18 — Donnerstag, 6. November elle SAee reiſe: Zn Mannheim u. Umgebung wöchentlich Gofd⸗Pfg. Die monatl. Bezieher erpicen ſic de eptl. 05 d. wiriſchaftl. Verhäliniſſe notwendig werdende reiserböhungen anzuerkennen. Poſtſchecktonto Nr. 17590 eruhe.— Hauptgeſchäftsſtelle E 6, 2— Geſchäfts⸗ Nabenſtellen Waldhoſſtr. 6, Schwetzingerſtr. 24, Gontard⸗ platz 4 een 7941—7945,— Telegr.-Adreſſe Oeneralanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl zwölfmal. Mittag⸗Ausgabe zannheimer Seilun. Mlannheimer General Anzeiger Preis 10 Pfennig 1924— Nr. 516 nzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung pro ein ⸗ Pafns Klondizelle für Allgemeine Anzeigen 0,40.M. Reklamen.— G⸗M. Für Anzeigen an beſtimmten Tagen Stellen und Ausgaben wird teine Verantwortung über⸗ nommen. Höhere Gewalt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene oder beſchräntte Ausgaben oder für verſpätete Aufnahme von An⸗ zeigen. Auftr.d. Fernſpr. ohne Gewähr. Gerichtsſt. Mannheim. Beilagen: Bilder der Woche. Sport u. Spiel Aus Seit u. Leben mit Mannheimer Frauen- u. Muſik-Jeitung Aus der Welt der Technik Unterhaltungs-Beilage Wandern u. Neiſen Nach der Wahl Coolioͤges 18,5 Millionen Stimmen für Cooliöge (Spezialkabeldienſt der United Preß) Newyork, 5. Nov. Die hier um 12 Uhr nachts oſtameri⸗ kaniſcher Zeit bekannt gegebenen Schätzungen, die durch die endgül⸗ tigen Reſultate noch kleine Veränderungen erleiden dürften, beſagen, daß insgeſamt rund 31 Millionen Stimmen abgegeben ſind. Davon haben erhalten Coolidge 18½ Millionen, Davis 8½ Millionen und Lafollette 4 Millionen. Lafollette hat nur im Staate Wisconſin geſiegt, trotzdem ſeine Stimmenzahl die für den früheren Präſidenten Rooſevelt im Jahre 1912 abgegebenen er⸗ reichten. Um einen Maßſtab für das Anwachſen der radikalen Bewegung zu geben, dürfen allerdings die Stimmen, die bei der Wahl Rooſe⸗ velts damals abgegeben wurden, nicht herangezogen werden. Die durch Rooſevelt entfachte Bewegung war in ihren Tendenzen doch zu verſchieden von denen Lafollettes, der mehr oder weniger auf die Bildung einer neuen Partei eingeſtellt iſt, während Rooſevelt nur das mit der damaligen Haltung der offiziellen Politik der Republi⸗ kaner unzufriedenen, zumeiſt ſelbſt republikaniſche Elemente reprä⸗ ſentierte. 33 Eine weit beſſere Vergleichsmöglichkeit bieten die für den ſozialiſtiſchen Kandidaten Eugen Deebs im Jahre 1920 abgegebenen Stimmen, die ſich noch nicht einmal auf eine Million beliefen, trotz⸗ dem offenkundig war, daß viele Elemente, die mit ſozialiſtiſchen Ten⸗ denzen nichts gemein haben, ihre Stimme für ihn abgaben. Lafol⸗ lette war außerdem beſonders ſtark in den Staaten Illinois und Minneſota, die eine ſtarke deutſchſtämmige ſowie ſkandinaviſche Be⸗ völkerung aufweiſen. Auch an der pazifiſchen Küſte im Staate Cali⸗ fornien hat er gut abgeſchnitten. Eine weitere erhebliche Stimmen⸗ zahl, ſchätzungsweiſe eine halbe Million, erhielt Lafollette in Stadt und Staat Newyork. Es kann jetzt ſchon als zweifelsfrei feſtſtehen, daß Lafollette auch weiterhin das Zünglein an der Wage im Senat hleiben wird, während die Wahl zum Repräſentanten⸗ haus eine tragfähige Mehrheit für die Republikaner ergaben, die jetzt über 232 von 435 Sitzen verfügen. dDie Wahlergebniſſe trafen infolge des ſpäten Wahlſchluſſes in den Weſtſtaaten— 11 Uhr heud Nenorten Zeit eit ein, daß es erſtlange nach Mitternacht möglich war, mit Sicher⸗ heit feſtzuſtellen, daß Coolidge geſiegt hätte. Die größte Ueber⸗ raſchung bei der Wahl war neben der unerwarteten Stärke der Republikaner die unerwartete Schwäche Lafol⸗ lettes. Dieſer hat zwar verhältnismäßig viel Arbeiterſtimmen in den Induſtrieorten des Oſtens auf ſich vereinigt, aber jene Gruppen, auf die er vor allem gerechnet hatte, haben ihm nicht die erwartete Unterſtützung zuteil werden laſſen. Anſcheinend hat in letzter Stunde das deutſch⸗amerikaniſche Elemenk ſich geſpalten und iſt zum guten Teil der alten Fahne treugeblieben. Auch die Farmer, auf die Lafollette in erſter Linie gerechnet hatte, ſind ihm nicht im erwarteten Ausmaße gefolgt. Die kürzlich erfolgte Pretsſtelgerung im Getreide hat ſich als genügend erwieſen, um die Unzufriedenheit der Farmer zu beſeitigen und ſie zum größten Teil bei der republikaniſchen Partei zu halten. Die progreſiſtiſchen Führer machen keinen Hehl aus ihrer Mißſtimmung, doch drücken ſie die Hoffnung aus, daß die noch ausſtehenden Ergebniſſe fernliegender Agrardiſtrikte für die Kongreß⸗Ergänzungswahlen es Lafollette er⸗ möglichen werden, nach wie vor das Zünglein an der Wage im Kongreß zu bilden. Republikaniſche Mehrheit auch bei den Senalswahlen Die letzten Ergebniſſe zeigen die ungeheure Ueberlegenheit, mit der Coolidge geſiegt hat. Für Coolidge ſind jetzt 371 u1 fn männer aus der Abſtimmung hervorgegangen, für Davis ſind nur 144, für Lafollette nur 16 Wahlmänner gewählt Newyorker Senat erhielten die Republikaner 48 Sitze, die Demo⸗ die ruſſiſchen vorkriegsſchulden V Paris, 6. Nov.(Von unſerem Pariſer Mitarbeiter.) Ra⸗ kowski hat in ſeien Erklärungen, die er franzöſiſchen Journaliſten gab, Antwort auf die Fragen wegen der ruſſiſchen Vor⸗ kriegsſchulden gegeben. Die kommuniſtiſche Humanité ſtellt dem Sowjetbotſchafter einige Fragen und ſetzt nun heute dem franzößſchen Rublikum mehrere Aeußerungen Rakowskis vor. Die peſſimiſtiſche Beurteilung bezgl. der weiteren Entwickelung der ruſſiſch⸗franzöſiſchen Beziehungen verurteilt Rakowski Rakowski übt einen ſcharfen Angriff gegen diejenigen franzöſiſchen Regie⸗ rungen aus, die ſich an den gegen den Bolchſewismus gerichteten militäriſchen und maritimen Unternehmungen beteiligt haben. Er betont, daß Rußland der franzöſiſchen Regierung eine ſchwere Gegenrechnung vorlegen werde, falls die franzöſiſche Regie⸗ rung überhaupt auf die Vorkriegsſchulden zu ſprechen kommen. Dieſe Schulden, ſo ſagte Rakowski, ſind von dem ruſſiſchen Volk niemals anerkannt worden, denn ſie dienten ausſchließlich für den Zaren und für den Krieg. Das ruſſiſche Volk hat dieſe Schulden durch den Verluſt von Millionen Menſchen im Kriege bezuhlt. Rakowski wiederholt hier alſo, was er bereits auf der engliſch⸗ ruſſiſchen Konferenz besüglich der Schuldenfrage erklärte. Man 1 5 alſo darauf gefaßt ſein, daß ſich in Frankreich, wo die Zahl 85 80 ſitzer ruſſiſcher Wertpapiere ſehr groß iſt, eine ſch afe an — ung gegen dieſen Standpunkt entwickeln wird. In poli iſc n reiſen wird auch darauf aufmerkſam ſchen daß ſich 580 er letzten Zeit in den verſchiedenen franzöſiſchen Kolonien, eſonders in Indochina, Tunis und Algerien eine⸗ ſtarke kommu⸗ niſtiſche Bewegung entwickelt, die durch die ruſſiſchen zuen pagandaſtellen offenbar gefördert wird In der nächſten Zeit ſollen ſowohl in Paris als auch in den Kolonien Kongreſſe ſtattfinden, die ſich mit der Oraaniſierung der kommuniſtiſchen Beweauna befaſſen werden. Die franzöſſſche Reaieruna iſt in den Beſitz zahlreicher Do⸗ kumente gelanat, aus denen hervorgeht. daß von ruſſiſcher Seite maſſenbaft Proragandaſchriften auch in den Kolonien verbreitet wer⸗ den. Man wünſcht dringend. daß bei den künftiaen ruſſiſch⸗fransöſi: ſchen Beſprechungen dieſer Punkt geklärt und entſprechend geregelt wird. Die Geaner der Anerkennung Rußlands führen ein Inter⸗ view des Marſchalls Foch ins, Treffen, das der Marſchall vor wenigen Tagen dem Vertreter des Blattes Chicago Daily kraten 43, die Progreſſiſten 4, ein Ergebnis, das gegenüber der Prä⸗ ſidentſchaftswahl überraſcht. Genutuung in Paris . Paris, 6. Nov.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Das Er⸗ gebnis der amerikaniſchen Präſidentenwahl wird hier mit beſon⸗ derer Genugtuung aufgenommen, denn bekanntlich iſt die Perſönlichkeit Coolidges von den franzöſiſchen Diplomaten ſtets als großer Freund für Frankreich charakteriſiert worden. Deshalb wurden die geſtern im Außenamt vorſprechenden Preſſe⸗ petreter auch nachdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, für die Per⸗ ſönlichkeit des Präſidenten warmempfundene Worte zu finden. Man erinnert zwar daran, daß Cvolidge hinſichtlich des Völkerbundes nicht beſonders günſtig ſich geäußert hat. Trotzdem hält man es für wahrſcheinlich, daß er auch weiterhin für den Wiederaufbau Euro⸗ pas eintreten wird. Die Entſendung zahlreicher Beobachter nach Europa, wie das ſeit der Londoner Reparationskonferenz geſchehen iſt, ſieht man als Vorſpiel zur großzügigen künftigen Beteili⸗ gung anmerikaniſcher Perſönlichkeiten in allen europäiſchen Wirt⸗ ſchafts⸗ und Finanzfragen an. Präſident Coolidge ſchreibt man das Verdienſt zu, daß der Plan des Generals Dawes in die Praxis überführt werden konnte. Man glaubt auch, daß die drei Mit⸗ glieder Coolidge, Dawes und Poung weiterhin gemeinſam an der Sicherung des europäiſchen Wiederaufbauplanes arbeiten werden. Freilich läßt man nicht außer Acht, daß Coolidge in der Frage der imternationalen Schulden nicht diejenige Haltung einnehme, die einer Erleichterung der franzöſiſchen Finanzfragen zuträglich wäre. Die Hoffnung, daß der Präſident in dieſem Falle eine Meinungsänderung vollziehen könnte, iſt ſehr gering, umſo⸗ mehr rechnet man deshalb mit ſeinen Bemühungen um den europäiſchen Wiederaufbau. Coolidges Dank (Speziolkabeldienſt der United Preß) Wafhingkon, 5. Nov. Der geſchlagene demokratiſche Präſident⸗ ſchaftskandidat Davis aratulierte Coolidge zu ſeinem großen Sieg und drückte ſeine Hoffnunga aus. daß ſeine Regierungsperiode vom Erfola gekrönt ſein würde. Coolidge machte heute am frühen Morgen einen Spaziergang durch die menſchenleeren Straßen der Hauptſtadt. Er weigerte ſich auch, den kleinſten Kommentar zu den Wahlen zu geben und ließ den Zeitunasleuten, die ihn darum angehen ließen, ſagen, daß er mit det Abfaſſung einer Dankfſaaunasproklamation beſchäftiat ſei. In einer ſpäteren, ſehr kurz gehaltenen Proklamation an die Bevpöl⸗ kerung erklärte Coolidge:„Ich fühle mich verpflichtet, allen denen. die zur Erreichung des heutigen Reſultats beigetragen haben, meinen Dank auszuſprechen. Ich anerkenne, daß dieſes Ergebnis nur zu⸗ ſtande gebracht werden konnte durch göttliche Vorſehung, von der ich nur ein Werkzeua bin.“ 2 Calvin Coolidge wurde am 4. Juli 1872, dem amerikaniſchen Unabhängiakeits⸗Tage, in dem kleinen Beradörfchen Plymouth im Staate Vermont(Neu Enaland) geboren. Er beſuchte das Amherſt College in Amherſt. Maſſachuſſets und araduierte 1895. Zwei Jahre ſpäter erfolate ſeine Zulaſſung als Rechtsanwalt. 1899 wurde er zum Stadtverordneten in Northhampton(Maſſachuſſets), gewählt. der Stadt, die in der Folgezeit ſeine Heimat wurde. Dieſer Poſten als Stadtverordneter war ſein erſter Schritt ins politiſche Leben. 1900 wurde Coolidge zum oberſten Beamten der Juſtizbehörde in Northhampton ernannt. 1904 exfolgte ſeine Wahl zum Vorſitzenden des republikaniſchen Ko⸗ mitees in Northhampton. Von 1907 bis 1908 war er Vertreter der republikaniſchen Partei im Landtaa des Staates Maſſachuſſets. Von 1910 bis 1911 Bürgermeiſter von Northhampton, Maß. Von 1912 bis 1915 Mitalied des Senats von Maſſachuſſets und von 1914 bis 1915 Präſident dieſer Körperſchaft. 1916 bis 1918 Vizegouverneur von Maſſachuſſets und von 1919 bis 1920 Gouverneur dieſes Staa⸗ Für den de tes. Von 1920 bis 1923 Vizepräſident. Vom 3. Auauſt 1923, nach m Tode Hardinas. Präſid⸗ nt der Vereiniaten Staaten. f 2 22 1 News gegeben hat. Foch betont,. daß Rußland eine aroße Gefahr für die euroräiſchen Länder ſei und demgemäß ebenſo behandelt werden müſſe wie Deutſchland, mit dem es ſich im nächſten Kriege zu verbinden beabſichtige. In dieſen Erklärungen bezeichnet Foch das heutige Deutſchland als den Träger der Revanche aller beſieaten Länder. Aus den Aeußerungen des Mar⸗ ſchall Foch geht hervor, daß in militäriſchen Kreiſen Frankreichs gegenüber Rußland immer noch das arößte Mißtrauen herrſcht. Mit dieſem Faktor wird Frankreich zu rechnen haben. Blutige Siegesfeiern in Italien Die Siegesgedenkfeiern in Italſen haben in Rom zu ſchweren Zuſammenſtößen zwiſchen den Faſziſten und der von dem Abg. Benelli gegründeten, und von General Peppino Garribaldi geführten Vereinigung„Freies Italſen“ geführt. 8 Teilnehmer an der Feier wurden ſchwer verletzt. Wie die„Voſſiſche Zeitung“ meldet, haben ſich die Unruhen in ähnlicher Form auch in anderen Großſlädten wie Neapel und Tvient wiederholt. Immer handelt es ſich darum, daß die Faſzi⸗ ſten die Teilnahme der Kämpfer der Vereinigung„Itaſia libera“ an der Siegesfeier als eine Provokation empfanden. Dagegen prole⸗ ſtieren die Kämpfer der Vereinigung, die ſchon über 000 Mit⸗ glieder zählt und bei der die Erregung ſehr groß ſein ſoll. Die Leitung der Kämpfer bemüht ſich zwar, die Leiden iſchaften einzu⸗ dämmen, trotzdem hätte ſich die Spannung immer mehr vergrößert. Beſonders verſtimmt hat es in Kämpferkreiſen, daß wã die Regierung für die Feier des Marſches nach Rom den Faſziſten den Beſuch Roms mit allen Miteln erlbeichtert 15 ſie den Kämp⸗ fern kein entgegenkommen entgegengebracht Die Prokla⸗ mation des Beppino Garribaldi, des Enkels des berühmben Generals, in der die Regierung für die Ereigniſſe verantwortlich gemacht wurde, iſt beſchlagnahmt worden. ‚ Abſchluß eines neuen Kohlenlieferungsprogramms Wie das „Berliner Tageblatt“ aus Paris meldet. ſind geſtern die Verhand⸗ lungen über die Durchführuna des Kohlenlieferungspro⸗ arammss, die in den letzten Tagen zwiſchen deutſchen Delegierten 1. 111— 4 und Vertretern der Reyko ſtattgefunden haben, zum Abſchluß gelanat. 3 „ e Politik und Wißſenſchaſt Auch eine Wahlbetrachtung. Von Kichard Bahr Irgendwo, in irgendeiner Berliner Zeitung, hat vor ein paar Wochen— der Reichstag war noch nicht aufgeflogen— ein junger Privatgelehrter mit allerhand guten und klugen Gründen ſich da⸗ für ausgeſprochen, das Band zwiſchen Wiſſenſchaft und Politik künf⸗ tighin enger zu knüpfen. Der parlamentariſche wie der politiſche Betrieb verflachen zuſehends, die großen Zuſammenhänge würden außer Acht gelaſſen. An Stelle weitausſchauender Politik auf lange Sicht beſchäftige man ſich eigentlich nur noch mit der Befriedigung kleiner und kleinlicher Tagesbedürfniſſe. Der Mangel an Ver⸗ geiſtigung aber ſei am eheſten zu beheben, indem man politiſches Leben wie Parlamente wieder mit fähigen Köpfen aus den Reihen der Univerſitätsprofeſſoren zu durchſetzen beginne. Das klang— der Ruf erſchallt ja nicht zum erſten Mal— an ſich ungemein beſtechend. Wenn die Klopffechter, die aprioriſtiſch Denkenden, die Scheuklappennaturen und finſteren Glaubensſtreiter mehr oder minder verſchwänden und die Vertreter der hiſtoriſch⸗ politiſchen Wiſſenſchaften, Nationalökonomen und Hiſtoriker voran, in weiterem Ausmaß als bisher unſere öffentliche Diskuſſionen be⸗ fruchteten, müßte— der Schluß iſt logiſch und zwingend— deren geiſtiges Niveau ſich erhöhen. Nur daß das Leben, das politiſche am allerwenigſten, leider ſo gar keine logiſche Angelegenheit iſt. Den Zugang zu unſeren Parlamenten bewacht heute die Parteimaſchi⸗ nerie. Sie, nicht der Wähler, beſtimmt am letzten Ende, wer ge⸗ wählt werden darf. Aber ſie verfügt darüber nicht allein. Weit mächtiger noch ſind die Intereſſenverkretungen. Die ſtürmen auf die Parteibüros und erklären: Wir beanſpruchen für unſeren Mann einen ſicheren Sitz. Und da die Univerſitätspro⸗ feſſoren nicht organiſiert und nicht oganiſierbar ſind, wo lediglich die Stimmen gezählt werden, auch nur das Sandkorn im Meer be⸗ deuten, verſteht es ſich nahezu von ſelbſt, daß für ſie, wie die libe⸗ ralen Berufe überhaupt, kein Sitz, geſchweige denn einer von den allgemein begehrten„ſicheren“, abfällt. Profeſſoren ſind ohnehin, ſchon von der Bismarckzeit her, nicht beliebt. Marktgängige Kandidaten ſind vor allem die ſogenannten „Angehörigen des praktiſchen Lebens“, als welche man den Be⸗ amten, den Angeſtellten, den Handwerksmeiſter, den Verbands⸗ ſyndikus, neuerdings auch die Frau zu begreifen hat. Profeſſoren können bisweilen auch unbequem ſein, weil die Erkenntniſſe und Ein⸗ ſichten, die ſie aus ihren Studien gewinnen, nicht immer und nicht in allen Stücken mit den Parteiprogrammen und den überlieferten Parteidogmen ſich decken. Wohl gibt es gelegentlich unter ihnen auch anbere. Fanatiker, die mit rotem Kopf und rollenden Augen immerfort die Sturmfahne vorantragen. Aber da pflegt es in der Regel irgendwie mit der Wiſſenſchaftlichkeit zu hapern. In Wahr⸗ heit— und das fügt zu den äußeren Gründen die innern— vermag nun einmal niemand zween Herren zu dienen. Der heutige parla⸗ mentariſche Betrieb verlangt, wenn man mit Ernſt und Hingabe ihm dienen will, den ganzen Menſchen. Dabei muß in dem parla⸗ mentariſchen Profeſſor notwendig einer Schaden nehmen: der Politiker oder der Gelehrte. Wer zu Einfluß kommen und dauernd ihm üben will, muß immer an Ort und Stelle ſein; auch in den Fraktionen und den Ausſchüſſen. So wird aus Morgen und Abend ein Tag und wieder einer und für die Wiſſenſchaft bleibt nichts übrig. Oder aber er begnügt ſich mit gelegentlichen Stippviſiten im Plenum, hält wohl auch bei dem oder jenen Anlaß, der einen Fach⸗ mann zu erfordern