Abonnemenk:(Badiſche Volkszeitung.) FJ0o Mfennig monatlich. Bringerlohn 28 Pfg. monatlichz Durch die Poſt bez. inel. Poſt⸗ auſſchlag M..42 pro Quartal. Einzel⸗Nummer 8 Pfg. E 6, 2. der Stadt Mannheim und umgebung.(Mann Erſcheint wöchentlich zwölf Mal. heimer Volksblatt.) Unabhängige Tageszeitung. Telegramm⸗Adreſſe⸗ „Journal Mannheim“ Telefon⸗Nummern: Direktion u. Buchhaltung 1449 Druckerei⸗Bureau(An⸗ e Geleſenſte und verbreitetüe Zeitung in ZHaunheim und Almgebung. E G, 2. nalmden Deuturd 515 Colonel⸗Zelle.. 25 Pfg. Schluß der Inſeraten⸗Aunahme für das Mittagsblatt Morgens 9 Uhr, für das Abendblatt Nachmittags 3 Uhr. Redaktion ö uswärtige Inſerate. 80„ 2 3 5 2 2 dition und Verlags⸗ diedelanegele..1t: Eigene Redaktions⸗Bureaus in Berlin und Karlsruhe. bng 6⁴¹ 377 2¹8 — Nr. 499. Freitag, 25. Oktober 1907. (Abendblatt.) Die Arbeiter beim Reichskanzler. Wie nach dem erſten deutſchen Arbeiterkongreß in Frank⸗ Reichskanzler Fürſt Bülow die Deputierten der Arbeiter empfangen. Am 18. Dezember 1903 war es, als das von dem Frankfurter Kongreß eingeſetzte ſtändige Komitee beim Fürſten Bülow ſeine Viſitenkarte abgab. Der Reichskanzler nannte die Frankfurter Tagung eine willkommene Erſchei⸗ nung, er habe volles Verſtändnis für die Beſtrebungen, die Gleichberechtigung der Arbeiter auf dem Boden der Selbſt⸗ hilfe und in ſtaatlich geordneter Intereſſenvertretung noch mehr zur Geltung zu bringen. Nicht minder ſympathiſch lautet die Anſprache, die er geſtern den Arbeitervertretern in Klein⸗Flottbeck hielt. Er hat ſeiner Freude Ausdruck ge⸗ geben über das Wachſen der dem Kongreß angeſchloſſenen Vereine, wie ihrer Mitgliederzahl. Der Unterſchied iſt aller⸗ dings beträchtlich. In Frankfurt vertraten 200 Delegierte etwas über eine halbe Million Arbeiter, in Berlin 300 Dele⸗ gierte rund eine Million Arbeiter und Gehilfen. Das iſt ein ſtattliches Wachstum, aus dem Kraft und Geſundheit ſpricht. Mit Recht konnte der Reichskanzler in ſeiner Anſprache aus dieſen Ziffern folgern, daß noch in weiten deutſchen Arbeiter⸗ kreiſen chriſtlich⸗nationale und monarchiſche Geſinnung vor⸗ handen ſei. Die Sozialdemokratie iſt mit nichten die Ver⸗ 10 tretung der deutſchen Arbeiterſchaft, wie ſie ſich ſo gerne nennt, und wird ſich gefallen laſſen müſſen, daß ihr einſeitiger 0 Klaſſenſtandpunkt, ihre republikaniſche Gefſinnung ihr die politiſche Vertretung der Arbeiterſchaft immer mehr ent⸗ windet. mannsgerichten in den letzten Tagen hat wieder ge⸗ zeigt, daß es in der Arbeiter⸗ und Gehilfenſchaft Kreiſe gibt, in denen die Sozialdemokratie nie Eroberungen machen wird. Der Berliner deutſche Arbeiterkongreß hat in der Hinſicht dieſelbe Bedeutung wie die letzte Reichstagswahl. Auch er hat beigetragen, die Legende von der Unübezwindlichkeit und Unwiderſtehlichkeit der Sozialdemokratie zu zerſtören. Es gibt keinen unaufhaltſamen Siegeszug der ſozialiſtiſchen Klaſſenbewegung. Der Berliner Kongreß hat es erwieſen. Noch geſtern ſchrieb der„Vorwärts“ in einem gerührten Abſchiedswort an den in die Feſtung ſpazierenden Genoſſen Karl Liebknecht von dem„Werk, das zu hindern keine Macht liſtiſche Bewegang unter der deutſchen Arbeiterſchaft hat ihren Höhepunkt überſchritten, ſie flutet langſam, aber ſicher zurück. Die ſozialpolitiſche, nationale Bewegung in der Arbeiterſchaft iſt im Vormarſch. Das iſt die Bedeutung des zweiten deut⸗ ſchen Arbeiterkongreſſes und in dieſer iſt er geſtern vom höchſten Beamten des Reiches gewürdigt worden. Fürſt Bülow hat eine beſondere Veranlaſſung die Be⸗ ſtrebungen des deutſchen Arbeiterkongreſſes zu fördern. Der deutſche Arbeiterkongreß, wie wir dieſen Komplex ſozialpoliti⸗ ſcher Beſtrebungen einmal nennen wollen, kann ihm ein wichtiger Bun desgenoſſe ſeiner allgemeinen Politik werden. Die Stärkung des deutſchen Arbeiter⸗ kongreſſes zieht nach ſich eine Schwächung der Sozialdemo⸗ kratie. Der deutſche Arbeiterkongreß iſt gewiſſermaßen das — furt a.., ſo hat auch nach dem zweiten, der in Berlin tagte, Der Ausfall der Wahlen zu den Kauf⸗ geſtern nur erklären: gegeben ſei.“ Das iſt eitel Schwindel und Phraſe. Die ſozia⸗ ſtreben, der deut und die„Sozialpolitik wird das Mittel ſein, mit welchem die Sozialdemokratie ſchließlich überwunden werden kann“ (Baſſermann in ſeiner Eßlinger Rede). Die Niederhaltung der Sozialdemokratie aber iſt heute der einzig ſicher erſchei⸗ nende Weg zur Ausſchaltung des parlamentariſchen Einfluſſes des Zentrums, mit welcher Frage Bülow ſteht und fällt. Die Förderung der ſozialpolitiſchen Beſtrebungen des deutſchen Arbeiterkongreſſes durch die Reichsregierung iſt ſomit ein direktes Intereſſe der allgemeinen Politik des Fürſten Bülow. Nicht umſonſt hat Baſſermann in Wiesbaden und Eßlingen die Sozialpolitik ſo ſtark in den Vordergrund geſtellt. Die ſehr warm gehaltene Kundgebung des Kaiſers an den zweiten deutſchen Arbeiterkongreß bedeutet gleichfalls eine An⸗ erkennung der allgemein politiſchen Bedeutung einer Fort⸗ führung der Sozialreform. Fürſt Bülow hat geſtern ſelbſtverſtändlich dieſe Zu⸗ ſammenhänge nicht berührt. Aus der warmen Anerkennung aber, die er den Männern des deutſchen Arbeiterkongreſſes gezollt hat, ſieht man doch, welche große politiſche Wichtigkeit er den Organiſationsbeſtrebungen der Arbeiter auf nationaler, antiſozialiſtiſcher Grundlage beimißt. Und er verſicherte den Vertretern der nationalgeſinnten Arbeiterſchaft, daß die Sozialpolitik nach dem Willen des Kaiſers fortgeführt werden würde, wenn auch nicht immer ſo raſch, wie es der Arbeiter⸗ kongreß wohl wünſche. Die Worte ſind ſchön, aber ſolange die Taten fehlen, befriedigen ſie doch nur zum Teil. Schon zu Beginn des Jahres 1903, alſo noch vor dem Frankfurter Kongreß, hatte Fürſt Bülow den Ausbau der ſozialen Geſetzgebung die Aufgabe des Jahrhunderts genannt: „Der Kaiſer iſt auch davon durchdrungen, daß die Arbeiter gleichberechtigt ſein ſollen mit den anderen Ständen und Klaſſen und daß dieſe Gleichbetechtigung ihren geſetzgeberiſchen Ausdruck finde.“ Dann kam Anfang 1904 durch Poſa⸗ dowsky die Ankündigung von Geſetzentwürfen über die Rechts⸗ fähigkeit der Berufsvereine und Arbeitskammern. Inzwiſchen ſind drei Jahre verfloſſen, die angekündigten Geſetzentwürfe ſind noch nicht zur Erledigung gelangt. Fürſt Bülow konnte „Ich füge hinzu, daß ich meinerfeits alles tun werde, um die Einbringung und die parlamentariſche Erledigung des in Ausſicht ſtehenden Reichsvereinsgeſetzes und des Arbeitskammergeſetzes zu fördern“. Was gerade letzteres anlangt, ſo iſt ja dieſer Tage aus den„Münch N. Nachrn.“ bekannt geworden, daß der Geſetzentwurf noch im Laufe der nächſten Reichstagsſeſſion fertiggeſtellt werden ſoll. So hofft man, hieß es da. Wir ſagen lieber, erwarten es ganz be⸗ ſtimmt. Herr von Bethmann⸗Hollweg und Fürſt Bülow haben ja darin vollkommen Recht, daß die Reichsregierung Sozial⸗ politik der Induſtriearbeiterklaſſe nur unter Berückſichtigung der Intereſſen aller Stände treiben kann. Aber die Reichs⸗ regierung ſollte gerade von der allgemeinen poli⸗ tiſchen Situation her den Antrieb nehmen, in die Stetigkeit der ſozialpolitiſchen Geſetzgebung etwas mehr Temperament und Schwung zu bringen. Der Führer der geſtrigen Depution ſprach u. a. die bedeutungsvollen Worte:„Durch ein weiteres Ruhenlaſſen der Sozialreform guf dem genannten Gebiet(Koalitionsfreiheit) wird unſer Be⸗ ſchen Arbeiterſchaft zu nutzen, erh —— eblich er⸗Jerzielen! * 2 ſchwert und den verneinenden Nahrung zugeführt.“ Das ſind Worte eines Mannes, der weiß, wie die Stim⸗ mungen in der Arbeiterſchaft ſind. Fürſt Bülow und Herr von Bethmann werden ſie nicht überſehen. Das Kapikal au Vertrauen, an nationaler Geſinnung, das ſich im deutſchen Arbeiterkongreß aufzuſpeichern beginnt auf Grund unſerer ſozialen Geſetzgebung und das nicht nur eine große ſozial⸗ ethiſche, ſondern eine politiſche Bedeutung hat, könnte leicht wieder an die Sozialdemokratie verloren gehen, wenn auch die reifſten ſozialpolitiſchen Geſetzentwürfe noch immer einem Zögern und Zaudern begegnen, in dem ſchließlich die zu der Begründung des V weſen ausgearbeitet hat. — Arbeiter nichts mehr anders ſehen können als böſen Willen de Regierung, wie es die Sozialdemokratie tut. poſitisch * Kräften im Volksleben neue e Kebersicht. 1 Maunheim, 25. Oktober 1907. Das Reichsvereinsgeſetz und die Minderjährigen Es verlautet, daß das Reichsamt des Innern als Beilag ereinsgeſetzentwurfs eine umfaſſende Darſtellung aller zurzeit in den deutſchen Bundesſtaaten g tenden Beſtimmungen über das Vereins⸗ und Verſammlungs⸗ Das Druckwerk, welches zweifellos demnächſt auch dem Reichstage mit zugehen wird, gewähr ein ſehr anſchauliches Bild von der Buntſcheckigkeit, mit der ſich das öffentliche Leben Deutſchlands auf dieſem wichtigen Gebiete bisher hat abfinden müſſen. Recht intereſſant iſt e u.., ſich die Behandlung jugendlicher Perſonen in den ver⸗ ſchiedenen Bundesſtaaten zu vergegenwärtigen, ein Beiſpi das zwar bei weitem noch nicht zu den vielgeſtaltigſten, aber doch zu den für die Erörterungen im Reichstage bedeutſamſten gehört. Während in Bayern, Königreich Sachſen, Sachſen⸗ Meiningen, Anhalt, Reuß jüngerer Linie, Lübeck und Elſaß. Lothringen Minderjährige ohne Unterſchied als nicht voll⸗ berechtigt angeſehen werden, begnügen ſich Preußen, burg⸗Schwerin, Mecklenburg⸗Strelitz und Braunſchwe Schüler und Lehrlinge von beſtimmten Veranſtaltu zuſchließen. In Oldenburg und Schaumburg⸗ ſich Minderjährige, Schüler, Lehrlinge nicht an Vereinen beteiligen; Sachſen⸗Altenburg, Schwarzbt ſtadt, Schwarzburg⸗Sondershauſen und Reuß haben ein gemiſchtes Syſtem, welches von einzelnen tungen die Minderjährigen überhaupt, von anderen Schüler und Lehrlinge ausſchließt. Sachſen ſchließt Schulkinder und Perſonen, die noch i für den Beſuch der Fortbildungsſchule vorgeſchriebenen A ſtehen, von beſtimmten Veranſtaltungen aus, und in Lipp ſowie unter Umſtänden in Schwarzburg⸗Sondershauſe dem Alter von 18 Jahren eine entſcheidende Bedeutun gelegt. In den übrigen Bundesſtaaten werden die ju lichen Perſonen mit den Erwachſenen gleich behandelt. deutlich zeigt ſich hier die Schwierigkeit und Willkür Altersbegrenzung und wie begründet i allen Umſtänden Einhe Das Großherzogtu wie begründet iſt der Wunſch, itlichkeit für ganz Deutſchlan ckle wird Sammelbecken Dder fortſchrittlichſten Jozialpolitiſ chen Wünſche Zuntes Feuilleton. — Die Sau und der Gerichtsvollzieher. Eine köſtliche Ge⸗ ſchichte paſſierte der„Donauztg.“ zufolge kürzlich in der Nähe bön Paſſau. Stieg da eines Tages der Gerichtsvollzieher an einer Eiſenbahnſtation aus. Das iſt immer ein Ereignis, und ſchnell ber⸗ breitete ſich die Kunde. Ein Mann aus der Umgebung war gerade anweſend und ſein ſchlechtes Gewiſſen ſagte ihm, der Gefürchtete könne bei ihm Nachſchau halten. Flugs griff er einen Knaben auf und bedeutete ihm:„Sü, Bua, do haſt a Zehnerl, ohg lauf ſchnell zu mir hoam und ſag mein Wei, ſie ſoll gſchwind d Sau treiben, weil da Gerichtsvollzieha kimmt.“ Eiligſt miichte ſich der Bubh aus dem Staube und holte auf einſamer Straße einen un⸗ bekannten Mann ein. Wie der den Buben ſo eilig kommen ſah, frug er ihn:„No Kloana, wo aus den ſo gſchwind?“ Keuchend entgegnete dieſer:„J muaß ſchnell da auffi laufg und muaß an Wei von dem und dem ſagn, ſie ſoll gſchwind d Sau furttreibn, weil da Gerichtsvollzieher kimmt.“„Nu, den Gang kannſt Du dir erſparn,“ ertviderte der Fremde,„i kimm eh an dem Haus vorbei, dös ſag ihr i. Der naide Kleine ließ ſich das nicht zwei⸗ zadal ſagen und kehrt um voll Freude über den freundlichen Mann. Der richtete die Botſchaft auch wirklich aus, denn er war ſelbſt— der Gerichtsvollzieher. 