Telegramm⸗Adreſſe:(Badiſche Volkszeitung.) „Journal Mannheim.““ In der Poſtliſte mnnetagen unter Nr. 2870. Abounement: 60 Pig. mouatlich. Bringerlohn 20 Pig. monatlich, dure die Poſt vez. incl. Poſtauf⸗ ſchlag M..30 pro Quartal. Inſerate: Die Colonel⸗Zeile 20 Pfg. Die Neklamen ⸗Zeile 60 Pfg. Einzel⸗Nummern 3 Pfg. Doppel⸗Nummern 5 Pfg. E 8, 2 der Stadt Mannheim und Umgebung. Maunheimer Journal. (109. Jahrgang.) Erſcheint wöchentlich zwölf Mal. Seleſene und perbreitette Jeitung in Maunheim und Amgebung. (Mannheimer Volksblatt.) Berantwortlich: für den volit. und allg. Theil: Ernſt Otto Hopy. für den lok. und prov. Theil: Ernſt Müller. für den Inſeratentheil: Karl Apfel. Rotationsdruck und VBerlag der Dr. H. Haas'ſchen Buch⸗ druckerei(Erſte Manngeimer Typographiſche 1„Mannheimer Journal“ ſt Eigenthum des katholiſchen Bürgerhoſpitals.) ſämmtlich in Mannheim. E 6, 2 Nr. 317.(Abendblatt.) Freitag, 27. Oktober 1899. (dtlephon⸗Ar. 218.) Wer will den Konflikt. SRK. Als vor einigen Tagen die Erklärung über die Stel⸗ lung der badiſchen Regierung zur Frage einer anderweiten Regelung des Wahlrechts erſchien, antwortete das leitende Organ der badiſchen Centrumspartei ſofort mit der Androhung eines Konflikts. Inzwiſchen hat man auch im Lager der vereinigten Oppoſition erkannt, daß dasjenige, was in der Kundgebung über die Abſichten der Regierung geſagt worden war, in keiner Weiſe konfliktslüſternen Politikern die erwünſchte Handhabe zur Auf⸗ wiegelung der Wähler bietet und man tritt nach und nach den Rückzug an. Es dürfte allerdings ein vergebliches Bemühen ſein, vor dem Lande den Beweis zu führen, daß die Darlegung der Stellung der Regierung zu der von der Oppoſition erſtrebten Wahlrechtsver⸗ ſchlechterung,„eine Herausforderung der badiſchen Wähler“ iſt. Die Regierung hat thatſächlich nicht mehr und nicht weniger ge⸗ than, als alle Parteien und ihre Wortführer zu thun für ihr unbeſtreitbares Recht halten. Nur ſolche Wähler, die glauben, daß die Regierung dazu da iſt, die Wünſche politiſcher Parteien ohne Rückſicht auf das Staatswohl, zu befolgen, daß ſie ſelbſt aber auf alle und jede eigene Meinung verzichten muß, die Leitung der Staatsverwaltung ohne Weiteres den wechſelnden Anſchauungen der Parteien anzupaſſen hat, und nur der Vollſtrecker des mitunter durch die ſonderbarſten und unnatürlichſten Wahlbündniſſe künſt⸗ lich zuſammengeſtoppelten„Volkswillens“ ſein ſoll, werden ver⸗ langen, daß die Regierung ſchweigt, wo zu reden ihre ernſte Pflicht iſt. Eine ſolche Regierung wäre allerdings werth, daß ſie dem erſtbeſten oppo itionellen Wortführer zum Opfer fällt. Gegenüber verſuchten Entſtellungen ſei deßhalb nochmals auf das That⸗ ſächliche in der Angelegenheit des Wahlrechts hingewieſen. Zur verfafſſungsmäßigen Abänderung des beſtehenden Wahl⸗ rechts iſt außer der Zweidrittelmehrheit der Zweiten Kammer die Zuſtimmung der Erſten Kammer und der Regierung zu den Beſchlüſſen dieſer Kammermehrheit nöthig. Bekannt iſt, daß auf dem letzten Landtag die Oppoſition dieſe Zweidrittelmehrheit auf ihren Antrag nicht bereinigt hat. Es iſt vorauszuſehen, daß auch auf dem nächſten Landtag, deſſen hälftige Erneuerung jetzt durch Neuwahlen zu erfolgen hat, dieſe Zweidrittelmehrheit nicht zu Stande gebracht wird, und daß, wenn dies dennoch der Fall wäre, ihrem Beſchluſſe die Gutheißung der Erſten Kammer und der Regierung verſagt bliebe. Angeſichts einer ſo durchaus klaren Sachlage erſcheint es als ſtaatsmänniſche Pflicht, die Wähler darauf hinzuweiſen, daß nur auf dem Wege der Verſtändigung zwiſchen den verfaſſungsmäßig beſtimmten Gewalten ein poſitives Ergebniß erzielt werden kann. Dieſes Recht der Aufklärung der WMähler einer Regierung verkümmern zu wollen, wäre gleich⸗ bedeutend mit der Verwerfung jeder Regierungsautorität und der Proklamirung der abſoluten Herrſchaft der Oppoſition; heute dieſer, morgen jener Oppoſition. Eine ſolche Beſchränkung der Bewegungsfreiheit der Regierung widerfpricht aber auch der Ver⸗ faſſung, die alle bürgerlich geſinnten Wähler zu ſchützen berufen ſind; denn die Regierung iſt ein den Ständen gleichberechtigter berfaſſungsmäßiger Faktor. Eine Regierung, die von den ver⸗ faſfungsmäßigen Rechten, welche die Parteien und Wähler unge⸗ ſchmälert für ſich in Anſpruch nehmen, keinen Gebrauch macht, würde pflichtvergeſſen handeln und wäre nicht an ihrem Platze. Wenn nun die Großh. Regierung ſchon jetzt darauf hinweiſt, daß für das Zuſtandekommen einer Wahlrechtsänderung nicht der —— Bazar⸗Gedicht. Kachbruc verboten. Als jüngſt wir Frauen noch in Peddo Zuſammenſaßen und in petto Das hoffnungsvolle Sehnen trugen, Mal nach Europa reinzulugen, Da drang an unſer Ohr die Kunde Und eilig flog's von Mund zu Munde: „— Dahinten in dem fernen Weſten, „In einer Stadt die zu den beſten „Zählt von Europas Kontinent, „Gibt's bald ein Feſt, das eminent! „Und was im Jahre neunzehnhundert „In Frankreichs Hauptſtadt man bewundert, „An Koſtbarkeit, an Pracht und Kunſt, „Iſt gegen dieſes Feſt nur Dunſt! „Von allen Ländern, allen Zonen, „Auch von den fernſten Nationen, „Soll Jeder freien Zutritt haben, „Bringt er nur Geld mit oder Gaben. „Der Gaben viele laßt es ſein! „Denn Männer⸗Hilfs⸗ und Frau'nberein, „Die ſollen, ſo that man uns lehren, „Durch den Bazar ihr Gut vermehren, „Daß ſie mit ſegensreichen Händen „Wo's noth thut, reiche Hilfe ſpenden. „Zum dritten iſt's des Bazars Willen. „Die Penſionsfondskaſſ zu füllen „Den Mimen, die ins Reich des Schönen „Euch führen und mit Wort und Tönen „Im Hoftheater Euch erfreu'n, Den Altersweg mit Roſen ſtreu'!“ — Als man vom Rhein uns dies that ſchreiben. Wollt Japan nicht dahinter bleiben. Alsbald ward unſer Plan geſponnen, Die Gatten auch dafür gewonnen, Wille einer oder mehrerer Parteien ausreicht, daß vielmehr nur durch das Zuſammengehen von Erſter und Zweiter Kammer in Verbindung mit der Regierung ein poſitives Ergebniß erzielt werden kann, ſo handelt ſie durchaus korrekt als Hüterin der Ver⸗ faſſung. Wer dagegen auftritt und dieſe Stellungnahme be⸗ kämpft, untergräbt unſere verfaſſungsrechtlichen Grundlagen und will den Konflikt! Eine Bismarck⸗Wallfahrt. Abgroroncter Schönerer veröffentlicht folgenden Aufruf zu einer Wallfahrt der Oſtmärker nach Bismarcksruh:„Von den alten Eichen im Sachſenwalde, nahe am deutſchen Meere, ſchüttelt der Herbſtwind die Blätter. Dort ſchläft unſer Bismarck den ewigen Schlaf. Er hat ein Rieſenwerk vollbracht: dem deutſchen Volk ein mächtig Vaterland gegeben. Nie ſoll die Dankbarkeit dafür in deutſchen Herzen erlöſchen, nie die Treue zu ihm, unſerm heimgegangenen größten Recken. Er kann nicht mehr wirken als treuer Berather feines Volkes. Wir aber wollen alljährlich zur Gruft unſeres Bismarck wallen und uns in der Erinnerung an ſeine Größe neuen Muth holen für die Verzweiflungskämpfe, die wir in der alten deutſchen Oſtmark auszufechten haben. Die deut⸗ ſchen Herzen tief erſchüttert, der Freund den Freund innig um⸗ ſchloſſen— ſtanden wir bismarcktreue Oſtmärker im Vorjahre vor dem Sarge des Mannes von Blut und Eiſen. Auch im heu⸗ tigen Jahre ſolls wieder ſo gehalten werden. Wer Bismarcktreue im Herzen hegt, betheilige ſich auch heuer wieder an der Wallfahrt nach Friedrichsruh. Die Fahrt wird von Eger aus am 24. Nov. angetreten. Nur Deutſche, die ihre ganze Lebensführung dem Geiſte Bismarcks anpaſſen, ſollen an dieſem ernſten Zuge theil⸗ nehmen.