————— * t * eeeeeee, * ———————— „ tages zuwiderlaufe. Es Dienskag, 6. Juli Cezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung erei ins Haus oder durch die Poſt monatlich.⸗M..50 ohne Beſtellgeld. Bei eventl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nachforderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto Nr. 17590 Karlsruhe.— Hauptgeſchäftsſtelle 8 6, 2.— Geſchäfts⸗Nebenſtellen Waldhofſtraße 6. Schwetzinger ſttaße 24, Meerfeldſtraße 11.— Telegramm Adreſſe. Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. zwölfmal. Fernſprech⸗Anichlüſſe Nr. 7941. 7942. 7943. 7944 u. 7945 2 Abend⸗Ausgabe 4 1 Für Anzeigen an beſtimmten Tagen Stellen und Aus gaben — wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Gewalt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu leinen Erſatz⸗ anſprüchen für ausgefallene oder beſchränkte Ausgaben Culllaux Kampf mit der Oppoſilion Die Sozialiſten für„Kampf bis aufs Meſſer yVParis, 6. Juli.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Der große Tag für Caillaux iſt angebrochen. Es verlautet, daß der Finanz⸗ miniſter in einer faſt vier Stunden langen Rede ſeine Pläne zur Löſung der Finanzkriſe entwickeln und auf Grund des Finanzgut⸗ achtens über die Sanierungspläne der Regierung ſprechen wird. Caillaux wird ſich mit 17 Interpellanten auseinanderzuſetzen haben. Vertreter ſämtlicher Parteien haben geſtern dem Kammer⸗ präſidenten mitgeteilt, daß ſie die Regierung interpellieren werden. der ſozialiſtiſche Führer Renaudel kündigt einen Kampf bis aufs Meſſer gegen die Steuervorſchläge der Experten an. Andere Linksrepublilaner bekunden ihre Unzufriedenheit mit den Finanzreformplänen der Experten, die, wie von den Sozialiſten her⸗ vorgehoben wird, die Arbeitskraft aufs ſchwerſte ſchädigen könnten, falls ihre Verwirklichung zuſtande käme. Ueber die Abſichten Tardieus iſt nichts weiteres bekannt, als daß er in der Kammer am Freitag das Wort ergreifen wird. Man erklärt jedoch, Tardieu werde jetzt durch Caillaux in Schach gehalten, der von Briand beauftragt worden ſei, dem berüchtigten Clemenciſten Wahrheiten ins Geſicht zu ſagen, die Tardieu im höchſten Grade unangenehm ſein könnten. Außerdem erklärt man, daß Senator Beranger, der Mitſchöpfer des Schuldenregelungs⸗ abkommens, ein ſtarkes Anklagematerial gegen Tardieu ouis Ame⸗ rika mitgebracht hat und entſchloſſen iſt, es der Regierung zur Verfügung zu ſtellen für den Fall, daß Tardieu wirklich einen An⸗ griff auf das Waſhingtoner Abkommen unternehmen ſollte. neue indirekte Steuern Wie verlautet, ſoll Caillaux in der geſtern abend abgehaltenen Kabinettsſitzung erklärt haben, daß er den Sachverſtändigenbericht in der Frage der Währungsſtabiliſierung in ſeiner Geſamtheit billigen und ſeine reſtloſe Durchführung durchſetzen werde. Der Kabinettsrat ſoll ſich einmütig auf die Seite des Sachverſtändigenausſchuſſes ge⸗ ſtellt Aund die Notwendigkeit anerkannt haben, neue indirekte Steuern in Höhe von 2,5 Milliarden Franken für das Budgetjahr 1926 und 500 Millionen für 1927 zu ſchaffen. Dadurch ſoll eine weitere Inflation vermieden werden. Der Kabinettsrat ſei gleichfalls der Meinung, daß eine Normaliſierung des Franken nur mit Hilfe aus⸗ wärtiger Kredite erfolgen könne. Die Aufnahme auswärtiger Kre⸗ dite würde aber von der Regelung der franzöſiſchen Schulden bei Amerika und England abhängen. Die Regierung werde nicht auf den Achtſtundentag verzichten. die engliſche Kohlenkriſe § London, 6. Juli.(Von unſ. Londoner Vertreter.) Geſtern morgen iſt inm Kabinettsrat beſchloſſen worden, daß das Geſetz über rden Achtſtundentag in den Kohlenzechen am nächſten Mittwoch eingebracht werden ſoll, was das gleichzeitige Inkraft⸗ treten dieſes Geſetzes vorſieht. Die Regierung trifft umfangreiche Maßnahmen, um Unruhen zu verhüten. Es verlautet, daß So w⸗ jletrußland neuerdings einen bedeutenden Betrag an Coock geſchickt habe, um die Streikenden zu unterſtützen. Coock allein iſt nicht verſöhnlich geſinnt, dagegen arbeiten der frühere Miniſter Snowden und der Sekretär des Eiſenbahnſyndikats 2 eine Verſtändigung hin. Es werden natürlich von den Grubenbeſitzern den Arbeitern verſchiedene Bedingungen angeboten, um die Arbeit wieder aufzunehmen, z. B. ſind in Norkſhire die Lohnbedingungen deſelben wie im vorigen April, in Warwickſhire iſt eine bedeutende Erhöhung der Lohntarife angeboten worden. Was Wales anbetrifft, ſo hört man, daß die Lohnſkala an der Höhe des Jahres 1925 ge⸗ meſſen eine Erhöhung von 42% v. H. aufweiſen wird. Der Präſi⸗ dent der Grubenarbeitervereinigung Shmith hat erklärt, daß die Grubenarbeiter einig ſein werden und alle ihnen gemachten Vor⸗ ſchläge zu einer Verſtändigung abzulehnen entſchloſſen ſeien. Das Oberhaus hat geſtern abend die Diskuſſion des neuen Minengeſetzes, deſſen Votierung in zweiter Leſung durch den Vis⸗ counfte Cecik ien Namen der Regierung verlangt worden iſt, be⸗ gonnen, Viscoußte Cecil hat bemerkt, daß es ſich um temporäre Waßnahmen handele, die keineswegs dem Prinzip des Achtſtunden⸗ hat auch darauf Wert gelegt, daß das Kabinett bereit iſt, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und als Vermittler in den Konflikt einzugreifen. Viscoumtte Haldane erhob hierauf, um die Ablehnung des Geſetzes zu beantragen. Er führte aus, daß ein ſolches Geſetz jede Verſtändigung und jedes Zuſammen⸗ wirken unmöglich machen würde. In dieſem Punkte wurde er von Lord Thompſon unterſtützt, der erklärte, daß das Geſetz große Unzu⸗ friedenheit bei den Grubenarbeitern herorzzuſen würde und daß das alleinige Reſultat, das ſich aus der Einführung einer ſclchen Beſtim⸗ mung ergeben würde, nichts anderes ein könnte, als die ſchiebung der Verhandlungen bis in die Unendlichkeit. Außerdem warnte Lord Thompſon vor einer Verſchärfung der inneren Kriſe, die weitere Zwangsmaßnahmen nach ſich ziehen könnte. Schließlich ſprach noch Lord Gainfort zu Gunſten des Geſetzentwurfes. Es wird jetzt die Liſte der geplanten Skaatsaufträge für ausländiſche Kohlenankäufe bekannt. Darunter befindet ſich eine Summe von 3 433 000 Pfund Sterling. Der größte Teil dieſes Betrages iſt für den Ankauf von ahle in Nordamer ika beſtimmt. Infolge der Weigerung des ien Kohlenarbeiterſyndikats, nach England Kohlen auszuführen und der Schwierigkeiten unter den gegebenen Umſtänden von Belgien nach England Kohlen zu verkaufen, hat ſich die britiſche Regierung mit Nordamerika hierüber in Verbindung geſetzt. Man glaubt nicht, 80 die Staatsaufträge in vollem Umfange in Amerika getätigt wer⸗ on N. Vieier engliſche Kohlenarbeiter ſind geſtern wegen Sabotage ihrer Zechen verurteilt worden. Die„Ere Nouvelle“ ſchreibt am Schluß ihrer Betrachtung über die heutige Beratung, daß die Sachverſtändigenausſchüſſe in England und Deutſchland heilſame Arbeit verrichtet hätten. Der Dawesplan habe nicht nur eine europäiſche Entſpannung, ſondern auch die Li⸗ quidierung der eigenen Reparationsfrage gebracht. Es beſtehe kein Grund, daß ſich Frankreich einer engliſchen Methode nicht unterwerfe. das Elſaß und die franzöſiſche Politik In einer längeren Betrachtung zur Einſtellung der franzöſiſchen Politik auf das Elſaß ſchreibt der katholiſche„Elſäſſer“ in Straßburg u..:„Die pfychologiſche Formel„Wiedergutmachung des 1871 an Frankreich verübten Unrechts“, welche im Verſailler Vertrag juri⸗ diſche Geltung erhielt, wurde von Anfang der Stunde an auch poli⸗ tiſch gebraucht. Die 48 Jahre deutſcher Herrſchaft ſollten einfach aus dem Buche unſerer Geſchichte herausgeriſſen, und der Faden dort wie⸗ der angeknüpft werden, wo er 1871 abgeriſſen wurde. Welche Unge⸗ heuerlichkeit dies im modernen Staatsweſen bedeutet, iſt ſeitdem klar geworden. Wir wollen nicht die harten Worte ſprechen, die ſich einem unwillkürlich auf die Zunge drängen. Wir wollen noch hoffen, daß ſich endlich in unſerem eigenen Lande und zwiſchen Frankreich der Wille zur Verſtändigung findet. Mindeſtens aber der Wille zur ſachlichen Diskuſſion! Iſt es denn ſo ſchwer, uns ohne dem Argwohn entgegenzutreten, daß jeder Elſäſſer, der die bisherigen politiſchen Schlagworte als falſch und unzulänglich zurückweiſt, von deut⸗ ſchem Gelde bezahlt ſeil Iſt es denn ſo ſchwer, ſich mit uns offen und ehrlich an den gemeinſamen Arbeitstiſch zu ſetzen, und in bewußter Abkehr von den alben verlogenen und geiſtloſen Götzen ein neues, gemeinſames Vaterland zu zimmern, in dem wir und ſie zu⸗ frieden und glücklich leben können? Wenn nicht einmal der Wille zu dieſer Tat vorhanden iſt, dann müßten wir darauf verzichten, Frank⸗ reich zu erneuern! Dann müßten wir uns mit gebrochenem Herzen in das Schickſal fügen, Frankreich kein neues politiſches Prinzip gebracht zu haben, ſondern, bekämpft von den Feinden und verlaſſen von den Freunden, ohne die geringſte Reaktion von einem freiheitlichen Staatsweſen aufgeſogen und erdroſſelt worden zu ſein!“ Reine Reiſe Schachts nach Paris Zu der von engliſchen Blättern gebrachten Nachricht, daß ſich Reichsbankpräſident Dr. Schacht in den nächſten Tagen nach Paris begeben werde, um dem Finanzminiſter Caillaux ſeine Hilfe für die Frankenſtabiliſierung anzubieten, teilt das franzöſiſche Finanzmini⸗ ſterium mit, keine Kenntnis von derartigen Abſichten Dr. Schachts zu haben. Aus dem Preußenparlament UBerlin, 6. Juli.(Von unſerem Berliner Büro.) Heute vor⸗ mittag iſt man im preußiſchen Landtag zur Beratung des Juſti z⸗ etats übergegangen. Der erſte Redner war der Sozialdemokrat Kuttner. Ausgehend von dem Fall des Senatspräſidenten Groß⸗ mann, der bekanntlich aus dem Preußiſchen Richterverein ausge⸗ ſchloſſen wurde, führte er zunächſt lebhafte Klage über die Verfol⸗ gung republikaniſcher Richter. Er rügte dann weiter, daß der durch den Höfle⸗Prozeß bekannte Gefängnisarzt Thiele immer noch nicht vom Dienſte ſuspendiert worden ſei und daß überhaupt die Beſchlüſſe des Landtages, die ſich gegen die Mißwirtſchaft in Moabit richten, noch nicht durchgeführt worden ſeien. Den deutſchnationalen An⸗ trag auf Aufhebung der Unterſuchungsausſchüſſe bezeichnet Kuttner als wenig konſequent und hielt den Deutſchnationalen vor, daß ſie ſelbſt die Einſetzung von drei Ausſchüſſen, darunter des Barmat⸗ Ausſchuſſes, beantragt hätten. Zum Schluß drohte Kuttner damit, daß ein Links putſch kommen könnte, wenn große Kreiſe der Be⸗ völkerung einſehen müßten, daß ohne die republikaniſch⸗demokratiſche Staatsform nichts nütze. Eine Nnregung im Preußenparlament =J Berlt, 6. Juli.(Von unſerem Berliner Büro.) In der geſtri⸗ gen Sitzung des preußiſchen Landtages unterhielt man ſich bei der Etatsberatung u. a. auch über die Frage der Fürſtenabfin⸗ dung, die von dem volksparteilichen Führer Dr. von Campe an⸗ geſchnitten wurde. Er richtete an die preußiſche Regierung die Mah⸗ nung, das jetzt entſtandene Vakuum nicht unbenutzt verſtreichen zu laſſen. An der preußiſchen Regierung, die am unmittelbarſten an dem Problem beteiligt ſei, läge es jetzt, die Initiative zu ergreifen. Herrn von Campes Appell ging aber auch inſofern die Fürſten an, als er beſonderen Nachdruck auf die Notwendigkeit legte, der bedrängten Lage des Volkes Rechnung zu tragen. Leider haben derlei Hinweiſe bisher nicht den Widerhall gefun⸗ den, den man ihnen hätte wünſchen mögen. Miniſterpräſident Braun gab kein beſtimmtes Verſprechen und deutete nur an, wie ſehr auch der preußiſchen Regierung eine baldige Bereinigung der Streitfrage am Herzen läge. Die Beſetzung der freien Nemter E Berlin, 1. Juli.(Von unſerem Berliner Büro.) Wir haben ſchon vor vor einiger Zeit hier mitgeteilt, daß unmittelbar nach der Vertagung des Reichstages die freien Aemtexr, ſofern ſie jetzt überhaupt beſetzt werden ſollen, einen neuen Verweſer erhalten wür⸗ den. Das gilt in erſter Reihe von dem Juſtizminiſterium, das bekanntlich Herr Bell erhalten ſoll. Die„Tägl. Rundſchau“ iſt in der Lage, unſere Mitteilung zu beſtätigen. Auch das diplo⸗ matiſche Rebirement würde jetzt erfolgen, meint das Blatt des Außenminiſters, vor der Urlaubsreiſe, die Dr. Streſemann Ende kommender Woche anzutreten gedenke. Geſandter in Wien wird nun doch wohl Graf Lerchenfeld werden. Wir möchten hinzuſügen, daß alle Freunde des Anſchluſſes dieſer Wahl jetzt zuſtimmen. Preis 10 Pfennig 1926— Nr. 306 Anzeigenpreiſe nach Tarif bel Vorauszahlung pro eimſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Reklam. —4.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch Fernſprecher ohne Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim, Beilagen: Sport und Spiel Aus Seit und Leben Mannheimer Frauen-Zeitung. Unterhaltungs-Beilage · Aus der Welt der Cechnik Wandern und Neiſen Geſetz und W Das Spionageurteil von Kattowitz (Von unſerem oſtoberſchleſiſchen Mitarbeiter.) Königshütte, 5. Juli. Im Februar ds. Js. ſollte die Aufnahme Deutſchlands in den Völkerbund erfolgen. Da ſetzten von den verſchiedenſten Seiten aus die übelſten Quertreibereien ein, wobei nicht zuletzt auch Polen eine Rolle ſpielte. Polen arbeitete damals beſonders damit, daß das böſe Deutſchland in Polen einen großen Spionageapparat unterhält und zum Beweiſe dieſer Behauptung wurden in Polniſch⸗Ober⸗ ſchleſien mehr als ein Dutzend Perſonen verhaftet, die dann mehrere Monate hindurch unſchuldig im Gefängnis ſitzen mußten. Als es vertagt, weil angeblich einige Generalſtabsoffiziere q¹ Sachverſtän⸗ dige unabkömmlich waren. Nach der Durchführung des Pilſudskt⸗ Putſches wurde darauf von einer Durchführung des Prozeſſes ſchließ⸗ lich überhaupt abgeſehen, mit der offiziellen Begründung, daß eine Amneſtie zu erwarten' ſei, in Wirklichkeit aber, weil man wußte, daß den deutſchen Angeklagten nicht da⸗ Geringſte vor⸗ zuwerfen iſt und daß eine ordentliche Gerichtsverhandlung nur Zu einem Triumphe für das Deutſchtum werden könnte. Mit der ſchein⸗ heiligen Begründung von der zu erwartenden Amneſtie glaubte man ſich um die Blamage herum drücken zu können, daß man im Februar ſinnlos einen großen Rummel aufzog, um dem Völkerbund Sand in die Augen zu ſtreuen. Von ſämtlichen Angeklagten blieb nur einer in Haft, der Elefant des Maſſenprozeſſes hatte ſich in rückläufiger Entwicklung wieder in eine Mücke verwandelt. der führenden Perſönlichkeiten des Deutſchen Volksbundes. Dieſen einen Mann brauchte man, um wenigſtens etwas von dem großen Februar⸗Spionagerummel aufrecht zu erhalten. Hier mußte ein Menſch zum Märtyrer gemacht werden, der niemals politiſch hervorgetreten iſt, der immer gegen Polen ein loyales Verhalten an den Tag legte, der ſich nur erlaubte, die Intereſſen ſeines Deutſch⸗ tums zu vertreten. Sein Verbrechen ſoll nach der offiziellen Anklage beſtehen in einem Vergehen gegen den 8 1 Abſ. 2 des Geſetzes über angeblich ſchriftlich Nachrichten über die Stärke der politiſchen Or⸗ ganiſation zur Vorbereitung von Reſerven und über den Perſonar⸗ beſtand der Diviſion in Polniſch⸗Oberſchleſien an eine andere Macht— Deutſchland— weiter gegeben haben. Juſt wie beim Dreyfus⸗Pro⸗ zeß vor einigen Jahrzehnten ſpielt hier ein Schriftſtück eine Rolle, in dem dieſe Mitteilungen gegeben ſind, das jedoch nur mit einem „D“ unterzeichnet iſt. Der Angeklagte beſtreitet es, ein ſolches Dokument zu kennen oder es unterſchrieben zu haben. Zwei der Schreibſachverſtändigen behaupten, daß das D.