3 6 7041, 7042, 7943, 7944. 704 —— u. 2810 Ludwigsbaten c R Altttwoch, 28. Februar. Sanwormuch fur den an Seg br Feie eisgaPece 3 Handelstell: Chef⸗ r den Knzeigenteil: Heinevetten druch u. Derlag der Dr. 5 Haas ſchen Serei E u e B. fämtlich en miannheim.— Kk.. General⸗Anzeiger* Fernſprecher: oſtſcheck ⸗Konꝛo S— Der deutſche Tagesbericht. Sroßes Häuptqugrtier, 28. Jebr.(W4 B. Amllich.) Weſtlicher Kriegsſchauplatz. Viellen der Arloisfront wurden abgewieſen. Im Avregebiet verlieſen Iufanteriegeſechte in Dorſeld unſerer Slellungen nach Abſicht der Führung. Deſtlich von Vailly an der Aisne wurde eine unſerer izeugſicherungen von den Franzoſen überrumpell: durch Cezenſtoß kam die Poſtenſtellung und die berells gefangene deſuhung wieder in unſere Hand. Auf dem linken Maasufer ſcheiterten fran⸗ ee Teilangriffe, die nach ſtarkem Jeuer nachts gegen un⸗ Gräben nordöſilich von Avencourt vorbrachen. Weſliich von Markirch ſchlugen Unternehmungen von * hanzöſſchen Aufklärungsabteilungen fehl. Oeſtlicher Kriegsſchauplatz. heeresſront des Generalſeldmarſchalls Prinz Leopoid von Bayern. Die Kage iſt unverändert. heeresſront des Generaloberſten Erzherzog Joſe! Beiderſeils der Valepulnaſtraße im Südteil der 1 dalkarpathen brachte ein gut vorbereiteter, ſorſch durchge · 0 Ancriff unſere Truppen in den Deſiz mehrerer lalliicer hHöhenſtellungen. 12 Oſſizlere, über * 9 do Rann wurden gefangen, 11 Maſchinengewehre 9 Minenwerſer erbeulet. Die genommenen Linien wurden gegen mehrere nächt⸗ Gegenangriſſe gehallen. Ein ſadlich der Straßze gelegener Stützpunkt der Ruſſen Kuach Serſibrung ſeiner Anlagen wegen für uns ungünſtiger uſe ohne feindliche Einwirkung wieder geräumt worden. deregaruppe des Oeneralfelomarſchall o“ Mackenſen Richts Neues * Maxedoniſche Lront. ing Zm Cernabogen griſſen die Jtaliener die von am 12. Februur gewonnene Höhenſlellung öltllich von k äralovo nach ausgiebiger Jeuervorberellung mit ſtar⸗ Mfcräften an. Der Angeiffbrach verluſtrelch Hammen. Kein fußbrelt Boden ging uns verloren. Der Erſie Generalauartlermeiſler: eudendorff. Der bulgariſche Bericht. Sofia, 27. Banh des Generalſiabs. Mazedoniſche Front fül An der ganzen Froit lebhafter Jeueraustauſch der Ar⸗ Wie und ſchwaches Gewehr⸗ und Maſchinengewehrfeuer diiben vorgeſchobenen Abteilungen. In der Gegend von Wolia und im Wardarkal lebhafte Täligkeit in Luft. und Drei felndliche Schifſe beſchoſſen erfolglos die Weſiküſte die Oſikäſte von Porto Lagos. Rumäniſche Front. Oeorg⸗Armes. Der türkiſche Tagesbericht. onſtantinopel, 27. Jebr.(WB. Nichtamtlich.) ier Heeresbericht. eim, Lrisfront. Der geind beſchäftigt ſich vor der erſten unſerer neuen Stellung nördlich des Tigris. a0 aukaſusfront. Am 26. Februar vormittags warf unſerem linken Flügel einer unſerer Flieger erſolgreich auf eine Flughalle des Jeindes, ſoroie ſeine Lager. u Wab ati31hche Front. Am 25. Februar verſuchte der N hwer nach Norbereltungen durch Bombenwerſen einen Teil 2 r Gr Muref üben mit ſchwachen Kräften und Handgranaten an⸗ Wonen Er wurde nach Kampf unter Verwendung von 21 zurückgeworfen. un den anderen Fronten nichts wichtiges. 3 Der ſiellvertretende osmaniſche Oberbefehlshaber. Engliſche Erkundungsvorſtöße gegen einige Dienskag in Calais eine Febr.(WXB. Nichiamilich.) Amilicher Sl. Jeuerausiauſch zwiſchen Doſten auf beiden uſern des⸗ 4 Die Kriegslage. Kriegsrat in Calais. Paris, 28. Febr.(WrB. Nichtamtl.) Na teilung des Miniſteriums des Aeußern fand am einer Mit⸗ ontag und franzöſiſch⸗ engliſche Kon erenz ſtatt, an der franzöſiſcherſeits Briand, Gene⸗ ral Nivelle und Liautey, engliſcherſeits Lloyd George, Gene⸗ hab Bobertſon und Marſchall Houglas Haig teilgenommen aben. der engliſche Kriegsminiſter über deutſchlands Kraftreſerve. c. Von der ſchweizer. Grenze, 28. Febr.(Priv.⸗ Tel. z..) Das Berner Tagblatt meldet aus London: Aus der Rede des Kriegsminiſters Lord Derby in Boſton ſind noch bemerkenswerte Stellen, die wie üblich verſchwiegen wurden, nachzutragen. Lord Derby ſagte u..: Nichts hört man lieber, als die Behauptung, Deutſchland ſei am Ende ſeiner Kraft. Aber ich glaube nicht, daß das wahr iſt. Ich glaube, daß Deuſchland, auch wenn es Ent⸗ behrungen ausgeſetzt iſt, von denen wir uns kaum einen Be⸗ 1f machen, noch immer eine enorme Kraftreſerve 1190 Es wird eine gigantiſche Anſtrengung machen, um ſich zu einer beherrſchenden Poſition aufzu⸗ ſchwingen. Die italieniſche preſſe mahnt zum durchhalten. Von der ſchweizeriſchen Grenze, 28. Febr. (Priv.⸗Tel. z..) Die„Baeler Nachrichten“ melden aus Mai⸗ „land: Miniſter des Aeußern, Orlando, iſt von einem Be⸗ ſuch beim König im Hauptquartier wieder nach Rom zurück⸗ gekehrt. Die Beſprechungen beim König ſollen die Stellung⸗ nahme des Kabinetts während der bevorſtehenden Par⸗ lamentstagung zum Cegenſtand gehabt haben. Ein Bericht der„Tribune“ über die Vorbereitung der Tagung des Par⸗ laments iſt beſonders bemerkenswert wegen des dringlichen Appells, im Augenblick des Endkampfes nicht den Atem zu verlieren, ſondern die Zähne aufeinan⸗ der zu beißen. Aehnlich getönte Artikel ſind auch in andern italieniſchen Blättern zu finden. Die Naliener verſchieben die Ofſenſive. c. Von der ſchweizer. Grenze, 28. Febr.(Priv.⸗ Tel. z..) Aus Mailand wird dem Züricher Tagesanzeiger gemeldet: Die„Perſeveranza“ berichtet aus Rom, von offen⸗ bar gut unterrichteter Seite erfahren zu haben, daß eine große und ernſtliche italieniſche Offenſive im Trentino vor Mitte des Frühjahrs nicht möglich ſei. N c. Von der ſchweizer. Grenze, 28. Febr.(Prin.⸗ Tel. z..) Die Baſler Nachrichten melden aus Petershurg: Großfürſt Nicolai Nicolajewitſch werde, wie ver⸗ lautet, die kommenden Operationen in der Buko⸗ wina und Rumänien leiten. Die Forpediermg der„Laconia“. Newyork, 28. Febr.(WTB. Nichtamtl.) Meldung des Reuterſchen Büros. Ein Telegramm der Aſſociated Preß aus Waſhington beſagt, daß eine amtliche Depeſche die BVe⸗ richte über den Lod der Amerikanerinnen auf der Laconia beſtätigt und erklärt dies und die Tatſache, daß der Paſſagierdampfer ohne Warnung torpediert worden ſei, ſielle eine offenkundige Tat dar. In dieſem amtlichen Bericht wird die Verſenkung der Laconia als ein Luſitantafalt an⸗ geſehen, ſelbſt wenn nur einige Menſchenleben verloren ge⸗ gangen ſeien. m. Köln, 28. Febr.(Priv.⸗Tel.) Die Kölniſche Zeitung meldet aus Amſterdam: Wie jetzt beſtimmt bekanntgegeben wird, ſind, nachdem ſümtliche Mitfahrende von der Laco⸗ nia“ ſich in die Boote begeben hatten, in einem der letzteren eine Frau Hoy und deren Tochter, Amerikanerinnen, infolge Erſchöpfung geſtorben. Deshalb iſt der engliſch⸗amerikani⸗ ſche Nachrichtendienſt an der Arbeit, um die Sache als einen zweiten Liſitania⸗Fall hinzuſtellen, wobei die Zahl der Opfer nichts ausmache. Die Haüptſache ſei, daß Ameri⸗ kaner umgekommen ſeien und das ſei die Tat, die Wilſon er⸗ warte. Der Oplimismus auf dem Gejrierpunkl. m. Köln, 28. Febr.(Priv.⸗Tel.) Die Külniſche Zeitung meldet aus Waſhington: Der Optimismus der vorigen Wochen iſt in den letzten Tagen auf den Gefrierpunkt geſunken, jedoch hat Wilſon ſeinen erwarteten Beſuch im Kongreß noch nicht ausgeführt. Er wird nun für die kom⸗ mende Woche erwartet. Es iſt ziemlich ſicher, daß der im Herbſt neu gebildete Kongreß demnächſt zu einer So uder ſitzung berufen wird, ba beide Gruppen der republitani⸗ ſchen Partei ihn für einen Kriegskonflikt zur Hano zu haben Badſche KucheRachichle Wochentliche Beilagen: Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Mannheim.—„Das Weltgeſchehen im Bilde“ in Kupfertiefdruck⸗Ausführung 1917.— Nr. 100. Anzeigenperie Die iſpalt Koloneizeie 40 Pig., Reklame⸗ zeile M 1 20 Mittagblatt vorm 8% Uhr, Abendblatt nachm 5 Uhr Für Anzeigen an beſtimmten dagen Stellen u äusgabe wird keine Berantwo-tung übernommen. Begugspreis in Mannheim à Umg monatl m 140 einſchl. Bringerl Durch die Poſt 88 oiertelj M 4 02 einſchi Po zuſtellungsgebühr Bei der Boſt abgeh. M..90 Einzel⸗Ne s pig Ein erfolgreicher Angriff in den Waldkarpathen. Vlluftreicher Juſammenbruch eines italieniſchen Angriſfes im Ceruabogen. wünſchen. Dies aber hat verſchiedene Gründe. Die Kon⸗ ſervativen wollen, daß der Kongreß Wilſon daran hindere, der Entſcheidung wieder auszuweichen, die Fortſchrittler wollen den Präſidenten davon zurückhalten, daß er zu weit geht. Das Verhältnis zu Oeſterreich⸗Ungarn iſt noch immer ein völliges Rätſel. Nach dem wohl⸗ unterrichteten Vertreter der Newyork Times in Waſhington wächſt der Eindruck, daß die Beziehungen in Bälde abgebrochen werden. Man vermied den Bruch ſolange, wie das Verhältnis mit Deutſchland ſo heikel war und wollte auch keinen Schritt unternehmen, der Deutſchland in die Lage verſetzt hätte, zu behaupten, daß die Vereinigten Staaten eine aggreſſive Politik treiben, um den Krieg zu erzwingen. Die Amerikalinie hat die Fahrt ihrer vier Dampfer auf unbeſtimmte Zeit verſchoben, nachdem der Marineſekretär es ihr abgeſchlagen hatte, keine unbewaffnete Mannſchaft zu ſtellen. Die Linie kann das Wagnis der Fahrt ohne dieſe Beihilfe nicht unternehmen. Der uneingeſchränkte U⸗Boothrieg. Engliſche vorſchläge über Behandlung der U⸗Booto⸗ Beſatzungen. c. Von der E Grenze, W. Febr. (Pr.⸗Tel., z..) Dem„Züricher Tagesanzeiger“ zufolge erör⸗ tert die Morningpoſt eine Zuſchrift, in welcher vorgeſchlagen wird, die deutſchen Gefangenen von U⸗Bootsbeſatzungen fol⸗ gendermaßen zu behandeln: 1. Falls ſie Lazarettſchiffe ange⸗ griffen haben, ohne weiteres Hinrichtungals See⸗ räuber; 2. falls ſie engliſche oder neutrale unbewaffnete Handelsſchiffe warnungslos verſenkt haben, die gerichtliche Berurteilungwegen Raubmords auf offener See. Eine ganze Fiſcherſlottille verſenkt. Bern, 27. Febr.(WTB. Nichtamtl.) Ein Berichter⸗ ſtatter des„Matin“, der mit Fiſchern des Kanals eine Unter⸗ redung hatte, teilt mit, vor einigen Tagen ſei eine ganze Fiſcherflottille von einem deutſchen U⸗Boot ver⸗ ſenkt worden. Das„Petit Journal“ meldet aus Fécamp: Infolge des Steigens der und der Gefahren des U⸗ Bootkrieges werden in dieſem Jahre nur vierzehn fran⸗ zöſiſche Segeiſchiffe zum Fiſchfang nach Neufundland fahren. 9 ruſſiſche Dampfer verſenkl. c. Von der ſchweizeriſchen Grenze, 28. Febr. (Priv.⸗Tel. z..) Nach einer Meldung der„Neuen Zürcher Zeitung“ aus Chriſtiania hat das deutſche U⸗Boot, welches vor einiger Zeit in der Nähe von Hammerfeft ſank, 9 ſtark armierte ruſſiſche Dampfer verſenkt, die Rußland in Süd⸗ amerika aufgekauft hatte und die auf der Reiſe nach Ramanow waren. Die Anhfprache über den El. Iimmermann über die verhandlungen mit dänemark und Amerika, Berlin, 28. Februar. (Von unſerem Berliner Büro.) Der Reichstag ſetzte heute die Etatsausſprache fort. Das Haus iſt nicht mehr ſo gut beſetzt, wie am Tage zuvor. Im Saale ſelbſt ſind anachſt breite Lücken. Auch die Tribüne weiſt nicht mehr die Beſetzung von geſtern auf. Am Bundesratstiſch ſieht man zunächſt außer den Kommiſſaren nur Herrn Helfferich und Herrn Lisco. Später er⸗ ſcheint auch der Kanzler. Der erſte Redner aus dem Hauſe iſt der Abgeordnete Schiffer, der heute an Stelle des er⸗ krankten Fraktionsführers Baſſermann die Etatsrede hält. Er beginnt mit einer in höfliche Formen gekleidete, aber ſachlich ſehr nachdrücklichen Polemik gegen die geſtrigen Aus⸗ führungen des Grafen Weſtarp. Von dem Fideikomm i ß⸗ geſetz, das heute die Preubiſche Landſtube beſchäftigt, meint Herr Schiffer: es paſſe nicht in die Stimmung dieſer Zeit hinein und man wäre dankbar, wenn es gelingen würde, dieſen Fremdtörper wieder zu heſeitigen. Das Anſtößige an ihm ſei, daß dieſe feudale Inſtitution gerade jetzt geſetzlich ſtabiltert werden ſoll, während gleichzeitig die Vorarbeiten für eine innere Koloniſation nicht geſetzlich feſtgeſetzt werden. Das Zeichen dieſer Zeit ſei der feierliche Enſt, das letzte und tieſſte ſoll jetzt aus der deutſchen Seele herausgeholt werden, um dem Krieg ein Ende zu machen Dieſe Stimmung ſei kein Strohſeuer. Das gelte auch vom U⸗Boot⸗ krieg. Das deutſche Volk hätte mit dem Entſchluß gerungen: iſt die Zeit für ihn jetzt wirklich da? Und als dann die Emt⸗ ſcheipung für das Jeßt fiel, da ſei es wie ein Aufatmen durch das ganze Volk gegangen, das nunmehr gefühlt hätte, daß ein anderer Weg ſich ihm nicht mehr biete und ſo könne man wohl ſagen: einmütig geht unſer Volk in die letzte Phaſe des Krieges, von der man wohl annehmen dürfe, daß ſie entſcheidend ſel. Herr Schiffer kommt dann auf die Kriegsziele zu ſprechen und meint: Der Streit um ſie würde ſich löſen, wenn wir vor der praktiſchen Entſcheidung Nr. 100. 2. Seite. Mannheimer General⸗Anzeiger.