“ Von fremden Flotten. Die amerikaniſche Flotte hat 48 Schiffe im Bau, einſchließlich 8 Schlachtſchiffe, 1 geſchützten Kreuzers, 4 Moni⸗ tors, 16 Torpedobootzerſtörer, 17 Torpedoboote, 1 Schulſchiffs und 1 Unterſeetorpedoboots. Zu dieſer Liſte kommen noch 18 andere Schiffe, deren Bau der Kongreß bewilligt hat, die aber noch nicht angefangen ſind. Die neue Liſte umfaßt 3 Schlacht⸗ ſchiffe, 3 Panzerkreuzer, 6 geſchützte Kreuzer und 1 Kanonenboot. Das Schlachtſchiff„Ohio“, das argenblicklich auf den Union⸗ Eiſenwerken, San Francisco, im Bau iſt, wird das größte Schiff der Vereinigten Staaten⸗Marine ſein. Es wird 388 Fuß lang, 72 Fuß 5 Zoll breit ſein und mit gefüllten Bunkarn 25 Fuß 3 Zoll tief gehen. Die Maſchinen werden dem Schiff eine Ge⸗ ſchwindigkeit von 18 Knoten verleihen. Die franzöſiſche Flotte hat 71 Schiffe mit 87 819 Tonnen im Bau. 50 von ihnen ſind Torpedoboote mit einem durchſchnittlichen Gehalt von ungefähr 100 Tonnen. 37 Fahr⸗ zeuge mit 179 230 Tonnen ſind auf Staatswerkſtätten im Bau, davon ſind 22 Schlachtſchiffe oder Kreuzer 1. Klaſſe. Aus Spanien. Spanken ſchernt der völligen Zerſetzung entgegenzugehen. Wie es vor Kurzem mit den Abfallbeſtrebungen ſeiner über⸗ ſeeiſchen Kolonien Kuba und Puerto⸗Rico zu kämpfen hatte, ſo muß es jetzt erfahren, daß verſchiedene Landſchaften des Mutter⸗ landes, Baskenland, Navarra, Aragon und hauptſächlich Kata⸗ lonien bedenkliche zentrifugale Neigungen äußern. In Katalonien hat dieſe Bewegung einen heftigern Charakter als ſonſt wo ange⸗ Und was wir in fjapan'ſchen Landen An Kunſt und Raritäten fanden, Ein Rieſenſchiff und Extrazug, Mit uns hierher nach Mannheim trug. Dach, weil das Stadtgebot es hieß, Den Mann daheim kne Jede ließ. Nun kommt herbei, Ihr ſollt erſchau'n Die Anmuth der Japanerfrau'n, Die Eleganz der gold'nen Roben, Von Tokios Meiſtern echte Proben, Den Gang, die Haltung, die Friſur, Dies alles bietet Japan nur. Und hört auch, was wir mit Bedacht Aus unſ'rem Land Euch mitgebracht: Die herrlichſte von unſern Gaben, Die nur um hohen Preis zu haben. Beſteht in bunten Scarabäen(die Glückskäfer, die mitwirken), Die Ihr lebendig hier könnt ſehen! Ein ſolcher Käfer iſt fürwahr Selbſt im Japanerlande rar, Denn dieſe duft'gen Flügelweſen Sind unter Tauſenden erleſen Und mit Geduld und großen Mühen Dreſſirt, ein Wägelchen zu ziehen.(Yenriſchba) Wer freundlich einige Mark will geben, Kann durch den Saal mit ihnen ſchweben, Nicht Jeder iſt dem Silber hold, Drum nehmen ſie auch lächelnd Gold! Alles, was der Erdenrund Sonſt noch bietet kunterbunt Holz, Porz'lan und Edelſtein, Bronce, Leder, Elfenbein, Schätze aller Art ſind da, Bietet Euch die Tombola! Zwanzig Pfennig nur das Loos, Und die Chanci rieſengroß! nommen. Die Steuerzahler haben ſich verſchworen, um dem Fiskus Widerſtand zu leiſten, und ſind entſchloſſen, ſich lieber pfänden zu laſſen, als ihren Verpflichtungen freiwillig nach⸗ zukommen. Die Barcelonager wollen ſich ſelbſt verwalten und dem Staate eine jährliche Pauſchalſumme zahlen. In Katalonien herrſcht eine hochgradige Gährung. Jedenfalls bereiten ſich ſtürmiſche Zeiten vor. Das kataloniſche Problem und die Frage der Finanzregelung machen eine Aufgabe aus, der die derzeitige Regierung nicht gewachſen ſein dürfte. In einem grellen Gegenſatz hierzu ſteht die Nachricht, daß zur Ehrung der deutſchen Geſandtſchaft, die am 4. November in Madrid eintreffen wird, um im Namen des deutſchen Kaiſers dem jungen König Alfons XIII. die Abzeichen des Schwarzen Adler⸗ Ordens zu überreichen, dort verſchiedene Feſtlichkeiten in Ausſicht genommen ſind, darunter ein Stiergefecht mit„Caballeros en plaza“, nach Art der mittelalterlichen Ritterſpiele. Der Zirkus wird bei diefer Gelegenheit mit Blumen, Teppichen und deutſchen und ſpaniſchen Fahnen geſchmückt ſein. Der„Imparcial“ glaubt zu wiſſen, daß der König Alfons dem aufregenden Schaufpiel (zum erſten Mal) beiwohnen wird. Kurze Nachrichten. Der ärztliche Kreisvereinsausſchuß im Regierungsbezirk Leipzig hat ſich einem an das Landesmedizinalkollegium ge⸗ richteten Antrag angeſchloſſen, in welchem daſſelbe erſucht wird, zu erklären, durch das zu erlaſſende Baugeſetz für das Königreich Sachſen möge das Erbauen don Miethskaſernen mög⸗ lichſt erſchwert und das Erbauen kleinerer Häuſer, insbeſondere Einfamilienhäuſer, möglichſt erleichtert werden. Deutſchlands Klavierausfuhr hat ſich in zwei Jahrzehnten recht anſehnlich gehoben, ſie bezifferte ſich dem Werthe nach im Jahre 1880 auf 8 Mill. Mark, 1890 auf 20 Mill. Mark, 1898 auf 25,7 Milk. Mark. Die deutſche Waare findet vor allen Dingen ſteigende Abnahme in England; letzteres Land iſt aber wahrſcheinlich vielfach der Vermittler für die Bedürfniſſe ſeiner Kolonien, denn in Südafrika und Auſtralien iſt ſtarke Nachfrage nach deutſchen Klavieren. In der Umgebung Delcaſſés wird erklärt, Frankreich habe ſich bezüglich Transvaals nichts vorzuwerfen; nach dieſer Richtung die Initiative zu ergreifen, konnte nicht ſeine Sache ſein. Wäre aber von einer europäiſchen Großmacht, bei⸗ ſpielsweiſe von Deutſchland, ein klarer, poſitiver Vor⸗ ſchlag ausgegangen, eine nicht mißzuverſtehende Einladung, wie ſeinerzeit, als es ſich um Oſtaſien handelte, dann hätte ſich zwe⸗ fellos eine anſehnliche europäfſche Staatengruppe zur Wahrung ihrer gemeinſamen Intereſſen in Afrika zuſammen gefunden. Aus Stadt und Jand. „» Maunheim, 27. Oktober 1899. * Mit dem Dienſt eines Schutzmannes wurden betraut beim Amt Mannheim: Gimber, Gottfried, von Auerbach, Loſchert, Theodor, von Waldzell, Schmidt, Theodor, von Münchberg, Wörner, Valentin, von Hilpertsau, Waas, Friedrich, von Otterſtadt, Schmädt, Georg, von Darmſtadt, Schlereth, Johann, von Weißenburg, Treiber, Friedrich, von Doſſenheim. Hildner, Johann, von Grafengehaig, Gramlich, Friedrich, don —..———— Jede kluge Ballmama Komm' herbei, ſie findet da Täſchchen fein und ohne Dadel, Eingefädelt Zwirn und Nadel— Reißt der Tochter Kleid— im Nu Flickt der Talisman es zu! Freilich nicht in allen Fällen (In Geſellſchaft oder Bällen) Können wir Euch Hilfe ſchicken! Herzen kann nur Amor flicken! Macht der Schelm heut' einen Riß, Heilt er ihn auch ganz gewiß! — Aber auch die Schwiegermütter Finden hier nen Magenbftter, Der, wenn ſie der Sohn betrübt, Ihnen Kampfluſt⸗Stärkung gibt. Für die Ehfrau zierlich, fein, Führen wir Pantöffelein, Die ſie fröhlich ſchwingen dann Ueber dem geliebten Mann. Und der Mann, der böſe, wildr, Findet Elixir, das milde Ihn verwandelt, daß er ſage „Nein“ nicht mehr zu jeder Frage, Sondern:„Ja, mein ſüßes Herz, „Gern gewährt ſei jeder Scherz.“ Kurz und gut, ob alt, ob jung, Jedem mit Genugthuung, Jeder Richtung, jedem Stand Bieten wir Fortungs Hand.—. Wünſcht nur! Spricht die Göttin„ia“, Zieht Ihr's in der Tombola!