17 Dienskag, 2. Auguſt Neue Bezugspreiſe: In Mannheim u. Umgebung ftei ins Haus oder durch die Poſt monatlich.⸗M. 2,80 ohne Beſtellgeld. 5 enderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ orderun Adreſſe: eneralanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12mal. Fernſprecher: 24944, 24945, 24951,24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel. Aus Seit und Leben Mannheimer Srauenzeitung Witlag⸗Ausgabe Mannhbeimer Sei D 0 f̃ vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. Haupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle R 1,4⸗6, 5 —5 ermannhaus). Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhofſtr.6, 19/0 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Unterhaltungs-Beilage Preis 10.Pfleunig 1027— Ar. 35 tun 5 Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. Kolonelzelle 5 Allgem. Anzeigen 0,40.-M. Nelamen —4N.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. 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Jedenfalls wäre noch vor einem Jahre ein ſo ausgeſprochen deutſchfeindlicher Aus⸗ fall⸗ wie ihn die„Times“ veröffentlichen, einfach undenk⸗ bar geweſen. Das Blatt beſchäftigt ſich in einem ausführlichen Leitartikel mit den Veröffentlichungen des deutſchen Unter⸗ ſuchungsausſchuſſes über die Vorgänge während des Krieges in Belgien. In dieſer Frage, ſo ſchreibt das Blatt, ſei Bel⸗ gien völlig berechtigt, Deutſchland einſeitige Darſtellung zuzu⸗ ſchreiben. Der deutſche Bericht enthalte gefälſchte Texte. Er unterdrücke alle Deutſchland unangenehmen Beweiſe und laſſe gewiſſe Zeugenausſagen einfach fort. Auf dieſe Weiſe werde ohne genaue Nachprüfung das alte während des Krie⸗ ges entſtandene Weißbuch einfach wiederholt und die Wider⸗ legungen von belgiſcher Seite ignoriert, Dazu bemerken die „Times“ weiter:„Viele Deutſche ſcheinen immer noch nicht die Wirkung ihrer Worte auf andere Länder abſchätzen zu kön⸗ nen. Alle Regierungen und alle Nationen, die am Kriege teil⸗ genommen haben, bemühen ſich offen und ehrlich, um Ver⸗ ſöhnung. Sie wären froh, wenn man ihnen endlich erlauben würde, die ſchrecklichen Erinnerungen der Kriegsseiten zu vergeſſen.“ Poincars habe in Orchies die Situation richtig dargeſtellt, wenn er ſagte:„Wir warten auf die Zeit, wo der Zuſtand in Deutſchland es uns geſtatten wird, die ſchweren Prüfungen, die wir 1914—1918 erdulden mußten, endgültig als Vergangenheit zu betrachten.“„Deutſchland“, ſo fahren die „Times“ fort,„tue aber alles, um dieſe Erinnerungen immer wieder zu wecken und damit die Möglichkeit einer ehrlichen Verſöhnung zu hintertreiben. Der geſunde Menſchenverſtan) müſſe Deutſchland doch lehren, daß aus dieſem Geiſte kein Friede auf beiden Seiten des Rheines entſtehen könne. Herr Streſemann habe mit gutem Recht die Locarnopolitik durch⸗ geführt und bisher aufrecht erhalten, als er immer wieder aus⸗ füyrte, daß der Friede und die gegenſeitige Verſtändigung jetzt eine dringende Notwendigkeit ſeien. Streſemann wiſſe genau, daß der Geiſt des Krieges und der des Friedens unverein⸗ bar ſeien. Was aber könne mehr dazu beitragen, den Kriegs⸗ geiſt zu erwecken, als Publikationen wie der Bericht der deut⸗ ſchen Unterſuchungskommiſſion? Es ſei nicht möglich, ſchreibt das Blatt, mit zwei Stimmen zugleich zu ſprechen, ohne auf der Gegenſeite die alten Gefühle wieder zu erwecken.“ Der Leitartikel der„Times“ iſt ein deutliches Zeichen für die Stimmung, mit der Deutſchland in der näheren Zukunft auch in England zu rechnen hat. Solche Ausführungen ſind jedenfalls zur Zeit charakteriſtiſcher für die engliſche Haltung, als gelegentliche deutſchfreundliche Bemerkungen liberaler engliſcher Blätter. Der Leitartikel der„Times“ wäre zweifel⸗ los nicht zuſtande gekommen, wenn nicht in maßgebenden Kreiſen eine Stimmung herrſchte, die eine ſolche klare Unter⸗ ſtützung Poincarés erleichtern würde. Proteſt des Stadͤtrates von Orchies Nunmehr hat es auch der Stadtrat von Orchies für nötig befunden, zu den von Poincarsé aufgerührten Ereig⸗ niſſen, die im Jahre 1914 zur Zerſtörung der Stadt Orchies durch die deutſchen Truppen führten, Stellung zu nehmen. In einem am 29. Juli einſtimmig angenommenen Protokoll wird gegen die deutſche offiziöſe Darſtellung proteſtier: und in Uebereinſtimmung mit der bekannten franzöſiſchen Lesart der Vorgänge behauptet, der Führer einer deutſchen Automobilkolonne, die zum Abtransport franzöſiſcher Ver⸗ wundeter aus Valenciennes eingetroffen ſei, habe einen fran⸗ zöſiſchen Poſten niedergeſchoſſen, worauf ſich ein Gefecht ent⸗ ſpann, in dem die Deutſchen zum Rückzug gezwungen wur⸗ den. Der deutſche Major habe dann, obwohl an dem Gefecht nur reguläre franzöſiſche Truppen teilgenommen hätten, be⸗ hauptet, Franktireurs hätten die Automobilkolonne ange⸗ griffen. So ſei es zur bekannten Strafexpedition gekommen. Die deutſchen Meldungen von franzöſiſchen Greueln an deut⸗ ſchen Gefangenen, Verwundeten und Toten werden als unzu⸗ treffend bezeichnet. Zur Erhöhung der Poſttarife Da die hart umſtrittene Portoerhöhung am Sonntag mit Ablauf der 12. Nachtſtunde in Kraft trat, wurden Sonntag noch gewaltige Mengen von Briefen und Druckſachen auf⸗ gegeben, um von den billigen Portoſätzen zu profitieren. In erlin war der Betrieb in den Poſtämtern, der ſonſt Sonn⸗ tags verhältnismäßig ruhig verläuft, auf das äußerſte geſtei⸗ 5 Auf dem Briefpoſtamt C2, der Zentrale der Berliner oſtzuſtellung, herrſchte bis in die Nachtſtunden regſte Tätig⸗ eit. Beſonders wurden Päckchen und Druckſachen aufgeliefert, was darauf ſchließen läßt, daß verſchiedene Firmen im Hinblick 21 die bevorſtehende Portoerhöhung Sonntagsdienſt angeſetzt 85 ten. Die aufgegebenen Druckſachen werden auf etwa 400 000 8 tück geſchätzt. Um 12 Uhr wurden im ganzen Reich ſämtliche zäſten geleert. Wenn ſich dies nicht durchführen ließ, wurden 95 bei der erſten Morgenleerung in den Käſten befindlichen oſtſachen noch zu den alten Tarifen befördert. Wie uns die Reichspoſt mitteilt, ſind Stockungen in der 0 Eiterbeförderung der Sachen nirgends eingetreten. Die krfat en Marke n werden, wie wir von der Reichsdruckerei ahren, wahrſcheinlich erſt in 6 Wochen in den Verkehr ge⸗ werden können. Hierdurch entſteht für die Firmen eine hebliche Belaſtung, da bei den meiſten Sachen jetzt 2 Brief⸗ marken verſchiedener Werte verwendet werden müſſen. Jorderungen des Hanſabundes Vom Hanſabund werden Vorſchlä Aend 10 ge zur e n erung 99 5 Reichspoſt⸗Finanzgeſetzes gemacht. Es wird dusgeführt. daß ſich ſchon ſeit längerer Zeit gezeigt habe. daß und 124 geſchaffene Reichs poſtgeſetz der Ausgangspunkt immer Nammer wiederkehrender Schwierigkeiten ſei. Die erhoffte ſcelſebung, auf dieſem Wege den Poſtbetrieb auf eine wirt⸗ Waftliche Baſis zu ſtellen, ſei in das Gegenteil umgeſchlagen. tagends herrſche die Bürokratite ſo diktatoriſch und den cchliehlich wie bei der Reichspoſt. Es werde geprüft wer⸗ gendmüſſen. oh nicht von der Wirtſchaft dem Reichstag drin⸗ Geſichts empfehlen ſei, das Reichspoſt⸗Finanzgeſetz unter dem Yisbunkt⸗zu ändern, daß für die Zukunft die Feſtſtellung Gebührendechlages und Entlaſtung der Verwaltung und die verkehr wegteſſung im Poſt⸗ Telegraphen⸗ und Fernſprech⸗ zunehm aus der Befugnis des Verwaltungsrates heraus⸗ liger Beit ſind und ob dieſe Dinge nicht wie früher unter völ⸗ geus Nutdebaltung der Selbſtändiakeit des Reichspoſtvermö⸗ kages achnen des Reichsrates und des Reichs⸗ Grundlage übertragen ſind. Damit würden die wichtiaſten Reichspoſt des Reichspoſtbetriebes und iusbeſondere die 6ff en tiananzwirkſchaff wieder unter weiteſtgehende Möglichk 5555 e Kontrokle geſtellt ſein. Damit beſtünde die amtrahme„die Tarifpolitik der Reichspoſt wieder in den Ge⸗ einzuordnen der allgemeinen Wirtſchaftspolitik des Reiches parlamentar Damit würde man auch die an ſich beſtehende erſt wied ariſche Verantwortlichkeit des Reichspoſtminiſters eder mit einem eigentlichen Inhalt füllen. 15 prozentige Aufwertung in Preußen Der preußiſche Miniſter des Innern hat im unmittel⸗ baren Anſchluß an die von ſeinen Vertretern im Rechtsaus⸗ ſchuß des Reichstages bei der Beratung der Novelle zum Auf⸗ wertungsgeſetz gegebenen Zuſagen eine erhebliche Verbeſſe⸗ rung der Sparkaſſenaufwertung in Preußen durch eine neue preußiſche 4. Durchführungsverordnung zum Aufwertungs⸗ geſetz herbeigeführt. Nach dieſer Verordnung erfolgt die Auf⸗ wertung der Sparkaſſenguthaben bei allen öffentlichen oder unter Staatsaufſicht ſtehenden Sparkaſſen Preußens zu einem einheitlichen Aufwertungsſatz von 15 Prozent (bisher 12% Prozent). Sofern ein Sparguthaͤben nach der bisherigen Regelung aufgewertet und durch Erfüllung der entſprechenden Aufwertungsleiſtung erloſchen iſt, gilt es nach ausdrücklicher Vorſchrift der neuen Verordnung gleichwohl hinſichtlich einer Nachtragsaufwertung von 27 Prozent(d. h. der Differenz von 12½ und 15 Prozent) als fortbeſtehend. Während nach der bisherigen Regelung“ des 12½proz. Auf⸗ wertungsguthabens am. 1. Juni 1930 kündbar war und die ſpä⸗ tere Kündbarkeit weiteren Regelungen vorbehalten blieb, wird jetzt je 6 des 15proz. Aufwertungsbetrages zum 1. Januar 1928, zum 1. Januar 1929 und zum 1. Januar 1930 kündbar ge⸗ macht, ſodaß zu dem letztgenannten Termin bereits.5 Proz. kündbar gemacht ſind. Die Kündbarkeit der weiteren.5 Proz. bleibt vorbehalten. Die vorzeitigen Ausſchüttungen mit einem geringeren Jahreseinkommen werden inſofern verbeſſert, als nicht nur Perſonen mit einem Jahreseinkommen bis 800 Mk. wie bisher, ſondern darüber hinaus Perſonen mit einem Jah⸗ reseinkommen bis 1000 Mk. berückſichtigt werden. Der früher vorgeſehene Ausgleichsſtock, in den über den Einheitsſatz auf⸗ wertenden Sparkaſſen die Hälfte des Mehrbetrages abzufüh⸗ ren hätten, wird beſeitigt und durch einen anderen Ausgleichs⸗ ſtock erſetzt, in den die Ueberſchüſſe derjenigen Sparkaſſen ab⸗ zuführen ſind, deren aufgewertete Sparkaſſenvermögen ihre Aufwertungsverbindlichkeiten überſteigen und aus dem ent⸗ ſprechende Zuſchüſſe an diejenigen Sparkaſſen gegeben werden, deren aufzuwertenden Sparkaſſenvermögen nicht ausreichen, um die anderen 2, Proz. ihrer Aufwertungsverbindlichkeit zu erfüllen. Zur Deckung der Verwaltungskoſten darf weder das auf⸗ gewertete Sparkaſſenvermögen noch der Sparkaſſenausgleichs⸗ ſtock in Anſpruch genommen werden. In einem beſonderen Erlaß weiſt der Miniſter noch darauf hin, daß die Sparkaſſen beſondere Härtefälle freiwillig berückſichtigen follen. eeeeeeee 4 Beſuch amerikaniſcher Kriegsſchiffe in Danzig? Wie die polniſche Preſſe zu melden weiß, ſollen am 25. Auguſt in Danzig zwei amerikaniſche Torpedobootzerſtörer„Whipoe“ und„Barker“ bemannt mit 6. Offizieren und 118 Mann, ein⸗ treffen. Es ſei auch ein Beſuch Gdingens geplant. Veginnende Induſtrialiſierung (Von unſerem Konſtantinopeler Vertreter) d. Konſtantinopel, Ende Juli. Am 22. Juli iſt der deutſch⸗türkiſche Handels⸗ vertrag in Kraft getreten und damit die Bahn für regere Handelsbeziehungen zwiſchen den beiden Ländern frei gewor⸗ den. Eingeſtellt auf den Grundſatz der Gleichberechtigung wird der Vertrag nicht verfehlen, ſich in der Richtung ver⸗ trauenvoller loyaler Zuſammenarbeit geltend zu machen, wenn die Türkei ebenſo wie Deutſchland entſchloſſen iſt, dem Geiſte des Vertrags gerecht zu werden und die von manchen türkiſchen Behörden in den letzten Jahren oft beliebte Politik der Nadelſtiche zu unterlaſſen. Deutſch⸗ land wird jedenfalls der Türkei keinen Anlaß geben zu ſolchen verkehrsfeindlichen Mittelchen. In den Handelsbe⸗ ziehungen war die Verbindung Deutſchlands mit der Türkei bislang immer ſchwächer als in den induſtriellen, und das dürfte ſich nach Lage der Dinge auch ſo raſch noch nicht ändern, wenn ſich nach dem Inkrafttreten des Handelsvertrags auch vieles beſſern ſollte. Immerhin wird vorerſt ſich das deutſche Hauptintereſſe auf induſtrielle Unternehmungen in der Türkei richten. Daher müſſen wir die Vorgänge auf dieſem Gebiet auch mit beſonderer Aufmerkſamkeit verfolgen. Die türkiſche Regierung wie auch die Privatwirtſchaft machen alle Anſtrengungen, eine Induſtrie zu begründen, damit das Land bezüglich ſeiner Steuerkraft unabhängiger von der jeweiligen Ernte wird, man will mit anderen Worten aus dem Zuſtand des reinen Agrarſtaates hinaus. Man ſteht aller⸗ dings bei dieſem Streben vorerſt noch in den Uranfängen. Und doch zeigen ſich ſchon jetzt die leider unvermeidbaren Merkmale, die jeder Induſtrialiſi as eigen ſind, die Arbei⸗ terbewegung, der Streik, der Klaſſenkampf. Straßenbahner⸗, Hafenarbeiter⸗, Poſt⸗ und Telegraphenbeamten⸗Streiks haben wir hier ſchon gehabt, augenblicklich iſt eine Arbeitsnieder⸗ legung der Arbeiter des ſtädtiſchen Schlachthofs zu verzeich⸗ nen, der mit dem glatten Sieg der Streikenden geendet hat. In Adana ſtreikt die geſamte Arbeiterſchaft der Eiſenbahn, ſodaß der Generaldirektor der Bahnen ſchleunigſt dorthin reiſen mußte, um die Wiederherſtellung des Friedens zu ver⸗ ſuchen. Dabei handelt es ſich durchaus nicht immer nur um Lohnſtreitigkeiten, ſondern bei dem Schlachthausſtreik z. B. haben die Arbeiter die Wiedereinſtellung eines entlaſſenen Arbeiters erzwungen; wir ſehen alſo ſchon die Arbeiter⸗ ſolidarität erſcheinen und damit den Klaſſenkampf, die bislang hier noch unbekannte Dinge waren. Damit iſt die Unruhe auch in die türkiſche Arbeiterſchaft getreten, die Türkei wird auch auf dieſem Gebiet„modern“. Schon bei der Geburt fällt alſo drohend der Schatten künftiger Kämpfe auf das Leben der türkiſchen Induſtrie. Den Schrittmacher bei der Induſtrialiſierung ſpielt die Regierung, da die Privatwirtſchaft infolge des Kapitalsman⸗ gels nicht immer mitkam; hier hilft auch das von der Regie⸗ rung durchgebrachte Induſtrieförderungsgeſetz nicht völlig über die Mißſtände hinweg, nur ein geringer Teil der Privat⸗ wirtſchaft hat ſich ſeiner bisher zu bedienen vermocht, immer⸗ hin ſind auch hier Fortſchritte zu verzeichnen, hat doch eine rein türkiſche Firma, Neml Sade ſogar die Samſuner Küſtenbahn für eigne Rechnung zu bauen vermocht. Der Regierung kommt bei ihren Unternehmungen neuerdings natürlich der ihr von einer deutſchen Bankengruppe gewährte 65 Millionenkredit ſehr zu ſtatten, weil er ihr größere Verfügungsfreiheit in der Erfüllung ihrer lau⸗ fenden Verpflichtungen aus dem Aufbauwerk gewährt. Neben den ſchwediſchen und belgiſchen Unternehmern hat nun auch die deutſche Julius Berger⸗Gruppe mit dem Bau der ihr übertragenen bei n Bahnen begonnen und zwar finanziell unter beſſeren und ſicheren Bedingungen, als jene, inſofern man ſich nicht mit den etwas zweifelhaften Schatz⸗ bons bezahlen läßt, ſondern mit auf die beſte türkiſche Bank gezogenen Handelswechſeln, die jeden Monat fällig ſind. Das hat zwei Vorteile. Einmal hat man die Möglichkeit, jederzeit die Zahlung zu kontrollieren, und wenn Gefahr vorliegt, ſich zu ſichern, wobei noch in Betracht kommt, daß die Agrarbank ihren Kredit ſo leicht nicht durch Nichteinlöſung der Wechſer aufs Spiel ſetzen wird, und dann kann die türkiſche Regie⸗ rung geg nüber dem Wechſelanſpruch keine Einrede aus der Leiſtung des anderen Teils geltend machen, eine Gefahr, die bisher bei Geſchäften im Orient immer allzu nahe lag, wenn es mit der Bezahlung haperte. Die Deutſche Orientbank hat übrigens kürzlich von dem Kredit die erſten 2 Millio⸗ nen an die deutſchen Bahnbauer für die Vorberei⸗ tungsarbeiten zur Auszahlung gebracht, und andererſeits be⸗ ginnen jetzt auch ſchon die türkiſchen Wechſel fällig zu werden. Das ergibt dann bald ein klares Bild. Auch andere auslän⸗ diſche Kapitaliſtengruppen bewerben ſich jetzt um Bahnbau⸗ aufträge in der Türkei. Augenblicklich ſteht ein Vertrauens⸗ mann einer ſolchen Gruppe namens Pinkus mit der türkiſchen Verkehrsverwaltung in vorbereitenden Verhandlungen, und es geht um ein Projekt für eine Bahn von Bolu über Kaſtamuni nach Ineboli am Schwarzen Meer. Während ſich nun ausländiſches Kapital ſehr für die Bodenſchätze der Türkei intereſſiert, und z. B. auch die aus deutſchen Kavpitaliſten gegründete Südanatoliſche Minengeſellſchaft ſich lebhafter zu rühren beginnt, verſucht die türkiſche Regierung auch mit Fabrikgründungen; ſo ſind u. a. Panier⸗, Zündholz⸗ Munftionsfabriken und ein großes Walzwerk geplant. Fertig ſind dagegen bereits zwei Zucker⸗ fabriken. Deren erſte iſt in Alpollu an der Bahn Konſtan⸗ tinopel—Adrianopel von deutſchen Firmen errichtet und wird ſich auch rentieren, wenn die Frage des Zuckerr! enanbaues beſſer als