5 Caruſo und die Hamburgerinnen. Ueber den Götzendienſt, den das Ewig⸗Weibliche in Hamburg mit dem Tenoriſten Caruſo anläßlich ſeines dortigen Gaſtſpiels getrieben hat, wird der„Köln. Ztg. geſchrieben: Was ich befürchtet hatte, iſt eingetroffen: Die Hhbat die Hitzegrade, die das Thermometer der weiblichen Herzens⸗ eergüſſe im borigen Jahre bei„Seinem“ Gaſtſpiel zeigte, noch über⸗ klettert. Es war einfach kein Halten mehr, und Glohetrotter, mit denen ich mich über dieſe Narretei unterhielt, behaupten, daß auch die Südländerin in ihren Gunſtbezeugungen für gefeierte Tenöre nicht mehr außer Rand und Ban gewöhnlichen Umſtänden äußerlich 2 98 Sall furt⸗ weibliche Verſtiegenheit in der Verehrung des großen Enrico Caruſo raten könne als die unter von der einmal ein Spaßvogel behguptet hat, ſie trage an der Stelle, wo andere Mädchen des deutſchen Vaterlandes ihr Herz hätten, das Hauptbuch ihres kaufmänniſch tätigen Herrn Vaters. Kein Zweifel, Caruſo iſt ein großer Künſtler, und auch ſehr kritiſch ver⸗ anlagte Männer, die ſeinen Bajazzo und Radames geſehen haben, ſtanden unter dem Eindruck einer in ihrer Art vollkommenen Leiſtung. Begeiſterte Auszeichnungen, wie ſie im Theater üblich ſind, hat er alſo gewiß verdient. Auch braucht man ihm deshalb nicht beinghe den Wagen auszuſpannen, mit heiſern Ebviva⸗Rufen ein Stück hinterher zu laufen, ſich gegenſejtig mit häßlichem Lär⸗ men zu drängen und zu ſtoßen, um womöglich einen Händedruck von ihm zu erpreſſen, mit einem Wort: ſich wider alle Vernunft zu betragen? Es gibt manche vortreffliche Künſtler, tiefdenkende Meiſter des Worts, der Farbe, der Töne, Männer, die biel Grö⸗ ßeres geſchaffen als Caruſo; aber ſie ſind kaum je auch nur halbwegs Gegenſtand ſolch zudringlicher und geradezu würde⸗ loſer Sympathiebeweiſe. Das iſt ſchon mehr die aus keit auf ſeinen weiblichen Zuſchauerkreis wirkenden ſpaniſchen Torero entgegenbringt. Was ſich aber im Lande der Kaſtanien in dieſer Form zwanglos und vielleicht ſogar maleriſch gehoben aus dem Volkstum ergibt, wirkt in unſern nebligen Breiten, wo alles Maß und Geſetz hat, vie hyſteriſche Unnatur. Die Zu⸗ dringlichkeit gerade des weiblichen Geſchlechts wiederholte ſich bei der Abreife Cäxuſos auf dem Hauptbahnhof, wo die verehrten Damen ſo lange ihre Evvivas por dem Abteil Caruſos in die mit Lokomotiv⸗ qualm angefüllte Luft hineinriefen, bis der angehimmelte Olympier ſich zeigte und ſich die Hände drücken und küſſen laſſen mußte. Dann lief die erregte Herde noch ein Stück mit dem Zuge, und tränen⸗ feuchte Spitzentaſchentächer winkten dem eindrucksgewaltigen Manne die letzten Grüße zu. 25— Ein„Naturmenſch“ beim Militär. Bei der 7. Kompagnie des Infanterie⸗Regiments Nr. 77 in Celle wurde dieſer Tage mit Clemente den anderen Rekruten auch ein Berufsläufer, der Vegetarianer iſt, il 0 temperierte“ Hamburgerin, eingeſtellt. Er erſchien im Trikotanzuge mit faſt bis auf die Schul⸗ ſehr berahf⸗ noch nicht beſtimmt. tern herxabhängenden Locken. Da er angab. nur bon uſw. gelebt zu haben, kam er vorläufig ins Garniſonsl hier allmählich an die Fleiſchkoſt gewöhnt zu werden, In den erſten Tagen lebte er von gebrachten Feige, die e cheu f. ht gemacht haben. Ein groſies Fiſchſterben iſt in der Donau ausgebroch folge des beiſpiellos niedrigen Waſſerſtandes ſind die Altwaſſer der Umgebung von Regensburg ausnahmslos eingetrocknet Schlamm liegen Tauſende von Fiſchleichen. — Entdeckung altitalieniſcher Fresten. Eine Reihe int Funde ſind kürzlich in mehreren italieniſchen Kirchen gei den. In der Eingangshalle der Karmeliterkirche Santa Grazie zu Arezzo ſtieß man im Laufe von Herſtellungsa auf eine Reihe bon Fresken, die bereits von Vaſari em bon ihm dem Piero della Francesca zugeſchrieben wurde; Fresken behandeln das Leben des hl. Dongtus, des Schutzheilige von Arezzo; man arbeitet noch daran, ſie von der Mörtelſchi freizumachen, unter der ſie bisher verborgen waren. Auch ferrato in Umbrien, in der Kirche Santa Eroce ſind jetzt un Zementhülle eine Reihe intereſſanter Fresken aus dem 14. Jahrhundert freigelegt worden. eſt Malereien gehören zur umbriſchen Schule und ſind Weitere intereſſante Funde wurd Kirche San Nicolg gemacht in Ceſano bei Rom, wo ei Wandgemälde unbekannter Meiſter aus dem 15. und 1 hundert entdeckt wurde. Bei Ballerano in der Provinz man eine in Fels gehauene Grotte, Wand und Decke ſind mit ken geſchmückt, die dem 12. Jahrhundert zugewieſen werde Umfaſſen eine Reihe von Heiligenfiguren, eine große Darſtellung des Abendmahls und eine Madonna mit dem Kinde. Neben de artverwandten Malereien in Sacro Veco in Subiaco und in San in Rom zählen dieſe neu entdeckben Die leider ziemlich 111 acht ie er ſich in kleine Stücke, für jede Mahlzef geteilt hatte. Als ihm die Locken abgeſchnitten wurden, ſehr betrübtes Geſ eſch Fresken zu den äldeſ ten K ach. 2. Seite. Meneral⸗Anzeiger.(Abendblatt.) Manneim 25, Oktober. Abg. Held. Die„Nat. Lib. Korreſp.“ erxhält vom Abg. Held, mit der Bitte um Veröffentlichung, folgende Zuſchrift: „Auf den Ausgang, den mein Prozeß in erſter Inſtanz genommen hat, ſehe ich mich ſchon jetzt zu der Erklärung veranlaßt, daß ich aus der nationalliberalen Reichstagsfraktion ausſcheide und der Landtagsfraktion nicht beitrete. Ich werde auch unmittelbar nach der rechtskräftigen Enk⸗ ſcheidung beide Mandate, ſelbſt im Falle meiner Rechtfertigung, auf die ich mit Beſtimmtheit xechne, meinen Wählern zur Verfügung ſtellen.“ Berlin, 23. Oktober 1907. gez. Held. Die linksliberale Einigungsverſammlung. Zwiſchen den drei linksliberalen Gruppen hat ſich be⸗ kanntlich ſeit Jahresfriſt eineunnäherung vollzogen. Im letzten November war auf einer Konferenz zu Frankfurt a. M. ein Einigungsausſchuß gebildet worden, der auf ein Zuſammen⸗ gehen bei den Wahlen hinwirken ſollte, und als dann un⸗ erwartet ſchon zwei Monate ſpäter die Neuwahlen kamen und mit ihnen ein ſo ganz anders gearteter Reichstag, fanden die drei Fraktionen ſich auch in ihm zu einem engeren Verband zuſammen. Jetzt lädt der Einigungsausſchuß auf den 10. November, den Jahrestag der erſten Abmachungen, zu einer Volksverſammlung der drei Parteien nach Frankfurt a. M. Wohlverſtanden: zu einer Volksverſammlung, nicht zu einem Parteitag. In den nationalſozial oder ſozialliberal gefärbten Konventikeln ſcheint man davon wenig erbaut. Dieſe Leute mit den ewigen Jünglingsherzen und der perennieren⸗ den Lenzſtimmung ſähen am liebſten, die„große liberale Partei“ ſchmorte ſchon im Tiegel und würde am 10. November in der alten Krönungsſtadt gar ſerviert. Eine große libergle Partei, verſteht ſich, von der alle ausgeſchloſſen werden müß⸗ ten, die in dem einen oder anderen Stück gegen die ſozial⸗ liberale Tabulatur verſtießen. Wir ſind anderer Meinung. Uns dünkt es im Gegenteil ein weiteres Zeichen des erfreulich ſich durchringenden real⸗ politiſchen Verſtändniſſes, daß die Linksliberalen ſich vorerſt mit einem ſchrittweiſen, bedächtigen Vorgehen hegnügen. Daß ſie nicht gewaltſam, mit ſouveräner Verachtung individueller Regungen, zu erzwingen verſuchen, was immer nur das Er⸗ gebnis langſamen organiſchen Zuſammenwachſens ſein kann. Nicht zuletzt dieſer ſorgſam ſchonenden Taktik iſt es zu ver⸗ danken, daß die Beziehungen zwiſchen den weiter linksſtehenden und den gemäßigten Liberalen in den letzten Zeitläuften freundlicher geworden ſind denn je zuvor. Zum Nutzen des geſamtdeutſchen Liberalismus. Ein intereſſantes Nachſpiel zur letzten Reichstagswahl wird aus dem Wahlkreiſe Bielefeld⸗Wiedenbrück gemeldet, wo bekanntlich in der Stichwahl der nationallfberale Block⸗Kan⸗ didat Staatsminiſter von Möller trotz eines Vorſprunges von 600 Stimmen gegen den ſozialdemokratiſchen Kandidaten Severing unterlag, weil Tauſende von Zentrumswählern für den Sozialdemokraten ſtimmten. Im Junt d. J. druckte darauf die ultramontane„Bielefelder Volkszeitung“ ein von dem Vorſitzenden der nationalliberalen Partei des Wahlkreiſes, Oberrealſchullehrer Dr. Reeſe, unterzeichnetes Zirkular ab, welches an die Vertrauensmänner der Partei gerichtet war und in welchem es hieß: „Wir fielen durch ein widernatü rliches Stichwahl⸗ bündnis, durch ſchnöden Verrat der klexikal⸗ demagogiſchen Zentrums leitung, deren Abgeordneten wix dreimal herausgehauen haben.“ Durch die Worte„ſchnöder Verrat“ uſw. fühlte ſich nun der Führer der Zentrumspartei, Pfarrer Bartels⸗Bielefeld, beleidigt und erhob Klage vor dem Schöffengericht. In dem por einigen Tagen abgehaltenen Termin kam es zu einem Vergleich, da Herr Reeſe erklärte, mit den inkriminierten Worten ſei nicht das örtliche Wahlkreiskomitee von Bielefeld⸗ Wfedenbrück, insbeſondere nicht der Privatkläger gemeint, Ge⸗ meint ſei dagegen die Kölner Zentrumsleitung, bezw. die zur Zeit der Wahl in Köln zuſammengetretenen Führer des Zen⸗ krums. Das katholiſche Volksbureau in Bielefeld hat jetzt der Kölner Zentrumsleitung hiervon Mitteilung gemacht, ſodaß es wohl noch zu einem weiteren Prozeß kommen wird. Iswolsky in Paxis. Iswolsky empfing mehrere Berichterſtatter, denen er ſagte!„Rußlands auswärtige Politik bleibt auf unſer Bünd⸗ nis mit Frankreich geg ründet. Dieſes Nlütlliche, VBündnis 2 die Zeitprobe beſtanden und ſich als wertvolle Weltfriedens⸗ ſtütze bewährt. Frankreich und Rußland müſſen darum alles tun, um das Band dauerhafter und feſter zu machen, Mit unſeren Freunden, den Eügländern, haben wir, um zur Friedenserhaltung beizutragen, ein Abkommen geſchloſſen, das unſere Intereſſengegenſätze in Aſien aufhebt. Das Abkommen verletzt niemandens Intereſſen und iſt gegen niemand ge⸗ richtet. Wir haben es in voller Oeffentlichkeit geſchloſſen und unſere deutſchen Nachbarn ſind ebenſo auf dem Laufenden gehalten worden, wie unſere franzöſiſchen Ver⸗ bündeten. Es iſt allenthalben gut aufgenommen worden. Kein Wunder, denn es enthält keinerlei Hintergedanken. In Oſtaſien haben wir mit unſeren früheren Gegnern, den Japanern, die unſere Freunde geworden ſind, einen Ver⸗ trag geſchloſſen, der zuſammen mit dem engliſch⸗japa⸗ niſchen Bündnis und franzöſiſch⸗japaniſchen Vertrag in jener Weltgegend ein Friedensunterpfand iſt. Im Orient haben wir im Einvernehmen mit Oeſter⸗ reich⸗Ungarn der Türkei für Mazedonien Gerichts⸗ reformen vorgeſchlagen. Aehrenthal und ich ſind in dieſer Frage vollkommen einverſtanden. Rußland benötigt Ruhe. Es will keine Abenteuer. Es verfolgt überall eine Friedens⸗ politik, und ich bin glücklich, ſagen zu können, daß bei allen Staatsoberhäuptern und Miniſtern, mit denen ich jüngſt Unterredungen hatte, derſelbe Wunſch und Wille herrſcht, als gute Nachbarn und Freunde zu leben und eine Politik zu ver⸗ folgen, die den Völkern Glück und Wohlfahrt beſchert.“ Deutsches Reich. (Die Vorlage des Branntweinmonopol⸗ geſetzes) kündigt die„Köln. Volksztg.“ für die Seſſion 1909/10 an. Das rheiniſche Zentrumsblatt behauptet, das Branntweinmonopol ſei bis jetzt nur Privatprojekt einiger Abgeordneten, die ſelbſt Branntweinbrenner ſeien.„Das Reichsſchatzamt hat ſich mit der Frage einer Reform der Branntweinbeſteuerung bisher noch nicht befaßt, wird jedoch auch nicht damit bis zum Jahre 1912 warten, wie die „Deutſche Tageszeitung“ glaubt, ſondern gemäß der beſtimm⸗ ten Erklärung des Herrn Reichsſchatzſekretärs v. Stengel noch im Laufe des Jahres 1908/09 an die Vorarbeiten herantreten und den Geſetzentwurf vorausſichtlich in der Seſſion 1909/10 dem Reichstage vorlegen. Soviel uns bekannt, iſt der bis⸗ herige Dezernent für die Branntweinſteuer im Reichsſchatz⸗ amt, Hr. Geh. Rat Koreuber, kürzlich gus dieſem ausgeſchie⸗ den; wir glauben annehmen zu dürfen, daß dieſe Perſonal⸗ änderung auch als eine Vorbereitung für den im Jahre 1909 zu erwartenden Geſetzentwurf zu betrachten iſt.“— Nach dem „Fränk. Kurier“ hat Reichskanzler Fürſt Bülow verſchiedene Gutachten Sachverſtändiger über das Branntweinmonopol eingefordert. Auß anderen Blättern. Ueber den zweiten deutſchen Arbeiter⸗ kongreß ſchreiht die„Soziale Praxis“; Der zipeite deutſche Arbeiterkongreß hat aufs neue gezeigt, wie gut energiſche Vertretung der Arbeiterforderungen mits paterländi⸗ ſcher, monarchiſcher und religitzſer Geſinnung vereinbar iſt. Es lebt, trotz vieler Mängel und Schzwächen, die ihren Führern ſehr wohl bekannt ſind, in der nationalen Arbeiterbewegung ein ſo ge⸗ ſunder und ſtarker Geiſt, daß wir der weiteren Entwicklung mit guter Zuverſicht entgegenblicken, Mit dem Maße ihrer Rechte wird auch da Dieſe Arxbeiter⸗ Vaterland und dem Gemeinm gen und Parla⸗ mente, klar werden, ſi ire wahrlich ein Arbeiterkongreß Bewußtſein ihrer Pflichten gleichen Sehritt halten, und Gehilfenſchaft weiß, U was ſie dem chuldig iſt. rnehmer, Pe unſerer 9 i Mögen ab 0 teten und Bürger haft ſchulden. ſegensreiches Ereignis, wenn der zweite die Einleitung zu einer fruchtharen Epoche ſo, formen gäbe, die mit einem einheitlichen und freiheitlichen Vereins⸗ und Ver⸗ ſammlungsrecht, mit dem Ausbau des Arbeiterſchutzes und der Er⸗ richtung von Arbeitskammern anhobt und namentlich die Koalitions⸗ freiheit bringt, 4 d. Aus Stadt und Pand. * Maunheim, 25 Axiſtokratie und Demokratie im Wirtſchaftsleben. Ein hochintereſſanter Vortrag löſt diesmal im Kaufmän⸗ niſchen Verein den andern ab. Zwei Breslauer Gelehrte ſind es, die einen ſo gußerordentlich tieſgehenden Eindruck hinter⸗ ließen, vor acht Tagen der Austauſchprofeſſor Dr. Eugen Kühne⸗ micnm, der dazu berufen war, den Amerikanern die unvergäng⸗ was ————— lichen Schhnheiten unſerer Literatur zu erſchließen, abend der gegenwärtig im Vordergrunde des Intereſſes der Nationalökonomen ſtehende Univerſttätsprofeſſor Dr. Werner Sombart. Wie man nur die ganz großen Linien ſchaut, die en Berg und Tal ſichtbar ſind, wenn man ſich einige tau⸗ r der Erdoberfläche befindet, ſo ſtellt ſich wach den des Gelehrten auch das Wirtſchaftsleben in ſei⸗ geſtern nem hiſtoriſcher Tal, als ein zweie tiſchen und des demokratiſchen Organiſationsprinzips. Der Redner führte dem geſpannt lauſchenden, ſehr zahlreich erſchienenen Auditorium dieſen Wechſel in großen. Zügen vor Augen und beleuchete ihn gleichzeitig in ſeiner Nokwendigkeit, Geſetzmäßzkeit. Wann die Menſchheit zu wirtſchaften angefangen hal, klönnen wir nur mutmaßen. Es ſcheint aber faſt, als ob die Menſchheit die beiden großen Prin⸗ zipien der wirtſchaftlichen Geſtaltung zunächſt einmal nebenein⸗ ander ausgebildet habe, d. h. auf verſchiedenen Teilen der Erde je eines von dieſen beiden Prinzipien zur Entwicklung gebracht hal. Es ſcheint, als ob in dem Gebiet der Erde, wohin wir das Paradies berlegen müſſen, wo die Menſchen in einem ſorgloſen Daſein aufwuchſen, wo ſie ohne allzu viele Mühe ſich ihren Unter⸗ halt zu verſchaffen vermochten, die Anfänge der Wirtſchaft einen demokratiſchen Charakter getragen hätten, ſofern hier die Stämme aus gleichberechtigten Genoſſen beſtanden. Die Wirt⸗ ſchaſt wurde innerhalb dieſer Stämme auf weſentlich kommu⸗ niſtiſcher Baſis unter Mitwirkung ſämtlicher Stammesgenoſſen geführt. Es waren jene Gebiete, in denen auch das Mutterrecht zu Haufe war, die Ableitung ſämtlicher Stammesgenoſſen von einer gemeinſamen Mutter, wo infolgedeſſen auch die Frau eine führende Stellung hatte. In anderen Teilen der Erde, auf den unppirtlichen Hochebenen Inneraſiens, in den Steppengebie⸗ ten Nordafrikas, hat ſich hingegen ein ganz anderer Typ der Wirtſchaft entwickelt, eine Wirtſchaft, fußend auf dem Herden⸗ beſitz, auf der Vorherrſchaft der großen Herdenbeſitzer, der großen Patriarchen. Es ſind die Gebiete der Männerporherrſchaft, der weſentlich