— Sezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung wöchentlich 95 Gold⸗Pig. Die monatl. Bezieher verpflichten ſich bei evtl 8 0 0 Aenderung d. wirtſchaftl. Verhältniſſe notwendig werdend 2 7 Preiserhöhungen anzuerkennen. Poſtſcheckkonto Nr. 17590 Karlsruhe.— Hauptgeſchäftsſtele k: 6, 2— Geſchäfts · Nebenſtellen Waldhoſſtr. 6, Schwetzingerſtr. 24, Gontard⸗ dlatz 4.— Fernſpr. Nr. 7941 7945,— Telegr.⸗Adreſſe Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl zwölfmal. Beilagen: Bilder der Woche. Sport u. Spiel Aus Seit u. Le Abend-⸗Ausgabe 155 Preis 10 Pfennig 1924— Nr. 513 Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung pro ein⸗ ſpaltige Kolonelzeile für Allgemeine Anzeigen 0,40.⸗M. Reklamen.—.⸗M. Für Anzeigen an beſtimmten Tagen Stellen und Ausgaben wird keine Verantwortung über⸗ nommen. Höhere Gewalt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. beſchränkte Ausgaben oder für verſpätete Aufnahme von An⸗ zeigen. Auftr.d. Fernſpr.ohne Gewähr. Gerichtsſt. Mannheim. ben mit Mannheimer Frauen- u. Muſik-Seitung Aus der Welt der Cechnik Unterhaltungs-Beilage Wandern u. Relſen Franzöſiſches Eiſen und deutſche Kohle Ein deutlſch⸗franzöſiſcher Stahllruſt? V Paris, 4. Nov.(Von unſ. Pariſer Mitarbeiter). Ein Ber⸗ liner Blatt richtete durch die Meldung, daß zwiſchen dem Comitee des Forges und der deutſchen Ruhrinduſtrie eine direkte Vereinbarun g unter Ausſchaltung engliſcher Intereſſenten zu⸗ ſtande gekommen ſei, politiſches Unheil an. Die hieſigen Regierungs⸗ kreiſe zeigen große Verlegenheit und ſie betrachten dieſe Berliner Nachricht als einen Verſuchsballon und eine Einladung zu direkten Verhandlungen. Andererſeits bemerken ſie, daß die Ber⸗ liner Nachricht wurde. Man fand lange nicht den Mut, zu dem Inhalt der Berliner Meldung Stellung zu nehmen. Erſt geſtern kam vom Comitee des Forges das Dementi. Es lautet dahin, daß die Verhandlungen mit der Ruhrinduſtrie nicht ſtattgefunden haben und auch nicht unter Ausſchaltung engliſcher Intereſſenten ſtattfinden würden. Die engliſchen Intereſſenten haben an maßgebender Stelle erklärt: Sie fühlten ſich durch irgend einen Teil der franzöſiſch⸗ deutſchen Verſtändigung nicht beunruhigt. Sie proteſtieren aber mit der größten Energie dagegen, daß der Plan des deutſchen Induſtriellen Arnold Rechberg hier erörtert werde. daß die franzöſiſche Schwerinduſtrie in einigen ihr naheſtehenden Blättern darauf hinweiſt, daß eine Annäherungspolitik zwiſchen franzöſiſchen und deutſchen Induſtriellen gegenwärtig in An⸗ betracht des kommenden Handelsvertrages wünſchens⸗ wert ſei. Dieſe Anregung beruhe auf dem Bunde rane franzö⸗ ſiſchem Eiſen und deutſcher Kohle. Niemand werde auf die Dauer einen deutſchen Induſtriellen davon überzeugen können, daß es beſſer ſei, ſchwediſche Erze oder engliſche Kohle zu ſichern, wenn er etwas notwendig hat, das er einige Kilometer von ſeiner Fabrik findet. Wenn engliſche Intereſſenten dadurch berührt werden, ſo liege das in der Natur der Verhältniſſe. Aber trotzdem müſſe man darauf achten, daß alle Verhandlungen mit Rückſicht auf England geführt würden. Rein politiſch geſprochen laſſe ſich folgendes ſagen: Man ſucht hier Verhandlungen zwiſchen der franzöſiſchen Induſtrie anzubahnen, hegt aber Befürchtungen, daß das kommende Kabinett in Eng⸗ kand Schwierigkeiten machen könnte, falls es nicht übor alle Vorgänge auf dem Laufenden gehalten werde. Deshalb empfiehlt man folgen⸗ des: Die Berichte über die Unterhandlungen zwiſchen deutſchen und franzöſiſchen Gruppen ſollen ſoweit durchgeführt werden, daß man ein klares Bild über Umfang und Charakter der künftigen Verein⸗ barungen gewinnen kann. Hierauf ſollen engliſche Fachleute zunächſt zu den Verhandlungen beigezogen werden. Auf jeden Fall ſei die ſtrengſte Geheimhaltung nötig. Erſt das Zuſtandekommen eines Vertrages dürfe in die Preſſe gelangen. Aus dieſen Mitteilungen, die an hieſigen maßgebenden Stellen gemacht werden, geht hervor, daß das Comitee des Forges nach einer Vereinbarung mit der deutſchen Ruhrindu⸗ ſtrie trachtet. verlegung der Feppelinwerſt nach Sevilla! Berlin, 4. Nov.(Von unſerm Berliner Büro.) Der„B..“ wird aus Sevilla gedrahtet: Der Chef des ſpaniſchen Flugweſenz teilte mit, daß Abmachungen mit der Zeppelin⸗Werft Friedrichshafen getroffen ſeien. Darnach ſoll die geſamte Werft nach Sevilla ver⸗ legt werden und wird unter deutſcher Leitung große Flugſchiffe für den Flugverkehr zwiſchen Spanien und Argentinien erbauen. Es ſollen zunächſt vier Luftſchiffe mit 130 000 Kubikinhalt gebaut wer⸗ den, jedes Schiff mit 9 Motoren von 400 Ps ausgeſtattet, Aktions⸗ radius 25 000 Kilometer. Die Geſellſchaft in Sevilla iſt mit 90 Mil⸗ lionen Peſeten bereits gegründet. Das Unternehmen wurde unter das Protektorat des ſpaniſchen Königs geſtellt. Der erſte Flug Se villa⸗Buenos Aires ſoll im Jahre 1927 anläßlich der ſpaniſch⸗ameri⸗ kaniſchen Ausſtellung ſtattfinden. Faſziſtiſche Ausſchreitungen in Rom Der Oſſervatore Romano beklagt ſich, daß in Roim geſtern abend bewaffnete Faſzilſten in bedrohlicher Weiſe auf die Stra⸗ ßen gezogen ſeien, ohne daß die Polizei einzuſchreiten gewagt habe. — Das Blatt ſtellt weiter feſt, daß Faſziſten am vergangenen Sonntag abends halb 9 Uhr in das Zentrallokal der katholi⸗ ſchen Vereinigung in Nom eingedrungen ſeien und ſämr⸗ liche Briefkäſten der verſchiedenen katholiſchen Vereine, die im Pa⸗ laſt ihren Sitz haben, zerſchlagen haben und alsdann ver⸗ ſchwunden ſeien. Der„Oſſervatore Romano“ fragt, wohin man mit ſolchen Zuſtänden kommen werde, und ob man vielleicht auf dieſe Weiſe die Lage für das„Heilige Jahr“ vorbereiten wolle. Der„Meſſaggero“ zeigt an mehreren Beiſpielen der letzten Tage, daß in verſchiedenen Orten Italiens die Faſziſten An⸗ gehörige der Oppoſttionsparteien angegriffen und verwundeten. der Stand der Keichsſchuld Der„Voſſiſchen Zig.“ zufolge hat ſich der Stand der Reichs⸗ ſchuld am 30. September 1924 gegenüber dem Stande von Ende 1923 um rund 500 Millionen Goldmark vermindert. Die Reichsſchuld betrug am 30. September rund 2 338 gegenüber 2840 Millionen im Vorjahre und etwa 5 000 Millionen im letzten Friedensſahre.— Bei der vreußiſchen Generalſtaats⸗ kaſſe überſtieben die Oktoberauszahlungen die Einnahmen um 4% Millionen Mark. Seit dem 1. April wurden insgeſamt 848,6 Milkionen Mark vereinnahmt und 819,5 Millionen verausgabt,. ſodaß ein Ueberſchuß von 29,1 Millionen verbleibt. Die ſchwebenden Schulden ſtellten ſich am 31. Oktober auf 25 Millionen Goldmark. N 5 5 London unfreundlich kommentiert Es ſei wichtig, Franzöſiſche Propaganda in Wien Aus Wien ſchreibt man uns: In dem großen Revirement der franzöſiſchen Auslandsdiplo⸗ matie— eine Folgeerſcheinung der Ablöſung der Aera Poincaré durch die Aera Herriot— intereſſiert in Wien beſonders die Abbe⸗ rufung des hieſigen franzöſiſchen Geſemdten Lefebre⸗Pontalis und ſeine Erſetzung durch einen Herrn de Beaumarchais, einem Urenkel des berühmten Dichters der Mozartoper„Hochzeit des Figaro“. Der abberufene Geſandte Lefebre⸗Pontalis war der zweite Vertreter der franzöſiſchen Republik in Wien ſeit dem Friedensſchluß. Er war hier im Jahre 1920 als Nachfolger des nach Bern verſetzten Allize erſchienen. Der damalige Wechſel auf dem Poſten der franzöſiſchen Ge⸗ ſandtſchaft war eine Folge des im Pariſer Auswärtigen Amtes eingetretenen Schwenkung in der mitteleuropäiſchen Politik, Paleè ologue, der Vertreter der Donagukonföderation und Befürworter des habsburgiſchen Gedankens war durch Berthelot abgelöſt, der, ein Gönner der kleinen Entente, und den Einflüſterungen des tſchechl⸗ ſchen Außenminiſters Dr. Beneſch ſtark zugänglich, die habsburgiſche Reſtauration und die Donaukonföderation fallen ließ und die Platt⸗ form der durch die Friedensverträge geſchaffenen Lage ſich zu eigen machte. War demgemäß auch die Herrn Lefsbre⸗Pontalis erteilte Direktive eine andere, als die des Herrn Allize, ſo blieb doch in einer Beziehung der Leitfaden jedenfalls derſelbe: Deutſchlans? gegenüber. 5 Allizs hatte es als ſeine Haupkaufagabe betrachtet, den Gedan⸗ ken des Anſchluſſes Deutſchöſterreichs an das Deutſche Reich mit allen Mitteln zu bekämpfen, wobei er nach der Innsbrucker und Salzbur⸗ ger Anſchlußabſtimmung, als auch Steiermark eine ſolche Abſtim⸗ muna vornehmen wollte, ſelbſt vor Preſſionsmitteln gegenüber der öſterreichiſchen Regierung nicht zurückſchreckte. Herr Lefèbre⸗ Pontalis konnte ſich nach außen hin mehr Zurückhaltung auf⸗ erlegen. Er brauchte nicht ſo herausfordernd aufzutreten wie Allizs, aber hinter den Kuliſſen war er nicht minder unermüdlich, insbeſon⸗ dere durch Bearbeitung der öſterreichiſchen Preſſe die öffentliche Mei⸗ nung Deutſchöſterreichs in antideutſchem Sinne zu beeinfluſſen. Seine Hauptaufgabe aber erblickte er in der Pflege der kulturel⸗ len Beziehungen zwiſchen Oeſterreich und Frankreich. Von den Schneiderkünſten des Pariſer Modekönigs Poiret bis zur Chan⸗ teuſe Ppette Guilbert und dem Boxerchampion Carpentinier gab es keinen franzöſiſchen Kulturimport, der nicht unter der beſonderen Protektion des Herrn Lefebre⸗Pontalis geſtanden hätte. Franzs⸗ ſiſche Maler veranſtalteten unter ſeiner Aegide in Wien Ausſtel⸗ lungen, franzöſiſche Muſik wurde auf ſeine Veranlaſſung in beſonde⸗ ren Konzerten gepflegt⸗ und franzöſiſche Dramatiker und Bühnen⸗ ſterne von der franzöſiſchen Geſandtſchaft aus lanciert. Herr Lefebre⸗ Pontalis hat mit ſeiner Kulturmache zweifellos Erfolge erzielt, zu⸗ mal von deutſcher Seite leider nicht immer die geeignete Gegen⸗ propoganda entwickelt wurde. 5 85 Trotzdem hat Herr Lefebre⸗Pontalis eine Entgleiſung nicht vermieden, die ſeine Stellung in Wien weſentlich erſchüttert zu haben ſcheint. Erx hat ſich in einem Interview mit einem namhaf⸗ ten Wiener Journaliſten in ſehr beleidigender und abfälliger Weiſe über den öſterreichiſchen Finanzminiſter Dr. Kienböck ge⸗ äußert, den er als Idioten und Intriganten bezeichnete. Auf dem Ballplatz hatte man, wie es heißt, vergeblich eine Entſchuldigung des Herrn Lefebre⸗Pontalis erwartet. Als dieſe ausblieb, wur⸗ den die perſönlichen Beziehungen zwiſchen dem Ballplatz und der franzöſiſchen Geſandtſchaft ſehr geſpannt. Möglich, daß dieſe Spannung zur Abberufung des Herrn Lefebre⸗Pontalis den letz⸗ ten Anſtoß gegeben hat. Kronprinz KRupprecht und Ludendorff Unter obiger Ueberſchrift melden die„Münchener Neueſten Nachrichten“:„Nach Münchener und Berliner Blättermeldungen ſoll der Deutſche Offizierbund es abgelehnt haben, ſich gegen die Erklärungen der bayeriſchen Gene⸗ rale und Ludendorffs zu erklären. Dazu iſt zu bemerken,“ ſchreibt das Blatt weiter,„daß nach unſeren Informationen weder der Deutſche Offiziersbund(Reichsorganiſation) noch der National⸗ verband Deutſcher Offiziere bisher zu dem Fall Stellung genom⸗ men haben. Doch trifft es zu, daß Ludendorff naheſtehende Kreiſe wegen einer ſolchen Stellungnahme bereits an die bezeichneten Verbände herangetreten ſind.“ In einem Kommentar zu der Erklärung Luden⸗ dorßfs, die dieſer auf die Erklärung der bayeriſchen Generalität in der Ehrenſache Ludendorff—Kronprinz Rupprecht von Bayere veröffentlicht, ſchreibt der„Bayeriſche Kurier“ u..:„Die neue Erklärung Ludendorffs widerlegt zunächſt in keiner Weiſe die von Generxal Krafft von Delmenſingen als Protokollführer gemachte Feſtſtellung der baheriſchen Generäle vom 30. Oktober, mit denen der Ausſchluß Ludendorffs aus der Standesge⸗ meinſchaft der Generale gerechtfertigt wurde. Wenn General Lu⸗ dendorff ſeiner für monarchiſches Empfinden ungeheuerlichen For⸗ derung als Reaktionär entſpricht, ſo bringt er damit zum Ausdruck, daß er entweder grundſätzlich nicht mehr auf monarchiſchem Boden ſteht oder jedenfalls wenigſtens der bayeriſchen Dynaſtie gegenüber eine völlig ablehnende Stellung einnimmt. Ueber die Rolle, die General Ludendorff mit ſeiner Erklärung als Wahrer der Verfaſſung des Freiſtaates Bayern geſpielt hat, iſt zu⸗ nächſt das ergänzende Material abzuwarten. deſſen Veröffent⸗ lichung General Ludendorff in Ausſicht ſtellt.“ Ddie verbotene K. P. d. in Bayern Das S ch w urge richt München hatte ſich in feiner heutigen Sitzung mit einer Anklage zu befaſſen, die ſich gegen eine Reihe von Kommuniſten wegen Fortführung der in Bayern verbotenen Kommuniſtiſchen Partei richtete. Vor dem Gericht erſchienen die Eheleute Hänle, die ihre Wohnungsadreſſe als Deckadreſſe für kommuniſtiſche Poſtſendungen zur Verfügung geſtellt und dieſe Poſt⸗ ſendungen an die Vertrauensperſonen der Kommuniſtiſchen Partei ausgehändigt hatten. der Schuhmacher Weinzierl von Mün⸗ chen hatte dem Bauhilfsarbeiter Hoch, einem Beauftragten der RPD. ſeine Wohnung zur Verfögung geſtellt. Auch hiek handelt es ſich um einen Auftrag der Parteileitung, nach dem Hoch Brieſſen⸗ dungen der KPod. in das Fraktionszimmer der kommuniſtiſchen Ab⸗ geordneten des Landtages zu verbringen hatte. Auch Zeitungen kommuniſtiſcher Richtung wurden in der Wohnung des Höch ent⸗ gegen der Verordnung des Generalſtuctskommiſſars vorgefunden. Das Urteil iſt im Laufe des Nachmittags zu erwarten. Jur Präſidentenwahl in Amerika Von Staatsſekretär z. D. Irhr. v. Kheinbaben, M. d...) 1. Hat man doch nicht ohne Berechtigung geſagt, daß die Präſi⸗ dentenwahl, d. h. das Beſtreben, den Sieger wieder aus der Macht zu verdrängen, jeweils am 5. November des Präſidentenwahljahres, alſo am Tage nach der letzten Wahl beginnt, ſodaß es überhaupt keine politiſche Agitationspauſe in Amerika gibt, zu⸗ mal zwiſchendurch wieder Teilwahlen zum Kongreß uſw. ſtattfinden. Tief einſchneidend in das ganze Leben der Nation iſt aber gerade der Ausgang der Präſidentenwahl deshalb, weil der Gewählte die„Ad⸗ miniſtration“ d. h. das Kabinett— und ſoweit ſie nicht gleichfalls aus direkten Volkswahlen hervorgehen, all die zahlloſen Aemter und Stellungen mit ſeinen Anhängern beſetzt, über die der große Staatsapparat Amerikas verfügt. Einen„Premierminiſter“ oder eine unſerem Reichskanzler entſprechende Stellung im Kabinett gibt es nicht. Der nach dem Präſidenten wichtigſte Mann iſt der Stacttsſekretär im ſtate departement d. h. der Leiter der Außen⸗ politik, jetzt Herr Hughes. Seine engeren Mitarbeiter ſind der Schatzſekretär Mellon und Herr Hoover, der aus der Kriegszeit als Ernährer Belgiens bekannte Leiter des Handelsdepartements. Erſt der verſtorbene Harding, dann Coolidge mit Hughes, Mellon und Hoover haben praktiſch in den letzten 4 Jahren die großen Linien der amerikaniſchen Politik ziemlich ſelbſtherrlich beſtimmt. Repräſentantenhaus und Senat(zuſammen: der Kongreß) haben in Amerika eine vom Präſidenten und ſeinem Kabinett abhängige Stellung und Tätigkeit, als ſie etwa der deutſche„ſouveräne Reichs⸗ tag“ im Verhältnis zum Reichspräſidenten beſitzt. Aeußerlich geht das, ſchon daraus hervor, daß die Miniſter, d. h. die Staatsſekretäre im Kongreß überhaupt nicht auftreten. Viele europäiſche einſchließ⸗ lich deutſche Miniſter werden ihre amerikaniſchen Kollegen ſicherlich um dieſes Privileg beneiden. Eine beſondere Bindung des Präſidenten bezw. der Häupter der„Adminiſtration“ beſteht, abgeſehen von der üblichen Geſetzes⸗ ſabrikation durch den Kongreß in der Hauptſache nur in der äuß e⸗ ren Politik. Hier bedarf der Präſident bei Verträgen und anderen wichtigen Entſcheidungen der Zuſtimmung der 96(für jeden der 48 amerikaniſchen Staaten 2) Senatoren. Auch jeder deutſche Zeitungsleſer wird ſich erinnern, wie oft in den letzten Jahren, an⸗ gefangen mit der erfolgreichen Bekämpfung der Ratifizierung des Verſailler Vertrages die Namen gewiſſer Senatoren wie Lodge, Fall, Borah, Lafollette uſw. genannt wurden. Die Haltung einiger weniger Senatöoren war immer dann beſonders entſchei⸗ dend, wenn die Mehrheitsbildung im Senat im ganzen ſchwierig und zweifelhaft iſt und dann im letzten Augenblick womöglich die Einſtellung von 2 oder 3 Senatoren den Ausſchlag gibt. Die Ver⸗ faſſungsbeſtimmungen Amerikas, von„weiſen Vätern“ erdacht, ſind im übrigen für den„Fremden“ durchaus nicht leicht zu verſtehen und abgeſehen vom Alltäglichen und'oft Erprobten gibt es meiner Erfahrung nach auch in Amerika ſelbſt viele Zweifel bezgl. ihrer Einzelheiten und vor allem bezüglich ihrer Auslegung.(In dieſer ſehr detailliert„geſchriebenen“ Verfaſſung liegt ein wichtiger Gegenſatz zu den entſprechenden„ungeſchriebenen“ Ver⸗ faſſungsinſtitutionen des angelſächſiſchen Vetters in London.) Ein oberſtes Gericht— Supramo Court— aus 9, beſonders vom Präſidenten ernannten hervorragenden Richtern trifft in Zweifels⸗ fällen die endgültige Entſcheidung.