rungs⸗ b Bezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung durch Träger frei Haus Mannheimer General-Anzeiger Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32mm breite Colonel⸗ monatlich NM..— in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50 zeile; im Reklameteil RM..— die 79 mum breite Zeile.— Für im a die oft n en en e 4.—. Einzelverkaufspreis Voraus zu bezahlende Familien⸗ 1915 Gelegenheiten be⸗ 10 Pfg. 5 5 5 o liſte ll. Waldhofſtraße 6, Schwetzinger⸗ 8 5 ſondere Sätze.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von ſtraße 1020, Meerfeldſtraße 13, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 6g, Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 24951 Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für W Oppauerſtraße 8.— Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim telephoniſche Aufträge keine Gewähr 8 Gerichtsſtand Mannheim. Beilagen: Montag: Spori der N. M. G./ Dienslag wechſelnd: Aus der Welt der Technik Kraftfahrzeug und Verkehr Donnerslag wechselnd: Mannheimer Frauenzeitung we Neues vom Film/ Mittwoch wechſelnd: Die fruchtbare Scholle Für unſere Jugend/ Freitag: Winterſport und Erholung. Wannheimer Vereinszeitung/ Samstag: Aus Zeit und Leben Steuer, Geſeß und Recht Mannheimer Muſikzeltung Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 4. ärz 1030 141. Jahrgang Kritiſcher Aeberblick über die Berliner Koalitions- und Kabinetts⸗Kriſis Der Gewiſſenskonflikt Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 4. März. In einigen Blättern, die vorgeben, die Sache der Regierung und ihrer Mehrheit zu führen, wird mit einem ungeheuren Aufwand ſtttlicher Entrüſtung über die kritiſche Zuſpitzung unſerer innenpolitiſchen Situation gehandelt. Die Entrüſtung, ſcheint uns, ſollte man ſich ſparen. Es ziſt nicht wahr, daß die Kriſe irgendwie künſtlich heraufbeſchworen wurde. In Wirklichkeit war ſie als ſchleichende Krankheit ſchon ſeit Monaten vor⸗ handen, und gerade an dieſer Stelle iſt immer be⸗ tont worden, daß ſie in dem Augenblick akut werden müßte, wo man den Verſuch machte, mit einer inner⸗ lich ſo zerſpaltenen Mehrheit an die Regelung der Reichsfinanzen heranzutreten. Das Zentrum hat dieſe Dinge offenbar anders eingeſchätzt. Wir tadeln das nicht ohne weiteres: Auch dafür laſſen ſich ernſthafte Gründe beibringen. Aber wenn ſchon die Verantwortlichkeiten abgeſteckt werden ſol⸗ len, muß um der hiſtoriſchen Wahrheit willen auch das feſtgehalten werden und noch das andere, daß trotz ſchwerer Gewiſſensſkrupel die Deutſche Volkspartei im Ausſchuß für die Mounggeſetze geſtimmt hat. Mit den wechſelſeitigen Beſchuldi⸗ gungen kommen wir alſo nicht weiter. Es iſt immer die alte Geſchichte: Es geſchieht meinem Vater ſchon recht, daß mir die Finger erfroren. Warum hat er mir keine Handſchuhe gekauft? Aber auch Kraftausdrücke und demagogiſche Ueber⸗ schriften wie die von dem„Opfer der Leiſtungs⸗ fühigen“, tragen uns nicht vom Fleck. Einigen wir Ans in aller Ruhe: Nuytopfer heißt zu deutſch: Zwangsanleihe, und Zwangsanleihen ſind die roheſte Form staatlicher Auflagen. Von Rechts wegen eine Stenerart nur für Staaten primitivſten 85 Aufbaus Der einzige Geſichtspunkt, unter dem unſeres Er⸗ achtens im gegenwärtigen Moment das Problem noch erörtert werden kann, lautet: Iſt der Schaden, der bei einem Sturz des Kabinetts Müller verwirkt wer⸗ den möchte, nicht am Ende größer als das Wertob⸗ jekt?(Wobei wir freilich bitten, nicht nur an die im Augenblick ſtrittigen 100 Millionen Mark zu denken.) Auch darüber kann man verſchiedener Meinung ſein. Wenn ein neues Kabinett hinter der Tür ſtände, be⸗ reit, die Laſten auf ſich zu nehmen und mit einer irgendwie gearteten Mehrheit die Geſchäfte weiter⸗ zuführen, würden wir ſogar ſagen: Nur einer Mei⸗ nung. Dieſes Kabinett iſt nicht durch Hermann Mül⸗ lers perſönliche Schuld, in allen innerpolitiſchen Be⸗ langen unfruchtbar geweſen wie wenige vor ihm. Doch ſchließlich gehört der Wechſel der Kabinette, die Ablöſung einer nicht mehr leiſtungsfähigen durch eine neue leiſtungsfähigere Mehrheit, doch zum We⸗ ſen des parlamentariſchen Syſtems. Allein die Nach⸗ folger, leider, ſind noch nicht gefunden. Ein Regiment auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfaſſung lehnt, wie man uns verſichert, der greiſe Präſident ab. Auch ein Auflöſungdekret iſt, wie wir hören, ſchwer zu erwarten, wird übrigens, ſoweit wir die Stimmung bet den Parteien zu kennen glauben, auch kaum gewüunſcht, ganz abgeſehen davon(wir haben ſchon gelegentlich darauf hingewieſen.), daß in dieſen Zeitläuften das ſogenannte geiſtige Ringen des Wahlkampfes in allen großen Städten, zum mindeſten Norddeutſch⸗ lands, ſich in rüde Straßenſchlachten wan⸗ deln möchte. Manche, die ganz und gar Unverbeſſerlichen, winken mit der Weimarer Koalition. Die könnte allerdings, wenn die Bayeriſche Volkspartei mittäte, eine„Grippemehrheit“ aufbringen, will ſagen: eine Mehrheit, die ſchon durch die kleinſten Schnupfen⸗ epidemien in ihren Grundfeſten erſchüttert würde. Aber ob die Bayeriſche Volkspartei das Verlangen trägt, mit von der Partie zu ſein, wenn das Gewicht der Sozialdemokratie im Kabinett ſich noch mehr bis ins Unausmeßbare verſtärkt, erſcheint fraglich, iſt wohl auch dem Kabinett am Montag zu erſchienen. Die Bayeriſche Volkspartei will am Dienstag ihre Mannen in München zuſammenrufen und, um⸗ Neues von der Floltenkonferenz Drahtung unſ. Londoner Vertreters 8 London, 4. März. In den Marineverhandlungen iſt ein neuer Faktor aufgetreten, der ſich ſchon ſeit längerer Zeit hinter den Kuliſſen bemerkbar machte. Die Ameri⸗ kaner haben auf Grund der neueſten Tendenz ihrer Flottenſachverſtändigen einen neuen Kreuzer ⸗ typ in ihr Programm eingeſtellt, der zwiſchen den beiden Kreuzerklaſſen der Waſhingtoner Verein⸗ barungen von 1921 ſteht. Es handelt ſich um einen Kreuzer von 9000 Tonnen mit vierzehn 6zölliden Ge⸗ ſchützen. Bisher haben die Kreuzer von 10000 Tonnen ſämtlich 8zöllige Geſchütze geführt, während die klei⸗ neren von—7000 Tonnen kaum mehr als acht 63öllige Geſchütze tragen konnten. Entſchließt ſich Amerika endgültig, einige Kreuzer des gegenwärti⸗ gen Programms in dem neuen Typ zu bauen, an⸗ ſtatt ſie als 10 000 Tonnen⸗Kreuzer mit 8zölligen Ge⸗ ſchützen einzuſtellen, dann find einige der größten Schwierigkeiten der Flottenkonferenz beſeitigt, die bisher unüberwindlich ſchienen. Namentlich die Ver⸗ handlungen zwiſchen Amerika und Japan, die an der japaniſchen Forderung einer Flotte von großen Kreuzern im Verhältnis von:10 zu Amerika zu ſcheitern ſchienen, dürften durch den neuen Faktor be⸗ deutend erleichtert worden ſein. Ein Kompromiß zwiſchen Amerika und Japan ſteht ſeit geſtern im Bereich des möglichen. Kommt es alſo als Reſultat der gegenwärtig ge⸗ führten Einzelbeſprechungen zuſtande, ſo würde die Konferenz dem Erfolg einen erheblichen Schritt nähergekommen ſein. Die Führer der Delegationen kommen heute zu einer Beſprechung im St. James⸗ Palaſt zuſammen. Anſtelle der franzöſiſchen Dele⸗ gation, deren Ankunft man für heute nachmittag er⸗ wartet, wird der franzöſiſche Botſchafter in London anweſend ſein. Es iſt anzunehmen, daß dieſe Sitzung die Konferenz wiederum auf einige Tage vertagen wird, nachdem eine Reihe von Formfragen beſpro⸗ chen worden ſind. Die Ankunft der franzöſiſchen De⸗ legation wird jetzt in allernächſter Zeit erwartet und alle Delegationen bereiten ſich auf den dann eintre⸗ tenden Höhepunkt der Konferenz vor. Auf engliſcher und amerikaniſcher Seite herrſcht die Anſicht vor, daß von Frankreich zunächſt einmal praktiſche Vorſchläge gemacht werden müſſen. Die Franzoſen wiſſen fetzt mit aller wünſcheus⸗ werten Deutlichkeit, daß die Abrüſtungsbeſtrebungen aller anderen Mächt an ihrer Haltung zu ſchei⸗ tern drohen und wenn ſie eine Reduktion ihres überaus kriegeriſchen Flottenprogramms in Aus⸗ tauſch für politiſche Garantien ihrer nationalen Sicherheit anboten, ſo wünſcht man jetzt auf angel⸗ ſächſiſcher Seite einmal klar zu wiſſen, welche durch⸗ führbaren Garantien Frankreich vorſchlägt und wie⸗ weit die Reduktionen gehen würden, die es als Gegenleiſtung anbietet. Die Delegationen ſind offenbar noch immer durchaus von der Möglichkeit eines Erfolges auch unter Einſchluß Frankreichs überzeugt. 5 5 Von der weiteren Umgebung der Delegierten und der breiteren engliſchen Oeffentlichkeit kann man allerdings nicht mehr ſagen, daß große Hoffnung auf einen Geſamterfolg der Konferenz beſteht. Ein amerikanischer Appell Telegraphiſche Meldung Newyork, 3. März.(Reuter.) Geſtern wurde an die amerikaniſche Delegation in London telegraphiſch ein Aufruf geſandt, die See⸗ rüſtungen nicht nur zu begrenzen, ſondern zu ver⸗ mindern. Der Aufruf iſt von 12000 hervorragenden Per⸗ ſönlichkeiten unterzeichnet, darunter den Präſidenten von mehr als 200 der größten Univerſttäten und Hochſchulen, den Gouverneuren von acht Staaten und einer Anzahl bekannter Geſchäftsleute und Geiſtlicher. Der Aufruf iſt ein Echo der wenig optimiſtiſch lautenden Meldungen von der Londoner Konferenz. Die Unterſchriften wurden innerhalb von 72 Stunden geſammelt. a In einer von London durch Funkſpruch nach Amerika übertragenen Rede äußerte geſtern der amerikaniſche Marineminiſter Adams: Die Ver⸗ einigten Staaten wünſchen eine Flotte, die nicht größer iſt, als es die nationale Sicherheit erfordert. Wenn der Rüſtungswettbewerb in Kreuzern, Zer⸗ ſtörern und Unterſeebooten andauern würde, dann würde es zweifellos eine ſtändig zunehmende Zahl von unangenehmen Zwiſchenfällen geben, und unſere Flotte würde unter dem Einfluß krampfhafter Gereiztheit aufgebaut werden. CCC ͤ ũ ã ũõpVC C ·³ Why ã ãdddGGããã ãd. brauſt von heiterem Faſchingslärm, ihre vermutlich gar nicht heiteren Entſchlüſſe faſſen. Im Reichs⸗ kabinett hat man auf alle Fälle ſich am Montag noch einmal bemüht, an den Riſſen herum zu kleben, ehe der Topf klirrend auseinanderbricht. Man hat auf Herrn Moldenhauer eingeredet, hat, wie wir zu wiſſen glauben, erwogen, ob den Bedenken der Deutſchen Volkspartei, die auch von den Demokra⸗ ten als nicht unberechtigt erkannt werden, nicht doch auf irgend eine Weiſe Rechnung zu tragen wäre, etwa dadurch, daß man ſchon jetzt ganz feſte und unlösbare Bindungen für die Senkung der direkten Steuern vom nächſten Jahre ab ein⸗ ginge. Immer wieder wird hervorgekehrt, was ja auch von uns ſchon angedeutet wurde: Die 180 Millionen Bierſteuer ſind nur von einer Mehrheit zu erhalten, mit der auch die Sozialdemo⸗ kratie marſchiert, ſonſt müßte— und daran ver⸗ möchte auch ein bürgerliches Kabinett nichts zu ändern— der Betrag durch direkte und Verkehrs⸗ ſteuern aufgebracht werden. Auch die Ausgabenſeite, alſo weitere Spar⸗ maßnahmen, werden beſonnen. Da iſt der Etat des Finanzminiſteriums. Der Apparat dieſes Rieſen⸗ miniſteriums verſchlingt 1 Milliarden. Man ſollte meinen, daß da Abſtriche ſich wohl noch ermög⸗ lichen ließen und neben ihm ſteht oder vor ihm, wie man will, der Etat des Arbeitsminiſteriums. An dem iſt alles aufgebläht, der Penſions⸗ wie der Rentenetat, und die Arbeitsloſenverſicherung in ihren heutigen Formen iſt einfach das Faß der Dauaiden Es gibt unter bürgerlichen Politikern, Wirtſchaftlern, Wiſſenſchaftlern, gleichviel welcher Richtung, keinen, der das nicht begriffe. Nur einer will es nicht ver⸗ ſtehen, Herr Wiſſell, und Sozialdemokratie und Gewerkſchaften mit ihm, und ſelbſt, wenn ſie es be⸗ griffen, bliebe die Frage: Wie ſagen ſie es ihren Kin⸗ dern? Das iſt die Situation, die vor dem unbefangen Prüfenden ſich ausbreitet. Wir haben uns bemüht, unvoreingenommen durch Haß oder Liebe, ſie zu ſchil⸗ dern, Alle Ueberlegungen ſchließlich führen zu dem anderen Problem zurück: Wo tun ſich die größten Ge⸗ fahren auf, und wie werden ſie am eheſten vermieden? Die Entſcheidung iſt durchaus in das Gewiſſen des Einzelnen gelegt. R. B. Tardieus Regierungsprogramm Telegraphiſche Meldung Paris, 4. März. Miniſterpräſident Tardien wird heute nachmittag dem Kabinettsrat die am Mittwoch zu verleſende Regierungserklärung unterbreiten. Sie wird ſich im weſentlichen auf den Grundſätzen auf⸗ bauen, die in ſeinem Angebot an Herriot für den Abſchluß eines Burgfriedens enthalten waren. Im übrigen gedenkt Tardieu— nach Havas— ſeinem Miniſtertum einen im weſentlichen wirtſchaftlichen und finanziellen Charakter zu geben. Zu dieſem Zweck werde er ſich bemühen, nicht nur ein Pro⸗ gramm der Steuerermäßigungen durchzu⸗ führen, ſondern auch eine völlige Aenderung des 1 Steuerſyſtems in Angriff zu nehmen. Heidelberg gegen Berlin Faſtnachts⸗Dienstag, der Höhepunkt der Faſchings⸗ zeit iſt heute. An ſolchem Tage wird bei uns im ſchönen Süddeutſchland die Zahl der Perſonen, die Zeit und Sinn dafür haben, an Hand ihrer Zeitung die politiſchen Ereigniſſe zu verfolgen, ganz gewiß nicht allzu groß ſein. Wenn man an ſolchem Tage überhaupt dazu kommt, die Zeitung aufzuſchlagen, ſo vermutlich in den meiſten Fällen nur deshalb, um im Anzeigenteil nachzuſchauen, wo für den Abſchluß⸗ abend der Faäſchingszeit die verheißungsvollſten Kappenabende oder Maskenbälle angekündigt wer⸗ den. Denn ſo was will ſorgſam überlegt ſein, was auch ohne weiteres einleuchtend iſt, wenn man be⸗ denkt, daß am letzten Samstag bei uns in Mann⸗ heim nicht weniger als 53 Masken bälle und 190 Kappenabende laut polizeilicher An⸗ meldungsliſte ſtattfanden. Daß trytz der ſchlechten Zeiten über die bei jeder paſſenden und unpaſſenden Gelegenheit ſo kläglich gejammert wird, ſolche ver⸗ blüffend umfangreiche Vergnügungsſucht vorhanden iſt, kann man letzten Endes niemanden zum Vorwurf machen. Viele Leute, denen es zweifellos ſchlecht geht, haben das Bedürfnis, ſich wenigſtens für kurze Zeit zu betäuben, wenn ſie auch im Voraus wiſſen, daß der Katzenjammer nicht ausbleiben kann. Etwaige Gewiſſensbiſſe zu beſchwichtigen wird ihnen diesmal wieder beſonders leicht dadurch gemacht, daß auch der Reichstag, dem nach einer alten Legende nur die Beſten und Tüchtigſten als Auserwählte des Volkes angehören ſollen, trotz kritiſchſter Situation auch heuer auf die Faſchingspauſe nicht verzichtet hat. So verſchwindend gering, am heutigen Tage auch das politiſche Intereſſe der Leſerſchaft ſein mag, an einem Ereignis werden alle, de noch nicht völlig apathiſch ſind, auch heute nicht vor⸗ übergehen. Das iſt die Nachricht in unſerem geſtri⸗ gen Abendblatt, daß der Univerſitätsprofeſſor Dr. Hellpack Heidelberg ſein Reichstagsmandat und den Mitvorſitz in der Demokratiſchen Par⸗ tei niedergelegt hat. Das iſt eine Nachricht, die trotz allem Abgeſtumpftſeins in politiſchen Dingen auch in dieſen Tagen eifrig diskutiert werden und ſicherlich noch länger von ſich reden machen wird. Ganz beſonders bei uns in Baden, wo Hellpach bekanntlich jahrelang Staatspräſident und Kultusmintſter war. Aber auch draußen im Reiche wird Hellpachs Schritt zweifellos Aufſehen erregen, denn Hellpach iſt ein Mann, wie wir nicht viele im heutigen Deutſchland beſitzen. Sein fahre⸗ langes Wirken zuerſt als Pſychiater, dann als Poli⸗ tiker und nun als Lehrer an einer der berühmteſten Univerſitäten der Welt, hat ihm einen Namen ver⸗ ſchafft, der in ganz Deutſchland und noch weit dar⸗ über hinaus einen guten Klang hat. Daß Hellpach im Jahre 1925 als Kandidat für den höchſten Poſten, den die Republik zu vergeben hat, das Amt des Reichspräſidenten, aufgeſtellt war, hatte ſchon ſeine guten Gründe. Nun verzichtet er, den man allgemein noch eine große politiſche Zukunft vorausſagte, auf ſein Reichstagsmandat. Faſt zur ſelben Zeit, wo der neuernannte preußiſche Kultus⸗ miniſter Grimme in ſeiner erſten programmati⸗ ſchen Kundgebung als ſeiner Weisheit letzten Schluß verkündet hatte, daß die Zeit des Indivt⸗ duums, der ſtarken Einzelperſönlichkeit, vorbei ſei, daß eine politiſche Perſönlichkeit heute nur noch etwas gelten und durchſetzen könne als Exponent einer Maſſe, begibt ſich Hellpach völlig freiwillig all der nach des preußiſchen Kultusminiſters Mei⸗ nung unentbehrlichen Machtgrundlagen und Zu⸗ kunfts möglichkeiten. Iſt Hellpach deshalb töricht zu ſchelten, iſt er, der bekanntlich ſelber Kultusminiſter bei uns in Baden war, kurzſichtiger und weniger einſichtsvoll als ſein preußiſcher Kollege Grimme? Oder verzichtet Hellpach mit ſeinem jetzigen Schritt völlig auf ſeine politiſche Zukunft? Nein, beidesmal nein. Hell⸗ pachs Weltanſchauung wird durch die Anſichten ſol⸗ cher Partetpolitiker, wie es Herr Grimme iſt, nicht im geringſten tangiert. Hellpachs Perſönlichkeit iſt an turmhoch größeren Köpfen, gewaltigeren Get⸗ ſtern als Grimme und Genoſſen es ſind, gebildet. Sein Denkeu, Fühlen und Handeln baſiert auf der Weisheit Goethes, daß höchſtes Glück der Erden⸗ kinder nur die Perſönlichkeit ſei, — Nr. 105 rere l ce 2. Seite. Nr. 105 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe] Dienstag, den 4. März 1930 Goe 1 hegegen