— rrr rrerene ennnree Donnerskag, 3. Febrnar Nouo Mannheimer Seitung Mannheimer General Anzeiger Aus der Welt der Technik. Wandern und Reiſen Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus ader durch die Poſt monatl..⸗M. 2,50 ohne Beſtellgeld. Beieptl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ aen Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. Haupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle. K 1,4˙6, (Ba e 100 en Waldhofſtr. 6, chwetzingerſtr 19/20 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Madl eneralanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. J12mal. Fernſprecher 24944, 24945, 24951,24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel. Aus Seit und Leben. Mannheimer Frauenzeitung. Unterhaltungs-Beilage Abend⸗Ausgabe Preis 10 Pfennig 1027— Nr. 56 nzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. 5 5 Auigen. Anzeigen 0,40.⸗. Menamen —4.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. gaben wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks, Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od. beſchränkte lusgaben oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Au äge durch Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt annheim. Geſetz und Necht Die Regierungserklärung des neuen Neithskabinelts Programmatiſche Erklärungen des Kanzlers über die Richtlinien der Innen- und Außenvpolitik Ein großer Tag im Reichstag Berlin, 3. Febr.(Von unſerem Berliner Büro.) Im Reichstag herrſcht noch eine halbe Stunde, bevor der Vor⸗ haug über dem neuen Akt der Parlamentsgeſchichte aufgehen wird, eine Stimmung, die man als„gedämpfte Erwartung“ bezeichnen möchte. Die Fraktionen der Regierungsparteien haben ſich in ihre Gemächer zurückgezogen und beraten über die von ihnen einzuhaltende Taktik. Infolgedeſſen ſteht im Angenblick der Verlauf der Dinge noch nicht feſt. Die Oppo⸗ ſition wünſcht, wie ihre Preſſe heute morgen ſchon zu er⸗ kennen gab, den ſofortigen Eintritt in die Debatte. Von deutſchnationaler Seite wird in Abrede geſtellt, daß man ſich einem ſolchen Vorhaben widerſetze. Es ſcheint, daß die Koali⸗ tionsparteien auf die Abgabe einer allgemeinen Erklärung verzichten wollen und daß alſo jede ihre eigenen Red⸗ Rer vorſchicken wird. Das erſchwert die Situation nicht unbeträchtlich für die Regierung, da durch ein Eingehen auf die Verhandlungen zur Regierungsbildung begreiflicherweiſe ſehr leicht der in den vergangenen Wochen angeſammelte Zündſtoff zur Exploſion kommen kann. Herr Marx will um derlei unliebſamen Zwiſchenfällen vor⸗ zubengen, ſich mit der Abſicht tragen, nach Verleſung der Regierungserklärung nicht als Kanzler, auch nicht als Partei⸗ mann, ſondern lediglich vom menſchlich⸗perſönlichen Stand⸗ punkt aus einige Worte des Dankes und der Anerkeunung an die Koalitionsparteien zu richten. Auf dieſe Art hofft er offen⸗ bar, die für ein erſtes gemeinſames Auftreten der neuen Koalition erforderliche verſöhnliche Atmoſphäre zu ſchaffen. Man rechnet damit, daß die Kommuniſten zum mindeſten dem „ſchwarz⸗blauen Bürgerblock“ einen ſtürmiſchen Empfang be⸗ reiten werden. Vorausſichtlich wird nach Verleſung der Regierungserklärung aus dem Hauſe ſelbſt von einer der Regierungsparteien der Antrag auf Unterbrechung geſtellt werden. Der Aelteſtenrat iſt bisher noch nicht zuſammen⸗ getreten. Zur Zeit wird von dem Redaktionskomitee noch die letzte Retuſche an der Regierungserklärung vorge⸗ nommen. Falls heute ſchon die Ausſprache beginnt, wird als erſter Redner Herr Müller⸗Franken für die Sozial⸗ demokratie, als zweiter Graf Weſtarp für die Dentſch⸗ nationalen das Wort nehmen. Er dürfte, wie wir hören, ſeine Ansführungen auf die Außenpolitik, die Verfaſſungsfrage und die Kulturpolitik beſchränken, während die ſozialpolitiſchen und wirtſchaftlichen Probleme von einem anderen Mitglied der Fraktion behandelt werden ſollen. Wie mit Beſtimmtheit verlautet, planen die Völkiſchen ein ſelbſtändiges Miß⸗ trauensvotum einzubringen. Pünktlich um 2 Uhr beginnt die Sitzung, nachdem kurz vorher das Redaktionskomitee ſeine Arbeiten abgeſchloſſen hatte. Die Tribünen ſind nicht ſo ſtark beſetzt, wie man es eigentlich an ſogenannten„großen Tagen“ gewöhnt iſt. Erſt allmählich ſchließen ſich die Reihen. In der Diplomatenloge erſcheint als erſter der Amerikaner Schurman und der Franzoſe de Margerie. Vom Kabinett zeigt ſich zunächſt der Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius. Dann folgen die anderen, darunter die fünf neuen Miniſter Schiele, Schätzle, Hergt, von Keudell und Koch. Präſident Löbe ſtellt das Kabinett dem Reichstag vor. Herr Hergt als Vizekanzler nimmt den Platz neben Herrn Marx ein, auf dem man all die Zeit Herrn Dr. Streſe mann erblickte. Es fehlt nur noch Dr. Geßler. Zwei Kommuniſten ſprechen unter lebhafter Ungeduld des Hauſes zur Geſchäftsordnung. Um.10 Uhr erhebt ſich Dr. Marr zur Verleſung der Regierungserklärung Der mißtönende Chor der Kommuniſten begrüßt ihn mit un⸗ verſtändlichen Zurufen. Allein dieſe Klippe iſt ſchnell paſſiert und man lauſcht aufmerkſam den Darlegungen des Kanzlers: Die Reichsregierung iſt ſich einig, daß die Grundlage unſerer Politik die Anerkennung der Rechtsgültigkeit der in der Verfaſſung von Weimar begründeten republikaniſchen Staatsform auch für die Arbeit der neuen Regierung volle Geltung behalten ſoll. Es iſt der feſte Wille der Reichsregierung, für den Schutz, die Achtung und die Ehre unſerer geltenden Verfaſſung in ihrer Geſamtheit, ihrer Or⸗ gane und ihren Reichsfarben, wie ſie in Artikel 3 der Ver⸗ faſſung feſtgelegt ſind, mit Tatkraft einzutreten. Die Reichs⸗ verfaſſung iſt durch Beſchluß der Nationalverſammlung zu⸗ ſtande gekommen. Es iſt daher auch die ſelbſtverſtändliche Auffaſſung aller in der gegenwärtigen Regierung zuſammen⸗ geſchloſſenen Fraktionen dieſes Hohen Hauſes, daß Abände⸗ rungen von Einzelheiten der beſtehenden Verfaſſung auf dem verfaſſungsmäßig vorgeſchriebenen Wege vorgenommen wer⸗ den müſſen. Jeder Verſuch gewaltſamer oder ſonſtiger un⸗ geſetzlicher Abänderung wird die Reichsregierung als Hoch⸗ verrat ahnden. Insbeſondere wird ſie auch gegen alle Ver⸗ einigungen, die den rechtswidrigen und gewaltſamen Umſturz der beſtehenden Staatsform bezwecken, vorgehen. Wie ſie von allen Deutſchen Achtung der Reichsverfaſſung verlangt, ſo gilt dieſe Treupflicht— ſelbſtverſtändlich unter Wahrung des verfaſſungsmäßig gewährleiſteten Rechts auf freie Mei⸗ nungsänßerung— vor allem für die Beamten. Dieſen iſt die Beteiligung an den vorgenannten Vereinen und Beſtrebungen zu verbieten. Der tatkräftige Schutz der Weimarer Verfaſſung ſchließt keineswegs aus, der großen Vergangenheit Dentſchlands mit Achtung zu gedenken Ein Volk, das ſeine Geſchichte nicht ehrt, iſt nicht wert, daß es noch einmal zu einer geſchichtlichen Bedeutung kommt. Deshalb ſoll nach der einmütigen Auffaſſung der Reichs⸗ regierung auch der Vergangenheit und ihren Symbolen Ach⸗ tung und Ehre gezollt werden. Unſere ganze heute beſtehende Kultur iſt auf Grund chriſtlicher Grundlage erwachſen. Auns dieſem Mutterboden heraus muß ſich der Geiſt des deutſchen Volkstums immer wieder ernenern. Solche Gedankengänge werden ihre Auswirkung finden bei dem von der RNeichs⸗ regierung in Ausſicht genommenen Reichsſchulgeſetz. Grundlage dieſes Geſetzes iſt die Reichsverfaſſung. Nach ihrem Wortlaut und Sinn muß die Freiheit des Gewiſſens und die Rechte der Eltern gewahrt und die Erteilung des Religionsunterrichts in Uebereinſtimmung mit den Grund⸗ ſätzen der betreffenden Religionsgeſellſchaft, unbeſchadet des Aufſichtsrechts des Staates, geſichert werden. Auch iſt für eine grundſätzliche Gleichſtellung der in Artikel 146 der Reichs⸗ verfaſſung vorgeſehenen Schulart zu ſorgen. Der tatkräftige Schutz und die gewiſſenhafte Beobachtung der Vorſchriften der Reichsverfaſſung, insbeſondere die Uebertragung ihrer Grundſätze ins praktiſche Leben, liegt im beſonderen Maße in den Händen der Beamtenſchaft. Die Reichsregierung iſt ſich der ſchwierigen Lage ſehr weiter Schichten der Beamten durchaus bewußt. Ihre Rechte und Intereſſen, auch ihr mate⸗ rielles Wohl nach Kräften zu fördern, betrachtet die Reichs⸗ regierung deshalb als ihre ſelbſtverſtändliche, vornehme Pflicht. Was die Fin anzlage des Reiches angeht, ſo wird es auch in Zukunft das Beſtreben der Reichsregierung bleiben, die Intereſſen des erwerbstätigen Volkes in allen ſeinen Schichten mit denen der öffentlichen Wirtſchaft in Einklang zu halten. Freilich bedarf es dazu äußerſter Sorgfalt, um nicht gegenüber den vorhandenen Einnahmemöglichkeiten in Schwiergkeiten zu kommen. Der Herr Reichsminiſter der Finanzen wird Gelegenheit nehmen, bei der erſten Leſung des Haushaltsplanes 1927 auf die hiermit in Zuſammenhang ſtehenden Probleme näher einzugehen. In den Rahmen der allgemeinen Finanzlage wird auch das Problem des Finauzausgleichs einzufügen ſein. Dem Hohen Hauſe liegt der Entwurf eines Geſetzes über einen proviſoriſchen Finanzausgleich vor, deſſen baldige Verabſchiedung dringend erwünſcht erſcheint. Dar⸗ über hinaus wird es das Ziel der Reichsregierung ſein, eine Uebereinſtimmung mit den Ländern über die Geſamtheit des Finanzausgleichsproblems möglichſt bald herbeizuführen. Es kann niemals Aufgabe der Reichsregierung ſein, auf dem Umwege über die finanziellen Beziehungen des Reiches zu den Ländern dieſen die Selbſtändigkeit, die ihnen durch die Reichsverfaſſung gewährleiſtet wird, zu nehmen oder zu unterhöhlen. Der Wehrmacht wird die Reichsregierung ihre beſondere Aufmerkſamkeit und Fürſorge widmen. Sie wird mit größtem Nachdruck bemüht ſein, das Vertrauen des deutſchen Volkes zu ſeiner Wehrmacht in allen Schichten und in allen Parteien zu feſtigen. Das Heer muß dem politiſchen Kampf ein für alle mal entzogen werden. Das von mir an dieſer Stelle am 16. Dezember 1926 entwickelte Programm einer endgültigen Löſung der Reichs⸗ wehr von aller Politik wird ohne Einſchrän⸗ kung zur Ansführung gebracht. Ich wiederhole im einzelnen, daß Sorge getragen werden wird, die Unterbindung jeder Beziehung von politiſchen oder politiſierenden Verbänden, zu denen die ſogenannten Wehr⸗ verbände aller Richtungen und Form in erſter Linie gehören, zur Wehrmacht auf die Dauer ſicher zu ſtellen. Die Verord⸗ nung des Herrn Reichspräſidenten vom 31. Dezember 1926 über ungeſetzliche Einſtellungen wird ſtrengſtens durchgeführt werden. Es werden ferner der Oeffentlichkeit in nächſter Zeit ergänzende Anordnungen bekannt werden, nach denen beim Rekrutierungsverfahren die Berückſichtigungaller verfaſſungstreuen Volkskreiſe ſowie unter Mit⸗ wirkung der Verwaltungsbehörden der Länder durch tatſäch⸗ liche Auskünfte der ausnahmsloſe Ausſchluß aller verfaſ⸗ ſungsfeindlichen Elemente bei der Einſtellung von Frei⸗ willigen gewährleiſtet wird. Daß ich bei Verkündung und Verwirklichung dieſes Pro⸗ gramms in vollſter Uebereinſtimmung mit dem Herrn Reichswehrminiſter und den Herren Chefs der Heeres⸗ und Marineleitung zuſammenarbeite, ſtelle ich mit allem Nachdruck ſeſt. Ich richte andererſeits gu alle Parteien, denen die Geſundung unſeres ſtaatlichen Le⸗ bens am Herzen liegt und an die geſamte deutſche Oeffent⸗ lichkeit die Aufforderung, auch ihrerſeits unſerer Wehrmacht das Vertrauen entgegenzubringen, das ſie durch ihre ſelbſt⸗ loſe Aufbauarbeit unter den ſchwerſten Bedingungen verdient hat und weiter verdienen ſoll. Es wird und muß durch ſolch wechſelſeitige Verſtändigung gelingen, die Wehrfrage, die noch in letzter Zeit ſo tiefgehende und ſchädliche Gegenſätze in unſerem Volke aufgeriſſen hat, als Streitpunkt in naher Zeit vom politiſchen Kampfplatz verſchwinden zu laſſen. Es ver⸗ ſteht ſich von ſelbſt, daß bie Reichsregierung die bisherige Außenpolitik im Sinne der gegenſeitigen Verſtändigung wei⸗ ter verfolgen wird. Dieſe Linie iſt klar und eindentig er⸗ ſichtlich aus den von den zuſtändigen Verwaltungsinſtanzen getroffenen Entſcheidungen der letzten Jahre. Die Außen⸗ politik, die die Reichsregierung ſeit Kriegsende unbeirrt ver⸗ folgt, iſt gekennzeichnet durch den Verzicht auf den Gedanken der Revanche. Ihre Tendenz iſt vielmehr die Herbeiführung einer gegen⸗ ſeitigen Verſtändigung. Reichskanzler und Außenminiſter würden dem an ſie er⸗ gangenen Ruf zur Annahme ihrer Aemter nicht entſprochen haben, wenn ſie nicht durch die geführten Verhandlungen über die Regierungsbildung die feſte Gewähr beſäßen, daß die Abſichten und Ziele der bisherigen Außenpolitik von allen Mitgliedern des Kabinetts einmütig gebilligt werden, und daß hinter dieſer einmütigen Billigung die⸗ jenigen Fraktionen ſtehen, die die Regierung unterſtützen. Auf dem Wege dieſer Politik liegen aber vor uns noch immer ſchwere Aufgaben, an deren Löſung wir alle unſere Kräfte zu ſetzen haben. Unſer Anrecht auf moraliſche und politiſche Gleichberechtigung unter allen Völkern kann nicht in Zweiſel gezogen werden. Seine volle Anerkennung auch tatſächlich durchzuſetzen, iſt Aufgabe unſerer politiſchen Arbeit. An erſter Stelle ſteht dabei die Aufgabe, die freie Ausübung der Sonveränität gegen das deutſche Staatsgebiet wieder herzuſtellen. Solange die zweite und dritte Rhein⸗ laudzone noch von fremden Truppen beſetzt bleibt, ſind die jetzt dort beſtehenden Zuſtände vor allem auch eine dauernde Gefahrenquelle für die günſtige Entwicklung unſerer Be⸗ ziehungen zu unſeren Nachbarländern im Weſten. Die Reichs⸗ regierung muß erwarten, daß ſich auch bei der Löſung dieſer Aufgabe die Politik der gegenſeitigen Verſtän⸗ digung bewähren wird. Die bevorſtehenden Verhandlungen über den Haushalt des Auswärtigen Amtes werden dem Herrn Außenminiſter Gelegenheit geben, ſich über alle hierher gehörenden Einzel⸗ fragen zu äußern. Alle wirtſchaftlichen und ſozialpolitiſchen Maßnahmen der Reichsregierung müſſen von dem Streben zeugen, nach aller Möglichkeit die ungehenere Zahl der Arbeitsloſen zu verringern und die Lage dieſer Unglücklichen zu verbeſſern Die neue Reichsregierung wird es als ihre beſondere Pflicht anſehen, die berechtigten Intereſſen der breiten Arbeiter⸗ maſſen zu wahren. Die Regierung wird nach wie vor auf dem Gebiete der produktiven Erwerbloſenfürſorge wertſchaf⸗ fende Arbeit fördern. Sie wird die Umſiedlung von Arbeitern in Gebiete ermöglichen, die ein beſſeres Fortkommen gewähr⸗ leiſten. Das im Sommer vorigen Jahres aufgeſtellte Ar⸗ beitsbeſchaffungsprogramm wird zielbewußt zu Ende geführt werden. Doch betrachtet die Regierung damit ihre Tätigkeit auf dieſem Gebiete nicht für abgeſchloſſen. Vielmehr wird ſie auch weiterhin bemüht ſein, durch öfſentliche Aufträge— namentlich der Reichspoſt und der Reichs⸗dahn— die Arveits⸗ 2. Seite. Nr. 58 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe] „Donnerstag, den 3. Februar 1927 möglichkeit zu vermehren und zur Geſundung unſerer Wirt⸗ ſchaft das Ihrige beizutragen. Hohen Wert wird auch in Zu⸗ kunft, namentlich im bevorſtehenden Frühjahr auf die ver⸗ mehrte Verteilung ſtädtiſcher, vor allem ingendlicher Er⸗ werbsloſer in ländliche Arbeitsſtellen zu legen ſein. Die Zeit der erzwungenen Muße ſoll möglich zur beruflichen Extüchti⸗ gung der Arbeitsloſen ausgenützt werden. Als beſonders wirkſames Mittel, brachliegende Volkskraft nutzbringend zu verwenden wird die Reichsregierung das landwirtſchaftliche. Siedelungswerk auf den dünnberölkerten Gebieten nachhaltig fördern. Nicht nur Banernſöhne und Landarbeiter der Siedlungsgebiete, ſon⸗ dern daneben auch Siedler aus der bäuerlichen