Abonnement: Tägliche Ausgabe:; Pfeunig monatlich. Seingerlohn 20 Pfg. monatlich, die Poſt bez. inel. ae N..42 pro inzel⸗Nummer 5 Pfg. Nur Sonntags⸗Ausgabe: 20 Pfeunig monatlich, ins Haus od⸗ durch die Poft 25 Pf. Inſerate: Colonel⸗Zeile 20 Vuwerage Ibſerate„ 2 18 Die Reklame⸗Zeile 60 S GBadiſche Volkszeitung⸗) E 6, 2. Unabhängige Tageszeitung. Erſcheint wöchentlich zwölf Mal. Geleſenſte und verhreiteiſte Jeitung in Mannheim und Amgehung. Schluß der Inſeraden⸗Annahme für das Mittagsblatt Morgens 9 Uhr, für das Abendblatt Nachmittags 3 ußr. — FJuür unverlangte Mauuſkrißpte wird keinerlei Gewähr geleiſtet.. (Nannheimer Volksblatt.) Nelecamn Adee; „Journal Mannheim“ In der Poſtliſte eingetragen unter Nr. 3021. Telephon: Direktion und Druckerei: Nr. 841. Redaktion: Nr. 877 Expedition: Nr. 218 Filiale: Nr. 815 E 6, 2. Vr. 249. Dienſtag, 2. Juni 1903. (Mittagblatt.) Beleuchtung und in Wirklichkeit. Man kann jetzt in ſozialdemokratiſchen, freilich auch ver⸗ edentlich in freiſinnigen Flugblättern recht trübſelige Schilderungen unſerer deutſchen Zuſtände leſen. Wenn man dieſen Schwarzmalereien Glauben ſchenken wollte, ſo müßte man annehmen, bei uns zu Lande lebe der größte Theil der Bevölkerung höchſt jämmerlich, die Kulturaufgaben würden grenzenlos vernachläſſigt, die Steuern ſeien nicht mehr zu er⸗ ſchwingen und die Zölle drückten unſer Volk völlig nieder. Schon der Augenſchein aber belehrt die verſtändigen Flugblattleſer eines Beſſeren; denn ſie müſſen ſich ſelbſt ſagen, daß es ſich in unſerem Vaterlande noch recht gut leben läßt, und daß wir hinter dem Auslande in keiner Weiſe zurückſtehen. Auf die Thatſache, daß Deutſchland in ſozialpolitiſcher Hinſicht an der Spitze aller Länder ſteht, daß ſeine Arbeiterſchutzgeſetzgebung, ſſeine private und ſtaatliche Arbeitervorſorge, ſein großartiges Arbeiter⸗Verſicherungswerk von keinem Lande der Welt erreicht worden iſt, braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden. Dieſe Thatſache iſt längſt anerkannt und wird ſelbſt in Arbeiter⸗ kreiſen nicht geleugnet, wenn auch die Sozialdemokratie es ſich immer noch nicht nehmen läßt, zu Verhetzungszwecken von dem abißchen Sozialreform“ zu ſprechen, das heutzutage doch kein Arbeiter mehr miſſen möchte. Allein auch in Bezug auf Aus⸗ gaben für kulturelle Zwecke, für Kunſt, Wiſſenſchaft, Schul⸗ 0 weſen, Rechtspflege, höhere Bildung ſteht die deutſche Nation anderen Kulturnationen voran, während ſie in Bezug auf ihre Belaſtung durch Steuern und Zölle hinter den Bewohnern anderer Länder zum Theil ſehr erheblich zurückſteht. Wir laſſen nach der„Konſ. Korreſp.“ einige ſtatiſtiſche Daten zum Beweiſe Dieſer Sachlage hier folgen: An direkten Steuern jährlich pro Kopf der Bevölkerung i Mark zahlen: Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 3,41 18,44 21,29 11,94.51 Hier ſteht Oeſterreich nur um einige Pfennige hinter Deutſch⸗ Jand, während die übrigen Staaten zwiſchen—8mal ſoviel direkte Steuern zahlen. An indirekten Steuern jährlich pro Kopf der Bevöl⸗ kerung in Mark zahlen: Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich Ungarn 4 18,23 46,20 80,11 16,2 26,29 18,70 Im Zahlen von direkten Steuern wird alſo Deutſchland von men anderen Staaten bei Weitem übertroffen. Die ſpezielle Getränkeſteuer(Wein, Bier, Schnaps) beträgt jährlich pro Kopf in Mark: Deutſchland eich England Italien Oeſterreich Ungarn 4,71 12,84 17,26 1,80 4,78 5,37 Auch dieſe Zahlen reden für ſich ſelbſt. Auch die Tabakfteuer i in Deutſchland am niedrigſten. Num ſollen die Ausgaben für geiſtige Kulturzwecke Ausgaben für Wiſſenſchaft, Kun ſt, Unterricht Fihrlich pro Kopf der Bevölkerung in Mark: Deutſchland Fraukreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 7,86 6,68 6,30 3,60 4,15 Ausgaben für den Volksſchulunterricht jährlich pro Kopf der Bevöllerung in Mark: 5 Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 6,20 5,10 5,83 1,64 2,77 Die deutſchen Fuſtände in ſoz.⸗demokratiſcher In den Leiſtungen für Volksſchulunterricht, höheren Unterricht, Wiſſenſchaft, Kunſt marſchirt Deutſchland an der Spitze aller Kultur⸗ ſtaaten! Ebenſo hat Deutſchland die verhältnißmäßig größte Anzahl von Volksſchülern. Der Koſtenaufpband für einen Volks⸗ ſchüler beträgt pro Jahr in Mark: Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 35,4 31,6 48,32 16,28 28,72 England, das erheblich weniger Volksſchulen hat als Deutſch⸗ land, erſcheint nur deshalb mit einer größeren Summe, weil die in England vorherrſchende Privatſchule ſelbſtverſtändlich theurer iſt als die Staatsſchule. Auch in Bezug auf Univerſitäten ſteht Deutſchland an erſter Stelle. Es beträgt die Deutſchl. Frankr. England Italien Oeft.⸗Ung. Anzahl der Univerfitäten 22 19 21 10 Studenten 26 680 18 360 13 400 9000 18 600 Profeſſoren 1920 568 34⁴ 600 1430 Für die Sicherheits⸗ und Juſtigpflege werden aus⸗ gegeben pro Kopf der Bevölkerung in Mark: Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 6,09 4,08 7,86 5,32.05 Hier wird Deutſchland von England nur um weniges übertroffen. Was die Ernährung des deutſchen Volkes betrifft, ſo ſind folgende Ziffern von Intereſſe: Es verzehren jährlich und pro Kopf der Bevölkerung an Ge⸗ treide und Fleiſch in Kilogrammen: Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterreich⸗Ungarn 252,8 273 218 187 216 Hier alſo wird beim Verzehr der kräftegebenden Nahrungsmittel Deutſchland lediglich von Frankreich übertroffen; allen anderen Kulturſtgaten ſteht es weit voran. Betrachten wir nun die Genußmittel und ihren Konſum jährlich und pro Kopf der Bevölkerung. Anzahl der Liter Deutſchland Frankreich England Italien Oeſterr.⸗Ung. Bier, Wein u. Schnaps 124,5 121,6 123,5 96,2 64,2 i.8 0,87 0,68 1,7 kg Kaffee, Thee 2,5.8 2,5 0,6.9 kg Im Bier⸗, Wein⸗ und Schnapstrinken ſteht Deutſchland allen anderen Ländern voran, den meiſten leider weit voran, im Tabak⸗ genuß nimmt es die zweite Stelle ein. Aus dieſer Zufammenſtellung geht hervor, daß Deutſch⸗ land bei niedrigſter Belaſtung ſeiner Bevpölkerung durch Steuern und Zölle den höchſten Aufwand für die materielle Lebenshaltung, für die Schulbildung und für ſonſtige Kulturaufgaben leiſtet. Es geht daraus hervor, daß die Schilderung der heimiſchen Zuſtände in ſozialdemokratiſchen und freifinnigen Blättern Phantaſiegemälde ſind, nur dazu beſtimmt, die Bevölkerung unzufrieden und mißtrauiſch zu machen. Politische Uebersſcht. » Mannheim, 30. Mai 1903. Die engliſchen Katholiken an den Kaiſer. Schon wiederholt iſt die Rede von einer Adreſſe geweſen, die die engliſchen Katholiken an den deutſchen Kaiſer richten wollen. Die„Germania“ veröffentlicht jetzt den Wortlaut dieſer Adreſſe, aus der hervorgeht, daß die engliſchen Katholiken die] Figig rechtfertigt vollkommen die Maßnahmen, die zu eeiſen vom Kaiſer dem Katholizismus gegenüber befolgte Politik aufs Höchſte bewundern. Sie rühmen die große Berückſichtigung, die den Katholiken ganz im Gegenſatz zu andern Ländern in Deutſch⸗ land zu Theil geworden iſt und gedenken dankend der vortreff⸗ lichen Lage, deren ſich die Katholikten im Deutſchen Reiche er⸗ freuen. Die„Germania“ fügt hinzu, es ſei, wie ihr geſchriehen werde, für dieſe Adreſſe in erſter Linie beſtimmend geweſen:„die einem Katholiken ſich aufdrängenden Vergleiche der Poſition der deutſchen Katholiken mit der Stellung, der ſich die Katholiken in vielen anderen Ländern erfreuen, und vor Allem auch die H achtung, die von unſerm Kaiſer dem hl. Vater e wird.“ Ferner ſchreibt die„Germania“:„Es iſt anzunehmer, daß die oben mitgetheilte Adreſſe begeiſterte Aufnahme finden wird, da die katholiſchen Iren große Sympathien für unſeren ritterlichen Kaiſer hegen.“ Daran iſt vor Allem bemerkenswerth, daß die„Germania“ ſich mit keinem Wort gegen das der deut⸗ ſchen Kirchenpolitik geſpendete hohe Lob wendet oder es einzu⸗ ſchränken ſucht. Vielleicht iſt auf dem Umwege über England der„Germania“ die Erkenntniß gekommen, daß man doch wirk⸗ lich im Deutſchen Reiche nicht über Katholikenverfolgung klagen kann und daß die gerade in dem Berliner Blatte ſo gern ver⸗ öffentlichten Paritätsklagen jedes ernſten Hintergrundes ent⸗ behren. Ein Ueberfall iſt am erſten Pfingſttage auf den neuen Generalgouver⸗ neur von Algerien, Jonnart, verübt worden, als er die Oaſe Figig an der marokkaniſchen Greuze be⸗ ſuchte, die erſt kürzlich von den Franzoſen in Beſitz genommen wurde. Der Angriff auf den Generalgouverneur und ſeine Be⸗ gleitung geſchah, als der Zug eine Terrainſpalte pafſſirte, in der die Angreifer verſteckt lagen. Das Gewehrfeuer erfolgte von rechts und links und vielfach aus einer Entfernung von weniger als 300 Meter. In Begleitung des Generalgouverneurs befanden ſich außer Civilperſonen ungefähr 30 Offiziere. Der ganze Zug hatte eine Länge von ungefähr 300 Metern. Spahis ſtreiften rechts und links vor dem Zuge, konnten aber auf die Angreifer nicht gleich ſchießen, weil ſie es vermeiden mußten, die Reitthiere in Anbetracht des ſchwierigen Geländes zu erſchrecken. Die Ber⸗ luſte der Marokkaner ſollen beträchtlich ſein. Die aus Fremden⸗ legionären beſtehende Eskorte kam vielfach ſo nahe mit den An⸗ greifern zuſammen, daß ſie daß Bajonnet gebrauchten. Von den Franzoſen ſind 17 verwundet worden, die Marokkaner zogen ſich nach Figig zurück. Nach Blättermeldungen aus Algier werden die Artillerie⸗Abtheilungen in Dſchennaddar und Ainſefra dem⸗ nächſt den Befehl erhalten, Figig zu beſchießen und die Angreifer feſtzunehmen. Vorläufig wurde an die Grenze der Oaſe eine Kompagnie Schützen entſandt für den Fall, daß die Marokkaner in die Ebene eindringen ſollten. Generalgouverneur Jonnart erklärte in einer Unterredung nach dem Ueberfall: Ich weiß jetzt, was ich über den in dieſer Gegend herrſchenden Geiſt wiſſen wollte. Ich habe mich überzeugt, daß die marokkaniſchen Be⸗ hörden nicht im Stande ſind, die Ordnung und Sicherheit in dieſem Gebiete zu ſchützen. Bei einer anderen Gelegenheit er⸗ klärte Jonnart: Wir ſind jetzt vollkommen berechtigt, gegen die Stämme Zwangsmaßregeln zu ergreifen, die jedoch nicht bis zur Beſitzergreifung irgend eines Punktes auf marvk⸗ kaniſchem Gebiet gehen dürften. Der Vorfall in der Gegend von Der Jakir. Von Nicol Meyra. Einzig autoriſirte Ueberſetzung aus dem Franzöſiſchen von Bertha Fried. MNachdruck verboten.] 2⁰0(Fortſetzung) „Aber,“ fragte das junge Mädchen weiter,„wie biſt Du erwacht? Eridacht nach Ablauf von ſechs Tagen?“ „Ich hatte meine Doſis thatſächlich für ungefähr ſechs oder Peben Tage Schlafs bemeſſen.“ erwiderte Pinſonnet.„Seit ein oder awei Stunden vielleicht fühlte ich nach und nach meine Lethargie ſchwinden. Ich erlangte ein unbeſtimmtes Bewußtſein meiner ſelbſt. Meine Gedanken waren noch nicht ganz klar, und meine erſte Empfindung war die des Eutſetzens. Ich glaubte mich lebendig be⸗ graben. Aber die Erinnerung kehrte bald wieder zurück und ver⸗ ſcheuchte den letzten Reſt des Angſtgefühls. Mein Lackgefängniß wurde auf außergewöhnliche Art gerüttelt und ein ſchärferer Luftzug krrrichte mich durch die an den Wänden angebrachten Oeffnungen. „Ich machte einen Verſuch, um mich meiner Unbeweglichkeit gu Wäreißen!. Unmöglich. Mein ſchreckliches Medikament lähmte ntich noch immer. Ich hörte Alles, was um mich vorging, das Brauſen des Meeres und dann das Heulen des Windes, dann Deine vergeblichen Bitten und die Drohungen Conkrhanas!. Ich ver⸗ ſtand und errieth Alles: das Erwachen des Fakirs und die Zer⸗ ſtörung des Schiffes!... Und ich konnte weder eine Bewegung machen, noch einen Schrei ausſtoßen! Das waren Höllenqualen! „ Indeſſen ſchlug mein Herz immer ſtärker und mein Blut fing an ſich zu erwärmen. Meine Muskeln begannen mir zu gehorchen, 1 geftige Anſtrengung und „Horch.. unterbrach Port, dgar? Ich glaubte, einen Hilferuf zu vernehmen? uẽnd damit ſtellte ſich das gänzliche Erwachen ein. Ich machte eine ihn Miß Deborah,„haft Du nichts ge⸗ „Irgend ein Schooner bielleicht“ erwiderte Pinfonnet Aber, indem ſie ihren Blick auf dem Meer umherſchweifen liel,, erkannte Deborah plötzlich in der Richtung der Schaluppe Trümmer, die unförmlichen Ueberreſte des durch die Exploſion zerſtörten Schiffes. „Aber ſieh doch, Edgar,“ ſagte ſie nach einigen Augenblicken ſcharfen Hinlugens.„Siehſt Du nicht einen Mann, der ſich an dieſem in den Fluthen treibenden Gegenſtand angeklammert hält? Ein Schiffbrüchiger von der„Laconia“ zweifellos. Vielleicht mein Vater!“ Und ein Schein der Hoffnung blitzte in ihren Augen auf, die begierig auf den Fluthen forſchten. Ein Balken, wild von den Wogen hin⸗ und hergeſchaukelt, kam zum Vorſchein und berſchwand wieder, aber er war immer deutlicher zu unterſcheiden, und ſchon ruderte Pinſonnet kräftig auf ihn los. Das waren bange Minuten der Erwartung. Mit fieberhafter Geberde bezeichnete Deborah ihrem Coufin die einzuſchlagende Richtung und, vornübergebeugt, ſchien ſie eine raſchere Abnahme der Entfernung herbeizuſehnen. Plötzlich ſtieß ſie einen Freudenſchrei aus. „Mein Vater! Das iſt mein Vater! Edgar! Schnell! Raſcher!“ Ohne ſich auch nur nach feiner Coufine umzuſehen, um ſich zu überzeugen, ob ſie nicht der Spielball einer Illufion wäre, ſtellte Pinſonnet die ſtärkſten Forderungen an ſeine Muskelkraft, die durch ſein langes Faſten nicht geſchwächt werden konnte. „Muth, mein Vater, wir find es!“ ſchrie Deborah, ſo laut ſie konnte. Das Fahrzeug flog auf dem Kamm der Wogen dahin. Nach einigen ſchier endloſen Minuten kam es an den Balken heran, und Pinſonnet ließ die Ruder ſinken. Sich über Bord neigend, erfaßte er mit einem kräftigen Ruck einen triefenden und beinahe lebloſen Körper, der im Boote zuſammenſank. Mr. Tockſon, denn er war es wirklich, kam bald unter den Küſſen ſeiner Tochter und der kräftigen Maſſage ſeines Neffen zum Betwußtſein. Man kann ſich lebhaft ſeine Bewegung vorſtellen. Seine Freude wich aber bald einem wahrhaften Entſetzen, bervor⸗ gerüfen durch die Gegenwart Pinſonnets. Er berlangte vor Alemnmn Aufklärung, und ſein Präparator, ganz verlegen, mußte ihm en vollſtändiges Geſtänderiß ablegen. 