(Abend⸗Ausgade.) Mittwoch, den 28. Februar 1917. ſtänden. Dann würde das deutſche Volk leicht ſich zuſammen⸗ finden. Die Kriegsentſchädigungen würden dabei eine große Rolle ſpielen. Die Laſten mären ſonſt, obſchon unſer Volt wirtſchaftlich gewiß geſund ſei, doch zu groß. Und gegen die Annexion von Geld würde am Ende ſelbſt Herr Ledebour nichts einzuwenden haben. Mit großer Entſchieden⸗ heit erklärte der nationalliberale Sprecher ſich dafür, daß die Anleihen nicht konventiert werden dürften Das ſei eine Ehren⸗ pflicht des deutſchen Volkes. Herr Schiffer kam dann im wei⸗ teren Verlauf ſeiner Rede auf Wilſons Politik zu ſpre⸗ chen, von der er meinte, daß ſie ſehr klar und zielbewußt denn doch kaum erſcheine. Im übrigen: wir ſind gewappnet und gerüſtet. Sehr warme und kluge Worte fand der natio⸗ nalliberale Sprecher für unſer Verhältnis zu Oeſter⸗ reich. Wir brauchten nach keiner Einheitsfront zu ſuchen. Bei uns ſei ſie da. Sie beſtünde in der Gemeinſamkeit der letzten Lebens⸗ und Daſeinsintereſſen. Was jeder von unſeren Ver⸗ bündeten für ſich leiſte, das leiſte er auch für alle anderen. Freilich gelte es einen Ausbau dieſer Beziehungen. Wir müß⸗ ten, wie Herr Schiffer in Anlehnung an eine ſoeben erſchienene Broſchüre ſagte, von einer Schickſals⸗ zur Lebensgemeinſchaft kommen. Dann berührte Herr Schiffer das baltiſche Pro⸗ blem, inſonderheit das kurländiſche. Bei der Erwägung dieſer Dinge dürften wir nie vergeſſen, daß die Kurländer ihre ganze Exiſtenz aufs Spiel geſetzt haben und daß ſie einfach verloren ſind, wenn wir ſie den Ruſſen zurückgäben. Unter dieſen Geſichtspunkten müßte auch ſchon die ganze Verwaltung von Kurland eingerichtet werden. Es müßte eine ſtarke Tren⸗ nung ſchon jetzt zwiſchen Litauen und Kurland ſtatthaben. Dann ging der nationalliberale Redner auf das heikle Gebiet der Ernährungsfrage über. Nach der Beſprechung der Einzelfrage und der neuen Steuervorlagen prägte Herr Schiffer zum Teil in Anlehnung an mancherlei Streitfragen, die zurzeit die Gemüter lebhaft beſchäftigen, eine Reihe 5 glücklicher, ſcharf zugeſpitzter Sätze. Den Krieg würden wir nur dann verloren haben, rief er in das von ſeinen Ausfüh⸗ rungen gefeſſelte Haus, wenn wir den Geiſt verloren hätten, der in dieſem Krieg wirkſam geworden iſt. Wer den neuen Geiſt aufhalten wollte, über den werde das Rad der Ge⸗ ſchichte hinweggehen. Es kommt darauf an, für uns ein neues Verhältnis zum Staat zu begründen, die Einigkeit zwiſchen dem Staat und jedem einzelnen Bürger. Wir wollen nicht nur das Volk von Bismarck und Wilhelm, ſondern auch das von Leſſing und Herder ſein. Herr Schiffer, deſſen Ausführungen wiederholt von ſtar⸗ kem Beifall der ganzen Linken unterſtrichen worden waren, hatte auch die Verhandlungen mit Dänemark und den Vereinigten Staaten berührt. Das gab dann dem Staatsſekretär Zimmermann die vielleicht nicht ganz un⸗ erwünſchte Gelegenheit, dieſe Dinge vor dem Land klarzu⸗ ſtellen. Herr Zimmermann erklärte, Verhandlungen hätten zwiſchen uns und Dänemark über ein Lebensmittel⸗ abkommen ſtattgefunden. Dieſe Abrede würde aber, falls ſie überhaupt zuſtande käme, unſeren wirtſchaftlichen und militäriſchen Intereſſen nach dem Urteil von Sachverſtändigen durchaus Rechnung tragen, ſchon dadurch, daß ſie zeitlich be⸗ grenzt ſind und auch die Quantitäten der Ausfuhr von Lebensmitteln beſchränkt ſind. Von einer Durchlöche⸗ rung des U⸗Bootkrieges könne keine Rede ſein. Ueber die Verhandlungen mit Amerika bemerkte der Staatsſekretär das folgende: Am 8. Februar erhielten wir durch Vermittlung des ſchweizeriſchen Bundesrats ein Tele⸗ gramm des ſchweizeriſchen Geſandten in Waſhington:„In Amerika iſt der Wunſch vorhanden. Falls die deutſche Re⸗ gierung geneigt ſein ſollte, über die Blockade zu verhandeln, würde der ſchweizeriſche Geſandte gerne das weitere über⸗ mitteln.“ Herr Zimmermann fuhr dann fort: Es iſt ſchon hier von allen Rednern geſagt worden, daß der Bruch mit Amerika bedauerlich war, noch bedauerlicher wäre es, wenn es zum Krieg käme. Politiſche Gegenſätze gibt es zwiſchen Amerika und Deutſchland nicht. Es iſt daher begreiflich, wenn die deutſche Regierung es ſich angelegen ſein ließ, alles zu ver⸗ meiden, was zum Krieg führen könnte. Aus dieſer Erwägung heraus haben wir die Anregung geprüft. Wir waren von vornherein überzeugt, daß wir durch unſer etwaiges Ent⸗ gegenkommen den U⸗Bootkrieg nicht abſchwächen könnten. Wir wünſchten die bisherigen Beziehungen zu Amerika aufrechtzuerhalten, falls ſie nicht in Konflilt gerieten mit unſerer Handelsſperre.— Aus dieſen Erwägungen heraus hat Herr Zimmermann dann an den ſchweizeriſchen Geſandten in Waſhington telegraphiert. Von Herrn Lanſing aber iſt die Antwort zurückgekommen, er ſei bereit, über eine Auf⸗ hebung der Blockade vom 31. Januar zu ver⸗ handeln. Somit ſind die Verhandlungen ge⸗ ſcheitert, bevor ſie noch eröffnet waren. Staats⸗ ſekretär Zimmermann ſprach dann ſein Bedauern aus über. die unglückliche Torpedierung derr holländiſchen Schiffe. Von deutſcher Seite iſt nichts verſäumt worden um dieſe Kataſtrophe zu vermeiden und die kaiſerliche Re⸗ gierung träfe keine Schuld. Immerhin beweiſe dieſer Vorfall, wie gefährlich die Schiffahrt in den geſperrten Gewäſſern ge⸗ worden iſt und Herr Zimmermann knüpfte daran den Wunſch, die neutrale Schiffahrt möchte derartige Gefahren vermeiden und ihre Schiffe auflegen. Sie würden dadurch helfen das er⸗ ſehnte Ziel, die Freiheit der Meere ſobald als möglich herzu⸗ ſtellen. Die Ausführungen des Staatsſekretärs löſten ſtarken Beifall aus. Dann nahm Wort. Kriegs⸗ und Friedensprobleme im deutſchen Vetkehr⸗weſen. Man ſchreibt un⸗ Die gewaltigen Auforderungen, die der Krieg jetzt in ſeiner vorausſichtlich letzten Phantaſie an das geſamte deutſche Wirtſchaftsleben ſtellt, haben begreiflicherweiſe auch auf dem Gebiet unſeres Verkehrsweſens größere und einſchneidendere Wirkungen hervorgebracht, als ſie noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit auch nur annähernd varausgeſehen werden konn⸗ ten. Vor allem zeigt ſich jetzt das Bedürfnis, den Eiſenbahn⸗ betrieb, auf jede mögliche Weiſe zu entlaſten, da er allein zur Bewältigung der ungeheuren Verkehrsaufgaben der geſamten Kriegswirtſchaft nicht mehr ausreicht, und zwar um ſo weniger, je mehr ſich die allgemeinen Kriegsfolgen in Geſtalt von und zunehmendem Materialver⸗ —— geltend machen. Dder Kohlenmangel der letzten ochen hätte nach dem übereinſtimmenden Zugeſtändnis aller maßgebenden Inſtanzen nicht den tatſächlich erreichten Um⸗ Herr Mertin von der Reichspartei das ſang annehmen können, wenn eben nicht die ſeit dem letzten Herbſte erſt ſo recht fühlbar gewordene Verkehrskriſis eine rechtzeitige Verteilung der zutage geförderten Vorräte verhindert hätte. Die übeln Folgen dieſer Verkehrsſtockung legen ganz von ſelbſt die Frage nahe, ob denn auch wirklich alles geſchehen iſt, um dem drohenden Verhängnis zu begegnen. dies bezüglich der Verteilung des Geſamtvertehrs auf die Etſenbahnen und Waſſerſtraßen. Und da muß leider feſtgeſteui werden, daß es reichlich lange gedauert hat, his die maßgebenden Stellen die Notwendigkeit einer weit⸗ gehenden Herunziehung der Waſſerwege zur Entlaſtung der mit Heerestransporten überladenen Schienenwege erkannt haben. Nur der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, haben die verſchiedenen Landesaufſichtsbehörden allmählich hegonnen, im Sinne einer möglichſten Ausnutzung der letzt⸗ genannten Verkehrsmöglichkeiten auf die Induſtrie und Han⸗ delswelt einzuwirken. Aber abgeſehen davon, daß dieſe Er⸗ kenntnis und ihre Betätigung viel zu ſpät kam, konnte eine valle Wirkung vor allem deshalb nicht damit erzielt werden, weil die von den Staatsbahnverwaltungen hisher befol gte Tarifpolitik geradezu nach der entgegengeſet⸗ ten Richtung orientiert war, inſofern als ſie den Binnen⸗ waſſerſtraßen auf jede erdenkliche Weiſe die Frachten abzu⸗ nehmen und ſie den Schienenwegen zuzuführen geſucht hatte, — und zwar mit dem Erfolg, daß in wichtigen Maſſen zütern fühlbare Abwanderungen in dem gedachten Sinne ein⸗ traten und die Schiffahrtsunternehmungen ſamt ihren Hilfs⸗ anſtalten im Umſchlagverkehr dadurch außerordentlich geſchã⸗ digt und in ihrer Leiſtungsfähigkeit herabgemindert wurden. Zu dieſer planmäßigen Schwächung der Binnen⸗ ſchiffahrt durch die Tarifpolitik der Eiſenbahnverwaltun⸗ gen, die ſich ziemlich weit in die Vergangenheit zurückverſolgen läßt, und die ſich jetzt bitter genug rächt, wie ſo mancher“ andere Fehler in der bisherigen einzelſtaatlichen Ver⸗ kehrspolitik,— es ſei hier nur auf die jeden großen Zug ver⸗ miſſen laſſende Kanalbaupolitik(Rhein⸗Hernekanal, Rhein⸗ Hannoverkanah, auf die mangelnde Fürſorge im Ausbau der Eiſenbahnverkehrsanlagen(Bahnhöfe und Strecken) ſowie in der Beſchaffung von Betriebsmitteln hingewieſen,— trat bei Beginn des Krieges noch der weitere Binnenſchiffahrt auch in den Mobilmachungsmaß⸗ nahmen ſo gut wie gar keine Berückſichtigung gefunden hatte. Es fehlte jeder Plan einer feſten Einord⸗ nung der Waſſerſtraßen und der ſie benutzenden Unterneh⸗ mungen in das Syſtem des deutſchen Geſamtverkehrsweſens, ſowohl hinſichtlich der Perſonalbehandlung(Zurückſtellung), 5 auch bezüglich der Zuweiſung beſtimmter Verkehrsauf⸗ gaben.—— Bei Berückſichtigung aller dieſer poſitiven und negativen Erſchwerniſſe kann es natürlich nicht wunder nehmen, daß die nachträglichen Mahnungen im Sinne einer ſtärteren Inan⸗ ſpruchnahme der Waſſerwege zur Bewältigung des Zivil⸗ güterverkehrs vorerſt nur beſcheidene Erfolge verzeichnen konnten. Auch die verhältnismäßig ſpät ins Leben gerufene Schiffahrtsabteilung im Großen General⸗ ſtab vermochten wahrhaft befriedigende Zuſtände bisher nicht zu ſchaffen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil dieſe Stelle nicht zugleich auch über die Regelung des Bahnverkehrs, bezw. über die gegenſeitige Verkehrsteilung und ⸗Zu⸗ weiſung zwiſchen Eiſenbahnen und Waſſerſtraßen verfügen kann. Je länger der Krieg noch dauert, und je fühl⸗ barer das deutſche Wirtſchaftsleben durch ihn beeinflußt wird, um ſo mehr macht ſich das Bedürfnis nach Schaffung einer ſolchen Zentralſtelle geltend. Bei der ungeheuren Bedeutung und Weitſchichtigkeit des Geſamtverkehrsweſens muß es aber als ganz ausgeſchloſſen gelten, daß dieſes Verlangen etwa infolge der Einrichtung einer beſonderen Verkehrsabteilung in dem ja jetzt ſchon ge⸗ waltig überlaſteten Kriegsamt gegenſtandslos geworden ſein könnte. Wenn man bedenkt, daß ſich der Aufgabenkreis einer ſolchen Zentralſtelle keineswegs mit der oberſten Ver⸗ kehrsregelung auf den Eiſenbahnen(und zwar auf den Bahnen niederer und niederſten Ordnung) und Waſſerſtraßen erſchöpfen würde, daß ihr vielmehr ganz von ſelbſt die Löſung noch weiterer, mit dem Verkehrsweſen mit⸗ telbar oder unmittelbar zuſammenhängender Probleme zu⸗ kommen würde, wie etwa die Projektierung neuer Schienen⸗ und Waſſerwege einſchließlich der Ka⸗ naliſierung von Flüſſen, die Ausnutzung und Verteilung'der Waſſerkräfte(Elektriſierungsprob⸗ lem), die Kohlenverſorgung, ſowie cuch die Rege⸗ lung der Uebergangswirtſchaft, und wenn man ferner erwägt, daß gerade auf dem Verkehrsgebiet noch ſo manche wiſchenſtaatliche Hemmungen und Wiede 2 t ände zu überwinden ſind, ſo wird man die For⸗ derung ſo ſtellen müſſen, daß ein völlig ſelbſtändiges Kriegsvertehrsamt geſchaffen und daß es mit der⸗ ſelben Organiſation, aber mit weit größeren Befugniſſen gegenüber den bundesſtaatlichen Landesbebörden ausgeſtattet werde, wie etwa das Kriegsernährungsamt. Iſt einmal eine ſolche Stelle vorhanden, dann kann es nicht mehr vorkommen, daß einzelſtaatliche Sonder⸗ intereſſen, wie es bisher leider immer roch in wichtigen Relationen der Fall war, der ſo notwendigen einheitlichen Zu⸗ ſammenfaſſung und Kontigentierung des Verkehrs hindernd im Wege ſtehen. Es beſteht dann eine Garantie dafür, daß auch wirklich nur noch das große geſamtdeutſche In⸗ tereſſe entſcheidend iſt über alle zwiſchenſtaatlichen Grenz⸗ pfähle hinweg. Das aber gehört eben ſo gut zu den Voraus⸗ ſetzungen für ein reſtloſes Durchhalten bis zur ſiegreichen Be⸗ endigung dieſes mörderiſchen Krieges, wie etwa die unerbitt⸗ lich durchgeführte Rationierung des Lebensmittelkonſums. Was uns aber für die Zeit des hoffentlich nicht mehr allzu fernen Friedens auf dieſem Gebiete nottut, das liegt eben⸗ falls in der Richtung einer möglichſt weitgehenden Zentra⸗ liſierung des Geſamtverkehrs, unter möglichſter Auswertung der im Kriegsbetrieb gewonnenen Erfahrungen. Im übrigen iſt ja der Vereinheitlichungsgedanke, ſoweit wenigſtens das Eiſenbahnweſen in Hrage kommt, durchaus nicht neu. Schon lange vor Kriegsausbruch ſind, 750 Teil in Anknüpfung an die Bismarckſchen Pläne, die ver⸗ chiedenſten Vorſchläge gemacht und mit wachſendem Eifer verrreten worden, die zu dieſem hohen Ziele hinführen koönn⸗ ten. Es ſoll an dieſer Stelle nicht verſucht werden, dieſe Projekte(Föderativgemeinſchaft, Erweiterung der Reichsbe⸗ fugniſſe, Reichseiſenbahnſyſtem) gegeneinander abzuwägen u. für irgend eine der konkurrierenden Löſungen einzulreten. Bei den Debatten der ſoeben wieder eröffneten Reichstags⸗ tagung, die ſich an die mehrfach angekündigte Verkehrs⸗ beſteuerungsvorlage ganz von ſelbſt anknüpfen wer⸗ den, findet ſich wohl Gelegenheit, die deutſche Verkehrsfrage der Zukunft, und damit auch das Problem der Vereinheitlich⸗ ung 9—— Eiſenbahnweſens, von der finanzpoliti⸗ ſchen Seite her, d. h. unter dem Geſichtspunkt einer mög⸗ lichſtrationellen Bewirtſchaftung wifder aufzu⸗ Vor allem gilt lebelſtand, daß die Angriffs gemacht. Da dieſer Angriff inzwiſchen ſowo greifen und erneut auf ihre baldige Löſung zu dringen. An⸗ geſichts der großen Tragweite, die der Erfüllung dieſer Auß⸗ gabe für den ungehemmten Wiederaufbau des deutſchen Wirt⸗ ſchaftslebens nach dem Kriege zukommt, kann man nur wün“ ſchen, daß die bevorſtehenden Debatten mit Ernſt und Würde, im Bewußtſein der vollen Verantwortung vor* Geſchichte, geführt werden mögen. Anur polniſchen Frage. Uleber den Peſſimismus, mit dem man in Deutſchland die polniſche Frage betrachtet, ſchreibt L. Raſchdau im „Tag“, daß es nichts mehr verſchlage, auch öffentlich davon 5 ſprechen.