— Habt Ihr Euch bei uns ergötzt, Euern Fuß dann weiter ſetzt, Links und rechts, von allen Seiten Wird nur Staunen Euch begleiten. Jebe Laune. zeder Sporz 0 Generalverſammlung wurde die Vertheilung einer Dividende 2 Seite. General⸗ Anzeiger: Grünsfeldhauſen, Moll, Johann, bon Sulzbach, Beſck, Ludwig, 8 von Langenbach, Berlie b, Adam, von Güttersbach, Fender, Albert, von Hochdorf, und Leske, Moritz, von Luckau. * Auf dem Wohlthätigkeitsbazar werben die Beſucher Welegenheit haben, viel Schönes und Gutes zu verhöltnißmäßig außer⸗ Ordentlich billigen Preiſen zu acqutriren. So haten wir heute Ge⸗ legenheit, die ſehr reichhaltige Auswahl von Poſtkarten zu bewundern, welche im Apolloſaal zu haben ſein werden. Nicht nur werden die an den Buden beſchäftigten, teizenden Verkäuferinnen auf den Poſt⸗ karten abgebildet ſein, es haben ſich auch verſchiedene der beſten unſerer hieſigen Künſtler bereit finden laſſen, Zeichnungen zu Poſtkarten zu liefern, welche in bewährten Anſtalten hergeſtellt ſind. Aber auch begabte Dilettanten und Dilettantinnen haben es nicht verſchmäht, mit Feder und Pinſel Originalzeichnungen herzuſtellen. Es iſt ſomit die Bazarpoſt in Stand geſetzt, den weitgehendſten For⸗ derungen gerecht zu werden. * Große Nachfrage herrſcht nach Kohlen. Sämmtliche Kohlenſorten ſind um 20 bis 25 Prozent in die Höhe gegangen. Dazu ſind dieſelben noch ſehr rar und gewiſſe Sorten ſind gar nicht zu haben. Von den Gruben direkt ſind überhaupt keine Kohlen zu be⸗ kommen und an Landfuhrwerke, wie ſeither immer, werden ſeitens der Grubenverwaltungen ebenfalls keine Kohlen abgegeben. Der Bezug kann nur von Großhänplern geſchehen. Die Genoſſenſchaften können ihre Mitglieder nicht befriedigen. Verkauf ſei heuer Neben⸗ ſache, ſagen die Großhändler. Es werden verſchiedene Urſachen an⸗ geführt, welche die Kohlen heuer ſo rar und theuer machen. Man ſagt, die Induſtrie arbeiftet mit Volldampf und verſchlingt rieſige Summen, Andere behaupten, die Elektrizitätswerke ſind es, welche die Kohlen vertheuern, während die Dritten ſagen, die Kohlenpreiſe ſeien künſtlich in die Höhe getrieben. * Beſitzwechſel. Frau Juwelier Heißler Wwe. hat um den Preis von 165 000% das Haus der Wwe. Mayer B 1, 4 käuflich erworben. * Maſchinenbaugeſellſchaft Karlsruhe. In der geſtrigen von 15 0% ſowie die Aenderung der Statuten nach den Anträgen des Auf⸗ ſichts vabhs genehmigt. * Ein Geſchäftsreiſender von Maunheim fuhr am 20. dieſes Monats auf ſeinem Fahrrade im nördlichen Stadttheil von Ludwigshafen durch eine Schaar Schulkinder, ohne Signal zu geben, wobei er die 8 Jahre alte Schülerin Anna Abdorf überfuhr und am Kopfe erheblich verletzte. Der Radler ließ das Kind unbekümmert am Boden liegen und radelte ſchnell weiter. Der Vorfall wurde erſt geſtern der Polfzei zur Anzeige gebracht, trotzdem iſt es derſelben gelungen, dem Radler auf die Spur zu kommen, damit er der gerechten Strafe nicht entgeht. 1 Neuwahlen in den Stadtrath. Bei den heute ſtattgefundenen 5 10. Groß, Karl, Privatmann(nationallib) 81¹ Neuwahlen in den Stadtrath wurden gewählt: liee a) für eine 6jährige Amtsdauer. 1. Battenſtein, Joſef, Architekt(Demokrat) 112 St. 2. Baſſermann, Ernſt, Rechtsanwalt(nationallib.) 106„ 3. Freytag, Franz, Privatmann(nationall.) 105„ 4. Herſchel, Bernhard, Kaufmann(nationallib,) 104„ 5. Keſſelheim, Chriſtian(Demokrat) 104„ 6. Baro, Ludwig, Bäckermeiſter(Zentrum) 103„ 7, Reidel, Jakob, Architekt(Zentrum) 108„ 8. Hirſchhorn, Fritz, Kaufmann(nationallib.) 97 9. Orth, Valentin, Landwirth, Neckarau(nationallib.) 85„ 11. 8ö6wenhaupt, Heinrich, Privatmann(freiſinnig) 72 12. Denzel, Auguſt, Privatmann(nationallib.) 62„ b) für eine 3jährige Amtsdauer: Bauſch, Heinrich, Waldhof(Sozialdemokrat) 60„ 4. Pfanz, Peter, Landwirth(nationallib.) 58„ Außerdem erhielten Stimmen: 1) Bender, Joh. Phil., Privatmann(nattonall.) 56 St. 2) Schock III., Peter, Landwirth,(Demokrat) 49 10. 3) Stockheim, Max, Privatmann(freiſinnig) 4) Schleich, Peter, Neckarau,(Soztaldemokrat) 588„ 5) Foshag, Bernhard,(Sozialdemokrat) B385„ 6) Orth, Jakob, Neckarau 22 E Aus dem Stadtrath ſcheiden ſomit aus: Glaſer, Dr., Commer⸗ zienrath, Kallenberger, Baumeiſter, Herrmann, Landwirth + Neckarau, Groh, Landw., Neckarau, Weidner, Landw., Neckarau. Bon den 123 Wahlberechtigten erſchienen nur 5 nicht an der Wahlurne und zwar die Herren Aulbach, Peter, Duttenhöfer, Weidner und Groh. Im Stkadtrath verblieben ſind die Herren Barber, Drees⸗ bach, Duttenhöfer, Geüß, Henz, Mainzer, Rau, Stern und Vogel. 5 In dem außer den 4 Bürgermeiſtern 28 Mitglieder zählenden Sſtadtrath ſitzen ſomit: 8 Nationalliberale, 4 Freiſinnige, 4 Demo⸗ kraten, 4 Sozialdemokraten, 3 Centrumsleute. Es hat in Folge deſſen keine Partei die Mehrheit im Stadtrathe. Wegen Verdachts des Meineids wurde in heutiger Schöffen⸗ erichtsſitzung Haftbefehl erlaſſen gegen die als Zeugen in einer eleidigungsſache erſchieuenen 16 Jahre alten Bärſchen Nikolaus Schrödelsſecker und Peter Weber aus Lautershauſen. — ñ..—̃— Find't Befriedigung ſofort. Wünſchet Ihr ein Pferd zur Stell', Schwingt Euch auf das Karuſſel, Hurtig fliegt Ihr, hopp, hopp, hopp, Hin in luſtigem Galopp! Mancher kann beim Bazar chier Fröhnen weder Mordbegier Und in friedlichem Genießen Straflos Pfeifenköpfe ſchießen. — Seid Ihr müd' vom vielen Stehen, Mögt Ihr in's Theater gehen, An des Weißen Rößl's Scherzen Friſch erquichen Eure Herzen. Aber zieht Euch Euer Sinn Zu Gambrin' und Bacchus hin, Werden mit der beiden Gaben Holde Grazien Euch laben, Auch der Sekt, der ſchäumend glänzt, Wird mit Anmuth Euch kredenzt. Aber wer den Blumenfee'n Naht ſich, um den iſt's geſcheh'n! Mettungslos iſt er verfallen, Wird nur ungern weiter wallen. „Laß an deinen Altarſtufen Knieein mich, Jugend!“ wird er rufen. In den Buden gibt's in Haufen Schöne Sachen einzukaufen. 105 hat doch Anderwandte, ine Nichte, eine Tante, Eeine Baſe, eine liebe, Welche fern von dem Getriebe:— Derer ſoll er auch gedenken, Ihnen Bazargaben ſchenken; Denn es lohnt in vielen Fällen, Sich mit allen gut zu ſtellen. Sind geleert die Portemonnaien, Aus dent Groghleriogtllium. * Lützelſachſen, 26. Okt. Das vor etwa Jahresfriſt begonnene neue Schulhaus bahier iſt nun vollendet und wird nächſten Samſtag, Vormittags 10 Uhr, ſeiner Beſtimmung übergeben werden. Das Haus iſt eine Zierde der Gemeinde. Dem Architekten und dem Bau⸗ leiter Herrn Reibold und Herrn Albrecht gebührt ob der weiſen Ein⸗ theilung des Baues volle Anerbkennung. * Unterſchefflenz, 24. Okt. Das Töchterchen des Früchten⸗ händlers Hüttler, das, wie wir ſchon berichteten am Samſtag von einem Handwerksburſchen vergewaltigt und tödtlich verletzt wurde, iſt geſtern, ohne das Bewußtſein wieder erlangt zu haben, ſeinen Verletzungen erlegen. Der verhaftete Mörder zeigt bis jetzt keine Spur von Reue. Pfalz, Helſen und TUlingebung. 4 Ludwigshafen, 27. Okt. Die ordentliche Verſammlung des Diſtriktsraths Ludwigshafen tagte heute Vormittag unter Vorſitz des Bezirksamtmanns Bulinger im Gartenſaale des Geſellſchaftshauſes, um die Aufſtellung des Voranſchlags pro 1900 vorzunehmen und ſwegen der Vornahme bon Straßenneubauten zu beſchließen. Ganz beſonders intereſſirt hierbei die Errichtung einer neuen Diſtriktsſtraße zwiſchen hier und Mundenheim, welche ſeitens des Ausſchuſſes mit Genehmigung der vorfährigen Diſtriktsrathsſitzung im Projekt vorbereitet war. Die vorhandene Staatsſtraße zwiſchen beiden Gemeinden genügt nicht mehr, den immenſen Verkehr aufzu⸗ nehmen und Unfälle aller Art, hervorgerufen durch den Straßenbahn⸗ und Fuhrwerksverkehr, zu dem ſich in den letzten Jahren ein bvon Tag zu Tag zunehmendes ganz erhebliches Contingent von Radfahrern geſellte, kommen in jüngſter Zeit öfters vor. Dem Diſtriktsrathe lägen heute zwei Projekte vor: eines im Anſchluß an die Heinigſtraße in gerader Richtung nach dem Mundenheimer Waiſenhaus, das andere im Anſchluß an die Kaiſer Wilhelm⸗Straße, an der Heſſenmüller⸗ ſchen Fabrik vorbei, ebenfalls in gerader Richtung nach dem Munden⸗ heimer Waiſenhaus. Die Straße iſt in einer Breite von 30 Meter projektirt. Seitens des Ausſchuſſes wird dem erſteren Projekt, welches auf/ 134 000 zu ſtehen kommt, der Vorzug gegeben, weil es den Vorzug der geraden Linie habe; das zweite Projekt kommt in der Ausführung auf% 181000 zu ſtehen. Bei beiden Projekten iſt die unentgeltliche Abgabe des Geländes Vorausſetzung bezw. wird die Gemeinde Mundenheim dafür aufzukommen haben, da beim erſteren Projekt nicht alle Grundbeſitzer unentgeltlich abgetreten haben. Nach längerer Diskuſſion entſchied ſich der Diſtriktsrath für das erſtere Projekt im Anſchluß an die Heinigſtraße; als Bauzeit ſtuv 13 Jahre vorgeſehen. Zur Aufbringung der Mittel wird eine Anleſhe von % 125 000 kontrahirt, das Uebrige aus laufenden Mitteln beſtritten. Eine Erhöhung der Diſtriktsumlagen tritt jedoch nicht ein, da die Steuerſchraube bekanntlich durch Landtagsbeſchluß ſchärfer angezogen wurde, wodurch ſich ein weſenklich höheres Steuerſoll ergibt und außer⸗ dem die Einkommenſteuer vom nächſten Jahre ab gleichfalls zu den Diſtriktsumlagen herangezogen wind. Es verbleibt deshalb vorläufig bei den 22 Prozent des Vorfahres, was jevoch nicht ausſchließt, daß durch ein günſtiges Steuerergebniß nur 19 Prozent erhoben werden. Bemerkt ſei ſchließlich, daß Ludwigshafen allein 85 Prozent der ge⸗ ſammten Diſtriktsumlagen aufbringt.