1 2* Erſcheinungsweiſe: Wöchentlich 7mal. Bezugspreiſe: Frei Haus monatlich.70 Mk. und 30 Pfg. Trägerlohn, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt.70 Mk., durch die Poſt.00 Mk. einſchl. Poſtbef.⸗Gebühr. Hierzu 36 Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Waldhofſtr. 12, Kronprinzen⸗ ſtraße 42, Schwetzinger Straße 44, Meerfeldſtraße 13, Ne Fiſcher⸗ ſtraße 1, Fe Hauptſtr. 55, W Oppauer Str. 8, Se Freiburger Str. 1. Neue Mannheimer Seitung Mannheimer Neues Tageblatt Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſtelle: RI,.6, Fernſprecher: Sammel⸗Rummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Rummer 175 90— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim Chneprels 1 0 Pia⸗ Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 12 Pfennig, 7d mm breite Textmillimeterzeile 66 Pfennig. Für Familien⸗ und Rleinanzeigen ermäßigte Grundpreiſe. Allgemein gültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 10. Bei Zwangsvergleichen oder Konkurſen wird keinerlei Nachlaß gewährt. für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mannheim. Keine Gewähr Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25. f. d. folgend. Monat erfolgen. 150. Jahrgang Freitag, 6. Oktober 1930 Nummer 438 Derführerweist Europa den Friedenzweg * Ankündigung der Errichtung eines polnischen Reststaates Der Friedensappell des Führers Ein großzügiges Angebot zur L (Funkmeldung der NM3.) + Berlin, 5. Oktober. Die Rede des Führers vor dem Deutſchen Reichs⸗ tag hat folgenden Wortlaut: Abgeordnete! Männer des Deutſchen Reichstages! In einer ſchickſalsſchweren Zeit haben Sie, meine Abgeordneten, als Vertreter des deutſchen Volkes am 1. September dieſes Jahres hier getagt. Ich mußte Sie damals in Kenntnis ſetzen von den ſchwe⸗ ren Entſchlüſſen, die uns durch die intranſigente, provokatoriſche Haltung eines Staates aufgezwun⸗ gen worden waren. Seitdem ſind nun ſünf Wochen vergaugen. Wenn ich Sie unn heute wieder herbitten ließ, dann geſchah es, um Ihnen einen Rechenſchafts⸗ bericht über das Vergangené und den für Sie nötigen Einblick in die Gegenwart und— ſoweit es möglich iſt— in die Zukunft geben zu können. Seit zwei Tagen ſind unſere Städte, Märkte und VDörfer geſchmückt mit den Fahnen und Symbolen des neuen Reiches. Unter Glockengeläute feiert das deutſche Volk einen großen, in ſeiner Art geſchichtlich einmaligen Sieg. Ein Staat von immerhin 36 Mil⸗ lionen Menſchen, eine Armee von rund 50 Infan⸗ terie⸗ und Kavallerie⸗Diviſionen ſind gegen uns an⸗ getreten, ihre Abſichten waren meit geſpannte die Zuverſicht der Vernichtung unſeres deutſchen Reiches galt als ſelbſtverſtändlich. Acht Tage nach Ausbruch dieſes Kampfes aber waren die Würfel des Krieges gefallen. Wo immer polniſche Truppen mit deutſchen Verbänden zuſam⸗ menſtießen, wurden ſie zurückgeworſen oder zer⸗ ſchlagen. Das kühne Gebäude der ſtrategiſchen Ofſenſive Polens gegen das deutſche Reichsgebiet ſtürzte ſchon in den erſten 48 Stunden dieſes Feldzuges ein. Todesmutig im Angriff und mit unvergleichlichen Marſchleiſtungen haben die deutſchen Diviſionen, die Luft⸗ und Panzerwafſe ſowie die Einheiten der Marine das Geſetz des Handelns an ſich geriſſen. Es konnte ihnen in keinem Augenblick mehr ent⸗ wunden werden. Nach 14 Tagen waren die größten Teile des polniſchen Heeres entweder zerſprengt, ge⸗ fangen oder umſchloſſen. Die deutſchen Armeen aber hatten in dieſer Zeit Entſernungen zurückgelegt und Räume beſetzt, zu deren Bewältigung vor fünfundzwanzig Jahren über vierzehn Monate benötigt worden ſind. Wenn auch eine Anzahl beſonders geiſtreicher Zei⸗ tungsſtrategen der andern Welt das Tempo dieſes Feldzuges als für Deutſchland dennoch enttäuſchend hinſtellen wollte, ſo wiſſen wir doch alle, daß es eine größere Leiſtung höchſten Soldatentums in der Kriegsgeſchichte bisher kaum gegeben hat. Keine Legende um Warſchau! Daß ſich die letzten Reſte der polniſchen Armeen in Warſchau, Modlin und in Hela bis zum 1. Ok⸗ tober zu halten vermochten, war uicht die Folge ihrer Tüchtigkeit, ſondern nur uuſerer kühlen Klugheit und unſerem Verantwortungsbewußt⸗ ſein zuzuſchreiben. Ich habe es verboten, mehr Menſchen zu opfern, als unbedingt nötig war. Das heißt: ich habe die deutſche Kriegsführung von der noch im Weltkriege herrſchenden Meinung, des Preſtiges wegen beſtimmte Aufgaben unter allen Umſtänden in einer beſtimmten Zeit löſen zu müſſen, bewußt frei⸗ gemacht. Was zu tun unbedingt erforderlich iſt, ge⸗ ſchieht ohne Rückſicht auf Opfer, was aber vermieden werden kann, unterbleibt. Es wäre für uns kein Problem geweſen, den Widerſtand von Warſchau, ſo wie wir ihn vom 25. bis 27. September gebrochen haben, vom 10. bis 12. zu brechen. Ich habe nur erſtens deutſche Menſchenleben ſchonen wollen und zweitens mich der— wenn auch trügeriſchen— Hoff⸗ 28 ſung des europãiſchen Konflikts nung hingegeben, es könnte auch auf der polniſchen Seite wenigſtens einmal die verantwortungsbewußte Vernunft ſtatt des verantwortungsloſen Wahnſinns ſiegen. Es hat ſich aber gerade hier im kleineren Rahmen genau das gleiche Schauſpiel wiederholt, wie wir es in größtem Ausmaße vorher erleben mußten. Der Verſuch, die verantwortliche polniſche Trup⸗ penführung— ſoweit es eine ſolche überhaupt gab— von der Zweckloſigkeit, ja dem Wahnwitz eines Wi⸗ derſtandes gerade in einer Millionenſtadt zu über⸗ zeugen, ſchlug fehl. Ein Generaliſſimus, der ſelbſt in wenig ruhmvoller Weiſe die Flucht ergriff, zwang der Hauptſtadt ſeines Landes einen Widerſtand auf, der höchſtens zu ihrer Vernichtung führen mußte. In der Erkenntnis, daß die Fortifikationen allein dem deutſchen Angriff wohl nicht ſtandhalten wür⸗ den, verwandelte man die Stadt als ſolche in eine Feſtung, durchzog ſie kreuz und quer mit Barrika⸗ den, richtete auf allen Plätzen, in Straßen und in Höfen Batterieſtellungen ein, baute Tauſende von Maſchinengewehrneſtern aus und forderte die ge⸗ ſamte Bevölkerung auf zur Teilnahme am Kampf. Ich habe einfach aus Mitleid mit Frauen und Kin⸗ dern den Machthabern in Warſchau angeboten, wenigſtens die Zivilbevölkerung ausziehen zu laſ⸗ ſen. Ich ließ Waffenruhe eintreten, ſicherte die not⸗ wendigen Ausmarſchwege, und wir alle warteten ge⸗ nau ſo vergebens auf einen Parlamentär wie Ende Auguſt auf einen polniſchen Unterhändler. Der ſtolze polniſche Stadtkommandant würdigte uns nicht einmal einer Antwort. Ich habe die Friſten für alle Fälle verlängern laſſen, Bomber und ſchwere Artillerie angewieſen, nur einwanofrei militäriſche Objekte anzugreifen und meine Aufforderung wiederholt. Es blieb wie⸗ der vergeblich. Ich habe daraufhin angeboten, einen ganzen Stadtteil, Praga, überhaupt nicht zu be⸗ ſchießen, ſondern für die zivile Bevölkerung zu reſervieren, um dieſer die Möglichkeit zu geben, ſich dorthin zurückzuziehen. Auch dieſer Vorſchlag wurde mit polniſcher Verachtung geſtraft. Ich habe mich zweimal bemüht, dann wenigſtens die inter⸗ nationale Kolonie aus der Stadt zu ent⸗ fernen. Dies gelang endlich mit vielen Schwierig⸗ keiten, bei der ruſſiſchen erſt in letzter Minute. Ich habe nun für den 25. September den Beginn des Angriffs befohlen. Dieſelbe Verteidigung, die es erſt unter ihrer Würde fand, auf die menſchlichen Vorſchläge auch nur einzugehen, hat dann allerdings äußerſt ſchnell ihre Haltung geändert. Am 25. be⸗ gann der deutſche Angriff, und am 27. hat ſie kapi⸗ Ei H2 itti 1 Die Kayitulation von Warſchau Die Soldaten der Warſchauer Garniſon ſind ohne Wafſen zum Ausmorſch angetreten. (Aſſociated Preß, Zonder⸗Multiplex⸗K.) ——————————————————————————.—— tuliert. Sie hat es mit 120.000 Mann nicht gewagt lſo wie einſt unſer deutſcher General Litzmann mit weitaus unterlegeneren Kräften bei Brzeſiny), einen kühnen Ausfall zu machen, ſondern es nun vorge⸗ zogen, die Waffen zu ſtrecken. Mau ſoll daher hier keine Vergleiche mit dem Alkazar ziehen. Dort haben ſpaniſche Helden wochenlang ſchwerſten Angriffen heldenmütig getrotzt und ſich damit wirk⸗ lich mit Recht verewigt. Hier aber hat man in ge⸗ wiſſenloſer Weiſe eine große Stadt der Zerſtörung anheimgegeben und dann nach 48 Stunden Angriff kapituliert. Der polniſche Soldat hat im einzelnen an manchen Stellen tapfer gefochten, ſeine Führung aber kann— von oben beginnend— nur als un⸗ verantwortlich, gewiſſenlos und un⸗ fähig bezeichnet werden. Auch vor Heba hatte ich befohlen, ohne gründ⸗ lichſte Vorbereitung keinen Mann zu opfern. Auch dort erfolgte die Uebergabe in dem Augenblick, da enölich der deutſche Angriff angekündigt wurde und ſeinen Anfang nahm. Lorbeer gebührt nur den deutſchen Soldaten! Ich treffe dieſe Feſtſtellungen, meine Abgeord⸗ neten, um der geſchichtlichen Legendenbildung zuvor⸗ zukommen, denn wenn ſich in dieſem Feldzug um jemand eine ſolche bilden darf, dann nur um den deütſchen Musketier, der angreifend und marſchierend ſeiner unvergänglichen ruhmvollen Geſchichte ein neues Blatt hinzufügte. Sie kann ſich bilden um die ſchweren Waffen, die dieſer Infanterie unter unſag⸗ baren Anſtrengungen zu Hilfe eilten. Dieſer Legende würdig ſind die ſchwarzen Männer unſerer Panzer⸗ waffe, die in verwegener Entſchloſſenheit. ohne Rück⸗ ſicht auf Uebermacht und Gegenwehr, den Angriff immer wieder aufs neue vortrugen. und endlich mag die Legende verherrlichen jene todesmutigen Flieger, die, wiſſend, daß jeder Beſchuß, der ſie nicht in der Luft tötete, bei ihrem Abſprung auf der Erde zu ihrer, furchtbaren Maſſakrierung führen mußte, in unentwegter Beharrlichkeit beobachteten und mit Bomben und Maſchinengewehr angriffen, wo immer der Angriff befohlen war oder ein Ziel ſich zeigte. Und das gleiche gilt für die Helden unſerer U⸗Boot⸗ Waffe. Wenn ein Staat von 36 Millionen Einwoh⸗ nern und dieſer militäriſchen Stärke in vier Wochen reſtlos vernichtet wird und wenn in dieſer ganzen Zeit für den Sieger nicht ein einziger Rückſchlag eintritt, ͤann kann man darin nicht die Gnade eines beſonderen Glückes ſehen, ſondern den Nachweis höchſter Ausbildung, beſter Führung und todes⸗ mutigſter Tapferkeit. Das deutſche Soldatentum hat ſich den Lorbeer⸗ kranz, der ihm 1918 hinterliſtig geraubt worden war, nunmehr wieder feſt um das Haupt gelegt. Wir alle ſtehen in tief ergrifſener Dankbarkeit vor den vielen unbekannten. namenloſen tapfe⸗ ren Männern unſeres deutſchen Volkes. Sie ſind zum erſten Male angetreten aus vielen Gauen Großdeutſchlands. Das gemeinſam vergoſſene Blut aber wird ſie noch ſtärker aneinander⸗ binden als jede ſtaatsrechtliche Konſtruktion. Uns alle erfüllt das Bewußtſein dieſer Stärke unſerer Wehrmacht mit ſelbſtſicherer Ruhe, denn ſie hat nicht nur die Kraft im Angriff bewieſen, ſondern auch im Halten des Erworbenen! Die vorzügliche Ausbildung des einzelnen Ofſiziers und Mannes haben ſich auf das höchſte bewährt, ihr iſt die ſo überaus geringe Zahl der Verluſte zuzuſchreiben, die — wenn auch im einzelnen ſchmerzlich— im geſam⸗ ten doch weit unter dem liegen, was wir glaubten erwarten zu müſſen. Allerdings gibt die Geſamt⸗ ſumme dieſer Verluſte kein Bild über die Härte der einzelnen Kämpfe, denn es gab Regimenter und Divi⸗ ſionen, die, von einer Uebermacht polniſcher Verbände angegriffen oder im Angriff ſelbſt auf ſie ſtoßend, ſehr ſchwere Blutopfer bringen mußten. Ich glaube, Ihnen aus der großen Reihe der ſo raſch aufeinander⸗ folgenden Schlachten und Kämpfe nur zwei Epiſoden als Beiſpiel für viele erwähnen zu dürfen: So kämpften deulſche Soldaten: Als ſich zur Deckung des gegen die Weichſel vor⸗ ſtürmenden Heeres des Generalöberſt von Reichenau an deſſen linkem Flügel die Diviſionen der Armee des Generaloberſt Blaskowitz geſtaffelt gegen War⸗ ſchau hinbewegten mit dem Auftrag, den Angriff der polniſchen Zentralarmee in die Flanke der Armee des Generals von Reichenau abzuwehren, da traf in einem Augenblick, da man im weſentlichen die polniſchen Armeen als ſchon im Rückzug auf die Wieichſel befindlich annahm, plötzlich ihr Stoß in die marſchierende Armee des Generals Blaskowitz. Es war ein verzweifelter Verſuch der Polen, den ſich um ſie ſchließenden Ring zu ſprengen. Vier polniſche Di⸗ viſionen und einige Kavallerieverbände warfen ſich auf eine einzige deutſche aktive Diviſion, die, ſelbſt auseinandergezogen, eine Linie von faſt dreißig Kilometern zu decken hatte. Trotz fünf oder ſechs⸗ facher Ueberlegenheit des Feindes und trotz der Ermüdung der eigenen, ſeit Tagen kämpfenden und marſchierenden Truppe fing dieſe Diviſion den An⸗ griff auf und warf ihn, zum Teil in blutigſtem Hand⸗ gemenge, zurück und wich und wankte nicht, bis die notwendigen Verſtärkungen, herangeführt werden konnten. Und während der ſeindliche Rundfunk be⸗ reits triumphierend die Nachricht vom Durchbruch auf Lodz verbreitete, meldete mir der Diviſions⸗ general, den zerſchoſſenen Arm geſchient, den Verlauf des Angriffs, die Verhinderung des Durchbruchs, das tapfere Verhalten ſeiner Soldaten. Hier waren die Verluſte freilich groß. Eine deutſche Landwehr diviſion hatte mit geringen anderen Verbänden den Auftrag, die Polen in den nördlichen Korridor zu drücken, Gdingen zu nehmen und in der Richtung auf die Halbinſel Hela vorzuſtoßen. Dieſer Landwehr⸗ diviſion ſtanden gegenüber polniſche Eliteverbände, Marinetruppen, Fähnrichs⸗ und Unteroſſizierſchulen, Matroſen, Artillerie und Reiterei. Mit ruhiger Sicherheit ging dieſe deutſche Landwehrdiviſion an die Löſung eines Auftrages, der ihr einen auch ————— 3 3 * 2. Seite“ Nummer 438 Neue Mannheimer Zeitung Freitag, 6. Oktober 1980 zahlenmäßig weit überlegenen Gegner als Feind gab. In wenigen Tagen wurde der Pole aber von Poſition zu Poſition zurückgeworfen, 12 600 Ge⸗ fangene gemacht, Gdingen befreit, Oxhöft geſtürmt und weitere 4700 Mann auf die Halbinſel Hela ab⸗ gedrängt und eingeſchloſſen. Als die Gefangenen abmarſchierten, bot ſich ein engreiſendes Bild: Die Sieger, zum großen Teil bejahrte Männer, viele mit den Abzeichen des Großen Krieges auf der Bruſt, und an ihnen zogen die Kolonnen der Ge⸗ fangenen vorbei, junge Menſchen im Alter von 20 bis 28 Jahren. Aeberraſchend geringe Verluſtzahlen: Da ich Ihnen nun die Zahl unſerer Toten und Verletzten bekanntgebe, bitte ich Sie, aufzuſtehen. Wenn auch dieſe Zahl dank der Ausbildung unſerer Truppe, dank der Wirkung unſerer Waffen und der Führung unſerer Verbände kaum den 20. Teil von dem ausmacht, was wir bei Beginn dieſes Feldzuges befürchten zu müſſen glaubten, ſo wollen wir doch nicht vergeſſen, daß jeder einzelne, der hier ſein Leben gegeben hat, für ſein Volk und unſer Reich das Größte opferte, was der Mann ſeinem Volke geben kann. Es ſind nach der Angabe vom 30. 9. 1939, die weſentliche Veränderungen nicht mehr erfah⸗ ren wird, in Heer, Kriegsmarine und Luſtwaſſe einſchließlich der Ofſiziere defallen: 10 572, verwundet: 30 222 und vermißt: 3 409 Mann. Von dieſen Vermißten wird ein Teil, der in polniſche Hände fiel, leider wohl ebenfalls als maſſakriert und getötet angeſehen werden uü ſſen. Dieſen Opſern des polniſchen Feldzuges gehört unſere Dankbarkeit, den Verwundeten unſere Pflege, den Angehörigen unſer Mitem:pfinden und unſere Hilſe. Der volniſche Feloͤzug iſt beendet! Mit dem Fall der Feſtungen Warſchau, Modlin und der Uebergabe von Hela iſt der 8— Feldzug beendet. „Die Sicherung des Landes vor herumſt rolchenden Marodenren, Räuberbanden und einzelnen Terroriſten wird mit Entſchloſſe nheit durchgeführt. Das Ergebnis des Kampfes iſt die Ver nichtung aller polniſchen Armeen. Die Auf⸗ löſung dieſes Staates war die Folge. 694 000 Mann Gefangene haben den Marſch nach Ber⸗ lin angetreten. Die Beute an Material iſt noch unüberſehbar. Wie kam es zu dieſem Zuſammenbruch? Seit Ausbruch des Krieges ſteht zugleich im Weſten die deutſche Wehrmacht in ruhiger Bereitſchaft und erwartet den Feind. Die Reichsmarine hat im Kampf um die Weſterplatte, Gdingen, Oxthöft und Hela, in der Sicherung der Oſtſee und der Deutſchen Bucht ihre Pflicht erfüllt. Unſere U⸗Boot⸗Wafſe aber kämpft würdig der einſtigen unvergeſſenen Helden. Angeſichts dieſes geſchichtlich einmaligen Zuſam⸗ menbruches eines ſogenannten Staatsweſens erhebt ſich wohl für jeden die Frage nach der Urſache eines ſolchen Vorganges. Die Wiege des pol⸗ niſchen Staates ſtand in Berſailles. Aus unermeß⸗ lichen blutigen Opfern nicht der Polen, ſondern der Deutſchen und Ruſſen war dieſes Gebilde geboren worden. Was vorher ſchon in Jahrhunderten ſeine Lebensunfähigkeit erwieſen hatte, wurde durch eine ebenſo lebensunfähige deutſche Staatsführung erit im Jahre 1916 künſtlich gezeugt und 1920 nicht weni⸗ ger künſtlich geboren. Unter Mißachtung einer faſt halbtauſendjährigen Erfahrung, ohne Rückſicht auf die Gegebenheit einer mehrbundertjährigen geſchicht⸗ lichen Entwicklung, ohne Würdigung der ethn 9 iſchen, Berhältniſſe und unter Mißachtung aller wiriſchaftlichen Zweckmäßigkeit wurdé in Ver⸗ ſailles ein Staat konſtruiert, der ſeinem ganzen We⸗ A er oder ſpäter die Urſache ſchwerſter Kriſen werden mußte. Ein Mann, der heute leider wieder unſer grimmigſter Gegner iſt, hat dies da⸗ mals klar vorausgeſehen: Lloyd George. So wie viele andere warnte auch dieſer nicht nur wäh⸗ rend der Entſtehung dieſes Gebildes, ſondern auch in der Zeit der ſpäteren Ausweitung die gegen jede Vernunft und gegen jedes Recht vorgenommen wor⸗ den war. Er ſprach damals die Befürchtung aus. ödaß in die⸗ ſem Staat eine ganze Reihe von Konfliktsſtoffen ge⸗ ſchaffen würde, die früher oder ſpäter die Anläſſe zu ſchweren europäiſchen Auseinanderſetzungen abgeben könnten. Tatſache iſt, daß dieſer neue ſogenannte Staat in der Struktur ſeiner Nationalitäten bis zum heutigen Tag nicht geklärt werden konnte. Man muß die Methoden polniſcher Volkszählungen kennen, um zu wiſſen, wie gänzlich wahrheitsfern und damit belang⸗ los die Statiſtiken über die volkliche Zuſammen⸗ ſetzung dieſes Gebietes waren und ſind. 1919 wurden von den Polen Gebiete beanſprucht, in denen ſie behaupteten, Mehrheiten von 95 Prozent zu beſitzen, zum Beiſpiel in Oſtpreußen, während dann die ſpäter ſtattfindende Abſtimmung volle zwei Prozent für die Polen ergab. In dem dann end⸗ gültig auf Koſten des früheren Rußland, Oeſter⸗ reichs und Deutſchlands geſchaffenen Staat wurden die nichtpolniſchen Völker ſo barbariſch mißhandelt und unterdrückt, tyranniſiert und geſoltert, daß jede Abſtimmung nur mehr vom Belieben des jeweiligen Woiwoden abhängig war und ſomit das gewünſchte oder verlangte gefälſchte Reſultat ergab. Allein auch das unzweiſelhaft volniſche Element ſelbſt erhielt kaum eine höhere Bewertung. Wenn dieſez Gebilde von den Staatsmännern unſerer weſtlichen Halbkugel auch noch als Demo⸗ kratie angeſprochen wurde, dann war dies eine Ver⸗ Hhöhnung der Grundlagen ihrer eigenen Syſteme. Denn in dieſem Land regierte eine Minorität ariſto⸗ kratiſcher ooer nichtariſtokratiſcher Großgrunbdbeſitzer und vermögender Intellektueller, für die das eigene Holniſche Volk nur im günſtioſten Fall eine Maſſe von Arbeitskräften darſtellte. Hinter dieſem Regime ſtanden deshalb auch niemals mehr als 15 Prozent der Geſamtbevölkerung. ſchaftliche Notlage und der kulturelle Tieſſtand. Im Jahre 1910 übernahm dieſer Staat von Preußen und auch von Oeſterreich in jahrhundertelanger Arbeit müſelig entwickelte, ja zum Teil ger⸗dezu blühende Provinzen. Heute, 20 Jahre ſpäter, ſind ſie im Be⸗ griſſe allmählich wieder zu verſteppen. Die Weichſol, der Strom, deſſen Meeresmündung für die polniſche Regierung immer ſo ungeheuer wichtig war, iſt 133 mangels jeder Pflege ſchon jetzt ungeeignet für jeden wirklichen Verkehr und je nach der Johreszeit ent⸗ meder ein wilder Strom oder ein ausgetrocknetes Rinnfal. Städte und Dörfer ſind verwahrloſt. Die Straßen mit geringſten Ausnahmen verlottert und verkommen. Wer zum erſtenmal dieſes Lannd zwei oder örei Wochen lang beſichtigt, der erbält erſt einen Begriff vom Sinn des Wortes„Poln iſche Wirt⸗ ſchaft“! 