1 ee, ö a 1 ö ö 5 . ö 6 — 7 eſchoben. Bezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt ohne Zuſtellgebühr RM..—. Einzelverkaufspreis 10 Pfg.— Abholſtellen: Waloͤhofſtraße 6, Schwetzinger⸗ ſtraße 19/0, Meerfeldſtraße 13, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 63, W Oppauerſtraße 8.— Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 2mm breite Colonel⸗ zeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile.— Für im Voraus zu bezahlende Familien⸗ und Gelegenheits⸗Anzeigen be⸗ ſondere Sätze.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. Beilagen: Sport der N. M. J.„ Aus der Welt der Cechnik* Kraftfahrzeug und Verkehr* Die fruchtbare Scholle Steuer, Heſetz und Recht* Neues vom Film Mannheimer Frauenzeitung„ Für unſere Jugend* Mannheimer Neiſezeitung WMaunheimer Vereinszeitung« Aus Seit und Leben* Mannheimer Muſilczeitung Mittag⸗ Ausgabe „Eine hö Samstag, 18. Oktober 1950 141. Jahrgang— Nr. 483 Neue Schwierigkeiten für die Regierung Brüning infolge eines kommuniſtiſchen Mißtrauensantrags Die Ausſprache im Reichstag Kritiſcher Neberblick über den Verlauf der geſtrigen Sitzung Auf der Suche nach einem Ausweg Drahtbericht unſeres Berliner Büros I Berlin, 18. Okt. Am Schluß der geſtrigen Reichstagsſitzung iſt es den Kommuniſten durchein raffiniertes Manöver gelungen, der Regierung, die bereits mit einem günſtigen Verlauf der Abſtimmungen glaubte rechnen zu dürfen, ein neues Hindernis zu bereiten. Von den meiſten unbemerkt, brachten die Kommuniſten nämlich zuguterletzt noch einen Mißtrauensantrag gegen den Reichsernährungs⸗ miniſter Schiele ein. Ohne daß ſich in dem bereits auseianderſtrebenden Haus ein Widerſpruch erhob und ohne daß Herr Löbe, wie es doch wohl ſeines Amtes geweſen wäre, die Aufmerkſamkeit auf dieſen Antrag lenkte, wurde er mit dem fin niſchen Handels vertrag verbunden und als erſter Punkt auf die heutige Tagesordnung geſetzt. Erſt als das Unglück geſchehen war, wurde man in der Regierung gewahr, daß damit eine höchſt bedenkliche Komplikation ge⸗ ſchaffen worden iſt. Es iſt klar, daß für einen Mißtrauensantrag gegen Schiele nicht nur die Nationalſozialiſten und Kom⸗ muniſten, ſondern auch die Sozialdemokraten ſtim⸗ men würden. Damit wäre eine beträchtliche Mehrheit für das Mißtrauensvotum gegeben. Man hat verſucht, mit den Nationalſozialiſten Fühlung zu nehmen. Die aber haben, wie vorauszu⸗ ſehen war, erklärt, ſie würden jeden Miß⸗ trauensantrag gegen ein Mitglied des gegen⸗ wärtigen Kabinetts ihre Stimme leihen. Die Sozial⸗ demokraten lehnten gleichfalls jedes Entgegenkom⸗ men ab, mit der Begründung, es könnte ihnen nicht gut zugemutet werden, gerade Herrn Schiele, ihren erbittertſten Gegner, zu retten. Man hat nun hin und her überlegt, wie man um eine Panne herum⸗ kommen könnte. Es wird verſucht werden, vielleicht durch eine Umſtellung der Tagesordnung aus der ver⸗ fahrenen Situation herauszukommen Auf welche Weiſe, wird ſich erſt im Laufe der Plenar⸗ ſitzung ergeben. Für einen Uebergangsantrag zur Tagesordnung unter gleichzeitiger Kennt⸗ nisnahme der Regierungserklärung glaubt der Kanzler auf eine Mehrheit rechnen zu können. Die Wirtſchaftspartei iſt am Abend zu einer Sitzung zuſammengetreten, vertagte ſich