Bevölkerung im Weſten und Süden Denutſchlands ſollen ſo Arbeit und Hei⸗ mat auf eigener Scholle finden. Allen Erwerbsloſen Arbeits⸗ möglichkeit zu verſchaffen, wird ſobald nicht möglich ſein. Eine befriedigende dauernde Löſung der dadurch aufgeworfenen Unterſtützungsfrage iſt nur möglich, wenn baldigſt an die Stelle der Fürſorge die geſetzliche Arbeitsloſen ver⸗ ſicherung tritt. Die Regierung legt aber eutſcheidenden Wert darauf, daß der dem Reichstag vorliegende Entwurf eines Geſetzes über Arbeitsloſenverſicherung möglichſt vor dem 1. April verabſchiedet wird. Wie auf dem Gebiete der Arbeits⸗ loſenverſicherung ſoll auch für das ganze Arbeitsrecht der große Gedanke der Gleichberechtigung von Arbeitgeber und Arbeit⸗ nehmer, ihres paritätiſchen Zuſammenwirkens in Betrieb und Beruf in gleicher Weiſe wie bisher beſtimmt bleiben und immer mehr zur praktiſchen Auswirkung gebracht werden. Der nächſte Schritt wird die Schaffung einer umfaſſenden Arbeitsſchutzgeſetzgebung unter beſonderer Berückſichtigung der Bergarbeiter ſein, Darin ſoll die Arbeitsz eit einſchließlich der Sonntags⸗ ruhe im Einklang mit den internationalen Vereinbarungen geregelt werden. Aufgrund einer ſolchen Geſetzgebung iſt die deutſche Regierung zur Ratifizierung des Waſhingtoner Ab⸗ kommens bei entſprechendem Vorgehen der weſteuropäiſchen Induſtrieländer bereit. Noch vor dem Inkrafttreten der neuen Arbeitszeitregelung ſollen weitere Erleichterungen durch Kürzung der Arbeitszeit für die Arbeiter beſonders geſundheitsſchädlicher Induſtrien aufgrund der geltenden Arbeitszeitverordnung geſchaffen und auch durch Uebergangs⸗ und Notmaßnahmen Mißſtände auf dem Gebiete der Arbeits⸗ zeit beſeitigt werden. Nach der Arbeitsſchutzgeſetzgebung bedarf hauptſächlich das Recht des Tarifvertrags und des Einzelarbeitsvertrags einer endgültigen geſetzlichen Regelung. In der Sozialverſicherung ſieht die Reichsregierung ein hervorragendes und unentbehrliches Mittel zur Erhaltung von Arbeitskraft und Volksgeſundheit. Ihr Fortbeſtand allein ge⸗ nügt ihr aber nicht. Sie erſtrebt im ganzen Verſicherungs⸗ bereich durch organiſche Verbindung und Ausgeſtaltung mög⸗ liche Einfachheit, Ueberſichtlichkeit und Wirtſchaftlichkeit und tritt, wo ſich Lücken zeigen, für den geeigneten Ausbau ein. Den Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen gilt die beſondere Sorge der Reichsregierung: Härten, die ſich aus der gegenwärtigen Geſetzgebung ergeben, ſollen nach Mög⸗ lichkeit beſeitigt werden. Auf dem Gebiete der Wohlfahrts⸗ pflege wird die Reichsregierung den bisherigen Weg zielbewußt weitergehen. Die Fürſorgeverpflichtung ſoll und muß durch⸗ geführt werden, wie ihr Sinn und Zweck es erfordern. Die freie Wohlfahrtspflege iſt die wertvollſte Bundesgenoſſin in der Ertüchtigung des Hilfsbedürftigen zur Selbſthilfe in der Heilung und Unterbindung ſozialer Schäden. Das deutſche Volk reicht allen Kulturvölkern die Hand in dem ernſten Stre⸗ ben, dem ſozialen Fortſchritt in der ganzen Welt zu dienen. Die Reichsregierung wird deshalb auch fürder regen Anteil nehmen an den Arbeiten des Internationalen Arbeitsamts. Die Bekämpfung der Wohnungsnot durch Förderung des Wohnungsbaues wird nachdrücklichſt be⸗ trieben werden, ſodaß der ſchlimmſte Notſtand in einigen Jahren behoben ſein wird. Dem landwirtſchaftlichen Woh⸗ nungsbau wird beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt werden müſſen. Dem Fortſchreiten des Wohnungsbaues muß der Abban der Wohnungszwangswirtſchaft ſchrittweiſe ſolgen, da⸗ mit in abſehbarer Zeit normale Verhältniſſe im Wohnungs⸗ und Bauweſen herbeigeführt werden. Das Privatkapital wendet ſich erfreulicherweiſe wieder in verſtärktem Maße dem Baumarkt zu. Die Solidarität der Arbeiter und Unternehmer wird die Reichsregierung mit allen Mitteln und in jeder Hin⸗ ſicht pflegen. Die Größe der ſozialen Not braucht uns anderer⸗ ſeits nicht zu veranlaſſen, an der wirtſchaftlichen Wiedererſtar⸗ kung unſeres Landes zu zweifeln. Die wachſende Verflech⸗ tung Deutſchlands in die Weltwirtſchaft, ſein ſteigender An⸗ teil am Weltmarkt, berechtigt ebenſo wie deutliche Anzeichen der Erholung ſeines Binnenmarktes von der ſchweren Kriſe des Winters 1925⸗26 zu der Hoffnung wirtſchaftlichen Wiederaufſtieges unſeres Vaterlandes. Deutſchlands Wirtſchaftslage in der Gegenwart iſt gekennzeichnet durch Mil⸗ lionen von Arbeitsloſen, Millionen von Alten u. Invaliden, die durch Leiſtungen derjenigen ernährt werden müſſen, für die Ar⸗ beitsgelegenheit noch vorhanden iſt. Die Urſachen dafür liegen neben den Nachwirkungen des Krieges auch in dem mehr und mehr aufkommenden Syſtem ſich abſchließender Handelsſtaaten faſt des ganzen Auslandes, das dem deutſchen Export ſchwerſte Hemmungen bereitet. Dieſe Notlage durch Entwicklung aller deutſchen Probuktionskräfte nach außen hin und innen zu überwinden, betrachtet die Reichsregierung als eine ihrer Hauptaufgaben. Sie wird deshalb durch Ausbau unſere Handelsverträge beſſern und durch Exportför⸗ derung den Abſatz unſerer Wirtſchaft auf dem Weltmarkt zu erleichtern, tatkräftig bemüht ſein. Deren Ergebnis wird für die endgültige Geſtaltung unſerer Handels⸗ und Zollpolitik von Bedeutung ſein. Die Pflege unſerer heimiſchen Landwirt⸗ ſchaft wird ſich die Reichsregierung ganz beſonders angelegen ſein laſſen. Durch Sicherung des Ertrags der landwirtſchaft⸗ lichen Arbeit wird es gelingen, das Abſtrömen der landwirt⸗ ſchaftlichen Bevölkerung in die Stäbte von ſelbſt aufzuhalten und den Arbeitsmarkt durch das Feſthalten und Anwerben ge⸗ eigneter Arbeitskräfte auf dem Lande zu entlaſten. Der Verleſung der Regierungserklärung, die ſehr mono⸗ ton verlief, währte bis kurz vor 3 Uhr. Unmittelbar darauf gab Reichstagspräſident Löbe bekannt, daß ein Miß⸗ trauensantrag der Demokraten und zwei Miß⸗ trauensanträge der Kommuniſten im Gange ſeien, von denen der eine ſich gegen das Geſamtkabinett, der zweite gegen den Kanzler und den Reichswehrminiſter richten. Im Anſchluß daran wurde entgegen der urſprünglichen Annahme ſofort in die Debatte eingetreten. Caillaus über die Rheinlandräumung Im„Petit Pariſien“ veröffentlicht Caillaux einen außen⸗ politiſchen Artikel, der die deutſch⸗franzöſiſche An⸗ näherung behandelt und beſonders auf die Frage der frü⸗ heren Rheinlandräumung eingeht. Ein Deutſch⸗ Nationaler habe ihm jüngſt von der großen Enttäuſchung ge⸗ ſprochen, die in Deutſchland darüber herrſche, daß die Begeg⸗ Er habe geantwortet, wenn die Beſetzung in den Augen der deutſchen öffentlichen Meinung eine ſo große Rolle ſpiele, ſo habe ſie nicht eine geringere Bedeutung für die öffentliche Meinung in Frankreich,. die darin eine Friedensgarantie er⸗ kenne und nicht in die Aufgabe vor dem feſtgeſetzten Termin einwilligen werde, wenn ſie ihr nicht vollkommen gerechtſertigt erſcheine. Die Politik der Annäherung, die Locarno⸗ und Thoirypolitik, hänge nicht von der Räumung des Rheinlandes ab, ſondern mehr die Räumung von der Annäherungspolitik. Wenn Deutſchland den Franzoſen Vertrauen einflößen wolle, ſo habe es wahrſcheinlich ſeit dem vergangenen Herbſt un⸗ glücklichgeſpielt. Caillaux führte die Rede Scheide⸗ manns vom 16. September an, die deutſchen Veröffentlichun⸗ gen über augebliche Beziehungen zwiſchen deutſchen Rechts⸗ kreiſen und Sowjetrußland und den Eintritt der Deutſchnatio⸗ nalen in die Reichsregierung. Das ſeien alles Dinge, die Be⸗ unruhigung und Unbehagen erzeugen müßten, was erſt die Regelung der Entwaffnungsfrage zu zerſtreuen beginne. Frankreich wünſche, daß alle dieſe Nachrichten falſch ſeten und daß ferner die Deutſchnationalen eingeſehen hätten, daß es gar keine andere Politik mehr zu befolgen gebe als die von Lo⸗ carno und daß Streſemann ſie lenke und nicht etwa umgekehrt. Die Nacht an der Themſe [Von unſerm Londoner Vertreter) Sage mir, wohin Du au gecit und ich will Dir ſagen, wer Du biſt. Da liegt nun die große Vergnügungsſtraße Dondons in ſtrahlendem Lichterglanz vor uns, die wir ent⸗ ſind, das Volk an ſeinen Laſtern zu erkennen. Picca⸗ dilly bei Nacht! Wüſte Legenden flattern erregend hinter den geblendeten Augen auf. Noch ein letztes, verlegenes Räuſpern, ein Blick unter Männern; ſtillſchweigend als wahr unter⸗ ſtellt, daß man„nur Studien machen“ will— die berühmte mentalis des Ehrenmannes, der bummeln geht. Los! Es iſt die Zeit nach dem Theater. Von allen Seiten römen die Menſchen, die eben noch in Form von Publikum en mittelmäßigen Sentimentalitäten der zur Neige gehenden Saiſon zujubelten, am Piccadilly⸗Zirkus zuſammen. Maſſen von Autos. Je eleganter der Wagen, deſto gelangweilter die Geſichter hinter den Fenſtern. Gelegentlich eine Horde Studenten, die zu zwölft auf einem ächzenden Zweiſitzer ängen. Auf dem Verdeck der Autobuſſe Herren mit Zylinder⸗ hüten, Damen in Pelzmänteln; dieſer Freiluftverkehr gilt hier als durchaus ſtandesgemäß. Zu ebener Erde begibt ſi ein unbeſchreibliches Gedränge ſchlendernder Bürgerſöhne un mehr oder minder junger Damen. Der Twyp iſt bemerkens⸗ wert: nirgends zieht das Käufliche dem Ehrenhaften ſo ähn⸗ lich wie in England. Die gute, ſtets überaus gebadet aus⸗ ſehende Raſſe ſetzt ihren Standard auch in der Schicht der nachtwandelnden Weiblichkeit durch. Sportlich— ja, ſelbſt hier!— und treuherzig; nur ſelten verdorbene Geſichter. iel fremde Raſſen miſchen ſich darunter, man hört fran⸗ zöſiſch, italfeniſch, türkiſch ſprechen. Wer nicht dazu gehört, eilt in die fünfftöcktgen Teehauſer des allmächtigen Lyons, Dort tönt vom Keller bis zum Boden Jazzmuftk, von ſüßlichen Fiedeln unterbrochen. Jedes Stockwerk ſeine eigene Kapelle, abwechſelnd fürs Herz und fürs Gemüt,„ſmart“ oder gefühl⸗ voll, doch immer ſchlecht. Das Publikum, nach Zehntauſenden zählend, iſt unerträglich ſpießig und ißt Tomatenbrote zum chineſiſchen Tee. In einigen dieſer Häuſer tanzt man, da iſt es ſchön angenehmer. Tippmädchen und Ladengirls mit blonden, langbeinigen Bankbeamten. Solche Maſſen hübſcher Mädchen gibt es ſelbſt in Paris nicht. Herrlich gewachſen, Bo und fröhlich, häuslich und langweilig; Gefühle im roſchenformat, aber anſtändig, zuverläſſig, reinlich— Sport. Die Muſik ſpielt wilden Elementar⸗Rhythmus, aber ſie tan⸗ zen's wie Tennisſpiel. Wenn plötzlich die Sonne ſchiene, wäre nichts verändert. Wo wird noch getanzt? In den großen Hotelhallen trifft 5 der wohlhabende Mittelſtand. Am vornehmſten iſt Berkleys, och gegenüber im Ritz iſt es eleganter; dort verkehren meiſt Amerikaner, aſtatiſche Fürſten und braſilianiſche Kaffee⸗ pflanzer. Wem Geld imponiert, dem bricht der kalte Angſt⸗ ſchweiß aus. Doch das iſt mehr Paris oder Monte Carlo als London. Die engliſche Society bringt ihre Abende in geſchlof⸗ enen Clubs zu. Wir werden eingeführt, tragen unſere amen in ein halbes Dutzend Bücher ein und harren der rauſchenden Vergnügungen. Hier endlich erfüllt ſich, wovon wir träumten: die„große Geſellſchaft“ Englands unter ſich. Ein Kundiger nennt uns Namen: Lord., dreimal Miniſter, jetzt Präſident eines Induſtriekonzerns; Sit., ein Diplomat, den ein wichtiger Bündnisvertrag weltbekannt gemacht hat; zwei Mitglieder des Parlaments; der Sohn eines berühmten Staatsmannes,— das ſind ſie alſo. Was uns zunächſt auf⸗ fällt, iſt, daß uns nichts auffällt. Untadelig, ruhig und zu⸗ frieben ſitzen ſie da mit ihren phantaſtiſch ſchönen Frauen, trinken gemeſſen ihren Sekt und tauſchen Epigramme aus. Wie die Muſtk einſetzt und der Tanz beginnt, haben wir un⸗ ſere erſte Senſation; unter den zwanzig, dreißig Männern, die den gläſernen, von unten farbig erleuchteten Tanzboden betreten, befindet ſich kaum einer, der nicht unter gewöhnlichen Erdenbürgern ein Rieſe wäre! Ich erinnere mich, eine Statiſtik geleſen zu haben, in der auf Grund der militäriſchen Stammrollen ausgerechnet wurde, Haß die burchſchnittliche Körpergröße des engliſchen Adels um volle 10 Zoll höher iſt, als die der Bürger⸗ und Arbeiterſchicht. Das klingt nüchtern, ſtigend. Wie vieles von dem, was wir den engliſchen Volks⸗ arakter nennen, mag ſeinen Grund darin haben, daß ein ann von zwei Metern ſich nicht ſo bewegen kann, wie einer von anderthalb! Die Frauen ſind hier von kühler, ſeltſam herviſch wirkender Eleganz. Wandelnde Portraite von ventionell. Wir würden ſie herzlos nennen, aber es iſt etwas ganz anderes; ein großes nationales Erbe hat ſie reſtlos durch⸗ geformt. Tradition, Kultur, Züchtung. Man traut ſich nicht 7 Iſt denn da keine Stelle, wo das Leben durch⸗ ri Na gewiß doch, der Menſch kann ja nicht immer im ver⸗ goldeten Stuckrahmen herumlaufen. Da haben wir zum Bei⸗ ſpiel den Kit⸗Cat⸗Club,„einen der berühmteſten faſhionablen Klubs der Welt“, wie ein Zeitungsbericht ſagt, 4 nung von Thoiry keinerlei unmittelbare Folgen gehabt habe. ähnlichen Fall vor einſgen Jahren aber wenn man es in natura vor ſich ſieht, iſt es überwäl⸗ Gainsborough, koſtbar, ja kühn gekleidet, aber unfehlbar kon⸗ kł Englands Konflikt mit China 2 2 2 6 Die engliſchen Morgenblätter vertreten einheitlich d Auffaſſung, daß die Verhandlungen in Hankau nicht a brochen, ſondern daß lediglich eine ernſte Stockung e 25 getreten ſei. Allgemein gibt man die Notwendigkeit eine Kompromiſſes zu. Die Weſtminſter Gazette glaubt, 77 die britiſche Regierung die Truppen nicht in Schanghai landen laſſen werde, falls die Kantoneſen das britiſche Angebot 13 nehmen und Garantie für Leben, Eigentum und die andere Rechte der Engländer geben. Nach der Morning Poſt baut die Firma Wickers über 100 moderne Tanks von einem völlig neuen Typ für die japaniſche Regierung und für die chineſiſche Nordarmee, Die engliſchen Kommuniſten Paris, 3. Febr.(Von unſerem Pariſer Vertreter), Aus London wird berichtet: Die Kommuniſtiſche Partei ſoll in der nächſten Zeit verſchwinden, ſoweit es ſich um eine offi⸗ zielle Gruppe handelt und an ihre Stelle ſollen geheimk Organiſationen treten. Es liegt in der Abſicht der engliſchen Kommuniſten, ihren Mitgliedern den Eintritt in ſozialiſtiſche und gewerkſchaftliche Organiſationen zu geſtatten, doch mit der Order, innerhalb dieſer Arbeiterkreiſe eine kommuniſtiſche Propaganda zu entwicklen. Nach außen hin, ſo teilen die Blätter mit, wird die kommuniſtiſche Organi⸗ ſation vollkommen verſchwinden. Letzte Meldungen Hindenburg in der„Grünen Woche“ Berlin, 3. Febr.