Erſcheinungsweiſe: Täglich 2mal außer Sonntag. Bezugspreiſe: Frei Haus monatlich.08 Mk. und 62 Pfg. Trägerlohn, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt.25 Mk., durch die Poſt.70 Mk. einſchl. 60 Pfg. Poſtbef.⸗Geb. Hierzu 72 Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Wald⸗ hofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42, Schwetzinger Str. 44, Meerfeldſtr. 13, Ne Fiſcherſtr. 1, Fe Hauptſtr. 63, W Oppauer Str. 8, Se Luiſenſtr. 1. Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25. f. d. folgend. Monat erfolgen. 4 0 29 annhemmer enera AVnzeig eb Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſteue: n 1,-6. Fernſprecher: Sammel⸗Rummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannhei m Einzelpreis 10 Pj.. Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 9 Pfennig, 79 m breite Textmillimeterzeile 50 Pfennig. Kleinanzeigen ermäßigte Grundpreiſe. Allgemein gültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 8. Konkurſen wird keinerlei Nachlaß gewährt. Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Für Familien⸗ und Bei Zwangsvergleichen oder Keine Gewähr für Gerichtsſtand Mannheim. Mittag⸗Ausgabe N Samstag, 14. Auguſt 1037 148. Jahrgang— Nr. 371 umer uoues Kicgsmalerlal ins rote Spanten Und die Nichleinmöchung geht weiter Maſſentransporte (Funkmeldung der NM3.) + Paris, 14. Auguſt. Unter der Ueberſchrift„Und die Nichteinmiſchung geht weiter...“ veröffentlicht die„Action Francaiſe“ eine Liſte des anfangs Auguſt nach dem bolſchewiſtiſchen Teil Spaniens eingeführten Kriegsmaterials, das zumeiſt den Weg über Cerbere und Perthus genommen habe. In einem Falle wird auch ein Freiwilligen⸗ u n d „Mobiliſierten“⸗Transport angeführt. Am Kai von Antwerpen, ſo meldet das Blatt, ſtän⸗ den 245 Laſtkraftwagen bereit, um mit Be⸗ ſtimmung Cerbere eingeſchifft zu werden. Am 3. Auguſt ſeien 39 Ford⸗Kraftwagen⸗ geſtelle,7 Mattford⸗Kraftwagengeſtelle, 26 Ford⸗Laſtkraſtwagen, 6 Flugzeugmotore und 200 000 Liter Brennſtoff nach dem bolſche⸗ wiſtiſchen Teil Spaniens gegangen. Am 4. Auguſt habe man 305 Tonnen verſchiede⸗ nen Materials, ferner 58 Tonnen Nahrungs⸗ mittel und 27 Motorräder aus Cerbere nach dorthin verfrachtet. Am 5. und 6. Auguſt ſeien 986 000 Liter Brennſtoff, 6 Autobuſſe, mehrere Ford⸗ Petſonenwagen, 26 Ford⸗Laſtkraftwagen und 6 Kraft⸗ wagen, Marke Graham⸗Page, bei Cerbere über die Grenze gegangen. Weiter hätten an dieſen beiden Tagen 110 000 Tonnen Nahrungsmittel über Perthus Eingang nach dem bolſchewiſtiſchen Teil Spaniens ge⸗ funden. Am 7. Auguſt hätten 26 Freiwillige⸗ und 75 von den Bolſchewiſten„mobiliſierte“ Spanier Toulouſe in Richtung der Grenze paſſiert. Am 8. Auguſt hätten 50 Kraftwagengeſtelle, Marke Studebaker, Antwer⸗ pen in Richtung Cerbere verlaſſen. Von Marſeille ſeien am gleichen Tage der ſpaniſch⸗bolſchewiſtiſche Dampfer„Capitan Segarra“ und der franzöſiſche Dampfer„Franc Marſeille“ mit Kriegsmaterial⸗ und Lebensmittelladungen abgegangen. Die Kämpfe an der Teruelfront — Spaniſch⸗Franzöſiſche Grenze, 12. Aug.(U..) Der erſte Teil der nationalen Offenſive an der Teruelfront, deſſen Ziel die Befreiung Teruels aus der Gefahr eines feindlichen Ueberraſchungsan⸗ griffes war, kann als abgeſchloſſen gelten. Die Franco⸗Truppen ſind jetzt dabei, ihre Stellungen ſtark zu befeſtigen. Sie berichten, daß es ſich um ausgezeichnete Poſitionen handelt, die man ſorgfäl⸗ tig ausgewählt habe, um eine Baſis für die zweite Phaſe der Offenſive, den eigentlichen Vorſtoß gegen Cuenca, zu gewinnen. Die Valencia⸗Milizen ſollen im bisherigen Verlauf der Offenſive 3000 Mann an Toten und Verwundeten verloren haben. Die Lage an der Teruelfront iſt zurzeit etwa fol⸗ gende: Im Norden von Teruel beſitzen die Natio⸗ naliſten außerordentlich gut befeſtigte Stellungen, von denen aus ſie der Bahnlinie Teruel— Sa⸗ von Truppen, Kraſtwagen, Brennſtoff und Nahrungsmitteln Beörängnis der Roten an der Teruelfront ragoſſa ſicheren Schutz gewähren können. Süd⸗ weſtlich von Teruel, in der Sierra Albarraein und den ſüdlich anſchließenden Gebirgszügen, ſind die Franco⸗Truppen, nachdem ſie ihre Front weit vor⸗ geſchoben haben, gegenwärtig dabei, Säuberungsak⸗ tionen durchzuführen. Das Hauptgewicht der dorti⸗ gen Operationen liegt im Abſchnitt von Toril, öurch den eine der Hauptverkehrsſtraßen nach dem Süden geht. Abteilungen der nationalen Truppen unternah⸗ men von Toril gegen die Sierra Cucalon, und es gelang ihnen, 6000 Mann Valencia⸗Miliz von drei Seiten her einzuſchließen und in harte Bedräugnis zu brin⸗ gen. In ſchlimmerer Lage noch befinden ſich mehrere hundert Mann Valencia⸗Streitkräfte in Sierra Carbonera, die ringsum von nationali⸗ ſtiſchen Abteilungen umzingelt ſind. Den Rücken gegen das unzugängliche Gebirge ge⸗ wendet, verſuchen die Milizen verzweifelt, ſich zur Wehr zu ſetzen. Alle Verſuche, den um ſie gezogenen Ring der gegneriſchen Maſchinengewehre zu durch⸗ brechen, ſind bisher mißlungen, und die Franco⸗ Truppen ſind überzeugt, daß die Milizen, denen es angeblich ſeit drei Tagen an Lebensmitteln fehlt, ſich hald ergeben müſſen. Teruels ſchließlich befinden ſich ſieben Valencia⸗ Bataillone im Rückzug auf die Straße von Teruel nach Valencia, die aber bereits unter dem Feuer der Franco-Batterien liegt. ——— Sturmkorps in Oeſterreich Kaſernen in allen Bundesländern dnb. Wien, 14. Auguſt. Der Ausbau der erſt kürzlich geſchaffenen Sturm⸗ korps der Vaterländiſchen Front, kurz Sͤ genannt, wird mit großem Eifer betrieben. Es wird jetzt auch erſichtlich, daß es ſich bei dieſen Sturmkorps nicht um Formationen handelt, die nur von Fall zu Fall in Erſcheinung treten, ſondern die in ſtändiger Dienſt⸗ aus einen Umgehungsangriff Im Süden bereitſchaft gewiſſermaßen ein Exekutiv⸗ Organ der Vaterländiſchen Front darſtellen ſollen. In Wien und in allen Bundesländern das Sturmkorps bereitzuſtellen. Zum Teil handelt es ſich um Neubauten, zum Teil werden be⸗ ſtehende Gebäude für ihren Zweck hergerichtet. Die erſte der neuen SK⸗Kaſernen wird am Sonntag in der Staot Villach in Kärnten ihrer Beſtimmung übergeben werden. In Wien werden SͤK⸗Kaſernen in allen Bezirken errichtet, deren erſte bereits Mitte September fertiggeſtellt ſein ſoll. „Truppen landen auf Sizilien“ Erfolgreiche Durchführung des Landungsmanövers- Die Roten“ überrumpeln die„Blauen“ dnb. Rom, 13. Auguſt. Unter dem Schutz einer Flottendiviſion und von zwei aus Libyen kommenden Flugzeuggeſchwadern wurde nach einer amtlichen Mitteilung der Manöver⸗ leitung zwiſchen Marſala und Mazara die Landung von größeren Truppenverbänden bdurchgeführt. Die Operation war, wie es in der amtlichen Darſtel⸗ Dir deutſche Amazonas-Expedition Einzigartige Ausbeute der Forſchungsarbeit Schulz-Kampfhenkels in den Ar⸗ wäldern am Amazonas- Ein avendfüllender Film in Vorbereitung dnb. Berlin, 18. Auguſt. Die deutſche Amazonas⸗Jary⸗Expedi⸗ tion der beiden Forſcher Schulz⸗Kampfhen⸗ kel und Gerd Kahle ſowie des Expeditionsinge⸗ nieurs Gerhard Krauſe, die vor zwei Mona⸗ ten mitgroßem Erfolg in die Heimat zu rück⸗ kehrte, hat jetzt die erſte Sichtung und Ausarbei⸗ tung ihrer Ergebniſſe durchgeführt. Die Prüfung des wiſſenſchaftlichen Materials er⸗ gab, daß die zoologiſche Ausbente die größte Säugetierſammlung umfaßt, die von einem bis dahin unerforſchten Gebiet Südamerikas in das Zoologiſche Muſeum der Berliner Univerſität gelangte, während die völkerkundliche Ausbeute das erſte wiſſenſchaftluhe Material überhaupt in Form von tadelloſen Kulturinventaren von den faſt unberührten Indiauerſtämmen der Aparai, Oayana und Oayapi nach Deutſchland brachte. Der Expeditionsleiter Schulz⸗Kampfhenkel iſt zur Zeit mit dem Schnitt des 2000 Meter umfaſſenden Schmalſilmmaterials beſchäftigt, das zu einem abend⸗ füllenden Forſchungsfilm bearbeitet wird. Dieſer Film wird im Herbſt in Berlin ſeine Uraufführung exleben. Einige der Berliner Preſſe gezeigten Aufnahmen ließen erkennen, daß es ſich bei dieſem ſchlichten Bild⸗ bericht ohne Aufmachung und geſtellte Szenen um ein einzigartiges Filmdokument handelt, das nicht nur einen guten Einblick in die mühevolle, oſtmals geradezu dramatiſche Arbeit der deutſchen Forſcher, ſondern auch in die Geheimniſſe der grünen Hölle gibt. Obwohl der Film nichts als die wiſſenſchaftliche Forſcherarbeit, den bislang un⸗ erforſchten und unberührten Urwald des geſuchten Gebiets von der Quelle des Jary bis zu ſeiner Mün⸗ dung in den Amazonas, das Tierleben, die Pflan⸗ zenwelt, das Leben der Waldindianer, die zum erſten⸗ mal mit Weißen in Berührung kamen, wiedergibt, iſt er ſpannend und geheimnisvoll wie ein phan⸗ taſtiſcher Abenteurerfilm. Zu dem filmiſchen Tatſachenbericht der Uraufführung in Berlin und auch im Reich ſo⸗ wohl Schulz⸗Kampſhenkel als auch der Expeditions⸗ pilot Gerd Kahle perſönlich ſprechen. werden bei lung weiter heißt, in jeder Beziehung für die Zuſam⸗ menarbeit aller Wehrmachtsteile ſehr intereſſant und hat wichtige praktiſche Ergebniſſe zum weiteren Studium des Problems der Landung einer größeren Vorhut an offener, vom Feind beſetzter Küſte geliefert. Aus Zeitgründen wird die Landung des ganzen Armeekorps, die in Wirklichkeit ſehr viel länger gedauert hätte, als durchgeführt angenommen. Der König und Kaiſer, ſowie der Kronprinz haben den Operationen vom frühen Morgen an beigewohnt. Im Schutze von Vernebelungsgaſen — Palermo, 13. Aug.(U..) Im Schutz von Vernebelungsgaſen von Kriegs⸗ ſchiffen und Flugzeugen nahmen ſtarke„rote“ Streit⸗ kräfte eine überraſchende Landung in der Nähe von Mazara dell Vallo im weſtlichen Sizilien vor, die noch vor Anbruch des Morgens erfolgte. Ein Teil des San⸗Marco⸗Marine⸗Bataillons, eine Kompanie Panzerwagen und eine Abteilung Berſaglieri wurden trotz. ungünſtiger Landungsverhältniſſe infolge ſtar⸗ ken Windes erfolgreich an Land geſetzt. Die Lan⸗ dungstruppen nahmen unverzüglich den Vormarſch Mazara. Durch Flugzeuge gedeckt, ſtießen die„roten“ Eindringlinge dann weiter vor ohne von den ver⸗ teidigenden„blauen“ Streitkräften behindert zu wer⸗ den. Die lesteren ſcheinen völlig überrumpelt wor⸗ den zu ſein. Nachdem ſie von der geglückten Landung der „feindlichen“ Truppen in Kenntnis geſetzt worden waren, wurden ſtarke„blaue“ Truppenabteilungen eiligſt in die Nähe der Landungsſtelle geworfen, um den„roten“ Vormarſch ins Innere Siziliens zum Stillſtand zu bringen und zur Gegenoffenſive über⸗ zugehen. Der italieniſche Kronprinz beobachtete von Streitmacht. Muſſolini nahm ſeine Inſpektionsreiſe durch Si⸗ zilien von Syrakus aus wieder auf und begab ſich zunächſt im Kraftwagen nach Raguſa. wird zur Zeit daran gearbeitet, Kaſernen für ins Innere der Inſel auf und beſetzten die Ortſchaft Kap Feto aus die Landungsmanöver der„roten“ Die Kümofe um Schanghai Der Stabtteil Schapai, ein Schauplatz der heftigen Kämpfe(ſiehe öie Meldungen auf Seite). (Erich Zander, Archiv,.) Hütet euch vor Spionen! (Von unſerer Berliner Schriftleitung) — Berlin, im Auguſt. Wie ausländiſche Spionage in Geheimniſſe unſe⸗ rer Landesverteidigung einzudringen verſucht, hat die Veröffentlichung der Reichsregierung vom 11. Auguſt allen Deutſchen ſichtbar vor Augen geführt. Immer öfter ſah man die roten Anſchläge des Volksgerichtshofes in Berlin, oͤie die Hinrichtung der Landesverräter bekanntgeben, und es ſind noch nicht 14 Tage her, daß an einem Tage dͤrei Hinrichtungen von Landesverrätern erfolgen mußten. Das Gift, das ausländiſche Agenten in den deut⸗ ſchen Volkskörper jagen, iſt eine Seuche geworden und man muß ſich ſchaudernd fragen, wie iſt es mög⸗ lich, daß dieſe Seuche einen derartigen Umfang an⸗ nehmen konnte. Um ſo mehr, da jedem Deutſchen bekannt ſein muß, wie und wo dieſe verbrecheriſche Tätigkeit einmal endet, früher ooͤer ſpäter— unterm Fallbeil. Es ſind Unſummen, die das Ausland auſwendet, um in die Geheimniſſe der deutſchen Sicherung für das Leben von 65 Millionen einzudringen, um eine ſorgfältige mühſame Arbeit von Reich und Staat, die in erſter Linie dazu dient, Krieg von Deutſchland fernzuhalten, zu zerſtören. „Wenn die Reichsregierung ſich zu der jetzigen Auf⸗ klärung und ernſten Warnung entſchloß, ſo beſtimmt ſie Sorge um das Reich und das Volk, dann aber auch dͤer feſte Wille, ein Geſchwür aufzuſchneiden, das von den Gegnern des Reiches unter immer neuer Tarnuns in den deutſchen Volkskörper gebracht wird, und dem viele Menſchen, die den Namen Deutſche tragen, zum Opfer ſallen. In der Weimarer Republik ſtrafte man Landes⸗ und Hochverräter mit einigen Wochen und Monaten und ließ ſie dann wieder frei. Sie gingen bald von neuem ihrer verbrecheriſchen Veranlagung nach. Strafe und Sühne für das ehrloſeſte Verbre⸗ chen, das menſchliche Gemeinſchaft kennt, das Ver⸗ brechen des Verrats, hat erſt das Dritte Reich wieder eingeführt. Es hat die Nichtswürbig⸗ keit des Verrats an Reich und Volk mit Recht mit der höchſten Strafe belegt, mit dem ſchmachvollen Tod von Henkershand. Jedes Land hat geheimzuhaltende Pläne. Wer dieſe einer fremden Macht in die Hände ſpielt, der kann Urheber des Todes von Hunderttauſenden deut⸗ ſcher Männer werden, denn vor einem Kriege iſt kein Land gefeit. Es iſt zu hoffen, ͤaß die ernſte Warnung, die jetzt veröffentlicht iſt, auch noch Strauchelnde zu⸗ rückhalten und die, ſo ſchon verbotene Verbindungen mit Ausländern aufgenommen haben oder aufnehmen wollen, vor dem letzten Schritt bewahren wird. Denn es gibt kein erbärmlicheres Handwerk, als ſein Volk, ſein Land an fremde Mächte zu verraten. 9 5 1 1 93 3 2. Seite/ Nummer 371 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Samstag, 14. Auguſt 1937 Die Kanonen ſprechen: Schanghai von erbitterten Kümpfen umtobt In verſchiedenen Stadtteilen wüten verherrende Brände Hartes Ringen um den Beſitz einer wichtigen Brücke Chineſiſche und japaniſche Sivilbevölkerung flüchtet in Maſſen (Oſtaſiendienſt des DNB) dub. Schangha i, 13. Auguſt. Das bereits im Laufe des Freitags einſetzende Artilleriefener im Norden Schanghais nahm gegen Abend zu. In dem Stadtteil Tſchapei in der Gegend des Nordbahnhofes wüten ſchwere Brände, die durch die Beſchießung entſtanden ſind. Die chineſiſchen Truppen, es handelt ſich um die 88. Diviſion, halten den Nordbahnhof beſetzt und haben Feldgeſchütze in Stellung gebracht. Eine allge⸗ meine Flucht der chineſiſchen Bevölke⸗ rung aus Tſchapei hat eingeſetzt. Die Flüchtlinge, deren Zahl bisher noch nicht abzuſehen iſt, ſammeln ſich im ſüdlichen Stadtteil. Die japaniſchen Stel⸗ lungen am Hongkin⸗Creeck liegen unter chine⸗ ſiſchem Feuer. Das japaniſche Generalkonſulat und die flußabwärts liegenden Kais japaniſcher Schiff⸗ fahrtsgeſellſchaften ſind ſchwer verbarrikadiert. Die Kampflage am Samstagmorgen dunb. Schanghai, 13. Auguſt. Obwohl die chineſiſchen und japaniſchen Erklä⸗ rungen voneinander abweichen, da jede der beiden Parteien ſich bemüht, der anderen die Schuld an der Eröffnung der Kämpfe zuzuſchieben, ergibt ſich am Samstag früh doch ein ziemlich klares Bild der Lage. An zwei Stellen der Stadt entbrannten die Kämpfe mit beſonderer Heftigkeit. Meldungen der japaniſchen Nachrichtenagentur Do⸗ mei laſſen erkennen, daß die Chineſen den Verſuch machten, den Hongkiu⸗Diſtrikt öſtlich arnd weſtlich zu umklammern, was ihnen auch teilweiſe gelungen zu ſein ſcheint. Weſtlich des Hongkiu⸗Diſtrikts geht der Kampf um den Beſitz der Patſu⸗Bräcke, die 80 Meter weſt⸗ lich des Hongkiu⸗Parks und nördlich des japaniſchen Friedhofs über den Sutſchau⸗Creck führt. Am Frei⸗ tagvormittag ſchoben die Japaner ihre Linien vor, um die Patſu⸗Brücke in ihren Beſitz zu bringen. Da die Chineſen die Beſetzung der Brücke durch die Ja⸗ paner für unrechtmäßig hielten, gingen ſie gegen die Japaner vor und drängten ſie zurück. Die Japaner holten Verſtärkungen herbei, konnten die Brücke aber nicht wiedergewinnen. Das Vormittagsgefecht war aber nur ein ſchwa⸗ ches Vorſpiel zu den Kämpfen. die am Nachmit⸗ tag an der Brücke von neuem einſetzten, wo beide Parteien mit Artillerie eingriffen. Kurz nach 16 Uhr eröffneten die Japaner den Kampf von neuem mit Artilleriefeuer, worauf die Truppen der 88. chineſiſchen Diviſion ebenfalls mit Unterſtützung der Artillerie vorgingen und die in⸗ zwiſchen geräumte Brücke um/ 17.30 Uhr wieder⸗ beſetzen konnten. Der Verlauf des Kampfes, in dem die Chineſen die Brücke in ihrem Beſitz behalten konnten, führte zu einem heftigen Artillerie⸗ duell, durch das ein großer Gebäudekomplex an der Paoſchan⸗Straße in der Gegend des 1932 zer⸗ — Gebäudes der Commercial Preß zerſtört wurde. Im Raum der Paoſchan⸗ und Tientungan⸗ Straße entbrannte ein heftiger Kampf, in dem auch zahlreiche Maſchinengewehre eingeſetzt wurden. Gegen 20.40 Uhr ebbte das Artilleriefeuer ab, und ſpäter waren nur noch vereinzelte japaniſche Salven zu hören. Nachdem die Kampfhandlungen um 21.30 Uhr ganz aufgehört hatten, wurde das Artilleriefeuer am Samstagmorgen um.30 Uhr aus annähernd den gleichen Stellungen wie Freitag abend wieder aufgenommen. Gewehr⸗ und Maſchi⸗ nengewehrfeuer iſt deutlich hörbar, und die Häuſerkomplexe in der Nähe der Patſu⸗ Brücke ſtehen wieder in hellen Flammen. Während der Nacht haben die Japaner anſcheinend ſchwere Geſchütze in Stellung gebracht, auch Minen⸗ werfer wurden erſtmalig eingeſetzt. In den Nach⸗ mittagskämpfen ſoll es den Chineſen gelungen ſein, 200 Japaner gefangen zu nehmen. Ueber die beiderſeitigen Verluſte iſt noch nichts bekannt⸗ geworden. Auch auf die anderen Brücken über den Sutſchau⸗ Creek haben die Japaner ihre Aufmerkſamkeit ge⸗ lenkt. An der Nordſeite der Brücken, die von der eigentlichen internationalen Niederlaſſung über den Sutſchau⸗Creek zur erweiterten internationalen Niederlaſſung führen, errichteten die Japaner Sand⸗ ſackbarrikaden und beſetzten ſie mit ſtarken Poſten. Sie erließen einen ſtrengen Befehl, alle ſich nähern⸗ den Perſonen ohne Unterſchied der Nationalität auf Waffen zu durchſuchen. Um die chineſiſchen Schützen im Rücken aufzufinden, unterſuchte japaniſche Gen⸗ darmerie alle Häuſer. Im Oſten des Hongkiu⸗Diſtrikts ent⸗ brannte der Kampf vor allem im Gebiet der japaniſchen Textilfabriken an dem Dangtſepu und Huangpu abwärts, wo die Chineſen angriffen Die japaniſchen Truppen, die die Fabriken Fellcher Empfang ber Auslandsdeulſchen in Slultgark: Die Jahreskagung des Auslandsinffituls Oeffentliche Sitzung der ⸗Arbeitsſtelle für die auslanösdeutſche Volksforſchung“ dnb. Stuttgart, 14. Auguſt. Einen feſtlichen Höhepunkt im Rahmen der Beranſtaltungen des 20. Jahrestages des Deutſchen Auslandsinſtituts bildete am Freitagabend ein von der Stadt Stuttgart veranſtal⸗ teter Empfang der auslandsdeutſchen Gäſte in der Billa Berg. Mit ihren prächtigen Räumen und herr⸗ lichen Anlagen gab ſie einen würdigen Hintergrund für dieſe Feierſtunden. Neben den auslandsdeut⸗ ſchen Gäſten bemerkte man Vertreter des Auswär⸗ tigen Amts, des Reichswirtſchaftsminiſters, der Partei und ihrer Gliederungen, des Staats, der Wehrmacht, der Behörden, der Wiſſenſchaft und Wirtſchaft, den ſtellvertretenden Gauleiter und Leiter des Schu⸗ Iungsamts der NSDAP, Schmidt, und Finanz⸗ miniſter Dr. Dehlinger. Oberbürgermeiſter Dr. Strölin, der Präſident des Auslands⸗Inſtituts, hieß die große Zahl der Gäſte willkommen. Sein beſonderer Gruß galt dem Präſidenten der deutſchen Volksgruppen in Europa, Konrad Henlein, und dem Landesobmann der deutſchen Volksgemeinſchaft in Rumänien, Fritz Fabritius. Mit großem Beifall wurde die Mit⸗ teilung des Oberbürgermeiſters aufgenommen, daß auf das an den Führer und Reichskanzler gerichtete Begrüßungstelegramm ein in herzlichen Worten ge⸗ haltenes Antworttelegramm eingegangen ſei. Für ſämtliche anweſenden Deutſchen aus dem Ausland ſprach Konrad Henlein dem Oberbür⸗ germeiſter den herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme aus. Im weiteren Verlauf des Abends ergab ſich, daß zwiſchen den Volksgenoſſen diesſeits und jenſeits der Grenzen in reichlichem Maße die von Obekbürgermeiſter Strölin gewünſchte Möglich⸗ keit zur Anknüpfung neuer und Vertiefung alter Be⸗ ziehungen wahrgenommen wurde. Auslanosdeutſche Volksforſchung dnb. Stuttgart, 13. Auguſt. Am Freitag wurde die Tagung der„Arbeits⸗ ſtelle für die auslandsd eutſche Volks⸗ forſchung“ mit einer öffentlichen Sitzung abge⸗ ſchloſſen. Die Beratungen leiteten Prorektor Pro⸗ feſſor Ebermeyer und Profeſſor Kroh, beide aus Tübingen. Im Rahmen der vorausgegangenen Beratungen hatte in Anweſenheit des Reichsſtuden⸗ tenführers Dr. Scheel und ſeiner Mitarbeiter der Leiter des Außenamtes der Reichsſtudentenführung, Dipl.⸗Ing. Nothdurft über den Einſatz der Stu⸗ dentenſchaft in der Auslandsarbeit geſprochen. Im Mittelpunkt der öffentlichen Sitzung ſtanden mehrere Vorträge, die die Frage volksdeutſcher Geſchichtsauffaſſung behandelten. Profeſſor Harold Steinache r⸗Innsbruck ſprach über die Bedeu⸗ tung der kleindeutſchen, großdeutſchen und volksdeutſchen Geſchichtsauffaſ⸗ ſung für das Auslandsdeutſchtum. Der Zuſammen⸗ hang der deutſchen Volksgruppen untereinander und mit dem Reich könne ſich nur vollenden in einem ge⸗ meinſamen Geſchichtsbewußtſein, das ſich auf alle Glieder des deutſchen Volkskörpers ſtütze. Der Redner zeigte zum Schluß auf, daß in der volksdeut⸗ ſchen Auffaſſung eine neue Reichsidee verborgen liege und mit ihr die Möglichbeit, das Verhältnis der Volksgruppen zu ihren Staaten und zum Binnen⸗ deutſchtum auf eine geſunde Grundlage zu ſtellen und ſo den Weg zu finden für die Befriedung Eu ropas. Ueber die Pſychologie der Umvolkung ſprach Prof. Dr. Kroh⸗Tübingen. Der in einem fremden Volk lebende Menſch ſtehe ebenſo wie die im fremoͤvölkiſchen Raum lebenden Volks⸗ gruppen in einer Spannung, von deren Stärke ſich derjenige kaum Rechenſchaft zu geben vermöge, der als Gleicher unter Gleichen im heimiſchen Raum eines geeinten Volkes leben dürfe. Wie weit Men⸗ ſchen und Volksgruppen in der Fremde ihr Volks⸗ tum erhalten und ſicherten, ſei die Lebensfrage des Auslandsdeutſchtums. Die Stärkung aller Fak⸗ toren, die gegenüber den werbenden und zwingenden Kräften der fremden Volkswelt Halt verliehen, ſei das wirkſamſte Mittel zur Bekämpfung der Umvol⸗ kungsgefahren. Gemeinſchaftswille, Selbſtbewußt⸗ ſein, Geltungsglaube, Lebenskraft, überlegene Lei⸗ ſtung und ſittlicher und raſſiſcher Inſtinkt ſeien Fak⸗ toren, die dieſen Halt ſteigern könnten. Verheerendes Großfeuer: japaniſche verteidigten, erhielten am Freitagabend Unter⸗ ſtützung durch die japaniſchen Zerſtörer „Kuri“ und„Setal, die mit ihren Geſchützen in den Kampf eingriffen, als ſich die chineſiſchen und japaniſchen Truppen auf 100 Meter gegenüberlagen. Ein neutraler Bevabchter konnte feſtſtellen, wie ein chineſiſches Maſchinengewehrneſt nördlich des Nukong⸗ Sai Feuer auf einen japaniſchen Zerſtörer eröffnete. Daraufhin richteten die japaniſchen Kriegsſchiffe querab von Wuſung um 18 Uhr ihre Geſchütze auf den Yukong⸗Kai und gaben einige Schüſſe ab. Auch hier wurden um 21.30 Uhr die Kampfhandlungen eingeſtellt, um gegen Morgen wieder aufzuleben. Im Laufe des Freitags transportierten zwei japaniſche und ein franzöſiſches Handesſchiff 3000 Flüchtlinge, meiſtens Frauen und Kinder, aus Schanghai und den Bangtſe⸗ Häfen nach Japan. In der japaniſchen Kolonie Schanghais wurden alle Reſerviſten ausgehoben. * Der DNB⸗Vertreter, der ſich auf einem Be⸗ obachtungsſtand in der Nähe der Schanghaier Ge⸗ ſchäftsſtelle befindet, meldet, daß Artillerieſachver⸗ ſtändige das Kaliber der japaniſchen Geſchütze auf 10,5 Zentimeter ſchätzen, während auf chineſiſcher Seite bisher 7,5⸗Zentimeter⸗Geſchütze zur Verwen⸗ dung kamen. Die Flammen der rieſigen Brände ſchlagen hoch zum Himmel empor und erwecken den Eindruck, daß ganze Stadtteile in Flammen ſtehen. Die Straßen ſind mit Flüchtlingen gefüllt, die am Freitagfrüh von Liohu am Yangtſe⸗Fluß, 40 Kilo⸗ meter von Schanghai, flüchten mußten, weil dort Soldaten der japaniſchen Armee landeten, die die nördliche Flankenſtellung bilden ſollen. Die Einwohner von Tſchapei berichten, daß es faſt anderthalb Stunden dauerte, bis die weſtlich vom Hangtſe ſtationierten chineſiſchen Batterien das japa⸗ niſche Feuer erwiderten. Auch die Luftwaffe eingeſetzt (Funkmeldung der NM3.) + Tokio, 14. Auguſt. Wie die Agentur Domei berichtet, wurden zum erſten Male chineſiſche Flugzeuge eingeſetzt, die das Hauptquartier der japaniſchen Landungstruppen in Schanghai mit Bom⸗ ben belegten. Als Gegenmaßnahme haben die japaniſchen Truppen ihre Luftwaffe und Flugabwehr⸗ geſchütze eingeſetzt. Die Fapaner oͤringen zum Nankau⸗Paß vor (Funkmeldung der NMzZ.) + Tokio, 14. Auguſt. Trotzdem der Schanghai⸗Zwiſchenfall im Mittel⸗ punkt des Intereſſes ſteht, wird der Verlauf der übrigen Kämpfe in Nordchina weiterhin aufmerkſam verſolgt. Nach einem Bericht der Agentur Domei dringen die ja paniſchen Truppen in Richtung auf den Nankau⸗Paß vor, wobei ſie beim Ueberwinden ſchwierigſter Geländeverhältniſſe in zähe Einzelkämpfe verwickelt werden. An der geſamten Front macht ſich ſtarker Wi⸗ derſtand der chineſiſchen Zentraltrup⸗ pen bemerkbar, die ein tiefes Netz von Verteidi⸗ gungsſtellungen längs den Eiſenbahnlinien und den Bergen ausgehoben haben. An der Süofront herrſcht an der Peiping— Hankau Bahnlinie erhöhte Gefechtstätigkeit. Bei Lianghſiang kam es zu widerholten heftigen Gegenangriffen der Truppen der Zentralarmee; ſie konnten jedoch von den japa⸗ niſchen Truppen erfolgreich zurückgeſchlagen werden. Fapan verſucht Veilegung des Konflikts dnb. Schanghai, 13. Auguſt. Vertreter der japaniſchen Armee, der Marine, der Diplomatie und der Konſularbehörden hielten am Freitagnachmittag und am Freitagabend eine Reihe von Sitzungen ab, in denen die zu ergreifenden Maß⸗ nahmen beſprochen wurden. Nach japaniſchen Mel⸗ dungen verſuchen Marineattach6 Hona und der japaniſche Botſchafter Kawagve, unter Benutzung aller diylomatiſchen Möglichkeiten, den Konflikt bei⸗ zulegen. Gut Marauardt bei Potsdam in Flammen 8S0 m Stallungen niedergebrannt— 4 Verletzte (Funkmeldung der NM3) + Potsdam, 14. Auguſt. Von einer verheerenden Feuersbrunſt wurde in der Nacht zum Samstag das in der Nähe von Potsdam gelegene allen Berlinern als Ausflugs⸗ ziel bekannte Gut Marquaroͤt bei Potsdam heimgeſucht. Am Freitag gegen 22 Uhr bemerkten Gurtsarbei⸗ ter Feuer in einem Strohſtapel im Stall, und ehe die Wehr des Ortes eingreifen konnte, hatten die Flam⸗ men bereits den Dachſtuhl des Jungvieh⸗ und Schweineſtalles ergriffen und dehnten ſich mit Windeseile über das ganze Gebäude aus. Nur unter Aufbietung der vereinten Kräfte von Gutsperſonal und an Wehren konnte alles Vieh im letzten Augenblick gerettet werden. Da ſich Waſſerman⸗ gel bemerkbar machte, mußte aus dem etwa 400 Meter entfernt gelegenen Schlämitz⸗See Löſchwaſſer ent⸗ nommen werden. Inzwiſchen hatten die Flammen an den Heu⸗ und Strohvorräten im ſchieſergedeckten Dachſtuhl reiche Nahrung gefunden und waren auf den an das Hauptportal anſtoßenden großen Speicher übergeſprungen. Mit 10 Schlauchleitungen ver⸗ ſchiedenſten Kalibers wurden immer größere Waſſermengen gegeben, bis es ſchließlich gelang, einen Teil des großen Stallgebäudes zu retten. Bi den Löſcharbeiten kamen mehrere Perſo⸗ men ſchwer zu Schaden. Zwei Feuerwehrleute ſtürzten vom Dach des Stallgebäudes und mußten ins Krankenhaus gebracht werden, ebenſo verletz⸗ ten ſich bei den Löſcharbeiten zwei Zivilperſonen, von denen eine gleichfalls im Potsdamer Kranken⸗ haus Aufnahme fand. Erſt in den frühen Morgen⸗ ſtunden konnte das Feuer auf ſeinen Herd beſchränkt werden. Insgeſamt wurden an maſſiven Stallungen und Speichergebäuden etwa 80 Meter vollkommen vernichtet. Ferner Jfielen dem Feuer mehrere hundert Zentner Stroh und Futtermittel zum Opfer. Die Urſache des Bran⸗ des ſteht noch nicht feſt. Preſſechefs der ASA⸗Geſchwader geht zum Schutze der amerikaniſchen Bürger nach China (Funkmeldung der NM3.) + Neuyork, 14. Auguſt. Infolge der Verſchärfung der Lage in China erhielt der Kreuzer„Auguſta“, das Flaggſchiff des SA.