— dieſer eine ein⸗ zige Buchſtabe, ſpielt immer die große Rolle— von dem Angeklagten geſchrieben wurde, während der dritte Sachverſtändige auch eine an⸗ dere Möglichkeit, die der Fälſchung offen läßt. Und an Fäl⸗ eines deutſchen Abgeordneten von der hieſigen Sejmkommiſſion ab⸗ gelehnt, weil die Möglichkeit der Fälſchung eines belaſtenden Doku⸗ mentes vorlag. In dem Falle Dudek nahm das Gericht eine ſolche Möglichkeit nicht an, es glaubte nicht dem Angeklagten, nicht dem dritten Sachverſtändigen, ſondern den beiden anderen Sachverſtän⸗ während der Staatsanwalt ganz und gar eine Zuchthausſtrafe von 6 Jahren beantragt hatte. Auch ſonſt war die Verhandlung, bei der auch die ausländiſche Preſſe ſtark vertreten war, intereſſant. So wurde ein angeblicher Berliner Student, der ſich auf dem Korridor wenig liebenswürdig über den Prozeß ausſprach. ſofort verhaftet. Der ganze Prozeß ſtellt eine einzigartige Ungeheuer⸗ lichkeit dar, die nur in dem Lande der unbegrenzten Möglich⸗ keiten, in Polen, möglich iſt. Als Richter fungierten zwei land⸗ fremde Juriſten und zwei Laien, wovon der eine zu allem Ueber⸗ fluß ein— Inſurgent war. Der Angeklagte lehnte den Inſurgenten wegen Befangenheit ab. Das Gericht ſtellte ſich auf einen anderen Standpunkt und meinte in der Begründung, daß ſeit dem letzten Aufſtande doch ſchon zu viel Zeit verfloſſen ſei, ohne Rückſicht darauf, daß gerade in den letzten Wochen und Monaten die Inſur⸗ genten und die Weſtmärkler eine beiſpiellos terroriſtiſche Tätigkeit gegen alles Deutſche entwickeln. Jedenfalls durfte dieſer Menſch, deſſen Organiſatiosangehörige täglich Verbrechen gegen Deutſche be⸗ gehen, auch noch Richter gegen einen Deutſchen ſpielen. Wäre das geheimnisvolle D⸗Dokument echt, dann könnte es nur von dem berühmten Einbruchsdiebſtahl beim deutſchen Generalkonſulat in Kattowitz herrühren. Das Organ des polniſchen Weſtmarken⸗ Vereins hat ſich vor einigen Monaten nicht umſonſt gerühmt, Kennt⸗ nis von den dem deutſchen Generalkonſulat geſtohlenen Akten zu haben. Stammt das Dokument äber nicht aus der hieſigen deutſchen Vertretung, dann iſt es auch zweifellos eine Fälſchung. Beide Mög⸗ lichkeiten ſind für Polen nicht ſonderlich ehrenvoll. Für eine deutſche Spionage hat der Prozeß jedenfalls nicht den geringſten Beweis dafür für erbracht. Dagegen wurde umgekehrt indirekt der Beweis dafür geführt, daß Polen nicht nur ein umfangreiches Spitzelſyſtem gegen die Deutſchen im Lande, ſondern auch gegenüber Deutſchland unter⸗ hält. Der„Volkswille“ ſtellt heute feſt:„Es iſt ſchwer, alle die ohne nicht ſelbſt mit dem Geſetz in Konflikt zu kommen.“ Noch wird das, Oberſte polniſche Gericht in Warſchau über den Fall zu urteilen haben. Wie immer dann auch deſſen Entſcheidung lauten mag, das Deutſchtum Polens wird nicht von ſeiner Ueber⸗ zeugung laſſen, daß dieſer Mann unſchuldig verurteilt wurde. Das Deutſchtum wird dieſem Märtyrer niemals die bürger⸗ lichen Ehrenrechte auch nur für einen Tag aberkennen. Einer der Führer des Deutſchtums, der Abg. Dr. Pant⸗Bielitz, rummel mit den Worten:„Jede Idee muß, wenn ſie ſich durchſetzen ſoll, nicht nur BVekenner, ſondern auch Märtyrer haben. Und man kann infolgedeſſen einer Idee nicht beſſere Dienſte erweiſen, als wenn man ihr Märtyrer ſchafft.“ Die ſeit Jahren erſehnten Wahlen werden die Richtigkeit dieſer alten Erkenntnis erweiſen! endlich zur Gerichtsperhandlung kommen ſollte, wurde der Prozeß Dieſer einzige Angeklagte iſt der Schulrat a. D. Dudek, eine den Verrat militäriſcher Geheimniſſe vom 3. Juli 1914. Dudek ſofll ſchungen iſt man hier gewöhnt. So wurde die Immunität digen und verurteilte wegen des einen belaſtenden Buchſtabens den 7 Angeklagten zu 1½ Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluſt, VVFV 7— 85 Momente anzuführen, die für die Schuldloſigkeit Dudeks ſprechen, beginnt im„Oberſchl. Kur.“ einen Artikel über dieſen Spionage⸗ 2. Seite. Mr. 306 Neue Mannhelmer Zenung(Abend ⸗ Ausgabe) ————T0—TT—— Eröffnung der Jugſpitzbahn Im Beiſein zahlreicher hoher Vertreter der öſterreichiſchen Repu⸗ blik, des Deutſchen Reiches und der bayeriſchen 9 5 tern des deutſchen und öſterreichiſchen Wirtſchaftslebens und der Preſſe fand am Montag in Obermoos die feierliche Einweihung der Drahtſeilbahn auf die Zugſpitze ſtatt. Der öſterreichiſche Vizepräſident Waber konnte vor dem mit den deutſchen Reichsfarben, den öſterreichiſchen, Tiroler und bayeri⸗ ſchen Landesfarben geſchmückten Talſtationsgebäude in Obermoos A. d. begrüßen den öſterreichiſchen Handelsminiſter Dr. Schürff, den Landeshauptmann von Tirol, Dr. Stumpf, den Regierungspräſi⸗ denten von Oberbayern, Exz. v. Knözinger, den erſten Bürgermeiſter von München, Scharnagl, den Landtagspräſidenten Königsbauer, Reichsgeſandten von Haniel, den preußiſchen Geſandten in Mün⸗ chen, Dr. Denk. Nachdem der kirchliche Weiheakt vor dem Stationsgebäude voll⸗ zogen war, gedachte der Vizepräſident der Vagdißbaen Aktiengeſell⸗ ſchaft, Dr. Stern⸗ Reuthe, in ſeiner Begrüßungsanſprache des kraftvollen Zuſammenwirkens aller, die mit Geiſt und Hand den Bau haben ſchaffen helfen. von Haniel überbrachte als Vertreter und im Auftrage der Reichsregierung deren Grüße und ſprach herzliche Glückwünſche aus für das Gedeihen des bedeutungs⸗ vollen Werkes. Er ſprach den Wunſch aus, daß die Zugſpitzbahn ein weiteres Bindeglied ſein möge, das nicht nur die beiden Länder, ſon⸗ dern auch ihre verſchwiſterten Völker einander näher bringe. Namens der bayeriſchen Staatsregierung und zugleich des Regierungspräſi⸗ denten von rbayern und des Präſidenten des bayeriſchen Land⸗ tages überbrachte Miniſterialrat Hellmann von bayeriſchen Handels⸗ miniſterium die Grüße und Glückwünſche der bayeriſchen Regierung. Der öſterreichiſche Bundesminiſter Dr. Schürff betonte, daß man mit der Schaffung dieſer Bahn in ſo verhältnismäßig kurzer Zeit Gewaltiges vollbracht habe, das in der Geſchichte des Seil⸗ ſchwebebaues unvergeßlich ſein werde. Das Feſt ſei nicht nur ein Feſt dieſer Bahn, ſondern zugleich ein Ausdruck des Wiederaufbaues des Landes. Die Zugſpitzbahn werde Tauſende Reichsdeutſcher nach den öſterreichiſchen Landen bringen. Oeſterreich ſeil der Beſuch der deutſchen Brüder nicht nur immer willkommen, ſondern eine ſeeliſche Erholung. Alsdann überreichte Dr. Schürff im Namen der öſterreichiſchen Regierung den um den Bau verdienten Männern Ausgzeichnungen, u. a, dem Auffſichtsrat der Geſellſchaft, Opitz⸗Berlin, das Goldene Ehrenzeichen der Republik. An den Feſtakt ſchloß ſchloß ſich die Fahrt in dem geſchmückten, rund 20 Perſonen faſſenden Wagen zur Bergſtation an, die in 16 Minuten zurückgelegt wurde.(Vergleiche die heutige Beilage.) Aus der deutſchen Luſtfahrt Schwediſchen Meldungen zufolge wurde am 1. Juli die Luft⸗ verkehrsſtrecke Malmö—-Kopenhagen—Göteborg und zu⸗ rück eröffnet. Sobald die mit der norwegiſchen Regierung gepflo⸗ genen Verhandlungen zu einem poſitiven Abſchluß gelangt ſind, ſoll die Strecke bis Oslo weitergeführt werden. Bemerkenswert iſt vie Anordnung der däniſchen Regierung, nach der ausländiſche Luftreſſende jeder Nationalität, die auf ihren Flügen Kopenhagen berühren, um von dort ins Ausland weiterzufliegen, keines däniſchen Viſums bedürfen. Das in den letzten Tagen mehrfuch als„fliegender Schlafwagen“ bezeichnete Groß⸗ flugzeug der Albatros⸗Werke wird im regelmäßigen Dienſt der Deutſchen Lufthanſa zuerſt auf den Tagesſtrecken Verwendung finden, um erſt die notwendigen Erfahrungen zu ſammeln, die als Vorausſetzung für den Nachtluftverkehr gefordert werden müſſen. * Keichstabakſorſchungsinſtllut Bei einer am 25. Juni in Karlsruhe unter dem Vorſitz von Staatsſekretär Hagedorn gepflogenen Beſprechung der Vertreter des Reichsminiſteriums für Ernährung und Landwirtſchaft und der Län⸗ derregierungen von Baden, Bayern, Heſſen, Preußen und Württem⸗ berg, der Badiſchen Landwirtſchaftskammer ſowie von Reichs⸗ und badiſchen Landtagsabgeordneten wurden die Verhandlungen über die Errichtung eines Tabakforſchungsinſtituts zum Abſchluß gebracht. Das Inſtitut, deſſen Tätigkeit ſich über das ganze Reich erſtrecken und das deshalb den Namen„Reichstabakforſchungs⸗ inſtitut“ führen wird, ſoll aus Mitteln des Reichs und des Landes Baden auf dem Verſuchs⸗ und Lehrgut der badiſchen Landwirtſchafts⸗ kammer in Forchheim bei Karlsruhe erbaut und der Leitung der badiſchen Landwirtſchaftskammer unterſtellt werden. Zu ſeinem Aufgabenkreis gehören hauptſächlich: Anſtellung von Anbau⸗ und Düngungsverſuchen, züchteriſche Arbeiten, Verſuche über die Boden⸗ bearbeitung, Ernteverfahren und Dachbehandlung, Erforſchung der „Tabakkrankheiten ſowie Belehrung der Pflanzer in Wort und Schrift. Die Forſchung auf dem Gebiete der Fermentation ſoll dem Kaiſer⸗Wilhelminſtitut in Berlin überlaſſen bleiben. Zur Aufſicht und Verwaltung des Inſtituts ſoll ein Kuratorium- beſtellt wer⸗ den, das aus den Vertretern der Reichsregierung und der beteiligten Länderregierungen, den Vertretern der Pflanzerſchaft, von Handel und Induſtrie und dem Präſidenten der badiſchen Landwirtſchafts⸗ kammer beſteht. Letzte Meldungen Jolgenſchwere Exploſion — Nürnberg, 6. Juli. In Schwabach bei Nürnberg ereignete ſich heute vormittag kurz nach 6 Uhr in der Bronzefabrik Weigand eine ſchwere Exploſion, die in weitem Umkreiſe zu hören war. In den umliegenden Straßen ſprangen die Fenſterſcheiben, das Dach der Fabrik flog in die Luft. Eine hohe Stichflamme ſchoß empor. Bis jetzt ſind 4 Schwerverletzte geborgen. Heber die Ur⸗ ſache der Exploſion konnte noch nichts feſtgeſtellt werden. Wohin kommt das Reichsehrenmal — Berlin, 6. Juli. Reichsinnenminiſter Dr. Külz wird morgen mit der Reichsratskommiſſion für die Errichtung eines Reichsehren⸗ mals eine Reiſe antreten, die der Beſichtigung der für das Reichs⸗ ehrenmal in Ausſicht genommenen Plätzedient. Der Reichsinnen⸗ miniſter wird zunächſt nach Bückeburg(Bad Eilſen) beſuchen, am Mittwoch wird er ſich nach Goslar und am Freitag nach Weimar begeben, wo er bis Ende der Woche bleiben wird. Eiſenbahnunfall — Regensburg, 6. Juli. Geſtern mittagentgleiſten in einem Nebenbahnzug von Regensburg nach Falkenſtein die Lokomotwe und vier Perſonenwagen. Von den letzteren ſind zwei umgeſtürzt und zwar ſeitlich die Böſchung hinunter. erlitten dabei leichtere Verletzungen. Ein Hilfszug mit Arbeitern und Rettungsmannſchaften iſt ſofort nach der Unfall⸗ ſtelle abgegangen. Tragiſcher Tod eines Paddlers — Chiemſee, 6. Juli. Auf der Ache iſt bei der Austragung der Faltbootmeiſterſchaften der Paddler Bauch bei der Einmündung der Ache in den Chiemſee von einer ſtarken Strömung erfaßt und mit ſeinem Boot gegen einen Brückenpfeiler geſchleudert wor⸗ den. Das Boot brach entzwei und legte ſich um den Holzblock des Brückenpfeilers. VBauch wurde eingezwängt und erlitt einen Bein⸗ bruch und ſtarb nach halbſtündigem Kampfe gegen die Strömung eines entſetzlichen Todes. Abſchluß des deulſch⸗franzöſiſchen Handelsvertrages — Paris, 6. Juli.„Petit Journal“ berichtet, daß im heutigen Miniſterrat Handelsminiſter Chapſal mitteilen werde, daß die letz⸗ ten Schwierigkeiten in den Verhandlungen zweck Abſchluß eines deutſch⸗franzöſiſchen Handelsvertrages behoben worden ſeien, und daß unter dieſen Umſtänden der Austauſch der Unterſchriften habe erfolgen können. Rieſenunkerſchlagungen franzöſiſcher Beamken VParis, 6. Juli.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Vor einiger Zeit iſt in den ſüdfranzöſiſchen Zeitungen viel über Unter⸗ ſchlagungen in dem Touloner Kriegshafen La Seyne geſprochen worden. Man ſchätzt die 92 der dort verübten Betrügereien, an denen ſich zahlreiche hohe Beamte beteiligt haben, auf über zehn Millionen Franken. Heute wird mitgeteilt, daß der Unter⸗ ſuchungsrichter Barell, der mit der war, plötz⸗ lich verhaftet worden iſt. Die Verhaftung Barells erregt große Senſation. Die erſten Nachrichten aus Toulon laſſen erkennen, daß es ſich um einen Gerichtsſkandal allererſter Ordnung handelt. Barell ſoll bei dem Unterſuchungsverfahren einige hervorragende Perſönlichkeiten geſchont haben. Alkenkat auf einen Regierungskommiſſar 8 London, 6. Juli.(Von unſ. Londoner Vertreter.) Der Burg⸗ graf Peel erſter Kommiſſar des öffentlichen Arheitsamtes, wohnte geſtern mittag einem Kabinettsrat bei und erſchien vollkommen verbunden und bandagiert. Auf die Fragen der Journaliſten, was ihm paſſtert ſei, antwortete der Staatsſekretär, daß er durch einen Steinwurf, der von einem ſtartenden Flugzeug in Handon abge⸗ worfen wurde, am linken Auge ſchwer verletzt worden ſei. Der Vorfall hat bisher keine weitere Aufklärung erhalten. Man glaubt, es handele ſich um einen böswilligen Akt und infolgedeſſen ſei es die Abſicht der Regierung, hierüber enichts weiter bekannt werden zu laſſen. 5 Neues Erdbeben auf Sumalra — London, 6 Juli. Wie aus Padangauf Sumatra gemeldet wird, ereignete ſich dort ein neues ſtarkes Erdbeben. Mehrere Ge⸗ bäude wurden ſchwer beſchädigt. Die Geſamtzahl der Toten über⸗ ſteigt 40 0. Verkehrsſtreik in Newnork Newyork, 6. Juli.(Spezialkabeldienſt der United Preß.) Das Geſamtperſonal der zwei größten Newyorker Hoch⸗ und Untergrund⸗ bahnen iſt heute um Mitternacht wegen unerfüllter höherer Lohn⸗ in den Streik getreten. Durch den Streik werden 2½ illionen Paſſagiere, die die Strecken täglich benutzen, in Mit⸗ leidenſchaft gezogen. Wie die Direktlonen der beiden Geſellſchaften erklären, hoffen ſie noch im Laufe des heutigen Tages einen 50⸗ prozentigen Notverkehr einrichten zu können, da ſich bereits zahl⸗ reiche Arbeitswillige für den angebotenen Lohn von 1 Dollar pro Stunde gemeldet haben. Die Polizeiverwaltung hat angeordnet, daß Sieben Reiſende jeder arbeitswillige Zugführer von einem Poliziſten begleitet wird. 58d — Mittwoch, den 7. Juli, abends 8 Uhr im„Rennershof“, Ecke Gontard⸗ und Rennershofſtraße(Lindenhof geſellige Zuſammenkunft der Frauengruppe Alle Frauen und Freundinnen der Partei ſind herzlich willkommen. Der Jrauenausſchuß. FPPr Gelöſtrafen für die ſpaniſchen Empörer Die ſpaniſche Regierung veröffentlicht einen Erlaß, nach dem den Urhebern der revolutionären Bewegung unabhängig von der beſonderen gerichtlichen Beſtrafung hohe Geldſtrafen auferlegt wer⸗ den. So erhalten u. a. Weyler 100 000 Peſeten, Aguilera 200 000, Romaponos 500 000 und der bekannte Arzt Maranon 100 000 Pe. ſeten. Im ganzen werden Strafen in Höhe von einer Million Peſeten verhängt, die von einer beſonderen Junta an wöhltätige Inſtitute verteilt werden ſoll. Dazu veröffentlicht die Regierung eine lange Note, in der es heißt: Dieſe drei Jahre haben wir mit iner gewiſſen Schüchternheit regiert, jetzt, nachdem alle Völker, auch die republikaniſch und parlamentariſch regierten, ſich auf außer⸗ gewöhnliche Gewalten ſtützen, wäre jedes Zaudern abſurd. Sadiſcher Landͤtag Die Ausſprache über das Badenwerk In der heutigen Vormittagsſitzung des Badiſchen Landtages trat nach Verleſung der Eingaben und Beantwortung einiger kurzer Anfragen das Haus in die mit Spannung erwartete Beratung und Ausſprache der förmlichen Anfrage der Bürgerlichen Vereinigung über das Badenwerk ein. Der Fraktionschef, Abg. D. Mayer⸗ Karlsruhe, begründete die förmliche Anfrage. Er wies darauf hin, daß weite Kreiſe der Bevölkerung gegenüber den weit ausgreifen⸗ den Plänen des Badenwerkes von Bedenken erfülle ſei. Es ſeien im Badenwerk Unkorrektheiten vorgekommen, die dazu geführt hät⸗ ten, daß in einem Nachbarland und in Karlsruhe deſpektierlich von dem Badenwerk geſprochen werde. Es ſei eine Frage, ob das Schluchſeeprojekt rentabel und ergiebig genug ſei. Das Badenwerk bedürfe der Nachprüfung durch ſachkundige Männer. Zuſammen⸗ faſſend könne man ſagen, daß es den teuerſten Strom liefere und eine Monopolſtellung erſtrebe. In der Beantwortung der Interpellation führte Dr. Köhler u. a. aus: Die badiſche Regierung ſei im Beſitze des ganzen Aktienkapitals in Höhe von jetzt 21 Millionen Mark, wäh⸗ rend das Werk einen reinen Wert von über 40 Millionen Mark re⸗ präſentiere. de tütze ſich auf Gerüchte und wahrſcheinlich auch auf eine„Denkſchrift“ eines ehemaligen ungetreuen Beamten des Badenwerkes, des im Jahre 1925 in den einſtweiligen Ruheſtand perſetzten Verwaltungsinſpektors Rudi. Der Miniſter wies nach, daß faſt alle angezogenen Fälle durch Klagen der Beteiligten ge⸗ richtlich widerlegt worden ſeien. Gegenüber der Behauptung der Interpellation, daß die wirtſchaftlichen Pläne des Badenwerkes ins Üferloſe gingen, ſtellte Dr. Köhler feſt, daß darunter wohl die Pläne des Schluchſeewerkes gemeint ſeien. Dieſes würde erſt dann gebaut werden, wenn mit Kapitalzinſen gerechnet werden dürfe, die die Kon⸗ kurrenzfähigkeit der im Werk erzeugten elektriſchen Arheit mit gleich⸗ wertiger Dampfkraft ſicher ſtellten. 