Grimme. Niemanden kann es zweifelhaft ſein, wer da der Sieger iſt. Jammerſchade nur, daß es unter den 497 Reichs⸗ tagsabgeordneten, die wir haben, nur verſchwindend wenige gibt, die es an Fähigkeiten des Charakters und des Geiſtes, an Verſtand, e und Takt mit Hellpach aufnehmen können. Der weitaus überwie⸗ genden Mehrzahl ſeiner bi eigen Reichstags⸗ kollegen hat Hellpach einen Spiegel vorgehalten, in den alle dieſe viel zu vielen Partetpolitiker und kleinen Gernegro 55e nur höchſt mißver⸗ guügt hineinſchauen werden. Denn die ſcharfe Kritik, die Hellpach aus jahrelangem unmittelbaren Einblick in den Gang der Dinge 5 iſt nach jeder Richtung hin durchaus berechtigt. Hellpachs Worte haben Feuer geträufelt in die an unſerem Volkskörper brennenden Wunden, die wir im Laufe der Jahre ſchon als etwas Unabänderliches zu ertragen gewohnt waren. Wer wird ſie uns kühlen, wer wird ſie uns heilen? Nur ein Narr wartet auf Antwortl Dabei dürfen wir bei aller Hochachtung vor Hellpachs Schritt nicht einmal wünſchen, daß ſein Beiſpiel bei den anderen auf ſeiner geiſtigen Höhe ſtehenden Ab⸗ geordneten Schule macht, denn ſonſt würden ja nun auch noch die paar Dutzend anderen Köpfe, die über die Strohdächer der Mittelmäßigkeit hinausragen, den Reichstag verlaſſen und die Schar der engſtirni⸗ den Partei⸗ und Intereſſenpolitiker würde das Feld, auf dem das Schickſal Deutſchlands entſchieden wird, völlig ungehemmt beherrſchen. H. A. M. * An Stelle Hellpachs, der auf der Reichsliſte ge⸗ wählt war, tritt der frühere Reichstagsabgeordnete Bartſchat in die demokratiſche Fraktion ein. Er iſt Klempnerobermeiſter in Königsberg i. O. und hat dem Reichstag bereits in mehreren Legislatur⸗ perioden angehört. Severing gegen Putſchpanik Telegraphiſche Meldung E Berlin, 4. März Bei einer großen Kundgebung anläßlich des fünf⸗ jährigen Jubiläums der Vereinigung für polizei⸗ wiſſenſchaftliche Fortbildung, die Montag abend un⸗ ter Anweſenheit von zahlreichen hohen Vertretern der Reichs⸗ und Staatsbehörden in den Kammer⸗ ſälen ſtattfand, hielt Reichsinnenminiſter Seve⸗ ring eine Rede, in der er auf zahlreiche aktuelle polttiſche Fragen programmatiſch einging. Auf dem Leidesweg, den das deutſche Volk in der Nachkriegszeit durchſchritten habe, ſei eine bedbeut⸗ ſame Station erreicht. Die Arbeitsloſigkeit ſet ſehr viel ernſter zu bewerten, als es heute noch vielfach geſchehe. Je mehr die Radikalen von links und rechts ſchrieen, deſto weniger würden ſie tun. Der Staat könne jedoch die geheimen Vorbe⸗ reitungen zu Putſchen, wie ſie die National⸗ ſoztaliſten jetzt zu beginnen ſchienen, unter keinen Umſtänden dulden. Im Augenblick ſeien die Natio⸗ nalſozialiſten eine ernſtere Gefahr als die Kommu⸗ niſten. Die ſtarken Vermögens verſchiebun⸗ gen ins Ausland ſeien nicht nur eine Flucht vor hohen Steuern, ſondern die Sorge, daß durch Putſch die Exiſtenz der wirtſthaftlichen Unterneh⸗ mungen in Frage geſtellt werde. Deshalb müſſe die Polizei mit aller Energie gegen derartige Zuſtände einſchreiten. Der Miniſter fuhr fort, angeſichts der Ausſicht, daß die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſich bald beſ⸗ ſerten, müſſe man gerade jetzt die Nerven behalten. Severing ſprach ſich energiſch für eine einmalige Heranziehung der großen Vermögen aus, wobei er mitteilte, daß ern Notoplfer auch bei den Polizei⸗ beamten Preußens populär ſein würde.(Starker Beifall). In einer üüberſtürzten Durchführung der Reichs⸗ reform ſieht der Reichsinnenminiſter die Gefahr, daß die Parlamente einem ſolchen Vorgehen die Ratiſizerung verſagen würden, wodurch wir weiter zurückgeworfen würden als wir bisher ſchon ſind. „Wir haben kein Intereſſe au einem Einheitsſtaat, der ſo ſchwach iſt, daß er von einem Reichsbankpräſi⸗ denten im Schach gehalten werden kann. Aber die Reichsreform iſt unbedingt notwendig, und wir wer⸗ den mit aller Energie an ihrer Verwirklichung arbeiten.“ Auf der Suthe Drahtbericht unſeres Berliner Büros E Berlin, 4. März Die Auffaſſung, die wir in unſerem Aufſatz „Gewiſ 15 ns konflikt“ vorgetragen haben, wird im weſentlichen auch von der Berliner Morgenpreſſe beſtätigt. 65 iſt ſchon ſo, man ſucht nach einem Aus⸗ weg und iſt durchaus und ernſtlich gewillt, der Deutſchen Volkspartei Brücken zu bauen. Vielleicht kann man doch nicht ſagen, wie die„D...“, daß das Notopferprojekt zurückgeſtellt ſei. Ganz ſo weit iſt es wohl noch nicht— auch in den „ Beſchlüſſen des ſozialdemokratiſchen Frak⸗ tionsvorſtanddes rumort es ja davon— aber jeden⸗ falls iſt man bemüht, irgendwie von ihm frei zu kommen. Ob man damit Erfolg hat, iſt freilich noch keineswegs gewiß. Es gibt in dieſen Stücken wie auch ſonſt im Leben Optimiſten und Peſſimiſten. Jedenfalls wird der Erfolg nicht zu erringen ſein, ohne daß, wie das ja auch ſchon von uns unter⸗ ſtrichen worden iſt, die Ausgabenſeite ſehr nachdrücklich ßeachtet wird. Die„D. A..“, die ſicher kein Organ der Volkspartei iſt, aber Boch anſehn⸗ liches volksvarteiliches Hinterland beſitzt, drückt das ſo aus: 5 „Möglich wäre ein Ausweg nur dann, wenn es gelänge, die 100 lionen durch effektive Erſparniſſe, durch Abſtriche an überſchüſſigen Ausgaben flüſſig zu machen und dieſe Maß⸗ regel durch eine Reform der Arbeitsloſen⸗ verſicherung zu ergänzen, die eine echte Sani⸗ rung und damit ein Notopfer zur Folge haben würde.“ Dazu wird zu ſagen ſein, daß eine„echte Sanjerung“ im Augenblick wohl nicht möglich 5 wird. 2½ bis 3 Millionen Erwerbsloſer laſſen ſich einfach nicht mehr 10 81 19 11. erſt recht ſchon nicht darauf, ob die Unterſtützungsbeiträge in jedem Fall in die richtigen Taſchen fließen. Bei ſolcher Maſſenarbeitsloſigkeit fehlt wohl auch die Atmoſphäre für eine objektive und organiſche Reform. Doch auch hier müßte die Verpflichtung zu dem Reformwerk ſchon jetzt grundſätzlich und bindend ſeſt⸗ gelegt werden. Der„Vorwärts“ freut ſich, konſtatieren zu kön⸗ nen, daß in dieſem Augenblick„‚die Spannung zwiſchen Zentrum und Volkspartei mindeſtens ebenſo ſtark ſei wie zwiſchen Volkspartei und Sozialdemo⸗ kratie“ und hofft, daß auf dieſe Weiſe die Sozialdemo⸗ kratie ſich zum lachenden Dritten aufſchwingen möchte. Das ſcheint uns denn doch eine ſtarke Verkennung der Situation. Man muß den Widerſtand gegen das ſogenannte Notopfer pſychologiſch zu begreifen ſich bemühen. Aus ihm ſpricht die Stimmung weiter geberſchwemmungs⸗Kataſtronhe in Südfrankreich Drahtung unferes Pariſer Vertreters y Paris, 4. März. Die Ueberſchwemmungen in Südfrankreich haben an vielen Orten den Charakter einer wahren Kata⸗ ſtrophe angenommen. In den Höhenlagen führte die milde Temperatur der letzten Tage zu einer raſchen Schneeſchmelze. Infolgedeſſen ſchwollen die Flüſſe im Verlaufe weniger Stunden gewaltig an und über⸗ ſchwemmten weite Gebiete. Inbeſondere wurde das Tarn⸗ und das Orbtal ſchwer betroffen. Die ganze Umgebung von Beziers und Montauban ſteht unter Waſſer. Weinberge und Felder, Straßen und Eiſen⸗ bahnlinien ſind überflutet und mit Schutt bedeckt. Montauban iſt ſei geſtern ohne elektriſchen Strom, Gas und Trinkwaſſer. In vielen Dörfern und Städten mußten Häuſer geräumt werden. Die an den Waſſerläufen ſtehenden Fabriken wurden zer⸗ ſtört, wodurch viele Hunderte von Arbeitern be⸗ ſchäftigungslos geworden ſind. Die angerichteten nach einem Ausweg len Orten die Bewohner in Kähnen auf feſten Boden bürgerlichen Schichten, die das Vertrauen auf Ver⸗ ſprechungen des Reichs tags M verloren haben, Dazu paßt es durchaus, daß der„Börſen kurier“ aus den Sonntagsberatungen der Deutſchen Volks⸗ partei zu berichten weiß, daß gerade die mitt⸗ leren und kleineren Unternehmer gegen jede neue Belaſtung durch eine indirekte Steuer ſtich aufgelehnt hätten, weil ſie der Meinung waren, daß ſie ihre Exiſtenz bei der bisherigen Methode, der Wirtſchaft immer wieder neue Laſten aufzubürden, nicht behaupten können. Im übrigen wird, wie wir ſchon geſtern hier an⸗ deuteten, auch in der heutigen Kabinettsſitzung die Enutſcheidung noch nicht fallen. Man wird zunächſt die Franktionsſitzung der Sozialdemokratie vom Mitt⸗ woch abwarten müſſen und wohl erſt am Donnerstag vormittag die letzten Beſchlüſſe fällen. Einstweilen blickt man ſorgend aus und hofft auf das Eintreten eines günſtigen Windes. Am das Notopfer Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 4. März. Im Reichstag hielt am Montag abend der ſozialdemokratiſche Fraktions⸗Vor⸗ ſtand eine Sitzung ab. An ihr nahmen der Kanz⸗ lex und ſämtliche ſozialdemokratiſchen Reichsmini⸗ ſter teil. Beſprochen wurde das Ergebnis der Ka⸗ binettsberatung. Der Vorſtand wurde ſich dahin ſchlüſſig, daß die Erledigung des Haager Abkom⸗ mens durch die innerpolitiſchen Differenzen nicht aufgehalten werden dürfe. In dieſem Punkt deckt ſich die Auffaffung der Sozialdemokraten mit der der Deutſchen Volks⸗ partei und auch der Demokraten. Das Zentrum findet ſich mit ſeiner Forderung nach einer vorheri⸗ gen Bereinigung der Finanzfragen daher iſoliert und der Eindruck verſtärkt ſich, daß auch von dieſer Seite her der Verabſchiedung des Poungplans kaum mehr Schwierigkeiten bereitet werden. Gleichzeitig hat der ſozialdemokratiſche Fraktionsvorſtand aber nochmals den Gedanken des Notopfers in den Vordergrund gerückt und auch die Sicherſtellung der Arbeitsloſenverſicherung in ihrem bisherigen Um⸗ fang unterſtrichen. Hie klafft alſo der alte Gegen⸗ ſatz zur Volkspartei. Admiral Grigorowitſch geſtorben — Paris, 4. März. In Nantes iſt am Montag der frühere ruſſiſche Admiral Grigorowitſch im Alter von 78 Jahren geſtorben. Er war Adjutant des Zaren und von 1912 bis 1917 Marineminiſter. Schäden laſſen ſich gar nicht abſchätzen. Zur Hilfe⸗ leiſtung wurden Truppen aufgeboten, die an vie⸗ bringen mußten. In der Umgebung von Caſtres ſollen 20 Perſonen ertrunken ſein. Seit 1875 wurde keine derartige kataſtrophale Ueberſchwem⸗ mung mehr verzeichnet. In St. Antoin fiel ein Automobil in der Dunkelheit in einen angeſchwolle⸗ nen Fluß. Der Führer klammerte ſich an der Motor⸗ haube feſt und konnte erſt am Morgen gerettet wer⸗ den. Zwei Perſonen, die ſich im Innern des Wagens befanden, ſind ertrunken. In Albi mußte der Verkehr über die alte Brücke eingeſtellt werden, da ſte von einem Augenblick zum andern einzuſtürzen drohte. Die Umgebung der Stadt bildet eine einzige Waſſerfläche, aus der die Häuſer wie Inſeln auf⸗ ragen. Die Bewohner können nur mit Hilfe von Kähnen mit Lebensmitteln verſorgt werden. Eine ganze Anzahl von Wohnhäuſern ſind eingeſtürzt. Die meiſten Fabriken mußten den Betrieb einſtellen. Die von Toulouſe ausgehenden Eiſenbahnlinien ſind an mehreren Stellen unterbrochen. Der Expreßzug aus Barcelona konnte geſtern nicht verkehren. 1 Keine Elektrifizierung Berlin-München Telegraphiſche Meldung Berlin, 3. März. Die Meldung einer Berliner Mittagszeitung, daß bei der Reiche bahnverwaltung Pläne für die Elektrifizierung wichtiger Strecken, beſonders der Strecke Berlin— München, in Arbeit ſeien, iſt, wie wir aus Reichsbahnkreiſen er⸗ fahren, unrichtig. Die Elektrifizierung N ſo gro⸗ ßen Strecke iſt nicht in Betracht gezogen. Das Elek⸗ trifizierungsprogramm iſt mit der Umwandlung der Berliner Stadtbahn zu Ende gekommen. Es könnte höchſtens ſein, daß die Strecke n München- Ulm oder München— Augsburg noch für elektri⸗ ſchen Betrieb in Betracht gezogen werden. Derartig große Pläne wie eine Elektrifizierung der Strecke München— Berlin liegen der Verwaltung abſolut fern, ſchon aus Gründen der Sparſamkeit; denn die Elektrifizierung eines Kilometers Bahnſtrecke koſtet rund 200 000 Mark, was bei den 500 Kilometern Berlin München eine ungeheure Summe ausmacht. Hakenkreuz und Südtirol Gottfried Feder, einer der Führer der Natio⸗ nalſozialiſten, hat„Das Programm der NS Da. und ſeine weltanſchaulichen Grundgedanken“ als Heft 1 der nationalſozialiſtiſchen Bibliothek, Mün⸗ chen, 1928, herausgegeben. In der 1. bis 4. Auflage dieſes Programms heißt es auf Seite 29: „Wir verzichten auf keinen Deutſchen in Sudeten⸗ deutſchland, in Südtirol, in Polen, in der Völ⸗ kerbundskolonie Oeſterreich.“ Von der 5. Auflage(1929) ab aber lautet die gleiche Stelle: „Wir verzichten auf keinen Deutſchen in Sudeten⸗ deutſchland, in Elſaß⸗ Lothringen, in Polen, in der Zölkerbundskolonie Oeſterreich.“ Wo iſt Südtirol geblieben? Südtirol wurde offenſichtlich von der nationalſozialiſtiſchen Zenſur geſtrichen. Umſomehr wollen wir da⸗ von reden! Letzte Melöungen Kölner Roſenmontagszug — Köln, 4. März. Schon in den geſtrigen Vor⸗ mittagsſtunden entfaltete ſich hier bei ſchönſtem Frühjahrswetter ein lebhafter Verkehr in den Straßen. In vielen Zügen trafen zahlreiche Aus⸗ wärtige ein, um den Roſenmontagszug zu ſehen. Gegen 1,30 Uhr ſetzte ſich der Zug unter den Klän⸗ gen karnevaliſtiſcher Schlager in Bewegung. Eine Stunde dauerte es, bis der aus 25 Wagen, zahl⸗ reichen Muſikkorps, Reitergruppen, vielen Gruppen zu Fuß und Bagagewagen gebildete Zug mit der letzten Gruppe den Neumarkt verlaſſen hatte. Eine unzählige Menſchenmenge umſäumte die Plätze und Straßen der Innenſtadt, durch die Prinz Karneval mit dem großen närriſchen Gefolge ſeinen Weg nahm. In dem originellen Zug, dem die Idee„Die Welt im Jahre 2000“ zu Grunde lag, wurden allerhand kommunalpolitiſche Fragen in humoriſtiſcher Weiſe dargeſtellt. Kündigungen im Ruhrgebiet — Berlin, 3. März. Die drohende Entlafſung von 2000 Bergarbeitern auf den Zechen der „Gute Hoffnung⸗Hütte“ in Oberhauſen iſt zur Tat⸗ ſache geworden. Wie die Verwaltung der Gute Hoff⸗ nung⸗Hütte laut Berliner Tageblatt mitteilt, ſind dis Kündigungen zum 15. März ausgeſprochen. Wie die Gute Hoffnung⸗Hütte weiter mitteilt, iſt es möglich, daß, wenn eine Abſatzverbeſſerung eintritt, ein Teil der Kündigungen rückgängig gemacht werden kann Zunehmende Arbeitsloſigkeit in Amerika — Waſhington, 4. März. Im Senat machte bel der Beſprechung von Abhilfemaßnahmen gegen die Arbeitsloſigkeit der republikaniſche Senator Con⸗ zens die ſenſationelle Mitteilung, er habe von einer hohen Amtsſtelle erfahren, daß die Zahl der Arbeits⸗ loſen ſich auf über 3,1 Millionen belauſe un noch ſteigen werde. 3———;—. k——.—...——————— Von der Mannheimer Handelshochſchule Das neue Vorleſungs verzeichnis An der Handelshochſchule Mannheim beginnt das Sommer⸗Semeſter am 2. Mat. Das Vorleſungs⸗Verzeichnis iſt ſoeben erſchienen und in den hieſigen Buchhandlungen, im Verkehrsverein ſo⸗ wie bei den Pedellen in A 1,—3 und A 4, 1 für 20 Pfg. erhältlich; nach auswärts kann es vom Se⸗ kretariat der Handels⸗Hochſchule(Mannheim, C 2, 1) gegen Voreinſendung von 30 Pfg. bezogen werden. Der Vorleſungsplan enthält eine Reihe neuer Vor⸗ leſungen; Sprachkurſe ſind vorgeſehen für Franzöſiſch, Engliſch, Italteniſch, Spaniſch und Ruſ⸗ ſiſch, ferner Kurſe zur Pflege der deutſchen Sprache. Inusbeſondere wird auf folgende öffentlich und unentgeltlich zugängliche Allgemeinen Vor⸗ leſungen verwieſen: Altmann⸗Gottheti⸗ ner, Social and Economic Conditions of present- day England— Vortragsſprache Engliſch—(Fr. 2021); Hartlaub, Kunſt⸗Sehen und Kunſt⸗ Beurteilen(Mo. 2021); Gropengießer, Die Kultur der vorrömiſchen Metallzeit(Mi. 1820); Sprater, Pfälziſche Keramik vom Altertum bis gur Neuzeit(Do. 20—21); Muckle, Der Geiſt der deutſchen Kultur im Zeitalter Goethes(Di. 20—21) und Beſprechungen über Kulturfragen der Gegen⸗ wart(latägig Di. 18.20% Harms, Alte und neue Anſchauungen über das Weſen der Krankheiten(Di. 2021); Loeſchcke, Ueber die Organe der ner⸗ vöſen und innerſekretoriſchen Regelung der Lebens⸗ vorgänge(Fr. 20—21): Ludewig, Grundzüge der deutſchen Rechtsgeſchichte(Do. 19—20); Gutkind, Hauptſtrömungen der franzöſiſchen Literatur ſeit der 5 Jahrhundertwende(Mo. 20—21); Glauſer, La phg slonomie de la France; regionalisme, types so- ciaux— Vortragsſprache Franzöſiſch—(Fr. 2021). Außerdem iſt die Vorleſung von Profeſſor Dr. Selz über Pfychologie— mit gelegentlichen Demon⸗ ſtrationen(Mo. 1719, Mi. 17-18, und der im Rahmen des Inſtituts für Pſychologie und Päda⸗ gogik ſtattfindende praktiſche Einführungskurs in die experimentelle Pſychvlogie und Vädagogit allen pſy⸗ chologiſch und pädagogiſch intereſſierten Kreiſen zu⸗ gänglich. Weiter ſind bisher folgende öffentliche Vor⸗ träge bezw. Vortragsreihen vorgeſehen: Vortrag über„Wetter und Krankheit“ von Profeſſor Dr. Gotſchlich, z. Zt. Rektor der Univerſität Heidelberg. Zwei Vorträge über„Die geſundheitliche Lebensführung des geiſtigen Arbeiters“ von Nerven⸗ arzt Dr. Paul Lußheimer⸗Mannheim, Sechs Vorträge für die Studierenden über„Die Geſchlechts⸗ krankheiten in ihrer hygieniſchen und ſozialen Be⸗ deutung“ von Facharzt Dr. V. Lion⸗Mannheim. Drei Vorträge über Fragen der techniſchen Rationa⸗ liſierung von Oberregierungsrat Bucerius, Vor⸗ ſtand des Landesgewerbeamts Karlsruhe. Vortrag über„Die Bewertungsfragen in der Akttenrechts⸗ reſorm“ von Profeſſor Dr. Sommerfeld. Vor⸗ tragsreihe über den Noungplan. Wegen der Einzelheiten ſei auf das Vorleſungs⸗ Verzeichnis ſelbſt verwieſen. Viertes Akademiekonzert. Im nächſten— ſech⸗ ſten— Akademiekonzert im Jubiläumsjahr, das am Dienstag, den 18. März im Muſenſaal ſtattfindet, wird Generalmuſikdirektor Erich Kleiber die S⸗Dur⸗Sinfonie von Mozart und die große O⸗Dur⸗ Sinfonie von Schubert mit dem Nationaltheater⸗ Orcheſter zum Vortrag bringen.