+ FA N cee SrK — ̃⁵w.— mUiT——̃————¾u W Nouo iſt, getroffen werden. 8 benſion mehr. Donnerstag, 5. Auguft Hezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung frel ins Bene oder durch die Poſt monatlich.⸗M. ohne eſteugeld. Bel evenil. Aenderung der wirtiſchaftlichen Abdreſſe: Generalanzei 5 5 zeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. zwölfmal. Fernſprech⸗Nr. 7941, 7942, 7943, 7944 u. 7945 Mittag⸗Ausgabe annheimer Geitung 6 Verhäliniffe Nachford behalten. Poſtſcheckt A dasd0 Kerlerube.— gaelgeſcheſtstele.8..— Geſchäfts-Nebenſtellen: R1, 46(Baſſermannhaus), Wald⸗ + dofſtr. 6. Schwetzingerſtr. 24. Meerfeldſtr. 11.— Telegr. Preis 10 Pfeunig 1926— Nr. 357 nzeigenpreiſe nach Tariſ, bei Vorauszahlung pro einſp. 291 1 Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Reklam. —4.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnen. Für Anzeigen an beſtimmten Tagen Stellen und Ausgaben wird keine Verantwortung übernommen. 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Außer in Paris ſind auch im London, Rom und Madrid, ſowie am Sitze des Völker⸗ s ſelbſt, in Genf, diplomatiſche Sondierungen erfolgt, die ſich auf die vorausſichtliche Haltung der Ratsmitglieder in der Septem⸗ bertagung erſtrecken. Für die Regelung der Anſprüche Spaniens um Polens bleiben die Verhandlungen abzuwarten, die augen⸗ klicklich noch zwiſchen den Mächten geführt werden. Parallel mit dieſer diplomatiſchen Aktion gehen Verhandlungen zwiſchen der interalliierten Militärkontrollkommiſſion und dem Reichswehrminiſterium in dern Entwaffnungsfrage. Nan hofft eine Verſtändigung über die noch ſchwebenden Dinge bis zum Beginn der Genfer Tagung zu erzielen. Die Frage nach der Zuſammenſetzung der deutſchen Dele⸗ gation tritt vorläufig noch in den Hintergrund. Ein Berliner Mit⸗ dagsblatt wußte ſchon geſtern zu berichten, daß Außenminiſter Dr. Streſemann und Staatsſekretär Schubert ſich nach Genf begeben würden, Reichskanzler Dr. Marx dagegen„wahrſcheinlich nicht“. Die„Germania“ ſtellt demgegenüber feſt, daß in Wirklichkeit bis letzt noch keinerlei Entſcheidung darüber getroffen worden iſt, wer nach Genf gehen ſoll. Es wird auch keineswegs eine Entſcheidung vor dem nächſten Kabinettsrat, der auf den 12. Auguſt anberaumt Eine„Exinnerung“ „Zum Empfang Hoeſchs bei Briand wird noch gemeldet, daß der Beſuch eine Parallelaktion zu den Beſprechungen darſtellt, die der Reichskommiſſar für die beſetzten Gebiete bereits ſeit einiger it mit der Interalliierten Nheinlandkommiſſion in Koblenz führt. In Paris hat, dem diplomatiſchen Brauch entſprechend, der Botſchaf⸗ auch eine ſchriftliche Aufzeichnung der deutſchen munſche überreicht. Auch bei dieſem Memorandum handelt es ſich um neue Fragen, ſondern lediglich um eine Erinnerung an die früheren deutſchen Forderungen und Anſprüche nach Ver⸗ minderung der Beſatzungstruppen ſowohl wie nach einem Abbau Rheinlandregimes. Neugruppierung im völkerbund 21 8 London, 5. Aug.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Der usſchuß, der die Zuſammenſetzung des neuen Rates des Völterbundes vorbereitet, wird noch vor Ende Auguſt zu einer polniſchen und ſpaniſchen Anſprüche wird ausſchließ⸗ licher Gegenſtand der Verhandlungen ſein. Primo de Riveiras Anſicht über das Verhältnis Spaniens zum Völkerbund drückt heute ein Interview aus, das die Korreſpondentin des„Daily„Expreß“, Lady Drummond⸗Hay, mit dem ſpaniſchen Diktator hatte. Auf die Frage, ob Spanien ſich endgültig vom Völkerbund zurückziehen werde, wenn es keinen permanenten Sitz erhalte, antwortete Primo de Riveira nur mit einem Lächeln. Später äußerte er ſich, daß die Verhandlungen noch vor dem Zuſammentritt des Völkerbundes zur Klärung führen werden und daß Spanien wahrſcheinlich nicht ge⸗ gezwungen werde, auf die Mitarbeit im Völkerbund zu verzichten. Dieſe ſpaniſche Anſicht widerſpricht dem nicht, daß man an Spanien einen dreijährigen nicht permanenten Ratsſitz und eine Garantie für ſeine Wiederwahl nach Ablauf der Zeit geben will. Als Gegen⸗ gewicht für einen dreijährigen nicht permanenten Ratsſitz an Po⸗ len habe Deutſchland die Anſprüche Spaniens unterſtützt. Eine gewiſſe Gruppierung der Mächte im Völkerbund entſteht dadurch ſchon vor der neuen Tagung. Deutſchland geht offenſicht⸗ lich in der Frage des ſpaniſchen Ratsſitzes wie in der Behandlung des abeſſiniſchen Konflikts mit Frankreich zuſammen. Der „Weſtminſter Gazette“ zufolge iſt die deutſch⸗franzöſiſche Annähe⸗ rung im Kabinett Poincaré durch Briand gewährleiſtet. Wie das Blatt wiſſen will, geht Briands Abſicht dahin, zuerſt die wirtſchaftliche Annäherung zu befeſtigen und ſie dann auf die poli⸗ tiſche Sphäre zu übertragen. Deulſchland wartet ruhig ab Das Spiel der politiſchen Gegenſätze in der Frage der Ratsſitze wird bei der Gebrechlichkeit dieſes Genfer Porzellans nach der An⸗ ſchauung Berliner politiſcher Kreiſe bie maßgebenden Staatsmänner der am Genfer Konferenztiſch vertretenen Völker mehr denn je dazu veranlaſſen, dieſe äußerſt delikate Angelegenheit mehr in vertrau⸗ lichem Meinungsaustauſch ſoweit zu bereinigen, daß danach die Auf⸗ nahme Deutſchlands in den Bund ohne weiter Reibung vor ſich gehen kann. Es ſcheint hiernach nicht nur verſtändlich, ſondern ſelbſt⸗ verſtändlich, daß der Völkerbund eine Einladung Deutſchlands ſo lange zurückhält, bis er ſeine eigenen Angelegenheiten ins Neins ge⸗ bracht und ſich ſelbſt über die Ratsfrage völlig geeinigt hat. Wohl⸗ weislich hat daher das Völkerbundsſekretariat auch die„Aufnahme Deutſchlands in den Völkerbund“ erſt an die elfte Stelle der Tagesordnung geſetzt, damit in der Zwiſchenzeit die Ratsfrage bereinigt werden kann. Erſt wenn dieſer entſcheidende Wurf gelun⸗ gen iſt, dürfte die Einladung an Deutſchland ergehen. Nach unſeren Informationen liegt dieſes Verfahren durchaus im Sinne der deutſchen Regierung, da ſie keinesfalls geſonnen iſt, noch einmal wie im Februar—März die Rolle des tagelang im Vorzim⸗ mer Wartenden zu ſpielen. Erſt wenn aus Genf die beſtimmte Zuſicherung vorliegt, daß die Aufnahme Deutſchlands in den Völkerbund ohne Zwiſchenfälle vorſtatten gehen wird, gedenkt die deutſche Regierung ihre Vertreter zu ernennen und dieſe für Genf 2 Beratung zuſammenkommen. Die Befriedigung der reiſefertig zu machen. Ddie verfolgung des Heimatbundes 3 Profeſſor Roſſé ſeines Amts enthoben Das Urteil gegen Profeſſor Roſſé, einen der Führer der egäſſiſchen Heimatbundbewegung, iſt geſtern nachmittag in Colmar worden. Es lautet auf Amtsenthebung. Neun aubntel ſeiner geſetzlichen Penſion werden dem Profeſſor Roſſé uf die Dauer von fünf Jahren ausbezahlt, dann erhält er keine Das drakoniſche Urteil wird nicht verfehlen, die allgemeine regung in Elſaß⸗Lothringen noch erheblich zu ſchüren. verurteilte Profeſſor Roſſe, der anerkannte Führer de Auto⸗ ſeintebewegung hat kein anderes Verbrechen begangen, als daß er 88 Namen unter ſenen Aufruf des Heimatbundes ſetzte, der die if tonomie für Elſaß⸗Lothringen forderte. Die elſäſſiſch⸗lothrin⸗ 995 Bevölkerung ſympathiſiert mit verſchwindenden Ausnahmen at den Gedanken und Zielen des Heimatbundes. Das iſt gerade ge Verlauf des Protzeſſes deutlich zum Ausdruck gekommen. Ab⸗ ordnete, Beamtenführer und Lehrer haben ſich mit Entſchieden⸗ 8 Dor Roſſe geſtellt. Frankreich wird einſehen lernen, daß man Wa Sanktionen derartige Bewegungen nicht niederwerfen kann. lich der Heimatbund für Elſaß⸗Lothringen verlangt, das ſind ledig⸗ Da die ſelbſtändigen Rechte einer natlonalen Minderheit. 107, Urteil gegen Roſſe zeigt, daß die franzöſiſche Negierung ihre alt erige Gewaltpolitit fortzuſetzen gedenkt. Sie wird dabei f heſtigſten Widerſtand ſtoßen. Das Ausnahmegeſetz für Elſaß-Cothringen Lothdn dem von Barthou entworfenen Ausnahmegeſetz für Elſaß⸗ kängen ſchreibt der„Elfäſſer Kurier“ u..: Franke angnis von—5 Jahren, Geldſtrafen von 1000 bis 5000 ſun en, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte, Landesverwei⸗ mini Verbannung, das ſind die Strafen, mit denen Juſtiz⸗ franſter Barthou„jeden Akt der Propaganda, der einen Teil des Rehen iſchen Gebiets der Autorität der nationalen Regierung zu ent⸗ eine n verſucht“, ahnden will und für die er in Kammer und Senat ſtehe Mehrheit zu finden hofft und nach der Meinung der rechts⸗ amliden Preſſe finden wird. Man muß ſich in die Mentalität der die ichen Kreiſe und der franzöſiſchen Gerichtsbehörden verſetzen, um dieſer A Tragweite des Ausnahmegeſetzes zu erfaſſen. Was mag trenn; Miniſter, was mag ein franzöſiſcher Staatsanwalt unter Los⸗ nungsbeſtrebungen in unſerem Grenzland verſtehen! Wenn der Freiei vom Parlament zum Geſetz erhoben wird, dann gehört die Er siheit der politiſchen Meinungsäußerung und bbetätigung in Elſaß⸗Lothringen der Vergangenheit an. Dann wird * nicht nur die Tätigkeit des Heimatbundes unterbunden, ſondern jeder Partei mit regionaliſtiſchem Programm. Wahr iſt und wahr bleibt, was der Straßburger Rechtsanwalt vor der oberelſäſſiſchen Diſziplinarkammer geſagt hat:„Mit Sanktionen wirft man keine Bewegung nieder. Ideen müſſen mit Ideen bekämpft werden. Mit Sanktionen ſchafft man der Ban und die Bewegung, die Märtyrer beſitzt, hält den Sieg in der 5 35335 Poincarés„reelle Inflation“ Paris, 5. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) In der Sitzung der Finanzkommiſſion der Kammer, die ſich mit den Vorſchlägen Poincarés über die Ermächtigung der Banque de France zu Deviſen⸗ und Goldaufkäufen beſchäftigte, wurde der Aus⸗ druck„reelle Inflation“ vom Miniſterpräſidenten mehrmals angewandt und in den Gegenſatz zu einer nicht reellen Inflation ge⸗ ſtellt. Poincaré verteidigte ſich gegen die Ausführungen der oppo⸗ ſitionellen Kommiſſionsmitglieder in der Weiſe, daß er die Er⸗ höhung des Notenumlaufes zum Zwecke für Deviſenankäufe nicht als Inflation bezeichnete, ſondern als ein Hilfsmittel, das dazu dienen ſoll, den Deviſenvorrat der Bank von Frankreich zu erhöhen. Einige Morgenblätter äußern ſtarke Be⸗ denken gegen dieſe Auffaſſung. Da jedoch in der Kommiſſions⸗ ſitzung die Mehrheit für Poincarés Voxrſchläge zuſtandekam, ſo ent⸗ hält man ſich einer eingehenden Kritik. Das Steigen des Franken löſt in mehreren der Induſtrie naheſtehenden Zeitungen äußerſt peſſimiſtiſche Betrachtungen aus. Es ſcheint, daß in induſtriellen Kreiſen ſchwere Verlluſte erlitten worden ſind. Weiter befürchtet man die Verſchlechterung des Arbeits⸗ marktes und wirft die Frage auf, was mit den in Frankreich befindlichen fremden Arbeitern geſchehen ſoll. Demonſtration gegen die Kammer VParis, 5. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Die in der Bevölkerung vorherrſchende Mißſtimmung gegen die allgemeine Preisſteigerung, die trotz der Frankenbeſſerung anhält, und die geſpannte wirtſchaftliche Lage hat ſich geſtern abend in einer ſpontanen Kundgebung vor der Deputiertenkammer Luft gemacht. Eine immer weiter anwachſende Menſchenmenge ſtaute ſich plötzlich vor dem Palais Vourbon und man hörte ſchwere Beſchimpfungen an die Adreſſe der Deputierten. Rufe wie„Nieder mit dem teuren Brot!“,„Nieder mit der erhöhten Entſchädigung für Deputierte!“ zeugten von der Empörung der Maſſe. In aller Eile wurde ein ſtarkes Polizeiaufgebot herbeigerufen. Etwa 50 der Demonſtranten wurden feſtgenommen, nach Feſtſtellung ihrer Per⸗ ſonalien jedoch wieder freigelaſſen. Die inneren Kämpfe in der Türkei Von Dr. Arkaſches Abeghian Das türkiſche Unabhängigkeitsgericht in Smyrna hat nun ſeinen Entſcheid gefällt: Von den etwa 40 wegen des Mordverſuches an Muſtapha Kemal Angeklagten ſind 15 zum Tode, einige zum Zucht⸗ haus verurteilt, die übrigen aber freigeſprochen worden. An poli⸗ tiſcher Bedeutung wird aber die jetzt beginnende Gerichtsverhandlung in Angora gegen die Jungtürken zweifelsohne die von Smyrna übertreffenz erſt in Angora werden nämlich der Kampf zwiſchen den miteinander rivaliſierenden Gruppierungen ſowohl als auch ſozialpolitiſche Gegenſätze innerhalb der türkiſchen Geſell⸗ ſchaft in ein helleres Licht geſetzt werden. Aber ſchon heute ſtellen dieſe in ihren Grundzügen kein Geheimnis mehr dar. Worin beſteht alſo ihr Weſen? Die Behauptung entſpricht der Wahrheit, daß der Kampf gegen Muſtapha Kemal und ſeine Partei vor allem ein Kampf um Macht und Herrſchaft in der heutigen Türkei iſt. Groß iſt nämlich die Zahl derer, die erſt vor kurzem— alſo nicht nur zur jungtürkiſchen Regierungszeit, ſondern auch in den erſten Jahren der kemaliſtiſchen Herrſchaft— die höchſten Poſten im politiſchen und militäriſchen Leben des Landes einnahmen, die aber gegenwärtig völlig vernachläſſigt ſind. Dieſe Leute können nicht leichten Herzens zuſehen, daß ſich Muſtapha Kemal jetzt meiſt mit Neulingen umgeben hat, welche keinen Namen und keine politiſche Vergangenheit haben. Karabekir Paſcha, der frühere Generalinſpektor des türkiſchen Militär⸗ weſens, hat dieſen Gedanken in ſeiner Verteidigungsrede zu Smyrna klar ausgeſprochen. Die Oppoſition gegen Kemal und ſeine Leute trägt aber auch einen ideologiſchen und politiſchen Charakter und iſt nicht nur gegen den Diktator ſelbſt, ſondern zugleich auch gegen ſeine innere und äußere Politik gerichtet. Dieſe Oppoſition iſt nicht einheitlich; ſie iſt aus verſchiedenen Gruppierungen zuſammen⸗ geſtellt. Daran ſind vor allem die Jungtürken beteiligt, deren Partei ſich zwar ſchon unmittelbar nach dem Kriegsende formell ge⸗ löſt, faktiſch aber noch heute weiter exiſtiert und immer noch eine be⸗ trächtliche Anhängerſchaft im Lande hat. Viele von den Verurteilten ſind führende Perſönlichkeiten dieſer Partei geweſen. Andererſeits kommt hier die Gruppe der ſogenannten Progreſſiſten mit den Füh⸗ rern Reuf Bey, Karabekir und Ali⸗Fuad Paſchas an der Spitze in Betracht. Dieſe ſind frühere Parteifreunde und Mit⸗ kämpfer Kemals, die aber unzufrieden mit ſeiner Politik ſich bon ihm losſagten und vor etwa 3 Jahren die neue Partei der Progreſſiſten gründeten. Auch manchen früheren Jungtürken zählt ſie in ihren Reihen. Sie wurde jedoch vor 1½ Jahren während des Kurden⸗ aufſtandes von der Regierungsmacht aufgelöſt. Eine dritte Kategorie der Oppoſition ſind die Geiſtlichen und die Angehörigen des ge⸗ ſtürzten Herrſcherhauſes. Nun find ſie alle in ihrem Kampfe gegen Kemal einig und ſtellen eine einheitliche Front gegen ihn und die Regierungsmacht dar. Schon ſeit Jahren, ſeit alſo Kemal den letzten Sultan geſtürzt und ſeit er auch radikale Neuerungen eingeführt hat— wenn auch oft in brutaler Weiſe, ohne die ſoziale und kulturelle Rückſtändigkeit in Rückſicht zu nehmen—, hat ſich auch gegen ihn eine ſtarke Oppoſition gebildet. Dieſe machte ſich bis zur allerletzten Zeit nicht beſonders fühlbar, da die Moſulfrage noch nicht gelöſt war; geheime Vorbereitungen für einen Sturz Kemals waren aber ſchon vor einem Jahre getroffen worden; dies hat auch die Smyrnager Ge⸗ richtsverhandlung aufgedeckt. Kemals Gegner haben auch terro⸗ riſtiſche Geheimorganiſationen gebildet, die den allgemeinen Namen „die Hand der Gerechtigkeit“ tragen. Alle Schattierungen der kemaliſtiſchen Oppoſition ſind in den Grundfragen ihrer inneren und äußeren Politik einig: Sie bezwecken vor allem die durch Kemal eingeführte republikaniſche Staatsform— wenn auch das herrſchende Diktaturregime eher alles andere iſt als eine Republik— zu beſeitigen und das Sultanat wiederherzuſtellen. Sie alle ſind alſo offene oder geheime Anhänger der Monarchie, wenn ſie auch nicht alle für eine unbedingte Wiederherſtellung der geſtürzten Dynaſtie ſind; manche von ihnen hätten nämlich nichts dagegen, daß ſich Kemal die Krone der Sultane und der Kalifen aufſetzte. Mehr als Kemals Perſönlichkeit werden gerade ſeine Taten und ſeine rückſichtsloſen Neuerungen gehaßt.„Wir müſſen“— wird in einem der Flugblätter der antikemaliſtiſchen Geheimorgani⸗ ſation geſagt—„die Türkei vor ihrem Niedergange retten: den Tür⸗ ken vor Krankheiten, die Türkin vor Sittenloſigkeit, das Türkenkind vor Hunger, die Moſcheen aber vor den Chriſten.“ Es wird weiter ausdrücklich geſagt:„Wir müſſen die unzeitgemäße und ſchädliche Republik Kemals ſtürzen.“ Dieſe Worte enthalten an ſich ſchon ein ganzes Programm der inneren Politik antikemaliſtiſcher Oppoſition und bedürfen keines weiteren Kommentars mehr. Allein die antikemaliſtiſche Bewegung hat nicht nur politiſche, ſondern auch— in noch höherem Maße— außenpolit iſche Beweggründe. