—— Freitag, 23. März nh Hezugspreiſe: In mannheim und umgebung frei ine haus und durch die poſt ohne Seſtellgeld monatlich Mark 6000.— halbmonatlich Mark 3000.—. UNachforderung dorbehalten. poſtſcheckkonto Nr. 17890 Raristuhe.— Haupt⸗ geſchäftsſtelle Mannheim, E 6. 2.— Geſchäfts⸗nebeuſtelle Reckarſtadt, waldhofſtraße Ner. 6. Lernſprecher nummer 7931, 7042, 708, 7043, 7035. Celegramm⸗ Ndreſſe: Seneralanzeiger mannheim.— Erſcheint wöchentlich zwölfmae„„/ Mittag⸗Ausgabe Gonom * Stelleugeſ. u. Samil.Anzeig. aus Mannheim ermüßigte preiſe N. N Reklamen mk. 2400.—. Nnnahmeſchl.: mittagbl. vorm. 8/ uhr. Abendbl. nachm. 2½ Uhr. Für finzeigen an beſtimmten Tagen, Stellen u. Rusgab. wird keine verautwort. übern. höh. Sewalt, Streiks, Setrlebs ſtörung. uſw. berechtig. zu keinen Erſatzanſpr. Verkaufspreis M. 120.— 1923— Nr. 139 Alzeiger Anzeigenpreiſe: Sei vorauszadtung dle kl. Zeite Mr. 600.— ſür aus gefall. od. deſchränkt. Rusgab. od. f. verſp. Rufnahm. v. Anzeig. Ruftr. d. Fernſpr. oh. Stwähr. Serichtsſt. Mannheim Beilagen: Der Sport vom Sonntag. Aus der Welt der Cechnik. Geſetz u. Necht. Modezeitung. Aus Geit u. Leben mit Mannheimer Frauen-Jeitung u. Mannheimer Muſik⸗ZJeitung — Ohne Näumung Kurze Ueberſicht Beim Empfang im Münchner Kathaus betonte der Reichskanzler nochmals, daß ohne die vorherige Räumung des Rubr⸗ gebiets keine Verhandlungen möglich ſeien. Der Aeſſelheizer Droſte in Duisburg wurde von einem franzöſi⸗ ſchen Poſten aus unbekannten Gründen erſchoſſen. Er hinterläßt 6 Kinder im Alter von 133—6 Jaßren. 8—* Der kommandierende General in Eſſen hat eine Verordnung er⸗ laſſen, wonach die Steuern für Weine, Schaumweine, Sigarren, Figaretten und Tabak an die interalliierten Mächte abgeführt werden müſſen. * Der Pariſer Kaſſationshof hat, wie zu erwarten war, die Reviſion der ſeinerzeit in Mainz verurteilten Induſtriellen ver⸗ worfen. * Infolge des Umſtandes, daß in den letzten Tagen franzsſiſche Kohlenbeſtellungen in England zum größten Teil rückgängig gemacht und laufende Verträge nicht erneuert wurden, iſt eine bedentende Ent⸗ laſtung des engliſchen Marktes und nicht unbeträchtliche Preis rück⸗ gänge zu verzeichnen. Auch konnte der Abtrans port von Nohle nach Deutſchland dadurch vermehrt werden. II Die„friedliche“ Durchoͤringung des Kuhrgebiets Wegen Verweigerung des Verkaufs von Brief arken drangen franzöſiſche Soldaten in das Poſtgebäude in Vorhalle ein und nahmen eine große Anzahl Marken weg. Hierbei wurde das Mobiliar teilweiſe zertrümmert. In der Nacht vom 19. zum 20. März drangen mehrere fran⸗ zöfi Soldaten unter Führung eines Chargierten in ſieben Hüef er in der Leierſtraße in Dortmund ein. Den Be wohnern wurden Piſtolen vor die Bruſt gehalten und Geld und Wert⸗ ſachen abgenommen, im ganzen 1˙½ Millionen Mark Bargeld ſowie zahlreiche Koſtbarkeiten. Die Frauen, die in ihren Woh⸗ nungen angetroffen wurden, wurden in der gemeinſten Weiſe be⸗ läſtigt. In derſelben Nacht wurden zahlreiche Paſſanten von den gleichen Soldaten unter Bedrohung mit der Waffe ihres Bar⸗ geldes und ihrer Wertſachen beraubt. Geſtern mittag wurde ein von Hamm kommender Per⸗ ſonenzug in Scharnhorſt angehalten. Da die Franzoſen Flug⸗ blätter in den Abteiltüren ſanden, mußte der Zug leer nach Hamm zurückfahren. Die Paſſagiere wurden gezwungen, entweder zur nächſten Bahnſtation Brakel zu Fuß zu gehen oder auf den nächſten von Hamm kommenden Perſonenzug zu warten. Die Franzoſen beſetzten die Dortmunder Zweigniederkaſſung der Firma Orenſtein und Koppel und benutzten die zur Abfahrt bereitſtehenden Wagenladungen für ihre Zwecke. Ein Ingenieur und zwei Wächter wurden verhaftet. Die Arbeiter traten in den Proteſtſtreik. In Recklinghauſen fand bei den Vorſitzenden der Demokratiſchen ei und der Deutſchen Volkspartei Hausſuchung ſtatt. Der letztere wurde ausgewieſen. Die Franzoſen entnahmen der Gemeindekaſſe Kettwig 176 000 Mark als Reſt einer Geldbuße von einer Million Mark, die ſie der Gemeinde auferlegt hatten. Das übrige Geld hatten ſie bereits vor einiger Zeit aus der Regierungshauptkaſſe in Düſſeldorf weggenom⸗ men. Die Juftizſchande Der Kaſſationshof in Paris beſchäftigte ſich mit der Be⸗ ratung der Reviſion der vom Kriegsgericht in Mainz verurteilten auf ſi ſteben Bergwerksdirektoren Thyſſen und Genoſſen. Nach zwei⸗ ſtündiger Beratung wurde die Kaſſation verworfen. Der Gerichtshof erklärte, daß das Kriegsgericht zuſtändig ſei, und daß die Requiſition der Kohle zur Verteidigung der franzöſiſchen Belange als berechtigt angeſehen werden müſſe. Die Frage, ob das Vorgehen als eine Verletzung des Friedensvertrages von Verſailles angeſehen wer⸗ den müſſe, hat der Kaſſationshof nicht beantwortet. Er erklärt, ſich in dieſer Hinſicht für nicht zuſtändig. Der Keichskanzler in München Nach der Begrüßungsfeier im Landtage(ſiehe geſtriges Abend⸗ blatt) ſtattete der Reichskanzler dem päpſtlichen Nuntius Pacelli einen Beſuch ab. Um 12 Uhr mittags gab die Stadt München dem einen Empfang im Rat⸗ haus, wobei Bürgermeiſter Schmid den Kanzler begrüßte. Der Reichskanzler dankte mit einer Rede, in der er die Bedeutung ünchens als Kunſtſtadt hervorhob und die Worte des Bürgermei⸗ ſters unterſtrich, daß das Dreigeſtirn Reich, Land und Gemeindeg e⸗ ei, welches das Volk zuſammenfaſſe. Ueber die außenpolitiſche Lage agte Dr. Cuno u..: Die Schwächung und Bindung des Deutſchen Reiches im Ver⸗ trag von Verſailles genüge Frankreich nicht, Es wolle e vollends zerſchlagen. Unter dem Vorwand der Befreiung es Rheinlandes von ſtaat ſchaffen, der irgendwie den Franzoſen dienſtbar gemacht werde. Die Bevölkerung am Rhein lehne jedoch derartige Pläne einmütig ab, deren Verwirklichung das— Unrecht an einem Volk bedeuten würde. Jede Diskuſſion über die Beendigung es gegenwärtigen Konfliktes muß daher von der vorbehalt⸗ oſen Räumung des ausgehen. An den augenblicklichen deutſchen Vermittlungsbitten iſt kein wahres Wort. Die Reichsregierung hat niemand um Vermittlung gebeten, dagegen manche Vorſchläge empfangen. Frankreich kann wohl mit Gewehr⸗ kolben das klug erdachte und fein gefügte Spinnwerk von Hütten⸗ werken, Zechen, Eiſenbahnen und Kanälen zerſchlagen, aber es kann nicht Leben ſchaffen, wenn der lebendige Wille deutſcher Arbeit ver⸗ ſagt. Zum Schluß ſchilderte der Kanzler, was Frankreich bei gegen⸗ ſeitiger Verſtändigung erhalten hätte und betonte den Verſtän⸗ igungswillen der deutſchen Regierung mit einem Frankreich, das en Wiederaufbau will, aber nicht mit einem Frankreich, das die erſtörung Deutſchlands will. reußen wolle Frankreich einen Puffer⸗ kein Verhandeln! Die Rede des Kanzlers wurde wiederholt von lebhaften Zu⸗ ſtimmungen unterbrochen, der Schluß mit ſtürmiſchem Beifall auf⸗ enommen. Gegen 1 Uhr fand im Staatsminiſterium des eußeren ein vom Miniſterpräſidenten Dr. v. Knilling und Ge⸗ mahlin geg ebenes Frühſtück ſtatt, zu dem u. a. geladen waren Nuntius Pacelli, die ſämtlichen bayeriſchen Miniſter, die beiden Reichsminiſter Dr. Geßler und Stingl, die Geſandten v. Haniel und v. Preger, die Staatsſekretäre Hamm, Schätzle und Schmidt. Um 6 ÜUhr abends fand ein Empfang der Hauptſchrift⸗ leiter der in München vertretenen Preſſe ſtatt, bei der ſich der Reichskanzler mit den Herren in zwangloſer Weiſe über akutelle Fragen unterhielt. Ein neuer Kapp⸗Putſch geplant: Merkwürdige Diktaturpläne— Verhaftungen und 3 Wiederfreilaſſungen IBerlin, 23. März.(Von unſ. Verl. Büro.)„Vorwärts“ und „Voſſ. Ztg.“ präludieren mit Fettdruck und ſenſationellen Ueber⸗ ſchriften der heutigen Debatte im Preußiſchen Landtag. Wenn man der„Voſſ. Ztg.“ glauben will, die einfach aus dem Häuschen iſt, ſtanden Mord und Totſchlag und eine ſehr erheblich ſorg⸗ fältiger vorbereitete Wiederholung des Kapp⸗Putſches unmittelbar vor der Tür. Der ſchlüſſige Beweis ſei geliefert, daß innerhalb einer kurzen Friſt, zu einem genau beſtimmten Tag die Reichsregierung und die preußiſche Regierung ge⸗ ſtürzt, die ſozialiſtiſchen Miniſter, vor allem Severing, ab⸗ geſchlachtet, Reichstag und Landtag aus einandergejagt und an Stelle der Weimarer Verfaſfung eine ſogenannte Diktatur mit deutſch⸗völkiſchen und nationalſozialiſtiſchen Führern an der Spitze aufzurichten. Die Geſchichte klingt zu ſchauerlich, um, wenigſtens für unſere Gefühle, wahr zu ſein. Der„Vorwärts“, der ja auch ſonſt mit mehr Verantwortlich⸗ keitsgefühl redigiert wird, als das Blatt des zwiſchen unbeſchränktem U⸗Bootkrieg und Kommunismus nach Bedarf hin⸗ und herſchwan⸗ kenden Hern Bernhard, geht nicht ſo weit. Er ſpricht nur von einer weit verzweigten Verſchwörung und von der Abſicht, die preu⸗ ßiſche Regierung gewaltſam zu ſtürzen, allerdings auch von einem Mordkomplott gegen Severing. Was an dieſen Dingen wahr iſt— die„Voſfin“ erzählt ſich von„Aufmarſchplänen für die einzelnen Hun⸗ dertſchaften der deutſch⸗völkiſchen Garde“ und einem genau detail⸗ lierten konzentriſchen Angriff auf Berlin— wird ſich ja binnen wenigen Stunden ergeben müſſen. Einſtweilen werden wir die Empfindung nicht ganz los, daß an dieſem„neuen Kapp⸗Putſch“ die Nervoſität und die ſozialdemokratiſchen Reſſentiments ge⸗ wiſſer leitender Stellen nicht ganz ohne Anteil geweſen ſind. Man wird unwillkürlich an das bekannte Attentat auf Dr. Wirth vom letzten Oktober erinnert, das ſich hinterher, gottlob, in Wohlgefallen auflöſte. Für dieſe Deutung ſpricht immer⸗ hin, daß von den 26 Verhaftungen, die geſtern in Berlin vor⸗ genommen worden ſind, nur 12 aufrecht erhalten werden konnten. Der„Lok.⸗Anz.“ will erfahren haben, daß geſtern abend noch der Reichspräſident Ebert wegen der heutigen Aktion im Landtag eine Unterredung mit dem Landtagspräſidenten Leinert gehabt hat. Die Reichsleitung, ſo behauptet das Blatt, dürfte dabei in letz⸗ ter Stunde den Verſuch gemacht haben, den Scherbenhaufen, den man anzurichten ſich anſchickt, nach Möglichkeit klein zu halten. So viel ſcheint uns jedenfalls feſtzuſtehen: Wenn Herr Severing nicht ganz anderes Material vorzubringen hat, als bisher der Oeffentlich⸗ keit unterbreitet wurde, wäre es wohl beſſer geweſen, die Aktion gegen den Rechtsradikalismus inkleinerem Rahmen zu halten. Wer im Auslande heute„Voſſin“ und„Vorwärts“ ich wirken läßt, muß die Ueberzeugung bekommen, daß es in 4 Deutſchland lichterloh brennt, und das ſoll, wie der„Vorwärts“ eifervoll verſichert, ja nicht einmal im„roten Thüringen“ der Fall ſein. Eine amtliche Mitteilung beſagt über die verſchiedenen Maßnahmen der Polizei folgendes: Die polizeildche Durchſuchung, die am Donnerstag vormittag von Beamten der Verliner politiſchen Polizei in den Geſchäfts⸗ räumen der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei und bei verſchiedenen Führern dieſer Partei in Berlin, zugleich aber auch in anderen preußiſchen Städten wie Kaſſel, Erfurt, Halberſtadt, Han⸗ nover, Koeſen, Magdeburg, Merſeburg, Minden, Naumburg und Stolp in Pommern, vorgenommen wurden, iſt wegen dringenden Verdachts hochverräterriſcher Umtriebe erfolgt, ferner wegen Verſtoßes gegen die Verordnung des Reichspräſidenten vom 24. Mai 1921. Die Durchſuchung hat ein erdrückendes Mate⸗ rial gegen die Deutſchvölkiſche Freiheitspartei zutage gefördert. Die im Anſchluß an die Durchſuchung vorläufig feſtgenommenen Per⸗ ſonen wurden nach einem Verhör keils wieder entlaſſen, während der andere Teil dem zuſtändigen Richter vorgeführt wird. Die in einem Teil der Preſſe verbreitete Nachricht über einen gegen die Abge⸗ ordneten Wulle, Hennig und von Graefe erlaſſenen Schutzhaftbeſehl iſt unrichtig. Wie von anderer Seite dazu noch gemeldet wird, ſind die Maß⸗ nahmen darauf zurückzuführen, daß der verhaftete Leutnant a. D. Roßbach bei ſeinen Vernehmungen im Berliner Polizeipräſidium den Verdacht aufkommen ließ, daß auch die Freiheitspartei aktiv gegen die Verfaſſung gearbeitet habe. Im Zuſammenhang mit dieſer Hausſuchung ſind dann noch mehrere Verhaftungen von Orts⸗ gruppenführern der Freihei ei vorgenommen worden. So wurde der Vorſitzende der Karlshorſter Ortsgruppe, Kaufmann Karl Schulz, in ſeiner Wohnung verhaftet, ferner der Hilfsredak⸗ teur der„Dtſch. Zig.