bisber gelöſt wird. Die zweite haben die bömiſchen Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) Dtenstag, den 2. Auguſt 1927 Skodawerke bei Uſchak in Anatolien erbaut, doch mußte die Fabrik ſehr bald wieder ſchließen, weil die Frage der Waſſer⸗ beſorgung nicht zufriedenſtellend gelöſt war. Jetzt baut die in Konſtantinopel anſäſſige deutſche Baufirma Hertzer gach Plänen des Waſſerbaufachmanns Baumgarten eine viele Kilometer lange Leitung; man hofft, daß nach deren Fertig⸗ ſtellung auch die Uſchaker Fabrik günſtig wird arbeiten können. Man kann heute ſchon einzelne künftige Induſtriezentren vorausſehen, wenn der Türkei der Friede bewahrt bleibt, und ſie auch ſonſt von ſchwereren Schickſalsſchlägen verſchont wird. Neben Konſtantinopel kommt da in erſter Linie Kai⸗ ſarie, der künftige große Eiſenbahnknotenpunkt in Frage, wo die Junkerswerke ſchon für die Türkef eine Flugzeugfabrik d bauen und demnächſt auch mit dem Bau einer ſehr großen Eiſenbahnwerkſtätte begonnen werden ſoll. Bei all dieſen Unternehmungen iſt die deutſche Induſtrie hervorragend be⸗ ſchäftigt. Auch unſere großen Unternehmungen auf dem Ge⸗ biet der Elektrizität ſind rührig an der Arbeit. Die ..G. Siemens⸗Schuckert und Bergmann bauen in vielen türkiſchen Städten Elektrizitätswerke, die zweite Firma, die in der Türkei eine Tochtergeſellſchaft, die Elektro⸗Radio ge⸗ ündet hat, außerdem noch in Eski Schehir eine Fabrik für elektriſchen Bedarf. Endlich wird auch die Gasanſtalt von Angora von einer deutſchen Firma gebaut. Leider fällt auf dieſe Entwicklung ein Schatten, inſofern ſich langſam, aber ſtetig die türkiſche Valuta verſchlech⸗ tert. 1924 war ihr Durchſchnitt gegenüber dem engliſchen Pfunde noch 780 Pfaſter, 1925: ſtteg das engliſche Pfund auf 860, dann 1926 auf 900 und in dieſem Jahre bezahlt man das engliſche Pfund ſchon im Durchſchnitt mit 950 Piaſtern. Dabei' wird vielfach ang⸗nommen, daß im Herbſt, wenn die alten türkiſchen Noten gegen die neuen in England gedͤruckten um⸗ getauſcht werden, ein bedeutender Sturz der LEtg einſetzen würde. Im Intereſſe des türkiſchen Abſatzzahlungsfähigkeit muß man hoffen, daß die Schwarzſeher Unrecht behalten. Die Kriſe in Genf Die augenblickliche Lage auf der Seeabrüſtungskonferenz iſt wieder pöllig verworren. Der engliſch⸗amerikaniſche Gegenſatz beſteht unverändert fort. Man ſucht augenſcheinlich nach einer erlöſenden Formel, um den ſachlichen Zuſammen⸗ bruch der Konferenz irgendwie zu verſchleiern und damit die ſchlimmſten Folgen zu verhüten. Einerſeits handelt es ſich bei der Suche nach einem neuen Ausgleich in den von Cham⸗ berlain im engliſchen Unterhaus angedeutelen Vorſchlag einer zeitweiligen Verſtändigung, d. h. für die nächſten 9 Jahre ſoll ein Waffenſtillſtand im Bau der 10000 To.⸗Kreuzer eintreten; England verpflichtet ſich, keine neuen Kreuzer dieſer Gattung mehr auf Stapel zu legen, wogegen Amerika bis auf den gegenwärtigen engliſchen Beſtand heranbaut und Japan das Verhältnis:5 beibehält. Anderſeits iſt von den Ameri⸗ kanern jetzt eine Note ausgegeben worden, die nicht recht perſtändlich erſcheint. Die Amerikaner veröffentlichen einen Zuſatz zu einer nicht beſtehenden Konvention, derzufolge die vertragſchließenden Staaten bis zum 31. Dezember 1936 be⸗ rechtigt ſind, nach dem 31. Januar 1931 eine neue Konferenz einzuberufen, falls ein Vertragsſtaat die Grundſätze der Kon⸗ vention über die Geſamttonnage der Kreuzer verletzt. Sollte bei dieſer Konferenz ein Uebereinkommen nicht erzielt wer⸗ den, ſo ſoll jeder Vertragsſtaat berechtigt ſein, die Konvention zu kündigen. Nun beſteht, wie geſagt, überhaupt kein Vertrag, auf den ſich der obere Zuſatz ſtützen könnte. Weiterhin würde nach dem Inhalt des oberen Zuſatzes jeder Vertrag über⸗ haupt hinfällig werden, da durch ihn jeder Staat völlige Frei⸗ heit hinſichtlich einer Uebertretung der Konventionsbeſtim⸗ mungen erhalten würde. Es iſt auch nicht verſtändlich, warum die Amerikaner dieſen Zuſatz jetzt veröffentlichen, nachdem ſchon Donnerstag die Engländer den Vertrag in einer Ver⸗ trauensſitzung abgelehnt haben. Das Sekretariat der Marinekonferenz gibt bekannt, daß die zuerſt für heute(Dienstag) angeſetzte und dann abgeſagte Vollſitzung am Donnerstag nachmittag ſtattfinden ſoll. Nie wieder Krieg! Berlin, 2. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Die großen Berliner ſozialdemokratiſchen Ortsgruppen veran⸗ ſtalteten geſtern abend auf dem Wittenbergplatz eine Maſſen⸗ kundgebung unter der Parole„Gegen Krieg und Kriegsgefahr, für Frieden und Sozialismus“. Von 7 Sammelplätzen in den verſchtedenen Bezirken Großberlins marſchierten die geſchloſ⸗ ſenen Züge unter Muſikbegleitung und roten Fahnen nach dem Wittenbergplatz. Das Reichsbanner Schwarz⸗Rot⸗ Gold“ war ebenfalls mit zahlreichen Kameradſchaften an⸗ weſend. Die Poltizei hatte ſtarke Kräfte eingeſetzt, um den Verkehr zu regeln. Auch die ſozialdemokratiſche Arbeiter⸗ 55 nahm an der Kundgebung teil und in ihren Zügen ah man neben den roten Fahnen der einzelnen Abteilungen zahlreiche Plakate mit den üblichen Anſchriften. In den An⸗ ſprachen wurde darauf hingewieſen, daß diejenigen Kräfte, die den Krieg von 1914 mit ſeinen ungeheuren Opfern an Menſchen und volkswirtſchaftlichen Werten verſchuldet hätten, wieder am Werke ſeien, um neue Konflikte heraufzubeſchwö⸗ ren. Während die arbeitenden Maſſen, die ihr Leben während des Kriegs in die Schanze geſchlagen hätten, der Arbeitsloſig⸗ keit und Not ausgeliefert ſeien, bezögen die ehemaligen Gene⸗ Täle, die ſich gegen die Republik gewandt hätten, von dieſer Republik noch hohe Penſionen. Zu irgendwelchen Zuſammen⸗ ſtößen kam es nicht. Reinholò über den Dawesplan In einem Interview mit einem Vertreter der Aſſoeiated Preß führte der frühere Reichsfinanzminiſter Dr. Rein⸗ Bold aus, daß für die Leiſtungen aus dem Dawesplan zur Zeit keine Schwierigkeiten in Deutſchland beſtehen.(1) Auch werde jede deutſche Regierung nach beſten Kräften die Erfül⸗ Iung anſtreben, jedoch ſei zu befürchten, daß Deutſchland gemäß dem Dawesplan um die Hälfte mehr zahlen müſſe, als die ge⸗ Sle 3. anderen Schuldnernationen an Amerika zahlen ſollen. e Zahlungen können nicht aus dem Kapital geſchöpft, ſon⸗ 1 dern müſſen aus dem Nationaleinkommen geleiſtet werden. Die Frage laute daher weniger, was Deutſchland produziere, als was es verdienen könne. Dr. Reinhold ſprach die Ueber⸗ zeugung aus, daß die Gewiſſenhaftigkeit, mit der Deutſchland den Dawesplan erfülle, in Amerika anerkannt werden möge. Kurswechſel in Moskau? Berlin, 2. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Der Moskauer Korreſpondent des„Tag“ meldet ſeinem Blatte von einem gemeinſamen Schritt, den die z. Zt. in Moskau an⸗ weſenden ruſſiſchen diplomatiſchen Vertreter im Ausland, vor allem die Botſchafter in Paris und Rom, jetzt im Kremi un⸗ ternommen hätten, um die Regierung zu einem Kurswech⸗ ſe zu veranlaſſen. Die letzten Mißerfolge der ruſſiſchen Po⸗ likik hätten das Preſtige Sowfetrußlands außerordentlich ge⸗ ſchädigt. Im Ausland machten ſich die Folgen von Tag zu Tag deutlicher bemerkbar. 5 Angeblich ſollen dieſe Ausführungen bei den Mitgliedern P des politiſchen Büros tiefen Eindruck gemacht haben. Die Sowfetregierung würde alſo nicht bis zum äußerſten auf ihrem Standpunkt beharren, ſondern auf„verſchiedenen Ge⸗ Hieten gewiſſe Zugeſtändniſſe machen.“ Man würde im Ver⸗ hältnis zu Japan Annäherungspolitik zu treiben und auch eine verſöhnlichere Haltung zu England einzunehmen ver⸗ ſuchen.— Warten wir es ab. Die deutſch⸗franzöſiſchen Veziehungen Intereſſante Erklärungen de Monzies Der franzöſiſche Senator de Monzie, der gegenwärtige Präſident der franzöſiſch⸗ruſſiſchen Schuldenkonferenz, hat dem Pariſer Mitarbeiter eines Berliner Spätabendblattes eine Unterredung gewährt, in der er ſich u. a. über einige Fra⸗ gen äußerte. die zur Jeit im Vordergrunde des Intereſſes ſtehen, namentlich, wie de Monzie wörtlich ſagt, über Beendi⸗ gung der Rheinlandbeſetzung, Regelung der latenten deutſch⸗polniſchen Konflikte, Beſchleunigung der Liquidierung er Saarfrage. Zu dieſen Problemen äußerte ſich de Monzie folgendermaßen: Als Miniſter der öffentlichen An⸗ gelegenheiten unter Briand habe ich den Plan für ein Abkom⸗ men über die Saargruben ausgearbeitet, der der Auftakt zu einer allgemeinen Verſtändigung bilden ſollte. Mein Plan ging dahin, daß die Saargruben von einer privaten Geſell⸗ ſchaft in Betrieb genommen werden. Die Geſellſchaft ſoll aus deutſchen franzöſiſchen und italieniſchen Firmen gebildet werden. de Monzie erwartet von der Ausbeutung durch eine private Gruppe eine außerordentliche Steigerung der Produk⸗ tion und leichtere Sicherung von Abſatzmärkten. Wäre das Kabinett Briand, in dem ich damals Arbeitsminiſter war, nicht zurückgetreten, erklärte de Monzie, ſo würde ich meinen Plan beſtimmt verwirklicht haben. Feſte Abmachungen waren bereits mit franzöſiſchen und italieniſchen Intereſſenten ge⸗ troffen. Mein Plan hat freilich nichts von ſeinem unſprüng⸗ lichen Intereſſe eingebüßt. Größere Zurückhaltung lege ich mir in der Frage der Rheinlandbeſetzung auf, nicht etwa weil ich die Wünſche der deutſchen Oeffentlichkeit nicht begriffe, oder per⸗ ſönliche Vorbehalte äußern wollte, ſondern weil ich entſchloſſen bin, das Kabinett Pofncaré zu unterſtützen, ſelbſt wenn es ſich nicht zu der unmittelbaren Regelung entſchließen kann, wie ich ſie mir vorſtelle. Ich habe ganz beſondere Gründe, eine verſtärkte Tätigkeit auf dem Gebiete der Wiederannähe⸗ rung zu wünſchen. Als Präſident der franzöſiſch⸗ruſſiſchen Schuldenkonferenz fühle ich mit jedem Tage mehr die Unmög⸗ lichkeit, zu einem Ergebnis zu gelangen, ſolange die Sowjet⸗ regierung Deutſchland gegen Frankreich ausſpielen kann. Wir ſchaden einander auf jedem Gebiet durch das Gegenein⸗ ander unſerer Anſtrengungen. Wir ziehen an verſchiedenen Strängen. Die falſche Intimität Deutſchlands mit Rußland iſt danach angetan, meine Aufgabe beträchtlich zu erſchweren. Tatſache iſt, daß auf keiner der beiden Seiten ein genügend ſtarker Wille zur Verſtändigung beſteht. Wir müſſen uns zunächſt einmal von dem Wunſch nach Ver⸗ ſtändigung ganz durchdringen laſſen, dann werden die Schwie⸗ rigkeiten von ſelbſt gelöſt werden. In einem ſind wir uns einig, daß eine Verſchleppung für beide Parteien Nachteile mit ſich bringen würde. Die Wirtſchaftsverhanoͤlungen mit Frankreich Berlin 2. Auguſt,.(Von unſerem Berliner Büro.) Ge⸗ genüber den Verſuchen der Pariſer Preſſe, den deutſchen Un⸗ terhändlern und der hinter dieſen ſtehenden Reichsregierung die Schuld an dem ſchleppenden Gang der deutſch⸗franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen zuzuſchreiben, wird uns an unterrichteten Stellen verſichert: Von deutſcher Seite würden keinesfalls Schwierigkeiten gemacht; man hätte hier durchaus das ernſte und ehrliche Beſtreben, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, nur kann man von Deutſch⸗ land nicht verlangen, daß es beträchtliche und legitime In⸗ tereſſen ſeiner Wirtſchaft preisgebe. Darum gehe es in dem gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen. Man ſei zu Zu⸗ geſtändniſſen nach wie vor durchaus bereit, aber ſie dürften nicht ſozuſagen an die Subſtanz der deutſchen Wirtſchaft rüh⸗ ren. Pariſer Kufthetze gegen Deutſchland Paris, 2. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Die Propaganda für den Ausbau der franzöſiſchen Luftfahrt wird in der franzöſiſchen Preſſe mit Nachdruck fortgeſetzt. Die Fort⸗ ſchritte der deutſchen Zivilaviatik werden ſyſtematiſch dem franzöſiſchen Leſerpublikum als Schreckgeſpenſter hin⸗ geſtellt und in allen Tonarten wird wiederholt, Frankreich müſſe unverzüglich zu Werke gehen, um den Vorſprung, den Deutſchland gewonnen habe, wieder einzuholen.„Le Petit Journal“ unternimmt es heute, das Publikum darüber auf⸗ zuklären, was in den deutſchen Flugzeugfabriken alles im Bau begriffen iſt, wobei das Blatt merkwürdig viel Einzel⸗ heiten über Gewicht, Geſchwindigkeit, Stärke, Aktionsradius uſw. der deutſchen Apparate verrät. Beſonders beunruhigt zeigt ſich das Blatt durch einen neuen Waſſerflugzeugtypus mit 6 Motoren zu je 520 PS:, der nach den Inſormationen des Blattes gegenwärtig von Dornier gebaut wird und einen Aktionsradius von 4000 Klm. bei einer Stundengeſchwindigkeit von 200 Km. beſitzen ſoll. Ferner kündigt das Blatt an, daß in den Werkſtätten von Dornier bereits die Pläne für noch größere Waſſerflugzeuge ausgearbeitet werden, die 30 To. ſchwer ſind und mit 4000 PS. ausgeſtattet werden ſollen. Mit dieſen Luftkreuzern, deren Vollendung nicht ganz vier Jahre erfordere, meint das„Petit Journal“, ſei es den Deutſchen möglich, das britiſche Reich zu blockieren. Trotz dieſer Alarmrufe läßt das Blatt den Franzoſen doch eine Hoffnung: Frankreich ſei im⸗ mer noch imſtande, den Deutſchen den Rang abzulaufen, wenn es ſofort ernſte Anſtrengungen mache. Es ſei für Deutſchland nicht hinreichend, eine große Luftflotte zu haben, vielmehr müſſe es vor allem auch an die Ausbildung fähiger Flieger gehen, die nicht nur imſtande ſeien, lange Flüge in jedem Klima zu unternehmen, ſondern auch in Geſchwadern zu manövprieren. Zur Anſchlußfrage iJ Berlin, 2. Auguſt.(Von unſerem Berliner Büro.) Der frühere ſerbiſche Außenminiſter Zwan JIwanowitſch hat, wie man der„Da3“ aus Wien meldet, in Ueskueb eine Rede gehalten, in der er erklärte, die jugoſlaviſche Regierung müſſe öffentlich dafür eintreten, daß der Anſchluß Oeſterreichs an Deutſchland durchgeführt werde. Auch Jugoſlavien habe ſich auf dieſer Baſis geeinigt und was für Jugoflavien recht ſef müſſe auch für Deutſchland und Oeſterreich billig ſein. Vekeiligung Sowjetrußlanos an der Verkehrskonferenz Der Generalſekretär des Völkerbundes hat von der Sow⸗ jetregierung ein Schreiben erhalten, in dem ſie die Einladung zur Teilnahme an der nächſten allgemeinen Verkehrs⸗ und Tranſitkonferenz des Völkerbundes, die am 23. Aug. zu⸗ ſammentritt, annimmt. In dieſer von Tſchitſcherin unter⸗ zeichneten Zuſage wird ausgeführt, daß der Beſchluß, der Ein⸗ ladung Folge zu leiſten, nichts an dem allgemeinen Stand⸗ punkt der ruſſiſchen Regierung gegenüber dem Völkerbund ändere. Ferner werde ruſſiſcherſeits vorausgeſetzt, daß der ruſſiſche Delegation, die ernannt werden wird, alle Rechte und rivilegien zuteil werden, die die anderen Mitglieder dieſer Konferenz genießen. Das Verfahren gegen die Wiener Unruheſtifter — Wien, 2. Aug. Wie verlautet, wurde bisher wegen der Unruhen vom 15. Juli und der folgenden Tage gegen 200 Per⸗ ſonen das Verfahren eingeleitet. 15 Amerikaniſche Baupläne für Verlin Am Montag iſt im Reichsinnenminiſterium von der Nen Vorker Viſta⸗Building Corporation durch ihren Vizepräſi⸗ denten Mitchel⸗Liebenſon mittels Kabeltelegramm ein Bau⸗ angebot eingegangen, demzufolge die genannte Geſellſchaft ſich bereit erklärt, binnen—3 Jahren für 60000 Jamilien in Berlin nach einem beſtimmten Plan Wohnungen zu bauen. Als Kapitalbetrag wird in dieſem Projekt ein Betrag von 150 Mill. Dollar vorgeſehen, von dem 100 Mill. als 6proz. erſte hypothekariſch geſicherte Schuldverſchreibung in den Ber⸗ ſStanlen tilgbar in 33 Jahren und 50 Mill. Dollar als 2. Hypothek zu 8 Proz. und in 15 Jahren tilgbar in Deutſchland unterzubringen wären. 12 Das neue amerikaniſche Bauprogramm wird im Reichs⸗ arbeitsminiſterium der für Aufgaben der vorſtehenden Art zuſtändigen Reichsſtelle zur weiteren Stellungnahme über⸗ mittelt. Das Reichsarbeitsminiſterium wird zu entſcheiden haben, ob bieſes amerikaniſche Bauprojekt, falls es ſeine Ge⸗ nehmigung finden ſollte, für das Reich oder durch das preu⸗ ßiſche Wohlfahrtsminiſterium für Preußen durchgeführt wer⸗ den würde. Im Zuſammenhang mit den durch den Magiſtrat der Stadt Berlin gemachten Ausſchreibungen hat auch die ameri⸗ kaniſche Firma Chapman u. Co., die bekanntlich das erſte amerikaniſche Bauangebot gemacht hat, gemeinſam mit deut⸗ ſchen Firmen ein neues Bauangebot gemacht. Auch von an⸗ deren Firmen Berlins und des Reiches gehen gegenwärtig auf das Ausſchreiben des Magiſtrats hin Vorſchläge für den Wohnungsbau ein. Aufruf der kommuniſtiſchen Internationale E Berlin, 2. Auguſt.(Von unſerem Berliner Büro.) Das Exekutivkomitee der kommuniſtiſchen Internationale, das heißt der hochwohllöbliche Komintern höchſt ſelber veröffent⸗ licht in der„Roten Fahne“ einen Aufruf an die„Prole⸗ tarier aller Länder“, in dem für die am 4. Auguſt geplante kommuniſtiſche Maſſendemonſtration Stimmung gemacht wer⸗ den ſoll.