aber. Sie wird erſt heute ihre endgültigen Beſchlüſſe faſſen. Auch die Deutſche Volkspartei, die gleich⸗ falls noch am Abend ſich verſammelte, um die Vor⸗ ſtandswahlen vorzunehmen, die durch den Krank⸗ heitsurlaub des Dr. Scholz nachgerade dringlich ge⸗ worden ſind, hat die Entſcheidung erneut hin aus⸗ Wie verlautet, wird der Gedanke er⸗ wogen, während der Abweſenheit des Fraktions⸗ führers ein dreiköpfiges Direktorium einzuſetzen, für das die Abg. Dingeldey, Dau ch und Schifferer in Ausſicht genommen ſind. Von den Deutſchnationalen heißt es, daß neuerdings ein Teil von ihnen unter Führung des Januſchauers Bedenken gegen die Aufhebung der Notverordnung habe, weil ſie eine Gefährdung des Oſtprogramms bedeuten würde. Abstimmungen erſt am Montag? Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Oktober. Bei der Fortführung der Ausſprache über die Regierungserklärung im Reichstag wird heute vor⸗ ausſichtlich der Kanzler noch einmal das Wort nehmen. Die„D...“ glaubt nicht, daß es gelingen wird, die Debatte ſchon heute zu beenden. Ein Teil der Parteien hat bisher noch nicht ge⸗ ſprochen und andere Fraktionen, vor allem die Na⸗ tionalſozialiſten, beabſichtigen noch einen zweiten Redner vorzuſchicken. Die Ab⸗ ſtimmungen könnten dann alſo erſt am Montag ſtattfinden. Das wird ſich ſchließlich erſt im Laufe des Tages entſcheiden. Auffallend iſt bei der geſtrigen Abſtimmung über das Schuldentilgungsgeſetz, daß mehrere Abgeordnete der Landvolkpartei gegen die 1 Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Oktober. In der großen politiſchen Ausſprache, die am Freitag nach parlamentariſchen Begriffen mit dem Hahnenſchrei begann, haben die Nationalſozia⸗ liſten zum erſten Mal ihren Oppoſitionsgelüſten die Zügel ſchießen laſſen. Die Folge war, daß die Debatte ſtellenweiſe ganz in Lärm und Toben unterging. Da die lungenkräftigen 107 ja zum allergrößten Teil Neulinge in dieſen heiligen Hallen und ihre Geſichter und Namen dem Präſidenten noch nicht vertraut ſind, war Herr Löbe in der Anwen⸗ dung der ihm zuſtehenden geſchäftsordnungsmäßigen Machtmittel erheblich behindert. Einige der Haupt⸗ ſchreier konnten erſt, nachdem man ihre Identität feſtgeſtellt, mit Ordnungsrufen für ihre reglement⸗ widriges Verhalten bedacht werden. Die volle Wucht des nationalſozialiſtiſchen Anſturms hatte der Reichsfinanzminiſter zu beſtehen, der mit bewunderungswürdigem Elan die Regie⸗ rungspoſition verteidigte, während der Kanzler von ſeinem Eckplatz aus ſtarr und mit unbewegter Miene auf die brandende Oppoſition niederſchaute. Immer wieder verſuchte Dietrich, mit leidenſchaft⸗ lichem Eifer durch Argumente der Sachlichkeit die Angriffe abzuwehren, die aus den Reihen der Rech⸗ ten auf ihn niederpraſſelten. Allen Unterbrechungen zum Trotz verteidigte er das Schuldentil⸗ gungsgeſetz, das auf Verlangen der Deutſch⸗ nationalen vorweg behandelt werden mußte. Er rechtfertigte den Uebergangskredit durch ſcho⸗ nungsloſe Schilderung der Finanzlage und erklärte, unbekümmert um das Geſchrei der Oppoſition, daß der von ihm beſchrittene Weg der einzig mögliche aus dem Chaos ſei. Seine Gegner übertrumpften ſich zwar an Schärfe der Kritik. Aber poſitive Ratſchläge, wie anders man Herr der