⸗Geſchwaders in den Gewäſſern Aſiens, den Befehl, Schanghai zum Schutz des Lebens und des Eigentums der amerikaniſchen Bürger anzulaufen. Die übrigen Schiffe des Geſchwaders haben den Befehl erhalten, vor ande⸗ ren chineſiſchen Häfen, wo ſich amerikaniſche Staats⸗ bürger befinden, vor Anker zu gehen. Im Kriegsamt und in den marineamtlichen Kreiſen wird erklärt, daß man andererſeits nicht beabſichtige, Truppenverſtärkungen aus Manilla nach Schanghai zu entſenden. Die in der inter⸗ nationalen Niederlaſſung dieſer Stadt befindlichen 1300 amerikaniſchen Offiziere und Soldaten genüg⸗ ten bis auf weiteres, für den Schutz der USA⸗ Staatsbürger zu ſorgen. Die Schriftleitertagung der H7 Miniſterialrat Berndt ſpricht Berlin, 14. Auguſt. Die Reichstagung der Schriftleiter und Propa⸗ gandaleiter der HJ erreichte am Freitag, dem 13. Auguſt, mit dem Beſuch des ſtellvertretenden Reichsregierung, Miniſterialrat Berndt, ihren Höhepunkt. Der Chef des Preſſe⸗ und Propagandaamts der Reichsjugendführung, Dr. Lapper, konnte Miniſterialrat Berndt als einen Träger des Goldenen Ehrenzeichens der HJ, als einen alten Kameraden mit beſonderer Freude be⸗ grüßen. In einem mehr als dreiſtündigen Vortrag führte Pg. Berndt mit praktiſchen Beiſpielen belegt den Tagungsteilnehmern jene letzte politiſche Verant⸗ wortlichkeit des Zeitungsmannes vor Augen, in die der nationalſozialiſtiſche Staat ſein öffentliches Ver⸗ trauen eingeſetzt hat. Durch die Ausführungen des Miniſterialrates Berndt, der das deutſche Schickſal in dem umfaſſen⸗ den Raum der Weltpolitik darſtellte und deutete, und es mit kameradſchaftlichem Vertrauen beſprach, er⸗ ſtand allen das Bild von der Pflicht, der Verantwor⸗ tung und dem hohen Einſatz jenes Schriftleiters, der den Anforderungen unſerer großen Gegenwart ge⸗ wachſen ſein muß. Berndts Anruf an die eigenſchöpferiſche Arbeit des deutſchen Journaliſten beendeten ſeine mit begeiſter⸗ tem Dank aufgenommenen Worte. Den Abſchluß der Reichstagung bildet am Sams⸗ tag eine Grenzlandfahrt ſämtlicher Tagungsteilneh⸗ mer in Omnibuſſen über Marienburg nach Marien⸗ werder mit einer Beſichtigung des Ordenshaupthau⸗ ſes in Marienburg und einem Vortrag des Rektors der Albertus⸗Univerſität in Königsberg, Profeſſor Dr. v. Grünberg. Großer Erfolg des Films„Patrioten“ in Venedig Ein Meiſterwerk deutſcher Filmkunſt dub. Venedig, 14. Auguſt. Der unter der Leitung von Karl Ritter gedrehte Ufa⸗Film„Patrioten“, der als erſter deutſcher Spielfilm auf der diesjährigen Internationalen Filmkunſtſchan gezeigt wurde, errang einen überaus ſtarken Erfolg. Die rückhalt⸗ loſe Anerkenn ung, die das ſehr kritiſch ein⸗ geſtellte internationale Publikum der Filmkunſtans⸗ ſtellung dieſem Film zollte, iſt ein klarer Beweis dafür, daß man auf dem Weg nach den hohen Zielen, die ſich das deutſche Filmſchaffen geſetzt hat, mit Er⸗ folg fortſchreitet, Die Handlung des Films„Patrioten“, die wäh⸗ rend der Kriegszeit hinter den franzöſiſchen Linien ſpielt, entwickelte ſich über eine ununterbrochene Reihe von ſpannenden und ergreifenden Geſcheh⸗ niſſen zu einem dramatiſchen Höhepunkt von ſtärkſter Wirkung. Ueber dem harten Kriegsgeſchehen ſteht mit einfacher, erhebender Klar⸗ heit als höchſtes Geſetz die Achtung der Ehre des Gegners. Darin liegt der tiefe Ernſt und ethiſche Wert dieſes Films. Matthias Wiemann und Lida Baarbva in den Hauptrollen erreichen in der Kunſt der Dar⸗ ſtellung eine außerordentliche Höhe und geſtalten den Film zu einem Werk allererſten Ranges. So entſtand durch den Zuſammenklang von vornehmſter Geiſteshaltung, ſchauſpieleriſchen Höchſtleiſtungen und techniſcher Vollkommenheit ein neues Meiſterwerk deutſcher Filmkunſt. Trotz eines gegen Schluß der Vorführung ein⸗ ſetzenden Gewitterregens harrte das Publikum in größter Spannung bis zum Ende des Films aus und ſpendete einen ſo ſtarken Beifall, wie ihn bis jetzt noch kein Film auf der diesjährigen Filmkunſtſchau erzielen konnte. Süditalieniſches Holzlager in Flammen dub. Rom, 13. Auguſt. Ein Großfeuer brach in den Holzlagern der ſtüditalieniſchen Forſtwirtſchaftsgeſellſchaft in Petilla Policaſtro bei Catanzaro aus und verurſachte ge⸗ waltigen Schaden, der bisher bereits auf 0 6 Millionen Lire(rund 800 000 Mk.) geſchätzt wird. 0 1*—————— Kapitän Pruß vom Luftſchiff„Hindenburg“, der bei der Kataſtrophe in Lakehurſt ſchwer verletzt wurde, hat nach ſeiner Wiederherſtellung die Heim⸗ reiſe auf dem Schnelldampfer„Europa“ angetreten. Kapitän Pruß trägt noch einen Verband und wird von einem Arzt und ſeiner Gattin begleitet. Hauptſchriftletter und verantwortlich fur Politik: Dr. Alots Winbau (in Urlaub) 1. V. Carl Onno Eiſenbart Stellvertreter des Hauptſchriftleiters u. verantwortlich für Theater, Wiſſen⸗ ſchaft u. Unterhaltung: Carl Onno Eiſenbart„ Handelsteil: Dr. Fritz Bode ⸗Lokaler Teil: Dr Fritz hHammes Sport: i. V. E. W. Fennel Südweſtdeutſche umſchau, Gericht und Bilderdienſt: i. V. Richard Schönfelder ⸗Anzeigen u. geſchäftliche Mitteilungen i. V. Georg Kling ſämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Perleger: Neue Mannheimer Zeitung Dr. Fritz Bode& Co., Mannheim, R 1,—6 Gchriftleitung in Berlin Dr. E. F. Schaffer, Berlin⸗Friedenau. Sentaſtraße 2 .⸗A. VII. 1937: Mittagauflage der Ausgabe A u. Ausgabe B über 21 000 Abendauflage der Ausgabe Au. Ausgabe E über 29500 Zur Zeit Preisliſte Nr. 8 gültig Für unverlangte Beiträge keine Gewähr ⸗Rückſendung nur bei Rückporto 4 2 Samstag, 14. Auguſt 1937 Nene Mannheimer Zeitung“ Mittag⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 371 —————————— Mannheim, 14, Auguſt. Es brennt! Es brennt! In der Scheune, im Wald, im Es brennt! Wo? Ueberall! Stall! In die Scheune hat der Bauer das Heu einge⸗ fahren, ehe es noch trocken war; dann hat er ſich auch nicht um die warnenden Anzeichen, wie brandigen Röſtgeruch und ungleichmäßiges Einſacken der Ober⸗ fläche, gekümmert. So konnten ſich Wärmeneſter bilden, in denen die Temperatur ſprungartig auf 200 Grad kletterte, um ſchließlich den ganzen Stapel exploſionsartig zu entflammen. Für zehn Mil⸗ lionen Mark Brandͤſchäden entſtehen jähr⸗ lich in den deutſchen Gauen durch ſolche Selbſtent⸗ zündung von Heu, hauptſächlich in der nordͤeutſchen Tiefebene, in Oſtpreußen und Bayern. Sie könnten ums veſtlos erſpart bleiben! In den Wald ziehen die lieben Sommergäſte und Ausflügler und„verbeſſern“ trotz Rauchverbots die Luft mit ihrem Tabak. Der„Erfolg“: 360 und mehr Brände im Jahr allein in Preußen, davon manche mit mehreren tauſend Morgen Ausdehnung. 1934 wurden z. B. 6000 Morgen bei Waren, 3000 Morgen bei Teuzlitz in der Niederlauſitz und wei⸗ tere 3000 Morgen am Steinhuder Meer jeweils mit einem Schlag vernichtet. Auch hier ein Millionen⸗ ſchaden, der beſonders ſchwer ins Gewicht fällt, weil er ſich unmittelbar gegen eine der wichtigſten Roh⸗ ſtoffquellen des Vierjahresplanes richtet. Vermeid⸗ barkeit ſolcher Leichtſinnsbrände: 100 Prozent! Und im Stall? Da ſpielen die während der Feld⸗ arbeit unbeaufſichtigten kleineren Kinder ein mun⸗ teres Spiel mit Streichholz und Stroh. 5000 von Kindern verurſachte Brände verzeichnet die Jahres⸗ ſtatiſtik, das ſind dreizehn je Tag. Meiſt ereignen ſie ſich in den heißen Momaten und koſten vielſach die eben erſt eingebrachte Ernte. Von den Lebensmit⸗ teln, oie auf dieſe und ähnliche Weiſe dem gierigen Element zum Opfer fallen, könnte man laufend zwei Großſtädte(200 000 Menſchen) ernähren. Zum Schluß die Ziffer, die den jährlichen Ge⸗ ſamtverluſt der deutſchen Volkswirtſchaft durch Brände angibt. Sie iſt mit 400 Millionen Mark nicht zu hoch gegriffen. Sollten wir da nicht, den Blick auf den Vierjahresplan gerichtet, jeder an ſeinem Platz enolich einmal alles Erdenkliche tun, um ſie entſcheidend zu ſenken? rentas. Am 10. Funi hatte es 35.2 Grad Das Wetter im zweiten Vierteljahr 1937 Das Statiſtiſche Amt hat ſoeben die auf der fleißi⸗ gen Arbeit des Dr. Hofmann beruhende Ueberſicht über das zweite Vierteljahr 1937 herausgebracht, die wieder allerhand Wiſſenswertes über unſere Vater⸗ ſtadt enthält. So wird hier feſtgeſtellt, daß in allen 3 Monaten des Berichtsvierteljahres die mittlere Tagestemperatur die vorjährige übertroſſſen hat; ſie betrug im April 10,4(9,3) Grad, im Mai 17,6 (15,6) Grad, im Juni 19,0(18,4) Grad. Im Mai ſind 11(6) und im Juni 15(16), alſo insgeſamt 26(22) Sommertage— Maximum 25 Grad und mehr— gezählt worden; darunter waren 7(5) Tropentage— Maximum 30 Grad und mehr. Die höchſte Tempe⸗ ratur iſt im April mit 20,0(21,6) Grad hinter dem Vorjahr etwas zurückgeblieben, im Mai mit 32,0 (27,5) Grad und im Juni mit 35,2(32,2) Grad da⸗ gegen weit über die letztjährige hinausgegangen. Die am 10. Juni feſtgeſtellte Höchſttemperatur von 35,2 Grad wurde ſeit Herausgabe dieſer ſtatiſtiſchen Berichte, d. h. ſeit 1898, im Juni noch nie erreicht; an zweiter Stelle ſteht der 18. Juni 1934 mit einer Maximaltemperatur von 34,1 Grad. Die Niederſchlagshöhe belief ſich im April auf 91.1(102,1) Millimeter, im Mai auf 29,1(8,6) Millimeter, im Juni auf 128,5(55,6) Millimeter, im geſamten Vierteljahr auf 242,7(166,3) Millimeter; ſie war damit außerordentlich hoch, denn ſeit 1898 iſt die⸗ ſer Wert nur einmal noch höher geweſen: im zwei⸗ ten Vierteljahr 1935 mit 261,9 Millimeter. Die Ver⸗ teilung auf die einzelnen Tage iſt allerdings recht ungleichmäßig; ſo ſind im Juni allein an zwei Ta⸗ gen zuſammen 72,2 Millimeter gemeſſen worden, d. h. 58,9 v. H. der geſamten im Juni gefallenen Re⸗ Geſtern abend im Friebrichspark: Ernſt und Scherz im Banat Ein erhebender Abſchluß des Beſuches der Gäſte aus dem Donauraum Es war ein kleiner Ausſchnitt aus dem gewal⸗ tigen Geſchehen des Breslauer Sängerbundesfeſtes: der Heimat⸗ und Volkstumsabend, der dem Beſuch der Banater Schwaben einen ſo überaus erhebenden Abſchluß gab. Nur eines bleibt zu bedauern: daß der große Saal des Friedrichs⸗ parkes nicht bis auf den letzten Platz beſetzt war. Die Freunde echten Volkstums, die aus irgend einem Grunde am Erſcheinen verhindert waren, haben viel verſäumt. Als die ſangeskundigen Banater und Banaterin⸗ nen unter den Klängen einer Abteilung der Kapelle Seezer mit vier prächtigen Fahnen durch den mit dem Hoheitszeichen, Reichsfahnen und Girlanden ge⸗ ſchmückten Saal zur Bühne marſchiert waren, ergriff Kreisſtellenleiter Edam das Wort, um die Banater auf das herzlichſte im Namen der NSc„Kraft durch Freude“ willkom⸗ men zu heißen. Bei ihrer Fahrt durch Deutſchland, die ſie mit dieſer Organiſation unternommen hät⸗ ten, würden ſie ſeſtgeſtellt haben, daß Deutſchland nicht nur ſchöner, ſondern auch größer geworden ſei, daß das Dichterwort zur Wahrheit geworden ſei: „Soweit die deutſche Zunge klingt und Gott im Him⸗ mel Lieder ſingt, das ſoll es ſein, das ganze Deutſch⸗ land ſoll es ſein!“(Starker Beifall.) Dieſes Wort habe durch den Nationalſozialismus und unſeren gro⸗ ßen Führer⸗Adolf Hitler ſeine Erfüllung gefunden. Das Deutſchtum der ganzen Welt zählt heute 90 Millionen. Pg. Edam ſchloß ſeine mit großem Bei⸗ fall aufgenommene Anſprache mit dem Hinweis, daß das im Mutterland lebende deutſche Volk mit den Auslandsdeutſchen durch Blut, Sprache und nicht zu⸗ letzt oͤurch das Lied, dieſen wichtigen Beſtandteil unſerer Kulturgüter, für immer unlöslich verbunden ſei. Die Welt müſſe am deutſchen Weſen geneſen! In dieſem Sinne heiße er die Gäſte aus dem ſernen Süd⸗Oſten nochmals herzlich willkommen. Sprecher Franz Weißgerber verglich in ſeinen Dankesworten Auslands⸗ und In⸗ landsdeutſchtum mit Rhein und Neckar. Der kleine Bruder außerhalb der Reichsgrenzen habe zurückge⸗ funden zu dem großen Bruder in der Urheimat. In einem kurzen Rückblick erinnerte der Redner an die Auswanderung der Banater, die aus einer ſumpfi⸗ gen Wüſte mit zähem Fleiß die Kornkammer Euro⸗ pas ſchufen. Drei Millionen deutſchen Blutes ſind heute im Donauraum angeſiedelt, der zu Ungarn, Rumänien und Jugoſlawien gehört. Die bisherige Deutſchlandfahrt habe von der Macht des Mutter⸗ wolkes überzeugt, angefangen in Breslau, wo man den Führer ſehen und hören durfte, über Chemnitz und Kaſſel und die anderen Orte hinweg. Er könne nur das eine ſagen: Wir ßiehen mit neuer Kraft, neuem Mut und dem unbändigen Willen, weiter zu kämpfen für deutſche Art, zurück in die Heimat. (Starker Beifall.) Die Banater ſeien keine Schwa⸗ ben, ſondern vor allem helle Sachſen. Aber da man unter den verſchiedenen Mundarten, die von den Auswanderern geſprochen wurden, einen Sannmel⸗ namen ſuchen mußte, habe man ſich auf die Bezeich⸗ nung Schwabe geeinigt. Und nun folgte in dieſer unvergeßlichen Feierſtunde Lied und Gedicht, nach dem Wahlſpruch des Männerchores, der verſichert, daß der Väter heilige Scholle, komme was wolle, deutſch ſoll bleiben in Ewigkeit, das Lied „Wir ſind zum Kampf geboren“, ein Gedicht, vor⸗ getragen von einem Banater Mäochen, das mit den Worten beginnt: Es gibt ein Wort, das ſchöner klingt, als wenn die Lerche ſingt: Heimat. wieder ein Heimatlied, ein Heimatgedicht, ein Lied, das die Bodenſtändigkeit der Banater rühmt, Text und Vertonung faſt durchweg von Banatern ſtam⸗ mend, darunter auch vom Chormeiſter Weber aus Hatzfeld, der bei der Leitung der Vorträge bewies, daß er die kräftigen, wohlklingenden, von keiner Stadtluft beeinflußten Männer⸗ und Frauenſtim⸗ men zu einem Guß zuſammenzuſchweißen weiß. Noch ſchöner, inniger klangen die Lieder, als ſich die auf öer Bühne in ihren anmutigen, geſchmackvoll ab⸗ geſtimmten Trachten verſammelten Frauen und Mädchen mit den Männern zum gemiſchten Chor vereinigten, wobei man auch das tonmale⸗ riſche Bekenntnis eines verſtorbenen blinden Bana⸗ ters zu hören bekam. Dazwiſchen wieder ein Ge⸗ dicht, bei dem die Sprecherin bei der Wortbildung auffallend darauf aufmerkſam machte, daß der Ein⸗ fluß fremdländiſcher Mundart auf die Sprache der Vorväter nicht unwirkſam geweſen iſt. Kreispropagandaleiter Fiſcher, der oͤurch die Ueberreichung eines Aehrenkranzes mit Schleife in den Farben der Banater Heimat in ſinniger Weiſe geehrt wurde, ſprach in ſeinen Dan⸗ kesworten den Wunſch aus, daß die Banater ſo bald als möglich wieder nach Mannheim kommen und die erhebende Feierſtunde wiederholen möchten eine Feierſtunde, in der man ſo recht das auslandsdeut⸗ ſche Volks⸗ und Brauchtum in ſeiner Urſprünglich⸗ keit erleben durfte, ein Anſporn für alle im Mutter⸗ lande, zu dieſer urſprünglichen Art zu ſtehen. Ueber Titel, Klaſſen und Konfeſſionen hinweg umſchließe das Band des Blutes alle Deutſchen in aller Welt. In dieſem Sinne ſchloß der Redner mit einem„Sieg Heill“ auf Volk, Vaterland und Führer. Der heitere zweite Teil wurde mit zwei Mundartliedern eingeleitet, die dͤa⸗ von überzeugten, daß die auf der Bühne Verſam⸗ melten im Grunde genommen Pfälzer aus dem Weſtrich ſind. Dieſer Eindruck wurde noch ver⸗ ſtärkt durch die Spinnſtube, bei der Unterhal⸗ tung der Männer und Burſchen mit den ſtrickenden, ſtickenden und ſpinnenden Frauen und Mädchen. Es muß luſtig zugehen bei dieſen winterlichen Zuſam⸗ menkünften, bei denen ein derbes Scherzwort nicht auf die Goldwaage gelegt wird, noch mehr bei der Kirchweih, bei der nach alter Sitte ein reich be⸗ bänderter Strauß verſteigert wird. Unter großer Heiterkeit wurde dieſe Verſteigerung vollzogen. Im Banat erzielt man mehrere hundert Mark. Der Sie⸗ ger iſt dann aber auch das ganze Jahr hindurch der Dorfkönig. Aber Polka und Walzer muß er tanzen können. Daß auch der politiſche Leiter, der das Höchſtgebot mit 75 Mark machte, dazu in der Lage iſt, bewies er, als er auf die Bühne geleitet wurde und aus der Schar der Frauen und Mäochen die Kerwe⸗ königin herausholte. Im Nu drehten ſich weitere Uniformierte und Ziviliſten im Polka⸗ und Walzer⸗ takt nach den Klängen der Bauernkapelle, die den Kirchweihaufzug angeführt hatte, flott auf der Bühne mit den Banaterinnen. Aber auch mehrere Mann⸗ heimerinnen wurden zum Tanze aufgefordert. So fand der ernſt⸗heitere Abend, der einen tiefen Einblick in Sitte und Brauch der Banater ge⸗ währt hatte, den ſtimmungsvollſten Ausklang. Sprecher Weißgerber, der im Verlaufe des Abends der beredteſte Dolmetſch der Gefühle ſeiner Landsleute geweſen war, gab denn auch der Empfin⸗ dung der Nichtbanater Ausdruck, als er in ſeinem Schlußwort die Erwartung ausſprach, daß der Heimatabend bei denen, die in der Urheimat zurück⸗ bleiben, noch lange nachklingen werde. Als die Nationallieder verklungen waren, blieben Viele mit den Banatern noch ein wenig in regem Gedanken⸗ austauſch beiſammen. Sch. genmenge. Die ausgiebigen Regenfälle hatten bei unſeren beiden Flüſſen ein Anſchwellen des Waſ⸗ ſerſtandes zur Folge; der 19.(24.) April brachte mit 601(497) Zentimeter beim Rhein, mit 618(525) Zentimeter beim Neckar den höchſten Waſſerſtand. * 70 Jahre alt wird heute Herr Leo Kutterer, Rheinauhafen, Mutterſtädter Straße, ein langjäh⸗ riger Bezieher der NM., dem wir herzlich gratu⸗ lieren. — Gelegenheitsbetrüger vor dem Schöffengericht Es iſt ſchon ſo, wie einmal ein Rechtsanwalt in ſeiner Verteidigungsrede erklärte: ein Proviſions⸗ reiſender ſteht immer mit einem Fuß im Gefängnis. Gelegenheit macht hier zwar nicht Diebe, aber ver⸗ führt anſcheinend zum Betrug und allen Folge⸗ erſcheinungen, wie gewinnſüchtiger Urkundenfäl⸗ ſchung und vielleicht ſogar Untreue, wie in dem Fall, der am Freitag vor oͤem Mannheimer Schöffengericht zur Verhandlung kam. Es handelte ſich um einen armen Schlucker, muß man vorausſchicken. Der 1915 in Pirmaſens geborene Hans D. war von Hauſe aus ſehr ſchlecht geſtellt. Er nahm deshalb eine Vertretung für eine Firma an, die viel mit Schuhfabriken zu tun hatte. Pirmaſens war alſo der richtige Ort für ihn. Trotzdem konnte er nicht ſoviel Aufträge hereinbringen, wie das für ſeinen Lebensunterhalt notwendig geweſen wäre. Er füllte in ſeiner Not Beſtellſcheine aus für Firmen, die er wohl beſucht, die aber„kein Gramm“ beſtellt hatten, wie ſie ſpäter der Lieſerfirma mitteilten. Die Liefer⸗ firma war vorſichtig genug geweſen, Hans D. nur die Reiſeſpeſen in Höhe von ſechs Mark zu vergüten. In einem anderen Fall wollte er eine größere Beſtellung auf Oele bekommen haben und fuhr des⸗ halb beſonders nach Mannheim, um den Auftrag per⸗ ſönlich abzugeben. Seine Reiſeſpeſen in Höhe von 10 Mark bekam er auch hier erſetzt, aber auch dieſer Auftrag war fingiert, weshalb er ſofort entlaſſen wurde. Es ſtellte ſich dann auch noch heraus, daß er ein Feuerlöſchgerät, das er zur Vorführung erhalten hatte, unberechtigterweiſe verkaufte. Das Gericht erkannte in Anbetracht der Notlage und der Unvorbeſtraftheit des D. nur auf eine Ge⸗ fängnisſtrafe von 6 Wochen und 20 Mark Geld⸗ ſtrafe. Die Unterſuchungshaft von 11 Tagen wird angerechnet und die Geldͤſtrafe gilt auch als verbüßt. * Die Sache mit dem Fahrrad Wenn man ein Fahrrad„auf Stottern“ kauft, muß man es auch bezahlen. Ganz beſonders aber, wenn man vom Fahrradhändler in Anbetracht deſſen, daß man in Stellung iſt, von der größeren Anzah⸗ lung befreit wird. Franz Joſef., 1917 in Mann⸗ heim geboren, tat dies aber nicht, Im Gegenteil, als er des Rades überdrüſſig wurde, weil er ſich eine Fußverletzung zugezogen hatte, nerkaufte er das Fahrrad weiter, ohne den Händler lange zu fragen, ob ihm der Käufer auch angenehm ſei. Die beiden machten zwar aus, H. ſolle die erſten drei Raten weiterbezahlen und der andere wolle ihm das Geld geben, dann wollte er es erſt umſchreiben laſſen. Der andere zahlte H. auch jede Woche die Rate in Höhe von.50 Mk., aber H. hielt es nicht für nötig, ſie dem Fahrradhändler zu bringen. Um den anderen aber in Sicherheit zu wiegen, fertigte er eine Quittung auf den Namen des Fahrradͤhändlers aus. Das war ſchon gewinnſüchtige Urkundenfäl⸗ ſchung. Die Sache kam heraus, denn der Fahrrad⸗ händler wollte auch einmal Geld ſehen. Auch hier ließ das Gericht in Anbetracht des ge⸗ ringen Schadens und der Unvorbeſtraftheit des H. Milde walten und verurteilte ihn nur zu einer Ge⸗ fängnisſtrafe von 1 Monat und einer Geld⸗ ſtrafe von 10 Mark. Die Unterſuchungshaft in Höhe von 29 Tagen wurde angerechnet. Beide Angeklagten haben die Strafen vernünftigerweiſe noch im Ge⸗ richtsſaal angenommen. ba⸗ 64000 SA-Sportabzeichen in der SA-Gruppe Kurpfalz verliehen Durch den Befehl des Führers, daß jeder SA⸗ Mann, ſofern er körperlich dazu in der Lage iſt, das SA⸗Sportabzeichen zu erwerben hat, iſt der ſport⸗ lichen Leibesübung in der Sͤ ein weites Feld geöff⸗ net worden. Welcher Wertſchätzung ſich dieſe ſport⸗ liche Betätigung in allen Kreiſen des Volkes er⸗ freut, geht aus der Tatſache hervor, daß nach einer Veröffentlichung des Statiſtiſchen Reichsamts im Jahre 1936 auf Grund der vorgeſchriebenen Prü⸗ fungen 442 349 SA⸗Sportabzeichen neu verliehen wurden, wodurch die Geſamtzahl der ſeit der Stif⸗ tung(Dezember 1933) ausgegebenen Sportabzeichen ſich auf 1022 514 beläuft, An der Spitze aller SA⸗Gruppen ſteht der abſo⸗ luten Zahl nach die SA⸗Gruppe Niederrhein(Düſ⸗ ſeldorf) mit 118 000 ausgegebenen Sportabzeichen. In der Gruppe Kurpfalz wurden von 1934 bis 1936 insgeſamt 64000 SA⸗Sportabzeichen ver⸗ liehen, das ſind 6,2 v H. aller verteilten Sport⸗ abzeichen. Stellt man die Zahl der ansgegebenen SA⸗Sportabzeichen der Wohnbevölkerung der SA⸗ Gruppen gegenüber, ſo ergibt ſich, daß die Gruppe Thüringen(Weimar) mit 25,2 Abzeichen auf je 1000 Einwohner weitaus an der Spitze aller SA⸗Grup⸗ pen ſteht; mit 18,5 Abzeichen je 1000 Einwohner folgt an zweiter Stelle die Gruppe Niederrhein. In der Gruppe Kurpfalz entfielen auf je 1000 Ein⸗ wohner 16,4 Abzeichen gegenüber einem Reichs⸗ durchſchnitt von 15,5. Der Wert des SA⸗Sportabzeiechns hat eine be⸗ ſondere Erhöhung dadurch erfahren, daß vom 1. Januar 1938 ab der weitere Beſitz des Abzeichens von der Ableiſtung beſtimmter Wiederholungs⸗ übungen abhängig gemacht und das Leiſtungs⸗ buch des SA⸗Sportabzeichens zu einer öſſentlichen Urkunde über die körperliche Leiſtungsfähigkeit und charakterlich⸗weltanſchauliche Haltung des Inhabers erhoben worden iſt. un Die Zulaſſung zur Geſellenprüfung. Der Reichsſtand des Deutſchen Handwerks hat die Kreis⸗ handwerkerſchaften und Innungen darauf hingewie⸗ ſen, daß für die Zulaſſung zu den Geſellenprü⸗ fungen ausſchließlich die geſetzlichen Vorſchriften gelten, und daß demnach zur Geſellenprüfung nur zugelaſſen werden kann, wer die geſetzlichen Voraus⸗ ſetzungen erfüllt. Günſtiger Leiſtungsſtand der Facharbeiterlehrlinge In einer Bilanz der Facharbeiterprüfungen der Induſtrie⸗ und Handelskammern zu Oſtern 1937 ſtellt Dr. Walter Stier in der deutſchen Wirt⸗ ſchaftszeitung feſt, daß der Hundertſatz der durchge⸗ kommenen Lehrlinge in allen Bezirken mit drei Aus⸗ nahmen im Durchſchnitt über 90 liegt. Die Prü⸗ fung habe im ganzen genommen ein nicht ungün⸗ ſtiges Bild von dem Leiſtungsſtand der deutſchen Facharbeiterlehre vermittelt und gegenüber dem Vorjahr eine weiter auſſteigende Linie feſtgeſtellt. Dagegen finde ſich in faſt jedem Bericht die Feſtſtel⸗ lung, daß die Leiſtungen in Deutſch und Rechnen viel zu wünſchen übrig ließen. Urſache ſeien unzureichende Leiſtungen der Volks⸗ ſchule vor dem Umbruch. Wenn man die Leiſtungen der deutſchen Facharbeiterlehre nach dieſen Ergebniſ⸗ ſen überblicke, dann müſſe feſtgeſtellt werden, daß der Kern der Berufsausbildung des gewerb⸗ lichen Nachwuchſes nach wie vor die praktiſche Lehre im Betrieb ſei. So unentbehrlich auch die Ergänzzung durch Berufsſchule und freiwillige Weiterbildung ſei, ſo werde doch immer der Schlüſſel zum Erfolg in der Nachwuchserziehung eine mög⸗ lichſt ertragreiche Betriebsausbildung ſein. Der Referent teilt noch mit, daß 88 v. H. der Oſter⸗ prüflinge aus der Eiſen⸗ und Metallinduſtrie in weiteſtem Sinne waren. Etwa 60 v. H. des ausler⸗ nenden Lehrlingsjahrganges der Eiſen⸗ und Metall⸗ induſtrie ſeien erfaßt worden. Ohne geſetzliche Feſt⸗ legung hätten ſich ſomit die Facharbeiterprüfungen bereits überall durchgeſetzt, und die hundertprozen⸗ tige Wirkſamkeit ſei nur noch eine Frage der Zeit. Der Facharbeiterbrief werde in Zukunft eines der wichtigſten Ausweispapiere des jungen Facharbeiters werden, ebne er ihm doch u. a. jetzt auch den Weg zur Zulaſſung zur handwerklichen Meiſterprüfung. Vertrauensmänner können nicht im Namen der Belegſchaft Beſchlüſſe faſſen Das Arbeitsgericht Kolberg hatte erklärt, daß Vertrauensmänner„nicht im Namen der Beleg⸗ ſchaft“ Beſchlüſſe zu faſſen haben, ihre Aufgabe ſei es vielmehr, den Betriebsführer zu beraten, Ent⸗ ſcheidungen habe dagegen allein der Betriebsführer in eigener Verantwortung zu treffen. Bei der Frage, ob die Entlaſſung eines Gefolgſchaftsmit⸗ gliedes berechtigt iſt oder nicht, könne ſich daher der Betriebsführer ſeiner Pflicht der ſelbſtändigen Prü⸗ fung der Angelegenheit nicht dadurch entziehen, daß er ſich auf Beſchlüſſe der Vertrauensmänner oder der Belegſchaft berufe. Das Amt ſür Rechtsbera⸗ tungsſtellen unterttreicht dieſe Feſtſtellung. Es ſei ſelbſtverſtändliche Pflicht eines Betriebsführers, alle den Betrieb und die Gefolgſchaft berührenden Fra⸗ gen vertrauensvoll mit den Vertrauensmännern zu beſprechen. Betriebsführer und Vertrauens⸗ männer müßten ſich aber von der Auffaſſung frei⸗ machen, daß der Betriebsführer auf der einen Seite und die Vertrauensmänner auf der anderen Seite Vertreter gegenſätzlicher Intereſſen ſeien. Ein Be⸗ ſchluß der Vertrauensmänner oder des Ver⸗ trauensrats„im Namen der Belegſchaft“ binde den Betriebsführer nicht und befreie ihn auch nicht von der eigenen Verantwortung. Ohrſchmerzen— und Schuld daran: die Zähne Selbſtverſtändlich ſind nicht immer krapke Zähne die Schuldigen, wenn man Ohrſchmerzen hat. Es gibt viele Ohrerkrankungen, die äußerſt ſchmerzhaft ſind. Doch häufiger als man denkt, haben Ohrſchmerzen, worüber der Oberarzt Hüner⸗ mann der Klinik für Hals⸗, Naſen⸗ und Ohrenheil⸗ kunde in Düſſeldorf jetzt in der Deutſchen Medi⸗ ziniſchen Wochenſchrift berichtet hat, ihren Ur⸗ ſprung in einem erkrankten Gebiß. Bei der außerordentlich weit verbreiteten Zahn⸗ fäule und im übrigen auch bei dem häufiger er⸗ ſchwerten Durchbruch des Weisheitszahnes wird ein Aſt des Trigeminisnerven, der ſowohl das Gebiet der Zähne als auch die Paukenhöhle im Ohr gleich⸗ ſam wie eine telegraphiſche Leitung mit dem Hirn verbindet, in Mitleidenſchaft gezogen. Dabei kommt es leicht zu einer Fehlmeldung und infolgedeſſen zu einem Irrtum des Kranken über den Sitz der ſchmerzhaften Erkrankung: er glaubt Ohrſchmerzen zu haben, während der Entzündungsherd im Gebiet der Zähne liegt. Die Schmerzen werden auf dem Weg der Ausſtrahlung in das Ohr verlegt. Auch hier wieder zeigt ſich alſo, wie wichtig es iſt, für ein geſundes Gebiß zu ſorgen und ſeinen Zuſtand regel⸗ mäßig durch den Zahnarzt überwachen zu laſſen. Zum Staatsanwalt in Mannheim wurde Ge⸗ richtsaſſeſſor Dr. Erich Rudmann von Pforzheim ernannt. n Rundfunkgebührenbefreiung. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer iſt im letzten Jahr erheblich ge⸗ ſtiegen; ſie hat die Acht⸗Millionen⸗Grenze überſchrit⸗ ten. Im Zuſammenhang damit konnte auch die Zahl der Rundfunkgebührenbefreiungen erhöht werden. Den Fürſorgeverbänden ſind daher 100 bo0 neue Freiſtellen zur Verteilung an bedürftige Volks⸗ genoſſen zugewieſen worden. Die Geſamtzahl der Freiſtellen beträgt nunmehr 800 000. u* Poſtnachnahmen nach Frankreich. In Aus⸗ wirkung des neuen deutſch⸗franzöſiſchen Wirtſchaſts⸗ abkommens ſind nunmehr auch die Nachnahmen auf Warenſendungen nach Frankreich, die beſonderen Vorſchriften unterlagen, wieder in gewöhnlicher Weiſe zu verſenden. Die Nachnahmebeträge, die bei Briefſendungen auf höchſtens 800 Mark, bei Paketen auf höchſtens 500 Mark feſtgeſetzt ſind, ſind alſo in deutſcher Währung anzugeben; ſerner ſind, wie all⸗ gemein im Auslandspoſtverkehr, den Sendungen wie⸗ der Nachnahmepoſtanweiſungen beizufügen. ** Handwerkszeichen für Steinmetze. Auf der Reichstagung des Bildhauer⸗ und Steinmetz⸗Hand⸗ werks in Hamburg gab Reichsinnungsmeiſter Wak⸗ ker⸗Stuttgart die Einführung der Verleihung von Steinmetzzeichen bekannt. Danach ſoll in Zukunſt je⸗ dem Meiſter und Geſellen, der das Handwerk von Grund auf gelernt hat, die Berechtigung erteilt wer⸗ den, in ſelbſtgearbeitete Steine ein beſtimmtes, ihm verliehenes Steinmetzabzeichen als ſein Ehren⸗ zeichen einzuſchlagen. Das Steinmetzabzeichen wird ſomit das Gütezeichen des Handwerks darſtellen und für eine gute handwerkliche Arbeit bürgen. 4. Seite/ Nummer 371 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Samstag, 14. Auguſt 1987 SBlick auf Ludwigshafen Kreisappell in Speyer Der ſtellvertretende Gauleiter Saarpfalz Ley⸗ ſer gibt als Aufmarſchleiter folgendes bekannt:„Am 14. und 15. Auguſt findet in Speyer ein großer Kreisappell der Kreiſe Speyer, Ludwigshafen, Frankenthal, Neuſtadt, Landau, Bergzabern und Germersheim ſtatt. Außer den dienſtlich hierzu be⸗ fohlenen Angehörigen der Partei und ihrer Gliede⸗ rungen wird auch die Bevölkerung zur Teilnahme eingeladen. Es finden folgende Veranſtaltungen an beiden Tagen ſtatt: Samstag, den 14. Auguſt, 20 Uhr, Kunogebungen des NS⸗Lehrerbundes im Sbadtſaal. 21.30 Uhr feierliche Einholung der auf dem Adolf⸗Hitler⸗Marſch befindlichen ſaarpfälziſchen Bannfahnen an der Stadtgrenze von Speyer. Sonntag, 15. Auguſt,.30 Uhr, Morgenfeier der HOJ auf dem Königsplatz. Es ſpricht Brigadeführer Schwitzgebel. 11 Uhr: Großkundgebung der Partei und Bevölkerung auf dem Marktplatz. Es ſpricht der Gauleiter. 14 Uhr Beginn des Pro⸗ pagandamarſches durch die Stadt. 15.30 Uhr: Vor⸗ beimarſch der Gliederungen vor dem Gauleiter auf dem Marktplatz. Anſchließend Standmuſik auf allen öffentlichen Plätzen der Stadt. 4. Die Betrenung unſerer Kleinrentner Im Rahmen des jüngſten Ausſprache⸗Nachmittags des Reichsbundes der deutſchen Kapital⸗ und Klein⸗ rentner, Gruppe Ludwigshafen a. Rh., im Konfir⸗ mandenſaal des Proteſtantiſchen Vereinshauſes gab Gruppenleiter Philipp Laubſcher auch diesmal einen Rückblick auf Bedeutung und praktiſche Aus⸗ wirkungen des Kleinrentnerhilfe⸗Geſetze und gab Anregungen aus Kleinrentnerkreiſen zur künftigen weiteren Ausgeſtaltung der deutſchen Rentnergeſetz⸗ gebung. Nach Laubſcher ſprach Bundesgebietsleiter A. Diehl vom Bundesgebiet„Weſtmark“ in Mainz über die künftige Betreuung der Kleinrent⸗ ner im WoW des deutſchen Volkes und Verein⸗ barungen mit„Kraft durch Freude“, die allen Bundes⸗ mitgliedern die Teilnahme an„Koͤc“⸗Veranſtaltun⸗ gen ermöglichen. Zum Schluß der Verſammlung warb der heimiſche Gruppenleiter um neue Mitglie⸗ der und kündigte die nächſte Ausſprache für den 23. September an. Wer kann Angaben machen? Die ſtaatliche Kriminalpolizeiſtelle Ludwigshafen a. Rh. gibt folgendes bekannt: Am 9. Auguſt, kurz nach drei Uhr morgens, wurde auf der Straße zwiſchen Ramſtein und Landſtuhl durch ein unbeleuchtet fahrendes Per⸗ ſonenauto ein ſchwerer Verkehrsunfall verurſacht, wobei drei Perſonen überfahren und zum Teil ſchwer verletzt wurden. Der rückſichtsloſe Wagen⸗ führer fuhr nach dem Unfall in ſchnellem Tempo in Richtung Landſtuhl davon. Er konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Nach Zeugemausſagen han⸗ delt es ſich um ein Fahrzeug älterer Bauart mit hoher viereckiger Karoſſerie, vermutlich Händlerwa⸗ gen. Unmittelbar vor dem unbeleuchteten Kraft⸗ wagen fuhr ein faſt neuer Perſonenwagen mit hellem Scheinwerfer in gleicher Richtung. Der Führer oie⸗ ſes Fahrzeuges, der beſtimmt den nachfolgenden Per⸗ ſonenwagen bemerkt hat, wird gebeten, ſeine Adreſſe der Gendarmerieſtation Ludwigshafen oder der näch⸗ ſten Polizei oder Gendarmerie mitzuteilen. 4 Aus dem Schöffengerichtsſaal Aus der Unterſuchungshaft wurde der 39 Jahre alte Karl Hoffmann aus Ludwigshafen dem Schöfſengericht vorgeführt, um ſich wegen Urkunden⸗ fälſchung, Betrugs und Unterſchlagung zu verant⸗ worten. Hoffmann eröffnete ohne jegliche Fach⸗ kenntnis ein Kohlengeſchäft, das bereits im Jahre 1033 in Konkurs geriet. Das hinderte ihn aber nicht, ſchon ein Jahr ſpäter auf den Namen ſeiner Frau ein gleiches Geſchäft zu gründen, deſſen Leitung er hatte. Im Juni 1934 ſchloß er mit einer Ludwigs⸗ haſener Kohlenfirma einen Kommiſſionsvertrag ab. Um ſich bei der Firma den notwendigen Kredit zu verſchaffen, fälſchte er eine Bürgſchaftserklärung über 6000 Mark, eine zweite über 8000 Mark und eine dritte über 2000 Mark ſowie fünf weitere über insgeſamt 1062 Mark. Alle Bürgſchaften unterſchrieb er mit dem Namen ſeines Vaters, der als kredͤitwür⸗ dig bekannt iſt. Hoffmann hatte vollſtändig die Ueberſicht über ſein Geſchäft verloren. Um weiteren Kredit zu bekommen, unterſchrieb er acht Wechſel mit Namen von Perſonen, die überhaupt nicht exiſtierten. Hierdurch erlitt die Firma einen Verluſt von 806 Mark. Weitere 7440 Mark, die er aus Lieferungen eingenommen hatte, führte er ebenfalls nicht ab. Schließlich legte er noch eine Mannheimer Lieſer⸗ firma mit 167,50 Mark herein. Als Hoffmann den Zuſammenbruch ſeines Geſchäftes nicht mehr aufhal⸗ ten konnte, beging er einen Selbſtmordverſuch. In der Verhandlung gab Hoffmann ſeine Verfehlungen reumütig zu. Es wurde feſtgeſtellt, daß Hoffmann nicht in verbrecheriſcher Abſicht gehandelt hat. Er hatte lediglich die Ueberſicht über ſein Geſchäft, das auf Kredit aufgebaut war, verloren. Darum billigte ihm das Gericht mildernde Umſtände zu und er⸗ kannte auf eine Gefängnisſtrafe von ein em Jahr ſechs Monaten ſowie auf eine Geld⸗ ſtrafe von 1000 Mark. Der Verurteilte nahm die Strafe an. Ludwigshafener Veranſtaltungen Heute Samstag Hindenburgpark: 16 bis 18 Uhr und 20.15 bis 22.30 Uhr Konzerte« des Sgarpfalz⸗Orcheſters. Abenoͤs unter Mit⸗ wirkung von Wilhelmine Hoppe. Hardenburg: 20 bis 23 Uhr„Die Rabenſteinerin“. . und am Sonntag Hindenburgpark: Nachmittags und abends„Triumph der Heiterkeit“, ein„Generalangriff auf die Lachmuskeln durch deutſche Meiſter des Humors“(Claire Schlichting, Oscar Albrecht, Kurt Engel, W. u. E. Blacker, Bayerini und Guſtar Bech). 16 bis 18.30 Uhr„Der Kurfürſt führt den ock“. An beiden Tagen: — in Mundenheim mit Budenzauber auf dem But⸗ ſcherplatz. Schießanlage der Schützengeſellſchaft Ludwigshafen, Mau⸗ dacher Straße: Plakettenſchießen der Deutſchen Jäger⸗ ſchaft, Jagdgau Saarpfalz. Pfalzbau⸗Kaffeehaus: Kleinkunſtbühne. Sternkaffee im Hindenburgpark: Konzert und Tanz. Kaffeehaus Paterland: Konzert und Tanz. Rheinſchiffs⸗Gaſtſtätte„Kurpfalz“: Konzert und Tanz. Volkshaus Gartenſtadt: Konzert und Tanz. Heimatmuſeum, Bredeſtraße 1: Sonderausſtellung Robert Fuller und Robert Seſſig. Geöffnet von 15 bis 18 Uhr. Köln⸗Düſſeldorſer Rheindampfſchiffahrt: Tägliche Abfahrten. Lichtſpiele: Ufa⸗Palaſt im Pfalzban und Ufa⸗Rheingold:„Alarm in Peking“. Palaſt⸗Lichtſpiele: Madame Bovary“. Union⸗Theater:„Viva Villa“.— Alhambra Mundenheim: „Frauenliebe— Atlantik:„Schloß Vogel⸗ Starke Gewitterregen brachten im Laufe des Freitags trotz ihrer kurzen Dauer dem Boden die erſte notwendige Durchnäſſung. Nachdem das heiße, trockene Wetter dem Einbringen der Ernte ſehr zu⸗ ſtatten kam, wäre weiterer Regen für die Landwirt⸗ ſchaft ſehr zu wünſchen. Zuſammenſtoß. An der Ecke Lauerſtraße und Große Mantelgaſſe ſtieß am Donnerstag ein Laſt⸗ kraftwagen mit einem Perſonenkraftwagen zuſam⸗ men, wobei beide Fahrzeuge erheblich beſchädigt wurden. Perſonen wurden nicht verletzt. Die Schuld an dem Zuſammenſtoß trifft beide Fahrer, und zwar den Führer des Laſtkraftwagens, weil er das Vor⸗ fahrtsrecht nicht beachtete, und den Führer des Per⸗ ſonenkraftwagens, weil er von der Lauerſtraße nach links in den Neckarſtaden in kurzer Wendung einbog. In die Fahrbahn gelaufen. Beim Ueberqueren der Leopoldſtraße lief am Donnerstag eine 61 Jahre alte Frau in die Fahrbahn eines Kraftrades. Die Frau wurde angefahren, ſtürzte zu Boden und erlitt eine Kopfverletzung, die ihre Verbringung ins Krankenhaus erforderlich machte.— Eine 83 Jahre alte Frau ging beim Ueberqueren der Bergheimer Straße, als ſich ein Kraftrad näherte, wieder zurück und wurde infolgedeſſen angefahren und zu Boden geſchleudert. Die Frau, die ſich eine Kopf⸗ und Armverletzung zuzog, mußte nach der Klinik gebracht werden. Heidelberger Veranſtaltungen Samstag und Montag Reichsfeſtſpiele Heidelbera 1937:„Romeo und Julia“, 20.30 Uhr im Schloßhof(bei Regen„Pantalon und ſeine Söhne“, 20.30 Uhr im Königsſaal). und am Sonntag: Reichsfeſtſpiele Heidelberg 1937:„Götz von Berlichingen“, 20.30 Uhr im Schloßhof(bei Regen:„Pantalon und ſeine Söhne“ im Königsſoal), Kurpfälziſches Muſeum: Ausſtellung„Heidelberg und die Angelſachſen“ und Sammlungen. Haus der Kunſt:„Deutſche Kunſt der Gegenwart“. Aus den Kinos: Capitol:„Annemarie“.— Kammer:„San Franzisko“.— Gloria:„Lockenköpfchen“. Odeon: Neues Programm (Samstag und„Ich tanze nur + 4¹ 8* NSDAP-Miſſeilungen Aus parteiemtlichen Behenntmachungen enmommen Anordnung der Kreisleitung Am kommenden Dienstag, 17. Auguſt, findet um 20.15 Uhr im kleinen Saal der„Harmonie“(D 2) eine wichtige Propagandaleiterſitzung ſtatt, zu der alle Propagandaleiter (Stadt⸗ und Landortsgruppen) zu erſcheinen haben. Das Kreispropagandaamt. Das Propaganda⸗ und Schulungsmaterial(Schulungs⸗ brieſe,„Wille und Weg“, Rednerinformationsmaterial und „Neues Volk“) iſt am Dienstag, dem 17. Auguſt, in der Zeit von 10—12 und 16—18 Uhr abzuholen. Dieſer Ter⸗ min iſt unbedingt einzuhalten. Das Kreispropagandaamt. DAx Handwerk: Großkundgebung des Fleiſcherhandwerks. Am 16. 8. findet in der„Liedertafel“, Mannheim, K 2, um 20 Uhr, eine Verſammlung ſtatt, bei welcher das Erſcheinen der Betriebsführer und ihrer Gefolgſchaft Pflicht iſt. Samstag, 14. Auguſt Omnibusfahrten ab Paradeylatz: 14 Uhr Peterskopf/ Pfals. Flugplatz: 10 bis 18 Uhr Rundflüge über Mannheim. Tanz: Palaſthotel, Parkhotel, Libelle, Walopark⸗Reſtaurant, Flughafen⸗ Gaſtſtätte, Friedrichspark. Köln⸗Düſſeldorfer Abfahrtsſtelle: 20.15 Uhr HB⸗Abendfahrt mit Dampfer Beethoven nach Worms. Ständige Darbietungen Städt. Schloßmuſeum: Geöffnet von 10—13 und 15—17 Uhr. Sonderſchau: Mannheim als Feſtung und Gar⸗ S 3 niſonſtadt. Biloniſſe deutſcher Män⸗ ner. Goldſchmiedekunſt. Liebesringe. Theatermuſeum, E 7, 20; Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sternwarte: Geöffnet von 9 bis 12 und 14 bis 10 Uhr, Städtiſche Kunſthalle: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderſchau: Junge deutſche Biloͤhauer. Maunheimer Kunſtverein, L 1, 1: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Ubr. Rhein⸗Neckar⸗Hallen: Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. des Zeughausmuſeums:„Die Welt der Maske“. Städtiſche Schloßbücherei: 11 bis 13 Uhr Aueleihe: 9 bis 13 Uhr Leſeſäle. 8 93 6 Lichtſpiele: Univerſum:„Karuſſell“.— Alhambra:„Alarm in Peking“. — Palaſt und Gloria:„Die göttliche Jette“. Capitol: „Dahinten in der Heide“. Scala:„Die Tochter des Samurai“.— e Müller:„Das ſchöne Fräulein ragg“. Was hören wir? Sonntag, 15. Auguſt Reichsſender Stuttgart .00: Haſenkonzert.—.30: Evang. Morgenfeier aus Mannheim.—.00: Sonntagmorgen ohne Sorgen.— 10.00: Auslandsdeutſche Morgenfeier.— 10.45: Sonate von M. A. Souchay.— 11.15: Bunter Liederkranz(Schallpl.).— 12.00: Muſik am Mittag.— 14.00: Kaſperles Sommerferien.— 14.30: Schallplatten.— 16.00: Muſik zur Unterhaltung.— 18.00: Heimat grüßt die fernen Söhne.— 19.00: Aus ita⸗ 20.00: Wiener Weiſen.— 21.00: Tanzplatte(Schallpl.).— 22.00: Nachrichten.— 22.30: Muſik zur Unterhaltung.— 24.00: Von der Nacht, ihren Liedern und Träumen(Schall⸗ platten). Deutſchlandſender .20: Bauernfunk.—.00: Sonntagmorgen.— 10.00: Morgenfeier.— 10.45: Richard Strauß(Schallpl.).— 11.30: 700⸗Jahr⸗Feier der Reichshauptſtadt. Funkberichte.— 12.15: Muſik zum Mittag.— 14.00: Märchenſpiel.— 14.30: Walds⸗ huter Chilbi.— 15.00: Sport und Unterhaltung.— 18.00: Auslandsdeutſche Jägerlieder. 18.30: Melodienreigen (Schallpl.).— 19.45: Sportecho.— 20.00: Bilderbuch Berlin. Heitere Hörfolge. 22.30: Muſik zur Unterhaltung.— 23.30: Tanzmuſik. Alle Auskünfte durch den Verkehrs⸗Verein, Teleſon 343 21. lieniſchen Opern(Schallplatten).— 19.25: Sportberichte.— Montag, 16. Auguſt Reichsſender Stutigart .00; Fröhliche Muſik..30: Frühkonzert.—.30: Schallplatten.— 11.30: Volksmuſik.— 12.00: Schloßkonzert aus Hannover. 14.00: Allerlei von zwei bis drei.— 16.00: Unterhaltungskonzert.— 18.00: Griff ins Heute.— 19.00: Stuttgart ſpielt auf.— 21.15: Eine Stunde aus Tirol. — 22.00: Nachrichten.— 22.15: Leipziger Herbſtmeſſe 1937. — 22.30; Liebeslieder von Dvorak.— 22.45: Nachtmuſik und Tanz.— 24.00: Nachtmuſik. Deutſchlandſender .00: Schallplatten.—.30: Fröhliche Morgenmuſik.— 10.00: Feierliche Stunde der Berliner Schuljugend. 11.45: Kleine Dinge— groß geſehen.— 12.00: Muſik.— 14.00: Allerlei.— 15.15: Barnabas von Geczy ſpielt Schall⸗ platten). 15.40: Berliner Leben im Biedermeier.— 16.00: Muſik am Nachmittag.— 18.00: Fröhliche Sommer⸗ lieder. Milch auf Reiſen.— 19.00: Kommermuſik.— 22.15: Deutſchland baut auf. Tanz und Unterhaltung. 18.30: Muſikaliſches Zwiſchenſpiel. 18.40: Muſik.— 21.15: Wetterkarte der Reichswetterdienſtſtelle Frankfurt/ M. 15. Aug. 1957 nachm. Wetterbericht des Reichswetterdienſtes, Ausgabe⸗ ort Frankfurt a.., vom 14. Auguſt: Die von Süd⸗ weſten her vorgeoͤrungenen Tiefdͤruckſtörungen haben ihren Einflußbereich unter gewittrigen Regenfällen bis Mitteldeutſchland vorgetrieben. Wir verbleiben auch weiterhin im Zufuhrbereich feuchter Meexesluft, ſo daß das Ufbeſkändihere Wetter mit Neigung zu einzelnen Schauern erhalten bleibt. Vorausſage für Sonntag, 15. Auguft Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, Baber auch einzelnen Niederſchlagsſchauern, bei lebhaften weſtlichen Winden kühler. Höchſttemperatur in Mannheim am 13. Auguſt + 23,5 Grad, tiefſte Temperatur in der Nacht zum 14. Auguſt 16,6 Grad, heute früh halb 8 Uhr + 18,9 Grad. Niederſchlagsmenge in der Zeit von geſtern früh halb 8 Uhr bis heute früh halb 8 Uhr 15,6 Milli⸗ meter ⸗ 15,6 Liter je Geviertmeter. In den Rheinbädern wurden heute vormittag 8 Uhr 22 Grad Waſſer⸗ und 19 Grad Luft⸗ wärme gemeſſen. 9 Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Auguſt Rhein⸗Pegel 11. 12. 13.14. Sottesdienſt-Orbnung Evangeliſche Gemeinde Sonntag, den 15. Auguſt 1937 Trinitatiskirche:.30 Frühgottesdienſt, Vikar Jaeger: 19 Hauptgottesdienſt, Pfarrer Speck; 11.15 Kindergottes⸗ dienſt, Vikar Jaeger. Konkordienkirche: 10 Hauptgottesdienſt, Pfr. Dr. Schütz; 10.45 Kindergottesdienſt, Pfarrer Dr. Schütz; 6 Abend⸗ gottesdienſt, Vikar Stern. Ehriſtuskirche: 8 Frühgottesdienſt, Vikar Doll: 10 Haupt⸗ gottesdienſt, Vikar Weiß: 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Weiß. Neuoſtheim:.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Doll. Friedenskirche:.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Bender: 10.45 Kindergottesdienſt, Vikar Bender. Johanniskirche: 10 Hauptgottesdienſt, Vikar v. Feilitzſch; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar von Feilitzſch. Lutherkirche:.90 Hauptgottesdienſt, Vikar Schäfer: 10.45 Kindergottesdienſt, Vikar Schäfer. Melauchthonkirche: 10 Hauptgottesdienſt, Vikar Stürmer; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Stürmer. Gemeindehaus Zellerſtraße 34:.90 Gottesdienſt, Vikar Stürmer. Auſerſtehungskirche Mannheim⸗Nord:.30 Hauptgottes⸗ dienſt, Bikar Adelmann; 10.30 Kindergottesdienſt, Vikar Adelmann. Städtiſches Krankenhaus: 10.30 Gottesdienſt, Pfarrer Haas. Bei ſchönem Wetter im Freien. 8 Fendenheim:.30 Uhr Kindergottesdienſt, Vikar Rau:.90 Hauptgottesdienſt, Vikar Rau. Friebrichsſeld:.30 Hauptgottesdienſt, cand. theol. Ulrich. Käſertal: 10 Uhr Hauptgottesdienſt, Vikar Metzger; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Metzger. Käſertal⸗Süd: 9 Hauptgottesdienſt, Vikax Metzger. Netkaran:.30 Hauptgottesdienſt, Pfr. Kühn; 10.30 Kinder⸗ gottesdienſt der beiden Pfarreien, Pfarrer Kühn. Gemeindehaus Speyerer Straße 28:.90 Hauptgottesdienſt, Müller; 10.90 Kindergottesdienſt, Pfarrvikar Kikller. Rheinan: 10 Hauytgottesdienſt, Pfarrer Vath. Pfingſtberg: 9 Hauytgottesdienſt, Pfarrer Vath. Sandhofen: 8 Waldgottesdienſt, Vikar Herrenknecht;.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Herrenknecht. Seckenheim:.30 Hauptgottesdienſt, Pfarrer Fichtl; 10.45 Kindergottesdienſt, Pfarrer Fichtl. Panluskirche Waldhof:.30 Hauptgottesdienſt, Pfarrer Ohngemach. Wallſtadt: 10.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Rau. Vereinigte evangeliſche Gemeinſchaften Gemeinſchaft innerhalb der Kirche„Haus Friede“, K 4. 10. Sonntag nachm. 2 Kinderſtunde; 3 Jungmännerſtunde; 4 Jugendbund für junge Mädchen; abends 8 Evangeli⸗ ſationsvortrag:„Nur der Glaubensweg iſt ſicher!“ Landeskirchl. Gemeinſchaft der Liebenzeller Miſſion und Jugendbund für entſchiedenes Chriſtentum, Lindenhof⸗ ſtraße 34: Sonntag abend 8 Wortverkündigung(Gem.⸗ Pfleger Steeger). Feudenheim: Schwanenſtr. 30(Lokal im Hof): Sountag abend 8 Wortverkündigung.— Wall⸗ ſtadt, Atzelbuckelſtraße 4: Sonntag abend 8 Bibelſtunde. Evangeliſche Freikirchen Methodiſtenkirche, Augartenſtraße 26: Sonntag vorm..45 Predigt. Donnerstag abend 8 Bibelſtunde. Evangeliſche Gemeinſchaft Mannheim, U 3. 23. Sonntag vorm..30 Predigt, Prediger Sautter; 10.45 Sonntags⸗ ſchule; abends.30 Predigt. Evangel. Gemeinde gläubig getaufter Chriſten(Baptiſten), Mannheim, Max⸗Joſeph⸗Straße 12. Sonntag vorm..30 Gottesdienſt; 11 Sonntagsſchule: abends 8 Gottesdienſt. Dienstag abend 8 Samstag vorm. 10.00 Adventgemeinde Maunheim, J 1. 14. Bibelſtunde, Römerbrief Kap, 5. Predigt. Blankreuagruppe Mannheim I. Meerfeldſtraße 44, Hinterh.: Montag abend 8 Bibel⸗ und Gebetsſtunde.— Mittwoch abend 8 Blaukreuzſtunde.— Donnerstag nachm. 3 Uhr Frauenſtunde. Die Heilsarmee, 0 1. 15. Sonntag vorm..30 Heiligungs⸗ verſammlung; nachm. 2 Kindergottesdienſt;.30 Frei⸗ gottesdienſt am Stephanienufer(am Rhein); abends.30 Heilsverſammlung, geleitet von Kapt. Wilderoder. Die Chriſtengemeinſchaft, I. 2, 11 Beweguna zur religiöſen Erneuerung. Sonntag vorm. 10.00 Menſchenweihehandlung mit Predigt: Römiſch⸗Katholiſche Kirche Sonntag, den 15. Auguſt 1937(Feſt Mariä Himmelfahrt) Obere Pfarrei(Jeſuitenkirche)h: von 6 an Beichtgelegenh.; 6 Frühmeſſe;.45 hl. Meſſe;.30 Singmeſſe mit Predigt; .30 Kindergottesdienſt;.30 Kräuterweihe u. lev. Hoch⸗ amt mit Segen; 11 hl. Meſſe mit Predigt; nachm..30 Herz⸗Mariä⸗Bruderſchafts⸗Andacht mit Segen; abds..30 Feſtpredigt u. Andacht mit Prozeſſion, Tedeum, Segen. St. Sebaſtian(Untere Pfarrei): 6 hl. Meſſe in d. Sakriſtei; 7 hl. Meſſe im Bürgerſpital;.30 Singmeſſe m. Predigt Singmeſſe mit Predigt im Bürgerſpital; 11 Kinder⸗ gottesdienſt mit Kräuterweihe und Predigt im Bürger⸗ ſpital; 11 hl. Meſſe mit Predigt i. Thereſienkrankenhaus; abends 8 Muttergottesandacht im Thereſienheim. Herz⸗Jeſu⸗Kirche, Neckarſtadt⸗Weſt: 6 Frühmeſſe u. Beicht⸗ gelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt:.30 Kräuterweihe und feierl. Amt mit Segen; 11 Kinder⸗ gottesdienſt mit Predigt; nachm..30 Herz⸗Mariä⸗Andacht mit Segen. Heiliggeiſtkirche, Mannheim: 5 hl. Meſſe; 6 hl. Meſſe, Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; .30 Kräuterweihe, Predigt und Amt; 11.15 Singmeſſe; nachm..30 feierl. Muttergottes⸗Veſper mit Segen. St. Joſeph, Lindenhof: 6 Uhr Beichtgelegenheit. hl. Meſſe; 7 hl. Meſſe;.45 Betſingmeſſe mit Predigt: 10 Kräuter⸗ weihe und Amt; 11.30 Singmeſſe; abends.00 Mutter⸗ goltes⸗Veſper. St. Peter: 6 Beichte; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt: .30 Kräuterweihe, Hochamt mit Ausſetzung und Segen; 11 Singmeſſe mit Predigt; aboͤs..30 Muttergottesveſper. St. Bonifatiuskirche, Mannheim: 6 Frühmeſſe und Beicht⸗ Hochamt mit Kräuterweihe; 11.30 Singmeſſe m. Predigt; nachm..30 Herz⸗Mariä⸗Bruderſchaft. St. Nikolaus, Mannheim: 6 Frühmeſſe u. Beichtgelegenh.; 8 hl. Meſſe; 10 Kräuterweihe, Hochamt mit Predigt und Segen; abends.30 Andacht zu Ehren der Muttergottes und Segen. St. Jakobuspfarrei, Neckarau: 6 und.45 hl. Meſſen;.00 Singmeſſe mit Predigt;.30 Kräuterweihe u. Hochamt vor ausgeſetztem Allerheiligſten; 11 Singmeſſe mit Pre⸗ digt; abends 8 Veſper. St. Franziskuskirche, Waldhof: 6 Frühmeſſe;.30 Sing⸗ meſſe mit Predigt; 10 Kräuterweihe, Predigt u. Hochamt mit Segen; abends 8 Muttergottes⸗Andacht. Kapelle der Spiegelfabrik: 9 Kräuterweihe und Amt mit Predigt und Segen. gelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; 10.00 St. Eliſabeth(Gartenſtadt): 8 Kräuterweihe mit Singmeſſe und Predigt; 11 Kindergottesdienſt mit Predigb. St. Laurentius, Käfertal(Patroziniumsfeſt): 6 hl. Meſſe; .30 Beichte;.15 hl. Meſſe; 9 Feſtpredigt, levit. Hochamt mit Ausſetzung, vor dem Amt Kräuterweihe; 11 Schüler⸗ gottesdienſt mit Predigt; abends 8 feierliche Veſper. St. Peter u. Paul, Feudenheim:.30—.30 Beichtgelegenh.; 7 Austeilung der hl. Kommunion;.30 Kommunion⸗ Singmeſſe; 10 feierl. Hauptgottesdienſt mit Feſtpredigt und Hochamt vor ausgeſetztem Allerheiligſten; nachm. 