ſcheint, die, je nachdem, mit Beifall oder mit Reſpekt aufgenommene Reze und blüht im übrigen im Verborgenen. Eine geſchätzte Innendekoration für die Partei, die aber neben den Routinjers und Parlamentsbürokraten nicht aufkommt, oft genug nicht einmal weiß, was wirklich geſpielt wird. Wer die parlamen⸗ tariſchen Lebensläufe von Profeſſoren durch ein Menſchenalter ver⸗ folgt hat, wird das immer von neuem beſtätigt gefunden haben. Träger bekannter Namen ſind, von ſtarken Hoffnungen begrüßt, ge⸗ kommen und wieder verſchwunden, ohne auch nur eine Spur zu e Die ſich durchſetzten aber, wie der verſtorbene Robert riedberg oder Hermann Paaſche, der dieſer Tage ſein Mandat im badiſchen Landtag niederlegte, hatten die Wiſſenſchaft bald an den Nagel gehängt. Das war die Regel und wird, trotz ein paar ſchein⸗ baren Ausnahmen, ſie wohl auch bleiben. In welcher Richſung Martin Spahn für die Dauer ſich entwickelt, wird noch abzuwarten ſein. Der greiſe Kahl hat ſeine Gelehrtenarbeit in der Hauptſache abgeſchloſſen. Und Hoetzſch iſt wohl immer mehr Publiziſt als Wiſſenſchaftler geweſen. Gerade das Schickſal von Hoetzſch indes zeigt auf eine beſon⸗ ders eindringliche Art, warum in den heutigen Parlamenten die Profeſſoren unbeliebt und unbequem ſind. Vielleicht wird er noch wiedergewählt, vielleicht auch nicht. Indem Verlag und Schrift⸗ leitung der„Kreuzzeitung“ ihm die Tribüne unter den Füßen fortzogen, von der Hoetzſch Woche für Woche zu ſprechen gewohnt war, wird er auf alle Fälle depoſſediert und eines gewichtigen Teils ſeines Einfluſſes beraubt. Wiſſenſchaftliche Arbeit erzieht eben immer, ſelbſt wenn ſie nur mit Maſſen geübt wird, zum Relativismus. Und den vertragen auch in beſchoidener Doſterung, die Menſchen von heute nicht mehr. Wir ſind, alle miteinander, ein entſetzlich unduldſames Geſchlecht geworden. Das Heilmittel? Eines, das von heute zu morgen zu wirken vermöchte, wird es wohl überhaupt nicht geben. Wir leben ſeit Kriegsbeginn immer noch im Rauſch. Die Leidenſchaften und heißen Affekte überwiegen und die Wunderdoktoren haben nach wie vor ſtarken Zuſtrom. Zum Gleichmaß der Seele fanden erſt verſchwindend wenige ſich zurück. Den Ablauf dieſes Prozeſſes, der natürlich iſt, wird man in Geduld und Faſſung abzuwarten ha⸗ ben. Immerhin wird, um ihn abzukürzen, darauf zu halten ſein daß die Männer und Frauen, die zu den öffentlichen Dingen ſic vernehmen laſſen— nicht nur im Parlament, auch in der Preſſe —, ein gediegenes geſchichtliches und wirtſchaftswiſſenſchaftliches Rüſtzeug mitbringen und daß ſie daneben, ein klein wenig. auch Charaktere ſind. Dann wird zu irgend einer Friſt die Angleichung von Wiſſenſchaft und Politik gelingen. Die Angleichung, nicht ihre Menſchen Menſchen bleiten, ir! eben, da e ird, hinter iſſenſchaftlichen Fe⸗ kenntnis nachhinken. hinter der wiſſenſchaftlichen Sr⸗ Latente Regierungskriſe in polen Der abgeſchlagene Angriff der polni 5 ngriff der polniſchen Rechten gegen 1 157 87495 ki hat in ſeiner weiteren wirfn 125 fferenzen innerhalb dieſer Parteien geführt. Die chriſtlich⸗ nokratiſche Partei, zu der Korfänty gehört, hat umt den noch weiter rechts ſtehenden Nationaldemokraten nicht mitgemacht. Sie hat zum größten Teil für die Regierung geſtimmt Beſonders ſcharf tritt der Gegenſatz hervor infolge der perfönlichen Differenzen zwiſchen dem Nationaldemokraten Stronsii und dem chriſtlichen Demon kraten Korfanty. kommiſſion eine grundſätzliche Verordnung über den 2. Seiie. Nr. 516 Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Nusgabe] Donnerskag, den 6. November 1924 der Kabinettswechſel in England zen London, 6. Nov.(Von unſerem Londoner Vertreter). Baldwin wird die Miniſterliſte heute nachmittag dem König unterbreiten. Er war geſtern den ganzen Tag im Zentral⸗ büro der konſervativen Partei mit der ſchweren Aufgabe beſchäf⸗ tigt, die 52 Poſten des neuen Mmiſteriums unter 77 Bewerbern zu berteilen. Eine große Anzahl ſeiner früheren Miniſter beſuchten ihn; aber auch einige hervorragende Parteiführer, die bisher ſein Miniſterium unter ihm inne hatten. Unter den letzteren befand jich auch Churchill. In politiſchen Kreiſen wird die Beſetzung des Kabinetts lebhaft erörtert. Es fällt beſonders auf, daß ſich Sir Richard Horne nicht unter den vorausſichtlichen Miniſtern be⸗ findet. Er hatte eine einſtündige Konferenz mit Baldwin. Er hat ſehr wichtige Stellungen in der Cithy, die er offenbar nicht gegen einen Miniſterpoſten vertauſchen möchte. Lord Derby wird dem Liperpooler Expreß zufolge keine Stellung im neuen Miniſterium annehmen. Die Herzogin von Akthool wird wahrſcheinlich das Unterſtaatsſekretariat für Schottland erhalten. Während Baldwin mit der Bildung des Kabinetts beſchäftigt war, fand eine Kʒonferenz liberaler Führer im As⸗ quithpalaſt ſtatt. Unter den Anweſenden befanden ſich Lloyd George und Lord Beauchamps, Sir Maclan, Runcinan, Sir Alfred Moon und Macpherſon. Asquith wird nächſten Montag bei einem Eſſen im Reformklub, das er den liberalen Abgeordneten gibt, über den Stand der liberalen Partei ſprechen. Im Januar wird eine große liberale Konferenz abgehalten werden. Es ſollen allt Anſtrengungen gemacht werden, um die liberale Partei wieder zu rekonſtruſeren. Die abgehenden Miniſter werden ihre Amtsſiegel heute übergeben und danach werden die neuen Miniſter vereidigt werden. Der Kolonialminiſter Thomas kehrt zu ſeinem Paoſten als politiſcher Generalſekretär des Nationalvereins der Eiſenbah⸗ ner zurück. Es heißt, daß die ſozialiſtiſchen Exminiſter am Jahrsbankett des neuen Lordmajors nicht teilnehmen werden. Die Mitglieder des Macdonald⸗Kabinetts hatten hierzu eine Einladung erhalten. ehe ſie ihre Demiſſion eingereicht hatten, da ſie offiziell als Mini⸗ ſter eingeladen wurden; jetzt haben ſie abgelehnt. Dagegen wer⸗ den Baldwin und ſeine Miniſter zum Jahresbankett eingeladen werden. Vorausſichtlich wird dort Baldwin ſeine erſte Rede hal⸗ ſel menn die Rückſicht auf die Thronrede ihn daran nicht hindern ollte. Zuſammenkritt des engliſchen Parlaments London, 3. Non. Der„Times“ zufolge ſoll das Parlament erſt am 25. November zuſammentreten. Der feierliche Akt der Parſamentseröffnung ſoll am 1. oder 2. Dezember ſtattfinden. Die Wirren in China Auseinanderſetzung der neuen chineſiſchen Regierung mit dem Exkaiſer Hſuang⸗kung Spezialkabelnachricht der United Preß) Peking. 6. Nop. Die Polizei beſetzte den kaiſerlichen Palaſt und brachte den dort unter Aufſicht gehaltenen früheren Kaifer Hfuang⸗tuna in das Haus ſeines Vaters. Die Polizei ſchritt ſodann zu einer neuen Unterſuchung der geſamten Räumlichkeiten und nahm ein genaues Inventar auf. Ueber die Gründe, die zu die⸗ ſem Schritt geführt hatten, wurde die Auskunft verweigert. Eine ſpätere Begründuna wurde in Ausſicht geſtellt. Spätere Nachrichten melden, daß Hſuana⸗tuna in aller Form auf den chineſiſchen Thron verzichtet hat. Dieſer Verzicht wurde in einer Konferenz auf Verlangen des ſetzigen Polizeiminiſters Luo⸗Chung⸗Fing, der als Vertreter des neuen Kabinetts die Verhandlungen führte, abagegeben. Durch das neue Arrangement, das die alten Perträge außer Kraft ſetzt. wurde die Errichtung der Reyublik mit dem früheren Regenten abgeſchloſſen und erneuert. Der Kaiſer verzichtet auf Rang. Titel und Grundſtückseigentum, das zu Gunſten des Staates enteianet wird. Als Kompenſation wurden Hſuana⸗tung eine jährliche Rente von 500 000 merikaniſchen Dollars zugeſichert. Die Reaie⸗ runa beſchloß. 2 Millionen Dollar aus dem Erlös der Grundſtücke zur Errichtung von Fabriken zu verwenden, die verarmten Chineſen Arbeit ſchaffen ſollen. Weitere Summen wurden zum Wiederaufbau in Verfall geratener Induſtrieanlagen in Anſatz gebrach. Hſuana⸗ tung leiſtete die Unterſchrift unter die Verzichtsurkunde ohne Wider⸗ ſtand. Nach vollzogener Zeremonie erklärte er lächelnd. daß er im Grunde Freude über dieſe Löſung empfinde. da er bisher doch nur ein Gefangener war. Er beabſichtiat. Reiſen nach England und Amerika zu machen. Der völkerbundsbericht über das Saargebiet Das Völkerundsſekretariat veröffentlicht einen aus⸗ führlichen Auszug aus dem letzten Vierteljahrsbericht der Regie⸗ rungskommiſſion des Saargebietes, der den Zeitabſchnitt vom 1. Juli bis zum 30. September umfaßt. 0 Der Bericht erwähnt zunächſt die Maßmahmen, die anläßlich der Arbeiterentlaſſung in dem großen ſaarländiſchen Saahl⸗ werk notwendig wurden. Er teilt ferner mit, daß die Regierungs⸗ Achtſtun⸗ dentag ausarbeiten ließ, alle Vorpläne für die Schaffung einer Arbeitskammer den Arbeitgeber⸗ und Arbeimehmerorgani⸗ ſationen unterbreitete; der Vericht verweiſt endlich auf die neue Verordnung vom 15. Juli über die Streikpoſten. Zur Frage der örtlichen Gendarmerie wird geſagt, daß der Perſtäärkrngs⸗ lem normal durchgeführt wurde. In dem Abſchnitt über die 7 8 wird mitgeteilt, daß das Finanzdepartement gegen⸗ wärtig die Einführung indirekter Taxen zum Zwecke des Inkrafr⸗ tretens eines franzöſiſchen Zollfſyſtems im Saargsbiet vorbereitet; daß 500 Wohnungen für die franzöſiſchen Steuerbe⸗ amten ſowie die notwenddgen Zollbahnhöfe errichtet wurden. Ferner wird erwähnt, daß das Abkommen zwiſchen der Regierungskommiſ⸗ ſion und Deutſchland über die Regelung der Vorkriegsſchul⸗ den und Vorkriegsguthaben von den inteniſſterten Regle⸗ ru ratifiziert wurden. In dem Abſchnitt über Unterrichts⸗ weſen weiſt die Regierungskommiſonſi auf die Einführung eines kinomatographiſchen Schulunterrichts und zwar bis jetzt in 200 Schulen hin. Nach weiteren Angaben des Berichts erleichterte die Einfuhr⸗ kontrollbehörde die zollfreje Einfuhr deutſcher Waren für den ört⸗ lichen Verbrauch Der Abſchnitt über die Arbeitsgeſetzgebung. die jüngſde deutſche Geſetzgebung auf dieſem Gebiet im Hinbſick auf ihre etwaige Einführung im Saargebiet geprüft und eine Verordnung für die Sozialverſicherung der auslärdiſchen Lohnempfänger ausge⸗ arbeitet hat. Ferner wurden Verhandlungen von dem franzöſiſche Generolkommiſſariat in Straßburg eröfſnet zu dem Zweck des Abſchluſſes eines franzöſiſch⸗ſaarländiſchen Abꝛommens über die gegenſeitige Anwendung der Sozialverſicherungs⸗ beſtimmungen im Saargebiet und im elſaß⸗lotheingiſchen Departement, über die Wiederaufnahme der Rentenzahlun⸗ gen durch elaſaß⸗lothringiſche Einrichtungen an die im Saargebiet anſäſſigen Rentenempfangsberechtigten. Dder Bericht hebt endlich hrvor, daß das Reichsgeſetz über die Vorſorgung der Kriegsbeſchä⸗ digten im Saargebiet mit rückwirkender Kraft vom 1. Dezember 1923 eingeführt wurde. der Fall Nathuſius I Berlin, 6. Nov.(Von unſerem Berliner Büro). Die Reichs⸗ regierung wird, wie der Tag meldet, heute in einem offiziellen Schritt von der rfanzöſiſchen Regierung die Freilaſſung des Generals v. Nathuſius fordern. Sie ſoll ſich dabei auf die offizielle Auslaſſung des Havas Büros ſtützen das u. a. mit⸗ teilt. General Nathuſius ſeit am 12. Mai 1921 vom Kriegsgericht in Lille wegen Diebſtahls in Roubaix verurteilt worden. Er habe damals, wie es wörtlich heißt, Requiſitionen vorgenommen. Da⸗ mit gibt die franzöſiſche Regierung ſelber zu, daß General v. Nathuſius im Rahmen des Kriegsrechts gehandelt hat. Die deut⸗ ſche Regierung will ferner darauf hinweiſen, daß Herr v. Nathu⸗ ſius, wie auch Havas zugibt, ahnungslos nach Forbach gefahren iſt, und zwar aufgrund einer allgemeinen rmöchti ung der Ver⸗ waltung von Elſaß⸗Lothringen, die für den Allerheilſgentag die Einreiſe ohne Paß geſtattete. Die Keichstagswahlen Die Flucht aus der demokratiſchen Partei Ein ganzer Candesverband ausgetreten! Der Landesverband der Ddemokrati chen Partei in Mecklenburg⸗Strelitz hat ſeinen Austritt aus der Partei erklärt. In einer Entſchließung heißt es, daß Vorſtand und Parteiausſchuß ſich die Haltung der Reichstagsfraktion nicht zu eigen machen können. Deulſche Volkspartei, Ortsgruppe Ludwigshafen O Lumwigshafen, 5. November. Anläßlöich der bevorſtehenden Reichstags⸗ und Stadratswahlen veranſtaltete dde Ortsgruppe Lud⸗ migshafen der Deutſchen Volkspartei am Dienstag abend eine Ver⸗ ſammlung, die ſich eines ſehr guben Befuches erfreute. Ueber den Vertretertag in Neuſtadt, referderte Direktor Kederer. Der Re⸗ ferent des 2. Punktes der Tagesordmug, Vorſitzender Dr. Gum⸗ läch, berichtete über die Befetzung der prot. Religionskehrerſtelle am ſtädt. Mädchengymnaſium. Der vom Stadtrat gewählte Ver⸗ treter iſt nach unſeren Begriffen nicht die geeignete Perſömichkeit, da er ſich nur der Unterſtützung der ſozialdemokratiſchen Partei erfreut. Auch würde ſeine Anſtellung der Stadt einige Taufend Mark Mehrunkoſten verurſachen, die zur Laſten der Steuerzahler fallen würden. Es wurde in diefer Angelegenheit infolgedeſſen nachſtehender Beſchluß gefaßt: Die Ortsgruppe Ludwigshafen der Deutſchen Volkspaptei verurteilt aufs ſchärfſte die aus Parteirück⸗ ſichten pongenommene Beſetzung der prot. Neligionslehrerelle am hieſig. Mädchen⸗Lyceum durch die ſozialdemokpatiſche Mehrheit des Stadtrates mit einem Herrn, der nach allgemeinem Urteil die Be⸗ fähigung als Hehrer nicht beſitzt und der auch ſonſt die Eigenſchaft fähigung als Hehrer nicht beſitzt und der auch ſonſt die Eigen⸗ ſchafben nicht hat, die man gerade für dieſes Amt unbedingt voraus⸗ ſetzen muß. Geſonderte Wahlvorſchläge der Deuſchnalianalen und des Landbundes Die Verhandlungen der Deutſchnationalen Volks⸗ partei Badens und des Landbundes über die Aufſtellung einer gemeinſamen Kandidatenliſte für die kommenden Reichstags⸗ wahlen haben zu keinem poſitiven Ergebnis geführt, da, wie deutſch⸗ nationale Blätter berichten, dieſe beiden Parteien nun ebenfalls mit geonderten Wahlvorſchlägen vorgehen, da der Land⸗ 0 zu einem Wahlabkommen mit einer politiſchen Partei nicht zu zaben war. Hanemann Spitzenkandidat Der große Landesausſchuß der Deutſchnationalen Volkspartei wird am nächſten Sonntag in Karlsruhe abermals zu einer den Vorarbeiten für die Reichsſagswahlen gewidmeten Sitzung zuſam⸗ mentreten um die Kandidatenliſte endgültig feſtzuſtellen. Als Spitzenkandidat wurde der bisherige Reichstagsabgeordnete Dr. der auch Mitglied des badiſchen Landtages iſt, be⸗ immt. Wahlliſten und Kandidaturen Die Aufſtellung der Reichsliſte der Deutſchen Volks⸗ partei wird am 8. November erfolgen. Der frühere Vorſitzende der Deutſchnationalen Volkspartei Hergt wird, wie wir erfahren, auch diesmal wieder auf der Reichz⸗ liſte an erſter Stelle ſtehen. Hergt iſt ferner Spitzenkandidat für den Wahlkreis Niederſchleſien. In Schleswig⸗Holſtein wollen ſich die Dänen wiederum mit einer eigenen Liſte beteiligen: Ihre Liſte iſt äußerlich nicht als ein⸗ bäniſche zu erkennen. Es iſt die Liſte des„Schleswigſchen Vereins“. Das deulſchvölkiſche Durcheinander Der Landesvorſitzende der nationalſozialiſtiſchen Partei Wüct⸗ kembergs, Profeſſor Mergenthaler, hat dieſer Tage 5 Mit⸗ glieder der Ortsleitung Stutigart aus der Bewegung ausgeſchloſ⸗ ſen 100 ſämtliche Führer der Ortsgruppe Stuttgart ihres Poſtenz enthoben. Ein nationalſozialiſtiſcher Novemberaufruf Berlin, 6. Nov.(Von unſ. Berl. Büro.) Die Herren Lu⸗ dendorff, Straßer und Gräfe erlaſſen in ihrer Eigenſchaft als„Reichsführerſchaft der nationalſozialiſtiſchen Freiheitsbewegung Groß⸗Deutſchland“ zum 9. Nopember einen Aufruf, von dem eine hieſige Stelle behauptet, daß er von Ludenſtorff ſelber ſtamme. Darin heißt der 9. November 1918„der Tag des Sieges Judas und ſeiner Werkzeuge und Hilfstruppen der Kommuniſten, der Sozialdemokratie, deg Zentrums und der bürgerlichen Feigheit in den übrigen Par⸗ teien“. Der 9. November 1923 wird dagegen genannt„der Tag des Sieges der beginnenden Reaktion des völkiſchen Erneuerungswillens.“ Der reichlich ſchwülſtige Aufruf richtet ſich dann weiter gegen die „Lauen und Halben“, das heißt gegen übe übrigen Parteien und verkündet mit Sicherheit:„Das deutſche Volk wird einſt über ſie richten.“ Deutſches Reich Anſinnige Putſchgerüchte in Bayern In ihrem geſtrigen Spitzenartikel ſchreibt die Bayeriſche Staatszeitung u..: „Seit dem unheilvollen November des ereignisreichen Jahres 1918 kehren Kriſengerüchte regelmäßig wieder, die Märchen von einem neuen Putſch, von der Ausrufung der Monarchie und ähnlichen Dingen, die mit der beſtehenden Staats⸗ ordnung nicht in Einklang zu bringen ſind, und ſie finden leider immer wieder ihr leichtgläubiges Publikum. So wurde in der letzten Zeit wieder allerlei fabuliert von in der Vorbereitung und nahen Ausführung befindlichen Plänen BVayeern wieder einen König zu göbeen, und es muß dabei feſtgeſtellt werden, daß es 0 auch bayriſche Blätter angelegen ſein ließen, dieſe Gerüchte zu nähren. Es iſt bereits van anderer Seite mit aller nur wünſchenswerten Deutlichkeit feſtgeſtellt worden, daß dieſe Gerüchte, kurz geſagt, lauter Unſinn ſind, und wenn es hier und da geſchehen iſt und ſelbſt die Regierung oder maßgebende Mitglieder derſelben mit ſolchen Plänen in Verbindung gebracht werden, ſo grenzt das nahe⸗ u ans Verbrecheriſche. Das iſt kein Verſuch, etwa zu warnen oder nheil zu verhpüten, ſondern politiſche Brunnenvergiftung allerver⸗ werflichſter Axt. Die Regierung denkt ebenſo wenig wie irgendeine der in ihr vertretenen Parteien daran, von der durch die Ver⸗ faſſung gegebenen Linie abzuweichen und ſie lehnt jeden Verſuch entſchieden ab, die beſtehende Verfaſſung auf nicht geſetzmäßigem oder gar gewaltſamem Wege abzuändern.