iter 1 288, mil bel mem ielt fiele in 020 ll ccGGGG Abonnement: 70 Pfennig monatlich. Bringerlohn 20 Pfg. monatlich, durch die Poſt bez. inel. Poſt⸗ auſſchlag M..42 pro Quartal. (Badiſche Volkszeitung.) der Stadt Mannheim und Aumgebung. Unabhängige Tageszeitung. 9 (Nannheimer Volksblatt.) Telegramm⸗Abreffe: „Jvurnal Mannheim“ In der Poſtliſte eingetragen unter Nr. 2821, f 2 Telephon: Redaktion; Rr. 377, Ausengge iſtegte. 20 Uit Erſcheint wöchentlich zwölf Mal. ehe Sne Kunne FE 6, 2. Gkleſeuſte und verbrritelle Ztitung in Zaunheim und Augebung. E 6, 2., Ar. 541. Mittwoch, 20. November 1903.(Abendblatt.) aperiſchen Landtage. SRK. München, 19. November. Die Generaldebatte, welche von der Kammer der Abgeord⸗ neten an die Nachweiſungen zum Etat des Miniſteriums des Aeußern geknüpft wurde und ihren Höhepunkt in den Darleg⸗ ungen der Miniſter Graf v. Crailsheim und Frhr. v. Riedel fand, hat im ganzen Reiche großes und berechtigtes Intereſſe erregt. Drei ungemein wichtige Punkte bildeten den Inhalt der Diskuſſion: die innere Finanzlage, die finanziellen Beziehungen Bayerns zum Reiche und damit die Frage der Reichsfinanz⸗ zeform, endlich die Politik der bayeriſchen Regierung im Ver⸗ hältniſſe zum Deutſchen Reiche, wobei von konſervativer Seite auch eine Exkurſton in das Gebiet der auswärtigen Politik des Reiches unternommen wurde. Ueber die finanzielle Lage Bayerns iſt zunächſt zu ſagen, daß weder der Peſſimismus, wie er aus den Worten des Zentrumsredners Dr. Pichler erklang, noch der Optimismus des liberalen Führers Wagner am Platze iſt. Des leßteren Theorie über die Möglichkeit der Verwendung von Ueber⸗ ſchüſſen mußte Freiherr von Riedel als haltlos zurückweiſen. Inm Uebrigen erklärte er, daß die Hoffnung auf Vermehrung und Steigerung einzelner Einnahmen in der ſeit Jahren üblichen Weiſe heute geſchwunden und die Herabſetzung des Einnahme⸗ hüdgets um etwa 5 200 000 Mark geboten iſt. Die Finanzlage erhält jedoch dadurch keineswegs eine derartige Geſtaltung, daß dringliche Bedürfniſſe unerfüllt bleiben müſſen. Von den Po⸗ ſitionen, welche die Einnahmen ungünſtig beeinfluſſen, möchten wir hier die Pfälziſchen Eiſenbahnen anführen, weil ſeiner Zeit unſere Mittheilung über die Nothwendigkeit eines Zuſchuſſes überhaupt beſtritten wurde. Nun muß derſelbe ſtatt der bereits horgeſehenen 400 000 Mark auf 700 000 Mark erhöht werden! Die zum Theil bereits feſtgelegten Ueberſchüſſe des Jahres 1900 betragen 17 Millionen. Immerhin wird der noch ber⸗ fügbare Reſt zur Deckung des Mehrbedarfs für Matrikular⸗ unterlagen reichen. Damit ſind wir bei dem zweiten Punkt der Debatte angelangt. Die Mittheilung des Finanzminiſters, daß die Zeitungsmeldungen über die Höhe des Fehlbetrages im Keichsbudget weit übertrieben ſind und noch hinter der vom Staatsſekretär des Reichsſchaßzamts angegebenen Summe zu⸗ kückbleiben dürften, wird unter den gegebenen Verhältniſſen all⸗ ſemein befriedigen, nicht minder die Verſicherung, daß ſämmt⸗ 0 Bundesſtaaten ernſtlich bemüht ſind, Mehrbelaſtungen mög⸗ ſſichſt fernzuhalten. Auf die Vorwürfe von Vollmars über die Finanzgebahrung 5 Reiches und die Haltung der bayeriſchen Regierung konnte Aus dem b miſter von Riedel, was jeder Sachkundige weiß, berſichern, haß in Berlin auf die Wünſche und Intereſſen Bayerns ſtets Roße Rückſicht genommen worden ſei und daß ſolche Erfolge kür eine Regierung erzielen kann, die bei aller Zähigkeit in der Jeſthaltung berechtigter Sonderintereſſen eifrig und treu am Wohle des Reiches mitarbeitet. In wirkungsvollſter Weiſe beleuchtete ſodann Miniſterprä⸗ ſdent Graf Crails heim die gut bayeriſche und gut deutſche Politik der Regierung und mit Leichtigkeit löſte er die„ollen Ka⸗ kellen“ des Herrn v. Vollmar über„die kraftloſe Haltung Bayerns gegenüber Preußen und der Reichsleitung“ in ihr Nächts auf, gleichzeitig dabei hervorhebend und nachweiſend, daß Bahern gegenüber die größte Loyalität beachtet wird. Der Mi⸗ hiſter wies ebenſo die Vorwürfe über„die Zickzackbewegung des Rgenwärtigen Kurſes“ zurück und betonte die Nothwendigkeit kiner Weltmachtpolitik bis zu einem gewiſſen Grade und damit im Zuſammenhange einer bedeutenden Flotte. Nicht minder keffend war die Vertheidigung der deutſchen Politik im ſüd⸗ Arikaniſchen Kriege. Bei allen Sympathien für die Buren wird doch kein Deutſcher, der ſein Vaterland liebt, etwas Anderes als die ſtrengſte Neutralität für denkbar gehalten haben und halten. Mit echt patriotiſcher Wärme endlich gedachte Graf Crailsheim der Verhältniſſe Bayerns zum Reiche und ſeiner ſtarken, ge⸗ achteten Stellung innerhalb desſelben. Bayern, das war das Leitmotiv, hat allen Grund zur Freude, dem Deutſchen Reiche anzugehören. Auf der anderen Seite läßt Graf Crailsheim keinen Zweifel darüber, daß die Regierung auch fernerhin die Rechte Bayerns im Reiche mit feſter Hand wahren werde. Zu dieſem Reſumee ſeien einige Bemerkungen geſtattet. Die Ausführungen der beiden bayeriſchen Miniſter haben auch in der norddeutſchen Preſſe großen Beifall gefunden. Ueber die Stell⸗ ung Bayerns zum Reiche konnten und wollten ſie indeß nichts Neues ſagen, ſondern nur längſt feſtſtehende Thatſachen bekun⸗ den. Bayern fühlt ſich unzertrennbar mit dem Reich verbunden, es ſteht und fällt mit ihm, und die nationalen Impulſe ſeiner Regierung ſind nicht minder ſtark als die eines anderen Bundes⸗ ſtaates. Die Reichsfreundlichkeit und Reichsfreudigkeit läßt ſich nicht nach der Aufgabe von Rechten bemeſſen. In feſter, freudiger Treue zum Reiche iſt aber die bayeriſche Regierung auch feſt entſchloſſen, an den Reſervatrechten, an der föderaliſtiſchen Grundlage des Reiches nicht rütteln zu laſſen. Darin weiß ſie ſich mit dem ganzen baheriſchen Volke einig: auch die Liberalen und Konſervativen haben ſich in der beſprochenen Debatte wieder ausdrücklich mit dieſer Haltung einverſtanden erklärt. Die bayeriſche Regierung wird auch ihren bewährten Weg ſtetig fort⸗ ſchreiten, unbeirrt durch alle Angriffe, mögen ſie nun unitariſcher oder von extrem⸗partikulariſtiſcher Seite kommen. Niemand be⸗ dauert und verurtheilt mehr als die bayeriſche Regierung ſolche Ausbrüche eines unberechtigten Partikularismus und unfreund⸗ licher Geſinnung gegen andere Bundesſtaaten oder das Reich. Wenn die Debatte eine Beſſerung in beiden Richtungen bringen könnte, wäre ſie von reichem Gewinn gefolgt. Immerhin iſt aber ein großer Unterſchied hervorzuheben. Jene extrem⸗parti⸗ kulariſtiſchen Blätter haben zumeiſt keine oder nur eine geringe Bedeutung, an den Angrifſen gegen Bayern im unitariſtiſchen und zentraliſtiſchen Sinne ſind umgekehrt in erſter Linie Zeitungen größeren und großen Stiles bethätigt und ihre völlig unberech⸗ tigte und unaufhörliche Kritik gibt immer neuen Stoff zu Aus⸗ fällen auf der Gegenſeite. Die bayeriſche Regierung bleibt, wie geſagt, von all dem unberührt, aber wir ſollten doch meinen, es wär endlich an der Zeit, daß norddeutſche und geiſtesverwandte ſüddeutſche Organe nicht weiter ihren Leſern glauben machen, daß Bayern an nationaler Geſinnung hinter anderen Bundes⸗ ſtaaten zurückſtehe. Politiſche Ueberſicht. Mannheim, 20. November 190l. Brüſſeler Zuckerkonferenz. Etwas abſolut Sicheres über den Wiederzuſammentritt der Brüſſeler Zuckerkonferenz ſteht auch jetzt noch nicht feſt. Selbſt wenn aber der beſte Wille vorhanden iſt, die Berathungen wieder aufzunehmen, ſo machen ſich doch in unſeren deutſchen Intereſſentenkreiſen erhebliche Zweifel geltend, ob es die verſchiedenen in Betracht kommenden Staaten fertig bringen werden, ſich zu einigen. In einem Falle allerdings würde die Einigung leicht zu Stande kommen, nämlich dann, wenn Eng⸗ land ſich dazu entſchließen könnte, den Prämienzucker mit einem Zuſchlagszoll zu belegen. Ein burenfreundlicher Störenfried. Der deutſch⸗franzöſiſche Krieg von 1870/71 ein Raubzug, die Einverleibung von Naſſau in Preußen ein Diebſtahl— dieſe Behauptungen fielen am Sonntag in einer Feſtrede bei einer burenfreundlichen Verſammlung in Schierſtein. Dort wurde, wie ſchon mitgetheilt, eine Büſte Chriſtian de Wets enk⸗ hüllt, deren Koſten 500 deutſche Chriſtiane