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß dieſe Bewegung und deren Träger durch die Engländer durch Rat und Tat unterſtützt werden; ſie hat das Endziel, die Türkei von dem heutigen Freundſchaftsverhältnis mit Rußland loszureißen und ſie ins Fahrwaſſer britiſcher, Weltpolitik zu treiben. Es wird diesbezüglich in dem ſchon erwähnten Flugblatt geſagt: „Um die Türkei lebensfähig zu geſtalten und ſie zu ſtärken, müſſen wir mit England, Frankreich und Amerika die beſten Bezjehungen knüpfen und uns von dem ſchädlichen Einfluſſe Rußlands befreien.“ Auch bei anderen Gelegenheiten hat ſich dieſe anglophile und anti⸗ ruſſiſche Orientierung der türkiſchen Oppoſition offenbart Es erklärt ſich demnach auch leicht, wenn geſagt wird, daß die letzte Verſchwörung gegen Kemal durch Hilfe ruſſiſcher Geheimagenten aufgedeckt worden iſt. Alſo auch hier auf türkiſchem Boden tritt die alte Rivalität der beiden imperialiſtiſchen Großmächte klar zutage. In ihrem Kampfe gegen Britannien haben ſich nämlich die Sowjet⸗ ruſſen immer die Freundſchaft Kemals geſichert— wohl durch ent⸗ 2. Seite. Nr. 357 teue Mannheimer Jeitung(miitag⸗Ausgade) Donnerstag, den 5. Auguſt 1928 ſprechende Gegenleiſtungen—, nun unterſtützen die Engländer die Antikemaliſten in ihrem Kampfe um Macht und Herrſchaft, um ſich Ngerd auch deren Freundſchaft im Kampfe gegen Rußland zu ver⸗ ichern. Was bezweckt aber die Oppoſition außenpolitiſch zu errei⸗ chen? Wenn wir in Betracht ziehen, daß die Führer dieſer Bewe⸗ gung meiſt bekannte Jungtürken oder deren nähere Freunde ſind, wird uns auch ihr Endziel klar ſein: die Erfüllung ihres alten Idegles des Pantürkismus und des Panturanismus. Kemal iſt allerdings nicht für ein ſolches utopiſches Programm und ſchätzt die ruſſiſche Freundſchaft zu hoch, um dieſe für ein kaum zu verwirklichendes Ziel hinzugeben. Denn jeder Panturanismus iſt vor allemgegen Rußland gerichtet und unterſtützt nur die Sache der britiſchen Orientpolitik. Die engliſchen Mittelmeermansver Nach einer Meldung der„D. A..“ aus Mailand haben die Manöverübungen der engliſchen Mittelmeerflotte, die in den letzten Tagen Trieſt einen Beſuch abgeſtattet hatte, in Italieniſch⸗Dal⸗ matien befremdend gewirkt. Die Uebungen, die bei Tag und Nacht fortgeſetzt werden, und bei denen die blaue Partei die In⸗ ſelgruppe um Liſſa angriff, während die rote Armee die Verteidigung übernommen hatte, waren vor ſich gegangen, ohne daß eine vor⸗ herige Ankündigung ſtattfand. Offiziere der jugoſlawiſchen Kriegs⸗ flotte waren als Gäſte an Bord der engliſchen Schiffe. Eine italie⸗ niſche Fiſcherbarke wurde von einem engliſchen Unterſeeboot ge⸗ rammt. Die fünf Inſaſſen wurden ſchließlich, nachdem ſie lange im Waſſer getrieben hatten, von einem reuzer aufgefiſcht. Nach einer Brüſſeler Meldung des gleichen Blattes ſoll der bel⸗ giſche Außenminiſter Vandervelde an Chamberlain ein Schreiben ge⸗ richtet in welchem er Chamberlain auffordert, Maßnahmen zu treffen, um die Wiederholung eines ähnlichen Zwiſchenfalles zu verhindern wie er ſich kürzlich auf dem Kanal ereignet hatte, wo ein Dampfer des Dover⸗Oſtende⸗Dienſtes durch engliſche Maſchinen⸗ gewehre getroffen wurde. die Sewaltmethoden des Faſzismus London, 5. Aug.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Ra⸗ bindranath Tagur iſt nach einem längeren Aufenthalt m talien für einige Tage in London eingetroffen. Er nimmt hier die Gelegenheit wahr, durch die„Daily News“ zu erklären, daß ſeine angebliche Vorliebe für den Faſzismus eine Erfindung der italieniſchen Journaliſten ſei, Faſzismus iſt nach der Menung von Rabindrnath Tagur der Puls einer blinden Leidenſchaft für Natio⸗ nalismus und Imperialismus.„Ich bewundere nicht den Faſszis⸗ mus, ich habe nur eine große Vorliebe für das italeniſche Volk,“ ſagte er. Die Methoden des Faſzismus ſind unethiſch und bedeuten eine Bedrohung des Weltfriedens. Angeklagte Deutſche in Tirol Die Anklageſchrift gegen die vor einiger Zeit in einem Gaſt⸗ haus in Gries bei Bozen verhafteten 22 jungen Deutſchen iſt nun⸗ mehr fertiggeſtellt. Die Unterſuchungs, ergebniſſe“ ſollen nach dem Bericht des Obergerichts„beweiſen“, daß es ſich um die„Bildung bewaffneter Banden“ handle mit der Abſicht, den Anſchluß Südtirols an Deutſchland zu erreichen(11) Die neuen Balkanverwicklungen g8 London, 3. Auguſt.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Die Lage auf dem Balkan iſt nach wie vor geſpannt. Die Nachrich⸗ ten der Morgenblätter widerſprechen ſich, je nach dem Ort, aus dem ſie kommen. In Sofia nennt man die letzte ſerbiſche Note ein Ulmmatum und unterſchiebt der Belgrader Politik die Abſicht, Bul⸗ gariens langſame Konſolidierung unterbrechen zu wollen. Von Bel⸗ grad verbreitet man, daß Jugoſlawien noch einige Tage auf die bulgariſche Antwortnote warten wolle und daß man die Unfähigkeit der bulgariſchen Regierung, die mazedoniſchen Freiſcharen zu kon⸗ trollieren, als mildernden Umſtand anerkenne. Um die Unter⸗ ſtützung der Weſtmächte zu erhalten, lenkt man die Aufmerkſamkeit auf bolſchewiſtiſche Umtriebe, als die große Gefahr für den Frieden auf dem Balkan. Ferien im Unterhaus § London, 5. Aug.(Von unſerem Londoner Verkreter.) Das Parlament iſt geſtern nach einem fruchtloſen Disput über den Koh⸗ lenſtreik in die Ferien gegangen. Um die Friedensverhandlungen in der Kohleninduſtrie zu beobachten und zu unterſtützen, wird das Haus am 30. Auguſt und am 30. September zu je einer Tagung zuſammentreten. Die Eröffnung der regelrechten Herbſtſeſſion wird auf den 9. November feſtgeſetzt. Die letzte Kohlendebatte hat ſo wenig neue Gedanken gebracht, wie die vorhergegangenen. Die Re⸗ gierung beſtätigte ihre Auffaſſung, daß im Prinzip der Kohlenſtreik zwiſchen Bergwerkbeſitzern und den Grubenarbeitern direkt ausge⸗ tragen werden müſſe und daß es für ſie nicht irgendwie möglich iſt, einzugreifen, wenn nicht poſitiver Friedenswille vorhanden ſei. In dieſer Stellung konnte natürlich das Kabinett von der Arbeiter⸗ partei mit Leichtigkeit angegriffen werden. Aber der Geiſt der Oppoſition wurde nur durch einen ſ einfachen Proteſt aus⸗ gedrückt, der ſich gegen die berechtigten oder ſcheinbaren, auf jeden Fall aber relativ geringen Verſäumniſſe der Regierungspolitik rich⸗ tete. Niemand brachte das Haus durch einer fruchtbaren Gedanken vorwärts. So ſchloß das Parlament nach etwa 180 Sitzungen etwas troſtlos. ***** 941* Abnahme der Arbeitsloſigkeit 6 London, 5. Aug.(Von unſerem Londoner Vertreter) Die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich in Großbritannien in der letzten Woche um 25 768 auf 1 605 500 veirringert. Das be⸗ deutet immer noch 400 000 Erwerbsloſe mehr als in der/ entſprechen⸗ den Woche des Vorjahres. Die durch den Kohlenſtreik arbeits⸗ los gewordenen Bergleute ſind in den Ziffern nicht enthalten. Auch ihre Zahl hat entſprechend der teilweiſen Rückkehr zur Arbeit etwas abgenommen. Bemerkenswerte Abſagen an Wirth Der dem rechten Flügel des Zentrums naheſtehende„Weſtfäliſche Merkur“ in Münſter wirft Dr. Wirth vor, daß er mit den Mit⸗ teln, die er vorſchlage, das deutſche Volk nicht aus ſeiner geiſtigen und wirtſchaftlichen Not befreie, ſondern letztere durch die Ver⸗ ſchärfung der Gegenſätze nur noch vermehre. Ernſtlich beſorgte Mitglieder der Zentrumspartei forderten, daß endlich Klarheit ge⸗ ſchaffen werde, da es auf die Dauer nicht angehe, daß Dr. Wirth dem Zentrum fortwährend Schwierigkeiten bereite. Die„Reichspoſt“, das führende Blatt der öſterreichiſchen Chriſtlich⸗Sozialen, wendet ſich in auffallend Form gegen Dr. Wirths Aktion. Wenn Dr. Wirth ſeine Aktion auch auf Oeſterreich auszudehnen gedenke, ſo müſſe er rechtzeitig darauf ach⸗ ten, daß kein einziges Mitglied der chriſtlich⸗ſozialen Partei in Deſterreich das Bedürfnis fühlt, ſich in irgend einer Angelegen⸗ heit und irgend einer Form unter den Schutz des Reichsban⸗ ners Schwarz⸗Rot⸗Gold zu ſtellen. Der Gedanke Wirths, ſo ſchließt der Artikel, ſeine Aktſon auf Oeſterreich zu erſtrecken und ſich hierbei einer ſozialiſtiſchen Privatarmee zu bedienen, beruhe auf einer Verkennung der innerpoliteſchen Verhältniſſe in Oeſterreich. ———äm—08m”d Der italieniſche Thronfolger Amberto iſt zu einem längeren Aufenthalt in Südfrankreich eingetrefſen. Er beſuchte gedern die Gräber der Herzöge von Savoyen in Chambery. Die Germersheimer Zwiſchenfälle Das Pariſer„Journal des Débats“ veröffentlicht über die Ger⸗ mersheimer Zwiſchenfälle einen Bericht ſeines Mainzer Korreſpon⸗ denten, der ganz beſondere Beachtung verdient, weil er Andeutungen über das Ergebnis der von dem franzöſiſchen General Douchy an Ort und Stelle veranſtalteten Unterſuchung enthält. In dem Berichte heiß es: „Bevor noch die Preſſekampagne ihre jetzige anormale Entwick⸗ lung annahm, ließ die Beſatzungsbehörde durch einen Stabsoffizier an Ort und Stelle eien Unterſuchung veranſtalten. Er fand bei den deutſchen Ortsbehörden nicht die Unterſtützung. die ihm infolge ſeines Ranges, ſeiner Unparteilichkeit und ſeines Wunſches, die Wahrheit feſtzuſtellen, gebührt hätte. Die Unterſuchung hat die Haltloſigkeit der gegen unſere Truppen erhobenen ſchwerſten Anſchuldigungen erwieſen, dagegen aber die äußerſt provo⸗ zierende Haltung der Kriegervereine aufgezeigt. Letz⸗ tere ſcheuten ſich nicht, Fahnen mit den Namen„Paris— Sedan— Metz— Chateaudun“ mit ſich zu führen und die„Wacht am Rhein“ ſowie„Deutſchland über alles“ auf den öffentlichen Plätzen von Ger⸗ mersheim anzuſtimmen, während die Bevölkerung mit echt deutſchem Takte die Fenſter der von franzöſiſchen Offizieren bewohnten Zim⸗ mer oder von offiziellen franzöſiſchen Dienſtſtellen belegten Räume mit bayeriſchen und deutſchen Fahnen beflaggten. Es iſt ſehr befremdend, daß ſich die Deutſchen nach ſo ſchweren Provokationen ihrerſeits über die Reaktion der Truppen wundern. Vielmehr iſt die Mäßigung unſerer Offiziere und Soldaten hervorzu 80 ben. Erſtere haben ſich damit begnügt, die Ent⸗ fernung der Fahnen zu verlangen, womit ihre Fenſter„dekoriert“ waren; letztere— in kleiner Anzahl übrigens— ſind dem offiziellen Feſtzug auf ſeinem Weg begegnet. In der Hand hielten ſie kleine Fähnchen in den Farben der Trikolore, die ſie aber auf Befehl des Platzkommandanten bald verſchwinden ließen. Die Deutſchen mögen doch einmal, ohne in einen tragiſchen Ton zu verfallen, der hier nicht angebracht iſt, und ohne„Reparationen“ zu verlangen, die durch nichts gerechtfertigt ſind, de Lehre aus dieſen Ereigniſſen ziehen. Sie kennen doch genau die provozierende Haltung der natio⸗ naliſtiſchen Verbände und der Mitglieder des„Reichsbanners“ ſelbſt außerhalbdes beſetzten Gebietes. Wenn ſchon Deutſche durch die Prahlereien der„Patrioten“ aufgebracht werden, ſo muß man doch einſehen, daß dieſe Prahlereien franzöſiſche Soldaten nicht kalt laſſen können. Sie ſind noch jung, heißblütig und ſtehen noch unter dem Eindruck peinlicher Erinnerungen. Auch können ſie von ihren Führern vielleicht nicht immer zur Ruhe angehalten werden, wenn man ſie in unzuläſſiger Weiſe herausfordert und vor ihren Augen Fahnen mit den Namen Paris, Metz und Chäteaudun vor⸗ beiträgt. Eine gewiſſe rechtsrheiniſche Preſſe vergleicht den Geiſt von Germersheim mit dem Geiſt von Locarno. Wir ſind damit völlig einverſtanden. Der Geiſt von Germersheim iſt aber nicht der Geiſt des franzöſiſchen Offiziers, der von ſeinem Fenſter die bayriſche Fahne entfernen läßt, ſondern iſt der Geiſt— wenn man hier von Geiſt ſprechen kann— desjenigen, der die Fahne herausgehängt hat.“ Wenn noch Hoffnuna beſtanden hat bezw. noch beſtehen ſollte, daß der offizielle Unterſuchungsbericht ein unparteiliches neutrales Bild von den Vorkommniſſen entwerfen und eine Veſtrafung der ſchuldigen franzöſiſchen Soldaten nach ſich ziehen werde, ſo wird ſetzt dieſe Hoffnung durch die— offenbar inſpirierten— Auslaſſungen des„Journal des Deébats“ ſchwer erſchüttert, beſonders durch die konkrete Behauptung. daß General Douchn bei den deutſchen Orts⸗ behörden keine Unterſtützuna gefunden habe. Wie wir von zuver⸗ läſſiger Seite erſahren, haben je ein Vertreter des Bezirks⸗ amtes Germersheim, des Bürgermeiſteramtes und des örtlichen Kriegervereins der franzöſiſchen Einladung zu einer Beſprechung auf die Kommandatur in loyaler Weiſe Folge ge⸗ leiſtet und eingehend über die Vorfälle berichtet, ſoweit ſie Augen⸗ zeugen waren. Von einer Sabotierung der Miſſion des franzöſi⸗ ſchen Generals kann alſo gar keine Rede ſein, zumal ja die deutſchen Ortsbehörden ſelbſt das arößte Intereſſe an der Aufklärung der maßgebenden franzöſiſchen Stellen hatten. Die aufgeſtellte Behaup⸗ tung kann alſo nur dem Zwecke dienen, eine Motivierung dafür zu finden, wenn ſich das offizielle franzöſiſche Unterſuchungsergebnis tatſächlich nur auf franzöſiſche Ausſagen ſtützen ſollte. Dieſer Gefahr gilt es— beſonders der Verichterſtattung in der Auslandspreſſe wegen— zu begegnen. Die Aeußerungen den franzöſiſchen Blattes verdienen daher bei den in Frage kommen⸗ den deutſchen amtlichen Spitzenſtellen größte Beachtung und ſofortige Zurückweiſung. Wenn ſich der Gewährsmamn des„Journal des Debats“, am Schluſſe ſeiner tendenziöſen Ausführungen, wie wir ſie ſchon wiederholt als völlig unzutreffend zurückweiſen auf den„Geiſt von Locarno“ beruft ſo wäre dringend zu wünſchen, daß die Beſatzungsmacht einmal ihrerſeits in dieſem Geiſte die Lehre aus den Vorkommniſſen zleht, der Bevölkerung des beſetzten Gebietes Genugtuung für die Verletzung ihrer Rechte gibt, ihr die freie Betätigung ihrer friedlichen Lebensäußerungen und— Gewohn⸗ heiten ſichert und bei ihren„jungen, heißblütigen Soldaten“ für ſtraffſte Diſziplin und Reſpellierung ihrer deutſchen Umgebung Jergt worauf dieſe vertraglichen Anſpruch hat. Wenn in dieſem Sinne unter die Germersheimer Zwiſchenfälle der Schlußſtrich gezogen wird, damm können ſie, ſo tief bedauerlich ſie an und 025 12 130—5 zu einem Markſtein in der wahren, auf Recht und eit ge⸗ gründeten Befriedung des beſetzten Gebietes werden, während ſonſt im Herzen der Bevölkerung ein bitterer Stachel zurückbleiben muß, der ſo leicht nicht wieder entfernt werden kann. Zum Fall hoffmana Bef einem Feſte der„Deutſchen Jugendkraft“ in Homburg ſollte auch der Abg. Hofmann⸗Ludwigshafen ſprechen. Mit Rückſicht auf die Bloßſtellung des Abgeordneten durch die von ihm zum zum großen Teil nicht einmal beſtrittenen Veröffentlichungen über ſein unvaterländiſches Verhalten im Frühjahr 1919 jedoch wurde an ſeiner Stelle ein anderer Redner gewonnen. Durch dieſe Ab⸗ lehnung aus ſeinen eigenen Reihen nach der infolge der Empörung der Bevölkerung erfolgten Abſage ſeiner vorgeſehenen Rede bei de Einweihung des Kriegerdenkmals in Münchtveiler a. d. R dürfte der Abg. Hofmann als Politiker wohl er ledigt ſein. der Magdeburger Mordfall Geſtändnis Schröders E Berlin, 5. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Schröder hat gſtern abend ein volles Geſtändnis abgelegt. Er iſt unter dem Druck des gegen ihn zuſammengetragenen Beweis⸗ materials und des Geſtändniſſes ſeiner Geliebten voll⸗ ſtändig zuſammengebrochen und ſoll auch zugegeben haben, daß Haas an der Tat in keiner Weiſe beteiligt ſei. Die Braut Schröders, die Wirtſchafterin Götze ſchilderte genau die Vor⸗ gänge am Mordtage. Schröder, der ſich damals in äußerſt bedrückter Geldlage befand, erklärte ſeiner Geliebten an jenem 10. Juni: „Jetzt mache ich einfach Schluß. Heute nachmittag kommt jemand, mit dem muß etwas geſchehen.“ In den Nachmittagsſtunden ſei dann tatſächlich ein Mann mit einem Fahrrad nach Großrottmers⸗ leben gekommen. Schröder forderte ſeine Geliebte auf, ihn allein zu laſſen. Plötzlich hörte ſie zwei Schüſſe fallen. Sie bemerkte dann ſpäter im Zimer auf dem Teppich einen großen Blutfleck, ebenſo Blutſpritzer auf dem Anzug Schröders. Auch habe Schrö⸗ der unmittelbar nach der Tat aus ſeiner Bruſttaſche mehrere große Geldſcheine hervorgeholt. Den Namen Haas will die Götz erſt er⸗ fahren haben, als Haas als der vermeindliche Anſtifter verhaftet wurde. Unter den Bekannten von Schröder ſei ein Haas nicht geweſen, auch ſein Name ſei niemals genannt worden. Der Kri⸗ minalpolizei iſt es gelungen, den Teppich, auf dem ſich der Blut⸗ fleck befindet, hebeizuſchaffen.— Man darf hoffen, daß das Kriminaliſtiſche des Magdeburger Falles nun etwas raſcher vom Fleck kommt. Sadiſche Politit Aus dem Landtag Am Mittwoch vormittag wurde die Ausſprache über den Etab des Finanzminiſteriums fortgeſetzt. Es kamen drei Redner zu Wort. Abg. Rückert(Soz.) forderte vor allem die baldige Elektriſierung der Hauptſtrecke Bafel—Frankfurt. Dem Landesforſtmeiſter ſproch er Anerkennung für die neuen Wege in der Forſtwirtſchaft aus.