“ Eine Tarkarennachricht Berlin. 6. Nop. Der„Taag“ meldete aus Bochum, daß in Mün⸗ ſter vier notoriſche franzöſiſche Spione verhaftet und bald darauf unter dem Druck franzöſiſcher Repreſſalien im beſetzten Gebiet wieder freigelaſſen worden ſeien. Dieſe Nachricht iſt unzutreffend. Von den vier Beamten, die nur infolge irrtümlicher Benutzuna eines in das unbeſetzte Gebiet fahrenden Zuges nach Münſter gelanat waren, ſind ſofort drei entlaſſen worden, weil keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine ſtrafbare Handluna vorlagen. Bei dem vierten iſt aller⸗ dinas verdächtiges Material gefunden worden, doch reicht dies zu ſeiner Ueberführung nach Anſicht der zuſtändigen Behörde nicht aus. Der gegen ihn erlaſſene Haftbefehl iſt daher von dem zuſtän⸗ digen Amtsgericht gemäß dem Antrage des Obereichsanwaltes bereits am 27. Oktober aufgehoben worden. Von der franzöſiſchen Re⸗ gieruna iſt die Angelegenheit überhaupt erſt nach der Haftentlaſſung zur Sprache gebracht worden. Die Maßnahmen der Veſatzunas⸗ bebhörden beſchränkten ſich auf eine Warnung der Beſatzungs⸗ angehöriagen vor dem Betreten des unbeſetzten Deutſchlands und auf eine ſchärfere Handhabuna der Perſonalausweisparſchriften. ohne daß dies von der Polizeibehörde hätte verhindert Letzte Meloungen Skillegung der Siemens⸗Dynamo-Werke Beerlin, 5. Nov. In den Spandauer Siemens⸗Werken traten vor einigen Tagen 230 Metollarbeiter wegen Lohndiffe⸗ renzen in den Streik. Da der Betrieb des Dynamo⸗Werkes darunter außerordentlich litt, haben die Simens⸗Werke nunmehr das Dynamo⸗Werk ſtillgelegt und bisher 3700 Arbeiter entlaſſen. London, 5. Nov. Durch einen Stolleneinbruch wurden in einem Kohlenſchacht in Nordweſt⸗England 16 Bergleute von der Außenwelt abgeſchnitten. Erſt nach 20ſtündiger Arbeit konnte man ſich mit den Abgeſchnittenen in Verbindung ſetzen und durch Klopfzeichen erfahren, daß alle Bergleute noch am Leben ſind. Die Rettungsarbeiten ſind weiter im Gange. Ein Hilferuf des Kölner Oberbürgermeiſter⸗ EBerlin, 6. Nov.(Von unſ. Berl. Büro.) Der Kölner Oberbürgermeiſter als Vorſitzender des Provinzialaus⸗ ſchuſſes hat an den Reichspräſidenten und das Reichsmini⸗ ſterium des Innern folgenden Notruf gerichtet:„Die Hochwaſſer⸗ kataſtrophe in der ganzen Rheinprovinz hat den größten Scha⸗ den verurſacht Wir bitten dringend um Notſtandsaktionen wie 1921, wir bitten, öffentliche Mittel zur Beſeitigung der Schäden bereitzuſtellen.“ Ein Zwiſchenfall bei der„Generalinſpektion“ München, 5. Nov. Der bisher reibungsloſe Verlauf der Gene⸗ ralinſpektion iſt durch einen Zwiſchenfall in Ingolſtadt unterbrochen morden, über den halbamtlich mitgeteilt wird:„Vei einer Kontrolle der verbandsſtaatlichen Diſtriktskommiſſion München in der Waf⸗ fenmeiſterei von Ingolſtadt am 5. November 1924 kam es bei der Abfahrt der Kontrollkommiſſion zu einem bedauerlichen Zwiſchen⸗ fall. Eine erregte Volksmenge drängte auf der Donaubrücke unter Drohrufen an den Kraftwagen heran, in dem die Offiziere ſaßen, werden können. Nach vorläufigen Berichten wurden zwei der Ententeoffi⸗ ziere inſultiert. Die bayeriſche Staatsregierung hat ſofort ſtrengſte Unterſuchung eingeleitet. Der an Ort und Stelle befehlende Polizei⸗ beamte iſt alsbald vorläufig vom Dienſt enthoben worden.“ Kommuniſten⸗Feiern eJ Berlin, 6. Nov.(Von unſ. Berl. Büro.) Den 7. Jahrestag der ruſſiſchen Bolſchewiki⸗Revolution— der Kerenſki⸗März⸗Umſturz wird grundſätzlich nicht mitgezählt— wollen unſere heimiſchen kom⸗ muniſtiſchen Radaubrüder, wie die Rote Fahne meldet, mit repolu⸗ tioären Kundgebungen, mit Streichorcheſter und Orgelmuſik begehen. Ein„Aufruf an das deutſche Proletariat“(der wieviel taufendſte iſt es?) vergleicht in der üblichen blutrünſtigen und verlogenen Phra⸗ ſenlogie die angeblich glorreiche Sowjetrepublik mit dem Elend der deutſchen Republik, das durch das Paktieren des Proletariats mit der Bourgeoiſie entſtanden ſej und fordert zum Kampf für Sowiet⸗ rußland und der Befreiung des Weltproletariats auf. Herr Sinow⸗ jem reiht ſich mit einer auf Staatskoſten in die Welt gefunkten Be⸗ trachtung über die„erſte Jahreswende ohne Lenin“ an. Smowiew iſt reſtlos glücklich. Nachdem auch Frankreich die Sowjetrepublik anerkannt habe, ſei der Siegeslauf angeblich auch im Innern unauf⸗ haltſam. Vielleicht auch nicht. Freigabe deulſchen Eigentums in Nalien e] Berlin, 6. Nov.(Von unſ. Berl. Bürd.) Das im Krieg be⸗ ſchlaanahmte Diakoniſſenhaus in Rom iſt, wie dem B. T. gemeldet wird, wieder eröffnet worden. Es tritt zugleich anſtelle des deutſchen Krankenhauſes⸗ das beſchlagnahmt bleibt. Außerdem übernimmt es die Leitung für ſtellenſuchende deutſche Erzieherinnen und Hausperſonal. Konſtanz. 5. Nov. Infolge eines unheilbaren Nervenleidens luchte eine im Krankenhaus unzergebrachte 66jährige Wit we den Tod in den Fluten. Die Leiche konmte geborgen werden. Bühl, 5. Nov. Ein Güderzugüberfuhr am Sonmtag abend infolge falſcher Wisichenſtellung den Preubockbei dem Bahnübergang an der Oberweleverſtraße. Obwohl der Lokomotipfühver ſofork bremſte, ſchob ſich doch der erſte Wagen im den Kohlenwagen ein. Faſt wäre die Lokomobive in den Kanal geſtürzt. *Niederſchopfheim b. Offenburg, 5. Nop. Hier wurden etwa 60 Zir. Sandblact verkauft. Ahnehmer iſt eine Firma in Fißſedrichstal. Es iſt dies etwa die Hälfte der hier verkäuflichen Menge. Für einen Ztr. wurden 50. Mark bezahlt. sw. Darmſtadt, 4. Nov. Ein ſchwerer Unglücksfall ereig⸗ nete ſich in einem hieſigen Fabrikbetriebe. Der 18jährdge Schloſſer⸗ lehrlüng Karl Schäfer von hier gerbet auf bis jetzt ungeklärte Weiſe in die Transmiſſion. Mit ſchweren Verletzungen wunde er in da⸗ Kranbenhaus eingeliefert, doch iſt der Tod bereſſts auf dem Trans⸗ port eingetveten.— Im[Streite mit der Zimmermdeterin gab eimm Untermieter dieſer einen Stoß, daß die Frau mit dem Kopf auf eime Kiſte ſtürzte und ſchwere Verletzungen davontrug. Man brachle döe Verſetzte ins Kpanbenhaus. *ktehl, 5. Nov. An den Dagen Allerhelligen und Allerſeelen haben etwa 10 000 Perſonen hier die Gvenze nach Elſaß⸗Lothringen überſchrten. Unter den Durchreiſenden beſanden ſich auch Perſonen die keimem Paß oder Perſonalausweis hatten und ſich darauf Un⸗ anmehmlichbeiten ausſetzten. JUWaldkirch, 5. Nov. Zwei Lehrlinge von Waldkirch faßten kürzlich, vermutzlich under Einfluß von Abenteuer⸗Leklüre, den Be⸗ ſchluß, ohne Mittel nach Hamburg zu wandern und ſich dort nach Amerika einzuſcheffen. Sie erreichten auch nach einigen Tagen deils zu Fuß, beils auf Fuhrwerken und ihren Lebensunterhalt erbert und Hamburg. Als ſie wegen Uebernahme von Schiffsdienſt während dar Ueberfahrt mit Matroſen verhandelten, wurden ſie von Krimina⸗ liſten gefeßt und in die Heimat abgeſchoben. * Mühlingen b. Stockach, 5. Nov. Innerhalb 2 Stunden brannte hier das Anweſen des Landwirts Anton Lieb völlig weder. Das Vieh konnze gevettet werden, dagegan wurde ein größerer Deil des Invenbars vernichbet. :: Sarnſtall, 5. Nov. Eine an einer gefährlichen Krankheit leidende Frau beging in einer der letzten Nächte einen Sel bſt⸗ mordverſuch, indem ſie ſich in die Fluten der Queich ſtürzen wollte, was noch rechtzeitig von ihrem Manne bemerkt und ſie da⸗ durch gerettet werder konnte. :: Pirmaſens, 5. Okt. Gegenüber der vorigen Woche beträgt die Erwerbsloſenziffer diesmal in unſerm Bezirk insgeſamt g 509 und zwar im Stadtbezirk 8 368, im Landbezirk 3 164. Wiederum eine Zunahme. Kachtrag zum lokalen Teil *Todesfall. Im 51. Lebensjahr iſt geſtern nachmittag Hotelier Rudolf Kritſch verſchieden. Der Heimgegangene, der außer einer Witwe eine erwachſene Tochter hinterläßt, hat ſich durch Fleiß und Energie aus dem Kellnerberuf emporgearbeitet. Aus der Nähe von Wien ſtammend, war er lange Jahre Leiter großer Hotel⸗ u. Variete⸗ Etabliſſements in Stuttgart, Straßburg und Köln. Im Jahre 1912 verlegte er ſeinen Wohnſitz nach Mannheim. Er führte kurze Zeit das Kaffee„Friedrichsbau“, um dann das Bierreſtaurant an den Planken in P 2 zu übernehmen, das unter ſeiner umſichtigen Leitung bald eines der beſuchteſten Gaſtſtätten wurde. Als während des Krieges das Lokal einging, pachtete Kritſch das Hotel„Pfälzer Hof“, bei deſſen Leitung er ſeine reichen Fachkenntniſſe auf das varteil⸗ hafteſte verwerten konnte. Der Verſtorbene, als geborener Oeſier⸗ reicher, ungemein liebenswürdig und entgegenkommend, hat im Stillen ſehr viel Gutes getan. Während des Krieges und in der ſchlimmen Inflationszeit hat er ſtändig an vereinzelte Perſonen aus dem Mittelſtand Eſſen verabfolgt. Kein in Not geratener ſprach vergeblich bei ihm vor. So hat er ſich ein ehrendes Andenken nicht nur in Fachkreiſen und bei ſeinen vielen ſonſtigen Freunden und Bekannten, ſondern auch bei den Armen und Bedrängten geſichert. Kritſch kränkelte ſeit porigem Jahre, damals traf ihn ein leichter Schlaganfall, von dem er ſich nicht mehr erholte. Eine Herzlähmung, die Folge eines am Sonntag eingetretenen Blutſturzes, führte den Tod herbei. In weiten Kreiſen dürfte die Nachricht von dem viel frühen Hinſcheiden des beliebten Mitbürgers herzliches Mitge⸗ ühl hervorrufen. — — 55 bahnhof Frankfurt S 3. Seite. Ar. 516 Donnerstag, den 6. November 1924 Neue Mannheimer Jeitung(Mittag⸗Ausgabe) Bahnhofsfragen Von Oberregierungsrat F. Zimmermann⸗Heidelberg I. In dem Geſchäftsbericht des Verkehrsvereins Mannheim, der der Mitgliederverſammlung im Juni d. Js. vorgelegt wurde, iſt die Unzulänglichkeit des Mannheimer Hauptbahn⸗ hofs hervorgehoben, Auf das Drängen der Stadt, die dabei im Einvernehmen mit der Handelskammer und dem Verkehrsverein vorging, hat ſich die Reichsbahndirektion Karlsruhe entſchloſſen, größere Veränderungen im Haupfempfangsge⸗ bäude vorzunehmen. Die Verbeſſerungen, ſo wird ange⸗ geben, werden dem Publikum Erleichterungen bringen; doch können ſie nicht die Tatſache aus der Welt ſchaffen, daß der Mannheimer Hauptbahnhof überhaupt im Laufe der Jahrzehnte viel zu klein geworden iſt und daß deshalb ein völliger Neubau mit der Zeit angeſtrebt werden muß. Die Verbeſſerungen die zum Teil ſchon ausgeführt wurden, beziehen ſich auf das Aufnahme⸗ gebäude, um die Abfertigung der zu⸗ und abgehenden Reiſenden zu beſchleunigen. Die Bahnhofsanlage ſelbſt wird von den Aenderungen nicht berührt, und dieſe iſt, wie oben erwähnt, in den letzten Jahren des Friedensverkehrs ſchon zu klein geworden. Als 1907 bei der ſchönen Ausſtellung hier ein großer Maſſen⸗ verkehr zu bewältigen war und das Anwachſen der Stadt Mann⸗ heim ſtark vorwärts ging, wurden auch Pläne für eine neue„groß⸗ zügige“ Vahnhofsanlage aufgeſtellt. der Bahnhof Ludwigs⸗ 0 war ebenfalls ganz unzureichend, da die damalige private falzbahn⸗Direktion keine großen Aufwendungen machen wollte. Dieſer Bahnhof ſollte Durchgangsbahnhof werden und hätte gegen Mundenheim verlegt werden müſſen. Es war geplant, eine neue Rhein⸗CEiſenbahnbrücke ſüdlich der jetzigen anzulegen. Um die Linie Ludwigshafen—Mannheim über die neue Brücke in den hieſigen Bahnhof einführen zu können, mußte der neue Bahnhof nach Oſten verlegt werden, etwa in die Gegend der Neckarguer Ueberführung. Dieſe neue Anlage hätte etwa 36 Millionen Mark ekoſtet. Es waren damals aber ſchon die Arbeiten für einen Per⸗ onenbahnhof Karlsruhe, Offenburg, Baſel im Gange und Mann⸗ heim erhielt den neuen, damals größten Verſchiebe⸗ bahnhof in Deutſchland. Die Bahnhöfe Heidelberg, Pforz⸗ heim, Konſtanz und Singen ſollten noch in bedeutendem Umfange umgebaut oder verlegt werden. Die Koſten für dieſe großen Werke, die auf einmal in wenigen Jahren hergeſtellt werden ſollten, konnte die badiſche Eiſenbahnverwaltung und auch das badiſche Land aus Anleihemitteln nicht übernehmen. Mannheim mußte ſich mit den anderen Städten gedulden. Der Bahnhof Ludwigshafen war aber unterdeſſen für die Bewilligung eines auch nur mittleren Verkehrs ſo unzureichend geworden, daß mit ſeiner Umgeſtaltung nicht mehr zugewartet werden konnte. der neue Verſchub⸗ bahnhof Mundenheim war fertig geworden. Es trat nun die Frage auf, ſoll der neue Perſonenbahnhof Ludwigshafen nach Süden verlegt werden oder an ſeinem alten Platz Rleen⸗ Die Koſten für die Erweiterung des beſtehenden Bahnhofs waren weſentlich geringer als jene für den Neubau. Auch kam der Neubau des Mannheimer Perſonenbahnhofs für die näch⸗ ſten Jahre nicht mehr in Frage. Von Pfälzer Seite aus entſchied man ſich für die Erweiterung des Bahnhofs Ludwigs⸗ hafen an ſeiner bisherigen Stelle. Dieſe Entſcheidüng entſchied auch über den Bahnhof Mannheim. Jetzt lag kein drin⸗ gender Grund mehr vor, den Bahnhof nach Oſten zu verlegen, wenn auch die ſteile, kurze Auffahrt vom Perſonenbahnhof Mannheim auf die Rheinbrücke ſowohl für den Perſonenzugsdienſt als Güter⸗ zugsdienſt verkehrserſchwerend wirkt, weil an alle ſchweren Züge eine Schubmaſchine geſetzt werden muß. Der neue Perſonenbahn⸗ hof Mannheim wäre erheblich von der Mitte der Stadt abgerückt und der Zugang zur Stadt vom Bahnhof durch die Schwetzinger⸗ ſtraße wäre kein idealer geweſen. Aber viele neuen Bahnhöfe ſind außerhalb der Stadt angelegt worden. Wieviele erinnern ſich noch, daß der Bahnhof in Düſſeldorf früher an einer ganz anderen Stelle der Stadt lag und wer denkt noch daran, daß der neue Perſonen⸗ weit ab vom früheren Main⸗Neckar⸗ und Taunusbahnhof gelegt worden iſt? Der ganze Zwiſchenraum iſt verbaut und es iſt ein ſchönes Stadtviertel entſtanden. Die großen Betriebsſchwierigkeiten im Ausſtellungsjahr 1907 und an beſonde⸗ ren Feſttagen, ſchönen Sonntagen der folgenden Jahre zeigten, daß die drei vorhandenen Bahnſteige zur Bewältigung der Maſſen in Mannheim nicht mehr ausreichten. Beſonders drängte die Abwick⸗ lung des Arbeiterverkehrs und des Sonntagverkehrs nach Heidel⸗ berg auf eine Erweiterung, die nun von der bisherigen Stelle vor⸗ genommen werden mußte. Damit die zwei Güterzugsgleiſe vom Verſchubdahnhof nach Ludwigshafen und die andern zwei Güterzugsgleiſe nach dem Hauptgüterbahnhof bleiben konnten, mußte der ſüdlich des Bahn⸗ ſteigs IV liegende ſonſt für Gepäckeinladung dienende ſchmale Bahnſteig als Perſonenbahnſteig V benutzt werden. Bahnſteigen IV und liegt alſo kein Gepäckbahnſteig mehr. So war man in der Breitenausdehnung beſchränkt, aber auch in der Längenausdehnung der Bahnſteige, die zwiſchen die Auffahrt nach der Rheinbrücke und die Lokomotioſchuppen gelegt werden mußten. Auf dieſe Lokomotipſchunnen wollte man nicht verzichten, weil man ſonſt an einer anderen Stelle des Bahnhofs einen anderen bauen oder die Lokomotiven nach dem Verſchubbahnhof fahren laſſen Zwiſchen den Bahnhofsanlage wird auf beſſere Zeiten verſchoben werden miiſſen. .. ˙— mußte. Dafür fehlte es an einem Gleis, das noch unter dem Neckarauer Uebergang hätte durchgelegt werden müſſen. Für den Bau eines neuen Lokomotipſchuppens fehlte es an Platz, da dieſer für die Abſtellung der Zugausrüſtungen, namentlich der vielen Vor⸗ ortzüge, benötigt wurde. Der Bahnſteig Vliegt, um ihn ſolang als möglich machen zu können, ſchon im Bogen. Die Bahnſteige ſind für die langen, jetzt geführten Schnellzüge und Perſonenzüge von 54 bis 60 Achſen durchweg zu kurz. Auch das Abziehen länge⸗ rer Zugsausrichtungen nach der Rheinſeite bereitet Schwierigkeiten. Die krumme Einfahrt von Oſten auf die ſüdlichen Gleiſe iſt vom Betriebsſtandpunkt aus bedenklich da der Lokomotivführer wegen des weſtlichen Lokomotivſchuppens nicht früh genug erkennen kann, ob das Gleis, auf das er einfahren muß, von Fahrzeugen frei iſt. Bei langen Schnellzügen und Sonntagszügen, die hier einfahren, kommen die letzten Wagen nicht mehr an den Bahnſteig und ſind guch nicht mehr überdeckt, ſodaß die aus den letzten Wagen aus⸗ ſteigenden Reiſenden ſofort den Schirm aufſpannen müſſen. Der Kopfbahnhof Frankfurt a. M. verfügt jetzt über 23 Betriebsgleiſe und Mannheim nur über 8, obwohl Frankfurt nur etwas mehr als doppelt ſoviel Einwohner als Mannheim hat. Neckarauer Uebergang, wo die Güterzugsgleiſe die Per⸗ ſonenzugsgleiſe der Rheintalbahn durchſchneiden Seit vielen Jahcen ſind bei der Reichsbahndirektion Karlsruhe die Pläne fertig, um die Rheintallinie zu verlegen und in den Bahnhof ſo ein⸗ münden zu laſſen, daß die Durchſchneidung vermieden wird. Dieſe Verlegung erfordert ſehr große Koſten, die aber ſobald als tunlich aufgewendet werden müſſen, um einen ſchweren Betriebsunfall aus⸗ zuſchließen. Dann wird man doch dazu übergehen müſſen, eigen weiteren; Bahnſteig anzulegen, ſobald die Zahl der einlau⸗ fenden Züge den Friedensſtand überechritten hat. Die Anla ge des ſechſten Bahnſteigs bedingt die Beſeitigung des weſtlichen Lokomotivſchuppens und bringt wieder die Frage vor nach dem Neubau eines ſolchen. Der zweite Lokomotiv⸗ ſchuppen iſt zu klein. um alle Lokomo ven aufzunehmen. Zwei Schuppen, von einander getrennt, im Be'rieb zu halten, erfordert einen zu hohen Aufwand. Alſo muß auch der zweite Loko⸗ motipſchuppen beſeitigt werden. Die Drehſcheibe, die fetzt zwiſchen den beiden Schuppen liegt, iſt ſ. Zt. für die Re⸗ laſtung mit den neuen ſchweren Lokomotiven nicht gebaut worden und jetzt zu ſchwach, für manche Lokomotiven mit langem Rad⸗ ſtand auch zu kurz. Wenn die Drehſcheibe ſchadhaft iſt müſſen alle Lokomotiven über das Dreieck Mannheim—Neckarau—Rangier⸗ bahrhof Mannheim fahren, um wieder vorwärts von hier cbfahren zu können. Eine neue Anlag⸗ für eine 23 Meter lange Drehſchreibe ift unter der Lindenhofüberführung ſeit kurzem in Betrieb. Der große Lokomotipſchuppen im Verſchiebe⸗ bahnhof, der 1907 fertig war, halte zuerſt nur 2 Abteilungen, die durch eine Schiebebühne getrennt waren. 