192⁷ — *. N 3 — r — * . — — ASD — + * S. Gentlengn i derded gege aufſeh die Sowjetregierung führt, veröffentlicht heute einige i geb Freitag, 19. Auguſt Neue Mannheimer Seikung Vezugspreiſe In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus Veent die Poſt monatlich.⸗M. 2,80 ohne Beſtellgeld. eievtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ Haupb— Poſtſchecktkonto 17590 Karlsruhe. eſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle R 1,-6, Baſſermannhaus). Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhofftr.6, eſe Weuten 19/20 u. Meerfeldſtraße 11. Telegramm⸗ Tanſſe: eralanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. mal. Fernſprecher: 24944, 24945.24951.24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel. Aus Seit und Leben Alannheimer Srauenzeitung. Unterhaltungs-Beilage Wittag⸗Ausgabe „5 1 itten fit beſtammte Tage Stellen u. Mann eimer Heneral Anzeigen:n 9 Sſtorungen. Eiſaß anſprichen für ausgefallene od. beſchrdnſte aben eim. Preis 10 Pflennig 1927.— VUr 379 Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. Kolonelzeile 5 Allgem. Anzeigen 0,40.Ml Nenamen —4R.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet. E en der fü ätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch oder für verſp fnah 9 Miannb 1 Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Aus der Welt der Technik. Wandern und Neiſen. Geſetz und Necht Anmittelbar vor der Enticheidung Für heute wird die Entſcheidung über die Beſatzungsverminderung erwartel Volſchafter v. Hoeſch bei Pointaré „Der deutſche Botſchafter, Herr von Hoeſch hatte am Ooeſtag vormittag eine lange Unterredung mit dem Miniſter⸗ präſidenten Poincaré, die in Anbetracht des für heute feſt⸗ geſetzten Miniſterrates, in dem eine endgültige Entſcheidung über die Frage der Verminderung der rheiniſchen Beſatzungs⸗ truppen fallen ſoll, beſondere Bedeutung beſitzt. Die deutſche Botſchaft veröffentlicht über die Unter⸗ redung folgendes„Communi q u&* Der deutſche Botſchafter, Her v. Hoeſch hatte Donnerstag rmitag eine Unterredung mit Miniſterpräſidenten Poincare die ũ b er 1½ Stunden währte. Anlaß zu der Beſprechung gab der Wunſch des Botſchafters, dem Miniſterpräſidenten derſönlich zu danken für die Anteilnahme, die die franzöſiſche egierung und beſonders Herr Poincaré ihm während ſeiner ngen Krankheit bezeigt hat. Im Lauf der Unterredung der gegenwärtige Stand der deutſch⸗franzöſiſchen Be⸗ dee im allgemeinen erörtert, wobei der erfolgte Ab⸗ luß des deutſch⸗franzöſiſche Handelsvertrags in ſeiner Be⸗ deutung einer beſonderen Würdigung unterzogen wurde. Heute Miniſterrat in Paris Berlin, 19. Ang.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Frage der Truppenverminderung nähert ſich allmählich dem den Stadium. Heute wird das franzöſiſche Kabinett 8 der Angelegenheit Stellung nehmen, die, wie man hier 5 auch in der Unterredung Höſchs mit Poin⸗ ßars(der erſten bedeutenden Ausſprache des deutſchen Bot⸗ 6 erg mit dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten ſeit Höſchs 1 eneſung) zum mindeſten geſtreift wurde. Es läge eigentlich dove, daß nach dem Abſchluß des deutſch⸗franzöſiſchen Ab⸗ zemmens, das ein franzöſiſcher Delegierter als das„wirt⸗ aftliche Locarno“ bezeichnet hat, ſich Frankreich der Ver⸗ erinnert, die es, wenn auch nur in Form eines ge agréments damals durch Herrn Briand hat ab⸗ deben laſfen. Chamberlain hat bereits in Genf und ſpäter Aut noch einmal durch ſeinen Staatsſekretär im engliſchen Na die Berechtigung des deutſchen Standpunktes auf A atzungsverminderung anerkannt. Auf eine Londoner wuregung hin iſt dann auch zwiſchen den Kabinetten Frank⸗ nechs, Belgiens und Englands ein Meinungsaustauſch über det etwaige Höhe eines Truppenabbaus gepflogen worden. Da⸗ .iſt es dann, wie es ſcheint, zu hitzigen Auseinan⸗ ungen gekommen, wobei die franzöſiſche Regierung den Streit um die Zahl geſchickt zu benutzen verſucht hat, um benternationalen Charakter der Beſatzung noch mehr als der Fall iſt, zugunſten der Franzoſen zu verſchieben. nat retionen, die aus gewiſſen unterirdiſchen Kanälen des Ne'Orſay mit der üblichen tendenzibſen Verbrämung in fran rispreſſe gelangten und von den Gegenſpielern der weits ſiſchen Nationaliſten jenſeits des Kanals entſprechend er verwertet wurden, haben die Situation verwirrt und Jntree bampagne gegen Deutſchland, die dieſe ſa ben e begleitete, und ſelbſt die an ſich unſchuldige Ver⸗ srede Kardorffs für ihre Zwecke eingeſpannt hat, as Ihrige zur Verſchärfung der Gegenſätze bei. Berlin iſt man klug genug geweſen, um ſich durch reibhen nicht aus der Ruhe bringen und zu einer diplo⸗ n Aktion verleiten zu laſſen, die höchſt wahrſcheinlich ſicht auf ein poſitives Ergebnis von vornherein zerſtört Hier liegt z. Zt. gar keine Nachricht vor, bis zu wel⸗ gediehe rade die Verhandlungen der Alliterten untereinander Miniſterrimd⸗ Man darf hoffen, daß der heutige Pariſer 9 d n dieſes T matiſche ie Aus hätte. daß unter dem Eindruck des Handelsvertragsabſchluſſes Briands Poſition im Kabinett eine Stärkung erfahren hat, die eine günſtige Löſung wenn auch in beſcheidenem Umfang erhoffen läßt. Jedenfalls hat die franzöſiſche Regierung, die ja bei allen ihren Aktionen in hohem Maße von der Rück⸗ ſicht auf die Wahlen geleitet wird, jetzt, da der Wirt⸗ ſchaftsfriede hergeſtellt iſt, weit eher als zuvor die Möglich⸗ keit, vor Genf einen Beweis ihres guten Willens zu geben. Franzöſiſch⸗engliſcher Notenwechſel 8S London, 19. Auguſt.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Im hieſigen Auswärtigen Amt iſt eine Note der frau⸗ zöſiſchen Regierung eingetroffen, die neue Vorſchläge für die Verminderung der Rheinlandbeſatzung enthält. Die Note iſt eine Antwort auf eine kürzlich in Paris überreichte engliſche Mitteilung, in der das Ergebnis der bis⸗ herigen interalliierten Beſprechungen über die Beſatzungs⸗ frage zuſammengefaßt wurde. England drängt, wie wir mehrfach meldeten, auf eine Herabſetzung um 10 000 Mann und iſt bereit, die engliſchen Truppen im Verhältnis von 10 Prozent zu den franzöſiſchen zu verringern. Die Haupt⸗ ſchwierigkeit der Einigkeit beſteht zur Zeit in der Feſtlegung des Verhältnisſatzes zwiſchen den zurückzuziehenden Truppen der drei Beſatzungsländer Frankreich, England und Belgien. Gegenwärtig betragen die Truppen im Rheinland rund 56 000 Franzoſen, 7000 Engländer und 6000 Belgier. Frankreich hat nunmehr einen neuen Vorſchlag gemacht, nach dem England und Belgien den größten Teil der Verminderung übernehmen ſollen. Die„Morningpoſt“ glaubt zu wiſſen, daß eine Zurückziehung von insgeſamt 10 000 Mann angeregt werde, von denen Frankreich 5000 und Eng⸗ land und Belgien je 2500 übernehmen ſollen. Wie die „Times“ in einer offiziöſen Darſtellung mitteilt, hat die engliſche Regierung ſchwere Bedenken gegen dieſen Vor⸗ ſchlag, da ſeine Durchführung den interalliierten Charakter der Beſatzung noch mehr verwäſſern würde, als dies ſchon bisher der Fall war. Die franzöſiſche Note wird jetzt von den diplo⸗ matiſchen und militäriſchen Sachverſtändigen geprüft, die dann dem Kabinett Bericht erſtatten werden. Man erwartet, daß ein weiterer Notenaustauſch über dieſe Frage zwiſchen London und Paris ſtattfinden wird. Noch nicht einmal 3000 Mann? V Paris, 19. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter). Miniſterpräſident Poincars iſt geſtern von ſeinem Land⸗ gut nach Paris zurückgekehrt, um an dem auf heute feſt⸗ geſetzten Miniſterrat teilzunehmen. Während dieſer Sitzung wird die Frage der Rheinlandbeſatzung von neuem diskutiert werden und vorausſichtlich wird ein endgül⸗ tiger Beſchluß zuſtandekommen über die Haltung, die Frankreich dieſem Problem gegenüber bei den künftigen Verhandlungen einnehmen wird. Alle Anzeichen laſſen darauf ſchließen, daß die Verminderung der Truppenzahl, die der franzöſiſche Miniſterrat zugeſtehen will, nur ſehr gering ſein wird und ſtark hinter den im Anſchluß an die Unter⸗ zeichnung des Locarnovertrages abgegebenen Verſprechungen zurückbleiben wird. Selbſt die auf deutſcher Seite unannehm⸗ bare Reduktion von 5000 Mann wird von Marſchall Pétain und General Guillaumat, ebenſo vom Kriegs⸗ miniſter Painlevé als übertrieben bezeichnet. Wie ver⸗ lautet, ſoll ſich die franzöſiſche Regierung mit einer Vermin⸗ derung von 4000 Mann einverſtanden erklären, eine Ziffer, die natürlich an dem Geſamtcharakter der Beſatzung nichts zu ändern vermöchte und eine unzuläſſige Umgehung 8 at eine gewiſſe Klärung bringen wird. Es ſcheint, der abgegebenen Verſprechungen darſtellen würde. Neues Hetzmaterial jür den Matin· er Paris, 19. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter.) „Matin“, der ſeit einiger Zeit eine ſcharfe Kampagne erbr ngen zegende Dokumente, mit denen er den Beweis orenc zwill daß während des Rifkrieges die ein⸗ nte Bevölkerung in Marokko in hohem Maße von der unterſtütationale und der Sowjetregierung Hand wurde. Es ſind dies meiſt Briefe aus der koff, an JSowjetruſſiſchen Militärattaches in Paris, Wol⸗ Einer di den ruſſiſchen Botſchafter in Berlin, Kreſtinſki. London zer Briefe iſt an einen ſowjetruſſiſchen Agenten in wird, Sen Gallaher gerichtet, der darin aufgefordert zu kaſſen. Ententen 4000 Gewehre und Karabiner zukommen liſche Tage ſpäter antwortete Gallaher, eine eng⸗ Geſeuf Haft in Dundee ſei mit der Lieferung und ein deutſche beauftra t in England mit dem Transport dieſer Waffen ko—0 Ne Einige Zeit darauf teilte Gallaher Wol⸗ neue Beneln der Transport ſich verzögern würde, da eine volvern dazueng von Kanonen, Maſchinengewehren und Re⸗ 1927 ſchreibt aranmen ſei. In einem Brief vom 16. Januar eſtinſki gen getroffen eie 5 an Wolkoff, daß alle Vorbereitun 8. ſgen Spegialofftszere den Niflenten zu Hilſe en. In dieſem Brief heißt es wörtlich:„Major Für⸗ gens und Hauptmann Engelhardt werden ſich mit der Rekrutierung befaſſen.“ Ferner ſchreibt Kreſtinſki am Schluß: Jürgens hat beim deutſchen Generalſtab wichtige Aus⸗ künfte über Marokko erhalten. Am 31. Januar dieſes Jahres ſetzte Kamejeff von Moskau aus in einem Brief an den ſpaniſchen Komintern in Paris einen Aktionsplan für Ma⸗ rokko auseinander. Der Komintern ſchreibt: Kamejeff muß anſtreben, das jetzige ſpaniſche Regime zu ſtürzen und das Rifgebiet den eingeborenen Stämmen zurückzugeben und die Ereigniſſe im Zuſammenhang mit denjenigen in Nordafrika und im Nahen Oſten zu verknüpfen. Damit die Operationen in Spaniſch⸗Marokko gelingen, iſt jeglicher Angriff auf die franzöſiſchen Poſten abſolut zu verbieten. Nichts darf unter⸗ nommen werden, bevor die Stämme ausgerüſtet und bewaff⸗ net ſind. In einem anderen Briefe fordert Wolkoff den Militärdelegierten Sowjetrußlands in Marokko, Arkaſſoff, auf, ſich mit der Tätigkeit der aufrühreriſchen Stämme zu befaſſen, ſie nach allen Kräften zu unterſtützen und gleichzeitig darauf hinwirken, die Kräfte dieſer Stämme zu vereinigen. *Interparlamentariſche Konferenz in Paris. Vom 25. bis 30. Auguſt findet in Paris die 24. interparlamentariſche Kon⸗ ferenz ſtatt. Deutſchland wird mit 28 Mitgliedern des Reichstages vertreten ſein. Sämtliche deutſchen Parteien mit Ausnahme der Völkiſchen und Kommuniſten werden Dele⸗ aierte entſenden. lager werden entdeckt, Wem gehört Afrika? Von Otto Corbach Man nimmt gewöhnlich an, daß ſich Afrika ſchon wegen ſeines Klimas nur in ganz geringem Maße für eine Beſied⸗ lung mit Menſchen weißer Raſſe eignet, und daß ſchon des⸗ wegen der ſchwarze Erdteil auf die Dauer der ſchwarzen Raſſe als Beſitztum vorbehalten iſt. Indeſſen hat ſich doch herausgeſtellt, daß die Möglichkeiten für die Anſiedlung von Weißen in großen Teilen Afrikas bisher weit unterſchätzt wurden. Der Erdteil bildet ſüdlich vom Aequator, von dem Kongobecken und einem ſchmalen Gürtel an der Oſtküſte ab⸗ geſehen, ein Hochland von durchſchnittlich über 1200 Meter Höhe. Dieſes erſtreckt ſich von der Gegend nördlich Kap⸗ ſtadts bis in die Nachbarſchaft der Großen Seen, und verläuft dann wie ein doppeltes Rückgrat längs der Oſtküſte nach Abeſſinien. Dieſes gewaltige Hochland, das an Ausdehnung zwei Dritteilen Europas entſpricht, hat eher gemäßigtes als tropiſches Klima und iſt, bei reichlichen Nieder⸗ ſchlägen, für die Beſiedlung mit Weißen ebenſo geeignet wie viele Länder in der gemäßigten Zone. Anders liegen die Dinge natürlich im Kongobecken, in Weſtafrika, innerhalb des Küſtengürtels von Oſtafrika nördlich Natals, ausge⸗ ſprochen tropiſchen Gegenden, in denen ſich der Weiße nie zu⸗ hauſe fühlen kann. Jenes Hochland iſt noch ſehr dünn be⸗ völkert. Auf einer Fläche, auf der in Europa 300 Millionen Menſchen zuſammengedrängt ſind, leben dort nur gegen 25 Millionen Eingeborene, die ſich über das rieſige Gebies ſehr ungleich verteilen. Nach den letzten amtlichen Feſtſtellun⸗ gen gibt es in der ſüdafrikaniſchen Union, hauptſächlich im Küſtengürtel, gegen 5 Millionen Eingeborene, in den dret Protektoraten 800 000, in Süd⸗Rhodeſia(1926) 944 820, in Nord⸗Rhodeſia(1925) 1 106 530, in Nyaſſaland(1924) 1 210 840, in Tanganyika, dem ehemaligen Deutſch⸗Oſtafrika(1924) 4 000 000, in Kenya(1925) 2 500 000, in Uganda(1924) 3 136 760, das ſind ingeſamt nahezu 18 Millionen, wozu weitere 6 Mill, für Angola und den Teil Belgiſch⸗Kongos, der zum Hochlande gehört, hinzuzurechnen wären. In all dieſen Gegenden nimmt die Zahl der Siedlungen Weißer ſeit einigen Jahren raſch zu. Urſprünglich wurde an⸗ genommen, die Grenze weißer Koloniſation liege von der Südſpitze Afrikas an gerechnet ſchon jenſeits der Kap⸗Niede⸗ rungen bei den Hottentotten⸗Bergen, aber die Siedler ſtießen bald darüber hinaus vor. Dann wurde der Orangefluß als äußerſte Grenze des Siedlungsgebietes für Weiße betrachtet, aber die„Vootrekkers“ ließen ſich dadurch nicht abſchrecken und faßten bis zum Limpopo Wurzel. Immer noch wurden lange Zeit die Gegenden des tropiſchen Afrika für die Beſied⸗ lung durch Weiße als ungeeignet angeſehen, aber Cecil Rhodes im Süden und Charles Elliot in Kenya widerlegten auch dieſe Auffaſſung. Nach den letzten ſtatiſtiſchen Erhebungen leben in der ſüdafrikaniſchen Union 1672 000 Weiße(1926), in Süd⸗Rhodeſia 39 186(1926), in Nord⸗Rhodeſia 4424(1925), in Nyaſſaland 1462(1924), in Tanganyika gegen 4000(1927), in Uganda 1451(1925), in Kenya 12 500(1925). Die erſten Weißen, die in dieſen Ländern auftauchten, waren Regierungsbeamte und Miſſionare, die nicht als Koloniſten gelten können. Es folgten Schürfer, Spekulanten, Händler, Siedler. Mineral⸗ wie die Kupfer⸗ und Bleilager in Rhodeſia, geeignetes Land für ausführbare Bodenerzeug⸗ niſſe, Tabak, Siſalhanf, Kaffee, wie in Oſtafrika, kapitaliſtiſche Unternehmer und gelernte Arbeiter folgen, um den Berg⸗ und Plantagenbau zu entwickeln, Eiſenbahnen zu bauen, Städte zu gründen. Die Bedürfniſſe der in den Bergwerken, beim Bahnbau, in den Städten beſchäftigten Arbeiter und An⸗ geſtellten ſchaffen Abſatzmöglichkeiten für eine größere Zahl von Siedlern. Der weiße Mann fühlt ſich in der neuen Um⸗ welt bald um ſo wohler, als ihn die zur Verfügung ſtehenden billigen Arbeitskröfte der Eingeborenen von den mühſamſten Leiſtungen entlaſten und als er ſich durch die Mittel der modernen Hygiene gegen tropiſche Krankheiten immer wirk⸗ ſamer zu ſchützen verſteht. Wenn auch das Verhältnis der ſchwarzen Bevölkerung zur weißen auf dem Hochland immer noch im ganzen wie 14:1 iſt, ſo kann man doch der Anſicht der engliſchen Zeit⸗ ſchrift„The Round Table“ bis zu einem gewiſſen Punkte folgen, wenn ſie ſchreibt:„Das Land von Afrika„gehört“ nicht den Eingeborenen; denn es iſt ebenſo unfſinnig zu denken, daß, weil etwa 25 Millionen primitive Eingeborene ein Gebiet von zwei Dritteln des Umfanges Europas beſetzt haben, es ihnen„gehört“, wie es unſinnig iſt, anzunehmen, es„gehöre“ den Europäern nach dem Recht des Eroberers. Es muß von beiden Teilen genutzt werden, aber es iſt eine Lebensfrage, daß genug Land den Eingeborenen als Stammes⸗ oder Privateigentum vorbehalten bleibt, um den Anſprüchen der Gegenwart und denen künftiger Generationen zu genügen. Glücklicherweiſe ſcheint dieſes Erfordernis heute überall nörd⸗ lich des Limpopo anerkannt zu werden. Gleichzeitig muß ſich der Eingeborene darüber klar werden, daß, wenn er keinen beſſeren Gebrauch von ſeinem Lande zu machen lernt, die jüngeren Leute unvermeidlich nach den Städten abgedrängt werden und er ſein Land vielleicht verlieren wird. Anderer⸗ ſeits muß der weiße Mann erkennen, daß, wenn er ſich auf die billige Arßen der Eingeborenen verläßt, das für ihn ſelbſt und ſeine Kinder vernichtender ſein wird, als für den Ein⸗ geborenen.