(Von unſerem Berliner Büro.) Reichs⸗ präſident v. Hindenburg weilte heute zum Beſuch der Aus⸗ ſtellung der„Grünen Woche“ in der Halle am Kaiſerdamm⸗ Er iſt dort vom Reichsernährungsminiſter Schiele und dem preußiſchen Landwirtſchaftsminiſter Steiger, ſowie dem Oun bürgermeiſter von Berlin Dr. Böß empfangen und begrüß worden. An den Empfang ſchloß ſich ein Rundgang durch die verſchiedenen Teile der Ausſtellung an. Faſziſtiſche Juſtiz — Berlin, 3. Febr. Ein Berliner Mittagsblatt veröffenk⸗ licht eine aus porkugteſiſcher Quelle ſtammende Nachricht, daß in Itu im braſilianiſchen Staate Sao Paolo ein Italiene: einen Deutſchen getötet habe, weil dieſer in ſeiner Gegenwart ein Bild Muſſolinis zerriß. Ein däniſcher Legationsrat in Paris verſchwunden — Kopenhagen, 3. Febr. Seit dem 9. Januar d.., iſt der frühere Legationsrat Helmar Peterſen in Paris ver⸗ ſchwunden. Die franzöſiſche Polizei hat 20000 Franken als Belohnung ausgeſetzt für die Ermittlung. An einen Selbſt⸗ mord iſt nicht zu denken. Der Verſchwundene iſt 1888 ge⸗ boren, wurde 1919 Legationsſekretär in Paris und 1921 in Prag, barauf machte er einige Zeit in Berlin Dienſt, wurde 1922 zum Legationsrat ernannt und bei der Geſandſchatf in Waſhington angeſtellt. Vor einem Jahre trat er aus Geſun heitsrückſichten aus dem diplomatiſchen Dienſt zurück und ließ ſich in Paris nieder, wo er nun plötzlich verſchwunden iſt. Der geheimnisvolle Fall weckt allgemeines Aufſehen. Ein 72jähriger Generalkonſul zu Gefängnis verurteilt — Kapenhagen, 3. Febr. Der 72jährige däniſche General⸗ konſul in Oslo, Niels Magnus Olſen wurde zu 120 Tagen Ge⸗ fängnis verürteilt wegen fälſcher Anzeige und Verſiche rungs⸗ ſchwindel. Er hatte das Unglück, auf allen ſeinen Reiſen ſeine Koffer zuzuſetzen und bekam auch mehrfach die Verſicherungs⸗ ſumme dafür ausbezahlt. Da dies Unglück ihm allzuoft vaſ⸗ ſierte, wurde die Polizei aufmerkſam und ſtellte feſt, daß die Koffer nie exiſtiert hatten. Eine ruſſiſche Kommiſſion verſchollen? — Niga, 3. Febr. Die Lettländiſche Telegraphenagentur verbreitet eine Moskauer Meldung, nach der ſeit 2 Wochen jede Nachricht von einer aus 110 Perſonen beſtehenden Regierungskommiſſion fehlt, die in entlegenen Orten Sibirtens Angaben über die Volkszählung einſammeln follte. Man fürchtet, daß die Mitglieder der Kommiſſion im Schneeſturm umgekommen ſind. * Von der Repko. Der„Newyork Hergld“ kündigt an, daß der amertikaniſche Beobachter in der Reparationskom⸗ miſſton, Ralph W. Hill ſeine Demiſſion gegeben hat. An ſeine Stelle ſoll der erſte Sekretär in der Pariſer Botſchaft, —995— C. Wilſon, zum amerikaniſchen Beobachter ernannt erden. In einem Prozeß gegen dieſes Inſtitut, der dieſer Tage mit der gerichtlichen Schließung geendet hat, ſind in Anbetracht der Tatſache, daß Grund beſtand, vieles zu verſchweigen, ge⸗ nug Dinge an den Tag gekommen, die ſich für den wohlge⸗ zähmten„erſten Stand' ganz und gar nicht gehören. Nicht gerade Orgien und Bacchanalien nach neueſtem amerikaniſchen Muſter, aber immerhin ein Treiben, das mit den Verſicherun⸗ gen über den„Eruſt der Zeit“ nicht recht in Einklang zu bringen iſt. Der Klub hatte über 5000 Mitglieder und wenn man hört, daß darunter 30 Angehörige des Oberhauſes, mehrere Kabinettsminiſter und Parteiführer aller Richtun⸗ gen waren, ſo hegreift man einigermaßen die Peinlichkeit der Poltzei. Die Polizei mußte verſchiedene vergebliche Verſuche unternehmen, ehe es ihr gelang, eine„Razzia“ durchzuführen. Als man ſo das erſte Mal verſuchte, ſtellte ſich plötzlich her⸗ aus, daß Lord Birkenhead, der zu dieſer Zeit ſtellvertretender Innenminiſter war, zu den Mitgliedern des Klubs gehörte. Bei dem zweiten Beſuch der Polizei ſoll der Offtzier, der die Aktion leitete, plötzlich mit totembleichem Geſicht herausge⸗ ſtürzte ſein und die Mannſchaften unverzüglich abgerufen haben, weil er unter den Tanzenden einen jungen Mann be⸗ merkt hatte, deſſen Geſicht jeder Engländer kennt— es wäre dem Offizier vermutlich nicht gut bekommen, wenn er den Prinzen von Wales ſiſtiert hätte. Schließlich wagte man den heiklen Ueberfall beim dritten Verſuch doch noch. und eine große Zahl von berühmten Namen mußte ſich im Gerichtsſaal aufrufen laſſen, wo der Richter zornig erklärte, er hätte die Angeklagten ins Gefängnis geſchickt, wenn nicht in einem das Berufungsgericht ein ſolches Urteil aufgehoben hätte. N Aber zurück nach Piecadilly. Wir ſehen noch einige Klubs, doch ohne neue Eindrücke. Wo es„hoch hergeht“, iſt es Pariſer Fabrikat, und wo es„made in England“ iſt, wun⸗ dert man ſich, daß die Leute nichts Beſſeres zu tun haben. Eine ſeltſame farbige Blüte Londons jedoch ſind die zahl⸗ reichen chineſiſchen Lokale. Da gibt es meiſt echte Neger⸗ apellen, mehr Inder und Malayen als Chineſen und nur weiße Frauen. Man ſieht auf einmal wieder, wie klein ſene Schicht der„Soeiety“ in Wirklichkeit iſt, und wie groß die Welt, die ſich hinter ihr öffnet. Oſt und Weſt treffen ſich. wo nur noch Inſtinkte gelten. Dunkelbraune Hände auf weißge⸗ vuderten Armen, große, geheimnisvolle Budda⸗Augen, Schritte wie auf weichem Dſchungelboden,— und wieder die kühlen, unwiſſenden Frauen mit der eingeborenen Eleganz⸗ Der Turm von Babel. Draußen graut der Morgen.. dis ge⸗ uin⸗ nes daß den an⸗ ren ber für 2 ine hin, rni⸗ fluteten Auslagen von Hirſchlaud. I Vonnerstag, den 3. Februar 1927 RNene Mannheimer Zeitung(Abenb⸗Ausgabe) 8. Seite. Nr. 58 Mannheim im Zeichen der II. Wenn uns in dieſen Tagen ein Fremder frägt, ob es ſich lohnt, nach Mannheim zu kommen, dann werden wir ihm ant⸗ worten:„Allein ſchon wegen der„Weißen Woche“. Zum Schauen und zum Einkauf! Aber tue Geld in Deinen Beutel, denn Du wirſt ſo erſtaunlich viele preiswerte Dinge ſehen, daß Du widerſtandslos in den Weiße Woche⸗Strudel hineingeriſſen wirſt.“ Wer ſchon lange nicht mehr Mannheim bei Nacht geſehen hat, wird ſich nicht mehr auskennen, ſo ſehr hat ſich durch die immer intenſiver und mannigfacher werdende Schau⸗ fenſter⸗ und Außenlichtreklame die Phyſiognomte vor allem der Breiteſtraße verändert. Eine Sehenswürdigkeit im vollſten Sinne des Wortes! Was iſt das Charakteriſtikum der diesjährigen„Weißen Woche“? Ein Maſſen aufg ebot von Qualitätswahlen bei erſtaunlich billigen Preiſenl Man iſt in der Lage, ſeinen Bedarf genau nach den Leiſtungen des Geldbeutels zu decken, weil die Auswahl noch nie ſo groß war, man kann ſogar, wie in einer Anzeige ſehr treffend bemerkt wurde, wühlen in den Bergen von weißer Ware, die auf den Ladentiſchen aufgehäuft ſind. Die Waren⸗ und Kaufhäuſer d lanken löcken ſchon von weitem die lichtdurch⸗ Die Dekorations⸗ künſtler dieſes führenden Kaufhauſes haben es wieder ver⸗ ſtanden, der Schaufenſterparade eine aparte. individuelle Note zu geben. Das Eckfenſter, von dem man ſtets etwas ganz Beſonderes erwartet, wird diesmal von einer mächtigen Buddahfigur beherrſcht, die auf den unzähligen Waren⸗ auszeichnungen wiederkehrt. In einem Fenſter in der Seitenſtraße grüßt uns eine weiße Geiſha, umrahmt von Kirſchblütenzweigen, die ſich von der weißen Umgebung ganz reizend abheben. Jeder weißen Abteilung des Kaufhauſes iſt ein Fenſter gewidmet. So recht überzeugend wird hier vor Augen geführt, wie leiſtungsfähig die Firma iſt, denn ſchon in den Auslagen iſt eine Unmenge von Waren zur Schau geſtellt. Im Innern wurde wieder die weiße Papier⸗ ſerviette zu ſehr dekorativ wirkenden Arrangements ver⸗ wendet. Zwei mit Kirſchblütenzweigen umrankte Brücken, aus Stäbchen in H⸗Form gebildet, überſpannen den Mittel⸗ gang im Parterre und leiten zur überdachten Treppe über, die in den zweiten Stock führt. Den ſtärkſten„Jeuerzauber auf den Planken entwickelt das Warenhaus Schmoller. Die beiden weithin leuchtenden Weihnachtsmänner ſind durch zwei rieſige Vierecke erſetzt, in denen ein Doppel⸗W leuchtet. In den Schaufenſtern, wie immer mit feinem Geſchmack dekoriert, heben ſich die weißen Waren ſehr wirkungs voll von ihrem grünen Hintergrunde ab. Die Fernwirkung dieſer beiden Farben iſt frappant. Im Innern des Warenhauſes überraſcht den Eintretenden— ein Mohr als Portier wird viel angeſtaunt— ein ſehr dekorativ wirkender Einbau zwiſchen den Pfeilern des Mittelganges. Durch den Einzug einer Zwiſchendecke aus weißem Stoff wurde die intime Wirkung dieſer pavillonartigen architektoniſchen Schöpfung in weiß und grün weſentlich erhöht. Man findet hier wie in den übrigen Parterreräumen in einer Rieſenfülle alle Arten von Weißwaren vereinigt, die unter den Begriff„Weiße Woche“ fallen. In der Abteilung Haushalt wird einer ge⸗ deckten Tafel große Beachtung geſchenkt. In der Breiteſtraße tritt ſowohl am Tage, wie vor allen Dingen am Abend die Dekoration und die Beleuchtung des Warenhauſes Wronker in faſzinierender Weiſe in Erſchei⸗ nung. Die Abſtimmung in der Dekoration der Schaufenſter in weiß und orange iſt geradezu als künſtleriſch zu bezeichnen. Wenn aber am Abend die über jedem Schaufenſter ſchwebenden Doppel⸗W mit ihrer feenhaften Beleuchtung ſich wirkungsvoll von der Faſſade abheben, wenn die Konturen der in gotiſcher Form gehaltenen Vorbauten ſich ebenfalls mit ihren Lichtketten von den dekorativen Auslagen abzeichnen, dann darf man beſtä⸗ tigen, daß hier mit vortrefflichem Geſchick etwas Beſonderes geſchaffen wurde. Im Parterre des Warenhauſes hat Chef⸗ dekorateur Klank einen Lichtpalaſt in mauriſchem Stil hin⸗ geſtellt, der eine Unmaſſe weißer Waren umſchließt. Unzählige Glühbirnen zeichnen die Linien und ſpenden im Verein mit großen Laternen eine blendende Lichtfülle. Die Firma Lan⸗ dauer hat von Weihnachten die originelle Lichtreklame über dem Eingang, die rotierende Scheibe, nur in anderer Form, beibehalten. Ein leuchtender Pfeil weiſt auf die Pforte und zugleich auf die„Weiße Woche“ hin, an der ſich die Firma, wie die Auslagen zeigen, in hervorragender Weiſe betefligt. Das Warenhaus Kander macht ſich ſchon von weitem durch ſeine Faſſadenbeleuchtung bemerkbar. Zwiſchen zwei grellen Quer⸗ ſtrichen über den Fenſtern und am Geſims leuchten gedämpft mehrere Längsſtreifen. Das Parterre wurde recht geſchmack⸗ voll in Weiß dekoriert. Das Kaufhaus Gebr. Roth⸗ nnenminiſter Walter v. Keudell wurde 1884 in Caſtelamare di Stabia als Sohn des früheren deut⸗ ſchen Botſchafters in Rom geboren. Er ſtudierte nach praktiſcher landwirtſchaftlicher Tätigkeit in Königsberg, München und Halle, Referendar 1908, Regierungsaſſeſſor 1913, Rittmeiſter d. R. a. des Küraſſier⸗Regiments Nr. 3, bei dem er den Feldzug mitmachte (1914/15). 1916—1920 war er Landrat des Kreiſes Königsberg(Neu⸗ mark), Mitglied des Kreisausſchuſſes und Kreistages in Königsberg, des Brandenburgiſchen Provinziallandtages, 1918—1923 Deichhaupt⸗ mann des Oderbruches, Mitglied des Ständigen Ausſchuſſes des Reichsforſtwirtſchaftsrates. Forſtliches Wirken mit dem Ziel inten⸗ ſiver Umgeſtaltung unſerer Waldwirtſchaft. 1923 Dr. h. c. der Forſt⸗ akademte Eberswalde, Mitalied des Reichstages ſeit der zweiten Wahlperiode 1924. Rittergutsbeſitzer auf Hohenlübbichow. ſchild hat die Faſſade mit Kreiſen geſchmückt, aus denen die beiden inhaltsreichen Worte„Weiße Woche“ leuchten. Sehr wirkungsvoll iſt die Kontakteinſchaltung des an der Ecke herab⸗ laufenden Firmennamens. Im Parterre des Kaufhauſes ent⸗ zückt eine wahre Orgie in Weiß und Hellrot, erzielt durch un⸗ zählige Papierſervietten in den verſchiedenſten Axrangements. Eine rotierende Doppelſcheibe in der Mitte des Raumes über den Warenſtapeln beherrſcht die geſchmackvolle Ausſtellung. Auch hier findet man, wie ſchon die ſehr wirkungsvoll dekorier⸗ ten Schaufenſter anzeigen, alles, was ein Hausfrauenherz be⸗ gehrt, in Ueberfülle.„Jetzt Weißwaren kaufen, heißt Geld ſparen!“ gen zum Ausdruck. Die Spezialgeſchäfte Von den Spezialgeſchäften, die bei der weißen Parade in den Vordergrund treten, erwähnen wir weiter die Firma Hermann Fuchs, die in jedem Schaufenſter einen originellen Vierzeiler mit einer bildlichen Darſtellung in den Mittelpunkt der Weißwaren ſtellt. Ein großes Doppel⸗W leuchtet über dem Eingang. Die Firma Gebr. Wirth fügt ſich mit einem „billigen Sonderverkauf von weißer Ware“ auf das vorteil⸗ hafteſte in den weißen Riefenrahmen ein. In der Kunſtſtraße verdienen mehrere Firmen allgemeine Beachtung, ſo Geſchw. Alsbeſrg mit Gardinen zu ungewöhnlich billigen Preiſen. Für ganz wenig Geld kann hier der Parole„Schmücke dein Heim!“ Folge geleiſtet werden. Auch das bekannte Spezial⸗ geſchäft Weidner u. Weiß findet mit ſeinen Auslagen viel Beachtung. Am Paradeplatzeck iſt das leiſtungsfähige Etagengeſchäft Samſon u. Co. bei der Partie. Wir möchten dieſe Zetlen nicht ſchließen, ohne der Hoff⸗ nung Ausdruck zu geben, daß die Erwartungen, die die Ge⸗ ſchäftswelt inbezug auf den Erfolg der„Weißen Woche“ hegt, in vollem Maße in Erfüllung gehen. Sch. D. fremde Hauſierer, den niemand gerufen hat, Dieſes Motto der Firma kommt in allen Abteilun⸗ Stäotiſche Nachrichten Hauſiererunweſen Der Handelsſchutzverband der Pfalz teilt uns mit:„Von den verſchiedenſten Seiten laufen Klogen ein, baß es bei dem aufdringlichen Geſchäftsgebaren den Haufte er ſchwer ſei, ſie abzuwimmeln. Bildergeſchäfte teilen mit daß die den Leuten aufgeſchwatzten Bilder viel zu teuer ſind. Aerzte berichten über die unglaublichen Preiſe der im Hauſierhausel (beſonders an die minderbemittelte Bevölkerung) verkauften hygieniſchen Artikel. Einfache Hausfrauen werden zum Uater⸗ zeichnen von Wechſeln(1ʃ) überredet, das leichtſinnige Pun⸗ pen wird alſo ohne Rückſicht auf die den einſachen Leuten unbe⸗ kannten ſcharfen Beſtimmungen des Wechſelrechtes propagtert. Einzelhändler vom Lande beklagen ſich darüber, daß Hauferer das wenige Bargeld aus der Landbevölkerung herausziehen und daß dann der Einzelhändler wohl oder übel immer mehr Kredit geben müſſe. Es gibt Hauſierer, die unter dem Deck⸗ mantel der Wohltätigkeit ihre Geſchäfte betreiben(manche wei⸗ ſen nach, daß ſie an eine Wohltätigkeitsanſtalt Geld abgeführt haben). Obwohl in der Pfalz gegenwärtig Auslander über⸗ haupt keine Hauſierſcheine beſitzen, verſuchen Hauſierer immer noch als„Ausländer“ gewiſſe Waren leichter an den Mann zu bringen.(Echte Teppiche,„chineſiſches Porzellan“, engliſche Stoffe uſw.) Auch die Hausfrauen ſollten endlich den in dieſer Weiſe getriebenen Unfug durchſchauen. Zunächſt ſoll man aber bedenken, daß der Wunſch nach ausländiſcher Ware unange⸗ bracht, daß die deutſche Ware gut iſt und daß jeder Einzerne mithelfen muß, für Beſchäftigung unſerer Arbeiter zu ſorgen. Unbekannte angebliche„Großhändler“ veranſtalten an kleinen Orten„Ausſtellungen“, um Beamten— meiſt erklären ſie, daß die„Ausſtellungen“ nur für Beamte zugänglich ſind— unter Gewährung von Zahlungserleichterungen minderwertige teure Stoffe aufzuhängen. Einzelne Hauſierer machen ihr Ge⸗ ſchäft in großem Stil. Die Ware wird abgepackt durch Autos vertrieben.(Es wird alſo auch Geld verdient.) In Oſtpreußen kam es ſoweit, daß der Landwirtſchaftliche Kreiswirtſchafts⸗ verband, der Zentralverband der Landarbeiter. der Deutſche Verkehrsverband und die Induſtrie⸗ und Handelskammer in einem gemeinſam unterzeichneten Flugblatt vor dem lunre⸗ ellen) Hauſierhandel warnten. Haben wir in der Pfalz den Hauſierhandel mit ſeinen üblen Begleiterſcheinungen über⸗ haupt nötig? Unſere Hausfrauen finden den Wes zum Laden ſchon, wenn ſie eine Ware brauchen. Es iſt unnötig, daß der die Ware auf⸗ ſchwatzt. Wir meinen, die Intereſſen der Bevölkerung und die des anſäſſigen Einzelhändlers, der das Geſchäftsgebaren des Hauſierers nicht übernehmen kann und will, ſind hier gleich. Der Hauſierhandel mußeingedämmt werden.“ Die vorſtehenden Ausführungen des Handelsſchutzver⸗ bandes der Pfalz treffen auch für Baden zu. * Neue Bilder. Wir machen unſere Leſer darauf auf⸗ merkſam, daß in unſerem Schaukaſten in der Nebenſtelle in K 1,—6, neue Bilder zum Aushang kommen. * Plaumäßig angeſtellt wurde Handelslehrkandidat Pht⸗ lipp Müller in Mannheim J als Handelslehrer. Veranſtaltungen Der Herrenabend des Geſangvereins„Sängerluſt“, der am Sonntag im großen Saal des Reſtaurants„Karpfen“ vonſtatten ging, ſtand, wie alle derartigen Veranſtaltungen im Zeichen eines vollbeſetzten Saales. Vergnügungskommiſſar Steinhardt hatte für eine ausgiebige Unterhaltungsfolge Sorge getragen und ſein Vorgänger im Amt, der kleine Adölfl, der die Funktion des Sprechers übernommen hatte, nahm die geſellſchaftlichen und familiären Internitas der „Sängerluſt“, die während des abgelaufenen Jahres ſich ereig⸗ net, unter ſeine kritiſche LZupe. Ganz beſonders bot ihm die im vorigen Frühjahr unternommene Schweizerreiſe will⸗ kommenen Stoff zu tiefgründigen Betrachtungen, die ſich allerdings für die breite Oeffentlichkeit nicht eignen, aber das Sprüchwort:„Wenn einer eine Reiſe tut, dann kann er was erzählen,“ erneut unter Beweis ſtellten. Zweifelsohne erwies ſich aber Adölfl als gründlicher Kenner ſeiner Pappen⸗ heimer. Der Spiegel, den er ihnen vorhielt, blendete mitunter ſo ſtark, daß den Andern die Augen überliefen— vor Schaden⸗ freude natürlich; aber keiner blieb verſchont. Die von Herrn Dürr dirigierte Hauskapelle, der Geſangschor unter Muſik⸗ direktor Emil Siehs Leitung und das Doppelquartett, fer⸗ ner die Vereinsſoliſten Engelmann(Tenor) u. Grim m (Bariton) ſowie die von Herrn Paul geſungenen Lieder zur Laute, brachten die ſeriöſe Note in die vergnüaliche faſt⸗ ngehtſiche Stimmung. 