“ zur Nedden, der gleichzeitig Vorſitzender der Schöneberger Ortsgruppe war, ſowie der Ortsgruppenführer Geyer aus Wilmersdorf. Die Verhafteten wurden ins Politzeipräſidium gebracht, wo ſie noch beſonders vernommen werden ſollen. Unter den in Berlin verhafteten deutſchvölkiſchen Ortsgruppenführern befindet ſich ein Major Snethlage, ferner Kapitän Coul⸗ 5 10 n, Profeſſor Danicke ſowie einige Führer des Jugendbundes Dopck. nN 2 Das FJiel (Von unſerm Berliner Büro) DE Berlin, 23. März. Man hat ſich hier und da von der Veröffentlichung des deutſchen Angebots eine ſtarke außenpolitiſche Wirkung verſprochen. In der Nähe der ſogenannten Kon⸗ tinentalpolitiker iſt man der Regierung ſogar böſe geweſen, daß ſie mit dieſem Angebot nicht endlich herausrückte. Nun iſt, freilich ohne Mitwirkung der Regierung, die Veröffentlichung doch erfolgt, und man hat eigentlich nicht die Empfindung, daß von ihr eine beträchtliche Beeinfluſſung der Lage ausgehen könnte. Gewiß, dieſe Publikation war nicht offiziell und nicht amtlich. Wenn bei uns dem⸗ nächſt auf Verlangen des Parlaments ein neues Weißbuch über die Verhandlungen in London und Paris vorgelegt werden ſollte, wird unſere Kenntnis ja wohl noch um einige Einzelheiten vermehrt wer⸗ den, aber auch dann wird die allgemeine politiſche Lage ſich kaum ändern. In Wahrheit bringen wir ja den engliſchen und ameri⸗ kaniſchen Staatsmännern damit auch kaum etwas neues. Die ge⸗ ſchäftliche Loyalität des Kanzlers und ſeiner Mitarbeiter wird ſo in das rechte Licht gerückt ſein, aber an ihr iſt in der Welt ohnehin kein Zweifel. Der Einzige, der ſie bezweifelt und ſozuſagen ex officie bezweifeln muß, iſt Poincare, auf den aber werden wir, auch wenn wir mit Engelszungen reden, nicht zu wirken vermögen. Sieht man die Dinge in dieſem Zuſammenhang, ſo iſt man ge⸗ neigt, auch wenn man bisweilen anderer Meinung war, die vom Ka⸗ binett Cuno gewahrte Zurückhaltung noch nachträglich zu billigen. Unſere Vorſchläge vom Dezember und Januar können heute ja nur noch den Wert geſchichtlichen Materials beanſpruchen. Was wir damals boten, iſt durch den neuen furchtbaren Aderlaß unſerer Wirtſchaft illuſoriſch geworden. Selbſt wenn wir es wollten, vermöchten wir es nach dem räuberiſchen Ueberfall in das Ruhrgebiet nicht mehr zu leiſten. Eine amtliche Veröffentlichung des Angebots post festum heißt dieſen Tatbeſtand möglicherweiſe verwiſchen. Man hätte da und dort im Ausland doch glauben können, daß die deutſche Regierung auch heute noch zu den Vorſchlägen ſtehe, die ſie in Paris zu unterbreiten willens war. Man ſollte nach der bald 10jährigen Erfahrung, die wir mit der Welt da draußen haben, allgemach aufhören von dem Nachweis, daß wir im Rechtthronen, ſich irgend welchen Erfolg zu verſpre⸗ chen. Der Gedanke iſt echt deutſch, aber er iſt vielleicht gerade darum grundfalſch. Die Politik iſt, wofern ſie es nicht immer ſchon war, in weitem Umfang ein Geſchäft geworden, und ſelbſt für Amerika, das früher noch am eheſten gewiſſen humanitären, all⸗ gemein ethiſchen Gedankenreihen zugänglich war. Für eine Auf⸗ klärungsarbeit, die ſich nur in dieſer Richtung bewegt, ift jede Mühe zwecklos vertan, paart ſie ſich zudem, wie dass in der Vergangenheit leider zu oft der Fall war, mit einem weiner⸗ lichen, das fremde Mitleid beſchwörenden Pathos, ſo hat ſie — wenigſtens wird uns das immer von neuem von amerikaniſchen Freunden verſichert— uns mehr geſchadet als genützt. Die einzige Aufklärungsarbeit, die uns helfen mag, iſt die Propaganda durch die Tat. Seit wir an Ruhr und Rhein uns auf die eigene Kraft beſonnen, hat man zum erſten Mal ſeit dem Niederbruch angefangen, uns wieder ernſt zu neh⸗ men. Allein ſchon um deswillen wird man auf dem einmal betrete⸗ nen Weg fortzufahren haben. Zwei Dinge ſind es, die Freund und Feind, die ehemaligen Kriegsgegner wie die Neutralen, erken⸗ nen lernen müſſen: Zum erſten, daß der Erfüllungspolitit im bisherigen Ausmaß in den Möglichkeiten der deutſchen Wirtſchaft ihre feſten und unverrückbaren Grenzen geſetzt ſind; zum andern, daß ſie nichtmit Gewalt uns aufgezwungen wer⸗ den kann. Den erſten Nachweis hat mit ſeinem viel zitierten„guten Willen“ das Kabinett Wirth beigebracht, den andern führt man Tag für Tag, geſtützt auf die einmütige Entſchloſſenheit des ganzen Vpl⸗ kes, die Arbeiterſchaft des Ruhrgebiets. Und nicht eher wird Friede ſein, werden wir aufhören dürfen, mit waffenloſen Argumenten uns der bis an die Zähne bewaffneten Uebermacht zu erwehren, bis man auch draußen die Ziele der franzöſiſchen Hegemonial⸗ politik begriffen und ſie in ihrer hüllenloſen Nacktheit, mit der ſie mit düſterer Klarheit ſeit Jahr und Tag uns ſelber vor der Seele ſteht erkannt hat: Die nimmerſatte Raubgier iſt für die allge⸗ 1 längſt zum weſenloſen Scheine verblichen, und die, wenn ſie von„heute“ ſpricht, in tauſend⸗ meinen wirtſchaftlichen„Reparationen“ jähriger Wiederkehr von der Wiederaufrichtung des alten„Lotharin⸗ gien“, dem franzöſiſchen Einfluß zugänglichen und von ihm kontrol⸗ lierten Pufferſtaates von der Scheldemündung bis zum Oberrhein träumt. Das deutſche Ziel iſt, an dem franzöſiſchen gemeſſen, un⸗ endlich beſcheiden: Die Wiedereinſetzung in den bisher durch das Verſailler Vertragsinſtrument verbürgten Stand. Die Regierung Cunod erſtrebt, wenn wir ihre Abſichten richtig verſtehen, nicht die Auflöſung des Traktats, ihn, den Frankreich gebrochen hat und immerfort noch bricht, will ſie im Gegenteil aufrecht erhalten. Darum: Räumung des Ruhrgebiets durch Franzoſen und Belgier, und ſchiedlich⸗friedliche Verſtändigung über das Maß der Reparationen im Rahmen unſerer Leiſtungsfähigkeit. Auch dann werden die wirtſchaftlichen Opfer(und die anderen, die in Zahlen ſich überhaupt nicht ausdrücken laſſen) nicht umſonſt von uns gebracht ſein. ** Ein amerikaniſcher Reparationsplan 2 Berlin. 23. März.(Von unſerm Berliner Bürd.) Die ame⸗ rikaniſche Delegation bei dem jetzt beginnenden römi⸗ ſchen Handelskammer⸗Kongreß beabſichtigt, wie der „Voſſ. Ztg.“ dus Rom gemeldet wird, in Uebereinſtimmung mit den übrigen Vertretern der Nationen, eine Reihe finanzieller und wirt⸗ ſchaftlicher Entſchließungen zu faſſen, die zuſammengefaßt ein Pro⸗ aramm der führenden Kaufleute der Welt ergeben und des den Rezierungen als Ergebnis der gemeinſamen Beratungen überreicht werden und als Grundlage für einen internationalen Weltwirtſchafts⸗Kongreß dienen ſoll. Zu dieſem Pro⸗ gramm der Kaufleute gehört die Anſchneidung des Reparations⸗ problems, das nach amerikaniſcher Anſicht unlös bar iſt, ſolange c ͤ⁵ͤᷣͤ3 855 2. Seite. Nr. 139 Mannheimer General-Anzeiger(Mittag ⸗Ausgabe) Freitag, den 23. März 1923 es dauernd mit der Politik verquickt bleibt. Die in Rom anweſenden Amerikaner wünſchen die Realiſierung der von Sachver⸗ ſtändigen feſtzuſetzenden deutſchen Geſamtſchuld durch eine internatio⸗ nale Anleihe, deren Zinſen⸗ und Amortiſationsdienſt von Deutſchland zu garantieren und unter Wahrung der deutſchen Souveränität inter⸗ national zu kontrollieren wäre. Der Reparationsplan der amerikaniſchen Abordnung iſt vom „Vizeprüſidenten des Newyorker Garantietruſts Booth ausge⸗ arbeitet worden. Er hat bereits die Zuſtimmung der engliſchen Abordnung gefunden und kommt am Samstag vor das Plenum des internationalen Handelskammerkongreſſes. Der Plan wird noch geheimgehalten, jedoch äußerte ſich Hobſen, der Führer der engliſchen Abordnung, der Plan werde die Rückkehr zum nor⸗ malen Zuſtand und zur Ruhe Mitteleuropas ermöglichen. Nitli über die widerſinnige Reparationspolitik Im„B..“ beſpricht der ehemalige italieniſche Miniſterpräſi⸗ dent Nitti die Reparationspolitk und ihre Gefahren. Die Wahr⸗ heit ſei, daß die geforderten Reparationen widerſinnig ſeien und daß ſie dazu dienen ſollten, Deutſchland zu unterdrücken. Repara⸗ tionen ſeien eine Verletzung der Moral. Als Frankreich 1815 und 1870 von Deutſchland beſiegt wurde, brauchte es nicht ſo widerſinnige Verträge über ſich ergehen laſſen, wie ſie Deutſchland 1919 aufge⸗ zwungen wurden. Die Reparationen bildeten vor allem das Hin⸗ dernis für die Wiederaufnahme des Welthandels. Die Rettung Europas könne nur beginnen, wenn man in gründ⸗ licher Weiſe dieſes Thema erledigt habe. Kulturkampfluft UBerlin, 23. März.(Von unſerem Berl. Büro.) Die In⸗ terpellation des Zentrums und der Deutſchnationalen, die ſich mit den verſchiedenen Attentaten gegen die religiöſe Freiheit in Sachſen, Thüringen und Braunſchweig befaſſen, führen, wenn man die Dinge von der formal⸗juriſtiſchen Seite an⸗ ſieht, in ein äußerſt verwickeltes Problem hinein, verwickelt vor allem darum, weil, wie Miniſter Oeſer das geſtern am Reichs tag unumwun⸗ den einräumte, der Wortlaut der Reichsverfaſſung in dieſen Belangen Zweifel und Unklarheiten über die Kompetenzgrenze des Reiches und der Länder aufkommen läßt. Welche unliebſamen Zuſpitzungen aus ſolchen Anläſſen, die man an den Entſtehungstagen der Verfaſſung natürlich nicht ohne weiteres vorausſehen konnte, ſich entwickeln können, hat die Auseinanderſetzung zwiſchen dem Reich und Bayern in Sachen der Schutzgeſetze zur Genüge gezeigt. Die Länder, in denen es den linksradikalen Elementen gelungen iſt, ſich einen ent⸗ ſcheidenden Einfluß in der Regierung zu ſichern, haben es erfahren müſſen, wie aus einer ſolchen, doch mehr wort⸗ als ſinngemäßen textlichen Unklarheit, von denen, die es darauf anlegen, polſtiſch Kapital geſchlagen werden kann. Auf dieſe Mängel geſtützt hat jedenfalls die rote Regierung des Freiſtaates Sachſen ihre kirchen⸗ feindliche Tendenz mit einer Schamloſigkeit ſonderglei⸗ chen durchzuſetzen gewußt. Die verſchiedenen Feiertagserlaſſe des ſächſiſchen Kultusminiſters Fleißner liefern dafür lehrreiche Be⸗ lege. Auf dem Umweg über die Schule, das iſt der Hintergedanke dieſer Erlaſſe, ſoll der vernichtende Schlag gegen die Kirche geführt und freie Bahn für die Aufrichtung des marxiſtiſchen Welt⸗ anſchauungsideals geſchaffen werden. Das alles iſt noch im Fluß und wenn geſtern erſt der Abgeord⸗ nete Marx vom Zentrum und nach ihm der Deutſchnationale Barth aus Chemnitz gegen die neueſte Unterdrückung der in der Verfaſſung garantierten Gewiſſensfreiheit durch die ſozialiſtiſch⸗kom⸗ mimiſtiſchen Machthaber in Braunſchweig, Thüringen und vornehm⸗ lich in Sachſen ſich mit Leidenſchaft zur Wehr ſeßen, ſo geſchah das vor allem wohl deswegen, um einmal die Aufmerkſamkeit„des größeren Deutſchland“ auf dieſe Einzelvorgänge in den Ländern hinzuweiſen, die vielfach ſchon als ein Symptom eines heraufdäm⸗ mernden neuen Kulturkampfes eingeſchätzt werden. Freilich bedeu⸗ ken die Interpellationen ſozuſagen eine Einmiſchung in ein ſchweben⸗ des Verfahren; denn die Reichsregierung hat ſich inzwiſchen bemüßigt geſehen, die Rolle des Mittlers auf ſich zu nehmen. Sie iſt an die Regierungen der in Frage kommenden Ländern herange⸗ treten und hat u. a. auch erreicht, daß die ſächſiſche Regierung 55 einige Abſtriche an ihren Richtlinen hat gefallen laſſen. Reichsregierung hofft, wenigſtens iſt Miniſter Oeſer dieſes Glaubens, durch eine reichsrechtliche Regelung der Streitfrage— ein Geſetz⸗ entwurf, der darauf abzielt, iſt bereits dem Reichsrat zugegangen — des drohenden Konfliktes Herr zu werden. Ob alle ſich aus ihm ergebende Schwierigkeiten durch die Behandlung von rein formaler Seite her wirklich werden aus der Welt zu ſchaffen ſein, bleibt zu⸗ nächſt eine offene Frage. Die provokatoriſche Art, mit der Fleißner ſelbſt geſtern vor dem Reichstag ſeine Schul⸗ und Kirchenpolitik zu rechtfertigen fuchte, und die einen wahren Sturm der Entrüſtung und des Abſcheus rechts und in der Mitte entfeſſelte, ſchien eher den Schluß zuzulaſſen, daß zum mindeſten in Sachſen, unter dem neuen, ganz roten Regime ein Nachgeben und Zurückweichen kaum zu er⸗ warten iſt. Damit wäre auch die Frage akut geworden, bis zu welchem Grade die Zuſammenarbeit des Zentrums mit der fozialiſti⸗ ſchen Linken belaſtungsfähig iſt. Der gemäßigte Flügel der Sozial⸗ demokratie ſieht natürlich die Gefahr, die in dieſem Punkt greifbar in die Erſcheinung⸗tritt. Der Sozialdemokrat Schreck bemühte ſich ſichtlich, die Scherben des Herrn Fleißner wieder zuſammen zu kitten. 