— Dem im verfloſſenen Jahre verſtorbenen Commerzienrath Dr. Karl Clemm widmete Herr Bezirksamtmann Bullinger einen warmen Nachruf, welcher die großen Verdienſte dieſes Mannes auch als Mitglied des Diſtriktsausſchuſſes voll anerkennt. * Speyer, 26. Okt. Wie das„Sp. Tgöbl.“ mittheilt, hat die hieſige nationalliberale Partei beſchloſſen, ſich nicht als Partei bei den Stadtrathswahlen zu betheiligen, daß vielmehr alle Partei⸗, Religions⸗ oder Klaſſenrückſichten hintangeſtellt und lediglich das Wohl der Stadt ins Auge gefaßt werden ſoll. Kaiſerslautern, 26. Okt. Der Stadtrathsſaal wurde neuerdings anit zehn großen Bilpern ehemaliger Bürgermeiſter unſerer Stabdt geſchmückt. Die Bilder, burchweg ſehr gelungene Nachbildungen von Gemälden, Vergrößerungen von Photographieen, präſentiren ſich ſehr wirkungsvoll in breiten, naturfarbenen Holzrahmen mit ver⸗ goldeter Leiſte. * Pirmaſens, 26. Okt. Gar manche alte, angeſehene Firma mußte während der nun ſchon ſo lange andauernden Kriſis in dem hieſtgen Schuhgeſchäft ihre Zahlungen einſtellen. Es wurde aber kaum über eine dieſer Zahlungseinſtellungen ſo viel geſprochen, wie üÜber den heute gerichtlich angezeigten Konkurs der Firma„Ferd. Lauſs“. Es werden nämlich die Verwandten Lauſés gar ſtark in Mitleiden⸗ ſchaft gezogen; ſo ſollen ein Lehrer und ein Bäckermeiſter faſt ihre ganze Habe einbüßen. Eine beredte Sprache für die gegenwärtigen ungünſtigen Verhältniſſe ſpricht auch der Umſtand, daß jezt in Folge Wegzugs vieler Familien eine Menge Wohnungen leer ſtehen, während ſie noch im vorigen Jahre ſo ſehr geſucht waren, daß die neuen Häuſer oft in halbfertigem Zuſtande bezogen wurden. * Gelnhauſen, 26. Okt. Heute Nacht brach Großfeuer in der landgräflichen Domäne Hof Eich aus. Die Pferdeſtälle, die Brennerei, die Mühle und eine gefüllte Scheune ſind abgebrannt. Jeder Löſch⸗ verſuch war vergeblich. Man vermuthet Brandſtiftung. Eine ſpätere Meldung beſagt: Der muthmaßliche Brandſtifter von Hof Eich wurde, machbem er an Ort und Stelle durch den Gerichtsrath vernommen war, geſchloſſen auf einem Wagen unter S Bedeckung in das hiaſige Gefängniß eingeliefert. Es äſt ein Schweizer. Die Arbeiter aus Fuldaer Gegend, welche auf Hof Eich arbeiten, haben alle Habe, Kleivung u. ſ. w. durch den Brand verloren und nur das nackte Leben gerettet. Könnt getroſt nach Haus Ihr gehen, Schließlich tragt Ihr noch zum Lohn Die Befriedigung davon, Daß Ihr in Gemüthlichteit Euch dem Menſchenwohl geweiht Und Euch dabei ungenirt Königlich habt amüſtrt! Doch, eh' ſo Ihr zieht von dannen, Laßt von uns Euch nochmals bannen, Kehrt zurück zur Tombola Und erſteht Poſtkarten da. Auf den Karten könnt Ihr ſchauen Dauernd uns Japanerfrauen, Und, wollt Ihr nicht ſchwer uns kränken, Nehmt uns mit zum Angedenken. Wenn dann einſt die Freunde fragen, Wer wir ſind, ſo ſollt Ihr ſagen, Und es ſelber auch behalten: „Ach, das ſind Bazargeſtalten!“ — Es ſind die kleinen Frauen, Gekommen über's Meer,„ Die wollten einmal ſchauen Mie's hier in Mannheim wür'. Sie klappten mit den Füßen Und mit den Wimporn auch, Wie das im fernen Japan Bei kleinen Frauen Brauch. Sie kichern und ſie koſen Und ſchau'n uns freundlich an. Die bunten Ehryſanthemen Vom ſchönen Land Japan. — Ach ja, die kleinen Frauen, Gekommen über's Meer— Wenn ſie nun wieder wandern, Wird uns der Abſchied ſchwer!“ -Hanna feeit. Wagesneuigkeiten. — Mit 15,000 Mark durchgbrannt iſt in Berlin der 42 Jahre alte Kaſſenboote Guſtav Leisdorf aus der Reinickendorfer Straße. — Bei Köpenick in der Nähe don Berlin wurde eine Bande jugendlicher Räuber verhaftet, welche in der Gegend zahlreiche Diebſtähle verübte und ein freies Räuberleben führte. Es ſind dies Burſchen im Alter bis zu 16 Jahren, welche mit Waffen ausgerüſtet waren und mit dieſen ſelbſt Menſchen be⸗ drohten. In ihrem Schlupfwinkel wurden dieſelben von Gen⸗ darmen überraſcht und feſtgenommen. — Telegramme des„Secolo“ melden aus Santos(Bra⸗ ſilien), daß die Peſtkommiſſion bei zwanzig Fällen Vor⸗ handenſein von Peſtbazillen feſtſtellte. Der Direktor des Ho⸗ ſpitals iſt gleichfalls peſtkrank. Die Iſoltrung wird aufs ſtrengſte durchgeführt. — In der Düſſeldorfer Waggonfabrik wüthete ein großes Schadenfeuer. Die geſammte Berufsfeuer⸗ wehr mit Dampfſpritze war in Thätigkeit, der große Montage⸗ ſchuppen iſt gänzlich niedergebrannt, neun faſt fertige Poſtwagen wurden vernichtet. — Vom 1. November gibt die engliſche Poſtverwaltung für den In⸗ und Auslands⸗Verkehr neue Poſtkarten aus, die 53 Zoll lang und 3z Zoll breit ſind. — Ein Theil der Stadt Spital an der Drau iſt ab⸗ gebrannt. — Das von Bangkok mit 2500 Tonnen Reis nach Bremen be⸗ ſtimmte Stahlſchiff„Erit Rictmers“ iſt bei Seillh geſcheitert. Der Geſamtverluſt beziffert ſich auf 700 000 /. Die Mannſchaft wurde gerettet. — Durch Zuſammenſtoß zweier Güterzüge entſtand im Bahn⸗ hof Wekter ein größerer Eiſenbahnunfall. Der Materkalſchaden iſt bedeutend. eine Perſon wurde ſchwer verletzt. Tlleater, AKunſt unrnd Wiſfenlſeljaft. Eine neue Geſchichte der Pfalz ſteht in Ausſicht. Dieſe Nachricht iſt um ſo erfreulicher und dürfte weitere Kreiſe heimiſcher Geſchichtsfreunde um ſo lebhafter intereſſiren, als das klaſſiſche Werk Lüdivig Häuſſers„Geſchichte der rheiniſchen Pfalz“ im Buchhandel längſt vergriffen und nur noch um außerordentlich hohen Preis zu erwerben iſt. Ueberdies ſind begreiflicherweiſe die Fopſchungsergeb⸗ niſſe Häuſſers heute bereits veraltet, ſo ſehr, daß auch eine Um⸗ arbeitung des Buches nicht mehr thunlich erſcheint. Profeſſor Dr. Wille in Heidelberg wird nunmehr die Bearbeitung des Stoffes zu einer umfaſſenden, wiſſenſchaftlichen Darſtellung in Angriff nehmen und zwar, wie wir mit beſonderer Genugthuung hervorheben, mit Unterſtützung der Badiſchen Hiſtoriſchen Kommiſſion. Der Genannte hat an der Heidelberger Univerſttät einen Lehrſtuhl für Pfälziſche Geſchichte inne und erſcheint dadurch, wie auch durch ſeine von der Kritik mit Anerkennung aufgenommenen Aubeiten auf bleſem Gebiete, als der Berufenſte für ein ſolches Werk. Ein augeheiterter Trompeter von Säkkingen. Man be⸗ richtet der„Frkf, Ztg.“ aus Elberfeld: Zu einem regelrechten Theaterſkandal kam es während der Aufführung des„Trompeter von Säkkingen“, in der der bayeriſche Kammerſänger Brucks aus Mlnchen den Werner ſang, Gleich zu Anfaug ſchon ſiel dem überaus Zhlreichen Auditorium das eigenthümliche Beuehmen des Herrn Brucks auf: er ſtand ganz apathiſch auf der Bühne, verpaßte Ein⸗ ſätze u. ſ. w. Das Publikum verfolgte mit wachſendem Erſtaunen die Vorgänge auf der Bühne, und als der Gaſt im dritten Akte gar zu lallen anfing, da wußte man auf einmal, aus welcher Urſache das Verhalten des Sängers zu erklären ſei. Es erhob ſich ein ein⸗ müthiges Ziſchen und ſelbſt die Mittheilung des Regiffeurs, daß Herr Brucks unter einer„ſtarken Indispoſition“ zu leiden habe, konnte den Entrüſtungsſturm nicht beſchwören. Der größte Theil der Zuhörer verließ vor Schluß der Oper unter heftigem Proteſt das Theater. HSeinrich Bulthaupt, der bekannte Dramakurg und Poet, be⸗ ging am 26. Oktober in ſeiner Vaterſtadt Bremen ſeinen fümfzigſten Geburtstag. Er gehört, ſo ſchreiben die„Berl. N. Nachr.