—985 Gegen dieſe große Machtfülle in den Händen einiger weniger niemand verantwortlichen Perſonen wendet ſich im jetzigen Wahlkampf die im Entſtehen begriffene dritte oder„pro⸗ greſſive“ Partei mit dem Vorſchlage, die letzte Stimme bei Verfaſſungs⸗ bezw. Geſetzesauslegungsdifferenzen dem Kongreß zu überlaſſen. Der bekannteſte Fall eintretender Schwierig⸗ keiten in der Regierungs⸗ und Parlamentsmaſchinerie iſt der einer dauernden Meinungsverſchiedenheit zwiſchen Kongreß(Legislatve) und Präſidenten(Exekutive), der ſich in den letzten Jahren ziemlich häufig deshalb ereignete, weil unter einem republikaniſchen Präſi⸗ denten im Kongreß die republikaniſche Mehrheit dadurch immer mehr erſchüttert wurde, daß ſich häufig zu den nur wenig ſchwöche⸗ ren Demokraten die allmählich aufkommende„dritte Partei“, ver⸗ treten zunächſt durch abbrockelnde Republikaner und Farmer Anter Führung des Senators La Folette geſellte. Hieraus folgt ohne weiteres und bei je dem Ausgang der jetzigen Wahlen die Bedeu⸗ tung dieſer in der letzten Zeit ſtark hervorgetretenen progreſſiven Vewegung für das ganze künftige Zuſammenarbeiten des Kon⸗ greſſes mit dem Pröſidenten. Hier liegen ſtarke Konfliktsmöglichkeiten der Zukunftl Es würde aber viel zu weit führen, an dieſer Stelle und in dieſem Zuſammenhang auf weitere Einzelheiten einzugehen. In⸗ tereſſant iſt hierbei hauptfächlich die Tatſache, daß es z. Zt. in fa ſt allen parlamentariſch regierten Ländern große Schwierigkeiten gibt, die ſich einer dauerhaften Mehrheitsregierung entgegenſtellen und daß nun auch in die Zeit der„einfachen und alternativen Parteiregierungen“— vorläufig wenigſtens— vorüber iſt. Bei der Beobachtung und Beurteilung des jetzigen auch für uns wichtigen Wahlvorganges in Amerika wäre die richtige deutſche Einſtellung dhe folgende: Amerika hat den Krieg gegen uns entſchleden, dann nach Wilſons ruhmloſen. Zuſammenbruch und jahrelanger Abſtinenz von europäiſchen Dingen unter der bisherigen nendſten Frage der Reparationslöſung eingegriffen. Viel weniger der Kongreß oder die öffentliche Meinung als die Häupter der Ad⸗ miniſtralon d. h. Coolidge mit Hughes, Melion und Hoover haben. geſtützt auf den Rat der Hochfinanz, zwar nach deutſchem Urteil viel zu vorſichtig und zögernd, aber ſchließlich doch konſequent die Politik betrieben, die ſchließlich zum Dawes⸗Bericht und Londoner Pakt geführt hat. Jetzt iſt die Ausführung der under teilweiſe entſcheidender Mitarbeit. Amerikas zuſtande gekommenen Heſetze, Verträge, Abmachungen uſw. in vollem Gange. Wie ſtellt ſich jetzt das amerikaniſche Volk ſelbſt zu dieſer Politik? Wird es 5) Unſer Mitarbeiter, Stagtsſekretär z. D. Irhr. v. Rhein⸗ baben iſt ſoeben von einer Studienreiſe nach den Ver⸗ einigten Staaten von Amerika zurückgekehrt. Die Wichtigkeit Jahre des Weltkrieges und in der Folge nach dem inneren(Amerika) und äußeren(Europa) Zuſammenbruch von Wilſons unheilvoller an der Geſundung Eurovas(Dawes⸗Bericht) deutlich erwieſen. Wir haben daher Herrn v. Rheinbaben der im letzten Sommer unſeren Leſern bereits politiſche Eindrücke von Reiſen nach Frankreich und England mitgeteilt hat nunmehr erſucht, ſeine Auffaffung über die Bedeutung der heutigen amerikaniſchen niederzulegen. ſomie über eine Reihe von beſonders das Verhältnis Deut ſch⸗ lands zu Amerika betrefſenden Fragen in einigen Artikeln Schriftleitung⸗ — berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene oder republikaniſchen„Adminiſtralon“ erfolgreich in der für uns bren⸗ amerikaniſcher Präſidentenwahlen auch für Deutſchland haben die europäiſcherpolitit, die allmähliche Rückkehr Amerikas zur Mitarbeit Wahlen, 8 2. Seite. Ar. 513 Dienskag, den 4. November 1924 aus inneren uns bezw. Europa weniger bekannten Gründen eine „Adminiſtration“ ſich wählen? Oder ſpielt der Wunſch nach einer andenen Außenpolitik ähnlich wie 1920 bei der Abkehr von Wilzon auch diesmal eine beſondere Rolle?s? Die richti ge Einſicht in die Art der bald vor uns liegenden Beantwortung dieſer Fragen ſteht im Vordergrunde des deutſchen Intereſſes an amerfkaniſchen Dingen, weil auch Kredit⸗ und Fi⸗ nanzfragen in ſtarker Abhängigkeit von dem Verlauf der politiſchen Ereigniſſe hüben und drüben ſtehen! Da gleichzeitig mit dem Präſidenten etwa die Hälfte des übrigens ebenfalls erſt vom 4. März 1925 ab„amtierenden“ Kongreſſes und in vielen Staaten die Gouverneure, oberen Richter und Beamte neu gewählt werden, wird ſich entſprechend der vorher geſchilderten Zuſammen⸗ arbeit zwiſchen Regzerungsmaſchine und Parlament ſchnell ein an⸗ mähernd richtiger Ueberblick über die neue Lage ergeben. Sollte es an dieſem 4. November 1924 in der Wahl des Präſidenten zu keiner Mehrheitsentſcheidung des Volkes kommen,— genau genom⸗ men müſſen entſprechend der abgegebenen Stimmenzahl von 531 Elebtorenſtimmen ſämtlicher 48 Staaten 266, d. h. die abfolute Mehrheit auf einen der 3 Kanditaten Coolidge(Republikaner), Dapis(Demokrat), oder Lafolette(Progreſſiv) fallen— dann er⸗ folgt die Wahl des Präſidenten durch den alten Kongreß bis zum 3, März 1925 einſchl. nach einem ſehr umſtändlichen Verfahren. (Zunächſt wählt das Repräſentantenhaus und ſtimmt nach Staafen — jeder Staat 1 Stimmel— ab; falls auch hierbei keine abſolute Mehrheit— 25— zu erzielen iſt, wählt der Senat den Vizepräſi⸗ denten, der dann automatiſch Präſident wird.) Ich meine aber wir ſallten uns in Deutſchland— wenn wir jetzt in eigenen Wahl⸗ nöten weclerblicken und überhaupt für die Dinge„drüben“ Inke⸗ reſſe aufbringen(nach meiner Auffaſſung ſollten wir grundſätzlich immer an dir großen Fragen der Außenpolitik denken) uns doch den Kopf nicht vorher und unnütz zerbrechen. Heute wird mit dem Jiel der glatten Wahl des Präſidenten durch das Volk jedenfalls vom amerikaniſchen Volk gewählt und wir wollen ab⸗ warten, was dabei herauskommt. **. Die Ausſichlen der Kandidaten Spezialkabeldienſt der United Preß) eRNewyork, 4. Nov. Geſtern abend ſind die letzten Reden im Wahlkampf gehalten worden. Coolidge und Davis wandten ſich durch Radio an die ganze Nation, während Lafollette, Bryan, Dawes und Wheeler ſich darauf beſchränkten, ihre letzte Rede in ihrem Wohnort zu halten. Die Präſidentenwahl 1924 dreht ſich in der Hauptſache um die Perſönlichkeiten der drei Kandidaten. Die Proagramme ſind zu dürftig, um eine Rolle zu ſpielen. Aber auch andere Faktoren haben daran mitgewirkt, eine unklare Situation zu ſchaffen, die in vielen Punkten nicht unaleich der durch die Kandidatur Wilſons, Rooſevelts und Tafts im Jahre 1912 hervorgerufenen iſt. Die anderen Faktoren. die eine Vorherſage des Ausganas der Wahl ab⸗ ſolut unmöglich machen, ſind der Ku⸗Klux⸗Klan., die Unagewiß⸗ heit über die weiblichen Stimmen bei dieſer Wahl und jedenfalls die Ungewißheit der ſtarken Abgabe der federation of labour, be⸗ ſonders, nach dem in der allerletzten Zeit aufgetretenen Zwieſpalt. Außerdem ſpielt die Frage der Prohibition beſonders in den Oſtſtaaten noch eine Rolle. Die Kandidatur Lafollettes iſt in Wahr⸗ heit von der Beweaung Rooſerelts 1912 grundverſchieden. Beſon⸗ ders Rooſevelts Handlunasweiſe, der eine Spaltung der republika⸗ niſchen Partei während der Wahl berbeiführte, iſt das Auftreten Lafollettes der endaültige Proteſt des radikalen Elements der ganzen Union, der den Keim zur Bildung einer dritten neuartigen Partei in ſich ſchließt. Die hervorſtechendſten Propagandapunkte der verſchiedenen Kandidaten in dieſem Wahlkampf waren: Coolidge propagiert einen ſtarken Konſtitutionalismus gegen den beginnenden Radikalismus. Davis ſetzt ſich für ehrliche Regierung und für eine Herabſetzung der Zolltarife ein, während Lafollettes Angriff ſich in der Haupt⸗ ſache gegen die Korruptivn und gegen die Monopolſtellung Wall⸗ treets richtet. Die augenſcheinlichen Schwächen dieſer Programme iſt die Urſache des Hervorkehrens der Perſönlichkeit in dieſem Wahl⸗ kampf geweſen. Die Stärke Coolidges auf perſönlichem Gebiet liegt in ſeiner langjährigen Erfahrung in der Verwaltung und in ſeinem heinahe ſprichwörtlichem Glück. Seine Reden ſind in der Regel voll Plattheiten angefüllt, haben aber auf der andren Seite durch ihre vorſichtige Formulierung den Eindruck hervorgerufen, daß er„ſicher“ ſei. Davis iſt das Gegenteil von Coolidge, ſehr energiſch, diſtin⸗ guiert und gebildet, ermangelt aber ſolchen Punkten, die zur Er⸗ kingung von Popularität in Amerika unerläßlich ſind. Lafollette wiederum verſteht es ausgezeichnet, Eindruck auf die Maſſen zu machen, er iſt ein meiſterhafter Politiker, der außec⸗ dem die reinſte Vergangenheit aufzuweiſen hat. Eigenſchaften, die ihm viel ſchaden, iſt ſeine Sucht zu übertreiben und ſeine Unge⸗ duld. Warſchau, 4. Nov. Zwiſchen Breſt⸗Litowsk und Barano⸗ wice in der Nähe der Stadt Leſono iſt heute früh ein Perſonen⸗ zug von 30 bis 40 wohlbewaffneten Räubern beſchoſſen und zum Halten gebracht worden. Die Paſſagiere wurden gänzlich ausgeplün⸗ dert und der Poſtwagen ſeines Inhalts beraubt. Ein Offizier und ein Aufſeher, die Widerſtand leiſten wollten, wurden von den Räu⸗ bern getötet. Weitere Einzelheiten ſtehen aus. Aeichsreſſorts vor. Neue Mannheimer Jeitung[Abend⸗Aus gabe) Aus den beſetzten Gebieten UAm die Räumung der Kölner Jone In Verſolg der in der letzten Zeit verbreiteten Meldungen, wo⸗ nach ſich die Anzeichen mehren, daß die Beſatzungsmächte mit einer Räumung der nördlichen Zone am 10. Januar rechnen, teilt, die„K.“ mit, daß dieſ endgültige Entſcheidung in einer Mitte Dezember in Brüſſel abzuhaltenden Konferenz der Beſatzungsmächte fallen werde. Für den Fall des Freiwerdens der Kölner Zone ſpricht man davon, daß ſich die Engländer in dem Trierer Gebiet feſtſetzen werden. Das Blatt bezweifelt jedoch, daß die auch auf jener Konferenz zur Sprache ſtehenden Fragen der Aenderung des Rheinlandſtatus, die Erſetzung der Rhein⸗ landkommiſſion durch eine gemiſchte Kommiſſion unter Beteiligung eines deutſchen Vertreters, wie der„Temps“ meldet, beabſichtigt iſt Vorab dürfte nur an eine Milderung der Verwaltungs⸗ praxis der interalliierten Kommiſſion gedacht ſein. Die weiße Schmach Ein Raubüberfall wurde in der Teichſtraße in Landau abends gegen 8½ Uhr von drei franzöſiſchen Soldaten in Uniform an dem Finanzinſpeklor Wüſt in Edesheim bei Landau verübt. Die Täter nahmen dem Ueberfallenen die ganze Bar⸗ ſchaft in Höhe von 180 M. ab. An dem gleichen Abend wurde gegen 9½ Uhr ebenfalls von 2 franzöſiſchen Soldaten in Uniſorm in den Oſtparkanlagen ein Mädchen, das ſich in Beglei⸗ eines jungen Mannes befand, überfallen. Die beiden franzöſiſchen Soldaten ſchleppten das Mädchen fort und begingen ein Sittlichkeitsverbrechen an ihm. Erſt nachdem auf die Hilferuſe in der Nähe ein Schuß gefallen war, ließen ſie von dem Mädchen ab und ergriffen, wie der Landauer Polizeibericht meldet, die Flucht. Die Täter ſind bis jetzt noch nicht erwittelt. Die Einwohnerſchaft der Stadt Landau und Umgebung hat be⸗ kanntlich von allen pfälziſchen Städten und Orten am meiſten unter der durch die Beſetzung hervorgerufenen Unſicherheit zu leiden In friſcher Erinnerung ſind noch die zahlreichen Raubüberfälle und Sittlichkeitsattentate, die im Sommer dieſes Jahres von Soldaten der franzöſiſchen Garniſon in Landau verübt wurden, bis es einer deutſchen Polizeiſtreife gelang, 3 der Täter zu ſtellen und nach einem Feuergefecht, bei dem ein deutſcher Gendarm ſchwer verwundet und einer der Franzoſen erſchoſſen wurde, zu ermit⸗ ſeln. Nachdem daraufhin kurze Zeit Ruhe eingetreten war, ſcheint jet die Diſziplinloſigkeit der Truppen der franzöſiſchen Garniſon in Landau erneut zum Durchbruch zu kommen, was unter der Vevölkerung große Beunruhigung hervorgerufen hat. Forderungen der deutſchen Nordmark Die 5. Landesverſammlung des Schleswig⸗ Holſteiner⸗Bundes, die in Altona tagte, hat zu den deutſch⸗däniſchen Verhandlungen in der Minderheitenfrage der Reichsregierung und der preußiſchen Staatsregierung als den dringenden Wunſch Schleswig⸗Holſteins ſolgende Forderungen übermittelt: 1. Daß bei der weiteren Bearbeitung der Minderheiten⸗ fragen, jedenfalls vor weiteren, irgendwie bedeutungsvollen Schritten im Anſchluß an die Veſprechung in Kopenhagen die Provinz gehört und ihr die Mitwirkung durch vom Provinziglausſchuß benannte Vertreter geſichert werde. 2. Daß dieſen Vertreter⸗ auf ihren Wunſch Gelegenheit zu geben ſei, dem Lande über den Stand der Angelegenheit zu berſchten. Regierungspräſident Dr. Johanſſen hat in einer Provin⸗ ziolausſchuß⸗Sitzung eine Erklärung abgegeben, in der er aus⸗ führte, daß er mit Kommiſſaren des Unterrichtsminiſteriums eine eingehende Beſprechung über die Stimmung in der Provinz anläß⸗ lich des Verlaufes und der Folgen der kürzlich abgeſchloſſenen Ver⸗ handlungen in Knopenhagen gehabt habe. Er habe darauf hin⸗ gewieſen, daß in ſehr weiten Kreiſen Schleswig⸗Holſteins die ernſte Beſorgnis beſtehe, es könnten von BVerlin aus im Anſchluß an die Kopenhagener Verhondlungen Entſcheidungen getroffen werden ohne daß vorher dem Lande Gelegenheit gegeben ſei. Stellung zu nehmen. Die Miniſterialkommiſſare hätten volles Verſtändnis für bieſe Ausführungen bewieſen und hätten den Regierungs präſidenten zu der Erklärung ermächtigt, daß man in Verlin von vornherein nicht die Abſicht gehabt habe, ohne Fühlungnahme mit der Provinz varzugehen. Er ſei weiter ermöchtigt, zu erklären. daß man bereit ſei, ſofort mit einer Kommiſſion aus der Provinz in Ver⸗ handlungen einzutreten. — Berlin, 4. Nov.(Von unſerem Berliner Büro). In der Oeffentlichkeit war der Reichspoſtverwaltung der Vor⸗ wurf gemacht worden, daß ſie ihren Beamten gegenüber ſich be⸗ reits zu beſtimmten Lohnerhöhungen verpflichtet habe, bebor die im Rahmen der Preisſenkungsaktion geplante Steuermil⸗ derung feſte Formen angenommen habe. Aus dem Reichspoſtmini⸗ ſterium erfahren wir daß dieſe Behauptung nicht zutrifft. Die Reichspoſt befindet ſich ihrenArbeitern gegenüber in derſelben Lage wie die Reichsbahnverwaltung. Die bisher geltenden Tarifver⸗ lräge ſind zum 31. Oktober gekündigt worden. Eine Neuregelung iſt bisher noch nicht getroffen worden. Die Reichspoſt geht in die⸗ ſer Frage jedoch in völliger Uebereinſtimmung mit den übrigen eeeen 7 die Reichstagswahlen Kandidalfuren Der Vorſtand der Deutſchen Volkspartei des Wahl⸗ kreiſes Koblenz⸗Trier⸗Birkenfeld hat die Kandidatenliſte für den Reichstag in Liſtenverbindung mit dem Bezirk Köln auf⸗ geſtellt. An erſter Sdelle ſteht Pfarrer Oertel, Vorſitzender des Hunsrücker Bauernvereins und langjähriges früheres Mitglied des Reichstages in Neuerkirch. 0 Der deutſchnationale Parteivorſtand trat heute vormittag im Reichstag zuſammen, um die Reichsliſte und die preußiſche Landesliſte aufzuſtellen. Die Verhandluagen finden unter dem Vorſitz von Dr. Winkler ſtatt. Satzungsgemäß iſt Dr. Winkler jedenfalls bis zum Ende des Jahres Vorſitzender. Anfangs Januar werden donn die deutſchnationalen Parteiinſtanzen neu gewählt werden. Die Sitzung begann mit einer programmatiſchen Rede des Parteivorſitzenden Winkler, in der er die aus der Parole Schwarz⸗ weiß⸗rot ſich ergebenden Aufgaben, ſowohl außen⸗ wie innenpolitiſch, näher auseinanderſetzte. Die Kandidatenliſten werden erſt in den nächſten Tagen veröffentlicht werden können. Der demokratiſche Parteivorſtand ſetzt die Be⸗ ratungen zur Feſtſtellung der Reichsliſte und der preußi⸗ ſchen Landesliſte fort. Beſchlüſſe liegen noch nicht vor. Weitere Auskrikte aus der Demokratiſchen Parkei Der Präſident der Thüringer Handelskammer, Dr. Fillmann, Generaldirektor der Porzellanfabrik Kahla, iſt aus der Demokratiſchen Partei ausgetreten; ebenſo hat der zweite Vorſitzende der Demokratiſchen Partei, Ortsgruppe Jena, Dr. Praäger, ſeinen Austritt aus der Partei erklärt.— Auch eine Folge des Partei⸗ tags! Deutſches Reich Schwerer Anfall des Lacpool ·Expreß Der Lacpool⸗Expreßzua erlitt in der Nähe von Lacpool einen Unfall. Die Lokomotive entaleiſte, fuhr ein eine Wärterbude und drehte ſich um ihre eigene Achſe. Etwa zwölf Perſonen wurden aetötet und viele verletzt. Vier von den fünf Wagen ſtürzten um. Der Letztere geriet in Brand. Meh⸗ rere Tote liegen noch unter den Trümmern. 0 Kredite für die Landwirtlſchaft Zur Beſchaffung von Saatgut für die notleidende Landwirt⸗ ſchaft ſind dem Regierungsbezirk Kaſſel 31« Millionen und dem Re⸗ gierungsbezirk Wivsbaden 3 Millionen Mark Kredite vom Reich bewilligt worden. Die Kredite, für die die Spar⸗ und Dar⸗ lehenskaſſen die Bürgſchaft übernehmen, müſſen von der Landwirt⸗ ſchaft mit 6 Prozent pro Jahr verzinſt werden. Auf Grund dieſer Aktion ſind etwa 400 000 Zentner Weizen und 450 000 Zentner Rog⸗ gen als Saatgut eingeführt worden. Bayern lehnt die Kreditverordnung ab Der bayeriſche Miniſterrat hat ſich in ſeiner geſtrigen Sitzuna mit der Verordnung des Reichspräſidenten über die Aufnahme von Auslandskrediten durch Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände vom 1. November 1924, die auf Grund des Artikels 48 Abfatz 2 der Verfaſſuna des Deutſchen Reiches erlaſſen worden iſt, eingehend befaßt. Die Verordnung wird von der bayeri⸗ ſchen Reajeruna als ein Mißbrauch des Artikels 48 an⸗ geſehen. Ihre möalichſt raſche Aufhebung wird von der banyeri⸗ ſchen Reaierung verlanat. Der Zweck, der durch die Verordnung erreicht werden ſollte, kann nach der Auffaſſung der baneriſchen Staatsregierung durch eine freie Vereinbaruna unter den 80 und zwiſchen den Ländern und der Reichsregierung erreicht werden. Lacpool. 4. Nov. vom Reichsernährungsminiſter ausgearbeiteten Geſeßentwürf über eine Rentenbankkreditanſtalt. Dieſer Geſetzentwurf wird von der baneriſchen Reaierung aus arundſätzlichen, politiſchen und wirtſchaftlichen Gründen abgelehnt. Mainz, 4. Nop. Am Freitag nachmittag ſtürzte auf dem Flug⸗ platz des 33. Fliegerregiments aus unbekonnter Urſache ein Flug⸗ zeug, in dem ein fronzöſiſcher Sergeant Uebunasflüge ausführte, 0 ab und wurde zertrümmert. Der Inſaſſe erlitt dabei den „ 5 Nachtrag zum lokalen Teil *Weiteres Steigen des Neckarwaſſerſtandes. Nach den heule nachmittag 2 Uhr in Diedesheim vorgenommenen Meſſuligen iſt der Waſſerſtand des Neckars noch weiter im Zunehmen. Der Waſſrſtand betrug um 2 Uhr nachmittags 4,95 Meter gegenüber.84 Meter von heute vormittag. Vom Oberlauf des Rheins dagegen liefen bis heute Nachmittag 3 Uhr keine Hochwaſſerweldungen ein. Von Waldshut bis Kehl und Maxau wird fallender Waſſer⸗ ſtand gemeldet. Da die Schuſterinſel heute vormittag Regen meldet,iſt es licht möglich, daß der Waſſerſtand des Rheins ſich noch eine Kleinigkeit erhöht. aenn A- Das Geld auf der Straße Kriminalroman von Oktffried v. Hanſtein 29)(Nachdruck verboten!) „Es iſt ein furchtbarer Gedanke.“ b „Aber die einzige Möglichkeit.“ Schlüter ſagte feierlich: 55 f „Wean Sie mir nicht etwas zu geſtehen haben, Herr Wehn, es gibt kein Drittes. Entweder Sie oder Ilka Senden haven den Betrug verübt. Schon einmal haben Sie einen Unſchuldigen durch falſche Bezichtigung ſchweres Leid gebracht. Ueberlegen Sie, ehe Sie ſprechen. Wer hat es getan? Sie oder Ilka Senden?“ Die Wirkung der ernſten Worte, gerade in dem dunklen Raum, war eine große. 9 Fritz Wehn war wie zuſammengebrochen unter ihrer Wucht, dann ſtand er auf. „Herr Kommiſſar, ich beſchuldige niemanden. Ich weiß nicht, wer es getan. Ich kann Ihnen nur wieder und wieder verſichern, daß ich es nicht war. 19 1855 „Gut, dann werde ich veranlaſſen, daß ein Steckbrief hinter Ilka Senden hergeſchickt wird und werde jede Behörde des Inlands un Auslands veranlaſſen, die Diebin zu verhaften.“ Wieder hatte er beſtimmt und hart geſprochen, wieder ſtöhnte Wehn auf. Schlüter wußte recht gut, daß er gar nicht berechtigt war, einen Steckbrief zu erlaſſen, daß dieſer nur Sache der Staats⸗ anwaltſchaft war; er wollte Wehn prüfen. Endlich ſtand dieſer auf. „Herr Kommiſſar, tun Sie, was Ihres Amtes iſt.