— Abg. D. Maye r⸗Karlsruhe(Bürgerl. Vergg) übte verſchiedentlich Krilik, ſo u. a. an dem Perſonalaufwand, an den Beamtenorgami⸗ ſatlonen und an dem neuen Syſtem der Bewirtſchaftung des Waldes. Gegen Schluß der Vormittagsſitzung ſprach Abg. Dr. Matte⸗ (D. Volksp.) der u. a. bemerkte am Ausgabeetat könne man keine Abſtriche mehr machen. Die frühere Forſtpolitik habe der heutigen das Vermögen beigebracht, das jetzt dem Staate du⸗ gute kommt. In der Nachmittagsſitzung ergriff nach den Reden der Abg. Scheel(Dem.) und Ritter(Kom.) Finanzminiſter Dr. Köhler das Wort. Er kam zunächſt auf die Lage der Reichsfinanzen 3u ſprechen, die ſich in den letzten Monaten nicht unerheblich ver⸗ ſchlechtert hätten. Ueberſchüſſe aus dem Jahre 1926 ſeien nicht zu erwarten. Von einer ſehr erheblichen Zahl großer Firmen lagen Steuerſtundungsgeſuche vor, ebenſo ſei auch aus der Landwirtſchaft nichts mehr zu holen. Die Steuermoral ſei ſehr locker geworden und die Steuererklärungen würden ſehr leichtſinnig abgegeben werdem. Unter allen Umſtänden müßte ſchon in den nächſten Jahren die Bodenſeeregulierung in Angriff genommen werden. Man rechnet mit einem Kapitalaufwand von 12 Millionen; ebenſo ſei die Schiff⸗ barmachung des Oberrheins zu betreiben. Fortſchritte müßten auch in der Hebung der Bodenſchäe gemacht werden. Ob die Fortführung der Melioration ſich ertragreich geſtalten würde, hängt von der deut⸗ ſchen Agrarpolitik ab. Daß die Vollendung der badiſchen Bahnen 2550 ſeſter Hand ſei, liege weder an der Regierung noch am einer zweiſtündigen Na ſitzung nah m Fortſetzung des Etats des Steuerverwaltung, ſowie ſueſen und außerordentlichen Etal an. Weiterberatung Donnerstag vormittag. Beſuch des Badenwerkes Am Dienstag begab ſich der Badiſche Landtag auf Einkadung des Finanzminiſters Köhler nach Forbach, wo eine Beſichtigung des Badenwerkes ſtattfand. Finanzminiſter hieß im Schalt⸗ haus des Werkes ſeine Gäſte, darunter auch den Aufſichtsrat des Ba⸗ denwerks und Vertreter der Gemeinde Forbach willkommen und emen Ueberblick über die Geſchichte und Entſtehung des feit 1 Rheinregulierung von Tulla für Baden bedeutendſten Werkes. ſprach dabei all denen, die ſich für die große, für die Wirtſchaft Badens maßgebende Unternehmung eingeſetzt haben, den Dank ausß und gedachte auch dabei der 14 Opfer an Menſchenleben, die der Bau gekoſtet hatte. 8 Oberbaurat Fettweis hielt ſodann einen Vortrag über die Anlage des Badenwerks, der durch Ausführungen von Baurat Feldmann noch in teckmiſchen Einzelheiten ergänzt wurde. Nach der bel ſig dg des Sch ꝛ thaufes, der Turbinen und Rohranlagen begaben ſich die Mitglieder des Landtags und die anderen Gäſte nach dem Schwarzenbachwerk und beſichtigten auch dieſe impoſante An⸗ lage. Sie überzeugten ſich dabei ſowohl von dem großartigen Fort⸗ ſchritt der Technik, als auch davon, daß durch die Anlage ein La ſchaftsbild gewonnen wird, das für den badiſchen Schwarzwald neue Reize an Schönheit aufweiſt. Darauf fand in Herrenwies ein ge⸗ meinſames Mittageſſen ſtatt, bei dem Präſident Baumgartner im 9 aller Tellnehmer dem Finanzminiſter für die Einladung nkte. a e f Rommuniſtiſche Ausſchreitungen J Berlin, 5. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Seit dem Verbot der„Roten Fahne“ macht ſich in Berlin eine erhöhte Propagandatätigkeit der Kommuniſten bemerkbar. Kaum ein Tag vergeht ohne Umzüge und Demonſtrationen. Geſtern abend veranſtalteten die Kommuniſten im Luſtgarten eine Antikriegs⸗ kundgebung, zu der mehrere tauſend Perſonen erſchienen waren. Bei derBeſchlagnahme eines Plakates durch die Polizen kam es am Kaiſer Wilhelm⸗Denkmal zu heftigen Zuſam⸗ menſtößen. Die Kommuniſten verſuchten den der Verſammlung beiwohnenden Vigepolizeipräfidenten Dr. Friedensburg, der auf der Terraſſe vor dem Schloß ſtand, anzugreifen. Durch das energiſche Dazwiſchentreten der Schutzpolizei konnte Friedensburg vor dem Anſturm der wütenden Menge geſchützt werden. Kommuniſtenführer Thälmann hielt zum Schluß eine Rede⸗ in der er u. a. ſagte:„Es ſind zwar einige Provokateure unter uns, aber laßt Euch nicht provozieren und geht nach Hauſe, die Arbeiter“ klaſſe wird, wenn es ſoweit iſt, geſchloſſen losſchlagen.“ Maslow darf noch in Deutſchland bleiben Wie eine Berliner Korreſpondenz mitteilt, hat der Ober⸗ reichsanwalt die Aufenthaltsbewilligung für Maslo w, gegen den im Leipziger Urteil auf Ausweiſung erkannt wurde, auf eines kreisamtlichen Atteſtes bis zum 15. September ver⸗ änge Maslow, der im Putſchjahr 1923 als der eigentliche Abgeſandte⸗ Moskaus gelten konnte, iſt übrigens völlig in Ungnade gefallen⸗ Das Moskauer Exekutivkomitee der kommuniſtiſchen Internationale hat ihn zur Verantwortung telegraphiſch nach Moskau beordert⸗ Da er dieſer Einladung nicht unverzüglich Folge leiſtete, iſt er auß der KPD. ausgeſchloſſen worden, E „ Juchthausſtrafe für ungariſche Kommuniſen. In einem großen Kommuniſtenprozeß, der jetzt nach zweiwöchiger Dauer beendet wurde, wurden fünf Angeklagte zu Zuchthausſtrafen von 2 Jahren 4 Monaten bis zu 8½ Jahren verurteilt. Letzte Meloungen Einäſcherung einer Bookfswerft — Berlin, 5. Aug. Vermutlich durch Brandſtiftung iſt geſtern Nacht die Bobts w erft von Kluge in Sakrow bei Potsdam voll⸗ ſtändig eingeäſchert worden. Der Schaden iſt ſehr bedeutend, da⸗ zahlreiche Boote den Flammen zum Oßpfer gefallen ſind. Die Anklage gegen Jürgens — Stargard, 5. Aug. Die Staatsanwaltſchaft hat nunmehr, nach⸗ dem Mitte vorigen Monates die Unterſuchung geſchloſſen worden war, gegen den Landgerichtsdirektor Jürgens und feine Fran die Anklage erhoben. Sie lautet gegen Jürgens auf Meineid, Kre⸗ ditbetrug in 12 Fällen und gewohnheitsmäßige Hehlerei, gegen ſent Frau auf Meineid und Krebitbetrug in 36 Fällen. Gleichzeitig m der Erhebung der Anklage iſt gegen das Ehepaar, daz noch im 5 im Unterſuchungsgefängnis Stettin untergebracht iſt, die Fortdaug, der Haft angeordnet worden. Mit dem Beginn der Hauptverhan lung kann Mitte September gerechnet werden. Mißerfolg zweier analſchwimmer — London, 5. Aug. Zwei neue Verſuche, den engliſchen Kang zu durchſchwimmen, ſind infolge des ungünſligen Wetters geſcheicf Ein norwegiſcher Schwimmer mußte den Verſuch bereits nach 1 Meilen aufgeben. Dagegen gelang es der amerikaniſchen Schwim 12 lehrerin Barrat, 60 Kilometer hinter ſich zu bringen und wenigſtens einen Rekord für Schwimmerinnen aufzuſtellen. Leangsſi aber unmittelbar vor dem Ziel, drei Kilometer vor ranzöſiſchen Küſte. Sie der — Paris, 5. Aug. Der„Matin“ berichtet aus Rio de Janelſt daß auf dem Amazonenſtrom ein Dampfer gekentert Jwobei 25 Perſonen ertrunken ſind. e ee e die Titel Miniſterium, — 4 W— Donne rskag, den 5. Auguſt 1926 Neue Mannheimer Jeitung(Mittag Ausgabe) 3. Seite. Nr. 357 Ju hilfe gegen Amerika! J25 Amerika iſt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf Gebiete, alſo auch das Land des unbegrenzten Spleens und 5 unbegrenzten Idiotie. Es hat uns ſehr beachtenswerte Neue⸗ 3 geſchenkt, wie das Hochhaus, das Tailorſyſtem, den Jazz Chri den Bubikopf. Aber es hat uns auch mit dem Uufug der tan Scienes(der Geſundbeterei) und dem Kaugummi bekannt ſichacht. Wir wollen ihm die erſte Serie danken, wenn auch ſie Se aus Dangergeſchenken zuſammenſetzt, und wollen ihm die zweite — 00 verzeihen. Aber wenn es uns jetzt mit den Auswirkungen —5 unbegrenzten Idiotie überſchwemmt, die man in unſerem 5 hrhundert überhaupt nicht mehr vermuten ſollte und wenn man 55 ſieht, daß es ihm gelingt, intelligente Köpfe in Deutſchland Hil dieſem Idiotiebazillus zu verſeuchen, dann muß man laut um ſe rufen, um Hilfe gegen Amerikal 8 Um was es ſich denn eigentlich handelt? Scheinbar um eine bli harmloſe, belangloſe Sache, über die man im erſten Augen⸗ Bel nur verſtändnislos den Kopf ſchüttelt, die aber bei näherer raachtung ſich als die größte Blamage unſeres Jahrhunderts Wud ſtellt. Nunmehr zum zweiten Male innerhalb einer Woche W0 mir ein Brief zugeſandt, beide Male mit etwa folgendem ortlaut: „Herr... ſchickte mir dieſen Brief mit der Bitte, ihn neun⸗ mal abzuſchreiben und an neun verſchiedene Bekannte weiter⸗ zuleiten. Sie werden gebeten, innerhalb vierundzwanzig Stun⸗ n dies ebenfalls zu tun, damit die Kette nicht abreißt. Die ette iſt von einem amerikaniſchen Offizier begonnen und ſoll reimal um den Erdball gehen. Wenn Sie den Brief weiter⸗ geſandt haben, ſo warten Sie neun Tage, und Sie dürfen dann 0 ein großes Glück rechnen. Es iſt bemerkenswert, daß dieſe drausſage in vielen Fällen zugetroffen iſt. Wenn Sie die Kette abreißen laſſen, ſo ſteht Ihnen ein großes Unglück bevor. Viel Glück für das Jahr 1926. Namensunterſchrift.“ W Vor dieſem Briefe iſt eine Reihe von Namen aufgezählt, etwa Naray, to Halford, Halford to Smith uſw., bis auf einmal deutſche en beginnen: Müller an Schulze, Schulze an Meier uſw. In ſch einen Briefe waren es etwa vierzig, in dem anderen Briefe ei on weit über hundert Namen und es waren nicht einmal nur diefache Müllers, Schulzes und Meiers. Der erſte Brief ging mir enmehr von einem in ganz Deutſchland angeſehenen Schriftſteller, dre andere von einem nüchternen Kaufmann zu, und auf beiden dalt en befinden ſich u. a. Kaufleute, Ingenieure, Doktoren und Leute löten Adels. Alle dieſe Leute haben alſo Zeit und Muße, dieſen Pf dſinn neunmal abzuſchreiben, auch die Namensliſte und neunzig für mige(beſtenfalls bei Stadtbriefen fünfundvierzig Pfennige) Schraorte übrig gehabt, um anderen Mitmenſchen die gleiche den 1barbeit anzuſinnen. Sie wären allerdings geſchäftlich genug, 85 Brief nicht neunmal mit der Hand zu ſchreiben, ſondern auf ˖ Schreibmaſchine neun Durchſchläge anzufertigen. Von dieſer Fampffinnigen Tätigteit verſprechen ſie ſich nach Ablauf von neun Kulten ein großes Glück. Sie ſtellen ſich dabei auf das gleiche be kurniveau wie die Tibetaner, die auf ihre Gebetsmühlen ſchrei⸗ dil„Om mani padme hum“— großer Buddha in der Lotos⸗ —— und die ſinnreiche Maſchine in den Wind ſtellen, daß bei er Umdrehung das Gebet einmal auf dem Konto ihrer Frömmig⸗ Großer Buddha in der Lotosblume! Dabei iſt in den Ketten⸗ briefen, die ich diesmal geſehen habe, nicht einmal mehr ein Gebet enthalten, wie es vor Jahren der Fall war, als der Unfug aufkam. Er iſt alſo auch in dieſer Beziehung veramerikaniſiert worden. Fort ſelbſt noch mit dem überflüſſigen Gebete, der mechaniſierte Blödſinn des Abſchreibens genügt! Aber in Deutſchland finden ſich anſonſt gebildete und intelligente Menſchen, die abergläubiſch genug ſind, dieſe Lawine des Blödſinns fortzuſetzen und ſelbſt noch ihren Namen dazu herzugeben. Verehrter Herr Baron, ſehr geehrter Herr Direktor, ſehr geehrter Herr Diplomingenieur, Sie werden immer noch über meine Aufregung lächeln und werden denken, na wenn ſchon. Aber gerade Sie, Herr Direktor, haben Sie ſich die volks⸗ wirtſchaftlichen Folgen dieſes Unſinns überlegt oder haben Sie, Herr Diplomingenieur, einmal ſich die Mühe gemacht, die Formel für die geometriſche Progreſſion anzuwenden und ſich auszurechnen, wieviel Menſchen beim zehnten Gliede der Reihe an dieſem Irrſinn beteiligt worden ſind und welche Unſummen dieſen Menſchen bis dahin ſchon für Porto ausgegeben worden ſind? Der erſte Brief ging an 9 Leute. Jeder ſchrieb wiederum an 9. Rechnen Sie ſich das weiter aus, welche Summe erſcheint, wenn ſich dieſer Vorgang zehnmal wiederholt hat. Sie erhalten dann die un⸗ glaubliche Zahl von 3 545 833 401. Alſo 3½ Milliarden Menſchen. Nehmen wir an, daß Ortsbriefe ausſchalten und daß alle, die ſich an dem Unſinn beteiligen, Fernbriefe kriegen, ſo ſind allein bis zum zehnten Gliede der Kette 354 Millionen Goldmark an Porto nutzlos verſchwendet worden. Wohlgemerkt beim zehnten Glied der Kette! Die eine Liſte, die ich erhielt, führte aber ſchon weit über hundert Kettenglieder auf. Nun wird es ja ab und zu jemand gegeben haben, der den Mut hatte, die Kette abreißen zu laſſen und den Wiſch in den Papierkorb zu e Nehmen wir jedoch an, daß bis zum zehnten Glied die Kette nirgendwo abriß und daß der famoſe ameri⸗ kaniſche Offizier nur zehn ſolcher Briefe in die Welt ſetzte(wenn allein mich zweie erreichten, muß er dieſen Sport ſicher weit aus⸗ giebiger betreiben), ſo kommen wir wiederum auf die Summe von 3½% Milliarden, die diesmal für Porto verſchleudert ſind. Die erſte Rate der Daweszahlungen, die Deutſchland an die Alliierten zu leiſten hatte, betrug 1 Milliarde Mark! Ganz Deutſchland befindet ſich in der größten Wirtſchaftsnot, weil wir dieſe Zahlung aufbringen mußten. Soll man ſich da nicht die Haare einzeln ausreißen, wenn man bedenkt, daß irgend ein ſpleeniger amerikaniſcher Offizier Millionen leichtgläubiger Deutſcher veranlaßt, ſich an einem Unfug zu beteiligen, der Milliarden und Abermilliarden koſtet? Wie beſchämend iſt dagegen die einfache Tat⸗ ſache, daß Deutſchland es bisher noch nicht vermocht hat, die paar Millionen aufzubringen, die für die Zeppelin⸗Eckener⸗ Spende erforderlich ſind! Dieſe Kettenbriefe ſollen dreimal um den ganzen Erdball gehen. Sie werden alſo in allen Ländern die gleiche Geldverſchwendung nach ſich ziehen wie in Deutſchland. Wenn der Völkerbund wenigſtens einmal eine gute Tat vollbringen will, ſo ſoll er ſchleunigſt veranlaſſen, daß jener amerikaniſche Offizier, der für dieſe Milliardenverſchleuderung verantwortlich iſt, dem Irrenhaus überwieſen oder wenigſtens in Schutzhaft genommen wird, damit er ſeine ſegensreiche Tätigkeit nicht weiter fortſetzen kann. Oder möge ihn der Völkerbund nach Tibet ſchicken und ihn zum 1 gebucht wirdl Oberaufſeher ſämtlicher Gebetsmühlen machen. Wirtſchaftliches und Soziales Ddie Lage des Arbeitsmarktes in Baden deſſedie für die Berichtszeit(22. bis 28. Juli 1926) feſtzuſtellende heblfrung der Arbeitsmarktlage war, im ganzen betrachtet, uner⸗ Nein Zwar iſt eine Abnahme der Arbeitſuchendenziffer und kccbseitig eine Junahme der Zahl der offenen Stellen zu ver⸗ ſcacnen, ſo daß ſich die(das Verhältnis von Angebot und Nach⸗ Julk anzeigende) Andrangsziffer verringert hat: es kamen am 28. gem 1855 eine bei den öffentlichen Arbeitsnachweiſen des Landes Atdete offene Stelle im Durchſchnitt immerhin nur noch rund weiſt beitſuchende gegenüber rund 47 vom 21. Juli. Andererſeits ohne aber die der unterſtützten Kurzarbeiter(Kurzarbeiter 6846 die unterſtützten Tabakarbeiter) eine Erhöhung um 580(von der ahf 7426) auf. Sodann iſt zu berückſichtigen, daß die Abnahme alſo Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger von 63 581 auf 62 652, in 929, keineswegs nur auf Arbeitsvermittlung, ſondern die eträchtlichem Umfang auch auf Urſachen zurückzuführen iſt, ſind. an, ſich keineswegs Anzeichen eines günſtigen Arbeitsmarkts ſtands keuſteuerung infolge Friſtablaufs und Uebernahme in Not⸗ ruh arbeiten. Soweit die Beſſerung auf Arbeitsvermittlung be⸗ nebe⸗ waren an ihr die Landwirtſchaft und das Baugewerbe, da⸗ (ganz auch in geringerem Umfange die Seidenſtoffweberei und d unweſentlich) auch andere Gruppen beteiligt. arbeiſn der Landwirtſchaft hielt der Bedarf infolge der Ernte⸗ ſich en im großen und ganzen unvermindert an, zum Teil hat er iſt ei geſteigert. In der Induſtrie der Steine und Erden e Aenderung der im ganzen wenig befriedigenden Beſchäfti⸗ age nicht eingetreten. Im allgemeinen gilt dies auch immer emelf ſt die Metall- und Maſchineninduſtrie. Ver⸗ fabrik hat ſhren Betrieb erneut auf unbeſtimmte Zet geſchloſſen, zur Entlaſſung kamen 40 Areiter. Der Beſchäftigungsgrad der Ofen⸗ und Herdfabrikation blieb gering, weitere Einſchränkungen aus der Automobilinduſtrie wurden allerdings in der Berichtszeit nicht mehr gemeldet. Die chemiſche Induſtrie forderte jüngere Arbeiterinnen an, in geringem Umfange konnten auch Ein⸗ ſtellungen männlicher Hilfskräfte erfolgen. Im Spinnſtoff⸗ gewerbe muß die Lage der Baumwollbranche im allgemeinen weiterhin noch als ungünſtig betrachtet werden; eine Baumwoll⸗ ſpinnerei und Weberei iſt zu weiteren Entlaſſungen geſchritten, in der Seiden ban d weberei liegt die Lage unverändert ungünſtig, hingegen iſt der Beſchäftigungsgrad in der Seidenſtoffweberei in der Berichtszeit geſtiegen. Aus der Papierin duſtrie wird teilweiſe über ein Nachlaſſen der Aufträge berichtet. Seitens einzel⸗ ner Firmen wurde zu Entlaſſungen und Arbeitszeitverkürzung ge⸗ ſchritten. Die Beſchäftigungsmöglichkeiten der Lederinduſtrie blieben gering, die Holzinduſtrie zeigte örtlich bei im allgemei⸗ nen faſt unverändert ungünſtig gebliebener Arbeitsmarktlage teil⸗ weiſe örtliche Verſchlechterung. Im Tabakgewerbe hielt die Verſchiedenartigkeit der Ent⸗ wicklung noch in etwas an, immerhin iſt die Kurzarbeiterziffer der Tabakarbeiter ziemlich beträchtlich, nämlich von 7874 auf 6884 ge⸗ ſunken. Im Friſeurgewerbe wurden, den Forderungen der Mode entſprechend, immer noch„Bubikopfſchneider“ angefordert, hingegen ging der Kräftebedarf im Schneidergewerbe noch etwas weiter zurück. War der Bedarf des Baugewerbes im Ver⸗ hältnis zur Jahreszeit ſchwach, ſo wies er immerhin in einigen Arbeitsnachweisbezirken eine weitere leichte Zunahme auf. Trotz Hochſaiſon war die Nachfrage nach Perſonal im Gaſtwirts⸗ gewerbe unbedeutend. Der Angeſtelltenarbeitsmarkt blieb im allgemeinen unverändert ſehr ungünſtig, doch wurden in der Be⸗ Rommunale Chronik Amerikaniſierte Bautätigkeit Die Stadt Frankfurt a. M. errichtet unter Leitung des Stadtbaurat May, nach Meinung der„Bauwelt“, aut und ſolid ge⸗ baute Dauerhäuſer in allerkürzeſter Friſt. So wurden in dem Vor⸗ ort Praunheim am 17. Mai 153 Einfamilienhäuſer begonnen, von denen 81 bereits nach 48 Tagen bezuasfertia waren. Dieſe Bauten beſtehen aus Erdgeſchoß und einem Zimmer und Dachgarten im Obergeſchoß: die Miete beträat hierfür jährlich 500 Mk. Bis zum nächſten Frühjahr ſollen 1000 Wohnungen erſtellt werden. Dieſer Erfolg wurde ermöalicht durch ſtreng durchgeführte Rationaliſierung und Typiſierung ſowie auch dadurch. daß in zwei Schichten gearbei⸗ tet wird, was weiterhin den Vorteil hat. daß es arbeitsloſe Hand⸗ werker in Frankfurt a. M. ſo gut wie gar nicht aibt. X Ladenburg, 3. Auguſt. Aus der jüngſten Gemeinde⸗ ratsſitzung iſt zu berichten: Das Geſuch des Wilhelm Kirch⸗ ner um Erteilung der Wirtſchaftskonzeſſion wird dem Bezirksamt Mannheim befürwortend vorgelegt.