ſeiner bisherigen Sondierungsausſichten. Donnerskag, 20. Jaunar Neue MannheimerSeikung Mannheimer General Ameiger ‚ Unterhaltungs-Beilage.Aus der Welt der Cechnik. Wandern und Neiſen Geſetz und Necht Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus —— durch die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. Bei evtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ forderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. Haupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. e R1.-6, (Baſſermannhaus).Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhoſſtr. ö, Schwetzingerſtr 19,20 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mal. Fernſprecher 24944, 24945, 24951, 24952 u. 24953 Beilagen Sport und Spiel Aus Seit und Leben Mannheimer Frauenzeitung Abend⸗Ausgabe Marx gibt den Der zweite Verſuch geſcheitert — Berlin, 20. Jau. Amtlich wird folgendes mitgeteilt: In Fortführung der auf Bildung einer Regierung der Mitte gerichteten Bemühungen hatte heute morgen der Reichskanzler Marx eine erneute eingehende Ausſprache mit dem Fraktionsvorſitzenden der Deutſchen Volkspartei Dr. Scholz. In den Mittagsſtunden erſtattete der Reichskanzler dem Reichspräſidenten Bericht über das Ergebnis Aufgrund der Widerſtände, auf die er bei dieſen Bemühungen um eine Re⸗ gierung der Mitte geſtoßen iſt, legte der Reichskanzler den ihm erteilten Auftrag in die Hände des Reichsprä⸗ ſidenten zurück. Der Reichspräſident hat ſich ſeine wei⸗ tere Entſchließung vorbehalten. In Ergänzung der amtlichen Meldung wird uns von un⸗ ſerem Berliner Büro noch folgendes gedrahtet: Der Verzicht des Reichskanzlers iſt darauf zurückzuführen, daß Dr. Scholz ihm in der vorausgegangenen Unterredung unzweideutig zu verſtehen gegeben hat, daß der geſtrige Beſchluß der Deutſchen Volkspartei als eine Ableh⸗ nung des Kabinetts der Mitte mit Bindung nachlinks zu deuten ſei. Wir waren von vornherein der Meinung, daß eine andere Interpretation des volksparteilichen Beſchluſſes kaum möglich war, trotz der verſchiedenartigen Auslegung, die er auch in der heutigen Preſſe erfahren hat. Daß Dr. Marx das Erſuchen des volksparteilichen Fraktionsführers, nunmehr mit den Deutſchnationalen wieder in Fühlung zu treten, für ſeine Perſon ablehnte, war nach allem, was in der letzten Phaſe vorgegangen iſt, nur zu erwarten. Uebri⸗ gens haben der Beſprechung zwiſchen Scholz und Marx nicht, wie fälſchlicherweiſe gemeldet war, Dr. Streſemaunn und v. Gusrard beigewohnt. Die bedeutungsvolle Ausſprache voll⸗ zog ſich vielmehr unter vier Augen. Der nächſte Auftrag wird wohl unter der Spitzmarke vor ſich gehen:„Bereinigung der ſozialen Fragen in arbeiterfreundlichem Sinne bei geſamtbürgerlicher Regierung.“ Natürlich wird im Reichstag eifrig die Frage ventiliert, wer die Löſung dieſer neuen Aufgabe übernehmen ſoll. Namen wie Streſemann und Stegerwald ſchwirren durch die Luft. Man hält es ſogar für nicht ganz ausgeſchloſſen, daß ſchließlich doch gegebenenfalls Herr Marx nochmals als homo regius erneut in Betracht käme, und zwar deshalb, weil das Zentrum, das ja auf jeden Fall den Kanzlerpoſten nicht aus der Hand laſſen möchte, Herr Marx denn ſchon lieber als Herr Stegerwald wäre. Von deutſchnationaler Seite wird das Gerücht ver⸗ breitet, daß der Reichspräſident einen Deutſchnationalen wit der Bildung des Kabinetts der Mitte beauftragen werde. Wie mit Beſtimmtheit verlautet, iſt die Entſcheidung des Reichspräſidenten vor 4 Uhr nachmittags nicht zu er⸗ warten. Die Geßler⸗Kriſis Ueber die Sitzung der demokratiſchen Reichstags⸗ fraktion, die ſich am Mittwoch abend mit der Frage der Re⸗ gierungsbildung und der Reichswehr beſchäftigte, wird partei⸗ offiziös bekannt gegeben, daß die Partei beſchloſſen habe, die Erklärungen des Reichskanzlers Dr. Marx abzuwarten, nach⸗ dem bisher von dieſem der Fraktion noch keine ſachlichen oder perſönlichen Vorſchläge gemacht worden ſeien. Zur Frage der Reichswehr hat die Fraktion einſtimmig folgenden Beſchluß angenommen: „Die deutſche demokratiſche Reichstagsfraktion, die ſich durch ihre berufenen Vertreter ſtets für die Reichswehr ein⸗ geſetzt und deren Entpolitiſierung als Vorausſetzung der Wehrhaftigkeit der Nation gefordert hat, mißbilligt es auf das ſchärfſte, daß ein General in die Politit eäingreift und hierbei Vorwürfe und bereits widerlegte ngriffe gegen die Deutſch⸗Demokratiſche Partei erhebt. Sie erſucht den Vorſtand, die nötigen Schritte gegen die Wieder⸗ holung eines ſolchen Vorganges und für die Beſeitigung der ihm zu Grunde liegenden Mißſtände zu tun, weil nur dann die Reichswehr eine Sache des geſamten Volkes werden kann.“ Wie geſtern berichtet, ſprach die„..“ von einem Brief Dr. Wirths an Dr. Geßler. Wie die„Germania“ erfährt, iſt ein ſolcher Brief nicht geſchrieben worden. Die Nachricht des betreffenden Blattes iſt frei erfunden. Briands Rede Die Beurteilung in Berlin J Berlin, 20. Jan.(Von unſerem Berliner Büro.) Bei der Beurteilung der riand⸗Rede wird man berückſichtigen müſ⸗ ſen, daß Briands Lage im Augenblick ſehr ernſt umkämpft iſt und daß gewiſſe Wendungen, die nicht angenehm in unſeren Ohren klingen, wohl aufinnenpolitiſche Motive zurück⸗ gehen. Man mißt daher in Berliner maßgebenden Kreiſen der Rede auch keine übertriebene Bedeutung bei. Uebrigens weichen die Berichte gerade an den Stellen, in denen von der Räumung geſprochen wird, nicht unweſentlich von einander ab. Feſtzuhalten iſt jedenfalls, daß die Räu⸗ mungsfrage dauernd Gegenſtand diplomatiſcher vorſichtiger Auftrag zurük Zum geſtrigen Beſchluß der Volkspartei wird in der„B. Z. am Mittag“ unter Berufung auf maß⸗ Stellen der Deutſchen Volkspartei auseinandergeſetzt, aß dieſe mit ihrer geſtrigen Entſchließung nicht eine neue Rechtsſchwenkung vorgenommen hätte. Nach unſerer Kennt⸗ nis trifft dieſe Deutung im weſentlichen zu. Die Deutſche Volkspartei, ſo wird auch uns verſichert, hat geſtern keines⸗ wegs erklären wollen, das von Marx propagierte Kabinett der Mitte abzulehnen. Sie möchte nur, daß zunächſt einmal die von Dr. Curtius eingeleiteten Verhandlungen mit den Deutſchnationalen zu Ende geführt würden. Sieht man dann, daß die Haltung der Deutſchnationalen eine Einigung ausſchließt, ſo wird, nehmen wir an, auch die Deutſche Volkspartei andere Wege zu gehen bereit ſein. Die Deutſche Volkspartei hat ſchon um deswillen keine Neigung, ſich den Deutſchnationalen mit Herz und Hand zu ergeben, weil dieſe ja ſelber keineswegs einig ſind, und weil, wie wir alle wiſſen, jedesmal, wenn die Gruppe Lindeiner Entgegen⸗ kommen und Nachgiebigkeit gezeigt hat, aus irgend einem Winkel, wo die Ultras zu Hauf ſitzen, der Gegenſtoß kam, der alles umwarf. Die Deutſche Volkspartei wünſcht alſo, um das feſtzuhalten, ſich keinen der noch möglichen Wege zu verbauen. Das B. T. hatte heute früh gemeldet, daß Dr. Streſe⸗ mann in der geſtrigen Fraktionsſitzung der Deutſchen Volks⸗ partei ſich ſozuſagen mit Geßler identiſch erklärt hätte. Auch das ſoll, wie wir hören, in dieſer Form nicht zutreffen. Die Deutſche Volkspartei iſt ſicher nicht gegen Geßler, ſie wird nichts tun, um ihn zu Fall zu bringen, aber wir haben nicht den Eindruck, daß die Volkspartei unter keinen Umſtänden eine Regierungskombination mitmachen würde, bei der etwa Herr Geßler fehlt. Die Richtlinien von Dr. Curtius Dr. Curtius hat, als er ſeinen Auftrag zur Kabinetts⸗ bildung dem Reichspräſidenten zurückgab, den Brief ver⸗ öffentlicht, worin er dem Führer des Zentrums, Herrn von Gusrard, die Grundlage ſeines Programms in Form von Richtlinien entwickelte; die Veröffentlichung iſt allerdings nur auszugsweiſe erfolgt, gerade der Abſchnitt über die Richt⸗ linien ſelbſt fehlte, wie ſich jetzt zeigt mit gutem Grunde, denn die Neugier nach dieſem Teil iſt ſehr groß. Dr. Curtius war in der ſchwierigen Lage, daß er zwiſchen zwei Parteien ver⸗ handeln ſollte, die jede vorzeitige Feſtlegung fürchteten, da⸗ mit ſie ſich für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen keine Blöße gegeben hätten. Er hat deshalb den allein mög⸗ lichen Weg gewählt, daß er mit den Deutſchnationalen und mit den Vertretern des Zentrums ſyrach und ſich über ihre Ab⸗ ſichten ein Bild machte. Daraufhin hat er dann auf eigene Verantwortung, wozu er als Vertrauensmann des Reichs⸗ präſidenten ja berechtigt war, Formulierungen ausgearbeitet und ſie dem Zentrum, wie auch den Deutſchnationalen zuge⸗ leitet. Seine Abſicht war, daß beide Parteien dieſe Richt⸗ linien prüfen und Abänderungsvorſchläge beantragen ſollten, um ſo zu einem Regierungsprogramm zu gelangen, das in der Soztalpolitik, in der Außenpolitik, in der Finangpolitik und auch in Verfaſſungsfragen den Bogen von den Deutſch⸗ nationalen bis zum Zentrum ſpannte. Dr. Curtius hatte den Eindruck, eine ſolche Uebereinſtimmung würde ſich ſachlich er⸗ zielen laſſen. Er iſt aber zuletzt gar nicht weit gekommen, weil das Zentrum, ohne auf die Sache einzugehen, ihnablehnte. Geſpräche iſt, wenn ſie auch augenblicklich in den Hintergrund gedrückt wird, da man begreiflicherweiſe erſt einmal das Entwaffnungsproblemerledigen möchte. Unverſtändlich iſt es, inwiefern Briand ſich die Auffaſ⸗ ſung zu eigen machen kann, daß Deutſchland Gegenleiſtungen zu bieten habe, durch die die Sicherheit Frankreichs garantiert werden. Soweit wir wiſſen, iſt das doch durch den Locarno⸗ vertrag geſchehen, in dem die franzöſiſchen Grenzen aus⸗ drücklich durch England gewährleiſtet ſind. Wenn Verträge als bindende Inſtrumente überall anerkannt werden, ſo iſt nicht einzuſehen, was darüber hinaus von deutſcher Seite noch geſchehen ſoll. Die großen Pariſer Zeitungen nehmen heute nur vereinzelt zu den geſtrigen Erklärungen Briands im Kammerausſchuß für auswärtige Angelegenheiten Stellung.„Petit Journal“ hebt hervor, daß Briand im Namen des geſamten Miniſteriums ſprach, was dazu beigetra⸗ gen habe, eine große Entſpannung unter den Geiſtern hervor⸗ zurufen. Der„Quotidien“ fordert, daß das Kabinett ſich jetzt über den wahren Gegenſtand der Debatte, die Aufrecht⸗ erhaltung der Beſatzung oder die Räumung des Rheinlandes, ausſpricht. In einer ſo ernſten Debatte hätten die Militärs nichts zu ſagen. Aber wenn die Räumung nötig ſei, hätten ſie die Pflicht, den geeigneten Augenblick dafür zu wählen und die Bedingungen feſtzuſetzen. Das deutſche Pfand könne nicht ohne Gegenleiſtung ausgeliefert werden.„Ere Nouvelle“ und„Vo⸗ lonts“ zollen der Politik Briands erneut Anerkennung, wäh⸗ rend„Echo de Paris“ glaubt feſtſtellen zu können, daß Briand offenbar von ſeinem Programm nach Thoiry im Rückzug be⸗ griffen ſei. Glücklicherweiſe habe er die Verwirklichung ſeiner Abſichten aufgegeben. Die Ereigniſſe in Deutſchland hätten ihm wenigſtens einige Vorſicht inſpiriert. Frankreich und Italien Der„Avenir“ will wiſſen, daß Briand über den franzöfi ſchen Botſchafterpoſten beim Quirinal mit Muſſolini verhandle. Briand ſei der Auffaſſung, daß eine Verſtändigung mit Italien notwendig ſei. * Der neue Geſandte Deutſchlands in Aegypten, von Stohner, hat Berlin verlaſſen, um am 28. Januar in Kairo ſein neues Amt anzutreten. Preis 10⸗Pfeunig 10 27— Ar. 32 el eiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. 5 5 95 Anzeigen.40.ut Neuamen —4.⸗M. Kollektiw⸗Anzeigen werden höher berechnet Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ —— wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks, Berriebsſtörungen uſw. 151 keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od. beſchränkte Au aben oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Au äge durch Fernſprechet ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mannheim. „Süddeulſche Lieder, norddeutſche Leiſtungen“ Das enfant terrible der Deutſchnationalen, der Reichs⸗ tagsabg. Everling, hat in der vergangenen Woche in Schwerin eine Rede gehalten, in der er abermals den Beweis erbrachte, daß er alles andere als ein Politiker mit weitem Horizont iſt. Wenn er ſich z. B. gegen den Anſchluß Oeſter⸗ reichs ausſpricht, weil er zu den Berliner Juden nicht noch die Wiener Juden hinzuhaben will, ſo genügt dieſe„tiefgrün⸗ dige“ Weisheit vollauf zu ſeiner Charakteriſierung. Man könnte überhaupt über die Rede, die, nebenbei geſagt, ſo ziem⸗ lich alles Porzellan der Regierungsbildung zerſchlagen hätte, wenn ſie nicht der von niemanden mehr ernſt genommene Herr Everling gehalten hätte, ruhig hinweggehen, wenn nicht ein Paſſus in ihr enthalten wäre, der nicht ganz unwider⸗ ſprochen blieben darf. Herr Everling meinte nämlich— in welchem Zuſammenhang iſt übrigens nicht berichtet worden— daß man von Süddeutſchland nur die Lieder gebrauchen könne, die politiſchen Leiſtungen dagegen müßten Norddeutſchland vorbehalten bleiben(3. B. Everlings Rede:). Dieſe unſinnige und auch taktloſe Antitheſe iſt aber ſchon deshalb überflüſſig, als eine genauere Betrachtung der Entwicklung der politiſchen Dinge während der letzten drei Jahre die unbeſtreit⸗ bare Feſtſtellung ergibt, daß ſich das Verhä ltnis zwiſchen Norddeutſchland und Süddeutſchland zu Gunſten des Nordens verſchoben hat. Man braucht dabei nicht einmal an gewiſſe Aeußerlichkeiten zu denken, die auch zum Teil Zufälligkeiten ſein können, daß 3z. B. in der erſten Zeit nach der Revolution prominente Führer im politi⸗ ſchen Leben aus Süddeutſchland ſtammten. So war der erſte Reichspräſident ein gebürtiger Heidelberger und Freiburg ſtellte gleich zwei Reichskanzler hintereinander. Fehrenbach und Dr. Wirth. Aber ſchon bei der Reichspräſidentenwahl im Jahre 1925 ergab ſich das Kurioſum, daß ſämtliche ſieben Prä⸗ ſidentſchaftskandidaten geborene Preußen waren, denn auch der damalige badiſche Staatspräſident Dr. Hellpach und der bayriſche Miniſterpräſident Dr. Held ſind, wenn ſie ſich auch ganz als Süddeutſche fühlen, jenſeits des Maines entſproſſen. Seit der Wahl Hindenburgs etwa verſpürt jedoch das deutſche politiſche und ſtaatliche Leben wieder mehr das nordiſche Schlaggewicht(wozu noch das Ueberhandnehmen des Ober⸗ bürgermeiſterelements in der Reichspolitik kommt). Nichts wäre nun freilich verkehrter, dieſer Tatſache gegenüber ſo etwas wie eine Prozentrechnung aufmachen zu wollen, damit die jetzt leider üblich gewordene Schlüſſelung den ſüddeutſchen In⸗ tereſſen gerecht werde. Aber daß eine ſtärkere Betonung des ſüddeutſchen Elementes mitunter nichts ſchaden, ſondern eher nutzen würde, iſt wohl unbeſtreitbar. Waber kommt nun die Ausſchaltung Süddeutſchland aus der Reichspolitik, und wo liegen die Gründe? Innen oder außen? Die Staatsumwälzung von 1918 hat vor allem die dahin ziemlich geſchloſſene Einheitlichkeit des deutſchen Südens aus⸗ einandergeriſſen. Gegenüber dem konſervativen Norden hatten die drei ſüddeutſchen Staaten Bayern, Württemberg und Baden ausgeſprochen liberale Prägung. Man darf über dem heutigen Geſicht des Landes Bayern nicht ver⸗ geſſen, daß ſich dort der Liberalismus jahrzehntelang in der Regierung und im Parlament behauptet hat. Württemberg war das gelobte Land der ſüddeutſchen Demokratie unter Führern wie Payer und Haußmann und Baden das tradi⸗ tionelle„liberale Muſterländle“. Gewiſſe demokratiſche In⸗ ſtitutionen des Staatslebens wie allgemeine und geheime Wahlen, für die Gemeinden ſchon ſogar nach dem Verhältnis⸗ wahlrecht ſowie gewiſſe Wahlrechte der Frauen, waren be⸗ reits jahrzehntelang in Uebung, als man in Preußen immer noch das Dreiklaſſenwahlrecht beſaß. Die Simultanſchule war in Baden ſeit über einem Menſchenalter dermaßen in den geiſtigen Beſitz aller politiſchen Parteien übergegangen, daß nicht einmal das Zentrum daran zu rütteln gedachte. Nicht nur die geiſtigen Sberſchichten, wie das höhere Veamtentum, die Univerſitäten, die evangeliſche Kirche und auch die ſüh⸗ renden Kreiſe der Wirtſchaft dachten liberal. auch die breiten Maſſen der katholiſchen Bevölkerung waren liberal ein⸗ geſtellt und wählten nicht die Zentrumskandidaten. Ange⸗ ſichts der freieren ſtaatlichen Verhältniſſe und des gegenüber dem Norden kaum verſpürbaren Klaſſen⸗ und Kaſtengegen⸗ ſatzes entwickelte auch die ſüddeutſche Sozialdemokratie ſich nicht derartig radikal wie in Berlin oder Hamburg. In ihren Reihen befanden ſich jene bedeutenden Köpfe, die für die poſitive Mitarbeit am ſtaatlichen und politiſchen Leben eintreten und dadurch beträchtliche Teile der ſtändig negieren⸗ den Sozialdemokratie zu fruchtbharer Tätigkeit mitriſſen. Es genügt, die Namen des Bayern Vollmar und der Badener Kolb und Frank ſowie die in der Geſamtpartei ſührenden Männer wie Ebert und Auer zu erwähnen. Im Ganzen war der ſüddeutſche Geſamteinfluß im Spiel der Kräfte nicht zu überſehen und zeitweilig ſogar recht beträchtlich, wenn man ſich daran erinnert, daß Hohenlohe und Hertling in der Reihe der früheren Reichskanzler das ſpezifiſch ſüddeutſche Element vertraten.