aufgebracht hatten. Die Feſtrede hiet der freireligibſe Prediger Welker aus Wis⸗ baden. Der„Rheiniſche Kurier“ berichtet darüber: Herr Welker betonte, daß es bei dem gänzlichen Mangel einer zuverläſſigen Be⸗ richterſtattung ganz unmöglich ſei, alle die Heldenthaten, die der tapfere de Wet vollbracht, hier aufzuführen. Geſpannt folgten die Anweſenden den Ausführungen des Redners. Als er die Sympathie des deutſchen Volkes mit dem tapferen Buren⸗ häuflein ſchilderte, von dem ſchon ſo viele den heimathlichen Boden mit ihrem Herzblute färbten, während ein weiterer großer Theil fern der Heimath in britiſchen Beſitzungen als Gefangene weilt, unterbrach ihn warmer Beifall. Jetzt ſchien aber Herrn Welker mit einem Male das Bewußtſein zu verlaſſen, aus wel⸗ chem Anlaß er ſich auf der Rednertribüne befand. Nicht mehr der Feſtredner bei einer Burenfeier, ſondern der freireligiöfe Prediger und der radikal⸗ſoziale Politiker ſprach jetzt zu der Verſammlung. Mit aller Schärfe wandte er ſich gegen den Krieg im Allgemeinen. Wer ganz mit dem Herzen und ganz als Menſch urtheile, müſſe einen jeden Krieg verurtheilen, da kein Krieger weder vom ſittlichen noch vom rechtlichen Standpunkte aus ver⸗ treten werden könnte. Der Redner ging ſoweit, einen jeden Patrio⸗ tismus als ſolchen überhaupt zu beſtreiten, und als er es wagte, die Soldaten im Allgemeinen, darunter auch die in Südafrika kämpfenden engliſchen, als„gezwungene Henker“ zu bezeichnen, arteke die immer ſich ausbreitende Unruhe zum offe⸗ nen Tumult aus. Schlußrufe ertönten, Pfeifen und Trampeln erſtickten ſeine Worte. Aber ruhig ſprach der Prediger weiter, bis er bei einer Bemerkung über die von Preußen bei dem Frie⸗ densſchluß im Jahre 1866 geübte Politik, ſowie einer Bemerkung über den Feldzug von 1870/71, deren ſelbſt ein Chamberlain ſich nicht zu ſchämen brauchte, von einem erneuten, mit elementarer Gewalt ausbrechenden Tumult unterbrochen wurde.„Schluß!“ „Herunter!“„Hinaus mit ihm!“ waren noch milde Ausdrücke, in Scharen griffen die Leute nach ihren Hüten, um ein Lokal zu verlaſſen, in dem das deutſche Empfinden, diesmal leider von einem Deutſchen, ſo gröblich verletzt wurde. Nur eine Anzahl „Genoſſen“ waren es, die dem Redner bei ſeinem Abgang Beifall zollten. Raſchen Schrittes eilte jetzt das Mitglied des Komitees, Dr. Baierthal auf das Podium, um in markigen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten die ungeheuerliche Taktloſigkeit des Herrn Welker zurückzuweiſen, der ſeine Rede nicht vorher zur Kenntniß gebracht habe, da ſie ſonſt nicht in allen ihren Theilen gebilligt worden wäre. Mit einem Hoch auf Chriſtian de Wet und das Burenvolk ſchloß Dr. Baferthal ſeine ſchnell improviſirte, zündende Anſprache. Auch Bürgermeiſter Lehr legte in ſeiner amtlichen Eigenſchaft ſchärfſten Proleſt gegen die Ausführungen des Predigers Welker ein und brachte ein Hoch auf den Kgiſer aus, worauf die Nationalhymne geſungen wurde. Deutſehes Beich. B. C. Straßburg, 19. Nov.(Zur Reform des Eiſenbahntarifs.) Eine von etwa 500 Perſonen aus allen Berufskreiſen und ſämmtlichen Theilen Elſaß⸗Lothringens beſuchte öffentliche Verſammlung, in welcher Reichstagsabgeord⸗ neter Riff⸗Straßburg und andere Redner auftraten, nahm ein⸗ ſtimmig eine Reſolution zu Gunſten einer Verbilligung und Ver⸗ einheitlichung der Eiſenbahnperſonentarife für das ganze Reich oder wenigſtens für Süddeutſchland an. In zweiter Linſe ſpricht die Reſolution für die Einführung von Kilometerheften aus, Tagesneuigkeiten. Neues vom Präſidenten Rooſevelt. In„Leslies Weekly“ findet ſich ein intereſſanter Bericht über den erſten Tag des Präſi⸗ denten Rooſevelt im Weißen Hauſe. Gewöhnlich zieht der Mann, der heſtimmt iſt, die Geſchicke der Republik zu leiten, unter dem Geleit bon Tauſenden Uniformirter und von Hunderttauſenden erwartet, tpährend Hunderte bon Muſikkapellen ſpielen und die Hochrufe der Menge die Luft erſchütetern, in ſeinen Amtspalaſt ein. Rooſevelt kam am frühen Morgen an, faſt ohne jede Begleitung, nur ein Poliziſt eupfing ihn. Er ſchritt ſchnell die Stufen empor, trat in den Fahr⸗ ſtuhl und fuhr in die Geſchäftsräume der Exekutive. Dort zog er emen Stuhl an den Tiſch und vertiefte ſich ſogleich in einen Stoß elegramme. Einige Stunden ſpäter ſaß er im Kreiſe ſeiner Miniſter, nen er erklärte, er wünſche über alle öffentliche Angelegenheiten von edeutung unterrichtet zu werden, und ließ ſich von jedem ſeiner Rathgeber die Angelegenheiten ſeiner Abtheilung vortragen. So war der neue Präſident 24 Stunden nach ſeinem Eintreffen im eißen Hauſe bereits in die geſammte Tagespolitik eingeweiht und im Stande, in den Lauf der Dinge einzugreifen.— Der Präfident gilt unter ſeinen Landsleuten für einen ebenſo hervorragenden Kanzelredner wie Politiker. Kürzlich predigte er an einem Sonntag in einer Kirche in Chicago. Er ſprach über„Thaten und Worte“, und Jolgendes mag als Probe ſeiner Rede dienen:„Wenn Ihr in Euerem hun und Laſſen das Chriſtenthum nicht mehr zur Geltung kommen laßt, ſobald ſich die Kirchenthür hinter Euch geſchloſſen hat, ſo iſt es nit Eurer Rechtſchaffenheit nicht weit her. Auch ſeid Ihr nicht ſehr techtſchaffen, wenn Euer Chriſtenthum an der Schwelle Eures Hauſes Halt macht. Wer das Chriſtenthum in ſeinem täglichen Leben zur Geltung bringt, hat mehr Ausſicht auf Erfolg als der, welcher es nicht thut. Wer um Lohn arbeitet und für das Geld, das er erhält, ſo wenig wie möglich thut, wird am Ende einen böſen Fehlſchlag er⸗ ſahren.“— Ein etwa vierzehnjähriger Sohn des Präſidenten beſucht ie herühmte Schule zu Groton im Staate Maſſachuſets, und die amerfkaniſchen Blätter wiſſen ſich in ihrem Republikaniſchen Gleich⸗ heitsgefühl kaum bor Freude darüber zu faſſen, daß Rooſevelt jun. ein Knabe iſt wie Andere ſeines Alters auch. Sie beröffentlichen Bilder von ihm, wie er ſich mit anderen Knaben balgt, einen größeren durchprügelt, von ſeinem Lehrer einen Verweis erhält, u. A. In weiteren Abbildungen werden ſeine Schlafſtätte und ſein Platz in der Kirche gezeigt. Alle Welt fragt jetzt nach ihm und das hat inſofern unangenehme Folgen für ihn, als ſeine Mitſchüler um ein Gegen⸗ gewicht herzuſtellen, ihn bei jeder Gelegenheit necken und knuffen. Aber ſie ſind ihm Alle zugethan.„Er iſt ein prächtiger kleiner Kerl“, lautet das allgemeine Urtheil über ihn. Schließlich ſei noch erwähnt, daß Rooſevell jun. trotzdem er eine Brille tragen muß, ein leiden⸗ ſchaftlicher Fußballſpieler iſt. — Der Briefträger der Belagerten. Ein in China an⸗ ſäſſiger Schwede berichtet dem Stockholmer„Aftonbladet“ eine intereſſante Epiſode aus der Zeit, kurz nachdem die Boxer die Geſandt⸗ ſchaften in Peking zu beſchießen begonnen hatten. Es war von höchſter Wichtigkeit, Nachrichten nach Tientſin zu ſchicken. Die Boten, die man ſchon abgeſandt hatte, fanden unter den Boxern den Tod oder mußten unverrichteter Sache wieder umkehren. Schließlich erklärte ſich ein 18jähriger Chineſenknabe bereit, den Verſuch zu wagen. Man ſteckte ihn in ein Bettlerkoſtüm und rüſtete ihn auch mit einer kleinen Thonſchale aus, wie die chineſiſchen Bettler ſie benutzen. Der Brief wurde in Oelpapier gewickelt und dann auf den Boden der Thonſchale gelegt und mit einer Schicht Reisbrei überſchmiert. So ausgeſtattet, ließ man den Boten am 4. Juli in der Dunkelheit mit einem Tau an der 40 Fuß hohen Mauer hinab, aber hiebei ging die Thonſchale in Stücke. Vorſichtig löſte der Bote den Brief los und wickelte ihn nebſt dem Oelpapier um einen Finger, gleichſam als hätte er dieſen berletzt. Bald wurde er von den Boxern angerufen und un⸗ terſucht,die aber den bermeintlichenBBettler gleich wieder laufen ließen. Unbehelligt legte er den halben Weg zurück, bis er eines Abends bei einem Bauerngehöft Halt machte, um zu betteln. Dem Bauern, der hier wohnte, waren alle ſeine Knechte ausgerückt, ſie hätten ſich den Boxern angeſchloſſen, und der Bauer zwang nun den Knaben, bei ihm in Dienſt zu bleiben. So gingen achtzehn Tage verloren, dann ſtellte ſich der Knabe, indem er Eſſen und Trinken verſchmähte, ſich der Bote fort, bis er aus Geſichtsweite des Ballern par, Wöorauf er ſeine Schritte beſchleunigte. Glücklich vor Tientſin angekommen, mußte er drei Tage umherſtreifen, ehe es ihm gelang, die Soldaten⸗ wachen zu paſſiren, aber ſchließlich, am 22. Jrs, konnte er ſeinen Brief dem engliſchen Konſul übergeben. Unmittelbar darauf fandte man den Boten mit einer Antwort nach Peking zurück; dieſe war auf einen dünnen Papierſtreifen geſchrieben, an Sir Claude Macdonald gerichtet und lautete:„Ihr Brief bom 4. Juli iſt angekommen. Jetzt ſind 24000 Mann gelandet und 19 000 befinden ſich hier in Tientſin, General Gaſelee wird morgen in Taku erwartet. Tientſin ſteht unter ausländiſcher Regierung. Das Pulbermagazin der Boper iſt epplodirt⸗ Viele Soldaten ſind unterwegs. Die meiſten Damen haben Tientſin berlaſſen.