2 Theater und Muſik Frankfurter Uraufführung. Das Neue Theater hrachte die reichsdeutſche Uraufführung von Alexander Lernet⸗Holenias„Oeſterreichiſcher Komödie“. Nach„Ollapotrida“ waren die Erwartungen ſehr hoch geſteckt; ſie gingen diesmal nicht ſo ganz in Erfüllung. Dazu kam — und das muß leider in allererſter Linie geſagt werden 15 daß die Aufführung unter Direktor Arthur Hellmers Regie ungewöhnlich ſchlecht war. Sie ſchuf eine Atmoſphäre tötender Langeweile, rückte die Schwerpunkte des Dfaloges in den Hintergrund, ſtellte das in dieſem Falle nebenſächliche Gerippe der Handlung aufdringlich vor und machte die Leute gähnen. Auch die Darſtellung konnte ſich nicht damit ent⸗ ſchuldigen, daß ein großer Teil Wiener war, in der Ver⸗ klitterung der Regie konnte ſich auch hier nichts Befriedigen⸗ des entwickeln, das Bühnenbild Wollmanns war das einzig poſitiv zu Bewertende des Abends. So ſchlecht wie es nach dieſer Aufführung ſcheinen mag iſt das Stück indeſſen keines⸗ wegs. Mit der Laune eines treffſicheren Spötters zeichnet es ergötzlich ein Milieu, das uns immer wieder Lächeln ab⸗ zwingt, macht es Theater, das mit Grazie zu unterhalten weiß. Falls man es gut aufführt. mm. eGuarneri⸗Quartett. Die franzöſiſche Kammermuſik iſt noch jung; Camille Saint⸗Sasns und Gabriel Fauré ſind ihre Väter, und Maurice Ravel— deſſen Streichquartett in F⸗dur um 191b in der Pariſer Ausgabe A. Durand neu herausgekommen iſt— neunnt ſich ſelbſt auf der erſten Seite der Partitur Schüler von Fauré. Man kann ſagen, daß ſein Quartett die beſten Eigenſchaften franzöſiſcher Muſik wider⸗ ſpiegelt. Maß und Klarheit, Melodik und Harmonik in ge⸗ wähltere Formen, Rhythmus und Fluß ſind ihr eigen. Und unfere Gäſte, das„Guarneri⸗Quartett“ der Herren Prof. Daniel Karpilowſki, Maurits Stromfeld, Hermann Spitz und Walter Lutz hatten in dem genannten Streich⸗ quartett ſeinen Triumph. Dies Werk könnte man eine Be⸗ arbeitung von Ravels muſikaliſchen Gedanken für vier Streichinſtrumente nennen: alles iſt mit feinſtem Funſt⸗ und Klangſinn geſetzt, unendlich ſchwer auszuführen, aber vom ſeinſten Pariſer Geſchmack eingegeben. Unſere Gäſte ſpielten das Ganze in der beſten Harmonie Der zweite Satz— Aſſez vif ½ bezw. 4— war ein kleines Wunderwerk der Eleganz und der Schlußſatz im Takt war unſer rhythmiſch⸗harmoni⸗ ſches Entzücken. Vorher hatten unſere Quartettiſten Schn⸗ manns A⸗dur⸗Quartett geſpielt, aber hier waren ſie in der Fremde. Nur war es nicht die ſchöne Fremde, das Land der deutſchen Sehnſucht, das Reich des Wunderbaren, in das uns Robert Schumann, der Romantiker einführt, ſondern das internationale Tempo rubato führte ſogleich das große Wort. Die einheitlich ſchöne Tongebung fand ſich erſt im dritten Satze ein. Dem Finale fehlten Schumanns Zeitmaße der alten Gewandhaustage. Der Impreſſionismus der Pariſer Schule von 1900 kann ein ſehr unbefangenes Publikum täuſchen, gleichzeitig aber das Gefühl der Muſik jener„Peri“⸗ Zeiten entfremden. Und darum iſt es geraten, den Tatbeſtand feſtzuſtellen.. Mit Haydnus g⸗moll Quartett aus dem 74. Werk, gewiſſermaßen einem Werke der Mozartnachfolge, einem Werke ernſter Richtung, befanden ſich unſere Gäſte wie⸗ der auf kunſtgewohntem Boden. Daß man ſich zur Ueber⸗ lieferung Pleyel bekannte und den erſten Satz als Allegro non troppo ſpielte(alſo im Rhythmus von drei Vierteln) war gewiß zu billigen; nur müßten dann die Achtel⸗Triolen der erſten Violine eine breitere Strichart verraten, und das Finale(ein Satz regelrechter Sonatenform) das Haydn zu⸗ kommende, von ihm ausdrücklich verlangte Brio haben. Anderſeits: die beiden Mittelſätze, das Largo in E⸗dur wie das Allegretto⸗Menuett in C⸗dur mit dem edlen Moll⸗Trio gelangen vorzüglich. Und Ravels Streichquartett in F⸗dur iſt wohl des Studiums wert, wenn— der franzöſiſche Zu⸗ ſchlag von 150 v. H. wieder wegfällt. BI. Literatur Mein Heimatland. 14. Jahrgang, Heft 1/2, 1927, Blätter für Volkskunde, Heimatſchutz, Denkmalpflege, Familienfor⸗ ſchung, i. A. des Landesvereins Badiſche Heimat herausgegeben von Hermann Eris Buſſe, Freiburg i. B. Dem Doppel⸗ heft“2 1927 der bereits im vierzehnten Jahrgang erſcheinen⸗ den Zeitſchrift Mein Heimatland, kommt umfaſſende Bedeu⸗ tung dadurch zu, daß ſein Inhalt faſt ausſchließlich auf die badiſche Familienforſchung eingeſtellt iſt. Ihr Pate Ludwig Finckh eröffnet mit einem Ueberblick über den Stand der Familienforſchung in Baden im Rahmen der deut⸗ ſchen Familienkunde. Wir wären aber heute ohne Prof. Dr. Eugen Fiſcher, der einen ungemein packenden Aufſatz über Vererbung beiſteuerte, nicht da, wo wir ſtehen, am Anfang einer neuen Entwicklung des Menſchengeſchlechts, ihm verdan⸗ ken wir Erkenntnis, Frucht und Segen. Der durch ſeine Raſſenkunde des deutſchen Volkes“ über Nacht bekannt ge⸗ wordene Badener Dr. Hans F. K. Günther, ſetzt in tiefſchütr⸗ fenden Darlegungen die Familienforſchung in Bezie⸗ hung zur Vererbungslehre und Raſſenkunde. Ernſte Gegenwartsfragen, Bewahrung der Erbmaſſe durch eine geſundheitliche Lebensführung, die Bedeutung der Gatten wahl und die Nachkommenzahl ſind angeſchnitten, die Bemühungen aller Gelehrten(gründliche Literaturangaben vermitteln den Entwicklungsgang von Erbgeſundheitslehre und Raſſenkunde) haben bereits erreicht, daß allgemeiner ein Beſinnen einſetzt auf die grundlegenden Probleme des Völkerlebens. Den dritten Teil ſeiner Geſchichte einer altbadiſchen Familie durch drei Jahrhunderte und mehr zurück ſchreibt der als Vor⸗ kämpfer für das Auslandsdeutſchtum bekannte Geh. Rat Dr. W. Groos, den Stammesnamen Alamann als Perſonen⸗ und Ortsnamen behandelt A. Eiſele, während Landrat P. Strack ſich über praktiſche Familienforſchung äußert, ſeine Kenntniſſe und Erfahrungen darlegt, um vor allem dem Anfänger zu zei⸗ gen, wie er es am beſten anpackt, ſeinen„Stammbaum“ auf⸗ zuſtellen. Wertvoll für jeden ſind vor allem die Hin⸗ weiſe in Bezug auf die Durchforſchung der Kirchenbücher. Von der heiteren Seite her klettert der Mannheimer Mundartdichter Hanns Glückſtein„uf ſeim Schtammbaum ruff un nunner“ um zu erforſchen, von wem er„s böſe Mundſchtück“ hat. Einen Einblick in das Ausmaß und die Auswirkung einer badiſchen Ahnentafel gewährt die Arbeit des Bruchſalers Federle und wundervoll offenbart ſich Weben und Weſen des Blutes und da⸗ mit die Erkenntnis, daß jeder ein Stück der Heimat ſelbſt iſt, feſt eingewoben im bunten Teppich unſeres Volkes. Proſ. Dr. Bertſche iſt auf den Spuren der um 1700 nach Wien ausgewan⸗ derten Badner und Schwaben. Der Kilian⸗Brechtſche Famt⸗ lienverband macht beachtenswerte Vorſchläge über die zukünf⸗ tige Aufbewahrung der Kirchenbücher, auf die Haus⸗ und Fa⸗ miliennamen auf dem Lande lenkt A. E. Kraus unſer beſon⸗ deres Augenmerk, und E. Diemer gibt neue Anregung über die Führung eines Tageskalenders für den Familienforſcher. Die Notizen„Aus dem ganzen Lande“ enthalten für ſeden Heimatfreund Fingerzeige, und üppig iſt der Gang durch das neue Heimatſchrifttum, den wir mit dem verdienſtvollen Herausgeber Hermann Eris Buſſe und ſeinen Mitar⸗ beitern tun. Es iſt nicht möglich, den ganzen Inhalt auch nur in Ueberſchriften wiederzugeben, greife ſelbſt zu lieber Leſer! Über vierzig familienkundliche Fragen und Antworten beſchließen dieſe Veröffentlichung, ein Beweis für das weitge⸗ hendſte Intereſſe aller Kreiſe. Ein reiches Maß des Guten iſt es, was der Landesverein Badiſche Heimat auf einem ſeiner Gebiete, dem der Familienforſchung, ſeinen Mitgliedern— um wenig Geld— bietet. Seine Zeitſchriſten ſind es wirklich wert, überall empfohlen und bezogen zu werden. Beſonders in Mannheim, wo dank der Familiengeſchichtlichen Nereinig 4 ein großes Jntereſſe für all dieſe Fragen berrſcht, darf das ausgezeichnete Heft auf rege Anteilnahme hoffen. 1 4. Seite. Nr. 50 Rene Maunheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 8. Februar 1027 Schüler⸗Konzert der Moll⸗Realſchule Der Einladung zu einer Abendfeier hatten am vergangenen Montag die Eltern und Freunde der überaus großer Zahl und voll freudiger leiſtet, daß die„Kaiſerſäle“(Seckenheimerſtraße) kaum all die lebhafte Jugend und das heſchauliche Alter faſſen konnten. Ein recht abwechſlungsreiches Programm nahm die Zuhörer von Anfang an in ſeinen Bann. Mit friſchen Knabenſtimmen brach⸗ ten Schülerchöre der Unterklaſſen alte liebe Volksweiſen zu Gehör, die beſonders durch flotten— manchmal recht humor⸗ pollen— Vortrag erfreuten. Sie bildeten neben klaſſiſchen Violinſolis und einer Klavierſonate, von Schülern der Unter⸗ ſekunda in anerkennenswerter Weiſe geboten, die geſchickte Umrahmung einer von Direktor Ludwig Boß an die Ver⸗ ſammlung gerichteten Anſprache. Der Leiter der Moll⸗Real⸗ ſchule dankte bewegten Herzens für die verſtändnisvolle För⸗ derung, die die nun ſelbſtändig gewordene dritte Mannheimer Realſchule durch die Stadtverwaltung und beſonders durch ihre „Mutteranſtalt“, der Oberrealſchule unter Leitung von Ober⸗ realſchuldirektor Em. Gſcheidlen, erfahren hatte. Aus ſei⸗ nem reichen Erfahrungsſchatz ſchöpfend, entwickelte Direktor Boß, etwas weiter ausholend, wie gedeihliche Erzieherarbeit an der Jugend ſich nur aus drei Seelenkräften herleiten laſſe: aus Liebe Geduld und Vertrauen. Nur aus dieſen Elementen führe für die beiden Erziehungsfaktoren, Eltern⸗ haus und Schule, ein mühſamer Weg zum geſteckten Ziele, das ſich erſt dann erreichen laſſe, wenn beide Kräfte ſich in wechſel⸗ ſeitiger Wirkung unterſtützten. Der Lehrer, der dem jungen Menſchen ſein Beſtes zu geben beſtrebt iſt, wird in ſeiner Ar⸗ beit vor unüberwindbare Schwierigkeiten geſtellt, fobald das Elternhaus gleichgültig oder gar ablehnend der Schule gegen⸗ überſteht. Deshalb müſſe zwiſchen Elternſchaft und Lehrern— und darin gipfelten ſeine tiefgründigen, gefühlsgetragenen Ausführungen— eine auf vollem Vertrauen beruhende Ueber⸗ einſtimmung beſtehen; gelegentliche Meinungsverſchiedenheit könne in freier, gegenſeitiger Ausſprache beſeitigt werden. Die warme Erwiderung von Direktor Gſcheidlen, des um den Realſchulegedanken ſo hoch verdienten Schulmannes, ließ den Stolz und die Freude über die Entwicklung des Real⸗ ſchulweſens durchfühlen. Als Leiter der größten deutſchen Realanſtalt muß er in dem allgemein feſtgeſtellten ſtarken An⸗ wachſen der Schülerzahl die beſte Gewähr für die Anerkennung des durch die Realſchulen verkörperten Erziehungsideals ſehen. Und ſo konnte er der neuen Schule ein herzliches Glückauf! genau wie Chefredakteur Kurt Fiſcher, der im amen der Eltern der Moll⸗Realſchule und ihrer Lehrerſchaft das höchſte Vertrauen kundgab. Der Abend brachte noch wei⸗ teren, erleſenen Genuß. Frau Martha Schweyer leine Schülerin von Frau Rocke⸗Heindl) hatte ſchon eingangs Richard Wagners Arie aus der Oper„Tannhäuſer⸗ zum Vor⸗ trag gebracht. Nun bot die Sängerin mit ihrem prachtvollen, wohlgebildeten Mezzoſopran, von Herrn Kurt Fiſcher fein⸗ ſinnig begleitet, weitere Koſtbarkeiten: Lieder von Schubert und eingartner, die andächtig aufhorchen ließen. Mächtig brauſte gegen Ende ein Schülergeſamtchor durch den Saal und reicher Beifall zeigte dem jungen Leiter der muſikaliſchen Aufführun⸗ gen und Dirigenten des Schülerorcheſters, Muſiklehrer Röſe J, den warmen Dank der Zuhörer. R. K. * * Afra im Palaſt⸗Kaffee. Um einem größeren Publikum Afra bekanntzumgchen, wird Afra am Freitag im Rahmen eines Elite⸗Künſtlerabendes ihre geheimnisvolle Kunſt aus⸗ üben. Wo ſie erſcheint, wird ſie mit ihrer unerklärlichen Kunſt der Gedankenübertragung ſprachloſes Erſtaunen und Verhlüffung hervorrufen. Es iſt eine Produktion, die das Publikum in ſtärkerer Spannung hält als die ſchwierigſten Künſte, geiſtige Akrobattk, über deren Weſen man ſich den Kopf zerbricht, um ſchließlich doch bei dem Verſagen jeder normalen Deutungsmöglichkeit zu landen. Vorträge Lichtbildervortrag der Geſellſchaft für Erd⸗ und Völkerkunde „Geſtern abend veranſtaltete die Geſellſchaft für Erd⸗ und Völkerkunde, Mannheim, in der Handelshochſchule einen Licht⸗ bhildervortrag, in dem Prof. Dr. Schwarzweber, Frei⸗ burg, über„Südtirol als Landſchaft und Problem“ ſprechen ſollte. Da Prof. Dr. Schwarzweber aber nicht erſchienen warx, ſprang Prof, Karl liebenswürdigerweiſe in die Breſche und referierte über„Die Beziehungen der geo⸗ graphiſchen Lage Frankreichs zu ſeiner Kul⸗ tur“. Der Redner ging zuerſt, unterſtützt von guten Bildern, auf die Beſchaffenheit der Küſten⸗, der Flach⸗ und Tiefland⸗ ſchaften, der Mittelgebirgs⸗ und Hochgebirgslandſchaften Frankreichs ein. So ſtufte ſich dann auch der Vortrag, in dem Prof. Karl den Nachweis erbrachte, wie die Eigenart der Kulturen in der Eigenart der Länder zu ſuchen ſei, wie ſich oll⸗Realſchule in ſolch Erwartung Folge ge⸗ aus Landſchaft, Klima und Lage die Beziehungen zu den Kul⸗ turerſcheinungen ableiten laſſen. Der Redner ging dann noch in intereſſante Vergleiche mit den einzelnen europäiſchen Ländern, beſonders mit Deutſchland, ein. Die franzöſiſche Kultur unterſcheidet ſich demgemäß von der ſpaniſchen und engliſchen durch Fe ien von der deutſchen durch größere Verſchiedenheit. Bei Frankreich hat auch die Gunſt der Lage zu einer Zerſplitterung der Kräfte geführt, denn von allen Ländern im europäiſchen Kulturkreis iſt Frankreich das geo⸗ graphiſch bevorzugteſte. Dieſe Vorzugsſtellung bewirkt auch, daß ſich ſeine Kultur ſtets und raſch entwickelt, weshalb auch in Frankreich die Meinung herrſcht, andere Völker bevor⸗ munden zu können. Der Referent bezeichnete Frankreich am Schluſſe ſeiner mit großem Fleiß und fachwiſſenſchaftlichen Kenntniſſen ausgeſtatteten Ausführungen als Beiſpiel einer fördernden und hemmenden Kulturgrundlage. Marktbericht Man hätte meinen können, daß bei dem heutigen ſchönen Wetter der Markt ſtark beſucht würde. Leider war dieſe An⸗ nahme falſch, denn die Konſumenten waren ſpärlicher denn je vertreten. Dagegen wurde von den Erzeugern ſehr viel Ware zugeführt. Man ſah ſchöne, wie poliert glänzende amerikaniſche Aepfel, neben denen ſich der ein⸗ heimiſche Apfel recht unſcheinbar ausnahm, obwohl er an Geſchmack und Qualität den Ueberſee⸗Apfel bedeutend über⸗ ragt. Amerikaner⸗Aepfel koſteten 60—70 Pfg. das Pfund, deutſche 20—45 Pfg. Ein reger Beſuch machte ſich an den Fleiſchverkaufsſtänden bemerkbar. Flußfiſche waren begehrt: die Verkäufer wurden heute ihrer zappelnden Ware raſcher los, als ſie's gedacht. Aehnlich war das Geſchäft in See⸗ fiſchen und Wildbret. In Gemüſe war der Umſatz da⸗ gegen ſchleppend, obwohl man prächtige einheimiſche Ware, vor allem Roſenkohl, bemerkte. Vom Ausland war Spanien mit Orangen, Italien mit Blumenkohl und Endivien und Frankreich mit Kopfſalat vertreten. Daneben gab's unter einheimiſchen Salaten viel Kreſſe, Feldſalat und Endivien. Unter den Wurzel⸗Früchten ſind Schwarzwurzeln gefragt. Auf der Geflügelbörſe konnte eine etwas lebhaftere Kauftätigkeit beobachtet werden. Geſchlachtetes Geflügel ſah man weniger. Die Zufuhr in Kartoffeln war vollauf genügend. Der Marktverkehr zog ſich heute wieder bis zum Eygl. Hoſpiz in F 4 hin. Trotzdem aber war das Geſchäft im allgemeinen flau, da die Hausfrauen fehlten. Nach den Feſtſtellungen des Städtiſchen Nachrichtenamts verſtehen ſich die Preiſe, wo nichts anderes vermerkt iſt, in Pfennig 5 das Pfund: Kartoffeln 6,3—7,5; Salatkartoffeln 12 bis 17; Wirſiing 10—15, Weißkraut 10—15; Rotkraut 10—15; Roſenkohl 18—95; Schwarzwurzeln 30—50; Blumenkohl Stück 25—60; Gelbe Rüben—12; Rote Rüben 10; Grünkohl 15; Spinat 30.