Sezugspreiſe: In Raundeim und umgebung wöchentuch 68 Sold pfennig. die monatlichen Hezieher verpflichten ch dei eptl. Renderung der wirtſchaſtlichen verhältniſſe notwendig werdende Dreiserhöhungen anzuerkennen. poſt⸗ ſchecktonte nummer 175%0 Karlsruhe.— hauptgeſth uſts ſtelle Mannbeim E 6, 2.— Seſchüſts⸗Nebenſtelle Neckarſtabt, wals⸗ deſghe. 6, gernſpr. ne. 7041, 732, 7033, 764, 748. Telegr. Rör. deralanzeiger Manndel Erſcheint wöchentlich zwölfmal. Neue Beilagen: Sport u. Spiel im Mannheimer Heneral-Anzeiger Aus Zeit u. Leben mit Mannheimer Frauen- u. Mulik-Geitung Aus der Welt der Cechnik Aus Seld u. Harten Wandern u. Neiſen Abend⸗Ausgabe Badiſche Neueſte Nachrichten Mannheimer Jeitung Preis 10 Pfeunig 1924— Nr. 430 Anzeigenprelſe nach Tarif, dei voreuszahtung pro ein⸗ ſpaltige Roloneizeile für Rllgameine Ninzeigen%% Solsmark Reklamen.— Soldmark. Kür Anzeigen an beſtimmten Jagen Stellen und Rue gaben wies keine verantwortung übere nommen. Höhere Sewalt, Streiks, Seteiebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzunſprüchen für ausgefallene oder deſchründte Rusgoben oder für verſpütete Rufnahme von Ru⸗ zeigen. Ruftr. ö. Fernſpr, ohne Sewühr. Serichtsſt. mannheim. — — erriot und Macdonal Fuſammenkunſt Anfang Oktober Nach Meldungen der Londonec Preſſe aus Genf ſoll eine er⸗ heute Begegnung von Mac⸗donald und Herriot auf der Völ⸗ kerbundsklogung für Anfang Oktober geplant ſein. Man erwartet dier jedoch, daß die innerpolitiſche Lage in England ſo wenig ge⸗ kläct ſei, daß eine zweite Reile Macdonalds nach Genf nicht zu erwarten ſteht. Die Schutzrolle der engliſchen Flotte ß London, 16. September.(Von unſerem Londoner Mit⸗ Erbeiter.) Hier herrſcht große Beunruhigung über die teldung aus Genf, daß nach einer Anregung der Dritten Kom⸗ Nmiſſion des Völkerbundes die britiſche Flotte dem Völkerbund zur Ausführung von Sanktionen im Falle eines Angriffs einer NMacht zur Verfügung geſtellt werden ſolle. Die Konſervativen und die Flottenkreiſe ſind der Benutzung der Flotte im Allgemeinen ebg eneigt und befürchten, in Händel verwickelt zu. werden, die KLngland nicht angenehm werden können. Man fragt ſich, was Amerika für eine Stellung einnehmen werde. Die engliſche Flotte beherrſche nicht mehr wie bisher das Meer uneingeſchränkt, ſon⸗ dern teilte ſich mit Amerika in dieſe Vorherrſchaft. Es könnte des⸗ lb bei Ausübung ſolcher Sanktionen durch die engliſche Flotte tlein unangenehme Reibungen mit Amerika ein⸗ kreten. Die eventuelle Annohme des Beſchluſſes der Dritten Kommiſ⸗ mon ſoll für die interalliierten Länder bindend ſein, bis ihn die kerſchiedenen Parlamente alle ralifiziert haben. Cin bete die engliſche Flotte wird dahe⸗ vorausſichtlich im engliſchen Porlament große Oppoſition finden. Die Entſchließung Macdonald-Herriot Heute vormittag ſind die Unterausſchüſſe, denen die Kulſchließung Macdonald⸗Herriot überwieſen worden mar, zu ge⸗ men Sitzungen zuſammengetreten, in denen die geſtern erzielte ndſatzliche Sinigung zwiſchen den Franzoſen und Englän⸗ zur Erörterung geſtellt war. Inzwiſchen warten die beiden ordnungen noch ergänzende Weiſungen ihrer Regierungen ab. allem ſoll, wie von verſchiedenen Seiten erklärt wird, noch Rückäußerung der engliſchen Regierung über den Um⸗ der engliſchen Verpflichtung bei den militäriſchen bzw. See⸗ gsſanktionen ausſtehen.(Siehe oben.) Zu den Fragen, die eine Verſtändigung über das Sanktions⸗ blem beſonders erſchweren, die aber jetzt einer Einigung ent⸗ gegengehen, gehört die Frage des engliſchen Seepriſen⸗ Sch t, die kürzlich in der Sitzung des 3. Ausſchuſſes von Sir Fecil Hurſt aufgeworfen worden iſt. Es handelt ſich dabei um Folgendes: England befürchtet, daß, wenn es ſeine Flotte für die Nlockade des in Bann erklärten Staates zur Verfügung ſtellt, das Priſenrecht zu Konflikten mit dritten Staaten führen könnte 755 dun England vor den Schiedsgerichtshof zitiert würde. Für dieſen Fal fordert England, daß das engliſche Seepriſenrecht vom Sthiedsgerichtshof angewendet wird. Der Einteitt Deutſchlands Eine ſozialdemokratiſche Ente “Der ſozialdemokratiſche Parlamentsdienſt veröffentlichte heute aufſehenerregende Mitteilung, daß Lord Parmoor, der eng⸗ uiche Delegierte beim Völkerbund, in Genf erklärt habe, er hade Ellaßlic der Konferenz in London mit Dr. Streſemann über den deutritt Deutſchlands in den Völkerbund geſprochen. Der Sozial. Achokratiſche Parlamentsdienſt hat es für nötig geholten, dieſe Sußerung den jüngſten Erklärungen des Reichsaußenminiſters Dr. re ſemann gegenüber zu ſtellen, in denen Dr. Streſemann be⸗ bund lich erklärk hat, nicht mit Lord Parmoor über den Völker⸗ 8 geſprochen zu haben. Demgegenüber wird von zuſtändi⸗ 8 Jer Stelle fol ürt: Le folgendes erklärt: Wir wi icht, ob die vom Sozialdemokratiſchen Parla⸗ rerbreeten Lord Parmoors tatſächlich dienſt verbreiteten Aeußerungen die RNäumung Oberhauſens wWö Beilin. 16. Sept.(Von unſerm Berliner Büro.) Der„B..“ 25 aus Oberhauſen gemeldet: die Räumung von Ober⸗ nient,ſe n iſt im Gange. Die Truppen des in Oberhauſen ſtatio⸗ 6 zu kten Bataillons ſind in ihren Quartieren eifrig damit beſchäftiat, m Abmarſch zu vacken. Heute nachmittaa ſollen die Quartiere ſahndeben werden. Am Abend ſollen keine Angehörigen der Be⸗ abienasarmee mehr im Stadtbezirk ſein, nur die Gendarmerre⸗ Saadt na bleibt vorläufig in Oberhauſen. Zum delegierten der wd bOberhauſen für die Feſtſtelluna der Beſatzungsſchäden urnd für die Uebernahme⸗Verhandlungen iſt ein ſtädtiſcher Beamter füimmen der Beſatzunasbehörde ein Leutnant aus Mühlhauſen be⸗ Heitret worden. Für die Uebergabeverhandlungen wird mit einem nichraum von 14 Taaen gerechnet. Die Reaie iſt bis jetzt noch bor, in Einzelverhandlungen eingetreten. Oberhauſen verbleibt emläufia unter der militäriſchen Verwaltuna des imandierenden Generals. gehört alſo noch zum Beſetzunasgebiet. mnerls Anlaß der beutigen Räumuna kam es geſtern abend zu quicklichen Iwiſchenfällen Nachen betrunkenen franzöſiſchen Soldaten und der Bevölkerung. erſtdoldaten nahmen in den Straßen von Oberhauſen verſchiedene 1 nd rungen vor, ſchlugen Schaufenſterſcheiben ein n mifkhandelten einen von einem Krankenbeſuch kommen⸗ tun Sanitätsrat. Die Polizei ſah ſich gezwungen. da die Ausſchrel⸗ n Sn immer bedroblichere Formen annahmen. zwei der Soldaten Die ebutzhaft zu nehmen. Acht andere Soldaten erariffen hierauf bo Flucht. Die inzwiſchen benachrichtiate franzöſiſche Gendarmerie mitt die beiden Feſtaenommenen ab und leitete die weiteren Er⸗ elungen ein.„ b breußiſche Miniter des Innern. Severina. den hannover⸗ Oberbi caierunaspräſidenten angewieſen, den Vertraa mit dem Seba ermeiſter Leinert, durch den er auf Lebenszeit mit vollem alt penſioniert wird, zu beanſtanden. Beſchluß 8 2 f 8——95 ſat deum Fall Ceinerl. Wie der„Hannoverſche Kurier“ erfährt, ſchen ahren wieder nach Gen gefallen ſind, oder ob ſie von dem Sozialdemokratiſchen Parla⸗ mentsdienſt nicht richtig wiedergegeben worden ſind. Tatſäch⸗ lich iſt von Lord Parmoor auf dem in Frage kommenden Früh⸗ ſtück, zu dem Lord Parmoor den Reichskanzler, den Reichsaußen⸗ miniſter und Reichsfinanzminiſter am 10. Auguſt in London ge⸗ laden hatte, mit keinem deutſchen Delegierten vom Völkerbund geſprochen worden. Engliſche Meinungen OLondon, 16. Sept.(Von unſ. Londoner Vertreter). Die „Weſtminſter Gazette“ kommt in ihrem heutigen Leitartikel auf die deutſche Kriegsſchuldfrage zurück. Das Blatt behauptet, Streſemann hätte die ihm zugeſchriebene Erklärung dementiert, daß Deutſchlands Eintritt in den Völkerbundsrat nach Löſung der Kriegsſchuldfrage erfolgen könne. Es ſei durchaus ange⸗ meſſen, daß Deutſchland einen dauernden Sitz im Völker⸗ bundsrat erhalte und daß keine neue Beſtätigung des Ver⸗ ſailler Vertrages von Deutſchland verlangt werde. Es könne aber nicht beanſpruchen, vor der Welt der Kriegsſchuldfrage ent⸗ laſtet zu werden, ebenſowenig wie man eine Wiederholung der öffentlichen Schuldanerkennung Deutſchlands verlangen könne. Der Verſailler Vertrag ſei eine Sache der Vergangenheit. Die deutſche Verantwortlichkeit und die Verantwortlichkeit der Alliierten aber ſel Sache der Gegenwart. Es gebe nur noch einen geringen Bruch⸗ teil von Menſchen, die an die wörtliche Auslegung des Verſailler Vertrages glauben. Die Kritik an den Paragraphen des Verſailler Vertrages ſei weit verbreitet und die Abweichung von deſſen Geiſt ſei faſt allgemein. In einigen Punkten hätte er aber großen Einflluß auf alle Idealiſten, das ſei die Errichtung des Rölkerbundes. Deutſchland könne nur g⸗winnen. wenn es deſſen Mitglied werde und ſein Wort dabei den Entſcheidungen mit in die Wagſchale zu werfen habe, um mit allen Ländern zuſammen für eine gerechte und unparteiiſche Regelung aller Streitfragen einzu⸗ treten. 9205 „Der„Marncheſtex Guardian“ ſagt in einem Leitartiker, es ſtehe Deutſchland ſelbſtverſtändlich frei zu ſagen, daß es nur unter den und den Bedingungen im Aufnahme in 95 Völkerbund erſuchen werde. Wenn Deutſchland aber zu viel Bedingungen ſtelle, werde der Zeitpunkt ſeines Eintritts vielleicht in unbegrenzte Zeit verzögert. Amerika könne es ſich leiſten, außerhalb des Völkerbun⸗ des zu bleihen, zum mindeſten für einjge Zeit. Deutſchland aber könne dies ſchwerlich tun. Keine Macht ſei z. B. mehr an der Aus⸗ führung der Vertröge betreffend den Schutz der Minderheiten ſo in⸗ tereſſiert als Deutſchland. ſchließe, zuüben. Das Blatt fährt fort, wenn Deutſchlandz Haltung zuſehr von Stolz und zu wenig vom eigenen Intereſſe diktiert erſcheine, ſo gelte ein gleiches von denjenigen Mitgliedern des Völkerbundes, die nicht ihr äußerſtes taten, um Deutſchlands Eintritt herbeizu⸗ führen. Denn ſolange Deutſchland außerhalb bleibe, verliere der Völkerbund unendlich viel, nicht nur in moraliſcher Hinſicht. Am meiſten mache ſich die Abweſonheit Deutſchlands bei Erörte⸗ rungen über Abrüſtung und Sicherheit bemerkbar. Solange es nicht teilnehme, könne der Plan nicht in Wirkſamkeit treten oder wenn er dies tue, werde er ein gegen Deutſchland gerichteter Plan ſein. Hierin liege keine endgültige Sicherheit. Deutſchland ſei eine mächtige Nation, um durch Kräfte des Bundes, dem Rußland und Amerika nicht angehören, für immer in Unterwürfigkeit gehalten zu werden. Die Schwierigkeiten lägen darin, daß diejenigen Län⸗ der, die kürzlich einen großen Teil ihres Gebietes und ihrer Be⸗ völkerung verloren haben, nicht den gleichen Antrieb zum Frieden hätten, wie diejengen, die ſie erwarben. Der britiſche Vorſchlag ziele auf den Schiedsgerichtsgedanken hin. Wenn Deutſchland über⸗ zeugt werden könne, daß ein Schiedsſpruch ihm ebenſo wie anderen Nationen Gerechtigkeit zuteil werden laſſe, dann beſtehe kein Grund dafür, daß es ſich nicht willig an dem Plan beteilige, der die Kräfte der Welt gegen jeden Staat, der den Schiedsſpruch verletzte, ver⸗ einigen werde. Aber Deutſchland werde nicht überzrugt werden, wenn die ſchiedsgerichtliche Inſtanz nicht auch das Recht hätten, Verträge, die als ungerecht erwieſen ſeien, abzuändern. 5 55 Eine vertrauenserklärung für Streſemann Die Ortsaruppe München der Deutſchen Volkspartei) (Nationalliberale Partei in Bayern) nahm im Anſchluß an ein Re⸗ ferat ihres Vorſitzenden folgende Entſchließung einſtimmia an: „Der Ortsverein München der Deutſchen Volkspartei(Nationat⸗ liberale Partei) hat die Politik, die Dr. Streſemann als Parteiführer, als Reichskanzler und als Reichsaußenminiſter nach innen und außen geführt hat. aebilligt. Wir entbieten dem bewährten Staats⸗ mann, dem in wahrhaft vaterländiſcher Hingabe arbeitenden Führer herzlichen Gruß aus unſerer bayeriſchen Heimat, aus dem deutſchen Süden. Wir erkennen den Erfolg ſeiner Außenpolitik im Kampf gegen die Lüge von der Kriegsſchuld, im Kampf für die Einheit des Vaterlandes. Der Annahme des Sachverſtändigenautachtens und der zur Durchführung erforderlichen Geſetze haben die Gegner einen poſitiven Vorſchlag nicht entgegenſetzen können. Dr. Streſemann hingegen hat durch ſeine Politik die Befreiung der beſetzten Gebiete vom feindlichen Druck und die Wiederherſtellung der deutſchen Sou⸗ veränität auf deutſchem Boden eingeleitet und damit dem aroßen politiſchen Ziele Deutſchlands, der Erhaltung des Reiches, den Weg gebahnt. Die Politik Streſemanns war es., die unſere Pfalz am Rhein bei Bayern. beim Reich erhalten har Da⸗ für kann ihm kein vaterländiſch Geſinnter den Dank verſagen.“ de⸗ lialjenſſch-ögyptiſche Grenzkonflikt Wie aus London berichtet wird, ſind die eingeborenen Stämme an der ägyptiſchen Weſtgrenze, vor allem die Senuſſen, wieder ſehr rührig geworden. Die italieniſche Regierung habe daher Aegypten mitgeteilt, daß die Regelung der Grenzen zwiſchen Agy p⸗ ten und Tripolis nicht länger hinausgezögert werden dürfe. Italien werde in der nächſten Zeit die angeſtrebte Grenze bei Solum militäriſch beſetzen. Die ägyptiſche Preſſe führt die Hal⸗ tung auf engliſche Beeinfluſſung zurück. England wolle ſich an Aeghpten für den Konflikt im Süden rächen. In der ägyptiſchen Preſſe wird der italieniſch⸗ägyptiſche Kon⸗ flikt in der Frage der Feſtſetzung der tripolitaniſchen Grenze für ziemlich ernſt gehalten. Es wird gemeldet, daß die italieniſche Garniſon von Benghazi weſentliche Truppenverſtärkungen erhalte. Man erwartet eine italieniſche bewaffnete Intervention. 1 Bevor es ſich aber dem Völkerbund an! habe es keine direkten Mittel, einen Druck aus⸗ Frankreich und die Kriegsſchuloͤfrage VParis, 14. Sept. (Von unſerm Pariſer Mitarbelter) Wer in dieſen Tagen mit Franzoſen ſpricht, die den Poincaris⸗ mus verdammen und eine„neue Aera“ herbeiſehnen, wird das ſtereotype Wort vernehmen:„Laſſen wir die Vergangenheit ruhen, beginnen wir von neuem. Vernichten wi, die Chancen einer Verſtändigung nicht dadurch, daß wir die Frage der Verant⸗ wortlichkeit am Kriegsausbruch aufwerfen. Später wollen wir den Streitfall behandeln.“... Nichts leichter, als eine ſolche Motivie⸗ rung zu widerlegen, dem Gegner des Poincarismus zu zeigen, daß die moraliſche Abrüſtung dies⸗ und jenſeits des Rheins vor⸗ bereitet und erledigt werden könnte, wenn man in Frankreich den Mut' beſäße, aus einer Reihe unwiderleglicher Tatſachen die Konſe⸗ quenzen zu ziehen. Zu dieſen Tatſachen gehören: die in den Nach⸗ kriegsjahren erſchienenen Dokumente über die Urſachen des euro⸗ päiſchen Konflikts und— was unbedingt jedem Franzoſen vor Augen gehalten werden muß— das Eingeſtändnis namhafter fran⸗ zöſiſcher Hiſtoriker, Volkswirtſchaftler, Politiker, Schriftſteller, daß Deutſchland nicht ausſchließlich und allein am Ausbruch des Krieges ſchuldig iſt, daß der Artikel 231 des Verſailler Vertrages ein Urteil brutaler Sieger über den geſchlagenen Feind bedeutet, der— wie Brockdorff⸗Rantzaus Anſprache an die alliierten und aſſoziierten Re⸗ gierungschefs im Mai 1919 zeigte— die Unterſuchung der Kriegs⸗ ſchuldfrage forderte, aber eine Zurückweiſung voll clemenciſtiſchen Hohns erhielt. Unmittelbar nach dem Friedensſchluſſe in Verſailles machten ſich in der franzöſiſchen Geſchichtsſchreibung Tendenzen bemerkbar. die „Spiegelſaal⸗Theorie von der alleinigen deutſchen Krieosſchuld“ (Profeſſor Aular d) unter die Lupe zu nehmen. Wichtige Doku⸗ mente, die während des Krieges als deutſche Lügenpropaganda ge⸗ brandmarkt wurden, fanden den Wea ins Arbeitszimmer nomhafter Hiſtoriker. Eine mir vorliecende Bibliocraphie zeiat, daß ſeit Mitte 1919 nicht weniger als 1654 Bücher und Broſchüren über die Kriege⸗ ſchuldfrage erſchienen ſind: davon entfallen mehr als zwei Drittel auf die Unterſuchung der Voroeſchichte, auf Rußlands Panflavismus und deſſen Folgen für die Entſtebung des euroväiſchen Kampfes, auf die. Prüfuna der deutſchen, öſterreichiſchen und in Petersbura auf⸗ gefundenen Akten. Dieſe Schriften fanden anfänalich einen ſehr be⸗ ſcheidenen Abſatz, während ſich im Vorjahre(es war das Jahr poin⸗ cariſtiſcher Kalaſtrophenpolitik) der Leſerkreis bedeutend erweiterte. In intellektuellen Kreiſen wuchs das Intereſſe für dieſe Geſchichts⸗ ſchreibung ſo ſtark an, daß Nachſchlagewerke veröffentlicht wurden, die ſich heute in der Biblidthek eines jeden gebildeten Franzoſen be⸗ finden, der über die Geſchichte der letzten zwei Jahrzehnte orientiert ſein will. Neben koſtbaren Ausgaben aibt es vopuläre Schriften, die tief in die Arbeiterſchichten eingedrungen ſind. Durch dieſe Publi⸗ kationen verloren ſogenannte Standardwerke, wie Hanotegur: „Histoire de la grande guerre“ und Poincarés:„Les Origines de la guerre“ jede Bedeutung. Man betrachtet ſie als abgetan, als Produkte einer Gilde von politiſchen Geſchichtsſchreibern. die alle Urſache haben, ſich reinzuwaſchen. Man darf heute als Axiom ausſprechen: die über wiegende Mehrheit des franzöſiſchen Volkes glaubt nicht an die alleinige und ausſchließliche Verantwortung Deutſchlands an der Entſtehung und am Ausbruch dos Krieges. Nicht einmal die Nationaliſten verheimlichen, daß ſie, die geiſtigen Pioniere des Vernichlungskampfes gegen Deutſchſamd, mitſchuldig ſind. Um dieſer Stimmung entgegenzuwirken, verbreiten linksrepublikaniſche(und blocknationaliſtiſchel) Blätter einige„Feſtſtellungen“, die keine ſind. Täglich leſen wir:„Deutſchland war der Angreifer, es überfiel Belgien; Frankreich hielt ſeine Truppen fern von deutſchem Boden.“ Weshalb dieſe Argumente, deren Hanloſigkeit zeigt, wie furchtbar beſcheiden die Verteidiger der„causa judicata“ geworden ſind? In Genf ſagte der poincariſtiſche Senator Henry de Jouvenel:„Es läßt ſich nicht ſagen, wer im Weltkriege der Angreifer, wer der Angegriffene war. Unſer Generalſtab wäre nicht in der Lage, ſich bejahend, oder verneinend über die Frage zu äußern, ob Deutſchland als Angreifer anzuſehen iſt.“ Jouvenel bekennt, daß die Beſchwich⸗ tigungsphraſen der Regierungspreſſe— denn es gilt, einer bedenk⸗ lichen Stimmung entgegenzutreten— zwecklos ſind. Ebenſowenig, wie man Deutſchland ſchlochthin als Angreifer bezeichnen kann, läßt ſich aus der erwähnten ſtrategiſchen Maßnahme des franzöſiſchen Generalſtabs auf den„Friedenswillen“ Frankreichs ſchließen. Uebrigens nötigt dieſes„Argument“ jedem franzöſiſchen Unteroffizier ein Lächeln ab.