(Wenn man will, kann man auch das Zwiſchenſpiel Prinz Max von Baden dazu rechnen.) Wenn nicht alles täuſcht, iſt vorläufig die Zeit der ſüd⸗ deutſchen Reichskanzler und ſonſtigen Prominenten vorüber. Das norddeutſche Element hat die Führung und damit ein Uebergewicht erhalten, womit jedoch kein Werturteil über Vorzüge oder Nachteile des einen Teils gegenüber dem anderen ausgeſprochen ſein ſoll. Wir haben uns lediglich an die Tatſache ſelbſt zu halten, wie auch an die Feſtſtellung, daß Süddeutſchland ſelbſt anders geworden iſt. Der früher ſo einheitlich geſchloſſene Liberalismus iſt zerſplittert und einflußlos geworden. Sein Erbe hat das Zentrum angetreten, das allerdings nicht den gleichen einheitlichen Zug aufweiſen kann, wie ſein Vorgänger. Die föderaliſtiſche in Bayern iſt bekannt. In Württemberg, wo einſt ausgeſprochene Demokraten, wie Gröber und Erz⸗ berger, den man ſchon als einen katholiſchen Sozialiſten an⸗ ſprechen darf, gewählt wurden, regiert es mit den Deutſch⸗ nationalen zuſammen, und in Baden iſt es trotz gelegentlicher Ablenkungsverſuche ſeines klugen und einflußreichen Füh⸗ rers, des Prälaten Dr. Schofer, ein Hort der Weimarer Koali⸗ tion und beſonders ſtark mit der Sozialdemokratie liiert. Wieweit dabei noch der Einfluß Dr. Wirths als gebürtigen Vadeners und gewählten badiſchen Abgeordneten mitbeſtim⸗ mend iſt, kaun hier im einzelnen 5 Andererſeits iſt auch die ſüddeutſche Sozjaldemo⸗ kratie nicht mehr die alte. Der Tod Fraäuks erweiſt ſich auf bie Dauer als ein ſchwerer Verluſt, denn ſie ermangelt des wirklichen geiſtigen Führers und gerät zuſehends immer mehr in die Abhängigkeit des radikalen Berlinertums und des Parteifunktionarismus. Der Reſt des Bürgertums, ſo⸗ weit er überhaupt noch politiſch intereſſiert iſt, hat den Weg — vechts eingeſchlagen, obwohl zwiſchen den württem⸗ ergiſchen oder babiſchen Deutſchnationalen und ſeinem e eeN und oſtpreußiſchen Parteifreund ein großer uterſchied inſofern beſteht, als jener namentlich in Kultur⸗ fragen auch heute noch immer liberal fühlt, während dieſer mehr der konſervativen Weltanſchauung treu bleibt, die dem Süddeutſchen an ſich weſensfremd iſt. Auf der andern Seite haben die großen wirtſchaftlichen Organiſationen auch ihre Fänge nach dem Süden ausgeſtreckt, ſo daß weniger eine Umwertung aller politiſchen Werte, als vielmehr eine der politiſchen Gruppen erfolgt iſt. eber eines möge man ſich aber im Norden klar ſein, daß der ſpezifiſch ſüddeutſche Partikularis mus beutz nicht mehr exiſtiert. An dieſer Feſtſtellung ändert es nichts, daß gelegentlich das föderaliſtiſche Moment ſtärker be⸗ tont wird und Klagen gegen die Berliner„Oberbürokratie“ leidenſchaftlicher erhoben werden. Für die Reichstreue ſorgt ſchon die Näbe Frankreichs, gegen das Baden wieder Grenz⸗ land geworden iſt und das beſetzte Gebiet, deſſen Leiden und Nöte uns ſichtbarer vor Augen ſtehen, als dem weiter ent⸗ fernten Norden und Oſten. Iſt aber Süddeutſchland als politiſcher Begriff auch rein weltanſchauungsmäßig nun⸗ mehr verſchüttet, ſo beſteht doch ſeine kulturelle Eigen⸗ art fort, und da möchte man doch wünſchen, daß ſie im Rahmen der deutſchen Politik wieder mehr zur Gel⸗ tung kommen möge. Eugen Schiſſer ßat wäßrend des Krieges einſt das Wort gehrägt: Preußiſches Eiſen ins dentſche Blut!“ Die Richtiokeit und Notwendigkeit dieſer Worte erkennen wir an. möchten ſie aber dahin er⸗ gänzen: Süddeutſcher Geiſt in dentſches Weſen!“ Deun ſchlienlich handelt es ſich doch nicht un Norddeutſchland oder Sübddentſchland allein, ſondern:„Das ganze Deutſchland ſoll es ſein!“ ‚ K. F. Konſumkresitfinanzierung und Regierung Die Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei hatte auf Veranlaſſung des Abgeordneten„ n vor kurzem folgende Aufrage an die Reichsregierung gerichtet: „Ter deutſche mittelſtändiſche Einzelhandel betrachtet mit großer Sorge die nach amerikaniſchem Vorbild eingeführte hohe Agio⸗ und Zinsbelaſtung verurſachende Konſumkredit⸗ ſinanzierung, die geeignet erſcheint, weiteſte Kreiſe, insbeſon⸗ dere der Feſtbeſoldeten, in drückende Dauerverſchuldung zu bringen. Im Hinblick auf das allgemein Bedenkliche einer ſolchen Entwicklung für die auf wirtſchaftliche Geſundung ge⸗ richtsten Beſtrebungen, ferner auf die beſonders dem Beamten⸗ und Angeſtelltentum daraus erwachſenden Gefahren fragen wir: Iſt ſich die Reichsregierung dieſer ſchädlichen Fol⸗ gen für das Staats⸗ und Allgemeinwohl bewußt und was gedenkt ſie zu ihrer möglichſten Verhütung zu tun?“ Die Reichsregierung hat nun durch den Wirtſchafts⸗ miniſter Dr. Curtius folgende Antwort erteilt: Die Anfrage Nr. 211 der Abgeordneten Dr. Scholz und Fraktion wird wie folgt beantwortet: Die Bedeutung und die Auswirkungen der neuen Arten und Formen, welche Teile des Einzelhandels— vielfach in Anlehnung an Vorbilder des Auslandes— mit dem Ziele einer Finanzierung des Kon⸗ ſums jüngſt ſtattgefunden haben oder vorbereiten, ſowie die Mittel, welche geeignet waren, ſchädliche Folgen und Aus⸗ wüchſe einer Konſumfinanzierung der neuen Art zu ver⸗ hüten, ſind Gegenſtand von Erwägungen innerhalb der betei⸗ ligten Reichsreſſorts. In den Reſſortbeſprechungen werden insbeſondere auch die Bedenken erörtert, die der Einbeziehung von Verbrauchsgütern in die Konſumfinanzierung entgegen⸗ ſtehen. Vorausſichtlich wird der Vorläufige Reichswirt⸗ ſchaftsrat erſucht werden, zu den mit der Konſumfinan⸗ zierung zuſammenhängenden Fragen gutachtlich Stellung zu nehmen.“ euther vor der Verliner Preſſo Berlin, 20 Jan.(Von unſerem Berliner Büro.) Der frühere Reichskanzler Luther ſprach geſtern im Verein Berliner Preſſe über ſeine ſüdamerikaniſchen Reiſe⸗ eindrücke. Er ſchilderte dabei die herzliche Aufnahme, die er überall auch bei den Südamerikanern lateiniſcher Raſſe fand. Dann verbreitete ſich Luther in einigen Betrachtungen über die Stellung des Deutſchtums in wirtſchaſtlicher und kultureller Beziehung, auch über die Bedeutuna des deutſchen Schulweſens für Lateinamerika. Luther wünſcht eine möglichſt enge Verl indung des Deutſchtums mit dem Auslande und ein ſich Kümmern der Heimat um dieſes Deutſchtum. Verliner Ar⸗ und Erſtaufführungen Von Hermaun Kienzl Die großen Berliner Theater ſind mit Zugſtücken ziem⸗ lich ve. ſo- gt, und ſeitdem ſie, mit Au-nahme ber Staatshüh⸗ uel, durch vie wietſchaftliche Lage gezwungen ſind, gleich den Op.teltentheatern ihre Kaſſenſtüccke in ununterhgrochenen Stitien abzuſpulen, hockt die neue Literatur iun Warteſaal. Aber ein ſozuſagen neues Theater hat ſich aufgetau! Vort, wo ehedem die elende Bretterkude des e ſtand. Der alte Name und künſtleriſche Leiter ſind geblieben. 5 Denn wy früher Anuſonſten keunt man die Welt nicht eine ſchmächtige Bühne vor engem, ſchauerraum unter dem Geſtöhne und che kühles fzeniſche Andeutungen vorſührte, erhebt ſich jetzt. von em im Theaterbau bewährten Meiſter Oskar Kauf⸗ mann errichtet, das ſchönſte und behaglichſte Theater Ber⸗ Uns. Dieſes Verwandlungswunder hat die erſinderiſche Aus⸗ nutzung des in Länge und Breite wenig veränderten Raumes vollbracht. Die Höhe ſcheint geſtreckt, doch nicht mehr, als die ideale Intimität eines Kammerſpielhauſes geſtattete. Die dunkle Holztäfelung der Wände, Ceſar Kleins heiter ſpiele⸗ riſche Intarſienbilder der Decke, die freundlich ſtrahlende Belichtung, die vornehmen und bequemen Sitzreihen,— alles ſingt uns zu:„Da laß dich ruhig nieder!“ Eine einzige Frage noch: ob wirklich nur gute Schauſpieler ihre Lieder alen? 15 Direktor Theobald Tagger hat die Wiedergeburt des Renaiſſancetheaters mit einem in Deutſchland bisher noch nicht aufgeführten Stück von Bernard Sham ge⸗ ſeie t. Die„özornige“ Komödie„Haus Herzenstod“ iſt ein ſchwaches Theaterſtück, aber einer der genlalſten Nieder⸗ ſchläge Shalw'ſcher Weltanſchzuung. Trotzdem war ihre Wahl um Chorführer des Repertoires ein Mißgriff. Nicht etwa es alb, weil ſie kein langes Bühnenleben haben kann; Opfer des Geſchäftsgeiſtes für den höberen Geiſt ſind ehrenpoll. Doch ungeahnte Schwierigkeiten, unſichtbare Fußangeln lau⸗ ern in dieſer e e ſo beſcheiden ihre ſzeniſchen An⸗ ſprüche ſind, auf den Regiſſeur. Tagger, der Spielleiter, hat e wirklich nicht geahnt und geſehen! Und ſo wurde„Haus erzenstod“, das ein Irrenhaus, nämlich die geſellſchaftliche ilt iſt, durch ein Durcheinander des troniſchen und reali⸗ ſtiſchen Stils um die Klarheit. der verzweifelten Menſchheits⸗ perbammung gebracht. Ja, Verzweiflung, nicht bloß, wie Shaw ſagt, Zorn ballt ſich hinter dem parodoxen Witz, mit 25 dem das„Luſtſpiel“ bis zum Giebel geladen iſt. Vor Aus⸗ lem, froſtigem Zu⸗ equietſche des Ge⸗ [Geſellſchaft eines tragiſchen Uuterganges nicht einmal wert. wene Waunhefmer- Zeltang(Abend⸗Musgabe) Das Ende der mezikaniſchen Kriſis Aus Waſhington kommen beruhigende Nach⸗ richten, nachdem ſchon Ende der vorigen Woche eine fühl⸗ bare Entſpannung der Beziehungen zwiſchen den Vereinigten Staaten und Mexiko eingetreten war. Es ſcheint, daß auch jetzt die Konfliktsgefahr noch nicht ganz vorüber iſt. Aber man hat doch allgemein den Eindruck, daß die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten in immer ſteigendem Maße mit dem Senator Borah geht und daß die Kräfte, die gegen einen Konflikt mit Mexiko arbeiten, all⸗ mählich die Oberhand gewinnen. Während Borah mit ſeiner Kritik am Anfang ziemlich allein ſtand, hat ſich in der letzten Zeit mehr und mehr in den Vereinigten Staaten die Ueber⸗ zeugung durchgeſetzt, daß Staatsſekretär Kellogg übel be⸗ raten und auch nicht ſehr geſchickt war, als er die Spannung einen ſo gefährlichen Grad annehmen ließ. Im Verlauf der Verhandlungen im Auswärtigen Ausſchuß des Senates hat man ſich auch in den Kreiſen der amerikaniſchen Regierung dieſer Auffaſſung nicht mehr verſchließen können und ſo kommt es keineswegs überraſchend, daß Kellogg einer ſchieds⸗ richterlichen Beilegung des Oel⸗ und Landſtreites mit Mexiko zugeſtimmt hat. Damit iſt die mexikaniſche Kriſis wohl erledigt. In welcher Form ſie ihre Löſung finden ſoll, wird noch erwogen. Man kann die Entſcheidung der Gerichtshöſe in Anſpruch nehmen, man kann aber auch ebenſo die ganze Angelegenheit vor das Haager Schiedsgericht bringen und dort eine Bei⸗ legung des Streites mit dem Präſidenten Calles ſuchen. Nach dieſer letzten Richtung macht ſich ſchon jetzt ein ziemlich ſtarker Druck in der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten geltend. Auf einer Tagung des Verbandes amerikaniſcher Journaliſten iſt ohne Unterſchied der Partei an der aggreſ⸗ ſiven Haltung der amerikaniſchen Politik ſehr ſcharfe Kritik geübt worden. Man kann annehmen, daß gerade dieſe Stimme der öffentlichen Meinung auf Coolidge ihren Eindruck nicht verfehlt hat. Denn niemand iſt der Preſſe⸗ kritik gegenüber ſo empfindlich wie der amerikaniſche Präſi⸗ dent. Außerdem haben zahlreiche frühere Diplomaten, her⸗ vorragende und namhafte Geſchäftsleute. Vertreter der Kirche, Frauen⸗Organiſationen und andere Körperſchaften ſich ſehr ſtark für eine friedliche Löſung des Konfliktes eingeſetzt. Man kann alſo ſagen, daß das Vorgehen des Senators Borah im ganzen Lande ein unerwartet ſtarkes Echo gefunden hat. Was den Streitpunkt Nicaragua anlangt, ſo wird offen zugegeben, daß der Staat Coſtarica ein Vermitt⸗ lungsangebot gemacht hat. Der Präſident Diaz, den die Vereinigten Staaten unter ihren Schutz genommen haben, hat der Annahme des Angebotes bisher im Wege geſtanden, doch macht ſich nach dieſer Richtung eine weſentliche Abkühlung der bisherigen amerikaniſchen Stimmung bemerkbar. Diaz hat ein Kompromiß angeboten, wonach er bis Dezember 1928 auf ſeiner Stelle gehalten werden ſoll. Er ſcheint alſo ſelbſt zu fühlen, daß er in abſerbarer Zeit ausgeſpielt hat. Die ameri⸗ kaniſche Regierung hölt vorläuſig noch an ihrer bisberigen Politik in Bezug auf Ni⸗aragua feſt. Kellogg bat erklärt. daß die Haltung, die der Präſident Cvolidge in ſeiner Botſchaft an den Kongreß eingenommen babe. noch unverändert ſei. Da Kellogg aber bei dieſer Gelegenbeit nicht wie früßer petont bat. daß man den Präſidenten Dias unter allen Umſtänden halten werde. ſo ſcheink ſich auch hier ein gewiſſer Front⸗ wechſel vorzufereiten. 5 Man darf allerdings auch kier mit ſeinen Schlüſſen nicht allzu voreilig ſein. Die amerikeniſche Stellung wird. wie bis⸗ her, noch gehalten und es läßt ſich vorläuſig nur von einem gewiſſen Stimmung⸗ umſchmung ſprechen. Aber es ſcheint duch aus allen amerikaniichen Meldungen hernorzugeben. daß die feindſelige Haltung Südamerikas gegen die agaxeſſine Politik des großen Bruders im Norden und die ſcharſe Kritik, die das Porgehen der amerikaniſchen Regierung auch ſonſt in der Weltgreſſe cefunden hat. ihren Eindruck auf die Regierungs⸗ freiſe in Waſhinaton und auf die öffentliche Meinung des Landes nicht verfehlt haben. e R Ernſte Lage in Futſcheeen London, 20. Jan. Der Pekinger Korreſpondent des „Daily Telegraph“ meldet: Die Nachrichten aus Futſchau lauten immer ernſter. Ein Miſſionariſtermordet wor⸗ den. Zwei Hoſpitäler, eine Schule und eine amerikaniſche Miſfion wurden geplündert. Der chineſiſche Admiral ordnete die Hinrichtung der Plünderer an. Er iſt aber nicht mehr Herr der Lage. —————— * Die deutſche Answanderung 1926. Wie das„Hamburger Fremdenblatt“ meldet, umfaßt die Auswanderung nach Ueber⸗ ſee über Hamburg im Jahre 1926 insgeſamt 48 673 Perſonen, darunter 29 539 deutſcher Staatsangehörigkeit und 19 134 Aus⸗ länder. Die Geſamtziffer für 1925 beträgt 44 028, davon 30 534 Deutſche und 13 491 Ausländer. bruch des Weltkrieges hat Shaw dieſe Abrechnung mit der errſchenden Gefellſchaft begonnen, als ein ahnungsvoller ichter, der die Zeit reif für die Sichel ſah. Einſeitigkeit, Ver⸗ augemeinerung muß man dem Dichter zugute halten. Während des Krieges wurde das Stück vollendet. Es lag dann nahe, die Nemeſis Geſtaltl annehmen zu laſſen; doch der Verachtung des witzigen Zuchtrutenſchwingers ſchien die gute 1710 engliſchen Damen und Herren— Sham egempliftziert ſelbſtverſtändlich wieder an eee doch ebenſogut könnten es Repräſentanten jeder anderen Kulturnation ſein! — ſind derart egozentriſch verderbt, ſo verlogen, ſo ohne Leidenſchat verbuhlt, ſo herzloſe Zeittotſchläger, ſo ſchadenfroh, daß ſie in ihrem ſpieleriſchen Genußleben, per⸗ ſönlich in Sicherheit, der Krieg nicht im geringſten kümmert. Ja, es iſt der grimmigſte Witz Shaws, daß in den langen drei Akten des männerkirrenden und den Geldſack umwerbenden Plauderns das grauenvolle Maſſenmorden mit keiner Silbe erwähnt wird, bis ganz am Schluß plötzlich in dunkler Nacht deutſche Zeppeline über die engliſche Küſte und die Vergnü⸗ gungsyacht der Paraſiten ſchwirren und die Luft von ihren Bomben erzittert. Da erſt erfährt auch der Zuſchauer, daß wir mitten im Kriege ſind! Doch für die lebendigen Leich⸗ name des high life iſt die Todesgefahr nichts als eine wonnige Senſation, und— der Tod verſchmäht ſie. Die Familie in „Haus Herzenstod“ beſteht aus den Töchtern des Kapitäns und deren legitimen und illegitimen Anhang, Männchen, mit denen die grauſamen Katzen wie mit Mäuſen ſpielen. Ein ſunges Mädchen kommt in dieſe Atmoſphäre, noch von roman⸗ tiſcher Abenteurer⸗Liebe beſeſſen. Ihr Idol entlarvt ſich als dummer Bramarbas und als Gatte einer Haustochter, Nutz⸗ nießer des Hausvermögens. Das junge Mädchen ſtellt ſofort ein neues Programm auf: einen für reich gehaltenen, ältlich⸗ ſpießeriſchen Börſenſobber will es zur Ehe ſchleppen. Ein Reſt von Menſchlichkeit ſteckt noch in dem uralten Kapitän und Hausvater. Aber der iſt ganz meſchugge. Es kommt bei der Herſtellung dieſer faſt handlungsloſen Spiegelungen darauf an, daß ſich die Frivolität der Entar⸗ teten von dem ſittlichen Ernſt des Satirikers unterſcheide. Auf den Realismus des Stils kommt es an— und auf den Witz über den Dingen. Die Regie Taggers verwiſchte alles. Die Schauſpieler— einige hervorragende Schauſpieler. unter ihnen die glänzende Tilla Durieux!— vointierten drauf los, als hätten ſie, die die Obiekte der Satire geben ſollten. die Parodie vom Verfaſſer gepachtet. Andere, wie als alter Kavi⸗ tän der vortreffliche Hermann Valleutin, waren ein⸗ In der heutigen Vormittagsſitzung wurde zunächſt Uber Geſuͤche des Deukſchen Konditorenbundes und des Deutſchen Nahrungs⸗ und Genußmittelarbeiter⸗Verbandes um arbeits⸗ rechtliche Beſtimmungen für die Konditoreien und Berück⸗ ſichtigung der allgemeinen Wirtſchaftslage bei Bemeſſung von Geldſtrafen durch die Strafbehörden zur Tagesordnung über⸗ gegangen. Darauf kam eine Anfrage des Abg. Marum und Gen. betr. Maßnahmen gegen den weiteren Abban von Eiſenbahnarbeitern zur Behandlung.