48 der unerträglichen Zuſtände in dieſem Land hat Deutſchland verſucht, ein erträgliches Verhältnis zu ihm herzuſtellen. Ich ſelbſt habe mich in den Jahren 33 und 34 be⸗ mitht, irgendeinen gerechten billigen Ausgleich zwi⸗ ſchen unſeren nationalen Intereſſen und den Wün⸗ Dem entſprech die wirt⸗ ſchen auf Aufrechterhaltung des Friedens mit die⸗ ſem Lande zu finden. Es gab eine Zeit, da Marſchall Pilſudſki noch lebte, in der es zu gelingen ſchien, dieſe Hoffnung— wenn auch in beſcheidenem Aus⸗ maße— verwirklichen zu können. Es gehörte dazu eine unerhörte Geduld und eine noch größere Selbſtüberwindung, denn für viele der polniſchen Woiwoden ſchien die ſtaatiche Verſtändigung zwi⸗ ſchen Deutſchland und Polen nur ein Freibrief zu ſein für die nunmehr erſt recht ungefährliche Ver⸗ folgung und Vernichtung des dörtigen Deutſchtums. In den vorigen Jahren bis 1922 haben über andert⸗ halb Millionen Deutſche ihre frühere Heimat ver⸗ laſſen müſſen. Sie wurden davongejagt, ohne oft auch nur ihre notwendigſten Kleider mitnehmen zu können. Als im Jahre 1938 das Olſaer Gebiet an Polen fiel, gingen dieſe mit der gleichen Methode auch gegen die dort wohnenden Tſchechen vor. Viele Tauſende von ihnen mußten oft innerhalb weniger Stunden von ihren Arbeitsſtätten, ihren Wohnun⸗ gen, ihren Dörſern und Städten ſort, kaum daß ihnen geſtattet war, auch nur einen Koffer oder ein Kiſtchen mit Kleidungsſtücken mitzunehmen. So ging es in dieſem Staat ſeit Jahren zu, und jahrelang haben wir dem zugeſehen, immer beſtrebt, ͤurch eine Berengung unſeres ſtaatspolitiſchen Verhältniſſes vielleicht eine Beſſerung des Loſes der dort lebenden Unglücklichen Deutſchen erreichen zu können. Allein, es konnte nicht überſehen werden, daß jeder deutſche Verſuch, auf dieſem Wege zu einer Behebung der Mißſtände zu kommen, von den polniſchen Herrſchern nur als Schwäche ausgelegt wurde. Vielleicht ſogar als Dummheit. Anſere Vorſchläge waren kein Atmatum! Da die polniſche Regierung nun daran ging, auf tauſend Wegen auch Danzig allmählich zu unter⸗ jochen, verſuchte ich durch geeignete Vorſchläge eine Löſung ſicherzuſtellen, die nationalpolitiſch Danzig entſprechend dem Willen ſeiner Bevölkerung Deutſch⸗ land angliedern konnte, ohne den wirtſchaftlichen Be⸗ dürfniſſen und ſogenannten Rechten Polens dadurch Abbruch zu tun. Wenn heute jemond behauptet, daß es ſich hier um ultimative Forderungen gehandelt hätte, dann iſt dies eine Lüge, denn die im März 1939 der polniſchen Regierung zugeleiteten Löſungsvorſchläge waren nichts anderes als die von mir perſönlich mit dem Außenminiſter Beck ſelbſt ſchon längſt vorher beſprochenen Anregun⸗ gen und Gedanken. Nur daß ich glaubte, im Frühjahr 1939 der pol⸗ niechen Regierung vor ihrer eigenen öſſentlichen Meinung das Eingehen auf dieſe Vorſchläge er⸗ leichtern zu können durch das Angebot, als Aequi⸗ valent ihr einen Anteil an der von der Slowakei gewollten Sicherung ihrer Unabhängigkeit ein⸗ räumen zu können. Wenn die polniſche Regierung damals nun das Eingehen auf eine Berechtigung dieſer Vorſchläge ablehnte, dann gab es hierfür zwei Gründe: 1. Die hintet ihr ſtehenden aufgeputſchten chauviniſtiſchen Triebkräfte dachten über⸗ haupt nicht daran, die Frage Danzig zu löſen, ſon⸗ dern im Gegenteil, ſie lebten bereits in den ſpäter publitziſtiſch und redneriſch vorgetragenen Hoff⸗ nungen, weit über Danzig hinaus deutſches Reichsgebiet erwerben, d. h. alſo angreifen und er⸗ obern zu können. Und zwar blieben dieſe Wünſche nicht etwa bei Oſtpreußen ſtehen, nein, in einer Flut von Publikationen und in einer fortgeſetzten Folge von Anſprachen und Reden, von Reſolutionen uſw. wurde außer der Einverleibung Oſtpreußens auch noch die Annektion von Pommern, Schleſien ver⸗ langt, die Oder als mindeſte Grenze gefordert, ja, am Ende ſogar die Elbe als die natürliche Scheide⸗ linie zwiſchen Deutſchland und Polen bezeichnet. Dieſe heute vielleicht als irrſinnig empfundenen, da⸗ mal s aber mit fanantiſchemErnſt vorgetragenenFor⸗ derungen wurden in einer geradezu lachhaften Weiſe motiviert mit der Behauptung einer„polniſchen ziviliſatoriſchen Miſſion“ und als berechtigt, weil erfülbbtr, hingeſtellt mit dem Hinweis auf die Kraft der polniſchen Armee. Während ich dem damaligen polniſchen Außenminiſter die Einladung gur Beſpre⸗ chung über unſere Vorſchläge ſchickte, ſchrieben die polniſchen militäriſchen Zeitſchriſten bereits von der Wertloſigkeit des deutſchen Heeres, der Feigheit des deutſchen Soldaten, der Minderwertigkeit der deut⸗ ſchen Waffen, der ſelbſtverſtändlichen Ueberlegenheit der polniſchen Wehrmacht und der Sicherheit im Fall eines Krieges, die Deutſchen vor Berlin zu ſchlagen und das Reich zu vernichten, Die hiftoriſche Sihung Funkmeldung der NM3Z.) + Berlin, 6. Oktober Die Krolloper, die heute wieder einmal im Mit⸗ telpunkt angeſpannteſter Erwartung der ganzen Welt ſteht, hat aus Anlaß der welthiſtoriſchen Sitzung des Großdeutſchen Reichstags feſtliche Be⸗ flaggung angelegt. Vor der Krolloper und im weiten Umkreig des Königsplatzes, wie auch auf ſämtlichen Anfahrts⸗ ſtraßen vom Wilhelms⸗Platz bis zur Krolloper haben ſich hinter dem Spalier der ſeldgrauen Män⸗ ner der Leibſtandarte„Adolf Hitler“ ungezählte Tauſende begeiſterter Berliner in Erwartung des Führers und der Reichstagsabgeordneten eingefun⸗ den. Um halbzwölf Uhr rückt mit klingendem Spiel eine Ehrenkompanie der Leibſtandarte Adolf Hit⸗ ler in felögrauer Uniform an, und nimmt vor dem Hauptportal des Sitzungsgebäudes Auſſtellung. Schon gegen elf Uhr hat die Anfahrt der Abgeord⸗ neten begonnen. Plötzlich kommt Bewegung in die Maſſen. Brau⸗ ſende Jubelrufe künden ſchon von weitem das Nahen des Führers, der kurz vor zwölf Uhr die Reichs⸗ kanzlei, umbrauſt von den endloſen Heilrufen der in der Wilhelmſtraße ſtehenden Menſchenmengen verlaſſen hatte. Der Präſentiermarſch klingt auf. Der Führer, der in Begleitung von Reichsführer 5 Himmler ſowie ſeiner perſönlichen und militäriſchen Adjutanten erſchienen iſt, hat ſeinen Wagen ver⸗ laſſen und ſchreitet nun unter den Klängen des Deutſchlandliedes die Front der unter präſentiertem Gewehr angetvetenen Ehrenkompanie der Leib⸗ ſtandarte 6 Adolf Hitler ab, um dann das Reichs⸗ tagsgebände zu betreten. Die Stimmumg, die unſer Volk beſeelt, kam an dieſem Tage im Sitzungsſaal des Reichstages in einer einzigartigen Weiſe zum Ausdruck. Mehr noch als vor fünf Wochen ſah man an dieſem denk⸗ würdigen Freitagvormittag das Feldgrau des Ehrenkleides des deutſchen Soldaten im dichtgefüll⸗ ten Sitzungsſaal. Die Tribünen waren diesmal Nie Augen der Welt waren in dieſer Stunde auf den Reichstag gerichtet zum großen Teil von der Generalität und anderen hohen Offizieren der Wehrmacht beſetzt. Auf dem Platz des Abgeordneten Meyer⸗Quade, der ſchon m der Kampfzeit der Bewegung einer der unerſchrocken⸗ ſten Vorkämpfer Adolf Hitlers war und der jetzt in Polen ſein Leben für den Führer und ſein deut⸗ ſches Volk hingegeben hat, lag ein mächtiger Lor⸗ beerkranz. SA⸗Obergruppenführer Meyer⸗Quade war ſo zu einem Symbol der Einſatzbereit⸗ ſchaft der Männer des Reichstages ge⸗ worden. Kurz vor Beginn der Sitzung füllte ſich die Diplo⸗ matenloge, in der man alle in Berlin weilenden Miſ⸗ ſionschefs ſah. Auf den Regierungsbänken ſah man ſämtliche Mitglieder der Reichsregierung und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile. Wie ein leuchtendes Shmbol des Sieges ſtrahlt an der Stirnwand des Saales das mächtige goldene Hoheitszeichen auf, als Jubelrufe, die von außen her in den Saal dringen, die Ankunft des Führers verkünden. Gefolgt vom Präſidenten des Reichstages, Generalfeldmarſchall Göring, dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Reichsminiſter Dr. Frick betritt dann Adolf Hitler, wieder im feldgrauen Rock des deutſchen Soldaten, den Sitzungsſaal. In dem Gruß, den ihm die Männer des Reichstages ent⸗ bieten, liegt die ganze Größe und die Bedeutung die⸗ ſer hiſtoriſchen Stunde. Unmittelbar nachdem der Führer auf der Re⸗ gierungsbank Platz genommen hatte, eröſſnet Reichs⸗ tagspräſident Generalfeldmarſchall Göring die Sitzung. Er gedenkt in kurzen Worten des in den Kämpfen än Polen gefallenen Abgeordneten SA⸗ Obergruppenführers Meyer⸗Quade und ber übrigen in der Zwiſchenzeit verſtorbenen Abgeordneten. Dann erteilte er das Wort dem Führer. Als Adolf Hitler an das Rednerpult tritt, brauſt ungeheurer Jubel auf. Zum erſten Male nach ſeiner Rückkehr von der Front im Oſten wird ihm hier durch die Vertreter des ganzen Volkes in der Heimat ein begeiſterter Empfang bereitet, in dem ein un⸗ endlicher Dank zum Ausdruck kommt. Der Mann aber, der die deutſchen Armeen vor Berlin„zerhacken“ wollte, war nicht irgendein kleiner polniſcher Analyhabet, ſondern der zur Zeit in Rumänien ſitzende Generaliſſimus Rydz Smigly. Was Deutſchland und die deniſche Wehrmacht an Verletzungen und Be⸗ leidigungen durch dieſen militäriſchen Dilettanten einſtecken mußte, wäre von keinem anderen Staat hingenommen worden, allerdings auch von keinem anderen Volk zu erwarten geweſen. Kein franzöſiſcher und auch wohl kein engliſcher General würde ſich jemals ein ähnliches Urteil über die deutſche Wehrmacht erlaubt haben und umgekehrt lein Deutſcher über die engliſchen, franzöſiſchen oder italieniſchen Soldaten, ſo wie wir dies ſeit Jah⸗ ren und nach dem März 1939 immer wieder von polniſcher Seite zu hören und zu leſen bekamen. Es gehörte eine große Selbſtüberwindung dazu, dieſen frechen, unverſchämten Anpöbe⸗ lungen gegenüber ruhig zu bleiben trotz dem Bewußtſein, daß die deutſche Wehrmacht in wenigen Wochen dieſen ganzen lächerlichen Staat ſamt ſeiner Armee zerſchlagen und von der Erde hinwegfegen würde. Allein, dieſe Geiſteshaltung, für die die führende Schicht in Polen ſelbſt verantwortlich war, bildete die erſte Urſache, warum die polniſche Regierung es ablehnte, die deutſchen Vorſchläge auch nur in einer Diskuſſion zu erörtern Das unſelige Garantieverſyrechen Englands: Der zweite Grund aber lag in jenem unſeli⸗ gen Garantieverſprechen, das man einem Staat gab, der überhaupt nicht bedroht war, der aber, nunmehr gedeckt durch zwei Weltmächte, ſich ſehr ſchnell in die Ueberzeugung hineinlebte, eine Großmacht ungeſtraft provozieren zu können, ja vielleicht ſogar hoffte, damit die Vorgusſetzung für die Verwirklichung ſeiner eigenen hirnver⸗ brannten Ambitionen herbeiführen zu können. Denn ſowie ſich Polen im Beſitz dieſer Garantie wußte, begann für die dort lebenden Minoritäten ein wahres Schreckensregiment. Ich habe nicht ͤie Aufgabe, über das Los der ukrainiſchen oder der weißruſſiſchen Volksteile zu ſprechen, deren Intereſſen liegen heute bei Rußland. „Aber ich habe die Pflicht, über das Lozs jener Hunderttauſende von Deutſchen zu reden, die einſt dieſem Lande ſeit vielen hundert Jahren überhaupt erſt die Kultur gebracht haben, die man nun aus⸗ zutreiben, zu unterdrücken und zu vergewaltigen begann, die aber ſeit dem März 1939 einem wahr⸗ haft ſataniſchen Schreckensregime ausgeliefert waren. Wieviele von ihnen verſchleppt worden ſind, wo ſie ſind. kann auch heute nicht feſtgeſtellt werden. Ort⸗ ſchaften mit Hunderten von deutſchen Einwohnern haben keine Männer mehr. Sie ſind reſtlog ausge⸗ rottet worden. In anderen wieder hat man die Frauen vergewaltigt und ermordet, Mädchen und Kinder geſchändet und getötet. Im Jahre 1938 ſchrieb der Engländer Sir George Carew in ſeinen diplomatiſchen Berichten an die britiſche Regierung, daß die hervorſtechendſten Cha⸗ raktereigenſchaften der Polen Grauſamkeit und Zü⸗ gelloſigkeit ſeien. Dieſe Grauſamkeit hat ſich in den vergangenen Jahrhunderten nicht geändert. So wie man erſt Zehntauſende und Zehntauſende von Deutſchen abſchlachtete und in ſadiſtiſcher Weiſe zu Tode marterte, ſo hat man die während deg Kamp⸗ fes geſangenen deutſchen Soldaten geſoltert und maſſakriert. Dieſes Schoßkind der weſtenropäiſchen Demo⸗ kratien gehört überhaupt nicht zu den kulturellen Nationen. Ueber vier Hahre lang war ich im großen Krieg im Weſten. Auf keiner der ſtreitenden Seiten wurde da⸗ ** mals etwas Aehnliches getan. Was ſich aber in die⸗ ſem Lande in den letzten Monaten abgeſpielt hat und in den letzten vier Wochen ereignete, iſt eine einzige Anklage gegen die verantwortlichen Macher eines ſogenannten Staatsgebildes, dem jede volkliche, hiſtoriſche, kulturelle und ſittliche Vorausſetzung fehlt. Wenn nur 1 v. H. von dieſen Scheußlichkeiten ir⸗ gendwo in der Welt an Engländern verübt würde, dann möchte ich die empörten Biedermänner ſehen, die heute in ſcheinheiliger Entrüſtung das deutſche oder ruſſiſche Vorgehen verurteilen. Nein! Dieſem Staat und dieſer Staatsführung eine Garantie auszuſtellen, ſo wie dies geſchehen war, kounte nur zu ſchwerſtem Unheil führen. Weder die polniſche Regierung oder der ſie tra⸗ gende kleine Klüngel noch das polniſche Staats⸗ volk als ſolches waren befähigt, die Verautwor⸗ tung zu ermeſſen, die in einer ſolchen Verpflich⸗ tung halb Europas zu ihren Gunſten lag. Aus dieſer aufgeputſchten Leidenſchaft einerſeits ſowie aus dem Gefühl der Sicherheit, die ja Polen unter allen Umſtänden garantiert worden war, ent⸗ ſprang das Verhalten der polniſchen Regierung in der Zeit zwiſchen den Monaten April und Auguſt dieſes Jahres. Dies bedingt auch die Stellungnahme zu meinen Befriedungsvorſchlägen. Die Regierung lehnte dieſe Vorſchläge ab, weil ſie ſich von der öffentlichen Meinung gedeckt oder ſogar angetrieben fühlte, und die öffentliche Mei⸗ nung deckte und trieb ſie auf dieſen Weg, weil ſie von der Regierung nicht eines Beſſeren belehrt worden war und vor allem, weil ſie ſich bei jedem Akt nach außen hin als genügend geſichert empfand. So mußte es zur Häufung der furchtbaren Terror⸗ akte gegen das deutſche Volkstum kommen, zur Ab⸗ lehnung aller Löſungsvorſchläge und endlich zu immer größeren Uebergriffen auf das Reichsgebiet ſelbſt. Es war bei einer ſolchen Mentalität allerdings wohl auch verſtändlich, daß man dann die deutſche Langmut nur als Schwäche anſah, d. h. daß jedes deutſche Nachgeben nur als Baſis für bie Möglichteit eines weiteren Vorgebens angeſehen wurde. Die Warnung an die polniſche Regierung, Danzig nicht mehr mit weiteren ulti⸗ mativen Noten zu beläſtigen und vor allem die Stadt auf die Dauer nicht wirtſchaftlich zu evoroſſeln, führte zu keiner Erleichterung der Lage, ſondern im Gegenteil zur verkehrstechniſchen Abſchnürung der Stadt. Die Warnung, die ewigen Erſchießungen, Mißhandlungen und Marterungen der Volksdeutſchen endlich einzuſtellen bzw. ihnen entgegenzutreten, führte zu einer Vermehrung dieſer grauſamen Akte und zu verſchärften Aufrufen und Hetzreden der polniſchen Woiwoden und militäriſchen Machthaber. Die deutſchen Vorſchläge, noch in letzter Minute einen billigen und vernünftigen Ausgleich her⸗ zuſtellen, wurden mit der Generalmobilmachung be⸗ antwortet. Das deutſche Erſuchen lentſprechend der von England ſelbſt gegebenen Anregung), einen Unterhändler zu ſchicken, wurde nicht beſolgt und ann zweiten Tag mit klärung beantwortet. Unter dieſen Umſtänden war es klar, daß bei weiteren Angriſſen auf das Reichsgebiet die deutſche Geduld nunmehr ihr Ende finden würde. Was die Polen fälſchlicherweiſe als Schwäche aus⸗ gelegt hatten, war in Wirklichkeit unſer Verant⸗ wortungsbewußtſein und mein Wille, wenn irgend⸗ möglich, doch noch zu einer Verſtändigung zu kom⸗ men. Da ſie aber glaubten, daß dieſe Geduld und dieſe Langmut als Schwäche ihnen alles geſtatten werde, blieb nichts anderes übrig, als ſie über die⸗ ſen Irrtum aufzuklären und endlich mit den Mitteln zurückzuſchlagen, deren ſie ſich ſelbſt ſeit Jahren be⸗ dient hatten. Unter dieſen Schlägen iſt dieſer Staat nun in wenigen Wochen zerfallen und hinweggefegt wor⸗ den. Eine der unſinnigſten Taten von Verſailles iſt damit beſeitigt. einer geradezu verletzenden Er⸗ 3333————— ſonders die kapitaliſtiſchen Staaten des Freitag, 6. Oktober 1930 3 Neue K—— 1 ung 3. Seite/ Nummer 8 Anſere Intereſſengemeinſchaft mit Rußland: Wenn ſich nun in dieſem deutſchen Vorgehen eine Intereſſengemeinſchaft mit Rußland ergeben hat, ſo iſt dieſe nicht nur in der Gleichartigkeit der Pro⸗ bleme begründet, die die beiden Staaten berühren, ſondern auch in der Gleichartigkeit der Erkenntniſſe, die ſich in beiden Staaten über die Ausgeſtaltung der Beziehungen zueinander herausgebildet haben. Ich habe ſchon in meiner Danziger Rede er⸗ klärt, daß Rußland nach Prinzipien organiſiert iſt, die verſchieden ſind von unſeren deutſchen. Allein, ſeit es ſich ergab, daß Herr Stalin in dieſen ruſſiſch⸗ſowjetiſchen Prinzipien keinen Hinderungsgrund erblickte, mit Staaten anderer Auffaſſung freundſchaftliche Beziehungen zu pflegen, kann auch das nationalſozialiſtiſche Deutſchland keine Veranlaſſung mehr ſehen, etwa ſeinerſeits einen anderen Maßſtab anzu⸗ legen. Sowjetrußland iſt Sowjetrußland, das national⸗ ſozialiſtiſche Deutſchland iſt das nationalſosialiſtiſche Deutſchland. Eines aber iſt ſicher: im ſelben Moment, in dem die beiden Staaten gegenſeitig ihre ver⸗ ſchiedenen Regime und deren Prinzipien reſpektie⸗ ren, entfällt jeder Grund für irgend⸗ eine gegenſeitige feindſelige Haltung. In geſchichtlich langen Zeiträumen der Vergan⸗ genheit hat es ſich erwieſen, daß die Völker dieſer beiden größten Staaten Europas dann am glücklich⸗ ſten waren, wenn ſie miteinander in Freundſchaft lebten. Der große Krieg, den einſt Deutſchland und Rußland gegeneinander führten, iſt zum Unglück beider Länder geworden. Es iſt verſtändlich, daß be⸗ Weſtens heute ein Intereſſe daran beſitzen, die beiden Staa⸗ ten und ihre Prinzipien wenn möglich gegeneinan⸗ der auszuſpielen. Sie würden zu dieſem Zweck und inſoweit ſehr wohl Sowjetrußland als genügend ſalonfähig betrachten, um mit ihm nützliche Militär⸗ bündniſſe abzuſchließen. Sie halten es aber für eine Perfidie, wenn dieſe ehrbare Annäherung abgelehnt wird und ſich ſtattdeſſen eine Annäherung swiſchen ienen Mächten ergibt, die allen Grund haben, in ge⸗ meinſamer friedlicher Zuſammenarbeit, im Ausbau ihrer wirtſchaftlichen Beziehungen das Glück ihrer Völker zu ſuchen. Ich habe ſchon vor einem Monat im Reichs⸗ tag erklärt, daß der Abſchluß des deutſch⸗ruſ⸗ ſiſchen Nichtangriffspaktes eine Wende in der ganzen deutſchen Außenpolitik bedentet. Der unterdes zwiſchen Deutſchland und Sowjetruß⸗ land abgeſchloſſene neue Freundſchafts⸗ und Jutereſſenpakt wird beiden Staaten nicht nur den Frieden, ſondern eine glückliche dauerhafte Zuſammenarbeit ermöglichen. Deutſchland und Rußland werden gemeinſam eine der gefähr⸗ lichſten Stellen Europas ihres bedrohlichen Charakters entkleiden und jeder in ſeinem Raum zur Wohlfahrt der dort lebenden Menſchen und damit zum europäiſchen Frieden beitragen. Wenn heute gewiſſe Kreiſe darin je nach Bedarf bald eine Niederlage Rußlands oder eine Nieder⸗ lage Deutſchlands erblicken wollen, ſo möchte ich Ihnen darauf folgende Antwort geben: Man hat ſeit vielen Jahren der deutſchen Außenpolitik Ziele angedichtet, die höchſtens der Phantaſie eines Gym⸗ naſiaſten entſpringen könnten. In einem Augen⸗ blick, da Deutſchland um die Konſolidierung eines Lebensraumes ringt, der nur wenige 100 000 Qua⸗ dratkilometer umfaßt, erklären unverſchämte Zei⸗ tungsſchreiber in Staaten, die ſelbſt 40 Millionen Quadratkilometer beherrſchen, Deutſchland ſtrebe ſeinerſeits in dieſem Kampf nach der Weltherrſchaft. Die deutſch⸗ruſſiſchen Abmachungen müßten ge⸗ rade für dieſe beſorgten Advokaten der Weltfreiheit eine ungeheure Beruhigung darſtellen, denn ſie zei⸗ gen ihnen doch wohl in authentiſcher Weiſe, daß alle dieſe Behauptungen eines Strebens Deutſchlands nach dem Ural, der Ukraine, Ru⸗ mänien uſw. nur eine Ausgeburt ihrer erkrank⸗ ten Marsphantaſie waren. In einem allerdings iſt der Entſchluß Deutſchlands ein unabänderlicher, nämlich: auch im Oſten unſeres Reiches friedliche, ſtabile und damit tragbare Ver⸗ hältniſſe herbeizuführen. Und gexade hier decken ſich die deutſchen Intereſſen und Wünſche reſtlos mit denen Sowjet⸗Rußlands. Die beiden Staaten ſind entſchloſſen, es nicht zu⸗ zulaſſen, daß zwiſchen ihnen problematiſche Zu⸗ ſtände entſtehen, die den Keim von inneren Un⸗ ruhen und damit auch äußeren Störungen in ſich bergen und vielleicht das Verhältnis der beiden Großmächte zueinander irgendwie ungünſtig tangieren könnten. Deutſchland und Sowjetrußland haben daher eine klare Grenze der beiderſeitigen Intereſſengebiete gezogen mit dem Entſchluß, jeder auf ſeinem Teil für die Ruhe und Ordnung zu ſorgen und alles zu verhindern, was dem anderen Partner einen Scha⸗ den zufügen könnte. Was gedenkt Deutſchland mit Volen zu tun? Die Ziele und Aufgaben, die ſich aus dem Zerfall des polniſchen Staates ergeben, ſind dabei, ſoweit es ſich um die deutſche Intereſſenſphäre handelt, etwa folgende: 1. Die Herſtellung einer Reichsgrenze, die de hiſtoriſchen, ethnographiſchen und wirtſchaft⸗ lichen Gegebenheiten gerecht wird, 2. die Befriedung des geſamten Gebietes im Sinne der Herſtellung einer tragbaren Ruhe und Ordnung, 3. die abſolute Gewährleiſtung der Sicherheit nicht nur des Reichsgebietes, ſondern der geſamten Jntereſſenzoge, rüuf ell. die Neuordnung, der Neuaufbau des wirtſchaftlichen Lebens, des Verkehrs und da⸗ mit aber auch der kulturellen und ziviliſa toriſchen Entwicklung, 5. als wichtigſte Aufgabe aber: eine neue Ordnung der ethnographiſchen Verhältniſſe, das heißt, eine Umſiedlung der Nationalitäten ſo, daß ſich am Abſchluß der Entwicklung beſſere Trennungslinien ergeben, als es hente der Fall iſt. In dieſem Sinne aber handelt es ſich nicht um ein Problem, das auf dieſen Raum beſchränkt iſt, ſondern um eine Aufgabe, die viel weiter hinausgreift. Denn der ganze Oſten und Südoſten Europas iſt zum Teil mit nicht haltbaren Splittern des deutſchen Volks⸗ tums gefüllt. Gerade in ihnen liegt ein Grund und eine Urſache ſortgeſetzter zwiſchenſtaatlicher Störun⸗ gen. Im Zeitalter des Nationalitätenprinzips und des Raſſegedankens iſt es utopiſch, zu glauben, daß man dieſe Angehörigen eines hochwertigen Volkes ohne weiteres aſſimilieren könne. Es gehört daher zu den Aufgaben einer weit⸗ Ordnung des enropäiſchen Lebens, hier Umſiedlungen vorzunehmen, um auf dieſe Weiſe wenigſtens einen Teil der europäiſchen Konfliktſtoffe zu beſeitigen. Deutſchland und die Union der Sowiet⸗Repu⸗ bliken ſind übereingekommen, ſich hierbei gegenſeitig zu unter⸗ ſtützen. Die deutſche Reichsregierung wird es hierbei niemals zugeben, daß der entſtehende polniſche Reſtſtaat irgendein ſtörendes Glement für das Reich ſelbſt oder gar eine Quelle von Störungen zwiſchen dem Deutſchen Reich und Sowjetrußland werden könnte. Die Methoden von Berſailles ſind vorbei! Wenn Deutſchland und Sowjetrußland dieſe Sanierungsarbeit übernehmen, dann können beide Staaten mit Recht darauf hinweiſen, daß der Ver⸗ ſuch, dieſes Problem mit den Methoden von Verſailles zu löſen, reſtlos mißlungen iſt. Und er mußte mißlingen, weil dieſe Aufgaben überhaupt nicht vom grünen Tiſch aus oder durch einfache An⸗ ordnungen erledigt werden können. Die meiſten der Staatsmänner, die in Verſailles über dieſe kompli⸗ zierten Probleme zu urteilen hatten, beſaßen nicht die geringſte hiſtoriſche Vorbildung, ja oft nicht ein⸗ mal eine blaſſe Ahnung von dem Weſen der ihnen geſtellten Aufgabe. Sie trugen aber auch keinerlei Verantwortung für die Folgen ihres Handelns. Die Erkenntnis, daß ihr Werk vielleicht doch nicht richtig ſein könnte, war deshalb ohne Bedeutung, weil in der Praxis kein Weg zu einer wirklichen Reviſion vorhanden war. Denn im Verſailler Vertrag war wohl vor⸗ geſehen, daß die Möglichkeit ſolcher Reviſionen offen⸗ bleiben müßte, allein in Wirklichkeit ſind alle Ver⸗ ſuche, zu einer ſolchen Reviſion zu kommen, geſchei⸗ tert, und ſie mußten um ſo mehr ſcheitern, als ja der Völkerbund als die zuſtändige Inſtanz aufhörte, eine innere Berechtigung für die Durchführung einer ſolchen Prozedur in Anſpruch nehmen zu kön⸗ nen. Nachdem zuerſt Amerika abgelehnt hatte, den Friedensvertrag von Verſailles zu ſanktionieren oder gar in den Völkerbund einzutreten. iväter aber auch andere Völker ihre Anweſenheit in dieſem Gre⸗ mium mit den Intereſſen ihrer Länder nicht mehr vereinbaren zu können glaubten, ſank dieſe Ver⸗ einigung immer mehr zu einem Zirkel der Intereſ⸗ ſenten des Verſailler Diktats herab. Tatſache iſt jedenfalls, daß keine der von Anfang an als not⸗ wendig erkannten Reviſionen durch den Völkerbund erfolgt iſt. Da ſich in der heutigen Zeit der Gebrauch ein⸗ bürgert, eine geflüchtete Regierung noch immer als exiſtent zu betrachten, auch wenn ſie nur aus drei Mitgliedern beſteht, ſofern ſie nur ſoviel Geld mit⸗ genommen hat, um nicht den demokratiſchen Gaſt⸗ ländern wirtſchaftlich zur Laſt zu fallen, iſt an⸗ zunehmen, daß auch der Völkerbund tapfer weiter⸗ beſtehen wird, wenn auch nur zwei Nationen in ihm zufammenſitzen. Ja,, am Ende tut es vielleicht auch eine. Nach dem Geſetz des Bundes aber würde jede Reviſion der Verſailler Klauſeln auch dann noch aus⸗ ſchließlich dieſer illuſtren Vereinigung unterſtehen, d. h. mit anderen Worten, praktiſch unmöglich ſein. Nun iſt der Völkerbund nichts Lebendes, ſondern ſchon heute, etwas Totes, aber die betroffenen Völker ſind nicht tot, ſondern ſie leben. Und ihre Lebensintereſſen werden ſie auch dann Hurchſetzen, wenn dex Völkerbund unfähig ſein ſollte, ſie zu ſehen, zu bégreifen oder au berückſich⸗ tigen. Der Nationalſozialismus iſt daher auch keine Erſcheinung, die in Deutſchland groß wurde, um mit boshafter Abſicht dem Völkerbund ſeine Revi⸗ ſionsbeſtvebungen zu verhindern, ſondern eine Be⸗ wegung, die kam, weil man fünfzehn Jahre lang die Reviſion der Unterdrücknug der natürlichſten Men⸗ ſchen⸗ und Volksrechte einer großen Nation ver⸗ hinderte. Auſere Reviſionsſorderungen ſind beſcheidenn Und ich perſönlich möchte es mir verbitten, wenn ein freuder Staatsmann nun auftritt und er⸗ klärte, ich ſei wortbrüchig, weil ich dieſe Revi⸗ ſionen nun durchgeführt habe. Ich habe im Gegeuteil dem deutſchen Volk mein, heiliges Wort verpfändet, den Verſailler Vertrag zu be⸗ ſeitigen und ihm das natürliche Lebensrecht als große Nation wiederzugeben. Das Ausmaß, in dem ich dieſes Lebensrecht ſicher⸗ ſtelle, iſt ein beſcheidenes. Wenn 46 Millionen Eng⸗ länder das Recht in Anſpruch nehmen, vierzig Mic⸗ lionen Quadratkilometer der Erde zu beherrſchen, dann iſt es kein Unrecht, wenn 82 Millionen Deut⸗ ſche das Recht verlangen, in 800 000 Quadratkilo⸗ metern zu leben, dort ihren Acker zu bebauen und ihrem Handwerk nachzugehen. Und wenn ſie weiter verlangen, daß man ihnen jenen kolonialen Beſitz zurückgibt, der einſt ihr eigen war, den ſie niemanden durch Raub oder Krieg abnahmen, ſondern den ſie ſich durch Kauf, Tauſch und Verträge redlich erworben haben. Ich verſuchte außerdem bei allen Forde⸗ rungen, die ich aufſtellte, immer erſt auf dem Wege von Verhandlungen die Reviſionen zu erreichen. Ich habe es allerdings abgelehnt, das deutſche Le⸗ bensrecht irgendeinem internationalen nicht zuſtän⸗ digem Konſortium als untertänige Bitte vorzu⸗ tragen. So wenig ich annehme, daß Großbritannien um die Reſpektieruung ſeiner Lebensintereſſen bit⸗ tet, ſo wenig ſoll man das gleiche vom national⸗ ſozialiſtiſchen Deutſchland erwarten. Ich habe aber, das muß ich hier in ſeierlicher Weiſe erklären, das Ausmaß außerordentlich be⸗ greuzt. Ich habe beſonders überall dort, wo ich nicht die natürlichſten Lebensintereſſen meines Volkes bedroht ſah, dem deutſchen Volk ſelbſt geraten, ſich zu beſcheiden und zu verzichten. Irgendwo aber müſſen dieſe achtzig Millionen leben. Denn eine Tatſache hat auch der Verſailler Vertrag nicht aus der Welt zu ſchaffen vermocht: er hat wohl in der unvernünftigſten Weiſe Staaten aufgelöſt, Wirtſchaftsgebiete zerriſſen, Verkehrslinien durchſchnitten uſw., aber die Völker, d. h. die leben⸗ dige Subſtanz aus Fleiſch und Blut iſt geblieben und ſie wird auch in der Zukunft bleiben. 