„ Nein! Es hat abſolut keinen Sinn mehr, daß die heutige fran⸗ zöſiſche Regierung dem Ergebniſſe bisherigen Unterſuchungen in der Kriegsſchulfrage mit unhaltbaren Verſionen entgegentritt. Wer nimmt dieſe Belehrungen ernſt?... Ein Freund Herriots ſagt mir aber:„Die deulſchen Nationaliſten wollen die Kriegsſchuld⸗ frage benutzen, um den ganzen Verſailler Vertrag aus den Fugen zu heben. Erſt wenn wir wiſſen, daß Deutſchland— das demo⸗ kratiſche und ſozialdemokratiſche— den Pakt unangetaſtet laſſen will, werden wir die Schuldfrage einem Schiedsgerichte über⸗ geben.“.... Stellt man dieſe Aeußerung neben die eingangs er⸗ wühnte des„man of the street“, ſo läßt ſich die Zielrichtung der Herriotſchen Politik gegenüber Deutſchland erkennen: das deutſche Volk ſoll erſt dann von der Schuldlüge befreit werden, wenn es nach Jahr und Tag ſowohl den vertraglichen Forderungen nachge⸗ kommen iſt, als auch bei der wirtſchaftlichen Annähe⸗ rung, die hauptſächlich in Frankreichs Intereſſe liegt, ſeinen guten Willen bewieſen hat. die franzöſiſchen Schulden an Amerika (Spezialkabelbericht der United Preß) — Waſhington, 15. Sept. Wie wir erfahren, iſt Schatzſekretzär Mellon der Anſicht, daß die in den Hurley⸗Plänen vorgeſchlagene Annahme nichtſtaatlicher franzöſiſcher Wertpapiere durch das ameri⸗ kaniſche Schatzamt kaum durchführbar ſein wird, da dadurch der Auf⸗ bau 6 großen Apparates zur Anlage dieſer Summer nötig ſein würde. Die Auswirkungen des Dawesplanes auf Frankreich Walhingkon, 16. Sept. Das Mitglied des Kongreſſes Bur⸗ [ton. das gleichzeitig Mitglied der Schuldentilgungskommiſſion iſt, hat ſowohl Präſident Coolidge als auch Schatzſekretär Mellon einen Beſuch abgeſtattet, wobei er über die Auswirkungen des Dawes⸗ plans Bericht erſtattete. Nach dieſem Bericht würde eine günſtige Auswirkung des Planes einen großen Einfluß auf Frank⸗ reich in der Frage der Tilgung ſeiner Schulden an Amerika haben. Seite. Ar. 430 Mannheimer General⸗Anzeiger(Abend⸗Ausgabe) Dienskag, den 16. September 1924 Eine auffällige Nückberufung San Diego(Kalifornien), 15. Sept. Marineminiſter Wil⸗ bur, der ſich auf einer Dienſtreiſe im hieſigen Kriegshafen befand, eilte auf ein Telegramm des Präſidenten Coolidge ſofort nach Waſhington zurück. Er benutzte für die 1300 Meilen weite Reiſe ein Flugzeug. Das Telegramm, das die eilige Abreiſe des Miniſter⸗ verurſacht hatte, hatte folgenden Wortlaut:„Ihre Anweſenheit in Waſhington iſt ſofort unumgänglich nötig. Sehr ernſt.“ Auf Anfrage beim Unterſtaatsſekretär der Marine Ro oſevelt, dem Aſſiſtenten des Miniſters Wilbur, erfuhr die United Preß, daß Rooſevelt, der die Abſchickung des Telegramms beſtätigte, über die Gründe, die zur Rückberufung geführt haben, nichts ſagen kann. Der Sekretär des Präſidenten Coolidge, Miſter Slemp, erklärte mit Bezug auf das Telegramm, deſſen Abſendung er ebenfalls beſtätigte, daß es die Worte„ſehr ernſt“ nicht enthalten habe. Er erklärte weiter, daß die Inſtruktion zur ſofortigen Rück⸗ kehr mit der auswärtigen Politik nichts zu tun habe, weigerte ſich aber, weitere Erklärungen abzugeben. Die plötzliche Abreiſe Wilburs von San Diego hat überall großes Aufſehen erregt und iſt durch die offizielle Er⸗ klärung nicht ganz beſeitigt worden. Allgemein wird ſeine Rück⸗ berufung nach Waſhington mit der Lage im fernen Oſten in Verbindung gebracht. Zur Neubilöunz des Rohlenſyndikats Das Eingreifen des Reichswirkſchaftsminiſters Zu der heute im Reichsanzeiger erſcheinenden Verordnung über den Beitritt von Bergwerksbeſitzern zum Ruhrkohle nſyndi⸗ kat wird amtlich folgendes bemerkt: Der Ruhrbergbau hat ſich bekanntlich nach ſchwierigen inneren Kämpfen am 12. ds. Mts. in Eſſen mit rund 90 Proz. der Geſamt⸗ beteiligungsziffer zu einer freiwilligen Syndikatsbildung auf fünf Jahre im Anſchluß an die Ende des Monats ablaufenden„Ver⸗ einigung für die Verteilung und den Verkauf von Ruhrkohle zu⸗ ſammengefunden. Bedingung für den Zuſammenſchluß war aber, daß die noch außenſtehenden Bergwerksbeſitzer— unter denen ſich drei ausländiſche befinden,— bis zum Abend des 16. September Mitglieder geworden ſeien. Ein vom Reichswirtſchafts⸗ miniſter an die außenſtehenden Bergwerksbeſitzer unter Bezug auf das Kohlenwirtſchaftsgeſetz gerichtete Aufforderung hatte bis heute kein Ergebnis. Unter dieſen Umſtänden war damit zu rechnen, daß ein lebens⸗ fägsges Syndikat nicht mehr zuſtande kam. Angeſichts der Gefahr, daß ſich in der gegenwärtigen kritiſchen Wiriſchaftslage einer unferer Wirtſchaftszweige in inneren Kämpfen verzehrte und ange⸗ ſichts der volkswirtſchaftslichen Bedeutung, die ein ſtraffes Kohlen⸗ ſundikat insbeſondere auch für die Regelung der Ausfuhr und die Durchführung der Reparationskohlenlieferungen hat, konnte die Regierung nicht untätig bleiben. Eine Verlängerung des bisherigen Zuſtandes hätte die bereits eingetretene Zerſpüterung nur verſchärft und die Ausſichten auf einen feſten Syndikatszuſammenſchluß, der jetzt allſeits als dringend anerkannt wurde, nur vermindert. Trotz der Bedenken, die an ſich gegen ſtaatliche Eingriffe in die wirbſchaftliche Sehoſtverwaltung ſprechen und trotz der Einwen⸗ dungen, die im einzelnen gegen manche Beſtimmemgen des Syndi⸗ batsvertrages geltend zu machen wären, entſchloß ſich der Reichs⸗ wirtſchaftsminiſter, den von der überwältigenden Mehrheit deg Rußhrbergbaus geforderten reſtloſen Zuſammenſchtuß auf der von ihr angenommenen Grundſgge dadurch berbeizuführen, daß er die außenſtehenden Bergwerksbeſitzer auf dem Ver⸗ ordnungswege in das Kohlenſyndikat einfügte. Die vergütung der Nuhrſchäden Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung über bie Ruhrſchäden, zu deren Abaeltung u. a. foloendes beſtimmt mird: Eine Veraütung wird nur geleiſtet, wenn der Antrag auf Ent⸗ ſchädiaung für die bis zum 28. September 1923 einſchließlich ent⸗ ſtandenen Schäden, bis 30. November 1923 und für die in der Zeit vom 29, September 1923 bis zum 31. Oktober 1923 entſtandenen Schäden bis zum 31. Dezember 1923 bei der Reichs⸗ Landee⸗ odor Gemeindebehörde eingegangen iſt. Die nach den bisherigen Beſtim⸗ mungen mangels ordnungsmäßiger Anmeldung abaelehnten. nam vorſtehender Regelung aber als in der gehörigen Form und Friſt geſtellt anzuſehenden Anträge können bis zum 25 Oktober 1924 bei beſtimmten Feſtſtellunasbehörden wiederbholt werden. Nach dem 80. Oktober 1923 entſtandene Schäden werden nicht veraütet. Be⸗ züglich der Aus⸗ahlung der feſtgeſtellten Vergütungen bleibt es bei den bisberigen Beſtimmungen. *Herabſetzung der Telephon⸗ und Telegraphengebühren. Es beſtätigt ſich, daß eine Herabſetzung der Telephon⸗ und Tele⸗ graphengebühren in Ausſicht genommen iſt. Die Beratungen dürften morgen abend zum Abſchluß kommen. Die Kontrollkommiſſion in Kiel. Die Ententekontrollkommiſ⸗ ſion iſt geſtern in Kiel eingetroffen und beſichtigte die Marine⸗ anlagen, das Marinearſenal und das Munitionsdepot. Der Ausgleich mit den hohenzollern Berlin, 16. Sept.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Bemühungen um einen Vergleich zwiſchen Preußen und der Krone ſind, wie wir kürzlich bei einer Würdigung der Denkſchrift über dieſen unerquicklichen Streitfall feſtſtellen mußten, im Augen⸗ blick als geſcheitert zu betrachten. Die preußiſche Regierung will nun ein ſchiedsgerichlliches Verfahren herbeiführen, weil man ſich vom Ausgang weiterer Prozeſſe wenig verſpricht. Die Krone ſcheint dagegen die Beibehaltung der gegenwärtigen Taktik vor⸗ zugishen, wonach ſie verſuchen will, ſchrittweiſe von den ge⸗ richtlichen Entſcheidungen über einzelne Vermögensobjekte zu Ent⸗ ſcheidungen über das Gros des Streitfalles zu gelangen. Für den Staat liegt die Sache inſofern nicht günſtig, weil er aus dem hiſtoriſchen Zuſammenhaige ſeine Rechtsanſprüche glaubt ableiten zu können. Das Gericht macht aber zur Grundlage ſeines Spruchs ausdrücklich den grundbuchlichen Tatbeſtand, der wirklich zu ſeinen Gunſten ſpricht. Denkbar wäre auch eine reichsgerichtliche Behandlung, der aber der Art. 153 der Reichsverfaſſung entgegen⸗ ſteht. Preußen hat das Recht, im Reichsrat ein Geſetz zu bean⸗ tragen, das unter Abänderung der Verfaſſungsvorſchriften Ver⸗ mögensſtreitigkeiten regelt. Bis jetzt iſt ein ſoſcher Antrag nicht geſtellt, doch wird ſich Preußen nötigenfalls zu dieſem Schritt ent⸗ ſchließen. In der Vermögen⸗maſſe befinden ſich auch Kunſtſchätze von außerordentlich grogem Wert, ſo Rembrandbilder, deren Erlö⸗ nach Anſicht Sachverſtändiger allein hinreichen würde, um die canzen Auseinanderſetzungen hinfällig zu machen. Der ehemalige König nimmt beiſpielsweiſe das Recht in Anſpruch, über etwa 3000 Gemälde des Kaiſer Friedrich⸗Muſeums, d. h. über 3/ des geſamten Bilderbeſtandes nach ſeinem Belieben zu verfügen. Auch der Genter Altar befand ſich urſprünglich dorunter. Nach ſeiner Auslieferung an die Enbente gamäß dem Verſailler Vertrag verlangt die Krone hierfür Entſchädigung vom preußiſchen Staat. Demgegenüßer iſt anderslautenden Meldungen nach feſtzuſtellen, daß 1 geſamte Vermögen ſeit der Beſchlagnahme beſteuert wor⸗ n iſt. Die Kriſis bei den Ddeutſchnationalen hat eine unerwartete Verſchärfung durch eine Entſchließung des Landesverbandes Thüringen erfahren, in der es u. a. heißt, daß der Eintritt der Partei in eine Regierungskoalition der Er⸗ füllung mit den bisherigen Trägern der Erfüllung an maßgebender Stelle den Abſchluß der bisherigen Entwicklung bedeuten würde. Der Landesverband Thüringen ſei nicht gewillt, eine ſolche Ent⸗ wicklung mitzumachen. Er forderte 1. den alsbaldigen Rücktritt des Partei⸗ und Fraktionsvorfitzenden, 2. die Um⸗ geſtaltung der Organiſation der Partei⸗ und Fraktionsleitung, 3. die Abkehr von dem Gedanken der Beteiligung an einem Reichskabinett, das nicht durch ſeine Zuſammenſetzung ſichere Ge⸗ währ biete für die Wahrung nationaler Ehre und Würde ſowie der deutſchen Lebensnotwendigkeiten in der Führung der Außen⸗ politik. Schließlich wird für den Fall der Nichterfüllung dieſer thüringiſchen Forderungen durch den kommenden Parteivertretertag der Deutſchnationalen mit dem Abbruch der Beziehun gen zur deutſchnationalen Parteileitung gedroht. Anderer Meinung iſt Max Maurenbrecher, der in der „Deutſchen Zeitung“ von einer Spaltung vorläufig abrät, da dieſe nur zur Schwächung der Rechten führen würde, wenn die ver⸗ ärgerten Elemente etwa zu den Deutſchvölkiſchen übergehen würden. Es gäbe, ſchreibt er weiter,„zunächſt nur einen Kampf innerhalb der Partei um die Führung. Und dieſen Kampf müſſen wir mit aller Rückſichtsloſigkeit aufnehmen... Iſt es uns nicht gelungen, bis zur nächſten Wahl die Führung in der Partei und in den Fraktionen für unſere Geſinnungsgenoſſen zu erringen, dann bleibt uns zu gegebener Zeit immer noch möglich, als geſchloſſener Körper aus der Deutſchnationalen Volkspartei auszutreten und dann als ſelbſtändige Partei die Vereinigung mit den Nationalſozialiſten zu einer einheitlichen Front zu verſuchen“. Die Stellung der Württemberger Deutſchnationalen iſt nicht ſo ſchroff. Sie haben am Sonntag im Anſchluß an vertrau⸗ liche Ausführungen des Staatspräſidenten Bazille ſich ausgeſpro⸗ chen, wobei ſich nach dem Berichte der„Südd. Ztg.“ das„erhebende Bild“ ergeben habe, daß Ja⸗ und Neinſager in völliger Einig⸗ keit des Zieles und in gegenſeitiger Achtung der beider⸗ ſeitigen Gründe ſich zuſammenfanden. In dieſem Sinne war denn auch die am Schluß der Tagung angenommene Entſchlie⸗ ßzung gehalten, in der noch die Erwartung ausgeſprochen wird, daß die deutſchnationale Führung ihren Einfluß bei der Durch⸗ führung der Geſetze zielbewußt und tatkräftig zur Geltung Völkiſche Kampfmethoden bringe. Nach einer Meldung der„Voſſiſchen Zeitung“ aus Hinden⸗ burag in Oberſchleſien kam es dort am Sonntag abend in einer Wahlverſammlung der Demokratiſchen Partei zu wüſten Aus⸗ ſchreitungen und zur Trennung der Verſammlung, indem deutſchvölkiſche Stoßtrupps mit Pflaſterſteinen und ähnlichen Waffen auf die demokratiſchen Ver⸗ ſammlungsteilnehmer einzuwirken ſuchten. Bei der wüſten Schlä⸗ gerei ſollen zahlreiche Perſonen verletzt worden ſein. Erſt ein Kom⸗ mando der Schutzpolizei koͤnnte die Ruhe wiederherſtellen. Die Orts⸗ gruppe Hindenburg der Demokratiſchen Partei wird gegen die An⸗ führer Strafantrag wegen Landfriedensbruch ſtellen. n Schlaginſtrumenten, Wagen ohne Wiſſen des Chauffeurs benutzt worden. Bayern und das Keich Das„B..“ hatte, wie bereits kurz berichtet, in einem Artikel von Verhandlungen geſprochen, die zwiſchen Bayern 25 dem Reich ſtattgefunden hätten. Dieſe Verhandlungen ſollten 9 züglich der Eiſenbahnfrage vor einem Abſchluß ſtehen, der 955 eine günſtige Regelung der Abfindungsfrage erwarten laſſe. Auße dem war davon geſprochen, daß auch über die Grundlagen de förderaliſtiſchen Denkſchrift Bayerns verhandelt worden Die„Bayeriſche Volkspartei⸗Korreſpondenz, erklärt nun zu, das große Entgegenkommen(?) das Bayern in der Eiſenbaht, rage gezeigt habe, müſſe nach rein außenpolitiſchen Mot! ven bewertet werden. Bloß um des lieben Friedens mit den Berliner Regierungsſtellen willen und bloß um der ſchönen Augen einer Reichsvegierung willen hätte Bayern nicht darau verzichtet, das Reichseiſenbahngeſetz, ſo wie es jetzt iſt, zu ver⸗ hindern. Die Behandlung der Abfindungsfrage befinde ſich in einem Stadium, das vorerſt noch wenig Ausſicht auf eine be⸗ friedigende Erledigung eröffne. Auch was ſich ſonſt der Verfaſſer des Artikels unter„Schlußverhandlungen“ vorſtelle, ſei bei Kennt⸗ nis des Standes der Dinge nicht recht zu ergründen. Schließlich wird noch die föderaliſtiſche Denkſchrift der bayeriſchen Staatsregierung als eines der wichtigſten Pro! grammſtücke des bayeriſchen Föderalismus überhaupt be· zeichnet. Eine Bereinigung auf dieſem Gebiete ſei nur dann mög' lich, wenn die Grundſätze dieſer Denkſchrift Grundſätze einer Reichs⸗ verfaſſungspolitik in Deutſchland würden. Solange dies nicht Fall ſei, werde eine dauerhafte Klärung des Verhiltniſſes zwiſchen Berlin und München wohl nicht möglich ſein. Was hier von bayeriſcher Politik und von Reichspolitik gelte, dürfe ohne weitere⸗ auch guf das Verhältnis zwiſchen Bayeriſcher Volksparte! und Zentrum angewandt werden. Ein Ausgleich werde er dann möglich ſein, wenn es nicht mohr nßties ſe des wavern ein föderaliſtiſches Programm einer Zentraliſtiſchen Reichspolitik ent⸗ gegenſtellen müſſe. vorbereitungen zur Feppelin⸗Amerika⸗Fahrt Wie aus Newyork gemeldet wird, hat ſich Jakob Heinrich Klein von der Lakehurſt⸗Station, der im vorigen Jahre das nach dem Zeppelinſchen Syſtem erbaute Luftſchiff„Shenandoa“ befehligte, am Mittwoch an Bord der„Mauritia“ nach Deulſchland eingeſchifft⸗ Er beabſichtigt, mit dem Luftſchiff nach Amerika zurückzufahren. Man nimmt an, daß er zum Kommandanten des neuen Luftſchiffe⸗ ernannt wird, ſobald die deutſche Beſatzung auf armerikaniſchen Boden gelandet iſt. Nach der Landung des neuen Luftſchiffes, ſo das Waſſerſtoffgas, das der Luftkreuzer auf dem Flug über Ozean führt, durch Helium erſetzt werden. Größere Menges von Heliumgas ſind bereits auf der Marineſtation von Lakehur abgeliefert worden. Ein Vertreter der deutſchen Zeppelinwerke hatte in Lakehurſt bereits eine Beſprechung mit Offizieren der Marin ſtation über die zum Empfang des Luftkreuzers, üb die er ſh ſehr befriedigend ausſprach. Nach Eintreffen des Luft ſchiffes ſoll die Mannſchaft einen Landurlaub von 60 Tagen erhalten, nach deſſen Ablauf ſie nach Deutſchland zurückkehren muß. 0 Ueber die Zukunft des Luftſchiffbaues Zeppelin ſchreibt 50. „Stuttgarter Induſtrieblatt“, daß in Akom im Staate Ohio von ten Amerikas eine Organiſation ins Leben gerufen worden iſt, di „Goodyear Zeppelin⸗Corporation“, die in enger Fühlung mit den deutſchen Zeppelinwerken ſteht und die an dem Erfolg des„Z. R. 5 überaus intereſſiert iſt. Dieſe Geſellſchaft ſoll beabſichtigen, 1 einer erfolgreichen Dürchführung des transatlantiſchen Fluges tere, noch größere lenkbare Luftſchiffe ähnlichen Typs für transkon tinentale und transatlantiſche Paſſagierfahrten zu bauen. Letzte Meldungen Reichsminiſter auf Arlaub Berlin, 16. Sept. Wie bereits angekündigt, wird Reichskanzle, Dr. Marx Verlin heute wieder verlaſſen, um ſeinen für 2 1 unterbrochenen Urlaub zu beendigen. Wie es heißt, wird au Dr. Streſemann bis zum Zuſammentritt des Kabinets in nächſten Woche noch eine Urlaubsverlängerung antreten. Unruhen in Meſopokamien Nach einer Meldung aus Bagdad iſt in dem Diſtrikt von Zazhep Adiyah in der Nähe von Moſſul das Kriegsrecht 10 kündet worden. Als Grund für dieſe Maßnahme wird ein Ein n irregulärer türkiſcher Truppen angegeben, den Truppen der Jrakregierung mit Maſchinengewehren vertriehs worden ſeien. Paris, 16. Sept. Die Rheinlondkommiſſion gibt 1 kannt, daß ſie aus den Septembereinnahmen der beſetzten Genn an den Generalagenten für Reparationszahlungen eine 1. Ra er von 11 403 300 000 Goldmark geleiſtet hat getreu dem London Abkommen. 35 Mainz, 16. Sept. Heute nacht gegen 3 Uhr fuhr auf der ſtraße zwiſchen Laubenheim und Weiſenau ein mit 4 Perſo ze beſetzter franzöſiſcher Kraftwagen in der Zemenwn gegen einen Baum. Die Inſaſſen, drei Herren und eine Dann, würden in ſchwerverletztem Zuſtand ins Krankenhaus verbras 1 Der Kraftwagen iſt völlig zertrümmert. Wie man hört, i Das Glück der Ingrid Wenoland Roman von Erich Frieſen 43)(Nachdruck verboten.) Die teilnehmenden, ungekünſtelten Worte taten dem Mädchen wohl. Sie vergaß ganz ihre bisherige trotzige Haltung dem klugen Profeſſor gegenüber und begann, in ihrer kindlichen Weiſe ihr Herz auszuſchütten: wie die Schweſter ſich ſchon in ihr Schickſal ergeben zu haben ſchien— wie ſie hlötzlich vor ein paar Tagen ohne jede Veranlaſſung in entſetzliche Aufregung geriet und herzbrechend weinte — wie ſie gleich darauf an die Eltern ſchrieb— wie am folgenden Tage die Stiefmutter kam und eine lange geheime Unterredung mit Ingrid hatte— wie Ingrid verlangte, mit Hilmar in nächſter Zeit zuſammenzukommen, obgleich ſie dem Vater das Verſprechen ge⸗ geben hatte, ihn zu meiden— wie die Stiefmutter ſagte, unter den obwaltenden Umſtänden würde man wohl eine Ausnahme machen können— wie ſie, Bärbeli, fragte, was denn der Schweſter fehle und ſie die brüske Antwort erhielt, ſie wäre zu jung, um ſolche Sachen zu verſtehen— und wie ſie ſich doch gar nicht mehr jung fühle, ſondern alt, uralt—— Voll innigen Mitgefühls hörte der junge Gelehrte zu. Der Grund zu dem Verzweiflungsausbruch der unglücklichen Frau be⸗ gann in ihm aufzudämmern. Unwillkürlich gab er ſeiner Anteil⸗ nahme in herzlichen Worten Ausdruck. „Bemitleidenswerte Frau! Was muß ſie leiden, die arme Frau Holger!