„Die Auguſttage von 1927“, heißt es da u..,„ſollen der Beginn einer wahren proletariſchen Einheitsfront unter der Fahne des Kampfes gegen Imperalismus und Kommu⸗ nismus werden. Alle Arbeiter ohne jede Ausnahme müßten wirkſame Vorbereitungen zum Generalſtreik für den Fall eines Krieges treffen.“ Zwiſchendurch erhalten auch die pazifiſtiſchen Literaten eins aufgezählt: Der Kampf gegen Krieg und Kriegsgefahr würde nur dann erfolgreich ſein, „wenn er auch gegen diejenigen Lakaien des Imperalismus gerichtet wird, die durch einen dichten Schleier pazifiſtiſcher Phraſen die Wachſamkeit des Volkes einſchläfern, die Revo⸗ lutionäre in der niederen Arbeiterklaſſe und unter den Völ⸗ kern des Oſtens zerſplittern wollen.“ Haftbeſchwerde Roßbachs Berlin, 2. Aug.(Von unſerem Berliner Bitro) Roßbach, der, wie gemeldet, kürzlich in Mecklenburg feſt⸗ genommen und in das Schweriner Unterſuchungsgefängnis eingeliefert wurde, hat, wie eine hieſige Nachrichtenſtelle zu erzählen weiß, gegen ſeine Verhaftung Beſchwerde erhoben. Ueber dieſe Beſchwerde ſoll in den nächſten Tagen entſchieden werden. Das Reichsjuſtizminiſterium wird nach derfelben Quelle nichts unternehmen, da es ſich bei dem Verfahren wegen Erſchießung zweier Arbeiter in Niendorf um eine rein mecklenburgiſche Angelegenheit handle. Eine Hindenburg und eine Ebertbriefmarke Berlin, 2. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Unmittelbar nach der Herausgabe der Hindenburg⸗Wohl ahrts⸗ briefmarke wird ſich, wie die„Voſſiſche Ztg.“ hört, das Reichs⸗ kabinett noch mit dem Vorſchlag befaſſen, eine Hindenburg⸗ und eine Friedrich⸗Ebert⸗Marke für den gewöhnlichen Poſt⸗ betrieb zu ſchaffen. Im Verwaltungsrat der Reichspoſt iſt bekanntlich beſchloſſen worden, zu dem Zeitpunkt, wo die Hindenburg⸗Wohlfahrtsmarke als normale Serienmarke in etwas veränderter Form zur Ausgabe kommt, eine zweite Präſtdentenmarke mit dem Bild Eberts zu ſchaffen. Vorbereitung für den deutſchen Ozeanflug Berlin, 2. Auguſt.(Von unſerem Berliner Büro.) Das für die Atlantiküberquerung erbaute Flugzeug der Caſpar⸗ werke in Travemünde iſt, wie den hieſigen Blättern aus Ham⸗ burg gemeldet wird, geſtern in aller Stille aufgeſtiegen, um in einem Dauerpendelflug zwiſchen Travemünde und Schwerin ſeine Leiſtungsfähigkeit zu erproben. In den nächſten Tagen ſoll ein zweiter Probeaufſtieg erfolgen, bei dem die Funkanlage im Wechſelverkehr mit Norddeich und Fuhlsbüttel geprüft werden ſoll, die auf dem beabſichtigten Atlantikflu als meteorologiſche Leitſtation dienen ſoll. Das Flugzeug ähne äußerlich dem bekanten Laſtflugzeug C 32, iſt aber mit einem Junkers I. 5 Motor ausgerüſtet. Für den Amerikaflug rechnet man mit einer Geſamtflugdauer von 55—60 Stunden. Es ſoll daher 2500 Kg. Betriebsſtoff, davon 180 Kg. Oel, mitgenommen Letzte Meldungen Der neue Rektor der Berliner Univerſität — Berlin, 2. Aug. Geſtern abend wählte der weitere Se⸗ nat der Berliner Univerſttät, Geheimrat Prof. Dr. Eduard Norden von der philoſophiſchen Fakultät zum neuen Rek⸗ tor. Geheimrat Norden ſteht im 60. Lebensjahre und doziert ſeit 1906 an der Berliner Univerſität. Artillerieübungen der deutſchen Flotte —Schlegwig, 2. Aug. Die Linienſchiffe„Elſaß“,„Schleb⸗ wig⸗Holſtein“ und„Schleſien“, ſowie die Kreuzer„Berlin, „Nymphe“ und„Amazone“ und der Tender„Nordͤſee“ ſi geſtern in See geſtochen, um Artillerieſchießübungen vorzu⸗ nehmen. Der Reichswehrminiſter und der Chef der Marine⸗ leitung wohnen den Uebungen bei, die bis Wochenende dauern dürften. Schulkinder im Gewitter VParis, 2. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) Eine Ferienkolonie, die ſich in Begleitung eines Lehrers im Walde von Fontatnebleau auf einem Ausflug befand, wurde von einem Gewitter überraſcht. Die Kinder ſuchten in einer Grotte Schutz vor dem Unwetter. Wenige Minuten ſpäter ſchlug der Blitz in den Felſen wobei die Grotte einſtürzte. Die Kinder wurden von den ſchweren Steinen und Erdſtücken verſchüttet. Eins von ihnen wurde durch ein mächtiges herunterfallende Steinſtück auf der Stelle getötet, mehrere andere erlitten ſchwere Verletzungen. Neuer Unglücksfall bei den engliſchen Luftmanöbvern eLondon, 2. Aug. Geſtern ſtürzte neuerdings bei den engliſchen Luftmanövern ein Flugzeug ab, deſſen beide In⸗ ſaſſen den Tod fanden. Die Maſchine gehörte dem 13. Flug⸗ zeuggeſchwader an. Braſilien gegen den Kommunismus —Rio de Janeiro, 1. Auguſt. Mit 118 gegen 18 Stimmen baz die braſilianiſche Kammer das Geſetz über die Unter⸗ drückung des Kommunismus angenommen. 9 8. — New räſi⸗ zau⸗ ſich ten uen. von als ſlar in chs⸗ Art ber⸗ den Ge⸗ reu⸗ ver⸗ der eri⸗ rſte eut⸗ an⸗ rtig den . ro.) das nt⸗ le⸗ nte er⸗ ter die zen en. ſen 2 rdDN F Dienstag, den 2. Auguſt 1927 Nene Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ansgabe) 9. Seite. Nr. 351 Stäoͤtiſche Nachrichten Oeffentlicher Blumenſchmuck in Mannheim „Waren Frühfahrsneige und Sommeranfang für die Ent⸗ wicklung des Blütenflors auf unſeren öffentlichen Schmuck⸗ plätzen nicht beſonders förderlich, ſo hat der Juliſonnenſchein vieles nachgeholt und den durch die ungünſtige Witterung etwas zurückgebliebenen Knoſpenanſatz zu reicher Entfaltung gebracht. Es iſt ja das Tragiſche in der Gartenkunſt, daß Menſchenwille und Menſchentum allein nicht den Ausſchlag geben ſondern daß die beſten Abſichten nur zu unvollkomme⸗ ner Wirkung gelangen, wenn der Wettergott mit dem be⸗ lebenden und verſchönenden Sonnenſtrahl zurückhält. Obwohl wir heute den Höhepunkt der ſommerlichen Jahres⸗ zeit noch nicht erreicht haben, präſentieren ſich unſere gärt⸗ neriſchen Stadtplätze ſeit kurzem in einem blütenreichen und farbenprächtigen Gewande. Unſere Gartenverwaltung läßt das Beſtreben erkennen, in der Bepflanzung der verſchiedenen Schmuckplätze größtmögliche Abwechſlung walten zu laſſen. In den letzten Jahren haben in Mannheim wie auch andern⸗ arts. gewiſſe Sommerblumen bei der Beetbepflanzung Eingang gefunden, die durch Farbe und Habitus das alt⸗ gewohnte Einerlei von Geranien, Fuchſien und immerblühen⸗ Be⸗ Begonien höchſt angenehm unterbrechen. Es ſei in dieſer eztehung hingewieſen auf die wirkungsvolle Verwendung von Zwerg⸗Löwenmaul in den Farben gelb und purpurrot auf dem Bahnhofsplatz und auf die Zuſammenſtellung von orangegelben Sammetblumen(Tagetes) mit dem violettfarbenen Eiſenkraut(Verbena) auf den Schmuckplätzen rechts und links des Waſſerturms. Der Friedrichsplatz hat in dieſem Sommer, im Ge⸗ genſatz zur lebhaft⸗bunten Frühjahrsbepflanzung mit Stief⸗ mütterchen. einen einfarbigen, leuchtendroten Blütenkranz 7— Geranien erhalten, der ſchon aus größerer Entfernung as Auge mit unwiderſtehlicher Kraft auf ſich lenkt. Die 8 tadtwappen auf den Waſſerturmplätzen ſind in jüngſter Seit mit niedrigbleibenden Geranien beſetzt worden, nachden. wie wir in Erfahrung gebracht haben, die urſprünglich an⸗ Witlanate Salpienneuheit infolge der ungünſtigen itterungsverhältniſſe nicht recht zur Entwicklung kommen 89 Schade, daß bei dieſen letztgenannten ſchönen Schmuck⸗ ankagen die volle Ueberſicht nur von erhöhtem Standpunkt aus möglich iſt. 28 Der Parabeplaß prangk zur Zeit in roten Farben⸗ 1 Das Braunrot der Begonienſtreifen bildet mit dem 40 nden den Geranienrot der Rundbeete einen äußerſt wohl⸗ Hohe en Kontraſt. Durch die im vergangenen Jahre erfolgte — derlogung der Rundbeete wie auch des umgebenden Raſens N Wirkſamkeit der Bepflanzung weſentlich nerſtärkt wor⸗ ben' Auf dem Schillerplatz beim Theater wetteifern Far⸗ 833 und Pflanzenarten in bunter Vermengung miteinander, bei desne Frage auch ſeine Reize hat und in ähnlicher Weiſe ſach en ſogenannten gemiſchten Staudenrabatten heute viel⸗ 0 5 Anwendung findet. Weiterhin weiſen Sommerhlumen⸗ 1 verſchiedener Art auf die Anlagen vor 0 7, P 7 und Chg die Ecken des Schmuckhofes hinter der Kunſthalle und der arlottenplatz in der Oſtſtadt. zuſ In ausgedehntem Maße und in wirkungsvollen Farben⸗ 66 ebmenſtellungen ſind die Faſſaden einer Reihe ſtädtiſcher des Wor de mit B lumen geziert, womit im wahren Sinne ortes der Bevölkerung ein„leuchtendes“ Beiſpiel ge⸗ ſch en wird. Am augenfälligſten in Erſcheinung tritt die Aus⸗ 0 mückung in den Arkadenbögen des Kaufhauſes, 9 alten Rathaus und am neuen Krankenhaus. Endlich ſei noch des Blumenſchmucks auf den Kriegergräbern des der ſbitfriedhofs und der Vorortfriedhöfe gedacht, Stade in gewiſſem Sinne auch Allgemeinaut iſt und von der Jah t in einheitlicher Form und dreimaliger Exneuerung im e 15 angebracht wird Die Zehntauſende von Blumenpflan⸗ 60 5 für die Schmuckplätze mit ihrem ferühiahrs⸗ Sommer⸗ —5 tweihſe in der Bepflanzung, für den Faſſaden⸗ uck und die Kriegerfelderausſchmückung benötigt werden, inden ihre Anzucht nach unſerer Informalion ſamt und ſon⸗ ers in der neuzeitlich eingerichteten Stadtgärtnerei materiet Beariff von dem Rieſenverbrauch an Pflanzen⸗ 5 ia 0 geben, ſei darauf hingewieſen, daß im letzten en vielen anderen Arten etwa 25 000 Stief⸗ bon 22 en, 18000 Geranien, 20 000 Begonien, 12 600 Ver⸗ en und 14 000 Winteraſtern herangezogen werden mußten. Gewiß ein ſchöner Beweis ähi kädliſchen Inſtituts eis der hohen Leiſtungsfähigkeit 25 E Durch Ueberkochen von Teer gerket geſtern in der Karl⸗ draße 54 in Sandhofen ein Teer be ſſe 740 Beg n d. Das euer war beim Eint bereits gelöſcht reffen der alarmierten Berufsfeuerwehr Fähriges Geſchäftsjubiraum. Joh. Nellinger, jabeim, mechaniſche Bau⸗ und Möbelſchreinerei, feiert am futigen 2. Auguſt ſein 25jähriges Geſchäftsjubiläum. Herr Der Auguſt Nun iſt richtig ſchon der Auguſt, der Erntemonat, heran⸗ gekommen. Was der Frühling, was die erſten Sommer⸗ monate zur Entwicklung und allmählich zur Vollendung und Reife brachten, das ſoll nun auf den goldfarbenen Getreide⸗ feldern der Senſe des Schnitters zur Beute fallen und als täg⸗ liches Brot in die Scheunen und Mühlen wandern. Leider haben wir heuer ein Unwetterfjahr mit geradezu kata⸗ ſtrophalen Heimſuchungen weiter Landſtriche, in denen die Ernte mehr oder minder vollſtändig durch Waſſer und Hagel vernichtet wurde. So manche Frucht, die üppig und verheißungsvoll im Winde wogte, liegt zerfetzt und zerſchla⸗ gen, verſandet und zu Schanden gemacht im Boden. Um ſo dankbarer iſt der Landmann für jede Brotfrucht, die er glücklich unter dem Wieſenbaum hat und unter das ſchützende Dach des Hauſes bringt. Möchte der Auguſt endlich Einhalt tun mit den ſchweren Unwettern und uns eine gute Ernte⸗ witterung beſcheren, auf daß nicht nur der Müh und Not des Landmannes der verdiente Lohn werde, ſondern auch allem Volke die unentbehrliche tägliche Nahrung zu einem er⸗ ſchwingbaren Preiſe! Hochſommerlicher Glanz liegt noch über den Ta⸗ gen des Auguſt. Welch ſtrahlende Sonnentage, welche Jar⸗ benbracht großer, leuchtender vollgeſichtigter Blumen läßt er noch aufflammen, welche Lebensfülle ſpricht noch aus ſeinem Weſen! Und doch führt er uns im Kreislauf des Jahres ſchon wieder abwärts, verküzt uns das Licht des Tages um ganze 17 Stunden und läßt uns manchmal die Nähe. ſeines Nachfolgers, des ſchwermutsvollen Herbſtes, ſchon mehr als uns lieb iſt, fühlen. Auch für den Ferien⸗ und Reiſever⸗ kehr hat der Auguſt ſeine Bedeutung. Mehrere Wochen noch und ſchon iſt die vielberedete„Hochſaiſon“, die Hochflut des Ferienverkehrs und damit für viele die ſog.„goldene Zeit“ des Fremdenverkehrsgewerbes wieder vorüber. Wenns ein⸗ mal ſo um die Mitte Auguſt iſt, lichten ſich in unſeren Som⸗ merfriſchen ſchon die Reihen der Gäſte und noch ein Weilchen ſpäter mirds lichter und ſtiller und mag der ſcheidende Auguſt auch noch ſo gleißend und prunkend mit Sonne und Farben für ſich werben. Gerade im Auguſt kommt uns die Flüchtig⸗ keit, die Kürze der ſchönen Jahreszeit ſo recht zum Bewußt⸗ ſein. Möge ſich wenigſtens der Auguſt noch aus Kräften be⸗ mühen, uns für manche Unbill dieſes unbeſtändigen Sommers zu entſchädigen! 1. * Oeffeutlicher Steuerproteſt. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, veranſtaltet die Ortsgruppe Mannheim der Wirt⸗ ſchaftlichen Vereinigung des bad. Mittelſtandes am Mittwoch, den g. Auguſt eine öffentliche Steuerproteſtverſammlung.(Näh. ſiehe Anzeige.) * 40jähriges Amtsinbilaum. Vom hieſigen Volksſchul⸗ kollegium feterten die Oberlehrer A. Arnold, Fortbildungs⸗ ſchullerer Julius Brunn und Hauptlehrer Chriſtian Ilz⸗ höfer ihr 40jähriges Amtsfubiläum. Die Feier wurde mit den noch lebenden Studiengenoſſen in Karlsruhe abgehalten. Veranſtaltungen * Verfaſſungsſeier. Wir machen auch an dieſer Stelle auf das Programm der Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt aufmerk⸗ ſam, das im Anzeigenteil zur Veröffentlichung gelangt. * Friebrichspark. In dem Beſtreben, die Parkanlagen immer weiteren Volkskreiſen zugänglich zu machen, hat die Parkleitung ein billiges Abonnement(Feriendauer⸗ karten) für die Monate Auguſt und September eingeführt. Wir glauben, daß von dieſer Einführung Viele, Groß und Klein und Alt und Jung, Gebrauch machen werden, um die Annehmlichkeit dieſes geſunden Aufenthaltes inmitten zweier Großſtädte wenigſtens während der Ferienzeit genießen zu können. Wie ferner aus dem Anzeigenteil zu erſehen iſt, werden am Samstag abend Hans Sachs⸗Spiele als Freilichtaufführung gegeben. Es kommen drei neu⸗ aufgenommene Bauernſchwänke zur Darſtellung. Für Sonn⸗ tag iſt ein billiger Tag vorgeſehen, an dem im Abend⸗ konzert Frau Lampert⸗Cronegh ihre Mitwirkung zu⸗ geſagt.(Siehe Anzeige.) * Erfolge des Maunheimer Mandolinen⸗Orcheſters „Mignon“. Bei dem am 23.—24. Juli in Rimbach bei Fürth abgehaltenen Muſikwettſtreit beteiligte ſich auch das Mandolinen⸗Orcheſter„Mignon“ Mannheim. Es errang in der Klaſſe A den 1. Ehrenpreis 1 ſilberner Pokal mit Urkunde und für die beſte Tagesleiſtung den Ehrenpreis = 1 ſilberne Plakette mit Urkunde. Erwähnenswert iſt, daß das Orcheſter bei 50 zu erreichenden Punkten in der Klaſſe A 49 Punkte erhielt, während es beim Kampfe um die beſte Tagesleiſtung nicht einen einzigen Punkt verlor. Das Or⸗ cheſter ſteht unter der bewährten Leitung des Herrn Karl dentenſtelle dieſer Organiſationen zu übernehmen. Heſtiges Gewilter über Mannheim Nach einer langen Reihe ſchöner Tage mit tropiſcher Hitze wurde der vergangene Nacht über Mannheim niedergegangene Regen als wahre Wohltat empfunden. Der geſtrige 1. Auguſt war mit ſeiner Höchſtluftwärme von 31,8 Grad im Schatten bisher der heißeſte Tag dieſes Jahres. In den Abend⸗ ſtunden ſetzte eine förmliche Wanderung nach den Bade⸗Anſtal⸗ ten ein, um ſich einigermaßen Abkühlung zu verſchaffen. Die Garten⸗Reſtaurants waren gut beſetzt. Ein vom ſüdweſtlichen Abendhimmel kommendes ⸗Wetterleuchten machte die Nacht zum Tage. Gegen halb 11 Uhr machte ſich fernes Donner⸗ grollen, das immer näher und näher heranrückte, bemerk⸗ bar. Nach einigen grellen Blitzen ſetzte auch unverhofft ein wolkenbruchartiger Regen ein, der die ſchleunigſte Flucht aus den Gartenlokalen zur Folge hatte. Anſtelle der großen ge⸗ waltigen Flächenblitze war ein ſtarkes Gewitter herauf⸗ gezogen. In allen Häuſern ſah man die Wohnungen beleuchtet. Der Gewitterregen war ſo ſtark, daß er wieder vielfach in die Kellerräume eindrang und die Berufsfeuerwehr zur Hilfe gerufen werden mußte, wie z. B. im Hauſe Hauptſtraße 8 in Feudenheim, wo die Berufsfeuerwehr den vollgelaufenen Keller auspumpen mußte. Durch den heftigen Südweſtwind fiel der Regen praſſelnd gegen die Scheiben. 'Während das Unwetter keinerlei Schaden in Mannheim anrichtete, ſchlug der Blitz in der Nachbargemeinde Secken⸗ heim in eine Scheune ein, wodurch noch eine Nachbar⸗ ſcheune von den Flammen ergriffen wurde und Großfeuer entſtand, wie an anderer Stelle ausführlich berichtet iſt. Die Berufsfeuerwehr Mannheim wurde von Seckenheim aus alar⸗ miert. Wie uns die Branddirektion mitteilte, fielen dem Groß⸗ feuer zwei mit Getreide⸗ und Futtermitteln gefüllte Sche u⸗ nen zum Opfer. Der Feuerherd wurde durch die freiwillige Feuerwehr Seckenheim mit mehreren Schlauchleitungen be⸗ kämpft. Außerdem waren zur Hilfeleiſtung gerufen worden die freiwillige Feuerwehr Ilvesheim und Mannheim und die Berufsfeuerwehr Mannheim. Letztere bekämpfte das Feuer mit drei Schlauchleitungen, die von einer Kraftſpritze e peiſt wurden. Die Berufsfeuerwehr Mannheim, die um halb zwölf Uhr nachts alarmiert wurde, rückte erſt heute früh 6 Uhr wieder in die Kaſerne ein. Der Feuerſchein des Großfeuers war weithin ſichtbar.