“ Mit dem Nachtſchnellzuge fuhren Schlüter und Wehn nach BVerlin zurück. Fritz war totenbleich, er hatte jede Nahrung ver⸗ weigert, und wenn. Schlüter ihn beobachtete, ſah er ein paar tod⸗ traurige, verzweifelte Augen. War es Schuldbewußtſein? War es Scham über ſeine Verirrung? Schlüter war bereit, das zwelte zu glauben. JIn Berlin fuhren ſie zuſammen auf das Präſidium. Warum nicht, Fritz Wehn hatte gewiß keine Eile, heimzukommen und dem Valer gegenüberzutreten.— 11. Regierungsrat Weſendonk kam dem Kommiſſar entgegen. „Ich habe eine Nachricht für Sie?“ 75 25 „„„„„„ 5 3 „die Tänzerin Ilka Senden tritt augenblicklich im Koloſſeum uin Bern auf.“U e, N „Dann werden wir in den nächſten Tagen ſchon klar ſehen.“ Siebenſes Kapitel, „Herr Kommerzienrat Gugenheim möchte den Herrn Kommiſſar ſprechen.“ „Ich laſſe bitten.“ 0 „Guten Morgen, Herr Doktor, guien Morgen, Herr Wehn! Entſchuldigen Sie, wenn ich Sie jetzt gleich nach Ihrer Ankunft überfalle, Herr Kommiſſar. Ich hökte guf meine telephoniſche An⸗ frage, daß man Sie für heute morgen zurückerwartete, und da ich ſelbſt gezwungen bin, ein paar Tage zu verreiſen, mußte ich Sie vorher ſprechen.“ „Aber, Herr Kommerzienrat, Sie erſparen mir einen Weg.“ „Nun, was iſt mit Krüger?“ „Nach meiner Meinung vollkommen unbeteiligt, kommt für die Sache gar nicht in Betracht. Ein willensſchwacher junger Menſch, den die Gier, möglichſt ſchnell Geld zu verdienen, in die Arme ge⸗ miſſenloſer Menſchen getrieben hat, die ihn zuerſt ſcheinbar ver⸗ dienen ließen, um ihn nachher zu zwingen, für ſie die Kaſtanien aus dem Feuer zu holen und ſich die Finger zu verbrennen. Uebri⸗ gens hat er auch die Unterſchlagung bei Wehn Söhne nicht be⸗ gangen.“ „Nicht?“ „Auch das hat ſich aufgeklärt.“ 1 Gugenheim warf Fritz einen langen Blick zu— dieſer ſtand ſcheinbar teilnahmslos am Fenſter. „Ich verfolge aber jetzt eine ganz beſtimmte Spur und hoffe den wahren Täter vielleicht in den nächſten Tagen zu haben, bas heißt, wenn die Schweizer Polizei mich wirkſam unterſtützt. „„Ich bitte, reden Sie ausführlic. Der Kommerzienrat war ganz erregt, Schlüter blickte Friß an, „Ich bin dann allerdings gezwungen, dem Heren Kommerzien⸗ rak——“ 0 Iritz ttat hinznn „Ich bitte, Herr Doktor, ſagen Sie Herrn Kommerzienrat alles. Ich bitte Sie. Auch meine Schuld an Krüger. Es muß volle Klarheit werden. Ich will auch nachher ſogleich zu meinem Vater.“ „Dann gehen Sie vielleicht einen Augenblick in das Neben⸗ zimmer, während ich mit dem Herrn Kommerzienrat ſpreche.“ Gugenheim war bleich geworden, man ſah ihm an, daß er unter einem tiefen Schmerz litt. Er trat auf Schlüter zu. „Ich fürchte, Sie brauchen mir nichts mehr zu ſagen Fritz Vehn iſt der Schuldige“ Der Kommiſſar war eßenſo ernſt. „Nein, Herr Kommerzigarat, nach meiner feſten Ueberzeugung iſt er, ebenſo wie Krügeß, nur ein Opfer jugendlichen Leichtſinns, hat aber mit dieſer Unterſchlagung nichts zu tun.“ „„Gott ſei Dank, ich glaube, ſein Vater hätte es nicht üherlebt, und ich ſelbſt— es gab eine Zeit, und ſie liegt nicht ſo wein zurück, da ſah auch ich in ihm einen Sohn.“ „Er war leichtſinnig und unbedacht, es iſt eine böſe Zeit, ſie verwirrt die Köpfe, ich muß Ihnen ſagen, ſie tut mir oft leid, die heutige Jugend.“ 5 „Ich bitte Sie, ſprechen Sie, nun kann ich alles hören.“ Der Kommiſſar erzählte von dem Geſtändnis, das Fritz ihm abgelegt inbezug auf Krüger, von ſeinem Verkehr in der Faundiele, von ſeinem Abenteuer mit Ilka Senden. „Sie haben recht, Oletzki iſt ein übler Bruder. Iſt ſchon in ſeiner Jugend in eine ſehr ſchlimme Sache verwickelt geweſen und hat in Warſchau ſogar Geſängnis gehabt. Es iſt übrigens eine Schande— läuft hier herum und läßt ſich Baron titulieren. Ich glaube, ſein Vater war wirklich einer, aber der hier ganz anders, die Mutter aber, eine Kuſine von Gibſon— Gibſon iſt ja auch ein ganz einfacher Mann, aber reell— hieß Oletzki, einfach Oletzky. Sie wiſſen, aus ſo einem y wird dann ein i und jetzt behauptet ſo ein Pole, er ſei adlig und wer weiß was. Wer prüft es nach? Gibſon ſelbſt ließ es geſchehen, er hat auch ſeine Schwächen, es ſchmeichelt ihm, daß man ſeinem eleganten Neffen den Baron gläubte. Hat viel Sorge mih ihm gehabt, aber der Menſch verſtand es, den Amerikaner zu nehmen.“ 25 „Natürlich war das ein abgekartetes Spiel. Schade, daß des jungen Wehn ehrlicher Name und meines Kindes Glück mit in Scherben ging!“ Er ging auf und nieder. Schlüter ließ ihm Zeit. Der Kom⸗ mergienrat hatte ſich bald wieder geſammelt. »Und was geſchieht nun;?“ b „Wir werden die Schtheiger Behörden verantaſſen, Ilka Senden zunüchſt zu bernehmen. Ein Hafkbefeihl und noch dazu ein Aus⸗ ſieſerungsberfahren läßt ſich auf unſeren Verdacht nicht aufpauen.“ „Herr Kommiſſar, reiſen Sie hitk. „Ich glaube nicht, daß die Vehörben des verfügen werden.“ [Fortſetzung folat) 1585 Weiter beſchäftiate ſich der baneriſche Miniſterrat mit dem —— N 7 1 1 1 7 1 1 5 + 4 „ 88 Dienskag, den 4. November 1924 5 neue Mannheimer Zeitung Abend⸗Aus gabe] 85 3. Seite. Nr. 513 Städtiſche Nachrichten Der Milchpreis in den deutſchen Großſtädten Die Landespreisſtelle in Stuttgart hat bei ſämtlichen deutſchen Städten von mehr als 100 000 Einwohnern eine Umfrage über fol⸗ gende Punkte veranſtaltet: 1. Wie hoch war am 10. September 1924 der Erzeuger⸗(Stall⸗) Preis für ein Liter Vollmilch in dem für die Milchbelieferung in Betracht kommenden Gebiet? 2. Wie hoch war am 10. September der Kleinverkaufspreis für ein Liter Vollmilch ab Laden? 3. Beſtehen beſondere Einrichtungen für die Milchverſorgung und welcher Art ſind ſie? Von ſämtlichen 43 Städten mit über 100 000 Einwohnern in Deutſchland, an die die Anfrage ergangen iſt, ſind, ausgenommen von Hamborn, Köln und Saarbrücken, Antworten eingegangen. Von dieſen 40 Großſtädten haben 15, u. a. Mannheim eine auf die Beſchaffung, Bearbeitung und Verteilung der eingeführten Milch ſich erſtreckende Milchbewirtſchaftung. Teils Anfänge, teils Reſte einer ſolchen öffentlichen Bewirtſchaftung beſtehen in den Städten Kaſſel, Erfurt, Magdeburg, Mülheim a. d. Ruhr, Mün⸗ chen⸗Gladbach und Frankfurt a. M. Keinerlei beſondere Einrich⸗ tungen für die Milchverſorgung beſtehen in 19 Städten, und zwar in Altona, Augsburg, Braunſchweig, Bremen, Beeslau, Chemnitz, Dresden, Elberfeld, Halle, Hamburg, Hannover, Kiel, Königsberg, Leipzig, Lübeck, München, Münſter i.., Plauen, Stettin. Die ungefähren Erzeugerpreiſe und die Kleinverkaufspreiſe ſind aus nachfolgender Tabelle erſichtlich. In dem Spannungsverhältnis zwiſchen Verkäufer und Kleinverkaufspreis liegen ganz beträcht⸗ liche Unterſchiede, die bis zum Doppelten und darüber hinaus be⸗ tragen. 55 Erzeuger⸗ Kleinver⸗ Spannung Städte 5725 verkautspreis Pfg. 00 Aachen 16 30 14 87,5 Altona 19,3 30 10,7 55,4 Augsburg 21 34 13 61,9 Barmen 21 28 1 33.3 Berlin 18 32 14 77,7 Bochum 22 34 12 54,5 Bremen 18—22,5 28—30 7 33,3 Breslau 17,5 25 42,9 Chemnitz 22—24 34 11 49,5 Crefeld 19 27 8 42ů—„ůt Dortmund 18 33 15 89,3 Dresden 22—24 36 14 63,6 Düſſeldorf 14 28 14 100 Duisburg 16 30 14 87.5 Elberfeld 19 28 9 47,4 Erfurt 21—23 30 8 36, Eſſen 22 33 11 50 Frankfurt 24 3⁴ 10 41,4 Gelſenkirchen 22 32 10 E Halle 18 28 10 55,5 Hamburag 19,3 30 41077 55, Hannover 18,5 30 15 62,1 Karlsruhe 20—.30 34—14 36,0 Kaſſel 24 28 4 14,3 Kiel 21,7—22 31—9,3 41,9 Mannheim 20 34 14 70 Mainz 23 5 15 65,2 München 21¹ 34 13 61,9 0 18 12 66,7 Nürnberg 23 30 7 30.4 Stuttgart 20 15 16 80 Hauswirtſchaſt und Hausfrau „Die vom hieſigen Hausfrauenbund in den Räumen des Kaſinos veranſtaltete Hauswirtſchafts⸗Ausſtellung wurde heute vormittag 11 Uhr in Gegenwart vieler geladener Gäſte und Mitglieder eröffnet. Frl. Scheffelmeyer, die erſte Vorſitzende des Hausfrauenbundes, begrüßte die Erſchienenen— darunter Herrn Bürgermeiſter Dr. Walli als Vertreter der Stadt— und wies in kurzen Ausführungen auf Sinn und Zweck der Ausſtellung hin. Heute, im Zeitalter der rationellen Wirtſchaft, gilt es auch dert Haushalt in allen ſeinen Zweiggebieten dieſem oberſten Wirtſchafts⸗ prinzip unterzuordnen und iſche alle neueſten Errungenſchaften auf wirtſchaftlichen und techniſchen Gebieten ihm dienſtbar zu machen. Wenn früher hier die Induſtrie ſozuſagen einſeitig die Wege anzeigte, ſo ſolle dies in Zukunft anders werden. Die Haus⸗ frau müſſe mit ihrem reichen Erfahrungsſchatze die Technik beein⸗ fluſſen, denn nur in wechſelſeitiger Befruchtung und Anregung kann Erſprießliches geſchaffen werden. Dies in der Praxis zu demon⸗ ſtrieren, iſt der Zweck der Ausſtellung:„Die Technik im 1 der Hausfrau“. Mit Worten des Dankes an die Mithelfer der Veran⸗ ſtaltung und mit dem Wunſche eines vollen Erfolges der Aus⸗ ſtellung, die im Zeichen„Hauswirtſchaft und Hausfrau“ ſteht, er⸗ klärte die Rednerin dieſe als eröffnet. Im Anſchluß daran ſprach dann noch die Ehrenvorſitzende des Hausfrauenbundes, Frau Kromer, einige aufklärende Worte, die ſich im weſentlichen in den gleichen Gedanken wie die Eröffnungsanſprache bewegten und wünſchte auch ihrerſeits dem ſo glücklich begonnenen Werk ein volles Gelingen. Darauf folgte ein Rundgang durch die Ausſtellungs⸗ räume. Ein Wunderreich für jede Hausfrau. Alles was die In⸗ duſtrie in den letzten Jahren erſonnen und geſchaffen hat, iſt hier in den Dienſt der Hauswirtſchaft geſtellt worden. Elektriſche Kocher, Zünder, Leuchtkörper, Radibapparate etc. zeigen, wie weit die Elektrotechnik in Küche und Wohnung eingedrungen iſt. Daneben hat die Textilinduſtrie ihre Stände aufgeſchlagen, wo die neueſten Webarten und Färbeverfahren mit Indanthren gezeigt werden. Kleidungs⸗ und Dekorationsſtoffe in den wunderbarſten Farben liegen da aufgeſchichtet. Einen weiten Platz nimmt die Reinigungs⸗ technik ein, wo Seife, Schuh⸗ und was es ſonſt noch an Putzmitteln gibt, ausgelegt ſind. Ein beſonderer Reiz mag wohl die Spiel⸗ warenausſtellung ausüben. Puppenküchen. Warenläden, Kaſperl⸗ theater, Karuſſells, ja als neueſte Errungenſchaft ſogar eine Achter⸗ bahn ſind dort zu ſehen. Dabei muß bemerkt werden, daß all dieſe Herrlichkeiten in hieſigen Kinderhorten von kunſtfertigen kleinen Händen geſchaffen wurden. Auch der Hausgarten iſt nicht vergeſſen worden. In einer beſonderen Abteilung hat die Anilinfabrik ihre neueſten Kunſtdünger ausgeſtellt. Wahre Prachtexemplare von Früchten, Blumen und Gemüſen demonſtrieren eindringlich die trei⸗ bende Kraft ihrer Düngemittel. Nicht zu vergeſſen die Likör⸗ und ſonſtigen Genußmittelpavillons. Sogar eine regelrechte Konditorei mit allerlei Torten und wie derartige Leckerbiſſen alle heißen, macht hier den Beſucher mit den Errungenſchaften auf ihrem Gebiet ver⸗ traut. Alles in allem: ein Verſuch und ein Erfolg. Möge die Idee der Veranſtalter der Ausſtellung in weite Kreiſe dringen und werben im Intereſſe nicht nur der Haus⸗, ſondern auch der deutſchen Geſamt⸗ wirtſchaft! 1— * Gaspreiſe Aus einer Rundfrage des Frankfurter Magiſt⸗ rats ergeben ſich zurzeit in 35 deutſchen Städten folgende Gaspreiſe: Königsberg 26, Krefeld 25, Friedberg, Saalfeld, Wetzlar 24, Darm⸗ ſtadt, Duisburg, Würzburg 23, Aſchaffenburg, Baden⸗Baden, Bautzen, Gießen, Halle, Hanau, Höchſt a.., Bad Nauheim, Stral⸗ ſund, Wiesbaden 22, Frankfurt a.., Kaſſel, Köln, Stettin 21, Bielefeld Chemnitz, Dortmund Karlsruhe, Leipzig, München 20(ab 1. Oktober 18 Pfg.), Berlin 19, Dresden, Hamburg, Nürnberg, Offenbach a. M. 18, Düſſeldorf, Mannheim 17, Stuttgart 14 Pfennig. Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß bei dem heutigen Stande der Technik die Preiſe danach in den deutſchen Großſtädten zurzeit noch faſt ausnahmslos viel zu hoch ſind. Als Durchſchnittsfriedenspreis kann man für das Gas 12 bis 14 Pfennig annehmen. Bei der verhältnismäßig bedeutenden Weiter⸗ entwicklung der Technik muß es möglich ſein, den Friedens⸗ preis wieder zu erreichen. Bet der ungeheuren Belaſtung der Bevölkerung, deren Einkommen im realen Wert weit hinter dem Friedenseinkommen zurückſteht, ſind die Städte verpflichtet, mehr als bisher auf die Intereſſen der Bevölkerung Rückſicht zu nehmen. Es liegen auch Anzeichen dafür vor, daß in einer Reihe von Städten in Bälde eine weitere Senkung des Gaspreiſes zu erwarten iſt. *Aeberwachung des Lebensmittelmarktes. Die Beamten der Nahrunasmittelpolizei erſtatteten im Monat Oktober gegen 103 Per⸗ ſonen Anzeigen und zwar gegen 6 auswärts wohnende Milch⸗ lieferanten wegen gewäſſerter und abgerahmter Milch. gegen 42 Milchhändler von hier, weil ſie neben dem Verkauf von Milch auch andere Waren feilboten, und gegen 7 Händler wegen Verkaufs ge⸗ wäſſerter und verdorbener Nüſſe. Einem früheren hieſigen Milch⸗ händler. dem der Handel mit Milch wegen Unzuverläſſigkeit unter⸗ ſagt wurde, wurden 80 Liter Rahm beſchlaanahmt. Bei 167 hieſigen Milchhändlern wurden Kontrolben vorgenommen, 80 Milchproben erhoben, aber keine Beanſtandungen gefunden. Auch die Kontrolle von 66 Bäckereien in Bezug auf Minder⸗ gewicht der Backwaren verlief ergebnislos, ebenſo ein Nachſchau in 32 Metzgereien bezüalich der Wurſtwaren trotz Entnahme von 130 Proben. * Von der Wucherabteilung der Fahndungspolizei wurden im Monat Oktober zur Anzeige gebracht: Wegen Preistreiberei 25, Leiſtungswuchers 31, Betruas 7,. Vergehen gegen das Rennwett⸗ und Lotteriegeſetz 4 und 11 Perſonen wegen ſonſtiger Vergehen und Uebertretungen. Davon mußten zur weiteren Aufklärung 6 Perſo⸗ nen vorläufia feſtgenommne und in das Amtsgefänanis eingeliefert werden. 70. Geburkskag. Am Donnerstaa begeht in Lahr der Vor⸗ ſitzende des Badiſchen Blindenvereins. Geh. Oberregierunasrat Dr. Clemm ſeinen 70. Geburtstaa. Vor nunmehr 10 Jahren hat der Jubilar, bald nachdem er als damaliger Landeskommiſſär in Mann⸗ heim die Leitung des Blindenvereins übernommen hatte, die Kriegs⸗ blindenfürſorge ins Leben gerufen. indem er das Blindenheim Mannheim für die Ausbildung der im Felde Erblindeten zur Ver⸗ füguna ſtellte und im Anſchluß an die ſtaatliche Blindenanſtalt in Jahren hat Geheimrat Clemm den früheren„Verein für Badiſche Blinde“ zum umfaſſenden Landesverein ausgeſtaltet und unter Mit⸗ wirkung der Reagierung durch Zuſammenfaſſuna aller Einrichtungen auf dieſem Gebiete die Vereinheitlichung des badiſchen Blindenweſens durchgeführt. Er hat es verſtanden, bei der Löſuna dieſer ſchwierigen Aufaabe vor allem auch die Blinden ſelbſt zur Mitarbeit heranzu⸗ ziehen und damit den Gedanken der Selbſthilfe in unſerer Blinden⸗ fürſorge zu feſtigen. Die Zahl der blinden Mitalieder des Vereins iſt ſeitdem von 200 auf nahezu 600 angewachſen. Nachdem er 1919 in den Ruheſtand getreten und von den anderen Ehrenämtern frei geworden war, hat ſich der Jubilar vollſtändig der Blindenſache ge⸗ vormittag ſtarb nach längerem ſchweren Leiden Prof. Karl Geꝛ⸗ Ilvesheim ein beſonderes Krieasblindenheim ſchuf. In den folgenden widmet und mit dem Kauf. der Einrichtung und der laufenden Ver⸗ waltung des ſchönen Blindenerholunasheims auf dem Kniebis wei⸗ tere erhebliche Arbeit und Verantwortuna übernommen. Wir wün⸗ ſchen dem Jubilar, der ſeine Mußeſtunden in ſo idealer Weiſe einem menſchenfreundlichen Werke widmet, noch einen recht langen unge⸗ trübten Lebensgbend. 2 * Tyodesfall. Aus Herdelberg wird uns gemeldet: Heute nandt, Lehrer an der Sberrealſchule Der Verſtorbene, der in Mannheim geboren war, ſtand im 58. Lebensjahre. Er wurde 1891 Lehramtspraktikant, 1808 Profeſſor an der höheren Bürger⸗ ſchule in Kehl und kam 1900 an die hieſige Oberrealſchule. Ger⸗ nandt war ein bedeutender Pädagoge von großen Kenntniſſen, der ſeinen Schülern zugleich ein wohlwollender Berater und Freund wax. „Freiwillia aus dem veben geſchieden iſt geſtern abend in Käfer⸗ el ein dart wohnhafter 39 Jahre alter, verheirateter Säger der be⸗ reits früher wegen Geiſtesſtörung in einer Anſlalt untergebracht Er bat ſich vermutlich in einem neuen Anfall ſolcher Störungen in ſeiner Wohnung erhänat. die Leiche wurde nach dem Fried⸗ hof verbrachkt. 15 Lebensmüde. Geſtern nachmittaa verſuchte eine 59 Jahre alte Ehefrau, in der unteren Stadt wohnhaft, durch Einnehmen einer aiftigen Flüſſiakeit ſich das Leben zu nehmen. Die Lebensmüde wurde in das Allaemeine Krankenhaus aufgenommen.— In der vergangenen Nacht wollte ſich in der Abſicht. den Tod zu finden, ein 44 Jahre alter Hafenarbeiter unterhalb der Friedrichsbrücke in den Neckar ſtürzen. Eine Polizeiſtreife hielt ihn zurück, verbrachte hnn auf die nächſtaelegene Wache und entließ ihn unter dem Schutze ſeiner Ehefrau und einiger Bekannten nach Hauſe. Bei Beiden iſt der Grund zur Tat ebeliche Zwiſtiakeiten. * Anfall. Geſtern nachmittaa zoa ſich in der Fabrik Winter⸗ werb. Streng u. Co. in Käfertal beim Arbeiten an einer Fräß. maſchine ein 26 Jahre alter Fabrikarbeiter eine Sehnenverletzung der linken Hand zu und mußte in das Krankenhaus aufgenommen werden. *Jeſtigenommen wurden 32 Perſonen wegen verſchiedener ſtraf⸗ barer Handlungen. darunter ein Heizer wegen Kuppelei, ein Kauf:; mann wegen Notzuchtverſuchs, ein Fabrikarbeiter wegen Urkunden⸗ fälſchuna und Betrugs und zwei Perſonen wegen Bettels. * * poftproteſtaufträge Die Proteſtierung von Wechſeln mangels Zahlung kann auch durch Poſtboamde erfolgen. Zu dieſem Zweck iſt ſ. Zt. der Poſt⸗ probeſtaufttag eingeführt worden. Die Deſtimmungen dieſes Ver⸗ fahrens und die damet verbundenen Vorteile, beſonders für Wechſel über kleinere Beträge ſcheinen nicht genügend bekannt zu ſein. Ver Vorteil liegt zunächſt in der Billigkeit des Verſahrens. Die Poſtproteſtgebühr iſt fehr wedrig(1), außerdem wird die Pro⸗ teſterhebung für Wechſel, die an kleinen, aögelegenen Orten ohne Notar oder einen zur Aufnahme von Wachſelprobeſten befugtenn Gerichtsbeamten zahlbar ſind, nicht durch Raiſekoſten der Proleſt⸗ beanten verteuert. Sodann iſt beim Poſtproteſſtauſtrag die rechtzeitige Probzeſtierung beſſer geſichert, als bam gewöhn⸗ lichon Poſtauftrag, da bei erſterem die Weſtergabe des Wechſels an den zuſtändegn Gerichhsbeamten uſw. wegfällt. Dieſer Vorteil kommt namenllich zur Gellung, wenn Poſtaufträge erſt kurz vor dem Fälligkeitstage nach kleinen Oruten mit wenig Poſtverb'en⸗ dungen und ohne zur Proteſtierung zuſtändige Gerichtsbeamte ein⸗ eliefert werden. Hier iſt die Probeſterh⸗bung durch die Poſt in vielen Fällen noch möglich, in denen die Wechſel nicht mehr recht⸗ zeitig an den zuſtändigen Gerichtsbeamben weitergeleitet werden können. Nachſtshend die hauptſächlichſten Beſtimmur aufträge: Die Poſt kann durch Poſtprobeſtauft den, Wechſel zur Zahlung vorzuzeigen und man⸗ teſt zu erheben. Dem Poſtproteſtauftrag iſt der qufttier zufügen; mehrere Wochſel beizufügen, ich nicht geſta ſchloſſen von der Probeſterhebung durch die Poſt ſind mehr als 1 000 Rentenmark, Wechſel, die auf eine Münzlorte lauten, wenn der Ausſteller durch das Wort„eff oder einen ähnlichen Zuſatz die Zahlung in der benannten Münz⸗ orte ausdrücklich beſtimmt hat, Wechfel mit Notan⸗ ſchrift oder Ehrenanzahme und Wechſel, die umter Vorlegung mwohrerer Stücke desſelben Wechſels oder unter Vorlegung der Urſchriſt und einer Abſchriſt zu probeſtieren ſind. Vei Poſtproteſt aufträgen haftet die Poſt für die ordnunzsmäßede Ausführung eiwes vorſchriſtsmäßſgen Proteſtauftrags ngach§8 4 des Geſetes, ſen für Poſtproteſt⸗ eguftragt wer⸗ 1 betveffend die Erleichtsrung des Wachſelproteſtes, vom 30. Mai 1908 (Reich bl. S. 321). Dieſe Beſtimmunden grlten ſinngemä auch für Scheche, die proteſtiert werden ſollen. Die Verſendungs⸗ bedingungen uſw. ſind bei den Poſtanſtaten zu erfahren. nbe dee Icger dere Aöſühemttel N n Ein ſind San⸗Rat Dr. Strahl's hauspillen ſeit dem Jahre 1851 weltbekannt. Auch bei Haemorrhoida=, Leber⸗ und Gallenſteinleiden vorzügl. bewährt. Von; Aerzten und Patienten glänzend beautachtet. In Orig. Schacht. 