2 Muttergottesveſper. St. Bartholomäuskirche, Sandhofen:.30 Beichtgelegenheit; 7 Austeilung der hl. Kommunion; 9 feierlich. Hochamt ausgeſetzt. Allerheiligſten; 11 Schülergottesdienſt; abds. .30 Andacht zum hlſt. Herzen Jeſu mit Segen. St. Anton, Rheinan: 6 hl. Beichte; 7 Gemeinſchaftsmeſſe; .30 Kräuterweihe, Hochamt vor ausgeſetzt. Allerheiligſten mit Predigt und Segen; abends 8 Herz⸗Mariä⸗Andacht mit Segen. Seckenheim:.30 Beichtgelegenh.; 7 Frühmeſſe;.30 feierl. Hauptgottesdienſt mit Kräuterweihe u. Segen; abends 8 feierl. Komplet mit Segen. Pfarr⸗ und Wallfahrtskirche Oggersheim:.15 hl. Meſſe; 7 Amt mit Segen; 8 hl. Meſſe;.30 Kräuterweihe und feierl. levit. Hochamt mit Predigt u. Segen; 11 letzte hl. Meſſe; 2 feierl. Veſper, Prozeſſion, Tedeum u. Segen. St. Thereſia vom Kinde Jeſu, Pfingſtberg:.30 Frühmeſſe; .30 Amt, Predigt, Ausſetzung, Kräuterweihe; nachm. 3 Wallfahrt mit Predigt;.30 Abendandacht. St. Paul, Almenhof: 7 Frühmeſſe;.30—.30 Beichte;.30 Singmeſſe mit Predigt; 11 Singmeſſe mit Predigt; nach⸗ mithags 2 Andacht. St. Hildegard, Käfertal⸗Süd:.30 Beichtgel.; 7 hl. Meſſe; 9 Amt und Kräuterweihe; abends.90 Andacht. Kapelle Thereſien⸗Krankenhaus:.30 hl. Meſſe:.00 Sing⸗ meſſe mit Prediat. Ilvesheim:.90 Frühmeſſe;.30 Kräuterweihe u. Haupt⸗ gottesdienſt mit Predigt; nachm..30 Muttergottesveſper. Alt⸗Katholiſche Gemeinde Schloßkirche; Sonntag vorm..30 hl. Meſſe in deutſcher Sprache mit Predigt. Erlöſerkirche(Waldhof, Waldſtraße 117): Sonntag vorm. 8 hl. Meſſe in deutſcher Sprache mit Predigt. * Rhein⸗Gegel] 10. 11. 1. 13.14. Rheinfelden 2,68,2.69/2.602.600.. Kaub.. 20ſ209,2.042.0 7 5 5 70* 555 Köln..7ſ169.651.65 — 4 4. 9 9 7 Marad. 440 48 42.28425-eael Mannheim 3,303,293,25 3,19.19] Mannheim 3417 3,13/ 3,06ſ3.07 60 f R Sas Bucli clex cleutocken tclte Leben und Schicksale von 2000 Gemeinden werden erforscht Berlin, im Auguſt. Unter Zuſammenwirken von 2000 Mitarbeitern wird ſeit vier Jahren in Deutſchland an einem Werk gearbeitet, das in der Welt ohne Vorbild iſt. Zum erſtenmal wird nach einheitlichen Richtkinien die Geſchichte ſämtlicher 2056 deutſchen Städte geſchrieben, die ein vierbändiges Lexikon füllen ſoll. Was weißt dͤu von deiner Vaterſtadt? Hm, man hat bisher keine Zeit gefunden, das umfangreiche Buch eines Heimatforſchers vom Anfang bis zum Ende durchzuleſen, wird man uns antworten, aber ſoviel weiß man ſchließlich doch, daß die Heimatſtadt vor ſechs oder ſieben Jahrhunderten einmal gegrün⸗ det wurde, unter Krieg und Seuchen im Mittebalter ſchwer gelitten hat und heute ein Gemeinweſen dar⸗ ſtellt, das in Deutſchland einen wichtigen Namen hat. War die Stadt einmal eine Römerſiedlung, lehnte ſie ſich an ein Dorf oder Kloſter an oder erſtand ſie auf freiem Felde, an einer Straßenkreuzung oder an einem Flußübergang? Woher ſtammt die Bevölke⸗ rung und auf welchem Untergrund ſind die Häuſer erbaut? Ja, da laſſen wir hilflos die Hände ſinken, zuviel der Fragen ſind es, die man uns ſtellt, und die 50 auch kein Nachſchlagewerk mehr beantworten un. Gewiß beſitzen zahlreiche deutſche Städte umfang⸗ reiche Darſtellungen ihrer Vergangenheit und dick⸗ bändige Veröffentlichungen ihrer Quellen. Aber iſt es nicht ſo, daß dieſe manchmal ſehr ſtark lokalpatrio⸗ tiſch gefärbten Werke ſich in zu viel Einzelheiten ver⸗ lieren und wenig oder gar keine Rückſicht auf den Zuſammenhang des organiſchen Wachstums einer Stadt und ihrer verſchiedenen Lebensgebiete nehmen? Kein Wort von der völkiſchen Zuſammenſetzung oͤer Bevölkerung, der Geltung des deutſchen Rechts, der bürgerlichen Wehrpflicht der Stellung der Juden in früherer Zeit— Geſichtspunkte, die wie andere Ver⸗ hältniſſe und Ereigniſſe der Vergangenheit erſt heute wichtig und aufſchlußreich geworden ſind. Marika Rölk und Georg Alexander tanzen nach einem Schlager von Will Meiſel im Aſtra⸗Film der Ufa„Karuſſell“. —————————————————.——————————————————————————————— Die„zehn Gebote“ der Städteforſchung. Dieſe Erkenntniſſe führten auf dem Intern. Hi⸗ ſtoriker⸗Kongreß in Warſchau im Jahre 1933 erſt⸗ mals zu dem Gedanken, die Geſchichte der Stäote nach einheitlicher Linie und nach genauer wiſſenſchaftlicher Ueberprüfung erforſchen zu laſſen. Deutſchland iſt das erſte Land, das dieſe Idee in die Tat umſetzte, nachdem der Deutſche Gemeindetag und die Vereinigung der landesgeſchichtlichen Kom⸗ miſſionen ſich entſchloſſen haben, die Ergebniſſe die⸗ ſer eingehenoͤen Forſchungen in einem eigenen Städtelexikon zuſammenfaſſen. Wenn man heute die Archive und Bibliotheken, die Amtsräume der Bürgermeiſter und ſo manches Studierzimmer irgendeines Geſchichtsforſchers in den 2056 Städten des Reiches betritt, wird man fleißige Hände tätig ſehen, das umfangreiche Ma⸗ terial zur Geſchichte„ihrer“ Stadt zuſammenzutra⸗ gen. 2000 Mitarbeiter ſind in ganz Deutſchland verſtreut, die unter der Leitung von Profeſſor Dr. Erich Keyſer⸗Danzig ſeit vier Jahren ſchon un⸗ ermüdlich an dem vierbändigen Lexikon„Deutſches Städtebuch— Hanoͤbuch ſtädtiſcher Geſchichte“ ſchaf⸗ fen. Alle dieſe Chroniken, ob ſie nun der Archivar der Stadt Breslau oder ein Studienrat in Paſſau, ein Univerſitätsprofeſſor in Jena oder der Bürger⸗ meiſter einer kleinen Landſtadt in der Oberpfalz niederſchreibt, ſind an beſtimmte Richtlinien gebun⸗ den, die man die„zehn Gebote der Städteforſchung nennen könnte, deren gewiſſenhafte Befolgung es zum erſtenmal ermöglicht, einen Ueberblick über die Geſamtentwicklung der deutſchen Städte in Verbindung mit dem Zeitgeſchehen zu erhalten. Die einzelnen Stadtgeſchichten werden nach dem ABcé der Städtenamen ſo nach Ländern und Pro⸗ vinzen geordͤnet, daß zum Beiſpiel die Orte Nord⸗ weſtdeutſchlands einen Band, Oſtdeutſchland, Mit⸗ teldeutſchland und Süddeutſchland die anderen drei Bände umfaſſen. Schon werden die fertigen Ma⸗ nuſkripte aus 500 deutſchen Städten von Profeſſor Dr. Keyſer überprüft, für Anfang 1938 iſt ſchon der erſte Band angekündigt, der auf 640 Seiten alle Städte Oſtöeutſchlands in Tauſenden von Stichworten behandelt. Das uuerſchöpfliche Fragmichwas. All das, was Geſchichtsforſcher auch der Laie von der Entwicklung eines Ortes wiſſen will, iſt in die⸗ ſem Werk in überſichtlicher Form dargeſtellt. Wie die Stadt früher hieß, welchen Namen ſie im Aus⸗ land führt, wieviel Kilometer ſie von der Küſte oder von einem Fluß entfernt liegt, ob die Beſchaffenheit des Untergrundes ſumpfig, ſandig oder felſig iſt, darüber finden wir ebenſo genaue Angaben wie über die Art des Straßennetzes, die Lage des Haupt⸗ platzes und die Zahl der jährlichen Neubürger, oder wieviel Opfer ein Krieg oder eine Seuche von der Gemeinde gefordert hat und aus welchen Stammes⸗ ſchichten ſich die Einwohnerſchaft zuſammenſetzt. Man möchte es ja nicht glauben, daß nach dem Städtelexikon im Jahre 1352 die Peſt in Danzig 13 000 Tote gefordert hat, aber hier handelt es ſich ja um ein amtliches Nachſchlagewerk, das erſt vielen Prüfungen ſtandhalten muß, bevor ſeine Angaben der Oeffentlichkeit unterbreitet werden können. Von berühmten Perſonen und Familien, die in einer Stadt gebürtig oder ſeßhaft waren, erfahren wir im Städtelexikon nicht nur Namen und Beruf, ſondern auch ihr Geburts⸗ und Todesjahr, wie auch die Umgangsſprache der Bevölkerung und das zah⸗ lenmäßige Verhältnis zwiſchen den Geſchlechtern und den Altersklaſſen eingehend behandelt iſt. Will alſo jemand wiſſen, wieviel Kinder die württem⸗ bergiſche Stadt Göppingen im Verhältnis zu Co⸗ burg beſitzt, bitte, man braucht nur unker Punkt 6 Das nationale Tabakfeſt in Süd⸗Boſton das alljährlich gefeiert wird: Die ſelbſt für amerikaniſche Verhältniſſe große Mittelpunkt des Feſtzuges. Ein ſtattlicher Fang Nicht weniger als 3,5 Zentner wiegt dieſer an der kaliforniſchen Küſte erlegte Schwertfiſch, er wird als ſchwerſter Fang der Saiſon bezeichnet. (Weltbild, Zander⸗M.) Tabakpfeife iſt der (Weltbilo, Zander⸗M.) Leiterſtand im 80⸗Kilometer⸗Tempo Dieſe halsbrecheriſche Uebung zeigte bei einer Londoner Schau ein todesmutiger Artiſt. Jahre⸗ langes Training ſind für dieſe wahrhaft einzig⸗ artige Leiſtung notwendig.(Preſſephoto, Zander⸗M.) „Bevölkerung“ der betreffenden Stadt nachzuſchlagen. Welche berühmten Firmen gibt es in Leipzig, welche Handelshäuſer haben im Hamburg Weltruf und was fabrizieren die Fabriken in Eſſen, Plauen und Nürnberg? Auch mit ſolchen Fragen ſind die vier Bände nicht in Verlegenheit zu bringen, ſie ſagen uns, wann die Stadtmauern von Berlin abgebro⸗ chen, das Rathaus in Gera renoviert und die erſte Zeitung in Stuttgart gegründet wurde, ſie erzäh⸗ len uns auch von der Landesherrſchaft, von den krie⸗ geriſchen Ereigniſſen, vom Auftauchen ſonderbarer Sekten und der Einwanderung der Juden. Nichts iſt vergeſſen in dieſem einzigartigen Fragmichwas der 2056 deutſchen Städte. Berliner Brief Homöopathiſche Tage— Neue Diagnoſen— Berlin ſchmückt ſich— Ein Volksſeſt wird vorbereitet— Von Sparta nach Capua— Das Feſt des Figaro Berlin, im Auguſt. Irgendein Kongreß tagt bei uns immer. Eben haben wir die Homöopathen aus aller Welt geehrt. Unter der Bronzebüſte ihres großen Pio⸗ niers Hahnemann hielten ſie eine Woche lang ernſte Beratungen ab, die den geheimen Rätſeln des Krankſeins und des Wiedergeſundwerdens gelten. Ein Hauch von faſt mythologiſchem Ernſt lag über ihren Dehatten— Wahrheitsſucher von mittel⸗ alterlicher Strenge ſtrebten den Geheimniſſen des Daſeins zu. Vielleicht funkelten aus keinem andern Kongreß des Jahres ſoviel kühne Schlußfolgerungen auf wie hier, wo geniale Intuition am Anfang einer großartigen Heilbewegung ſteht, von der wir ge⸗ rade erfuhren, daß ſie jetzt auch Frankreich in ge⸗ waltigem Stile erobert. Es ſprachen Forſcher und Aerzte aus allen Ländern, Goethe und Nietzſche wurden viel zitiert. Von Laien kaum noch gehörte Dinge wurden vorgetragen, wie die neuen Wege der Diagnoſe, die Dr. Prinzing fand, der die Blut⸗ körperchen mit Farbſtoff behandelt und dann aus ihrer Färbung die Leiden des Kranken erkennt. Ein anderer Forſcher überraſchte den Kongreß mit ſeiner Entdeckung, im Urintropfen durch chemiſche Behandlung farbige Ringe zu erzeugen, die gleich⸗ falls die Leiden des Kranken enthüllen. So woben viele Erleuchtungen ihr Licht in dieſe homöopathi⸗ ſchen Tage. Und die Stadt Berlin entbot dieſen Männern der Heilkunſt ihre Verehrung, indem ſie ſie ins Rathaus zum Abendeſſen einlud. Das Rathaus glänzte ſchon in ſeinem Jubi⸗ läumsſchmuck. Wenn der Berliner in dieſen Auguſttagen an den gleichen Zeitraum des Vor⸗ jahres zurückdachte, da wollte ihn etwas Wehmut beſchleichen. Denn vor einem Jahre, da ſtand Ber⸗ lin im Mittelpunkt der Welt, da leuchtete ein Flag⸗ genmeer aller Kontinente über unſeren Straßen, braungebrannt marſchierte die Elite aller Völker durch unſere Straßen, und Berlin war ſtolz darauf, die gaſtlichſte Stadt des ganzen Erdballs zu ſein. Angeſichts ſolcher heroiſchen Erinnerungen wollte uns das Alltagskleid der Berliner Straße gar nicht mehr gefallen. Aber nun wird ſchon ſeit acht Tagen dieſes Alltagskleid faſt feſtlicher als vor einem Jahr unſer Olympiagewand war. Denn nun ſchmückt ſich Berlin einmal für ſich ſelbſt. Wir dürfen dem eigenen Lokalſtolz ein Feſt geben und das laſſen wir uns nicht zweimal ſagen. Schon ſchwillt das Fahnenmeer an, aus allen Schau⸗ fenſtern, von allen Giebeln ſchimmert das goldene Siebenhundert, nachts glühen gautze Straßenzüge im Scheine bunter Lampionsreihen. Mein Wirt an der Ecke hat ein Fäßchen Bier mit friſchgefirnißter Haut über die Ladentür gehängt, hat das Fäßchen mit grünen Girlanden umwunden, und das iſt für jeden ehrlichen Berliner aus der Nachbarſchaft ein Grund, einmal an ſeine Theke zu treten und„einen extra“ auf unſeren 700. zu nehmen. So werden wir 14 Tage nicht aus dem Feiern herauskommen Am Funkturm iſt eine bunte Frohſinnsſtadt ent⸗ ſtanden, hinter der ſich die Dresdner Vogelwieſe und das Münchner Oktoberfeſt verſtecken könnten. Karuſſells, Luftſchaukeln, ein eigenes Hokuspokus⸗ theater für den Zaubermeiſter Kaßner(vier Vor⸗ ſtellungen am Tage), Feuerwerk— Berlin läßt ſich nicht lumpen. Das große Feſtſpiel auf dem Reichs⸗ ſportfeld iſt ſchon fünfmal ausverkauſt, und noch immer nicht ſind alle Schauluſtigen mit Karten be⸗ friedigt. Aber mit der grenzenloſen Gutherzigkeit des Berliners erklären ſich die zehntauſend ehren⸗ amtlich Mitwirkenden zu immer noch einer weiteren Sondervorſtellung bereit. Die Theater liegen noch im Sommerſchlaf, ſonſt hätten auch ſie wohl das ihre getan, um den Ber⸗ liner Ehrentag durch Aufführung berliniſcher Dich⸗ tungen mitzufeiern. Dafür hat ihnen ein Varieté, der Wintergarten, die Arbeit abgenommen und im Rahmen eines Artiſtenprogramms luſtige Abſchnitte aus der Geſchichte Berlins inſzeniert. Das Leben und Treiben des Stralauer Fiſchzugs rollt vorüber, wir ſehen Berlin, wie es ſich einſt an der Kranzler⸗ ecke unterhielt, der Eckenſteher Nante, Glaßbrenners ſymboliſche Verkörperung des Berliners, erläutert eines Ausflugs oder eines gemeinſamen als Conférencier das vorgeſtrige Berlin, die ganze Bühne tanzt den Rixdorfer und weil der„Winter⸗ garten“ gerade einen Trupp ſchottiſcher Muſikſchüle⸗ rinnen engagiert hat, die im erſten Programmteil Lieder und Tänze ihrer Heimat zeigen, erleben wir als Apotheoſe der Revue, wie an ihrem Ende dieſe Schottengirls mit dem Dudelſack durchs Branden⸗ burger Tor marſchieren und den Berlinern gratu⸗ lieren, weil ſie eben immer eine gaſtfreundliche Stadt bevölkerten, die am liebſten jede Bar und jedes Kaffeehäus mit einem ausländiſchen Namen, aber beileibe nicht mit einem berliniſchen Etikett verſah. Es wird ein großes Volksfeſt, unſere 700⸗ Jahres⸗Feier und die Spitzen der Verwaltung tun alles um der Feier dieſen Charakter zu geben. Selbſt die Polizeiſtunde iſt von 3 Uhr auf 5 Uhr früh ver⸗ legt worden. Ein ſommerlicher Karneval ſteht uns bevor— es iſt, alſo ſollten die Berliner dafür ent⸗ ſchädigt werden, daß die ſieben Jahrhunderte ihrer Geſchichte eigentlich immer recht ſchwer auf ihr ge⸗ legen haben. Wenn man es genau unter die Lupe nimmt, hat dieſe Stadt immer mehr Sorgen als Freuden gehabt. Nun ſollen wir einmal die Sorge abſchütteln, die großartigen Veranſtaltungen, mit denen die Stadtbehörden uns beſchenken, wirken wie ein gütiger Appell, das Leben einmal leichter zu nehmen und dem Berliner einen Schuß dauer⸗ hafter Fröhlichkeit ins Blut zu geben. In jedem Betriebe gibt es ja jetzt eine jährliche Betriebsfeier, die ganz nach den Ideen des Betriebs⸗ führers ein Geſicht hat. Mal findet ſie in Form 1 Theater⸗ beſuchs ſtatt, mal wird ein ſportlicher Weltkampf ausgetragen, mal wird ein Bierabend mit heiteren Vorträgen garniert. Aber der bekannteſte Berliner Friſeur des Weſtens hatte jetzt ſeine Gefolgſchaft ein⸗ geladen, den Tag ſeiner gerade vollzoge⸗ nen Scheidung zu feiern. Kaffeetafel, gemein⸗ ſames Abendeſſen und als Extrageſchenk erhielt jeder Angeſtellte und jede Angeſtellte das Recht, Freund oder eine Freundin im Friſierſalon des Cheſs gratis friſieren, maniküren und bedienen zu laſſen. Der Betriebsſührer ſah ſich hinterdrein ge⸗ nau die Friſuxen an, die ſich die Freundinnen ſeiner einen männlichen Angeſtellten hatten bauen laſſen er prüfte genau, wieviel roten Lack ſie für die Fingernägel hatten anfordern laſſen und wie ſie ſich die Augen⸗ brauen raſieren ließen und dann ſtellte er ſeiner männlichen Gefolgſchaft das Horoſkop, wie lange ſie die Ehe mit der alſo behandelten Freundin aushal⸗ ten würden. So hatte dieſe Feier ein nachdenkliches Ende, was erſt jede Feier zu einer richtigen Feier⸗ lichkeit macht. Der Berliner Bär. Bibelfeſt Der Münchener Sänger Heinrich Rehkem⸗ per iſt nicht nur ein großer Sänger, ſondern auch ein guter Geſellſchafter. Eines Tages hat er ſeinen Freundeskreis durch folgende Sache zu herzlichem Lachen gebracht. Der Direktor von Hahn hatte ſich für einen ihm empfohlenen Tenor eingeſetzt und dieſen aufgefor⸗ dert, zum Probeſingen nach München zu kommen. Der Mann hieß Petri und war eines Tages da. Das Vorſingen verlief ganz befriedigend, und der Sänger wurde für einen Gaſtſpielabend angeſetzt. Dann aber kam das Verhängnis; denn er hatte von den akuſtiſchen Verhältniſſen auf der Bühne keine Ahnung, abgeſehen davon, daß er durchaus nichts mit ſeinen Armen anzufangen wußte und entweder wie ein Rekrut in ſtrammer Haltung ſang. ooͤer Be⸗ wegungen machte, wie man ſie wohl bei einem Trockenſchwimmkurſus ſehen kann. Die größte Ent⸗ täuſchung aber war der Geſang. Und Hahn, der für dieſen Verſager haftbar war, ſah ſich in einer pein⸗ lichen Lage. Gegen Ende des erſten Aktes verließ er die Seitenkuliſſe, in der er bis dahin zugehört hatte, mit dem Geſicht eines Verzweifelten. Relhkemper, der in ſeiner Nähe ſtand, ſah das und ſchmunzelte, weil ihn wieder einmal ein Bon⸗ mot juckte. Es iſt an demſelben Abend auch noch herausgekommen. Denn als man ihn im„Spaten“ fragte, wie es geweſen ſei, antwortete er trocken: „Sonſt ſehr ſchön; aber als der Petri zum dritten Male gekräht hatte, ging der Hahn hinaus und weinte bitterlich.“(Sbg. Frobl.) ———————————————— 88 —— S———— SSS————————————————————— 6. Seite/ Nummer 371 Neue Maunhelmer Zeitung) Mittag⸗Ausgabe Samstag, 14. Auguſt 1937 Veumntschtes — Aus Indien iſt die Kunde von dem grauen⸗ vollen Ende des berühmten Tigerjägers Thakur⸗ Singh gekommen. Er hat in ſeinem Leben neun⸗ undneunzig Tigern den Garaus gemacht. Der hundertſte aber zerriß ihn ſelbſt. Mit dem Tode Thakur Singhs iſt aber nicht nur der beſte, ſondern auch der einzigartigſte Tigerjäger Indiens dahin⸗ gegangen. Denn Thakur Singh hatte die Eigen⸗ tümlichkeit, bei der Tigerjagd ſeiner alten Methode treu zu ſein: er erlegte die Tiger nicht mit einer Schußwaffe, ſondern mit einem Schwert. Dabei ging er auf eine ganz beſtimmte Weiſe vor. Er ſpürte zuerſt einmal den Tiger auf und dann reizte er ihn ſo lange, bis die Katze ſich zum Sprung duckte. Bekanntlich ſchlägt der Löwe ſeinen Gegner durch einen Tatzenhieb zu Boden, der Tiger hingegen ſpringt ihn an. Der Tiger alſo duckte ſich zum Sprung, Thakur Singh blieb furchtlos unbeweglich ſtehen. Die nächſte Sekunde würde über Leben und Tod entſcheiden. Der Tiger ſpringt, Thakur Singh aber macht in der gleichen Sekunde eine Seit⸗ wärtsbewegung. Der Tiger ſpringt vorbei— in dieſem Augenblick verſetzt ihm Thakur Singh einen wuchtigen Schlag mit dem Schwert über den Nacken, ein Schlag, der ſtets tödlich wirkt. Noch heute fallen jedes Jahr Hunderte von Menſchen in Indien dem Tiger zum Opfer. Man jagt ihn mit allen Mitteln; auch wer mit der Büchſe mehrere Tiger erlegt, ſteht in hohem Anſehen. Thakur Singh aber galt ob ſeiner eigenartigen und kühnen Jagomethode als etwas ganz Beſonderes, war ganz einfach„der Schrecken der Tiger“. In ſeiner Gewandtheit, aus⸗ gerüſtet oͤurch reiche Erfahrung, fühlte er ſich ſo ſicher, daß er ohne jede Schußwaffe in den Wald ging. Nur ſein Schwert begleitete ihn. Seine Jagd⸗ beute belief nach und nach auf 99 Tiger. Schwarz⸗ ſeher hatten ihm ſchon lange ein ſchlimmes Ende bei dieſer Art von Jagd vorausgeſagt. Thakur Singh verlachte ſie. Aber er wollte auch ſeinerſeits den Bogen nicht überſpannen. Den hundertſten Ti⸗ ger zu erlegen und ſich dann zur Ruhe zu ſetzen, war ſeine Abſicht. Das wurde ihm zum Verhängnis. Man weiß nicht, wie es kam. Vielleicht eine Uneben⸗ heit des Bodens, vielleicht ſpielte auch die Tat⸗ ſache eine Rolle, daß es ſich eben um den hundertſten handelte— jedenfalls machte Thakur Singh ſeinen Sprung zur Seite nicht ſo geſchickt wie ſonſt. Der Tiger packte ihn und im Nu war es mit dem küh⸗ nen Tigerjäger aus. In ganz Indien ſpricht man Ida Wüſt in dem heiteren Film„Ein Hochzeitstraum'“, der Anfang kommender Woche in Mannheim anläuft. mit Anteilnahme von dem tragiſchen Ende eines mutigen und gewandten Mannes, der reich an Er⸗ folgen war. * — Die Indianer vom Hidatſa⸗Stamm in Nord⸗ Dakota haben ein dringendes Geſuch an den Präſi⸗ denten Rooſevelt gerichtet, in dem ſie um die Rück⸗ gabe zweier„heiliger“ Schädel bitten, die im Mu⸗ ſeum der Heye Foundation für Indianerreliquien äu Neuyork aufbewahrt werden. Von dieſen beiden Schädeln verſprechen ſich die Indianer Regen für ihre Reſervationen. Seit 28 Jahren leidet das Land der Hidatſa⸗Indianer unter verheerender Trocken⸗ heit, die alle Felder und Weideflächen ausgedörrt hat. Auf einem kürzlich abgehaltenen Kriegsrat der Stam⸗ mesälteſten wurde nun der Entſchluß gefaßt, ſich an⸗ geſichts dieſer Trockenheit, die doch zweifellos eine Strafe des Himmels ſei, mit den alten Göttern, und vor allem mit dem Regengott„Donnervogel“ auszu⸗ ſöhnen. Dafür aber benötigen ſie nach ihrer feſten Ueberzeugung die„heiligen“ Schädel der beiden„Ad⸗ ler“. Häuptling„Langer Bulle“ erzählte ſeinen Stammesgenoſſen während des Kriegsrates die Ge⸗ ſchichte der beiden Schädel. Solange die beiden Schädel im Beſitz des Stammes waren, habe es Re⸗ gen genug gegeben und dazu Weidetiere, ſoviel man ſich nur wünſchen konnte. In dem Augenblick aber, in dem die beiden Schädel nach Neuyork gebracht worden ſeien, habe die Trockenheit eingeſetzt. Vor langer, langer Zeit, als die Hidatſa⸗Indianer noch mit dem Stamm der Shiwahuva auf dem Kriegsfuß ſtanden, ſeien auf beiden Seiten die Söhne des Häupt⸗ lings aufgeſtanden und hätten die beiden Stämme miteinander ausgeſöhnt. Die Stämme ſeien dann miteinander verſchmolzen worden, was allen großen Reichtum brachte und dem vereinigten Stamm äußerſte kriegeriſche Macht verlieh. Die beiden Häuptlingsſöhne ſchloſſen miteinander Blutsfreund⸗ ſchaft. Der eine von ihnen wurde Häuptling und der andere Medizinmann. Als nun aber der Häuptling fiel, da präparierte der Meöitzinmann mit aller Pie⸗ tät ſeinen Schädel, erklärte ihn nach einer langen religiöſen Zeremonie für heilig. Als ſich endlich auch der Medizinmann zum Sterben niederlegte, verſam⸗ melte er die Stammesälteſten um ſich und ſprach zu ihnen:„Nach meinem Tode ſollt ihr meinen Schädel genau ſo behandeln, wie den meines Blutsfreundes. Unſere beiden Schädel werden euch Glück bringen. Wenn einmal eine große Dürre eintritt, dann müßt ihr unſere Schädel mit wohlriechenden Eſſenzen und Waſſer beſprengen. Dann wird es in den nächſten Stunden zu regnen beginnen!“ Dem Gebot des alten Medizinmannes wurde viele Jahre hindurch ent⸗ ſprochen. Aber vor oͤreißig Jahren achtete der da⸗ malige Häuptling nicht mehr die Ueberlieferung. Er vermachte die beiden Schädel einem weißen Miſſio⸗ nar, und ſeitdem herrſcht die Trockenheit. Jetzt ſoll der„Große Weiße Vater“ in Waſhington Hilfe brin⸗ gen. — Eine ſehr eigenartige Urſache hatte die Not⸗ landung eines amerikaniſchen Flugzeuges, das von Seattle aus nach Alaska fliegen ſollte. Obwohl die Strecke in einem Tage bequem bewältigt werden konnte, und obwohl keine beſondere Gefahr beſtand, blieb die große Maſchine verſchollen. Sie war alſo entweder abgeſtürzt ooͤer aber notgelandet. Man ſchickte Suchflugzeuge aus, die zur allgemeinen Er⸗ leichterung ſchon nach kurzer Zeit mit der Kunde zurückkamen, ſie hätten das vermißte Flugzeug wohlbehalten in der Umgebung von Seattle aufge⸗ funden. Die Bergung der Maſchine und des Pi⸗ loten machte jetzt keine Schwierigkeiten mehr. Wie der Pilot berichtete, war er plötzlich in einem rieſi⸗ gen Schwarm von Möven geraten, der wie eine Wolke über den Himmel zog. Er tauchte ſo ſchnell auf, daß das Flugzeug ihm nicht mehr ausweichen konnte. Mehrere Tiere ſchlugen gegen den Pro⸗ peller und eine große Anzahl der Möven ſtürzte ſich auf die Tragflächen und den Rumpf um das Flug⸗ zeug mit wütenden Schnabelhieben zu bearbeiten. Der Aufruhr war ſo groß, daß ſich der Pilot nicht anders helfen konnte, als ſchleunigſt auf einem ebenen Weidegelände niederzugehen. Der Möven⸗ 0 Nei dan Ollllo/ Im Wahnſinn ihre vier Kinder ertränkt anb. Landshut, 13. Auguſt. Am Freitagmittag hat ſich in der Ortſchaft Der u⸗ wang bei Dingolfing in der Bayeriſchen Oſtmark ein entſetzliches Familiendrama abgeſpielt. Die 29 Jahre alte Katherina Auer hat im ſo⸗ genannten Schwarzen Graben des Iſermooſes ihre vier Kinder, drei Knaben und ein Mädchen im Alter von 3 bis 67% Jahren, ertränkt. Die Frau, die am Morgen über ſtarke Kopfſchmerzen klagte, dürfte die Tat in einem Anfall geiſtiger Störung begangen haben. Sie führte ein fünftes Kind, ein drei Wochen altes Mädchen, mit ſich, warf es aber nicht ins Waſſer, ſo daß der Säugling am Leben erhalten blieb. Salzſäureattentate auf Frauen in Wien dub. Wien, 13. Auguſt. Rund 100 Salzſäureattentate auf Frauen verübte in Wien ein Verbrecher, der jetzt unſchädlich gemacht werden konnte. Faſt ſeit einem Jahr liefen bei der Polizei immer wieder Anzeigen von Frauen ein, die mit Salzſäure begoſſen worden waren. Sie hatten arge Beſchädi⸗ gungen der Kleider und in einzelnen Fällen auch recht erhebliche Verletzungen davongetragen. Die Anſchläge wurden mit unheimlicher Schnelligkeit ausgeführt, ſo daß es nicht gelang, den Täter auf friſcher Tat zu ertappen. Erſt am Freitag bemerkte zufällig ein Fußgänger einen Mann, der mit einer kleinen Spritze Salzſäure auf die Kleider einer Frau brachte. Der Mann wurde verhaſtet. Er ge⸗ ſtand, etwa 100 ſolcher Salzſäureattentate verübt zu haben. 