—40; Zwiebeln 10—12; Knoblauch Stück—10 Lauch Stück—10;. Kopfſalat Stück 28—35; Endivienſalat Stück 35—45; Feldſalat 140—180; Kreſſe 100—120; Meerrettich Stück 20—50; Suppeugrünes Büſchel 10; Peterſilie Büſchel 10; Sellerie Stück—30; Tomaten 130—140; Aepfel 20—70; Birnen 14—45; Kaſtanjen 20; Orangen 25—35; Zitronen Stück—10; Bananen Stück 10—20; Nüſſe 65: Süßrahmbutter 200—240; Landbutter 140—180 Weibzer Käſe 50: Honig m. Glas 160—180; Eier Sück 10—20; Hechte 180; Barben 100 bis 140; Karpfen 130—160, Breſem 80—130; Kabeljau 40—50; Schellfiſche 40—70; Seeaal 40—50; Goldbarſch 45—50; See⸗ lachs 40; Seehecht 70—90; Stockfiſch 20—50; Backfiſche 40—50; Hahn: lebend Stück 150—400, geſchlachtet Stück 250- 7„ Huhn: lebend Stſick 150—400, geſchlachtet Stück 250—800, En⸗ ten: geſchlachtet Stück 550—1100; Tauben: lebend Stück 100, geſchlachtet Stſick 100—200; Gänſe: lebend Stück 600.—800, ge⸗ ſchlachtet Stück 700—1600; Rindfleiſch 110; Schweinfleiſch 120: Kalbfleiſch 130; Gefrierfleiſch 77 Feloͤhaſen: Ragout 110, Braten 160. 1 * Reichsbanknoten für Reklamezwecke. In letzter Zeit ſind wiederholt Nachahmungen von Reichsbanknoten(ſoge⸗ nannte Blüten) zu Reklamezwecken verbreitet worden. Trotz der vorhandenen Abweichungen zeigen dieſe Blüten, beſon⸗ ders wenn ſie zuſammengefaltet ſind, eine Aehnlichkeit mit den echten Noten, ſo daß es in einer Reihe von Fällen be⸗ reits Betrügern gelungen iſt, ſie zu Zahlungen zu verwenden. Es erſcheint angebracht, das Publikum, insbeſondere die ge⸗ werblichen Kreiſe, darauf hinzuweiſen, daß nach§ 360, Ziffer 6 St..B die Anfertigung und Verbreitung von Waren⸗ empfehlungskarten, Ankündigungen oder anderen Druck⸗ ſachen oder Abbildungen, die in der Form oder Verzierung dem Papiergelde ähnlich ſind, ſtrafbar iſt. Das Reichs⸗ bank⸗Direktorium warnt daher vor Anfertigung, Verbreitung und gleichzeitig auch vor Annahme derartiger Blüten. heute noch nicht. lich der Punkt Kreditüberſchreitungen. — Kommunale Chronik Zwei Millionen Differenz Am Montag war der Submiſſionstermin für die großen Erd⸗, Sprengungs⸗ und Hauerarbeiten zur Stauſtufe Hei⸗ delberg(Hirſchgaſſe) des Neckarkanals. Während das teuerſte Angebot auf 3,97 Millionen./ lautete, nennt das niederſte Angebot nur 1,89 Millionen. Der Unterſchied be⸗ trägt alſo mehr als zwei Millionen... Der Frankfurter Hauptbahnhof Zu den vor einiger Zeit in die Preſſe gelangten Infor⸗ matlonen zu den Erörterungen üher eine eventuelle Ver⸗ wenſe des Hauptbahnhofs an die Peripherie der Stadt, die verſchtedentlich Beunruhigung hervorgerufen haben, wandte ſich kürzlich eine hieſige Großbank an die Eiſenbahndirektion Frankfurt, von der jetzt folgendes Schreiben eingegangen iſt: „Die Verlegung des Frankfurter Hauptbahnhofs gelegent⸗ lich der Behandlung des in Arbeit befindlichen General⸗ bebauungsplanes iſt lediglich Gegenſtand einer akademi⸗ ſchen Erörterung geweſen. Soweit eine auf das rein Prak⸗ tiſche gerichtete Verkehrspolitik eine Beurteilung der Frage überhaupt geſtattet, darf ohne Bedenken ausgeſprochen wer⸗ den, daß innerhalb eines Zeitraumes, den die jetzige Generation heute zu überſchauen vermag, die Verlegung des Hauptperſonenbahnhofs nach einem ſo weit entfernten Punkt nicht in Frage kommen kann. Außerdem iſt gelegentlich der mit der Stadt gepflogenen mündlichen Verhandlungen der Frage kein abweichender Geſichtspunkt zutage getreten, der den intereſſierten Wirtſchaftskreiſen Anlaß zur Be⸗ unruhigung geben könnte.“ Was die Frage des Abſtellbahnhofs anbelangt, ſo 17855 wie wir erfahren, zwiſchen Stadt und Reichsbahn⸗ trektion gleichfalls Beſprechungen ſtattgeſunden. Irgend ein feſtes Projekt zu einem neuen Abſtellbahnhof beſteht darnach 8p. Kleine Mitteilungen Eine nette Suhmiſſionsblüte zeitigte das Aus⸗ ſchreiben der Grabarbeiten für die Schwemmkanaliſa⸗ tion in Ettlingen. Die eingegangenen Angebote ſchwank⸗ ten zwiſchen 103 209 Mk. als dem niederſten und 233 708 Mk. als dem höchſten Angebot, die beide von auswärtigen Firmen eingereicht wurden. Die Ettlinger Firmen hatten ein gemein⸗ ſames Angebot von 210 309 Mk. eingereicht. Der Bürgerausſchuß Villingen genehmigte in ſeiner erſten Sitzung ſämtliche Vorlagen einſtimmig, obwohl einzelne Punkte recht lebhafte Debatten hervorriefen, nament⸗ Die einzelnen Vor⸗ lagen betrafen Grundſtücksverkehr, Herſtellung verſchiedener Straßen, Lohnerhöhungen uſw. Für die Gewerbeſchule wurde u. a. eine Nachtragsforderung von 17000 Mark bewilligt. Bürgerausſchuß und Gemeinderat von St. Blaſien haben in ihren letzten Sitzungen den Umbau des von der Stadtgemeinde erworbenen Kloſtergaſthofes zu einem Ge⸗ ſellſchaftshauſe beſchloſſen. Die Koſten des Umbaues werden auf 120000 Mark angegeben. Mit den Arbeiten ſoll ſofort begonnen werben, da für den Beginn der Sommer⸗ ſaiſon die Eröffnung des Hauſes vorgeſehen iſt. Wie verlautet, hat der Stadtrat von Singen ſich nunmehr entſchloſſen, für die Schotterung der Straßen den bisher verwenbeten Baſaltſchotter vom Hohenſtoffel nicht mehr zu verwenden. Bekanntlich hatte ſich gegen den „Abbau“ des Hohenſtoffel durch die Stadt Singen ſowohl die badiſche wie auch die württembergiſche Regierung gewendet. Der Frankfurter Magiſtratswahlausſchuß beſchloß, die Stellen für vier neue beſoldete Stadträte aus⸗ zuſchreiben und zwar je einen Schulmann, einen Wirtſchaftler, einen Techniker und einen Verwaltungsjuriſten. FauLuui die durch Mund· und Rachenhöhle in den Körper eindringen, werden durch Panflavin-Pastillen in ihrem Wachstum gehemmt und unschädlich gemecht. Die Panflavin-Pastillen sind daher ein wirksemes Schutzmittel gegen Erkältung und An- steckung. Sie sind angenehm von Geschmack und greifen den Magen nicht an. Von ersfen Fach⸗ gelehrten warm empfohlen. Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Eutammensetrung: 3,56 Diemino- 10 NMethyl-Aeridiniumchloridd 0 mit Rokao und Zucker als Pacdlieumzssg) L4 4 Mörderin?! Der Roman eines Verteidigers Von Walter Bloem was hat Exzellenz denn geſagt?!“ rief der Kü⸗ raſſier. „Na, das können Sie ſich wohl denken. Na: Exzellenz war erſt außer ſich, hatte ſtrenge Unterſuchung des Falles an⸗ geordnet, es iſt herausgekommen, wer der eigentliche Atten⸗ täter geweſen iſt, und der Herr Major bekam acht Tage Stubenarreſt. Sie ſehen alſo, meine Herrſchaften machen läßt ſich ſo etwas.. und wenn man einem Garde⸗ oberleutnant ein derartiges Attentat auf ſeinen Korpskom⸗ mandeur ſuggerieren kann, warum ſoll man dann nicht einem alten, ſchon halb niedergebrochenen Geheimrat einen Selbſt⸗ mord ſuggerieren können—?“ In dieſem Augenblick verſtummte all das Geziſchel u. Ge⸗ tuſchel, all das Gekicher und Geſchnarre— denn die ſtattliche und geſchmeidige Geſtalt des Rechtsanwalts Herold hatte den Sgaal betreten. Gravitätiſch flutete die ſchwarze Robe von ſeinen Schultern hernieder. Nachläſſig hatte er das Barett auf die blonden Haare geſtülpt. Ueber der weißen Batiſt⸗ binde, dem hohen Kragen ſtand ſein offenes Geſicht ſeltſam fahl, ſeine Augen waren von tiefen Schatten unterzeichnet, ner⸗ vös zuckten Stirn und Mund, während er am Verteidigertiſch Platz nahm, ſeine Akten ausbreitete, ſich niederließ u. ſtumpf, ohne auch nur einen Blick in der Runde zu werfen, mit ha⸗ 54) fſtigen Fingern in ſeinen Akten blätterte. In raſendem Fluge waren die letzten vierzehn Tage an Guſtav Herolds Seele vorübergegangen. Von jener ſchick⸗ ſalsvollen Stunde, da er aus dem Munde Suſannes ihr Schuldbekenntnis vernommen hatte, bis zu dieſem Augenblick, der ihn als ihren Verteidiger vor den Schranken des Schwur⸗ gerichts ſah, war nichts geweſen als ein wüſtes, ſinnloſes von ſchlummerloſen Nächten und ruheloſen agen. Sein erſter Impuls war der geweſen, ſie zu einem offenen Bekenntnis ihrer Schuld zu zwingen. Zwei Stunden hatte er mit ihr um dieſe erlöſende Tat gerungen... aber mit ſtarrem Trotz hatte Suſanne ſich widerſetzt. Und ſchließ⸗ lich hatte Guſtav Herold das begreifen müſſen..ſie kämpfte um ihr Leben.. ſie kämpfte um den Preis ihrer Tat Sie zog nur die Konſequenzen eines Entſchluſſes, der längſt hinter ihr lag... Und je fremder und grauenvoller ſeiner eigenen Seele dieſe ſtarre Härte des Wollens und Beßarrens lag— je tiefer imponierte ſie ihm doch auch, zwang ihn in ihren Bann.. Gewiß, ſie war eine Verbrecherin, eine Mörderin „„ aber ſie war wenigſtens ein Menſch aus einem Guß. * — Er aber—2! in Selbſtverachtung krümmte ſich ſeine Seele. Er, doͤer Mann der Ordnung, der Korrektheit, des Rechts— er hätte im Augenblick des Geſtändniſſes rückſichts⸗ los jede Gemeinſchaft mit jenem Menſthen ablehnen müſſen — dieſem Menſchen, der einer ganz andern Sphäre der Menſchlichkeit angehörte. Aber er hatte es nicht getan nicht tun können. Für dieſe Unfähigkeit zum rettenden Entſchluß hatte er ſich im Laufe der vergangenen Woche eine ganze Menge von Motiven zurechtgelegt, deren er ſich nicht ſchämen zu müſſen glaubte. Soviel war ja von vornherein klar geweſen: vom Standpunkt aus betrachtet, lag Suſannes Fall erartig zu ihren Gunſten, daß eine Verurteilung faſt völlig außerhalb des Bereichs der Wahrſcheinlichkeit lag.. Wenn aber nun er, ihr Verteidiger, ihr Vertrauter, ihr langjähriger Freund— von dem noch dazu ein großer Kreis geſellſchaft⸗ lich verbundener Menſchen genau wußte, daß ſeine Bezie⸗ hungen zu der ſchönen Frau denn doch ein wenig über den Rahmen bloßer Freundſchaft hinausgegangen waren— wenn er im letzten Augenblick vor der Hauptverhandlung von der Verteidigung zurücktrat, ſo bedeutete das unter allen Um⸗ ſtänden eine ungeheure Verſchlimmerung der Lage ſeiner Klientin. Selbſt wenn er durch eine Krankheit, durch eine Reiſe dieſen Entſchluß zu verdecken verſucht hätte— die Oeffentlichkeit wäre zweifellos ſtutzig geworden, der ſehr fleißige und tüchtige Dezernent der Staatsanwaltſchaft würde zweifellos dieſe Tatſache zum Ausgangspunkt einer weiteren intenſiven Betätigung genommen haben. Das war die berufliche Seite des Konflikts: das Geſtänd⸗ nis, das Suſanne ihm abgelegt, hatte ſie ihm in ſeiner Eigen⸗ ſchaft als ihrem Verteidiger erſtattet... Er war verpflichtet, dieſes Geſtändnis geheimzuhalten... Und würde ſein Rück⸗ tritt nicht indirekt als die Anerkennung anzuſehen ſein, daß er an der Unſchuld ſeiner Klientin irregeworden ſei—21 Würde die Vermutung nicht naheliegend ſein, er habe ein Geſtändnis erhalten, ohne daß er doch ſeine Klientin hätte können, dieſes Geſtändnis auch vor Gericht abzu⸗ egen— Gewiß wäre es pflichtwidrig von ihm geweſen, wenn er in Zukunft noch ſich vor Gericht den Anſchein gegeben hätte, als ſei er von der Unſchuld ſeiner Klientin überzeugt... Auf der andern Seite hinderte ißn nichts, das übernommene Man⸗ dat ſeiner Berufsvyflicht entſyrechend durchzuführen, wenn er ſich lediglich als den Rechtsbeiſtand der Angeklagten auffaßte. wenn er ſich bewußt blieb, daß er als Anwalt nur ein die⸗ nendes Glied in der geſamten Organiſatjon der ſtaatlichen Rechtspflege darſtellte... Daß er nicht Richter war, ſondern Vertreter des einſeitigen Intereſſes der angeklagten Partei. Das Geſetz gewährleiſtete dem Angeklagten das Recht, nur dann verurteilt zu werden, wenn er nicht nur ſchuldig, * ſondern ſeiner Schuld überführt ſein würde. Der Anwalt durfte der Angeklagten beiſtehen, obwohl er von ihrer Schuld un⸗ terrichtet war— als Wahrer ihres Anſpruchs auf juriſtiſch korrekten Ablauf des Prozeßverfahrens. Wie häufig befand ſich der Rechtsanwalt in der Lage, für Intereſſen eintreten zu müſſen, von deren juriſtiſcher Un⸗ haltbarkeit er überzeugt war! Wie oft mußte ein Verteidiger einem Angeklagten ſeinen Beiſtand leihen, von dem er inner⸗ lich die abſolute Gewißheit hatte, daß er ſchuldig ſei! Hier lag der Fall nur inſofern etwas anders, als er nicht nur übrzeugt war— er wußte aus dem eigenen Mund der Angeklagten, daß ſie ſchuldig ſei. Aber zugleich hatte dieſer Mund ihm verwehrt, von ſeinem Wiſſen Gebrauch zu machen. .. Ihr Geſtändnis durfte alſo nicht für ihn exiſtieren, und es konnte ſich nur um die Frage handeln, ob er ihre Vertei⸗ digung überhaupt noch weiter führen dürfe. Guſtap Herold war viel zu ehrlich gegen ſich ſelber und viel zu folgerichtig in ſeinem Denken, als daß er ſich nicht da⸗ rüber klar geworden wäre, was ſeine Pflicht als Anwalt ihm gebot. Das konnte nur dies eine ſein: der ſofortige Rück⸗ tritt von der Verteidigung. Das hätte er tun müſſen, ganz unbekümmert um die Folgen, die das für ſeine Klientin haben würde... Mochte die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen. In Stunden des Nachſinnens war Guſtav Herold immer und immer wieder zu dem Entſchluß gekommen, Suſanne ihrem Schickſal zu überlaſſen. Aber— er war eben nicht bloß Suſannes Verteidiger er war ihr Freund, ihr Vertrauter Mehr noch.. mehr noch.. er war der Menſch, um den Suſanne zur Mörderin geworden war mehr noch er war ihr.. Mitſchuldiger. In den ſchlafloſen Nächten, in denen er grauſam mit ſich ſelber ins Gericht ging, war es ihm zu völlig klarer Erkennt⸗ nis gediehen: als er jenen erſten verhängnisvollen Schritt getan und einen Teil von Suſannes Korreſpondenz dem Zu⸗ griff der Behörden entzogen hatte— da hatte er das nicht nur getan aus dem Bedürfuls heraus, dieſen Teil von Suſannes Weſen in aller Ruhe ſeiner Studierſtube daheim einer ge⸗ wiſſenhaften Prüfung zu unterziehen— nein, in jener in⸗ ſtinktiven Ahnung von Suſannes Schuld, die ihn— ſo glaubte er ſich nun zu erinnern— nicht einen Augenblick verlaſſen hatte ſeit ſeem Moment, wo er von Artur Mengershauſens Tode erfahren hatte... Schon in dieſem erſten Augenblick, er war jetzt überzeugt, war ihm bligartig die Erkenntnis auf⸗ gedämmert, daß dieſer Tod kein zufälliger ſein könne.. Daß ein geheimnisvoller Zuſammenhang beſtehen müſſe zwiſchen dem tragiſchen Ende ſeines Lebensretters und den Be⸗ ziehungen, den unerlaubten, den gefährlichſten, die ihn ſelber mit der Frau dieſes Mannes ſchon ſeit Monaten verbanden. [Fortſetzung folgt.) 5 — nee eee rrrrrrrrrereeneee Donnerstag, den 3. Februar 1927 Neue Maunheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) B. Seite. Nr. 80 Aus dem Lande Die Brände auf dem Hotzenwald „Waldshut, 3. Febr. Da es in Alteuſchwand auf dem Fosenwald im Verlauf von 16 Monaten viermal e at, wobei ſechs Häuſer dem Feuer zum Opfer fielen, ſo verſtärkt ſich der Verdacht der Brandſtiftung immer mehr. Wie bereits gemeldet, iſt vor kurzem der Bürgermeiſt „iſ germeiſter von Alten⸗ ſchwand unter dem Verdacht der Brandſtiftung verhaftet orden, die Unterſuchung hat aber keinerlet Schuld bis jetzt zu Tage geſördert. Die Gebäudeverſicherungs⸗Anſtalt Karls⸗ 15 hat jetzt Belohnungen von 400 bis 1000 Rche. für den, der Dürch ne itteilung eine Ueberführung der Brandſti ermöglicht. 