1910 kam ſchon die dritte öſtliche Abteilung hinzu. Bei ſtarkem Güterverkehr, wie noch Güterzugs⸗ und Verſchiebedienſtlokomotiven nicht mehr aus. Per⸗ ſonenzugslokomotiven können alſo darin nicht mehr untergebracht werden. Um alſo dieſe unterzuſtellen, wennn die beiden Schuppen im Perſonenbahnhof beſeitigt werden müſſen, iſt der Bau einer neuen Schuppenanlage etwa ſenſeits des Neckarcuer Ueber⸗ gangs erforderlich. Die Durchfahrtsöffnung unter dieſem muß dann für die Lokomotivfahrten und für ein weiteres Gleis Mannheim— Friedrichsfeld verbreilert werden. Die neuen ſchweren Lokomotiven ſind koſtbare Wertgegenſtände, die möglichſt weitgehend ausgenützt werden müſſen. Es iſt das Ziel der Eiſenbahnverwaltung, die Loko⸗ Betrieb zu halten und nicht länger ſtillſtehen zu laſſen, als zu ihrer Herrichtung und Jaſtandſetzung erforderlich iſt. Nach einer längeren Fahrt findet das Abſchlacken, d. h. die Säuberung des Roſtes von Schlacken, das Ausblaſen der Siederohre und Flammrohre, das Aus⸗ kehren des Rußes aus der Rauchkammer ſtatt. Dieſe Maßne hmen werden über Gruben auf beſonderen Schlackenvlätzen ausgeführt. Bei ſeder zweckmäßigen Lokomotipſchuppenanlage iſt auch eine Ent⸗ ſchlackungsanlage neben der Bekohlungseinrichltung. Eine ſolche fahlt hier ſowohl im Perſonenbahnhof als auch im Verſchiebe⸗ hahnhof. Es war von der Reichsbahndirektion Karlsruhe ſchon in Ausſicht genommen worden, dieſe Jeit und Geld erſvarende Ent⸗ ſchlackungsanlage ſobald als möglich öſtlich von dem öſtlichen Loko⸗ motivſchuppen bauen zu laſſen. Die Geldentwertung 1923 hob das Vorhaben auf. Durch die Entſchlackungsanlage wird der Platz für dieſe an einer anderen Stelle Platz ſchaffen müſſen. Der geeigneie Zeitvunkt, einen für Mannheim quten Vahnhof zu ſchaffen, war noch 1907. Seitdem haben ſich die Verhältniſſe hier⸗ ür immer ungünſtiger geſtaltet. Um den früheren Plan für den neuen Bahnhof Mannheim(Oſt) ausführen zu können, würde es ganz gewalliger Mittel bedürfen, die jetzt bei dem Geldmangel noch lehr viele Jahre nicht aufgebracht werden können. Alle Aenderungen, die gemacht werden, ſind, im ganzꝛen genommen, nur kleine Er⸗ leichterungen und Verbeſſerungen für die Abfertigung der Reiſenden im Aufnahmsgebäude Eine durchareifende Verbeſſerung der ganzen Ein weſentlicher Gefahrpunkt der Bahnhofsanlage iſt bei dem 1919, reichte auch dieſer erweiter e Schuppen für die Aufnahme der motiven für die Führung der Züge auszunützen, ſie alſo möglichſt im die Auſſtellung der Zugsausrüſtungen eingeſchränkt. Man wird für Der Bahnhof wird aber leider Kopfbahnhof bleiben müſſen. Wie aus dem Sitzungsbericht der Handelskammer für den Kreis Mannheim vom 29. Mai d. J. hervorgeht. wurde der Erwerbung eines Bauplatzes zur ſpäteren Errichtung eines Poſtumſchlags⸗ bahnhofs auf Anregung der Handelskammer nähergetreten. Es iſt auch. wie im Verkehrsvereinsbericht angeführt, geplant, die öſt⸗ liche Bahnſteigunterführung nach dem Bahnhofsplatz beraufzuführen. Früher ſollte dieſe Unterführung auch bei dem Lindenhofſtadt eil einen Eingang erhalten. Der Verſchiebeb. hnhof bedarf zur Bewäl⸗ tigung eines größeren Güterverkehrs auch einer ganz erheblichen Umgeſtaltung, die einen ſehr holen Aufwand erfordert. Städͤtiſche Nachrichten Die Mannheimer Indexziffer Wie uns das Städt. Nachrichtenamt mitteilt, beträgt die für den 5. November berechnete Teuerungszahl(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) 141 973 Milliarden Papiermark. Setzt man die entſprechende Vorkriegszahl(114,59 Mark) gleich 1, ſo erhält man die Indeyziffer 1,259.0 Mil⸗ liarden. Da am 29. Oktober die Indexziffer 1 214,7 Milliarden be⸗ trug, iſt vom 29. Oktober bis 5. November eine Erhöhung um 2 eingetreten. Legt man die Goldmarkpreiſe zugrunde, ſo ergibt ſich nach den 1 vom 5. November die Goldmark⸗ inderziffer 123,9(1913/14 gleich 100) gegen 121,5 am 29. Oktober. 1 Die Steigerung iſt auf die Erhöhung der Wohnungsmiete zurück⸗ zuführen; anderſeits zeigen die Preiſe für Fleiſch, Fett, Zucker und Gemüſe ſinkende Tendenz. Im Durchſchnitt des Monats Oktober be⸗ läuft ſich die Teuerungszahl auf 138,54., die Indexziffer auf 120,9. Da im September die Teuerungszahl 133,80., die Index⸗ ziffer 116,8 betrug, iſt vom September auf Oktober d. Is. eine Zu⸗ nahme um 3,5 Prozent feſtzuſtellen. * *Schlußpr obe der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim-Waldhof. Am Samstag wurde in Waldhof die Schlußprobe der Frei willigen Feuerwehr unter Leitung des Haupimanns Lidy abge⸗ halten. Erſchienen waren u. a. Branddirektor Vaulont, Brand⸗ meiſter Kähne von der Fa. Benz u. Co., der ſtellvertretende Gau⸗ vorſitzende Knäbel von der Zellſtoffabrit, Stadtkommandant Rohrer, Kommandant Baier aus Sandhofen und Kommandant Gerard von der Spiegelmanufaktur. Nach der Probe, die der Schlagfertigkeit der Waldhofer Wehr das günſtigſte Zeugnis aus⸗ ſtellte, vereinigte man ſich zu einem gemütlichen Beiſammenſein im Sängerheim Liederkranz. Nach dem Eröffnung⸗marſch der Feuerwehrkapelle hieß Hauptmann Lidy die Erſchienenen herzlich willkommen und dankte der Kompagnie für ihre Leiſtungen. Brand⸗ direktor Vaulont unterzog die Uebung einer kritiſchen Betrach⸗ tung, wobei er hervorhob, daß die Leiſtungen umſo mehr anzu⸗ erkennen ſeien, wenn man berückſichtigt, daß die Kompagnie zum großen Teil aus neu eingetretenen Leuten beſtehe. Hauptmann Lidy gebühre beſonderer Dank, da er es verſtanden habe, die zer⸗ ſplitterte Kompagnie in kaum zwei Monaten wieder ſtraff zu organiſieren und in der bei der Uebung zum Ausdruck gekommenen Weiſe zu vervollkommnen. Stadtkommandant Rohrer ſprach ebenfalls beherzigenswerte Worte. Wenn Beſuch tommt hilft sich die Hausfrau schnell aus jeder Verlegenheit, wenn sie Spritzgebackenes nach folgengem Oefker-Rezent: haersteilt: 5 g Ma, garine Pfd. ca. O.%%6 nn M.68 1 Cäckchen von Di Oetker's Vanihin-Zucker„0. 12 g abgezogene und gemahlene Mandein aic en,„.907* 1111ü0ĩ ĩ˙ V ca.„ 0 19 250 g Weizenmehl Pid. ca..24 n 250 8 r. Oetke,'s Gustin odef leinstes S Arke- „.32 —— N. 2 1 Rühie die zuiter schaumig, gib alle Zubereitu Ng: Lutaten nach der Reihe daran, fülle die Jeigmasse in eine Buliel- ode! Gebäcksprilze und splitze kleine Kiänze oder S, de man bei mabi er Hitze bäckt. Emlo! Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschälten, wenn verglitten, dureh Postkarte gratis und frango von dr. N. Oetker, Nährmittel abrik, Oielefeld Eingetietene Preisschwankungen sind zu berücksichtigen Wiedereröffnung des Deutſchen Archäolo⸗ giſchen Inſtituts in Rom (Von unſerm Korreſpondenten) Rom Anfang November Dieſer Tage t das Deutſche archäologiſche Inſtitut ſeine Pforten e Mit einer einfachen Feier im Kreiſe der deutſchen Kolonie wurde dieſer Freudentag begangen. Nicht nur die deutſche Gelehrtenwelt, nein, alle, die ſich in der weiten Welt mit archäclogiſchen und hiſtoriſchen Studden beſaſſen, hatten dieſen Tag herbeigeſehnt. Iſt doch unſer archäologiſches Inſtitut in Rom in ſeiner Art das vollkommenſte überhaupt. Seine Bibliothek gilt als die beſte archäologiſche Spezialbibliothek der Welt. 985 Die Wiedereröffnung des Inſtituts iſt auf manche Schwierig⸗ keiten geſtoßen. Die Bibliothek war bei Beginn des Krieges von der italienſſchen Regierung beſchlagnahmt worden, man hatte die Bücherei in Kiſten verpackt und ſie in der Engelsburg verſtaut“. Benedetto Croce, damals Unterrichtsminiſter im Miniſterium Giolitti, der ſich bekanntlich auch in anderer Weiſe um die Wie⸗ deranknüpfung der durch den Krieg unterbrochenen Beziehungen zwiſchen der internationalen Gelehrtenwelt verdient gemacht hat, gab die Bibliothek 1920 an uns zurück. Do aber das ehemalige Archäologiſche Inſtitut auf dem Kapitol ebenſowenig wie der Palazzo Caffarelli, unſere frühere Botſchaft, zurückgegeben wurde, trat num die Frage an die Leitung des Inſtituts heran, wo ein ge⸗ eigneter Raum. zur Unterhringung der Biblother zu finden ſei. Es iſt Profeſſor Amelung, dem jetzigen erſten Sekretär des Inſtituts, erſt 1923 gelungen, paſſende Räumlichkeiten zu finden und zwar im Gemeindehaus der deutſchen proteſtantiſchen Kirche. Dder große Ge⸗ meindeſaal wurde als Biblothek hergerichtet, die anderen 5 digen Räume fanden ſich auch. Und in dieſer ſchönen und zweck⸗ entſprechenden Umgebung konnte das Inſtitut num dieſer Tage wie⸗ der eröffnet werden.— Leiter des Inſtituts iſt bekanntſich Profeſſor Walter Amelung, dem als erſter Aſſiſtent zur Zeit Dr Leh⸗ mann⸗Hartleben und als Hilfsaſſiſtent Dr. Guido Kaſchnitz chen Archöologiſchen Inſtituts Die Wiedereröffnung des Deutſchen Archöologiſch ſkitt in Rom iſt aber lehn U für die deutſche und die internationale Wiſſenſchaft von höchſter Bedeutung. ſondern überhaupt für das ge⸗ ſamte Leben der der Deutſchen in Rom und in Italien. Die Schick⸗ ſale des Inſtituts waren von jeher mit denen der deutſchen Inter⸗ eſſen in Italien eng verknüpft. Bekanntlich waren die preußiſchen Heſandten beim Vatikan Wilhelm v. Humboldt Niebuhr und unſſen alle drei lebhafte Förderer der Archäologie u. im eigent⸗ inne die Begründer des römiſchen„Inſtituts für archäo⸗ * ganzen Einrichtung nach(hoffentlich nicht nach dem eeeeeeeeee, logiſche Korreſpondenz“, aus dem ſpäter das Deulſche Archäologiſche Inſtitut, der deutſchen Kolonie und den offiziellen Vertretern Deutſchlands iſt, iſt auch ſpäber nie wieder ganz verloren gegangen. Das bewies deutlich die Anweſenheit unſerer Botſchafter heim Quirinal ud beim Vatikan auch bei Gelegenheit der diesjährigen Wiedereröffnungsfeſer. Dieſe Verbindung wird und darf nicht ver⸗ loren gehen. Sie iſt von unſchätzbarem Wert für alle Deutſchen, die ſich ſtudienhalber in Rom aufhalten, ſie iſt gewiß auch von Wert für das Inſtitut, dem dadurch der Zuſammenhang mit Leben und Gegenwart erhalten bleibt, ſie ift aber vor allem eine Garanſie der im höchſten Sinne kulturellen Wirkſambeit und Wirkung des In⸗ ſtituts. Eckart Peterich die Eröffnung der neuen Reinharot⸗Hühne Die„Komödie“ Die Unglücksraben verſchwinden im Nebel, und das ſeit lan⸗ gem verkündete und wieder kotgeſagte Theater iſt eröffnet. Steht Schulter an Schulter, wenn auch nicht Seele an Seele, neben dem bisher„mondänſten“ Theater am Kurfürſtendamm. Iſt, ſeiner Geiſt der Bühnel) das„Geſellſchafts⸗Theater“ Berlins, das ſchönſte haus dieſer bühnenreichen Stadt und eines der ſchmuckſten Thea⸗ terchen der Welt. Schmal wie ein Bildſtock die Straßenfront, eingeklemmt zwi⸗ ſchen Prunkhäuſern des Berliner Boulevards. Dahinter weitet ſich's, niſtet ſich ein in kleine Höfe und Winkel, nutzt in der Enge ſo zweckſicher, als hätte der Baumeiſter ſouverän einen freien Spielraum beherrſcht, die eigenwilligen Reſte alter Bauanlagen aus. Es iſt das Erſtaunlichſte am jüngſten Werk des beſten deut⸗ ſchen Theater⸗Erbauers, des Architekten Oskar Kaufmann, daß dieſes Kleinod einer zärtlichen Phantaſie keinerlei Zugeſtändniſſe an die Tücke der vorgefundenen Objekte zu machen und in voll⸗ kommener Einheitlichkeit einen Traum und einen Willen zu er⸗ füllen ſcheint. Kaufmann hat uns nach dem Hebbel⸗Theater(heute „Theater in der Königgrätzerſtraße“), dem ernſtgetönten Reſonanz⸗ boden des Dramas, das herrliche Theater der großen Maſſe, die Volksbühne am Bülowplatz, gebaut; und jetzt ſetzte er dem Monu⸗ mentalen das Zierliche, Lachende, Farbige, Spieleriſche,— dem Tempel der Melpomene das duftige Märchen der Amoretten ent⸗ gegen. Immerhin—: 500 Zuſchauer finden Raum in den Logen⸗ kämmerchen und im Parkett. 7 Ein Rokoko⸗Theater. Bereichert mit Zierraten des Barock. Die deuten ſchon auf die öſterreichiſche Urheimat des Bauplans, die ſich deutlicher in dem doppelten, das ganze Rund umſchlingenden Kranz der Logen verrät. Wiens alte Hoftheater waren Logenhäu⸗ ſer, und die ſpaniſche Etikette hatte ſie errichtet. Der Saloncharak⸗ ter der„Komödie“ iſt mit Bewußtſein feſtgehaltan. Ihm dienen die abgeſchloſſenen Empfangsräume hinter den Logen, ihm die für beſonders„Ehrgeizige“ zu beſonders hohen Preiſen dargebotenon, dem Farkett keck in die Augen ſpringenden Proſzeniumslogen, ihme auch die vier Logen auf der Bühne, hinter dem Vorhang, deren Herkunft freilich von Molisres Theaterſaal im Petit Bourbon ſtammt. Reiz und Behagen ſtrömen aus. Bei ſo vielfältigem Reiz keine Beunruhigung, ſondern Behagen! Die verhältuismäßig nie⸗ drige Decke macht, ohne zu beengen, die Stundenwohnung heimlich. Liebliche Luſtſpielſgenen hat der Maler Hans Meid unter jede Logenbrüſtung gezaubert, und der plaſtiſche Schmuck des Bild⸗ hauers Ernſt Aſimont iſt nicht„niedlich“, aber zart. Fein⸗ fühlig ſind die Lichtquellen. In die⸗ Decke unſcheinbar eingebaut, ſpenden acht Scheinwerfer ihren bunten Segen der Bühne die außerdem von neuartigen Kopf⸗ und Fußrampen bedient wird. Ein feiner, mattrötlicher Schimmer fällt auf die weißen Schulterg der Damen in den Logen. Die Bühne birgt alle Rüſtmittel der Illuſion in anmutiger Verkürzung. Und was ſoll ihres Daſeins Zweck ſein? Das Pro⸗ grammheft der erſten Vorſtellung leugnet ein ſtarres Programm. Es ſpricht von„Leichtigkeit und Heiterkeit, verbunden mtt Qualität.“ *** Die Abſicht beſtand, mit Shakeſpeares„Luſtigen Weiber von Windſor“ wegweiſend zu beginnen. Verſpätete Möglichkeit, zu pro⸗ ben, nötigte Reinhardt, in das neue Tochtertheater zunächſt Go!⸗ donis„Diener zweier Herren“ mit dem ſtehenden Enſemble ſeines Wiener Joſefſtädter Theaters zu übernehmen. Mehr noch, als man für die Zukunft hoffen darf, wurde das künſt⸗ leriſche Ereignis vom geſellſchaftlichen überglänzt. Das Berlin der Kunſt, Wiſſenſchaft, Politik und Finanz war verſammelt. In den Proſzeniumslogen gab es den Reichskanzler Dr. M ar x und den e Dr. Streſemann zu ſehen; in den Logen auf Scünhet aber adr⸗ Schauſpielerinnen von auserleſener Die Goldoni⸗Aufführung iſt von der Wien 2 5 2 55 kannt. Jene buchgewordene Commedia dell' ber mit dem im Genaueſten gezügelten freien Spiel der Laune dem Scheine nach wieder zur Commedia dell arte zurückverwandelt und 90 Fanmäße Muſikſtücke(das Orcheſter in der Mittelloge des ſchauerraums!), Chanſons und Vielgeſänge, parodiſtiſchen oder Charakters, einverleibt. Die Fülle ſeiner Einfälle iſt er⸗ Faun Doch geſchah es dem Meiſter hier nicht zum erſten Mal, —55 er ſich in die Einzeheiten verliebte und ſich in ſie allgu gründ⸗ ich hineinkniete. Die Folge: trotz aller Leichtigkeit im Einzelnen eine zu langwierige Behandlung des Goldoniſchen Jopp⸗ und 6— 5 —— 4. Seife. Nr. 516 neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Rusgabe) Donnerskag, den 6. November 1924 vereinsnachrichten Der Schutzverband der Hypothekengläubiger und Sparer hielt am 4. November ſeine ordentliche Mitgliederverſamm⸗ lung ab, die ſo zahlreich beſucht war, daß der obere Saal des Durlacher Hofes nicht ausreichenden Platz für die vielen erſchienenen Mitglieder bieten konnte. Herr Giera berichtete eingehend über die Verhandlungen mit den Parteien in Berlin, um bei den bevor⸗ ſtehenden Wahlen den entrechteten Sparern eine ausreichende Sicherung, für wenigſtens teilweiſe Aufwertung, zu bieten. Die Verhandlungen ſind noch in der Schwebe. Dann wurde eingehend dargelegt, daß die Stadt Mannheim verpflichtet iſt, den Zinſendienſt der Anleihen aufzunehmen und einen Teil des erheblichen Ueberſchuſſes für dieſen Zweck zur Verfügung zu. ſtellen. Der Schutzverband wird alle Schritte ergreifen um die Stadt Mannheim an dieſe Pflicht zu erinnern. Die Stadt Stuttgart hat einen mäßigen Zinſendienſt bereits aufgenommen, die Stadt Berlin eine Aufwertung der Sparguthaben durchgeführt. So wird auch Mannheim bei ſeinem Ueberſchuß nicht zurückbleiben können. Es ſprachen noch über Einzelfälle Rechtsanwalt Dr. Otto Simon und Hauptlehrer Eck. Die Verſammlungen werden in Zukunft an jedem erſten Dienstag in jedem Monat regelmäßig abgehalten. Veranſtaltungen 3 Theaternachricht. Freitag, 7. November findet im Nibe⸗ lungenſaal die Erſtaufführung der Tragödie„Der arme Kon⸗ rad“ von Friedrich Wolf ſtatt. Der junge Dresdener Dichter, der in Süddeutſchland lebt, iſt bis jetzt mit folgenden dramatiſchen Werken auf die Bühne gekommen:„Das biſt du“(Dresden, Wien, Amſter⸗ dam),„Der Unbedingte“(Stettin),„Thamar“(Frankfurt a..), „Die ſchwarze Sonne“(Oldenburg, Berlin),„Der arme Konrad“ kam zuvor in Stuttgart, Drsden, Karlsruhe, Hamburg, Berlin zur Aufführung. Heute abend findet die erſte Wiederholung von Hän⸗ dels„tto und Theophano“ ſtatt. Einige Hauptpartien ſind neu beſetzt. Der Lehrergeſangverein Mannheim⸗Ludwigshafen wird in ſeinem am 10. November ſtattfindenden Konzert vornehmlich Anton Bruckner ehren. Die beiden Chöre„Mitternacht“ und„Um Mitternacht“, in welchem Frau Freund das Altſolo ſingen wird, zeigen den großen Meiſter in den Anfang jahren ſeines Schaffens. In der 2. Symphonie, die nur ſelten zu Gehör gebracht wird, finden wir Bruckner ſchon auf der Höhe ſeines Wirkens. Das Chor⸗ werk„Helgoland“ für Männerchor und großes Orcheſter zeigt den Meiſter als gereiften Mann. Das Werk wird hier zum erſten Mal aufgeführt. J. Meiſterklavier⸗Abend. Heute, Donnerstag abend findet in der Harmonie der erſte Meiſterklavier⸗Abend, der durch Walter Giefſeking beſtritten wird, ſtatt. Zum Vortrag gelangen Werke von Bach und Schumann. Wir machen hierbei auch noch auf den zweiten ſtattfindenden Meiſter⸗Klavier⸗Abend am 13. November aufmerkſam, für den Rudolf Serkin, ein gleichfalls hochge⸗ ſchätzter Künſtler verpflichtet wurde. 