— Als Soliſt wurde für den Abend Alexander Kipnis, der berühmte Bariton von der Berliner Staatsoper und der Me⸗ tropolttan⸗Oper Newyork verpflichtet. Walther von der Vogelweide⸗ Gedenkfeier auf der Wartburg. Nach dem vom Arbeitsausſchuß der „Freunde der Wartburg“ jetzt feſtgeſetztem Pro⸗ gramm für die Feier von Walther von der Vogel⸗ weides 700. Geburtstag wird am 24. Mai auf der Wartburg eine Aufführung der„Meiſter⸗ ſinger“ durch das Weimarer Deutſche Nattonal⸗ theater ſtattfinden, am 25. ein Feſtvortrag über Walther von der Vogelweide und ein Konzert der Leipziger Thomaner„Das deutſche Lied vom erſten Urſprung an bis zur Jetztzeit“. Die anfänglichen Pläne, ein großes Minneſängerfeſt und eine Aufführung von Liſzts„Heiliger Eltſabeth“ zu veranſtalten, mußten wegen der wirtſchaftlichen Verhältniſſe aufgegeben werden. Dorian Gray als Oper Uraufführung im Stadttheater zu Auſſig i. B. Wohl zum erſten Male hat es ein Tonſetzer unter⸗ nommen, Oscar Wildes Roman von der unvergäng⸗ lichen Schönheit, die ein Jüngling für ſeine Seele in Tauſch nimmt, in Muſtk zu ſetzen. Olaf Peder⸗ ſen, der ein Deckname zu ſein ſcheint, hat der neuen Oper die Textform gegeben, wobei er den Grundriß der Handlung nur wenig änderte. In knappen acht Bilder wurden hauptſächlich die wichtigſten Ereigniſſe ſcharf herausgearbeitet. So jagt denn eine Begebenheit die andere, und man glaubt ſich beinah einem Stücke italieniſcher Renaiſſance gegenüber zu ſehen. Wie ja Wilde, deſſen Roman ein Stück ſeiner eigenen Seele widerſpiegelt, ſelbſt in gewiſſem Sinne als verſpäteter Renaiſſance⸗Menſch anmutet. Aber das Opernbuch mußte doch einer nicht unweſentlichen Seite von Wildes Werken und Weſen ermangeln: der Betrachtungen und Bekentniſſe, die in funkeln⸗ dem, vielfach glühendem Vortrage faſt die Hälfte der Erzählung ausmachen. Das Bühnenwerk mußte ſich in dieſem Betracht vornehmlich auf Andeutungen be⸗ ſchränken. Der noch jugendliche Tonſetzer Carl Flick⸗ Steger hat ſich offenbar freudig und von Theorien unbeſchwert an die Vertonung gemacht. Dieſe ſchmiegt ſich eng an den Text und will wohl in erſter Linie der Handlung und den Worten dienen. Manch⸗ mal kommt es dabei geradezu zur Ueberbetonung der Begebenheiten durch die Muſtk. Dieſe iſt im übri⸗ gen ausgeſprochen melodiſch orientiert und ſteht ſtiliſtiſch etwa zwiſchen Puceini und Richard Strauß. Hinter der Wucht der Vorgänge bleibt die Ausdruckskraft des Tonſetzers vorläufig noch erheb⸗ lich zurück, wie ſie auch ſein künſtleriſches Weſen mit Wildes Art— ſoll man ſagen glücklicherweiſe?— überhaupt wenig deckt. Auf der Bühne des Auſſiger Stadttheaters, das ſeit Beginn der laufenden Spielzeit von Direktor Franz Joſeph Delius geleitet wird, kam eine für Provinzverhältniſſe ſehr wackere Aufführung zu⸗ ſtande. Als muſikaliſcher Leiter befeſtigte Kapell⸗ meiſter Karl Winkler den guten Ruf eines ausge⸗ zeichneten Muſikers, den ihm in der vorigen Spiel⸗ zeit die ſchwerere Aufgabe von Prohaskas Madeleine Guimard eingebracht hat. Das Spiel betreute der Direktor ſelbſt ſehr umſichtig. Ein ausverkauftes Haus bereitete dem Werke freudigen Empfang. Der anweſende Tonſetzer, die leitenden Perſönlichkeiten und ſonſtige Helfer wurden ungezählte Male n gerufen. Pälzer Mädcher Is e Mäbdele ſiebzehn Jährcher, Denkt s als: Jeſſes neen, ich bins! Unn dann träämt s wie in de Märcher Vun me goldbroneierte Prinz! Locke hawwe muß de Schote, E Figur wie n Griecheferſcht, Diamante an de Poole Unn'n Schnorres wie e Berſcht! Nowel muß'r bis zum Hals ſein Unn'r muß aach aus de Palz ſein! Is e Mädele ſiww'nezwanzig, Geh'n die Flüg ſchun nit mehr hoch, Werd die Jugendſchönheit ranzig, Loſſe aach die Boſſe naoch! Locke braucht ir keen zu trage, Wann r aach keen Lackſchuh ſchwingt, „Graf“ braucht keener zu m zu ſage, Wann'r nor de Trauring bringt! Doch, er muß noch voller Schmalz ſein Unn'n Freier aus de Palz ſein! Is e Mädel ſiww'nedreißig, Ut, do werd's im manchmol ſchwach, Schmücke tut ſich s Mädche fleißig Unn e Zwiwwel ziert ſein Dach! Kummt dann eener mit me Glatzkopp, Scheele Aache, krumme Been, Dient r m Mädel als Erſatzknoph. Nit um alles loßt ſe in ſchtehn! Ob aus Hamburg odder Kempten: e deß Mädel nemmt n! Hanns Glückstein. in. n. Dienstag, den J. März 1930 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Slädtiſche Nachrichten Das Volk ſtirbt s klingt reklamehaft und ſenſationell, iſt aber eine viel zu wenig beachtete Tatſache. Sie ſtellte der Bund der Kinder reichen, Orts⸗ gruppe Mannheim, in den Mittelpunkt eines Lichtbildervortrags, für den Direktor Dr. Dietrich von hier als Redner gewonnen war. Um die Zu⸗ kunft des Volkes und um deſſen Lebensnotwendig⸗ keiten gehe es bei der Arbeit des Überall auftre⸗ tenden Bundes der Kinderreichen. Dieſer Bund er⸗ ſtrebe nicht Augenblickserfolge, auch verzichte er auf lige Kampf ſen, die die Not der Kinderreichen g ausſchlachten. Es handle ſich um Größeres, nämlich um die Aufgabe, ſehen zu lernen die Lage des Ganzen und dieſe Lage ſehen zu lehren die, die ſich an verantwortlicher Stelle befinden. In auf⸗ ſchlußreichen, intereſſanten Ausführungen erörterte dann der Redner die Bevölkerungsverhältniſſe der letzten Jahrzehnte bis zur Gegenwart, um dann die Haupttheſe auszuſprechen und zu erhärten 0 D daß es mit unſerem deutſchen Volke jetzt ſchon zahleumäßig bergab gehe. Zwar kämen zur Zeit auf 1000 Einwohner etwa 18 Geburten und 12 Todesfälle. Der ſich ergebende Ueberſchuß ſei aber nur ſcheinbar. Denn bei dem Durchſchnittsalter von heute, das etwa 57 Jahre be⸗ trage, müßte die Geburtsziffer nicht 12, ſondern tens 15 heißen. Und da bei gleichem Durch⸗ schnitts die Sterbeziffer nicht 12, ſondern 17,4 iſt, haben wir ſozuſagen eine Hypothek auf den Tod, das heißt, in den nächſten Jahren wird die Zahl der Sterbenden ſteigen, was doppelt ſchlimm iſt, da die Geburtsziffer jetzt ſchon hinter dem eigentlichen Soll zurückbleibt. Damit iſt nichts Geringeres ausgeſagt als dies, daß der Särge mehr ſind als der Wiegen, da jenes Soll nicht erreicht wird. Intereſſant, wenn guch keineswegs erfreulich, waren die Ausblicke, ſo⸗ weit ſie von der ſtatiſtiſchen Warte aus möglich ſind. Hiernach würden in 30 Jahren etwa 3 mal ſo viel alte Leute als junge vorhanden ſein.„Wer leiſtet dann,“ ſo fragte der Redner,„mehr ſoziale Arbeit in Zukunft, der Kinderreiche oder der andere, der nur 2 Kinder oder weniger hat?“ Darum müßte bei Zeiten eben dem Kinderreichen auf jede mögliche Weiſe bei⸗ geſtanden werden. Denn ſo wie jetzt dürfe es nicht hleiben. Wo Kinder ſind, da müſſe Heimatsgefühl entſtehen können, daß Eltern und Kinder Freude. haben. Und mit der Freude in Familie und Haus ziehe auch Freude ein in Volk und Land. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag ſchloß ſich eine Mitgliederverſammlung an. Es wurde mitgeteilt, daß die Arbeit des Bundes auch in Baden poſitive Ergebniſſe gezeitigt habe. Das Wort„kinderreich“ ſei zum erſten Male im hadiſchen Landtag gefallen. Und nicht nur das. Es ſeien 700 000% in den Etat aufgenommen zur Förderung des Wohnungs baues für Kinderreiche. Den ſonſtigen Forderungen ſei grundſätzlich zugeſtimmt. Ihre praktiſche Durch⸗ führung ſcheftere freilich an der ſehr geſpannten Finanzlage. Immerhin habe auch das Unterrichts⸗ miniſterium Verſtändnis bekundet in Geſtalt eines Erlaſſes an die Direktoren der höheren Schulen Badens, wonach dieſe angewieſen wurden, die Wünſche der Kinderreichen um Verminderung des Schulgeldes ſo weit als möglich zu erfüllen. Im übrigen erſtrebe die Ortsgruppe des Bundes die Gründung einer Genoſſenſchaft, um das Wohnungsweſen ſelbſtändig zu beeinfluſſen. Für Mannheim ergäben ſich freilich beſondere Schwierig⸗ keiten, da die Preiſe der Bauplätze im allgemeinen unerſchwinglich ſeien. Eine lebhafte Ausſprache beſchloß den anregend berlaufenen inhaltsreichen Abend. Dr. B. * * Verſetzt wurde Verwaltungsoberſekretär Erwin Leix beim Bezirksamt Mannheim zum Bezirksamt Kehl. * Ein Zimmerbrand brach geſtern abend im Hauſe Zehntſtraße 1921 aus. Die um 10,36 Uhr alarmierte Berufsfeuerwehr konnte nicht verhindern, daß der Fußboden und einige Möbel anhrannten und ein Bett verbrannte. Der Schaden betrügt etwa 800 l. Nr. 105 3. Seite. Roſenmontag in Mannheim In Mannheim iſt der Roſenmontag nicht ge⸗ waltſam zu einem Faſchingshaupttage zu geſtalten. Der heimiſche Karnevaliſt läßt ſich am Faſchings⸗ ſamstag dazu verleiten, erſt heimzukehren, wenn der Tag graut, weil er am Sonntag ausſchlafen kann. Etwas anderes iſt es ſchon am Sonntag. Weil er einen Werktag vor ſich hat, wartet er nicht die Polizeiſtunde ab. Auffallend ſchnell leerten ſich gegen Mitternacht die Lokale. Geſtern ging es zwar in einer großen Anzahl Lokale recht lebhaft zu, aber der Maſſenandrang fehlte. Die Maskenbälle waren, wie vorausgeſagt wurde, ein Fiasko. Wie weiter unten berichtet wird, vermochte die Wieder⸗ holung des Zirkusfeſtes im Roſengarten nur eine geringe Zugkraft auszuüben. Auch in den oberen Räumen des Apollotheaters, in die die„Fröh⸗ lich Pfalz“ vom Zeughausplatz her einzog, war man ſehr unter ſich. Jedenfalls wird es dafür heute beim Kehraus umſo lebhafter zugehen. Zur Dilettanten⸗Vorſtellung, über deren Verlauf wir noch berichten werden, herrſchte großer Andrang. Das Galeriepublikum benahm ſich wieder ſo rüpelhaft, daß der Leiter des Abends mehreremale mit dem Abbruch der Vor⸗ ſtellung drohen mußte. Da die Zuſchauer, die ſogar mit Brikettbrocken warfen, keine Vernunft annahmen, ging die Vorſtellung vorzeitig zu Ende. Sieben Nummern mußten ausfallen, da es die Debütanten nicht wagten, auf der Bühne zu erſcheinen. Das Straßenleben geſtaltete ſich geſtern bei dem herrlichen Wetter ſehr lebhaft. Vor allem herrſchte in der Breiteſtraße und auf den Planken ein ungewöhnlich ſtarker Verkehr. Man ſah wieder viele reizende Kindermasken, die ſich von den Erwachſenen gebührend bewundern ließen. Erſt mit der hereinbrechenden Dunkelheit flaute das Leben in den Hauptſtraßen ab. Bei der„Fröhlich Pfalz“ Auch am Montag abend lockte das Lagerfeſt auf dem Zeughausplatz eine vielhundertköpfige Menge an. Glanznummer und Hauptanziehungs⸗ punkt war natürlich das vom Feuerwerker Buſch abgebrannte Feuerwerk, das trotz ſeiner beſcheidenen Ausführung immerhin mannigfaltig geweſen iſt und allgemeinen Beifall auslöſte. Ueber dem Tanzpodium glühte der Satz in die Nacht:„Hoch Karneval 1980“. In ununter⸗ brochener Folge ſtiegen Leuchtraketen, Feuerregen, Leuchtkugeln, Sternregen, und wie die ziſchenden Vi 9 Wa 8 4 2 5 N 5 „Ein narr ret vernünftige wort Von Hermann Eris Buſſe „Ich verſpreche, ſo wahr Hans Kuony ein großer Narr geweſen und bei meiner Narrenehre, daß ich, ſo lange mir Bier, Wein, Schnaps und Schinken ſchmek⸗ ken, als wirklicher Vollblutsnarr bis an mein ſeliges Ende bleiben und verharren will, damit ich würdig werde meiner Vorfahren närriſchen Angedenkens. Ebenſo gelobe ich, die Satzung und Ordnung eines grobgünſtigen Narrengerichts treu und feſt zu hal⸗ ken, auch die Intereſſen der Narrenzunft kräftig zu fördern, den Narrenſamen gehörig zu ziehen, damit das Inſtitut des Narrengerichts ſtets in Floribus ſeti. Amen.“ „Dieſen Schwur tat ich vor dem grobgünſtigen Stockacher Narrengericht beim Oberdeitſchen Narren⸗ treffen 1928 zu Freiburg. Zwei Kerzen brannten, ich derneigte mich vorſchriftsgemäß dreimal vor dem Bildnis Hans Kuonys, dem värriſchen Stammvater, erhielt vom Narrenvater den Pritſchenhieb, fühle mich ſeitdem als ehrſamer Laufnarr, und lebe bis auf weiteres in der Hoffnung, einſtmalen auch noch des Hans Kuony Ordens 1. und 2. Klaſſe würdig zu werden. Dieſe ganz beſonderen Auszeichnungen wird aber heuer an Faſtnacht Dr. Heinrich Bettinger, ein Stockacher von Schrot und Korn, bekommen, denn durch ſeine gründliche Arbeit über„Die Stockacher Fastnacht“, die juſt zur rechten Zeit erſchien(Ver⸗ lag R. Möll, Stockach) iſt er dieſer Ehrung würdig. In drei Abſchnitten behandelt der Verfaſſer auf Grund eingehenden Quellenſtudiums die Stockacher Fastnacht, veröffentlicht die Narrenchronik und gibt eine Auswahl von Einträgen aus den Narren⸗ büchern. Schon das Literaturverzeichnis beweiſt durch ſeinen Umfang, welche Bedeutung der Stockacher Narretei zukommt, die ſich vollkommen 4 unterſcheidet von den Narrenzünften und den Bräu⸗ chen längs des Oberrheins, am Bodenſee und im Schwarzwald. Die Stockacher Faſtnacht iſt dem vkürzwiligen Narren Kuony von Stocken“ zu ver⸗ banken, der das Privilegium der Gründung einer Narrenzunft und der alljährlichen Abhaltung eines Narrengerichts in ſeiner Vaterſtadt Stockach 1351 als Belohnung erbat für einen weiſen Rat, den er dem öſterreichiſchen Erzherzog Leopold auf einem Kriegszug gegen die drei Schweizer Waldſtädte Schwyz, Uri, Unterwalden gab. Nach langem Kriegs⸗ rat bei Baden auf dem Stein— der Angriff ward beſchloſſen— ging der Erzherzog ſeinen Hofnarren an:„Kuony, wie'fallt Dir die Sach?“ Der aber ſchüttelte bedenklich den Kopf mit der Schellenkappe und meinte:„Euer Rat gfallt mir nit, denn ihr ratet alle, wie wir in das Land Schwiz wollen kommen, aber euer keiner hat geraten, wo wir wie⸗ der heraus wollen kommen.“ „Ein narr redt vernünftige wort“, das bewies ſich raſch; denn nur mit Mühe entging ſein Herr und Gebieter der Gefangennahme, die öſterreichiſche Rei⸗ terei wurde reſtlos in der Schlacht bei Morgarten (1315) geſchlagen und aufgerieben. Seit 600 Jahren alſo feiern die Stockacher ihre Faſtnacht und ehren die Ueberligferung. Manche der ulkigen Bräuche und Sitten ſind im Laufe der Jahrhunderte eingegangen, andere haben ſich ge⸗ wandelt, den Zeitverhältniſſen angepaßt, zwei Dinge aber ſind bis heute geblieben: die Pflege der Ueber⸗ lieferung und waſchechter, unbezahlbarer Humor, den jeder Stockacher mit auf die Welt bringt. Die Narrenchronik enhält allerlei intereſſante Einblicke in die Geſchichte Stockachs, die außerordent⸗ lich bewegt war, was ein Beiſpiel nur erläutern möge: in der Kriegsepoche von 1790 bis 1815 wurden in der Stadt 1112 756 Mann einquartiert und ver⸗ pflegt. Merkwürdige Ereigniſſe fehlen nicht, ſo die Jahre, in denen der Bodenſee vollſtändig zugefroren war, die Gründung eines Bürgermilitärs, ſo die Volksverſammlung anno 1848, zu der Hecker mit Struve kamen. Das Jahr 1853 zeigt an, daß die Stockacher haufenweiſe nach Amerika auswanderten, das Jahr 1872 brachte das erſte Velvciped(Fahrrad und immer wieder wird die Wahl der Narrenväter, des Narrengerichts überliefert und urkundlich be⸗ und knallenden Sachen alle heißen mögen, zum nächtlichen Himmel empor. Auffallend viele Mas⸗ ken waren anzutreffen. Die Regimentsmuſik ſpielte während der Dauer der Veranſtaltung flotte Wei⸗ ſen. Unter ihrem Vorantritt ging es dann zum Apollo⸗Theater. Beſonderen Eindruck machte der Einzug der Ranzengarde. Auch Prinzeſſin Editha J. war mit ihrem Hofſtaat anweſend.— Noch einmal Zirkus Knie Roſenmontags⸗ Maskenball im Roſengarten An das erſte Gaſtſpiel des Zirkus Knie reichte dieſer Abend nicht heran. Da wären mancherlei Gründe zu nennen: die Ueberfülle der Veranſtaltun⸗ gen, die Karnevalsmüdigkeit, zudem war viel Zivil da. Wenn es ſchon betrüblich iſt, daß man ſo wenig Herrenmasken und ſo viele Smokings ſah, aber der Straßenanzug ſollte beim Maskenball doch verpönt ſein. Erſt gegen 11 Uhr kam ſo etwas wie Stimmung auf. Es war gut, daß der Verſammlungsſaal ge⸗ ſchloſſen blieb und ſich das Treiben auf den Nibe⸗ lungenſaal beſchränkte, wo die Kapelle Mohr und eine Danzkapelle für Dauertanz ſorgten. In der Wandelhalle, wo die Kapelle Becker wirkte, war mehr Durchgangsbetrieb. Der Bierkeller dagegen war der gewohnte Anziehungspunkt der Stillver⸗ gnügten. Wo es warme Würſte und Bier gibt, da läßt man ſtch gerne nieder. Dem Preisrichterkollegium wurde die Wahl nicht zur Qual. Die Entſcheidung lautete: 1. Losgeriſſener Affe; 2. Vier Matroſen; 3. Tänzerin; 4. Cowgirl. Lobend erwähnt wurden der Clown Grock und die Gruppe der 8 Spaßmacher, die jedoch beim letzten Zirkusfeſt bereits mit Preiſen bedacht worden waren. Zeit⸗ gemäß war die Maske„Rheinlandbefreiung“, die nicht prämiiert werden konnte, da dem Charakter des Feſtes Rechnung zu tragen war. Manche Maske wäre noch preiswürdig geweſen, wenn ſie öͤen Gang vor die Preisrichter gewagt hätte. In der Manege konnte wieder jeder ſeine Reitkunſt zeigen. Karuſſells und Wurfbuden ſollten Jahrmarktsbetrieb vor⸗ täuſchen. Gegen 3 Uhr lichteten ſich die Reihen. Wann es Schluß war, wiſſen nur die Letzten; wir waren nicht dabei. An Niveau ſtand dieſes zweite Zirkusfeſt hinter dem erſten weit zurück. Etwa tauſend Beſucher ſuchten Stimmung, aber wenn bei einem Kellner eine Flaſche Wein für ſieben Per⸗ ſonen beſtellt wird, dann iſt Stimmung für den Ein⸗ zelnen Glücksſache. Wir wollen heute abend ſehen. el. B ee 2 ee, . 