3— und.— in den Apotheken. Sicher erhältlich: Mannheim: Hof⸗⸗ Schwan⸗, Mohren⸗ Löwen⸗, Pelikan⸗ und Einhorn Apotheke. S9¹ Weltreiſe Von Colin Roß 40. Das Feſt der goldenen Schirme Der Cauſeway, der Damm, der die Inſel Singapore mit dem Feſtland verbindet, iſt ſeit einem halben Jahr bereits fertig, aber er konnte noch nicht eröffnet werden, und zwar aus einem ſehr trifftigen Grunde: man konnte ſich bisher noch nicht über die Einweihungszeremonie einigen. Der Sultan von Johore, auf deſſen Gebiet der Damm mündet, beanſpruchte die Ehre der Eröffnung für ſich. Nun hat man aber von dem Damm und ſeiner Bedeutung ſo viel Aufhebens gemacht, daß der Generalgouverneur der Straits anweſend ſein mußte und es dann naturgemäß ihm zuſtand, die trennende Schnur zu durchſchneiden. Der Beſtand und die Anerkennung der angeſtammten indiſchen Fürſtentümer und Sultanate iſt einer der klügſten Schachzüge in der genialen Politik des„Divide et impera“, mit der bisher das engliſche Kolonialreich ſo erfolgreich verwaltet wurde. Urſprünglich war das Paktieren mit den Radjas und Sultanen wohl von der »Vorſicht und den ungenügenden Machtmitteln diktiert. Man konnte die Kämpfe, die die Abſetzung der einheimiſchen Fürſten zweifels⸗ zohne zur Folge gehabt haben würde, nicht wagen, und man plante wohl, im Laufe der Jahre die Radjas immer mehr ihrer Macht zu entkleiden, um ſchließlic ihr Gebiet in direkte Verwaltung zu nehmen. Die urſprüngliche Vorſichtsmaßregel entpuppte ſich mit der Zeit jedoch als eines der beſten Mittel, die engliſche Herrſchaft zu ſichern. Darum iſt wohl auch das Syſtem der Radja⸗Autono⸗ mien in Hinterindien, wohin die Eugländer erſt im 19. Jahr⸗ hundert kamen, in ganz anderem Maßſtabe ausgebaut als in Vorderindien. Von den etwa dreihundert Millionen Menſchen in letzterem leben immerhin 232 Millionen unter unmittelbarer engliſcher Herrſchaft und nur etwa 62 Millionen in Vaſallenſtaaten. Auf der malayiſchen Halbinſel jedoch, dem Südteil Hinterindiens, beſetzten die Engländer nur die ſogenannten„Straits“, die ſtrategi⸗ ſchen Punkte, die die Malakkaſtraße beherrſchen, in erſter Linie die Inſeln Singapore und Penang und die Dindings mit entſprechen⸗ den Brückenköpfen auf dem Feſtland. ſowie Malakka, die älteſte und ehemals wichtigſte europäiſche Siedlung; alles Uebrige überließ man ruhig den einheimiſchen Fürſten. Die malayiſche Halbinſel wurde von' den Engländern mit einem Minimum finanzieller und militäriſcher Mittel unterworfen. Nur einmal war eine größere militäriſche Anſtrengung erforderlich, nämlich, als im Jahre 1875 der Sultan von Perak gegen die eng⸗ liſche Schutzherrſchaft revoltierte und den engliſchen Reſidenten, den Einſatz von 2000 Mann nötig. Aber auch nach Niederwerfung der Revolte ſchafften die Engländer nicht etwa das Sultanat ab' und machten Perak zur Kronkolonie, ſondern ſie begnügten ſich mit Abſetzung und Verbannung des Sultans ſowie der Hinrichtung ſeiner gefährlichſten Unterführer. Von den malayiſchen Fürſtentümern Selangor, Negri Sembilan und Pahang, die ſogenannten Federated Malay States. An ihrer Spitze ſteht der Generalgouverneur der Straits Settlements, der in dieſer Eigenſchaft den Titel eines Hiah Commiſſioner führt. Von den übrigen„unabhängigen“ Sultanaten ſteht das Singapore benachbarte Johore ſeit der Beſetzung dieſer Inſel durch die Engländer unter engliſchem Schutz, andere, wie Kedah, Kelantan, Trenggann und Perlis waren bis zu Anfang dieſes Jahrhunderts tatſächlich noch unabhängig und erhielten erſt im Jahre 1909 Reſidenten. Durch die Beibehaltung der urſprünglichen Fürſtentümer bleibt das Land in ganz anderer Weiſe in verſchiedene einander entgegen⸗ geſetzte Intereſſenſphären geſpalten als bei direkter Verwaltung nach Provinzen und Diſtrikten. Außerdem ſichert das Syſtem der bilden vier: Perak, Vaſallen⸗ und Schutzſtaaten den Engländern in jedem Lande eine ſtarle Partei, die direkt an der Aufrechterhaltung der britiſchen Herrſchaft intereſſiert iſt. Die Fürſten und Radjas werden als Prinzen in England erzogen und kommen ſchon mit der Ueber⸗ zeugung auf den Thron, daß ſie alle ihre Macht und allen Glanz nur der allbritiſchen Sonne danken und daß ein Löken wider den Stachel ſie unmittelbar Thron und Freiheit koſten würde. So klug und modern gebildet ſind dieſe Fürſten ſämtlich, daß ſie wohl wiſſen, daß ſie im Fatle einer allgemeinen nationalen Erhebung nichts für ihre Perſon und für ihre Dynaſtie zu hoffen haben würden, daß es vielmehr anſtelle der alten Radjaherrlichkeit eine ganz andere Neuordnung der Dinge geben würde. 7 Damit iſt auch eine— ſoweit überhaupt mögliche— Sicherung für den Fall ſozialer Revolten gegeben. Mit dem Intereſſe der Radjas iſt ja auch das aller ſeiner Anhänger und der von ihm Ab⸗ hängigen verknüpft, all der vielen Hof⸗ und Staatsbeamten, der Offiziere, der Ehren⸗ und Leibgarde, der Palaſtdiener und der un⸗ zäbligen Schmarotzer, die an und von einem morgenländiſchen Hofe leben. Auf dieſe Weiſe kann ſich die britiſche Herrſchaft mit dem ebenſo einfachen wie billigen Mittel der Reſidenten begnügen. Den Fürſten wird ein Ratgeber beigegeben, deſſen Rat ſie vor je⸗ der wichtigen Entſcheidung nicht nur einholen, ſondern auch befol⸗ gen müſſen. Die ganze Laſt der inneren Verwaltung und ſo un⸗ beliebt machender Dinge wie des Erhebens und Eintreibens von Steuern bleibt den Engländern erſvart und den angeſtammten Fürſten und deren Organen überlaſſen. Trotzdem aber kann kein unerſchrockenen J. W. W. Birch, ermorden ließ. Damals war der Ziegel vom Dache fallen, ohne daß die angelſächſiſche Verwaltung es vorher weiß und billigt. 155 2 5 D Wie außerordentlich geſchickt dieſes Syſtem funktioniert, konnte ich gerade anläßlich der Einweihung des Cauſeways beobachten. Die Engländer ſind ſo klug, in allen nebenſächlichen Dingen den Fürſten freie Hand zu laſſen und vor allem auch ihr Anſehen und ihren Glanz voͤr der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Natürlich hätte beiſpielsweiſe im Falle der Eröffnung des Dammes der Ge⸗ neralgonverneur ein Machtwort ſprechen können, dem ſich der widerſpenſtige Sultan ohne weiteres hätte fügen müſſen, aber er verhandelte klugerweiſe mit ihm wie mit einem ſcheinbar Gleich⸗ berechtigten. Und ſchließlich kam man auch zu einer alle Teile be⸗ friedigenden Löſung: Der Sultan als der Gebietsherr ſollte den Generalgouverneur empfangen und ihn als ſeinen älteren Freund und Bruder bitten, die Einweihung vorzunehmen. Somit konnte der Cauſeway endlich eröffnet werden, und dis Einweihung fand denn auch mit all dem feierlichen Zeremonſell ſtatt, das die Engländer in Indien bei ſolchen Gelegenheiten ent⸗ falten. Die Station, die direkt am Damm liegt, war aufs reichfte ausgeſchmückt und neben ihr Tribünen errichtet. Schon in aller Frühe marſchierte die Garniſon von Johore auf. Sogar eine Bat⸗ terie bezog am Ufer der Old Strait Stellung. Mau kann Johore von Singapore bequem im Auto exreichen, don der Bahnverbiga⸗ * dung ganz abgeſehen. Allein der Generalgouverneur war eigens in der Nacht vorher mit ſeiner Pacht gekommen, nur zu dem Zweck, daß ihn der Sultan an dem Anlegeplatz des Palaſtes empfangen Wae damit das Ganze dadurch einen feierlicheren Charakter er⸗ alte. Zunächſt einmal aber trafen erſt die Ehrengäſte aus Singa⸗ pore ein. Und nachdem dieſe ſich auf den Tribünen gruppiere, lief der Sonderzug mit den malayiſchen Fürſtlichkeiten in den Bahnhof ein. Sie waren ſehr zahlreich gekommen, die Sultane von Perak und Selangor, der Radja von Perlis, der Jham Tuan Beſar von Negri Sembilan und wie ſie alle hießen. Mauche woren in Uniform von europäiſchem Schnitt, andere noch in ihren di jatrachten. Alle aber hatten ein zablreiches Gefolge mitge ihre Staatsminiſter und Kanzler. Adiutanten, Ehr reet Und das ganze Gefolge war noch 55 5 15 An, in Sarongs und Turbauen. Der Mich tigſte unter ihnen war entſchieden der Schirmträger. Der Schiem — 5 9 das geichen der Hoheit. Kaum ſiiegen di aende 2— ſtanden die Schirmträger ſchon da und hielten die ſchutzenden Sonnendächer über ihren Häuytern. Und ſo gelej teten ſie ſie auch nach der Feſtlichkeit zu den Autos, um dan neben dem Chauffeur Platz zu nehmen, den mächtigen Schir⸗ . zwiſchen den Knien— ein brigineller Anblich. Dieſe Schirme gehörten entſchieden zur Regie der„Lieblin⸗ frau des Maharadſcha“ oder des„Indiſchen Grabmals 5 waren aus ſchöner gelber Seide mit goldenem Griff, reichem 4. Seite. Nr. 513 Neue Mannheimer Jeitung(Abend⸗Ausgabe] Dienstag. den 4. November 1924 Herbſtſtürme und Hochwaſſer Nachdem in der zweiten Hälfte des Oktober über dem öſtlichen Atlantik und Europa ruhige, gleichmäßige Luftdruckverhältniſſe vor⸗ geherrſcht hatten und im allgemeinen die Neigung zur Ausbildung von Wetlerlagen mit Altweiberſommer beſtanden hatte, iſt in der vergangenen Woche wieder eine ſtarke Umwälzung in der Wetterlage eingetreten. Ueber dem Ozean haben ſich ſtarke“ Sturmwirbel ent wickelt, deren Vorübergang vom 31. Oktober bis 2. November in Deutſchland Stürme und anhaltende, ſehr ergiebige Regenfälle ge⸗ bracht hat. In Karlsruhe ging am Samstag und Sonntag die Windſtärke wiederholt im Stundenmittel über 16, und in einzelnen Stößen über 24 Sekundenmeter. Die ſtürmiſche Weſtſtrömung ozeg⸗ niſcher Luftmaſſen war von ſtarkem Landregen begleitet. In Baden fiel vom 31. Oktober bis 2. November faſt dieſelbe Niederſchlags⸗ menge, die normalerweiſe dem ganzen Oktober zukommt. Beſonders ergiebig waren, wie gewöhnlich, die Regen im Schwarzwald und Odenwald. Gerade bei Stürmen fällt oft im Gebirge viel mehr Nieberſchlag als in der Ebene, da dann die aufſteigende Luftbewegung an den Gebirgshängen beſonders kräftig iſt und ſtarke„Steigungs⸗ regen“ entſtehen. Auf der Oſtſeite des Schwarzwaldes fällt dabei wegen der Föhnwirkung meiſt viel weniger Niederſchlag. So war es auch in den letzten Tagen. Während der Feldberg in 3 Tagen 200 Liter je Quadratmeter erhielt, fielen gleichzeitig auf der Baar nur 50. Die ſtarken Regen haben ein raſches Steigen der Gebirgs⸗ flüſſe zur Folge gehabt. Es iſt mit einer allmählichen Beſſe⸗ rung der Witterung zu rechnen, da vom atlantiſchen Ozean ein Hochdruckgebiet vordringt, das kältere, trockene Polarluft heran⸗ führt. Es ſteht daher etwa pon Mittwoch an aufheiterndes, kühleres Wetter in Aus ſicht. Große Ueberſchwemmungen in Frankfurt *Frankfurt, 3. Nov. Die ungeheuren Regenfälle der letzten Tage haben dem Main alis ſeinen Nebenflüſſen gewaltige Waſſermengen zugeführt, die ein rapides Anwachſen des Fluſſes zur Folge hatten. Seit 7 Uhr heute früh iſt der Main innerhalb der Stadt aus ſeinen Ufern getreten und bis gegen zehn Uhr bis nahezu zwei Meter hoch geſtiegen. Die Fluten reichen am Mainkai bereits bis in die Mitte der Straße. Der Verkehr der Hafenbahn iſt unterbrochen. Desgleichen der Fußgängerverkehr an der Frankfurter Seite am Aufgang zum Eiſernen Steg. Der Frankfurter Ruderverein hat einen Teil ſeiner wertvollen Boote nur mit großer Mühe retten können. Das Motor⸗ boot„Meteor“, das die Perſonenfahrten nach der Gerbermühle un⸗ ternimmt, konnte noch an das eiſerne Geländer am Fahrtor bugſiert werden, wo es notdürftig feſtgemacht iſt. In der Altſtadt hat ſich daz Hochwaſſer durch die Kanäle gedrückt und einzelne Keller unter Waſ⸗ ſer geſetzt. Die gelben Fluten führen ſtellenweiſe viel Holz mit ſich. So trieb guch an der Bauſtelle der Alten Brücke ein Teil Bauhols ab. Der Anlegeſteg an der Ueberſahrt der Alten Brücke iſt von den Flu⸗ ten fortgeriſſen worden. Nach Mitteilung des Waſſerbauamts zeigt der Pegel von Aſchaffenburg ſtündlich eine Steigung von ſechs Zen⸗ timeter an. In Frankfurt ſteigt das Waſſer ſtündlich noch um acht Zentimeter. Im allgemeinen wird hier noch eine Geſamtſteigung der Fluten um einen Meter erwartet, ſodaß bis gegen Nachmittag der Mainkai bis an den Saalhof überſchwemmt ſein wird. An dem Sachſenhäuſer Ufer hat das Waſſer bereits eine Höhe von annähernd zwei Metern erreicht, Um zehn Uhr abends war das Waſſer des Mains bis zur Saalgaſſe vorgedrungen. Man erwartet nur noch geringes Steigen bis Dienstag vormittag, falls nicht neuerdings ſtarke Regengüſſe einſetzen. Hanau vom Waſſer umgeben * Hanau. 3. Nov. Durch die ſtarken Regenfälle, die am geſtrigen Tag und vor allem in der Nacht im Kinziagebiet, verbunden mit Wolkenbrüchen, niedergegangen ſind. haben ein Steigen der Kinzig gezeitiat, wie man es ſeit dem Januar 1909 nicht mehr erlebt hat. Mit plötzlicher Schnelligkeit trat die Kinzig über ihre Ufer, und innerhalb weniger Zeit ſtanden aroße Gebiete unter Waſſer. Hart mitgenommen worden ſind die Außen bezir ke H anaus, die vollſtändia vom Waſſer eingeſchloſſen ſind. Das frühere Bekleidung⸗amt des 21. Armeekorps, in dem mehrere Hun⸗ dert Familien von Flüchtlingen unteraebracht ſind, ſteht über zwei Meter unter Waſſer. Die Lambonſtraße, die vom Nordbahnbof zu den Kaſernen führt, iſt ebenfalls vom Waſſer unterſpült. Auch der Stadtteil Keſſelſtadt iſt ſehr mitgenommen. Feuerwehr und Schu po ſind damit beſchäftiat, zu retten, was noch zu retten iſt. Der Verkehr der Bewohner der Ka⸗ ſernengegend wird mit Laſtautos von der Schupo beſorat. Der Scha⸗ den läßt ſich bis jetzt noch nicht annähernd überſehen. In Hanau ſind, da das Hochwaſſer die niedrig gelegenen Stadtteile vollkommen eingeſchloſſen hat. die Schulen geſchloſſen worden. Es wird noch weiteres Steigen der Kinzia erwartet. Auch in Klein⸗Steinheim hat das Hochwaſſer verſchiedene Häuſer unter Waſſer geſetzt. Hochwaſſergefahr in Köln Köln, 3. Nop. Um 10 Uhr vormittags ſtand der Kölner Pegel auf 7,07 Meter, ein ſtündliches Steigen des Waſſers um 8 Zenti⸗ meter war gemeldet. Um 11 Uhr war das Waſſer aber ſchon auf .21 Meter angewachſen, alſo ein Steigen in dieſer Stunde um 11 Zentimeter. Vei einem Waſſerſtand von 7 Meter tritt der in Köln eingerichtete Hochwaſſerſchutz in Tätigkeit. Schon am geſtrigen Sonntag, als mit dem raſchen Steigen des Hochwaſſer⸗ zu rechnen war, hat dieſer Hochwaſſerſchutz ſeine Vorbereitu gen begonnen. An den Stellen, in den ſogenannten Ueberſchwemmungsgebieten, z. B. im Hafen, in der Altſiadt zwiſchen Hohenzollernbrücke und Hafen, in Deutz und Mülheim, wird, ſoweit möglich, Hilfe beim Räumen von Lagern uſw. geleiſtet. Im Augenb macht allerdings noch der Streik der Fuhrleute Schwierigkeiten, die hoffentlich durch die Ein⸗ ſicht aller Beteiligten überwunden werden. In Fällen ernſter Ge⸗ fahr wird auch die Feuerwehr helfend eingreiſen. Im Laufe des Morgens ſind Warnungszettel angeſchlagen worden, die die Einwohner auffordern, darauf zu ſehen, daß die Hausentwäſſerungs⸗ anlagen in Ordnung ſind, ſerner Bohlen und Leitern zur Aalage von Laufſtegeßn bereitzuhalten, damit ſich bedrohte Perſonen ins I retten können, die Keller auszuräumen, Löcher, durch die Freie Waſſer eindringen könnte, durch Sand u. dergl. zu verſtopfn uſw. In Bonn ſtieg der Waſſerſtand ſeit geſtern vormittag um 50 Zentimeter; weiteres Steigen wird gemeldet. In Königswin⸗ ter liegen die Glei der Bahn nach VBonn unter Waſſer. In Remagen iſt die iffswerft völlig überſchwemmt⸗ In Neu⸗ wied drang das Waſſer in die Häuſer ein; der Marktplatz iſt von Waſſer umſpült. In Koblenz trat die Waſſerwehr in Tätigleit. Pontons wurden an die gefährdeten Stellen gefahren. Die Ver⸗ wüſtungen ſind groß. Bei Zeltingen mußte die Kleinbahn ihren Betrieb einſtellen. Aus dem Lande *Heidelberg, 4. Nov. Ein lediger Arbeite r, der ſich zur Zeit auf der Wanderſchaft befindet, hat ſich am Sonntag der Poli⸗ dei freiwillsz geſtellt. Er gab an, im Juli 1922 eiine Scheune auf dem Gutshof bei Ulm, wo er damals beſchäftigt war, aus Rache in Brand geſteckt zu haben. Gewiſſensbiſſe zwangen ihn ch zur Eingeſtehung ſeiner Tat, viellelcht auch das ſchlechte .— Vom Tode des Ertrinkens wurde ein 6jähriges Kind das in den hochgehenden Neckar gefollen war, von einem 48jährigen Manne aus der Altſtadt unter eigener Lebensgefahr gerettet. Karlsruhe, 4. Nov. Am Samstag früh wurde auf dem Güſer⸗ bahnhof der in den 30er Jehren ſtehende verheiratete Bahnarbeiter Franz kaver Huber von hier von einer Rangzerabteilung über⸗ fahren und ſofort getötet.