— Die Ehrung verſchiedener Feuerwehrleute für 12⸗ bzw. 25⸗jährige Dienſtzeit bei der Freiw. Feuerwehr ſoll anläßlich der Verfaſſungsfeier am 11. Auauſt ſtattfinden. Die Verfaſſungsfeier am 11. Auauſt ſoll wie üblich in der Turnhalle ſtattfinden.— Die Verlängerung des Fern⸗ ſprechdienſtes beim Amt Ladenburg ſoll bei der Oberpoſtdirektion beantraat werden.— Die Kokslieferung wird den Submittenden Kohlenhändlern Fritz Eff und Theodor Ratz zu ihrem Angebot übertragen.— Den von der Waſſerwerksgeſellſchaft Rheinau in Mannheim voragelegten Gasbezugsbedingungen für die Gasabneh⸗ mer in hieſiger Gemeinde, ſowie der zu erlaſſenden bezirkspolizei⸗ lichen Vorſchrift wird zugeſtimmt.— Die Verſteigerung des Stalles im ehemaligen Hohnſchen Anweſen wird genehmiat.— Die An⸗ ſchaffung von 2 Ziegenböcken wird beſchloſſen. *Neckargemünd, 4. Aug. Die am Montag abgehaltene Bür⸗ gerausſchußſitzung beſchäftigte ſich unter Punkt 1 der Tages⸗ ordnung mit einem Erlaß des Miniſteriums des Innern, der an die Landeskommiſſäre und Bezirksämter gerichtet wurde. Nach dieſem Erlaß iſt es den Bürgerausſchußmitglledern nicht erlaubt, perſönlich Kritik an den Beſchlüſſen des Gemeinderats zu üben. Darüber ent⸗ ſpann ſich eine heftige Ausſprache zwiſchen den Parteien. Es wurde feſtgeſtellt, daß durch dieſen Erlaß die Rechte des Bürgeraus⸗ ſchuſſes weiter geſchmälert würden. Ferner wurde be⸗ ſchloſſen, zur Linderung der Wohnungsnot die Mittel zum Ausbau einer Zweizimmerwohnung im Pumpwerksgebäude in Höhe von 2200 Mk. anzufordern. Ferner wurde das Erſuchen an den Ge⸗ meinderat gerichtet, unverzüglich Schritte zu unternehmen und mit dem Bau eines Doppellehrerwohnhauſes zu beginnen. Zuletzt wurde die Rechtslage über den Tonabbau im unteren Stadtwald durch die Steinzeugwarenfabrik Friedrichsfeld lebhaft beſprochen. Zwiſchen der Fabrik und der Gemeinde beſteht ein Vertrag über den Tonab⸗ bau. Die Fabrik will nun von dem Vertrag zurücktreten. Die an⸗ gegebenen Gründe wurden als unzureichend bezeichnet. Man be⸗ ſchloß, den Rechtsweg zu beſchreiten. ibE Baden-Baden, 4. Aug. Unter dem Vorſitz von Oberbürger⸗ meiſter Fieſer fand am Donnerstag eine Sitzung des Bürger⸗ ausſchuſſes ſtatt. Vor Beginn der Beratungen ſprach der Ob⸗ mann des Stadtverordnetenvorſtandes, Juſtizrat Ketterer dem Oberbürgermeiſter die Glückwünſche zu ſeiner Wiedergenefung von längerer Frankheit aus und richtete zugleich Worte des Dankes an Bürgrmeiſter Elfner, an die Beamten, an die Stadtverordneten und die Stadträte für ihr Mitwirken im Dienſte der Stadt. Dann begann die Beratung des Voranſchlags für das Rechnungsjahr 1926⸗27. In der allgemeinen Ausſprache nahm zunächſt Oberbür⸗ germeiſter Fieſer das Wort. Er ſprach ſeinen Dank für die Be⸗ glückwünſchung zur Wiedergeneſung aus, um ſich daran anſchließend in eingehender Weiſe über die finanziellen und wirtſchaftlichen Ver⸗ hältniſſe unſeres Gemeindeweſens zu verbreiten. Nach Schluß der allgemeinen Ausſprache folgte die Einzelberatung, die auf Mittwoch vertagt wurde. Kleine Mikteilungen Dem Bürgermeiſter in Roxheim wurde vom Gemeinderat ein Mißtrauensvotum entgegengebracht, weil er ohne die Finanzkommiſſion oder die Fraktionsvorſitzenden zu hören, Ge⸗ meindegelder verausgabte. Auf einen Antrag der ſozialdemo⸗ kratiſchen Fraktion hin wurden Kontrollmaßnahmen beſchloſſen. Tagungen Das Parlament des Varietés Vom.—12. Auguſt tagt in Düfſeldorf die außerordent⸗ liche Generalverſammlung des Internationalen Variete⸗ Theater⸗Direktoren⸗Verbandes, dem alle führenden Varietes, Kabaretts, Tanzpaläſte und Kino⸗Varietes angeſchloſſen ſind. Die Tagung befaßt ſich mit allen ſchwebenden Problemen der Vergnügungsinduſtrie. Verbandsdirektor Milos referiert über das neue Reichsvergnügungsſteuergeſell. Ferner gelangt die Aufhebung der Polizeiſtunde, der Abbau der Verwaltungsgebühren, die Tan⸗ tiemefrage und als beſonders wichtiger Punkt die Auswirkung des Rundfunks auf das Vergnügungsgewerbe zur Beſprechung. Neen ——— Firmen zur Kurzarbeit geſchritten, eine Feilen⸗ richtszeit örtlich Bautechnfker in vermehrtem Umfange verlangt. 77722 dßßdbdbbbb Die vier Temperamente Von Franz Adam Beyerlein wer heweſlen gehe ich mit meinem Teckel Waldmann im Park ordnu m Kanal drüben ſpazieren. An der Brücke iſt eine„Wald⸗ 0 undes angebracht, auf der es unter§ 17a folgendermaßen heißt: iſt da brauchen zwar nicht an der Leine geführt zu werden, doch überns Stöbern und Revieren ſtreng verboten.“ Wenn Waldmann ie Brücke geht, blinzelt er mit dem rechten Auge verſchmitzt der Tafel und beſchreibt mit der Rute einen humoriſtiſchen der Luft. Er kennt den Paragraphen. Aber er denkt als der Stadtrat. Er weiß, daß Karnickel imſtande ſind, den der das Flußbett vom Parke trennt, mit ihren Bauen voll⸗ zu unterminieren und zu zerſtören und nimmt daher an, Vildbreerbot könne ſich unmöglich auf das Erfagen dieſes ſchädlichen Logik rets erſtrecken. Ich— gütiger Himmell!— ich mag ihm ſeine As er icht beſtreiten, und meiſt ſind ja auch die Karnickel weit flinter Schnau:Gemeinhin kehrt er von ſeinen Pirſchgängen mit einer erdigen und Wol zurück, ganz ſelten nur hat er Schweiß an den Spürhaaren 2 olle zwiſchen den Fängen. Vier ſ er die Schutzleute, die den Park dienſtlich zu begehen haben! mich ſchle es, die ſich immer abwechſeln. Mit dem erſten vertrag' ich Ganz Heecht. Schon die Luft um ihn herum iſt kribbelig und gereizt. Herr Dienſteifer ſtürzt er auf mich los und herrſcht mich an:„Mein Revieren der Hunde iſt verboten! Rufen Sie Ihren eine künrück und legen Sie ihn an die Leinel!“ Ich beſchließe, für Voher ze Heit an Waldmann Verrat zu üben und antworte ſteif: ihm er wiſſen Sie denn, daß der Hund mir gehört?“—„Weil Sie ſchonduſehen!“—„Iſt das verboten?“—„Nein. Aber ich habe Sie intefter mit demſelben Hund betroffen!“—„Das iſt möglich. 807 ereſſiere mich für das Treiben der Tiere. Ich bin Zoolog.— önnte„Dann werd' ich mal den Hund erſchießen!“ Holla, das Leibe gefährlich werden! Aber der Mann zittert ja am ganzen aufs Gor Wut. Alſo erwidere ich:„Treffen Sie nur auch!“ Und eigener ratewohl füg' ich hinzu.„Außerdem dürfen Sie nur in ſchleßer Lebensgefahr und bei der Verfolgung eines Verbrechers richtig Er ſchielt mich grimmig an. Das ſcheint alſo ſogar er und ſteſein.„Sie krieg ich ſchon noch ſamt Ihrem Köter!“ knirſcht Vſchwebt ab. Hunde zweite ſtellt ſich matt neben mich hin.„Das Revieren der kan iſt verboten,“ ſagt er trübe. Aber ehe ich noch antworten erſtickt Aneide er mir mit einer Handbewegung, die jeden Widerſpruch müde f as Wort ab:„Der Hund gehört Ihnen!“ Dann fährt er nicht—5„Es iſt eine Schande. Ihrem Aeußeren nach ſind Sie Ane ur ein Glied der wohlhabenden— lich betrachte beſchämt mangelhafte Bügelfalte)— ſondern ſogar der gebildeten Stände,— lich erröte)— Es ſtünde alſo von Ihnen zu erwarten, daß Sie der breiten Maſſe ein Beiſpiel in der Befolgung der Geſetze und Verordnungen, auch der kleinſten, gäben. Nichts dergleichen. Alles eins. Alles dieſelbe Geſinnung.“ Neigt traurig das Haupt und ſchleicht mit hängenden Schultern davon. Da iſt es immerhin vorgekommen, daß ich hingegangen bin, Waldmann bei der Rute aus ſeinem Erdloch hervorgezerrt und ihm ein paar gehörige mit dem Riemen aufgemeſſen habe. Manchmal aber auch nicht. Der dritte iſt ſchon von weitem ſtrahlender Frohſinn.„Ihr Hundchen, mein Herr?“ fragt er heiter. Ich bejahe. Ich weiß: der iſt ungefährlich.„Tſcha, Teckel!“ fährt er fort.„Hat wohl auch keinen Appell?“ Ich lächle.„Pfeifen Sie mal!“ bittet er mehr, als daß er fordert.„Ich tu' ihm den Gefallen. Waldmann ſchert ſich den Teufel drum.„Ob er auf mich hört?“ meint der Schutzmann. Seine Augen blitzen vor Vergnügen, und er flötet auf ſeiner Triller⸗ pfeife, pfeift auch durch die Finger, einmal, zweimal, dreimal,— nichts.„Wollen mal hingehen!“ ſchlägt er darauf vor. Und nun lockt er Waldmann in den lieblichſten Tönen und mit den außer⸗ ordentlichſten Verſprechungen. Der Teckel wüßte nicht, was ihm ſo wurſt wäre, aber irgendwie unterbrochen fühlt er ſich doch im Stöbern und weicht unwillig blaffend vor dem Fremden zurück. Da ſtrahlt der Poliziſt über das ganze Geſicht.„Na alſol“ triumphiert er.„Da haben wir ihm das Revieren ja gleich gründlich ab⸗ gewöhnt!“ Der vierte. Breit und ſtumm pflanzt er ſich neben mir auf und ſieht dem Hund zu.„Eijndlich!“ ſagt er nach einer Weile, mit einem ſchrägen Aufblick zu mir. Aha, er iſt alſo ein Sachſe. Dann ſchweigt er wieder. Waldmann hat gerade einen Gang des Baues entdeckt; er bohrt die Schnauze hinein und unter ſeinen Läufen ſpritzen Raſen und Erde weithin. Faſt hat es den Anſchein, als wolle er den ganzen Park verwüſten. Der Schutzmann legt die Hände auf den Rücken und wiegt das ſchwere Haupt.„Jedes Dierchen hadd ſei Bläſierchen,“ bemerkt er,„mei Geſchmagg wär' es nich.“ Da— ein wütendes Geheul, ein Sprung! Der Teckel hat das Karnickel gepackt und ſchüttelt es ab. Ich erſtarre. Wald⸗ mann aber ſticht der Haber. Wozu er ſonſt mit allen Prügeln nicht zu bringen iſt, diesmal tut er's. Er kommt wedelnd heran und wartet auf, ſeine Beute in der Schnauze, als wollt' er ſagen:„Fein gemacht. Was?“ Der Schutzmann beugt ſich nieder und nimmt den Kopf des Karnickels in die Hand.„Dohd,“ ſagt er und blickt mich vorwurfsvoll an. Ich ſtottere:„Herr Wachtmeiſter,—!“ Er aber richtet ſich wieder auf und wendet ſich an den Teckel:„Heeremal du, du bſd awwr ä Luderchen!“ Dann zieht er die Schultern hoch und flüſtert:„Jeß' mach'j mich awwr dinne,“ und geht davon. Ich— ich—, na alſo, ich nehme Waldmann nach einigem Proteſt das Karnickel ab. Aber wohin damit? Ich werde mir den Mantel mit dem Blut beſabbern! Gottlob! Da iſt ja der blinde, einarmige Drehorgelmann! Der wird das Wildbret brauchen können! Als er mich kommen ſieht, dreht er wie beſeſſen:„Ueb' immer Treu' und Redlichkeit!“ Ich aber bette den Leichnam auf ſeinen Teller zu den Pfennigen aus Kupfer und Papier. Der Bie⸗ dere hört mit einem Ruck auf zu drehen.„Donnerwetter!“ ſchmun⸗ zelt er.„Das wird ein Sonntagsbraten für meinem Vater ſeinen Sohn!“, zieht den fehlenden Arm unterm Rock hervor und birgt die Beute an ſeinem Buſen. Waldmann aber hebt vornehm⸗nachläſſig das Bein gegen den Fuß des Gerüſtes, auf dem die Drehorgel ruht. Heute glaubt er ſichs leiſten zu können. Literatur Burgen und Schlöſſer im Schwabenland. Württemberg und Hohenzollern ſind bekannt als ein beſonders reich ausgeſtattetes Burgenland. Wer kennt nicht die Schlöſſer Lichtenſtein, Hohenzol⸗ lern, Sigmaringen oderſſ die gewaltigen Burgruinen des Hohen⸗ neuffen, Hohenrechberg und Hohentwiel auf hohen Felſen. Aber auch in dem mit zahlreichen Höhenzügen durchzogenen Neckarland, dem Schwarzwald und beſonders in Hohenlohe⸗Franken begegnet der Reiſende auf Schritt und Tritt prächtigen Schloß⸗ und Burgen⸗ bauten des Mittelatters, ſo in Bad Mergentheim, Wejkersheim, Bartenſtein, Langenburg, im herrlichen Jagſt⸗ und Kochertal. Auch Oberſchwaben hat Perlen der Schloß⸗ und Burgenbaukunſt aufzu⸗ weiſen, z. B. die Waldburg bei Ravensburg u. a. Eine mit 42 Bil⸗ dern ausgeſtattete praktiſche Schrift„Burgen und Schlöſſer im Schwabenland' iſt vom Verkehrsverband Württemberg⸗Hohenzollern in Stuttgart erhältlich. * Was muß jeder Geſchäftsmann für die Auflieferung ſeiner Poſiſendungen beachſen? Täglich kommt in Geſchäften, ſelbſt größten Umfangs mit beſonderer Verſandabteilung, der Fall vor, daß Briefe zurückgelangen, die die Poſt nicht hat an den Mann bringen können. Auf einem Brief fehlen Straße und Hausnummer, auf einem andern iſt der Beſtimmungsort unklar angegeben, bei einem dritten fehlt der Poſtort u. a. m. Oder es kommt ein Paket zurück, weil die mit Tintenſtift geſchriebene Aufſchrift unterwegs verwiſcht und unleſer⸗ lich geworden iſt. Glaube der geneigte Leſer nicht, daß dieſe Be⸗ hauptungen übertrieben ſind. Die Verſtöße gegen die einfachſten Regeln für den Poſtverſendungsdienſt ſind viel häufiger, als all⸗ gemein angenommen wird. Jeder Geſchäftsmann oder Angeſtellte müßte wenigſtens ſediel von poſtaliſchen Dingen verſtehen, wie es ſein Beruf erfordert, beſonders in einer Zeit, in der mit dem Pfennig gerechnet werden muß. Es iſt daher immer wieder nötig, die Poſtvorſchriften von neuem bekanntzumachen. k. 4. Seite. Nr. 357 Neue Mannheimer Jeikung(miifag ⸗Ausgabe)] 1 Donnerskag, den 5. Auguſt 1926 8——— Städoͤtiſche Nachrichten In den Kuheſtand Der am 31. Jult in den Nuheſtand getretene Stadtkaſſendirektor Julius Röderer iſt im Januar 1876 als Aktuariats-Inzipient beim Bezirksamt Eberbach in den Staatsdienſt eingetreten. Er hat alſo mehr als 50 Jahre im öffentlichen Dienſt zugebracht. 16 Jahre lang war er an verſchiedenen Bezirksämtern im Aktuarsdienſt und nach Ablegung der Prüfung als Amtsrevident im ſtaatlichen Revi⸗ be ber tätig. Als im Jahre 1892 Stadtrat und Bürgeraus⸗ chuß der Stadt Mannheim die Errichtung emer ſtändigen Rech⸗ nungsreviſion beſchloſſen hatten, wurde Herrn Röderer die Stelle des ſtädtiſchen Reviſors und die Leitung des ſtädtiſchen Reviſions⸗ büros übertragen, und als im Jahre 1895 die Stelle des Stadt⸗ rechners frei wurde, ernannte ihn der Stadtrat zum Vorſtand der Stadtkaſſe. In dieſer beſonders verantwortungsvollen Stelle war Herr Röderer 31 Jahre lang tätig. Er hatte neben der Führung der ſtädtiſchen Kaſſen und Rechnungen hiſchen. den Geſamtvoranſchlag und den Rechenſchaftsbericht der ſtädtiſchen Kaſſen zu bearheiten, wo⸗ bei ihn hervorragende Sachkenntnis und unermübliche Pflichterfül⸗ lung ſtets auszeichneten. Beſonders in den Jahren des Kriegs und der Inflation hat ſich Stadtkaſſendirektor Röderer außerordentliche Verdienſte um das ſtädtiſche Kaſſenweſen erworben. Nur unter größter war es ihm möglich, die ſich täglich ſteigernden Geldbeſchaffungsſchwierigkeiten zu meiſtern und das ſtädtiſche Kaſſen⸗ weſen in Ordnung zu halten. Zu den vornehmſten Merkmalen ſeiner Dienſttätigkeit gehören auch die Neugeſtaltung des Kaſſen⸗ und Rech⸗ nungsweſens der Stadt und ſeine Mitwirkung bei der Aufnahme ſtädt. Anleihen. Sein Ausſcheiden aus dem ſtädtiſchen Dienſt, das wegen Er⸗ reichung der für den öffentlichen Dienſt vorgeſchriebenen Altersgrenze erfolgt, wird nicht nur von den ſtädtiſchen Kollegien und von den Be⸗ amten der Stadtkaſſe, die in ihm einen gerechten, wohlwollenden Vorgeſetzten verlieren, ſondern auch von der ührigen ſtädtiſchen Be⸗ amtenſchaft lebhaft bedauert. Die herzlichſten Wünſche begleiten ihn im den Ruheſboanmd.