5 Darnach erhielt der Zentrumsabg. Büchner das Wort. Wenn aus techniſchen und wirtſchaftlichen Gründen ein Monopol notwen⸗ dig ſei, müſſe es ein Staatsmonopol ſein. Namens der Oppoſition machte der deutſchvolksparteiliche Abg. Obkircher und ſachliche Ausführungen. Er nahm ebenfalls für den Landtag in An⸗ ſpruch, die Intereſſen der Allgemeinheit zu vertreten. Der Redner meinte, daß die vorgebrachten Dinge ſich nicht für die Behandlung im Plenum, ſondern nur in Ausſchüſſen eigne, da man Kenntnis von der Akten haben müſſe. Der Leitung des Badenwerkes iſt nach ſei⸗ ner Anſicht kein Vorwurf zu machen, wbenn auch die—— ielle Transaktionen nicht gerade ſehr glücklich geweſen ſeien. das Un⸗ [behagen und Mißtrauen im Lande gegen das Badenwerk habe ſeinen Grund wohl darin, daß es als ſtaatliches Unternehmen zu teureren Preiſen liefere als die ſtädtiſchen Werke und als eine AG. ſich mehr oder weniger der Kontrolle des Landtages und der Oeffent⸗ lichkeit entzlehe. Der Redner äußerte dann Bedenken wirtſchaftlicher und finanzieller Art 1 5 die Erſtellung des Schluchſee⸗Werkes, durch das nicht nur Millionenbeträge für die Entſchädigungen not⸗ wendig würden, ſondern auch das Fremdengewerbe und die im füdlichen Schwarzwald erheblich geſchädigt würden. Zum Schluß gab er der Meinung Ausdruck, daß die Frage des Badenwerkes von keiner Partei politiſch behandelt werden dürfte. um 1 Uhr vertagte ſich das Haus auf nachmittags 44 Uhr. ———— Puceinis„Turandot“ in Dresden Nun hat die letzte Oper Puceinis„Turandot“ nach der Malländer Uraufführung auch in der Dresdener Staatsoper ihre erſte reichsdeutſche Aufführung erlebt. Dieſes Werk war das rzenskind des kranken Tonkünſtlers, der mit Eifer an ihm arbeitete, aber doch noch die Skizzen zum Finale des Schlußaktes mit nach Brüſſel nehmen mußte, wohin er im Novemebr 1924 Nitel um ſich einer Kehlkopfoperation zu unterziehen, die als letztes Mitte zu ſeiner Rettung betrachtet wurde. Trotzdem mußte das Werk un⸗ pollendet bleiben, der Tod nahm ihm die Feder aus der Hand. Maa übertrug dem erfolgreichen und begabten Komponiſten Frank Alfano die Ergänzung und Ferligſtellung der Oper, die dieſer nach den vor⸗ handenen Skizzen des Schlußduettes durchführte. Da⸗ e. hatten die Puccini befreundeten Schriftſteller Renato Simoni Gufſeppe Adami geſchrieben, und auch auf Anraten des Komponiſten die Mär von der Prinzeſſin Turandot von Carlo Gozzi gewählt, die wiederholt 50 auch von Schiller dramatiſiert worden war. Eine Aufführung dieſes Werkes hatte Puccini bei Reinhardt in Berlin ge⸗ ſehen und die italieniſche Ueberſetzung geleſen. Zwar entſchloß er ſich für dieſen Stoff, wünſchte aber von Simoni und Adami für 1 Oper eine andere Turandot voll Phantaſie, Poeſie und Men 15 fllichkeit. Der vorliegende Text beweiſt, daß die Verfaſſer dem n gekommen ſind. Wohl iſt Gozzis Fabel zugrunde gelegt, doch der Verlauf der Handlung weicht von dem Urtext ſo ab, daß man ihn dramatiſch reicher findet. In dem phantaſtiſchen Gebäude des Werkes tritt zu dem tragiſchen auch das komiſche Moment, wenn auch D und darin liegt viel poetiſcher Reiz— vorherrſchend der ſtarke Ausdruck echter Menſchlichkeit und tiefer Leidenſchaft bleibt. Die Vielſeitigkeit dieſer Faſſung birgt einen großen Vorteil für den Komponiſten. 1 8 Betrachtet man nun die Arbeit Puceinis, ſo iſt zu erkennen daß in Form und Ton ganz unter dem Einfluß des chineſiſchen llieus ſteht, das durch die Opernhandlung gegeben war, und, noch weitergehend, der Weſensart chineſiſcher Muſik nahe kommen will. Wie ernſt es dem Komponiſten mit der Erreichung dieſes Zieles ge⸗ weſen iſt, geht daraus hervor, daß er ſich überall hingewandt hatte, um alle Arten chineſiſcher Muſik in die Hand zu bekommen. So ſchickte ihm denn auch z. B. das Britiſche Muſeum in London das eeinzige Exemplar eines Kodex antiker Rhythmen und Melodien Chinas. Dieſe eingehenden Studien haben ſich beſonders in der ſtimmungsvollen Inſtrumenkation des erſten Aktes ausgewirkt. Mehr noch wie in der„Butterfly“ iſt es dem toten eMiſter gelungen, das Weſen öſtlicher Kultur und die Pſyche jener Menſchen in Tonmalerei auszudrücken, wobei ihm ſeine Erfindungskraft in dem Streben hilf⸗ reich zur Hand ging, auf neuen Wegen melodiſch und harmoniſch zu geſtalten. Bemerdenswert iſt dahei, daß er nicht ohne Beeinflüſſung ſeitens neutöneriſchem Weſen und moderner Harmonik geblieben iſt. Ganz der alte Tonſetzer und am ſtärkſten in der Wirkung bleibt er aber doch dann, wenn es gilt, ſich innerlichen Gefühlen wie etwa in Duetten oder prägnanten Solis eindringlich Ausdruck zu verleihen. Hier bricht ſein, ihm eigener Stit durch und offenbart ſich in klang⸗ voller Orcheſterführung und ſinnlicher Geſangslinie mit einer quellen⸗ den Fülle breiter, lyriſcher Tonmalerei. Der Kenntnis dieſer feſt⸗ ſtehenden perſönlichen Weſensart verdankt man ſchließlich ja auch die Möglichkeit, das unvollendet gebliebene Werke allein auf Grund von Skizzen hin ganz rißlos und ſtileinheitlich abzuſchließen. Man muß es der Verwaltung der ſächſiſchen Staatstheater, vor allem doch wohl dem Generalintendanten Dr. Reucker und General⸗ muſikdirektor Buſch zur Ehre anrechnen, das Werk zur deutſchen b für Dresden erworben zu haben. Bedauerlich nur, daß die Aufführung ſo ſpät im Jahre und kurz vor den Ferten ſtatt⸗ fand. Immerhin wird man ſich über die Initiative der Dresdner Bühnenleitung freuen. Seit Monaten ſtand Turandot im Mittel⸗ punkt des Arbeitspenſums an der Oper, und Kapellmeiſter und Regiſſeur haben unter unermüdlicher Hilfe ihres Mitarbeiterſtabes allen Fleiß und alles künſtleriſche Können daran geſetzt, das letzte Werk Puceinis würdig herauszubringen. Vielleicht wäre es auch mit nur heimiſchen Kräften möglich geweſen. Daß man erſt noch vor einigen Wochen zur Inſzenierung den Ruſſen Dobrowen herbeirief, kann leicht als ein Armutszeugnis für unſere Regiſſeure angeſehen werden. Und auch die Verpflichtung von zwei auswärtigen Geſangs⸗ kräften müſſen dem Theater Fernſtehende nicht mit Unrecht, als einen Beweis für diellnzulänglichkeit der DresdnerOpernſängerinnen auffaſſen. Da doch aber Friß Buſch ſchließlich als die kompetente Stelle hierfür entſchieden hatte, daß die Oper Turandot nicht voll⸗ endet mit heimiſchen Kräften herausgebracht werden könnte, ſo iſt bedauerlicherweiſe die Bedeutung unſerer Oper gerade an einem ihrer Ehrentage ſtark herabgedrückt worden. Ueber all dieſe internen Fragen hinweg muß jedoch die Tatſache feſtgeſtellt werden, daß man am vergangenen Sonntag eine bis ins Kleinſte ausgearbeitete glanz⸗ volle Aufführung erleben durfte. Und dies vor allem dank der vollen Hingabe Buſchs an das Werk, für deſſen Teil er ſein ganzes Können einſetzte und aufs neue hervorragendes Einfühlungs⸗ vermögen und Stilempfinden offenbarte. So erklang Puccinis Muſik im orcheſtralen und geſanglichen Teile in ſtrahlender Schöne und die heftig wechſelnden Stimmungsgehalte kamen zur tiefen Wir⸗ kung. Den nachhaltigen Eindrücken, die das Ohr empfing, gingen in glücklicher Harmonie die Bühnenbilder parallel, die das Auge ſchauen durfte Sie präſentierten ſich echt im Stile und wie aus dem Geiſt und der Stimmung der Muſik geboren. Leonhard Fanto und 4 Max Slaſait haben darin wie in der Erſtellung der farbenfrohen, prunkvollen Gewänder und der Ueberwindung großer kechniſcher Schwierigkeiten rühmenswerte Arbeit 8 Ebenſo auf Deutung des ee Stimmungsgehalts und ihn unterſtützende Wirkung bedacht war die Regieführung von Iſſai Dobrowen, deſſen grund⸗ muſikaliſche Natur ihm dabei von großem Nutzen war. Die Turandot ſang Aenne Roſelle als Gaſt und zeigte ſich im Beſitze einer großen, ſtrahlenden Stinme. Die Rolle des Prinzen Kafan hatte Richard Tauber, der zurzeit in Dresden gaſtiert, bis vor drei Tagen bereitwilligſt übernommen, um den erkrankten Kollegen zu er⸗ ſetzen und ſo die Aufführung zu ermöglichen. Durch di. bewundern⸗ werte glanzvolle Art, wie er die Parkie ſpielte und ſang, bewies er neuerlich die hohe Stufe ſeines Künſtlertums. Julia Röhler ver⸗ lieh dder jungen Sklavin mit zarter Tongebung rührende Züge. Treff⸗ lich in der Darſtellung und dem Geſang ihrer ſchweren Rollen waren die Herren Schöffler, Teßmer und Sigmund. Und die anderen ſetzten ebenfalls all ihre Kraft darein, ihre Aufgaben nach beſtem Können zu erfüllen, wie der Chor, dem in dieſem Werke ſchwere, aber dankbare Szenen vorhehalten ſind, die er ganz prächtig von Karl Pembaur einſtudiert ſang. Das äußere Bild des übervollen Hauſes bot ganz das Gepräge eines großen Abends und war der Bedeutung des Tages angepaßt. Die feſtliche Stimmung ſtieg zuſehends von Akt zu Akt und ſteigerte ſich am Schluſſe zu jubelnden Beifallsſtürmen und wiederholten Hervorrufen der geſamten tätigen Künſtlerſchaft. Es ſteht nach dem Erleben dieſer glanzvollen Aufführung +55 daß ſich das letzte Werk des toten Meiſters damit einen großen Kreis deutſcher Bühnen er⸗ obert haben dürfte. G. M. Irrgang. 5 Sprachforſchung mit Röntgenſtrahlen. Der Profeſſor für Bantu⸗Forſchung an der Witwatersrand⸗Univerſität in Johannis⸗ burg, Dr. Clement Doke, hat ſich jetzt zu einer längeren Studienreiſe nach Nordrhodeſien begeben, um dort neues Material 5 125 großes Lexikon der Bantu⸗Sprachen zu ſammeln. Der ele und will die Sprache der verſchiedenen Stämme, ſowie ihre Ge⸗ ſänge und Volksbräuche feſthatlen. Doke hat ſich beſonders dadurch bekannt gemacht, daß er als erſter die Röntgenſtrahlen für die Sprachforſchung verwertete. Es gibt in der Zuluſprache zwei ver⸗ ſchiedene Schnalzlaute, deren Hervorbringueig bisher rätſelhaft war. Um nun genau feſtzuſtellen, wie dieſe verſchiedenen Schnalzlaute zuſtande kommen, unterſuchte er einen Zulu namens Frank Nxele mit Röntgenſtrahlen, indem er dadurch die Stellung der Zunge ſowie des Gaumens und den Mechanismus des Schnalzens be⸗ obachtete. 7 duſtrie rte führt ein Diktaphon und einen Phonographen mit ſich + 92 0* * * X . Dienskag, den 6. Juli 1928 8 —— 3. Seite. Nr. 306 Neue Manntzeimer Zeitung(Adend ⸗Ausgabe) Das„Wunder“ von Himmelſtadt die viſionen.eier Mädchen Himmelſtadt das Dorf der Senſationen — Am Ork der Wunder— Die zwei Mädchen und ihre Erſcheinungen. Der Biſchof verbietet und unkerſucht Blättermeldungen zufolge ſollen zwei Bauernmädchen aus Himmelſtadt in Unterfranken bei den Feldarbeiten, als mittags die Glocken läuteten, in einer weißen Wolke die Mutter Gottes erblickt und am anderen Tage um dieſelbe Zeit die gleiche Erſcheinung wahrgenommen haben. Auf ihre Frage ſoll den Mädchen von der Er⸗ ſcheinung. mitgeteilt worden ſein, daß ein großes, die All⸗ gemeinheit betreffendes Ereignis bevorſtehe. Die Wallfahrten nach dem Dorfe Himmelſtadt ſeien nunmehr ins Gigantiſche gewachſen. Tauſende eilen dorthin. Unſer Mitarbeiter ſchreibt uns hierzu: In Frankfurt am Schalter brummelt der Beamte in ſeinen edlen Preußenbart:„Himmelſtadt? Daß da ein Wunder paſſtert iſt, hab ich gehört. Aber wo das liegt, weiß ich nicht.“ Und er wälzt ſeinen dicken Stationenkatalog. Fahrkarten dorthin gibt es nicht, obwohl es auf der direkten Strecke nach Würzburg liegt. Er ſchreibt mir einen beſonderen Schein. Der Bummelzug ſchnauft ge⸗ mächlich durch den herrlichen Speſſart, Ferienkinder und Milch⸗ kannen werden aus⸗, ein⸗ und umgefaden, Männer und Frauen mit violetten Kietzen fahren„in die Beeren“. Mitunter raunt man: zHimmelſtadt“, erzählt ſich dies und das, keiner weiß indes Genaues. Nach vier Stunden landen wir vor dem Miniaturbahnhof dieſes über Nacht berühmt gewordenen kleinen Dorfes. Alles iſt hier ſauber, aufgeräumt, die Leute ſind auf dem Feld, nutzen den regenloſen Gacn⸗ur Kinder auf der Straße zwitſchern ihr freundliches„Grüß Der Pfarrer des Dorfes hat gerade einen miſſionierenden Kollegen von der Bahn abgeholt. Langſam folge ich ihm bis in ſeine zohnung. Aber der geiſtliche Herr ſchüttelt den Kopf:„Ich habe mich in die ganze Angelegenheit nicht eingemiſcht. Bei mir können Sie nicht viel erfahren. Ich gehe alſo zum Lehrer. Der war wiederholt mit dabei, der weiß alles. Aber hier verſagen ſelbſt die verworfenſten Praktiken des Reporters. Ein Diener prüft mich auf Herz und Nieren.„Was wollen Sie.“„Den Herrn Lehrer ſpre⸗ chen.“„Warum?“„Ich will eine Auskunft.“„Worüber?“ Natür⸗ lich ſage ich nicht was ich will, ſondern rede vorſichtshalber friſch darauf los?„Ueber eine volkskundliche Frage.“„Was iſt Volks⸗ kunde?“ Ich erkläre das. Ich wolle näheres über die Heiligen⸗ bilder wiſſen.„Sie kommen ja doch nur wegen der Wunder!“ Ja.... wieſo?“„Sehen Sie. Ja. Es iſt nichts zu machen. Der Herr Lehrer empfängt niemanden, der darüber etwas wiſſen will. Neulich war ſogar ein Zeitungsmenſch da. Da iſt er ganz wild geworden.“ Froh, mein Inkognito nicht gelüftet zu haben, marſchiere ich un⸗ verdroſſen weiter. ürgermeiſter. Der l 1 hier erfahre ich eine ganze Menge. Wir ſtehen im Hof. Die Frau Bür⸗ germeiſter lädt Dünger auf, er ſetzt ſich auf die Treppe und erzählt. Ein vernünftiger, 25 5 denkender Menſch, deſſen geſunde und klare nſichten von Hypno ſe, Uebernatürlichem, Religion in ihrer lapi⸗ ren Kürze und Treffſicherheit verblüffen. Er war des öfberen mit bei den Erſcheiungen, hat genau darüber Buch geführt, ſelbſt aber nie etwas geſehen. Trotz aller Kritik glaubt er daran, zu⸗ mindeſt an die Aufrichtigkeit der drei Mädchen. Noch 85 verſchiedenen Stellen erfahre ich einiges und pilgere dann an . Ort der Wunder, etwa zwanzig Minuten vor dem Dorf m Waldeingang. Zertretene Aecker, niedergeſtampfte Büſche, eine mlung von Flurſchäden bezeichnet die Stelle. Hier begab ſich etwa vierzehn Tagen beginnend folgendes: uf einem Acker machten zwei Mädchen, eine Fünfzehnjährige und eine Achtzehnjährige, Kartoffeln Mädchen hielten mit der Arbeit inne und ſprachen ihr Gebet. Wie die Aeltere wieder mit der Arbeit anfangen wollte, merkte ſie, daß ihre Begleiterin ſtill und regungslos daſtand und in den Wald hineinſtarrte. Sie rief ſie an. Erfolglos. Sie ſtieß ſie. Ohne Wikung. Sie puffte und kniff ſie. Das Mädel blieb gefühllos, ſchmerzlo 5. lle Beſchreibungen ließen auf einen Starr⸗ krampf ſchließen. Plötzlich zuckte ſie etwas zuſamanen, war wieder normal und fragte erſtaunt, ob die andere nicht auch die Mutter Gottes geſehen habe. Ihre Geſtalt habe am Wald⸗ eingang geſtanden. Deutlich ſei das Bruſtbild zu ſehen geweſen. Die andere glaubte nicht. Doch bald darauf hatten beide die gleiche Erſcheinung. Am nächſten Tag wollten die beiden eine Freundin mitnehmen. Deren Schweſter, ein Mädel von 26 Jahren, lachte die 5 aus und verſpottete ſie. Doch die beiden, die die Erſcheinung geſehen hatten, ließen ſich nicht beirren und überredeten die Ungläubige, mitzugehen. Zu viert wartete man auf die Erſcheinung. Und ſie 5 1 75 5 die ſahen ſie, die vierte ilnehmerin ni rſt ſoll ein auf ſie zugekommen ſein, weißer denn Schnee. Auf dieſem a a vor Es ſchlug mittag. Die Weg kam ein Mann, der etwas in Händen trug, das ſich nachher als Fahne entpuppte, hinter ihm kam die eigentliche Erſcheinung. Beſtürzt rannten die Mädels nach Hauſe und erzählten ihr Erlebnis. Am nächſten Tag gingen der Bürgermeiſter, der Lehrer und viele Neugierige mit. Außer den drei Mädchen hat niemand etwas geſehen. Der Bürgermeiſter er⸗ zählt, wie die, die die Viſion hatten, plötzlich ſtarr wurden, unver⸗ wandt auf eine Stelle ſtarrten und wie ihnen Schaum vor den Mund trat. Die Sechsundzwanzigjährige hat die Aufregung ſo mit⸗ genommen, daß ſie nie mehr mit zu den Erſcheinungen gehen will. Die beiden anderen Mädchen, die Fünfzehnjährige und die Achtzehn⸗ jährige, gingen jeden Tag hin und hatten immer wieder die gleichen Erſcheinungen. Mehrere Male hintereinander, in der Form immer etwas gewandelt; einmal erſchien ihnen die Mutter Gottes in voll⸗ kommener Geſtalt, dann wieder nur bis zur Hüfte, einmal mit er⸗ hobenen, danm wieder mit gekreuzten Händen, ſegnend, mit einer Krone, mit einem Glorienſchein. Von den umliegenden Ortſchaften, von immer weiter her kamen Neugierige und Schauluſtige zu Fuß, mit der Bahn, auf Fahr⸗ rädern, Motorrädern, in Automobilen. Es ſollen Tauſende ge⸗ weſen ſein. Alle ſtarrten auf die Mädchen, ſahen wie ſie verzückt wurden, bemerkten ſelbſt aber nichts. Der Lehrer und der Bürger⸗ meiſter beredeten die Mädchen, die Geſtalt anzuſprechen. Eine wollte es tun. Mehrere Male gelang es ihr vor Furcht und Aufregung nicht, dann ſaßte ſie ſich ein Herz und ſprach deutlich vernehmbar, der Bürgermeiſter beſtätigt, es gehört zu haben, die Worte:„Mutter Gottes, was begehreſt du?