„Man glaubt in Deutſchland ziemlich allgemein, da es den Polen vor allem darum zu tun ſei, von Rußland zukommen. Das iſt nur ſehr bedingt richtig. Man könnte mit 7 größerem Recht ſagen, daß der überwiegende Teil der Beon kerung Kongreßpolens Rußland und die bis herige Herrſchaft einer Anlehnung an Deutſchland oder Oeſter⸗ reich⸗Ungarn vorziehe.“ Dieſer Tage habe ſich nun den polniſchen Wortfügcern Gelegenheit zum Einlenken geboten.„Aber man mußte ſcht ſehr feinhörig ſein, um einen Unterſchied zu bemerlen, wäh⸗ rend man gar nicht hellhörig zu ſein brauchte, um auf der gierungsbank das Entgegenkommen feſtzuſtellen. Es mo einer ihrer Kraft bewußten⸗Ueberlegenheit entſpringen, iſe es kann doch nicht verſchwiegen werden, daß es weite 60 in unſerem Volke gibt, die an dieſ. Kraft zu zweifeln beginne Sollte es dahin kommen, daß auf der Gegenſeite kein ſtändnis u. kein Intereſſe für unſere Leben? notwendigkeit vorhanden iſt,dann werden auch wir U1 bei der Behandlung der großen Fragen, die im Oſten zur 1 ſcheidung kommen müſſen, lediglich von dem Geſichts punkt le ten laſſen dürfen, wie wir unſerer Sicherheit in a Zukunft am beſten dienen.“ Die Männer, die an der Wiege des neuen Königreich haben Pate ſtehen wollen, haben pflichtgemäß das deu die Intereſſe im Auge gehabt, aber ſie haben dadei doch auſ fe opferbereite Mitwirkung des Polentums gerechnet. Wen e⸗ in dieſer Annahme getäuſcht werden und ſtatt der Benolfes rung eines nach hohen Zielen ſtrebenden begabten Bol de einer froſtigen Ablehnung begegnen, die in einer groß. Si n er altem Groll den Vortritt lößt und die Mitarbeit von nte neuen Bedingungen abhängig macht, dann iſt es nicht wunderlich, wenn im deutſchen Volke ſich die Sorge einniſtel, ob wir bei der Behandlung des großen Problems den rich tigen Weg eingeſchlagen haben. Deutſches Reich. Ein unangebrachter Angeiff. Die Nationalliberale Korreſpondenz ſchreibn, Der„Deutſche Kurier“ hat die Erklärung, die Prin Schöngich⸗Carolath am Freitag im Reichstag nan i der notionalliberalen Fraktion zu der neuen Kriegskre vorlage abgegeben hat, zum Anlaß eines goncemaſl 11 * der„Kreuzzeitung“ wie vom„Berliner Tageblatt“ aufgeg fen und kommentiert worden iſt, ſo ſehen wir uns vera auf die Angelegenheit trotz der Erklärung zurückzukom 10 die der„Deutſche Kurier“ zur Berichtigung ſeiner erſten 1 7 gebracht hat. Prinz zu Schönaich⸗Carolath hat ſich in ſein, Erklärung darauf beſchränkt, die Zuſtimmung der natto liberalen Reichstagsfraktion zu der Kreditvorlage aueer ſprechen. Zu weiteren Ausführungen war kein zwingen Anlaß gegeben. Wenn von ſozialdemokratiſcher Seite d⸗ dieſer Gelegenheit verſucht wurde, den Bewilligung⸗ ta or⸗ punkt zu eriäutern und dadurch eine Kriegszieldebatte her gſen zurufen, ſo fehlte hier jeder zwingende Grund, ihr auf di 10 Wege zu folgen. Die ſozialdemokratiſche Auffaſſung Juren zuweiſen, hat Prinz zu Schönaich⸗Carolath ausdrückli alten. nationalliberalen Sprechern in der Etatdebatte vorbeh ung Damit war der Wahrung der nationalliberalen Auffaſſſen Genüge getan, denn der Standpunkt der nationalliberde Partei in der Frage der Kriegs⸗ und Friedensziele und die⸗ einmütige Uebereinſtimmung der Reichstagsfraktion mit ſem Standpunkt ſind ſo bekannte und ſo oft erhärtete ent⸗ ſachen, daß ſie einer beſonderen Hervorhebung bei geleg lichen Anläſſen nicht bedürfen. Es iſt deshalb ungerechtfete, wenn der„Deutſche Kurier“ ſich gegen die Erklärung Be⸗ Prinzen zu Schönaich⸗Carolath wendet und von einem un⸗ fremden der nationalliberalen Fraktion ſpricht. aus berechtigter aber iſt es, wenn das„Berliner Tageblatt“ end den Bemerkungen des„Deutſchen Kuriers“ auf tiefgeh ne⸗ nationalliberale Meinungsverſchiedenheiten in der eper ſrage ſchließen will. In dieſer Frage ſind ſich alle Kreiſe ſer, Partei vollkommen einig, inſonderheit, wie ausdrücklich vorgehoben ſei, die nationalliberale Reichstagsfraktion. des⸗ „Deutſche Kurier“ mag aber aus den Schlußfolgerungen nd⸗ „Berliner Tageblatts“ erſehen, wie ſchädlich bei aller Gru loſigkeit ſein Angriff gewirkt hat. * 5 Kohlen oder Frieden! c. Von der ſchweizer. Grenze, 28. Febr.(ah Tel z..) Der Züricher Tagesanzeiger meldet aus Die Pariſer Staatsanwaltſchaft erhob vor dem Krieg, Kſchl⸗ Anklage gegen vier Perſonen, die am 31. Januar in ve⸗ hlen denen Vierteln von Paris Broſchüren mit dem Titel ⸗Ko oder Frieden“ verteilt haben. Hungerpanik in Genug. iv. c. Von derſchweizer. Grenze, 28. Febr⸗(aige Tel. z..) Aus Chiaſſo wird dem„Züricher Tagesar gge⸗ gemeldet: In Genua iſt eine große Hungerpan 0 ſte. bot⸗ 5 brochen, welche die Bevölkerung veranlaßt, Lebens räte anzuhäufen, weil ſie befürchte, daß die Regieru, unen, fähig ſein werde, ſpäter das Land noch verſorgen zu 15 die Auf Grund dieſer Panik erlebe man in Genua käg d heftigſten Szenen. Die Leute ſchlügen ſich in der Stra vor den Geſchäften, um ihre Lebensmittel zu erhalten. Der britiſche Kolonlalſekretär über die deutſchen Kolonte, Febt c. Von der ſchweizeriſchen orenge 0, (Priv.-Tel. z..) Zürcher Blätter melden: Der britiſ rung, lonialſekretär Long erklärte im Unterhaus, ſeine Er viedel⸗ Deutſchland dürfe— Kolonien nach dem Krieg nicht 3 habe erhalten, ſei unrichtig wiedergegeben worden. Niemale er⸗ er ſo geſprochen. Die Tatſache müſſe im Auge behelte ſchloß den, daß die Geſamtgeſtaltung der Dinge beim Friedenaden⸗ von den Bedingungen, die die Unterhändler bei der 9 konferenz feſtlegen, abhängen werde 5FCFE„ SYSGSo. Sesss-—S 3 E gSSSSrSSsZSSECE SESSSSSSS SSSSSSSS SSSSS. ————————— „„————— S 3e2 332 G2 —2e SSSSSSSS SSSS3 Ge 33 2 — —— 80 Awoch, den 28. Februar 1917. Mannhein.er General⸗Anzeiger.(Abend⸗Ausgabe.) 3. Seite. Nr. 100. Nus Stadt und Land. Mit dem Kausseicaet . Scgen Kiberne Hans Schäfer, Rurprechtſtr. 6, Inhaber chen ſilbernen Verdienſtmedaille. Erſat⸗Reſerviſt Karl Ziegler, Selretär der Firmg Adolf * im Aufnahme der Kartoffelvorräte. 8— Wacbs, Pilofabrik, Mannheim, zur Zeit in einem Reſerve⸗Lhzarett. Militäriſche Beförderung. Feldwebel⸗Leutnant Hellmann, r der Firma Hellmann u. Heyd, Q 1, 57/6, erſt kürzlich mit ernen Kreuz ausgezeichnet, wurde zum Leutnant der r ernannt. Wir machen auf die Be⸗ am ung im Anzeigenteil dieſer Nummer aufmerkſam, wonach gart März im Ganen deutſchen Reich eine KAufnahme der Aben offelvorräke ſtattfindet, deren Ergebnis von größter Wonatun für die Regelung der Ernährung in den kommenden en i 7 * 5 iſt. Natſ rsererungssulagen für die penſionierten Ratſchreiber. Der ei berbezirksverein Donaueſchingen ſtellte an den Präſi⸗ en des Badiſchen Ratſchreiberverbandes das Erſuchen, dahin wirken und die notwendigen Schritte einleiten zu laſſen, daß Achle zu Ruhe geſetzten Ratſchreibern und deren Witwen die dem Modus penſionierter Staatsbeamten, jedoch ohne Sceee de Teuerungszulage zuteil werden möge und nach der Hilſsbedürftigleit. Die Fürſorgekaſſe ſei derart 18 iundiert, daß die Hilfsbedürftigkeit nicht in Frage kommen dürfte. Proßherte babiſchen Augenheilauſtalten im Jahre 1915. In den 8 im U dem zogtum vorhandenen Augenheilanſtalten, wovon 2 dem Staat, Nrrichtefrünenvexsin, und 3 einzelnen Perſonen gehören, wurden im Saken eblt. iahr 264 Betten für Kranke, 38 für Warte⸗ und 20 für Dienſt⸗ Verpftegt wurden insgeſamt 1866 Perſonen, davon 980 mäanlichen und 886 weiblichen Geſchlechts. Da man 37 425 19 150 und 18 275 Verpflegungstage berechneie, war die durch⸗ Vew. üliche Verpflegungsdauer bei den männlichen Kranken 19,5 bei 01 weiblichen Kranken 20,6 und bei den Verpflegten überhaupt A0 0 Der Beſtand an Kranken belief ſich* Anfang des Jahres im Laufe desſelben wurden 1768 aufgenommen und 1 798 wulſen, ſo daß Ende 1915 noch 68 Kranke verblieben. dere ſahr dis für * Die Wildſchonzeiten für das Jagdjahr 1917/18. Nach⸗ werden die mit Rückſicht auf die derzeitigen Ernährungs⸗ ltniſſe teilweiſe abgeänderten Wildſchonzeiten für das Jagd⸗ 1 Pebor 18 bekannt gemacht: Männliches Rot⸗ und Damwild ruar bis 31. Juli, weiblichs Rot⸗ und Damwild 1. Febryar Uhale Sevtember, Rehböcke 1. Februar bis 15. April, weibliches ld und Kitzböcke 1. Februar bis 30. September, Haſen 1. ar bis 30. September, Auer⸗ und Birkhähne 1. Juni bis „ Auer⸗ und Birkhennen das ganze Jahr, Faſanenhähne A. Faet ar bis 31. Juli, Faſanenh Wachteln und Haſelwild Juli, Faſanenhennen, Wachteln daſelwi Saen ſcn fen 1. April bis 28. Haſen hleibt vorbehalten. ar bis 23. Auguſt, Rebhühner 1. Januar bis 23. Auguſt Sumpf⸗ und. Waſſergeflügel 1. April bis 80. Juni und Auguft. Eine Abkürzung der Schonzeit Ein Wohltätigkeitskonzert zugunſten der Kriegsbeſchädigten Ginterlliebenen in Baden füllte am Sonntag den geräumigen käulein g und de alein 9 im Löwen in Käfertal. Das Streichorcheſter, gebildet von auterer, den Herren Anton, Stephan, Hei⸗ d Mäder, wetteiferte mit der vielverſprechenden Sängerin, ohmann, den Geſchwiſtern Gertrude und Kurt Ste(laster) und einem Schülerchor aus Mächen der 89 ein Dankbarkeit der Daheimgebliebenen. Das ganze Kongert war Niededes, entzückte diedern. 10 en de Streichguartette ſowie das Klavierkonzert mit Streich⸗ Au, Rite füürte zubören mögen. K ſe aus N 8 9 Rar erneralk, Käbiete At Rrach 9 ſor großen Fernflug zu treffen. Mehrere Tage ließen uns ver⸗ argen Klungene uufe ele . äſſen der Volksſchule in den ſorgfältig ausgewählten Dar⸗ gen.“ Zwei gefühlvoll vorgetragene Gedichte appellierten an er Erfolg. Fräulein Hohmann, Schülerin von Fräulein die Hörer mit einigen prächtig vorgetragenen daß ſie ſich zu einer Zugabe entſchließen mußte, und ichwiſter i Kienzle boten in Technik und Vortrag Vorzüg⸗ wurden ſo tadellos zuſammengeſpielt, daß man noch lange Die Begleitung der Lieder und die Chöre Herr Mäder in muſtergiltiger Weiſe durch. Es war eine olle Stimmung über dem ganzen Konzerte, die über die r Zeit hinaushob. Herzlicher Beifall lohnte alle Dar⸗ ſen. Der Dank äußerte ſich auch in einem nambaften Bei⸗ für den wohltätigen Zweck. Die Veranſtalter, beſonders Herr ex, können das Bewußtſein haben, Edles geboten zu haben. einwucher! Unter dieſer Ueberſchrift regt ſich, ſo wird der Pfalz geſchrieben, im Freitag⸗Abendblatt der„Frank⸗ eitung“ ein Anonymus mächtig auf über die„Hochflut der Poce Fſteigerun en“ in der Pfalz und über die von Woche zu laerungen, ſo behauptet der ſpaltenlange Artikel, würde die ation auf den Wein gelenkt, was ein enormes Stei⸗ Serr Preiſe und eine völlige Leere des Wein⸗ tes zur Folge habe. Der Artikelſchreiber gibt deshalb den ommandos den guten Rat, die Weinverſteigerungen zu bis zu„ſchwindelnder Höhe“ ſteigenden Preiſe. Durch dieſe 0 1 en .— Wer da weiß, daß ſchon ſeit längerer Zeit von einer Iniereſſentengruppe gegen die Verſteigerungen Stim⸗ Uträ ti 8* 1 6. Pundern at fühlen, der wird ſich au macht wird, weil die Herren ſich in ihren Jutereſſen be⸗ über dieſen Artikel nicht die Weine durch die Verſteigerungen teuerer wer⸗ Würde das der Fall ſein, ſo würden ſich ſo vieſe Käufer einfinden. Tieſe kommen doch nur, weil ſie auf den Verſteigerungen bequemer und billiger ihren Bedarf decken können. Diejenigen Intereſſenten, welche ihre Geſchäfte auf pri⸗ vatem Wege zu machen ſuchen, fühlen ſich darin durch die Wein⸗ verſteigerungen geſtört und ſo ſuchen ſie denn das Kriegswucheramt hiergegen in Bewegung zu ſetzen. Daß ſie ſelbit ebenſo hohe Preiſe nehmen, wenn ſie ſie bekommen, iſt ſelbſtverſtändlich. Wucher jieht man immer dann gar zu gern, wenn man nicht ſelbſt, ſondern ein Anderer den Profit einſteckt. Merkwürdig iſt es, daß die hohen Liebhaberpreiſe jetzt auf einmal ein Unrecht ſind, nachdem ſie in der Pfalz bezahlt werden. Früher, als in anderen Wein⸗ —— ſolche Preiſe bezahlt wurden und der Pfälzer Wein als ſchenbrödel galt, hat die bekannte Mainzer Intereſſentengruppe nichts dagegen einzuwenden gehabt. Hoffentlich werden die Gene⸗ rallommandos auch dieſe Seite der Angelegenheit würdigen. Dann wird ihnen der Wucherartikel in der Frankfurter Zeitung in einem anderen Lichte erſcheinen. Die Abfertigung der Fahrgäſte der Straßenbahn. Vom Karls⸗ ruher Städt. Nachrichten⸗Amt wird geſchrieben: Allgemein wird vom Schaffnerperſonal geklagt, daß viele Fahrgäſte der Elektriſchen anſtelle von abgezähltem Geld mit Papierſcheinen bezahlen. Dieſes Wechſelgeſchäft während der Fahrt hat zur Folge, daß die Schaffner bezw. Schaffnerinnen beſonders bei vollbeſetzten Wagen nicht rechtzei⸗ tig alle Fahrgäſte abſertigen können, ſo daß an den Umſteigeſtellen öfters Fahrgäſte die Wagen verlaſſen, ohne bezahlt zu haben. Die Beträge, die auf dieſe Weiſe dem Straßenbahnamt und damit der Stadt ſelbſt verloren gehen, dürften ganz erheblich ſein. Es muß alſo dringend gebeten werden, bei Benützung der ſtädt. Straßen⸗ bahnen möglichſt abgezähltes Geld bereit zu halten. Sehr zu empfeh⸗ len iſt der Kauf von Fahrſcheinheften, wodurch der Betrieb erheblich erleichtert wird.