“ Trotzdem die Boxer überall waren, glückte es dem jugend⸗ lichen Boten, ungefährdet Peking zu erreichen, wo er am 28 Juli das Antwortſchreiben an die Geſandtſchaften überreichte. Der muthige Chinefenjunge war natürlich der Held des Tages. — Nach Nebel und Sturm iſt in Nordengland und Schottland der Winter eingezogen, begleitet von Schnee und Froſt. In den nördlichen Grafſchaften Englands liegt der Schnee an berſchiedenen Stellen ſechs Zoll hoch, und im ſchottiſchen Hochgebirge iſt die Schneedecke theilweiſe bereits fußdic. Von Berwick wird ein äußerſt ſtarker Hagelſchlag gemeldet, und die Bewohner der Aberdeen be⸗ haupten, daß ſeit zehn Jahren der Winter nicht ſo früh und gleich mit ſolcher Strenge eingetreten ſei In Dundee tobt ſeit Mittwoch ein ſo ſtarker Schneeſturm, daß alle Feld⸗ und Waldarbeit eingeſtellt lverden mußte. Die Hochlandbahn konnte den Verkehr nur unter den größten Schwierigkeiten aufrecht erhalten, und alle Züge kamen in⸗ folge von Schneeverwehungen ſehr berſpätet an. In Weſtmoreland ſind einige Schäfer mitſammt ihren Heerden verloren gegangen, man hat ſeit Mittwoch nichts bon ihnen gehört. In Newmarket, der Sport⸗ zentrale, liegt ebenfalls tiefer Schuee, das Wetter iſt daſelbſt ſehr kalt, und für den ganzen Diſtrikt iſt weiterer Schneefall prophezeſt, Auch in Irland iſt es Winter, von Dublin wird bittere Kälte gemeldet, überall liegt Schnee. Die Gebirge in Nord⸗Wales find ſchon ſeit einigen Tagen deckt. Telegramme aus Newhork melden, krank, worauf ihn der brave Dienſtherr wegjagte Langſam ſchleppte daß dort„Influenzawetter“ der ſchlimmfſten Sorte herrſch. De⸗ Weneral⸗Anzeiger. Männſeim, 29. November. den ſchweren, der geſammten reichs⸗ rung aus dem Un e erwachſenden Schaden, ſahrpreiſe in Elſaß⸗Lothringen höher ſind als in den en Gebietsſtellen des Reiches. Die Tarifreform ſoll igung der Ausnahmetarife einſchließlich der Rück⸗ den Satz von 2 Pfennig für den Kilometer und weiteter Ermäßigungen für vie Arbeiter auf⸗ Nov.(Das Reichsdefizit.) Die annte Reichsdefizit möglichſt herabzu⸗ „wie wir mittheilten, fort. Es läßt ſich inzwiſchen mmt vorausſehen, daß es ſchwerlich gelingen wird, 8 * 3 d glich auf 100 Mill. berechneten Betrag um mehr als 200. ill. zu kürzen. Das Beſtreben, die Einzelſtaaten thun⸗ lichfſ aſten, muß ſelbſtverſtändlich ſeine Grenze da finden, o nothwendige Ausgaben zu machen, namentlich im In heeres⸗ und marilimen Schutzes des Reiches. Eine Un ünde in dieſer Beziehung könnte ſich ſchwer rächen. 1 berückſichtigen, daß gerade in wirthſchaftlich rück⸗ Zeiten mit Arbeiten nicht zurückgehalten werden ſollte, doch einmal geleiſtet werden müſſen und durch deren baldige Vergebung zahlreichen unfreiwillig feiernden »Beſchäftigung und Brod zugewieſen werden kann. Vom Uriege in Südafrika. Man ſchreibt uns aus London unter dem 19. November: „Nachdem gerade in der vergangenen Woche nach der pompöſen aber ſonſt verfehlten Rede des Premiermintſters Lord Salisbury in der Gufldhall ſich in mancher Hinſicht trotz des Wiverſpruches der Preſſe eine größere Hoffnungsfreudigkeit und Zuverſicht mit Bezug auf die Situation in Süvafrika geltend gemacht hatte, tauchen jetzt mit einem Male wieder allerhand direkte Meldungen vom Kriegsſchauplatze auf, welche einen ganz entgegengeſetzten Iffekt herborzurufen im Stande ſind. Es ſoll vor allen Dingen kapkolonie ganz anders ausſehen, als Salisbury oder ie britiſche Nation glauben machen möchte, und es erdings, daß der Ausſtand der Kapholländer, der als ein ſolcher hier in London offiziell immer noch abgeleugnet ird, thatſüchlich mit jedem weiteren Tage an Umfang zunimmt zen in der Kolonie noch vorhandenen Burenkommandos fortwührend neuen werthvollen Erſatz zuführt. Nach den Be⸗ icht britiſchen Hauptquartiers oder, beſſer geſagt, nach öffentlichungen des Londoner Kriegsamtes ſollen be⸗ kanntlich nur noch ein paat hundert Buren in undisziplinirten kleinen Banden auf engliſchem Territorium von den britiſchen Truppen hin⸗ und hergehetzt werden; in Wirklichkeit jedoch laſſen die letzten vorliegenden Meldungen von Kapſtadt erkennen, daß mindeſtens zwei⸗ bis dreitauſend Feinde, ob ſie nun Buren oder Kapholländer ſind, in den verſchiedenen Diſtrikten der Kolonie ſo ziemlich nach Gutpünken ſchalten und walten und die eng⸗ liſchen Kolonnen nach Herzensluſt nasführen, wobei die Letzteren ſich dann immer unter dem wohlthuenden Eindrucke befinden, als ob ſie die Buren khatſächlich fortwährend in die Flucht ſchlügen und allmählich zum Lande hinausjagten. Die offiziellen Verluſtliſten revben jedoch eine andere Spruache, und verkündeten erſt geſtern Abend wieder, daß eine engliſche Kolonne bei Uwee⸗ fontein vom Feinde angegriffen und in die Flucht gejagt wurde, nachdem zwei Offiziere getödtet, drei verwundet und 7 Mann getödtet und 16 verwundet, ſowie eine Anzahl gefangen genom⸗ men worden waren. Ehriſtian De Wet ſoll übrigens ſchon wieder mehr als zwei⸗ tauſend Mann unter ſeinem Kommando haben, twelche Ziffer ſich noch jeben Tag beträchtlich vergrößert, während Botha mindeſtens 4000 und Delarey Alles in Allem weit über 3000 Mann verfügt, die allerbings ſelbſtverſtändlich nicht immer reſp. nur höchſt ſelten zuſammen operiren, ſondern in getrennten Ab⸗ theilungen den von den engliſchen Truppen ſo gefürchteten Rosquitokrieg erbarmungslos und mit größter Kühnheit und Tapferkeit weiterführen.— Obige Ziffern bdecken ſich natürlich ganz und gar nicht mit den gefliſſentlich entſtellten engliſchen Kalkulationen, wonach die Buren im Ganzen höchſtens noch 6000 Mann im Felde ſtehen haben ſollten.— Nach einer anderen Meldung ſoll General De Wet allein ſogar weit über 5000 Mann unter ſeinem Befehl vereinigt haben, wovon ungefähr die Hälfte aufſtändiſche Kapholländer ſind. Es iſt natürlich ſchwer, ſich ohne Weiteres aus dieſen widerſprechenden Angaben ein klares Bild über die wirkliche Stärke der Burenkorps zu machen, und es müſſen zunächſt noch einige weitete Gefechte abgewartet werden, welche, wie gewöhnlich, die Dislokation und Stärke der buriſchen Streitkräfte bekannigeben werden. Hanp in Hand mit den Meldungen von dem ſtetigen Anwachſen des Aufſtandes in der Kapkolonie gehen gebviſſe Gerüchte, die letzhin wieverholt in ſüdafrikaniſchen Kabelmeldungen auftauchten, wonach Ab⸗ theilungen gewiſſer kolonialer berittener Schützen ſchon auf weite Entfernung ihte ganze Munition vberſchoſſen, teotz des Ein⸗ ˙·——T——— Straßenarbeiter ſind kaum in der Lage, die Straßen ſchnell genug von dem unaufhörlich fallenden Schnee zu befreien. Dazu raſt ein wilder Sturm, der theilweiſe den Verkehr unmöglich macht. Vor Sandy Hook liegt eine ganze Flotte von kleineren Schiffen, die dort Zuflucht geſucht haben. Viele Schiffsunglücke ſind dort gemeldet. — Auch ein Opfer Muſolinos. Begeichnend für italieniſche Verhältniſſe iſt folgendes tragiſches Geſchehniß, wo der Fluch, an Muſolino Verrath geübt zu haben, den Verräther durch alle Welt treißt, endlich voller Verzweiflung ſelbſt Hand an ſich legt. Amedeo Buſſolan, ein Beamter der allgemeinen italieniſchen Schiff⸗ fahrts⸗Geſellſchaft, ſo ſchreibt man dem„Tag“, hat in Jemeinſtchaft mit Anderen, verlockt durch den hohen Preis, der auf den Kopf des ten geſetzt war, Muſolino feſtnehmen wollen, als dieſer ſich ampfer ber Geſellſchaft mit einem Freunde am 12. Märtz Calabria ins Ausland flüchten wollte. Anſtatt