ariſtokratiſchen Geſtaltung der Wirtſchaft. Die Kulturentwickelung der Menſchheit iſt hervorgegangen aus einer Kreuzung dieſer beiden Typen, indem jene Völler mit ariſtokratiſcher Wiylſchaft die weſentlich ackerbautreibenden demo⸗ kzatiſchen Stämme unterfochten. In den 2000 Jahren, die ſeit Eäſar und Tacitus vergangen ſind, hat ſich der Rythmus des Wirtſchaftslebens genau in dem Zweitalt Ariſtokratle und Demokratie vollzogen. Auch die weſteuropäiſche Kultur iſt zweſ⸗ fellos baſiert auf dem Eindringen von nomadiſierenden, patriar⸗ chaliſch organiſierten Stämmen aus der zentralaſiatiſchen Hach⸗ ebene in die ſarmatiſche und weſteuropäiſche Tiefebene. Die erſte Gtappe der europäiſchen wirtſchaſtlichen Entwickelung iſt eine ausgeſprochen demokratiſche Reaktion gegen dieſes nomadi⸗ ſierende Herrentum. Dieſe erſte große demokratiſche Reaktjon findet ihren Ausdruck in den ſogen. Dorfanſiedelungen, in der Seßhaftwerdung der Stämme, die etwa um die Zeit der Völkerwanderung erfolgt. Die Wirtſchaſtsführung iſt in dieſen Siedelungen zum großen Teil eine kommuniſtiſche, Aber neben dieſer demokratiſchen Geſtaltung der alten Dorfwirtſchaft faucht eine neue arſſtokratiſche Wirtſchaftsform auf, die einen Teil des europäiſchen Mittelalters charakteriſtert, die Grundhe pr⸗ ſchaft mit der zu ihr gehörigen Frohnhofwirtſchaft. So ent⸗ ſteht neben den bielen kleinen demokratiſchen Bauernwirtſchaf⸗ ten eine Oue ariſtokratiſche, d. h. eine auf der Initiative einiger Herren aufgebaute Wirtſchaftsform, die wiederum den Anlaß bletet zur Entſtehung der Städte, Die Bedeutung der mit⸗ telalterlichen Städte beruht darguf, daß in ihnen zuerſt Men⸗ ſchen exiſtteren konnten, die frei werden, ohne Grundbeſitzer zu ſein. Mit dieſen neuen Elementen ſetzt die Wandlung, eine demokraliſche Reaktion gegen das ariſtokratiſche Grundherren⸗ tum ein. Die ganze Stadtwirtſchaft war in ihrem innerſten Kern abſolut der alten Dorfwirtſchaft gemäß geſtaltet, Sie war das zweite Wellental in der großen wirtſchaftlichen Entwickelung⸗ der europziſchen Völker. den Städten entwickelt ſich abermals ein neues Wirk⸗ ſchafksſaſtem das kapitaliſtiſche Prinzip. Derx moderne Kapitalismus kommt in die Welt, ſeinem innerſten Weſen nach ein arüſtokratiſches Wirtſchaftsſyſtem, denn es beruht darauf, daß immer weniger Unternehmer immer größere Scharen von Unſelbſtändigen zuſammenführen, um die Arbeit nach eigenem Gutdünken zu disponjeren. Immer größer wer⸗ den die Einheiten, die unter der Alleinherrſchaft eines Dik⸗ tatbrs zu einem wirtſchaftlichen Werke zuſammengeführt werden. So iſt der moderne Kapitalismus eine rein ariſtokratiſche Orgami⸗ ſation. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die wirtſchaft⸗ liche Flut in unſerer Zeit bereits wieder zu brechen im Begriffe iſt und daß wir gerade heute abermals eine demokratiſche Reak⸗ tion g ein ariſtokratiſches Wirtſchaftsſyſtem miterleben. Das größte und bedeutendſte Synmptom iſt dte Gewerkſchofts⸗ bewegung, die in ihrem Kerne nichts anderes heißt, als daß diejenigen Elemente erem Wirtſchaftsleben, die bisher in unf rein unſelbſtändige Organe waren im Dienſte eines allein ent⸗ ſcheidende, Herrn, das B. ſich zur Geltung zu ee*— Beiträge zur Frauenfrage. Auskunftſtelle für Frauenberufe I. 12, 18 8. Stog, Sprechſtunde: Mittwochs von 107 11. Verein Frauenbildung-Frauenſtudium, Abteilung Mannheim, B. AI. Die zweite Mitgliederverſammlung, welche am Mitt⸗ woch 23, Okt, im Wilhelmshof ſtattfand, war der Beſprechung des Kaſſeler Kongreſſes gewidmet, und der gute Beſuch, wie die Lebhaftigkeit der D ſion zeigten das rege Intereſſe, das die Mitglieder an den dort behandelten Fragen nehmen. Zunächſt hieß die Vorſitzende, Frau Julie Baſſermann, die Ver⸗ ſammlung in dem neuen Lokal willkommen und ſprach die Hoff⸗ nung gus, daß über den hier ſtatifindenden Tagungen ein gün⸗ ſtiger Stern walten möge. Frau Baſſermann berichtete dann über die auf dem Kaſſeler Kongreß für Frauenbildung gefaßten Reſolutionen. Ueßer die Frage der 13jährigen Dauer der Schul⸗ zeit entſpann ſich eine Diskuſſion: Frau Lenel fragt an, warum die Mädchen in Preußen 13 Jahre zur Vorbereitung für das Studium gebrauchen ſollen, die Knaben aber nur 12 Jahre? Auch Frau Buchner befürchtet, daß die zum Studium benbtigte Zeit zu lang wird, da die Mädchen doch auch zur Er⸗ lernung der Haushaltung noch einige Zeit gebrauchen. Frau Gutmann dagegen meint, wer ſich dem Studium widme, der müſſe ſich, wenn nötig, auch ein Jahr länger Zeit dazu nehmen. Frau Baſſermann erwidert, daß die Frage für Preußen jeht an der Tagesordnung iſt, in Vaden nicht. Für die 13jährige 2 7. „Schizelt wurde in Kaſſel geltend gemacht, daß mit Rückſicht auf die körperliche Entwicklung der Mädche ein langſamer Studiengang wünſchenswerter ſei. Auch von den Knaben errei⸗ chen in Preußen nur 20 Prozent das Ziel in 12 Jahren, die übrigen 80 Prozent gebrauchen 13 Jahre zur Erlengung der Univerſitätsreife. Durch Eröffnung der Knabenſchulen wird guch den Mädchen die 12fährige Schulzeit ermöglicht. Ueber„Frauenſchulen“, deren Einführung in Preußen bevor⸗ ſteht und die der 10klaſſigen Mädchenſchuſe als Fortbildungsklaſſen angegliedert werden ſollen, berichtet Frau Fanny Boe hringer. Die Diskuſſion darüber ergiht dasſelbe Bild wie in Kaſſel. Derſelhe Hampf der Meinungen: wird es nötig ſein, daß in Zukunft allen Töchtern eine Berufsbildung gegeben wird, oder ſoll die Frauen⸗ ſchule eine erweiterte Allgemeinbildung geben oder praktſſchen Haus⸗ wirtſchaftsuntervicht? Frau Gutmann iſt der Meinung, daß die Berufshbildung es iſt, welche ein Mädchen auf eigene Füße ſtellt und die Perſön⸗ lichkeit entfaltet. Eine Mutter, die in treuer Berufsarbeit ſteht, wird dadurch in der Achtung ihrer Kinder nur emporgehoben. Des⸗ Halb ſollte jede Frau einen Beruf nicht nur erlernen, ſondern auch ausführen. Frgu Witzigmann dagegen iſt der Anſicht, daß jedes Mädchen vor gllem eine küchtige hauswirtſchaftliche Ausbildung er⸗ halten ſoll. Frau Alice Bensheimer führt die in Hamburg vertretene Auffaſfung an, wonach jede Schule, ſo guch die Frauenſchule, nicht dazu da iſt,„fertige“ Menſchen zu erziehen, ſondern Menſchen, die das Streben haben, ſich ſelbſt peiter zu bilden, ſich ernſte Aufgaben im Leben zu ſtellen und dieſe Aufgaben, ſei es in der Familfe, ſei es im öffentlichen Leben, dann auch gewiſſenhaft und pollkommen auszuführen. Auch Frau Schott hält eine gründliche Allgemeinbildung für nötig, auf der dann alles andere ſich aufbauen könne. Nachdem noch manche Stimmen für und wider laut geworden waren, wurde die Diskuſſion geſchloſſen; und nun berichtete Frau Eliſe Keller über den Vortrag„Gemeinſchaftliche Erziehung bvon Knaben und Mädchen“ und über die durchaus günſtigen Reſultate, die ſich in Deutſchland bis jetzt dabei ergehen haben, An der kurzen Diskuſſion darüber betefligten ſich Frau Dr. Schokt und Frau Giſenlohr. Der Bericht, den Frau Bensheimer über die Hamburger Generalverſammlung des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins er⸗ ſtatten wollte, mußte wegen vorgeſchrittener Zeit auf eine ſpätere Tagung verſchoben werden. Die Generalverſammlung des Vereins Faauen⸗ bildung-Frauenſtudium, Abt. Mannheim, findet am Mittwoch, 80, im Wilhelmshof(Eingang Schulhofſtraße) ſtatt; Anfang hr. e. Neue Mode⸗Exeentrieitäten. Man ſiag unſerer Mode auch noch ſo wenige Vorzüge laſſen, den der Vielſeitſgkeit wird man ihr nicht beſtreiten können. Au allen Stilen und allen Jahrhunderten ſucht ſich der kaprigzihſe Sinn der modernen Frau exoliſche Wunder heraus, und deshalb wird guch die neueſte merkwürdige Zuſgmmenſtellung nicht Uher⸗ paſchen; Heiligenſchein und Antike. Daß unſere ſchönen Magdglenen ihres frommen Wandels wegen von einer Aureole Umfloſſen werden, wird man deswegen nicht anzunehmen brauchen. Der„Heiligenſchein“ iſt nur eine beſondere JForm des Haarſchmucks, die in Paris zuerſt aufgetaucht iſt und num in Amerika beſondere Verbreitung findet. Der faſhionable„Heili⸗ genſchein“ iſt ein ſchmaler Reif von Gold oder Filigranſilber, mit Edelſteinen und Brillanten beſetzt, der ſich über einen Nacken⸗ kamm erhebt. Der Kamm wird in das hochaufgenommene Haar geſteckt und nun leuchtet der große Reif, der über dem Kopfe ſchwebt, mit ſeinem hellen Leuchten und funkelndem Blitzen über die gewellten Lockenmaſſen hin und webt einen anmutſgen Heiligenſchein um das Geſicht der ſchönen Trägerin. So iſt der „Heiligenſcheln“ eigentlich eine ganz einfache, wenn auch koſtſpielige Sache: ein mit Perlen, Diamanten oder Türkiſen beſetzter prachtvoll gearbeiteter Kamm, an deſſen Spitze ein großer Goldreif befeſtigt iſt. Aber wenn er über der Friſur thront, macht er einen geheimnisvollen und faſt myſtiſchen Ein⸗ druck. Mit dieſer Mode, die einen mittelalterlich feierlichen Glanz erwecken möchte, tritt zu gleicher Zeit eine antiquiſterende Strömung auf, die ihr Ideal in den atheniſchen Jungfrauen des Parthenon⸗Frieſes erblickt. Bekanntlich haben bei der Auf⸗ führung der Oper„Aphrodite' die griechiſchen Koſtüme großes Mannheim, 25. Oktober. 3. Seite kapitaliſtiſchen Unternehmer. Die Ge⸗ dem 5 haftsbe hat zum axoßen Teil rein materielle Zwecke er Aber 8 hieße die Gründe der medernen Arbeiterbewegung nicht 5 tief genug faſſen, wenn man dieſe materiellen Beſtrebungen als die wichtigſten Be 0 ſi der Kern dieſer Beſtre⸗ 15 bungen iſt eben das Anteilnahme an der Herr⸗ 5 4 ſckaft im Wirtſchaf Streben, eine konſtitutionelle 13 W̃ 0 lle der heutigen abſoluten zu 85 ſetzen. Die Tarifvertrag, kollektipiſtiſcher Arbeitsvertra 8 bedeuten imgrunde genommen nichts anderes als den Ausdruck 5 der auf eine irtſchaftliche Konſtitution gerichteten Beſtrebungen der Arbeiterſchaft. Das iſt die demokratiſche Reaktion. Sie iſt ch im Vordringen begriffen, was man auch ſagen will. Redner 5 wies auf weitere Symptome hin, die dartun, das wir uns in 5 einer demokratiſchen Reaktion des Wirtſchaftslebens befinden. Man könnte u. 3. die Syndikatsbildung zu dieſen Symp⸗ 58 tomen rechnen, denn das Synvikat ſei doch tatſächlich auch eine 15 Einſchränkung des ariſtokratiſchen Wirtſchaftsprinzips, da der 58 Anzahl von Unternehmern zu einem genoſſen⸗ E umgebildet wird. Es laſſe ſich alſo ſehr wohl ht denken daß allmählich die Syndikats⸗ Kurtell⸗ 15 Truſtbildung 3 demekratiſch auf die Geſtaltung des Wirtſchaftslebens einwirke. en Ein weiteres Symptom iſt der Schritt zur Verſtaatlichung = und Verſtadtlichung. In dem Momente, wo dieſer Schritt en vollzogen iſt, iſt tatſächlich das ariſtokratiſche Herrſchaftsprinzid * der Wirtſchaft gebrochen. Ein weiteres Symptom iſt die Ge⸗ t⸗ noſſenſchaftsbewegung, die unmittelbar auf eine ⸗ Demokratiſierung unſeres Wirtſchaftslebens hinleitet. Weng en wir alle dieſe Symptome richtig würdigen, können wir nur zu cht der Ueberzeugung gelangen, daß unſere Zeit charakteriſiert wird 9f· 1 durch eine Bewegung nach einem demokratiſchen Wellentale hin. In den letzten 2000 Jahren iſt alſo ein dreifacher gleichmäßiger en Rhythmus von Ariſtokratie und Demokratie zu beobachten. Zum Schluß präziſierte der Vortragende die Stellung, die er wir den beobachteten Tatſachen gegenüber einnehmen können, n2 möchten, ſollen, müſſen. Der Naibe— von den Menſchen heut⸗ en zutage ſeien von 1000 immer 999 naiv— werde zunächſt die ER Frage aufwerfen: Was iſt das beſſere von beiden, das Demotra⸗ tiſche oder das Ariſtokratiſche im Wirtſchaftsleben. Die Beant⸗ en wortung ſei ſo eine Sache. Jedes habe ſeine Vorzüge und Nach⸗ tit teile. Man kann das Wirtſchaftsleben ariſtokratiſch geſtalten, o⸗ dann wird zweifellos die Entfaltung der Produktivkräfte eine eit größere ſein Wenn eine große Geſamtheit kleiner und mittlerer e8 Exiſtenzen das Wirtſchaftsleben beherrſcht, ſo fehlt die Initiative 1 des Vorwärtsdrängenden. Die demokratiſche Organiſation des ei⸗ Wirtſchaftslebens wird dafür eine geruhſamere Exiſtenz ermög⸗ ur⸗ lichen, der Kampf ums Daſein wird kein ſo unerbittlicher ſein, ch⸗ wie in der Periode der ariſtokratiſchen Organiſation. In der nie ariſtokratiſchen Wirtſchaftsorganiſation wird mehr Raum für die iſt Entfaltung der künſtleriſchen Kultur, in der demokratiſchen Pe⸗ pi⸗ riode mehr Raum für die Entfaltung einer ethiſchen Kultur 2 75 on Die eine wird das große Prinzip der Freiheit, die andere das n, entgegengeſetzt Prinzip der Gleichheit mehr zur Forkentwicklung 2 kommen laſſen. Die Entſcheidung für die eine oder andere Wirt⸗ en ſchaftsorganiſation iſt nicht mehr von einer en Argumentation abhängig, ſondern erfolgt durch die perſön iche cht Lebens⸗ und Weltauffaſſung des Einzelnen, durch das perſönliche es Geſchmacksurteil, gegen das es keinen Appell mehr gibt. Ob 2 2 8 5 28 7 2 lich für 5. man ſich für das eine oder andere entſcheidet, iſt tatſächli 1 die Geſtaltung der Dinge ziemlich gleichgültig. Wenn wir uns ut⸗ 8 f⸗ den Ablauf des Wirtſchaftslebens vor Augen führen, ſo ſehen 5 wir, daß 85 nach ganz großen, unſerem Zutun vollſtändig unzu⸗ 95 gönalichen Geſetzen erfolgt. Unſer Entſcheid für die Ariſtokratie it⸗ oder Demokratie im Wirtſchaftsleben kann alſo keine viel größere 1935 Bedeutung haben, als wenn wir uns für Frühling oder Herbſt u, als wenn ling eer depen zu entſcheiden. Keiner wird meinen, daß er, weil er ſich für de 15 Herbſt mehr intereſſiert, ein Jahr mit ewigen Herbſt herbeifüh⸗ ne 0 1 e ren könnte. Der Erkennende wird lediglich zu der Einſicht gelan⸗ 0 gen. daß für uns nur eine Möglichkeit beſteht, frei zu werden, ar nämlich die Einſicht in das Notwendige zu ng Glücklich derjenige, deſſen Ideale dort liegen, wohin die Ent⸗ 8 wickelung führt. Für die andere bleibt nur die Reſignation übrig. Wir gewinnen vielleicht aus dor Einſicht in dieſen gran⸗ 5 dioſen, über unſeren kleinen Willen hinausragenden notwen⸗ digen Verlauf der Dinge eine vertieftere Auffaſſung vom ganzen ach Werdeprozeſſe, Das Auditorium ſpendete den einſtündigen, geiſt⸗ vollen Ausführungen herzlichen Beifall. eit* Zur Parade ſpielt kommenden Sonntag die Grenadierkabelle 15 1. Ouverture zu„Martha“ von Flotoip; 2. Pilgerchor und Lied ſ⸗ an den Abendſtern aus„Tannhäuſer“ don Wagner; 3.