— Der Regen dauerte ungefähr eine Stunde; merkliche Abkühlung hat er jedoch nicht gebracht, da bereits heute vormitag 7 Uhr wieder 20 Grad abzuleſen waren. ch. A * Oberbürgermeiſter Dr. Gugelmeier Leiter des badiſchen Sparkaſſenverbandes. Der Oberbürgermeiſter von Lörrach, Dr. Gugelmeier, iſt von den Organiſationen der Ba⸗ diſchen Girozentrale, des Sparkaſſenbundes und Badiſchen Städtebundes erſucht. worden, die neugeſchaffene a Dr. Gugelmeier der einzige Kandidat iſt, wird er dieſem Rufe Folge leiſten. Der Lörracher Stadtrat hat den Wunſch aus⸗ geſprochen, daß Oberbürgermeiſter Dr. Gugelmeier in dieſem Falle einen mehrmonatlichen Urlaub nehmen ſollte, um die noch ſchwebenden Projekte der Stadt zum Abſchluß zu bringen. Die Reichsinderziffer für Julf. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten(Ernährung, Wohnung, Hei⸗ zung, Beleuchtung, Bekleidung und„ſonſtiger Bedarf“) be⸗ läuft ſich nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den Durchſchnitt des Monats Juli auf 150,0 gegen 147,7 im Vormonat. Sie iſt ſonach um 1,6 v. H. geſtiegen. * 14 Tage kein Strafporto. Das Reichsminiſterium hat angeordnet, daß in der Zeit vom 1. bis einſchließlich 15. Aug uſt für Poſtſendungen, die noch nach den alten Gebührenſätzen freigemacht es nur der Unterſchied zwiſchen den alten und den neuen Gebühren als Nachgebühr anzuſetzen und zu er⸗ heben ſind. Nach dem 15. Auguſt erfolgt Berechnung der Nach⸗ gebühren in der üblichen Weiſe. Film⸗Nunoſchan ◻ Alhambra.„Mein Heidelberg, ich kann dich Rie vergeſſen!“ Dieſer Film iſt der zweite Teil des Emelkawerkes„Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“. Er behandelt das wettere Lebensſchickſal des Klärchen Schrö⸗ der, das nach dem Tode des Studenten Schönhoff, ſeiner Jugendliebe, es nicht mehr in Heidelberg aushält und mit ihrem Vater an die Oſtſee zieht. Dort heiratet Klärchen ſchließlich einen reichen Reedereibeſitzer. Aber ihre neue Hei⸗ mat und die Liebe ihres Mannes gibt ihr keine Freude. Sie kann den Jugendgeliebten und Heidelberg nicht vergeſſen. So zieht ſie denn wieder zum Neckarſtrand und folgt ihrem Lieb⸗ ſten im Tode nach. Ein Stück Romantik iſt dieſes Werk, das ſich faſt verliert in die Wehmut und in die Sehnſucht nach der ſchönen Stadt am Neckar und dem toten Geliebten. Erſte Darſteller, wie Dorothea Wieck, Carl Platen, Hans Adal⸗ bhert Schlettow, Vivian Gibſon, verleihen dem etwas ſehr ſentimentalen Film Geſtalt und Form, der aber immer⸗ hin eine recht ſchöne Leiſtung darſtellt.— Ein außerordentlich N 2 4 2 2 22 ellinger iſt zugleich 25 Jahre lang Bezieher unſerer Zeitung Lan 3⸗Mannheim. reichhaltiges Beiprogramm füllt den guten Spielplan aus. Charakteranalyſe Von Julius Kreis Der Zug der 8 1 Zeit und Geſellſchaft geht heute nach Seelen⸗ plinenbarakteranalpſe. Schon iſt die Fertigkeit in dieſen Diſzi⸗ ir denein faſt unumgänalich notwendiges Ausrüſtungsſtück ei der Ba Plauderer und Geſellſchafter am Teetiſch, nach Gef owle oder in der Tanzpauſe. Das läſtige Ringen ſortſchr lteucbsthemen fällt weg. Angeſichts der immer weiter enſchafk enden Ausbildung des ſchöneren Geſchlechts in Wiſ⸗ errn 275 und Leben iſt es für den nur normal begabten Tiſchdamener ſchwieriger und ausſichtsloſer beiſpielsweiſe ſeine Richar„Waanaregen und zu unterhalten. Die Geſpräche über aqner. über die Saalventilation, die Unbilden der 7 Geſthahrswitterung und die Zartheit lyriſcher Dichtungen, eſpräche, in d ei enen das ältere Konverſationsgeſchlecht noch Frbrenen wurde, haben ſich ſchon längſt überleht. Sogar der den und wird auenſale nnt mehr in laſedreen alterer Rfalls nur mehr in Ka ränzchen älterer amen zur Diskuſſion geſtellt. 5 155 20, Heute iſt d ͤ ka as Schickſte ein bißchen Pſychoanalyſe, und man Fien Pen Geernh 0 5 nach 5 inuuze in 106 40 über ihre„Kom“, vüberwertige een“ und„Verdrängungen“ ſaden. 1525 0 Im Nach lari folgenden ſoll ein kleines, brauchbares Vokabu⸗ Cbarakterdeutung für den Salon gegeben ſein. Ein beit und Diffar den Laienpſpchvanalitiker. Bei einiger Klua⸗ mit fahren fferenzterung in der Anwendung wird er aut da⸗ ub und So müge denn dieſer kleine eiſerne Beſtand hier der wirklia Frommen von federmann folgen. Um den Zorn 5 51 75 Pſychvanalitiker nicht auf uns zu laden, haben griffe dieſer 2 die, ſchwerwiegendſten wiſſenſchaftlichen Be⸗ ſagen die 15 Diſziplin hier anzuführen. Hier möge nur ſozu⸗ Konverſatioatne Scheidemünze, das Wechſelgeld für die kleine mieren will„gegeben ſein. Wer ſich weiter und tiefer infor⸗ „Der klewill, der leſe Heft 385 der Zehnpfennia⸗Bibliothek 4 705 Pſpchvanalitiker in der Weſtentaſche“. Cbarakterologte gen dieſer Begriff iſt die Grundlage der onſtattert Jebder freut ſich, wenn Hemmungen bei ihm atürlich ei Mor; Denn ohne dieſe Hemmungen wäre er ſondern bat 5 ordskerl. Der Faulpelz iſt nicht mehr faul, mehr mif de: Nrantungen“, Der Hoſenkeſträ kriegts nicht enlicht iſt 6 1 Ser— er iſt gehemmt. Wer kein großes Kir⸗ »bat Hemmungen, ſeine Gaben zu entfalten. Vom Backfiſch bis zum Greis am Stabe, vom Zündholzhauſierer bis zum Miniſter— das Wort wird überall die beſten Dienſte tun. Eingekleidet wird das Wort ſo angewandt: Sie leiden an Hemmungen. Oder: Wenn Sie erſt gewiſſe Hemmungen über⸗ wunden haben.. Oder: Sie ſind gehemmt. Auf je ein Pfund Gaben rühre man zwei Meſſerſpitzen Hemmungen. Individnalität, Originalität. Alle ſind in⸗ dividuell. Sie haben unter ihrer Individualität viel zu lei⸗ den.(Das„Leiden“ gehört zu jeder beſſeren Analyſe; denn nichts erfüllt den Menſchen mit ſo großem Hochgefühl, als wenn er etwas zu leiden hat.)„Originalität“ verwende man vorſichtiger, da manche Leute darin eine durch nichts gerecht⸗ fertigte Kränkung erblicken. Tiefe, Talent. Tiefe hat jedermann. Für beſonders anſpruchsvolle Tieflinge kann man die Wendung: Sie ſind ein Abgrund, ein abgründiger Menſch(niemals ein grindiger Menſch) gebrauchen. Der„Abarund“ wird gern eingenom⸗ men von unverſtanden ſein wollenden Frauen, jungen Ly⸗ 115 etwas überſpannten Backfiſchen jeden Alters und eſchlechts. Talent verteile man, ohne kleinlich zu ſein, bis zur Ge⸗ nialität. Muſikaliſche Veranlagung insbeſonders ſage man jedem auf den Kopf: denn faſt alle haben einmal in ihrer Jugend ein Inſtrument malträtiert. Damen haben meiſtens eine Ausbildung im Geſang genoſſen. Leugnet ein als muſi⸗ . Agnoſzierter, ſo bediene man ſich der„Hemmungs“⸗ endung. Differenziert, dieſes Wort macht ſich gut. Man kann es ganz nach Belieben anwenden. Am beſten bei eigenſinnigen Krakeelern, ſchlecht erzogenen Mädchen lauch„individuell“), hartnäckigen Schwätzern und unangenehmen Pedanten. Problematiſch kann man Leute nennen, die an der Tafel hinter ſtarkem Beſchäftigtſein mit Eſſen— taktvoll und diskret— die Gäben ihres Geiſtes und Herzens nicht vordring⸗ lich in Erſcheinung treten laſſen wollen. Energiſch iſt immer bei forſchen Männern gut an⸗ 9(nach Bedarf mit der Steigerung...„bis zur Bru⸗ alität“). Harmoniſch, dieſe Analyſe iſt für Leute, die gern Senf zu Wurſt, Butter zu Käſe, Schlagſahne zum Gefrorenen eſſen.— Sollte aber den Schlagrahm jemand zum Käſe neh⸗ men, oder ſich mit der Gabel heimlich kratzen, der iſt als un⸗ harmoniſche Natur zu keunzeichnen. Diskret, dieſes Wort gebe man jenen, die ſich heimlich und ohne viel Aufhebens aus der Zigarrenkiſte des Hausherrn ein halb Dutzend Importen einſtecken oder Damen, die ſich zwiſchen Suppe und Braten den Mund friſch anmalen. Leidenſchaft leidenſchaftlich. Wer wäre nicht gerne eine leidenſchaftliche Natur? Ein Don Carlos⸗ oder Carmen⸗ charakter? Man kann Leidenſchaftlichkeit ruhig bet Herren feſtſtellen, die das hübſche Stubenmädchen in eine ihrer Backen kneifen oder bei Damen, die nach aufgehobener Tafel das wildbewegte Lied„Der Lenz iſt da“ von Hildach ſingen. Intellekt, Intelligenz kann nur poſitiv angewandt werden in Wendungen wie: Ein ſcharfer Intellekt— ein ſehr intellektueller Menſch— Intelligenzcharakter. Die Bezeich⸗ nung intelligenzdefekt möge man nach Tunlichkeit vermeiden. Gemüt, Gefühl, gefühlsbetont. namentlich letzteres Wort verwende man freigebig an Perſonen, bei denen die All⸗ gemeinheit Intelligenzkonſtatierungen mißtrauiſch gegenüber ſtünde. Gefühlsbetont ſind auch vorzugsweiſe ältere Damen, die in ihrem Ridikül Pfefferminzpaſtillen oder Kognakbohnen mitführen. Idealkſt idealiſtiſch, das hören beſonders Leute gern, die nach außen hin den Anſchein erwecken, als wären ſie ſtarke Realiſten. Das Wort bürfte allen jenen Freude und 19 0 2 1 81 lyriſchen Vortrags hnäpſe miſche er am Buffet ein beſond titliches ins Auge faſſen. eee Mit dieſem kurzen, aber eiſernen Inventar von terologiſchen Begriffen mag man ſich nun getroſt in i Teile befriedigende pſychoanalytiſche Konverſation einlaſſen. ——ů——rVÄ Der neueſte Modetanz „Tanzen Sie Pale?“ das iſt die neueſte Fra e, die ele⸗ gante Damen in den Londoner und Pariſer Seaeee ihre Partner richten. Der Nale, der nach der Behauptung der Kenner der Modetanz der neuen Saiſon werden wird, iſt eine Art Blues, wird aber mit Recht von einem Blatt als ein „choreographiſcher Cooktail“ bezeichnet, denn er enthält„von allem etwas.“ Man nehme den Rythmus des Blues, dann die Hauptſchritte des Foxtrotts, ein wenig von der Charleſton⸗ Bewegung dazu und ſchließlich noch eine Andeutung des Tango, und das Rezept für den Pale iſt fertig, wenn man alles mit der nötigen Grazie miſcht. Er wird in drei verſchie⸗ denen Touren getanzt und zeichnet ſich durch einen„federn⸗ den“ Schritt aus, der ihm eine beſondere Nuance ver⸗ leihen ſoll. 4. Sette. Nr. 384 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Dienstag, den 2. Auguſt 1927 Tagungen 75. Jahresfeier des Pfälziſchen Guſtav⸗Adolf⸗Vereins 75 Jahre ſind vergangen, ſeit der Pfälziſche Hauptverein der Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung ins Leben Welche ſchwere und doch erſprießliche Arbeit in dieſem Dreiviertel⸗ Jahrhundert vom Pfälziſchen Guſtav⸗Adolf⸗Verein im Dienſte des Proteſtantismus geleiſtet wurde, iſt kaum zu ermeſſen. Am Dienstag und Mittwoch hatten ſich faſt 2000 Freunde des Guſtav⸗Adolf⸗Vereins aus der ganzen Pfalz und den angren⸗ zenden Gebieten in dem kleinen alten Städtchen Ober⸗ moſchel zuſammengefunden, um in einer prachtvollen Kund⸗ gebung ihre enge Verbundenheit mit den Zielen und Zwecken des Vereins aufs neue zu dokumentieren. Als Auftakt zur Jahreshauptverſammlung fand am Diens⸗ tag nachmittag im Stadthausſaal unter dem Vorſitz von Ober⸗ konſiſtorialrat D. Dreſcher⸗Speyer die von etwa 75 Dele⸗ gierten beſuchte Abgeordnetenverſammlung ſtatt. Als Ab⸗ geſandter des Zentralvorſtandes Leipzig hatte ſich deſſen Mit⸗ glied Pfarrer Gabler eingefunden. Nach gemeinſamem Ge⸗ ſang und Gebet gab Dekan Liſcher⸗Obermoſchel bekannt, daß die Feſtgemeide Obermoſchel⸗Unkenbach 1400/ als Ehrengabe dem Guſtav⸗Adolf⸗Verein übergebe. Nach dem dann erſtatteten Geſchäftsbericht war eine Einnahme von 61650/ und zwar 58 800/ aus Mitgliedsbeiträgen und 2750 aus Kollekten zu verzeichnen. An pfälziſche Gemeinden wurden insgeſamt 38 635 /, an nichtpfälziſche Gemeinden 5500 überwieſen. Das am Abend veranſtaltete Feſt⸗ bankett erfreute ſich zahlreichen Beſuches. Den Gruß der Kirchengemeinde Obermoſchel entbot Dekan Licher, den der politiſchen Gemeinde Bürgermeiſter Müller. Geſangs⸗ und Muſikvorträge des proteſtantiſchen Kirchenchors Obermoſchel gaben der Feier einen würdigen Rahmen. Der zweite Feſttag wurde durch Feſtgeläute und Vor⸗ träge eines Poſaunenchores vom Turm der proteſtantiſchen Kirche eingeleitet. Gegen 9 Uhr bewegte ſich dann ein großer Feſtzug durch die Straßen des feſtlich geſchmückten Städt⸗ chens zur Kirche. Bei dem Feſtgottesdienſt in der Kirche, die die Erſchienenen nicht alle faſſen konnte, hielt Kirchenrat Riſch⸗Landau die Feſtpredigt, der die Aufgaben des Guſtav⸗ Adolf⸗Vereins, der kein Kampfverein ſei, darlegte. Dekan Jung⸗Neuſtadt gab im Jahresbericht einen„Ueberblick des Vereins ſeit ſeiner Gründung. Im Anſchluß an den Gottes⸗ dienſt fand noch eine kurze geſchäftliche Sitzung der Abgeord⸗ neten ſtatt. Aus dem Lande Sroßes Schadenfeuer in Seckenheim W. Seckenheim, 2. Aug. Geſtern abend 10 Uhr entlud ſich über unſerem Ort ein ſchweres Gewitter. um 411 Uhr ſchlug der Blitz mit einem fürchterlichen Schlag in den Seitenbau des Gund ſchen Anweſens, Ecke Haupt⸗ und Friedrichſtraße, wodurch binnen kurzer Friſt die Scheune von Gund und die des Nachbarhauſes von Landwirt Georg Treiber in hellen Flammen ſtanden. Da die Scheunen beide mit Frucht gefüllt waren, fand das Feuer reiche Nahrung. Durch die nächtlichen Straßen gellte ſchauerlich der Alarm„Feuer, Feuer“. Von beiden Kirchtürmen wurde Sturm geläutet. Die freiwillige Feuerwehr war ſofort vollzählig zur Stelle und griff tatkräftig ein. Sie wurde auch unterſtützt von der Ilvesheimer Feuerwehr. Um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten, wurde ſodann die Mannheimer Berufsfeuerwehr alarmiert. Dieſe traf 212 Uhr mit der Motorſpritze ein, wodurch man nach kurzer Zeit einen weſentlichen Rückgang des Feuerherdes beobachten konnte. Der Brand dauerte von 1 Uhr bis kurz nach 12 Uhr. In dem Seitenbau von Gund befand ſich das Warenlager einer Seckenheimer Eiſen⸗ warenhandlung, während die Scheune zur Lagerung von Frucht⸗ und Heuvorräten vermietet iſt. Der Landwirt Treiber hat nahezu ſeine ganzen Erntevorräte ſchon geborgen; dieſe ſind nun mit Ausnahme eines Wagens, der noch nicht abgeladen war, dem Feuer zum Opfer gefallen. Beide Scheunen ſind vollſtändig niedergebrannt. Treiber konnte noch mit äußerſter Mühe das Vieh in der Nachbar⸗ ſchaft unterbringen. Daß auch die Telephon⸗ und die elek⸗ triſche Lichtleitung durch das Gewitter geſtört waren, bedeutete bei dem Unglück ein großes Hindernis. Der Einwohner be⸗ mächtigte ſich eine große Aufregung. Bis lange nach Mitternacht bewegten ſich große Menſchenmaſſen durch die Straßen. Der bejahte Beſitzer des Gund'ſchen Anweſens weilt zurzeit bei ſeiner Tochter in Großſachſen. Der entſtan⸗ dene Gebäudeſchaden dürfte durch Verſicherung annähernd gedeckt ſein, nicht aber der ungeheure Sachſchaden, der den Beteiligten erwachſen iſt. Von unſerem gelegentlichen-Mitarbeiter wird uns zu dem Großfeuer noch gemeldet: Der erſte vermutlich kalte Schlag erfolgte gegen halb 11 Uhr. Wenige Minuten ſpäter krachte es abermals und ſo furchtbar nahe, daß alles beſtürzt an die Fenſter eilte. Der Blitz hatte in eine Scheune in der Friedrichſtraße eingeſchlagen. Im Nu ſtanden die beiden Scheunen in Flammen. Auf die Schreckensrufe vorüber⸗ gehender Perſonen und das Sturmgeläute der Glocken öff⸗ neten beherzte Männer die Tore, um das Vieh in Sicher⸗ heit zu bringen. Leider gelang dies nicht vollſtändig. Man ſagt, daß bei dem Landwirt Treiber zwei bis drei Schweine vernichtet wurden. Die Feuerwehren waren raſch zur Stelle und griffen den Brandherd von allen Seiten an. An eine Rettung der Scheunen war jedoch nicht zu denken. So mußten ſich die Wehren auf die Erhaltung der angrenzenden, ebenfalls mit Vorräten gefüllten Scheunen und der Wohnhäuſer der Brandgeſchädigten beſchränken. Später kam die Berufs⸗ feuerwehr von Mannheim in zwei Zügen angerückt, um den vereinigten Wehren von Seckenheim und Ilvesheim bei⸗ zuſtehen. Infolge Verſagens des elektriſchen Lichtes hatten einige Bewohner der Friedrichſtraße brennende Kerzen und Laternen aufgeſtellt und ſo dazu bei⸗ getragen, daß Unfälle in der ſtockfinſteren Nacht vermieden wurden. Gegen halb 12 Uhr drehte ſich der Wind und fegte den Funkenregen über die benachbarten Scheunen und Wohnhäuſer. Den unabläſſigen und angeſtrengten Be⸗ mühungen der Wehren iſt es zu danken, daß das Feuer lokaliſiert werden konnte. Dazu trug auch weſentlich der Umſtand bei, daß das Nachbarhaus des Landwirts Treiber eine gute Brandmauer hatte. Gegen 1 Uhr heute früh war die Gefahr beſeitigt. Zum Schadeufeuer in Nußloch * Nußloch bei Heidelberg, 1. Aug. Zu dem bereits im geſtrigen Abendblatt gemeldeten Brandunglück, dem ſieben Wohnhäuſer und fünf Scheunen zum Opfer ge⸗ fallen ſind, iſt weiter zu berichten: Das Feuer entſtand am Sonntag früh um 341 Uhr. Die Feuerwehr von Nußloch war ſehr ſchnell zur Stelle, konnte aber die Ausbreitung des Bran⸗ des nicht mehr verhindern. Innerhalb kurzer Zeit erſchienen die Nachbaxfeuerwehren von Wiesloch, Leimen und Sand⸗ hauſen und die Motorſpritze von Heidelberg. Den vereinten Bemühungen dieſer Wehren gelang es erſt morgens gegen 6 Uhr das Feuer zu lokaliſieren. Außer den beiden Mattle haben ihre Wohnhäuſer bezw. Scheunen eingebüßt Wilhelm