gegenwärtigen Drangſale werden könne, vermochten ſie nicht beizubringen. Nach der Ueberweiſung des Schuldentilgungs⸗ geſetzes, für das Deutſchnationale und Nationalſozia⸗ liſten mit billigem Witz den ironiſchen Titel„Geſetz zur Erhöhung der Schulden“ vorſchlugen, an den Ausſchuß, wurde die Beſprechung der Regierungserklärung fortgeſetzt. Die De⸗ batte leitete der Sozialdemokrat Müller⸗Fran⸗ ken mit einer ſehr diplomatiſchen Rede ein. Aus ſeinen wohlabgewogenen Ausführungen war indes zu entnehmen, daß die Sozialdemokratie ſich auf die Unter⸗ ſtützung des Kabinetts Brüning einrichtet. Natürlich leiht ſie ihm ihre Hilfe nicht umſonſt. Der Hauptpreis, nämlich die Erhaltung der Koa⸗ lition in Preußen, iſt ihr vom Zentrum ja großmütig bewilligt worden. Auch gewiſſe Aende⸗ rungen der Notverordnungsgeſetze hat der Kanzler, ſoweit ſie nicht auf die Beſeitigung grundſätzlicher Beſtandteile abzielen, bereits zuge⸗ ſichert. Wenn Müller⸗Franken ſich auch gegen die Bürgerabgabe wandte, ſo iſt doch wohl anzu⸗ nehmen, daß die Sozialdemokraten auf dieſe Forde⸗ rung ſich nicht verſteifen werden, zumal die Kopf⸗ ſteuer ja durch die preußiſchen Durchführungsbeſtim⸗ mungen gewiſſermaßen ſchon ſanktioniert iſt. Den Metallarbeiterſtreik erwähnte der ſozial⸗ demokratiſche Sprecher ebenſowenig wie am Tage zuvor der Kanzler Selbſt für den Fall, daß der Antrag der Sozial⸗ demokraten, den Reichsarbeitsminiſter zu einer Nichtigkeitserklärung des Schieds⸗ ſpruchs zu veranlaſſen, angenommen würde, bliebe es immer noch in das Ermeſſen Stegerwalds geſtellt, ob er einem ſolchen Wunſch des Reichstags Rechnung tragen will. Die Wahrſcheinlichkeit ſpricht aber dafür, daß die Regierung in dieſer Frage den Sozialdemokraten keine Konzeſſionen machen, ſondern den Schiedsſpruch nach der Vertagung des Reichstags für verbindlich erklären wird. Freilich ließ Müller⸗Franken keinen Zweifel darüber, daß der Sukkurs ſeiner Fraktion nur„auf Zeit“ berechnet ſei und daß die Sozialdemokratie zu einem ihr geeignet erſcheinenden Moment gegen die Re⸗ gierung Brüning Front machen werde. Während der Ausführungen Müller⸗Frankens hatte faſt die geſamte Rechte demonſtrativ den Saal verlaſſen. Als der Nationalſozialiſt Straſſer, nunmehr Vertreter der zweitſtärkſten Fraktion im Hauſe, ſeine rauhe, aber durchdringende Stimme erſchallen ließ, ſtrömte alles wieder auf die Plätze. Straſſers Rede war zweifellos geſchickt auf die Wirkung nach außen hin angelegt. Ste gliederte ſich in einen theoretiſchen und einen aktuellen Teil. Mit faſt profeſſoraler Gründlichkeit ſetzte Straſſer zunächſt das Weſen und die Ziele der nationalſozialiſtiſchen Bewegung aus⸗ einander. Den für die Partei höchſt nachteiligen Ein⸗ druck der Berliner Fenſterſtürmer ſuchte er wohlweislich abzuſchwächen durch die Erklärung, daß die Nationalſozialiſten nicht die Verfolgung des Judentums, vielmehr nur deſſen Ausſchaltung aus dem deutſchen Leben erſtreben. Auch gab er die be⸗ ruhigende Verſicherung ab, daß die Nationalſoziali⸗ ſten nicht den Krieg à tout prix wünſchten, ſondern in ihm nur das letzte Mittel zur Erringung der nationalen Freiheit ſähen. Dann aber ging er zur heftigen Offenſive gegen die Regierung und die Sozialdemokratie über. Ihr kündigte er