5 Kinder vom Blitz erſchlagen (Funkmeldung der NM3.) + Warſchau, 18. Auguſt. Fünf Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren aus oͤem Dorfe Kletno bei Pinſk wurden während eines Gewitter unter einem alleinſtehenden Baum, in deſſen Schutz ſie geflüchtet waren, ͤurch Blitz⸗ ſchlag getötet. Wolkenbrüche über London dib. London, 13. Auguſt. Ueber London gingen am Freitag den ganzen Tag über wolkenbruchartige Regengüſſe nieder. Nachdem bereits am Vormittag eine der Hauptverkehrsſtraßen der engliſchen Hauptſtadt in einer Länge von mehreren hundert Metern von den Waſſermaſſen überſchwemmt worden war, drangen im Laufe des Nachmittags in die Tunnelanlagen einer der Hauptlinien der Londoner Untergrundbahn im Weſten der Stadt große Waſſermengen ein und derſtörten die Signalanlagen, ſo daß der Verkehr eingeſtellt werden mußte. Zum erſten Male in der Geſchichte der Londoner Untergrundbahn hat ſich eine ſolche Verkehrsſtörung ereignet. Die eindringenden Waſſermaſſen waren Hgewaltig, daß die Pumpan⸗ lagen ihrer nicht mehr Herr werden konnten und ſchwarm begleitete ihn bei ſeinem Gleitflug mit wildem Gekreiſch und zog erſt davon, als die Ma⸗ ſchine faſt auf dem Boden ſtand. Der angerichtete Schaden war immerhin ſo beträchtlich, daß an ein Weiterfliegen nicht gedacht werden konnte. * — Eine recht eigenartige Methode, um eine Un⸗ terſchrift unter eine Urkunde zu erlangen, hat der Geſchäftsführer einer Bank zu Dalby, im auſtra⸗ nun die Tunnelanlagen eine lange Strecke unter Waſſer ſtehen. Hohe Verkehrsunfallziffern in England dib. London, 13. Auguſt. Aus der amtlichen Unfallſtatiſtik geht her⸗ vor, daß die Straßenunfälle in England im Juli eine außerordentlich hohe Zahl von Opfern gefordert haben. In dieſem Monat wur⸗ den 607 Perſonen durch Straßenunfälle getötet und 22 728 verletzt. Im Juni waren 525 Menſchen ums Leben gekommen und 21 417 wurden verletzt. Dieſe hohen Unfallziffern bereiten den Behörden großes Kopfzerbrechen, da ſie zeigen daß die im letz⸗ ten Jahre ergriffenen weitgehenden neuen Maßnah⸗ men zur Sicherung des Verkehrs bisher ſo gut wie wirkungslos geblieben ſind. Autobusunglück auf einer Bergſtraße dub. Mailand, 13. Auguſt. In der Provinz Belluno hat ſich auf der Berg⸗ ſtraße des Zoltana⸗Tales ein ſchweres Umglück ereignet. Ein Autobus mit elf Perſonen hielt in einer Kurve, um den Poſtkraftwagen durch⸗ zulaſſen. Der Chauffeur war ausgeſtiegen. Ein Fahrgaſt wollte ein Hupenſignal geben, löſte aber aus Verſehen die Bremſen, worauf der ſchwere Wagen führerlos zurückrollte und in eine Schlucht ſtürzte. Zwei Inſaſ⸗ ſen wurden getötet, ſieben ſchwer verletzt. 20 Todesopfer beim Reuyorker Einſturzunglück dub. Neuyork, 18. Auguſt. Die Zahl der Todesopfer von State Is⸗ land bei Neuyork, wo, wie gemeldet, im Anſchluß an einen Wolkenbruch zwei Wohnhäuſer einſtürzten und die Bewohner unter den Schuttmaſſen begruben, hat ſich inzwiſchen auf 20 erhöht. Dieſes Un⸗ glück, wie auch zahlreiche andere Häuſereinſtürze und Brände der letzten Zeit, iſt, wie aus Neuyork berich⸗ tet wird auf die ſchlechten Wohnungsverhältniſſe zu⸗ rückzuführen, unter denen ein großer Teil der Neu⸗ vorker Armenbevölkerung zu leiden hat. In dieſem Fall war eine verlaſſene, bereits baufällige Fabrik in ein Mietshaus umgewandelt worden. Die völlig unzureichenden Fundamente hielten den ſchweren Wolkenbrüchen natürlich nicht ſtand. Als ein zu Hilfe eilender Poliziſt eine Leiter an die Hauswand legte, um die Bewohner aus dem überſchwemmten Gebäude zu retten, ſtürzte dieſes wie ein Karten⸗ haus ein. Wallfahreromnibus verunglückt dub. Paris, 18. Auguſt. Unweit von Louvaſz bei Grenoble verſagten bei einem mit 30 Wallfahrern beſetzten Reiſe⸗ omnibus auf einer abſchüſſigen Strecke die Brem⸗ ſen, ſo daß er ſchließlich in einen tiefen Graben ſtürzte. Drei Perſonen wurden getötet und 15 verletzt. liſchen Staate Queensland, angewendet. Der Mann, auf den es ankam, lag infolge eines Unfalls im ſtäoͤti⸗ ſchen Hoſpital ſchwer verletzt darnieder. Ihm war der eine! Arm abgenommen worden, der andere Arm aber ſo arg beſchädigt, daß die Hand keine Fe⸗ der zu halten vermochte. Doch der Geſchäftsführer wußte Rat. Er ſteckte dem Kranken einfach den Fe⸗ derhalter in den Mund, half entſprechend nach und die Urkunde konnte oroͤnungsgemäß von dem Ver⸗ letzten perſönlich unterfertigt werden. Roman von Jenny Sattler-König Das Mädchen Elin wird gekäßt 18 „Ich werde die hundertundzwanzig Mark für dich bezahlen,“ ſagte er plötzlich.„Ich geb dir auch noch zwanzig Mark für die Verpflegung und das Benzin und ſo weiter. Aber dir, Iſe, geb' ich auch zwanzig Mark, dafür fährſt du mit den beiden mit nach Olbersdorf und ſiehſt dir das ganze Rennen mit an.“ Während Iſe bisher gleichmäßig ſeiner Rede zu⸗ gehört hatte, fuhr ſie jetzt eilig herum.„Erlaube mal,“ rief ſie.„Wie komme ich denn dazu, mit dem Pärchen mitzufahren? Frag mich doch lieber erſt mal, ob ich Luſt dazu habe, mir das Rennen anzu⸗ ſchäuen!— Fahr du doch mit nach Olbersdorf. Du haſt doch für ſo etwas viel mehr Verſtändnis.“ „Ich kann nicht mitfahren. Ich hab' Herrn Pon⸗ fiek verſprochen, am Sonntag in der Fabrik mit aufzuräumen. Er will doch wieder anfangen.“ „Nein, ich mag nicht mitfahren!“ Iſe ſtand auf, um ins Büro zu gehen.„Ich habe nun einmal keine Luſt, auf eure Elin aufzupaſſen. Sie iſt mir ganz ſchnuppe.— Ich habe auch nichts anzuziehen. Sie trägt gew⸗ ein fabelhaftes Kleid, und ich und ich — ich habe noch nicht einmal einen neuen Sommer⸗ hut.“ Ihre Stimme kippte plötzlich über. Ueber ihre Wangen rollten eilig zwei große Tränen. Die Brüder ſprangen beide zu gleicher Zeit auf, um ſie jeder von ſeiner Seite her umzufaſſen.„Aber Iſe!“ ſagte Peter zärtlich,„fahr doch mit! Du biſt doch viel hübſcher!“ Und Manfred zog ſein Taſchen⸗ tuch und wiſchte ihr zart die Tränen ab.„Fahr nur,“ drängte er.„Ich lege auch noch fünf Mark drauf, damit du dir einen Hut kaufen kannſt.“ * Elin, Hallermann ließ ſich leichter von Peter überreden, die mitternächtige Fahrt nach Olbersdorf ihm allein zu überlaſſen und erſt am nächſten Tage mit ſeiner Schweſter Iſe nachzukommen, als er ver⸗ mutet hatte. Die Entführung des Autos machte ihr den Kopf ſo warm, daß ſie an nichts anderes mehr denken konnte Alle Möglichkeiten mußten er⸗ wogen werden, vor allem mußte ja auch einer da ſein, der ſämtliche Spuren der Tat ſofort forgfältig verwiſchte und nachträgliche, unvermutet auftau⸗ chende Schwierigkeiten— ſei es mit Liſt, ſei es mit Geld!— aus dem Wege zu räumen! Sie mußte ſelbſt anerkennen, daß es richtiger für ſie war, wenn ſie erſt am Abend vor dem Rennen in Olbersdorf oder in dͤer einige Kilometer von Olbers⸗ dorf entfernten kleinen Stadt Hadnau eintraf. Die Begleitung Iſes ſchien ihr dabei allerdings ſehr überflüſſig. Gewappnet mit der ganzen Rüſtung ſtillen Miß⸗ trauens, wie es nur Frauen einander entgegenzu⸗ bringen vermögen, ſah Elin ihrer Reiſe mit der unerwünſchten Gefährtin entgegen. Iſe Corvin hatte ſich für die beiden Tage ſo hübſch gemacht, wie es nur irgend anging. Da ihr das einzige„‚gute' Kleid, das»ſie beſaß, für eine „beſſere Lanoͤpartie' denn doch zu ſchade war, hatte ſie von dem blaßblauen Fähnchen, das ſie jetzt im Büro zu tragen pflegte, kurzerhand die Aermel ab⸗ geſchnitten. Nun beſaß das Kleid Halbärmel, ſchnee⸗ weiße Aufſchläge, einen neuen weißen Kragen und eine große, blaue Schleife. Sie ſah wunderhübſch darin aus. Den von Manfred geſtifteten Hut hatte ſie unter dem hilfreichen Beiſtand beider Brüder erſtanden. Ungeachtet der leidenſchaftlichen Be⸗ ſchwörungen Peters, der ſich heftig für ein rieſiges Gebilde mit einem prächtigen Ausputz einſetzte, hatte ſie eine ſchlichte hellgraue Form gewählt, die gut zu ihren votblonden Haaren, zu ihrer ſchlanken, zurück⸗ haltenden Erſcheinung paßte. Wenn ſie nun alſo immerhin ihrer ſelbſt ſicher war, ſo ſah ſie dennoch Elin mit einiger Angſt entgegen. Es wäre ab⸗ ſcheulich geweſen, wenn ſie gar zu ſehr gegen das junge Mädel abgeſtochen hätte. Elin hatte nicht ſoviel Ueberlegungen über ihre Kleider angeſtellt wie Iſe; Elin pflegte über ihre Kleider niemals viel nachzudenken. Sie hatte am Morgen nach der aufregenden, faſt ſchlaflos verbrach⸗ ten Nacht eilig ihr hellgraues Jackenkleid überge⸗ worfen und außer den Toilettenſachen zwei Bluſen in ihr Köfferchen gepackt.— Als ſie gegen Mittag auf dem Bahnhof anlangte, fand ſie Iſe ſchon auf dem verabredeten Treffpunkt vor. Mühſam lächelnd ſchüttelten die beiden Mädels ſich die Hände; eines ließ über dͤas andere einen verſtohlenen Blick dabei gleiten. Dann gingen ſie ſtumm nacheinander durch die Sperre und ſuchten ſich ein Abteil heraus.— Der Zug war heute zum Wochenende ziemlich voll, aber allmählich leerte er ſich unterwegs auf den kleinen Stationen. Iſe ſtand am Fenſter und ſah hinaus. Elin überdachte, vor ſich hinſtarrend, noch einmal die Ereigniſſe der ver⸗ gangenen Nacht. Zu gern hätte ſie in ihrer offe⸗ nen, ſtürmiſchen Art Iſe davon erzählt! Sie mußte ſich immer wieder ſelbſt ermahnen, doch ja daran zu denken, daß Iſe keine Ahnung davon haben durfte, daß ihr Vater von der ganzen Rennwagen⸗ angelegenheit überhaupt nichts wußte. Es war übrigens in der Nacht ſchon lange nicht ſo romantiſch zugegangen, wie ſie es ſich geträumt hatte. Gegen zwölf Uhr, wie es ausgemacht war, war ſie in die Garage gegangen, um ſie von innen her zu öffnen. Draußen hatte Peter ſchon geſtanden, angetan mit einem höchſt komiſchen weißen Mantel und bewaffnet mit einem winzig kleinen Köfferchen. Wortlos hatten ſie gemeinſam den Wagen hinaus auf die Straße geſchoben. Dann ſetzte Peter ſich ans Steuer, um, nachdem er raſch noch ihre Hand erhaſcht und ſie geküßt hatte, die Abſchüſſigkeit der Straße benützend, lautlos bergab zu trudeln. Das war alles das Werk weniger Minuten geweſen. Nach einem ängſtlichen Blick hinauf zur Winkler⸗ ſchen Wohnung verſchloß Elin ſchließlich den Schup⸗ pen vorſichtig wieder, um auf Zehenſpitzen und mit klopfendem Herzen von außen um die Gewächs⸗ häuſer herumzulaufen und von der Gartenſeite her wieder in den Hof zu gelangen. Dort am Brunnen blieb ſie ſtehen, um in die Nacht hinauszuhorchen. Plötzlich, es durchfuhr ſie heiß, konnte man das An⸗ ſpringen eines Motors hören! Laut heulte er auf; dann wurde er ſofort wieder von dem Fahrer ge⸗ droſſelt. Nun ſchwoll das Heulen wieder an, aber es klang ſchon ferner. Und nun, obwohl es wieder mit voller Kraft dröhnte, wurde das Geräuſch doch immer leiſer, bis es ſchließlich in der Ferne ver⸗ klang. So war das alſo alles geweſen. Still und ohne Aufſehen! Elin hatte gemeint, daß es anders hätte ſein können: abenteuerlicher, zauberhafter, leiden⸗ ſchaftlicher. So etwas ſchwebte ihr vor wie eine heiße, glühende Umarmung im Dunklen, ein ſchwei⸗ gender Kuß, ein unauslöſchlicher Blick.. Aber es war ja natürlich klar, daß Peter augenblicklich anderes im Kopf hatte, augenblicklich, da doch wahr⸗ ſcheinlich ſein ganzes zukünftiges Leben auf dem Spiel ſtand.— „Peter iſt gar nicht Ihr richtiger Bruder, nicht wahr?“ fragte ſie plötzlich Iſe. Sie waren nun ganz allein im Abteil. „Nein,“ erwiderte Iſe und oͤrehte ſich vom Fen⸗ ſter weg Elin zu. Ihre weichen Stirnlöckchen, die heller waren als das übrige Haar, wehten in der warmen Zugluft.„Manfreds und mein Vater iſt geſtorben, als wir noch ganz, ganz kleine Kinder waren. Dann hat Mutter wieder geheiratet, und da iſt Peter dann geboren worden.“ „Dann haben Ihre beiden Brüder das wohl von Ihrer Frau Mutter, dieſe ganz gleichen Augen mit den zuſammengewachſenen Brauen darüber?“ „Finden Sie denn ihre Augen ſo gleich?“ fragte Iſe langſam. „Ja, völlig gleich.“ „Merkwürdig“, ſagte Iſe verwundert.„Immer und immer wieder ſprechen mich andere Menſchen auf die fabelhafte Aehnlichkeit meiner Brüder hin an, und ich kann ſie gar nicht ſo ähnlich finden! Nun ja, ähnlich ſind ſie ſich um die Augen herum ſchon, aber doch nicht ſo gleich, wie Sie ſagen!l“ „Ich finde ſie ſo gleich“, ſagte Elin leiſe,„gar nicht zum Auseinanderkennen.“ DAber ich bitte Sie, die Augen der beiden ſind doch ſo verſchieden! Die müßte doch jeder unter⸗ ſcheiden könnenl Peters Leichtſinn ſchaut ihm doch ſchon aus den Augen. Er iſt ein goldener Junge, aber eben furchtbar leichtſinnig. Alle Ermahnun⸗ gen, die bei anderen helfen, die ſind bei ihm in den Wind geſprochen. Sein Vater war auch ſo, glaube ich. Ganz kann ich mich nicht mehr darauf beſinnen, wie er ganz früher war. Nach Mutters Tod wurde er nämlich ſehr bald ſehr krank, und die Krankheit veränderte ihn vollſtändig. Erſt hat ihn eine Tante gepflegt, die zu uns zog. Später haben Manfred und ich es getan. Und dann— ging es nicht mehr. Dann haben wir ihn ins Krankenhaus gegeben.— Manfred hat damals furchtbar viel geleiſtet.“ „Manfred iſt wohl ſehr tüchtig?“ „Natürlich, Manfred iſt der tüchtigſte und der geſcheiteſte Menſch, den ich kenne.“ Iſe verlor ſich in das Loblied ihres Bruders. Elin hörte ſelbſt. vergeſſen zu. (Fortſetzung folgt) Samstag, 14. Auguſt 1937 Aus Baden Beide Kraftwagendiebe feſtigenommen Eine Tänzerin als Hehlerin verhaftet Der„Oberrheiniſche Landesdienſt“ gibt in Er⸗ gänzung der geſtrigen Meldung von der Verhaftung der beiden Kraftwagendiebe folgende Darſtellung: *k Pforzheim, 13. Auguſt. „Am Sonntag, dem 8. Auguſt, wurden in Bad Liebenzell aus einem Kraftwagen zwei Koffer und eine Badetaſche mit Damenkleidern und Wäſche geſtohlen. Das Diebesgut wanderte zu zwei zur Zeit in Pforzheim gaſtierenden Tänzerinnen. Zufällig ſah die Beſtohlene bei einer Tänzerin das geſtohlene Kleid und benachrichtigte die Kriminalpolizei. Die Tänzerinnen wurden in der Nacht auf Don⸗ nerstag wegen Verdachts der Hehlerei feſtge⸗ nommen. Am Donnerstagnachmittag fuhren die Diebe vor der Wohnung der Mädchen in der Kronprinzenſtraße mit dem Perſonenkraſtwagen I2 460 23 vor. Si wurden von Kriminalbeamten angehalten. Dabei mußte von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wer⸗ den. Während es gelang, den einen Täter feſt⸗ zunehmen, gab der Lenker des Wagens Vollgas und konnte mit dem Kraftwagen entkommen. Der Verhaftete wurde durch die Wagentür am Hinterkopf leicht verletzt. Durch die ſofort eingeſetzten Fahn⸗ dungsmaßnahmen gelang es der Gendarmerie Ett⸗ lingen, den zweiten Täter in Buſenbach feſtzunehmen und den Kraftwagen ſicherzuſtel⸗ len. Bei den Tätern handelt es ſich um den ledigen Automechaniker Adolf Göbel aus Koblenz und den verheirateten Forſtgehilfen Heinrich Wilhelm aus Scheidt an der Saar. Das Diebesgut wurde wieder beigebracht. Ob die beiden Diebe weitere Straf⸗ taten verübt haben, muß noch feſtgeſtellt werden. Reviſionsverhandlung im Ebneter Moroprozeß * Freiburg, 13. Auguſt. Der Erſte Strafſenat des Reichsgerichts hatte als Reviſionsinſtanz in dem Ebneter Gatten⸗ und Vater⸗ mordprozeß zu entſcheiden, in welchem am 28. April dieſes Jahres Friedrich Wolk und Julius Scherer zum Tode, Heinrich Maier, Leo Maier und Amalie Scherer, geborene Maier, wegen Beihilfe zum Mord zu Zuchthausſtrafen von ſechs, fünf und vier Jahren verurteilt wur⸗ den. Gegen das Urteil hatten ſowohl die Staats⸗ anwaltſchaft wie die Angeklagten Reviſion eingelegt. Der Straſſenat kam, wie der Reichsgerichtsdienſt des Deutſchen Nachrichtenbüros meldet, nach Ueberprü⸗ fung des Urteils zu ſolgender Entſcheidung: Das Urteil des Schwurgerichts Freiburg wird auf die Reviſionen der Staatsanwaltſchaft und der drei Angeklagten Heinrich und Leo Maier und Amalie Scherer inſoweit aufgehoben, als dieſe drei An⸗ geklagten verurteilt ſind. Die Angelegenheit wird in dieſem Umfange zur nochmaligen Verhandlung und Ueberprüfung an die Vorinſtanz zurückverwieſen. Die Reviſionen der Angeklagten Julius Scherer und Friedrich Volk werden als unbegründet verworfen. Der Senat iſt in dieſer Entſcheidung im weſentlichen den Ausſührungen des Reichsanwalts gefolgt. Der Senat iſt jedoch abweichend vom Reichsanwalt der Meinung, daß das gegen Scherer und Volk ergangene Todesurteil von keinem Rechtsfehler belaſtet iſt. Das Urteil laſſe vielmehr erkennen, daß die beiden Ange⸗ klagten die Tötung des Vaters Maier von ſich aus gewollt haben. Die Reviſionen mußten daher verwor⸗ ſen werden, ſo daß das gegen die Angeklagten Sche⸗ rer und Volk ergangene Todesurteil rechts⸗ kräftig geworden iſt. D Buchklingen, 11. Aug. Parteigenoſſe Franz Schaab von Löhrbach wurde als Bu rgermei⸗ ſter für die Gemeinden Löhrbach und Buchklingen verpflichtet. Ein alter Parteigenoſſe, der auch als Blockleiter der NSDAP in der Bewegung ſteht, wird zum Wohle der beiden Gemeinden tätig ſein.— In Buchklingen ſtarb nach einem arbeitsreichen Leben die ſehr bekannte Wirtin des Gaſthauſes„Zum grü⸗ nen Baum“, Frau Eliſabeth Weber. Die Ver⸗ ſtorbene, die durch ihren goldenen Humor überall bekannt war, erreichte ein Alter von 80 Jahren. * Mosbach, 13. Aug. Wie uns die Juſtigpreſſeſtelle mitteilt, findet am Donnerstag, 19. Auguſt, vor der Strafkammer Mosbach die Hauptverhandlung gegen den 24 Jahre alten Rolf Kunt aus Ludwigshaſen am Rhein wegen ſchweren Raubs ſtatt. Kunt hat am Nachmittag des 3. Juli auf der Minneburg bei Neckargerach einen Kurgaſt aus Mannheim, der mit Frau und Tochter die Burg beſichtigen wollte, mit Geſichtsmaske und vorgehaltener geladener Piſtole bedroht und ihm ſeine ganze Barſchaft abgenommen. Außerdem hat Kunt ſich noch wegen etwa zwölf Ein⸗ bruchsdiebſtähle zu verantworten, die er im Mai und Juni im Neckartal in Land⸗ und Wochenend⸗ häuſern verübt hat. 4 Stockach, 13. Auguſt. In der benachbarten Ge⸗ meinde Wahlwies brach am Donnerstagmittag ein ſchweres Schadenfeuer aus in dem Doppel⸗ anweſen der Landwirte Kaver Wegmann und Auguſt Dietrich. An den großen Erntevorräten fand das Feuer reiche Nahrung, ſo daß es von der angebauten Scheune aus auf das geſamte Anweſen übergriff. Dank dem raſchen Eingreifen der Nach⸗ barn konnte das Vieh gerettet werden. Die Motor⸗ ſpritze von Stockach mußte 1“ Stunden das Feuer bekämpfen, ehe die größte Gefahr beſeitigt war. * Meiſenheim, 13. Auguſt. In Niedereiſenbach ertrank mittags beim Baden im Glan der 18jäh⸗ rige Kaufmann Adolf Schuhmacher infolge eines Herzſchlages. Vor einigen Jahren war eine Schwe⸗ ſter des Verunglückten auf gleiche Weiſe ums Leben gekommen. Das Ladenburger Heimatſpiel: Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe „Der Bunoſchuh ruft!“ Zum fünften Male haben ſich in dieſem Jahre Männer und Frauen der 2000 Jahre alten Stadt Ladenburg zuſammengetan, um in Hingabe und Opferbereitſchaft das Heimatſpiel aufzuführen. Was dieſe Spiele in oͤͤen Vorjahren ſchon für die weitere Umgebung der Stadt bedeutet haben, bewies in ſtei⸗ gendem Maße der ſich immer mehrende Beſuch aus⸗ wärtiger Gäſte. Was nun gerade dieſen Ladenbnerger Heimat⸗ ſpielen eine ganz beſondere eigene Note gibt, iſt die Verbundenheit des geſchichtlichen Hintergrun⸗ des der Spiele mit dem Heimatboden. Der Heimatdichter Cornel Serr hat dieſe ſeine Spiele eigens für den althiſtoriſchen Marktplatz zu Ladenburg geſchrieben.. Am kommenden Sonntag beginnen die diesjähri⸗ gen Spiele nachmittags um 3 Uhr auf dem Markt⸗ platz mit der Auffhrung„Der Bundſchuh ruft“, ein Spiel aus der Zeit der Bauernkriege des Jahre 1525. Damals hatte der Bauer unter dem Druck der weltlichen und geiſtlichen Herren ſchwer zu leiden. Nicht Mutwille oder gar Raub⸗ und Rauf⸗ luſt waren es, die den Bauersmann zu Senſen, Dreſchfbegeln und Morgenſternen greiſen ließ, viel⸗ mehr wurde er aus Verzweiflung an ſeinem Los und an der irdiſchen und göttlichen Gerechtigkeit zum Aufrührer. Wenn die Bauernerhebung auch am ſtärkſten in Franken, in Schwaben, im Allgäu und am Bodenſee zum Ausbruch kam, ſo blieb doch auch unſere engere Heimat von der großen Welle nicht unberührt. Die Bauernbewegung jener Zeit führte den Bundſchuh in der Fahne. Der mit Riemen ge⸗ bundene rindlederne Schuh des Bauern im Unter⸗ ſchied zum Reiterſtiefel der Herren wurde das Symbol bäuerlicher Selbſthilfe gegen Bedrückung, ja zum Zeichen des offenen Aufruhrs und der Er⸗ hebung des armen Mannes, des Bauern. „Nichts dann die Gerechtigkeit Gottes!“ Das war die Parole. Bereits im Jahre 1502 ver⸗ ſchworen ſich in Grombach b. Bruchſal die Bauern. Die zunächſt geheime Bewegung griff um ſich. Die Bundesſatzungen begannen mit den Worten:„Den Bundſchuh haben wir zuſammengethan, auf daß wir frey ſein mögen.“ Am 23. April 1505 ſollte los⸗ geſchlagen werden. Da verriet ein leibeigener Bauer namens Laur Rapp das geplante Unter⸗ nehmen und es wurde über die Verſchworenen blutiges Gericht gehalten. Der Bundſchuhgedanke jedoch lebte weiter. Als im Jahre 1525 im ganzen Deutſchen Reich der Bauer ſich erhob, wurde auch die Bundſchuhfahne wieder entrollt. Am Oſtermontag 1525 ging's in Malſch und in anderen Orten des Bruhrheins los. Ein ehemaliger Prieſter, Jakob Eyſenhut, war der Anführer. Er ſandte an alle Bauernſchaften der Gegend folgendes Schreiben: „Es iſt der gemein Bauernſchaft ernſtlich Meynung und Befehl, daß Ihr Euwer Gemein verſammlet und zu Uns gen Maſſch ſchicken wollet 40 Mann mit Gewehren, göttlicher Ge⸗ rechtigkeit ein Beyſtand zu tun noch bey dieſer Nacht. Und wo dies nit geſchicht, ſollt Ihr wiſſen, unſicher zu ſeyn Leibs und Lebens und Euwer Hab.“ Dieſes Schreiben heftet in dem Heimatſpiel„Der Bundſchuh ruft!“ ein Sendbote Eyſenhuis an die Rathaustür an, wo es von den Bauern gefunden wird, zuſammen mit den zwölf Artikeln der Bauernſchaft. Der Gegenſatz zwiſchen Adel und Bauerntum kommt bereits bei einem Tanz auf dem Marktplatz zum Ausbruch, um dann zu blutigem Streit in den folgenden Szenen zu werden. Zwiſchen Adel und Bauern ſteht Jörg Neunheller, der Sohn des alten Riklag Neun⸗ heller, der das prächtige Fachwerkhaus am Kleinen Markt bewohnte. Bekannte Namen erſcheinen im Laufe des Spiels: Hanns von Sickingen, die Herren von Bettendorf, Handͤſchuhsheim und Hirſchberg, ſogar der Pfalz⸗ graf bei Rhein, Heinrich, der damals Verweſer des Bistums Worms war, tritt auf, zuſammen mit ſeinem Hofnarren, der mit loſen, aber tieſſinnigen Bemerkungen nicht nur zum Lachen, ſondern noch mehr zum Nachdenken reizt. Typen wie der Kirch⸗ treiber, der Säufer, der Bettler, der Ketzer, der „Fahrende“, die„daab Kathrein“, der Herr Kammer⸗ ſekretarius, die Gret und andere beleben das Spiel. Eine andere Szene bringt geſchichtstren ein Spieß⸗ rutenlaufen, als der alte Neunheller durch die Spieße der Landsknechte gejagt werden ſoll. Ueber die Handlung ſelbſt wollen wir noch nichts ver⸗ raten, geſagt ſei nur, daß ſie auf dem Hintergrund der allgemeinen verhängnisvollen Entwicklung in Einzelſchickſalen ſtark dramatiſch ſich darbietet. Amtliche Tabakſchätzung Am Dienstagvormittag wurde durch oͤas Zollamt im Einvernehmen mit dem Ortsbauernführer und dem Tabakſachſchaftsführer die Hauptſchätzung des auf Schwetzinger Gemarkung angepflanzten Tabaks vorgenommen. Der Schätzung lag eine Anbaufläche von 37 Hektar zugrunde, welche auf 90 Pflanzer kontingentiert ſind. Durchſchnittlich wurde das Ar auf 10 bis 15 Kg. Rohtabak ein⸗ geſchätzt. Dieſe Gewichtsmenge ſtellt das Mindeſt⸗ maß dar, das von den einzelnen Pflanzern je Ar an die Waage gebracht werden muß. Der Haupt⸗ ſchätzung ging eine Selbſteinſchätzung der Pflanzer voraus. Der Tabak fällt dieſes Jahr ſehr ungleich aus, manche Aecker bringen einen ge⸗ ringen, andere einen etwas beſſeren Ertrag. In⸗ folge der Trockenheit ſind viele Setzlinge von An⸗ fang an ausgefallen. Auch die hieſigen Tabak⸗ bauern haben mit der Grumpen⸗ und Sandblatt⸗ ernte bereits begonnen. Zu den Reichswettkämpfen der SA abgereiſt! Zu den Reichswettkämpfen der SA im Olym⸗ piſchen Stadion zu Berlin ſind die Teilnehmer vom Sturmbann I/110, umfaſſend die Orte Schwetzingen, Rheinau, Brühl, Ketſch, Oftersheim, Neulußheim, Altlußheim und Reilingen, abgereiſt. Es ſind dies SA⸗Rottenführer Wilh. Reinhard, ein bekannter Langſtreckenläufer, und SA⸗Mann Waibel, Ofters⸗ heim, der Kurzſtreckenläufer. Von Plankſtadt iſt Sturmführer Hermann Zimmer nach Berlin abge⸗ fahren, welcher bei den Ausſcheidungsſchießen der Gruppe Kurpfalz in Kleinkaliberſchießen den vier⸗ ten Platz belegte. Wir wünſchen unſeren Teilneh⸗ mern in Berlin vollen Erſolg. Plankſtaster Allerlei Die hieſigen Tabakbauern haben beim Frühſatz mit dem Leſen der Grumpen und dem Vor⸗ brechen der Sandblätter begonnen. Durch die trockene Witterung konnte dieſes Jahr früher als ſonſt an dieſe Arbeit gegangen werden, Gegen⸗ über dem ſpäter geſetzten Tabak iſt der Frühſatz ſchön geraten und ergab eine günſtige Vorbruch⸗ ernte. Die Grumpen ſind ſchön und die Sand⸗ blätter geben ein Schneidͤgut erſter Güte. Die Trockenheit bewirkte wirkſamſten Schutz gegen jeden Krankheitsbefall der Tabakpflanzen. Sofern in den kommenden Tagen der erſehnte Regen ein⸗ tritt, wird auch der Spätſatz in ſeinem Wachstum noch vorankommen. Ein eifriger Tomatenzüchter, Herr Karl Engel⸗ hardt, Oberpoſtſchaffner i.., Eiſenbahnſtraße 10, hat dieſes Jahr in ſeinem Garten wiederum Tomatenſtöcke in ſeinem Garten, welche die be⸗ trächtliche Höhe von.50 Meter beſitzen und teil⸗ weiſe mit 140 Tomaten behangen ſind. Durch be⸗ ſondere Pflege und Düngung konnten die Tomaten⸗ Ein Todesopfer der Hitze * Bad Kreuzuach, 13. Auguſt. Bei Gartenarbei⸗ ten in der ſengenden Sonnenglut wurde die 18jäh⸗ rige Tochter Katharina des Maurermeiſters Hein⸗ rich Luy aus Langenlonsheim, die in Bad Kreus⸗ nach beſchäftigt war, plötzlich von einem Unwohlſein befallen. Das junge Mäbdchen fiel auf dem zemen⸗ tierten Gartenvorplatz zu Boden. Es ſtellte ſich her⸗ aus, daß ſie einen Hirnſchlag erlitten hatte. Kurz darauf ſtarb ſie im Krankenhaus. 