(In Baden kommen etwa 600 Arbeiter in Frage.) Die Anfrage wurde vom Staatspräſidenten in ſeiner Eigenſchaft als Finanzminiſter dahin beantwortet, daß die badiſche Regierung bei der Reichseiſenbahn vorſtelig gewor⸗ den iſt und ſie daran erinnert hat, daß ſie die moraliſche Ver⸗ pflichtung auf ſich genommen habe, beim Abbau ſoziale Rück⸗ ſichten walten zu laſſen. Es iſt der badiſchen Regierung bereits gelungen, eine Verringerung der Zahl der Abzubauenden zu erwirken. 288 In der Ausſprache wünſchte Abg. Amann(.) ebenfalls eine Aenderung der Abbaumaßnahme der Reichsbahn. Abg. Bock(Kom.) polemiſierte gegen das Ueberſtundenunweſen und gegen den Neunſtundentag. Die Abgg. D. Meyer(Bürgerl. Vereinigung), Dees(Dem.) und Gündert(D. Vp.) er⸗ klärten ſich mit den Ausführungen des Finanzminiſters ein⸗ verſtanden. Inzwiſchen war ein Antrag der Regierungspar⸗ teien eingegangen, der ebenfalls Einſpruch bei der Reichs⸗ debeb gegen den weiteren Abbau von Eiſenbahnaxbeitern erhebt. Genoſſen betr. die Friderieusmarke zur Behandlung. In der Anfrage heißt es:„Der Landtag ſpricht der Regierung ſein Befremden darüber aus, daß ſie den badiſchen Vertreter in Berlin angewieſen hat, für den Antrag auf Zurückziehung der Fridericusmarke zu ſtimmen.“ Die Abgg. Dr. Schmitthenner(B..) und Bauer(D. Vp.) traten in einer längeren Ausſprache für die Marke ein. Darauf gab Staatspräſident Köhler eine Erklärung ab, die die Fridericusmarke ablehnt, weil die Marke politiſche Auseinanderſetzungen veranlaßt habe und es nicht verſtänd⸗ lich ſei, daß ausgerechnet in einem ſolch jungen republikani⸗ ſchen Staatsweſen eine der meiſtgebrauchten Freimarken mit dem Bildnis eines Monarchen der gerade ausgeſchiedenen Monarchie und eines Mannes verſehen werden ſolle, deſſen Tätigkeit zugunſten des deutſcheu Volkes recht umſtrit⸗ tener Art ſei.()) Länder und Reichswehrfrage 15 Nach einer Berliner Meldung ſind zwei Länder des Reiches gegen die Politiſierung der Reichswehr und ihre Stel⸗ lung unter parlamentariſchen Einfluß vorſtellig geworden. Wie der„Fränkiſche Kurier“ gehört haben will, ſcheine Bayern nicht unter dieſen Ländern zu ſein. Schnee am Rhein Rheinland ein ſtarker Sneefall niedergegangen. Zum erſten Mal in dieſem Winter zeigen auch die Täler eine Schneedecke. Auf den Bergen liegt der Schnee bis zu 30 em Höhe.„ Mit dem Auto in den Tod 25 Jahre alte Inhaber der Dam m. Sein Wagen überſchlug ſich in ſchneller Fahrt an einer unüberſichtlichen Kurve. Drei andere Inſaſſen des Wa⸗ gens kamen mit dem Schrecken davon. 5 Beſtrafte Steuerhinterzieher — Gerolzhofen, 20. Jan Zu hohen Geldſtrafen verurteilt wurden wegen Bierſteuer⸗Hinterziehung der Brauereibeſitzer Steinamm von hier und ſein Sohn Karl. Vom Zollamt hatten beide einen Strafbeſcheid von zuſammen 9000 Mark erhalten. Gegen dieſe Strafe hatten ſie Berufung an das Landgericht Schweinfurt eingelegt. Das Gericht erkannte nuunmehr gegen Karl Steinamm wegen Steuerhinterziehung auf eine Geld⸗ ſtraſe von 4000 Mark oder vier Monate Gefängnis, als Erſatz⸗ ſtrafe für das nicht eingezogene Bier 58 0 Mark oder fünf zur Haftung für die 18 Monate Gefängnis. Der Vater wurde beiden Geldſtrafen verurteilt,. NRNoma Bahn als das ſpröde junge Mädchen und Hans Leibelt als das armſelige Opfer weiblicher Gelbſpekula⸗ tionen hielten ihre Linien. Theodor Becker brachte einen ſchönen Schnurrbatt in die ihm fremde Shaw ſche Welt. * Am gleichen 4 12 gab es noch eine zweite Shaw⸗Premiere — im Theater am Kurfürſtendamm:„Major Barbara“. Vor vielen Jahren war's in den Kammerſpielen zu ſehen. Der Kampf zwiſchen dem Kanonenkönig und ſeiner Tochter, die Weltbefriedung durch die Heilsarmee durchzuſetzen glaubt. Eigentlich iſt der Gegenſatz ein bißchen anders geſtellt: Das ſchuſterei iſt und ſetzt ſeine außerordentliche Macht dafür ein. daß es der Armen und Elenden immer weniger gebe. Die Kriegsrüſtung. meint er, ſei das Schlechteſte nicht, wenn ſie zahlloſe Menſchen ernähre. Wiederum eine paradore Logik und ein launiger Seitenſprung Bernard Shaws, des. Pazifi⸗ ſten! Der Reiz der Komödie geht non den Disvutationen aus. Und von der Weiblichkeit des„Mafors“, deſſen bräutliches Herz die Dornenhecke der Heilsarmee durchbricht. Solch auf⸗ blüßendes Weibtum iſt das Gnadengeſchenk der Käthe Dorſch. Neben ihr zündete polternd— allzu volternd!— der Humor Eugen Klöpfers. Der Regiſſeur Karlhein; Martin hatte aus dem Vergnügen der Geiſter ein knalliges Theaterſtück gemacht. Kein Dichter iſt vor der eitlen Eigenſucht unſerer Regiſſeure ſicher! Mätzchen auf Mätzchen machte ous dem Lächeln ein ab⸗ wegiges Gelächter. Noch am barmloſeſten, aber recht unner⸗ nünftig, war der Einfall. am Schluß ein Kanonenrohr von der Bühne bis zur Decke des Zuſchauerraumes wachſen zu laſſen. ** Daß die Aufführung der Reinhardt.Schule(auf der Uebungsbühne der Kammerſpiele] vor einem Parkett von Kri⸗ tikern veranſtaltet wurde. wäre noch kein zwingender Grund, ſie zu beſprechen. Die iungen Leute können warten. bis die Eierſchalen abgefallen ſind! Aber ein literartſches Erperiment reizt. Berthold Held, als Theaterpädagoge bewährt, gab auf ſeiner Verſuchsbühne drei Paralivomena von Jakob Michael Reinhold Lenz, Hebbel und Grillvarzer, die noch nie das Ram⸗ venlicht beſchlienen hatte. Die wild hingeworfenen Szenen in Lenzens„Engländer“— Soldat in fremdem Lande verliebt in Prinzeſſin. als Deferteur verurteilt, will lieber ſterben als anus der Nähe der Geliebten fliehen und, begnadigt, tötet er ſich, als die Buhlſchweſter, ihm vom Vater zur Heilung zu⸗ gedacht, ihn umgirrt— dieſer„Engländer“ alſo hat in phau⸗ ſeitin bürgerlich, der Shaw'ſche Geiſt glitt an ihnen ab. Nur! taſtiſcher Irrealität das Zucken eines Menſchenherzens. 4 Darauf kam eine Anfrage der Abbg. Bauer(D. Vp.] und — Koblenz, 20. Jan, Nachdem in der geſtrigen Nacht be⸗ reits Froſtwetter eingeſetzt hatte, iſt heute nacht im ſüdlichen — Hoſbeim, 20. Jan. Mit ſeinem Auto tödlich, verunglückt 55 iſt auf der Straße von Reichmannshauſen nach Fuchsſtadt der hieſigen Chabeſofabrik Ludwig Mädel bilft den Armen und Elenden, der Alte, ein ſcheinbar rauber Sklavenherr, weiß, daß die Barmherziakeit nur Flick⸗ 1 12 Donnerstag, den 20. Januar 1027 Maunnheimen Fvau gene Maunhefmer gettung(Abend⸗Anggabe) g. Seite. Nr. 89 en⸗Zeitung Moderichtungen von Einſt und Heute Von Dr. med. G. Zickgraf⸗Bremerhaven Die Mode beſteht, ſolange es Menſchen gibt. Selbſt bei den Aunziviliſierten Völkern gibtes Moden, und wenn ſie nur in Aenderungen der Haut bemalungen beſtehen. Vorherrſchend wird die Mode bei dem Menſchengeſchlecht, ſobald es ſich um Kleidung handelt. Bei den primitiven Völkern, die in wär⸗ meren Klimaten leben, war und iſt die Kleidung noch tatſäch⸗ lich mehr ein Schmuck als ein Bedürfnis gegen Witterungs⸗ einflüſſe oder ein Verhüllen des nackten Körpers. Sie iſt als vorwiegendes Schmuckſtück natürlich ebenfalls der Mode unterworfen. Mit der Mode iſt ein hewußtes Hervorheben gewiſſer kör⸗ perlicher Vorzüge verbunden. Die Mode war immer etwes, was auf das andere Geſchlecht wirken ſollte, daher auch ihre Bevorzugung durch die Frauen. Anzießende körperliche Eigenſchaften pflegen bei allen Völkern durch modiſche Ueber⸗ treibung ſo ſtark hernorgehoben zu werden, daß auf Menſchen. die auferhalb des Menſchenkreiſes, für den die betreffende Mode gilt, leben, dieſe Uebertreibhung lächerlich wirkt, abge⸗ ſeßen davon, daß dieſe Uebertreibungen hänfig genug zu ſchweren körperlichen Schädigungen führen. So ßat z. B. die Céineſin an ſich einen kleinen zierlichen Fuß. Die modiſche Uebertreibung zwang ſie, dieſen körperlichen Vorzug noch mehr durch Schnürung bervorzuheben, ſo daß die bekannten nerkrüppelten Chineſenfüßchen entſtehen, deren Beſitzerinnen ſich kaum auf ihnen fortbewegen können. Ein weiteres Bei⸗ ſpiel iſt der Körperbau der weſtlichen Völker der kaukaſiſchen Naſſe. Bei ihnen iſt dem Weihe eine ſchlanke Taille eigen. die die Mode durch Schnüren und Korſettragen zu einer geſund⸗ boitlichen höchſt verwerflichen Uebertreibung geführt bat. Schon die Aerzte Griechenlands und des alten Roms haben ſich gegen dieſe Mode und ihre geſundbeitlichen Schäden ge⸗ wandt. allerdings ebenſo nergebens wie die Aer⸗te des 19. Jaurhunderts. Dieſe Beikviele ließen ſich beliebig ner⸗ mehren. Immer hat die Mode eines Volkes oder einer Zeit über Vernunft und geſundheitliche Forderungen geſiegt. Letzten Endes iſt es aber das Schönßeitsideal des betref⸗ fenden Volkes oder der Zeit. das ausſchlaggebend für die Mode, die Kleidung und für die Künſte mirkt Immer finden wir bei der objektinen Betrachtung der Modetorbeiten, die auf das wechſelnde Schäönheitsideal der Völker und Zeiten zurück⸗ zufüßren ſind, gewiſſe objektive äſtßhetiſche Grundlagen. So in den beiden oben angeführten Beiſpielen, der ſchlanke zierliche Tuß. die ſchlanke Taille. So groß die Veränderungen der Mode in den verſchiedenen Ländern und Zeitevochen auch ſind, und ſo diveralerend ſie erſcheinen mögen. irgend etwas batten ſie mit dem Schönßeitsideal zu tun. Früher erſtreckten ſien die einzelnen Mudeeinrichtungen immer nur auf einzelne Teile des menſchlichen Körpers. denen ſie durch Hervorßeben yder in den Hintergrund Drängen Geltung verſchaffen wollten. Man denke nur an die zierliche Fiaur der Spanierin. bei der ſich in genollt wiegendem Gang die Hüften ausyrägen. Wis hat die Mode daraus gemacht? Die Tournure ſelisen Augedenkens. Auch ßier ſeßen wir wieder eine gewiſſe körper⸗ liche Schönbeit durch die Mode verzerrt, lachen heute über dieſe Modetorheit. ———— ͤ ę·——————᷑——— Cer reibſiabs Anlall am veussehem Jubſum Heitlicna SCraeremo Hagatemmte n Aenlans abbe Herlismsemem, i Dep-a Nvee. Siaſſ-. Atenocſ, Hueclein 2ee Zubgalis HAlne a galieme!, — Su, mail Sucſanems, duue, mönmbrhe. übertrieben und Wodurch unterſcheidet ſich nun die Moderichtung von heute gegenüber der früheren Zeit? Das Schönheitsideal un⸗ ſerer Zeit konzentriert ſich nicht nur auf einen Teil des Kör⸗ pers ſondern auf den ganzen Körper, und zwar den geſunden Körper. Das Schönheitsempfinden des modernen Menſchen ſträubt ſich dagegen, einzelne körperliche Vorzüge von der Mode hervorzuheben oder zu unterdrücken, weil dadurch die äſthetiſche Harmonie geſtört wird. Denn mit der Hervor⸗ hebung oder Unterdrückung eines Teils der körperlichen Vorzüge wird die Geſamtwirkung des geſunden Körpers ſo erheblich beeinträchtigt, daß Zerrbilder entſtehen, die dem Schönheitsideal widerſprechen. Selbſtverſtändlich bezieht ſich das nur auf die großen Geſamtlinien unſerer äſthetiſchen An⸗ ſchauung vom geſunden Körper. In Kleinigkeiten wird immer eine Variation zu Gunſten oder Ungunſten gewiſſer Teile des Körpers von der Mode vorgenommen werden. Die Urſache für dieſe außerordentlich entſcheidende Wen⸗ dung in der ſogenannten Mode, ſind die geſundheitlichen Be⸗ ſtrebungen, die vom Sport und von dem Eintritt der Frau in das Erwerbsleben ausgingen. Ebenſowenig wie die ſchwer arbeitenden Frauen die früheren Modetorheiten in dem Maße mitmachen konnten, daß es zu einer weſentlichen Beeinträchti⸗ gung ihrer Arbeitsſähigkeit kam, ebenſowenig kann heute die Ueberzahl der erwerbstätigen weiblichen Bevölkerung ſich Moden wie vor fünfzig Jahren geſtatten. Aber auch die ſport⸗ liebende Dame wird heute kein Korſett mehr tragen oder mit Stöckelſchuhen zum Tennis gehen. „Die Mode von heute iſt eigentlich nicht mehr dasſelbe wie früher. Sie iſt, weil ſie nicht mehr Teilgebiete des menſchlichen Körpers hervorheben oder verdrängen kann. nur noch in ver⸗ hältnismäßigen Kleinigkeiten bherrſchend. Mögen dieſe„Klei⸗ nigkeiten“ vielleicht noch ſo koſtſpielig ſein, im Grunde ändert die Mode die Geſtalt des modernen Menſchen nicht mehr, wenigſtens nicht annähernd ſo ſtark wie früher. Unſer moder⸗ nes Schönheitsideal iſt auch für die Frau der geſunde menſch⸗ liche Körper geworden, und der läßt ſich niemal3 in dem wei⸗ ten Umfange wie früher von der Mode verſchönen oder viel⸗ mehr verunſchönen. Trotzdem beſteht auch für die beutige Mode eine gewiſſe Gefahr der Uebertreibung. Das Schönheitsideal vieler Frauen trägt gegenwärtig unbedingt einen männlichen Einſchlag. Da⸗ her kommt es, daß es ſchon jetzt naturwidrige Uebertreibun⸗ gen auf dieſem Gebiete gibt, von denen man nur hoffen kann, daß ſie Auswüchſe bleiben. Dazu gehört z. B. die Tendenz, gewiſſe weibliche Schönheitsattribute durch modiſche Kleidung zu verdrängen. Da aber der geſunde Körper unſer Schön⸗ heitsideal iſt und hoffeutlich immer bleiben wird und zum geſunden weiblichen Körper gewiſſe typiſch weibſiche Formen gehören, werden die Verdrängungsbeſtrebungen nur eine vor⸗ übergehend im Ueberſchwang erzeugte Bedeutung haben. ** Mütter Von Werner Schulz⸗Oliva Mutter! Es gibt kein Wort, das einen ſeltſameren Klang hätte. Ganz ſtill und feierlich wird die Stunde, wenn ein Menſch es ſpricht. Und man wartet darauf, daß irgendwo dunkle Glocken aufwachen und ein altes liebes Lied ſingen. Niemand kann im Kreis der Welt ſich ſo verlieren, nie⸗ mand ſo ſchlecht werden, daß nicht einmal eine ganz weiche, feine Melodie in ihm raune. Die Melodie aber iſt Mutter. Das iſt, als ob verborgene Ströme zu Tage wollen ober ein Südwind in der Nacht aufwacht, ein warmer, weher Süd⸗ wind, der über Berge kommt. Mutter! Wer das nicht als Kind ſagen durfte, iſt Zeit ſeines Lebens einſam, ob auch alles Glück der Welt in ihm wäre. Immer wird ihm ſein, als ob er ein Ding ſuche, das ſein Eigen auf fremder Erde war, lange bevor er Geſtalt wurde. Er wird nie durch den Zaubergarten einer blühenden Kindheit träumen und ſeine Erinnerung wird ein kaltes Bild ſein ohne Sonne und Seele. Ohne Mutter ſein! Das iſt das tiefſte Leid. Wer es er⸗ fahren mußte, trägt immer Schmerz und Sehnſucht in ſich. Es bleibt ein Riß in ſeiner Seele, der ewig iſt. Wenn eine Mutter ſtirbt, ſollten die Glocken im Land nur ganz leiſe raunen. Zärtlich müßten ſie ſein in ihren Tönen, daße alle Menſchen ſtille würden davon. Und auf dem Grab, darin eine Mutter ſchläft, ſollten nicht Namen und Zahlen, nicht Kreuze und Tafeln ſtehen. Da iſt ſo Vieles, was tot iſt. Ein Stein nur müßte geſetzt ſein, ein weißer Stein.