“ AUAch, Sie nennen ſie Frau Holger!“ rief Bärbeli impulſiv, wäh⸗ renbd dankbare Freude aus ihren dunklen Augen blitzte.„Wie gut von Ihnen! Niemand nennt ſie mehr ſo. Nicht der Vater, nicht die Stiefmutter, nicht Juliane, nicht einmal unſere alte Lieſel. Für alle iſt ſie nur Ingrid— Fräulein Ingrid. Und doch iſt ſie Hilmar Holgers Frau— das wiſſen Sie ja ſelbſt! Sie waren ja mit in der Kirche!“ In ihrer leidenſchaftlichen Erregung hatte ſie ſeine beiden Hände erfaßt und guckte ihm ſtrahlend in die Augen— halb Kind, halb Jungfrau, ein ſüßes Gemiſch von naiver Unbefangenheit und mädchenhafter Schüchternheit. Heiß ſtieg es dem Manne zum Herzen. Wie fühlte er ſich auf einmal ſo jung! Jung, froh und— glücklich! Mühſam hielt er an ſich. Er wollte dieſe eben erſt erblühende lichkeit erſchrecken. Langſam, ſtetig ſollte ſie ſich dem wärmenden Sonnenlicht der Liebe erſchließen. „Leben Sie wohl, Bärbeli!“ ſagte er mit beherrſchter Stimme. „Ich wage nicht, Sie zu Ihrer Frau Schweſter zu begleiten. Ich könnte dort läſtig fallen. Wenn Sie mich jedoch irgendwie ge⸗ brauchen— Sie oder Frau Holger— hier meine Adreſſe!“ Raſch ſchrieb er eine Zeile auf ſeine Viſitenkarte und reichte ſie dem Mäd⸗ chen.„Leben Sie wohl, liebes Fräulein Bärbelil“ „Leben Sie wohl, Herr Profeſſor!“ Er nahm ihre Hand und hielt ſie einige Augenblicke zwiſchen ſeinen kräftigen Fingern. „Es iſt kein Lebewohl für immer, Bärbeli?“ „Nein. O nein!“ „Ich darf alſo wieder einmal hier heraufkommen?“ „Ja, ja, bitte! Recht bald!“ XV. Eine Woche nach der andern verging. Und ein Monat cach dem andern. Der Sommer war da mit ſeiner lebenweckenden Wärme, um das, was der Frühling vorbereitet, zum Reifen zu bringen. Die junge unglückliche Frau droben in dem kleinen Hauſe am Monte Salvatore wurde bleicher und bleicher und magerer und magerer. Wie ein Schatten ihres früheren Selbſt ſchwebte ſie durch die Zimmer— ſtill, traurig, tränenlos. Nur an einem Tage hatte ſie aufgejubelt; doch hatte auch dieſes vorübergehende Aufflackern ihrer Lebensgeiſter etwas Beünſtigendes, Krankhaftes gehabt. Das war geweſen, als Hilmar kam, um ſie für eine Stunde zu beſuchen. 7 5 Adrian, dem Hilmar von ſeinen aufs neue begonnenen ruhe⸗ loſen Wanderfahrten hie und da ein Lebenszeichen gab und durch den er auch Nachricht über Ingrids Ergehen erhielt, hatte ihm nach Marokko, ſeinem derzeitigen Aufenthaltsort, geſchrieben, Ingrid ver⸗ langte nach einer Ausſprache mit ihm. Sofort nach Erhalt dieſes Briefes hatte Hilmar ſich auf die Heimfahrt gemacht. Und drei Wochen ſpäter war er bei Ingrid. DO, dieſes Wiederſehenn Von nun ab beſuchte er Ingrid allwöchentlich auf kurze Zeit; ſie hatte die Erlaubnis durchgeſetzt bei ihren Eltern. Um dem Ge⸗ rede nicht neue Nahrung zu geben, blieb er der Züricher Geſellſchaft Mädchenknoſpe nicht durch elementar hervorbrechende Leidenſchaft⸗ 15 J 73 2 fern. Hinter ſeinen Büchern vergrub er ſich in ſeinem kleinen Hauſe endlos lange Spaziergänge unternahm ſie jetzt täglich in die am Zürichſee und bangte ſtets aufs neue dem Sonntag entgecta⸗ an dem der Zug ihn über den Gotthard trug, nach Lugano, in Felſenhäuschen oben am Monte Salvatore, zu ſeiner Ingrid. chte Seine Wanderfahrten hatte er vorläufig eingeſtellt. Er brach es nicht übers Herz, die Schweiz auch nur für einen Tag zu 50 laſſen. Wenn er auch nicht ganz bei ihr ſein durfte, die er 11 liebte als ſein Leben— wenigſtens in raſch erreichbarer Nähe wo nn er weilen, damit er zu ihr eilen konnte, wenn es nötig war, 9 ihr irgend etwas zuſtoßen ſollte, wenn die Stunde kam, die 2 In der Familie Wendland ſah man mit banger Beſorgni⸗ nächſten Zeit entgegen. rau⸗ Der Konſul war entſchieden gegen ein Wiederſehen der ſo aleſte ſam Getrennten geweſen. Aber er hatte ſeine Frau und ſeine alte, Tochter gegen ſich. Beſonders Frau Urſula hatte mit großer ine ſtimmtheit erklärt, unter den jetzigen Umſtänden wäre ese Graufamkeit, Jngrids Verlangen abzuſchlagen. ein⸗ Ueberhaupt beſtand, ſeit das Unglück über Ingrid her 115 gebrochen war, eine unausgeſprochene Sympathie zwiſchen ihr offe der Stiefmutter. Es war, als ob das äußerlich ſo harte, ſchr üte Weſen der ſeltſamen Frau, hinter dem ſich doch ſo viel Herzengen und Liebe verbarg, das unglückliche junge Geſchöpf wie mit gegeuter Fäden zu ſich heranzog. Abwechſelnd beſuchten Ingrid die M ſo und die Schweſter. Nur der Vater kam nicht. Ingrid hatte eor gewünſcht. Bei aller kindlichen Verehrung, die ſie nach wie für den Vater empfand, konnte ſie ſich nicht entſchließen, ihn w lieb⸗ zuſehen, da er die eigentliche Urſache zur Trennung von dem ge ten Manne war.— rid⸗ Eine eigentümliche Unruhe hatte ſich ſeit einiger Zeit Ing ſie bemächtigt. Nicht mehr, wie zu Anfang ihres Hierſeins, meiſt ſtundenlang auf der kleinen Terraſſe oder ſpielte, wenn auch zür in, — in wehmütiger oder gar bizarrer Weiſe, auf ihrer Violin fldeſten ſich Teile des Monte Saldatore— dahin, wo ſonſt ſelten jemand f hinverirrte. it bel Bärbeli hatte ſich angeboten, ſie zu begleiten. Doch 129 ein, ihr ungewohnter Schroffheit hatte ſie die Bitte zurückgewieſen. ich bei nur mit einem dicken Spazierſtock bewaffnet, auf den ſie ſich e beſonders ſchwierigen Kletterſtellen ſtützte, ſchweifte ſie Todesmatt und hinfällig, ſo daß ſie ſich kaum mehr auf den immet halten konnte, kehrte ſie dann in ihr Häuschen zurück. Und eiger⸗ el wieder fragte Bärbeli voller Angſt, ob ſie ſich auch nich 9 anſtrenge. Joriſehung folgt SFFFPFFCCCCCCCCC bienskag, den 16. September 1924 Mmannheimer General⸗Anzeiger(Abend · Ausgabe) 3. Seite. Nr. 430 Die Erwerbsloſenfürſorge in Baden Von Syndikus Elſäſſer(Mannhei a) Das Badiſche Arbeitsminiſterium hat im Frühjahr d Tven dem ihm auf Grund des§ 39 der Verordnung über Erwerboloſen⸗ fürſorge zuſtehenden Recht der Bi'dung von ſoger annten Gefahr en⸗ gemeinſchaften Gebrauch gemacht, ſo daß vom April d. J. die Höhe er Beiträge für die Erwerbsloſenfürſorge nicht mehr von den Verwaltungsausſchüſſen in den einzelnen Arbeitsnachweisbezirken, ondern vom Verwaltungsausſchuß des Landesamtes für Arbeits⸗ bvermittlung, feſtgeſetzt wurden. Der bisherige geſunde Grundſatz, aß diejenigen, die unmittelbar die Ausgaben zu verantworten haben, auch über die Einnahmen beſchließen, wurde damit verlaſſen. enn man nun die Tatſache der gemeinſamen Feſtſetzung für das Land als gegeben hinnimmt, ſo gibt doch das Finanzgebahren der auf den April bis jetzt folgenden Monate, das unter dem Einfluß hes zwar nur mit beratender Stimme im Verwaltungsausſchuß tätigen Vertreters des Arbeitsminiſteriums ſtand, zur ſtärkſten VBe⸗ anſtandung Anlaß. Trotz des Hinweiſes der Arbeitnehmervertreter auf die fürch⸗ terliche Kapitalnot wurden die Beiträge auf eine Höhe feſt⸗ geſetzt, die weit über den tatſächlichen Bedarf hin⸗ ausging und trotzdem am 11. Juni ein Erlaß des Reichs⸗ arbeitsminiſteriums die Landesbehörden anwies. die bewußte An⸗ ammlung von Rücklagen mit Rückſicht auf die Wirt⸗ 85 ſchaftslage zu unterlaſſen, wurde auch in den folgenden Monaten naoch weiter auf eine Vermehrung der Rücklage hingearveitet. Da⸗ bei war bereits Ende Juni die Summe der Landes⸗ und örtlichen Rücklagen auf etwa 1 500 000 Mk. angewachſen. Faſt ſtets ſtimm⸗ ten bei der Feſtſetzung der Beiträge die Arbeitnehmervertreter mit den Vertretern der Gemeinden geſchloſſen gegen die Arbeitgeber und wenn einmal ausnahmsweiſe ein einſtimmiger Beſchluß zu⸗ ſtande kam, ſo geſchah dies ſeitens der Arbeitgebervertreter ſchwe⸗ ren Herzens, indem ſie von zwei Uebeln das kleinere wählten. * Nachdem nunmehr die Summe der Rücklagen den Betrag von zwei Millionen erreicht hat, trotzdem über 200 000 Mk im Laufe des Auguſts an Zuſchüſſen an einzelne Gemeinden gegeben werden mußte(Heidelberg, Bruchſal, Kehl), muß einmal in aller Heffent⸗ lichkeit auf dieſe Zuſtände hingewieſen werden. Man fragt ſich insbeſondere, wie die Arbeitnehmervertreter es ihren Auftrag⸗ gebern gegenüber verantworten, deren Einkommen mit derart un⸗ nötig hohen Beiträgen zu belaſten. Die nachſtehende Zuſammen⸗ tellung zeigt die Summe der Einnahmen und Ausgaben für die Erwerbsloſenfürſorge im Lande Baden ſeit April d..: Beitrags⸗ Zahl der unterſt. ſatz Erwerbsloſen jeweils 15. des Monats r „ Ausgaben: Einnahmen: Erſpart: April 721 979 895 846 3 D 20 210 Mai 607874.154%6 3 0% 13777 Juni 525637.20.88 2,5% 12225 Juli 641019.118 060 2 0⁰ 14085 5 5 55 Auguſt noch nicht abgerechnet 1,6% 19548 .296509 4374795.078286 Die Zuſammenſtellung zeigt, daß bereits ſeit Juni eine erheb⸗ lich niedrigere Feſtſetzung der Beiträge ohne irgendwelche Gefähr⸗ zung hätte erfolgen können. Nach der Verordnung dürfen alle⸗⸗ dings Landes⸗ und Reichszuſchüſſe zur Erwerbsloſenfürſorge erſt gewährt werden, wenn mindeſtens 14 Tage der Höchſtbeitrag von Prozent erhoben iſt. Wenn man nun annimmt, daß im un⸗ hgünſtigſten Falle drei bis vier Wochen vergehen, bis bei einem ehr plötzlichen Steigen der Zahl der Erwerbsloſen die hohen Bei⸗ träge tatſächlich fließen, ſo zeigt doch die einfachſte Rechnung, daß eine Rücklage von zwei Millionen Mark, wie ſie jetzt angeſammelt iſt, weit über das erforderliche Maß hinausgeht, denn mehr als eine Sicherung für die vorſtehend geſchilderte Uebergangszeit kann bei der jetzigen kritiſchen Wirtſchaftslage nicht gefordert werden. Die jetzige Rücklage würde aber ſelbſt bei einem Anſteigen der lusgaben um 50 Prozent ausreichen und zwei Monate lang den zollen Bedarf für ganz Baden decken, ohne daß überhaupt ein Seitrag erhoben werden brauchte. Was ſagen hierzu die Arbeit⸗ aidenp die ſtets über die hohen Laſten der ſozialen Verſicherungen agen 5 Ein weiteres Kapitel, das hier beſprochen werden muß, iſt die Frage der Verwaltungskoſten. Von anderer Seite iſt vor kurzem ein Artikel im„Mannheimer General⸗Anzeiger“ erſchienen, der auf Grund eines Monatsabſchluſſes verſchiedene Berechnungen aufſtellte, um Vergleiche zwiſchen den einzelnen Arbeitsämtern zu diehen. Es liegt mir fern, einem ſchematiſchen Vergleich der ein⸗ Felnen Bezirke das Wort zu reden, dazu iſt die wirtſchaftlich truktur innerhalb der einzelnen Bezirke zu verſchieden. Wie mir er Verfaſſer des oben erwähnten Artikels nachträglich erklärte, iſt leine Abſicht auch nur Aen, die Frage der de der Oeffentlichkeit anzuſchneiden. Man wird bei der? 5 der Verwaltungskoſten in der Hauptſache durch perſönliche Einſicht⸗ gahme in den Dienſtbetrieb ſich ein Urteil bilden müſſen, wobei die Untegungen des oben erwähnten Zeitungsartikels eine wertvolle Anterſtützung bieten. Es muß aber offen geſagt werden, daß zweifellos bei einer Reihe von Arbeitsämtern di⸗ Arbeit durch kelſere Einteilung auch mit erheblich verringer⸗ em Perſonal geleiſtet werden könnte. Beim Mannheim muß dies unter allen Umſtänden möglich ſein. Ju be⸗ achten iſt bei der Prüfung der Verwaltungskoſten auch die Ein⸗ Jruppierung der Beamten und Angeſtellten. Beim Arbeitsamt Die Eingrup⸗ pierung der Direktoren der größten Arbeitsämter in Gruppe X und XI wird nicht zu beanſtanden ſein; wenn aber bei einem Ar⸗ beitsamt mit 105 Arbeitskräften von 26 feſt angeſtellten Beamten die Hälfte in Gruppe VIII iſt, während bei einem anderen Amt mit insgeſamt 63 Arbeitskräften von 18 feſt angeſtellten Beamten nur 2 in Gruppe VIII ſind, alſo im Verhältnis nur der vierte Teil, ſo läßt dies doch gewiſſe Schluſſe zu und beweiſt, daß die Forderung der Arbeitgeber, dem Prinzip der Selbſtoerwaltung weit mehr als bisher zue Geltung zu verhelfen, im n jenigen, die die Koſten tragen müſſen, nun zu berechtigt iſt Auch bei der Auflöſung des Arbeitsmiiſteriums und dem Uebergang der Geſchäfte auf das Innenminiſterium muß gefſordert werden, daß nicht nur eine Umorganiſation, ſondern tatſächlich ein Abbau erfolgt. Es iſt zum Beiſpiel ein Unding, daß der bisherige Zuſtand erhalten bleibt, wonach faſt die geſamte Arbeit der Er⸗ werbsloſenfürſorge an zwei Stellen behandelt wird, einmal im Arbeitsminiſterium und einmal im Landesamt für Arbeitsvermitt⸗ lung. Auch hier muß der Grundſatz der Selbſtverwaltung mehr als bisher zur Geltung kommen, denn zurzeit hat es den Anſchein, als ob das Landesamt für Arbeitsvermittlung weiter nichts als ein ausführendes Organ des Arbeitsminiſteriums und nicht ein Organ der Selbſtverwaltung ſei. Städtiſche Nachrichten 20 Sebote für vereinsmitglieder Das Allgemeine Rechtsblatt, Zeitſchrift für praktiſches Recht, Verwaltung und Wirtſchaft hat vor einiger Zeit 20 Gebote für Verbände, Vereine und Parteien aufgeſtellt. Der bittere Ernſt, der ſich hier in launiger Form ausſpricht, wird allen verſtändlich ſein, die jemals um der Sache und eines Zieles willen im Vereins⸗ oder Parteileben geſtanden haben. I. 10 Gebote für nörgelnde Vereinsmiiglieder. 1. Sprich ſchlecht von deinem Verband bei jeder Gelegenhett, die ſich dar bietet. 2. Drohe ſtets mit deinem Austritt oder mit Widerſetzlichkeit, wenn dor im Verband etwas nicht paßt. 3. Unter⸗ laſſe nicht, jedermann haarklein zu erzählen, daß du mit der Tätig⸗ keit deines Verbandes nicht eimverſtanden biſt. 4. Wenn du dich mit einem Verbandsmitglied verfeindet haſt, ſo verſäume nicht, es den Verband entgelten zu laſſen. 5. Unterſtelle allen, die Arbeit für den Verband verrichten, daß ſie das nur aus Ehrgeiz oder um eine⸗ Amtes willen oder wegen perſönlicher Vorteile tun. Hüte dich aber ſorgfältig, etwas für deinen Verband zu tun, damit du nicht ſelbſt in der gleichen Weiſe beſchuldigt wirſt. Schwänze womöglich dre Verſammlungen. 6. Erkläre einem jedem. der nicht im Verbanide iſt, wie es eigentlich zu ſein hätte. Hüte dich aber, das im Verband ſelbſt zu ſagen. 7. Sprich niemals Gutes über die gewählten Ver⸗ treter deiner Organiſationen, die an der Verbeſſerung deiner Ver⸗ hältniſſe arbeiten. 8. Wenn du etwa geſcheiter als andere biſt. ſo laure, bis einer aus dem Vorſtand einen Fehler oder ein Ver⸗ ſäumnis begeht. Dann falle über ihn her. Mit deinen beſſeren Gedanken halte umbedingt ſo lange zurück. 9. Vergiß nie, aus „prinzipiellen Gründen“ in Verſammlungem Oppoſition zu machen, denn du biſt die Würze der Verſammlung: das Salz, der Pfeffer, die Muskatnuß. Wäreſt du nicht, ſo würden die Verſammlungen unſchmackhaft ſein. 19. Trifft einer einmal in deinenn Sinne das Richtige, ſo wierſprich dennoch, ſonſt wäreſt du nicht derjeni'ge, der alles beſſer weiß. Wenn du das alles tuſt, ſo darfſt du dich rühmen, als ein geſcheiter Mann angeſtaunt zu werden, der eigent⸗ lich„der Richtige“ wäre. 5 II. 10 Gebote zur Lahmlegung des Vereinslebens. 1. Beſuche keine Vereinsverſammlungen. 2. Wenn du kommſt, ſo komme zu ſpät. 3. Wipd eine Verſammlung vorbereitet, ſo er⸗ läre die vorbereitenden Arbeiten des Vorſtandes und der anderen Mitglieder für verkehrt. 4. Sabotiere die Verbandsbeſchlüſſe. 5. Nimm nie ein Amt an, da es leichter iſt zu kritiſteren, als ſelbſt Arbeit zu leiſten. 6. Trotzdem ſei gekränkt. wenn du zur M tarbeit im Ausſchuß nicht aufgefordert wirſt. Iſt dies aber er Fall, ſo gehe nicht zu den Sitzungen. 7. Wenn der Vorſitzende dich um deine Meinung fragt, ſo ſage, du habeſt nichts zu bemerken. Nachher erzähle allen, wie es hätte gemacht werden müſſen. 8. Tue nur das abſolut Notwendige, wenn aber andere Mitglieder ſelbſtlos Zeit und Arbeit für die Sache einſetzen, ſo klage über Cliquenwirt⸗ ſchaft. 9. Vezahle deinen Veitrag möglichſt ſpät oder überhaupt nächt. 10. Kümmere dich möglichſt wenig um Werbung neuer Mit⸗ glieder. Laß dies Müller tun. Fahrplanänderung. Die zur Bewältigung des ſtarken Reiſe⸗ verkehrs vorübergehend angeordnete Doppelführung der Schnellzüge D 1561D 159 zwiſchen Framkfurt und Heddel⸗ berg(Baſel, München und Konſtanz) wird vom 16. September ab wieder aufgehoben. Schnellzug D 159 verbehrt wieder in ſeinem früheren Fahrplan mit Halt in Friedrichsfeld wie folgt: Heidelberg ab 3,18 Friedrichsfeld.⸗Nord ab.35, Weinhein au 3,50, Bensheim ab 4,06 Darmſtadt an 4,29 ab 4,32 Frankfurt a. M. Hbf. an 5,00 Uhr nachm. Der Fahrplan des Schnellzuges D 156 bleibt unverändert. *Einfadung des Zeppelin-Luftſchiffes zum Beſuch Mannheims. Der Verkehrsverein hat ein Telegramm an die Zeppelin⸗ werke in Friedrichshafen mit der Bitte um einen Beſuch des Luft⸗ ſchiffes über Mannheim oericht Da nach den neueſten Nachriaſten 2 wurde. die nächſte aroße Fahrt durchs Rheintal nach Norden gehen foll, iſt der Flua über Mannheim nicht unwahrſcheinlich. „ Vertreter⸗Generalverſammlung des Konſumvereins Mann⸗ heim. Am Sonntag vormittag tagten im großen Saal des alten Rathauſes die Vertreter der Genoſſenſchaft. Aus dem Bericht über das verfloſſene Geſchäftsjahr 1923—24, den der Geſchäftsfübrer Stadtrat Trautwein erſtattete, geht hervor, daß das 24. Ge⸗ ſchäftsjahr das ſckwärzoſte iſt ſeit Beſteben des Vereins. Neben den zerrütteten wirtſchaftlichen Verhältniſſen, hervorgerufen durch die Geldentwertung. hatte das Unternehmen noch durch die Beſetzung des Mannbeimer Hafengehiets, in lbetrieb liege, dem der Zentral b ki⸗ zu leiden. Die 52 Verkaufsſtellen des Vereins liegen im unbeſetzten Gebiet. Der Betrieb wurde dadurch in drei Teile zerriſſen. Durch die Aufhebung der Zollſchranken hat ſich dies nun mit onmem Schiag geändert. Nicht nur der Weg zur weiteren geſchäftlichen Entwick⸗ lung iſt wieder frei, ſondern auch der Aufſtieg der Genoſſenſchaft wieder geſichert. Von den Eigen⸗Produktivbstrieben war die Bäckerei zufriedenſtellend beſchäftigt, wenn ſie auch be: Beginn der Beſetzung einige Zeit ſtillgelegen hat. Der Abtransport der Ware aus dem beſetzten Gebiet war naturgemäßerweiſe ungeheuer erſchwert. Die Kaffeeröſterei und Weinkellerei konnten durch die beſtehenden Zollvorſchriften nur in beſchränktem Umfange arbeiten, während die Sauerkrautfabrik im Verichtsjahr überhaupt ruhen mußte. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß, nachdem die wirtſchaftliche Freiheit den Verein von ſeinen Feſſeln befreite, nun⸗ mehr die geſamten Unternehmungen ihre Tätigkeit erneut auf⸗ nehmen werden. Der Bericht der Bilanz beweiſt, daß das Unter⸗ nebmen noch geſund und gut fundiert iſt und trotz der ſchweren Zeit es möglich iſt, den Mitgliedern für die abgelieferten Rabatt⸗ marken oder Kaſſenbons 4 Prozent Rückvergütung zu ge⸗ währen. Weittragende Beſchlüſſe wurden in der Aufwer tungs⸗ frage gefaßt. Die Geſchäftsanteile werden mit 25 Prozent des eingelegten Goldwertes für diejenigen Mitglieder, die im Geſchäfts⸗ jahr 1923—24 oder 1924—25 ſich an der Warenentnahme beteiligen, aufgewertet. Die Spareinlagen erfahren eine 20prozentige Aufwertung des eingelegten Goldwertes und ſtehen vom 1. Januar 1930 ab zur Rückzahlung frei. Auch hier wurde die Sperrfriſt der 3. Steuernotverordnung, die das Jahr 1932 zur Abhebung vorſieht, nicht ganz eingehalten, wie auch in der Aufwertungsfrage die Ge⸗ noſſenſchaft über die geſetzlichen Beſtimmungen binausgegangen iſt. Der Reingewinn wurde auf Vorſchlag der Verwaltung reſtlos den Reſerven zugeführt. Weiter war zu entnehmen, daß die erſten zwei Monate des neuen Geſchäktsjahres ſich ſehr gut ange⸗ laſſen haben und eine weſentliche Erhöhung der Umſätze brachten. * Zu Fuß um die Welt. Heute vormittag hatten wir den Be⸗ ſuch eines deulſchen Weltreiſenden, des 26 Jahre alten Monteurs Erich Beyer aus Hannover. Er beagann ſeine Wanderuna im Jahre 1920. Dieſe aing über Luxembura. Frankreich. Spanien. Portugal. Von dort trat er die Reiſe nach Südamerika an, wo er in Rio de Janeiro landete. Von Braſilen führte ihn die Wanderung dann durch Paragauay und Uruauan, wo er bei vielen Deutſchen manches Schlimme erfuhr. Man brinat drüben offenbar ſolchen Weltreiſenden, die nicht wiſſenſchaftliche Zwecke verfolgen, ſondern ihre Reifen aus rein ſportlicher Neiguna betreiben. wenig Verſtänd⸗ nis entaegen. Als Zweck ſeiner Reiſe ſieht Herr Beyer die Samm⸗ lung von Kenntniſſen über Land und Leute an. die er ſpäter jour⸗ naliſtiſch verwerten zu können hofft. Von Südamerikg kehrte bder Weltreiſende nach Spanien zurück, ſetzte nach Marokko über und be⸗ reiſte das nördliche Afrika. In Aeaypten aab er die Reiſe ganz auf und kehrte nach Deutſchland zurück. Seit Oktober v. J. befindet er ſich wieder auf der Wanderſchaft, die ihn diesmal nach Oeſterreich und Italien führte. * Dampferfahrt. Es wird von intereſſierter Seite Wert auf die Feſtſtellung geleat, daß die in Nr. 372 abfällia kritiſierte Dampfer⸗ fahrt nach Rüdesheim nicht mit einem Salondampfer der Köln⸗ Düſſeldorfer Rheindampfſchiffahrt⸗Geſellſchaft ausgeführt worden iſt. Vei den von dieſer Geſellſchaft bisher ver⸗ anſtalteten Extrafahrten nach Rüdesheim, St. Goar, Koblenz etc. wurden höchſtens 800 Perſonen mitgenommen, um den Fahraäſten bequeme Sitzgelegenbeit zu garantieren und in angenehmer Weiſe die Landſchaft des Rheintals vor Augen führen zu können. * Reiſighaufenbrand im Waldpark. Aus unbekannter Urſache geriet geſtern abend in der Nähe der Arbeiterſchutzhütte im Wald⸗ park ein Reiſighaufen in Brand. Die um 8,34 Uhr alarmierte Be⸗ rufsfeuerwehr löſchte das Feuer mit einer Schlauchleitung. Der Schaden iſt unbedeutend. * Wegen unerlaubten Handels mit Karkoffeln wurde der am 22. Februar 1893 in Hilsbach geborene und Schimverſtraße 43 wohnhafte ledige Konditor Wilhelm Muth durch Strafbefehl des Amtsgerichts Mannbeim vom 2. September zu einer Cefänanisſtrafe 5 1 5 Monaten und außerdem eine Geldſtrafe von 100 Mark eſtraft. * Inſammenflöße. Geſtern vormittaa ſtieß der Führer des Per⸗ ſonenkraftwagens„Saar 5548“ auf der Kreuzung O 2 und 3 und Kunſtſtraße mit einem Radfahrer zuſammen, wobei das Fahrrad be⸗ ſchädiat wurde. Perfonen wurden nicht verletzt.— Am aleichen Vor⸗ mittag ſtieß auf dem Friedrichsrina bei U ein 39 Jahre alter Händler aus Weinheim mit ſeinem Laſtkraftwagen mit einem Rad⸗ fahrer zuſammen. Auch hierbei wurde nur das Fahrrad beſchädigt. — Nachmittaas ſtieß ein verheirateter, 31 Jahre alter Kaufmann aus Spener mit einem Perſonenkraftwagen in der Kunſtſtraße mit einem Radfahrer zuſammen. wodurch ebenfalls das Fahrrad beſchädigt 2 der römiſchen Baſiliken und der Sixtiniſchen Kapelle de Wer empfindet nicht beim erſten Klang, daß dieſer Chor aus f m Lande des Geſangs kommt?! Wer fühlte nicht zugleich Ehr⸗ zuecht vor der großen Tradition, die das Werk Paleſtrinas, des ſilten echten Meiſters der Muſik, durch die Jahrhunderte in dieſer rkraft und Friſche erhalten hat! 55 All dies ſteht feſt, und daran wird keine Auseinanderſetzung der Chor git der oder jener Aeußerlichkeit auch nur das geringſte ändern. ſein ih mag es ungleich erhebender und von urſprünglicher Weihe i⸗ wenn die Töne dieſes glockenreinen Soprans gleich Engel⸗ wilßen aus der Höhe der Sixtina herunterſchweben; ohne Zweifel Wed der genius loci einen ganz anderen Zauber hervorrufen. 8 jedoch iſt ſo verſtockten muſikaliſchen Sinns, daß er ſich nicht bet machen könnte von all dem, was uns räumlich und zeitlich 5. der eigentlichen Heimat dieſer frohen Botſchaft aus klang: ebleder Bruſt trennt! Nein, unſer durſtend Ohr ſchlürft dieſen 8 reinen Trank auch in unſerer Luft und fühlt ſich erquickl Fere die läuternde Kraft, die unaufhaltſam ihren Weg zum erzen findet. Paleſtrina: uns Deutſchen gewißlich kein Fremder, der Well mer ihrer wenigen ganz großen Söhne. Kein Ueberzeitlicher. o 45 dein! Die Zeitloſen ſind überhaupt ein Irrtum. Man ſchaue ſich Nor dieſe durchſichtigſten aller Kompoſitionen näher an. Welch derreich enthüllt ſich da, aufgerichtet mit ſtrengſter hiſtoriſcher ſetevendigkeit. Es hilft nichts, man muß dies Werk zuerſt katholiſch un, um es ganzz zu ſehen. Doch halt, kein realer Unter⸗ Gland darf ſich dieſer Betrachtung unterſchieben. das Ideal eines 8 ens muß vielmehr uns allen aus dieſen Zuſammenkkängen eſchegenleuchten. Und mit dieſem Ideal verknüpft ſich das Bild des me heiden großen Schöpfers, deſſen irdiſch Konterfei uns zwar r die Züge eines Gelebrten zeigt, und der doch ein Künſtler 15 bodenſtändig und echt. Dies Künſtlertum aber iſt es, was mezr Lerk in eine Sohäre hebt. in der ſchließlich doch kein Chorrock mert ausſchlaggebend bleibt, und die ganz dazu angetan iſt die irdſſeliche Kämpferbruſt für Augenblicke in den Aether eines über. ſcchen Friedens zu tauchen Das Merk dieſes Mannes und die Arl des Sixtiniſchen Chores eine Einßeit: Höbevunkt katholiſcher Muſik der Kirche. Wie die muſikaliſche Kunſt mit Paleſtrina zualeich der Lehr⸗ Aſterin Kirchs entwuchs, ſo tritt auch dieſer Chor über die Schwelle Bereichs„reiner“ Muſik. Seine(wie Paleſtrinas) Farben glei⸗ denen Raffaels. Streng iſt der Satz, ſtreng die Diſziplin, r doch, wie weich und ſchön fügt ſich alles ineinander, übereinan. Höchſte individuelle Selbſtausſchöpfung des Einzelnen und darüber hinaus ſtärkſte Einheitlichkeit in der Wirkung des Gan⸗ zen. Jeder ein Sänger von Natur, aufgehend in weiſer künſt⸗ leriſcher Auswirkung der göttlichen Gabe, die das Heimatland mit ſeinen alten Kirchen, Bildern und Paläſten in ſo verſchwenderr⸗ ſcher Weiſe unter ſeine Kinder verſtreut. Da handelt es ſich nicht darum, den Einſatz auf eine Hundertſtelſekunde genau zu packen, hier gilt nur ein Gebot: dem Klang durch rechten Ausdruck und rechten Gebrauch des edlen Werkzeugs der Stimme zum Siege zu verhelfen. Da ſind Feinheiten wie Seidenſchleier, kaum über⸗ ſchreiten ſie die Schwelle des aufnehmenden Bewußtſeins. Da rauſcht ſich's wie Orgelton, kaum noch„bloßen“ Menſchenſtimmen ähnlich, in die Seele; da ſchwillt es an zum Orkan, mitreißend und ebenſo verklingend. Kein großer Chor, wie meiſt im italieniſchen Land üblich. Aber ein großer Meiſter: Monſignore Raffaele Caſimiri, ein Künſtler mit Nerven aus Seide, der ſein edles Chorinſtrument bis in die letzten Winkelchen kennt. Der weiß, daß er ſich auf dieſen Sopran, dem zuzuſchauen allein ſchon ein Genuß iſt, verlaſſen kann. Die Anmerkungen der— ach ſo raren — Vortragsfolge erübrigen in ihrer Treuherzigkeit alle Einzel⸗ heiten. Unſer Nibelungenſaal war überfüllt. Der Beifall, der für man⸗ chen aus dem Stil der Veranſtaltung fällt. hatte etwas feierliches. Werke von Orlando Laſſo, Josguin und Marenzio fanden beſon⸗ ders wegen ihrer deklamatoriſch intereſſanten Art eine freudige Aufnahme.— Unter der Orgel des Saales ſchlummerte das Rhein⸗ gold; irgendeine ſtilreine Hand batte ihm für dieſen Abend den Glanz genommen. Gemach,— die Welt der Muſik erſchöpft ſich nicht allein im Geſang; denn ſoweit Leben und Weben in Waſſer, Erd' und Luft,— all das verlangt ebenſo Eingang ins Wunderreich der Töne wie ein gläubig⸗frohes Halleluja. So lache denn auch du uns wieder, lauteres Gold des Rheins Dr. K Theater und Muſik 1% Wiesbadener Theater. Mit der ſcharfpointierten, geiſtvollen Gegenüberſtellung von amerikaniſchem Geldmagnatentum und alt⸗ europäiſchem Geburts⸗ und Weſensadel darf Marxr Mohrs Komödie„Improviſationen im Juni“ als eines der zeit⸗ gemäßeſten, aber zugleich auch originellſten und künſtleriſch wert⸗ vollſten Bühnenwerke der letzten Jahre gelten. Nach der zum Ueberdruß gepflegten Weltſchmerzſtimmung eines uferloſen Paſſi⸗ mismus tut es von Herzen wohl, dies kraftvoll bejohende Be⸗ kenntnis zu neuen Idealen anzuhören, den allmächtigen Dollar ent⸗ thront zu ſehen vor dem eigenwilligen Stolz eines freien und un⸗ verkäuflichen Menſchentums. Das zwiſchen Ernſt und Satire fein⸗ ſinnig abgeſchattete Spiel bewies ſeine liteririſchen wie dramati⸗ ſchen Qualitäten auch gelegentlich der Wiesbadener Erſtaufführung: die ſorgfältige und einfühlſome Regie Dr. v. Gordons trug neben tüchtigen darſtelleriſchen Leiſtungen zum Erfolg das Ihre bei.— Eine Neuinſzenierung des„Fidelio“ gab den Auftakt der Opern⸗ ſpielzeit im„Großen Haus“. Rein muſikaliſch war die Aufführung ein bedeutſames Ereignis unter der meiſterlichen Leitung Otto Klemperers, der ſich mit glänzendem Erfolg an der Stätte ſeines neuen Wirkens einführen konnte. Auch die darſtellenden Künſtler— vaor allem Hanna Müller⸗Rudolph, Roth und Streib — boten ihr Beſtes zu ſchönem Gelingen des Abendz. Einiger⸗ maßen befremdend aber wirkte die ſzeniſche Umrahmung der von Prof Dülberg(Kaſſel) entworfenen Bühnenbilder, deren über⸗ trieben ſtiliſierte Manier mit dem Geiſt des Werkes nicht recht in Einklang zu bringen war. 5 Heinrich Leis 4e Das Wiener Muſik⸗ und Theaterfeſt eröffnet. Sonntag nach⸗ mittag wurde das große Muſik⸗ und Theaterfeſt der Stadt Wien in feſtlicher Weiſe eröffnet. Den erſten Auftakt bildeten Fan⸗ farenklänge vom Wiener Rathausturm, die von Richard Strauß komponiert und dem Theaterfeſt gewidmet wurden. Eine vieltauſendköpfige Menge wohnte der Eröffnungsfeierlichkeit bei, bei der Bürgermeiſter Karl Seitz eine Anſdprache hielt. Das Zu⸗ ſammenfallen des Abſchluſſes der Wiener Meſſe mit dem Beginn des Theater⸗ und Muſikfeſtes war für den Beſuch beſonders günſtig. Durch einen vollen Monat wird auf allen Gebieten eine Ausleſe des Bleibenden und Werdenden gezeigt werden. Die Klaſſiker der Sprechbühne, das Volksſtück, neue Bühnendichtung, die Wiener Oper von Gluck bis zu Schöneberg, die klaſſiſche und moderne Operette, Kirchenmuſik, Konzerte, Ausſtel⸗ lungen reichen Bilder⸗ und Schriftenbeſitzes, neueſte Malerei und Bühnengeſtaltung kommen alle in ieſen 4 Feſtwochen zu Worte. Bisher wurden im Vorvertauf im Auslande weit über 6000 Teilnehmerkarten für das Muſikfeſt abageſent. Die ſoeben eröffnete Muſikausſtellung, die die ernſte Muſik von Anten Bruckner bis zur jüngſten Gegenwart umfaßt, zeigt in den Vitrinen des Hiſtoriſchen Muſeums der Stadt Wien reiches Ma⸗ terial an Partituren, Notenblättern, Bildern und Briefen. Hier findet ſich zunächſt ein Schulheft Anton Bruckners und neben an⸗ derem Matsrial auch ſeine Totenmaske. Von Hugo Wolf finden wir ein Blatt, ſein berühmtes Lied„Ueber Nacht kommt ſtill das Leid...“ Weiteres Material iſt von Johannes Brahms. Von Robert Schumann iſt die Originolpartitur des„Denteichen Requiems“ zu ſehen. Daran reihen ſich in langgeſtreckten Reiben von Vitrinen zahlreiche Partituren von Grädener, Joſeph Marx, Robert Fuchs. Karl Prochaska. Max Springer. Franz Schmidt. fer⸗ ner von Weingartner, Korngold, Kienzl. Oberleithner, Baumgartner, Kattnig, Huber und Richard Strauß. Eine ganze Serie von Ori⸗ ginalen berühmter Werke ſind ausgeſtellt, darunter„Das Roſen⸗ 4. Seite. Nr. 430 Mannheimer General-Anzeiger(Abend⸗Ausgabe) Anfälle. Geſtern vormittag erlitt ein 16 Jahre alter Schloſſer⸗ lehrling in einer Fabrik beim Neckarauer Uebergana einen Unfall. indem er von einer Bohrmaſchine erfaßt und zu Boden geſchleudert wurde Hierbei trua er einen Beinbruch davon und mußte im Sanitätsauto in das Krankenhaus verbracht werden.— Um die gleiche Zeit fiel beim Umbau der früheren Villa Lanz einem 43 Jahre alten Maurer ein I⸗Träger auf den Kopf, ſodaß der Ver⸗ unalückte in bewußtloſem Zuſtande in das Krankenhaus verbracht werden mußte. Lebensagefahr beſteht nicht.— Abends fiel ein 48 Jahre alter verheirateter ſtädtiſcher Taglöhner infolge Trunkenheit vor dem Hauſe Mittelſtraße Nr. 20 zu Boden. Er zog ſich eine Kopfpverletzung zu und mußte in bewußtloſem Zuſtande eben⸗ falls mit dem Krankenwagen in das Krankenhaus verbracht werden. FJeſtgenommen wurden 19 Perſonen wegen verſchiedener ſtraf. baruer Handlungen, darunter 4 wegen Bettels und zwei Frauens⸗ verſonen wegen unſittlichen Lebenswandels. * Seonſulariſche Verkrekung der Republik Aruguay. An Stelle des von ſeinem Poſten abberufenen Generalkonſuls Dr. Mario L. Gil iſt Konſul Oriſimbo Baſiaal uz Susviela in Hamdurg einſtweilen mit der Wahrnehmuna der Geſchäfte des Generalkonfu⸗ lats der Republik Uruauay beauftraat worden. Er wurde zur Aus⸗ übuna konſulariſcher Amtshandlungen in Baden zugelaſſen. Sonderzüge nach Karlsruhe. Aus Anlaß des am 20., 21. und 22. September im Rahmen der„Karlsruher Herbſtwoche“ in der badiſchen Landeshauptſtadt ſtattfindenden Heimatſonn⸗ tages(Alemanniſch⸗pfälziſch⸗fräntiſchen Sonntags) werden an den genannten Tagen mehrere Sonderzüge zu bedeutend ermäßigten Fahrpreiſen nach Karlsruhe und zurück geführt werden, die jeder⸗ mann die Möglichkeit bieten, die bedeutſamen Veranſtaltungen an jenen Tagen, beſonders den prächtigen, über 4 Km. langen Feſt⸗ zug mit ſeinen mehr als 100 Gruppen(Trachten und Feſtwagen), ſodann die zahlreichen Ausſtellungen aller Art, darunter die beiden großen landwirtſchaftlichen Ausſtellungen in Karlsruhe und Durlach zu beſicht'gen. So ſind vorgeſehen: für Sonntag ein Sonderzug von Mannheim über Schwetzingen(Mannheim ab.16 Uhr vor⸗ mittags, Karlsruhe an.24 Uhr vormittags), Rückfahrt abends (Karlsruhe ab 11 Uhr nachmittags, Mannheim an 12.17 Uhr nach⸗ mittags). Alle Züge führen nur 4. Plaſſe. Aus dem Saargebiet und der Pfaßz, woher ſehr ſtarker Zuzug nach Karlsruhe erwartet wird, können Sonderzüge wegen unüberwindlicher Schwierigkeiten nicht geführt werden. Ddie Deilnehmer am Heimatſonntag be⸗ nutzen die Kurszüge. Ab Maxau und Germersheim⸗Rheimsheim und zurück iſt aber für verſtärkten Zugverkehr(nötigenfalls Füh⸗ rung von Doppelzügen) am Sonntag geſorgt. Fahrkarten zu den Sonderzügen mit Fahrvlan und Programm ſind auf den Stationen on denen die Züge halten, unentgeltlich zu haben. Plakatanſchläge an allen badiſchen Stationen. Aus dem Lande Weinheim, 15. Sept. In der Wohnung eines hieſigen Fabrit⸗ arbeiters entſtand beim Anheizen eines Ofens anſcheinend infolge verſteckten Exploſipſtoffes eine ſchwere Exploſion. Durch dieſe wurde die 31jährige Ehefrau des Wohnunasinhabers ſo Ichwer verletzt, daß ſie durch die Sanitätskolonne ins hieſige ſtädtiſche Krankenhaus überführt werden mußte. Tauberbiſchofsheim. 15. Sept. Auf der Landſtraße außerhalb von Königsheim verunalückte der Mitinhaber der Firma Müht⸗ bach u. Wieſe mit ſeinem Motorrad. Der Schwerverletzte wurde it dem Sanitätsauto ins hieſige Spital verbracht. Die Urſache des Unfalls iſt noch nicht feſtgeſtellt. Freiburg. 15. Sept. Am Samstag verunglückte der Buch⸗ druckereibeſitzer Rudolf Goldſchaga. in deſſen Verlag früher oas Freiburger Tageblatt erſchienen iſt. auf einer Radtour infolge eines Zuſammenſtoßes mit einem Auto in Lahr⸗Dinalingen tödlich. Der Kraftwagen des Zahnarztes Fritz Biſchoff fuhr hinter dem Radfayrer Goldſchaga. der vorſchriftsmäßia auf der rechten Seite fuhr; plötzlich überholte ein weiteres, ebenfalls von Freiburg kommendes Auto in ſehr raſchem Temvo den erſten Wagen. Infolge der Staubentwick⸗ lung und des Geräuſches hörte Goldſchaga offenbar nicht. daß das erſtaenannte Auto noch hinter ihm war. Er fuhr zur Seite. Ob⸗ wohl der Lenker des Autos in dieſem Moment, um einen Zuſammen⸗ ſtoß zu vermeiden, in den Straßengraben lenkte, wurde Goldſchagg noch vom hinteren Kotflügel geſtreift und vom Rade geſchleudert. Die Verletzungen waren ſo ſchwerer Natur, daß ſie ſeinen Tod innerhalb einiger Stunden zur Folge hatten. Zahnarzt Biſchoff wurde vor längerer Zeit gegen den Amerikaner Beradoll von den Vereinigten Staaten ausgeliefert, wolelbſt er wegen ſeines treudeutſchen Verhaltens während des Krieges zu einer längeren Freibeitsſtrafe verurteilt war. Todtnau, 15. Sept. Geſtern nacht brannte das Wohnhaus des Alois Moch vollſtändig nieder. In dem Hauſe wurde in den letzten Jahren eine kleine Bürſtenfabrik betrieben. Sümtliche Futtervorräte und ſonſtige Fahrniſſe wurden vernichtet. Bei den Rettung⸗arbeiten wurden einige Feuerwehrleute verletzt. * mMüllheim. 