5 Es kann nicht beſtritten werden, daß, ſeit das deutſche Volk im Nationalſozialismus eine Wieder⸗ auferſtehung erhalten nud gefunden hat, eine Klä⸗ rung des deutſchen Verhältniſſes zur Umwelt in einem großen Ausmaß eingetreten iſt. Die Unſicherheit, die heute das Zuſammenleben der Völker belaſtet, ſtammt nicht aus deutſchen Forderungen, ſondern aus den publiziſtiſchen Verdächtigungen der ſogenannten Demokratien. Die deutſchen Forderungen ſelbſt ſind ſehr klar und präziſe geſtellt worden. Sie haben allerͤings ihre Erfüllung gefunden nicht dank der Einſicht des Genfer Völkerbundes, ſondern dank der Dynamik der natürlichen Entwicklung. Das Ziel der von mir geführten Außenpolitik des Reiches war aber in keinem Fall ein anderes, als dem deutſchen Volk die Exiſtenz und damit das Leben ſicherzuſtel⸗ len, die Ungerechtigkeiten und Unſinnigkeiten eines Vertrages zu beſeitigen, der ja nicht nur Deutſch⸗ land wirtſchaftlich zerſtört hat, ſondern die Sieger⸗ nationen genau ſo in das Verderben hineinriß. Im übrigen aber war die ganze Arbeit der Wiederaufrich⸗ tung des Reiches eines nach innen gewandte. In kei⸗ nem Land der Welt war deshalb auch die Sehn⸗ ſucht nach Frieden größer als im deut⸗ ſchen Volk. Es iſt ein Glück für die Menſchheit und kein Unglück, daß es mir gelungen war, ohne inuerpolitiſche Belaſtung der fremden Staatsmän⸗ ner die wahnſinnigſten Unmöglichkeiten des Ver⸗ ſailler Vertrages friedlich zu beſeitigen Daß dieſe Beſeitigung im einzelnen für gewiſſe Intereſſenten ſchmerzlich ſein mochte, iſt verſtändlich. Allein, umſo größer iſt wohl das Verdienſt, daß ſich die neue Regelung in allen Fällen mit Aus⸗ nahme der letzten ohne Blutvergießen vollzog. Die letzte Reviſion dieſes Vertrages aber hätte genau ſo auf friedlichem Wege erfolgen könney, wenn nicht die von mir erwähnten Umſtände ſich zum Gegen⸗ teil ausgewirkt hätten. Die Schuld daran tragen aber in erſter Linie jene, die nicht nur nicht erfreut waren über die früheren friedlichen Reviſionen. ſondern die es im Gegenteil beklagten, auf friedlichem Weg ein neues Mitteleuropa ſich aufbauen zu ſehen, und zwar ein Mitteleuxopa, das allmählich ſeinen Bewohnern wieder Arbeit und Brot geben konnte. Beweiſe unſerer Friedenspolitik: Ich habe es erwähnt, daß es ein Ziel der Reichs⸗ regierung war, Klarheit in die Beziehungen zwiſchen uns und unſeren Nachbarn zu bringen. Und ich darf hier nun auf Tatſachen hinweiſen, die nicht durch die Schreibereien internationaler Preſſelügner aus der Welt zu ſchaffen ſind. .) Deutſchland hat mit den baltiſchen Staaten Nichtangriffspakte abgeſchloſſen. Seine Intereſſen ſind dort ausſchließlich wirtſchaftlicher Natur. 2. Deutſchland hat mit den nordiſchen Staa⸗ ten ſchon früher keine Intereſſenkonflikte oder gar Streitpunkte beſeſſen und hat ſie heute genau ſo wenig. Schweden und Norwegen haben beide von Deutſchland Nichtangriffspakte angeboten erhalten und ſie nur abgelehnt, weil ſie ſich ſelbſt gar nicht irgendwie bedroht fühlten. 3. Deutſchland hat Dänemark gegenüber keinerlei Konſequenzen aus der im Verſailler Ver⸗ trag vorgenommenen Abtrennung des deutſchen Ge⸗ bietes gezogen, ſondern im Gegenteil mit Dänemark ein loyales und freunoſchaftliches Verhältnis her⸗ geſtellt. Wir haben keinerlei Forderungen auf eine Reviſion erhoben, ſondern mit Dänemark einen Nichtangriffspakt abgeſchloſſen. Das Verhältnis azu dieſem Staat iſt damit auf eine unabänderliche loyale und freundſchaftliche menarbeit gerichtet. 4. Holland: Das neue Reich hat die traditio⸗ nelle Freundſchaft zu Holland weiterzuführen ver⸗ ſucht, es hat keine Differenz zwiſchen den beiden Staaten übernommen und keine neuen geſchafſen. 5. Belgien: Ich habe ſofort nach der Ueber⸗ nahme der Staatsgeſchäfte verſucht, das Verhältnis zu Belgien freundſchaftlich zu geſtalten. Ich hobe auf jede Reviſion und auf jeden Revi⸗ ſionswunſchverzichtet. Das Reich hat keine Forderung geſtellt, die irgendwie geeignet geweſen wäre, in Belgien als eine Bedrohung empfunden zu werden. 6. Schweiz: Dieſe gleiche Haltung nimmt Deutſchland der Schweiz gegenüber ein. Die Reichs⸗ regierung hat niemals auch nur im leiſeſten zu einem Zweifel an ihrem Wunſch zu einer loyalen Geſtaltung der Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern Anlaß gegeben. Sie hat im übrigen auch ſelbſt niemals eine Klage über das Verhältnis zwi⸗ ſchen beiden Ländern vorgebracht.—3 7. Ich habe ſofort nach vollzogenem Anſchluß Jugoflawien mitgeteilt, daß die Grenze auch mit dieſem Staat von jetzt ab für Deutſchland eine un⸗ abänderliche ſei, und daß wir nur in Frieden und Freundſchaft mit ihm zu leben wünſchen. 8. Mit Ungarn verbindet uns ein langjähriges traditionelles Band enger und herzlicher Freund⸗ ſchaft. Auch hier ſind die Grenzen unveränderliche. 9. Die Slowakei hat ſelbſt an Deutſchland den Wunſch um Hilfe anläßlich ihrer Entſtehung gerichtet. Ihre Selbſtändigkeit wird vom Reich anerkannt und nicht angetaſtet. Zuſam⸗ Allein nicht nur zu dieſen Staaten hat Deutſchland die doch immerhin zum Teil durch den Verſailler Vertrag belaſteten Beziehungen geklärt und geregelt, ſondern auch zu den Großmächten. Ich habe im Verein mit dem Duce eine Aenderung des Verhältniſſes des Reiches zu Italien herbei⸗ geführt. Die zwiſchen den beiden Staaten beſtehenden Grenzen ſind von beiden Reichen als unabänder⸗ liche feierlich anerkannt. * Keine Forderungen an Jrankreich! Jede Möglichkeit von Intereſſengegenſätzen terri⸗ torialer Art wurde ausgeſchaltet. Aus den einſtigen Gegnern des Weltkrieges ſind unterdes herzliche Freunde geworden. 3 Es blieb nicht bei einer Normaliſierung der Be⸗ ziehungen, ſondern es führte dies in der Folgezeit zum Abſchluß eines weltanſchaulich und politiſch fundierten engen Paktes, der ſich als ein ſtarkes Element der europäiſchen Zuſammenarbeit ausge⸗ wirkt hat. Ich habe es aber vor allem unternommen, das Verhältnis zu Frankreich zu entgiften und für beide Nationen tragbar zu geſtalten. Ich habe hier in äußerſter Klarheit einſt die deutſchen Forderungen präziſiert, und ich bin von dieſer Erklärung nie⸗ mals abgewichen. Die Rückgabe des Saargebietes war die einzige Forderung, die ich als unaböing⸗ bare Vorausſetzung einer deutſch⸗franzöſiſchen Ver⸗ ſtändigung anſah. Nachdem Frankreich ſelbſt dieſes Problem Loyal gelöſt hat, fiel jede weitere deutſche Forderung fort; es exiſiiert keine ſolche Forderung mehr, und es wird auch nie eine ſolche Forderung er⸗ hoben werden. Das heißt, ich habe es abgelehnt, das Problem Elſaß⸗Lothringen überhaupt auch nur zur Sprache zu bringen, nicht, weil ich dazu gezwungen geweſen wäre, ſondern weil dieſe Angelegenheit überhaupt kein Problem iſt, das jemals zwiſchen dem deutſch⸗ franzöſiſchen Verhältnis ſtehen könnte. Ich habe die Entſcheidung des Jahres 1919 akzeptiert und es ab⸗ gelehnt, früher oder wäter für eine Frage wieder in einen blutigen Krieg einzutreten, die in keinem Verhältnis zu den deutſchen Lebensnotwendigkeiten ſteht, wohl aber geeignet iſt, jede zweite Generation in einen unſeligen Kampf zu ſirzen. Frankreich weiß dies. Es iſt unmöglich, daß irgendein franzöſi⸗ ſcher Staatsmann aufſteht und erklärt, ich hätte je⸗ mals eine Forderung an Frankreich geſtellt, die zu erfüllen mit der franzöſiſchen Ehre oder mit den franzöſiſchen Intereſſen unvereinbar geweſen wäre. Wohl aber habe ich ſtatt einer Forderung an Frank⸗ reich immer nur den einen Wunſch gerichtet, die alte Feinoͤſchaft für immer zu begraben und die beiden Nationen mit ihrer großen geſchichtlichen Vergangen⸗ heit den Weg zueinander finden zu laſſen. Ich habe im deutſchen Volk alles getan, um d Gedanken einer unabänderlichen Erbfeindſchaft auszurotten und anſtelle deſſen die Achtung ein⸗ zupflanzen vor den großen Leiſtungen des frau⸗ zöſiſchen Volkes, ſeiner Geſchichte, genau ſo, wie jeder dentſche Soldat die höchſte Achtung beſitzt vor den Leiſtungen der franzöſiſchen Wehrmacht. Wir wollten mit England Freunoſchaſt! Nicht geringer waren meine Bemühungen für eine deutſch⸗engliſche Verſtändigung, ja darüber hinaus für die deutſch⸗engliſche Freundſchatf. Nie mals und an keiner Stelle bin ich wirklich den britiſchen Intereſſen entgegengetreten. Leider mußte ich mich nur zu oft britiſcher Eingriſfe deutſchen In⸗ tereſſen gegenüber erwehren, auch dort, wo ſie Eng⸗ land nicht im geringſten berührten. Ich habe es geradezu als ein Ziel meines Lebens empfunden, die beiden Völker nicht nur ver⸗ ſtandes⸗, ſondern auch gefühlsmäßig einander näherzubringen. Das deutſche Volk iſt mir auf dieſem Wege willig gefolgt. Wenn mein Be⸗ ſtreben mißlang, dann nur, weil eine mich per⸗ ſönlich geradezu erſchütternde Feindſeligkeit bei einem Teil britiſcher Staatsmännet und Jour⸗ naliſten vorhanden war, die kein Hehl daraus machten, daß es ihr einziges Ziel wäre, aus Gründen, die uns unerklärlich ſind, gegen Dentſchland bei der erſten ſich bietenden Gelegen⸗ heit wieder den Kampf zu eröffnen. Je weniger ſachliche Gründe dieſe Männer für ihr Beginnen beſitzen, um ſo mehr verſuchen ſie, mit leeren Phraſen und Behauptungen eine Motivierung ihres Handelns vorzutänſchen. Ich glaube aber auch heute noch, daß es eine wirkliche dung in Europa und in der Welt nur g kann, wenn ſich Deutſchland und England ver⸗ ſtändigen. Ich bin aus dieſer Ueberzengung heraus ſehr oft den Weg zu einer Verſtändigung gegangen. Wenn dies am Ende doch nicht zum gewünſchten Ergebnis führte, dann war es wirk⸗ lich nicht meine Schuld. Neue Freundſchaſt mit Rußland! Als letztes habe ich nun auch verſucht, die Be⸗ ziehungen des Reiches zu Sowjetrußland zu nor⸗ maliſieren und endlich auf eine freundſchaftliche Baſis zu bringen. Dank gleicher Gedankengänge Stalins iſt uun aauch dies gelungen. Auch mit dieſem Staat iſt nunmehr ein danerndes freundſchaftliches Verhältnis hergeſtellt, deſſen Aus⸗ wirkung für beide Völker ſegensreich ſein wird. So hat im geſamten die von mir durchgeführte Reviſion des Verſailler Vertrages in Europa kein Chaos geſchaffen, ſondern im Gegenteil die Vorausſetzung für klaxe, ſtabile und vor allem tragbare Verhältniſſe. Nur derjenige, der dieſe Ordnung der enropfiſchen Zuſtände haßt und die Unordnung wünſcht, kann ein Feind dieſer Handlungen ſein. Berſailles beſeitigt zu haben ijt eine Ehre! Wenn man aber mit ſcheinheiliger Miene glaubt, die Methoden ablehnen zu müſſen, durch die im mitteleuropäiſchen Raum eine tragbare Ordnung entſtanden iſt, dann kann ich darauf nur antworten, daß letzten Endeg nicht ſo ſehr die Methode ent⸗ ſcheidend iſt als der nützliche Erſolg. Vor meinem Machtantritt verſanken Mitteleuropa, und zwar nicht nur Deutſchland, ſondern auch die umliegenden Staaten in eine Not der troſtloſen Er⸗ werbsloſigkeit. Die Produktionen fielen unon damit verminderte ſich zwangsläufig auch der Kon⸗ ſum der Menſchen. Der Lebensſtandard ſank, Not 5 4 40 8 ——————————— —————— ———— —————— Z. Seite/ Nummer 438 Neue Mannheimer Zeitung Freitag, 6. Oktober 1990 und Elend waren die Folgen. Es kann keiner der kritiſterenden fremden Staatsmänner beſtreiten, daß es nicht nur im alten Reich, ſondern darüber hinaus auch in allen nunmehr mit ihm vereinten Gebieten gelungen iſt, dieſe Verfallserſcheinungen zu beſeiti⸗ gen, und zwar unter den erſchwerendſten Bedingun⸗ gen. Es hat ſich damit erwieſen, daß dieſer mittel⸗ europäiſche Raum überhaupt nur zuſammengefaßt lebensfähig iſt, und daß Herjenige, der ihn trennt, ein Verbrechen an Millionen von Menſchen begeht. Dieſes Verbreche, beſeitigt zu haben, iſt kein Wortbruch ſondern meine Ehre, mein Stolz und eine große geſchichtliche Leiſtung. Weder das deutſche Volk noch ich ſind auf den Vertrag von Verſailles vereidigt worden, ſondern ich bin nur vereidigt auf das Wohl meines Volkes, deſſen Beauftragter ich bin, und auf das Wohl jener, die das Schickſal in unſeren Lebensraum geſtellt hat und damit unlösbar mit unſerem eigenen Wohle. verband. Ihnen allen die Exiſtenz und damit das Leben ſicherzuſtellen iſt meine einzige Sorge. Der Verſuch, dieſes mein Handeln vom Kathe⸗ der einer internationalen Rechthaberei herab zu kritiſieren zu beurteilen oder abzulehnen, iſt unhiſtoriſch, und läßt mich perſönlich Lis⸗ kalt. Das deutſche Volk hat mich durch ſein Vertrauen berufen und wird durch jeden ſolchen Verſuch einer fremden Kritik oder Einmiſchung in dieſer Einſtellung zu mir nur beſtärkt. Im übrigen habe ich bei jeder einzelnen Reviſion vorher Vorſchläge unterbreitet. Ich habe verſucht, auf dem Wege von Verhandlungen das unbedingt Notwendige zu erreichen und ſicherzuſtellen. Es iſt mir dies auch in einer Reihe von Fällen gelungen. In anderen Fällen aber wurden leider mein Ver⸗ 8 handlungswille und oft wohl auch das geringe Aus⸗ wirkt großartig, wenn ein Staatsmann 50 Hiurch Deutſchland im andern. Uebrigens jedes Ausſchalten dieſer beiden Mächte in den in Frage kommenden Gebieten nicht einen neuen Staat maß meiner Forderungen, die Beſcheidenheit meiner Vorſchläge als Schwäche ausgelegt und deshalb ab⸗ gelehnt. Dies konnte niemand mehr leid tun als mir ſelbſt. Allein, es gibt im Leben der Völker Notwendigkeiten, die, wenn ſie nicht auf friedlichem Wege ihre Erfüllung finden, dann durch die Kraft ihre Verwirklichung erhalten müſſen. Das mag bedauerlich ſein, aber dies gilt ebenſo für das Leben der einzelnen Bürger wie für das Le⸗ ben der Gemeinſchaft. Der Grundſatz, daß das größere, allen gemein⸗ ſame Intereſſe nicht verletzt werden kann durch den Eigenſinn oder gar den böſen Willen der ein⸗ zelnen Individuen und Gemeinſchaften, iſt unleug⸗ Lauf der Dinge erweiſen. bar Tichtig. Ich habe auch Polen die maßvollſten Vorſchläge unterbreitet. Sie verfielen nicht nur der Ablehnung, ſondern im Gegenteil, ſie führten zur Generalmobilmachung dieſes Staates, mit einer Begründung, die genau erſehen läßt, daß man ge⸗ rade in der Beſcheidenheit meiner Vorſchläge die Beſtätigung für meine Schwäche zu ſehen glaubte, ja am Ende ſogar für meine Angſt. Eigentlich müßte einen dieſe Erfahrung ge⸗ radezu einſchüchtern, überhaupt noch vernünf⸗ tige und maßvolle Vorſchläge vorzutragen. Auch in dieſen Tagen leſe ich in gewiſſen Zeitungen bereits, daß jeder Verſuch einer friedlichen Re⸗ gelung des Verhältniſſes zwiſchen Deutſchland einerſeits und England und Frankreich an⸗ dererſeits ausgeſchloſſen ſei und daß ein Vor⸗ ſchlag in dieſer Richtung nur beweiſe, daß ich angſterfüllt den Zuſammenbruch Deutſchlands vor mir ſehe, daß ich ihn alſo nur aus Feig⸗ heit oder ſchlechtem Gewiſſen mache. Wenn ich nun trotzdem zu dieſem Problem meine Gedanken bekanntgebe, dann nehme ich es alſo auf mich, in den Augen dieſer Leute als Feigling oder als Verzweifelter zu gelten. Ich kann dies auch, weil das Urteil über mich in der Geſchichte Gott ſei Dank einſt nicht von dieſen erbärmlichen Skri⸗ benten geſchrieben wird, ſondern durch mein Lebenswerk feſtſteht. Und weil es mir ziemlich gleichgültig iſt, welche Beurteilung ich nun im Augenblick von dieſen Leuten erfahre. Mein Pre⸗ ſtige iſt groß genug, um mir ſo etwas erlauben zu lönnen. Denn ob ich dieſe meine folgenden Gedan⸗ ken nun wirklich aus Angſt oder aus Verzweiflung ausſpreche, dag wird ja in jedem Fall der ſpätere Heute kann ich es höch⸗ ſtens bedauern, daß die Leute, die in ihrem Blut⸗ durſt nicht genug Krieg ſehen können. leider nicht dort ſind, wo der Krieg wirklich ausgekämpft wird. und auch ſchon früher nicht dort waren. wo geſchoſ⸗ ſen wurde. Ich verſtehe ſehr wohl, daß es Intereſ⸗ ſenten gibt, die an einem Kriege mehr verdienen als an einem Frieden, und ich verſtehe weiter, daß für eine gewiſſe Abart internationaler Journaliſten es intereſſanter iſt, über den Krieg zu berichten als über die Handlungen oder gar kulturellen Schöpfun⸗ gen eines Friedens, die ſie nicht ermeiſen und nicht verſtehen. Und endlich iſt es mir klar. daß ein ge⸗ wiſſer jüobiſch⸗internationaler Kapitalismus und Journalismus überhaupt nicht mit den Völkern fühlt, deren Intereſſen ſie zu vertreten vorgeben, ſondern als Heroſtraten der menſchlichen Geſellſchaft den größten Erfolg ihres Lebens in der Brandͤſtiftung erblicken. Lrot aller Berleumdung neue Friedensvorſchläge: Ich glaube aber auch noch aus einem anderen Grunde meine Stimme hier erheben zu müſſen. Wenn ich heute gewiſſe internationale Preſſe⸗Organe heißblütiger leſe oder die Reden verſchiedͤener Kriegsverherrlicher höre, dann glaube ich im Namen derer ſprechen und antworten zu dürfen, die die lebendige Subſtanz für die geiſtige Beſchäftigung die⸗ ſer Kriegszielſetzer abzugeben haben. Jene lebendige Subſtanz, der ich über vier Jahre lang im Großen Krieg auch als unbekannter Soldat angehört habe. Es oder ein Journaliſt auftritt und in glühenden Worten die Notwendigkeit der Beſeitigung des Regimes in einem anderen Lande im Namen der Demokratie oder von ſo irgend etwas ähnlichem verkündet. Die Ausfüh⸗ rung dieſer ruhmvollen Parolen ſieht dann allerdings weſentlich anders aus. Es werden heute Zeitungs⸗ artikel geſchrieben, die der begeiſterten Zuſtimmung eines vornehmen Leſerpublikums ſicher ſind. Die Verwirklichung der in ihnen enthaltenen Forderun⸗ gen wirkt allerdings viel weniger begeiſternd. Ueber die Urteilskraft oder Fähigkeit dieſer Leute will ich hier nicht ſprechen. Was immer ſie aber auch ſchreiben mögen, das wirkliche Weſen einer ſolchen Auseinan⸗ derſetzung wird dadurch nicht berührt. Vor dem pol⸗ niſchen Feldzug erklärten dieſe Skribenten, die deutſche Infanterie ſei vielleicht nicht ſchlecht, allein die Panzerwaffe— überhaupt die motoriſierten Ver⸗ bände— wäre minderwertig und würde bei jedem Einſatz glatt verſagen. Jetzt— nach der Vernichtung Polens— ſchreiben die gleichen Leute mit eiſerner Stirne, daß die polniſche Armee überhaupt nur infolge der öeutſchen Pänzerwaffen und der übrigen Motoriſierung des Reiches zuſammengebrochen wäre, daß aber dem⸗ gegenüber die deutſche Infanterie in einer geradezu bemerkenswerten Weiſe ſich verſchlechtert hätte und bei jedem Zuſammenſtoß mit Polen den künzeren gezogen habe.„Darin“— ſo meint wörtlich ein ſol⸗ cher Schreiber—„ſehe man mit Recht ein Symptom für die Führung des Krieges im Weſten, und der franzöſiſche Soldat werde ſich dies wohl zu merken wiſſen.