— Eine der bedeutendſten Firmen des kadiſchen Verkehesgewerbes, die Speditionsfirma Eugen von effelin in Karksruhe, gegründet 1877, ſeierte am Sametag 20. Jährung der Ueberiragung der amtlichen Güterbeſtätberei an 75 gorchef Eugen von Steffelin. kflionſtanz, 3. Nov. Das Landesfinanzamt hat den beim jedesmaligen Ueberſchreiten der Grenze zuläſſigen VBetrag für den Eingelfall bis auf weiteres auf den Wert von 20 Goldmark(be⸗ rechnet nach dem jeweillgen Goldumrechnungsſaße) oder einen ent⸗ ſprechenden Wert in gusländiſcher Währung feſtgeſetzt. Die geſetz⸗ liche Eimhwänkung, daß innerhalb eines Monats höchſtens der Wert von 50 Goldmark mitgenommen werden darf, wird hierdurch nicht berührt. Bis zu dieſem Belrage darf auch ſchweizeriſches Silbergeld ausgeführt werden. HGrrichtszeitung Die vergeſſene Ehe Duß iemand völlig vergeſſen hat, daß er bereits einer Frau vor dem Stanbesamt für das Leben angetraut worden iſt, dürfte wohl noch nicht dageweſen ſein. Und doch brachte der wegen Doppelehe angeklagte Hilfsheizer Salizek ror der Strafkammer des Land⸗ gerichts Berlin J dieſen Entſchuldigungsgrund für ſeine ſtrafbare Handlungsweiſe vor. Der Angeklagte hatte in einer Garniſonsſtadt eine Kriegstrauung geſchloßen und war ſchon nach drei Tagen ins Feld gerückt. Seitdem hatte er ſich um die ihm angetraute Gattin nicht mehr gekümmert, er hat von ihr nichts gehört und nichts geſe⸗ hen. Als er nach drei Zahren aus dem Felde zurückkam, hatte er in Berlin ſich wiederrerheiratekl. Soweit ging ſeine Vergeßlichkeit aber nicht, daß er nicht wußte, daß er nicht der Vater der in der Zwiſchen⸗ zeit nou ſeiner erſten Nrau geborenen drei Kinder ſei. Als er wegen dieſer Kinder von der Frau in Anſpruch genommen wurde, klagte er auf Eheſcheidung. Die Ehe wurde dann auch geſchieden, aber gleichzeitig kam heraus, daß S. eine Doppelehe geſchloſſen hatte. Dieſe zweite Ehe iſt nunmehr auch für nichtig erklärt worden. Sein leichtſertiges Verhalten entſchuldigte er mit ſeiner großen Vergeß⸗ lichkeit. dis dis Tolge einer Norſchütteung ſei. Es ſei ihm gauz aus der Erinnerung geſchmunden geweſen, daß er ſchon verheiratet war, als er zum zweiten Male ſich verehelichte. Da der Augeklagte ſich ſehr reumütig zeigte und auch ſonſt über ein tadelloſes Vorleben herfügt, erkannte das Gericht gegen den Angeklagten nur auf ein Jahr Gefängnis. Schwurgerichk Darmſtadt Ein Kindesmord beſchäftigte das Schwurgericht Darmſtadt in ſeiner Schlußſitzung. Angeklagt war die 24jährige Ehefrau Ida Reitzel aus Dietesheim, Kreis Offenbach a. M. Sie beſitzt bereit⸗ zwei Kinder. Der Mann war ſeit%½/ Jahren erwerbslos, als er zur Zeit der Geburt des dritten Kindes Arbeit in Luxemburg ge⸗ funden hatte. In höchſter Not ſtand die Frau allein und half ſich ſelbſt. Sie ſchnitt nach der Geburt die Nabelſchnur durch, ließ aber bas Kind verbluten. Nach 2 Tagen warf ſie die Leiche in den Abort der Eiſenbahnſtation Mülheim a. M. Sie reiſte zu ihrem Manne und nach Ermittlung der Tat wurde die Frau aus Luxemburg aus⸗ geliefert. Nach anfänglichem Leugnen geſtand ſie die Tat ein. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umſtände auf 2 Jahre Gefängnis, abzüglich 3 Monate 3 Wochen Unterſuchungshaft. behang und funkelnden Edelſteinen an der Spitze, wo ihre meinen europäiſchen Brüder ſich mit einer eiſernen Zwinge be⸗ gnügen. Nachdem alle Fürſten Aufſtellung genommen, donnerten die Batterien die Ehrenſalute. Der Sultan von Johore geleitete den Generalgouverneur zum Feſtplatz. Es ging dann ſtreng nach dem Zeremoniell europäiſcher Monarchen, mit Abſchreiten der Ehren⸗ kompagnie, Vorſtellung des Gefolges, feſtlich gekleideten Schulkin⸗ dern, Reden, Hochs und Hurrahs und ſogar mit ſurrenden Flie⸗ gern in der Luft, nur daß die goldenen Schirme dabei waren, die Sarxongs und Kriſe, die unglaubliche Menge von Gold und Edel⸗ ſteinen und daß der Diener, der auf einem goldenen Tablett das Meſſer trug, mit dem die Schnur durchſchnitten werden ſollte, niederkniete, als er es ſeinem fürſtlichen Herrn darbot. Theater und Muſik e Uraufführung in Köln.„Der haarige Affe“, ein Schauſpiel alten und neuen Lebens in acht Bildern, hat der Amerikaner Eugene ONeill, von dem bisher drei dramatiſche Werke in Deutſchland aufgeführt wurden, ſein letztes Werk be⸗ nannt, in dem er den ziemlich ergebnisloſen Verſuch zu einer neuen Dramatik unternahm. Es ſieht aus, als hätte ONeill im „Haarigen Affen“ ſo etwas wie einen neuen Sozialismus mit den Hauptſtützen ſtählernen Willens und brutaler Kraft demonſtrieren wollen, bar aller Logik und zielbewußten Initiative. Den vom Kampfe gegen alle Ziviliſation erboſt ſich zurückziehenden, mehr und mehr ins Tieriſche verfallenden„Helden“ packt ſchließlich ge⸗ die Sehnſucht nach dem wirklichen Tiere und durch dieſes ſtirbt er. Nichts wiſſend von Religion, Staat und menſchlichen Satzungen, die er insgeſamt kurz als Bockmiſt bezeichnet, aber durchdrungen vom Vollgefühl ſeiner als Seele und Lebensodem des gewaltigen Ozeandampfers ihm erſcheinenden rieſigen Körperkraft, ſchuftet der „Pank“ genannte Heizer drunten im Maſchinenraume, fern von Haß und Liebe. Ein Weib bringt Wandlung und Verhängnis. BVon Neugier geplagt, klettert vom Promenadedeck ein Nankeemäd⸗ chen, Tochter eines Truſtkönigs“ zu ihm hinab und ſobald ſie den ie ein wildbehaartes Tier ihr gegenüberſtehenden halbnackten Mann erblickt, wendet ſie ſich ſchaudernd zur Flucht. Vank fühlt ſich beleidigt und will ihr ſeine Schaufel über den Schädel ſchla⸗ gen und da er das Mädchen für jetzt nicht mehr erreichen kana, ſchleicht er nach Ankunft in Newyork durch die Straßen, ſie zu fin⸗ den. In der 5. Avenue pöbelt er die im typiſchen Feiertagsdreß agaus der Kirche kommenden Herren und Damen au, erſcheint bald 3 neben anderen Sträflingen tobend hinter dem Gefängnis⸗ werten ſein. gitter und kann am Ausbrechen nur durch des Wärters Waſſer⸗ ſtrahl verhindert werden. Nachdem ein Verſuch auf dem ſozialiſti⸗ ſchen Parteiſekretariat, die Feſtungsſprengung durch Dynamit au⸗ zuregen, fehlgeſchlagen, treibt ihn der Aerger darüber, daß er nirgendwo Gegenliebe findet, zum Gorillakäfig im Zoologiſchen Garten. Die Gittertür erbrechend, erfährt Pank hier endlich ge⸗ rechte Würdigung; in ſeiner Umarmung aber tötet ihn das Tier. Geſucht wie die gelegentlich einmal zu vernehmende Bezeich⸗ nung„haariger Affe“ für den Heizer als Stückstitel, erſcheint auch das Bemühen gewiſſer'Reill⸗Bewunderer, hier in dem dürftigen Goeſchehen ein um Hank als Achſe herum konſtruierten Drama zu entdecken, aus des Heizers eine ihm unbekannte Welt bedrohenden Schimpfereien, halbwegs philoſophierenden Monologen einen dem Amerika von heute zu verdankenden neuen dramatiſchen Stil her⸗ auszuhören. Wohl aber ſchwingt aus dem von Urkraft ſtrotzenden Treihen im Schiffsinnern etwas wie ein den Menſchen gleich der Maſchine umtoſender gewaltiger Rhythmus der Lebenskräfle empor. Das Loblied der Arbeit iſt bald verſtummt, dann jedoch ſetzen die Schreie der ungebändigten Wildheit ein, es beginnt der Kampf des Individuums gegen die Maſſe, der Beſtie im Menſchen gegen das Geregelte und Geſetzmäßige, der Urinſtinkte und des blindwütigen Haſſes gegen die Kultur. Dabei gibt'Neill vie Kraft aus, manch guter Gedanke könnte als dramatiſches Samen⸗ korn anderweitigem geeigneten Boden zugeführt werden, und wenn es in dieſem Stücke zu dramatiſchen Erſchütterungen noch nicht ge⸗ kommen iſt, ſo kann man doch die da und dort lagernden Zünd⸗ ſtoffe zu ſolchen nicht überſehen. Die Aufführung im ſtädti⸗ ſchen Schauſpielhauſe charakteriſiert ſich als ein Vir⸗ tuoſenſtück, ungemein klar geſchaut in der Anlage, dann mit er⸗ ſtaunlicher Kraft durchgeführt. Hartungs bei der Schiffshötle unglaublich lebensvolle, ganz im ſtählernen Rhythmus aufgehende Inſzenierung hat auch im übrigen durch wahrhaftige Realiſtik backende Bilder geſchaffen, weiter aber den Reden Yanks eine ein⸗ drucksvolle Folie in den auf Tempo und Dynamik trefflich abge⸗ ſtimmten Verlautbarungen ſeiner Umgebung geſichert. Alles Bauliche hat Hartungs Bühnenarchitekt Pilartz in überlegenem Stile zu denkbarſter Wirkſamkeit ausgeſtaltet. Mag man ſich zu der Geſtalt des Heizers ſtellen, wie man will, die meiſterliche Art Heinrich Georges bom Berliner Staatlichen Schauſpiel, die Chklopenfigur durchzuführen und menſchlich näher zu bringen, war aus den Tiefen eines vollblütigen Künſtlernaturells geboren. Vom Sonſtigen ſeien Helmut Pfunds fanatiſcher Mann des Klaſſen⸗ kampfes und Walter Korths alter Schiffer als echte Typen er⸗ wähnk. Der ziemlich lebhafte Erfolg wird in erſter Linie als Au⸗ exkennung der Außergewöhnliches bringenden Aufführund zu bo⸗ iede Baul! Hillex. e Ll 40 beſonders dem Waſſereinbruch ausgeſetzten er mit ſeiner Gefangenenarbeit, nämlich mit Sportliche Kundſchau Sußball * Pokalſpiel Süddeußſchland gegen Berlin. Für das am kom⸗ menden Sonntag in Mannheim ſtattfindende Treffen der Zwi⸗ ſchenrunde um den Deutſchen Fußball⸗Bundespokal gegen die Ber⸗ bandsmannſchaft des Verbandes Brandenburgiſcher Ballſpielvereine hat der Spielausſchuß des ſüddeutſchen Fußballverbandes folgende. Elf beſtellt: Hügel(Vfnk Mannheim), Ueberrhein(Feudenheim), Freiländer(BfR), Engelhard, Deſchner, Au(ſämtl. VBf Mann⸗ heim) Höger, Fleiſchmann, Herberger, Meißner(Bfn Mannheim), Skutlarek(Waldhof. Berlins Bundespokalmaunſchaft. die am 9. November in Mannheim zum Zwiſchenrundenſpiel gegen Süddeutſchland anzutreten hat, iſt vom Verband Brandenburgiſcher Ballſpielvereine wie folgt ausgewählt worden: Philipp(Alemannia), Reſchke(Norden Nordweſt), Standke(Union⸗Oberſchöneweide), Mart⸗ wig(Union Oberſchöneweide), Lux, Eſchenlohr(Tennis Boruſſia), Mittelſtädt(Wacker 04), Kirſey(Hertha⸗BSc, Grünberg, Sobeck (Alemannig), Ruch Union 92), Erfatz: Schröder(Alemannia). Schwimmen »Deukſche Schwimmerſiege in Perſien. Die beiden Maadeburaer Schwimmer Frölich und Steffens die ſ. Zt. nach Perſien aus⸗ wanderten, konnten in Teheran bei den verſiſchen Meierſchaften die deutſchen Farben zum Siege tragen. Frölich gewann im 100 Meter Freiſtil in der ſehr auten Zeit von:03,7 gegen den Ena⸗ länder Penſold(:14) und im 400 Meter Freiſtil war Steffen⸗ in:05 gegen Achmed Rafta⸗Perſien(:11) ſiegreich. Im Strecken⸗ tauchen war Steffens der einzige, der 50 Meter unter Waſſer zurück⸗ legen konnte. Boxen * Deutſch⸗holländiſche Amateur⸗Boxkämpfe. Der internatio⸗ nale Kampfabend des Sport⸗Klub Charlottenburg im Berliner Sportpalaſt am Mittwoch war im allgemeinen eine Enttäuſchung, da bis auf einige Ausnahmen nicht das gezeigt wurde, was man unter„Boxen“ verſteht. Den beſten Eindruck in den internationa⸗ len Begegnungen hinterließ der holländiſche Halbſchwergewichts⸗ meiſter Meljon, deſſen Gegner, der Polizeimeiſter Gai⸗ kowski mit gewohnter Bravour vorging, aber dem Holländer zu viel an Reichweite und Gewicht vorgeben mußte. Eine Kataſtrophe war das Auftreten des auſtraliſchen Sprintners Cavr als Boxer, deſſen Kampf mit Web er⸗Charlottenburg in der 2. Runde wegen Unfähigkeit beider Gegner geſtoppt wurde. Recht gute Anlagen zeigte dagegen der Jugendboxer Fleiſcher(Berlin) ſowie Poſt (BfB. Penkow). Die Reſultate der internationalen Kämpfe, die durchweg nach Punkten gewonnen wurden, ſind: Zteglarski⸗ Berlin ſchlägt Burg gink⸗Holland; Claus⸗Charl ſchlägt de Graaf-Holland(ein Fehlſpruch), Rieke⸗Hamburg ſchlägt Brock⸗Holland; Meljon⸗Holland ſchlägt Gaikowski⸗Ber⸗ lin, Niſpel-Bexlin ſchlägt Booſener⸗Holland. Neues aus aller Welt Die Mordtat im Gerichtsgefängnis Wie kurz gemeldet, hat ſich der Verdacht, die Familie des Juſtiz⸗ wachtmeiſters Scheuermann ermordet zu haben, gegen den ein⸗ zigen Zelleninſaſſen des Gerichtsgefängniſſes Halbau, Heinze gerichtet. Dieſer genoß das Vertrauen des Juſtizwacht⸗ meiſters, beſorgte kleine Arbeiten im Gefängnis und konnte ſich ziemlich frei bewegen. Für den Reſt ſeiner Strafe war ihm auf Grund ſeiner Führung Strafaufſchub in Ausſicht ge⸗ ſtellt worden, und Heinze konnte daher in der letzten Zeit mit der Möglichkeit rechnen, daß er demnächſt auf freien Fuß geſetzt werden würde. Dieſe Ausſicht ſcheint nun in ihm den teufliſchen Plan haben reifen laſſen, ſich durch Beraubu ng des Juſtizwacht⸗ meiſters die notwendigen Barmittel für die erſte Zeit der wieder⸗ erlangten Freiheit zu beſchaffen. Nach den bisherigen Feſtſtellungen der am Tatort arbeitenden Gerichts⸗ und Polizeibehörden hat Heinze ſein Vorhaben auf die folgende raffinierte Weiſe ausgeführt: Am Abend des Mordtages, wahrſcheinlich zwiſchen 6 und 7 Uhr, lockte er die Frau dos Juſtizwachtmeiſters in eine der leerſtehenden Zellen, in der mi Reißen von Federn, be⸗ ſchäftigt war. Mit einer bereit gehaltenen Axt ſchlug er dann die ahnungsloſe Frau nieder und ſchloß dann die Tür dieſer Zelle mit dem für alle Zellen paſſenden Schlüſſel feſt zu. Anſcheinend kam in dieſem Moment der Juſtizwachtmeiſter, der wohl ſeine Frau ſuchen wolkte, hinzu, der nun auf die gleiche Weiſe das Opfer des Mörders wurde. Die Leiche Scheuermanns ſchloß Heinze in die gegenüberliegende Zelle ein und begab ſich dann in die Wohn⸗ räume der Familie. Hier ſcheint er der um 7 Uhr abends ahnungs⸗ los heimkehrenden Tochter aufgelaulert und ſie gleichfalls mit bder Axt niedergemacht zu haben. Fräulein Scheuermann hatte ſich für abends mit einer Freundin verabredet, die aber die Tür der Scheuermannſchen Wohnung verſchloſſen fand und ſich dann Wieder entfernte. Inzwiſchen durchwühlte Heinze die Wohnung nach Wertſachen und Kleidungsſtücken, die er dann wahrſcheinlich irgend⸗ wo in der Nähe des Gefängniſſes vergraben hat, um ſie ſpäter abzuholen. In der Küche verſpeiſte er noch in aller Ruhe einige Eß⸗ vorräte. Unerklärlich iſt noch, weshalb er die Leiche der Tochter faſt völlig entkleidete und ſie dann, nachdem er ſie noch durch tiefe Meſſerſchnitte fürchterlich zugerichtet hatte, in einer decke unter einem Kartoffelhaufen im Keller verborgen hat. Allem Anſchein nach haben hierbei irgendwelche ſexuellen Triebe mitgeſpielt, wenn⸗ gleich erwieſen iſt, daß das Mädchen nicht geſchändet worden iſt. Schließlich legte der Täter an verſchiedenen Stellen des Ober⸗ geſchoſſes Feuer an und ſchloß ſich auf eine faſt unglaublich klingende Weiſe wieder in ſeine Zelle ein, um den Verdacht der Täterſchaft von ſich abzulenken. Er hob die Zellentür aus den Angeln, löſte die nach innen gehenden Krampen aus der Füllung und ſchloß den Riegel des Türſchloſſes um. Nun ging er in die Zelle, wohin er ſich die Axt mitnahm, ſchob von innen die Tür mit dem herausſtehenden Riegel in den Pfoſten und ſetzte gleichfalls von innen die Krampen in die Angeln, um die Krampen ſchließlich wieder mit bereit gehaltenen Nägeln am Türpfoſten zu befeſtigen. Die Art hielt er dann für den Fall bereit, daß ſeine Rettung aus dem inzwiſchen in Brand geratenen Gebäude nicht rechtzeitig erfolgen ſollte. Erſt als er mexkte, daß rechtzeitig Hilfe nahte, warf die Axt und eine, wahrſcheinlich dem Juſtizwachtmeiſter gehör ſchwarze Jacke aus dem Fenſter, wo beide Gegenſtände dann ſpäter unterhalb des betreffenden Zellenfenſters aufgefunden wurden. Dieſer ganze Hergang hat ſich dadurch rekonſtruieren laſſen, daß bei einer Beſichtigung dieſer Zelle, die ja vom Feuer verſchont blieb, die Eindrücke der Art am Türpfoſten und an der Türkante bemerkt und weiter feſtgeſtellt wurde, daß die untere Türkrampe nicht ganz lotrecht befeſtigt war. Außerdem ſtellte man feſt, daß an der Stelle des eiſenbeſchlagenen Türpfoſtens, an der das Schloß einſchnappte, vier Nägel entfernt waren, anſcheinend, weil Heinze auf dieſe Welſe ſich ein ſelbſttätiges Aufbrechen der Tür mit der Axt erleichtern wollte, falls er nicht rechtzeitig befreit wurde. Eine Kommiſſion von Gerichts⸗ und Polizeibeamten hat ſich heute auf die hier geſchilderte Art und Weiſe ſelbſt mit Leichtigkeit in dieſe Zelle eingeſchloſſen. Wetternachrichten der Karlsruher Landeswetterwarte Auf der Rückſeite des nordwärts abziehenden Tiefdruckgebiets dauerte geſtern das warnſe Wetter mit Regenfällen an. Die neue Störung über der Riskoyaſee iſt vor dem ablamiſchen, Hochdruck⸗ gebiet, das heute die britiſchen Inſeln erreicht hot nach Süden zurückgewichen. Da Mitteleuropa jetzt unter den zunehmenden Einfluß des Hochdrucks gerät, ſtehen neue Niederſchläge und weitere Zunahme des Hochwaſſers nicht zu erwarten. Es ſteht kühles, meiſt trockenes, wolkiges Wetter bevor. 5 BVaorausſichtliche Witterung für Mittwoch bis 12 Uhr nachts: Wolkig, keine erheblichen Niederſchläge, etwas kühler, ſüdliche Winde Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Neue Maunbeimer Zeitung, G. m b. H. Maunheim. Direktion: Ferdinand Heyme— Cbefredafteur! Kurt Fiſcher. Verautwortlich für den politiſchen und volkswirtſchaftlichen Teil: Kurt Fiſcher; für das Feuflletan: Dr. Fritz Hammes: für Kommnunalvpolitk unz Lokales: Richard Schönfeſrer: für Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müfler: für Handelsnachrichten. Aus dem Lande, Nachbargebiete. Gericht u⸗ Haas 6. 