Muſo⸗ zie immer, vorſichtig war und eine Hinterliſt ahnte, fiel aber ſein Freund in die Hände der von Buſſolan angeführten Polizei. Seitdem wurde Buſſolan von der kalabriſchen Bevölkerung geächtet und floh mit einer ihm von der Regierung zu Theil gewordenen Be⸗ lohnung nach Tunis, weil er jeden Tag fürchtete, aus dem Hinterhalt niedergeſchoſſen zu werden. Nachdem dort all ſein Geld drauf ge⸗ gangen war, kehrte er arbeitſuchend nach Italten zurück und wandte ſich auch at das Miniſterium des Innern um Hilfe, das ihn jedoch abſchläglich beſchted und per Schub in ſeine Heimath befördern wollte. In ſeiner Angſt und Verzweiflung verſuchte der„Verräther Muſo⸗ kinos“ ſich zu ködten indem er auf dem Bahnhof in Rom Gift nahm. Todtkrank wurde er in ein Lazareth gebracht. — Eine gefährliche Soldatenbraut. Der Matroſe Genſicke vom Linienſchiff„Wörth“ hatte während des Aufenthalts dieſes Schiffes in Shanghaf dort ſeine Braut, die er vor fünf Jahren in Deutſchland kennen gelernt hatte, wiedergetroffen. Sie verſuchte wiederholt, ihren Bräutigam zur Fahnenflucht zu überreden. Er könne dann mit dem Schiff ihres Bruders, der Steuermann auf einem war G. will aber immer das Anſinnen ab⸗ Brigo auf einem Über Re linos, d 0 r, flüchten. Als er am 20. Mai nach der Dienſtelle ſeiner Braut Brief, daß er nagkommen möge, ſie(ſeine Braut) Amerikaner gelehnt 1 kam, lag dort ein ſpruches ihrer Offiziere dann das Zeichen der Kapitulation gaben und dann auch richtig von den Buren in friedlichſter Weiſe gefangen genommen wurden, um nachher wieder laufen gelaſſen zu werden, oder, wie eine andere Meldung wahr haben will, nach der Gefangennahme den feindlichen Kommandos einfach als Mit⸗ kämpfer für die Sache der Buren beitraten. Dieſe für das hritiſche Hauptquartier ſo ſehr beſchämenden und verdrießlichen Vorkommniſſe ſollen durchaus nicht vereinzelt daſtehen und es kommt ſogar vor, daß bei einem die britiſchen Offiztere und Unteroffiziere ſolcher Kolonialtruppen auffallend ſchnell kampfunfähig werden, worauf dann die Kapitulation der ganzen Abtheflung ohne weitere Umſtände vor ſich geht. Das iſt natürlich Hochverrath, im Uebrigen aber kennzeichnend füt die ganze Lage.“ Aus Sfadt und Land. »Maunheim, 20. November 1901. * Zu dem Umban der Rheinſtraßenbrücke über den Verbindungs⸗ kanal im hieſigen Hafen erfahren wir von geſchätzter Seite folgende intereſſante Einzelheiten: Der Zweck des Umbaues war eine Erweite⸗ rung der Schiffsdurchläſſe. Zu dieſem Zwecke wurden die beiden Widerlager abgebrochen und auf neuer Grünbung um je 5,50 Meter zurückverſetzt. Die Hauptträger der neuen Brücke ſind ebenſo wie diejenigen der alten Brücke durchlaufende Fachwerksträger über zwet Oeffnungen. Wegen der vergrößerten Spannweite wurden die Haupt⸗ träger über die Fahrbahn gelegt und über dem Mittelfeld portalartig gegeneinander verſteift. Hierdurch ergibt ſich eine für die Klein⸗ ſchifffahrt günſtigere Höhenlage der Konſtruktionsunterkante und die Möglichkeit, die Brücke auch bei höheren Waſſerſtänden noch drehen eu können. Die Geſammtkoſten des Umbaues betragen etwa 140 000 Mark. Die Brücke ruht in eingedrehtem Zuſtand an den Enden und über dem Mittelpfeiler auf Lagerſtühlen auf. Zum Aufbrehen wird das eine Brückenende mit Hebeſpindeln geſenkt und dadurch die Brücke von den Lagern abgehoben und auf den Drehzapfen und zwei Lauf⸗ räder aufgeſetzt. Das Drehen erfolgt durch elektriſchen Antrieb in 75 Sek. Zum Lenken bezw. Aufheben der Brücke werden außerdem je 30 Sek. benzthigt, ſodaß die Geſammtzeitdauer zum Lenken, Aus⸗ drehen, Eindrehen und Heben 3½ Minuten beträgt. Der öpferdige Elektromotor iſt mit den dazu gehörigen Maſchinentheilen auf dem Podium über dem Mtttelfeld aufgeſtellt. Die Kraftübertragung von hier nach den Hebeſpindeln und dem in einem Zahnkranz laufenden Ritzel erfolgt durch Wellen und Winkelgetriebe. Die Auslaßapparate ſind zwiſchen den Hauptträgerſtäben in Fahrbahnhöhe angebracht, ſodaß der Ankrieb von hier durch einen Märter bedient werden kann. Zur Sicherung iſt außer dem elektriſchen Antrieb noch Handbeteteb vorgeſehen. Bei Bedienung der auf dem Podium angebrachten Hand⸗ kurbeln durch zwei Mann beträgt die Zeit zum Bewegen der Brücke etwa das Afache der oben für elektriſchen Betrieb angegebenen Zahlen. Zum Feſthalten der Brücke beim Einfahren iſt eine automatiſche Puffer⸗ und Verriegelungseinrichtung angebracht. * Schneebeobachtungen. Nachdem ſich ſchon am 8. Oktober in höheren Lagen vorübergehend eine Schneedecke gebildet hatte, iſt in den Tagen vom 15. und 16. Novenaber neuerdings eine ſolche ent⸗ ſtanden, doch reicht ſie diesmal weiter— bis auf etwa 400 Meter u. d. M.— herab. Am Morgen des 16. November(Samſtag) ſind gemeſſen worden in Stetten a. k. M. 8, beim Feldbergerhof 10, in Bonndorf 10, in Höchenſchwand 5, in Bernau 5, in Gersbach 10, in Todtnauberg 2, in Heubronn 5, in Kniebis 1, in Breitenbrunnen 5, in Herrentdies 5, in Kaltenbronn 5 und in Tiefenbronn 5 Emtr. * Die von dem Bunde der Induſtriellen neuerdings veranlaßte an ſich nicht unberechtigte Reklame zu Gunſten eines Feuerverſiche⸗ rungs⸗Schutzverbandes für die Induſtrie erinnert an ein gleiches Unternehmen, an den ſchon ſeit 80. Septemher 1900 beſtehenden Deutſchen Verſicherten⸗Verbanb in Leipgig. Der⸗ ſelbe zühlt bereits über 700 Mitglieder, darunter hervorragende induſtrielle Etabliſſements Deutſchlands. Seine Aufgabe beſtand von Aufang an darin, den Mitgliedern Schutz zu gewähren in allen Ver⸗ ſicherungs⸗ und Entſchädigungsfragen. Er betrachtet es als ſelbſt⸗ verſtändlich, den durch den Feuerverſicherungsring geſchaffenen Druck von ſeinen Mitgliedern nach Möglichkeit abzuwenden und verfügt über fachmänniſche Kräfte, um in Brandſchäden und Prämiirungs⸗ fragen jederzeit ſo ſachverſtändig wie unabhängig einſetzen zu können. Der Verband erſtreckt ſeine Thätigkeit aber in gleicher Weiſe auch auf die übrigen Verſicherungsbranchen und iſt für Jedermann ein treuer Berather. Wie wir vernehmen, will er ſeinen Mitgliedern von Neujahr ab in Unglücksfällen ein koſtenfreies Heilverfahren gewähr⸗ leiſten. Der Jahresbeitrag beträgt nur 20., tvofür den Mit⸗ gliedern alle 14 Tage ein Informationsorgan über die neueſten Vorkommniſſe in Verſicherungsfragen zur Verfügung geſtellt wird. Aus dem Großherzogthum. * Weinheim, 19. Nov. Eine auf vorgeſtern Abend von der Orts⸗ gruppe des Alldeutſchen Verbandes Weinheim veranſtaltete Proteſt⸗ verſammlung getzen die ungerechtfertigten Anſchuldigungen des eng⸗ liſchen Kolonialminiſters Chamberlain über das Verhalten der deut⸗ ſchen Heere im Kriege 1870—71 war überaus ſtark beſucht, ſo zahl⸗ reich, wie kaum eine andere je zuvor. In derſelben hielt zunächſt Stu⸗ dienrath Prof. Dr. Boſſer aus Karlsruhe einen nach Inhalt und Form hochintereſſanten Vortrag über die nationalen Aufgaben des deutſchen Volkes. Darar ſchloß ſich, nachdem der Vorſttzende des Alldeutſchen Verbandes eine eingehende Parallele zwiſchen Ver⸗ anlaſſung, Führung u. ſ. w. des d franzöſiſchen und des Krieges der Englänk ö uren gen hatte, die A e Proteſtreſolution gegen den genannten engliſchen Miniſter ſeiner verleumderiſchen Aeußerungen über das deutſche H zur Verleſung gebrachte ſcharf gehaltene Proteſt wurde a billigt und der Vorfſitzende zur Einſendung desſelben an den Re ermächtigt. »Weinheim, 19. Nov, tſch 161 bar Maſchinenfabrik Badenig arbeitet n Nachmittags und die bekannte Ir ieht gedrungen, jedem Arbeiter eine wöchentliche eintägige Feierſchicht ve zuſchreiben. Dieſe Arbeiter haben demnach ein Arbeitsmaß 9 5 Tagen mit Ausnahme von einigen Werkſtätten, welche länger h ſchäftigt ſind. *Heidelberg, 19. Nov. Zur ſtadträthlichen Vorlage bezüglich Eingemeindung von Handſchuhsheim hat, wie ſchon mitgetheilt, der Stadtverordneten⸗Vorſtand mit vier gegen eine Stimme die Ab lehnung der Vorlage beſchloſſen aus folgenden hauptſächlichen Ex⸗ wägungen: 1. Die Einverleibung einer Gemeinde iſt nur in dem Falle gerechtfertigt, wenn wichtigen Intereſſen der einverleibenden Gemeinde auf anderem Wege nicht Rechnung getragen werden kang. Für die Eingemeindung von Handſchuhsheim