9 führung Brandſtifter N* 5* Mingolsheim, 30. Jan. Unter zahlreicher Beteiligung der fand im Gaſthaus zum Engel eine Verſammlung ſtakt, die al mit der Gründung eines Verkehrsvereins für züngolsheim beſchäftigte. Neben einem Vertrag mit dem ad. Landesverſicherungsamt wurde jetzt auch ein Abkommen zwiſchen dem Schwefelbad und dem pfälz. Landesverſicherungs⸗ kant getroffen, nach dem auch die Kranken dieſes Verbandes m Schwefelbad Mingolsheim Heilung und Aufnahme finden. * Konſtanz, 2. FJebr. Geh. Regierungsrat Dr. Heinrich elzer wurde am Sonntag abend von einem Herzleiden erlöſt. Kaum drei Jahre hat Geheimrat Belzer ſeinen wohl⸗ 10rdienten Ruheſtand genießen können, in den er am 1. April 1924 verſetzt wurde. Seit Auguſt 1911, zu welchem Zeitpunkt er von Lörrach nach Konſtanz als Amtsvorſtand verſetzt hat er mit viel Umſicht und Geſchick die Verwaltung es Amtsbezirks Konſtanz innegehabt. Und in dieſer Zeit⸗ ſpanne hat es Geheimrat Belzer wie kaum ein Zweiter ver⸗ ſtanden, ſich das Vertrauen aller Volkskreiſe in Land und Stadt zu erwerben. Schwierige und anſtrengende Arbeit und Tätigkeit brachten ihm insbeſondere die Jahre 1916/17, als er neben ſeinem verantwortungsvollen Poſten auch die Ver⸗ tretung des Landeskommiſſärs innehatte. Auch als Leiter der Austauſchſtatſon für die Zivilinternierten in Singen wur⸗ den ſeine Kräfte über Gebühr beanſprucht. Bei jedem Emp⸗ ſang der Austauſchkrieger war er auf dem Bahnhof, um ſie als Vertreter der Regierung auf deutſchem Boden zu be⸗ Nüßen; bei den Feiern für die Heimgekehrten fehlte er nie. Stets hatte er für die Schwerverwundeten aufmunternde orte, Dank und Anerkennung. Die Eingemeindung von Allmannsdorf nach Konſtanz fiel in ſeine Amtsperiode. Für die Preſſe, die ſiebente Großmacht, wie er ſich auszudrücken pflegte, hatte er ſtets viel übrig. Er wußte, daß die Tätigkeit eines Verwaltungsbeamten immer mit den Zeitungen und ihren Vertretern in engſter Fühlungnahme zuſammenarbeiten müſſe. Er unterrichtete ſie ſtets auf das bereitwilligſte über alle Fragen, die für die Oeffentlichkeit von Intereſſe waren, N0 ſie bei allen Sitzungen und Beratungen bei, wenn es von Gerichtszeitung Zweifaches Todesurteil im Mordprozeß Hermann Staatsanwaltſchaftsrat Wiſſer hält in ſeiner Anklagerede den Fall Hermann bezüglich ſeines Beweggrundes für den unverſtänndlichſten der Schwurgerichtsperiode. Hermann habe ſich unter einer Maske dem ehrbaren Mädchen genähert, dem es ſern lag, auf ein Abenteuer auszugehen. Nach dreiſtündiger Beratung verurteilte das Gericht den Kaufmann Willi Hermann wegen Mordes in zwei Fäl⸗ len zwei Mal zum Tode, wegen Mordverſuchs zu s Jahren Zuchthaus, wegen Totſchlagsverſuchs, be⸗ gangen bei einer ſtrafbaren Handlung, um ſich der Feſtnahme zu entziehen, zu drei Jahren Zuchthaus. Die beiden Zuchthausſtrafen werden zu einer 10jährigen Strafe zuſammengezogen; ferner erkannte das Gericht auf dauernden Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte und Einziehung der Waffen und der Munition. „Dort habe ick mir amüſiert“ Eine eigengrtige Perſönlichkeit ſtand vor dem Schöffen⸗ gericht Berlin Mitte: der frühere Kellner, ſpätere Lagerarbei⸗ ter und Bote Adolf Köchelmann, der unter der Anklage ſteht, 28000 Mark unterſchlagen zu haben. K. war als Arbeiter, ge⸗ legentlich aber auch als Bote bei einer Braueret beſchäftigt, wo er trotz einiger Vorſtrafen Stellung bekommen hatte. Eines Tages wurden ihm 28 000 Mk. und einige Verrechnungsſchecks anpertraut mit dem Auftrage, alles zu einer Bank zu bringen. as war im vorigen Sommer an einem ſehr heißen Tage ge⸗ weſen, erklärte Köchelmann, er habe ſich ſehr abgeſpannt ge⸗ fühlt und deshalb von der Summe einige Mark genommen, um ſich zu erfriſchen. Dann ſei plötzlich der Plan in ihm ge⸗ reift, einige Monate hindurch den Kröſus zu ſpielen und eine Uuslandsreiſe zu machen. Er beförderte ſich ſelbſt flugs zum Prokuriſten und begab ſich mit„Damen“ auf die Reiſe, während ſeine ahnungsloſe Frau zu Hauſe ſaß. Zuerſt ſtaffierte er ſich„ſtandesgemäß“ aus und ging dann auf den Kurfürſtendamm.„Dorthabeickmir amüſiert“, ſagte er vor Gericht. Er verbuchte gewiſſenhaft ſeine„Reiſeſpeſen“. In dieſer Aufſtellung heißt es kurz und bündig:„Kurfürſten⸗ damm: Koſtenpunkt 2400 Mark“. Dann begab er ſich in einem Luxuszug nach Frankfurt a. M.„Ich wollte doch nach dem Süden“. Er beſichtigte Heidelberg und notierte:„Schloß angeſehen mit Damen 700“. Ein weiterer Vermerk lautet: „Freiburg, Touriſtenanzug, Damen 1500 Mk.— Bazar, Damen, Bar, Fahrt zum Bundesbahnhof 4000 Mark.“ „Herr, Sie können doch nicht auf der Fahrt zum Bundesbahn⸗ hof 4000 Mark ausgegeben haben“, ſagte der Richter. Aber er hat ſie ausgegeben. Seine Deviſe war eben:„Warum ſollte ich nicht auch mal ein Kröſus ſein.“ In Venedig kaufte er ſich eine Privatgondel, in der er einige Tage über den Kanal Grande fuhr, nachdem er ſich in Padua eine raſſige Italienerin als neue Reiſebegleiterin erhoren hatte. Ganz zuletzt tauchte er noch in einigen deutſchen Oſtſeebädern auf. Soweit es irgend möglich war, benutzte der„Kröſus“ nur Luxuszüge. Die letzte Reiſe machte er allerdings von Stettin aus in einem Perſonen⸗ zug mit einer Fahrkarte vierter Klaſſe. Als er in Berlin an⸗ kam, hatte er noch 60 Mark, von denen er 50 Mark für ein Galgenfrühſtück verwandte. Dann nahm er ein Auto und fuhr zum Polizeipräſidium, wo er reumütig geſtand. Gegenüber dem Antrage des Staatsanwalts, der auf vier Jahre Gefäng⸗ nis lautet, bat der Verteidiger, mit dem ſtark pſychopathiſch veranlagten Angeklagten nicht allzu ſtreng ins Gericht zu gehen. Es müſſe als ein großer Leichtſinn der Brauerei bezeichnet werden, daß ſie einem ſolchen Menſchen einen ſo hohen Betrag anvertraut habe. Das Gericht würdigte dieſe Ausführungen und verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. 9% Ein Weinfälſchungsprozeß. Vor dem Schöffengericht Landau hafte ſich der Weinhändler Michael Seitz aus Neu⸗ ſtadt unter der Anklage zu verantworten, fortgeſetzt in Neu⸗ ſtadt im Jahre 1926 Wein nachgemacht und 0 ten Wein in den Verkehr gebracht zu haben. Wegen Beihilfe ſtanden der Faßhändler Hermann aus Landau, der Wein⸗ kommiſſionär Merkel aus Neuſtadt, der Brennereibeſitzer Pfaffmann und der Fuhr berksbeſitzer Lergenmüller au⸗ dau vor Gericht. Das Gericht verurteilte Seitz wegen es hieſigen Handwerks, der Induſtrie und Gewerbetreiben⸗ bisherige Unterſtützung zu gewähren. An ſich, ſollte ich glauben, Dr. Slreſemann iber den Syort Ein Brief des Außenminiſters an den Reichsausſchuß An Exzellenz Staatsſekretär a. D. Dr. Lewald, den Vor⸗ ſitzenden vom Deutſchen Reichsausſchuß für Leibesübungen richtete Außenminiſter Dr. Streſemann folgenden Brief: »Sehr verehrter Herr Staatsſekretär! In Ihrem freundlichen Schreiben vom 28. Dezember ſor⸗ dern Sie mich auf, für die Neujahrsnummer Ihrer„Blätter für Volksgeſundheit und Volkskraft“ einen Beitrag zu liefern, der gewiſſermaßen einen Kommentar darſtelle zu den Aus⸗ führungen, die ich in Köln anläßlich des Parteitages der Deutſchen Volkspartei gemacht habe und die, wie Sie ſchreiben, vielfach mißverſtanden worden ſind und da⸗ Freunde der Sportbewegung davon abgehalten haben, ihr die bedürften meine Worte überhaupt nicht eines beſonderen Kom⸗ mentars. Wie ſie aber mißverſtanden werden können, erſehe ich u. a. aus der„Monatlichen Rundſchau“ des Schwimmver⸗ eins München, die mir kürzlich zugeſandt wurde, und in der etwa zum Ausdruck kommt, daß ich den Sportgegnern die Parole für einen Kampf gegen körperliche Ertüchtigung oder Sport gegeben hätte. Darf iſt demgegenüber bitten, zunächſt einmal von dem Wortlaut meiner Ausführungen ſelber Kenntnis zu nehmen. Nach dem Stenogramm meiner Kölner Rede habe ich ſolgen⸗ des erklärt: „Mir ſcheint es notwendig, auch wieber auf die Gefahr hin, weiten Maſſen zu mißfallen, einmal ein Wort davon zu ſagen, daß das Geiſtige gegenüber dem Körperlichen nicht weiter ſo zurücktreten darf, wie es jetzt der Fall iſt. jeder lörperlichen Ertüchtigung. Aber wie es bereits auf dem Katholikentag geſagt wurde, kann nicht die Ariſtokratie des Geiſtes durch die Ariſtokratie des Bizeps erſetzt werden. Das gemeinſchaftliche geſundheitliche Vorwärtskommen iſt das, was wir wollen, aber nicht Ver⸗ fiberung der Menſchen und das Aufgehen darin, als wenn dteſe Dinge das Lebensziel der Nation geworden wären. Was wir heute ſehen, ſcheint eine Groteste zu ſein auf den Gedanken des Volkes der Dichter und der Denker, ſo daß ich davor warne, in dieſer Form der Maſſenſuggeſtion unſere eigene geiſtige Be⸗ deutung herabzudrücken.“ Ich glaube, daß jeder, der die letzte Entwicklung der ſport⸗ lichen Verhältniſſe bei uns verfolgt hat, daraus klar erſehen wird, wie weit ich mit der ſportlichen Vewegung mitgehe und wo meine Kritik einſetzt. Ich halte Ihre Beſtrebungen ſpe⸗ ziell im Reichsausſchuß für Leibesübungen für außerordentlich verdienſtvoll, und Sie werden bei mir, an welcher Stelle ich auch immer ſtehe, ſtets die tatkräftige Unterſtützung ſinden. Ich habe ſelbſt ſo oft für Sportvereine Preiſe geſtiftet und mich an dieſen Veranſtaltungen, ſoweit es meine karg bemeſſene Zeit geſtattet, beteiligt, daß ich glaube, davor geſchützt zu ſetu, den Sportgegnern Material liefern zu wollen. Alles, was da⸗ zu belträgt, uns von der Erziehung zu befreien, unter der ich ſelbſt als junger Menſch gelitten habe und die an Stelle von Wanderungen, Sport und Liebe zur Natur die reine Stu⸗ benerziehung ſetzt— alles, was ich dazu tun kann, um uns von dieſer Einſeitigkeit und Engherzigkeit zu befreien, werde ich jederzeit tun. Ich glaube deshalb, mit gutem Gewiſſen ſagen zu können, daß ich nicht nur ein Freund jeder ſportlichen Betätigung, ſon⸗ dern auch einer Betätignug in ſportlichen Vereinen bin, und daß ich dem deutſchen Sport für die Vorbereitungen der nächſten Olympiade von Herzen guten Erfolg wünſche. die vollkommene unrichtiger Bezeichnung von Wein zu einer Geldſtrafe von 1000 Nid 58 eines Vergehens des Nachmachens von Wein und Inverkehrbringens non nachgemachtem Wein zu einer Gefängnisſtrafe von drei Monaten und 2000 Mark Geld⸗ ſtrafe, Hermann wegen eines Vergehens des Verkaufs von verbotenen Stoffen zur ſtrafe von 3 Wochen und einer Geldſtrafe von 400 RM. Merkel wurde freigeſprochen. Die anderen erhielten Geldſtrafen von 200 bezw. 300 Mark. 7569 Liter Wein werden eingezogen. 4 Ein Bilberverſicherungsbetrug. Der Holzhändler Gmei⸗ ner von Regensburg hatte ſich vor dem Schöffengericht wegen eines Bilderverſicherungsbetruges zu verantworten. Er hat am 1. März 1926 einige faſt wertloſe Bilder loſe verpackt an einen Tiſch in ſeinem Zimmer nahe am Ofen gelehnt. Wäh⸗ rend ſeiner mehrſtündigen Abweſenheit fingen die Bilder Feuer und verbrannten faſt bis auf den Rahmen. Gmeiner hatte die Bilder kurz vorher unter der Angabe, es handle ſich um einen echten Rubens und einen Franz Hals, um 22000 Reichsmark verſichern laſſen. Der Sachverſtändige bezeichnete es als vollkommen ausgeſchloſſen, daß ſich Gmeiner jemals im Beſitz der beiden holländiſchen Meiſter befunden habe. Das von ihm bezeichnete Rubensſche Bild befinde ſich in einem Berliner Muſeum, das Gemälde von Franz Hals wäre min⸗ deſtens 85000 RM. wert geweſen und die ganze Welt wäre auf die Beine gebracht worden, wenn es plötzlich vermißt wor⸗ den wäre. Das Gexicht war der Ueberzeugung, daß die An⸗ gaben Gmeiners ein glatter Schwindel ſeien und ver⸗ Urteilte ihn zu 2 Jahren n 1008 5 fünf Jahren Ehr⸗ verluſt und zu einer Geldſtraſe von 100)0 RM. Ein Mitange⸗ klagter, der beim Ausbruch des Feuers in der an das Zimmer anſtoßenden Küche ſaß, wurde mangels genügender Beweiſe für die Mittäter⸗ oder Mitwiſſerſchaft freigeſprochen. Neues aus aller Welt — Ein wackeres Mädchen. Die Entſchloſſenheit eines jungen Mädchens wurde einem Taſchendieb in Berlin zum Verhängnis. Das Mädchen wartete an der Ecke der Bad⸗ ſtraße und der Prinzenallee auf einen Straßenbahnwagen. Als ſie einſtieg, gab es das übliche Gedränge. Da rief jemand unmittelbar hinter ihr:„Na, nun ſteigen Sie doch endlich ein!“ Sie merkte zugleich, daß ihre Handtaſche zuſchnappte, während ſie nicht wahrgenommen N daß geöffnet worden war. Sie ſah nach und ſtellte ſeſt, daß ihr Portemonnaie mit 15 Mark verſchwunden war. Nun hatte ſie ſich den Mann, der ſo drängte, im Umwenden genau angeſehen und erblickte ihn noch wieder, als er hinten um den Wagen herum nach einem Autobus lief, der im Begriff ſtand, abzufahren. Raſch entſchloſſen eilte ſie dem Diebe, der ſchon aufgeſprungen war, nach und veranlaßte den Schaffner durch Zurufe, den Wagen noch einmal anzuhalten. Sie holte den Dieb von der Platt⸗ form herunter und brachte ihn unter dem Beifall des Pub⸗ likums nach der Wache in der Chriſtianaſtraße. Der Ertappte verſuchte wiederholt, ſich unterwegs loszureißen, die Be⸗ ſtohlene hielt ihn aber feſt, jedesmal von Leuten aus der Menge unterſtützt. Der„fingerfertige“ Mann wurde als ein 28 Jahre alter Richard Albe feſtgeſtellt. Er beſtritt den Diebſtahl, hatte aber das geſtohlene Geld noch in der Taſche. Das geleerte Portemonnaie hatte er weggeworfen. — Die Diebin in der Rattenfalle. Auf ungewöhnliche Weiſe wurde eine in Hörde wohnende Frau des Diebſtahls überführt. Einer Mitbewohnerin des Hauſes wurden täglich Kartoffel⸗ mengen aus dem Keller geſtohlen. Nachdem ſie ſich längere Zeit vergeblich auf die Lauer gelegt hatte, kam ſie auf den Ein⸗ fall, eine Rattenfalle in dem Kartoffelkeller aufzuſtellen. Am Tage darauf hallte ein markerſchütternder Schrei durch das Haus, der die Hausbewohner in den Keller rief, wo ſich ein Wir ſind Freunde Weinbereitung zu einer Gefängnis⸗ Wogegen ich mich aber wende und wo meine Kritik anfängt, iſt die Art und Weiſe, wie alles, was zum Sport gehört, jetzt in die Oeffentlichkeit gezerrt wird, daß weiter an Stelle eines körperlichen Trainings, das den Körper wäh⸗ rend des ganzen Lebens geſund erhält, die Hervorhebung der einzelnen Rekordleiſtungen trikt, und wie dadurch ſchließlich die Selbſtverſtändlichkeit des Sportes, ich möchte ſagen, die Natürlichkeit der ſportlichen Bewegung immer mehr dadurch zurückgedrängt wird, daß alles Geſchehene in das qtam⸗ penlicht der Oeffentlichkeit kommt und der Uebergang geſchaf⸗ ſen wird von der ſportlichen Ausbildung neben dem Berufs⸗ leben zu jenem Berufsſportſyſtem, dem ich ſehr wenig Ge⸗ ſchmack abgewinnen kann, und letzten Endes zu jener in der Oeffentlichket bemerkbaren Ueberſchätzung ſeder Ein⸗ zelleiſtung, die zu einem Zurückdrängen des Geiſtigen in der öffentlichen Bewertung führt, das nicht im Sinne einer geſunden Sportentwicklung liegen kann. Ich glaube, daß ich es mir verſagen kann, für dieſe einzel⸗ nen Darlegungen viele Beweiſe bringen zu müſſen. Ich bitte Sie, eine Montagszeitung aufzuſchlagen und einmal zu ſehen, wie ſeitenlang über jede Veranſtaltung berichtet wird, die für einen hochſtehenden 1 1799 Vortrag wahrſcheinlich nicht den kleinſten Teil ihres Blattes zur Verfügung ſtellen würde. Ich bitte weiter, hinweiſen zu dürfen auf das, was von der „Deutſchen Turnerſchaft“ in Jahren und Jahrzehnten ümſtillenohnegroßes Tamtam an Erziehungsarbeit im deutſchen Volke geleiſtet worden iſt. Auch ſie trat mit Recht in ihren Turnfeſten vor das ganze deutſche Volk, auch ſie hatte ihre Kernriege, die ſie auch in fremde Länder ſandte, abee das alles ging natürlich und ſelbſtverſtändlich vor ſich, und es wurde nicht jede Veranſtaltung zu einem Ereignis geſtempelt. Die beſten Leiſtungen wurden unbewußt dargeboten und nicht mit dem Bewußtſein, vor der Kritik des Sportredakteurs rich⸗ tig zu beſtehen. Was die Rekordleiſtungen anbelangt, ſo ver⸗ ſtehe ich ihre Bedeutung im Sport, aber ich möchte die Frage aufwerfen, ob nicht das Drängen nach dem Rekord an ſich da⸗ zu führt, daß der einzelne Menſch ſich überanſtrengt, um wäh⸗ rend der Jugendzeit einmal einen Rekord zu erzielen und dann vielleicht für die weitere Entwicklung ſeines Lebens nicht mehr auf der Höhe bleibt. Meine ſtärkſte Abneigung aber geht dagegen, in welcher Weife beiſpielsweiſe einzelne profeſſionale Boxer und Radfah⸗ rer gewiſſermaßen zu Nationalhelden geſtempelt werden. Ich betrachte Veranſtaltungen, wie ſie das Sechstage⸗ rennen ſind, als etwas, was mit Sport ſehr wenig zu tun hat. Ich vermag nicht zu verſtehen, warum auf der erſten Seite ernſter Zeitungen Entſcheidungen über den Boxkampf ſtehen, und warum dieſe Dinge in einer Weiſe behandelt werden, als wenn es ſich um große nationale Angelegenheiten handelte. In einem Gymnaſium ſtand über der Turnhalle das Wort: „Mens ſana in corpore ſano“. Das iſt das Ziel, dem, wie ich glaube, auch der Reichsausſchuß für Leibesübungen zuſtrebt. Je mehr die ſportliche Bewegung ſich ſelber gegen die Aus⸗ wüchſe wendet, die ich bekämpfe, um ſo mehr wird ſie die Zahl derer vermehren, die den durchaus geſunden Kern der deut⸗ ſchen Sportentwicklung begrüßen und fördern. Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichſten Hochachtung bin ich Ihr Ihnen ſehr ergebener gez. Streſemann. ſonderbarer Anblick bot. Eine Frau, die ihre Hand durch die Lattenwände des fremden Kellers geſteckt hatte, war in die Rattenfalle geraten. Die Dlebin, die ſchon längere Zeit die Kartoffelvorräte hatte verringern helfen, war ſomit ertappt und konnte zur Anzeige gebracht werden. — Ein Mord in 450 Meter Tieſe. Am Sonntag exeignete ſich nach einer Meldung des Berliner Tageblatts aus Katto⸗ witz im Richthofenſchacht in Gieſchewald bei Kattowitz ein geheimnisvolles Verbrechen. Mittags gegen ein Uhr be⸗ merkte ein Streckenwärter in der Tiefe von etwa 400 Meter unter Tage zwei unbekannte masklerte Männer, die auf bisher nicht erklärte Weiſe in das Bergwerk eingedrungen waren. Als ſie ſich ausweiſen ſollten, zogen ſie ihre Revolver und ſperrten unter Drohungen ſechs Bergleute in zwei Kam⸗ mern ein. Ein Oberwächter wurde bei der Verfolgung von den Räubern auf einer Sohle in 450 Meter Tiefe er⸗ ſchoſſen. Die Täter konnten bisher noch nicht feſtgenommen werden, doch ſind die Zugänge zum Schacht polizellich geſperrt⸗ ſo daß die Verbrecher kaum entkommen dürften. Ob ein Dy⸗ namitanſchlag oder ein anderes Verbrechen geplant war, konnte bis zum Augenblick noch nicht feſtgeſtellt werden. „Tem See⸗ S 8 82 Wind 12 2 3 druck bpera⸗ 75 S 22 höbe 388 55 Wetter E n e l 881 Kicht. Stärte 83 83 Werchenm feſchſſ Febect Königſtuhl] 625 772,6—2 5—2] NW lleicht heiter 93 Karlsruhe 127 778,24 0 11 1 ſtill 15 0,5 Bad.⸗Bad. 218774,4—-1 11ff2 N0O„ wolkig 0,5 Villingen 780 775,8—7 2—-7 NWJ„ bedeckt Feldbg. Hof 1497 640,6 6—1—8 N„ wolkenl.“ 2 Seleten—— „Blaſten—— 3 3 23 till be Höchenſchw.!————— 2— 2 Nach einem wechſelnd wolkigen Tage erfolgte geſtern in den ſpäten Abendſtunden der Vorüberzug des Fallwirbels in Verbindung mit ziemlich ergiebigen Niederſchlägen und auf⸗ friſchenden Winden. Anſchließend hieran erfolgte Aufheite⸗ rung und raſcher Druckanſtieg, der noch anhält. Die Tempe⸗ raturen ſind Über Nacht ſtark zurückgegangen und lagen in⸗ folge Strahlungsfröſten in den heutigen Morgenſtunden auch in der Ebene vielfach unter Null. Der Tiefdruckausläufer befindet ſich auch über den Oſtſeeländern und iſt faſt aufge⸗ füllt. Bei Island liegt das erſte Glied der neuen Zyklone⸗ familie, das ſeine Warmluftmaſſen bereits über faſt ganz England bis weit zum Nordmeer hinauf ausgebreitet hat. Ueber dem Feſtland liegt hoher Druck mit einzelnen Auf⸗ heiterungsgebieten. Daher iſt bei uns für einige Zeit mit A 155 75 ſüdogt 57 5 9—— Witterung bet acher, vorläufig öſtlicher Luftbewegung und leichterer Art Strahlungsfröſte auch in der Ebene zu rechnen. 3 Witterungsausſichten für Freitag, 4. Febrnar: Zeitweiſe heiter, ſchwache Luftbewegung, lei lungsfröſte, auch in der Ebene. eeee Irend der Sesciaftsmanmm rufüt. arHeIen seine Anseigen 3 N carnegie. ee Direktion: Ferdinand Heyme. Cheſredatteux: Kurt Fiſcher— Verantwortl. Redalteute: Für Politit: Hans Alſted Meißnen Jeullleton: Dr. S. Kayſer— Kommünal⸗Politik und Lokales: Ri— Vport und Neues aus allet Welt: Willy Müller Sen——— Gericht und alles Uebrige: Fram Kircher— Anzeigen: Dr. W. C. S genpfandbriefen(minus 5 Mill. Ztr.). + . Seite. Nr. 58 dirtiehatts · und Sand els eitunng 8 3 1 0 Neue Mannheimer Zeitung Ausgabe) Donnerstag, den 3. Februar 1927 100prozentige Steigerung des Goldpfandbrief⸗ 8 umlaufes im Jahre 1926 Im abgelaufenen Jahre zeigt der Abſatz in Golopfand⸗ briefen eine ununterbrochene Steigerung. Nach den Veröffent⸗ lichungen der Central⸗Landſchaftsdirektion für die preußiſchen Staaten betrug im Laufe des Jahres 1926 der Zuwachs an Goldpfandbriefen 236 Millionen, d. i. eine Zunahme von na⸗ hezu 100 Prozent. Der Geſamtumlauf an Pfandbriefen hatte Ende 1926 einen Umfang von 1 Milliarde Mark. Die Stei⸗ gerung entfällt in der Hauptſache auf die 8proz. Pfandbriefe während der 10proz. Typ im zweiten, dritten und vierten Quartal leichte Rückgänge aufweiſt. Die ſtärkſte Zunahme des Umlaufes iſt bei der Oſtpreußiſchen Landſchaft zu ver⸗ zeichnen. Die Umlaufziffern an Roggenpfandbrieſen, die zum größten Teil kurz nach der Inflation ausgegeben wurden, zeigen eine nicht unbeträchtliche Verminderung, weil hier die Hypothekennehmer beſtrebt ſind, dieſe ſich nicht als wertbe⸗ ſtändig erweiſenden Roggenhypotheken abzulöſen. Im ganzen hat der Roggenpfandbriefumlauf von 17,8 Mill. Ztr. am 31. Dezember 1925 auf 12,1 Mill. Ztr. am 31. Dezember 1926 ab⸗ genommen; am ſtärkſten iſt der Rückgang bei den öproz. Rog⸗ 11 brief Ziffernmäßig am größten iſt die Umlaufsminderung bei der Centrallandͤſchaft, deren 5proz. Briefe von 6,3 Mill. Ztr. auf 4,1 Mill. Ztr. ab⸗ genommen haben. Die Gründe für die Stärkung des Real⸗ kredits beruhen vor allem auf den Fortſchritten in der Kapi⸗ talbildung, die allerdings weſentlich unterſtützt worden ſind durth das Hereinſtrömen ausländiſcher Gelder. Bemerkens⸗ wert iſt, daß auch die Kommunalobligationen eine ſehr be⸗ trächtliche Zunahme erfahren haben. Die Entwicklung des Pfandbriefgeſchäftes war naturgemäß in hohem Maße von der Entwicklung der Zinsſätze am deut⸗ ſchen Kapitalmarkt abhängig. Die letzte Reichsbank⸗Diskont⸗ ermäßigung zu Beginn dieſes Jahres hat die Nachfrage nach Pfandbriefen noch weiter verſtärkt, doch war bei den Neu⸗ emiſſionen eine grundlegende Veränderung des Zinsfußes nicht zu beohachten. Infolge der Materialknappheit haben die Kurſe der Pfandbriefe neue zum Teil recht erhebliche Stei⸗ gerungen aufzuweiſen, ſodaß der 6proz. Typ nahezu den Pari⸗ kurs erreicht hat. Mit dem weiteren Ausbau des Pfandbriefgeſchäftes wird es gelingen, die Hypothekenbanken ihrer eigentlichen Beſtim⸗ mung, der Finanzierung des Baumarktes, wieder zuzuführen und damit der Wohnungsnot ein Ende zu machen. Auch die Landwirtſchaft dürfte daraus einen Nutzen ziehen, indem an Stelle der Wechſelkredite das Realkreditinſtitut tritt. ho 'Disconto⸗Geſellſchaft. Die Digconto⸗Geſellſchaft hatte bekannt⸗ lich bei der im September beſchloſſenen Kapitalerhöhung 10 Mill. Reichsmarkankeile feſt an Dillon, Read u. Co. in New Nork begeben und dieſer Firma eine Optlon auf weitere 2 Mill. Anteile eingeräumt. Wie die F. 3. erfährt, hat jetzt die Verwal⸗ tung der Disconto⸗Geſellſchaft mit Dillon, Read u. Co. verhandelt mit dem Ergebnis, daß dieſe auf die Ausübung der Option ver⸗ zichten, ohne eine beſondere Abfindung zu verlangen. Gute Hoffnungshütte AG. in Oberhauſen. In Ergänzung der Mitteilung über die Erweiterung der Kokserzeugung der Gute Hoffnungshütte verlautet noch, daß mit dem Bau von 80 modernen Koksöfen in der zweiten Februarhälfte begonnen werden wird. Das Objett ſtellt einen Betrag von 3 Mill./ dar. Die Finanzie⸗ rung erfolgt aus den laufenden Einnahmen der Geſell⸗ ſchaft. Welche Produltionsſteigerung bzw. welche Erhöhung der Beteiligungsziffer beim Rheiniſch⸗Weſtfäliſchen Kohlenſynditat da⸗ durch eintritt, läßt ſich heute noch nicht genau ſagen, weil aller Vorausſicht nach ältere Anlagen abgebrochen werden. Geplant iſt, nach Fertigſtellung dieſer Batterie auf der gleichen Zeche noch weitere 80 Oefen zu errichten. *Verkauf der Graf Henckel v. Donnersmarckſchen induſtriellen Beſitztümer in Polniſch⸗Oberſchleſien an eine engliſche Gruppe. Die in Polniſch⸗Oberſchleſien gelegenen Kohlengruben, Hütten und Fabriken des Grafen Henckel v. Donnersmarck auf Schloß Naklo ſollen, wie gemeldet wird, in den Beſitz einer engliſchen Kapital⸗ gruppe übergehen. Der Vizeminiſter im Handelsminiſterium, Dole⸗ zal, empfing vorgeſtern die Vertreter der engliſchen Gruppe namens Penuſon und Filding; die ihm offiizelle Mitteilung von der bevorſtehenden Transaktion machten. Gleichzeitig mit der Ueber⸗ nahme der Werke durch die Engländer ſollen in der Verwaltung große Veränderungen erfolgen. Leiter des Werkes ſoll ein Pole werden, und zwar der Ingentieur Noakowski. :?: Maſchinenfabrik Grevenbroich⸗Buckan. Zu den Meldungen, daß der geſamte Betrieb der Geſellſchaft in den der Maſchinenfabrik Buckau aufgehen ſoll, teilt die Verwaltung jetzt mit, daß dies nicht in ihrer Abſicht liege. Die Angliederung an Buckau beziehe ſich nur auf den Betrieb zur Herſtellung von Maſchinen und Apparaten für die Zuckerinduſtrie, während das Schweiß⸗ und Emallierwerk in Grevenbroich bleiben ſoll. Auch die Verſion, daß die Geſellſchaft 1300 Arbeiter beſchäſtige und in den letzten Monaten Auslandsaufträge auf Zuckerfabrikeinrichtungen in Höhe von 8 Milltonen Mark erhalten habe, entſpricht in dieſem Umfange nicht den Tatſachen. Wenn auch gegenwartig für die vor⸗ handenen 500 Arbeiter volle Beſchäftigung vorhanden fei, ſo er⸗ reichen die Aufträge doch bei weitem nicht die vorher genannte Zahl. Abſchlüſſe 27: Plauener Bank.⸗G. Plauen. Bei reichlichen Rückſtellungen und Abſchreibungen wieder 10 v. H. Dividende. 22: Schweizeriſche Kreditanſtalt. Das Inſtitut weiſt für 1926 einen Reingewinn von 10,32 Mill. Fr.(i. V. 9,45 Mill.) aus. Auf das 100 Mill. Fr. betragende AK. werden wieder 8 v. H. Dividende verteilt. Dem Reſervefonds werden 1 Mill. Fr. zugeführt und 1,11 Mill. Fr.(0,28) auf neue Rechnung vorgetragen. 22: Schweizeriſche Bankgeſellſchaft. Aus einem Reingewinn von 6 390 717 Fr(6 146 016) werden wieder 7 v. H. Dividende verteilt, 1(0,5) Mill. Fr. der Rücklage zugeführt und 890 717 Fr.(665 016) vorgetragen. :: Branerei Schönbeck AG. in Neuruppin. Die Geſellſchaft bleibt für das abgelaufene GJ. dividendenlos und beantragt Zuſammen⸗ legung ihres 302 000/ betragenden AK. in nicht genanntem Um⸗ fang(i. V. 2455/ Reingewinn). Vom füdweſideutſchen Holzmarkt Die Aufwärtsbewegung der Rundholzpreiſe bei den Einkäufen im Walde hat ſich auch in der jüngſten Zeit wieder fortgeſetzt, ohne daß für dieſe Entwicklung beſondere Gründe ertennbar wären. So wurden erzielt in Baden bezw. Württemberg bezw. Bayern für Fichten und Tannen 1195—135 Proz. bezw. 115—149 Proz. bezw. 105 bis 152 Proz.; für Forlen 116(in Philippsburg) bis 154 Proz. bezw. 130—146 Proz.; Laubſtammholz 103—160 bezw. 125 bezw. 104—135 Prozent; für Papierholz 135—158 bezw. 106—110 bezw. 150 Proz.; für Stangen 134—163 bezw. 103—110 bezw. 96—137 Proz. der Landes⸗ grundpreiſe. Die Schnittholzpreiſe ſind, wenn auch nicht im Aus⸗ maß der Rundholzpreiſe, gleichfalls geſtiegen, ſodaß heute, frei Bahnwagen Karlsruhe im Großhandel für Sägeerzeugniſſe notiert werden(in Rm.): Bauholz, ſcharfkantig, 64—66,00; vollrantig 61 bis 63,00; mit üblicher Waldkante 59—61,00 bautantig 56—68,00 Vor⸗ ratsholz 53—55,00 je Kbm.; für Bretter und Dielen, reine und halbreine 1“—8“ 108,—12“ 115—118,00 gute Bretter 1“—7“ 88—90,00,—9“ 92—94,00, 10—12“ 94—98,00; gute Dielen 5/, 1½, 2“ 96—98,00,; Ausſchußbretter“,—7“ 58—59,—9“ 59—60, 10—.“ 64—65; gute Rahmen 63,50—65,50, für Abrahmen 57,50—59,50 je Kbm. für gute Latten—9 Pfg., Ablatten 67—7 Pfg. für lſm; Bloch⸗ ware, Fichte RM. 70—75,00 Kiefer 85—95,00, Modellkieſer 70—75,00 für Köm. je nach Qualität und Stärke; für Hobelware 21—22 Mmt. ſtark, gute, 2,30—2,35, unſortierte—2,50, gehobelte Bord⸗ und Rauh⸗ ſpund 1“ 1,60—1,65 für Quadratmeter. Am Laubholzmarlt zeigen die Rundholzpreiſe gleichfalls eine ſtarke und keineswegs gerechtfertigte Aufwärtsbewegung. Auch hier vermögen die Schnittwarenpreiſe nur langſam zu folgen. Die herrſchende Materialknappheit läßt jedoch ein weiteres Anziehen der Preiſe beſſerer Schnittware erwarten. Für Blochware bezw. Fichten galten zuletzt ab ſüddeutſchen Stationen folgende Preiſe: Eiche 25 Mmt. aufwärts ſtark 40 Ztm. Durchmeſſer 1. Beſchafſenheit, RM. 220—260, 2. RM. 150—160 und 35—39 Ztm. Durchm. aufw. 1. Qual. RM. 135—180 mit einem 30 bis 50prozent. Aufſchlag für be⸗ ſonders zarte feinjährige Blochware, je nach Herkunft. Prima Eichendickten wurden, je nach Durchmeſſer, mit RM. 280—350 für Kbm. bezahlt; Rotbuche, 1. Qual., koſtete 90—120 RM., 2. RM. 65—85 für Kbm., gedämpfte 20 Proz. mehr. Für Eſche, 1. Qual. forderte man RM. 210—230, bei nur 30—39 Ztm. Durchm., 1. Qual. RM. 180—220, für ganz zähe Biegeeſche 20 Proz. mehr: Weißbuche koſtete RM. 110—130, Erle RM. 100—130, Nußbaum RM. 200—350, Pappel, Prima Blochware, 25 Mmt. aufw. ſtark, RM. 90—120,00, Prima Dickten RM. 140—180 für Kbm. Für überſeeiſche Hart⸗ und Edelhölzer(Hobelware) hat die Be⸗ ſeſtigung der Preiſe gleichſalls angehalten, weil nunmehr die mit den hohen Seefrachten belaſteten Herbſtzufuhren hereinkommen. Wie der Großhandel angibt, ſtehen aber auch die jetzigen Preiſe noch nicht im Eintlang mit den hohen Einſtandspreiſen. Zulebt notierte man bei Waggonbezug, Frachtgrundlage Mannheim—Karlsruhe, für den Kbm.: für prima Oregon⸗Rifts⸗Hobelbretter RM. 4,25—4,40, prima Red Pine⸗Hobelbretter, je nach Abmeſſung R. 4,65—5,10, prima Pitch⸗Pine⸗Hobelbretter, je nach Abmeſſung, RM. 5,50—5,75, prima Red Pine Rifts./ 6,20—6,25, prima Pitch Pine Riſts RM. 7,65—6,65; für nordiſches Weißholz etwa 22 Mmtr.,, fertig, ſtark gehobelt, je nach Breite, RM. 2,33—2,45, 24 Mmtr. RM. 2,58 bis 2,75, alles je Omtr. Auch England meldet feſte Preiſe und ſtarke Nachfrage des Einfuhrhandels, insbeſondere für die beſſere Sorten Mahagoni⸗Holz. LI Vörſenberichte vom 3. Jebruar 1927 Mannheim feſt Bei unverändert feſter Grundtendenz blieben heute Verſiche⸗ rungs⸗Aktien, Brauereien und eine Reihe Spezialwerte geſucht. Von feſtverzinslichen Werten lagen Vorkriegs⸗Pfandbriefe feſt. Es notierten: Badiſche Bank 195, Pfälz. Hypothekenbank 270, Rhein. Creditbank 168, Rhein. Hypothekenbank 242,50, Südd. Dis⸗ conto 182, J. G. Farben 324, Rhenania 71, Durlacher Hof 162, Frankong 220, Aſſekuranz 310., Continentale Verſicherung 117, Mannheimer Verſicherung 153, Oberrheiniſche Verſicherung 208, Württ. Transport⸗Verſicherung 57, Seilwolf 91,5, Benz 106, Gebr. Fahr 47, Fuchs Waggon 0,58, Germania Linoleum 295, Knorr 78, 2— Mannheimer Gummi 95, Mez u. Sbhne 97, N. S. U. 188, Pfals⸗ mühle 165, Rgeinelettra 188, Rheinmühlen 120, Wayß u. Frey⸗ tag 210, Zeuſtoff Waldhof 281, Zucker Frankenthal 130, Zucker Wag' häuſel 160, Rheinbriefe 15,45, Kriegsanleihe 0,870. Frankfurt gut behauptet Abgeſehen von Intereſſentäufen aus dem Rheinlande für ver⸗ ſchtedene Montanwerte verkehrte die Börſe allgemein in ſtark zurück haltender Stimmung, wobei ſich nur verhältnismäßig geringe Kürs⸗ veränderungen einſtellten. Für Mannesmann ſetzte ganz plötzlich wieder ſtarkes Intereſſe ein, ſo daß bis zur Feſtſetzung des erſſen Kurſes eine Steigerung um 8,5 v. H. eintreten konnte. Daneben konzentrierte ſich die Kauftätigkeit auf Harpener, die mit einer 5,5 proz. Steigerung zum erſten Kurs notiert wurden. Die übrigen Montanwerte erfuhren leichte Abſchwächungen bis zu 1 v. H. Bank? und Elektro⸗Altien erzielten meiſtens Beſſerungen von 0,5—1 v.. Erdöl ſtill und unverändert. Adlerwerke 2. v. H. höher. Bau⸗ unternehmungen im allgemeinen unverändert, Wayß u. Freytag aber 7 v. H. höher auf die bevorſtehende Kapitalerhöhung. Deutſche und ausländiſche Renten heute ſtark vernachläſſigt. Das Angebot überwog etwas, ſo daß ſchließlich ſowohl ſür die deutſchen als auch für die ausländiſchen Renten zu etwas niedrigeren Kurſen Ab⸗ ſchlüſſe in geringem Umfange getätigt werden konnten. Berlin befeſtigt nach unſicherem Beginn Im allgemeinen ließ mangels beſonderer Anregung die Stim⸗ mung zunächſt Unſicherheit erkennen, zumal die Berichte über die Wirtſchaftslage nicht mehr ſo ungünſtig lagen, wie vor einiger Zeit. Vielfach zeigte ſich Neigung zu Realiſierungen, die namentlich für Elektrizitätsaktien Abſchwächungen von—3 v.., mit wenigen Aus⸗ nahmen, bewirkten. Um ziemlich 8 v. H. waren Rh.