“ Das glaube ich auch, ſofern er das wirklich zut Geſicht bekommt und er ſich ſpäter noch deſſen erinnern kann. Er wird vermutlich dieſen militä⸗ riſchen Wahrſager dann an den Ohren nehmen. Leider wird dies aber deshalb unmöglich ſein, weil dieſe Leute die Tüchtigkeit oder, Minderwertigkeit der deutſchen Infanterie perſönlich ja gar nicht auf dem Schlachtfeld erproben, ſondern nur in ihren Redaktionsſtuben beſchreiben werden. Sechs Wochen — ach was— 14 Tage Trommelfeuer— und die Herren Kriegspropagandiſten würden ſchnell zu einer anderen Auffaſſung kommen. Sie reden immer vom notwenoͤigen weltpolitiſchen Geſchehen, aber ſie ken⸗ nen nicht den militäriſchen Ablauf der Dinge. Allein um ſo beſſer kenne ich ihn, und deshalb halte ich es auch für meine Pflicht, hier zu reden, ſelbſt auf die Geſahr hin, daß die Kriegshetzer in dieſer meiner Rede wohl wieder nur den Ausdruck meiner Angſt und ein Sym⸗ vtom für den Grad meiner Verzweiflung ſehen. Wesbalb Loll es Krieg im Weſten geben? Jor die Wiederherſtellung Polens? Das Polen des Verſailler Vertrages wird nie⸗ mals wieder erſtehen. Dafür garantieren zwei der größten Staaten der Erde. Die endgültige Geſtal⸗ tung dieſes Raumes, die Frage der Wiedererrich⸗ tung eines polniſchen Staates ſind Probleme, die nicht durch dem Krieg im Weſten gelöſt werden, ſon⸗ dern ausſchließlich durch Rußland im einen Fall und würde erzeugen, ſondern ein reſtloſes Chaos. Die Probleme, die dort zu löſen ſind, werden weder am Konſerenztiſch, noch in Redaktions⸗ Es genügt eben nicht, daß ſtuben gelöſt, ſondern in einer jahrzehntelangen Arbeit. ſich einige, im letzten Grund am Schickſal der Betroſfenen ohnehin des⸗ intereſſierte Staatsmänner zuſammenſetzen und Be⸗ ſchlüſſe faſſen, ſondern es iſt notwendig, daß jemand, der am Leben dieſer Gebiete ſelbſt beteiligt iſt, die Arbeit der Wiederherſtellung eines wirklich dauer⸗ haften Zuſtandes übernimmt. Die Fähigkeit der weſtlichen Demokratien zur Herſtellung ſolcher geordneten Zuſtänden iſt zumin⸗ Deſt in letzter Zeit durch nichts erwieſen worden. Das Beiſpiel Paläſtina zeigt, daß es beſſer ſein würde, ſich mit den vorliegenden Aufgaben zu beſchäftigen und dieſe vernünftig zu löſen, als ſich um Probleme zu kümmern, die innerhalb der Lebens⸗ und Inter⸗ eſſenſphäre anderer Völker liegen und von dieſen ſicher beſſer gemeiſtert werden. Jedenfalls hat Deut⸗ land in ſeinem Protektorat Böhmen und ähren nicht nur die Ruhe und Ordnung ſicher⸗ geſtellt, ſondern vor allem auch den Grund zu einer neuen wirtſchaftlichen Blüte gelegt und zu einer immer enger werdenden Verſtändigung zwiſchen bei⸗ den Nationen. England wird noch ſehr viel zu tun haben, bis es in ſeinem paläſtinenſiſchen Protektorat auf ähnliche Ergebniſſe wird hinweiſen können. Man weiß übrigens ganz genan, daß es eine Sinnloſig⸗ keit ſein würde, Millionen von Menſchenleben zu vernichten und hunderte Milliarden an Werten zu zerſtöven, um etwa ein Gebilde wieder aufzurichten, das ſchon bei der ſeinerzeitigen Entſtehung von allen Nichtpolen als Fehlgeburt bezeichnet worden war. Was ſoll alſo ſonſt der Grund ſein? Hat Deutſchland an England irgendeine Forde⸗ rung geſtellt, die etwa das britiſche Weltreich droht oder ſeine Exiſtenz in Frage ſtellt? Nein, im Gegenteil. Weder an Frankreich noch an England hat Deutſchland eine ſolche Forde⸗ rung gerichtet. Soll dieſer Krieg aber wirklich nur geführt wer⸗ den, um Deutſchland ein neues Regime zu geben, das heißt: um das jetzige Reich wieder zu zerſchlagen und mithin ein neues Verſailles zu ſchaſfen, dann werden Millionen Menſchen zwecklos geopfert, denn weder wird das Deutſche Reich zer⸗ brechen, noch wird ein zweites Verſailles entſtehen ⸗ Aber ſelbſt wenn nach einem drei⸗ oder vier⸗ oder achtjährigen Krieg das gelingen ſollte, dann würde dieſes zweite Verſailles für die Folgezeit ſchon wie⸗ der zur Quelle neuer Konflikte werden. Auf alle Fälle aber könnte eine Regelung der Probleme der Welt ohne Berückſichtigung der Lebensintereſſen ihrer ſtärkſten Völker in fünf oder zehn Jahren nicht um ein Haar anders enden, als dieſer Verſuch vor 20 Jahren heute geendet hat. Nein, dieſer Krieg im Weſten regelt überhaupt kein Problem, es ſei denn die kaputten Finanzen einiger Rüſtungsinduſtrieller und Zeitungsbeſitzer oder ſonſtiger internationaler Kriegsgewinnler. Wie denlen wir uns die Negelung des volniichen Raumes? Zwei Probleme ſtehen heute zur Diskuſſion: 1. Die Schaffung einer Reichsgrenze, die— wie ſchon bekannt— den hiſtoriſchen, ethno⸗ graphiſchen und wirtſchaftlichen Bedingungen eutſpricht. 2. Die Ordnung des geſamten Lebensraumes nach Nationalitäten, das heißt: eine Löſung jener Minoritätenfrage, die nicht nur dieſen Raum berühren, ſondern die darüber hinaus faſt alle ſüd⸗ und ſüdoſt⸗europäiſchen Staaten betrefſen. 3. In dieſem Zuſammenhang: Der Verſuch einer Ordnung und Regelung des jüdiſchen Problems. 4. Der Neuaufbau des Verkehrs⸗ und Wirt⸗ ſchaftslebens zum Nutzen aller in dieſem Raum lebenden Menſchen. 5. Die Garantierung der Sicherheit dieſes ganzen Gebietes, und 6. die Herſtellung eines polniſchen Staates, der in ſeinem Aufban und in ſeiner Führung die Garantie bietet, daß weder ein neuer Brandherd gegen das Deutſche eRich entſteht noch eine Jutrigenzentrale gegen Deutſchland und Ruß⸗ land gebildet wird. Darüber hinaus muß ſofort verſucht werden, die Wirkungen des Krieges zu beſeitigen oder wenig⸗ ſtens zu lindern, d. h. durch eine praktiſche Hilfs⸗ tätigkeit das vorhandene übergroße Leid zu mildern. Dieſe Aufgaben können— wie ſchon betont— wohl an einem Konferenztiſch beſprochen, aber niemals gelöſt werden. Wenn Europa überhaupt an der Ruhe und am Frie⸗ den gelegen iſt, dann müßten die europäiſchen Staa⸗ ten dafür dankbar ſein, daß Rußland und Deutſch⸗ land bereit ſind, aus dieſem Unruheherd nunmehr eine Zone friedlicher Entwicklung zu machen, daß die beiden Länder dafür die Verantwortung überneh⸗ men und die damit auch verbundenen Opfer bringen. Für das Deutſche Reich bedeutet dieſe Aufgabe, da ſie nicht imperialiſtiſch aufgefaßt werden kann, eine Beſchäftigung auf fünfzig bis hundert Jahre. Die Rechtfertigung dieſer deutſchen Arbeit liegt in der politiſchen Ordnung dieſes Gebietes ſowohl als in der wirtſchaftlichen Erſchließung. Letzten Endes kommt aber beides ganz Europa zugute. Und wie denken wir uns die geiamteuropälſche Regelung? Die zweite und in meinen Augen weitaus wich⸗ tigſte Aufgabe iſt aber die Herſtellung nicht nur der Ueberzeugung ſondern auch das Gefühl einer euro⸗ päiſchen Sicherheit. Dazu iſt es notwendig, daß 1. eine unbedingte Klarheit über die Ziele der Außenpolitik der enropäiſchen Staaten eintritt. Inſoweit es ſich um Deutſchland handelt, iſt die Reichsregierung bereit, eine reſtloſe und volle Klarheit über ihre außenpolitiſchen Abſichten zu geben. Sie ſtellt dabei an die Spitze dieſer Er⸗ klärung die Feſtſtellung, daß der Verſailler Ver⸗ trag für ſie als nicht mehr beſtehend angeſehen wird bzw. daß die dentſche Reichsregierung und mit ihr das gauze deutſche Volk keine Urſache und keinen Anlaß für irgendeine weitere Revi⸗ ſion erblicken, außer der Forderung nach einem dem Reich gebührenden und entſprechenden kolo⸗ nialen Beſitz, in erſter Linie alſo auf Rückgabe der deutſchen Kolonien. Dieſe Forderung nach Kolonien iſt begründet nicht nur im hiſtoriſchen Rechtsanſpruch auf die deutſchen Kolonien, ſondern vor allem in dem elementaren Rechtsanſpruch auf eine Beteiligung an den Roh⸗ ſtoffquellen der Erde. Dieſe Forderung iſt keine ultimative, und ſie iſt keine Forderung, hinter der die Gewalt ſteht, ſondern eine Forderung der poli⸗ liſchen Gerechtigkeit und der wirtſchaftlichen allge⸗ meinen Vernunft. 2. Die Forderung nach einem wirklichen Auf⸗ blühen der internationalen Wirtſchaft in Verbindung mit der Steigerung des Handels und des Verkehrs ſetzt die Ingangbringung der Binnen⸗ wirtſchaften bzw. der Produktionen innerhalb der einzelnen Staaten voraus. Zur Erleichterung des Austauſches dieſer Produktionen aber muß man zu einer Neuordnung der Märkte kommen und zu einer endgültigen Regelung der Währungen, um ſo die Hinderniſſe für einen freien Handel allmählich ab⸗ zubanen. 3. Die wichtigſte Vorausſetzung aber für ein wirkliches Aufblühen der europäiſchen und auch außereuropäiſchen Wirtſchaft iſt die Herſtellung eines unbedingt garantierten Frie⸗ dens und eines Gefühls der Sicherheit der ein⸗ zelnen Völker. Dieſe Sicherheit wird nicht nur er⸗ möglicht durch die endgültige Sanktionierung des europäiſchen Staates, ſondern vor allem durch das Zurückführen der Rüſtungen auf ein vernünftiges und auch wirtſchaftlich tragbares Ausmaß. Zu dieſem notwendigen Gefühl der Sicherheit gehört vor allem aber eine Klärung der Anwendbarkeit und des Verwendungs⸗ bereiches gewiſſer moderner Waffen, die in ihrer Wirkung geeignet ſind, jederzeit in das Herz eines jeden einzelnen Volkes vorzuſtoßen und die damit ein dauerndes Gefühl der Unſicherheit zurücklaſſen werden. Ich habe ſchon in meinen früheren Reichs⸗ tagsreden in dieſer Richtung Vorſchläge gemacht. Sie ſind damals— wohl ſchon, weil ſie von mir aus⸗ gingen— der Ablehnung verfallen. Ich glaube aber, daß das Gefühl einer nationa⸗ len Sicherheit in Europa erſt daun einkehren wird, wenn auf dieſem Gebiet durch klare inter⸗ nationale und gültige Verpflichtungen eine um⸗ faſſende Fixierung des Begriſſes erlaubter und unerlaubter Waffenanwendung ſtattfindet. So wie die Genfer Konvention einſt es fertig⸗ brachte, wenigſtens bei den ziviliſierten Staaten die Tötung Verwundeter, die Mißhandlung Gefangener, den Kampf gegen Nichtkriegsteilnehmer uſw. zu ver⸗ bieten, und ſo, wie es gelang, dieſem Verbot im Laufe der Zeit zu einer allgemeinen Reſpektierung zu verhelfen, ſo muß es gelingen, den Einſatz der Luftwaffe, die Anwendung von Gas uſw., des U⸗Bootes, aber auch die Begrifſe der Konterbande ſo feſt⸗ zulegen, daß der Krieg des furchtbaren Charak⸗ ters eines Kampfes gegen Frauen und Kinder und überhaupt gegen Nichtkriegsteilnehmer ent⸗ kleidet wird. Die Perhorreszierung beſtimmter Verfahren wird von ſelbſt zur Beſeitigung der dann überflüſſig ge⸗ wordenen Waffen führen. Ich habe mich bemüht, ſchon in dieſem Kriege mit Polen die Luftwaffe nur auf ſogenannte militäriſch wichtige Objekte anzuwen⸗ den bzw. nur dann in Erſcheinung treten zu laſſen, wenn ein aktiver Widerſtand an einer Stelle ge⸗ leiſtet wurde. Es muß aber möglich ſein, in Anleh⸗ nung an das Rote Kreuz eine grundſätzliche, allge⸗ mein gültige internationale Regelung zu finden. Nur unter ſolchen Vorausſetzungen wird beſonders in unſerem dicht beſiedelten Kontinent ein Friede einkehren können, der dann, befreit von Mißtrauen und von Angſt, die Vorausſetzung für eine wirk⸗ liche Blüte auch des wirtſchaftlichen Lebens geben kann. Ich glaube, es gibt keinen verantwortlichen europäiſchen Staatsmann, der nicht im tiefſten Grunde ſeines Herzens die Blüte ſeines Volkes wünſcht. Eine Realiſierung dieſes Wunſches iſt aber uur denkbar im Rahmen einer allgemeinen Zuſam⸗ menarbeit der Nationen dieſes Kontinents. Dieſe Zuſammenarbeit ſicherzuſtellen, kaun da⸗ her nur das Ziel jedes einzelnen, wirklich um die Zukunft auch ſeines eigenen Volkes ringen⸗ den Mannes ſein. Europa braucht eine neue Frledenslonferenz: Um dieſes große Ziel zu erreichen, werden doch einmal die großen Nationen in dieſem Kontinent zuſammentreten müſſen, um in einer umfaſſenden Regelung ein Statut auszuar⸗ beiten, anzunehmen und zu garantieren, das ihnen allen das Gefühl der Sicherheit, der Ruhe und damit des Friedens gibt. Es iſt unmöglich, daß eine ſolche Konferenz zuſammentritt ohne die gründlichſte Vorarbeit, d. h. ohne die Klärung der einzelnen Punkte und vor allem ohne eine vorbereitende Arbeit. Es iſt aber ebenſo unmöglich, daß eine ſolche Konferenz, die das Schickſal gerade dieſes Kontinents auf Jahrzeh ute hinaus beſtimmen ſoll, tätig iſt unter dem Dröhnen der Kanonen oder auch nur unter dem Druck mobiliſierter Armeen. Wenn aber früher oder ſpäter dieſe Probleme doch gelöſt werden müſſen, dann wäre es vernünftiger, an dieſe Löſung heranzugehen, ehe noch erſt Milli onen von Menſchen zwecklos verbluten und Mil⸗ liarden an Werten zerſtört ſind. Die Aufrecht erhaltung des jetzigen Zuſtandes im Weſten iſt undenkbar. Jeder Tag wird bald ſteigende Opfer erfordern. Einmal wird dann vielleicht Frankreich zum erſten⸗ mal Saarbrücken beſchießen und demolieren. Die deutſche Artillerie wird ihrerſeits als Rache Mül⸗ hauſen zertrümmern. Frankreich wird dann ſelbſt wieder als Rache Karlsruhe unter das Feuer der Ka⸗ nonen nehmen und Deutſchland wieder Straßburg. Dann wird die franzöſiſche Artillerie nach Freiburg ſchießen und die deutſche nach Kolmar oder Schlett⸗ ſtadt. Man wird dann weitreichende Geſchütze aufſtel⸗ len, und nach beiden Seiten wird die Zerſtörung im⸗ mer tiefer um ſich greifen, und was endlich von den Ferngeſchützen nicht mehr zu erreichen iſt, werden die Flieger vernichten. Und es wird ſehr intereſſant ſein für einen gewiſſen internationalen Journalis⸗ mus und ſehr nützlich für die Fabrikanten der Flug⸗ zeuge, der Waffen, der Munition uſw., aber grauen⸗ haft für die Opfer. Und dieſer Kampf der Vernich⸗ tung wird ſich nicht nur auf das Feſtland beſchränken. Nein, er-wird weit hinausgreifen über die See. Es gibt heute keine Inſeln mehr. Und das europäiſche Volksvermögen wird in Granaten zerberſten, die Volkskraft wird auf den Schlachtfel⸗ dern verbluten. 1. Die Rege ung der durch das Auseina uderfallen Poleus entſtehenden Fragen und 2. das Problem der Behebung jener in ternationalen Beſorgniſſe, die politiſch und wirtſchaftlich das Leben der Völker erſchwe ren. Welches ſind nun die Ziele der Reichs regierung in Bezug auf die Ordnung der Ver⸗ hältniſſe in dem Raum, der weſtlich der deutſch⸗ſowjetruſſiſchen Demarkationslinie als deutſche Einflußſphäre anerkannt iſt? Sollte aber die Auffaſſung der Herren Churchill und ſeines Anhanges erfolgreich bleiben, dann wird eben dieſe Erklärung meine letzte geweſen ſein. Wir werden dann kämpfen. Weder Waffengewalt noch die Zeit werden Dentſchland bezwingen. Ein November 1918 wird ſich in der deut⸗ ſchen Geſchichte nicht mehr wiederholen. Herr Churchill mag der Ueberzeugung ſein, daß Großbritannien ſiegen wird. Ich aber zweifle keine Sekunde, daß Deutſchland ſiegt. Das Schickſal wird entſchejden, wer recht hat. Nur eines iſt ſicher: es hat in der Weltge⸗ ſchichte noch niemals zwei Sieger gegeben, aber oft nur Beſiegte. Schon im letzten Krieg ſcheint mir dies der Fall geweſen zu ſein. Mögen diejenigen Völker und ihre Führer nun das Wort ergreifen, die der gleichen Auf⸗ faſſung ſind. Und mögen diejenigen meine Hand zurückſtoßen, die im Kriege die beſſere Löſung zu ſehen glauben. Als Führer des deutſchen Volkes und als Kanzler des Reiches kann ich in dieſem Augen⸗ blick nur dem Herrgott danken, daß er uns in 8 dem erſten ſchweren Kampf um nuſer Recht ſo wunderbar geſegnet hat, und ihn bitten daß er uns und allen auderen den richtigen Weg finden läßt, auf daß nicht nur dem deutſchen Volk, ſondern ganz Europa ein nenes Griick des Friedens zuteil wird. 9 5 Freitag, 6. Oktober 1939 Neue Mannheimer Zeitung 5. Seite/ Nummei mmer 488 b. Ribbenrop warnt die Weſtmüchle Lange Zeit ſich zwiſchen Krieg und Frieden zu entſcheiden haben ſie nicht mehr dub. Berlin, 6. Okt. Der Reichsminiſter des Auswärtigen v. Ribben⸗ trop empfing geſtern den Sonderberichterſtatter und außenpolitiſchen Leiter der japaniſchen Zeitungen „Tokio Nichi Nichi“ und„Oſaka Mainichi“, Herrn Kuſuyama. Herr Kuſuyama hatte Gelegenheit, fol⸗ ande Fragen vom Reichsaußenminiſter beantwortet au bekommen: „Wie beurteilen Sie, Herr Reichsaußenminiſter, die Moskauer Abmachungen und ihre Folgen für die europäiſche Politik?“ „Reichsaußenminiſter von Ribbentroy antwor⸗ tete:„Ich bin ſehr befriedigt über den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und der UdsSR, die zu einer Klärung der Verhältniſſe im ehemaligen polniſchen Gebiet und damit in Oſteuropa geführt haben. Ich bin der Ueberzeugung, daß die Wiederherſtellung von Ruhe und Ordnung in dieſen Gebieten nicht nur zum Vor⸗ teil und Segen für die in dieſem Raum lebenden verſchiedenen Völkerſchaften dienen wird, ſondern daß mit der Beſeitigung dieſes Unruheherdes in Europa auch ein bedeutſamer Schritt zur Wiederher⸗ ſtellung des Weltfriedens getan iſt. Ferner glaube ich, daß dieſe Regelung allen Kriegshetzern der Welt eine Lehre iſt und von allen friedliebenden Völkern nur aufrichtig begrüßt werden wird. Deutſchland und Sowjetrußland haben in ihrer gemeinſamen Erklärung England und Frankreich vor die Wahl geſtellt, ob ſie Kriea oder Frieden haben wollen. Es lieat an den Weſtmächten, ſich au entſcheiden.“ „Welche Rückwirkung, glauben Sie, Herr Reichsaußenminiſter, werden dieſe deutſch⸗ruſſi⸗ ſchen Abmachungen auf das deutſch⸗japaniſche Verhältnis einerſeits und das japaniſch⸗ruſſiſche andererſeits haben?“ „Ich habe“, ſo antwortete der Reichsaußenmini⸗ ſter,„mit Genugtuung von dem vor einiaen Wochen herbeigeführten Ausgleich von Nomonhan zwiſchen Japan und der UdSSR Kenntnis genommen. glaube, daß dieſer erſte Ausgleich einen poſitiven Beitrag zu einer enoͤgültigen Befriedung auch im Fernen Oſten darſtellt. Jeder weitere Schritt der beiden Länder in dieſer Richtung wird von Deutſch⸗ land warm begrüßt. Die deutſch⸗ſowietiſchen Ab⸗ kommen von Moskau und die freundſchaftlichen Be⸗ ziehungen zwiſchen Japan und Deutſchland können dieſen Beſtrebungen nur förderlich ſein.“ „Man ſagt, Herr Reichsaußenminiſter, daß Deutſchland mit der deutſch⸗ſowietiſchen Erklä⸗ rung eine große Friedensoffenſive eröffnet habe. Entſpricht dies wirklich den Abſichten der deut⸗ ſchen Regierung?“ Antwort des Reichsaußenminiſters:„Deutſch⸗ Land hat immer den Frieden und nicht den Krieg ge⸗ wollt. Der polniſche Krieg wurde uns. entgegen allen vernünftigen Angeboten des Führers, auf⸗ gezwungen. Ebenſo war es im Weſten nicht Deutſchland, ſondern England und Frankreich, die den Krieg erklärten. Wenn Deutſchland daher im⸗ Mer noch bereit iſt zum Frieden, ſo iſt dies nichts eues. Allerdings werden ſich die Weſtmächte bald ent⸗ sliſcheiden müſſen. Der ſinnloſen Drohung eng⸗ liſcher Kriegshetzer„Vernichtung deg Hitleris⸗ mus“, die nichts anderes bedeutet als die Ver⸗ nichtung des deutſchen Volkes, könnte ſonſt eben⸗ ſogut eine deutſche Loſung, wie z. B.„Vernich⸗ tung der engliſchen Demokratie“, entgegengeſtellt werden, was die Vernichtung des britiſchen Im⸗ periums bedeuten würde und was mir ebenſo ſinnlos erſcheint!“ „Glauben Sie, Herr Reichsaußenminiſter, daß Japan bei dieſer Friedensaktion Beitrag zur Wiederherſtellung des Weltfriedens leiſten kann?“ Antwort des Reichsaußenminiſters:„Ich glaube, daß das Gewicht Japans, als der beherrſchenden Macht Oſtaſiens, bei allen großen Entſcheidungen der Weltpolitik beſonders in die Waagſchale fällt. Es iſt kein Zweifel, daß heute in vielen Ländern Kriegs⸗ hetzer ſitzen, die an dem Ausbruch des wirklichen Krieges in Weſteuropa ſtärkſtens intereſſiert ſind. Ein Blick in die Preſſe, vor allem auch nach der Ver⸗ öffentlichung der deutſch⸗ruſſiſchen Friedenserklä⸗ irgendeinen rung, zeigt, wo dieſe Hetzer am Werk ſind. Dieſe in⸗ ternationalen Hetzer hetzen heute das engliſche und das franzöſiſche Volk gegen Deutſchland, und mor⸗ gen würden ſie ſich nicht ſcheuen, z. B. das amerika⸗ niſche und japaniſche Volk aufeinanderzuhetzen.“ Zum Schluß des Interviews ſagte der Reichs⸗ außenminiſter:„Ich bin ſicher, daß man ſich in Ja⸗ pan dieſer Tatſachen bewußt iſt. Ich glaube daher, daß auch Ihre Nation ein Intereſſe an der Wieder⸗ herſtellung des europäiſchen Friedens hat.“ (Funkmeldung der NM3.) + Berlin, 6. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be⸗ kannt: Der Führer und Oberſte Befehlshaber der Wehrmacht beſuchte geſtern die Truppen der VIII. Armee vor Warſchan und ließ Teile der an der Einnahme der Feſtung beteiligten Diviſio⸗ nen an ſich vorbeimarſchieren. Des Führers Dank an die Oſtarmee „Wir ſlehen enger denn je zuſammen und binden den Helmeiemen feſter!“ Berlin, den 5. Oktober 1939. Soldaten der Wehrmacht im Oſten! Am 1. September ſeid ihr auf meinen Befehl an⸗ getreten, um unſer Reich vor dem polniſchen An⸗ griff zu In vorbildlicher Waffenkameradſchaft zwiſchen Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine habt ihr die euch geſtellte Aufgabe erfüllt. Ihr habt euch mutig und tapfer geſchlagen. Heute konnte ich die gegen das beſeſtigte Warſchau eingeſetzten Truppen begrüßen. Dieſer Tag ſchließt einen Kampf ab, der von beſtem deutſchen Soldatentum berichtet. Mit mir dankt euch voll Stolz das deutſche Volk. In unerſchütterlichem Vertrauen blickt die Nation dank euch wieder auf ſeine Wehrmacht und ihre Führung. Wir gedenken unſerer Gefallenen, die wie die zwei Millionen Toten des Weltkrieges ihr eigenes Daſein gaben, damit Deutſchland lebe. 5 Unter den Fahnen, die in ſtolzer Freude aller⸗ orts in deutſchen Landen wehen, ſtehen wir enger — je zuſammen und binden den Helmriemen eſter. Ich weiß, ihr ſeid zu allem bereit im Glauben an Deutſchland. gez. Adolf Hitler. Parade in Warſchau (Von unſerem im Führerhauptauartier befind⸗ lichen W..⸗Sonderberichterſtatter). dnb Führerhauptauartier 5. Okt. Der Führex beſuchte Donnerstaa die deutſchen Truppen, die die letzten Kämpfe um Warſchau ſieg⸗ reich beendeten und die jetzt zu neuen Aufgaben be⸗ reitſtehen. Wir überfliegen das weite Weichſelland, in das nun der Friede eingekehrt iſt. In zweieinhalbſtün⸗ digem Flug erreichen wir den Zentralflughafen Warſchau⸗Okecie. Der Flughafen iſt bereits wieder völlig hergeſtellt. Vom Flugzeug aus hatten wir Gelegenheit, die Folgen zu ſehen, die der ſinnloſe Widerſtand der polniſchen Truppen und der von verantwortungs⸗ loſen Elementen aufgepeitſchten Zivilbevölkerung für dieſe Stadt gehabt hat. Man hakte mitten in den Anlagen und Parks, auf den Plätzen und in den Straßen, auf den Dächern der Häuſer Geſchütze und Maſchinengewehre, Artilleriebeobachtungen und Flak⸗ batterien eingebaut. Alle dieſe Kampfſtellungen mußten naturgemäß niedergekämpft werden, und daß dabei die benachbarten Häuſerviertel in Mit⸗ leidenſchaft gezogen wurden, leuchtet ohne weiteres ein. Nach einer kurzen militäriſchen Beſprechung im Befehlswagen des Armeeoberkommandos begibt ſich der Führer in die Stadt, jubelnd begrüßt von den Kolonnen der deutſchen Truppen. Wir fahren durch Warſchau, vorbei an Palais Brühl, dem polniſchen Außenminiſterium und dem Hotel„Europejſki“ und biegen dann in die Ujazdowſki⸗Allee ein, an der ſich die meiſten Botſchafts⸗ und Geſandtſchaftsgebäude erheben. Sie ſind zum größten Teil völlig un⸗ zerſtört, weil die deutſche Heerführung es peinlich vermieden hat, dieſes Viertel Warſchaus zu bom⸗ bardieren, obwohl auch hier auf polniſcher Seite keine Rückſicht auf die Exterritorialität der Gebäude genommen wurde. Vollkommen zerſtört iſt aber die italieniſche Botſchaft. Sie wurde von den Polen aus⸗ geplündert und in Brand geſteckt. Die unmittelbar Deulſche Truppen beſetzen Suwalki Planmäßige Abiöſung der ſowietruſſiſchen Beſatzung durch deutſche Truppen dnb...., 6. Oktober.