“ Es iſt in der Tat nicht einzuſehen, weshalb in den dünn beſiedelten Gegenden Afrikas nicht Millionen Weißer friedlich neben Schwarzen leben ſollen, wie in den Vereinigten Staaten Schwarze neben Weißen. Es iſt anderer⸗ ſeits freilich nur zu verſtändlich, weshalb ſich die urſprüngliche Bevölkerung Afrikas nicht länger mit einer Tatſache wie der geduldig abfinden mag, daß ſich in der ſüdafrikaniſchen Unſon — Reichsarbeitsminiſter auf Grund von Vorſchlagsliſten der neuen Reichsanſtalt erforderlich machen wird, ALufgenommen worden. 2. Seite. Nr. 379 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 19. Auguſt 1927 232 Millionen Acres Land(1 Acre= etwa 7. Hektar) im Beſitze von 1672 000 Weißen und nur 26 Millionen Acres im Beſitze von gegen 5 Millionen Eingeborenen befinden. Wenn Afrika nicht den Schwarzen allein gehören ſoll, dann doch erſt recht nicht den Engländern, und es müßte folgerichtig nur im Sinne der„Round Table“ liegen, wenn ſich die Völker des europäiſchen Feſtlandes mit Vertretern der ſchwarzen Raſſe unmittelbar über ihren Anteil an der weiteren Entwicklung des„dunklen“ Erteils verſtän⸗ digten. Darüber hinaus ſollte„The Round Table“ nichts dagegen einwenden können, wenn man vom Standpunkte Kontinentaleuropas erklärte: es ſei ebenſo ſinnlos, zu denken, daß Auſtralien, das Europa an Umfang nur um ein Fünftel nachſteht, den ſechs Millionen Menſchen, die dort gegenwärtig leben, oder Kanada, das noch etwas größer iſtals Europa, ſeinen heutigen neun Millionen Einwohnern„gehöre“, wie es ſinnlos ſei, anzunehmen, daß beide Länder England durch das Recht der Eroberung ygehörten“. Worklaut des Flaggenerlaſſes Der vom Reichswehrminiſter Dr. Geßler verordnete Plaggenerlaß hat folgenden Wortlaut: „Es hat in der Oeffentlichkeit zu unliebſamen Erörte⸗ rungen geführt, daß Reichswehrangehörige ihre Privat⸗ wohnungen lediglich ſchwarz⸗weiß⸗rot geflaggt haben, und daß von Reichswehrangehörigen Kränze, die nur ſchwarz⸗weiß⸗ rote Schleifen hatten, niedergelegt worden ſind. Daher ordne ich folgendes an: 1. Den Wehrmachtangehörigen wird das Hiſſen der ſchwarz⸗weiß⸗roten Flagge, z. B. bei Beflaggung ihrer Privat⸗ wohnung oder Auslage von Kranzſchleifen ohne gleichzeitige —— der Nationalfarben ſchwarz⸗rot⸗gold ver⸗ boten. 2. Wird die Beflaggung von Dienſtgebäuden befohlen, ſo iſt wie folgt zu verfahren: a) alleinſtehende Dienſtgebäude, die nur einen Flaggen⸗ ſtock haben, ſetzen nur die Reichskriegsflagge: b) Dienſtgebäude, Kaſernen, Brücken uſw. mit zwei laggenſtöcken ſetzen an dem einen Flaggenſtock die Reichs⸗ iegsflagge, an den anderen die nationale Flagge ſchwarz⸗ rot⸗gold: 8 eind mehr als zwei Flaggenſtöcke vorhanden, ſo ſind Reichskriegsflagge und Nationalflagge in gleicher Zahl zu ſetzen, bei ungerader Zahl an dem abſchließenden Flaggen⸗ ſtock die Reichskriegsflagge: c) die Beflaggung beſchränkt ſich auf die vorſtehend an⸗ geordnete Beflaggung der Dienſtgebäude; e) jede beſondere Beflaggung ſeitens einzelner Per⸗ 5 die in militäriſchen Dienſtgebäuden wohnen, iſt ver⸗ oten. 8. Gebäude, die dem Reichswehrminiſterium gehören, fe⸗ boch an Privatperſonen vermietet ſind, dürfen nur mit der Nationalflagge oder mit ſonſtigen amtlich zugelaſſenen Flaggen. Provinzialflaggen oder Stadtflaggen beflaggt wer⸗ den. Entſprechende Zuſätze ſind in die Mietskontrakte auf⸗ funehmen. Wo ſich die jetzigen Mieter weigern ſollten, dieſe nordnungen zu befolgen, ſind die Mietskontrakte für den nächſtgelegenen Termin zu kündigen. 4. Bei Antreten zur dienſtlichen Geſtellung der Truppen zu nichtdtenſtlichen Veranſtaltungen iſt in Zukunft außer den Forgeſchriebenen Verpflichtungen zu verlangen, daß auch die Nationalflagge ſchwarz⸗rot⸗gold gezeigt wird, wenn überhaupt Flaggen geſetzt werden.“ Scharſe Angriffe gegen Seßler 4 Berlin, 19. Aug.(Von unſerem Berliner Bürb.) Der Reichswehrminiſter iſt in der deutſchnationalen Preſſe ſcharf angegriffen worden, weil er den Flaggenerlaß für die Reichs⸗ wehr ohne vorherige Fühlungnahme mit dem Kabinelt herausgegeben hahe. Es trifft, wie wir hören, zu, daß Dr. Geßler dieſen Schritt, den er für unerläßlich hielt, aus igener Initiative unternommen hat. In der„Deut⸗ ſchen Tageszeitung“ wie auch in der„Kreuzzeltung“ werden die deutſchnationalen Mitglieder des Kabinetts aufgefordert, n deswegen zur Rechenſchaft zu ziehen, da ſich Herr eßler ſozuſagen durch ſein Vorgehen eines Aktes der Illoyalität ſchuldig gemacht hahe. Wir glauben nicht, daß der Sturm, der damit gegen den Reichswehrminiſter beſchworen werden ſoll, zum Ausbruck kommen wird. Natürlich müßten die deutſchnationalen Miniſter, wenn ſie Inhalt und Zweck des Erlaſſes mißbilligen, deſſen Zurücknahme verlangen. Es iſt aber ſo gut wie ſicher, daß ſie das nicht tun werden, und, daß wenn ſich die Aufregung über den Erlaß nach ein paar Tagen gelegt hat, man ihn im Kabinett ſpäter ſtillſchweigend ur Kenntnis nehmen wird. Intereſſant iſt in dieſem Zu⸗ ammenhang eine Andeutung der„.A..“, daß mit ſeiner erordnung Herr Geßler einem geheimen Geburts⸗ tagswunſch Hindenburgs entgegengekommen ſei, der uf ſolche Art glaube, zur Schlichtung des Flaggenſtreites tautragen. Vorbereitung der Arbeitsloſenverſicherung Nach dem Geſetz über die Arbeitsvermittlung und Ar⸗ beitsloſenverſicherun hat der Reichsarbeitsminiſter das Recht erhalten, ſchon vor Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Okto⸗ her ds. Js. Einzelbeſtimmungen zu erlaſſen, um auf dieſe Weiſe den äußeren Apparat, der zur Durchführung des Ge⸗ ſetzes notwendig iſt, aufzubauen. Von dieſer Ermächtigung macht der Arbeitsminiſter jetzt 1 durch Erlaß einer Verordnung, die im Reichsgeſetzblatt, Teil 1, Nr. 38 vom 16. Auguſt veröffentlicht iſt. Danach ſollen jetzt die Bezirke ſowie die künftigen Ar⸗ beits⸗ und Landesarbeitsämter feſtgeſetzt und der Verwal⸗ flungsrat ſowie der Vorſtand für die neue Reichsanſtalt er⸗ zannt werden. Der Vorſtand der neuen Anſtalt wird vom Arbeitgeber⸗ und Arbeitnehmerorganiſationen berufen, der rüſtdent und ſeine Stellvertreter werden jedoch nach An⸗ örung des Verwaltungsrates und des Reichsrates vom eichspräſidenten ernannt. Den Verwaltungsrat ſelbſt ſetzt der Reichswirtſchaftsrat nach Vorſchlägen der Arbeitnehmer⸗ und Arbeitgeberkörperſchaften ein. Die zahlreichen Ernennungen, die die Einrichtung der werden jetzt durch Verhandlungen des Reichsarbeitsminiſters mit den zuſtändigen Verbänden vorbereitet. 2 Däniſche Einſeitigkeit Berlin, 19. Aug.(Von unſerem Berliner Bürb.) Wie dem„Lokalanzeiger“ aus Kopen hagen gedrahtet wird, hat die däniſche Filmzenſur die Vorführung des deutſchen Emden⸗FJilmes verboten, und zwar trotz des Ein⸗ ſpruchs der deutſchen Geſandtſchaft. Die däniſche Zenſur be⸗ ründet dieſen eigenartigen Standpunkt damit, daß überhaupt Leine Filme mehr zur Aufführung zugelaſſen werden ſollen, die den Weltkrieg darſtellen. Dieſe Entſcheidung mutet einigermaßen ſeltſam an, da erade in Dänemark ungefähr alle Kriegs⸗ und Propaganda⸗ 15 der Entente geſpielt wurden. In London iſt, wie man Könnecke will heute zum Ozeanflug ſtarten Wie aus Waſhington gedrahtet wird, iſt der dortige deutſche Botſchafter am Donnerstag benachrichtigt worden, daß Könnecke wahrſcheinlich heute[Freitag) mittag von Köln aus ſeinen Flug nach Newyork antrete. Der amerikaniſche Flieger Berthaod mußte ſeinen Flug NewyorkNom wegen der ungünſtigen Witterung neuer⸗ dings verſchieben. 4 Die Tatſache, daß die durch Könnecke beabſichtigte Ueber⸗ querung des Atlantiſchen Ozeans in der Richtung Oſt⸗weſt von Köln aus erfolgen wird, hat die Kölner Stadtverwaltung und die Leitung der Preſſe veranlaßt, den Flug Könneckes ihrerſeits zu unterſtützen. Der Flieger wird eine Anzahl von Brieſen des Reichskommiſſars und des Präſidenten der Preſſa an führende Perſönlichkeiten der Vereinig. Staaten an die an dem Flug intereſſierte Induſtrie mitnehmen und außerdem an den Vorſitzenden des amerikaniſchen Aus⸗ ſtellungsausſchuſſes der Preſſa John Clyde Oswald in New⸗ hork perſönliche Grüße des Präſidiums der Preſſa überbrin⸗ gen. Er ſoll ferner Begrüßungsſchreiben der Kölner Stadt⸗ verwaltung an die Bürgermeiſter von Philadelphia und New⸗ hork übermitteln. Das Flugzeug Könneckes wird bei ſeiner Landung und bei ſeinen Rundflügen in Amerika den Wim⸗ pel der Stadt Köln und der Preſſa tragen. Wie wir weiter zu dieſer Angelegenheit erfahren, handelt es ſich bei der finanziellen Sicherung des Fluges nicht nur darum, den Flugbetrag ſicher zu ſtellen, ſondern vor allem um die Summe, die es dem Flieger ermöglicht, eine Verſiche⸗ rung ſeines Lebens bei einer Lebensverſicherungs⸗ geſellſchaft einzugehen. Obwohl die Leitung der Caſparwerke wie auch andere Stellen, die Könnecke unterſtützt haben, ſtets die Auffaſſung vertreten haben, daß es eine der Vorausſetzun⸗ gen für das Gelingen des Fluges ſei, daß der Flieger und ſein Begleiter den Kopf frei haben von Sorgen um das Schick⸗ ſal ihrer Angehörigen, wenn ihnen etwas zuſtoßen ſollte, war wegen der unerfüllbaren Bedingungen der Lebensverſiche⸗ rungsgeſellſchaften die Frage der perſönlichen Sicherheit der Flieger bisher noch nicht geregelt. Nach dieſer Richtung hin ſteht nunmehr den Fliegern bei ihrem Abfluge nichts mehr im Wege. Coſtes Vorbereitungen Die franzöſiſchen Flieger Coſte und de Brir ſetzen ihre Vorbereitungen für den geplanten Ozeauflug fort. Sie haben am Freitag mit ihrer Maſchine einen längeren Flug bis nach Cherbourg unternommen, um den Brennſtoffver⸗ brauch ihres Motors und die an Bord befindliche Funkſtation noch einmal gründlich auszuprobieren. Drouhin hat mit der „Miß Columbia“ gleichfalls einen größeren Probeflug unter⸗ nommen. 5 Der internationale Alpeuflug — Zürich, 19. Aug. Von den Fliegern, die zu dem miß⸗ glückten Alpenflug geſtern früh geſtartet waren, ſind, wie von der Organiſation des Fluges mitgeteilt wird, ſechs in Bellin⸗ zona angekommen. Von dem ſchweizeriſchen Fliegerhaupt⸗ mann Ackermann und dem italieniſchen Flieger Ten Serra hat man ſeit ihrem Start nicht wieder gehört. Auch Mittel⸗ 122 1 zer hat infolge des dichten Nebels wieder umkehren müſſen. Zwei Hawaiflieger noch immer vermißt —. Newyork, 19. Aug. Nach faſt 2aſtündiger Suche ſind die beiden vermißten immer noch nicht auf⸗ gefunden worden. Kreuzer,-Boote, Zerſtörer, Flugzeuge und Handelsſchiffe beteiligen ſich an den Nachforſchungen. Als letzte Hoffnung gilt, daß die Flieger vielleicht eine andere Inſel angeflogen haben. Beide Maſchinen wurden kurz vor dem Ziel noch geſehen, was den Fall noch rätſelhafter macht. Kapitaͤn Erharoͤts Prozeß I Berlin, 19. Auguſt.(Von unſerem Berliner Büro.) Wie eine Korreſpondenz mitteilt, iſt die Feſtſtellungsklage des Kapitäns Erhardt gegen das Reiswehrminiſterium, derzufolge er nicht als militäriſcher Führer des Kapp⸗Putſches zu be⸗ trachten ſei und demgemäß auch nicht für die aus den An⸗ ordnungen des Generals v. Lüttwitz entſtandenen Schäden in Anſpruch genommen werden könnte, nunmehr beim hieſigen Landgericht anhängig gemacht worden. Der Prozeß wird wahr⸗ ſcheinlich Anfang November verhandelt werden. Geſpannte Veziehungen zu Litauen E Berlin, 19. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) Das an ſich ſchon höchſt geſpaunte Verhältnis Deutſchlands zu dem Kleinſtaat Litauen, das die Reichsregierung bereits ver⸗ anlaßt hat, in dem konkreten Fall des Sprachverbots in aller Form bei der litauiſchen Regierung vorſtellig zu werden, hat durch die ungehörige Art, mit der das Regierungsorgan Lietuno“ ſich zu dem bevorſtehenden Rücktritt des Memeler Generalkonſuls Mudra— es ſprach die Hoffnung aus, daß unter dem neuen Konſul das deutſche Konſulat in Memel nicht mehr der Brennpunkt der Reibereien zwiſchen dem Memelgebiet und Litauen ſein werde— äußerte, eine weitere Verſchärfung erfahren. Die Meldung eines Berliner Blattes, daß die Reichs⸗ regterung auch wegen dieſes Angriffs in Kowno vorſtellig zu werden beſchloſſen habe, iſt indes verfrüht. Wie wir hören, findet heute im Auswärtigen Amt unter Hinzuziehung des deutſchen Geſandten in Kowno eine eingehende Beſprechung der Angelegenheit ſtatt, von deren Ergebnis es erſt abhängen wird, ob die deutſche Regierung in der Tat ſich zu einem diplomatiſchen Schritt in Kowno entſchließt. Feſt ſteht, daß der Wechſel der diplomatiſchen Vertretung in Memel, der ſchon ſeit längerer Zeit in Berlin geplant war, nicht auf das Drängen der litauiſchen Regierung erfolgte. Es handelt ſich alſo um eine durchaus ſelbſtändige Maßnahme der Ber⸗ liner amtlichen Stellen, die Perſonenfrage ſpielt hierbei nicht die primäre Rolle. Weit wichtiger erſcheint es vielmehr der deutſchen Regierung, einwandfrei die Frage der Zuſtändigkeit zu klären. Dieſem Zweck ſoll die heutige Konferenz in erſter Linie dienen. Ein baltiſcher Dreibund? Berlin, 19. Auguſt.(Von unſerem Berliner Büro.) Mit begreiflichem Unbehagen verfolgt man in Warſchau den Beſuch des lettiſchen Außenminiſters Zeelens in Kowno, der Litauen für den Gedanken eines baltiſchen Dreibundes gewinnen will, an dem außer Lettland und Litauen Eſtland teilnehmen ſoll. Mit einer ſolchen Allianz will Zeelens die Aktionsfähigkeit der drei baltiſchen Randſtaaten weſentlich ſtärken, wobei er betont, daß ein ſolcher Randſtaatenbund we⸗ der gegen Rußland noch gegen Polen gerichtet ſei. Es liegt jedoch auf der Hand, daß dies Projekt die Oſtlocarno⸗ pläne durchkreuzt, die mit franzöſiſcher Unterſtützung und ſtillſchweigender Billigung Englands darauf hinzielten, unter polniſcher Führung einen Zuſammenſchluß der öſtlichen Einzelſtaaten von Finnland bis Rumänien durchzuführen, zu dem doppelten Zweck, eine Ahwehrfront gegen Rußland zu ch erinnern wird, der Emden⸗Film durchaus wohlwollend * 0 E Haffenz und gleichzeitig wie im Weſten, ſo auch im Oſten Zum Handelsvertrag mit Jrankreich M. Paris, 19. Aug.(Von unſerem Pariſer Vertreter Der„Petit Pariſien“ würdigt den deutſch⸗franzöſtſchen Handelsvertrag in einem läugeren Artikel, der nachſtehend Schlußfolgerung enthält:„Der Vertrag iſt gut. Er ſtellt 5 Handelsbeziehungen zwiſchen den beiden Ländern wieder her und ſetzt den deutſchen und franzöſiſchen Handel in die Lags ſich gegenſeitig anzunähern. Er ſchafft den berüchtigten Parc graphen des Verſailler Vertrages ab, auf Grund deſſen wit uns deutſche Guthaben aneignen könnten, im Falle daß Deutſchland ſeinen Reparationsverpflichtungen nicht nach⸗ kommt. Aus den Verhandlungen können wir zahlreich nützliche Lehren ziehen. Von allen Ländern iſt Deutſchſan dasjenige, das am meiſten die neuen wirtſchaftlichen Nos wendigkeiten begriffen und verſtanden hat, ſich ihnen anze paſſen. Wir anderen ſind in dieſer Beziehung noch ſtar im Hintertreffen. Wir wollen aber hoffen, daß die Lehre nützlich ſein wird.