15. Sept. In der Nacht von Samstaa auf Sonn⸗ tag fuhr das Auto des ledigen Anton Felder von Hüningen mit dem verheirateten Anton Ruhlmann von Müllheim in der Nähe von Hombera in denKemlſerkanal. Der Kanal beſchreibt gerade an die⸗ ſer Stelle eine ſcharfe Kurve und das Auto ſtürzte hinab. Em zweites Auto, das dieſelbe Strecke fuhr, konnte die Verunalückten nicht mehr ſehen. Bis heute ſind ihre Leichen noch nicht geborgen. Dacgegen konnte das Auto bereits gehoben werden. rückgeführt wird, erfahren wir, daß der Schaden etwa 20 000 Mark betragen wird. 5 Aus der pfalz Der Dürkheimer Wurſtmarkt Dürkheim, 15. Sept. Bei günſtigem Wetter begann am Sonntag der Dünheimer Wurſtmarkt. Ungeheure Menſchenmaſſen durchfluteten ſchon am frühen Morgen die engen und winkligen Straßen der Stadt. Aus allen Teilen der Pfalz, aus Mann⸗ heim, Heidelberg, Darmſtadt uſw., waren die Teilnehmer herbeigeeilt. Noch nie ſeit ſeinem Beſtehen war der Beſuch des Wurſtmarktes ſo ſtark. An manchen Plätzen war das Gedränge direkt lebensgeführlich. Autos, Radfahrer, Motorräder und Wagen ſtauten ſich zu einem faß unentwirrbaren ſcheinenden Knäuel. Huppen heulten, Glocken ertönten, Peitſchen knallten. Allein alle dieſe Hinderniſſe und Unbequemlichkeiten konnte die aufs höchſte geſtiegene Erwartung nicht mehr dämmen. Zuerſt ein Raunen, das immer mehr zum Rauſchen anſchwillt:„Der Feſtzugkommtl“ Der Zug wurde von ſieben Reitern der Küferinnung eröffnet und nun ſah man ein kurzes, dafür aber ein umſo ſchöneres Bild ſich dem Auge darbieten. Einen äußerſt lieblichen Eindruck machte die Altwinzergruppe in ihrer maſeriſchen Tracht. Unter Abſingen alter Winzerlieder, die einem gar heimelig anmuteten, zog dieſe Gruppe vorüber. Jedoch der ſchönſte Teil des Feſtzuges war der Wagen, der ein Bachusfeſt darſtellte. Dieſer Wagen mit ſeiner ihn um⸗ rahmenden Gruype war bis ins kleinſte künſtleriſch aufgebaut. Ein Muſibchor erhöhte noch dieſen Eindruck. Auch der originelle Teil war nicht vergeſſen. Die Bäcker⸗ und Metzgerinnung hatten je einen Wagen geſtellt, die ihre Wirkung auf die Zuſchauer nicht verfehlten. Würſte und Brot unter die Menge geworfen, riefen teilweiſe kleine luſtige Raufereien hervor, bis es dann dem glück⸗ lichen Gewinner gelang, ſich die beiß erkämpfte Wurſt zu Gemüte zu führen. Daß dabei manches Kleid und mancher Hut zerdrückt wurde, tat der gehobenen Stimmung keinen Abbruch. An dem Feſtzug nahmen außerdem der erſte und zweite Bürgermeiſter, der Amtmann, der geſamte Stadtrat, das vereinigte Polizeichor und die freiwilligen Sanitäter teil. Nach Beendiguna des Feſtzuges ſuchte jeder ſo raſch als mög⸗ lich ein gemütliches Lokal zu finden, um ſeinen inneren Menſchen alnch zum Rechte kommen zu laſſen. Dabei zeiate ſich aber, daß Dürkheim doch zu klein iſt. um all die vielen Menſchen in dieſer Hinſicht zu befriedigen. Vielen blieb nicht anderes übrig, als ſich zum Rummelplatz zu begeben, um zu verſuchen, in den hier aufge⸗ ſchlagenen Weinzelten etwas Genießbares zu bekommen. Wer dieſen Wem vorzog, machte ihn nicht vergebens, denn hier gabs zu eſſen und zu trinken in Hülle und Fülle und obendrein noch Muſik⸗ beilage. Die Stimmung wurde immer gehobener und gar mancher, ſchwankte ſchon ſehr bedenklich. Hier und dort ertönte Geſang, der ſich al⸗bald der Allgemeinheit mitteilte. Immer und immer wieder brach ſich das Lied„Mein Pfälzer Land“ Bahn und Alt und Jung beteiligten ſich mit freudigem Eifer. Doch auch die jüngere Geme⸗ ration kam völlig auf ihre Koſten. Zirkus, Karuſſel, Bera⸗ und Talbahm. polniſche Wirtſchafft, Schießbuden. Panorama, Wahrer Jakob, Zuckerwarenbuden boten ihre Herrlichkeiten den verlangenden Aucen. Leider nur zu bald mußten Tauſende den Heimweg an⸗ tweten: denn waren ſchon am frühen Monnen di⸗ Verkehrsverhältniſſe anzuſmglich, ſo befürchtete man mit Recht. daß der Abend eine Panik brinden könne. Mit bedauernden Mienen, fedoch von dem Erſehten und Geſchauten hoch hefriedigt, fuhr man nach Hauſe und dachte im Stillen:„Derkemer Worſchtmark“, dich beſuch ich nächſtes Jahr wieder Die Beteiligung der Mannheimer am Dürkheimer Wurſtmarkt Die Direktion der Rhein⸗Haardtbahn teilt uns mit, daß die Zahl der am Sonntag nach Dürkheim beförderten Perſonen 18 885 betrug. . :: Frankenkhal, 15. Sept. In den nächſten Tagen findet eine größere Sitzung über die Feſtſetzung des Milchpreiſes in der Vorderpfalz ſtatt, um eine ungerechtfertigte Erhöhung hinbanzu⸗ halten.— Gelegentlich der eines Hochzeitszuges vor der probeſtantiſchen Kirche rannte ein Junge über die Straße und kam dabei unter eines der Autos zu liegen, wodurch er ſchwere Ver⸗ letzungen erlitt, die aber zum Glück nicht lebensgefährlich ſind. — Im Zuſtande der Trunkenheit und ohne im Beſitze eines Führer⸗ ſcheins zu ſein, fuhr der Kaufmann Bernhard Kunz aus Oggers⸗ heim am Samstag mit ſeinem Auto gegen einen Straßenbaum am Speyerer Tor und rannte dieſen um. :: Offenbach b.., 15. Sept. Aus Liebeskummer erſchoß ſich auf einer Bank im Oſtpark Landau ein junger Mann aus Frankfurt a.., nachdem er ſchon einen Selbſtmordverſuch in der Wohnung ſeiner Geliebten gemacht hatte. :: Kuſel, 15. Sept. Der erſte Tag der Kuſeler Meſſe iſt im Zeichen des Großbetriebs verlaufen. Allein 4000 Perſonen wohnten dem Trabrennen bei. Der Meßplatz konnte die Be⸗ ſucher kaum faſſen. Nachbargebiete sw. Darmſtadt, 15. Sept. Blühender Flieder iſt in verſchiedenen Stadtiteilen, beſonders in der ſüdlichen Heidelberger⸗ ſtraße zu beobachten.— Ueber den Deckeneinſturz in der Unterkirche der Liebfrauenſtraße, der auf mangelhaften Zement zu⸗ 2 2 4 gärtlein“,„Die tote Stadt“,„Fredegundis“,„Elektra“,„Kuhreigen“, Evangelimann“. Dann kommt Guſtav Mahler, mit zahlreichem Materfal aus ſeinem Leben, Symphonien und dem„Lied von der Erde“; hierauf Arnold Schönberg mit den„Gurreliedern“. Und 15 beginnt die Reihe der ganz Modernen: Alban Berg, P. A. sisk, R. Reti, H. E. Heller, J. M. Hauſer, Egon Welleſz, H. Eisler und H. Webern. Thealerrundſchau. Der Hamburger Senat beantragte, die Bürgerſchaft möge die Ausfallgarantie für das Häm⸗ burger Stadttheater(Oper) für das Jahr 1924 von 120 000 auf 300 000 Goldmark erhöhen. Dder Beſuch des Theaters im Auguſt war derartig gering, daß gegenüber dem Voranſchlag an Tageseinnohmen(80 000 Goldmark) eine Mindereinnahme von ungefähr 25 000 Goldmark zu verzeichnen iſt. Auch für den laufen⸗ den Monat ſcheinen die Ausſichten ungünſtig zu ſein, und bei den wirtſchaftlichen Verhältniſſen wird höchſtens mit einem Beſuch von chnittlich 60 Prozent auf den nicht abonnierten Plätzen ge⸗ Der Senat erklärt es für unmöglich, das alte ehrwürdige Aſtinſtitut eingehen zu ſaſſen und empfiehlt deshalb die Erhöhung der Ausfallgavantie.— Richard Strauß hat ſich, nach privaten Meldung, entſchloſſen, den„Königsleutnant“, das bekannte Hutzkewſche Luſtſpiel, als komiſche Oper zu vertonen. Hugo v. Hoſmannsthal wird ſich mit der Umarbeitung des Luſtſpiels be⸗ faſſen, nachdem ſich übrigens beträchtliche Teile des Textes ohne weſentliche Veränderung als verwendbar herausgeſtellt haben.— Kapellmeiſter Hermann Stange folgt einem Ruf als General⸗ muſikdirektor an die finniſche Oper in Helſingfors.— Prof., Hans Winderſtein(Bad Nauheim) iſt von der heſſiſchen Regierung der Titel eines Generalmuſikdirektors verliehen worden. — Hugo Moesgen iſt als Erſter Kapellmeiſter an das Große Schauſpielhaus in Berlin verpflichtet worden.— In Görlitz wird im nächſten Jahre ein Schleſiſches Muſikfeſt ſtatt⸗ finden.— Kapellmeiſter Camillo Hildebrand teilt mit, daß er die Leitung des Berliner Sinfonie⸗(Blüthner⸗)Orcheſters niederge⸗ legt hat.— Der bisherige künſtleriſche Leiter der Volksbühne im Metropoltheater zu Köln, Franz Goebels, iſt von der General⸗ intendanz des Düſſeldorfer Schauſpielhauſes(Dumont⸗Lindemann) für die kommende Spielzeit als Spielleiter und Schauſpieler ver⸗ pflichtet worden.— Der Komponiſt Julius Weismann arbeitet r augenblicklich an einer Vertonung Lena,.— Die drei Städte Neiße, Oppeln und Ratibor ſind mit 12 kleineren Städten der Provinz Oberſchleſien zu einer ge⸗ meinſamen Theaterorganiſation, die die Beeinung„Ober⸗ ſchleſiſches Landestheater⸗Weſt“ führt, zuſommenne⸗ foßt worden. die Oberleltung.— Der Dramaturg Dr. Oskar Kanehl von den einer ‚ zu 200 Mark Geldſtrafe verurteilt. 0 Gericht in der Veröffentlichung eines Gedichtes mit der Ueberſchrift Auf die Straßel“ in einer linksradikalen Zeitung.— Unter den Vorſitz von Dr. Harting und Frau Dr. Benrath hat ſich in Ham⸗ burg auf der Bühne des Bundes der Unbekannten am Lübecker Tor. Kroner in Freiburg hat eine Berufung an die techniſche Hoch⸗ ſchule in Dresden für theoretiſche Pädagagik erhalten. ſtammt aus der Schule der Neukantianer Werke„Von Kant bis Schlegel“ bereits als ſelbſtändig Denkender erwieſen.— Der Geologieprofeſſor Dr. Otto Stutzer von der Vergalademie in Freiberg(Sachſen) hat von der Regierung in Columbien den Ruf erhalten, die Leitung des dortigen geologi⸗ des verſtorbenen Profeſſors Scheibe fortzuſetzen. 5 hat ſchon vor drei Jahren längere Zeit in Columbien gearbeitet und wird dem Rufe Folge leiſten.— Im Alter von 74 Jahren iſt der als Begründer der Entwicklungsmechanik bekonnt gewordene Geheime Medizinalrat Prof. Wilhelm Roux in Halle geſtorben. — Der langjährige Führer des Hannoverſchen Kunſtvereins, Prof. Ernſt Jordan, ein belannter Kunſtmaler, iſt, 66jährig, in Han⸗ nover einem Herzſchlag erlegen. hervorragend als Lehrer an der Techniſchen Hochſchule in Hannover und an der dortigen Kunſtgewerbeſchule tätig. Gebrüder Paetel(Dr. Georg Paetel), Berlin.— Oſſip Schubin hat ihre Stellung in der Literatur als Darſtellerin der zeitgenöſſiſchen internationalen Geſellſchaft vor dem Weltkrieg gewonnen. Werken iſt„Boris Lenski“ die reiſſte Schöpfung. ihre oft gelobten glänzenden Eigenſchaften auf: lebendige Schilde⸗ von Büchners„Leonce undüberaus treffende Charakteriſtik und einen fein poetiſch empfundenen Zug in einer glänzenden Darſtellung. Schilderung jener zwiſchen den europäiſchen Hauptſtädten vagierenden internationalen mit Zigennerblut 192 1 9 Der Ausſtattung iſt durch ahl eines guten holsfreien Papiers, Der frühere Poſener Intendant Franz Gottſcheid hat eine moderne DType und einen geſchmackvollen Ganzleinenband be⸗ Die Aufreizung ſah das ein Bund zur Förderung unbekannter Autoren ſebildet, der am 13. September als erſtes Werk„Der ſterbende eg“ von Ernſt Benedix zur Uraufführung bringt, und zwar Runſt und Wiſſenſchaſt Hochſchulnachrichten Der außerordentliche Prof. Richard Kroner und hat ſich in ſeinem chen Inſtitutes zu übernehmen und die geologiſchen Forſchungen Profeſſor Stutzer Jordan war auch lange Jahre Literatur * Oſſiv Schubin:„Boris Lenski“. Roman. 4. Auflage. Von ihren Sie weiſt alle ungen der inneren und äußeren Vorgänge, ſeſſelnder Stoff, eine Das Werk iſt die getreueſte Nord⸗ und Südflaren und von Geſellſchaft uon Sportliche Kundſchau Mannheimer Regler⸗Verband Dem Beiſpiel der ſchon ſeit Jahrzehuten organiſierten norbbeuz ſchen Kegler ſolgend— die„Deutſche Kegler⸗Zeitung“ ſteht bene im 38. Jahrgang. und auch in unſerer engeren badiſchen Heimat 1 in den aroßeren Städten die verſchtedenen Kegler⸗Klubs zu Vereſnes reſp. Verbänden zuſammengeſchlonen— fand im April dieſes Jahr 50 im„Durxlacher Hof“ eine Zuſammenkunjt der Vertreter auch ber Mannheimer Kegler Vereinigungen ſtatt mit dem Zweck: Grünoune eines Kealer⸗Verbandes Nannheim. In jener Verſammlung, wure ein geſchäftsführenber Ausſchuß gebildet,(Vorſitzender Albert D her, Schriftführer Otto Bä) der mit den vorbereitenden Arbeiken zur Gründung der Organiſation betraut wurde.— Dieſer Ausſchuß hielt den vorgeſtrigen Sonntag für den geeignetſten Zeitpunkt aur endgültigen Konſtituierung des„Kegler⸗Verbandes Mannheim“ un ſeiner Einladung in den„Durlacher Hof“ hatten zahlreiche hieſiße Kegler Folae gegeben.— Herr Schriftführer Bär eröſfnete bee Verſammlung. Nach bewillkommnenden Worten an die Erſchienench, beſonders an den Gauvorſietznden Sonnta⸗Frankfurt a. M. rom Süddeutſchen Kegler⸗Gau und an die Abordnüngen der Durlacher und Karlsruher Verbände, erteilte er dem Gauvorſitzenden Sonn⸗; tag das Wort zu einem Referat über:„Zweck und Ziele des Deutſchen Keglerbundes“. Redner ſchildert einleitend die Entwick⸗ lung des Kegelſports als eine der älteſten Sportarten, den ſchon 180 alten Germanen mit Steinkugeln gegen Steinklötze gepflegt hätten, eine Kegelart die allerdings eine enorme Körperkraft vorausſctzte, und heute, in etwas abgeänderter Form, nur noch im Mausfeldiſchen geübt werde. In den Klöſtern habe er ſeine weitere Entwicklung und von da aus ſeinen Weg zur breiten Maſſe des Volkes aller Klaſſen gefunden, bis zur heutigen zentraliſierten Organiſation im Deutſchen Keglerbund, dem vor dem Krieg ca. 30 000 Kegler ange⸗ kzörten, heute zähle er etwa 50 000. Weiter verbreitete ſich der Reſerent über den Zweck der Organiſation, der in erſter Linie einwandſreies Kegelmatertal einſchlietlich Kegelheime anſtrebe. In zweiter Linie ſoll der Kegelſport in einheitliche, geregelte Formen gebracht, nac Möglichkeit veredelt werden. Daraus eraibt ſich ohne Weiteres die ſportliche Betätigung des Kegelns. die ihre Auswirkung in Beteiligung an Kegelwettkämpfen, an Verbandskegeln im Gegenſatz zu Klubkegeln, findet. Die Vorteile der Haftpflicht⸗ verſicherung, die mit dem Anſchluß an den Deutſchen Keglerbund verknüpft iſt, erläutert der Referent ebenfalls in eingehender Weiſe. — Die an das Referat ſich anſchließende Ausſprache zeitigte bie durch Handaufheben den„Mannheimer Kegler⸗Verban beſchloſſen.— Der Vorſitzende des Süddeutſchen Gaues, Herr Sonn⸗ tag, und der Vorſitzende des Frankfurter Keglerverbandes, Herr Do ſch, or mit 90 Keglern und„Keglerinnen“ in 4 Rundfahrt⸗Autos zur Gründungsverſammlung eingetroffen war, beglückwünſchten den Mannheimer Bruderverein zu ſeinem Zuſammenſchluß, betonend, neben dem Kegelſport die Geſelligkeit zu pflegen unter Ausſchaltuna aller parteipolitiſchen und religiöſen Anſchauungen. Die nunmehr erfolgende Wahl des Vorſtandes hatte nachſtehen⸗ des Ergebnis: 1. Vorſitzender: Otto Bär, 2. Vorſitzender: Sickin; ger, Polizei⸗Kommiſſar, 1. Schriftführer: Petri, 2. Schriftführer! Kohlſchmidt, 1. Kaſſenführer: Braun, 2. Kaſſenführer: Bö ſ, Vorſitzender des Sportausſchuſſes: Friedrich Piſter. Neues aus aller Welt — Aulounfälle. Bei einer Fahrt ins Rieſengebirge kippte da⸗ Automobil des Großkaufmanns Wolf aus Reichenbera infolge Pneumatikdefektes in der Nähe der Ortſchaft Turnau um. Alle Inſaſſen wurden herausgeſchleudert. Wolf wurde getötet, ſeine Frau und Tochter ſchwer. drei weitere Perſonen leicht verletzt.— Bei dem Autorennen Weeſen⸗Amden ereianete ſich auf der Heimfahrt am Sonntagabend ein ſchwerer Unaglücksfall Infolae allzugroßer Geſchwindiakeit und Platzens eines Reifens überſchlug ſich der Rennwagen der Prinzeſſion Hohenlohe, der von Eugen Geiſſer⸗Zürich gefahren wurde und in dem ſich auner⸗ dem der bekannte Rennfahrer Dr. Karrer befand. Der Wagen⸗ führer Geiſſer erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er im Kranken⸗ hauſe ſtarb. Auch Dr. Karrer wurde erheblich verletzt. — 500 Schafe verbrannk. mern) berichten die Blätter, daß infolge eines Blitzſchlages in einen Schafſtall 500 Schafe verbrannten. Auf einem Rittergut verbrannten infolge Blitzſchlages 1500 Zentner Stroh und 300 Zentner Ehnſtziigger⸗ 5 — Ein Rieſen⸗Juwelendiebſtahl. Die„B. Z. am Mittag meldet: Der Danziger Großkaufmann und argentiniſche Konſul Wrozynski machte bei einer hieſigen großen Juwelenfirma eine Reihe von Einkäufen und erhielt auf Grund ſeines Konſultitels Kredit. Darauf reiſte Wrozynski nach der Schweiz und kaufte von der Schweitzer Filiale der Berliner Firma eine Perlenkotte im Werte von 150 000 Dollar. Da er ſich durch eine mit geſſlſchtet Quittung verſehene Rechnung ſeiner Berliner Einkäufe als guter Kunde der Firma auswies, erhielt er auch die Perlenkette ohne Be⸗ zahlung. Nunmehr iſt Wrozynski flüchtig. ohne auch ſeine großen Verpflichtungen gegenüber der Danziger Girobank erfüllt zu haben. — Sturmkataſtrophe in Dänemark. De„Voſſ. Ztg.“ erfährt aus Kopenhagen, daß die Stürme in den letzten Tagen mit Hagel⸗ ſchlag und Gewitter ganz Dänemark und Südſchweden verwüſteten⸗ Die Obſternte iſt pernichtet, die Ernte auf den Feldern beil⸗ weiſe vollkommen zerſtört, In Dänemark ſeien bisher 40 Tote gemeldet. Die Krankenhäuſer der Stadt ſind mit Verwundeten überfüllt. Aber auch auf dem Meere iſt die Zahl der Menſchenver“ luſte ſehr groß. — Wilddiebe mit Maſchinengewehren. Aus Perpianan wird gemeldet, der Jägerverein des Departement der öſtlichen 105 renäen habe das Landwirtſchaftsminiſterium davon in Kennte geſetzt. daß in den Lanoux⸗Bergen Wilddiebe mit Maſchinengewel⸗ ren auf Pyrenäen⸗Gemſen Jaad machen. Hirten und Herden ſin durch dieſe neue Jaadmethode gefährdet. Das Miniſterium wird u raſches Einſchreiten erſucht. Wetternachrichten der Karlsruher Landeswetterwarte Beobachtungen badiſcher Wetterſtellen(7es morgens)— See⸗ Luft⸗ Tem⸗ S8 2 a2 Wind 8 8 2 5 de e ee 15 5 m in 3s Richt. Stärkeſ 28.— Wertheinmm 1— 5—— Königſtuhl.. 563 760 6 8 SW leicht nollig— Karlsruhe 127 760.5 8 SW 5„ Baden⸗Baden]213 7600—— Villingen780 7621 3 SW 4„ 85 Feldberg. Hof1281 653.3 6 WW„ Badenweiler.—— 5—— St. Blaſien—— 4— ſtill heiter— Unter dem überwiegenden Einfluß des Hochdruckgebiets 1055 Mitteleuropa dauerte in Baden geſtern das teilweiſe, heiten trockene Wetter an. Neuerdings beginnt die Tätigkeit der alee tiſchen Störungen ſich zu verſtärken. Ein Sturmwirbel lager ſten der norwegiſchen Küſte, ein weitere dringt vom Ozean im Wegeft vor Irland vor; ferner entwickelt ſich öber dem Feſtland ein ebiel druckausläufer, der ſich oſtwärts ausbreitet und in unſerem Glalle morgen ſtärkere Strömungen, ſpäter auch mäßige Regenf bringen wird. 93 Porausſchliche witterung für Mittwoch bis 12 Ahe ngeen Allmählich zunehmende Bewölkung, ſpäter auch Regenfälle, peraturen wenig verändert, auffriſchende, weſtliche Winde. Herauszeber. Drucker und Verleger. Druckerei Dr. Haas, Mannhetmes General⸗Anzeiger G m. b. H. Mannbeim de 6. 