2 8 · lin 8 87 eee, 2 Aeſoor, leſpesg ocd Aan „erschau 8 2 Junno. o le'n — eenbeg . 5 7 7 2 75 60% Bern 85 2 5 5 Ungar +. aſlan +. 2525 eneug%fen e ee Das Deufscfrtum in den vom feiche bebiefen. Auf der vorſtehenden Karte ſind die deutſchen Grenz⸗ gebiete punktiert wiedergegeben. Man ſieht daran deutlich, wie groß eigentlich Deutſchland ſein müßte, wenn es nach Wilſons Programmpunkten, nach dem Selbſtbeſtimmungsrecht der Nationali⸗ täten und dem demokratiſchen Prinzip ginge. Deutſchland würde dann nahezu ein Viereck darſtellen mit den Richtungspunkten Emden —Bozen—Oedenburg—Memel. Jedenfalls aber reicht ſoweit das kultur⸗ und ſtammesdeutſche Gebiet, für das wir Reichs⸗ deutſchen Freiheit der kultuvellen und völkiſchen Entwicklung fordern. Er verwahrte ſich durchaus gegen den Vorwurf einer antireligiöſen Voreingenommenheit der Sozialdemokratie, die Belenner jeden Glau⸗ bens in ihren Reihen habe und gab ſeimen, offenkundig auf Ausgleich berechneten Darlegungen zum Schluß eine faſt verſöhnliche Note, ſo daß der Volksparieiler Everling, wie auch Herr Külz von den Demokraten bekundeten, daß bei ſolcher Geſinnungstoleranz, wie ſie hier zutage tritt, an eine kulturkämpferiſche Stimmung, die tatſächlich vorübergehend im Hauſe deutlich zu ſpüren war, gar nicht hätte aufkommen können. *** Herabſetzung der Kohlenſtener inn 30 v. 5. In ſeiner geſtrigen 8 fare erklärte ſich der Kohlenſteueraus⸗ ſchuß des Reichskohlenrats für eine Herabſetzung der Kohlenſteuer auf 30 Proz. Der Regierungsvertreter erklärte, daß durch das Reichsfinanzminiſterum nur dann eine Ermäßigung annehmbar ſei, wenn gleichzeitig eine Ermäßigung des Netto⸗ kohlenpreiſes erfolge. Uum die Getreideumlage Reichsernährungsminiſter Dr. Luther hat geſtern mit den Vertretern der bürgerlichen Arbeitsgemeinſchaft verhandelt, ob es möglich ſei, die Getreideumlage für das kommende Jahr nicht mehr zu erheben. Es wurde in den Beſprechungen der Plan er⸗ wogen, die Verſorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit Brot dadurch ſicher zu ſtellen, daß zu den Beſitzſteuern und viel⸗ leicht auch zu den Einkommenſteuern Zuſchläge erhoben werden. Die Beſprechungen haben einen gütlichen Verlauf genommen. Die Deutſchnationalen haben ſich für die Vorſchläge erklärt. Badiſche Politik Nus dem Landtag Die Regferung hat dem Landtag den Entwurf eines Geſetzes über den Aufwand für die Volk.sſchule und weiter einen Ge⸗ ſetzentwurf über den Beizug der Betriebsunternehmen zu den Laſten des Wohnungsbaues zugehen laſſen.(Wir werden über dieſe beiden Geſetzentwürfe noch berichten.) Die Fraktion der Deutſchnationalen Volkspartei hat im Land⸗ tag eine förmliche Anfrage eingebracht, die die Verbreitung eines kommuniſtiſchen Flugblattes unter den Schulkindern in Mannheim zum Gegenſtand hatk. Eine weitere Förmliche Anfrage iſt von mehreren über die Notlage der Jung⸗ akademiker vorge worden. Eine dritte Förmliche Anfrage 5 von kommuniſtiſcher Seite und hat die Amneſtie für die m 519 0 des Rathenaumordes begangenen politiſchen Vergehen zum Inhalt. Anträge ſind eingegangen von den Frauenabgeord⸗ neten ſämtlicher Parteien über die Altersfürſorge für Hebammen, und die alsbaldige Vorlegung des Entwurfs eines Hebammengeſetzes, von den kommuniſtiſchen Abgeordneten über die Erhöhung der Märzgehälter der mittleren und unteren Beamten 800—— mehreren trumsabgeordneten über die Förderung der afzucht. Wie der„Badiſche Beobachter“ meldet, berichtete der Miniſter des Innern im Haushaltausſchuß des Landtags über ein Gutachten betreffend die Tätigkeit des Oberamtmanns Frank in Schönau (Wieſental) in einem Diſziplinarverfahren in Sachen Kantoro⸗ zuſchießt. wic z. Es wurde feſtgeſtellt, daß Oberamtmann Frank bei dieſer Gelegenheu nicht über den Parteien oder wenigſtens außerhalb des Streitfalles geſtanden habe. Der Miniſter teilte mit, daß in Zukunft die Diſziplinarbeamten aus den Reihen der älteren Richtet berufen werden ſollen. Der Nachtrag zum Etat des Arbeitsminiſteriums. Bei den Beratungen des Haushaltausſchuſſes des Landtags über die Anforderungen für das Arbeitsminiſterium im dritten Nachtrag zum Staatsvoranſchlag wurde eingehend die Unterbringung der Kinder auf dem Heuberg erörtert, wofür der Staat 40 Millionen Gewünſcht wurde u.., daß der Schulunterricht bei den⸗ jenigen Kindern, die längere Zeit auf dem Heuberg ſind, fortgeſetzt werde. Der Arbeitsminiſter könnte dieſen Wunſch nicht befür⸗ worten. Bei der Poſition„Förderung der Krüppe[fürſorge wurde von ſozialdemokratiſcher Seite Klage geführt, daß die Ge⸗ meinden mit der Unterbringung krüppelhafter Kinder in das Heidel⸗ berger Krüppelheim zurückhalten oder die Kinder zu ſpät einweiſen, ſodaß ſie kein Handwerk mehr erlernen können. Angenommen wurde ſodann ein ſozialdemokratiſcher Antrag auf Erhöhung der Staatsbeiträge an gemeinnützige Rechtsau? kunftsſtellen von 1,8 Millionen auf 3 Millionen Mark. Mit 7 gegen 6 Stimmen bei ſechs Stimmenthaltungen wurde ein an⸗ derer ſozialdemokratiſcher Antrag abgelehnt, die ſtaatlichen Bei⸗ hilfen zur Abhaltung von Betriebsrätekurſen ebenſalls auf 3 Millionen zu erhöhen. Bei der Erwerbs loſenunter⸗ ſtützung wurden von ſozialdemokratiſcher und kommuniſtiſcher Seite die niederen Sätze der Erwerbsloſenfürſorge beklagt. Da ſie aber vom Reich feſtgeſetzt werden, hat der Badiſche Landtag kei Einfluß. Auch die Deungtnen wurde beſprochen. Es wurde darauf hingewieſen, daß immer mehr Dienſtmädchen in die Schweiz gingen. Der Arbeitsminiſter bemerkte, daß daran oft die ſchlechte Bezahlung der Dienſtmädchen in Deutſchland die Schuld trage. Die lleinen Landwirte ſchickten deshalb auch ihre Töchter nicht mehr in die Stadt. 885 Bei der Anforderung von fünf Millionen für den Landes⸗ von einem Abgeordneten der Deutſchen Volkspartei die Frage auf⸗ geworfen, warum dieſer Ausſchuß nicht über eigene Mittel verfüge⸗ Der Arbeitsminiſter und Redner der Sozialdemokratie und des Zen⸗ trums ſetzten ſich für e Poſition ein, die mit 15 gegen eine Stimme genehmigt wurde. Des weiteren wurde die Bauſtoffbeſchaffung und die Tätigkeit des Badiſchen Baubundes beſprochen, wofür zu⸗ wurde von den Rednern darauf hingewieſen, daß ſich dabei der Ein⸗ fluß der Monopole und des Großkapitalismus bemerkbar machten. enthaltungen bewilligt. 9ei 2 Poſition„Straßenbau“ wurde auf den furcht⸗ baren Zuſtand hingewieſen, in dem ſich manche Straßen durch den Verkehr der Laſtautomobile und Holzabfuhrwagen befinden. Die 3 Regierung erklärte, um nur einigermaßen die badiſchen Landſtraßen in fahrbarem Zuſtand zu erhalten, ſeien 300 Millionen Mark mehr nötig als bisher im Audget bemilligt wor den ſind. 1. oęandlagsabgeordneter Gebhard legt den Vorſitz im Landbund nieder. In der am Donnerstag abgehaltenen Vollverſammlung der Badiſchen Landwirtſchaftskammer wurde mitgeteilt, daß Landtags⸗ abgeordneter Gebhard, der Präſident der Badiſchen Landwirt⸗ ſchaftskammer, den Vorſitz im Landbund niederlegen werde. Zuvor hatte Gebhard erklärt, es ſei ſchwer, da⸗ Amt eines Präſidenten des Landbundes und zugleich das eines Präſidenten der Landwirtſchaftskammer in einer Hand zu vereinigen und er werde deshalb die nötigen Konſequenzen ziehen. Letzte Meloͤungen Ein neuer Dokumenkenfälſcher Berlin, 23. März. Ein neuer Dokumentenfälſcher nach dem Muſter Ansbachs wurde dieſer Tage in einem Hotel Unter den Linden verhaftet. Es handelt ſich um den aus Dresden ſtammen⸗ den ſtellungsloſen Bankbeamten Hinderer, der an einen aus⸗ ländiſchen Journaliſten zwei fingierte politiſche Dokumente ver⸗ kaufen wollte. Hinderer hatte dem Berliner Korreſpondenten der amerikaniſchen Hearſt⸗Pr. D. S. Weyer„vertrauliche Dokumente aus der Reichskanzlei“ angeboten. ſchöpft, den Fälſcher auf den nächſten Tag wieder beſtellt und in⸗ zwiſchen Reichskanzler Dr. Cung perſönlich die beiden Dokumente vorgelegt, der ſie ſofort als Fälſchungen erkannte und die ſofortige Verhaftung des Schwindlers veranlaßte. Condon, 23. März. Entſprechend der Einladung der britiſchen Regierung iſt Veniſelos geſtern abend in London eingetroffen, um bei Erörterung der türkiſchen Gegenvorſchläge in den Angelegen ⸗ heiten, die Griechenland beſonders berühren, in beratender Eigen⸗ ſchaft zur Verfügung zu ſtehen. Condon, 23. März. Reuter meldet aus Kairo: Den Blättern zufolge kam es in Tanta zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen ägyptiſcher Polizei und Soldaten eines Infanterieregiments, wo 30 Perſonen lhee auf Seiten der Polizei verwundet wurden, i darunter eine ſchwer. Der Zuſammenſtoß war veranlaßt worden durch die angebliche Verhaftung eines Unteroffiziers, der auf dem Polizeibüro mißhandelt worden ſein ſoll. — Katurwiſſenſchaftliche Rundſchau Im Rampf um den Sipfel der Erde Mit Genehmigung des Verlags entnommen aus der feſſelnd geſchriebenen, lehrreichen Schrift: Walther Flaig: Im Kampf um Tſchomo⸗ lungma, den Gipfel der Erde.