— Die vorſtehende Mahnung ſollte auch hier beher⸗ zigt werden. * Krähenvertilgung. Wer in dieſem Winter aufs Land kam und die rieſigen Krähenſchvärme ſah, der hat ſich gewiß darüber gewundert, daß ſo gut wie garnichts zur Wertilgung dieſer ſchäd⸗ lichen Vögel getan wurde. Wie jetzt bekannt wird, iſt die Stadt⸗ verwaltung Bruchſal mit Gift gegen die gefräßigen Tiere, die namentlich der Saat großen Schaden zufügen, vorgegangen. Fachleute ſchätzen die Zahl der auf Bruchſaler Gemarkung getöteten Krähen auf—800 Stück. Verhaftung von fünf Geflügeldieben. Von unſerm Wein⸗ heimer[(B⸗Korreſpondenten wird uns berichtet: In verſchiedenen Landgemeinden des Ne waren in letzter Zeit eine ganze Anzahl von Geflügeldiebſtählen ausgeübt worden. So wurden in Großſachſen bei zwei Landwirten 13 Hühner und 11 Gänſe geſtohlen, wobei die Täter die abgeſchlagenen Köpfe⸗ der Tiere zurückließen. Ebenſo ſind in Heddesheim ver⸗ ſchiedene Geflügeldiebſtähle ausgeführt worden. Jetzt iſt es end⸗ lich gelungen die Geflügelmarder dingfeſt zu machen. Es ſind 5 junge Burſchen aus Viernheim, die in Mannheim verhaftet turden. Todesfall. In Wies baden iſt dieſer Tage Stadtarchio⸗ direktor Hofrat Dr. C. Spielmann geſtorben. Seit 1892 war er als erſter Archivar der Stadt Wiesbaden tätig. Mit ihm iſt ein Mann aus dem Leben geſchieden, der als Schriftſteller eine außer⸗ getwöhnliche Fruchtbarkeit und Vielſeitigkeit entwickelte und zugleich auf dem engeren Gebiet der heimatlichen Geſchichtsforſchung Hervorragendes leiſtete. Spielmann war der beſte Kenner der Wiesbadener Ortsgeſchichte, die er nach allen Richtungen mit unermüdlichem Fleiß bearbeitet hat. Leider war es ihm nicht ver⸗ gönnt, die umfangreiche„Geſchichte der Stadt Wiesbaden“ zu voll⸗ enden, an der er mit beſonderer Freude arbeitete. Aber auch die beigelegt. naſſauiſche Geſchichtsforſchung verliert in ihm einen hervorragen⸗ den Vertreter. Sein Hauptwerk, die dreibändige„Geſchichte von Naſſau“, liegt im erſten und dritten Band vollendet vor: der zlveite Band harrt noch der Drucklegung. Als Erzähler hat der Verſtorbene ebenfalls Nennenswertes geleiſtet. Am liebſten griff er auch hier nigch geſchichtlichen Stoffen. Einige Gedichtbände zeugen von einer bemerkenswerten Verskunſt Spielmauns. Der Verblichene wurde am 12. Ottober 1861 in Neuwied geboren. Urſprünglich Volksſchul⸗ lehrer, mußte er eines Gehörleidens wegen ſeinen Beruf aufgeben. 1894 promovierte er auf der Uniberſität Bern zum Dr. phil. Jahre 1892 wurde er als erſter Stadtarchivar nach Wiesbaden berufen. Er hat das ſtädtiſche Archib eingerichtet und muſterhaft geleitet. Der Charalter als Stadtarchivdirektor wurde ihm 1914 Seine Verdienſte als naſſauiſcher Geſchichtsforſcher wurden vom Großherzoglich Luxemburgiſchen Hof im Jahre 1904 durch die Verleihung des Hofratstitels anerkannt. Der Rote Adler⸗ orden wurde ihm 1906 verliehen. Kommunales. Fraukfurt, 7. Februar. Der heutigen Stadtverord⸗ netenverſammlung lag eine Vorlage vor, die die Regelung der Penſionsverhältniffe des berzeitigen künſtleriſchen Beirats des Hof⸗ und Nationaltheaters in Mannheim, Ludwig Siebert, forderte, der hier in gleicher Eigenſchaft angeſtellt werden ſoll. Stadtv. Dr. Sinzheimer(Soz.) bemerkte, das Ziel müſſe die Verſtadt⸗ lichung des Theaters ſein und von dieſem Standpunkte aus könne die Stadt die Regiering der Penſionsverhäliniſſe des neuen Ausſtattungsdirektors übernehmen. Die Vorlage wurde genehmigt.— Für die Entwarfskoſten eines Großſchiffahrtsweges vom Main zux Donan wurden 50/000 Mark verlangt. Stadtv. Kleinſchmidt(nl.] verbreitete ſich des Näheren über das Projekt Er hefürchtet, daß der Umſchlagsverkehr Frankfurts durch den Kanal, deſſen große Bedeutung er nicht verkenne, beeinträchtigt werde. Stadtv. Dorſchu(Soz.) war für die Bewilligung der Summe. Der Kanal ſei für die Lebensmittelverſorgung nötig. Stadtv. Heué (Pp.) dankte dem Oberbürgermeiſter für ſeine Bemühungen in dieſer Angelegenheit. werden. Jun Niemals würde er ſo gerne eine Summe bewilligen, wie dieſe. Entgegen dem Stadtv. Kleinſchmidt ſei er der Anſicht, daß der Kanal Frankfurt den größten Nutzen bringe. Oberbürger⸗ meiſter Voigt hob die Wichtigkeit des Donau⸗Main⸗Kanals für Frankfurt hexvor. Die Befürchtung, daß der Umſchlagverkehr für Frankfurt beeinträchtigt würde, ſei unbegründet, Es ſei im Gegenteil zu hoffen, daß Frankfurt den größten Nutzen davon habe. Die Hanbelskammer ſei auch von der Nützlichkeit überzeugt. Nachdem noch Stadty. Ladenburg(kl.) über die Tätigkeit der Handelskammer in der Angelegenheit berichtet und bemerkt hatte, daß die Handels⸗ kreiſe das beſte von dem Projekt erwarten, wurde die geforderte Summe hemilligt. Mainz, 27. Febr. In der letzten Stadtverordneten⸗ ſitz ung wurde mitgeteilt, daß der Vorſitzende in der nächſten Sitzung bezüglich des Rhein— Main— Donau⸗Kanals einen Antrag auf Bewilligung eines Beitrags ſtellen wird. Bezüglich der Wiedereröffnung der Fortbildungsſchule war der Vorſitzende der Anſicht, daß die Wiedereröffnung wenigſtens bis zu Oſtern nicht wünſchenswert ſei. Die Verſammlung war damit ein⸗ verſtanden. Die Volksſchulen ſollen im Karmeliterſchulhaus für die Altſtadt und in der Goetheſchule für die Neuſtadt am heutigen Mittwoch eröffnei werden. Außerdem die Schulſäle in der früheren höheren Mädchenſchule und die Jordanſchule. Im ganzen vier Schul⸗ häuſer. Ueber die Maßnahmen zur Linderung der Kohlenknapp⸗ heit berichtete Bürgermeiſter Gündert. Bei der gewaltigen Steige⸗ rung des Verbrauchs an Kohlen im Elektrizitätswerk ſei es nicht zu verwundern, wenn der Kohlenbeſtand rapid abgenommen habe. So ſtieg z. B. im Januar der Tagesverbrauch von 53 Tonnen in 1914 auf 106 Tynnen in 1917, im Februar von 51 Tonnen auf 102,2 Ton⸗ neu. Im Gaswerk war die Steigerung dieſelbe. Die Gasabgabe zeigte ebenfalls eine fortſchreitende Zunahme bis zu 37 Proz. Er abe mit dem Kohlenkontor in Mannheim wiederholt im vorigen Jahre faſt in jedem Monat, perſönliche Ausſprachen gehabt und alles getan, um den Kohlenbeſtand des Gaswerks zu erhöhen. Die ſchlechte Anlieferung von Kohlen habe der Direktor des Kohlenkontors ſchon im Dezember 1915 auf den Wagenmagel zurückgeführt. Nicht unter dem Eindruck der Kälte habe er erſt gehandelt, ſondern ſchon längſt vorher. Leider konnten aber nicht die Mengen geliefert werden, die gefordert wurden. Die Herren Kritiker, die behaupteten, daß ander⸗ wärts die Verhältniſſe beſſere ſeien, gingen bewußt an der Wahrheit vorüber. Wiesbaden und andere Städte leben nur von der Hand in den Mund. Auch die Darmſtädter haben große Not. In vielen Städten am Rhein, ſo in Mannheim und Ludwigshafen, lagen alle Induſtriewerke ſtill, es brannte keine Laterne mehr.(Für Mannheim und Ludwigshafen trifft dieſe Behauptung nicht zu. Die Schriftl.) Wir haben es nicht mit einer lokalen, ſondern mit einer allgemeinen wirtſchaftlichen Erſcheinung zu tun. oc. Pforzheim, 28. Februar. Der Stadtrat hat beim Bürgerausſchuß die Einführung des Scheckverkehrs bei der ſtädt. Sparkaſſe beantragt. Die Sparkaſſe ſoll auch ermächtigt werden, Wert papiere uſw. in Verwahrung nehmen zu können. Ferner hat der Stadtrat jetzt dem Bürgerausſchuß die Vorlage über die Erhöhung des Straßen bahntarifs zugehen laſſen. Wie wir ſchon mit⸗ geteilt haben, ſoll zur Beſeitigung des fortſchreitenden Defizits der elektriſchen Straßenbahn der Straßenbahntarif auf der Grundlage des Teilſtreckenverkehrs von 10 auf 15 Pfennig allgemein erhöht werden. oc. Singen⸗Hohentwiel, W. Februar. Der Bürger⸗ ausſchuß hat die Vorlage des Gemeinderats über die Ausgeſtaltung der Protheſenanſtalt Singen und des Reſervelazaretts angenommen. Das Sanitätsamt des 14..⸗K. beabſichtigt in Singen größere Lazarett⸗ baracken zu erſtellen und außerdem ſoll die Protheſenanſtalt Singen die ſich in der Ausarbeitung künſtlicher Glieder beſonders bewährt hat, auf eine neue geſellſchaftliche Grundlage geſtellt und ausgebaut Die Hohentwielfeſtſpielhalle iſt der Stadt um den Prels von 40000 Mark von ihrem Beſitzer, Herrn Brink in Arlen, zum Kauf angeboten worden. ):(Schopfheim, 20. Febr. Die ſtädtiſche Umlage fütr 1917 bleibt auf der bisherigen Höhe von 38 Pfennig. Solingen, 24. Febr. Die Stadtverordneten beſchlof⸗ jen in ihrer Sitzung die Herſtellung und Ausgabe von ſtädtiſchem Kriegsgeld zur Behebung des Kleingeldmangels. Es ſollen vor⸗ erſt 20 000 Stick Fünfzigpfennigſtücke, deren Fehlen am meiſten empfunden wird, hergeſtellt werden.— Auf Vorſchlag der Armenver⸗ waltung wurden die Unterſtützungsſätze der Armen⸗ pfleglinge, die während des Krieges ſchon zweimal eine Erhöhung erfuhren, abermals um 10 Prozeut erhöht. Rus dem Großherzogtum. §Ilvesheim, 27. Febr. Wie in den früheren Jahren, ſo ließen es ſich auch in dieſem Jahre die Kinder der Gr. Blindenanſtalt Ilvesheim nicht nehmen, ihren Teil zur Linderung der Kriegsnot beizutragen. Das am letzten Sonntag zu Gunſten von Kriegswaiſen ſtattgefundene Kon⸗ zert nahm einen ſtimmungsvollen Verlauf. Auch diesmal hatte man einen ehemaligen Schüler der Anſtalt, Hru. Muſik⸗ lehrer und Organiſt Ludwig Kühn aus Pforzheim, zur Mit⸗ gewonnen. Herr Kühn hat es unter Leitung des Herrn Profeſſor Ordenſtein in Karlsruhe zu bedeutender Fer⸗ tigkeit im Klavierſpiel gebracht. Die von ihm dargebotene Novelette von Sthumann wurde klangſchͤn zu Gehör ge⸗ bracht, ebenſo die Sonate in Cis⸗moll von Beethoven. Wenn wir hier ſchon Gelegenheit hatten, ſeine hervorragende Technik zu bewundern, ſo war es noch mehr bei Chopins Polonaiſe in As⸗dur, die er mit großer Bravour zu Gehör brechte. Auch Etude u. Valſe in Cis⸗moll von Chopin waren Glanz⸗ nummern, für die die Zuhörer reichen Beifall zöllten. Die Chöre und Gedichte der Kinder wurden mit echt vaterländi⸗ ſcher Begeiſterung und Hingabe wiedergegeben. Zum Schluß hielt der Anſtaltsleiter Herr Rektor Koch, eine von patrioti“ Mein Kanalflug.“) Als Erſter über Boulogne ſur Mer. 9 Fiugzeugführer R. Dietrich, bei einer Fliegerabteflung. Schon ſeit einigen Wochen beſchäftigte ſich mein Beobachter Luftlä mit dem Gedanken, einmal im Anſchluß an unſere täglichen rungsflüge eine Erkundung des tieferliegenden Gebietes von — His zur engliſchen Südoſt⸗Küſte zu unternehmen. Er be⸗ mit mir ſein Vorhaben, dem ich mit Freuden zuſtimmte. gann ein jeder die ihm zufallenden Vorbereitungen für auf gutes Wetter hoffen. Endlich brachte der 31. März 1916 Bal Ack en 88 ignete Wetter für unſeren Flug. Die herrliche Frühlings⸗ ckte mich ſchon in früher Morgenſtunde nach dem Flugplatz, bald mein Beobachter eintraf. An Hand einer Karte gab Sne noch einige Erläuterungen über Flugrichtung, Höhe dann beſtieg ich das Flugzeug und prüfte den Motor. lentliiges, markiges Brummen ließ mich auf ein gutes Durch⸗ Alat während des Fluges hoffen. Jetzt nahm auch Lt. E. ſeinen 0 Ein Zuruf„Fertig!“ und mein Albatros erhebt ſich ſemcden Anlauf über den welligen Boden des Flugplatzes. In Kreiſen ſchrauben wir uns zu größerer Höhe empor und gt mein Barograph 2000 Meter Höhe an. darter Nebeldecke verſchleiert, liegt das Dreiſtädtebild unter uns. Immer weiter zieht der ſchwerbelaſtete Alba⸗⸗ Reteteine Bahnen und nach einer halben Stunde haben wir 3500 le — Kauuſcenbe erreicht. Mit Südwweſtturs überfliegen wir die deutſch⸗ Stellungen bei...5. Der markige Ton meines Mo⸗ die Aufmerkſamkeit der engliſchen Abwehrgeſchütze, deren nn uns von früheren Flügen hier gut bekannt ſind, auſ berde Mündungsfeuer geben uns die Gewißheit, daß Mrnbe, Die intereſſante Erzählung ſiammt von dem belannten itiven 0 mierviag mer Flieger Nicharb Dielrich, der es durch ſeine vorzüg⸗ Rlackeſfungen—95 einfachen Soldaten zum Vizewachtmeiſter Ubat und u. a. mit dem Eiſernen Kreuz 1. Klaſſe ausgezeichnet Leſer werden ſich noch gut an die erſten wagemutigen Flüge über Mannheim mit einem damals allerdings noch ſehr eutſchen Apparat erinnern. Gar oſt wird Herr Dietrich Bergleiche zwiſchen ſeinen erſten Flügen vom kleinen aug und ſeinen jetzigen Kriegsleiſinngen angeſtellt ichs ſtille wir entdeckt ſind. Kaum habe ich dieſe Wahrnehmung gemacht, da taucht links von mir eine Gruppe Sprengwolken auf. Es ſcheint zuerſt, als ob ſie ſich ſelbſt aus dem blauen Aether bilden. Man hört keine Erploſionen. Zuerſt ein winzig kleiner Punkt, der ſich langſam zu einer Wolke entwickelt. Plötzlich ein dumpfer Knall. Was war das? Einige Setun⸗ den bin ich verlegen. Man ſieht keine Sprengwolke und auch ſonſt nichts. Krach! Krach! Nun iſt aber höchſte Zeit, die Flugrichtung zu ändern. Dicht unter der Maſchine ſitzen die Schüſſe, und der Luftdruck bringt den Appaxat ins Schwanken. Weitere Schüſſe liegen rechts und links von uns, immer noch ſo nahe, daß man ſie trotz des Motorgeräuſches mit dumpfem Knall krepieren hört. Wir erreichen die Stadt B. in 3000 Meter Höhe. hat den dünnen Nebelſchleier über dem Erdboden weggezogen, da⸗ durch können wir die wichtigſten feindlichen Anlagen erkennen und photographieren. In weiterem Steigen folgen wir der Bahn⸗ ſtrecke.⸗St.⸗O. Ein großer engliſcher Flugplatz liegt unter uns, wo gerade zwei Doppeldecker aus ihrem Schuppen gezogen werden. Es dauert nicht lange, da ſchweben ſie ſchon in der Luft, um unſere Verfolgung aufzunehmen. Unſer Höhenmeſſer Zeigt 4300 Meter an, eine Höhe, in der wir vor Angreffen feindlicher Flieger giemlich geſchützt ſind und auch durch die Artillerie ſchlecht erreicht merden können. Vor uns liegt das große Hügelland, das ſich von St. O. bis zur Küſte erſtreckt, und fern am Horigont ſieht man hinter einer Wolkenbank einen langen hellen Strich— den Kanal. An meiner Benzin⸗Kontrolluhr bemerke ich, daß der Motor in der eriten Flugſtunde bereits 10 Liter Mehrvenbrauch hat. Dies gebe ich meinem Beobachter zu verſtehen.