“, zu den erſten Männern der neueren Literatut, die, unbeirrt von den Schwan⸗ kungen der Tagesmeinung, ihr Urtheil aus ſelbſtſtändigem Denken ſchöpfen und einer idealen Auffaſſung von Kunſt und Leben ihre Kräfte widmen. Als Krititer iſt er tief in das Weſen der älteren und jüngeren dramatiſchen Produktion eingedrungen und hat bei ver⸗ ſchisdenm Wohlwollen für alles Echte und Starke, das neu auftauchte, den hohen Standpunkt, den er einer eingehenden Kenntniß der Welt⸗ literatur verdankt, niemals aufgegeben. Aus ſeiner kritiſchen Thätig⸗ keit, die zunächſt für die Entwbicklung des Theaters in Bremen ſehr belangreich war, wuchs eine Anzahl von dramaturgiſchen Werken hervor, die in weiten Kreiſen anregend und belehrend gewirkt haben. Er gehört zu den feinſinnigſten Erklärern unſerer klaſſiſchen Literatur und Shakeſpeares und hat den beſonderen Vorgug, bei ſeinen Be⸗ ſprechungen der Meiſterwerke immer die lebendige Bühne im Auge zu behalten und dieſer werthvolle Winke zu geben. Dieſe Fähigkeit zum produktiven Kritiker hängt mit ſeinem poetiſchen Talent zu⸗ ſammen, das ſich lyriſch, novelliſtiſch und dramatiſch bethätigt hat. Durch die hiſtoriſchen Dramen Bulthaupts, von denen eines aus dem Malteſerplan Schillers hervorgetwachſen iſt, geht ein Zug kräftiger Charakteriſtik; ſeine Umdichtung des Shakeſpeareſchen„Timon von Athen“ begegnet manchen Bedenken, iſt aber noch die einzige, die den Kern der merkwürdigen Tragödie mit Erfolg auf die Szene brachte. Die zu wenig gekannke Lyrik Bulthaupts iſt fein geſtimmte Gedanken⸗ poeſie von edlem Gehalt. *** Ein wahrhaft guter Menſch. Komödie von Otto Erich Hartleben. Erſte Aufführung im K. Reſidenztheater in München. 24. Oktober 1899. (Original⸗Bericht des„General⸗Anzeigers“) (Nachbruct verboten.) In ſeiner Villa in Berlin lebt der Dockor der Philoſophie Joſeph Oſterberg. Er genießt das unſchätzbare Glück, ein ſorgenfreies Daſein im Kreife ſeiner Familie führen zu können und ganz ſeinen Inter⸗ eſſen und Neigungen folgen zu dürfen. Seine Ideale weiſen ihn aber weiter hinaus, er will ſeinem Leben einen wirklichen Gehalt geben ſein Ich erweitern, ſeine Kräfte und Mittel ganz in den Dienſt der Menſchheit ſtellen. Nicht um Dank und Lohn iſt es ihm zu thun, er wirkt das Gute nur um des Guten willen, er ſtrebt darnach, ein wahrhaft guter Menſch zu ſein. Wo er Hilfe leiſten, Noth lin⸗ dern, Frieden ſtiften kann, thut er es, thut es aus reinſtem Intereſſe, mit idealem Optimismus. Gerade in dieſem Optimismus liegt aber ſeine Schwäche: er ſieht auch da nur Armuth, Unglück und Noth, wo Gemeinheit und Eigennutz ihr wohlberechnetes Spiel treiben; er durchſchaut die Menſchen nicht und wird ſo von Unwürdigen ſcham⸗ los mißbraucht. Seine reine, aufrichtige Nächſtenliebe treibt ihn, ſeine Ideen an Menſchen zu bethätigen, die ihn entweder nicht ver⸗ ſtehen, nicht verſtehen können, oder mit bewußter Abſicht ausnützen. Der Verlauf der Komödie bringt davon verſchiedene Beiſpiele. Da iſt der Maler Müller⸗Schweichhardt, ein Kunſtlump beſter Sorte. Oſterberg iſt ſein Jugendfreund und hat ihn forigeſetzt reichlich unter⸗ ſtützt; Müller hat ſich dabei ſehr wohl ſein laſſen, noch Schulden dazugemacht und ſchließlich den Gedanken an Arbeit ganz aufgegeben. Und nun, da ſeines Bleibens in München nicht mehr länger iſt, kommt er mit Kind und Kegel nach Berlin und niſtet ſich in ſeines Freundes Haus abis auf Weſteres“ ein. Der aute Joſeyh findet in ſeinet Mannpelm, 27. Oktober:⸗ 777...ĩ ͤ ͤ Kcccc 27. ͤ ͤ ͤ KV ⁵—‚B—...—— FF58Fcc 777000 N nenſene eee erreeeeeeeeee * Manabelm. 28. Oktober. General- Anzeiger. 3. Seſte. Harmloſtgreit nichts dabei: eine Fra y 7. 7 2 2 8 F 21 7 2 pf 5 1 ſo 8 5 27 5 5 don der fünf⸗können.() Die Transdaal⸗Arkflleriſten hätten ſich wieverholt ma Frechheit und ſeine eble Ga der Maler mit) von den Verſchanzungen zurückziehen müſſen. Eourszettel der Maunheimer Effektenbörſe vom 26. Oktober 910 Gaftf eit und ſeine edle Gattin in der rüpelhafteſten Weiſe London, 27. Okt. Unterhaus Bailan fragt an, ob die Obligationen. ieſe Gaſtfreundſchaft als etwas ganz Selbſtverſtändliches be⸗ 88 55 Staatspapiere. WPfaudbriefe. inſpruchen. Reglerung ihre Aufmerkſamkeit auf die Gefangennahme des„ variſche Obligat.—— 2, Rbein. Sppesd. Ank. 1908 400.80 55 Die Anweſenheit des Malers im Hauſe zieht bald weitete Folgen] Oberſten Schiel gelenkt habe, eines Offtgiers deutſcher Nationali⸗% ong, lee%„ ee aach ſich. Joſephs Frau, Valesca, iſt nicht reif für ihren Gatten, tät, deſſen Name hervorragend mit der Organiſation der Streit⸗(„ 98 90.30%%„„„„„„ mnalſ 52,— 85 ſſteßt ihn nichr„Cerade ſie hat ſeiner Menſchenliebe außerordent⸗ mächte der Buren verknüpft ſet, und ob der deutſchen Regierung 15 eene 4 ich das mittelloſe„Polenkind zur Sängerin Vorſtellungen über vieſen Gegenſtand gemacht worden ſeien.% Harlsruſer v. 6 858 geſelt Gang ſeer hel er ſe ea en febſſededrgen drben de. Wimdham beantvorke die erce Frage beieſend was die zwele bane Soseelen, eee emacht, zu ſelbſtſtändigem Leben be⸗ f il 9 8 hbriti ˖ 3 86.80 b übel b 92 fähigt, dann erſt um ſie angehalten. Aber zur Annahme ſeines An⸗ f5 betreffe ſo berühre dieſer Punkt das britiſche Kriegsumt% Deulſche Reichtaulelhe f 4e g1h eeeeee krags iſt Valesca wohl mehr durch kluge Berechnung, im beſten Falle ener eie%„ 55 durch ein unbeſtimmtes Gefühl der Dantbarteit grien London, 27. Okt. Das Reuterſche Bureau meldet aus Pfeuß. Gonfels———„ de ed burch Liebe nicht. Und wahre Liebe zu ſhrem Gatlen zu faſſen, hal Kimberley vom 24. ds.: Eine britiſche Truppenabkheilung in der% 3840 6 Induftrie-Soligattonen ſie auch in ben zehn Jahren ihrer Ehe nicht vermocht, denn ihr fehlt[ Stärke von 270 Mann verließ früh die Stadt. Als ſie eine e eeeeeeee das Verſtändniß für ſeine ädeale Selbſtloſigteit, ſie ärgert ſich höch⸗ kurze Strecke zurückgelegt hatte, ſtieß ſie auf eine Truppe der 4% Elektr. W. Vahnteher u. 60% ſtens, wenn ſie ihren M ͤ ſi il in ein(efech; 31 Wiſenbahn⸗Anehen. 4 f 109.50 8 55 9 zann mißbraucht ſieht, oder lacht ihn gar als Buren, mit denen ſie in ein Gefecht gerieth. Später erhielten die Pfälz,(Bubw. Mar Nord) 101.80 6 4½ Abedebe Rete werke 108 40 8 —— aus. Auch gat die ruhige Gleichmäßigkeit des ehelichen Lebens Briten Unterſtützung von zwei gepanzerten Eiſenbahnzügen und n„„„ 98160 b6 4% Serelu Ghein. laßriken 101— 5 ihre Sehnſucht nach ungebundenem Künſflerleben immer ſtärker 220 Mann mit 2 Kanonen und 2 Maximgeſchützen Eine britiſche ee,,;, eeeeee, wieder erweckt. So hat es der Maler nicht allzuſchwer, Balesda ihrem 5 Ae 1 93 8 zimg Eine brttiſche Aktien, Manne ganz zu entfremden. Sie ſträubt ſich freilich im Anfang, ſte plͤzlich das Feuer gegen len Feind, der ſich in Blalerel Shiber deh witet 210—8 begt doch noch eiwas wie Hochachtung vor ihtem Manne, ſte ertennt ungünſtiger Stellung befand. Die Arkilerie der Buren erwiderde Saggerwere, wen 188—8 korere Schrgeßdebelberg J. Ihre Pflichten gegen ihn und die Kinder und fühlt, daß die Nähe des das Feuer heftiger Weiſe. Der Kampf dauerte mehrere Mannbelmder Bau“ 183.—5 2 Saee 15— Malers eine Gefahr für ihre ſchwache Seele iſt. Aber einen entſchei⸗ Stunden. Die Engländer verloren 3 Todte und 2 Verwundete,„ Seune elg Speher 185.