“ Darauf, ſo erzählt der Bürger⸗ meiſter, habe das Mädchen wie eine Antwort vernehmend geknickt, und die Tränen ſeien ihr über die ſchmerzverzerrten Backen gelaufen. Nachher, im normalen Zuſtand, habe das Mädel bitterlich geweint, erklärt, daß es nichts ausſagen dürfe und nur angedeutet, daß ein großes ſchweres Unheil bevorſtehe. Als die Zahl der Neugierigen immer mehr wuchs, beredeten ſich die Mäd⸗ chen, die von der ganzen Gemeinde als brav, fleiſtig, fromm und gut geſchildert werden, mit dem Bürgermeiſter und dem Gendarm und beſchloſſen nunmehr nur morgens vor der Frühmeſſe und abends zu den Erſcheinungen zu gehen. In dieſen Tagen iſt der einen Fünfzehnjährigen, ſie heißt Lummel, die Erſcheinun g mit⸗ ten im Dorf gekommen. Dieſe Lummel aus der Triebgaſſe wird ängſtlich vor der ganzen Gemeinde gehütet. Die mediziniſche Fakultät von Würzburg kam her⸗ über, um ſie zu ſehen, mußte aber unverrichteter Dinge wieder ab⸗ ziehen. Es iſt ein Mädel wie anderen des Dorfes auch, die ſcharf blickenden, etwas ſtarren Augen fallen auf. In der Großſtadtluft wäre es ſicher ein nervöſes, reizbares Kind geworden. Jetzt hat der Biſchof von Würzburg verboten, daß Freunde ſich außer der Begleitung der Mädchen aus Himmelſtadt an den Viſionen be⸗ teiligen, die Sache ſoll genaueſtens unterſucht werden. Der Bürger⸗ meiſter, auf ſeiner Steintreppe ſitzend und mit den arbeitsrauhen Händen ſanft ein kleines Kätzchen ſtreichelnd, meint:„Wir machen das ſchon alleine ab. Etwas muß dran ſein. Die Mädli ſind wahrhaft. Man muß warten, was es zu bedeuten hat. Es wird ſich auswirken.“ Mario Mohr. 1* In der„Aſchaffenburger Zeitung“ ſchreibt Dr. Walter Ehren⸗ ſtein⸗Frankfurt:„Zu den Muttergotteserſcheinungen in Himmels⸗ ſtadt möchte ich der Anſicht, es handle ſich dabei um eine Ma ſſen⸗ pſhchoſe, doch widerſprechen. Erſtens bilden zwei Mäd⸗ chen noch keine Maſſe und zweitens handelt es ſich bei ſolchen Er⸗ ſcheinungen, von denen die Kirchengeſchichte faſt aller Jahrhunderte häufig genug berichtet, nicht um krankhafte, ſondern, wie die pfycho⸗ logiſche Forſchung der letzten Jahre feſtſtellen konnte, um Aeuße⸗ rungen des jugendlichen Seelenlebens, die gewöhnlich latemt blei⸗ ben, doch unter gewiſſen Bedingungen ſehr ſtark in Erſcheinung treten können und dann von ſelbſt von den überwältigenden Be⸗ teiligten auch ausgeſprochen werden. Wenn es ſich um religiöſe Gedichte handelt, die übrigens von der katboliſchen Kirche dogmatiſch durchaus für möglich gehalten werden, erregen ſolche Vorgänge meiſt großes Aufſehen. Auch bei den Himmelſtädter Erſcheinungen iſt anzunehmen, daß die Kinder ihre Erlebniſſe, die im Sehen von Viſionen zund dem Hören von Stimmen beſtanden, ſubjektiv wahr⸗ heitsgemäß beſchrieben haben. Ueber die objektive Urſache dieſer Erſcheinungen wird man allerdings geteilter Anſicht ſein. Es iſt noch gar micht lange her, daß die„Frankfurter Zeitung“ von einer ähnlichen Erſcheinung der Mutter Gottes in einem ungariſchen Dorfe, wo ſie auch anfänglich von einem Mädchen und ſpäter von vielen anderen in der Krone eines Baumes geſehen wurde, berich⸗ tete. Es kam ſogar damals zu Blutvergießen, weil Prieſter und Polizei der„Maſſenpſychoſe“ entgegentraten. In einem Aufſatz, der von dieſen dem Pſychologen unter dem Namen„Eidetik“ bekannten Erſcheinungen handelt, hatte ich am Schluß auch die ungariſche Biſion als eidetiſches Anſchauungsbild erklärt.“ „Es mit der Gemeinheit nicht verderben wollen, Mittel, um gemein zu werden. Theater und Muſik Von den Münchner Theatern. Die letzten Wochen brachten auf Münchner Schauſpielbühnen ſehr wenig Weſentliches Die Sai⸗ ſon verklang wie ſie gelebt. Das„Reſidenztheater“ ließ von Kurt Stieler Goldonis„Mirandolina“ neu inſzenieren. Dieſes Luſtſpielchen, das eine leichte Charakterkomödie iſt, wurde 0 ſauber geſpielt, Die Mirandoling des Reſidenztheaters war ſehr ſachlich und nicht geniale Improviſation, wie ſie dem Geiſte Goldonis und ſeiner Theater⸗Zeit beſſer entſpricht. Die Titelrolle ſpielte Hilde Herterich ſehr glaubhaft, ſehr ſchalkhaft, mollig und doch jung. Grmaumann und Henrich charakteriſierten ihre Liebhaber in rechtem Stil.— Im „Prinzregententheater“ griff man nach Gerhart Haupt⸗ manns altem„Gabriel Schillings Flucht“, einem höchſt unzeitgemäßen Werke.— Die„Kammerſpiele“, d. h. ihr Haus in der Auguſtenſtraße, war längere Zeit geſchloſſen. Nun hat es ſich wieder aufgetan, um zwei Monate lang der Muſe Thalig zu dienen. Alsdann wird die elfte Muſe„Kintoppia“ endgültig den ihr zuge⸗ follenen Raub mit Beſchlag belegen: die„Emelka“ hat das Haus ge⸗ pachtet. Die Eröffnung der Abſchiedsmonate geſchah mit dem ein⸗ maligen Gaſtſpiel Korthners, der den monodram(tiſchen Krampf „Oſtpolzug“ von Bronner mitbrachte. Kortner iſt Meiſter der Mimik und außerordentlich geſchickter Sprach⸗Techniker, deſſen Mittel und Tricks verblüffen.— Im„Schauſpielhaus“, d. h. im jetzi⸗ gen Haus der„Kammerſpiele“ iſt glücklich eine— Revue eingezogen. Man hat dort das literariſche Mäntelchen nach dem Zeit⸗Winde ge⸗ dreht, machte aber den Verfuch, dieſes gedrehte Mäntelchen zu be⸗ mänteln, indem man norgab, nicht Revue, ſondern Revue⸗Parodie zu ſpielen. In zwei Bildern ſcheint das auch zu gelingen. Die Revue ſußt auf der Wiener Folge„Rund um die Nieſe“. Geis hat ſie für München bearbeitet und nun ſegelt die unter der Spitzmarke„Vom Steffel zum alten Peter“. Erlebnis iſt für München die Vekanntſchaft mit Hanfi Nieſe. Schöpferiſche Komik, die auch im Theater bei Frauen ſo ſelten gefunden wird, iſt diefer Künſtlerin in reichem Maße gegeben. Natürliche Liebenswürdigkeit ſchafft ſo⸗ fort den Kontakt.— Albert Baſfermanm entſchäd gte mit den fünf Rollen ſeines Gaſtſpiels uns für vieles, was uns dieſes Theater⸗ jahr in München— uldig geblieben iſt. Und das nächſte Jahr? prläufig iſt nur von Verluſten die Rede Hans Leibelt und Erich lewe gehen nach Berlin. Leibelt zu Tagger, zu Saltenbur⸗ Riewe Richard Ries „gHohenkwiel⸗Jeſtſpiele. die diesjährigen Hohentwiel-⸗Feſt⸗ ſpiele wurden am Somniag mit dem„Sommernachtstraum“ von Shakeſpeare eröſfnet. Das Bodenſee⸗Städtebundtheater, das in dieſem Jahre erſtmals als völlig ſelbſtändiger Träger der Hohen⸗ twielfeſtſpiele auftritt unter der künſtleriſchen Leitung ſeiner Direk⸗ toren, Hermann L. Mayer und Friedrich Beug, hat ſeinen Sitz iſt das heſte und Mittelpunkt im Stadttheater Konſtanz. Die Eröffnungsvor⸗ ſtellung ſtand im Zeichen eines vollen Erfolges. Was Shakeſpeares „Sommernachtstraum“ an Stimmungsgehalt gibt, was er von irrender Liebe erzählt, was er an grotesker Narretei bietet, kam alles zur vollen Geltung und wird noch erhöht durch Mendelsſohns herr⸗ liche Muſik. Der Spielplan der diesfährigen Feſtſpiele beſitzt im Gegenſatz zu früher von vornherein feſte Geſtalt hinſichtlich der Spiel⸗ tage, wie der aufführenden Werke. Im Intereſſe ſorgfältiger Vor⸗ bereitung hat ſich die Spielleitung auf ſechs große Werke beſchränkt „Sommernachtstraum“,„Die Rabenſteinerin“,„Wilhelm Tell“, „Wie es Euch gefällt“,„Das große Welttheoter. Die Aufführung dieſes Stückes findet auf der großen Bühne der Scheffelhalle⸗Singen ſtatt. Außerdem wird„Die Bauernnot“ von Leo Weismantel aufge⸗ führt. Die Vorſtellungen finden bei jeder Witterung, bei ungünſti⸗ ger Witterung in der Scheffelhalle⸗Singen ſtatt. Kunſt und Wiſſenſchaſt Eine Warnung vor dem Coueismus der Skraße, jetzt nach dem Tod Coués beſonders aktuell, fin den wir in einem Aufſätz, den Prof. Dr. Max Deſſoir im Juliheft von Velhagen u. Klafings Monatsheften über„Methode und Mode Cous“ deröffentlicht. Der ausgezeichnete Pſychologe ſchreibt: Coues Ver⸗ fahren iſt nicht, ebenſowenig wie irgend ein anderes, ein Allheil⸗ mittel. Wir erleben jetzt dasſelbe wie in den Zeiten des Mesmeris⸗ mus: je weiter ſich die Mode verbreitet, deſto mehr verzerrt ſie ſich. Das liegt vor allem darin begründet, daß wir Menſchen nichts ängſt⸗ licher ſcheuen als das Nachdenken. Gewiß will jeder geſund bleiben oder werden, aber am liebſten ſo, daß er täglich ſich abduſcht oder audauſalze ſchluckt oder das therapeutiſche Gebet aufſagt, denn dann braucht er den Verſtand nicht zu bemühen. Weiter indeſſen führt kluge Beobachtung, ſorgſame Trennung der verſchieden ge⸗ arteten Störungen, behutſames Aufſpüren der urſprünglichen Ju⸗ ſammenhänge zwiſchen den Aenderungen des Befindens und den ge⸗ troffenen Maßnahmen, und in allem muß eben die Vernunft walten. Daß Cous dieſe Notwendigkeit mißachtet und den naiven Glauben an die Macht des Wortes einerſeits, an die unbegrenzte Kraft des Unterbewußtſeins anderſeits zum alleinigen Grundſatz erhebt, ſcheint mir bedenklich. Ebenſowenig kann ich mich damit befreunden, daß die Erziehung des Willens ſträflich vernachläſſigt wird. Obgleich unter beſtimmten Umſtänden tatſächlich der Wille von der Phantaſie beſiegt zu werden pflegt, ſo geſchieht es keineswegs immer und es ſoll nicht immer geſchehen. Wehe den Menſchen, die das zielgerichtete Wollen preisgeben, um ſich der unbeſtimmbaren Einbildungskraft zu überlaſſen! Unſere Aerzte und Erzieher werden die Mittellinie finden müſſen, auf der das Verfahren Coues, ſeines modiſchen Flitterruhms entkleidet, als Hilfsmittel gute Dienſte leiſten kann. Hoffen wir, daß die falſchen Propheten, die jetzt auch in Deutſchland ihr Unweſen treiben, bald verſtummen werden; ſie haben bereit⸗ Schaden genug angerichtet.“ Städtiſche Nachrichten die vollbahn-Elektriſterung und ihr gegenwärtiger Stand, beſonders in Deutſchland Ueber dieſes aktuelle Thema ſprach geſtern abend auf Veran⸗ laſſung des Verkehrsvereins Mannheim in der gut be⸗ ſuchten Aula der Handelshochſchule Dipl. Ing. Dertel von der Firma Brown, Boveri u. Cie., A.., Mannheim⸗Käfertal. Der Vor⸗ trag, der verbunden war mit der Vorführung von Lichtbildern und eines von der Reichsbahn hergeſtellten ſehr intereſſanten Films, ſollte weiteren Kreiſen Einblick in den heutigen Stand und die Ausbau⸗ möglichkeit des elektriſchen Betriebs gewähren. Der Vortragende gab zunächſt einen Ueberblick über die bereits elektriſch betriebenen Eiſenbahn netze und den ſtarken Einfluß des Weltkrieges, der der Schweiz einen großen Vorſpruna gegeben hat. Heute ſind bereits in der ganzen Welt etwa 8000 Kilometer elektriſiert und etwa 3500 Lokomotiven in Betrieb. An ſich iſt dies ein ſehr ge⸗ ringer Prozentſatz des Geſamtnetzes. Der Zweck der Elektriſierung iſt im beſonderen Verringerung der Betriebskoſten und die arößere Belaſtbarkeit der Strecken durch größere Durchſchnittsgeſchwindigkeit. Die Koſten der Elektriſierung ſind hoch, weil Kraftwerke, Uebertra⸗ gungsleitungen und Fahrleitungen, ſowie Werkſtätten und neue Lo⸗ komotiven beſchafft werden müſſen. Die Zinſen für das hierfür er⸗ forderliche Kapital müſſen alſo aus der Betriebsverbeſſerung heraus⸗ gewirtſchaftet werden und trotzdem muß der neue Betrieb noch bil⸗ liger werden als der Dampfbetrieb. Es iſt leicht verſtändlich, daß, je ſtärkeren Verkehr eine Strecke aufweiſt, deſto mehr herausgewirtſchaftet werden kann und deſto ge⸗ ringer die Belaſtung durch Zinſen und Amortiſation auf den Tonnen⸗ kilometer wird. Ferner werden die wirtſchaftlichen Vorteile deſto grö⸗ ßer werden, je geringer die Stromerzeuagungskoſten ſind. d. h. wo Waſſerkraft oder billige Abfallkohle oder Braunkohle zur Verfügung ſteht. All dieſe Koſten und Erſparniſſe können voraus berechmet wer⸗ den. Es ergibt ſich, daß Strecken„elektriſſerungswürdig“ ſind, die eine beſtimmte Verkehrsbelaſtung aufweiſen, d. h. eine Strecke iſt dann elektriſſerungswürdig, wenn die Koſten für eine beſtimmte Be⸗ förderungsleiſtung nicht höher werden als beim Dampfbetrieb. Be⸗ ſonders ſteigungsreiche Strecken, die beim Dampfbetrieb ungeheure Mengen Kohlen freſſen, ſind zuvorderſt elektriſierunaswürdig. Für Baden iſt nachgewieſen, daß die Hauptſtrecken bei elektriſchem Betrieb bedeutende Erſparniſſe bringen würden. Bei der Wa“' der Reihen⸗ folge des Ausbaues unter den geeignet befundenen Strecken wird man folgende Punkte berückſichtigen müſſen: 1. Welche Strecke kann mit dem geringſten Kapitalaufwand aus⸗ gebaut werden. Hier kommen Anſchlüſſe an bereits elektriſch betrie⸗ bene Strecken in Frage, die mit vorhandenen Kraftwerken geſpeiſt werden können, z. B. München—Ulm—Stuttgart. 