„Eine Mutter“. Und kein Wort weiter, denn alle Mütter ſind eines Ihre Liebe iſt über Raum und Zeit. Mutter! Das iſt der Urgrund der Welt an Güte und Glück. Wer zu ſeiner Mutter betet, betet zu allen Müttern. Um unſerer Mütter willen ſollten wir alle gut ſein. Das iſt der Anfang aller Religion. Die Spanierin Von Haus Bethge Auf der Rembla, der platanengeſchmückten Hauptſtraße von Barcelona, ſah ich die erſten ſpaniſchen Frauen. Katalaninnen alſo, im Dämmerlicht des beginnenden Abends. Dieſe Frauen ſind nicht groß von Figur, auch nicht zierlich. Es ſind meiſt kleine, aber kräftige Geſtalten. Wenn ein Spanier von ihnen ſpricht, ſo wird er zuerſt die Schönheit ihrer Hüften preiſen. Die Mädchen Kataloniens ſind nicht wenig ſtolz auf dieſen Teil ihres Körpers. Eine ſchöne, üppige Linie der Hüften iſt ihr Sehnen, und haben ſie dieſen Schatz, ſo ſind ſie glücklich. Sie wiſſen mit dieſer Linie zu kokettieren. Sie wiſſen ſich zu wiegen wie Pfauen und den Männern den Sinn zu verwirren. Das Autlitz der Katalanin iſt nicht das edelſte, das man in Spanien ſehen kann. Es zeigt meiſt gröbere Züge als das der Mädchen von Madrid oder Valeneia und iſt von mehr ſinnlichem als geiſtigem Gepräge. Das Geſicht der Madrilena weiſt den eigentlich ſpaniſchen, d. h. kaſtiliſchen Typus am reinſten auf: länglich und blaß, große dunkle Augenbrauen von ſchön gebogener Linie, kleine Ohren, ein roter, nicht zu üppiger Mund und Augen mit einem ſtolzen, ſchwermütigen Schimmer. Eine Frauenfrage iſt in Spanien nicht vorhanden. Man fordert von der Frau nichts, als daß ſie ganz Weib ſei. Jede Beſchäftigung, die an männliches Tun erinnern würde, ſcheut ſie; denn eine ſolche Beſchäftigung könnte ſie im Auge des Mannes nur herabſetzen. Man wird ſchwerlich eine Spanierin radeln oder rudern ſehen. Dabei ginge ja die ſchöne Linie ver⸗ loren. Um ſo ausgeprägter iſt die Neigung zu Putz und Schmuck. Die Toiletten der ſeinen Welt in Madrid, Barecelona oder Sevilla geben denen von Paris im Geſchmack nichts nach. Geht es zum Stiergeſecht, ſo iſt, zumal an hohen Feſttagen, die Toilette der Frauen beſonders koſtbar. Hier, bei der nationalen Vergnügung ſucht man die nationale Tracht am meiſten zu wahren. Es iſt ein entzückender Anblick, bei einer großen Corrida die bunten, von der Sonne beglänzten Frauen rings auf den Balkonen des Stierzirkus zu ſehen. Sie tragen dann hellfarbige Gewänder, über dem Rock ein netzartiges Strickwerk von ſchwarzer Seide, mit Pompons verſehen. Und den Rücken hinab den großen, ſeidenen, herrlich beſtickten Manton mit den langen ſeidenen Franſen. Der Verkehr der Geſchlechter, d. h. der jungen Leute, iſt auf der ſchönen Halbinſel ungleich gezwungener als bei uns oder in England. Ohne das wachſame Beiſein älterer Leute hat die Jugend kaum Gelegenheit, ſich zu ſehen. Kein Mäd⸗ chen aus guter Familie geht allein über die Straße. Das heiße Blut birgt Gefahren, ſo darf ein hütendes Auge nicht fehlen. Der Verkehr der Verlobten iſt noch von einem uns unverſtändlichen Zeremoniell. Man überläßt das Paar keinen Augenblick ſich allein. Ein Kuß, wenn man ihn erführe, wäre ein Verbrechen. Die Spanierin iſt ein Geſchöpf des Stolzes und der Schönbeit. Sie weiz, daß ſie ſchön iſt, und iſt ſtolz darauf. Oft weiß ſie durch Witz, durch ein geſchicktes Wortgeplänkel oder glückliche Einfälle in hohem Maße zu überraſchen. Ueber Dinge der Weisheit darf man nicht mit ihr ſprechen, aber von Scherzen und Liebe. Gemeinhin zieht ſie es vor, lebhafter mit den Augen als mit den Linpen zu reden. Es ſind nicht die reizloſeſten Geſpräche, die die Augen führen! FRAU ESEN LANEER Als NANNERE: 110 KareN, u 74ο CIANNNE, bik AlTER Als 70 JALaf CAN1 ον rFaAUN WAdkR,&A. 700. RAEN 100HNg Vom Fächer Von Erna Reidel Zwiſchen paillettenglitzernden, perlenüberrieſelten Geſell⸗ ſchafkstleidern, zwiſchen goldenen und ſilbernen Anſteckblumen n Rieſenformat, neben ſpinnwebzartem Ballſchal zeigt er ſich etzt wieder im Schaufenſter, bald fein und zierlich aus Elfen⸗ einſtäbchen und bemalter Seide, bald größer und eleganter aus wundervoll ſchattierten Straußfedern und Schildpatt. Er⸗ Tartungsvoll liegt er da, der Fächer, und harrt einer ſchönen Frau, in deren graziöſen Händen er ein eigenes Leben begin⸗ en könnte. Doch nicht nur Leben verleihen ihm die ſchlanken 1 rauenhände, ſondern nicht ſelten auch eine geheimnisvoll lautloſe und doch durchaus verſtändliche Sprache. Im reizvoll wekenden Spiel des Flirts, im ernſteren beginnender Liebe weiß er Hoffnung zu erwecken, Liebe zu geſtehen, von Sehn⸗ ucht zu erzählen, aber auch zu zürnen oder kühl abzuweiſen. Nanz individuell iſt dieſe Fächerſprache und vielleicht bei der ordeuropäerin nicht ſo virtuos entwickelt wie bei der tempe⸗ miamentvollen Spanierin, der er zum vollkommenen Ausdrucks⸗ nittel ihrer Gefühle geworden. So anziehend dieſes graziöſe Spiel auch ſein mag, im Da⸗ ein der modernen Frau ſpielt der Fächer längſt nicht mehr die nedeutende Rolle wie in früheren Zeiten, in denen er ſich faſt mentbehrlich der Toilette zugeſellte. Sein Auftreten iſt heute 33 uns an beſtimmte Zeiten und Gelegenheiten geknüpft, tzihrend ſeine Urheimat ihn noch immer als Gegenſtand all⸗ 1 aglichen Gebrauches kennt. Aſien mag die älteſte Bildung des Fächers geſehen haben, dicr natürlichen Fächer aus einem Palmenblatt, eine Form, 7 ſpäter in anderem Material, beiſpielsweiſe Flechtwerk, kächgebildet etwa ums Jahr Zweitauſend v. Chr. den erſten ſelnſtlichen Fächer entſtehen ließ, und zwar im kunſtreichen, ltſamen Bande der Mitte. 1 Wie ſo manches andere wanderte auch der Fächer von Oſten Jund Weſten als Fächer in Blattform oder als Fächer in Falt⸗ rm, als deſſen Erfinder Japan gilt. Das wunderſame Land am Nil mit ſeiner uralten Kultur kannte frühzeitig den Fächer und bewahrte wohl eine ſeiner ſchönſten Geſtaltungen bis in unſere Tage unverſehrt in einem Kaſten des Grabes von Tut Ench Amun, ein prächtiges Stück aus erleſenen Straußfedern mit Elfenbeingriff. Griechiſche Vaſenbilder und die reizvollen Terrakotten von Tanagra wiſſen vom Gebrauch des Blattfächers in Griechen⸗ land zu erzählen, doch verſtand man ſich hier auch bald— nach Einführung der Pfauen um 500 v. Chr.— auf die Herſtellung köſtlich ſchiſlernder Pfaufederfächer. Selbſt die chriſtliche Kirche bewies dieſem eigenartigen Ge⸗ genſtand ihre Huld und verwendete ihn bis ins 14. Jahrhun⸗ dert in ihrem Kultus. Indeſſen machte mit der Zeit die Frau faſt ausſchließlich dieſe bald notwendige Ergänzung der Toilette bald zierliche Spielerei ſich zu eigen und zwar ſpäter im ernſteren Deutſch⸗ land als in den romaniſchen Ländern, wo er beiſpielsweiſe die Gewandung der Italienerin des 16. Jahrhunderts unerläßlich, aber höchſt anmutvoll vervollſtändigte. Die erſten Fächer des 16. Jahrhunderts ſollen bunte Fähnlein geweſen ſein, die ſich gar luſtig um ihren ſchön verzierten Stock drehten; dann reih⸗ ten ſich um einen runden oder ovalen Spiegel, oder ein Schmuckſtück zarte Straußenfedern und wurden gehalten vom kunſtvoll gearbeiteten Stab. Lorenzo Lottos ſchöne Unbekannte hält in feinen Fingern den am Kettchen befeſtigten blattför⸗ migen Federfächer, und obehon auch ihm eine gewiſſe Schwere anhaftet. iſt er wie eine fröhliche Note im ſchweren Prunk der Kleidung jener Tage. Nicht unintereſſant dürfte ſein, daß bereits Arabella Stuart im behäbigen„Vertugale“ auf ihrem Porträt in Devonſhire vom Jahre 1589 einen einfach geformten vom Gürtel herab⸗ hängenden Faltfächer zeigt, wie er ſeit Eintreffen der japa⸗ niſchen Geſandtſchaft beim Pabſt(1583) auch in Europa be⸗ kannt geworden war, große Mode wurde und in mannig⸗ faltiger Ausgeſtaltung auch blieb. Denn der Faltfächer be⸗ hielt die Herrſchaft, mochte er ſich auch wandeln als ein Spiegel ſeiner Zeit. Das 17. Jahrhundert brachte den Faltfächer aus ge⸗ ſchnitztem Elfenbein⸗ oder Holzylättchen, welche allein den Fächer bildeten, aber auch die andere Form aus feinen Stäbchen, welche durch Seide oder Papier verbunden unten zuſammengenietet waren. Auch er blieb keineswegs unberührt vom Geiſte jener prunkliebenden Zeit. Neben Elfenbein ge⸗ langten Perlmutter, Schildkrot, Gold und Silber zur Ver⸗ wendung, geſchickte Spitzennäherinnen und Künſtler, welche die Seide im Geſchmacke jener Zeit bemalten, ſtellten ſich in ſeinen Dienſt. Er triumphierte in zarten Frauenhänden am geiſt⸗ vollen Muſenhofe von Sanſſouci und wiegte ſich ſpielend in der machtvollen kleinen Hand der Madame Pompadour, die ſich rühmen konnte, einen auserleſenen Fächer zu beſitzen, an dem 9 Jahre lang Spitzennäherinnen und Miniaturmaler ge⸗ arbeitet hatten. Koſtbar blieb der Fächer, wurde aber immer zierlicher und eleganter, ſo recht das zerbrechliche, ſpieleriſche, graziöſe Szep⸗ ter des„Jahrhunderts der Frau“, ein Abbild ſeiner ele⸗ ganten, tändelnden Epoche, die ſcheinbar in ewiger Leichtig⸗ keit und Heiterkeit ohne Schwere und Tiefe dahingaukelte bis zum grauſigen Sturz in den Abgrund.„'evantail'une belle est le sceptre du monde“, dieſer Satz hatte ſich bewahr⸗ heitet, denn in ſeinem Zeichen hatte die hohe Politik häufiger als man wußte gearbeitet. Plump und grauſam zertrat dann die franzöſiſche Revo⸗ lution mit all den Dingen jener heiteren, frivolen Welt auch den Fächer, ſoweit er ſich nicht ihrem Dienſte fügte und ihre Embleme, ihre Blutſzenen trug. Zur Zeit des Empire fand ſich der Fächer in der Hand des Pariſer Elegant, doch nicht für lange, denn er ſehnte ſich anſcheinend wieder nach weichen Frauenhänden und ſah ſich ſchließlich als Begleiter des Ball⸗ und Geſellſchaftskleides be⸗ ſonders in der Krinolinenzeit. Winterhalters Porträt der damaligen Kronvinzeſſin Viktoria zeigt ſie mit dem Fächer. Und wie paßt der Fächer zur modernen Frau, die ernſt⸗ haft auf den verſchiedenſten Gebieten arbeitet, durch die Not der Zeit zu arbeiten gezwungen iſt? Könnte dieſes Spielzeug in ihren Händen nicht paradox erſcheinen? Als Ergänzung der Alltagskleidung ſicherlich, doch nicht zum weichen, echt weiblichen Feſtkleid aus Seide, Spitzen oder köſtlichem Brokat. Auch die kluge moderne Frau iſt echtes Weib und will es ſein; ſo ziemt auch ihren Händen der ſchlanke, duftige Straußfederfä er, ein Szepter der Weiblichkeit. 1 555 licher in bdurch hier beſonders ſtark empfundene ihrem gleichwertigen Baſſanio(Robert Vogel) Nene Mannheimer Zeitung kAbenb⸗Ausgabe] Dionnerstag, den 20. Januar 1027 . Seite. Nr. 32 Stäoͤtiſche Nachrichten Der Geburtenüberſchuß in Mannheim Jür die deutſche Bevölkerungsbewegung bedeutete das Jahr 1925 inſofern eine Wende, als für vieſes Jayr die all⸗ gemeine Weburtenabnahme zum Stiltſtand ge⸗ bracht wurde. Bei einer Geburtenzahl von 1334311 im Reich für 1925 wurde eine Zunahme von 23 267 Geburtenfällen oder 2z8 v. H. gegenüber dem Vorfahr(1024) feſtgeſtellt. Die Ste rblichre it ging dagegen um 14231 oder 1,8 v. H. zu⸗ rü ck, bei 787995 Tobesfällen insgeſamt. Entſprechend der Zunahme der Geburten einerſeits und der Abnayme der Sterblichkeit andererſeits iſt dann der Geburtenüber⸗ ſchuß(das Mehr der Gebuxten) geſttegen. Jür Maunheim ergab die„Bilanz“ zwiſchen Wiegenzahl und Särgenzahl für 1925 einen minimalen Rücgang des Geburtenüberſchuſſes gegenüber dem Vorjahr 1024. Urſache war das Wiederanſteigen der ſeit 1919 ununter⸗ brochen günſtig verlaufenen Sterblichkettskurve. Es dürfte in dieſem Zuſammenhang von Intereſſe ſein, die natürliche Bevölkerungsbewegung der Stadt für die geſamte Nachkriegs⸗ zeit zahlenmäßig darzuſtellen. Die Zifſern ſind den vom Reichsgeſundheitsamt veröffentlichten Ueberſichten ent⸗ nn ſich wieder auf die amtlichen Mitteilungen der kokalen Meldeämter und Statiſtiſchen Aemter ſtützen. Danach ſtellt ſich die Bevölkerungsentwicklung, ſoweit ſie ſich aus der Gegenüberſtellung der Zahlen für Geburt und Tod ergibt, für die einzelnen Jahre wie folgt dar: Jahr Geburten Sterbefälle Geburten⸗ (Lebendgeb.)(ohne Totgeb.) Ueberſchuß 1919 4919 2974 10945 1920 6090 2911 3 179 1921 5677 9701 2075 192²² 5 029 262⁴4 2405 1024 1406 2601 1805 1024 4388 2863 2023 1925⁵ 4481 2466 2 015⁵5 Die Höhe der Geburtenziffern für 1020 und 1021 erklärt ſich aus dem ſtarken Anwachſen der Eheſchließungen in den Erſten Nachkriegsjahren. Die Abnahme der Sterblichkeit, die ſich auch im letztgenannten Jahre trotz des kleinen Rückfalls niedrig hielt, geht namentlich auf—1 Nachlaſſen der Sliag, lingsſterblichkeit zurück, die von 851 Fällen im Jahre 1920 auf Jahre 1925 ſank. Leider ſind für 1926 die Ausſichten 295 im al Er altung des Standes von 1925 wenig günſtig, obglei Faude 8 nig günſtig, obgleich ubſchlie ablen für das abgelaufene Jahr noch nicht vor⸗ Hegen. Die ſtatiſtiſchen Ergebniſſe des erſten Palklahres ſind aus der nachfolgenden Tabelle erſichtlich: 10286 Geburten Sterbefälle Geburten⸗ [Vebendgeb.) ſohne Totgeb.) Ueberſchuß Januar 357 213 144 11 383 926 160 ärz 406 27 135 April 383 226 157 Mai 388 182 203 Junt 362 183 179 zuſammen: 228⁰ 1301 981 Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden 2283 Ge⸗ burten, 1251 Sterbefälle und ein Geburtenüberſchuß von 1032 ermittelt.—255 Stillſtand der Geburten, weitere unahme der Sterblichkeit, ſodaß ein Ueberſchuß⸗Deſizit von 51 entſtand. Es war zu erwarten, daß die Dauerkriſe und Arbeitsloſigkeit ſich in den Bevölkerungsvorgängen des Jahres 1926 ausdrücken werde. Im züeiten Halbjahr dürfte der Ausfall noch deuk⸗ Erſcheinung treten. Auch für die andern Großſtädte die vorliegenden Nachweiſe bis in die letzten Mongte ſaſt durchweg verminderte Gebukten⸗ und erhöhte Sterbe⸗ ziffern, ſodaß mit einem neuen allgemeinen Rück⸗ gang des Geburtenüberſchuſſes gerechnet werden muß. 8 H. D. * Freiwilliger Tod. Geſtern vormittag hat ſich eine 44 Jahre alte Ehefran in ihrer Wohnung in der Neckarſtadt er⸗ hängt. Die Frau hat in letzter Zeit Spuren geiſtiger Störung gezeigt. Dies dürfte auch der Grund zur Tat ſein. * Beim Abladen von Sandſteinen verunglückte geſtern vormittag ein 25 Jahre alter Taglöhner in der Seckenhetmer ergeben ulage. Er erlitt eine Quelſchung des linken Fußes, die — Verbringung in das Allg. Krankenhaus notwendig machte. Schwerer Sturz. Geſtern vormittag kam im Hauſe Seckenheimerſtraße Nr. 35 ein 77 Jahre alter Hauſierer zu Fall und zog ſich an der Stirn eine größere Verletzung zu. Er mußte mit dem Sanitätsauto in das Allg. Krankenhaus überführt werden. * Wem gehört der Senh Aufgefunden wurden 16. Mtr. weißer Neſſelſtoff im Waldpark beim Tieraſyl. Der recht⸗ mäßige Eigentümer wolle ſich au die Kriminalpolizel, Schloß, Zimmer 187, wenden. — ——.————— und Muf W Theater Heidelberg. In der Inſsenierung Intendanten Eugen Keller, mitbedingt dure die Qualitätsabſtufung der Mit⸗ lieder des Enſembles, wurde in Shakeſpearesz Luſtſpiel„Der aufmann von Venedig“ der Schwerpunkt verſchoben. Das Spiel, ſoweit das Luſtſpiel in Betracht kommt, ſtark edämpft, ſprachlich— ohne durchweg mit der dazu nötigen Technik fundiert zu ſein— beſchwingt. wurde zu einem Haupt⸗ ſpiel„Porzia und Baſſanio“, nicht allein durg die poſttiv wett überlegenen Darſteller dieſer beiden Rollen. Maria Andors reiſe Künſtlerſchaft ſprengt beinahe das Format der liebreizen⸗ den Porzia, das ſatte Organ, die wohlgepflegte Sprathe, natür⸗ liche Geſte und das ſchelmiſche Auge(in der Gerſchtsſzene) drängen naturgemäß trotz ſtarkem Einfühlen⸗ und Einfügen⸗ Wollen in den Vordergrund und zwingen dieſe Porzia mit dazu, aus das Hauptintereſſe des Spiels dem Rahmen herauszutreten,' dieſe beiden Figuren mußte auf ſich zu konzentrieren. Gegen ei der Shylock Harry Roeberts in der Wirkung durücktreten. Noebert charakteriſterte den Tuden Shylock nur nach äußer⸗ lich geſehenen und landläufig als gültig an eſehenen Merk⸗ malen, ohne merken zu flaſſen, daß er verſucht hat. innerlich auch dem Menſchen Sholock nähergekommen zu ſein. Shake⸗ ſpeare wollte mit dem„Kaufmann, ſicher kein Raſſeproblem Roeberts Därſtellung führte naße an die Grenge ahn. Konrad Wagnetr Antoniof war blaſſer aſs ſonſt, kam aber den beiden Hauptdarſtellern am nächſten. Rimmt man noch die fröhliche Neriſſa von Bürbel Wolff und den leben⸗ digen Lanzelot von Fred Schulze⸗Holz aus, teilweiſe auch den ſtimmlich foreſerenden Lanbenthal([Graziano), dann iſt das Beſte und Gute aus der Darſtellerſchar genannt. Allem Anſchein nach hat es keinen Zweck, perſchiebene Darſteller immer wieder abzulehnen. Die maßgebende Stelle muß doch einmal zur Einſicht kommen, daß ſelbſt die geſchickteſte Regte die Kluft zwiſchen reifen Künſtlern und Anfüngern ver chie⸗ denſter Begabung(3. T. ſogar ohne dieſe) nicht überbrücken kann. Robert Vogels Bühnenbild war gut. vor allem des⸗ Halb, weil es kam. Uranfführung im Heſſiſchen Landestheater. —5. Landes— die Komödie in fünf „Geld“ von Bernard von Brentand ihre Urauffſt Am Heſſi⸗ 1555 en ———— der ſchneſten Abwicklung der Szenen rung. Markibericht Himmels⸗ Da der eiſige Wind heute früh aus allen richtungen über den Marktplatz ſtrich, hielt man ſich nur kurze Zeit auf dem Markte auf, deſſen Beſchickung eine 4 gute iſt. Bon Holland war piel Blumenkohl und von Amerkka viele Aepfel vorhanden. Dieſes rotwangige, wie lackiert glän⸗ zende Obſt ſah man bald an ſedem Verkaufsſtand zwiſchen dem Grün der Gemüſe und Salate hervorleuchten. Ob viel ge⸗ kauft wurde, entzieht ſich unſerer Kenntnis. Die Freinsheimer Häudler hatten 9 45 Aepfel gebracht, aber das Geſchäft hierin war heute nicht beſonders. Birnen kommen immer weni⸗ ger auf den Markt. Nüſſe muß man mit dem Vergrößerungs⸗ 777 ſuchen. Die Preiſe für Südfrüchte zogen etwas an, 15 aß ein Grund dazu vorlag. Stabil blieb der Gemüſepreis, Gemilſe machte überhaupt das Rennen. Das beſte Geſchäft entwickelte ſich aber am wo im Fiſchgeſchäft ein flotter Betrieb herrſchte. Wildͤbret fand auch guten Ab⸗ ſatz. Der Beſuch war gering, der Umſatz ſchleppend. Nach den Feſtſtellungen des Städt. Nachrichtenamts ver⸗ ſtehen ſich die Preiſe, wo nichts anberes vermerkt iſt, in Pfennig für das Pfund: Kartoffeln—8, Salatkartoffeln 12 bis 17, Wirſing 12—15, Weißkraut—12, Rotkraut 12—15, Roſenkohl 20—35, Schwarzwurzeln 3555, Blumenkohl Stück 30—120, Gelke Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 35 bis 40, Zwiebeln—12, Knoblauch Stück—10, Lauch Stück 5 bis 12, Kopfſalat Stück 25—45, Endivienſalat Stück 20—50, Feldſalat 140—180, Kreſſe 120.—160, Meerrettich Stück 20—60, Suppengrünes Büſchel 10—12, Peterſilte Bſchl. 10—3, Sel⸗ lerte Stlick 1060, Tomaten 130—150, Aepfel 15—60, Birnen 15——45, Kaſtanien 20—30, Orangen Pfund 70.—38, Zitronen Stlick—10, Bananen Stück 10—25, Nüſſe 65, Süßrahmbutter 200—240, Landbutter 160—180, Wetger Käſe 45.—55, Honig mit Glas 16—.250, Eier Stück 1922, Hechte 160—180, Barben 120 bis 140, Karpfen 130—160, Schletien 18), Breſem 100—120, Kabelſau 40—50, Schellfiſche 40—70, Secgal 40—50, Golbbarſch 45—50, Seelachs 40.—50, Seehecht 6 80, Stockſiſch 50, Back. fiſche 50—60, Hahn lebend Stück 169.—400, geſchlachtet Stück 250 18 800, Huhn lebend Stück 18—409 geſchlachtet Stück 300 bis 900, Enten febend Stuck 400 geſchlachtet Stück 800.—1290, Tau⸗ ben geſchlachtet Stüc 130—150, Gänſe lebend Stück—800, geſchlachtet Stück 80.