4* Wiebelskirchen, 13. Auguſt. Der ſchwere Laſt⸗ kraftwagen(Holzvergaſer) einer Saarbrücker Groß⸗ handelsfirma, der von der Hindenburgbrücke her kam, ſtieß an der Straßenecke Hindenburgſtraße— Viktoriaſtraße mit dem Lieferwagen des Händlers Tilmont aus Hangard zuſammen. Der Lieferkraft⸗ wagen wurde durch den heftigen Anprall an der vorderen linken Seite ſtark beſchädigt. Während der Fahrer des Lieferkraftwagens weniger verletzt wurde, haben ſeine Frau und ſeine Tochter, die ebenſalls im Wagen ſaßen, ſchwere Verletzungen davongetragen. Der Forellenbeſtand vernichtet * Malsburg bei Kandern, 12. Aug. Durch eine grobe Fahrläſſigkeit wurde hier der geſamte Forellenbeſtand eines Fiſchpächters ver⸗ nichtet. Bei Umbauten wurde eine Jauchegrube entleert und das ſchmutzige Waſſer in die zur Zeit wenig Waſſer führende Kander geleitet. Die Folge war, daß ein großes Fiſchſterben einſetzte, wobei der geſamte reiche Forellenbeſtand zugrunde ging. Mit großen Eimern wurden die toten Fiſche herausgeſchöpft, die natürlich ungenießbar waren. Es wird lange Jahre koſten, bis der Schaden wieder gut gemacht iſt und das Fiſchwaſſer wieder gut 280 abwirft. ſchwaſſ gute Erträge * Landau, 13. Auguſt. Der Hagelſchlag, der dieſer Tage über dem ſübpfälziſchen Tabakgebiet niederging, hat in der Gemeinde Steinfeld den größten Schaden verurſacht. Etwa ein Fünftel der Tabakernte wurde vernichtet in den Orten Bellheim, Knittelsheim und Ottersheim. Freisbach, Kaps⸗ weyer, Rülzheim und Schaidt verzeichnen ſtrichweiſe Schäden. * 7. ſtöcke zu dieſer Höhe gebracht und müſſen mit Hilfe einer Leiter geerntet werden. Das Jungvolk unternahm am letzten Sonn⸗ tagnachmittag im Friedrichsfelder Wald ein großes Geländeſpiel. Auf dem Gemeinde⸗ ſportplatz fand zuvor die Fehdeanſage ſtatt. Auf verſchiedenen Wegen erreichten die beiden Gruppen »den Wald. Zunächſt gelang es den„Blauen“, die Fahne der„Roten“ zu erobern. Nach ſechsſtündigem Spiel verloren auch die„Blauen“ ihre Fahne. Am Mittwochabend ereignete ſich an der geſähr⸗ lichen Straßenkreuzung Eiſenbahn—Schwetzinger Straße ein ſchwerer Zuſammen ſt o ß. Ein von der Eiſenbahnſtraße kommender Perſonenwagen iſt auf einen aus Richtung Heidelberg kommenden Horchwagen aufgefahren und hat dieſem die ganze vordere Garnitur abgeriſſen. Der mit ͤwei Pfer⸗ den des Weges kommende Landwirt Karl Schuh⸗ macher konnte ſich in letzter Sekunde noch mit den Pferden auf die Seite drücken, ſonſt wäre ein viel größeres Unglück geſchehen. Beide Wagen konnten ihre Reiſe nicht mehr fortſetzen. Der hieſige Kleinkaliberſchützenverein kann in dieſem Jahre auf ein zehnjähriges Beſtehen zurückblicken. Aus dieſem Anlaß wird ein großes Jubiläums⸗Mannſchaftsſchießen abge⸗ halten, das bei allen KKS⸗Vereinen weit über den Kreis hinaus Intereſſe erwecken wird. Auch für das Einzelſchießen wird ganz Großes geboten wer⸗ den. Das Schießen um den Gemeindewanderpreis wird im kommenden Monat ausgetragen. Wie üblich, werden ſich wieder alle Vereine und Organi⸗ ſationen hieran beteiligen. * Hockenheim, 13. Aug. Am kommenden Sams⸗ tag und Sonntag veranſtaltet der Fußball⸗ verein o8 Hockenheim ſein Sommerfeſt, zu dem zahlreiche Fußballſpiele vorgeſehen ſind. Auf dem Sportplatz an der Rennſtrecke findet am Samstag ein Fußballſpiel des Reichsarbeitsdienſtes 5/274 und der Politiſchen Leiter der NSDAP Hockenheim ſtatt. Anſchließend beginnt das Som⸗ mernachtsfeſt. Am Sonntag ſind folgende Spiele: Ketſch Jg.—Oftersheim Ig.; Brühl A⸗Jugend—05 Heidelberg; Ig. 08 Hockenheim-—Ig. 05 Heidelberg; Spo Sandhauſen— BfR Ketſch; Olympia Neuluß⸗ heim-—Pfch Brühl; 08 Hockenheim—Bſch Bretten; 08 Hockenheim II-VfB Bretten II; As Hockenheim —As TSp Plankſtadt Den Ausklang bildet ein Volksfeſt. * Reilingen, 13. Aug. Am Sonntag bot ſich auf den Wieſen der nicht alltägliche Anblick, daß ein Segélflugzeug zur Landung überging. Der Flieger war kurz vor 12 Uhr beim Schulungslager Hornberg aufgeſtiegen und hatte für das Leiſtungs⸗ abzeichen eine Strecke von 50 Km. zu fliegen, welche er auf 120 Km. erweiterte. Die Maſchine wurde nach der Landung abmontiert. Gegen 12 Uhr traf ein Wagen des Lagers ein, welcher die Maſchine heimbeförderte. * Reilingen, 13. Aug. Am kommenden Samstag und Sonntag findet für die Züchter des Kreisver⸗ bandes Mannheim⸗Land die diesjährige große Kreisjungtier⸗Ausſtellung im Saale „Zum Adler“ ſtatt. Die Ausſtellung wird Außer⸗ ordentliches bieten, da bis zu 250 Kaninchen der verſchiedenſten Raſſen vom großen Belgier bis zum kleinſten Hermelin vertreten ſein werden. Auch die Geflügelzüchter werden ihre beſte Zucht zur Aus⸗ ſtellung bringen. Hierzu haben alle Bezirksvereine ihre Teilnahme zugeſagt. * Altlußheim, 13. Aug. Frau Margaretha Rem⸗ bert Wwe., welche ein Alter von 87 Jahren er⸗ reichte, iſt aus dem Leben geſchieden. Frau R. war die älteſte Einwohnerin. Bis in die letzte Zeit körperlich und geiſtig ſehr rege, nahm ſie noch leb⸗ haften Anteil an den Tagesgeſchehniſſen. Unter großer Anteilnahme der Gemeinde wurde die Ver⸗ ſtorbene zu Grabe getragen. Laſtkraflwagen fuhr über die Straßenböſchung hinaus Ein Toter, zwei Verletzte * Meersburg, 13. Auguſt. Bei der Gemeinde Ittendorf fuhr ein Laſtkraftwagen aus Bayern in einer gefährlichen Kurve über die Straßen⸗ böſchung hinaus und ſtürzte um. Der Wagenführer erlitt leichte Verletzungen. Dagegen wurde ſein Be⸗ gleiter gegen eine Tanne geſchleudert und war ſoſort tot. Ein weiterer Mitfahrender wurde ſchwer ver⸗ letzt, während eine Frau mit dem Schrecken davon⸗ kam. Die Verletzten wurden ins Meersburger Kran⸗ kenhaus gebracht. Zwei auf einem Fahrrad Todesopfer eines Zuſammenſtoßes. * Kaiſerslautern, 13. Auguſt. Unverant⸗ wortliches Verhalten im Straßenverkehr hat hier einen ſchweren Unglücksfall zur Folge gehabt, der bereits ein Todesopfer gefordert hat. Auf einem unbeleuchteten Fahrrad fuhren ein gewiſſer Rock⸗ mann von hier und der Unterofſizier Hauſen zu zweien am Mittwochabend die abſchüſſige Luther⸗ Straße herunter. Ein ordnungsmäßiges Abbremſen war bei der doppelten Belaſtung kaum durchzufüh⸗ ren. So konnte das Unglück beim Einbiegen in die Ludwigſtraße nicht ausbleiben. Mit voller Wucht rannten die Radfahrer in ein vorüberfahrendes Laſtauto. Beide erlitten dabei lebensgefähr⸗ liche Verletzungen. Hanſen iſt inzwiſchen im Krankenhaus geſtorben. Der Zuſtand Rock⸗ manns iſt bedenklich. au. Frei⸗Laubersheim, 11. Auguſt. Landwirt Gg Mochemer von hier fiel bei der Fruchternte auf der Heimfahrt plötzlich vom beladenen Erntewagen. Er ſtürzte ſo unglücklich unter die Räder, daß ihm beide Beine zerquetſcht wurden. ——— — —— 4 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Samstag, 14. Auguſt 1937 Prächtige Leiſtungen auf der ganzen Linie! Bei den Reichswettkämpfen der SA in Berlin Schon in den frühen Morgenſtunden des Freitags, als die anläßlich der 700⸗Jahrfeier im feſtlichen Flaggenſchmuck ſtehenden Straßen der Reichshauptſtadt noch nicht das ſonſt gewohnte Leben verrieten, machten ſich die Tauſende der aus dem ganzen Reich nach Berlin gekommenen SA⸗Män⸗ ner auf zum Olympiaſtadion, der Austragungsſtätte der erſten Reichswettkämpfe der SA. Auch hier wieder das erhebende Bild. Im friſchen Oſtwind flatterten von den Rängen die Hakenkreuzbanner in den jungen Morgen und unten lagen die beſtens hergerichteten Kampfplätze bereit. Wenig ſpäter herrſchte auf ihnen reges Leben In den Leichtathletiſchen Einzelkämpfen brachte der Vormittag lediglich Vorentſcheidungen, wobei trotz erſchwerter Bedingungen(keine Nagelſchuhe!) vor⸗ zügliche Leiſtungen geboten wurden. Der S A⸗Führer⸗ Fünfkampf, der von 43 Teilnehmern aus 21 Gruppen beſtritten wurde, begann mit dem Handgranaten⸗Weitwer⸗ fen(in voller Uniform!) und anſchließend wurden Weit⸗ ſprung und 3000⸗Meter⸗Lauf erledigt.— In der Schwimm⸗ bahn begann das Waſſerballturni er, wobei ſich vor allem Niederrhein und Sachſen einen großen Kampf lieferten. Ergebniſſe: SA⸗Führer⸗Fünfkampf Handgranaten⸗Weitwerfen(500 Gramm— voller Dienſt⸗ anzug): 1. Stuf. Hinz(Pommern) 60,56 Meter; 2. Stubaf. Adam(Südweſt) 56,15 Meter; 3. Oberſcharf. Schmucker (Mitte) 55,7 Meter; 4. Oberſtuf. Behrendt(Berlin) 55,18 Meter; 5. Stuf. Menn(fHeſſen) 55,20 Meter. Waſſerball Vorrunde: Hochland— Weſtmark 13:0(:); Branden⸗ burg— Niederſachſen:8(:); Niederrhein— Sachſen 82). Leichtathletik 100⸗Meter⸗Lauf(10 Vorläufe, Turnſchuhe): 1. Vorlauf: H. Oberſcharf. Brandſtätter(Oſtland) 14,2; 2. Rottenf. Wu⸗ cherer(Südweſt) 11,2; 2. Vorlauf: 1. Sturmmann Half⸗ mann(Niederrhein) 11,5; 2. Truf. Kellmann(Nordmark) 14,6; 3. Vorlauf: 1. SA⸗Mann Kirchoff(Weſtfalen) 14,5; 2. Scharf. Gutſchera(Südweſt) 11,5; 4. Vorlauf: 1. Rottenf. Müller(Niederſachſen) 11,4; 2. Scharf. Vogelſang(Nieder⸗ rhein) 11,5; 5. Vorlauf: 1. Otruf. Gillmeiſter(Pommern) 11½2; 2. Scharf. Albert(Südweſt) 11,6; 6. Vorlauf: 1. SA⸗ Mann Scheid(Kurpfalz) 11,3; 2. Sturmmann Germing (Nordſee) 1,4; 7. Vorlauf: 1. SA⸗Mann Bönnicke(Thü⸗ ringen) 14,4; 2. Scharf. Fragner(Heſſen) 11,4; 8. Vorlauf: 1. Rottenf. Hillmann(Schleſien) 11,6; 2. SA⸗Mann Zart⸗ mann(Südweſt) 14,6; 9. Vorlauf: 1. Scharf. Herbel(Kur⸗ pfalz) 10,9; 2. Rottenf. Henkel(Heſſen) 11,1; 10. Vorlauf: 1. Rottenf. Zink(Hochland) 11,4; 2. Rottenf. Wente ie⸗ derſachſen) 11,4 Sek. 1500⸗Meter⸗Lauf(2 Vorläufe, die 6 Beſten in den End⸗ lauf): 1. Vorlauf: 1. Otruf. Krieg(Kurpfalz):10,8 Min.; 2. Rottenf. Adam(Niederrhein):13,6; 3. SA⸗Mann Küf⸗ ner(Hochland):13,7; 4. Rottenf. Gauſepohl(Weſtfalen) 414,2; 5. Sturmmann Kleemann(Heſſen):44,4; 6. Sturm⸗ mann Neidel(Heſſen):14,8. 2. Vorlauf: 1. Sturmmann Raff(Niederrhein):06,2 Min., 2. Rottenf. Runtzler(Nie⸗ derſachſen):08; 3. Sturmmann Roß(Kurpfalz):08,6; 4. Sturmmann Sake Niederſachſen):09,7; 5. Mildex (Berlin):11,4; 6. SA⸗Mann Friedrichs(Nordſee):13,2 Minuten. Kugelſtoßen(Vorkampf, 6 Beſten in den Endkampf): Sturmmann Hilbrecht(Oſtkand) 14,04 Meter; SA⸗Mann Leitges(Weſtmark) 13,40 Meter; Sturmmann Simon Heſ⸗ ſen) 13,37 Meter; Sturmbannf. Brechenmacher(Oſaf) 13,23 Meter; SA⸗Mann Bartels(Eſſen) 13,15 Meter; Rottenf. Hartung(Heſſen) 13,14 Meter. Diskuswerſen(Vorkampf): In die Entſcheidung kom⸗ men: Rottenf. Braun(Kurpfalz), Sturmmann Hilbrecht (Oſtland), SA⸗Mann Leitges(Weſtmark), Sturmmann Salz(Oſtland), Sturmmann Simon(6Heſſen). Weitſprung: 1. Oberſcharf. Bockmann(Niederſachſen) 6,17 Meter; 2. Stuf. Schmucker(Mitte) 5,87 Meter; 3. Stuf. Menn(Heſſen) 5,80 Meter; 4. Oberſtuf, Temme(Oſtland) 5,75 Meter; 5. Truppf. Hertwich(Hanſa) 5,64 Meter. 30oh⸗Meter⸗Lauf: 1. Stuf. Gumpold(Hochland):47 Min.; 2. Stuf. Sieghart(Weſtmark):52,8; 3. Stuf, Lange (Niederſachſen) 10:10; 4. Sturmhauptf. Hamel(Sachſen) 10:27,2; 5. Sturmhauptführer Neundorf(Sachſen) 10:28,8; 6. Obertruppf. Jung(Kurpfalz) 10:29,4 Min. Der Wehrwettkampf begann Die Grundausbildung der SA verkörpert der deutſche Wehrwettkampf Klaſſe B, der mit faſt 800 SA⸗ Männern am Start eine der größten Prüfungen der Reichs⸗ wettkämpfe überhaupt iſt. Zu dieſem Mannſchaftskampf ſtellt jede SA⸗Gruppe einen Führer und 36 Mann, die einem Sturm angehören müſſen! In Sturmeinheiten haben ſie ihre Uebungen— 100⸗Meter⸗Lauf, 3000⸗Meter⸗Lauf, Hindernisſprung, Handgranatenwerfen und Kleinkaliber⸗ ſchießen— zu erfüllen. Abſeits der Hauptkampfſtätte tra⸗ ten ſie zu den erſten vier Wettbewerben dieſes Fünf⸗ kampſes auf dem Hans⸗Braun⸗Platz und Auguſt⸗Bier⸗Pbatz an. Es gab leuchtende Beiſpiele der Kame⸗ radſchaft und vor allem beim ſchweren 3000⸗Meter⸗ Bauf zeigte ſich der echte SA⸗Geiſt. Auf den Schießſtänden der Verſuchsanſtalt für Hand⸗ feuerwaffen in Wannſee wurde am Kreitagmorgen der Mannſchafts⸗Fünfkampf mit dem Kleinkaliberſchießen ein⸗ geleitet. Die 21 SA⸗Gruppen ſind hier durch je eine Mannſchaft in Stärke von einem Führer und 11 Mann vertreten. Die weiteren Wettbewerbe ſind ein 250⸗Meter⸗ Hindernislauf, Handgranatenwerfen, 30⸗Meter⸗Schwimmen und 20⸗Km.⸗Mannſchaftsgepäckmarſch. Geſchoſſen wurde lie⸗ gend freihändig auf die 50 Meter entfernte Kopfſcheibe. Nach der erſten Uebung ſetzte ſich das Hilfswerk Nordweſt vor den Gruppen Südweſt und Oſtland an die Spitze. Gleichzeitig wurden die Einzel⸗ kämpfe im Piſtolenſchießen und Kleinkaliberſchießen aus⸗ getragen. Die Leiſtungen müſſen in jeder Beziehung als ganz ausgezeichnet angeſehen werden. Die Ergebniſſe: Kleinkaliber⸗Einzelkampf: 1. SA⸗Mann Schlegelmilch (Franken) 166 Ringe(180 mögliche Ringe); 2. Oberſcharf. Wehding(Nordmark) 162, 3. Stm. Gillyvald(Oſtland) 102, 4. Obertruppf. Schüler(Südweſt) 162, 5. Rottenf. Müller(Weſtfalen) 161; 6. Scharf. Rau(Südweſt) 159, 7. Truppf. Lund(Nordͤmark) 158; 8. Stm. Urban(Heſſen) 157 9. Scharf. Rappe(Kurpfalzj 157; 10. Sturmf. Ruott (Südweſt) 157 Ringe. Piſtolenſchießen: 1. Sturmf. Müller(Mitte) inge (850 möglich); 2. Rottenf. Böhner(Franken) 332; g. Schorf. Meyer(Bayer. Oſtmark) 332; 4. Scharf. Wollersheim(Nie⸗ derrhein) 329, 5. Obertruppf. Meyer(Kurpfalz) 928; 6. Sturmhptj. Zechner(Hilfswerk Nordweſt) 327; 7. Sturmf. Dieter(Hochland) 327; 8. Rottenf. Seeſer(Heſſen) 327; 9. Maurer(Südweſt) 326; 10. Egge(Kurpfalz) 324 Ringe. Kleinkaliberſchießen(Mannſchaftsfünfkampf): 1. Hilfs⸗ werk Nordweſt 32 Punkte; 2. Gruppe Südweſt 30.; 8. Oſtland 29.; 4. Sachſen und Hanſa je 28.; 6. Franken und Weſtfalen je 27.; 8. Niederſachſen, Berlin⸗Branden⸗ burg und Schleſien je 26.; 11. Weſtmark 25.; 12. Bayr. Oſtmark 24.; 13. Pommern, Hochland und Mitte je 23.; 16. Kurpfalz und Nordſee je 22., 18. Niederrhein, Thüringen und Oſtmark je.; 21. Heſſen 20 Punkte. Mannheimer Leichtathleten auf franzöſiſchem Sportfeſt Ehrenvolle Einladung der Poſt⸗Leichtathleten nach Frankreich Die Leichtathleten des Poſt⸗Sport⸗Vereins Mannheim erhielten eine Einladung, an einem am kommenden Sonn⸗ tag, 15. Auguſt, ſtattfindenden Sportfeſt in Neuſſchateau bei Nancy te lzunehmen. Die Ausſchreibung zu dieſer Ver⸗ anſtaltung ſieht eine Art von Vereinsmannſchaftskampf vor, bei dem es die Mannheimer Poſtler vor allen Dingen mit dem bedeutenden Pariſer Leichtathletikverein, dem Racing⸗Klub, und mit Straßburg zu tun hätten. Ein wertvoller Wanderpreis iſt für die ſiegreiche Mann⸗ ſchaft ausgeſetzt. Es kommen folgende Diſziplinen zur Aus⸗ tragung:100, 400, 1500, 5000 Meter, Kugel, Diskus, Hoch⸗ ſprung und eine Schwedenſtaffel mit 400, 300, 200, 100 Meter. Da zu dieſem Termin mehrere Mitglieder des Poſtſportvereins nicht zur Verfügung ſtehen und auch Neckermann, der bekanntlich an dieſem Sonntag für Deutſch⸗ Land gegen England in London ſtartet, ſowie Köſter und Herwerth nicht eingeſetzt werden können, wurden zur Ver⸗ ſtärkung der Mannſchaft die Gebrüder Abel, Lang (jämtliche Neckarau), Schmitt(Durlach) und Höll (Baden⸗Baden) zur Teilnahme gewonnen, ſo daß die Ge⸗ währ geboten iſt, daß die ſo ergänzte Mannſchaft des Poſt⸗ Sportvereins Ehre für ihre Vaterſtadt und für ihr Vater⸗ land einlegen weröͤen. Wir wünſchen ihnen alles Gute und vollen Erfolg in Frankreichl Die neuen Alfas zur Stelle Zweiter Trainingstag in Pescara Auch am zweiten Trainingstag für das 13. Acerbo⸗Pokal⸗Rennen am Sonntag auf der Rundſtrecke bei Pescara konnten die Fahrer den Rekord Varzis aus dem Vorjahre nicht unterbieten. Die deutſche Spitzenklaſſe kam allerdings wiederum der Rekordmarke ſehr nahe. Bernd Roſemeyer auf Auto⸗Union war auch am Freitag wiederum der ſchnellſte Fahrer und fuhr eine Runde in 10:53,8 Mi⸗ nuten mit 142,059 Km.⸗Std. Stuck(Auto⸗Union) folgte mit 11:01,6 Minuten, dicht auf waren von Brauchitſch(Mercedes⸗Benz) mit 11:03 Minuten und Caracciola(Mercedes⸗Benz) mit 11:24,2 Minuten. Sommer und Rücſch hielten ſich mit dem alten Alfa⸗ Romeo recht beachtlich und erzielten 11:39,8 und 11:40,2 Minuten. Auch der für Rudolf Haſſe ein⸗ geſetzte Nachwuchsfahrer der Auto⸗Union, H. P. Müller, blieb mit 11:54 noch unter 12 Minuten. Seaman geſtürzt Bei einem gefährlich ausſehenden Sturze an der Schikane bei öͤer Kirchhofs⸗Mauer kam der Englän⸗ der Seaman mit einigen Schrammen davon. Der Mercedes⸗Benz⸗Wagen wurde allerdings ſo ſchwer beſchädigt, daß er bis zum Renntag nicht mehr flottgemacht werden kann und das Unter⸗ türkheimer Werk am Sonntag nur Caracciola und von Brauchitſch im Rennen hat. Wegen des verſpäteten Eintreffens der neuen Alfa⸗Romeo⸗Wagen wurde das Training einige Zeit verlängert, und ſo hatte Tazio Nu volari noch Gelegenheit, den neuen Wagen einzufahren. Der mit großer Spannung erwartete Wagen fuhr die Startrunde in 12:16 Minuten. Nachdem er eine zweite Runde in 11:56 Minuten zurückgelegt hatte, brach der Italiener das Training ab. Am morgigen Sonntag: Generalprobe vor Fffezheim Der größte Frankfurter Renntag des Fahres— 8 Rennen in Rieberrad Die vor den Toren Frankfurts im Stadtwälochen ge⸗ legene Niederräder⸗Rennbahn hat am kommenden Sonn⸗ tag einen ganz großen Tag, womit auch zugleich die Renn⸗ ſaiſon ihren Höhepunkt erreicht, denn es ſtehen zwei be⸗ deutende Rennen, wie das Landgrafen⸗ und Wäldchens⸗ Rennen auf dem Programm. Die Beſetzung der beiden Prüfungen ſowie einiger anderen Prüfungen entſprechen nicht völlig den urſprünglich gehegten Erwartungen, doch laufen hier natürlich ſehr gute Pferde. Die Mehrzahl der großen Ställe benutzt die Ge⸗ legenheit, ihren Kandüdaten für die beſſeren Prü⸗ fungen in Baden⸗Baden hier noch einmal ein ſcharfes Rennen zu geben, und ſo werden alle Pferde in Frankfurt ihre Engagements erfüllen, in denen ſie ſtehen geblieben ſind. Die beioden Amateurreiten, von denen das Dr. Rieſe⸗Erinnerungs⸗ Jagdrennen am beſten dotiert iſt, werden für weitere Ab⸗ wechſlung ſorgen. Mit dem ſchwachen Beginn von vier ſtartberechtigten Pferden werden im Preis des Geſtüt Erlenhof(1200 Meter) die Zweijährigen am Start erſchei⸗ nen. Das alſo dem jüngſten Jahrgang vorbehaltene Jugend⸗Rennen wird nur von Berliner Pferden beſtrit⸗ ten, von denen das Geſtüt Erlenhof ſicherlich doppeltes Geſchütz auffahren läßt. Cleopatra zeigte ſich bei ihrem erſten Start in Hoppegarten von ſehr guter Seite. Die Stute beſetzte in einem Maiden⸗Rennen auf gleicher Di⸗ ſtanz in einem großen Felde von 14 Pferden den zweiten Platz hinter der Graditzerin Liebesgabe. Auf dem dritten Platz endete die Waloͤfrieder Stute Garnele. Gräfin Iſa⸗ bella, die zweite Waffe des Stalles Erlenhof, führte ſich bei ihrem Debut ebenfalls empfehlend ein; ſie lief in einem kleineren Rennen auf Hen dritten Platz und fand letzthin in dem Waldfrieder Jaromir nur den ſtärkſten Gegner. Die Stute könnte hier zu ihrem erſten Erfolge kommen. Das Geſtüt Schlenderhan hat hier Zehringen zur Ver⸗ fügung, der noch ͤͤunkel iſt. Wir gehen ſomit mit Geſtüt Erlenhof vor Geſtüt Waldfried. 2. Preis vom Rhein(1400 Meter). In dem Ausgleich 2 ſind von 13 gemeldeten Pferden ebenfalls nur vier ſtart⸗ berechtigt geblieben. Unter Höchſtgewicht von 62 Kilo geht Jupiter ins Rennen. Der Wallach konnte bisher an ſeine vorjöhrigen guten Leiſtungen nicht anknüpfen. Nach ſei⸗ nem hervorragenden Abſchneiden im Preis der Studt München, wo er den zweiten Platz hinter Dardanos be⸗ ſetzte, müßte der Fünfjährige eine allererſte Chance haben. Fidelitas, die in dem Ausgleich 1 knapp hinter dem Wal⸗ lach einkam, Hürfte die gefährlichſte Gegnerin ſein. Die Walofriedrin iſt beſſer denn je auf oͤem Poſten. Purpur⸗ roſe lief im Weſten einige gute Rennen, die Stute ſteht hier aber vor einer ſchweren Aufgabe. Auch Galleria Brera hätte gegen Fidelitas und Jupiter wenig Ausſichten. 3. Heinrich⸗von⸗Opel⸗Erinnerungs⸗Rennen(2000 Meter). Trotz des ſchmalen Feldes ein ſchwer zu entzifferndes Rennen, zumal die Bewerber in dieſem Jahre noch nichts gezeigt haben. Walzerkönig, der vorjährige Sieger des Henckel⸗Rennens, iſt in dieſer Saiſon noch nicht gelzufen. Der Vierjährige iſt gut im Gange und anſcheinend weit genug, um hier auch ohne ein Rennen im Leibe gewinnen zu können. Aoͤjuntg konnte ihr letztes Rennen zu einem Siege geſtalten. Die Grabitzerin hat inzwiſchen Fort⸗ ſchritte gemacht. Gut abſchneiden wird ſonſt noch Ocul⸗ tus. Von den Verbündeten des Münchner Stalles Iſar⸗ Land ſollte Azolin eine ſcharfe Klinge ſchlagen. Wir geben um zu reſumieren, Walzerkönig unſer Votum vor Adjunta und Occultus. 4. Landgrafen⸗Rennen(1200 Meter). Das große Zwei⸗ jährigen Rennen iſt von 17 auf oͤrei Pferde zuſammen⸗ geſchmolzen, die auch ſicherlich an den Start kommen wer⸗ den Der Ausgang des 5000⸗Mark⸗Rennens wird nach den bisherigen Leiſtungen nur zwiſchen Formidable und Pa⸗ tron liegen, da die Weſtdeutſche Ortenau bei ihrem erſten Start nichts beſonderes an den Tag brachte. Der Wald⸗ frieder Patron iſt der Sieger des Ermunterungsrennen, während die Erlenhofer Stute Formidrble ein beſſeres Rennen in München an ſich brachte. Die Ferro⸗Tochter zeigte zuvor eine gute Figur im Sierſtorpff⸗Rennen und dürfte nach ihren bisherigen Leiſtungen wohl das ge⸗ gebene Pferd ſ9 5. Dr. Rieſe⸗Jagdrennen(4000 Meter). Das einzige Hinoernisrennen des Tages wird ein ſtarkes Feld auf die Beine bringen und hat durch die Teilnahme des Schweizer Tücſök eine Internztionale Beſetzung gefunden. Der in Ungarn gezogene Wallach blieb auf gleicher Bahn im Frühjahr ſiegreich, in ſeinen ſpäteren Rennen zeigte er wenig. Von dem Frankfurter Lockvogel ſah man in dieſem Jahre nicht viel. Dagegen iſt Menne in beſter Verfaſſung, ebenſo Ly, die in Bad Harzburg gewonnen hat. Seni be⸗ Vier deutſche Vorlaufſiege in Amſterdam! Mit den Vorrennen begannen die Europameiſterſchaften der Ruderer Auf der neuen Boſch⸗Bahn in Amſterdam begannen am Freitag die Europameiſterſchaften der Ruderer mit den Vorrennen in allen ſieben Bootsgattun⸗ gen. Das Wetter war weniger günſtig, denn es regnete faſt immer. Die deutſchen Ruderer ſchlugen ſich wiederum ganz ausgezeichnet, denn nicht weniger als vier deutſche Boote beendeten ihre Vorläufe ſiegreich und kamen damit ſofort in die Entſcheidung. Die übrigen Vertreter Deutſch⸗ lands belegten einen zweiten und zwei dritte Plätze und haben damit noch Gelegenheit, über die Hoffnungsläufe am Samstag die Schlußrennen zu erreichen. Außer Deutſch⸗ land ſchlug ſich auch Italiens Streitmacht hervorragend, denn auch die Italiener konnten vier Vorlaufsſieger ſtel⸗ len. Die übrigen Vorlaufſieger ſtellten Holland, Däne⸗ mark, Polen, Oeſterreich, die Schweiz und Ungarn. Der leichte Gegenwind traf alle Boote dank der vorzüg⸗ ichen Anlage gleichmäßig, bevor er auf die Seite drehte. Der Beſuch war gut, trotz einiger Lücken auf der Tribüne, von deren Firſt die Fahne des Herrſcherhauſes der Oranier und die holländiſche Nationalflagge wehten. Längs der Ufer hingen die Fahnen der teilnehmenden Nationen an hohen Maſten, als erſte das Hakenkreuz. Schwärme von Wagen und Fahrrädern begleiteten die Boote auf eigens angelegten Wegen in ihren Rennen. Dr. Weſthoff(Berlin) ſtartete im zweiten Einer⸗ Vorlauf. Hinter dem nie gefährdeten Haſenöhrl(Oeſter⸗ reich) hielt er bis 1250 Meter mit drei Längen Abſtand den zweiten Platz, als Studach(Schweiz) an ihm vorbei⸗ ging. Ein kräftiger Zwiſchenſpurt brachte Dr. Weſthoff abermals vor, im Endkampf fiel der Deutſche aber wieder auf den oͤritten Platz zurück. Sieger des erſten Vorlaufes war der polniſche Titelverteidiger Vercy. Nach einem Fehlſtart im Zweier„mit“ arbeiteten ſich die Berliner Frieſen Guſtmann⸗Adamſki vom dritten Platz nach 500 Meter an die erſte Stelle und vergrößerten ihren Vorſprung von der Spitze mehr und mehr gegen die Schweiz und Polen. Italien als Sieger des anderen Vorlaufes hatte eine um acht Sekunden beſſere Zeit. Einen halben Kilometer lang lieferten ſich die Zweier „ohne“ von Ungarn und Deutſchland einen erbitterten Kampf. Dann machten ſich Melching⸗Mayer auf der Heide(Hannoverſcher RC) frei und vergrößerten ihren Vorſprung, während die Schweiz an Ungarn vorbeiging, bis 1500 Meter auf eine Länge.:59 Minuten hatten die Hannoveraner benötigt. Dänemarks Zweier ſchaffte in ſeinem Vorlauf als Beſter:06,7 Minuten. Holland und Italien waren die Vorlaufsſieger im Vierer mit Steuermann. Die Renngemeinſchaft Wiking⸗Ti B Berlin belegte hinter Italien und Dänemark den dritten Platz. Die Vorläufe zum Vierer„ohne“ wurden eine Beute von Ungarn und der Schweiz. Die Eid⸗ genoſſen ſiegten ſicher gegen das deutſche Boot von Etuf Eſſen. Im erſten Vorlauf zum Doppelzweier hatten ſich Kaidel⸗Pirſch von der Renngemeinſchaft Franken Schweinfurt/ Berliner RV Alemannia bereits bei 500 Meter einen kloren erkämpft, den ſie bis zum Ziel ungefähroet auf 27“ Längen ausdehnen konnten. Der Berliner RC überraſchte im zweiten Vorlauf zum Achter mit einer ganz großen Leiſtung. Bis 500 Meter lag das Viererfeld dicht geſchloſſen beiſammen, aber ein feiner S7er⸗Schlogſpurt brachte den„Club“ mit 1½ Längen von den Dänen weg. Bei 1500 Meter lag durch die feine Ruderarbeit der Berliner bereits 1½ Längen zwiſchen den beiden Hauptgegnern. In einem ſauberen Endſpurt zog Deutſchlands Vertreter vollkommen friſch und mit herrlicher Waſſerarbeit mit gut zwei Längen Vorſprung in der aus⸗ gezeichneten Zeit von:19,5 Minuten durchs Ziel. Vorher hatte ſich der ſtark verbeſſerte Livorno⸗Achter Ftaliens im erſten Vorlauf mit:21,5 die Teilnahmeberechtigung am Titelkampf geſichert. Die Ergebniſſe der Vorrennen: In Amſterdam begannen am Freitag die Europameiſter⸗ ſchaften der Ruderer mit den Vorrennen, deren Ergeb⸗ wiſſe waren: Vierer m. St.: 1. Lauf: 1. Holland:25,1; 2. Jugoſla⸗ wien:92,17 3. Oeſterreich:34,4; 4. Ungarn 7738,4) 5. Tſche⸗ choſlowakei:01,6.