(Kosmos, Geſell⸗ ſchaft der Naturfreunde, Frankhſche Verlags⸗ handlung, Stuttgart), auf die empfehlend hin⸗ gewieſen ſei. Noch ſtand der Gipfel der Erde in ſeiner eiſigen Größe da— unberührt. Eisſtürnie, Gletſcherklüfte, Steilwände, furchtbare Geg⸗ ner für den Menſchen hatte er in den Kampf geſtellt, und die Hoff⸗ nung, daß je ein Menſch ſeine höchſte Spitze betreten könne, ſank bei den Teilnehmern auf ein winziges Maß zuſammen. Aber um ſo mehr wurden Ehrgeiz, Tatenluſt und Wagemut in ihm entzündet. Mit Feuereifer wurde der Winter genutzt und ge⸗ rüſtet zum großen Entſcheidungskampf 1922. Als Führer wählte man den General Bruce, den beſten Himalajakenner. Ihm gab man die beſten Kampftruppen bei, vor allem wieder Mallory, dann den berühmten Dr. Longſtaff und— eine beſonders glückliche Wahl— den überaus kühnen Hauptmann Finch, wohl der beſte und, erfolg⸗ reichſte der jüngeren engliſchen Bergſteiger, deſſen prachtvolle Schil⸗ derungen auch fehlende Berichte erwarten ließen. Außerdem nahmen noch neun Bergſteiger, Forſcher und Aerzte teil: Strutt, Morris, Morshead, Crawford, Norton, Sommerwell, Noel, Wakefield und Geoffroy Bruce, eine Neffe des Generals. Die Kampfmittel wurden ebenſo ſorgfältig ausgewählt: Vor⸗ zügliche größere und kleinere Zelte mit Korkmatratzen und Schlaf⸗ ſäcken aus Eiderdaunen, beſte Kleidung und Kälteſchutz, Kochapparate, Steigeiſen uſw.: dann Lebensmittel aller Art in Keroſinkannen ein⸗ gelötet und peinlich abgewogen, wiſſenſchaftliche Inſtrumente zum Vermeſſen, Kartieren und Höhemeſſen, große und kleine photogra⸗ phiſche Apparate, ein Kino⸗Apparat und endlich eine Anzahl Sauer⸗ ſtoff⸗Apparate, um der ſauerſtoffarmen Luft in den großen Höhen trotzen zu können. Dieſer ganze Belagerungspark wurde nach Dardſchiling hinauf⸗ geſchafft. Am 26. und 27. März brach man von dort auf und mar⸗ ſchierte über Phari—Kampa Dſong—Tinki gleich ins Rongbuktal, wo man bereits am 14. April an der Stirne des Gletſchers das Tal⸗ hauptlager aufſchlug. Die Belagerung begann alsbald. Man ſchickte Kundſchafter und Stoßtrupps am öſtlichen Rongbükgletſcher entlang daran, den ganz unglaublich zerklüfteten Gletſcher zu überqueren— mit den ſchwerbeladenen Trägerkolonnen eine Rieſenarbeit! Aber es gelang, und am 8. Mai konnte man in 6040 Meter Höhe, am Fuß des Tſchang tſe(dicht unterhalb des Nordjoches oder Tſchang la) das Berghauptlager(III) aufſchlagen. Von hier ſollten nun die Hauptangriffe ausgehen, aber natürlich mit Hilfe von Zwiſchenlagern, denn die nahezu 3000 Meter, die der Gipfel noch über dem Lager aufragte, konnten ja nicht in einem Zug erkämpft werden. Aber ſchon der Aufſtieg zum Nordjoch war viel ſchrecklicher als im Vorfahr, und es koſtete groͤße Mühe, das Gepäck zu einem IV. La⸗ ger dort hinaufzuſchaffen. In 7015 Meter Höhe, inmitten einer phan⸗ taſtiſch wilden Welt von zerklüfteten Eisbänken, Wächten und Schnee⸗ wällen, die wie Urweltungetüme um die Welt herlagen, erſtellte man dies Lager. Es war am 13. Mai. Am 17. Mai ſchleppte man wei⸗ tere Vorräte dort hinauf. Jetzt ſchien dem Oberſt Strutt, dem Kom⸗ mandanten des Berghauptlagers, die Zeit gekommen, um einen erſten ſcharfen Angriff gegen das unheimliche Bollwerk vorzutragen. Mallory, Sommerwell, Norton und Morshead bezogen deshalb am 19. Mai das Nordjochlager IV. Sie hatten 9 Träger dabei, die am andern Morgen in ſchlechter Verfaſſung waren, weil ſie ihre klei⸗ nen Mummernzelte allzu dicht verſchloſſen hatten. Das Frühſtück— Spaghetti— war ſtein⸗ und beingefroren und konnte kaum zuberei⸗ tet werden. Auch das Wetter war ſchlecht. Aber ſie brachen auf und ſtiegen am Grat empor gegen die Schulter. Bald mußten ſie Stufen ſchlagen im vereiſten Schnee, auch ein läſtiger Nordweſtwind erhob ſich und fegte viel Nebel über ben Grat, ſo daß ſie ſchließlich auf die Oſtflanke auswichen und um 12 Uhr in 7620 Meter ein Lager(V) aufſchlugen, weil an ein Vorwärtsdringen nicht mehr zu denken war. Schnell errichteten die Träger auf einer ziemlich ſteilen Felsplatte zwei Zelte für die vier Engländer und ſtiegen dann eiligſt wieder ab. Kälte und Sturm wuchſen. Alle vier waren durchkältet, ja Ohren und Hände hatten z. T. ſchon Froſtzeichen. In dieſer Verfaſſung blie⸗ ben ſie nun in einer Höhe über Nacht, die vorher noch kein Menſch erſtiegen, geſchweige denn zum Nächtigen benutzt hatte! In der Nacht brachte der Sturm ein wenig Hagel und Neu⸗ ſchnee, aber in der Frühe ſchien das Wetter beſſer, und ſo be⸗ ſchloſſen ſie, weiter zu ſteigen, allerdings ohne Morshead, der ganz erſchöpft war. Stunde um Stunde kämpften ſich die drei Männer am Grat empor, ſchließlich nur meht in„traurigem Vorwärts⸗ ſchleichen“. Schritt um Schritt mußte bei der ſauerſtoffarmen Luft erſtritten werden, denn die Männer gingen ohne Sauerſtoff⸗ apparate vor. Mäghlich erlahmten ihre Kräfte, große Müdigkeit hemmte ihren Vormarſch mehr und mehr und zwang ſie ſchließlich vor, ſchlug zwei Zwiſchenlager(Jund II) auf und machte ſich dann in 8169 Meter Höhe, etwa 180 Meter unter der Schulter, zur Umkehr. „Es wäre ein wahnſinniges Beginnen geweſen“, erklärt Mal⸗ lorn,„bis zur letzten Grenze unſerer Kräfte den Anſtieg fortzuſetzen, und auf Alkohol oder Energie zu vertrauen, um ſicher runterzukommen. Der gewinnt in dieſen Gegenden eim Abſtieg nicht ſeine Kräfte wieder, wie es in den Alpen der Fall iſt. So ſehr wir auch weiterzumarſchieren wünſchten — und wir waren noch nicht am Ende unſerer Kräfte—, ſo lag doch die. einzige Weisheit im Rückzug. Der Höhenmeſſer. nete 8169 ter. Wir wandten uns zum Abſtieg in der Hoff⸗ nung, noch genug Kräfte für dieſe ſchwere Aufgabe zu beſitzen“. Schweren Herzens Meg ſie zurück zum Lager V, wo Mors⸗ head bang ihrer wartete. Sie ließen alles zurück und eilten weiter, um noch vor Dunkelheit— es war ſchon 4 Uhr nachmittags— das Nordjochlager zu erreichen. Aber der Abſtieg war ſo mühſam wie der Aufſtiegl. Sie mußten oft ſtehen bleiben und nach Atem ringen. Morshead vermochte ſich kaum mehr vorwärts zu ſchleppen. Der Neuſchnee erhöhte die Gefahr, die N drohend vor ihnen aufwuchs, denn einer ſtürzte und riß im Nu die anderen mit, und ſie wären nicht zurückgekehrt, hätte nicht der vierte das Seil um ſeinen in Schnee gerammten Eispickel gelegt gehabt und ſo den fürchterlichen Ruck ausgehalten. Noch vorſichtiger ſtiegen ſie jetzt weiter ab. Morshead mühte ſich, alle paar Schritte anhaltend, vergeblich, ſeine Lungen zu füllen. Er wan verzweifelt nach Luft und brach faſt zuſammen, ſo daß man ihn führen mußte. Darüber kam die Nacht und umhüllte mit ihren ſchwarzen Schatten den böſen Weg. Sie zündeten ihre Laternen an und drangen trotzig vorwärts, hinab in die dunkle Tiefe, Stunde um Stunde. Plötzlich brach eine Steilbarre vor ihneg ab, die ſie— 5 Meter tief— in der Verzweiflung mit einem kühnen Sprung überwandten! Schließ⸗ lich erloſchen die Laternen, die letzte Kerze war abgebrannt. In der Finſternis ſtiegen ſie weiſet. Zum Glück hatte ſich kein Sturm erhoben, ſie wären ſonſt zugrunde gegangen in dieſer Nacht. Endlich ſtießen ſie auf ein Seil unter dem Neuſchnee— und kurz danach hatten ſie die Zelte erreicht. Es war nahe an Mitternacht. Zu ihrem Schrecken fanden ſie keine Kochgeräte vor und mußten ſo in quälendem Durſt die Nocht verbringen und unter noch größeren Qualen am andern Tag ins Lager III abſteigen, wo ſie froſtgeplagt— Morshead mußten einige Fingerſpitzen abgenommen werden— und totmüde eintrafen. Der erſte Angriff war abgeſchlagen. Er hatte die furchtbare Schärfe der feindlichen Waffen in ihrer ganzen Grauſamkeit und Gefahr erkennen laſſen aber auch gezeigt, daß menſchliche Tatkraft Ungeheures zu leiſten vermag Alle Höhenrekorde waren geſchlagen, aber die Männer waren ſo abgekämpft, daß ſie ſich gleich in tieſere Lagen, ja z. T. ſogar nach Indien hinab zurückziehen mußten. heimſtättenausſchuß der badiſchen Gewerkſchaften wurde ſammen 50 Millionen gefordert werden. Bei der Bauſtoffbeſchaffung Die angeforderte Summe wurde mit 13 Stimmen bei 5 Stimmen⸗ Dieſer hatte aber Verdacht ge⸗ TC.. r eenn e e, eeee,,, ———— Mannheimer General⸗Anzeiger(Miitag⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 139 Stäoͤtiſche Nachrichten Die Rohlenverſorgung des ſtädt. Elektrizitätswerkes „Vom Direktor des Städt. Elektrizitätswerkes erhalten wir unter Bezugnahme auf den im Dienstag Abendblate veröffentlichten——⸗Artikel, der uns von einem durchaus fach⸗ männiſchen Leſer unſeres Blatte⸗ degin„eine längere Erwi⸗ derung, die zumteil in einem Tone gehalten if. daß wir keine Ver⸗ anlaffung zu einer ungekürzten Wiedergabe haben. Wir müſſen uns vor allen Dingen dagegen verwahren, daß Dinge unterſtellt wer⸗ den, an die wir ebenſowenig wie der——Artikler gedacht haben. Wenn die Direktion des Elektrizitätswerkes die Bemerkung, daß mehr kaufmänniſcher Geiſt in die ſtädtiſchen Werke einziehen müſſe, in dem Sinne auslegt, daß der derzeitige rein ſtädtiſche Betrieb 1570 0 bald den gemiſchtwirtſchafklichen Betrieb ab⸗ löſen ſoll, ſo brauchen wir nur an die Debatte zu erinnern, die im Bürgerausſchuß durch die vom Stadtrat vor Geg Satzung für das Elektrizitätswerk veranlaßt wurde. Bei dieſer Gelegenheit iſt von der Seite, die uns a und auch von anderer Seite in An⸗ weſenheit des Direktors Pichler das geſagt worden, was heute noch Geltung hat. Wenn aus dem——⸗Artikel weiter herausgeleſen wird, daß für die Leitung des Elektrizitätswerkes die Nachfolger bereits gefunden ſind, die nur auf das Einrücken in die Stellen warten, 15 kann darauf erwidert werden, daß damte eine aufgeſtellt wird, die 1 5—5— Leſer ſehr intereſſieren Pofſer Fühlt ſich die Direktion des Elektrizitätswerkes auf ihrem Poſten ſo unſicher, daß ſie 7 derartigen Unterſtellungen ihre Zu⸗ flucht nehmen muß? Soweſt die fae der Direktion des Eler⸗ 3 ſachlich gehalten iſt, ſei aus ihr weiter folgendes wie⸗ rgegeben: Die Direktion iſt ſo liebenswürdig, uns in Beantwortung der Anfragen, die wir im Samstag Abendblatt haben, zu„ver⸗ raten“, daß nicht nur das Elektrizitätswerk Mannheim, ſondern auch alle badiſchen, heſſiſchen, württembergiſchen und bayeriſchen Werke, auch die ſüddeutſche e darunter eine Nelße Mann⸗ heimer Firma, laufend mit ſchleſiſchen Feinkohlen beliefert wer⸗ den. Wenn in der Zuſchrift in dieſem Zuſammenhang davon ge⸗ wird, daß es den Anſchein habe,„als ob der Generalanzei⸗ ger höchſt erfreut über den angeblichen Milliardenverluſt“ ſei und daß er eine noch größere Freude darüber empfinden werde, daß „nicht Milliarden, ſondern ſogar Billionen von Mark durch den heldenhaften Widerſtand an der Ruhr und am Rhein und dur dieſe Kohlenzuteilung ſeitens des Reichskommiſſars zugrunde gehen“, genügt es, wenn wir dieſe unglaubliche Entgleiſung einer ſtädti⸗ ſo ſchen Amtsſtelle niedriger hängen. Die Direktion des Elektrizitäts⸗ werkes ſoll doch nicht glauben, daß wir uns durch derartige nge⸗ deen Wirt von dem Wege abbringen laſſen, den wir in der kriti⸗ chen Würdigung der derzeitigen Leitung der ſtädtiſchen Werke für den richtigen 1 Die Direktion des Elektrizitätswerkes be⸗ mängelt weiter ie von dem—.—Artikler ece un Analyſe, indem ſie behauptet, es ſei die ſchlechteſte ſchle ch mit der beſten ſee Kohle verglichen worden, nicht aber die gelieferte ſchleſiſche Kohle mit einer normalen engliſchen Kohle. Das Elek⸗ trizitätswerk habe erhalten: brennbare Heizwert Aſche Waſſer Gasgehalt Subſtanz 1. Neuroder Feinkohle 6265 WE 12,300% 5,29% 24,80% 86,7% 2. Wellheim Nuß V 7121„ 5,50„ 6,05, ũ 30,30 Iè90,7, 8. Flammgrieß 6811„ 18,97, 4,00, 26,74, 85,1, 4. Gottesberg 6849„ 19,76, 2,86, 14,48, 79,½7, 8. Heinz Heinrich 6458„ 17,18, 4,84, 18,42, 32,8„ Wenm die Direktion beim Vergleich der Analyſe des.⸗Attik⸗ lers mit ihrer eigenen von einem„unglaublichen Schwindel“ ſpricht, der„ſich hinter der Maske eines Sachverſtändigen verdeckt“, ſo wird ihr darauf die richtige Antwort noch zuteil werden. Soviel können wir vorläufig feſtſtellen, daß der.⸗Artikler zum mindeſten rſtändig wie die Leitung des Elektrizitätswerkes iſt. In der Juſchrift wird weiter feſtgeſtellt, daß das Elektrizitätswerk von der chteſten Kohle rund ein Viertel der Geſamtmenge, von den ſſeren Sorten dagegen rund drei Viertel bezogen hat. Angeſtellte wiederholſte Verſuche haben deshalb auch ergeben, daß mit der ſchleſiſchen Kohle zwar 2 Kilo Kohle je KWSt. gegen 1,25 Kilo bei Verwendung der iſchen Kohlen verbraucht werden, daß aber, da die ſchleſiſche Kohle 120 000 je Tonne billiger iſt, die Kilowatt⸗ ſtunde, mit ſchleſiſcher Kohle hergeſtellt, noch um rund 40 billiger im Kohlenverbrauch zu ſtehen kommt. Das Elektrizitätswerk möchte Heber die beſte und teuerſte Kohle verwenden, man werde ſich aber ſchon des guten Beiſpiels wegen ſolange an deutſche Kohle halten, wenn ſie auch momentan nur in geringerer Qualität zu haben iſt, dadurch im Betrieb keine wirtſchaftlichen Nachteile entſtehen. eber den ergleich mit dem Elektrizitätswerk Rheinau wird in der Zuſchrift ausgeführt: „Es iſt richtig, daß das Elektrizitstwerk Rheinau ſeit der Kriegs⸗ zeit ſtets mit einem relativ geringeren Kohlenver⸗ brauch je Ktlowattſtunde(etwa.