“ 1. Im„Echo de Paris“ wird die Stellung, die der den ſche Handel auf Grund des Vertrages künftig in Marokko einnimmt, folgendermaßen umſchrieben:„Den Deutſcheg wird die Abſchaffung der Spezialabgabe von 12 Prozent zu⸗ geſtanden, die bisher auf ihren Waren laſtete. Der deutſche Export wird in Zukunft den gleichen Zöllen unterworſen werden, wie derjenige aller anderen Nationen, inbegriffen Frankreich. Die deutſchen Schiffe werden in marokkaniſchen Häfen anlegen können, aber die deutſchen Schiffahrtsgeſell; ſchaften ſollen in den marokkaniſchen Städten nur durch Nichtdeutſche vertreten werden. Um ſich nach Marokko zu be⸗ geben und ſich dort zietweiſe handelsgeſchäftlich niederzulaſſen, muß jeder Deutſche ein Dekret des Sultans zu erlangen ſuchen, dem außerdem der franzöſiſche Oberkommiſſar ſeine Zuſtimmung geben muß. In den Mandatsgebieten werden die Deutſchen hinſichtlich Aufenthalt und Niederlaſſung den und den anderen Ausländern gegenüber glei geſtellt. Engliſch⸗polniſches Handelsabkommen London, 19. Auguſt.(Von unſerem Londoner Vertretet! Die engliſche Regierung hat ein Handelsabkommen mit Polen abgeſchloſſen, durch das die engliſche Ausfuhr nach Polen außerordentlich günſtige Bedingungen erhält Polen hat eine feſte Quote für die Einfuhr engliſcher Waren zugeſtanden, die vom 1. Juli dieſes Jahres zurückwirkend in Kraft tritt. Dadurch werden die ſcharfen Ausfuhrbeſchränkun⸗ gen, die Polen in letzter Zeit gegen England durchgeführt h für engliſche Importeure aufgehoben. Dem Abſchluß des A kommens wird hier eine beträchtliche Bedeutung beigemeſſen Auffälliges Enigegenkommen RNußlands gegenüber Perſien 4 Nach⸗ Berlin, 19. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) 5 richten aus Teheran laſſen auf den bevorſtehenden Abſchles der Verhandlungen über die perſiſch⸗ruſſiſchen Handele beziehungen ſchließen. in die dem Vernehmen nach ſpäter— der Zollvertrag einbezogen werden ſoll. Perſien dürfte darnach berechtigt werden, durch Sowjetrußland 13 Europa zuexportieren und von dort auf dem gleiche Wege Waren zu beziehen, unter gewiſſen Ausnahmen. de Moskauer Korreſpondent des„..“ führt das auffallen Entgegenkommen Rußlands auf die perſiſchen Wünſche, 25 ſich im offenen Gegenſatz zu dem im vorigen Jahre eing chlagenen Kurs befindet, offenbar auf das Beſtreben owjetregierung zurück, die auf Verorderaſten konzentriert Englands gegen Rußland auf dieſe Weiſe zu igen. Letzte Melöungen Ein Weimarer Denkmal der Verfaſſung? IBerlin, 19. Aug.(Von unſerem Berliner Büro.) im Rechtspreſſe verzeichnet das Gerücht, daß Vorbereitungen Gange ſeien, zu dem Zweck, in Weimar ein„Denkmal Verfaſſung“ zu errichten. Ausgehobene Geheimbrennereien — Berlin, 18. Aug. In der vergangenen Nacht en⸗ Beamte des Zollgrenzkommiſſariats wieder Geheimbſen nereien ausgehoben, in denen große Mengen Monop n z u Sprit verarbeitet wurden. in großer Teil der konnte beſchlagnahmt werden. Gefecht zwiſchen Zöllnern und Schmugglern — Aachen, 19. Auguſt. Bei einem Kampf von Zollbeameg mit einer Schmugglerbande an der deutſch⸗belgiſch Grenze wurde ein Schmuggler aus Köln durch einen ſen ſchuß ſchwer verletzt, ſodaß er ins Krankenhaus überm aſen werden mußte. 15 000 Zigaretten und 3000 Zigarren kon let dem Verletzten abgenommen werden. Die übrigen Schmugg entkamen in der Dunkelheit. Roßbach aus der Haft entlaſſen age⸗ — Wismar, 18. Auguſt. Wie das„Mecklenburgiſche 2 bewarfen die dort beſchäftigten Leute mit Steinen. Sie Zuſammenſtoß mit der autos herbeigeholt hatte. Auch auf Seiten der Streikenden gab wundete. hat der italieniſche Botſchafter in London mit Zuſt wunpze ein⸗ italieniſchen FInnenminiſteriums Riggiotti Garibaldi— blatt“ erfährt, hat die Haftbeſchwerde, die in der Straſſoh⸗ egen Roßbach und Genoſſen durch deſſen Verteidiger + en egt worden iſt, den Erfolg gehabt, daß die Haftbefehle ahof ſämtliche Angeſchuldigten aufgehoben wurden. Die Beofort teten Roßbach, Meincke, Bender und Linſemeier ſind ſofe“ aus der Haft entlaſſen worden. Der Tod in den Bergen kuer — Salsburg, 18. Aug. Beim Abſtieg vom Groß⸗Gle gen wurde der Touriſt Franz Hackel aus Leoben von 4 Gewitter überraſcht und von einem Blitzſtrahl getöte Die Münchener Touriſtin Paula Waldauf iſt n bayeriſchen Voralpen tödlich abgeſtürzt. 1tino Beim Beſteigen des Madonnen⸗Gipfels bei Sankt 1 ohen ſtürzte ein Münchener Student von einer 150 Meter Felswand ab. Seine Leiche wurde geborgen. Mißglücktes Bombenattentat eut⸗ — Paris, 19. Aug. Wie aus Naney gemeldet wiremer deckte der italieniſche Generalkonſul in einem Vorzzombe, ſeiner Wohnung in einem Koffer verborgen eine„Zünd⸗ deren Zündſchnur in Brand geſetzt war. Er löſchte die rde in ſchnur und benachrichtigte die Polizei. Die Bombe wu 7 e e gebracht, wo ſie unterſucht un rt wird. Zuſammenſtoß zwiſchen Streikenden und Poliziſten in Paris etwa — Paris, 19. Aug. Geſtern Nachmittag brangeparſſeß 100 ſtreikende Bauarbeiter, die bei den Neubauten der 10 und Untergrundbahn beſchäftigt ſind, in einen Bauſtollen e 5 den von der Poltizei auseinandergetrieben, ſammelten I. ere einer benachbarten Straße wieder, wo ſich ihnen 20% futigen ſtreikende Arbeiter Es kam zu einem 80 t⸗ olizei, die Verſtärkungen au Elf Poltziſten wurden es mehrere 4. Die drei Haupträdelsführer wurden verhafte Italieniſche Einreiſeerlaubnis für Garibucb e — Rom, 19. Auguſt. Wie die römiſchen Blätter mitteldes eutſchland einzuriegeln. reiſeerlaubnis nach Italien erteilt. den — 5 0 e 2 3 her me gelaufe Frettas, den 19. Auguſt 1927 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 8. Seite. Nr. 879 Stäadtiſche Nachrichten Ortskrankenkaſſe für Handelsbetrieb der Stadt Mannheim Dem uns vorliegenden Geſchäftsbericht für das Dahr 1926 entnehmen wir folgende Einzelheiten: . Das Jahr 1026 ſtand im Zeichen der Deflationskriſe, einer uelle größter wirtſchaftlicher Beunruhigung, eren unherechenbaren Folgewirkungen die Krankenverſiche⸗ zung nicht die Erwartungen erfüllen ließen, die zu Beginn 7 Jahres allgemein gehegt wurden. Als poſitives Ergebnis eſer Ungunſt der Zeiten hat ſich von neuem wieder die Tatſache ergeben, daß Wirtſchaft und Krankenverſicherung permöge ihrer wechſelſeitigen Beziehungen und inneren Zu⸗ ammenhänge ſ als unlösbare Faktoren von geradezu welt⸗ dattochefſlbcher edeutung und Notwendigkeit erwieſen. Beide hatten daher auch im Berichtsjahre wieder die Merkmale der Rachkriegszeitlichen, außerordentlich ſchnell fortſchreitenden tmwicklung gemeinſam. Die perſönlichen Verwal⸗ zungskoſten mit zuſammen 98 193.69 RM. und die ſäch⸗ landten mit zuſammen 16 514.31 RM. ſind gegen die vor⸗ hrigen mit 80 057.59 RM. bzw. 13 304.61 RM. um 18 136.10 5 5 bezw. 3209.70 RM. oder ſe Mitglied um.35 RM. bzw. .2 RM. geſtiegen. Der Beitrag zur Fürſorgekaſſe für Ge⸗ meinde⸗ und Koͤrperſchaftsbeamte, der ab 1. April 1925 nach⸗ dezahlt werden mußte, verurſachte allein einen Mehraufwand pon 19 486.66 RM. Im vorangegangenen Fahre ſind an Miättr gen vereinnahmt worden: 1 143 250.56 RM. oder je itglied 79.25 Ri., während 1920 1 805 519.94 RM. oder je 0 itglied 91.63 RM. eingingen. Die Beitragserhöhung von 9575 v. H. würde je Mitglied relativ.91 RM. gebracht haben, 0 daß der weitere höhere Eingang mit.47 RM. dem höheren 9975 nittlich verſicherten Grundlohne, der im Jahre 1925 d., im Jahre 1026 377 R. im Jahre 1020 mebr 190 RM. betrug, gutzuſchreiben iſt. Während bisher lediglich pft krankenverſicherungspflichtigen Mitglieder zur Beitrags⸗ galicht dur Erwerbsloſenfürſorge herangezogen dun ſo wurde mit Beginn des Jahres 1926 dieſe Pflicht Kaacd auf ſolche Angeſtellte ausgedehnt, die zwar nicht mehr beietene, aber noch angeſtelltenverſicherungspflichtig ſind, das alsstz ohne ſoztalen Zulagen mehr wie 225., aber weniger 50 500 RM. im Monat verdienen. An Beiträgen zur Er⸗ eierbsloſenfürſorge gingen nach Abzug der Rückvergütungen die) hür Pflichtmütglteder der Krankenkaſſe 512 588701 R. ſte 955 me 8 noch ange⸗ ö erſicherun i 79 221¹.78 4 601779.60 1 1 gspflichtig ſin zuſammen w N der Hebegebühr mit 6 923.72 RM. urden 684 855.97 RMN, an die Arbeitsamtskaſſe abgeführt. de ie Geſamtausgaben für Arzthonorar betrugen in Nl gdahren 1914. 401 509%a Rt, ſoel 212 908 04 dM. 1925: 9 388 05 RM. 1920: 267 028.44 NM. oder auf den Kopf 1914: 9., 1924: 15.31 RM., 1925: 16.73 RM., 1926: 18.74 RM. Mit 11 85 ältnis zur Vorkriegszeit iſt alſo auf den Kopf des Zultglieds bzw. Familienmitglieds umgerechnet eine 100pro⸗ ſich da Steigerung eingetreten. Allein in Mannheim befaſſen 95 von 167 Kaſſenärzten zurzeit 52 mit Licht⸗ und Strahlen⸗ ſchrrolung. Die Geſamtausgaben hierfür betrugen in den ven 1914: 2480 RM., 1924: 11476.50 RM., 1925: 25 428.45 Iear 100 14.0 Achl. oder aaf den Koyf loid.— Rch, 50„83 RM., 1925:.76 RM., 1926:.45 RM. Die Ge⸗ Mun leiſtungen der Zahnärzte und Zahntechniker von eim mit Vororte und Umgebung betrugen a) Zahn⸗ 5 dte 27 284.30 RM.(gegen 24 894.94 RM. im 11 0 1924), :Jaöntechniker 11 57000 NMa.(9054.25 den) Die Leiſrungen eſtizahnbehandlung ſind von Jahr zu Jahr ganz allgemein bihregen. Zweifellos ſpielt die Erkenntnis über die Notwen⸗ 95 eit der Erhaltung und Pflege geſunder Zähne, unterſtützt gedcb umfangreiche Aufklärungsarbeit in Wort und Schrift, ba 1 dem Beſtreben der Kaſſen, durch denkbar größten Aus⸗ glle er Leiſtungen für Zahnbehandlung den Verſicherten vor Jab auch aus vorbeugenden Gründen jeglichen Schutz zu verbrbren, eine große Rolle. Der Arznei⸗ und Heilmittel⸗ betr rauch iſt im Berichtsjahre allgemein wieder geſtiegen. Er 55 8390 unter Berückſichtigung ſämtlicher Lieferanten 1914: 1926. 06 RM., 1924: 84 251.61 RM., 1925: 138 328.78 RM., .05 165 547.51 RM. oder auf den Kopf 1914:.15 RM., 1924: liegt., 1925;.58 RM., 1926: 11.63 RM, Dieſe Steigerung teile zum Teil begründet in der Preisgeſtaltung als ſolcher, din teile aber auch in einem gaus pfichologiſchen Gründen be⸗ Die 7 Mehrbedürfnis der Verſicherten nach Arzneien uſw. eſamtausgaben für Krankenhäuſer Ind Erholungs⸗ 84 548 betrugen in den Fahren 1914: 55 043.78 RM., 1924: auf 5520 NM., 1925: 110 089.76 RM., 1926: 135 248.87 Rohe. oder 19205 el Kopf 1914:.08 RM., 1924: 6,08 Röhn., 1925:.69 RM. Arangelt RM. An dieſen Ausgaben iſt das Allgemeine geld enbaus hier vorwiegend beleiligt. Beim Kranken⸗ gabe iſt die erfreuliche Tatſache zu verzeichnen, daß die Aus⸗ un gegenüber dem Vorfahre um 35 102.80 RM. oder für 65 Mitgli ˖ Gegenſa 5 um.12 RM. zurückgegangen ſind. Wenn im W hierzu die Ausgaben für Hausgeld um 4018.16 RM. und Taſchenl(Ledigen)geld um 1147.30 RM. geſtiegen ſind, ſo dürfte dies in der vermehrten Gewährung von Krankenhaus⸗ pflege und Erholungsfürſorge ſeine Urſache haben. Die Ge⸗ ſamtausgaben für Wochenhilfeleiſtungen betrugen: a) für Mitglieder 41 180.49 RM.(33 830.42 RM.), b) für Fami⸗ lienangehörige 8 716.78 RM.(7078.06 RM.). An Sterbe⸗ geld wurden an Mitglieder gegen das Vorjahr 1115.90 RM. weniger, an Familienangehörige aber 693.30 RM. mehr, ins⸗ geſamt 10 115.46 RM. gewährt. * * Geringe Temperaturſteigerung. Das herhſtlich kühle, regneriſche Wetter hält an. In der vergangenen Nacht wurde ein Minimum von 13,5 Grad C.(gegen 11,6 Grad C. in der Nacht zum Donnerstag feſtgeſtellt. Heute früh zeigte das Thermometer 14,5 Grad C.(12,4 Grad.) an. Die Höchſt⸗ temperatur betrug geſtern 20 Grad C.(21 Grad.). * Fabrikbrand. Aus unbekannter Urſache brach geſtern nachmittag im erſten Stock der Holztypenfabrik von Sachs u. Cie., F 7, 20, Feuer aus. Als die um.28 Uhr alarmierte Berufsſeuerwehr eintraf, waren die Flammen durch die Riemenſchächte in den zweiten Stock übergeſprungen. Das Feuer wurde mit der Motorſpritze und drei Schlauchleitungen ſchnell gelöſcht. Schon um.58 Uhr konnte der Löſchaug wieder einrücken. Es ſind verſchiedene Holzwaren verbrannt. Der Schaden beträgt mehrere hundert Mark. * Angefahren. Geſtern mittag wurde am Suezkanal ein Radfahrer von einem Auto erfaßt und zu Boden geworfen. Der Radfahrer kann von Glück ſagen, daß er auf die andere 15 gefallen iſt. So trug er keine ernſtlichen Verletzungen avon. * Unaufgeklärte Diebſtähle. In letzter Zeit wurden u. a. entwendet: Eine graugrüne Wildlederbrieftaſche mit verſchie⸗ denen Papieren, auf den Namen„Konrad Schreiner“ lautend, in einer Badeanſtalt im Rhein.— Eine braunlederne Aktenmappe mit einer Anzahl Geſchäfts⸗ papieren, auf den Namen„Karl Burkart“ lautend, aus einem Auto in der Lameyſtraße.— Ein noch gut erhaltener, hellbrauner Herrengabardinemantel mit zwei Reihen Knöpfen und 9 Firma„Engelhorn u. Sturm“, aus einem Auto vor 3 * Nöjähriges Arbeitsinbilium. Holz⸗ und Marmormaler Karl Wirth feierte geſtern ſein Bjähriges Arbeitsjubiläum als Vorarbeiter bei der Firma Karl u. Friedrich Fritz, Malermeiſter, Friedrichsfelderſtraße Nr. 60. Die Firma lud ihre Arbeiter und Lehrlinge auf Donnerstag abend zu einer ſchlichten Feier ein, bei der dem Jubilar ein ſinniges Geſchenk, ſowie eine Ehrengabe überreicht wurde. Auch ſeine Arbeits⸗ kollegen erfreuten ihn mit einem recht ſchönen Geſchenk. Die Handwerkskammer, vertreten durch die Herren Ludwig Kalmbacher und Synd. Schmidt, übergaben dem Ju⸗ bilar eine prachtvolle Ehrenurkunde für 5jährige treue Dienſte. Veranſtaltungen * Abendkonzert. Am kommenden Sonntag findet außer dem üblichen Vormittags⸗Standkonzert auch ein Abend⸗ konzert bei Leuchtfontäne und Konturenbeleuchtung in der Zeit von 8/ bis 10 Uhr ſtatt. Die Kapelle Homann⸗ Webau ſpielt am Friedrichsplatz:„Frei weg“, Marſch(La⸗ tam); Ouvertüre zur Oper„Wilhelm Tell“(Roſſini);„Roſen aus dem Süden“, Walzer(Strauß);„Wotans Abſchied“ und „Feuerzauber“(Wagner);„Hoch deutſches Lied“, Potpourri (Homann⸗Webau);„Gern hab' ich die Frau'n geküßt“, Lied (Lehar): Pepitamarſch. * Zwei Sonderfahrten der Mannheimer Omnibus⸗Ver⸗ kehrsgeſellſchaft. Wir machen auch an dieſer Stelle darauf aufmerkſam, daß am morgigen Samstag eine Fahrt in die Pfalz und am Sonntag eine ſolche in den Schwarzwald ver⸗ anſtaltet wird. * Wieberſehensfeier der ehemaligen Angehörigen des Reſ.⸗Inf.⸗Regt. 239. Die ehemaligen Angehörigen des Reſ.⸗ Inf.⸗Regt. 239 begehen am., 4. und 5. September in Köln eine Wiederſehensfeier. Aus dem Programm ſei erwähnt: Am 3. Sept. Begrüßungsabend; am 4. Sept. vorm. in der St. Apoſtelnkirche am Neumarkt Hochamt für die gefallenen Kameraden, anſchließend Heldengedenkfeier auf dem Heldenfriedhof(Südfriedhof); abends großer Feſtabend im Volksgarten⸗Reſtaurant. Montags Rheinfahrt zum Sieben⸗ gebirge. Nähere Mitteilungen Aotgen durch den Vorſitzen⸗ den Erich Nockemann, Köln⸗Zollſtock, Höningerweg 369. * Keinen Apfelwein aus unreiſen Aepfeln keltern. Es wird vielfach beobachtet, daß lange vor der eigentlichen Reife der Aepfel mit dem Keltern und dem Ausſchank von ſüßem Apfelwein begonnen wird. Da ſolcher Apfelwein aus un⸗ reifem Obſt als geſundheitsſchädlich gilt und daher dem Ver⸗ käufer Beſtrafung auf Grund des Nahrungsmittelgeſetzes droht, wird vor dem Keltern und dem Ausſchank von Apfel⸗ wein aus unreifen Aepfeln gewarnt. Die Dunkelkammer Von Julius Kreis 0 5 ein Freund Fritz iſt einer jener gefährlichen Zeit⸗ 0 krenz die unentwegt ihre Kamera auf alles zücken, was photosucht und fleucht, denen nichts zu heilig iſt, um es zu ven auhieren. die die beſten Freunde vor die Linſe ſchlep⸗ Schloß utsverwandte und Blutsfreunde, Tauben und Tiger, vollzi höfe und Hundehütten, Zigeuner und Gerichts⸗ eber, Butterfäſſer und Hochöfen— die organiſche und iſche Welt, alles, alles iſt ſeiner Linſe verfallen. n der letzten Zeit aber haben es ihm Landſchaften, Stim⸗ ſehneden angetan. Man geht mit ihm über Land. Ueber pflegt eßcagen baumelt die unvermeidliche Kiſte. Man zunge eben ein gebildetes Geſpräch, über die beſte Art, He⸗ einmalig, marinieren oder über Spinoza's Weltbild— auf Owie eneitt Fritz die Angen au, bleibt ſtehen und erſchnappt ein Schnauzhund einen Knochen— ein Motiv. Er kicl kert, ſchraubt an ſeinem Apparat herum, knips.