—160) Rindfleiſch 110, Kußfleiſch 70, Schweinefleiſch 120—130, Kalbfleiſch 180, Geſrierfleiſch 70, Feld⸗ haſen Ragout 140, Braten 16.. ** Zuſammenſtöße ereigneten ſich im Vaufe bes geſtrigen Tages vormittags au der Straßenkreuzung R und 8 5 und 6 zwiſchen einem Perſouenkraftwagen und einem Kehrichtwagen und nachmittags auf der Luzenbergſtraße zwiſchen einem Pfierdefuhrwerk und einem Straßenbahnwagen der Linie g. Es eutſtand nur Sachſchaden. Gut abgelanfener Verkehrsnufall. Geſtern abend ſprang in der Waldhofſtraße ein 4 Jahre atter Knabe kurz vor einem daherkommenden Perſonenauto über den Fahrdamm. Das Kind geriet unter den Wagen, erlitt aber keinerlei Verletzun⸗ gen. Ein Verſchulden des Kraftwagenführers liegt nicht vor. * Feſtnahme eines Morphiniſten. Dienstag abend wurde ein lediger, 27 Jahre alter Stubierender von Mannheim beim Verſuch, auf ein gefälſchtes Rezept Morphium in einer Ludwigshafener Apothere zu erhalten, feſtgenommen. Er hat in letzter Zeit in Apotheken in Mannheim und Ludwigshafen auf Grund gefälſchter Rezepte Morphium erhalten. Veranſtaltungen Alt⸗Katholiſche Gemeinde An antag veranſtaltete bie alt⸗katholiſche Gemeinde im großen Saale bes Ballhauſes einen ſehr gut beſuchten Fami⸗ llenabend. Nach einem Vorſpruch von Frl. Margarete Breivogel erfreuten Fräulein Back(Vlolinel. Auek bach (Cello) und Baſtian(Klavier) mit bem Trio vI von Mosar⸗. Unter Leitung von Hauptlehrer O. Schlageter ſang der Kirchenchor die„Hymne an die Nücht von L.. Beethoven und „Es iſt ein Reis entſprungen.“ Stabtpfarrer Dr. Stein⸗ wachs begrüßte mit hertzlichen Worten namens der Gemeinde Freunde nud Gäſte, Die gugendaruppe der Gemeinde, der Döllingerbund, brachte dann die „Chriſtmondnacht auf der Sternenwieſe“ zur Auffüh⸗ rung, einen Kindertraum von Karl Engler. der mit großer Liebe eingeübt und wiedergegeben wurde. belebt von Muſtk, Liedern und Reigen der Sterneneuglein und Zwerge und einer reizenden Tanzeinlage von Martha Geurkſchiu. Deu Schluß und Höhepunkt de⸗ erſten Teiles bilbeten zwe Lieder für Baß von Opernſänger Karl Mang.„Bor Akkon und„In meiner Heimat“ von R. Trunk. In ber Pauſe ſetzt: ein flotter Loſeverkauf ein zu Gunſten von Wohlfahrtseiurtich⸗ tungen in der Gemeinde. Im zweiten Tell begann der Kirchen⸗ chor mit der Volksweiſe„O teure Heimat“ und„Die Kapelle“ von Konrgdin Kreutzer und Fräulein Stoll ſang Lieder 85 Alt:„Die Zueignung“ von Rich. Strauß und die„Liebes⸗ eier“ von Fellt v. Weingartner. Ein älteres Luſtſpiel von Wilhelmi,„Einer muß heiraten“, das von Mitgliedern de Der junge Autor iſt Erbe eines berühmten Namens der dur Flemens Brentauo und Betting von Arnim(aeh. Brentand zer beulſchen Eiteratur angsbört. Zuglaich i er ein Eoen des ſegenwärtigen beſſiſchen Miniſters des Innern und der Juſtiz. Das war namentlich die Beranlaſſung, daß dem Greignls der traufführung der heſſiſche Staatopräſtbent. der Vandtagsprä⸗ ſtdent und 12 eiche Mitglieder der ai ene hei⸗ wohnten, außerdem, wie ſonſt Ublich viele Iterarſſche Perſön⸗ lichkeiten. Der 17 auch erklärlich, weil die Urauffüh⸗ 11 70 ſelt etwa einem Jahre hier viel ſeltener geworden ſind; es iſt dies eine Rückwirkung des Publikumsgeſch nacks. Im all⸗ gemeinen hatten nämlich die füngeren Dramaliker mit ihren ei tungen wenig Glück vor allem blleben Erfolge von Dauar aus. Brentanos Komödie„Geld“ wird dieſes Schickſal eben. falls teilen, obwohl der Beifall. den ſte erztelte. ſtärker und wärmer als ſonſt war. Viel iſt davon allerdings auf Rechnung der Perſönlichteit des Dichters zu ſetzen, den ſeine Anhänge am Schluß der Vorſtellung vor die Rampe riefen. Brentanos „Geld“ iſt als Komödie bezeichnet, doch ſſt der Ton echter Ko⸗ mödte nur ſelten getroffen; überhaupt erwecken die Vorgänge auf der Bühne kaum näheres Intereſſe für das Schickſal der handelnden Perſonen. Das Drama ſchen noch ſtark unter den N er Wae Kunſtanſchauungen und erſcheint deshalb in ſeinem äußerlichen Verlauf oftmals wirr und Das Stück, das vor mehreren Jahren verfaßt literariſche Entwickelung bereits überhot; dies gilt auch van der Schilderung ſeiner Umwelt des Schie⸗ tertums. Die Sucht 20 Gelderwerb behereſcht Ulrich den Leiter der Auslandsabteflung eines dentſchen Handelshauſes. der dabel ganz ſeine Frau vernachläſſigt, die in den Bannkreis eines jungen Ruſikers gerät, Da Ulrich gegen den 12— ſeiner Firma Bergwerke aufgekauft bat, wixd er entkaſſen, aber ſie findet es doch vom finanziellen Standvunkt aus vor⸗ teithafter, ihn wieber einzuſtellen, zugleich ſich auch ſeine Frau wieder bei ihm ein, nachdenm ſie den Muſiker der über⸗ dies nichts beſitzt, verabſchledet hat. Die Macht des Ge des ſprunghaft. wurde, iſt durch die hatte Ulrich ins Verderben geſtürzt, ſie hat ihn auch wieder araus errettet. Einige Szenen des Dramas ſind a en ebenſo manche Dialoge, als ganzes wur jeboch die de Darſtoeller, die den Aufführung ein 3 bis auf ——— Erfolg berausholten. In erſter Linſe ſind hier zu nennen Generalintendant Ern Legal in der Rolle eines be⸗ triebſamen Spekulanten, Rudolf 5 als tatkräftiger Lel⸗ der der Auslandsabteilung des deutſchen aene und Kirchenchors aufgeführt wurde, beſchloß die⸗ Reihe der Darlie⸗ tungen. Gegen Ende der wohlgelungenen Veranſtaltung ſorach der Vorſitzende des Kirchenchors, K. E. Bärenklau, den verdienten Chorleiter, Hauptlehrer Schlageter. den Dank aus und der Pfarrer den mitwirkenden Künſtlern. 5 2 3 Theaternachricht. Am Freitag abend wird Verdi's Oper„Der Troubadour“ gegeben. Die Partie der Azucena ſingt Margarete Kloſe vom Stadttheater Ulm auf Anſtellung.—„Fatme“, eine zweiaktige Oper Friedrich von Flotow's, die don Dr. Benno Bardt ausgegraben und neu bearbeitet wurde, wird am kommenden Samstag im Neuen Theater unter Spielleitung von Dr. Richard Heln und muſi⸗ kaliſcher Leitung von Guſtav Mannebeck zum erſten Mal in Mannheim aufgeführt. Der Himmel im Januar Wenn wir im neuen 2 7750 in gewohnter Weiſe unſere Betrachtungen des Sternhimmels ſortſetzen, ſo möchten wir den neu hinzutretenden Sternfreunden vor allem mit dem Hinweis darauf dienen, daß unſere Betrachtungen durch das ganze Jahr hindurch etwa Mitte des ö abends gedacht ſind. Der Jahreslauf der Erde bringt es mit ſich, daß der gleiche Anblick des Himmels zu Aufang de⸗ Monats um 911, alſo eine Stunde ſpäter, und gegen Eude eine Stunde früher als Mitte des Monats, alſo um 10 durch das Kärtchen wieder gegeben wird. Auf rund langlähriger Erfahrungen verzichten wir auf dte ſtete Wiederholung der dauernd ſichtbaren Bilder und gewinnen dadurch Raum, unſere Leſer ſedes Mal mit den neuen Sternbildern in üher⸗ ſichtlicherer Weiſe bekannt zu machen, als das durch den Ver⸗ ſuch der Wledergabe des geſamten Oimmelsanblickes möglieh üſt. Der dargebotene Ausſchnitt des Himmels iſt ſo gewählt, baß man ſich nicht ſtreng an die mitgeteilten Stunden zu halten hraucht, ſondern zu ſeder Ahendſtunde brauchbare An⸗ haltspunkte für das Studtum ſindet. Die Sonne hat Ende Dezember ihren kiefſten Punkt überſchitten und wandert im Laufe des Januar ſchon wieber merklich aufwärts. VBollſtändige Dunkelheit tritt gegen Ende des Monats gegen 61, Iihr ein. Am 91. kritt das Tagesgeſtirn in das Zeichen des Waſſermannes lber. Die noch immer lob⸗ hafte Fleckenbildung läßt die dauernde Ueberwachung der Sonne auch ſchon mit beſcheidenen Mitteln durch den Stob⸗ haber der Sternforſchung feſſelnd erſchelnen. Per Alrſtern⸗ ee bietet uns im Januar wohl die ſchöaſten Bilder at. die er überhaupt aufzuweiſen hat. In der Mitte ſteht der keeen *4 .Arrge 18* Mree — 350 SiierO gewaltige bimmliche Jäger Orton. Die Verbindungslinte der drei Gürtelſterne weiſt nach links unten auf Sirius, den Hauptſtern des Großen Hundes. In dem Bilde des Stie⸗ res rechts oben vom Orton fällt uns beſonders der rote Muptſtern Aldebaran auf. Die kleine Sterngruppe in ſeiner Nähe, die Hyaden, ſind ſoweit entfernt, daß das Licht von bbit is zu uns etwa 150 Juez braucht. Die übrigen Bilder prägt man ſich am beſten durch unmittelbaren Vergleich der Karte mit dem Himmel ein. Von den Wandelſternen beginnt Venus jetzt ein neues Gaſtſpiel am Abendhimmel. Ihre Sichtbarkeitsdauer wächſt Ende des Monats bis zum Eintritt vouſtändiger Dunkelleit alſo bis nach 6 Uhr abends(18 lhr! an. Ihr folgt im Waſſermann der Jupiter, der gegen Ende ſchon um 684(183g) Uhr untergeht. Beide Planeten bilden einen herrlichen Schmuck des Abendhimmels, beſonders gegen Ende des Monats. Auch Mars iſt e des größten Teiles der Nacht zu beobachten. Sein Abſtand von der rde hat allerdings ſchon ſo weſt zugenommen, daß ſeinere Einzed⸗ heiten auf ſeiner Oberflͤche nicht mehr zu erkennen ſind. Gegen Ende des Monats geht er bald nach 2 Uhr unter. Am Morgenhimmel iſt im Skorpion der Saturn zu ſehen, der gegen Ende um 3 Uhr früh über unſerem Geſichtskreis em⸗ porſteigt. Merkur beginnt in den letzten Tagen des Mona eine außergewöhnlich günſtige Sichtbarkeitsperiode am Abendhimmel. c rer dtengeden fülr ſeden Deufſchen. Eine ſts⸗ tiſtiſche Heberſicht über die Zeltungsberſtellung und den Vetr⸗ brauch an Zeitungen in Jahre 1821 weiſt Rieſenzahlen auß So beéfördert die Deutſche Reichspoſt im Laufe eines Jahre⸗ täglich ſechs Miltonen Jeitungen und Zeikſchriften, deren Ge, wicht ungefähr 200 000 Kilogramm berrägt. Um diaſe 3775 tungsmaſſen herſtellen zu können, braucht man ſae rlich 150 00 Tonnen Holz(1 Tonns 1000 Kilogramm), d. h. mit andere. Worten, ſoviel Bäume, wie ein 500 Quadratkilometer gro. er Wald enthält. Demnach müſſen für jeden erwachſenen Deut⸗ ſchen, damit er ſeine Jeltungen leſen kann. jährlich drei Bän⸗ me Fn werden. Dleſer große Holzverbrauch erklärt ſich um Talk auch damit, daß man btsher das alte Zeitungsvapſer, der untilakaren Druckerſchwärze wegen, nicht wieder zur Noahel⸗ ſtellung von Zeitungspapler verwenden konnte. Die erſte Meerſchaumpfeiſe macher namens Karol Ko,bvates, deſſen Geſchicklichkeit Schnitzen von Holz und anderen Stoffen ihn in Verbindung mit dem Grafen Andraſſy brachte, deſſen Günſtling er wurde. Bei ſeiner Rückkehr von einer Miſſion in die Türkei brachte der—+ ein Stück weißen Tons mit, das man ihm dee leichten ſpeziſiſchen Gewichts wegen als Kurioſität zum Ge⸗ 199 0 gemacht hatte. Da es porss war, kam dem S ühmacher er Gedanke, ob es ſich nicht etwa gut für eine Pfeſſe eignen würde, da es ja das Rikotin auf 1 8 würde. Er machte den Verſuch und ſchnitzte eine 8 1 ſich und eine für den Grafen. Bei ſeiner Berufsarbeit konnte er natürlich die Hände nicht ſauber halten und ſo kam manches Schuſterwachs in Berührung mit der 1 och anſtatt chmutzig zu werden, als Korol die Pfeiſe abwiſchte, Wach er Ton überall einen klaren braunen Glanz, wo achs darin eingedrungen war ſtu des matten Weiß. Nachdem ot die Itrſache des Glauzes feſtgeſtellt, wachſte er die ganze Sberfläche und polierte ſie. Als er ſie nun rauchte, nahm ſie eine wunderbare Farbe an und as 402 m auf, wie mil die Pfeiſe nach dem Wachſen ſchmeckte. Als andere Ari⸗ ſtokraten von den wunderbaren dieſes ſonder⸗ baren Tones hörten, ließen ſie ſolchen in angemeſſonen Men⸗ Ne zur Herſtellung von Pfeiſen kommen. Der natfrliche Mangek an dieſem geſchätzten Materlal und die hohen Inhe purtkoſten jener Zeit beſchränkten ihren Gebrauch auf die keichſten Ariſtokraten, bis es um 1830 zu einem allgemeinen Handelsartikel wurde.— Die erſte von Karol Kowates her⸗ Maria Feln als deſſen treuloſe Gattin. 5 ———— * geſtellte Meerſchaumpfeife befindet ſich im Peſter Muſeum. Monats um 510 Uhr In der ungariſchen Hauptſtadt Peſt lebte 1728 ein Schub⸗ Stückchen 4 der ab⸗ der der 1 habe. mit den Arbeiten noch dieſes Ja 20 Jahre alter Stublerender a Donnerstag, den 20. Januar 1927 ———.— Kommunale Chronil Günſtiger Vermögensſtand der Stadt Stuttgart Stuttgart, 19. Jan. Ueberraſchenderweiſe hat die Ueber⸗ r die der Stadtvorſtand über den Bermögensſtand er Stadt dem Gemeinderat vorgelegt hat, einen ſehr Stand erwieſen. Das Geſamtvermögen der tabt beläuft ſich auf rund 220 Millionen Mark, wovon an Verbindlichkeiten und Rücklagen rund 51 Milltonen Mark ab⸗ gehen, ſo daß ein reines Vermögen von 169 Millionen Mark vorhanden iſt. Das bedeutet gegenüber dem Vorfjahr trotz der gewaltigen Steigerung der Ausgaben ein Mehr von rund zwei Millionen Mark. Für die beabſichtigte neue größere Inland⸗ anleihe der Stadt iſt dieſe Vermögenslage von guter Vorbe⸗ deutung. Mit gemiſchten Gefühlen betrachten ſie dagegen die Altgläubiger der Stadt, die der Anſicht ſind, daß die durch ihre Zurückſetzung zu Wohlſtand gelangende Stadt für ſie mehr hätte kun können. 4* od Schwetzingen, 10. Jan. Aus der füngſten Gemeinde⸗ ratsſitzung iſt zu berichten: Folgende Arbeiten und vie⸗ ſerungen werben vergeben: Die Lieferung und Aufſtellung von 6 Plakatſäulen an Bildhauer Fritz Kling hier, die Liefe⸗ rung der für das ſtädt. Krankenhaus erforderlichen Verbands⸗ ſtoffe an Drogiſt Hermann Treiber bier, die Lieferung eines Eſchofens für das ſtädt. Krankenhaus an Jean Becker hier, die Aufberettung des Holzes im Gemeindewald an Hermann ling hier, die Lieferung von künſtlichen Düngern für die Ge⸗ meindewieſen und zwar 50 Ztr. Thomasmehl an das landw. Lagerhaus hier, 50 Ztr. Kaliſalz an Wilhl. Spilger hier.— Der Hiebsplan für 1026, ſowie der Kulturplan des Gemeinde⸗ waldes für 1927 wird genehmigt.— Der vom Bezirksamt Mannheim mitgeteilte Eutwurf einer neuen Feldpolizei⸗ ordnung, die als bezirkspolizeiliche Vorſchrift erlaſſen werden ſoll, wird gutgeheißen.— Die Verſteigerung eines Farrens, eines Ebers und von zwei Ziegenböcken wird ge⸗ Rehmigt.— Die im Entwurf ausgearbeitete Dienſtweiſung für den Wagmeiſter wird genehmigt.— In die Schulkommiſſion der Volksſchule werden berufen: 1. als Vertreter der an der Schule tätigen Sch 7 e der Geſellſchaft Der Aerzte prakt. Arzt Dr. Menges hier, 2. als Vertreter des Lehrkörpers entſprechend dem Vorſchlag der Lehrerſchaft Hauptlehrer Julius Einhart hier.— Im Hinblick auf die hohen Druckkoſten ſoll von einer Drucklegung des Rechen⸗ ſchaftsberichts für 1924 abgeſehen werden. Den einzelnen Bürgerausſchußfraktionen werden Abſchriften des Rechenſchaftsberichts zugeſtellt.— Die Kaſſenſtandsbarſtellung der Stadtkaſſe und der zugehörigen Nebenkaſſen nach dem Stand auf 1. Januar 1927 wird zur Kenntnis genommen.— Jur Unterſtützung der in Not geratenen Deutſchen in Süd⸗ flawien wird ein Beitrag von 100 RM. kewilligt.— Dem Schloſſer Adolf Lutz hier wird zur Aufſtellung einer Benzin⸗ pumpe vor ſeinem Anweſen Auguſt Neuhausſtraße 31 unter den üblichen Bedingungen Genehmigung erteilt. r. Seckenheim, 20. Jan. Im neuen Jahre hat der Tod in o manche Famitie eine unerſetzliche Lücke geriſſen. Geſtern zachmittag wurde unter großer Beteillgung von Jung und Alt die irdiſche Hülle des leider ſo früh verſtorbenen Eiſenbahners Karl Möll zu Grabe getragen. Der Heimgegangene war erſt 49 Jahre alt. Eine heimtückiſche Krankheit hat ihn mitten aus einem arbeitsreichen Leben in kurzer Heit dahin gerafft. Pfarrer Kuntz ſchilderte den Verblichenen als einen treuen, gut evangeliſchen Chriſten, der ein glüctliches Eheleben geführt Eine Witwe und 7 Kinder trauern um ihren Gatten und Vater. Möll war ſeiner Familie ein treu ſorgender Vater, dem das Wohl von Frau und Kindern über alles ging, ein vor⸗ bildlicher Chriſt. Kriegerbund und evang. Männer⸗Verein ließen durch Hauptlehrer Roſer zum ehrenden Gedenken Kränze am Grabe ihres Mitgliedes niederlegen. Weitere Kränze wurden niedergelegt von einem Beamten der Reichs⸗ bahn und von Herrn Hch. Blümmel im Auftraae der Ge⸗ werkſchaft deutſcher Elſenbahner. sch. Hockenheim, 18. Jan. Heute vormittag 11 Uhr, nach Schluß des Unterrichts, fand gemäß einer Anordnung des Anterrichtsminiſteriums in der im Flaggenſchmuck prangenden Tuxnhalle eine ſchlichte Reichsgründungsſeler der dieſigen Volksſchule ſtatt. Das geſamte Lehrerkolleglum der Volks⸗ und Forthildungsſchule, der Gewerbeſchule, die beiden evangel. Geiſtlichen und die.—8. Schuljahre nahmen daran teil. () Binau bei Mosbach, 10. Jan. Im Chor der hieſigen evangeliſchen Pfarrkirche wurden unter der Tünche alte andmalereien entdeckt, deren Freilegung von dem verſtändigen Urteil des badiſchen Denkmalpflegers Oberbau⸗ zat Schmleder⸗Heidelberg abhängen wird. Aehnliche Wandmalereien wurden ſchon por Jahren in der Fried⸗ offapelle zu Mos bach, im Kirchturm 1 Mörtel⸗ tein und erſf im letzten Jahre in der Notburga⸗ Aapelle zu. Hochhauſen enle Dle letzteren ſind wohl die wertvollſten, da ſie ſo ziemlich die ganze Notburga⸗ ſage darſtellen. Da die ſleine Kirchengemelnde die finan⸗ stellen Mittel zur Reſtaurlerung des Innern der aus ſpat⸗ Bothiſcher Zeit ſtammenden Kirche Wbenen hat, ſo wird r begonnen werden können. 