„Hochgeits⸗ 5 reigen“, Walger von Strauß; 4.„Deutſchlands Ruhm“, Marſch von 125 Schröder. ſt⸗ Warnung vor dem Genuß verdorbener Konſerven. Vor dem fſe Genuß berdorbener Konſerven iſt eindringlich zu warnen, da in den ak⸗ letzten Jahren zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle infolge Ge⸗ 5 nuſſes verdorbener Konſerven vorgekommen ſind. Die Gefahren, welche ſich mit dem Gebrauch ſchadhafter und alter Konſerven ver⸗ knüpfen können, laſſen ſich erheblich beſchränken, wenn alle durch Sinneswahrnehmung als verdorben erkannten Konſerven vom brauch unbedingt ausgeſchloſſen Werden und beim Ankauf und der Verwendung ſtark verbeulter oder offenſichtlich beſchädigter Kon⸗ ſervenbüchſen mit beſonderer Vorſicht verfahren wird. Fallen Kon⸗ ſervenbüchſen äußerlich durch Verwölbung des Deckels oder des Bo⸗ dens auf oder laſſen ſie ſich als undicht erkennen, ſo iſt mit Beſtimmt⸗ Aufſehen erregt und von der Bühne aus iſt dann dieſe malerif e Trocht auch in die Salons gedrungen. Die bekannte Seängerin Mary Garden hat dann Peplum und Sandalen nach Amexrika gebracht und manche Töchter der neuen Welt tragen heute wenn ſie in allerneueſten Chic brillieren wollen, zu dem en, Heiligenſchein auf ihrem Haupt über einem mattleuchtenden Un⸗ us terkleide ein kühn drapiertes Spitzengewebe und zeigen ihre nicht bſee zu kleinen Füße in freier Bewegung in ſchön gebundenen San⸗ alb dalen. Eine andere Neuerung im Schmuck, die von Amerika aus⸗ geht, iſt das„Blumenarmband. Es beſteht aus einem 8 i d an dem ſchwarzen Band, das um das Gelenk gelegt wird und an dem eine wirkliche Roſe oder eine andere Blume, in grüne Blätter 3 i feſtigt i ieſe Neuheit i ie anmutigſte en eingebettet befeſtigt iſt. Dieſe Neuheit iſt wohl die anmutigf des unter den wunderlichen Blüten, die moderne Exzentrizität in die⸗ in ſem Jahre wieder treibt; jedenfalls wirken dieſe dem Arm ange⸗ Blumen ſchöner als die koſtbaren Blütenzweige, Blät⸗ er, ter und Buketts aus Juwelen, die man ebenfalls häufig am Hand⸗ en⸗ gelenk befeſtigt ſieht. 2 aar Die Ausdehnung des Wahlrechtes auf die Frauen fe wird von der Kommiſſion für Reviſion der holländiſchen . Verfaſſung empfohlen. 5 5 Frauen im Bäckerbernfßfß.. Bei einem teilweiſen Bäckerſtreik in Helſingfors ſind junge 12 Mädchen anſtelle der ſtreikenden Bäckergehilfen eingeſtellt worden, 17 und die Erfahrungen mit den welblichen Kräften, die übrigens ie glei Entlohnung erhalten wie die Männer, ſind durch⸗ e ldeen Die Mädchen lernten ſchnell, waren ar⸗ beitsſam und übertrafen— was ein ſehr wichtiger Umſtand iſt— inre Vorgänger an Sauberkeit. So ſind jetzt in einer der größten Bäckereien von Helſingfors 25 Gehilfinnen tätig. heit anzunehmen, d en keine ſichere Ge anzen bietet. heimer Stadtmiſſion wird Sonn⸗ 27. Oktober, ſtattfinde! und verſpricht wieder einen Verlauf zu nehmen. Der Feſtgottesdienſt iſt auf nachmittags 3 Uhr in der Trinitatiskirche ange⸗ ſetzt. Als Feſtprediger iſt der ob ſeiner gewandten und packenden Rednergabe weithin aufs rühmlichſte bekannte Paſtor Büttner von Bremen gewonnen. Der zu erſtattende Jahresbericht wird den Teilnehmern des Feſtes ei Einblick in die Arbeit der Stadtmiſſion gewähren. Bei der Nachfeier, die abends 8 Uhr ebenfalls in der Trinfitatiskirche abgehalten werden wird, wird der Feſtprediger, Büttner, nochmals das Wort ergreifen, um intereſſante Mitteil aus der Seemanns⸗ miſſion zu machen, und Stadtmi tar Spittler hat als Vertreter der Ludwigshafener Stadtmiſſion eine Anſprache zuge⸗ ſagt. Zwei Chöre des unter der tüchtigen Leitung des Herrn Hauptlehrers Mayer ſtehenden Geſangvereins„Zion“ und die Darbietungen des Poſaunenchors des Ev. Männer⸗ und Jüng⸗ Inigsvereins werden zur Verſchönerung des Feſtes weſentlich beitragen. Alle Freunde der Sache und ſolche, die es werden möchten, in Mannheim und Umgegend, ſind herzlich eingeladen. * Der Verein für jüdiſche Geſchichte und Literatur verſendet gegenwärtig an ſeine Mitglieder ein Zirkular in dem er die Vor⸗ träge im kommenden Winter onkündigt. Darnach ſprechen: Montag, den 28. Okt.: Privatdozent Dr. Julius Goldſtein⸗ Darmſtadt über:„S für * aſto⸗ „Spinoza“: Montag, 18. Nov.: Gerichts⸗ aſſeſſor Dr. Friedemann⸗Wiesbaden über:„Paläſtina“ mit Lichtbildern: im Dezember(Tag vorbehalten: Dr. N. Birnbaum⸗Wien[Mathias Acher) über: Kultur des Oſt⸗ Judentums“; Montag, 20. Jan.: Frau Johanna Wolff⸗ Friedberg⸗Karlsruhe über:„Jüdiſche Frauentypen in der deutſchen Dichtung“; Montag, 17. Febr.: Kirchenrat Dr. Kroner⸗Stuttgart über:„Propheten und Phari⸗ ſäer“. Sämtliche Vorträge finden im großen Saale der Auguſt⸗ Lameyloge, O 4, 12, ſtatt und beginnen pünktlich um 9 Uhr. Apollo⸗ und Saalbautheater.„Wo gehe ich am Abend hin?“ wird ſich mancher fragen, da die Ausſtelkung ihre Pforten ge⸗ ſchloſſen hat. Wenn man auf das vorzügliche Programm hin⸗ weiſt, welches gegenwärtig im Apollotheater wieder ge⸗ boten wird und andererſeits darauf aufmerkſam macht, daß im Sgalbautheater die Detektiv⸗Komödie„Der Hund von Baskerdille“ in trefflicher Rollenbeſetzung gegeben wird, dann iſt die Frage, wo man den Abend angenehm verbringt, leicht gelöſt. Der Beſuch in beiden Theatern iſt allabendlich ein ſehr guter. Im Apollotheater ſind es namentlich:„Arturo Ber⸗ nardi“,„Walter Steiner“, und die großartigen athletiſchen Leiſtungen der„Tarontos“, die wehre Beifallsſtürme entfeſſeln, während im Saalbau„Sherlock Holmes“, alles in Spannung hält. Wir werden gebeten, darauf aufmerkſam zu machen, daß der„Hund von Basterville“ nur noch bis heute Freitag gegeben wird und daß von Samstag an„Das Tage⸗ bucheiner Verlorenen“ ſtber die Bretter geht. * Der Hausfriedensbruchparagraph. Die drakoniſche Härte unſeres Strafgeſetzbuches beleuchtete geſtern wieder ein Schöffen⸗ gerichtsfall, der zugleich auch von Bedeutung war bezüglich der Stellungnahme des Gerichtes zu der Frage: Iſt das Eintreten in einen Neubau ſtrafbar? Gelegentlich des Schreinerſtreiks am 9. September traten die Schreiner Karl Bolz, Ferdinand Thome und Wilh. Scheufele in den Neubau Lortzingſtraße 6, um die dort arbeitenden Schreiner darauf aufmerkſam zu machen, daß die Schreiner in Streik ſtehen. Die Schreiner er⸗ klärten auf dieſe Mitteilung hin ſofort, daß ſie nach Ferktig⸗ ſtellung der Arbeit, mit der ſie gerade beſchäftigt waren, auf⸗ hören würden. Hierin erblickte die Staatsanwaltſchaft den Tat⸗ beſtand des Hausfriedensbruchs. Die drei Angeklagten vertei⸗ digten ſich in der geſtrigen Verhandlung mit der Angabe, ein Plakat, das den Eintritt in den Bau verbietet, ſei nirgendwo angeſchlagen geweſen. Sie hätten ſich darum für befugt gehalten, in den Neubau eintreten zu dürfen. Der Polier habe ſie im Bau geſehen, habe aber auch nichts geſagt, ſie ſeien ſich darum nicht im mindeſten einer ſtrafbaren Handlung bewußt geweſen. Der Staatsanwalt hielt dennoch den Tatbeſtand des Paragraph 123.⸗St.⸗G.⸗B. für vorliegend, es genüge dazu, ſogar der nicht ausgeſprochene Wille des Hausbeſitzers, daß niemand ſein Be⸗ ſitztum betreten darf. Daß das Strafgeſetzbuch für gemeinſchoft⸗ lichen Hausfriedensbruch ſchon im Minimum eine Woche Gefäng⸗ nis vorſieht, dafür könne die Staatsanwaltſchaft nichts. Es könne ihr auch nicht zugemutet werden, wegen der Härte des Para⸗ graphen eine Anklage nicht zu erheben. Der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Frank⸗Hirſchler, vertrat den Standpunkt, aus rechtlichen wie menſchlichen Gründen ſeien die Angeklagten freizuſprechen, rechtlich, weil ſie ſich nicht bewußt ſein konnten, einen Hausfriedensbruch zu begehen, menſchlich, weil man drei unbeſtrafte Menſchen, weil ſie zufammen in das Haus gingen und ſich in aller Ruhe wieder entfernten, un⸗ möglich hierfür eine Woche in das Gefängnis ſtecken könne. Das Gericht ſprach gegen die drei Angeklagten eine Gefängnis⸗ ſtrafße von je einer Woche aus. Die Angeklagten hätten ſich ſagen müſſen, daß der Bauhenr mit ihrem Eintreten in den Bau nicht einverſtanden war, namentlich dann, wenn ſie die Arbeiter herausholen wollten. Daß ſie ſich des widerrechtlichen Eindringens bewußt gsweſen ſeien, gehe daraus hervor, daß ſie mit dem Eintritte in den Neuban warteten, bis der Architekt weg war. Ob eine Verbotstafel angebracht war oder nicht, ſei gleichgiltig. * Gartenbauverein„Flora“. In der geſtern abend im Ball⸗ haus ſtattgefundenen Monatsverſammlung gab der Vorſitzende, Herr Roſenkränzer einen kurzen Rückblick über die vor wenigen Tagen geſchloſſene Gratenbauausſtellung, indem er aus⸗ führte, daß ein ereignisreiches Jahr hinter uns liege, in dem ſich des Gärtners Kunſt glänzend bewährt, in dem man aber auch geſehen habe, was durch Fleiß und Kunſt geleiſtet werden könne. Redner beſprach ſodann die einzelnen Sonderausſtel⸗ lungen vom fachmänniſchen Standpunkte aus, beginnend von der Ausſtellung der Frühjahrsflorg vom.—9. Mai bis zu der großen Obſtausſtellung in den erſten Tagen des Oktober. Die ſchönſte von allen war unſtreitig die Orchideenausſtellung, das ſei ſelbſt von Fachleuten jenſeits des Ozeans anerkannt worden. Die Obſt⸗ und Gemüſeausſtellung, die international geweſen, habe gezeigt, daß auch in Deutſchland ſchönes Obſt und Gemüſe gezogen werde. Hervorragend war die Roſenausſtellung, bei der nur zu bedauern blieb, daß ſie in einem Zelt untergebr acht, wo die abgeſchnittenen Blumen ſchon am zweiten Tage verwelkt waren. Einen impoſanten Eindruck machte dagegen wiederum die Ausſtellung der Stecklingspflanzen durch Schulkinder. Bei der großen Bindekunſtausſtellung wurde erſtmals das Syſtem der Raumkunſt angewandt und die Obſtausſtellung am Schluſſe dürfte wohl eine der ſchönſten geweſen ſein, die wir auf Kontinenk geſehen haben.— Das Jubeljahr der Stadt ſchloß aber mit einem ſchweren Verluſt für unſer badiſches Land, durch den Tod unſeres geliebten Großherzogs.— Eine in der Ver⸗ ſammlung zirkulierende Liſte zur Zeichnung von Beiträgen für Werke franzöſiſcher und anderer Schriftſteller zur Au worden, der ſich ſchon als Regiſſeur llaſſiſcher Vorſtellungen ein fico mit dem bekannten Star⸗Ritardando und der Star⸗Fe dem licher Verſpätung im Saale. das in unſerer Stadt zu errichtende Großherzog Friedrich⸗Denk⸗ mal ergab ein ſehr hübſches Reſultat.— Den Schluß des Abends bildete eine große Gratisverloſung von Blumen und Pflanzen an die anweſenden Mitglieder. 8 8 dem Schöffengericht. Eine Maſſe kleiner Diebſtähle wuürden dieſen Sommer im Mädchenheim der Juteſpinnerei auf dem Waldhof ausgeführt. Zum großen Teil waren es zum Wa⸗ ſchen auf den Speicher gebrachte Kleidungsſtücke. Als Diebin wurde die Italienerin Angela Tinos ermittelt, die ſich eben⸗ falls im Mädchenheime beſand. Im gaazen hat ſie 32 Diebſtähle im Betrage von 200 M. zugeſtanden, es ſind jedoch weit mehr vorgekommen. Im Gefängnis ſpielte ſie den„wilden Mann“, erſt als ſie Beſchäftigung erhielt und aus der Einzelhaft kam, beruhigte ſie ſich. Die Angeklagte wurde zu 1 Monat 11 Tagen Gefängnis verurteilt, welche durch die Unterſuchungshaft ver⸗ büßt ſind. Vergebens mühte ſich der Dolmetſch ab, ihr begreif⸗ lich zu machen, daß ſie nun wieder frei ſei. Sie wollte es einfach nicht glauben, auch der italieniſch ſprechenden Schweſter Berta nicht und beide Hände an die Schläfen haltend, ſtöhnte und jam⸗ merte ſie. Erſt als ſie die Gefäugnismauern verließ, beruhigte ſie ſich. Sie machte offenbar den Eindruck einer ſtupiden Perſon, wie ſie auch der Sachverſtändige Medizinalrat Dr. Zix als in beſchränktem Maße als zurechnungsfähig erklärte.— Der Fabrik⸗ arbeiter Jakob Schenkel aus Sandhofen brachte am 18. Aug. dortſelbſt dem Fabrikarbeiter Karl Kröninger mit einem Eiſen⸗ ſtück mehrere erhebliche Verletzungen bei. Es wurde gegen ihnn eine Gefängnisſtrafe von 2 Monaten ausgeſprochen. Sport. Viktoriaſportplatz bei den Rennwieſen. Kommenden Sonn⸗ lag beginnen die Retourſpiele um die Meiſterſchaft im Neckar⸗ gaue. Auf dem Viktoria⸗Sportplatz werden ſich hierzu der Mannheimer Sport⸗Klub„Germania“ und der„Fußball⸗ Klub„Viktoria“ im Fußballwettſpiel gegenüberſtehen und ſind Intereſſenten höflichſt eingeladen.— In dem vergangenen Sonntag auf dem Viktoria⸗Sportplatze abgehaltene Wettſpiel zwiſchen den 1. Mannſchaften des M. F. C.„Phönix“ und des M. F. C.„Viktoria“ konnte„Viktoria“ mit 9: 2 Toren Sieger bleiben. Die zweite Mannſchaft verlor mit:1 Goals, während die 3. Klaſſe der„Vistoria“ mit 10:0 Sieger blieb. An dem Meeting des Verlin⸗Potsdamer Reitervereins nahm auch der Kronprinz aktiven Anteil. Er konkurrierte mit 18 anderen Bewerbern im Preis⸗Springen, wobei er auf ſeinem alten Fuchs⸗Wallach„Long Fellow“ im Sattel war. Geſprungen wurde Graben mit Bürſte 3 Meter breit, offener Graben, Koppelrick, Gra⸗ ben mit Hürde, engliſcher Sprung und Hochſprung 1 Meter feſt. FJür den erſten Preis qualifigierten ſich der Kronprinz und Leutnant Freiherr von Gagern, die bei gleicher Punktzahl am Koppelrick ſtechen mußten. Hier machte der Wallach des Kronprinzen einen Fehler, ſodaß Freiherrn bon Gagern der erſte Preis zugeſprochen werden mußte. Theater, Kunſt und Wiſſenſchaßt. Eine ſtaatliche Verſuchsſtation für Bienenzucht wird demnächſt in Erlangen in Verbindung mit der dortigen zoologiſchen An⸗ ſtalt der Univerſität ins Leben treten. Zu ihrem Leiter wurde der Privatdozent für Zoologie Dr. Enoch Zander berufen; als Sach⸗ verſtändiger für die Imkerpraxis wird ihm Landeskonſulent Karl Hofmann zur Seite ſtehen. Die neue Saiſon des Newyorker Metropolitan Opernhauſes wird am 18. November mit Cileas neuer Oper„Adrienne Lecouv⸗ reur“, dirigiert von Ferrari, eröffnet. Direktor Conried iſt, noch immer in ſchwer leidendem Zuſtande, ſoeben nach Newyork zurück⸗ gekehrt. Direktor Guſtav Mahler trifft bereits Mitte Dezember in Newyork ein und wird zuerſt den neueinſtudierten„Fidelio“ in Nebhork dirigieren, der für die Amerikaner eine Neuheit iſt. Dann kommt Richard Wagners„Ring des Nibelungen“, der, dem ameri⸗ kaniſchen Geſchmack entſprechend, mit Kürzungen aufgeführt werde ſoll, an die Reihe. 