liegt, wie auch die Vorlage anerkennt, eine Nothwendigkeit für heute nicht vor, nach Anſicht des Vorſtands auch nicht für eine abſehbare Zukunft. Im Gegenſatz hiezu iſt die Eingemeindung von Neuenheim eine Maß⸗ nahme geweſen, welche für die richtige Ausgeſtaltung und Entwicklung unſerer Stadt geradezu unentbehrlich war. 2. Die Anforderungen, welche das letzte Jahrzehnt in zunehmendem Maße an uns geſtellt hat, haben die ſtädtiſche Schuld auf eine bedeutende Höhe gebracht, Die Geſchäftslaſt, welche auf der ſtädtiſchen Verwaltung und ihren Beamten ruht, hat, wie bei verſchiedenen Anläſſen erklärt worden, einen ſehr großen Umfang angenommen. Die in Ausführung begrif⸗ feuen Unternehmungen, die Aufgaben, welche in naher und fernerer Zukunft uns obliegen, werden eine erhebliche Steigerung nach beiden Richtungen zur Folge haben. Dieſe Verhältniſſe geben an ſich keinen Anlaß zu ernſter Beunruhigung. Allein ſie legen uns die Pflicht auf, unſere geſammten Kräfte zu konzentriren auf die Weiterentwickelung unſeres eigenen Gemeinweſens; ſie verbieten uns, auch noch die ſchweren Aufgaben und Sorgen der Entwickelung einer fremden Ge⸗ meinde auf uns zu nehmen. * Karlsruhe, 19. Nob. Auf ein ſchlechtes Geſchäftsjahr blickt dis Karlsruher Werkzeugmaſchinen⸗Fabrik vorm. Gſchwindt u. Co., Akk⸗ Geſ. zurück. Die mit 650 000 M. Aktienkapital arbeitende Geſell⸗ ſchaft erzielte in 1900%1 einen Fabrikationsgewinn von 144 221 M. gegen 198 201 im Vorjahr. Nach Abzug der Unkoſten ſowie bog 28 571 M.(28 886.) Abſchreibungen ergab ſich ein Verluſtſaldo von 16 488 M.(i. V. 42 566 M. Reingewinn, woraus 6 Proz. Dipi⸗ dende), der durch Entnahme aus dem Reſervefonds gedeckt wurde, * Ueberlingen, 19. Nov. Bei der Station Bermatingen entgleiſte geſtern der Frühzug nach Friedrichshafen wahrſcheinlich in Folge falſcher Weichenſtellung. Drei Wagen des Zuges ſprangen aus dem Geleiſe, die Lokomotive blieb auf dem Geleiſe ſtehen. Verletzungen von Perſonen ſind glücklicherweiſe nicht vorgekommen. * Säckingen, 19. Nov. Der Fiſcher Ernſt Günther in Mumpf, Vater von 8 Kindern, ertrank im Rheine. Er wollte gegen 11 Uhr Nachts ſeinen Fiſcherſtand nachſehen und kehrte nicht mehr zurück, Am andern Morgen fand man dortſelbſt den Waidling umgekippt und den 1 70 im Waſſer. Zweifellos hat man es mit einem Unglücksfall zu thun rger'ſche Lederf Pfalz, Beſſen und Umgebung. —Blieskaſtel, 19. Nov. In Wien bwpurde der aus Blieskaſtel nach Unterſchlagung von mehreren Tauſend Mark flüchtig gewordene Karl Demuth verhaftet. *Niederlahuſtein, 19. Nov. Geſtern Nachmittag entgleiſte der ztveitletzte Wagen des Perſonenzugs von Niederlahnſtein nach Koblenz aus Ausgange der Eiſenbahnbrücke Horchheim—Koblenz. Der Wagen fiel auf die Seite, zum Glück nicht nach derjenigen, wo ſich die Böſchung befindet. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen. Den Paſſa⸗ gieren wurde aus dem umgeſtürzten Wagen durch die Fenſter ge⸗ holfen, die letzten Wagen abgekoppelt und der übrige Zug ging mit den Paſſagieren nach Koblenz weiter. Mainz, 19. Nov. Eine Ueberraſchung wurde geſtern einer Frau zu Theil, deren Ehemann„in Geſchäften“ verreiſen zu müſſen vorgab und Morgens wegging. Der Frau wurde die Zeit allein etwas zu lange und ſo beſchloß ſie denn, eine Freundin auf dem Käſtrich zu beſuchen und kaufte dieſer als Angebinde unterwegs ein halbes Dutzend Taſſen. Wer beſchreibt aber das Erſtaunen der Frau, als ſie gegen 2 Uhr Mittags an der Walpodenſtraße ihren„auf Reiſen“ geglaubten Ehegemahl am Arme einer holden Schönen erblickte! Seht erſchrocken, erſtaunt und verlegen blickten drei Augenpaare einander einen Augenblick an, dann aber kam Leben in die Gruppe: Die Frau bombardirte das Paar mit den Taſſen, worauf der Ehemann mit dem Regenſchirm zur Attacke auf die Frau losging; die„Liebſte“ zog ſich im Sturmſchritt zurück und auch„er“ gab ſchließlich Ferſengeld. Nut die Frau behauptete unter großem Jubel der Zuſchauer das Schlacht⸗ feld, ihrem Manne nachrufend:„Komm'r nor heit häm, ich berräß dir!“ Ob die Heimkehr von der Reiſe eine freudige war, entzieht ſich unſerer Kenntniß. * Fränkfurt a.., 19. Nob. Maurer Heinrich Bellhäuſer aus Frankfurt a. M. Ein origineller Dieb iſt der Er ſtand geſtern habe die Reiſe bereits angetreten. Nun konnte G. der Verlockung nicht wiberſtehen. Er gab die Sachen, die er für einen Fähnrich ge⸗ kauft hatte, auf einer Stelle ab, wo die Poſtordonanzen vörkehrten, kaufte für fünfzehn Dollars, die er von einem Fähnrich zum Einkauf von Toflettegegenſtänden erhalten hatte, ſich ſelbſt Zivilzeug und wollte flüchten. Da aber an dem Tage les war Montag) kein amerikaniſches Schiff fuhr, ſondern erſt am Donnerſtag, trieb er ſich mit amerikaniſchen Matroſen umher. Zwei Tage ſpäter wurde er Abends bon einem Unterofizier des 1. Expeditionskorps und zwei Maun der„Gefion“ berhaftet und an Bord gebracht. Am Samſtag wurde er bom Ktiegsgericht in Kiel zu 9 Monaten 14 Tagen Ge⸗ fängniß und Verſetzung in die zwei Soldatenklaſſe verurtheilt. — Ein wehmuthsvoller Vorgang ſpielte ſich, der„Lands⸗ hüter Ztg. zu Folge, dieſer Tage vor und bei der Beerbigung des im Armenhauſe zu Landau a. J. verſchiedenen Händlers Pammers⸗ berger abh. Ein Sohn bon ihm zog ſeinerzeit als Ching⸗Krieger fort und zeichnete ſich beſonders aus. Wie betonte er in ſeinen Briefen ſtets, daß er ſich auf das Wieberſehen ſeiner Eltern ſo ſhet freue; er wollte den von Schickſalsſchlägen ſchwer heimgeſuchten Eltern eine Stütze ſein und ſo ihre Noth lindern. Endlich ertönte der Ruf des Schaffners:„Landau c.., ausſteigen!“ und mit geflügelten Schritten gings den Bahnſteig entlang. Vater und Mutter wollte er die Hände drücken und ihnen ſagen, daß er nun gekommen ſei, um für ſie zu ſorgen. Zu ſpät! Vom Kirchthurm ertönte das Sterbe⸗ glöcklein und eine Stunde nach der Ankunft des kurs vorher noch Glücklichen ſenkte man den Leib des Vaters ins kühle Grab! Das Mutterherz hatte bereits dor mehreren Monaten zu ſchlagen aufge⸗ hört; auch davon wußte der China⸗Krieger nichts! — Von Ediſons Heirath wird neuerdings folgende roman⸗ tiſche Geſchichte erzählt: Seine erſte Frau war als junges Mädchen unter ſeiner Direktion als Telegraphiſtin angeſtellt. Eines Tages ſaß er hinter ihr und betrachtete mit Wohlgefallen ihre beweglichen zierlichen Finger, welche die ſchnellen Botſchaften des elektriſchen Funkens weiter gaben, als die Dame zur größten Verwunderung des Erfinders, der ſie ſchon lange bewunderte, ausrief;„Ohne Sie zu ſehen, Herr Ediſon, kann ich ſogleich ſagen, daß Sie hinter mir, bei mir ſind...„Wie können Sie davon Rechenſchaft geben?“ fragte Ediſon.„Das weiß ich nicht“, lautete die Anttvort,„aber deſſen bin ich ſicher, wenn Sie in meiner Nähe ſind, weiß ich es.“ Darauf wandte ſich Ediſon in ſeiner bekannten ſchnellen Art an die junge Dame, ſah ihr ſtarr in die Augen und ſagte ernſt und feſt:„Seis langer Zeit denke ich an Sie, und wenn Sie mich heirathen wollten, würde ich glücklich ſein, Ihr Mann zu werden.“ Nach bier Wochen war Ediſon verheirathet. Natürlich mußte Ediſons Heirath eine „elektriſche“ Pointe haben. — Ein Geſchichtchen von Mark Tiwain erzählt eine eng⸗ liſche Wochenſchrift: Als Mark Twain mit einem Verlagshaus in Verbindung ſtand, kam er eines Tages in einen Buchladen in New⸗ Nork, ſüchte ſich einen Band aus und fragte nach dem Preiſe. Dann erinnerte er daran, daß er als Verleger Anſpruch auf 50 Prozent Rabatt habe. Der Buchhändler war damit einverſtanden.„Und da ich ein Autor bin“, fuhr Mark Twajin fort,„ſo habe ich noch einma Anſpruch auf 50 Prozent Rabatt.“ Wieder verbeugte ſich der junge Mann, der ihn bediente.„Und als ein perſönlicher Freund Chefs“, hub der beſcheidene Humoriſt von Neuem an,„nehme ich daß Sie mir die üblichen 25 Prozent Rabatt gewähren werden. Der Verkäufer vollführte auch diesmal eine eindrucksvolle Ver⸗ beugung.„Gut“, ſagte Mark Twain,„unter dieſen Bedingungen kann ich das Buch auch nehmen. Was iſt nun der Preis? Der Buchhändler nahm ruhig ſeinen Bleiſtift und begann fleißig zu rechnen. Dann verkündete er das Reſultat mit größter Zuvorkom⸗ menheit.