2 Noſeuberg bei Mosbach, 10. Jan. Auf der Generalper⸗ fſammlung des hieſigen Krlegervereins teilte Bürgermelſter 51 raſer mit, daß das geplante Heldenmal für die Gefalle⸗ nen im Weltkriege Mitte Juli dieſes Jahres eingeweiht werden wird. Das Denkmal wird aus Sandſtein hergeſtel t und wird im Halbtreis um das Kriegerdenkmal von 1870⸗71 aeſtellt wer⸗ ſhe den. Die Ausführung hat Architekt Feile aus Würsburg über⸗ nommen. * Karlsruhe, 18. Jan. In der 1110 Nacht hat ſ ein us Baſel im Rangierbaßnhof von einem Güterzug überfahren laſſen. Der war ſofort tot. Das Motiv zur Tat i junge Mann ſt unbekannt. 60.68.80. 90 bis 178 U. Wochenraten von 4 Mark an. Bett⸗ V 18. Berliner Sechzzag Lofenz Tonant 9 mit 2 Runden Voisprung zwelter: Buschenhagen nſungmnnmnimummmin eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeneeeeenimenneeeenunenununmmunmmnmunnunmmnanminmuminunnunmmmennknnunnidunnahmmen Direkt ab Fabrik durch 160 Mifa-Fabrikverkaulsstellen Niederlassung für Suddeutschland: München, Klarastrage 20 Mannheim, N 4, 10, Leiter: L. Jung „Neue Maruheimer Zeltung[Abend⸗Aus gabe) Aus der Pfalz Die Autoſtraße NeuſtabtLubwigshafen * Neuſtadt a.., 18. Jan. Der Neuſtädter Dipl.⸗Ing. Dr. Lehr hat einen Entwurf für die Autoſtraße Neuſtadt— Ludwigshafen ausgearbeitet. Die Städte Lubwigshafen und Landan wollen an der Verwirklichung dieſes für die Belebung des pfälziſchen Verkehrs ſehr wich⸗ tigen Planes mit Neuſtadt zuſammenarbeiten. * : Lubwigshafen, 18. Jan. Geſtern wurde unter zahlrei⸗ cher an dabe von Vertretern athletiſcher Verbände der Pfalz und Badens der ehemalige deutſche Schwergewichtsmei⸗ ſter im Ringen, Ludwig Schott, hier zu Grabe getragen. * Lubwigshafen, 19. Jan. Feſtgenommen wurde geſtern vormittag ein 27 Jahre alter lediger Ju 5 rknecht Und deſſen Braut, eine 28 Jahre alte Dienſtmagd, die ſich zur Zeit hier in einem Garten an der Lagerhausſtraße aufhielten. Der Fuhrknecht kommt als Täter eines in Raſtatt verübten Einbruchdiebſtahls und ſeine Braut als Hehlerin in Betracht.— Geſtern wurde auf der Reichsbank ein alſches Einmarkſtück, das aus Meſſing hergeſtellt und täuſchend ähnlich nachgemacht iſt Das Falſi⸗ fikat trägt das Münzzeichen J 1925. Es iſt das erſte Stück, das in dieſer Prägung hier auftaucht. Der bezw. die Herſteller und erbreiter dieſes Falſchgeldes ſind noch nicht ermittelt. Vor⸗ ſicht beim Vereinnahmen von Geld erſcheint geboten. * Frankenthal, 18. Jan. Seit mehreren Tagen iſt der Kaſſier eines hieſigen Arbelterſängerverbandes abgängig. Eine in der Verbandskaſſe vorgenommene Reviſion ergab nach dem„Frankenth. Tagbl.“ einen größeren Fehl⸗ betrag, der noch der Aufklärung bedarf. * Winnweiler, 18. Jan. Verhältnismäßig wenig Grippe⸗ erkrankungen ſind hier in dieſem Jahre zu verzeichnen. Da⸗ delien iſt die Umgebung von dieſer Krankheit ziemlich en 6 Die Grippe nimmt durchweg einen normalen erlauf. Todesfälle ſind nicht vorgekommen. * Kaiſerslantern, 16. Jan. Heute, Sonntag früß ſtieß ein Perſonenauto mit einem Straßenbahnwagen zu⸗ ſammen. Der Zuſammenſtoß war derart ſtark, daß der ſchwere Straßenbahnwagen aus dem Geleiſe e der Puffer zur Selte gebrückt und die Fangvorrichtung abgeriſſen wurde, Auch das Auto wurde erheblich beſchäbigt. Perſonen ——— 0 zu Schaden. Die Polizei hat bereits Erhebungen angeſtellt. 2: Pirmaſens, 18. Jan. Der Agent Adolf Moritz ven hier, der wegen einer großen Anzahl von Betrügereien ſchon meh⸗ reremale vor dem Strafrichter ſtand, bereits zu einer hohen Gefängnisſtrafe verurteillt ſſt und noch wegen drei oder vier Fällen ahzuurteilen iſt, hat geſtern zum fünften Male zwei Löffelſtiele verſchluckt. Man brachte ihn ins ſtödti⸗ ſche Frankenßaus, wo die Fremoͤkörper durch Röntgenſtrahlen im Magen feſtgeſtellt wurden. Eine Operation(auf Staats⸗ B koſten) wird nicht zu vermeiden ſein. Gerichtszeitung Schwurgericht Mannheim Am Mittwoch, 26. Januar beginnt die erſte Tagung des Schwurgerichts Mannheim i. J. 1927. Vormittags ſteht zur Verhandlung die Klageſache gegen Wilhelmus Heger aus Mannheim⸗Sandhofen wegen verſuchten Totſchlags und 1 der Nachmittagsſitzung die Klageſache gegen Georg Nikolaus 5. üller in Mannheim wegen Beleldigung durch die reſſe. Am Donnerstag vormittag wird ſich Karl Wilhelm Weigel aus Karlsruhe wegen Körperverletzung mit Todesfolge und am Nachmittag Anng Eugenie All⸗ 90 er aus Hühren wegen Meineids zu verantworten aben. Schöffengericht Mannheim Der als Querulant berüchtigte Arbeiter Moog aus Seckenheim hat verſchiedene Briefſe an den Gemeinde⸗ rat in Seckenheim gerichtet, in denen ſchwere Beleidigungen gegenüber verſchiedenen Mitgliedern des Gemeinderats euthal⸗ ten waren. Auch hat er in einem Brief an den Gemeinderat dieſem gedroht, ihn der Staatsanwaltſchaft in Mann⸗ heim anzuzeigen, wenn er ihm nicht eine Stelle beſorgen würde. Das diesbezügliche Schreiben lautet wie folgt:„Ich laſſe dem wohllöblichen Gemeinderat eine Bedenkzeit von acht Tagen, bevor der Tan 1 7 Da die Schwere der Beleidigung nicht mit einer Geldſtrafe zu ſühnen war, ſo er⸗ kannte das Gericht[Amtsgerichtsrat Dr. Leſerl auf eine Ge⸗ fängnisſtrafe von 6 Wochen.— Der Arbeiter Hermann Lerch iſt des Beiruges angeklagt. Er hat ſich als Beamter detz Wohnun 71 ausgegeben und einer Nrau 280 Mark unter dem Vorwand abgeknbpft, daß er ihr eine Wohnung Monaen könne, Es wurde 21 einen Strafbefehl von drei onaten erkaunt, gegen den er Einſpruch erhob. Et gibt die Tat zu, will aber nicht die Abſicht gehabt haben, der Frau die 280 Mark abzunehmen, ſondern nur deren Geldbörſe um einlse Mark zu erleichtern. Mit Rückſicht auf ſeine pielen Vorſtrafen findet er aber mit dieſem ſchönen Märchen keinen Glauben. Das Gericht(Amtsgerichtsrat Rurger) perwirft den Einſpruch, wonach es alſo bei den drei Monaten eibt.— Ein Bäckermeiſter hat 115 eines Vergehens gegen das Abbeltszeltgeſetz ſchul 5 gemacht. wofür er eine Geldſtrafe voön 100 erhielt. Da ihm die Strafe zu hoch erſchien, legte er Einſpruch dagegen ein. Lelder aber war der ann wegen ähnlicher Vergehen ſchon 2mal vorbeſtraft, die Straſe wird daher als gerechtfertigt angeſehen und ſein Ein⸗ Per vom Gericht(Amtsgerichtsrat Burger) verworfen.— er Arbeiter Gg. Horn hat 17 eine Beamtenbeleidigung zu⸗ 7 70 kommen laſſen ler verbächtigte einen Schutzmaun in ſchwerer Weiſe) und dafür 6 Wochen dieſer Einſpruch wird verworfen. — nnrr efängnis erhalten. Auch ch. Sieger Mifa-Fabrikverkaufsstelle: 8 Die Kirchweih⸗Meſſerſtecherei. Die Meſſerſtecherei bei der Rülzheimer Kirchweihe hatte ein Nachſpiel vor dem Schöffengericht Landau. Der bei dem Streit unbeteiligte Oskar Johann wurde, als er ſeinem Bruder Rudolf im Ge⸗ dränge belſteben wollte, durch einen Stich in die rechte Schul⸗ ter lebensgefährlich verletzt. Die Täter Guſtab Kuhn und Johann erhielten wegen eines Vergehens der vorſätzlichen ann Körperverletzung 8 bezw. 2 Monate Ge⸗ ängnis, 8 6 Jahre Zuchthaus für einen Meſſerſtich. Im Oktober 7 vorigen Jahres hatte bei einem nächtlichen Zuſammenſtoß der 26 Fahre alte Hlttenarbeſter Herm. Ficklnger in Hecken⸗ dalheim den 30jährigen Arbelter Karl Fegert durch einen ſchweren Meſſerſtich in die rechte Bruſtſeite getötet. Fickinger, der ſich jetzt vor dem Saarbrücker Schwurgericht zu verantworten hatte, erklärte, unter dem Einfluß des Alko⸗ hols gehandelt zu haben. Das Urteil lautete auf 6 Jahre Zuchthaus. Sportliche Runoͤſchau Weltläufe des Kar'sruher Skiklubs bei der Hornisgrinde Die Ortsgruppe Karlsruhe des Skiklubs Schwarzwald, der Akademiſche Skiklub, bie Hochſchule Karlsruhe und der Polizeiſportverein Karlsruhe veranſtalteten wie das„Karls⸗ ruher Tagbl.“ meldet, gemeinſam Skiwettläufe im Gebiete der Unterſtmatt und Hornisgrinde. Die Wettläufe zeigten eine ſtarke Beteilligung. Wetter⸗ und Schneeverhält⸗ niſſe waren zwar nicht die beſten, immerhin für die Austra⸗ ung der Konkurrenzen nicht ungünſtig. Trübem, trockenem etter in den Vormittagsſtunden folgte bald Schneefall bet 0 bis 1 Grad Wärme, ſo daß ſich eine—10 Zentimeter ſtarke, etwas ſchwere klebende Neuſchneeſchicht auf die alte Schnee⸗ unterlage anſetzte, die in den oberſten Lagen des Nordſchwarz⸗ walds zurzeit eine Mächtigkeit von 50 bis 70 Zentimeter auf⸗ weiſt. Die Wettläufe verliefen glatt und ohne Unfall die ur⸗ ſprünglich vorgeſehene Pretsvertellung auf ber Unterſtmatt mußte verſchoben werden, da die Ausrechnung bis zum Abend noch nicht ganz beendet war: ſie fand am Montag in Karks⸗ ruhe ſtatt. Der Geländelauf fand im Gebtet ber Hornksgrinde und des Dreifürſtenſteins ſtatt, der Jungmannenlauf ging von der Grinde—5 Unterſtmatt, der Langlauf über etwa 12 Kllometer Laufſtrecke führte von der Grinde in Umwegen ebenfalls zur Unterſtmatt. Die Ergebniſſe: Geländelauf(der Ortsgrupve des.C..) 15 Teilnehmer. 1. Fritz Dold 6,21 Min., 2. Heinr. Heckenroth 627 Min., 8. Kaſt 6,48 Min.[Akadem. S. C. Karlsruhe) 6 Teilneßwer. 1. Daub 6,51 Min., 2. Holz 7 Min., 3. Boecking.13 Min. (Hochſchule] 3 Teilnehmer. 1. Holz 7 Min., 2. Jockbeck 7,83 Min., 3. Röbcke.11 Min. Inngmannenlanf(12—14 Kahre). 1. Oskar Braun 27.39 Min., 2. Erich Schmidt 34,40 Min.(14—16 Jahre]. 1. Julfus raun 30,30 Min.(16—18 Jaßre). 1. Friedrich Braun 34,30 Min.(18—20 Jaßhre). 1. Werner Ott 28.50 Min. Damenlanf. 1. Klaſſe: J. Frl. Stoll 34.32 Mkn., 2. Klaſſe: 1. Frl. Berthold 28,40 Min., 2. Frau Zimmermann 36,10 Min, Altersklaſſe 1: 1. Frl. Kern 35.10 Min, 2. Frl. Knecht 35.31 Min. Altersklaſſe II: 1. Frl. Blankenhorn 95,10 Min., 2. Frl. Hilfar 38,30 Min. Langlauf(des Skiklub Schwarzwald. Ortsgrupye Karls⸗ ruhe). 11 Teilnehmer: 1. Grau.38,51 St., 2. Heckenroth .39,18 St., 3 Braunnagel.47.14 St. Langlauf(des Akadem, Skikluhs Karlsruße). 1. Holz .37,5 St., 2. Rehbock.43,16 St., 3. Tiſch.48 12 St. Lauglanf(der Hochſchule Karlsruheſ. 1. Holz.87,98 St 9. Rebbock 1 42,16 St., 3. Griesfaber.47,36 St. Am Langlau der Akademiker betelligten ſich 7, an dem der Hochſchule 8 Konkurrenten. 175 [des Poltzeiſportvereins). 8 Teilnehmer!. 1. Langlauf JIung.52,36 St., 2. Zimmermann.58,45 St., 8. Haeffner .15,39 St.— Altersklaſſe 1: 2 Teilnehmer: 1. Amberger 14440 St, 2. Frey.14½40 St. Wenernachrichten der Kar sruherLandeswetterwarle Beobachtungen babiſcher Wetterſtellen(7* morgens) ——— Tem Nuft⸗ * See ⸗ Sg 222 Wind 28 druckvera⸗ Ef höbe——ů Weiuet 3 5 8 32 Wertheim— 2 Königſtuhl] 625 700,—3 188 Nw leeichtſ bedeck Karlsruhe 197 7612 1 4 0 N0O lleicht 5 Bad.⸗Bad. 213 760,2% 1 4 0 leicht 8 Villingen 780 762,1—3—1— K„ Feldbg. Hoff 1407 690% 5—8—10 NwW ſſchw. Nebel Badenweinl..—————— St. Blaſien s=s ſein bebeckt Höchenſchw.—*———— r. Baden hatte geſtern wolkiges Wetter mit örtlichen Mor⸗ gennebeln und geringem Druck, Temperaturrückgang. heute morgen trat in der Ebene Nebelbildung ein. Der be England gelegene Hochdruck iſt nunmehr durch neue ozeaniſche Druckſtörungen 18* worden, deren warme Luftmaſſen unſere Witterung jedoch noch nicht beeinfluſſen werden. Unſer Land bleilt noch im Bereich der Strömungen aus dem ruf⸗ ſiſchen Hoch nach der Mittelmeerzyklone. Vorausſichtliche Witterung für Freitag, bis 12 Uhr nachts: Bereinzelt Niederſchläge(meiſt als Schnee), bei ſchwacher norbbſtlicher Luftzufuhr, ſonſt keine Aenderung. ———————— Herausgeber, Dructer und Verleger! Druckerel Dri Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim. E 6. 2 4 Oitektlon: Ferdinand Heyme. Chefredakteur: Kurt Fiſcher.— Verautwortliche Redakteure: Für Volltik: Hans Alfreb Meißner.— Feullleton: Dr. S. Kayter, Jommunalpolftik und Lokales: Richard Schönfelder.— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller.— Handelstell: Kurt Ghmer. Gericht und alles ee en Kircher.— Anzelgen: Dr. W. . Stötzner 8 un Die Großbanken über Vörſe und Geldmarkt Im neueſten Bericht ſchreibt die Disconto⸗Geſell⸗ ſchaſt u..: Im ganzen erſcheint die optimiſtiſche Beur⸗ teilung des Gelomarktes, wie dies in der Senkung der Dis⸗ kontorate ihren Ausdruck ſindet, berechtigt. Für dieſe Beur⸗ teilung der Zukunft iſt vor allem eine Tatſache wichtig, die das verfloſſene Jahr erwieſen hat: die Herſtellung eines engen Kontaktes zwiſchen Deutſchland und den Haupt⸗ märkten der Welt. Auch bei weiter verminderter An⸗ ziehungskraft des deutſchen Geldmarktes für ausländiſche Gelder wird dieſer enge Kontakt dafür ſorgen, daß über⸗ ſchüſſige Auslandsgelder hierher kommen ſolange nicht die Spanne zwiſchen den Geldſätzen des kapitalkräftigen Aus⸗ landes und Deutſchland geſchwunden iſt.— Die Zuſammen⸗ hänge ſind gerade für die Beurteilung der weiteren Börſen⸗ entwicklung wichtig zumal man auch damit wird rechnen müſſen, daß auf die Dauer Geldanſprüche der Wirtſchaſt mit der Verbreiterung der Konjunktur eher eine zu⸗ als abneh⸗ mende Tendenz aufweiſen werden. Immerhin dürfte die Geldmarktlage zunächſt die Behauptung des gewonnenen Niveaus nicht erſchweren. Zweifellos kommt, börſenmäßig ge⸗ ſehen, die Senkung des Zinsniveaus der ſtärkeren Betonung des Rentabilitäts gedankens ſehr zuſtatten. Die Deutſche Bank ſchreibt in ihren Wirtſchaftlichen Mitteilungen das Folgende: Für den Verlauf der Börſe iſt in erſter Linie die überaus leichte Geſtaltung des Geld⸗ marktes ausſchlaggebend geweſen und wenige Momente, von denen ſonſt erfahrungsgemäß ſtarke pſychologiſche Wirkungen ausgehen können, wie die Regierungskriſe, haben ſchon des⸗ halb nicht hemmend auf die Hauſſebewegung eingewirkt, weil einmal die Börſe die Bildung einer Rechtsregierung für nicht wahrſcheinlich hält, andererſeits aber wohl in dem Eintritt der Deutſchnationalen in die Regierung noch keine Gefahren⸗ momente ſieht, weil der Erfolg des bisherigen Kurſes unſerer Außenpolitik ſo klar iſt, daß Reichstag und öffentliche Mei⸗ nung nur ein Kabinett ertragen würden, das dieſe Außen⸗ politik fortſetzt. Ebenſo hat die rapide Zunahme der Erwerbsloſigkeit im Monat Dezember, die die Zahl der Erwerbsloſen wieder auf den Stand April⸗Mai, da die Wirtſchaft ſich noch in einem Zuſtande einer ſchweren De⸗ preſſion beſand, gebracht hat, nicht weiter beunruhigend auf die Börſe eingewirkt. In einem offiziellen Kommentar iſt darauf hingewieſen worden, daß es ſich um eine faiſon⸗ mäßige Verſchlechterung des Arbeitsmarktes handele, und die Statiſtiken der freien Gewerkſchaften, die die Erwerbs⸗ loſigkeit inuerhalb ihrer einzelnen Verbände aufnimmt, zeigt ebenfalls, daß die ſtarke Zunahme der Erwerbsloſigkeit noch keinen entſprechenden Schluß auf den Konjunkturverlauf zu⸗ läßt. Sie zeigt nämlich, daß die Zunahme prozentual weitaus am ſtärkſten im Baugewerbe und den davon abhän⸗ gigen Berufen iſt, während innerhalb des großen Metall⸗ arbeiter⸗Verbandes ſogar eine Abnahme der Erwerbsloſigkeit, beim Textilarbeiter⸗Verband ein Gleichbleiben und auch beim Großen Verband der Fabrikarbeiter eine geringe Zunahme der Erwerbsloſenziffer feſtzuſtellen iſt. Allerdings führen andere Konjunktur⸗Merkmale, weil ihre Richtung nicht ein⸗ deutig iſt, zum Schluß, daß ein Aufſchwung der Wirt⸗ ſchaft noch nicht auf der ganzen Linie eingeſetzt hat. &* Eine weitere Verſchmelzung im Wiener Bankgewerbe. Die Verſchmelzung der Unionbank mit der Bodenkreditanſtalt hat nun auch hinſichtlich der Verkehrsbank die Verſchmelzungs⸗ frage akut werden laſſen. Im Frühjahr 1926 wurde zwiſchen der Verkehrsbank und der Bodenkreditanſtalt eine Intereſſen⸗ gemeinſchaft hergeſtellt und ſchon damals geplant, dieſe In⸗ tereſſengemeinſchaft ſpäter weiter auszudehnen. Der Ver⸗ ſchmelzungsbeſchluß iſt nunmehr gefaßt und das Umtauſchver⸗ hältnis ſo feſtgelegt worden, daß die Beſitzer der Verkehrs⸗ bank⸗Aktien für 11 Aktien der Verkehrsbank 2 Bodenkredit⸗ anſtalt⸗Aktien erhalten. o⸗ 60⸗Millionen⸗Anleihe Krupps. Wie ein Berliner Mittagsblatt berichtet, hat ein unter Führung der Dresdner Bank und Danatbank ſtehendes Konſortium eine 60⸗Millionen⸗ Anleihe der Friedr. Krupp AG. übernommen. Die Anleihe iſt mit 6 v. H. verzinslich und gelangt zum größten Teil im Inlande zur Auflegung.— * Zur Kali⸗Miſchdünger⸗Frage. Der Salzdetfurth⸗Kon⸗ zern ſteht den Beſtrebungen des Wintershall⸗Konzern in der Miſchdünger⸗Herſtellung ſympathiſch gegenüber, jedoch iſt, wie die„F..“ hört, die Angelegenheit noch nicht über die aller⸗ erſte Prüfung hinausgegangen. Als nicht unwichtig dürfe es angeſehen werden, daß auch die dritte größere Gruppe im Kali⸗ Syndikat, die Preußag, dem Gegenſtand ihre Aufmerkſamkeit ſchenken werde, ſchon deswegen, weil ſich ihre Schweſterfirmen auf dem Kohlengebiet, alſo die„Hibernia“ und die Staatlichen Zechengruben bei Gladbeck und Recklinghauſen. ſchon mit be⸗ Wiriſcharts · und Handelsz. trächtlichen Mitteln an die Stickſtoffherſtellung, wenn auch unter Anfechtung durch die JG., gemacht haben, und zwar durch Beteiligung an den Mont⸗Cenis⸗Bauten und eptl. durch Anlage zweier neuer eigener Fabriken für Stickſtoff auf den ſtaatlichen Kohlengruben. Von den ſonſtigen kleineren Kali⸗ gruben werden diejenigen des inzwiſchen verſtorbenen Wil⸗ helm Sauer wohl kaum beſondere Pläne auf dieſem Gebiet entwickeln. Die Erben Dr. Sauers verwalten die bezüglichen Mehrheiten in der bisherigen Weiſe fort. ⸗o⸗ Zuſammenſchluß der internationalen Kunſtſeiden⸗ induſtrie.