2. den übrig zedaktionellen Teil: Fr. Kircher: 5 Anzeigen: J. Bernhardt. * Neue Mannheimer Jeitung[Abend⸗Nusgabe Dienskag, den 4. November 1924 5. Seike. Nr. 513 Aus d er Welt der TCechnik Ueber Beſeitigung von Nauchbeläſtigungen Zu viner der unangenehmſten Begleiterſcheinungen des Feue⸗ rungsbetriebes gehört das Rauchen zemit verhundene Brennſtoffverluſt. Es iſt daher ſchon ſeit längerer zeit eine der Hauptaufgaben geweſen, Mittel und Wege der Abhilfe hierfür zu ſchaffen und die Uebelſtände nach verſchiedener Richtung hin zu beſeitigen. Aus den vielen Verſuchen, die„Rauchfrage“ zu löſen, haben ſich die nachſtehenden Hauptpunkte herauskriſtalliſiert, deren Beachtung in der Regel, wenn auch nicht immer endgültig zum 1 gewünſchten Ziel, ſo aber mindeſtens zu einer weſentlichen Rauchver⸗ minderung führen: 5 Verwendung von möglichſt gasarmen Kohlen, gegebenenfalls Miſchen verſchiedener Kohlenſorten; 2. Verwendung einer dem Brennſtoff angepaßten Feuerungs⸗ 0 3 . anlage; 8 3. ſorgfältige Zuführung der erforderlichen Mengen an Ver⸗ brennungsluft; 4. Verwendung nicht zu alter, bereits verwitterter Kohle; 5. Einhaltung einer normalen Roſtbeanſpruchung; 6. Bedienung der Feuerung durch gelernte Heizer. Der in Punkt 1 gegebene Hinweis wird mit Rückſicht auf den Kohlenpreis nicht überäll durchführbar ſein oder nur dort, wo die Be⸗ ſchaffung gasarmer Kohle zum gleichen Preiſe wie Gaskohle möglich iſt. Müſſen aber unter Berückſichtigung der örtlichen Verhältniſſe, wie Nähe einer Kohlengrube und dadurch bedingter Preisvorteile, den⸗ noch in der Hauptſache Gaskohlen verfeuert werden, ſo kann durch teiltzeiſes Zumiſchen von gasarmen Kohlenſorten meiſtens eine er⸗ e Rauchverminderung erzielt werden, beſonders aber, wenn 5 eine dem Brennſtoffe angepaßte Feuerungsanlage verwendet wird und für richtige Zuführung der Verbrennungsluft beſonderer Vor⸗ kehrungen getroffen werden. Die verſchiedenen Roſtkonſtruktionen verlangen im allgemeinen die Einhaltung beſtimmter Brennſtoffkör⸗ nungen, und die Erfahrung hat denn auch gelehrt, daß beim Ver⸗ leuern ſortierter Kohlen am eheſten eine rauchſchwache Verbrennung du erzielen iſt als beiſpielsweiſe beim Verfeuern von Förderkohlen. Die Verſuche, für letztere einen brauchbaren Roſt zu ſchaffen, ſind als ſtändig geſcheitert zu betrachten. Es dürfte aber wohl ohne weiteres einleuchten, daß die Zuführung einer gleichmäßig in der Körnung verbleibenden Kohle zum Roſt ſowie die Zuführung einer hierfür ausprobierten Luftmenge weniger Schwierigkeiten bieten muß als bei unſortierter Kohle, welche oft nur teils in Stücken verſchiedener Größe, teils nur in Staubform auf den Roſt gelangt, und dort bald ſchnell, bald langſam abbrennt und infolged⸗ſſen den Roſt bald be⸗ deckt und bald wieder große Lücken auf demſelben entſtehen läßt. Von großem Einfluß auf die Rauchentwicklung iſt weiter die Roſtbean⸗ ſpruchung. In je normaleren Grenzen ſie gehalten werden kann, um ſo leichter wird ſich ein rauchſchwaches Arbeiten ermöolichen laſſen, umſo mehr, als dem Heizer meiſtens ſo viel Zeit bleibt, um die ſriſch zuzuführende Kohle zunächſt nur auf den vorderen Teil des Roſtes zu werfen und erſt ſpäter, nach erfolgter Entgaſung, nach hinten zu ſchieben. Muß andererſeits bei hoher Roſtbeanſpruchung geoarbeitet werden, ſo bleibt dem Heizer für die regelrechte Bedienung des Feuers meiſtens keine Zeit übrig, und das Bedocken der ganzen Roſtfläche mit friſcher Kohle iſt dann die natürliche Veranlaſſung einer ſtarken Rauchentwickelung. Nach dieſer Richtung hin haben ſich beſonders die ſelbſttätig vorwärtsſchreitenden Wanderxoſte bewährt, da bei dieſen, ſelbſt bei angeſtrengtem Betriebe, die friſche Kohle ſtets nur auf den vorderen Roſtteil gelangt, ſo daß die bei der Ent goſung freiwerdenden ſtark raucherzeugenden Gaſe über die hinten liegenden und in Glut befindlichen Brennſtoffmengen ſtreichen müſſen und hierbei zum größten Teil vollſtändig verbrennen. Ein gleicher Vorgang iſt auch bei den Unterſchubfeuerungen beabſichtigt. Bei die⸗ 8 ſen gelangt die Kohle vom Aufgabetrichter in eine zylindriſche, in Der Längsachſe des Noſtes liegende Rinne, in der ſie durch eine Schnecke nach hinten geſchoben und emporgehoben wird. Hierbei fällt dann die friſche Kohle nach beiden Seiten der Rinne den dach⸗ füörmigen Roſtteilen zu, entgaſt und rutſcht nach dem unteren Roſtteil. Die entſtehenden Rauchmengen werden hierbei, in gleicher Weiſe wie beim Wanderroſt, beim Hinüberſtreichen über die in Glut befind⸗ lichen Beennſtoffmengen vollſtändig verbrannt, ſodaß dem Schorn⸗ ſlein nur geringer Rauch in gleichmäßiger Stärke entweicht. Bei kleineren Feuerungsanlagen und dort, wo mechaniſche K zzuführungsvorrichtungen nicht verwendet und im allgemeinen Planroſte benutzt werden, kann eine rauchſchwache Verbrennung auch gleichmäßiges Ueberſtreuen kleiner Kohlenmengen auf die de Schicht erzielt werden. Die ſicherſte Gewähr für geringe twickelung iſt jedoch ſtets in der Benutzung reichlich großer egeben, obgleich hierdurch leicht die Gefahr vorliegt, mit zu 9 n Luftüberſchuß und infolgdeſſen mit entſprechenden Wärme⸗ verluſten zu arbeiten. Auf die Zuführung der richtigen Menge Ver⸗ brennungsluft iſt daher beſonders Obacht zu geben, umſomehr, als bei richtiger und der fortſchreitenden Verbrennung entſprechend wechſeln⸗ der Luftzuführung die Rauchentwicklung beſonders günſtig beeinflußt werden kann. Dies kann entweder durch zeitweiſe Zuführung beſon⸗ derer Luftmengen in Form von Ober⸗ und Unterluft zum Roſt, durch gleicher Sekundärluftmengen hinter der Feuerbrücke oder ndern der Rauchſchieberſtellung während des Be hend dem Fortſchreiten der Verbrennung na⸗ jen Beſchicken des Roſtes. Von allen dieſen Vorrichtungen ſich im allgemeinen die Sekundärluftzuführungen am beſten hrt, umſo meht, als die hierfür aufgewendeten Koſten verhält⸗ ing ſind und ſich andererſeits bei ſorgfältiger Benutzung ungen oft erhebliche Vorteils ermöglichen laſſen. Bei ungen wird, abgeſehen von der Luft, welche durch palten dem Roſt zuſtrömt, zeitweiſe eine zuſätzliche Menge Ver⸗ zrennungeluft durch Spalten der Feuertür oder mittels abſperrbarer Luſtzuſührungsrohre dem vorderen Roſtteil oder dem hinteren Roſt⸗ eil durch die Feuerbrücke zugeführt. s gibt auch Ausführungen, bei welchen die Luft in beſondere ſungskammern geleitet wird, welche hinter der Feuerbrücke e⸗Einbauten hergeſtellt werden. Der Einbau dieſer n mit den einſachſten Mitteln geſchehen, wenn et wird, daß die Luftzufuhr in welten Grenzen ellt werden kann. Die Wirkung der Sekundärluftzuführung n einfacher Weiſe wie folgt in jeder Feuerungsanlage feſt⸗ werden: Man braucht lediglich nach jedesmaligem Beſchicken beiten des Jeuers für kurze Zeit die Feuertür etwa—3 geöffnetzu halten, in dem man zwiſchen Feuergeſchränk ſchmiedeeiſernen Keil einklemmt, und man wird als⸗ e Einwirkung der dadurch hervorgerufenen Luftzufuhr ng beobachten können. Das Ofſenhalten der Jeuertür hat ſelbſtverſtänlich nur ſo lange zu geſchehen, bis die friſch worſenen Kohlen entgaſt ſind und die durch die Roſtſpalten utretende Luftmenge für die weitere Verbrennung allein genügt. An. Stelle dieſes zeitweiſen Offenhaltens der Jeuertür ordnet man für den ſtändigen Gebrauch, am beſten durch Roſetten oder Schieber, verſchließbare Luftſpalten in der Jeuertür oder am oberen Teile des Jeuergeſchränkes an. Den gleichen Zweck erfüllen Sekundärluftzu⸗ führungen der Feuerbrücke, die meiſtens derart angeordnet werden, aß die zuſötzliche Luft dem Gasſtrom entgegen einſtrömt, ſich mit dieſem infolge der Wirbelbildung innig miſcht und dadurch eine ändige Verbrennung der noch Kohlenſtoff enthaltenden Gas⸗ gen herbeigeführt. Am e iſt die Anwendung der Luftregelung düurch Schieber. Hierfür gibt es verſchiedene Gründe: erſtens wird man ſich in den meiſten Fällen leicht überzeugen können, daß die Anordnung und Konſtruktion der verwendeten Rauchſchieber ſehr zu wünſchen übrig läßt. Ein Verſteller derſelben iſt in der Regel nur mit großem Kraftaufwand möglich, oft ſind die Zuoſeile zum Verſtellen nicht bis in die Nähe des Heizerſtandes geführt, ſo daß man es dem Heizer kaum verübeln kann, wenn er dieſe Reguliervor⸗ richtung nur ungern benutzt. Ferner kommt hinzu. daß die Heizer vielfach, beſonders im Dampfkeſſelbetrieb, mit der Bedienung der Jeuerung und Beobachtung und Bedienung der Speiſevorrichtung zu tun haben und infolgedeſſen keine Zeit für die Bedienung d DD Dear eter Tür ei leicht di auf die Rauchentwicklu Ha eintlen E1 der Schornſteine und der zugleich 1 +2 p⸗ 1* kende Vorrichtungen, für welche bereits eine ganze Anzahl be⸗ währte Bauarten vorliegen. Die Wirkungsweiſe dieſer ſelbſttätigen Rauchſchieber beruht im weſentlichen auf einer gleichmäßig fort⸗ ſchreitenden Verringerung der Luftzufuhr während der Verbren⸗ nung, wobei die Heizer durch einen einfachen Handgriff nach jedes⸗ maligem Beſchicken der Feuerung das Maximum der Luftzufuhr ein⸗ ſtellen. Es gibt jedoch auch hierfür Vorrichtungen, welche voll⸗ kommen ſelbſttätig die Luftzufuhr durch automatiſche Regelung der Sekundärluft bewirken, bei welchen das Steigen und Fallen des Dampfdrucks auf den mechaniſchen Teil der Vorrichtung einwirkt. Zum Schluß ſei nochmals auf den in Punkt 6 oben angegebenen Hinweis aufmerkſam gemacht, wonach für die Erzielung einer rauchſchwachen Verbrennung die Verwendung gelernter Heizer von größtem Einfluß iſt. Leider kann in dieſer Beziehung immer wie⸗ der feſtgeſtellt werden, daß für die Bedienung von Feuerungsan⸗ lagen im allgemeinn ungelernte Leute Verwendung finden, welche weder mit den elementarſten Bgriffen der Verbrennungsvorgänge, roch mit der Konſtruktion der ihnen anvertrauten Feuerungsanlagen vertraut ſind. Die Ausbildung und Ueberwachung der Heizer müßte daher in weit höherem Maße und berufsmäßig durchgeführt wer⸗ den, ols dies der Fall iſt. Die zeitweiſe vorgenommene Unterwei⸗ ſung dieſer Leute durch Lehrheizer kann ſedoch nicht zum Ziele führen, es iſt vielmehr erforderlich, daß die Ausbildung in beſon⸗ deren Heizerſchulen und längere Zeit erfolgt, wobei den Heizerlehr⸗ lingen Gelegenheit geboten wird, ihre Uebungen an verſchiedenen Feuerungsanlagen vorzunehmen. Als Ausbildungsſtätten dürften u a. die meiſtens mit allen bewährten Neuerungen verſehenen Dampfleſſelbetriebe der ſtädtiſchen Elektrizitätswerke, Schlachthä.iſer, Waſſerwerke in Frage kommen, in welchen die Heizerlehrlinge ab⸗ wechſelnd auszubilden wären und ſomit Gelegenheit hätten, verſchie⸗ den große und verſchieden geartete Feverungsanlagen kennen zu lernen. 2 Techniſches Allerlei — Das Walzenſegel. Schon ſeit einigen Wochen war es wenigen Fachleuten bekannt, daß Anton Flettner, der Erſender und Konſtrukteur des Fhettner⸗Ruders, eine neue Erſündung ge⸗ ſtt oder richnger Konſtrukcion gelöſt hatte, die die geſamte Schiff⸗ in neus, wirtſchaftlich außerordentlich ausſichtsreiche Bahnen i0 Auf Wunſch des Erfinders, der zugleich Leiter des It, war von einer Veröffenelſchung über dieſe en, aber recht ſchwer zu verſtehenden Neu⸗ rungen rochen worden. Es ſollte erſt eine in weni⸗ gen Tagen ſtattfindende Fahrt mit dem eigenartigen Schiff abge⸗ wartet werden. Da jedoch Berliner Blätter gegen den Wunſch des Fboltnec⸗Konzerns bereies Mitbeilungen veröffentlicht haben, die zwar ſehr unklar und auch irreführend ſind, hab der Konzern nun⸗ mehr durch das Wolff⸗Bupeau folgende Nachricht verbreiten laſſen: Auf der Oſtſeſe haben Verſuchsfahrten mit einem neu⸗ artigen Windkraftſchiff ſtattgefunden. Das Fahrzeug iſt von dem Erfinder des Flettnerrurers, Derektor Anton Flettnor kon⸗ ſtrulert. Die hierbei zur Verwendung gelangten neuen Windkraft⸗ maſchinen erfüllten die in ſie geſetzlen Erwarkungen voll. Das von 22 Friedr. Krupp auf der Germaniawerft.⸗G. Kiel erbaute Fahr⸗ zeug trägt zwei haushohe, drei Meter dicke glatte Metallwal⸗ zen anſtelle der Maſten und Leinwandbeſegelung. Dieſe Zylinder dreahen ſich in der Minute 100 mal. Sie haben den fünfzehnfachen großen Segels. Die phyſikaliſchen Vorarbeiten Flebtner⸗Konzern in der gerodynamiſchen Ver⸗ iv t. Göttingen durchgeführt. Dieſe neuor⸗ gen von der üſtalt der Un dient werden und nutzt die Windkraft auch für die Groß⸗Seeſchiff⸗ ſahrt aus, wodurch eine Betriebserſparnis von 30 bis 80 Prozent erzielt werden kann. Ueber weitere Fahrten wird noch berichbet. Wür bemerken hierzu noch, daß. ſo wunderbar die Sache klingt, es ſich hler klach um die praktliſch⸗techniſche Durchführung einer be⸗ reſſts bebonnten wiſſenſchaftlichen Erkennem's handelt, die noch unab⸗ ſehbare Folgen haben kann. Wir werden auf dieſes Segelſchüff ohne Flächenſegel oder das Walzenſegel ausführlich zurückkommen. — Anordnung zum Aufhängen elektriſcher Leitungen beſonders Dreinbaſenleitungen. Die Anbrinoung der Iſolatoren am Maſt wird von Maſt zu Maſt verändert, ſodaß eine der Leitungen an einem Abb. 1. Abb. 0 Iſolator befeſtigt iſt, der abwechſelnd an der rechten und linken Seite am Maſt befeſtigt iſt, während die übrigen Leitungen am Iſolator befeſtigt ſind, die ſich ſtändig an der gleichen linken oder rechten Seite des Maſtes befinden. — Vorrichtung zum Enklüften von Keſſelſpeiſewaſſer. Die Erfin⸗ duna beſteht in Bündeln von Stäben oder gerollten Eiſen, die in der Durchflußrichtung des Waſſers ſenkrecht angeordnet ſind. Zwiſchen hieſen Bündeln muß das Speiſewaſſer hindurchſtrömen. — Sicherheitsventil mit Zuſatzfläche. Ein beſonders unterhalb der Zuſatzfläche ſich anſchließender Expanſionsraum kann durch ein Ventil mit der Atmoſphäre in Verbinduna gebracht werden. — Neuer Riemenverbinder. Patentiert wurde ein losbarer Rie⸗ menverbinder mit durch eine Schlaufe zuſammengehaltenen Klemm⸗ platten. die unterhalb der Drehachſe länger ſind als oberhalb. Die Klemmplatten ſind derartig S⸗förmia gebogen. daß die Krüm⸗ mung der obe richtet ſind. — Zylinder für ſtehende doppeltwirkende Vierkakt⸗Dieſelmotoren. Der von der Kolbenſtange(O) durchdrungene Zylinderboden(E) be⸗ ſteht aus einem Stück mit dem unteren Teil des Zylindermantels(), * 8 ren, kürzeren Schenkel gegeneinander nach innen ge⸗ ** 5 der in einem durch Flanſchen in ſenkrechter Richtung unterteilten Kühlmantel(P) dicht geführt iſt und die ſeitlich angeordnete Ventil⸗ und Verbrennungskammer(F) träat. — Detektorempfang auf 490 Kilometer. Die neue aroße Rund⸗ funkſtelle in Chelmsford in Enaland iſt für Detektorempfänger auf Entfernungen bis zu 490 Kilometer aufnehmbar. Die erwähnte Sta⸗ tion arbeitet mit einer Antennen⸗Energie von 15 P8. Die engliſche Erfahrung dieſer Station iſt ein zwingender Beweis dafür, daß ſtarke Sende⸗Eneraien im Rundfunkbetrieb die einzig mögliche Lö⸗ ſung des Koſtenproblems im Rundfunkweſen ſind. Die zahlreichen kleineren Rundfunkſender, die im ganzen Lande verbreitet werden. werden auf die Dauer ihre hohen Betriebskoſten kaum ſelbſt aufbrin⸗ gen können. Billiger wäre eine Zentralſendeſtelle von großer Energie, N übrigen. Soſl daher die Luftzuführung di andfrei, dem Verbrennungsorgane entſprech ſitzern wie das enaliſche Beiſpiel zeigt. auch den Be⸗ die im ganzen Land 5 1 Vigt, guck t die Aufnahme de Rundfunkdarbietungen widerſtandes benutzt wird. Kadiotechnik Wieder ein Fortſchritt Das Reichspoſtminiſterium hat die Anregung gegeben zur Durchführung von Experimenten, deren jetzt vorliegendes Ender⸗ gebnis ein neues Rundfunkwunder genaunt werden muß: es iſt die Vermittlung von Sprache und Muſik unter Verwendung der Starkſtromnetze ⸗für den Licht⸗ und Kraftbedarf. Mit anderen Worten: Nach dem neuen Verfahren kann man ſeine Unterhal⸗ tung aus der gleichen Leitung betzziehen durch die man Licht und elektriſche Kraft betzieht. Organiſiert waren die Verſuche, deren Ergebniſſe auf einer Rundfahrt durch das frühere Herzogtum Sachſen⸗Altenburg ze⸗ zeigt wurden, durch die Telefunkengeſellſchaft. Der Konzern der Thüringer Gasgeſellſchaft, dem alle Altenburger Kraftwerke ge⸗ hören, hatte ihr Starkſtromnetz für die Verſuche zur Verfügung ge⸗ ſtellt. Jnsgeführt und bis zur praktiſchen Verwertung dürchgear⸗ beitet roe das neue Verfahren von Dr. phil. Prinz Reuß, der als ei unſerer beſten Radiotechniker gelten muß. Der Prinz ſelbſt s fahren in Roſitz vor. In dem dortigen Krafe⸗ werk iſt die deinrichtung aufgebaut. Sie nimmt wenige Quadratmete: Durch ſie werden hochfrequente, elektriſche Wellen erzeugt von 6 Kilometer Länge, die mit dem Starkſtrom⸗ letz weiter gegehen werden. Sie behindern nicht den Licht⸗ oder Kraftſtrom, der mit dem Drahtnetz über das weite Gebiet, das 0 Kilometer im Durchmeſſer hat, geſchickt wird, werden ſelbſt nicht geſtört durch dieſen Strom und überwinden ohne Schwierigkeiten auch alle Hinderniſſe des Starkſtromnetzes. Sie können durch ei⸗ nen einfachen Kontakt und einen Detektorapparat allereinfachſter Konſtruktion dem menſchlichen Ohr mit den ihnen aufgedrückten Schallwellen vermittelt werden. Bei dem Vorführungsexperiment hörte man ein proviſoriſches Programm, das von Berlin ausgegeben wurde. Der Weg von Berlin nach Roſitz ging teils durch Kabel, teils durch Oberleitung, kam im Kraftwerk Roſitz an, wurde dort über Leitungen geſchickt mit 22 000 Volt und ſchließlich mit 110 Volt, und wurde doch regel⸗ mäßig ſehr gut gehört. Der Bevölkerung des vom Altenburger Kraftwerk verſorgten Gebietes wird der Detektorapparat, wenn ſie ihn nicht kauft, eben⸗ ſo wie der Elektrizitätszähler für wenige Pfennige Miete ins Haus geſtellt. Ohne Antenne und ohne irgendwelche Einſtellnot⸗ wendigkeiten hören ſie ab, indem ſie den Kontakt in eine Steck⸗ doſe ſtecken. Dabei iſt es gleichgültig, ob das Licht brennt, oder ob es durch eine Störung im Werk zeitweflig unterbrochen wird. Der große Fortſchritt dieſer techniſchen Neuerung liegt darin, daß die Belehrung und Unterhaltung der Rundfunkſender auch den Gebieten zugänglich gemacht werden können, wo ein leiſtungsfähi⸗ ger Sender in abſehbarer Zeit nicht aufgeſtellt werden kann. Die neue Methoden wird Sendeſtationen oderSelbſthilfsſender überall da überflüſſig machen, wo ein ausgedehntes oberirdiſches Verteilungs⸗ netz für Elektrizitätsverſorgung vorhanden iſt. Ihre große allge⸗ meine wirtſchaftliche Bedeutung wird durch die Tatſache unter⸗ ſtrichen, daß Deutſchland zu ſeiner vollkommenen Verſorgung wenigſtens 50 Sendeſtationen oder Hilfsſendeſtationen unterhalten müßte. Bei der Beſichtigung war auch der Direktor des Bayeri⸗ ſchen Kraftwerks zugegen, des größten in Deutſchland. Auch die⸗ ſes wird mit der neuen Einrichtung verſehen werden. Die Aus⸗ bildung dieſer neuen Rundfunkmethode hat in Altenburg ſtattge⸗ funden, weil hier die techniſchen Schwierigkeiten wegen dez veral⸗ teten Anlagen beſonders erheblich ſind und an dieſer Stelle auch am ſicherſten herausgebracht werden konnte, ob das Verfahren an⸗ gewandt werden kann. Dieſer Beweis iſt erbracht, und man darf dem Prinzen Reuß dazu gratuljeren, daß er mit Hilfe von D Moſer und anderen Ingenieuren der Telefunkengeſellſchaft zu bi⸗ nem ſo großartigen Erfolg gekommen iſt. Bei dieſer Vorführung waren das Reichspoſtminiſterium und die ſächſiſche Rogierung veo⸗ treten. Für die Telefunkengeſellſchaft war Dr. Graf Arco an⸗ weſend, der ſich ebenſo wie andere deutſche führende Radiotechniker ſehr befriedigt über die Verſuchsanordnung ausſprach. * — Reue Schaltungsvorrichtung. Die beſondere Eigenſchaft dieſer Vorrichtung beſteht darin, daß die Lampendrähte nicht der bei der plötzlichen Einſchaltung des vollen Stromes entſtehenden Bean⸗ ſpruchung ausgeſetzt ſind, wobei für Drehung eines Drahtwider⸗ ſtandes geſorgt iſt, ſodaß die Drähte nur allmählich mit heller Glut zu brennen beginnen. Die verwendeten Beſtandteile ſetzen ſich aus einem alten Grammophonmotor und dem Mechanismus einer elek⸗ triſchen Glocke zuſammen. Auf der Hauptſpindel iſt vermittels einer Fibreſcheibe ein gewöhnlicher Drahtwiderſtand befeſtigt. Dieſe Scheibe iſt an der Kante an zwei Stellen eingekerbt, ſodaß der von dem Klingelmechanismus betätigte Meſſingarm bei Ein⸗ und Aus⸗ ſchaltung richtig einſchnappt. Sowie der Druckknopf eingedrückt und ſchnell losgelaſſen wird, bewegt ſich der Klingelanker nach oben und bewirkt eine Drehung des Motors und allmähliches Glühen des Lampendrahtes. Die Naſe des verlängerten Meſſingankers wird in die zweite Einkerbung einſchnappen, wodurch der Klingelmechanismus feſtgehalten wird und der Strom des Lampendrahtes unverändert bleibt. Will man die Lampe ausſchalten, ſo wird der Druckknopf eine Zeit lang gedrückt, worauf ſich der Mechanismus wieder dreht, um beim Einſchnappen der Meſſingnaſe in die zweite Kerbe angehalten zu werden. Eine Anzahl von Schaltern kann parallel geſchaltet wer⸗ den und bei richtiger Einſtellung des Motorreglers wird eine Win dung für drei bis vier Monate ausreichen. 