2 5. 5 Faſchingskorſo der„Fröhlich Pfalz Die„Fröhlich Pfalz“ hat der Bevölkerung den verſprochenen närriſchen Korſo noch in natura vor⸗ zuführen. Mit dem Wettergott iſt ein Abkommen getroffen worden, daß er den Hochdruck noch ſolange unterſtützt, evtl. ſaniert, bis der Faſching das Zeit⸗ liche geſegnet hat. Dann kann der Tiefdruck kom⸗ men, es iſt ja doch alles aus. Aber vorher ſoll es noch recht närriſch zugehen. Mannheimer! Stellt euch nicht wie die Steinſäulen in den Straßen auf. Zeigt, daß ihr einen Spritzer von der Lebendigkeit abbekommen habt, die eure Mutter Mannheimia angeblich beſitzen will. Nehmt ein paar bunte Papierſchlangen zur Hand, werft kräftig damit um euch. Die Straßenkehrer machen die Straßen ſchon wieder ſauber. Wenn ihr euch am Dienstag närriſch aufführt, iſt es erlaubt und wird ſogar dringend gewünſcht— ohne Zuſchlag für„Dringend“. Der Zug. der ſich nachmittags um.00 Uhr am Friebrichspark aufſtellt, ſetzt ſich vom Zeughausplatz aus um .11 Uhr in Bewegung, geht die verlängerte Kunſt⸗ ſtraße zwiſchen C1 und D 1 zum Rathaus, Breite⸗ ſtraße zum Schloß, dann Bismarckſtraße bis Be⸗ zirksamt zwiſchen L 6 und Ls zum Strohmarkt, Planken bis Rheinſtraße, Luiſenring zwiſchen G 6 und H 7 und 8 6 und R 7, Tullaſtraße, Roſengarten, Stadthotel, Auguſtaanlage, wo ſich der Zug auflöſt. Anſchließend verſammelt ſich die Ranzengarde wie⸗ der zum Lagerfeſt auf dem Zeughausplatz und abends wird der Faſching vollends im Apollotheater gemeinſam totgeſchlagen. Der Zug verſpricht inter⸗ eſſant zu werden. Er dürfte ſich über einen Kilometer erſtrecken. 8 * Hoher närriſcher Beſuch bei Hirſchland Heute nachmittag 74 Uhr werden die Karnevals⸗ Prinzeſſin, die Ranzen⸗Garde und der Elferrat in das Kaufhaus M. Hirſchland u. Co. einziehen und Gäſte des Erfriſchungsraumes ſein. Bei dieſer Gelegenheit werden die Stadtbas und„Der Lo⸗ renz“ von dem Balkon des Hauſes auf der Planken⸗ ſeite eine Anſprache an ihr närriſches Volk halten. * * Mannheimer Künſtlertheater„Apollo“. Heute Diens⸗ tag die große Apollo⸗ Redoute unter der Deviſe „Die letzte Nacht“. 4 Ballorcheſter, Prämiierungen. * Brand auf dem Schuttabladeplatz. Durch ſpie⸗ lende Kinder wurden geſtern nachmittag auf dem Schuttabladeplatz im Gießen bei der Almenſiedlung gewerbliche Abfälle(Pech, Pappe, Seegras u. dergl.) in Brand geſteckt. Das Feuer wurde durch einen Löſchzug der um.20 Uhr alarmierten Feuer⸗ wache II der Berufsfeuerwehr mit einer Schlauch⸗ leitung gelöſcht. Schaden iſt nicht entſtanden. * Vorſicht beim Ueberſchreiten der Straßenbahn⸗ gleiſe! Geſtern abend ſtieg eine ältere Frau an der Halteſtelle der Straßenbahn in der Viehhofſtraße aus. Als ſie noch vor der Straßenbahn die Schienen überqueren wollte, wurde ſie von einem vorbeffah⸗ renden Radfahrer erfaßt und zu Boden geſchleudert. Die Frau erlitt eine Handverletzung und Hautab⸗ ſchürfungen. * Preußiſch⸗Süddeutſche Klaſſenlotterie. In der geſtrigen Vormittags ziehung wurden von größeren Gewinnen ausgelost: Sechs Gewinne zu je 5000/ auf die Nrn. 81 758, 92 318, 241454, vier Gewinne zu je 3000% auf die Nrn. 282 184, 348 041, in der Nachmittags ziehung zwei Gewinne zu je 10 000 4 auf Nr. 324 779, acht Gewinne zu je 5000„ auf die Nrn. 60 272, 112 748, 127 081, 186 871, acht Gewinne zu je 3000% auf die Nrn. 15 430, 147 988, 213 474, 319 283.(Ohne Gewähr.) Film⸗Nundſchau Noch ein Maskenfilmfeſt für Kinder Vor acht Tagen ſind ſchon einmal plele Kinder gefilmt worden und dieſe werden Ende dieſer Woche alle Gelegen⸗ heit haben, ſich ſelbſt auf der Leinwand herumſpazieren zu ſehen. Sicherlich werden ſich einige ſelbſt gar nicht wieder erkennen. Oder vielleicht doch? Wer zum heutigen Film⸗ feſt kommt, wird gofilmt, mit der Flugpoſt nach München in bie Dunkelkammer der Filmfabrik geſchickt, dort hervor⸗ gezaubert und darf wieder im Flugzeug nach Mannheim fliegen um ja noch rechtzeitig am Freitog hier zu ſein. Das find doch ſchöne Ausſichten. Der Regiſſeur, der die ganze Sache hier filmt, möchte auch einmal einen kleinen Film drehen, in dem lauter Kinder mitwirken und die durch ihre tollen Streiche die ganze Welt zum lachen bringen ſollen. Wer weiß, ob nicht unter den Mannheimer Kindern ein zukünftiger Filmſtar ſich befindet!? ſtätigt. Die Namensverzeichniſſe dienen ſo auch der Familienforſchung. Alljährlich gelangte irgend ein Spiel zur Aufführung, zu dem das Landvolk aus der weiteſten Umgebung Stockachs in Scharen kam. Höhepunkt iſt, auch heute noch, das Einholen und Aufſtellung eines Narrenbaums inmitten der Stadt, der größten Tanne, abgeäſtet bis auf den Dolder. Sie überragt die Häuſer und iſt das Wahrzeichen der Narreenherrſchaft bis zum Sontag Lätare. Die Narrenbücher enthalten witzige und weiſe, ſchnoddrige und lotzige Einträge veyſchiedenen Wertes. Alle Stände und Klaſſen ſind vertreten, auch Heinrich Hansjakob und der kürzlich verſtorbene Miniſter von Bodman rühmten ſich, Ehrenlaufnarren zu ſein. Ein ſchöner Zug ſpricht beſonders für die Stockacher: ſeit Gründung der Zunft wurden aus der Narrenkaſſe immer wieder Unterſtützungen gegeben an Arme, Waiſen, an Brandgeſchädigte und Aus⸗ wanderer. Dr. Heinrich Bettingers Arbeit vermittelt mit der Geſchichte, dem Weſen und der Eigenart des Stockacher Narrentums gleichzeitig wertvolle volks⸗ und heimatkundliche Aufſchlüſſe über das Auf und Nieder dieſes Städtchens ob dem Bodenſee gelegen, am Fuß der Nellenburg in hügeliges Land einge⸗ bettet, das ſich trotz Krieg und Feuersbrünſten, Miß⸗ ernten und Krankheiten nicht verdrießen ließ, alten Brauch zu hegen. Eine Reihe non Bildern ſchmückt die gut ausgeſtattete Veröffentlichung und erhöht ihren Reiz. Das Kunſthaus(Dr. Herbert Tannen bau m) Mannheim hat ſoeben eine Ausſtellung der mo⸗ numentalen Oelgemälde des in letzter Zeit zu gro⸗ ßem Anſehen gelangten, in Düſſeldorf anſäſſigen Malers Jankel Adler eröffnet. Dieſe Ausſtel⸗ lung führt den eigenartigen, hochbegabten Künſtler in Mannheim zum erſten Mal geſchloſſen vor. Sie wird bei der ſtark perſönlichen Note Jankel Adlers ebenſo viel Begeiſterung wie Widerſpruch finden. Wir kommen auf die intereſſante Ausſtellung noch ausführlich zurück. Aſtronomiſche Faſtnachtsſcher ze ok. Das Maskenrecht der Faſtnacht erlaubt es, ſet⸗ nem Gegenüber mancherlei draſtiſche Urteile oder gar Grobheiten ins Geſicht zu ſchleudern. Unter dieſem Geſichtspunkt wollen wir heute ein paar Kurioſitäten der Aſtronomie herausgreifen, die die große Kriſe dieſer Wiſſenſchaft beleuchten. Die Relativitätstheorie Einſteins ſoll die phyſika⸗ liſche Wiſſenſchaft außerordentlich vorwärts gebracht haben. Der amerikaniſche Profeſſor Mac Kaye iſt der Meinung, daß wohl Einſteins Gleichungen richtig ſind, aber die Schlußfolgerung falſch:„Wie ein reines Jonglieren mit Maßeinheiten imſtande iſt, eine ſo ſtarke Wirkung auszuüben... iſt ein Geheimnis, das die phyſikaliſche Wiſſenſchaft in Verlegenheit ſetzt.“ ſetz 4 Nach den Forſchungen eines Hamburger Aſtro⸗ nomen ſoll ein Weltenneſt im Großen Bären ſo weit von uns entfernt ſein, daß das Licht von dort aus dis zu uns 150 Milltonen Jahre braucht. Dazu bemerkt ein anderer Gelehrter, daß aus ſolchen Entfernungen „niemals ein Lichtſtrahl unſere Erde erreichen könnte und daß Angaben ſolcher Entfernungen nichts ſind, als phantaſtiſche Entgleiſungen einer ſenſativöns⸗ hungrigen Afterwiſſenſchaſt.“ Man ſprach früher von Weltraumkälte, wenn man ein Extrem dieſer Art ausmalen wollte. Heute hat Prof. Eddington berechnet, daß die im Weltraum äußerſt fein verteilte Materie eine Temperatur von 10 000 bis 15000 Grad haben muß. Unſere Sonne mit ſechstauſend Grad wirkſamer Oberflichentempe⸗ ratur iſt daher als ein Kältezentrum erſten Ranges anzuſehen! Und der Mond ſoll auf die Erde ſtürzen! Aber der Aſtronom Carl Schoch hat bewieſen, daß ſich der Erd⸗ begleiter langſam aber ſicher von unſerem Planeten entfernt. Die drohende Einſturzgefahr iſt daher bis auf weiteres beſeitigt. Wenigſtens ein Troſt! 1 1 4. Seite. Nr. 105 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Dienstag, den 4. März 1990 Soologiſcher Funkſchyruch aus Mannem Achtung, Achtung, Mannem meld' ſich, Schtadt voll Krach unn Poeſie, Schtadt le wendig, froh unn pälziſch, Laut als wie e Menaſchrie! Achtung, Achtung, ſchpitzt die Ohre! (Halt dein Mundſchtück jetz, ſei ſchtill) Hör nor's Towe unn Rumore, 's Belle, Maunze unn Gebrüll! Berhardiner, Schtar unn Faſſel, Gockel, Babbegei unn Ochs, Wildſau, Gans unn Kelleraſſel, Amſel, Maulaff, Ent unn Fox! Blattlaus, Dackel, Floh unn Schpätzel Muhkalb, Droſſel, Ratt unn Bien, Wiſſel, Wanz unn Munzekätzel, Schockelgaul unn Oelſardin! Tauſendfüßler, Kuh unn Häſel, Rollmops, Dreckfink, Mör unn Maus, Schpelleſchiſſer, Lerch unn Eſel.. 1! Schluß! Die Viecherei is aus 11 Kommunale Chronik Umwandlung der Wiesbadener Gewerbebetriebe in eine A. G. * Wiesbaden, 1. März. Dem Beiſpiel anderer Städte folgend, will jetzt auch Wiesbaden ſeine Ge⸗ werbebetriebe in einer Aktiengeſellſchaft zu⸗ ſammenfaſſen, und zwar in einer rein kommunalen A.., bei der die vollen 100 Prozent der Aktien im Beſitze der Stadt verbleiben. Für die beabſichtigte Umwandlung kommen zunächſt die Waſſer⸗„Gas⸗ und Glektrizitätswerke in Frage. Der Ur⸗ wert der Anlagen iſt mit 46.25 Mill. Mk. ermittelt, von denen bei vorſichtiger Schätzung 9,55 Mill. Mk. abgeſchrieben worden ſind, ſo daß die Betriebsanlagen mit 36.70 Mill. Mk. zu Buche ſtehen. Hierzu treten noch die Vorräte mit rd. 1 Mill. Mk. Die buchmäßi⸗ gen Verpflichtungen an Dritte betragen.35 Mill. und an die Stadt rd. 12 Mill. Mk. Nach Abzug der Verpflichtungen ergibt ſich ein Nettovermögen von rd. 25 Mill. Mk. Die Gründung der A. G. ſoll daher mit einem Aktienkapital von 20 Mill. Mk. vor⸗ genommen und der Ueberſchuß von 5,38 Mill. Mk. zur Bildung der geſetzlichen Reſerve von 2 Mill. Mk. und eines Werkerneuerungsfonds von 3,38 Mill. Mk. verwendet werden. Reutlingen ſtellt den ſtädt. Wohnungsban ein In der Reutlinger Gemeinderats⸗ fitzung ſtand das Wohnungsbauprogramm für 1930 zur Beratung. Nach den Mitteilungen des Wohnungsamts herrſcht in Reutlingen immer noch eine ſtark fühlbare Wohnungsnot, obwohl der Zuzug von auswärts nachdrücklichſt erſchwert wurde. Mit den in den letzten Jahren neuerbauten Wohnungen konnte kaum mehr als der laufende Neubedarf ge⸗ deckt werden. Der Gemeinderat anerkannte bei dieſer Sachlage die Notwendigkeit, auch in dieſem Jahr den Wohnungsbau durch ſtädtiſche Hilfe zu fördern. Um jedoch den ſtädtiſchen Haushalt nicht noch mehr auf Jahre hinaus ſchwer zu belaſten, wurde beſchloſſen, den Bau von ſtadteigenen Wohnungen einzuſtellen und als Erſatz eine im Anlehens⸗ weg zu beſchaffende Summe von 500 000 Mark für Baudarlehen und 200 000 Mark für Zwiſchen⸗ kredite an Private vorzuſehen. Aus dieſen Mitteln ſollen Zwei⸗ und Dreizimmerwohnungen, ferner Vierzimmerwohnungen, deren Miete 80 Mark nicht überſteigt, bezuſchußt werden. Für nicht bezuſchußte Wohnungen übernimmt die Stadt eine Bürgſchaft bis zu 70 v. H. der Baukoſten. Auch ſollen durch den Ver⸗ kauf von Siedlungshäuſern und ſtadteigener Bau⸗ plätze weitere Geldmittel flüſſig gemacht werden. Aus dem Lande Selbſtmorbverſuch U Weinheim, 3. März. Die 34 Jahre alte Schnei⸗ herin Anna Wetzel beging in ihrer Wohnung in der Nördlichen Hauptſtraße 36 durch Einnehmen einer giftigen Flüſſigkeit einen Selbſtmordver⸗ ſuch. Die Wetzel wurde in hoffnungsloſem Zuſtande mit dem Sanitätswagen in das Städtiſche Kranken⸗ haus überführt. Ste iſt eine Stieftochter des ver⸗ ſtorbenen Güteraufſehers Bär, der ſeinerzeit von ſeiner fetzt in Strafhaft befindlichen Ehefrau mit einem Beil erſchlagen worden war. Ein Auto auf der Landſtraße verbrannt Ettlingen, 3. März. Dem Kaufmann Emil Huber in Karlruhe geriet auf der Raſtatterſtraße ein Kraftwagen in Brand. Obwohl zwei Minimaxlöſcher ſehr ſchnell zur Stelle waren, iſt der Wagen doch völlig ausgebrannt. Die Brand⸗ Urſache iſt nicht bekannt. Am Sonntag wurde in den früthen Vormittagsſtunden auf der Karlsruherſtraße ein leeres Auto aufgefunden. Nach längerem Zuwarten wurde es abgeſchleppt. Erkundigungen er⸗ gaben, daß der Wagen der Bad. Landwirtſchaftsbank in Karlsruhe gehörte, Es iſt noch nicht geklärt, ob Diebſtahl oder Schwarzfahrt vorliegt. Im Verlauf einer Faſtnachtsveranſtaltung kam es in der Nacht vom Samstag zum Sonntag zu einer Meſſerſtecherei, wobei ein dienſttuender Sanitäter der freiwilligen Sanitätskolonne 3 Meſſerſtiche in Stirn, Kinn und Hals erhielt. Nach Anlegung eines Notverban⸗ des wurde er nach Hauſe verbracht. Vom Zuge überfahren und getötet * Niederbühl bei Raſtatt, 4. März. Am Sonntag abend fand man den 21 Jahre alten Ignaz Schätzle aus Haueneberſtein auf der Bahnſtrecke Haueneber⸗ ſtein—Raſtatt vom Zuge überfahren und tot auf. Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob Selbſtmord oder ein Unglücksfall vorliegt. Schwerer Motorradunfall * Schuttern(Kreis Offenburg), 2. März. Geſtern abend verunglückte der 23 Jahre alte Sohn Anton des Sonnenwirts Karotſch aus Kürzell. Der junge Mann, der als Küfer in Lahr beſchäftigt war, wollte mit ſeinem Motorrad von Frieſenheim nach Kürzell fahren. An der Schutterbrücke kam er durch zu raſches Fahren aus der Richtung, rannte gegen einen Randſtein und wurde zu Boden ge⸗ ſchleudert. Mit ſchweren Kopfverletzungen wurde Karotſch in das Krankenhaus Lahr eingeliefert, wo er vier Stunden ſpäter verſtarb. Das Küchle raus! Küchle raus! Oder ich ſchlag e Loch ins Haus! So ſingt mit verſchiedenen Variationen die liebe Jugend am Faſtnachtstag bei ihrem Rundgang und übt damit, ohne es zu wiſſen, freilich in oft ungeſtü⸗ mer Weiſe, einen ſehr alten Brauch unſerer Vor⸗ fahren: das Faſtnachtsküchelholen. Ein Griesgram mag noch ſo ſehr auf die Narrheit an dieſem Tage ſchimpfen, noch ſo ſehr gegen den bun⸗ ten Trubel auf der Straße und in den Ballſälen wettern, wenn er zu Hauſe die Treppe hinaufſteigt und ihm der feine Duft der Faſtnachtsküchlein um die Naſe weht und er wie ein hungriger Jagdhund ſchnuppert, da überzieht doch ein leiſer Schimmer von Freude ſein Geſicht angeſichts der delikaten Ueberraſchung, die ihm bevorſteht. Wer kann ſich Faſtnacht denken ohne die knuſperigen eee Nur einmal im Jahr gibt's dieſe Speiſe und an Faſt⸗ nacht gehören ſie auf den Tiſch, ſo gut wie an Weih⸗ nachten die Springerle und an Oſtern die farbigen Eier. Schürfen wir tiefer, ſo finden wir, daß zur Uebung des Brauchs in Landen deutſcher Zunge und darüber hinaus ein beſonderer Grund vorhanden ſein muß und daß neben dieſem Gebäck in der Zeit vom Dreikönigstag bis zum Faſtnachtsdienstag in den verſchiedenen Gegenden eine Reihe weiterer „Gebildbrote“ ſich Heimatrecht erworben haben, in ihrer Eigenart als Kultgebäck ein Seelen⸗ opfer darſtellend, um bei den Gottheiten Gedeihen für die Winterſaat, überhaupt Fruchtbarkeit für das kommende Jahr zu erwirken. Wenn wir weiter hören, daß das Fett, in dem dieſe Küchlein oder Krapfen gebacken wurden, zum Schmieren der Acker⸗ pflugkeile benützt wurde, die man ſpäter in den Pflug einſchlug, ſo zeigt ſich ohne weiteres, daß auch dieſer Faſtenſpeiſe, den Faſtnachtsküchlein, ein Fruchtbar⸗ keitszauber zukommt, den man durch das Austeilen der Küchlein, durch das Abholenlaſſen dieſes Ge⸗ ſchenks möglichſt vielen zuteil werden laſſen möchte. Welches Gebäck wird auch in ſolcher Menge hergeſtellt, mit welchem Gebäck geht man auch ſo freigebig um wie mit den Faſtnachtskücheln? Ganze Berge voll thronen in den Schüſſeln, und wer zufällig als Gaſt erſcheint, muß tüchtig mit zugreifen. Beſonders die Kinder haben an dieſem Tag über die Freigebigkeit von Verwandten und Nachbarn nicht zu klagen, denn alle Taſchen werden den kleinen Leckermäulern mit den guten Küchlein vollgeſtopft. Viel mehr als heute war früher die Einladung zum Schmauſe der knuſperigen Dinger Sitte. In den Gaſtwirtſchaften ſtellte man den Gäſten Küchlein un⸗ entgeltlich auf den Tiſch. In den Klöſtern holten die Leute die Küchlein ab, das war eine Art ungeſchrie⸗ benes Geſetz. An die Türe des Pfarrhauſes klopfte die Menge an und ward reich bedacht, denn mit dem Amt war ſehr oft die Verpflichtung zur Abgabe von Faſtnachtsküchlein verbunden. Das Recht des Küchle⸗ holens kam gewiß nicht in Vergeſſenheit. Auch bei Behörden, bei Schaffneien, bei den Burgfrauen ſehen wir die Küchle holenden Gäſte. Welche Berge dieſer ſchmalz⸗ und fettgebackenen Dinger mußten da bereit⸗ geſtellt werden! Mit der Zeit artete dieſes Holen der Faſt⸗ nachtsküchlein ſo aus, daß 1615 in Schwaben ein Verbot deswegen er⸗ ſchien,„als bis anhero mit Holung der Faſtnachts⸗ küchle viel unnötiger unkoſten offgewandt.