„Soweit ich rechnen kann“, ſagte er,„ſchulden wir Ihnen das Buch und etwa 37½ Cents. Kommen Sie bald wieder.“ — Paderewskis Schafzucht. Aus London wird berichtet: König Eduard von England hat den berühmten Klavierſpieler Pade⸗ rewski mit ſechs ſchönen Schafen beſchenkt, die auf den eigenen Land⸗ gütern des Königs gezogen worden ſind. Die Thiere wurden nach Morges im Kanton Wallis geſchickt, wo der Künſtler eine ſchöne Villa und ein Gut hat und ſeine Mußezeit mit Schafzucht verbringt. Er hat dazu ſchon Schafe aus Schottland kommen laſſen, und da er nic wußte, an wen er ſich wenden ſollte, ſchickte er den Auftrag an die berühmten— Muſikalienhändler Marr, Woood and Co. in Aberdeen, E t N S + ie ie l⸗ n 90 i⸗ pe. ſte ge m en of, ck. all el ne er 15 en ſie A⸗ e⸗ en ler en ich es ſie hr er 10 1. 1 01 er ſte in uf ge N/ rienrerm, zu. vtupumper, Wenevar Wuzerter. dor der Strafkammer zu Wiesbaden, angeklagt des Fahrraddiebſtahls. Er kneipte am 14. Oktober d. J. in Höchſt a. M. und zwar derart, daß er, ein großer Fahrradliebhaber, ſich ſoweit vergaß, ein an das betreffende Wirthshaus angelehntes Jahrrad furzer Hand zu he⸗ ſteigen und davon zu fahren. Bald aber ſah er an einem anderen Wirthshaus ein zweites Stahlrößlein, das ihm noch beſſer gefiel als das erſte. Flugs vertauſchte er dieſes mit jenem und fort gings gen Frankfurt. Anderen Tages jedoch— und das iſt das Originelle— bekam er Reue, er ermittelte die Eigenthümer der geſtohlenen Räder, einen Dachdecker⸗ und einen Glaſermeiſter aus Höchſt a.., ent⸗ ſchuldigte ſich bei ihnen und bat ſie, von einer Anzeige bei Gericht abzuſehen. Solche war jedoch bereits erfolgt und die Behörde ließ ſich auf eine Zurücknahme derſelben nicht ein. Das Gericht nahm abſichtlichen Diebſtahl an und erkannte auf ein Jahr Gefängniß, da Bellhäuſer wegen Eigenthumsvergehens bereits vorbeſtraft iſt. Theater, Aunſt und Wiſſenſchaft. Die Generalprobe von Maſſenets neuer Oper„Griſeldis“, die in der Opera comique in Paris ſtattfand, geſtaltete ſich zu einem ent⸗ ſchiedenen, ſtellenweiſe ſogar ſehr großen Erfolge. Die Oper, deren Textbuch Eugen Morand nach dem früher im Theatre francaiſe ge⸗ gebenen gleichnamigen Myſterienſpiel des inzwiſchen verſtorbenen Armand Sylveſtre verfaßt hat, iſt ganz im Stile dieſer alten franzö⸗ ſiſchen Myſterien gehalten und enthält ſowohl textlich wie muſikaliſch piel Reizvolles und Schönes. In einem köſtlich graziöſen und melo⸗ diöſen Vorſpiel wirbt im vom Abendlicht durchglitzerten Frühlings⸗ walde ein Ritter um die fromme Griſeldis, während ſein Knappe Mlain die Herrin nur aus reſpektvoller Ferne anzubeten wagt. Im erſten Akte nimmt der Ritter Abſchied von Griſeldis, die ſein Weib geworden, und will zum Kampf gegen die Sarazenen ausziehen. Der Teufel kommt dazu und höhnt ihn, ſein Weib werde ihn ber⸗ rathen. Der Ritter begegnet dem Hohne des Teufels mit Verachtung. In den folgenden beiden Akten ſucht der Teufel vergeblich Griſeldis zu verführen und raubt ihr, da alle ſeine Verſuche erfolglos bleiben, ihr Kind, die heilige Agnes aber gibt Griſeldis und dem heimgekehrten Ritter das geraubte Söhnchen zurück. Beim Eingreifen der über⸗ irdiſchen und unterirdiſchen Mächte läßt die Muſik Maſſenets wohl Einiges vermiſſen, es fehlen ihr diaboliſche Phantaſie und myſtiſcher JZauber; dagegen iſt ſie wunderhübſch, wo ſie die Liebesklagen des Knappen und die Liebesſchwüre Griſeldis und des Ritters begleitet. Piele dieſer Nummern ſowie die ſymphonichſe Einleitung zum zweiten Akt wurden lebhaft applaudirt. Direktor Carrs zeigt ſich wieder als erſter Regiſſeur von Paris; er hatte mittelalterliche Bilder von un⸗ bergleichlicher Farbenſchönheit und Poeſie geſchaffen. Ein Moskauer Nietzſche. Eine ſpaſſige Geſchichte iſt in Moskau paſſtrt. Ein ruſſiſcher Verleger fühlte das Bedürfniß, dem ruſſiſchen Volke das Verſtändniß für Nietzſche zu eröffnen, und ließ durch einen beſchäftigungsloſen ruſſiſchen Schriftſteller die Werke des großen deutſchen Philoſophen überſetzen. Um ohne Präventivzenſur erſcheinen zu können, muß jedes in Rußland herausgegebene Werk mindeſtens 20 Druckbogen ſtark ſein. Die ruſſiſche Nietzſche⸗Ueberſetzung war aber nur 19 Bogen ſtark. Der Ueberſetzer gerieth jedoch keinen Augenblick in Verlegenheit. Er ſchrieb einfach ein eigenes philoſophiſches Ela⸗ borat und fügte es„zwanglos“ an Nietzſche an. Und ebenſo zwanglos benutzte ein anderer Verleger das„frei herumliegende“ tterariſche Gut und gab die ruſſiſche Nietzſche⸗Ueberſetzung noch einmal heraus, und zwar als„billige Volksausgabe“. Da er ſich nicht die Mühe gab, auch einen Blick in das deutſche Original zu werfen, druckte er natür⸗ lich auch das von dem ruſſiſchen Schriftſteller hinzugefälſchte letzle Kapitel— Autorenhonorar. Fürwahr, das iſt ein Uebermenſchl Der literariſche Sieger im Nobel⸗Preis. Wie aus Kopenhagen bekannt wird, hat die ſchwediſche Akademie beſchloſſen, den litera⸗ kiſchen Nobel⸗Preis dem provensaliſchen Dichter Fréderic Miſtral zu ertheilen. Der berühmte Neuprovengale, deſſen 10. Geburtstag die literariſchen Kreiſe im vergangenen Jahre begingen, iſt der Dichter des Epos„Mirsio“.„Mirsio“ beſingt ein Liebesidyll der Provenee mit prachtvollen Landſchaftsbildern in Geſängen voll poetiſchen Wohllauts. Friedrich Miſtral hat daneben noch andere Epen, Lieder und Versnovellen gedichtet, auch Tragödien hat er ge⸗ ſchrieben. Neneſſe Nachricten und CTelegraume. Der unechte Sühneprinz? Berlin, 10. Nob. In der luſtigen Sühnetragbdie ſcheint die Pointe erſt zu kommen: Der„Reichsbote“ verzeichnet— zunächſt lediglich als Kurioſum— die angeblich gerade in Kreiſen von Män⸗ nern, die in China ſelbſt gelebt hatten und mit Land und Leuten bertraut ſeien, das ungeheuerliche Gerücht, daß der Prinz Eſchun gar nicht der echte Bruder des Kaiſers Kwangſu, ſondern ein untergeſchobener Doppelgänger geweſen ſei. Das Blatt reibt; „Es ſind nach dieſer Richtung zwei Punkte aufgefallen. Erſtens, daß unſer Prinz Tſchun von dem ihn überall führenden bezw. bevor⸗ mundenden neuen chineſiſchen Geſandten öfters in einer Weiſe be⸗ handelt worden iſt, die mit den faſt göttlichen Ehren, die in China der Bruder des Kaiſers als„Zweiter Kaiſer“— ſo iſt ſein offizieller Aitel— genießt, kontraſtirte, und ſodann die Hautfarbe des Prinzen, die das gewöhnliche chineſiſche Volksgelb war, während die hohen Mandſchus durch ihre Raſſerwererbung, den faſt ſteten Aufenthalt in geſchloſſenen Stuben eine viel lichtere, feinere, etwas kränkliche ürbu ollen.“ Der hält die Sache nicht direkt unwahrſcheinlich. Wer die Chineſen kennt, weiß, daß ſie zu einem derartigen diplo⸗ matiſchen Trick ſehr wohl zu haben ſind. Nett iſt die Geſchichte jedenfalls. Ein Inhaber der Firma ging ſofort auf die Sache ein und kaufte ein ſelbes Dutzend prächtige Thiere, die auch in dieſen Tagen in der Schweiz ankommen werden. Der Transport wird Paderewski wahr⸗ cheinlich bedeutend mehr loſten, ols die Thiere ſelbgt.„ — Die niedere Friſur. Die Akademie der Pariſer Jriſeure deſchloß einſtimmig, die niedrige Haarfriſur wieder einzuführen. Was ſich erhöht, muß ſich erniedern— Der Menſch ſowohl wie die Friſur. Ich grüße Dich mit tauſend Liedern, O holde Rückkehr zur Natur! Befreit von Rollen und von Wulſten Ward der geliebte Weiberſchopf. Anſtatt ein Meer von Haargeſchwulſten Erblickt man einen Menſchenkopf. Zwar ärgert ſich ſo manches Dirnchen Mit langem, klaſſiſchem Profil. Dieweil ihr plötzlich auf das Stirnchen Der Eiffelthurm der Haare fiel. Jedoch, mein allerliebſtes Bäschen Iſt dafür gang enthuſiasmirt. Dieweil das freche, ſtumpfe Näschen Mit Ponylöckchen rings garnirt. Und wir, der Bruder wie der Vater, Wir danken Gott, daß es geſchehn. Denn jetzo kann man 5 Doch wieder mal die Bühne ſehn. Münchner„Jugend. (Hrivat⸗CTelegramme des„General⸗Anzeigers.“) * Darmſtadt, 20. Nov. Der Großherzog empfing heute laut„Darmſt. Zig.“ den heſſiſchen Geſandten in Berlin von Neiphardt. Darmſtadt, 20. Nov.