— die Motive wie Flöhe. ber neuli we eulich im Dachauer Moos wurde er ein beklagens⸗ —5 Opfer ſeiner Leidenſchaft. Das kam ſo: batte deder war er ſtundenlang auf der Motivpirſche und wirtſche rundes Dutzend erbeutet. In einer einſamen Moos⸗ Bieregaſt kehrke er ein und labte ſich bet einem Krug alten ſeine Auind ausgetrockneten Brolen.— Er brannte darauf, 8 ufnahmen zu entwickeln. perdroſſerrm Schanktiſch hantierte die Wirtin; mürriſch und trachteſe deſchepperte ſie mit dem Geſchirr herum. Sie be⸗ beſſer, azen ſräten Gaft lieblos und ihre Laune wurde nicht kann ich hzer ſich an ſie wandke: Hören Sſe, Frau Wirtin. fleinen dubler gicht eine Kammer baben, wiſſen Ste, einen lich ein aum. den man leicht verdunkeln kann, ich habe näm⸗ ae Aufnahmenn veinegen Wirtin kam aus dem Verſchlag. Ihr Blick war des Naſenganen. Ste wiſchte mit 22 Aermel ein blinken⸗ griffsbereitrönferl von ihrem Zinken und dann ſagte ſie an⸗ „gereizt durch die unverſtändlichen Wünſche des nen Stadtfracks:„Wos möcht'n'? 0 Eine Dunkelkammer ſozuſagen!——“ ſich 5 unkelkammer!“ Die Wirtin brummelte etwas vor Aualigz Es 55 ein ſtarker Zweifel an Fritzens geiſtigen Ntten zu ſein. wolls's, r ham koa ſolchane Kammer net! Wenn E ſchlaffa nacha müßt's balt ins Feul— A Bett is koans dal“ „Eine Kam⸗ Freund Fritz erklärte ſo gut es ging. Die Wirtin ſah auf den Apparat voll Feindſeligkeit. Ich will's natürlich nicht umſonſt haben, ſagte Fritz lockend. Das die Wirtin weicher:„A Kammer hätt man ſcho. Geht's halt ins Räucherkammerl eini, da is finſter nua!“ Sie ging Fritz durch die Küche voran und ließ ihn interm Kamin in ein kleines Gelaß ein. Da war ein beizender Geruch nach Rauch und Dörrfleiſch und oben an einer Stange hingen ein paar Speckſeiten und Würſte. Fritz packte aus dem Ruckſack ſein Werkzeug, entzündete die rote Laterne und ſtellte ſich auf dem Küchenhockerl ſeine Siebenſachen zurecht. Und voll Eifer machte er ſich an die Arbeit. Um nicht geſtört zu ſein, 12 er den Riegel vor.— Die Wirtin rief ihm noch hinein: geh jetz' in Stall, wenn's epper was brauchat'n. Es dauerte eine Weile, da ging draußen im Flur die Tür, ſchwere Männerſchritte kamen in die Küche.— Fritz horchte auf.— Da— bei einer Wendung ſtreifte er die Laterne, — Klirrdibum— und im Beſtreben, die Fallende zu retten, wan ded die Schale mit den Platten vom Hockerl. ſe Tritte draußen kamen näher. Vor dem Räucher⸗ kammerl hielten ſie an. Dann rüttelte eine ſtarke Hand an der Türe:„Aufg'macht, da drin, Höllſakra. Was is' denn da los a eine rauhe Stimme und ein Stock klopfte ge⸗ bieteriſch an die Türe,„Obſt aufmachſt du Krawatt, du ſchlechtal Lump verdächtigal! Fritz zitterte wie Eſpenlaub. Er ſtammelte ſchüchtern:„Erlauben Sie..“ hinter der Türe. Er fand in der Angſt und Eile den Riegel nicht Der draußen ſtemmte ſich mit Wucht dese en Ein Ruck, ein Druck, ein Krachen: ie ein zürnender Gott ſtand der 4 vor Fritz in der nervigen Fauſt den Haſelnuß⸗ ecken. „Hob i di jetz', Lump elendiger! Wart' i' kimm dir über mei Selchfleiſch. Du Luder, du verſtohl'ns!! Hageldicht ohne Wahl und Zahl tanzten die Hiebe des „Haſelnuſſenen“ auf Fritz nieder.„Du kimm mir no a' mal ins Selchkammerl!! „Erlauben Sie mal...“ Schon ſaß Freund Fritz die maſſiye Wirtsfauſt im Nacken und wie einen Stallhas zog ihn der Mooswirt aus dem Kam⸗ merl in die Küche. „Raus mit den Würſcht! forderte der Wirt auf. Fritz wurde einer peinlichen Leibesviſitation unterzogen. Kein Erklärenwollen, keine Einrede half.... Der Wirt hörte auf nichts.„Dir treib' i''s Selchkammerl aus, du halbſeidener. Der Lärm hatte die Mooswirtin aus bem Skall berbei⸗ geholt.— Ausſtellung des Ortsverbandes Mannheimer Kleingarten und Gartenbauvereine Die ſtatiſtiſch⸗wiſſenſchaftliche Abteilung umfaßt in acht Abteilungen all das, was mit der Klein⸗ gärtnerſache zuſammenhängt. Sie ſoll an Hand von Plänen und Bildern unter Zuhilfenahme reichlichen Zahlenmaterials einen Ueberblick über die geſchichtliche Entwicklung des deut⸗ ſchen Kleingartenweſens und des Kleingartenweſens inner⸗ halb Mannheims geben und vor allem die Quellen aufdecken, aus der dieſe Bewegung entſprungen iſt und weiterhin ihren ſtarken Antrieb ſchöpft. Der Ausgängspunkt dieſer Bewegung weiſt auf die ſtarken Zuſammenhänge hin, die zwiſchen dem Kleingartenbau und der Volkserziehung, insbeſondere der Jugendpflege, beſtehen. Er bedeutet ſtärkſte Reaktion gegen das Wohnungselend der Induſtrieſtadt. Sie ſtellt eine ernſte Mahnung dar, dafür zu ſorgen, daß das Häuſermeer der Induſtrieſtadt die Mietskaſernenbewohner nicht völlig ab⸗ drängt von jeglicher Berührung mit der Natur und ihren Freuden. Die Bedeutung des Kleingartenbaues für die Volksgeſundheit erfährt in der Plan⸗ und Bildſchau eine zeitgemäße Beleuchtung, der Liebhaber ⸗Kleingartenbau, eine angemeſſene Berückſichtigung. Das Anwachſen des Klein⸗ gartenbaues während des Krieges, die Schaffung des Klein⸗ gartenſchutzes, wird in einer beſonderen Unterabteilung dar⸗ geſtellt. Der Nachkriegszeit iſt es vorbehalten, dem Kleingarten⸗ weſen mehr und mehr bauliche Pröbleme zuzuweiſen. Die Forderung der Schaffung von Dauerkolonien wird immer klarer und dringlicher erhoben. Nicht zuletzt von den ſtaatlichen Behörden, hervorragenden Städtebauern und Gartengeſtaltern und anderen Freunden dieſer Volks⸗ bewegung. Die Aufgaben der Gegenwart und die zukünftige Geſtaltung des Kleingartenbaues wird in einer beſonderen Unterabteilung dargeſtellt, die an Hand von Modellen, Plä⸗ nen und Bildern die Durcharbeitung des Kleingarten⸗ problems nach ſchönheitlichem Geſichtspunkt, die Schaffung äſthetiſch einwandfreier Kolonien, Einzelgärten und Lauben verſchiedenſter Typen zeigt. Daß im Rahmen dieſer Schau als Träger der Kleingartenidee für die zukünf⸗ tige Entwicklung des Kleingartenweſens bedeutungsvolle Reichsorganiſation der deutſchen Kleingärtnerſchaft, der Reichsverband der Kleingartenvereine Deutſchlands, durch Tabellenmaterial, Literatur u. a. einen Platz erhalten hat, entſpricht dem Charakter der Schau als einer Veranſtaltung im Rahmen der Reichsorganiſation der deutſchen Klein⸗ gärtnerſchaft. Möge dieſer Verſuch, das Kleingartenweſen in einem großen Aufriß maßgeblichen Kreiſen unſeres Vol⸗ kes näher zu bringen, der Kleingartenbauſache neue Freunde und Führer werben.* Kommunale Chronik Geſtaffelte Bubikopfſteuer Aus der Rhön wird gemeldet: Durch die Ortsſchelle wurde in dem Rhöndorfe Schönau vor einigen Tagen fol⸗ gende drakoniſche Maßnahme des Gemeinderats bekannt ge⸗ macht:„Das Tragen von iſt nur bis zum zweiten Fortbildungs⸗Schuljahr erlaubt. on da ab bis zum 20. Lebensjahr koſtet das Tragen eines Bubikopfes(rückwirkend vom 1. Januar 1927) 20 Reichsmark. Vom 30. Lebensfahre ab wird in Schönau für das Tragen eines Bubikopfes als Abgabe an die Gemeinde 30 Mk. verlangt. Wer bis zum 90, Lebensjahr den Buhikopf nachwachſen laſſen will, der be⸗ kommt die Hälfte der Steuer zurückerſetzt. Vom 39. Lebens⸗ jahre ab wird nichts vergütet. Die Bubiköpfe haben ſich innerhalb 4 Wochen beim Gemeindekaſſier wegen der Zahlung der Bubikopfſteuer zu melden.“ Kürzlich konnten wir ſchon berichten, daß der Gemeinderat einer kleinen oſtpreußiſchen Gemeinde die Einführung einer geſtaffelten Bubikopfſteuer beſchloſſen hat. Nun hat aber der preußiſche Innenminiſter bekanntgeben laſſen, daß die Gemeinden verpflichtet ſind, ſolche 92 75 Steuerprojekte ihm vorher zur Genehmigung vor⸗ zulegen. Kleine Mitteilungen Der Heidelberger Stadtrat hat beſchloſſen, das ſtark verwitterte Grabmal des Dichters Johann Heinrich Voß auf dem Bergfriedhof erneuern zu laſſen. Zur geplanten Waſſerverſorgung der Gemeinden Mutterſtadt, Schifferſtadt, Waldſee, Maudach uſw. ſollen nunmehr öſtlich von Neuhofen Bohrverſuche nach Waſſer ausgeführt werden. Für dieſe Verſuche ſind von den beteiligten Gemeinden, die ſich ſpäter vorausſichtlich zu einem Zweckverband für Waſſerverſorgung zuſammen⸗ ſchließen werden, insgeſamt 10 000%/ bereitzuſtellen. Sobald die auf die einzelnen Gemeinden entfallenden Anteile von den verſchiedenen Gemeindeparlamenten genehmigt ſind, wird mit den Bohrverſuchen begonnen werden. Sie ſtand händeringend unter der Türe:„Jeſſas, Seppi, loß no grad den Herrn aus!! J hob eahm do's Kammerl aufgeſpirrt, weil er... Seppi laß'n do' grad ſteh... Sie fiel ihrem Mann in den Arm. Photographiert hat er... und do hot er a dunkl's Kam⸗ merl braucht!l... Er ko ja nix dafür, Seppi... Mei Mol! Wia haſt'n denn zuag richt. Fritz ſtand, ein Bald des Jammers und der Zerſtörung in der Stube und ſchnappte nach Luft.—— Die Wirtin er⸗ klärte aufgeregt, fliegend ihrem Manne was zu erklären war. Der Seppi kratzte ſich verlegen hinter dem Ohr und ſchielte auf den Gaſt. „Nir für unguat, Herr,“ ſagte er,„i hon mir denkt, a Land⸗ fatiee is über mei Selchkammer komma! nd zur Wirtin:„J konn's eahm jetzt' a nimmer runter⸗ glaubn. Ueberhaupt hat er in den Kammerl nix z toa!“— Als mir Fritz begegnete, trug er um den Kopf noch eine Mullbinde.„Nun, fragte ſch,„wie geht's mit den Stim⸗ mungsaufnahmen?“ „Weißt du“, ſagte er kleinlaut,„ich habe die Freude daran ein bißchen verloren. Es iſt doch nicht das Rechte.—— Die Landſchaft liegt mir nicht. Und dann erzählte er mir das Erlebnis in der Dunkel⸗ kammer. Hochſchulnachrichten. Das badiſche Unterrichtsmint⸗ ſterium hat ernannt: den planmäßigen außerordentlichen Pro⸗ feſſor Dr. Ernſt Hoffmann an der Univerſität Heidelberg zum ordentlichen Profeſſor für Philoſophie und Pädagogik; Oberbaurat Dr. ing. Dr. rer. pol. Roman Heiligenthaf in Berlin zum ordentlichen Profeſſor für Städtebau und ſtädtiſchen Tiefbau in der Abteilung für Bauingenieurweſen der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe, Privatdozent Dr. Wal⸗ ter Hückel an der Univerſttät Göttingen zum planmäßigen außerordentlichen Profeſſor für Chemie an der Univerſität Freiburg. Jahrhundert⸗Ausſtellung der Erzdiözeſe Freiburg. Im September wird die Erzdiözeſe in ihrer Metropole eine Jahrhundert⸗Ausſtellung veranſtalten. Die Ausſtellung will eine Darſtellung geben der„Geſtalten und Werke großer Männer, die die katholiſche Fahne durch Zeiten ſchwerer Kämpfe trugen und im Zeichen des Kreuzes ſiegten: wie ſie ſich im öffentlichen Leben, auf dem Gebiete der Kunſt und Wiſſenſchaft, des Zeitungsweſens, im Kampfe um die Schule und die Freiheit des katholiſchen Ordensweſens, auf dem Gebiete der Caritas und in der Diaſpora in den Dienſt Chriſti geſtellt haben.“ 4. Seite. Nr. 379 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 19. Auguſt 19e Aus dem Lande Perſonalveränderungen im badiſchen Staatsdienſt Verſetzt wurden: Amtsgerichtsrat Dr. Friedrich Stur m in Donaueſchingen nach Konſtanz, Staatsanwalt Dr. Wolfgang Dreßler in Pforzheim nach Karlsruhe, die Kanzleiſekretäre Leopold Viſel beim Amtsgericht Karlsruhe zum Land⸗ ericht daſelbſt und Auguſt Heinrich beim Landgericht arlsruhe zum Amtsgericht daſelbſt. Ernaunt wurde: eligionslehrer Guſtav Kempf am Realgymnaſium in Ettlingen zum Profeſſor an der Aufbau⸗ ſchule(Aufbaurealgymn.) in Ettlingen. Uebertritt in den Ruheſtand kraft Geſetzes: Oberlandes⸗ gerichtsrat Karl Stritt in Karlsruhe und Landgerichts⸗ präſtdent Dr. Alfred Groſch in Freiburg. Zuruhegeſetzt: Hausmeiſter Rupert Leibold beim Landgericht Karlsruhe. I Brühl, 18. Auguſt. Am Montag wurde hier Feldͤhüter a. D. Karl Mehrer unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Er iſt einer der Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71 geweſen. I Bruchſal, 18. Auguſt. Glaſermeiſter Hermann Becker, der älteſte Veteran der Stadt, der an den Feldzügen 1866 und 1870 teilnahm, iſt nach kurzem Leiden zur großen Armee ab⸗ gerückt.— Pater Exgeneral Karl Gißler, der ſeit 2 Jahren im hieſigen Paulusheim weit, iſt im Alter von nahezu 70 Jahren geſtorben. Der Verſtorbene war lange Jahre im Dienſte der Pallotiner⸗Miſſionsgeſellſchaft in Südamerika tätig und wurde 1909 zum Generalobern der ganzen Miſſions⸗ geſellſchaft in Rom gewählt. Die Beiſetzung erfolgte in feier⸗ licher Weiſe. General Kugelmann hielt die Trauerpredigt. L. Rot, 15. Aug. In dieſem Jahr wurden bis jetzt von privater Seite 11 Neubauten erſtellt, die zum Teil ſchon ütberlegt, daß in der Nachbargemeinde Malſch ſeit verſa bezogen, zum Teil in nächſter Zeit beziehbar ſind. Weitere 10 Wohnungen werden gewonnen durch die vier Doppelwohn⸗ häuſer, die von der Siedlungsgeſellſchaft„Badiſche Pfalz“ rechts der Bahnhofſtraße, wo ein neues Bauviertel dadurch erſchloſſen wird, errichtet werden. Außerdem wurden eine Reihe Wohnungsvergrößerungen durch Umbauten vorgenom⸗ men. Die Bautätigkeit iſt für einen Ort von der Größe Rots als außerordentlich lebhaft zu bezeichnen, wenn man vielen Jahren der Wohnungsmarkt ſtilliegt. Die Wohnungsnot wird gdurch bei der Bezugsreife aller Wohnungen in ein erträg⸗ liches Maß zurückgedämmt. Aus der Pfalz Aufrechterhaltung der vorderpfälziſchen Autobus⸗ Geſellſchaft 2: Neuſtadt a. d.., 18. Auguſt. Bekanntlich hat die Vorder⸗ vfälziſche Autobusgeſellſchaft, die den Verkehr von Neuſtadt mit Lachen, Meckenheim uſw. ſeit 177 Jahren bewerkſtelligt At, dieſer Tage erkkärt, daß ſie in Liguidation treten wollte. zine vom hieſigen Verkehrsverein einberufene Intereſſenten⸗ ung hat nunmehr beſchloſſen, die ſog. Stinnes⸗Linie — ſo nennt ſich nämlich dieſe Autobusgeſellſchaft— aufrecht zu exhalten und zwar in der Weiſe, daß ſie aus den Händen der vier Privatunternehmer in eine Aktiengeſellſchaft oder in eine G. m. b. H. umgewandelt werden ſoll. Anteilſcheine ſollen von 1000 Mark bis herunter zu 100 Mark ausgegeben werden, da⸗ ntit nteben; den Gemeinden auch Privat⸗ und namentlich Ge⸗ ſchäftszeute ſich beteiligen könnenn 25 Jahre Hambacher Winzergenoſſenſchaft Hambach, 18. Aug. Geſtern feierte die Winzer⸗ Hambach ihr 25fähriges Be⸗ tehen. Am Vormittag wurden auf dem Friedͤhof die ver⸗ ſtorbenen Mitglieder geehrt. Bei der Feſtfeier im Winzer⸗ keller hielt Pfarrer Wildingen aus Kindsbach, früher Kaplan in Hambach, die Feſtrede. Der Mitgliederſtand be⸗ trägt 95. Der Vorſtand der Winzergenoſſenſchaft St. Martin überreichte im Namen aller Winzergenoſſenſchaften der Ober⸗ Hhaardt einen ſilbernen Ehrenpokal. t Auch der Vorſtand der Genoſſenſchaft Ruppertsberg gratulierte im Namen der Winzergenoſſenſchaften an der Unterhaardt. Der Mußbacher Hühnerdieb tot Mußbach, 17. Aug. Vor etwa acht Tagen ging durch die Blätter der Meldung, daß in Mußbachgroße Hühner⸗ diebſtähle vorgekommen ſeien; etwa hundert Stück ſeien abhanden gekommen. Geſtern abend iſt nun der Dieb gefe zt worden und mußte ſeine Tat mit dem Leben büßen. Es iſt nämlich ein fetter Marder, der geſtern abend beim Wein⸗ kommiſſionär Philipp Klohr einen erneuten Einbruch in den Apollotheater: Hühnerſtall verſuchte, dabei aber von deſſen Hund geſchnappt und erledigt wurde. „Die ſchöne Meluſine Enſemblegaſtſpiel des Berliner Reſidenz⸗Theaters Man beliebe ſich zu erinnern, daß der Autor dieſes Stückes, Rudolf Lothar, der glückliche Verfaſſer des „Tiefland“⸗Textbuchs iſt; er hat alſo einmal das Theater⸗ handwerk wirklich verſtanden. Obendrein kennen ihn auch unſere Leſer als flotten, ſtets intereſſanten Eſſayiſten, und