(). Gemäß der neuen Feſtſetzung der deutſch⸗ ruſſiſchen Grenze in Polen wird das Gebiet um Suwalki von der ſowjetruſſiſchen Armee ge⸗ räumt. Am Donnerstag begann auf Grund der Vereinbarungen der in drei Etappen erfolgende Einmarſch der deutſchen Truppen. Am Mittwoch trafen ſich im Zollhaus des oſt⸗ preußiſchen Grenzortes Merunen die Unterhändler der deutſchen Wehrmacht und der ruſſiſchen Armee. In kameradſchaftlicher Fühlungnahme vereinbarten der deutſche Oberſtleutnant und der ruſſiſche Bri⸗ gadekommandeur, deſſen Verbände das Gebiet von Suwalki beſetzt hatten, die Uebergabe und Ueber⸗ nahme. Im Laufe des Donnerstagvormittag began⸗ nen die Ruſſen dann mit der Räumung. Es ſtimmte ſchon! Ein kalter, regneriſcher Herbſttag begleitet den Einmarſch der deutſchen Truppen, deſſen Planung und Durchführung durch die Einheiten einer Bri⸗ gade erfolgt. An vier Stellen der bisherigen Reichs⸗ grenze hat am frühen Nachmittag bei Serteggen, der einſtigen Dreiländerecke, ſüdlich des Wyſztyter Wehrs, ferner bei Merunen, Borawken und Reuß die Ueberſchreitung der Grenze durch Aufklärungs⸗ einheiten, Infanterie und Pioniere, begonnen. In langen Kolonnen folgt der Nachſchub. Nach wenigen Stunden iſt das erſte Tagesziel der vereinbarten Beſetzungslinie erreicht. An größeren Orten wer⸗ den in Beſitz genommen: Wizajny, Filipow, Raczki. Für Freitag iſt die Beſetzung von Suwalki vorge⸗ ſehen, und am 7. Oktober wird ſich das geſamte Ge⸗ biet bis zur litauiſchen und ruſſiſchen Grenze in deutſchem Beſitz befinden. Deulſche Fliegerbomben treſſen die, good Franzöſiſche Agenturmeldungen geben der deutſchen Darſtellung recht EP. Rom, 6. Oktober. Der Sonderdienſt der„Tribuna“ berichtet aus Paris, die Agence Radio behaupte, daß während des deutſchen Fliegerangriffs am 26. September in der Nordſee auf eine engliſche Flottenabteilung nur das Schlachtſchiff„Hood“ von einigen Bombenſplit⸗ tern getroffen worden ſei, ohne jedoch bemerkens⸗ werten Schaden zu nehmen. Trotz ihrer vorſichtigen Faſſung, ſo bemerkt der Korreſpondent des italieniſchen Blattes gäbe dieſe franzöſiſche Meldung doch teilweiſe der deutſchen Darſtellungsweiſe der Ergebniſſe des Fliegeran⸗ griſfes recht. Gar ſo geringfügig würden die Schä⸗ den, die das Schlachtſchiff erlitten habe, ſchon nicht geweſen ſein. Denn wenn es ſich tatſächlich nur um mächtigſten Schiffe Bombenſplitter gehandelt haben ſollte, dann hätte es ſich ja unter Berückſichtigung der koloſſalen Di⸗ menſionen dieſes Schiffsriefen von 42000 Tonnen gar nicht gelohnt, überhaupt davon zu ſprechen. Die deutſche Meldung, ſo fährt der Berichterſtat⸗ ter fort, daß ein zweites Flugzeugmutterſchiff zer⸗ ſtört worden ſei, werde ſchon zutreffend ſein. Der amerikaniſche Rundfunk habe bekanntlich verſichert, es habe ſich um die„Glorious“ gehandelt. Heute erhalte nun auch die weitere deutſche Verſicherung, daß auch ein Panzerkreuzer durch 250⸗Kilogramm⸗ Bomben getroffen worden ſei, ihre Beſtätigung, und man wiſſe nun, daß es ſich hierbei um eines der der engliſchen Flotte, das “gehandelt habe. Schlachtſchiſf„Ooot 64 W liegende niederländiſche Geſandtſchaft iſt Nicht einmal die Fenſterſcheiben daneben 0 völlig unverſehrt. ſind geſprungen, ein Beweis mehr, daß keine Bombe und kein Granattreſſer auf die Ujazdowſki⸗Allee ge⸗ fallen iſt. 8 Etwa in der Mitte der Allee iſt eine kleine tannen⸗ grün geſchmückte Tribüne errichtet. Hier formieren ſich die deutſchen Truppen zum Vorbeimarſch vor dem Führer. Formationen aller noch im Warſchauer Raum ſtehenden Truppen ſind an dieſem Vorbeimarſch be⸗ teiligt. Zwei Stunden lang zieht das feldgraue Heer 55 ſeinem Führer und Oberſten Befehlshaber vor⸗ über. Immer wieder grüßt der Führer die vorüber⸗ ziehenden Truppen. Mit beſonderem Stolz blickt er den Männern ins Antlitz, die das Eiſerne Kreuz als Zeichen ihrer Tapferkeit tragen, und es ſind eine Anzahl dabei, die nicht nur mit dem Eiſernen Kreuz II. Klaſſe ausgezeichnet ſind, ſondern die ſich in die⸗ ſen knappen Wochen durch beſondere Tapferkeit auch ſchon das Eiſerne Kreuz 1. laſſe verdient haben. Nach dem Vorbeimarſch beſucht der Führer kurz das Belvedere, das Haus, in dem Pilſudſki lebte und ſtarb. Völlig unzerſtört iſt das kleine Schlößchen, auch nicht ein Möbelſtück iſt von ſeinem Platz gerückt, in den Schränken ſehen wir die Uniformen hängen, die der Marſchall trug. Vor dem Eingang zum Schloß ſteht eine Ehrenwache der deutſchen Wehrmacht. Der Führer verweilt kurz in dem Arbeitszimmer des großen Toten. Dann begibt ſich der Führer wieder zum Flugplatz. Weſtwärts ſtartet die Maſchine, be⸗ gleitet von den jubelnden Heilrufen der Soldaten. Nuch Eſtland jcht Letllan? Errichtung von ſowjetruſſiſchen Flottenſtützvunkten in Libau und Wi dnb. Moskau, 6. Oktober. Vom 2. bis 5. Oktober haben in Moskau zwiſchen dem Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare und Volkskommiſſar für. Auswärtige Angelegen⸗ heiten, Molotow, und dem Außenminiſter von Lett⸗ land, Munters, Verhandlungen über den Abſchluß eines gegenſeitigen Beiſtandspaktes zwiſchen So⸗ wjetrußland und Lettland ſtattgefunden. Die Ver⸗ handlungen führten am 5. Oktober zur Unterzeich⸗ nung eines gegenſeitigen Beiſtandspaktes, der ſo⸗ wohl der Form als auch der Bedeutung nach unge⸗ fähr dem kürzlich zwiſchen der Sowjetunion und Eſtland abgeſchloſſenen Vertrag entſpricht. Der Bei⸗ ſtandspakt enthält u. a. folgende Beſtimmungen: Beide Seiten verpflichten ſich, einander allſeitige, darunter auch militäriſche Hilfe zu erweiſen im Falle eines direkten Angriffs oder einer Angriffs⸗ drohung ſeitens irgendeiner europäiſchen Macht. Die Sowjetunion verpflichtet ſich, der lettiſchen Armee zu vorteilhaften Bedingungen durch Kriegsmaterial Hilfe zu erweiſen. Lettland räumt der Sowjetunion das Recht ein, in den Häfen von Liban und Windau Stützpunkte für die ſowjetruſſiſche Kriegsmarine ſowie einige Flugplätze für die ſowjetiſche Luftwaffe auzu⸗ legen. Weiter erhält die Sowjetunion das Recht, zur Verteidigung des Rigaer Meerbuſens Baſen für ihre Küſtenartillerie anzulegen. Beide vertragſchließende Seiten verpflichten ſich, keine Bündniſſe oder Bündnisſyſteme einzugehen, die gegen eine der beiden vertragſchließenden Sei⸗ ten gerichtet ſind. Die als Marinebaſen oder Flug⸗ plätze der Sowjetunion eingeräumten Orte bleiben Territorium des lettiſchen Staates. Der Pakt wird auf zehn Jahre abgeſchloſſen. Der Vertragstext wird ferner von einer ge⸗ meinſamen Erklärung über den Charakter der ſowje⸗ tiſch⸗lettiſchen Verhandlungen begleitet, in der es U. a. heißt, daß die Verſchiedenheit der ſtaatlichen Regime der Sowjetunion und Lettland kein Hinder⸗ nis darſtelle für eine erſprießliche Zuſammenarbeit. Jede der beiden vertragſchließenden Seiten erkläre, daß ſie auch in der neuen, dͤurch den gegenwärtigen Beiſtandspakt geſchaffenen Lage die ſtaatliche, ſoziale und wirtſchaftliche Struktur der anderen Seite reſpektieren werde. Die Durchführung des eſtniſchen Vertrages dnb. Reval, 6. Oktober. Nach einer amtlichen Mitteilung von eſtniſcher Seite nähern ſich die in Reval ſtattfindenden eſt⸗ niſch⸗ſowjetruſſiſchen Verhandlungen über die Durch⸗ führung des Beiſtandspaktes ihrem Ende. Die ge⸗ miſchte eſtniſch ⸗ ſowjetruſſiſche Militärkommiſſion habe über die Gebiete geſprochen, die der Sowjet⸗ union auf Grund des Beiſtandspaktes zur Benut⸗ zung als Stützpunkte überlaſſen werden ſollen, wo⸗ zu die Inſeln Oeſel und Dagö ſowie Bal⸗ tiſch-Port gehören. In einem Leitartikel be⸗ ſchäftigt ſich die offizibſe„Baltie Times“, die jetzt als Wochenſchrift erſcheint, mit dem neuen eſtniſch⸗ ſowjetruſſiſchen Handelsabkommen. Dadurch werde ſich der Handelsverkehr zwichen Eſtland und Sowjet⸗ rußland vervierfachen. Nach einer Aufzählung der von beiden Seiten zu liefernden Waren hebt das Blatt als die bemerkenswerteſte Beſtimmung des neuen Vertrages die darin enthaltene Tranſitklauſel hervor, die Eſtland, deſſen Verbindung mit dem Atlantie durch zwei Blockaden behindert werde, das Recht gebe, Waren über die Häfen des Eismeeres und des Schwarzen Meeres zu verſenden und zan bekommen. 8 1 8 Die lehten Reſte bes Nolen⸗Heeres 8000 Mann ſtrecken die Waſfen— Vormarſch an die öntereſſengrenze 3 Luftkämpfe in dieſen letzten 8 derſelben abgeſchoſſen, der Reſt zur Umkeh Bei Kock oſtwärts Deblin ſtreckten heute zehs Uhr vormittags die letzten Reſte des polniſchen Heeres, et wa 8000 Mann, unter dem polni⸗ ſchen General Kleber, die Wafſen. 5555 Oſtwärts der Weichſel begann geſtern die Vorwärtsbewegung zur Beſetzung des Gebietes bis zur deutſch⸗ruſſiſchen Intereſſengrenz. Im Weſten ſchwache Artillerietätigke ſonſt ruhiger Verlauf des Tages. 72 Feinoflugzeuge im Seytember abgeſchoſſen dub. Berlin, 5. Oktober Am 30. 9. 1999 wurde als Ergebnis einer Jagd⸗ abwehr die Vernichtung von zuſammen 14 ſeind⸗ lichen Flugzeugen an der Weſtfront und über der Noroſee gemeldet. 3 Die genaue Ueberprüfungn des Verlaufes Tagen des erſten Kriegsmonats hat nachträglich einwanofrei ergeben, daß die Verluſte der Engländer und Franzoſen nicht nur 14, ſondern 23 Flugzeuge betragen, von d 21 über der Weſtfront und 2 üher der Nordſee nichtet wurden. Die eigenen Verluſte beziffern ſi dagegen nur auf 5 Flugzeuge. 8 Die Luftkämpfe, die ſich mit Unterbrechungen faſt über den ganzen Tag erſtreckten, wurden von un⸗ ſeren Jägern mit ganz beſonderem Schneid du geführt. So wurde— wie zum Teil bereits beei zeugen reſtlos vernichtet, band von nicht weniger als 37 feindlichen Flug; zwungen. Ohne die*— Verluſte, die den Engl noch bei der Verſenkung und Zerſtörn: beiden Flugzeugträger entſtanden ſind unſere weſtlichen Gegner im Monat Septe insgeſamt 72 Flugzeuge durch unſere Jagd⸗ u Flakabwehr verloren, von denen auf die En⸗ länder 27 und auf die Frauzoſen 45 Flugz⸗ entfallen. Wer führte die meiſten Kriege? Die Bel „Politika“ ſtellt feſt, daß im Laufe der letzte Jahrhunderte Frankreich 185mal, England 176n und Deutſchland nur 24mal Krieg geführt haben Zuſammenfaſſend erklärt das Blatt, es beſte kein Zweifel daran, daß dieſer Vertrag von gl Nutzen für beide Parteien ſein könne, vorau geſetzt, daß ſie in gleicher Weiſe an ſeiner Erfüllu intereſſiert ſeien. Genußz liegt nie in der Menge, sondern immer nur in der Güte AxTiKAn 5, Rumäniens Neutralität Unverändert freundſchaftliche Beziehunge zu Rußland und Deutſchland anb. Athen, 6. Der rumäniſche Außenminiſter Gaſencu g einem Vertreter der Zeitung„Arſyrmatos“ Unterredung. Er befaßte ſich darin mit der Ha Rumäniens zum europäiſchen Konflikt. Ge betonte den Wunſch Rumäniens, den Krie Balkan fernzuhalten. Abſchließend erklärte der niſter, daß Rumänien unverändert die freun lichen Beziehungen mit Deutſchland und aufrecht erhalte. 8 939 Rorwegen muß ſich ſtreck Bedeutende Herabſetzuna der Rationierun Gehamſterte Vorräte werden beſchlagnahmt (Funkmeldung der NM3. + Oslo, 6. O In den nächſten Tagen werden die norwegi Rationierungsbeſtimmungen endagültig feſtgeſ nachdem eine vorläufige Rationierung bereits Ausbruch des Krieges in Kraft war. Wie das liche Direktorat für Lebensmittelrationierung teilt, wird in den nächſten Tagen eine Kontro den Privathäuſern durchgeführt. Gehamſterte Von ſollen dann ebenfalls in die Rationierung eit werden. Wo der Verſuch gemacht werde, der lichen Kontrolle etwas zu entziehen, werde ſchlagnahmt; in beſonders ſchweren Fällen andere Strafmaßnahmen zur Anwendung Die jetzt gültigen Rationierungsſätze würden. das Direktorat mitteilt, noch bedeutend herabg werden müſſen, da wohl mehrere Schiffsladr nach Norwegen unterwegs ſeien, ihre Ankunft höchſt unſicher ſei. Haupeſchriftleiter und derantwortlich für Politik: Dr. Alois Winboner. Stellvertreter des Hauptſchriftleiters und berantwortlich ul politik, Theater und Unterhaltung: Car! Onno Et 5. Be Handel: i. B. R. Schönfelder.— Lokaler Teil: i. delm Koch.— Kunſt, Füm und Gericht: Dr. Fi Koch.— Sport: Willy Müller.— Südweſideutſche Bilderdienſt: C. W. Fennet, ſämtliche in Me Schriftleitung in Berlinn Dere. E. 8. Schaffer, Berlin, Südweſtkorſo 60. Für unverlangte Beiträge keine Gewähr.— Rückſ une Rückporto. er, Drucker and Verleger: Neue N — n und geſ Neue Mannheimer Zeitung Freitag, 6. Oktober 1939 ————————————— Mannheim, 6. Oktober. Gegen des Brotes Auf vieles muß der Menſch verzichten im Lauf der Zeit— auf Zahn und Haar, aufs Bier und auf ſo manche Pflichten, die gern er tat, als jung er war. Der Arzt legt ſich bedacht ins Mittel, wenn Podagra und andres droht, der Menſch wird ſchlanker unterm Kittel und lebt nach dem Diät⸗Gebot. Viel Freuden muß er ſich verkneifen und manche obligate Wurſt, zum Sauerbrunnen muß er greifen, wenn ihm nach Rheinwein ſteht der Durſt. Noch manches andre iſt begehrlich, doch er vermißt es ohne Not, notwendig nur und unentbehrlich iſt ihun allein das liebe Brot! Brot iſt zu allen Zeiten lecker, es iſt des Magens Alphabet, weshalb dem Menſchen auch der Bäcker als Magenfreund am nächſten ſteht. Er macht aus Mehl die ſchlanken Laibe, die ſäumen jedes Menſchen Bahn; und danbbar bleibt bei jeder Scheibe der Menſch dem Bäcker untertan. Das Leben beugt uns oft den Nacken, doch wie es uns auch plagt und quält, an jedem Tag wird Brot gebacken, ſo daß uns nie der Ausgleich fehlt. Und mögen ſich die Zeiten häuten, wenn mal das Schickſal dunkel unkt, der Bäcker ſteht bei allen Leuten als tröſtend Licht im Mittelpunkt. 21 gebũührenyflichtige Verwarnungen Polizeibericht vom 6. Oktober. Wegen verſchiedener Uebertretungen der Straßen⸗ verkehrsordnung wurden 21 Perſonen gebührenpflich⸗ tig verwarnt und an 3 Kraftfahrzeugführer wurden rote Vorfahrtsſcheine ausgehändigt, weil ihre Fahr⸗ zeuge techniſche Mängel aufwieſen. Außerdem wurden 9 jugendlichen Radfahrern wegen geringfügiger Ueberteretung der Strackenverbehrsordnung die Ven⸗ tile aus ihren Fahrräderen entfernt. Wegen nicht genügender Abdunkelung ihrer Woh⸗ nungen wurden 31 Wohnungsinhaber gebührenpflich⸗ tig verwarnt und 4 wegen derſelben Uebertretung zur Anzeige gebracht. Nicht nachläſſig werden im Verdunkeln! perſönlich ſeine Fenſterfront von der Straßenſeite aus, und der gerinaſte Lichtſchimmer machte ihm Kopfzerbrechen, wie er ihn noch ausſchalten könnte. Dann war es„ihm“ zu unintereſſant geworden: zwar verdunkelte er nach ſeiner Meinuna brav und bieder wie bisher ſeine Fenſter, aber die liebe Gewohnheit hatte allmählich ſeine Aufmerkſamkeit dabei ſchwin⸗ den laſſen. Eines Abends war's geſchehen: Das Ver⸗ dunkelungspapier war ausgeriſſen und geſtattete einem Lichtſtrahl den Wig ins Freie. Was die Folge war: Ein darüber belehrender Hinweis daß nicht jeder zu ſeinem Privatvergnügen je nach Stimmung ſorgfältia oder weniger ſorgfältia verdunkeln kann. ** 60. Geburtstag. Am 6. Oktober feiert Herr Ernſt Meiſter, Untere Riedſtraße 48, ſeinen 60. Geburtstag. Wir gratulieren! Es iſt nun einmal ſo: Außergewöhnliche Zeiten pflegen auch außergewöhnliche Maßnahmen im Ge⸗ folge zu haben. Daran iſt nichts zu ändern. Kriegs⸗ zeiten ſind eben keine Friedenszeiten. Die Umſtel⸗ lung fällt erfahrungsgemäß nicht allen Menſchen gleichermaßen leicht. Der eine trennt ſich ſchwerer von dieſer Bequemlichkeit, während der andere nur ungern von jener Abſchied nimmt. Das wiſſen wir alle und es iſt auch nur zu verſtändlich, daß man die eine oder andere Maßnahme zunächſt unbequem findet, Die Gewißheit aber, daß alle dem gleichen Schickſal verhaftet ſind, läßt die anfangs auftretenden Schwierigkeiten ſchließlich doch überwinden. Eines Tages ſieht man das alles als eine Selbſtverſtänd⸗ lichkeit an, über die es kein Wort zu verlieren gibt. Der Nebenmann, der mir geſtern noch völlig unbe⸗ kannt war, iſt nämlich über Nacht mein Kamerad ge⸗ worden, und dieſegroße Kameradſchaft ſchlägt die Brücke vom Geſtern zum Heute und läßt hoff⸗ nungsfroh in die Zukunft blicken. Dieſe Kameradſchaft kommt aber nicht von unge⸗ fähr. Die nationalſozialiſtiſche Bewegung hat ſie dem deutſchen Volke als Lebensform gegeben. Sie muß täglich geübt werden. Da gibt es natürlich noch hin und wieder einen Volksgenoſſen, der aus der Reihe tanzt, ohne es vielleicht zu wollen. Das iſt nicht weiter ſchlimm und ein herzhaftes Wort am rechten Platz wirkt Wunder. Unſer Generalfeld⸗ marſchall Hermann Göring hat das in unübertreff⸗ licher Weiſe bewieſen, als er in ſeiner großen Rede am 9. September vor der Gefolgſchaft der Rhein⸗ metall⸗Borſig⸗Werke ſeinen Luftſchutzwarten zu⸗ rief:„Ihr ſeid keine Feldwebel, das Volk zu drillen, In den erſten Nächten inſpizierte„er“ höchſt⸗ Muſterung der Fahrgänge 1920 und 1921 Wer muß in den Arbeitsdienſt für die weibliche Jugend! Am 12. Oktober 1939 beginnen im Staatlichen Ge⸗ ſundheitsamt Mannheim, Renzſtraße 1— 1(Ge⸗ bäude der Allgem Ortskrankenkaſſe) die Muſteruugen für die arbeitsdienſtpflichtigen Mädchen der Jahr⸗ gänge 1920 und 1921. Es müſſen ſich alſo entſprechend dem in der heu⸗ tigen Nummer veröffentlichten Aufruf der Polizei⸗ direktion ſämtliche unverheirateten weiblichen Ange⸗ hörigen obiger Jahrgänge zu der für den Anfangs⸗ ihres Namens feſtgeſetzten Zeit perſönlich melden. Von dieſer Meldepflicht genommen: a) wer ein Arbeitsbuch beſitzt und mindeſteus ſeit 22. September 1939 als Lohn⸗ oder Gehalts⸗ empfänger voll tätig iſt(voll Berufstätige); b) wer ſich ſeit 22. September 1939 in einer ord⸗ nungsmäßigen Berufsausbildung(Lehrlinge, Anlernlinge, Volontäre und Praktikanten) oder auf einer Tagesfachſchule befindet(in be⸗ ruflicher Ausbildung Stehende); c) over ſich mindeſtens ſeit Oſtern 1939 auf einer öffentlichen Schule befindet(in ſchuliſcher Aus⸗ bildung Stehende); iſt vorläufig aus⸗ d) Kinder von Bauern, Landwirten und Land⸗ arbeitern, die als mithelfende Familienange⸗ — in der Landwirtſchaft dͤringend benötigt werden. Wer alſo unter eine dieſer vier Gruppen fällt, braucht ſich vorerſt nicht zu melden. Die Ueberprü⸗ 5 der Berechtigung zur Nichtanmeldung erfolgt päter. Im Zuſammenhang damit wird darauf hingewie⸗ ſen, daß ſich Angehörige der Jahrgänge 1914, 15, 16, 17, 18, 19 und 22, die ebenfalls reichsarbeitsdienſt⸗ pflichtig ſind und über deren Meldepflicht und Heranziehung Beſtimmungen zu einem ſpäteren Zeitpunkt folgen, ſchon jetzt freiwillig zur Ableiſtung ihrer Arbeitsdienſtpflicht melden können. Die An⸗ meldung erfolgt für den Bezirk Mannheim⸗Stadt mit Vororten mündlich oder ſchriftlich beim Melde⸗ amt für den Reichsarbeitsdienſt Mannheim J, Mann⸗ heim, Qu 7, 17b(9 bis 16 Uhr.) Inhaber eines Arbeitsbuches können vorerſt als Freiwillige nur eingeſtellt werden. wenn das Arbeits⸗ amt beſtätigt, daß arbeitseinſatzmäßige Bedͤenken die Einſtellung in den Reichsarbeitsdienſt nicht eſtehen. Van clex MannEe imen SHagkammen Der Griff in die Kasse Im Krieg und im Frieden hatte ſich dͤer Ange⸗ klagte Hans Köbke ausgezeichnet geführt. Deshalb bekleidete er mit Recht eine gute Stellung und mit nicht minderem Recht vertraute man ihm das Ehren⸗ amt eines Kaſſenleiters an. Bei einer Reviſion ent⸗ deckte man in ſeiner Kaſſe einmal einen kleinen Fehlbetrag, man warnte ihn, er ſorgte für Deckung und die Geſchichte ſchien in Ordnung. Eine Zeitlang ging es gut— bis man bei einer erneuten Reviſion das ſaftige Defizit von ungefähr 3500 Mark entdeckte. Aber man entdöeckte nicht nur dieſen Fehlbetrag, man kam auch auf ein ganzes Syſtem, mit dem er ver⸗ ſchleiert wurde. Faſt ein Jahr lang entnahm der Angeklagte Beträge für ſich, er fälſchte dazu Unter⸗ ſchriften ſeiner Kameraden und vernichtete Tages⸗ ausweiſe! Jetzt ließ man es natürlich nicht mehr bei der Verwarnung, obwohl Bekannte des Ange⸗ klagten einſprangen und den größten Teil des Fehl ⸗ betrags ſofort erſetzten. Vor Gericht legte der Angeklagte im großen und ganzen ein Geſtändnis ab, nur über die Verwen⸗ dung des Geldes wußte er keine rechten Angaben zu machen, ſeine Behauptung, er habe aus der In⸗ flationszeit noch Schulden aus verfehlten Spekula⸗ tionen gehabt, erſchien dem Gericht nicht als aus⸗ reichende Begründung. Sicher hat er über ſeine Verhältniſſe gelebt, ſo daß er mit ſeinem an ſich nicht unbeträchtlichen Einkommen nicht mehr zuſtreich kam. Das Gericht erkannte gegen den reumütigen Sünder auf eine Gefängnisſtrafe von einem Jahr acht Monaten Gefängnis und auf eine Geldſtrafe von 1000 Mark. Die Geldſtrafe und drei Monate Gefängnis gelten als durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Ringlein, Ringlein, du mußt wandern In der Nacht zum erſten Mai und zu ſpäter Stunde wurden dem Angeklagten in einem bekann⸗ ten Mannheimer Kaffee zwei goldene Ringe zum Kauf angeboten. Der ſie anbot, war ein ſchwerer Junge, was der Angeklagte wiederum wußte. Sie wurden handelseinig, der Angeklagte zahlte ſie⸗ ben Mark für die beiden Ringe, um ſie gleich Zen Ton mackt die Mucc Ein Wort an alle, die es angeht ſondern ihr habt voranzugehen in der Hilfsbereit⸗ ſchaft!