— 8 denden Schritt zu thun, um den Eindringling abzuweiſen, dazu ver⸗ auf Seiten der Buren ſind viele Leute getödtet, darunter der 10 Sdbr ehn 180.— 8 2 Pagen Wi, mag ſie ſich nicht aufzuraffen. Der Verſucher gewinnt die Herrſchaft[ Kommandant Botha. eeg 14270 Wermſter Brallhdls b. Oertge.80 c über ſie und flieht mit ihr in die Freiheit, die ſie beide ſuchen. London, 27. Okt Das Reuterſche Bureau meldet aus Rhen, 160.50 0 Pfälz. Preßh. U. Spritſabr. 129.50 G 58 ſoll di je einzi 3 5.ie Fefe, Zine üdd. Bank 114.80 8 Transport b Es ſoll 15 ſchwerſte, aber nicht die einzige Enttäuſchung ſein, Durban: Die hieſige Zweigſtelle der Transvaaler Nationalbihrs Lüddeurſche vant Gunge) Akt. 11480 U und Berſicherung ze Fioſesh erlebt. Er hat bei einom Ausſtand zu vermitieln gefucht, wurde von Mannſchaften des Kriegsſchiffes„Tarſar“ mit Be⸗ Eiſendahnen. Jullahr⸗Attien 140 50 6 die Arbeiter begütigen wollen, ihren Ausſchuß in ſein Haus zu Tiſche ſchlag belegt. Ueber ganz Natal wupde das Standrecht ver⸗ Pfälziſche Judwigsbahn 288.80 65 Maͤunh. Dampfſchteppfchtfk 480.— 53 geladen und dann mit ihnen verhandelt. Er merkt dabei nicht, daß fügt.— Ei e Depeſche aus Kimberl ldet, d 5 eee 137500% gölt Abeln⸗ u Serſchifahtt er mit ſeinen Ideen von ſozialem Frieden, die er ihnen vorträgt, g.— Eine Depeſche aus Kim ſerleh meldet, aß den Belagerten eronter Stkazendahnen 88. Jab. g0g u. Miabe 88g 0 Perlen vor die Säue wirft, er ſicht nicht, daß die Proletarier nur der Proviant ausgeht, die Tagesration pro Mann hätte bereits] Cyemiſche Indnſtrie. 6, Seh en,.— ſckemmen ſind, um gehördg zu iafeln und ihm ſchleßlic einen ordent⸗ herabgeſeßt werden müſſen Sebdſe dal. de, lr de Ae lichen Beitrag für ihre Skreikkaſſe abzuknöpfen. Erſt wie ſich die Petersburg, 27. Okt. Die hieſige Preſſe regt den Wbt Piallsportberſich 88.—8 Rohheit der Genoſſen in böswillig⸗dummer Verkennung ſeiner deinen Gedanken eines Bundes aller Müchte gegen England an, deſſen Then Fabeſt Weraghen, 24.—0 n 19 5 Abſichten, in Beſchimpfung ſeiner Perſon und in einem brutalen An⸗JLänderhunger den W ied 0 Di ja“] Vereſn chem. Fabriken 1880. 6 let.⸗ e e 0 e 10 Weltfrieden bedrohe. Die„Nowoje Wremja in chen Fabr Actscefküſch f. Seſünduſtete 169.—6 griff auf ſeine Schwägerin offenbart, gehen ihm die Augen auf und veröffenticht einen heftigen Artikel gegen England eeeeee 207 50 3 Dilgledſche wigſcheabeſt 169. er weiſt den ſauberen Kameraden die Thür. Daß ſie nur Mißbrauch F Wehebein ae al Joeng 108 50 8 Fme Naee, 8e 8 feiner Buenos⸗Kires, 27. Okt. Die„Times“ meldet von hier:„„ zoe Sielkeeerte Mattanner 18 0 mit ſeinem Namen getrieben und ihm den Haß der Fabrilherren Die geſchäftli 7. 5 Brauereien. Hilttenheimer Sp unerel 100.— erregt haben, erfährt er nicht lange nachher ie geſchäftliche Vage verſchlechtert 1770 und mehr. Die Staats⸗ Dad. Prauerei 149.50 0 Karise Nähnef Hald u. Neu leh. 5 So ſteht Joſen 12 225 bpapiere fallen in Folge bedeutender Verkäufe, die zu dem Zweck er⸗ Bluger Akttendterbrauerel 96.— G Manuh. cum,⸗ u. Asbeſtfabr. 1,. 9 ſteht Joſeph erſchüttert vor den Trümmern ſeiner idealen folgen, den Erk. l 5 3 Flace e ee 8 Oggers geinler Spfunerei 36 Weltanſchauung. Er muß einen anderen Weg einſchlagen, denn ſein + 8 La 5 65 eld umzuſetzen. Die Regierung wird don] Nichbaug, Pränerel 168.— 5 Pfüg. Rähm w öFaberäderf kese Ziel bleibt unverrückt beſtehen. Er will nicht aufhören, den Menſchen Tag zu Nag weniger belebt. Aenuiee Cante eer. eeug Fe urger zu dienen, aber er will engere Grenzen um ſich ziehen und dadurch Waſhüngto n, 27. Okt. In Beantwortung der Anſprache, e ee 15 142 8 Vetein Speherer Biegelerke 118, innerlich reicher werden für ſich und Andere. Und gerabe jezt, wo er welche an den Präſidenten Mac Kinley gelegenklich der Uebergabe der Tareeeen 10—% Jaceſeek Wandiue 1 ſo ganz von Neuem anfangen muß, ſteht ſein Haus berödet, ſieht er Retikion gerichket wurde, in welcher der Präſtdent gebeten wird, die] Praunß. Aitttendrauerc 166— Jukerkafſtnerte Maunlzem, 128 8 ſich ganz berlaſſen. Aber eine Stütze iſt ihm geblieben, ſeine Schwägerin Hertha, die, ganz im Gegenſatze zu ihrer Schweſter, ſein ganges Fühlen und Wollen verſteht und theilt. Sie ſteht ihm auch jett treu zur Seite,„Mögen die Leute ſagen, was ſte wollen, ich bleihe bei Dir.“ Dieſer Schluß hat beim Publikum große Entrüſtung erregt. Ich ſehe nicht ein, warum. Joſeph in ſeiner tiefen Niedergeſchlagenheit und Vereinſamung bedarf aufrichtenden Troſtes. So klammert er ſich an Hertha an, von der er weiß, daß ſie ihn ganz begreift, daß ſie ihn achtet, ja liebt im veinſten Sinne. Jedes moraliſche Bedenken muß da doch ſchwinden: die vorausgehende Entwickelung der beiden Charaktere bietet genügende Gewähr, daß das Verhältniß dieſer Menſchen rein geiſtig aufzufaſſen iſt. Hartleben nennt ſein Stück eine Komödie. Es iſt in ſeinem Kerne aber ernſt, durchaus ernſt. Was von Komik oder Satire hinein⸗ etragen iſt, empfindet man im beſten Fall als freundlich aufheiternde uthat, in vielen Stücken aber als ſtörendes Beiwerk. Die Komödie ſoll„lachende Waßrheiten“ ſagen: Hartleben ſtreut Witze zwiſchen ernſte Scenen. Weder der excenträſche Circusdirektor, noch ſeine ſchwerhörige Gheherrin bedeuten Weſeniliches für Idee und Fortgang des Stückes, noch weniger die ſtattliche Zahl von enfants terribles, ſo gelungen ſie auch wirken mögen. Ein organiſches Zuſammen⸗ wachſen von Scherz und Ernſt iſt nur theilweiſe erreicht, ſo in der ſtellenweiſe vorzüglichen Arbeiterſcene. Ueberhaupt, was Lebens⸗ und Charakterſchilderung anbdelangt, bietet Hartlebens Stück viel Treffliches. Der Charakter des Titel⸗ helden iſt mit großer Liebe und Sorgfalt gezeichnet; allerdings, ob ein ſo grenzenloſer Optimismus heutzutage vorkommen kann, 5 ſehr zu bezweifeln. Ganz ausgezeichnet iſt dann auch der Maler heraus⸗ gearbeftet, dieſes Gemiſch von Gemeinheit und ſorgloſer Frechheit. In der Zeichnung der Arbeiter findet ſich neben vielen lebenswahren Zügen doch auch viel karrikirende Uebertreibung. Hartlebens„Komödie“ wird als Werk von beſonderer Kraft und Originalität nicht gelten wollen, aber es regt durch einen intereſſanten Konflikt und lebensvoll geſtaltete Charaktere zu ernſtem Nachdenken an. Das iſt immerhin etwas. Gegeben wurde das Stück durchtweg gut; Herr Lützenkirchen bot mik der umfangreſchen Titelrolle eine vorzügliche Leiſtung. Der Beifall des Publikums wehrte ſich tapfer gegen ziſchende Elemente und rief den Dichter nach dem zweiten und dritten Akt zu verſchie⸗ denen Malen vor den Vorhang.