* Eine zeitgemäße Erinnerung an die erſte Seppelinſpende Dieſer Tage ging die Nachricht durch die Blätter, daß der bis⸗ herige Leiter der Zeppelin-Eckener⸗Spende, Generaldirektor Cö⸗ becken, dieſe Stelle niedergelegt hätte und zwar infolge ſcharfer Angriffe gegen die Geſchäftsgebarung des ganzen Geſchäftsaus⸗ ſchuſſes. Man vergleiche damit die Selbſtloſigkeit der Sammler der erſten Zeppelinſpende, von denen ſich keiner ſeinen Ehrendienſt hätte bezahlen laſſen. Es war an dem verhängnisvollen 5. Auguſt 1908, da ſaßen vier Bürger des Lindenhofes, die Herren Schloſſermeiſter Schwan⸗ der, Inſtallateur Greul ich, Hauptlehrer a. D. Lenz und Friſeur Kohl, in der Reſtauration„zur Stefanienpromenade(N. Greiff) am Joharnmiskirchenplatz beim Abendſchoppen. Die der kleinen Geſellſchaft war gedrückt, war doch eben die niederſchmet⸗ tervde Nachricht von dem Untergang des deutſchen Luftſchiffes bei Echterdingen eingetroffen. Schreck und Schmerz lähmten ſede Unterhaltung. Da unterbrach Hauptlehrer Lenz die Stille mit den Worten:„Meine Herren! 11 55 Schickſalsſchlag muß uns ein Segen erwachſen. Das danze che Bolk muß zuſammenſtehen, um dieſen Schlag wieder auszugleichen. Machen wir den Anfang und beginnen wir jetzt ſogleich mit der Sammlung.“ Vorſchlag fand begeiſterten Anklang. Fri⸗ ſeur Kohl ſtand auf und ſagte: Ich gehe ſogleich hinüber zum Herrn Doktor! Der Wirt beſchaffte einen Bogen Papier und Haupt⸗ lehrer Lenz verſah ihn mit einer Einladung zur Beiſteuer und Bezeichnung des Zweckes der Sammlung. Dann ſetzte er ſeinen Namen an die Spitze der Geber und ſchob die Liſte den übrigen Herren zu mit der erſten Spende, an der ſie ſich ſofort beteiligten. Währenddeſſen war Friſeur Kohl wieder eingetreten. Er legte 25 Mark mit der Bemerkung auf den Tiſch:„Vom Herrn Doktor!“ In dieſem Augenblich traten die Baumeiſter Pauk und Löb in die Wirtſchaft. Als ſie hörten, um was es ſich handelte, gaben ſie freudig ihren Beitrag. Bis zum Schluß des Tages lagen ſchon über 60 M. verfandtbereit, am anderen Tag ſchon weit über 100 M. Bis zum andern Morgen hatte Inſtallateur Greulich in vater⸗ ländiſchem Eifer ein etwa 1 Meter langes Modell des unter⸗ gegangenen Luftſchiffes aus Blech angefertigt, das monatelang über dem Tiſch hing, an dem die Bildung der erſten Sammelſtelle vor ſich gegangen war. Der wortgetreue Hergang des geſchilderten Vorganges kann leicht nachgeprüft werden, da glücklicherweiſe die ſämtlichen genann⸗ ten Herren noch am Leben ſind mit Ausnahme des Friſeurs Kohl, deſſen hier ehrend gedacht ſei. Es darf die größte Wahrſcheinlich⸗ keit für unſere Annahme vorliegen, daß dieſe erſte Spende den Grundſtock bildete zu der großen eppelin⸗Spende von über 6 Millionen. 2* L. ep Y Tätigkeit der B Die Mannheimer Berufs⸗ ſeuerwehr wurde im Monat Juli 24 mal alarmiert: 7 mal nach der Neckarſtadt, 6 mal nach der Innenſtadt, 3 mal nach Neckarau, je 2 mal nach der Oeſtlichen Stadterweiterung und nach dem Lin⸗ Je weniger Reize eine Fran aufweiſt, deſto gereigter iſt ſie. Die Innerlichkeit vieler Menſchen beſteht lediglich in Aeußer⸗ lichkeiten. Werner Gaude. 5 Methode Couẽ Von Diogenes Doss Glück hat lang genug geneppt Die Menſchheit ohne Gnaden— Jetzt repariert ein ſchlicht Regept Den ganzen böſen Schaden! Wenn dich das Schickſal beuteln will Und führt den Kampf aufs Meſſer, So ſagſt du bloß:„April! April! Mir geht es immer beſſerl“ Und wenn du keinen Groſchen haſt, So ſpricht mit frohen Mienen: „Heut bin ich bei Lucull zu Gaſt, Und der wird mich bedienen!“ Und wenn dir trocknes Brot nicht ſchmeckt, Sprich kühn mit dem Poeken: „Heut gieß' ich mir französ ſchen Sekt Auf Trüffeln und Paſteten!“ Iſt dir kein Mädel wohlgeſinnt, Sprich immerzu im Wandern: Mich liebt ſie— keinen andern!l“ Und wenn du aus der Türe fliegſt, Und, ziemlich unerquicklich, Von ihrem Liebſten Prügel kriegſt, Sprich:„Heute bin ichglücklichl“ Es kommt— das merk dir, lieber Mann,— In dieſem blöden Leben Auf deine Fantaſie nur an, Das andre wird ſich geben! Und wenn die Lehre dich betrügt, Van der wir ſtaunend leſen, Biſt du zerbläut zwar, doch vergnügt Eim Leben lang geweſen. denhof, je 1 einmal nach dem Jumgbuſch, nach Käfertal, nach Feuden⸗ heim und Rheinau. Nach der Art der Brände handelte es ſich in 2 Fällen um Großfeuer(Reckarſtadt und Neckarau), in 3 Fällen um Mittelfeuer, in 8 Fällen um Kleinfeuer, in einem Falle um Kaminbrand. In 10 Fällen wurde die Berufsfeuerwehr zu ſonſtiger Hilfeleiſtung in Anſpruch genommen. Die Alarmierung erfolgte 12 mal in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends und 12 mal in der Zeit von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Der Kran⸗ kentransportwagen wurde in 377 Fällen benötigt; hiervon entfallen 18 Fälle auf Krankenanſtalden, 29 Fälle auf öffentliche Straßen und Plätze, 320 Fälle auf Wohnungen, Fabriken uſw., 10 Fälle auf auswärts. Spielende Kinder auf dem Eiſenbahnaleis. Geſtern vormittag erblickte der Schrankenwärter auf der Bahnſtrecke Wardhof—Sand⸗ torf in dem Augenblick, als ein Güterzua von Lampertheim nahte, Kinder ſpielend auf den Gleiſen. Durch Rufen und Sianalgeben wurde der Zua zum Stehen gebracht. Trotzdem wurde das zwei⸗ jährige Kind der Familie Bärhalter noch erfaßt. Es erlitt eine ſchwere Kopfverletzung, ſodaß ärztliche Hilfe in Anſpruch genommen werden mußte. veranſtaltungen 3. Wiener Operektenſpiele im Roſengarten. Heute gelangt die zugkräftige„GOräfin Marizzo“ zur Wiederholung. gHeidelberger Feſtſpiele. In dem von L. Schmie der hier zu eingerichteten Bandhausſaal des Schloſſes kommt heute Donnerstag abend als zweites Werk der Heidelberger Feſtſpiele Goethes„Urfauſt“ in der Inſzenierung von Guſtav Har ⸗ tung zur Erſtaufführung. Den Fauſt ſpielt Fritz olk vom Staatstheater Berlin, das Gretchen Gerda Müller vom Staats⸗ theater Berlin, den Mephiſto Albert Steinrück vom Staatstheater Berlin, den Valentin Heinrich George vom Deutſchen Theater Berlin, die Martha Schwerdtlein Maria Krahn vom Deutſchen Schauſpielhaus Hamburg, Wagner Wolf Benekendorff, die Studenten in Auerbachs Keller Otto Wernicke(Staatstheater München), Max Noack(Köln), Adolf Schneider den Studenten Balſer, Erdgeiſt: Rehmann.— Zu der Aufführung ſind wie⸗ der etwa 60 Preſſevertreter aus dem Reiche und eine Reihe auslän⸗ diſcher Korreſpondenten angemeldet. die Jagd im Auguſt Der Erntemonat bringt eine weſentliche Belebung des Weid⸗ werks. In den Hochwildrevieren iſt es der Feiſthirſch, der jetzt den Jäger beſchäftigt, und in allen Revieren kommt Ende des Monats die Hühnerjagd hinzu. Noch iſt die Witterung ſommerlich warm, ſelbſt wenn in der zweiten Hälfte des Monats die Stoppel unter dem Fuß des Jägers kniſtert. Beginnen wir mit dem Schalenwild. Der 1. Auguſt brachte in den meiſten Bezirken den Aufgang der Jagd auf männliches Rot⸗ und Damwild. Auf den Hochwildjäger übt die Birſch auf den Rothirſch, der ſich jetzt in der Feiſte befindet, ſeit altersher einen gewaltigen Reiz aus. Die Erlegung eines Feiſthirſches iſt meiſt mit ungleich größeren Schwierigkeiten verbunden, als die eines Hirſches zu anderer Jahreszeit.(Der Brunſthirſch iſt hier nicht ausgenom⸗ men.) Denn der Feiſthirſch iſt ein gar heimlicher Geſelle, deſſen vorſichtiges Verhalten felbſt die Ausdauer alter hirſchgerechter Jäger auf eine harte Probe ſtellt. Manche beſchwerliche Birſch, die dem unermüdlichen Weidmann den Erfolg bringen ſollte, iſt vergeblich, und manch' Anſitz, der unter günſtigen Auſpizien ſich vollzog, ſchei⸗ tert an der Liſt des ſtolzen Geweihten in der prallen Decke. Aber in dieſem ſo überaus ſcheuen Verhalten liegt der ungeheure Reiz. den der Begehrte auf den hirſchgerechten Jäger ausübt. Die Jagd auf den Damſchaufler gewährt zu dieſer Zeit nicht annähernd den Genuß, wie die auf den edeln Rothirſch— die Feiſtzeit des Damhirſches fällt in den September—, wenn anders ſie überhaupt den Hochwildjäger in dem Maße packen kann. Das Damwild iſt nun mal trotz des jahrhundertelangen Aufenthaltes in deutſchen Wäldern ein Fremdling— ſeine eigentliche Heimat iſt Aſien—, während das Rotwild als ein Bürger der heimiſchen Fauna zu be⸗ zeichnen iſt, der bei der Jagd der Großen zu allen Zeiten eine be⸗ ſondere Rolle geſpielt hat. Die Brunſt des Rehwildes, die in den meiſten Revieren in der zweiten Hälfte des vorigen Monats begonnen hat, hält noch am Anfang dieſes Monats an, ſa hier und dort iſt ſie in den erſten Auguſttagen ſogar auf voller Höhe. Und ſomit dauern die Freuden der Blattzeit noch an. Das Blatten muß als eine Kunſt be⸗ zeichnet werden, die namentlich dann zur Geltung kommt, wenn der Jäger es mit einem alten, durch Erfahrungen gewitzigten Bocke zu tun hat. Ein ſolcher Bock ſchöpft ſtets Verdacht und hat das Beſtrͤben, ſich durch geſchicktes Umſchlagen des von verſtecktem Standort aus blattenden Jägers Wind zu holen. Und es gehört zu ſeinen Gepflogenheiten, wenn die lockenden Töne erſchallen, zu warten, bevor er ſich dem Ort ſeiner Sehnſucht langſam und vor⸗ ſichtig nähert. Ein wachſames Auge wird der Jäger und Revier⸗ inhaber den ſogenannten Mördern, den mit einem beſonderen Gehörn, dem Mördergehörn, ausgerüſteten Böcken gegenüber haben. Böcke mit einer derartigen Gehörnbildung muß er, ſelbſt wenn es ſich um körperlen ſchwächere Stücke handelt, zuerſt auf die Decke legen; denn ſolche Böcke forkeln ſogar ſtärkere zu Tode und ſind der Schrecken des Reviers, in dem ſie ſich zeſgen. 5 Wenn die Winterfrucht die Felder geräumt hat, und bereits ein Teil der Sommerhalmfrüchte geborgen iſt, wenn nur noch vereinzelt Theater und Muſik Jvon den kommenden Akademiekonzerken. Generalmuſik⸗ direktor Profeſſor Hans Knappertsbuſch⸗München, wird im kommenden Winter als Gaſt ein Konzert der Muſikaliſchen Akademie des Nationaltheaterorcheſters leiten. Die anderen Gaſtdirigenten ſind Wilhelm Furtwängler und Erich Kleiber. Als Soliſten wurden Elly Ney und Maria Ols ze wska verpflichtet. um die Nachfolge Ferdinand Wagners. Hierzu teilt die Preſſeabteilung der badiſchen Regierung folgendes mit:„Durch einige badiſche Zeitungen ging dieſer Tae eine Notiz, nach welcher die Opernleitung des Bad. Landestheaters dem derzeitigen Leiter der Weimarer Feſtſpiele Franz von Hößlin angeboten, von dieſem jedoch abgelehnt worden ſei. Dieſe Meldung iſt 0 Mit Herrn v. Hößlin ſind keinerlei Verbindungen angeknüpft worden.“ — Im übrigen ging dieſe Meldung nicht nur durch einige Badiſche, ſondern durch eine ganze Reihe deütſcher Tageszeitungen. Kunſt und Wiſſenſchaſt Kunſtausſtellung in Bruchfal. Die Kunſtausſtellung des Kunſtvereins Bruchſal im Schloß bringt neben trefflich lithographier⸗ ten Bildniſſen von Karl Bauer und Zeichnungen von Volkmann be⸗ achtenswerte graphiſche Arbeiten zeitgenöſſiſcher Künſtler: eigenwil⸗ lige Schöpfungen des Heidelbergers Karl Schropp, ſubtile Blätter von Heinrich Brenneiſen und Berta Welle, ſonnige Orientmotive Paul Dahlens, blitzartig eingefangene Zirkusepiſoden von Hempfing. Auch im Oelbild ringt Schropp bewußt und kraftvoll nach eigener Note. Hans und Elcſe Winkler⸗Dentz erweiſen ſich als Naturdar⸗ ſteller von Profil und Können. Der„Herbſtmorgen“ von Hans Winkler⸗Dentz iſt ein Bild voll Kraft und ſcharf gerafftem Einklang. An bewährte Traditionen anſchließend, erzählt Ernſt Gabler ſtille Erlebniſſe in ungekünſtelt anmutender Farbenſprache. Der Pforzhei⸗ mer Ewerbeck taucht weſtfäliſche Landſchaften und lauſchige Hoch⸗ gebirgsſeen in lyriſche Farbenſtimmung Im ganzen eine hübſche grup⸗ pierte Schau, in der Altes mit Neuem ſich gut verträgt. 1 Eine Kaſpar Hauſer⸗Ausſtellung. Unter dem Motto„Mord oder Selbſtmord?“ wurde in Ansbach, in der Stadt des Fränkiſchen Rokoko eine Kaſpar Hauſer⸗Ausſtellung er⸗ öffnet, die ſchon am erſten Ausſtellungstag zahlreichen Beſuch aus ganz Franken, vor alleim aus Nürnberg, fand. Zu den Schätzen des Hiſtoriſchen Vereins der Stadt Ansbach, dem die Hefte, die Klei⸗ dungsſtücke des„Kindes von Europa“ gehören, ſowie zahlreiches Buchmaterial, das auf Kaſpar Hauſer Bezug hat, iſt aus ſtädtiſchem goldgelber Hafer und reifendes Rundgetreide der Senſe harrt, dann kommt für jeden wahren Jäger eine berhältnismäßig kurze Spanme Zeit, die jagdliche Freuden in hohem Mafze beſchert: die Zeit de⸗ Hüßhnerſuche. Die letzten Tage des Monats bringen den Auf gang der Hühnerjagd. Den Beginn der Hühnerjagd wir der Jäger lediglich von der Entwicklung der Jungen, die un Führung der Alten die Kette bilden, abhängig machen. Kein wen gerechter Jäger wird ſich zum Abſchuß junger, noch unentwickelter Hühner verſtehen. Der kreueſte Gefährte des Jägers bei der Hühne jagd iſt ſein Hun d, ohne deſſen Mitwirkung dieſe Jagd— ſelhf verſtändlich— nicht möglich iſt. Wenn der wackere vierbeinige 1 fährte in flotter Suche dahinzagt, wenn er plötzlich, wie zur Bildſän verwandelt, daſteht, und verſtändnisvoll nach dem ſich nähern Jäger äugt wenn er dann auf Zuruf nachzieht und nach 1 Auſſtehen der Kette und der Abgabe des Schuſſes aus dem Gewir des Menggetreides oder dem Dickicht der Kartoffeln das noch wan Huhn holt und vorſichtig im Fange trägt, dann durchkoſtet der Weih⸗ mann Freuden, von denen ſich ein Laie keine Vorſtellung machen kann. Eines kleinen Verwandten unſeres Feldhuhns ſei hier n 9 gedacht, der Wachtel, die leider von Jahr zu Jaht ſeltener wir und daher von jedem Jäger geſchont werden ſollte. Auch die Jach auf die ſcheue Ringeltaube bringt mannigfoche Freuden un Anregungen. Der Anſitz arn Waſſer iſt mancherorts lohnend.(Iun Turkeltaube und Hohltaube, deren Beſtände in den letzten Jahren arg gelichtet ſind, iſt eine Schutz zeit feſtgeſetzt, die ſich au die Monate März bis Auguſt einſchließlich erſtreckt. b dieſe immer ſelbener werdenden Wildtaubenarten durchweg ſchonen Die Jagd auf Enten dauert fort; beſonders reigzvoll iſt der Enten zug. Für Schwarzwild gitt das im vorigen Monat Geſagte 1 der Erweiterung, daß man bei großem Flurſchaden hier und da au den Abſchuß eines Friſchlings vornehmen kann. 3 Edmund Scharein. Gehaltspfändung Bei den heutigen ungünſtigen Wirtſchaftsverhältniſſen kommt eß leider ſehr oft vor, daß das Gehalt eines Angeſtellten der Pfändung unterworfen wird. Die dabel zu beachtenden geſetzlichen Beſtin mungen ſind nach den Erfahrungen der Rechtsſchutzabteilung de Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten(G. D..) nur ſehr wenig be⸗ kannt. Es iſt deshalb zweckmäßig, die wichtigſten Punkte kurz du⸗ ſammengefaßt an einem praktiſchen Beiſpiel wiederzugeben. Zunächſt ſei erwähnt, daß natürlich jeder Lidas de auf dem Vege der Zwangsvollſtreckung die Möglichteit hat, das Gehalt ſeine⸗ Schuldners zu pfänden. Iſt es eine Privatſchuld— im ſatz zu einer öffentlichen z. B. Steuerrückſtand— ſo kommt zur Er⸗ wirkung des Pfändungsbeſchluſſes das Vollſtreckungsgericht(Amts⸗ gericht) in Betracht. Aus ſozialpolitiſchen Gründen, insbeſondere um zu verhinder, daß dem Angeſtellten das zur Beſtreitung des notdürftigen Unter halts erforderliche Gehalt genommen wird, iſt im allgemeinen 7t Gehalt nur zum Teil der Pfändung unterworfen. Unbeſchrän iſt die Pfändung zuläſſig 5 1. bei einem Einkommen aus Nebenbeſchäftigungen 1 2. bei Hauptbeſchäftigungen, jedoch nur dann, wenn die Dienſ geleiſtet worden ſind, der Fälligkeitstag abgelaufen iſt, ohne daß der Angeſtellte ſein Gehalt verlangt hat. In allen anderen Fälen iſt die Pfändungsmöglichkeit ell, geſchränkt, alſo ſtets dann, wenn der Angeſtellte in einem Dien verhältnis ſteht, das ſeine Erwerbstätigkeit ganz oder hauptſächlich 1 Anſpruch nimmt. In dieſem Falle iſt das Gehalt unpfändbe⸗ bis zur Sum me von 30 Mk. für die Woche. Sofern höher iſt, zu einem Dritteldes Mehrbetrages. Eine tere Erhöhung des unpfändbaren Teiles tritt ein, wenn der Schul ner ſeinem Ehegatten, Verwandten oder einem unehelichen Kinde 1 Unterhalt zu gewähren hat. Es erhöht ſich dann der unpfündbgi Betrag für jede dieſer Perſonen um ein Sechſtel, jedoch höchſtens 15 zu zwei Dritteln des Mehrbetrages. Ueberſteigt das Gehalt ab 100 Mark für die Woche, ſo findet dieſe beſondere Vergünſtigung 19 unterhaltspflichtige Angehörige keine Berückſichtigung. Ausgenommen iſt hierbei allerdings die Pfändung zu Gunſten laufender Unterbalt⸗ forderungen der Verwandten und Ehegatten oder wenn es ſich 111 Steuern handelt. Dann kommt überhaupt keine Beſchränkung ab⸗ Frage und bei Alimentationen unehelicher Kinder nur in geſchwächtem Maße. Hat ein Angeſtellter monatliche Gehaltszahlung, wie es cmeiſten, der Fall iſt, ſo iſt die Höhe des unpfändbaren Gehaltsteiles ve ſchieden und zwar je nach der Länge des Monats. det In den Monaten mit 31 Tagen wie z. B. im Jult beträgt pfändungsfreie Betrag 132,85 Mk. Bei einem Angeſtellten, der nan Kürzung der üblichen Abzige 240 Mk. erhält, geht dieſer Betrag h nächſt ab, ſodaß 107,15 Mk. übrig bleiben. Von dieſem Betrag blehe wenn der Angeſtellte