“ Wenn auch im nachſtehenden nicht von Luftſchutz⸗ warten die Sprache ſein wird, ſo ſoll doch in zwei beſonderen Fällen der Höflichkeit oder ſagen wir beſſer dem kameradſchaftlichen Ton das Wort ge⸗ redet werden. Bekanntlich ſind die Einzelhan⸗ delsgeſchäfte mehr oder weniger von den not⸗ wendigen und im Intereſſe des Volksgemeinſchaft getroffenen Maßnahmen der Kriegswirtſchaft direkt betroffen. Das erfordert nicht ſelten Mehrarbeit, die auch manchen Aerger mit ſich bringt. Iſt es aber unbedingt notwendig, daß man dabei die ſonſt ſo ſehr gepflegte und mit Recht geſchätzte Höflichkeit im Verkehr mit den Kunden vermiſſen läßt? Es iſt auch beſtimmt kein Dienſt am Kunden, wenn man ſein Geſchäft nach Gutdünken ſpäter aufmacht und früher ſchließt. Oder entſpricht es etwa den Geſetzen der Kameradͤſchaft, wenn man auf einem neu einge⸗ richteten Amt für Kriegswirtſchaft den Ein⸗ oͤruck gewinnen möchte, als tue einem der Beamte mit Genehmigung eines Antrages eine perſönliche Gefälligkeit? Uns ſcheint, daß manches barſche Wort, das hin und wieder zu hören iſt, oft nur Unkennt⸗ nis und vielleicht auch Unfähigkeit verſchleiern ſoll. Und wie leicht könnte doch ein freundliches Wort oder eine verſtändnisvolle Frage über alles hinweg⸗ helfen! Merken wir uns alle in dieſen Tagen eines: Der Ton macht die Muſik! Und nehmen wir uns deshalb täglich vor, dieſen Ton ſtets auf die große Kameradſchaft abzuſtimmen. Auf jene Kame⸗ radſchaft, die unſerer Zeit das Gepräge gibt und auf die wir mit berechtigtem Stolz blicken! FE, K. H. darauf für zwanzig Mark weiterzuverkaufen. Der nächſte Käufer behielt ſie auch nicht, und eines Tages tauchten ſie im Schaufenſter eines Althänd⸗ lers auf. Dort blieben ſie gleichfalls nicht lange, weil ſie der rechtmäßige Beſitzer entdeckte. Wegen der gleichen Sache ſtand der Angeklagte ſchon einmal vor dem Schöffengericht. Dort hatte amnan ihm wegen Hehlerei ſechs Monate Gefängnis zudiktiert. Er konnte ſich nicht beruhigen und legte Berufung ein. Auf dieſe Weiſe kam der Fall vor die Strafkammer. Aber auch hier waren die Richter nicht gnädiger. Sie waren überzeugt, daß der Angeklagte von der dunklen Herkunft der Ringe gewußt habe. Er be⸗ nahm ſich auch entſprechend. Die Etuis warf er gleich weg! Zum anderen will der Dieb, der in der erſten Verhandlung als Zeuge vernommen wurde, und zur Zeit eine Zuchthausſtrafe abbrummt, über die Her⸗ kunft gar keinen Zweifel gelaſſen haben. Alſa blieb es bei den ſechs Monaten. Ein Ausbrecher Der Mechaniker Wilhelm K. hat es in ſeinem Leben nicht ſo ſehr mit der Mechanik gehalten, dafür mehr mit Diebſtählen und einſchlägigen Beſchäftigun⸗ gen. Zur Zeit verbüßt er eine längere Strafe, weil er einem Gefangenen, den er„beruflich“ hatte ken⸗ nen lernen, zur Flucht verhalf. Und vor nicht ganz einem Jahr hat er ſich ſelbſt zur Flucht verholfen. Es iſt heute noch nicht ganz ausgemacht, wie er den beſchwerlichen Weg über die Gefänanismauer zu⸗ rücklegen konnte. Nach drei Tagen wurde er wieder dingfeſt gemacht. rund zu ſeiner Flucht geweſen ſein. ſo erzählte er gax nicht untheatraliſch in der Hauptverhandlung, und außerdem wollte er ſich ſofort wieder freiwillig ſtellen. So erzählte er auch. Man muß allerdings wiſſen, daß ſeine Erzählungen ziemlich Märchen⸗ charakter haben— wenn ſie nicht ſchlimme Verdäch⸗ tigungen und Verleumdungen darſtellen. Im Landesgefängnis weiß man ein Lied von dieſem boshaften Schikaneur und Querulanten zu ſingen. Aber wegen ſeiner Flucht aus dem Gefängnis ſtand er nicht vor der Strafkammer. Unmittelbar nach ſeiner geglückten Flucht ging er zur Schweſter ſeiner Braut und veranlaßte ſie zur Herausgabe von Kleidern.(Er war ja in Anſtaltskleidern gekom⸗ men.) Später ſuchte er eine andere Schweſter ſeiner Braut auf, damit ſie ihm ſeine eigenen Kleider hole. Die beiden Frauen, die ſeinem Erſuchen entſprachen, machten ſich damit der Begünſtigung ſchuldig, er aber der Anſtiftung zur Begünſtigung. So ſaß er mit einer ſeiner künftigen Schwägerinnen auf der Anklagebank. Nur mit einer, das Verfahren gegen die andere, die ihm ſeine eigenen Kleider beſorgt hatte, wurde niedergeſchlagen. weil man ihr den Schutz des Paragraphen 51 zubilligte. Der Fall war iuriſtiſch nicht ohne Reiz und die Auseinanderſetzung zwiſchen Staatsanwalt und Ver⸗ teidiger ziemlich ausgedehnt. Der Verteidiger be⸗ ſtritt, daß es hier eine Anſtiftung zur Begünſtigung geben könne, als Straftat geben könne. Hemrgegen⸗ über bezeichnete der Staatsanwalt die Anſtiftung als ſelbſtändige und deshalb zu beſtrafende Hand⸗ lung. Er ſah auch die zweiten Fall, bei der ſchwachſinnigen Schweſter, ob⸗ wohl dieſe ſelbſt ſtraffrei bleiben mußte. Das Gericht fällte ein ſalomoniſches Urteil. Es erkannte die Selbſtändigkeit der Anſtiftung im erſten Fall und verurteilte den Angeklagten öafür zu einer Gefängnisſtrafe von 9 Monaten. Die Künftige Schwägerin kam für die Begünſtigung als bisher unbeſcholtene Frau mit 3 Monaten Gefängnis da⸗ von und fällt damit unter die Amneſtie. Weil bei der ſchwachſinnigen Frau keine Begünſtigung on⸗ genommen werden konnte, ließ das Gericht auch die Anklage der Anſtiftung zur Begünſtigung fallen. Alſo war der Angeklagte in dieſem Punkt frei⸗ zuſprechen. Vor dem Einzelrichter: Er macht ganze Arbeit Geſtern iſt der 27jährige Johann Schall erſt zum zweiten Male vor Gericht geſtanden. Wenn er aber ſchon erſcheinen muß, dann ſtehen herzhafte Brocken zur Debatte. Dieſer Mann hatte es fertig⸗ gebracht, als erſte Strafe ſeines Lebens gleich drei⸗ einhalb Jahre Zuchthaus aufgebrummt zu bekom⸗ men— für 43 erſchwerte und einfache Diebſtähle! — und jetzt ſchnappte er gleich wieder ein Jahr ſechs Monate Zuchthaus. Natürlich beging er ſeine neuen Diebereien nach bewährtem Muſter am laufenden Band. In der Badeanſtalt eines Mannheimer Krankenhauſes öff⸗ FE 2. 8 em Harktpiatz Der Tod ſeiner Mutter ſoll der ſtrafbare Anſtiftung im nete er mit ſeinem Schlüſſel fremde Kabinen und holte daraus, was mitging, bei einem zweiten Ver⸗ ſuch wurde er erwiſcht, aber kaltblütig trug er ſeine Kleider in die fremde Badezelle, um jeden Verdacht des unbefugten Eintritts zu verwiſchen. In einer Wohnung klaute er ſich unter erſchwerten Umſtänden drei Heimſparkaſſen und eine Damenarmbanduhr, und weil er ſich gerade gut in Form fühlte, drang er noch am gleichen Tag in eine offene Wohnung und ſtahl aus einem Schreibtiſch eine Kaſſette. Für die neue Serie gab es die obengenannte Strafe. Untreue wird streng bestraft Der Z1jährige Wilhelm Keuſch füllte in einer Gemeinde einen Ehrenpoſten aus. In dieſer Eigen⸗ ſchaft wurden ihm auch Gelder zu treuen Händen übergeben. Als er abrechnen ſollte feblte der Be⸗ trag von 1000 /. Angeblich hatte er das Geld ver⸗ loren. Sonderbarerweiſe meldete er den Verluſt aber nicht gleich, ſondern erſt, als er dem wieder⸗ holten Drängen nach Abrechnung nicht mehr aus⸗ weichen konnte. Das Gericht glaubte ihm den Ver⸗ luſt nicht und verurteilte ihn zu einer Gefängnis⸗ einem Jahr und zu einer Geldͤſtrafe von Aôbel- gonigiane Mittelstrase 18 Staatliche Abſchlußprüfung bei der NS-Frauenſchule für ſoziale Berufe in Mannheim Zum zweiten Male fanden in der NS⸗Frauen⸗ ſchule für ſoziale Berufe in Mannheim die ſtaat⸗ lichen Abſchlußprüfungen für Volkspflegerinnen und Kindergärtnerinnen ſtatt. 11 Volkspflegerinnen, 60 Kindergärtnerinnen und 16 Mädels eines Nachſchu⸗ Iungslehrganges für Kindergärtnerinnen bewieſen durch ihr erfolgreiches Examen das Vorbildliche dieſes jungen Schulbetriebes der NSV' unter der. Leitung von Parteigenoſſin Dr. Rocholl. Wer bereits einmal Gelegenheit hatte, dieſe wichtige Nachwuchsſchule der Ne zu beſichtigen, wer kurz die Art des Schulbetriebes kennenlernen durfte, weiß, daß die NSu wie auf allen anderen Gebieten, ſo auch hier es verſtanden hat, dieſe Ein⸗ richtung voll und ganz in den Dienſt unſerer Zeit zu ſtellen. Neben allem notwendigen theoretiſchen Lernen ſpielen in erſter Linie die prakti⸗ ſchen Fächer, der praktiſche Arbeitseinſatz eine erſte Rolle. Auf die weltanſchauliche Schulung wird größter Wert gelegt. Die NS⸗Fraueenſchule für ſoziale Berufe in Mannheim iſt ppaktiſch eine Lebensſchule, wie man ſie beſtimmt noch ſelten antrifft. Die nunmehr fertigen Volkspflegerinnen und Kindergärtnerinnen werden anſchließend bei der NSV⸗Arbeit eingeſetzt. Sie werden bei dem augen⸗ blicklich noch erheblichen Mangel an geeigneten Fachkräften überall in den Kreisamtsleitungen und in den NSV⸗Kindergärten ſehr willkommen ſein. Sie werden künftig an unſeren Müttern und unſeren Kindern wertrolle Arbeit für Deutſchland leiſten können. ſichtlich am 1. April 1940. Jetzt ſchon gilt es, alle geeigneten Mädels, die an ſozialen Beruſen Freude und Intereſſe haben, auf das neue Schuljahr auf⸗ merkſam zu machen. Die Ausſichten beider Berufe ſind auf lange Zeit hinaus die beſten. Meldun⸗ gen erfolgen zweckmäßig an die Gauwaltung der NoSB, Karlsruhe, Baumeiſterſtraße 8, oder perſön⸗ lich an die Ortsgruppenamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt. Wehrpflichtige müſſen ſtets erreichbar ſein Alle Wehrpflichtigen werden auf das Erſcheinen der„Verordnung über das Wehrerſatzweſen bei be⸗ ſonderen Einſatz“ vom 5. 9. 1939(Reichsgeſetzblat 1 1939 Seite 1 665) hingewieſen, in der wichtige Anord⸗ nungen hinſichtlich Erfaſſung, Muſterung, Aushebung und Wehrüberwachung bekanntgemacht werden. Ins⸗ beſaondere wird darauf aufmerkſam gemacht, wehrüberwachte Wehrpflichtige den Antritt einer Reiſe, einer Wanderſchaft oder die Aufnahme einer Arbeit außerhalb des dauerndn Aufenthaltortes den Wehrerſatzdienſtſtellen zu melden haben, wenn die Reiſe uſw. vorausſichtlich länger als 14 Tage(bisehr war die Friſt 60 Tage) dauert. Wehrpflichtige, die einen Einberufungsbeſehl er⸗ halten haben, jedoch nicht zur Einſtellung gelaugt ſind, haben ſich mündlich oder ſchriftlich umgehend bei der Wehrerſatzdienſtſtelle zu melden, von der ſie den Einberufungsbeſehl erhalten hatten. Der Anzug darf noch nicht entzweigehen! „Sorgend ſchaut manche Mutter auf ihre unge⸗ ſtümen Buben, die ſo unbekümmert herumtollen. Die Anäüge! Selbſtverſtändlich wäre es ſehr einfach, ſich einen Bezugsſchein geben zu laſſen, wenn der alte Anzug nicht mehr verwendbar iſt. Aber wir müſſen doch ſparen! Die Jungen immer wieder ermahnen, geht auch nicht. Zwar haben ſie zugeſichert, ihr Zeug zu ſchonen. Fedoch Jungen, wenn ſie herumtollen, können nicht immer an ſolch ernſte Sachen denken, wie Anzüge ſchonen und ſo. Alſo? Mutter ſorgt vor. Die Ellenbogen werden mit einem Stück Stoff unterlegt. ebenſo die Hoſen⸗ böden. Mit ein paar Stichen kann man die Stoff⸗ ſtreifen beſeſtigen, und wenn man noch ein Stück reſtlichen Anzugſtoff liegen hat, kann man Fäden daraus ziehen und mit dieſen Fäden fein die Stoff⸗ ſtreifen an den Rändern verſtopfen. Das gibt den gefährdeten Stellen einen beſſeren Halt. Hinweis. Die Bundesgruppe heimattreuer Schleſier, Monnheim⸗ Ludwigshaſen, hält am Sonntag, 8. Oktober, nachm. 15 Uhr, im Vereinslokal„Wartburghoſpig“, F 4, 7/0, ihre übliche Monatsverſammlung ab. BhhhVVBhꝙBVQUVVYUVQRQUVUUUVVVVVVVVVCGCôòCõCõCͤCͤGòGPGPGPGP(!PPUPUUUUUGUUUUWPP(PPPUG(GUMh(hk(((QUUUEUTEUEUUUUEEUUPUPPPPPPPEEEPPPPPPPPPPPPPGPGGGGGGWGGGGWGPPPS———— Von Fliesen, Badewannen, Becken nimmt AfA möhelos die Flecken. Wäas ATA poutzt, Wird frisch und rein, es könnte gar nicht besser sein! Pobieten Sie es! Die nächſten Lehrgänge beginnen voraus⸗ daß —— SS 982 SSDS 1292 5 ſt N ——————— 855 Neue Maunheimer Zeitung Freitag, 6. Oktober 1939 Hans Steinhoff inszenierte den Emil-Jannings-Film„Robert Koch, der Bekämpfer des Todes“, der zum Wochenende in Mannheim aufgeführt wird. FPPPPPPC Die Miete pünktlich zahlen! Der Verband badiſcher Grund⸗ und Hausbeſitzer⸗ vereine und der Landesverband badiſcher Mieter⸗ Lereine geben im Einverſtändnis mit dem Badiſchen iniſter des Innern bekannt: „„Infolge der derzeitigen außerordentlichen Ver⸗ hältniſſe unterbleibt vielfach die Zahlung der Miete. emgegenüber iſt folgendes feſtzuſtellen: Die ieter haben auch während der heutigen Zeit die iete pünktlich und ohne Abzug zu entrichten. Falls der Haushaltungsvorſtand oder ein anderes Mitglied der Familie, das bisher für die Zahlung er Miete aufgekommen iſt, zum Heeresdienſt ein⸗ erufen iſt oder beim Mieter eine behördlich an⸗ Keordnete Freimachung vorliegt, kann bei Bedürfnis bei dem Bürgermeiſter oder Oberbürgermeiſter An⸗ trag auf Familienunterhalt, der auch Mierbeihilfe umſaſſen kann, geſtellt werden. Für die übrigen Mieter gelten nach wie vor reſt⸗ los die Beſtimmungen des Mietrechts. Iſt ein ſolcher Mieter nicht in der Lage, die Miete zu zahlen, ſo bleibt ihm überlaſſen, ſich an die allgemeine ürſorge zu wenden.“ Der Lufiſchutzraum iſt kein Kinderſchreck! Kürzlich ſagte eine Mutter auf der Straße zu ihrem Töchterchen, das aus irgendwelchen Gründen ſchrie, als wenn es am Spieß ſteckte:„Wenn Du Bicht ſofort ſtill, biſt, ſchicke ich dich nach Hauſe in den Luſtſchutzkeller.“ Der Luftſchutzkeller als Kinder⸗ chreck, das darf nicht ſein. Die Mutter ladet mit dieſer Drohung eine große Verantwortung auf ſich. Wie die Beobachtungen zeigten. gehen Kinder gern in die Luftſchutzräume. Sie werden nicht ängſtlich wenn die Alarmſirenen heulen. Doch das Kind, dem der Auſenthalt im Luftſchutzraum wie etwa der Be⸗ ſuch beim„Schwarzen Mann“ angedroht wird, wird unnötig eingeſchüchtert. Wie wird das nun werden, wenn das Kind wirklich wegen Fliegergefahr einmal in den Luftſchutzraum muß? Es wird dann weinen, ich ſträuben und furchtbar ungern in den Luftſchutz⸗ eller gehen. Der Luſtſchutzraum darf alſo niemals als, 9 Schreckensgeſpenſt dienen. Im Gegenteil, die Kin⸗ — Nazab vub olllu Dont — Ein Liebesdrama, das aus dem Dekamerone des Boccaccio ſtammen könnte und trotz ſeines tra⸗ giſchen Ausgangs einer gewiſſen Komik nicht ent⸗ behrt, ereignete ſich dieſer Tage in dem Dorf Schi⸗ pote bei Jaſſy. Dort lebte das Ehepaar Hartooanu, deſſen Ehehimmel nach einigen glücklichen Ehejahren nicht unerheblich dadurch getrübt wurde, daß die Frau zu einem anderen Dorfbewohner. dem Ilie Lefter, Liebesbeziehungen aufnahm. Hartopann ſpio⸗ nierte den beiden nach und erfuhr ſchließlich durch einen Freund, wann ſie ſich wieder treffen wollten. Als die Frau aber im Begriff war, zu dem Rendez⸗ vous zu gehen, ſchloß Hartopanu ſie im Hauſe ein, nicht ohne ihr vorher noch eine tüchtige Tracht Prü⸗ gel verabreicht zu haben. Dann aoa er ihre Kleider an und begab ſich zu der Stelle, wohin ſich das ehe⸗ brecheriſche Paar verabredet hatte. Nach kurzer Zeit erſchien auch Lefter; als er ſich aber ſeiner ver⸗ meintlichen Liebſten gerade zärtlich nähern wollte, verſetzte ihm der gehörnte Ehemann mit einem Knüppel mehrere heftige Schläge auf den Kopf. Lefter ſtürzte zu Boden, aber erbarmungslos tötete Hartopanu ihn mit weiteren Schlägen. Am nächſten Tage fanden Paſſanten die Leiche und benachrichtig⸗ ten die Gendarmerie. Unter den gegebenen Umſtän⸗ den war es nicht ſchwer, den Täter zu ermitteln. Hartopanu wurde in dem Augenblick verhaftet, als er aus ͤͤem Dorf flieben wollte. — Die vielen Radfahrer, die täglich durch das däniſche Städtchen Bregneröds fahren, beobachten ſeit kurzem etwas was überraſchend genua iſt. Vor einem Gartengrundſtück ſteht am Straßenrand ein großer Standkorb, gefüllt mit herrlichen, reifen Pflaumen. Der ſehnſüchtige Blick der Paſſanten fällt dann auf ein Pappſchild, das die handgeſchriebene Aufforderung trägt:„Bitte, bedienen Sie ſich, wenn Sie Appetit haben, es koſtet nichts!“ Natürlich wird von dieſer freundlichen Aufforderung reichlich Ge⸗ brauch gemacht, aber am nächſten Morgen iſt der Korb wieder gefüllt. Es iſt eine taktvoll diskrete Spende, kein Menſch ſteht in der Nähe des Frucht⸗ korbes. Ein Neugieriger hat nun den Beſitzer des Grundſtücks erwiſcht und ihn nach dem Grund ſeiner Großzügigkeit gefragt. Die Antwort war ſchön und einfach, beſchämend einfach:„Unſere Pflaumenernte iſt diesmal ſo reich, daß wir den Ueberfluß weder ſelbſt verwerten, noch ſollten ſich rechtzeitig mit dem Luftſchutzkeller und mit den übrigen Dingen, die zum Selbſtſchutz ge⸗ hören,„anfreunden“. Bei einem Fliegeralarm ſind ſie dann mit allem vertraut und werden ohne Angſt und mit Ruhe in die Schutzräume gehen. u Aenderung des Luftſchutzgeſetzes. Der Mini⸗ ſterrat für die Reichsverteidigung verordnete kürz⸗ lich eine Aenderung des Luftſchutzgeſetzes. Danach kann ſtatt Haft nunmehr auch Gefängnis, in ſchwe⸗ ren Fällen ſogar Zuchthaus verhängt werden. Zu der Luftſchutzpflicht gehört auch das luftſchutzmäßige Verhalten, alſo z. B. die vorſchriftsmäßige Veroͤunke⸗ lung, die behelfsmäßige Herrichtung von Luftſchutz⸗ räumen, die Entrümpelung, die Bereitſtellung der Luftſchutzgeräte und auch das richtige Verhalten bei lohnend verkaufen können. 0PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPGPGPPPGPPPPPPPPGPPPPPGCCCCPCCCPCCPCCCPCCPCCöCoCCCCCPCCCPCCCCCCCCCCCPPPPPPPPPPPPPPPPPP Man will doch aber die ſchönen Früchte nicht einfach umkommen laſſen. Warum ſoll man die geringe Mühe ſcheuen, mit dem Ueberfluß anderen Menſchen eine Freude zu machen?“ — Beim Eintreffen eines Zuges auf dem Bahn⸗ hof in Oſterburg meldete ein älterer Mann in er⸗ heblicher Aufregung dem Fahrdienſtleiter, daß ihm „Punkt neun Uhr“ auf der Zugtoilette die Geldtaſche mit 547 Mark Inhalt aus der Hoſe gerntſcht und durch den Trichter auf den Bahnkörper gefallen ſei. Es wurde vom Bahnhofsvorſtand feſtgeſtellt, daß der Zug um die genannte Zeit die Station Düſedau durchfahren hatte. Eine von der Reichsbahn einge⸗ leitete Suchaktion führte zum Erfolg; die Geldtaſche wurde zwiſchen den Gleiſen aufgefunden, und der hocherfreute Eigentümer konnte noch am Nachmittag des gleichen Tages ſein Geld wieder in Empfang nehmen. * — Robert Kavanaugh in Portland in den Ver⸗ einigten Staaten war 24 Jahre alt, als ihm ein großer Glücksfall widerfuhr und ihn in die Lage verſetzte, nicht mehr für ſein Leben arbeiten zu müſſen. Er machte eine beträchtliche Erbſchaft. und er ſtand nun vor der Frage. wie er ſein Leben ein⸗ richten wollte. Er rechnete ſich aus, daß er damit ſehr gut, frei von aller Sorge, bis zu ſeinem 70. Lebensjahr auskommen könnte.„Sicher werde ich nicht älter als 70 Jahre“, ſagte er ſich,„und dafür iſt die Erbſchaft mehr als reichlich.“ Er richtete ſich alſo mit ſeinem Gelde dieſer Annahme entſprechend ein. Seine Rechnung ſtimmte aber nur zur Hälfte. Er wurde 70 Jahre alt, und ſein Geld ging pünkt⸗ lich, wie ex es vorausgeſehen hatte. zu Ende, aber er fühlt ſich in dieſem Alter ſo geſund und lebendig, daß er nun nicht mehr glaubt. daß ſeine irdiſche Laufbahn ſehr bald ein Ende haben wird. Er ſteht nun vor der ſchwierigen Frage, wie er ietzt, an der Schwelle des Alters, mit vollkommen leeren Taſchen weiterkommen ſoll. Es bleibt ihm nichts übrig, als eine ſeinem Alter angemeſſene Arbeit zu ſuchen. aber es wird ſchwer halten, eine ſolche zu finden, und noch ſchwerer, ſie nach einer ſo langen Zeit des Nichtstuns und behaglichen Lebens auszuführen. „Fliegeralarm“. Ueber alles das berichtet ſtändig „Die Sirene“, die große deutſche ſtrierte. So wird in„Sirene“ Nr. 20 u. a. der Ar⸗ tikel„Fliegeralarm! Was tun?“ gebracht. Prak⸗ tiſche Winke zur Verdunkelung werden den Volksge⸗ noſſen in der Aufſatzreihe„Lehren und Lernen“ ge⸗ geben. Unter der Ueberſchrift„Wir wiſſen Rat!l“ gibt das Präſidium auf eingegangene Anfragen ppaktiſche Ratſchläge über alle den Luftſchutz betref⸗ fenden Fragen. Außerdem erſcheint in dem neuen Heft eine bebilderte Abhandlung über die Einrich⸗ tung von Luftſchutzräumen und Gasſchleuſen. Ferner wird in dieſer Nummer das bekannte„Luft⸗ ſchutzmerkblatt für die Bevölkerung“ nochmalg ab⸗ gedruckt. Ueber einen Beſuch bei dem Kommandan⸗ ten des Luftverteidigungsgebietes Berlin berichtet der Arxtikel:„Ein Soldat wacht über Berlin.“ Luftſchutz⸗Illu⸗ An die Schwimmer der Arbeitsgemeinſchaſt Mannheim-Ludwigshaſen Außerordentliche Zeiten erfordern entſprechende Maß⸗ nahmen, das können unſere Schwimmer wirklich ſagen. Nachdem die bisherige Trainingsmöglichkeit während des öffentlichen Badebetriebes am Sonntagvormittag techniſche Schwierigkeiten ergeben hat, tritt die bewährte Arbeits⸗ gemeinſchaft der Schwimmer von Maunheim⸗Ludwigshaſen wieder in geſchloſſener Aktion auf den Plan. Den Zeit⸗ verhältniſſen Rechnung tragend, iſt nun ſeitens des Fach⸗ amtes mit der Badeverwaltung Mannheim eine Regelung dahingehend getroffen worden, daß ab Sonntag, 8. Oktober, von 12 bis 13.30 Uhr Gemeinſchaftstraining durchgeführt wird für ſämtliche Schwimmvereine von Maunheim⸗Lnd⸗ wigshafen. In Anbetracht dieſer einzigen Trainingsmöglichkeit werden alle Schwimmer und Schwimmerinnen um pünkt⸗ liches und zahlreiches Erſcheinen gebeten. Rennen zu Berlin⸗Hoppegarten. Preis von Birkenſtein: 1600 Meter, 3200 4. 1. Frau Irmg. v. Opels Erntedank(St. Weber], 2. Funza, 3. Reſi. Ferner: Sankt Andreas II, Henry, Clin'Oeil, Marco Polo, Walburga. Tot.: 25, 12, 12, 16:10. Og.: GW.: 72:10. Preis vom Fließ, Zweijährige: 1400 Meter, 3200 4. 1. Dr. G. Gerekes Grillenfänger(O. Schmidt), 2. Torera, 3. Fawalla, 4. Elch. Ferner: Tereſina, Trovado, Hepatica, Courier, Inder, Perſeus. Tot.: 62, 16, 14, 122, 19:10. Og.: ——6. EW.: 348:10. Preis von Friedrichshagen: 2200 Meter, Ehrenpreis und 4500“. 1 P. Niehenkes Deutſches Gold, 2. Trojaner, 3. Elbgraf. Ferner: Pikör, Heubrückle, Geradeaus, Pollux. Tot.: 40, 11, 11, 15:10. Lg.:——175. GW.: 88:10. Logierhaus⸗Ausgleich: Ausgleich II, 1400 Meter, Ghren⸗ preis und 4500. 1. A. Daubs Grollezu(W. Krbalek), 2. Barsdorf, 3. Hadrian, 4. Saarkampf. Ferner: Hanſeat, Papi, Milo, Orianda, Inſhallah, Dolma Bagtſche. Tot.: 41, 13, 16, 15, 18:10. Og.:——K. EW.: 272:10. Preis von Köpenick, Zweijährige: 1200 Meter, 3800 4 1. Geſtüt Walofrieds Finitor(W. Held), 2. Avkat Rein 3. Oſtpommern. Ferner: Sakkarah. Tot.: 18, 10, 10210. Sg.: —10—2. EW.: 20:10. Preis von Strausberg, Ausgleich III: 2000 Meter, 3200 Mark. 1. P. Mülhens' Der rote Prinz(H. Zehmiſch), 2. Hernani, 3. Panurgie, 4. Nuber. Ferner: Fidalgo, Car⸗ lotta, Granadina, Athanagild, Pargcelſus, Goldpfennig, Perilfor, Sonnenvogel, Marocain. Tot.: 73, 18, 23, 17, 51:10. Lg.:——K. EW.: 472:10. Preis von Fredersdorf, Ausgleich III: 3200 /. 1. K. Beckers Landpirat(R. Lehmann), 2. Ga⸗ vina, 3. Luzie. Ferner: Elfmeter, Mädchenfreund, Alt⸗ vater, Gräfin Mariza, Sonntagsmädel, Botſchafter. Tot.: 67, 18, 65, 17:10. Lg.:——94. GW.: 780:10. Preis vom Holländer, Ausgleich IV: 1600 Meter, 2500 Mark. 1. Frau F. Wolffs Carratſch(W. Held), 2. Paxheim, 3. Tamaran. Ferner: Mathilde, Faidala, Arwed, Tuhoma. Tot.: 89, 25, 88, 17:10. Lg.:——1. GW.: 1196:10. Die deniſche 8 zum Länderkampf gegen Ungarn am 8. Oktobet auf der Berliner Wannſee⸗Bohn ſetzt ſich aus Puronn. Schorn, Schulz, und Thoma (Erſatzmann) zuſammen. Die Ungarn entſenden Notes, Eles, Pelvaſi und Nagy. Auf der Nürnberger Radrennbahn Reichelsdorfer Keller werden am bommenden Sonntag die letzten Rennen in die⸗ ſer Wettkampfzeit durchgeführt. Beteiligt ſind die frän⸗ kiſchen Fahrer, die u. a. ein Stunden⸗Mannſchaftsrennen beſtreiten. „Die Tennis⸗Medenmannſchaft des Gaues Brandendurg ſpielt am Sonntag in Berlin mit R. Menzel, Göpfert, F. Henkel und Dr. Ggert. Der vierte Handballkampf zwiſchen Deutſchland und „Dänemark wurde jetzt zum 8. Oktober vereinbart. Ernwirde in einer noch zu beſtimmenden mitteldentſchen Stadt vor ſich gehen. 42 nn gug — 1400 Meter, Larer, Danel. eleben fät — Alordnungen der RSDAP Die Seuſſche Arboilsfront Kreiswaltung Me'heim, Rheinstr. 3 Volksbildungswerk Italieniſcher Sprachkurſus. Be⸗ un nachmittags: Heute, Freitag, um 15 Uhr in der Casa'Italia; Beginn abends; Heute, Freitag, um 20 Uhr in der Casa'Italia. nmeldungen nimmt nur das Italieniſche Konſulat in A 2, 5 Roeden. Preis des ganzen Kurſes RWt. Verkäufe Weides Bett S Stühle, 2 Waſchtiſche mit Marmorplatten ſehr bill. zu ver⸗ kaufen. M 6, 17,, 4 Tr. lks. 41729 Fahnen- Stangen u. Doppelleitern 5 88 Glaſerei un faſt Schreinerei, F Meerſelbſtr. 