3 Der„Sängerkranz“ Mannheim hat für ſein am kommenden Sonntag, 9. ds. Mts. im Muſenſaale des Roſengartens ſtattfindende Konzert den neueren Tondichtern Anton Bruckner, Max Bruch, Hugo Kaun, Ludwig Thuille und Karl Bleyle das Wort erteilt und als Interpreten hierzu außer dem Chorkörper, der unter der Leitung des Chormeiſters Emil Hartmann ſteht, die Opernſängerin Malie Fanz vom Landestheater Karlsruhe ſowie unſeren hieſigen Violinvirtuoſen Max Kergl, 1. Konzertmeiſter am Nationaltheater, hier, gewonnen. Der Inkernationale Arkiſten⸗Berband,. Ortsaruppe Mannheim ſchreibt uns: Für den Beſucher wird der Wohltätigkeitsball am Samstag. 8. November im Nibelungenſaal beſonders große Ueberraſchungen bieten. Engliſche und amerikaniſche Tänze, ſchmiſſige Wiener Lieder, Operettenſchlager von der Donau und der Spree wer⸗ den durch ein bekanntes Jazzband⸗Orcheſter zu lebendiaſtem Leben erweckt. Ein ruſſiſches Ballett vom ehem. k. Hof in St. Petersburg wird ſeine vollendete Meiſterſchaft in der Beherrſchung aller Tanz⸗ Rhythmen zeigen. während ein in allen Großſtädten gefeiertes Tän⸗ zerpaar die Aufmerkſamkeit aller Beſucher auf ſich lenken dürfte. Hieran ſchließt ſich eine bunte Künſtler⸗Revue. Die Tanz⸗ leitung iſt Herrn Friedrich Heß vom Gelb⸗Weiß⸗Club Mannheim, die Geſamt⸗Inſzenierung Reaiſſeur Brimd übertragen. Poſtſcheckverkehr im Oktober. Beim Poſtſcheckamt in Karlsruhe waren Ende Oktober 39.867 Kontoinhaber vorhanden. Auf den Poſt⸗ ſcheckrechnungen ſind in dieſem Monat gebucht worden: 162 210 000 Rentenmark Gutſchriften, darunter 497311 Einzahlungen mit Zahl⸗ karten über 43 781000 RM. und 491 496 Ueberweiſungen über 118.428 000 Rentenmark. Die Laſtſchriften betrugen 159 942 000 Rentenmark, darunter befanden ſich 7800 Kaſſenſchecks über 3 413 000 und 1109 im Reichsbankairo⸗ und Abrechnunas beglichenen Einzah⸗ lungen über 6 794 000 Rentenmark. 131 262 Zahlunasanweiſungen über 19 975000 Rentenmark und 537 728 Ueberweiſungen über 129 756 000 Rentenmark. Der Geſamtumſatz im Monat Oktober be⸗ trug hiernach 322 152 000 Rentenmark. Davon wurden bargeldlos abgewickelt 254 978 000 Rentenmark oder 79,15 v. H. Das Geſamt⸗ gutbaben der Kontoinhaber des Poſtſcheckamts machte am Monats⸗ ſchluß 18% Mill. aus. günſtig ſtehen. Dder himmel im November Die Sonne ſteht am Anfang des Monats nur noch neun Grad von der tiefſten Stelle des Tierkreiſes entfernt, die ſie z. Zt. der Winterſonnenwende erreicht. Die Tage ſind daher ſchon recht kurz geworden. Umſomehr pflegt ſich bei uns das geſellſchaftliche Leben in den Abendſtunden zu entwickeln. Dieſem hat Goethe in ſeinem „Novemberlied“ eine reizende aſtronomiſche Beziehung gegeben, die wir auch an dieſer Stelle nicht unerwähnt laſſen möchten. Am 22. tritt die Sonne nämlich in das Zeichen des Schützen, dem Goethe den antiken Sinne des Bildes umdeutend, in dem genannten Gedicht die Huldigung widmet: Von nun an ſoll ein ſchönes Bild Am Sternenhimmel ſtehn, Und er ſoll ewig hold und mild Uns auf und unter gehn. Bei der Betrachtung des Fixſternhimmels knüpfen wir jetzt unmittelbar an die Stellung der Sonne an, da ja durch ſie die Beobachtungsbedingungen vollkommen beſtimmt ſind. Wir beſchrän⸗ ken uns dabei auf die wichtigſten Sternbilder, die auf der Südſeite des Himmels vom Geſichtskreis bis zum Scheitelpunkt jetzt beſonders Um an den Mars, von dem wir ſogleich weiter ſprechen werden, anknüpfen zu können, wählen wir die Beobachtungs⸗ zeit früher als im vorigen Monat. Von dem Standort des Mars ausgehend, den man leicht auf unſerer Karte dadurch beſtimmen kann, daß man die Länge des Pfeiles in drei Teile ſeinem Fortſchrei⸗ ten in zehn Tagen entſprechend berückſichtigt, finden wir über ihm das große Pegaſus⸗Viereck, das wegen ſeiner vier hellen Sterne leicht zu erkennen iſt. Es ſchließt ſich daran das Bild der Andromeda an, deſſen öſtlichſter Stern, der auf unſerer Karte gerade den Rahmen überſchreitet, im Fernrohr einen wundervollen Anblick darbietet. Er zeigt ſich als leicht auflösbarer Doppelſtern, deſſen Hauptſtern orangefarben und deſſen Begleiter blau iſt. In 5 NOROWMEIA 7 eEHSEIUS 4 9 Taubsel O. —— „EESvIE⁰ 7 Ndden 4 ff ekcsUs Snikg 0 75 N. 15 esciiE.— N. VVUV!n 5 15 5* f. J WIFSCH 27 r—— 1 1 0 L 0 —— 0 WASSERMANN SU FSCI .— mondloſen Nächten gewahrt man auch neben dem anderen, rechts von dem eben genannten den Rahmen der Karte überſchreitenden tern ein ſpindelförmiges Gebilde ſchon mit unbewaffnetem Auge, das ſich im Fernrohr als rieſiger Spiralnebel erkennen läßt. Im Sternbilde des Walfiſch iſt der vielgenannte„Wunderbare Stern“ (Mira) zurzeit nicht zu beobachten. Dafür kann aber der lichtwech⸗ ſelnde Stern Algol, der auf unſerer Karte von der linken oberen Ecke einen Zentimeter entfernt über dem Kartenrande ſteht, zu fol⸗ genden Zeiten in ſeinem Lichtminimum beobachtet werden: am 9 gegen 9 Uhr, am 12. gegen 6 Uhr abend(alſo der Aufſtieg zu ver⸗ folgen) und am 29. um 11 Uhr. Der Mond dtaucht in den erſten Tagen am Abendhimmel auf und erreicht am 3. das erſte Viertel ſeiner Bahn. Wir haben weiter am 11. Vollmond, am 19. letztes Viertel und am 26. Neumond. Am 5. bedeckt der Mond den Mars von abends 9 Uhr an, worauf wir noch beſonders zurückkommen werden. Am 24. hat er eine Zu⸗ ſammenkunft mit Venus und mit Saturn, am 27. mit Merkur, am 28. mit Jupiter. Die Beobachtungsbedingungen der G roßen Planeten werden jetzt im allgemeinen günſtiger. Saturn iſt unſichtbar geworden und wird Ende des Monats, nachdem er in das Sternbild der Wage übergetreten iſt, wieder am Morgenhimmel er⸗ ſcheinen. Auch bei Jupiter iſt wegen ſeines Hineinrückens in die Abenddämmerung nur noch wenig zu beobachten. Mars geht ſchon um Mitternacht unter. Infolge der erheblichen Zunahme ſeiner Ent⸗ fernung von der Erde ſinkt ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 14 auf 11 Bogenſekunden herab, womit für die meiſten Liebhaber⸗Aſtro⸗ nomen die Beobachtung unſerer rötlichen Nachbarwelt ihr Ende fin⸗ den dürften. Am 27. kommt er dem Uranus bis auf eine halbe Vollmondbreite nahe, bei welcher Gelegenheit eine Betrachkung dieſes ſonſt weniger intereſſanten Planeten ſtattfinden kann. Wer bereit iſt, die Morgenſtunden ſeinem aſtronomiſchen Intereſſe zu widmen, wird anfangs ungefähr vier, ſpäter etwa drei Stunden vor Sonnen⸗ aufgang die Venus am Morgenhimmel erſtrahlen ſehen, ein pracht⸗ volles Schauſpiel, das gewiß das Opfer von ein paar Nachtſtunden lohnt. Merkur ſteht zwar jetzt auf der weſtlichen Seite der Sonne, kann aber wegen der Dämmerung mit freiem Auge nicht geſehen werden. Am 30. kommt er dem Jupiter nahe. Ok. Hochwaſſer Das Hochwaſſer des Rheines und Neckars geht zurück Sämtliche Stationen am Oberlauf des Rheines und Neckars berichten erfreulicherweiſe von fallendem Waſſerſtand. Man darf infolgedeſſen annehmen, daß ſich das Hochwaſſer auch hier bald ver⸗ laufe haben wird. Der Rhein iſt von 6,98 auf 6,52 Meter, der Neckar von 7,37 auf 6,72 Meter zurückgegangen. kieine Steigerung der Hochwaſſergefahr. Erhebliche Abkühlung. Schneefälle in Sicht? Im Schwarzwald haben die Regenfälle, die zu der Hochwaſſer⸗ gefahr dieſer Tage geführt haben, ſeit der Nacht vom Montag zum Dienstag weſentlich nachgelaſſen. Zwar waren noch zahlreiche Nieder⸗ ſchläge zu verzeichnen, doch war die Intenſität nicht derart, daß da⸗ raus ein weiteres Wachſen der Hochwaſſergefahr geſchloſſen werden könnte. Die Niederſchläge gingen vielfach in Form von ſtäubendem Nebel zu Tal. Die Nebelbildung hatte ſchon am Montag eingeſetzt und war auf eine ſtark fühlbare Abkühlung zurückzuführen, die auch den Dienstag über anhielt. Während die Vortage über bei der Föhnwirkung ſüdlicher Winde im Gebirge meiſt Klarheit geherrſcht hatte. Im Laufe des Dienstag gingen die, Nebel bis auf 700 Meter herunter. Dieſe Erſcheinungen, Abkühlungen und Nebel, ſind zweifel⸗ los auf die Einwirkung des über den Alpen erkennbaren relativ hohen Druckes zurückzuführen, das nach Norden, wie an dem ſteigen⸗ den Luftdruck zu erkennen iſt, ſeinen Wirkungskreis ausgedehnt hat. Die Temperaturen ſind im Hochſchwarzwald ſo weit zurückgegangen, daß mit dem Eintritt von Schneefällen gerechnet werden kann. Jedenfalls dürfte aber, wenn nicht erneute Druckſtörungen vom Ozean her das Bild wieder ändern, doch ein Nachlaſſen und teilweiſes Aus⸗ ſetzen der Niederſchläge in der heftigen Form wie in den letzten Tagen anzunehmen ſein, womit ein Abfließen der hochgehenden Gewäſſer eintreten und das Maximum der Hochwaſſergefahr erreicht ſein wird. Skillſtand und Rückgang der Hochflut Mainz. 5. Nov. Der Rhein iſt heute bis zu einem Pegelſtand von.57 Meter geſtiegen, doch iſt ein weiteres Anwachſen des Hoch⸗ waſſers nicht mehr zu befürchten, da das Hochwaſſer de⸗ Mains und des Oberheins im Rückgehen beariffen iſt. Die Schiffahrt ruht voll⸗ ſtändia zwiſchen Bingen und Koblenz. Zwiſchen Mannheim und Mains konnte ſie in beſchränktem Maße aufrechterhalten werden. Fallen und Wachſen des Sdar-Hochwaſſers —2— Saarbrücken. 5. Nov. Das ageringe Sinken der Flut ge⸗ ſtattet bereits einigermaßen die Zerſtörung zu überblicken. die das Hochwaſſer allenthalben in Gärten, Feldern und Wieſen angerichtet hat. Dieſe, vor allem aber die Schäden durch Warenverderb in den überſchwemmten Kellern gehen ſicherlich in die Millionen Fr. Nicht nur in Saarbrücken und nicht nur am Ufer der Saar, ſondern im ganzen Stromgebiet kann man von einer Hochwaſſerkata⸗ ſtrophe ſprechen. In Völklingen ſteht der untere Ortsteil ſowie ein Teil der Röchlinaſchen Eiſen⸗ und Stahl⸗ werke unter Waſſer: alle Wege nach Wehrden und Fürſten⸗ hauſen ſind ungangbar. Der Verkehr wird durch Kraftwagen und Fuhrwerke aufrecht erhalten. Einige Häuſer ſind gänzlich vom Waſ⸗ ſer umſpült und müſſen auf Kähnen verproviantiert wer⸗ den. Fraulautern iſt zum Teil überſchwemmt. Den Lisdorfern ſchwimmen ihre fetten Kapusköpfe weg. Rehlingen iſt durch die Flutvollſtändigabageſperrt. ſo daß man mit Kähnen und auf Umwegen die bedränate Ortſchaft erreichen muß. Das Wieſen⸗ gelände zwiſchen Dillingen und Wallerfangen iſt zum See gewor⸗ den. Die Arbeiter der betroffenen Ortſchaften müſſen weite Um⸗ wege machen, um zur Dillinger Hütte zu gelangen. Auch Pachten. Beckingen. Mettlach, Saarhölzbach und Beurig ſind von der Flut in Mitleidenſchaft gezogen. Hilbringen. Ballem, Fitten, Rech. Schwem⸗ lingen ſind ganz von der Bahn abgeſchnitten. In Merzige wird in tiefer gelegenen Stadtteilen der Verkehr mit Kähnen aufrecht erhal⸗ ten. In Mettlach hat der reißende Strom an dem im Bau befind⸗ lichen Stauwerk einen großen Teil des Materials weageſchwemmt. Nach der Pfalz hin ſteht das gaanze Bliestal unter Hoch⸗ waſſer. In Blieskaſtel mußte die Vonderleyenſtraße für den Verkehr geſperrt und aus dem unteren Stadtteil das Vieh ſchleuniaſt in Sicherheit gebracht werden. von der Stadt Zweibrücken vorgenommene Regulieruna des e eine erhöhte Hochwaſſergefahr für die Blies hervor⸗ gerufen. Das Hochwaſſer iſt die Senſation des Tages. In Scharen wan⸗ dert man unbeſchadet der Regengüſſe in das Ueberſchwemmungs⸗ gebiet. Viele ſind auf das vom Waſſer mitageſchleppte Gut neugierig. Die einen ſahen nur Gerüſtſtangen. Bretter und Balken oder Sträu⸗ cher, andere ſogar Maulwürfe und Haſen. Es treiben Gartenzäune, Bänke, Fäſſer, Waſchbütten. Türen vorbei. Irgendwo ſind die Waſſermaſſen in ein Obſtlager geraten, wie die dahintreibenden oroßen Mengen Aepfel beweiſen. Ein Herr erzählte ſogar, daß auf einem kleinen Eiland ein Haſe mit Schrecken der wachſenden Flut zuſähe. In Saarbrücken kam ein Hund in ſeiner Hütte heran⸗ geſchwommen und bat mit eindrinalichem Bellen um Hilfe. Beobach⸗ tung oder Phantoſie, das entfeſſelte Element hat ein nervenerregen⸗ des Schauſpiel inſzeniert und den Menſchen des Induſtriezeitalters die Urmacht der Natur überraſchend dargetan. Ihre Skuhlverſtopfung müſſen Sie beſeitigen. Wir raten Ihnen, 30 Gramm Herbex⸗Kerne in der Apotheke zu kaufen und nach Bedarf —2 Stück zu nehmen. Em. 80/81. Scherzſpiels im Ganzen; fühlbare Ermüdung in der dritten Stunde(nicht der Schauſpieler aber der Zuſchauer!). Faſt durch⸗ weg Gutes,— aber des Guten zu viel. Die Familie Thimig(nur Hans, der Jüngſte, fehlte!) ſteht an der Front des Reinhardt⸗ Thimig⸗Theaters. Hermann Thimig, den wir in Berlin wachſen ſahen und nun lange vermißten, iſt Truffaldino. Ein Komiker ohne Grimaſſen, mit lachendem Herzen, lachenden Gliedern! Es war 1890, daß ich im Wiener Burgtheater ſeinen Vater Hugo Thimig in dieſer Leib⸗ und Magenrolle ſah. Jetzt gibt der humorige Alte den Papa Pantalons. Helene Thimig ſpielt die komiſche Smeraldina(ohne echte Komik, mit viel Geziertheit!) und tut gewiß nur⸗mit, damit der Charakter des Familientags gewahrt ſei. Hervorragend in kleinen Rollen der ſalbungsvoll geſchwätzige Dottore Guſtav Waldaus und der bärbeißige Hausknecht Theodor Daneggers; reizend Sybille Binder und Dagny Servaes, rechte Stilfiguren Paul Hartmann und Walter Janſſen. Beifallsgüſſe gaben den Einweihungsſegen. Hermann Kienzl. Theater und Muſik eAus dem Karlsruher Kunſtleben. Hebbels„Gyges“ brachte Spielleiter Beug im Landestheater auf der Relief⸗ bühne zur Wiedergabe. Zweifellos ein anſprechender und an⸗ regender Verſuch gerade für dieſe auf mythologiſche Baſis geſtellte Dichtung. Die Mimik wird eingeſchränkt, Bilder archaiſch an⸗ mutender Plaſtik werden gewonnen; die Aufmerkſamkeit gilt don⸗ zentriert dem Wort. Aber das Experiment bedarf noch der Ver⸗ vollkommung, um durchweg tief zu wirken. Stefan Dahlen (Gyges) und Bürkner(Kandaules), auch Martha Möller (Rhodope) ſtellten ſich mit beweglicher Einfühlung nach Möglichkeit des erſten Verſuchs erfolgreich auf Beugs Abſichten ein. An Stelle des zweiten Sinfoniekonzerts trat ein Sonderabend des Landes⸗ theater⸗Orcheſters, den Kapellmeiſter Reuß(Charlottenburg, Deutſche Oper) leitete: daß er dafür ausſchließlich Programm⸗Muſik wählte, war ein unvorteilhafter Griff(Berlioz, Strauß. Tſchai⸗ kowfky). Reuß dirigierte gewandt, mit zu ſtark ins Schauſpieleriſche gerichteten Geſte... Die Ernennung Ferdinand Wagners vom Nürnberger Stadttheater zum Nachfolger Cortolezis iſt amtlich be⸗ ſtätigt: Karlsruhe erhält mit ihm einen ſehr jugendlichen Opern⸗ direktor, der ſich nach ſeiner Tätigkeit in Darmſtadt und Dortmund einen guten Namen erworben hat. In ſeinen neuen Wirkungskrets wird Wagner erſt mit dem nächſten Spieljahr eintreten.— Unter den Soliſten der letzten Abende verdient Joſef Schelb, die von Franz Philipp verpflichtete neue Kraft des Konſervatoriums, Be⸗ gen achtung durch ſeine eigenartige Erfaſſung Beethovens und Mozarts gehe und durch eine hochentwickelte Klaviertechnik, der ein wohltuender Anſchlag eignet. Mit abſolut beherrſchender Künſtlerſchaft ſpielte Walter Gieſeking(zweites Meiſterkonzert der Konzertdirektion Neufeldt) Bach, Schumann und Reger. Ueberraſchende Wirkun⸗ gen erzielt er durch das virtuoſe Nebeneinanderſetzen ſtärkſter For⸗ tiſſimi und gehauchter Pianiſſimi, eine Kunſt, die vor allem der packenden Wiedergabe der Kreisleriana zugute kam: ſie wurden von Gieſeking mit ſolcher Beſeelung interpretiert, wie ſie nur allererſten Künſtlern des Klavierſpiels möglich iſt.— Schöne Proben ihrer gymnaſtiſchen Studien bot die Bode⸗Schülerin Dorothea Bender (Karlsruhe) ſie bewies, daß ihr glänzend durchgebildeter Körper das Zeug hat für friſch pulſende Rhythmik ud Muſik der Glieder. Man hätte darum die überwiegend ringenden, quäleriſch ſich mühenden Bewegung iehrer aufs„Gothiſche und Holzſchnitthafte eingeſtellten „Tänze gerne eingeſchränkt geſehen zu Gunſten des hemmungsloſen Laufes ihres gymniſchen Könnens. Dr. K. Preisendanz ei Schreckers Irrelohe in Leipzig. Irrelohe iſt der Name einer kleinen zwiſchen Nürnberg und München gelegenen Eiſenbahn⸗ ſtation. Dieſes Stationsſchild hat Schrecker die dichteriſche An⸗ regung zu ſeinem jüngſten Werke gegeben.