55 Ein neues Theaterunternehmen in Genf. In Genf wie der„Frkf. Zig.“ geſchrieben wird, ein dramakiſcher Ve bildet, der die Herſtellung eines großen Theater⸗ und S bezweckt. In dem Theater ſollen ſowohl moderne als 5 i run 11 8 langen. Das Theater wird auf ein neutral gelegenes Grundſtück au ſtehen kommen, fünf Minuten entfernt von der Corrat⸗ künſtleriſcher Leiter iſt Herr Profeſſor Ernſt Fournier gewonne⸗ Namen gemacht hat. Das Erdgeſchoß des Theaters wird zu einem großen Feſtſaal ausgebaut werden, der ebenfalls eine Bühnenein richtung enthalten wird und der hauptſächlich für die Veranſtal⸗ tung von Soirsen, Bällen, Konzerten und Liebhabervorſtellung verwendet werden ſoll. Man glaubt, daß das Theater ſchon in Nobember 1908 dem Betrieb übergeben werden kann. Ueber das Berliner„kunſtſinnige“ Publikum und Caruſo mach die„Tägl. Rundſch.“ anſchließend an ihr„Rigoletto“⸗Referat falgende Gloſſen: Ganz nette Fortſchritte in italieniſchen Ma nieren ſind beim Publikum zu verzeichnen. Die Leutchen brach ter es fertig, einen guten Teil des herrlichen Quartetts im Schlußakt in Grund und Boden zu klatſchen, weil Caruſo m zum Beifall aufgefordert hatte. Caruſo ſelbſt iſt gebliel er war. Wer ihn mehrmals in derſelben Rolle ſah, weiß das Glas anſetzt, wenn ein pagr Karten in die Luft flieg wenn der Herrliche geruht, den armen Verdi mit einigen zu verbeſſern. Das alles iſt ſo erklügelt, ſo kalt, ſo unkünſtle Aber er iſt nun einmal der berühmte baritonale Tenor, bald die Leute ihn hören, dergeſſen ſie Wagne alle deutſche Muſik dazu und jubeln Beifall, Neue Romane von Liliencron und Frenſſen. Von ziwei rühmten niederdeutſchen Autoren ſind in nächſter Zeit neue We zu erwarten. Detlev von Lilieneron hat ſich von ſeinem e lichen Felde, der Lyrik, vorübergehend entfernt und einen n. Roman vollendet, der den Titel Leben und Lüge trägt und Veröffentlichung in einigen größeren Tageszeitungen als erſcheinen wird. Auch Guſtav Frenſſen arbeitet zurzeit a⸗ neuen Roman, der Hamburger Verhältniſſe ſchildert. Der 2 ter des Jörn Uhl und Hilligenlei hat dazu im Hamburge mannigfache Sludien gemacht. 85 8 Kund Moltke gegen Maximilian Harde (Ausführlicher telegraphiſcher Bericht.) sh. Berlin, 2 Der Andrang zum Gerichtsgebäude iſt ein ungehen Das Gebäude wird von einer großen Menſchenmenge un lagert. Ein Polizeiaufgebot hält die Ordnung Harden iſt mit ſeinem Anwalt ſchon frühzeitig erſchienen hat ſeine alte Elaſtizität bewahrt. Graf Moltke ſieht ſel ſchöpft aus. An beide Parteien ſind zahlreiche ſchriften und Telegramme eingegangen, die auf die Prozeßverhand⸗ lungen Bezug nahmen. Der Gerichtshof erſcheint mit ziem 4. S Genera lAnzeiger.(Abendbfatt. Manheim. 25. Oktaber. Vorfiszender: Se, Durchlaucht Fürſt Eſlenburg iſt für heute geladen. Iſi der Fürſt hier? Der Fürſt iſt nicht anweſend! v. Gordun: Der Hausarzt des J klärung abgeben. ürſten Röchte eine Er⸗ Sanitätsrat De. Gemme ich: Ich habe den Fürſten noch einmal unterſucht. Er iſt bottlägerig und ich habe ihm verboten, aufzuſtehen. Das gerich einer halben Stunde hier ſein. v. Gordon: Wir wünſchen jetzt die kommiſſariſche Ver⸗ nehmung, damit der Fürſt mit dem Zeugen Bollhardt, der in ihim efner der Herren aus der Pflla des Grafen Lynar wieder⸗ ebkannt hat, konfrontiert werden kann. Behnſtein: Der Fürſt glaubt, daß die Vernehmung ihn zu ſehr ſeeliſch aufrege. Sein Geſundheitszuſtand hindert Rihn alſo nicht. Dann iſt es doch alſo gleich, ob er in der Woh⸗ nung oder hier vernommen wird. Ich bitte jedenfalls um kommiſſariſche Vernehmung erſt am Schluſſe der Beweisauf⸗ nahme. Der Priratbeklagte hat aber ein begreifliches In⸗ tereſſe dargn, daß dieſe Vernehmung vor aller Oeffentlichkeit ſtattfindet. Wenn der Fürſt Philipp Eulenburg unter Eid in Abrede ſtellt, daß er homoſexuell veranlagt iſt, und daß er dieſe Veranlagung betätigt hat, ſo werde ich verſuchen, durch Zeugen den Beweis zu führen, daß dieſe Behauptung unwahr iſt. Auch Bismarck hat Lynar gegenüber Eulenburg als päderaſtiſch bezeichnet und Bismarck kannte ſeine 67090 Atteſt wird in Leute. Er hat auch Herrn Harden gegenüber dasſelbe be⸗ hauptet. b. Gordon: Bismarck iſt eine ſehr große Autorität, gber er war Menſch wie jeder andere. Er kann an ein Gerücht ange⸗ knüpft haben, das ſich an alle Perſonen anknüpft bis in die höchſten Kreſſe hinein. Der fote Zeuge kommt daher nicht in Betracht, weil er nicht ſagen kann, worauf ſich feine Wiſſenſchaft hezieht. Fürſt Eulenburg iſt körperlich berhindert hier zu er⸗ ſcheinen. Wollen Sie die Verantwartung dafür übernehmen, daß bder Mann hier in aller Oeffentlichkeit tot hinſinkt? Bernſtein: Der Graf hat mit dem Fürſten Eulenburg, dem Grgfen Hohenau und Lecomte verkehrt. Gegen dieſe ſind die ſchwerſten Vorwürfe erhoßen worden. Sie hätten alle ſofort geladen werden müſſen. v. Gordon: Es lag kein Grund vor, ſie ſofort zu laden, da keine Rede davon war, daß ſür Eulenburg päde⸗ raftiſch ſei, Nachdem nun geſtern der Zeuge dies behaupket hat, muß dieſer Zeuge mit dem Fürſten konfrontiert werden. Harden: Wir werden an den„Fürſten eine Fülle von Fra⸗ gen richten und eine Fülle von Zeugen ihm gegenſberſtellen müſſen. Eine pjielſtündige Vernehmung wird notwendig ſein. Wenn wir aber dann hingehen und der Fürſt ſchwebt ngch 10 Minuten in Todesgefahr, ſo hat die Sache wenig Zweck. Mithin iſt es an und für ſich auch gleichgültig, was feſtge⸗ 1 9 wird, gb Fürſt Eulenburg he moſernell iſt oder Hicht. Vorf. Es handelt ſich zunächſt darum, ob der Zeuge Boll⸗ harbt vereidigt wird 155 nicht, Er erklärte, er möchte den Eid pſt ablegen, wenn er den Fürſten geſehen bat. Es werde ihm anheimgeſtellt, zu verſuchen, ob ihm der Fürſt geſtattet, in ſeiner Wohnung zu ſehen. Damit es unauffällig und tpoll geſchieht und dem Grafen nicht ſchadet und damit es mög⸗ ſt unguffällig ſich vollzieht, kann Polizeikommiſſär von Tres⸗ o den Zeugen begleiten. Bernſtein; Es wäre denkbor, daß der Zeuge den Fürſten icht wieder erkennt. Der Füyſt hat, wenn er ſchuldig iſt, das größte daxan, nicht erlaunt zu werden. Es iſt eine 5 e pon Jahren vergangen und es ift nicht ausgeſchloſſen, daß nd, der weiß, daß er rekognosziert werden ſolle und zwar einer eigenen Wahnung, den Tatheſtand berdunkelt. Man kann die Rouleaux herunterlaffen und anderes tun, um nicht erkannt zu werden. Vorſ.: Das Gericht behält ſich ja noch eine Gegenüber⸗ überſtellung im Sinne des Prozeßverfahrens vor. 9, Gordon: Uebrigens ſſt, Herr von Treskomw dabei, der aufpaſſen wird, daß ſich der Fürſt keine Maske gufſetzt. Ich habe auch eine Reihe von Bepeisgnträgen. Ich bitte Beweis ben darüber, daß 105 Moltke ſich in edler Weiſe über die en und die Ehe ausgeſprgochen hat. Ich bitte dann einen der Frau v. Elbe zu berleſen, worin ſie ſagt, daß, ſie Reue und ihren Mann als gut und klug ſchildert. Dann darf en rozeß nicht zu Ende gehen, Ahne daß die Grafen Lyngr und dhengu vernommen werden. e ſoflen bekunden, daß Graf Mo ke gicht das Geringſte mit 15 zu tun hatte. Bollhardt lärt, es ſei wahrſcheinlich, daß Graf Moltke an den Vor⸗ ängen in der Villa Lynar beteiligt war. An und für ſich iſt ies ja ganz unwahrſcheinlich; aber der Verdacht iſt auf den 5 worfen worden. Dieſer Verdacht muß aus der Welt geſchafft werden, bis das letzte Tüpfelchen eines Verdachtes von em Grafen genommen iſt. Die beiden andern Grafen ſind umünner und werden hier eyſcheinen. Ich bitte den Kom⸗ miſſar von Treskow und Dr. Nopp zu vernehmen, die angeben Aden, daß ihnen nichts Belaſtendes gegen den Grafen bekannt Der Politeipröſident hat bereits ſeine Genehmigung zur ernehmung gegeben. Dann muß ich auf meinen Antrag zurück⸗ kommen Se. Majeſtät zu vernehmen darüber, daß Graf. Moltle jemals ſeine Stellung mißbraucht Der Graf hat mich als General gebeten, die Perſon des erhöchſten Herrn unter keinen Umſtönden in die Debatte zu iehen. Ex iſt der Anſicht, daß man glauben muß, wenn er gls alter Soldat hier ſagt: ſo iſt es. Graf Moltke: Ich will nicht, daß die Perſon Sr. Majeſtät in die Dedatie gezogen wird. Ich will ies euf jeden Fall vermeiden. Die Heranziehung der höchften erfon in die Debatte entſpricht nicht den Traditionen meines izierlebens, noch der Tradition der Beziehungen, die ich zu 1 höchſten Herrn habe. Harden; Der Gedanke, Graf Moltke könne die Per⸗ 105 des Kaiſers ſo politiſch beeinflußt haben, daß N Kaiſer es merkte, dieſer Gedanke iſt nicht ernſt zu neh⸗ „ ſonſt würde Graf Moltke ſofort entlaſfen worden ſein. dieſer Beziehung könnte alſo guch aus der Ausſage des Kai⸗ ers nichts extrahiert werden. Es wird bewieſen werden, daß raf Moltke jahrelang an den Fürſten Eulen⸗ burg Berichte geſandt hat über das, was um die Per⸗ n des Kaiſers am Hofe geſchiehl. Die politiſche eit des Fürſten Eulenburg iſt notoriſch. Die Grafen Lynar 1 werden nach dem, was von ihnen geſtern bekannt wohl kaum vor Gericht erſcheinen. Der Antrag iſt ein Verſuch den Prozeß hinzuziehen, vielleicht Gefundung des Fürſten. Man macht dann den Verſuch, sſagen der Frau bon Elbe zu erſchüttern. Ihre Ausſgge ſt ein Komplex von ungeheuren Begebniſſen; ſie ſind im Ganzen richtig oder nicht. Ein vollkommen zyni⸗ Id geiſtiger Winderwertigkeit iſt die Zengin nicht, das Profeſſor Schwenninger bezeugen, bej dem ſie 5 6 geweilt hat. Man bat nichf behaußtet, daß ſie abſichtlich eſagt hat. Ihr Ehemann ünd ihr Sohn weilen im 5 entſchloſſen, aile perſönlichen Konſequenzen zu“ dieſ r ſicht gen Woten birte die Eltern der Irgy p. Elbe E belunden werden daß Graf Mollke ſich ſelbſt für 5 Frau p. Elbe wird auch über die Mißhand⸗ herichten müſſen. Frau v. Elbe hat ſich ſeinerzeit gegen 0 Scheidung gewehrt, unter anderem weil auch der Kaiſer Trauzeuge geweſen war. Bebnſtein; Wer werden die aſſen miſfen, en 185 man Ge eſcheidungsakten uns vor⸗ J e der He rren Eule n⸗ Man bat 5 Mut, Frau vbon Elbe des Mejineids 3u beſchuldigen. Mau ſage nun, welcher Punkt ihrer Ausfage falſch ſe! Ich bitte das Gericht, ſich von der menſchlich hen Quglität eines Mannes des Kreiſes zu üßerzeugen, der den Kaiſer umgab. Man darf doch keine Kombdie vor einem deutſchen Gericht ſpielen und hier mit Unwahrheiten operieren. Das hat aber Graf Moltke getan. Fürſt Bismarck hat den Fürſten Eulenburg als päderaſtiſch bezeichnet. Was muß Bismarck nicht alles gewußt und beobachtet haben, wenn er das geſggt hat von einem Manine in der Stellung Fulenburgs! Harden(ſehr erregt): Zur Schonung iſt jetzt keine Zeit mehr. Fürſt Bismarck dat nicht geſagt: man munkelt, er hat es offen ausgeſprochen, der Fürſt Eulenburg iſt ein Päderiſt. An Bismarcks Wort iſt nichts zu drehen und zu deuteln. Bernſtein: Das Wort Bimarcks iſt nur dreiviertel be⸗ weiskräftig, daß dem ſo jſt. Und was hat die deutſche Preſſe getan, als Harden ſeine einzelnen Artikel veröffentlichte? Hat ſte ein Hohngelächter erhoben? Nein! ſie hat ihm zugeſtimmt oder wenigſtens die Sache mit allem Ernſte behandelt. Darauf berichtet Herr von Treskomw über ſeinen Beſuch beim Fürſten von Eulenburg. Er gab an: Se. Durchlaucht hat mich empfangen. Eulenburg hat es aber abgelehnt, den Zeugen Bollhardt zu ſehen oder ſich von ihm ſehen zu laſſen, mit der Motivierung, der Zeuge könnte vielleicht behaupten, ihn Zu kennen, und würde dann vereidigt werden. Er möchte aber nicht, daß es ſo weit kommt und daß er ſelbſt ſich zur Sache äußern kann. Er 55 bereik, dem Zeugen in Gegen⸗ wart des Gerichtes in ſeiner Wohnung gegenſber geſtellt zu werden. Von Dr. Liemann iſt ein ärztliches Atteſt eingegangen, daß der Fürſt wegen ſeines Geſundheitszuftandes zur Ver⸗ handlung nicht erſcheinen könne. Es würden Auseinander⸗ etzungen gepflogen über den Kreis, der ſich um den Haiſer ge⸗ bildet haben ſoll. Graf Moltke erwidert ſehr erregt, daß ein ſolcher Kreis niemals beſtanden habe. Harden lebenfalls ſehr erregt) behauptet, daß Graf Moltke wiſſen mußte, daß Fürſt Eulenburg homoſeriell iſt. Zeuge erklärte, man ſef ihm hier mit vinem Wuſt von Unpwahrheiten gegenüber getreten. Seit Monaten müſſe er ſich mit dieſen Dingen abplagen. Er habe genug. Harden gibt dann an, daß ihm die Verfehlungen Hohenaus durchaus nicht hekannt waren. Er könne ſich doch nicht um deſſen Pri⸗ vatleben kümmern. Er ſei doch kein Denunziant im Haupt⸗ quartier des Kaiſers. 