— 2. Lauf: 1. Italien:35,6; 2. Däne⸗ mark:35,8; 3. Deutſchland(Wiking⸗TiB Berlin) :48,1; 4. Frankreich:01,2. Zweier o. St.: 1. Bauf: 1. Dänemark:06,7; 2. Italien :08,4; 3. Frankreich:27,6, 4. Holland 831,6.— 2. Lauf: 1. Deutſchland 7159; 2. Schweiz:12,1; 3. Ungarn :28,4; 4. Jugoſlawien 8255. Einer: 1. Lauf: 1. Polen(Verey):03; 2. Italien(Stein⸗ leitner):09,8; 3. Dänemark(Olſen):11,4; 4. Holland (Velds):38,5.— 2. Lauf: 1. Oeſterreich(Haſenöhrl):42,5; 2. Schweiz(Studach):46,4; 3. Deutſchlamd(Weſthoff) :50; 4. Frankreich(Banos):09,5. Zweier m. St.: 1. Lauf: 1. Italien 8706,1; 2. Holland :16,3, 3. Frankreich:17,3; 4. Ungarn:38,4.— 2. Lauf: 1. Deutſchland(Guſtmann⸗Adamſki) 8114) 2. Schweiz :20,5; 3. Polen:2,5, 4. Jugoſlawien:21,8. Vierer o. St.: 1. Lauf: 1. Schweitz:55,2 2. Deutſch⸗ land(Etuf Eſſen):05,8; 3. Holland:07) 4. Jugoſlawien aufgegeben.— 2. Lauf: 1. Ungarn:53,7; 2. Dänemark :55,6; 3. Frankreich 7114,2. Doppelzweier: 1. Lauf: 1. Deutſchland(Kaidel⸗ Pirſch) 6758; 2. Schweitz 7110; 3. Ungarn 7114,5) 4. Tſchecho⸗ ſlowakei:23,3.— 2. Lauf: 1. Italien:583 2. Frankreich :07,9; 3. Belgien 7112,5 4. Jugoſlawien:23,9. Achter: 1. Lauf: 1. Italien:21,5; 2. Ungarn:27,7; 3. Tſchechoſlowakei 6240,2; 4. Schweiz:44,5.— 2. Lauf: 1. Deutſchland(Berliner RC):19,5; 2. Dänemark :29,9, 3. Holland:33,2, 4. Jugooſlawien 6137,2. Die Ausloſung der Hoffnungsläufe Die Ausloſung der Hoffnungsläufe bei den Europamei⸗ ſterſchaften der Ruderer erbrachten nachſtehende Paarun⸗ gen. Jeweils die Sieger kommen mit den am Freitag ermittelten Siegern der Vorläufe in die Entſcheidung, lediglich im Vierer ohne Steuermann kommt nur ein Hoff⸗ nungslauf zur Austragung, da Jugoflawien im Vorren⸗ nen aufgegeben hot und nicht mehr weiterſtartet. Hier kommen die beiden Erſtplacierten in die Entſcheidung. Vierer m. St.: 1. Lauf: Frankreich, Dänemark, Tſche⸗ choſlowakei, Ungarn. 2. Lauf: Deutſchland, Oeſterreich, Jugoſlzwien. Zweier o. St.: 1. Lauf: Frankreich, Schweiz, Jugo⸗ ſlawien. 2. Lauf: Italien, Ungarn, Holland. Einer: 1 Lauf: Schweiz, Frankreich, 2. Lauf: Italien, Deutſchlind, Holland. Zweier m. St.: 1. Lauf: Jugoſlawien, Holland, Frank⸗ reich. 2. Lauf: Schweiz, Polen, Ungarn. Vierer o. St.: 1. Lauf: Deutſchland, Frankreich, Hol⸗ land, Dänemark. Doppelzweier: 1. Lauf: Frankreich, Jugoſlawien, Ungarn. 2. Lauf: Schweiz, Belgien, Tſchechoflowakei. 1. Lauf: Jugoflawien, Ungarn, Holland. Achter: 2. Lauf: Dänemark, Tſchechoflowakei, Frankreich. Dänemark. ſitzt immer noch einiges Können. Nach vorjährigen Lei⸗ ſtungen wöre auch mit Schwertknauf zu rechnen, der hier ſein Jahresſtart geben wird. In dem offenen Rennen gehen wir mit Menne vor Seni, Ly und Tücſök. 6. Wäldchens⸗Rennen(2100 Meter). Das Hauptrennen des Tages, das die noch ſechs ſtartberechtigt gebliebenen Pferde an den Start bringen wird. Mit Ausnahme des Geſtüt Röttgen werden hier die führenden Zuchtſtätten ver⸗ treten ſein. Das in nöchſter Nähe gelegene Geſtüt Wald⸗ fried iſt wieder mit Periander vertreten, der im Vorjahre dis Rennen gegen Conteſſina und Idomeneus überlegen gewann. Der Vierjährige konnte 1 on ſeine gute dreijährige Form nicht anknüpfen. Wiener Walzer gewann vor einiger Zeit das nach ſeinem Vater genannte Oleander⸗Rennen und etwas ſpäter den Preis von Erlenhof zu Hoppegarten. Für den Wallach Hürfte wohl der Weg zu weit ſein. Von den Dreijährigen iſt Trollius ein ernſter Anwärter. Nach ſeinem Abſchneiden im Derby, wo er Abenofrieden den Vortritt laſſen mußte und ſo gute pferde wie Iniga Iſolani, Laurus, Audens und Atis leicht hinter ſich ließ, bewies er, daß ihm längere Wege keine Schwierigkeiten bereiten. Nicht zu unter⸗ ſchötzen iſt Hadri in, der erſt letzthin gut abſchnitt. Occul⸗ tus wird wohl hier kaum laufen und ſich das erſtere Ren⸗ nen vorziehen, ſo daß Periander die Farben des Geſtüt Waldfried allein an den Start tragen wird. Im Rennen wäre ſonſt noch die Griditzerin Landmädel, die bei glattem Verlauf allen ein Strich oͤurch die Rechnung machen könnte. Unſere Wahl fällt auf Trollius vor Landmädel und Haodrian. 7. Graf⸗Holck⸗Erinnerungs⸗Flachrennen(2800 Meter). Das zweite Amateurreiten des Tuges, das über die lange 2800⸗Meter⸗Flachbahn ausgetragen wird Von ſtarkem Ein⸗ fluß auf oͤen Ausgang iſt natürlich dos Stehvermögen der Bewerber. Beſonders gut iſt es in dieſer Hinſicht um Sarro, der bei ſeinem letzten Start wie ein Sieger lief, Ilmenau, die ſich mit einem Sieg über Hürden in Erbach von guter Seite zeigte, und Carga beſtellt. Chevalier ge⸗ fiel in ſeinen bisherigen Rennen weniger, desgleichen Paulchen und Caramba, die von der Hürdenbahn kommen. Vielleicht ſetzt ſich Sarro durch, der in erſter Linie Ilmen zu und Carga zu ſchlagen hat. 8. Preis von Mitteldick(1400 Meter). Zum Schluß noch ein gutbeſetzter und offener Ausgleich, hauptſächlich auf den Start ſelbſt ankommt. Flüſterton, der im Frühjahr überraſchte, iſt ſehr ſchnell. Auch Gleisner hat ſich zu einem Vorbrecher entpuppt, der Wallach läuft übrigens ohne Wetten. Toreodor zeigte nach ſeinem Früh⸗ jahrsſieg nicht viel von Belang. Nach den friſchen Lei⸗ ſtungen wäre mit Landois zu rechnen, auch Mniroſe könnte beim Ende mit dabei ſein. Sonſt werden ſich Eöina und die letzthin ſiegreich geweſene Senora noch bemerkbar machen. Unſere Vorherſagen: 1. Preis des Geſtüts Erlenhof: Geſtüt Erlenhof⸗Geſtüt Waldfried 2. Preis vom Rhein: Fidelitas— Jupiter 3. Heinrich⸗v.⸗Opel⸗Grinnerungs⸗Rennen: Walzerkönig— Adjunta— Oceultus 4. Landgrafen⸗Rennen: Formidable— Patron 5. Dr Rieſe⸗Erinnerungs⸗Jagdrennen: Menne— Seni —. T 6. Wäldchens⸗Rennen: Trollins— Landmädel— Hadrian 5 SC Sarro— Ilmenau arga 8. Preis von Mitteldick: Landois— Mairoſe— 2 D E 2 2 Wieder Ausländerſieg in Aachen Oblt. Greter(Holland) gewann Schweres Springen Der zweite Tag des Aachener Reitturniers brachte vor weſentlich beſſerem Beſuch als am Vortag zwei ſchwere Jagoͤſpringen als ſportliche Höhepunkte, in denen es wie⸗ derum ausländiſche Siege gab. Nicht weniger als 155 Pferde wurden für den Preis Sämtliche Ausländer von Laurensberg geſattelt. waren mit Ausnahme der Fren und Amerikaner am Start. Lt. Spindler vom Panzer⸗Reg. 3 Bamberg, der als Tur⸗ nierreiter bisher wenig hervorgetreten iſt, ſteuerte unter grenzenloſem Jubel den Hannoveraner Halali fehlerlos über oͤen Kurs, und etwas ſpäter gelang der Dänin Frau Haſſelbalch mit Hirondelle das gleiche. In der vierten Ab⸗ teilung warteten noch Oblt. Greter(Holland) auf Carina und Hptm. v. Barnekow auf Olaf mit fehlerloſen Rirten auf. Dieſe vier Pferde gingen dann ins erſte Stechen über ſechs erhöhte Hinderniſſe. Hirondelle ſchied wegen dreimaliger Verweigerung aus. Olaf hatte acht Fehler, während Halali und Carina je vier Fehler machten. Der Zweikampf in einem weiteren Stechen kam nicht zuſtande, da Halali von Naſenbluten befallen wurde und Lt. Spind⸗ ler ſomit auf den Ritt verzichtete. Carina nahm beſtim⸗ mungsgemäß noch den erſten Sprung und wurde dann zum Sieger vor Halali, Olaf und Hirondelle erklärt. Im von Lützow⸗Preis, einem Springen der Kl. L, teil⸗ ten ſich Corſar unter C. Röchling und Irrwiſch unter Rittm. Brandt mit 0 Fehlern und der gleichen Zeit von 72,4 Sek. in den Sieg. Die Ergebniſſe: Preis von Laurensberg(Jagdſpringen): 1. Carina (Oblt. Greter, Holland); 2. Halali(Et. Spindler, Deutſch⸗ land); 3. Olaf(Hptm. von Barnekow, Deutſchland); 4. Hi⸗ rondelle(Frau Haſſelbolch, Dänemark) nach Stechen ent⸗ ſchieden, 5. Loka(Oblt. Egger, Oeſterreich) Berufsreiter⸗Jagdſpringen: 1. Lottka(Dietrich) 0 Feh⸗ ler, 45,2 Sek.; 2. Burggraf(W. Günther) 8 Fehler.— 8 Teilnehmer. Von⸗Lützow⸗Preis: 1. Corſor(C. Röchling) und Irr⸗ wiſch(Rittm. Brancdt) je Fehler und 72,4 Sek.; J. Aar 3 (Oblt. Brinkmann) 0 Fehler, 74,2 Sek.— 7 Teilnehmer. Mar Schmelings 34. Ozeanfahrt Weltmeiſterſchafts⸗Titelkampf erſt im Jahre 19382 An Bord des Schnelldampfers„Bremen“ hat Ma x Schmeling in Begleitung ſeines Freundes Max Machon am Donnerstagmittag von Bremen aus die Reiſe nach Neuyork, ſeine 34. Ueberfahrt, angetreten. Zweck ſeiner Reiſe iſt dem Kampf zwiſchen Joe Louis und Tommy Farr am 26. Auguſt in Neuyork beizuwohnen und über Angebote zu verhandeln, gegen den Sieger dieſes Kampfes um die Weltmeiſterſchaft zu boxen. Schmelings Anſicht iſt, daß der Kampf 1937 nicht mehr zum Austrag kommen dürfte, einmal, weil die Vorberei⸗ tungszeit für einen Kampf im September zu kurz ſei, wäh⸗ rend im Oktober die Witterung einen Freiluftkampf in Neuyork nicht mehr zulaſſe. Er wird ſich vorausſichtlich nur wenige Wochen in ÜSA aufhalten und wieder nach Deutſchland zurückkehren, nachdem er noch einer alten Ein⸗ ladung zu einer Jagd in Kanada Folge geleiſtet habe. 15 000 ſahen ſpannende Rennen Metze und Richter ſiegen in Leipzig Im Mittelpunkt der Radrennen auf der Leipziger Bahn, die von 15000 Radſportfreunden beſucht waren, ſtanden die Großen Preiſe der Stadt Leipzig ür Flieger und Steher. Einen ſehr ſpannenden Verlauf nahm vor allem das 100⸗Km.⸗Steherrennen, in dem es Altmeiſter Erich Metze gelang, den neuen Meiſter, Adolf Schün, knapp zu ſchlagen. Der Dortmunder ging ſchon nach 25 Km. aus vierter Poſition an die Spitze und behauptete dieſe bis zum Schluß. Wie ſcharf der Kampf war, beweiſt die Tatſache, daß vier Fahrer, Metze, Schön, Schindler und Lohmann, in einer Runde einkomen und Lemoine und Hille nur je einmal überrundet werden konnten. Im Fliegerrennen zeigte ſich Meiſter Albert Richter allen Mitbewerbern überlegen, oͤggegen mußte er ſich im Punkte⸗ und Vorgobe⸗ fahren mit Plätzen begnügen. Die Ergebniſſe: 100⸗Km.⸗Steherrennen: 1. Metze 1723:58 Stoͤ.; 2. Schön 80 Meter; 3. Schinoͤler 80 Meter; 4. Lohmann 150 Meter; 5. Lemoine 435 Meter; 6. Hille 850 Meter zurück. Flieger⸗ Hauptfahren: 1. Richter; 2. Merkens; 3. Lorenz; 4. Markle⸗ witz; 5. Walter; 6. Zims. Punktefahren(2500 Meter): 1. Walter; 2. Richter; 3. Merkens; 4. Lorenz. Vorgabefahren: 1. Merkens(10 Meter Vorgabe); 2. Marklewitz(90 Meterſ; (20 Meter); 4. Walter(40 Meter); 5. Richtes in dieſer Saiſon an in dem es 3 — — —„ S S 23—6— S28 22 83888„„— 28 1„ — ◻ —— — 2·8 S8291 832 2 8 SeS 8 S S8. 2 2 2 2 3 22 t. K. +S 8 9S 222 0 5 2 — 5 Samstag, 14. August 1937 der Neuen Mannheimer Zeitung „HANDELS- ο WIRTSCHAFTS-ZETTUNG Mittag-Ausgabe Nr. 371 Neuregelung des Rechis der Zweigniederlassungen Erleichierung und Vereinſachung der Einiräge ins Handelsregisier Erweiſerie hiitwirkung des Handelskammern Die Reichsregierung hat auf Vorſchlag des Reichsfuſtizminiſters Dr. Gürtner das„Geſetz über die Eintragung von Handelsniederlaſſungen und das Verfahren in Handelsregiſterſachen“ verabſchiedet. Dieſes Geſetz bringt eine weſentliche Erleichterung des BVerfahreus bei der Anmeldung und Eintragung von Zweigniederlaſſungen in das Handelsregiſter. Nach der bisherigen Regelung des Handelsgeſetz⸗ buchs hatten Anmeldungen, die ſich auf Zweignieder⸗ laſſungen bezogen, bei den Gerichten der einzelnen Zweigniederlaſſungen zu erfolgen. Das neue Geſetz einheitlich bei Einzelkaufleuten und juriſtiſchen Per⸗ ſonen für dieſe Anmeldung das Regiſtergericht der Hauptniederlaſſung und bei Handelsgeſellſchaften das Gericht des Sitzes der Geſellſchaft zuſtändig iſt, das von ſich aus die bei den Regiſtergerichten der Zweig⸗ niederlaſſungen erforderlichen Eintragungen zu ver⸗ anlaſſen hat. Ebenſo iſt die Verlegung einer Hauptniederlaſ⸗ ſung oder des Sitzes einer Handelsgeſellſchaft bei dem Regiſtergericht der bisherigen Hauptniederlaſ⸗ ſung oder des bisherigen Sitzes anzumelden. Wäh⸗ rend Eintragungen, die die Hauptniederlaſſung oder die Niederlaſſung am Sitz der Geſellſchaft und die Zweigniederlaſſungen betraſen, bisher ſowohl von dem Gericht der Hauptniederlaſſung oder des Sitzes als auch von den Gerichten der Zweigniederlaſſungen im Reichsanzeiger und in den örtlichen Tageszeitun⸗ gen bekanntgemacht wurden, veröffentlicht das Ge⸗ richt der Zweigniederlaſſung ſeine Eintragungen nunmehr nur noch in ſeiner örtlichen Zeitung. Peahel dieſe Regelung und beſtimmt, daß nunmehr Da Aktiengeſetz vom 30. Januar 1937 das Recht der Zweigniederlaſſungen der Aktiengeſellſchaften und Kommanditgeſellſchaften auf Aktien bereits in ähn⸗ licher Weiſe geregelt hat, iſt nunmehr ein einheit⸗ liches Verfachhren für alle Zweigniederlaſſungen ge⸗ ſchaffen worden. Das Handelsregiſter der Hauptniederlaſſung ooͤer des Sitzes eines Geſellſchaft führt nach der neuen Re⸗ gelung eine Art von„Zentralregiſter“, aus dem alle ein Unternehmen betreffende Eintragungen zu er⸗ ſehen ſind. Die Regelung bietet für die Kaufleute und Handelsgeſellſchaften den Vorteil, daß ſie nur noch mit dem Regiſtergericht der Hauptniederlaſſung oder des Sitzes zu tun haben und daß der Umfang und damit die Koſten der Veröffentlichungen ver⸗ mindert werden. Das Geſetz enthält ferner eine Abänderung des § 126 des Geſetzes über die Angelegenheiten der frei⸗ willigen Gerichtsbarkeit, die eine bedeutſame Erwei⸗ terung des Aufgabengebiets der Induſtrie⸗ und Handelskammern in Regiſterangelegenheiten dar⸗ ſtellt. Die Induſtrie⸗ und Handelskammern haben künftig die Regiſtergerichte auch beim Einſchreiten gegen den Gebrauch unzuläſſiger Firmen zu unter⸗ ſtützen und erhalten zur Erfüllung dieſer Aufgabe ein erweitertes Antrags⸗ und Beſchwerderecht. Da⸗ mit wird einer Anregung der Induſtrie⸗ und Han⸗ delskammern Rechnung getragen und eine weitere enge Zuſammenarbeit mit den Regiſtergerichten er⸗ möglicht. Das Geſetz tritt zugleich mit dͤem Aktiengeſetz am 1. Oktober 1937 in Kraft. Neuregelung des Seeirachirechis Die Vorschriſien des iniernaſionalen Uebereinkommens übernommen Die Reichsregierung hat das„Geſetz zur Aende⸗ rung von Vorſchriften über das Seefrachtrecht“ ver⸗ abſchiedet. Mit dieſem Geſetz übernimmt das Deut⸗ ſche Reich die Vorſchriften des„Internationalen Uebereinkommens zur einheitlichen Feſtſtellung von Regeln über Konnoſſemente“, das Deutſchland am 24. Auguſt 1925 in Brüſſel gezeichnet hat. Die Einfüh⸗ rung war bisher unterblieben weil Deutſchland mit Rückſicht auf ſeine bedeutende Oſtſeeſchiffahrt nur ge⸗ meinſam mit den ſkandimaviſchen Staaten das Ueber⸗ einkommen einführen kann. Das Uebereinkommen iſt das Ergebnis einer jahrzehntelangen internatio⸗ nalen Zuſammenarbeit aller am Seehandel beteilig⸗ ten Nationen und ſoll die lang erſtrebte Vereinheit⸗ lichung der Seefrachtrechte der an dem Abkommen beteiligten Staaten bringen. Bisher iſt es bereits von einer ganzen Anzahl von Staaten ratiſiziert worden. Von den in dem Uebereinkommen vorgeſehenen zwei Möglichkeiten, das Abkommen im ganzen zu übernehmen oder aber ſeine einzelnen Beſtimmun⸗ gen in das nationale Seefrachtrecht einzuarbeiten, hat der deutſche Geſetzgeber die letztere gewählt und vor allem aus Gründen der Klarheit und Ueberſicht⸗ lichkeit die Beſtimmungen des Uebereinkommens in die Vorſchriften des Handelsgeſetzbuchs über das Seefrachtrecht eingearbeitet. An den Vorarbeiten zu dem Geſetz, das vom Reichsjuſtizminiſter Dr. Gürtner der Reichsregie⸗ rung vorgelegt worden iſt, haben auf einer Tagung im April d. J. in Hamburg rechtskundige Vertreter aus den Kreiſen der Reeder und der Seeverſicherer, mit dem Seefrachtrecht beſonders erfahrene Rechts⸗ anwälte und Richter und Mitglieder des Senats⸗ ausſchuſſes der Akademie für Deutſches Recht teil⸗ genommen. 5 Die Aenderung des bisherigen Rechts bezieht ſich im weſentlichen auf die Haftung aus dem Frachtver⸗ trag, auf die Abſchaffung der ſogenannten Skriptur⸗ haftung und auf die Einführung des Verfrachter⸗ konnoſſements. Nach bisherigem Recht haftet der Verfrachter für eigenes Verſchulden und das ſeiner Leute, kann aber dieſe Haftung im Vertragsweg weitgehend einſchränken. Nach dem neuen Geſetz haftet er nicht für ein ſchuldhaftes Verhalten der Schiffsbeſatzung oder ſeiner Leute bei der Führung oder der ſonſtigen Bedienung des Schiffs ldas ſo⸗ genannte nautiſche Verſchulden), dagegen iſt die Haf⸗ tung für die Außerachtlaſſung der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Verfrachters(das ſogenannte kom⸗ merzielle Verſchulden) zwingend vorgeſchrieben und kann durch Vertrag nicht ausgeſchloſſen werden. Das neue Recht begrenzt die Haftung des Ver⸗ frachters ſummenmäßig auf 1250 Mk. für jede Ejn⸗ beit ſoweit nicht die Güter nach dem Konnoſſement höher zu bewerten ſind. Die Vereinbarung einer weitergehenden Haftung des Verfrachters bedarf der Schriftform. Nach bisherigem Recht haftet der Ver⸗ frachter für die Richtigkeit der im Konnoſſement ent⸗ haltenen Bezeichnung der übernommenen Güter. Der Beweis, daß tatſächlich Güter der bezeichneten Menge nicht übernommen waren, iſt ausgeſchloſſen. Dieſe ſogenannte Skripturhaftung beſeitigt das neue Recht und ſtellt demgegenüber nur eine wider⸗ legbare Vermutung dafür auf, daß der Verfrachter die Güter ſo, wie ſie in Konnoſſement beſchrieben worden ſind, übernommen hat. Die ſich hieraus er⸗ gebenden Verpflichtungen des Verfrachters können im voraus nicht ausgeſchloſſen oder beſchränkt werden. Nach dem zurzeit noch geltenden Recht wird das Konnoſſement vom Reeder oder ſeinem Vertreter ausgeſtellt. Demgegenüber beſtimmt das neue Ge⸗ ſetz, daß das Konnoſſement von dem Verfrachter oder den von ihm bevollmächtigten Stellen ausgeſtellt wird und daß ſein Name in das Konnoſſement auf⸗ zunehmen iſt. Mit Rückſicht darauf, daß in der Pra⸗ xis in der Regel der Kapitän das Konnoſſement zeichnet, ſieht das Geſetz weiter vor, daß dieſer und jeder andere vom Reeder dazu ermächtigte Ver⸗ treter auch ohne beſondere Ermächtigung des Ver⸗ frachters zur Ausſtellung des Konneſſements befugt iſt. Zur Sicherung der Ladungsbeteiligten iſt be⸗ ſtimmt, daß, wenn der Name des Verfrachters im Konnoſſement nicht angegeben iſt, der Reeder als Verfrachter gilt und daß der Reeder bei unrichtiger Angabe des Namens des Verfrachters dem Empfän⸗ ger ſchadenserſatzpflichtig iſt. Durch die Einführung des Verfrachterkonnoſſements iſt der Ladungsbetei⸗ ligte in ſeiner bisherigen Rechtsſtellung nicht beein⸗ trächtigt, da ihm der Zugriff auf das Schiffsvermö⸗ gen weiter bleibt. Artikel 4 ermächigt den Reichsminiſter der Juſtiz, den Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Geſetzes zu beſtimmen. Dieſe Regelung ermöglicht, das Ge⸗ ſetz erſt dann in Kraft treten zu laſſen, wenn auch die ſkandinaviſchen Staaten durch die Ratifizierung des Uebereinkommens deſſen Beſtimmungen in ihr nationales Recht aufgenommen haben. Der deuische Einzelhandel 27,8 Milliarden Rüi gehen durch seine Kassen 537 159 Beiriebe Die Wirtſchaftsgruppe Einzelhandel übergibt der Oef⸗ fentlichkeit ſoeben ihren Arbeitsbericht. Die Geſamtmitgliederzahl der Wirtſchaftsgruppe beträgt zur Zeit 597 150 Betriebe. Ungerechnet die 53 685 Kohlen⸗ höndler, für die eine Sonderregelung beſteht, brachten 480.510 Mitglieder an Beiträgen für das Haushaltsjahr 1936⸗97, Has die Zeit von Mai 1936 bis Juni 1937 5 9,72 Mill./ auf; das ſind im Durchſchnitt je Mitglied 20,22 J. Der weitzus größte Teil der Mitglieder hat aber nur Beiträge zwiſchen 6 und 20„/ im Jahr gezahlt. Der Durchſchnittsſatz erſcheint dadurch höher, daß die Wirt⸗ ſchaftsgruppe auch Großbetriebe mit mehreren tauſend Ge⸗ folgſchaftsmitgliedern und mit Jahresumſätzen von über 100 Mill./ umfaßt. Unter Verwendung von Nebenein⸗ naihmen konnte die Wirtſchaftsgruppe mit ihren Glie⸗ derungen insgeſamt 10,22 Mill./ gleich 21,27/ je Mit⸗ glied für die Betreuung aufwenden. Die Stellung des Einzelhandels im Rahmen Ser deutſchen Wirtſchaft zeigt ſich ſchon äußerlich darin, daß 1936 rund 27,8 Milliarden, dͤ.., 44 v. H. des deutſchen Volkseinkommens, ͤurch die Kaſſen des Einzelhandels ge⸗ gangen ſind. Die Zihl der Einzelhandelsbetriebe von 849 611, der im Einzelhandel beſchäftigten Perſonen von 1916 863 und die Höhe der Umſätze von 27,8 Milliarden/ ſowie der Lagerhaltung von etwa 5,5 bis 6 Milliarden geben Anhaltspunkte für den Leiſtungsumfang des Ein⸗ und die Verantwortung, die nuf ſeiner Ar⸗ eit ruht. z* Lebensverſicherungsanſtalt Sachſen⸗Thüringen⸗Anhalt. Dieſe Lebensverſicherungsanſtalt, eine Körperſchaft des öffentlichen Rechts, legt ihren Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1936 vor. Bei der Anſtalt waren am Ende des Berichtsjahres 28 663(26 160) Lebensverſicherungen mit über 128(119) Mill./ Verſicherungsſumme in Kraft. Hierzu kommen noch 3543(3322) aus der Mitverſicherung in Rückdeckung genommene Verſicherungen mit rd. 2,72 (2,58) Mill. Verſicherungsſumme, ſowie 813(796) Bau⸗ ſparverſicherungen mit röͤ. 2,7 Mill.