“ Durch Jahrhunderte hindurch war die Sitte geübt worden, von Generation zu Generation hat ſich die Kunde dieſes Brauchs vererbt. Wenn heute die Jugend durch die Straßen zieht und mit Säckchen oder Körbchen in den Häuſern um Faſtnachtsküchlein vor⸗ ſpricht, ſo übt ſie damit unbewußt die alte Sitte aus. Die Vermummung dabei hat auch ihren Zweck: man macht ſich unkenntlich dämoniſchen Mächten gegen⸗ über, die man vertreiben will, übt dazu noch recht viel Lärm aus, damit die unheilbringenden Geiſter gebannt werden. Segen herbeizuführen, dazu dient der Schlag mit der Lebensrute— heute die Narren⸗ pritſche— und die Seelenopfer, die Kultgebäcke in der Geſtalt der Küchlein. Indem nun der Maskierte die Küchlein abholt, will er dem Hauſe beides bringen: Holen der Faſtnachtsküchlein Vertreibung der ſchädlichen Dämone, Fruchtbarkeit für das Haus und Feld. Es würde zu weit führen, die vielen Arten von Kultgebäcken um die Faſtenzeit hier zu erklären; manche weiſen in ihrer Form ganz deutlich auf den Fruchtbarkeitszauber hin, der ihnen innewohnt. Ueberall finden ſich die nötigen Verslein beim Ab⸗ holen der Küchlein: Hanapp Hahn, die Faſtnacht geht an, Steht a Mädchen an der Wand, Hat a Säckelche in der Hand, Is a gute Frau im Haus Gebt ſe mir a Küchelche raus. Das Küchleinholen und Küchleineſſen beſorgte man früher nicht, um den Hunger«⸗ zu ſtillen, ſondern mit dem Genuſſe dieſer Kultſpeiſe wollte man der Fruchtbarkeitsgottheit zeigen, daß man von ihr Nahrung und Fruchtbarkeit erhoffe. Wie die ſchon erwähnten Gebildbrote als Seelen⸗ opfer zu gelten haben, ſo treten andere Opfer an die Windgeiſter in der faſtenzeitlichen Saatperiode hervor, z. B. Körner, Mehl, Erbſen. Im Egerland iſt darum das Eſſen der Brögelerbſen Sitte. Wenn im Heſſenlande die Hausfrau auf Faſtnacht vieler⸗ lei Speiſen kocht, auf den Herd ſpringt und ruft: Häupter wie mein Kopf, Blätter wie meine Schürze, Dorſchen wie mein Bein, ſo will ſie damit den Hausgeiſtern den Wunſch um gute Fruchtbarkeit der Felder, hier im beſonderen auf dem Krautacker, vortragen. In dem Bittſpruch um Faſtnachtsküchle findet ſich ſehr oft der Hinweis auf das im Haus vollzogene Schweineſchlachten. Die Bittenden zeigen ſich nicht abgeneigt, anſtelle des Gebackenen etwas Geräucher⸗ tes ihrem Korbe einzuverleiben. Auf den erſten Blick könnte dieſe Bitte dahin ausgelegt werden, daß damit ein beſſeres Geſchenk ihnen zukäme. In Wirklichkeit ſtellt dieſer Wunſch eine Anſpielung auf das früher geübte Schweinsopfer in der Faſtenzeit das heute von niemand mehr gekannt wird. Auch davon erhielten die Armen, wie wir vom Allgäu wiſſen. In St. Gallen lautet ein Spruch: Jetzt kommt die luſtig Faſtnachtszeit, Wo's Bratwürſt regnet und Küchle ſchneit. Ohne weiteres verirrten ſich die Bratwürſte gewiß nicht neben die Küchlein, das muß ſeinen beſtimmten Grund haben, wie auch die bei den karnevaliſtiſchen Umzügen in den deutſchen Städten mitgeführten Rieſenwürſte nicht die Leiſtungsfähigkeit des Metz⸗ gerhandwerks beweiſen ſollen, nein der Brauch geht zurück guf das genannte Opfer um dieſe Zeit, in weit zurückliegenden Jahrhunderten von unſeren Vorfahren geübt. Wenn in Norbdeutſchland die Bäcker⸗, Müller⸗ und Schmiedgeſellen an Faſtnacht die Häuſer ihrer Kunden beſuchen, um die Faſtnachtsküchlein einzu⸗ holen und dabei auch Bezug nehmen auf das Schlachtfeſt, ſo iſt das gewiß kein Brauch der Neu⸗ zeit. Die Schmiede ſyrechen dabei: Jammer, Jammerrecht, Jetzt ſucht der Schmied auch ſein Recht, Und kriegt er nicht ſein Recht, So beſchlägt er auch die Pferde ſchlecht. Lütge, lütge Faſtnacht, Dort oben in dem Weime(Rauchkammer), Da hängen die fetten Schweine. Darum laßt das Meſſer gleiten Bis mitten in die Seiten; Darum laßt das Meſſer ſinken Bis mitten in die Schinken. Doch wieder zurück zu dem Faſtnachtsküchleholen. In vielen Ländern war dieſer Brauch um die Re⸗ formationszeit verboten, andere Regierungen ver⸗ boten nur den zu gewaltigen Aufwand, der mit dem Holen dieſes Gebäcks verknüpft war. Im Allgäu wurden die Frauen zum„Faſtnachtsküchle“ ein⸗ geladen und abgeholt wie zu einem Hochzeitstanz und vor dem 18. Jahrhundert mußte der Pfarrherr im ſchweizeriſchen Sankt Peter am Aſchermittwoch den Metzgern 101 Faſtnachtsküchlein in einer Schüſ⸗ ſel verehren. 2 Der Leuna-Prozeß Im Leunaprozeß in Halle a. S. wurde Dr. Oſter, Vorſtandsmitglied der J. G. Farbeninduſtrie als Zeuge vernommen. Nachbem das Kriegsminiſterium die Errichtung des Leunawerkes beſchloſſen hatte, um die Knappheit an Sprengſtofſen zu beheben, wurde Dr. Oſter im April 1916 aus dem Felde geholt und vom Kriegsminiſterium mit der Durchführung die⸗ ſer Aufgabe betraut. Später wurde er dann nach Be⸗ endigung des Krieges von der Badiſchen Anilin⸗ und Soda⸗Fabrik als Direktor übernommen. Bereits ein Jahr nach Baubeginn konnte mit der Produk⸗ tion begonnen werden. Es wurde außerordentlicher Wert auf ſchnelle Herſtellung des Werkes gelegt, daher konnte die Durcharbeitung nicht in dem Maße erfolgen, wie das heute geſchieht, alle Schönheitsar⸗ beiten wurden vernachläſſigt. Aus dem gleichen Grunde und wegen der durch den Krieg verurſachten Knappheit an Spezialiſten kamen auch auf verſchie⸗ dene Poſten Leute, deren Können ſich hierfür nicht qualifizierte. Die techniſchen Schwierigkeiten traten gegenüber den ſozialen, der Unterbringung und Ver⸗ pflegung der Arbeiter und Angeſtellten, zurück. Außer dem Bau von etwa 30 Baracken wurden wäh⸗ rend des Krieges eine eigene Fleiſcherei und Bäckerei eingerichtet. In den Stallungen wurden zeitweiſe bis zu 1000 Stück Vieh gehal⸗ ten. Alsdann wurde der eigentliche Erbauer des Leunawerkes, Regierungsbaumeiſter Schönberger vernommen. Dem Zeugen wurde Oſtern 1916 die geſamte Bauleitung übertragen. Im Auguſt 1916 wurden die erſten Eiſenkonſtruktionen aufgeſtellt. Der Bau des Werkes wurde außerordentlich beſchleu⸗ nigt. Es erfolgten auch Störungen durch Streiks und Unruhen, ſpäter nach 1921 traten jedoch ruhigere Verhältniſſe ein. Daß durch Exploſionen und bei den Unruhen(Kapp⸗Putſch und Hölzaufſtand) Be⸗ legen verſchwunden ſein können, hält der Zeuge für möglich. Der Zeuge Geh. Juſtizrat Alexander Allbrecht berichtet üher eine Zuſammenkunft am 25. September 1924 zwiſchen Schönfeld und der Direktion des Leunawerkes, wobei Direktor Oſter die Verhandlung leitete. Schönfeld machte eine Forderung geltend in Höhe von 14 Millionen Mark. Die Direktion des Leunawerkes erkannte von vornherein, daß dieſe Forderung unbegründet war, hatt. aber nicht ge⸗ nügend Material, um dies zu beweiſen. Die Un⸗ ſinnigkeit einer ſolchen enormen Forderung erwies ſchon eine einfache Berechnung. Bei Zugrundelegung eines Stundenlohnes von Mk..40 hätte die Firma Schönfeld eine Million Arbeitsſtunden ge⸗ leiſtet haben müſſen. Dazu hätten aber tagtäglich viele Hunderte mit Anſtreicharbeiten im Leunawerk beſchäftigt werden müſſen. Das Leunawerk unter⸗ breitete eine Auſſtellung, wonach Schönfeld im Gegenteil 440000 Mk. zuviel erhalten hatte. Eine Einigung ſcheiterte an dem Widerſtand Schönfelds. Ende Dezember 1924 wurde das Werk durch einen Zahlungsbefehl über 2 Millionen Mark über⸗ raſcht. Nachdem noch verſchiedene andere Machen⸗ ſchaften Schönfelds, z. B. zurückdatierte Briefe, auf⸗ gedeckt wurden, wurde Strafantrag geſtellt. Der Zeuge Dr. ing. Bütefiſch, Chemiker, Prokuriſt der Leunawerke, war 1923 und 1924 Betriebsführer der Ammoniakfabrik. Eines Tages erhielt er von der bautechniſchen Abteilung eine Belaſtung von über 100 000 4, die er ſich weigerte, auf ſeinen Betrieb zu übernehmen. Er ließ ſich die Unterlagen geben und ſtellte feſt, daß darunter Rechnungen für Malerarbeten aus den Jahren 19171919 waren. Auf ſeine Einwendungen erhielt er von der Bauabteilung die Ausunft, daß die Rechnungen aner⸗ kannt ſeien. Damit berußigte ſich Dr. Bütefiſch je⸗ doch nicht, ſondern unterbreitete die Angelegenheit der Direktion. Von dort aus wurde dann eine ein⸗ gehende Prüfung veranlaßt. Aus den übrigen Zeugenvernehmungen iſt die Ausſage des Juſtitars des Leunawerkes, Joſ. Boller, bemerkenswert, daß bereits im Dezember 1923 pon einer Baufirma eine Anzeige einlief, in der Hol z⸗ werkſtätte ſtimme etwas nicht, die Firma Schönfeld würde auffallend bevorzugt. Nachbargebiete 1 Traurige Statiſtik. * Speyer, 4. März. Im Februar 1930 kamen bei Auto⸗ und Motorradunfällen in der Pfalz vier(im Januar acht); bei ſonſtigen Unfällen 12(Januar 15) Perſonen ums Leben, alſo insgeſamt 16 Perſonen. Bei Auto⸗ bezw. Motorradunfällen ſchwer verletzt wurden insgeſamt 21(24) Perſonen, Bei ſonſtigen Unfällen verunglückten ſchwer 17 Perſonen(19). Die Zahl der Selbſtmorde betrug(wie im Januar) acht. Bensheim erhält ein Finanzgebäude * Bensheim, 28. Febr. Das bisherige Finanz⸗ amt Zwingenberg a. B. wird vorausſichtlich nach Bensheim verlegt. Zur Zeit liegen die Pläne für den Bau des Finanzamtes, in das zu. gleich das Zollamt einziehen ſoll, beim Finanz⸗ miniſterium zur Genehmigung vor. Die Baukoſten ſollen 300 000/ betragen. Mainzer Roſenmontagszug sw. Mainz, 4. März. Der Sonntag brachte ein bunt bewegtes Bild, den Umzug der verſchiedenen Garden, große Lagerfeſte und dann einen Angriff aufs Fort Burg Eff Grün. Der Handſtreich gelang vorzüglich. Den Höhepunkt aber brachte wieder der Roſenmontagszug. Nach den Angaben der Reichsbahndirektion beträgt die Zahl der beförderten Perſonen mit der Eiſenbahn allein etwa 60 000. Be⸗ günſtigt von herrlichſtem Frühlingswetter war der Zuzug mit Autos, Omnibuſſen, Motorrädern, zu Fuß, mit der Straßenbahn und nicht zuletzt auch mit Fuhrwerken außerordenlich groß. Man kann mit einem Rekordbeſuch rechnen. Der Beſuch des Vorjahres wurde überſchritten. Der Zug ſelbſt ſtand unter dem Zeichen„Die Welt im Narrenſpiegel“, Er brachte wie üblich 11 Nummern. Die Garden waren in beſonderer Stärke im Zug vertreten. Wenn diesmal nur 26 Wagen gezählt wurden, ſo waren dieſe von beſonderer Qualität. Eine Nummer über⸗ bot die andere. Beſonders hervorgehoben zu werden verdient der gedrückte und gequetſchte Michel, der unter der Laſt der Steuern zuſammenbricht. Ber⸗ lin wurde als tanzender Bär gezeigt, der nach je⸗ dermanns Pfeife tanzt. Die Anſpielung des„Unter . geſtellten Berlin war ſehr gut, SOS zeigt uns den Michel unter einem Schiff, wie er drghtlofe Hilfe herbeiholen will, um unter den Abgaben nicht erdrückt zu werden. Auch der Wagen „Harte Nüſſe“ ſpielt auf die Steuern an.„Johanna geht“ zeigt die Hauszinsſteuer, die die Dienſt⸗ boten 1 dem Hauſe treibt.„Der Rheingoldzug“ hatte in einem Eiſenbahnwagen allerlei Gäſte. Auf dem Wagen ſaß ein echter Meenzer, der ſeinen „Rheingoldzug“ im Halſe hat.„Der Schoppeſtecher“, der von der Sitzung ſpät heim kommt, wurde von ſeiner Frau mit dem Beſen empfangen. Aber auch die Theaterfrage kam nicht zu kurz. Unter dem Titel„Das neue Mainzer Theater“ wurden die Verhältniſſe illuſtriert, wie man ſie bei einer Regie von Darmſtadt aus ſich vorſtellt. In den dicht heſetzten Straßen wurden die ſinnreichen Anſpielun⸗ gen überall mit lauten Zurufen begrüßt. Dann zog die Menge wieder heimwärts. Der Abmarſch der Tauſenden geſtaltete ſich außerordentlich ſchwierig, Zeitweiſe war die Straßenbahnbrücke verſtopft, ſo daß die Autos und ſonſtigen Fahrzeuge nicht weiter konnten. Drei Raubüberfälle, 4 Frankfurt a.., 4. März. In der Kirſchwalb⸗ ſtraße überfielen am Samstag abend zwei Männer einen 75jährigen Lehrer, der mit ſeinem Enkel ſpa⸗ zteren ging. Sie hielten ihm einen Revolver vor, beraubten ihn ſeiner Barſchaft und nahmen ihm die Uhr weg.— Am Samstag abend wurde im Stadt⸗ wald ein Schreiner, der mit ſeiner Braut von Neu⸗Iſenburg nach Frankfurt ging, von zwei mas⸗ kierten Männern überfallen. Die Männer ſchüchter⸗ ten das Paar mit dem Revolver ein und raubten dem Mann 80 Mark und dem Mäödchen die Handtaſche mit einer goldenen Armbanduhr und 15 Mark. Im Rebſtöcker Wald wurde Montag früh ein Aus⸗ läufer von einem Mann überfallen, der ihm die Barſchaft von 10 Mark abnahm. In allen drei Fällen entkamen die Täter. § 20 Jahre Zuchthaus. Der Maurer Weiße, der am 10. März 1929 im Walde von Grand⸗Soldat den Mann ſeiner Geliebten Kubler ermordet hatte, wurde vom Schwurgericht des Departements Ober⸗ rhein zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Dienstag, den 4. März Nationaltheater: Kinderkabarett, 15 Uhr;„Orpheus in ber Unterwelt“, 20 Uhr. N Künſtlertheater„Apollo“: Die große Avollo⸗ Redoute, 20 Uhr. Kabarett Libelle: Kabarett⸗ und Koſtümpall, 20 Uhr. Palaſt⸗Kaſſee: Maskenball. Palaſthotel Mannheimer Hof: Faſchings⸗Abſchiod, 10 Uhr, Pavillon Kaiſer: Kehraus. „Feuerio“ Große Carnevalgeſellſchaft E..: Mas kenbol im Roſengarten. Vortrag von Dr. Heinrich Anthropoſop hiſche Geſellſchaft: Leiſte über„Die Anthropoſophie Rudolf Steiners, eine Antwort auf die zentralen Rätſelfragen des modernen Menſchen“, U 6, 11, 20 Uhr. Lichtſpiele: Alhambra:„Ich glaub' nie mehr an eine Frau“.— Schauburg:„Zigeuner⸗Rache“. 85 Capitol:„Wenn die Großſtadt 5— Seals Theater:„Null uhr“.— Roxy⸗ Theater; ⸗Sündig und ſüß“.— univ erfum:„Der weißt Teufel“,— Glorio⸗Palaſt:„Der Schwur des Henn Adams“.— Palaſt⸗ Theater:„Pat und Patachon“. Odeon ⸗Lichtſpieke:„Hallo Chayenne“. Sehenswürdigkeiten: Kunſthalle:(außer Montags) tägl. 10—13 Uhr, 15—17 Uhr; Sonntags und Feiertags von 11—13.90 Uhr und 15—17 Uhr. Schloßmuſenm: Geöffnet täglich von 10—18 Uhr 10 14—16 Uhr. Sonntags von 11—16 Uhr durchgehend Anusſtellung:„Meſſterwerte der Buchmalerei“, Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeughaus: Jonntag vorm. von 11—13 Uhr u. nachm. von 15—17 Üht; Dienstag 15—17 Uhr: Mittwoch 15—17 Ilhr: Feellog li bis 19 Uhr.— Plauetarium: 15 Uhr Beſichtigung. e Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Februar Rhein Bege 27. 2 8 4 8 Nedar Hegel 25 Baſel Fr.5004 15 Schnee 0160 1050 1500 35 Mannhein. 65 Fehl 135 1.851 83136 Jaa? 860. Maxau.09.15.113.08 3. 98 Blochingen„000. Manne, 178 7717176 75 Heilbronn(5 Taub.95 1 000.840.940 89 Röln 0,71 0,67 0,680.67 0,68 n bet (im 1 15) onen. letzt ſtigen Die acht. nanz⸗ chtlich die 5 zu⸗ nanz⸗ koſten e ein benen igriff lang r der der erten Be⸗ r der „ 3 U 9 mit t mit des ſtand egel“, urden Wenn garen über⸗ erden „ der er- ch je⸗ Inter gut. „wie den zagen anna ienſt⸗ dzug“ Auf einen cher“, von auch nter urden einer dicht elun⸗ n zog h der ierig. ft, ſo beiter wald⸗ inner 1 ſpa⸗ vor, m die Stabdt⸗ von mas ⸗ ichter⸗ ubten taſche rk.— lus⸗ n die Fällen „ der t ben hatte, Ober⸗ teilt. 1 ebend. haus: Uhr, ag 17 eren ar d 5 * — Dienstag, den 4. März 1930 Neue Mannheimer Zeitung([Mittag⸗Ausgabe) — Der Sternenhimmel i Die Sternkarten ſtellen die ſüdliche und nörd⸗ liche Hälfte des im März ſichtbaren Abendhimmels dar. Sie ſtimmen in der Gegend von Maunheim am Anfang des Monats gegen 22 Uhr, Mitte des Mo⸗ nats gegen 21 Uhr und Ende des Monats gegen 20 Uhr am beſten mit dem wirklichen Himmel überein. Bei ihrer Benutzung ſtelle man ſich zu den angege⸗ benen Zeiten mit der Blickrichtung nach Süden oder Norden. Man hat dann in den Sternkarten eine verkleinerte Abbildung des geſtirnten Himmels vor ſich. Ein Vergleich zwiſchen den hellſten Sternen des wirklichen Himmels mit den groß gezeichneten Ster⸗ nen der Sternkarten iſt nicht ſchwierig und gibt die Möglichkeit, nach und nach auch die ſchwächeren Sterne aufzufinden. Der in der Karte der ſüdlichen Himmelshälfte durch einen ſtrahlig gezeichneten Stern gekennzeich⸗ nete Jupiter iſt zur Zeit der hellſte Stern des gan⸗ zen Himmels. Er ſteht halb rechts in mäßiger Höhe am Himmel. Links über ihm findet man unſchwer die Capella und gelangt von ihr in ſchwachem, nach links gekrümmtem Bogen über den Procyon zum Sirius, der nach dem Jupiter augenblicklich der hellſte Stern unſeres Himmels iſt. Eine Verbin⸗ dungslinie zwiſchen Sirius und Jupiter führt durch 175 das Sternbild Orion, das eins der wenigen iſt, die ſchon in der Bibel Erwähnung gefunden haben. Von der im Orion leicht auffindbaren Bellatrix ge⸗ langt man unſchwer zum Aldebaran dicht unter dem Jupiter. Der Aldebaran iſt der Hauptſtern der Sterngruppe der Hyaden, die wie die rechts darü⸗ berſtehenden Plejaden zum Sternbild des Stieres gehören. * Haben wir mit den eben genannten Sternen und Sternbildern einen Anfang im Zurechtfinden am Himmelszelt gemacht, ſo finden wir weiter leicht das Sternbild der Zwillinge, durch das die Verbindungs⸗ linie von Capella mit Procyon geht. Die beiden Hauptſterne ſind Caſtor und Pollux. Auch das Stern⸗ bild des Löwen, das halblinks vor uns ſteht, wird man an Hand der Karte bald auffinden. Zwiſchen dem Löwen und den Zwillingen ſteht das Sternbild des Krebſes mit dem als kleinen Lichtfleck ſchim⸗ merden Sternhaufen„Praeſepe oder Krippe“. Schon ein gutes Opernglas löſt dieſen Lichtfleck in eine große Anzahl Einzelſterne auf. Wir ſuchen noch un⸗ ter dem Krebs das Haupt der Hydra oder Waſſer⸗ ſchlange und können an klaren Abenden dieſes laug⸗ geſtreckte Sternbild bis zum Horizont hin verfolgen. 