ſozuſagen Rache auf legalem Wege an. Hitlers Wort von den Köpfen, die am Tage der Vergeltung rollen ſollten, wurde von ihm gewiſſermaßen ins Parlamentariſche übertragen. Vorlage ſtimmten, obgleich ſie der Regierung die Möglichkeit gerade zur Durchführung auch agrar⸗ politiſch ſehr wichtiger Maßnahmen geben ſoll. Durch dieſe Tatſache wird ebenfalls die hier bereits mehr⸗ fach charakteriſierte Rechtsſchwenkung inner⸗ halb der Landvolkfraktion gekennzeichnet. Man glaubt beim Landvolk wie im Reichsland⸗ bund, ſo ſchreibt die„D. A..“, der politiſchen Abwan⸗ derung eines Teils der Anhänger zu den Nati o⸗ nalſozialiſten dadurch gerecht werden zu müſſen, daß der Kurs der Geſamtorganiſation der radikalen Richtung angenähert wird. Thomas Mann als Politiker Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Okt. Geſtern abend hielt Thomas Mann im Beethoven⸗Saal einen Vortrag, den er„Deutſche Anſprache“,„Appell an Vernunft und Einigkeits⸗ gefühl“ nannte. Thomas Mann beſchäftigte ſich in ſeinen Darlegungen mit allen akuten politiſchen Fragen, dem Wahlerfolg der Nationalſozialiſten, dem Metallkonflikt, Marxismus und Sanierungs⸗ programm und kam dabei nicht immer zu ſehr glück⸗ lichen Formulierungen. Er fühlte ſich gedrungen, ein Preislied auf die Verdienſte der Sozialdemokratie um den Staat anzu⸗ ſtimmen und überhaupt dem Bürgertum an der Seite der deutſchen Sozialdemokratie ſeinen Platz anzuweiſen. Während der Vorleſung kam es zu heftigen Störungen. Anders geſinnte Zuhörer machten ihrem Unmut durch Zwiſchenrufe Luft, die wiederum ebenſo lär⸗ mende Gegenkundgebungen veranlaßten. Schließlich mußte die Polizei herbeigeholt wer⸗ den, um die lauteſten Radau macher aus dem Saale zu entfernen. Unter den Opponierenden befand ſich auch Arnolt Bronnen. Nach Schluß des Vortrages wurde Thomas Mann minutenlanger Beifall zuteil, in den ſich jedoch ſchrille Pfiffe einiger Triller⸗ pfeifen auf der Galerie miſchten. * Parteitag der Staatspartei am 9. November. Der„Voſſiſchen Zeitung“ zufolge ſoll der kon⸗ ſtituierende Parteitag der Staatspartei am 9. Nov. in Dresden ſtattfinden. Zerreißung der Verträge? Fort mit dem Youngplanl, iſt eine Jor⸗ derung, die man jetzt häufig hört. Vielen Millionen Deutſchen gilt ſie als ein radikales Mittel, um mit einem Schlage aus der uns jetzt ſo ſehr bedrückenden Finanzkataſtrophe des Reiches herauszukommen. In größter Not ſind alle Mittel recht, ſo denkt man und macht ſich deshalb weiter keine Ge⸗ danken über die moraliſchen und wirtſchaftlichen Folgen eines völligen Losſagens von allen Tributverpflichtungen. Dies umſo weniger, als es ſich bei dem Verſailler„Vertrag“ ja um ein glattes Diktat handelt und auch bei dem Noungplan um einen Vertrag, den wir unter dem ſchwerſten Druck wirtſchaftlicher Not und um die Be⸗ freiung des Rheinlandes dadurch zu erkaufen, unter größten Bedenken und unter dem Widerſpruch eines großen Teils des deutſchen Volkes abgeſchloſſen haben. So kommt es, daß die von der Partei Hik⸗ lers bei ihres inländiſchen Propaganda(dem Aus ⸗ lande gegenüber redet man weſentlich anders) mit großer Leidenſchaft aufgeſtellte Forderung„Los vom Verſailler Diktat und von allen Tributlaſten“ zuſtimmenden Widerhall findet auch bei Parteien und