69, Meerfeldſtraße 19/% vart. rechts. Fernſpr. 277 64. —2⁵ 274 17 8 * * 93 gαοe kennt Ihr unsere kle ine Bezugschein. Mappe füx 10 Pig.! Einfach aber prak- tisch, aus dauer- haftem Karton zu verkauf. uſer, M 2. 18. amstag 21660 — ab 14 Uhr. Bile! egaugshalber Srikett⸗ Badaoion Gagſer), emaill. 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J. und von der Meldepflicht ſind befreit: a) wer ein Arbeitsbuch beſitzt und mindeſtens ſeit 22. September 1939 als Lohn⸗ oder Gehaltsemp⸗ fänger voll tätig iſt(Voll⸗Berufstätige), b) wer ſich ſeit 22. September 1939 in einer oro⸗ nungsmäßigen Berufsausbildung(Lehrlinge, An⸗ lernlehrlinge, Volontäre und Praktikanten) oder auf einer Tagesfachſchule befindet(in beruflicher Ausbildung Stehende), e) wer ſich mindeſtens ſeit Oſtern 1939 auf einer öffentlichen Schule befindet lin ſchuliſcher Aus⸗ bildung Stehende), d) Kinder von Bauern, Landwirten und Landarbei⸗ tern, die als mithelfende Familienangehörige in der Landwirtſchaft dringend benötiat werden. IV. Perſönliche Aumeldung eur Erfaſſung u. Muſterung Perſönlich haben ſich einzufinden: Alle Dienſtpflichtigen der Geburtsighrgänge 1920 und 1921, ſoweit ſie nicht nach Ziffer III befreit ſind, haben ſich an den in nachſtehendem Muſterungsplan angegebenen Zeiten und Orten zur Muſterung zu ſtellen. Muſterungsplan Muſterungsort Schwetzingen(Hildaſchule, Hildaſtr.) am 11. Oktober 1939: .00 Uhr Gemeinde Schwetzingen(Jahrgang 1920) 7 Oftersheim(Jahrgang 1920/21) am 12. Oktober 1939: .00 Uhr Gemeinde Schwetzingen(Jahrgang 1921) Brühl u. Ketſch(Jahrg. 1920/21) am 13. Oktober 1939: .00 Uhr Gemeinde Plankſtaoͤt(Jahrgang 1920/21) am 16. Oktober 1939: .30 Uhr Gemeinde Hockenheim(Jahrgang 1920/21) „ Reilingen(Jahrgang 1920/21) Altlußheim(Jahrgang(1920/21) Neulußheim(Jahrgang(1920/21) Muſterungsort Weinheim(Dieſterwegſchule, Schulſtr.) am 17. Oktober 1939: .30 Uhr Gemeinde Edingen(Jahrgang 1920/½21) 7 Neckarhauſen(Fahrgang 1920/21). „ Schriesheim(Fahrgang 1920/21) 76 Ilvesheim 9—— 1920/21) Ladenburg(Jahrgang 1920/21) am 18. Oktober 1939: .30 Uhr Gemeinde Heddesheim(Jahrgang 1920/21) 2 Großſachſen(Fahrgang 1920/21) Leutershauſen(Jahrg. 1920/1) Urſenbach(Jahrgang Lützelſachſen(Fahrgang 1920/21) Hemsbach(Jahrgang 1920/21) Hohenſachſen Gahrgang 1920/21 Laudenbach(Jahrgang 1920/21 Rippenweier(Jahrgang 1920/21) (Jahrgang 1920/&1) Oberflockenbach(Jahrg. 1920/21) Sulzbach(Jahrgang 1920/21) am 10. Oktober 1989: .00 Uhr Gemeinde Weinheim(Jahrgang 1920, Buch⸗ ſtabe—R 8 N2 am 20. Oktober 1939: .00 Uhr Gemeinde Weinheim(Jahrgang 1920, Buchſtabe—2) Jahrgang 1921 8 Buchſtabe—6) am 23. Oktober 1939: .00 Uhr Gemeinde Weinheim(Jahrgang 1921 Buchſtabe—) Dienſtpflichtige, die am Erfaſſungstage inſolge Erkrankung nicht erſcheinen können. haben ſich unter Vorlage eines amtsärztlichen Zeugniſſes ſchrift⸗ lich zu melden. V. Vorlage der Verſonalpapiere Die Dienſtpflichtigen haben zur perſönlichen Mel⸗ dung vorzulegen: a) Geburtsurkunde, b) den Nachweis über ihre Abſtammung, ſoweit ſie in ihrem ooͤer ihrer Angehörigen Beſitze ſind(Ahnen⸗ paß), ferner ſoweit vorhanden: c) das Arbeitsbuch; dieſes hat der Betriebsführer der Dienſtpflichtigen zu dieſem Zwecke auszuhän⸗ igen, d) den Geſundheitspaß, e) Ausweiſe über Zugehörigkeit zur NSDAP, zum ) den Nachweis über die Zugehörigkeit oder die Ausbildung bei einer Gliederung des Deutſchen Reichsarbeitsdienſtpflicht der weiblichen Fugend. Roten Kreuzes oder den Saniätsſchein des Deut⸗ ſchen Roten Kreuzes(Perſonalausweis DRök). 8) den Nachweis über bereits geleiſteten Arbeitsdienſt. VI. .. Zurückſtellungsantrag Dienſtpflichtige, die aus häuslichen, wirtſchaftlichen oder beruflichen Gründen zurückgeſtellt werden wol⸗ len, haben bei ihrer perſönlichen Meldung eine von der Kreispolizeibebörde ausgeſtellte Begutachtung der Zurückſtellung vorzulegen. VII. Fahrtkoſten Fahrtkoſten. die in Zuſammenhang mit der Er⸗ faſſung und Muſterung entſtehen, werden den Dienſt⸗ pflichtigen nicht vergütet. VIII. Freiwillige Meldungen 65 Weibliche Angehörige der Geburtsjahrgänge 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, 1919 und 1922 können ſich bei dem RAD⸗Meldeamt 275, Mannheim II in Mann⸗ heim, O 6, 9, unter Vorlage der in Ziffer Vaufge⸗ führten Perſonalpapiere freiwillig melden. eines Arbeitsbuches können als Frei⸗ willige des Reichsarbeitsdienſtes nur eingeſtellt wer⸗ den wenn das Arbeitsamt beſcheinigt, daß arbeits⸗ einſatzmäßige Bedenken gegen die Einſtellung in den Reichsarbeitsdienſt nicht beſtehen. Vom Erſcheinen dieſes Aufrufs an fallen die Freiwilligenmeldungen bei den Bezirksleitungen RA Dwg. fort. 0 Die bisher bei den Bezirksleitungen RADwez. abgegebenen Freiwilligenmeldungen behalten ihre Gültigkeit. Bewerberinnen für die Führerinnenlaufbahn, die ſchon Arbeitsdienſt geleiſtet haben, oder älter als 25 Jahre ſind melden ſich bei Bezirksführerin XVIII, Karlsruhe, Reichsſtraße 3. IX. Meldeyflichten Die Dienſtpflichtige iſt verpflichtet dem Aufruf oder der Einzelaufforderung eines KAD⸗Meldeamtes zur perſönlichen oder ſchriſtlichen Meldung nachzu⸗ mmen. X. Strafbeſtimmungen „Eine Dienſtpflichtige, die ihren Meldeyflichten ge⸗ mäß Zifſer IX nicht nachkommt oder bei der Mel⸗ dung wiſſentlich unrichtige Angaben macht, kann mit polizeilichen Zwangsmaßnahmen zur Erfüllung der ihr obliegenden Pflichten angehalten werden. In ſchwereren Fällen wird ſie ſoweit die Tat nicht mit einer 3 Strafe bedroht iſt, mit Gelöſtrafe bis zu 150/ oder Haft beſtraft. Mannheim, den 5. Oktober 1939. Der Landrat Es war noch vor dem großen Kriege, und meine kleine Schweſter wünſchte es ſich glühend, entweder Soldat oder Kutſcher zu werden. Da beides an der ſchauderhaften Tatſache ihrer Weiblichkeit ſcheiterte, hängte ſie ihr Herz an ſolche, denen eine derartig goldene Zukunft offen ſtand: an Jungens. Zum Glück konnte„Nuppi“ durch ihre Verehrung nicht verdorben werden— er war dafür viel zu ſehr beſchäftigt mit dem, was einem Jungen von zehn Jahren an Taten in der Welt ſich bietet, und kleine Mädchen ſah er überhaupt nicht an. Daher bemerkte er es auch nie. daß meine kleine Schweſter, ſobald er langbeinig irgendeinem Abenteuer entge⸗ genrannte, ſich ebenfalls zappelnd in Bewegung ſetzte und, ein Klümpchen aus Schleifen und Spitzen, hoff⸗ nungslos hinterdrein fegte. Wenn es alſo handfeſte Kameraden in der Nähe gab, war Nuppi nicht beizukommen. Aber wenn er ſich langweilte, konnte oͤas kleine Mädchen, das ſo gerne ein Junge ſein wollte, ihn erreichen. Einmal ſaßen ſie beide auf der ſchwarz⸗weiß ge⸗ ſtreiften Bahnſchranke und erwarteten den Zug. Nur ſo zum Zuſehen! Nuppi ließ ſeine langen Beine baumeln, Erika klammerte ängſtlich ihre runden Knie um die glatte Stange und ſuchte krampfhaft mit dem winzigen Oberkörper das Gleichgewicht zu halten. Sie ſah aus wie ein Federbällchen, das ver⸗ ſehenklich einem Engel von der himmliſchen Spiel⸗ wieſe heruntergefallen war. Sehr rege war die Unterhaltung zwiſchen den bei⸗ den nicht. Wir ſahen vom Fenſter aus, daß Nuppi wortlos vor ſich hinſtarrte, während Erika ihn an⸗ betend von der Seite her muſterte und offenbar Goldkörner aus ſeinem Munde erwartete. Dier Bahnwärter hatte mal wieder die Schranke zu früh heruntergelaſſen, der Zug kam noch lange nicht. Da wurde es Nuppi zu langweilig. Er fand, daß etwas geſchehen müſſe, und ohne vorherige An⸗ meldung holte er aus, um meiner kleinen Schweſter eine ſaftige Ohrfeige zu verſetzen. Sie verlor das Neue Gesichier im Naſionaliheaier Ly Betzou, die neue jugendlich dramatische und Zwischenfach- Sängerin des Nationaltheaters, die heute abend die Leonore im„Troubadour“ singt. Ly Betzou stammt aus der Nordwest-Ecke des Reiches. Sie ist Ost- riesin, studierte in Dresden bei Meta Seinemeyer und wirkte bisher in Schwerin, Berlin, Breslau und Oldenburg. Die Künstlerin hat sich den Mann⸗ heimern seinerzeit zuerst in Richard Strauß'„Frie- denstag“ erfolgreich vorgestellt und mit ihrer ein- drucksvollen Leistung das alte Tacitus-Gemecker „frisia non cantat“ gewaltig Lügen gestraft. Gleichgewicht und purzelte, leicht wie ein Fläum⸗ chen, lautlos zur Erde. Wir rannten beſorgt und zornig aus dem Hauſe, aber Nuppi hatte ſich ſchon aus dem Staube gemacht. Meine Mutter hob ihr geſtürztes Töchterchen auf und klopfte, putzte, wiſchte und ſtreichelte daran her⸗ um in der geheimen Sorge, es könne nicht nur außen, ſondern vielleicht auch innen in der Nähe des kleinen, begeiſterten Herzens etwas entzweigegangen ſein. Aber es erwies ſich kein Schaden, nur blieb das kleine Geſicht unerſchütterlich ernſt und nach⸗ denklich. Keine Träne, keine Klage über den Jun⸗ gen Nuppi! Den ganzen Tag über verhielt ſich das Kind ſchweigſam. Endlich abends beim Nachtgebet, brach Erika laut und jämmerlich in Tränen aus. Erleichtert beugte Mutter ſich herab:„Was iſt denn, mein kleines Mädchen?“ Da kam es ſtoßweiſe und mit dem Nachdruck hei⸗ ligſter Ueberzeugung aus dem bedrängten Herzen: „Nuppi iſt doch ein reizender Junge.“ Die Ohrfeige war das letzte, was ſie mit dieſem reizenden Jungen verband, denn am nächſten Tag waren die Ferien zu Ende, und die Eltern von Nuppi und Erika reiſten mit Sack und Pack wieder in ihren heimatlichen Alltag.— Fünfzehn Jahre ſpäter kam ein alter Herr ſchräg durch den ganzen Ballſaal auf meine Schweſter Erika zu und überreichte ihr zum Kotillon ein Veilchen⸗ ſt räußchen. „Ich ſelbſt kann Sie zu dieſem Tanz nicht auffor⸗ dern“, ſagte er dabei mit einem ſchönen Lächeln, „aber ich habe gehört, daß Sie Erika ſind, die einſtige Spielgefährtin meines Sohnes Nuppi. Er hat mir ſpäter erzählt daß er an Ihnen noch eine Ohrfeige gutzumachen habe. Wenn er heute hier wäre, würde er es beſtimmt verſucht haben. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen an ſeiner Stelle dieſes Sträußchen bringe— er ſelbſt kann es nicht mehr tun, denn er liegt draußen bei Langemarck.“ Ein 10jähriger Robinſon Auf einer Galapagos⸗Inſel entdeckt Wie der Befehlshaber des ekuadoriſchen Kreu⸗ zers„Preſident Alfaro“ durch Funkſpruch meldet, wurde auf einer der einſamen Galapagos⸗Inſeln ein 10jähriger Junge entdeckt, der hier ganz allein ein Robinſon⸗Daſein führte. Der Name des Jungen wird mit Joſé Perez angegeben. Nach Angaben des Kapitäns erzählte der Knabe, daß er vor örei Jahren, als er ſich mit ſeinen Fa⸗ milienangehörigen auf einem Beſuch der einſamen Inſel befand, hier freiwillig zurückgeblieben ſei. Er ſei, weil ihn ſeine Eltern„ſchlecht behandelt“ hätten, durchgebrannt und habe ſich im Innern der Inſel ſolange verſteckt, bis die Familie ſchließlich das Su⸗ chen aufgab und ohne den Knaben abfuhr. Der kleine Joſé will zu ſeinem Abenteuer durch die Lektüre des berühmten Jugenoͤromanes„Robin⸗ ſon Cruſoe“ angeregt worden ſein. Es lockte ihn, das Daſein eines Robinſon zu führen, und er ſcheint ſich damit auch in der Tat ganz gut abgefunden zu haben, wenn er ſich auch nach ſeinen Angaben dar⸗ auf beſchränken mußte, hauptſächlich von Seetang, Pflanzen und Wurzeln zu leben. Freilich befand ſich das Kind in einem ſehr ſchlechten Ernährungs⸗ zuſtand, als die Beſatzung des ekuadoriſchen Kreu⸗ zers es entdeckte. Der kleine Robin war, von ſeiner Abenteuerluſt völlig geheilt und flehte die Matroſen mit aufgehobenen Händen an, daß man ihn mitnehmen möge. Gegenwärtig befndet ſich Joſé Perez an Bord des Kreuzers und wird nach dem ekuadoriſchen Hafen Quayaquil gebracht. Die Inſel Florena, auf der der Junge gefunden murde, liegt nahe der alten Sträflingskolonie Isle de Char⸗ les, auf welcher der Deutſche Friedrich Ritter 1934 unter geheimnisvollen Umſtänden ums Leben kam. Deutſche und ruſſiſche Offiziere verha ndeln in Lublin über die Feſtſetzung der Demark ationslinie (Affoctated Preß, Zanber⸗NN Nach der Kapitulation von Warſchau Dieſes Bild dokumentiert den letzten Akt des Dromas der unverantwortlichen, wirklichkeitsfremden polniſchen Kriegsführung, die aus der offenen 1/4⸗Millionen⸗Stadt Warſchau durch die ſinnloſen Auf⸗ rufe und Maßnahmen eine Feſtung machte. So konnten auch die nichtmilitäriſchen Objekte in der Nachbarſchaft der militäriſchen von der entſchloſſenen Aktion der deutchen Heeresleitung, die ſchnell zur Kapitulation führte, nicht unbeſchädigt bleiben. Unſere Aufnahme wurde am Tage nach der Kapi⸗ tulation, von der an bekanntlich Waffenruhe herrſchte, niſchen Hauptſtadt gemacht. in einem Außenbezirk der ehemaligen pol⸗ (PK. Schaller, Sch., Zander⸗Multiplex⸗K.) 4% Zerkaulens„Brommy“ im Nationaltheater. Morgen Samstag, den 7. Oktober, jährt ſich zum 160. Male der Gründungstag des Mannheimer National⸗ theaters. Aus dieſem Anlaß bringt das Nationaltheater Heinrich Zerkaulens Schauſpiel„Brommy“, das neueſte Werk des Dichters, zur Erſtaufführung. Im Mittel⸗ punkt des Schauſpiels ſteht der Kampf um die Schaffung der erſten deutſchen Flotte, ein Kampf, geführt von dem Admiral Karl Rudolf Bromme, genannt Brommy, und dem Miniſter Duckwitz, gerichtet gegen den Geiſt des Frank⸗ furter Parlaments vom Jahre 1848, gerichtet gegen die Uneinigkeit des Reiches, gegen die Selbſtſucht der Länder⸗ regierungen, gegen die Intrigen der Diplomaten. Brommy iſt mit ſeinem Werk geſcheitert, aber, wie das Schauſpiel Zerkaulens aufzeigt, iſt ſein Ringen dennoch nicht vergeb⸗ lich geweſen. In der Erſtaufführung ſpielt Walter Kiesler die Titel⸗ rolle, Robert Kleinert den Miniſter Duckwitz, Eliſabeth Funcke deſſen Fran, Kitty⸗Dore Lüdenbach Brommys ſpätere Frau Karoline, Karl Pſchigode den Legationsrat Schneider, Benno Sterzenbach den Leutnant Hanſen, Karl Marx den Tampion. Die Spielleitung hat Intendant Friedrich Brandenburg. O Von der Univerſität Heidelberg. Ernannt wurde der nichtbeomtete außerordentliche Profeſſor Dr. meöd. habil. Horſt Hobs zum außerplanmäßigen Profeſſor an der ſchriebenen Wortes werden Karten Univerſität Heidelberg; unter Berufung in das Beamten⸗ verhältnis der Dr. rer. nat. habil. Florian Heller zum Dozent in der Naturwiſſenſchaftlich⸗Mathemgtiſchen kul⸗ tät der Univerſität Heidelberg; Unibekſiläks eertor Georg Schmitt bei der Verwaltung der kliniſchen Uni⸗ verſitätsonſtalten in Heidelberg zum Verwaltungsamt⸗ mann. O Willy Birgel und Luiſe Ullrich. Willn Birgels neue Partnerin wird Luiſe Ullrich ſein, die damit nach ihrer ausgedehnten Südamerikareiſe zum erſten Male wieder auf der Leinwand erſcheinen ſoll. Der vorläufige Titel des Films iſt„Der verhinderte Ehemann“. O Heeresberichte im Schulunterricht. Um der Schul⸗ jugend das Verſtändnis für die bewundernswerten Leiſtungen und den Waffenerfolg unſerer Truppen in Po⸗ len zu erſchließen, hatte Regierungspräſident Dr. Diels, Hannover, vor einiger Zeit die Anordnnug getroffen, daß die Meldungen des Oberkommandos der Wehrmacht, Heeresberichte und andere wichtige Zeitungsnachrichten als Unterrichtsſtoff benutzt werden. Die Heeresberichte uſw. wurden und werden in den einzelnen Klaſſen regelmüßig ge meinſam geleſen und beſprochen. Zur Vertiefung des ge⸗ als Anſchauungs⸗ material benutzt. Die Kinder folgen dieſer Unterrichts⸗ ſtunde ſtets mit größter Aufgeſchloſſenheit. Eine Jact kam von Kopenhagen ROMANVON KURT PERGANDE 13 Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W. 25. Es iſt richtig, dachte Witthans, verglich aber im ſtillen Greta und Pünktchen. Greta beſaß die Er⸗ fahrung des Lebens und war Frau, Pünktchen war iung, war das Leben, die Fülle und die Glut des Lebens. Ihr dunkelblondes Haar duftete vor Friſche, ihr Körper beſaß die Klarheit eines jungen Baums. Sie war unter ſeinen Augen erblüht und manchmal erſchien ihm in aller Ernſthaftigkeit, daß er ihr Wach⸗ ſen beobachtet hatte wie ein überlegter Gärtner das Gedeihen eines Sämlings, bis dieſe Stunde ſchlug: das ſie erblüht war und groß und ſtolz und ſchön. Hatte er nicht zu viel verſäumt in ſeinem Leben? Und wer war dann an dieſen Verſäumniſſen ſchuld? Der Krieg? Die Nachkriegszeit? Die Arbeit oder nur die Verfolgung einer Frau? Wer? Lampert betrachtete Witthans, als ſähe er ihn zum erſtenmal in ſeinem Leben. Witthans hatte ein ſtar⸗ kes kräftiges Geſicht, ſein Kinn war ebenſo ſtark aus⸗ gearbeitet und konnte ſich drohend vorſtrecken, ſein dunkles Haar war dicht und voll, ſeine Arme waren muskulös. Aber dennoch. Witthans war achtundvier⸗ zig und Pünktchen ſiebzehneinhalb, das war ein Altersunterſchied von über dreißig Jahren! Lampert flimmerte es vor angeſtrengtem Sinnen. Wie, wenn tatſächlich unter ſeinen Augen, aber ohne daß er es bemerkt hatte, ſich eine ernſthafte Liebe zwiſchen Witthans und Pünktchen entwickelt hattel Der Him⸗ mel hatte ihm die Gnade mehrerer Kinder und ſomit den erwarteten und erhofften Erben verſagt, einzig die Hoffnung blieb ihm, daß Pünktchen ſich einen Mann wählte, der einmal die Führung des Hauſes übernehmen konnte. Dieſer Wunſch war nicht ver⸗ meſſen, er war menſchlich verſtändlich. Welche Wen⸗ dung konnte daher entſcheidender und glücklicher ſein, als wenn Witthans Pünktchen heiratete? Er ſchüttelte den Kopf und ſchlug ſich aufs Knie, als ſei er nun ſelbſt am ſtärkſten entſetzt über ſeine Gedanken. Er räuſperte ſich, ehe er fragte:„Liebſt du Greta?“ Witthans runzelte die Stirn.„Ach, Jul—“ „Nein, bekenne einmal!“ beharrte Lampert. Er ſah eigenſinnig wie ein Junge drein. „Aber was willſt du denn! Wie ſoll ich jetzt ſchon ſagen können, ob ich ſie liebe oöer nicht!“ „Ihr beide wart ausſchließlich auf dem ganzen Feſt zuſammen.“ „Gott im Himmel!“ „Oder liebſt du überhaupt eine andere, gar nicht Greta?“ Witthans richtete ſich in ſeinem Stuhl auf, ſeine Verblüffung wurde immer größer.„Ich verſtehe dich einfach nicht mehr!“ „Man kann doch mal fragen, nicht wahr?“ Lam⸗ pert nagte ſich die Lippen. Sollte er noch deutlicher werden, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß Witthans in helles Lachen ausbrach? Er warf die Decke zurück und ſtand wieder auf. Witthans tat dasſelbe. „Haſt du bemerkt, lieber Jul, daß ich bisher auf Liebespfaden gewandelt bin? Das könnteſt du kaum behaupten. Sage dͤu mir lieber, weshalb Pünktchen uns nachgekommen iſt.“ Lampert zog das verkniffenſte Geſicht.„Siehſt du, und das iſt es eben, was ich noch nicht weiß.“ Witthans ſchob die Hände in die Taſchen und wippte auf den Füßen.„Du kennſt den Grund ihres Kommens nicht? Haſt du noch nicht mit ihr darüber geſprochen?“ „Es gibt Augenblicke, Walter, wo man ziemlich verdattert vor ſeinem Kind ſteht. Ein ſolcher Augen⸗ blick war dieſe Begegnung zwiſchen Pünktchen und mir. Sie wollte mir den Grund ihres Hierſeins nicht nennen, ſie hatte Furcht davor, ich ſah es ihr an. Als ich dies merkte, hatte ich auch Furcht, ſie rundheraus zu fragen. Ich kann warten.“ „Aber ſie wußte, daß du in Seewalde biſt.“ „Gewiß, denn ſie hat Pütz ſchön auf dem Bahn⸗ hof nach mir gefragt.“ „Aber dann muß man doch annehmen, daß ſie nur zu dir wollte, Jul.“ „Sicher, ſicher! Und verlaß dich örauf, daß ich auch noch alles erfahre, aber ſie ſoll zu mir kommen. Hatet ſie ihr Geheimnis oder iſt es ſo groß und Wenn man abergläubiſch wäre, konnte ſchwerwiegend, daß ſie es mir nicht geſtehen kann, iſt das Vertrauen zerſtört. Von dieſem Augenblick an haben die Eltern ihr Kind verloren. es bleibt dann nichtg anderes zurück als eine ſchmerzliche Spannung. Pünktchen wird mich nicht enttäuſchen und ich kann warten. Vorläufig läuft ſie noch mit Benno ſpazieren.“ Sie gingen ſchweigend um das Haus. Im Hühnerhof, durch ein hohes Drahtgitter vom Garten getrennt, lagen die Hühner in ihren geſcharrten Sandlöchern. Nur ein ausgewachſenes Küken ſtand mitten auf dem Hof und ſchüttelte ſich den Sand aus den Federn, und das war das letzte, was es auf dieſer Erde tat. Ein Schatten ſchoß über den Hof, dann hatten ſich die meſſerſcharfen Fänge des Gabel⸗ weihs um den Kükenkörper geſchloſſen. Der große Raubvogel ſtand für Sekunden ſtill auf ſeiner Beute, ſein tief gegabelter Schwanz wippte etwas, das roſtbraune Gefieder ſchimmerte wie ein Kupfer⸗ panzer in der Sonne, und der Anblick ſeines Raub⸗ ſchnabels offenbarte die tödliche Stärke, die er be⸗ ſaß. Er war ſo blitzſchnell auf dem Hof und mitten unter dem Hühnervolk, daß die zwanzig, dͤreißig Hühner erſt dann laut gackernd aus ihren Löchern fuhren, als der Weih ſich mit ſeiner Beute ſchon wieder erhob. „Gotts verdorri!“ ſtieß Lampert heraus. Das Hühnervolk ſchrie und rannte durcheinander. Der Hausdiener kam aus der Tür gelaufen, einen Knüpvel in der Fauſt. „War er wieder da?“ rief er ergrimmt und hob ſeinen Knüppel, als er den Weih in der Luft er⸗ blickte.„Er kommt immer über Mittag, dieſer Satan, und das iſt das vierte Küken, das er ſich geholt hat. Es war ein ſpäter Satz Küken, die Henne gluckte ſehr ſpät... Standen Sie hier?“ „Ja, wir ſtanden hier,“ beſtätigte Witthans.„Und auf einmal war er auf dem Hof, ſchnell wie ein Blitz!“ „Sehen Sie! So frech iſt er, er kümmert ſich den Teufel, ob da Menſchen in der Nähe ſind oder nicht. Er vaubt, er raubt!“ Lampert fuhr ſich von hinten über den Kopf. dies kein glückbringendes Zeichen ſein. Man dachte an Pünkt⸗ chen, und ein Weih ſchoß aus der Luft und raubte ein Küken! Sie ſchritten über den Strandweg vor dem Kur⸗ haus, als Witthans plötzlich ſtehen blieb, ſeine Backen wurden blaß. Weit vor ihnen her ging Herta Karl das war ihr Gang, ihr Hut, ihr Complet, eine Sin⸗ nestäuſchung war ausgeſchloſſen. Er preßte die Zähne aufeinander. Herta Karl fuhr nicht zum Vergnügen in ein kleines, abgelegenes herbſtliches Bad, ihm wurde klar Haß ſie nur ihn ſuchte. Wenn er bisher geglaubt hatte, ſeinem Schickſal ausweichen zu kön⸗ nen, ſo ſah er jetzt endgültig ein, daß jedes Schick⸗ ſal ſich unerbittlich vollzog. Herta Karl war hier, ſie würde szwiſchen Lampert, Pünktchen, Greta ſtoßen wie eben der Weih zwiſchen das Hühnervolk. Lampert war ebenfalls ſtehen geblieben und ver⸗ folgte Witthans' Blick. Vor ihnen her ging nur eine Frau in einem grünen Complet, aber Witthans' Backen waren grau. Lampert fuhr ſich wieder von hinten mit der Hand über den Kopf. Liegen viel⸗ leicht noch mehr Ueberraſchnugen in der Luft? fragte er ſich grimmig. Es ſah ganz danach aus. 4 5. Benno ging ſtill neben Pünktchen her. Pünktchen war in Rock und Bluſe und bloßem Kopf, ſo eilig hatte ſie es gehabt, aus dem Eßſaal herauszukom⸗ men. Ihr Geſicht war klar und ſchön. Ihn verwun derte immer noch die Eile und Plötzlichkeit, mit der ſte ihn zu dieſem Spaziergang aufgefordert hatte⸗ Sie gingen an der See entlang, die trotz der Sonne grau und kalt wie im Winter anmutete. Der Strand war leer und verlaſſen und wartete auf den Winter⸗ Zu ihrer Linken zog ſich ein Kiefernwald hin, die Bäume reckten ſich braun und regungslos in den Himmel, aber weit voraus, dort, wo der Kiefern⸗ wald allmählich in einen Miſchwald überging, flammte das Laub in Gelb und Rot. „Waren Sie ſchon einmal in Seewalde?