5 Als Tockſon unter Anderm auch erfuhr, daß Pinſonnet Jeremiag ertränkt hatte, der kein anderer als der erwachte und ſeinem Sargs entſchlüpfte Conkryana war, fühlte er ſich wie vernichtet Dden; Tod ſeines Fakirs erſchwerte ihm die Ausführung ſeines Planes. Zweifellos kannte Conkryana allein die Mittel, den kataleptiſchen Schlaf hervorzubringen, den Scheintod, den zu erzeugen Mr. Tockſon aller Wiſſenſchaft zum Trotz nie gelingen wollte. Aber ſo ſehr es den jähzornigen Gelehrten auch drängte, ſeinen Neffen für ſeinen Ungehorſam weidlich auszuſchelten, ſo begriff er dennoch, daß hierzu der Augenblick, in dem Pinſonnet ſein und ſeiner Tochter Leben gerettet hatte, ſchlecht gewählt ſein würde, und er brachte die Kraft auf, ſeinen Unmuth zu unterdrücken. Trotzdem blieb ein auch für Pinſonnet dunkler Punkt noch zm erörtern übrig. Wie war Conkryana allein in Chicago erwacht, ohmm den Beiſtand der Riten und der von den Nirwaniſten angewendeten unbekannten Kräfte? Das war es, was Doktor Tockſon nicht ven ſtehe konnte. Es war das ein Räthſel, deſſen Schlüfſel der Farir miß ſich in die kalte Tieſe des Ozeaus hinübergenommen hatte Man ſieht, in dem Maße, als Mr. Tockſon allmählig ſein Bes wußtſein erlangte, bemächtigte ſich die fixe Idee, die für einen Augenblick, durch die unglaublichen Ereigniſſe in den Hintergruntn gedrängt und deren Opfer er beinahe geworden war, wieder ſeinen hartnäcktgen Gehirns. Im Augenblicke der Kataſtrophe auf der„Lacoria“' durch daß Getöſe der Explofion, die das herrliche Schiff in Trümmer riß, gen weckt, hatte er kaum Zeit gefunden, in aller Eile einige Kleidungss ſtücke überzuwerfen. 15 Ohne es ſelbſt zu wollen, von der raſenden Menge auf das Den getragen unter die ſich wie närriſch geberdenden Pafſagiere, bemernl er plötzlich zu feinam Schrocken, daß ſich ſeine Tochter wuulft au ſeinen irgend welche Verpflichtungen eingehen müßte. Er werde ſich Fragen zum Ausdruck bringen wird. 9 Waurmkrankheit noch immer zahlreiche Kranke. Auf der geche erhaltungstrieb, ſich an einen Balken zu klammern, der gerade Bergleiche zu dem unerſetzlichen Verluft des Conkryana. Es blieb ſo viel Kummer bereitete. das Mittel bietet der ſo beliebte Kinematograph. In Paris trifft man die nöthigen Vorbereitungen, um in der Ausſtellung in St. Louis zwanzig der beſten Maler Fränkreichs vorzuführen, wie 2. Selte. General⸗ Anzeiger Mannheim, 2. Juni. mich die franzöſiſche Regierung ermächtigte.— Man hat alſo immertzin damit zu rechnen, daß die marokkaniſche Frage in ihrem vollen Umfang wieder aufgerollt wird. Rooſevelt als Präſidentſchaftskandidat. Als Kandidaten für die nächſtjährige Präſidenten⸗ wahl in den Vereinigten Staaten in Nordamerika werden neben dem jetzigen Oberhaupte der Waſhingtoner Regie⸗ rung, neben Theodor Rooſevelt, der Ex⸗Präſident Cleve⸗ land und zwei Führer der demokratiſchen Partei, der Senator Gorman und Mr. William Jennings Bryan genannt. Auch ein bisher politiſch nicht hervorgetretener Bewerber, der Zeitungs⸗ beſitzer und Millionär W. R. Hearſt, ſoll bei der Bewerbung um den Präſidentenſitz ſich der Unterſtützung eines Theiles der demokratiſchen Partei erfreuen. Wenn nun auch Bryan und Hearſt an Energie und Geſchicklichkeit der Wahlmache nichts ver⸗ miſſen laſſen, ſo lehrt doch ſchon das Vorhandenſein mehrerer Kandidaten, daß eine einheitliche Stimmung und Führung der demokratiſchen Partei im nächſten Jahre ebenſo wenig vor⸗ herrſchen dürfte, als bei den letzten Wahlen. Jedenfalls hat im Gegenſatze zu den beiden genannten Kandidaten, von denen Bryan erklärt, daß neben ihm ein anderer Bewerber unmöglich ſei, und Hearſt ſich als der„Mann voll Muth und Energie“ preiſen läßt, der Senator Gorman ſich in einer Weiſe über das Ergebniß der nächſtjährigen Wahlen geäußert, die erkennen läßt, daß er ſeiner Sache keineswegs ſicher iſt. Mit Rückſicht auf den fernen Termin der Wahlen, bemerkte er einem Vertreter der Lonvoner Preſſe, laſſe ſich, auch wenn folgenſchwere Ereigniſſe auf politiſchem oder wirthſchaftlichem Gebiete nicht einträten, weder über das Programm der Wahlen, noch über ihren Ver⸗ lauf irgend ein ernſthafter Anhalt gewinnen. Ganz anders iſt dagegen die Art, wie der gegenwärtige Präſtdent ſeine Sache führt. Die von einer ungewöhnlichen ſtaatsmänniſchen Be⸗ gabung und kraftvollen Energie zeugenden Kundgebungen, die Rooſevelt auf ſeinen weiten und zahlreichen Reiſen durch die Unionsſtaaten an die Wähler gerichtet hat, ſowie die ſeinen poli⸗ tiſchen Gegnern und ſtarken wirthſchaftlichen Gruppen oft unbe⸗ quemen Maßnahmen der inneren Politik machen es zur Gewiß⸗ helt daß Präſident Rooſevelt keinerlei Rückſichten auf irgend welche Parteibeſtrebungen kennt und lediglich die Ehre und Größe ſeines Landes im Auge hat. Erſt kürzlich hat er den republikani⸗ ſchen Wählern des Staates Ohio, die ihr Eintreten für Rooſe⸗ velt an dem nächſten Wahltermine von der Zuſage gewiſſer Gegenleiſtungen abhängig machen wollen, rund heraus erklärt, er würde auf eine Wiederwahl verzichten, wenn er dieſerhalb niemals herbeilaſſen, die Rolle einer Puppe in den Händen ge⸗ wiſſer Kreiſe zu ſpielen, ſondern werde den Standpunkt Dexer vertreten, die mit ihm an dem Gedeihen und Anſehen der Repu⸗ blik arbeiten wollten. Ein Präſidentſchaftskandidat, der ſo wenig auf die Sonderwünſche ſeiner Wähler Rückſicht nimmt, daß er nicht nur formelle Verſprechungen vermeidet, ſondern ſo⸗ gar ein derartiges Anſinnen mit ſcharfen Worten charakteriſirt, hat keinerlei Rivalität zu fürchten, und es iſt daher, wenn die innere und äußere Lage der Vereinigten Staaten im Großen und Ganzen unverändert bleibt, ſo gut wie gewiß, daß das amerika⸗ niſche Volk durch Wiederwahl des Präſidenten Rooſepelt im nächſten Jahre ſeine Zufriedenheit mit der bisherigen Leitung der Geſchäfte und mit der Vertretung der Union in internationalen DHeutsches Reich. *Berlin, 1. Juni.(VDer Kaiſerin von Japaunj iſt, wie der Reichsanzeiger“ meldet, der Luiſenorden erſter Abtheilung mit der Jahreszahl 1813/14 und der Prinzeſſin Komatſu von Japan die Rothe Kreuz⸗Medaille erſter Klaſſe verliehen worden. —(Wurmkrankheit.) Wie aus Eſſen berichtet wird, ergab die Unterſuchung der Belegſchaft der Ruhrzechen auf Dannenbaum wurden etwa 70 Mann als wurmkrank befunden. —(Polniſche Verſammlungen.) Das Oberver⸗ waltungsgericht hat abermals entſchieden, daß die Polizei nicht berechtigt iſt, polniſche Verſammlungen wegen Gebrauchs der polniſchen Sprache aufzulöſen. — Das Polizeipräſidium) ſetzt eine Belohn⸗ ung von 1000 Mark auf die Ergreifung des Mörders der drei⸗ zehnjährigen Schülerin Lina Hoffmann aus, die ſeit dem 23. Mai vermißt und am 30. Mai bei Haſelhorſt aus dem Spree⸗ kanal als Leiche geländet wurde. Die Leiche iſt vielfach verſtüm⸗ melt. Das rechte Bein fehlt. Es liegt ein Luſtmord vor. Izehoe, 1. Juni.(Prinz Julius von Schles⸗ wig⸗Holſtein⸗Glücksſtadt), Bruder des däniſchen Königs, iſt heute Abend 61½ Uhr geſt or ben Er hatte ſie beharlich geſucht und gerufen, indem er nach allen Richtungen auf den Reſten des Schiffes, die raſch in die Fluthen verſanken, umherrannte. Plötzlich war er unter Waſſer; als er wieder auftauchte, veranlaßte ihn in ſeiner Verzrveiflung der Selbſt⸗ dahertrieb. Das hatte ſich Alles in ſolcher Geſchwindigkeit abgeſpielt, daß er, als er gerettet war und ſeine Tochter wiederfand, ſich kaum mehr des entſetzlichen Schauſpiels zu erinnern vermochte. Nur ein einziger Gedanke beherrſchte ihn: das waghalſige Unternehmen wieder aufzunehmen und bis ans Ende durchzuführen. Obgleich der Fakir wohl verloren war, ſo hatte ſich doch die Lacktruhe wieder vorgefunden, ein ſchwacher Troſt, und nichts im alſo nur noch der Papyrus, deſſen unvollſtändige Ueberſetzung ihm (Fortſetzung folgt.) Buntes Feuilleton — Maler, die ſich ſelber ausſtellen. Den franzöſiſchen Malern ſcheint es nicht mehr zu genügen, daß ſie ihre Bilder dem Publikum vorführen; ſie laſſen ſich auch ſelber zeigen, wie ſie ſie gemalt haben. Die merkwürdige Idee ſtammt freilich von den Amerikanern, und ſie in ihren Ateliers arbeiten. Carolus Duran wird man im Kine⸗ matographen an einer großen Familiengruppe arbeiten ſehen; Jean Beraud und Dagnan⸗Vouheret werden mit religiöſen Bildern be⸗ ſchäftigt ſein. Detaille wird an einem großen militäriſchen Bilde malen. Der Kinematograph wird ſogar ſchon Raffaéli mit ſeinen neuen Farbſtiften malend zeigen. Camelli Hippolhte Dolph und Ridgwah Knight malen ſtets im Freien und ſo werben ſie alſo auch auf der Ausſtellung gezeigt werden. Chartran und Antonio de la Gondara erſcheinen in ihrer gewöhnlichen Rolle als Maler hübſcher * Braunſchweig, 1. Juni.(Juriſtentag.) Die hier tagende ſtändige Deputation des deutſchen Juriſtentages hat be⸗ ſchloſſen, den nächſten Juriſtentag im September 1904 in Inns⸗ bruck ſtattfinden zu laſſen. Ausland. *Oeſterreich⸗Ungarn.(Der Kaiſer) verlieh dem Prin⸗ zen Heinrich der Niederlande das Großkreuz des Stephansordens. Um 8½ Uhr früh reiſte der Prinz nach Rakek bei Adelsberg ab. — Deritalieniſche Botſchafter Graf Nigra) will von ſeinem Wiener Poſten zurücktreten. Die Urſache iſt vielleicht zu ſuchen in antiöſterreichiſchen Kundgebungen, die in Italien faſt an allen Univerſitäten und gegenüber allen öſter⸗ reichiſchen Konſulaten ſtattfanden. Man iſt darüber in Wien ſehr verſtimmt. * Frankreich.(ueber Unruhen in Indochina) wird aus Saigon, 1. Juni gemeldet: Der Generalgouverneur von Franzöſiſch⸗Indochina, Beau, deſſen Ankunft man hier erwartet, wird durch ernſte Nachrichten aus Hünnan und Tonkin zurückgehalten. Die Aufſtändiſchen haben die Herrſchaft in dem Gebiete zwiſchen der Grenze von Pünnan und Tonkin. In Minnanfu und Mongtſe ſind 200 Franzoſen einge⸗ ſchloſſen. Die Arbeiten an der Eiſenbahn ſind unter⸗ brochen. * Spanien.(Das deutſche Geſchwadei) iſt, wie aus Vigo vom 31. v. M. gemeldet wird, nach Kiel abgegangen. Vorher fand bei Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen ein Frühſtück ſtatt, zu dem die Behörden eingelaben waren. Zur Wahlbewegung. * Stuttgart, 31. Mai. Das Centrum ſtellt im 14. württembergiſchen Wahlkreis(Ulm) den Landgerichtsrath Mezler auf. * Kiel, 31. Maf. Die Bündler ſtellten im Wahlkreiſe Tondern⸗Huſum den Hofbeſitzer Wommelsdorff⸗ Freienberg gegen den bisherigen nationalliberalen Vertreter Hof⸗ beſitzer Tönnies auf. Aus Stadt und Tand. * Maunheim, 2. Juni 1908. VII. Badiſches Sängerbundesfeſt in Mannheim. Herrliche Feſttage liegen hinter uns!„Wo man ſingt, da laß dich nieder, böſe Menſchen haben kein Lieder!“ ſagt mit Recht der Dichter. Wie viel und wie ſchön wurde in den berfloſſenen Tagen bei uns geſungen. Anfangs ſchien dem 7. badiſchen Sängerfeſt/ kein günſtiger Stern zu leuchten. Erſt mußte es wegen der Nichtfertig⸗ ſtellung der Feſthalle verſchoben werden und als es dann definitib angeſetzt werden konnte, hatten viele badiſche Sänger die Luſt und Freude an dem ganzen Feſt verloren und unterließen die Anmeldung zur Theilnahme. Leider waren es gerade die angeſehenſten badi⸗ ſchen Vereine, die dem Feſte aus irgend einem Grunde, den bwir hier nicht nähe erörtern wollen, fernblieben. Anfangs verſtimmte dieſe ablehnende Haltung dieſer Vereine; ſie ſchien auf den Verlauf des Heſtes drückond und lähmend einwirken zu wollen. Aber Dank der Ane bimüdlichen Thatkraft, der raſtlofen Energie der Feſtarrangeure, vor Allem des Präſidenten des Feſtausſchuſſes, Herrn Direktor Heinrich Irſchlinger und des Schriftführers, Herrn Haupt⸗ lehrers Hechler, gelang es, dieſe auf dem Feſt lagernde Schatien zu vertreiben und der ganzen Veranſtaltung in allen ihren Theilen ein glänzendes Gelingen, einen würdigen impoſanten Ver⸗ lauf zu ſichern. Und fehlten die großen badiſchen Vereine, ſo ſangen die kleineren Vereine deſto ſchöner. Es wurden von ihnen theilweiſe gang hervorragende Leiſtungen geboten, die bekundeten, welch günſtigen Einfluß auf das künſtleriſche Können eines Geſangvereins ein durch einen Wettſtreit bedingtes intenſives ſorgfältiges Studium ausübt.„Es wird ganz vorzüglich geſungen im badiſchen Lande“, hörten wir einen fremden neben uns ſtehenden Herrn, dem Dialekte nach ein Württemberger, begeiſtert ausrufen. Und er hatte Recht. Dieſe hohe Ausbildung im deutſchen Männergeſang, dieſe potenzirte Pflege des deutſchen Liedes hat Baden wohl mit in erſter Linie ſeinen ſeit Jahrzehnten ſtattfindenden Wettſtreiten zu verdanken. Dieſe Wettſtreite werden ſonſt vielfach abfällig beurtheilt und angefeindet. Die Gegner verweiſen auf die vielerlei Mißſtimmung, die derartige Weltſtreite im Gefolge zu haben pflegen. Dies iſt richtig! Aber Frauen. Die Beſchauer ſollen ſo mit Hilfe des Kinematographen eine gute Idee bekommen, wie ſich die Pariſer Maler beim Malen anſtellen. Was ſie davon haben, iſt freilich nicht ſo leicht einzu⸗ ſehen. — Ein Denkmal für Tauben. In Paris beſteht die Abſicht, ein„Denkmal für die Tauben der Belagerung“ zu errichten, das die Dankbarkeit der Pariſer für die geflügelten Boten während der Tage der Belagerung bezeugen ſoll. Der Bildhauer Frémiet, der bekannte Thierdarſteller, hat einen Entwurf dieſes Denkmals fertig⸗ geſtellt. Das Denkmal ſetzt ſich zuſammen aus einer Säule und einem mit Lorbeeren bekränzten Wappenſchild darüber, das die Stadt Paris ſymbolſirt; um die Säule ſind Motive angebracht, die das Leben der Brieftaube darſtellen. Links befindet ſich ein Neſt, in dem zwei Junge bon den Alten gepflegt werden; am oberen Ende nimmt eine Taube, die eine Depeſche trägt, ihren Flug; rechts ſtirbt eine andere, die von der feindlichen Kugel getroffen iſt, unter zer⸗ brochenen Flintenkolben und Granatſtücken. Auf der Säule iſt nur das Datum„1870“ angebracht. Das Komitee hofft für das Denkmal einen Platz im Park Monceau zu erhalten. — Aus dem römiſchen London. Aus London wird berichtet: Eine intereſſante archöologiſche Entdeckung haben die Arbeiter gemacht, die zur Zeit das alte Gefängniß in Newgats abreißen. Ein Theil einer alten römiſchen Stadtmauer, die London umgab, wurde zu Tage gefördert, als man unter dem Friedhof der zum Tode Verurtheilten den Boden umgrub. Man wußte, daß ſich dieſe Mauer unter dem Gefängniß befand, und der Vertrag, der mit den Unternehmern geſchloſſen wurde enthielt eine beſondere Klauſel in Bezug auf die Erhaltung dieſer Spuren aus fernen Zeiten. Die Mauer, von der ein Theil leicht geprüft werden kann, beſtand aus Reſelartigem Sandſtein, Kieſel und Kalk; in beſtimmten Zioiſchen⸗ räumen waren umgebogene Ziegel auf den Rändern angeordnet. Die Unter der St. Aegidiuskirche gefundene Baſtion, das Bruchſtück in der London Wall⸗Street und der zu Tage geförderte Theil in der George⸗ Street ſind die einzigen wichtigen Spuren, die noch von dem römiſchen Bau beſtehen. Die Mauer wurde von dem Kaiſer Konſtantin ungefähr 805 Jahre n. Chr. errichtet, um die Stadt gegen die Einfälle der welch herrliche Lichtſeiten dieſen Schattenſeiten gegenüberſtehen, hat der Verlauf des 7. badiſchen Sängerbundesfeſtes bewieſen. Es iſt deshalb nur zu wünſchen, daß die Wettſtreite, dieſe gegen⸗ ſeitige Aneiferung zu friedlichem Ringen nach einer immer höherern Vervollkommnung des deutſchen Männergeſangs auch in Zukunft beſtehen bleiben. Jeder Freund des deutſchen Liedes in Baden, wohne er nun in Karlsruhe oder in Mannheim oder anderswo, ſollte ſich beſtreben, die mancherlei Verſtimmungen und Mißberſtändniſſe, die in den letzten Jahren entſtanden ſein mögen, aus dem Wege zu räumen, um wieder freie Bahn zu ſchaffen zur freundſchaftlicher Annäherung, zur Wiederbefeſtigung des etwas ge⸗ lockerten Bandes, das alle badiſchen Geſangvereine ſonſt in gegen⸗ ſeitiger ſangesfroher Hochachtung umſchloß. Nicht einſtimmen können wir in den hier und da laut gewordenen Ruf, daß nach dem Fern⸗ bleiben der größeren Vereine, namentlich der Karlsruher, von dem Wettſtreit in Zukunft die Mannheimer Vereine Gleiches mit Gleichem vergelten ſollen. Wir meinen, daß dies nicht der richtige Weg iſt, um den Badiſchen Sängerbund, der auf eine ſo ruhmvolle Vergangen⸗ heit zurückblicken kann einer ebenſo ſchönen und glänzenden Zu⸗ kunft entgegenzuführen, einer Zukunft, die es ihm ermöglicht, den bisher auf dem Gebiete der Pflege des edlen deutſchen Männer⸗ geſangs errungenen Lorbeeren neue ehrende Erfolge hinzuzufügen. Der Zorn war und iſt in allen Lebenslagen ſtets ein ſchlechter Be⸗ rather. Das gilt auch hier. Mögen die Mannheimer Sänger in der freudigen Genugthuung über das ſo glänzend verlaufene Sänger⸗ feſt das Vergangene aus dem Gedächtniß löſchen und heute ſchon gekoben, bei dem nächſten badiſchen Sängerbundesfeſte, ſei es wo es wolle, vollzählig zur Stelle zu ſein, um ſich an dem Wettſtreite zu betheiligen. Möchten unſere mahnenden Worte auf guten Boden fallen und möchten ſte endlich verſtummen die Worte, welche in dem frucht⸗ und zielloſen Satze gipfeln:„Das nächſte Mal machen wir es geradeſo!