—1,15) arbeitet, als das Erek⸗ trizitätswerk Mannheim(1,35—1,40). Das liegt in der neuzeit⸗ licheren Anlage des Rheinauwerkes. Aber es muß auch geſagt werden, warum wir in diefer Beziehung im Rückſtande ſind: Die Stadt Mannheim hat im re 1906 das ſtädtiſche Elek⸗ trizitötswerk aus dem Privatpachtbetrieb in rein ſtädtiſche Regie übernommen. Der Privatbetrieb arbeitete mit einem Kohlenver⸗ brauch von rund 1,55 Kilo je KWSt. Dieſer Verbrauch ging unter ſtädtiſcher Leitung zurück auf 1,43 kg je KW⸗Std. im Jahre 1906 1,30„ 0„„ 1908 1„„ 0*„ 1910 1,1.„„»„1912 1,22„„*„„ 1914. Man ſieht daraus, daß das ſtädtiſche Elektrizitätswerk auch be⸗ 7 lich des—1 755 1 9 8— ich günſti ohlenverbrauchsziffern aufgewieſen hat. Im re 141—1012 ſetzte nun von einer Seite eine Arbeit ein, die jede JCCCCFFFEFFCFCCCCCCCCTCTTTT Entwicklung des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks zu hindern trachtete. Erweiterungen und Verbeſſerungen, die bei Elektrizitätswerksbetrie⸗ ben ſtändig vorgenommen werden müſſen, wenn nicht ein Stillſtand oder Rückſchritt eintreten ſoll, mußten zugunſten des Elektrizitäts⸗ werkes Rheinau bei uns unterbleiben. Dieſe damals eingeſetzten Beſtrebungen ſind äußerſt intereſſant und ich behalte mir vor, darauf gelegentlich noch eingehender zurückzukommen. Der Krieg hat dann noch das Weitere getan und heute liegen die Verhältniſſe ſo, daß nurmehr mit etwas höherem Kohlenverbrauch gegen Rheinau, wie oben näher angegeben, garbeitet werden kann. An dieſem relatir größeren Kohlenverbrauch iſt weder das ſtädtiſche Elektrizitätswerk, nach die ſtädtiſche Regie ſchuld.“ Am wertvollſten iſt für uns und alle ondern Stromverbraucher die wiederholte Feſtſtellung, daß die verwendete ſchleſiſche Kohle um rund 40 A billiger als engliſche Kohle für die Kilowattſtunde zu ſtehen kommt. Man darf infolgedeſſen, wie wir ſchon zum Aus⸗ druck brachten, die ſichere Erwartung hegen, daß der für den März⸗ verbrauch ohne Vorauszahlung auf 2000„ für die Kilowattſtunde Lichtſtrom feſtgeſetzte Preis erheblich abgebaut wird. Sch- Sitzung der Mannheimer Preisprüſungskommiſſion Die Feſtſetzung von Richtpreiſen für Markt⸗ waren unterbleibt bis auf weiteres, weil die Markt⸗ lage ſo normal iſt, daß ſich die Verkaufspreiſe von ſelbſt den Ver⸗ hältniſſen anpaſſen. Die Kontrollorgane werden überdies ein wach⸗ ſames Auge darauf haben, daß keine Auswüchſe aufkommen. Regie⸗ rungsrat Dr. Hofmann ſchickte dieſem einſtimmigen Beſchluß, der in der geſtrigen Sitzung der Preisprüfungskommiſſion gefaßt wurde, die Feſtſtellung voraus, daß die Zufuhr zu den Wochen⸗ märkten ſehr gut iſt, vor allem in Kartoffeln, von denen geſtern um 1 Uhr eine größere Menge wieder abgefahren werden mußte, ein Beweis dafür, daß die Bevölkerung ſich eingedeckt hat. Die Eierzufuhr war ebenfalls ſo ſtark, daß das Angebot die Nach⸗ frage überſtieg. Wir betonten ſchon im Marktbericht, daß trotzdem die Preiſe unverhältnismäßig hoch ſind. Da die Zufuhr in den an⸗ deren marktgängigen Artikeln ebenfalls gut iſt, ſo kann von einer verhältnismäßig normalen Marktlage geſprochen werden. Am Mittwoch war wieder Stichtag für den Mannhei⸗ mer Lebensmittelindex. Das Ergebnis der Feſtſtellungen des ſtädtiſchen Preisprüfungsamts iſt eine geringfügige Sen⸗ kung der Inderziffer in der Zeit vom.—21. März. Für ch die bekannte fünfköpfige Familie wurde für den Zeitraum von vier Wochen ein Aufwand von 320 798 errechnet gegen 321 472 am 7. März, 294 407„Mam 21. Februar, 262 198„ am 7. Febr., 157 417 am 24. Januar und 91910„ am 10. Januar. Setzt man die Friedenszahl gleich 1, ſo bekommt man folgende Index⸗ ziffern: 10. Januar 802, 24. Januar 1374, 7. Februar 2288, 21. Febr. 2589, 7. März 2805, 21. März 2800. Demnach iſt in der Zeit vom .—21. März eine Senkung um 0,295 eingetreten. In den letzten vier Wochen hat ſich dagegen die Teuerungszahl um 995 erhöht, von Februar auf März um 15,495. Der Preisaufſtieg hat ſich alſo in den letzten vier Wochen mehr und mehr verlangſamt und iſt nun⸗ mehr zu einem Abſtieg umgeſchlagen. Dder Großhandels⸗ index des Statiſtiſchen Reichsamts weiſt folgende Indexziffern aus: 5. Auguſt 1922 147, 5. September 1922 280, 5. Oktober 380, 6. Nov. 996, 5. Dezember 1495, 5. Januar 1670, 15. Januar 2131, 25. Jan. 3296, 5. Februar 5967, 15. Februar 5388, 24. Februar 5257, 5. Mã 5120, 15. r 3 4750. Regierungsrat Dr. Hofmann konnte au Grund dieſer Jahlen feſtſtellen, daß ſich ſeit 5. Februar der Groß⸗ mehr und mehr dem Kleinhandelsindex nähert. Heute iſt das Verhältnis 4750 zu 2800. Von Verbraucherſeite wurde in der Ausſprache das S einer abfälligen Kritik unterzogen, das vom Statiſtiſchen Reichsamt für die Berechnung der Indexzahlen aufgeſtellt wurde. Vor allem wurde feſtgeſtellt, daß die Koſten des Gasbezuges nicht voll in Anrechnung kommen, weil nicht der Gaspreis einſchließlich Vor⸗ auszahlung eingeſtellt wird. Dr. Hofmann wandte dagegen ein, daß mur der eigentliche Gaspreis bei der Berechnung der Inderzahl be⸗ rückſichtigt werden darf, eine Anſicht, die nicht ſtichhaltig iſt, weil der Stadtrat den Vorſchlag der Direktion des Gaswerks gutgeheißen hat, daß die Vorauszahlung erſt dann rückvergütet wird, wenn der Gasbezug aufgegeben wird. Da die Koſten für den Gasbezug in den letzten Monaten enorm in die Höhe geſchnellt ſind, ſo ergibt ſich bei der Berechnung der Koſten für Heizung und Bele ein falſches Bild, wenn man die Vorauszahlung nicht berückſichtigt. Dr. Hofmann konnte noch feſtſtellen, daß die Preiſe für Mehl, Nähr⸗ mittel, Fleiſch, Fiſche und Fett gefallen ſind. Eine längere Ausſprache wurde durch den Zuckerpreis veranlaßt. Wir teilten dieſer Tage mit, daß der Märzzucker 1480 Mark(Kriſtall⸗ und Grieszucker) und 1540 Mark GWürfelzucker) das Pfund koſten ſoll. Dieſer Preis iſt, wie ein Vertreter des Zuckergroßhandels feſtſtellte, noch nicht endgültig. Es beſteht die Hoffnung, daß der Preis für Kriſtall⸗ und Grieszucker 1400 Mark und derjenige für Würfelzucker 1500 Mark nicht überſteigt. Ein Vertreter der Schuhmacherinnung mußte die unerfreuliche Mitteilung machen, daß bei den Schuhreparaturen an einen Preisabbau vorläufig nicht gedacht werden kann, weil in den letzten Monaten die Lederpreiſe der Einkalkulation weit vorausgeeilt ſind und weil erſt vor zwei Tagen ein Lohnzuſchlag von 35 Prozent zugeſtanden werden mußte. Sohlen und Fleck genäht für ein Paar Herrenſtiefel werden infolgedeſſen in den nächſten Tagen 23 042 M. und genagelt 19 190 M. koſten. Der am 1. März von der Innung feſtgeſetzte Preis beträgt 20 690 bezw. 18 549 M. unter Zugrundelegung eines Lederpreiſes von 40 000 M. für das Kilo. Der Vertreter der Schuhmacherinnung beklagte ſich über die Kon⸗ kurrenz, die dem Schuhmacherhandwerk durch die Schwarz ⸗ ſchuſterei vor allem durch die Beamten gemacht wird. Der Frühſah Nichtfachmann müſſe dringend vor dem Aufnageln von Gummi⸗ ſohlen gewarnt werden, da durch die hierbei nicht zu vermeidende unſachgemäße Behandlung das Schuhwerk dermaßen notleide, daß es viel ſchneller unbrauchbar werde, als wenn es vom Schuh⸗ macher in Behandlung genommen werde. Seh. Theater und Muſik die„Ankigone des Sophokles, nicht die gewaltigſte der griechſſchen Tragödien, aber jene vielleicht, die durch ihre Wärme im Menſchlichen uns am unmittelbarſten nahe kommt, hatten ſich Schüler des Karl Friedrich⸗Oymnaſiums zum Gegenſtand einer Aufführung gewählt. Daß ſie dabei nicht die Ueberſetzung eines Philologen, ſondern die Nachdichtung de⸗ e Deutſchen und des deutſcheſten Griechen, des unglücklichen Hölderlin, be⸗ nutzten, iſt hoch erfreulich. Schöner kann das Ideal der huma⸗ niſtiſchen Bildung auf dem deutſchen Gymnaſium nicht in ein Symbol gefaßt werden: Sophokles und Hölderlin! Die Aufgabe, die man ſich geſtellt hatte, war nicht leicht; denn Hölderlins Verſe, von unerhörter Sprachgewalt,— im Einzelnen ſchon von Dunkel⸗ heiten des beginnenden Wahnſinns umdüſtert— ſind noch ſchwerer ſprechen als Kleiſtſche Verſe. Aber das was den hohen Wert polcher auf das ſorgfältigſte vorbereiteten Dilettantenaufführungen ausmacht, die freudige vollkommene Hingabe an die Aufgabe, be⸗ wältigte die Schwierigkeiten bis zu einem erſtaunlich hohen Grade Die geſchmackvolle Aufführung, von dem warmen Impuls jugend⸗ licher Begeiſterung getragen, hinterließ ſo einen ſtarken Eindruck. Der(ungenannte) Spielleiter hatte ſie auf ſtarken leidenſchaftlichen Ton und große Linie geſtellt und die Darſteller zu ſparſamen Ge⸗ bärden angehalten, die bei Ungeübten leicht ſtörend wirken können. Die Antigone ſpielte Marianne Lameyz ein lieblich⸗rührendes Mädchenbild: Innigkeit im Empfinden, Ausdruck in der Bewegung, Gefühl in der ein wenig 105 an ten Stimme; beginnende Technik. Der Kreon Ernſt Weißerts leidenſchaftlich, natür⸗ liches Charakteriſierungsvermögen; gutes Organ Das Bühnenbild die in den Szenen war geſchickt. Das Schülerorcheſter führte Muſik nach altgriechiſchen Weiſen aus und begleitete die Chorgeſänge. Ein Abend, an dem man ſich freuen konnte. hs. Klavier⸗Abend Cecile Staub. Cceile Staub begann ihren Klavierabend mit einem Choralvorſpiel von Bach⸗Buſoni, und hat ſich damit in der denkbar günſtigſten Weiſe eingeführt. Sie ſpielte das Werk ſauber und unter gewiſſenhafter Befolgung all deſſen, was in den Noten aufgezeichnet iſt; dabei entbehrt ihr Spiel keines⸗ wegs des individuellen Gepräges; im Gegenteil, es ſprudelt über von Geſundheit, Urſprünglichkeit und Impulſivität. Die Klarheit und Sauberkeit ihres Spiels dam beſonders Beethopens Sonate op. 101 zu ſtatten, die man nicht oft in ſolcher thematiſchen Durchſi——7 zu hören bekommt. Daß ſie die Sonate noch nicht ganz bewältigt, iſt nicht zu verwundern; denn hier müſſen alle Kräfte auf die geiſtige Durchdringung der Materie gerichtet ſein, ſonſt bleibt das ein Aneinanderreihen ſchöner Detalis, denen die innere Notwendig⸗ keit fehlt. Sie Chopin ſpielen zu hören, war ein Genuß. Alle die Noten und Nötchen wurden lebendig, und der klingende Garten blühte unter ihren Händen auf. Daß die talentierte Pia⸗ niſtin bei den ſturmgepeitſchten Balladen manchmal über die Stränge ſchlug und in ein etwas gläſernes Forte Seten daß ſie dae Kraftvoll⸗Männliche zu ſehr in den Vordergrund ſtellte, mag ihr verziehen werden, da ſie in den ſymphoniſchen Etuden von Schu⸗ mann die ganze Weichheit der Empfindung eines eee Muſizierens aufzeigte, das durch ein wundervolles Piano Ausdruck fand. Da in ihrem Spiel die ganze Seele mitſchwingt, und die muſi⸗ kaliſchen Grundlagen ſich dem techniſchen Können glücklich zugeſellen, ſo iſt Cecile Staub als ein ſtarkes Talent zu begrüßen, das zu de ſchönſten Hoffnungen berechtigt. H. Lz. Ziteratur Erdbüchlein. Ein kleines Erdkunde. 