2. Direktion: Ferdinand Heyme— Ebefredakteur Kurt Fiſcher. gurt Verantwortlich für den politiſchen und volkswirtſchaftlichen Teiſ und Fiſcher; für das Feuflleton: Dr Fritz Hammes; für Kommunalpollti wele Lokales: Richard Schönfelder: kür Sport und Neues aus aller Wee ch U Müller; für Handelsnachrichten. Aus dem Lande. lune ühbrig 1daktinnellen Teil. Fr Kircher: f Anzelgen- Tabletten in allen Apolhefen u. Orogerien erhältlich Berliner Rotterbühnen wurde wegen Aufreizung zum Klaſſenhaß ſondere Sorgfalt gewidmet. da die Neuguflage des Romans zum 70. Geburtstag der Verfaſſerin erſchienen iſt. t, Katarrh Dienstag, den 16. September 1924 Einmütigkeit aller Redner in der Frage der Gründung des Mann⸗ heimer Verbandes. Im Ganzen waren 24 Kegelklubs vertreten, die Aus dem Kreis Neugard(Pom- ——— „—— 2 —c— e 085 ——— ̃—Ä8—2——.,— 28.8 —————— ——ꝛ—————————— eer 12233— 11—:A—U]—NĩnmdD ̃——— —— 2— Dienstag, den 16. September 1924 5. Seile. Nr. 430 Mannheimer General⸗Anzeiger(Abend⸗Ausgabe) Aus der Welt der Technik Ein neues Metalliſterungsverfahren Vor kurzem hat Dr. h. c. M. U. Schoop in Zürich ein neuez Matalliſterungsverfahren zur techniſchen Reife gebracht, das ſein kekannzes Drahtſpritzverfahren in techniſcher und wiriſchaftlicher Hinſicht weit überholt. An Stelle des in der ſogenannten Spritz⸗ tole mittels einer kleinen Druckluft⸗Turbine ſich automatiſch vor⸗ ſchiebenden Schmelzdrahtes verwendet er nunmehr fein zertellte⸗ Metallpulver, wodurch die Apparatur auf die einfachſte Form redu⸗ diert wird. Sie beſteht in der Tat im weſentlichen nur noch au⸗ einer Düſe mit einer zentralen Bohrung und zwei konzentriſch arum angeordneten Ringſchlitzen, die auf irgend einen Brenner, wie ſie für das autogene Schweißen und Schneiden gebraucht wer⸗ en, aufmontiert werden kann. Durch die zentrale Bohrung ſtrömen die Brenngaſe, wie z. B. ein Gemiſch von Sauerſtoff und Azetylen, der mittlere Kanal dient zum Vortrieb des Metallpulvers mittels Druckluft und der äußere Kanal endlich liefert die Druckluft zur beſſeren Zerſtäubung und zum beſchleunigten Transport des in der zentralen Flamme geſchmolzenen Metalles. Die Kanäle ſind dabei ſo angeordnet, daß die metallführende Zone gleichzeitig dem ſich kreuzenden Angriff der zentralen hochgeſpannten brennenden ſe und des äußeren Druckluftmantels ausgeſetzt iſt, ſodaß ein gleichnäßig dichter Strahl von äußerſt fein zerſtäubtem flüſſigen Metall entſteht. Prinzipiell neu iſt hierbei, daß der Erfinder nicht mehr darauf ausgeht, den Metallteilchen eine intenſive Bewegung du erteiben, die zu metalliſierende Unterbage gewiſſermaßen zu be⸗ jeßen, damit die Bewegungsenergie beim Auftreffen in Wärme ſich perwandle und die kleinen Geſchoſſe unter ſich verſchweiße, ſon⸗ ern er reguliert Flamme und Strömungsgeſchwindigbeit derart, daß die Metallteilchen in flüſſigem Zuſtand an die Unterlage heran⸗ gebracht werden und dieſe im eigentlichen Sinne überſchmelzen. Die Wirkungen des neuen Verfahrens im Vergleich zur bis⸗ ſertgen Drahtſpritz⸗Methode ſind frappant. Die Ueberzüge werden d fein, daß man ſie von galvaniſchen Ueberzügen nicht mehr unter⸗ ſcheiden und die Nachbearbeitung, wie Schleifen und Polieren, bei⸗ ſeite laſſen kann. Die Schichten ſelbſt ſind äußerſt dicht, gleich⸗ mäßig von metalliſcher Kontinuität und weiſen die gleichen techno⸗ kogiſchen Konſtanten auf wie das betreffende Ausgangsmetall. Da der Metallnebelſtrahl heiß bleibt, kann der Erfinder zwar ſein Experiment von früher nicht wiederhoben und vor ſeinen Gäſten ine Hand in der relativ kalten„Flamme“ metalliſieren, dafür aber haften ſeine Ueberzüge auf den zu metalliſierenden miterhitzten Flächen ſo vollkommen, daß er auf deren Vorbereitung, d. h. die übliche Vorbearbeitung mit dem Sandſtrahlgebläſe verzichten kann. TdDa die im Handel erhältlichen Metallpulver meiſt oxydiert ſind, namentlich die weniger edeln, wird mit reduzierender Flamme ge⸗ arbeitet und die Desoxydierung gelingt dank der intenſiben Er⸗ tzung und Zerſtäubung ſo vortrefflich, daß z. B. aus dem dunkelſten Kupferſtaub ohne weiteres ein Ueberzug vom typiſchen Lachsrot geſunden Kupfers erzielt wird. Da auch gewiſſe Verunreini⸗ gen, wie Spuren von Elyzerin, Fett, Kohlenſtaub nichts ſchaden, ſogar den Effekt verbeſſern, iſt es vorteilhaft, als Ausgangs⸗ daterjal die durch Stampfen gewonnenen, leicht erhältlichen und illigen Metallbronzen(métal en pailettes) zu verwenden, die im Gegenſatz zu Drähten in faſt allen Metallen hergeſtellt rden. Rechnet man alle dieſe techniſchen und wirtſchaftlichen Vorteile zuſammen und zieht man noch weiter in Betracht, daß an Stelle Ames zwar eleganten, aber naturgemäß empfindlichen und deuren ääziſions⸗Inſtrumentes wie der Drahtſpritzpiſtole, der geſchilderte deine Apyarat tritt, ſo wird man wohl annehmen dürfen, daß neue Erfindung bald in allen einſchlägigen Induſtrien Eingang den wird, ſelbſt in den kleinſten Betrieben. wo man heute ſchon ſn Azetylenbrenner findet, den der neue Apparat gewiſſermaßen r ergänzt.—5 die Sicherheitsfrage imStraßenbahnverkehr In letzter Zeit haben ſich die Nachrichten von ſchwerwiegenden Krraßendahnunſelen ſo gehäuft, daß namhaſte Verkehrstechniker ſen Urſachen dieſer vielen Unglücksfälle nachgegangen ſind. Sie 5 da zu Feſtſtellungen gelangt, die doch zu erheblichen Bedenken Anlaß geben. Vor dem Kriege waren die Straßenbahnunternehmungen durch⸗ des Heminaringend und konnten aus ihren Ueberſchüſſen ſtändig an * erbeſſerung der Einrichtungen der Triebwagen und ſch DNaggons arbeiten. Nach dem Kriege verwandelte ſich die Ueber⸗ nebwwirtſchaft bei faſt allen deutſchen Straßenbahngeſellſchaften in dese 2Defizitwirtſchaft, welche die meiſten Unternehmen an den Rand vor Ruins brachte. Für techniſche Neuerungen war kein Geld mehr roll anden, ja, man konnte in den meiſten Fällen den Verfall des 2 enden Materials kaum aufhalten. Triebwagen und Straßen⸗ VBe awaggons waren den weſentlich geſtiegenen Anforderungen des Sletehre techniſch nicht mehr gewachſen... kam die gewaltige uech ding des Automobilverkehrs in den Straßen der Städte, wo⸗ wn die Gefahrenquote des öffentlichen Verkehrs erheblich erhöht beſſee. Die Qualität des Straßenbahnperſonals wurde auch nicht Eiler und ſo ſind denn augenblicklich Zuſammenſtöße und andere Geraßenbahnunfälle an der Tagesordnung, durch die Leben und Geſundheit der Fahrgäſte ſchwer gefährdet werden. Unfäl an hat nun die Frage aufgeworfen, ob und wie man dieſen te 9105 vorbeugen kann und faſt übereinſtimmend ſind die Verkehrs⸗ der ter zu dem Neſultat gekommen, daß der weitaus größte Teil des Straßenbahnunfälle auf eine Verſchlechterung iſt Bremsſyſtems der meiſten Straßenbahnen zurückzuführen un, Ein verhängnisvoll großer Teil der Straßenbahnunternehm⸗ den hat aus Sparſamkeitsrückſichten die vorzüglich wirkende Lufl. eht mde abgeſchafft und hat an ihre Stelle die Magnetbremſe ge⸗ ſeh. Dieſe bringt den Wagen nicht zum Halten, ſondern verlang⸗ Wat nur die Fahrt und wirkt wenig oder gar nicht, wenn der gen an ſich ſchon langſam fährt. im Um vollſtändiges Halten zu erzielen, muß die Magnetbremſe brener durch die ſchwer zu bedienende und langſam arbeitende Hand⸗ den unterſtützt werden. Daß mit ſo einer primitiven Vorrichtung Au Großſtadtverkehr mit ſeinen zahlloſen Zwiſchenfällen und jeden in eublick wechſelnden Verkehrsſitugtionen nicht gedient iſt, leuchtet kechni das iſt z. B. in Berlin der Fall. Es hat ſich hierdurch vom derſalden Fortſchritt geradezu losgeſagt und iſt in einen Rückſchritt Sielallen. der eigentlich unverſtändlich iſt. In Frankreich, Belgien, Doltten, Rußland iſt für den Straßenverkehr die Luftbremſe ein c,atorium. In Deutſchland, wenigſtens in ſehr vielen Städten, Geſ Nan den Direktionen freie Hand und gefährdet ſo Leben und teiſ dheit der Fahrgäſte. Die grundſätzlichen Mängel der elek⸗ deſchelt Bremfe, die den Arbeitsſtrom von den als Dynamomaſchinen bolteten Elektromotoren des Wagens erhalten, ſind folgende: tun Die elektriſche Bremſe iſt von den gleichen Einrich⸗ dienen(Motor, Kontrolleur uſw.) unabhängig, die auch zum Fahren ogik Hierin liegt, wie jeder Laie einſehen wird, eine große Un⸗ iſt ſie denn wird die elektriſche Einrichtung beim Fahren defekt, ſo e auch zum Bremſen nicht mehr zu gebrauchen. her Die Bremskraft wird erſt erzeugt, wenn man ſie gebraucht. Vor⸗ erbölteiß alſo der Führer nie, ob er wirklich eine Bremswirkung Neen ier kann auch nicht rechtzeitig erkennen, ob die Einrichtung b Die elektriſche Bremſe iſt abhängig von der Fahrgeſchwindigkeil 0 ſtellt 805 die Beſonnenheit des Führers ganz beſondere borſic erungen. Bei großen Geſchwindigkeiten muß der Fahrer der ichtig von Kontakt zu Kontakt ſchalten, damit die Wirkung an diert Metoren nicht zu ſtark wird. Unter Umſtänden kann gerade rbei die elektriſche Einrichtung überlaſtet werden u. durchbrennen ni ale dieſe Schwierigkeiten ſtellen ſich bei der Luftdruckbremſe deelſe Dieſe iſt völig unabhängig vam Fahrapparat. Das Wor. Nanenſein der Bremskraft kann der Fahrer jererzen an»einem kemneter erkennen. An ſeine Ueberlegung in Gefahrfällen ſtellt einerlei Anſprüche. Durch die Verwendung von Motorpumpen Ausgeſtaltung mehr dem modecnen Geſchmack anzupaſſen. Man will den Fahrgäſten wieder etwas cpehr Komfort bieten. So aner⸗ kennenswert dieſes Beſtreben iſt, ſo“ wäre es doch viel zweckmäßiger, in rein techniſcher Beziehung ſich wieder dem Fortſchritt zuzuwenden und ſo die Sicherheitsqußte im Straßenbahnverkehr auf die möglichſt höchſte Höhe zu erheben. Hierdurch würde die Straßenbahnunfall⸗ ſtatiſtik ſicherlich ein günſtigeres Ergebnis aufweiſen.— Es handell ſich hier um ein öffentliches Intereſſe, das von der Aufſichtsbehörde nun endlich einmal wahrgenommen werden muß. an Stelle von Achspumpen iſt ſie in wirtſchaftlicher Beziehung noch ganz weſentlich verbeſſert worden, ſo daß ſie allen Verhältniſſen ge⸗ recht wird. In ſehr vielen Städten macht ſich das Beſtreben bemerkbar, die neu in den Dienſt zu ſtellenden Wagen in Bezug auf künſtleriſche Techniſches Allerlei — Spirale— Spiralfeder. Wenn man wiſſen will, was man ſich unter einer„Spiralfeder“ vorzuſtellen hat, ſo muß man zu⸗ nächſt ein engliſches Wörterbuch aufſchlagen und daraus lernen, daß„spiral“ im Engliſchen ſchraubenartig oder gewunden bedeutet. Deshalb ſtellen wir uns in der deutſchen Technik unter einer Spiral⸗ feder gewöhnlich eine zylindriſche Schraubenfeder vor. Geht man in die mechaniſchen Werkſtätten und verlangt von einem Ingenieur, Werkmeiſter oder Mechaniker eine Spiralfeder, ſo erhält man tod⸗ ſicher eine zylindriſche Schraubenfeder. Weitere Proben eines un⸗ verſtändlichen Mißbrauches des Wortes„Spirale“ in der deutſchen Technik liefern die Wortbildungen Spiralbohrer, Spiraltrommel, Förderſpirale, Spiraldrahtlampe u. a. Aufgefallen iſt der Fehler ſchon manchen, namentlich den Bearbeitern der Hütte, des Lexikons der geſamten Technik, Otto Lueger, und des Meyerſchen Kon⸗ verſalionslexikons. Im Abſchnitt IV der Hütte, der über Feſtigkeit von Federn handelt, wird ſogar ganz ſtreng die Spiralf der von der Schraubenfeder unterſchieden, an anderen Stelien läßt man aber die unrichtigen Wortverbindungen mit Spirale beſtehen. Auch im Lexikon der geſamten Technik wird man ganz richtig unter „Spiralfeder“ auf die Feder an der Unruhe der Uhr verwieſen. Aber an anderer Stelle unter„Bohrer“ wird man belehrt, daß man ſich unter einem Spiralbohrer einen ſchraubenartig gefurchten Metallbohrer vorzuſtellen habe, den zuerſt die Amerikaner erfunden hätten. — Waſſer als Sprengſtoff. Es gibt gewiſſe Fälle, in denen man zur Beſeitigung von feſtem Mauerwerk oder Beton die üb⸗ lichen Sprengverfahren nicht anwenden kann, weil die damit ver⸗ bundene ſchaft Erſchütterung des Bodens benachbarte Gebäude in Mitleidenſchaft ziehen könnte. In ſolchen Fällen war man bisher enötigt, zum Brecheiſen zu greifen. Neuerdings wird zu dieſem weck ein mit Druckwaſſer arbeitendes Verfahren angewendet. Handelt es ſich beiſpielsweiſe um die Beſeitigung einer Brücke, ſo werden, wie die„Schweizeriſche techniſche Zeitung“ ſagt, in die Brückenpfeiler Löcher von etwa 80 Zentimeter Tiefe gebohrt, die man mit einem hinten mit Zement abgedichteten Stahlzylinder panzert. In dieſen Stahlzylindern befinden ſich ringförmig ange⸗ ordnete Druckſtempel. Jeder Druckzylinder iſt an eine Druckwaſſer⸗ pumpe angeſchloſſen, die nur einen Arbeiter zur Bedienung be⸗ nötigt. Durch den Waſſerdruck werden nun die Druckſtempel all⸗ mählich nach außen gehoben. Das Mauerwerk wird dabei aus⸗ einandergedrückt und zerriſſen, ſo daß ein Block nach dem andern herunterfällt. — Das Radio⸗-Lorgnon iſt ein Ein⸗Ohrhörer, deſſen elektriſches Syſtem vollkommen demjenigen des Radio⸗Miniaphon⸗Hörers ent⸗ ſpricht. Die Lautſtärke iſt 0 ausgezeichnet, daß es wird, Doppelkopfhörer zu verwenden. Der Hörer iſt mit einem ſehr eleganten, ausziehbaren Galalith⸗Griff verſehen. Es iſt ſelhſt⸗ verſtändlich, daß ein ſolcher Einhörer, der überdies nur ein Ge⸗ wicht von 100 Gramm hat, beſonders von der Damenwelt be⸗ grüßt werden wird, da er leicht zu jedem Konzert mitgenommen werden kann, die Verwendung anderweitiger Hörer überflüſſig macht und ſtets elegant und gefällig ausſieht. — Neue Kondenfatoren. Dieſe Kondenſatoren haben niedrige dielektriſche Verluſte, ſind ſehr ſauber gearbeitet und zur Mondage braucht nur ein Loch gebohrt zu werden. Die Type hat eine Minimallapazität von 24.40 Millimikrofgrad und eine Marimal⸗ kapazität von 239,33 Millimikrofarad. Die dielektriſchen Abſorp⸗ tionsverluſte bei 1000 Phaſen ſind gleich einem Serienwiderſtand von 200 Ohm. Die aus 17 Platten beſtehende Type hat eine Minimalkapazität von 35,99 Mlliimfikrofarad und eineMaximal⸗ kapazität von 476,84 Millimikrofarad. In dieſem Falle ſind die dielektriſchen Abſorptionsverluſte gleich einem Serienwiderſtand von 140 Ohm bei 1000 Phaſen. Die Inſtrumente ſind Drehkon⸗ denſatoren. — Vernierbefeſtigung. Eine neue Vernierbefeſtigung beſteht aus einem gegabelten Arm, den man an den Schaft faſt eines jeden Drehkondenſator⸗ anbringen kann Vermittels eines Nocken, der am Vernzerkopf ſitzt, läßt ſich dann eine ſehr feine Abſtimmung herbei⸗ führen Der Gabelarm wird hinter der Platte montiert Zu dieſem Zwecke ſind Zwiſchenſtücke vorgeſehen, die den Kondenſator etwas entfernt halten —,Eine Wage, die 0,000 ooo 1 Gramm wiegt. Eine von dem ſchwediſchen Phyſiker Dr. Hans Petterſohn konſtruierte neue Wage geſtattet, ſo winzige Mengen zu wiegen, wie es bisher noch nicht möglich war. Dieſe Wage beſitzt an den Aufhängepunkten ein paar Quarzfäden. Die Feſtſtellung geſchieht magnetiſch. Die dünnſte Stelle der Quarzfäden, an der bei den Schwingungen der Wage die Beugung erfolgt iſt nur wenige fauſendſtel Millimeter dick und für das bloße Auge unſichtbar. Die Tragkraft dieſer dünnen Fäden iſt jedoch ſo groß, daß ſie mit der des Stahls wekteifert. Wie fein die Wage arbeitet, geht ſchon daraus hervor, daß die Verſuchswäg⸗ ungen in Stockholm nur in ruhiger Zeit vorgenommen werden, wo⸗ bei man die Straße, in der das phyſikaliſche Inſtitut liegt, für den ſperrte, um auch die geringſte Erſchütterung zu ver⸗ meiden. — Gewaltige Fortſchritte in der Ankerſeeboottechnik. Bis zum Ende des Krieges war das größte Unterſeebot ein amerikaniſches Schiff mit einer Waſſerverdrängung von 2144 Tonnen. Das größte deutſche Unterſeeboot verdrängte 2140 Tonnen. Jetzt hat England ein Unterſeeboot gebaut, das augenblicklich den Rekord darſtellt; es hat nämlich eine Waſſerverdrängung von 2780 Ton⸗ nen. Dieſes Unterſeebobot hat die Bezeichnung„X 1“ und iſt kürzlich vom Stapel gelaufen. Engliſche Konſtrukteure halten die Herſtellung von 10 000tönnigen Unterſeebooten für möglich. Die Erbauung von Unterſeebooten mit noch größerer Tonnenzahl iſt durch den Vertrag von Waſhington unterſagt. Die bisherigen eng⸗ liſchen Unterſeeboote konnten an der Meeresoberfläche 24 Knoten in der Stunde zurücklegen, die amerikaniſchen 20 Knoten.„X1“ iſt in der Lage, 33 Knoten in der Stunde zurückzulegen; dieſes Schiff iſt damit imſtande, eine Kriegsflotte zu begleiten und mit Torpedobootszerſtörern zuſammenzuwirken. Der Aktionsradius von„X 1“ iſt auf 6000 Meilen gewachſen, der älterer Boote be⸗ trug 5000 Meilen.