—— Aeneſle Nachrichten und Gelegramme. (Privat⸗Telegramme des„General⸗Anzeigers“.) Berlän, 27. Olt. In der heutigen Sitzung des Magiſtrats erſchien Oberpräſident v. Beihmann⸗Hollweg und wurde vom Bürger⸗ meiſter Kipſchner mit einer Begrüßungsrede empfangen, auf welche er mit einer herzlichen Anſprache erwiderte. Darauf erfolgte die Vor⸗ ſtellung der einzelnen Magiſtratsmitglieder. Leipzig, 27. Okt. Das Perſonal der„Leipziger Elektri⸗ ſchen Straßenbahn“ iſt in den Ausſtand getreten, ſodaß z. Zt. nur wenige Wagen verkehren. Kroſſen a. Oder, 27. Okt. Oberhalb der Kommerziger Brücke explodirte heute früh der Dampfkeſſel des Dampfers „Chriſtian“. Der Dampfer iſt geſunken. Paris, 27. Okt. Der„Figaro“ theilt mit, daß Kalſer Wilhelm angeordnet habe, mit einem Theile der Bilder franzöſiſcher Meiſter, die von Friedrich dem Großen erworben wurden und ſich gegemwärtig in den Schlöſſern von Berlin und Potsdam befinden, drei Säle des deutſchen Ausſtellungspavillons auszuſchmücken. Das genannte Blatt bemerkt dazu: Dieſer Gedanke des deutſchen Kaiſers, welcher eine Huldigung der franzöſiſchen Künſtler bedeutet, werde in Frankreich gewiß als Zeichen freundlicher Geſinmng viel bemerkt werden. Pari3, 27. Okt. Nach eiser Depeſche der„Petite Repu⸗ blique“ aus Creuzot, ſoll die Lage dort ernſt ſein. Die Geſell⸗ ſchaft Schneider habe 14 Syndikatsarbeiter entlaſſen. Der Syndikatsrath habe ſich telegraphiſch an die Regierung gewendet. Unter den Arbeitern hemſche große Erregung. Tul i, 27. Okt. Nach einer Reutermeldung ſtieß eine ſtarke engliſche Patrouille bei Rhodestrift auf den Feind. In einem heftigen Scharmützel im dichteyn Buſch hatten die Engländer 2 Todte und 2 Verwundete; die Buren verloren 7 Todte und hatten anſcheinend viele Verwundete. Die Buren zogen ſich nach einer ſtarken Stellung auf einen Hügel bei Pontsdrift zurück. London, 27. Okt. Wie die„Times aus Elandslaagte vom 22. ds. meldet, iſt es noch unmöglich, die Verluſte der Buren zu ſchätzen, doch dürften ſich Keſelben annähernd auf 250 Todte 4 belaufen.(2) Oberſt Schiel ſagte in einer Unterredung, nichts habe dex Treffſicherheit der engliſchen Feldgeſchoſſe Stand halten Vermittlung der Vereinigten Staaten in dem Kampfe zwiſchen Trans⸗ vaal und England anzubieten, ſagte Mac Kinley, er werde der Petition ernſtliche Erwägung angebeihen laſſen. Verſchiedenes. LLebhafte kindliche Phantaſie. Als junger Student war ich, ſo erzählt ein Leſer der„Tgl. Roſch.“, bei meinem Schwager, dem Gymnaſtaldirektor in einer kleineren Stadt, zum Beſuch. In der Nähe des Gymnaſtums war der Viehmarkt, ſo daß mein kleiner, damals etwa vier Jahre alter Neffe Gelegenheit hatte, das Leben und Treiben auf dem Markte zu beobachten. Die Folge davon war, daß er das Spiel„Viehhändler“ zu ſeinem Lieblingsſpiel erkor. Da er gleichalterige Spielkameraden nicht hatte, ſo konnte er dieſes Spiel nur allein ausführen. Das Spiel beſtand auch in nichts weiter, als daß er mit der Hand auf dem Rütcken um den Gymnaſtalhof herumging und dabei Allen, die es hören wollten und konnten, und vor allen Dingen ſich ſelbſt fortwährend verſicherte:„Jetzt geht er mit ſeinen Bullen!— jetzt geht er mit ſeinen Bullen!.. Einſtmals ſtolperte er bei Aus⸗ übung dieſes ſchönen Spiels über einen Stein und fiel jämmerlich auf die Naſe. Sofort war natürlich ſeine Rolle als„Viehhändler“ und der in ſeiner Phantaſie hinter ihm hertrottende Bulle ver⸗ und er erhob ein fürchterliches Geſchrei, ſo daß ſeine utter ans Fenſter ſtürzte, um zu ſehen, was ihrem lieben Martinchen geſchehen ſei. Gleich darauf eilte auch das Kinber⸗ mädchen aus dem Hauſe, hob den jämmerlich ſchreienden kleinen Kerl auf und verſchwand mit ihm im Hauſe. Beim Hinauf⸗ tragen in die im erſten Stock befindliche Wohnung mußte der kleine Mann ſich wohl ſo weit gekaß haben, daß ihm ſeine Mürde als„Viehhändler“ wieder ins Gedächtniß kam, denn— kaum oben angelangt— erſchien er mit ſchrecklich verweintem Antlitz am Fenſter und rief mir, der ich mich auf dem Hofe befunden hatte und Zeuge ſeines Falles geweſen war, mit ünmer noch weinerlicher und durch heftiges Schluchzen unterbrochener Stimme zu:„Du— Onkel— wenn Du nachher— herauf⸗ kommſt— dann bring'— mir doch— meinen Bullen— mit!“ — Woher ſtammt der Ausdruck:„nafſauern“? Die frlthere naffauiſche Regierung hatte mit der Umverſität in Göt⸗ tingen einen Vertrag abgeſchloſſen, wonach ſie gewiffermaßen als naſſauiſche Landesuniverſität zu betrachten war. Jeder stud. jur. war z. B. verpflichtet, 6 Semeſter in Göttingen zu ſtudiren; deshalb war für unbemittelte Sudenten eine Anzahl von Frei⸗ tiſchen vorgeſehen. Dieſe ſind öfter bon naſſauiſchen Studenten an ärmere nicht nichtnaſſauiſche Studenten abgetreten worden. Daher der Ausdruck„nauſſauern“ Maunheimer Handelsblatt. Fraukfurt a.., 27. Oktbr.(Effektenbörſe). Anfangscourſe. Kreditaktien 230.10, Staatsbahn 139.—, Lombarden 381.80, Egypter —.—. 4% ungar. Golvrente 97.40, Gotthardbahn 142.50, Disconto⸗ Commandit 199.—, Laura 246.30, Gelſenkirchen 193.75, Darmſtädter 147.—, Handelsgeſellſchaft 163.20. Tendenz: behauptet. Beklin, 27. Oktbr.(Effektenbörfe). Anfangscourſe. Kreditaktien 230.—, Staatsbahn 139.—, Lombarden 31.70, Disconto⸗Commandit 190.60, Laurahütte 246.50, Harpener 196.—, Ruſſiſche Noten—— Tendenz: unregelmägig. Schlußcourſe. Ruſſen⸗Noten ept. 216.60, 354½6 Reichsanleihe 98.—, 3% Reichsanleihe 89.70, 103.80, 3 ½ Heſſen 85.60, Italiener 92.70, 1860er Lvoſe 139.70, Lübeck⸗Büchener 159.50, Marien⸗ burger 88.—, Oſtpreuß. Südbahn 88.50, Staatsbahn 139.30, Lom⸗ barden 31.70, Canada Pacifie⸗Bahn 93.20, Heidelberger Straßen⸗ und Bergbahn⸗Aktien 163.70, Kreditaktien 231.—, Berliner Handelsgeſell⸗ ſchaft 163.40, Darmſtädter Bank 146 60, Deutſche Bankaktien Disconto⸗Commandit 191.—, Dresdner Bank 181.—, Leipziger Bank 178.50, Berg.⸗Märk. Bank 156.75, Dynamit Truſt 152.70, Bochumer 253.20, Conſolidation 364.20, Dortmunder 122.70, Gelſenkirchener 194.70, Harpener 195.40, Hibernia 214.—, Laurahütte 248.30. Licht⸗ und Kraft⸗Anlage 119.—, Weſteregeln Alkaliw 208.70, Aſcherslebener Alkali⸗Werke 152.—, Deutſche Skeinzeugwerke 316.—, 4% Pf.⸗Br. der Rhein.⸗Weſtf. Bank von 1908 101.—, Privatdisconto: 5½% Pariſer Anfangskurſe. 3% Rente 100.35, Italiener 92.90, Spanier 61.90, Tlirken D. 22.10, Türk. Looſe 114.50, Banque Ottomane 556.—, Rio Tinto 12.— — 85 al Pa 0 pref. 2, Grte U ntral Paeiſie 60½, Loulsville& N. —.— 87. Maunhelmer Effektenbbrſe vom 27, Oltbr. Heute wurden an hieſiger Börſe gehaudelt: Mannheimer Bank Aktien zu 132 20 pEt. Sonſt notiren: Pfälz. Bank Aktien 167,60 G. 187.90 B. Pfälz. Hypoth.⸗Bank Aktien 160.50., Verein chein. Fabr. 190 G Kayſer Fahrrad⸗Aktien 120 B. Frankfurter Börſe. Schluß⸗Courſe. Woechſel. 27. 169.50 808.88 757.85 27. 81.— 90.68 169.27 16.17 96. 810.19 806.88 169.85 16.17 26. 169.47 808.25 75.75 Paris kurz Schweiz. Plätze„ Wien 15 Napoleonsd'or Amſterdam kurz Belgten Italien kürz 98.90 99.10 36.40 25.— 99.— 98.80 61.70 22.10 97.86 84.— 105.40 97.50 25⁴80 96.40 25.855 98.80 99.90 62.10 97.60 105.20 97.40 25.90 139.70 11740 139.80 116.80 66.50 1690.— 211.50 154.— 193.— 127.— 189.— 107.50 120.— 95.— 261.— 129.60 60.50 132.— 215.50 154.— 193 50 197.— 189.— 107.50 120.— 95.— 259.50 129.60 208.— 180.40 248.— 264. Bochumer 2 lang 204.85 204.30 98.20 98.10 4½ Oeſt. Papierr. 5 97.90 97.764 Ruſſen von 1890 3 0 10. 3½ Bad. St.⸗Obl. fl. 3 70 95.90 1 Türken Lit. B. 87.— 4 Heſſen 103.95 Anleihe 1887 B. Aus länbiſche. 8„n 4 Oeſterr, Goldr, 99.60] 99.60 3 Türkiſche Looſe Heidelb, Cementw. 168.70 168.70 Walzmühle Ludw. Höchſter Farbwerk 399.— 399.— Maſchuf Gritzner Accumul.⸗F. 144.— 144.— Oelfabrik⸗Aktien chuckert 7 227.30 226.90 Spin Web Hüttenh WBergwerks⸗Aktien. Buderus TConcordta 314.—312.50 Ver. Königs⸗Lauraſ 247.20 Aktien deutſcher und ausläudiſcher Transport⸗Anſtalten. London 204.50 204.40 Staatspapiere, A. Deutſche, 3½ Dſch.Reichsanl.] 97.98 97.70 4½ Oeſt. Silberr. 3 5555 88.95 89.— 4½ Portg. St.⸗Aul, 3½ Pr. Staats⸗Anl.] 97.75 97.7538 dio. äuß. 3579 7„ 86.95— Axuff.Staater. 1894 —.— 96.504 ſpan, ausl. Ronts „„ 3½ Bayern„„96.55] 96.70 4 Ungar. Goldrente 87.055 Arg. innere Gold⸗ 103.85 9 Gr. Heſſ. St.⸗A. 4 Ggypter uniſteirte von 1896 85.85 85.75 5 Merikaner äuß. 8 boer Griechen 39.40 69.40 Verbinzl. Hooſe. 5 italien. Rente 92.75 92.758 Oeſt. Looſe v. 1860 Aktien induſtrieller Unternehmungen. Bad. Zuckerf. Wagh.] 69.10 69.30 Sederw. Spichartz Anilin⸗Aktien 422.— 423.— Fahrrabw. Kleyer Ch. Fbr. Griesheim 248.— 249.50 Klein Maſch. Arm, Verein chem, Fabril 190.