15 Hierauf wurde der Sachverſtändige Dr. Hirſchfeld ge⸗ hör Graf Moltke gibt dann Auskunft über ſein Verhältnis zum Fürſten Eulenburg. Mit dieſem ſei er durch die gemein⸗ 11 5 Liebe zur Muſik bekannt geworden. Beziehungen erotiſcher gtur beſtanden in keiner Weiſe. Hierauf trat eine größere Pauſe ein. Die Wiederaufnahme der Sitzung begann unker gewaltigem Andrange des Publikums. Zahlreiche Beweisanträge wurden geſtellte Die Potsdamer Soldaten, die geſtern pernommen wurden, werden pereidigt, eben⸗ ſo auch der Zeuge Bollhardt, der bekanntlich Fürſt Eulenburg homoſexueller Betätigungen beſchuldigt hat. Es wurde dann noch der Platzmajor von Keſſel ver⸗ nommen. Dieſer hat geſprächsweiſe davon gehört, daß man in höheren Kreiſen davon geſprochen habe, daß Fürſt Eulen⸗ burg wie Graf Moltke als homoſexuell bezeichnet wurden, Es wurden dann noch weitere Beweisgnträge geſtellt, beſonders noch Sachverſtändige über die Homoſexualität des Hlägers geladen. Das Gericht lehnt aber alle dieſe Anträge ah und erklärt die Beweisgufnahme für geſchkoſſen. Um 5 Uhr wird die Sitzung vertagt. Morgen früh 10 Uhr Weiterberatung. Hardeß wurde bei Verlaſſen des Gebäudes von einer großen Mafſchenmange mit begeiſterten Hochrufen begrüßt. ich bewei ſen, daß 5 E falſch iſt. ——— Nachtrag zum lokalen Teil. * Ordensauszeichnung. Wis wir hören, hat der Großherzog von Baden Herrn Profeſſor Peter Behrens, dem Erbauer des Naturkhegters auf der Mannheimer Gartenbau⸗ Aufsſteſlung, dem bisherigen Direktor an der Kunſtgewerbeſchule Düſſeldorf und jetzigen künſtleriſchen Beirat der Allgemeinen Glektrizitätsgeſellſchaft Berlin, das Ritterkreuz 1. Klaſſe vom Zähringer Löwen berliehen. Von Tag zu Tag. — Das Erdbeben in Calabrien. Aus Rom, 25. Okt. wird gemeldet: Die Geſamtzahl der bei dem Erd⸗ beben in Calabrien Getöteten ſchätzt man auf 300, von denen 250 auf Ferruzzano entfallen. Verwundet wurden etwa 1000 Perſonen. General Aliprandi, der Komman⸗ deur der 22. Divifion in Catanzro wird heute die Unglücks⸗ ſtätte befuchen. Er ließ inzwiſchen 1500 Militärzelte an die Bewohner ausgeben. Nach einem Telegramm aus Geraee wurden 212 Leichnahme aus den Trümmern von Ferruzzano geborgen. Die Geſamtzahl der Getöteten und Verwundeten in dieſem Orte beträgt 500. Der„Popolo Romano“ meldet, daß die Regierung die techniſche Siee von Cala⸗ hrien angewieſen habe, die Höhe des angerichteten Schadens feſtzuſtellen, um einen ſofortigen Steuernachlaß anordnen zu können. Cehſe nachrichlen und celegramme. * Leimen, 25. Okt. Der liberale Volksyerein Leimen hielt geſtern abend ſeine gutbeſuchte Monatsverſammlung ab, in der Herr Dorn⸗Heidelberg über den Wiesbadener Par⸗ teitag berichtete. Der Redner ſtellte das Referat Baffermanns in den Mittelpunkt ſeiner Betrachtungen und erörterte die poli⸗ tiſchen Aufgaben der nächſten Zukunft. An der Diskuſſion he⸗ teiligten ſich Herr Dr. Hack, Ratſchreiber Neuert und der Vor⸗ ſitzende Architekt K Kneucker An der nächſten Monatsverſammlung am 22. November ſoll Herr Dr. H. Bauer⸗Bruchfal ſprechen und mit der Werbetätigkeit ſoll ſofort begonnen werden. Der ie ugge der Vollaſehung der Che wird Frau v. Elbe noch 75 7 liberale Balkeperein Leimen Boden der halſonal⸗ lberalen Pariei ſtehend— iſt der einzige läudliche Vereſu, in dem eges Leben pulſlert. Die Veranſtaltungen, die allmonatlich ſtatfinden, erfreuen ſich ſteigenden Intereſſes Sahr, 24. Okt. Immer naher rüct der Tag, an dem ſich die Nationalliberalen unſeres Landes in den Mauern der S Stadt Lahr zuſammenſinden weeden, unt die Landesverſamm⸗ 1 der nationalliberalen Pa abzuhalten. Es erbede ſich ſelhſt, daß man den Gäften, die aus Stadt un Land hier werden, eine freugpliche Aufnahme bereiten wipz. 5 dieſem Zwecke hatten ſich heute ghend die Vorſtandspiſglieder des Nationalliberalen und des Jungliberalen Bereins zu einer ge⸗ meinfamen Sitzung in den oberen Räumen des Apfels“ einge⸗ funden, wo über die Vorbereitungen zum Parteitgg beraten wurde. Unter den Erſchienenen bemerkte man guch Herrn Ge⸗ neralſekretär Heinz aus Karlsruhe. * Friedrichshafen, 25. Okt. Der König von Würt⸗ temberg begab ſich heute vormittag über Stuttgart zu den Bele ſetzungsfeierlichkeiten nach Neuwied. * Oondon, 25. Okt,„Daily Ehroniele“ meldet aus Newyork vom Donnerstag, daß in Santa Bruz in Mexikg 400 Ehineſen den engliſchen Dampfer„Woolwſch“ angriffen, um ihre Landsleute gus der Quarantäne zu hefreien, Sie überwältigten die Matroſen, von denen einige 5 wer verwundet wurden, bis Polizei und Militär eingriff. as Schiff wird jetzt polizeilich bewacht.(Frkf. Ztg.). Kaiſer Franz Joſef. * Schönbrunn, 25. Okt. Nach dem Wiener Korre⸗ ſpondenz⸗Bureau werden, da die Geneſung des Kaiſers un⸗ umterbrochen fortſchreitet, Bulletins nicht mehr gusgegeben. Ein franzöſiſches Gelbbuch über Marokky. Parxis, 25. Okt. Der„Petit Pariſien“ bringt eine kurze Inhaltsangabe des von dem Miniſter Pichon vorbereiteten Gelb⸗ buches über Marokko. Aus den in demſelben veröffentlichten Schrift⸗ ſtücken werde hervorgehen, daß die Regierung in der Tat eine ziel⸗ bewußte marokkaniſche Palitik gehabt habe: Herſtellung der Ord⸗ nung, Beſtrafung der Mörder der franzöſiſchen Stagtsangehbrigen und dabei genaue Beobachtung der Akte von Algeeiras. Das Gelb⸗ buch werde zeigen, unter weſchen⸗Umſtänden die Reſſe des Sultaus Abdul Aſis nach Rabat und die Miſſlon des Geſandten Regnauft erfolgt ſei, ſowie daß Abdul Aſis, pelcher das Recht und die Geſetz⸗ lichteit für ſich hahe, tankreich gegen Mulah Hafid fingnziell Unterſtützt wurde. wurden von Frankreich flir ſeinen unmittelbaren ſonen borgeſtreckt. Selbſtverſtändlich ſef dafür Sorge getragen, daß von dieſem Geld kein ſchlechter Ge⸗ brauch gemacht werden könne. Aus der Zuſammenkunft zwiſchen dem Sultan und General Liautey wurde ſofort der beſtimmte Vor⸗ teil gezogen, daß die Polizei an der algeriſch⸗marokkaniſchen Grenze in der im Jahre 1901 vorgeſehenen Weiſe organiſiert werden wind und daß die franzöſiſchen Tryppen bei der Verfolgung der Räuber⸗ banden auf maxokkgniſchem Gebiete von einer gemiſchten Poligei Anterſtützt werden, deren Kadres aus Franzoſen beſtehen werde, Die Ergebniſſe der Miſſion Regnault⸗Liauteh ſind: die Ueberwachung des Zollweſens und weiter, daß die Mahalla des Sultans Abdul Aſis in Begleitung eines franzöſiſchen Offiziers in Caſablanen ein⸗ treffen foll und daß dank dem Einfluſſe des Machſen auch im Ge⸗ biete bon Üdſchda die Ruhe wieder eintreten werde. Zur Lage in Rußland. „ auf dem von 907 Dem M edgrf 2 *Petershurg, 25. Okt, Die Meldung guswärtiger Blätter, das hieſige Polizeiamt ſei unterminjert, wird, wie die Petersburger Telegr.⸗Agentur mitteilt, amtlich dementiert, Deutſchland und Verefnigten Stgaten. Newyor Der Unterricht an der Militär⸗Akademie zu Weſtpoint wurde geſtern nachmittaß aus Anlaß der Ueberreichung der von demdeutſchen Kgiſer geſchenkten Bü ſten aus⸗ geſetzt. Der deutſche Militär⸗ Attachee j in Waſhington, Major Körner, hielt bei der Uebergabe eine Anſprache, in der er Folgendes ausführte:„Seine Majeſtät der Kaiſer widmete dieſe Büſten der berühmten Militär⸗Akademie zu Weſtpoint als den Ausdruck der hohen Wertſchützung und Freundſchaft, die er für die gmerikaniſche Armee hegt. Mögen die Büften ein weiteres Band der Sympathie zwiſchen unſeren Armeen knüpfen, die ſchon durch das deutſche Blut, welches in den 1 8 der amerikgniſchen Soldaten fließt, ſo eng verhunden ind.“ Oberſt Scott, der Leiter 5 Akademie, übernahm alsdann die Büſten, während General Grant als Vertreter des Kriegs⸗ ſekreträs Taft eine Rede hielt, in der er gusführte:„Ich derf die Ueberzeugung zum Ausdruck bringen, daß unſer Kriegsmini⸗ ſterium die Ehre zu würdigen weiß, die uns durch die Widmung der Büſten zuteil wird. Sie wird unſeren fungen Bürgern ſtets ein Anſporn ſein.“ detten zu Ehren von Major Körner vorgusgegangen. Aus dem Grossberzogium. Ladenburg, 25. Okt, Die hieſi ige elektriſche Straßenbeleuchkung läßt, namentlich in der Wehnhe. ſtraße, piel zu wünſchen übrig⸗ ſe gut wie gar nicht beleuchtet, da die Zahl der borhandenen Be⸗ leuchtungskörper zu gering iſt und das wenige von dieſen erab⸗ ſtrahlende Licht im Weſentlichen auf den Sfraßenzie Umen bleibt. Es iſt im 1e der aeee Bubn⸗ Die von ee — dürfte hierbei zu erwägen ſein. Weinheim, 24. Okt, Das Kauffnens ſche HLaus am oberen Marktplatze ging durch Kauf auf Heern Peter Vogler don hier um den Preis don 32 500 Mark über. Herr Vogler wird in dem Hauſe ein⸗ Mesgerei einrichten. *Eichſteften, 23. Ott. Der 56 Jahre alte Landwirt G. Jakob Popele H von Nimburg war geſtern nachmitiag in der Scherperſchen Säge in Nimburg mit Stammholzladen beſchäft⸗ tigt. Hierbei brach eine Kette, wodurch die Deichſel dem Popele die Schädeldecke einſchlug. Schwerverletz wurde er nach ſeiner Wohnung wo er Früß 1 e 5 8 k, 25. Okt.(Auf deutſch⸗atlantiſchem Kabel.) Der Gehweg an dieſer Stpaße iſt — Der Uebergabe war eine Parade der Kg⸗ Mannheim, 25. Oktober. General⸗Anzeiger.(Abendblatt.) 5. Seite⸗ Gerichiszeitung. *Freihurg, 24. Okt, Die geſtrige Anklage des Schwu v⸗ gepichts; Bandendiebſtahl, Raub und Totſchlags⸗ deyſuch richtete ſich gegen die Tagarbeſter Franz Anton Sil⸗ deri von Jöhlengen, 82 Jahre alt, Karl Wickh von Häfingen, 27 Jahre alt und den 28 Jahre alten Kornel Böhler gon St. Blaſien. In der Nacht vom 24, auf 25. Auguſt unternahm die hieſige Schutzmannſchaft gegen die Diebe vorzugehen, pelche nachts die Schläfer auf den Promenadenbänken um ihre Wert⸗ ſachen epleichterten. Dieſe Art der Diebſtähle hatte in der erſten Sommerperiode piel um ſich gegriffen. Aſſch in der angefühpten Woche war der Fall einem jungen Inftallateur paffiert. Schutz⸗ leute verkleideten ſich, einer fetzte ſich auf eine Promenadenbank in der Bahnhofsanlage und ſtellte ſich ſchlafend. Die anderen faßten Poſte im Gebüſch. Morgens halb 3 Uhr kam eine Anzahl der Burſchen, ſuchten die Bänke nach Schläfern ab und gepieten an den Schutzmann. Dieſer ließ ſich Uhr und Paket nehmen dann ſprang er empor und faßte einen der Strolche am Halſe, Auf ſeinen Hilferuf kamen die Kollegen und ſo gab es einen hef⸗ tigen Zuſammenſtoß. Der erſte Schutzmann, Burkaud, wurde von ſeinem Gegner in das anſtoßende Baſſin gedrängt, in das beide ftürzten, Zum Glück kam dem Bedrängten der Kollege Fritſch zu Hilfe, denn der Strolch drückte den Schutzmann wie⸗ derholt unter Waſſer. Nur ein Revolperſchuß, den der herzu⸗ gekommene Schutzmann Fritſch, der ebenfalls ins Waſſer ſpringen Mußte, an dem Strolch am Ohr vorbeijagte, machte dem Wider⸗ ſtand ein Ende. So gelang es auch nur dem dritten Schutzmang Enz, den zweiten Strolch zu bewältigen. Franz Anton Silperi wurde zu 8 Jahren 4 Monate Zuchthaus, 10 Jahren Ehrperluſt und Stellung unter Polizeſaufſicht, Kar! Wicky zu 2 Jaßhren Gefängnis und Kornel Böhler zu 9 Monaten Ge⸗ fängnis veruxteilt. * Frankenthal, 24. Okt, Drel Frankenthaler Bäückermeiſteſr wurden vom Schöffengericht von der auf ein Veraehen des Nahrungsmittelgeſetzes lantenden Anklage frei⸗ eſprochen, Sie waren beſchuldigt, zur Herſtellung von feinem Gebäck anſtatt Landeitter Margarine verwendet zu haben. Gegen das freiſprechende Urteil legte der Amtsanwalt aus prin⸗ iſpiellen Gründen Berufung ein. Zu der Berufungsverhandlung waren als Sachnerſtändige geladen! Profeſſor Dr. Halenke⸗ Speyer, Dr. Kaiſer⸗Nürnberg und Dr. Niederhöfer⸗Wiesbaden. Die Sachverſtändigen erklären übereinſtimmend, daß reine Na⸗ törbutter der Magarine bei weitem vorzuziehen ſei. Dr. Halenke bezeichnete dabei die„Butterverhältniſſe“ in der Vorderpfalz als traurig und bedauerlich, da die Butter vielfach gefälſcht werde, Der Vertreter der Staatsanwaltſchaft beantragte gegen die Be⸗ ſchuldigten die Verhängung einer Geldſtrafe. Bemerkenswert iſt die Ausſage eines als Zeuge vernommenen Bäckermeiſters, der bekundete, daß es nicht jeden Tag möglich ſei,„nichtranzige“ tadelloſe Butter zu erhalten. Nach fünfſtündiger Verhandlung erkannte die Strafkammer auf Freiſprechung. In den Urtellsgründen wird ausgeführt, daß die Margarine derBut⸗ ſter an Bekömmlichkeit und Nahrungswert nicht nachſtehe. Auch werde bei der Fabrikation der Margarine die größte Reinlich⸗ keit beobachtet. Zur Kriſis in Amerika. (Originalbericht des„Mannheimer General⸗Anzeiger“.) Wie wir ſchon in unſerer letzten Wochenüberſicht bemerkten, ließ der Zuſammenbruch des Faiſeurs Heinze, da er für die geſamte finanzielle Situgtion in den Vereinigten Staaten ſymptomatiſch war, nichts Gutes für die nüchſte Zukunft er⸗ warten. Wenn auch dem Vorgehen Rooſevelts gegen die 15 ſowelt es unlautere Manipulatjionen aufzudecken und zu beſef⸗ tigen geeignet iſt, bedingungslos zugeſtimmt werden kann, ſo muß man doch auch andererſeits die ſchweren Folgen berück⸗ ſichtigen, die dem amerikaniſchen Wirtſchaftsleben drohen. Die Vorboten ſind ſchon jetzt mit den bereits gemeldeten Fallimenten einer Reſhe von Truſts⸗Companies, darunter die bedeutendſte „Knickerbocker Truſt⸗Company“, erſchienen und präſentieren ſich als eine ſchwere Bankkriſis, denn die Truſt⸗Companien 5 ſchoͤn längſt ihrer urſprünglichen Beſtimmung entrückt nd Depoſitenbanken par exeellenee geworden. Auch nur aus bieſem Grunde ſind ſie im vergangenen Jahre einem Depo⸗ ſitengeſetz unterworfen worden. Daß indes dieſes Depoſiten⸗ geſetz nicht das gehalten hat, was man ſich von ihm verſprach, das beweiſen die Vorkommniſſe der letzten Tage draſtiſch genug. Einer der Hauptübelſtände iſt eben darin zu ſuchen, daß die Truft⸗Companies nicht wie die Nationalbanken und State⸗ anks in einem Clearinghouſe, das ihre Ausweiſe allwöchentlich eröffentlicht und ſo eine große Handhabe für die Ueberwachung der Geſchäfte hat, vereinigt ſind. Wenn man ferner berück⸗ ſichtigt, daß die Zahl der„Loan und Truſt⸗Companies ſchon für das Jahr 1904 mit 585 und einem nominellen Kapital von Dollar 110 004 189 angegeben wird, dann wird man unter Begchtung der in den letzten 3 Jahren erfolgten Neu⸗ FiutCen erſt ermeſſen können, welch bedeutende Rolle die ruſt⸗Companies im amerikaniſchen Geld⸗ und Kreditberkehr ſpielen. Und ſo iſt es denn nur zu begreiflich, daß