man ſollte meinen, daß ers eigentlich nicht nötig hätte, ſchöne Meluſinen loszulaſſen. Aber er tut zuweilen wirklich Un⸗ begreifliches im Tiefland der literariſchen Produktion; ſo hat er einmal das Textbuch zu einer Oper„Liebesmacht“ verfaßt, die ſogar komponiert und aufgeführt wurde, ein ganz unmög⸗ licher Reißer, aber in der Wirkung wenigſtens noch von einer abgelegten Kleidern wie noch nie Revnen, deren Götzendämmerung ſchon gründlich angebrochen lich. im unfreiwilligen Komik. Bei der„Schönen Meluſine“ iſt es nämlich auch mit der freiwilligen nicht ſehr weit her. Dieſe Dinge wollen jedoch gar nicht mit irgendwelchen Maßſtäben gemeſſen ſein; das Entſcheidende bleibt bei ihnen der Kaſſenerfolg, und danach ſind 115 eingerichtet. Die„Schöne Meluſine“ gehört zu jenen höchſt ſeltſamen Erſcheinungen unſerer Zeit, die beweiſen, daß ſich heutzutage mit ein paar Geld verdienen läßt. Die iſt, haben dieſen Geſchäftszweig begründet, und man hat es ihnen ſo gut man kann abgeguckt. Alles kann man nämlich doch nicht. In Berlin vielleicht. Berlin iſt eben Berlin. Aber in der Provinz braucht man nur von weitem ein bißchen zu winken und ſchon iſt alles da, mitten in der Urlaubszeit. Und in kühlen Tagen trifft man ſich am Brunnen der „Schönen Meluſine“. Los iſt natürlich gar nichts; wie ſollte auch! Poſtkarte genügt. Wenn man erſt drin ſitzt, wird es nicht mehr gefähr⸗ Es ſpielt ſich eine typiſche, in keinem Zug— einzig den erſten drei Worten weiß, wie die Sache ausgehen wird. Nur die da oben wiſſen es noch nicht, und geſtern zuweilen erſt recht nicht, wie das vom Souffleur dirigierte Wett⸗ ſchwimmen im Meluſinebrunnen bewies. Ein reiches Mädel, das zudem ſehr hübſch iſt, will mit Gewalt einen Bildhaner heiraten, inſzeniert eine Komödie, indem ſie ſich ihm als Kind aus dem Volke nähert, ihm Modell ſteht chinter dem Seſſel, bitte), ſeine Geliebte ſanft hinauswirft, aber unberührt und rein bleibt wie ein Bäh⸗ lämmchen auf der grünen Wieſe, Da die Sache ein Luſtſpiel Kr iſt, glückt ſie ſelbſtverſtändlich. Die unterhaltendſte Abwand⸗ [ſpielende Kinder mit dem mit Strom geladenen Draht zflicht beſteht. Anzug— neue Eroberungskomödie ab, bei der man nach M 2: Freinsheim, 17. Auguſt. Ein hieſiger Einwohner ſtellte nach dem Raſieren ſeinen beiderſeitig konkaven Raſierſpiegel an den üblichen Platz im Schlafzimmer. Als nachmittags die Sonne durchs Fenſter ſchien, trafen die Strahlen den Spiegel, der ſie in ſeinem Brennpunkte ſammelte. In deſſen Nähe ſtand der Waſchtiſch. Die Brennwirkung der Strahlen zeigte ſich darin, daß bereits ein tellergroßes Stück aus dem Waſchtiſch herausgebrannt war, als man zum Glück den Brand bemerkte. Edenkoben, 15. Aug. Auf der Straße von Neuſtadt nach hier wollte ein Motorradfahrer mit Beifahrerin ein eben⸗ falls mit einer Mitfahrerin beſetztes Motorrad überholen, wo⸗ bei er letzteres ſcharf ſtreifte und ſeine Mitfahrerin verlor, die erheblich verletzt in den Straßengraben fiel. In ſeiner Aufregung hatte der Fahrer den Verluſt gar nicht be⸗ gabacht Die Dame wurde ins Edenkobener Krankenhaus gebracht. ꝛ: Kaiſerslantern, 16. Auguſt. Am Montag nachmittag er⸗ eignete ſich im Werk der Firma Gebr. Pfeiffer ein tödlicher Unglücksfall. Arbeiter wollten ein ſchweres Maſchinenteil von einem Wägelchen mit dem Kran auf den Boden legen. Dabei kippte das ſchwere Eiſen um und traf den 31 Jahre alten ver⸗ heirateten Peter Weber derart, daß er an den erlittenen Ver⸗ letzungen bald darauf ſtarb. Nachbargebiete Eine eigenartige Exploſion * Mülhauſen i. Elſ., 18. Aug. Am Montag ereignete ſich hier in der Lyonerſtraße eine ſchwere Exploſion. Dort bewohnte der Maurer da Ponte, ein Italiener, mit ſeiner bedeutend jüngeren Frau, einer Schweizerin, ein kleines Manſardenzimmer. Frau Ponte hatte in der Frühe die Wohnung verlaſſen, während ihr Mann noch im Bette lag. Kurze Zeit nach dem Weggang der Frau erfolgte eine heftige Exploſion, die das von da Ponte bewohnte Zimmer vollſtän⸗ dig zerſtörte und da Ponte ſelbſt in Stücke riß. Auch das unter der Manſarde befindliche Stockwerk hat ſchwer ge⸗ litten. Ueber die Urſache der Exploſion ſteht noch nichts Ge⸗ naues feſt. Frau Ponte wurde unter dem Verdacht, an der Exploſion nicht unſchuldig zu ſein, verhaftet. swW. Walldorf bei Groß⸗Gerau, 17. Auguſt. Infolge Kurz⸗ ſchluß geriet die Scheune der Witwe Jakob Jourdan 10. in Brand und wurde eingeäſchert. Bedeutende Heuvorräte und 70 Sack Korn wurden ein Raub der Flammen. Die Löſch⸗ arbeiten wurden ſtark beeinträchtigt, da im ganzen Ort das Licht nicht brannte und der Strom für die Feuerpumpe be⸗ nutzt werden mußte. Die Feuerwehr mußte ſich in erſter Linie auf das Schützen der Nachbargebäude beſchränken. * Alzey, 17. Aug. Auf der Alzeyer Chauſſee dicht bei Onsheim ſtießen in der Sonntagnacht zwei in entgegenge⸗ ſetzter Richtung fahrende Perſonenautos mit voller Wucht auf⸗ einander. Beide Wagenführer trugen beträchtliche Ver⸗ letzungen davon. Die Fahrzeuge erlitten ſchwere Be⸗ ſchädigungen. Der eine Wagen wurde bei dem Zuſammen⸗ prall in den Straßengraben geſchleudert. Das Unglück iſt auf Verſagen der Steuerung eines Wagens zurückzuführen. * Gimbsheim, 14. Aug. Eine hieſige Frau kochte Johannis⸗ beermarmelade ein. Als ſie danachſah, war der Inhalt der drei Gläſer von Weſpen völlig aufgezehrt. (Abenheim(Rheinheſſen), 14. Auguſt. Hier fuhr ein Auto gegen einen Maſt der Ueberlandzentrale, wobei ein Draht riß Aundeauf die Erde fiel! Während das Auto nur wenig beſchä⸗ digt wurde und ſofort ſeine Fahrt fortſetzte, kamen zwei in Berührung. wurden heftig zur Seite geſchleudert und er⸗ litten an Händen und Füßen nicht unerhebliche Brand⸗ wunden. * Mainz, 17. Aug. Zwiſchen Erbach und Hattenheim kurz vor dem Bahnhof Erbach wurde der in Mainz wohnhafte Zug⸗ führer des Perſonenzugs 2034 Aßmannshauſen—Mainz, Otto Haubold, an der Gleisſtrecke Niederlahnſtein—Wiesbaden tot aufgefunden. Anſcheinend iſt er während der Fahrt an der an der Unglücksſtelle befindlichen Kurve aus dem Packwagen herausgefallen und überfahren worden. L. Wimpfen, 17. Aug. Der verheiratete 47jährige Lade⸗ ſchaffner Wilhelm Wimmer verlor auf einer kleinen Rad⸗ tour nach Biberach die Herrſchaft über ſein Rad und ſtürzte ſo unglücklich ab, daß er an den erlittenen Verletzungen bald darauf ſtarb. Saarbrücken, 17. Aug. Der Kartoffelkrebs greift im Saargebiet immer weiter um ſich und iſt bereits heute bedeutend ſtärker ausgedehnt als im Vorfahre. Die Behör⸗ den haben alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um dieſer Fruchtkrankheit zu ſteuern und weiſen in Aufrufen darauf hin, daß bei Auftreten des Kartoffelkrebſes ſofortige Anzeige⸗ lung dieſes Eroberungsmotivs iſt immer noch die Operette „Polenblut“. Vielleicht wäre auch aus der„Schönen Meluſine“ noch eine Operette geworden, aber Herr Lothar hat vielleicht gemeint, das könne er ſich ſparen, und folglich die Muſik durch die Plaſtik erſetzt. Es kommt die übliche Wette dazu, damit der ſehr ſchwache dritte Akt möglich wird, weiterhin noch ein a 5 oder weniger gelungene Chargen, und die Limuſine iſt fertig. Die ſommerliche Anſpruchsloſigkeit wird ſich ſogar darin unterhalten können, und ſchließlich ſorgen einige Erleuch⸗ tungen dafür, daß man auch noch etwas mit nachhauſe nimmt. Z. B. das geradezu klaſſiſche Wort: Alle Männer ſind Eſel. Was kann man da noch ſagen! Kaum noch etwas über die Darſteller, wenn es auch feſtſteht, daß Maria Weſt, die Vertreterin der Hauptrolle, durchaus unmännlich iſt. Ihrer äußerlich höchſt ſcharmanten blonden Weiblichkeit fehlt nur eine gewiſſe Wärme, aber wo ſoll ſie bei dieſer Temperatur auch ſchließlich herkommen, zumal dauernd die Lebens⸗ gefahr beſteht, von den Mitſchwimmern in den unergründ⸗ lichen Strudel der Textnot hineingeriſſen zu werden! Ferner ſchwammen im Meluſinenbrunnen: Otto Kron⸗ burger als Bildhauer, der Vertreter des ſchönen Mannes, im dritten Akt. Wolf Ritſcher, der Geldbriefträger, wenigſtens noch eine Type, Otto Milo, zwar kein Gegen⸗ ſtück zur Venus, aber doch ein ganz unterhaltſamer Komiker und der nicht nur näſelnde Herr Marbach von Willibald Troon ſeien noch genannt. Das ſehr zahlreiche Publikum amüſierte ſich. Es beſtand aber nicht nur aus Männern. Siehe oben. Dr. K. Theater und Muſik Vom Freiburger Stadttheater. Für die kommende Spielzeit ſind folgende Kräfte neu verpflichtet worden: arie Theres Heindl vom Stadttheater in Augsburg (Koloraturfängerin) und Brund Korell vom Danziger Stadt⸗ theater(Heldentenor) in der Oper; Viktor van„Buren, Kammerſpiele Wien(Individualitätsrollen), Reinhold Lüt⸗ johann vom Schauſpielhaus Hamburg(1. Held und Liebhaber) und Joſef van Santen, Stadttheater Hildesheim(1. licher Held und Liebhaber). Die neue Spielzeit wird am 4. September mit einer Neueinſtudierung von Hebbels „Nibelungen“ eröffnet. Folgende Erſtaufführungen ſind vor⸗ enek„Jonny ſpielt auf“, Prokofteff„Liebe den drei geſehen: in der Oper Händel ae Hindemith„Cardillac“ Orangen“ und Zemlinsky„Florentiniſche Tragödie“; in der Martha Arendt als ſeine Geliebte Olga mit dem Rekord M Gerichtszeitung Wegen Zweikampf verurteilt 8 Karlsruhe, 18. Aug. Wegen Zweikampf hatten ſich heute 8 garten aus Darmſtadt und Jakob Renner aus Mann; heim vor den hieſigen Schöffengericht ze verantworten. Die Angeklagten haben am 14. Juni in der Wirtſchaft 255 Traube“ in Bulach eine Schlägermenſur ausgetragen. ke Gründe des Duells ſind noch nicht reſtlos klargeſtellt. Daß Gericht verurteilte Baumgarten im Sinne der Anklage zu einer Feſtungsſtrafe von 4 Monaten und den Koſten des Verfahrens. Gegen den ungenügend entſchuldigt ausgeblie⸗ benen Renner wurde nach§ 230 des Strafgeſetzbuches Haft⸗ befehl erlaſſen. Das Gericht bedauert in ſeiner Urteilsbe⸗ gründung, daß ein ſolcher Zweikampf, wie er hier Gegenſtand der Verhandlung bildete, nicht vermieden werden konnte. Di Auffaſſung des Gerichtes geht dahin, daß ein Zweikampf mit Säbeln, alſo mit tödlichen Waffen, entſchieden zu verurteilet iſt. Es iſt weiter der Auffaſſung, daß es Wege gibt, eine Be⸗ leidigung in anderer Form auszutragen. Veruntreuungen bei der Bezirksſparkaſſe in Gernsbach § Karlsruhe, 18. Aug. Das Schöffengericht ver⸗ urteilte heute den 19jährigen Kaſſengehilfen Albert Benbef aus Staufenberg wegen Unterſchlagung, Diebſtahls un ſchwerer Urkundenfälſchung zu einem Jahre Ge an ſe nis. Bender hatte als Angeſtellter der Bezirksſparkaſſe in Gernsbach, von Geldern, die er bei den Kunden abholte, in der Zeit vom Dezember 1926 bis Mai dieſes Jahres nach 11 nach 2065%/ unterſchlagen und die Veruntreuungen* falſchen Buchungen verſchleiert und am 11. Mai aus de⸗ Tageskaſſe 1000/ geſtohlen. Das Geld brachte er in ſehr leichtſinniger Weiſe mit Vergnügungen durch. Wegen Werbens für die Fremdenlegion verurteilt Wegen Werbens für die franzöſiſche Fremdenlegion batz⸗ ſich vor dem großen Schöffengericht Ludwise hafen der Arbeiter Ernſt Johann Noack aus Kolmar 11 Elſaß zu verantworten. Dem Angeklagten lag zur Laſt, el zwei Fällen und zwar in Heidelberg und Ludwigshafen, a70 junge arbeitsloſe Leute zum Eintritt in die franzöſiſch Fremdenlegion zu überreden verſucht zu haben. In beide Fällen hatten die Verſuche keinen Erfolg, im Gegenteil. In Ludwigshafen brachte der junge Mann den Angeklagten 51 Anzeige. Obwohl Noack ſeine Unſchuld beteuerte, ergab di Beweisaufnahme ſeine Schuld. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren einem Monat Gefängnis. Franzöſiſches Kriegsgericht § Landau, 17. Aug. Vor dem Kriegsgericht des 92. fran, zöſiſchen Armeekorps in Landau hatten ſich geſtern wiede zwei junge Leute aus Speyer namens Adam Schneide und Karl Geſchwill wegen Kugeldtebſtahls zu ver⸗ antworten. Beide hatten im Sommer dieſes Jahres 7 einem franzöſiſchen Schießplatz in der Nähe von Speyer al geſchoſſene Gewehrkugeln, insgeſamt etwa 17 Kilogr., anſ. geleſen und als Kupfer weiter verkauft. Zwiſchen dem Staatt, anwalt und dem Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Führ, 5 ſpann ſich eine intereſſante juriſtiſche Debatte über die An wendungsmöglichkeit der Bewährungsfriſt durch das fraiſ zöſiſche Kriegsgericht. Der eine der beiden Angeklagten! nämlich bereits von einem deutſchen Gericht vorbeſtraft 1 kann nach Meinung des Staatsanwaltes deshalb von dem Kriegsgericht keine Bewährungsfriſt zugehilligt bekommse⸗ wäßrend Dr. Führ die gegenteilige Rechtsauffaſſung zu 15 weiſen ſuchte. Das Gericht verurteilte Schneider zu 5 un Geſchwill zu 8 Tagen Gefängnis und verweigerte beiden 0 währungsfriſt.— Ein franzöſiſcher Soldat aus Germersheik erhielt wegen eines Waffendiebſtahls 2 Jahre Gefängnis. ** * Fahrläſſige Eiſenbahntransportgefährdung. Drei Eiſen bahnbedienſtete, die man für einen Unfall, der ſich am 21. auf der Reichsbahnſtrecke Raſtatt—Wintersdorf auf Bahnübergang zutrug, verantwortlich machte, hatten ſich v dem Schöffengericht Karlsruhe wegen fahrläſſige, Eiſenbahntransportgefährdung zu verantworten. Ein Bane aus Iffezheim wollte ſeinerzeit den Uebergang mit einat Kuhgeſpann kreuzen, als der Dampftriebwagen nach Raſtte heranfuhr, das Gefährt erfaßte und eine Strecke weit ſchleif 1 Glücklicherweiſe kam der Fuhrmann mit dem Schrecken da Die eine Kuh mußte notgeſchlachtet werden. Der Schranke 70 wärter Stefan Hoyer aus Iffezheim, deſſen Uhr ſtehen 17 blieben war, hatte die Läutezeichen überhört und die Schralſt nicht geſchloſſen. Er wurde zu 20 Mark Geldſtrafe verurtcei⸗ während die beiden Mitangeklagten mangels Beweiſes fr geſprochen wurden. Operette. Fall„Jugend im Mai“ und„Die Kaiſerin“, 15 „Zarewitſch“, Stolz„Mitternachtswalzer“ und O. Stie „Die Königin“. Aus den Erſtaufführungen des Schauſpot⸗ ſind folgende erwähnenswert: Neumann„Der Parſen⸗ Romain„Der Diktator“, v. Scholz„Vertauſchte See en Unruh„Bonaparte“. Aus der Reihe der Neueinſtudierunge 15 Lehal heben wir hervor in der Oper: Gluck„Iphigenie in daclf und„Maienkönigin“, den Mozart⸗Zyklus und Hugo Wo nd „Corregidor“, die Operette bringt Offenbachs„Orpheus“ 75 den„Zigeunerbaron“. Goethe wird mit„Taſſo“, Kleiſt der„Hermannsſchlacht“, Schiller mit„Kabale und Liebe der„Wallenſtein“⸗Trilogie und ſchließlich Shakeſpeare, im „Der Widerſpenſtigen Zähmung“ und„König Richard lI. für Spielplan des Schauſpiels vertreten ſein. Die Ferien ufe das Perſonal ſind zu Ende. Die Proben haben im Gt. dieſer Woche ihren Anfang genommen. 