“ fragte Benno ſchließlich. Pünktchen ſchüttelte den Kopf. 3 „Ich dachte. Denn wir laufen und laufen, als oh Sie den Weg kennten.“ (Fortſetzung folgt) f⁰ o9f4 — — Freitag, 6. Oktober 1999 9. Seite“ Nummer 438 (Die urſprünglich ouf 1. Oktober feſtgeſetzte Friſt iſt ver⸗ längert worden.) Zukünftige Verkäufe ſind binnen orei Tagen nach Vertragsabſchluß anzuzeigen. Die Melöuna iſt von Verkäufer und Käufer zu unterzeichnen. * Erſte Zuckerfreigabe 1939/40. Als erſte Freigabe von Verbrauchszucker zum Verkauf im Inland für das am * Gebrüder Sulzer AG, Ludwigshafen a. Rh. Die Ge⸗ 1. Oktober begonnene Zuckerwirtſchaftsjahr 1939/40 ver⸗ brüder Sulzer AG, Ludwigshafen a. Rh. ſchließt das dritte fügte der Vorſitzende der Hauptvereinigung der deutſchen Geſchäſtsjahr nach ihrer Sanierung mit einem gegenüber Zuckerwirtſchaft für alle Raffinerien und Weißzuckerfabri⸗ dem Vorjahr geringeren Reingewinn ab. Die Gewinn⸗ 05 90 6 1089/0. Das In⸗ und Verluſtrechnung zeigt einen Jahresertrag von 6,39 en 5 v. H. der abresfreiga emenge— 2 Mill.& auf(i. V. 4,96), wozu noch 0,16(0,15) ab. Erträge landsabſatrecht für 1939/40 iſt vorläufig auf 85(i. V. 88) treten. Demgegenüber werden Löhne und Gehälter mit v. H. des Zuckergrunderzeugungsrechtes feſtgeſetzt worden. 5,02(3,73), ſoziale Abgaben mit 0,37(0,28), Abſchreibungen Die erſte Jahresfreigabe 1999/40 gilt mit Wirkung vom mit 0,37(0,20), Zinſen mit 0,024(0,0006), Steuern mit.70 26. Sept. für prompte Lieferung und iſt mit Rückſicht auf Neue Maunheimer Zeitung Am Geldmarkt blieben die Sätze für Blankotagesgeld HAKDEIS- Uno WIRTSeHAFTS-TETTUne mit 2/6—29“ v. H. unv. Von Valuten errechneten ſich der holl. Gulden mit 132,8, der Schweizer Franken mit 56,05 Kurssieigerungen durch Kauforders Umsäße verhälinismäßig klein und der Belga mit 41,80. Distont: Reichsbank 4. Lombard 3, Privat 3 v. G. Berlin, 6. Oktober. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Umfätze in dem Bevor Sie zu mir in die Sprechſtunde kommen, laſſen Sie ſich von mir„gratis“ die Broſchüre mit ärztlichen Gutachten und Dankſchreiben Geheilter vom Kind bis zum Greis„Die Wahr⸗ Offene Stellen Suche für ſofort ſlettes jünger. 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Pfd.)) 9,000 10,01 0,So0 0,910 wendungen verbleibt ein Reingewinn von 87 982% Soweit Umſätze zuſtande kamen, handelte es ſich überwie⸗ Argentinien WPeſo*3 0,576/ 0,582 0,5780 0,582(253 175), der ſich um den Vortrag auf 88 366, erhöht.* Geltungsdauer der Rohholzpreiserhöhungen verlän⸗ gend um Kauforders, ſo daß die Kurſe entſprechende Stei⸗ Auſtralien 0 9005 5 8 2 Dabon werden 0,025 Mill. der geſetzlichen Rücklage zu⸗ gert. Der Reichskommiſſar für die Preisbildung hat im gerungen aufwieſen. Beufiſien 1 ilrets 0,130———— 0,132 geführt, während die Verwendung des verbleibenden Rein⸗ Benehmen mit dem Relchsforſtmeiſter die Geltungsdauer ——— Montanen lagen Buderus und Höſch um% und Brit. Inbien 10l Kunſen) 14.5 74.67 74•1874.32 gewinns nicht erſichtlich iſt. In der Bilanz(alles in Mill. der Rohholzpreisverordnungen für das Forſtwirtſchaftsjahr Iv. H. gebeſſert, während Rbeinſtabl im Aulgarien, 100eva 5 5047/ 3,053.047/ 3053 Mark) ſteht das Anlagevermögen beſ 0,72(0½7) Zuging 1939 im Altreich, in der Oſtmark und im Sudetenland für Arrenannten Ausmaße nachgaben. Verein. Stahl ſetzten Dänemark 100Kronen 4 48,05 43,15 48˙0548,15 hauptſächlich bei Maſchinen und maſchinellen Anlagen mit das Forſtwirtſchaftsfahr 1940 verlängert. uv. ein. In Braunkohleuwerten lagen die Notierungen England... 1Pfd 4) 2— 10,01 9,040—— 0,45(3,41) ein. Dis Umlaufsvermögen mit 7,845(5,485) 4* Neue Höchſtpreiſe für Säcke und Gewebe. Der Reichs⸗ auf Vortagsbaſis, lebiglich Ilſe Genuln verloren—* 5—— enthält 3,786(1,86) Vorräte, darunter 2,939(127) halbfer⸗ beauftragte für Baſtfaſern hat eine Bekanntmachung über PPP—— Hanteele. 100hr.? 2667 580 364„% ige Erzeugniſſe, Gote.1e) Bertvopiere, 0 6(0, un⸗ veue Höſtpreine ſüe Kebrouchte Faae und eere er 56„25 unv., Rütgers ſtellten ſich 74 und Schering 74 v. H. Griechenland 100 Dr. 5.353 2,3570[.353.357 zahlungen, 3,40(8,76) Warenforderungen, 0,625(0,12) Wech⸗ Auſkauf durch Aufkäufer vom Entleerer, beim Veraufk der Holland 100Gulden 2 1132,52 132,78 132,47 139.73 ſel und 0,078(0,22) Bankguthaben. Andererſeits ſind bei Aufkäufe an Sack⸗ und Planfabriken ſowie bei Verkäufen 55 ektro⸗ und Berſorgungswerte hatten zumeiſt Gewinne Fran(Teheran) 100 Mels—. 14,2814,30 14.28[14,3) 3,0 Ak die Rücklagen auf 0,225(0,20), Rückſtellungen auf an Verbraucher erlaſſen. Die neuen Höchſtpreiſe ſind am Püringer 6*3* S Seate e L 1300 13•11— 1311 0,65(0,90) vermindert. Die Wertberichtigung des Umlaufs⸗ 27. September in Kraft getreten. rner gewannen Woſferperk Gelſenkirchen 2 u. Rieb⸗ Jabof. en 3 9 950 95 9706 S R Aren,Sonderktener in Selgien rcteseiuen Ser 8 law. 100 Dinan 5 5,594] 5 700 5,604 5,70 3 5 inanzrat tne ſetzesvorſchlag aüsgearbeitet, na —— 5* 3 987 75 Zanlche taneoüler)]...258 2,24] 24 222 anzablungen.62(1667), auf Warenſchülden 1,10(0,71), auf, welchem Seiehs ee eine Sendergener von 60 v. H. i ben lehten Tapen urößere Gewinne n vergeichnen hat. iiauen. l 7 1805 R gelegt wird. Als Berechnungsgrundlage dienen die Durch⸗ ten, einiges Ang⸗e vor. So gaben Berliner Maſchinen Suremhurg ſbüunnb.. 7. 10.45,10.47[ 10,470 10.400 5—— Kü—— ſchnittseinnahmen in den vergangenen vier Jahren. um 1 v. H. nach. Auch Demag verloren 74 v. H. Deutſche Neuſeeland 1 buusrel.Pid.*)]...902 8,00s.5028, ie die Verwaltung mitteilt, iſt das Stamm* m M ktobe ſtell⸗ hingeg? Rorwegen 100ronen 3½ 50.5050.7 56,50, 50,71 Geſellſchaft um 15 000 herabgeſetzt und gleichzeitig wie⸗ Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat O 1 Rerena 100 Ge 95.0010 9,100] 9,0010.109 der um 90 000 erhöht worden. 5 lagen freundlich und bis zu v. H. gebeſſert. Zu erwäh⸗ Schweden 100fr. ½ 952 5½[ 52 54„Verkauf von Pferden und Gangochſen meldeyflichtig. EE N nen ſind noch von Textilwerten Bremer Wolle mit plus Schweig 160Franken. 1½55.99 36,11 55,94 506,06 zach einer Anordnung des Reichskommiſſars für die Röeinſelden 2,182,19.2,552.21 94 Kaub.. 189.901,901,90 106, von Bahnaktien Allg. Lokal und Kraft mit 1 und an⸗ Spanien. 100 Peſeten 5 Preisbildung im Deutſchen Reichsanzeiger Nr. 224 ſind Breiſach..002,001.99,2,05,0[ Köln.59 154/1.56/1.50 dererſeits Conti Gummi mit minus 1½ v. H. Stowglei 100 Kronen. 8,5910 8S.600 8,591 8,6)9 alle Verkäufe von Pferden und Gangochſen zu melden. gebl 284— 5 Neckar⸗Begei Im variablen Reutenverkehr ſetzte die Altbeſitzanleihe Sübfrika Mü..5 2.75.32 Der Vertäufer bat den Vertragsobſchluß unter Angabe maßnbei 769 235.5 239068 Mannheim 3 00 00ſs.00/2.90 —— ein, ſtellte ſich—— aber auf 182,0 und damit——— 3 1 975] 1,9 8—— ſeiner 9.* rtagsbaſis. Die Gemeindeumſchuldung blieb mit 0620 0,531 0,629/ 0/631 andrat oder erbürgermeiſter, in Berlin Polizeiämter 5 1 1 10 v. H. unv. Ber Elanien 1 Brlar 1 24510 2463 24910 24455 ſchriftlich anzugeigen. Auscenommen von dieſer Mee. 2———— 7 Steuergutſcheine 1 nannte man Dez. mit 9056, Jonmar plicht ſind die Ankäufe der Wehrmacht. Meldepflichtig ſino N 6 ah balb 3 Uhr wit 98,05, Febrnor mit 97,95, Mänz mit 97,7 und April Die mit einem) verſebenen Kurſe finden nur im inner⸗ olle ſeit dem 20. Auguſt getätigten Vertäufe. Bisher abge⸗ 6. Oktober 86 Grad; heute früh mit 97,60. deutſchen Verrechnungsverkehr amtl. Gebrauch. ſchloſſene Verträge ſind dis zum 10. Oktober zu melden. 7 80 Grad. „* iche! Gut möbl. Zim. . Brudieidende höri zu!“r An u. Hiche, S ſereeeeen 90 ſev., ſof. zu Doſſenb J 4a, 3, 1 Treppe „ Suche gr. Herren⸗ Küche inwer, wuchtt Entlaufen Katze Elfenb. Lack., aut Schrank, ſowien 1 Kaſſenſchrank. beit über das Danzeiſens⸗Syſtem“ ſenden. für Konditorek⸗Kaffee(Tages⸗ Planken, an be⸗ llerrenzimmer—— gegen* Ang. unt. VL.68 Zeagnis: Im Jahre 1928 wurde ich durch ſchwere Arbeit pruchleidend. Im geſchäft). mit Manſarde, Zubehör u. Garten rufstätige Dame m. Bad, fl.., zu Schã ferhund Säwegzinger Str. a. d. Geſchäftsſt. a. d. Geſchäftsſt. Jabre 1927 entſchloß ich mich zur Operation im Monat März. Bis 155) Konditorei Schen, Heidelberg, 2 0 ˖ f 0 f 5* 10 222. 1733 batte ich dann Ruhe. Im Berlaufe des Jahres 1937 mußte ich mich wieder Univerſitätspl N. Einau, aSter Slustr. 5 vm. 19, grauſchwarz me⸗ Nr. 13(Laden). 1711 2 —9— laſſen, do der— N trat 9 platz. zu vermieten.— Anfragen: D 2. 21691 ktert, a. 5 1727 Magazin- * weni t i„ w Ib i ruar 7 5 217— a8.——— S* e e eerrege, fehele wurde ich wieder ällig. m ona ſebruar 0 1 2 10. ug. eeeeee Hädchen ee ee eer gallonrinr Per Sge. S Neter, ren Br itigten. 5 E 8 5 L. Maierböjen 3, 2. 5. 55. Dob. Zebt, Schuhmachermeiſter. nicht unter 20., für den Haushaltſ Mittelſtraße 37, 4. vermieten u v. Ob. Elignet⸗ U 4. 14 Frirkug Richarb⸗Wagner belfen Dir Fienburgſtr. 12. 1uc.—2— zum 15. Oktober geſucht. 27 4218. Knopf r. läut.]1693 E 2, 12.[ſtr. 29, 2. St. lks.. 21797 Str. 80. 1718 verkaulen 1717(Fernſor. 247 40. Zeugnis: Sehr geebrter Herr Backhaus! Auch mir wurde das große Glück zuteil, von meinem ſchweren Bruchleiden, das mir zwei Jahre lang Schmerzen und Sorgen bereitele, in ca. drei Monaten mit dem Danzeiſenſchen Patent L. Reber, Mannheim⸗Käfertal, Beobacht.⸗Kaſerne.)JJJGCJCCJGPP00PPPP00000G(0kP(kP(kC(kö.k. ĩ ͤ é ohne Operation geheilt zu werden. Ich fühle mich wie boren! Weil das Verfahren auch„billig“ iſt, werde ich es jedermann empfehlen. Für Ihr 55 i0 Entgeg ſen un ilj rzli 0 i 43 50 S empe- Oſſenheim b. Friedbg., 2. 6. 39. Phil. Störkel, Reichsbähnaſſ. a.., Mühlg. 4.—— JIn ſprechen bin ich für„jeden“ Bruchleidenden: Mannheim 10. 10. 39 Hotel Fahrer 1* 0 9 iſcher Hof—12 Uhr. Heidelberg 10. 10. Darmſtädter Hof 14—17 Uhr. 55 Brus. 11. 10. Hotel Schlöteriein 10—14 Uhr. Würzburg 12. 10. Echotts⸗Hotei aeſucht. 7 418 Köchin u ru Bamicher Kaiſer—14 Uhr. Weinheim⸗B. 13. 10. Pfätzer Hof—11 Uhr. Eildi PDereſtede 13. 19. Herel Per 14—18 Uhr. Frantfuet-tain 14. 10. Hanſa · Robai üens —16 Uhr.— Jede Beratung iſt koſtenios! Fernſpr. 439 32. 5 7 7 Wilhelm Backhaus, Neuſtadt/ Weinſtraße, Friedrichſtraße.— arbet 93 ernimm 9 8 faus 14—5 h Erfaſjung und Muſterung der Geburtsjahrgänge 1920/21 7* Agestoltte in 5* 3 der weiblichen Fugend. 96 0065 5 1 zum 1. Nov. 39. 5 i⸗ Angebote unter 5 i Snte fl. Fa. V. B 56 an die Belanntmachung des Polizeipräfidenten! milie*1703 9 9 attes. 7² er Reichsarbeitsdienſt iſt Ehrendienſt am Deut⸗ f) den Nachweis über die Zugehörigkeit oder die 9 Perſonenſtandsaufnahme 60 Hesucl, 9 ſchen Volke. Ausbildung bei einer Gliederung des Deutſchen Fernſpr. Aeltere erfahrene Alle Angehörigen der weiblichen deutſchen Jugend Roten Kreuzes oder den Sanitätsſchein des Deut⸗ e Am 10. Oktober findet die diesjährige Perſonen⸗ üngere 1713 Frau ſind verpflichtet, ihrem Volk im Reichsarbeitsdienſt ſchen Roten Kreuzes(Perſonalausweis DRͤ), 5 ſtandsaufnahme für Steuerzwecke ſtatt. 0 5 ſucht z. 1. Novbr zu dienen. 80 0 Nachweis über bereits geleiſteten Arbeits⸗ . Die Druckſachen werden zur Zeit durch Beauf- Doienung Bezeichnung des dienſtyflichtigen Perſonenkreiſes. 8 Zurückſtellungsantrag: tragte der Stadt Mannheim an die Hauseigen⸗ 05 Ang. u. P M 131(RAꝰD⸗Geſetz in der Faſſung vom 5. September Dienſtpflichtige, die aus häuslichen. wirtſchaft⸗ tümer, Hausverwalter oder Hausbewohner aus⸗ F0fort hesucht. 1939 und Verordnung über die Durchführung der lichen oder beruflichen Gründen zurückaeſtellt wer⸗ 15 gegeben. Sollten hierbei einzelne Häuſer ver⸗ Weinhaug——2— Reichsarbeitsdienſtpflicht für die weibliche Jugend den wollen, haben bei ihrer perſönlichen Meldung t, ſehentlich übergangen werden, ſo wird erſucht, die Bücler, Tücht. Fran ſucht vom 4. September 1939 ſowie Verordnung zur Durch⸗ eine von der Kreispolizeibehörde ausgeſtellte Be⸗ 10„Druckſachen für dieſe vor dem 10. ktober für das Srebetrae ih, k wal öchen. 8 0 5 gutachtung der vorzulegen. Stadtgebiet beim Städt. Steueramt, Abt. j 8 ſtraße 15,—2mal wöchentl. September 18 über die Durchſührung der eichs⸗ ahrtkoſten: 9 19 N 2 3 7 91— mt, Abt. Bürger ernſor 005 ö0. Stundenarbeit. arbeitsdienſtpflicht für die weibliche Jugend vom Fahrtkoſten, die im Zuſammenhang mit der Erfaſ⸗ ſteuer, N 2, 3, für die Vororte bei den zuſtändigen———fAng. unt V066 2. September 1939.) ſung und Muſterung entſtehen. werden den Dienſt⸗ ⸗ Gemeindeſekretariaten abzuholen. Die Aufnahme⸗ Haus- a. d. Geſchäftsſt. pflichtigen nicht vergütet. 1 liſten ſind nach dem Stand von Mitternacht./10. Dienſtpflichtig ſind: Freiwillige Meldungen: Oktober auszufüllen, und zwar die Hausliſte durch Angestellte 0 Alle ledigen weiblichen Angehörigen der Geburts⸗ Weibliche Angehörige der Geburtsjahrgänge 1914, den Hauseigentümer obder deſſen Stellvertreter, die nicht unter 18., 0. jahrgänge 1914 bis 1922 deutſcher Staatsangehörig⸗ 15, 16, 17, 18. 19 und 1922 können ſich bei dem RAD⸗ 91 Haushaltsliſte durch jeden Haushaltsvorſtand, das— Sie euchen findes keit, ſoweit ſie nicht nach Abſ. 3 ausgenommen ſind. Meldeamt Mannheim 1 in Mannheim Qu 7, 17b 47 Betriebsblatt durch den Betriebsinhaber. Die An⸗. Anaebote unter sie duben ein, Befreiung von der Heranziehung zum Reichsarbeits⸗ 5 aufgefübrten Perſonal⸗ leitungen für die Ausfüllung der Vordrucke ſind V. et an, dieKhsinAuent Dienſt der weiblichen Jugend. AJuhaber eines Arbellsbuches können als Frei⸗ e genau zu beachten. In der Haushaltsliſte ſind die Geſchäftsſt. 217311 w de- NM2 Von d 0 iiSdienſt willi des ich beitsdienſt i t Von der Heranziehung zum Reichsarbeitsdienſt willige des Reichsarbeitsdienſtes nur eingeſtellt Fragen hinſichtlich der Wehrſteuer(Seite 4) für die wS. und von der Meldepflicht ſind befreit: werden, wenn das. Arbeitsamt beſcheinigt, daß 1 männlichen Staatsangehörigen der Geburtsjahr⸗ Stellengesuche ah'wer ein Arbeitsbuch beſitzt und mindeſtens ſeit arbeitseinſatzmäßige Bedenken gegen die Einſtellung gänge 1914 bis 1920 einſchließlich, ſowie die Spalte 4—— 0 22. September 1939 als Lohn⸗ oder Gehalts⸗ in den Reichsarbeitsdienſt nicht beſtehen. 0 beſonders ſorgfältig zu beantworten. n empfänger voll tätig iſt,(Voll⸗Berufstätige), ei Kihmunn diſes Rufru un anen n. N Ein noch rüstiger b) wer ſich ſeit 22. September 1939 in einer ord⸗ Freiwilligenmeldungen bei den Bezirksleitungen 8 eu iſt, daß bei Verheirateten in der Spalte 5 95 Beruf RA Dwef fort der Eheſchließungstag und in der Spalte 16 anzu⸗ nungsmäßigen Berufsausbildung(Lehrlinge, An⸗ 5 e ag errre, orSſen lernlinge, Volontäre und Praktikanten) oder auf Die bisher bei den Bezirksleitungen RADwg. n geben iſt, ob aus der beſtehenden Ehe nichtjüdiſche 3 in Aus, abgegebenen Freiwilligenmeldungen behalten ihre einer Tagesfachſchule befindet(in beruflicher Aus 8 Kinder hervorgegangen ſind, die nicht mehr zum lucht irgend eine Beſchäfticung bildung Stehende), Gültigkeit. 855 . Haushalt gehören. Ilals Kaſſierer oder aufs Lager. c) wer ſich mindeſdens ſeit Oſtern 1930 auf einer ſch 5 die Führerinnenlaufbahn die e Von öſterreichi ndesbü Angebote unter U X 50 an die öffenklichen Schule befindet(in ſchuliſcher Ausbil⸗ chon Arbeitsdienſt geleiſtet haben oder älter als 25 on früheren öſterreichiſchen Bundesbürgern, Geſchäftsſtele d. Bl 5 d Stehende Jahre ſind, melden ſich bei der für ihren Wohnſitz früheren tſchecho⸗ſlowakiſchen Staatsangehörigen ie ee a) Kinder von Bauern, Landwärten und Landarbei⸗ zuſtändigen Befürksleitung RAdwg., Bezirks⸗ n und Memelländern, die durch die Wiedervereini⸗ tern, die als mithelſende Familienangehörige in führerin XVIII, Karlsruhe, Reichsſtraße 8. gung Oeſterreichs, der ſudetendeutſchen Gebiete der Landwirtſchaft dringend benötigt werden.„Meldenflichten e oder des Memellandes mit dem Reich deutſche Perſönliche Anmeld SS Staatsangehörige geworden ſind, muß in Spalte 9gb Aueinſteh. Dame ſucht in Mann⸗ RF z1——— priftl—— angegeben werden, ſeit wann ſie die deutſche Staats⸗ beim oder nächſter Umgebung Muſterung. 5 nlichen oder ſchriftlichen Meldung angehörigkeit beſitzen. 9 Perſönlich haben ſich nach untenſtebenden Erfaſ⸗ en. Strafbeſti 8 90 5--Zimmer-Wohnung ſungs⸗ und Muſterungsplan einzufinden: Strafbeſtimmungen. 9 Die ausgefüllten Haushaltliſten und Betriebs⸗* Alle Dienſtpflichtigen der Geburtsſahrgänge 1920„Eine Dienſtyflichtige, die ihren Meldepflichten ge⸗ blätter ſind bis 12. Oktober an den Hauseigen⸗ rensgic l bis 21Sigg. Hreis⸗ und 1921, ſoweft ſie nicht nach Abſ. S befreit ſind, die wifferelbig umeigtmne Angaben daschteroar Meldung . tümer, den Hausverwalter oder den Hausbewohner, Geſchaftsſtelle d. Bl. in Mannheim leinſchl. Vororte) wohnen. 8 9 1 2 der die Liſten verteilt hat, zurückzugeben. Hierauf Vorlage der Perſonalpapiere. iegenden Pflichten müſſen die Liſten zur Abholung bereitgehalten wer⸗ Söuc leanise Die Di önli In ſchweren Fällen wird ſie, ſoweit die Tat nicht 5 e Dienſtpflichtigen haben zur perſönlichen In 7 it di n5 e den. Alle Liſten, die dem Beauftragten bei der Ab⸗--Zimmer-Woanung Meldung vorzulegen: mit einer höheren Strafe bedroht iſt, mit Geldſtrafe 0 holung nicht übergeben werden können, hat der a) die Geburtsurkunde, bis zu 150/ oder Haft beſtraft. . Hauseigentümer oder ſein Vertreter umgehend„5 251 ſtadt, b) den Nachweis über ihre Abſtammung, ſoweit ſie Erfaſſungs⸗ und Muſterungsplan: e beim Städt. Steueramt, Abt. Bürgerſteuer, N 2, 3, fuch t. Angebote unter in ihrem oder ihrer Angehörigen Beſitze ſind tag 3 Anfangeguchſ. n in den Vororten bei dem zuſtändigen Gemeinde⸗ ſan die Geſchäftsſtelle d. Bl.(Ahnenpaß), ag: ahrgang: d. Fam ⸗Namen ſekretariat abzugeben. 74— 3 5 Donnerstag, 12. Oktober 1959 1920. A bis H 4—*2 8 Modernes, gebr. c) da rbeitsbuch; dieſes hat der Betriebsführer Kreitag, 13. Oktober 1959 1920 i . Auf Verlangen des Beauftragten müſſen die in— iiee der Dienſtpflichtigen zu dieſem Zwecke auszuhän⸗ 0 e 95 den Liſten enthaltenen Angaben aufgeklärt und er⸗ u. Zimmer⸗Ofen digen, is e gänzt werden. Die. Ausfüllung und Ablieferung 3 geſucht. Voß, o) den Geſundheitspaß. ustag. 17, Ohtober 1980 i„„„ Ae 4 der Liſten durch die Haushaltsvorſtände, ſowie die Uud Küche e) Ausweiſe über Zugehbrigkeit zur NSDAP, zum mittwoch, 18. Oktober 1950 1021... bis R 9 Mitwirkung der Hauseigentümer bei den Auf⸗. Rückwanderer 8 12. BDM, Donnerstag, 19. Oktober 1939 1921.. 8 bis 2 * i 2 i0 9 9 0 5 2 550 85 Ehucht Ancel. Erfaſſungs⸗ und Muſterungsort: Staatliches Geſundheitsamt, Mannheim, Renzſtraße 11/13 nung durch Geldſtrafen bis zu!„ im Un⸗ unt. V F 58 an(Allgemeine Ortsk rankenkaſſe) vermögensfalle durch Haftſtrafen bis zu 4 Wochen 1 eutl. 2 erzwungen werden. 80 Mannheim, den 4. Oktober 1939. Der Oberbürgermeiſter. 0. Geſchſt. 1724 nöbl. Zi., möagl. —— Preis bis 25 Berufst. Frl. ſ. ſof, 9. 1. 1. ſaub. Schlachth.⸗Oſtſtadt Ang. u. U V 51 kleine Zimmer u. Küche, Oſtſtadt od. Almenhof, v. berufst. Frl. zu mieten geſucht. „Ang. u. V B 54 a. d. Geſchäftsſt, a. d. Geſchäftsſt. 1715 Erfaſſungs⸗ und Muſterungsbeginn: jeweils.30 Uhr vormittags. Mannheim, den 4. Oktober 1939. Der Polizeipräſident 8. Der Hunchener Faschinsszus. die beschwingten Feste im Oeutschen Theater, das ũ bermütige Treiben im Bietkeller und“ dlie phantastevolſe Lustig keit der Schwabinger Ate· lierkeste sind als stim- munesschattender Hinter· giund gewänlt worden. In den Hauptrolten: Karin Hardt blond. keusch, herzhaft und rüarend 3 3 GUuSsti WOIf sehn ppisch, keck und se ig verxatert Hilde Körber Lotte Lang, Hans Nielsen, E. F. Fürbtinger. G. Waldau, Carl Wery, Jos. Eichheim. Musik: Lothar Brühne Regie: Hans Schweikart Prädikat: künstierisch und volks- tümlich wertvoll! Ab heute in Erstauftuhrung Oie neueste Wochenschau mit den Anfaneszeiten.39.40.00 Uhr cHabsone K 1. 5, B eite S raßbe- he nsyt 24088 nistor. Ere Snissen der letzten Tage Ein Grosflim, der Mannheim begeistert! 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Oktober 1939 In neuer Einstudierung: Der Troubadour Oper in vier Akten von Salvatore Cammerano Musik von Giuseppe Verdi Anfang 19.30 Uhr Ende ges. 22 Uhr Miete FNr. 16 7⁴⁰ Verdunelunds- (Seldstroller) lieſert vrompt Nöhne, s 6, 12 Rollos Z. Wochel „„„ nd in der Wochenschee der neue grose Bildbericht von den histor. Erelgnissen an der Osttront! Jugendliche heben Zutritti Wochentegs:.30.30.00 Uhr AHAMBRR 9 7 25. Plonken Fetnspt. 25902 199 Samstag Morgen nachmittag unr große Sonder-Vorstellung zu halzen Preisen wirige/eigt: der Westwall zin unethörtes Bilddokuent von den gewa tigsten Festun sanlagen aller Teiten und deru die neneste Wochen-chan Sonderbe ichte von den histor. Ereianissen der letz en 72821 Ingendliche zugelassen Samstag Morgen nachmiktag E unr groge Sonder-Vorstellung zu haiben Preisen! tes wird gezeigt: Der Westwell Ein unerhörtes Bilddokument von den gewaltigsten hestungsanlager aller Zeiten und dazu die neueste Wochenschau Sonderberichte von den histor. 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Der Landrat Ernährungsamt Abt. B. Filzblumengarnituren Schleiergarnitur der Herbstmode dieses Hüte voll Grazie und Scharm Damenhüte fotte Boleroformen mit Bandeinfas und schönen Damenhüte aus gutem Wollfilz, kleidsame Betronſormen mit Hotter Kopfgarnitur Damenhüte aus Haar-Soleil, elegaute Formen, mit Band. und— 75 Damenhüte 75 aus Velour, modische Formen, in den neu⸗* Se Sitte beachten Sie unsere Schaufenster! Kauk-srRTrrE EANNMKEIN 1 ————————————— ecαtet Sie! Das ergreifende u. monumental gestaltete große Filmwerk von DbER BEKAUPPER DES ToDES Eine Gipfelleistung deutscher Schauspielkunst Eine Emil-Jannings Produktion der Tobis mit Werner Krauss- Raimund Schelcher- Viktoria von Ballasko- Hilde Körber- Theodor Loos Bernh. Minetti- Elisabeth Flickenschildt..a. 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