„Aber auf keinen⸗Fall mehr zurück:“ meint dieſer. Der mächtige Drang nach unſerem Ziel läßt uns alle Gefahren vergeſſen, nur vorwärts wollen wir. Eine große Zeltſtadt taucht unter uns auf. Es iſt ein engliſches Truppenlager. In gerader Richtung fliege ich darauf zu. Die hier ſtehenden engliſchen Flieger⸗Abwehrgeſchütze eröffnen ſofort ein heftiges Feuer auf uns, aber kaum annähernd erreichen ſie unſere Höhe. Als deutſchen Morgengruß werfen wir eine Sprengbombe mitten in das feind⸗ liche Lager.— Ruhig liegt unſer Albatros in der Luft, ungufhaltſam zieht er ſeine Bahnen. Langſam, kaum merklich rückt die Hügellandſchaft unter uns weg. Städte und Dörfer kommen und verſchwinden wieder, immer mehr nähern wir uns der Küſte. Aus der Richtung C, fliegt ein feinßliches Flugzeuggeſchwader an. Es kann unſere mir. Der leichte Weſtwind Höhe aber nicht erreichen. Bald verſchwinden ir hinter einer endlos erſcheinenden Wolkendecke. Nun erlebe ich die eindrucks⸗ vollſten Augenblicke meines ganzen Lebens. C. haben wir ohne es zu ſehen paſſiert. Raſend ſchwebt der Albatros über die weichen Wellen des Wolkenmeeres hin. Das Schattenbild unſeres eigenen Apparates liegt vor unſeren Augen und begleitet uns auf dieſer herrlichen Fahrt. Nach etwa 10 Minuten finden wir eine große Wolkenlucke, und zum erſten Male ſehe ich die grünen Wogen des Meeres unter In zwei engen Spiralen durchbreche ich die Wolkenbank ⸗ wir ſind über dem Kanal. Ein wunderbares Farbenbild bieiet uns die weiße Kreideküfte Englands. Wie eine ſchnurgerade Sil⸗ berlinie ſchimmert ſie im Meere. Es iſt mir, als ſei ich in eine andere Welt verſetzt und mein unmöglichſter Traum ſei wirklich geworden. Ein großes Schiffsgeſchwader kreuzt vor dem Hafen von Folkeſtone und eine Torpedoflottille iſt auf dem Wege zur franzöſiſchen Küſte. Mein Beobachter photographiert das Kap Dungeneß ſowie die unter uns liegenden Kriegsſchiffe. Nun wollen wir noch den engliſch⸗franzöſiſchen Kriegshafen und Truppenlande⸗ platz Boulogne ſur Mer erkunden. In einer weiten Kurve drehe ich das Flugzeug wieder der franzöſiſchen Küſte zu und bald thuchen die Konturen dieſer alten Seeſtadt unter uns auf. Ein Gewimmel von kleinen Seglern hebt ſich ſcharf ab im dunſtloſen Frühlings⸗ morgen. Große Schiffe ankern im Hafen, der von einem getürmten Häuſermeer umlagert iſt. Es finden gerade umfangreiche Trup⸗ penausladungen ſtatt. Meinem Beobachter gelingt es, ſeine ganzen Erkundungen auf ein photographiſches Reihenbild zu bringen, deſſen ſpätere Austvertung die wichtigſten Meldungen ergeben. Jeßt werfen wir die nächſte Bombe mitten in die Hafenanlagen. Ueber Boulogne kreiſt ein franzöſiſches Luftſchiff, begleitet von zwei Jagdflugzeugen. Unſere Erkundungen ſind beendigk, alſo könyen wir den Rück⸗ weg zur deutſchen Front antreten. Der Fülle meiner märchen⸗ haften Empfindungen und Eindrücke reihten ſich nun die unheim⸗ lichſten Gefühle zur Seite. Meine Benzinkontrolluhr zeigt nur noch 45 Liter Inhalt an. Ein Vorrat, der höchjtens für 50 Minu⸗ ten Flugzeit reicht, mithin wäre es unmöglich, die über 100 Kilo⸗ meter lange Strecke zur deutſchen Front zurückzulegen. Drei Mög⸗ lichteiten, durch die eine Notlandung auf engliſch⸗franzöſiſchem Boden vermieden werden kann, beruhigen mich einigermaßen. Unter voller Ausnützung des Rückenwindes ſuche ich die kürzeſte Nr. 100. 4. Seite. Mannheimer General⸗Angeiger. kubene· Ausgabo.) Mittwoch. ben 28. Oebrunr 101u ſchem Geiſte getragene Anſprache. Gleichzeitig fand eine Berloſung ſtatt, zu der die Kinder der Anſtalt allerlei ſchöne und nützliche Gegenſtände angefertigt hatten, die von den Gewinnern gerne entgegengenommen wurden. Bei der großen Arbeit, die ſich Lehrer und Schüler gemacht hatten, iſt es erfreulich, mitteilen zu können, daß auch der finanzielle Erfolg ein guter iſt. N. Heidelberg, 27. Febr. Der Verein Heidel⸗ herger Preſ ſe hielt heute Abend im Artushof eine Ver⸗ ſammlung ab. Für den verſtorbenen Chefredakteur Franz Mantua, deſſen die Verſammlung ehrend gedachte, wurde Hauptſchriftleiter Dr. Lanick zum 1. Vorſitzenden, Haupt⸗ ſchriftleiter Hermann Baguſche zum ſtellvertretenden Vor⸗ ſitzenden gewählt. Weinheim, 27. Febr. Aus den Landgemeinden Waldkatzenbach, Haag, Moosbrunn, Schollbrunn, Schwan⸗ heim und Schönbrunn ging bei der hieſigen Maſchinenfabrik „Badenia“ eine reiche von Fett, Fleiſch, Obſt, friſchen Gemüſen und Eiern ein. Dieſe Liebesgaben wurden heute durch den Arbeiterausſchuß der Firma an die Schwer⸗ Arbeiter verteilt. 8 Neckarbiſchofsheim, 7. Febr. Am letzten Sonntag ſand hier im geräumigen Rathausſaal eine gutbeſuchte vater⸗ ländi he Verſammlung ſtatt. Profeſſor Wendling⸗ Manr n ſchilderte die entſcheidungsſchweren Ereigniſſe der Zeit und legte dar, daß der Endkampf zwiſchen dem deutſchen und dem Acker geführt werde. Daher komme alles darauf an, daß Landwirtſchaft ihrer großen Aufgabe, für die Ernährung des Volkes zu ſorgen, ſich ganz bowußt iſt und dieſer Aufgabe alle räfte widmet. Sowohl für die Kriegszeit, als auch für die kom⸗ wende Friedenswirtſchaft ſei ein freunbliches Verbältnis zwiſchen Stadt und Land unbedingt notwendig. Die Ausſprache geſtaltete ſich zu einer ſehr anregenden und fruchibaren. Namentlich was von ſeiten der Herren Geiſtlichen der beiden Konfeſſionen dar⸗ gelegt wurde, war ſehr beherzigenswert. Herr Amtmann Bauer, Der ſchon in ſeiner Begrüßung auf die palerländiſche Pflicht jedes Einzelnen an der Heimatkront hingewieſen hatte, beſprach auf An⸗ gen„ Niremmfung einige für die Lindwirtſchaft wichlioe die Beſchaf ung von Arbeitzkräften an Menſchen und Schwierigkeiten der Kriegsgefangenen, die Sommerzeit, die richtige Verteilung der Hindenbürgſpende, das Kolvortieren falſcher üchte u. a, Auch hier trugen Schüler und Schülerinnen der oberſten Klaſſe durch vaterländiſche Lieder und Vorträge weſentlich zur Hebung der Stimmung bei. Mit dem Wunſche, daß die gegebenen Anregungen nun auch in weitere Kreiſe getragen Unb in die Tat umaeſetzt werden mögen, beſchloß der Vorſitzende mit einem Hoch auf das Voterland die Verſammlung. oc. Radolfzell, 27. Febr. Der Unter ſee iſt noch immer zum größten Teil zugefrören. Zwiſchen Radolf⸗ zell und Iznang beſteht noch eine ſchöne Schlitiſchuhbahn. Pfalz, Heſſen und Umgebung. * Frankenthaf,. Febr. Die, wie gemeldet, auf dem Bahndamm aufge undene Leiche eines Soldaten wurde von der Frau als jene des zurzeit keim Heere befindlichen Antiquitäten. händlers Kaus Hoffmann aus Weſtheim bei Germersheim an⸗ erkannt. Es liegt offenbar ein Unglückefoll vor. dem Zuge erfolgte nach der dem anderen Geleiſe zugekehrten Seite und man fand den im Sterben liegenden Mann zwiſchen den beiden Schienenſträngen liegen. Im Sturg zerbrach er ein koſt⸗ hares Meißener Porzellanſtück. Wahrſcheinlich hatte er den Gegen⸗ ſtand irgendwa aufgekauft. * Frankfurt a.., 26. Febr. Der 50jährige Deutſch⸗ Amerikaner Hermann Dotzert machte in einem bieſigen „Gaſthaus ſeinem Leben durch Erhängen ein Ende.— Auf den Frankſurt—Wiesbadener Perſonen-ug wurde Dlenstag nach⸗ mittag genen a; Uhr kurz vor Höchſt ein Schuß abgegeben; das Geſchoß ſtreifte den Fenſterrahmen eines Abteils. Die Eiſenbahndirektion ſetzte auf die Ermittelung des Täters eine Belohnung von 500 Mart aus.— Bei der Einfahrt des Kaſ⸗ ſeler-Zuges ſprang im Hauptbahnhof der Zuſtigrat Dr. Ernſt Met aus Nidda aus dem noch in Bewegung befind⸗ lichen Wasen. Hierbei rutſchte er aus und geriet zwiſchen den Bahnſteig und die Trittbretter. Dabei erlitt er ſchwere innere Duetſchun-en, einen Schädelbruch und mehrere Hnochenbrüche. Der lebensgefährlich Verletzte wurde dem Krankenhauſe zugeführt. ie Volksernährung. Gegen den Kriegswucher. Es kommt öfter vor, daß Staatsanwälte ſich durch Säulenanſchlag und Zeitungsanzeigen direkt an das Puhli⸗ kum wenden, z. B. wenn ſie entwiſchte Verbrecher din feſt machen wollen. Daß ein Staatsanwalt ſich aber durch einen Strecke zur deutſchen Front und beſchränke die Benzinzufuhr zum Motor auf das äußerſte. Die dritte Möglichkeit, die Maſchine durch Tiefenſteuer auf eine außergewöhnlich hohe Geſchwindigkeit zu bringen, hat allerdings ſein Bedenken, da ich hierbei einen gang beträchtlichen Teil der Höhe verliere. Trotzdem nütze ich dieſe drei Möglichkeiten ſolange aus, bis ich die Gewißheit habe, die deutſche Seite unter allen Umſtänden zu erreichen. Die große Wolkenbank, die beim Auflug über dem Kanal lag, iſt inzwiſchen nach Often gezogen und läßt mich unbemerkt über D. nach A. lommen. Durch das ſtarke Vorwärtsdrücken der Maſchine trat bis dahin ein Höhenverluſt von 1000 Meter ein. Einem zu unſerer Verfolgung aufgeſtiegenen Jagdgeſchwaͤder können wir dennoch entgehen. Mit nervöſer Ungeduld fliegen meine Augen von einem Inſtrument auf das andere. Wie langſam doch eine Minute vergeht. Vor uns 8 ein friedliches Städtebild; es ſcheint B zu ſein. Rauchende Eſſen laſſen darauf ſchließen, daß hier noch reges Leben in den Fabriken herrſcht. Die Schrecken des Krieges zeigen auch hier ſchon ihre erſten Spuren. Mittlere und größere Granattrichter liegen nahe am Stadtrand. Ich ſehe, mein Beobachter photographiert wieder. Er muß etwas erſpäht haben. Neugierig ſtrecke ich meinen Kopf aus der Karoſſerie; jetzt ſehe ich's auch. Ein engliſcher Doppeldecker fliegt unter uns durch, eben macht er eine Kurve. Mein Beobachter hat ihn hübſch aufs Bild gebracht. Schade, der Mangel an Benzin läßt einen Angriff unſererſeits nicht zu. So vergrößert ſich unſer Abſtand rapide und bald iſt der Engliſhman unſeren Augen entſchwunden. Naoch 10 Minuten, dann haben wir die Front erreicht. Doch was iſt das? Ein Knall, und der Tourenzähler des Motors ſchwankt um 600 Touren. Sind es Ausſetzer? Der Benzinſtand geigt doch noch 10 Liter Inhalt an. Mein Ohr lauſcht geſpannt auf den Gang des Motors, jetzt kommt er wieder. Es war nur ein Schreckſchuß, der aber durch Mark und Bein geht. Nun ſind wir wieder im Bereich der feindlichen Abwehrgeſchütze. Rechts und lints, vor und hinter uns liegen die Schüſſe, das Feuer kommt aus allen Richtungen. Einige harmloſe Treffer erhält meine Ma⸗ ſchine, als wir die Kreuzung der rechts und links ſchießenden Botterien durchfliegen. Ueber der Front liegen große Wolkenballen, hinter denen wir als Deckung gegen Sicht in niedriger Höhe die engliſchen Stellungen überfliegen. Jetzt iſt mir wieder leichter, denn wir haben ſicheren deutſchen Boden unter uns. Auf dem Wege nach L. unterhält ſich mein Beobachter mit mir, d. b. er brüllte mich lachend an, und wir beglückwünſchten uns gegenſeitig zu unſerem heutigen Erfolge. Endlich haben wir den Flugplatz Der Sturz aus Die Vorwürfe I nicht berech machen. Zeitungsaufruf die Mithilfe der Einwohner ſeines Vandge⸗ richtsbezirk gegen eine ganze S erbittet, verdient beſondere Beachtung.— In der„Kösliner Zeitung“ vom 20. Februar 1917 erläßt der Erſte Staatson ⸗ walt zu Köslin folgende Bekanntmachung: „Trot der ſtrengen Strafen, welche die Bundesratsverordnung vom 23. Juli 1915 bei übermäßiger Preisſteigerung für Gegen⸗ ſtände des täglechen Beaf, alcloht. iſt der Kriegswucher bis heute nicht nur nicht geſchwunden, ſondern hat ſogar in bedenk⸗ lickſter Weiſe an Umfang zugenommen. Es gibt leider immer noch unzählige Leute, denen der eigene Vorteil weit über über allen ankeren Rückſichten ſteht, und die deshalb nicht einſehen wollen, daß der Krieg allein leine„Konjunktur“ iſt, die ein anſtän⸗ diger Menſch zur Erzieiung eines erhöhten Gewinnes benutzen darf, und daß eseine Schmach iſt drie Not des Baterlandes auszübeuten. Bedauerlicherweiſe iſt dieſer Mangel an Einſicht und vaterländiſchem Gefühl in weiten Kreiſen und bei allen Stän⸗ den zu beobachten, ſelbſt bei ſolchen Leuten, die ſich jonſt beſonders viel auf ihre Rechtlichkeit und Vaterlandsliebe zugute tun. Daß durch dieſes gewiſſenloſe Treiben die allgemeine Teuerung der not⸗ wendigſten Lebensbedürfniſſe immer ärger wirt, liegt auf der Hand; denn jene Preisſteigerung, auch diejenige von Waren, die nicht wie Brot, Mehl, Fleiſch, Gemüſe zur Erhaltung des Lebens unentbehrlich ſind, hat heutzutage die Verteuerung unzähliger, anderer Bedürfniſſe zur unrermeidlichen wer ſelbſt das, was er zum Leben bedarf, immer teurer bezahlen e iſt nur zu leicht geneigt, auch ſeinerſeits, wo er nur kann, die Preiſe zu erhöhen. Daher wuß dem Kriegswucher unbedingt Einhalt geboten werden, und die Strafverfolgungsbehörden laſſen ſich die Erreichung dieſes Zieles nach Kräften angelegen ſein. Aber ſie können nur in den⸗ jenigen Fällen einſchreiten, die ihnen belaunt werden, und das iſt eine verhältnismäßig gerinde Zahl. Pflichteder Allgemein⸗ eit iſt es deshalb, ſie zu unterſtützen und jeden Fall von Kriegswucher zu ihrer Kenntnis zu bringen. Dem⸗ gemäß richte ich an alle ehrenhaften Einwohner des Landgerichts⸗ bezirks die dringende Bitte, mir oder den Polizeibehörden jeden ſolchen Fall unverzüglich mitzuteilen. Niemand darf ſich vor ſolcher Mitteilung ſcheuen! Denn unwürdig iſt nur die— namentlich anenyme— Degunziation, die lediglich der niederen Sucht, anderen 95 ſchaden, entſpringt, nicht a diejenige wahrheitsgemäße lIngeige, die dazu beiträgt, das Vaterland vor noch größerem Schaden zu bewahren und zu verhüten, daß die ſchweren Kaſten, die das deutſche Volk zu tragen hat, noch vermehrt werden. Jeder, der es unterläßt, die ihm bekannten Fälle von Kriegswucher zur Anzeige zu bringen, leiſtet dem Ueberhandnehmen dieſes Wuchers Vorſchub, ſchädigt das Vaterland und damit in letzter Reihe auch ſich ſelbſt.