1 — Berlökung emaillierter Drähte. Man kann den Emaillier⸗ überzug von Kupferdrähten einfach durch Abſchaben entfernen, wenn es ſich um einzelne Drähte handelt. Bei einer Drahtlitze jedoch, die aus ſehr vielen Strängen dünner, emaillierter Drähte beſteht, iſt die Entfernung der Jolierungsſchicht ſehr ſchwierig, wenn man richtig löten will. Verſucht man einen derartigen Draht abzuſchaben, ſo tritt unweigerlich ein Bruch zahlreicher Stränge ein, ſodaß die Leiſtungsfähigkeit ſolcher Litzen bedeutend nachläßt. Ein gutes Ver⸗ fahren zur Entfernung der Emailleſchicht beſteht in einer Erhitzun des Drahtes in einer Bunſenflamme, bis zur Rotglut und einem darauffolgenden, ſofortigen Eintauchen in Methylalkohol. Mitunter muß dieſes Verfahren mehrfach wiederholt werden. Vor der Lötung muß der Draht in eine Paſte getaucht werden, die aus einem, in Methylalkohol gelöſtem Harz beſteht, worauf die Verzinnun am beſten durch Eintauchen in das geſchmolzene Vot erfolgt. Wendet ma dieſes Verfahren auf Litzen an, ſo iſt eine Bewicklung des Ligenende⸗ mit einem dünnen Draht zu empfehlen. Dieſes Verzinnungsv⸗ fahren kann auch auf blanken Kupferdraht angewendet werden, und ergibt eine gute Reinigung der Oberfläche. — Durchgeſcheuerte Telephonſchnüre. An der Verbindungsſtelle der Telephonſchnüre mit dem Stecker tritt gewöhnlich nach einer längeren Benutzung eine Durchſcheuerung auf, die dann gewöhnlich zu einer ſchlechten Telephonverbindung führt. Zur Beſeikigung der Abnutzung der Telephonſchnüre an dleſen Verbindungsſtellen muß ein Stück Gummiſchlauch über den Stecker und die Anſchlußſtelle des Drahtes geſchoben werden. Hierdurch wird eine Einknickung der Litze an der Anſchlußſtelle vermieden und die durchgeſcheuerte Stelle vollkommen abgedeckt. — Drahtwiderſtände für Schwachſender. Die in Blei haltene Bleimine ſtellt einen zwiſchen 30—500 Ohm ſtand dar. Die weichen Bleiſtifte können als Schwachſender⸗Lampen Verwendung finden. fahren zur Herſtellung des erfor Pnuten des Bleiſtiftes beſteht in Löchern in dasſelbe. In die Lö gezogen, wobei möglichſt dar 5 8 ſtiften ent⸗ liegenden Wider⸗ Drahtwiderſtände für in Das einfachſte Ver⸗ derlichen Kontaktes an mehreren einer vorſichtigen Bohrung von cher werden dann Holzſchrauben 5 auf geachtet wird, die Mine nicht z verbrechen, noch dieſelbe an den Enden aus der Holzhülle her zudrücken. Zu dieſem Zweck müſſen die Schlußſchrauben zuerſt eiz gezogen und dann Anſchlußdrähte an die Schraubenks fe gelöte werden. Die Schraubenköpfe müſſen dann mit einem vielpelige Schalter verbunden werden, der anſtatt des gewöhnli mung an der heutigen Börſe etwas animierter, hielten ſich trotzdem, beſonders auf dem Induſtriemarkt, wieder in ſcheids über die Höhe der Ermäßigung ſtimmte auf der anderen Seite. Programm geſchrieben, 6. Seite. Nr. 51¹³ 0 + Reue Mannheimer Jeitung Abend · Nusgabe) Dienskag, den 4. Rovember 1924 Neue Alann heimer Zeitung» Handelsblatt 2 Deviſenmarkt Berliner Deviſen in Billionen Amtlick G. 8. i G. 4. B. 4. rp. Holland 106,08 166,92 6 6 Buenos-Aires.53.54 58 8 8 55 2 8 8 e 2045 2¶ Chriſtianſa. 5025 6055 60.15 60,45 i Danzig 76,11 76,49 5 Kopenhagen 7275 7215 72.74 78,15 Liſfabon 16.56 1840 16,56 15.54 Stockholm 111.47 12 11157 112.13 5 Helſingfors 10,525 10.5p 85 10,528 10,585 0 Saſſen.. 18.32.42 8 18,25 19,35 London 19,05 19,15 5 19.02 19.12 2 New⸗Hork.19 4,21 0 4,19.21 5 Dais 22.06 22.18 2195 22.07 Schweiz 80,.76 81,16 5 80.76 81.16 15 Spanien 56,46 59.74 56,86 80,54 A...60.61 5 1,60 181 75 Konſtantinopel..26.28.26.28 5 Rio de Janeiro.485.475 5 0,46.47 Wien abg..910.944 8 5,910.41 5 .50.55 12.495 12555„ 6,095 6,095 2 6,075 6,105 0 Budapeſt. 5,52 5,54f 5,524..541 9 Sofſga 3,04.06 5 3,05.07 22 2 Börſenberichte 8 Frankfurter Wertpapierbörſe Tendenz befeſtigt— Lebhafteres Geſchäft für Anleihen 92 Badiſche und pfälziſche Vorkriegsanleihen feſt Frankfurt a.., 4. Novpbr.(Drahtb.) Wohl war die Stim⸗ abetr die Umſätze engen Grenzen. Die allgemeine wirtſchaftliche Lage wird zwar etwas optimiſtiſcher beurteilt, aber das lange Ausbleiben eines Be⸗ der Börſenumſatzſteuer ver⸗ Auf dem Anleihemarkt ging es heute wieder recht leb⸗ haft zu. Die Wahlpropaganda kommt den Anleihen zugute, denn alle Parteien haben mehr oder weniger die Aufwertung auf ihr um ſich dadurch Stimmen zu ſich rn. Kriegsanleihen wurden zum erſten amtlichen Kurs 0,545, 30⁷ 1875 preußiſche Conſols.300. Auch Navesrie anleihen ſehr feſt, namentlich badiſche und pfälziſche. Der Markt für ausländiſche Renten liegt ebenſaus wisder feſter, auch für türkiſche Renten, die in den letzten Tagen vernach⸗ läſſigt waren.. Auf dem Induſtriemarkt ſind die Kursbeſſerungen ſehr beſcheiden, aber ſie ſind ſtark in der Mehrzahl, ſie überſchreiten freilich ſelten eine halbe Billion Prozent. Bevorzugt ſind der Ehemie⸗ und der Elektromarkt, auf denen alle Werte on der Kursbeſſerung teilnahmen. Der Freiverkehr war ſtill. Api 2, Becker Stahl 0,800, Becker Kohle 4,8, Benz 4, Brown Boveri 1,075, Rheiniſche Handels⸗ bank 0,060, Growag 0,130., Hanſa Lloyd 1,2., Krügershall 6,75, Ufa 35 Der Geldmarkt iſt unverändert. Auf dem Deviſen⸗ markt iſt derzeit die Nachfrage ziemlich gleich. Sie betrug heute nur 25 000 engliſche Pfund, außerdem waren 2000 engliſche Pfund angebgten. Im weiteren Verlaufe blieb die Geſchäftstätigkeit unverändert. An der Nachbörſe ſetzte ſich die große Nachfrage nach An⸗ leihen fort, Kriegsanleihen gingen bis 0,662/8. Induſtriepapiere wurden dagegen wieder eher etwas ſchwächer. Berliner Wertpapierbörſt Nur vereinzelte Kursveränderungen— Lebhafter Markt für deulſche Anleihen Berlin, 4. Nopbr.(Drahtb.) Die Börſenbeſucher hatten keine Veranlaſſung, aus ihrer Zurückhaltung herauszugehen. Die Umſatz⸗ tätigkeit auf dem Aktienmarkt bewegte ſich in den engſten Grenzen und demgemäß ſind weſentliche. Kursveränderungen„nur in ver⸗ einzelten Fällen feſtzuſtellen. Phönix ſetzten um 1 Bill. Prozent und Akkumulatoren um 1½ Bill. Prozent niedriger ein, während Oberſchleſiſche Kokswerke ziemlich 2 Bill. Prozent und Siemens u. Halske 1 Bill. Prozent gewannen. Im übrigen beſchränkten ſich die Veränderungen für Induſtriewerte auf kleine Bruchteile einer Billion Prozent. 5 „Schiffahrts⸗ und Bankaktien blieben nahezu gänz⸗ lich unverändert. Von Bahnen gewannen Canada etwa 1% Bill. Prozent, während Elektriſche Hochbahn Bill. Prozent verloren. Lebhafter ging es lediglich auf dem Markte der deutſchen An⸗ leihen zu, wo die Hoffnungen durch das Eintreten eines Mit⸗ gliedes des Aufwertungsausſchuſſes für eine allgemeine Aufwertung wieder Nahrung gefunden haben. Die Kurſe für dieſe Papiere ſetzten anfänglich höher ein und konnten ſich auch auf ihrer Höhe gut behaupten. Von ausländiſchen Renten wurden ungariſche 4 proz. Goldanleihe ziemlich rege umgeſetzt, ohne daß ſich der Kurs⸗ ſtand bemerkenswert änderte. Die Vereinigte Harzer Portland⸗ Zement⸗ und Kalkinduſtrie wird die Umſtellung des Stammkapitals im Verhältnis von 20:1 vorſchlagen. Dörflingerſche Achſen- u. Jedernfabriken A.., Mannheim In der im Büro von Dr. J. Roſenfeld abgehaltenen.⸗V. wurden die Punkte—3 der Tagesordnung(Bilanz per 31. Dezbr. 1923, Entlaſtung und Abänderung der Beſchlüſſe der.⸗V. vom 30. Juni 1924 wegen der Goldmark⸗Eröffnungsbilanz, ſoweit eine ſolche ausdrücklich gewünſcht) einſtimmig genehmigt. Es handelte ſich dabei in der Hauptſache um Wünſche des Regiſterrichters. Zu den Punkten—6, Beſchlußfaſſung über Aufzahlung von 20 für jede Aktie, Neuausgabe von 100 000% Stammaktien je 100 4 und Neuwahl des Aufſichtsrates, gab eine Gruppe Dr. Brumm, geführt von einem Rechtsanwalt, die 1301 Stammaktien vertrat, Proteſt zu Protokoll. Die Gegengruppe vertrat 3334 Stammaktien und 750 Vorzugsaktien mit 12 fachem Stimmrecht. Die Oppoſition will, falls nicht etwa inzwiſchen eine Einigung erfolgt, eine gericht⸗ liche Entſcheidung darüber herbeiführen, ob die Vorzugsaktien mit 12 fachem Stimmrecht zu Recht beſtehen, was ſie beſtreitet. br. Die neuen Deviſenbeſtimmungen Wir haben bereits im heutigen Mittagsblatt über den Abbau der Deviſengeſetzgebung berichtet. Durch die neueſte Ver⸗ ordnung des Reichspräſidenten vom 31. Oktober wird die bisherige Deviſengeſetzgebung nahezu vollſtändig außer Kraft geſetzt. Um den Uebergang nicht zu unvermittelt zu geſtalten, iſt die Aufrechterhaltung des Deviſenbankzwanges, des Verbots des Deviſenterminhandels, des Einheitskurſes, der Wechſel⸗ ſtubenverordnung und der Deviſenmaklerverordnung vorgeſehen worden. Mit der Zulaſſung der Verordnung im beſetzten Gebiet iſt zu rechnen, da die Rheinlandkommiſſion durch die Ordonnanz 271 vom 1. Oktober 1924 die bisherige Deviſengeſetz⸗ gebung bereits zugelaſſen hat. Damit wird alſo auch auf dieſem Gebiete, wie ſchon kurz gemeldet, wieder ein einheitlicher Rechtszuſtand im ganzen Reiche herbeigeführt. Aus der neuen Verordnung iſt beſonders hervorzuheben: Ausländiſche Zahlungsmittel und Forderungen in ausländiſcher Währung dürfen gegen inländiſche Zahlungsmittel nur von oder durch Vermittlung einer Deviſenbank erworben werden. Termingeſchäfte in ausländiſchen Zah⸗ lungsmitteln oder Forderungen in ausländiſcher Währung oder in Edelmetallen gegen inländiſche Zahlungsmittel ſind verboten. Ausländiſche Zahlungsmittel und Forderungen in ausländiſcher Währung, für die eine amtliche Notierung in Verlin erfolgt, dürfen gegen inländiſche Zahlungsmittel zu keinem höheren als dem letzt⸗ bekannten amtlich in Berlin notierten Briefkurſe erworben oder abgegeben werden. Ausländiſche Zahlungsmittel und Forderungen Berlin nicht erfolgt, dürfen gegen inländiſche Zahlungsmittel zu keinem höheren als dem letztbekannten, von einem Ausſchuß der Berliner Bedingungsgemeinſchaft für den Wertpapierverkehr als Briefkurs ermittelten und in der Preſſe veröffentlichten Preiſe erworben oder abgegeben werden., Ausländiſche Zahlungsmütel und Forderungen in ausländiſcher Währung, für die weder eine amtliche Notierung in Berlin erfolgt, noch gemäß Abſatz 1 Preiſe ermittelt und veröffentlicht werden, dürfen gegen inländiſche Zah⸗ lungsmittel zu keinem höheren als einem Preiſe erworben oder abgegeben werden, der auf der Grundlage einerſeits eines letzt⸗ bekannten ausländiſchen Briefkurſes dieſes Zah⸗ lungsmittels und andererſeits des letztbekannten amtlichen in Berlin notierten Briefkurſes der Währung des ausländiſchen Börſenplatzes errechnet iſt. Geſchäfte, die gegen dieſe Vorſchriften verſtoßen, ſind nichtig. Die Nichtigkeit kann nicht zum Nachteil von Per⸗ ſonen geltend gemacht werden, die den die Nichtigkeit begründenden Sachverhalt beim Abſchluß des Geſchäftes nicht kannten. Der Reichswirtſchaftsminiſter, die oberſte Landesbehörde und die vom Reichswirtſchaftsminiſter oder von der oberſten Landesbehörde be⸗ ſtimmte Stelle kann von jedermann Auskunft über im eigenen oder fremden Namen und für eigene oder fremde Rechnung abge⸗ ſchloſſene oder vermittelte Geſchäfte mit ausländiſchen Zahlungsmitteln und Forderungen in ausländiſcher Währung fordern, insbeſondere Vorlage der Bücher und ſonſtigen Belege verlangen Für die Nichteinhaltung dieſer Vorſchriften ſind Geldſtrafen bis zu 10 000 Reichsmark vorgeſehen. Erwähnt ſei noch, daß zum Erwerb ausländiſcher Zahlungs⸗ mittel gegen inländiſche Zahlungsmittel es weder einer Handels⸗ kammerbeſcheinigung noch einer Genehmigung des Finanzamts bedarf. Die Markausfuhr unterliegt nur noch den Beſchränkungen des Kapitalfluchtgeſetzes. Die Deviſenablieferungspflicht fällt fort. Alle Meldepflichten werden beſeitigt. Die Aufrechterhaltung der Währung fordert aber nach wie vor, daß bei Inlands⸗ geſchäften Zahlung in ausländiſcher Währung in dem wirtſchaftlich unbedingt gebotenen Umfang erfolgt. Es liegt im eigenen Intereſſe der Wirtſchaft, daß dieſem Erfordernis in ihren Zahlungs⸗ bedingungen gebührend Rechnung getragen wird. ):(Süddeutſche Lederwerke.⸗G., St. Ingbert. In der geſtern ſtattgefundenen Aufſichtsratsſißzung wurde beſchloſſen, der auf 6. Dezember 1924 anberaumten.⸗V. die Ausſchüttung einer Dividende von 8 Prozent in Vorſchlag zu bringen. 5 Neue Firmen in Baden. Unter der Firma Buggle u. Grieninger, Agenturen und Kommiſſionen, Immobilien und Finanzierung in Immendingen, wurde in Immendingen eine offene Handelsgeſellſchaft gegründet. Perſönlich haftende Geſell⸗ ſchafter ſind die Kaufleute Otto Buggle und Friedrich Grieninger in Immendingen. :: Süddeutlſche Spirituoſen,.-., Karlsruhe. Spirituoſenbank.⸗G., Karlsruhe, tuoſen,.⸗G., geändert. J. B. Ederziegelwerke.⸗G., Brühl. Durch Beſchluß der .⸗V. wurde das Grundkapital auf 80 000 Goldmark umgeſtellt. Dieſes Kapital wurde in 400 Aktien von je 200 Goldmark eingeteilt. * Pfälzer Wein. Das Verkaufsgeſchäft iſt noch immer ſehr ruhig, da die Preiſe dem Handel etwas hoch erſcheinen. 80 Kallſtadt wurden kürzlich Verkäufe zu 1100 d für die 1000 Liter abgeſchloſſen. Am oberen Haardtgebirge ſchwanken die Preiſe für neuen Wein zwiſchen 500—550 für die 1000 Liter. Der weitaus größte Teil des Erträgniſſes wurde eingekeltert. Man ſpricht zwar dem neuen Wein,„Bitzler“ genannt, gerne zu, doch iſt zu erkennen, daß ſich viele Konſumenten dem endlich wieder beſſer gewordenen Biere zugewendet haben. Im großen Ganzen läßt der Abſatz neuen Weines zu wünſchen übrig. Auch für die in den meiſten Weinorten noch lagernden 1923er Weine iſt ſchwer Abſatz zu finden. Die Düngung der Wein⸗ gärten iſt im Gange; das Holz reift bei der verhältnismäßig guten Die Firma wurde in Süddeutſche Spiri⸗ —2 22 in ausländiſcher Währung, für die eine amtliche Notierung in Witterung ſehr ſchön aus. hr. * Bayr..⸗Cred..—.——,— „ Hyp. u. Wb. 1,80 1,80 Barmer Bankver. 1,25 1,25 Berliner Handgeſ. 23,— 22,15 Com u. Privakbk. 4,50 4,70 Darmſt. u. Nat.⸗B. 7,75 8, Deutſche Bank. 10,05 10,10 .⸗Aſiatiſche Bank—,——.— D. Effekt. u. Werte 3,50 3,50 Bochumer Bb. u. G. Buderus Eiſenw. D. Luxem. Bergw. Eſchweil. Bergwrt. .50 9,05 53.— 53,50 86,— 86,— 8 gw.—.——.— elſenk. Bergwrk. 53.— 53.— Gelſenk. Gußſtahl———.— Schantungbahn 1,50 1,50 Hbg.⸗Amk. Patetf. 2,50 2,45 Eichb⸗Mannheim.———.— C. Kempf⸗Sternb. 40,— 40,.— Mainzer Stamm. 79,— 78,— Parkbrauerei.—.— Schöfferh. Bindg. 21,—21.15 Schwartz⸗Storch. 22.50 22,50 Werger 17,25 17,50 Adt, Gebr. Wächt. 2,05 2,.— dler Oppenheim—.——..— Adlerwerte Kley. 1,85.82 A. E. G. Stamm..85 7,85 gloCont. Guan.— 9,50 ſchaff. Buntpap. 23,50 24,— aff. Zellſtoff 18,25 18,75 Bahnbed. Darmſt. 0,95 1,08 Baden. Weinheim 0,71 0,70 Discont.⸗Geſellſch. 11,50 11,50 Dresdner Bank. 7, 6, Frkfrt. Hyp.⸗Bank 4,10.,05 Metallb. u..⸗G. 13,— 13,25 Mitteld. Credit⸗B..60.55 Nürnberg..⸗Bk. 7, 7,50 Oeſter. Cred. Anſt. 0,34 0,33 Pfälzer Hyp.⸗Bk. 4,50 4,40 Reichsbank... 52,25 51,75 Vergwerk⸗Aktien. Harpen. Bergbau 52,50 81,75 Kaliwerk Aſchersl. 13,— 13,.— Kaliwrk. Salzdetf.—.——.— Kaliwerke Weſter. 15,75 15, Lothr. H. u..⸗V. 37.,25 38,— Mannesmannröh. 38,90 37,25 — Crauspork-⸗Aktien. Nrddeutſch. Lloyd 3,90 450 Baltimore& Ohio—.—— Oeſter.⸗U. St.⸗B..—.— 24, Induſtrie⸗Aktien. Bad. Anil. u. Soda 18,20 18.50 Bad. Elektr.⸗Gef. 0,33 0,31 Bad. Maſch. Durl. 15,70 15,50 Bad.UhrenFurtw.—,——— Bayriſch. Spiegel 4,80—.— Bayer. Celluloſe. 8,— 8, Beck& Henkel. 2,75 2,60 Bergmann Elektr. 10,75 11,25 Bing Metallwerke 2,55 2,80 Bl.⸗ u. S. Braubach——— Brem.⸗Beſigh. Oel 24,50 24,50 Breuer Stamm——.— Brockhues.- W. 5,40 5,75 Broncef. Schlenk. 31,— 32,.— Bürſtenf. Erlang. 2,15 2,.30 Cem. Heidelberg 19.— 19,20 Südd. Discontog. 7,80.50 Wiener Bankver. 0,25 0,25 Wttbrg. Bankanſt.—.——.— „Notenbank 62,15 62.75 „Vereinsbank 2,40 2,45 Mannh. Verſ.⸗Geſ.—.——— rankf. Allg. Verſ. 61,.— 61,.— berrh. Verſ.⸗Geſ.—.——— Frankf. R. u. Mitv.——— Oberſchleſ.Eb.⸗Bd. 8,75 8,50 do. Eiſenind. 9,15 9, Phönix Bergbau. 37,75 87,50 Rhein Braunkohle 28,80 27.— Salzw. Heilbronn 23,990 23,60 Tellus Bergbau 2,20 2,35 V. K. u. Laurahütte 5,50 5,50 Cement Karlſtadt 9,20 10. A „ Lothr. Metz 4,15 Chamotte Annaw. 9,.— Chem. Wrk. Albert 36,25 39,.— „ Goldenberg—— 32,— „Griesheim, 10,15 16,50 „ Weiler t. M.—— 14,75 Cont Nürnb Vzg—.——5 Daimler Motor 2,75 2,70 Dt Eiſenh. Berlin 475.75 D. Gold⸗ u S. Anſt. 13.45 13,60 Deutſche Verlag. 22,.— 22.— Dyckerh.& Widm. 3,75 3,85 Dingler Zweibrück. 4,25 4,50 Dürrkoppwerk. St.—,—— Düſſeld Rat. Dürr.30.40 Schantungbahn.45 1,40 Allg. Lok. u. Str. 48.— 46,50 Südd. Eiſenbahn 58,— 55,50 Baltimore 42,— 42,.— Bank f. el. Werte 4,50 4,30 Barmer Bankver. 1,25 1,20 Berl. Hd. Geſ... 23,50 24,50 Com. u. Privatbk. 4,65 4,75 Darmſt u. Nt.⸗Bk. 8,25 8,45 Accumulat. Fabr. 24,50 23,25 Adler& Oppenh. 54,— 35.— Adlerwerke. 1,75 1,90 .⸗G.,Anilinfarb. 15,85 18,— .⸗G. f. Verkhrsw. 44,50 45,.— Alexanderwerk 3,75 Alfeld Delligſen Allg. Elektr⸗Geſ. Alſ. Portl. Zement 45,2 Amme Gieſ.& Co. 4, mmend. Papier 4,90 Anglo⸗Ct. Guano 9,10 9,50 Anhalt. Kohlenw 18,25 18,15 Annener Gußſtahl 7,90.50 Aſchaffbg. Zellſt.. 17,70 18,.— Augsb⸗Nb. Maſch. 20,10 21.90 35 .1 .8 5, .⸗Auſtral..ſch. 22.—— Hb.⸗Amk. Paretf. 25,— 25,— „Südam. Oſch. 35,— 35,20 Hanfa Dſchiff. 10,20 10,.— Bauk⸗Aktien., Dtſch. Aſiat. Bank 32,.— 32,.— Deutſche Bank. 10,25 10,20 Dit Ueberſee Bk.. 69,25 69, Disc. Commandit 11,75 11,75 Dresdner Bank.— 7, Mitteldk., Kreditb 1,65 1,60 Induſtrie⸗ Aktien. Badiſche Anilin. 18,25 18,25 Balcke Maſchin...70 3,70 Bayr. Spiegelgls. 4,70 4,50 J P. Bemberg. 18,25 18,75 Bergmann Elektr. 11,10 11,50 Berlin⸗Anh. Mſch. 5,10 4,10 Ber⸗Gub. Hutfbr. 23,10 23,— BerlinKarlsr Ind. 59,75 5850 Berliner Maſchb. 11,60 11,45 Berzellus Bergw. 5,10 5,10 Bing Nürnberg. 2,70 2,70 Bismarckhütte.——— Bochumer Gußſt. 40,50 40,50 Gebr. Böhler& Co. 24,50 23, Braunk. u. Brikets 40,— 40.50 Br.⸗Beſigh. Oelf. 25,25 24.75 Rolosglg Lloyd 4,.—.8 Roland⸗Linie... 8,40 8,50 Verein. Elbeſchiff 2,25 2,10 * Oeſt. Cred.⸗Anſt.. 0,32 0,2 Reichsbank... 82,25 51,75 Rhein. Creditbank 2,20 2,10 Süddeutſch. Disc. 7,50 7,50 Weſtbank. 0,30 0,80 Bremer Vulkan. 50,— 53,.— Buderus Eiſenw. 9,50 9,30 Chem Griesbeim 16,25 17, em. Hyden.. 2,40 2,45 ſem. Weiler.14.75 14,45 Chem. Gelſenk. 52,— 54.25 Chem. Albhert. 39,— 36,75 Concord. Spinner. 2,75 2,80 Daimler Motoren 2,80 23,68 Deſſauer Gas..2450 2 Dtſch. Atl. Telegr. 16,75 D. Eiſenb.⸗Sig Deutſche Erdöl“. 32,85 32,85 Deutſch. Gußſtabl 4,20.20 Deutſche Kabelw..10.10 Deutſch⸗Lu 912 58,25 58,65 Holdankeihe Deulſche Kallw. 