die ſoliden Elemente unter den Truſt⸗Companies ſchon ſeit einiger Zeit auf die Schaffung eigener Clearinghouſes drängen, da die National⸗Banks ſchon aus Konkurxenzneid für eventuelle Aae⸗ aktignen keinesfalls in Betracht kommen können. Dieſer Anta⸗ gonismus trat gerade jetzt wieder im Falle der Knickerbockes Companh deutlich zutage, denn die Weigerung der National⸗ ank of Commerce die Clearinghouſe Agentur⸗Geſchäfte für knickerbocker weiter zu beſorgen, dürfen wohl den Stein ins Rollen gebracht haben, Dieſe Weigerung hat, von allen anderen Abſichten ah⸗ deſehen, ſcherlit triftige Gründe und zwar in erſter Linie wohl die, daß dieſe„Bank der Patrizier“, bei nur Dollar 1,2 Mill. Alfienkapital und einem Surplus von Dolla r 5% Mill. und über Dollar 60 Millionen Depoſttengeldern höchſt 5 hafte Effekten⸗ und Grundſtücksſpekulationen gemacht hat, die ihren Status direkt illiguide geſtalteten. Die Company, für die angeblich eine Hilfsaktion vorgenommen werden ſollte, aber bis 3 nicht vorgenommen worden iſt, mußte deshalh ihre Schalzer ſchließen, weil ſie dem„Run“ der Einleger nicht ge⸗ wachſen war, 5„ erade dieſem umſtand muß eine größere Bedeutung beigelegt werden, als das Mißtrauen rapide anwachſen wird. Denn— nicht mit Unrecht— ſagen ſich die Depoſttäre, daß, wenn erſt einmal eines der beſferen als fein anerkapnten Inſtitute noch nicht einmal einen mäßigen Teil der Geſamt⸗ depoſiten flüſſig machen kann, bei einem allgemein werdenden unterliegen“ müßten. Angeſichts der ungeheuren Degen⸗ tralifation des amerikaniſchen Bankwefens und der vielen divergierenden Intereſſen muß man die Mög⸗ lichkeit eines allgemeinen„Run“ und damft auch die weit⸗ gehenden Gefahren, die dem amerikaniſchen Sparpublikum drohen, zugeben. Das Mißtrauen we ife in den Ver⸗ einigten Staaten iſt ehen durch die Enthi hinſichtlich des Newgorker Verkehrstru ſo groß daß es lange Zeit und zweifellps auch noch große O fordern wird, bis der amerikaniſche Wirkſchafksor von allen Paraſiten befreit iſt, Dem„Lande der unbegrenzten Möglichkeiten“ können die Wege, die gur zu großen privafen Monopolen führen, keines⸗ wegs zum Heile ſein, und ſo war es unter allen Umſtänden im Intereſſe des Kapitals zu begrüßen, daß Roofevelt guf der ſchar⸗ fen Durchführung des Truſtgeſezes beſtanden hat. Denn er war es wohl, der zuerſt das Ziel der ſkrupelloſen Milliardäre erkannt hat; Monopol der hauptſächlichſten Pro⸗ duktionszweige unter dem Schutz der rieſigen Protektionszölle, Hand in Hand damit Monopol der Giſenbahnen als Mittel zum Zweck für die In⸗ duſtrietruſts und laſt but not leaſt allmühliche Heranziehung der Sparbanken als wichtigſten Schlußgliedes in der Monopolkette. Gewiß, die Truſts haben unſtreitig viel Gutes geleiſtet, ſie haben dem Kapftal erhöhten Gewinn und auch den Arbeitern regelmäßige Beſchäftigung gebracht. Sie, die Truſts, ſind indes weit über das erlaubte Maß hinausgegangen, ſie haben in ſchnbdeſter Gewinnabſicht die freie Konkurrenz, insbeſondere durch ihre Verquickung mit den großen Eiſenbahnſyſtemen, illuſoriſch gemacht und ſich zu einer beängſtigenden Monopolſtellung emporgeworfen, die nur die Auspowerung der breiten Konſumentenſchichten als Endziel verfolgt. Soll deshalb die mit aller Energie durchgeführte Aktion Rooſevelts von Erfolg begleitet ſein, ſo wird ſich guch als nächſte Folge eine Aenderung des Schutzzoll⸗ ſyſtems ergeben müſſen. Dann aber auch wird die Frage einer beſſeren, vielleicht auch einheitlichecen Regelung des Geld⸗ und Kreditverkehrs, da für das ganze Wirtſchaftsgebilde von hervorragender Be⸗ deutung, zu löſen ſein. Wenn man berückſichtigt, daß im Jahre 1904 5831 Nationalbanken mit einem Kapital von Dollar 761 682 000 und einem Notenumlauf von Dollar 385 900 000,(inzwiſchen angewachſen auf 6400 mit Dollar 860 Mill, Kapital und nur ca. 530 Mill. Dollars Noten⸗ umlauf) 6923 State⸗Banks(die kein Notenausgabe⸗ recht haben, im übrigen aber dieſelben Geſchäfte wie die Nationalbanken betreiben) mit einem Kapital von Dollar 347 421197, ferner wie bereits erwähnt 585 Loan und Truſt⸗Companies mit ein em Kapital von Doll. 110 004189, dann 1157 Savings⸗Banks mit Dollar 1099 110398 Kapital und ſchließlich 854 Private⸗Banks mit 16076 440 Kapital exiſtierten(die Zahl der 4 letzten Arten von Bank⸗Inſtituten hat unſtreitig bis heute eine weſentliche Zunahme auch hin⸗ ſichtlich der Kapitalien erfahren), ſo kann man ſich ein Bild von der herrſchenden Dezentraliſation machen. Wenn auch die Forderung eines Zentralinſtituts, ähnlich unſerer deutſchen Reichsbank, drüben noch fortgeſetzt auf große Schwierigkeiten ſtößt, ſo beſteht doch die Hoffnung, daß durch eine richtige Handhabung der drüben beſtehenden Geſetze alle die faulen Elemente ausgeſchieden werden, die einer gedeihlichen Weiterentwicklung amerikaniſchen Bankweſens hinderlich im Wege ſtanden. Zu wünſchen bleibt nur, daß der Regierungs⸗ prozeß nicht allzu ſchwere Opfer erfordere und daß der Peſſi⸗ mismus nicht über das gerechtfertigte Maß hinausgehen möge. Die Vereinigten Staaten haben ſchon eine Reihe ſchwerer Kriſen mit Erfolg überſtanden und werden auch diesmal dank des ſchnellen Wachstums einer hochintelligenten und fleißigen Bevölkerung über die Klippen, die derwegene und unreelle Finanzkünſte einiger weniger Milliardäre verurſacht haben, hinwegkommen. Es wird der ſparſamen Einteilung, zu der das amerikaniſche Volk zurückkehren muß, ſchon gelingen, der Juflation neuer Werte, die extra muros ſelbſt mit großen Kon⸗ zeſſionen nicht abzuſetzen ſind, Herr zu werden und ſo auch zu einer Geſundung der amerikaniſchen Börſenverhältniſſe bei⸗ tragen. Wie ſtark im übrigen die jetzige Kriſis, die ſowohl Finanz⸗ wie Abſatz⸗Kriſis genannt werden muß, auf die Kurſe der an der Newyorker Börſe hauptfächlich gehandelten Eiſen⸗ bahnaktien eingewirkt hat, mag folgende Tabelle zeigen: Es notierten: geworden, Opfer er⸗ in 1906 4. 23. Okt. 07, in London höchſt Atchiſon Common ſhares 114½ 80 ca. Baltimore u. Ohio 84„ Canada Pacific„ 208 Cheſapeake u. Ohio 68556 297% Erie 5 529 1970„ Loutsville Naſhyille 5 159%6 102 5 Ontario 9 84 88 Reading„ J596 4„ Southern Railway 5 1 Wabaſh Pref. 4956 46„ Der neue Zolltarif des Auſtraliſchen Bundes iſt erſchienen und liegt auf dem Bureau der Handelskammer zur Einſicht auf. Vom Tabakmarkt. Der Einkauf in Bruhrain und Württemberg ging in den letzten Tagen ſtürmiſch weiter und erreichten die Preiſe für Einlage und Umblgtt⸗ und Ein⸗ lagetabake die enorme Höhe von 36 Mark, welche Verkaufspreiſe von 58 bis 60 Mark bedingen würden, bei einer zum Teil mangelhaft brennenden Ware. Angeſichts dieſer abnormen Preiſe iſt der Einkauf im Neckartale als weitaus vorteil⸗ hafter anzuſehen. In Herbſttabaken wurde Hirchheim zu 26 Maxk ausverkauft, ebenſo Reilingen und Hockenhelm zu 32 Mark. Die äußere Hardt erzielte 35 Mark bei ganz ʒ Material, alſo demnach nur für geringes Rollendeck verwendbar. In den bayeriſchen Herbſtorten wurden Gernsheim und Otterſtadt zu eg. 2 Mark und Mech⸗ tersbeim zu 26 Mark begeben, Im Württembergiſchen ſind die vorjährigen Preiſe ſogar um 2 Mark pro Zentner über⸗ ſchritten worden, Für alte Tabake herrſcht große Nachfrage, der leider faſt kein Angebot mehr gegenüber ſteht. 80 Zum Tapeten⸗Truſt. Daß über den in Bildung begriffe⸗ nen Truft die Meinungen einſtweilen auch in den Kreiſen der Tapeteninduſtrie ſelbſt noch ſtark von einander abweichen, ergibt lee. Böſe, Berlin tahmeyer ſchaft in die große in der Bildung begriffene tengsſele h dieſem großen Unternehmen anzufchließen 30 Millionen 90 f0 Niase daß die 38 Mill⸗ der Uebergründung gn Gründung eines Stabeiſenverbandes. Nach der„Kölniſchen Zeitung“ ergaben die in Düſſeldorf begonnenen Verhandlungen der großen gemiſchten Werle und der Martinwerke wegen der Gründung eines Stabeiſenperbandes die Geneigtheſt der Be⸗ feiligten zu einer ſoſchen Gründung. Greifbare Ergebniſſe ſind noch nicht zu exrwarten. In eſwa J14 Tagan ſoll eine neue Ver⸗ ſammlung ſtattfinden. Die Gründung einer loſen Preiskonden⸗ tion iſt nicht in Ausſicht genommen. Auch ſpurde eine Ver⸗ ſkändigung wegen der Stabeiſenpreiſe nicht erzielt. Der Verband deutſcher Kredithänſer und verwandter Branchen hielt am Mittwoch nach dem„Konf.“ in Berlin ſeine konſti⸗ tuierende Generalverſammlung unter Vorſitz des Herrn Julſus Ittmann⸗Frankfurt a. M. ab. Dem Verband, dem bisher etwa 100 Firmen aus Deutſchland beigetreten ſind, bezweckt vor allem die Wahrung der geſchäftlichen Intereſſen der Inhaber von e öer aller Art und die Bekämpfung von Miß⸗ nden. 25 Der Stand der Herbſtſaaten im Reich für Mitte Oktober iſt wenn 2 gut bedeutet: Winterweizen 2,4, Winterſpelz 9, Winter⸗ roggen 2,4, Kartofſeſn 2,6(i, Vorjahre Winterweizen 3, Winter⸗ ſpelz 2,4, Wintertoggen%, Kartoffeln fehlt), Heſſiſche Haußwerker⸗Zentral⸗Genoſſenſchaft A,„G, Daym: ſtadt. Nach offiziöſer Mitteilung hat der Bundesrat in ſeiner Sitzung vom 17. d. M. das Geſuch der Heſſiſchen Handwerker⸗ Zentral⸗Genoſſenſchaft, Aktlengeſellſchaft in Darmſtadt, um Er⸗ laubnis zur Ausgabe von, auf den Namen lautenden Aktien zum Nennwert von M. 200 genehmigt. Bierbrauerei-Geſellſchaft vormals Gebrüder Lederer, Nürn⸗ berg. Die Verwaltung ſtellt für das Geſchäftsfahr 1906/07 wieder 4½ Prozent Dipidende in Ausſicht. Berliner Maſchinenbau⸗Aktiengeſellſchaft vorm. L. Schwartz⸗ kopff. Der Aufſichtsrat ſetzte die Dlpidende, an welcher diesmal das auf M. 12 Millionen erhöhte Aktienkapital voll teilnimmt, auf 14 Prozent feſt(i. V. 13 Prozent). Die Ausſichten für das laufende Jahr ſind günſtig. Der derzeitige Auftragsbeſtand er⸗ reicht die Höhe von rund Mark 31 Millionen gegen xund Mark 22 Millionen im Vorjahr. Frauffurter Eſfektenbörſe. Telegramme der Continental⸗Telegraphen⸗Compagnis, Schluß⸗Kurſe. 5 Reichsbant⸗Diskont 5% Pragent. Wechſel. 24 27 Amſterdam kurz 169.87 169,04 zaris Belgien„ 81.288 8,233 Schweiz. Plätze„ zalien„ 31.775 8J./[Wien„ 685.15 8e ondon„ 20,477 20.49 Napoleonsdr 136.32 16, lana 20,46 Privat⸗Diskont 5% Stagtsvapiere. X. Deutſche. 24 28. 24. 86. 3½ Oſch. Reichsanl 9470 94,25 Igmaulipaß 98.05 98, 0 8410 84.35.— 98— zaſepr. lonſ.St.⸗An 24.55 8475 195—0 6 1890 47.0 4½% „„„„ e 84ſkallen. Nente 101.79 1915 bad. St.⸗A. 100 50— ½ Oeſt. Silberr. 97.55 97.7 i% bab, St.⸗Obl.fl 95.40 595 4½„ Papierr.—.——.— „ M. 6295 9265 Oeſterr. Goldr. 97.10 97.— „00, 92 10 92.5, Vortg. Serie 1 68.50 62.5 4 bayer..⸗B.⸗A. 102.10 102.25 dto. III 65.25 65.10 geſ do. u. Allg.⸗A. 94.— 34.—AineueRaſſen 1905 98,90 92.50 5„ 33.60 83,11 Ruſſen von 1880 75,.— b Hefſſen 100.15 9 95 4arf ausl. Rente 91.50 91. Heſſen 92 50 8 4 Tärken v. 1908 88.80 Sachſen 84.25 84.3. Türken unif. 92.80 34½ Mh. Stadt⸗A.0 90,.80 90 80 4 Ungax. Goldrente 92.45 B. Aus ländiſche.„ Kronenrente 92.50 Ag. i. Gold⸗A. 1887—.— Verzinsl. Lof e. Aeeeen e 58.—.— 4 Egupter uniſtzirte—.——— Oeſt. Loſe v. 1960 14446 0 Mexikaner Aüß. 96.90 97.— Türkiſche Loſe 44,0 14190 %„ inn 62,90 62,90 7. 1 Bad. Zuckerfabril Züdd. Immob. Fichbaum Mannb. h. Akt.⸗Brauere! Rgrfafl, Zweibr. Jeltz z. S. Speyer dementw. Heidelb. Lementf, Karlſigdt gd. Aniſinfabrit h, br. Grfesheim Höchſter Farbwerk Verein chem. Tacrik hem. Werke Albert Drabtinduſtrie Aecumul.⸗. Hagen 124.— 128. 55 158.— 188— 98.20 98.50 76.— 76.— 159.— 159.— 129.—.9— 566 50 5.— 289,50 239 50 460 5d 419.— 419— 154.— 124.— 196 50 196 50 79.— 17.70 198,50 198.50 127.— 127. 2 119.50 118 50 25 EAlktr, Geſ, Schuckert 104,50 104.0 0 860.0 Allg,.,G. Siemens 112,50 172.50 5 Aktien deutſcher urd ausländiſcher Transport⸗Anſtalten. Ludwh.⸗Bepbacher 221.30 221.80 Oeſterr. Süd⸗Lomb, 28.50 28.75 Blalz. Miarbatn 158.20 138.8 Oeſterr. Norpdweſtb. 110.50. do. Nordbahn 1329 182.90„ Lit. B. 109.— Südd. Eiſenb.⸗Geſ. 115.— 115—Gotthardbahn—— damburger Racket 126.30 126.0 Ital. Mittelmeerb.—.—. Porbo. Noyd 112.40 112.[ Meridionalbahn 128.— 129.— Ver. Nunſtſeide 250.— 253.— dederw. St. Ingbert 867— 67 Spicharz 122.— 163. Walzmſühle Ludw. 162.— 16 Dabrradw. Kleuer 610.80 8 Maſchinenf. Hilbert 88,80 Jaſch, Arm. Klein 114.— 114 Waſchinenf. Baden. 201.— 301.— Dſtrrkopp 341.— 341.— Naſchinf, Britzuer 220. 220 Bfälz. Näbmaſch. 126.50 1a6,— Nöhrenkeſſelfabrik 7555 vorm. Dürr& Co. 41 Ichnellprſ. Frkthl, 1. Oelfabrik⸗Aktien 1 Schubfab. Her: Frkf. 1e Seilinduftrie Wolff 1 Lampertsmühl Kammg. Kaiſersl. 18 Zellſtoff Waldhof 695 — 4 1 Allg. Elk.⸗Geſellſch. Südd. Kabelwerke „Run“, die mittleren und kleineren Truſt⸗Companies„direkt ſich neuerdings aus einem Bericht über die vor wenigen Tagen Neſt.⸗Ung. Staatsb, 189.70 189.80 Galkim. Obis 88.6 8860 . General⸗Anzeiger.(Abendblatt.) Mannheim 25 Oktober. iſchen Enga erklärt das Ein bilanz⸗ nur bei Geſtern war der Wechſelverkehr chlimmſte überwunden iſt. Hier Newhorker Morgen⸗ beſſeres Ge⸗ was indeſſen Der Run auf die Tru ſt⸗Co m⸗ Früh morgens um 6 Uhr Die Truſt⸗Company of Die Entwicklung der Finanz⸗ 6. Selte.„„„ Bergwerks⸗Artlen. 8 5 9915 e WPien, 25. Oft Belreſfs des amerika dert. Von Bank⸗Aktien gingen Pfälz. Bank zu 100 Prozent] ments der öſterreichiſchen Länd 0 1 e 1 110 30 202.75 208.60 um und Spar⸗ und Creditbanz, Landau zu 138 Prozent. Neue Wiener 5 daß der North 105 8 91 380 hiber—.——.—— 8 85 4 6* 77 1 7 1 5 Coneordia—.——.—Weſterr. Alkali-A. 212 75 212.— Berliner Effektenbörſe 15 und Sontſ Pacificbabn, dagegen keiner⸗ Heutſch, Lureubg. 155.— 149.20 Oberſchl. Eiſenakt. 102.— 100.70 0 i amerigeniſche gank⸗ und Induſtriewerte beſitze. e Bergb. 149.— 148 10 Ver. Königs⸗Laura 224.50 225.— Berliu, 25. Oktober.(Schlußkurſe.) 5n 8 Eiſenbahnaktien entſtehe 6* 97 2 inglel 7 2 durs F ges elſenkirchner 1095.