“ Nein, das nächſte Mal ſollen es die Maunheimer Sänger gerade anders machen, ſie ſollen mit gutem Beiſpiel vor⸗ angehen, auf die vorhandenen Verſtimmungen nicht neue häufen, ſondern die Bahn frei machen für eine neue ſchöne Zukunft des Badiſchen Sängerbundes. Ein herrliches Pfingſtwetter begünſtigte das in allen ſeinen Theilen vorzüglich vorbereitete Feſt, Golden ſtrahlte die Sonne vom blauen Himmel, ſodaß unſere herr⸗ lichen Anlagen ihre ganze Schönheit und ihre volle Pracht entfalten konnten. Sie wurden viel bewundert von den Gäſten, die zu Tauſenden in unſere Stadt ſtrömten. Der Feſtſchmuck der Stadt konnte ſich infolgedeſſen auf die Aufſtellung von Flaggenmaſten, die theilveiſe mit Guirlanden geziert waren, beſchränken. Auf dem Kaiſerring wurden die Flaggenſtangen noch durch Flaggenguirlanden berbunden, jedoch hätte man beſſer gethan, dieſe Guirlanden wegzu⸗ laſſen, denn ſie ſahen ziemlich unſauber aus und machten einen unſchönen Eindruck. Bedauerlich iſt es, daß infolge den ablehnenden Haltung der Stadtverwaltung die Errichtung eines Triumphbogens auf dem Bahnhofe unterbleiben mußte. Wir glauben, daß die reiche Stadt Mannheim hier an dem unrechten Platze geſpart hat. Auch die Beleuchtung des Waſſerthurmplatzes am Samſtag Abend hätte etwas pompöſer und vielgeſtaltiger ſein dürfen. Sie machte einen ziemlich ärmlichen Eindruck und ſtand in ſtarkem Gegenſatz zu der ſonſtigen ſplendiden Haltung der Stadtverwaltung gegenüber den bon auswärts kommenden Gäſten. Ein paar Tauſend Mark mehr für das badiſche Sängerbundesfeſt und ein paar Tauſend Marr weniger für den im Herbſt ſtattfindenden Binnenſchifffahrtskor greß, für den ein ſtädtiſcher Zuſchuß von 21000 Mark bewilligt iſt, ars ein Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit geweſen, der unſerer Stadt viele Sympathien erworben und die einheimiſchen Sänger, die doch den Kern der ſteuerzahlenden Bürgerſchaft bilden, hätte es von Herzen gefreut, ihre auswärtigen Sangesfreunde ſo geehrt zu ſehen. Die Ankuuft der auswürtigen Sänger erfolgte zum Theil am Samſtag Nachmittag, zum Theil am Sonn⸗ tag früh. Sie wurden am Bahnhof von den Herren des Empfangs⸗ ausſchuſſes begrüßt und dann in ihre Quartiere geleitet. Am Samſtag fand bereits von Nachmittags 5 Uhr ab dle Prüfung der wettſingenden Vereine im Verſammlungsſaale des Roſengartens ſtatt. Abends bon 8 Uhr ab trafen die auswärtigen und hieſigen Sänger ſich in dem großen Saalbauſgale zu einem Begrüßungsabend. Der Saal war unter der Leitung des Herrn Architekten Fritz Skeiner mit Fahnen, Flaggen, Wimpeln und Guirlanden reich und geſchmackvoll dekorirt worden. Vom Hintergrunde des Podiums erhob ſich aus einem Haine von Blattpflanzen und ſonſtigen exot iſchen * Pikten und Scoten zu ſchützen. Zu jener Zeit befand ſich im Norden der Stadt ein großer Wald voller Wildſchweine. Später, um das Jahr 370, wurde die Mauer von Theodoſius, dem General des Kaiſers Valentinian, ausgebeſſert. Während der römiſchen Okkupation war London kaum größer als Hyde Park. Das Niveau des Bodens war um 18 Fuß tiefer als das jetzige Niveau von Choapſide. Die Ent⸗ fernung zwiſchen dem Wall im Norden und der Themſe im Süden betrug eine halbe Meile, und zwiſchen dem im Oſten gelegenen Thurm und Ludgata im Weſten betrug ſie etwa eine Meile. — Das Ende des Streites um die„Tiara des Saitaphernes“. Nachdem es klar bewieſen iſt, daß die berühmte„Tiara des Sai⸗ kaphernes“ das Werk des Ciſeleurs Ruchomowski aus Odeſſa iſt, ſpricht man, wie der„Gaulois“ ſchreibt, von einer gerichtlichen Unterſuchung, die gegen die Urheber dieſes Aufſehen er⸗ regenden künſtleriſchen Betruges eröffnet werden ſoll. Sie ſind allerdings nicht Franzoſen und wohnen nicht in Frankreich. Unter dieſen Bedingungen könnte eine gerichtliche Unterſuchung nur eine Befriedigung der öffentlichen Meinung ſein, die über die Leichtfer⸗ tigkeit beunruhigt iſt, die gewiſſe Beamte in dieſer Betrugsaffäre an den Tag gelegt haben. In wenigen Tagen wird der Mann mit der Tiara die Probe beendet haben, der Clermont⸗Ganneau ihn Unterworfen hat. Die von Ruchomowski reproduzirte Szene iſt die auf der Tiara, die Achilles darſtellt, wie er die Götter anruft. Cler⸗ mont⸗Ganneau hat ſich überzeugen können, daß der ruſſiſche Eiſeleur alle Einzelheiten dieſes Motives mit erſtaunlicher Treue reproduzirt hat. Ein Zweifel iſt nicht mehr möglich, Ruchomowski iſt der Ur⸗ heber der angeblichen Kopfbedeckung des berühmten ſoithiſchen Königs. Der Bericht Clermont⸗Ganneaus wird dem Miniſter des. öffentlichen Unterrichts in etwa vierzehn Tagen mitgetheilt werden. Dieſer Bericht wird etwa 150 Seiten enthalten und im Druck er⸗ ſcheinen. Ruchomowski wird Paris am nächſten Mittwoch verlaſſen; er hat im„Salon des artiſtes francais“ für die bon ihm ausgeſtellten Werke eine Medaille 3. Klaſſe erhalten. — Eine Bimsſtein⸗See. Von einer merkwürdigen Naturer⸗ ſcheinung wird aus Melbourne berichtet: Die franzöſiſche Barke„Vin⸗ cennes“ kam etwa 18 Meilen ſüdlich von der Pylſtarri⸗Inſel, ſüdlich N AFS Diens 142 er Exgebniß einer unterfeeiſchen Sthrung itz. Wtannheim, 2. Junt (Generäl⸗Anzeiner. 3. Selte⸗ e Gewächſen die Büſte des Großherzogs. Der Präſident des Feſt⸗ ausſchuſſes, Herr Irſchlinger, begrüßte in herzlichen Worten die Gäſte, dabei ſeinem Bedauern Ausdruck gebend über das Fern⸗ bleiben vieler größerer Vereine. Das Programm des Abends ſetzte ſich zuſammen aus Choxrliedern der Geſangvereine Bavaria, Sänger⸗ halle und Flora von Mannheim, ſowie aus Soli der Herren Fritz Steiner von der Liedertafel, Menz von der Sängerhalle und Walther von der Bavaria. Die Chöre ſowohl wie die Solis wurden vortrefflich durchgeführt und fanden lebhaften Beifall. Gegen Mitternacht fand das Feſt ſeinen Abſchluß. Am Sonntag früh von ½8 Uhr wurde das Probeſingen der wettſingenden Vereine im Verſammlungsſaal des Roſengarrens fortgeſetzt. Eröffnungsfeier. ZBaum:m edlen Wettſtreit fanden ſich die Sänger, die aus allen Gauen des Badener Landes nach unſerem ſangesfrohen Mann⸗ heim zuſammengeſtrömt waren, erſtmalig Vormittags 11 Uhr im Nibelungenſgal des Roſengartens ein. Ein reges Leben pulſtrte ſchon lange vor Beginn der Feſtweihe in den Räumen des Roſen⸗ gartens; die Wandelhalle war erfüllt von einer ſchwarzen Fluth von Zuhörern und Sängern, die allmählich den Nibelungenſaal und deſſen Empore und Galerien anfüllten. Beſonders ſtark be⸗ ſucht war die Empore und auch der Säulengang des Saales bot faſt kein freies Plätzchen mehr; nur die Parkettreihen zeigten er⸗ hebliche Lücken. Allein man befand ſich in echt feſttäglicher Stim⸗ mung: Pfingſten und Sängerbundesfeſt übten in ſolcher Ver⸗ einigung unüberwindlichen Reiz aus, noch erhöht durch das wahr⸗ haft prächtige Frühlingswetter. Mit großer Spannung und hohen Erwartungen ſah man dend Beginn des Sängerbundesfeſtes entgegen, das ſeine Weihe in ſo ſchöner Weiſe erhielt. Der von unſerem bekannten und um das Gelingen des Feſtes ſo wohl⸗ verdienten Hofkapellmeiſter Langer komponirte Begrüßungs⸗ wahlſpruch, geſungen von den Mannheimer Bundesvereinen, er⸗ öffnete das erſte Wettgeſangskonzert. In glänzender, wohl⸗ durchdachter und geiſtreicher Rede begrüßte Herr Oberbürger⸗ meiſter Beck Namens der Stadt Mannheim die Feſtgäſte. Er erinnerte daran, daß ſeit 22 Jahren kein Sängerbundesfeſt mehr in Mannheim abgehalten wurde, da es an einem des Feſtes wür⸗ digen Unterkommen gebrach. Heute aber ſei ein Bauwerk geſchaf⸗ fen, das werth und würdig iſt, die herrlichſte unter den herrlichen Schweſtern, die Königin Muſik zu beherbergen. Die Muſtk, welche uns abkehrt vom politiſchen und konfeſſionellen Hader, welche uns abkehrt vom Daſeinskampf und uns emporhebt wie von Geiſterhand, in ideale Sphären. Gern habe darum Mannheim den Sängern ſeine gaſtfreundlichen Pforten geöffnet und ſo hoffe er auch, daß die Sänger unſere ſangesfreundliche Feſtſtadt in recht angenehmer Erinnerung behalten und ſie gern und bald wieder beſuchten möchten. Die Begrüßungsrede des Herrn Oberbürgermeiſters Otto Beck hatte folgenden Wortlaut: Einen herzlichen Willkommgruß zu enkbieten Ihnen Allen, die ſie aus Badens geſegneten Gauen, aus Stadt und Land, aus Nahe und Ferne hierher zuſammengeſtrömt ſind, war uns— der ſo ſangesfrohen Stadt Mannheim— ſeit 22 Jahren nicht mehr vergönnt— nicht ohne unſere Schuld, da wir der Feſträume zur würdigen Aufnahme der im Laufe der Jahre ſo mächtig an⸗ eſchwollenen Sängerſchaaren bis vor Kurzem entbehren mußten. nd ſofort ſei es auch hier ausgeſprochen, daß der dringende Wunſch, auch hier nach langer, langer Zeit einmal wieder ein Sängerbundesfeſt abhalten zu können, in unſeren heimiſchen Sängerchören das Begehren der Erſtellung einer feſtlichen Halle nicht mehr zur Ruhe kommen ließ und ſtürmiſch und hartnäckig wie das ewig mahnende Gewiſſen— ob gelegen oder ungelegen an der Pforte der ſtädtiſchen Behörde pochte. Wenn wir des⸗ halb Sie heute in den Feſträumen unſeres Roſengartens als unſere lieben Gäſte aufrichtigen Herzens begrüßen, ſo dürfen Sie dieſe Säle mit dem Bewußtſein füllen, auch ihr gutes Theil zur Schaffung dieſes Bauwerkes beigetragen zu haben. Die Weihe dieſes Hauſes wurde vor wenigen Wochen voll⸗ zogen durch der Töne Allgewalt, durch die edelſte der Künſte, die ſchon der Dichter preißt mit den begeiſterten Worten: „Sei mir gegrüßt, o Königin mit dem lieblich tönenden Munde, Sei mir gegrüßt, Herrlichſte unter den herrlichen Schweſtern! Würdig den beiden hintereinander folgenden, umfaſſenden, künſtleriſchen Veranſtaltungen ſchließt ſich das herrliche Bundes⸗ feſt als das Feſt der Lieder und Geſänge an, das weite Kreiſe unſerer badiſchen Heimath zu muſtergiltigen Leiſtungen der volks⸗ thümlichen Kunſt— zu den Wunderklängen des edlen Männer⸗ geſanges— in die Schranken ruft! 22 Jahre! Welch' gewaltige Umwälzungen haben ſich in⸗ zwiſchen— wie im Menſchenleben— ſo im Leben unſeres engeren und weiteren Vaterlandes vollzogen! Damals konnte es faſt ſcheinen, als ob das deutſche Lied ſeine wichtigſte Miſſion, die Liebe zum Vaterlande zu wecken, erfüllt habe. Sahen wir doch Alldeutſchland, das vordem nur im Liede, in Träumen und Sehnen des Volkes, als unſer gemeinſames Vaterland gelebt hatte, aus tiefer Erniedrigung, aus mattherziger Beklommen⸗ heit, aus gewitterſchwüler Kirchhofsruhe ſich aufraffen, ſahen dies zum geographiſchen Begriffe herabgeſunkene, lockere Neben⸗ einander centrifugaler Staatsgebilde nach ſtegreichem Feldzuge triumphiren und ſelbſtbewußt ſeinen wohlverdienten Rang unter den europäiſchen Staaten einnehmen u. was noch wichtiger—ſeit⸗ dem nach Außen feſt und mit ſicherer Ruhe behaupten. Und heute, da uns Aelteren noch die Siegesfanfaren in den Ohren klingen, da wir noch aus der Ferne die verhallenden Klänge von begeiſter⸗ tem Jubel ſchwächer und ſchwächer durch die Lüfte zu vernehmen wähnen— und heute erfüllt nur das Schlachtgeſchrei erbittert kämpfender Fraktionen in unſerer Aera der Epigonen alle öffent⸗ lichen Verſammlungen. Wäre es wahr, weſſen von hüben und drüben übereifrige Parteigänger aus taktiſchen Gründen oder in überſchäumender Leidenſchaft die Gegner bezichtigen, ſo wäre das Leichentuch ſchon gewoben für das kaum vor einem Menſchen⸗ alter erſtandene Reich. Inmitten dieſes Mißmuthes über das Beſtehende, inmitten dieſer greiſenhaft peſſimiſtiſchen, nörgelnden Weltanſchauung iſt eine neue Aufgabe dem deutſchen Liede erwachſen— die Aufgabe, die Freude an idealen Gütern, an deutſchem Weſen und Volks⸗ thum, den Stolz auf unſere nationalen Großthaten, unſere Liebe zu Kaiſer und Reich ſich nicht vergällen zu laſſen. Im deutſchen Liede ſollen wiederum die Thaten des deutſchen Heroen⸗Zeitalters von der Tongagruppe, durch eine See von Bimsſtein, die ſechs engl. Meilen breit war und ſo lang, wie das Auge reichte. Die Tiefe der Steine unter Waſſer betrug etwa drei Fuß, und die ganze ſchwim⸗ mende Maſſe war durchweg von gleichmäßiger Dicke. Die Steine unterſchieden ſich in der Größe ſehr; einige waren zwei Quadratfuß groß, aber die Mehrzahl war kleiner. Die Pylſtarri⸗ Inſel iſt von vulkaniſcher Formation; es waren jedoch keine Spuren von einem Ausbruch, der vor Kurzem ſtattgefunden hätte, ſichtbar Man nimmt daher an, daß die merkwürdige Naturerſcheinung das in die Gegenwart herüberleuchten, aufs Neue erſchallen die Klänge froh geſtimmter Begeiſterung, das nationale Selbſtgefühl und Frohempfinden der blutig errungenen Einheit, der Stolz über unſere Machtſtellung in der Welt, das deutſche Lied in ſeiner wunderbaren Allgewalt, mit der es das deutſche Gemüth be⸗ herrſcht, es bedeutet das Athemholen der Volksſeele zu neuer Geſundung. Ihre Geſangvereine, es ſind inmitten der ſtürmi⸗ ſchen Brandung politiſchen und konfeſſionellen Haders Pflege⸗ ſtätten des Friedens, in denen Sinn und Herz ſich abkehrt von dem Daſeinskampfe und wie von Geiſterhand emporgehoben wird in ideale Sphären— ihre Sangesfeſte— es ſind Tage des Gottesfriedens, Tage, an denen der Parteifanatismus ſich be⸗ ſcheidet, dem Geiſte der Verſöhnung und Einmüthigkeit den Vor⸗ rang einzuräumen. 