6 Blickrichtung nach Süden Wenden wir uns nun nach Norden, ſo fällt uns hier der Mangel an ſehr hellen Sternen auf. Nur die drei Sterne Capella ganz hoch links, Arcturus ganz weit rechts und Wega ganz tief, faſt genau im Norden, heben ſich durch ihr helles Licht beſonders hervor. Dafür bietet aber der allbekannte Himmels⸗ wagen im Großen Bären ein gutes Hilfsmittel zum weiteren Zurechtfinden. Eine Verlängerung der Verbindungslinie der beiden jetzt am weiteſten links ſtehenden Sterne des Wagens führt auf den Polar⸗ ſtern, von dem man mit Hilfe der Sternsarte das ganze Sternbild des Kleinen Bären finden wird. Alsdann iſt es auch nicht ſchwer, den Drachen feſtzu⸗ ſtellen, der zur Zeit ſeinen gegen die Wega gerich⸗ teten Kopf nach unten hängen läßt. Geht man vom Polarſtern nach links zu den Plejaden, ſo kommt man durch den Perſeus, deſſen bemerkenswerteſter Stern der veränderliche„Algol“ iſt. Dicht unter der Verbindungslinie Polarſtern—Algol liegt der Dop⸗ pel⸗Sternhaufen im Perſeus, deſſen Stellung in der Karte durch ein E gekennzeichnet iſt. Der März bringt das Erſcheinen der Venus am Abendhimmel, die bis in den Herbſt hinein Abend⸗ ſtern ſein wird. Es iſt für einen eifrigen Stern⸗ freund lockend, ſie nun möglichſt früh zu entdecken. Vor Monatsmitte wird das jedoch wohl kaum ge⸗ lingen und auch dann nur, wenn der Weſthorizont völlig wolken⸗ und dunſtfrei iſt. Die folgenden An⸗ gaben ſollen die Entdeckung des Abendſternes er⸗ leichtern. Sie ſind berechnet für die Zeitpunkte am 15. und 21. März, an denen unter günſtigen Umſtänden die Venus dem bloßen Auge gerade ſicht⸗ bar wird. Am 15. März wird die Venus 30 Minuten nach Sonnenuntergang knapp 1 Grad über dem Horf⸗ zont etwa 1 Grad links vom Weſtpunkte ſtehen. Sie geht ungefähr 4 Stunde ſpäter unter. Am 31. März ſteht die Venus 36 Minuten nach Sonnenuntergang etwa 5 Grad über dem Horizont, und zwar 6 bis 7 Grad rechts vom Weſtpunkt. Ste geht dann rund 40 Minuten ſpäter unter. Zur annähernden Ermitt⸗ lung dieſer Stellungen halte man einen kleinen Holzmaßſtab mit ausgeſtrecktem Arm ſo vor ſich, daß er ebenſo viele Zentimeter über den Horizont her⸗ vorragt, wie die angegebene Höhe der Venus in Grad beträgt. Der obere Rand des Maßſtabes ſchnei⸗ det dann am Himmel ungefähr in der Venushöhe ab. In ähnlicher Weiſe kann das Zentimetermaß auch zur näherungsweiſen Beſtimmung der Abwei⸗ chungen vom Weſtpunkte dienen. 1 Blickrichtung nach Norden %ꝓSCCCCCCTCFCVCTCCCCCCCCTCTTTTTT00T0TT0TTTbTbTT Faſching in Braſilien Silveſterabend. Ueber die breiren hellerleuchten⸗ den Aveniden Rio de Janeiros bewegt ſich die ele⸗ gante internationale Welt. Weiße, Farbige und Schwarze, vorherrſchend nach neueſter Pariſer Mode gekleidet, luſtwandeln in läſſiger Grazie einher, zwi⸗ ſchen duftiges Spitzen⸗ und Tüllgerieſel, buntſchim⸗ mernde Seide und lichte Sommerſtoffe miſcht ſich das dunkle, vornehme Abendkleid. An Hals und Händen funkeln Brillanten und koſtbare Steine, die tropiſch⸗ ſchwitle Luft iſt getränkt von betäubenden Wohl⸗ gerüchen aller Art. In den Straßen raſen die Autos vorüber; verſchwenderiſche Lichtfülle umgibt den Luxus dieſer großen Hafenſtadt. Und hinein in das Leben und Treiben miſcht ſich gegen 11 Uhr abends zum Beginn des Auto⸗Korſo der Trubel ausgelaſſener Maskierter. Wagen an Wagen rollt heran; in Geſellſchaftskleidern und phantaſiereichſten Koſtümen ſitzt man hoch auf den umgeklappten Verdecks, Papierſchlangen und Kon⸗ fetti durchſchwirren in Maſſen die Luft, aus der eben noch ruhigen Neujahrsſtimmung iſt der übermütigſte Karnevalsbetrieb geworden. Bis in den frühen Morgen hinein dauert das Leben, Silveſternacht er⸗ öffnet den Reigen zu den bevorſtehenden Faſchings⸗ tagen.— Der Braſiltaner freut ſich auf kein Feſt mehr als gerade auf Faſtnacht. Die Wochen von Neufahr bis zum Feſt füllen die Vorbereitungen voll aus. Die Modehäuſer zeigen bald die reizendſten Koſtüme. Flitter und Seiden, buntſchimmernde Gaze und Bänder vermiſchen ſich mit anderem Firlefanz, mächtige Reklameſchilder an Klub⸗ und Kaffeehäuſern laden zum Beſuche ein, wandelnde Modepuppen ſtelzen in unnatürlicher Größe, mit allerlei Masken behangen, durch die Straßen. Je mehr Aufwand und Reklame zu allem, umſomehr reizt es den Bra⸗ ſiltaner, Ganze Seiten in den Zeitungen bringen überraſchende Artikel von Mord und Tod als Ueber⸗ ſchrift und, lieſt man weiter, nichts als Reklame von großen Modehäuſern, die ſo zum Kaufe locken wollen. Nicht in Rio de Janeiro ſelbſt, ſondern weit im Innern Braſiliens, in Bello Horizonte, der Hauptſtadt des Staates Minas Geraes, ſollte ich den eigentlichen Karneval erleben. Unter ſtrahlend blauem Himmel und heißer Sonne liefen ſchon in aller Frühe des Faſtnachtsſonntag koſtümierte Per⸗ önchen umher; wohl jede Braſilmutter hatte ihren Kindern etwas Scherzhaftes genäht, ſelbſt auf den Mützchen des Säuglings fehlte ein buntes Quäſtchen nicht, und in keiner Hand vermißte man die zum Faſching unbedingt gehörige Parfümſpritze, mit der man ſich oft bis zum Verſagen beſprengte. 4 Ein ungemein liebliches Bild bot am Nach⸗ mittage der Kinderfeſtzug, der dem Präſidenten zu Ehren in den Anlagen ſeines Palaſtes ſtattfand. Es ſchien, als habe die Sonne alle Blumenkinder r Erde erweckt, unter leiſe rauſchenden Palmen wiegten ſich Röslein und Vergißmeinnicht, kleine Elfengeſtalten ſchwebten mit gold⸗ und ſilberſchim⸗ mernden Flügelchen um ihren König, Märchenprin⸗ zen ſuchten beſcheidene Veilchen zu erhaſchen und dort gar führte ein rotbemohnter Negerbub mit leuchtenden Augen ſein Heckenröslein an der Hand. Große und kleine Schmetterlinge huſchten bald hier, bald dorthin, und hinein in die Frühlingsſchar miſchten ſich buntſchillernde Käferchen, von deren Sorten und Farbenpracht es gerade in Braſilten ſo unendlich viele gibt. Mitten hinein in das bewegte Leben erklang wunderbar feine Tanzmuſik, in deren Melodie ſich die unzähligen kleinen Geſtalten wieg⸗ ten, dann neigten ſie ſich graziös vor ihrem Präſi⸗ denten, um bald nach ihrer Huldigung wieder lang⸗ ſam aus dem ſonnigen Grün zu verſchwinden. Anſchließend an dieſen Kinderfeſtzug fand in ber Stadt der koſtümierte Auto⸗Korſo ſtatt. Auch hier ein buntbewegtes Leben! An jeder lebhaften Straßenecke war ein Pavillon errichtet worden. Milt⸗ tär⸗ und Zivilmuſik übertönte die Gerauſche der un⸗ zähligen Autos, die in entzückendſter Aufmachung — den Koſtümen ihrer Inſaſſen angepaßt— durch die Hauptſtraßen führen. Grelleuchtende Girlanden und Bänder waren quer über die Straße gezogen von den Palmen wehten abgeriſſene Papterſchlangen, dazu wirbelte Konfetti in Maſſen durch die Luft. Kleine Scherzbuden lockten in urgelungenſter Auf⸗ machung zum Kaufe von allerlei Sachen an, und durch die dichtgedrängte Zuſchauermenge ſchlängelten ſich weißgekleidete Negerjungen, die auf ihrem Kopfe in großen Blechooſen die ſchönſten Süßigkeiten trugen. Recht einladend wirkten die mit friſchen Blumen geſchmückten Cafés, an weiß überzogenen Stühlen und appetitlich gedeckten Tiſchchen tranken die Braſi⸗ lianer ihren Mokka, löffelten ſie das köſtliche Frucht⸗ eis. Eine Original⸗Neger⸗Jazzbandkapelle trug auch hier zur nötigen Feſtſtimmung bei. Grotesk wirk⸗ ten zwiſchen den oft raſſigen Schönheiten der Braſt⸗ lianerinnen die Negerfrauen. Eine von ihnen will ich beſchreiben: Ihr Geſicht und Hals war mit einer dicken Puderſchicht überzogen, das Wuſchelhaar hatte ſie teils in unzählige Zöpfchen gezwängt, teils nach allen Seiten hin aufgeteilt und mit funkelnden Agraffen und bunten Kämmen kunſtgerecht aufge⸗ ſteckt. Ein grellrotes oder roſa Sommerkleidchen ſchmückten Papierroſen und die ſchwarzen Beine ſteckten in weißen Seidenſtrümpfen und hohen Stöckelſchuhen. Unter den Zuſchauern ſah man nur wenig Koſtü⸗ mierte, der ganze Mummenſchanz ſpielte ſich in den vorbeifahrenden Autos ab, deren Zahl gar nicht zu überſehen war. Liebliche, in roſa Gaze und Seide ge⸗ hüllte Biedermeierinnen, buntſcheckige Dominos, Ja⸗ panerinnen, Blumen aller Art, wechſelten mit den phantaſiereichſten Koſtümen der Herren; nicht aber in buntem Durcheinander, nein— ein jedes nach ſeinem Geſchlecht— wie es ſich nach den Sitten des Landes und der Unverheirateten geziemt— ge⸗ trennt. Nur das Bombardieren mit Papierſchlangen und Konfetti, das Beſpritzen von Wagen zu Wagen bildete die zarte Schnur beſonderen Gefallens. So reizend und— was die Anſchaffung anbelangte— bewundernswert mir der Karneval nach außen hin erſchien, ſo wenig aber fühlte ich den wahrhaft inne⸗ ren Humor, der gerade in unſeren deutſchen Städten durch den zwangloſen Verkehr durchbricht. Hunde in der Kirche In einem engliſchen Dorfe beſtanden zwei Kir⸗ chen, die zwei verſchiedenen Sekten von Methodiſten gehörten. Zu den eifrigſten Kirchenbeſuchern der einen Sekte gehörte ein Hund, ein Collie. Es iſt nicht aufgeklärt, was ihn in das Gotteshauß zog. Jedes Mal, wenn Gottesdienſt abgehalten wurde, be⸗ gab ſich der Hund in die Kapelle, legte ſich aber dort nicht etwa auf den Fußboden, ſondern kletterte auf die Kanzel, wo er ſich unter dem Predigtſtuhl zu⸗ fammenrollte und friedlich ſchlief, bis der Gottes⸗ dienſt vorüber war. Der Geiſtliche war auch ganz daran gewöhnt, dieſen ungewohnten Zuhörer dort zu finden, um ſo mehr, als ſich der Hund ſtets muſtergültig ruhig verhielt. Eines Tages aber Der Karneval in Nizza auf dem Höhepunkt An der Riviera fällt die Faſchingszeit mit dem erſten Frühlingserwachen zuſammen. wird dort das ausgelaſſene Karnevalstreiben in hellem Sonnenſchein zu einem wahren Volks⸗ feſt, an dem Arm und Reich in rieſigen Umzügen teilnehmen. S5 war der Prediger beſonders feurig aufgelegt. Er ſchlug auf die Kanzel, daß es krachte, geſtikulierte ſehr lebhaft, und bei einer ſolchen Gelegenheit ſtieß er dem friedlich auf ſeinem gewohnten Platze ſchlum⸗ mernden Collie mit ſeinem Fuß kräftig in die Rip⸗ pen. Das war dem braven Hunde, der ſich keiner Schuld bewußt war, denn doch zu viel. Laut auf⸗ heulend ſauſte er mit eingekniffenem Schwanze die Stufen der Kanzel hinunter und verließ ſchleunigſt die ungaſtliche Stätte.— Bei dem nächſten Gottes⸗ dienſt ſah der Prediger wieder unter die Kanzel. Aber der Collie fehlte. Er wollte mit einer Sekte, die ihn ſo unſanft behandelte, nichts mehr zu tun haben. Da ihm aber die Kanzel fehlte, beſchloß er, es mit der anderen Richtung zu halten. Und ſo begab er ſich in die andere Kapelle, wo ſein Erſchei⸗ nen allgemeine Heiterkeit erregte und zu einigen ſpitzen Bemerkungen gegen die Andersgläubigen Anlaß gab. Ein anderer ähnlicher Fall hat ſich in Der by⸗ ſhire zugetragen, ebenfalls in einer Methodiſten⸗ gemeinde. Ein hervorragendes Mitglied hatte die Angewohnheit, ſtets ſeinen Hund zum Gottesdienſt mitzubringen. Nun war es aber in dieſer Sekte üblich, daß die Mitglieder der Reihe nach laut bete⸗ ten. Da nun der Herr dieſes Hundes ſchwerhörig war, ſo pflegte er ſtets, wenn ein Mitglied der Ge⸗ meinde betete, das von ihm entfernt ſaß, aufzuſtehen und ſich neben dieſes zu ſtellen, um ſo dem Gebet beſſer folgen zu können. Sobald nun ſein Herr ſich erhob, ſtand auch„Carlo“ auf und begleitete ſeinen Gebieter. Dann ſetzte er ſich nieder, um, ſobald ein anderer zum Beten an die Reihe kam, mit ſeinem Herrn getreulich zu dieſem hinzuwandern. Eine neue Rauſchgiftſeuche in Amerika Amerika kann den Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen, die letzte Senſation auf dem Gebiete der Rauſchgifte zu beſitzen.„Ganfa“, das neue Gift, kommt meiſt in Form von Bonbons in den Handel und wird von der Bevölkerung in enormen Mengen verbraucht. Der Ganjabonbon iſt ein Produkt, das aus indiſchem Hanf hergeſtellt wird, aus jener gifti⸗ gen Pflanze, die unter dem Namen„Haſchiſch“ ſchon früher als Rauſchgift des Orients bekannt war. Die Folgen des Ganjagenuſſes ſind nicht weni⸗ ger gefährlich als die Auswirkungen des Opiums, Kokains und anderer Betäubungsmittel. Der ſchein⸗ bar ganz harmloſe Bonbon bewirkt zuerſt eine Steigerung des Lebensgefühls, Tatenfreudigkeit, Lebensluſt und eine allgemein gehobene Stimmung. Nach längerem Genuſſe ſtellt ſich indeſſen eine Läh⸗ mung der Bewegungsfähigkeit und eine allmähliche Erſchlaffung des geſamten Organismus ein, die bis zum Verfall führt. Die Zahl der Ganja⸗Opfer ſteigt ununter⸗ brochen, und die amerikaniſchen Behörden ſtehen dieſer neuen Rauſchgiftſeuche mit Beſorgnis gegen⸗ über. Es hat ſich aus dieſem Laſter im Laufe der letzten Zeit eine ganze Induſtrie herausgebildet, die das Ganfjagift in allen möglichen Formen auf den Markt bringt, einmal die am meiſten begehrten Bonbons, aber auch Pralinées, Kräutertee und ein⸗ faches Pulver, das gewiſſen Speiſen beigefügt wer⸗ den kann. * Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ſich auch das Ver⸗ brechen bereits dieſes Rauſch⸗ und Betäubungs⸗ mittels bemächtigt hat. Die amerikaniſchen Polizei⸗ behörden ſind zu dem Schluß gekommen, daß ein hoher Prozentſatz der Kriminalität der letzten Jahre, beſonders der begangenen Morde, auf die Auswir⸗ kungen dieſes verhängnisvollen Giftes zurückzufüh⸗ ren iſt. Vorläufig ſtehen die Behörden dem neuen Laſter noch ratlos gegenüber. 4. März Preußiſche Pfandbriefbank eußiſche Pfandbriefbank AG., Berlin, mit der Preußiſchen Central⸗Bodenkredit⸗Ac. nelzen wird, erzielte 1929(alles in Mill. Mk.) einen n von 5,752(4,942), aus dem wieder 12 Prozent verteilt werden ſollen. In der Gewinn⸗ und nung werden auf der Habenſeite ausgewieſen: (0,213), vereinnahmte Zinſen 39 880(25 905); tungskoſtenbeiträge 3,599(2,875), Darlehenspropt⸗ 1,321(1,609), Zinſen und Proviſionen im Bankver⸗ r und Gewinn an Emiſſionspapieren 2,277(1,312) Mill. 2,277 die ſich ten gaben erſcheinen wie folgt: Verausgabte Zinſen 9) und Unkoſten 5,531(3,153). Im Geſchäfts⸗ ausgeführt, daß es trotz der ungünſtigen ge gelungen iſt, den Geſamtumlauf an Pfand⸗ Berückſichtigung des Roggenrentenbriefes um 2 k. zu ſteigern. der Bilanz erſcheint das AK. um 4 Mill. Mk. auf till. Mk. erhöht. Die Erhöhung war bekanntlich not⸗ g zur Durchführung der Fuſion mit der Preußiſchen Hypotheken⸗Akttenbank. Im übrigen werden ausgewieſen unter Paſſiven: Kapitalreſerve 14,2(10,5), Agioreſerve 0,809(0,333), Penſionsreſerve 0,82(0,5) Mill. Mk., veraus⸗ gabte Goldhypotheken⸗ und RM.⸗Pfandbrieſe und Goldren⸗ tenhriefe 413,406(252,771); verausgabte Roggenrentenbrieſe 24,167(34,334); verausgabte Goldkommunalobligattonen 9(49,049). Darlehen der Deutſchen Rentenbank⸗Kredit⸗ talt 48,990(52,065), Zinſen auf verausgabte Emiſſions⸗ ere 10,520 uf der Aktivſeite: Goldhypotheken zur Deckung für die dhypothekenpfandbrieſe und Goldrentenbriefe 425 20 (265 019), Roggenwerthypotheken 27,723(39,758), RM.⸗Hypo⸗ en 3,901(—). Goldkommunaldarlehen 76,248(51,410), Darlehen 61,70(—). Hypotheken aus Mitteln der tſchen Rentenbank⸗Kreditanſtalt 49,990(52,071), Gut⸗ zen bei Banken 10,899(15,153), Lombards 5,813(4,493), Debitoren 4,610(4,650) Mill. Mk. 8 2 — 29 8 2 E — 8 8 8 2 — — 8 4 — — 2 — 2 — — — E — — + 1 t erzielte 1929 einen Reingewinn von , aus dem auf das unveränderte Kapital wieder 5 v. H. Dividende verteilt werden Die bereits abgehaltene G. beſchloß die weitere ſollen. ö Erhöhung des Kapitals um bis 3 auf bis 7 Mill. 4 Die Aktien werden vom Reich und einigen Ländern über⸗ nommen. Aus Hypothekenzinſen wurden 1,99(1,26) Mill. vereinnahmt, während an Pfandbrief⸗ und an Kommunal⸗ obligationenzinſen 1,6(1,02) Mill. 4 aufzuwenden waren. Der Kapitalrücklage werden aus dem Reingewinn 170 000 (80 000)„ zugeführt. Nach der Bilanz find die Guthaben teichs und der Länder von 10,03 auf 7,72 Mill. egangen, darunter betragen die Guthaben der Län⸗ Mill. 4. Der Pfandbriefumlauf iſt von 10,06 auf U. 4 gewachſen. Der Zugang entfällt faſt aus⸗ ſchließlich auf die proz. Goldpfandbriefe. An Gold⸗Kom⸗ munalobligationen wurden erſtmals 1,77 Mill. 4 ausge⸗ geben. er Gold⸗Hypothekenbeſtand betrug 29,44 2,8 Mill. 4. An Gold⸗Kommunaldarlehen wurden 2,03 Mill. Mark gewährt, an Vorſchüſſen auf Hypotheken.8(5,4) Mill. 4 und auf Kommunaldorlehen 0,32(0,2) Mill.. Bayeriſche Laubesproduktenbauk AG., München.— Verſchlechterter Status. Die Bank, die Ende v. J. beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Ver⸗ gleichs verfahrens geſtellt hatte, hat durch die Südweſtdeutſche Tveuhandgeſellſchaft einen Status aufſtellen laſſen. Dar⸗ noch iſt eine Befriedigung der Gläubiger in dem bisher erwarteten Umfange nicht mehr zu erwarten. In einer Ausſprache der größeren Gläubiger wurde ein zehnköpfiger Gläubigerausſchuß gebildet, der einen Bergleichsvorſchlag beraten wird, der der Geſamtgläubigerſchaft in einer auf Anfang nächſter Woche einzuberufenden Gläubigerverfamm⸗ lung unterbreitet werden ſoll. Bayeriſche Hanbelsbank⸗Bodenkreditanſtalt, München. Dag Inſtitut erzielte 19209 einen Reingewinn von 1,67 125) Mill., woraus wieder 8 v. H. Diwidende verteilt, 115 000(50 0000„ der Sonderrücklage B überwieſen und 68 68(65 928) 4 vorgetragen werden ſollen. Der Hypo⸗ thekenbeſtand hat ſich auf 97,78(215,17) Mill.