„Daily Expreß“ meldet jetzt den Abſchluß einer Arbeitsgemeinſchaft zwiſchen der großen Kunſtſeidenſirma Courtaulds und der bedeutendͤſten italieniſchen Kunſt⸗ ſeidengeſellſchaft Snia Viscoſa und den Ver. Glanz⸗ ſtoffabriken, der bekannten deutſchen Firma. Das Ab⸗ kommen werde ſofort in Kraft treten. zis Zuſammenlegung bei der Julius Schürer AG. in Augsburg. Die Verwaltung ſchlägt der HV. am 11. Febr. neben der Genehmigung des Jahresabſchluſſes die Zuſammen⸗ legung des 2,4 Mill./ betragenden AK. im Verhältnis von :1 vor und beantragt die Wiedererhöhung des ermäßigten AK. um 400 000 /. Die neuen Aktien ſollen zum Kurſe von 110 v. H. unter Ausſchluß des geſetzl. Bezugsrechts an ein Konſortium begeben werden. 16Compagnie de Bethune. Zwecks angeblicher Abwehr von Ueberfremdungsgefahr ſoll gemäß Verwal⸗ tungsantrag eine auf den 26. Jan. anberaumte HV. die Genehmigung zur Ausgabe von 10000 jungen Mehr⸗ ſtimmen⸗Aktien Serie B zum Nennwerte von je 150 Fr. erteilen. Bei der Verteilung der Reingewinne ſollen dieſe jungen Aktien minder als die alten Stücke berechtigt ſein. Die Verwaltung will ſich das„abſolute Recht, Zeichner, die nicht die wünſchenswerte Garantie bie⸗ ten, aus zuſchließen“, vorbehalten. Dieſe Maßnahme ſoll nur„temporären Charakter“ erhalten. 5 Abſchlüſſe 0 :: Ilſe Bergbau AG. in Grube Ilſe.⸗L. Wie aus Verwaltungskreiſen mitgeteilt wird, hat ſich die Geſchäftslage im abgelaufenen GZ. recht günſtig entwickelt. Die Geſell⸗ ſchaft hat ihre geſamten Lager verkauft. Auch im neuen GJ. wird die Produktion bisher voll abgeſetzt. Trotz zweifellos günſtiger Gewinnergebniſſe will die Verwaltung aber ſehr vorſichtig bilanzieren. Es ſei nicht anzunehmen, daß eine höhere Dividende als i. V.(8 v..) zur Ausſchüttung kommt Brauerei Henninger, Kempff⸗Stern AG. in Frankfurt a. M. Wie mitgeteilt, wird aus einem Reingewinn von 661000 RM. für 1925/6 eine Dividende von 10 v. H. verteilt. Die unter Mitwir ung der Geſellſchaft im Jahre 1923 gegründete„Ivag“, Induſtrie⸗ und Vertriebs AG. iſt aufgelöſt worden, da ſich nach der Goldumſtellung die bei ihrer Gründung gewollten Vorausſetzungen nicht erfüllt haben. In der Bilanz erſcheinen bei unverändert 3,96 Mill. RM. Aktienkapital und 400 000 RM. Rücklage Gläubiger mit 540 000 (890 000) RD. Denen ſtehen gegenüber Vorräte 650 000(630 000) RM. und Schuldner 1,89(2,66) Mill. RM. :: Mimoſa AG. in Dresden. Die Geſellſchaft, die bekaunt⸗ lich im vorigen Jahre ihr Kapital auf 2 Mill./ erhöht hatte, wird, wie verlautet, auf das vergrößerte Kapital beſtimmt eine Dividende ausſchütten, die hinter der vorjährigen (14 v..) nicht zurückbleibt. Die Geſchäftslage hat ſich günſtig entwickelt. Die Umſätze weiſen gegen das Vorjahr eine Ver⸗ größerung auf. 8 Frankreichs Außenhandelsbilanz 1926 mit 20 Milliarden Frank aktiv. Die Generalzolldirektion veröffentlicht eine Ueberſicht über die Außenhandelsbilanz Frankreichs im Jahre 1926. Danach belief ſich die Einfuhr auf insgeſamt 89 515 Mill. Fr.(45 513 Mill. To.), während die Ausfuhr einen Wert von 69 535 Mill. Fr.(32 499 Mill. To.) hatte. Die Außenhandelsbilanz für 19286 ſchließt alſo mit einem Aktinum von 20 Milliarden ab. Im Monat Dezember betrug die Ein⸗ fuhr 5133 Mill. Fr., die Ausfuhr 5395 Mill. Fr., woraus ſich ein Aktivſaldo von 272 Mill. Fr. ergibt. — Vörſenberichte vom 20. Januar 1927 Mannheim behauptet Bei ziemlich lebhaftem Geſchäft konnten ſich heute die Höchſtkurſe der geſtrigen Abendbörſe mit kleinen Ausnahmen behaupten. Schwächer lagen wieder JG. Farben⸗Aktien, die bis 336 nachgaben. Der Kaſſe⸗ markt war ruhig bei wenig veränderten Kurſen. Es notierten: Badiſche Bank 180, Pfälz. Hypothekenbank 216, Rhein. Hypotheken⸗ bank 216, Rhein. Creditbank 156. Südd. Disconto 173, JG. Farben 337, Rhenania 76, Brauerei Eichbaum 165, Brauerei Werger 165, Frankonia Verſ. 95, Continentale Verſ. 108, Mannheimer Verſ. 148, Oberrheiniſche Verſ. 201, Seilwolff 95, Benz 106, Maikammer 70, Enzinger 94, Gebr. Fahr 48. Germania Linoleum 252, Karlsruher Maſchinen 51, Knorr 173, Konſerv. Braun 80, Mannheimer Gummt 83. Mez und Söhne 105, N. S. U. 124,5, Rheinelettra 182, Wayß und Frey⸗ tag 179, Weſteregel 190, Zellſtoff Waldhof 262, Zuckerfabrik Franken⸗ thal 117,50, Zuckerfabrit Waghäuſel 147.50. Frankfurt unſicher Auch heute trat an der Börſe unverkennbar eine gewiſſe Ermſi⸗ dung der Börſencreiſe hervor. Daneben fehlten die privaten Kaus⸗ aufträge faſt voll.ommen ſo daß der Umfang des Geſchäftes bedeutend kleiner war. Die Kursgeſtaltung war ſehr unregelmäßig, Intereſſe wandte ſich nur einzelnen Spezialwerten und den„ontanpapieren zu. Banſen blieben ganz unverändert. Vuon den Montanwerten ſtanden Gelſenkirchen(plus 2,5 v..) Harpener(plus 1 v..) und Oberb.⸗ darf(plus 1,75 v..) im Vordergrund; dagegen Mannesmann und Rheinſtahl etwas abgeſchwächt. Auf dem Chemiemartt war die Stimmung geteilt. JG.Jarben konnten ſich nur rnapp behaunten, dagegen zogen Scheideanſtalt wieder um 2,75 v. H an. Am meiſten waren die Elertrowerte gedrückt; Schuckert verloren 1,25, Lahmenyer 3 und Siemens u. Halske 2 v. H. Anleihen voll ommen ohne Ge⸗ ſchäft, auch in Auslandsrenten ging kaum etwas um. Im weiteren Verlaufe wurde die Tendenz ſehr ſchwankend und überwiegend ſchwächer. Endlich ſchentte die Börſe den bisherigen vergeblichen Bemühungen um die Bildung einer Regierung mehr Beachtung. Alle anfänglichen Kursbeſſerungen gingen daraufhin bis auf einige Aus⸗ nahmen wieder verloren, bezw. die Kurseinbußen vergrößerten ſich. Der Schluß war zurückhaltend und ſchwächer. Berlin ſchwankend. Die Börſe eröffnete mit vorwiegend gebeſſerten Kurſen, da Meinungsräufe in einzelnen Werten, namentlich in Mannesmann,.i einer Steigerung um 7 v. H. und in Gasaktien eine wireſame An⸗ regung boten. Bedenken wegen der Regierungskriſis, die ſchon vor⸗ börslich eine gewiſſe Unſicherheit auflommen ließen, wurden vorläu ig zurückgedrängt, Hapag konnte ihren Kursſtand zwar erböſſen, aber nur um—4 v.., weil die Unklarheit in der Freigabebill der Speku⸗ lation Vorſicht auferlegt. Bankaktien änderten ihren Kursſtand nur wenig. Die Haltung wurde bald nach Beainn unſicher und leicht ſchwankend. Im ſpäteren Verlaufe mehrten ſich die Abgaben, weil die vielfach erwaxtete Londoner Diskontermäßigung ausblieb und vor. allem, weil die innerpolitiſche Regierungs'riſis eine Verſchärfung erfahren hat. Nur wenige Werte, wie Schultheiß un) Bemberoaltien, ſowie Oſtwerte, konnten namhaſte Gewinne behanpten. Deutſche An⸗ leihen tendierten zunächt wieder feſter, litten ſpäter aber auch unter der eingetretenen Verſtimmung. Verliner Deviſen Diskontſätze: Ne chsbauk 5. Sombard 7. Privat 4 v. H. Die Tendenz am Produktenmarkt iſt geteitt, für Ausland⸗ ware abgeſchwächt, für Inlandgetreide und ⸗Mehl beſeſtigt. Inlandweizen 30 /, waggonfrei Mannheim. Von Ausland⸗ weizen iſt angeboten: Manitoba 1 disp. zu 16, Manitoba 1II 15,65, Manitoba III 15,10 hfl. Kanſas für Januar 15,40 hfl. cif Mannheim. Baruſſo 79 Kg. für Febr. 13,55, März 13,45, Roſa Jé 790 Kg. für Febr. 13,80, März 13,70 hfl. cif Rotterdam. Inlandroggen 25,75—26,00 /, ausl. 27, Inlandhafer 20—20 50, Braugerſte inländ. 27—30, Futtergerſte 21,25—22,00, Mais gelb mit Sack 18,50—18,75, Biertreber 16,75—17,00, Weizen⸗ mehl ſüdd. für Jan.⸗Febr. 40,50—40,75, April⸗Mai 40—40,25, Weizenbrotmehl ſüdd. 28,50—30,75, Roggeumehl weiter feſt, 37—38,50, Weizenfuttermehl 15, Weizenkleie fein 12,50, Roggen⸗ kleie fein 12,75 l. 2 Mannheimer Viehmarkt vom 20. Jan.(Eigenbericht.) Zum heutigen Viehmarkt waren zugetrieben und wurden für 50 Kg. Lebendgewicht(in./) bezahlt: 129 Kälber: 80—82, 72—75, 62—70; 34 Schafe: 32—46; 52 Schweine: 75—76, 75—76, 76—77, 75—76, 72—74; 955 Ferkel u. Läufer: 18—44; 3 Ziegen. Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mit Schweinen ruhig, langſam geräumt; Ferkel u. Läufer ruhig. 88 1 Rurszeitel der Neuen Mannheimer Zeitung Aktien und Auslandsanleihen in Prozenten. dei Stückenotierungen in Mark je Stück Die mit T verſehenen Werte ſind Terminkurſe während ſich die mit + verſebenen noch in Bi⸗/ verſtehen. Frankfurter Vörſe vom 20. Januar 18. 20. 16.. 20. Vaule-⸗Akttien. 1 TAbetn Braunt. 2280 oſenzinger-Union 94.—fe2.28 5 Salzw. Heilbronn—„Spinn.—.—. Aug. O. Creditdt. 148.258.5 8 8 Se 85h..e Lbſ50 —— 3— 190,5 BK. u. Caurahütte 88.50 88,50.. 5a Mühlh. K nkf. Brau. 8.—. Bant Sodenr B 10.0= Sransport-Alckien. abr Gebr. Pirm. 50.— 4818 Bayr.Hop u. Bb 224.5½22.0 16. Guill. Carls 175.0173.0 Barm 2n Bantver 182..183.5 1920 1 Felt.Guill. Carls Berliner Handels 277.527,0 Hedde teed 0 ITCom. u. Privatb 218.5216,0 2— 1 Darmſt. u. Nat. B 281,0281.2 Baltimore& Ohio—.——— 555 Eritzner M. Durt. 132,5.—.— +Deutſche Bank 193,519 D. Effett. u. Wechſ. 160,0160 Iuduſtrie-⸗Aktien. Eichb.⸗Mannh. + 160,0165.0 Grün, Bilfinger.165.00168,0 7180,0 Feinmech. Jetter. 129.—— rankf. 99,500100.5 uchswaggon—0. Folbſchwidt T. 154.7154,0 D Hypothekenbk. 173,0174.7 Z ülederſes, Bant 139.0133·0 Sternb.—, 195,0(Haidck Reu, Näh-.50. 10ſ68,.— 2. Berelrsdenk 188089.0 Nager SA.—ies ggammerſen 133.0300 TDisconto⸗Geſ.. 186,5186. Iresdaer Bant 183,5188.0 Schöfferh. Bindg. 309,0 307.5 Hitpert Armaturf. 79.——.— Schwarz⸗ Storch. 186,0 150.0 Hirſchupfeu.Met. 129..129.0 kärt Hop. agt 18.9183.0l Werger——162.0 Hoch- und Flefdau 13.0ſfg. giendd öred. B 286 dles 0 gee den e, S gaveneht. dd. 0 9l90 Mitteld. B5 een Accumulatoren.—.——.— Holzverkohl.⸗Ind. 00.5100,0 Nürnberg. Beaſt Adler Oppenheim—.——.— Junghane Stam 119.0116,5 eſter. Ered. Anſt 10.50 10.75 Sfliger Hyp.⸗Bt 218.0220.0 Reichsbank. 180,00180,8 Rhein Creditbank 156 0 158.5 Rhein. Hyp.-Bant 218,0220.0 Südd. Disconto 172,0172.0 Wiener Bankver.45.55 Württb. Notenbk 158.5 189.0 MannhVerſ.⸗Geſ 159. 1 7,0 rankf. Allg. Verſ 132. 1.0 Fbenh. Becſ-Gen 191,0 41,0 Franti..u. Mito—.——.— Bergwere Alitten. 5 Guß 181.0191, Elen 128.21 6,0 Cement Kartſtadi 175.0,172,0 1 D. Euremb. Berg 188.5 191.5 Chamotte unnare 82.— 80.— Eſchweil. Bergtork—.. Cont.Nürnb. Bög 129.5134.7 1Gelſenk. Bergw. 1.5192.0 Daimler Motor 103,2 103.2 Gelſenk. Gußſtahl 19.—.19.— D. Gold-u..-Anſt 257.2 25178 FThHarp. Bergbau 198,0—.— Dyckery. K Widm 55.25 85,10 Kali ſchersleben 174.0177,00 Zingler Zweibrüg.—.. Kall Saſzdetl.—.—— Dürkoppwert St. 86.75 86,50 Pf. Nähm. Kayſer—.—66.— Kali Weſteregeln 186..189.0 Aadaerzlaut 22— Serelen 8— wa —.—Ei aiſerslaut. 67,——— Gienr Reid Gebd K Sch. 142.5142,0 Adler Kleyer 124,0123,5 Kammg. Kalſersl 188.0— A. E. Gne 1069 5 52.—50,25 Aſchaff. Bun„7J[Kemp, Stettin——.— Aſcgaf. Jellſtoff 188.2 185.5 Klein. Sch EBecker 112.00110.0 Bahnbed. Darmſt. 39.5039.50 Knorr. eilbronn 174,00174.0 Bad. Elettr.—..140 Konſerven Braun 83.— 80.— Bap- Muſcg Turt. 140.,0 142,7 Krauß& Co., Lack.—.— 1. Baſt.⸗G.„.—. ITeahmeyer& Co. 170,5167,5 Bayriſch. Spiegel 75.5075.25 Lech Augsburg 144,2141.0 Beck 10 ,0ſ98.—[Lederwert Rothe 42.50— TBergm. Elektr. 176.7 171,5 Judwigsh Walzm 189,0137,0 Bing Metallwerke 54.50 5 Lutz Maſchinen 54,.75 54.75 Brem Beſigh. Oel 90.— 90,— Luß'ſche Induſtr.—.— Tement Heidelb. 159,7159,7 Mainkraftwerke 144.9 142.0 Miag, Mühlb. 157.2158.5 MRez Söhne—.——.— Notoren Deuß—.—.— Motorf. Oberurſ. 75,—73,50 Neckarſ. Fahrzg. 128.5123,0 Nrh. Leder Spier 100,0100,5 Peter Union Frkft. 129 5129,0 —. ⸗Werke—.——= Lennesmennt. 223.0 231.0J TElettr Licht u. K 189.5189,5 Rheinmetall „ 129.—.— Elſ. Bad. Wolle 63.8560.— 15. Gſen dbare— Emtag rantfurt 0 5480.558 Rheinelektr. Sta. 184.5178.0 1 Bhanir Berabau 141,0144,9 Emailte St. Ullrich 69,— 69,25 Rb. Maſch. Leud. 70, 25 78,.— 8 Deutſch⸗Auſtral.—.—.146,0 19. 2 Rhenania Aachen 77.—.15 Riebeck Montan 199.5 189,0 Rodberg Darmſt. 16.25 16.— 1Rüttgerswerke. 145.7 145.0 15. 20. 0,35% O. Reichsanl. O. 9000, 910 4½% ö 9 R. Sch..—— 9 4% B. Schußg, 08 17.25J7.80 .0 4% D. 5 77 70 17.25 17.80 Schlinck& C. Hbg.— 7 Sparprämie. 1919—.——.— Sanelhr Feank 110.9 110.2 5% Pr. Schaßanw.—.—. Schramm Lackf.. 13 85——— 4% 2 8—.——.— TSchuckert, Nrög. 177.0 178. f 9 5.—.——.— Schahſabert Hegz 84.— 80.80 Freiverkehrs⸗Kurſe.%%..800.800 I 94˙.50 Denz 958 94,59 Elberfeld. Kupfer—. Entrepriſes Mansfelder.. 154.5—.— Raſtatter Waggon—.—. Seilinduſtr. Wol FSiemensôHalst 218.8 214.5 Südd. Draht-.. S. Led. St. Ingbert—.—.— 50 4% Bab Ant v1819—.— 3½% do. 5 ſt.—.— 30% do. von 4% Bayr. Eiſ⸗Anl. 1,200 24 —.—— —.— —.— .15 Trleoim Neſighe——eee Ra. e— bm. Koßlenanl. 18.25—.— 8 9* 515 10 5 8 5.. 0 5 Ge V..ch. IndMaing 126,7 128.5 Feſtverziusliche Werte..% Bay. Pl. E..—.——.— Ver. Ultramarinf. 178.0 178,0 4½0% Mhm.1914—..— 30%%6 do.— 580 Per- Jellt. eran 1220 445.%—.——— delle. dour os.689.505 VBogtl. Maſch. St, 85.— 93.5 4¼% 1904/5—.——.— 370% abgeſt.—.900 VBofgt& Haff. St. 144.0 142.0 5% Pt. Reichsanl..8150,832 8ſ—88⁰ Volthom. Seil u.. 4015 do 11..(4925—.——.— 4½äch. St..19—.— Wayß& Freytag 179,7.179.713% D. Reichsanl. 0. 9000, 907 4% Württ. f. 1915—.— Verliner Vörſe vom 20. Januar Baulk⸗Alctien. Tuug Elette.-Oel 138,9 433.,8 Oeutſche Kan 148.1148.9 Bank f. el. Werte 190,2 199,0 Anglo. Ct. Guancd 127.5½127.7 TDeutſche Maſch. 130,2128,7 Barmer Bankver. 184,0 193,7 Anhalt. Kohlen-, 129,0130,00 Deutſche Steinzg.——1 IBerl. Handelsg. 277.2 275,00 Annener Gußſtahl 2,1527.— Deutſche Wollw. 67,2562,— TCom.u. Privatb. 219,5 216,0 Aiceheg Zellſt.. 189.5185,0 Deutſch. Eiſenh. 107,8108,2 T Darmſt. u..-B. 284,5 280,00 Augsb.⸗Rb⸗Maſch 144,7144.0 Donnersmarckh. 148..148,0 1 Zeutſche Bank 194,01 Balcke Maſchin.—.——.— Dürener Metall 108,5 108.0 TSt. Ueberſee Bk. 133.0,1 32 Meguin 68.—66,75 Dürtoppwerke—.——. IDisc. Command. J. P. Bemberg 315,0]317,0 Dynamit Nobel 165.0164,5 1 1+HHresdner Bank 182,0 Bergmann Elkt. 174,0170,0 Elberfeld. fer—.——, 1Mitteld. Kredb. 188,0 188.5 Berl.⸗Gub. Hut 300,5295.,7 Elektr. Lieferung. 192.5191,2 Reichsbank.. 186,7181 JBerl. Karlsr. Ind 114.7112,2 TElttr. Licht u. Kr 189.01 Rhein Creditbank 158.2155.5 PBerlin. Naſchb. 142.0,138,2 Cmaille Ullrich 70.—65.25 Süddeutſch. Disc. 173,0 171.0 Berzellus Bergw—.——.— Enzinger⸗Union 92.5090.— Cransport⸗Aketien. Bing Nücnberg 53.2552.500 Eſchw. Bergwert 190,0192,0 15,1015 Bismarcthütte.—I3.G. Jarbenind. 337.7336,5 Schantungbagg, 277.0278.5 J Bocham, Gußſt 100.0 10ö.0 Jeidmöbie papier 292..199.“ Allg. Lok u. Str 223.9218.5 Gebr. Böhlersko—.——,— Felten& Gulll. 175.5 Südd. Eiſenvahn 172.0 178.9 Braunk. u. Britets 199.7198.5 R. Friſter 114.7ʃ1 Baltimore.—. Oelf 88.155,15 Gachs Waggon 0,575,0,575 Bremer Vulkan 122,0123,0 Gaggenau.en. 64.75 Buderus Eiſenw 125.00125,5 Gebhard Textil 144,8—.— Chem. 3 137.5135,5 TGelſenk. Bergw. 191.0192.0 Chem. Gelſenk 125.0124,1 Gelſent. Gußſtah. 20.—18.50 Chem. Albert 203,72 Genſchow& Co 104,9.102,0 Concord. Spinner 138.5130,0 German. Portl-3. 210,0—.— IDaimler Benz 103..104,5 Gerresheim. Glas 167,7 162,7 T Deſſauer Gas 187.7186,5 TGeſ. f. elkt. Unter 236.(234,0 JDiſch.⸗Luxemb. 190,0190,7 Gebr. Goedhardt 124.0124,.7 .Elſenb.⸗Sigm— Goldſchmidt. T9. 154.2182.0 Adlerwerke. JDeutſche Erdöl 185.0 222 Hapaggg 175.7178,5 19 ⸗Südamerika 208.5218.3 IHanſa'ſchiff 215,7221.0 JNorbdtſch.! loyd 160.6164.0 Roland-Linie—.——.— Verein. Elbeſchiff 99.25 82.25 Induſtrie⸗Aktien. Accumulatoren 170,0171.7 Adler& Oppenh. 179.2172.0 123,512 Goerz C. P. 43,—42,55 Gothaer Waggon 3 181¹,5 7 232˙7 Deuiſch. Gußſtah. 55 Alenbernte.J8 35455 Deuiſg⸗ Lobei. 168.8J185 0 Gnener Maldin. 10 1865 erwerf. 96,6595,35 Deutſche Kabelww. 135, 3 800 THohenlohe⸗Wrt. 5 32,50 Bed. 128.0128,5 Heldburg.. 98.— 83.— 1 11—.— Hochfrequenz. 23.,8 24.78 Krügershall 157.5162.5 Orenſt.& Koppel 145,0145,5 Petgrab. Jut, 2 8 75 5580 TPbönix Bergb. 140.5141.0 Ronnenberg.. 236..245.0 JRathgeb. Wagg.—.—117.7 Ruſſenbank.—.10 Reisholz Papier. 230,0230,0 Sichel& Co. 6,50.50 IRhein Braunkhl. 260.02 Sloman Salpeter-— Rhein Chamotte 109.9105,0 Südſee Phosphat.— 105.0 Aan 5 5 1 152 35.2535.— hein. Nta— 20.— 5 Tatheinſtaht. 222.]22 a) Neichs-u. Staatspap. 1Rhenania Chem 75.1574.50 Goldanleihe Romb Hütten 13,85 18,550 Dollarſchäze..., Roſitzer Braunk.. 118..118.0 Reichsſchatz. IV. V.897.810 Raſitzer Zucker.. 103.0100,0 0 Vi.ix.897.910 IRütgerswerke 146.3144.2 1024er.885.210 Sachſenwerk 85 3 5. Reichsanl.——.817 1 9 2** 5 . 52058,20204,0%% D. Reichsan! 9,905 Scheidemantel. 37— 39,— 30•8 5 19 20 Arkrftw. Mhym.6% 15.2515.25 Sebr. Großmann 175.5174,0 Grün& Bilfinger 164,0157.0 Gruſchwitz Tektil 98.7598, Hackethal Draht 114.5113,2 Halleſche Maſch. 