5 Möge es dem deutſchen Liede, dem deutſchen Männergeſange vergönnt ſein, ebenſo wie er in einer zurückliegenden Epoche im Zuſammenhalte mit anderen Vereinsorganiſationen den edlen Schatz des vaterländiſchen Gedankens barg, wie ein Kleinod hegte und pflegte, ſo auch jetzt wieder zu ſeinem Theile beizutragen zur Abſchwächung der Sonderintereſſen, zur Ausſöhnung der Gegen⸗ ſätze, zur Werbung des nationalen Stolzes, zur Vertiefung des daterländiſchen Gedankens. Ihrem ſchönen Feſte bringt unſere Stadt die beſten Wünſche entgegen und wir wünſchen ihm einen glänzenden Verlauf; na⸗ mentlich daß dies Geſangstournier für die Hebung und Förder⸗ ung des Männergeſanges einen neuen Sporn bilde und das die Vereine umſchlingende gemeinſame Band ſtärken und kräftigen werde. Möge aber auch neben edler Kunſtbethätigung die heitere Seite Ihres Feſtes zu ihrem Rechte kommen und mögen ein⸗ gedenk des Dichters Worte: „Es ſchwinden jedes Kummers Falten So lang des Liedes Zauber walten“, die Skunden froher Luſt u. herzlicher Geſelligkeit eine erquickende Erholung bieten von der Frohnarbeit des Erwerbslebens. Gaſt⸗ freundlich haben wir Ihnen weit die Thore unſerer Stadt ge⸗ öffnet und hoffen, daß Sie ein recht angenehmes Bild unſerer ſangesfreundlichen Feſtſtadt mit ſich nach Hauſe in Ihre Heimath nehmen, ja daß Sie unſere Stadt mit dem Vorſatze verlaſſen, ſchon nach kurzem Zeitabſtande wieder uns mit Ihrem willkom⸗ menen Beſuche zu erfreuen.(Lebhafter Beifall.) Sodann nahm der Präſident des Badiſchen Sängerbundes, Herr Sauerbeck, das Wort zu folgender Anſprache: Hochanſehnliche Feſtverſammlung! Liebe Sangesbrüder! Nach einer überlangen, höchſt unerwünſchten Pauſe iſt es uns vergönnt ge⸗ weſen, unſere Bundesangehörigen wieder einmal zum Sängerſtelldich⸗ ein zu berufen, und wir haben die Freude, ſie heute in großer Zahl hier verſammelt zu ſehen. Ihnen Allen, die Sie herbeigeſtrömt ſind an des deutſchen Rheines Strand, vom See bis zum Main— von Konſtang bis Wertheim— entbiete ich Namens der Bundesleitung ſangesbrüderlichen Willkommensgruß, Denen, die„kampfgerüſtet nahen“, zugleich mit einem herzlichen„Glück auf!“.(Bravol) Ein Blick in die Geſchichte unſeres Verbandes lehrt uns die auffallende Thatſache, daß ſeit deſſen 40jährigem Beſtehen Mannheim erſt einmal die Würde und Bürde auf ſich nahm, als Feſtſtadt den frohen Sänger⸗ ſchaaren von ganz Baden gaſtlich ihre Thoren zu öffnen. Es war dies im Jahre 1881. Obgleich unſer Feſt in Anbetracht der damit ver⸗ bundenen Veranſtaltungen ſich in althergebrachter Ordung bewegt— die Wandlung in dem Bild, das es gegen damals bietet, iſt doch eine ſehr augenſcheinliche, und zwar nach Außen wie im Innern. Die⸗ jenigen unter uns, die auf 22 Jahre bewußter Erlebniſſe zurückblicken können und dem Sangesweſen ſchon zu jener Zeit Theilnahme enk⸗ gegengebracht haben, werden mir darin gewiß beipflichten. Was zu⸗ nächſt das Aeußere betrifft, ſo ſei daran erinnert, daß damals nur in Anlehnung an die Pfalzgau⸗Ausſtellung des Vorjahres die Abhaltung des Feſtes überhaupt möglich war, denn eine verlaſſene Ausſtellungs⸗ halle bot uns Unterkunft— mehr ſchlecht als gerecht, wie uns das am Hauptfeſttage niedergehende Unwetter unzweideutig zu erkennen gab. (Heiterkeit.) Wie anders heute! Ein Feſtbau nimmt uns auf, der ſeinesgleichen nicht hat, und der— wie erſt vor wenigen Wochen der berufenſte Mund uns verſicherte— ſelhſt bei den ſchwerſten Stür⸗ men auf den verſchiedenſten Entwickelungsſtufen ſeiner Vollendung ſeine Wetterfeſtigkeit aufs Glänzendſte bewieſen hat. Wenn ich nun noch darauf hinweiſe, daß— wie gleichfalls amtlich feſtgeſtellt wurde — wir Sänger eigentlich es waren, die nach dem glänzenden Verlauf des 90er Feſtes in Karlsruhe die Frage der Erſtellung einer Feſthalle für Mannheim in Fluß brachten und hervorragend dabei mitgewirkt haben, die Stadtverwaltung„ohne ihr Zuthun, gegen ihren Wunſch und ihr Abmahnen“ zu einem ſolchen Unternehmen zu drängen— ich ſage: angeſichts eines ſolchen Erfolges dürfen wir heute voll freudigen Stolzes das Haupt erheben, denn alle die zahlreichen Verbände, die nach utts für ihre großen Veranſtaltungen hier eine ſo wunderbare Stätte finden, ſie werden uns für jenen erſten Schritt zu deren Er⸗ langung Dank wiſſen. Aber nicht nur entgegenzunehmen, nein, in weit höherem Maße noch zu ſrenden haben wir Dank: Dank dem Gemeinſinn der Mannheimer Vürgerſchaft, der ſich bei dieſer Ge⸗ legenheit wieder kundgethan, der trotz ollem Für und Wider, kaub für die Prophezeihungen der Unglücksraben wie für den Ausfluß der Scherzlaune der Spottdroſſeln den Kopf oben behielt und in opfer⸗ williger Bereitſchaft der Erricktung des ſtolzen Baues zum Gelingen verhalf. Solch herrlicher Rahmen hebt die Wirkung des Bildes, welches er umſchließt. Wer hier ſeine Gaben entfaltet, wird ſich gehoben und dankbar verpflichtet fühlen, ſich des ihn umgebenden Raumes würdig zu zeigen. In dieſem Sinne hoffen auch wir unſeren Dank abzu⸗ ſtatten, hoffen wir, daß unſer Sang ſich zu einer jener Blüthen geſtalten werde, die nach dem berechtigten Wunſche der Stadt Mann⸗ heim oft und reich ihrem„Roſengarten“ entſprießen mögen!(Bravol) Von der Wandlung im Innern unſerer Vereinigung ſeit 1881 wäre zu ſagen, daß von dem damaligen Feſte die Bewegung ausging, an Stelle von Müllheim Mannheim als Vorort des Bundes zu beſtimmen und die ohere Leitung in die Hände des ſchneidigen Vorſitzenden des Feſt⸗ ausſchuſſes, Hauſer, zu legen. Außer dieſem mußten wir inzwiſchen noch manch anderm lieben Amtsgenoſſen in's Grab ſchauen, und von den damals Gewählten ſteht nur noch unſer verehrter Schriftführer, Gottfried Krug, als wetterfeſte, knorrige Eiche(Heiterkeit) auf dem Poſten. Seit faſt 22 Jahren führt er mit ſeltenem Geſchick die Feder im Dienſte unſerer Sache, und aufrichtig und herzlich danken Badens Sänger dem wackeren Manne und wünſchen ihm und der Geſammt⸗ heit noch eine recht lange Thätigkeit ſeinerſeits.— Nicht minder herz⸗ lich und aufrichtig beglückwünſchen wir unſeren lieben Bundesſchreiber zu der Auszeichnung, die ihm von Seiten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs in Anerkennung ſeiner Verdienſte um den Bund geſtern zu Theil geworden. Bravo!) Sachlich drängt ſich uns bei einem Ver⸗ gleich der Darbietungen von ſonſt und jetzt die Wahrnehmung auf, wie ganz bedeutend ſich die Leiſtungsfähigkeit unſerer Vereine gehoben hat und mit wie kühnem Muth ſie an Aufgaben herantreten, wie man ſie vor 25 Jahren überhaupt nicht kannte. Daß darin häufig zu weit gegangen wird, indem Tonſetzer und Sänger ſich überbieten gu wollen ſcheinen, wechſelſeitig immer höhere Anforderungen zu ſtellen— darüber dürfte kaum ein Zweifel beſtehen, und wem das deutſche Sangesweſen am Herzen liegt, der wird jeden, auch noch ſo ſchüch⸗ ternen Verſuch, es„genug ſein zu laſſen des grauſamen Spiels“, freu⸗ dig begrußen. Wir kennen doch ſehr wohl die Grenzen, die uns geſteckt ſind in ſtimmlicher wie muſikaliſcher Hinſicht, und je weniger wir uns berleiten laſſen,„aus unſerm Wirkungstreis zu ſchreiten“ ee—— — um mit Schikaneder zu reden—, um ſo ſicherer werden wir unfere Aufgabe erfüllen, fördernd und veredelnd auf das Gemüthsleben unſeres Volkes einzuwirken. Die Mahnung, dieſe Richtungslinie ein⸗ zuhalten, ſie iſt uns neuerdings von keinem Geringeren als unſerm erhabenen Reichsoberhaupt geworden. Und nicht nur bei guten Rath⸗ ſchlägen hat es Kaiſer Wilhelm bewenden laſſen, er hat in weiſer Erkenntniß des hohen Werthes unſeres Wirkens durch die Stiftung eines Kleinods als Preis für die beſte Leiſtung im Männergeſang eine neue Anregung gegeben, die— wie ſich in den nächſten Tagen beim Frankfurter Weſtſtreit erweiſen wird— auf fruchtbaren Boden gefallen ſein dürfte, und zwar gerade in der Richtung einer Rückkehr zu größerer Einfachheit bei der Auswahl der vorzutragenden Ton⸗ werke. Um ſo erfreulicher iſt die Kaiſerliche Einſicht in das wahre Ziel unſeres Strebens, als wir im Gegenſatze dazu hie und da immer wieder auf einen Mangel an ſolcher Einſicht ſtoßen und zwar häufig gerade an Stellen, wo man Verſtändniß für das Bedürfniß der breiten Maſſe des Volkes in muſikaliſcher Beziehung vorausſetzen dürfte. Ein ſo gänzliches Verkennen unſeres Zwecks ſcheint unbegreiflich. Denn unſer Männerchorgeſang ſoll ſein, iſt und bleibt Volksgeſang und als ſolcher ein Zweig echter deutſcher Kunſt!(Bravol) Wir wiſſen— und das wurde ja ſchon des Oeferten ausgeführt— daß die Unterſtützung gemeinnütziger, wohlthätiger und vaterländiſcher Beſtrebungen im Gebiete der Geſangvereine liegt, daß heute noch der Werth unſeres Männergeſangs volle Geltung hat, daß er ein Wächter deutſcher Einheit und ein Herold deutſchen Volksthums iſt, daß mit unſeren Liedern in alle Herzen der unzerſtörbare Glaubensſatz der Zu⸗ ſammengehörigkeit gelegt wird. Wir wiſſen, daß auch wir als Glieder des„Badiſchen Sängerbundes“ berufen ſind, zu wirken für die Ein⸗ heit und das Wohl und die Macht unſeres geliebten deutſchen Vater⸗ landes. Und von dieſem Bewußtſein wollen wir Zeugniß ablegen durch ehrliche Erfüllung unſerer Aufgabe ſolange uns ein Herz im Buſen ſchlägt!(Lebhaftex Beifall.) Der badiſche Sängerſpruch, von ſämmtlichen Sängern vor⸗ getragen, beendete die Weihe des Feſtes, worauf die verſchiedenen Vereine, die um des Feſtes Palme rangen, das Podium betraten. Nachmittags 3 Uhr fand das zweite Wektgeſang⸗Konzert ſtatt, das gleichfalls ſehr gut beſucht, einen nicht minder glücklichen Verlauf nahm als das erſte. Ueber die beiden Konzerte ſelbſt laſſen wir nachfolgend den Bericht unſeres Muſtkreferenten folgen: Wettgeſangskonzerte. Es hat diesmal etwas über die gewöhnliche Zeit hinaus ge⸗ dauert, bis ſich die badiſchen Sänger zum Bundesfeſte und dem mit ihm verbundenen Geſangswettſtreit zuſammengefunden haben. Und die lange Zeit des Wartens iſt nicht ohne Einfluß auf die Betheilig⸗ ung am Wettſtreite geblieben: die Vereine waren eben ſchon für letztes Jahr parat; und wer es kennt, welche Summe von Arbeit und perſönlicher Opferwilligkeit jedes einzelnen Sängers eine Vorbereitug zum Wettgeſange erfordert, der wird es zum Mindeſten begreiflich finden, wenn Sängern und Dirigenten die Luſt vergeht, innerhalb Jahresfriſt die Laſten ein zweites Mal zu tragen und ſich einer Arbeit zu unterziehen, deren Erfolg immerhin ein ungewiſſer iſt, die aber das intimere Vereinsleben zweifelsohne meiſtens nicht im günſtigſten Sinne beeinflußt. Zum andern aber hat es berechtigtes Befremden erregt, daß die Hauptſtadt des Landes ganze ziwef Vereine entſandte, von denen ſich ein einziger am Wettgeſange betheiligte. Sollten da vielleicht andere, nicht eben ganz edle Beweggründe mit⸗ geſpielt haben? Zum geſtrigen Wettſtreite hatten ſich 50 Vereine aus Sbadt und Land zuſammengefunden. Ein Begrüßungs⸗Wahlſpruch, vom Feſt⸗ dirigenten, Herrn Hofkapellmeiſter Langer, komponirt und unter ſeiner Leitung von den Mannheimer Bundesbereinen geſungen, er⸗ öffnete das erſte Wettgeſangskonzert. Es folgten Begrüßungs⸗ anſprachen der Herren Oberbürgermeiſter Beck und Bundespräfident Sauerbeck, und nachdem der badiſche Sängerſpruch durch die gewaltige Halle erklungen, betraten die wettſingenden Vereine das Podium. In der erſten Abtheilung, Volksgeſang für Landvereine, ſangen insgeſammt 14 Landvereine, eine äußerſt beſcheidene Zahl, Ihre Leiſtungen waren faſt durchweg gute. Die Ausarbeitung der Lieder zeugte von großem Fleiße und vieler Liebe zum Geſange, die Stimmen klangen recht gut geſchult und der Ausgleich zwiſchen den einzelnen Stimmgattungen war wohlgelungen. Auch der Aus⸗ ſprache, insbeſondere der Vokale, war große Aufmerkſamkeit zuge⸗ wendet worden, nur über den a ſind ſich viele Sänger noch nicht klar geworden; er klang bald zu hell, bald zu dunkel. Bei des Behandlung der Konſonanten macht ſich manchmal die Erſcheinung geltend, daß die Sänger in dem Beſtreben, ſie recht deutlich auszu⸗ ſprechen, des Guten entſchieden zu viel thun. Sie unterbrechen dadurch den Tonſtrom— denn nur der Vokal iſt bekanntermaßen der Träger des Tones— und die Folge davon iſt ein zerhackter Vor⸗ trag. Eine Klippe für manchen Verein bildeten auch die dynamiſchen Schattirungen. Da macht ſich eine Erſcheinung geltend, die wir abſolut nicht zu den guten Erfolgen eines Geſangsweltſtreites rechnen können. Die Vereine und ihre Dirigenten ſuchen ſich in der Art der Pflege des„Pianoſingens“ zu überbieten, das manchmal zu einem Geſäufel wurde, welches den Namen Gefang nicht mehr ber⸗ dient. Ja, es gibt ſcheinbar Dirigenten, die vor jedem kräftig Hingenden Ton aus Männerkehlen bis in die Zehenſpktzen zu⸗ ſammenſchrecken. Wir haben ſchon bei früheren Gelegenheiten Ver⸗ anlaſſung genommen, darauf hinzuweiſen, daß das„Piano“ nicht die höchſte Kunſtform des Geſanges iſt; es iſt vielfach abſolut un⸗ natürlich und gekünſtelt und ſteht einer geſunden Entwickelung des Männergeſanges geradezu hindernd im Wege. beobachten. Ueber dieſen Ausſtellungen wollen wir aber nicht ver⸗ geſſen, daß ſich die Dirigenten dieſer kleinen Vereine durch die Pflege des deutſchen Liedes in ihren Heimathgemeinden ein großes Verdienſt nicht nur um das deutſche Lied, ſondern um das ganze Volksleben erwerben. Wer unter und mit dem Volke gelebt bat, den weiß, daß das Volk ſingen will. Wenn ſich nun Niemand dieſer Seite des Volkslebens annimmt, ſo iſt der Entwicklung des Gaſſen⸗ hauers und noch ſchlimmerer Erzeugniſſe der breiteſte Spielraum gewährt. Dagegen kann die Schule allein nicht ankämpfenz aber wenn ein verſtändiger Mann die ſangesluſtigen Elemente einer kleinen Gemeinde zu einem Verein zuſammenzieht, wenn er ihnen die Schätze des echten Volksliedes zugänglich macht und ſte auch unterweiſen kann, wie ſie fingen ſollen, ſo wird er bald erkennen, daß auch im Volke ein Kunſtſinn ſchlummert, den geweckt zu haben allein ſchon ein viele Mühen lohnendes Bewußtſein iſt. Und daß die badiſchen Sängerfeſte es hauptſächlich ſind, die nach dieſen Seite anregend wirken, macht dieſe ſelbſt zu einem volksbildneriſchen Ele⸗ ment; darum darf man auch über manche Schattenſeiten eines Wekk⸗ geſanges leichteren Herzens hinwegſehen.