2. Welche Strecke wirft den größten Nutzen ab. 3. Welche Strecke muß zur Erhöhung der Leiſtungsfähiakeit elek⸗ triſiert werden. Hier käme z. B. Mannheim—Heidelbera in Frage. Wenn auch dieſe Unterſuchung über die Rentabilität wegen unſerer heutigen Wirtſchaftslage ausſchlaggebend bleibt. ſo müſſen doch eine ganze Reihe anderer Vorteile der Elektriſteruna erwähnt werden. Die koſtbare Steinkohle wird geſchont. Die Inſtandhaltung der Strecken wird dadurch viel billiger, daß der Einfluß der Rauchgaſe und die da⸗ mit verbundenen chemiſchen Wirkungen auf die Streckenausrüſtung ſelbſt und auf die Angrenzer vermieden wird. Die Fahrzeiten können auf ſteigungsreichen Strecken um 40—50 Prozent verringert werden. in der Ebene wird man bis zu 130 Km. Stundengeſchwindiakeit fah⸗ ren können. Das Reiſen wird bedeutend angenehmer. Für das Land Baden iſt die Elektriſierung beſonders wichtig. damit nicht der Hauntverkehr auf die linke Rheinſeite abwandert, wenn dort die Durchgangsſtrecken zuvor elekttiſtert werden würden. Der weſent⸗ liche Hinderunagsgrund für den ſchnellen Ausbau iſt der Kapitalman⸗ gel und es kann nur gewiſſenhafteſte Arbeit zur richtigen Auswahl der fraglichen Strecken führen. Es kann geſagt werden, daß die Reichsbahn ſelbſt. unter Beihilfe der Großfirmen, in ihren Unter⸗ ſuchungen kein Mittel ſcheut, um das Richtige zu finden. Im Folgenden gab der Film ſehr anſchauliche Bilder über die Grzeugung, Weiterleitung und die Umwandlung der elektriſchen Energie bis zur Zugkraft der Lokomotive. Es folgten aute Bilder der in Deutſchland ausgeführten Kraftwerke. Leitungen und der viel⸗ ſeitigen Lokomotiven. Wenn auch die Erfaſſung der Einzelheiten eines techniſch ſo weit entwickelten Gebietes vom Zuhörer nicht ver⸗ lamat werden konnte, ſo macht doch alles den Eindruck, daß wir bier Höchſtleiſtungen moderner Technik gegenüberſtehen und daß die Zu⸗ verläſſigkeit des elektriſchen Betriebes nicht mehr angezweifelt wer⸗ den kann. Beſonders hervorzuheben iſt die klare Darſtellung der komwplizierten Vorgänge im Trickfilm. ein Mittel, das auch ſeitens der Reichsbahn beim Unterricht des Bedienungsverſonals in Unterrichts⸗ wagen angewendet wird. Dieſe Wagen wechſeln ihren Standort und vermitteln dem Perſonal jedesmal die Neuerungen und Erfahrungen, die in der Behandlung der elektriſchen Fahrzeuge uſw. zu beachten ſind. Weitere Teile des Films führten in die landſchaftlich ſchönſten Teile Deutſchland, da ja gerade dort, vämlich im Rieſengebirge und in den baneriſche Voralpen, mit der Glektriſierung begonnen worden iſt. Die Darſtellung, wie ſo manchem Reiſenden die Freuden der Fahrt durch den Qualm der Dampflokomotiven vernichtet werden, — beſonders draſtiſch und wird jedem Zuhörer im Gedächtnis blei⸗ en. Daß die liefernden Firmen und mit ihnen ein Heer von Arbei⸗ tern und Angeſtellten, d. h. eigentlich das deutſche Volk ſelbſt, In⸗ tereſſe daran haben, daß die Elektriſierung ohne Unterbrechung wei⸗ tergeht, beweiſt eine einzige Zahl: Bis zur Fertiaſtellung einer elek⸗ triſchen Lokomotive von der Gewinnunag des Rohmaterials aus der Erde, ſind rund ungefähr 20 000 Arbeitsſtunden nötig, vom Gruben⸗ arbeiter an, der das Erz hackt bis zum Ingenieur, der die fertige Lo⸗ komotive an die Bahnverwaltung abaibt. Mit dem Hinweis, daß das Land Baden ſelbſt über ſämtliche Zweige der Großinduſtrie ver⸗ fügt. die die Durchführuma der Arbeiten zu übernehmen hätten, daß alſo auch der Arbeitsloſigkeit im eigenen Lande durch die umfang⸗ reichen Arbeiten geſteuert werden würde, ſchloß der Vortragende die Vorführung, die durch warmen Beifall ausgezeichnet wurde. Ernannk wurden Staatsanwalt Heinrich Kralt in Mann⸗ heim zum Amtsgerichtsrat in Schönau und Poltßeiſekretär Adolf Gerſt in Mannheim zum Polizeikommiſſär in Lörrach. BVeerſetzt wurde Staatsanwalt Dr. Walter Sauer in hut nach Mannheim. * Schwerer Anfall auf dem Volksfeſt. Auf dem Neckarvorland (Feſtplatz des Volksfeſtes) wurde geſtern, abend die Frau eines Schauſtellers von einer Schiffsſchaukel am Kopfe getroffen und er⸗ heblich verletzt. Die auf dem Feſtplatz anweſende Sanitäts⸗ legte einen Notverband an und verhrachte die Frau zu einem rzt. „„ Kadlerunfälle. Geſtern vormittag kam auf der Friedrichs⸗ brücke ein Großkraftfahrer mit ſeinem Rad zu Fall und ve rletzte ſich im linken Knie.— An der Ecke Kunſt⸗ und Breiteſtraße wurde geſtern vormittag eine Frqu von einem Radfahrer angefahren, zu Voden geworfen und verletzt. Schwere Stürze. Am Sonntag abend ſtürzte im Hauſe G 2, 17 ein 67 Jahre alter Mann die Treppe hinunter und 920 ch den rech ten Oberſchen kel.— An einem Neubau in der Spinozza⸗ ſtraße fiel geſtern vormittag ein 20 Jahre alter Maler durch ein Fenſter auf die Straße, wobei er ſich Verletzungen am linken Oberſchenkel und im Geſicht zuzog. Die beiden Verunglückten muß⸗ ten in das Allg. Krankenhaus überführt werdeen * Juſammenſtöße ereigneten ſich im Laufe des geſtrigen Tages: nachmittags Ecke Jungbuſch⸗ und Beilſtraße zwiſchen einem Nad⸗ fahrer und einem Laſtkraftwagen, am Ausgang zur Friedrichsbrücke zwiſchen zwei Radfahrern und zwiſchen einem Radfahrer und einem Poſtkraftwagen. Es entſtand nur Sachſchaden. Das Jeſt der ſilbernen Hochzeit feiert heute der Oberpoſt⸗ Walds. ſchaffner Karl Wohlgemuth mit ſeiner rau Luiſe, Boger, H. 3, 8 wohnhaft. 95 3 Jl 1920 Neue Maunheimer Zeitung(AUbend⸗Ausgabe) Seite. Nr. 306 2 Neue Atannheimer Seitung Handelsblatt Der deutſche Anteil der Stahlvereins-Anleihe nach 8 Minuten vielſach überzeichnet 2 Berlin, 6. Juli.(Bon unſ. Berliner Büro.) Bei der heute vormitfag 9 Uhr eröffneten Zeichnung auf die deutſche Tranche der Anleihe der Vereinigten Skahlwerke Ach., Düſſeldorf wurden die in Betracht kommenden 90 mMill.„ vielfachüberzeichnet, ſo daß die Zeichnungsliſten bereits um 9,05 Uhr geſchloſſen werden mußlen. Nach dieſem innerdeulſchen Ergebnis rechnet man auf großes Inlereſſe und gleichgutes Ergebnis für die nach Holland, Schweden und der Schweiz gehenden Teile der Slahlwerkstruſt⸗Anleihe. Verluſtabſchlüſſe der Stummgruppe Ausgabe von Genußſcheinen I Neunkircher Eiſenwerk AG., vorm. Gebr. Skumm, Neun⸗ kirchen⸗Saar. Die o. GB. genehmigte den Abſchluß für das Ge⸗ ſchäfts 1925/26 einſtimmig. Zuzügl. Verluſtvortrag von 221317 Fr. und nach Abſchreibungen im Betrage von 7 Mill. Fr., wird ein Geſamtverluſt von 10 426 915 Fr. ausgewieſen, der auf neue Rech⸗ nung vorgetragen wird. Die Geſellſchaft hat die Ausgabe von nom. 25 Mill. Fr. Genußſcheinen beſchloſſen, welche von ihren Mehrheits⸗Aktionär⸗Gruppen zum Kurſe von 220 v. H. über⸗ nommen worden ſind. Das Stammkapital der Geſellſchaft betrug bisher 25 Mill. Fr., dazu 55 Mill. Fr. Obligationen. Im laufen⸗ den Jahre iſt bekanntlich die ſeit 1920 60 proz. Beteiligung franzö⸗ ſiſchen Kapitals(Nord et Lorraine) auf 20 v. H. reduziert worden. (gomburger Eiſenwerk Ach., vorm. Gebr. Skumm, Homburg⸗ Sgar. Die o. GV. am 3. Juli genehmigte einſtimmig den Rech⸗ nungsabſchluß für 1925, der einen Bekriebsverluſt von 4962 777 Fr. ausweiſt, wozu der Verluſtvortrag aus 1924 mit 3 983 893 Fr., Kursdifferenzen mit 6 138 136 Fr. und Abſchreibungen im Betrage von 2772 082 Fr. treten. Der Geſamtverluſt beläuft ſich demnach auf 17 856 890 Fr. Die GV. beſchloß dieſes Defizit durch Entnahme gus dem Spezialreſervekonto zu decken. Die G. genehmigte ein⸗ ſtimmig die Ausgabe von Genuß und Verpflichtungsſcheinen, durch die der Geſellſchaft ein Agio von rund 19 Mill. Fr. zufließt. Big⸗ her betrug das Stammkapital der im Jahre 1920 mit 40 v. H. franzöſiſchem und 60 v. H. deutſchem Kapital gebildeten Geſellſchaft 6 250 000 Fr.; die Reſerven figurierten per 31. Dez. 1924 mit 8 Mill. Fr.— Dem Verwaltungsbericht zufolge iſt die Beſchäftigung in Röhren immer noch ſchwach und erreicht nur etwa 50 v. H. der Leiſtungsfähigkeit. Von dem Zuſtandekommen des internationalen Röhrenkartells wird eine Beſſerung erhofft. Die auf dem Werk vorgenommenen Rationaliſierungsmaßnahmen hätten ſich in den des neuen Geſchäftsjahres bereits günſtig aus⸗ gewirkt. J. 6 v. 5. Dividende der Elektrizilälswerk Rheinheſſen Ach. in Worms. Nach dem erſt ſpät nach der GV. vorliegenden Geſchäfts⸗ berichte ſtellt ſich der Reingewinn nach 502 240 Abſchrei⸗ bungen und einſchl. 38 701 Vortrag auf 530 145„. Die GV. beſchloß hieraus die Verteilung von 6 v. H. Dividende, während ein Reſt von 50 145 in Neuvortrag gelangt. Der Ausbau der Werke wurde weiter durchgeführt; die Stromerzeu⸗ gung konnte von 18,7 auf 24,3 Mill. KW. geſteigert werden. Mit dem Waſſerverſorgungsverband für das Seebach⸗ gebiet in Oſthofen, der 24 im Kreiſe Worms gelegene Land⸗ gemeinden mit Waſſer verſieht, hat die Geſellſchaft einen Betriebs⸗ vertrag abgeſchloſſen, auf Grund deſſen ſie die techniſche und kauf⸗ männiſche Leitung des Gruppen⸗Waſſerwerkes gegen feſte Ver⸗ gütung übernommen hat. Aus der Bilanz(in Mill.): Elektrizi⸗ kätsanlagen 13,55, Gaswerk 0,58, Gelände 0,52, Vorräte 0,74, Debitoren 0,72, Aufwertungsausgleich 0,48, dagegen Hpotheken und Verbands⸗Darlehen 1,396, Erneuerungsſtock 4,35, Darlehen von Sparkaſſen und Privaten 0,42, Gläubiger 0,94, Akzepte 0,30. Jiterkraftwerk Ac. in Mosbach i. B. wieder divfdendenlos. Die Geſamterzeugung an elektriſcher Arbeit hat, verurſacht durch den unverhältnismäßig trockenen Sommer und Herbſt des Berichts⸗ jahres 1925/26, von 4798 346 KWSt. i. V. auf 4 206 705 KWMSt. abgenommen. Ebenſo belief ſich die Waſſerabgabe für induſtrielle Zwecke nur auf 184 106 Kbm. gegen 206 279 Kbm. i. V. Von einem Rohgewinn aus elektriſcher Arbeit mit 139 550(174 163) und 16 453„ Vortrag und 26 170% Kursgewinn durch Tilgung(i. B. 16577„ verſchiedene Einnahmen) erforderten Handlungsunkoſten 50 307(77 357), Steuern 24 634(53 926), Zinſen 20 100(8042 und Kursverluſte 40 841) und Strombezug 19 841(0), ſo daß bel 54 683(3720) Abſchreibungen ein Reingewinn(i. B. 6852 4) nicht ausgewieſen werden kann.— Der Vermögensabſchluß zeigt eine Steigerung der Verbindlichkeiten(von 139 833 auf 161 484% bei 10 502 gegen 27 751 Schuldnern), herrührend aus der Rege⸗ lung der Eigentums⸗ und Abfindungsverhältniſſe mit dem Vor⸗ beſiher der Konzeſſton zur Ausnützung der Waſſerkraft. zo: Bergwerksverkauf der Linke⸗Hofmann⸗Lauchhammer Ach. an die Skadt Breslau. Wie gemeldet wird, will die Stadt Breslau van der Linke-Hofmann⸗Lauchhammer Ac) die Mehrheit der Kuxe de“ Steinkohlenbergwerkes„Vereinigte Glückshilfe ⸗Friedenshoff⸗ nung“ in Hermsdorf, Bez. Bveslau, erwerben. Der Hauptteil des Kaufpreiſes, der etwa 9 Mill. /1 ausmacht, dürfte von den Linke⸗ Hofmann⸗Lauchhammer⸗Werken ausſchl. im Intereſſe des Breslauer Werkes verwandt werden. Dadurch ſollen für das Werk neue Arbeitsmöglichkeiten geſchaffen und einer weiteren Steigerung der Arbeitsloſigkeit in Breslau entgegengewirkt werden. 5 Bereinigle Königs. und Laurahütte Ach.— Einbringung der Anlagen in Polniſch⸗Oberſchleſien in eine Geſ. polniſchen Rechls. Bekanntlich hatte ſich die GV. der Geſellſchaft vom 3. März 1925 damit einverſtanden erklärt, daß der ſeit 1922 unter polniſche Landeshoheit gekommene Beſitz der Geſellſchaft zu einer ſelbſt⸗ ſtändigen Geſellſchaft polniſchen Rechts zuſammen⸗ geſchloſſen wird. Nachdem die Verhandlungen mit der Regierung der Republik Polen zum Abſchluß gelangt und die Bedingungen feſtgeſtellt waren, welche in erſter Reihe die Befreiung von den mit der Errichtung der neuen Geſellſchaft verbundenen Staats⸗ und Gemeindeabgaben betrafen, hat am 2. d.., in Kattowitz die Gründung der Geſellſchaft mit einem Att. von 50 Mill. Ilolg und Zuweiſung von 5 Mill. Zloty zur geſetzl. Rücklage ſtattgefunden. Der Name der Geſellſchaft iſt„Gornoslaskie Zſednoczone huty Krolewska 1 Laura Spa is Gorniczo Huknicza“ und ihr Sitz in Kattowitz. Der Betrieb der Werke geht mit Geltung vom 1. Jan. 1926 für Rechnung der neuen Geſellſchaft. Das Geſchäftsjahr iſt das Kalenderjahr. Dem AR. werden 11 Herren polniſcher Natio⸗ nalität und 10 Ausländer, darunter 3 Deutſche angehören. Den Vorſitz wird Graf Alfred Potocki in Lancurt übernehmen. Der Vorſtand beſteht aus Miniſter a. D. ing. Kiedron, Oberbergdirektor Pietſch, Oberhuͤttendirektor Bernhardt und Oberverwaltungsdirektor Haaſe. Der geſamie Akiſenbeſitz geht in das Eigentum der Ver⸗ einiglen Königs- und Laurahülle Ach., Berlin über. Der letzt⸗ genannten Geſellſchaft verbleiben außerdem lediglich die in Deutſch⸗ land belegenen Anlagewerte, Effekten und Beteiligungen. 11: Starke Verkleinerung des AR. der Deutſchen Gaſolin Ash. in Berlin. Bei der bekanntlich zur J. G. Farbengruppe gehörenden Geſellſchaft haben 15 AR.⸗Milglieder ihr Mandat niedergelegt. Dazu verlautet, daß dieſe Maßnahme im Rahmen der Rationali⸗ ſierungsbeſtrebungen getroffen iſt. Durch den Zuſammen⸗ ſchluß der mit dem Oelgeſchäft ſich befaſſenden Olea⸗Werke AG., der Api und der Hugo Stinnes⸗Riebeck Oel⸗Handels⸗G...H. war ſ. Zt. der AR. auf 19 Mitglieder vergrößert worden. Dieſer Verwal⸗ tungsapparat iſt nunmehr auf 4 AR.⸗Mitglieder verkleinert. Der AR. beſteht jetzt aus: Gen.⸗Dir. Hoffmann, RA. Schramm, Dr. Schmidt, Jakob Goldſchmidt(ſämtlich von der Verwal⸗ tung der Riebeckſchen Montanwerke). Ob der AR. durch Vertreter der an der Deutſchen Gaſolin beteiligten Shell⸗ u. Standard⸗ -: Acz. Chocolat Tobler in Bern. Die GV. genehmigte den Jahresabſchluß 1925; aus dem Reingewinn von 46 849 Fr. werden 5000 Fr. der Rücklage überwieſen und der Reſt von 41849 Fr. vorgetragen. Eine Dividende kommt ſomit nicht zur Verteilung. Oilgruppe erweitert wird, ſteht noch nicht feſt. . Finanzierungsinſtitut für den Rußlandexport. Zu der bevorſtehenden Gründung eines Finanzierungs⸗Jußtituts für die Lieferungen nach Rußland verlautet nunmehr vonſeiten des Reichs⸗ verbandes der Deutſchen Induſtrie, daß am 2. Juli im Reichs⸗ verband eine Beſprechung mit den leitenden Perſönlichkeiten einer Anzahl am ruſſiſchen Geſchäft beſonders intereſſierter Induſtrie⸗ firmen ſtattfand. Dabei waren große, mittlere und kleine Werke der hauptſoö chlich beteiligten Induſtriezweige und Induſtriegebiete vertreten. In dieſer Sitzung wurde die Prundung einer Geſell⸗ ſchaft, an der ſich möglichſt viele der in Frage kommenden Lieferan⸗ ten beteiligen ſollen, als Notwendigkeit anerkannt. Die Geſellſchaft ſoll das Ausführungsorgan für die finanziellen Transaktionen, die mit den unter die öffentliche Bürgſchaft fallenden Ruſſengeſchäften verbunden ſind, ſowie der Mittler zwiſchen der Induſtrie und dem Bankenkonſorlium, das gleichfalls in der Sitzung vertreten war, ſein. Die Gründung der Geſellſchaft wird in kürzeſter Zeit erfolgen. Es wird Vorſorge getroffen, daß die Aktien in möglichſt weite Kreiſe der. Lieferfirmen gelangen. „0, Die Ernkefinanzierung durch die Preußenkaſſe. Die Ver⸗ handlungen über die Erntefinanzierung mit Lombardkrediten der Preußenkaſſe und der durch vermehrte Diskontbereitſchaft beteiligten ſehlt nur noch die Zuſtimmung des Nusſchuſſes der Preußenkaſſe. Eine Höchſtgrenze der Kredite iſt nicht feſtgeſetzt; man er⸗ wartet aber anſcheinend keine große Beanſpruchung, ſei es wegen beſchränkter Lagerungsmöglichkeiten, ſei es in der Annahme eines aufnahmefähigeren Marktes als im Vorjahre. Die Getreide⸗ überſchüſſe würden vermutlich kleiner, daneben auch die Geld⸗ lage beſſer ſein. Unter Umſtänden ſollen Vorräte auch in der Scheune beliehen werden und zwar mit 60 v. H. Börſenberichte vom 6. Juli 1920 Maunheim ſchwach Reichsbank ſind nunmehr im Prinzip abgeſchloſſen. Es 8 Die Börſe hatte heute für Terminwerte ſchwache Tendenz bei ſehr lebhafter Umſatztätigkeit. J. G. Farben gingen auf 241 a ück. gegen war der Kaſſamarkt gut behauptet, wohei Rhein. die Neichsbank am Halbjahresultimo Skarke Beanſpruchung/ Wieder Deviſenzugang Wie der Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni zeigt, hat ſich die geſamte Kapitalanlage in Wechſeln, Schecks, Lom⸗ bards und Effekten um 202,2 auf 1521,0 Mill. erhöht. Die Zu⸗ nahme hält ſich etwa im Rahmen der Beanſpruchung während der letzten Woche des vorangegangenen Quartals, in welcher ſie ſich auf 197/ Mill./ ſtellte. In der Hauptſache entfällt die Ver⸗ mehrung auf die Zunahme der Lombardbeſtände, die um 138,0 auf 143,3 Mill.„ anſchwollen. Die Beſtände an Wechſeln und Schecks erhöhten ſich um 643 auf 1288,2 Mill. Der geringe Reſtbetrag, der am Ende der Vorwoche noch weiter⸗ begebenen Wechſel wurde im Laufe der Berichtswoche von der Reichsbank zurückgenommen. Infolge der verſtärkten Zahlungsmittelanforderungen ſind an Reichbanknoten 473,0 Mill. neu in den Verkehr gefloſſen, ſo daß ſich der Umlauf an Reichsbanknoten auf 2971,2 Mill. ſtellt. der Umlauf an Rentenbankſcheinen erfuhr eine Zunahme um 150,8 auf 1387,8 Mill. 4. Die Beſtände der Reichsbank an ſolchen Scheinen haben ſich um 159,9 auf 132, Mill.&4 verringert, da außerdem 9,1 Mill. getilgt wurden. Am 30. Juni waren ſomit an Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen insgeſamt 4358.9 Mill.„ im Vertehr. Der geſamte Jahlungsmittelumlauf erreichte Ende Juni eine Höhe von rd. 5180 Mill.. Im Zuſammenhang mit den Zahlungsmittelanforderungen gingen die fremden Gelder um 237,1 auf 526,0 Mill. zurück. Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen erhöhten ſich um 175,0 auf 1817,1 Mill. I. Die Zunahme entfällt faſt reſtlos guf den Beſtand an deckungsfähigen Deviſen, da dem Goldbeſtande nur 24000„ neu zugeführt wurden. Die Deckung der Noten durch Gold allein ging von 59,7 v. H. in der Vor⸗ woche auf 50,2 v. H. zurück. Die Deckung der Noten durch Gold Und deckungsfähige Deviſen ermäßigte ſich von 65,7/ v. H. am Ende der Vorwoche auf 61,2 v. H. am Ende der Berichtswoche. Ermäßigung des Reichsbank⸗Diskontſatzes Die heulige Jentralausſchußſitzung der Reichsbank beſchloß die Herabſetzung des Diskonkſatzes von 67 auf 6 v. H. und des Lombard. ſatzes von 7½ auf 7 v. 9. Dieſe Maßnahme wurde vom VBize⸗ präſidenten Kauffmann mit der befriedigenden Enkwicklung des Reichsbankſtutus und der Geldmarktverhältniſſe begründet. 777WWWcCcCcccccccccccc Ereditbank, Oberrheiniſche Verſicherung und Zuckerwerte höhere Kurſe erzielten. Es notierten: Rhein. Creditbank 116, Südd. Dis⸗ conto 117, J. G. Farben 243, Rhenania 83, Brauerei Eichbaum 66,50, Ludwigshafener Aktienbrauerei 152,50, Continentale Ver⸗ ſicherung 52, Mannheimer Verſicherung 89, Oberrheiniſche Ver⸗ ſicherung 155, Seilinduſtrie Wolf 52, Benz 90, Gebr. Fahr 41, Knorr 115, Mannheimer Gummi 53, Zementheidelberg 107, Rhein⸗ elektra 118, Rheinmühlenwerke 74, Wayß u. Freytag 105, Weſteregeln 150, Zellſtoff Waldhof 160, Zucker Frankenthal 68, Waghäuſel 82, alte Rheinbriefe 10,50. Frankſurk elwas abgeſchwächt Im vorbörslichen Verkehr ſtellte ſich heute etwas Beſſerungs⸗ bedürfnis ein, ſo daß bei Beginn des affiziellen Verkehrs recht anſehnliche Kursbeſſerungen feſtgeſtellt werden konnten. nannte gegen 12 Uhr J. G. Farben mit 253, Phönix 117 und Gelſenkirchen 164,5. Im übrigen bekundeten die berufsmäßigen Börſenbeſucher eine allgemeine Zurückhaltung, ſo daß die Umſatz⸗ tätigkeit keinen ſehr breiten Rahmen einnahm. Im allgemeinen betrugen die Kursveränderungen nach unten oder oben kaum mehr als 1 v. H. Berliner Veviſen Diskonkſätze: Neichsbank 6½, Lombard 7½, Privat 4½ v. 5. unſch B. Julf g. Ind Aaitar Afstem in.⸗M. für G. B. G. B. M. IIätze ½ Aaband 100 Gulden 168,41 168,93 169,45 168,88 168,74 3,5 Buenos⸗Aires. 1 Peſ. 1,691 1760ʃ 1,890 1,700].698 10 rüſſel„ 100 Franken11.96 1110 19.88 19.89 51.— 7 Osſfſoo 100 Kronen 92,08[.32 92,08 92,32 112.50 5,8 Stockhom... 100 Kronen 112,14 112.89 112,41 112,69 61,.—.8 Kopenhagen... 100 Kranen 111,23 111,51111.21 J111,9 112.57 5,8 Hangig. 100 Gulden.0281.22J 810.22 112.0 8 Liſſabon 100 Estudo21,425 21,475] 21,225 71.475 488.80 9 Helſingfors...„ 100 finnl..10,54 10,58 10,54 10.56.—.8 Italien„ 100 Lire 14.74 14.79.[ 14,37[ 14.41J[ 7 Jondoen Pfd. 20,453 20,485 20.39 20,481J 20, 5 New⸗Dork..„„„ 1 Dollar 4,185 4,205] 4,185] 4,205] 4,1 4 Paris„ 100 Franken 11,39 11.4311,1811,9]81.— 6 Schmeliz. 100 Franfen] 51,1 8141.2J81,½31.—.5 Spanien. 00 Peſeten 66,17 66,83.[ 65,92 6,03 61,.— 5 Jareneee,.867] 1,871].987].971] 2,092] 7,8 Konſtantinopel.. 1 türk. Pfö..95.06.05.906.158,45 15 Rio de Janeiro. 1 Milreis 0,666].666] 0,866].,668 1,862.5 Wien„ 100 Schilling J89.25,] 88,48, 88,1 59.42]— 775 815. 100 Kronen 12,421 12,461] 12,4[ 12,4, 85.052 5 üdflawien... 100 Dinar 7,435 7,488] 7,435] 7,485 81,.— 7 Dudapeſt.. 100 000 Kronen 5,85 5,87 5,86 5,88[ 85,062] 7 Soſta 1900 Leva.038] 3,048].085.045 81.—] 19 .20.8181.— 10 Athen 100 Drachmen.19.21 KHurszettel der Neuen Mannhelmer Zeltung Aknen und Auslandsanleihen in Prozenten, bei Stückenotierungen in Mark je Stück. Die mut F nerſehenen Werte ſind Terminkurſe während ſich die mit A verſehenen noch in Bi⸗/ verſtehen. Frankfurker Börſe vom 6. Juli. 5.. Vankt⸗Aketien. Transport⸗Aletien. eeee e e Ettlinger 1 186,0188,0 che Bank. 143.042.0 eeee e 1——— Bant Bran. Jnp. 136,0 184,0—.— 73.5074.50 arbwerk Mühlh.—,— . G. Farbenind. 250,7240.0 ahr Gebr. Pirm. 46.— 40.50 elt.Guill. Carls 1 135,0183,0 einmech. Jetter. 77.—75.— Bayr. BodenCr. B—. u. Wb. 128.7 128.9——.— ene 17e glre Fee J880 Tean de 0, Heſeel e e ee 67808 + 4 L„U. St...— uch.750077 Tuude a 15000 134·0 Baltlmore 8 Odio 88,—f88.— Holdſchnage 55 977 5755 eee 55 2. VK. u. Laurahütte 59,5058,— 5 8... Zugi. Bant 109,9 499.0 Thein Sraunt.. 17,0,11,0 5 Joh, 8 9 Fee Beni 100 107 Eichb.⸗Mannh. +——63,— Grün, Bilſinger. 93.5992.— . Kempf-Sternb.—.— 150,0 Haid Reu, Nähm 53,8083,75 1400 145 0 Mainzer St. A.„. 9 ſen——90 J Dresdner Zanz 133.8,181.0 Schöfferd, windg.2 90218,2 Hilpert Armaturf. 32.7534.—. .5„Bank 108,2 103,1 Schwartz-Storch. 2 116,0 Hirſchgupf.u. Mel. 110.0 108.0 ae yp. 118˙2 Verger.. 130,0,— Hoch. und 15 413525— gall,..⸗ 114.0 1.582.— N Adt, Gebr..... 8,—40,—[Holzmann, P TMitteld. Cred.⸗B 117,0119,0—.—— Hateoßn nd. 58.—88,— Nürnberg. Vs.⸗B.——,— Adler 9 1 ppenheim—.—102.0 Junghane Stam. 89,50 89,50 83 0—9 10310 1085 Adler Kleger 86,—85,50 Kammg. Anlacc, 84.,80 85,.— Mede 15 0 157.5 f,&,. S. u. 488.0 dartsrdderaſch.—,——.— Nüe eddanz 1160118. Kſchafl. Buntpap. 114.918.0 Kenp etee—.—67.— Rhein. Hyp.⸗Bant 112,0111,7% aff. Zellſtoff 111,0110,00Klein, Sch KBecker——67 F. Neenen 1470116,0 Sabnte⸗b, darmſt. 20,35(53 Knorr Heſſbronn 13,9 44 Siner Jagkber.10 5,— Jaß.Fleitr.. 0,1750,170 Konſerven Braun 44,.—44,.— Sirtib, Notenb. 128,0.—.— Pad. Maſ. Burl. 32.2ſ183.0fFrunen co. Jag. 78720.5 —— ae e 8g— Jaſt— c enenee des. 121,50120,5 580 Berſ 104.7 104.0 Bagriſch. Splegel.— 46,175[Lech Augzburg 104.7 102,0 5 Besſ Geſ. 148,0(150,0 Peck& Henkel..40— 40 gederwert Nothe 22.5082,50 bnd d Lerzm Elckn, 12570 40 tunge Maen 90— Frankf.R. u. Mitv.—:.—Fing Matallwerke 39,7553.— Futz Maſchſnen—.— 84.50 Vergwerk⸗Aktien. Prem.-Beſigh. Hel 57/— 51.—Lukſche Induſtr. 25,(28.50 T Bochumer Guß. 13,0140.0 Tement Heidelb.. 107,0 07.00 Mainkraftwerke..50 99,85 Dudetus Siſen 1,7000,80 Cement Korlſtadt 114.5014,5 Miag, Mühlb... 11i8 111.0 1.Sugemb. Berg 186.5130,3 Chamtteungaw.—.—52,—[ſne Söbne.——— Eſchweil. Bergwre 139,0—— Cont. Rürnb. 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Berliner 80,5085,— ſch.Rogg..50.52 Kiöcknerwerke.10,0107,0 Thoerl Oelfabrik, 79,—8,50ſb) Ausl. Nenkenwerte. C. H. Knorr. 17,0 112,0[Unionwerke Maſch—.—40,— 5%% Mexltaner Kollm.& Jourdan 57,7560,—[Ber. B. Irkf Gum. 69,5067,—475 Set. S Köln Rottweiler 124,0,119.00Ver. Chem. Charl. 120,0118.04%„Goldrente 18,5018,78 Gebr. Körting. 90,— 88,75 B. Olſch. Nickelw. 157.0 145,04%%„eonv. Rie. 1,68 1,70 Koſtheimer Cell..—42.— BGlanzſtoff.Elb, 260,0 225,94¼%„Silberrte. 8,90—.— Kyffhäufer⸗Hütte 60,———B. Schuhfbrns W 57.5048,85 4¼%„Papierrte.—.——.— Lahmeyer& Co.—, 120,0 VStahlc v. d. Zyp——141,24% Türk. Ad.⸗Anl. 11,75012.88 Laurahütte... 60,7554,— Ber. Ultramarſnf. 130 5¼184,004%„ Vagd.-Ciſ.1 24,2527,40 Ainde's Eismaſch. 152,5 142,0 Bogtländ. 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Er füllte im Nu den Keller des Gaſt⸗ hauſes„zum Hirſch“, weshalb die Heidelberger Motorſpritze zu Hilfe gerufen wurde. Nach den jetzt allenthalben aus dem Odenwald, Speſſart und Frankenwald vorliegenden Berichten ſind größere den erfreulicherweiſe nicht zu melden, wenn auch das Uewetter ſehr ſtark war. Berlin iſt diesmal beſonders heimgeſucht worden. Genauere Unterſuchun⸗ gen haben nunmehr ergeben, daß die Urſache der Woltersdor⸗ fer Kataſtrophe nicht in einem Blitzſchlag in die Kegelbahn, wie das vielfach zuerſt angenommen wurde, zu ſuchen iſt, ſöndern daß die vom Kranichberg herabſtürzenden Waſſermaſſen die tauer der Kegelbahn unterſpült und eingedrückt haben. Spuren eines Blitzſchlages konnten weder in den Mauertrümmern, noch an den Toten entbeckt werden, die teils durch Rippenbrüche Emere innere Verletzungen, teils durch Erſtickung ums Leben ge⸗ ſin. Im Oſten von Berlin iſt infolge des Unwetters Die Wuhle über die Ufer getreten und droht die Kaulsdorfer Straße in Köpenick zu überſchwemmen. Auch die Lönitz iſt aus den Ufern getreten und hat große Wieſenflächen überſchwemmt. Weiter ſind ſchwere Störungen an Fernſprechleitungen, der elektriſchen Verſor⸗ gung des Betriebes der Waſſerwerke zu verzeichnen. Der Fernſprech⸗ verkehr nach Hoppegarten, Woltersdorf, Storkow und Mahlsdor war bis Montag unterbrochen, da der Sturm an vielen Stellen die hat. ie bereits im Mittagsblatt gemeldet, ſind am Montag nach⸗ mittag erneut ſchwere Unwetter über beſonders große Schäden wurden aber durch den ſintflutartigen Regen der vor allem den weſtlichen Bezirk Groß⸗BVerlins eimſuchte, die Straßenzüge in Seen verwandelte und faſt ſämtliche Kellerräume unter Waſſer ſetzte. Die Ueberſchwemmungen waren ſo ſtark, daß die Feuerwehr ununterbrochen zur Hilfeleiſtung alar⸗ miert wurde, ſo daß ſich die Branddirektion Weſt in Schöneberg ge⸗ gen ſah, den Ausnahmezuſtand für die Feuer⸗ wehr zu verkünden. Durch dieſe Maßnahme wurde die ſonſt üb⸗ liche Ausfahrtordnung außer Kraft geſetzt und die einzelnen Wachen entſandten denn auch nicht mehr die geſamten Züge, ſondern nur moch einzelne Fahrzeuge und Radfahrpatrouillen nach den alarmier⸗ ten Stellen, da weder Material, noch Geräte, noch Mannſchaften Irausbeteicht hätten, um den Anforderungen zu genügen. In 0 Minuten trafen beiſpielsweiſe in der Wilmersdorfer Wache etwa 70 Alarmmeldungen ein. Auf den übrigen Wachen des Berliner Weſtens herrſcht ähnlicher Hochbetrieb. In den meiſten Jällen mußten ſich die Wehren darauf beſchrän ⸗ ken, die Tae Räume nur notwendig auszupumpen. In Wil⸗ mersdorf wurden beſonders ſtark die Straßenzüge in der Nähe der veranſtaltungen des. Lrledrichspart-Beranſtalkungen im Jull. Im Anzeigenteil Mitkagsblatzes verweiſt die Parkleitung auf die regelmäßig ſtattfindenden Konzerte, die ſich ſeit Eintritt ſchönen Wet⸗ ters eines guten Beſuches erfreuen. Als nächſte beſondere Veran⸗ ſtaltung iſt vom Odenwaldklub ein Sommernachtfeſt vorgeſehen, wobei die Parkleitung eine große Jlumination, Höhen⸗ feuerwerk, bengaliſche Beleuchtung, Tanzreigen auf dem Raſen uſw. lant.— Ein billiger Sonntag ſoll auch noch in dieſem onate und zwar am 11. Juli eingeſchaltet werden. Die beliebte Liederſängerin, Frau Eugenie Veigel⸗Kärn, gibt ſhr Gaſtſpiel jetzt am Sonntag, den 18. Jull. In Vorbereitung iſt eine rei⸗ Ilichtaufführung zum 350. Todestag des Meiſterſängers und Schuhmacherpoeten Hans Sachs durch Aufführung mittelalterlicher Bauernſchwänke. —— Rommunale Chronik Eine Erklärung des 1. Bürgermeiſters Dr. Forthuber Neuſtadt Hdt. ö „Herr Bürgermeiſter Dr. Fofhuber⸗Neuſtadt a. d. Hdt. e folgende Erklärune it der Bitte um Veröffent lichung: zAm 22. Februar 1919 wurde in Landau von einer Reihe von Perſönlichkeiten eine Reſolution verfaßt, die durch Herrn Ge⸗ neral Gerard der Friedenskonferenz vorgelegt werden ſollte(ſ. auch das Buch von Oberſt Jacqout„General Gerard und die Pfalz“, herausgegeben von Dr. Ritter). Zur Zeit werden in der Pfalz von dieſer Reſolution zahlreiche Abſchriften verbreitet, die auch in ſchädigt. Auguſtaſtraße von den Ueberſchwemmungen betroffen. In Frie⸗ denau wurde die Feuerwehr während 1 Stunde 50—70 Mal in Tätig⸗ keit geſetzt. Faſt kein Straßenzug blieb von den Ueberſchwemmungen verſchont, Ueberall wurden Kel⸗ lerräume, an verſchiedenen Stellen auch Garagen unter Waſſer ge⸗ 10 DieCharlottenburger Wehren waren gleichfalls unausgeſetz! ätig. Die Magdeburger Gegend, die ſowieſd ſchon durch das Hochwaſſer heimgeſucht iſt, hat erneuten Schaden genommen der ſich als ſchwerer herausſtellt, als man zuerſt annahm. Die Beſchädigungen der Eiſenbahndämme ſind eini⸗ germaßen wieder hergeſtellt. Eine ganze Reihe von Häuſern in den einzelnen Stadtteilen iſt dem Einſturz nahez; ſie können nur mit Mithe geſtützt werden, und ihre Wiederherſtellung erfordert große geldliche Aufwendungen. Große Ackerſtrecken ſind durch den Wölken⸗ bruch vollkommen verſchlammt und die Früchte ſind vernichtet. Auf dem großen Weſtfriedhof haben die zwölf Stunden unaufhalt⸗ Waſſermengen grauenhafte Verwüſtungen an⸗ gerichtet. Verheerungen im Nieſengebirge Am ſchlimmſten betroffen wurden von den Unwettern die Dör⸗ fer Agneten dorf und Hermsdorf unterm Kynaſt. Die Haupturſache der fürchterlichen Folgen der Kataſtrophe liegt darin, daß die Waſſermaſſen mit ungeheurer Gewalt und raſender Schnelligkeit heranſchoſſen. Ueberall liegen gewaltige Trüm⸗ mer, überall ſieht man verſchlammte Gärten und Wege. Vielfach iſt das Getreide auf den Feldern wie gewalzt. Rieſige Baumſtämme ſind umgeriſſen, zahlloſe Telegraphenſtangen umgeknickt. Zayl⸗ reiche Häuſer in Agnetendorf und Hermsdorf ſind vollkommen zer⸗ ſtört. Auch das Dorf Giersdorf hat außerordentlich gelitten. Hier ſind drei Häuſer vollſtändig zuſammengeſtürzt, andre ſtaxk be⸗ Bei Stonsdorf hat das Waſſer große Trichter gewühlt, die ſtarke Aehnlichkeit mit den Löchern ſchwerer Granaten haben. In der ganzer Gegend wurden die Bewohner von der Flut voll⸗ kommen überruſcht, ſo daß ſie nur das nackte Leben retten konnten. Aus Bayern und Würltemberg liegen ebenfalls Unglücksmeldungen vor. Rieſige Schäden ſind bei Paſſau durch einen dreiviettel Stunden lang währenden Wolken⸗ bruch, namentlich im Mühltal und Lindental, der die Bäche in reißende Ströme verwandelte, entſtanden. In Lindental wurde ein Haus zum Einſturz gebracht und dabei die 28jährige Tochter des Beſitzers von den Fluten fortgeriſſen. Verſchiedene andere Häuſer mußten geräumt werden und wurden ſtark beſchädigt. Brücken wurden fortgeriſſen und die Straßen zum Teil zerſtört. In Mühl⸗ tal haben die reißenden Waſſermaſſen gleichfalls große Verheerun⸗ gen angerichtet. Ueber Hechin genn(Württemberg) ging am Sonntag ein Wolkenbruch von kataſtrophalem Ausmaß nieder, begleitet von hef⸗ tigem Hagelſchlag. Innerhalb kurzer Zeit waren die Straßem in Hechingen zum Teil überſchwemmt, Feuerwehr und Gendarmerie wurden zur Ordnung von Sperrmaßnahmen alarmiert. Die Straße Hechingen—Balingen ſtand unter Waſſer und war längere Zeit für den Verkehr geſperrt. Zahlreiche Autos blieben in dem Waſſer auf der Strecke liegen. der Preſſe erſcheinen ſollen. Auf ihnen befindet ſich u. a. auch der Name Forthuber als Unterſchrift. Um jedes Mißverſtändnis von vornherein auszuſchließen ſtelle ich ausdrücklich Fblgendes feſt: Ich war in der fraglichen Zeit Be⸗ zirksamtsaſſeſſor in Landau. An der betreffenden Bewegung war ich vollkommen unbeteiligt. Die betr. Reſolution habe ich weder unterzeichnet, noch für mich unterzeichnen laſſen. Neuſtadt a. d. Hdt., 5. Juli. gez. Dr. Forthuber, 1. Bürgermeiſter. Aus dem Lande geidelberg. 6. Juli. Die fünf Affen des anatomiſchen In⸗ ſtituts, die ſchon mehr als einmal ſich ihre Freiheit zu verſchaffen wußten und erſt kürzlich in den Bäumen am Neckarſtaden herumturn⸗ ten und an der Unteren Neckarſtraße einer Frau. die gerade das Mit⸗ tagsmahl bereitete, zu ihrem großen Schrecken Kartoffeln vom Küchentiſch holten, haben ſich am Samstag, wie im„Heidel⸗ berger Tagebl.