Perſonen, die mit den Haken⸗ kreuzlern wenig oder gar nichts gemein haben. Im Reichstag liegen verſchiedene dahin zielende An⸗ träge vor. 5 Wie ſteht es nun mit der Verwirklichung ſolcher Pläne? Um ſich hierüber ein Urteil zu bil⸗ den, kann man ſelbſtverſtändlich nicht von irgend einem Parteiſtandpunkt aus vorgehen, ſondern nur vom rauhen Boden der Wirklichkeit aus, der ge⸗ gebenen Tatſachen und Machtverhältniſſe. Das mag bitter ſein, iſt aber immer noch beſſer als Illuſionen. Eine grimmig⸗troſtvolle Gewißheit gibt es dabei, die nämlich, daß kein vernünftiger Menſch auf der ganzen Welt ſelbſt im Traume nicht ernſtlich daran glaubt, daß wir die uns auferlegten Tributlaſten auch nur annähernd ſoviel Jahrzehnte hindurch tragen werden, wie unſere Gläubiger noch im Vorjahre im Haag wähnten. Doch einſtweilen gilt es der troſt⸗ loſen Gegenwart Rechnung zu tragen. Dabei kommt man nicht darüber hinweg, daß nun einmal ein Vertrag vorliegt, der erſt vor einem Jahre ge⸗ ſchloſſen und von uns, wie die Welt glaubt, frei⸗ willig nach langem Hin und Her unterzeichnet worden iſt. Inzwiſchen iſt unſere wirtſchaft⸗ liche Lage zwar in kataſtrophaler Weiſe ſchlechter ge⸗ worden, ſodaß ſich ſchneller, als vor Jahresfriſt jemand vorausſehen konnte, die Unmöglichkeit der Vertragserfüllung herausgeſtellt hat. Von Leuten, die leichtfertig in den Tag hinein⸗ reden, hört man zwar gelegentlich die Aeußerung, daß bei einem Reichshaushalt von 11,5 Milliarden eine Reparationszahlung von 1,8 Milliarden nicht gar ſo ſchlimm ins Gewicht fallen könnte. Solchem Gerede gegenüber braucht man ſich jedoch nur die Tatſache vor Augen zu halten, daß die Einſparung gerade dieſer 18 Milliarden völlig genügen würde, um uns aus der augenblicklichen Finanzmiſere des Reiches mit einem Schlage herauszuhelfen. Sehr viel hört man auch die Bemerkung, daß die Sieger⸗ ſtaaten dieſe vielen hunderte von Millionen, die uns jedes Jahr ſo bitter fehlen, gar nicht ſo lebensnot⸗ wendig hätten. Wie die Verhältniſſe liegen, iſt dieſer für den erſten Augenblick beſtechende Einwand, mit dem Optimiſten vielleicht an die Weltöffentlichkeit appellieren könnten, nur zum Teil richtig. Denn außer Frankreich leiden bekanntlich auch die Länder unſerer Gläubiger in noch ſtändig zuneh⸗ menden Maße unter dem Druck der herrſchenden Weltwirtſchaftskriſe. Dabei iſt dieſe Tatſache noch nicht einmal der Dreh⸗ und Angelpunkt des ganzen Problems. Worauf es bei dieſer Frage in allererſter Linie ankommt, iſt die Feſtſtellung, daß unſere euro⸗ päiſchen Gläubiger die geſamten Tributzahlungen, die ſie von uns empfangen, faſt reſtlos an die Amerikaner abführen müſſen, um damit die rieſigen Schulden zu decken, mit denen unſere Feinde im Weltkriege ſeinerzeit die ausſchlaggebende Hilfe Amerikas erkauft haben. Die Verſchuldung der europäiſchen Sieger an Amerika zeigt die fol⸗ 2. Seite/ Nummer 483 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Samstag, 18. Oktober 1930 gende Aufſtellung nach dem augenblicklichen Wert im Jahre 1928: England 17 920 Millionen/ Frankreich 16 100 5 4 Italien 8 108 2 1 Belgien 1644 5 1 Rumänien 262 5 2 Jugoflawien 249 5 10 Griechenland 81 75 1 Dieſe Schuldentilgung, man kaun es auch Tributzahlungen nennen, der