„Lohe“ iſt in ſüddeut⸗ ſchen Ortsnamen gleichbedeutend mit Wald. Der Dichterkomponiſt erblickt in der Bezeichnung ſoviel wie das„Symbol von der Glut des Irrſinns“. Ueber den„Schatzgräber“ hinaus bedeutet Text wie Vertonung einen ſtarken Schritt vorwärts. Die lextlichen und melo⸗ und von zuviel Symbolik unbelaſtet. Die Farbenpracht iſt bis an die äußerſte Grenze geſteigert. Alle Werke Schreckers wurzeln in der Weltanſchauung, die an die Allgewalt und die Schickſalsgebun⸗ denheit des menſchlichen Trieblebens glaubte. Im vorliegenden Werke nun hat Schrecker eine Ausdruckskraft gefunden, wie ſie ſtärker kaum gedacht werden kann. Schloß Irrelohe iſt der Stamm⸗ ſitz eines vom Fluche menſchenunwürdiger Sinnlichkeit getroffenen gräflichen Geſchlechts, von dem zur Zeit der Handlung noch zwei Sproſſen am Leben ſind: der eine als Herr des Schloſſes, der andere namenloſer Sohn einer Schenkwirtin, deren Ehre einem Irrelohe verfiel. Zwiſchen beiden ſteht ein Mädchen, deſſen reines Magdtum ſie vor dem ſeinen Trieben unterworferen Monne ſchützt und ſie an die Seite des jungen führt, der ſich ſchließlich aus eigner Kraft von dem Fluche ſeines Geſchlechts befreit und jenen Unhold und Halb⸗ bruder erſchlägt. Weitaus das künſtleriſch Wertvollſte iſt der 1. Akt, der mit breitem Pinſel die durchweg in düſtern Farben ſpielenden ſeeliſchen Spannungen der Expoſition malt, motiviſch ſtets aus⸗ drucksvoll, längere Pauſen der Singſtimme zu beredteſten Orcheſter⸗ zwiſchenſpielen ausbauend. Im 2 Akt beſticht die zauberhaft klin⸗ de Begleitung des zum Teil recht ſangbaren Liebesduettes. Un⸗ ure Prachtentfaltung malt das Hochzeitstreiben und den Brand des Schloſſes, dem man— eine ſuggeſtive Zwingkraft der Muſik!— mit geſchloſſenen Augem machtwoll und glutender ſah, als das Büh⸗ nenbild ihn zeigte. Generalmuſikdirektor Brecher geſtaltete das diſchen Motive ſind klarer, ſtraffer der Aufbau im Ganzen, klarerf. Orcheſterbild mit der vollen rhythmiſchen und dynamiſchen Schärfe: Operndirektor Brügmanm wußte die ſpannungsſchwer zurück⸗ haltenden, wie die grell losbrechenden Momente der Handlung ein⸗ ſchließlich des an die Spielleitung enormen Anſpruch ſtellenden Hoch⸗ zeitsfeſtgetriebes im 3. Akt mit ſtarker Wirkung herauszuſtellen. Die darſtellenden Kräfte gaben ihr Beſtes. Der Komponiſt wurde mit den Hauptbeteiligten bereits noach dem 2. Akt anhaltend und ſtürmiſch gefeiert. 1 5 ſer Bühne und bildende Kunſt. In der Zeitſchrift„Der Oſt⸗ wart“ wendet ſich Wilhelm v. Scholz, der Dichter, der kürzlich ſeinen 50. Geburtstag feierte, der Verfaſſer erfolgreicher Dramen, ſehr energiſch gegen die„Eroberung der Bühne durch die bildende Kunſt“. Er ſagt:„Es iſt ein Irrtum, daß das Theater eine Vereini⸗ gung aller Künſte, gewiſſermaßen ein Völkerbund der gleichberechtig⸗ ten Künſte iſt. Das Theater iſt die Stätte des Wortes in ſeiner höchſten Ausprägung als Laut und menſchliche Geberde!. Aus dem Wort, dem Wort der Dichtung, das neu in dem Schauſpieler entſteht, iſt das ganze Weſen des Theaters abzuleiten, was das Theater braucht, um zu ſein. Auch was man ſchauen will im Theater, wozu wir Schauſpieler und Zuſchauer haben, iſt nicht das Werk des Bildkünſtlers, ſondern das Wort. Und es iſt der Zauber der Bühne, daß auf ihr das Wore nicht nur hörbar, ſondern in der Geberde des Schauſpielers much ichtbar wird. Die anderen Künſte, ſelbſt die Muſik, können im Theater höchſten Sinns nur Diener des Wortes ſein. Sie müſſen u. jedenfalls die bildende Kunſt muß es, zurücktreten hinter dem Wort und dem Schauſpieler als ein beſcheidener Hintergrund. Ich glaube, daß eine gewiſſe Schwäche der dramatiſchen Dichtung von Hebbels Tod an der Grund für das erobernde Eindringen der bildenden Kunſt ins Theater iſt.“ St · Kunſt und Wiſßhenſchaft Hochſchulnachrichten. Der Lehrſtuhl der Mineralogie an der Univerſität Freiburg i. B.(an Stelle des verſtorbenen Geh. Hofrats Prof. Dr. A, Oſann), iſt dem ordentlichen Profeſſor Dr. Wilhelm Eitel in Königsberg i. Pr. angeboten worden. Prof. Eitel, deſſen Arbeiten beſonders auf dem Gebiete der phyſikaliſch⸗ chemiſchen Petrographie und Mineralogie liegen, iſt 1891 zu Frank⸗ furt a. M geboren.— Wie unſer Münchener Korreſpondent drahtet, hat man für den neu zu errichtenden Lehrſtuhl für Flugweſen an der Münchener Techniſchen Hochſchule den Prof. Major a. D. Dr.⸗ Ing. e. h. Auguſt v. Parſeval vorgeſchlagen. Major v. Parſe⸗ val, der heute im 63. Lebensjahr ſteht, hat ſich bereits mit Erfolg auf dieſem Gebiete als Lehrer verſucht. Seit einer Reihe von Jahren iſt er an der Berliner Techniſchen Hochſchule als Privatdozent für das Gebiet der geronautiſchen Triebwerke tätig. In weiten Kreiſen iſt er als küher Luftſchiffer unſtarren Luftſchiffes bekanmt. eeee eeee 4 4 Wie man annimmt. wird durch die, d Erfinder des nach ihm benannten — — 1 — e machte ſich einen Scherz daraus, des Hochwaſſers Donnerstag, den 6. November 1924 — 2 9 1 In Duisburg konnt' der an der dortigen Schleuſe an⸗ gerichtete Schaden noch nicht beſeitigt werden, ſodaß eine Schlie⸗ ßung der Schleuſe bisher unmöglich war. Das Hochwaſſer ſtieg am Dienslag Mittag auf.40 m, weileres Steigen iſt angezeigt. Die Schwanenſtraße ſteht in dem unteren Teile bereits unker Waſſer, das bis an die Haustüren reſcht. Stellenweiſe ſind als Dämme Barrikaden errichtet, um das Vordringen des Waſſers aufzuhalten. Der Verkehr wird durch über das Waſſer geſchlagene Notbr ücken aufrecht erhalten. Die Keller ſind geräumt. Aus Trier wird ein Stillſtand des Moſelwaſſers gemeldet. Infolge 5 ſind einige Fernſppechkabel, darunter ein wichtiges Kabel, beſchädigt. Geſpräche wach Berlin, Frankfurt, Koblenz, Mannheim und einigen Orten des Bergiſchen Landes mußte umgelegt werden. * * Wertheim, 5. Nov. Im Untermaingebiet ſind durch die an⸗ dauernden Regenfälle mehrfache Störungen im Bahnbe⸗ trieb rorgekommen. Die Nebenbahnlinie Obernburg⸗Heimbuchen⸗ thal wurde zwiſchen Hobbach und Schippach an ſieben Stellen zum Teil unterſpült, zum Teil durch abgeſchwemmte Erdmaſſen ver⸗ ſchüttet. Auf der Strecke Heimbuchental⸗Obernburg⸗Elzenfeld ent⸗ gleiſte am Montag eine Lokomotive mit einem Perſonenwagen in⸗ folge eines Dammrutſches. 13 Perſonen wurden leicht verletzt. Der Bahnverkehr wird für acht Tage auf dieſer Strecke geſtört ſein. Die Nebenbahnlinie Aſchaffenburg⸗Höchſt im Odenwald iſt ebenfalls nicht befahrbar wegen Dammrutſch. Auch auf ſonſtigen Nebenbahn⸗ ſtrecken iſt der Verkehr teils unterbrochen, teils durch Pendelverkehr erhalten. Ein durchgehender Verkehr iſt vorerſt nicht möglich. pforzheim, 5. Nov. Das Hochwaſſer der Enz hat den Hoch⸗ ſtand vom 15. November 1882 um 15 cm überholt. Die obere Enz iſt heute um etwa 20 em zurückgegangen. Dagegen bringt die Na⸗ gald rieſige Waſſermengen, die verſchiedentlich auch Baumſtämwe und einiges Rundholz mit ſich führten. In Cal w, wo der Mittel⸗ waſſerſtand etwa.30 m beträgt, wurden nahezu 3 m Höchſtſtand erreicht. Auch die Würm führt jetzt müttleres Hochwaſſer. Saarbrücken. 5. Nov. Das Hochwaſſer der Saar iſt im Zurückgehen. Heute vormittaa 10 Uhr zeiate der Pegel nur noch eine Höhe von.50 Meter. Das bedeutet einen Rückaang des Waſſers bereits um 17½ Meter. iſt mit einem erneuten Steigen des Waſſers nicht zu rechnen. Am unteren Laufe der Saar iſt indeſſen das Hochwaſſer nach wie vor ge⸗ fahrvolt. In Kendingen iſt es bis in das zweite Stockwerk der unmit⸗ telbar an der Saar ſtehenden Häuſer eingedrungen. Duisburg. 5. Nov. In der vergangenen Nacht iſt der Notdamm, der zum Schutze der niedrig gelegenen Straßen der Altſtadt errichtet war. aebrochen. Schaden in den Läden und den Wohnungen in den Erdaeſchoſſen an. Die Warenhäuſer in der Beekſtraße, in deren untere Ver⸗ kaufsräume das Waſſer bereits eingedrungen iſt. mußten geräumt werden. Der Weinhausmarkt am Rathaus iſt fußhoch überflutet. Nus dem Lande O Heidelberg, 6. Nov. Wie aus dem Anzcigenteln vorllegender Ausgabe erſichtlich, hält die Orbsgruppe Heid 9 75 am Samsbag, den 8. November in ſämtluch äun der lle ein Wohltälgkellsfeſt ab. Näheres ſiehe Anzelge. IL Wiesloch, 5. Nov. Bei der Generalverſammlung der Freiw. Sanitätskolonne Whesloch wurden Neuwahlen vorgenom⸗ men, die folgendes Ergebnis hatben: Philipp Rauſch, erſter Ko⸗ loawenführer, Glaſermeiſter Ludwig Sauer, zweiber Kolonnenführer, Werkwolſter Kippenhahn Schrͤftführer und Nechner⸗ Gruppen⸗ und Sekoonsführer Ad. Hirn und Leonhard Filſinger, Materialverwalter mewint Krön. L. Sülzfeld, 5. Nov. Die hieſige Kinderſchule zeigt ſich dem Andrang der Kinder, deren Zaßhl gegenwärt'g 120 beträgt, nächt mahr recht gewachſen. Daher iſt der Frauenverein under der Leitung von Parrer Riehm mit dem Projekt des Neubaues anes Gemeindeh auſes vorgelpeben. Die dafür nach dem orenſchlag erforderlſchen 10000 Mark ſollen zum größlem Teil cuf dem Wege der Sbiftung bezw. der Sammlung beſchafft werden. Weinheim, 4. Nov. Auf Heppenheimer Gemarkung wurde geſtern Nachmitlag der Damm der neuen Weſchnitz gebrochen, wodurch Felder und Wieſen in erheblichem Umfange über⸗ flutet ſind. Infolge dieſes Umſtandes richhebe das Hochwaſſer auf hieſiger Gemarkung ſo gut wie gar keinen Schaden an, da das Hoch⸗ waſſer durch die Bruchſtelle auf der Gemarkung Heppenheim emen Ausweg fand. Nur im Birkenauer Tal iſt die zur Fuchs ſchen Mühle führonde Weſchnätzbrücke vom Strom weggeriſſen worden. 8 55 5 2 Von der Bergſtraße, 4. Nov. Die ſchönen ſonnigen Herbſt. tage ſcheinen endgülbig vorbei zu ſein, das nun ſchon ſelt mehr als ſtürmiſche Weiler hemmt eins⸗ Woche währerde org regnerlſche, ſti 0 alle Arbelt im Fi die Wege ſind grundeos. Das Fuhrwerk gehl ſch g. Zum Glück ſind dae Feldfrüchte ſoweit heimgebracht. Wegküben, Zucherrübem ſindgwar., awelte caf den Feldern, letztere wurden in dieſen Tagen von den Hofalorn an den Ba n⸗ höfen für die Zuckerfabrik verladen. Bei annehmbarer Wlezerung wäre freilich auch noch ziemlich viel Grünfuller zu benutzen. Dle Landwirte ſind velfach ſchon mit dem Abnehmen und Verpacken des Tabaks beſchü. Da bis jetzt keine Verkäufe abgeſchloſſen werden konmden, iſt man genöligt, das Tabakgut vorerſt wbeder einzuſchlegen. Sandblatt wurde ſchon vor Wochen eilweiſe abgeſetzt, Ztr. zu 70 Mk.; auch noch darüber. Auch hierin ſteht der Handel z. Z. ſtll. Uebrigens gibt man die Hoffnung auf baldige Belebung des Tabakmarktes nicht auf. *Sk. Leon, 4. Nov. In dem Oekonomiegebäude des Landwires Linus Haffner brach heute Nacht Feuer aus, das trotz aller Be⸗ mühungen der Feuerwehr nicht mehr gelöſcht werden konnte, bis zwei Wohnhäuſer und zwej S enen dem Brand zum Opfer gefallen waren. Ueber die Entſtehungsurſache iſt noch nichts bekannk. Der Schaden iſt ein ſehr großer. *Mühlbach, 4. Nov. Der vom hieſigen evang. Volksver⸗ ein am Sonntag veranſballete große Volksabend hatte einen ſehr guten Beſuch aufzuweiſen. Als Feſtredner ſprech Pfarrer Dr. Fink⸗Mamnheim, der Generalſekvebär der badiſchen Volks⸗ vereine, in erfriſchenden, zu Herzen gehenden Worien über die evang. Kinche und ihre Erhaltung. 8 *Forhach, l. Nov. Nachdem die große Staumauer bis auf 25 m Höhe aufgebaut iſt, konnte mit der Füllung des Stollens begonnen werden. Damit wurde das Schwarzenbachwerk pratliſch in Betrieb genommen, da auch die entſprechenden Leitungs, und Turdinenanlagen fertiggeſtellt werden konnten. Die Kraftverſor⸗ gung iſt damit ein gutes Stück weiber gekommen, zumal das Stau⸗ becken infolge der Regenfälle in den letzten Tagen ſich zuſehends füllt. Die Arbeiten ſind ſelbſtverfländlich noch lange nicht beendet. Trotz der vorgerückten Jahreszeit herrſcht aber allſeits noch reges Leben. 0 Nachbargebiete dar„4. Nov. Ein Herr aus Fehlheim bei Auerbach auf der Drehor 995 die ein In⸗ ide im Hauptbahnhofswarteſgal niedergelegt halbe, ein paar Takte zu 12 5 Drehorgeln auf Bahnhöfen nicht erlaubt iſt, wollte ihen ein Schutzmann ein Protokoll machen. Da der Herr aber doch nicht als Bettler geſpielt hatte, wie die Vorſchrift ſicher nur gemeint iſt, kam es zu einer lebhaften Auseinanderſetzung, an der ſich das Publikum mit beteiligte. Der Herr will es auf eme derück töicge der Rechtsfrage ankommen laſſen, wie dde orſchrift gemeint iſt. mae 5. 05 Gegenüber von Preſſemeldungen, die von ezwer Gefährdung des Mainzer Domes ſprechen, teilt das Biſchöf⸗ Ordingriat Mainz dem zecer Anzeiger“ mit, daß die Nach⸗ rücht d. Tatſ ich i entſ i.„7 Auſtashenn. 4 5 22 der Familie des Landwirts Rudolf traf am Donnerstag ein Brief ein, daß ihr vermißt gemeldeter Sohn am 5. d. M. mit noch einſgen Kameraden in Hamburg ein⸗ trifft. Der Sohn war während des Krieges in Rußland verſchollen und hatts bis jetzt nichts von ſich hören laſſen. Da trockene Witterung herrſcht, Die hereinbrechenden Fluten richteten vielen. neue Mannheimer Jeltung(Mitaag ⸗ Rusgabe) Gerichtszeitung Mannheimer Schwurgericht »Mannheim. 5. Nov. Vorſitzender: Landgerichtsdirektor Dr. Bodenheimer. Beiſitzende Richter: Landgerichtsräte Glatte; und Dr. Darmſtädter. Geſchworene ſind: Florian Schenk, Ar⸗ beiterſekretär, Friedr. Bölſterling, Meiſter, Frau Anna Fröh⸗ lich, Frau Luiſe Böttger, Max Groß, Oberbaurat ſämtlich von Mannheim und Ludwig Geſchwill, Verlademeiſter in Ketſch. Vertreter der Anklagebehörde iſt Staatsanwalt Karlowa. 6 Jahre Juchthaus wegen Ermordung des Sohnes Eine ſchaurige Bluttat 007 am Sonntag, den 14. September abendse gegen 12 Uhr im Hauſe Relaisſtraße 15 in Rheinau zu. Der dort im 3. Stock wohnende verheiratete 52jährige Former Georg Jakob Sinn aus Neckarau erſtach im Streite ſeinen 20jährigen Sohn Oskar durch einen Meſſerſtich in die Bruſt. Der Vater hatte vormittags ſchon ſeine Uhr vermißt und vermutete, daß der Sohn Oskar ihm dieſe genommen habe. Er drohte, wenn bis abends die Uhr nicht da ſei, gebe es etwas. Nachts 12 Uhr kam es zum Zuſammenſtoß, wobei Oskar entſchieden den Beſitz der Uhr in Ab⸗ rede ſtellte. Im daroauffolgenden Handgemenge führte der Vater den tötlichen Stich gegen ſeinen Sohn. Die heutige Beweisaufnahme enthüllte ein tieftrauriges Bild des Familienlebens der Sinn Eheleute und ihrer 6 Kinder. Der Ange⸗ klagte iſt ſeit 1895 mit Maria geb. Helfrich verheiratet. Gleich in den erſten Wochen der Ehe mißhandelte er ſeine Frau und die vielen Jahre hindurch war ihr Leben das reinſte Martyrium. In ganz Rheinau war bekannt, daß die Familie in Unfrieden lebt und der Angeklagte der Urheber der Streitigkeiten iſt. Acht Beſtrafungen wegen Beleidigung. Körperverletzung, Bedrohung und Hausfriedens⸗ bruchs zog er ſich ſeit 1898 zu, davon zwei, die die Bedrohung und Mißhandlung ſeiner Frau betrafen und wobei er den Ausdruck ge⸗ brauchte,„er ſteche ſie tot“. Im Jahre 1901 verſetzte er ſeinem Bru⸗ der Georg mit dem Meſſer 2 Stiche, und als der Bruder ſich vor ihm zu retten ſuchte, verfolgte ihn der Angeklagte und verſetzte ihm rücklings 2 weitere Stiche. Im Jahre 1901 drang er mit geöffnetem Meſſer in eine Wirtſchaft ein, er wurde deshalb wegen Hausfriedens⸗ bruchs mit 2 Monaten und 2 Tagen Gefängnis beſtraft. Im Jahre 1910 bedrohte er ſaine Frau mit den Worten:„Jetzt muß ſie ſterben!“ Die Frau ſprang damals vor Entſetzen aus dem driten Stock in den Hof hinunter, ohne ſich erheblich zu verletzen. 3 Monate Gefängnis war hierfür die Strafe des Angeklagten. ine weitere Strafe von 5 Wochen Gefängnis erhielt er ebenfalls im Jahre 1910 wegen Mißhandlung ſeiner Frau. Im Jaßre 1922 brachte Sinn ſeinem Sohn Jakab einen Stich mit dem Meſſer bei. Im März 1924 bedrohte er ſeinen Sohn Oskar: Wenn du bis heute Mittag keine Arbeit haſt, kommſt du auf den Friedhofl! Bereits im Febr. 1923 ſtellte die Ehefrau Antrag auf Eheſcheidungz; ſie führte dieſe jedoch bisher wegen der Kinder nicht durch. Am Sonntag, den 14. September d. Is. abends ſuchte der An⸗ geklagte ſeinen Sohn zwei Mal in der Wohnung, ohne ihn zu treffen. Der Sohn kam inzwiſchen nach Hauſe und als der Vater um 712 Ubr aus dem Wirtshauſe heimkam, ſtieß er gewaltſam die Türe eir und ſtürzte auf ſeinen Sohn los. Dieſer beteuerte, nichts von der Uhr zu wiſſen und ſuchte ſich durch Verlaſſen der Küche vor dem Vater zu retten. Im gleichen Momente führte der Vater den ver⸗ hänonisvollen Stich, der nach wenigen Minuten den Tod des Sohnes zur Folge hatte.„Ich bin geſtochen!“ rief er noch ſeiner Schweſter Marie zu, und brach entſeelt zuſammen. Der Angeklagte erklärt heute, daß er angetrunken geweſen ſei und faſt nichts mehr vom ganzen Vorfall wiſſo. Er ſei erregt ge⸗ weſen wegen der Uhr, auch habe ſein Sohn Kartoffeln und Holz verkauſt und aus dem Erlöſe Zigaretten geraucht. Die Ehefrau des Angeklagten gibt als Zeugin folgendes an: Unſere Ehe war von Anfang an unglücklich. Ich hatte ein großes Martyrium zu erdulden durch die vielen Bedrohungen und Miß⸗ handlungen von meinem Mann, der bei ſolchen Anläſſen ſtets ein Meſſer in der Hand hatte. Ich mußte öfters im Speicher ſchlafen aus Angſt vor ihm. Mit den Kindern verfuhr er ebenſo unmenſchlich. Unſeren 12jährigen Sohn hat er ſo ſchwer mißhan⸗ delt, daß der Sohn gus Angſt vor weiteren Mißbandlungen ins Waſſer ging und darin den Tod fand.“ Die Tochter Maria beſtätigt, daß der Vater ſtets Streft ange⸗ fangen und die Mutter mißhandelt habe. Auch am 14. September habe der Vater den Sohn zuerſt angepackt. Der Zeugin Frau Wolf gegenüber äußerte Osfar Sinn einmal:„Der Alte geht mir nach eind will mich abmurkſen!