1⸗ Max Reinhardt und Amerika. Wiener Blättern em folge iſt Max Reinhardt eingeladen worden, mit enel Enſemble deutſcher Schauſpieler ein achtwöchiges Gaſtſp in Neuyork zu abſolvieren. Um einen mögli rden faſſenden Eindruck deutſcher Theaterkunſt zu geben, für dieſes Gaſtſpiel Werke aller Art in Ausſicht genom mer⸗ ax Reinhardt will folgende Stücke aufführen:„Sonrod“, nachtstraum“,„Kabale und Liebe“, Büchners„Dantons Goethes„Strella“, Goldonis„Diener zweier Herren“, mannsthals„Der Schwierige“, Frantiſek Langers„ pherie“ und ein Werk von Strindberg. Peri⸗ Aphorismen von Alexander Dumas d. J. Streite niemals, du wirſt niemand überzeugen. Meinungen gleichen den Nägeln: deſto tiefer treibt man ſie ein. 2 Wie kommt es, daß die meiſten kleinen Kinder ſo klug die meiſten erwachſenen Menſchen ſo dumm ſind? Das doch an der Erziehung liegen. Das Leben iſt die letzte Angewohngeit, dte man lieren hat, wiewohl 2* erſte war, die man angend a je mehr man darauf ſ und muß ruunen gend⸗ hat. Se, was das iſt, die Pflicht? Was man von andere 5 0* Kae* Genſe Bcheadten gesgen g 55. Dumm — 1 vormittag die beiden 22jährigen Studenten Friedrich Baun 7 f chlägt⸗ 5 — XX erKN reitag, den 19. Auguſt 1927 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 870 Die Conne bringt es an den Tag Von Otto Schwerin Wann tritt der Kriminalphotograph in Aktion— Aufgedeckte Fälſcherkünſte— Die Landfriedensbrecher und der Amateurphotograph 855 Wie der Mörder Mac Kinleys eutdeckt wurde— Ein intereſſanter Spionagefall Unter den zahlreichen wiſſenſchaftlichen Hilfsmitteln, deren ſich die moderne Kriminaliſtik mit größtem Erfolg⸗ bedient, nimmt die Photographie einen breiten Raum ein. Der ſogenannte polizeiliche Erkennungsdienſt photographiert eingelieferte Verbrecher nach beſtimmten Vorſchriften in ver⸗ ſchiedenen Poſen, und ordnet die(unretouchierten) Bilder in die ſogenannten Verbrecheralben ein. Hierdurch gelingt es häufig, rückfällige Verbrecher, trotz falſcher Namen und ſal⸗ ſcher Papiere, in wenigen Minuten zu identifizieren und zu einem Geſtändnis zu bewegen. Bei allen größeren Verbrechen und Unglücksfällen werden eine ganze Anzahl Spezialaufnahmen hergeſtellt. Vor allem bei Mordtaten rückt der Polizeiphotograph ſofort mit der ſog. Mordkommiſſion aus. Die großſtädtiſchen Polizeiverwaltungen beſitzen nicht nur erſtklaſſige Apparate, ſondern auch Spezial⸗ ſtative, die ein Aufnehmen von am Boden liegenden Gegen⸗ ſtänden(Leichen) in vertikaler Richtung ohne jede Bild⸗ verzerrung ermöglichen. Auch Fälſchungen in Schriftſtücken, durch Raſuren, Ueberſchreiben und Wegätzen ſind photo⸗ graphiſche Vergrößerungen zumeiſt ohne nennenswerte Schwierigkeiten feſtzuſtellen. Eine photographiſche Aufnahme iſt vor allem dann notwendig, wenn es ſich darum dreht, einen Tatbeſtand feſtzuhalten, der bei einer ſpäteren Gerichtsverhandlung nicht noch einmal hergeſtellt werden kann. Ich denke in erſter Linie an Brandſtiftungen, Eiſen⸗ bahnattentate, Gerüſteinſtürze und dergleichen mehr. Die Fälle, wo es in der praktiſchen Kriminaliſtik, auf Grund guter photographiſcher Aufnahmen, gelang, einen Zatbeſtand einwandfrei zu klären und Verbrecher zu über⸗ führen, ſind häufiger, als der Laie ahnt. Es ſei mir geſtattet, sinige intereſſante Beiſpiele aus der Praxis anzuführen. Auläßlich der Lebensmittelunruhen in Wien nahm dis⸗ Siche rheitspolizei eine Anzahl Demonſtranten feſt, die vor dem Richter ihre Unſchuld beteuerten und behaupteten, ganz zufällig von dem Strudel mitgeriſſen worden zu ſein.t un hatte jedoch ein Amateurphotograph vom Fenſter ſeiner ohnung aus die fragliche Plünderungsſzene aufgenomwen und der Krimialpolizei einige Abzüge zur Verfügung geſtellt. Eine Vergrößerung der Bilder ließ unſchwer drei der Beſchul⸗ igten erkennen, wie ſie gerade im Begriffe waren, die Erker⸗ ſcheibe eines Schuhgeſchäftes einzuſchlagen. Vor der Wucht dieſes Beweiſes bequemten ſich die drei zu einem Geſtändnis. Vor ungefähr dreißig Jahren wurde der Präſident der Vereinigten Staaten, Mac Kinley, erſchoſſen, als er bei der röffnung der Buffalloausſtellung eine Anſprache hielt. Die zene wurde von mehreren Filmoperateuren kinemato⸗ graphiſch aufgenommen, und der Bildſtreifen den Beamten Sportliche Rundſchau Hubert Houben in Mannheim Nur uoch wenige Tage trennen uns von der Abendveran⸗ altung der M. T.., die wie ſedes Jahr ein Ereignis im leichtathletiſchen Sport, beſonders aber für uns Mannheimer 85 werden verſpricht. Wir Mannheimer freuen uns, einen ſt rechenmacher die Kugel in ſeiner charakteriſtiſchen Weiſe oßen zu ſehen, wir möchten Hoffmeiſter bewundern können, wenn er den Speer nahe an die 60 Meter⸗Grenze ſchleudert und wollen Tobermann zujubeln, wenn er ſeine Rekord⸗ ſprünge ausführt. 40 Dieſer Feiertag der Mannheimer Leichtathleten erhält er noch ein ganz beſonderes Gepräge durch die glänzende alebung der Laufkonkurrenzen. Dr. Wichmann, Schüller, Werr Neumann, Suhr, v. Rappard, Schramm, Hebel, Dam⸗ 205 K. g. m. geben die Gewähr, daß es hinreißenden Sport ö eu wird. Und erſt in der Vierer⸗Staffel! Wer kennt nicht 5 Empfindungen, die uns in jenem Moment befallen, wenn ruft zurscher am Megaphon zur 4 mal 100 Meter⸗Staffel auf⸗ 5 und dann:„Es ſtarten Innenbahn: M. T.., zweite 80 5 Eintracht Frankfurt, dritte Bahn: Preußen Krefeld, Fra e Bahn: Phönix Karlsruhe, fünfte Bahn: Fußballverein daumkenthal, ſechſte Bahn: Karlsruher Fußballverein“?? Und a kracht der Startſchuß in die lautloſe Stille hinein. Die 5 ufer malen ſich förmlich in die Luft. Boden ſcheint keiner e für ſie vorhanden zu ſein. Einen ſchlechten Wechſel * 8 man als perſönliche Beleidigung. Und dann, wenn 1 Zielband zerriſſen worden iſt, löſt ſich die während der rzen Sekunden auf der tauſendköpfigen Menge gelagerte pannung in einen einzigen Schrei auf, der nicht nur dem teger, ſondern auch dem Beſiegten gilt. Wenn ich oben einen Namen. nicht nannte, ſo geſchah das mit Abſicht, denn der ſchon vielerorts totgeſagte Hubert Houben der in dieſem Jahre auf das alänzendſte bewieſen, daß man für 5 port. ganz gleich welcher Art, nie zu alt ſein kann. Als 5 uben im Jahre 1921 zum erſten Male ſtartete, wollte die inglige Läufer⸗Elite ſeine Leiſtungen— beſonders weil ſie einenm urnſchuhen erzielt wurden— nicht gelten laſſen und mit 5 mokanten Lächeln dachte man an die Leiſtungen des ieſe Gilers. Unſer„Hubert“ kümmerte ſich jedoch wenig um ſie lübezeringſchätung. trat gegen alle und jeden an und ſchlug 55 91 erzeugend. Nicht lange dauerte es und Houben war W 8 5 Jahre Deutſchlands beſter Sprinter, wenn nicht der Die Amerikaner, die Holländer, die Schweizer, die Schwe⸗ die Norweger mußten ſeine Ueberlegenheit anerken⸗ 951 In den Jahren 1925 und 1926 folgte all dieſen großen rechn 1— zein Rückſchlag, ſodaß man mit Houben nicht mehr tran e 5 ihm Kränze flocht und ihn wie einen Geſtorbenen be⸗ würdi⸗ e. Aber mit eiſernem Fleiß und einer bewunderungs⸗ Ausdauer überwand er dieſe ganz natürliche Fafſon everſode, Zu Beginn der diesjährigen Leichtathletik⸗ Er 7 imd hier und dort ſein Name wieder auf. Aber es glaubt hm wie am Anfang ſeiner ſportlichen Laufbahn: man zuſamn ihm nicht. Vergebens verſuchte man ihn und Körnig Dentſche Pabtingen, Jedoch Houben hatte nur ein Ziel: Renne e Meiſterſchaft. Wenn er auch in dieſem. denkwürdigen öffentlie Fbruen geſchlagen wurde,— nach all den ver⸗ erwehnel 5 hotographien kann man ſich des Eindrucks nicht — fo 4215 aß Körnig und Houben im toten Rennen einkamen 8 3 en doch die Ovationen ihm, ihm, dem Sportsmann, Deiprer 257 und geblieben iſt. Hubert Houben iſt uns Mann⸗ 9 ein Unbekannter mehr, denn ſchon einmal, vor zwei ſt. e ren, riß er uns durch ſein bl. i ſte endendes Laufen zur Begei⸗ ſehe Wir Mannheimer freuen uns, ebe. g hin. n. der Kriminalpolizei vorgeführt. Die Zuſchauer konnten nun einen Mann erkennen, der ſich rückſichtslos durch die Menge drängte, um in unmttelbare Nähe des Präſidenten zu ge⸗ langen. Plötzlich blieb er ſtehen und drehte ſein Geſicht dem Aufnahmeobfjektiv zu. Er ſchien außerordentlich verſtört und erregt. Man hatte den Eindruck, als warte er auf irgend ein B8 oder ſuche jemand. Dieſe Perſon war tatſächlich der örder. Nachſtehenden Fall habe ich einmal belletriſtiſch ver⸗ arbeitet. Er ereignete ſich tatſächlich vor dem Krieg in einer deutſchen Garniſonſtadt. Der Adjutant eines Infanterie⸗ regiments wurde bei ſeinem Oberſt der Spionage bezichtigt. Eine Durchſuchung ſeines Schreibtiſches förderte betaſtendes Material zutage, das nach Lage der Dinge— die Sache war recht plump aufgezogen— von irgend jemand in die Schub⸗ lade geſchmuggelt war. Auch hier gelang dem Kinemato⸗ graphen die überraſchende Aufklärung. Der Geburtstag des Landesherrn wurde u. a. mit der üblichen Parade der Garnr⸗ ſon gefeiert und kinematographiſch aufgenommen. Einige Tage ſpäter ſahen ſich die Offiziere der Garniſon dieſen ak⸗ tuellen Film in einem Lichtbildtheater an. Als ſich der Regi⸗ mentsadjutant auf der Leinwand erkannte, bemerkte er unter den Zuſchauern eine Frau, die ihren männlichen Be⸗ gleiter in erregter und gehäſſiger Weiſe auf ihn, den vorüber⸗ reitenden Oberleutnant, aufmerkſam machte. Der Offizier erkannte in der Frau eine Artiſtin, zu der er während ſeiner Leutnantszeit in näheren Beziehungen geſtanden hatte, die er jedoch vor ſeiner Ehe löſen mußte. Einige Stunden ſpäter beſichtigten auch die Kriminalbeamten den Biloͤſtreifen, er⸗ mittelten die Frau ohne große Schwierigkeit und ſie geſtand, die ganze unſaubere Angelegenheit aus Bosheit und Rachſucht inſzeniert zu haben. Zum Schluſſe noch ein Beiſpiel aus der Praxis, wo der Photograph auch einmal als Entlaſtungszeuge in Erſcheinun rat. In einer großen Hafenſtadt verſöhnten ſich zwei ehe⸗ malige Feinde und unternahmen einen Ausflug in einer Segelyacht. Als das Schiff gegen Abend in den Hafen zurück⸗ kehrte, lag einer der Teilnehmer mit gebrochener Wirbelſäule tot zwiſchen den Sitzbänken. Der Ueberlebende erklärte, ſein Begleiter ſei heim Erklettern des Maſtes abgeſtürzt, aber die Polizei glaubte ihm nicht, und nahm ihn in Haft. Zufällig hatte jedoch eine Amerikanerin vom Deck eines Paſſagier⸗ dampfers aus eine Panoramaaufnahme des Hafens gemacht, und ſtellte auf dem weißen Segel einer kleinen Vacht einen unnatürlich wirkenden ſchwarzen Punkt feſt. Dieſer„Punkt“ entpuppte ſich in der Vergrößerung als ein abſtürzender männlicher Körper. Die Zufallsaufnahme bewahrte einen Unſchuldigen vor langjähriger Freiheitsſtrafe. Pferdeſport Rennen in Grunewald Hürdenrennen. Lehrlingsrennen. 3000 ¼, 3000 Meter. 1. Dr. Friedmanns Mutatis mutandis (E. Paſchke); 2. Schaumſchläger; 3. Heldraſtein. Ferner: Wolkenſchieber, Rasvidr, Brigant, Carl Heinz. Anika, Lakl, Victoria, Ronal Blue, Magvarin, Tot: 707, Püz. Jg. 28. 49 l0. 2. Dahlemer Jagdrennens Für Dreijährige. 3000 /, 8000 Meter. 1. G. Hackebeils Turmalin(A. Roſenkranz); 2. Rakete; 3. Ancilla..: Graziella, Va via, Friemersheim, Irrmal, Feierabend. Tot.: 37; Pl. 15, 17, 16:10. 3. Preis von Gatow. Hürdenrennen. F. Dreij. 4200 A. 2800 Meter. 1. Geſt. Grabigs Lanz(R. Dippelt); 2. Das Lied; 3. Flämin..: Lotte, Arnd. Tot.: 44; Pl.: 16, 12:10. 4. Heyden⸗Linden⸗Erinnerungs⸗Jagdrennen. Herrenreiten. Ehrenpreis u. 8500, 5000 Meter. 1. H. Ellons Flamberg (Et. v. Götz); 2. Coeur d Almee; 3. Niederwald..: Stum⸗ mer Teufel, Carl Ferdinand. Tot.: 82; Pl.: 38, 36:10. 5. Preis vom Wildpark. F. Zweij. 2800 ¼/, 1000 Meter. 1. C. Fellers Ordensſchweſter(O. Schmidt); 2. Zigeu⸗ Negro..: Immortelle, Blaugelb. Tot.: 207 Pl.: 6. Präſidenten⸗Preis. Jagdr. Herrenr. Ehrenpreis und 4200%, 4000 Meter. 1. C. v. Schwerins Mandarine(et. v. Götz); 2. Oberjäger; 3. Lauf..: Sunny Dird, Daim II, Girant, Guenole, Per mala, Wunderbär, Sommerflor, Eich⸗ Oetavio, Barcarole, Möros. Tot.: 693; Pl.: 120, 28. 1. Potsdamer 7. Preis vom Flughafen. 3900 /, 1800 Meter. 1. Abt.: 1. D. Jürgenſens Jack London(L. Varga); 2. Altenberg, 3. Moloch..: Cardinal IUl, Schneewittchen, Fundin, Trieb⸗ kraft, Poliklet, Geldulf. Tot.: 44; Pl.: 17, 39, 25:10.— 2. Abt.: 1. G. Hackebeils Loblied(W. Taras); 2. Senow;: 3. Gladbeck. .: Alexander d. Gr., Black Bridge, Gourmet, Songe'or, Lieſerer, Tannlönig. Tot.: 108; Pl.: 21, 38, 17:10. Mabſport Radrennen in Rheingönheim Die Radrennbahn in Rheingönheim hat am kommenden Sonntag wieder einen großen Tag. Die Rennbahnleitung hat es bis jetzt verſtanden, dem Publikum mit intereſſanten Rennen aufzuwarten. Es beweiſt dies der ſtets zunehmende Beſuch der Bahn. Im Verfolg des feſtgeſetzten Jahrespro⸗ gramms treffen ſich am kommenden Sonntag die ausgewähl⸗ ten Mannſchaften von Nord⸗ und Süddeutſchland. Für Nord⸗ deutſchland ſtartet das deutſche Meiſterpaar der V. D..V. im Mannſchaftsfahren, Morezeſzek und Arndt, Berlin, ſowie die bekannten Bahnfahrer Wenz und Boers⸗Köln. Für Süd⸗ deutſchland fahren die ſich bis jetzt im Länder⸗ und Städte⸗ kampf gegenübergeſtandenen Ludwigshafener und Mann⸗ heimer ausgeleſenen Mannſchaften. Es ſtarten Schuler⸗Helm⸗ ling⸗Ludwigshafen und Traub⸗Wolke⸗Ludwigshafen. Hoffent⸗ lich vertritt dieſe Mannſchaft die ſüddeutſchen Farben ſiegreich. Intereſſant wird auch das Mannſchaftsfahren ausfallen. Ob hierbei das bis jetzt ſiegreiche Paar Schuler⸗Helmling wieder gewinnen werden, iſt eine große Frage. Die Berliner ſind ſehr gute und ausdauernde Spurter, die ihr Heil wahrſchein⸗ lich wieder im Ueberrunden ſuchen werden. Feſt ſteht, daß das Mannſchaftsfahren ſehr intereſſant und ſcharf ausfallen wird. Intereſſant wird es auch ſein, ob unſere Bahnmata⸗ doren ſich im Fliegerfahren ſiegreich behaupten können. Der übrige Teil des Programms weiſt außerdem noch intereſſante Rennen auf, darunter das Fliegereröffnungs⸗ und das Se⸗ niorfahren, ſowie die verſchiedenen Motorradrennen, die gut beſetzt ſind. 60 Pfg. Neues aus aller Welt — Das Blutbad im Schaufenſter. Ein ungewöhnlicher Vorgang hatte am Mittwoch abend gegen 10 Uhr vor dem Laden des Vogelhändlers Hinze in Berlin eine große Menſchenmenge angelockt. Drei dort in einem Käfig unter⸗ gebrachten Frettchen war es gelungen, aus ihrer Behauſung auszubrechen. Sie ſprangen zwiſchen den ausgeſtellten Schauobjekten wild herum, fkürzten ſich ſchließlich auf die an⸗ deren Käfige und richteten unter deren Inſaſſen, zumeiſt kleinere Vögel, ein furchtbares Blutbad an. Der Vor⸗ fall hatte, da die Jalouſien des Schaufenſters nicht herabge⸗ laſſen waren, zahlreiche Zuſchauer angelockt, die in dichten Maſſen das Schaufenſter umſtanden, ohne den bedauerns⸗ werten Opfern Hilfe bringen zu können. Schließlich wurden, da der Vogelhändler nicht anweſend war, ein Polizetveamter und ein Schloſſer herbeigeholt, die den Laden öffneten und dem Treiben der Frettchen ein Ende bereiteten. — Ein betrügeriſcher Wohnungsamts⸗Beamter. Von der Staatsanwaltſchaft wurde der Architekt Slowig in Leipzig wegen umfangreicher Verfehlungen in Haft genommen, die er ſich als ehemaliger Angeſtellter des Wohnungsamtes hatte zuſchulden kommen laſſen. Er kam im Jahre 1925 in das ſtädtiſche Vermietungsamt, wurde aber ein Jahr ſpäter wegen Unregelmäßigkeiten wieder entlaſſen. Bei einer nachträglichen Unterſuchung ſtellte ſich heraus, daß Slowig ſeine Stellung zu recht lohnenden Privatgeſchäften ausgenutzt hatte. Je nach Lage der Antragſteller ließ er oftmals durchblicken, daß er eine Wohnung verſchaffen könne, wenn er entſprechende Be⸗ träge erhalten würde. So hat Slowig zum Beiſpiel von einem Herrn 1200 Mark Vermittlungsgebühr angenommen, obwohl deſſen Angelegenheit völlig ausſichtslos war. Es ſoll ſich im ganzen um etwa 30 Fälle handeln. — Schlägerei zwiſchen Offizieren und Chauffeuren. In Przemyſl iſt es zu einer Skandalaffäre gekommen, in die vor allem eine Reihe höherer polniſcher Offiziere verwickelt iſt. Als in den ſpäten Nachtſtunden die Offiziere in ſchwer betrunkenem Zuſtande das Grand Hotel verließen, kam es zwiſchen dem Regimentskommandeur und einem Autochauf⸗ feur zu einem Wortwechſel, der bald in Tätlichkeiten von Sei⸗ ten der Offiziere ausartete. Auf die Hilferufe des Chauffeurs eilten einige andere Chauffeure herbei und es entwickelte ſich eine wüſte Schlägerei. Obgleich die Offiziere mit blanker Waffe auf die Chauffeure einſchlugen, wurden ſie dennoch überwältigt und derart verprügelt, daß ſie ſich nur durch ſchleunige Flucht retten konnten. Eine ganze Anzahl der an der Schlägerei Beteiligten wurde ſchwer verwundet. Der Vorfall hat in der ganzen Stadt einen ſehr üblen Eindruck hervorgerufen. Die Angelegenheit, die vermutlich noch wei⸗ tere Kreiſe ziehen wird, beſchäftigt gegenwärtig die War⸗ ſchauer Militärbehörden. Der Korpskommandeur, der ſich auf Urlaub befand, hat ſich ſofort nach Przemyſl begeben. um die Leitung der Unterſuchung in die Hand zu nehmen. — Engliſche Fabrikſpionage in Deutſchland. Drei Ange⸗ ſtellte der J. G. Farbeninduſtrie, Werk