“— Dieſer Aufruf ſollte nicht nur im Landgerichtsbezirk Kös⸗ lin, er müßte im ganzen Reiche gehört werden. Wer unſere Behörden— das Krie zswucheramt, die Staats n valtſchaften und die Polizei im Kampf gegen die Verteuerer der Ge jen⸗ ſtände des täglichen Bedarfs, gegen die Wucherer, nicht unter⸗ ſtützt, iſt ſich des furchtbaren Ernſtes dieſes Kampfes noch nicht bewußt gewordenl Deut cher Reichstag. 81. Sitzung. WTB. Berlin, 28. Februar. Am Bundesratstiſch: Reichskanzler Dr. von Beihmann Holl⸗ weg und Staatsſekretär Dr. Helfferich, Graf Rödern, Zimmer⸗ mann, Kraetke und Dr. Lisco. Der Präſident Dr. Kaempf exöffnet die Sitzung um.15 Uhr. Auf der Tagesdordnung ſteht die Fortſetzung der erſten Beratung des Etats und der Steuervorlagen. 8 Der bayeriſche Genergl und Bevollmächtigtee zum Bundesrat Koeppel gibt eine Erklärung gegen die geſtrigen Ausführungen des Abg, Scheidemann über die Malzſchiebungen ab. tigt. Von einer Rückſichtnahme auf beſtimmte Perſönlichkeiten ſei keine Rede. Die bayeriſche Re⸗ gierung habe lückenlos alles zugegeben und ihre Gegenmaßnahmen getroffen. Abg. Schiffer⸗Magdeburg(Natl.): Dem warmen Dank für unſer Heer und unſere Marine ſchlietzen wir uns voll an. In di. Stimmung dieſer Zeit— geſetz nicht hinein. Wer wiſſen, daß wir ſchwweren Zeiten gerade jetzt entgegengehen und daß wir ernſte Kämpfe gegen einen, vielleicht zahlenmäßig überlegenen Feind vor uns haben und daß wir zu den bisherigen Opfern weitere bringen müſſen. Allein dieſe Erkenntnis kann uns nicht wankend das Fideikommi hexvorrufen, das Letzte und Tiefſte aus der Seele und der Kraft unſeres Volkes herauszuholen, um das Ende des Krieges und den Sieg herbeizuführen. Hinter der Entſchließung zum U⸗Boot⸗ rieg ſteht das ganze deutſche Volk. Daran änbext auch nichts die Haltung des Abgeordneten Ledebour. Auch ohne Kriegs⸗ entſchädigung würden wir nicht zugrunde gehen. Aber die finanzielle Laſt wäre ungeheuer und gegen eine Annexion von —7 auch Herr Ledebour nichts einzuwenden haben.(Hei⸗ terkeit.) Der UBootkrieg miß unbeugſam weitergeführt werden, erreicht, den ich nie zuvor ſo ſehnſüchtig geſehen wie heute. In ſteilem Kurvengleitflug gehe ich zur Erde nieder und lande nach nahezu vierſtündigem Fluge mit völlig aufgebrauchtem Betriebs⸗ ſtoff. 1620 eee Kunſt und Wiſſenſchaſt. „Parſifal“ zum erſten Male in Stockholm. Seit 4 wartet die ſchwediſche Hauptſtadt auf die Exſt⸗ aufführung des„Parſifal“, und in dieſem Frühiahr endlich— ſo wird aus Stockholm berichtet— ſcheint das Langerwartete zur Tatſache werden zu ſollen. Anſcheinend ſind die keiten, die in der Ausſtattung wie in anderen Umſtänden lagen, endlich überwunden, und Wagners wird in der Oiter⸗ woche zum exſtenmal in Stockholm geſpielt werden. Was die Be⸗ Seun angeht, ſo ſollen Herr Stockmann den„Parſifal“ und Frl. tanzell die Kundry ſingen und für die Rolle des Amfortes iſt in — Forſell ein Sänger gewonnen, der die Partie in Deutſchland ereits mit großem Erfolge geſungen hat. Nikiſch.Gaſtſpiel in Schweden. Artur Nikiſch wird Anfang Mai mit dem philharmoniſchen Orcheſter eine Gaſtſpielreiſe nach Schweden unternehmen. Das erſte Konzert findet am 8. Mai in Stockholm ſtatt; weitere Konzerte ſind in Malmö, Gotenburg, Kopenhagen und Chriſtiania Eutſchäbigungen bei Theaterſchluß durch Kohlennot, Einen ſehr bemerkenswerten Beſchluß faßten, wie uns aus Erfurt gemeldet wird die dortigen Stadtverordneten. Sie be⸗ ſchloſſen, dem Theaterdirektor Schirmer, der an den 12 Tagen, an denen er wegen Kohlennot nicht ſpielen durſte, 3 von täglich 845.25 Mk. gehabt hatte, die Geſamtſumme in Höhe von 419 Mk. zu erſetzen. Oberbürgermeiſter Schmidt betonte dabei, daß die Stadt eigentlich verpflichtet ſei, dem Direktor für den ganzen erlüttenen Schaben aufzukommen Ferner wurde beſchloſſen, bis zum 81. Juli zu verlängern im Intereſſe der Einwohner und der gern ins Theater gingen, und endlich auch der elögrauen, die ünſtler. Rus dem Mannheimer Kunſtleden. Klavierabend Lonny Epftein. „Der Klapierabend Lonny. Epſtein findet nunmehr am kommenden Mittwoch, den 7. März, abends 7o8 Uhr, im Kaſinv⸗ ſaale ſtatt. Karten im Mannheimer Muſikhaus, P 7, 14a. Dieſe Erkenntnis Sueſſ in uns den weihevollen Ernſt Er hat Schrecken hervorgerufen. Die Häfen liegen voll roßen Schwierig⸗ von Schiſfen und Räder ſtehen ſtill, wenn ſein ſtarkerArm es— Auch in Amerila wachſen die Bäume nicht in den Himmel, funt beweiſt der Umſtand, daß Präſident Wilſen mit ſeiner Zumume von faſt allen Neutralen zurückgewieſen wurde. Die Cinbean Amerikas an Preſkige kann zu unſren Sunſten geh * et werden. Klar und zielbewußt iſt auch nicht ſeine Haltung D01 reich⸗Ungarn gegenüber. Was auch kommen mag, wir ſind 4 11 und gerüſtet.(Pravol) Wir ſint von der Bundestreue un Verbündeten tief durchdrungen. Treue um Treue. Uns nicht gemeinſamer Haß ſondern gemeinſames Intereſſe. Wir rnen, gelernt, miteinander zu ſterben. Wir müſſen nun lern gemeinſam zu leben. Die Sitzung dauert fort. Letzte Meldungen. die wirtſchaftliche Kriſe in Spanien und portugl, Madrid, 28. Febr.(SB. Nichtomtl.) Suntgg von dem Vertreter des Wiener k. und k Karreſpondenz Nach Meldungen portugieſiſcher und— 4— Blätte n ſich ſeit der erſten portugiſiſchen—*. nach Ir die reich und die Berkündigung der verſchärften U⸗Bootſperre de innere Lage Portugals zuſehens verſchlimmert. Um ſehnpſen Gewaltherrſchaft der gegenwärtigen Regierun anzukämf hat ſich aus unzufriedenen Elementen verſchtedener Pa ner⸗ ein parlamentariſcher Block gebildet, der in ſcharfer 64 che ſchaft der Regierung gegenüberſteht. Die wirtſchafthi Lage iſt geradezu verzweifelt. Die Schrwieltetge⸗ der Kohlenverſorgungen haben zu Einſchränkungen im muug ſonenverkehr, der öffentlichen Beleuchtung und der Anord des früheren Ladenſchluſſes geführt. die Wegen dem Mangel an Beförderungsmitteln muh ganze vorjährige Weinernte, die teilweiſe nach Fra affen verkauft war, im Lande rerbleiben. Die hierdurch geſch rün⸗ Kriſe werde noch verſchärft durch die angeordnete Einſchhe⸗ kung des Alkoholgenuſſes in England, das ein bedenun Abſatzgebiet für portugieſiſche Weine war. Die Regien ſtehe all dieſer Ereigniſſe ohnmächtig gegenüber. Eine N niſterkriſe ſtände bevor. Die ſeinblich n Heeresber chte. Ole franzsſiſchen Berichte. ch Partz, 27. Febr.(Wrt. Nichtamtlich) Amtlicher N, mittagsbericht. Sütöſlch von Haat machtn wir einen bruch in die deutſchen Linien und brachten Gefangene mit. Ae, Gegend von Bezanvaug und im Wasgenwald Patro zuſammenſtöße. Sonſt war die Nacht ruhig. Abenb⸗ Paris K. Febr(Ers. Kichamtlich) Amtlicher Aan bericht. Während des Tazes ziemlich lebhafter Artile det in den Abſchnitten von Echelle St, Aurin, Beaufraignes, ſ 10 90n Avre und in den Argonnen bei Vauquois. In der Gene Feuel 3 hy ſcheiterte ein feinlicher Handſtreich in unſerem 90 ir richteten Zerſtörungseuer auf die deutſchen Anla i be⸗ Malancgurt⸗Waldes und auf die Abſchnitte der Höhe 604. Pinien Vogeſen konn en wir lei einem Einfall in die feindlichen he⸗ ſüdlich des Markircher-Paſſes Gefangene machen. Von übrigen Front iſt nichts zu melden. Der engliſche Ocricht. 10 Febr. We. Nichtamklich.) Amtlicher h Weiterer Fortſchritt füdlich der Ancre. Nachts kun in Dorf Berque, heute beſetzten wir Ligny und ſetzten mi, den weſtlichen und nördlichen Verteidigungsanlagen von feſt. Mehrmals machten wir einen riböcte⸗ n die feindlichen Stellungen ſü weſtlich von Leſis; wir Zerr g Unterſtände und Ein anberet, durc N reicher Vorſtoß wurde nachts öſtlich von Armentiere f Wir drangen in drei Linien feindlicher Gräben 17 Ge. London, 27. ſchädigten die Verteidigungsanlagen ſtark und machten angene. Die Artiderſetälgkeit hielt ubrzlich und fübh Somme an. Der ruſſiſche Bericht. Petersburg, 27. Febr.(Wrc. Nichtamtlich) Bericht Weſtfront. In ker Gegend von Smergerub unternahn! Feind 4 bei dem er im Zeitraum Stunden 8 Gaswellen abblies. Rumäniſche Front. Gegenſeitige Beſchietzung Erkundungsabteilungen. 3 Kaukaſusfront. Ein Angriff der Türt k0ucde unſexe Truppenkörper nördlich der Straße nach Siwas, durch unſer Feuer und einen Gegenangriff abgewieſen. moff bel lugweſen. Unſer Flieger⸗Unteroffizier—* hrei⸗ wickelte ein deutſches Flugzeug, das über Dünaburg erſchiennden mal in einen Kampf und zwang es, in ſeinen Linien zu Der italieniſche Bericht . N Rom, 27. Rebr.(MrB. Nichtamtlich) Amiiicher Beſhh w, Grtiklerict e war geſtern ſtark im Gebiet ſtammen, Görz; einige Geſchoſſe fielen auf die Stabt. Beim fiche Abte, fluß der Vertoibigza und des Frigido verſuchten jeindliſ ſchlage, lungen 150 unſeren Linien zu nähern, wurden aber a 941 1 Am Nordhang des Monte St. Marco 8 eine unſecſtztte,) lungen überraſchend in die feindlichen Gräben ein, ze lughenh, Einrichtungen und rieb die Verteibiger auf. Feinbliche 8 1 — Bomben auf Valona(Karſt); einige Perſonen verle Aniſch⸗ * Frankfurt, 28. Febr.(WTB. Nichtamtl.) a vertretende Eeneralkommando des 18. Armeekorps ruat dit der Raſſauiſche Bote in Limburg habe am 26. Sebrnnhere, Nachricht verbreitet, daß in Breitenau, Deeſen und in en 0 Orten des unteren Weſterwaldkreiſes Erkrankun 9 Pocken vorgekommen ſeien. Gegenüber dieſer Piell wird* Grund von Erkundigungen an zuſtändiger 0 9I9⸗ eſtellt. daß lediglich in Deſſau 2 Pockenfälle inf chleppens von außerhalb ſich ereignet haben und Ind dieſen Fällen keine weiteren Erkrankungen erfo * Köln, 27. Febr. Die beiden Mörder der oe manns Hafercamp, Fräſer Hahn und Heſchurch 4. Kefer, wurden heute auf dem Schießplatz Wahn ſchießen hingerichtet. 3. c. Von der ſchweizeriſchen Greng 285 (Pr.⸗Tel. z..) Laut Züricher Tagesanzeiger ber ndon, de —— Seite bediente Neue Korreſpondenz aus 5 975 Aviatiker Page habe ein Rieſenflugzeug gebsund. bei dem erſten Flugverſuch ſich mit einem Piloten Meienn — an Bord bis zu einer Höhe von 2300 erhob. Konſtantinopel, 27. Febr.(W7B. raft K. 6 Die Kammer hat das durch Verordnung bereits in La tretene Geſetz betreffend den obligatoriſchen der 5 wirtſchaftsdienſt angenommen. Im Lauſe du batte wies der Ackerbauminiſter Scherif Beg auf das Geſetz bereits erzielten günſtigen— 95 Petersburg, 27. Febr.(WTB. Nichta ede Duma und der Reichsrat haben die Sitzungen aufgenommen. ————— ——— 232—— 222938—— — — 0————————— 2— ———————————— ————————————————— XCFFXXTXCTCETCETETTC 33 SSKKSSSn S S ———— * —— „— ——— r „utwoch, den 28. Februar 1917. Mannheimer Seneral⸗Anzeiger.(Abens Ausgabe.) — 5. Seltr. Nr. 100. Handel und industrie. vEWVVRF. 27. Februar(Ergkagsungskurse). Für Mandel und industrie. der öftentlichen Sitzung der Münchener Haudels- 104 mer vom 20. Februar hielt der Präsident, UDeh. Konmmerzien- Joseph Pschorr, eine Begrüßungsansprache, in der er auf Kart hinwies und u 2. auskührte: *0 Uir sind noch nicht am Ende der harten Kriegszeit. Aucii Kaufleute und Industriellen müssen uns sagen, daß wir noch ichen des Krieges stehen, daß wir so manche Eutbehrung Entsagung weiter au uns nehmen müseen, aber wir iügen 8 und willig, wie wir dies allezeit hewiesen haben und beweisen werden. Aber unsererseits dürfen wir auch ver⸗ * daß man dic Bedeutung unseres Standes nicirt unterschätzt, nicht durch unverständige Maßnahmen die IUensfähigkeit unseres Handels und unserer etr ustrie untergräbt uuck nicht den ehrlichen und leibsemen Kaulmann mit dem Vucherer auf he Stufe stellt. Woher sollen deun auch die ſinan⸗ Wel* Möttel, die der Staat bedarf, die zahlreichen Milliarden, heiber, durch unsere Kriegsanleilen auigebracht werden sollen, Seschafft Merden, wenn die Schaiiensireude und Unterneh- kei Slust von Handei und Industrie zcrstört, die Ertagsmöglich- 0 ihcer Unternehmungen vernichtet wird? Getsäe weil hier ch falsche und verkehrte Mafregeln und Mißgritie so unend- unter Schaclen angerichtet werden kann, dürien wir verlangen, daßz 8 der Haudelskammer Stimme nicht ungehört verhallt und — gutachtliche Tälüigleit, zu deren Ausübung wir den a1 chen Grganen gegenüber verordnungsgemäß verpflichtet nicht ausgeschaltet werde. Je einträchtiger die Behörden die zu ikrer Unterstützung beruienen amilichen Handelsver- für en zusamenwirken, umso segensvoller wid inre Lätigkeit ur die Gesamtheit Sein. An uns soll es nicht ſchien, zu diesem schenswerten Ergehnis nach besten Krüften bewutragen. ie Finanslage Balgariens. Vorauschlag des bulgarischen Staatshaushalis füx 1915 12 erte, laut„Economista'Italia“ vom 9. Fepruar, die Ein- Mi nen auf 275,37 Millionen Franken und die Ausgaben aui 275,30 Zin Onen, wovon 23 v. H. oder 61,39 Millionen für Schulden⸗ —0 bestimmt waren. Tatsächlich schloß das Jahr mit 60 Mil- Whlic und das Jahr 1916 wird mit 100 Millionen Fehlbetrag ab- ehen. 06—9 Schuld Bulgariens betrug bei Seinem Eintritt in den Krieg 0 3 35⁴⁵ Franken(120 Franken auf den Kopi der Bevölkerung), 0 l. Niai 1016 pereits 1700 Millionen und wire! nach Ansient den egierung am 1. Januar 1917 zwei Milliarden betragen, Unter Wonlerbinaffchkeiten sind: riegs-Schulck hei der Banque de Paris et des Pays Bass 5 90 Millionen Sehuld bei der Disconto-OcselEchait 200 Millionen Schiüch hei den bationalen Banken 200 Millionen Vorschüsse der deutschen und österreichi- schen Regierugt Frantfurter Wertpapierborse. 4e Frankſurt,. Febr.(Priv.