Winter, Mill, Ebner, Freiberg und Sauerzapf, meiſtens Landwirte. Am Sonntag mittag und am Nachmittag ſchlu⸗ gen in einem Gebäude die Flammen abermals hell auf, konn⸗ ten aber von der einheimiſchen Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit gelöſcht werden. Gegen morgens 4 Uhr drehte ſich der Wind, wodurch die Löſcharbeiten gefördert wurden. An der Brandſtelle erſchien noch während der Nacht der Landrat von Heidelberg, der den Feuerwehrleuten und der Einwohner⸗ ſchaft ob ihres tatkräftigen Eingreifens hohe Anerkennung zollte. Die Hitze war am Brandͤplatz furchtbar. Die Brand⸗ urſache iſt zwar noch nicht genau bekannt, doch vermutet man Selbſtentzündung von Getreide, das etwa vor 14 Tagen eingebracht worden war; Brandſtiftung dürfte ſo ziemlich ausgeſchloſſen ſein. Da Waſſermangel herrſchte, mußte der Inhalt der Pfuhlgruben zum Löſchen verwendet wer⸗ den. Die vom Brandunglück Betroffenen ſind zwar ver⸗ ſichert, doch iſt der Schaden, der entſtanden iſt, noch außer⸗ ordentlich groß, denn die Scheunen waren alle bis unter das Dach mit Heu⸗ und Erntevorräten gefüllt. Großfener in Liedolsheim * Karlsruhe, 2. Aug. Durch Blitzſchlag entſtand geſtern abend in dem Dorfe Liedolsheim bei Karlsruhe ein Großfeuer, das ſich infolge des herrſchenden ſtarken Win⸗ des ſehr raſch ausbreitete und ganze Straßenzüge ver⸗ nichtete. Inſolge Waſſermangels konnten die in dem Orte eingetroffenen Feuerwehren nicht genügend in Tätigkeit treten, ſodaß dem Brand über 39 Scheunen und zahl⸗ reiches Vieh zum Opfer fielen. Der Schaden wird auf zweieinhalb Millionen Mk. geſchätzt. Wegen fort⸗ geſetzter Gewitterſtörungen in Karlsruhe war heute vor⸗ mittag eine telephoniſche Verbindung zur Erlangung näherer Einzelheiten über den Brand nicht möglich. Ausbau der Neckarfahrſtraße Heidelberg⸗Heilbronn für den Autoverkehr X Heidelberg, 1. Auguſt. Da ſich die Straßenverhältniſſe auf der Neckarſtraße Heidelberg—Heilbronn für den Autover⸗ kehr immer mehr als unzulänglich erweiſen, veranſtaltete der Verkehrsverband zwecks Abhilfe eine Beſichtigungsfahrt der ganzen Strecke. Hierzu waren Vertreter der Straßenbau⸗ verwaltung eingeladen von Baden, Heſſen und Württemberg. Die Oberpoſtdirektion Karlsruhe hatte für dieſe Beſichtigungs⸗ fahrt einen Omnibus zur Verfügung geſtellt. Die Neckar⸗ talſtraße iſt dringend der Verbeſſerung bedürftig. Vor allem gingen die Wünſche nach einer Verbreiterung der Mannheimer Künſtlertheater Apollo Geſamtgaſtſpiel des Frankf. Neuen Operettentheaters „Die Zirkusprinzeſſin“ von Emmerich Kalman Zum Sommer gehört auch die Operette, und nachdem das Neue Theater im Roſengarten nicht nur ſeine Anfahrt aus⸗ beſſert, hat man dort in dieſem Jahr nicht den nötigen Platz. So iſt es denn ſchön und gut, daß das Apollotheater die Operette übernommen hat und wenn es auch mit der geſtrigen Galavorſtellung ſeine Herbſtſpielzeit eröffnete, ſo fällt dennoch dieſes Gaſtſpiel in die eigentliche Operettenzeit; noch ſind die Tage der Roſen und der Hitze. Emmerich Kalman, der glückliche Schöpfer der„Cſardas⸗ fürſtin“, der„Gräfin ariza“ und anderer gewinn⸗ bringender Damen hat jedenfalls auch mit ſeinen Text⸗ büchern Glück. Sie ſind überall ganz nach der Schablone gearbeitet, aber es iſt jedesmal noch ſo ein Etwas, ſo ein Dreh, ſo ein Stückchen Paprika(Kalman ſtammt aus dieſer Gegend) drin, das die Sache erſt eigentlich ſchmackhaft macht. In dieſem Fall heißt dieſe Würze Miſter X, womit der Hauptheld der ganzen Angelegenheit gemeint iſt. Ein geheim⸗ nisvoller Zirkusreiter und kühner Springer, bei dem nicht ganz eindeutig hervortritt, was er nun eigentlich in der Manege alles macht. Jedenfalls nimmt er noch eine Geige mit und ſcheint überhaupt ein Mordskerl zu ſein. Aber er zirkußt nicht aus Paſſion, ſondern aus unglücklicher Liebe. Es iſt zwar nicht jedem zu empfehlen aus dieſem Grund lebens⸗ gefährliche Luftſprünge zu machen, aber Meiſter X tut das. Und das iſt ſchließlich ſein Geheimnis, deſſen Vorgeſchichte in eine Zeit zurückreicht, da er noch ein ſchneidiger Huſaren⸗ leutnant war. Das Stück ſpielt in Rußland. In etnem höchſt unbeküm⸗ merten Rußland. Die zariſtiſchen Offiziere, die Groß⸗ fürſtin und Koſaken laufen darin herum als ſei gar nichts paſſiert, und gerade dieſes echt romantiſche Unbekümmerte der Operette ſichert den Erfolg. Der geheimnisvolle Reiter findet wieder eine Frau, vielmehr die Frau, Fürſtin Fedora, und durch eine Doppelrolle, die dieſer jüngſte Sohn des Grafen von Luxemburg ſpielt, gelangt er mit der en⸗ flammierten Ruſſin bis vor den Altar. Da ſtellt ſich—2 daß er uur ein Zirkusreiter iſt, und folglich ſie eine Zirkus⸗ zweite Aktfinale zuſtande kommt. Dafür heißt es vorläufig: Lache, Bajazzo. Kalman hat gewiß ſchon echtere, feinere, beſſere Muſik gemacht, aber der Born ſeiner Erfindung ſcheint auch in der „Zirkusprinzeſſin“ noch nicht verſiegt zu ſein. Er weiß ge⸗ ſchickt ein paar moderne Rhythmen mit ſeinen eingefleiſchten Takten zu verbinden. Im Grunde iſt er ein reiner Operet⸗ tenmelodiker alten Stils, und das iſt heuzutage der aller⸗ größte Vorzug. Neben den dramatiſch belebten Haupt⸗ melodien iſt vor allem das entzückende Duett von der Lieſe auf der Wieſe als die gelungenſte muſikaliſche Einzelheit hervorzuheben. Dank des ſtärkſten Bühnentalents des Enſembles, Norbert Fels, kam ſie zu ausgezeichneter Wirkung. Dieſer offenbar nicht nur als ſolcher auftretende, ſondern auch ſonſt ſehr echte Wiener hat neben ſeiner geſangs⸗ darſtelleriſchen Geſchicklichkeit noch mit einer tänzeriſch⸗ akrobatiſchen Bewegungskunſt von nicht alltäglichen Graden aufzuwarten. Seine Partnerin, die Soubrette Liſa Rado, gibt dieſen Qualitäten in ihrer friſchen, lebendigen Art nichts nach. Die Fürſtin Fedora und Zirkusprinzeſſin gibt Inge van Heer mit gewähltem Stil und in feinſter Robe, und da auch die ſtimmlichen Vorzüge dieſer Künſtlerin nicht ver⸗ borgen blieben, kann ſie als die würdige Repräſentation dieſer höchſt gediegenen Vorſtellung gelten. Als Miſter X zeigt Guſtav Jahrbeck vor allem die darſtelleriſche Eleganz und Ueberlegenheit, ohne die dieſe Rolle nicht zu denken wäre, trotzdem ein Tenor ſie ſingen muß; daß Fahrbeck auch hierin Triumphe feiern konnte, läßt die erwähnten Vorzüge nur noch mehr hervortreten. Der Prinz Wladimir von Karl Raul, eine etwas ſtiefmütterlich behandelte Rolle, iſt noch neben dem ganz glänzenden Oberkellner von Adolf Wies⸗ ner zu nennen. 0 Allererſter Art iſt die Aufmachung. Sie kann ſich wirk⸗ lich ſehen laſſen. Bis ins Kleinſte iſt alles durchgearbeitet, Koſtüme, Dekorationen, Farben, Formen, laſſen die ſolideſten Abſichten erkennen. Die Tänzerinnen, die das Revuemäßige ſehr dezent in den erſten Akt bringen, entſprechen ebenfalls der durchaus künſtleriſchen Art der Geſamtaufführung. Sie fand reichſten Beifall eines trotz Hitze und ſonſtigen atmo⸗ ſphäriſchen Vorgängen ſehr gut gelaunten Publikums. Wir prinzeſſin wäre. Das geht natürlich nicht. Die Trauung wird bis nach Schluß der Operette vertagt, damit das richtige haben wieder einmal eine vorzügliche Operette in Mann⸗ heim! 5 — 33 Straße und ihren automobilmäßigen Ausbau. Die beteiligten Länder ſollen erſucht werden, daß ſie ihren Bewalzungsplan im gegenſeitigen Einvernehmen ſo einrichten, daß nicht die Neckartalgemeinden wochen⸗ und monatelang vom Kraft⸗ wagenverkehr abgeſchnitten ſind. Nach den Mitteilungen der ſtaatlichen Straßenbauſachverſtändigen der drei Länder wol⸗ len die Regierungen die Straßenverbeſſerungen ſo ſchnell als möglich ausführen, ſoweit die finanzielle Leiſtungsfähigkeit dies zuläßt. Es wurde die Hoffnung ausgeſprochen, daß die Verbreiterung der Neckartalſtraße und ihr automobilmäßiger Ausbau nicht mehr allzulange auf ſich warten läßt. Schweres Unglück auf den Schienen * Donaueſchingen, 1. Aug. Zu dem ſchweren Unglück, das ſich heute früh auf der Strecke WaldshutImmendingen zugetragen hat, wird weiter gemeldet, daß die beiden Schwer⸗ verletzten im Laufe des Vormittags nach dem Krankenhaus in Donaueſchingen verbracht wurden. Weiter wird mitgeteilt, daß die Streckenarbeiter an dem Gleis Hinſingen Immendingen an der Gleislockmaſchine gearbeitet haben. Vermutlich infolge des Geräuſches dieſer Maſchine überhör⸗ ten die Arbeiter das Warnungsſignal. Dazu kommt, daß dichter Nebel herrſchte und das Herannahmen des Zuges nicht bemerkt werden konnte. Die Unterſuchungen ſind ein⸗ geleitet. Die Schwerverletzten haben Rippenbrüche und ſchwere innere Verletzungen; man hofft ſie aber dem Leben erhalten zu können. Der inzwiſchen Verſtorbene hatte ſchwere Becken⸗ verletzungen und verblutete an den inneren Verletzungen. GO Schwetzingen, 1. Aug. In den letzten Tagen mehren 2 ſich die Fälle, daß jüngere Mädchen auf Landſtraßen oder Feldwegen von unbekannten Rohlingen verfolgt werden. So wurde ein junges Mädchen von hier, das im Gewann „Sandäcker“ mit Erntearbeiten beſchäftigt war, von einem jungen Burſchen überfallen und mit offenem Meſſer bedroht. Die Ueberfallene ſetzte ſich kräftig zur Wehr, wobei ſie durch das Meſſer des Burſchen einige Rißwunden am Arme erhielt. Im gleichen Augenblick kehrte zufällig die Schweſter des über⸗ fallenen Mädchens vom Eſſenholen zurück und eilte zur Hilfe. Der Miſſetäter, der ſein Geſicht mit einem Taſchentuch teil⸗ weiſe verdeckt hatte, nahm Reißaus. Obſchon mehrere Leute den Burſchen flüchten ſahen, nahm niemand die Verfolgung auf. Ketſch, 1. Aug. Am Ufer des Altrheins wurde dde Leiche eines gutgekleideten, etwa 60 Jahre alten Mannes geländet. Die Perſonalien des Toten, deſſen Leiche nach dem hieſigen Friedhof überführt wurde, konnten noch nicht er⸗ mittelt werden. Reilingen, 1. Aug. Nach einer Feſtſtellung der Ge⸗ meindeverwaltung ſtellte ſich der durch Hagelſchlag am 12. Juli an den Feldfrüchten verurſachte Schaden auf rund 60 000 Mk. Mit Ausnahme des Werſauerhofes iſt trotz fort⸗ geſetzter Mahnung in Zeitungen, landwirtſchaftlichen Ver⸗ ſammlungen uſw. kein Landwirt gegen Hagelſchaden ver⸗ ſichert. Die Gemeindeverwaltung hat ſich mit Beihilfegeſuchen an die Kreisverwaltung und an das Innenminiſterium ge⸗ wandt, ſie wird bei dieſen Stellen aber wenig Erfolg haben. Staat und Kreis bringen fjährlich erhebliche Mittel auf zur Erleichterung der Verſicherungsnahme gegen Hagelſchaden. Gleichwohl hofft man die Verſicherung ent⸗ behren zu können und gibt ſeinen Beſitz ſchutzlos dem Wetter preis. Die Hagelverſicherung iſt ſo notwendig, ja noch not⸗ wendiger wie die Feuerverſicherung. ODNeulußheim, 1. Aug. Beim geſtrigen Waldfeſt des Geflügel⸗ und Kaninchenzüchtervereinsgaues kam es zwiſchen einigen jungen Leuten zu einer ſchweren Schlägerei. Ein verheirateter Mann aus Neulußheim wurde hierbei dur Schläge mit Bierkrügen am Kopfe ſo ſchwer verletzt, daß er faſt eine Stunde bewußtlos liegen blieb und ärzt⸗ 15 1 in Anſpruch nehmen mußte. Der Täter iſt er⸗ mittelt. eee e ee 5 — Weinheim, 1. Aug. Durch den Kirchengemeinde⸗Aus⸗ ſchuß der evang. Altſtadtgemeinde fand geſtern nachmittag die Wahl eines dritten evang. Pfarrers für Weinheim und zwar für die Nordpfarrei ſtatt. Unter 85 abgegebenen Stim⸗ men fielen 77 auf den Pfarrverwalter Andreas Schühle, zurzeit in Huchenfeld bei Pforzheim, der ſomit zum Pfarrer der Nordͤpfarrei gewählt iſt. Wiesloch, 1. Aug. Zur Feier des 50jährigen Beſtehens der hieſigen Realſchule war eine ſehr große Zühl von Feſtteil⸗ nehmern aus Baden und auch aus den Nachbarländern hier⸗ hergekommen. Das Miniſterium des Kultus und Unterrichts 2 hatte Oberregierungsrat Thoma mit ſeiner Vertretung be⸗ auftragt. Der Hauptfeſttag, Freitag, begann mit einer Ge⸗ denkfeier für die gefallenen ehemaligen Lehrer und Schüler. Es folgte ein Feſtakt in der dichtgefüllten Turnhalle, bei der Prof. Grimmig die Feſtrede hielt. Im Verlaufe des Feſt⸗ aktes überbrachte dann Landrat Naumann die Grüße der Be⸗ hörden und nachdem der Bürgermeiſter der Stadt Wiesloch ebenfalls der Realſchule Glückwünſche ausgeſprochen hatte, dankte Direktor Dr. Waldherr. Schülerchöre und Orcheſter⸗ muſik umrahmten den Feſtakt. Im weiteren Verlaufe der In⸗ biläumsfeierlichkeiten wurde ein Kommers abgehalten und ein Ausflug unternommen. Theater und Muſik Die Großdeutſche Theatergemeinſchaft E. V. Die Groß⸗ deutſche Theatergemeinſchaft, die in dieſem Jahre zum erſten⸗ mal durch ihre künſtleriſchen Darbietungen vor die Oeffent⸗ lichkeit treten wird, will eine Art bürgerliche Volksbühne werden, eine Bühne, die durch künſtleriſche Theatervorſtel⸗ lungen mit feſter Weltanſchauung das Theaterbedürfnis jener Volksſchichten befriedigen will, denen die Tendenz der Volks⸗ bühne widerſtrebt. Von vielen nationalen Vereinen und Ver⸗ bänden unterſtützt, vielleicht in Zuſammenarbeit mit dem Bühnen⸗Volksbunde, wird ſie am 1. Oktober im Wallner⸗ Theater in Berlin ihre künſtleriſche Tätigkeit beginnen u zwar mit„Andreas Hofer“ von Franz Cranewetter, eine Stück, das bis in den Krieg hinein in Oeſterreich verboten war. Als weitere Stücke ſind für dieſe Winterſpielzeit fol⸗ gende Werke zur Aufführung in Ausſicht genommen:„Tho⸗ mas Paine“ von Hanns Johſt,„Die Reiſe gegen Gott“ von, Rolf Lauckner,„Zeit auf Flaſchen“ von Freska,„Mammon von Helmut Unger,„Die Laterne“ von F. Walter Ilges, zKatte“ von Burte,„Mutter Landſtraße“ von Schmidtbonn. Wie der Spielplan zeigt, will die Großdeutſche Theater⸗ gemeinſchaft als Gegengewicht zu der Bevorzugung der aus⸗ ländiſchen Autoren an den Berliner Bühnen deutſche Autoren zu Worte kommen laſſen. e Ein Studio der Reinhardt⸗Bühnen. Die Reinhardt⸗ Theater in Berlin beabſichtigen zum Herbſt die Eröffnung eines Studios für die Durchführung von Regieexperimenten, das in den Räumen der Schauſpielſchule ſeinen Platz haben ſoll. In Verbindung damit wird vielleicht auch der alte Plan einer Dramatikerſchule, für die Prof. Max Reinhardt ſi bereits vor einem Jahr eingeſetzt hat, der Verwirklichung näher gebracht werden.— Im übrigen iſt aus den Mittei⸗ lungen des Deutſchen Theaters zu entnehmen, daß die Spiel⸗ zeit mit Gerhart Hauptmanns„Dorothea Angermann“ unter der Regie von Max Reinhardt beginnen ſoll. Von neuen deutſchen Dramatikern finden wir auf dem Spielplan Kar Sternheim, Brund Frank und Georg Kaiſer. JEin„geborener“ Komödiant. Wie die B. Z. hört, hätte der Pächter des Theaters am Nollendorfplatz Harry Do⸗ mela als Schauſpieler entdeckt. Ende dieſer Woche ſoll er als Karl Heinz in Alt Heidelberg debütieren. Der Berliner Theaterſpielplan in dieſem Sommer iſt ohnehin ein einziger Domelas Auftreten als Karl Heinz bedeutet die e. V. + — N. an die ft⸗ er ol⸗ 118 eit die er 8 cneern * ereeen eeeeeeeeeen eeene erdeeeee d ‚Mrneeeeceeee Dienstag, den 2. Auguſt 1927 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 351 Arſprung und Abwehr der Wetterkataſtrophen Sch Von Dr. H. H. Kritzinger Wie ſchon in früheren Jahren, hat auch diesmal die erſte Julihälfte unerwartet ſchwere Wetterkataſtrophen gerade über Mitteldeutſchland hereinbrechen laſſen. Es hat faſt den An⸗ ſchein, als ob das Gefahrengebiet vom Frühjahr, in dem die letzten Winterſtürme ſich an den Küſten austoben und Sturm⸗ fluten hervorbringen, mit ſteigender Sonnenbahn nach Süden verlagert wird, um dann mit Herbſtende, beſonders im No⸗ vember⸗Dezember, wieder der Küſte zuzuwandern. Hier hat man durch rieſige Deiche dem Wüten der Ele⸗ mente in gewiſſem Umfange Einhalt geboten. Dort ſind wohl auch gegen Ueberſchwemmungen an einigen Stellen Tal⸗ perren angelegt— aber gegen die Wetterkataſtrophen als ſolche hat man bei uns bisher kaum mit Erfolg anzukämpfen verſucht. Das dürfte darauf zurückzuführen ſein, daß man die Unwetter überhaupt entſtehen läßt, ohne den Verſuch zu wagen, die weſentlichen Vorbedingungen dafür zu beein⸗ fluſſen. Was man bisher durch Hagelſchießen und ähn⸗ liche Unternehmungen bei uns zu erreichen verſuchte, war ſo gut wie erfolglos, weil es nicht gegen die weſentlichen Vor⸗ bedingungen gerichtet war. Die äußerlich leicht feſtſtellbaren Aenderungen der meteorologiſchen Elemente, alſo die Schwan⸗ kungen des Luftdruckes, der Temperatur, der Feuchtigkeit und die Windverhältniſſe betreffen wohl nicht den gefähr⸗ lichen Kern dieſer atmoſphäriſchen Vorgänge. Wir müſſen auch den elektriſchen Zuſtand der Luftmaſſen berückſichtigen, die bei ſolchen Wetterkataſtrophen zuſammenſtoßen. Es hat ſich gezeigt, daß die Kaltluftmaſſen der Polarfront, deren Einbruch hauptſächlich den Wechſel unſerer Witterung hervorruft, auch erhebliche Ladungen heranführen. Wir beobachten an der Front