europäiſchen „Sieger“ an Amerika, ſollen nach dem ſogenannten Fundierungsabkommen in ziemlich gleichen Jahres⸗ zahlungen bis zum Jahre 1990 geleiſtet werden. Es iſt z. B. vorgeſehen, daß noch im Jahre 1985 die Engländer jährlich 747 Millionen, die Fran⸗ zoſen im Jahre 1987 etwa 470 Millionen und die Italiener zur gleichen Zeit noch 339 Millionen Jahresrate an.S. A. zahlen ſollen. Aus dieſen Feſtſtellungen, die man ſich zur ſachlichen Beurteilung dieſes auf der ganzen Weltwirtſchaft ſo ſchwer laſtenden Schulden- und Ver⸗ ſchuldungsproblems immer vor Augen halten muß, geht unzweifelhaft hervor, daß auch die europäiſchen „Sieger“ nur arme Beſiegte ſind und daß der Schlüſſelzum Weg ins Freie ſich allein in den Händen der Amerikaner beſindet. Dieſe aber denken bei der großen Wirtſchaftskriſis, in der auch ſie ſich zur Zeit befinden, weniger als je daran, auf die Zahlungen, die ihnen von Europa regelmäßig zufließen müſſen, zu verzichten. Wie aber, ſo kann man weiter fragen, wäre es, wenn wir uns in unſerer großen Not gar nicht um dieſe internationalen Schuldverflechtungen kümmer⸗ ten, wenn wir einfach erklärten, daß wir nicht mehr zahlen können, wenn unſere Regierung, die für Leben und Sterben eines 63⸗Millionen⸗Volkes ver⸗ antwortlich iſt, ſich auf den im Grunde durchaus unanfechtbaren Standpunkt ſtellt: Erſt Brot, dann Reparationen! Wie wir bie Welt im allgemeinen und unſere Gläubiger im beſonderen kennen gelernt haben, können wir bei einer einſeitigen Zerreißung der Verträge unter keinen Umſtänden damit rechnen, daß man auf der Gegenſeite das ruhig hinnehmen würde. Als ſelbſtverſtändlich muß man vielmehr annehmen, daß in einem ſolchen Falle mit Zwangsmitteln gegen uns vorgegan⸗ gen würde. Dieſe brauchen gar nicht einmal in einer abermaligen und erweiterten Beſetzung deutſcher Gebietsteile zu beſtehen. Die Machtpolitik unſerer Gläubiger hätte mehr als ge⸗ nügend andere Mittel an der Hand, um uns ge⸗ fügig zu machen. Die Erinnerung an die Zeit des Weltkrieges ſpricht in der Beziehung Bände. Bei der großen Arbeitsloſigkeit und Abſatzſtockung, die bekanntlich auch in den Gläubigerländern herrſcht, würden ſie vorausſichtlich ſofort mit einem Ein⸗ fuhrverbot für deutſche Waren vorgehen. Was das bedeuten würde, iſt ohne weiteres klar, wenn man ſich vor Augen hält, daß unſere Handels⸗ bilanz ſchon ſeit längerer Zeit aktiv iſt, d. h. daß wir mehr an das Ausland verkaufen, als wir bei ihm kaufen. Nicht weniger als 46,7 Prozent unſerer Ausfuhr im Werte von 6,2 Milliarden Mark haben wir im Jahre 1929 an die Länder unſerer Gläubiger verkauft. Hinzu kommt noch, daß wir, ſo wie die Verhält⸗ niſſe bei uns liegen, auch auf die Einfuhr aus den Ländern unſerer Gläubiger nicht verzichten können. Um unſere Induſtrie zu beſchäftigen, ſind wir auf die Einfuhr von Roh⸗ produkten aus dem früher feindlichen Ausland an⸗ gewieſen, und da wir leider nicht in der Lage ſind uns völlig ſelbſt zu ernähren, auch auf die Einfuhr von Lebensmitteln. Das Ausland kennt ſelbſtverſtändlich dieſe für uns vorhandene Zwangslage ſehr gut und unſere etwaige Drohung, nicht mehr bei ihm zu kaufen, wenn man unſeren Wünſchen auf Annullie⸗ rung bzw. Reviſton der Verträge nicht Rechnung trägt, würde alſo