V, hatten ſich Rezepte zur Herſtellung von Pyramidon und Chrom verſchafft und beabſichtigt, dieſe ins Ausland zu verkaufen. Die Farb⸗ werke hatten aber davon rechtzeitig Keuntnis erhalten und nun konnte die Kriminalpolizei die drei Betrüger feſtnehmen. Einer von ihnen hatte ein Pyramidon⸗Rezept, das ziemlich genau war, in den Strümpfen verſteckt. Außerdem trugen ſie einen durchgearbeiteten Vertragsentwurf bei ſich, in dem fol⸗ gende Bedingungen enthalten waren: Gefahrloſer Trans⸗ port mittels Flugzeugs nach England, Naturaliſierung in England und Anſtellung an der engliſchen Fabrik mit 6pro⸗ zentiger Umſatzproviſion. Die Verkaufsſumme des Rezepts war mnit 900, 0 a0, Marklangeſetzt. Da nur verſuchter Ver⸗ rat von Fabrikgeheimniſſen vorlag, mußte die Poltzei die Betrüger wieder freilaſſen. Meſſen und Ausſtellungen Eine pfälziſche Herbſtblumenſchau * Neuſtadt a.., 17. Aug. Abermals wird Neuſtadt eine Ausſtellung von mehr als nur örtlicher Bedeutung beher⸗ bergen. Der Landesverband Pfalz im Reichs⸗ verband des Deutſchen Gartenbaues wird in der Zeit vom 1. bis einſchließlich 3. Oktober eine pfälziſche Herbſtblumenſchau veranſtalten, an der ſich die Gärtner der Pfalz in großer Zahl beteiligen. Eine Vor⸗ beſprechung am heutigen Nachmittag diente der Feſtlegung des äußeren Rahmens der Veranſtaltung. Landesökonomie⸗ rat Velten gab einleitend bekannt, daß man innerhalb des Landesverbandes beſchloſſen habe, alljährlich eine pfälziſche Herbſtblumenſchau zu veranſtalten, wobei die Städte der Pfalz der Reihe nach Berückſichtigung finden würden. Neu⸗ ſtadt hatte man als erſte Stadt auserſehen. Die Ausſtellung, die im Saalbau ſtattfindet, wird ſämtliche gärtneriſche Er⸗ zeugniſſe in künſtleriſchem Arrangement aufweiſen. Herr Kullmann⸗Ludwigshafen berichtete über die techniſche Durchführung. Ein Ausſtellungs⸗Ausſchuß, der zugleich als inanz⸗Ausſchuß fungieren wird, wird außer Angehörigen er Fachkreiſe auch je einen Vertreter der Stadtverwaltung, des Verkehrsvereins und der Preſſe umfaſſen. Lanbwirtſchaſt * Mosbach, 18. Aug. Der Verband der unterbadi⸗ ſchen Fleckviehzuchtgenoſſenſchaften wird die ge⸗ wohnte Zuchtviehausſtellung mit Markt und Lotterie wiederum in Mosbach abhalten. Von den aufgetriebenen Farren werden 42 Stück prämtiert. Der Markt wird mit einer großen Zahl des bekannten unterbadiſchen Fleckviehs— Farren, Kühe, Kalbinnen und Rinder— beſchickt werden Der unterbadiſche Fleckviehſchlag der Simmentaler Raſſe iſt be⸗ kannt durch ſeine Frühwüchſigkeit, Frühreife, Milchergiebig⸗ keit, Maſtfähigkeit und ſeine gute Arbeitsleiſtung. ———————————rrrrr Waſſerſtandsbeobechtungen im Monat Auguſt Aheln-Begel 10, 18, J18, 17.[18. J19. Recfar-FegelI 15, 15, 18, JI7. 18, U, Schuſterinſel J2.82.2,J2.502,02,5J.5 Mannheim.284284.28,4.88ʃ468 Lehl tene 38s.0.54 348 3,0 36 Jagſſed 80 1020.58.89.85.05 Maxau J5.325,39 5,34 5,54.5,64.54 Mannheim 4,42 4,35.534.48.60 4,78 Caub.80 2,90.163.163,07307 Köln.89.69.94.028,02.‚05 Waſſerwärme des Rheins 17,5 Herausgeber, Drucker und Verleger. Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim. E 6, 2 Direktion: Ferdinand Heyme. 2 Chefredakteur: Kurt Fiſcher(beurlaubt). Verantwtl. Redakteure: Für Politit: H. A. Meißner Jeuilleton: Dr. S. Kayſer.— Kommunal⸗Politik u. Lokales: Richard Schönfelder— Sport und Neues aus aller Welt: Willy Müller— Handelsſeil: Kurt Ehmer— Gericht und allee Uebrige: i..: Richard Schönfelder— Anzeigen: Dr. E. Stötzner Die herrlich erfrischende Pfefferminz-Zahnpaste von höchister Qualität entfernt häßlich gefärbten Zahnbelag kleine Tube Acditen Sie bitte bei dilligeren Zahnpasten auf die Leringere Inhaltsmenge große Tube 1 Mk. Vorkriegspreise) TCTTT Spitzenmannfaktur.⸗G., Dresden. Der.⸗R. beſchloß, der.⸗V. tragsſumme ſtellt dana Golbzuwachs aus ruſſiſchen Berkäuſen Nach dem Ausweis der Reichs bank vom 15. 2755* die geſamte apitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und Affekten um 140,5 auf 2332,5 Mill..4 abgenommen, und zwar Hat 8 Beſtand an Wechſeln und Schecks um 168,4 auf 2193,9 Mill..4 vermindert, während der Lombarbbeſtand um 10,9 auf 40, Mill..4 angewachſen iſt. Die Anlage in Effekten iſt mit 92,3 Mill..4 weiterhin annähernd unverändert geblieben.— An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 195,4 Mill. Reichsmark in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen; im einzelnen hat ſich der Umlauf der Reichsbanknoten um 177, auf 3592,5 Mill. Reichsmaxk verringert und der an Rentenbankſcheinen um 18,2 auf 962,5 Mill..J. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichs⸗ bank an ſolchen Scheinen auf 81,7 Mill..& erhöht.— Die fremden. Gelder zeigen mit 597,0 eine Zunahme um 28,7 Mill..IJ.— Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen ſind um 3,7 Mill. auf 1999,8 Mill..“ angewachſen; die Zunahme entfällt auf die Beſtände an Gold, die ſich um 26,1 Mill. auf 1831,2 Mih. R. vermehrten, während die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 29% auf 168,3 Mill. R. abgenommen haben. Der Goldzuwachs ſtammt im weſentlichen aus ruſſiſchen Verkäufen. Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 47,9 v. H. in der Vorwoche auf 54½ v.., die Deckung durch Gold und deckungsfähigen Deviſen von 38,0 auf 38,7 v. H. ODie deutſch⸗öſterreichiſche Girozentrale gegründet. In Wien ſand letzt die konſtituierende.⸗G. der Girozentrale der öſterreichi⸗ Genoſſenſchaften ſtatt, die die Spitzenorganiſation der landwirt⸗ tlichen und gewerblichen Kreditgenoſſenſchaften Oeſterreichs dar⸗ t. An der Sitzung nahmen u. a. teil Miniſter ar Land⸗ und orſtwirtſchaft Andreas Thaler, ferner namens des reichsdeutſchen enoſſenſchaftsweſens Geh. Finanzrat Semper, Präſident der Preußi⸗ 0 en nnn der Generalanwalt des Reichsver⸗ bandes der deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, Regie⸗ ruüngsrat Otto Gennes, Regierungspräſtdent Freiherr von Braun. 15 115 Begrüßungsanſprache des Prälaten Bauchinger erwiderte Präſident Semper mit dem Verſprechen treuer Zuſammenarbeit. Deutſche Stahlhaus⸗Bangeſellſchaft m. b.., Veipzig. Unter bi 77 Firma erfolgte die Gründung eines Unternehmens, das ſich der Ausführung von Stahlhäuſern nach einer durch deutſches Reichspatent und Gebrauchsmuſter geben der, Bauweiſe befaßt. Das nternehmen gehört zu dem Konzern der Vereinigten Hberſchleſiſchen euwerke.⸗G. in Gleiwitz, die die Materialien herſtellt. Die neugegründete Geſellſchaft hat die Ausführung der Firma Braune un, Rotß, Abtetlung Stahlbau(Leipzig), erteilten Aufträge auf Liefe⸗ 8681 von Staßhlhäuſern übernommen und wird den Vertrieb auf dem et des Stahlhausbaues in großzügiger Weiſe ausgeſtalten. Gründung einer Oel⸗Vertriebsgeſellſchaft im Julins Petſchek⸗ Konzern. Mit einer Stammeinlage von 100 000 wurde unter der Firma Geſellſchaft für Benzin⸗ und Oelverkauf G. m. b. H. in Berlin eine neue Geſellſchaft errichtet, deren Gegenſtand der Handel mit Benzinen und Oelen jeder Art, ſowie mit ſonſtigen flüſſigen Brenn⸗ —+ + iſt. Gründer ſind je zur Hälfte die Verkehrs⸗ und Handels⸗ A. in Berlin und die Thüringiſche Kohlen⸗ und Brikettverkaufs⸗ Geſellſchaft m. b. H. in Leipzig. Beide Firmen gehören zur Gruppe Julius Peiſchek(Prag). Man darf wohl annehmen, daß die neu⸗ gegründete G. m. b. H. den Benzin⸗ und Oelhandel des Peiſchek⸗ Konzerns zentral zuſammenfaſſen ſoll, der in der mitteldeutſchen Braünkohleninduſtrie große Intereſſen beſitzt. Die Royal Dutch in den Vereinigten Staaten. Nach einer Meldung aus Newyork haben die Differenzen zwiſchen der Royal Dutchund der Standard Oil hinſichtlich des ruſſiſchen Petroleums dazu geführt, daß die Royal Dutch auf dem Gebiete der Standard Oil in Dhie ſelbſt Fuß faßt und in dem öſtlichen Teile der Vereinigten Staaten ebenfalls Raffinerien einrichtet. Die Filiale der Royal die Roxana⸗Petroleumgeſellſchaft, hat am Fluſſe Cuya hoga ein Gebiet von 7000 Aeres erworben⸗ und bereits 5 Mill. Dollar für Ausbauarbeiten aufgewende't. Schwierigkeiten beim Ban der amerikaniſchen Glanzſtoffabrik. Die American Glanzſtoff Corporation hat das in Elizabethton für die Errichtung ihrer Fabrikanlagen vorgeſehene Grundſtück nicht feſt gekguft, ſondern zunächſt nur eine Option darauf genommen, die ur⸗ ſprünglich bis zum 30. Juni 1927 ausgeübt werden ſollte. Die Optionsfriſt iſt jedoch verlängert worden, da über die Erfüllung verſchiedener Wünſche der Glanzſtoff Corporation noch keine Einigung erzielt werden konnte. Die Glanzſtoff verlangt u. a. von der Stadt Johnſon City den Bau einer Zufuhrſtraße von Johnſon City nach Elizabethton, der mittels einer ſtädtiſchen Bondsemiſſion finanziert werden ſoll. Dieſe Anleihe kſt jedoch, wie aus Johnſon City gemeldet wird, von der zuſtändigen Aufſichtsbehörde(county court) nicht ge⸗ nehmigt worden. Die Glanzſtoff Corporation, die ſich auch in meh⸗ reren anderen Städten Optionen auf Grundſtücke geſichert hat, iſt, entſchloſſen,die Fabrikanlagen anderwärts zu errichten, falls die Auf⸗ ſichtsbehörde die geplante Bondsemiſſion nicht genehmigen ſollte. Zunächſt hat die Glanzſtoff Corporation dem ecounty court eine Be⸗ denkzeit gewährt.— Wie wix von gut unterrichteter Seite hören, iſt kaum anzunehmen, daß die Genehmigung der Bondsemiſſion endgül⸗ tig verweigert werden ſollte. Erneuter Dividendenrückgang bei der Dresdner Gardinen⸗ und am 15. September vorzuſchlagen, auf unverändert 6,75 Mill..% Stammaktenkapital eine Dividende von 8 v. H. in Vorſchlag zu bringen.(J. V. trat eine Ermäßigung der Dividende von 12 auf 10 v. H. ein.) Dividendenrückgang der Kunſtmühle Roſenheim. Die Ver⸗ waltung heantragt für das am 30. Juni 1927 beendete Geſchäftsjahr eine Dividende von 3(5) v. H. Der Mühlenumbau verurſachte einen mehrmonatigen Betriebsſtillſtand, der das Jahresergebnis weſentlich beeinflußte. Bei der Aufnahme eines neuen Hypothekendarlehens mit.3 Mill./ ergab ſich ein nicht näher angegebenes„erhebliches“ Disagio zu Laſten des Betriebsergebniſſes. Das Brutto⸗Ergebnis wird mit 554 882(566 458)„ angezeigt, Grundſtücke brachten 8255 (8030)„ und Effekten 14347(12 753). Nach Abſchreibungen mit 64 681(52 613) ¼, allgemeinen Unkoſten und Steuern 395 203(384 829) Mark und Zinſen 101 521(110 844)& ercheint ſchließlich bei 12 650 (7594) Vortrag ein Reingewinn von 28 729(46 650). Der Wett⸗ bewerb hayeriſcher Mühlen untereinander nahm weiter zu, und der Wettkampf mittel⸗ und norddeutſcher Mühlen um den bayeriſchen Markt verſchärfte ſich außerordentlich. Auf der einen Seite wirkte üherhäuftes Mehlangebot der Mühlen bei verringertem Mehlver⸗ örguch, auf der anderen entwickelte ſich mehr und mehr ein Miß⸗ verhältnis zwiſchen den Preiſen. Trotzdem war der Abatz an Mühlen⸗ erzeugniſſen im allgemeinen befriedigend. Hanſegtiſche Mühlenwerke.⸗G. in Hamburg. Das Geſchäfts⸗ 1 1926 ſchließt bei 3 Mill. ¼ Aktienkapital mit einem Verluſt on 242 897„ zuzüglich des Verluſtvortrages aus dem Vorfahr 100 505 /, zuſammen 343 402 4, ab. Der Verluſt wird aus dem Meervekonto gedeckt, das hiernach noch rund 80 000 4 beträgt. 5—— Aufwertung eines Mahlwerks Der beklagte Mühlenpächter P. in Klein⸗Tſchanſch hatte von der Stadigemeinde Breslau eine Mühle gepachtet, Er baute ein neues Mahlwerk ein und räumte der Verpächterin das Recht ein, bei Be⸗ endigung des Pachtverhältniſſes das Mahlwerk zum Schätzungs⸗ reiſe, der aber 10 000/ nicht überſteigen dürfte, zu übernehmen. Is am 1. April 1920 die Pacht abgelaufen war, verlangte die Stadt Breslau Ueberlaſſung des Mahlwerks. Der Beklagte verweigerte die Herausgabe, wurde aber in allen Inſtanzen— Landgericht und Oberlandesgericht Breslau und Reichsgericht— zur Heraus⸗ abe verurteilt. Als die Sache wegen der Höhe der von der Stadt zu zahlenden Aufwertung von dem Oberlandesgericht Breslau wei⸗ ter perhandelt werden ſollte, ſtellte ſich herau, daß der Beklagte die Müßle inzwiſchen geräumt hatte. Das Oberlandesgericht verur⸗ teilte nunmehr die Klägerin zur Zahlung eines Uebernahmepreiſes von 7500 4. Die vom e 3 richt eingelegte Reviſion iſt ohne Erſolg geblieben und zurückge⸗ e—— Aus folgenden reichsgerichtlichen Entſcheidungs⸗ nden: Wie das Oberlandesgericht im Anſchluß an das Sachver⸗ feſtgeſtellt hat, beltef ſich der Wert des Mahl⸗ werkes zur Zeit des Vertragsabſchluſſes auf 23880„. Die Ver⸗ etwa 43 v. H. des wirklichen Wertes dar. Von Rechtsanwalt Dr. Schon vor dem Krieg hatte ſich die geſetzliche Regelung des Schuldnervergleichs außerhalb des Koönkurſes als dringend notwendig erwieſen, Faſt hei jedem Schuldnervergleich, oder wie man in der Praxis ſagt, bei jedem„Arrangement“, gab es Gläubiger, welche entweder aus Dickköpfigkeit, oder weil ſie beſondere Vorteile erlangen wollten, das Zuſtandekommen des Vergleichs ſtörten. Man nannte ſie„Akkordͤſtörer“, Vielfach griff man zu dem Ausweg, die Forderungen ſolcher Akkord⸗ ſtörer durch Freunde oder Verwandte des Schuldners auf⸗ kaufen zu laſſen, um den Vergleich vor dem Scheitern und den Schuldner vor dem Konkurs zu retten. Aber auf die Dauer waren ſolche Behelfe unzulänglich, und die Praxis verlangte dringend nach einer geſetzlichen Regelung. Der Krieg brachte ein Erſatzgeſetz, nämlich die Verordnung über die Geſchäfts⸗ aufſicht. Durch die Geſchäftsaufſicht ſollte der Schuldner vor dem Konkurs bewahrt werden, und auf dem Wege über die Geſchäftsaufſicht konnte er die Akkordſthrer im Wege des ge⸗ richtlichen Zwangsvergleichs durch Mehrheitsbeſchluß über⸗ ſtimmen laſſen. Aber der Zwangsvergleich war nicht der Zweck der Geſchäftsaufſicht, ſondern nur eine Begleiterſcheinung der⸗ ſelben. Die Geſchäftsaufſicht hat ſich bekanntlich bei den Gläu⸗ 9 keiner großen Beliebtheit erfreut. Sie iſt von manchen S uldnern dazu mißbraucht worden, um ſich gegen den Wil⸗ len der Gläubiger eine längere Stundung zu verſchaffen, oder um ihren unabwendbaren Zuſammenbruch zu verſchleppen. Sie hat auch große Koſten verſchlungen. Mit all dieſen Mißſtänden will das neue Geſetz aufräu⸗ men. Es verfolat den Zweck. einerſeits die Nachteile aus dem Wege zu räumen, welche den Gläubigern durch die Geſchäfts⸗ aufſicht erwachſen, es will alſo die Gläubiger ſchützen, indem es den ühermäßigen Schuldnerſchutz abbaut. Andererſeits will das Geſetz dem Schuldner helfen, indem es ihm die Möglich⸗ keit giht die Akkordſtörer zu überſtimmen und dieſelben zu einem Vergleich zu zwingen, ohne daß im Wege des Konkurs⸗ verfahrens die wirtſchaftliche Exiſtenz des Schuldners vernich⸗ tet, und ohne daß unnötigerweiſe große Warenpoſten auf den Markt geworfen und dadurch die allgemeine Wirtſchaft geſchä⸗ digt wirb. In dem neuen Geſetz hat ſich der Geſetzgeber er⸗ ſichtlich bemüht, in objektiver und gerechter Weiſe die Intereſſen des Schuldners ſowie der Gläubiger gegeneinander abzuwägen. Dieſe gute Abſicht dürfte auch im Großen und Ganzen geglückt ſein. Im übrigen muß abgewartet werden, wie ſich das Geſetz in der Praxis auswirken wird. Die wichtigſten Beſtimmun⸗ gen des Vergleichsgeſetzes ſind folgende: 1. Die grundlegende Vorſchrift für die Ahwicklung des ganzen zukünftigen Vergleichsverfahrens iſt in§ 16 Satz 1 Ziffer 4 des Geſetzes enthalten. Hiernach wird das geſamte Vorberettungsverfahren für den Zwangsvergleich, welches ſich bisher unter dem Schutz der gerichtlich angeordneten Ge⸗ ſchäftsaufſicht abſpielte, einem außergerichtlichen Vor⸗ verfahren überlaſſen. Der Schuldner muß nämlich, ehe er überhaupt den Antrag auf Eröffnung des Vergleichs⸗ verfahrens ſtellt, ſelbſt(in den meiſten Fällen wird er ſich dazu der Hilfe eines Rechtsanwalts bedienen) mit ſeinen Gläu⸗ bigern verhandeln, und die Kopfmehrheit derſelben, ſowſe die Summenmehrheit der Gläubigerforderungen für den Ver⸗ gleich gewinnen. Dieſe in den meiſten Fällen nicht einfache Arbeit muß erſt vollendet ſein, ehe der Schuldner überhaupt ſeinen Antrag einreicher ſann. Das Geſetz beſtimmt nämlich in 8 10 Abſatz 1 Ziffer 4,. daß der Schuldner einen heſtimmten Vergleichsvorſchlag einreichen muß, und hierzu muß er die ſchriftliche Erklärung der Mehrheit der an dem Verfahren be⸗ teiligten Gläubiger, die zugleich mehr als die Hälfte der Ge⸗ ſamtſumme der von dem Vergleiche betroffenen Forderungen darſtellen müſſen, beibhringen, dahingehend, daß dieſe mit der ee e e e e 808 50 Unterbewertung gewahrt eiben müſſe. e Reviſion mußte daher zurückgewieſen werden. III. 350/6.