des Zuſammentreffens der polaren Kaltluftmaſſen mit der von Süden bezw. Südweſten kommende Warmluft vielfach das Auftreten von Ge⸗ wittern. An den Stellen, wo die Kaltluft aus polaren ebieten auf uns hereinbricht, entſtehen die von den Wetter⸗ karten her bekannten Wirbel, meiſt als Tiefdruckgebiete ſo⸗ gleich erkennbar. Es iſt nun mit Recht die Auffaſſung aus⸗ geſprochen worden, daß zur Zeit der Sonnenfleckenhöchſtwerte die Polarfront in den nördlichen Bereichen verhältnismäßig viel Ladung bezw. Körperſtrahlung von der Sonne aufge⸗ nommen hat. Die Kerne dieſer Körperſtrahlung ſind wichtig für die Entſtehung der Niederſchläge. Wir beobachten im Zuſammenhang damit Höchſtwerte des Niederſchlages zur Zeit der Sonnenfleckenmaxima. Nach dem ſogen. Kullmerſchen eſetz hängen aber auch die Sturmbahnen mit der Häufigkeit der Sonnenflecken zuſammen, was der genannte Gelehrte für Nordamerika eingehend nachgewieſen hat Aehnliche Bezieh⸗ ungen habe ich für die furchtbaren Wirbelftürme im chineſiſchen eer aufgedeckt. So ſchwere Stürme gibt es allerdings bei uns nicht, aber für die wegen ihrer Ueberſchwemmungen gefürchteten Tiefdruckgebiete, deren Wauderung etwa von Trieſt nach Riga führt, iſt gleichfalls eine Verknüpfung mit den Sonnenflecken wahrſcheinlich gemacht worden. Alle dieſe Feſtſtellungen führen uns zu der Auffaſſung, daß man dem elektriſchen Zuſtand der Atmoſphäre für die Abwehr ſolcher Kataſtrophen erhöhte Beachtung zuwenden muß. Schon im Jahre 1882 hat Dr. Holtz in La⸗ boratoriumsexperimenten mit einer Influenzmaſchine gezeigt, daß ſchon mit deren Hilfe das Entſtehen von Wirbelſtürmen nachgemacht werden kann. Dieſe Studien ſind ſo lange unbe⸗ achtet geblieben, bis man wiederholt in Amerika durch Hoch⸗ ſrequenzbehandlung der Regenwolken zeigen konnte, daß ſich dieſe mit einem nicht unerheblichen Grade von Sicherheit zur Niederſchlagsbildung zwingen laſſen. Weiterhin hat man durch Glimmentladung große Luftmaſſen elektriſch vorbehan⸗ delt und dann mit einem Flugzeugpropeller durch Nebelmaſſen hindurchgequirlt. Der Erfolg war eine Auflöſung des Nebels. Hiernach ſcheint es durchaus angezeigt, auch bei Ans mit ſolchen Verſuchen, die ſchon ohne allzu großen Auf⸗ wand Erfolg verſprechen, möglichſt ungeſäumt zu beginnen. indeſtens wird für die neue Meteorologie ſehr viel dabei zu lernen ſein. eeeeeeeeeeee Kommunale Chronil Billiges Siedlungsgelände in Ladenburg deg VLadenburg, 28. Juli. Geſtern abend fand eine Sitzung ngerausſchuſſes ſtatt, die zwar nur drei Punkte 15 8 hatte, jedoch zu einer längeren Ausſprache es Amtszen, Varlauf von einigen Quadratmetern Gelände chi imtshofgartens an den Beſitzer des Gaſthauſes„Zum ſtimi! für notwendige bauliche Veränderungen wurde ein⸗ gelände genehmigt. Ebenſo wurde der Verkauf von Bau⸗ „irde in den unteren Gießengärten und am Bordhof zu gut Quadratmeter gegen die Stimmen der Kommuniſten zuta eißen. Die Gemeinde hat damit einen wichtigen Schritt die!l rleichterung der Anſiedlung getan. Nachdem verbebbafte Neckarſchiffahrt die Verbindung mit Mannheim trif eſſert hat und wenn in ſpäteſtens zwei Jahren die elek⸗ warben Bahn von Mannheim nach Ladenburg fährt, iſt zu er⸗ Kleinſte daß manche Mannheimer ſich hier in der ländlichen of altadt anſtedeln werden. Dafür iſt das Gelände am Bord⸗ ülftiger Minute vom Neckar, nur wenige Sekunden von der Prels gen elektriſchen Bahn entfernt, ſehr gut geeignet. Der dadus wurde niedrig gehalten, ſedoch iſt der Bodenſpekulakion b lin Riegel vorgeſchoben, daß der Bauplatz erſt proto⸗ wird, wenn mit dem Bau begonnen wird. Die Zah⸗ über edingungen ſind ebenfalls ſehr günſtig— Ratenzahlung der Bahn Jahre, Verzinfung mit 5 v. H. von der Fertigſtellung un aues an. Von der Bürgerlich⸗wirtſchaftlichen Vereinig⸗ von furden Bedenken dagegen erhoben, daß man den Preis wandt%auf fünf Jahre feſtſetze; auch andere Fraktionen ſchloſſ en ſich gegen eine längere Friſt. Es wurde daher be⸗ Nahte den Preis von 4/ pro Quadratmeter nur für die Gelz 19 gelten zu laſſen. Wenn ſpäter der Wert dieſes triſche Baßdurch die unmittelbar daran vorbeifahrende elek⸗ Etin 8205 ae 755 neuen N 5 O. 5 b n) beträ eſtiegen ſein wird, muß der Prets des Geländes erhöht Nee Ne 4 2 5 umſtritten war der Ankauf von Baracken am bauamteg twal und zwar ſollen die Bürobaracke des Neckar⸗ rme s für 1000, die Bürobaracke und die Kantine der wohnu Held u. Franke für 12 000/ gekauft und als Not⸗ de ngen für obdachlos werdende Familien verwendet wer⸗ den nächſte von der Verwaltung mitgeteilt wurde, werden in richtli 21 vier Wochen wieder vier Familien auf Grund ge⸗ meinde Unrtetle zwanasweiſe exmitkfert, für welche die Ge⸗ ſchen Volke terkunft beſchaffen müſſe. Vom Sprecher der Deut⸗ irtſch bartet Herrn Kegler, ebenſo wie von der Bürg. 8 größ ereinigung wurde freilich darauf hingewieſen, daß nungen arer Betrag zur Herrichtung der Baracken als Woh⸗ ob es d aufgewandt werden müſſe, und die Frage aufgeworfen, für O 5 5 nicht beſſer ſei, ein maſſives einfaches Wohnhaus ert ſcha loſe zu bauen, womit man doch einen bleibenden teſtens fünffe Aus dem Abbruch der Baracken dagegen in ſpä⸗ Fachman uf Jahren ſei doch nicht mehr viel zu erlöſen. Ein mmunm vom Jentrum beſtätigte dies auch. Bei der Ab⸗ mmig g, wurde der Ankauf der Baracte für 1000 4 ein⸗ gegen 10 Stpmigt, der Ankauf der Baracken zu 12 000/ jedoch irtſch. Vereinmen der D. Volkspartei und der Bürgerl. niſten ſti ereinig. abgelehnt.—Sozialdemokraten und Kommu⸗ dieſe Furch ihre merkwürdigerweiſe für die Baracken, obwohl hre Lage halbwegs in Ilvesheim(man benke an Ja, die Meig der Kinder uſw.)— alles andere als ſozial ſind. aung hat etwas für ſich, daß die von dieſer Seite in beitig bekämpften Eiſenbahnwagen, nahe bei der Stadt auf⸗ geſtellt, ſozialer ſind als dieſe weit entfernten Baracken. Zum luß wurde von den Kommuniſten noch die Waſſerzins⸗ frage angeſchnitten; ſie verlangten den Einbau von Waſſer⸗ meſſern. Bei dieſer Gelegenheit nahm der Bürgermeiſter Veranlaſſung, den Bürgerausſchuß daran zu erinnern, daß er keine beſchließende Körperſchaft ſei, ſondern nur ja oder nein zu ſagen habel * * Brühl, 28. Juli. Aus der Gemeinderatsſitzung vom 27. Juli iſt zu berichten: Gegen die Erlaſſung der bezirks⸗ poliseilichen Vorſchriften: 1) den Verkehr mit Fleiſch⸗ und Wurſtwaren, 2) den Verkehr mit Speiſeeis beſtehen keine Be⸗ denken.— Vom Waſſerverbrauch der Gemeinde Brühl im Juni mit 9522 Kubikmeter wurde Kenntnis genommen. Der Geſamt⸗ waſſerverbrauch vom 1. September 1926 bis 30. Juni 1927 be⸗ trägt 60 060 Kubikmeter.— An Spengler Otto Mühleiſen hier wird vorbehaltlich der Zuſtimmung des Bürgerausſchuſſes ein Bauplatz zu den üblichen Bedingungen zum Wohnungsbau abgegeben.— Ein Vermögenszeugnis zum Zwecke der Durchführung eines Rechtsſtreits wird erteilt. — Gegen die Rückſtandsſchuldner an Güterpacht vom Rech⸗ nungsjahr 1926 iſt ſofort Pfändung der Feldfrüchte einzuleiten.— Die Tüncherarbeiten in verſchiedenen Ge⸗ meindehäuſern in Rohrhof wurden dem Tünchermeiſter Wolf hier um das Angebot zur Ausführung übertragen.— Woh⸗ nungs⸗ und Fürſorgeſachen fanden ihre Erledigung.— Grund⸗ ſtücksſchätzungen wurden vorgenommen.— Zur Veräußerung gemeindeeigener Bauplätze und zum Erwerb von Grund⸗ ſtücken erhielt der Bürgermeiſter Vollmacht. *Eberbach, 31. Juli. Der Gemeinderat und der Vorſtand der Gemeindeverordͤneten haben für die Bürgermeiſterwahl die Herren Regierungsrat Dr. Kaufmann⸗Heidelberg, Regierungsaſſeſſor Dr. Frank und Diplom⸗Kaufmann Rat⸗ ſchreiber Müßig⸗Eberbach in Vorſchlag gebracht. Die Herren werden ſich am Freitag den 5. Auguſt, abends 7 Uhr, dem Bürgerausſchuß vorſtellen. Wegen der Wahl ſelbſt ergeht noch beſondere Ladung, Der Beſchluß über den Schulhaus⸗ neubau iſt vom Bürgerausſchuß auf 14 Tage vertagt worden wegen der Platzfrage, die in einer öffentlichen Bürgerver⸗ ſammlung geregelt werden ſoll. 25 * Raſtatt, 1. Auguſt. Der Bürgerausſchuß genehmigte den Verkauf von Bauplätzen, ſowie die Aufnahme eines Darlehens vom Land in Höhe von 83 000 Mark. Auch wurde dem Knabenwaiſenhaus ein Zuſchuß gewährt. Der Bürgerausſchuß plant ferner die Erſtellung von 30 Behelfs⸗ wohnungen für böswillige Mieter, die ſchon längere Zeit an die Stadt keine Miete mehr bezahlten. Der Koſten⸗ aufwand beträgt hierfür 50000 Mark. Der Verkauf eines Bauplatzes an der Karl Schurzſtraße an die Gartenbauge⸗ noſſenſchaft in Höhe von 110000 Mark wurde genehmigt. Aus bder Pfalz Doppeljubiläum der Feuerwehr Fraukenthal * Frankeuthal, 31. Juli. Ganz Frankenthal prangte im Schmuck der Flaggen; weiß⸗blau herrſchte ſtark vor, aber auch Pfälzer⸗ und Reichsflaggen ſind zahlreich. Die Stadt, die außer ihrer freiwilligen Feuerwehr, deren 70jähriges Beſtehen in dieſen Tagen gefeiert wird, noch vier Fabrikfeuerwehren auf⸗ zuweiſen hat, nimmt regen Anteil an dem feſtlichen Betriebe. Aus der näheren und weiteren Umgebung herrſcht ſtarker Zuzug. Bereits am Samstag nachmittag hatte man mit einer Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof der gefallenen Feuerwehrkameraden gedacht, denen Oberregie⸗ rungsrat Schapper warmempfundene Worte widmete. Auf dem Schützenplatz hatte man zwei Rieſenzelte aufgeſchlagen, in denen Pfälzer Wein und bayeriſches Bier ſich regen Zuſpruchs bei der Sonntagshitze erfreuten, umſomehr, als eine große Uebung am Poſt⸗, Amtsgerichts⸗ und Landgerichtsgebäude vorausgegangen war, bei der ſich ſämtliche Wehren der Stadt und der Vororte Flomersheim, Studernheim und Mörſch be⸗ tätigten, ſodaß im ganzen mit 16 Leitungen Waſſer ge⸗ geben werden konnte. Ein gemeinſames Feſteſſen mit Konzert, bei denen der Kommandant der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Frankenthal, Flatter, die Begrüßungsrede hielt, ſchloß ſich an! kleine Auf⸗ führungen und Brieftaubenaufflüge füllten die Pauſe bis zum Abmarſch des großen hiſtoriſchen Feſtzuges, der die Entwick⸗ lung der Feuerwehr und der Feuerlöſcheinrichtungen vom Ur⸗ ſprung bis zur heutigen Zeit zeigte. Zwei ſymboliſche FJeſt⸗ wagen, die wohltätige und die furchtbare Macht de 8 Feuers darſtellend, bildeten den Mittelpunkt des Zuges, dem Turn⸗, Sport⸗ und Handwerkervereine ſich anſchloſſen. Gleich⸗ zeitig mit dem ſiebzigjährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr konnte das fünfzigjährige Beſtehen der Werksfeuer⸗ wehr der Zuckenfabrik Frankenthal gefeiert werden. Als Ehrengäſte waren Bürgermeiſter Dr. Straßer⸗Frankenthal und Kreisbranddirektor Lang⸗Landau anweſend. Vom Nachmittag bis weit in die Nacht hinein herrſchte heiteres Leben auf dem Feſtplatz; auch ſämtliche Gaſtſtätten der Stadt erfreuten ſich eines regen Beſuches. Der Montag wird noch ein Kinderfeſt und abends großes Feuerwerk bringen. Das Haardter Schloß verſteigert æ Neuſtadt, 2. Auguſt. Fabrikant Albert Wagner, Lud⸗ wigshafen, ließ in Neuſtadt das ihm gehörige Haardter Schloß freiwillig öffentlich verſteigern. Das Schloß ging um den Preis von 190 000 Mark in den Beſitz von Dr. Kircher aus Grünſtadt über. Dr. Kircher iſt der Schwiegerſohn der frü⸗ heren Beſitzerin des Schloſſes, Frau Zeitſchel. Zur Gültigkeit dieſer Verſteigerung gehört noch das Einverſtändnis des Gläubigerausſchuſſes und der Hypothekengläubiger. *. * Ludwigshafen, 1. Aug. Ertrunken iſt beim Baden im Willerſinnweiher am Samstag abend gegen 9 Uhr der ledige 18 Jahre alte Dreher Emil Koch von Frieſenheim. Er wagte ſich zu weit vom Ufer weg, obwohl er des Schwimmens nicht kundig war. An einer tiefen Stelle ging er unter. Der Verſuch ihn zu retten, den ein in der Nähe weilender Badender vornahm, mißlang. Die Leiche wurde noch nicht geländet. * Frankenthal, 2. Auguſt. Geſtern abend gegen 6 Uhr ereignete ſich auf dem Frankenthaler Bahnhof ein gräßliches Unglück. Ein franzöſiſcher Gendarm, der auf dem Bahnſteig dem Schienengeleiſe zu nahe ſtand, wurde von einem aus Ludwigshafen kommenden Zuge in dem Augenblick erfaßt, als er einem in dieſer Richtung abfahrenden Zuge nachſah. Er wurde 40 Meter weit geſchleift und volſtändig zermalmt. * Kaiſerslautern. 1. Aug. Auf der Fahrt von Kaiſers⸗ lautern nach Hochſpeyer erlitt der 81jährige penſionierte Zug⸗ führer Adam Schmidt im Zug einen Hirnſchlag. Der zufällig im gleichen Abteil mitfahrende Arzt Dr. Heyd ordnete ſofort nach der Ankunft den Transport ins Krankenhaus an, doch trat bald darauf der Tod ein. 7 bpd. Pirmaſens, 1. Auguſt. Am Samstag vormittag brach im Kurhaus Nikolaus in der unteren Landauer Straße aus noch unbekannter Urſache Feuer aus, das bis zum Eintreffen der Alarmwehr auf den ganzen Dachſtuhl über⸗ griff und dieſen ſchon teilweiſe eingeäſchert hatte. Mit Hilfe des Sprengwagens konnte der Brand eingedämmt werden. Zur Behebung der Waſſersnot mußte der Fiſchwejher am Kugelfeld abgelaſſen werden, worauf es erſt mit Hilfe der Motorſpritze gelang, das Feuer vollſtändig zu löſchen. Ver⸗ ſchiedene Jeuerwehrleute erlitten Brandwunden, als ſie in der waſſerloſen Pauſe dem Jeuer mit Hämmern und Beilen zu Leibe rückten. Der Brandſchaden beträgt meh⸗ rere 1000 Mark. er gedränot wurde, 51,80 Meter. Sportliche Runoſchau Leichtathletik Olympiſche Wettkämpfe in Maikammer Das vom F. C. Maikammer am Sonntag veranſtaltete Sportfeſt nahm unter Beteiligung Badiſcher⸗ und Rhein⸗ Main⸗, Saarverbandsmeiſter einen intereſſanten Verlauf. Die einzelnen Kämpfe brachten unter anderen recht gute Leiſtun⸗ gen, wobei beſonders bei den Läufen bis ins Ziel gekämpft wurde. Hier iſt der 800 Meter⸗Lauf als intereſſanteſter Lauf zu erwähnen, den der badiſche Meiſter Dammerth vor dem Rhein⸗Main⸗Saarverbandsmeiſter Bottwein nach hartem Kampf über die ganze Strecke im Endſpurt gewinnen konnte. Bei den übrigen Konkurrenzen gab es im Weitſprung mit Anlauf eine Ueberraſchung, indem Carle M. T. G. Mann⸗ heim den badiſchen Meiſter Schmidt Karlsruhe mit 2 Meter ſchlagen konnte. Auch Junium⸗Ludwigshafen zeigte eine gute Leiſtung im Speerwerfen, warf er doch den Speer, ohne das Die Veranſtaltung ſelbſt ſtand unter guter Leitung und wickelten ſich die einzelnen Kämpfe flott ab. Nachſtehend die genauen Reſultate. Ergebniſſe: 100 Meter⸗Lauf: Jugend, Jahrgang 1911 u. 12. 1. Unruh, Sportfreunde Landau 12,1; 2. Schmidt, Sportfreunde Landau 13; 3. Hennig, Sportfreunde Landau 13,1 Sek.— 800 Meter⸗ Lauf: 1. Dammerth, F. V. Karlsruhe 2,7; 2. Bottwein, Pfalz Neuſtadt 2,9 Min.; 3. Chriſtmann, Sportfreunde Landau.— Kugelſtoßen: 1. Gogröf, F. V. Karlsruhe 12,30; 2. Dr. Witt⸗ haus 11,65; 3. Abel,.f. L. Neckarau 10,70 Meter.— 100 Meter⸗ Lauf: 1. Schramm, M..G. Mannheim 11,1; 2. Reiſch, F. V. Karlsruhe 11,2; 3. Jörger, Pfalz Ludwigshafen 11,2 Sek. Bruſtbreite.— Hochſprung: 1. Schröckhaas, Phönir Mann⸗ heim.55; 2. Reiſer, Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 1,50; 3. Argus, F. C. Maikammer 1,50 Meter durch Stechen entſchieden.— 200 Meter⸗Lauf für Anfänger: 1. Ruſch, M. T G. Mannheim 25,17 2. Baudrexel, Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 28; 3. Doppler, Pfalz Neuſtadt 25,4 Sek.— Dreikampf:(200 Meter⸗Lauf, Weitſprung, Speerwerfen.) 1. Abel,..L. Neckarau 162; 2. Batſchauer⸗ F. V. Karlsruhe 158; 3. Lochner, Pfalz Ludwigs⸗ hafen 155 Pkt.— 4 mal 100 Meter⸗Staffel Klaſſe 8 und: 1. Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 47,3; 2. Pfalz Ludwigshafen 48: 3. F. C. Maikammer 49 Sek.— 100 Meter⸗Lauf für Damen: 1. Hirt,..G. Mannheim 13,3; 2. Spies, M. T. G. Mannheim 13,3) 8. Sehr, M. T. G. Mannheim 13,4 Sek.— Olympiſche Staffel: 1. F. BV. Karlsruhe 4,3.1; 2. M. T. G. Mannheim, 1. Mannſch. 4,12.2; 3. M. T.., 2. Mannſch. 4,25 Sek.— Hoch⸗ ſprung für JIngend: 1. Schwaab, FJ. C. Maikammer 1,50) 2. Un⸗ ruh, Sportfreunde Landau 1,50 Meter d. Stechen; 3. Hollen⸗ ſteiner, F. C. Pirmaſens 145 Meter.— Steinſtoßen: 1 Metz⸗ ner. F. V. Frankenthal 7,72; 2. Gogröf, F. V. Karlsruhe 728; 3. Thiry,.C. Maikammer 7,15 Meter.— 1500 Meter⸗Lauf: 1. Klar, Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 4,22.6; 2. Brenneis, F V. Kai⸗ ſerslautern 4,41; 3. Kuhn, Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 4,46 Min. — Weitſprung m. Anlauf: 1. Carle, M. T. G. Mannheim 6,60; 2. Schmidt,.V. Karlsruhe 6,58; 3. Abel,..L. Neckarau .43; 4. Lochner, Pfalz Ludwigshafen 6,23 Meter.— 100 Meter⸗ Lauf für Erſtlinge: 1. Raufer, F. C. Pirmaſens 11,87 2. Argus, F. C. Maikammer 12: 3. Nunn, 03 Ludwigshafen 12,4 Min.— 200 Meter⸗Lauf: 1. Batſchauer, F. C. Karlsruhe 24.67 2. Schäfer, Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe 25 Sek.