— Faſt durchweg ſchöne Leiſtungen brachten die II. und III. Klaſſe, Stadtereine für ein⸗ fachen und erſchwerten Volksgeſang, in denen 15 bezw. 17 Vereine ihre Kräfte maßen. Was gegen die voraufgegangene Klaſſe be⸗ ſonders hervortrat, war der beſſere Stimmklang; begreiflich; denn die meiſten dieſer Stadtvereine vereinigen in ſich nur gut veranlagte Sänger, ſie beſitzen alſo gewiſſermaßen eine Ausleſe unter den ſangesluſtigen Bewohnern. Die Ausarbeitung der Chöre war faſt jüberall eine ausgezeichnete; auf Vokaliſation und dhnamiſchen Aus⸗ geich darf auch hier noch beſonderes Augenmerk gerichtet werden. Indeſſen waren einzelne Leiſtungen ganz vorzüglich; wir nennen hier die Vereine Ladenburg, Wertheim, Kirchheim, Dillſtein und Sinsheim, die durch guten Stimmklang und ſchönen Vortrag deſonderz viel Beifall ernteten. In der dritten Klaſſe machte ſich die ſchan okt In einem Piansn muß immer noch Klang ſein, niemals aber darf es ein der Natun des Männergeſanges direkt widerſprechendes Geſäuſel oder Geflüſtes werden. Dieſe Art des Singens zeigte ſich nicht nur bei den Land⸗ vereinen, ſie war in allen anderen Klaſſen mehr oder weniger zuu 1. Seile. Weneral⸗Anzeiger, Mannheim, 2. Juni. getadelte Erſcheinung geltend, daß Vereine einen für ihre Kräfte viel zu ſchweren Chor wählten, ſogar Chöre, die wir direkt in das Gebiet des Kunſtgeſanges ſtellen. Dadurch bringen ſich ſolche Vereine Eun vornherein um jeden Erfolg, und das Ergebniß wochenlangen tudiums und heißen Ringens iſt das bittere Gefühl der Unzu⸗ friedenheit. Vereine, die bei Wahl eines ihren Kräften angemeſſenen Chores vielleicht eine erſte Stelle erlangt hätten, müſſen ſich infolge⸗ deſſen an das Ende geſtellt ſehen. Hier entſcheidet eben nur das „Wie“, und mit vollem Recht. beſcheiden und ſeinem Können entſprechend! Neben dieſen glücklicherweiſe nicht zahl⸗ reichen Vereinen ragte eine erkleckliche Anzahl anderer hervor durch einen geradezu prächtigen Stimmklang, künſt⸗ leriſche Durcharbeitung und wirkungsvolle Wiedergabe ihrer Chöre. Wenn die„vox populi“ hier wahrgeſprochen, ſo werden die Vereine der Städte Schwenningen, Bruchſal(Liederkranz), Heidelberg (Liedertafel), Weinheim, Schwetzingen, Karlsruhe(Nähmaſchinen⸗ bauer) und Mülhauſen i. E. um die Siegespalme ringen, denn ſie fanden den ſtärkſten Beifall. Mit großem Intereſſe ſah man den Leiſtungen der Klaſſe für Kunſtgeſang entgegen. Da hat unſtreitig der Männergeſangverein Freiburg eine erſtklaſſige Leiſtung geboten. Hegars ſchwieriger Chor„Todtenvolk“ wurde in einer vorzüglichen Ausarbeitung geboten, die geradezu zur Begeiſterung fortriß. Aeußerſt charakteriſtiſch kamen die packenden Stellen zum Ausdruck, mächtig voll klangen die Stimmen im Forte und zart und doch klang⸗ voll im Piano. Ganz hervorragend ſchön gelang die Steigerung in den Worten:„O Himmel der Heimath, wie hart biſt du.“ Stürmiſcher Beifall wurde der wackeren Sängerſchaar. Ebenſo gelang der Freundſchaft Pforzheim„Rudolf von Werdenburg“ in vorzüglicher Weiſe; der Verein berfügt über ein prächtiges Stimm⸗ material. In feinſter Ausarbeitung und ſchönem Stimmklang hat die Concordia Lahr Hegars„Weihe des Liedes“ und die Concardia Heidelberg, die erſimals in der Klaſſe für Kunſtgeſang ſang, brachte das Hegar ſche„Waldlied“, von einer Unreinheit am Ende der erſten Strophe abgeſehen, in ſchönſter und wirkungsvollſter Weiſe zur Wiedergabe. Der Verein beſitz gute Stimmen und hat ſich ſeiner Aufgabe mit viel Eifer und Erfolg unterzogen. Mögen nach ſeinem erſten Schritt in das Gebiet des Kunſtgeſanges weitere Erfolge ſich anreihen.— Wer das letzte Bundesfängerfeſt mit ſeinen geſanglichen Leiſtungen noch in Erinnerung hat, der wird nicht verkennen können, daß die Leiſtungen in allen Klaſſen zweifellos geſtiegen ſind. Alles in Allem: es wurde ganz vorzüglich geſungen, und auf dieſes Er⸗ gebniß dürfen ſowohl die einzelnen Vereine, ſowie der geſammte Sängerbund ſtolz ſein; zeigt ſich doch im Erfolg, daß es dem Bunde in hervorragendem Maaße gelungen iſt, der Pflege des deutſchen Liedes bis in die kleinſten Dörfer hinein die Wege zu bahnen und ſe ſeiner Aufgabe, Förderung des deutſchen Männergefanges und damit des deutſchen Volksthums, in vollſtem Maaße gerecht zu werden. r. Feſtbankett. 9— Abends 9 Uhr fand im Nibelungenſaale des„Roſengartens“ ein von mehreren Tauſend Perſonen beſuchtes Feſtbankett ſtatt. Im Saale hatten die Feſtgäſte Platz genommen, auf dem Podium die verſchiedenen Ehrengäſte, unter denen wir die Herren Oberbürger⸗ meiſter Beck, Bürgermeiſter v. Hollander, Polizeidirektor Schäfer, verſchiedene Vertreter der ſtädtiſchen Kollegien u. a. m. bemerkten. Ein außerordentlich ſchöner Damenflor ſchmückte die Emporen und ließ wohl Aller Augen gern nach den Emporen blicken. Nach einem von der Kapelle Petermann geſpielten Marſch eröffnete mit warmen Begrüßungsworten der Feſtpräſident, Herr Heinrich Irſchlinger, das Vankett. Er wies einleitend darauf hin, daß el bereits bei der geſtrigen Zuſammenkunft im Saalbau die am Samſtag erſchienenen Sänger begrüßt habe, er heiße aber auch alle die Schaaren von Sängern, die heute erſt eingetroffen, herzlich will⸗ kommen. Beſonderen Dank ſpreche er aus den Vertretern des Eid⸗ genöſſiſchen, des Elſaß⸗Lothringer, des Schwäbiſchen und des Pfölzer Sängerbundes, wie den Bonner Sangesfreunden, die ſämmtlich in großer Zahl erſchienen waren. Der Ausſchuß des Deutſchen Sänger⸗ bundes, der gleichfalls zum 7. Badiſchen Sängerbundesfeſt ein⸗ geladen war, habe ſich durch ein Schreiben wegen ſeines Fernbleibens vom Feſte entſchuldigt. In weiteren Worten dankte der Feſtpräſident der Stadtverwaltung für das dem Sängerbunde bewieſene Entgegen⸗ kommen, beſonders für das Ueberlaſſen der feſtlichen Räume des Roſengartens, und drückte hierbei den Wunſch aus, daß in dieſen Räumen der Sängerbund ſich recht bald und recht oft wieder zu⸗ ſammenfinden möchte. Mit dem üblichen Wunſche:„Der Badiſche Sängerbund, er blühe, wachſe und gedeihe!“ ſchloß Herr Irſchlinger ſeine mit großem Beifall aufgenommene Anſprache, nach welcher der badiſche Sängerſpruch die weite Halle des Nibelungenſaales durch⸗ tönte. Der Mannheimer Singvexein bot hierauf den wirkungsvollen Chor„Wo iſt Gott“ von Johs. Starke. Der Feſtpräſident, Herr Irſchlinger, ergriff nochmals das Wort zu nachſtehendem Trink⸗ ſpruch auf Kaiſer und Großherzog: Hochverehrte Feſtverſammlung! Schon heute früh bei der feierlichen Weihe hatten wir von unſerem verehrten Bundespräſi⸗ denten gehört, daß das deutſche Lied, das früher ſo verpönt war, jetzt von Fürſten geehrt wird, wie wir es ja auch in dieſen Tagen in Frankfurt ſehen werden, wo Sänger ganz Deutſchlands ſich zu⸗ ſaͤmmenfinden werden, um ſich um den Kaiſerpreis zu meſſen. Die deutſchen Sänger, auch wir badiſchen, ſind freubig bewegt, daß unſere Ziele und Wünſche, die unſere Voreltern ſchon in dieſer Veziehung gehegt haben, in Erfüllung gegangen ſind. Waren es doch damals Wünſche, waren es doch auch Zeiten, wo das deutſche Lied nieder⸗ gedrückt war— ich darf da nur erinnern an die Jahre 50—60. Erſt dann ging ein friſcher Luftzug durch die deutſchen Lande, es iſt ein Zug geweſen nach der Einheit, und wahrlich wie die Schützen und Turner haben auch die Sänger nicht gefehlt mit ihren Feſten und Liedern das ihrige für die Einheit zu entrichten. Wir Alle ſind pankbar, daß das erreicht iſt, was wir erſtrebten, und wir Alle hoffen und wünſchen, daß das, was erxeicht worden, auch erhalten bleibe (Bravo.) Wir zweifeln auch nicht daran, denn wir ſtehen unter einem mächtigen Schutze, wir ſtehen vor Allem unter dem Schutz Sr. Majeſtät des deutſchen Kaiſers, der in Allem— ſoweit es möglich iſt— die Wünſche ſeines Volkes zu erfiüllen ſucht, der auch ſein väterliches Auge über alle Zweige, ſei es in Handel, ſei es in Induſtrie, ſei es in Kunſt, walten läßt. Mit ihm erfreuen wir uns guch der landespäterlichen Regierung unſeres allverehrtene Groß⸗ herzogs Friedrich von Baden.(Brabo.) Auch ihm ſind wir von Herzen dankbar. Ung wenn er morgen mit ſeiner erlauchten Ge⸗ maßhlin und ſeiner erlauchten Tochter, der Kronprinzeſſin von Schweden, das badiſche Sängerbundesfeſt mit ſeinem Beſuch beehren wird, dann werden ihm unſere Herzen ebenſo zujubeln, wie ſte ihm immer gujubeln, wenn er unter uns weilt.(Bravo.) Sie aber, meine lieben Sänger und Sie alle meine lieben Feſtgenoſſen, fordere ich auf, mit mir einzuſtimmen in den Ruf: Se. Majeſtät Kaiſer Wilhelm II. und Se. Kgl. Hoheit Großherzog Friedrich von Baden, ſie leben Hoch, Hoch, Hoch!(Lebhafter Beifall.) Im Anſchluß an dieſen Trinkſpruch ſpielte die Kapelle die Weber ſche„Jubel⸗Ouverture“, worauf Herr Oberpoſtmeiſter Steid⸗ Ler als Vertreter des Schwäbiſchen Sängerbundes Grüße dieſes Bundes überbrachte und auf die Freundſchaft zwiſchen badiſchen und ſchwäbiſchen Sängerbund toaſtete. Ein Mitglied des Liederkranz⸗ Mannheim, Herr Nettler, bot in ſeiner Weſſe und mit vorzüglicher Stimme die Arie aus Lohengrin:„In fernem Land“, welche ihm ſo reichen Beifall eintrug, daß ſich Herr Nettler zu einer Zugabe ver⸗ ſtand. Namens des Elſaß⸗Lothringer Sängerbundes begrüßte der Prüſident dieſes Bundes, Herr Dr. Erismann den badiſchen Sängerbund, auf deſſen Freundſchaft mit dem Elſaß⸗Lothringer Bund er ein Hoch ausbrachte. Großen Beifall errang ſich die Mannheimer Liedertafel mit der Wiedergabe des Brambach'ſchen Chors„Es muß doch Frühling werden“, welchen der Verein da capo ſingen mußte. Herr Waldeck hielt hierauf eine humoriſtiſche Begrüßung, die mit jubelndem Beifall aufgenommen wurden. Infolge Mangels an Raum können wir dieſe Begrüßung erſt in der Abendnummer dum Abdruck bringen. Ein Duett aus der Oper„Martha“ boten in wirkungsvoller Weiſe die Herren Joſ. Dann und Jae. Groß, Mitglieder der Mann⸗ heimer Liedertafel, worauf die Liederhalle Mannheimer das Stru⸗ bel ſche„Rheinlied“ da capo ſang. Den Trinkſpruch auf das deutſche Lied brachte Herr Rudolf Kramer in folgenden zündenden Worlen aus:— Hochanſehnliche Feſtverſammlung! Werthe Damen und Herren! Namens des Feſtausſchuſſes habe ich die hohe Ehre und die große Freude, Ihnen einen Trinkſpruch vorzuſchlagen, von dem ich im Vorn⸗ herein überzeugt bin, daß Sie demſelben gewiß freudig und be⸗ iſtert zuſtimmen werden. Ich ſoll feiern das deutſche Lied. Das he Lied, bei dieſen Worten durchzieht ein Gefühl der Freude und lzes eines jeden deutſchen Sängers Bruft; es iſt doch das mächtige Band, das uns alle gemeinſam umſchlingt und zwar nicht allein vom See bis an des Maines Strand, ſondern noch weit über die Grenzen unſeres engeren und weiteren Vaterlandes hinaus bis in die entfernteſten Zonen des Weltalls. Und wenn draußen in fernen Landen ein deutſcher Landsmann die Klänge eines deutſchen Liedes hört, ſo zieht ein Sehnen und Singen durch ſeine Bruſt, und die Sehnſucht nach ſeiner deutſchen Heimath wird in ihm mächtig. Und ſollte er in einer bedrängten Lage ſein, ſo wird er auf einige Zeit ſein Los vergeſſen und Ruhe und Zufriedenheit werden bei ihm einkehren. Und das, meine verehrten Sangesbrüder iſt der hohe ideale Werth des deutſchen Liedes und an dieſem ſchönen Ziele mit⸗ zuarbeiten, muß der Stolz und die Pflicht eines jeden einzelnen Sängers ſein. Aber nicht immer hatte das deutſche Lied dieſen Werth, es gab eine Zeit, wo es geknechtet am Voden lag, wo es dem Sänger verboten war, ſeine Weiſen ertönen zu laſſen und wo er ſogar als vaterlandsfeindlich verfolgt worden. Gott ſei Dank ſind dieſe Zeiten heute vorüber und Gott ſei Dank werden ſie wohl nimmer wiederkehren. Wie ganz anders wird das deutſche Lied heute geehrt und geachtet; ſehen wir doch wie in den nächſten Tagen Deutſch⸗ lands Schutz⸗ und Schirmherr mit ſeiner erlauchten Gemahlin nach der alten Kaiſerſtadt Frankfurt ziehen wird, um dort durch ſeine Gegenwart zu bekunden, wie er den deutſchen Männergeſang hoch⸗ ſchätzt und dem friedlichen Wettkampfe um den von ihm verliehenen Kaiſerpreis beizuwohnen. Und haben wir nicht die hohe Freude, morgen unſeren allverehrten Landesfürſten mit dem ganzen großher⸗ zoglichen Hauſe in unſerer Mitte zu ſehen, ebenfalls um durch ſein Erſcheinen das deutſche Lied zu ehren. Und ſo, meine verehrten Sangesbrüder, wollen wir uns geloben, in dieſer ſchönen Stunde allzeit feſtzuhalten an dem ſchönen Ziele der Pflege und der För⸗ derung des deutſchen Liedes, ein jeder, ſoviel in ſeinen Kräften ſteht. Ich ſchließe meinen Trinkſpruch mit dem alten Wahlſpruch:„Das deutſche Lied, es bleibe ewig treu das alte, bis das letzte Lied ver⸗ hallt! Das deutſche Lied, es lebe hoch, hoch, hoch!“ Die Worte des Redners wurden durch den Geſang der Sänger⸗ halle Mannheim bekräftigt, welche den Chor„Das deutſche Lied“ meiſterhaft wiedergab. Als Zugabe bot die Sängerhalle den be⸗ kannten Chor:„Das Wandern iſt des Müllers Luſt“. Nunmehr nahm Herr Prokuriſt Frank das Wort zu einem Trinkſpruch auf die Frauen und führte Folgendes aus: Zum drittenmal ſind wir heute hier in dieſem Saal unter dem Schutz der altehrwürdigen Nibelungen vereinigt, während uns geſtern am Vorabend unſeres Feſtes die Feſtleitung noch einmal nach dem alten Schmerzenskinde unſerer Muſe, dem Saalbau, entführt hat, deſſen Pforte förmlich zu ſchreien ſcheint:„O kehrt zurück, ihr durſtigen Sänger!“ Zweimal hat uns heute hier die ernſte Arbeit in der Kunſt zuſammengeführt, nun gilt es nach des Tages Mühen auszuruhen, um einige Stunden der frohen Geſellſchaft zu widmen. Mit Stolz und Genugthuung darf es uns hierbei erfüllen, unter den zahlreichen Gäſten dieſes ausgedehnten Raumes eine ſo große Anzahl Vertreterinnen des zarten Geſchlechtes zu erblicken, mit Stolz und Genugthuung deshalb, weil es keinem Zweifel unterliegt, daß die Theilnahme des ſchönen Geſchlechtes erſt die rechte Weihe gibt, ſo daß ſich einem die Worte aufdrängen:„Blick' ich umher in dieſem edlen Kreiſe, welch hoher Anblick macht mein Herz erglühen.. Und hold und tugendſam erblick' ich Frauen.. Lieblich ihrer Blüthen düfte⸗ reicher Kranz.