(Kammer.) Bei der Berathung der Vorſtellungen einer Anzahl Bekenner des jüdiſchen Glaubens, welche Beſchwerde darüber führ⸗ ten, daß die Großherzogliche Regierung bei Anſtellung der Be⸗ amten dieſe Glaubensgenoſſen zurückſetzte, entſpann ſich eine Debatte, in der mehrere Antiſemiten gegen die Anſtellung von jüdiſchen Richtern ſprachen. Der Ausſchußantrag der Kammer ſprach die Erwartung aus, daß bei der Anſtellung der Beamten der prinzipielle Standpunkt religiöſer Gleichberechtigung ge⸗ wahrt werde. Derſelbe wurde in Uebereinſtimmung mit der Regierung mit großer Mehrheit angenommen. Das Geſetz, betr. den Schutz der Bau⸗ und Kunſtdenkmäler im Großherzogthum Falſe kand Annahme. Dasſelbe tritt am 1. Januar 1902 in t. * Darmſtadt, 20. Nov. Die„Darmſt. Ztg.“ ver⸗ öffentlicht das Ceremoniell der Fetier des Geburts⸗ tages des Großherzogspaares, wonach die Gratu⸗ lation für die Großherzogin Seitens der Damen bei der Frau Siecheſmelſer von Weſtwüller, Seitens der Herren beim Oberhofmeiſter von Riedeſel erfolgt. *Stuttgart, 20. Nob. Der Präſident des württem⸗ bergiſchen Kriegerbundes erläßt eine Bekanntmachung, in welcher er gegenüber Chamberlain auffordert, die Bedeutung ſolcher Redensarten eines Ejinzelnen nicht zu überſchätzen, die Be⸗ hauptung ſelbſt aber für eine grobe Unwahrheit und einen frivolen Angriff auf die Ehre des deutſchen Heeres erklärt; ſie mit Entrüſtung zurückzuweiſen, ſei das gute Recht eines jeden Veteranen. Berlin, 20. Nob. Der Kaiſer empfing geſtern den Reichskanzler Grafen Bülow zum Vortrag. *Budapeſt, 20. Nov. Wie ſich herausſtellt, iſt es un⸗ richtig, daß der italieniſche Deputirte Cabriani von hier ausgewieſen iſt. Cabriani hielt Volksverſammlungen ab, ohne ſe angemeldet zu haben. Er erging ſich gegen hier beſchäf⸗ tigte italieniſche Arbeiter in aufreizenden Reden und machte auch häufig Ausfälle gegen die italieniſche Regierung. Cabriani wurde Seitens der Polizei auf das Unzuläſſige ſeines Auftretens hingewieſen und ihm bedeutet, daß ſeine Agitation nicht länger geduldet werde. Darauf reiſte Cabriani ab. Lemberg, 20. Nov. In Folge der geſtrigen Vorgänge 190 Univerſität ſind die Vorleſungen bis auf Weiteres ein⸗ geſtellt. Denain, 20. Nov. Der Ausſchuß des Berg⸗ arbeiterſyndikats von Anzin hat mit 42 gegen 8 Stimmen den allgemeinen Streik für heute Morgen beſchloſſen. Man glaubt, daß im geſammten Kohlenrevier von Anzin, das 18,000 Arbeiter zählt, heute Morgen ſchon die Arbeit Uberall eingeſtellt wird. *Haag, 20. Nob. Der niederländiſche Konſu! in Pretoria iſt heute hier eingetroffen. *Haag, 20. Nov. Es ſteht nunmehr feſt, daß Präſident Krüger den Winter nicht im Süden Frankreichs zubringt, ſondern in Hilverſum verbleiben wird. London, 20. Nov. Campbell Bannermau hielt geſtern in Plymouth eine Rede, worin er ausführte, der Einfall Jameſon's würde nie vorgekommen ſein, wenn eine liberale Regierung am Ruder geweſen wäre. Er glaube nicht an eine Verſchwörung zum Zwecke, die Engländer aus Südafrika zu vertreiben. Er glaube, dieſe Behauptung ſei lodiglich ein nachträglicher Gedanke, erfunden zum Zweck, ängſtliche Herzen zu beruhigen und das öffent⸗ liche Gewiſſen in England zum Schweigen zu bringen. Redner be⸗ ſtritt jemals irgend ein Wort geäußert zu haben, das von irgend einem noch ſo feinen Kopfe als Ermuthigung der Buren gedeutet werden könnte. Er habe einzig und allein auf die Thorheit der Art und Weiſe hingewieſen, wie die Regterung die Burenangelegenheit betreibe, Campbell Bannerman erklärte ferner, es ſei keine Hoff⸗ nung vorhanden, daß die Gefahr, der England jetzt gegenüberſtehe, beſchworen würde, ſo lange Chanzberlain im Kolontalminiſterium und Milner in Pretoria verbleibe. Schließlich gab Redner der An⸗ ſicht Ausdruck, daß England die Verpflichtung gehabt habe, trotz eifrigſter Fortſetzung des Kampfes die militäriſche Aktion anderer⸗ ſeits zu begleiten mit der Veröffentliehung annehmbarer, beſtimmter Friedensbedingungen. London, 20, Nov. Als Dr. Krauſe heute vor dem Poli⸗ zeigericht in Bown⸗Strect erſchien, erklärte der Stagtsanwalt, er ſei zu dem Schluß gekommen, daß es das wünſchenswertheſte Verfahren wäre, wenn der Gefangene vor dem Contralgerichtshof in Old Bafley abgeurtheilt würde, anſtatt daß er zur Aburtheilung nach Südafrika geſchickt würde. *Madrid, 19. Neb. Die Skudenten⸗Unruhen wiederholten ſich heute, wobei mehr als 20 Studenten verletzt wur⸗ den, darunter der Sohn eines höheren Beamten im Miniſterium des Innern. Die Studenten zündeten mehrere Straßenbahnwagen an. * Konſtantinopel, 20. Reb. Geſtern fand eine Zu⸗ ſammenkunft der diplomatiſchen Vertreter der vier Schutz⸗ mächte ſtatt, behufs Prüfung derjenigen Theile der Wünſche des Oberkommiſſars Pinzen Georg, welche der Begutachtung der hieſigen Vertreter dieſer Mächte unterltegen. Ghamberlain über ſeine Rede. London, 20. Nov. Auf ein Schreiben, welches ein gewiſſer Marriner aus Enrith an Chamberlain richtete, und worin er ihm nahe legte, Schritte zu thun, um den Unpilklen zubeſeitigen, den er durch ſeine jüngſt gehaltene Rede in ge⸗ wiſſen Kreiſen des deutſchen Volkes hervorrief, ließ Chamberlain durch ſeinen Sekretär antworten: Die künſtliche Agi⸗ tation in Deutſchland beruhe ſo vollſtändig auf einem Mißverſtändniß der Rede, daß er nicht daran denke, irgend welche Notiz davon zu nehmen. Er wolle indeſſen feſtſtellen, daß ſich kein empfindlicher Deutſcher durch die Worte beleidigt fühlen könnte, worin er das Ver⸗ halten der britiſchen Behörben in Transvaal durch einen Himveis auf die bei allen ziviliſtrten Nationen unter ähnlichen Umſtänden beobachtete Haltung rechtfertige. Citerariſches. *Gabriele'Annunzin: Die Ju ngfrau vom Felſen. Roman. Umſchlag von Müller⸗Schönefeld.(S. Fiſcher, Verlag. Berlin.) der Lilie“ angekündigt hat. Deutlicher tritt nun hervor, welche Abſicht dem Geſammtwerk des Dichters zu Grunde liegt. Der Held der Dichtung verleugnet nicht ſeine Verwandtfchaft mit denen der„Rofen⸗ romane“: er iſt wie ſie ein Erbe der Geſchichte, der Kultur und des Charakters ſeines Volkes; aber er iſt es in einer edleren Art. Er, verdirbt nicht, wie jene— trotz der Kühnheit und dem Glanz ihrer Begabung— an der Ungeläutertheit des Wollens, ſondern daran, daß ſein Wollen ſich in einen zu erhabenen Traum ſteigert, als daß ihn die Wirklichkeit erfüllen könnte. In den„Romanen der Roſe“ iſt es die Vampyrmacht der Schönheit, die das thätige Leben zerſtört; in dem„der Lilie“ iſt es ihre heilige Unfruchtbarkeit. und in der reineren Sphäre ſteigt höher als je die heroiſche Gluth des Patriotis⸗ mus, die'Annunzio auszeichnet, und der Rauſch und die üppige Rhhthmik ſeiner Sprache und ſeiner Empfindung. Die von Grunvw in Leipzig herausgegebenen„Grenzboten“, die im neuen Jahre— eine einzige Erſcheinung in dem vaſch wech⸗ ſelnden Leben auch ber Zeitſchriften— mit ihrem 61. Jahrgang in das ſiebente Jahrzehnt ihrer Wirkſamkeit treten, kündigen an, daß ſie von dieſem Zeitpunkt an bei erweitertem Umfang ihren Abonne⸗ mentspreis auf 6 Mark für das Vierteljahr ſtellen. Das iſt ein Preis, zu dem noch keine deutſche Revue ähnlicher Art eine ſolche Fülle von werthbollem Inhalt in ſo guter Ausſtattung geboten hat, etwa 180 Bogen Lexikonoktavs im Jahre: Ein Probeabonnement zu dem Preiſe von 2 Mark für den Monat Dezember kann Allen, denen eine allgemeine, die Gebiete der Politik, der Literatur, der Wiſſenſchaften und der Künſte in friſcher, objektiver und unabhängiger Weiſe be⸗ ſprechende Wochenſchrift von Werth iſt, und die die Grenzboten noch nicht kennen, einen Begriff bon der Art und Weiſe der Zeitſchrift, geben, die von jeher zu den bedeutendſten Stimmen unfrer Oeffent⸗ lichkeit gehört hat und noch gehört. 5 8 * Neuc, neunte Lieferungs⸗Ausgabe von Stielers Handatlas, 100 Karten in Kupferſtich, herausgegeben von Juſtus Perthes' Geo⸗ graphiſcher Anſtalt in Gotha.(Erſcheint in 50 Lieferungen— jede mit 2 Karten— zu je 60 Pfg.) 1 Lieferung: Nr. 15, Oſtalpen in 1925 000, von C. Scherrer und H. Habenicht; Nr. 64, China in 127 500 000, von C. Barich. ————̃ ̃—— ̃—— Verantwortlich fur Politik: Chefredakteur Dr. Paul Harms, für den lokalen und provinziellen Theil: Eruſt Müller, für Theater, Kunſt und Feuilleton: Gberhard Buchner. für den Inſeratentheil: Karl Apfel, Rotationsdruck und Verlag der Dr. H. Haas'ſchen Buchdruckerei⸗ (Erſte Mannheimer Typograph. Anſtalt,) Maunheimer Handelsblatt. Courszettel der Maunheimer Effektenbörſe vom 20. Nov, Obligationen, Stagtspapiere. 