— 4 mal 100 Meter⸗Staffel, Jugend: 1. F. C. Pirmaſens 50,2; 2. Sportfreunde Landau 537 8...R. Kandel.— 100 Meter⸗Lauf Jugend, Jahrgang 1910—09. 1. Schieler, F. C. Pirmaſens 12; 2. Jakob, F V. Kaiſerslautern 12,2: 3. Dörr, T. u. F. G. Weißenheim 12,4 Sek. 50 Meter⸗Lauf, Jugend, Jahrgang 1915 und ſpäter Ge⸗ borene. 1. Guckenbiel, Phönix Faiſerslautern 7; 2. Nuß, ..R. Kandel 7,9; 3. Gerlach, F. C. Maikammer 8 Sek,— Weitſprung für Damen: 1. Spies, M. T. G. Mannheim 4,50; 2. Sehr, M. T. G. Mannheim 4,47; 3. Hirt, M. T. G. Mannheim 3,75 Meter.— 400 Meter⸗Lauf für Anfänger: 1. Seng, F. E. Kaiſerslautern 56,3 Sek.; 2. Baumann,.C. Maikammer.— Speerwerfen: 1. Junium, Pfalz Ludwigshafen 51,80; 2. Loch⸗ ner, Pfalz Ludwigshafen 45,30; 3. Abel,.f. L. Neckarau 44,46 Meter.— 4 mal 100 Meter⸗Staffel: 1. M. T. G. Mannheim 46,2 Sek.; 2. F. V. Karlsruhe; 3. Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruße.— 3000 Meter⸗Lauf: 1. Illg, Pol.⸗Sp. V. Karlsruhe 9,50 Min.; 2, Walz, Sportfreunde Landau 50 Meter zurück; 3. 8 ch. Pol.⸗Sp.⸗V. Karlsruhe. Tennis Nationale Deutſche Tennis⸗Meiſterſchaften Am zweiten Tag der ſchwach beſetzten Nationalen Deutſchen Tennis⸗Meiſterſchaften in Braunſchweig kam Moldenhauer ohne Spiel in die zweite Runde. Der Ham⸗ burger Frenz ſchlug Birke⸗Hannover leicht:0,:1. Sßatz⸗ Köln fertigte G. von Cramm 623, 620 ab und Kuhlenkampf⸗ Bremen blieb über Meineke⸗Magdeburg 63,:7,:3 Sieger. In der Damen⸗Meiſterſchaft überraſchte Frl. Sander durch einen:3,:6 Sieg über Frau Springe. Frau Hemp⸗Frank⸗ furt a. M. ſchlug Frl. Stein⸗Hannover:0,:0 mühelos ſund Frau Rau⸗Berlin blieb:4,:6,:2 über Frau Colf erfolgreich. Die Endſpielkandidaten ermittelt Die Nationalen Tennismeiſterſchaften der Deutſchen, die in Braunſchweig zur Austragung gebracht werden, ſind jetzt bis zur Schlußrunde gediehen. Moldenhauer und Lorenz ſind die Endrundenteilnehmer bei den Herren, es iſt alſo mit aller Wahrſcheinlichkeit anzunehmen, daß Moldenhauer ſeinen Titel behält. In der Vorſchlußrunde ſiegte der letzte deutſche Meiſter:4,:3 gegen den Hamburger Frenz, während Lorenz ſich durch einen:3,:1 Sieg über Kuhlenkampf für das Endſpiel qualifizierte. Bei den Damen machen Frau Hemp und Frau Stephanus das Ende unter ſich aus. Frau Hemp errang im Vorfinale einen überaus leichten Sieg gegen Frau Bremme, die beim Stande von 670,:0 für die Frank⸗ furterin zurückzog. Frau Stephanus zeigte ſich Frau Rau 611,:1 überlegen. Die Endkämpfe Am Sonntagabend wurden in Braunſchweig die Natio⸗ nalen Tennismeiſterſchaften noch zu Ende geführt. Das Herren⸗Einzel nahm den erwarteten Ausgang. Molden⸗ hauer verteidigte ſeinen Titel erfolgreich mit einem 671, 775, zurückgezogenen Sieg über Lorenz.— Bei den Damen konnte Frau Stephanus⸗Hannover überraſchend mit:6, 6·4,:5 über Frau Hemp⸗Frankfurt zur Deutſchen Meiſter⸗ ſchaft kommen. Von den Rahmenkämpfen wird das Herren⸗ Doppel um den Hanſa⸗Pokal nicht zu Ende geführt werden, da einige Paare abreiſen mußten. Den zweiten Platz er⸗ rangen die Hamburger Frenz⸗Mackenth. Das Endſpiel im Gemiſchten Doppel ſteht noch aus. Sfngchtnasse Heller feuhte Wohnungen gstentierfstaübfröcten beotechen feichspsteßt aui Uta i. W. Mönegn de FiTUMwenER 5 des Vorjahres von 174 306,15 Mk. auf etwa 80 000 Mk. redu⸗ Deutſchland und die kontinentale Rohſtahlgemeinſchaft Anhaltend zu ſtarke Belaſtung der deutſchen Beteiligten Nach den Erzeugungszahlen für das 3. Vierteljahr des Beſtehens der kontinentalen Rohſtahlgemeinſchaft wird auch diesmal wieder, wie die.⸗Z. ſchreibt, die deutſche Eiſeninduſtrie beträchtliche Sum⸗ menfür die Ueberſchreitung der Beteiligung in dre Ausgleichkaſſe zu zahlen haben. Und auf der andern Seite wird die ſranzöſiſche Induſtrie aus dieſer Kaſſe wieder einen weſent⸗ lichen Anteil dafür erhalten, da ſie ihre Beteiligungszahl auch im dritten Bierteljahr nicht erreicht hat. Nun ſagen zwar die Beſtim⸗ mungen der Rohſtahlgemeinſchaft, daß die vergütungsberechtigte Menge höchſtens 10 v. H. der für das Vierteljahr geltenden Quote betragen darf und ferner, daß beim fortgeſetzten Zurückbleiben um 10 v. H. und mehr ſich die Entſchädigung immer um 2 v. H. ver⸗ mindert; dagegen iſt nicht vorgeſehen, daß ſich in dieſem Falle an⸗ haltender Mindererzeugung, die oͤoch auch auf eine überſteigerte Quote ſchließen läßt, die Beteiligungszahl entſprechend vermindert. Die Auswirkung dieſer Beſtimmung wird am beſten durch die Tat⸗ ſache beleuchtet, daß Deutſchland in dem erſten Halbjahr des Be⸗ ſtehens der Rohſtahlgemeinſchaft für das Ueberſchreiten der Betei⸗ ligungszahl rund 3,90 Mill. Dollar in die Ausgleichs⸗ kaſſe gezahlt hat, während Frankreich in der gleichen Zeit aus dieſer Kaſe 0,47 Mill. Dollar an Vergütungen für Mindererzeugung erhalten nat; hier zeigt ſich eine Ungleichheit, die auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden kann. Nun iſt inzwiſchen die für die Tonne Mehrerzeugung zu zahlende Enktſchädigung von 4 auf 2 Dollar herabgeſetzt worden, ſoweit der Inlandabſatz in Frage kommt, während für die Ueberſchreitung des Anteils im Auslandabſatz weiter 4 Dollar die Tonne zu zahlen kind. Da die Deutſche Eiſeninduſtrie bei der Zurückhaltung von den Auslandmärktena den Anteil von 28 v. H. kaum erreicht haben dürfte, ſind für die Ueberſchreitung der Beteiligung im dritten Vier⸗ teljahr, die 0,83 Mill. Tonnen beträgt, 1,66 Mill. Dollar an die Ausgleichkaſſe der kontinentalen Rohſtahlgemeinſchaft zu zahlen. Auch das bedeutet noch eine Belaſtung für jede Tonne der Erzeugung von 1,75 gegen 2,62 in den beiden erſten Vierteljahren. Die endgültigen Zahlen für die franzöſiſche Eiſeninduſtrie liegen noch nicht vor; doch dürfte Frankreich durch die Vergülneg für die Mindererzeugung auch diesmal eine nicht un beträchtliche Verringerv der Selbſtkoſten erreichen(im erſten Vierteljahr 2,48 /, im zweiten Vierteljahr 4,34%0. 5 Daß unter dieſen Verhältniſſen die deutſche Induſtrie den bal⸗ digen Aus bau der Rohſtahlgemeinſchaft durch Ver⸗ kaufsverbände für einzelne Walzwerkerzeugniſſe als dringlich bezeichnet, kann nicht wundernehmen. Die Verhandlungen hierüber gehen nur langſam voran; man hat ſich endlich auf den beſtimmten Zeitraum geeinigt, der für die Feſtſetzung der Beteiligungen in den einzelnen Verbänden maßgebend ſein ſoll. Die Verhandlungen über die Beteiligungen ſelbſt ſtehen noch in den allererſten An⸗ fängen; doch ſollte man bei dem bei allen Beteiligten vorhandenen guten Willen mit einer baldigen Reglung dieſer für das Beſtehen der Rohſtahlgemeinſchaft ausſchlaggebenden Frage rech⸗ nen können. Emil Waeldin, Lederfabrik AG. in Lahr. Die in Liqui⸗ dation befindliche Chevreauxlederfabrik Emil Waeldin u. Co. in Lahr, iſt von der neugegründeten AG.„Emil Waeldin, Lederfabrik AG.“ käuflich erworben. Irgendwelche Paſſiven oder Verpflichtungen der alten Firma ſind nicht übernommen. Das Grundkapital der neugegründeten Geſellſchaft beträgt 250 000 4. Zum Erwerb der Fabrikanlagen wurde ein hypothekariſches Darlehen im Betrage von 250 000 auf⸗ genommen, das vom Jahre 1930 ab in 10 Jahresraten zurück⸗ Aggben und zu einem mäßigen Satz zu verzinſen iſt. Das K. und ein Teil des Darlehens ſteht der Geſellſchaft fomit als Betriebskapital zur Verfügung. Der Ag. beſteht aus: Direktor W. Koch, Lahr(Vorſ.), W. Bauer, Fabrikdirektor, Offenburg, Alb. Neſtler, FJabrikänt, Lahr, Arth. Gugel, RA. Freiburg. Der Vorſtand beſteht aus O. Jeldmüller, Lederfabrikant, Lahr, K. Waeldin, Lederfabrikant, Lahr. Für die Leitung des techniſchen Betriebes ſtehen bewährte Kräfte zur Verfügung. Der Fabrikbetrieb, der in der Zwiſchenzeit verpachtet war, iſt gut beſchäftigt und hat lohnende Aufträge, die auf die AG. übergehen. 2: Electra.⸗G. in Dresden. In dem Zulaſſungsproſpekt, auf Grund deſſen 5,4 Millionen.„ neue Aktien zur Dresdner Börſe zugelaſſen wurden, wird mitgeteilt, daß der Geſchäftsgang auch (i. V. 12 v. H. Dividende). Die der Geſellſchaft durch die Kapital⸗ erhöhung um 5 Millionen.„ im März zugefloſſenen Mittel ſind bei der ihr naheſtehenden.⸗G. Sächſiſche Werke in Dresden zunächſt zinstragend angelegt und werden für neue Beteiligungen an Elektri⸗ zitätsunternehmungen Verwendung finden. Jerner wird im Pro⸗ ſpekt mitgeteilt, daß die Geſellſchaft mit 1,55 Mill. R./ beteiligt iſt an der Gasverſorgung Oſtſachſen.⸗G. in Dresden, deren 5 Mill. R. betragendes Aktienkapital ſoeben amtlich zur Dresdͤner Börſe zuge⸗ laſſen wurde. 8 2 * Rieſenverluſte der Chemnitzer Aktienſpinnerei. Ueber die Be⸗ ſeitigung des Verluſtes von 1 390 226, ſollen einer für den Herbſt einzuberufenden ago..⸗V. geeignete Vorſchläge unterbreitet werden. Das geſamte.⸗K. der Trübenbach u. Reißig.⸗G. in Schellenberg und das.⸗K. der Harniſch u. Oertel.⸗G. in Glauchau ſind als verloren anzuſehen. Die Aktien beider Geſellſchaften befinden ſich reſtlos im Beſitz der Chemnitzer Aktienſpinnerei. Die Verluſte we den mit der ungünſtigen Konjunktur, mit verfehlten Baumwollein⸗ käufen in der Hochkonjunktur und mit Einbußen bei der Kundſchaft begründet. Die Chemnitzer Aktienſpinnerei war in 1927 recht gut beſchäftigt. Auch die Tochtergeſellſchaften haben beſſer gearbeitet. Zuckerfabrik Jülich Alex. Schoeller u. Cie.⸗G., Jülich. Wie die Verwaltung der Zuckerfabrik Jülich Alex. Schoeller u. Co.,.⸗G. zu Jülich, mitteilt, iſt in einer dieſer Tage ſtatt⸗ gefundenen.⸗S. das vorläufige Ergebnis des Geſchäfts jah⸗ res 1026/27 vorgelegt worden. Dieſes Ergebnis ſei inſofern nicht ungünſtig, als trotz des bekanntlich ſehr niedrigen Zuckergehaltes der Rüben lea. 15% v..) ein Gewinn erzielt wurde, der bei ca. 55 000 Mk. Abſchreibungen die Unterbilanz 95 Carl Fried. Müller AG. in Heilbronn a. N. Die G.(Papier⸗ f˖ iſt für das GJ. 1926 bei 343 939(351 451)% Rohgewinn (24 838)/ zurückgegangenen Reingewinn auf. Aus der Vermögensaufſtellung: Schuldner 133 847(79 607). Vorräte 106 000(148 15 2415 8 Gläubiger 51 182(71 124), Wechſel⸗ Iden 38 326(12 41 + ſchudenein elc5. in Berlin. Im Geſchäftsſahr 1920 erzielte die Geellſchaft einen Rohüberſchuß von 8 940 804(8 126.923). Hand⸗ lungsunkoſten erforderten 4111 152(4 130 825) ½, Steuern 1575 191 1 138 496)„ und Abſchreibungen 1315 751(1 072 354) 4, ſo daß ein Reingewinn von 1784317(1 546 610) verbleibt, aus dem wieder 15 v. H. Dividende verteilt werden ſollen. In der Bilanz per 31. Dezember 1926 erſcheinen u. a. bei einem Aktienkapital von 12 Mill.,(10 Mill.) Gläubiger mit 12 958 727 61 769 361) J, darun⸗ ter 1012 566% Bankſchulden, denen Außenſtände mit 6 996 596 (9 806 073)/ und Bankguthaben mit 476 452/ gegenüberſtehen. Unter den Aktiven erſcheinen ferner Wechſel mit 343 970(582 580)%½ ſowie Beſtände an Papier, ſonſtigen Materialien und Waren mit 3 608 510(4 660 971) I. Das Ergebnis des am 31. Dezmber 1928 abgelaufenen Geſchäftsjahres unterſcheidet ſich wie der Geſchäftsbe⸗ richt ausführt, nicht weſentlich von dem des vorangegangenen und gend angeſehen werden. [Umſomehr, als bereits eine ſolche ſteuerliche Ueberſpannung London 28,47 auf 28,49 ohne Bewegung. Heute vormittag notiert. 80 Der Junibericht der deutſchen Außenhandels⸗ bilanz weiſt wiederum eine erſchreckende Unterbilanz auf. In den erſten ſechs Monaten dieſes Jahres beträgt die Paſ⸗ ſivität der Handelsbilanz 1988 Millionen Mark, das ſind alſo beinahe 2 Milliarden. In den letzten drei Jahren be⸗ trug die Paſſivität der Handelsbilanz 7 Milliarden. Daß die deutſche Wirtſchaft eine derartige Unterbilanz auf die Dauer nicht tragen kann, liegt auf der Hand. Während unſere Ausfuhr fortgeſetzt zurückgeht und den Stand von 1913 noch nicht wieder erreicht hat, hat die Ausfuhr der Verei⸗ nigten Staaten ſich in der gleichen Zeit ungefähr ver⸗ doppelt, die von Kanada und Japan verdreifacht, die von Frankreich um 50 v. H. gehoben und ſelbſt die engliſche eine Steigerung um 20 v. H. trotz der großen Arbeitsloſenziffer erfahren. Daneben ſteht Deutſchland als geſchlagenes Wirtſchaftsland da. Der Ausgleich in der Zah⸗ lungsbilanz iſt bisher durch ausländiſche Kredite erfolgt. Zu der Paſſivität der Außenhandelsbilanz kommt die Steigerung der Leiſtungen für das Dawesabkommen. Welcher Art ſie ſind, möge die folgende Zuſammenſtellung zeigen.(Wir be⸗ finden uns zur Zeit im Jahre der 3. Annuität.) 8. Annuttät 4. Annuität 5. Annuttät Sbe garung Zahlungen aus Reichshaushalt 243,3 500,0.250,0.006,7 Beförderungsſteuer, Zinſen und ĩ4ierr 202.5 290,0 200,0 78,0 Eiſenbahnobligationen, Zinſen Ans Bügungsg 380,0 660,0 660,0 00.0 Induſtrieobligationen. 125,0 300˙0 300,0 75,0 930,8.750,0.500,0.869,2 Dieſe Zahlen reden eine deutliche und ernſte Sprache. herrſcht, daß man nicht zu ſagen vermag, woher denn die weiteren gewaltigen Mehrbelaſtungen für die Daweszahlun⸗ gen kommen ſollen. Die Geſamteinnahmen an Steuern, Zöllen uſw. für Reich, Länder und Gemeinden betrugen im Jahre 1913: 1025: Die Steigerung der Geſamtausgaben halts ſeit 1924 weiſt folgende Ziffern auf: .058,.5 Millionen 10.589,7 des Reichshaus⸗ 24½5:.22 Milliarden 25027.57 00 2 voxläufi 27½8: 94s„(cchähungzweife Hinzu kommen noch Mehrausgahen für die Erhöhung der Beamtenbeſoldung und der Entſchädigung der Liquidations⸗ gläubiger. Im Jahre 1927/8 wird alſo die ſtenerliche In⸗ auſpruchahme auf rund 12 Milliarden angewachſen ſein, ohne Berückſichtigung der Mehranſprüche aus den Dawesverpflich⸗ tungen. Geht man einmal von der öffentlichen Belaſtung insgeſamt aus, ſo ergibt ſich folgende Gegenüberſtellung: 1918:.058 Milliarden an Steuern 11 1 an ſozialen Laſten 4 10 zuſammen.159 Mifttarden 10576 Dazu M Dawesl be 1 9.57„. Ider 5. Annuität gegenüber der.) d..eine öffentl. Geſamtbelaſtung von 17.57 Millſarden etwa das Zſefache der öffentlichen Belaſtung des Jahres 1913. Dabei trifft dieſe ungeheuerliche Belaſtung auf eine Wirt⸗ ſchaft, die kapitaliſtiſch verarmt und ſchwer an das Ausland verſchuldet iſt. 5 Das Geſamtbild ſieht alſo folgendermaßen aus: Eine dauernd ſtark paſſive Außenhandelsbilanz, eine geborgte aktive Zahlungsbilanz, Leiſtung der Reparationen an das Ausland nicht aus dem Einkommen, ſondern aus der geliehenen Maſſe, eine Verſchuldung der Wirtſchaft etwa in Höhe von 8 Mil⸗ liarden an das Ansland, Uebergang großer Aktienpoſten in ausländiſchen Beſitz, d. h. fortſchreitender Kapitalverzehr in der deutſchen Wirtſchaft, völliges Fehlen des Reſerve⸗ kapitals, eine gefährliche Unterlegenheit der deutſchen produktiven Kapttalkraft gegenüber ausländiſchen Wirtſchaftsſtaaten und eine Ueberlaſtung der Wirtſchaft mit Stenern, die eine bitter notwendige Kapital⸗ neubildung faſt unmöglich macht. Ich glaube, daß man ſich kaum eine ſchlimmere Bilanz für eine Volkswirtſchaft vor⸗ ſtellen kann, als ſie dieſe deutſche Volkswirtſchaft in der Gegenwart darbietet. Milliarden an Steuern 1 an ſozialen Laſten 8 Inderziffer der Kolonkalwaxen iſt um 0,6 v. H. auf 127,1(127,9) zurückgegangen. Unter den Induſtrieſtoffen hat die Indexzifer der induſtriellenRohſtoffe und Halbwaren um 0,2 v. H. auf 132,8(132,5) und diejenige der induſtriellen Fertigwaren auf 147,5(147,3) an⸗ gezogen. * Keine Auslandsanleiheverhandlungen der Stadt Karls⸗ ruhe. Zu Gerüchten über eine Auslandsanleihe deutſcher Städte in Amerika, an der auh die Stadt Karlsruhe beteiligt ſein ſoll, wird von zuſtändige Seite mitgeteilt, daß die Ge⸗ rüchte, ſoweit ſie Karlsruhe betreffen, jeglicher Unterlage ent⸗ behren. Die Stadt Karlsruhe verhandelt nicht wegen einer Auslandsanleihe und hat auch nicht die Abſicht, dies zu tun. : Die Maßnahmen Polens zur Beſeitigung ſeiner paſſiven Handelsbilanz. Die Bemühungen zur Beſeitigung des erheblichen Handelsbilanzpaſſivums dürften nunmehr zu einer gründlichen Neu⸗ bearbeitung der polniſchen Zollgeſetzgebung führen. Ohne eine Ein⸗ ſchränkung der Einfuhrkontingente allerdings glaubt man nicht aus⸗ kommen zu können. Davon ſollen aber die lebenswichtigen Artikel nicht betroffen werden. In der Inlandskonjunktur ſind wieder gün⸗ ſtigere Momente zu verzeichnen; vor allem iſt es die Lodzer Textil⸗ induſtrie, die jetzt über gute Beſchäftigung berichtet. Die Beunruhi⸗ gung wegen der Verſchiebung der großen Amerikaanleihe hat ſich ge⸗ legt. Das amerikaniſche Optionskonſortinm ſcheint die Emiſſions⸗ möglichketten für Polen nun doch wieder beſſer zu beurteilen, wenig⸗ ſtens finden Beſprechungen ſtatt, die ſich mit einer früheren Aufle⸗ gung der Anleihe als zuletzt vorgeſehen beſchäftigen. Für die pol⸗ niſche Zuckerkampagne konnte auch dieſes Jahr wieder unter Bürgſchaft der Bank Goſpodarſtwa Krajowego in London ein Kredit von über 600 000 Sterling mit der Britiſh Overſeas Bank abge⸗ ſchloſſen werden. Deviſenmarkt Die war wieder mehr geſucht, gegen Dollax 7040 nach 4,2060, Holland feſter, ebenſo Oslo und Japan. Spanien gegen 2 80. 