— 191.80 Maſchinf. Hemmer Chem.Werke Albert 16790 166,30 Schuellprf, Ferkthl. agen Adg Elef, Beſelſc 245.— 244.20 Baumwollſp,. Lam⸗ elios„ 15 160.45 160.— pertsmühl Allg..⸗G. Siemens 177.50177.— Fanenl Walbhof Lederw. St, Jngbert 108.— 108.— Cementf. Kallſtadt 252.— 252.20 Meſterr. Alkali⸗A. 210.— 118.—118.— Oberſchl. Eiſenakt 17780 Gelſenkirchner 195.30194.— Alpine Montan 264.— Harpener 196.80196.60 Ludwh.⸗Bexbacher 240.20 239.50 148.— 142.70 Marienburg⸗Mlw.———.— Jura⸗Simplon 84.50 84.60 152.— Schweiz. Gentralb.] 148.40 149,80 169.—Schweiz. Norboſtb. 94.— 94.20 118.— den e 79.500 79.80 Ital. Mittelmserb, 139.— 101.— 100.80 31.80 Meridtonalbahn 133.— 183. „ Nordweſtb.“—.——.— Northern preſen. 76.— 78— „ Nl. 5. La Veloce 60.60 60.50 Pfandbriefe, Prioritäts⸗Obligationen. 4% Frk. Hyp.⸗Pfob. 100.—100.—3% Sttsgar, It. Eif 56.20 40% f. 590. Pob. 100.50 100,50 3¼% Pr, Pföbr. Bk. 9¼%,b„„4,40 94.50 Pföbr. 1908s]—.— 94.380 3½%% Pr. Bod.⸗Er. 94.— 64.— 4% Pr. Pfobr.⸗Bkl. 4% Pf. B. Pr. Obl. 101.50 101.50 Pfdbr. 1909 101.— 101. 3½% Pf. B. Pr.⸗O.] 96,50] 96.70 Bank⸗ und Verſicherungs⸗Altien. Deutſche Neichsbk. 185.70 155.75 Oeſt, Länderbank 119.— Badiſche Bank 123.90 123.90„ Kredit⸗Auſtalt 231.40 Berl. Handels⸗Gef. 168,50 168.60 Pfälziſche Bank 138,— Darmſtädter Bank 147.30 147.— Pfälz. Hyp⸗Banuk 160.30 Deutſche Bank 203.30 203.30 Rhein. Kreditbank 142.50 Diskonto⸗Commd. 191.20 191.— Rhein. Hyp.⸗B. M. 161.— Dresdener Bank 161.30 181.20 Schaaffh. Bankver. 143.90 rankf. Hyp.⸗Bank 181.— 181.— Südd. Bank, alte 113.90 andee reditv. Paalz Maxbahn 152.— fälz. Nordbahn 139.— Nordd. Lloyd 118.50 Oeſt.⸗Ung. Staatsb. 139.80 Oeſtert. Süd⸗Lomb.“ 32.— ———.— 128.20 128.—-„„junge 113.40 11ʃ aunheimer Bant 132.20 132.20] Wiener Bankver. 136.10 Nationalbank 14270 142.50 S. Eſſetten⸗Bank 126.60,126.60 Oberrhein. Bank 122.50 122.50 Bank Ottomane 111.81 Deſterr.⸗Ung. Bankſ 150.50 150.50] Mannh. Verf.⸗Geſ. 440.— 440.— Privat⸗Discont 5¾%, Reichsbank⸗Discont— Nachbörle. Krebitaktien 232.—, Skagtsbahn 189.—, Lonnbarden 91,70, Piseonto⸗Commandit 191,80. ——— „Compoſtfabrik. 4. Selte. General⸗Anzeiger; Mannheim, 28. Oktober. „ Vergebung von Juſtallationsarbeiten. Nr. 10425. Die Ausführung der Inſtallationsarbeiten im neuen Doppelſchulhauſe an der Weſpinſtraße dahier, ſoll ein⸗ ſchließlich Materlallieferung im Submiſſionswege vergeben werden. Angebote, welche nach Einzel, und Geſammtpreiſen aufgeſtellt ein müſſen, ſind portofrei, ver⸗ legelt und mit entſprechender lüfſchrift verſehen, ſpäteſtens bis Dienſtag, 31. Oktober 1899, Vormittags 11 uhr bei unterzeichneter Stelle einzu⸗ reichen, woſelbſt Bedingungen und Angebotsformulare gegen Er⸗ atkung der Vervielfältigungs⸗ oſten von Mk. 0,50 in Empfang genommen werden können. Den Bietern ſteht es frei der Eröffnung der eingelaufenen An⸗ ebote an genanntem Termin eizuwohnen. Nach Eröffnung der Submiſſion können Angebote nicht mehr an⸗ genommen werden. e 19. Oktober 1899. tefbauamt, Abtheilung Sielbau. Berger. 34431 Vergebung aon Sundſteinhaucrarbeiten. Die Lieferung von circa 140 obm feinkörniger uud freiſtehender Sandſteinhauer⸗ arbeit für das Treppenhaus im Neubau des Realgymnaſiums ſoll im Submiſſionswege ver⸗ geben werden. Angebote hierauf ſind ver⸗ 90 95 und portofrei ſpäteſtens 18: 34689 „Samſtag, 4. November, Vormittags 11 Uhr“ bei unterzeichneter Stelle einzu⸗ reichen, woſelbſt die Zeichnungen eingeſehen, und die Bedingungen nebſt den Angebotsformulaken egen Erſtattung der Druckge⸗ ühren in Empfang genommen werden können. Den Submittenten ſteht es frei, an vorgenanntem Termin der Eröffnung der Angebote beizu⸗ wohnen. Maunheim, 24. Oktober 1899. Hochbauamt: Uhlmann. ang⸗ uf dem Submiſſionswege vergeben wir 1000 Centner prina aſer, 90 oder getheilt, liefer⸗ ar nach Unſerer Wahl franco Als Gewicht wird dasjfenige unſerer Fabrikwaage der Berech⸗ nung zu Grunde gelegt Ofſerten mit Muſter von mindeſtens einem Liter ſind mit entſprechender Aufſchrift ver⸗ ehen, bis längſtens eg, 31. Ottober d.., orm. 11 uhr auf unſerem Bureau im ſtädt. Bauhofe U 2 No. 5 einzureichen, zu welchem Zeitpunkt die Eröff⸗ nung derſelben in Gegenwart etwa erſchienener Hubmittenten erfolgt. Angebote treten erſt nach Um⸗ fluß von 8 Tagen, vom Eröff⸗ nungstage an gerechnet, uns gegenüber außer Kraft. kfüllungsort iſt Mannheim. Städt. Abfuhr⸗Auſtalt Mannheim Die Verwaltung: Krebs. 34656 Material⸗Herntigerung. Wir verſteigern am Montag, 30. Ottober J.., Vorm. 11 uhr im ſtädt. Bauhof U 2, s den auf unſerer Compoſtfabrik an der Seckenheimer Straße lagernden Vorrath au 34432 altem Eiſen, Meſſing, Ziuk, Lumpen, Knochen, Glasſcherben ꝛc. öffentlich an den Meiſthletenden. Die Verſteigerungsbedingungen können in unſerem Burkau — Bauhof— eingeſehen werden. Stäbt. Abfuhr⸗Anſtalt Mannheim. Die VBerwaltung. Krebs. 34432 Dung⸗Nerſteigerung. Montag, 30. Oktober J. Is., Bormittags 10 Uhr verſteigern wirauf unſerm Bureau im ſtädt. Bauhofe, U 2, 5 das Düngerergebniß von 129 Pferden vom 30. Oktober bis inkl. 26. November d. Is. in Wochen⸗ abtheilungen. Städt. Abfuhrauſtalt Manunheim. Die Verwaltung: Krebs. 84478 Tilcht, und energ. Mann(ged. Unteroff.) ait guſen Zeugniſſen über bisherige Thätigkeit, noch in Stellung, ſucht dauernden Poſten, am liebſten als 34881 Aufſeher, Portier, Caſſendiener oder dergl. Offert. unt. O. 3293 an Haaſenſtein& Vogler .⸗G., Karlsruhe. Ein Nran ug eeg egen g. iu Del Erped. 8. 9858 la. Mittags⸗ U. Abendtiſch Suppe und 2 Gänge 65 Pfg. 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Turnen der Mänmerabthei⸗ lung⸗ Samſtags Kürturnen. Beginn des Turnens 8½ Uhr Abends in der Turnhalle des alten Gymnaſiums Litera 4 4, 1. Eingang Schloßgartenſeite. Wochenverſammlung, Samſtags nach dem Turnen im Local„Wilder Maun“ N 2, 10. Anmeldungen beliebe man gefl. an den Uebungsabenden in der Halle an den Turnwart oder ſchriftlich an den Turnrath ge⸗ langen zu laſſen. 33388 Der Tururath. * Warnung. Ich warne hiermit Jeder⸗ mann, beſonders Lieferanten, meiner Frau(z. Zt. Wirthin im Perkeo) etwas auf meinen Namen zu creditiren, da ich für Nichts hafte. 34710 Jakob Lehmann, früher Wirth im„Perkeo.“ Verſuche dein Glück! in der Vle Straßburger Pferde⸗Lotterie. Niaächſte Ziehung ſicher 11. November 1899. 1000 Gew. 15: M. 3000 Hauptgewinn Mk. 10006, 3000 20. 1 Loos 1 Me 11 Looſe 10 Mk. (Porto und Liſte 25 Pfg. extra) empfiehlt, 33851 ſowie alle genehmigte Looſe, J. Stürmer, Straßburg General⸗Agent, uUnd die bekannten Verkaufsſtellen⸗ —— lichés Holzschnitte. 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Sator Wir bitten um stille Theilnahme Die ftrauernden Hinterbliebenen, Die Beerdigung findet Sonntag, 29. Oktober, Vormittags 11 Uhr vom Trauerhause 8 5, 8 aus statt. 18+ hο Le e eee Noder gipect von 5 Zu haben in: 2, Colonial- Drogen: u. Seifenhandlungen. r I5 L. Minlos 8.g Köln-Ehrenfeld. abrikahſonftlesswephenizealent! picof, 5s 84299 Nahrungs-Eiwleiss. Tropon setzt sich im Körper unmittelbar in Blut und Muskelsubstanz um, ohne Fett zu bilden. Tropon hat daher bei regelmässigem Genuss eine bedeutende 5 Zunahme der Kräfte bei Gesunden und Kranken zur Folge und kann allen Speisen unbeschadet ihres Eigen- geschmacks zugemischt werden. 1 Kile Tropon hat den gleichen Ernährungswert wie 5 Kilo Rindfleisch oder 180—200 Eier und kostet dabei nur Mk. 5,40 pro Kilo, ist also um die Hälſte billiger als Fleisch. Bei diesem niedrigen Preise ermöglicht die Anwen- dungvonProponimHaushaltganzbedeutende Ersparnisse. Vorräthig in Apotheken, Drogengeschäten, Dalloatess- und Oolonlalwaaren-Handlungen. 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