& erhöht. Der Pfandbriefumlauf iſt auf 219,48(200,28 Mill. 4 ge⸗ ſtiegen, darunter befinden ſich 68,34 Mill. 4 4, 5proz. Li⸗ gutdationspfandbriefe. * Cuoburg⸗Gothaiſche Bauk AG., Coburg. Aus dem Reingewinn von 71 048(60 338)„ werden wieder 7 v. H. Dividende vorgeſchlogen. Der Verlauf des Geſchäftsjahres 1929 wird im Bericht als ungefähr dem des Vorjahres ent⸗ ſprechend bezeichnet. Aus der Bilanz: 0,27(027) Schecks und Wechſel, 0,12(0,01) Noſtroguthoben, 0,50(0, 1) eigene Wertpapiere,.04(1,37) Debitoren, andererſeits 1,42(1,55) Mill. 4 Kreditoren.(GV. 12. März.) * Vaukhaus M. Bacharach in Hauau a. M. Das ſeit 40 Jahren beſtehende Bankhaus M. Bacharach in Hanau machte einen Vergleichsvorſchlag von 50 v. H. Den Gläubigern ſoll zur Sicherung das Geſamtvermögen der Bankfirma Bacharach zwecks Verwertung und Ausſchüt⸗ tung tbergeben werden. Auch übernimmt der Kaufmann Herbert Bacharach in Frankfurt, ein Sohn der Inhaberin der Firma Bachoroch in Hanau, die Bürgſchaft. Der läubigerausſchuß empfahl der Verſammlung die Annahme des Vergleichsnvorſchlags, da bei einem Konkurs nichts herauszuholen ſein würde. Die Aktiven betragen einſchließlich des Grundvermögens 104 000 4, die Paſſiven 188 608%, die bevorrechtigten und geſicherten Forderungen 80 400 K. Es liegen alſo rechnertſch 31 v. H. in der Maſſe. Um zu dem Worſchlag von 50 v. H. gu kommen. über⸗ nimmt der Knufmann Bacharach⸗Frankfurt die Bürgſchaft. — Die erſchienenen Gläubiger erklärten ſich für die An⸗ nahme bes gemachten Vergleichsvorſchlags von 50 p. H. Bankhaus Klettwig u. Reibſtein, Göttingen. In der Gläubigerverſammlung wurde ein Status vom 21. Febr. 190 vorgelegt mit einem Vermögensſtand von 2623 214 l, denen Verpflichtungen von 2 598 864„ gegenüberſtehen. Der Status ermöglicht nach größeren Abſchreibungen bei einzelnen Konten eine Auszahlung von 100 v. H. der Gul⸗ Haben, falls ſich nicht irgendwelche Rückſchläge ergeben, die Die Commerz⸗ und Privatbank Die Commerz und Privat⸗Bank ſchreibt in ihrem März ⸗Bericht u. a. folgendes: Die parlamentariſchen Be⸗ ratungen über den YHoung⸗Plan und über die durch ihn veranlaßten Geſetze ſind langſamer vorangeſchritten, als wtelf, erwartet wurde, und die von allen Kreiſen der Wirt⸗ ſchaft und der Wirtſchaftswiſſenſchaft aufs dringlichſte ge⸗ forderte Reform der Finanzen als logiſche Folge des Voung⸗Planes iſt bisher um keinen Schritt vorangebracht worden. Obwohl von namhaften Seiten verſchiedene klar durchdachte und ſorgſam abgewogene Pläne und Pro⸗ für die rationelle Geſtaltung unſerer Finanzpolitik t worden ſind,hat man auf die Durchführung dieſer Richtlinien bisher vergebens gewartet. Das iſt um ſo be⸗ dauerlicher, als die endgültige Rationaliſierung unſerer Finanzwirtſchaft eine der wichtigſten Vorausſetzungen für eine Beſſe⸗ rung der Erwerbsloſigkeit darſtellt. Solange die öffentliche Hand in ſtändiger, bedrohlicher Weiſe auf dem Geld⸗ und Kapitalmarkt laſtet, ſolange die Verteilung der Steuern und Abgaben, im Widerſpruch zu den meiſten anderen Kulturſtaaten, der Bildung von Spar⸗ kapital Wege ſteht, ja, ſogar vielfach zur Abwanderung apitalien Anlaß bietet, wird die für einen Konſunk⸗ teg notwendige Baſis nicht geſchaffen. Darum er⸗ inen auch alle Projekte, die auf eine wettere Verſchär⸗ fung der direkten Steuern abzielen, in höchſtem Maße un⸗ we üßig und gefährlich. Man darf hoffen, daß gewichtige Unſicherheitsmomente in der nächſten Zeit aus⸗ werden und damit eine Feſtigung des inter⸗ nationalen Vertrauens eintreten wird. In wie ſtarkem Maße führende ausländiſche Finanz⸗ und Wirtſchaftskreiſe an der deutſchen Wirtſchaft Intereſſe nehmen, hat ſich in der letzten Zeit mehrfach gezeigt. Auf ver denen Gebieten der induſtriellen Betätigung— vor allem in der Elektrizitätsinduſtrte— haben ſich, wie be⸗ gramm 8 0 der Neuen Mannhei mer N ittag⸗Ausgabe Nr. 105 2 5 Die Reorganiſation des ruffiſchen Außenhandels Beibehaltung des Außenhandelsmonopols— Starke Einſchränkung des Apparates der Mos⸗ kauer Zeutrale des Handelskommiſſariats und der Sowjethandels vertretungen— Bildung monopoliſtiſcher Export⸗ und Importvereinigungen Firmen Der Verkehr mit den ausländiſchen Die leitende Stellung der Berliner Sowjethandels vertretung Von unſ. Moskauer Sonderberichterſtatter Moskau, Ende Februar 190. Der dieſer Tage veröffentlichte Erlaß des Handelskom⸗ miſſars Mikojan bringt endlich die Richtlinien über die Reorganiſation des ruſſiſchen Außenhandels, über deren Notwendigkeit man ſich vor allem in den Kreiſen der Sow⸗ jetinduſtrie, ſeit langem im klaren war. Ziel der Re⸗ organiſation, durch die, wie gleich vorausgeſchickt ſei, das Außenhandels monopol als Grundlage des Wirt⸗ ſchaftspverkehrs der Sowjetunion mit dem Auslande nicht angetaſtet wird, iſt die Beſeitigung der bedeutendſten Mißſtände auf dem Gebiete des Außenhandels, die ſich mit zunehmendem Umfange des ruſſiſchen Außenhandelsumſatzes als immer ſtärkeres Hemmnis für die Abwicklung bes Ge⸗ ſchäftsverkehrs mit dem Auslande erwieſen haben. Der Kern der Reorganiſation beſteht darin, daß die Arbeit der Zentrale des Handelskommiſſariats in Zukunft in der Hauptſache auf die planwirtſchaftliche Lei⸗ tung und auf die Kontrolle der Durchführung der Export⸗ und Importpläne und der Außenhandelsbeſtim⸗ mungen beſchränkt werden ſoll, während eine ganze Reihe bisheriger Funktionen des Handelskommiſſariats 24 beſonderen Export⸗ und 3 mportvereinigun⸗ gen mit Monopolcharakter übertragen wird. Es tritt mithin eine weitgehende Spezialiſterung der Außen⸗ handelsoperationen ein. Da die Zentrale des Handels⸗ kommiſſariats auf dieſe Weiſe von einem großen Teil ihrer Arbeit entlaſtet wird, ſo ſoll ihr Perſonalbeſtaud entſpre⸗ chend vermindert werden. Die neuen Export⸗ und Importvereinigungen, die als ſelbſtündige juriſtiſche Perſonen auf kaufmänniſcher Grund⸗ lage arbeiten werden, übernehmen die ganze operative Ar⸗ beit, ſowie einen Teil der regulterenden und planwirt⸗ ſchaftlichen Funktionen inbezug auf diejenigen Waren, die in den Kreis ihrer Tätigkeit fallen. Wie weit ihre Rechte im einzelnen gehen werden, iſt aus dem Erlaß nicht zu er⸗ ſehen. Für den Export werden folgende 14 Vereinigungen ge⸗ bildet: Export⸗Chleb(Getreide), Exportles(Holz), Ex⸗ portlion(Flachs), Masloexport(Butter), Puſchno⸗Eyport⸗ ſyndikat(Rauchwarenſyndikat), Ptizeexport(Geflügel), Rudvexport(Erze), Prodexport(Lebensmittel), Prom⸗ export(Induſtriewaren), Lektechſyrcho(techniſche und Heil⸗ kräuter), Kuſtexport(Hausgewerbe), Antiquariat(Antiqui⸗ 2 Das täten), Raſnvexport(verſchiedene Waren), Plodoexport (Obst). Für den Export von Naphtha, Kohle und Zu 1 dhölzern werden ſpezielle Kontore der Konzerne „Sſojusneft“ und„Sſojuſugolf“, ſowie des Zündholzkon⸗ zerns gebildet. Für den Import werden folgende zehn Vereinigungen geſchaffen: Metallimport, Elektroimport, Textilimport, Chimimport(Einfuhr für die chemiſche In⸗ dustrie), Selchosimport(Import für die Landwirtſchaft), Kofhimport(Leder), Zwetmetimport(farbige Metalle), Raſnoimport(verſchiedene Waren), Meſhdunarodnaja Kniga (Bücher) und Kinoexportimport. Der Import von Kaut⸗ ſchuk und der Export von Gummi wird in einem beſon⸗ deren Kontor der Buudesvereinigung der Gummi⸗ und Aſbeſtinduſtrie konzentriert. Ferner wird eine Bundesver- einigung für das Transport⸗, Speditions⸗, Verſicherungs⸗ und Frachtgeſchäft„Sowfrachttransport“ gebildet, bei der ſämtliche einſchlägigen Geſchäfte im Handel mit Weſteuropa konzentriert werden. Für den Handel mit dem Orient wird die Vereinigung„Woſtgoſtorg“ gebildet, der alle Export⸗ und Importoperationen mit den Orientländern übertragen werden mit Ausnahme des Handels mit Baumwolle, Wolle und Naphtha, für welche Waren die entſprechenden Export⸗ und Importvereinigungen zuſtändig ſein werden. Der Import von Bedarfsartikeln wird einem beſon⸗ deren Kontor des Zentralverbandes der Konſumvereine „Centroſſojus“ übertragen. Man hofft, durch dieſe Reor⸗ ganiſation eine exaktere und ſchnellere Durch Außenhandelsaufgaben zu erreichen. Was die Sowjethandels vertretungen Auslande anbetrifft, ſo wird ihr Apparat eingeſchränkt, D i m ſt ar k wodurch man bedeutende Valuta⸗ erſparniſſe zu erzielen hofft. Dies ſoll einmal dadurch erreicht werden, daß die ganze techniſche Vor⸗ arbeit für die Vergebung von Beſtellungen im Auslande und für den Verkauf von Exportwaren, die bisher von den Sowjethandelsvertretungen geleiſtet wurde, nach Rußland verlegt und den neuen Vereinigungen übertragen wird. Zur Erleichterung der Arbeit der Sowjethandelsver⸗ tretungen werden die Lizenzen und Spezifikationen künftig in der Sprache des Landes ausgefertigt werden, in dem die Beſtellung untergebracht werden ſoll. Insbeſondere aber ſollen die Sowjethandels vertretungen von der Maſſe der kleinen Aufträge entlaſtet werden. Die Realiſierung und der Einkauf von Waren im Auslande ſollen konzentriert werden. Ein ſtändiger Apparat von Fachleuten ſoll nur in Ländern, die für beſtimmte Waren Hauptmärkte darſtellen, unterhalten werden. In minderwichtige Länder ſollen da⸗ gegen für die Durchführung beſtimmter Einkaufs⸗ und Ver⸗ kaufsoperationen Fachleute von Fall zu Fall entſandt wer⸗ den. Ueberhaupt ſoll die Entſen dung Fachleute und Kommiſſionen zur Führung von Verhandlungen über die Placierung von Beſtellungen im Auslande mehr als bisher Anwendung finden, wobei aller⸗ dings die Valutaknappheit des Sowjetſtaates ein Hemmnis für die Durchführung dieſes Planes ſein dürfte. Anderer⸗ ſeits wird, wie der ſtellvertretende Handelskommiſſar Chin⸗ tſchuk dieſer Tage mitteilte, den aus ländiſchen Fir⸗ menvertretern künftig die Einreiſe nach der Sowjet⸗ union zu unmittelbaren Verhandlungen über beſtimmte Beſtellungen geſtattet werden. Dies ergibt ſich notwendiger⸗ weiſe aus dem Umſtand, daß die praktiſche Vorarbeit über die Vergebung der Aufträge bei den Bundesvereinigungen konzentriert wird. Allzugroße Vorteile dürfen ſich die aus⸗ ländiſchen Firmen davon nicht verſprechen, wenn auch durch die unmittelbaren Verhandlungen in Moskau verſchiedene Angelegenheiten vielleicht ſchneller als bisher erledigt wer⸗ den. Denn es darf nicht verkannt werden, daß die Firmen dort den monopoliſtiſchen Außenhandelsvereinigungen gegenüberſtehen werden, die ebenſo wie bisher die Sowfet⸗ handels vertretungen im Auslande in der Lage ſein werden, die einzelnen Firmen gegeneinander auszuſpielen. Zu er⸗ wähnen iſt, daß ſämtliche Operationen auf den Auslands⸗ märkten nach wie vor durch die Sowjethandelsvertretungen ausgeführt werden ſollen, wenn ſie durch die Neuorganiſa⸗ tion auch etwas von ihrer Bedeutung einbüßen dürften. Um die vielfach zwiſchen den Sowfethandels vertretungen be⸗ ſtehende Konkurrenz zu beſeitigen, wird eine wichtige Neu⸗ regelung getroffen, indem der Berliner Sowjethandelsver⸗ tretung die zentrale operative Leitung aller Sowjet⸗Handels⸗ Vertretungen in europa übertragen wird. Entſprechend dieſer wichtigen Aufgabe iſt der Poſten des Leiters der Berliner Handels⸗ vertretung durch den ſtellvertretenden Handelskommiſſar Lfjubimow beſetzt worden, der alſo ſehr weitgehende Rechte erhält. einzelner . Weſt⸗ (CCC ͤ ͤdddddcddGdßdGGßßßßGßGßGꝓGꝓGßGßÿßwßwßwGßꝙßGßGßwGßwãßwwßwGßwßwGßwGß/wwßGßw(wßGcßGGcGcGwbGbGßbGTbGTPTGTGTGTPPGGTGTGTGTGTGGTGbTGTGbTGTGTGTGTGTGTGTGTͤböTVTGTGTbTGTGTGTGTGTGTGTGTGTGTVGTGb(TVTbTVTVT'TVT'TVTVT''TVTVTVTVTVTWvWWTVTVwVVwVwwwwwww ungünſtig auf den Status wirken. Finsloſes Moratorium gewährt. einen Gläubigerausſchuß. * Commerzbank in Lübeck. Der AR. ſchlägt die Vertei⸗ lung einer Dividende von 8(i. V. 9) v. H. vor. * Maſchinenfabrik Badenia sorm. Wm. Platz Söhne AG. Weinheim. Wir erfahren, daß die Verhandlungen mit der engliſchen Intereſſengruppe nunmehr kurz vor dem Ab⸗ ſchluß ſtehen, nachdem die noch beſtehenden Differen⸗ den beſeitigt werden konnten. Wegen der Höhe des Kaufpreiſes haben keine Meinungsverſchiedenheiten zwi⸗ ſchen den Kontrahenten beſtanden. * Großer javaniſcher Lokomotivauftrag für Borſig. Wie aus Holland gemeldet wird, erhielt die A. Borſig Gmbß., Berlin⸗Tegel den Auftrag auf zwölf Lokomotiven für Java. Ueber größere Beſtellungen für die ſerbiſchen Staatsbahnen, Indochina, Rumänien und Südamerika wurde ſchon früher berichtet, ebenſo Über einen Auftrag der Deutſchen Reichs⸗ bahn auf eine Neukonſtruktion. * Dividendenerhöhung der Roth⸗Büchner AG., Berlin. Der AR. beſchloß, der Hauptverſammlung am 3. 4 für 1929 nach erhöhten Abſchreibungen eine Dividende von 29(20) v. H. unter Uebernahme der Kapitalertragsſteuer durch die Geſellſchaft vorzuſchlagen. Vereinigte Filzfabriken AG., Giengen a. B.— Wieder 3 v. H. Dividende. Der AR. beſchloß, aus dem Rein⸗ gewinn von 221 299(251 801) 4 auf die Stammaktien eine Dividende von wieder 5 v. H. und auf den zur Rückzahlung auf 31. Dez. 1929 gekündigten Reſt der Geuuß⸗ ſcheine einen Bonus von 10/ auf das Stück zu verteilen und 7820„ vorzutragen. Die Hauptverſammlung findet am W. 3. in Stuttgart ſtatt. Dieſe Der Firma wurde ein Die Verſammlung wählte * N. B. Textil Handelscompagnie, Amſterdam. zum Norswolle⸗Konzern gehörende Geſellſchaft ſchlägt für das abgelaufene.⸗J. eine Dividende von 6 v. H. vor. liber Finanzreform und Börse kannt, neue bedeutſame internationale Verflechtungen und Gemeinſchoften ergeben. Auch in anderen Induſtrien ſchei⸗ nen ſich noch intereſſante Kombinationen vorzubereiten. Bedeutungsvoll iſt auch die Konzentrationsbewegung im Hypothekenbankweſen, wie ſie in den letzten Tagen des Monats in die Erſcheinung getreten iſt. Wenn trotz dieſer anregenden Vorgänge die Börſe nach anfänglicher Beſſerung wieder in einen Zuſtand der Stagnation verſiel, ſo bildeten in erſter Linie die politt⸗ ſchen und konfunkturellen Momente die Urſache. Der Geſamtauftrieb an Lebendvieh 1929 Zunahme bei den Rindern 5,3 v.., bei den Kälbern 2,0 v.., Abnahme bei den Schweinen 14.5 v. H. Im Jahre 1929 hat der Geſamtauftrieb an Lebendvieh ſowohl bei Rindern als auch bei Kälbern und Schafen zu⸗ genommen, während bei Schweinew ein nicht unbeträcht⸗ licher Rückgang zu verzeichnen iſt. Der Marktver⸗ kehr im Jahre 1929 zeigte folgendes Bild(in 1000 Stück): Lebende Tiere Geſchlachtete Tiere Rinder 1831 146 Kälber 1817 26 Schweine 5 685 185 Schafe 925 100 Gegenüber dem Vorjahr belief ſich im Jahre 1920 für 97 Marktorte die Zunahme des Auftriebes bei Rindern auf 5,3 v.., bei Kälbern und Schafen auf 2,6 v. H. bezw. 2,9 v. H. Bei den Schweinen dürfte Jie A mit dem ſtark verringerten Schweinebeſtand im 1. Habofahr 1928 in engem Zuſammenhang ſtehen. Das Angebot der auf den Markt gebrachten geſchlach Tiere iſt nur bei Schweinen in nennenswertem Maße, und zwar um 19,5 u. H. kleiner geworden. Die Zuführen an Rindern, Käl⸗ bern und Schafen ſind nahezu unverändert geblieben. nahme um 14,5 v. H. Konzentration im Sternberg⸗Konzern Die GVB. der zur Sternberg Gruppe gehörenden Düſſelödorſer Baubank AG. genehmigte den Ab⸗ ſchluß für 1928. Aus dem nach 22 938/ Abſchreibungen ſich ergebenden Reingewinn von 255 615, werden 10 v. H. Diwidende verteilt, 30 000, den Reſerven zugeführt und 4 489/ vorgetragen. Die Bilanz verzeichnet bei 2 Mill. Mork AK. 2,3 Mill. Hypotheken, 0,12 ſonſtige Gläubiger, andererſeits 0,25 Schuldner, 2,40 Wertpapiere, 2,6 Mill. ¼ Grundſtücke und Gebäude. Die GV. ſtimmte ſodann den Verſchmelzungs⸗ verträgen mit der Agrippina⸗Haus AG., Köln, der Rhein⸗Jſar Boden AG., Köln, der Grundſtücks AG. Co⸗ lonia, Köln, und der Verwertungs und Verwaltungs AG., Köln, zu. Die Genehmigung des Vertroges mit der Wicking AG. für Induſtrieverwaltung und Finonzierung, Berlin, wurde aus formalen Gründen von der TO. ab⸗ geſetzt. Der Beſchluß ſoll der nächſten GV. vorbehalten werden. Bei ſämtlichen Fuſionen ſollen die Aktionäre der aufzunehmenden Geſellſchaften für je eine Aktie über 1000 Mark ihrer Geſellſchaft eine Aktie der Düſſeldorfer Bau⸗ bank über 1000„ erholten. Die für den Umtauſch be⸗ nötigten Aktien werden durch eine Erhöhung des Grund⸗ kapitals der Baubank um 2 auf 4 Mill./ geſchaffen. Die neuen Aktien ſind ab 1. Januar 1931 Sividendenberechtigt. Fir das Geſchäftsjohr 1929 iſt mit einer Dividende von wieder 10 v. H. zu rechnen. * Brauereigeſellſchaft vorm. Meyer u. Söhne, Riegel. Dieſe bekannte Brauerei(Anteilſcheine 1400000) er⸗ zielte in 192829 per 30. 9. einen Betriebsüberſchuß von 423 660(i. V. 987 173). Nach Vornahme wiederum hoher Abſchreibungen von 900 834(260 565)/ verbleibt einſchl. 