-Tel.) Die Reichskanz- ee kamek an der Börse gute Auinahme, während die üschaft Wilsons au den Kontreß der Spekulation nhere Zurückhaltung auferlegte. Bei verringer- M0 msätzen erölſnete die Börse in gut behaupieter Tendenz. Am Rtan markt waren die Umsätze auf einige Sperialpapiere Rusalt, etwas teger wurden Friedrichskütle gehandelt. in 4 lrewerten ruhte das Geschäft fast vollständig, eibenso zeigten Ai Schifkahrtswerte nur geringe Kursveränderungen. Chemische Rüsten lagen unter Pevorzugung von Chemischen Griesheim ſest. ien ngswerte kaum beachtet. Bynamit und Deutsche Wafſen hat⸗ kameribergehend Verkehr. Unter den Spezialwerten wurden Po⸗ N und Wittekknc Mundscheid, Adlerwerke Kleyer und Main⸗ lem Sapparat besser bezahlt. Banken verkehrten bei unveränder⸗ Kursuiveau. Etwas lebhafter wurden Metallbank umgesetzt. * Auf dem Reutenmarkt ist mit wenig Ausnahme feste Usudenz vorherrschend. Türkenlose hatten bei bescheidenen 400 Millionen kensateen guie Heltung. Infolge der großeg Geschäftsstille trat ISen Schluß mähige Abschwächung ein. Der Privatdiskout no- 4 Prozent. Berliner Wortpaplerbbrse. bes Berl! u, 28. Febr.(WIB.) Auch heute nahmen die Börsen- ——— eine abwartende Haltung ein, das Geschält be- wer ich desnalb in ziemlichengen Grenzen. Die Tendenz on Wbumer, Gelsenkirchen und Hlohenloche. Die übrigen Bergweres⸗ Mertc waren vernachlässigt und niedriger. Zu gebesserten Kursen Abchrien Van der Zypen-Aklien, Erdöl und türkischre Werte. In WStungs- und Schiflahrtsaktien waren die Umsätze unbedeutend- Rerteumarkt war still. Mirahlun 28. Februar Berbene ränlungen für: 27. Ne Geld Brief Geld Brief fohren 1 Dor. 852„8%„2„954 land 100 Guiden 238.75 239.25 238.75 289.25 üwwarte 100 Kronen... 102.50 199., 1970 1937 Norweden 100 Kronen. 171.75 172.25 171.15. 172.25 Süesen 100 Kronen... 16525, 168.5, 10525, 108.5, Hest. A. 100 Franken. 117.—½ 118.—/ 117.— 8118.—8 SütUngarp 100 Kronen 420 8430 6420 84.0 Rorerien 100 Lev a. 19%.% 70.% 80.½ Spantantinopet. 21.0 21.05 21.15 WEennn 12% äiſ, 125.½ 126.0 0 Newyoruer Wertpnplerborse. vonn. B. februer(bevisennat9 Toi 2⸗⁰. daten kür GSid 0— JWeohsel ant tond Graro 24 Stunden 0⁵⁰ Tage).72.— E Se bschntisrate) 2—.— Weohsel aut London Schte tes darleben 241 2(Cabio Transfers).76.45.76.45 Merdsel Serl 87/, E Siſder Boitien.77 „ckgel Faris. 3486.560 3486.87 N.Vock. 2, Fehruer(Bonds⸗ und Aktlenmackt). 0 1 4 27. 3 eles. Santa Fé 4% 4* Wiesourl Pacifie 102— 102[ Ret- Ralla, o1 nen· 95 Siates Corp. Gorps ew Vort Cen“r.. 9% 957 Kcht⸗ Sonds. 108⸗/ 108 do, Onterie& Western 2 24% Nande oh. Santa fe 102% i0% forfolx& Westerg.. 130 30 aldm Prei. eol. Dlüid. 99/ 98% Kortbenn kaoltie iüs, 6/ Samadurs On 76˙ꝰ/¼ 16/ Tennsylvanla 64/ 34½ ee 18 188, Reae c. S 5 We Obid„%5 50— Okio. dck. I8l.& Pa. 27˙ 290 9 I. 4. St. Paul. 80 90¼ Soutbern Paolfle 94%%%½. cie er 4 fio Grande. 12— 11—Soutbern Ralear, 2% 24½ eis 5 200 28¼ Soubern Ralway pref. 56— dele Li. Pret. 35% 30%e Unlon Paoiſie 129j% 38 bead*— NV S% Wabach pret.. 4⁰ 19— nois gtdern pret.. 113 113— amerio ban, 4„ ½ entrafkrr., 103—ic— amer Su eit. K ne.· 9% 79 40. Buph Cons. Cörb. 13. 13.— Anad. Gogg. Min 9 16½ hag do. Pref. 65 5% Sethlenem Steel 12 2 B00 e Soutbern 21%/% 2% Cemeral Leathee 37% pret.. 51— intern. Mercanule Barins Z 280 Han⸗ BashyIie 0—. 103 —.5 19264%%12 aited States Steslecocp. 16¼%8½1085 N T ee% l Ualtes Stat Steel CerF. 17 1, 0* Tense 7½ großen wirtschaits- und verkehrspolitischen Fragen der Gegen- * nicht ganz einiieillich, doch war ein leichter, schwacher Unter- Bocucht zu verkeunen. Einiges Interesse zeigte sich für Phönlx, 2⁷ 2. 9 Er Rorth. Oce Cect. 32.— 22% General kieetit 1162/½16½ S S. 2 ̃ 2 er eom.„ 111½ 11% 27. W. 22.. ſt. O1 4½ Büs.(84½ 84½ UnlenPee%BS. 94— 017 Sen, Oite S.% des———— 4% UPig. R. lal.&, PGN Denver Rio Se. Pe.. 0 FirstéR.& 1. S8. 924%0,„„ 24% Biee Cans. Tex. Ur..„ 14½% 14½ Morik. Pac. 3 BdeS.. 56½% 67— West Harylascke 23 2 x. Pao.fr.lden As. 4½%0 94— Caaprefk...„ 106½ 35 Reric. Looom. o.„ 70½ S. L. S Fr.-Kl. wertg. 4 8. 67/ 693%½ da. Suhec Rot..., 111 112 St. Louls& San. F. Ingome Rexlo. Pefrolenm 37½ 88.— 5 0 6% Serie., S½ S% Virgin. Car. Chem... 304 Scuta. Pab. 0. 4/8 1929.s 33% Secars Rochuck omw.. 20½ 23.— Newvork, 27. Febr. WIB) Der Verkehr an der Fonds- börse verlief auch heute infolge der unauigeklärten in⸗ ternationalen politischen Lage in engen Gren- z en. Die Grundstimmung war anfangs schwach, im Verhauf setzte sich jcdoch eine Eriidbhung durch, die in der Hauptsache aui Inter- veutionskäuie zurückzuiühren war. Interesse wurde besonders wieder Rüstungswerten zuteil, die nummaite Kursbesserungen er⸗ fuhren. Im Zusanunenkang mit dem ſortgeselzten Abgabedruck in Schilahrtsaktien senkte sichi auch aui den übrigen Gebieten das Kursniveau schließlick aligemein. Heute wechselten 460 000 Stück Aktien ihren Besitzer. Londener Wertygaplersorse. Lohdon 7. Februar. 0 8 27. 2⁰ 4 27. 28. 27. 2⁰. 2 Konsol 52½ 52¼ Saltimore—— io Tnte 6% 8ʃ 5 Argenin. 90 4 90 Sangd.Pao 188% 8670/ Cbartersd. 6% 4 Brasillan. 4949% Erie.29%—[de BSers. 90% 10% KJapaner. 68½ 68½ Pennsyvrva—— Seitüdels. 19⁵ 10 Portuglesen 19/% 48,Souts Pac.. 86.———[Kat. fl. en.. 5 Russeni90s Bin 81½% Union Pao, 142% 141¼ Randmines%/ 3½ %Russ. 1909————[Steeis.. 1e 1½% Fr. biskont. 84.% 3½ % Kriegsl..——— AnacondacC. 17/% Süsee 9e 47• 3½% Krlegsanleihe 64¼(xuleizt 94½J. Die Unterbilaus des französlschen Außenhandeis- Bern, 27. Febr.(WIB. Nichwamtl.) Nach der amiliciien Statistik über den französischen Außenhandel beträgt vorläufigen Schätzungen zuiolge die Unterbilanz für 1910 über Zehn Milliarden Frauken. Dieser Betcag bleibt zecloch nach den übereinstinmenden Kommentaren des„Temps“ und des„Petit Parisien“ bedeutend hinter der wirklichen Höhe der Unierbihnz zurück, da den Berechnungen die für den Markt von 1915 geltenden Durchschnittswerte zu Grunde liegen. Die für 1915 nuumehr veröiſentlichten endgiltigen Abrechnuugen ergeben eine Unterbilanz von sieben Milliarcen. Nach der Lisie, in der die eigentlichen Kriegslieierungen nicht aufgetührt sind, zeigt die Eiiickr folgender Artikel die hochste Steigerung gegenüber dem letzten Normaljahr 1913: Getreice von 200 Mil- ſionen auf eine Milliarde, Zucker von 32 auf 210 LAillionen, frisches und Büchsenileisch von 33 auf 401, Pierde von 10 auf 233, Baum⸗ Wollgarne von 20 aul 348 Miſtionen. Umgekehrt ist die Einiuhr künstlicher Düngemittel von 18 auf 0,5 Miſſionen gesunken. 23 Eime meugegründete amerianieche Furbentabrik. Dem Handelsteil des„New Statesman“ vom 13. Januar zuiolge findet sick in neueren amerikanischen Zeitungen der Prospelt einer neu gegrüncketen Gesellschaft, der Federal Dyestufi and Chemical Corporation. Das Kapital dieser Gesellschaft besteht aus 300 000 Stommaktien ohne einen besonderen Wert. Ihr Betriebskapital hat sie anscheinend durch Ausgabe vou zwei Milhionen Dollar sechs- progentiger am 1. Juk 1918 fälliger Noten auigebracht und außer- dem die Ausgabe von drei Millionen Dollar Vorzugsaktien vorge⸗ schen, die, falls nötig, exiolgen soll, um diese Noten einzulösen. Einige der Stammaktien werden jetzt dem Pubikum zu 50 Dollar angeboten. Der Prospekt sagt: Die Gesellschait habe iu Kingsport, Tenuessee, wo günstige Arbeitsbedii vorhanden und die Rohstoſie billig sind, 200 Acker Land; die Anlagen bestchen aus 20, Gebäuden mit der Einrickhtu für die Herstellung von Farb⸗ stoften und Chemikalien nach, Standardmethoden, die eriolgreich in Europa beuutzt werden“. Mit dem Bau wurde im November 1915 begongen; die gegenwärtige Leistungsfähigkeit überschreitet 50000 Piund täglich, wobei auf einen Jahresgewinu von mehr als zwei Millionen Dollar gerechnet wird. Diese Exzeugung könnte durch Vergrößerung der Einrichtungen schnell verdoppelt werden. Die Gesellschaft stelk selbst ihre eigenen Zwischenprodukte aus Rohstoſſen her. Die Namen der Direltoren imponieren nicht sehr, und im Ge- gensatz zu älinlichen Unternehmungen in Frankreich und England fehlt diesem die uumittelbare Staatsunterstützung; nur erwähnt der Prospekt, daß der Kongreßʒ eben einen Schulzzoll für Farb- stoſie beschlossen hat. Der geschätzte Gewinn bedeutet eStwas merr als 12 v. H. auf den für die Stanmiktien geiorderten Preis, aber da es sich dabei unt die gegenwörtigen abnormen Gewinne handelt, kann man sich daraui kaum verlassen. Außerdem sollen die Erwierber der Stamm- Akctien bis zum 1. Juni 1919 kein Stimmrecht haben. Langscheder Walzwer und Verzinkereien,.⸗G., 4 In grchede.— r. Düsseldorf, 28. Febr.(Priv.-Lel.) In der heutigen Genei aversanunlung, in der 752 Stimmen vertreten waren, wurde einstimmig bescklossen, die in Umlauf belindlichen 900 Stück Ge⸗ naßscheine aui 250 M. durch Rüclckaui aus veriügbaren Mitteln ein- Zulösen Das Werk war, wie die Vexwaltung mittcilt, lngere Zeit Zu beiriedigenden Preisen gut beschäſtigt. Kheini⸗ches Schwemimstein-yndilent, G. mu. b.., Neun ed. r. Düsseldorf, 8. Febr.(Pr.-Tel) Nach dem Geschäſts- herichit für 1916 betrug der Absatz im Jahre 1915 31 212 010 Steine gleich 9,40% der Beteiligungszahl, im Jahre 1915 29 909 558 Steine gleich 9,07% Der Absate des neuen Geschäftsſahres hat sich gegenüber dem des gleichen Zeitraumes der vorherigen Kriegs- jahre günstiger gestaltet. Nach den vorliegenden Aufträgen dari angenommen werden, daß auch in den anderen Monaten wenig⸗ stens der gleiche Absatz wie für 1010 erreicht werden wird. Der Abschhiß steht im Zeichen flüssiger Betriebsmittel. Ge- Schülftunkosten uud Beleiliguugskogten sind gestiegen. weshalb eine wesentlielle Erhöhung der Verrecnnungspreise notwendig wird. Was des Jahr 1017 bringen wird, entzieht sich jeccer Beur⸗ teilung.. Das Verhältnis aui dem Baumarkt liegt unklarer als je. Es dari deshalb niclus außer acht gelassen werden um das Unter- neumen und die Gesellschafter vor weiteren Schäcken zu schützen. Die Uebergangszeit zum Frieden wird sich schwiertger gestalten. Es Wird eine éiuste Auigabe des Syndikats bleiben, die Schwierig⸗ keiten zu mildern. 4 „Lichrüder Fahr..-., Pirmasens. in der gestern stattgeiuncenen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der aui Montag, 2. April anberaumten General- Ver- sammlung die Verteilung einer Dividende von 20% vorzu- Schlagen. smmolult Kaiserslautern in Kalserslautern. Im Geschäftsſahr 1916 ergaben 16940 t(i. V. 10.470 t) Zur vergasung verwendeter Kohlen.002,000 cbm.044,000 cbm) Gas, 11.400 1(11,650) Koks, 770 t(587 t) Teer und 1850 t(wie i..) Amtnoniakwasser. Die Zahl dei Konsumenten betrug Ende 1910 70(7300). Ber allgemeine Gaspreis von 12 M. iür Leucht-, EKoch- und Fleizgas und von 10 M. für Motorgas Pireb unverändert. Die Gesamteinnahmen einschließlich 13,000 M.(15,20.) Vor- trag beirugen 841,314 M.(82892), während Kohlen 405,727 (350,217) M. und Unkosten 20,117 M.(B, 27 740 eriorderten. Nacii 75,0 M.(77, M) Abechreibungen vertleibt ein Rein⸗ gewinn von 98,644 M.(179,2.), woraus bekauntlich 8 Prozent (14 Prozent) Dividenche verteilt werden unter Kürzung des Vor- trags aul 2000 M. In der Bilanz werden 2310 M.(191,35 M) Bankguthaben umd 341 350 M.(0 049 11) Efiekten ausgewiesen. Den 137,155 M.(188175.) Debitoren steben 14,209(13 950) M. Kreditoren gegenuber. Rranmschwelgieche Hask and Kreckitanstale=G. C. G. Der Reingewiun der Bank im abgelaufenen Jahr belãuit sich auf 1 323 338 M.(1172 751). Die Dividende wird mit 65 G) in Vorschlag gebracht. Wie die Bank im Rechenschaftsbericht mitteilt, war das ahgelaufene Jahr für Sie reich an Arbeit, dasselbe habe aber auch eine bełriedigende Gewinnsteigerung gebracht. Der Geschäftsumsatz erreichte die Hlöhe von 3160 431 515 M. gegen 2 902 480 000 M. im Jahre 1915. Die Niederlassungen und Kom⸗ manditen der Bank hätten sich, je nach den örtlichen Verhältnissen, weiter entwickelt und zu dem Gewiun entsprechend beigetragen, werm auch der Schwerpunkt des Geschäftes bei der Hauptuieder. Ussung in Braunschweig ruhe. Nach der Bilanz stiegen Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen von 11 503 602 M. i. V. aut M. 20 663 550, Nos thaben bei Bauken und Banklirmen von 4 941 271 M. auf 9 797 102 M. und Repörts und Lombards gegen börsengüngige Wertpapiere von 13 702 915 M. auf Mark 17 304 777. Dagegen gingen Vorschüsse auf Waren und Waren⸗ verschiffungen von 102 690 M. i. V. auf 42 824., eigene Wert⸗ papiere von 5 300 840 M. auf M. 3 978 753 und Kousortialbeteili- gungen von 387 504 M. auf 321 400 M. zurück. Dauernde Beteili- gungen siellen sich auf 1957 554(1 900 660) M. Debitoren in lau⸗ ſender Rechnung betragen M. 18 254 066 gegen 21 207 422 M. in 1915 und zwar gedechte 13 744 480(14 905 476) M. und ungedeckcte 4 509 585 M.(6 300 946), während Kreditoren eine Steigerung von 46 751 037 M. i. V. auf 57 830 810 M. erſuhren. Akzepte und Scheckes blieben mit 106 808 M. gegen 105 700 M. i. V. auf ungefähr gleichen Höhe. Magdeburger Bank-Verein. C C. In der Sitzung des Aulsichtsrats wurden Bilauz und Ge- Winn- und Verlust-Reclinung vorgelegt. Letztere weist einschließ- lici ges Saldo-Vortrags aus 1915 von M. 238 736(193 025) nack besonders vorsichtiger Bewertung der Aktien einen Reingewiun von M. 1 775 863 aus(i. V. M. 1322027). Zinsen erbrachten M. 1 650025(M. 1 251 170), Provisionen M. 762 552(M. 750 006), Eliekten, Konsortial- und dauernde Beieiligungen M. 195922 (88 601), Verwaltungskosten und Steuern erforderien M. 1071 502 (M. 960 373). Der Reingewinn soll wie jolgt Verwendung linden: Zuweisung an einen neu zu bildenden Extra-Reserveionds 300 600 Mark, jür die Talonsteuerreserve M. 24 000(M. 24 C00), zu Ah. Schreibungen aui Baukgebäuce und Inventar M. 60 000(Ui. 60 000) und zur Verieilung einer Dividende von 5½ Proz. G) M. 935 000, während eich der Saldo-Vortrag um M. 62551 aut M. 301 287 erhöht. Stelgende Nachtrage nach Wagaenbbaahols. Infolge der starken Abnützung des rollenden Materials hahen die deutschen Waggonfabriken großen Bedarf in Bohien und au- deren Nutzhölzern. Die Nachfrage wächst täglich. Da sehr viele Sägewerke einen großen Teil der Eiuschnitte für die Heereswere waltung herstellen, ist das Angebot in Waggonholz knapp. iu- lolgedessen sieigen die Preise in einer bemerkenswerten Weise. Waggondielen, die im Dezember 95—100 M. brachten, kosten jetat ab Sägewerken 120—125 M. Dabei ist ei Eude zer Preissteige- rungen noch nicht vorauszuschen. Iniolgedessen sind im Augen⸗ blick viele größere Waggoniabriken bemüht, Apscnlüsse aui deu Sägewerken in Waggonbaubölzern, die im Lauſe dieses Jahres aur Abiieterung kommen, zu vollziehen. Für die deuische Holzindu- Strie ist diese Tatsache im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Preise sebr bedeutungsvoll. 