1923. Heraus⸗ gegeben unter Mitarbeit von J. Eltz, W. Flaig, Prof. Dr. W. Hertz⸗ berg, T. Kellen, Prof. Dr. Oskar Kende, Ebbe Kornerup, J. Lützel. burger, Dr. Wilhelm R. Richter u. a. Mit 12 Abbildungen und Kärtchen. Franckh'ſche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Die Ver⸗ teilung der Länder iſt noch nicht zur Ruhe gekommen, wenn auch größere Teilungen im letzten Jahr nicht mehr erfolgt ſind. Türkei und Griechenland waren aber noch im Kriege miteinander, und auch die Grenzen Rußlands ſtehen noch lange nicht auf allen Seiten feſt. Dazu iſt aber auch noch die allgemeine politiſche Lage ſo, daß jeder⸗ mann ein Intereſſe daran hat, ſich über den Zuſtand und die Beſtre⸗ bungen der einzelnen Länder auf dem Laufenden zu halten. Ein willkommenes Hilfsmittel hierbei iſt das„Erdbüchlein, das ſoeben zum viertenmal ſeine Wanderung antritt, um über die wichtigſten Veränderungen in den Ländern der Welt im Jahre 1922 zu berichten und durch andere Beiträge das Intereſſe weiterer Kreiſe für geogra⸗ phiſche Fragen anzuregen. veroroͤnung zum Schutz der deutſchen Finanzen und währung gegenüber fremden Einwirkungen Die Handelskammer Mannheim teilt uns mit: Im Reichs⸗ anzeiger Nr. 64 vom 16. März 1923 wird auf Grund des Artikel⸗ VI des Notgeſetzes vom 24. Februar 1923(.G. Bl. 1 S. 147) zum Schutz der deutſchen Finanzen und Währung gegenüber fremden Einwirkungen eine Verordnung des Reichsfima iniſters und des Reichswirtſchaftsminiſters vom 16. März 1921 veröffent⸗ licht, die ſich gegen die unerlaubte Zahlung von Ab: gaben und Gebühren, wie gegen den unerlaubten Warenverkehr über die Reichsgrenze und zwiſchen den beſetzten Gebieten und dem freien Deutſchland richtet. Durch dieſe Verordnung erhalten die bisher ergangenen Anordnungen ein⸗ zelner Regierungsſtellen eine allgemeine geſetzliche Grundlage. Die Verordnung erneuert das Verbot der Entrichtung von Steuern, Abgaben, Zöllen und Gebühren an andere als nach den deutſchen Vorſchriften zuſtändige Stellen, an Beauftragte fremder Mächte oder an Kaſſen, die ſich in ihrer Ge⸗ walt befinden. Ebenſo iſt die Annahme ſolcher Zahlungen für eine fremde Macht verboten. Ferner wird die Beantragung, Beſchaf⸗ fung oder Benutzung von Ein⸗ und Ausfuhrbewilligungen, wie von Zu⸗ und bei anderen als den nach deutſchen Vorſchriften zuſtändigen Stellen verboten; ebenſo die Ablieferung von Ausfuhrdeviſen an ſolche Stellen oder ihre Annahme für dieſe. Auch die Lieferung und Annahme vond Waren, die auf Grund der verbotenen Bewilligungen außer Landes gebracht oder ins Reichsgebiet eingeführt oder zwiſchen beſetztem und unbeſetztem Gebiet oder umgekehrt befördert werden ſollen, iſt unterſagt. Zu⸗ widerhandlungen werden mit Gefängnis meht unter 3 Monaden und in beſonders ſchweren Fällen mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren beſtraft. Neben Gefängnis kann, neben Zuchthaus muß auf Ver⸗ luſt der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Neben der Freiheitsſtrafe iſt auf Geldſtrafe zu erkennen. Das Höchſtmaß der Geldſtrafe iſt unbeſchränkt. Bei mildernden Umſtänden oder Fahr⸗ läſſigkeit iſt auf Gefängnis bis zu einem Jahre und auf Geldſtrafe oder auf eine dieſer beiden Strafen zu erkennen. Waren und Zahlungsmittel verfallen zugunſten des Reiches. Die oberſten Landesbehörden ſind befugt, die örtliche Zuſtändigkeit der Ge⸗ richte abweichend von den ſonſt geltenden geſetzlichen Vorſchriften zu regeln, alſo die Aburteilung von Zuwiderhandlungen auf Gerichte im unbeſetzten Gebiete zu übertragen. Die Verordnung iſt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft getreten; die Außerkraft⸗ ſetzung iſt der Reichsregierung vorbehalten. 3 Mittelſtands⸗Selbſthufe. Die Mittelſtands⸗Selbſthilfe hat in voriger Woche ihre An⸗ und Verkaufsräume von R 5, 2 3² (alte Dragoner· Kaſerne) verlegt und am vergangenen Samstag eine kleine Einweihungsfeier veranſtaltet. In Vertretung der ver⸗ hinderten Vorſitzenden hat deren Stellvertreterin, Frau Jüdel, die Erſchienenen begrüßt, einen kurzen Rückblick der Mittelſtandsſelbſt⸗ hilfe ſeit deren Beſtehen von November vorigen Jahres gegeben, ihren Mitarbeiterinnen herzlichſt gedankt und die Anweſenden ge⸗ beten, die im Intereſſe des Mittelſtandes errichtete Inſtitution nach Kräften zu unterſtützen. Frau Alice Bensheimer dankte im Namen des Vereinsverbandes für die erfolgreiche Tätigkeit der Mittelſtandsſelbſthilfe, insbeſondere den ehrenamtlich tätigen Da⸗ men, die unermüdlich im Intereſſe der guten Sache gearbeitet und —— 4——+— eeee haben, die ſich an ution gewan n. Es er eine Beſi der* Verkauf eingelieferten Gegenſtände. SEiſenbahnvorzugspreiſe für Kinder. Im Haushaltausſchu des Reichstags wurde geſtern eine Entſchließung e nach künftig Kinder bis zum 6. Lebensjahr freie Fahrt auf der Eiſenbahn genießen und die Kinderfahrkarte nicht nur bis zum 10., ſondern bis zum 12. Lebensjahre gelten ſoll. X Tragen politiſcher Abzeichen im Eiſenbahndienſt. Nach einem Erlaß des Reichsverkehrsminiſters hat in letzter Jeit das Tragen von Abzeichen politiſcher Art GHakenkreuze, Sowfetſterne, farbige Schleifen uſw.) durch Angehörige der Reichsbahn im Verkehr mit dem Publikum mehrfach zu unerwünſchten Auseinanderſetzungen geführt, wodurch die glatte Abwicklung des Verkehrs und die Ord⸗ nung erheblich geſtört worden ſind. Wegen dieſer Vorkommniſſe hat der Reichsverkehrsminiſter den Bedienſteten der Reichsbahn das Tragen derartiger Abzeichen im Dienſt allgemein unterſagt. X* Poſtgebührenänderung. Der Poſtgebührenausſchuß des Reichs⸗ tags nahm eine Verordnung zur Aenderung der geſeßlichen Poſt⸗ gebühren an, die vom 1. April an neue Paketgebühren in einer neuen dritten Entfernungszone für Pakete über fünf Kilo bringt. Eine Paketabholgebühr und Paketbeſtellgebühr werden fortan nicht mehr erhoben. * Aus der Evangeliſchen Kirche. Der Evangeliſche Oberkirchen · rat hat angeordnet, daß der kirchliche Jugendſonntag am 17. Juni abgehalten werden ſoll. Am 22. April wird eine Kirchenſammlung für die evangeliſch⸗ſoziale Frauenſchule in Freiburg erhoben wer⸗ den, die durch die ſteigende Teuerung in Bedrängnis geraten iſt.— Ferner hat der Evang. Oberkirchenrat angeordnet, daß mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche Lage der Kirche in dieſem Jahr nur eine amt⸗ liche Fachkonferenz in jedem Kirchenbezirk abgehalten wird. * Ueber die Ausſichken der Obſtblüte an der Bergſtraße wird folgendes berichtet: Die Mandelbäume ſind ſetzt an der Berg⸗ ſtraße am Verblühen. Man ſieht ihre weißen Blüten übrigens im⸗ mer ſeltener, was man aufrichtig bedauern kann, denn gerade die Mandeln bildkten die erſte ſchöne Zierde unſerer Landſchaft im rühſahr. In einigen Tagen werden in ſonnigen Lagen wahr⸗ ſcheinlich die Pfirſich⸗ und Aprikoſenbäume ihre roſa⸗ Für das Friihfahr elegante Anzüge und Mäntel 96˙⁰ 130% 162 1980 Nur eigene Fabrikation setzt uns in die Lage, ſhnen zu diesen Preisen wirkliche Qualitätsware zu bieten. ltte Uberzeugen Sie sch durch elnen Siche in unsere Fenster und unverbindiicfer Besuch. Gebr. Manes Feine Herren- und Knabenkleidung 9 4, 12. 2136 Strohmarkt Sprungweiten als der alte Feldberghügel erlauben ſollte. In dieſem war H.—5 vor Borowik ſiegreich, der ſchon vor 20 Jahren die 4. Zeite. Nr. 139 Mannheimer General-Anzeiger(Mittag · Ausgabe) Freitag, den 23. März 1923 Denken Sie daran daß die Veſtellung unſerer Zeitung für den Monat April in den nächſten Tagen beim Briefträger oder dem Poſtamt zu bewirken iſt, wenn in der regel⸗ mãß igen Lieferung keine lnterbrechung eintreten ſoll 8252 Mannheimer Seneral⸗Anzeiger. farbenen Blüten öffnen. Die übrige Obſtblüte, beſonders die Kirſchenblüte, dürfte in ungefähr vierzehn Tagen im Gang ſein, wenn die Witterung bis dahin günſtig bleibt. Nach den Frucht⸗ anſätzen zu urteilen, könnte man auf eine günſtige Ernte rechnen, doch ſpielen dabei bekanntlich ſo viele Bedingungen mit, daß eine Vorausſage in den nächſten Wochen noch nicht gemacht werden kann. veranſtaltungen 3 nachricht. In der morgigen Aufführung von Aubers ra Diavolo“ ſind Alfred Färbach, Hugo Voiſin, Johanna ippe, Fritz Bartling, Guſſa Heiken, Karl Mang, Alfred Landory Hauptpartien beſchäftigt. Die Vorſtellung leitet Werner von Bülow.— Hans Brennerts Luſtſpiel„Von Fünf bis Sie⸗ ben“ wird im Neuen Theater morgen Samstag unter der Spiel⸗ leitung von Eugen Felber erſtmals in Szene gehen. Die weibliche Hauptrolle ſpielt. Elvira Erdmann. Der verein für klaſſiſche Kirchenmuſik wird am kommenden Montag zu Gunſten der Kranken⸗ und Armenſchweſternſtation der Konkordienkirche die Aufführung der„Matthäuspaſſion, von Heinr. Schütz in der Konkordienkirche wiederholen. 5 Hochſchule für Muſik. Der Beginn des Zehnten Vortrags⸗ abends am Freitag, den 283. Mã(Klaviermeiſterklaſſe Oehler, Violinausbildungsklaſſe Gelbrich) auf 6 Uhr verlegt werden. (Siehe Anzeige). Sportliche Rundſchau Allgemeines dra. Der Allgemeine Deutſche Spielplatzwerbetag findet am 27. Mai 1923, dem Tage der großen Staffelläufe, ſtatt. Die Leitumg der Veranſtaltung liegt in den einzelnen Städten in Hän⸗ den der Ortsgruppen des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibes⸗ übungen, die alle weiteren Auskünfte ertellen. Winterſport Oſterſkuwettläufe auf dem Badiſchen Jeldberg. Die im Frühſahr meiſt ſehr guten, jedenfalls vielfach beſſeren Schneever⸗ hältniſſe auf dem Feldberg im Schwarzwald als im eigentlichen Winter zur Zeit der Verbandswettläufe des Skiklubs Schwarzwald haben im vergangenen Jahr zum erſtenmal die Abhaltung regel⸗ rechter Skiwettlã um die Oſterzeit auf dem Feldberg veranlaßt, die von der Ortsgruppe Freiburg übernommen wurden. Damit wurden auch erſtenmal unter allen deutſchen Mittelgebixgen Frühjahrswettläufe auf Ski abgehalten, nachdem ſolche Beranſtal⸗ tungen in den alpinen Gebieten ſchon ſeit Jahren Heimatrecht er⸗ worben haben und zum Teil, ſo das Maiſkiſpringen am Arlberg, klaſſiſchen Ruf errungen haben. Im vergangenen Jahr galten die Oſterwettläufe auf dem Feldberg außerdem der Erprobung eines neuen Sprunghügelprojektes am Baldenweger Buck, das größere 15 2 8 Jahr wird wieder die alte Schanze zu Ehren kommen, ſoweit bis ſetzt feſtſteht. Es werden wieder Sprungläufe ausgetragen, die von der uppe Freiburg unter Mitwirkung der Skizunft Feldberg veranſtalbet werden und zu denen bereits Nennungen von erſt⸗ klaſſigen deutſchen Springern vorliegen. Die Schneeverhältniſſe im gebiet ſind wie im ganzen Schwarzwald vorzüglich und viel beſſer als im tiefen Winter. Die Schneehöhe iſt durch viele Neu⸗ ſchneefülle der letzten Wochen bei fortgeſetztem Froſt bis 6O auf über.50 Meter gewachſen und damit größer als ſeit— 5 Lawnutennis Tennis N In den Verr vier Spielen zwiſchen Mitgliedern des erliner Schlittſchuhklubs und des Boldklubben Kopenhagen, die in der däaiſchen Hauptſtadt zum Austrag kamen, konnte jede Partei zwei Erfolge davontragen. Hofmann⸗Berlin gewann gegen Frederikſen 328,:4,:4, De maſius⸗Berlin gegen Worm 64,:3, dagegen unterlag Moldenhauer⸗Berlin gegen Backe:6,:4,:6, Tomilin⸗ Berſin gegen Ulrich:6,:6. Leichtathletik sr. Berliner Waldlaufen. Vom Stadion im Grune⸗ wald aus verunſtaltete der S. C. Charlott⸗ am Sonntag ſeine —42 Waldlaufmeiſterſchaft. 87 Läuferl nahmen in der Haupt⸗ 20 Min. 33 In Abweſenheit des Favoriten Voß Lierdel in Sek. vor Hempel und Dornberg. Bei alten Herren rſchaften des S. C. C. gewonnen hatte. Boxen 5 Süddeulſche Amateur-Boxmeiſterſchaften 1923. In dem für vortrefflich geeigneten Frankfurter Hippodrom kamen die Süddeutſchen Amateur⸗Boxmeiſterſchaften. v et vom Süddeutſchen Amateur⸗Boxverband, zur Entſcheidung. Die Er⸗ gebniſſe waren: Fliegengewicht: Röder(To. 1860 Frank⸗ furt) ſiegt über Neumeiſter(.C. Frohſinn⸗Oſt, München) nach Punktwertung.— Bantamgewicht: Raum(Tad. Würzburg) bleibt über Leins(1. Mannheimer Boxklub) ebenfalls nach Punkten ſtegreich.— Federgewicht: Conrads(Tgd. Würzburg) ſiegt über Weimar(Tgd. Höchſt) durch Aufgabe des letzteren in der 3. Runde.— Leichtgewicht: Frank(1. Mannheimer Box⸗ klub) ſiegt gegen Weishäupl(Box⸗S.C. 1922, München) nach ſpan⸗ nendem, ausgeglichenem Kampf knapp nach Punkten.