8 589„ Vortrag aus 2728 ein Reingewinn von 191 371(198 530), über deſſen Verwendung wiederum nicht mitgeteilt wird. Die Jahresrechnung iſt erneut ſehr ſummariſch. So werden Unkeſten, Steuern uſw. auch diesmal nicht ausgewieſen. In der Bilanz ſind lediglich verzeichnet an Beſitz: Anlagewerte mit 2941 988(3 038 2255) Mark und Umlaufwerte mit 4195 654(3 557 713) 4; an Laſten außer den Anteilſcheinen Rücklagen mit 4 0 (405 00%% und Gläubiger mit 5 063 286(4 882 Eine mehr gegliederte Bilanz wäre unbedingt zu wünſchen. Dortmunder Unjion⸗Brauerei AG., Dortmund. Der At. beſchloß, der GVB. am 28. März für das abgelaufene Geſchäſtsjahr 1929 die Verteilung einer Dividende von 18 v. H. in Vorſchlag zu bringen. * Kapitalerhöhung der Pſchorrbräu⸗Ach. Die HV. der Pſchorrbräu⸗Ac. in München genehmigte den Abſchluß für 192829 mit wieder 10 v. H. Dividende aus 884900, (790 807„ Reingewinn. Nach dem Bericht konnte durch die Uebernahme der Schloßbrauerei Planegg bei München AGG. im abgelaufenen Jahre eine Ausſtoßſteigerung erreicht werden. Das Auslandsgeſchäft war nach wie vor wenig befriedigend. Im laufenden Jahre wurde die Erhöhung des At. um 1 Mill.„ zur Uebernahme der der offenen Handelsgeſellſcheft G. Pſchorr gehörenden Anweſen in München und Berlin beſchloſſen. Von der weiteren Kapi⸗ talerhöhung um 1 Mill. 4 werden 0,6 Mill./ von der alten Aktionären zu 200 v. H. übernommen. Neue Weinhandels⸗Inſolvenz. Die Weingroß⸗ handlung Fritz Clemens in Worms hat die Zahlungen eingeſtellt und bemüht ſich um einen Vergleich. In einem Rundſchreiben teilt die Firma ihren Gläubigern mit, daß der fortſchreitende Preisſturz, der Konfunkturrück⸗ gang und Verluſte infolge von Zuſammenbrüchen im Gaſt⸗ ſtättengewerbe die finanzielle Baſis der Firma erſchlkttert haben. Eine Gläubigerverſammlung iſt auf den 7. März einberufen worden. Hochſeefiſcheret J. Wietſug Al., Bremerhaven. Die Geſellſchaft beantragt die Bertetlung von wieder 10 v. H. Dividende. Carl Schmidt& Cie. AG. Pforzheim n Aktienkapital ſich vollſtändig im det, hielt ihre GV. in Mannheim richt ſtellt feſt, daß die Pforzheimer allgemeinen Wirtſchaftslage auf kein der ftigungsgrad ging zu⸗ rhöhten Riſtken des Ab⸗ haft kam es zu zahl⸗ Aus Effeken, Metallen, rden 78 975, aus Wech⸗ 226,916 // vereinnahmt; an peſen einſchl. Steuer, Tantiemen, ſodaß einſchl. 7135„ Gewinn⸗ Reingewinn von 54 467, ſich inneren Rücklagen und einer Ver⸗ rven um 20 000 4 auf 220 000 g Dieder 8 v. H.(wie i..) 6467(i. V. 7135)/ auf neue Dieſe Bankfirr Beſitz der DD. ab. Der Geſchä Hauptinduſtrie bei der gutes Jahr zurückblickt; rück; beſonders aber ſatzes zutage; in der inſen und Provi 8 erforderten 8 fikationen vortrag aus ergibt, bei ar nen unter den Paſſiven Ak⸗ lionen und Kreditoren mit 2,71 Mill.. sgewieſen: Kaſſe, Fremde Geld⸗ Metalle 0,31 Mill.%, Guthaben zen 48 136 J, Wechſel 106 Banken und Bankfirmen rtpapiere 0,17 Mill.„(davon ſeſt⸗ tionen und Pfandbriefe 160,310. Werte 6,021% und Debitoren 2,01 zepte mit b Andererſeits werden ſorten N und Noten ſo V. anſchließenden Neukonſtituierung de Direktor Ludwig Ful d, Direk⸗ nk und Disconto⸗Geſellſchaft, Filiale tzenden des Aufſichtsrates und Kom, [ Kollmar, Direktor der Koll⸗ zheim zum ſtellvertretenden Vor⸗ mar u. Jour ſitzenden gewählt Die deutſche Juteinduſtrie im Fahre 1929 Dem Jahresbericht des Verbandes Deutſcher Jute⸗Judn⸗ ſtrieller Gmbch. für 1929 tnel wir u. a. folgende n. Die Verſchlechterung der allgemeinen wirt⸗ age hat im verfloſſenen Berichtsjahre natur⸗ e Jute⸗Induſtrie ungünſtig beeinflußt. Nur Textilinduſtrie der Zukunft entgegen. Die Beſchäftigung iſt in faſt allen Zweigen der Textil⸗Induſtrie rückläufig geweſen. Ueber dieſe Ver⸗ ſchlechterung der Lage hingus drückten auf die Juteinduſtrie die beſonderen Verhältniſſe ihres eigenen Marktes. Die Maßnahmen der Kalkutta⸗Jnduſtrie ſchädigten die Indu⸗ ſtrie aufs ſchwerſte. Während die Rohjutepreiſe, nachdem ſie vorübergehend 35 Eſtr. berührt hatten, unter Schwan⸗ kungen von 32 Kſtr. bis auf faſt 23 Lſtr. zurückgingen, fiel der von Kalkutta beſtimmte Fabrikatpreis des Weltmarktes von einem Stand von 62 Lſtr. in den erſten Monaten des Jahres bis auf 44 Lſtr. im Dezember; d. h. alſo, daß die Verarbeitungsſpanne der Induſtrie um mehr als den drit⸗ ten Teil reduziert wurde. Ob unter ö teſem ſchweren in⸗ diſchen Druck die heutige Zollbaſis für Jutegewebe und Jutegarne ausreicht iſt mehr als zweifelhaft. Trotz der ſchlechten je und trotz der ſtarken Tariferhöhungen des ſchaftlichen gemäß auch d mit ſchwerer Sorge ſieht die 0 L Vorjahres mußten auf dem Lohngebiete erhöhte Leiſtungen erfüllt werden. Die Induſtrie mußte— um die Beſchäfti⸗ gung der Betriebe in Gang zu halten— mit Verluſtpreiſen arbeiten. Gleichwohl ließen ſich namentlich in den letzten Monaten weitere Einſchränkungen nicht vermeiden. „Vergleichsverfahren und Konkurſe im Handelskammerbezirk Mannheim Aufgehobene Vergleichsrerfahren(infolge Beſläligung des Vergleichs): Ed mund Jſaak, Strumpf⸗ und Tri⸗ kotagenhaus in Mannheim, J 1, 5. Eröffnete Konkursverfahren: Landwirt und Kyh⸗ lenhändler Peter Müller IV und deſſen Ehefrau Veronika geb. Müller in Hockenheim(KV.: Rechtskonſu⸗ lent Rupp in Hockenheim).— Hermann Piſter Kaufmann, Inhaber der Firma Hermann Piſter, Fohrrad⸗ handlung und Nähmaſchinen in Mannheim, J 1,7(KV.: RA. Otto Hardung in Mannheim].— Kaufmann Her⸗ manu Schmid und deſſen Ehefrau Roſo geb. Dubs in Mannheim, J 6,8(KV.: Rechtskonſulent Ferdinand Lütke, Mannheim⸗Sandhofen). Aufgehobene Konkursverfahren(nach Schlußtermin und Schlußverteilung): Firma„Meha“ Motorenbetriebsſtoffe und Oelhandelsgeſellſchaft m. b. H. in Mannheim, Difſéns⸗ ſtraße 27. *Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 26. Fe⸗ bruar berechnete Großhandelsinderziſſer des Stakiſtiſchen Reichsamts iſt gegenüber der Vorwoche von 129,1 auf 128, oder um 0,8 v. H. geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um 1,9 v. H. auf 119,8(110) und die Inderziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halb⸗ waren um 0,3 v. H. auf 123(123,4) zurückgegangen. Die Indexziffer für induſtrielle Fertigwaren hat um 0/3 v. H. auf 183.8(154,2) nachgegeben. * Die Arbeiten der Rheinkommiſſion. Nach Mitteilung der zuſtändigen Stelle wird das Gutachten über die wirk⸗ ſchaftliche Lage der Rheinſchiffahrt erſt in einigen Monoten der Oeffentlichkeit vorgelegt werden können. Die bisher geleiſteten Arbeiten laſſen erkennen, daß es ſich um eine außerordentlich gründliche Unterſuchung handeln wird, die die kritiſche Wirtſchaftslage der deutſchen Rheinſchiffahrt im Vergleich zu derjenigen der übrigen Rheinuferſtaaten mit Deutlichkeit aufzeigen wird. Deviſenmarkt Im beutigen Früßverkehr notieren Pfunde gegen New Vork 485,94 Schweiz. 23,17 Stuckhorm 18. Paris 124 28 Holland 0 Madrid 40.85 Brüſſel 33.88 Oslo. 18,17 Dollar geg. Rm. 4 Mailand 92.75 Kopenhagen 18.16 Pfunde„„ 20 7 * Neuer Mehlpreis. Der ſüddeutſche Konventionspreis für Weizenmehl Spezial 0 wurde heute um 5 Pfg. für die 100 Kilo ermäßigt. * Weinverſteigerung Bad Dürkheim Im Winzerſaol wurde am 27. Februar durch das Stumpf⸗Fitzſche Weingut Annaberg, Inhaber Marinegeneral⸗Oberarzt Dr. Nennin⸗ ger Wein aus dem Jahrgang 192829 zur Verſteigerung 10 85 gebracht. Der Handel war auch bei dieſem Weinausgebote zahlreich vertreten und ſchenkte ein beſonderes Inkereſſe dem wohlgepflegten 1929er Wein, der in einer Schluß⸗ nummr ſehr gut bewertet wurde. Einige Nummern wur⸗ den mit Mindergeboten zurückgenommen. Das Ausgebot umfaßt 7 Stück, 11 Halbſtück und 2 Viertelſtück 1928er, ſo⸗ Halbſtück und 4 Viertelſtück 1929er. Für Ser: 750, 800, 869, 920, 1080, 0 und 39200. * Umſätze im Terminverkehr an der Berliner Metall⸗ börſe. Die Umſätze im Terminverkehr an der Berliner Metallbörſe ſtellten ſich im Februar 1930 für Kupfer auf 900(Januar: 1930) To. für Blei auf 520(900) To. und für Zink auf 1800(1475) To. Im Februar 1929 betrugen die Umſätze für Kupfer 2120 To., Für Blei 1830 To. und für Zink 1285 To. Frachtenmarkt Duisburg-Ruhrort 3. März Die Nachfrage nach Kahnraum war an der heutigen Börſe wiederum ſehr ſtill. Es waren nur ganz vereinzelt Talreiſen am Markt. Bergwärts wurde überhaupt nichts angenommen und iſt demnach auch keine Bergfracht notiert worden. Die Talfracht erfuhr mit 70 bis 30 Pfg. ab hier bezw. ab Kanal inel. Schleppen nach Rotterdam keine Aen⸗ derung. Die Reiſen nach Antwerpen⸗Gent wurden mit 1,0 bis 1,50„ per Tonne inol. Schleppen bezahlt. Der Berg⸗ ſchlepplohn beträgt 1,20, per Tonne nach Mannheim, der Talſchlepplohn 8 Pfg. für größere beladene Kähne ab bier nach Rotterdam. Hamburgs Seeſchiffsverkehr im Februar Im Monat Februar ſind ſeewärts zu Handelszwecken angekommen 1003 Dampfſchiffe und 364 Segler bezw. Schleppſchifſe, im ganzen 1987 Seeſchiffe mit 1 221 818 NR T. Von der Geſamtſumme führten 813 Schiffe mit 707 772 NR. die deutſche Flagge. Abgegangen ſind zu gleichen Zwecken ſeewärts 988 Dampfſchiffe und 610 Segler bezw. Schlepp⸗ ſchiffe, im ganzen 1598 Seeſchiffe mit 1688518 Nn Hier⸗ non führten 1031 Seeſchiffe mit 742 792 Not T. die Heutſche Flagge. I 41 5 ö J 3 8 Dienstag, den 4. März 1930 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Nr. 105 Seite. 2. 5 Verliner Sechstagerennen Rieger⸗Kroſchel allein an der Spitze Noch bewegter als ihre Vorgänger verlief die dritte Nacht des 23. Berliner Sechstagerennens. Mit geringen Unterbrechungen wurde um die Bahn gejagt. Der Stand des Rennens änderte ſich mehrmals und das Klaſſement wurde vollkommen auf den Kopf geſtellt. Nachdem die Ueberrundungen um 5 Uhr morgens ihr Ende erreicht hatten, lagen Kroſchel Rieger allein an der Spitze. Nach 56 Stunden waren 1503, des Rennens folgender: Um 6 Uhr morgens: 1. Rieger⸗Kroſchel 47 Punkte; eine Runde zurück: 2. Krüger⸗Funda 103 Punkte; 3. Preuß⸗ Reſiger 60 Punkte; 4. Ehmer⸗Tietz 61 Punkte; zwei Runden zurück: 5. Buſchenhagen⸗van Kempen Punkte; drei Runden zurück: 6. Pijnenburg⸗Göbel 118 Punkte; 7. Petri⸗ Hürtgen 80 Punkte; 8. Gooſens⸗Deneef 62 Punkte; vier Runden zurück: 9. Manthey⸗Schön 74 Punkte; fünf Run⸗ den zurück: 10. Choury⸗Fabre 82 Punkte; ſechs Runden zu⸗ rück: 11. Charlter⸗Duray 88 Punkte; ſieben Runden zu⸗ rück: 12. Meyer⸗Stübecke 71 Punkte. zurügelegt und der Stand 55 Der Montag nachmittag verlief nach den anſtrengenden Jagden der vergangenen Nacht verhältnismäßig ruhig. Zwiſchen 3 und 5 Uhr ſetzten donn wiederum unauhörlich eue Jagden ein, die den Stand des Rennens mehrfach veränderten. Nur das Spitzenpaar Rieger⸗Kroſchel konnte ſeine günſtige Poſition dabei behaupten. Der Stand des Rennens um 5 Uhr nachmittag war folgender: 1. Rieger⸗ Kroſchel 50 Punkte; eine Runde zurück: 2. Ehmer⸗Tietz 84 Punkte; zwei Runden zurück: 3. Krüger⸗Funda 116.; . Preuß⸗Reſiger 77 Punkte; 5. Gooſens⸗Deneef 67 Punkte: g van Kempen⸗Buſchenhagen 56 Punkte; drei Runden zu⸗ rück: 7. Pifnenburg⸗Göbel 140 Punkte; 8. Petri⸗Hürthen 83 Punkte; fünf Runden zurück: 9. Manthey⸗Schön 83.; ſechs Runden zurück: 10. Meyer⸗Stübecke 62 Punkte; 11. Choury⸗Fabre 37 Punkte; ſieben Runden zurück: 12. Char⸗ lier⸗Duray 95 Punkte. Sportliche Europa⸗Meiſterſchaſten der Ringer Sperling verliert infolge Fehlentſcheidung Der Kampf der Amateurringer um die Europameiſter⸗ ſchaft wurde am Sonntag abend im wiederum vollbeſetzten Stockholmer Zirkus fortgeſetzt. Im Bantamgewicht konnte der deutſche Meiſter Brendel ⸗ Nürnberg ſeinen zweiten Schulterſieg feiern. Brendel warf ſeinen Gegner, den Norweger Moe, bereits nach 5,25 Min. durch Schleuder⸗ griff. Im Federgewicht mußte dagegen der deutſche Ver⸗ treter Ohl ſeine zewite Niederlage einſtecken und dem norwegiſchen Titelverteidiger Martinſen den Sieg über⸗ laſſen. Gehring ⸗ Ludwigshafen konnte im Schwer⸗ den ſich gut verteidigenden Tſchechen Urban nur nach Punkten ſchlagen. Im weiteren Verlauf des Abends kam es dann zu ſehr da unliebſamen Szenen, objektiv. eingeſtellte ſchiedene Fehlentſch das ſachverſtändige und äußerſt ikum ſehr energiſch gegen ver⸗ dungen der Punktrichter proteſtierte. So bekam im Leichtgewicht der Tſcheche Maudr den Punktſieg über den Dänen Meier zugeſprochen, was den lebhafteſten Unwillen der Zuſchauer hervorrief. Darauf ſprachen die Punktrichter, dadurch ſcheinbar völlig kopflos geworden, im nächſten Kampf den Punktſieg dem Schweden Malmberg über den deutſchen Metſter Sperling zu, obwohl dieſer im Bodenkampf ſeinem Gegner klar überlegen war. Erneuter Proteſt des Publikums war wfederum die Folge. Intereſſant iſt, daß von den drei gunktrichtern zwei für einen Sieg des Schweden ſtimmten, während der Dritte in Sperling den Sieger ſehen wollte. Wie verlautet, ſollen Runcſchau dieſe beiden Punktrichter in den weiteren Kämpfen nicht mehr ſchiedsrichtern. Die ſchwediſche Preſſe betont in ihrem Kommentar zu dieſen Vorfällen, daß das Ergebnis überaus knapp geweſen und daß der Deutſche in Deutſch⸗ land und bei einem objektiven Schtedsgericht unbedingt geſiegt hätte. Zweiter Tag: Neuer Sieg der Deutſchen Bei den Eucoparingermeiſterſchaften in Stockholm zeigten ſich auch am Sonntag die Deutſchen von ihrer beſten Seite und gewannen alle von ihnen beſtrittenen Kämpfe. Ueberraſchend kam der raſche Sieg von Földeak in 35 Sekunden über den Norweger Villſen. Sperling be⸗ ſiegte den Tſchechen Maudre nach Punkten und der Ver⸗ treter im Mittelgewicht Krömer blieb über den Tſchechen Pribyl ſiegreich. Am Montag nachmittag— Földeak ſiegt, Krämer verliert Auch am Montag Nachmittag war der Stockholmer Zir⸗ kus bei der Fortſetzung der Europameiſterſchaften im Ama⸗ teurringen wieder ſe nz auswer lauft. Gerungen wurde am Nachmittag im Welter⸗ und Mittelgewicht. Im Wel⸗ tergewicht konnte der Deutſche Jean Földeak den Torſten Bergſtröm nach Punkten beſiegen. Der Norweger Birger Nillſen ſiegte gegen den Dänen Aske Have eben⸗ falls nur nach Punkten. Grünbaum⸗Eſtland konnte den Franzoſen Louis Cleverie nach:07,2 Min. durch Nacken⸗ hebel ouf beide Schultern zwingen. Zu einem entſcheiden⸗ den Sieg kam auch der Ungar Gyula Zoamborn. der den Tſchechen Jaroflaw Jaros nach:45 Min. legte. Im Mit⸗ telgewicht mußte der Deutſche Krämer nach 6243 Minuten durch den Schweden J Johannſſon durch Ham⸗ merlock eine Niederkage hinnehmen. Der Finne Kokkinen bezwang den Tſchechew Baranek nach:02 Min. durch Ein⸗ drücken der Brücke. 8 g 2 Danziger Hallenſportfeſt das 2. Danziger en Verlauf. Das Haupt⸗ Oſtdeutſchland, Berlin vertreten, der mit ihm beſtrittenen ſiegte Vor zahlreichen Halbenſportfeſt einen be kontingent der Teilneh den SC. Charlottenburg war für Wichmann der 5 wegen Unfairnis disqualtfidtert wurde. Im würden die Leiſtungen durch die beſchränkten Raumver⸗ hältniſſe ziemlich beeinträchtigt. Die Ergebniſſe: Sprinter⸗Dreikampf: 1. Körnig⸗SCC. 14 Punkte; 2. SCC. 6 Punkte. Gillmeiſter⸗Stolp 13 Punkte; 3. Schlößke 1500 Meter⸗Lauf: 1. Wichmaun⸗SC:27,22; 2. Hilbert⸗ Danzig:92,8. 3 mal 1000 N C.:31,11; 2. El⸗ binger BEV. 843,4. affel: 1. Ger⸗ mania Stolp. 1. Germania Stolp. Weitſprung: 1. Behren stolp 6,80 Meter. Kugel⸗ ſtoßen: 1. Dzewas⸗Elbing 12,75 Meter. Lawrenz⸗Danzig 1,68,5 Meter. Damen: 1. Frl. Göppner⸗Langfuhr 7,2 Sekunden, Kugelſtoßen: 1. Frl. Troyke⸗Zoppot 8,94 Meter. Weitſprung: 1. Frl. Göppner 4,91 Meter. Hochſprung: 1. Frl. Kunze⸗ BD. 1,43 Meter(neuer Baltenrekord), Chefredakteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H A zßner- Feuilleton: Dr. Stefan Rauſer Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder Sport und Vermiſchte: Willy Müller ⸗Handelsteil: Kurt Ehmer ⸗ Gericht und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mit⸗ tellungen: Jakob Faude, ſämtlich in Mannheim— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung b Todes-Anzeige Philipp Humm Wurde uns nach längerem Leiden 28 jahren, vollständig unerwartet Philipp Hummel und Artur Hummel Unser lieber, herzensguter Sohn, Bruder u. Bräutigam Mannheim, Q 7, 12b, den 4. März 1930 Die trauernden Hinterbliebenen: Die Braut Marianne Weber el Ir. im Alter von entrissen Frau Die Einäscherung findet Mittwoch, nachm..15 Uhr statt den 5. März, 27771 Stati besonderer Anz Nach kurzer Erkrankung ist Freitag im 76, Lebensjahre für immer von liebe, stets treubesorgte Mutter und Großmutter, Frau Mina Köchler Wwe. Familie Albert Nödhler Ute u. Berbe Waentig eige 1 Nacht unsere uns gegangen Mannheim(Waldparkdamm), 4. März 1930 In tiefer Trauer: Die Feuerbestattung hat auf Wunsch der lieben Verstorbenen in aller Stille stattgefunden 8242 Statt Karten! 8 Danksagung Allen, die sich in so überaus lieber Meise sich um unseren so teuren Entschlafenen bemühten und ihm und uns in diesen schweren Tagen durch ihre herzlichste Teilnahme Trost gegeben haben, sagen wir auf diesem Wege unseren innigstenDank Mannheim(R 7,8), den 3. Marz 1930 Ta Barbara Schedel u. Angehörige Von der Reise zurck P kent Dr. Nenning 8 6, 24 1s! Tel. 27171 5 Flechten gt es nicht nohr. bei Gebrauch von„Perſia⸗Salbe“, Packung R..50. Bei Nichterfofg Geld zur. Zu be⸗ ziehen durch Apoth. Verſand durch Apotheke. Machen Sie ſofort einen Verſuch, auch Sie werden geheilt. Vg „Brema“ G. m. b.., Stuttgart. CCC. TTT Aal. Jens henbehunzan der Salt Mannen Morgen früh auf der Freibank Kuhfleiſch. 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