908 Berliner Prodatenmarla. Berlin, 2. Febr. Frühmarkt.(Im Warenhancel er⸗ mittelie nichtanmliche Preise.) Großhandelspreise. Die Preise siud gegen gestern unverändert. Berlin, 28. Febr.(WTB) im Produktenverkehr hat sich kaum etwas verändert. Die Nachirage nach aller Art Futter- mittel bleibt rege, dech fehlt es nach wie vor am Angebot. Vom Saatenmarkt ist nichts neues zu her'chten. Die Teu- denz füt Seradella ist andauernc matt. Newyorher Warenmarket. new voRk, 27. Februar. Baumwolle 8. Welzen berd 27. 256. Tof. Ati. at. WI. M2 neuef 200%/ 200.) im innern 7% 1Notgern Exg. n. Engl(bmn) 216. 218.% Exp. u. d. ½ AeAs.S ahi.E 726— 70. MVork 10kO Bs. 10 40 a. L½ 120 ½ 12¹1.— vr Mütz%MehiSpe... dr Aprll Eh. ol. Cneu) 760-300 780.900 pr Mat.% Kleesam la 13.50 16.50 pr lunl. do. Ha 18.— 19.— pr Jul. Elektr. Kupt.9 pr August. Sohzinn 5050-51% 50— pr Septemd. Petroieum. M Orieansk Sred.alano- 305.— 305.— ) die ersien drel Auartale nom. 31—388—(nom 31—33—). Culcageer Warenmarkt. onic400, 27. Februar. 28. 462 frosa163 eo Ral Schmair poch... Felertag 16-16“ Weixzen 177. JSohmalr Spoch Fel 169.16““ r III. 15. Pr. Iuli.. 1ASohseine Hale Hal, i0d“ePork: NHi. 32—eichte 129 1265 pr Jul.. 88.% Pr Ji.. 3030/ eehwer. 13.45 1295 Hater Wal& 338. Rippen— Sohweine- Sohmalz: pr. Wal. 16.%Zuf. l. west 110 000147 600 I pr. 1Mt 16.65 Gv. Chioeg. 20 600 60 006 pr. Nl 2005 Londener Metallmarxt · Leadon, 27. kebruge uptec: Kass 149.— 3 Manate 13.½ Eiektrone ger Kasse 157/147, ger 3 Bonate—.— Dest-Sslekted p. Kaass ber 3 Menate —— Tins por Kassa 200.½, por à Menate, 201.—, Siel loke per Kassa 30.½ per 3 Monate— Ziak: ber Kassa-—, Spezlal—-.— etzte Mandalsnachrichten. r. Düsseldorf, 28. Febr.(Pr-Tel) Der Aufsichtsrat der Mechauischen Weberei.-G. Bieleield beantragte 20 Dividende gegen 25 i. V. r. Düsseldori, 28. Febr.(Pr-Tel.) Bei der Generalver- sammlung der Ravensberger Spinnerei-.-G. Bieleield wurden 12% Dividende gegen 12,5 i. V. vorgeschlagen. Konstautinopel, 27. Febr. VIB. Niciitamti.) Die Cammer hat ein Gesetz augenommen, durch das die Regie⸗ rung ermächtigt wird, 50 000 Aktien oder i des gesamten Kapi- tals der Ottomauischen National-Kreditbank so⸗ wie alle bis zum W. bebruar nicht gezeichueien Aktien zu ũber- nehmen, Der Fiuauzminister begründete das Gesctz mit der Not- wendigkeit, daß die Regierung über die Banken eine Koutrolle ausühe. ———...——.——...——.—..————— Briefkaſten. (Anſragen ohne vollſtändige Aöbreſſenangabe und Beifügung des letzten Bezugsausweiſes werden nicht beantwortet.) N. B. Schwacher Knochen⸗ und Mußkelbau oder allgemeine Körperſchwuche, ſowie derartige verminderte Leiſtungsfähigkeit und Abgeſtumpftheit, daß den Auſorderungen des Dienſtes im ſtehenden Heere vöer in der nicht genügt werden kann. W. Zu 1. Nein, Sie können nicht melden. 2 a e e 1R aasdefbchen. 6300 en — Nr. 100. 6. Seite. Mannheimer Senerai⸗Anzeiger.(Abend⸗Ausgabe.) Mittwoch, den 28. Februar 104. Mathilde Fandreys neue Ehe. Roman von Kurt Moreck. (Nachdruck verboten.) (Fortſetzung.) 8 Für Mathilde begann eine Zeit der ununterbrochenen Sorge und Arbeit. Sie übernahm die ganze Pflege des kran⸗ ten Kindes, aber ſein Zuſtand erforderte keine außerordent⸗ liche Tätigkeit, ſondern ein gebuldvolles Aushärten und Ab⸗ warten, das den Körper nicht anſpannte und dem Geiſte Spielraum ließ. Die Gedanten lagen auf der Lauer nach den Ereigniſſen nd kreiſten um unklare Vorſtellungen. Auch die Nächte brachten Mathilde nicht die Wohltat ruhigen Schlafes; er war von plötzlichen Schreckniſſen durchbrochen und wirre Träume zerriſſen ihn mit geſpenſtiſchen Viſionen, und ſie er⸗ hob ſich oft, die Pflegerin für einigen Stunden abzulöſen, um nicht gequält daliegen und auf das Einſchlafen warten zu müſſen. Trotzdem zog ſie aus der Erſchöpfung, die dieſes Leben gab, eine ſtille Befriedigung. Es war ihr Genugtu⸗ ung, kein unnützer Menſch zu ſein, ſondern eine harte Pflicht zu tragen. Mathilde erhielt fortwährend Nachrichten von Norbert. Er hatte, als er in ſeiner Feſtungsgarniſon ankam, mir einen mehrtägigen Aufenthalt gehabt, und ſchon wurde das Infan⸗ terie⸗Regiment, dem er als Hauptmann zugeteilt war, zur Grenze befördert. In einem vorgeſchobenen Ort des Moſel⸗ gebietes gab es dann nochmals eine Unterbrechung und tage⸗ dauernde Raſt zum Sammeln der Diviſion. Die Erwartung, in die Ereigniſſe, die wenige Stunden von ihnen entfernt ſich ſchon lebhaft entwickelten, eingreifen zu dürfen, lag allen wie ein Fieher im Blut, und das geduld⸗ peinigende Ausharren dehnte die kurze Zeit endlos in die Länge. Norbert hatte wohl freie Stunden, aber ſein Denken neigte mehr den kommenden Dingen, von denen eine unklare Vorſtellung ihn erfüllte, zu, als zurück zu den Erlebniſſen der letzten Tage, die ihm noch nicht ganz verſtändlich waren, ihn aber beruhigten und um eine Sorge leichter machten. Die Briefe die er Mathilde ſchrieb, verrieten, daß er nie⸗ Rals ſo froh und ſtark und willig einem ungewiſſen Schickſal entgegengegangen wäre, wenn ſich daheim nicht alles ſo un⸗ erwartet und überraſchend gefügt hätte. Was ſie ihm mit⸗ teilte, bezog ſich zum größten Teil auf Wolfgang; Norbert fühlte, daß ſie ihm tiefere Sorgen erſparen und ihn hoffend „Ph 540 Snix“ mit garantierten Dividenden nur Militürflieger zahlen.— M. mehr vom 1 Tür sofortige Auszahlung der vollen versiche tiert, worüber viele Danksagungen Aufsch Sohlüsse können auch durch Angehörige, Versicherungsdauer. Monatszu zu jeder Stunde zu haben bei der Filial-Direktion Kari Theoder Balz, Mannhei (Tochtorgesellschaft der Münchener Rückversicherungs-Gesell- schaft, eine der grössten Rückversicherungs-Gesellschafton der Welth schliesst für sämtl. Ofalzlere und Manuschaften Wiane leden uschlag und mit vollem Krieggbinschluss ab; Send, doch wird er dritte Personen orfolgen. Auch Kriegsbeschädigte ungäbgelchnte finden klauselfreie, vollwertige Aufnahmé bis 40,000.— auf 20äh⸗ 18. ugen sind zulüssig. Kriegspolicen ohne äürztl Untersuchunß bis M. 40,000.— sind erhalten wolle, aber ſie ſchien verzagt, daß es mit des Kindes Geneſung nicht fortſchritt und immer neue Rückfälle ſich ein⸗ ſtellten. Das übrige, was ihre Briefe enthielten, beſchäftigte ſich mit ihm ſelbſt und 90 in Fragen und Vorſchlägen auf. Ueber ſich ſprach Mathilde kaum; er verſtand es, daß ſie ihm ihre Anweſenheit wieder zur Selbſtyerſtändlichkeit machen und ſeine Gedanken auffordern wollte, ſich mit ihr zu beſchäf⸗ tigen. Er tat es mehr und mehr, ohne ſich durch Erinnerungen gehemmt zu fühlen. Als Mathilde den Brief, las, in dem Norbert das erſte Gefecht ſchilderte, litt ſie ſchmerzlich im Nacherleben all der Gefahren, die ihn da bedroht hauen, und ſie erzitterte bei den furchtbaren Möglichkeiten, die ſie ſah. Während er ſelbſt das Geſchaute ſchon einige Tage ſpäter ruhig und geordnet wie ein Unbeteiligter niederſchrieb, erlebte ſie alles mit einer pei⸗ nigenden Lebendigkeit, und ihr war, als wiederholten ſich, in⸗ dem ſie ſich vorſtellte, alle Geſchehniſſe in der Wirklichkeit. Sie entnahm dieſem Briefe das Bewußtſein, daß eine immerwährende Gefahr Norbert umgebe, und daß ſie die Angſt ihres Herzens dämmen müſſe, um nicht zu verzweifeln. Es gab keinen Augenblick, in dem ſie ihn ſicher wußte. Er hatte gewiß ſchon basſelbe gedacht, aber es ſchien ihn nicht zu beunruhigen, ſondern er befreite ſich von jeder drückenden Ge⸗ dankenlaſt, indem er ſich die Unabwendbarkeit des Schickſals klarmachte und, ſtatt auf den Weg zu achten, gerade hinaus aufs Ziel ſah. Und das riß ſie hin, ein Gleiches zu verſuchen. Nur eines aus ſeinem Briefe wollte ſie nicht entzünden: der frohe Mut, mit dem er der Zukunft gebachte. Sie konnte ihm dahin nicht mit Zuverſicht folgen, nicht mit ſeinen Augen ſehen, mit ſeinem Herzen hoffen. Und das Erhebende und Niederdrückende, das ſie aus ſeinen gütigen und faſt zärtlichen Worten empfing, verlor an Macht vor der wachſenden Sorge um Wolfgang, der wieder von neuem in ſein Fieber gefallen war, das den zarten, geſchwächten Körper aufzuzehren drohte. Sie wagte nicht, Norbert ihre ſchlimmſten Befürchtungen zu verraten, aber ſie konnte auch ſeine Hoffnungen nicht ſtärken. Sie felbſt zählte in dieſen Tagen nicht; in Wolfgangs Leben ging ihr eigenes auf. *—* Die Kolonnen der Fußtruppen machten in einer Ge⸗ ländefalte Halt, um die Straße dem Vormarſch der Reiterei freigugeben. Sie hatten im Frühnebel die Quartiere verlaſſen und ſahen bereits das nächſte Ziel vor ſich. Die Gläſer der Führer, die auf einem Erdbuckel beiſammenſtanden, ſpähten in den Horizont. Die Nebelſchwaden hatten ſich von den Feldern ge⸗ hoben und ſchwebten in Dunſtfetzen auf. Die Herblſoan, ſickerte wie gelbes Oel hindurch und ſalbte die braunen A i die feuchten Wieſen, die ungeernteten blonden Felder m einem ſchweren trüben Glanz. 8** Die Umriſſe einer kleinen Stadt verſchärften ſich in klarer werdenden Luft. Der blauende Himmel umſchnitt d ſer lich ihre ſchwärzliche Silhouette. Vereinzelte niedere— hockten bis an die Aecker vorgeſchoben mit tiefgesogeie Dächern: Wohnſtätten derer mit bäueriſcher Tradition, di umliegenden Felder beſtellten. Dahinter kamen, wie 119 ſcheidungen des Verkehrs an den Straßenadern wuchernd, einförrnige Miethäuſer im Herdeninſtinkt der ſiche wohner dichter aneinandergelehnt. Endlich die eigent den Stadt mit ihren durcheinandergewürfelten Häuſerblöcken, überſtarrt vom niederdrückenden—25 Atem uſchen ihren finſte wie ein Tier mit einge ſich in ſeine ſchlote, die jetzt wie in entſetztem La verſchluckten. Der Ort lag leblos, n genen Fängen und etwas Drohendes verkündete lauernden Regungsloſigkeit. Vorſichtig taſtete deshalb der auf ehaltene Truppennn, per mit dem leichtbeweglichen Fühler ſeiner Reiterei vora fandte die ſchlanke Reihe ſpürend in die offenen Straßen Stadt. Norbert Fandrey hatte ſich von den Kameraden getre und blickte nachdenklich in das trappelnde Vorüberpulſen den Schwadronen. Das Frühlicht blinkte ſcharf und kalt auf Lanzenſpitzen der grauen Reiter, die Geſichter zuckten den blaſſe Flammen vor Norbert auf. Da traf ihn ein Blick,— er wie eine Berührung empfand, den er nicht zum e en Male empfangen. Zetzt drehte ſich das Geſicht eines— 1 Offiziers zurück; er ſah Walter Arrhenius. Und mit eine plötzlichen Erſchrecken ſtarrte er ihn unbecoeglich an,*. ſeinen Gruß zu erwidern. Is Es hätte ihn nicht überraſchen dürfen, Walter Arrgene zu begegnen, denn er wußte, daß dieſer einem jener Re regimenter angehörte, die ſeiner Diviſton zuerteilt waren. Ror⸗ waren ſich bis auf dieſen Augenblick nicht begegnet, und bert hatte es vermieden, über die Möglichkeit eine⸗ W mentreffens nachzudenken; denn nicht allein, daß er Arrben i die ganze Verantwortung an ſeinem einſtigen Konflikt 1n Mathilde zumaß, er haßte ſeitdem auch den jüngeren, an gearteten Mann aus einem unbeſtimmten Gefühl heraus, er konnte auch in dieſem Augenblick nicht freundlͤcher an + denken, während er ſeine ſchlanke Geſtalt zwiſchen den Wog der Reiter verfolgte, bis ſie ſich darin verlor. (Fortſetzung folat.) Ahschritten, Very kültigungen, M u. Stenogra erledigt tadelſhs u. strene liskret: chr imerekplnt gauz oder 0 geteilt autg FI.Rvpotuek Kszul. Ang. u. W. M. 871. 4 är unterrichigzwecke(an 2 Wochenabenen) möbl. rb am Fiein 8 aut meinem Büro erkältli Bekanntmachung. Erhebung der Vorräte an Kartoffeln betreffend. Gemäß Bundesrgtsverordnung vom 2. Februar 1617 findet am 1. März 1917 eine allgemeine Auf⸗ nahme der Vorräte an Kartoffeln ſtatt, die ſich auf alle vorhandenen Einzelmengen über 20 Pfund er⸗ freckt. Mit der Vornahme der Erhebung wurde die Schuthmannſchaft betraut. Eine Nachprüfung der Ergebniſſe wird in der Zeit his zum 15. März 1917 vorgenommen. Wir 1* dies mit dem Anfügen zux öffent⸗ lichen Kenntnis, daß, wer vorſätztich die Angaben er aufgrund obiger Verordnung verpflichtet ſt, nicht erſtattet oder unrichtige oder unvollſtändige Angaben ma t, mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldſtraſe bis zu 10000 M. beſtraft wird. Neben der Strafe können verſchwiegene Vorräte eingegogen werden. Maunheim, 27. Februar 1917. Statiſt iſches Amt: Dr. Schott. Wir übernehmen zur ſoforügen Ausführung Licht- und Kraftanlagen jeden Umfanges. Mgenteurbesuch und Prolektiezung kestenloe. Motoyen in Gleich⸗ und Drehſtrom s 35.S. ſchnell⸗ ſtens lieferbar. Niederlagg und Vertrieb der Osvam- u. Wotanlachpe bei günſtigſten Preiſen Mas0 „Leitungsbau“ 88. fur elaktr. 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