217,00215,0 Hammerſ. Spinn. 186.2185,0 Hannov. M. Egeſt. 148.7142,0 Hann. Waggon—.——.— Hanſa Lloyd.. 74.3573.— Hbg.⸗Wien Gum. 105.7 102,6 Harkort Bergwrk. 57.5058,.— Harpen. Bergbau 200.—— Hartmann Maſch, 54.— 50,65 158,00158.0 aſch.. 73.— rt 74.25 e ſch Kupfer 127,7125, +Hirſchberg Leder 127,0115,0 1155 Eif. u. St 183.5 182.9 22 —.910 „880 Kahla Porzellan. 131.0133,8 Kallw. Aſchersl. 175.0175,6 Karlst. Maſchin. 50.1552,.— Kattowitz. Berg—.——. C. M. Kemp!.——— Klöcknerwerke 176.0175,5 C. H. Knorr. 173.7174,5 Kollm.& Jourda n97.—86.— Stoewer Nähm. 93.— 90.— 3e% Prß. Kalianl..10 Südd Immaobil. 108.0103.0 ß„Roggenwert 9,0ſ 8 Teichgrüber. 50 Roggenrentb.50 8 Telep) Verliner 118.9ſ11.9,5˙J Sachl. Vraun.87 9. mion delene 85 Aa 967 nionwerkeMaſch 84.—82.— usl. Neutenwerte⸗ dereg delf ur, 100.8105.0 e Ber. Chem. Charl. 204,0205.94 Leſt Schatza 24.60 Köln Rottweiler—.——.— B. Diſch, Nickelw. 179,5 179,2 Gebr. Körting——118,0 ſtoff 47⁸.„4% Goldrente 28.3528.35 Ko ne Gu. 13⁰ ˙0 115,0 VGianzſtoff Elbj. 475.0 79— 4%„conv, Rte. 72, 4½0%„ Silberrte.— 23 4½0%„Papierrte.—.—.3 4% Türk. Ad.⸗Anl. 15,4014.80 4%„„ Bagd.-Eiſ.125,252.12 0%„ 11 21.50021.75 4% Türk.unt Anl.—.— 4%„Jollob. 1911 18.8016,90 „400-.-Los—.—.2 4½% U St.⸗R1913 28,80 25.70 4½%„„ 1014—. 8 4%„ 24,6024,69 „ onr.30 90% Oe. H. Stb. alte—.— 3% De-UIX Sr(74—. Ber Giaine 84.—7 91.—83.— Ver. Stahlwerke 159. Lahmeyer& Co. 171.21670 VBStahlw v d. Zyp 290,0287.0 Laurahütte 92, 2592,50 Ver. Ultramarinf. 172.0,170,0 Linde's Eismaſch.—.—209,00 Vogtländ. Maſch. 98.—97.— Lindenberg.99,—%,50 Wanderer-Werke 229..232.5 TCarl Lindſtröm 209..209.0ſ Weſer Akt.⸗Geſ.—.——.— Lingel Schuhfabr. 90.5092,— TWeſtereg. Alkall 187..187.0 0— 5 H0* 920 05 Wicking Ludw. Loewe& Co49,„2Wiesloch Tonwar. 128.5127. C. Lorenz 145.(145.0 Vothr. Portl.⸗Cem———.— Wittener Gußſtahl 65,7565.75 40% Magirus.-G. 72,3572,35 Wolf Buckau 79,257 IMannesmann 224.5281, 2 Jellſton Verein 144.5144,8 IMansfeld. Att. 155.7183,0 elltef Waldhof 267.0268.2 Kyffhäuſer⸗Hütte 2 D Wittener Stahl 127.001 275˙ 4% e. Goldprior——. Mech. Web. Lind 279,7275,0 e, 5 Nie 8 Geneſt 156.0lsc 0 Sreiverktehrs⸗Kurſe. 2 6,% Smene———.— ——.42.50 Adler Kan 64.—82,.— 5% Obligal Motorb. Mannh.43,5042,35 Bergb. Präfid.—.——.—4% Ar 1 Mülheim Berg 170 0152.0 Beng⸗Motor e ee 4220 Anat. 99 75 Neckar. Fahrzg..124,01 4 0 Deutſche Petrol. 82.—85,— 47 0% Vi1 29.12.29,50 TNordd Wollt..134.5ʃ188,7J Diamond.. 78,5076,— 5/ eee e N— 9 Donnerstag, den 20. Januar 197 Amilſch 19 Januar 20. Januar 8 Diskont in.⸗M. n En M. ſsävre%½ Holland 100 Gulden 168.43103,85 168,47 168. 168.47 3,5 Buenses⸗Aires.738].742].739.743.78 10 Brüſſe! 100 Velga=500 P⸗Fr.88.55 58.69 38,58 58.70 58.—* 100 Kronen 107,34 107,60 107.27 107.53 112.50 4,8 Stockhom 100 Kronen 112,38 112,66112.42 112.70 112,50 4,5 Kopenhagen.. 100 Kronen 112,21 112,49 112,27 112,55 112.50 5 100 Gulden81,52 81.72 81,5581,75 81.— 5,5 Aiſſeben 100 Eskudo 21, 21.595 21,545 21.595 453.57 8 Helſingſors... 100 fin al. M 10.592 10,632 10,595 10,835 81.—.5 Italien. 100 Lire18,2518,2918,27 18,31 81.— 7 Londoen 1 Pfd20,439 20,491 20,442 20,49420.43 5 New⸗Yore.. 1 Dollar.211].221 4,212.222.1980 4 Paris 100 Franken16,725 16.765 16.78 16,77 81.— 75 Schweig 100 Franken 81,1081.3031,145 81.345 81.203.5 Spanien. 100 Peſeten] 67.91] 68,09]67.9868.14 81.— 5 1 Den 2. 2,059] 2,055.,059.092 6,57 Konſtantinopel 1 türk. Pfd. 2,12 2,13 2,122 2,13218,4510 Rio de Janeiro.1 Milreis 0,493 0,495 0,493 0,95.378 3,8 Bieee 100 Schilling 59, 385.505 89,47589.515.70 8 Purrr 100 Kronen 12.468 12,508 12,472 12,512] 86,062 7,.0 Südflawien.100 Dinat.412.432.41 7,43 81.— 105 Budapeſt 100 Pengö= 12500 Kr.78,60.97 73,68 78,86 85,062 6 SüRHRR 100 Levo.04.05.037].04 81.— 7 Athen. 100 Drachmen.39.41 5,49 5,51 81.— 10 Kairod I Pfd. 20.954] 21.006 20.959 20,0111—.— Mannheimer Produktenbörſe vom 20. Jan.(Eigenber.]) 5 102.0,102.2 0 v. 8 2 il. Holzmann 192,017,7 FSchuber iz. 268,7 268.00 4% Prß. Konſols 9,900.819. 423.5123,5 TSchucert 00. 176,2175,2 8¼%„.8050,917 IHumboldtMaſch. 57,8557.— Sſem& Halske 216..215,58%„ 2. 0805.515 TIlſe Bergbau 2689,5 208,5 Sinner.⸗G..———4% Bauer. Anl..220.259 M. Judei& Co. 160,0180,0 Stettiner Vulkan. 87,—88,— 3¼% Bayer. Anl.935.950 Gebr. Junghans 119..11.5 Stoehr Kammgrn. 163,1163.3 5% B. Kahlenan! 15.88 15,80 „ ⁵!——-!:!—:t m,. ˙wöä;M˙¹—nreeerees22es —— gegen bare Zahlung im Vollſtreckungswege Neue Maunhermer Zeitung(Abend⸗Ausgaßej 7. Seite. Nr. 82 Donnerstag, den 2d. Nanmat 1927˙ Moͤrderin?! Der Roman eines Verteidigers Von Walter Bloem Guſtap Herold würde ſeine Rolle in der Juſtizkomödie, die ſich vor dem auflauſchenden Berlin abſpielen würde, mit An⸗ ſtand zu Ende führen. Würde Frau Suſanne ſeine Rechnung über das geſetzliche Honorar von insgeſamt Sechzig Mart für Verteidigung im Vorperfahren und Hauptverfahren überſen⸗ den, ſie würde ihm als Antwort einen Check über, na ſagen wir mal, tauſend Mark ſchicken.. den würde Guſtav Herold dann einlöſen und mit Frau Helene eine rieſig vergnügte nach⸗ trägliche Hochzeitsreiſe zum Winterſport nach Schierke antre⸗ ten... und dann war dieſe qualvolle und doch... recht lehr⸗ reiche und nachdenkliche Epiſode zu Ende... aber auch völlig zu Ende Und als ſollte dieſer Tag, der in ſo dumpfer Beklemmung begonnen, auch noch den letzten Reſt des Dunkels verſcheuchen, das den inneren Zuſammenhang, die eigentliche Entſtehung der Affäre noch verſchleierte, erhielt Recht. anwalt Herold am Nachmittag auf ſeinem Bürb den Beſuch eines jungen Refe⸗ rendars, der auf der Viſitenkarte als Doctor juris Hans Fritze bezeichnet war, und in dem der Anwalt beim erſten Hereintre⸗ 4³ ten des jungen Herrn den Protokollführer von dem Ortsbe⸗ ſichtigungstermin im Hauſe Bleibtreuſtraße 123 wiederer⸗ kannte. Mit liebenswürdiger Befangenheit nahm der junge ſympathiſche Herr in dem Konſultationszimmer des Anwalts Platz und eröffnete die Unterhaltung damit, daß er den Herrn Rechtsanwalt um das ehrenwörtliche Verſprechen abſoluter Verſchwiegenheit bat. Dieſe Erklärung gab Guſtav He⸗ rold zwar mit einigem Staunen, doch unumwunden ab. Und nun begann Hans Fritze ſeinen Bericht. Er erzählte, wie ein unbezwingliches Bedürfnis ihn ver⸗ anlaßt habe, auch außerhalb ſeiner pflichtgemäßen Tätigkeit als des Unterſuchungsrichters an der Aufklärung des Falles Mengershauſen zu arbeiten... Wie er aus dieſer Ab⸗ ſicht heraus der Perſönlichkeit der Zeugin Anna Krölke ein wenig nachgegangen ſei, und was für überraſchende Ent⸗ deckungen ſein improviſierter Raubzug zu Tage geördert habe. Alſo die Perſon, die Fran Suſanne Mengershauſen auf Grund Gett weiß welcher Empfehlungen, welcher gefälſchten Zeug⸗ niſſe als Hausdame erwählt hatte, figurierte auf der polizei⸗ lichen Liſte der öffentlichen Mädchen—! Sie war gleich nath ihrem plötzlichen Ausſcheiden aus dem Dienſte der Dame in ihr eigentliches Metier zurückgeſunken—! Sie war mit beiden Beinen in die plumpe Falle hineingeſtolpert, die ihr neuer Be⸗ kannter ihr beim Sekt geſtellt— und hatte ſchon damals indi⸗ rekt zugegeben, was ihr ſpäter durch die Entdeckung ihrer Fingerſpitzenabdrücke mathematiſch nachgewieſen worden war — daß ſie es geweſen, die das belaſtende Dokument an den Platz geſchafft hatte—! In beſcheidenem Stolz berichtete der junge Herr weiter, daß er es geweſen ſei, der die Entdeckung der Spur der un⸗ ſauberen Finger des Mädchens gemacht und ſo den mathema⸗ tiſchen Beweis ihrer Verlogenheit ermöglicht habe. Und end⸗ lich legte Herr Fritze dem maßlos verblüfften Verteidiger noch einen ſtattlichen Packen gedruckter Quarthefte in grellbuntem Umſchlagdeckel vor, welche die bisher erſchienenen Fort⸗ ſetzungen des Kolportageromans„Im Bunde mit den Höllen⸗ geiſtern“ darſtellten, und wies in raſchen Stichproben nach, daß das 128. Kapitel dieſes Romans das ganz genaue Vorbild der Erfindung der Elsbeth Krölke enthalte—! In der Tat, der erſte flüchtige Einblick überzeugte den Rechtsanwalt vollkommen, daß hier das Verbrechen, deſſen „Elsbeth“ ihre Herrin bezichtigt hatte, in einem mathematiſch übereinſtimmenden Modell bereits vorerfunden worden ſei— „Sie meinen alſo, Herr Kollege“, ſagte der Rechtsanwalt, „aus dieſem Kapitel habe das Frauenzimmer den Einfall, ihre Herrin mit dieſer phantaſtiſchen Mordmethode zu bezichtigen, geſchöpft—?“ „Aber ich bitte Sie, Herr Rechtsanwalt—“ lächelte der Re⸗ ferendar,„leſen Sie doch nur einmal den Roman im Zuſam⸗ menhang—! Wenn da noch der leiſeſte Zweifel möglich iſt, daß dieſes edle Machwerk das Modell für die Denunziation der Krölke geweſen iſt—“ „Herr Kollege, ich mache Ihnen mein Kompliment. Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, ich würde Ihrem Herrn Chef ruhig alles erzählen. Ein bißchen unkommentmäßig war es ja, was Sie gemacht haben— aber ſo glänzend, ich möchte ſagen, ſo genial— Ihr Chef muß das wiſſen— das muß in Ihr Dienſt⸗ zeugnis hinein—!“ „Soweit reicht mein Ehrgeiz garnicht, Herr Rechtsanwalt!“ ſagte der Referendar mit lächelndem Erröten.„Aber etwas anderes... könnten Sie tun.. Ihrer Klientin ſollen Sie es erzählen, daß.. daß eine gewiſſer kleiner Referendar ſich auch ein wenig Mühe gegeben hat, ſie herauszureien und wenn die Frau Geheimrätin dann die Güte haben wollte, mir ein paar freundliche Zeilen zu ſchreiben— das wäre über⸗ reicher Lohn—!“ Die friſchen Lippen des hübſchen Jungen zitterten... in ſeinen hellen Augen lag ein ſchwärmeriſcher Glauz, den der er⸗ fahrene Mann ihm gegenüber nicht mißdeuten konnte. Sieh Todes-Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten teile ich die schmer⸗liche Nachricht mit, daß meine Ib. Frau, unsere gute Mu.ter, Schwester, Schwägerin und Tanie. Frau Rosa Huss geb. Bertsch Mittwoch vorwitlag Uhr im Alter von 44 lahren nach schwerem Leiden sehneil und unerwartet von uns gerissen wurde.. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Huss mit Kindern Mannneim. 20. januar 1927 Uhlandstr. 36 Beerdigung Samstag nachmittag ½ Uhr von der Leichenhalle aus.*2085 lmit 3türigem Spiege ⸗ 75 ſchrank, apart. Modell .15., auf Ofenlge. 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Zwiſchen all dem Wolfsgelichter, das ſie um⸗ ſchlichen und umgiert hat, ein ſchneeweißes Unſchuldslämm⸗ chen—! Teuſel— dieſer kleine Mann hat jedenfalls viel mehr Chanee, als er ſich's in ſeinen kühnſten Träumen ahnen läßt Aber es iſt vielleicht beſſer für ihn, wir bewahren ihn vor all⸗ zunaher Berührung mit Circes Zauberſtab „Den Brief kriegen Sie, Kollege!“ lachte er—„Sie haben ihn ſich redlich verdient!“ not vor Glückſeligkeit ſtolperte der ſchmucke Burſche hinaus. Und nun vertiefte ſich Guſtav Herold in den„Bund mit den Höllengeiſtern“... Und wie er las und las— da tauchte eine Vorſtellung auf— ſo verblüffend... ſv aberwitzig— und doch ſo— unabweisbar... daß Guſtav Herold plötzlich auf⸗ ſprang und ein paar haſtige Gänge durch das Zimmer unter⸗ nahm... Himmel.. die Sprache..dieſes tolle Spiel mit Begriffen und Tatſachen aus dem Bereich fener dunklen Unterſtrömungen des Geiſteslebens der Gegenwart. denen er ſelber ſo völlig verſtändnislos und ablehnend gegenüberſtand und die doch überall in der Tieſe der Gegenwart herumſpucten, um von Zeit zu Zeit auch ganz klare Köpfe in den Strudel hinabzuziehen—— woher kannte er denn nur das alles— Nein— es war nicht anders möglich— dies ekelhaſte, ſchmutzige Machwerk da trug unzweifelhaft und unverkenn⸗ bar die Handſchrift des„dunklen Freundes“— Teufel, Teufel—! Und dazu der Brief des Herrn Krimi⸗ nalkommiſſars a. D. Wolfhagen—! Wär' es möglich—?1! Der Verfaſſer des„Bundes mit den Höllengeiſtern“ und der„dunkle Freund“— ſie wären vielleicht eine Perſon—?! Guſtav Herold las weiter. Bald war ſeine fratzenhafte Ah⸗ nung unumſtößliche Gewißheit geworden.. Und wie er weiter las— wie er das Geſchick und die Schilderung der Perſönlich⸗ keit der Heldin ſeiner widerwärtigen Lektüre näher verfolgte — da ward es ihm immer klarer, daß dieſes Bild die ins Gro⸗ teske verzerrten und doch unverkennbaren Züge— Frau Su⸗ ſannes trunung Alſo dieſer abenteuernde literariſche Deſperato. dem Artur Mengershauſens Frau. Gott weiß in welcher von allen guten Geiſtern verlaſſenen Stimmung, in die Arme gelaufen war — der hatte dieſe Beziehung dazu ausgenutzt. Modellſtudien zum„Bunde mit den Höllengeiſtern“ zu machen—! Und nun tauchte auch ein männlicher Gegenſpieler auf eine Figur, zu der Karl Nathuſius offenbar ſich ſelber Modell geſeſſen hatte... ein Kerl, mit allen edlen Qualitäten be⸗ hängt, deren Vereinigung nur jſemals das wehrloſe Herzchen 80l mit einem auffellend schõnen Teint, einer straffen, fleckenlosen Gesichtshaul und zarlen, weichen Händen, so können Sie gewiß sein, daß diese Dame Creme Mouson-Haufpſlege konsequent ausübt. 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Friedrich 8 Große kannte ſchon den Wert der ierſuppe und ſagt darüber:„Ich bin n meiner Jugend zeit von Sierſuppe auf⸗ gezogen üͤnd unſere väter kannten nur ler, und das iſt das Getränk, das für duſer Klima paßt.“ In der kalten ahreszeit iſt e ne wärmende Bierſuppe don Köſteiger Schwarzbier ganz köſtlich. en anderes Sier eianet ſich ſo gut hrer zu. Rezept 1% Lit. Röſtritzer Schwar ⸗ 0 ler mit einem Stückchen zimt, etwas zi⸗ donenſcha, 2 gehäuften Eßlöffeln Zucker — ei er priſe Salz aufkechen laſſen, ann 2 Eßlöffel voll Grieß in das kochende jer vergquirlen. Liter kochende Milch em Köſtritzer Schwarzbier angſam 3 5 beſtändigem Umrühren zuſetzen. 4sechte Köpritzer Schwarzbier iſt erhältlich beincel Köhler, Biergroßhandlung, Mann⸗ und Seckenheimerſtr. 27,. Fernſprecher 28 146 in allen durch Plakate kenntlichen Geſchäſten. Ems0 1927 in den 88 7 und 8 geändert. erloſchen. Die am 31. Dezomber 1928 bezgl. der Rind⸗ viehbeſtände der Gemeinde Seckenheim ange⸗ ordneten Sperrmaßnahmen werden hiermit aufgehoben. 7 Mannheim, den 18. Januar 1927. Badiſchen Bezirksamt— Abt. IV. Handelsregister. In das Handelsregiſter wurde eingetragen: 4] Zu folgenden Firmen: Am 18. Januar 1927: daß Deine Sehnſucht nach Wohlſtand und innerer Zufriedenheit geſtillt worden wäre. Es wird langſam Zeit, daß Du daran denkſt, etwas zu tun, damit Du heraus kommſt aus dem ewigen Jammer über die Nichterfüllung Deiner primitipſten Anrechte an das Leben. Auch Sie werden einer von denen ſein, die ein ziel⸗ und zweckloſes Leben durch⸗ arbelten u. durchlämpfen müſſen, um ſchließ⸗ lich vor dem endgültigen Nichts zu landen. Wenn Sie hierin eine durchgreifende Aende⸗ 1. Franz Steirer Geſellſchaft mit beſchränk⸗ ter Haftung Orgel⸗ und Harmoniumſabrik, Mannheim: Die Geſellſchaſt iſt durch Geſell⸗ vom 17. Janugr 1927 aufge⸗ löſt. Der bisberige Geſchäſtsführer Franz Steirer, jetzt in Walheim O. A. Beſigheim, iſt Liauidator. Am 19. Januar 1927: 2. Rheiniſche Feilen& Werkzeug Geſell⸗ ſchaft mit beſchränkter Haſtung, Mannheim: Der Geſellſchaftsvertrag iſt durch Beſchluß der Gefellſchaſterverſammlung vom 2— 50 [Ge⸗ ſchäftsführer) iſt neu geſaßt, der§ 8 geſtri⸗ chen. Jeder Geſchäftsführer iſt allein zur Vertretung der Geſellſchaft berechtigt. Sally Kahn, Kaufmann, Mannheim, iſt zum weite⸗ ren Geſchäftsführer beſtellt. Dem Otto Ger⸗ hardt, Kauſmann, Mannheim, iſt Prokura Jerteilt. 3. Eberhard& Dr. Merle Treuhandgeſell⸗ ſchaft, Mannheim: Kaufſmann Dr. Wilhelm Merle iſt ausgeſchieden. Berta Eberhard in Derendingen,.A. Tübingen iſt in die Ge⸗ ſellſchaft als perſönlich haftende Geſellſchaf⸗ terin eingetreten. Zur Vertretung der Ge⸗ ſellſchaft iſt. nur der Geſellſchafter Kaufmann Anton Eberhard in Mannheim berechtigt. Die Firma iſt geändert in: Eberhard& Co. Treu⸗ handgeſellſchaft. 4. Joſeph Dietz, Mannheim: Die Firma iſt erloſchen. 5. Alkred iſt erloſchen. 6. Hanſen, Neuerburg& Co., Frankfurt ſa. M. Fitiale Mannheim, Mannheim: Die Prokura des Andreas Gotthard iſt exloſchen. 7. Karl Bloch, Mannheim: Die Prokura der Elſe Bloch iſt erloſchen. Die Firma iſt, b) Folgende Firma: 8. Alois Spälh, Mannheim. Alois Späth. Kaufmann, Mannheim. Bad. Amtsgericht Mannheim F. G. 4. Aml. Veröffentllehungen der Stadt Mannkeim Inhaber iſt 59 Morgen ſrüh auf Kuhflelsch. der Freibank Mattes, Mannheim: Die Firma Prinz Wilhelmſtraße 19, part., 57 Ouadratm. mit oder ohne Möbel, per 1. April 1927 rung herbeiführen wollen, wenn Sie in Kürze unter anderen Menſchen ein anberes Leben vell Sinn und Zweck führen wollen, dann geben Sie ohne jede Verbindlich'eit Ahre Adreſſe an: Julius Degen, Leiter der Geſellſchaft, Mannheim, Bote Um Platz zu schaffen vorkaufe hiig— ohne Rügzstent auf früneren Wert— sinige gedlegene, geschmackvolle Herren-Speise- u. Schlafzimmer Entgegenkommende Bedingungen. Rob. 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