allein ſteht ein Drittel= 35,17 Mk. von 46 Pfändung frei, ſodaß für die Pfändung nur der Betrag von 71, Mark übrig bleibt. Bei Verheirateten verringert ſich die Pfändung möglichkeit entſprechend der Unterhaltspflicht. f Iſt vom Amtsgericht der Pfändungsbeſchluß ergangen, ſo 5 nach ſeinem Empfang vom Arbeitgeber das Gehalt im Betrag be unpfändbaren Teiles ausgezahlt werden. Wird ſchon vor der 95 richtlich angeordneten Pfändung dem Arbeitgeber u. dem Arbeitnehm 1 auf Grund eines Vollſtreckungsurteiles durch den Gerichtsvollſehe, die Nachricht einer bevorſtehenden Gehaltspfändung zugeſtellt Uige läufige Pfändungsbenachrichtigung) ſo wird dadurch eine⸗ vorläuf Zahlungsſperre bewirkt. und privatem Beſitz noch eine nicht unanſehnliche Reihe von Bi lum, und Stichen gekommen, die Hauſer und die Menſchen ſeines kreiſes darſtelen: Feuerbach, Stichaner, den Lehrer Meyer, iſt Stanhope, Hickel, Frau von Imhof u. a. Beſonders weſentlich ih das ausgeſtellte Urkundenmaterial, das freilich wohl kaum das die München bewahrte mit umfaſſen kann. Nicht überraſchend ililten der in einer ſorgſaren Bibliographie zutammengeſeeſiß⸗ ublikationen: nahezu 800 ſind auf Tafeln an den Wänden der 12 ſchen Stadthalle von Ansbach uns aufgezählt, darumter englahe ungariſche, franzöſiſche. Natürlich iſt hier auch die Belletriſtik woll Kaſpar Hauſer ſeſtgehalten, die in ihrer allzu veichen Fülle ger nicht dazu angetan ſein dürfte, die Frage zu löſen, ob der Nürnberh Findling Selbſtmord beging oder ermordet wurde? Dieſe Frag⸗ nicht nur Ansbach und Franken vorgelegt, ſondern ganzz eu land; denn dieſe an ſich nicht ungeſchickt gruppierte und auch dung umintereſſante Schau wird auf die große Berliner Polizeiausſte eig überführt werden— und leider wird Kaſpar Hauſer, der vie! en ter⸗ fränkifcher Mythos iſt, dort ſicher eine ſtattliche Zahl von Ihiel⸗ eſſenten finden, die dem Kaſpor Hauſer⸗Problem nachhängen. dert leicht ein Zeichen unſerer Zeit, wie Kaſpar Hauſer vor hunh, Jahren signum sui temporis— ein Zeichen ſeiner Zeit— Nr. 4e Naffkes leben noch! Bei einer Familie in Königsberg„ ge⸗ deren wirtſchafktliche Lage ſie jetzt zwingt, hin und wieder einganf f5, genſtand aus ihrer vornehm eingerichteten Wohnung zu ver ˖ erſchien kürzlich eine wohlhabende Dame nebſt Tochter, um ſich, ſchöne Oelgemälde, die ſie erwerben wollte, anzuſehen. Die Han⸗ frau, welche unbedingt Geld brauchte, nannte den Preis von 5 hundert Mark für beide Bilder obgleich er auch nicht entfernt ghe⸗ wirklichen Werke entſprach. Die Beſucherinnen fanden großen ſehr fallen an den Bildern, glaubten aber, wie das leider heukzutags en häufig zu geſchohen pflegt, die Not ausnutzen und den gefordgak. Betrag noch drücken zu können und boten nur dreihundert gaub⸗ Darauf hingewieſen, daß die gewünſchte Summe doch ſchon ungngge⸗ lich niedrig ſei und ſie ſo ſpoktbillig ſonſt nirgends etwas Derarohl bekommen könnten, meinte die Tochter:„Nun ja, im Laden fl⸗ nicht, privat muß man aber immer viel vorteilhafter kaufen del Man ſollte aben die Dame des Hauſes darauf bemerkte, daß das Werk eines dange, tenden Meiſters überall ſeinen Wert hätte und es doch nicht angſgel, nur dann einem Gegenſtand einen angemeſſenen Preis zuzubillegal wenn er in einem Kunſtſalon hinge, ſagte die Mutter mit einem iſen, leidigen Ausdruck über ſo viel Unkenntnis und einer zure lilder den Gebärde:„Aber bitte doch nicht zu vergeſſen, daß dieſe gebraucht ſindl! Im Geſchäft bekommt man neue Sachen Das iſt das Beſte, was jemals über ein Bild geſagt worden iſt. Ge⸗ Genugtuung iſt es wenigſtens, zu wiſſen, daß dieſe Böotier die mälde nicht erhielten. v.. St.%. eereeeeemeemee daee, 214 re N * XKe r * FPAAAi—· Donnerstag, den 5. Auguſt 1928 RNeue Mannheimer Jeifung(Mmittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 357 Aus dem Lande „Achern, Z. Aug. Auf dem Waldfriedhof der Anſtalt Illenau fand die Beerdigung des in den Allgäuer Bergen abgeſtürzten Ober⸗ pfarrers Friedrich Brandt ſtatt. Die Leiche wurde von Pfarrer Schmitthenner von Wiesloch, einem Schwager des Verſtorbenen, eingeſegnet. Ein überaus großer Leichenzug begleitete den Sarg zum Friedhof. Vorträge des evang. Kirchenchors und der Stadt⸗ muſik verſchönten die Feier am Grabe, wo zahlreiche Kranznieder⸗ legungen erfolgten. Heitlersheim bei Staufen, 4. Aug. Der frühere Kaufmann und jetzige Landwirt Jakob Mayer hat eingeſtanden, vor kurzem bei der itwe Schön, ſeiner Nachbarin, den dort ausgebrochenen Brand gelegt zu haben. Die Tat geſchah aus Rache. Dem Feuer iſt die Scheune zum Opfer gefallen. Müllheim, 4. Aug. Am Montag abend wurde auf der Land⸗ ſtraße vor der Stadt die Witwe Gunzenhauſer von einem Radfahrer überfahren und zu Voden geworfen. Die Frau erlitt einen chweren Schädelbruch und wurde in lebensgefährlichem Zu⸗ tande in das Spital gebracht. Die Perſönlichkeit des Radfahrers wurde feſtgeſtellt. * Inſel Reichenau, 3. Aug. Der alleinſtehende kinderloſe Witwer Lerhard Karrer wurde am Üfer des VBodenſees ertrunken aufgefunden. Man nimmt an, daß Selbſtmord vorliegt. Aus der pfalz Bezirkstag Ludwigshafen * Ludwigshafen, 4. Aug. Unter dem Vorſitz des Landtagsabg. und Stadtrats Körner und in Anweſenheit des Bezirksamts⸗ dorſtandes Oberregierungsrat Dr. Lederle fand heute nachmit⸗ ag eine Bezirkstagsſitzung ſtatt. Die Jahresrechnung des Be⸗ dirkstags ſchließt mit einer Geſamteinnahme von 729 502 M. und einer Geſamtausgabe von 725 998 M. ab, ergibt mithin einen Rech⸗ nungsüberſchuß von 3504 M. Einzelne Kreditüberſchreitungen fin⸗ 5 Genehmigung, dem Kaſſenverwalter wird Entlaſtung erteilt. Der Bezirk iſt ſchuldenfrei. Der Haushalt des Bezirksfürſorgever⸗ 8 des ſchließt in Einnahme mit 86 163 M. und in Ausgabe mit 5 500., alſo ebenfalls mit einem Ueberſchuß ab. Die Einnahmen er Bezirksſparkaſſe für 1925 belaufen ſich auf 2 278 810., die Ausgaben auf 2 242 070., der Barüberſchuß auf 36 740 M. Es iſt ein Au fwertungsſtock zur Anſammlung gebildet, aus dem in beſonderen Fällen Vorauszahlungen auf die aufzuwertenden arkſparanleihen erfolgen können. Der Verlängerung eines falzhilfekredits an die Bezirksſparkaſſe in Höhe von M. 000 ſtimmte der Bezirkstag zu. Der Bezirk üernimmt die Bürg⸗ aft für ein Darlehen der Ortskrankenkaſſe Ludwigshafen im nuetrage. von 80 00 M. zum Zwecke der Bauvollendung des Erho⸗ ungsheimes in Bergzabern. Unter den beſchloſſenen Straßenbau⸗ projekten verdient der geplante Ausbau der Verbindungsſtraße Itrip-Ludwigshafen Erwähnung. Damit wird die dringend not⸗ ndige Verbindung des iſolterten Ortes Altrip mit Ludwigshafen hergeffellt. Ein Drittel der Koſten muß die genannte Gemeinde aufbringen. Vorausſetzung iſt dabei allerdings, daß die Stadt Lud⸗ wiäsbafen ihre Desintereſſement an dem Projekt aufgibt. Die Er⸗ werbsloſenzahl im Landbezirk iſt vom Januar bis Juli von 1800 auf 1300 zurückgegangen. Ueberlaſtet ſcheinen dabei die Gemein⸗ ſchu Altrip, Oggersheim und Neuhofen. Der Verwaltungsaus⸗ ſchuß wird wieder gewählt. Der Bezirksvoranſchlag 1926 ſchließt in Einnahmen und Ausgaben mit je 895 000 M. ab. Zum Aus⸗ gleich ſind 52 Prozent Bezirksumlagen und 85 Prozent Zuſchlag erforderlich. Die Amtsdauer des Bezirkstages, die ſchon einmal derlängert worden iſt, läuft im März 1927 ab. Nachbargebiete Schweres Unglück bei Darmſtadt— 2 Toke, 2 Schwerverletzte S* Darmſtadt, 4. Aug. Heute nachmittag ſtürzte weſtlich der tadt in der Nähe des Stadtgutes Gehaborn beim Ziehen der rähte ein Eiſenmaſt der Ueberlandleitung der..D. um und riß weitere ſechs Mäſte mit ſich. Vier Arbeiter, die zuf dem erſten Maſt beſchäftigt waren, ſtürzten aus etwa 20 Meter öhe in die Tiefe und erlitten ſehr ſchwere Verletzungen. Zwei cer Verunglückten ſind ihren Verletzungen inzwiſchen im ſtädliſchen ankenhaus erlegen. Die Polizei hat das Gelände für die beteantt ung abgeſperrt Die Urſache des Unglücks iſt noch nicht P 60 * Gau Algesheim, 3. Aug. Am Monkag abend verſtarb das Grdrge Söhuchen des Landwirts Joſef Fleiſchmann nach dem ß von Waſſer und Pflaumen. Sl. Ingbert, 2. Aug. Der etwa 14jährige Sohn des Berg⸗ Junkes geriet mit ſeinem 10 Jahre alten Bruder beim Kar⸗ en Ipielen in Streit. Der jüngere erhielt von dem älteren 95 paar Hiebe. Der 10jähr. Knabe nahm ſich dieſe Kränkung ſo zu VBeten daß er in ein anderes Zimmer Saen ſich dort an einer üſtelleerhängte. Als man den Knaben ſand, war der Tod 45 eingetreten. des Bad Mergentheim, 3. Aug. Die Jahrhundertfeier 55 Bades nimmt einen beachtenswerten Umſang an. Wie wir 8 ſind eine große Anzahl der bedeutendſten Perſönlichkeiten zu Jubiiceſttagen am 13., 14. und 15. Auguſt eingeladen. Mit dem den aum verbunden wird die Einweihung einer in dieſem Jahre leg erbohrten, außerordentlich ſtarken Quelle, die Grundſtein⸗ prüſe des neuen Kurſaals, die vorausſichtlich der Württ. Staats⸗ onwent vornehmen wird, und die Wiedererrichtung eines von erwordienrat Schwarz⸗Stuttgart geſtifteten, hiſtoriſch ſehr Stadt en Deutſchordensritter⸗Brunnens auf dem Marktplatz der Gerichtszeitung Mordprozeß Fleſſa in Frankfurt * Verhasdrankfurt a.., 4. Aug. Die Senſation des heutigen dritten War diolungstages im Mordprozeß gegen die Krankenſchweſter Fleſſa Fräule Verneh mung der Vraut des erſchoſſenen Dr. Seitz, Angekfan Sch. Als die Zeugin den Gerichtsſaal betrat, wurde die der agte außerordentlich erregt u. machte laute Einwendungen, als macht orſitzende die Dame, die nur zitternd ihre Perſonalangaben urück bak, Platz zu nehmen. Das Gericht zog ſich zur Beratung Veu⸗ und verkündete hierauf, daß die Angeklagte für die Dauer der erzählt mung der Zeugin Sch. abgeführt werden müſſe. Frl. Sch. hatte die Geſchichte ihrer Freundſchaft und ihrer Verlobung. Sie ein halbe Seitz in einer Geſellſchaft kennen gelernt, ſah ihn dann aber unterzibes Jahr nicht mehr. Erſt als ihre Mutter ſich einer Operation ihn aie den mußte, hatte ſie ſich ſeiner erinnert, weil der Hausarzt tändie Fbirurd vorſchlug. Nach der Operation hatte dann Pr. Seißz a in der Familie Sch. verkehrt. —— 1 Fabrixanten von verzinnten Waschtrögen und kupfernen Waschkesseln schreiben: Uberall da, wWo die Verzinnung schadens. In letzter Zeit werden viele Waschmittel angepriesen, Welche chlor⸗goda- oder 5 die Oberfläche des Zinnbelages zu beeinträchtigen vermögen. Was ist die Folge? schwarze Flecken auf der Wäsche bei kupfernen Kesseln, eenee Ostflecken auf der Wäsche bei verzinnten, eisernen Wascktrögen, Brüchigwerden der Stoff-Hasern. ſchweſter Fleſſa kam durch die Krankheit ins Haus. Sie hatte ſich im Krankenhaus bei der Mutter ſehr bewährt und ſollte ſie nun weiter pflegen. Die Mutter ſagte der Tochter gleich, daß die Schweſter Wilhelmine ein wenig komiſche Anſichten hätte. Zurzeit dieſer Krankheit der Zeugin wußte Dr. Seitz noch nicht, daß die Schweſter, die im Hauſe Sch. pflege, mit der Fleſſa identiſch war. Als die Zeugin die Schweſter beſchrieb, ſagte Dr. Seitz: Ich möchte nicht, daß du mit dieſer Schweſter verkehrſt, die macht dich mir ihrem Ge⸗ ſchwätz nur verrückt. Nach einer Sommerreiſe erzählte Dr. Seitz der Zeugin, daß er von einer Frau verfolgt würde. Die Zeugin hatte Dr. Seitz eindring⸗ lich geftagz, ob er mit der Fleſſa etwas gehabt habe. Dr. Seitz habe dies mit Beſtimmtheit verneink. Die Zeugin glaubte, daß Dr. Seitz, wenn engere Beziehungen zwiſchen ihm und der Fleſſa beſtanden hätten, ihr, der Zeugin, das unbedingt geſagt haben würde. Die Frage, ob die Zeugin ſich mit Dr. Seitz geduzt habe, bejahte dieſe. Sie hätte ſich verlobt. Ihrer e ſie nichts von der Ver⸗ lobung, weil dieſe leidend war. Dr. Seitz hätte das auch noch ge⸗ heimhalten wollen. 95 Auf die Frage des Verteidigers, wo ſie ſich mit Dr. Seiß verlobt habe, antworkete die Zeugin: Nach einem Burſchenſchaftsfeſt ſeien ſie im Hotel Briſtol geweſen und dort hätte n ſie ſich verlobt. Die Frage des Vorſitzenden, ob Dr. Seitz ihr die Ehe verſprochen hätte, bejahte die Zeugin. Nach der Vernehmung der Braut des Dr. Seitz wurde die An⸗ geklagte wieder in den Saal geführt und ihr der Inhalt der Aus⸗ ſagen mitgeteilt. Eine weitere Zeugin, bei der die Fleſſa kurz vor ihrer Abreiſe nach Garmiſch gewohnt habe, ſagte aus, die Angeklagte habe ihr erzählt, daß ſie in einem Feldlazarett einen jungen Arzt kennen gelernt habe, den ſie heute noch liebe. Einmal nannte ſie auch den Namen des Dr. Seitz. Nach der Mittagspauſe machte die nächſte Zeugin die wichtige Mitteilung, daß die Angeklagte als Pflegerin im Bethanienverein kurz vor der Tat Dispoſitionen hinſichtlich einer auswärts zu er⸗ langenden Tätigkeit getroffen habe. Die Angeklagte erklärte das damit, daß ſie in gutem Einvernehmen ſich von Dr. Seitz trennen wollte, um auswärts zu verſuchen, ihn zuvergeſſen. Nach einem Vierteljahr habe ſie ihm dann ſchreiben wollen, daß ſie ihn vergeſſen hätte. Bei der Zeugin hatte die Angeklagte bis zu ihrer Verhaftung gewohnt. In den Stunden vor der Tat war die Fleſſa vollkommen ruhig. Die Zeugin ſagte noch aus, daß häufig eine Perſon mit ſehr unangenehmem Organ telephoniſch Dr. Seitz anrief und ſie kenne in der Stimme der Angeklagten die Sprecherin wieder. Es ſei auch des Nachts von ihr angeläutet worden. Nach einigen weiteren Zeugenvernehmungen vertagte ſich das Gericht auf morgen. Sportliche Rundſchau Mannheimer Herbſt⸗Pferderennen Nach einer Veröffentlichung der Vereinsleitung im offiziellen Wochen⸗Rennkalender wurde der mittlere Tag des Mannheimer Herbſt⸗Meetings von Mittwoch auf Donnerstag verlegt, ſodaß die Herbſtrenntage Sonntag,., Donnerstag,., und Sonn⸗ tag, 12. September, ſtattfinden. Dieſe Verlegung iſt ge⸗ ſchehen, um den am 5. September im„Karlsruher Haupt⸗Jagd⸗ rennen“ ſtartberechtigten 4jähr. Inländern die Beteiligung im „Wanderpreis des Vereins für Hindernisrennen“, der dieſesmal für Mannheim ausgeloſt wurde, zu ermöglichen. Der Mannheimer „Wanderpreis“dürfte hiernach hoffentlich eine Anzahl 4jähr. Steepler großer Klaſſe am Start ſehen. Die Ausſchreibungen, deren Grundzüge wir bereits veröffent⸗ licht haben, bieten in den Hindernisrennen dem beſten Pferdemateriäal vielſeitige Betätigungsmöglichkeiten. Mit Beſitzer⸗ Ehrenpreis, 7000 Mk. Geldpreiſen, wozu noch ſämtliche Einſätze und Reugelder kommen, und einem Trainer⸗Ehrenpreis, bringt der „Wanderpreis des Vereins für Hindernis⸗ rennen“ ein Altersgewichtsrennen für 4j. und ält. inländiſche Pferde, das durch die mäßige Pönaliſierung der Sieggelder der guten Mittel⸗ und beſten Klaſſe unſerer Steepler die erſten Chancen gibt, haben doch Pferde, die ein Rennen von über 5000 Mark gewonnen haben, nur 6 kg Mehrgewicht aufzunehmen. Der beſte Inländer wird, wenn 4j. mit 70 kg, wenn 5j. mit 74 kg ſtarten können. Den Inländern iſt ferner am 5. September das „Holck⸗Jagdrennen“— ein Verkaufsrennen über 3000 Meter— und am 12. September das„Mühlau⸗Jagdrennen“— ein Aus⸗ gleich III— vorbehalten. Für Pferde aller Länder bringt der„Mannheimer Herbſtpreis“ mit 9000 Mk. Geld— und einem Ehrenpreis das wertvollſte Jagdrennen, das über den früheren Badeniakurs von 4800 Meter führt. Die Propoſition dieſes Rennens pönaliſiert die in Sa. gewonnenen Gelder, wodurch ſich für manche Pferde, die ein gutes Rennen gewonnen haben, günſtigere Gewichte wie im „Wanderpreis“ ergeben. den ausländiſchen Pferden ſteht ferner das„Ludwigshafen⸗Jagdrennen“ Aus⸗ gleich II— am 5. September, das„Trifels⸗Hürden⸗ rennen“ und das„Heidelberg⸗Jagdrennen“ am 9. September offen. An dreijährige Inländer wendet ſich das „Wachenburg⸗Hürdenrennen“ am 5. September und das „Karl Reiß⸗Jagdrennen“ am 12. September. Der„Baden⸗Preis“ erſcheint wieder mit einer Diſtanz von 2800 Meter als wertvollſte Steherprüfung auf der Flachen. Offen für Pferde aller Länder erfaſſen die Pönalitäten auch die Gewinnſummen von 1925, damit nicht Pferde, die in dieſem Jahr einige Monate pauſiert haben, mit zu niederen Gewichten in das Rennen ſchlüpfen können. Ebenſo hoch iſt mit 7500 Mk. und Ehrenpreis der„Rhein⸗Preis“ dotiert, der über die Derby⸗ diſtanz führt, jedoch nur inländiſche Pferde zuläßt. Die inlän⸗ diſchen Flachpferde ſnden außerdem eine Reihe von Rennen über Diſtanzen von 1200 bis 2400 Meter, worunter dem erfolgreicheren Material das„Neuoſtheim⸗Rennen“ über 1600 Meter, der „Donau⸗Ausgleich“ über 2400 Meter und das„Neckar⸗ Rennen“ über 2000 Meter offen ſind. „Zweijährigen⸗Preis“ und„Prüfungs⸗Preis“ ſind dem jüngſten Jahrgang der inländiſchen Zucht vorbehalten. Boxen Skädfekampf Ludwigshafen— Kaiſerslautern 11:5 Aick Sonntag nachmittag fand auf dem Platze der L. F. G. 08 ohiger Städekampf ſtatt, der mit dem Sieg der Ludwigshafener endete. Eine ſehr große Zuſchauerzahl wohnte den Kämpfen bei. Die Reſultäte ſind folgende: Einleitungskampf:(Jugendklaſſe): Apfelbach 8— Page 09. Erſterer iſt in der erſten Runde etwas mehr im Angriff, während der zweite ausgealichen iſt. Die weitere Runde ſieht Apfelbach hart im Geben. ſodaß derſelbe einen Punkteſieg landet. Papiergewicht: Engele 03— Löſſel F. V. Klautern. Engele weit unter Form. Löſſel wird durch Aufgabe von Engele Sieger.:0 Kaiſerslautern. Fliegengewicht: Herzog 03— Mangold Phönix Kaiſerslautern. Der'lauterer iſt in der 1. Runde mehr im Vorteil. Ausgeglichener iſt die zweite. In der g. Runde wird Mangold als Punkteſieger er⸗ Aber auch die Kranken⸗ klärt.:0 für Kaiſerslautern. Bantamgewicht: Nicolai 03— Zott F. V. Klautern. Nicolai iſt 1225 beute in auter Form. In allen drei Runden iſt er knayp im Vor⸗ teit. Ein glatter Punkteſiea wird ihm zugeſprochen.:2 für Kai⸗ ſerslautern. 