— Welter⸗ gewicht: Spielmann(Eintracht Frankfurt) ſiegte über Schuh⸗ mann(Box⸗Spv. 1922, Würzburg), da letzterer wegen Genickſchlag disqualifiziert wurde.— Mittelgewicht: Gründel(Erſter Mannheimer Boxklub) Schäfer(Jahn Würzburg) durch Punktwertung.— Halbſchwergewicht: Schwenter(.E. Frohſinn⸗Oſt, München) ohne ſiegreich; in einem Einlage⸗ kampf ſiegte Schwenter über Grätzner(Jahn Würzburg) durch Nie⸗ 0 dag.— Schwergewicht: Fitz(1. Mannheimer Boxklub) ſiegt Wodrich(B. Spv. 1922, Würzburg), da letzterer wegen Nierenſchlag in der 2. Runde disqualifiziert wurde. Den Ehrenpreis als beſter Techniker erhielt Weishäupl⸗München zugeſprochen. Fußball Sr. 25 Jahre Süddeutſcher Fußball. In dieſem Jahre kann der Süddeutſche Fußballverband auf ein 25fähriges Beſtehen zurück⸗ blicken. Wegen des Ernſtes der Zeit ſind beſondere Feſtlichkeiten aus dieſem Grunde jedoch nicht geplant. In einfacher Weiſe ſoll durch ein Repräſentatioſpiel allen Feierlichkeiten aus dem Wege gegangen werden. Das Spiel findet anläßlich des Verbandstages am 21. und 22. Juli in Karlsruhe ſtatt. Die Gegner ſind noch nicht beſtimmt. 1 waſſerſtandsbeobachtungen im Monat März Sar.EU Di ſiiI N Schu ierinſel ſ. 16 fl 22 fl.40 42 fl. 11 J Mannbem.874.3003270421 11 Sel 2%.45 Heilbrenn 7 Narag:: 2841 404 02 398 400 Peitbrenn..22.%.12 Aaunndein 48 8 61 05.06.06 a.„3 Kein. 2½n 65.54 2. mannheimer Wetterbericht v. 28. März morgens 7 Uhr Aus n Vereidigte Handelsmakler und Versteigerer an der Mannheimer Produktenbörse Wie wir hören haben die seither an der Mannheimer Produktenbörse einzeln tätigen vereidigten Handels- makler in gemeinsamer Beratung mit dem Börsen- vorstand eine Maklerordnung ausgearbeitet, die durch die Börsenbehörde an das Ministerium zur Genehmi- gung geht. Um das Institut der vereidigten Makler von vornherein zeitgemäß einzurichten, haben die Börseninstan- zen mit den benachbarten Börsenplätzen, insbesondere auch mit Frankfurt, ferner mit Köln, Berlin und Ham- burg Fühlung genommen. Die Makler selbst haben sich zusammengeschlossen und üben gemeinsam, laut Ueberein- kommen mit dem Börsenvorstand, die ihnen obliegenden handelsrechtlichen Amtsgeschäfte, wie öffentliche freihändige Verkäufe und Käufe, sowie Preisfeststellungen aus. Die Ausübung dieser Tätigkeit erfolgt für gemeinsame Rechnung. Das Musterziehen und Siegeln ist wie seither eine Verein- barung zwischen Auftraggeber und den einzelnen vereidigten Musterziehern. Die Makler haben ein vorgeschriebenes Maklerbuch mit fortlaufenden Ordnungszahlen zu führen. Zu jedem Markttag delegiert die Maklerkammer zwei Kurs- makler, die die Preise für alle Artikel feststellen, die nach- weislich an diesen Börsentagen gehandelt bzw. angeboten wurden. Mitglieder der Maklerkammer können selbst- verständlich nur unbescholtene Angehörige der Produkten- börse werden, da das Amt eines Maklers und Versteigerers ein Vertrauensamt ist. Die Makler und Versteigerer sind handelsgerichtlich für Verstöße und Folgen von Irr- tümern verantwortlich und haben somit genau auf Innchal- tung der Gesetzesvorschriften, der Börsenbedingungen sowie der ortsüblichen Handelsgebräuche zu achten. Die Ver- einigung der Handelsmakler hat bereits einen vorläufigen geschäftsführenden Ausschuß gewählt, der sich wWie folgt zusammensetzt: Wolfgang K ahn, Vorsitzender, Karl Jüdel /Fa. Michael Borger, stellv. Vorsitzender, Fritz Sternheimer, B 7, 1, Schriftführer und Karl Maier ½Fa. Isidor Würzweiler, Kassenwart. Für alle Amtsgeschäfte sind die Bedingungen der Mann- heimer Produktenbörse, für Streitfälle zwischen Auftrag- geber und Makler das Schiedsgericht der Mannheimer Pro- duktenbörse maßgebend. Die Mannheimer Produktenbörse wird durch die Institu- tion der Makler-Kammer um eine Einrichtung be⸗ reichert, deren Fehlen sich bisher stark fühlbar gemacht hat. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie wir in der Gegen- Wart durchleben, kann das Wohl und Wehe einer angesehe- nen Firma, ja selbst das Schicksal eines Menschenlebens, davon abhängen, in welcher Weise öffentliche Verkäufe und Käufe— die ja heute keine Seltenheit sind— ausgeübt wer⸗ den. Es ist unbedingt erforderlich, daß solche Verkäufe durch Sachversändige erfolgen, damit allen Teilen, sowohl dem Auftraggeber, als auch dem Gegenkontrahenten, volle Gerechtigkeit widerfährt. börse erfreulicherweise von Kaufleuten aus ganz Südwest- deutschland besucht wird und an den Hauptbörsentagen auch Käufer aus dem Rheinland, aus Bayern und selbst aus der Schwein hierherkommen, so ist die Gewähr dafür geboten, daß bei den öffentlichen Verkäufen und Käufen durch Sach- verständige die besten Tagespreise erzielt werden. Wir begrüßen somit die Mannheimer Maklerkam- mer als eine Einrichtung, die geeignet erscheint, durch ihre Tätigkeit dazu beizutragen, das Ansehen der Mannheimer Börse und des Handelsstan- des aufs neue zu fördern, genau so wie das Mannheimer Schiedsgericht durch seine mustergiltige Ein- richtung weit über die Grenzen der Interessenten hinaus in Deutschland und selbst im Auslande sich des höchsten An- schens erfreut. G. H. Weitere Ermäßigung des Goldzollaufgeldes. Für die Zeit vom 28. März bis einschlieflich 3. April 1923 beträgt das Goldzollaufgeld 509 400%(in der Vorwoche 524 400). Neue Aktiengesellschaft. In Mannheim Wallstadt Wurde die„üddeutsche Eisen- u. Metall-Werk .-:“ mit 5 Mill. 1 ee eingetragen. Zweck des Unter- nehmens ist Metallgieflerei, e e„Maschinenbau, Reparatur, besonders der Bau von Klangstahl- und Silumin- bronceglocken. Den ersten Aufsichtsrat bilden: Bankdirektor Fhilipp Woll-Saarlouis, Justizrat August Müller-Mann- heim, Bürgermeister Dr. Johann Latz-Saarlouis, Direktor Jean Weifenfels-Mannheim. Den Vorstand bil- den: Ingenieur Friedrich Alles-Wallstadt und Kaufmann Heinrich WoII-Mannheim. Zum Gesamtprokuristen wurde Syndikus Hans Carl Blass-Mannheim bestellt. Die Ge- sellschaft beabsichtigt das Kapital, zunächst bis auf 100 Mill.&, zu erhöôhen. Mit dem Bau des Werkes wurde bereits begonnen und die Bauleitung hofft, daß es bis Juni betriebsfähig ist. „Biag Bau-Industrie-.-G. in Baden-Baden. Die erste 9..V. dieser über 3 Mill. 4 Aktienkapital verfügenden Gesellschaft hat, auf Antrag einer Aktionär-Minderheit, die Genehmigung der Bilanz vertagt. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Rechtsanwalt Dr. Jeselsohn-Mann- heim, als Vorsitzender, Konsul Katz in Gernsbach, Direk- tor Oswald von der Firma Heinrich Lanz in Mann- heim, Rechtsanwalt Regierungsrat Schneider in Karis- ruhe und Dr. Wartensleben, Haag. Siemens& Halske.-G. In der gestrigen.-V. machte der Vorsitzende Karl Friedrich von Siemens längere wirt⸗ schaftliche Darlegungen, die sich mit dem Preis abbau und den Weltmarktpreisen beschäftigten und dabei zu den gleichen Schlüssen gelangten, wie dies in dem Artikel über„Die süddeutsche Industrie im Wirtschaftskampf“ in unserer Samstagabendnummer ausgeführt ist. Insbesondere betonte Siemens, übereinstimmend mit jenen Ausführungen, daß der sich überall zeigende Rückgang der Wirtschaft weniger eine Folge der Ruhrbesetzung als der veränder- ten Valutaverhältnisse sei, daß aber von dem Aus- gang des waffenlosen Kampfes im Ruhfgebiet die wirtschaft- liche Zukunft des unbesetzten Deutschland und besonders der weiterverarbeitenden Industrie abhängig sei. X Löwenwerke.-G. in Heilbronn. In ihrem 7 Monate umfassenden Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft 11.38 Mill.„ Reingewinn, woraus 7226(i. V. 209%) Dividende verteilt und 7,1 Mill. vorgetragen werden. Die Gesell- schaft stellte ferner für Wohlfahrtszwecke 2 Mill. rur Verfügung. Die am 17. November 1922 beschlossene Kapital- erhöhung von 8 auf 21 Mill. 4 ist durchgeführt und kommt im neuen Geschäftsiahr zur Verrechnung. Die.-V. be⸗ Barometer: 756.8 mm. Thermometer: 6,8 C. Niedrigſte Temperatu nachts:.50C. ſte geſtern: 14,00 C. Niederſchlag: 0,0 Eller auf den am. Windſtill, heiter. Handel und Indu Da die Mannheimer Produkten- glei strie 10,5 Mill. 4 junge Aktien durch eine Gruppe den alten Aktien zu 1300% einschließlich Kostenersatz in der Weise zum Bezuge angeboten werden, daß auf zwei alte der Bezug einer jungen Aktie entfällt. Weitere 19,5 Mill. 4 junge Aktien übernimmt eine Bankengruppe zur Verwertung im Interesse der Gesellschaft. Die ausscheidenden Aufsichtsrats- mitglieder wurden wieder- und zugewählt Fabrikdirektor Heinrich Schlorz aus Kaiserslautern. Im verflossenen Geschäftsjahre wurde ein Geländeaustausch vorgenommen, durch den die Fabrikanlagen und Grundstücke mit einer Gesamtfläche von etwa 39 000 qm eine einheitliche Gestal- tung erhalten und dadurch künftighin von drei Straßen- zügen umgrenzt werden. Das Werk stand im Zeichen einer großen produktiven Leistung. Insbesondere nahm an dem befriedigenden Ergebnis die chemische Abteilung großen Anteil. Die gestrige Gläubigerversammlung der Metallhandelsfirma H. Zimak& Co. in Berlin, worüber wir in unserer gestrigen Mittagausgabe berichteten, hat beschlossen, die Lieferungs- verbindlichkeiten in S1Iber größtenteils durch Rückkauf zu einem vereinbarten Kurs zu erledigen und die etwa 300—400 Mill. 4 ausmachenden Wertpapiere in der Masse vorläufig nicht an den Markt zu bringen. Die Ge- schäfte werden von einem Gläubigerausschuß abgewickelt und dürften es ermöglichen, etwa 30—359%6 der Fehlbeträge schon in den ersten Apriltagen auszuschütten. Bei —2% Milliarden Fehlbetrag wird an der Quotenschätzung von 50% festgehalten. Deuisenmarkt Mannheimer Devisenmarkt, 23. März. Es notierten am hiesigen Platzeé(alles Mittelzurse): New Fork 20900(2087, Holland 8225(8245), London 98000 98000, Schweiz 3860 3850), Paris—(—, Brüssel—(—), Italien 1025(1030, Prag 620(620). Tendenz: Unausgesprochen ohne Geschäft. New Tork, 22 nürz(VS) Devisen. 21. 22 krankreloh.82.88 Sobwele 18 44 16.51 spanlen 15 i 18.75 Belglen.—.90 England.59 489 Iallen.02.92 New Vork, 22. März. Kurs der Reichsmark bei Börsen- schluß 0,0048½(0,004875) Cents. Dies entspricht einem Kurs von 20 619(20 619) 4 für den Dollar. Waren und Härkie Neue Preisfestsctzungen für Wäsche und Weißwaren. Die Verbände der Damenwäscher, Weißwaren-, Schürzen-, Unterrock- und Kinderkleider-Fabrikanten haben, wie die Textil-Woche mitteilt, gemeinsam mit dem Reichsbund des Textil-Einzelhandels folgende Preis-Auf- bezw. Abschläge kestgesetzt für die vom 19. bis 25. März zur Ablieferung gelangenden Aufträge.—7. 1. 1146,.—14. 1. 106%, 15.—21. 1. 71765 22.—28. 1. 187%, 29. 1. bis 4. 2. 596 Preisaufschlag; vom .—11. 2. 215, 12.—18. 2. 1996, 19.—25. 2. 426, 26. 2. bis 4. 3. 12⁰, .—11. 326, 12.—18. 3. 296 Preisabschlag. Berliner Metallbörse vom 21. Mürz FPrelse in Hark für 1 Kg. 2. 22. Aluminlum 21. 814.— 8168— in Farron 83³80— 8597.— 7250-7100 7250-7300 Zinn, ausländ. 22500.2000 21700.22000 0 2800-2650 2750-2800 Huttenzinn 22000. 22500 21200.21500 Rohrink(Vh.-Pr.) 3565 78 3671.90 Mlokel 11000-11300 11000-11500 do.(fr. Verk.) 3450-3500 3450-3500 Antimon 28002700 2800.2700 Plattenzink 2700-2800 2700-2000] Siber für 1 dr. 393-395 302 304 Aluminlum 9286.— 9281.— Platin p. ür. 630⁰⁰0 62⁰⁰⁰ London, 22. Eürz. Cys) netaumarkt.(in Let. tür d. engl. t. v. 1018 kg.) 5 21. 22. bostseleot. 27.—.— Siel 23.68 28.48 Kupfer Kass 75.45 75.— Mfdbkel 130.— 130.— Eink 38 85 38.75 do. 3 MHonat 78.15 25 75 Zinn Kassa 219.88 223.88 Aueokstber 12.80..— do. Elektrol 83.50 83.— do. 3 Vonat 220.48 221.65 Amerikanischer Funkdlenst New Lork, 22. UHüärz. CVWS) Funkdlenst.