„ Verſicherungsſumme. Auch in der Unfallverſicherung war ein beträchtlicher Zu⸗ gang zu beobachten. Am Ende des Berichtsjahres lieſen bei der Anſtalt 4029(9689) Unfallverſicherungen mit rö. 389 000(360 000)% Jahresbeitrag. Der Beitragseingang belief ſich auf 5,6 Mill./ in der Lebensverſicherung und rd. 400 000/ in der Unfallverſicherung. Ueber den Scha⸗ denverlauf wird berichtet, daß durch Sterbefälle 2d3(190) Verſicherungen mit 1 054 866(786 965)/ Verſicherungs⸗ ſumme ſowie 51(688) in Rückdeckung genommene Verſiche⸗ rungen über 37 218(25 451)/ Verſicherungsſumme er⸗ loſchen ſind. Von den zur Regelung der Sterbefälle für den Selbſtbehalt vorhanden geweſenen Riſikobeiträgen von 985 595/ wunden 55,5 v. H. verbraucht. Der Ueberſchuß aus der Sterblichkeit betrug unter Berückſichtigung der Rentenverſicherung 431 089 /. In der Unfallverſicherung ſtieg die Zahl der Schäden von 4986 im Vorjahre auf 5293 Mark im Berichtsjahr. Die Gewinn⸗ und Verluſtrechnung für die Lebensverſicherung ſchließt mit einem Einnahme⸗ überſchuß von 581 467/ ab. Dieſer Ueberſchuß wird ſatzungsgemäß in voller Höhe der Ueberſchußrücklage der Verſicherten zugeführt, die dadurch eine Höhe von 1,78 Mill. erreicht. Aus der Unfallverſicherung wurde Ueber⸗ ſchuß von 20 616/ erzielt, der ebenfalls den Verſicherten zugute kommt. * Frankreichs Handelsminiſter über ſeine Außenhandels⸗ politik. Der franzöſiſche Hondelsminiſter äußerte ſich einem Vertreter des„Excelſior“ gegenüber über ſein Programm der Außenhandelspolitik. Das Ziel daß der Miniſter zu erreichen verſuche, ſei, das Deſigit der Handelsbilauz durch eine allgemeine Erweiterung des gegenſeitigen Warenaustauſches weſentlich zu vermindern. Es ſei“ heute unerläßlich, gewiſſe Angleichungen in den Zollſätzen vorzunehmen. Dieſe Aenderung der Zolltarife, die durch die gegenwärtigen Umſtände bedingt werde, ſollte jedoch nicht etwa zu einem ſyſtematiſchen Zollſchutz führen. Ein ſolcher Gedanke ſei ſchon deshalb ausgeſchloſſen, weil die Frankenabwertung eine ſolche Angleichung der Zoll⸗ ſätze vollkommen rechtfertige. Er werde ſich bemühen, eine aktive Politik des gegenſeitigen Warenaustauſches zu be⸗ treiben. Die letzthin mit Venezuela und Uruguay abge⸗ ſchloſſenen Handelsverträge brachten bereits dieſen neuen Geiſt zum Ausoruck und zeitigten für die franzöſiſche Aus⸗ fuhr weſentliche Vorteile. Er werde der franzöſiſchen Indu⸗ ſtrie den ihr zugeſtandenen Schutz angedeihen laſſen, gleich⸗ zeitig aber auch den Geiſt der ſchon beſtehenden Handels⸗ verträge mit anderen ausländiſchen Mächten achten. Dieſe Holtung ſchließe aber nicht die Möglichkeit einer Ver⸗ beſſerung des franzöſiſchen Worenaustauſches aus, denn die verſchiedenen zolltechniſchen Maßnahmen, die der Mini⸗ ſter zu ergreifen beabſichtige, hätten nur das Ziel, einen normalen Geſchäftsgang herzuſtellen, der durch die, An⸗ gleichung der allgemeinen Zollſätze erleichtert werde. Dieſe Angleichung ſei in Anbetracht der augenblicklichen Wäh⸗ rungsloge notwendig. * Die„Times“ fordert Erſchließung unausgenutzter Erz⸗ lager in England nach deutſchem Vorbild. Der deutſche Beſchluß, die Eiſenerzvorräte des deutſchen Bodens in nationalwirtſchaftlich notwendigem Ausmaß zu erſchließen, wird in einem Leitaufſotz der„Times“ beſprochen. Das Blatt ſchreibt u.., daß das deutſche Vorgehen ein Vorbild für England ſein müſſe, wo ebenfalls unausgenützte Erz⸗ lager vorhanden ſeien. Bisher ſeien der Wohlſtand und die Selbſtzufriedenheit in Englond ein Hindernis für weit⸗ ſichtige Vorbereitungen für ſchwierige Zeiten geweſen. Wenn die Führung, die England zur Zeit noch in der Eiſen⸗ und Stahlinduſtrie beſitze, nicht verloren gehen ſolle, dann müſſe die Gründlichkeit, mit der Deutſchlond die Neupla⸗ nung ſeiner Eiſen⸗ und Stahlinduſtrie in Angriff nehme, in England nachgeahmt und überboten werden. Waren und Märkte Noch kleines Angebof am Mannheimer Geireidegroſßmarki Manuheim, 12. Auguſt. Die Weltweizenmärkte lagen während des großten Teiles der Berichtswoche gut behaup⸗ tet, da ſich fortlaufend Käufer öſtlicher Firmen ſowie Noch⸗ frage der Mühleninduſtrie zeigte. Auch die feſte Stim⸗ mung für Futtergetreide trug dazu bei, den Markt zu be⸗ feſtigen. Vorübergehend fanden zwar auch Sicherungsver⸗ käuſe ſtatt; auch ließ die Auslandsnachfrage noch. Gleich⸗ wohl wurde die Stimmung hierdurch nicht weſentlich beein⸗ trächtigt, bis der USA⸗Regierungsbericht über die kom⸗ mende Ernte herauskam, der das zu erwartende, Erträgnis recht hoch einſchätzt. Dadurch kam natürlich die Preisſteige⸗ rung zum Stillſtand, obwohl in ſachverſtändigen Kreiſen darauf hingewieſen wird, daß das Mehr on Getreide dͤurch⸗ aus nicht auch einem Mehr an Mehl entſprechen würde, da die beſonders gut ſtehenden Weizenſorten nicht ſo er⸗ iebig ſein würden. Ju europäiſchen Einfuhrhäfen forderte man disponabel Antwerpen für Manitoba 3, Paeifie, für Hard⸗ winter 1, Dark, Gulf, 94 2 9,27% hfl.; für gleiche Sorten, 9. Auguſt ausgegang Dampfer 9,42/ bzw. 9,25 hfl., für Hordwinter 2, Gulf, gleicher Dampfer, 9,20 hfl., für Kurrachee blane 152 belg. Frs. und für Calcutta Club 2, neue Ernte, 154 belg. Frs. Auf Abladung ſtellten ſich Manitoba 1, Atlantic, Auguſt, erſte Hälfte September auf 9,90 hfl., Sept. 9,95 hfl., Oktober 10,15 hfl., Manitoba 2 entſprechend 9,72% bzw. 9,77% bzw. 9,90 hfl., Manitobg 3 entſprechend 9,47% bzw. 9,52 baw, 9,70 hfl., Manitoba 3 Pacific koſtete für Auguſt 10,12½ hfl., Dark 1, Hardwinter, Gulf, für Auguſt 9,27/ hfl. und September 9,22/ hfl., Dark 2, Hardwinter, Gulf, entſpre⸗ chend 9,22% bzw. 9,17 hfl., Hardwinter 2, Gulf, erfor⸗ derte für Auguſt 9,174 5 111 September, Oktober, No⸗ vember und Dezember 9,12/ hfl. Wider Erwarten waren die Weizenumſätze am Mann⸗ heimer Getreidegroßmarkt weiterhin ſehr klein, obwohl nunmehr badiſcher Weizen verkauft werden kann, und ob⸗ wohl ſeit dem 10. Auguſt die höheren Feſtpreiſe in Kraft ſind. Die Mühlen konnten ſich nur in geringem Umfang und meiſt nur ſackweiſe verſorgen. Für die. Anbaubezirke der Umgebung iſt dieſe geringe Marktbelieferung vor allem darauf zurückzuführen, daß die außergewöhnlichen Wetter⸗ verhältniſſe vom Bauern Arbeiten verlangen, mit denen er vorher nicht rechnen konnte. So iſt der Tabak infolge der trockenen Hitze ſchon ſo weit vorgeſchritten, daß er teil⸗ weiſe ſchon fetzt eingebracht werden muß; ähnlich ſteht es mit dem Flachs, und auch die zweite Heuernte läßt ſich nicht mehr aufſchieben. Die Folge davon iſt. daß nur in Ausnahmefällen jeweils Weizen an den Markt gebracht werden kann. Auch aus Mittel⸗ und Norddeutſchland lie⸗ gen noch keine weſentlichen Angebote vor, da aus dieſen Erzeugergebieten zunächſt die Mühlen des eigenen Bezirks ſowie diejenigen von Hamburg und Berlin bedient wer⸗ den. Da nunmehr die Nachmahlung der nicht verarbeiteten Reſtquoten aus dem abgelaufenen Getreidejahr geſtattet iſt, und außerdem verſchiedentlich den Mühlen ſchon die Ge⸗ nehmigung für den Einkauf eines Zweimonatsbedarfs er⸗ teilt wurde, dürften die einzelnen Erzeugerbezirke zunächſt noch in höherem Maße bei den Mühlen ihres Bezirks Ab⸗ ſatz finden, bevor ſie hierher zu liefern in der Lage ſind. * Das Angebok von ſüdweſtdeutſchem Roggen iſt recht ge⸗ ring; zum Teil ſpielen auch hier die notwendigen Feld⸗ arbeiten eine Rolle, aber auch die Tatſache, daß die Rog⸗ genernte an ſich klein ausgefallen iſt. Aus Norddeutſchland wurden einige Partien hierher verkauft, wobei man meiſt 6%, Ausgleichsſpanne zu bezahlen hatte. In der Pfalz beſteht bei einigen Mühlen kaum noch Kaufluſt, doch dürf⸗ ten auch dieſe ihren Bedarf noch nicht gedeckt haben. In Noroddeutſchland hat das Angebot zeitweiſe nachgelaſſen, war aber ſchließlich bei Eintritt trockenen Wetters wieder ausreichend. 4 Für Braugerſte ſind heute die erſten Bezugsſcheine aus⸗ gegeben worden, ſo daß in allernächſter Zeit mit dem Ge⸗ ſchäft begonnen werden kann, zumal ja nunmehr auch die ſonſtigen Beſtimmungen über den Verkehr mit Braugerſte erlaſſen ſind. Bei dem erheblichen Bedarf der Brauereien und Mälzereien iſt mit einem ſtarken Umſatzgeſchäft zu rechnen. Induſtriegerſte wurde wieder lebhaft gehandelt, ſoweit ſie an den Markt kommt; für nord⸗ und ſüddeutſche Her⸗ künfte werden etwa 21—21,50/ bezahlt. Futtergerſte war nicht am Markt; teilweiſe wird wohl auch Wintergerſte als Induſtriegerſte angeboten, die bei geringerer Nachfrage nach dieſer für Futterzweche Verwendung finden würde. Hafer war weder in Induſtrie⸗ noch in Futterqualitäten am Markt; wie man hört, ſollen die Ergebniſſe bei dem badiſchen Weißhafer und beim pfälziſchen Gelbhafer recht gut ſein. Am Mehlmarkt beſtand lebhafte Kaufneigung für Wei⸗ zenmehl. Roggenmehl war kaum geſucht; auf ber anderen Seite ſoll auch das derzeitige Offertenmaterial, beſonders aus Norddeutſchland, nicht ſehr umfangreich ſein. Der Futtermittelmarkt blieb ſehr ſtill, da die gewünſch⸗ ten Futterſorten nicht zu haben ſind, und im übrigen der Landwirtſchaft neben dem Grünfutter die Maiszuteilun⸗ gen als Ausgleich für die Brotgetreide⸗Ablieferung zur Verfügung ſtehen. Paul Riedel. Der Stand der Feldfrüchte Anfang Auguſt Die Witterungsverhältniſſe waren im Juli recht un⸗ einheitlich, Im Süden des Reiches, namentlich in Bayern und Württemberg, herrſchte vorwiegend trockenes und hei⸗ ßes, im Nordweſten des Reiches dagegen vorwiegend feuch⸗ tes Wetter. Im Reiche insgeſamt war nach dem Urteil der amtlichen, Berichterſtatter in etwa 51 v. H. der Berichts⸗ bezirke genügend, in etwa 16 v. H. der Berichtsbezirke zu⸗ viel und in etwa 30 v. H. der Berichtsbezirke zu wenig Bodenfeuchtigkeit vorhanden. Da im zweiten Drittel des Juli allgemein trockenes Wetter zu verzeichnen war, konnte die Wintergerſte bereits zum größten Teil eingebracht werden; auch die Ernte des Winterroggens wurde nament⸗ 1 0 dͤen Gebieten mit geringen Niederſchlägen ſehr ge⸗ ſördert. 09 Wie das Statiſtiſche Reichsamt mitteilt, begünſtigen die Anfang Juli niedergegangenen Regenmengen die Entwick⸗ lal augus Rhein-Mainische Abendbörse Ruhig Die Abenobörſe lag ziemlich ſtill, doch zeigte ſich zu etwo v. H. unter dem Berliner Schluß liegenden Kurſen eher etwas Kaufintereſſe, vorerſt wurden aber keine nennens⸗ werten Umſätze getätigt. Amtlich zur Notiz gelangten zu⸗ nächſt Ic Farben mit 167,75(168/6) und Demag mit unv. 151,25. Verein. Stahlwerke waren zu 120 und Bemberg zu 158,50 ſowie Großbankaktien zu den letzten Kurſen gefragt. Im Freiverkehr zogen Verein. Schuh Berneis weiter an auf 64(63). Der Rentenmarkt war ohne Geſchäft. Kommu⸗ nal⸗Umſchuldung nannte man mit 94, 70. Die Umſatztätigkeit blieb auch im Verlaufe auf allen Marktgebieten klein. Die Kurſe konnten ſich im allgemei⸗ nen behaupten. Soweit Ermäßigungen unter dem Ber⸗ liner Schluß eintraten, waren ſie ſehr geringfügig und auf dieſer Baſis beſtand Nachfrage. Gut behauptet lagen beſonders Bergwerkswerte. Von Großbankaktien konnten ſich Commerzbank bei einigen Umſätzen auf 11776 erhöhen. Am Rentenmarkt notierten 4/proz. Krupp 74 v.§ höher mit 99,50 und Farbenbonds unv. mit 133,50. An der Nachbörſe wurden Vereinigte Stahl zu 120,25 und Hoeſch zu 126,50 geſucht. PFEPEPFPPPooooo lung der Felöfrüchte. Außer Klee und Viehweiden wur⸗ den ſämtliche in die Berichterſtattung einbezogenen Frucht⸗ arten zum Teil erheblich beſſer als normal bezeichnet. Die Niederſchläge im erſten und letzten Drittel des Monats Juli förderten vor allem die Entwicklung der Hackfrüchte, die im Vergleich zum Vormonat ihren Stand um mehrere Punkte verbeſſerten. Die Spätkartoffeln ſtehen mit der Note 2,4(Vormonat(2,7) noch beſſer als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wo eine Rekordernte erzielt wurde. Die Zuckerrüben werden mit der Note 2,4(Vormonat 2,7) wie im Vorjahre beurteilt. Auch der Stand der übrigen Feld⸗ früchte berechtigt zu guten Hoffnungen. Die Futterpflanzen, die Wieſen und Viehweiden, die unter der Trockenheit im Juni etwas gelitten haben, konn⸗ ten ſich trotz der Niederſchläge im Juli noch nicht weſent⸗ lich erholen. In den einzelnen Gebieten des Reiches iſt der Stand der Feldfrüchte unterſchiedlich. Die Abweichun⸗ gen vom Reichsdurchſchnitt betragen 20 v. H. nach oben und unten. Am beſten wird der Stand in den Provinzen Sach⸗ ſen, Schleswig⸗Holſtein und Hannover ſowie in den Län⸗ dern Bayern, Württemberg, Baden, Thüringen bezeichnet. 2 Rotterdamer Getreidekurſe vom 13. Auguſt.(Eig. Dr.) Weizen(in Hfl. per 100 Kilo) Sept. 7,90; Nov. 7,87%½ G; Jan. 7,77½; März 7,72/4.— Mais lin Hfl. per Laſt Sept. 108,75; Nov. 105,75; Jan. 105,75; März 5,75. Liverpooler Baumwollkurſe vom 13. Auguſt.(Eig. Dr.) Amerikan Univerſal Stand. Midol.(Schluß) Auguſt(37) 583; Sept. 585; Okt. 587; Nov. 588; Dez. 589; Jan.(88), Febr. je 572; März 574; April 575, Mai 577; Juni 579; Juli 581; Auguſt, Okt. je 589; Dez., Jan.(39) je 590; März 591; Mai 592, Tendenz ſtetig. DLeinölnotierungen vom 13. Auguſt.(Eig. Dr.) Lon⸗ SIn: Leinſaat Pl. per Auguſt 13,25, Leinſaat Klk. per Auguſt⸗Sept. 15,25; Bombay per Auguſt⸗Sept. 159/13; Lein⸗ ſgatöl loko 30,9, Auguſt 29,9, Sept.⸗Dez. 29,6; Baumwoll⸗ Oel ägypt. 27,6; Baumwoll⸗St. ägypt. per Auguſt 676.— Neuyork: Terp. 37,25. Savannah: Terp. 32,25. 2* Obſt⸗ und Gemüſegroßmarkt Weinheim. Brombeeren 12—22, Pfirſiche 20—30, Zwetſchgen—10, Aepfel—14, Birnen 10—22, Tomaten—10, Bohnen(Buſch)—6, Boh⸗ nen(Stangen)—13, Feigen 25 Pfg. Anfuhr 1365 Ztr. Rachfrage gut. * Großmarkthalle Handſchuhsheim. Birnen 18—22, 10 bis: 44, Aepfel 915,—8; Pflaumen—8, Reineclanden —11; Mirabellen 18—22; Bühler Frühzwetſchgen 97 Zwetſchgen—10; Pfirſiche 25, 15—29; Kopfſalat loſe—4j Stangenbohnen—12; Buſchbohnen 4; Stangenbohnen gelb—10; Erbſen 14—17; Tomaten—9,—5; Blumen⸗ kohl—15; Wirſing 6; Weißkraut 4, Rotkraut 8; Schlan⸗ gengurken unverkäuflich; dto. Kaſtengurken; Spinat 5; Zwiebeln 6. Anfuhr gut, Nachfrige mittel. * Ruhiges Weingeſchäft an der Moſel.— Güuſtiger Stand; der Weinreben. Im Weinhandel der Moſel iſt es — wie alljährlich im heißen Sommer— verhältnismäßig ruhig, da tigsüber ein Weintransport auch kaum möglich iſt. Vielfach ſind die 1936er noch unruhig, ſo daß ſie größ⸗ tenteils nicht zu probieren ſind. Die Nachfrage erſtreckte ſich nach wie vor auf 1936er Konſumweine, für die man in Zell, wo faſt ſchon alle Beſtände ausverkzuft ſind, 800 bis 950/ zahlte. Der 1935er iſt in Erzeugerkreiſen ebenfalls ſoweit ausverkauft.— Der Stand der Weinreben iſt augenblicklich günſtig zu beurteilen. Sobald die nötige Feuchtigkeit oͤa iſt, dürften die Trauben, die ſchon jetzt ein Ausſehen haben, ſchnell den Wein be⸗ ommen. Geld- und Devisenmarki Paris, 13. Auas“ Kchlus ⸗milich). London 132.85 J evonie⸗— Veuyork 25,64/ Halien 140.20 belgien 448.50 Schweiꝛ 611.75 London, 13 August chluß emtlich) Neuyerk 408.62 J Vopenhagen] 22.40— 1 592.75 1469— 785.— Konenhagen Holland Stockholm Perlin 10720 Warscheo 505.— Mien 511.— Ichenbel Vokohama Auxiraſien Mexiko Mon fevigeo 124¹ 2⁰7 12⁵.— 18.— 28.— Valparaio 128.0 Doenos auf lon dond 15,40 Südstriks 100,1 678.— 618.— 5 26.31 Warstasa 25,20 Zuenos Aires] 16,— Lio de Jau. 412.— Honckong 1/262 Meialle Hamburger Neiallnoſierungen vom 15. Augusi Hupfer Bance- u. Straits-Lingg urief Geld Briek J Geld ſanſ Celd bezahl. Mnuar 78,— 78.—. 855.0355,00 EEE Har: Apri 0 Monfresi 498.55 Stockhm 1 Rumzvien Amsterdam 904 30 oclo 19.90/J Konstanfin. Poris 13285 Lissabon brüstel 29.61— helsingfors Helien 94.72— Hbrag Ferlin 12.39¼ J Butapes, Schweiz 24.71—Belyra⸗ Hponien 86.50— LSoiie Hültienrohziusß. Teinsilber(fö. p. 0 Feingold(AM. p. gr. Alt-5platin(Abfalte) Cirapr.(Rll. p. gr.) Techn. reines Pistin Detailyr,(Rl. p. ge. 82582.25 41.7038.70 284.79 3,.800.50 2 2 Jun,, ·——l 22 iuli S 78.—78.—.. 855,0855 00 Kptemb /8.— 78.— 8526359,00 Gkioter /8.— 78.—, B55,00355,00.. J Anfimen Pegulus wünes.(S fu.)59.50 ovemb./8.—78.—. 855,0855,00. J Ouecgsilber(E per klasche) D ezemb.78—178.—.855, 01355,0. Volframer: dunes.(in Sh.) * Neue Metallkurspreiſe. Lout Bekanntmachung K P 380 werden ab 14. Auguſt die Kurspreiſe für Meſſing⸗ und Neuſilberlegierungen um 0,50 /, für Rohzink um 0,75 /, für Feinzink, Kupfer, Rotguß⸗ und Bronzeleg. um 1%/ je 100 Kilo ermäßigt. veröffentlicht am Veröffentlicht am RM 12.8 RM— in Kraft ab in Kraft a 1 e e ee en ee Alum. n. leg. 133—437123—137 Bronzeleg. 111,/14,512./½1155 do. Legier. 58— 61 58—61 Neuſilberleg.] 71—/½/ PIU-74 Blei nichtleg. 27½ 29¼ 27/29½0 Nickel n. leg.236—246 236—246 Hartblei. 30—32 30—32 Zink fein.33/½—35¼34/—86 Kupfer n. leg. 81/½ 88¾82/½8 do roh 9½—51//30½—32½ Meſſingleg.. 61—68/¼61¼—64 Zinn n. leg. 53—838 833—49 Rotguß leg. 81/½—84 82¼—85[Banka⸗Zinn—45—355[349— 355 * Weitere Ermäßigung der Zinkblechpreiſe. Die Süd⸗ deutſche Gebietsfachgruppe des Zinkblechhandels hat mit Wirkung vom 14. Auguſt die Preiſe für Zinkblech um 6,75 Mark je 100 Kilo ermäßigt, nachdem bereits am 13. Auguſt eine Ermäßigung um 0,50/ vorgenommen worden war. * Der Londoner Goldpreis betrug am 13. Auguſt für eine Unze Feingold 139 Schilling 5 Pence ⸗ 86,5778 /, für ein Gramm Feingold demnach 53,7882= 2,78354 /. ——— Frachienmarki Duisburg-Ruhrort „Das Geſchäft war auch in der heutigen Börſe für tal⸗ wärts ziemlich rege Dagegen blieben die Anforderungen für bergwärts wieder in ſehr mäßigen Grenzen. Eine Frachtenänderung fand nicht ſtatt. Der Schlepplohn blieb auf dem geſtrigen Satz. 10. Seite/ Nummer 371 Nene Mannheimer Zeitnng7 Mittag⸗Ausgabe 5 Samstag, 13. Auguſt 1887 Parasr en een,, GtonRia ——— Sonntag letzter Tag! Ein derbes Berliner Volks- stü ek mit viel Musik und Tanz Morgen Sonntag, den 15. Augusk achmittags 2 Uhr, ah Paradeplatz DBillige Sonderi⸗ahrt (Cdenwafdà) 3281 Birkenauer Tal, Waldmichelbach. Wahlen. Tromm, Hlammelbach. Weschnitz, Hirschhäuser Tal, Heppenheim, Bergstraße, Mannheim. Fahrpreis nur NIk..50 pro Person. vorverhauf: Mäannheimer Omnibus-Sesellschaft 0 6. 5 Teleion 21420 Ein Astra- Film der Ufa mit P. Henckels. G. Alexande- Dr. E. Dernburg, Elga Brink K. Mog. R. Dorsay, R. Korn Splelleitg.: Dr. Alwin Elllng —— Hachtvwsteuung Sturmisclie Begeisterung ubes Bſr ſochher anzrE WEISERH gesembſoſ emperament- Herz- Schnoddrigkeit Setsuko D0 RA SREEN in der Wochenschau u. a. 5FE (OIE FALLE) Moas deutsche Sängerfest in Breslau der jungen Japanerin in der Hauptrolle. ke ch ib Somttos:.00 6. 25.35 Unr SSS DOoarsteller: Sonnteg:.00 4.. 8 40.10.25 Unr kady chrittians. paul Hartmann, Für Jugendliche zugelesten! W— Ouemar U. d. Es sprüht v. itz, Veber. mut u. Heiterkeit in dem neuen troͤnlichen Marika- Rõökk-Fiim der Uca. Unsere nächste Ge- Voranseige: sellschaftsreise nack I Hüe BKRIS mit VIKTOR DE KOwAH findet am 20. September 1937 bestimmt statt. Deuisen werhanden. Anmeldung schon jett. Reisepeß mit Gültigkeits- vermerk n KErankreich ii 11 unr abenas Salou· Ein Niinerva- Fiim der Terta- Filmkunt Gustau Fröhlich Leny Marenbach Peter vess Sammttag:.00.30.30.30 Uhr onntag:.05.10.15.20 Uhr Ffär Jugendliche zugelesten!) Ant.:.00 6. 10.20 So.: 200 UhrI Jugend nicht zugelassenlgs Inſerieren bringt Gewinn!“ Pferde Märkie Im Vorpro: Vom Uhu und anderen Geslchtern der Nucn Frankfurt a. 01 8 Ufa-Kulturfiim⸗ Die neueste Ufa-Tonwoehe Sd.:.00.30.30.30 50.:.00.00.15.30 Für jugendliche nicht zugelassen! — Bayerischer Hef Waldhofstrage 20 8⁰⁵ das führende béyerische Bierrestaurant der Necłkarstadt. Ausschank des bekannten euten beyt. Lohrer Bieres. Es lädet ein SS WJ. Erny und Frau 17. Aug. 1937 5. Okt. 1937 7. Dez. 1937 Laucwinsdh nale G UFA-PALAST — G MIVERNsUun Amil-Bekanntmachungen Heute Samstag Macht-Vorstellung 10.45 Letzte Wiederholung Tin Süäb Pole Negris spennendes Filmwerk KAFFEE BGRsE, E 4, 12 Bonte Vexlängerung mit Konzeri Sonntag Oeffentliche Aufforderung. Im Mannheimer Hauptfriedhof gelangen nachſtehende Gräberfelder zur Umgrabung und teilweiſen Neubelegung: mantel Sehr strapdzier- fähig, für Relze Vomehmer 3; IV. Teil, VII. Abteilung, ent⸗ Zu jedem Radio Nur die Gummimantel Uüc SPStt Tägl. 4 haltend die Gräber Erwachſener in Pepita · Nu · 16 50 das 100 prosentige vom 6. April 1891 bis 18. März 1893, vom 16. Februar 1916 bis Se e einfatbiget kregengamitur 15.75 is. März 1917. I. Teil, II. Abteilung, enthaltend die Gräber Erwachſener vom 17. dezember 1844 bis 16. Febr. 184777% vom 18. März 1893 bis 23. Januar 1894, vom 9. März 1917 bis 4. Auguſt 1917. In STagen Garantiert Ziehung äWucano Geld-Lotterie v3 Leichter Aummimantel aus Batist in Melen Fatben Vortätig Sonderveibindungen nach allen Nichtungen. 0 853 verlag wilhelm herget, Stuttgart Reinsburgſtraße 14/ Fernruf 627 18 und 623 91 EPEEEEEo.. B 206 Monatl. 86 Rpf. frei ins Haus. Verlangen Sie Probe⸗Nr..50 VI. Teil, III. Abteilung, ent⸗ 5 100 000— die 55 vom— anuar 1904 bis 25. Juli 1904; 85 25 000 Pléize für Leincler, vom 15. April 1922 bis 8. Mai 1924. Tierschau töglich von 10—250 Uln V. Teil, alte Urnengräber vom 18. Februar 1901 bis 31. Aug. 1922. Anträge auf Erhaltung der Gräber auf eine weitere 20jährige Ruhe⸗ Izeit für Erwachſene und Urnen⸗ räber bzw. 12jährige Ruhezeit für inder, wofür die Gebühr mit RM. 50.— für Erwachſene⸗ ſowie Urnengräber und RM. 25.— f Kindergräber zu entrichten iſt, ſind bis längſtens 31. Auguſt 1937 bei der Frieoͤhof⸗Verwaltung, Haupt⸗ frieoͤhof, zu ſtellen. Später ein⸗ kommende Anträge werden nicht berückſichtigt. Ein Teil der Gräber muß wegen anderweitiger Ver⸗ wendung der Grabplätze verlegt 5 werden. a8 830 Die Hinterbliebenen, welche die KONDHTOREH-KAFFEE Erhaltung von Gräbern nicht wün⸗ D in bevorzugter lage E. ſchen, werden aufgefordert, Denk⸗ mäler mit Fundamenten, Ein⸗ faſſungen und Pflanzungen bis Prachtwoller Vorgarten ſpäteſtens 31. Auguſt 1937 zu ent⸗ Eise iegel Grögtes Spezialhaus Südwestdeutschlands für Damen- und Kinderkleidung Deutsches Unternehmen Mannheim am Paradeplatz IoPBalo-KMbeilenSe 15000 werden ſchnell und fachgemäß aus⸗ Steehen 7 Brennen 7 5. 10000 geführt. Kopien auf Agfa⸗Hoch⸗ 0 Maftn int Liün uüm 28 glangpapier.— Platten, Filme, Leder⸗Dann gebrauchen Sie die seit Jahr- f f taſchen billig. Sauzehnten vorzügl. bewährte, schmerz- ——5— stillende Heilsalbe„Gentarin“. 1 2 deeee,** Erhältlich in allen Apotheken. vo/ Tüchtiae pfb Carant. trock., 1Rauchtisch, icheſz f ISchreibtisch,„, lisouse für Salon erſten Sen, tt mit Roſt—— z. 1. September[ Ranges 64473 Haxrtholz Beit 1 Flur⸗ Schwarzwaldſtraße 20, Waldpark: gesucht nach Mannheim Senaken⸗Neuwert. 4489 buchen. fiefer Ku Kid 9 5 5 9 Erenfahrrad ab. 10 Ztr. f..30 billig zu verkf. 3 7 0 hesucht. Nebze Herrenfahrra Mt. per Zentner Horſt Eugen Iſel, uc 0 Suche 5900 9 83 4 1 44 Ruf füchigon Dounateur Karl Kirschfxar arpelnt rte Slefsruet. K. fretMibeit( Feler nan E e kesdepſ.errger, Hap, cagerhermeng, Jum llladil„slella Maris“ 40 Der Oberbürgermeiſter. Friſeur, Kraft ſehr gut⸗ sliſte gratie.] Krämer. Rhein⸗ Mannh. u. Umg. Feruſpr. 281 21. 1. 10. 37 zu vermieten. Näheres: adolk-Hitier-Srucke, Neckar. 5912 kt Albert Sommer, hä r. 77, IV. 5o 5 4 5 a Se 10 bezahlte Stella. Heidekberg, häuſerſtr. 77. IV. Poſtkarte genügt.*4503 Karl e 9 43 255 Sonntag, 15. eee.. W 8 und zurück nur.— von der Druckerel Ur. Haas, R 1,-6 Es i an die Geſchäftelt. B. Bl. Aeſſiiesnölchen Idöriſten, unt. Aulage 41. 6166ſf leinr. Menges——.—5 Halbtagsmädehen 2 X 31 an die 1. Dnen.Holzbanber Sülgenendes Friſ. möbl. 2 ſaKteit Seefn, e e Hchrrücer See eeee t Mag-Atelier Blattes erbeten. perfekte, erfahrene 390 93 5 Tüinkostgeschäft Hrn. ſof. zu vm. 0 Kie SS. os 48.Sr eren Buick-Lim 1 J 5, 19, 3. Stck. auckéllsehlungGobf, Herren- und Buick-Limous. m. ar. Wohnkü., links.*4486 Nietzſcheſtraße 30 Taunesminch⸗ Ubeieiinnen 0 Levi, Tagesmädchen Vorverkauf: Mannh. Ver- ersver. lel. 343 21, Lud- VWigshafen. Reisebüro Kchler Lel. 615 77 u. Cicuskassen G an 10 Ubr. ſel. 532 22 Annahmeschiuh tür die Mittag⸗ ausgabe vorm. 8 Uhr, für die Abend-Ausgabe nachm. 2 Uhr Einspaltige Klelnanzelgen bis zu WELLENRFUTHER am Wass erturm einer Höhe von 100 mm je mm SPig. Stellengesucheje mm4ęig. der Stadt. Behaglicher, angenehmer fernen. Nach Ablauf dieſer Friſt Aufenthalt wird die Friedhof ⸗ Verwaltung SSS über die nicht entfernten Materia⸗ 8 lien verfügen. Staã Mannheim, den 15. Juli 1997. Hirſchhorn a. N. 6 Wöch. Rate Mk..— 75 PS, in ſehr Schlafz. u. Ne⸗ 11607⁵ Meab. P. Sblba. a U,L. 90 Borz. von n a Pfakfenhuber, I 115.—, 18.—, 20. Liter., Uinks: Kl. möbl. —————————— 5 55⁵ parterre—.—. ð—mit Sachsmotor alteſtelle. f. 555 4 en Heieberb,gel0——— m dvertf. Löſch, fenerelfgerbof,.“ monatl., 3. Jettes, möbl. 24(Ladenſ 15. Oktober 1987 Balkonzimm. * 4508 au verpachten. an berufst. Hru. 4/20 j F ine Ang. u. z. 16. Aug. LDLF teneg SOWie Gasherü Zu verkaufen 9 Fonn, Slnt. Mans.-mmerz 1Schrank. 200em i Frdr. Hartmann 90 als Schlafſt. an 1 kristerkomm.] wie neu erhalt., Opel⸗Vertretung berufst. H. ſof. o. Birnbaum⸗ femmäſen Aa— Drucksachen Vorzuſt. bei Fran Weißmann Ww., M 7. 20, zw.—11 und—5 Uhr, Fernſprecher 217 00. 5920 der durch seine Köstlichkeit die Lach. —— fäuien 5 für Hondel und Gewerbe 1 20. achtüsche. i aillierd,—53 muslteln reizt und so bei allen ge- Raruier—.—— Akeumädden, von det Weibe Küche 40 450. 15 900 eadefteigerSte ſorgun, 2. Scheu⸗ e Sellen und lamnlnüren Veransta ſall ſer neise, OruckerelDx.Kaas, K l..6. ESerk, Seeee, ä Päunann Aln S.. 5. Sci Barnler, ͤ 1. her. e, öll. 2in e e man e ee vatt-Abenden nd derkleehes, de mper eim.... v. Ei 1 055 83 2.. 5 Of. 72 0* Wüne 11 Pe. ſſdddſadacaüäüöäcaaacäa— r U ,7K— A, Journtlün, e Se i 5„E ſ7i, enthalten die fröhlichen Volksbücher Humer“ von Jakob Frank Die ganxe Urwüchsigkeit und Fröh- lichkeit Pfälzer Lebens ist hier in ge- lungenen Versen zusammengetragen in Hochdeutsch und Pfalzer Mundart. sollte in keiner Familie fehlen! mit oder ohne but Mäbl. Zim. crei Küche und Bad zu verm. B718 preisw. abzugeb. B 6, 2, 1 Treppe 68. Waldparkſtr. 25, 7 evtl. mit adter( ſofortſ 3 Trepp. 6213 Fril Möbl 4 lzu kaufen geſucht. Anzahlg. etwa Nen hergericht. 6 0090 Ungebote unt. B 154/—immner- Pot oruen werm, gan die Geſchäftsſt. d. Bl. 6275 Limmer⸗ wöchenbl. 4,50. 55„———in—ſfO..— Wohnung Meerfeldſtr. 64, Gut erhalt. ſaub. Kaute au kſu. geſ. Ang. Zu erfr. 6273. S. mit Preis umter E 2. 22(Laden] 0 l falt mit 2 Bett., an Schloß. b. ruhig. 2 ſol. Herren, m. Famifte 0 Am 12. August abends ½9 Uhr hat der allmächtige Schöpfer die Seele meines guten Gemahls, unseres lieben treuen Vaters Theodor Hoſmann Bäckermeisier wWohlvorbereitet und rasch zu sich heimgenommen. Wir bringen den Entschlakenen am Montag, dem 16. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Sriant Kinderbei! icrrc, Sen Treer ꝛcht U ali A N 45 g. Geſch. Frill. fföbi. 7 Uut möhl. Zin. 1. 9. aw vermiet. Schmuck 5485„Nähe Paradepl.-⸗ Hch.-Stöß-Straße 10a 77 In tiefer Trauer: Frau Babeite Holmann geb. Nuier und Kinder Von Beileidsbesuchen bitte absehen zu wollen. au kauf. geſucht. A P 36 a. Geſch. *4489 Geräum. 6271 Kassenschrank und Eit. Anaeb. unt. E und weißer Herd Preisangeb. umt. Büromöbel Vb 153 a. Geſch. zu kauf. geſucht. Ang. u. A 0 46 d. Geſchäftsſt. *4500 Gut. erhaltener abinenaufie zu kauf. geſucht. Aung. u. V C152 an d. Geſchäfts⸗ ſtelle. 6²⁵9 S 4, 13, 2 Tr. I. Leeres Zimmer Neckarſtadt⸗Weſt, neu herg., an be⸗ rufst. Einzelperſ. ſof. zu vermiet. Ad'r. i. d. Geſch *4801 Großes, helles, mäbl. Zummer zu verm. 4490 Fungbuſchſtr. 4, bei Sattler. Holcraer gefahren,— aeben. Staab ———————— NOREX Motorrais „200 cem, kopf⸗ geſteuert, wenig i Friedhof zur letzten Ruhe. f ller Penſ., ſof. 505 PREIS: Band 1 Bil..—, denin foll. Alaküinn.erse, 2—— Ziegelhausen, Mannheim, den 14. August 1937. L D 1. 13 aus Privathand vermiet. 447% 8 Mk..30. Belde Bünde Zus. ik..— Zu deziehen durch die Druckerei Dr. Naas, R 1,-6 (Neue Mannheimer S ferner in jeder Buchhandlung, außerdem direkt vom Verfasser Jakob Frank, Mannheim, U 1, 11 Automobile. Meerfeldſtr. 86.