“ Der Staatsanwalt führte in der Anklagebegründung u. a. aus: Die Verhandlung entrollte ein trübes Bild eines zerrütteten Familienlebens. Der Vater hat den Sohn erſtochen. Der Angeklagte iſt vielfach vorbeſtraft, wobei das Meſſer ſtets eine Rolle ſpielte. Die Beſtrafungen bezogen ſich meiſtens auf die Frau und den Sohn Jakob. Der Angeklagte trug die Hauptſchuld an den traurigen Familienverhältniſſen. Er war auch mit ſeinen Eltern verfeindet, ſelbſt ſeinem eigenen Bruder hatte er 4 Meſſerſtiche gegeben. Den Sohn Jakob hobe er bedroht, und jetzt habe er ſeinen Sahn Oskar erſtochen. Es kann kein Zweifel mehr beſtehen. daß der Angeklagte ſeinen Sohn töten wollte, er galt zeitlebens als Meſſerſtecher. Außer⸗ dem hat er ſeinen 12jährigen Sohn in den Tod getrieben, hat alſo den frühen Tod zweier Söhne auf dem Gewiſſen. Der Staatsanwalt beantragt die Erkennung einer Zuchthausſtrafe von ſechs Jahren nebſt Ehrverluſt von gleicher Dauer. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Freund hebt hervor, daß die Frau und die Söhne des Angeklagten wohl auch teilweiſe ſchuld geweſen ſeien an den vielen Mißhellig'eiten und daß der An⸗ geklagte mildernde Umſtände verdiene. Auch ſei zu erwägen, ob nicht ein milderes Strafgeſetz angewendet werden müſſe, da die Tat die geſetzlichen Merkmale einer Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode darſtelle. Das Schwurgericht hat folgendes Urteil erlaſſen: Der Ange⸗ klagte Geora Jakob Sinn wird wegen Totſchlags im Sinne des § 212 Str.⸗Geſ.⸗B zur Zuchthausſtrafe von 6 Jahren ab⸗ züglich? Wochen Unterſuchungshaft— und zu 5 jährigem Ehrverluft verurteilt. Das zur Tat gebrauchte Meſſer wird eingezogen. Die Urteilsgründe beſagen u..: Durch die Ausſagen der Zeugen iſt feſtgeſtellt, daß der Angeklagte ſeinen Sohn vorſätzlich ge⸗ tötet hat und auch das Bewußtſein hatte, ſeinen Sohn zu töten. Der Sahn war ihm nach ſeinen vielen Aeußerungen im Wege. Der Bater trägt die Schuld, wenn ſein Sohn nicht richtig erzogen wurde. Eine Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode könne nach allen Vor⸗ gängen, die ſich vor der Tat abſpielten, nicht in Betracht kommen. Auch mildernde Umſtände wurden verſagt, da der Angeklagte ſchon vor 10 Jahren als Meſſerheld gerichtlich beſtraft wurde. Die Urſache des Streites habe in einer geringwertigen Taſchenuhr beſtanden, es ſei daher unverzeihlich, wegen einer derartigen Bagotelle das Meſſer zur Tötung des eigenen Sohnes zu ergreifen, was doch noch etwas ſchwerwiegender ſei, als wenn im Streite ein wildfremder Menſch erſtochen wird. M. Amksgericht Landau„„ Gegen die Weinfälſchung wird in der Pfalz jetzt wieder mit äußerſter Schärfe vorgegangen, was die große Zahl der in der letzten Zeit verhandelten Weinprozeſſe beweiſt. So ſtanden der Winzer und Weinkommiſſionär Franz Pioth und ſein Sohn aus Roſchbach unter Anklage, 1800 Liter Wein und zwar 600 Liter 22er und 1200 Liter 23er Naturwein durch Zuſatz von 1000 Liter Waſſer, in dem 8 Zentner Zucker aufgelöſt waren, verfälſcht zu haben. Die Sachverſtändigen bezeichneten den Wein als überſtreckt. Entgegen der Angabe der Angeklagten, der Wein ſei nur zum Haustrunk be⸗ ſtimmt geweſen, kam das Gericht zur Auffaſſung, daß der Wein verkauft werden ſollte, und verurkeilte Franz Pioth wegen unter⸗ laſſener Buchführung zu einer Geldſtrafe von 50 Mark und ſeinen Sohn wegen Vergehens gegen das Weingeſetz zu einer Woche Gefängnis und 500 M. Geldſtrafe. Ebenfalls wegen Weinfälſchung und Nichtführens der vorgeſchriebenen Wein⸗ bücher waren der Weinhändler Oskar Lintz und ſein Bruder Eugen aus Edenkoben angeklagt, weil ſie etwa 2700 Liter 22er Weißwein durch Zuckerwaſſer überſtreckt haben ſollen. Obwohl die Zungenſach⸗ verſtändigen den Wein nicht beanſtandeten, wurde Oskor Lintz wegen eines fahrläſſigen Vergehens gegen das Weingeſetz zu 200 Mark 5. Seite. Nr. 516 Sportliche Runoͤſchau Schwimmen HFur Disaualifikation der Maadeburger Meiſterſchwimmer aibt der Vorſtand des Maadeburger Schwimmſportclub Hellas jetzt offt⸗ ziell bekannt,. daß ſeine Mitalieder Rademacher. Benecke. Gieſecke, Amann. Riedel, Hilmar, Cordes. Görnemann, Röhr und Haueiſen wegen Rauchens und Ueberſchreitung der Urlaubszeit mit Verweis und Startverbot von—4 Monaten beſtraft worden ſind. 4 Hegeln. 5 * Bezirks⸗ und Verbandsſpiele des Mannheimer Kegter⸗Ber⸗ bandes. Die Verbandsleitung gibt jetzt näheres über ihre ſportlichen Abſichten bekannt. Die Bezirksſpiele nehmen am 15. Nover⸗ ber ihren Anfang, ſie werden in vier Bezirken ausgetragen. Irt jedem Verein ſpielen 8 Mann mit 30 Kugeln auf Aſphaltbahnen. Die Bezirksmeiſter werden im Vor⸗ und Rückſpiel ermittelt. Die Rückſpiele nehmen ab Februar ihren Anfang. Jedes Spioel wird von einem Schiedsrichter geleitet. Wie bei Fußball zählt der Sieg 2 und das unentſchiedene Spiel 1 Punkt. Den Abſchluß bilden dann die Verbandsſpile um den Verbandspokal von Mannheim. Der Kegelſport hat in Mannheim jetzt feſten Fuß gefaßt und gewinnt ſtändig an Ausdehnung. 8 Boxen 5 Um die Weltmeiſterſchaft im Mittelgewichtsboxen kämpften in New⸗Nerſey der Titelhalter Mickey Walker und der Herausforderer Jack Malone. Walker verteidigte ſeinen Titel erfolgreich, indem er ſeinen Gegner klar auspunkte.—- *Niespel gewinnt den Carpentier⸗Pokal.— Das alljährliche Amateur⸗Boxkampf⸗Turier in Göteburg um den vor einigen Jahren geſtifteten Carpentier-Pokal, einem wertvollen Wanderpreis, der nach dreimaligem Siege in den Beſitz des betreffenden Boxers übergeht, und ſtets die Elite der europäiſchen Amateurboxer im Kampfe vereint, ſah diesmal den deutſchen Halbſchwergewichtsmeiſter Otto Nis vel ſiegreich, der ſeine ſämtlichen Gegner aus dem Felde ſchlug und ſich ſo erſtmalig die Anwartſchaft auf den begehrten Preis ſicherte. Schon im vergangenen Jahre war es ein Deutſcher, der in dieſem Wettbewerb die Siegespalme errang, und zwar der jetzige Profeſſional Harry Stein, ehemaliger Amateurfliegengewichtsmei⸗ ſter, der ebenſo wie Nispel dem SC. Heros 03⸗Berlin angehört.— Neues aus aller Welt — Straßenbahnunfall in Schöneberg. In der Hauptſtraße in Berlin⸗Schönebera ſtieß ein in der Richtung nach Berlin fahrender Straßenbahnzua, als er über das Notgeleiſe fahren woflte, mit einem Arbeitswagen der Straßenbahn zuſammen⸗. da er nicht rechtzeitig zum Halten gebracht werden konnte. Der Stra⸗ ßenbahnzug entaleiſte und leate ſich quer über die Schienen. Alle Fenſterſcheiben wurden zertrümmert. Neun Perſonen ſind mehr oder weniger ſchwer verletzt worden, deren ſich die Feuerwehr annahm. — Zwei Kriminalbeamte verhaftel. Großes Aufſehen erregt in Berlin die Verhaftung des bekannten Kriminalkommiſſars Peters und des in dieſem Dezernat beſchäftiaten Kriminalaſſiſtenten Bener. Die beiden Beamten, die jahrelang im Dienſte der Ber⸗ liner Kriminalpolizei ſtehen und ſich des beſten Rufes erfreuten, wurden unter ſchweren Beſchuldiaung der raſſiven Beſtechung ver⸗ haftet. In den bekannten Spritſchiebungen, bei denen es ſich um Un⸗ terſchleife von vielen Millionen Goldmark handelt. und die noch immer, außer der Staatsanwaltſchaft und Kriminolvolizei, die Finanzbehörden, die Reichsmonopolverwertung für Spiritus und das Neuköllner Zollamt beſchäftigen, waren die beiden obengenann⸗ ten Beamten mit Erhebungen und Ermittlungen beauftraat. Sie wurden unter dem Verdacht, die Hauptſchuldigen gegen Entgelt be⸗ günſtiat und unterſtützt zu haben, verhaftet und auf Anordnung des Chefs der Kriminalpolizei dem Unterſuchungsrichter zugeführt. — Geiſteskranke Fälſcher. Der Wunſch, mit möglichſt gerin⸗ ger Arbeit möglichſt große Reichtümer zu erwerben, läßt die Falſchmünzerei trotz aller Mißerfolge immer wieder aufleben. Kürzlich wurde in Fichtenau bei Rahnsdorf in einem unſchein⸗ baren Landhaus eine Geldſcheinwerkſtatt: unter beſonderen Um⸗ ſtänden ausgehoben. Der Beſitzer des woit' abſeits liegenden Grundſtücks, der 55jährige Rentier Paul Piachnow., war vor mehreren Jahren aus Berlin hierhergezogen. Er hatte ein Heirats⸗ bureau betrieben. das ſoviel eingebracht hatte, daß er ſich in Fich⸗ tenau zur Ruhe ſetzen konnte. Das Haus und ſeine Bewohner wurden von allen Leuten in der Umgegend gemieden. Piach⸗ now war wegen ſeiner Streitſucht berüchtigt. Wenn die Behörden ſeine krankhaften Anſichten nicht teilten, ſchrieb er lange Be⸗ ſchwerdebriefe und verſuchte, ſie in Schmähartikeln herabzuſetzen. Sein„Gerechtigkeitsfanatismus“ hinderte ihn aber nicht, ſich mit der Herſtellung von Falſchgeld zu befaſſen. Vor einigen Ta⸗ gen fiel die Kriminalpolizei überraſchend dort ein. Empört über das ihm wieder zugefügte„Unrecht“ verweigerte Pachnow den Zu⸗ tritt, und als die Kriminalvolizei mit Hilfe der Ortsbehörden mit Gewalt eindrang, ließ der krankhaft veranlagte Mann ſeine Wut an Möbelſtücken aus und richtete unter ſeinem Eigentum eine ſtarke Verwüſtung an. Die Tür zu einem verſchloſſenen Zim⸗ mer mußte aufgebrochen werden. Man ſtand jetzt vor einer voll⸗ kommen eingerichteten Falſchgeld⸗ Werkſtatit. Platten, Maſchinen, Waſſerzeichenpapier waren vorhanden. Von ebenfalls einen Teil. Man war zur rechten Zeit gekommen; d Verbrecher hatten noch kein Falſchgeld in Umlauf bringen könn; Es ſtellte ſich heraus, daß Piachnow, ſeine Frau und ſein 28jäh ger Sohn ſchon vor einiger Zeir für geiſteskrank erklärt wor⸗ den waren und ihnen vom Gericht ein Vormund beſtellt worden war. In Gemeinſchaft mit dieſem Vormund und einem Litho. graphen batte Piachnow den Gedanken gekaßt, Falſchgeld herzu⸗ ſtellen. Man verſuchte, falſche Dollarſchatzanweiſungen herzuſtellen. Da aber dieſe Scheine aufgerufen wurden, ſtellte man ſich um und beſchloß, in noch größerem Maße zur Verkerki⸗ gung von falſchen Zehnrentenmarkſcheinen zu ſchreiten. Der Vor⸗ mund Klein wurde beteiligt. man zog aus dem Schuppen in das große Vorderzimmer, und Klein finanzierte das Unterneh⸗ men. Zum Schein meldete man Frau Klein als Sommergaſt an. Klein und der Lithograph wurden verhaftet. 8 Waſlerſtandsbeobachtungen im Nonat Rovember 2 Rhein⸗Pegel 181. 1* 3. 4. 5 6. ſcgeckar-Hegeſſ 36. 955 38— 4. 5 L Schußerinſel“.47.90.252.00.97 1850 Mannbeim.89 266 7 20.732 7 87% ſebl.75.244.20.64.52.47 Geilbronn.45 2 80 3·30 3 08 248 Maxau...18.706.60.53.23.09 Mannbeim„.89.42.46.89.98.52 171 Kaub...51.88 845.50.00 Röln...81.81.7e.13.18.58 Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas Neue Mannheimer Zeitung, G. m. b.., Mannheim. E 6. 2. Direktion: Ferdinand Heyme— Chefredakieur: Kurt Fiſcher. Verantwortlich für den politiſchen und volkswirtſchaftlichen Teil: Kurt Fiſcher; für das Feuilleton: Dr. Fritz Hammes: für Kommunalpolitif und Lokales: Richard Schönfelder: für Sporr und Neues aus aller Welt: W⸗ll Müller; für Handelsnachrichten. Aus dem Lande. Nachbargebiete. Gericht n. den übria. redaktionellen Tetl: Fr. Kircher:( Anzeigen: K. Bernhardt. aut, Schwielen und abarzen eede et 0 2 igt ſchnell, Kukire: 0 ſicher. ſchmerz⸗ Aechtlich bdee 2 en. orenfach bewibit.— Drogerien erbältlich. Gegen Fasſchweiß, 15 Aler Npötbet Wundlaufen Kukirol⸗Fußbag. er-Apothete 1i 4 1: Einyorn⸗Apotheke R 1,—3; Kronen⸗Apotheke 8 Löwen⸗Apotheke anden Planken E 2. 16; Sdc en.An g 55 5 85 Drogerien: F. Becker Nachf. am Speiſemarkt; Th. v. Eichſtedt, Kunſt oßmann, Markt R1, 6, Drogerſe zum weißen Kreuz. H. Geyer Mittelſtr 60; 2 Geldſtrafe und ſein Bruder Eugen wegen Unterlaſſung der Buchführung zu 100 Mark Geldſtrafe verurteilt. Der be⸗ ſchlahnahmte Wein wurde in beiden Fällen eingezogen. * N Ludwig und Schütthelm 0 4. 3; Merkur⸗Drogerie Gontardplatz 2; Mich Drogerie G 2, 2; K. Muhlbardt. Mittelſtr. 28a, G. Schmidt merſtr. A. Sperber. Seckenheimerſtr. 291; 55 51 1Drogerie, Marktplatz; Victorla⸗Drogerie Huppert, Schwezin den Zehnrentenmarkſcheinen, die hier hergeſtellt wurden, fand man 3 1 6. Seite. Nr. 516 5 neue Mannheimer Jeitung lMittag⸗flusgabe) Donnerskag, den 6. November 1924 eue Mannheimer Seitung andelsblatt Der oberreiniſche Kohlenmarkt Ruhr-, Braun-, Schleſiſche⸗, Saar-, Engliſche⸗, Belgiſche Kohlen— Gaskoks Mannheim, Anfang November. hr. I. Ruhrkohlen: Preislich in der zweiten Oktober⸗ hälfte nichts geändert. Die erſtmalige Unterbrechung der abſteigen⸗ den Preislinie in der Nach⸗Inflationszeit durch die bekannte Prejs⸗ erhöhung am 1. Oktober hat, was vorauszuſehen war, die Abſatz⸗ kriſe in Ruhrkohlen verſchärft. Während auch in Jahren flauer Konjunktur die in den Sommermonaten am Oberrhein angeſam⸗ melten Lagerbeſtände in der jetzigen Jahreszeit abgefahren werden konnten, gehen in dieſem Herbſt immer mehr Mengen auf Stapel. Die Nachrichten über kategoriſche Forderungen der Ruhrbergleute auf Lohnaufbeſſerung, die Möglichkeit immerhin, daß der Bergbau dieſe Forderungen teilweiſe erfüllt unter Abwälzung der Mehr⸗ koſten auf die Verkaufspreiſe, brachten dem oberrheiniſchen Markt nicht die geringſte Anregung. Viele kohlenverbrauchende Induſtrien ſtellen ſchon den am 1. Oktober erhöhten Preiſen ein eſtimmtes, durch die allgemeine ſchlechte Wirtſchaftslage diktiertes„Non possumus“ entgegen. Der Unmut der Verbraucher wird erhöht durch die ſtarke Differenzierung der Ruhrkohlenpreiſe zugunſten norddeutſcher Gegenden. Es betragen zu. B. die Preiſe f. Hamburg Kohlenkontorpreiſe ab Ruhrzeche für Süddeutſchland in Rel ab Ruhrzeche i. Re Stückkohlen 14,.— 20,.— Nußkohlen lun 14.— 20,50 Nußkohlen III 18.— 18,75 Nuüßkohlen IV 1 17,50 Förderkohlen 11,— 15.— Gasförderkohlen 12.— 17.— Beſtmelierte 12.— 17.50 Fördergrus.— 13,75 Nußgrus.— 13.— Steinkohlenbriketts J. KA!l. 14,.— 19,.— Steinkohlenbriketts lI. Kl. 13.— 18.— Mager⸗Eiformbriketts 13,.— 18.— Während in allen anderen Sorten Ueberfluß am Oberrhein beſteht, gibt es ſeit einigen Wochen den für die Heizperiode begehr⸗ ten Hausbrand⸗Anthrazit von de“ Ruhr für Süddeutſchland prak⸗ tiſch überhaupt nicht mehr. Die Frage, ob über das Erzeuger⸗ Syndikat hinaus ein Reeder⸗ und Handels⸗Syndikat für Süd⸗ deutſchland unter ausſchließlicher Beteiligung der Erzeuger gebildet werden ſoll, iſt immer noch nicht recht geklärt und lähmt die Betätigung des Handels. Gegen dieſe Beſtrebungen beſteht ſelbſt im Erzeuger⸗Syndikat eine beachtliche Oppoſition. Auch heute noch werden Mengen außerhalb der Syndikats⸗Reederei⸗ und Handelsgeſellſchaft verfrachtet und verkauft. II. Braunkohlen: Das Geſchäft in Braunkohlenbriketts iſt nach wie vor lebhaft. Unter ſtetiger Abwärtsbewegung der Syndi⸗ katspreiſe, der Frachten und unter prozentualer Kürzung der Unkoſten⸗ und Verdienſtſpanne bei dem Platzhändler ſind die Kleinverkaufspreiſe auf einem Nivpeau angelangt, das in Mittel zwar immer noch um ca. 40 Prozent über dem der Vorkriegszeit, relotiv aber unter dem Preisſtand anderer Brennſtoffe mit Aus⸗ 7 ee 5 ürttembergiſche Transpork⸗Verſicherungs⸗Geſellſcheft zu heilbronn Die.⸗V., in der, wie uns geſchrieben wird, 15 Altionäre mit 1557 Stimmen vertreten waren, genehmigt einſtimmig den Papiermark⸗Abſchluß für 1923, wonach der buchmäßige Ueverſchuß von 49 255 679 873 854000 Papiermark auf neue Nechnung vor⸗ getragen wird und eine Divibdende nicht zur Verteilung gelangt. Dem Aufſichtsrat und Vorſtand wurde einſtimmig Entlaſtung erteilt. Die vorgelegte Goldmark⸗Eröffnungsbilanz auf 1. Januar 1924 wurde gleichfalls einſtimmig angenommen. Das bisherige Kapital pon 5 000 000 Papiermark(Friebenskapital 3000 000 Papiermark) wird darnach auf 500 000 Goldmark mit 25 Prozent Einzahlung umgeſtellt. Es wurde ferner die Er⸗ höhung des Goldmark⸗Kapitals von 500000%% um 1500 000 6% durch Ausgabe von 14500 Stammoktien und 500 Vorzugsaktien mit 20 fachem Stimmrecht zu je 100 G⸗ Nennwert bei 25 Prozent Einzahlung beſchloſſen. Zum Zweck der Durch⸗ führung der Erhöhung wurde ein Bankenkonſortium ge⸗ bildet, das bereits einen Teil der neuen Aktien übernommen und dieſen unter Ausſchluß des geſetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zunächſt den alten Aktionären anzubieten hat. Die Vorzugs⸗ aktien, die im übrigen nicht bevorzugt dividendenberechtigt ſind, wurden gleichfalls von einem Konſortium übernommen Die Ver⸗ waltung konnte auf eine Anfrage aus Aktionärkreiſen über die Ausfichten des Geſchäfts im laufenden Jahr Zuſfriedenſtellen⸗ des berichten, ſo daß bei beabſichtigten reichlichen Rückſtellungen ein günſtiges Ergebnis für 1924 erwartet werden kann. Von den ſatzungsgemäß ausſcheidenden Aufſichtsratsmitgliedern wurden Fabrikant Otto Hauck, Kommerzienrat Ludwig Link, Direktor Dr. Benno Weil⸗Mannheim, Direktor Fr. Weinmann, wiedergewählt, während eine Wiederwahl des Kommerzienrat Loß auf ſeinen Wunſch nicht vorgenommen wuürde. An deſſen Stelle wurde das langjährige Vorſtandsmitglied G. v. Olnhauſen, der nach einer mehr als 50 jährigen Dienſtzeit bei der Geſellſchaft aus dem Vorſtand auf ſeinen Wunſch ausſcheidet, neu gewählt. 