(Maohdruok verboten). Eleſctrol kupfer Ratfinadekupfer Zuf. zus. 10000 8000 stand urt Kafte looo 13.— 12.90] Elektrolyt 176 1745 Ored. Bal. Hal 10.87 10.95 Tinn ſokO 48 87 49.50 Zuoker Oontrf Jull 10 23 10.22 Slei.37.87 Torpentin Soptbr..40.38 lak⸗.—.— Savannah Oktoder—.——.— Elsen 80.80 30.50 N. Orl Saum Lezember.10.10] Weinblech.10.10 Welzen rot Baumw. ioco 30.55 30 70] Sohmalz m. 12 62 12.67 Hart loko Mürz 39.35 30 54 Talg 985 9 85 als loko Aprll.42 90 54] Baumwsatö! 12.25 12.20 Heki niedr. yr Nal 0 42 30 11 NMal 12.01 11 85 nöohst Fr. Juni 29.90 29.70] Fetrol. oates 16 50 16.80 detrdtr. Engi. Jull 29.54—.— tanks.—.— Kontinent Ohieago, 2. Mürz(uS) funkdlenst.(Machdruck verboten). Welzen Hal 121.85 122.— Roggen iui 88 as 83 85 Schwelne 4 zull 116.85 116.65 Sohmalz Mrz 11 85 11.87 ſelobt niedr..0.78 nale naf 74%„ al 11.90 11•75 nöchst. 860.35 * Jull 76.45 78 50 Pork—.——= schw. nledr..—.88 Hafer mal 45.25 45.15 Rippen Hal 10 88 10.70 nöohst..0 805 zull 45.— 45— Speok niedr. 10 37 10.25 Zuf. Shioago 39000 383000 Roggen Mal 84.50 84.25 höohst. 10.57 11.25 Westen 168000 187000 Schiffahrt Schiffsnachrichten des Norddeutschen Lloyd, Bremem Bremen— New Lork: D.„President Fillmore“ am 16. 3. ab Southampton. D.„Seydlitz“ am 17. 3. ab Bremer- haven. D.„Vorck“ am 14. 3. ab New Lork.— Bremen La Plata: D.„Gotha“ am 17. 3. ab Bremerhaven. D.„Köln“ am 14. 3. ab Vigo. D.„Sierra Nevada“ am 16. 3. ab Rlo. Bremen—O0sfasien: D.„Schlesien“ heimkehrend, am 16. 3. an Bremerhaven. D.„Pfalz“, ausgehend, am 16. 3. ab Lokohama. D.„Weser“, heimkehrend, am 15. 3. ab Colombo. Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Mannheimer General⸗Anzeiger, G. m b 125 Mannheim, E 6. 2. Direktion: Ferdinand Heyme.— Cbefredafteur: Kurt Verantwortlich für den politiſchen und vollswirtſchaftlichen Kurt Fiſcher; für das Feuilleton: Dr.*8 Hammes; für Kommunalpolitik: Richard für Gericht und Sport: Willy Müller: für Handels⸗ nachrichten. Lokales und den übrigen Nr Inhalt: Franz Kircher; für Anzeigen: Karl Hügel. Dollar- Schahanweiſungen des deutſchen Reiches Garantiert von der RNeichs bank Schluß der Feichnung: E 2⁰⁴ schloß, das Gru n dK apit a1 von 21 auf 51 Mill. ι durch — ̃——— Samslag, den 24. März 1923 * Die Berliner Zahlungsschwierigkeiten im Silberhandel. Regulus 3/— 38%¼ 1 8 Dar — niedergelassen. Freſtag, den 23. März 1923 Maunheimer General· Anzeiger.(Mittag· Ausgabe.) 5. Selle. Nr. 139 Neues aus aller Welt — Der Geſundheits zuſtand der Frankfurter Schulkinder. ſchwer Frankfurts Schulkinder unter der Einwirkung des Krieges und der Hungersnot gelitten haben, ergibt Artikel des Stadtmedizinalrats Dr. Schnell. Sämtliche Frankfurter Schulkinder(43 356) wurden unterſucht. Dabei ergab ſich, daß über⸗ haupt nur 19 Prozent normal entwickelt ſind. 36,9 Prozent haben eine Zuſatzernährung dringend notwendig wegen Unterernährung und Blutarmut, 42,3 Prozent ſind dieſer Zuſatznahrung dringend be⸗ dürftig d. h. die Gewährung iſt zur Abwendung ernſter geſundheit⸗ zcher Gefahren notwendig, zumal hier verſchiedene Fälle von offen⸗ barer Tuberkuloſegefahr vorhanden ſind, 15 Prozent der Kinder ſind — extrem ſchlechten d. h. unmittelbar gefahrdrohenden Zu⸗ — Chineſenſpende für die Ruhrhilfe. Wie der Bund der Aus⸗ landsdeutſchen mitteilt, haben die chineſiſchen Studieren⸗ den in Deutſchland für die Ruhrhilfe 12,7 Millionen Mark geſtiftet. Die chineſiſchen Studierenden beabſichtigen, darüber hinaus alle Landsleute, die früher in Deutſchland ſtudiert haben, zu veran⸗ laſſen, von ſich aus weiter umfangreiche Sammlungen in China zu veranſtalten. „ Eine Frankfuri—Kölner Glockengeſchichte. Vor Jahresfriſt beſtellte die Frankfurter Stadtſynode bei einer Glockengießerei in Apolda für die evang. Kirchen 27 Glocken zu einem verhältnismäßig billigen Preiſe. Der Gießer verpflichtete ſich zur Lieferung der Glocken bis Auguſt 1922 und beſchaffte ſich auch dazu das nötige Glockengußmaterial. 10 Glocken lieferte er ab. Die übrigen 17 blie⸗ ben aus. Alle Mahnungen Frankfurts blieben vergeblich. Einmal Leopold Kahn Lissy Kahn Wie ſich aus einem größeren all In Deulnden küadnder Berirksverein Mannbheim bCegangvereln, Typograhpla“Maunbein teilte die Gießerei mit, daß die Glocken für eine Kirche„ſoeben im Guß“ ſeien. Dabei aber blieb es. Inzwiſchen aber lief bei der Gießerei die Beſtellung auf den Neuguß der Kölner Kaiſer⸗ glocke für den dortigen Dom ein. Der Gießer machte dabei ein beſſeres Geſchäft und verwendete zu dem Guß das Frankfurter Glockengut. Köln hat heute ſeine Glocke, die Frankfurter aber warten bis jetzt vergeblich auf ihre 17 Glocken für die einzelnen Kirchen. Der Meiſter will die Glocken wohl jetzt gießen, heiſcht aber für das Kilo Glockengut 8000 Mk. gegen 33 Mk. bei dem vor Jahresfriſt ſchriftlich vollzogenen Lieferungsvertrag. Jetzt ſollen nun die Juriſten ſprechen. Die Kölner Kaiſerglocke aber iſt von rechtswegen aus Frankfurter Glockengut gegoſſen. — Ein räkſelhaftes Eiſenbahnattentat. Wie aus Verviers gemeldet wird, iſt nachts ein Anſchlag gegen die Eiſenbahnbrücke zwiſchen Motzen und der beſetzten Station Aachen⸗Weſt verübt wer⸗ den. Eine Bombe, die auf der Brücke gefunden wurde, explo⸗ dierte mit dem Erfolg, daß die Schienen aufgeriſſen und mehrere in der Nähe des Bahndammes liegende Häuſer zerſtört wur⸗ den. —. Jranzöſiſche Jerſtörungswut. Ein vor dem Franzoſeneinbruch vom Ruhrgebiet nach München⸗Freimann überſiedelter Arbeiter hatte ſich in einem plombierten Möbelwagen ſeine geſamte Einrichtung nach München nachſenden laſſen. Die Sendung kam jetzt mit voll⸗ ſtändig demoliertem Inhalt in München an! Die Franzoſen hatten in Langendreer eine ſogenannte Kontrolle der Sendung vorgenom⸗ men, wertvolle Teile des Inhalts, beſonders die Wäſche, geſtohlen und die übrigen Gegenſtände in geradezu ſcheußlicher Weiſe gewalt⸗ ſam unbrauchbar gemacht. Bei der Oeffnung des Möbelwagens in München bot ſich ein haarſträubendes Bild der Zerſtörung. — Aufdeckung eines Millionenbetrugs bei einem ſtädtiſchen Wohlfahrtsamt. Bei dem Neuköllner Bezirksamt iſt ein Millienenbetrug aufgedeckt und der Stadtoberinſpektor Lietz⸗ mann vom ſtädtiſchen Wohlfahrtsamt Neukölln unter der Be⸗ ſchuldigung des Betrugs und ſchwerer Urkundenfälſchung feſtgenom⸗ men worden. Bei ſeiner Verhaftung ſoll er zugegeben häben, daß er ſeit vielen Monaten Kaſſenanweiſungen auf fingierte Perſonen ausgefertigt und das Geld in ſeine Taſche geſteckt hat. Nach den vorläufigen Ermittelungen dürften etwa 2,5 Millionen Mark unter⸗ ſchlagen worden ſein. — Der Student als Silberdieb. Ein Teilnehmer an dem Sil⸗ berdiebſtahl im Schloß Babenhauſen, dem Sitz der Königin⸗ witwe von Württemberg, iſt in der Perſon des Studenten der Forſt⸗ wiſſenſchaft Bäuerle verhaftet worden. Der Verhaftete ver⸗ kaufte angeblich die geſtohlenen Sachen in Freiburg an einen Gen⸗ f Spielſchulden ſollen ihn zu dem Diebſtahl veran⸗ t haben. — Ein guter Witz wurde in dieſen Tagen vor einem Senat des Landgerichts Salzburg 9 Der Vorſitzende nahm einem Angeklagten die Perſonalien ab. s die Frage nach dem Beruf ge⸗ ſtellt ward, antwortete der Mann nicht ohne Selbſtbewußtſein: Bundesangeſtellter“. Der Vorſitzende gab ſich mit dieſer Auskunft nicht zufrieden und verlangte nähere Auskunft über die Art der Verwendung des Angeklagten im Bundesdienſte. Ein kur⸗ zes Zögern und dann die klaſſiſche Antwort:„Ich beziehe die Arbeits⸗ — In Stücke geriſſen. Der 27 Jahre alte Leonhard Gilg von Burgau, der in einer Schloſſerei in Aalen tätig war, iſt am Mon⸗ tag dort in die Transmiſſion geraten und buchſtäblich in Stücke geriſſen worden. Der Verunglückte war Kriegsinvalide, hatte im Felde 10 Operationen mitgemacht und ein Auge verloren. und Urgroßmutter geb. Feibelimann Vermähite Mannbeim, den 23. März 1923. August Lameyloge 280⁵ jahriges Mitglied Nach langjähriger Fachausbildung an der städt. Augenklinik Essen, an den Universi- tats-Augenkliniken Rostock und Halle habe jch mich in Mannheim. P 5. 14(rieidel- bergerstrasse) als Augenarzt —28²² am Mittwoch abend verschieden ist. Sprechzeit:—12,—5 Uhr. Dr. med. Kruse. 1 Schreiner-Hobelbanl (einſchließlich Werkzeug) E22⁴ Todes-Anzeige. Unseren verehrl. Mitgliedern die Trauernachricht, daß unser treues, lang · Karl Habermann 35 Jahren an einem Herzschlag plötzlich Die Beerdigung findet Samstag, den 24. Mätz 1923, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle aus stait. Wir ersuchen unsere Mitgnieder um im Alter von nahezu 85 Jahren, ½6 Uhr im Alter von 3 Uhr statt. Gestern nachmittag verschied nach langerem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermuttet, Großmutter Fau Katharina Weber Wwe. Familie Juſius Weber. 18 MRNNHEIM, Luisenring 48, den 23. MArz 1923. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag Falastes Jalelnt 2e 8 800.— neencmalt v 4000.— Hampanne. 2 700. Cocosfett, offen u. In Tafeln la. Eiernudel, 2 Makkaroni, Hörnchen. Ascbobst.— Feinste Meble. Fauc gebr. Naftee, ſee, Maab. 12144 feine Speise-Schokoladen. teiligung. 1 Ambos:: 1 Richtplatte 1 Drehbank:: 1 Rundmaschine sofort zu kaufen gesucht. Douqust& Ehlers, Holzbauerstr. 6 ordrucke, ſola 29. März 1923, vornt. 11 Uhr, Zimmer 12. der ſtädt. Waſſer., Gas⸗ und „Elektriz Werke. e Be 75 a ne— 78 muheim, den 22. März 1923. 55 9 5 2124 Die Verstande. 8———+ 8— erp- AN Tiab. u. peiserabef F— ub- u. Polstermöbe Ache Veroftentchungen der Stabtpemelnüt. f. 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Dichter Richard Eggarter Freitag, den 23. März 1923 Füir die Theafergemeinden: F. V. B. Nr. 6781 bis 7000 u. 8201—8400. B. V. B. Nr.—370 u. 1461 bis 1585 u. 1961—2095 u. 5571—5770. Der Evangelimann Musikalisches Schauspiel in 2(3 Akten) Spielleitung: Karl Marx. Musikalische Leitung: Werner v. Bülow, Anfang 7 Uhr. Ende 9½ Uhr. National-Theater-Statisterie. Freitag, den 23. März 1923 Theaterabend im Ballhaus pünktlich 77 Uhr: „Der Geizige“ Luſtſpiel in 5 Aufzügen von Moliére. Eintrittskarten ſind zum u. Sohn, 0 7, F. Heckel, O 3, Herzberger, Schwetzingerſtr. u. 25 Geſchäftsſtelle d. D. V ſowie an der Abendkaſſe 2811 2 9 Aanmer-Latpe Splelplan von freſtag bis Donnerskag! Der grage PDrunz- und kdeftim Maus Uaun Madonna Giovanna) Eine Tragödle aus der Renaissance in 7 großen Akten. 5 5 Regie: Richard Eichberg. Die Hauptdarsteller der Tragödie: 8 Monna Vanna Lee Parry,, Quido Gurlini:i Paul Wegener 5 Maddalena Pazzi.. Lydla Salmanova 25 Die Handlung spielt am Ende des XV. Jahrhunderts in Venedig, Florenz u. Pisa. ETulefpüügungnpesialst Heitere Groteske mit Harold Lloyd. 8 Anlang 3 Uhr.— Sonntags-2 Uhr. IAl von Rolf E. Vanloo Regie: Richard Löwenbein leremte welkderdumte Darsteler habden sich in diesem Kammersple! zu einem glänzenden Ensemble vereinigt, voran: 85 Camilla v. Holley dArete Diereks, Eduard v. Winterstein. dGeorg John, Wimem Diegelmann, Gustav v. Wangenheim, Viggo Larsen. Die imponierende Liste dieser Mit- würkenden verbürgt an sich schon eine Glanzleistung,. aber hier hat, auch der bekannte Verfasser, der ein kunstvolles Werk schuf, der kundige Regisseur und der Schöpfer des wixrkungsvollen Szenariums Meister: Haftes geleistet. 18193 her Fün beledtt es ehe- Tadchüng für ale Fümfreunde! Fatty bei der neilsarmec. Groteske in 2 W 5 lng 4½ Uhr. Lehtz ſalel. 9 Aa Tt 9 AUmmer sofort bezlehbar!(330) Nächſt Heidelberg, früheres Penſionshaus, großer Garten, zu 35 ee 1 A. 855 20771 Wolff, Moos u. Co. G b. 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