— 198.30] Noßleben 10200 10200 wuſſennoten 216 45 216.50J bomborden e Pfandbriefe, Prioritäts-Obligationen. 40% Nuff. Anl. 1902 7690 77.— Fanada Paclfte 157 20 157.20[. London, Dit Geſt 31½% Neichsanl. 94.25 94.25 Hamburg. Packekl 123 50 12010[mit Newyork desorganiſiert infolge der hohen Zinsraten und 40% Ir Pfdb. 98 50 985% Pr.s 98.2 2 ſicherheit i 19 11. 1 8 6 Irk. Dpe pfdb. 90 8e 98.5% bes Pr. Pfdb. unk. 12 98.20 98.20[ 30% Meichsanleſhe 84.40 84.30 Nordd. Llopd 112.— 111.50 der Unſicherheit in Newyork. Auch heute ſind lt.„Frkf. Ztg.“ 40% f. K. V. Pfobr.03 98.50 98.50 4%„„„ 17 98.50 98 50 4% Bad. St.⸗Anl.—.——.— Dynamit Fruſt 160— 160.60] die hieſigen Banken zurückhaltend aber eher zugät lich Di %% 19 0 98.90 98.90 3½„„„ 14 94.60 94.60 3½ B. St.Obl. 1900—.— 92.80 Licht⸗ u. Kraftanl. 115.10 113.60[ 1 5 h zugänglich. ie 4% Pf.Hypb. Pfob. 98.40 98.40 31½%„„„12 92.— 92.—3½% Bayern 94.— 93.90] Bochumer 204 20 204.20 Lage wird hier im a gemeinen viel beſſer beurteilt infolge des Seſs„„„.ᷣ— 98.—½¼ Pr.Pfdbr.⸗Bl.⸗ 40% Heſſen e e eeee—.——.— energiſchen Eingreifens des Schatzſekretärs und der Banken. iele Pr. Vod.⸗Er. 90. 90. Kleinb. b. 04 96.— 96.—gas Heſſen 82.40 82.4[ Dorfmunder 92 20 62.— Man glaubt daher, daß das S 97.40 97.40 0 e 10 111 5 84.0 9 70 Gelſenkirchner 9 105 20eröffneten Amerikaner Dollarweiſe über Pari. 0 Hyp.⸗Pfd.⸗Kom.⸗ 0% Pfhr. Rl. W. B. 97.5 50 Harpener 203 20 203 20* Newyork, 25. vor unk,. Oa 97.90 97.60] Sbl. unkündb. 12 92.— 92.— 5% Chineſen 100.30 100.25] Hfbernſa erklären, die 1 5 9lb ei 4%„ Pfdbr..o 4% Pr. Pfobrf.⸗B. 4% Italiener——— Hörder Bergwerfe—.——.—[präge und behaupten, daß das Schatz Rocke feller unf. 10 97.80 970 Hope⸗Pfd. unt. 1917 dgerg 88.76 44½ Japaner(neu) 89.— 88.— ſaargbütte 4%„ Pfbbr..0 40% fih..B. Pib. 02 98.10 98.10 J 1860er Loſe 5 178.60 179 50 15 ieh dge in bar aufbrachten, 1 unk. 12 98.30 98.30 4%„„„ 1907 98.10 98.10 4% Bagdad⸗Anl. 84.95 84.50 Ribeck⸗Montan 199.70 200.— 1 5 1 ſei. Immerhin wurden große Barmittel für heute 4½%„ Pfobr..86 45 1912 98.80 98.60] Kreditaktten 199.— 199 20 Murm Revier 5 ereitgeſtellt. 1 89 u. 94 91.30 91.30 4%„„ 1917 96.50 99.50[ Berk.⸗Märk. Bank 154.— 154.— Anilin Treptow 405 50 399.70* Newyork, 25. Okt. 995 Eld. 95%06 91.— 91.—31½„„„ alte 90.30 90./40] Berl. Handels⸗Geſ. 154.20 154.20 Braunk.⸗Brik. 162.10 168.70[pany of Amerika dauert an. 4%„ Com.⸗Obl. 5 0 90.30 90.30] Darmſtädter Bank 126.70 127.— D. Steinzeugwerke 246.— 246.—ſtande 5 43 0 11 „'eeltund 16 0 0 80 502½„„ j0i4.80 95.50 Deuſche ſar Lant ee eeen n ee 6%„ Com.⸗Obl. 31½ Fih..⸗B..O 92.50 92.50[ Deutſche Bank(alt) 227.9) 228.— Elberf. Farben calt)(93.— 687— Amerika zahlte in zwei Tagen 18 Millionen Dollars aus. 92 v. 1891 92.— 92.— lel R. W. B. C. B. 10 97.50 97 59 0„(ia.)———.—Peſtereg. Alkallw. 212.20 211 10* Newyork, 25. Okt S%„Com.⸗Obl. 4% Pf. B. PrOel. 90.65 09.75] Die-Kommandit 171.20 170.90] Nollkämmerei⸗ kt. 16650 13 be ei ˖ 5 v. 96/00 02.— 92.—.%% Pf. B. Pr⸗O..——.— Dresdner Bank 140.20 140.50 Chemiſche Charlot. 200—198— age zeigte heute nacht eine allgemeine weitere Beſſer⸗ Pr. Pfdb. unk. 95 5 5 5 24½ Ftal. ſttl.g. E. B. 68.— 68.— 1 138.50 137.— Tonwaren Wiesloch 121.— 117.—ung der Kriſe. Die Finanzleute hielten hier Konferenzen ab; 0 21.— 98.— Schaaffh. Bankv. 137— 188.90 Zellſtoff Waldhof 331.— 330.50 f 8 fand Cortelk Zeit, dem Kubdiner beiz we 4%„„ 14 98.— 98.— Mannb.Berf-.-A. 465.— 465.— Cübed⸗Büchener——. Ceellulote Kolbeim 229. 449 70 ZZJ)). C Staatsbabn 140.20 140.40J Nättaerswerken 142 70 142 70 ſich optimiſtiſch äußerte, aber keine offiziellen Angaben machen Bank⸗ und Verſicherungs⸗Aktien. 1 8 D f ſi ür 51 Privat⸗Discont 4¼ zu wollen erklärte. Der neue erſte Aufſichtsbeamte für die Bank adiſche Ban 185.75 185.75 Oeſterr.⸗Ung. Bank 126.50 126.— erklärte: Soweit er in Erfahr ingen können, ſei Berg u. Metallb. 118.75 118.— Oeſt. Länderbank 103.— 101.60 W. Berlin, 25. Oktober.(Telegr.) Nachbörſe. 8 ee e eeeee— 154.— 154.10 112.— 112— 126.50 127.— 227.75 22790 134.50 134.40 102 50 102.40 170.90 171,20 141.— 14050 Berl, Handels⸗Geſ. Comerſ. u. Disk.⸗B. Darmftädter Bank Deutſche Vank Deutſchaſiat. Bank D. Effekten⸗Bank Dlsconto⸗Comm. Dresdener Bank Frankf. Hyp.⸗Bank rkf. Hyp.⸗Ereditv. Nationalbank „Kredit⸗Anſtalt Pfälziſche Bank Pfälz. Hyp.⸗Bank Preuß. Hypothenb. Deutſche Reichsbk. Mhein. Kreditbank Mhein. Hyp. B. M. Schaaffh. Bankver. 107.— 197.—] Südd. Bank Mhm. 155.20 155,20 Wiener Bankver. 119.-119.—J Bank'ttomane 138.— 138.— Fraukfurt a.., 25. Oktober. Kreditaktien 199.50, Staats⸗ bahn 140.—, Lombarden 28.70 Egypter—.—, 4% ung. Goldrente 92.55, Gottharbbahn—.—, Disconto⸗Commandit 170,90 Laura „Gelſenkirchen 198.—, Darmſtädter 126.50, Handelsgeſellſchaft 154.28, Dresdener Bank 140.25, Deutſche Bank 2279), Bochumer 204.25 Morthern—.—., Tendenz: rubig. Machbörſe. Krebitaktien 199.50, Staatsbahn 189.90, Lombarden 28.90, Disconto⸗Commandit 171.20. Mannheimer Eſſektenbörſe vom 25. Oktober.(Offizieller Bericht.) Obligationen. 198.80 199.40 100.— 100.— —.—188.— 112.60 112.30 155.50 155.80 137.30 137.40 190.— 190.— 139,60 189.— 111.30 111.30 132.50 132 10 ge Pfaudbrieſe. Indunrie⸗Obligation. 4% Rh. Hyp.⸗B. unk. 1902 98.30 bfi 0 1 8 Selendn⸗ MW. 50.50 bi frt, ri. 1085 „% urt 1904 69.40 b. tie Lick J08 103.— %„unk mon 92.50 b 4 Bad..⸗G. k. Röſchif. %„„ Fommmmnal 92.50 be u. Sertransvort 98.—6 aaeen%% Bad.Anilir.au, Sodaf. 101.—0 31½% Frelburg i. B. 90.— G4%% Br. Kleinlein, Heſdlbg. 101.— G 3½% Heidelbg. v. J. 1903 91.— G% Bürg. Braußaus, Bonn 102.—G 40% Karlarnhe v. J. 1907 99.25 C4% Hertenmühle Gen: 98.—8 80% Karlsrube v. J. 1896 87.— Pi% Mannb. Dampf⸗ 3½0% Lahr v. J. 1902 90.— E ſchleppſchiffahrts⸗Geſ. 98.— B goe Ludwigshafen 89.— Gf4%% Mannb. Lagerhaus⸗ 40% v. 1906 100.50 8] Geſellſchaft 100.— G 90.— C½% Oberrb. Clektrkzitäts⸗ 4e%½ Mannh. Oblig. 1901 98.80 Cf werke, Farlsrube 9 76W0„1885 92.— Cſetee Pfälz. Chamotte n. „%„„ 1888 92.— 6 Tonwerk,.⸗G. Eiſenb. 102.75 B „%„„1895 92.— C½ lu Ruſſ..⸗G, Zellſtofff „ 1808 92.— 6 Waldbof dei Pernau in 210„ 1904 88. 8 Livland 101.—6 „ 1005 92.— Nſ4760% Speyrer Brauhaus 90„„ 1906 99.25 bü.⸗G. in Sveyer 97.50 G dde„ 1907 99.25 Clan, Sveyrer Ziegelwerke 101.40 B 82%% Pfrmaſens unk. 1905 91.— Cſ½% Süldd. Draßtinduſtr. 100.25 G 810%% Wiesloch v. J. 1905—— flße Tonw. Offſtein.⸗G. 55 Dr. H. Loſſen, Worms 98.— G 4½ Zellſtoffabrik Waldhof 102.— G 5 Ateen. Bauken. Brief Geld 8 Brief Geld Nadiſche Bank—=· 186.—Ur. Werger, Worms 98.——.— Nennbt Speverzo l— en Br. 9 Oeriae—— 88. B——IPf. Sylfabr.—.— 151.— Pfälz. Bank— 100.—Pf. Preßh.⸗u. Svifabr. Pfäls. Hyv.⸗Bauk—— 190.— Trausport Bi. Sp.⸗ u. Kdb. Land.—— 138..u. Berſicherung. Mpefn. Kredſthank 137.59 137.28].en.⸗G. Rhſch. Seetr. 84— 88.— Wbein. Hyv.⸗Bant—.— 190 2J Rannb. Dampffchl. 84.50—.— Südd. Bant—— 111.800„ Hoserbaue 99.— 97.— SEiſenbahnen. Francong Rück⸗ und Pfälz. Ludwigsdahn—.— 200.80 Mitverſ..⸗G. vm. Marbabhn—- 187.— Bad. Riſck⸗u. Mitv.—.— 585.— „Nordbahn—— 1320, Aſſereurran: 1840 1380 Hellör. Straßenbahn 77.— 75.-CLontinental. Verſ. 808 18 Chem. Indufrie. INannß. Neräſcherang 480.— .⸗Gechem. Induffr.——.— ee eeee Bad. Anil.n. Sodaſbr. 550.——.— Württ. Transp.⸗Verſ. 670.— Chem. Fad. Goldendg.—.— 177.— Induſtrie. Verein chem. Fabrkken 842.— 340.—.-G. f. Seilinduſtrie 130.——.— Berein D. Oelfabriken—— 134 5“ Dingler'ſche Mſchfbr.———. WVeſt..⸗W. Stamm—.— 218.80 Emellirſbr. Siremell.—— „„ Vorzus 105.50—. Fmaillw. Maikammer—. 91.50 Branereien. Fttlinger Spinnerei Bad. Brauerei 107.80 106.500Hüttenb. Spinnerei 90.——. Vinger Aktienbierbr.———— arler. Maſchinenbau 7 210.— Dml. Hof vm. Hagen—.— 258.— Nähmſbr. Haid u. Neu 28250—.— Eichbaum⸗Brauerei 138.——— Loſthb. Cell. u. Papferf. 25975—— Glefbr. Rüßl, Worms— 96—[Nannb. Gum u. Asd. 148.50—.— Ganters Br. Freido. 106.-—.—Maſchinent. Vadenia Kleinlein Heidelbera—.— 185.— QOberrb. Elektrizität domb. Meſſerſchmitt 61———Ff. Näbm. u. Fabrradf. 126.50—.— Ludwigsh. Brauereſi—— 236— Jortl.⸗Zement Hdlbge.—.— 159.— Mannßb. Aktiendr.— 137—Südd. Drabt⸗Ind. 124.——.— Pfalibr. Geiſel, MWohr—.— Südd. Kabelwerke—.— 127.50 Brauerel Sinner— 268 VereinFreib. Ztegelw.—. 160.— Br. Schroedl, Heidlbg.—.— 201.50. Speyr. 40.——— Schwartz, Sveyer—.— 121.— Würzmüßle Neuſtadt rr Jellſtofffabr. Waldbof 381.50.389.— eoever 81.— Juckerför. Wagbäuſel 125.——.— Sveſer 98——. Juckerraff. Mannnhn An der beutigen Börſe lagen Brauerei Aktien ſehr ſeſt. Ludwigsbafener Akt. Brauerei 236., Sinner. Grünwinkel 258 G. Schwartz, Speher 121 G. und Pfäls. Preßhefen ⸗ und Kredit⸗Aktien Diskonto Komm. 199 40 199.60 Staatsbahn 171.60 171.,20 Lombarden Pariſer VBörſe. Paris, 25. Oktober. Anfangskurſe. 140.10 140.40 28.70 29— 8 d% Rente 94,25 94.32 Fürk. Looſe Maliener———Banque Ottomane 690.— 690.— Spanter 91.90 91 40 Nio Tinto 1626 1665 9215 92.30 Londoner Effektenbörſe. London, 25. Okt.(Telegr.) Anfangskurſe der Effektenbörſe. Titrken unif. 3% Reichsanleihe 82½ 821 Southern Paciſic 70˙ 702ʃ 5.% Chineſen 101 101½¼ Chieago Milwaukee 110— 112— 4½ 9% Chineſen 96— 983/ Denver Pr. 63— 62— 36% o% Conſols 83— 88¾] Atchiſon Pr. 88— 88— 2% Italiener 100½ 100½% Louisv. u. Naſhv. 100½ 100ʃ½ 4% Griechen 47— 47—Union Paeifie 1185¹⁵ 112% 3 d% Portugieſen 64%¼ 65— Unit. St. Steel com. 23%½ B24/ Spanſer 99 8 D Türten 92— 92—Eriebahn 184 19— 4 d% Argentinier 82½% 822/ Tend.: feſt. 3 c% Mexikaner 3210 32˙½ Debeers 19/ö8 187%/ 4% Japaner 83½% 8232¾ Chartered 1— 118 Tend.: ſeſt. Goldfields 2% 2 Ottomanband 17% 17½[Randmines 4 4. Rio Tinto 65½% 66½ Caſtrand U„ 8. Braſilianer 80½/ 80/ Tend. fet. Liverpool, 25. Oktober.(Anfangskurſe.) 24. 2 Weizen per Dez..05% ruhig.05 feſt 7„ März.06 ½.06¼ Mais per Okt..095/ ruhig.09½ ruhig 0„Jan..035%.061¼ *** Telegraphiſche Handelsberichte. B. Frankfurter Börſe. Die Zulaſſung der nom. M. 4 000 000 Aproz. Hypothekenpfandbriefe der Württembergiſchen Vereinsbank in Stuttgart, Serie 34 und 85, zur Notierung im öffentlichen Börſenkursblatt wurde genehmigt. Zahlungseinſtellung. Aus Lübeck wird berichtet: In der heutigen Gläubigerverſammlung der durch den Zuſammenbruch des Bankhauſes Haller, Söhle u. Co. in Hamburg in Schwierig⸗ keiten gexatenen Oelmühle Asmus in Lübeck und Kiel wurde beſchloſſen, das Geſchäft zu liquidieren und das Privatvermögen des Herrn Asmus beſtmöglich zu verwerten zwecks außergerichtlicher Verteilung des Ergebniſſes nach den Regeln des Konkursverfahrens. „ Dortmund, 25. Okt. Wegen Wagenmangel mußten auf der Zeche„Scharnhorſt? zwei Feierſchichten eingelegt werden. Hamburg, 25. Okt. Die Kalamität in der Elbe⸗Ver⸗ ſchiffung iſt durch den gänzlichen Kahnmangel bei andauernd ſtei⸗ genden Zufuhren ſehr groß. Die Frachtſätze ſind heute wieder weſentlich höher, ohne daß Angebot vorliegt. * London, 25. Okt. Nach dem Kabelbericht des Jronmonger aus Philadelphia über den amerikaniſchen Eiſenmarkt notier⸗ ten Hütteneiſen um einen halben Dollar niedriger. Die anderen Preiſe ſind unverändert. Die finanzielle Lage beeinträchtigt den Markt. Eine etwaige Aufhellung der Situation und eine Wieder⸗ herſtellung des Vertrauens würden möglicherweiſe den Markt be⸗ leben. Inzwiſchen war die Lage ungewiß. Ohne Steigerung der Nachfrage oder Einſchränkung der Produktion dürften die Preiſe kaum aufrecht zu erhalten ſein. „„Newyork, 25. Okt. Dr. W. R. Gillette, der frühere Vigepräſident der Mutual Life Inſurance Company of Newyork, wurde des Meineids überführt. Die Jury empfahl mildernde Um⸗ ſtände; das Urteil wird am 28. Oktober geſprochen. Dieſe Ueber⸗ führung iſt die erſte Folge der Verſicherungs⸗Skandale von 1906. Die finanzielle Lage in Amerika. * Berlin, Okt. In einer bei einem erſten hieſigen Bankinſtitute heute aus Newyork eingetroffenen Depeſche wird betreffend der Weſtinghouſe Electrie and Manufacturing Company mitgeteilt, das eingeſetzte Komitee des Clearinghouſes in Pittsburg veröffentlicht nach genauer Prüfung eine Erklä⸗ rung, nach welcher die Geſellſchaft durchaus ſolvent ſei und daß nach Anſicht des Komitees die Receiversſhipp nur eine tem⸗ peräre ſein werde. Direktion der Geſellſchaft ſowohl, wie der Sachverſtändige ſtimmen dahin überein, daß der Geſchäfts⸗ gang bei der Geſellſchaft ſo befriedigend wie nur je ſei. Die ſchwebende und die Obligationsſchuld der Geſellſchaft werden un⸗ berührt und ungefährdet bleiben. Frener heißt es in der De⸗ peſche: die allgemeine Lage in Newyork hat ſich weſentlich gebeſſert. Die Direktoren des Clearinghouſe verſichern, daß ſie der weiteren Entwickelung der Dinge mit Ruhe entgegenſehen, de die im Clearinghouſe dereinigten Banten jolidariſch vor⸗ 2 20. Die gehen⸗ alle hieſigen Banken zahlungsfähig, nur die übereilte und un⸗ vernünftige Depoſitoren hätten die Lage gefährlich geſtaltet. Der Staatskontrolleur ſtellte nach der F. Ztg. in Abrede, daß die ſtaatlichen Gelder aus den Banken zurückgezogen worden wären. 12 Mill. Staatsgelder ſeien deponiert und weitere Summen würden nötigenfalls noch deponiert werden. ** Marx& Goldschmidt, Mannheim Fernſprecher: Nr. 56 und 1637. 7— Telegramm⸗Adreſſe: Margold. 25, Oktober 1907. Proviſionsfreit ————————— Ver⸗ änf Wir ſind als Selbſttontrahenten käufer Naeie unter Vorbehalt: 9 —————— Nu.⸗G. für Müßſenbetrieb. Neuſtadt g. d. H. Atlas⸗Lebensverf.⸗Geß., Hudmiasbafen 810— Radiſche Feuerverſicherungs⸗Bank 5 2⁴⁰ modiſche Oiegelwerke,.⸗G., Prühl 15 Renz& Co., Rhßein. Basmotoren, Maunnheim Mrauereigeſeſlſchaff vorm. Karcher, Emmendingen 26 öf 22 ffr Hruchſaler Brauerei⸗Geſellſchaft 935353 Mürgerbräu, Ludwiaspafen— 280 Ebemiſche Fabrik Heubruch 5— 58 zfr Daimler Motoren⸗Geſ. 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