18 „„ Schweizeriſche Paßgebühren. Dank der Bemühungen der Handelskammer Mannheim iſt es gelungen durchzuſetzen, daß das von den ſchweizeriſchen Vertretungen in Deutſchland geübte Berfahren, bei der Einziehung von Sichtvermerksgebühren, falls die Zahlung in Mark erfelgt, einen höheren als den Tageskurs zugründe zu legen, abgeſtellt wurde. Wie das Auswärtige Amt, das bei der ſchweizeriſchen Geſandtſchaft vorſtellig geweſen war, der Handelskammer mitteilt, ſoll ab 1. Oktober ds. Is. ein Um⸗ rechnungskurs von 1 Franken—.80„ zur Anwendung eN am kommenden Mantag beginnen. Dollar unverändert. nahme von Gaskoks liegt. Vergleichsweiſe betrugen die Preiſe für rheiniſche Hausbrand⸗Braunkohlenbriketts in Mannheim Juli 1914 im Großhandel 134,.—% per 10 Tonnen, im Klein⸗ handel 1,15 per Zentner, Nopember 1924 im Großhandel 195,.—% per 10 Tonnen, im Kleinhandel 1,60 per Zentner, bei 10 Ztr. 1,50 Kl. III. Schleſiſche Kohlen: Die ſchleſiſchen Zechen ſuchen durch Ausnahmepreiſe die Hinderniſſe zu überwinden, die ihren Kohlen auf dem Weg nach Südweſtdeutſchland durch die Frachtenpolitik der Eiſenbahn— ſeit einem halben Jahre wurden im Ausnahmetarif 6 für Steinkohlen uſw. die Sätze für Entfernungen über 800 Kni., diametral entgegengeſetzt zur allgemeinen Frachtermäßigung, er⸗ höht— entgegengeſtellt wurden. Einen beſonderen Umfang haben die Lieferungen aber noch nicht wieder erreichen können. IV. Saarkohlen: Die Saar, deren Preiſe unverändert blieben, hat von der Preiserhöhung der Ruhrkohle profitiert. Das Geſchäft iſt lebhafter geworden. Weit über den Rhein hinaus vermag die Saarkohle aber nicht vorzudringen, weil durch die Ermäßigung der Sätze des Ausnahmetarifs 6u für Steinkohlen uſw. im Rbein⸗ waſſer⸗Umſchlagsverkehr vom 10. Oktober das bisherige Miß⸗ verhältnis in der Frachtbehandlung der Saarkohlen vom Be⸗ rührungspunkt am Rhein gegenüber den dort umgeſchlagenen Kohlen der Ruhr oder aus England noch kraſſer als zuvor geworden iſt. So wird die Saarkohle von Württemberg und Bayern, wo ſie in Vorkriegszeit als Induſtrie⸗, hauptſächlich aber als Gaskohle heimiſch war, faſt vollſtändig ferngebhalten. Die gemeldete Berufung eines neuen Kommiſſars für die Einfuhr von Saarkohlen für die Pfalz und das übrige be⸗ ſetzte Gebiet durch den Reichskommiſſar für die Kohlen⸗ verteilung, deen urſprüngliche Aufgaben in der heutigen Zeit des Kohlenüherfluſſes natürlich erfüllt ſind. wird von Handel und Indu⸗ ſtrie dahin ausgelegt, daß in der Preisabbauaktion des Reichs⸗ wirtſchaftsminiſteriums, das ſich bekanntlich u. a. von Einfuhr⸗ Freigaben und Einfuhr⸗Erleichterungen eine Herabdrückung des allgemeinen Preisniveaus verſpricht, entgegen der alſgemefnen Annahme eine Einfuhr⸗Freigabe für den Grundſtoff der Wirtſchaft, die Kohle, nicht vorgeſehen iſt. V. Engliſche Kohlen: Auch hierin iſt das Geſchäft etwas lebhafter geworden. Die Preisentwicklung in Mannheim für eng⸗ liſche Kohlen iſt auf dem Wege nach unten aufgehalten worden durch den ſehr feſten Rheinfrachtenmarkt, der in der zweiten Oktoherhälfte zu verzeichnen war. VI. Beloeiſche Kohlen: Bei dem vollſtändigen Mangel an Ruhr⸗Anthrazit kamen kleine Mengen belgiſchen Anthrazits nach Süddeutſchland zu Ließhaberpreiſen. VII. Gaskoks: Die Gaswerke, die den Verkauf ihrer im Sommer angeſammelten Beſtände an Gaskoks durch ſtark eduzierte Preiſe zu forcieren beoannen, hatten volſen Erfolg. So nuß ſich 3. B. das Gaswerk Mannhbeim eine Lieferfriſt von—4 Wochen vorbehalten. weil die Einrichtungen zur Verladung und zum Ab⸗ transvort des Kokſes zur Bewältigung der Beſtellungen nicht gelangen, wobei jedoch für das einfache Viſum von 8 Franken aus praktiſchen Gründen 6,50 Goldmark erhoben werden. () Wieder Vörſennokierungen in Reichsmark. Die Beſtrebungen der Börſe auf Umſtellung der Börſennotierungen auf Reichsmark waren von Erfolg. Wie Verliner Blätter melden, wurde die Wiedernotierung ausländiſcher Goldmünzen an der Berliner Börſe jetzt beſchloſſen. Sie umfaßt zunächſt nur amerikaniſche, engliſche und ſranzöſiſche Goldſtücke und dürfſe OVom Stinnes-Konzern. Eine auswärtige Zeitung brachte eine Notiz aus Duisburg, wonach der Hugo Stinnes⸗Konzern ſich an der Firma Mathias Stinnes, das bislang ein reines Familienunternehmen(Guſtav Stinnes) war, beteiligt habe. Die Firma Math. Stinnes G. m. b. H. Mülheim(Ruhr) legt Wert auf⸗die Feſtſtellung, daß dieſe Notiz nicht den Tatſachen entſprichtt und ſchreibt uns, daß auch keine Verhandlungen ſtatt⸗ gefunden haben, die auf eine Veteiligung des Hugo Stinnes⸗ Konzerns an ihrer Firma hindielen. Deviſenmarkt Nach der nun beendigten amerikaniſchen Präſidentenwahl liegen ſämtliche europäiſchen Deviſen ſehr feſt. Eine Ausnahme machen lediglich der franzöſiſche und belgiſche Franken und der italieniſche Lire. London gegen Paris ſtellt ſich auf 8776 gegen 8676 von geſtern, Kabel gegen Paris 19,15(19,10), Kabel gegen Schweiz 518,50(Friedenspreis 519). Ferner notieren London gegen Schweiz 2369(2358), Paris gegen Schweiz 2705(2720), Holland gegen Schweiz 206,25(205,50), Kabel gegen Holland 2,,50(252,50), Paris gegen Holland 1310 (1325), London gegen Holland 1149(1147). In Goldpfennig ausgedrückt ſtellt ſich der Kurs für das engliſche Pfund auf 19,19(19,08) l. Ferner notierte der franzö⸗ ſiſche Franken mit 21,90(22) 3, der Schweizerfranken mit 81 Friedensparität(80,90). 3, der italieniſche Lire mit 18.25(18,30).3, der holl. Gulden mit 1,6790(1,66.30) ½, die Tſchechenkrone mit 19,533, die norweaiſche Krone mit 6080(60,40), die däniſche Krone mit 73,10(7290) 4, die ſchwediſche Krone mit.12,20 (4,11.85) /, der belgiſche Franken mit 20,15(20,20), der argen⸗ tiniſche Peſo mit 1,55,30(1,54,55) und der ſpaniſche Peſeta mit 56,80(56.60) 8. Der Schweizerfranken iſt die erſte europäiſche Deviſe, die ihren Goldſtand gegenüber dem Dollar wieder er⸗ reicht hat. Aus Newyork kam die deutſche Mark mit 4,20 0 0 reichen. Börſenberichte Mannheimer Effektenbörſe „: Mannheim, 5. Nopbr. Die Tendenz war heute wenig geändert. Badiſche Anilin 18,25., Knorr, Heilbronn 3,30., Unionwerke 77., Zellſtoffabrik Waldhof 7,75., Zuckerfabrik Frankenthal 3 G. und Germania Linoleum 1076 G. ex. Div. Abſchlüſſe wurden getätigt in Dampfkeſſelfabrik Rodberg zu 4, Gebrüder Fahr 5,50, Neckarſulmer 5,75, Pfälz. Mühlenwerke“8, Rheinelektra 6,75, Freiburger Ziegelwerke 2,50 und in Zuckerfabrik Waghäuſel zu 278. Waren und Märkte Berliner Metallbörte vom§. November Preiſe in Feſtmart für 1 Kg. 4. 5. Aluminium 5 5. Elektrolytkupfer 130,25 130.25 in Barren 2,40.2,50.,40⸗2,50 Raffinadekupfer.19⸗1,20.20⸗1.21 585 ausl..10⸗5,20 5,05⸗5,15 Blei.71.0,73.72..73 üttenzinn 5,00-5,10.95•5,05 RohzinklVb.⸗Pr.)—.—. Nickel.,05⸗3,15 3,05⸗3,15 do.(fr Verk.) 90,65⸗0,68 0,85⸗0,68 Antimon.98..00 98•1,00 Plattenzink.,58⸗0,59.58⸗0,59 Silber für 1 Gr. 97.50.99. 97.50.98,50 Aluminiunt 2,30⸗2,40 2,30⸗2.40 Platin p. Gr.—.——— London, 5. Novembetr(WB) Metallmarkt.(In Lſt f. d. engl. t v. 1016 Kg. 4. 5. 4 5. Blei 38,60 38,50 Kupfer Kaſſa 64, 63,60 beſtſeleft. 68,50 68,.— ink 84,37 34,85 do. 3 Monat 64,15 65, Nickel 185, 165, ueckſilber 11.50 11,50 do. Elektol. 68.50 66.50] Zinn Kaſſa 256.60 258, Regulus 60.— 60.— :: Pforzheimer Edelmetallpreiſe vom 5. Novpbr. 1 Kg. Gold 2800., 2810.; 1 Kg. Silber 97,50., 98,25.; 1 Gramm Platin 14,75., 14,90 B. :: Nürnberger Hopfenmarkt vom 4. Novbr. Am heutigen Hopfenmarkt wurden 100 Ballen zugefahren, von denen 30 Ballen umgeſetzt wurden Der Markt iſt ſehr ruhig. Markthopfen koſteten 180—270% und Hallerthauer 225—240 l. :: Skuttgarter Hopfenmarkt vom 4. Nopbr. Ueberſtand vom letzten Markt 5 Ballen, neue Zufuhr 4 Ballen, verkauft wurde 1 Ballen zu 230% für mittlere Ware. Nächſter Markt am 10. November. Magdeburg, 5. Novbr. Jucker prompt innerhalb 10 Tagen 16,50 Goldmark. Schwächer. * Bremen, 5. Novbr. Baumwolle. American Fully middling c. 28 g mm loko per engl. Pfund 26,38(26,38) Dollarcents. * Baumwollterminhandel in Bremen. Wie verlautet, ſoll in Bremen der Baumwollterminhandel aufgenommen werden. Man hofft, die Vorbereitungen, vor allem auch baulicher Art, ſo weit beſchleunigen zu können, daß die Terminnotierungen noch Anfang Dezember vorgenommen werden können. Schiffahrt Frachtengeſchäft in Duisburg⸗Ruhrort vom 5. November Die Schiffsmiete beträgt pro Tonne und Tag 6 Pfg. ſoweit Kahnraum angenommen wurde. Exportkohle nach Nokterdam: 1 Gulden bei geſetzlicher Lade⸗ und Löſchzeit. Hochwaſſer ruht der Verkehr faſt vollſtänd. Konferenz der Rheinſchiffahrts⸗Inkereſſenten Dieſer Tage tagten in Köln mit dem Verein zur Wahrung der Nhoinſchiffahrtsintereſſen und auf deſſen Einlabung Vertreter der deutſchen Handelskammern des geſamten Rheinſtromm⸗ gebietes zur Beratung über die wichtigeren Zollfragen des Rheinſchiffahrts⸗ und Hafenweſens. Den Vorſitz führte Generaldirektor Welker⸗Duſſeldorf. U. a. ſprach ſich die Ver⸗ ſammlung für die ſchleunige weitere Ermäßigung der Main⸗ Schiffahrtsabgaben aus. Zur Frage der Ablenkung des Vertehrs wurde Bezug genommen auf die in Haſcch Verhand⸗ lungen von der maßgebenden Reichsſtelle gegebene Zuſicherung, gaß bei den Einfuhrtransporten der Reichsgetreibeſtelle ohne Ruckſicht auf den frühere ausgeſtellten Schlüſſel keine grundſätzliche Bevor⸗ zugung der deutſchen Nordſeehäfen gegenüber dem deutſchen Rhein⸗ trom erfolge, ſondern vielmehr der jeweils wirtſchaftlichſte Weg gewählt werden ſoll. Die neuerliche Inanſpruchnahme ledig⸗ lich der deutſchen Nordſeehäfen erfüllte die Verſammlung mit Beſorgnis. Sie ſprach die beſtimmte Erwartung aus, daß, ſoweit die Reichsgetreideſtelle noch Getreideeinfuhrtransporle zu vergeben habe, die ſeinerzeit gegebene Zuſicherung auf alle Fälle gehalten wird. Weiter wurde beſchloſſen, das Reichsverkehrsminiſterium und die Reichsbahnverwaltung dringend um die beſchleunigte Ein⸗ führung der beantragten Waſſerumſchlagstarife und um die Erweiterung des Ausnahmetarifes 6 für Kohlen zu erſuchen. Zur Frage der Organiſation der Rheinwaſſer⸗ ſtraßen⸗Verwaltung werden die Handelskammern auf Ein⸗ ladung der Kölner Kammer Mitte Dezember zu einer beſonderen Beratung zuſammentreten. Lebhafte Zuſtimmung fand ein Vor⸗ ſchlag, daß die Kammern ſich einzeln und der Induſtrie⸗ und Handelstag für die Geſamtheit der deutſchen Kaufmannſchaft an die zuſtändigen Miniſterien wegen Abſchaffung des Paß⸗ zwanges und Einleitung diplomatiſcher Verhandlungen mit dem Auslande wegen der gleichen Maßnahme in Verbindung ſetzen möchten. Die Verſammlung ſprach ſich dann noch gegen den Ent⸗ wurf eines für das Rheingebiet geplanten Flaggenrechtes aus. Die nächſte Sitzung iſt für nächſtes Frühjahr geplant.):0 * : Perſonenſchiffahrt auf dem Oberrhein. Die von Baſel aus⸗ gehenden Beſtrebungen, die Perſonenſchiffahrt auf dem Rhein oberhalb Baſel wieder in Gang zu bringen, hahen bisher das Ergebnis gehaht, daß von Intereſſenten 100 000 Franken zu⸗ ſammengebracht worden ſind, die allerdings noch⸗ nicht zur Be⸗ ſtellung des Baues des in Ausſicht genommenen Dampfers aus⸗ eeee eee, reneeee eeeeeeee — —— —— —— — 1 — 7. Seite. Nr. 516 Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein innigstgeliebter, treu- sorgender Mann und herzensguter Vater Herr Rudoli Kriisch im Alter von 50 Jahren, am Mittwoch den 5. ds. Mts, nachmittags um 5 Uhr, infolge Herzlähmung sanft entschlafen ist. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Johanna Kriſsch geborene Brodersen. Mannheim, den 6. November 1924. Die Beerdigung findet am Samstag, den 8. November, nachmittags 3½ Uhr von der Friedhofkapelle aus statt. Freunden und Bekannten die schmerz- liche Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Karoline Lenz geb. ftupp heute mittag durch den Tod von langen Leiden erlöst wurde. Mannheim, den 5. November 1924. (Kheinparkstr. 1) 8412 In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Philipp Lenz, Hauptlebrer a. D. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 7. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr. ihrem Statt besonderer Anzeige. Am Freitag, den 31. Oktober verschied unerwartet inſolge eines Herzschlages unsere liebe Mutter, Gioß- muſter. Tochter, Schwester und Schwiegertochter, Frau Anna Schäfer geb. Wolff Wiesbaden, Mannheim, Lameystr. 2. 8438 Am 5. ds. Mts. verschied, von uns tiefbetrauert, unser allverehrter Chef 8442 Herr Rudolf Krifsch Wir beklagen in dem Heimgegangenen den Verlust eines außergewöhnlich gütigen Vorgesetzten. Seine vorzüglichen Charaktereigenschaften und seine väterliche Herzensgüte für alle seine Angestellten, sichern ihm die Achtung und die Liebe aller, die für ihn tätig waren. Sein Andenken bleibt uns unvergessen. * Die Angesfellfen des Hofel Pfälzer Hof. Mannheim, den 6. November 1924. In tiefer Trauer: Theodor Schäfer u. Frau Maria geb. Cron und Söhnlein Doktor Emil Hees u. Frau Mariechen geb. Schäfer Frau Ferdinand Wolff u. Familie Frau Maria Schäfer. 3 2 Zu kaufen gesucht Etaàagenhaus 2; in bester Lage der Oststadt, neuzeitl. eingerichtet, mit -8 Zimmerwohnungen, wovon eine durch Tausch in ab- sehbarer Zeit freigem. werden kann. 4384 Angebote nur vom Verkäufer direkt unter Z. M. 39 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. „ees 90 eeeeseeseseseeeeesse 2 2 5 5 55 N Großes 1 Jut möhl. Immer L mit Penſion ſofort zu 55 vermieten.*4454 1 815 0 9 L5. 9, 2 Treppen. in verkehrsreicher Straße Kauf-Gesuche. (Breite Straße od. Planken) Kolonialwaren- sofort gesucht. 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November 1924 1 len ae 8 5 rreffliche + verwendef nufꝭ eee iue AgG. KaRι. αννet 8 —————— —— den 10. November, 5 25„AHontag, e U Marmonie 9 2, 6 n Im fesſlich geschmickſen Nibelungensa ‚ de eeh 9 Auf Wunsch vieler Damen dritter und letzter»,allen Füchern 34401 Naenhilfe am Samsiag, den 8. November, abends 8 Uhr bis morgens 4 Uhr Waldedt-Frauenvortra auch in Vorort. Aufr. u. —* A. D. 56 an die Geſchſt. 2 nericht aus Wiesbaden! Die beiden Prauen-Vörträ„ die der Sanaloge frer 7 UVNS/— Hans Waldeck-Zeilin hielt 4—5 3 8 55 55 Wer Fateiligt ſit 15 2 J— den Anschem, daß auch ein dritter Voitiag ebenso stark besucht sein Fügliseh f. ffanz)siech 8 2 0 e 555 das große seelische Leiden Aeeg 1 8 2U Qunst 2 14— aus, das heule auf dem Weibe besonders jastet.. Der Voc! de VV¶, en des intern. Aftisten-Verbd., Sſcher wie qold Ortsgruppe Nonnheim bat die Gade, diese Ersche nung psyeho ogisch richiig zu erlassen den RHabarefl- 4 Nachannel dein 1 5 52 0 2.Gech mii IKI Auffũ 5— mit äußerlstem Nachdiuck behandel ideek all das] Wer erteitin are hrungen hies. u. auswärliger Künsſler rndne e—1 Belehtung. eg 5 Wd 7 2 — zugleich.“— Man beachte das Inserat in der 8 5 50 1 Grosses Tanzorchesſer ose 5— Preisang unt. V. V. 23 Alte und neue Tänze— d. d. Geſchäftsſt. B4849 1 2 Tenzleitung: Friedrich Heß, Tenzsportmeister NMannheim Eintrittscatte einschſſessſich Steuer.90 Nk., Empore.30 Nk. 5 Grne nnd backor.— das Synbol der Siebliclkei, Nandschrit 2 5 razie un önheit. 7 2 Vorverkauf: Fe.: Spiegel& Sohn, O 7(Heidelbergerstresse) 3 80 2 Ludvigshefen;: Spiegel& Sohn, Keiser Wilhelmstr. 7. 4418 ee e e eeenee Tabesoran 8„Die klein e Mutter“, ein wundervoller Film voll eeeeeeeeeeeeeeedenHHe. e he 8 tür Aung und Alt: „Süngerkranz Mannheim“. 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Novemhber 1924 nachmittags 3 Unr die offizielle jelplan duroh den prachtvollen mit dem ersten deutschen Grogfilm der Splelzeit decaeuend Sechs Akte aus dem Leben von vier Menschen, die in hatter Schule lernen müssen, dass Mutterliebe stärker ist als alle Macht und Reichtum Arnold Rieck und Hanne Brinkmann⸗Schunzel. dieser Welt. Die verkörpern: Erna Morena, Wilneim Dieterle, Wiihelm Diegelmann Ein großer Dichter gab den Stoifl Wuchtia abeitete elne fei fünlande Regle! Erste Kanstler lassen das fertige Werk e leben! Ein abwechslungsteiches, hervorragendes Be progtramm vervollständigt den Spielplan: Ein erstklessiges, gut besetztes Künstler-Orchester vollzleht die musikalische Alastration! Rernselie 6 Doppelstücke à 200 gr ruur 95 „Lei zſentnus Fel. 6122 5 gchupetingerStr. 5 Tlachhx Petenegr der Spirituosen- und Likörbranche für Spe· rial. Flaschenmarken gesucht. Angebote unter A. Z. 76 an die Ge- 8 schäftsstelle dieses Blattes. 4429 5 Gesucht wird: 7 2 Kraftfahrer(gel. 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In Szene gesetzt von Richard Meyer-Walden Musikalische Leitung: Richard Lert. Bühnenbilder von Heinz Grete. Technische Einrichtung: Karl Meyer. Conzertino: Max Kergl, Bernhard Contadi, Franz Neumaier, Carl Müller, Max Flechsig. Continuo: Carl Müller, Cembalo: Karl Klaußz. Anfang 7½ Uhr Otto II, deutscher Kaiser Theophano, Tochter des grle- chischen Kalsers Romanòs II. Emirenus, unter diesem Namen Plratenführer, in Wahrheit Theophänos Bruder Basiios Wilheim Fenten Gismunde, Witwe Berengars, Helene Reffert des Tyrannen Adalbert, ihr Sohn Paul Berger 47 Mathilde, Ottos Base, mit Adalbert verlobt Pauline Strehl e ontag-Abend In Hibeunsesa 9— Pfälzer-Abend „Lindenwirtin, du junge.“ mit Elise De Lank, Else Flohr, Neugebauer 86 und den übrigen bewährten Kräften Anlang 8 Uhr. Kleine Preise ereinite Lonzertſeftungen Heute Donnerstag, abends 7½ 5 Harmonie D 2, 6 843⸗ 5 1. Meister-Nlavierabend Walter Gieseking Deutsehlands bedeutendster Pianist Werke von Bach und Schumann Ende 10 Uhr. 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