“ In der kulturhiſtoriſchen Entwickelung des Geſangs hat die Frau von jeher eine nicht zu unterſchätzende Rolle geſpielt, drehte ſich doch der Geſang in einer ſeiner ſchönſten Phaſen, der Zeit des Minnegeſangs, einzig und allein um die Frauen, und mit Begeiſterung eilten die kühnen Sänger zum Streite.— Heute hat ſich nun allerdings ein kleiner Umſchwung vollzogen, an Stelle dex beſungenen Frauen erblicken wir heute mit Bleiſtiften verſehene ernſte Richter, die mit Argusaugen bewachen, ob den armen Sängern nicht bald eine kleine Entgleiſung paſſirt und aus dem beſungenen Balkon jener entſchwundenen Zeiten iſt mit der fortſchreitenden Ver⸗ deutſchung unſerer Mutterſprache das urdeutſche Wort„Empore“ geworden, Wem es vergönnt iſt, einen Blick in die heutige Pflege des Geſanges zu werfen, die in den ſogen. Proben ihren richtigen Niederſchlag findet, der wird bemerken, daß auch heute noch der Einfluß der Frau ein ſehr bedeutender iſt. Wie oft wird einem auf die Frage über den Verbleib eines Sängers bei den Proben der Beſcheid:„Ja glauben Sie denn, meine Frau läßt mich jeden Abend fort, die will doch auch etwas von mir haben!“ Oder Erempel 2: „Sie könnten mir auch einmal ein Kärtchen ſchicken, wenn keine Probe iſt. Wiſſen Sie, es iſt nur wegen meiner Alten.“ Wohlthuend für das Sängerherz war es aber auch, als geſtern die Extrazüge aus dem ganzen badiſchen Vaterland einliefen, zu ſehen, wie Frauen ſogar die weite und beſchwerliche Reiſe nicht geſcheut haben, um Zeuge zu ſein des Kampfes ihrer Männer auf dem friedlichen Boden des Geſanges. Und es gehört ſicherlich in das Reich der Mythe, daß die Frauen aus anderen als dieſen ideglen Gründen die Reiſe unter⸗ nommen haben, denn hier im gutbewachten Mannheim bedarf es keines Aufſichtsraths für Männer. Wie dem auch ſei, hoffen wir, daß die Gunſt und Zuneigung der Frauen uns auch weiter erhalken hleiben möge und geben dieſem Wunſche Ausdruck, indem wir aus⸗ rufen: Die deutſche Frau, ſie lebe hoch! hoch! hoch! Außerordentlich beifällig wurden die beiden weiteren Geſangs⸗ ſoliſten aufgenommen, von denen Herr Otto Henne, Mitglied des Mannheimer Singbereins, zwei Baritonlieder von Meyer Helmund und H. von Koß ſang, während Herr Friedrich Müller, Mitglied des Männergeſangvereins Mannheim, Lieder von Wolf und Schu⸗ mann wiedergab. Unter Leitung des Komponiſten trug der Lieder⸗ kranz Mannheim zwei Chöre von Ferdinand Langer vor und erſang ſich mit dieſen die Gunſt des beifallsfreudigen Publikums. Die Kapelle Petermann wartete noch mit mehreren Konzertſtücken auf, worauf Geſangverein„Flora Mannheim“ mit dem vorzüglich wieder⸗ gegebenem Männerchor von Gellert:„Jagd nach dem Glück“ das glänzend verlaufene Bankett beſchloß, das den auswärtigen Sängern Zeugniß ablegte von der großen Gaſtfreundſchaft Mannheims und das ein weiterer Beweis dafür war, daß Friede und Eintracht zwiſchen allen Vereinen herrſcht, daß Einigkeit den badiſchen Sängerbund be⸗ ſeelt, dem es in weite, weite Zeiten hinaus noch vergönnt ſein möge, in friedlicher Arbeit fortzuwirken zum Wohlgefallen der Bürger unſeres Landes. 0 Sc **** Am zweiten Pfingſttage fand Morgens von ½8 Uhr an die zweite Hauptprobe für das Feſtlon⸗ert im Nibelungensſagle des Aeſengartens ſtatt. 2——— Die Ankunft der Großherzoglichen Herrſchaften erfolgte am Pfingſtmontag Vormittags 9 Uhr 18 Minuten. Ihre Kgl. Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin, die gleichfalls ihre Theilnahme zugefagt hatten, mußten wegen Er⸗ krankung des Erbgroßherzogs abſagen. Auch blieb die Kronprinzeſſin bon Schweden und Norwegen, die das Großh. Paar begleiten wollte, dem Feſte fern. Auf dem Bahnhofe ten ſich zum Empfang der Allerhöchſten Herrſchaften eingefunden die Herren Landeskommtiſſär Geh. Oberregierungsrath Pfiſterer, Geh. Reg.⸗Rath Lang und Oberbürgermeiſter Beck. Eine zahlloſe Menſchenmenge bereitete den Großh. Herrſchaften ſowohl bei deren Ankunft als auch bei der Fahrt in die Stadt begeiſterte Huldigungen. Im Gefolge des Großh. Paares befanden ſich Oberhofmarſchall v. Andlasp, Major b. Zeuthern, Geh. Legationsrath von Babo, Geh. Kabinetsrath von Chelius, Ordonnanzoffizier Graf v. Hennin, Freifräulein v. Adels⸗ heim und Freiin v. Rottberg. Die Allerhöchſten Herrſchaften fuhren vom Bahnhof dieekt in die Trinitatiskirche, um hier dem Jeſtgottesdienſte beizuwohnen. Sie wurden am Eingange in das Gotteshaus von den Mitgliedeen des evangeliſchen Kirchengemeinderaths empfangen. Beim Betreten der Kirche tönten Ihren Kgl. Hoheiten die feterlichen Akkorde dee Orgel entgegen. Nach Beendigung des Gottesdienſtes fuhren Ihre zegl. Hoheiten nach dem Schloſſe, das ſie gegen 11 Uhr wieder verließen, um nach dem Roſengarten zu fahren. Feſtkonzert im Nibelungenſaale des Roſengarten. Mächtig und begeiſterungsvoll rauſchten die Töne der Füyſten⸗ hhmne durch den gewaltigen Raum, als gegen ½12 Uhr die Groß⸗ Jerzoglichen Herrſchaften den Saal betraten. Unſer verehrter Tandesfürſt hat durch ſeine Theilnahme am Sängerbundesfeſte aufs Neue gezeigt, daß er als ein wahrer Vater des Volkes gerne mit ihm ſeine Feſte feiert, daß ihm die Entwicklung deutſchen Männer⸗ geſanges nicht gleichgiltig und der badiſche Sängerbund in ihm einen berſtändnißvollen Förderer ſeiner Ideen gefunden. Und Mancher der aus fernen Gauen zum ſchönen Feſte gekommen, wird am heimiſchen Herde begeiſterungsvoll von dem ſchönen Concerte ſprechen, das durch die Anweſenheit unſeres Fürſtenpaares eine be⸗ ſondere Bedeutung erlangte, und die Verehrung für unſer allge⸗ liebtes Herrſcherpaar wird, ſofern dies überhaupt noch möglich, in den Sängerherzen tiefere Wurzeln ſchlagen.— Nachdem der badiſche Sängerſpruch verklungen, eröffnete das Orcheſter des Hoftheaters das Feſtkonzert mit R. Wagners impoſantem Kaiſermarſch, der in ſeinem Schlußtheil durch G. Schaper eine Bearbeitung für Männer⸗ chor erfahren hatte, welche die vereinigten hieſigen Vereine in wirkungsvoller Weiſe zum Vortrag brachten. Im Weiteren enthielt das Programm die aufgegebenen Chöre aller Wettgeſangsklaſſen. Es war eine gewaltige Anzahl von Sängern, die das große Podium dicht beſetzt hielt, und die Aufgabe für den Dirigenten keine leichte, ſo berſchiedenartige Elemente zu einer ſchönen Geſammtwirkung zu vereinen. Es war aber eine Freude, anzuhören, wie die einfachen Volkslieder„Altdeutſches Minnelied“,„Vom Frühjohr“,„Heute ſcheid ich“ und„Die Müllerin“ von der gewaltigen Sängermaſſe in brächtiger Weiſe wiedergegeben wurden. Das ſtellt der eifrigen Arbeit der Vereinsdirigenten, noch mehr aber der zielbewußten Leitung Meiſter Langers das denkbar ſchönſte Zergniß aus.„Die Müllerin“ dirigirte der Komponiſt, Herr Bundeschormeiſter Mohr, ſelbſt und durfte den begeiſterten Beifall des Auditoriums entgegen⸗ nehmen. In ſehr feiner Ausarbeitung wurde der Langer'ſche Chor „Am Ammerſee“, den man unſtreitig zu den Perlen der Männer⸗ chorlitteratur rechnen darf, geboten, und friſch und begeiſternd wirkte das Lachner'ſche Rheinlied. Von den Chören mit Orcheſter, die bon den Vereinen der Kunſtgeſangsklaſſe und den hieſigen größeren Vereineen geſungen wurden, nennen wir in erſter Linie den unvergleichlich ſchönen und mächtig packenden Hugo Wolf'ſchen Chor„Dem Vaterland“, der in ſeiner gewaltigen Steigerung am Schluſſe von herrlichſter Wirkung war. Ein intereſſantes und den geiſtreichen und erfahrenen Männerchorkomponiſten verrathendes Werk iſt der Chor„Gelöbniß“ von Meyher⸗Olbersleben. Das Orcheſter illuſtrirt die einzelnen Stimmungen ganz prächtig, be⸗ ſonders hübſch in der dritten Strophe, und erhebt ſich am Schluſſe mit den Singſtimmen vereint zu begeiſterndſter Wirkung.„Du deutſches Lied, du bleibſt in Fried', du bleibſt in Streit ein Kleinod uns in Ewigkeit“, das wurde von der Sängerſchaar mit einer Be⸗ geiſterung geſungen, die keinen Zweifel an dem ehrlichen Wollen und Streben in dieſem Sinne aufkommen läßt. Kremſers„Dankgebet“ mit Orgel⸗ und Orcheſterbegleitung brachte die erſte Hälfte des Programmes zu wirkungsvollſtem Abſchluß. Der zweite Theil des Concertes brachte uns Bruchs„Frithjof“. Das Werk wurde ſchon bon mehreren größeren Vereinen hieſiger Stadt aufgeführt; für das badiſche Bundesſängerfeſt aber war es ein verheißungsvoller Anfang für künftige Thaten. Denn es iſt unſeres Grinnerns das erſte Mal, daß an einem badiſchen Sängerfeſte ein größeres Chorwerk aufge⸗ führt wurde. Wir halten es geradezu für eine Pflicht der leiſtungs⸗ fähigen Vereine, bei den jewefligen Sängerfeſten ein größeres Werk mit Orcheſter in das Programm des Sängerfeſtes aufzunehmen. Dadurch können zum Erſten die größeren Vereine zeigen, ob ſie ſchwierigeren Anforderungen gewachſen ſind, zum Andern aber wird den kleinen Vereinen ein Ausblick eröffnet, in ein ihnen fremdes Gebiet und ihnen zugleich auch ein wirklich künſtleriſcher Genuß geboten, den ſie in ihren engeren Verhältniſſen kaum anderswo er⸗ langen können, und den wir ungleich höher einſchätzen als die manch⸗ mal ſehr zweifelhaften Errungenſchaften eines Wettgeſanges. Die Durchführung des Werkes war eine ganz vorzügliche. Die Chöre Hlangen friſch und kräftig, die Ginſätze waren mit wenigen Aus⸗ nahmen ſicher, und die wuchtigeren Stellen kamen mit gewaltiger Kraft des Ausdrucks zar Geltung. Das Soloquartett wurde von Mitgliedern der Mannheimer Liedertafel geſungen, zwei kleinere Soloſätze ſangen die Herren Steiner und Groß mit hübſcher Stimme und gutem Ausdruck. Für die Soloparthien waren Frl. van der Vijver vom hieſigen Hoftheater und Herr Kammerſänger Perron aus Dresden gewonnen worden. Frl. van der Vijver ſang die Parthie der Ingeborg mit klangvoller, kräftiger Skimme und ſchöner Empfindung. Beſonders die„Klage“ gelang der talent⸗ und temperamentvollen Künlerin in vorzüglicher Weiſe. Einen beſſeren Frithjof als Herrn Perron wird man wohl nicht leicht finden können. Seine prächtige, volle, in allen Lagen gleich ſchöne und leichtanſprechende Stimme brachte die ſchöne Parthie zu glang⸗ voller Wiedergabe. Ergreifende Töne ſchlug er in ſeinem Abſchieds⸗ geſange, 4. Scene, an; mit edlerem Geſangston und innigerem Aus⸗ druck wird man dieſe Stelle ſelten zu hören bekommen. Bei Perron vereinigen ſich Stimme, Geſangeskunſt und tiefempfindende Vor⸗ tragsweiſe zu einer ſelten vollkommen künſtleriſchen Leiſtung. Das Hoftheater⸗Orcheſter bewältigte ſeine Aufgabe in gewohnter vor⸗ züglicher Weiſe; das Violinſolo in„Frithiof“ ſpielte Herr Schuſter ſchön und ausdrucksvoll. Endlich ſei noch des Mannes gedacht, der die Hauptlaſt des Feſtes auf ſeinen Schultern trug, des Herrn Hof⸗ kapellmeiſters Langer. Meiſter Langer hat in den letzten Tagen faſt Unglaubliches geleiſtet, und ſeiner Mitarbeit, ſeiner ziel⸗ bewußten und nie verſagenden Leitung iſt es hauptſächlich zuzu⸗ ſchreiben, wenn das Feſtkonzert in ſo glanzvoller Weiſe verlaufen. Was Langer für den badiſchen Sängerbund bedeutet, das ſteht un⸗ auslöſchlich in den Herzen der badiſchen Sänger eingeſchrieben.— Nun iſt auch dieſes Feſt in ſeiner Hauptſache beendet. Es war ein glänzendes Feſt trotz des Fehlens Jener, die da glauben, es könnten ohne ſie keine Feſte gefeiert werden. Möge jeder der Sänger ein freundliches Gedenken dem Feſte bewahren, und wenn auch im Urkheile der Preisrichter durch die Zahl der Punkte in der Werthung der Leiſtungen ein Unterſchied wird zu Tage treten,— es kann eben nicht Jeder der Erſte ſein— ſo können alle aktiven Sänger das Vpußtſein hegen, daß ihre geſanglichen Leiſtungen durchweg ſehr gute, vielfach aber vorzügliche waren. 9 25 Während des Könzerts zogen Ihre Kgl. Hoheiten in der Pauſe zahlreiche Damen und Herren ins Geſpräch. Eingehend Aunterhielten lie ſich mit den Herren des Feſtausſchuſſes, die Ihre Kgl. Hoheiten Preisvertheilung beendet war, leerte ſich der Saal raſch, w Mannheim, 2. Junf 2 General⸗AUnzeiger. 5. Seite, auch beim Betreten des Roſengartens im Veſtibül Secpfeen balten. Beſonders huldvoll unterhielten ſich der Großherzog und die Frau Großherzogin mit Herrn Hofkapellmeiſter Langer. Die Allerhöchſten Herrſchaften blieben bis zum Schluß des Konzerts und fußhren dann unter den brauſenden Hochrufen der vieltauſendköpfigen Menſchen⸗ menge, die ſich in den Straßen angeſammelt hatte, nach dem Schloſſe. Der Feſtzug ſetzte ſich gegen ½% Uhr in Bewegung. Er hatte auf dem Parkring ſeine Aufſtellung genommen und bewegte ſich zunächſt nach dem Schloſſe. Hier befanden ſich auf der großen Terraſſe Ihre Kgl. Hoh. der Großherzog und die Großherzogin, ferner das Gefolge der Aller⸗ höchſten Herrſchaften, ſowie die Herren Landeskommiſſär Geh. Ober⸗ regierungsrath Pfiſterer, Amtsvorſtand Geh. Regierungzrath Lang und Oberbürgermeiſter Beck, ferner der Präſident des Feſt⸗ ausſchuſſes, Herr Heinrich Irſchlinger. Die einzelnen Geſang⸗ vereine brachten Ihren Kgl. Hoheiten theils durch Hochs, theils durch den Vortrag der Kuüngerſbrüche ihre Huldigung dar. Die Vorſtände der verſchiedenen Vereine wurden in das Schloß befohlen. Der Vorbeimarſch des Zuges dauerte circa eine Stunde. Von der Ein⸗ wohnerſchaft wurden die Sänger herzlich empfangen, Hielfach durch Zurufe begrüßt und mit Blumenſträußen beworfen. In dem Zuge bewegten ſich die ſämmtlichen hieſigen und auswärtigen Geſaug⸗ vereine, ſowie die hieſigen Sportsvereine, die militäriſchen Vereine und die Feuerwehr. Mehrere Kapellen ſpielten. Dem Freiburger Männergeſangverein fuhr in einer Droſchke der älteſte Sänger Deutſchlands vorauf, der heute noch aktives Mitglied bei dieſem Verein iſt. Es iſt ein Herr von 84 Jahren, der ſchon ſeit 65 Jahren altiv wirkt. ed. Die Preisvertheilung. Nat chdem der Feſtzug beendet war, ſammelten ſich die Sänger im Nibelungenſaal des Roſengartens, um das Reſultat des Wett⸗ ſingens entgege Der Andrang der Sänger war ein ganz gewaltiger, doch der rieſige Saal bot für alle Raum, trotzdem noch Tiſche aufgeſtellt waren. Der Präſident des Badiſchen Sänger⸗ bundes, Herr Richard Sauerbeck, leitete den Akt mit einer kurzen Anſprache ein, in welcher er den Preisrichtern den Dank für ihre Mühewaltung ausſprach, die ſich ihrer Aufgabe in uneigennützigſter Weiſe unterzogen hätten und mit einem Hoch auf die Preier 19 85 ſchloß. Nunmehr gab Herr Sauerbeck das Reſultat des Wette bekannt, welches ſich folgendermaßen geſtaltetee:!: 5 Abtheilung. Volksgeſang für Landvereine. 