— 17. Juni 1927). 1 Herabſetzung bes öſterreichiſchen Bankdiskonts? Wie die„Stunde“ mitteilt, verlautet in, Wiener Finanzkreiſen, daß eine Sitzung des Generalrats bzw., Exekutivkomitees der Oeſterreichiſchen National⸗ bank bevorſteht, die ſich mit einer evtl. Diskontherabſetzung um v. H. beſchäftigen ſoll. e Die deutſche Rohſtahlgewinnung im Juli. Die Rohſtahlge⸗ winnung im Monat Juli iſt mit 1361 795 Tonnen um 33 809 To. höher als die des Juni. Hinter der Maigewinnung bleibt ſie um 15034 Tonnen zurück. Da im Juli an 26 Tagen gearbeitet wurde, während der Juni und Mai nur je 25 Arbeitstage hatten, liegt die arbeitstägliche Leiſtung mit 52 376 Tonnen um 749 Tonnen unter der des Juni und mit 2733 Tonnen unter der des Mat. Sie ent⸗ ſpricht 61.07 v. H. der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Rohſtahlge⸗ a im Jahre 1919 für das Deutſche Reich damaligen Um⸗ anges. :? Die Leiſtung der deutſchen Walzwerke im Juli. Die Lei⸗ ſtung der deutſchen Walzwerke im Juli 1997 iſt mit 1 049 539 To. um 13 037 Tonnen niedriger als die des Juni. Da der Juli 26 Ar⸗ beitstage hatte, während im Juni an 25 Tagen gearbeitet wurde, iſt ſie arbeitstäglich mit 40 369 Tonnen um 2134 Tonnen niedriger als die durchſchnittliche arbeitstägliche Junileiſtung. Sie entſpricht 79,18 v. H. der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Leiſtung des Jahres 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfanges. *Genormtes Aluminiumgeſchirr. Der Fachnormenausſchuß für Hauswirtſchaft im Deutſchen Normenausſchuß hat kürzlich die Her⸗ ausgabe der Normen für Aluminiumgeſchirr bdeſchloſten, die aus Vorſchlägen des Reichsverbandes der Deutſchen Aluminiumwaren⸗ induſtrie hervorgegangen ſind. Die Normen ſind zunächſt als ſog. Vornormen(vorläufige Normen]) herausgegeben, um Erfahrungen zu ſammeln. Die Vertreter der Erzeuger, Händler und Verbraucher haben ſich mit den Vornormen einverſtanden erklärt. Vorgeſehen ſind drei verſchiedene Qualitäten, und zwar 1 unbordiert extra ſchwer, 2 unbordiert ſchwer, 3 bordiert. Die den Normen entſprechenden Geſchirre dürfen von den herſtellenden Firmen mit dem DN⸗ Zeichen geſtempelt werden, jedoch nur in Verbindung mit dem Zeichen der Güte 1, 2 und 3 und dem Fabrikzeichen. Branntweinerzengung und Branntweinabſatz. Im Juli 1927 wurden e gsbe 59 209 Hektoliter Weingeiſt hergeſtellt. Davon entfallen 34058 Hektoliter auf eigene Brennereien und 19 151 Hek⸗ toliter auf Monopolbrennereien. Die Beſtände der Reichsmonopol⸗ verwaltung an unverarbeitetem Brantwein betrugen am Beginn des Monats 860 781 Hektoliter. Der Geſamtzugang ſtellte ſich auf 47 401 Hektoliter, und zwar 28 199 Hektoliter aus eigenen Brenne⸗ reien und 19 151 Hektoliter aus Monopolbrennereien, 51 Hekto⸗ liter wurden beſchlagnahmt. Der Geſamtabgang beziffert ſich auf 183 416 Hektoliter. Am Schluß des Monats waren 724 716 Hektoliter als Beſtand der Reichsmonopolverwaltung vorhanden. * Statiſtik der Reparationsſachlieferungen. Nach den Mitteilungen der deutſchen Handelsſtatiſtik ergeben ſich für das erſte Halbjahr 1927 257,17 Mill./ an Reparationsſachlieferungen. Es fällt hierbei auf, daß dieſe Statiſtik ſich mit derjenigen des Reparationsagenten nicht deckt. Der Reparationsagent errechnet für das erſte Halbjahr 904,2 Mill. Sachlieferungen. Dieſe Divergenz erklärt ſich daraus, daß der Generalagent für die Reprationszahlungen auch die Beförde⸗ rungskoſten, ſoweit er die Waren ab Werk kauft, in ſeinen Aus⸗ weiſen über die Sachlieferungen mit in Rechnung ſtellt. So wird heiſpielsweiſe für die Beförderung von Steinkohle ein Betrag von 12,5 ill.„ ausgewieſen. Auf der anderen Seite leiſtet der Repa⸗ Dieſe Unterbewertung haben die Parteien bewußt in ihrem Willen 0 rati agent bei gewiſſen Waren auch Vorauszahlungen. Das iſt in aufgenommen. Mit Recht nimmt deshalb das Oberlandesgericht beonders ſtarkem Maße der Fall bei Zuckerlieferungen, wo die Das neue Reichsgeſetz über den Bergleich zur Abwendung des Konkurſes das Geſetz Loeb⸗Mathien⸗Mannheim Eröffnung bes Vergleichsverfahrens einverſtanden ſind. Dieſe Vorbereitungsarbeit wird künftighin der erſte und wichtigſte Akt des Vergleichsverfahrens ſein. Wenn dieſer Akt ſich nicht glatt abſpielt, kann der zweite Akt, nämlich das gerichtliche Vergleichsverfahren, überhaupt nicht in Szene geſetzt werden, Der Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens muß fer⸗ ner ergeben, auf welche Weiſe die Erfüllung des Vergleichs ſichergeſtellt werden ſoll. Das Geſetz beſtimmt auch noch wet⸗ tere Erforderniſſe für den Antrag, das Schwergewicht liegt aber darin, daß durch geeignete Verhandlungen mit den Gläu⸗ woſteen die für den Antrag erforderte Mehrheit beigebracht wird,. Das Geſetz mußte, um konſeauent zu ſein, für den Schuld⸗ ner eine Schutzheſtimmung treffen, damit ſeine Verhandlungen mit den Gläubigern nicht durch etwaige Konkursanträge ge⸗ ſtört werden können. Zu dieſem Zweck beſtimmt das Geſetz in 91 Abſatz 3, daß der Schuldner einen etwaigen Konkursantrag ſofort mit dem Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfah⸗ rens beantworten kann, und gemäß 8 31 iſt daraufhin die Ent⸗ ſcheidung über einen Konkursantrag ſolange auszuſetzen, bis über die Eröffnung des Vergleichsverfahrens rechtskräftig ent⸗ ſchteden iſt. Einen Schutz gegen Vollſtreckungen während die⸗ ſes außergerichtlichen Vorverfahrens genießt der Schuldner dagegen nicht. Es kann alſo während dieſer Zeit beim Schuld⸗ ner gepfändet werden, Jedoch werden ſolche Vollſtreckungen epentl. wirkungslos, denn das Geſetz enthält eine rückwirkende Vollſtreckungsſperre. Dieſe hat den Zweck, voreiligen Gläu⸗ bigern, welche glauben, durch Arreſtpfändungen oder ſonſtige raſche Vollſtreckungen, ſich eine Sicherung verſchaffen zu kön⸗ nen, die Waffe aus der Hand zu ſchlagen. Die Wirkung der Vollſtreckungsſperre iſt nämlich die, daß ſowohl bei Beſtätigung des Vergleichs, wie auch im Falle des etwaigen nachfolgenden Konkurſes alle Vollſtreckungshandlungen mit Rückwirkung Hhinfällig ſind, welche ſpäter als am dreißigſten Tage vor der Stellung des Antrags auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens erfolgt ſind. Jeder Gläubiger muß alſo damit rechnen daß ſeine Vollſtreckungsmaßnahmen zwecklos ſind, und nicht erſetz⸗ bare Koſten verurſachen. 2, Sind die Vorausſetzungen für die Stellung des Antrags auf Einleitung des Vergleichsverfahrens erfüllt, ſo beginnt der gerichtliche Teil des Verfahrens. Die Entſcheidung über die Eröffnung des Verfahrens iſt, abgeſehen von dem Nachweis der Zuſtimmung der Mehrheit der Gläubiger, von einer Reihe weiterer Vorausſetzungen abhängig. Es gibt zunächſt zwin⸗ gende Gründe, aus denen das Gericht die Eröffnung des Ver⸗ fahrens ablehnen muß, z.., wenn der Antrag unvollſtändig iſt und nicht rechtzeitig innerhalb der dem Schuloͤner vom Gericht geſetzten fFriſt ergänzt wird, ferner, wenn der Schuld⸗ ner flüchtig iſt, oder auf eine Ladung des Gerichts ohne ge⸗ genügende Entſchuldigung ausbleibt, ſchließlich, wenn gegen ihn wegen betrügeriſchen Bankerotts ein Verfahren anhängig iſt oder er wegen betrütgeriſchen Bankerotts rechtskräftig ver⸗ urteilt worden iſt. Ferner einige Vorſchriften, welche be⸗ ſtimmte Erforderniſſe hinſichtlich der Würdigkeit des Schuld⸗ ners aufſtellen, ſomit erzieheriſch wirken ſollen, z.., wenn der Schuldner ſeinen Vermögensverfall leichtfinnig oder un⸗ reblich herheigeführt hat. wenn er den Eröffnungsantrag bös⸗ willig verzögert hat oder wenn der Vergleichsvorſchlag ſeiner Vermögenslage nicht entſpricht, ſiehe 8 22. Der Eröffnungs⸗ antrag muß außerdem abgelehnt werden, wenn der angebotene Vergleich, ſofern er einen ziffernmäßig beſtimmten, teilweiſen Erlaß der Forderungen anſtrebt, den Gläubigern nicht min⸗ deſtens eine Quote von 30 Proz. gewährt. Dieſe Beſtimmung war in dem urſprünglichen Regferungsentwurf nicht enthalten, ſondern iſt erſt im Laufe der Verhandlungen im Reichstag in aufgenommen worden.(Schluß folgt.) Finanzierung der Zuckerkampagne, ſoweit es ſich um Reparations⸗ zucker handelt, zu einem nicht unbeträchtlichen Teile durch Voraus⸗ zahlungen ſeitens des Generalagenten geſchieht. * Paſſivſaldo der niederländiſchen Handelsbilanz. Aus Amſter⸗ dam wird berichtet, daß der Paſſivſaldo der Handelsbilanz ſich in den erſten ſiehen Monaten des Jahres 1927 auf 384,4 Mill. Gulden gegen 495 Mill. Gulden im Vorfahr beläuft. Der ſchwediſche Anßenhandel im Juli 1927. Der Import Schwe⸗ dens im Monat Juli 1927 belief ſich auf 890 000 Tonnen gegen 828 000 Tonnen im Juni und 538 000 Tonnen im Fuli des Vorfahres. Die Zollabgahe ſtellte ſich im abgelaufenen Monat auf 10,4 Mill. Kr. gegenüber 11,7 Mill. Kr. im Junt und 12,3 Mill. Kr. im Vergleichs⸗ monat 1926. Die Ausfuhr Schwedens zeigte eine Zunahme von 1987 000 im Juni bzw. 1 438 000 Tonnen im Fuli 1920 auf 2 259 000 Tonnen im Berichtsmongt, Der Holzexport im Juli ſtellte ſich auf 569 000 Tonnen(592.000 bzw. 487 000 Tonnen), der Export von Pavier und Holzſtoff betrug 205 000(169 000 bzw. 160 000) Tonnen. Der Erz⸗ export erreichte 1495 000 Tonnen(1876 000 Tonnen bzw. 770 000.). Aktiver amerikaniſcher Außenhandel im FJuli. Wie das ameri⸗ kaniſche Handelsminiſterium mitteilt, beliefen ſich die amerikanſſchen Ernorte im Jult auf 343 Mill. Dollar, die Importe auf 327 Mill, Dollar, ſo daß ſich ein Ueberſchuß von 16 Mill. Dollar eralbt. Der Handelsüberſchuß im Vormonat betrug faſt 30 Mill. Dollar. Deviſenmarkt Reichsmark weiter ſeſt Die Reichsmark war weiter feiſt, der Dollar notierte .035. Oslo wieder ſchwächer, gegen London 18.74 nach 18.70. Malfland und Madrid konnten ihren Stand eine Kleinigkeit beſſern, gegen London 89.15 bezw. 28.79. Schweiz und Holland international etwas ſchwächer. Termindeviſen gegen Reichs⸗ höheren Spannungen geſucht. Heute vormittag 5 10. 19. 19. 109. 19 19. London⸗Paxis 124,00J124,0 Naild.-Schw⸗ 29,20 28 20gend.-Stockhh 18,1 194 Cond.⸗Brüffel 34.92 34,57 Holland⸗Schw. 207.83207.8send,⸗Madrid 28, Lond.-Maild, 89.20 89,45 Kabel Holland 2,495.495 Nailand-Paris 189.1“ 183˙18 Kabel Schweiz 5,186 5,19s Lond.⸗Holland 12,13 12,13 Pröſſel⸗Paris 335.10888. 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Nr. 879 „APOLLO- b Täglieh abends 8 Uhr Asemple-Oastspiel des Beriner Residenztheaters mit dem Lustspielschlager Die schöne NMelusine 3 Akte von Rudolf Lothar. Titelrolle: MARIA WFEST. orverk. Theaterkasse, Heckel. Musikhaus, —Watt-Expreß.- Café, Phafen: Reisebüro. Iasadaaadhaadhanmhagphhtpaateahg nude K chenham luupindeken. Samstag, den 20. August abends 8 Uhr Huban- Kosaken-Chor und 8104 Dark-Ordester Russische Lieder Russische Musik Einirlit nur 50 Pfg. Meeuennmmaumdnmunnmf So, Radrennhann nneingönneim Duntag, 21 August nachm..30 Uhr finden otor- und Radrennen statt.., a. Süd- eutschland— Norddeutschland. Flieger- E8 fahren—Verfolgungsrennen. Starten für Norddeutschland: Aas deutsche Meisterpaar der..R. v. Orezoczek und Arndt, Berlin, sowie ders-Wenz, Köln Süddeutschland: Helmling Schuler, annheim und Traub-Wolke,'hafen. Außerdem Mannsechaftsfahren usw. dezu ladet höfl. ein 82¹⁰0 lzischer Radfahrer-Bund e. V. Mag. fucung Deutscher Radsport-Verbände Aatrittsp. Platzkonz. 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Handw.⸗Vereinig. Heidelberg. Freie Arztewahl. Arzt u. Apotheke voll. alter 65 Kiu! Anm. u. Tarif beim Vertreter Carl Schmidt, O 5, 14. Tel. 22688. End⸗ S7ꝛ7 TAG bDie deutsche Uraufführung fand am 12. ds. Mts. in Berlin statt. Sie gestaltete sich zu einem Köstliches Lustspiel in 6 Akten Anfang 3 Uhr Letzte Vorstellung.15 Uhr Auto- und Motorrad- Garagen in Wellblech. — 2 — 5 2 Vertreter: 1— 7 5 Darstellung. Fauntun. P. Schipull, Mannh.-Kktfertal elkenstr. 14 Fernsprecher 28 626[[uwelen NModernesLager — IZLLE Diatin N. euanfertigung mänderung D 6 Go dwaren Reparaturen Fue chen industrie schnell, gewissenhaft, billig 848 P3, 14 Planken Deanteee llalert proapt HN. Ade neben dem Thomasbrau Arle eoi Dr. ar —ů .m b. li. E s 2 Meerfeldstr, 56/58— Tel. 26940 Ab heute bis Montag Der Efstaufführung Mannheim Ein Spiel von Liebe und Leidenschaft aus Spaniens Süden in 6 Akten. PERSONEN: Emmy Förster Alf Blüfecher Vivian Gibson Magnus Sfifter Walfer Rilla Karl Platien Marga Tzaischewa EvI EvVA Der Film spielt in dem schönen Städtehen Valeneia zur Zeit der spanischen Revolution. Zweiter Film: Imnmumuumumumununm 8 288 Das 2 SSamenl des Goldsuche 95 TOM A der Kkühne N Relter n spännendes Rennen, das von entzück. Wildwestmädchen geriiten wird, ist einer der Höhepunkte dieses Filmes. Außer dem guten Beiprogramm das ORGEL-SOLO Potpourti aus der Operette„Die Geisha“ Lae 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr, latzte Vorstellung.0 Uhr 0 unueneunmueeeemneenemeeeeeeeeeeeeeenenemneenneemen ieeeeemeeeeeemeneeunmenemummeum Bei Kander kaufen heißt Geld sparen! immer billig und doc gul. Feinst. gekochterSchinken zart und milJd ½ Pfd. 55 Hartwursf, fein Pid..80, grob J. 70 Nettwurst, ſeinste Wote,/ Pſd. 40 3 Emmenthaler, o. Rinde, Sciedu. 953 Echter Tiisiter Kase, vollf., Pfd. 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Man schuf einen historischen Film aus der Zeit Katharinas der Großen, aus den Wirren der russisch-polnischen Kriege, und fügte dabei für die Wiedergabe des historischen Wandelbildes Farbe und — Rhythmus in bewundernswerter Harmonie zusammen. 35 Magie und magische Töne strömen aus dem —— Bildvorüberflug in Auge und Herzen des Beschauers. Romantisch, rhapsodisch. Klangbilder, die fast in;? rhetorischem Fluß vorüberziehen ... An der Handlung werden alle Publikumskreise in Deutschland Gefallen finden ... Die Hinrichtung eines Wunderautomaten, der in unüberwindlicher Weise Schach zu spielen vermag. bildet für den Film eine zweifellos welthistorische Anekdote, in deren Räderwerk man gefesselt blickt. Diese Hinrichtung durch Automaten ist gran- dios, wie spukhafte Fetzen aus einem Traum ge- rissen. ... Ein unvergeßliches Bild— das Opfer der Auto- maten sinkt blutüberströmt zusammen. Eine Finale voll finsterer Schönheit— und über den Raum voll Leichen und Larven tönt der Harfenschlag einer gra- :iösen Rokokopuppe im Verklingen der Film- Lyrismen. Das ist ein Film-Epilog, den man klassisch und erinnernswert bezeichnen muß. ... Unmägrlich, hier jeden Wert des Films auch nur anzudeuten. Schaut selbst den Pulsschlag der Dinge im Film, die seltene Grofartigkeit des Finales, den Andrang der Gesichte Dheeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeen Beginn täglich.30,.00,.30 Uhr Aheeeeeeee he unn Mumunmmm h Aeeee ——— — —— —— — — — — — memmmmneddddddüdddddd IUmummmmmummmmunmummmm²mmmmmmmmmmmmmmmmmmmm —— ————— Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Im Eckfenster Massen- Strümpfen und Schlupfhosen Dekoration Daderz terhami; Wieder ein ehkord uumserer Leisfunsgsfähigkeif! Fasse, Ddften- Strümmie a. ka4t. 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