5 Federgewicht: Schneider 03— Henn F. V. Kaiſerslautern. Ein aufgeregter Kampf. Schneider bort mit lleberlegung und iſt des. halb im Vorteil. Die zweite Runde iſt ausgeglichen. Harter Kampf in der 3. Rumde, bei der Schneider Sieger nach Punkten wird. 424. Federgewicht: Schäffner 03— Spiegel, Poſeidon Klautern. Schäffner areift ſofort energiſch an und hat in der erſten Runde das Heft in der Hand. Prächtiger Kampf in der 2. Runde. Die 3. Runde ſieht Schäffner als Punkteſieger.:4 für Ludwigshafen. Weltergewicht: Lehn 03— Brunn Phönix Klautern. Spannen⸗ der Kampf, bei dem Lehn in der 1. Runde im Vorteil iſt. In der 2. Runde dasſelbe Bild. Hart auf hart beginnt die 3. Runde. Lehn will abſolut einen k..⸗Sieg anbringen. Der Kampf wird ledoch unverſtändlicherweiſe unentſchieden abgebrochen:85. Mittelgewicht: Wagner 03— Schäfer Phönix, Kaiſerslautern. Beide Gegner lieferten ſich einen ſchönen Kampf. Wagner iſt mehr im Vorteil. Die 2. und 3. Runde ſehr hart. Sieger Wagner nach Punkten 95. Halbſchwergewicht: Thies 03— Feh F..K. Harte Schläge werden gewechſelt. Noch härter geht es in der zweiten Runde zu. Fehr iſt ſehr art im Nehmen. Thies ſetzt demſelben ſehr zu. Thies wird einſtimmig als Sieger erklärt. 11:5. Halbſchwerg⸗wicht: Der vorgeſehene Einlagekampf zwiſchen Gart⸗ mann 1. Offenbacher Boxelub und Kräuchi'hafen kann wegen Krankheit des Erſteren nicht ſtattfinden. Weiler Phönix'hafen iſt Erſatz.— Dieſer Kampf wurde allgemein mit großer Spannung erwartet. Lebhaft bearüßt treten beide Geaner den Ring. Bereits in der 1. Sekunde muß Weiler zu Boden. Man glaubte ſchon an ein Durchhalten von demſelben in der 1. Runde. Kräuchi landet jedoch einen Kinnhaken, der Weiler zu Boden ſtreckt. Sieger Kräucht. Athletik B. f. R. gewinnk gegen B. f. L. Neckarau 12:2 Im Rahmen eines Abends, bei dem allerhand ſportliche Dar⸗ bietungen geboten wurden, kämpfte.f..⸗Ringermannſchaft vor überfülltem Hauſe gegen die Mannſchaft des.f..⸗Neckarau. Sämt⸗ liche.f..⸗Vertreter waren bis auf den Leichtgewichtsvertreter Bie⸗ dermann erfolgreich, der nach hartem Kampfe dem beſten Mann der...⸗Mannſchaft Führer in 8 Minuten zum Opfer fiel. Im Fliegengewicht beſtätigte der jugendliche Eſchelbach⸗ .f. R. ſeinen kürzlichen Sieg über Barthelomä, den er nach 7 Mi⸗ nuten auf beide Schultern legte durch Feſſelgriff. Blepp(Bantam) ..R. war über Kether⸗V..L. nach 2 Minuten ebenfalls durch Feſſel⸗ griff ſiegreich. Thomas erledigte den...⸗Mann Schley, ſeinen letzten Gegner, dem er damals nach Punkten durch Sou⸗ bleſſe(Ueberwurf aus dem Stand) bereits nach einer Minute. Den härteſten Kampf ſah man im Leichtgewicht: BiedermannV.f. R. gegen Führer⸗V..L. Im Stand hatte B. ſeine Stärke, am Boden ereilte ihn das Schickſal. Ein Aufreiſſer am Boden brachte B. über⸗ raſchend auf beide Schultern und um den Sieg. Stiefel ſtartete für den.f. R. im leichten Mittelgewicht gegen Striehl⸗V.f.., wo⸗ bei er wieder ſeine alte Klaſſe bewies. 2 Minuten, dann war Str., nachdem er verſchiedentlich der Gefahrenzone entronnen war, durch Aufreiſſer am Boden und Eindrücken der Brücke beſiegt. Auch Hert⸗ lein vom Vif. R. war wieder erfolgreich. Wolpert unterlag nach 2 Minuten einem Schleudergriff endgültig. Noch eine Minute, dann war auch das Schwergewichtstreffen erledigt: Klamm, noch in jugendlichem Alter, brachte den alten Kämpfer Hacker⸗V..L. mit einem Hüftenſchwung um den Sieg und den..L. um die letzten noch zu erringenden Punkte. Landwirtſchaſt Reichswinzerkredit 1926 *Speyer, 1. Aug. Wie uns amtlich mitgeteilt wird, gelangen die neuen Winzerkredite(von denen bereits Anfangs Juni berichtet wurde) in der erſten Hälfte des Monats Auguſt zur Ver⸗ teilung. Im Gegenſatz zu den vorangegangenen Kreditaktionen er⸗ folgte die Zuſtellung diesmal nicht unterſchiedslos mit dem gleichen Betrag auf den Morgen der im Ertrag befindlichen Rebenfläche, ſon⸗ dern nach Maßgabe der Kreditbedürftigkeit im Rahmen der von der Reichs⸗ und der Staatsregierung aufgeſtellten Richtlinien. Danach kommen vor allem die reinen Weinbaubetriebe und jene Betriebe, die nachgewieſenermaßen mit großen, hochverzinslichen Verbindlichkeiten bekaſtet ſind, zum Zuge. Ungünſtigen Vermögens⸗ und Familien⸗ verhältniſſen wurde nach Möglichkeit Rechnung getragen. Auf der anderen Seite wurde aber auch gebührendes Augenmerk auf die Ein⸗ kommensgquellen, über die die Kreditſucher neben ihrem Weinbau ver⸗ fügen, gerichtet. Antragſtellern, bei denen das Einkommen, aus Beruf, Gewerbe oder Ackerbau uſw. außer allem Verhältnis zu jenem aus dem Weinbau ſteht, konnte ein Kredit nicht gewährt werden. Die im Frühjahr gegebenen Kleinwinzernotkredite wurden in jedem Falle angerechnet. Deeeeeeeeee Briefkaſten Wir bitten, für den Briefkaſten beſtimmte Einſendungen auf dem Umſchlag als ſolche kenntlich zu machen. Mündliche Auskünfte können nicht gegeben werden. Beantwortung juxriſtiſcher, mediziniſcher und Aufwertungsfragen iſt ausgeſchloſſen. Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anfragen ohne Namensnennung werden nicht beantwortet. W. Ge. 1. An den Vorſtand des Konſumvereins Mannhelun, Induſtrieſtr. 6öa. 2. Hier iſt Poſt. Miniſterium uſw. zuſtändig. Sie müſſen ſich an dieſe Stellen direkt wenden. Th. El. Wenden Sie ſich an das Telegraphenamt. Fr. H. Fe. Kommen Sie bitte in die Sprechſtunde der Redaktion. Sch. In jeder Drogerie erhalten Sie hierfür ein Fleckenmittel. K. Hu. 1. Im„Zar und Zimmermann“. 2. Ernſt Anſchütz. Mehrere Streitende: Offenburg hat 16761 Einwohner. 5 91 Fr. Ki. Setzen Sie ſich mit einem Kammerjäger in Ver⸗ indung. Mian. Bei richtiger Reinhaltung dürfen die Katzen nicht riechen. Wenn es zu ſchlimm wird, ſetzen Sie ſich einmal mit dem Geſundheits⸗ amt in Verbinduna. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli/ Ruguſt Rhein-Pegel J 28. 30 31,.4. 5, Neckar-Regelſ 20, 30, 81,8, J 55 Schuſterinſel“.99 8,12,3,8383,— 2,85 2,20 Maunheim.92 4,955,09.8 19J.1505.01 Kebl.. 43.884.124,—3,92.85 8,78 Jagſtfeld 107 1,08 108 1,—0 860 82 Maxau..,825,976,158,085.95.85 Maunheim.975.928,21“8,48 5,25.5,J1 Caub.78360.628,79—.80 Köln 3,47.403086.51 554.56 Waſßſerwärme des Rheins: 17 C. —————.———————————————ů Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas. Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, E 6. 2. Direktion Ferdinand Heyme Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verantwortliche Redakteure: Für Politik: i. V. Kurt Fiſcher.— Feuilleton: i. V. Kurt Fiſcher.— Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller.— Handelsteil: Kurt Ehmer. Gericht und alles Uebrige: Fr. Kircher. Anzeigen: Dr. W. E. Stötzner mit Waschpulver wird, leidet altig sind und somit u 0 6. Seite. Nr. 357 Neue Mannheimer Jeitung(Mittag ·Ausgabe) Donnerstag, den 5. Auguſt 1926 Neue Mannheimer Seitung⸗ Handelsblatt Bedeutende ſpaniſche Jollerhöhungen Durch den königl. Dekret vom 9. Juli 1926 ſind am 14. Juli bedeutende ſpaniſche Zollerhöhungen in Kraft getreten, außerdem ſind die beſtehenden Ausfuhrverbote und Ausfuhrerſchwerungen für Getreide, Hülſenfrüchte, Mehl, Viehfutter, Sämereien und Brot auf⸗ gehoben. Die Einfuhr von Weizen und daraus gewonnenem Mehl ausländiſcher Herkunft iſt verboten. Der Einfuhrzoll für Roggen aus Deutſchland iſt auf 12, für Gerſte auf 10, für Mais ebenfalls auf 10, für andere Getreidearten auf 8, Kleie auf 12 und Sämereien auf 8 Peſeten für 100 Kg. feſtgeſetzt worden. Die Zollſätze für Reifenbleche aus Eiſen und Stahl, für Alu⸗ minium in Blechen, Scheiben und Aluminiumgebrauchsgegenſtänden ſind ebenfalls bedeutend erhöhn worden. In Anwendung des Artikels 19 des königl. Dekrets vom 8. März 1924, der den Grundſatz 6 des Geſetzes vom 90. März 1926 erweitert, werden folgende Erhöhungskoeffizienten geſchaffen, die einen integrierenden Beſtandteil des erſten und zweiten Tarifs zu bilden haben und die die Regierung unter Anpaſſung an die Er⸗ forderniſſe der nationalen Wirtſchaft ändern oder aufheben darf. Klaſſe 3 Gruppe 1 des Zolltarifs(Tiere) Koeffizient.15 2(Eiſen und Stahl unbearbeitet) 1,20 (Eiſen⸗ und Stahlwaren) 1,20 (Kupfer und Kupferlegjerungen) 1,10 (Sonſtige Metalle) 1,10 (Maſch nen) 1,20 (Elektriſche Mater alien) 1,15 (Landfahrzeuge).20 (Gewebe u. Poſamente a. Baumwolle) 1,25 (Gewebe u. Po ame te a. Hanf uſw.) 1,15 (Rohnoffe aus Wolle) 1,15 (Geſpinſte aus Wolle).20 (Gewebe und Poſamente aus Wolle) 1,20 2(Gewebe und Poſamente aus Seide) 1,20 Bezüglich der Anwendung der Erhöhungskoeffizienten, auf die ſich der Artikel 4 bezieht, iſt davon auszugehen, daß dieſe Koeffizien⸗ ten mit dem Zolltarifſatz zu multiplizieren ſind, ſo daß der Koeffizient eine Erhöhung des Tariffatzes um ſo viel Prozent der⸗ ſtellt, als der Zifferbetrag der Dezimalſtellen des Koeffizienten es angibt. Beiſpiel: Tarif Nr. 280, erſter Tarif Zollſatz 25 Peſeten; Koeffizient eine Erhöhung des Tarifſatzes um ſo viele Prozent dar⸗ Berechnung: 20 v. H. von 25 Peſeten iſt gleich: 5; Zollſatz 25 Peſeten plus 5 als Ergänzung um ſoviel vom Hundert, als die Dezimalſtellen des Koeffizienten angeben, gleich 30. Zweiter Tarif: Zollſatz 10 Peſeten; Koeffizient 1,20, der ſich als Produkt ergebende Zollſatz: 12 Peſeten, gleich der Erhöhung von 10 um 2 Peſeten ols 20 v. H. des erwähnten Zollſatzes. Das ſpaniſche Zollaufgeld für Auguſt 1926 iſt von der ſpani⸗ ſchen Regierung für Zahlung der Ein⸗ und Ausfuhrzölle auf 21,24 v. H. feſtgeſetzt worden. Nähere Auskünfte erteilt die Außen⸗ handelsabteilung der Handelskammer, Mannheim, Börſe, Zimmer 7. 2. 6 v. 9. bei den Oeſterreichiſchen Siemens⸗Schuckert⸗Werken. Die Goldbilanz weiſt ein AK. von 26,25 Mill. und Rücklagen von 23,75 Mill. Schilling auf. Das GJ. 1925 ſchließt mit einem Rein⸗ gewinn von 1 880 790 Schilling. Das neue Aktiennominale lautet auf 15 Schilling. Die Dividende für 1925 beträgt 6 v. H.— Die Siemens-Schuckert Induſtria Eleckria S. A. in Madrid begibt in Spanien eine 3 Mill. Peſeta 6 v. H. Obligationsanleihe zum Zeich⸗ nungspreiſe von 95 v. H. : Sanierung der Kamerich⸗Werke AG. in Berlin. Wie an⸗ gekündigt, ergibt ſich ein Verluſt von 173 000 /. Die Geſellſchaft hat ſich entſchloſſen, zwei ihrer Tochterunternehmungen zu liqui⸗ dieren und zwei weitere Beteiligungen abzuſtoßen. Durch die bekannte Kapital⸗Zuſammenlegung:2 und teilweiſe Heranziehung des Reſervefonds ſtehen etwa 2,8 Mill. zur Verfügung. 17 hin werden 900 000 8 proz. VA. ausgegeben und von den Hahn⸗ ſchen Werken feſt übernommen. 2: Aufhebung der Geſchäftsaufſicht bei Skoewer. Wie die Ver⸗ waltung der Stoewer⸗Werke AG. vorm. Gebr. Stoewer in Stettin mitteilt, iſt die GA. nunmehr aufgehoben worden, nachdem der vom Amtsgericht Stettin angenommene Vergleich mit dem 31. Juli d. J. als rechtskräftig erklärt wurde. •: Die Sanierung bei der Apollowerke, AG. in Apolda. Auf der TO. der HV. ſteht nunmehr ein Antrag auf Juſammenlegung und Wiedererhöhung des Ag. Die Beträge werden nicht angegeben. Das Unternehmen befindet ſich in Schwierigkeiten und ſah ſich ge⸗ zwungen, einen Ausgleich mit den Gläubigern zu ſuchen. Eine Beendigung der Verhandlungen mit der Hamburger Aktionär⸗ gruppe und der Deutſchen Bank als den beiden Haupkgläubigern iſt bisher noch nicht gemeldel worden. Dagegen hat das Reichsfinanz⸗ miniſterium auf 74 der rückſtändigen Stenern in Höhe von 125 000 für den Fall verzichtet, daß die übrigen Gläubiger ihre Forde⸗ rungen bis 85 v. H. ermäßigen würden. Fur Erweiterung der Soloͤdiskontbank⸗Anleihe Zu dem Rundſchreiben der Renkenbank⸗Kreditanſtalt über das Unterbleiben der geplanten Erweiterung der Golddiskontbankanleihe bemerkt der Verband öffenklich⸗rechtlicher Kreditanſtalten folgendes: Die Rentenbank⸗Kreditanſtalt hat die Verleihung der Mündel⸗ ſicherheit beantragt, um die Hypothekarſchuldſcheine auch im Inlande abzuſetzen. Damit iſt aber der Landwirtſchaft nicht gedient, denn das Kapital, das in dieſen Schuldſcheinen angelegt werden ſollte, wäre dem Pfandbriefmarkt entzogen worden. Der landwirtſchaft⸗ liche Realkredit wird aber nicht dadurch gefördert, daß man den Abſatz der Pfandbriefe zugunſten der Hypothekarſchuldſcheine der Rentenbank⸗Kreditanſtalt erſchwert, das heißt den ſeitens des Gläubigers unkündbaren Pfandbriefkredit durch den 5 jährigen Golddiskontbankkredit erſetzt und das Beleihungsverfahren durch Zwiſchenſchaltung einer Zentralbank mit Haupttreuhändern und Treuhändern und den mit jeder Zentraliſierung verbundenen um⸗ ſtändlichen Formalien kompliziert, ſondern dadurch, daß man die Arbeit der Realkreditanſtalten nach Möglichkeit unterſtützt. Dies kann ſeitens der Regierungsſtellen geſchehen durch Förderung des Abſatzes der Pfandbriefe, insbeſondere an öffentlich⸗rechtliche Ver⸗ mögensträger, durch Befreiung der Pfandbriefzinſen vom Kapital⸗ ſteuerabzug und durch Erleichterung im Lombardverkehr der Reichs⸗ bank. Bei Durchführung dieſer Maßnahmen wird auch die zurzeit noch beſtehende, im Hinblick auf die Unkündbarkeit des Pfandbrief⸗ kredits nicht ſehr beträchtliche Zinsſpanne zwiſchen Golddiskontbank⸗ krediten und Pfandbriefkrediten fortfallen. Die Realkreditanſtalten, die im erſten Halbjahre 1926 allein 310 Millionen Pfandbriefkredite der Landwirtſchaft zugeführt haben, gegen 148 Millionen 5 jäheige Diskontbankzredite, werden erwägen, welche Maßnahmen, abgeſehen von den oben vorgeſchlagenen Hilfen, ihrerſeits zur weiteren Ver⸗ billigung und Ausdehnung des Pfandbriefkredits getroffen werden können. * 1 e e do H ο H en c te 2 2 2 2 2 292 D Neenennnere 2: 8 v. H. Goldanleihe der Stadt Pirmaſens. Das Uebernahme⸗ konſortium 4 500 000 8 v. 9. Goldanleihe der Stadt Pirmaſens erläßt im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer die Zeichnungs⸗ aufforderung. Am hieſigen Platze werden Zeichnungen von der Süddeutſchen Disconto⸗Geſellſchaft und der Rhein. Kreditbqnk ent⸗ gegengenommen. Näheres ſiehe Anzeige. 0 Die Sammelablöſungsanleihe des Deukſchen Sparkaſſen⸗ und Giroverbandes. Der Deutſche Sparkaſſen⸗ und Giroverband hat am 2. Juli eine Sammelablöſungsanleihe beſchloſſen, deren Durch⸗ führung ſich ſo geſtalten wird, daß jede an der Sammelablöſungs⸗ anleihe ſich beteiligende Gemeinde einen Darlehnsvertrag mit der Zentralſtelle ſchließt. Das Darlehen wird in Stücken der Einheits⸗ Die Weltwarenmärkte bekundeten in der letzten Zeit, zumteil unter dem Einfluß der ſommerlichen Urlaubszeit, eine recht ruhige Haltung. Am Getreidemarkt richtet ſich das Intereſſe in der Hauptſache auf die neue Weizenernte, für die die Nachrichten aus allen Hauptanbauländern günſtig lauten. In der vergangenene Woche befanden ſich 2 285 000 qrs. auf dem Weg von den Erzeuger⸗ ländern nach den Verbraucherländern gegen 2 195 000 grs. um die gleiche Zeit im Vorjahr. Eine gewiſſe Feſtigkeit des Marktes ging lediglich von der Tatſache aus, daß die Getreidelagerhäuſer der Welt bedeutend weniger Beſtände als Ende Juli 1925 aufweiſen. Das Volumen des internationalen Weizenhandels betrug in dem mit Juli beendeten Schiffahrtsjahr rund 16 000 000 ars. weniger als im Vorjahr, was für die Schiffahrt naturgemäß einen großen Frachtenausfall bedeutet. Ein Teil dieſer verminderten Zufuhren erklärt ſich aus den beſſeren Ernten des europäiſchen Kontinents, die Hauptmenge entfällt jedoch auf die verminderte Kaufkraft der Konſumenten. Am Markt für Futtergetreide zeigt ſich immer mehr die Wirkung des zunehmenden Automobil⸗ verkehrs, der einen verminderten Haferverbrauch für die Pferde⸗ haltung zur Folge hat. In Anbetracht dieſer Umſtände hat ſich die amerikaniſche Hauſſewelle gelegt, zumal die amerikaniſchen Farmer danach trachten, ihre Ware ſo raſch als möglich in Bargeld Umzuſetzen. Nur der argentiniſche Getreidemarkt blieb etwas feſter, weil jenes Land unter überreichlichen Regenfällen zu leiden hatte. Der Baumwollmarkt erlebte zunächſt eine von de' amerikaniſchen Spekulation inſzenierte Aufwärtsbewegung, die eine Beſſerung des Preiſes um über 1 Pence per engl. Pfund zur Folge hatte und die man mit ungünſtigen Witterungsberichten begründete. Ferner wurde auf eine Beſſerung in der Lage der amerikaniſchen Textil⸗Induſtrie hingewieſen. Der Bericht der Regierung gab den Stand der Baumwollfelder mit 70,7 v. H.