1 8 Männergeſangverein Singen 55 Punkte „ Nr. 1 Frohſinn Rappenau „„ 2 Sängerbund Gaggenau 72½%„ „„ 3 Männergeſangverein Hohenſachſen 715½% „„ 4 Harmonie Dietlingen 88 1 „„ 5 Sängerbund Frieſenheim 88½%„ „„ 5 Eintracht Schallſtadt⸗Wolfenweiler 83½%„ „„ 6 Liedertafel Büchenbronn 86%„ „„ 17 Freundſchaft Brötzingen 87½„ „„ 7 Männerchor Gutach i. Breisg. S5pe,* II. Abtheilung. 5 5 Einfacher Volksgeſang für Sudberene „Preis Liederkranz Wisf be 687½ Punkte 2,„ Nr. 1 Liedertafel Wertheim „„ 2 Sängerbund Dillſtein 68 85 „„ 3 Männergeſangverein Kirchheim 68½%„ „„ 4 Eintracht Waldkirch „„ 5 Liedertafel Wiesloch 710 1 „„ 6 Cäcilia Bruchſal ö 78 175 „„ 1 Liederkranz Sinsheim i. Elſ. 80½%„ „„ 8 Geſangverein Ladenburg 84 55 „„ 9 Liederkranz Freiburg⸗Herdern 84%„ „„ 10 Eintracht Lahr 94%„ III. Abtheilung. Erſchwerter Volksgeſang für Stadwereige. 1. Preis Nr. 1 Liederkranz Bruchſal 5 43 Punk „„ 7 Liederkrang Sinsheim a. Elſ 80½%E„ „„ 3 Sängerkranz Pforzheim 5 52½%„ „„ 3 Singverein Weinheim 52½%„ „„ 4 Liedertafel Heidelberg 54½%„ Preis Nr. 1 Liederkranz Lahr 63 5 „„ 2 Arbeiterbildungsverein Freibur, 68 25 „„ 3 Frohſinn Schwenningen 69 75 „„ 4 Nähmaſchinenbauer Karlsruhe 69%„ „„ 4 Badenia Konſtanz 69½2„ „„ 5 Frohſinn Freiburg⸗Wiehre 70„ „„ 6 Liederkranz Eberbach 74%„ „„ J Liederkranz Schwetzingen „„ 8 Frohſinn Bretten 9„ „„ 9 Eintracht Heidelberg⸗Reuenheim 95 5 „„ 10 Erinnerung Pforzhemm 96 5 8 IV. Abtheilung. Kunſtgeſang. 1. Preis Nr. 1 Männergefſangverein Freiburg 44% Punkte „„ 2 Concordia Lahr 46%„ „„ 3 Freundſchaft Pforzheim 8 2. Preis Coneordia Heidelberg 1 Die Preiſe beſtehen, wie dies beim Badiſchen Sälgerbund üblich, aus goldenen und filbernen Medaillen nebſt Ehrendiplom. Die Werkündigung der einzelnen Preiſe wurde von den verſchledenen Vereinen ſtets mit ſtürmiſchen Hochrufen begrüßt. die ährend die Kapelle Petermann auf dem nach der Tullaſtraße zu gelegenen Balkon des Roſengartens konzertirte, ein a reiches Mubiikün angelockt wurde. Die Abfahrt der Großh. Herrſchaften erfolgte gegen 5 Uhr. Wieder hatte ſich auf dem Bahnhof und vor demſelben eine koloſſale Menſchenmenge eingefunden, welche die Alerhöchſten Herrſchaften begeiſtert begrüßte. Feſtvorſtellung im Hoftheater. Zu Ehren der Sängergäſte ging geſtern Wagners auntuer. als Feſtoper in Szene. Wie kaum ein Werk, eignet ſich gerade„Tann⸗ häuſer“ hierzu, und wenn die Aufführung eine ſo gute iſt wie geſtern Abend, ſo kann die Feſtſtimmung nicht ausbleiben. Die beſte Leiſtung des Abends war unſtreitig der Tannhäuſer des Herrn Carlén. In jeder neuen Parthie, die dieſer Sänger durchführt, zeigt ſich ſeine Künſtlerſchaft in ſtets vollkommenerer Weiſe. Mit gewaltigem ſtimm⸗ lichem Glanz bot er die Szene mit Venus im erſten Akte, und im Finale deſſelben Aktes klang ſeine Stimme mit ſieghafter Kraft über das ganze Enſemble weg. Faſt drängte ſich die Befürchtung 55 als hätte der Sänger im erſten Akte zuviel an Stimme geboten um die gauge Parthie ohne Ermüdung durchzuführen; aber es kam nicht ſo, und das iſt ein neuer Beweis von der ausgereiften Künſtlerſchaft des Sängers. Feſſelnd geſtaltete er den Wettgeſang des zweiten Aktes, und mit der ganzen Leidenſchaft des weltentrückten Schwärmers ſang er ſein Lied zum Preiſe der Göttin der Liebe. Was aber der Künftler in der Erzählung des dritten Aktes bot, das fordert zu be⸗ wundernder Anerkennung heraus. Mit friſcher, glänzender Stimme und einem ſtimmlichen und ſchauſpieleriſchen Charakteriſirungstalent, wie man es ſelten in ſolchem Maße vereinigt findet, ſang er die Er⸗ gzählung bis zum Schluſſe ohne die geringſte ſtimmliche Ermüdung, ja, ſein Organ erhob ſich gerade in ſeinem Rufe„Mein Heil hab ich ver⸗ loren ete.“ gu gewaltigſter ene Der ſtürmiſche Beifall, der das durchtobte, galt in erſter Linie ihm. Neben Tannhäufer be⸗ i der Arie u d dem Duett des Ald dri rte ſich Frl. Brandes als Cliſabeth. Die Stimme Rang voll ſath bot den Wolfram mit prächtiger Stimme und ſchöner Em⸗ pfindung. Wir haben den Künſtler ſelten in ſo guter ſtimmlicher Verfaſſung gehört wie geſtern, und auch die Art des Vortrages ließ erkennen, daß Herrn Buckſath daran gelegen iſt, ſeine Geſtalten zu vervollkommnen. Wir können in ſeiner geſtrigen Leiſtung einen be⸗ deutenden Fortſchritt nach der gefangstechniſchen Seite konſtatiren. Wenn Herr Buckſath in dieſem Sinne weiterarbeitet und ſeine ge⸗ waltign Mittel zu diszipliniren verſteht, ſo werden ſeine Leiſtungen zu künſtleriſch hervorragenden ſich entwickeln. Ein vorzüglicher Land⸗ graf war Herr Fenten, ſtimmlich wirkungsvoll und durchaus edel in der Auffaſſung. Die Venus ſang Frl. v. d. Vijver mit ſchöner Stimme und temperamentvoll, doch ſchien ſie in der Parthie nicht allzu ſicher. Die kleineren Parthieen des Walther, Biterolf, Heinrich der Schreiber und Reimar waren bei den Herren Maikl, Voiſin, Rüdiger und Vanderſtetten in beſten Händen, und den Hirten ſang Frl. Fladnitzer mit beſtem Gelingen. Die Chöre und Enſembleſzenen gelangen gut und auch das Orcheſter bot eine vorzüg⸗ liche Leiſtung, wenn auch einigemale— wohl infolge der hohen Tem⸗ peratur— in den Holzbläſern einige Töne verſagten. Die Aufführung, wie wir lobend anerkennen vollſtändig ſtrichlos, verlief unter der energiſchen und temperamentvollen Leitung des Herrn Hofkapell⸗ meiſters Kähler in vorzüglicher Weiſe, und das zahlreiche, meiſt aus auswärtigen Sängern beſtehende Publikum folgte der Vorſtellung mit viel Intereſſe und ſpendete begeiſterten Beifall. „ Jubiläum. Am heutigen Tage ſind 25 Jahre berfloſſen ſeit der Eröffnungsfeier der Trambahn Mannheim⸗Ludwig 8hafen. Am Montag, den 3. Juni erfolgte alsdann die Betriebseröffnung. Die jüngere Generation wird heutzutage kaum begreifen, mit welcher Freude der erſte Pferdebahnwagen damals begrüßt wurde. Die Rentabilität des von dem Civil⸗Ingenieur Herrn Charles de Féral ins Leben gerufenen Inſtituts wurde ſ. Zt. ſtark bezweifelt und blieben für die erſten 10 Jahre die Zweifler im Recht. Mit dem Wachsthum der Städte Mannheim und Ludwigshafen jedoch nahm die Frequenz der Pferdebahn ſtetig zu und ſchnitten während r 55 12 Jahre die Inhaber des in eine Aktiengeſellſchaft umge⸗ wandelten Unternehmens ſehr gut ab. 1878 beſtanden nur zwei Linien: Rheinthor⸗Bahnhof Mannheim und Kettenbrücke⸗Bahnhof Ludwigshafen. Hinzu kamen ſpäter dann in Mannheim die Ver⸗ längerungen Rheinthor⸗Jungbuſchſtraße und Kettenbrücke⸗Damm⸗ traße und für Ludwigshafen die Strecke Bahnhof⸗Hemshof; einige Jahre darauf die neue Linie Pfälzer Hof⸗Neckarauer Uebergang.— Der hier im beſten Andenken ſtehende Direktor Emil Rietzſchel, trat im Jahre 1877 ſchon in den Dienſt des Unternehmens, deſſen Direktion er länger als zwanzig Jahre leitete. Während dieſer langen Zeit hat ſich Herr Emil Rietzſchel, der ſeit 1902 in die Direk⸗ tion der bergiſchen Kleinbahnen in Elberfeld berufen wurde, durch ſeltene und Liebenswürdigkeit ausgezeichnet, ſo daß ihn ſein großer Bekanntenkreis damals nur ungern ſcheiden ſah. 30 jähriges Dienſtjubilaum. Herr Direktor Beyer feiert am heutigen Tage das 30 jährige Jubiläum ſeiner Thätigkeit als Leiter des hieſigen Gas⸗ und Waſſerwerks. RNeuer Lokalzug. Vom 2. Juni ab verkehrt Werktags auf der Strecke Mannheim⸗Schwetzingen ein nen eingelegter Lokalzug, deſſen Fahrplan aus dem Inſeratentheil dieſes Blattes zu erſehen iſt. * Gine kleine Aufregung erlitten, die Paſſagiere, welche den am erſten Pfingſttag von Lndwigshafen nach Neuſtadt verkehrenden direkten Zug, 1 Uhr 30 Min. ab Ludwigshafen, benützten. Der Zug fährt bekanntlich von Ludwigshafen nach Neuſtadt ohne Anhalten an den Zwiſchenſtationen durch. Kurz vor der Station Mutterſtadt wurde nun die Bremſe gezogen, Alles ſtürzte nun an die Fenſter, in der Meinung, daß dem Zug ein Unfall paſſiert ſei. Soviel wir er⸗ fahren konnten, war der auf„freſe Fahrt“ ſtehende Semaphor ge⸗ fallen 0 zeigte das„Haltſignal“. Der Zug kam nicht ganz zum Stehen, ſo daß ein Aufenthalt in der Fahrzeit, welche für die Strecke Ludwigshafen⸗Neuſtadt nur 30 Minuten beträgt, nicht eintrat, Polizeibericht vom 31. Mai bis 2. Juni, 1. Die im Polizeibericht vom 25. Mai erwähnte Schreinerehefrau welche ſich mit Spirftus perbrannt hatte, iſt am 30. Mai abends 6½ Uhr an den erlittenen Brandwunden im allgemeinen Krankenhaus geſtorben. 2, Am 31. Maf nachmittags 2 Hakenbau, einem Nebenwaſſer des Rheins, Wald eine unbekannte Frauenleiche, an die ein altes Kind männlichen Geſchlechts gebunden war, geländet. Die Leichen haben nur wenige Stunden im Waſſer gelegen. Die Frauensperſon mag etwa 27—35 Jahre alt geweſen ſein, hat Uhr wurde im ſogenannten beim Neckarauer etwa 4 Jahre Spuren der trockenen Flechte. Bekleidet war ſie mit gelbfarbigem Netztrieothemd, weißleinenem Hemd mit kurzen Aermeln R. B. ge⸗ zeichnet, Corſett mit Schoner, gelbfarbigem Unterrock mit ſchwarzer Litze am untern Rand, weißem Unterrock mit Spitzenbeſatz, ſchwarzem Oberrock, weißblau und gelbgeſtreifter Taille, ſchwarzem Gürtel, neuen Knopfſtiefeln. Jäckchen, weißem Tragkleidchen, weißen Spitzenhäubchen und war in 2 weiße Windeln eingewickelt. 3. Der frühere Stadtpfarrer Bauer, deſſen Aburtheilung in den hieſtgen Amtsgefängniß erhängt. 4. Mehrere Bekrunkene, die in verſchiedenen Stadtgegenden aufge⸗ gelffen wurden, mußten auf die betr. Revierwache verbracht werden. Neun Kürverperlezangen— verübt auf dem Kaiſerring, in der 2. Sreſtente vor dem Hauſe Eichelsheimerf ſtraße 43, in der Wirth⸗ ſchaft zum Rheinſchiff H 7, 28, in der Wirthſchaft Rheindammſtraße 55 auf dem Lindenhoſſteg, auf der Mannheimerlandſtraße, im Hauſe 4. langten zur Anzeige. 6. Verhaftet wurden 25 Perſonen wegen verſchiedener ſtraſbarer Handlungen. Beueſte Bachrichten und Telegramme. Orivat-Telegramme des„General-Anzeigers“ Offenbach a.., 2 Junt.(Frkf. Ztg.) Heute Nacht ent⸗ ſtand wegen eines Frauenzimmers eine S chlägerei, wobei Meſſer und Säbel gebraucht wurde. Ein Soldat aus Mainz erhielt 7, ein Schutzmann 2 Stiche in den Unterleib. Beide liegen ſchwer dar⸗ nieder. Ein Wirth wurde ebenfalls ſchwer verletzt. Die Haupt⸗ thäter ſind verhaftet. *Petersburg, 2. Juni. Kaiſer Nikolaus empfing geſtern in Gegenwart der Königin Alexandra den deutſchen Militärbevoll⸗ mächtigten von Lüdwitz in Audienz, welcher im Auftrage Kaiſer Wilhelms ein Modell der neuen„Deutſchen Litewka überreichte. ee Tabaksmonopol eingeführt. Venedig wurde für 15 Jahre eine Konzeſſion verliehen. Ausbeutung des Monopols beginnt im Jahre 1904. 5. de Unruhen in Indochina. Paris, 2. Juni. Miniſter Deleaſſe erhielt ein Telegramm aus Peking vom 1. Juni: Thunglian cheilte dem franzöſiſchen Ge⸗ ſandten ein Telegramm des Vizekönigs von Jümman mit, in dem es heißt: alle Franzoſen ſind unter Geleit in Junanfu angekom⸗ Die haben,(Vgl. Ausland. D. 9 Zum Ueberfall bei Figig⸗ * Paris, ⸗2. Juni. Firmin⸗Faure richtete an den e wel getödket wurden. Auch der ſonſtige Menſchenverluſt iſt bedeutend. dunkles Kopfhaar, gute Zähne und zeigt an ihrem Körper reichliche ſchwarzen Strümpfen, braunen Gummiſtrumpfbändern und faſt noch Das Kind war bekleidet mit weißleinenem Hemdchen, weißem nächſten Tagen bevorſtand, hat ſich in der Nacht vom 1/. Juni im Querſtraße 12, vor der Wirthſchaft zum Rheinthal in Käferthal— ge⸗ In Montenegro wurde ein Einer Aktiengeſellſchaft in men. Ich kann mich dafür e daß ſie nichts zu Miniſterpräſ ſidenten Combes ein Schreiben, in dem er er⸗ klärt, daß er ihn am Donnerstag in der Kammer über Maß⸗ Regierung zu ergreifen Die Wirren auf dem Balkan. * Konſtantinopel, 1. Juni.(Frkf. Zig.) Die Pforte ſendet nach Smerdes eine Enquete⸗Kommiſſion. Nach ſehr zuverläſſigen Berichten konnten die Truppen, unterſtützt von Baſchibozuks ſofort nach Sonnenuntergang in Smerdes ein⸗ ziehen und machten alles, was nicht flüchtig ging, nieder. Wie jetzt feſtſteht, wurden im Ganzen 247 Perſonen, Männer, Frauen und Kinder, die ausſchließlich der bulgariſchen Nation angehören, getödtet. Darauf wurde die Ortſchaft an vier Enden ip Brand gelegt und dem Erdboden gleich gemacht, Ueberſchwemmungen. *New⸗Mork, 2. Juni.(Frkf. Ztg.) Der Cyklon in Gaines⸗ e erſtörte eine Baumwollfabrik, wo allein 200 Menſchen »New⸗Mork, 2. Juni,(Frkf. Ztg.) Die Berichte aus dem Weſten über Ueberſchwemmungen lauten jetzt beſſer. Das Waſſer fällt. Der Menſchenverluſt beziffert ſich auf insgeſammt 30 Perſonen, der Materialſchaden auf 5 Millionen Dollars. »Kanſas City, J. Jun. Die Union Paeifie⸗Eiſen⸗ bahnbrücke über den Kanſas iſt eingeſtürz t. 27 Perſonen ſollen ertrunden ſein. Durch das Wa ſſer wurde in der Stadt großer Schaden angerichtet. Fünf Brücken wurden weggeſchwemmt. *Topeka, 1. Juni. Wie jetzt bekannt wird, ertkranken in Nord⸗Topeka wenigſtens 150 Perſonen, eine weit größere An⸗ zahl wird vermißt. Die ganze Stadt Nord⸗Topeka iſt über⸗ ſchwemmt. Man fürchtet, daß alle Gebäude im nördlichen Theil der Stadt weggeriſſen werden. Im ganzen öſtlichen Kanſas wurden Boote aufgebracht und ſchleunigſt nach Topeka entſandt, um die Rettungsarbeiten aufzunehmen, da man nur mit Booten zu den Ueberlebenden gelangen kann. In Nord⸗Topeka ſind 87 Perſonen ſeit Freitag in einem Getreideelevator eingeſchloſſen. Es iſt Aus⸗ ſicht vorhanden, ſie zu retten, wenn der Bau nicht einſtürzt. Von Nord⸗Topeka aus iſt in keiner Richtung Land zu ſehen. Auch in den anderen Theilen von Kanſas und im Staate Miſſouri richteten die großen Schaden an. 8S8S„ Berliner 2 Drahtbericht. Di(verlin, 2. Juni. Prinz Julius von Schles⸗ wig⸗Holſtein, der Bruder des Königs von Dänemark, iſt geſtern Abend 6 Uhr geſtorben.— Geſtern Abend explo⸗ dirte bei der Köpnikerbrücke ein mit 8 Perſonen beſetztes Motorboot. 2 Perſonen wurden ſchwer, 1 leicht verletzt.— Die 14jährige Schülerin Dina Hoffmann wurde geſtern Abend am Spreeufer als Leiche aufgefunden. Es liegt ein Luſtmord vor, da das rechte Bein abgeſägt iſt. 1000 Mark ſind auf die Ergreifung des Thäters ausgeſetzt.— Nach einer Meldung aus Oſtrowo wurde die Ehefrau des Wirthſchafts⸗ beſitzers Ghretzki in Kusnica, als ſie Abends in den Stall ging, r dringendem Verdacht ſind die Nachbarsleute und deren 16jähriger Sohn. Sie wurden verhaftet.— Mannheimer Marktbericht vom 28. Mai. Stroh per 2— M..60 bis M..—, Heu M..50 bis M..—, Kartoffeln M..— bis M..