2 80 2 kann daher als befriedi London-Waris J124.,02124,01J Maltd.—-Schwg.J 28.26J. 2,25l Lond.-Stoctd 18,42J 18,12 5 eee e JJJJ .— 5 e 25 25, ailand- 8„ e— i iſt die 3208 Sgueß 2921 50150 40 1475 116 70 1711 11955 3 nd. 52. 5„ 15 5 zerice Fnaseeaean e 1 2 80 4 Ham⸗ Paris-Schweiz 0 20,33 Lond.⸗Kopenh. 18.180 18.15[Kabef London.85.6.85·5 ſtieg die Einfuhr im Ju. Mk. fol feſtſtellen 92 85 Weller deichtes Anziehen der Großhandelspreiſe. Die auf den 1 1 29 10 e 180 1848 12.46/ Mabrid. 717J 71.88 Stichtag des 7. Juli 1927 berechnete Großhandelsinderziffer des Pars. 18.4 1843 D5l0 08.89108,60 Argentinſen.784 1,788 Statiſtiſchen Reichsamts hat gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. Jürich...57 80.98 Kopenhagen 13.45 113.45 Japan.. 101.78 auf 128 8(187,7) angezogen. Bon e Hauptgruppen iſt die Inderx⸗ MNafland.. 22,69 22.67 Stockholm. 12.65 112,05 New-Pork„ 4,204/.204 ziffer für Agrarſtoffe um 0,2 p. H. auf 188,%%() geſtegen. Die dolland. tsctgaſtessas! Sralſel. e scgeel s⸗ Eine ſchwarze Vilanz Von Dr. Otto Hugo, Mitglied des Reichstages, Syndikus der Induſtrie⸗ und Handelskammer zu Bochum Erntefläche im Vorfahre nur 368 476 Hektar betrug. Es muß leider feſtgeſtellt werden, daß dieſe Entwicklung ſich ſchon lange anzeigte und ſchon vor Jahren vorauszuſehen war, daß ſie aber keinerlei Einwirkung auf die Geſtaltung der Finanz⸗ und Wirtſchaftspolitik in Deutſchland ausgeübt hat. Das gilt bis zur Stunde. Das vorläufige Reichsaus⸗ gleichsgeſetz dieſes Frühjahrs gibt den Gemeinden an Entlaſtung und Mehrüberweiſungen eine Summe von rund 400 Millionen mehr in die Hände, die nach der geſetz⸗ lichen Vorſchrift zur Senkung der Realſteuerlaſten verwandt werden ſollen. Auch die Ausführung dieſes geſetzlichen Ver⸗ langens bleibt durchweg aus, im Gegenteil, die Gemeinden, die ihre Realſteuerlaſten erhöht haben, überwiegen bei weitem diejenigen, die ſie geſenkt haben. Angeſichts einer ſolchen Bilanz darf man den Kopf nicht länger in den Sand ſtecken. Die Fortſetzung der ſorgloſen öffentlichen Ausgaben⸗ wirtſchaft muß tödlich wirken. Vorübergehende Konjunkturen ändern an dieſer Tatſache nichts. War es wirklich zu verant⸗ worten, angeſichts der wirtſchaftlichen Notlage in der Ar⸗ beitszeit abzurüſten und vor den übrigen Wirtſchafts⸗ ſtaaten die tatſächliche Ratifizierung des Waſhingtoner Ab⸗ kommens der inneren Wirtſchaft aufzuerlegen? Jede Ver⸗ minderung der Arbeitsleiſtung bedeutet volkswirtſchaftlich eine Verteuerung, meiſt auch eine Verminderung der Produk⸗ tion. Sie beſchränkt unſere Ausfuhrmöglichkeit und ſteigert die Konkurrenzfähigkeit des Auslandes auf dem inneren Markt. Die gegenwärtige wirtſchaftspolitiſche Lage Deutſch⸗ lands geſtattet nicht, Finanz⸗ und Sozialpolitik ohne Rückſicht auf unſere gebrochene Leiſtungsfähigkeit zu betreiben. In ö keinem der mit uns konkurrierenden Wirtſchaftsländer iſt der Gedanke der öffentlichen Verſorgung und Exiſtenzſicherung in einem ſolchen Maße durchgeführt wie in Deutſchland. Hil⸗ ferding hat auf dem ſozialdemokratiſchen Parteitag mit Recht ausgeführt, daß über Steuer⸗ und Sozialpolitik das Beſitzprivileg gebrochen und eine Sozialiſierung t u Sinne von Marx auf dem Wege ſei. Mit der Hand am Staatshebel ſei heute die Macht über die Wirtſchaft der Politik gegeben. Das umgekehrte Verhältnis iſt das richtige. Es müſſen ſich gegenwärtig alle politiſchen Forderungen den Geboten der wirtſchaftlichen Notwendigkeit unterordnen, wenn wir nicht in eine geradezu lebensgefährliche Abhängig⸗ keit vom Ausland geraten wollen. Auch die Zoll⸗ und Handelspolitik muß darauf eingeſtellt bleiben, daß ſie Schutz bietet. Die Zölle dürfen aber nicht über daß Maß hinaus geſenkt werden, das uns die Zollpolitik des Auslandes vorſchreibt. Würden wir bei aller Not auch noch den deutſchen Markt dem überlegenen Spiel der auslän⸗ diſchen Kräfte preisgeben, während wir ſelbſt vor den hohen Auslandszollmauern ſtehen bleiben, ſo würde das unſeren Untergang als ſelbſtändiger Wirtſchaftsſtaat nur noch be⸗ ſchleunigen. Die Daweslaſten für alle Schuld verantwortlich machen, geht nicht an. Gewiß können wir ſie nicht tragen. Der Reparattonsagent iſt ſicherlich im Irrtum, wenn er die Schlußfolgerung zieht, daß eine Vermehrung der Steuerein⸗ gänge für eine Verbeſſerung der wirtſchaftlichen Lage ſpricht. Angeſichts des tatſächlichen Ausbaues der deutſchen Steuer⸗ geſetzgebung iſt leider das Gegenteil der Fall. Das Ausland ſieht unſere hohen Stenerziſfern aber als Leiſtungsſtärke an. Der Reparationsagent ſollte katſächlich einmal nachprüfen, woraus denn die Zahlungen erfolgen ſollen. Selbſt der Dawesvertrag iſt auf der Vorausſetzung aufgebaut, daß die Zahlungsleiſtungen nur aus einem aktiven Außenhandels⸗ ſaldo erfolgen ſollen. 1 Aber mit dieſem Einwande kommen wir allein nicht wek⸗ ter. Es bedarf unbedingt der deutſchen Initiative, um die eigenen Verhältniſſe zu korrigieren. Der Außenminiſter kann keine Reviſton des Dawesvertrages durchſetzen, ſolange die öffentliche Finanzwirtſchaft hemmungs⸗ zog ſo weiter betrieben wird und der Abban der Arbeits⸗ leiſtungen in Deutſchland erfolgt, wie es katſächlich geſchehen iſt. Wir müſſen ſelbſt beweiſen, daß wir bereit und in der Lage ſind, unſere inneren Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Solange das Ausland ſieht, daß wir Unſummen für öffentliche Zwecke auszugeben in der Lage ſind, wird man an eine ernſthafte Reviſion unſerer Zahlungsverpflichtungen nicht herangehen. Erſt wenn bet uns der harte Wille zur öffent⸗ lichen Sparſamkeit und zur höchſten Anſpannung aller Lei⸗ ſtungskräfte in die Erſcheinung tritt, wird es möglich ſein, diejenige hieb⸗ und ſtichſichere Reviſtonsgrundlage zu ſchaf⸗ fen, auf der mit Erfolg das große Befreiungswerk der deut⸗ 15 4 ſchen Politik aufgebaut werden kann. Mannheimer Produktenbörſe Die Kurſe verſtehen ſich per 100 Kilo netto waggonfrei Mannheim mit Sack, zahlbar in Am Amtliche Preisnotierungen vom 1. Auguſt 1927. 90 Weizen inl. neuer—.—.— Hafer ausländ. 22..24.—] Wieſenbeu toſe 9. 20.10— „ ausl. 30.25-82.50 Mais gelbes m. Sack 19.25.—.— Notlieezen—— Roggen inl neuer2g.— 28.— W mehl. Spez,0 1 8 39 50.—.—Luz.⸗Kleeh. loſe 11.—11.90 2e gaus 24.75.25.75 Weizenbrom m. S. 31.50— 1 neues.00-.00 Vrau⸗Gerſte(inl⸗ N mit S. 35.50-36,80 Herbecderch.50..90 ausl.—Velzentleie m. Sack 18.—.— Gebund. Stroh.00..60 Raen 28.—-24,50] Trackentreber 15.50-15 750 Raps mit Sack 88.—37— afer inländ,——.— Rohmelaſſe lKieeſamen 15,50—16,. ze: Anban von Zuckerrüben für die Zuckerfabriken des Deutſchen Reiches. In der Kampagne 1927⸗28 werden voraus⸗ ſichtlich 249 Fabriken mit Rübenverarbeitung in Betrieb kom⸗ men gegen 253 Fabriken, die in der Kampagne 1926⸗27 in Be⸗ trieb geweſen ſind. Für dieſe Fabriken ſind im In⸗ und Aus⸗ land insgeſamt 401 406 Hektar angebaut worden, während die 0 Von dieſer Anbaufläche entfallen auf Rüben, die von den Fabriken ſelbſt auf eigenen oder gepachteten Feldern angebaut ſind(Eigen⸗ rüben) 13 040 Hektar im Inland und 35 Hektar im Ausland gegen 12980 Hektar bezw. 35 Hektar im Vorjahre. 163 864 Hek⸗ tar im Inland und 517 Hektar im Ausland gegen 160 082 bezw. 462 Hektar i. V. wurden mit vertragsmäßig zu liefernden Rüben(Pflichtrüben) bebaut. gem Anbau von anderen Rüben (Kauf⸗ oder Ueberrüben) wurden 227241 15 541) Hektar im Inland und 2709(2367) Hektar im Auslan beanſprucht. U ———— ů—— Berliner Metallborſe vom 1. Auguſt Preiſe in Feſtmart für 1 Kg. 29,** 25 20, Elektrolytkupfer 124,.— 125,.— Akuminium in Raffinadekupfer—.—— Barren.14 25¹⁴ Blei—.——.— inn ausl.—.——— Rohzink Bb.⸗Pr.)———:.— üttenzinn—.——.— 7—— Nickel 8,40-9,50.J0.50 Plaktensint 51.50 82.80 132,50.58,50 Antimon 990..5 9,80-⸗95% Aluminfum 2410.0 Silber für 1 Cr. 7780.78,50 77,7878,/s Frachtenmarkt in Duisburg⸗ Nuhrort vom 1. Aug. wärts unverändert. Bei ruhigem Geſchäft blieben die Frachten berg⸗ und tal⸗ * r rr rre n. nen ͤ eeee 1 5 Dienstag, den 2. Auguſt 1927 Nene Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 2. Seite. Nr. 351 9. Kongreß des Oberrheiniſchen Schachbundes Ergebniſſe der 4. Runde im Meiſterſchaftsturnier In einer indiſchen Partie nützte Kuſſong⸗Mannheimer Sche Hel die Schwächen des Damenflügels ſeines Gegners Ochs⸗ Mannheimer Schachvereinigung zum Angriff aus und drang in das feindliche Lager ein. Ochs konnte trotz Gegen⸗ angriffs die Partie nicht mehr halten. Klucker⸗Freiburg beging gegen Dr. Meyer⸗Mannheimer Schachklub bereits in der Er⸗ offnung einen ſchweren Poſitionsfehler; Dr. Meyer ſiegte durch zwangsläufige Mattführung nach 16 Zügen. Damit iſt Dr. cher zu einem ernſt zu nehmenden Anwärter auf den erſten Platz aufgeſtiegen. Fleißner⸗Mannheimer Schachklub kommt zeiner ſpaniſchen Partie gegen Sartory⸗Konſtanz in eine ge⸗ Stellung. Sartory erhält durch ein Opfer von zwei äufern gegen Turm Königsangriff, der ſchließlich die Partie entſcheidet. Theo Weißinger⸗Karlsruhe gewinnt gegendiutz⸗ Farlsruhe in einer Bremer Partie. Das Damen⸗Gambit Ahr⸗ forzheim gegen Heinrich Weißinger⸗Karlsruhe endete nach beiderſeits chancenreichem Spiel mit remis. Baron v. Tereſt⸗ ſchenko⸗Baden⸗Baden konnte auch in dieſer Runde keinen Ge⸗ Kinnpunkt für ſich buchen und mußte die Partie gegen Bamſtedt E arlsruhe verloren geben. Von den Hängepartien konnte heute nachmittag nur eine erledigt werden: Ochs⸗Mannheimer Schachklub gewann gegen heo Weißinger⸗Karlsruhe. Stand nach der 4. Runde im Meiſterſchaftsturnier: S Huſſong, Dr. Eg. Meyer 3; Ahr 2½“ ſchlechte II; Kluckers; Weiterd 17½¼ 21I; Fleißner 17½TII, Barnſtedt 17½ Heinr. Tendinger, 1N211; Theo Weißinger, Ochs 1 lI; Baron von ereſtſchenko und Rutz 1. Stand nach der 3. Runde im Hauptturnier: 8 Schottmüller⸗Freiburg, Bader⸗Pforzheim, Weiß⸗Pforzheim, arth⸗Bruchſal 27% Kirpitſchnikoff⸗Heidelberg, Münſch⸗Bruch⸗ Fr 2+N+H; Reinbold⸗Pforzheim, Ruchti II⸗Mannheim, Ebeling⸗ Schiburg; Eiſinger ſen.⸗Karlsruhe 2, Pfl Sleneiehehen, cheibe Karlsruhe, Schneider⸗Mannheim 1PEII; Stenzel⸗Pforz⸗ Fies⸗ Unterwagner⸗Karlsruhe, Hent ndn uendruigshefen 17 zes⸗-Pforzheim rII; Guſt. Hehl⸗Ludwigshafen 2; Horſt⸗ 1enim 0T21Iz; Kunitzki⸗Karlsruhe 0‚LII; Brenner⸗Bruch⸗ al 0 kl; Blum⸗Mannheim und Geismar⸗Bruchſal 0. Ma:Enttäuſchend wirkt das bisberige Abſchneiden Blums⸗ — Schachklub, der bis fetzt noch keinen einzigen Punkt ngen konnte. Blum ſcheint durch ſeine erſte Niederlage gegen Bader⸗Bruchſal ſehr deprimiert zu ſein. Flugſport 8. Rhön⸗Segelflug⸗Wettbewerb Der erſte Flugtag Die klaſſiſchen Prüfungen für motorloſe Flugzeuge auf Sonntag ihren Anfang genommen. Die achte Wiederholung dieſes großzügigen Wettbewerbs ſteht ganz im Zeichen einer fortdauernden Entwicklung. Seit 1920 wächſt die Zahl der Teilnehmer ſtändig und in dieſem Jahre ſind es etwa 300 Flieger, die ſich an dem Wettbewerb in der Rhön beteiligen. Dank der guten Organiſation iſt für alles geſorgt worden, ſodaß ein glatter und harmoniſcher Verlauf der Prüfungen gewährleiſtet ſein dürfte. Der erſte Tag ſtand im Zeichen eines blauen Himmels und ſtrahlender Sonne, ſodaß zahl⸗ reiche Beſucher es ſich nicht nehmen ließen, die erſten Flüge zu beobachten. Der größte Teil der Teilnehmer iſt bereits eingetroffen und einige zwanzig ſind auch ſchon abgenommen worden, während die übrigen Maſchinen ihre vorgeſchriebenen Probeflüge zur Abnahme nach erledigen müſſen. Unter den ingetroffenen befindet ſich auch der Franzoſe Auger, deſſen Peyrot⸗Phonoplan mit einer Spannweite von 12,65 Meter, einer Länge von 6,25 Meter und einem Flächeninhalt von 23 Qm. beſondere Beachtung verdient. In aller Frühe wur⸗ den die Konkurrenten zu den verſchiedenen Hängen geſchickt, wo die Flüge vor ſich gehen, für die von der Sportleitung beſondere Tagespreiſe ausgeſetzt worden ſind. Während ſich der Nachwuchs vornehmlich um die größtmöglichſte Anzahl von Flügen bewirbt, legen die geübteren älteren Flieger Wert darauf, eine möglichſt lange Flugdauer bei einem ein⸗ zigen Flug zu erreichen. Infolge der Verkürzung des ge⸗ ſamten Wettbewerbs, auf die immer wieder hingewieſen wird, ſind die Teilnehmer beſtrebt, alles aus ſich herauszu⸗ holen. Am Sonntag wurden 50 Flüge von kürzerer und längerer Dauer abſolviert. Leider hat die Wetterwarte dem⸗ nächſt eine unbeſtimmte Witterung in Ausſicht geſtellt, was auf die Konkurrenz unter Umſtänden einen ungünſtigen Ein⸗ fluß haben könnte. Madſport 9. Etappe des Großen Opelpreiſes von Deutſchland Nach einer faſt vierwöchentlichen Unterbrechung, die durch die in Deutſchland abgehaltenen Radweltmeiſterſchaften be⸗ dingt wurde, nahm der Große Opelpreis von Deutſchland am der 950 Meter hohen Waſſerkuppe in der Rhön haben am Sonntag mit der Etappe Stuttgart—Mainz ſeinen Fortgang. Das Rennen gipfelt zmmer mehr in einem Zweikampf der Opel⸗Diamant⸗Vereine aus. Lediglich in der B⸗Klaſſe, für die es kein Geſamtklaſſement gibt, treten ab und zu Fahrer in Erſcheinung, die keinem der beiden Vereine angehören Da das Rennen nunmehr langſam ſeinem Ende zugeht, will keiner der im Geſamtklaſſement führenden Fahrer ſeine günſtigen Chancen gefährden, ſodaß jeder mehr oder weniger auf„Platz“ fährt. Maßgebend iſt ja nur die tatſächliche Zeit für das End⸗ reſultat. Die 127,5 Km. lange Strecke, die über Vaihingen Pforzheim— Durlach— Karlsruhe— Hockenheim—Schwetzin⸗ gen— Mannheim— Wormé— Oppenheim zum Tagesziel nach Mainz führte, bot nur im Anfang durch einige Steigun⸗ gen Schwierigkeiten. Ab Pforzheim ging es auf ausgezeich⸗ neten Straßen ſtändig durch Ebenen. Trotzdem war das Ren⸗ nen oft langſam, da die Tempofahrer bald merkten, daß eine Sprengung des Feldes doch nicht möglich war. Ausſcheiden mußten lediglich Geyer⸗Rüſſelsheim, bei einem gefährlich aus⸗ Sturz in den Straßengraben, Dahms und Weyer. a ſich Bruno Wolke bei dem Sturz mit Weyer ſein Vorder⸗ rad zerbrach, wechſelte er mit einem Vereinskameraden die Maſchine und verſtieß damit gegen die Wettfahrtbeſtimmun⸗ gen. Gegen ihn läuft noch ein Proteſt. Da anzunehmen iſt, daß dieſem Proteſt ſtattgegeben wird, dürfte Brund Wolke ſei⸗ ner Chancen im Geſamtklaſſement verluſtig gehen. Siebzehn Mann machten in der Klaſſe A den Endſpurt unter ſich aus. Unter den B⸗Fahrern hielten ſich nur 5 Mann in der Spitze. Der Bahnfahrer Hahn hatte hier im Spurt von vornherein gewonnenes Spiel. SASS BbBBBBBBBBrBrBrr Z— Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli/ Augußt Abein-Pegel] 26,] 27, 25, 28, J 80,J 2. Hgteckar Pegel 20.27,28, J 28, 0, 2 Schuſterinſel., 41 2,22,2,8 2,58.88 2,35 Mannheim.87 414.204.184.184 0 Kehl.50.54.44.50.62 388 Jagſtfeld d,88 0,84 0,84 0,80 0,820 MNexau.;34 8,265,17 5,16.35.20 Mannheim 446,4.40 4,28.20 4,28 4,43 Caub 3·012.88.94 2,94.84 2,96 Köln 3,00.94 2,88 2,82 2,71 2,65 Waſſerwärme des Rheins 21,0 Herausgeber, Druger und Verleger. Druckerei Dr. Haas, Neue Maunheimer Zeitung G. m. b. H. Mannheim, E 6, 2 Direktion: Ferdinand Heyme. Cbefredakteur: Kurt Fiſcher(beurlaubt). Verantwtl. Redakteure: Für Politik: H..Meißner Feuilleton: Dr. S. Kayſer.— Kommunal⸗Politik u. Lokales: 1..: Franz Kircher= Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller— Handelsteil: Kurt Ehmer— Gericht und alles Uebrige: Franz Kircher— Anzeigen: Dr. E. Stötzner telle Mlla-Fabrikverkaufsfelle: Mannheim, N 4. 10 N Lelfer: L. Jung Telephon 20434 59 64 79 90 100 Mre usw. Bed ,j,Me Wochen- und Nona 2C 15 2 gelt al. indertammf u. Venfolgungsrennen 2 Ee Sieger: Knaggne NI +0 Imiausdi alter Naslerklingen mdnbren, dag das Maueuto-Werk Soiingen, die Frößte Spezialfabrik der Weit für hohlgeschliffene Rasjera arate, Dis, an melteres ante Nfingen in eieneng mirmmt gegen die Zus dem neuen Muleuto-Dauerstahl g.- deten und hohlgeschliffenen Diamon-Dauerklingen, weiche Jad ohne Schleifen haarscharf bleiben und den skärksten Bart, Farteste Haut sanft und sauber rasieren. dr ustrier erbeschrift mit vielen— 25 25 Jahren bewährten Apparate. Dieselbe wird nebst angebot für Ihre alten Klingen Sratie—— anke ohne Kaufverpflichtu. rp ng zugesandt. Wiedervorkäuten fffrFrTTHTFfrNNTFTTFfNNNpff Haadzadder Handgk A Tenemdehebonde Am Mittwoch, den 3. August, abends 8 Uhr findet in den oberen Sälen des Ballhauses(Schloß) ein Uaffenl Jeler-Boſef statt, 691 Es spricht: Freiburger Mänſer Geld-Lofterie Ziehung garantlert 4. u. 5. Aug. 4467 Geldgewinne u. 1 Prämie, zus. 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