⸗W. El.⸗Aktien gedrückt. Alsbald aber nahm die von neuem einſetzende ſtarke Auf⸗ wärtsbewegung in Mannesmannn, Harpener, Ilſe Berabau und au in einigen Maſchinenfabrikaktien, wie Augsburg Nürnberger, ſowie ſchließlich in Norddeutſche Wolle das Intereſſe der Börſe voll in Anſpruch. Bei Mannesmann und Harpener ſprach man wieder von Intereſſenkäufen, ebenſo bei Ilſe Bergbau, die 31 v. H. gewannen, Die Bewegung in dieſen Papieren wirkte durchweg befeſtigend. Mit Beginn der zweiten Börſenſtunde entwickelte ſich unvermittelt eine ſtürmiſche Kaufluſt in Kaliwerten, die zum Teil—8 v. H. ſtiegen. Die anfänglichen Abſchwächungen auf den anderen Gebieten wurden zum Teil wieder wettgemacht. Die Stimmung wurde ſchließli durchweg recht feſt. Mannesmann konnten allerdinas den Höchſt⸗ kurs von 252 nicht vollauf erhalten. Deutſche Fonds änderten ſi bei ruhigem Geſchäft wenig. Auch für ausländiſche Renten tra kein beſonderes Intereſſe hervor. Verliner Deviſen Diskonkſätze: Neichsbauk 5, Lombard 7, Privat 4 v. H. Nmſlich 7 Februat J. Febeude aritar 5 Tont in.⸗M. für. G. B. M. ätze Holland.. 100 Gulden 168,40 188,82169,45 168,97 168.47 3·5 Buenos⸗Aires 1 Peſ. 1,740.744].745].749 1,7810 Brüſſel„100 Belga 500 P⸗Fr. 58.615 88.755 88.05 88,74588.— 1 Sslo 100 Kronen 108,99 109,27 108,36 108,64 112,.50 40 Stockholm... 100 Kronen 112,42 112,70 112,40 112,68 112,50.5 Kopenhagen. 100 Kronen 112,31 112,59112,34[112,82 112,50 55 Danzig. 100 Gulden 81,3761,5781,3861.53881.—. Liſſabon... 100 Eskudo 21.848 21.80.84.85 485/57 55 Helſingfors.. 100 finnl. M. 10.603] 10,843 10,602 10,842 81.— 7. Italien. 100 Lire 17,96 18,00 18,01518,055 51,.—7 Londoen 1 Pfd 20,437] 20,489 20,438 20,490 5 New. Dort. l. Dollar 42148.44 4744 4 456 4 Paris 100 Franken 16,585 16,625 16,585 16,625 81.— 2˙5 Schweiz.. 100 Franken81,07 81.2781,065 81,265 81.20 3. Spanien.. 100 Peſeten] 71.01 71,1970,82 70,80 61.,— 857 Japann. I en].058 2,062.557.061 2,002 6 Konſtantinopel... 1 türk. Pfd. 2,19 2,199.17 2,18 18,45 10 5 Rio de Janeiro. 1 Milreis 0,496] 0,498] 0,496 0,498 1,878 8. Wien. 00 Schilling 59,41 59.55 59,4059,54 1,70 173 Prag 00 Kronen 12.476 12,516 12,475 12,515] 86,062 7. Südflawien. 100 Dinar 7,41.48 7,42781.— 7 Budapeſt 100 Pengö ⸗= 12 500 Kr. 73,7173,89 73,6878,86 85,062 8 SSFHo( de 3,045 3,055 3,045 3,055 81,— 7 Athen..100 Drachmen] 5,54 5,56 5,56 81,.— 10 Kairo.ICPfd. 20.964 21,016 20,969 21,021—.— 1: Mannheimer Produktenbörſe vom 3. Febr.(Eigenbericht.) Die Tendenz am Produktenmarkt iſt unverändert ſtetig. Der Platamarkt iſt leicht befeſtigt, größeres Geſchäft entwickelte ſich in Futtermitteln bei naher Ware zu erhöhten Preiſen. Von Aun landweizen iſt angeboten: Manitoba 1 disp. zu 16,50, Manitoba zu 16,10, Manitoba 3 zu 15,40, Kanſas disp. zu 15,55 hfl., alles eif Mannheim. Baruſſo 79 Kg. für Februar 13,95, für März 13,85, für April 13,95 hfl. Roſa Je 79 Kg. für März 14,10, für April 14,20 bflz alles eif Rotterdam. Inlandweizen 30,00 4, Inlandroggen 26% bis 27,00, Auslandroggen 27,75—28,00, Inlandhafer 20,75.—21½%5, Braugerſte, rheinheſſiſche, 26—27,00, pfälziſche 27,50—30,50, Futie⸗z gerſte 21,50—22,50, Mais gelbes mit Sack 19—19,25, Biertreber 16, bis 17,00, Malzkeime 16,50—17,00, Weizenmehl, ſüdd., 40—40,25 4 Weizenbrotmehl, ſüdd., 29—30,25, Roggenmehl 37,50—39,00, Weizen“ ſuttermehl 15,00, Weizenkleie fein disp. 13,50, Roggenkleie 14,25 44. ꝛ: Mannheimer Viehmarkt vom 9. Febr.(Eigenbericht.) Zum heutigen Viehmarkt waren zugetrieben und wurden für 50 Kg Lebendgewicht bezahlt(in.): 69 Kälber:—, 76—80, 72—70 62—68; 42 Schafe: 32—45; 85 Schweine: 66—67, 66—67, 68—60, 65—66, 63—64, 63—64; 980 Ferkel und Läufer: 19—43 und 4 Ziegen Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mi Schweinen mittelmäßig, ausverkauft; mit Ferkeln und Läufern mittelmäßig. Kurszettel der Neuen Mannheimer Zeitung Aktlen und Auslandsanleihen in Prozenten. bei Stückenotterungen in Mark je Stück Die mit T verſehenen Werte ſind Terminkurſe während ſich die mit verſehenen noch in Bi⸗ verſtehen. Frankfurter Vörſe vom 3. FJebruar 2. 8 Vaule⸗ Aletien. 1 Daber Fee Loeices en nge umen 89770 1 2 alzw. Heilbronn———— 8 4 5 Aug. O. Credlt. 182.2J100.8 Seius. Bergbau. 287.9 121.0 Fober, Bh. Biel 141.0420 Badiſche Bank.. 188,0 BK. u. Caurahütte 118,0109,7 Farbwerk Mühlh. Bankf. Brau. Ind. 264.0 275,5 2270 9257 Zahr Bobend5 250,0—— Crausport-⸗Alktien. Fehr Eibr⸗ Airm 47—.45 Dayr.Hyp. u. Wb 183.9 789.9 Schantungbahn 59 295 IFelt.Guill. Carls 175..180,0 2. 8. Jermer Santver 280,,883,0 Hapag.. 179..170,9 Feinmech. Jetter.—122,5 21770 218.5 Zudde 48199——— Franff. Porè Wit 9800 * 3 5»' Oeſter.⸗U. St. B.—.——.—Fuch 9gon. 0, 1 Tarnt.u Tar B 565.0 205:5 Dalitnore d. O81s 105.5 101.8 Hocſcnahr h. 440,040,0 Z Deuaſde Ban 18.5 180, Gritzner M. Durl. 164.738.0 Delenn e 202.0„Iuduftrie⸗Alktien. Grkeſtw Mhm 6eſ,—.—18,20 5 Veberſee. Bont 140,0139,7 Eichb.-Mannh. + 58—.—Hrün,— ee 00 D. Vereinsbank 131,0182, 200,0—.— ah- ainzer St.⸗A.—.— 5 50 Tresbier Vlut 199·7191..Schöſſer Bindg.— 888.8 Hilpert Armatur..5019 et. Hyp.-⸗Bant 240..288.0 Schwarz⸗Storch.135,0 1890 Hiechenpdeden 125,0124,5 rthet op.⸗G. 185.0133.5 Werger 186.0 185,0 Hoch unb Tieſdau 150.0ſ188 aerz Ereb.-B 185,0(185.5 Adt. Gebr....67.—65.— Zolemann, Pau 10.077 B5———. Accumulatoren.—.———.Holzverkohl.⸗Ind. 100,9 98,75 Selen Ered Anſt 10,2510.30 Adler Oppenheim—.——.— Junghans Stam 127.5130,0 zgter. Cred Ar 275,0.287,5 Adler Klever. 128..120, Namimg. Kafſerel. 46.9 1009 Fiiced de. S 193.0f191.0 A. E. G. Sr.-A. 177,0 174.2 Karleruher aſch. 4.85 Abenn kredirdant 170.0ſ195.O fſchaf. Bucpep. 154.0 138.5 Kenpeie dee 41100l10 dein. Hrc ⸗Bank 245.0 240,0 Aſchaff. Jeüſtoff 164,2 10.0 Klein Sh Peceer 118.9ſ188.0 Sudd. Dieconto 182.0ſ182,0 Babnted Darmſt. 50.2581.— Fuoe Feizraun g0.—780. Wiener Bankper. 7,200 7,15 Sad.„=Lonſerven 5 80.—78,.— Würteb. Notenbk.—— url⸗ 140,0142,0 0 5 ö 5 aſt.⸗G..—.—Ieahmeyer.168, —— 178,0 1920 5— 1—5 ec eit Nehe 55 Verf. 0 enke—99,.—Lederwerk Nothe—.—38, Eergm Elekte. 19.7 19855 Labwigeb Walzm 718.0184,7 Frantf..u, Mitr—.—— Sing Merallwerte 52. 1052.10 Lutz Maſchinen—.— 50,— Bergwerk⸗Akelien. Seemeelchid⸗ 275 Suche Judeſ. 19.0 I Bochumer Guß. 199,5197,5 Cement Heibelb. 179,0 176,5 Mainkraftwerke 138.5 199,0 Buderus Eiſen 143.2 143,00Cement Karlſtadt 183,0 185,00 Miag, Mühlb. 177.0ſ175.6 .Luremb. Berg 201,0198,0Chamotte Annaw.—.——.— Mez Söhne——— Eſchweil. Bergwrk—. ½. Cont.Nürnb. Vzg.—.——. Moforen Deuz—, 1Gelſenk, Bergw. 201..202.0 Haimler Motor 107,0 105,7 Motorf. Oberürſ. 79,7576,50 Gelſenk. Gußſtahl—.—16.—.Gold-u..-Anſt 266,5 267,0 Rectarl. Fahrzg.. 138,5138,9 THarp. Bergbau 229,2 237,00Dyckerh.& Widm 53.75 85,.— Arh. Leder Spier—.—127,0 Kall Aſchersleben 195,0201.5 Dingler Zwelbrück—.——,— Peter Union Frkft. 138(138,0 Kall Salzdetf.— Saßed e St.—.— 82,— Pf. Nähm. Kayſer 70,—69,85 Kali Weſteregein 196.0 201,00Düſſeld.Rat. Dürr 49,— 49,75 Aade rk64.—64.— Klöckner⸗Werke—.———Eiſen Kaiſerslaut. 61.—62,.— Porzellan Weſſel 79.—79.— T Mannesmannr. 240,5 248.0TElektr Licht.K 189.5198.0 Rein. Gebb& Sch. 140,0—.— 1 berbedarf. 128.0 128.00Ell. Bad. Wolle 58.—58.30 Rheinmetall. I+do. Eifen(Caro)—.——.— EmagFrankfurt⸗..500ſ0.500 Rheinelektr. Sta. 186.0185.0 Tbönix Berabau 143.5144.9 Emallle St. Ulrich 70,—169.—l Rb. Maſch. Leud. 66,50 67,50 l2 0THresdner Bank 196.0191,0 JBergmann 2 8. 2 St282,5279.5 3% D. Reichsanl..850.850 159,0 159,0 4%.9.⸗Sch. e e e e 129,3132.0 4% B. Schußzg, 9616.3516,30 158,0188.5 4% D. Schutzg. 1416.35 16.30 .—.—205,0 Sparprämie. 1919 0,5500,552 5% Pr. Schatzanw.—.——.— 158,0 160.0%ñ do do.— 2. 3. Rhenania Aachen 68 2571.75 Riebeck Montan. 186,0200,0 Rodberg Darmſt. 11.——.— JRüttgerswerke. 154.015 ,5 Schlinck& C. Hbg. Schnellpr. Frank. 115.0121.0 Schramm Lackf.. 107.0107.0 0—.— a derloenhes-urſe.. 860 1— Benz Seilinduſtr. Wolff 91.— 90870 Elberſeld i 10 5 Si Kupfer—.——.—40—.—.880 TSiemensäspolef 218,0 215.0 Entrepriſes.—.— 4% BabAn 91519 9220 niczeh . Südd. Drahtt..—.——.— Mansfelber 164.5 164.0 9,/% da. abgeſt.—.— S. Led. St. Ingbert—.——.— i3% do. von 1996—.— Trlcotw. Beſtghe 82.——.— Roſtatter Waggon———.— 3% arg Al 0,920 Ührenfabr. Furtew..10 88.10 mfa—.——.— 3½%½% do. 3 5 Ver. deutſch. Oelf. 89.50 99,— Mbm. Kohlenant.——— 8½% do.—.——— B. fech.Ind.Mainz 143.0,142,0 Feſtverzinsliche Werte. 4½ Bay. Pf. E. P.—.—— 1 5— 7½%½ Nhmv.1914—.——— 10 8 Zellſt. Ii——18% +— v. 89.06——.85 a e 4970% e 2% e abgeſt.—.—.830 Vogtl. Maſch. St.—— 108.5 4½ 883 Aeigt 4 f St. 198.2157,0 5¾ Bt. Reichsanl..865 0, 360 29%.650.530 Volthom. Seil.K 75,.—73.— 4% do. unk. b. 1925—.——2 4% Säch.St⸗e—.——.— Wayß t Freytag 203..218.030% D. Reichsanl.—.——.— 4% Württ..1915—.——.— Verliner Vörſe vom 3. FJebruar Baukl⸗Alketien. TAug Elettr.-Geſ 176,8J175,8 Deutſche Kai 146,0148,0 Bank f. el. Werte 286,00288.0 Anglo⸗Ct. Guano 135.0138.0 TDeutſche Maſch. 199,0 139,0 Barmer Bankver. 109,0 189,5 Anßalt. Kohlen⸗. 165,0183,0 Oeutſche Steinzg. 28 218,5 1 Berl. Handelsg. 288,J 28,0] Annener Gußſtahl 29,8529,— Deutſche Wollw.. 84,508,— ITCom. u. Privatb. 218,2 215,5 Ag Zeuſt⸗ 194.0193.7 Deutſch. Eiſenh. 119,0117,0 T Darmſt. u..⸗B. 295,0 291,0 Augsb.⸗Nb⸗Maſch 142,5157,0 Donnersmarckh. 143,0146,0 1eutſche Bank 209,7 208,9 Balcke Maſchin.—.,— Dürener Metall 105,0 109.0 +HSt. Ueberſee Bk. 140,0 139.7 Meguin 75,.—74,.— Dürkoppwerke, TDisc. Command. 196,7 195, J. P. 1 705 7—5„0158,0 eld. Kupfer—.——.— IMitteld. Kredb. 197,0297.00 Berl.⸗Gub. Hut 310,0 310,0 Elektr. Lieferung. 187,0184,5 Reichsbank... 193,3192,5 J1 Berl,Karlsr. Ind 17,7121.0 TCltte. Licht u. Kr. 195,2 185,0 Rhein Creditbank 168,0 164,0 JBerlin. Maſchb. 149,0152,5 Emaille Ulltich 66,— 69,.— Süddeutſch. Disc.—.— 185,0—.— ee 94.— 86,25 Cransport- Altten. Ben apnge; Tde Ferdeund. 858 Schantungbahn 29,751757 Bochum, Gußſt. 199,9 191,2 FeldmühlePapier 286,0.280, 775./917.0 Gebr. Böhlerso,.— Felten& Guill. 175.9178.7 Südd. Eiſendahn 170,5—.— Braunk. u. Brikets 235.0 239.0 N. Friſter 115.7118,7 Pallimore.... 103.25 Or.⸗Beſgh. Delf,.25ſ62.— Juchs Waggon.000,575 1 Oeutſch-Auſtral 102.5,199.0 Premer Wultan 159,0151.0 Haggenau.⸗A. 61.50 61, Pagag. 40.970,] Duderus Eiſenw. 146,141.0 Hebhard Textil 138,0186,0 1 ünemmerta 223.0229.) Chem. Zenden. 18.184,0 TGgeſſenk Bergw. 202.0,45078 IHanſa 1 910 228,0228, Ehem. Gelſenk 130.0181,7 Gelſent. Gußſtah.—.— 16,50 e 0 Aer Concord. Spinneꝛ 135, erman. Portl-Z. 215,5½225, Verein. Elbeſchiſf 94.5091.75 TDalmler Benz 108,5104,8 Jerrtehen Gie 157,0157,0 Juduſtrie-⸗ Alktien. Gas 219,7218,2 TGeſ. f. elkt. Unter. 281,0227,5 Accumulatoren 176,5174,7 Otſch.⸗Luxßemb. 199,5——— Gebr, Goedhardt 139,7195,0 Adler& Oppeng..Eiſenb.⸗Signl.—.——.—Goldſchmidt, Th. 170,0,189.5 Adlerwerke. 128,7 120,8 Erdöl 209.5 87. Goerz C. P. 20— 70 .⸗Gf. Verihrsw. 239,0238,5 Deutſch. Gußſtahl Gothaer Waggon 289.— Aleralderwerk.. 92,—88,25 Deutsche Kabelm. 188, 2 13.0 Grinner Maſchin. 133.0182.7 2. 2 5 2. Arkrftw Mhm.6%——15,20 Toberſchl. E Bed. 127.——Heldhe 04—½% Gebr. Großmann 89,.—91.—J Oderſchl. Eiſen.—.50 7559 Grün& 164.9ſ188,2 1 Dberſchl.Kofsw 157,7155,1 Krügershall Hand 171,0 120% Gruſchwit Tertit 103.2195,0 Hrenſt.& Koppel 158,5154,0 Petersb. Int...— 50 Hackethal Draht.. 137,0132,5 TPhöniz Bergb.143.5180,0 Ronnenderg. 215.0 230h Halleſche Maſch. 229,0—,— IRathgeb.Wagg. 119,0115,00 Ruffenbank 6,50 925 Hammerſ. Spinn. 188,0174,0 Reisholz Papier. 300,0310,0] Sichel& Co... 6,50 6, Hannov..Egeſt. 189,0138,7 TRhein Braunthl. 212.7318,0 Sloman Salpeier 90,— 90.— Hann. Waggon.,— Rhein Chamotte 111.9114,0 Südfee Phosphat—.— g. U . 585 70 Abeim weiee ität—3 19 a.„%„ öbg.⸗Wien Gum. 105,71 65 Rhein. Maſch. Led. 66.7565,25 Hafort Vergwrk. 68,—64.7 TAheinſtahl.. 22.2 225.0) Aeichs-u. Staatenaßz Harpen. Bergbau 230,0 487,0 TRhenanuia Chem 70.50.72,.— Goldanleihe. 102.710 Jarkmann Maſch, 56,7558.— Romb Jütten. 18,1819,15 Zollarſchäze. 880 655 Hedwigshütte 162.0167,0 Roſiger Braunk. 150,0154,0 Reichsſchatz. 1V. V.855 0355 ilpert Maſch.. 79.—78,.— Roſitzer Zucker.. 121,0120,0 5 Ix.eS5 9857 indr.& Aufferm. 122,125,0 ILRütgerswerle. 154,0149,8 1024er.585.5700 Hirſch Kupfer 125,7145,5 Sachſenwerk. 143,2/142,] 5% B. Reichsanl. 90855054 THirſchberg Leder 128,0 127,2½TSalzdetfurkh.. 288.7262,0 4%„ T dee e neee THobentohe⸗Brk. 199) 30,25 Scheidemantel. 38.75 88.15 4% Paz Konpols.88.57 Phil. Hogmann.14, 194,0 TSchuberts Salz. 286,0284.5 4% Brß. onſols 9. 35•955 Horchwerkte 122,0,128,2 TSchuckert& Co. 183,2,182.0%%ů%/%—.85500.655 I amboldtmasch. 90 58— Siem& Halske. 247.5218.7 4% Bayer. W.—.8 +3lſe Bergbau 1285 355,0 Sinner.-G. 72.7578,.— 90%5 525 ni.—e. M. Judel&.1.(1320 Stettiner Bulkan. 43.0488.9%8—— 14.75 Gebr. Junghans 130,0.182,0 Stoehr Kammgrn. 178.0ſ178,1 8% B. Koglenant 6½14 015 Kahla Porzellan.142,0148,5 Stoewer Nähm. 88.2588,75 9½ f9 Kalionl..17, 94 Kaliw. Aſchersl. 335,5 300 Südd Immobil. 100.0102.5 5 Aae Karlsr. Maſchin. 50,.—51,75 Teichgräber 55% 2* 0 Kattowiz. Berg—.——.— Teleph. Berliner 122.1121,7 8˙ Sächſ Vraun 9,129 C, M. Kemp.. Thoerldelſabrit-T. 132,0181,00„ Landſch. Rogg—.— te Klöcknerwerke. 191,0195,0 Unionwerke Maſch——82.— b) Ausl. Nentenwerkk. C. H. Knorr.. 174,5180,00 Ver..Frkf. Gum. 105.5107,0 55%%% Merttaner 48 60%40.0 Kollm.& Jourda n111,0110,0 Ver. Ehem. Charl. 227.0224,0 4ů—ꝰ— Veſt 8 auer 25,408.44 Köln Rottweiler—.—= B. Diſch, Nickelw. 187.0187.0 45%— Oebr. Körting. 128,013, BGlanzſtalf Elbſ, 59,5 571.04%„ond, Nte..4% Koſthsimer Gen. 130,0182.5 P. Schuh Brngw 81. 80. 4½%—Silberrte 5,0 6. Kyffhäuſer⸗Hütte 160.0 1972 Ver. Stahlwerke. 160,2157,0 4½%„ Papierrte. 25— Lahmeyer& Co. 188,0.187, VStahlw v. d. Zyp——285,0 4% urk Ad.⸗Anl. 16.5016. Laurahütte 412.7 109,0 Ver. Ultramarinf. 175,0185,0 4 VBagd.-Eiſ 120.40 5 Linde's Eismaſch188,0f488,9 Vogtländ. Maſch. 108,9106./0 4%, I1I 23,. Lindenberg..65,—67,15 Wanderer⸗Werke 265.5 264,5 4% Türt uniſ Anl.—.— TCarl Lindſtröm 2,2 238,0.Weſer Att.⸗Geſ. e 4%„Jollob. 1911 19.—I. Lingel Schuhfabr. ſe8— 1 Weſtereg. Altan 194,0200.9„„00⸗F.⸗Los 29,50 T Ainte k Hofſm. 10.0 10, WieingFement. 198.9ſ184.0%% lSt.-N1918 25,50% ,% Ludw.Ogewe. Co 520,020,5] Wieslochronwar. 129.5 128.0 4½%„ 1914 25.35%% C. Loreng.160,2158,2 Wittener Stahl. 146,0140.0 400 on»Gaidrte 28.127 Lothr. Portl.-Cem—.——.—Wittener Gußſtahl 64,—63,85 40% Konr.10 Magirus.-G. 91,—86,— Wolf. 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