— per Ztr., Bohnen per Pfd. 00-00 Pfg., ee per Stlck00—00 Pfg., Spinat ver Portion 00—10 Pfg., Wir ſing ver Stück 00 Pfg., Rothkohl per Stück 0000 Pfg., Weißkohl p. St. 00 bis 60 Pfg., Weißkraut per stück 00 Pfg., Kohlrabt 3 Knollen 6⸗00 5g., Kopfſakat v. Stück 10—00 Pfg., Endivienſalat per Stück 00—00 I9% Feldſalat v. Portion 00 Pfg., Sellerie p. Stück 15—20 Pfg., Zwiebeln p. Pfund.⸗10 Pfg., rothe Rüben per Pfund 0⸗00 Pfg., weiße Rüben por Portion 0 Pfa., gelbe Rüben per Pfd..00 Pfg., Carrotten per Büſchel 0 Pfg., Pflück⸗Erbſen per Portion—0 Pfg.,Meerrettig per Stange 15—20 Pfg., Gurken per Stück 15—25 Pfg., zum Einmachen per 100 Stück.00 Nk., Aepfel per Pfd. 00—00 Pfg., Birnen per Pfd. 00—00 Pfg., Kirſchen per Pfd. 00—00 Pfg., Trauben per Pfd. 00 Pfg. Pfirſiche per Pfd. 00—00 Pfg., Aprikoſen per Pfd. 0 Pfg., Nüſſe p⸗ 25 Stück=00 Pfg,, Haſelnüſſe per Pfd. 35 Pfg., Gier ver 5 Stück 30—35 Pfg., Butter per Pfd..10—.20., Handkäſe 10 Stück 40 Pfg. Breſem per Pfd. 50—60 Pfg., Hecht per Pfd. 1,20 M.„Barſch per 70—80 Pfg., Weißfiſche per Pfd. 50 Pfg., Laberdan ber Pfd. 00 P Stockſiſche per Pfd. 00 Pfg., Haſe per Stück.00—0 00., Reh pe kg..00—.00., Hahn(jg.) p. Stück—.00., Huhn(jung) per. Stück—.00., Feldhuhn per Stück.00—.00., Ente per 15 —.00., Tauben per Paar 11.20., Gans lebend per —0., geſchlachtet per Pfd. 00—00 Pfa., Aal.20—00 Spargel 20—50 Pfg. Waſſerſtandsnachrichten vom Mougt Mai. Pegelſtationen Datum: 5 vom Rhein: 28.29.30.31..2.[Bemerkungen Kouſtaunz 36,67 3,71,75 1+* Waldshut 42,87 2,88 2,89 292 2,97 Hüningen„„66„ 2,45 2,44 2,50 Abds. 6 Uhr Kehlll J2712,752,77,85 2,82 N. 6 Uhr Lanterburg 44,134,21 4,25 4,27 Abds. 6 Uhr Maxau„4,10 4,184,324,23 4,24 2 Uhr Germersheim J3,92 3,98 4,00.-P. 12 Ahr Maunheim 43,57 3,613,66 3, 70 3,69 Morg. 7 1 Wainz 8„⁵.-P. 12 Uhr Biuget, J,72 17⁴ 1579 10 Uhe Mn;,, 197 2,08 2,18 2 ÜUhr Koblenz 2,112,112,14 10 Uhr Höln 22701 2,05 2 Uhr Nuhrort.,48 1,441,42 6 Uhr vom Neckar: Maunuheim 3,32 3,56 3,51 3,65 3,64 v. 7 Uhr Heilbronn J,560,54%46%58 w. z Uhr Verantwortlich für Politik: Cheſredatteur Dr. Pant Har ms. für Lokales und Provinzielles: Eruſt Müller, für Feuilleton und Volkswirthſchaft: Georg Ehriſtmaun, für den Juſeratentheil: Karl Apfel. Druck und Verlag der Pr. H. Haas ſchen Buchdruckerei G. m. b..: i..: Ernſt Müller. nornSIIDb 161. 1409 aEBR. 35 K1 5 Anfert isüng 5 eleganter nerren-garderoben nach Maass Tauelbe: Site. Grosse Stoffauswall. ae krete 8. Srlte. Kaukurs⸗Berfahren. Das Konkursver⸗ fahren über das Ver⸗ mögen des Abrah. Salomon Wolf, Weißwaarenhändler, Maunheim, betr. Jur Schlußwertheilung find Mk. 3816 verfügbar. Laut dem bei Großherzoglichem Amtsgericht Mannheim hinter⸗ legten Verzeichniß werden dabei Mk. 19,500.22 nicht bevorrechtigte Forderungen berückſichtigt. Maunheim, 29. Mai 1903. Georg Fiſcher, Konkursverwalter. 7116 Aonkurs⸗Jerfahren. Zur gerichtlichen Schlußver⸗ theflung in dem Konkurſe Guten⸗ berg⸗Druckerei Gebr. Merk in Maännheim ſind M. 395.02 ver⸗ fügbar. Dabei ſind zu berück⸗ ſichtigen: M. 224.41 bevorrechtigte, „ 14,523.09 unbevorrechtigte Forderungsbeträge, 7107 Mannheim, 30. Mai 1908. Friedrich Bühler, Konkursverwalter. Fahruiſſe⸗Verſteigerung in L II, 15, parterre. Dounerſtag, 4. Juni 1903, Morgens 9 uhr und Mittags 2 Uhr werden öffentlich gegen Baar⸗ Jahlung verſteigert: 1 Garnitur: Canapee und uleuil, Cauapeetiſch, Silber⸗ ſchrank, Schränke, Canapee, Pfeilerſchräukchen, Waſchtiſch mit Spiegel, Conſols, verſchiedene Lüster(darunter 1 Lüſter für Wachskerzen mit vergoldeter Meilallaarbeit), Spiegel, Vor⸗ bange, Ofenvorſätze, Gartenmöbel von Holz und Eiſen(eiſ. Tiſch, eiſ.Caugpee elſ Stühle), Geſtelle, Holzkaſten, Schirmgeſtelle, Wein⸗ Pock ze. zc., Porzellaufiguren u. Nippfachen, Herrenpelz u Mütze, Jußſack, Rückgratsſtrecker für Kin⸗ Ver, Küchenſchrank, Tiſche, Gas⸗ ſherd, Sevirbretter, Büſten, Kunſt⸗ gegenſtände, Oelgemälde und mehr. 7085 Maunheim, 29. Mai 1903. Waiſenrath: Karl Becker. Jwangs⸗Verſteigerung. Mittwoch, den 3. Juni 1903, Nachmiſtags 2 uhr, werde ich im Pfandlokale 4, 5, hier, gegen baare Zahlung im Vouſtreckungswege öffeutlich ver⸗ feigern: 71ʃ7 1 ſeldenen Divan, 1 Bücher⸗ ſchrank, 1 Spiegelſchraunk, 2 franzöſiſche Bettſtellen mit Roſt und Matratzen, 1 Sekretär, Kelei⸗ derſchräuke, 1 Kommode, 1 Vogel⸗ ſhecke, 1 Sopha, 2 Paar Vorhänge mut Stangen Mannheim, den 1. Juni 1908. Striegel, Gerichisvollzieher. Zwangs⸗Verſteigerung. Mittwoch, den 3. Juni 100·, Nachmittags 2 Uhr werde ich in dem Pfandlokale 24½ 5 im Vollſtreckungswege 1 alten u. 4 junge Hunde (Rehpinscher) gegen Baarzahlung öffentlich verſteigern. 7115⁵ Fahnert, Gerichtsvollzieher, Traitteurſtraße 61. Zwangs⸗Nerſteigerung. Dienſtag, den 2. Juni 1903, Nachmittags 2 uhr werde ich im Pfandlokal ,5 bahier im Vollſtreckungswege gegen baare Zahlung öffent⸗ ich verſteigern: 7418 Möbel verſchiedener Art. Mannheim, 1. Juni 1908. Harder, Gerichtsvollzieher. Zwangs⸗Verſteigerung. Mittwoch, den 3. Juni 1903, Nachmittags 2 Uhr, Wwerde ich im Pfandlokal 4,5 . en Baarzahlung öffent⸗ ver 8 2 öbel aller Art, Betten, 1 Näh⸗ maſchine, Dezimalwaage, 1 Pia⸗ , 1 Tabakſchneidemaſchine, 1 Sodawaſſerapparat und 8 7120 nheim, 2. Juni 1908. Nopper, Gerichts vollzieher. Berzebung von Bausrbeiten. um Neubau der Kreispflege⸗ alt in Sinsheim a/E. ſollen aun Auftrag der Krelsverwaltung ſehend verzeichnete Arbeiten Aagebotsverſaßten auf Einzel⸗ Preiſe bergeben werden: Srabarbelten, Maurerarbeiten, Steinhauerarbeiten, ee, mentbetonarbetten. Die Pläne und Bedingungen Wunen bei dem Unterzeichneten vom 3. 9 55 ab täglich von —12 Uhr Morgens einge⸗ werden, woſelbſt auch die ote verſchloſſen und mit prechender Aufſchrift ver⸗ 625 bis 15. Juni d.., Abends 5 Uyr einzureſchen find. 18591 Heidelberg, den 30. Mai 1908. Die Bauleitung: Ph. Thomas, Architekt. Kopfschuppen beſeitigt man ſicher mit dem Topfschuppenwasser e der Waldhof⸗Apotheke. 1 k. 6915 Großh. Bad. Staatseſſenbahnen. General⸗A Bekanntmachung. Von Dienſtag, 2. Juni l. J. ab wird bis auf weiteres an Werktagen Schwetzingen ab ein weiterer Lokalzug in folgendem Fahrplan bis Mannheim abgefertigt: a Schwetzingen b 53 Vorm. Brühl in d„ 585 Rheinau„ 58•„ 550 Stengelhof 80„ 601 Altripp„ 605„ 606 Neckarau„ 11 Nathhausſtraße„ 613„ 613 Fabrikſtation„ 616„ 616. Mannheim Hptbhf. 6²⁰ Mannheim, den 30 Mai Der Großh. Betriebsinſpektor. 77 1903. 13618 Naturheilverein. Morgen Mittwoch, den 3. Juni, Abends 8 uhr: Oeffentli cher Vortrag im Kaſtuo, R 1, 1, über:„Hochen ohne Feuer! Die Anwendung der Kochkiſte als bedentendes Sparmittel im Haushalt!“ des Vortrags.) erhoben. Referentin Frau Bieber.(Kochproben während Für Nichtmitglieder werden 20 Pfg. Eintrittsgeld 13581 Zahlangs⸗Aufforderung. Wir machen darauf auf⸗ merkſam, daß das zweite Viertel der ſtädtiſchen um⸗ lage für 1903 heute fällig wird und erſuchen ergebenſt, die ſchuldigen Beträge bei Vermeiden der perſönlichen Mahnung gefälligſt anher zu entrichten. Wir fügen bei, daß jeder Staatsſteuerpflichtige zur Zahlung ſtädt. Umlagen ver⸗ pflichtet iſt und einen Forder⸗ ungszettel bei uns erheben kann, wenn ſolcher etwa nicht an ſeine Adreſſe gelangt ſein ſollte. 29000/32 Mannheim, 2. Juni 1908. Stadtkaſſe: . Bopp. Bekanutmachung. Wir bringen hiermit zur Kennt⸗ niß der Betheiligten, daß am Donnerſtag, 110 Juni 1903, un Freitag, 5. Juni 1903, jewells Vormittags von s bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr im erſten Stock des Polizeigebäudes auf dem Wald⸗ hof, Sandſtraße No. 15, Zahl⸗ ungen an umlagen und auderen 2 ſtäbtiſchen Gefällen eutgegen ge⸗ nommen werden. Mannheim, den 27. Mai 1908. e 8 0 5 5.———220 I5 eine im September d. J. ſtaitſiudende Truppen⸗ Uebung beabſichtigt die Militärverwaltung 340 Pferde ſchweren Schlages nebſt 174 Pferdepflegern auf die Dauer von 6 Tagen zu ermiethen. Pferde und Pferdepfleger werden vorausſichtlich am 17. September früh 8 uhr in Mraben zu ſtellen ſein.— Entlaſſung am 22. Septbr., Nachinittags in Fppingen. Pferdebeſitzer und Unternehmer, welche bereit ſind den geſammten oder einen Theil des Bedarfs zu ſtellen, werden erſucht, ihr Ange⸗ bot ver unterzeichneten Inten⸗ dantur, welche zur Auskufftser⸗ theilung bereit iſt, zum 15. Juni d. Is. poſtfrei einzuſenden. 8600 Karlsruhe, 26. Mai 1903. Juendantur 14. Armeekorps Hemden⸗ Klinik!! Planken P 4, 12, 3 Tt. Schlechtſitzende u. deſekte Herren⸗ hemden werden mit neuen Ein⸗ ſätzen, Hals⸗ und Armbindchen verſehen und unter Garantie für vorzügliches 55 en von einer Hemdenfäabrik billigſt berechnet zugeſtellt.— Tadelloſe Anſerti⸗ gung nach Maaß. 5890 .Maisch acht, F 3, 4. Fel. 2208. nächſter Nähe der Hauptpoſt iſt entſchleden die beſte Bezugs⸗ quelle für Butter u. Küſe on detall offerire: Hochf. Süßtahmtafelbuter (Theebutter), „ Süßrahmbutter ilB. (Schweizerbutter). KHKasSe: Gchten vollſaftigen Emmenthaler Käse Edamer 55 Gauda 55 RHamadoeur 55 Camembert Edelrauthenkäse Jardellenkäse Bierkäse und noch verſchiedene andere Kaſe, 7 Geſchmacksrichtung echnung getragen. Ferner: Wegen Benützung ger Turn⸗ halle in der Louiſenſchule als Maſſenquatier fällt unſer FTurnbetrieb bis inel. 8. Juni aus. 13576 Jer Furnrath. ssssasssssssaas? 2 Zum heutigen 26. Wie⸗ Agenfeſte des Muſiklehrer's 2 Herrn Emil Nullmeyer,. 2 J kitiulieren herlicht. 4 dsroß Seine Schüler. 2 Sddee FRaanseeeene 2 Die ęlilcbliche Geòurt teines sirammen 18628 Vungen zelgen lochierfreu an Frolurist Jejchmann und Frali. SSsassssssesse Aammfieim, 2 Hfingatmomtag, Igog. N ende dersssssdsl Wieder eingetruffen: Störfleisch Borzügliche Spargel⸗Beilage. Afred Hrabewski D 2, 15. Teleph. 2190. Echt Frankfurter Aepfelwein (Adam Rackles) empfiehlt 3587b Alfred Rrabowski D 2, 15. Teleph. 2190. Jan Reinardt's Zutter- U. Näsc-Nersandthaus. Aelteſtes Geſchäft am Platze. Detail-Verkauf nur S 1, 7. 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Wechſel der Aktionäre J7500 000— Aktien⸗Kapitall J10 000 000 Grundbeſitz(Geſchäftshaus) 258 14370 Kapitalreſervefongssds 28 94319 Hypotheken +7——„—ä J4742118(37 Prämienreſerven Mündelſichere Werthpaßte 224 437 50 a, Lebens⸗ und Renten⸗Verſicherung. 2127 825ʃ64 Darlehen auf Policen„„„ 58 62786 b. Unfall⸗ und Haftpflicht⸗Verſicherung 19 90442 Guthaben bei Bankhäuſeen 227 63098% Prämienüberträge Guthaben bei anderen Verſicherungs⸗Unter⸗ a. Lebens⸗ und Renten⸗Verſicherung. 339 062.93 nehmungen VFVP⸗•h 55 685 28 pb. Unfall⸗ und Haftpflicht⸗Verſicherung. 315 47614 Geſtundete Prämien(noch nicht fällige Reſerven für ſchwebende Verſtcherungsfälle Prämienraten))% 140 549031 a. Lebens⸗ und Reuten⸗Verſicherung 10 141/23 Wütändiges 402214 b. Unfall⸗ und Haflpflicht⸗Verſicherung 108 796— Ausftände bei Verſicherten und Agenten 101 281036 Gewinnreſerven der Verſicherten 5 5142892 Baarer Kaſſenbeſtand 32355 3 06946 Spezial⸗Reſerveenn 125 710½27 Jnventar und Druckſachen 33 12052 Guthaben anderer Verſicherungs⸗Unter⸗ Kautionsdarlehen an verſicherte Beamte 5 832— nehmungeen 197 360046 Sonſtige Aktiva(hinterlegte Kautionen) 270 450— Baarkautionen% 8 52015 Paſſiva inel. hinterlegte Kautionen 271 061ʃ45 Nachdruck wi itt. einn 8 25 73268 d nicht bonoritt⸗) D 827568 28 Die in die vorſtehende Bilanz Genehmigt in der ordentlichen Generalverſamml Der Jahresbericht kaun koſtenfrei von de in di eingeſtellte Prämienreſerve iſt nach den Vorſchriften des§ 56, Abfatz 1 des Geſetzes über die privaten Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901 und zwar ohne Anwendung der Zillmer' ſchen Amortiſations⸗Methode oder einer ähnlichen Methode berechnet, alſo voll zurückgeſtellt worden. ung vom 27. Mai 1903. r Geſellſchaft bezogen werden. 18828 Hamburz⸗Anerika⸗Linie Hamburg. Hambug-Neuyorkg Doppelſchrauben⸗ Schuelldampfer⸗ Befürderung. Ooeanfahrt —6 Tage. 35 Wege Nachricht geben. Ferner Dlenſt mit reguläkren Doppelschrauben⸗ Dampfern. Fahrkarten zu Original⸗ preiſen bei 12528 Walther& von Beckes, in Mannheim. Ph. Sams in Schwetzingen. Grossmutter, Frau Vvon der Leichenhalle des Die Direktion. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere treubesorgte Mutter und Susanna Poetteher WWe. heute früh 6 Uhr im Alter von 69 Jahren 5 Monaten nach schwerem Leiden zu Lsich abzurufen, wovon wir Verwandten, Freunden und Bekannten nur auf diesem Mannheim, Stuttgart, den 2. Juni 1903. Im Namen der Histerbliebenen: Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. geb. Graf 18855 5 Familie August Bauer, 35 Friedrich Hager, 75 Martin Kolb. ., NMachmittags 3 Uhr städt. Friedhofes aus statt, Großh. Hof⸗ u. Nationaltheater in Mannheim. Dienſtag, den 2. Juni 1903. 89. Vorſtellung. Der blinde Paſſagier. 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Was nun den Artikel ſelbſt betrifft, weiſe ich zunächſt darauf hin, daß ſolcher nicht aus amtlichen Quellen ſtammt Ueber eine bei mir amtlich eingeforderte Wurſtſorte, Gelegenheitsparthie, welche als 4. Qualität Cervelatwurſt bei mir reißenden Abſatz fand(in 8 Ponaten in Frankfurt und hier über 5000 Pid. verkauft) und vorwiegend von dem weniger beg 1 ba Graff in ſeiner ausführlichen chemiſchen Analyſe u. Arbeitern als akademiſch gebildeten Leuten dieſe Wurſt zum probiren gab, alle hät ten ſie mit größtem Da der Artikel nun nicht amtlich iſt, bleibt für mich kein Zweifel, Eine ausführlichere Erklärung behalte ich mir vor, wenn man es amtlicherſeits für nöthig erachtet, darüber eine behördliche Aeußerung zu bringen, wozu üreines Erachtens indeſſen keine Veranlaſſung vorliegt. Man ön ſich ſelbſt in meinem Geſchäft von der Qugilität und der Preiswürdigkeit meiner Waaren; der enorute Abſatz aller Wurſt und Schinkenarten(mehr gls 50 verſchiedene Sorten) beweiſt geuügend die Haltloſigkeit der von einer gewiſſen Concurrenz in Scene geſetzten Manipulationen und Vorfälle hier ſchon hinein laneirt iſt. Freiwillige Mittheilungen von Kunden und Reiſenden haben mir nach dieſer Richtung ge⸗ ich den Zeitpunkt für geeignet halte, werde ich wiſſen, was ich dagegen Man ſordere Preisliſten und Proben und urtheile ſelbſt. Julius Maass, Mannheim, K 1, 2, Breitsstr. Telephon 2212. Speeial⸗Geſchäft in Norddeutſchen Wurſtwaaren. Größte Auswahl darin am Platze, goldene Medaille Bremen 1895. Allein⸗Verkauf der rühmlichſt bekaunten Wurſtfabrik von Fr. B Hoflieferaut, Hildesheim. Berliner Wurſtwaaren von A. Müller, Armeelieferaut Berlin. Wanr(Allein-Verkauf für Mannheim.) Denſtmadchen geſuche 35640 I„ perfekle brave Hetrſchaftsköchin per l. Juli oder 1. 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