= 15 368 000 Ballen. In Europa iſt man dieſer Bewegung nur langſam gefolgt, da Deutſchland, Oeſterreich und die Tſchechoſlowakei über ungünſti⸗ gen Geſchäftsgang klagen, die engliſche Textil⸗Induſtrie infolge des Kohlenarbeiterausſtandes jede Tätigkeit am Markte einſchränkt und auch Frankreich infolge ſeiner Inflation nur mäßig kauft. Auch Japan hat nicht die erwarteten großen Käufe vorgenommen und es hat den Anſchein, als ob es weniger verbrauchen würde, als in der letzten Saiſon. Am Wollmarkt waren die Londoner Auktionen ein voller Erfolg und ebenſo verliefen die engliſchen Provinzmärkte für Wolle befriedigend, da ſich auch bei ihnen ausländiſche Käufer zeigten. In der vierten diesjährigen Wollauktions⸗Serie kamen noch am Schluß⸗ tag 10 800 Ballen unter den Hammer, davon 5377 Ballen Auſtral⸗ und 2325 Ballen Neuſeeland⸗Wolle. Gegen die erſte Serie gingen die Preiſe für Merin o⸗Wolle jedoch unt 5 v. H. zurück, weshalb die Einfuhrhäuſer einen Teil der Wolle für die nächſte Serie zurück⸗ zogen, in der Hoffnung, daß bis dahin der Grubenarbeiterausſtand beendet iſt und ſich auch die finanziellen Verhältniſſe in Frankreich gebeſſert haben. Der Durchſchnittspreis für das engl. Pfund ſtellte ſich für Merinos aus Queensland, gewaſchen, Superior, auf 52 Pence, für Neu⸗Südwales⸗Schweißwollen, Superior, auf 34, für Victoria⸗Schweißwollen, Durchſchnittsqualitäten auf 25, für Kreuzzuchten, auſtraliſche, feine auf 32, mittel auf 21, geringe Sorten auf 16 Pence. Am Leingarnmarkt iſt die Lage in den letzten Wochen etwas beſſer geworden. Die deutſche Induſtrie kann größere Liefe⸗ rungsaufträge aus dem In⸗ und Ausland buchen und den Spinne⸗ reien gelang es, gegen die früheren drückenden Verluſtpreiſe Auf⸗ Ruhige Hallung der Bell-Warenmärkl. ſpinnereien ſind etwas beſſer beſchäftigt, wenn auch einzelne noch immer mit Einſchränkung arbeiten müſſen. Pernau⸗Flachs erzielte bis zu 72 Lſt. per Tonne, doch ſind baltiſche Sorten noch wenig gefragt. Die Staatskontrolle hat den einſt blühenden balti⸗ ſchen Flachshandel faſt zur Bedeutungsloſigkeit herabgedrückt. Die internationalen Großeinkäufer nehmen anderweit Fühlung mit den Flachs⸗Pflanzern. Belgiſcher, holländiſcher und franzöſiſcher Flachs war rückgängig, da die neue Ernte gut zu werden verſpricht, ins⸗ beſondere haben ſich die Ausſichten auch in Irland gebeſſert, wenngleich die Anbaufläche dortſelbſt kleiner geworden iſt.— Der Hanfmarkt bekundete Feſtigkeit für Manjila⸗Sorten, wodurch ſich der Preis⸗Druck für den Hanf von Kenya und Neu⸗Seeland ver⸗ mindert hat. Indien ſchickt brauchbaren Sunn⸗Hanf und experi⸗ mentiert mit dieſer Pflanze. Italieniſcher und anderer Cannabis⸗ Hanf iſt gegenwärtig ſehr billig, da aber auch die wachſende ital'e⸗ niſche Ernte ſehr vielverſprechend iſt, drücken die Beſtände alter Ernte noch weiter. Man verlangte zuletzt für norditalieniſchen Hanf 55, für Siſal⸗Hanf, prima, 43 und für Manila⸗Hanf 41 Lſt, per Tonne. An den Seidenmärkten in Japan und Italien blieb das Geſchäft klein, der italieniſche Markt liegt ſchwächer. Man notierte für italieniſche Seide pro engl. Pfd. 26 Sh., für japaniſche 25 Sh., für chineſiſche 16,6 Sh. Die Nachrichten über die franzöſiſche Seidenernte klingen hoffnungsvoller, da die Kokons bei den Ver⸗ käufen in Dröme 37 Fr. per Kg. erzielten und die Blätter des von den Witterungsverhältniſſen begünſtigt werden. Der Jutemarkt ſtand unter dem Einfluß von Kabel⸗ nachrichten über große Anlieferungen in Calcutta, die weit über die Erwartungen hinausgehen und ſehr langſam abzuſtoßen ſind. Bei der rückgängigen Preisbewegung zeigten die Käufer jedo Intereſſe. Der Markt in Dundee war feiertagshalber geſchloſſen. Einige Verkäufe aus der 192ß5er Ernte vollzogen ſich in Groß⸗ Britannien bei 40 Lſt. per Tonne für Firſt Marks und Daiſee No. 2, zu 39 Lſt für Lightnings. Firſts, Juli, neue Ernte, gingen zu 34—35,10, Auguſt zu 29,5—30,10, September zu 27,10—28,10, Oktober bis Dezember zu 26.15—28,00 um, Lightnings, Auguſt, zu 8,28—29 10, September 26,10—28,00, Oktober 25,15—27,00 Eſt. Am Gummimarkt bewegte ſich das Geſchäft in mäßigen Umfängen bei ſtetiger Haltung. Man notierte für Standard, loko, per engl. Pfd. 1,8—1,8½4 Sh., Auguſt.84.—86, September, 1,87½, Januar⸗März.94 Sh. Käufer. Britiſch⸗Malaya hat jetzt 1231.351 acres mit Gummi⸗Bäumen bepflanzt und nimmt die Führung an ſich. Die Vorräte in England werden auf reichlich 25 000 To. angegeben und da dies nicht verhindert, daß der Terminmarkt feſtliegt, zeigt es von ziemlicher Zuverſicht für den Herbſtbedarf. 8 Am Häutemarkt iſt die Stimmung in faſt allen Ländern eine feſtere geworden. Am Londoner Markt koſten gute ſchwere Häute 8 50 Pence per Pfd. gegen 7,50 Pence vor einem Monat, auf der letzten Londoner Auktion lag der Markt feſt für Großvieh⸗ häute, Kalbfelle gingen 7 Pence höher. Auſtraliſche und neuſee⸗ ländiſche Schafhäute konnten ihre Preiſe für alle Arten Kreus⸗ zuchten gut behaupten; am Chicagoer Häutemarkt waren die Notle⸗ rungen zuletzt um einen halben Zent pro engliſches Pfund geſtiegen. In Frankreich und Belgien gehen die Preiſe mit der ſchwankenden Valuta, Holland hatte feſteren Markt, das Gleiche wird aus Ungarn, Oeſterreich und Polen gemeldet.— Am Ledermarkt ſtoßen die den höheren Häutepreiſen entſprechend hinaufgeſetzten Forderungen der Gerber noch auf den Widerſtand der Käufer. Der Schu h⸗ ſchläge durchzuſetzen. Viel hängt für die weitere Geſtaltung von der Erholung des franzöſiſchen Franken ab. Auch die Flachs⸗ ſtatt. Einer beſonderen Genehmigung durch die zuſtändige Beſchluß⸗ behörde der Schuldnergemeinde werden dieſe Darlehnsverträge nicht bedürfen, da es ſich bei der Sammelablöſung nicht um eine Ver⸗ mehrung des Schuldenbeſtandes der Einzelgemeinde handelt. Die Verhandlungen über den Vertragsabſchluß werden im Einzelfalle durch Vermittlung derjenigen zuſtändigen örtlichen Girozentralen geführt werden, durch deren Bücher auch die jährlich fälligen Zah⸗ lungen laufen. Die Girozentralen und Landesbanken werden für die ſich hieraus ergebende Arbeit aus den an die Zentralſtelle abzu⸗ führenden laufenden Verwaltungskoſtenbeiträgen entſchädigt werden. Die Höhe der Verwaltungskoſtenbeiträge wird auf ein Minimum bemeſſen werden; vorläufig iſt der Satz von 0,2 v. H. des Nenn⸗ wertes der Ablöſungsſchuld in Ausſicht genommen, dadurch ſollen ſämtliche laufende Unkoſten wie Verloſung, Bekanntmachung der verloſten Stücke, Einlöſungsproviſion der Banken uſw. abgegolten ſein. Es iſt nicht zweifelhaft, daß die Koſten der Gemeinden bei ſelbſtändiger Durchführung der Ablöſung weſentlich höhe r ſein würden. :: Herubſetzung der Ausfuhrabgaben auf Gekreide in Rumänien. Wie aus Bukareſt gemeldet wird, hat der Miniſterrat die Herab⸗ ſetzung der Ausfuhrabgaben auf Getreide von 18 000 auf 13 000 Lei beſchloſſen. Fahlung der Einkommenſteuer für 1925 Vom Reichsfinanzminiſterium wird mitgeteilt: Für die Einkommenſteuervorauszahlungen im Jahre 1925 waren mangels einer Veranlagung nicht das Einkommen, ſondern äußere Merkmale — regelmäßig der Umſatz oder das Vermögen— maßgebend. Die genaue Feſtſtellung des 1925 bezogenen Einkommens in den Steuer⸗ deſcheiden, die den Steuerpflichtigen jetzt zugehen, führt bei Perſo⸗ nen, deren Wirtſchaftslage ungünſtig war, zu Erſtattungen. Da⸗ gegen ergeben ſich bei Perſonen, deren Einkommensverhältniſſe im Vergleich zu ihren Berufsgenoſſen und anderen Erwerbszweigen günſtig waren, Nachzahlungen. Die Notwendigkeit einer gleich⸗ mäßigen gerechten Beſteuerung machen es der Finanzverwaltung zur Pflicht, grundſätzlich und mit Nachdruck den rechtzeitigen Ein⸗ gang dieſer Beträge ſicherzuſtellen. Für ſolche Fälle jedoch, in denen die Entrichtung der Nachzahlungsbeträge in einer Summe den Pflichtigen mit Rückſicht auf ihre gegenwärtigen Einkommens⸗ verhältniſſe außerordenkliche wirtſchaftliche Schwierigkeiten bereitet, hat der Reichsminiſter der Finanzen bereits in einem Erlaß vom Juni 1926 die Finanzämter angewieſen, die Abtragung der Abſchluß⸗ zahlungen in Katenzahlungen in Anpaſſung an die wirtſchaftliche Leiſtungsfähigkeit der Steuerpflichtigen zu geſtatten. Dem Steuerpflichtigen, der ſich durch die gegenwärtige Ver⸗ anlagung beſchwert fühlt, ſteht der volle Rechtsſchutz der Reichs⸗ abgabenordnung zur Verfügung. Einzelbeſchwerden, die Mißgriffe der Verwaltung rügen, unterliegen pflichtgemäßer Nachprüfung dürch die Landesfinanzämter, in letzter Inſtanz durch den Reichs⸗ miniſter der Finanzen. In beiden Fällen iſt die durch Recht oder Billigkeit gebotene Abhilfe möglich. 15 Deviſenmarkt Forkſchreitende Befeſtigung der Weſtdeviſen Die Befeſtigung der Weſtdeviſen hat am geſtrigen Tage weiterhin ſtarke Fortſchritte gemacht. Auf erheb⸗ liche Glattſtellungen der Spekulation hin, die ihre Terminengage⸗ ments allmählich nach entſtehenden Verluſten löſt, befeſtigten ſich die franzöſiſche belgiſche und italieniſche Währung erheblich. London⸗ Paris notierte geſtern abend mit 1685 nach einem Frühkurs von 178, London⸗Brüſſel 169,75 nach 167,5. Die franzöſiſche Währung iſt zum erſten Male wieder ſeit längerer Zeitüber die belgiſche hin⸗ anleihe(zwecks Weitergabe an den Gläubiger) hingegeben; die Tilgung findet durch Barzahlung in Höhe der fälligen Jahresraten n. Herbſtbedarfes eine beſſere geworde rung mit 32,20(31,90) gegen lich ſchwächer liegt die ſpaniſche Wäh London, in Rom 63,60(64). Im mittag: 4. 5 4. 5. 4.. 5 London-Paris178.—168,50J Maild.-Schwz.] 16,75] 17,45l Lond.-Stockh. 18.15 16,1 Cond Weue 176.50169,75 Holland-Schw. 207,75207,65 Lond.-Madrid 31 90.50 Lond.-Maild. 146,.— 144,.— Kabel Holland 249,—„—Mailand⸗Paris121,50 139-25 Kabel Schweiz 516,85 516,75] Lond.-Holland 12,100 12.10J Brüſſel-Paris 101,75 13790 Lond.-Schweiz 25,13 25,180 London-Oslo. 22,20 22,2] Holland-Paris, 15,05 36•25 Paris-Schweiz 13,65 14 85 Lond.-Kopenh. 10.31] 18,35J Kabel London 4486,25 486, In.⸗Mk. laſſen ſich folgende Kurſe feſtſtellen: 60 London.. 20,42J 20,42J Prag.. 12,44 12,4] Madrid 64.— 90•10 Paris. 11,45 10,100 Oslo 92,— 92,— Argentinien.170,50 190·30 Zürich..51,25 81.20] Kopenhagen 111,45 111,45] Japan... 199,50 199, Mailand. 13,95 14.10] Stockvolm. 112,40 113,40 Holland... 168,75 168, 70J Brüſſel 11,55 12,05 BSerliner Metallbörſe vom 4. Auguſt Pieiſe in Feſtmark für 1 Kg. . 4. 3. 4. Elektroly kupfer 137.— 137,— Aluminium 50 Raffinadekupfer—.——.— in Barren.40⸗2,50 2, 40⸗2, Blei—— 6885550 115 ausl.—— Rohzink Bb⸗Pr.) 6,85..95 6 85⸗6,9 üttenzmn—.——.— (fr. Verk.)—.——.— Nickel 3,40⸗3,50 3,40⸗3,50 Plattenzink 6,00⸗6,10.00-6,05 Antimon 1,20⸗1,25.20⸗1.2 Aluminſum 2,30⸗2,35 2,30.2,35 J Silber für 1 Gr. 87,5⸗88,5 87.0⸗O8,0 London, 26. Juli Metallwarkt(In Lſt. l. d. eng. t. v. 1016 Kg. 8 1 3. 4.] Blei 33,21 750 Kupfer Kaſſa 59,35 59,35 beſtſelect. 67,75 65,75 ink 34,65 5350 do. 3 Monat 6,15 60,25 Nickel———— Dueckſuber 15 50 15. do. Eletirol. 67.75 67,75 Zinn Kaſſa 294.75 296.50[ Regulus—.—. 21: Eine Preiskonvention für verzinkte und verbleite Bleche 1 süddeulſchlan. Im Rahmen der Saddeutſchen Eiſen zentrale wurde in Mannheim eine Preiskonvention für vel zinkte und verbleite Bleche gegründet, die für die Gebiete WiI temberg und Bayern Pflichtpreiſe feſtgeſetzt hat. 3 die ſonſtigen in Frage kommenden Gebiete gelten die feſtgelegte; Preiſe zunächſt als Richtpreiſe, ſollen aber ſpäter ebenfalls pflichtig erklärt werden. Der Konvention gehören an der Zinkerel verband als Lieferant einerſeits und die Mitglieder der S. E. 5 nicht dieſe als ſolche. Nicht beigetreten ſind bisher die Mannes mann Röhrenwerke, außerdem beſteht fün Baden die außerha der Konvention ſtehende Konkurrenz von Dillingen und Straßburg⸗ 1: Der Kaliabſatz im Juli. Der Abſatz des Deutſchen Keolſh ſyndikats G. m. b. H. im Juli 1926 betrug 865 472 Dz. Reinke gegen 256 263 Dz. Reinkali im gleichen Monat des Vorjahres. Geſamtabſatz in den erſten drei Monaten(Mai, Juni, Juli) 13 laufenden Düngerjahres beträgt 2111˙941 Dz. Reinkali gege 2 504 578 Dz. Reinkali in den erſten drei Monaten des Düngerjahre 1925/26. Der Abſatz in den erſten ſieben Monaten des laufenden Kalenderjahres beträgt 6 879 720 Dz. Reinkali gegen 8 292 932 D5. Reinkali in der entſprechenden Zeit des Vorjahres. ꝛ0: Erhöhung der elſäſſiſchen Kalipreiſe um 15 v. 9. Die elſäſſiſche Kalihandelsgeſellſchaft nimmt ſoeben nach einer Meldunch der„Rh. W..“ eine Erhöhung der Kalipreiſe um durchſchnitten, 15 v. H. vor. Jedoch wird auf alle Aufträge, die den Gruben vo⸗ dem 16. Auguſt für unmittelbare Lieferung eingehen, eine Vair gütung von 6 Fr. je Tonne für die Sylvinike und von 20 Fr. en Chlorkalium und ſchwefelſaures Kali gewährt. Mit den Kalipreiſe! ſind auch die Sackpreiſe um 0,25 Fr. erhöht. Der neue Preistatt lautet je 100 Kg., loſe verladen: Sylvinit 14 proz. 10,40 Fr. d Elſaß, reichhaltiges Sylvinit 20 proz. 16,70 Fr., Ehlorkaliung 50 proz. 68,5 Fr. ab Gruben, ſchwefelſaures Kali 90 proz. 94 Fr. Gruben. Für Säcke ein Aufpreis von 5,25 bzw. 6,25 Fr. Frachtenmarkt in duisburg-RNuhrort vom 4. Auguſt 102⁰ Der vorrätige Kahnraum konnte ohne beſondere Mühe voll un weggegangen. Londen⸗Mafland 144 nach 145. Die heutigen Mor⸗ genkurſe ſind gegen die geſtrigen Schlußkurſe unverändert. Erheb⸗ ganz untergebracht werden. Die Tagesmiete mit 8 bzw. 8,50 Pfg. für Bergreiſen und die Frachten für Talreiſen blieben unverändert⸗ markt lag ruhig, doch iſt die Beſchäftigung in Seeee einzelnen notieren heute vor⸗ — Donnerslag, den 5. Auguſt 1928 Wiener Operefſfenspiele Rosengarſen Mannheim. Donnerstag, 5. August, abends 8 Uhr „Grafin Mariza“ ilige Preise von.90 bis 400 Mk. 07 Einlacddung! If Neue Mannheimer Jeifung(miitag ⸗Ausgabe) 2. Seite. Nr. 357 eeeeeeeeeeeeeee Heute zum lefzten NMali nldn Ein Drama nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Dumas 3. und 4. Teil(letzter) 6 Akte 6 Akte U. a. die denkwürdige Hauptdarsteller: Tora Teie, Uno Henning, Paul bei Lcuthen Vetimschtes Planes Rn Rauf!l UHNieie de 813 Heckel Plano-Lager 0 3, 10. 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August 1926 Stockhornstr. 50 Gestern morgen ½4 Uhr verschied nach langem Leiden mein lieber Mann, Sohn und Bruder Ffiodrich Herzog Die trauernden Hinterbliebenen: Fümilie Herzug Fümilie Jig Die Einãscherung findet Freitag, den 6. August, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium statt. 22553 lieber Mann, unser guter Vater, Onkel Todes-Anzeige. Infolge Herzlähmung entschlief s anft mein J0Sci CGchrig Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. August, nachmittags 2 Uhr von der Leichenhalle aus stait. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Bruder und 2646 fe et Wucbeiles-ete Nachruf. Piötzlich u. unerwartet verschied am 3. ds. Mts. meine langjährige Angestellte Ffau retel Würz Sie war mir stets eine treue Mitar- deiterin, deren Andenken jch in Ehren nalten werde. 2605 Mannheim, den 4. August 1926. 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Die Stadt verpflichtet ſich. wäbrend der Laufzeit der Anleibe keine Auleihe aufzunehmen, die dem Gläubiger eine beſondere Sicher⸗ heit gewährt, weun ſie nicht den Gläubigern der jetzigen Anleihe gleichrangige Sicherheiten ſtellt. Der Erlös der Anleihe iſt insbeſondere zum Bau von Wohnun⸗ aen beſt Das RNeinvermdgen der Stabt betrua am 1. April 1925 1815 wovon NM. 10 884 858.— auf werbende Anlagen entfallen. Die Anleibe, deren Einführung zur Notierung an den Börſen von München und Frankfurt a. M. beantragt werden ſoll, iſt in Stücken zu RM. 1000.—, 500.—, 200.— und 100.— ausgefertigt. Der für die zugeteilten Stücke iſt am 20. Auguſt d. J. au en. Zeichnungspreis beträat Der 95%. 04⁰ zuzüglich Stückzinſen und Börſenumſatzſteuer. Zeichnungen mit mindeſtens ſechsmonatiger Sperrverpflichtung werden vorzugsweiſe berückſichtigt. Die Zeichnung findet Niederlaſſungen ſowie bei un 1026 Im Aug. Bayeriſche Gemeindebank Gebr. 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