— Wie japaniſche Zeitungen berichten, hat die japaniſche Regierung Unterſeeboote von 4500 Tonnen Waſſer⸗ verdrängung in Auftrag gegeben. — die bedeutendſte Eiſenbahnelektriſierung der Welt. Im ver⸗ gangenen Jahre wurde die Elektriſierung der amerikaniſchen Strecke Muflen⸗Roanke, die der Virginian Railway Company gehört, durch⸗ geführt. Dieſe Strecke iſt 215 Kilometer lang mit einer Gleislänge von 340 Kilometer. Der Vexkehr betrifft hauptſächlich Kohlentrand⸗ porte mit Zugsgewichten von nicht weniger als 5550 Metertonnen in 20 Prozent Steigung und 8200 Tonnen auf den übrigen Strecken. Die Lokomotiven haben ein Gewicht von 550 Tonnen und ſind mu 16 Treibachſen verſehen. Die Anlage, die auch eine mit Dampf be⸗ triebene Kraftſtation enthält, iſt nach der Schwere und dem Umfange des Verkehrs die bedeutendſte Eiſenbahnelektriſierung, die bisher in Amerika ſowohl wie in Europa zuſtande gekommen iſt. Nei Kadiotechnik verſuche mit Detektor-Empfang Die zahlreichen Experimente, die mit einfachſten Empfängern ausgeführt werden, beſchränken ſich zum großen Teil auf den eigentlichen Apparat, d. h. auf Schaltungen der Abſtimmittel, wäh⸗ rend Detektor und Antenne faſt garnicht berückſichtigt werden. Im folgenden möchte ich nun zu einigen Verſuchen anregen, bei denen vornehmlich am Luftleiter Aenderungen vorgenommen werden. Ein Empfang ohne beſondere Abſtimmittel, wie wir ihn von den erſten Telegraphieverſuchen Marconis her kennen, kann auch beim Rundfunk erreicht werden, indem man durch Verlängern oder Verkürzen der Antenne ihre Eigenwelle gleich der Cendewelle macht. Am günſtigſten iſt für den Verſuch eine Antenne, bei der die Ableitung etwa ein Viertel der Geſamtlänge von einem Ende entfernt erfolgt, da ſolche Antennen die geringſte Abſtimamſchärfe haben. An der entgegengeſetzten Seite wird der(blanke) Verlän⸗ gerungsdraht, den wir zweckmäßig auf eine Blechtrommel uſw. aufgewickelt haben, angebracht Der Draht wird etwa ein Meter über den Boden geſpannt. Nach Einſtellen auf die größte Laut⸗ ſtärke(durch Abwickeln des Drahtes von der Trommel! wird ſich im Hörer noch ein ſummendes Nebengeräuſch, das von der In⸗ duktion der Lichtleitung herrührt, bemerkbar machen. Dieſes kann beſeitigt werden, indem man die Antenne beim Verlänger ungsdraht erdet. Die Antenne wirkt dann als ein großer Rahmen, wobei die ſtatiſchen Ladungen, d. h. Nebengeräuſche, nach dem Ohmſchen Ge⸗ ſetz direkt zur Erde fließen, während die elektriſchen Sehwingungen zuerſt Detektor und Telephon paſſieren. Iſt zur Erdung keine Waſſerleitung in der Nähe, ſo genügt es, ein nicht zu kurzes Metall⸗ rohr in die Erde zu ſchlagen oder einige mit Zuführungsdraht ver⸗ ſehene Konſervenbüchſen zu vergraben. Wenn zwiſchen Verlängerungsdraht und Erdung ein 200 ohmi⸗ ger Feldhörer eingeſchaltet wird, kann, vorausgeſetzt, daß der Debektor auf der eigenen Empfangsſeite richtig eingeſtellt iſt, ohne beſonderen Detektor hier Rundfunk empfangen werden. Schließ⸗ lich iſt auch eine Verſtändigung, die aber nichts mit Funktachnik zu tun hat, zwiſchen den beiden Empfangsſeiten möglich: man ſpricht in einen der beiden Hörer. Die Bedeutung der kurzen Wellen für den Kundfunk Bei der ſtändig zunehmenden Zahl der errichteten Sende⸗ ſtationen macht ſich bereits ein Mangel an verfügbaren Sende⸗ mellen bemerkbar. Die größeren Wellen, die auf ihrem Wege über die Erde im Verhältnis zu den kürzeren Wellen bedeutend weniger geſchwächt werden, ſind für den Großſtadtverkehr der Länder unten⸗ einander vorbehalten. Für den Rundfunk ſind zurzeit Wellenlängen zwiſchen 200 und 800 Meter gebräuchlich. Damit zwei Stationen ſich nicht gegenſeitig ſtören, iſt ein Unterſchied der Sendewelle non mindeſtens 20 Meter erforderlich. Der Empfänger muß ſtets auf die Wellenlänge abgeſtimmt ſein. Bei ſehr geringer Verſtimmung iſt aber immer noch ein Empfang möglich. Daher wird es oft vor⸗ kommen, daß ein ungewünſchter Sender beim Empfang durch⸗ ſchlägt, d. h. der Wellenunterſchied des gewünſchten und unge⸗ wünſchten Senders iſt ſo gering, daß, trotzdem der Empfänger auf den gewünſchten Sender abgeſtimmt iſt, von dem ungewünſchten Sender immer noch ſoviel aufgeommen wird, daß der Empfang unklar iſt oder ſogar unmöglich wird. Man erkennt ſehr leicht, daß hier bald eine Grenze geſetzt iſt für die Möglichkeit, weitere Fende⸗ ſtationen zu errichten, wenn es nicht möglich wird, die zur Ver⸗ fügung ſtehenden Wellenbereiche zu erweitern. In dieſer Richtung werden namentlich in Frankreich intereſſante Unterſuchungen vorge⸗ nmommen. Prof. Renemſeny(Frankreich) veröffentlicht zurzeit die Ergebniſſe ſeiner ſehr eingehenden Unterſuchung über die Erzeu⸗ gung elektriſcher Wellen von weniger als 100 Meter mit Hilfe von Elektronenröhren und ihre Verwendbarkeit zur Uebertragung von Sprache und Muſik auf größere Entfernungen. Die Station des Eiffelturmes gibt ein Juliprogramm bekannt, in dem an vier Tagen der Woche Sendeverſuche angezeigt werden auf den Wellen 25, 50 und 75 Meter. Die Bedeutung der Verſuche für die weittre Aus⸗ dehnung des Rundfunkverkehrs iſt nicht zu unterſchätzen. Ein AUmſchalterſockel Zur Erzielung von Hochfrequenzverſtärkung für einen Emp⸗ fangsapparat gibt es drei verſchiedene Kupplungsmethoden, die ge⸗ wöhnlich verwendet werden, nämlich Umformer⸗, Reaktions⸗ und Widerſtandskupplung. Die beiden erſtgenannten Methoden ſind für alle Wellenlängen wirkſam, während die letzte ihre ſtärkſte Wir⸗ kung bei Wellenlängen über 1000 Metern ausübt. Die Erfahrung ſcheint zu beſtätigen, daß die Reaktionskupp⸗ lung oder, wie man dieſelbe auch nennt,„abgeſtimmte Anoden⸗ kupplung“ die beſte Verſtärkung ergibt. Deshalb wird dieſe Methode auch immer mehr von Radioamateuren benutzt, teils aus obigem Grund, teils weil man durch Zuſammenkupplung von Anodenſpulen und Zurückkupplungsſpulen eine Empfangsanlage bekommt, die keine Energie in der Antenne ausſtrahlt und des⸗ halb für einen gewiſſenhaften Amateur ſehr angenehm iſt. Zahlreiche Amateurapparate mit Hochfrequenzverſtärkung be⸗ nutzen jetzt Zurückkupplung auf die Antennenſpule und ſind des⸗ alb öfters mit einer an Umformer gekuppelten Hochfrequenz ver⸗ ehen. Da die gewöhnlichen kleinen geteilten Umformer oft ziem⸗ lich teuer ſind, hat ein Verfahren Intereſſe, durch das jeder Ama⸗ teur inſtand geſetzt iſt, ſeine Umformerkupplung in eine ab⸗ geſtimmte Anodenkupplung umzuändern. Hierbei erreicht man, daß man teils ſeine bereits angeſchafften Wabenſpulen benutzen, teils die Anſchaffung von teueren, oft ungeeigneten Umformern um⸗ gehen kann. 0 Die beiden, für Gitter und Platte beſtimmten Füße ſind mit dem Primärpol und die beiden, für den Heizdraht beſtimmten mit dem Sekundärpol verbunden. Zur Herſtellung eines neuen Umſchalterſockels benutzt man einen Steckkontakt einer Wabenſpule mit dem Unterteil einer aus⸗ gebrannten Audiolampe. Dieſer Unterteil wird abgefeilt, ſo daß man denſelben auf dem Sockel des Steckkontaktes mit einer Schraube befeſtigen kann. Die beiden Anſchlüſſe des Steckkontakte⸗ verbindet man vermittelſt eines Stück Kupferdrahtes mit dem Fuß der Platte und des Gitters und außerdem wird der Gitterfuß mit einem Heizdrahtfuß verbunden, was davon abhängig iſt, wie die Buchſen anſtelle der Umformer eingeſetzt und eine Wabenſpule von paſſender Windungszahl wird dann in den Steckkontakt geſteckt. Die Abſtimmung vollzieht ſich wie gewöhnlich. Als Anleitung da⸗ für, welche Spulengröße man als Anodenſpule verwenden kann, darf geſagt werden, daß man gewöhnlich eine Spule mit möglichſt ebenſo großer Windungszahl, wie man ſie als Antennenſpule ver⸗ wendet, benutzen muß. Wenn die Buchſen des Apparates größer ſind als die Lampen⸗ füße des Umſchaltſockels, muß man die letzteren mit Staniol be⸗ wickeln. ** — Der. Nadio-Miniaphon⸗Hörer iſt der kleinſte und leichteſte derzeit fabrizierte Doppelkopfhörer. Er hat im ganzen nur ein Gewicht von 125 Gramm. Durch dieſes außerordentlich geringe Gewicht werden naturgemäß die Unbequemlichkeiten vermieden, die ſich immer beim Tragen eines normal großen Doppelkopfhörers einſtellen. Der Hörer iſt durch verſchiedene in⸗ und ausländiſche Patente ſowohl in Hinſicht auf die Lagerung der Glimmer⸗Mem⸗ bran, als auch auf den beſonders kräftigen Magneten und die Zentrierung des Syſtems geſchützt. Die Patente ſchützen vor allem die einzigartige Möglichkeit innerhalb eines geringen Raumes ein Syſtem unterzubringen, das eine außerordentliche Lautſtärke garantiert Der Hörer, der ſeit Jahren im Auslande zum Mode⸗ artikel geworden iſt, hat ſich auch im Inland hervorragend einge⸗ führt und wird ſowohl mit hochglanzvernickeltem Stahlbügel als auch mit Lederbügel in beſonders hübſcher Aufmachung geliefert. d. Seite. Ar. 430 Mannheimer General- Anzeiger(Abend⸗Ausgabe) Dienskag, den 16. September 1924 att de Hendelsb Devisenmark! Berliner Devisen in Billionen Amtlich G. 15 5. 15 wp. 6. 16 185 ü. 33 160,80 161,50 vol 160.80 161,0 vol ires. 1,455 15405 voll 1,40.475 voOoU ttisse! 20590 2100 voll 20,80 20, vol. Chrisllanaa 57 40 57,/4 vol 57,46 5¼74 vol 74,80 75,24 vol 74.1 7509 vol KRopenhagen 7102 71,38 voll 71.22 71,88 volt Lissunonn 12.22 12,28 voll 12,22 12,28 vol Stockhom 111,42 111,93 voll 11½2 111.98 volt Lletsingiors 10.49 10,55 oll 10,505 10,510 voll ltauen 18.35 18,45 voll 18,39 18,4 vol. London 18,/5 18,805 vol 18,085 18,715 vol New Vok 4,10 4,21 voll 4,19.21 voli 22.53 22,05 vol 22.,255 22,375 von Schwein 78,09 79,39 0ll 18.07 79,37 voll dpanier 55,11 55,39 vol 85,20 55,54 Voll Japan.705.71 voll„108.715 v0ol. Konstahtinopel 2,285 2,305 voll 221 2,29 voll Rio de zanelro 6,395 0,45„0 05,390 0,405 vol. Wien. abgg.. 5,ois M 5,93 M von 5,915 M 5,935 ol 12,5/ 12.03 voll 12,57 12,63 vol zugoslavien 8 5,07 5,09 voll 5,84.80 voll Budapes 5,45 M 5, 47M Voll 5,40 M 5, 48 M voll .07.09. 0 voll 3,08 3,10 vol Börsenherichte Frankfurter Wertpaplierbörse Leicht abgeschwächt und lustlos 1 Franklurt, 16. Sept.(Drahtb.) Die Börse glaubt vor- läufig noch nicht an die durch die Presse verbreitete voll- kommene Verständigung, die sich bel dem gestrigen Kabintitsrat ergeben haben soll. Dazu kommt eine all- gemeite Verstimmung infolge der fortgesetzt schlecht Iauterden Berichte über den Stand der Wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Auf dem deutschen Anleihemarkt entwickelte sich etwas Unternehmungslust, doch sind vorläufig die Kurse noch kaum auf dem gestrigen Stand angelangt. 5 proz. deut- sche Kriegsanleihe notiert jetzt 0,950,%½ proz. preußische Konsols sind 1,700, Schutzgebietsanleihe werden mit 87:) 9,50 gehandelt und Zwangsanleihe stehen auf 23 Milliarden Proz. Der Markt für ausländische Renten ist vollkommen vernachlässigt und schwächer. Zolltürken gehen mit 13,25 um. Besonders lustlos ist die Lage auf dem In du- sStriemarkt. Infolge der geringen Umsatztätigkeit kam es zu keinen großen Kursschwankungen, doch sind die Kursrückgänge etwas in der Mehrzahl, namentlich auf dem Chemikali en- markt Walen alle Notierungen schwächer. Diese Erschei- nung hängt mit dem immer wieder auftauchenden Gerücht von ungünstigen Zusammenlegungsverhält- nissen des Anilinkonzerns bei der Goldmark- umstellung zusammen. Diese Gerüchte finden bei der Hinaus- schisbung der Veröffentlichung einer diesbezüglichen Erklä- rung neue Nahrung. Etwas lebhafter, namentlich im Anfang, war die Stimmung auf dem freien Markte. Eine Kleinigkeit grager war wieder die Nachfrage nach Api, die sich heute Auf 276 erholen konnten. Ufa setzten ihre Aufwärtsbewegung kort, auf Berichte über sehr gute Einnahmen der Gesellschaft. Benz 376, Bröwn Boveri 1, Rheinische Handelsbank 0,070, Entreprises 21.50, Growag 0,170, Hansa Lloyd.2, Kraich- gauer 0,120, Petroleum 17, Rastatter Waggon 396. KURS ETTEI. Liflen ung Ius andzanleihen In Pilionen prozenten, Frächanotlerungen in llllonen Nalk pro Stück..ch. ind, Malns 12,45 12,.Coltnom. SelluK..60 Frankfurter Dividenden-Werte. 15. 156. Allg. D. Oredltb..— ½0 Badlsohe Bank 24,50 25,95 Bax für Br. Ind..—.70 Ba r..-Ored..——,— „ Hyp. u. WD. 2,30.15 Barmer Bankver. 1,60.70 BorlinerHandges. 27,— 27.— Oom. u. Prlvatbk. 5,15 5,50 Darmst..Mat.-B. 6,75 8,40 Deutsohe Bank. 10,50 10,25 .-Aslatsch. Bank—,— 34,— .Effekt. u. Werte 2,20 3, 10 Bochumergb..d.—.——,— Harpen. Bergbau 68,59 62,51 Buderus Elsenw. 10.75 10,75 Kallw. Asohersl. 15.50 16,— D. Luxem. Bergw. 48,50 49,2.] Kalwrk.Salzdetf..— Esohwell. Bergw. 72,— 73,—[Kallwrk. Wester. 18, 17.6 Frlodrlohsh.BUAW.—,—, Jelsenlc. Bergw. 53.— 54,50 Hannesmannröh. 33,50 38,25 Goldenk.Aubstahl, 16,10 16,.— 2. 4 Sohantungbahn..65.85 Hbg.-Amk. Paketf. 25,5 25,50 Elohb. Mannhelm 30,— 30,— .-Kompf-Sternb. 37,25 35,75 Malpzer Stamm. 60,— 60.— Farkhrauerel.. 23.— 23,— Hohöfferh. Bindg. 20,— 2) 50 Sohwartz-Storch 21,— 21,.— Werger 16,50 15,50 Adt, Jebr. Wächt..10 2,20 Adler Oppenhelm.———,— Adlerwerke Kley..—.91 A. E. d. Stamm 3,90.65 Anglo Cont.duano—.——, Ashbaff. Buntpap. 23,75 23,50 Asohaff. Zellstoff 19.85 19,— Zahnbed.Darmst. 1,50 1,50 Baden. Welnhelm 0,90 0,70 Bank-Aktlen. 15. 16 D. Hypothekenbk. 3,70 3,60 „ Uebers.-Bank 79,— 70, Verelnsbank—1—.30 Sisgont.-Cesells. 11.50 112 Dresdner Bank 635 6,5 Frkfrt.Hyp.-Bank.20.5 Metallb. u..-A. 12 50 12,2; MHltteld. Cred.-B. 1,75 1,90 Nürnberg..-.. Osster. Ored. An.—,36—,3? Pfülzer Hyp.-BK. 5, ,75 Relohsbank. 438.50 4,75 Bergwerk-Aktien. Lothr. H. u..-V. 38,50 40.— Transport-Aktien. Mrddeutsoh.Lloyd 5,25 5,05 Ooster.-U. St.-.— kndustrle-Aktſen. Bad. Anllln.Soda 17,75 17.25 Bad. Elektr.-Geg. 0, 16.46 Bad. Hasch. Durl. 15,— 16.— Bad.Uhren Furtw. 13,50 13,50 Bayrlsoh. Splegel—,— 6,15 Bayer. Cellulose—.——, Bebk& Henkel. 280 2,8. Bergmann Elektr. 13,25 12,75 Bingetallwerke 2,0 2,30 Bl.-u. S. Braubach——— Brem.-Besigh.Oel 20,25— Breuer Stamm.—.„ Brockhues.-W. 5,75—.— Brondef. Schlenk 34,— 34.— Bürstf. Erlangen—,— 2˙80 Oem. Heldelberg 15, 14,85 15. 16. Bheln.Creditbank.65.20 Rheln. Hyp.-Bank 5,—.— Suud..-Cred.-..— Slüdd. Disoontog..75.50 Wiener Bankver. 0,25.25 Wibg. Bankanst.—-, „„ Notenhank „ Verelnsbank 3,.—2,75 Mannh. Vers.-Ges.—, 95,— Frankr. Allg. Vers. 78.— 71,50 Oberrh. Ver.-des.—,— Frankf. R. u. HItv.—.— Obschles. Eh.-Bd. 11, 25 10,85 do, Eund.(.) 12.15 12.75 Phönlx Bergbau 40. 40,25 RheinBraunkohle 28,75 28,51 Salzw. Hellbronn 11,— 41. Tellus Bergbau..80.0 V. K. u. Laurahlltte 6,50 6,4 Baltlmore& Ohlo 47,.——— Cementkarlstadt 6,— 6,50 „ Lothr. Nen. Ohamotte Annaw. 8,50 8,5 Chem. Wrk. Albert 8——,— „ doldenberg 35,— 36,— „ Grleshelm. 14,75 14,75 „ Woller t. M. 12,75—— Oont. Nurnb. V2g. 20.——,— Daimler Motor. 3,Cb 3. Ot. Elsenh. Berlln.50 D. Gold-u..-Anst.(3,80 13,60 Deutsohe Verlag 30, 29.5 Dyokorh.& WIdm. 3,40.10 DinglerzZwelbrok. 6,— 5,80 Dürrkoppwrk. St.—— Dllsseld.Rat.Dlrr 2,80 2,70 Elsonwerkkalslt. ,0 1, Elberf. Farb. v. 83. 17,63 14.63 Elektr.loht.Kr. 8,20 6,13 Els. Bad. Wolle.10.— Emag Frankfurt..30 0,30 Emaſile St.Ulirioh 4,45 4,45 Fllzfabelk Fulda 3,75.75 Franbfurter Hof 1,— 15.— Franktf Pok.& WIt. 3,—.— Fuchawag.Stamm.10.10 danz Ludw. Ralnz ,33 0,32 Felst Seot Frkfrt. 1, 0—,— IHlrsohKkupf. u. Met. Hgoh-und Tlefbau .40 2,20 Höchsterl Farbw. 13,75 13,63 Holzmann, Phll., 4,89.90 Holzverkohl.-Ind..50 6,0 Junghans Stamm.75.— Enzlager Worms Gelling& Co....— 1,— Kammg. Kalsersl. 10,— 10.— Ehrud à& Sehmer Goldsohmidt Th. 11,75 11,38 Karler. Maschla. 3,60 3. Eolinger Hasohln. Aritzner M. Durl. 23.0 23.—[Kemp, Stettin.. 0,91 0,60 Ettſinger Splnn Arun, Blifinger. 13.75 14.—Kleln, Soh.& Beok. 5,—.— Fab. Joh. Slelstift Hald æ Meu, Hähm. 19.— 16,— Knorr, Hellbronn 40 3,48 Faper& Sohleloh. Hammer Osnabr. 13, 0 13,50 Konserven Braun 1,.—.— Farbwerk Münſh.———,— Hanfwerk.Füssen 14,— 13,70 Kraub& Co., Lok..— 4, Fahr debr. Pirm..—.25 Heddernh. Kupfer 6,50.60[Krumm, Otto.. 1,30.20 Felt.ulll. Carlsw 21,50 24,— tlerzogp.Munchen—,—.50 Labmeyer& Co..— 9,60 Fülnmech. letter 14,25 14,25 lHlipert Armaturf. 5,— 5,[Leoh Augsburg. 14.60 14.40 bederwar. Boine.— 10, PPeterünſon Frłft. 7,5.USohnellpr. Frank. 6,80 6,70 Led. Splob. Pr.-A..80 2,75 Pf. Nähm. Kayser.,10 3,3.[Sohramm Laokf. 3,75 65 Ludwigsh. Walzm. 4,— 40,50 Tutr Maschlnen.—.— 25,— Lux'sohe lndustr. 6,—.— Malnkraftwerke..25 6,75 Mot.-Aetz Münch. 8,10 8,50 Motall Dannborn-, Ulag, Muhlb....50.50 2,30 2,30 Pfäl.Pulv.t. ingb.—— Phillpps.-.FTk. 575—.— Porzellan Wessel 10,.— 10,.— Reln.Gebb& Sch..— 2,05 Rh. elek.M. Stamm 9,15 8,— Rh. Masch. Leud. 3,30.25 Bhenanla Aachen 4,75.75 Blebeok Kontan.25 35. Rodberg Darmst. 3,10 3,30 WMoenns Stamm. Motoren Deuttg—.— Notorf. Oberurs. 15,— 15,— eokars. Fahrzg. 4,40 4,45 orrh. Led.89p.„ Rütgers-Werke. 15,50 16,85 Sohfinok&.Hbg..—.— Sohriftg. St. Frkf..— 7,0 Sohuokert,Nurnb. 48,— 34,75 Soh. B. Wesselst. 2,65.75 8 AEiberfeld. Kupfer.20.[Hanefeider annbeimer General-Anzeiger Berliner Wertpapierbörse Berlin, 16. Sept.(Drähtb.) Die Effektenbörse nahm Weder einen rechf stillen Verlauf. Die Unklarheit der Lage und die andauernde Ungewißheit über eine befürchtete stark e Zusammenlegung der Aktien bei Aufstellung einer Goldmarkbilanz lähmt die Unternehmungs- lust. Das Geschäft war infolgedessen an den Aktien- märkten fast durchweg äußerst geringfügig, und die Kursschwankungen konnten keinen gröberen Um- kang annehmen.“ Eine auffallende Bewegung fand in Canada-Aktien stalt, die bis auf 61 in die Höhe gingen, um sich dann wieder auf 57 abzuschwächen. Man erklärte diese auffallende Er- scheinung damit, daß die noch ausstehende Abrechnung der vom Staat beschlagnahmten Stücke der Phantasie über die Höhe der Abfindung einen weiten Spielraum läßt. Deutsche Anleihen setzten etwas niedriger ein und konnten bei lustlosem Verkehr sich nur unbedeutend verändern. Bankaktien und Schiffahrtswerte konnten ihren Kursstand gut behaupten. Hamburg und südamerik. Dampffchiffahrt zogen bemerkenswert an. Ausländisch- Renten ebenfalls wenig bewegt. Zur Lage der Saar-Eisenindustrie Saarbrücken, 14. Sept. Die angekündigte Stillegung der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke in Volklingen, die wenn nicht in letzter Stunde Hilfe eingreift, Latsache werden soll, beleuchtet die derzeitige Lage der Saar-Eisen- industrie so grell, daß sich grobe Auseinandersetzungen erübrigen. Das Mißverhältnis zwischen Selbst- kostkten und Verkaufspreisen, das z. B. für das Völklinger Werk nach dessen Angabe einen Verlust im laufenden Jahre in Höhe von 25 Millionen Franken ein- brachte, könnte nur durch eine kräftige Herabsetzung der Kohlenpreise sowie durch Preisgabe des Achtstunden- tags beseitigt werden. Aber weder Frankreich will auf seinen Millionenprofit aus der Ausbeutung der Saargruben verzichten, noch Wollen begreiflicherweise die Hüttenarbeiter kür einen Lohn, der schon jetzt das Existenzminimum be- deutet, noch zwei Stunden mehr leisten. Unter diesen Gegensätzen ist augenblicklich nicht abzu- sehen, wie angesichts einer riesigen Arbeitslosigkeit die sozlale und Finanzlage des Saargebiets in nächster Zukunft sich gestalten soll. Die 7000 Hüttenarbeiter, die mit der Schliebung der Völklinger Hauptbetriebe sofort auf die Straße kommen, in nennenswertem Umfang sonstwo unter- zubringen, ist innerhalb einées Ländchens mit 700 000 Ein- Wohnern natürlich völlig ausgeschlossen. Auffällig ist, daß die Saarregierung eine erstaun- liche Bereitwilligkeit für den Unterhalt der Entlassenen ver- sichert, Während für die Fortführung der Arbeit, die durch die angeregte Gewährung eines Kredits an die Völklinger Hütte sich vermutlich hätte ermöglichen lassen, keine Regierungsgelder vorhanden gewesen sind. Es is! ein öffentliches Geheimnis, daß die Regierungskommission des Saargebiets unter ihrer französischen Leitung gegenüber dem einzigen rein deutsch gebliebenen Saarwerk eine andere Taktik übt, als etwa gegenüber der Neunkircher oder Dillinger Hütte. So spielen in die Wirtschaftskrise des Saargebiets auch nationalpolitische Motive hinein, und leider scheint sich die saarländische Führung der deutschen Sozialdemo- kratie, indem sie über die Erfahrungen des Bergarbeiter- streiks den Schleier der Vergessenheit breitet, dem divide et impera-Spiel des augenblicklich außerordentlich rührigen französischen Saarpràsidenten in die Hände zu 8. —.