1 2 40 100% 4proz. Bgd. Oblig. v. 190 104.88 65% Aheln. Oyp.⸗B. Unk, 1902 100.— 63 orbz. Bad. Oolig. v. 1000 O68.80 4,%%„, unk. 5 92 8 5 Badlſche Oölſgar. 05 ee e 310½(abgeſth 96.75 bz„„ unk. 1904] 92.80 bz 30½„ Oblig. Mark 65.70 bf„„ Commnnalf 98.— bz le 890 d0 80 8 Slädle⸗Aulehen. 7%„189/% 39.20 5%½% Freipurg i. B. 98.— b5⸗ 90.— 5 8 Karlsrußer v. F. 1896 89.— 53 „ T. 100 Hoofe 145.— 51 4% Sudwigshaſen von 1900 409.50 65 % Baper, Obllgationen 09.— bf 4% Ludwigsbafen M. 102.— 10 1 180 70 b5 3½ Maunheimer Obl. 1985 99.50 4½% Deutſche Relchsauleihe 109.40 b 51½ 5„ 1888 90.— 5 190.70 63] 8½¼ 1895 96•—8 R 5 39.45 b5%%„ 2898 96 70 3i Preuß. Confols 100 30 05 33%% Pirmaſenſer 96.— 50%„ 189 ö[ Anvuſtrie⸗Obligationen %0„ 7 4% Pad 0 ee 00 6 1 4½ Bad. A⸗G. f. 2.— Elſenbabn⸗Aulehen. 5 0% Bülrgl. Breauhaus, Bönn 10e.— %% Pfälg, udw. Max Nord) 172.90 bz 440 Speyerer Ziegelwerke 101.10 63 31— 55 97.05 8 4½ Verein Chent. Fabriken—.— 25⁵ 5 convertirt,, 18.— d1 4¼ Zellſtofffabrik Maldhof 101.80 5; Aktien. Vauken. Pfafsöran v. Melſel un. Mohr— 8 Brauerei Sinner, Aewiakel 176.— hicze Zant, 114.— 8 Schroebleidelberg 165.— 8 Ered.u. Depoſitb., Zweibrck..— 8„Schwars, Sveher 1i8— 8 Gewerbebank Speyer 0% 127.— 7 Schtdstzingen 60. Maunheimer Bank—.— 2 Sonne welt Speyer 180,— Oberrhein. Bant 118.— 0„, Storch, Sick 00. 6 ihiſche Vank 110.50 8„ Gergee, Worms 93. 1 Laudan 110 5 0 Bietee ene 1015 2 5 Nbelulſche Greditbauk 140.— bb Pfalz. Preßb. u. Sprlifabe tos⸗ Rhein. Oup.⸗Bank 104.% 8 Trausport Südd. Bank 102.50 und Verſicherung. Sienbahnen. Gutlahr⸗!ktten 18.— 8 Pfälziſche dudrwignbabn 223. b1 Maunß. Pampfſchlevpſchlff 142.80 8 5 Kanbahn 136.70 b3 5 agerhaus 97.— 65 25% Norbbahn 123.50 Bad. Nücke u. Mitverſich.—.— Heilbronner Straßenbahnen I„ Schffffahrt⸗Aſſecuranz 840.— 8 EChemiſche Jnduſtrie. Continentale Verſſcherung 263.— .⸗G. f. cheu, Juduſtrie 103.— G Maunbeimer Verſicherung 388.—( Badiſche Auillu⸗ u. Soda 375.— B Oberrhein, Verſ.⸗Geſellſchaft 1. bz TE8 Wülrtt, Transportverſich..— Chem. Tahrtk Goldenberg 182.— G Induſtri EChem. Fabeik Gernsheim 2 Induſtrie. 10 8 Berein chem, 6611195 178.— Ast.⸗Geſellſch Seillubuſtele 118.— 5 Berein D. Oelfabriken 105 80 bz Dingleriſcht Maſchinenfabelk] 148.— Weſteregeln Alkal. Stawm 200.— 8 Smaillirfabrik Kirrweiler 5 „ Porzug 104.50 8 Emailliewerke Maikammer 95.— Sttlinger Spinnere! 03.— Buauerelen. üttenheſmer Spituerel 61.—6 Bad. Brauerej 129.— 53 arlsr. Nähmf. Hatd u. Neu 58. Binger Aktlenblerbraueren—.— Mannh. Gum.⸗ U. Asbeſtfabr. 83.— Durfacher Hof vorm. Hagen 283.50 G Oggersheimer Splunerei—— Sichbaum⸗Bralerei 161 50 Pfälz. Nähm. u. Fahrräberf—.— Elefanteubrän Nühl, Wornis 99.— 8 Portl.⸗Gementwk. Se 106.— Brauerei Pater Freiburg 100.— Berefulg. Freiburger Ziegelw.] 107.— Rleiulein, Heldelberg 153.— G Berein Speyerer Zlegelwerke 96.75 8 Homburger Meſſerſchmitt 90.— 0 Hellſtofffabrik Waldhof 209.50 W Ludwigshafeuer Brauerei—.— Fee Waghäuſet 81.— Manub. Aktlenbrauerei 155 uckerraffinerie Mannbelm—.— Maunheinter Effekteubörſe vom 20. Nov.(Ofſtzieller Bericht.) Die heutige Börſe zeigte feſte Haltung. Es notirten: Spar⸗ und Ereditbank, Landau 130 G. 132., Verein chem. Fabriken 178., (4- 3%), Brauexrei Kleinlein, Heidelberg 153.,( 2%), Brauexei Sinner, Grünwinkel 176.,( 6%), Mannheimer Lagerhaus⸗ Aktien 97.,(. 2%), Zuckerfabrik Waghäufel⸗Aktien ebenfalls hößer. Notiz 81 Geld. 4 ½ Mannheimer Stadt⸗Obligationen von 1900 wurden zu 183 9% umgeſetzk. 5 * Bayeriſche Blerbrauerei⸗Geſelſchaft vorm. H. Schwartz in Speher. Die geſtrige 16. ordentliche Generalberſammlung war von 13 Aktionären beſucht, welche 509 Aktien zu vertreten hatten. Die borgelegte Bilanz ſowie die vorgeſchlagene Gewinn⸗Vertheilung wur⸗ den einſtimmig genehmigt und Direktion und Aufſichtsrath Decharge ertheilt. Die Abſchreibungen betragen M. 106 658, dem Deleredere⸗ Konto werden M. 15 000 überwieſen. Die Dibidende von 8 Progz. erfordert M. 80 000 und M. 22 518 werden auf neue Rechnung vor⸗ getragen. Pariſer Anfangskurſe. 3% Rente 100.80, Italiener 99.80, Spanier 71.—, Türken D. 24.17, Türk. Looſe 101.50, Banque Ottomane.20, Rio Tinto 11.74, London, 20. Nopbr. 3 Reichsanleihe 88, Chineſen 56, 2¾ Conſols 92, 5 Staliener 99 ½, Griechen 42, 3 Portugieſen 26½, Spanier 70, D Türken 23¾, 4 Argentinſer 62¼8, 3 Mexikaner 26½, 6 Mexikaner 98½, 4 Chineſen 83½ beh., Ottomanbank 10%, Rio Tinto 46, Southern Paeiſie 61½ Chieago Milwaukee 172¾8, Deuver Pr. 96¼, Atchiſon Pr. 104¼ Louisville u. Naſhv. 109, Northern Pgeiſie Pref 103½, Union Paeiſie 106¼. Londen, 20 Nopbr.(Südafrikaniſche Mine.) Debeers 99½, Chartered 2¾, Goldſtelds 7¼ Randmines 10, Castrand 775 Teudenz: träge. per Paar Mk. 16—50 in allen Fagons und Weiten vorräthig empfiehlt 77⁰ Siegfried Rosenhain, Juwe Geh, M..50, geb. M..50. Mit den„Jungfrauen bom Felſen erſcheint das Erſte der drei Werke, die d Annunzio als die„Momane 4. Selre. General⸗Anzeiger. Mannheim, 20. November, Zwangs⸗Verſteigerung. Harmoni 9— Gesel! Schaft. Donuerſtag, den 21. d. Mts., Samſtag, den 25. November, Abends 8 Ahr: Nachmittags 2 uhr 8 N 0 Abeyhd-yferhalfuhs Je N annteim, werde ich im Pfaudlokale Q 4, 5 im zollitre ckungswege öffentli ich gegen Baarzahlung meiſtbietend verſteigern: 14595 1 Clavier und Möbel verſchiedener Art. wozu die verehrlichen Mitglieder nebſt Familienangehörigen J. Sexaier fiachi, D 2, 6. freundlichſt einladet 14465 Der Vorſtand. Die Einzeichnungsliſte liegt beim Hausmeiſter, woſelbſt auch die Tiſchkarten in Empfang genommen werden können, bis ſpäteſten Freitag Abend 7 Uhr auf. Mannheim, 20. Novbr. 1901. Baumann, Gerid Asvollzieher. Zwangs⸗Perſteigerung. werde ich im Pfandlokal q 4, 5 S08088888 8 8 e demden Geburt 0 8. Elisabethen- Verein Mahein. 5 NN f Verſchied. Möbel, 2 Doggen⸗ 0 Gezwungen durch die beſonders in dieſem Jahre häufigen Donnerſtag, 21. Nov. 1901, 121 e en ſungen Nachmittags 2 Uhr 73022 11 SDre 38 hier, gegen baare Zahlung im 2 Vollſtreckungswege öffentlich ver⸗ 0 ſteigern: 14588 0 5 81 doberenede werden wir Anfangs Dezember mit g 5 1 0 5 habei 0 4 hoher miniſterieller Genehmigung eine Mannheim, 20. Novbr. 1901. 0 zeigen hocherfreut an 152 0 0 VBrehm Heinrich Kohlmeier 2 955 0 el⸗ I. 10 Gerichtsvollz, Meerfeldſtraße 16. 0 0 1 en⸗ ex 00 Uun 5 7 8 5 1 u. Frau. tadellos, billig Havelock dad. 9 Abeugeben, noſt 758 veranſtalten. Wir bitten alle unſere Mitglieder und d 18 5 M 1 5 1 3 4. Qnerſtr.z 127 II. Negarnerf, Vo: 790 15 bringend, zu dieſem Zwecke geelgnete Gaben uns aa—— a¹ Sim, 9 8 22 Sohes 0 bl- zukommen laſſen zu wollen. Es handelt ſich nicht allein 2 088 um die laufende Unterſtützung der Armen, ſondern auch um P F 1 2 Große Treibj jagd itb 15 Erhaltung unſerer bereits getroffenen Tardtaben Einrich⸗ 7 Er onal⸗ Bett remden⸗ Bett Mitber,Schwalbe“ fütter 5 ſ. 170 1 5 für 75 1 5 4b f le V ämter, die Damen des Vorſtandes, ſowie der Unterzeichnete Rehe a duedſebe ſind zur Entgegennahme von Geſchenken jederzeit gerne 35 Mark. Derbelt 5 9. 5 in den meiſten zoologiſchen bereit. 57 Deckbett g 0 5 M. 11— 2 Kiſſen à 5 M. 5 5 10.— ärten im Gebrauch, iſt das Karl Winterhalder, Kaplan, A 4, 2. 1 Kiſſen„.501 Matratze„. 0 7 2 beſte und älteſte Futter Matratze„„.—[ engliſche eiſerne Bettſtelle d. 720 u. 80 Pfg. in verſiegelten Packeten PPPTTTPTTTTTTTT 3 Eiſerne Bettſtelle— 2.50 mit Patentmatratze„35.— im Schlegel und zu Orig.⸗Preiſen imſtets piſch. 5 zuſammen M. 35.— zuſammen M. 75.— m Rfſcken v. 4.an nur erhältlich bei 15 6 7 9 N b 8 11 7 175 Wald haſen Kein in feins Nußbaum⸗Bett Complettes Schlaf⸗Zunmer f unſtſtraße. 75 für ut von 2½ Mk. an N 1 1 110 Marke 450 Mark.* 5 K 5 Bettſt Braten von Mk..80 an, M. 45.—2 Satin⸗uußb. Bettſtellen 0 ſtagout 60 Pfg. 1 1 Sprungfedermatratze 25.—2 Nachttiſche mit Marmor Wageüt 60 Pfg Alle zurückgesetzte Mannheim. 1 Stearasmetratze:—1 Waſchtiſch mit Marmor Fasanen bon e Mark an].— Teppiche Calus K ſistoliseher Vorttä eeneen a 0. 12— u. 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