“ zu leſen iſt, wieder in die ferien begeben und treiben ſich ſeitdem luſtig auf den Dächern und Räumen in der Nähe des Inſtituts umher. Am Sonntaa Moraen ſaßen ſie alle in der Robinie in der Brunnengaſſe. wo ſie Zweige abriſſen und Blätter kauten. Dann bezogen ſie einen Taubenſchlaa auf dem Fried⸗ richsbau und ſchauten mit ernſter Würde heraus. Mit fabelhafter Gewandtheit turnten und ſprangen dann die luſtigen brauenen Geſel⸗ len zu der Dächerreihe an der Ziegelgaſſe hinüber, ſchauten in die Schornſteine und Dachfenſter, prüften die Blitzableiter und zeiaten den Leuten, die ſie beſänftigend anriefen, demonſtratip ihre Kehrſeite. Zeitweiſe kletterten ſie auch auf den Vorbauten des Friedrichsbaues herum und erregten einen Aufl auf in der Hauptſtraße. * Harlsruhe, 5. Juli. Beim Baden ertrunken iſt geſtern nach⸗ mittag im Rhein etwa 500 Meter oberhalb der Maxauer Brücke, der 23 Jahre alte Konditor Franz Ros von hier. Ros. der nicht aut ſchwimmen konnte. hatte ſich zu weit in den offenen Rhein binaus ge⸗ wagt und verſchwand, ohne Hilferufe abzugeben. ohne daß eine Rettuna möglich geweſen wäre. in den Fluten. Die Leiche konnte noch nicht geländet werden. Gerichtszeitung Aus den Mannheimer Gerichtsſälen Der am 25. Februar 1899 zu Frankfurt a. M. geborene in Mannheim wohnhafte Kaufmann Wilhelm Rodenhäuſer hat im April 1925 bei einem hieſtgen Geſchäftsmann Fenſterleder im Werte von 76 Mark gekauft und unter der Bedingung erhalten, daß er den Betrag noch am gleichen Tage bezahle. Der Verkäufer wartet aber heute noch auf ſein Geld. Wie ſich herausſtellte, hat der Käufer die Ware noch am gleichen Tage verſilbert und den Exlüs für ſich behalten und verwendet. Der Angeklagte beſtreitet jede Schuld. Er habe ſich keines Betruges ſchuldig gemacht. Nur durch ſeine Notlage habe er den Betrag für das Fenſterleder nicht bezahlen können. Erſchwerend fällt für ihn in Bekracht, daß er ſofort nach dem Verkauf der Ware ſpurlos verſchwand. Auch in ſeiner Wohnung wußte niemand Beſcheid über ſeinen Aufenthalt. In der Folgezeit hat er nichts mehr von ſich hören laſſen. Der Angeklagte iſt in den letzten 10 Jahren wegen Vergehen und Verbrechen gegen das Eigentum wiederholt zumteil ſchwer vorbeſtraft, weshalb ihm mildernde Umſtände verſagt blieben. Das Gericht(Vorſitender Amtsgerichtsrat Burger) erkannte auf eine Gefängnisſtraße von ſechs Wochen. Die verwitwete Marg. W. geb. Volz aus Seckenheim war mit der Reinigung der Büroräume im Rathaus in Seckenheim betraut. Sie mißbrauchte das in ſie geſetzte Vertrauen inſofern, als ſie mit einem Nachſchlüſſel die Schublade eines Gehilfen öffnete und die Ge⸗ bührengelder in Höhe von etwa 150 Mk. entwendete. Es kommt ſchwerer Diebſtahl in Betracht. Das Gericht(Vorſitzender Dr. Le⸗ ſer) ſchickt die Frau unter Annahme mildernder Umſtände auf fünf Monate ins Gefängnis. Der nverheiratete Facharzt Dr. Mähler wurde von einem früheren Patienten verklagt und am 26. 3. 26 vom Amtsgericht Mannheim freigeſprochen. In der heutigen Berufungsper⸗ handlung, die unter dem Vorſitz von Landgerichtspräſident [Schlimm unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfand, wurden 6 Zeugen und ein Sachverſtändiger vernommen. Die Ge richts⸗ ſitzung dauerte von vormittags 9 Uhr bis nachmittags kurz por Uhr und und endete mit der Freiſprechung des angeklagten rztes. Der Bauführer Jakob Stein aus Mannheim war mit dem Be⸗ tonpalier Dörr am 16. März 1925 in der Zellſtoff Waldhof mit der kraftmaſchine beſchäftigt. Nachdem ſie ſich über die Art und Weiſe der Ausführung der Arbeit beſprochen, ordneten ſie an, daß nach Errich⸗ tung der freiſtehenden, d. h. mit den ſeitlichen Baukörpern nicht ver⸗ hundenen Fundamentmauer— obwohl es ſich um ſehr lockeres Grundmaterial(Sandboden) handelte— die Spundwände, die als Sicherung gegen den noch nachrückenden Sandboden aufgeführt waren, gezogen wurden. Sie hatten es aber unterlaſſen, zuvor wei⸗ tere Sicherheitsmaßnahmen durch Abſprießen zu treffen, ſodaß wegen Nehlens jeder Sicherheitsmaßnahmen um 12 Uhr mittaas die frei⸗ ſlehende Mauer ſichumlegte. Dabei wurde der verheiratete Mau⸗ rer Peter Falter vollſtändia voerſchüttet. Noch ehe man den Mann wieder ausgraben konnte. war dieſer ſeinen Verletzungen er⸗ legen. Der ledige Maurer Heinrich Kreß erlitt erhebliche Quetſchungen an beiden Armen, auf dem Rücken und der Bruſt und der verheiratete Maurer Jakob Dreiſigacker eine ſtark blutende Wunde am Kopf. Der Betonpalier Dörr wurde bereits in der Sitzung des Amtsgerichts vom 3. 3. 1926 freigeſprochen, während der Bauführer Stein in der geſtrigen Verhandlung vom Schöffengericht (Vorſitzender Amtsgerichtsrat Säger) mit zwei Monaten Ge⸗ fängnis wegkam. Wetternachrichten der Karlsruher E Bei annähernd unveränderten Temperaturen war es in Baden meiſt bewölkt. Strichweiſe fiel gewitterartiger Regen. 255 Das Tief über Deutſchland hat ſich ſeit geſtern, wie erwarket, mit dem engliſchen vereinigt und liegt heute morgen über der Nordſee. Auf ſeiner Weſthälfte bedeckt ein ausgedehntes Regengebiet ganz Südengland, den Aermelkanal und einen Teil der Bretagne. Da der Wirbel ſich nur langſam in nordöſtlicher Richtung weiterzieht, bleibt unſer Land noch in ſeinem Bereiche. Die weſtlichen auf das Tief reagierenden Windſtörungen reichen bis zu großer Höhe, ſodaß auch für die nächſte Zeit noch Fortdauer des trüben Wetters mit gewitterartigen Regenfällen zu erwarten iſt. Vorausſichtliche Witterung für Miktwoch, 7. Juli, bis 12 Uhr nachis: Fortdauer der beſtehenden Witterung. „Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerel Dr Haas. Neue Mannheimer Beituna G. m. b.§. Mannheim F 6. 2. Direktion: Ferdinand Heume Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Redakteure: Für Politik: Hans Alfred Meißner— Feuilleton: Dr. Fritz Hammes. Kommunalvolftik und Lofales: Richard Schönfelder— Sport und Neues aus aller Welt: i. V. R. Schtznfelder, Handelsteil: Kurt Ehmer, eeeeeee 2 Wegen ihner ddurststillenden MDirung besondlers Gegehmn Gericht und oſſes Hehrige: Ir Kircher Mnzeſgen: Fande eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee Sind An Qualitòt unerreichib. Mberall ldluflich. Errichtung eines neuen Fundaments zur Aufſtellung einer Gas⸗ ———25 71* 8 25 8 angabe) Dienstag, den 6. Juli 1928 Die deutſche oͤrahtloſe Ueberſeetelegraphie Von Dr. Fritz Runkel, Bensberg⸗Köln Kürzlich hat die„ſTransradio Akt.⸗Geſ. ſür draht⸗ loſen Ueberſee⸗Verkehr“ ihren Geſchäftsbericht für 1925 herausgegeben. In dieſem Bericht werden die Fortſchritte ver⸗ zeichnet, die im vergangenen Jahre in techniſcher und organi⸗ ſatoriſcher Beziehung auf dem Gebiet des drahtloſen Ueberſeedienſtes erzielt wurden, ohne daß natürlich auf die ganze Entwicklungs⸗ geſchichte eingegangen werden konnte. Es dürfte angebracht ſein, einmal in einem zuſammenfaſſenden Bilde das Werden und Wachſen dieſer gewaltigen deutſchen Organiſation zu ſchildern, zumal als man hier den geſamten drahtloſen Verkehr Deutſchlands mit überſeeiſchen Gebieten in einer Hand vereinigt findet. Die Geſellſchaft bezeichnet als den Gegenſtand ihres Unter⸗ nehmens„den Betrieb von Einrichtungen für drahtloſen tele⸗ graphiſchen oder telephoniſchen Verkehr im In⸗ und Auslande“. Die Bedeutung im Inlande dürfte ſich nach Maßgabe der inzwiſchen er⸗ folgten Entwicklung lediglich auf den Betrieb derjenigen Anlagen beſchränken, die zur Durchführung des Ueberſeeverkehrs erford⸗ ſind. Auch hat die Geſellſchaft ſeit 1925 auf den Telegrammverkehr mit europäiſchen Ländern verzichtet, nachdem derſelbe völlig von der Deutſchen Reichspoſt übernommen worden iſt, ſodaß —BBB———————..,!Itr. Tttttr——————————————ä— auf einen Schlag 1000 Wohnungen Nicht weniger bemerkenswert ſind die Betriebsverträge, welche die Transradio⸗Geſellſchaft mit der„Radio Corporation of Ame⸗ rica“ in Newyork, der führenden amerikaniſchen Funkgeſellſchaft, ſowie der„Transradio Argentina Internacional“ in Buenos Aires geſchloſſen hat, wodurch ein zweckmäßiges Zuſammenarbeiten der Stationen der Geſellſchaft mit den maßgebenden Gegenſtationen in Nordamerika und Argentinien gewährleiſtet iſt. Ferner iſt auf Grumd von Abmachungen zwiſchen der deutſchen und der britiſchen Regierung ein unmittelbarer Funkverkehr zwiſchen Deutſchland und Aegypten aufgenommen worden. Seit kurzem verkehrt Nauen auch unmittelbar mit Rio de Janeiro und der Station Malabar auf Java. Von großer Bedeutung für die Verkehrsintereſſen der Transradio⸗Unternehmung ſind im weiteren die internationalen Abmachungen geworden, die zwiſchen der„Telefunken⸗Geſellſchaft“ in Berlin, der urſprünglichen Erbauerin von Nauen und Begründe⸗ rin der„Transradid⸗Geſellſchaft“, ferner der oben ſchon genannten „Amerikaniſchen Radio⸗Geſellſchaft“, der engliſchen„Marconi⸗Ge⸗ ſellſchaft für drahtloſe Telegraphie“ in London und der„Allgemei⸗ nen Geſellſchaft für drahtloſe Telegraphie“ in Paris getroffen wor⸗ den ſind und zum Ziel haben, in der techniſchen, wirtſchaftlichen und wiſſenſchaftlichen Verwertung der neuen Technik gemeinſam vorzugehen. (Schluß folgt.) Modellanſicht der Seſamtſieödlung Britz und des„Hufeiſens innerhalb der Sieoͤlung bpresse- Photo Die von den Gemeinnützigen Spar⸗ und Bau-A. G. nach den Entwürfen der Architek en Bruno Tant und Dr. Ing. Martin Wagner in errichtete Siedlung teilt ſich in 500 Kleinwohnungen für Minderbemitlelte, in Sechsfamilienhäuſer un) 500 Einfamilienhäuſer alſo ihre Einrichtungen nunmehr ganz für deren eigentliches Be⸗ tätigungsgebiet, den Ueberſeeverkehr, zur Verfügung ſtehen. Die Anlagen der Geſellſchaft umfaſſen die Großſtation Nauen und die Großfunkſtelle Eilveſe(Hannover), an der Transradio füh⸗ rend beteiligt iſt. Dieſes ſind die beiden Sendeſtationen. Als Empfangsanlagen dienen diejenige in Geltow bei Pots⸗ dam für Nauen und diejenige in für Eilveſe, von der letz⸗ teren Station etwa 6 km entfernt. Als Empfangsſtation 8 Auf⸗ nahme aus Südamerika kommt ſchließlich eine ſolche in Weſter⸗ land(auf Sylt) hinzu. Die Station Nauen gibt ein beſonders deutliches Bild von der Großzügigkeit der Einrichtungen. Hier haben wir bekannt⸗ lich die größte und leiſtungsfähigſte Funkſtelle Eu⸗ ropas vor uns. Aus Anlaß des Ablaufs der erſten 20 Jahre ſeit Beſtehen dieſer großen Station(im April 1926) hat man einige bezeichnende Angaben über die Entwicklung des Unternehmens ver⸗ öffentlicht. Daraus erſieht man. daß die Zahl der Maſten von dem im Jahre 1906 vorhandenen einzigen auf 12 in 1926 geſtiegen iſt, die Zahl der Sender ebenfalls von 1 auf 6. Der jährliche Strom⸗ verbrauch iſt von 265 000 Kilowattſtunden im Jahre 1906 auf rund 4,5 Millionen im Jahre 1925 geſtiegen, die Reichweite von 1700 km auf 20 000 km, ſo daß Nauen von beiden Seiten her den ganzen Erdball umſpannt. Die Wortleiſtung, die ſich in den erſten Jahren lediglich als ein Verſuchsverkehr darſtellte, und deren zahlenmäßige Erfaſſung ſomit keinen zuverläſſigen Anhaltspunkt gibt, betrug 1918 erſt 1 Million, dagegen in 1925 ſchon rund 12 Millionen. Eine beſonders bezeichnende Ergänzung finden die genannten Anlagen der Transradio⸗Geſellſchaft in den beiden„Betriebs⸗ zentralen“ Berlin und Hamburg. Mit dieſen Zentralen ſind nämlich einerſeits die beiden Sendeſtationen Nauen und Eilveſe andererſeits die drei Empfangsſtellen durch Kabel verbunden, wie auch die Betriebszentralen unter ſich in Verbindung ſtehen und auch jede an das Haupttelegraphenamt ihrer Stadt, alſo Berlin und Ham⸗ burg, angeſchloſſen ſind. Die Aufgabe dieſer Betriebszentralen iſt die Sende⸗ und Empf angstätigkeit in einem Raum zu vereinigen, ſo daß ſich der Betrieb in beiden Richtungen in fortgeſetzter gegenſeitiger Anpaſſung vollziehen kann, indem die beiden gegenüberſitzenden Beamten ihre Beobachtungen untereinander austguſchen und gegenſeitige Anfragen unmittelbar beantworten können. Die Geſellſchaft hat, wie ein im Auguſt 1923 herausgegebener Proſpekt mitteilte, dem Reich gegenüber ihre Verpflichtung über⸗ nommen, mit ihren Anlagen, die dauernd dem jeweiligen Stande der Technik angepaßt werden müſſen, einen ordnungsmäßigen und zuverläſſigen Funkperkehr entſprechend den Verkehrsbedürfniſſen des deutſchen Reiches durchzuführen. Mit Wirkung vom 15. Februar 7921 ab iſt der Geſellſcaft ſeitens des Peulſchen Reiches für den Betrieb der beiden Stationen Nauen und Eilveſe je eine 30jäh⸗ rige Konzeſſion erteilt worden, wobei aber das Reich vom 1. Verlin-Britz Zur Eröffnung der Jugſpitzenbahn In 16 Minuten auf dem höchſten Berg Deulſchlands.— Die kechni⸗ ſchen Beſonderheiten der Bahn. Ehrwald⸗Obermoos, 5. Juli 1926 8 Dias ſtille Nordtiroler Gebirgsdorf Ehrwald ſieht ſich am heu⸗ tigen Tage plötzlich in den Mittelpunkt des Intereſſes der ganzen Welt geſtellt. Von München—Garmiſch und von Innsbruck—Gar⸗ miſch rollen die Sonderzüge heran, die Hunderte von Ehrengäſten, Politiker, Wiſſenſchaftler, Schriftſteller, Ingenieure, Künſtler und Vertreter der großen Preſſe aus Oeſterreich und aus Deutſchland nach der Talſtation der neuen Zugſpitzbahn bringen, die am heutigen Tage feierlich eröffnet und dem Verkehr für die Allgemeinheit über⸗ geben wird. Das kleine Gebirgsdorf, in dem auch nach Eröffnung der Mittenwaldbahn im Jahre 1913 Kuhglockengeläute durchaus den Ton angab, iſt zum Ausgangspunkt einer der kühnſten Bahnanlagen der Welt geworden. Wird es damit den Zauber ſeiner vielbeſun⸗ genen Alpenromantik verlieren? Die alpinen Fachzeitſchriften haben die ſchrecklichſten Zukunftsbilder entworfen und auch der Bahn ein trauriges Ende vorausgeſagt. Es iſt bekannt, daß die Eröffnung verſchoben werden mußte. An ſich kein Wunder bei den furchtbaren Schwierigkeiten der Witterung, denen man beim Bau augegeſt⸗ war. Sind doch noch vor 14 Tagen im oberen Wetterſteingebiet 1 Meter Schnee gefallen und auch jetzt iſt der Gipfel der Zugſpitze noch von tiefem Schnee bedeckt. Bald konnte man leſen, die Dreh⸗ ſcheibe habe ſchon bei den erſten Verſuchen verſagt und Beſchädi⸗ gungen erlitten, bald fehlte es angeblich ſonſtwo Man kann ſich nur freuen, daß die techniſche Nachprüfung der Bahn und die Probe⸗ Fahrten mit aller Strenge und Gewiſſenhaftigkeit durchgeführt wur⸗ den, ehe man ſich entſchloß, die Bahn der Heffentlichkeit zu über⸗ geben. Tatſache iſt jedenfalls heute, daß dieſes gemeinſam geſchaf⸗ fene Wunderwerk der Technik, an dem die deutſche Induſtrie zu⸗ ſammen mit öſterreichiſchen Ingenieuren gearbeitet hat, glücklich vollendet wurde. Die Kühnheit der Anlage Wer zum erſtenmal von der 3 Km. von Ehrwald entfernt liegen⸗ den Talſtation Obermoos die geſamte Bahnanlage überblickt, er⸗ ſchrickt über die Steilheit und Kühnheit der Anlage, die man in ihrer ganzen Höhe überblicken kann. Folgende wenige Zahlen kön⸗ nen einen Begriff davon machen, was hier geleiſtet wurde Die horizontale Entfernung der Tal⸗ und Bergſtation beträgt 2971 Meter, ſchief gemeſſen 3375 Meter. Die Talſtation iſt 1228,5 Meter, die Bergſtation 2802 5 Meter hoch, Es werden ſomit bei einer Fahrt, die nur 16 Minuten dauert, 1574 Meter Höhe überwunden. Das ergibt eine durchſchnittliche Steigung von 53 Prozent. Infolge der Seildurchhänge kommen jedoch vor den Pfei⸗ lern jedesmal Steigungen bis zu 90 Prozent vor, d. h. der Waggon ſchwebt an dieſen Stellen faſt ſenkrecht wie ein Lift am Seil in die Hohe. Auf der ganzen Bahnlänge wird das Seil nur durch ſechs Stützen über dem Boden gehalten, deren Höhe ſchwankt zwiſchen 12 und 32 Meter; ebenſo unterſchiedlich ſind die Spannweiten zwie ſchen den verſchiedenen Stützen. Die größte Spannweite befindet ſich zwiſchen Stütze 1 und 2, ſie beträgt 1200 Meter, die nächſtgrößte Stütze zwiſchen 5 und 6 beträgt rund 1 Kilometer. An der tiefſten Terrainſtelle ſchwebt der Wagen mehr als 100 Meter über dem Boden, Der Durchmeſſer des Tragſeiles beträgt 48 Milli⸗ meter, der des Zugſeiles 28 Millimtr. und der des Hilfsſeiles 19 Millimeter. Das Gewicht des Tragſeiles beträgt 40 000 Kg., das des Zugſeiles 11 000 Kg. und das des Hilfsſeiles 7000 Kg. Die 2 0 konſtruktionen ſtellen ein ungefähres Gewicht von 180 000 Kg. dar. Die Bahn iſt nach dem Syſtem Bleichert⸗Zuegg erbaut und es wer⸗ den pro Sekunde 3,6 Meter zurückgelegt, eine für Seilſchwebe⸗ bahnen ganz außerordentliche Geſchwindigkeit. Auf dieſe Weiſe können pro Stunde 3 Wagen auf den Gipfel fahren, von denen jeder 19 Perſonen und den Wagenführer befördert. Auf der Talſtation