—Ver. Uitramarinf. 14,0 14— Zsohookew., Klt'n 1 1,70 Zudkerf. B. Magh, 2 2 155 Trlootw. Beslgh.—.—— Thürg.Llef gotha 8,90 3,0[Ver. Zelist. Berl..— Uhrenfabr. Furtw.—, 1,75[Vogtl. Masch. St..— Ver.deutsch. Oele 23,.——— voſgt& Hüff. St..51 „ 4 9 3,25]„ Frankenthal 3 250 oetstein 30 3 .60 steln.. 3,„ ver. Fabf. Cassel 3,40 3,0[Wayss& Freytag.30 3,50]„ Hheingau..5.75 Ver,Pinsel Nürnb.—.— 15,50[Zelist.Waldhofst. 10.75.35]„ Stuttgart. 3,45 ½5 Frelverkehrs-Kurss. .73 375[Krelohgauer.., 0,120 Rastatter VWaggon—.—.65 %e ee 11.458 1,½5 Entreprlises. 21.— 21,50IMez Söhne... 2,25 2,53 ahm. Kohlenanl. 10,59 10,% Berllner Dlvidenden-Werte. Transport-Aktlen. Sohantungbahn..50.50[.-Austral.'sch..25 24,80 Allg. Lok. u. Str. 417/5—,—[Hb.-Amk. Paketf. 25.50 25.50 Südd. Eisenbahn—.—.—.—.-Slldam.'soh. 35,30 35,75 Baltimore. 16,25 47,75[Hlansa'sohltf. 10,84 10,04 Bank-Aktlen. Zank f. el. Werte 5,50.50 Dtsch.Aslat.Bank 35.— 33,2[Oest. Cred.-Anst. 0, 35 0, 35 Barmer Bankyer..50.450Peutsche Bank. 16,50 10,0[Belchsbank.. 48,— 48. Berlin. kHd. G88. 27,50 27.., Dt. Uebersee Bk. 76,— 75, äheln. Creditbank.25 2,0 OCom. u. Prlvathk. 5,25 5,300/Diso. Oommandit 11,45 11,15 Suddeutsoh. Dlso. 8,25 8 25 Darmst. u. At.-B. 8,65 6,55 Dresdner Bank. 6,75.75 Westbank. 0,0(40 lialtteid. Kroditbk..75—.— Industrle-Aktien. Badlsche Anilin. 17,59 17,25 nr.-Besigh. Oelf. 21.90 28.— Baloke Haschin. 4,10 4,10 Bremer Vulkan. 55,10 55, 6½5 6, Suderus EIsenw. 10,30 10.90 J. P. Bemberg.. 18,2 19,25 Phem. Grieshelm 14,6 14,25 Bergmann Elektr. 1275 13,5 Chem. Heyden...90.85 Berſin-Anh. Msch. 3,75.45 Chem. Moller. 4,5 1,25 Berlinkarlsr. Ind. 67,— 66,15 Chem. delsenk... 69,— 67.50 Berllner Maschb. 12,— 13,20[Phem. Albert. 37,75 36.50 Berzellus Bergw..90 5,35 Dalmier Motoren.— 3,15 Bing Murnberg. 2,25 2,25 Dessauer das. 27.65 27.7 Blemarokhütté..—— beutsoh-Luxemb. 49,25 49,50 oohumer Gubst. 7,50 9,85 D. Elsenb.-Signal. 4,50 420 Morddtsch. LIoyd 5,38 5,10 Roland-Linle.. 9,50 9,50 Vereln.Elbesohlff 2,50 2 f0 — * * Aboumulat. Fabr. 19,.— 26.65 Adler& Oppenh. 63.— 62,— Adlerwerke. 2,70 2. .-G. f. Anllinkarh. 18,65 13,65 Alexanderwerk. 3,10 3,20 Allg. Elektr.-Aes. 8,75.50 Als.Portl. Zement 46.— 47.50 Amme Gles.& Co. 3,50 3,50 Anglo-Ct. duano 10,25 10.85 Anhalt. Kohlenw. 23.—. 22,10 Annener Aubstahl 9,30 9,90 Arenberg Bergb.—.——.— Asohaffüg. Zellst. 20,15 19.85 Augsb.-Nb.Masch. 18,60 20,.— Deutschekabelw. 1,0.30 Deutsohe Kallw. 43,4 46.— Deutsohe Masch. ,25 5,65 DeutscheStelnzg. 6,60.50 Deutsche Wollw. 3,30.65 Deutscb. Elsenh. 6,20.75 Donnersmarokh., 85.— 95.— Durkoppwerke.. ,50.50 Düusseid. EIsenb. 17.50 13,5 Dynamit Nobel.. 9,50 9,15 Eokard Maschln. 8,25.10 EIsenw. L. Meyer 1,60 1,50 Elberfelder Farb. 14.40 14.30 Elberfeld. Kupfer.50 1,60 debr.B öhler& Co.—.— 28.J5 Deutsohe Erdöl..60 40.28 Sraunk. u. Brikete 33,.— 34.50[Deuteoh.dudstahi.40.50 Elektr. Lleferung. 13,70 13, k. Berqw. 53,.— 170 Elektr.Lloht u. KT. 8,15 7,45 Gelsenk.Gufstahl.30 15. Elshach 4 COo.. 26,50 25, genschow& Co. 17.— 16,75 Emallle Ulirloh. 4,0 4.[german. Portl.-Z. 6,40 6,— Enzinger Fliter, 9,50.75Herreshelm. Glas 36,10 34,50 ESsohw. Bergwerk 2,50 72.2.[des. f. olektr.Unt. 15,0 15, Faber Blelstift. 13.— 13,.— goldsohmidt, Th. 11,60 11,45 Fahl, Llst& 00..80—, greppiner Worke 20.— 8,— Feldmühle Papler.0 4. fritznerkasohln. 23,.— 25, Felten& Gulfl.. 21.25 22.1Gebr. Grobmann..75 3,10 R. Frlster... 3,10.75run& Bllfinger 13,55 1,75 Fuohs Waggon.. 1,10.—[Haokethal Draht 27.75 Saogera e„.50 6,50 Hallesche Masoh. 11.30 11.25 Ganz Ludwig.. 0,32.35Hammors. Spinn. 13.65 14.— arbeiten. Das momentan„demokratisch-soziale“ Gesicht der kranzösischen Leiter der Saarregierung ist nur eine Ma ske, um durch Unterwühlung der deutschen EIb; heitsfront die Geschäfte Frankreichs zu fördern; diese Erkenntnis sollte gegenüber Augenblicksvorteilen, trotz aller sozialen Gegensätze, die Bevölkerung des Saargebiets ers recht zusammenschweißen und Arbeitgeber sowie Arbei nehmer veranlassen, unter Ablehnung fremdländischer Ein- mischung, sich in Bezug auf ihre gemeinsamen Interessen— denn um Probleme der Arbeitsgemeinschaft und des Arbeils- kriedens handelt es sich doch letztlich— im Bewußtsein deutscher Gemeinbürgschaft gegenüber franzosl- schem Annektionswillen, auseinanderzusstzen. Was den Geschäftsgang der Eisenindustrie betrifft, so dauert die Stagnation an. Auf dem Auslandsmarkt macht die belgische, lothringische und selbst deutsche Konkurrenz den Abschluß von Aufträgen recht schwier!g. Von großen Abschlüssen ist in letzter Zeit nur die Bestellung von 7000 Tonnen Schienen für die Bagda d. bahn zu verzeichnen. Für die Preise könnte ein Rückgang des Frankenkurses natürlich nur von Vorteil sein. Man hört augenblicklich folgende Notierungen: Handelseisen 570 Franken, Träger 550 Fr., Breiteisen 650 Er. Bandeisen 860 Fr., Grobbleche 750 Fr., Mittelbleche 880 Fr. bzw. 8,10 Lstrl., Feinbleche 1100 Fr., Maschinendraht 630 Fg je Tonne ab Werk. Jedoch werden für bedeutende Ab: schlüsse erhebliche Rabatte bewilligt; jede Bestellung wird auf verschiedener Grundlage, je nach Werk und Spezifika- lion, abgeschlossen. Der Schrottmarkt liegt nach wie vor darnieder, weil die Werke nur für ihren unmittelbaren dringendsten Bedarf kaufen. Ohne die Ausfuhrmöglichkeit nach Italien Würden, gleichwie in Frankreich, die Preise keinen Boden der Baisse finden. * Zu den Zahlungsschwierigkeiten im süddeutschen Seifenkonzern Gioth wird uns gemeldet: Das am 2. Septembes über das Vermögen der zum genannten Konzern gehérenden Firma Chemische Fabrik, Aktiengesellschaft in Hanau e öflnete Konkursverfahren ist vom Amtsgericht Hanau mit sofortiger Wirkung von Amtswegen wWegen Nichtigkeit wieder aufgehoben worden. Der Antraß der Chemischen Fabrik auf Aufhebung der Geschäftsaufsiehl ist zurückgewiesen und die Entscheidung über den Konkufs- antrag für die Dauer des noch laufenden Geschäftsaufsichts“ verlahrens ausgesetzt worden. Der Grund für diese von Amtswegen getroffenen Maßnahmen ist folgender: Der Ge⸗ sellschaft war es im Verlauf der Geschäftsaufsicht gelungen, einen Vergleich mit den Gläubigern auf der Basis einef mehrmonatigen Stundung zu schließen, so daß Ende Augus die Geschäftsaufsicht aufgehoben werden konnte. Dieser Aufhebungsbeschluß war noch nicht rechtskräftig, als das Amtsgericht Hanau auf Antrag der, Gesellschaft, die die Lage inzwischen trotzdem als hoffnungslos ansah, das Konkursverfahren eröffnete. Dieses wuürde von Gläubiger seite bemängelt, so daß das Verfahren wieder aufgeho en werden mußte. Es ist aber damit zu rechnen, Eintritt der erforderlichen Rechtskraft das Konkursverfahren erneut eröffnet werden wird. Die Absatzgebiete der italienischen Rohseide. Die Absatzgebiete, nach denen Italien seine Roheide absetzü ver⸗ teilen sich in der Hauptsache auf 7 Länder. Von der Gesamt- produktion von 23 360 dz in den ersten 5 Monaten des laufen- den Jahres gingen 22 332 dz ins Ausland und zwar War der beste Abnehmer die Schweiz mit 7459 dz, dann folgt Frank⸗ reich mit 7240 dz, Deutschland mit rund 4000 dz, die Veb⸗ einigten Staaten mit 2500 dz, Australien und Brasilien mi je rund 600 dz und Spanien mit 200. dz. daß nach 15 15. es 16, 8 1145 Skohs. Aubstahl..75 16,80 Teokl. Sohtrrew., 14,69 14,—.Stahlw/-v. d. 2y p. 12,10 1360 Sarott!.. 140.0 Teleph. Berliner 3,36 3,35 Ver. Ultramarinf. 13,0 60 Hugo Sohnelder. 4,10 4,0 Sopubert& Salz. 9,—.70 Sohuokert& Co. 35,25 35,9 Sſemens Elektr...9 7,½ Slemens&Halske 4,25 4,6 Sinner.-G..—.20 Stottiner Vulkan 15,70 16.1. Stochrkammgarn 89,10 37.— Stoewer Hähm...15 11,0 Stollb. Zinkhültten 30,1 30,8 Sudd. Immobllen. 3,20 3,.— Berliner Ergänzungs-Kurse. Otsoh. Australlen 2½75 21.30 .-G. f. verkhrsw. 47.— 47,— Alfeld Delligsen. 1, 80 1,90 ammend. Fapler.—.— Ber.-Gub. Hutfbr. 2,50 20,.— OConoord.Spinner..40.25 Deutscho Kunstl. ,75.75 gebhard Textll. 6,10 6, gebr. doedherdt. 13.50 13, dothaer Waggon.53.50 Dtsoh.-Ostafrlka—,— 5,,0 zeu-Aulnea...—.90 itavl Minen.EIs.—.— 23,70 outh West 5% Mexlkanor 43,80 47.— Berliner Frelverkehrs-Kurse. Adlor Kall... 23,— 28, Apl, Allg. Petr. Ind. 2, Beoker-Stahl. 1, Thale Elsenhüttes—— Turk. Tabaksreg.-.— Unlon-Gleperei..50 6, 5 Unionwerke Ahm.—.— 110 Varziner Papler..70 Ver. B. Frkf. Gum..— Vor. Chem. Charl. 15, 0 V. Dtsch. NiokelwW. 20.50 V. Glanxstoff EIbf. 14.— Ver. 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Durch die Deckscheibe ist ein Verrutschen und das lästige Festkleben am Strumpf ausge· Hfasfen schlossen. Bei empfindlichen Füßfᷣen, Schweiß⸗ geruch und Wundlaufen veiwege man Lebewohl-Fugbade-Pulver ein ideales Mittel für die Fnßpflege. Erhältlich in Drogerien und Apotheken. Mannheimer General⸗Anzeiger(Abend⸗Ausgabe) 9 Le 1155 I H— 5 8. Seite. Nr. 430 Mando inen- Doppel-Ouartett Stimmungsmuſik (evtl. auch einfach) für Vereine, Geſellſchaft. od Lokale ab 20. Septbr. wieder frei. Angebote unter J. V. 16 an die Geſchäftsſtelle. 39094 Piane Nach längerer Krankheit verschied am 13. ds. Monats unsefe Angestellie, Fräulein 6750 Mathilde Püthe. Seit nahezu 0 Jahien in Diensten unsefer Genossenschaft haben wii sie —— als eine tüchtige und pfllichtgetreue Mi arbeiterin schätzen gelein, der wir u vermieten. Angebot——4 em ehrendes Andenken darum bewahren 0 die Ge. f 5— werden ſchäftsſtelle*9064 5 Möge ihr die Eide leicht sein Mannheim, den 15. September 1924. Vorstand und Angestelltenschaft der Nahrungsmittel-Industrie- Berufsgenossenschaft. Nakenspunoch. Betriebstechn. 25 J. alt. wünſcht armes, an⸗ ſtändig. Mädchen kennen zu lernen, Waiſe bevor⸗ zugt, zwecks ſpäterer Heirat. Gefl. Zuſchriften unter J. Q. 11 a. d. Geſchäfts⸗ ſtelle dſs. Bl*9089 — Nach kurzer, schwerer Erkkrankung verschied gestern abend im 29. Lebensjahre unser Bevoll- mächtigter, Herr Egonfteinmann Während der viereinhalb jahre, die der Ver- storbene unserem Institut angehörte, lernten wir ihn als einen äusserst fleissigen und strebsamen Mit- arbeiter schätzen. Jassen die Konkurrenz nicht ruhen,; siè sprechen am besten für die Güte unserer„Schwan im Blauband“eund bemeisen, dass wir mit ihrer Einführung einem tatsdchlichen Bedurfnis entsprochen haben. Achten Sie beim Einkaufaufdie Feinkostmargarine, Schwan im Lauband“ und lassen Sie sich nichts anderes als ebensogut verłkaufen! Meisen Sie Nachahmungen zurüchl Wir liefern nur in nebenstehender Pacſcung. Preis 50 Pf. das Halbpfund. Wir bedauern, daß dieser tüchtige und allgemein beliebte Beamte in so jugendlichem Alter seinem Wirkungskreise entrissen wurde und wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. MANNHEIM, den 15. September 1924. Die Direktion und Angestelltenschaft, Suddeutschen Disconto-Cesellschaft A. 8, Danksagung. Für das überaus zahlreiche letzte Ehrengeleit, der herrlichen Ktanz- und Blumenspenden, sowie den vielen Beileidsbezeigungen, die uns ein großer Trost bei dem schweren Verluste sind, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Stadtpfarrer Renz für seine trostreichen Worte und der Frachtschiffer- vereinigung Jus et Justitia Duisburg-Ruhrort für die herrliche Kranzspende. 9184 S eeeeeeeen Morgen Mittwoch lubetöcaaten Bekanntmachung. Der Herr Reichsminiſter der Finanzen hat mit meinem Einverſtändnis das auf Goldmark und Dollar lautende wertbe⸗ Amlache Veröileniachungen der Seautgemeinde. Gebäudesondersteuer. Wir fordern nochmals zur Zahlung der am 5. Aug. und 5. September 1924 fällig geweſenen Gebäude⸗ ſonderſteuer für Juli und Auguſt 1924 mit einer Butter ſowie alle Sorten — Lospreis 16 14%½ /1 für! Klasse M..-.-12.— 24. welcher übe Jubilau ms-Lotterie 21 Nillionen für alls 5 Klassen Ib.- 30.- 60.- 120.— Elosbriefꝛ zu Hk..— mit soforfiger dewinnauszablung stets vorrätig. 1ſ8 1l4 1/2 /1 vom 23. Oktober 1923 u. vom 7, November 1923 mit Wirkung vom 15. September 1924 u. einer Einlöſungsfriſt bis ein⸗ ſchließl. 15. Oktober 1924 aufgerufen. tauſch geg. andere Zahl⸗ lich abgelehnt werden. Berlin, 9. Sept. 1924. er 78 Reichsverkehrsminiſter Feſten echt federdicht, roſageſtr. Der Um⸗ 9 darauf hingewieſen, daß für die genannten Monate bereits ein Zuſchlag von 20% des Rückſtandes für jeden angefangenen halben Monat vom Fällig⸗ keitstage d. i. 5. Auguſt bezw 5. September 1924 an erhoben wird. Kaſſenſtunden: ½8 bis ½1 Uhr und von ½3 bis 4 Uhr. Samstags von 8 bis 12 Uhr. 6 Stadtkasse. 1924/25 mit dem Orcheſter des Nationaltheaters vier Jinfonſe ⸗Konzerle außerdem—2 Sonderkonzerte mit freiem We Kartenbezug und Eintrittspreiſe: Dauerkarten (Abonnemenis, gültig für mindeſtens 5 Veranſtal⸗ tungen, darunter alle Sinfoniekonzerte) a) unnumerierte Plätze Mk..80, b) numerierte Plätze Mk 5 60. Auf die unnumerierten Platze erhalten Stu⸗ 3* 8 2 2 — 2 3 5 2— In Vertretung 3 5 7 ü9 4 5 2 N 2 5 eeeee 4. Kestert arn 30 Seztenber, 8 5 5 8 8 On Leifung Wiih. Furtwängler. Klaſſiſche Meiſter 2 2 2 + md 2. Konzert am 1. Dezember, 8 X 50 0 900 8 5 35 5 Leitung Prof. Otto Lohſe. Ouverture u. Arie. — 8 Sc 3zu vergeben. Näheres 3. Konzert am 9. März,) Leitung General⸗ 5— 5 E Ackerſtraße 14, 4. Konzert am 20. April) muſikdirekt. Lert. 5 389067 23.Stock. Programmangabe ſpäter. Die Sonderoeran⸗ 8 3 998 e 5 ſtaltungen werden eigens bekannt gegeben. 5 75 8 Für die Hinterbliebenen: Vauſgen 05— 11 10 5 3 155 10 0 1 10 Sept 5 24 nicht zahlt, hat die mit hohen Koſten ver⸗ H. Heuß. mit den Ausgabedaten bundene Zwangsvollſtrecung zu erwarten Es wird 88 25 2 im Felsenkeller, K 5 22 Ab 8 Uhr morgens: Wellfleisch und 3 Eippchen mit Kraut. 9186 liefert laufend Spezialität: Große Schlachtplatte 2 jedes Quantum . Hiefer, Leutkirch i. Allg. Tel 66 Guter bill Mittagstisch. Reichh. Abendkarte Täglich ab 3 Uhr. Wellfleisch, Rippchen u. Schweinsknöchel mit Kraut. Es ladet freundl. ein Jos. Schmitt, Wirt v. Matratzen u. Polſter⸗ mittel erfolgt innerhalb 7 B3834 dieſer Zeit bei allen II. ru Butter u. Kase eng-os. OG‚ οο οοοοο οο * 3§i 5 ht Ih Glü K 5 Nach 75* Vertreler geſucht. d ober ein⸗ 7 2 ersaumen 18 nie 7 1 ucC gehende Einlöſungsan. Der Ausſchuß für Volksmuſikpflege veranſtaltet Damenschneiderei dei der Preußisch-Süddeutschen Klassen-Lotterie zu versuchen träge müſſen grundſätz⸗ als Beauftragter des Stadtrats im Konzertwinter Aufarbeiten D 2, 11 K. Haumüller Tel. 508 Empfehle mich im Aniertigen von Damenkleidern, Kostümen und 1 bei billigster Berechnung. B möbel billig. 9070 A. Müller, Peſtalozzi⸗ ſtraße 35, Neckarſtadt. Gemäss den Beschlüssen des Vereins südwest- deutscher Zeitungs- Verleger sind die Zeitungen gehalten: 1. Kurze Hinweise im redaktionellen Teile des Blattes auf Veranstaltungen von Vereinen(auch Sportklubs), ebenso Vorträge und Vorstellungen aller Art nur in à 1 Mk mit 12000R- M. Gewi Denburger 10Se— 1255 25 dierende, Schüler, vom Abbau Betroffene, Kurzar⸗ Inlett, 1½ ſchläfr., aroß. Schriftliche Vor⸗ Einnehmet, 1 11 Im er. Staatl. Lotterie- Mannheim. 0 7. 0 Porti u. Listen zus. Mk..60 Mahnung. Die mit der Sahlung der fälligen Rate der örtlichen Kirchenstenuer im Rückſtand befinduichen Gemeindemitglieder werden hiermit an die asbaldige Begleichung mit letzter Friſt Verſteigerung. Am Freitag, den 19. Septbr. 1924, vor⸗ mittags 10 Uhr kommen in unſerer Werfthalle III 1 gut erhaltener Nachen, Oberbett, Unterbett und 1 Kiſſen mit 14 Pfund grauen Federn gefüllt à Gebett Mark 38.50, dasſelbe Gebett mit zwei Kiſſen u. 16 Pfd. zart⸗ weichen Federn gefüllt Mk. 55.—, dasſelbe mit echtrotem, federdichtem Daunenköper Mk. 03.— beiter uſw. eine Ermäßigung merkungen ſind im Laufe dieſer Woche an den Roſengartenpförtner zu richten. Alle beſtell en Karten ſind am Samstag. den 20. September (12—5 Uhr) im Roſengarten abzuholen, andernfalls gebührenpflichtige Zuſtellung, ſoweit die Beſtellung berückſichtigt werden konnte. Ab 22. September tägliche Kaſſenſtunden im Roſengarten. Wegen Einzelkarten zum Furtwängler-Konzert ergeht noch beſondere Bekanntmachung. Der vor⸗ ſtehende Aufruf richtet ſich im Sinne der Beſtre⸗ bungen des Ausſchuſſes und mit Rückſicht auf die Verbindung mit einer Anzeige am Tage oder Vor- tage des Stattfindens der Veranstaltung àufzunehmen. Diese kurzen Hinweise dürfen keine Angabe über Eintrittsgeld, Kartenverkauf usw. enthalten. Eine Ausnahme kfindet nur statt bei Veranstaltungen von nationaler und kultureller Bedeutung, wenn es sich um Wohllätigkeits-Veranstaltung handelt. 2. Einsendungen von Behörden zwecks Umgehung des Anzeigenteils abzulehnen. 3. jede direkte oder versteckte Geschäftsreklame redaktionellen Teile abzulehnen. im l— b e meieen 0 niedrigen Abonnementsprei e vorwiegend anArbeiter. Zur Vermeidung von Auseinandersetzungen mit dem Rannheim, den 15. deptem 22 gegen Barzahlun zur Angeſtellte, Angehörige der freien Berufe, Ge⸗ Personal unserer Geschäftsstelle und der Schriftleitung Israel. Gemeindekasse. Verſtei 9 1365 werbetreibende und deren Organiſationen. Da die bitten wir unsere Leser von diesen Grundsätzen 41 arb 2* 9 Gü 5 grau p. Pfd. Ml..10, Hälfte der verſügbaren numerierten Plätze be⸗ Kenntnis zu nehmen und weitergehende Wünsche, 11 Gold.-. Silder Wären UI. Dhren zart u. weich Mk..50 reits vergriffen iſt, wird auf den Weg der eiligen deren Erfüllung uns unmöglich ist, nicht zu äàussern. graue Halbdaunen.25. Schleißfedern arau.25 weiße Halbdaunen.50,. ichriftlichen Vormerkungen verwieſen, die in der Reihenfolge des Eingangs berückſichtigt werden. Mannheim. den 12. September 1924. dyn Trauringe biigst. ipzeimöbel 5 89 1 ederc ün faldschmiedu.-waller rr Der Ausſchuß jür Voltsmuſttpſlege. 1 18 1ggara arksta Art fertigt gewiſſenhaft 12. e Lee F der f n f. Preis Katalo) frei. Nicht⸗ 57 1 11 1 1 Ban. u. Möbelſchreinerei gefallend Geld zurück 2 4l¹ geblsit Bettfederngroßhandlung Bettenfabrik u. Verſand lielegenbeltskauf Th Kraneſuß EI469 Caſſel 160. Staiger. Linden⸗ hofſtr. 34. Tel. 3114. Reparaturen prompt u. billig. F aturl. 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