen Bandes.— 22.35: Eins ins andere. e e Iterdienſtes in Bad Homburg am 28. Juli abends: Die Borausſage für Freitag, 30. Juli Wolkig, zeitweiſe etwas aufheiternd, örtliche Schauer und kühl, weſtliche Winde. Anſere Zehn⸗Tage⸗Vorherſage Witterungsvorausſage für die Zeit vom 20. Juli bis 7, Auguſt, herausgegeben von der Forſchungsſtelle für langfriſtige Witterungsvorherſage des Reichswet⸗ Großwetterlage hat ſich ſeit der letzten Vorausſage erheblich und zwar zum Teil anders als erwartet umgeſtaltet. Es iſt in den nächſten 10 Tagen bei Winden aus vorwiegend weſtlichen Richtungen mit vielfach unbeſtändigem, wenn auch nicht durchweg unfreundlichem Wetter zu rechnen. Völlig ſonnenloſe Tage werden nur ausnahmsweiſe eintreten, andererſeits werden aber doch meiſtenorts etwa zur Hälfte aller Tage Niederſchläge fallen. Die Temperaturen werden ſchwanken und nur vorüber⸗ gehend größere Werte(Tages⸗Höchſttemperaturen über 25 Grad) annehmen; im Durchſchnitt über den e Zeitraum werden ſie ziemlich normal ein. Höchſttemperatur in Mannheim am 28. Juli + 2233 Grad, tieſſte Temperatur in der Nacht zum 29. Juli + 10,9 Gradz heute früh halb 8 Uhr + 11.8 Grad. Niederſchlagsmenge in der Zeit von geſtern früh halb 8 Uhr bis heute früh halb 8 Uhr 9,7 Milli⸗ meter ⸗ 9,7 Liter je Geviertmeter. In den Rheinbädern wurden heute vormittag + 19,5. Grad Waſſer⸗ und 19 Grad Luftwärme gemeſſen. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli Rhein⸗Pegel 15 27. 28. 29.[Rhein-Vegel 25. 2..2. Rheinfelden 3,113.113.08,3.03..980 Kauv 268250282 252 Seeiſah e 58 224 277 Rrül...803.2/ 3,7.22.16 Neckar⸗Be⸗ Maxau..00.84 935 239 84ʃ.(—— Mannheim 407.95.— 3 8⁵.85/[ Mannheim 304 37 372 873 6 —— Donnerstag, 29. Juli Planetarium: 16 Uhr Vorführung des Sternprofektors. Omnibusfahrten ab Paradeplatz: 14 Uhr Keopsburg, Weinſtraße. Köln⸗Düſſeldorfer Rheinfahrten:.25 Uhr Worms und zu⸗ rück; 14.25 Uhr Speyer— Germersheim und zurück; 19.45 Uhr Worms und Weiterfahrt gegen Oppenheim und zurück.. Norgen: 7 Uhr Mainz— Wiesbaden⸗Biebri — Rüdesheim— Aßmannshauſen— Bacharach un zurück. Siedlungsfahrten: 15 Uhr ab Paradeylatz. Flugplatz: 10 bis 18 Uhr Rundflüge über Mannheim. Tanz: Libelle, Palaſthotel. Porkhotel. Waldparkreſtautant. Lichtſpiele: Univerſum:„Mein Sohn, der Herr Miniſter“.— Alhambra: „Heiratsinſtitut Ida u. Co.“.— Palaſt und Gloria:„Peter im Schnee“.— Capitol:„Die gläſerne Kugel“.— Scala: „Zwiſchen Abend und Morgen“. Ständige Darbietungen Städt. Schloßmuſeum: Geöffnet von 10—13 und 15—17 Uhr. Sonderſchau: Mannheim als Feſtung und Garniſonſtadt. Das Münchner Stadtbild am Tag der Deutſchen Kunſt. Theatermuſeum, E 7. 20: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Aus der Mannheimer Theaterwel, Sternwarte: Geöfinet von 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr. Städtiſche Kunſthalle: Gebfinet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Junge deutſche Bildhauer. Mannheimer Kunſtverein, L 1, 1: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Rhein⸗Neckar⸗ Hallen: Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Sonderſchau des Zeughausmuſeums:„Die Welt der Maske“.— 8 bis 19 Uhr„Kolonial⸗Ausſtellung“. Alle Auskünfte durch den Verkehrs⸗Verein, Tel. 943 21. —— 60 Der 5 billige Tisch (am Fahrstubh Honmen-öe 990 von ue Eumk 8 Sälienmallrslat. 43 2 Llanainten 2 e J0⸗ küunin mn v Kbnäne- tanenben-M2 A lg. Skanvenxs 20 lebensmittel ff. Bohnen, Selberüben 00 6 8⸗ Neue Pfätz.Karkoffeln ttus 11⸗ fl. WIsing, Rolkraut 0 6 12⸗ ionen. 6 17⸗ — Tomaten. 800 0 17 klsthe-Cellügel Kabeljau t. gana, Fisck. 500 g 23⸗ Sohellfisch. g. Flsch 500 9 32 4 Fischfilet wocisneisc900 9 35⸗ Rhein-Srosem B1e 560 8 80⸗ Kearpfen, Hechteste 5009 68⸗ Placteicaun, lab.Sckleie elnwiteud Hühner xisa gescn.. 500 0 9 160% bbütakäar, Tstenite ee + Von der Reise zurück Dr. Buresch Füchärztin für Innere Kranxheiten Tol, 200 70 P 7. 14 Kerl Schersiegel IrrHraurt SchSsiegel Perweltrn, 20, W 1057 N Luch Ned-Prelket. Eine WIsderholung Ikror Anzsige voniefacht disWirkung rhakon Sia on 3 Aufnahmen an Haehlak. Oeb. 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