in Obermoos Eine neuangelegte breite Automobilſtraße bringt die Paſſagiere vom Grenzort Ehrwald nach der Talſtation Obermoos in einer Höhe von 1224 Meter. Hier in Obermoos iſt bereits ein Bahnhof mit Wirtſchafts⸗ und Unterkunftsbetrieb erſtanden. Der Antriebs⸗ mechanismus wurde bei der Zugſpitzbahn abweichend von der nor⸗ malen Ausführungsart in der unteren Station angeordnet, um der dort dienſttuenden Mannſchaft erträgliche Daſeinsbedingungen zu ſchaffen und auch die Inſtandhaltung und Ausbeſſerung der ma⸗ ſchinellen Teile leichter zu ermöglichen, was in der oberen Station in faſt 3000 Meter Höhe nicht der Fall wäre. Vom Maſchinenraum aus überſieht der leitende techniſche Beamte von einem beſonderen Stand aus die geſamte Strecke bis hinauf zur Bergſtation. Als Antriebskraft wird elektriſcher Strom aus den Waſſerkräften des Planſees bezogen. Zur Sicherung gegen alle Betriebsſtörungen wurde neben dem Hauptmotor ein Hilfsmotor eingebaut. In der unteren Station iſt auch die 11 Meter tiefe Spanngewichtsgrube angeordnet, in welcher ſich die je 23 Tonnen ſchweren Betongewichte bewegen, durch die die Länggsſpannung des Seiles bewirkt wird. Der zweirillige Antrieb beſitzt Umlaufſcheiben für das Seil von 3 Meter Durchmeſſer. Die erſte Fahrk auf die Jugſpitze Die Kabinen der Zuaſpitzbahn ſind nicht groß und von den 20 Perſonen müſſen aus Raumerſparnisgründen 16 ſtehen. Man hat dafür nach allen Seiten des Wagens bequem Ausblick. Leiſe wird die Türe geſchloſſen. man hört ein Klingelzeichen, der Führer drückt auf einen elektriſchen Knopf und geräuſchlos aleitet der Wagen hinaus aus der Talſtation, ſteil hinauf in die unendliche Höhe. Alles iſt ruhig im Wagen und man hört nur das leiſe Geräuſch der Traa⸗ rollen. Gar bald öffnet ſich der landſchaftlich unvergleichlich ſchöne Talkeſſel von Ehrwald, und wir ſchweben über dunklen Tannenwald hänweg. Schon paſſieren wir die erſte Stütze und dann boainnt das Seil immer ſteiler zu werden. Wie in einem Lift ſchwebt der Wagen nach oben, und wir gewinnen raſch an Höhe. Hinter der zweiten Stütze tauchen ſchon die Beraketten des Allgäus auf. Nun kommen wir an ſchroffen Felswänden vorbei, der Blick erweitert ſich. die Mie⸗ minger⸗ und Stubaier⸗Berge werden ſichtbar und bei Stütze 5„über⸗ ſchreitet“ die Kabine einen ſteilen Felſengrat. Der Wald unter uns hat längſt aufgehört, und wir ſehen nur noch dürftige Latſchen, die bald dem nackten Felſen Platz machen. In über 100 Meter Höhe ſchwebt nunmehr die Kabine in einer Spannweite von 1000 Metern über das öſterreichiſche Schneekar hinweg und die Wiener⸗Neuſtädter Hütte liegt bereits weit hinter uns. In den Felſenwänden erblicken wir als winzige Punkte einzelne Beraſteiger, die 6 Stunden klettern müſſen, bis ſie an dem Punkt anlangen, den wir in 16 Minuten er⸗ reichen. Das letzte Stück der Strecke iſt das impoſanteſte. Auf dem ewigen Schnee erblickt man in blauer Färbung die Schatten der Fel⸗ ſenwände, und unſere Kabine läuft als winziger Schattenvunkt über das Schneefeld. Keinerlei Schwindelgefühl erfaßt uns bei dieſem außergewöhnlichen Anblick. Schon läuft der Wagen in die Berg⸗ ſtation ein. Auf der Bergſtakion der Jugſpitzbahn Als wir noch in der freien Luft ſchwebten, zog bereits das immer wuchtiger und größer werdende Maſſiv der Beraſtation unſern Blick auf ſich. Ihr Bau bedeutete neben dem Hinaufſchaffen des faſt 3% Kilometer langen Seiles die ſchwerſte Arbeit. Was hier oben Men⸗ ſchen den ganzen Winter hindurch an Strapazen und Anſtrengungen überwunden haben. läßt ſich kaum beſchreiben. Um überhaupt hier oben im Schnee und Eis, bei Stur d Kälte arbeiten zu können. mußte über der Bauſtelle ein dane ae errichtet werden, in dem man durch gleichmäßige Feue erſt einmal das Gelände zum Aufe tauen brachte. Die Beraſtation wurde zu ihrem arößeren Teil in die Felſen eingeſprengt. Die Ausführung übernahm die Firma E. Aſt u. Cie. Außer einer Wagenhalle enthält die obere Station den Ver⸗ ankerungspunkt für die Traaſeile und einen Raum für das Reſerve⸗ ſeilſtück. Bei dieſer Bauſtelle in einer Höhe von 2805 Meter wurde mit allen erdenklichen maſchinellen Hilfsmitteln gearbeitet. um die verhältnismäßia wenigen Tage mit günſtiger Witterunga nach Möa⸗ lichkeit auszunutzen Von der Beraſtation, die noch auf öſterreichi⸗ ſchem Boden liegt. wird ein autangeleater, verſicherter Fußweg bis zum eigentlichen Gipfel, auf dem ſich das„Münchner Haus“ und das berühmte meteorologiſche Obſervatorium befinden. gebaut werden. Dorthin(2964 Meter) gelanat man in einer knappen halben Stunde. Etwa 10 Minuten öſtlich von der Beraſtation ſtößt man auf den Grat, den man bei dem bekannten Aufſtiea durch das Reintal und die Knorrhütte benutzt. Hier öffnet ſich auch der Blick nach Oſten und Norden, das ganze Wetterſteingebirge liegt vor uns ausgebreitet, man ſieht den Starnberger See und ſogar die Frauentürme von München, während dicht an die Nordkette des Wetterſtein geſchmiegt in dunkel⸗ blauer Färbuna der Eibſee ſichtbar wird. Wir erſparen es uns. den vielbeſchriebenen und doch unbeſchreiblich ſchönen Rundblick vom Gipfel der Zugſpitze aus über die zahlloſen Bergketten bis hinüber zur Schweiz und hinunter nach Südtirol mit Tauſenden von ſtolzen Fels⸗ und Gletſcherkuppen zu ſchildern, und wir kehren zur Zuaſpitz⸗ bahn zurück, deren Eröffnung ja der heutige Tag geweiht iſt. Jeder Teilnehmer erhält nunmehr eine beſondere Feſtſchrift, die ausführ⸗ liche Beſchrelbungen der Bahn und Mitteilungen über ihre Ent⸗ ſtehungsgeſchichte enthält. Hieraus erfahren wir auch. daß die Bau⸗ koſten 2,5 Millionen Schilling betragen, die von reichsdeutſchen und öſterreichiſchen Intereſſenten aufgebracht wurden. Der Fahrpreis wird vorausſichtlich für Hin⸗ und Rückfahrt 16 Schillina.60 Mk., für Berg⸗ oder Talfahrt allein je 10 Schilling 6 Mk. betragen. Enkſtehung und Zukunft der Bahn Die ſeilbahntechniſchen Arbeiten der Zuaſpitzbahn wurden im November 1924 an die bekannte deutſche Firma A. Bleichert u. Cie. in Leipzig⸗Gohlis übertragen. Den Anſtoß zu dem jetzt zur Aus⸗ führung gekommenen Projekt gab der Ausbau des aroßen Elektri⸗ zitätswerkes der Gemeinde Reutte am Planſee im Spätherbſt 1923. Damals wurden die erſten Terrainaufnahmen gemacht. Im April 1924 wurde um die Konzeſſion nachaeſucht und bereits im Juli 1924 die Kommiſſionierung durchgeführt. Es gelang den Geh. Kommer⸗ zienrat Ing. Richard Ovitz. Verlin als Garanten für die Errichtung der Aktiengeſellſchaft zu gewinnen. Erſt im April 1925 wurde mit dem eigentlichen Bau der Bahn begonnen. Infolge der Ungunſt des Wetters verzögerte ſich die Vollendung der Hilfs⸗ und Materialbahn bis zum 9. September 1925. Von dieſem Tage an datiert eigentlich erſt der Bau der Hauntbahn der im letzten Winter vor ſich gina. Monatelana war das Montageperſonal hoch oben im ewigen Schnee eingeſperrt Mancher Arbeiter kam ein volles balbes Jahr nicht ins Tal hinunter. Beim Vau waren rund 200 Perſonen beſchäftiat, von denen leider einige durch Lawinen verunalückten. Die Zuaſvitzbahn A. G rechnet mit einer Mindeſtfrequenz von 50 000 Fahragäſten im Jahr. Der Betrieb iſt als ganzjährig für Sommer und Winter ge⸗ dacht. Befindet ſich doch in der Nähe der Beraſtation ein aroßes ———— Dienslag, den 6. Juli 1926 RNeue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 2. Seite. Nr. 300 1 Der Rampf mit den Geiſtern Roman von Artur Brauſewetter Copyright 1925 by Karl Köhler& Co., Berlin⸗Zehlendorf 70 Nachdruck verboten Der Kommerzienrat, der ſich⸗über das Fernbleiben des Doktors, jetzt, wo er ſeine Pflicht erfüllt hatte, noch nie den Kopf zerbrochen hatte, gab ſofort zu, daß hier in der Tat ein Verſäumnis vorläge, das man ſo ſchnell wie möglich gutmachen müßte. Als ſie nach Hauſe zurlckgekehrt waren, rief er Doktor Torwald durch den Fernſprecher an und bat ihn, heute in Malkaymen zu Nacht zu ſpeiſen, den Wagen würde er ihm zeitig ſchicken. Aber Doktor Torwald entſchuldigte ſich mit einem Krankheits⸗ falle, der ihn für den Nachmittag und Abend über Land riefe. Einige Wochen ſpäter lud man ihn, wieder ap einem Sonntag, zum Mittageſſen ein. Auch diesmal ſagte er ab. * Näher kam der Herbſt und Annelieſe feierte ihren fünfzehnten Geburtstag. Da das Wetter in ſeiner Wärme anhielt und ſie möglichſt lange auf dem Lande bleiben ſollte, beſchloß man, nicht, wie in früheren Fahren, in die Stadt zu ziehen, ſondern auch dieſen Tag noch auf Malkaymen feſtlich zu begehen. Man hatte keine beſonderen Einladungen ergehen laſſen, man Hußte, daß ſich ohne ſolche die Umgegend, beſonders jetzt, wo dieſer Tag durch Annelieſes Geneſung von ſchwerer Krankheit eine eigene edeutung erhalten hatte, in größerem Kreiſe einfinden würde. Und man hatte ſich nicht verrechnet. Eine ſo zahlreiche Geſell⸗ ſchaft hatte Malkaymen niemals geſehen. Auch damals nicht zu dem Geburkstage des Gutsherrn, der ein ſo tragiſches Ende nahm. Es war ein ſonnendurchgoldeter Septembernachmittag, die Luft ſo klar und warm dabei, daß Frau Vollprecht den Kaffee auf der Veranda reichen ließ und mehrere der Gäſte ſich in kleinen Gruppen im Garten ergingen, deſſen Wege auf das ſorgſamſte geharkt waren, und deſſen Blumen und Beeten herbſtliche Wohlgerüche entſtrömten. Als Annelieſe eben im Begriff ſtand, mit einigen jungen Mäd⸗ chen, die etwas länger bei dem Kaffee geweilt, den anderen in den rten zu ſolgen, erſchien der hagere Johann und meldete ihr Dok⸗ tor Torwald an. Sie wunderte ſich, daß er nicht der Mutter, ſon⸗ dern ihr dieſe Meldung machte, fühlte aber eine große Freude in ihrem Herzen aufſteigen. Und ſchon ſtand Werner Torwald vor ihr.„Ich hörte es heute morgen von Herrn Pfarrer Hartau, daß Ihr Geburtstag wäre, da mußte ich Ihnen die Hand drücken.. wir haben ja wohl genug miteinander durchgemacht.“ Er ſagte es in— 955 ſchlichten, ſtillen Art. Sie aber konnte ihm das Glück nicht verbergen, das ſein unvermutetes Erſcheinen, gerade an dieſem Tage, in ihrem jungen Herzen hervorrief. Und ſie wollte es auch gar nicht. Die unbefangene Kindlichkeit, mit der ſie ihn be⸗ grüßte, ſtand in fühlbarem Gegenſatz zu der Unbeholfenheit ſeines Auftretens; man merkte ihm an, daß ihm dieſer Beſuch nicht leicht geworden war. Nun hießen ihn auch der Kommerzienrat und ſeine Frau will⸗ kommen, mit einer Wärme, die dem Retter ihres Kindes gebührte, und die doch ein wenig erzwungen war. Denn der Arzt am Kran⸗ kenbette, wo ſein Amt und ſeine Kunſt ihm Anſehen und Sicherheit liehen, übte er einen ganz anderen Eindruck als hier in dem großen Kreiſe einer Geſellſchaft, die, dem alten Landadel oder den beſten Häuſern angehörig, durch eine weite Kluft von ihm getrennt er⸗ ſchien. Denn wenn er heute auch nicht in Joppe und hohen Stiefeln gekommen war, ſondern ein nach ſeinen Begriffen feſtliches Gewand gewählt hatte— ein Ueberrock, wie er ihn trug, altmodiſch geſchnit⸗ ten und an den Ellbogen bereits mattglänzend, ein ſchwarzes Schnäll⸗ chen, dazu eine weit ausgeſchnittene helle Weſte waren in dieſen Kreiſen etwas ſo Unmögliches, daß ſeine Erſcheinung überall ein Lächeln hervorrief. 8 Er empfand das Befremden, das er erregte, von der erſten Se⸗ kunde an; es machte ihn noch linkiſcher und ungewandter. Zugleich glimmte aber in ſeinen ernſten Augen ein Etwas auf, das ſich gegen die Menſchen und ihre hochmütige Art auflehnte, verdrängte die ſonſt in ihm wohnende Güte und gab ihm einen trotzigen, faſt feind⸗ lichen Ausdruck. Er ſtand, immer noch abſeits von den anderen, mit Annelieſe. Sie friſchten Erinnerungen an die Zeit ihrer Krankheit und ihre langſame Geneſung auf. „Gewiß, zuerſt war es wohl ſchwer,“ ſagte ſie,„und ich weiß auch, daß Sie mich ſchon aufgegeben hatten. aber dann in der Nacht, als Sie die Mutter und Dora zur Ruhe nach nebenan ge⸗ ſchickt hatten und allein an meinem Bette wachten—“ „Woher wiſſen Sie das denn, Fräulein Annelieſe?“ Sie ſchlie⸗ fen 12 ganz feſt. Aber das haben Ihnen ſpäter Ihre Angehörigen erzählt.“ „Nein, das haben ſie mir nicht erzählt. Kranke, die dem Tode ganz nahe ſind, ſehen wohl mehr. Sie ſchlafen wohl auch nicht ſo wie die anderen. O, ich weiß viel mehr. Und Sie werden gleich erkennen, daß mir das niemand erzählt haben kann.“ Sie dämpfte die Stimme, damit ſie keiner der Gäſte, die ab und zu an ihnen vorüber kamen, vernehmen konnte.„Als die Mutter und Dora das Zimmer verlaſſen hatten, da ſtrichen Sie mir mit der Hand über die Stirn... ſo wie Sie es öfter taten, als ich krank war.. ganz weich und leiſe... und ich dachte, daß ich nun ſterben würde, und wollte es Ihnen gerade ſagen. Aber Sie gingen * von mir fort und öffneten das Fenſter. Der Mond war in der Stube, und es war ganz hell. Und da.. dam jemand.“ „Es kam jemand?“ fragte er und konnte das Erſchrecken nicht verbergen, das in ſeinen Worten war. 5 „Ja, es kam jemand. Ich weiß nicht, wer, ich weiß auch nicht, woher er kam. Vielleicht war es eine Fieberphantaſie. Und Sie Sie ſprachen mit ihm.“ „Das iſt unmöglich, Annelieſe!“ „Was iſt unmöglich, Herr Doktor?“ FDaß Sie das geſehen haben!“ „Ich habe es aber doch geſehen. Ich war ja auch wach, als Sie zu mir an mein Bett traten. Theo Fortenbacher und Hans Hartau näherten ſich ihnen. Wer⸗ ner Torwald merkte ſofort, daß Frau Vollprecht ſie geſchickt hatte. Das verdroß ihn. Auch Annelieſe empfand die Störung ſchmerzlich. „Ich habe Ihnen noch ſo viel zu erzählen, Herr Doktor,“ ſagte ſie unbekümmert um die Anweſenheit der beiden,„man bekommt Sie ja nie zu ſehen.“ „So tun Sie es doch, Fräulein Annelieſe!“ Nein, das kann ich nur, wenn wir allein ſind,“ gab ſie, ohne jede Abſicht, in kindlicher Unbefangenheit zurück. Der junge Geiſtliche entfernte ſich unter einem Vorwand und ſchloß ſich einer Gruppe von Herren an, die, eifrig Staatsangelegen⸗ heiten behandelnd, an ihnen vorübergingen. 5 Theo Fortenbacher aber, ſeines Auftrages eingedenk, wich ni von der Stelle, ſuchte Annelieſe in ein Geſpräch zu ziehen und bde⸗ gegnete dem Doktor mit unverhohlener Geringſchätzung, ſchnitt ihm, als er einmal eine kurze Anmerkung machte, dieſe mit einer ſe Art Ueberlegenheit ab, daß der fein empfindenden Annelieſe dieſe Art der Unterhaltung unerträglich wurde und ſie ſich zu Dora flüchtete, die mit einigen Frauen und jungen Mädchen unter der Rotbuche und ſich dann mit dieſen in die lauſchigen Gänge des Par⸗ es begab. Bald geſellte ſich auch Theo Fortenbacher zu ihnen. „Es beſteht Neigung, eine Partie Krocket oder Boccia zu ſpie⸗ len,“ wandte er ſich an Dora. „Annelieſe und ich ſpielen heute nicht,“ erwiderte dieſe kurz, den anderen ſteht es frei. Nur möchte ich dich und Herrn Pfarrer Hartau bitten, es heute gleichfalls zu laſſen.“ „Und weshalb, wenn ich fragen darf?“ „Weil wir auf Herrn Doktor Torwald einige Rückſicht nehmen müſſen, er würde ſonſt allein ſein. Und daß er ſich am Spiele betei⸗ ligen wird, glaube ich nicht.“ „Nein, danach ſieht er nicht aus,“ ſagte Theo Fortenbacher mit deutlichem Hohn.„In dem Rock und mit den Galoſchen kann man weder Krocket noch Boccia ſpielen.“ (Fortſetzung folgt) N laden Gabenamteh Schöner Taden mit gr. Lager, Nähe Marktplatz miit o. ohne Wohnungs⸗ tauſch, krankheitshalber ſof, zu verkaufen. Er⸗ forderlich ca. 2000. Angeb unt A. E. 42 an Le Geſchäftsſtelle 9561 Undapp- Motorrag — ellob erhalten günſt. kur erkanfen. Anzuſeh. ach 2 Uhr. 1823 Spiegel, O 7, 9. Zirka 18 faufende Mer ſchmiedeeifernez 49582 Garten- Geländer 4, Meter hoch. mit 2 Türen preisw. zu verk. Näh. unter Tel. 4507. Auneber — wenig gebraucht Umzug billig ab⸗ zugeben. Ed329 Richard Wagnerſtr. 15, Stock. 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