40,30 39,25 Deutſche Maſch.. 6,85 6,85 Deutſche Steinzg 8,50 8,50 Deutſche Wollw.. 4,45 4,30 Deutſch. Eiſenh.. 4,90 4,60 Donnersmarckh..75,— 77,50 Dürener Metall 71,.— 71.— Dürrkoppwerke.. 10,50 10,— Düſſeld. Eiſenb. 12,50 1 EiſenwerkKaifrslt. 1,15.10 Elderf. Farb. v B. 16,75 16,20 Elektr. Licht.Kr..90 6,50 Eiſ. Bad. Wolle 6,50 6, Emag Frankfurt. 0,30 0,20 Emaille St. Ullrich J,10 3,30 Enzinger Worms 6,75.— Ehrnd& Sehmer 34.— 33,.— Eßlinger Maſchin. 6,30 6,30 Ettlinger Spinn. 81,.——,— ab. Joh. Bleiſtift 11.10—.— aber& Schleich. 3,80 4,.— arbwerk Mühlh.—.—— ahr Gebr. Pirm. 5,25 5,75 elt. Guill. Carls 19,25—.— einmech. Jetter.—,— 11,55 Feiſt Sect Frulfrt. 3,20 3,25 Filzfabrik Fulda. 3,80 3,80 Frankfurter Hof. 18,50 17,— Frankf. Pok& Wit. 4,75 4,70 Fuchswag Stamm 0,97 0,97 Ganz Ludw Mainz 0,18 0,18 Geiling& Co..55 1,45 Goldſchmidt Th. 13,25 13,25 Gritzner M. Durl. 25,25 25,75 Grün, Bilfinger. 14,10 14,10 alds Neu, Nähm. 16,— 16,— ammer Osnabr. 19,— 18,75 Hanfwerk. Füßen 12,75 12,75 Heddernh. Kupfer.10 6,45 Herzogp. München 4,75 4,75 Hilpert Armaturf. 3,50.— Hirſch Kupf.u. Met. 15,87 18,13 Hoch⸗ und Tiefbau 2,— 2,13 Höchſter Farbwrke 16,30 16,60 Holzmann, Phil...95.93 Holzverkohl.⸗Ind. 6,10 Junghans Stamm.— kammg Kaiſersl. 8,— 8,50 Karlsr. Maſchin..20 3,10 Kemp, Stettin 0,7 Klein, Sch. de Becker 4,40 Knorr, Heilbronn 3,25 Konſerven Braun 0,81 Krauß& Co., Lck. 4,20 Krumm, Otto Lahmeyer& Co. 10,50 10,50 Lech Augsburg..14.40 14.35 2 Lederwar Rothe. 60,.——— Led. Spich. Pr.⸗A..50 2, eckarſ. Fahrzg...60 5,65 otoren Deutz.— — Oberurſ.. 15.50 15,50 iederrh. Led. Sp.—— 34,.— Peter Union Frift..50.50 Pf. Nähm. Kayſer 2,50 2,50 Pf. Pulv. St. Ingb.—.—— e 38.——.—— Lug Maſchinen 20,10 20.—Philipps.⸗G.Frt 4,20 4,30 Lur ſche Induſtr..50—,Porzellan Weſſel.—.——.— ainkraftwerke 3,15 8,.— Rhein Gebb& Sch. 1,90 1,85 et⸗Aetz Münch. 8,50 8,50 Rh.elet.Stamm.15.90 Meitall Dannhorn—.——,— Rh. Maſch. Leud..75 2,90 Miag. Mühlb..525 1510 Rhenania Aachen.90 4,00 Moenns Stamm. 2,— 2,20 Riebeck Montan 32.75 33.— Rodberg Darmſt..80.85 Ritgers⸗Werke. 15,— 14.50 Schlinck& C. Hbg.—.— 54,— Schneid.& Hanau 6,50 6,80 Schnellpr. Frant. 6,.—.75 Schramm Lackf. 8,25 Schriftg. St. Frkf. 7,.— 7,10 Schuckert, Nürnb. 37,— 38,50 Sch. B. Weſſel St. 2,20 2,15 Schuhfabrik Herz 290—.— Schuhfb. Leander.845 0,85 Seilinduſtr. Wolff 5,10—.— Sich KCoJ. Mainz 2,90 2,90 Siem.&Hals., Berl—,——,— Sinalco Detmold 2,85.95 Südd. Drahtindſt.—.——.— .Led. St. Ingbert—.——.— Strohſt. B. Dresd..50 Mapimitſiansau Magirus.⸗G. 2,50 Dynamit Nobel. 8,65 8,60 Eckard Maſchin. 5,— 6,50 Eiſenw. L. Meyer 1,20 1,20 Elberfelder Farb. 16,30 16,45 Elberfeld. Kupfer 0,80 0,90 Elektr. Lieferung 13,25 13,25 Elektr. Licht u. Kr 6,80 6,65 Elsbach& Co..22, 22,.— Emaille Ullrich. 3,25 3,60 Enzinger Filter. 9,40 9,45 Eſchw. Bergwerk. 86,.——,— Faber Bleiſtift.. 11,50 11,20 ahl, Liſt& Co.. 4,25.30 eldmühle Papier.20 3,60 elten& Guill.. 19,75 20,25 Flend Brückenb.. 3,50 3,50 N. Friſten. 2.— 2,50 Fuchs Waggon 0,80 0,82 Gaggenau Vorz 5,50 5,75 Ganz Ludwig...,17—,— Gebhard Textil 7,75 7,60 Gelſenk. Bergw. 53,25 53,25 Gelſenk. Gußſtahl 11,— 11,50 Genſchow& Co. 28,— 28,— German. Portl.⸗Z. 8,45 8,10 Gerresheim. Glas 42,50 39,50 Geſ. f. elektr. Unter.—,— 11,50 Gebr. Goedhardt. 10,25 9,80 Goldſchmidt, Th.. 13,50 13,50 Goerz.— f Gothaer Waggon 2,.30.30 Greppiner Werke, 34,.— 83,50 Gritzner Maſchin. 26,40 26,.— Grßkraftwk. Mhm. 10,60 10,— Gebr. Großmann 3,90 3,90 Grün& Bilfing er 14,10 14,10 Gruſchwitz Textil, 5,60 5,50 Hackethal Draht 2,10 2,50 Halleſche Maſch.. 10,10 10.25 Hammers. Spinn. 19,25 18,50 Hannoy. M. Egeſt. 48,— 50,— Hauet 12, 11,50 anſa Lloyd.. 1,15 1,20 Hbg.⸗Wien Gumm.65 1,50 Harkort Bergwrk..90 4,60 Harpen. Bergbau 82,— 82,25 Hartmann Maſch. 3,70 3,60 Heckmann C... 44.——, Hedwigshütte 17,40 17.75 51— 9.50 3,90 indr. 8 Aufferm. 4,30 4,90 Hirſch Kupfer.. 16.,50 16,40 Hirſchberg Leder. 37,50 38,— Höchſter Farbw. 18,50 16,50 Hoeſch Eif u. St. 44.80 45.— Unionwerke MWym. 7,50 7,65 Union⸗Gießerei. 13.65(Pollarſchatze.. 89.28 89,— 1 3,60 3,70 e C. P. 5 5, 40/ 4. 2 9. 4. 1 Tricotw. Beſigh..—,———Ver. Ultramarinf. 12,50 12,50 Zſchockew., Klt'n..10 1,10 Phönix Bergbau. 38,20 36,75 Rombach. Hütten 15,70 15,75 Schuckert& Co..39,.— 36, 1 Kurs ottol Thürg. Lief Gotha.50.50 Ver. Zellſt. Berlin 2,50.4 Zbgeerk B. Wagh. 2,60.55 Hermann Pöge 1,40.40 Roſitzer Braunk.. 16,— 16,— Selal Strumpf 2,50—55 85 8 05 9 1 125 5 5 Wagg. 291 15 5 8 Zucker.41,— 41, Siemens Elektr. 5,30 4,60 8 25 er. deutſch. Oele 26.— 26.—[Voigt& Hüff. St..3 eilbronn 5 22 eisholz Papier. 11,75 10. ückforth Nachf.. 0,60 0,575 Siemens& Hal 80— Aktien und Auslandsanleihen in Billionen Prozenten, Stückenotierungen ſcch. Ind.Mainz.75 8,35 Volthom.Sell..K.75.80 Offſtein 200 290 Rhein. Braunkohl. 26.75 27.40 Kteree.15,13 14,50 Stäner.8. 5 2730 710 in Billſonen Mark pro Stück. Ver. Faßf. Caſſel 3,40.30 Wayß& Freytag 2,50 2,75]„ Rheingau.80 2,80 Rhein. Chamotte 78.— 79.— Sachſenwerk.87 2,13 Stettiner Vulkan. 13,40 13,25 2 Ver. Pinſel Nürnb. 13,75——ZellſtWaldhof Sk. 8,10.05]„ Stuttgart.95 3,— 1 Elektrizität 6,60 370 S Gußſtahl 11.75 12,— Stoehr Kammgrn. 33,.— 33,13 — 95 ein. Maſch Led..80.70 Salzdetfurth. 20,13 19,5) Stoewer Nähm. 14.80 14,90 Frankfurter Dividenden⸗Werte. Freiverkehrs⸗Kurſe. Abein. Met, Vorz 70 750 Sarom 5240.30 Stollb. Zinthütten 29.25 29.40 3,.35.— Kreichgauer.....08—,— Raſtatter Waggon 3,95——[Rhein. Möbelſtoff 2,20 225 Scheidemandel.. 19,75 18,50] Südd Immobilien.40.,25 Bank⸗Aktien. Elberfeld. Kupfer 0,80 0,80] Mansfelder....70 3,50 Ufa 10.75 11.—heinſtahl....800 35,3 Jugo Schneider 8,—.60 Teckl. Schiffsw.. 10.60 11.— 8 3. 4. Entrepriſes.. 21,———Mez Söhne...90 1,80 Mhm. Kohlenanl. 10,50 10,50[Rhenania Chem.10.10] Schubert& Salz. 9,30 9,13] Teichgräber..10.13 Allg. O. Creditbk..70.65 D. Hypothekenbnk 3,70 3,50Rhein. Creditbank 2,20 2,20 85 Teleph, Verliner 3,60 3,55 B. Glanzſtoff Eldf 4260 45,78 Weſtf Etſen Egdr. 18.50 18.— Babiſche Bank. 28,10 28.—„ leberſ. Bank 67, 67.25 Rhein. Hyp.⸗Bank 4⸗50—— Berliner Dividenden⸗Werte. Thale Eiſenhütte.. Ber. Harger Kalk.70 2, Wialng⸗Cemen 2775 27,80 Band für Br. Ind. 1,59 1,46„ Vereinsbank.. 0,28 0,28 Südd..⸗Ered.⸗B.——— Cransport- Akktien. Thoerl Oelfabrik. 5,45 5,20 V. Schuhf BruW.20.45 Wiesloch Tonwar. 11,50 11.50 Tbüring Salinen. 13.50 12.50 V Staylw. v. d. Zyp 129.5 128.5 Ver. Ultramarinf. 12,75 13,30 Vogel 5 2,45 2,50 Vogtländ aſch. 2,10 2,10 Wanderer⸗Werke 9.— 7,20 Weſer Akt⸗Geſ.„— 6,30 Weſterreg. Alkali. 15,50 15,10 Wilbeltmsh. Eulau 6,50.45 Wiſſener Stahl 9,80 9,90 Witten Gußſtahl 21.— 20,75 Wolf, Buckau. 6,.— 8,80 Zellſtoff Verein.2,65 2,60 Zellſtoff Waldhof 780.60 5,70 5,70 Varziner Papier. 4,20 4,10 Ver. B. Frkf. Gum. 2,70 2,65 Ver. Chem Charl. 12,50 12,40 V. Otſch. Nickelw. 20,50 20,10 Verliner Freiverkehrs⸗Kurſe. Adler Kali.. 21.— 20,—Heidburg 47,50 45,— Pomona—, Api, Allg Petr. Ind.90 1,90 Hochfreguenz... 4,50 4,75 Ronnenberg....70 1,55 Becker⸗Kohle. 4,75 4,50 2,75 2,90 Ruſſenbant 8,75 6,25 Becker⸗Stahl... 0,8 0,75 Krügershall.... 6,75 6,50 Sichel& Co. 290 2,80 Benz⸗Motor. 3,25 3,50] Meyer Textil... 0,50 0,50 Sloman Salpeter 14,— 14,.— Deutſche Petr... 13,50 13,—Muldenh. Papier 0,015.01 Südſee Phosphat 25,39 43,.— Diamond..... 16,25 17,.—] Petersb. Int Hand 2,75 2,90 Ufa.. 138,60 10,23 Berliner Feſtverzinsliche Werte. a) Neichs⸗ und Staakspapiere. 34/½% D. Reichsanl 0,920 0,930 5% B. Kohlenanl. 10.— 94,75 94,753%„ 5 1,370.3705% PreußKalianl 3,85 .200 0,4904% Prß. Konſols 1,075 1,180, Roggenwert..— X 0,365 0,4203½% 1,230 1,2905% Roggenrentb..,52 1924er—.———3%„„ 1, 270 1,1205% Schſ Braunk..70 0,810 0,865 4% Badiſche Anl.—=„Landſch. Rogg..40 0,930 0,9503¼½% Bayer. Anl. 1,280 1,475 b) Ausländiſche Nentenwerte. 4% Mexikaner. 39,30 39,— 4% Türk.unif Anl.———, %½ Oeſt Schatza.—.———4%„ Zollob. 1911 9,25 9,70 4%„Goldrente 10,25 10,10„ 400-.⸗Los 23,— 22,50 9%„conv. Rte. 0,87 0,87 4½%. St.⸗R1913 6,90.—5%„ Obligat. 4%„Silberrte. 1,50 1,604¼%,„„ 1914 6,67.87 4½% Anat., Ser.I 4%„ Papierrt.—.——4% Goldrte 7,.— 6,87 4½% 15 4% Türk. Ad.⸗Anl 8,25 8,504%„„ Kronr.————4½% 40%„ Magd.⸗Elſel 10.20 10,30.3% Oe. u. Sth. alte 10,50 10,505% Tehuantepec———.— 4%„„„Il 8,10 6,75%% Se⸗HIX.Srl74) 9,60 9,80 5% 5. Reichsanl.— 40% 10„* — —14%„ Golprior. .60% Südö.a. P .600%„ neue Pr. „ e Frankfurter Feſtverzinsliche Werte. Hohenlohe⸗Werk. 17,— 16,50 Köln Rottweller 8,50 8,50 zndi Pobpy olzmann 8,— 575 55 Körtin, 25 50 0 a) önländiſche. orchwerke... 10,— 10, oſtheimer Cell.. 3,„eDollarſchätze..—.——4% tsa. 08 5,20 0/„Eif⸗Anl. 1* f Ottw.M. Kayſer 3,75 98,/5] Krauß Cie. Lok.. 4.—4½% Mhm.1914———.— Sparprämi. 1919. 0, 420.430 3% do. 8— Ilſe Bergbau. 15.10 15,75Kyffbäuſer Hütte. 0,05—4%„„ 5% Pr. Schatzanw.—.——.— 4% Bay. Pf. Eiſ. P—.—.600 M. Jüdel& Co..25.10 Lahmeyer& Co.. 10,25 10, 3½%„ 1904/5—,——, 4% do. do..800 0,900 31½% do..900.000 Gebr. Junghans.90 88 Caurabütte. 585.358o Dt Reichsanl.510 0,5644% Preuß. Konſ..075 4,1004% Heſſ. v. 90 u. 06.250.300 Fahla Porzellan.0 8,60Linde s Eismaſch. 0½5 6,904% do unt.1925.930 10208/%%„„„— 8½ abgeſt..300.340 Kaliw. Aſchersl.. 13,10 12,60 Lindenber 41,½75 41,353/% D. Rei c980 030 9975 30½%% 1⸗38.770 9 o- 5 Karlsr. Maſchin. 2,00 2,90 Farl Lindſtröm. 17.50 17,20% do..390 1,410%“.100.150 4% Säch. St⸗A.19—.—— Kattowitz. Bergb. 21,25 19,50 Lingel Schuhfabr. 2,10 2,105% I. N ⸗Schatzan—.——. 4% BabAnl.v1619———3% do! Rente 35 Baö ere 40%%.n de..4603/% Bad Anl adg.380 1,400 4% Württ. k. 1918.428 1,500 udw.„7 U 2% VI.-IX. do.%. C. H. Knorr. 3,30 3,30 C. Lorenz 450 400 CVVVVVVVVVVVVV Kollmr.& Johrdan 19,40 19,25 Lothr. Portl.⸗Cem. 3,75 3,35 b) Ausländiſche(in Billionen). Lukau& Steffen 2,8 2,50 Lüdenſcheid Met..20.10 Mannesmannröh. 38,5 38.10 Mansfeld. Aktien 3,4 3,63 Markt⸗ u Kühlhall. 11.9 12,63 Mech. Web. Linden 5,—.60 Weberei Zittau.13 5, 13 Fr. Meguin& Co. 7,75.75 Merkur Wollwar 27.5 26.— Mir* Geneſt... 6.—.80 Mo or en Deutz.. 19.9 19,1 5 7,50 Neckarſ. Fahrzg.. 5,5 5,50 Niedlauſ. Kohlen. 42,— 44.— Nordd Wollkämm 47,36 47,36 Oberſchl. Esb. d. 8,80.25 Eiſenindſt 9,30 9,40 Kokswerke 39 75 50,75 Mühwerm Berg 60.— 61,— Ohronſtein bKopp. 44flg 19.90J4% do. einh Rente 105—— ‘% GrMon1887—,——,— 4½% OeſtSR1913 3,05 3,13 4½% do. Schatz.—.—.25 4½% do Silberr, 150.50 4% do. Goldrente 10.— 10, 5% Rumän. 1903—.——.— 4½% do Gold.am. 4,50.,5 4% do. am. Rt.⸗B.—.——.— 4% Trk. Bagd..1 10.25—.— % een ee 4% Ungar. Goldr. 5764 6,75 4% do St. R. v1910 6,64.— 31/d0.„v. 1887 2,.—, 5% Mex. am. Inn.—.—— 40%„ Sd 4½0%„Irrig. Anl.—.——.— 9% Tehuantkpec—=⸗ n 0 n 0 — — lenstag, den 4. November 1924 Aeue Mannheimer Feitung(bend⸗Nusgade) 7. Seite. Nr. 513 Blühende Menſchen. Das Abſterben des Haarbodens. Die Blütenpracht, die alle Welt beglück den höchſten Zweck der Natur: die Erhaltung der Pflanzengattung. 8276 Ohne Blüte—— keine Frucht. Den voll, erblühten“ Menſchen ſchmückt tigem Haupthaar, und der ein Abblühen nach Erfüllung unſeres Daſei auch nach Jahrzehnten nicht erfolgt. deſſen auch nicht unſere Lebensweiſe. Die ſondere an unſerem Haarwuchs. Schwinden der Haarpracht. Pflanzenwelt haben wir voraus, daß e In unſerem Zeitalter iſt aber nichts normal, nicht die Form unſeres Daſeinskampfes, und infolge⸗ Seine höchſte Blüte entwickelt er etwa bis zum 20. Lebensjahr, und dann erfolgt oft ein ſchnelles Die Schäden ſind eben ſtärker als der Wille der Natur, un Können wir nun t und begeiſtert, erfüllt und uns neue Haare die Natur mit präch⸗ n i nszwecks normalerweiſe Krankhelten die Urſa Folge ſehen wir insbe⸗ nicht nur die Urſache Dr. Weidner Frage bejahen zu können. Unglaubliche Schwierigkeiten waren zu überwinden; ſondert der Haarboden zu viel Fett ab(Schinnenbildung), das andere Mal zu wenig linfolge Verhornung der oberſten Hautſchis⸗ Dann iiſt wieder Nervoſität oder auch Nervenerſchöpfung nach Nn s das Attribut unſerer Vollwertigkeit, das iſt unſer Haupthaar, bis ans Lebensende zu erhalten. die Schäden, alſo den Haarausfall, abwenden wachſen laſſen? Endlich ſind wir ſo weit, die einmal che des Haarausfalls. Da faſt immer mehrere Urſachen für den Haarſchwund in Be⸗ tracht kommen, galt es, ein abſolut reizloſes Mittel zu finden, das n des Haarausfalls beſeitigt, ſondern auch die Haarwurzeln zu erneuter Zellbildung anregt. hat mit ſeiner Silvikrin⸗Haarkur den richtigen und gewürdigt. zu informieren. Prof. Weg gefunden und damit geradezu verblüffende Erfolge, ſelbſt bei Glatzen, erzielt. Kreisrunde kahle Stellen, ob bei Kindern oder Er⸗ wachſenen, reagierten prompt auf Silvikrin mit neuem Haarwuchs. Ein wertpolles Büchlein:„Das Geheimnis des Haarwuchſes“ gibt darüber Aufklärung und zeigt Ihnen, warum alle bisher ange⸗ wandten Mittek ohne Erfolg bleiben mußten. der den richtigen Weg wohl einſchlug, hat leider infolge ſeines frühen Todes das Ziel nicht erreicht. thal hat als erſter den Wert der Weidnerſchen Erfindung erkannt Auch Ihnen ſoll Gelegenheit gegeben werden, ſich Jedermann, der Wert auf den Beſitz und die Er⸗ haltung eines ſchönen reichen Haarwuchſes legt, erhält koſtenlos und poſtfrei das erwähnte Büchlein„Das Geheimnis des Haar⸗ wuchſes“ und eine Silvikrin⸗Probe. Silvikrin⸗Vertrieb G. m. b.., Geheimrat Zuntz, Dr. med. Frieden⸗ Schreiben Sie ſofort an den Berlin 330, Alexandrinenſtraße 26. Saie ſuu Anfliche Jerdftenpüdchungen der Fadtpemete Steinhauerarbeiten(helles Matexrial) für die Wohnungsbauten an der Kronprinzen⸗ ſtraße. Bearbeitung der Steine hat in Mannheim zu erfolgen. Nähere Auskunft Baubüro Lange Rötterſtraße 73(Unterge⸗ ſchoß), wo Ausſchreibungsbedingungen, ſo⸗ weit vorrätig, gegen Erſtattung der Selbſt⸗ koſten erhältlich. Termin: Donnerstag, den 18. November 1924, vormittags 9 Uhr, Rat⸗ haus N 1, Zimmer 124. Hochbauamt. ahdel Hoceachule Aaunbeln Hochſchule für Wirkſchafts wiſſenſchaften Mittwoch, den 5. November ds. Is. beginnen weiter folgende Vorleſungen und lebungen: 5 —10 vorm., Weiß, Reichsſtaatsrecht insbeſ. Reichsverfaſſung, A 1, 2, Saal 15. —10 Tuckermann, Länder⸗ und Wirtſchafts⸗ kunde d. außerdeutſch. Europa, K 1. 2, Saal 16. —9 Glauſer, Franzöſiſch: Sprachl. u. ſtil. Uebungen, X 3, 6, Saal 1 —11 Le Coutre. Allgemeine Betriebswirt⸗ ſchaftslehre, A 1, 2, Sagl 7. 11—12 Sommerfeld, Allgem. Handelslehre, A 1, 2, Saal 7. 12—1 Sommerfeld, Einzelprobleme aus dem internat. Zahlungsverkehr, A 1, 2. Saal 16. —5 nachm. Sommer, Länder⸗ und Wirt⸗ ſchaftskunde von Südeuropa, A 1, 2, Saal 16. —5 Eppſtein, Volkswirtſchaft, Proſeminar, 1. 2, Saal 6. —9 Altmann, Bankſeminar, X 1, 2, Saal 6 —7 Pöſchl, Rohwarenkunde lorganiſcher Teih, —9 abends. Rumpf, Beſprechung v. rechtl. insbeſ. rechtspol. u. wirtſchaftsrechtl. Tagesfragen, A 1, 2, Saal 15. Altmann, Geld und Kredit, A 1, 27 Saal 16. —9 Glauſer, Franzöſiſches Seminar, A 3,6 Saal 1. —8 Fio Seminar, N 2, 4, Styock. —9 Burkard. Ital. Handelskorreſpondenz, A 4, 1, Saal 2. —9 Pöſchl, Nahrungsmittelkunde, A 4, 1, Saal 3. —10 Le Coutre, Bilanzkritiſche Uebungen, A 1, 2, Saal 7. —9 Röhrer, Die Bodenſchätze Deutſchlands A J, 2, Saal 16. —9 Erdel, Kollektives Arbeitsrecht, A 4, 1, Saal 1 —10 Leupold, Die deutſche Sprache der Ge⸗ genwart. A 4, 1, Aula. —10 Erdel, Grundzüge des Familien⸗ und Erbrechts, A 1, 2, Saal 16. Donnerstag, den 6. November ds. Is. beginnen weiter folgende Vorleſungen und Uebungen: —11 Sebrend. Handelspolitik II. A 1, 2, Saal 7. —10 8% Betriebsvertretungen, A 1, 2, aal 15. —10 Glauſer, Franzöſiſch: Lektüre v. Auf⸗ ſätzen, A 3, 6, Saal 1. 10—41 Rumpf, Anfängerpraktikum f. Bürger⸗ und Handelsrecht. A 1, 2, Saal 16. 11—12 Weber, Handelspädag. Seminar, A 4, 1 Saal 2. Lyſinski, Rationaliſierung in Fabrik⸗ betrieben, A 1, 2, Saal 16. 4 nachm, Eppſtein, Probleme der Be⸗ volkexungspolitik, X 1, 2, Saal 15. Fiedler, Arbeitsgemeinſchaft zur Ein⸗ führung in die Methode und Technik volkswirtſchaftl, wiſſenſchaftl. Arbeitens A 1, 2, Saal 7. —7 Behrend und Schott m. Fiedler, Se⸗ minar f. Volkswirtſchaft u. Statiſtik, A 1. 2, Saal 6. —7 Selz. Pſychologie der Perſönlichkeit, A 1, 2, Saal 7. —7 Gan er Stoffkunde(organiſcher Teil) 8. 8 —7 abends, Strauß, Die direkten Reichs⸗ ſteuern, A 1, 2, Saal 15. —7 Teubert, Wirtſchaft u. Technik der See⸗ und Binnenhäfen(m. Lichtb.), Aelteres, ſaubetes —8 der engl. Sprache, forron Uüer Dacen fJ Og e ben, e, e —7 Burkarz, Jtaltenſch Leſen und Be⸗.. ſehr guik 515 —7 Blaufteln, Veſteethang 170 der Praxis Eustenzmöglichelt. 77 Sb. gel wirtſchafti, Intereſſenvertretungen, Kaution von 150 er- I. Adr. 1. b. Geſchäftsſt B 1, 7b(Handelskammer)⸗ —9 Teubert, Seminar über den gewerb⸗ lichen Betrieb der Binnenſchiffahrt, A 1, 2, Saal 6. forderlich. Angeb. unt. T. V. 98 g. d. ſtelle dſs. Bl. —10 Mattis, Engl. Saal 2. —9 Mann. Ausgewählte Kapitel aus den Grenzgebieten des Seelenlebens,& 1,2 Saal 15. —10 Beringer, Architektur und Plaſtik in Kurpfalz. A 1, 2, Saal 16. Die bereits begonnenen Vorleſungen und Uebungen werden planmäßig fortgeführt. Sämtliche Beſucher(Studierende und Hörer) haben ſich jeweils nachm.—½7 Uhr im Sekretariat der Handelshochſchule, A 4, 1 anzumelden. Mannheim, den 3. November 1924. Der Rektor: Praof. Dr. Behrend. Offene Stelſen Eisen Handelsbriefe.& 3, 6, hranche. Wir ſuchen auf 1. 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Ganz besondeis danken wir den hies. Diakonissen und den Herren Dr. Gum- perz und Dr. Rosenburg für ihre auf- opfernde Pflege, ebenso danken wir Herin Vikar Speck für die trostspendenden Worte am Giabe. 4244 Familie Wünler. Sie kaufen günstg 34885 DPelzwaren Wölte, Füchse aller Art, Skunks, Opossum ete Spezialgeschäft Siegel, Mannneim, F 4, 3 Tel. 10703 Elgene Kürschnerei Tel. 10703 Nerren- und bamenfahrräder von M. 85.— und 90.— an 83 Nähmaschinen ane dannüe, M. 115.— Erleichterte Zahlungsbedingungen A. Pfaffenhuber Telephon 3930 M 3, 2 Lelephon 3930 Detektiv-Auskunftei 1. 927 Rifrel, Lutherstr. 3a ſel. 920 besorgt Auskünfte jeder Ait. beschafft Beweisma, bei Prozeß-Angel eintreibt rückst. Forderungen Ubernimmt Inkassi, B4836 engl., franz., ital., Korresp. in Waggon prima 4 45 rafel-lepfel werden in der Lindenhotstrasse 15 Schuler. ausgewogen. Miet:Gesuche. Für ſofort werden Iimmer Wohn⸗ u. Schlafzimmer geſucht. Bad und Klavierbenütz. erw., aber nicht Beding. Angebote unt. T. 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