keinerlei Eindruck auf unſere Gläubiger machen. So iſt die bittere Wirklichkeit, die auch deshalb geſagt werden muß, damit das deutſche Volk ſeine Hoffnungen nicht auf eine falſche Karte ſetzt und inzwiſchen die eiligſt erforderliche Selbſt⸗ hilfe zur Sanierung ſeiner Finanzen für gering erachtet oder gar verſäumt. Wer anders ſpricht oder ſchreibt, kennt die wirklichen Verhältniſſe und Zu⸗ Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Oktober. Das„Acht⸗Uhr⸗Abendblatt“ zerbricht ſich den Kopf über Hitlers Geldquellen und meint, daß einige Groß⸗Induſtrielle im Rheinland, in Thürin⸗ gen und Sachſen, einige Geldgeber in Bayern und Großgrundbeſitzer in Schleſien, der Mark Branden⸗ burg, in Pommern und Oſtpreußen Beträge geſtiftet hätten. Auch von amerikaniſchen Bewunderern ſei Hitler früher— jetzt nicht mehr— reichlich unter⸗ ſtützt worden. Alle dieſe Summen reichten aber nicht aus, die Unkoſten des letzten Wahlkampfes zu decken, die hätte vielmehr Wilhelm II. getragen, der ja durch ſeinen Sohn Auguſt Wilhelm eine beſonders gute Verbindung mit den Nationalſozia⸗ liſten habe. Die Darſtellung ſcheint uns im Ganzen wie in Einzelheiten wenig glaubhaft. Es gibt heute in der Mark und in Pommern und ganz beſtimmt ſchon in Oſtpreußen keinen Großgrundbeſitzer, der in der Lage wäre, irgendwie zu Buch ſchlagende Unter⸗ ſtützungsgelder aufzubringen und daß Wilhelm II. Die Wahrheit Drahtbericht unſeres Berliner Büros E Berlin, 18. Okt. In einzelnen reichsdeutſchen Blättern war in den letzten Tagen große und laute Freude über einen an⸗ geblichen Kurswechſel, der in der Südtiroler Schulpolitik ſich ankündige. In Privatbriefen aus Südtirol, die uns erſt ein paar Tage zuvor zu⸗ gingen, war von ſolcher Wandlung noch nicht die ge⸗ ringſte Andeutung. Im Gegenteil, unſere Gewährs⸗ männer beklagten ſich, daß man im Reich u. in Oeſter⸗ reich nach dem Beſuch Schobers in Rom von einem Wandel der Dinge in Südtirol ſinge und ſage, wäh⸗ rend in Wirklichkeit nicht das geringſte ſich geändert hätte. Tatſächlich werden die Tendenzmärchen von dem lind und mild gewordenen Faſzio nun auch mit dürren, bisweilen ſogar unfreundlichen Worten ſammenhänge nicht oder ſpricht als Parteimann wider beſſeres Wiſſen. Auf dem Boden des Schlag⸗ wortes:„Beſſer ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecke nmohne Ende!“ aber kann ſich eine ihrer Verantwortung für das ganze Volk bewußte Staatsregierung un⸗ möglich ſtellen. Aus dieſem Verantwortungsgefühl ſind auch wir„Verſtändigungspolitiker“, obwohl wir aus leidenſchaftlich deutſchem Herzen heraus rein gefühlsmäßig gar oft ſchon in Verſuchung waren, in alle Welt hinauszuſchreien, daß auch heutzutage noch die Worte Bismarcks gelten:„Der Appell an die Furcht findet im deutſchen Herzen keinen Widerhall.“ Nicht Zerreißung der Verträge kann alſo die Parole aller über den grauen Tag hinaus⸗ denkenden deutſchen Männer und Frauen ſein, ſon⸗ der ihre Reviſion und ein Zahlungs⸗ aufſchub, ein Moratorium für mehrere Jahre. Darauf laßt uns im unerſchütterlichen Vertrauen auf eine beſſere Zukunft Deutſchlands mit aller Kraft hinarbeiten. H. A. Meiner Notlandung eines Verkehrsflugzeuges — Dresden, 17. Okt. Das Verkehrsflugzeug 1297 (Typ Rohrbach⸗Romar) mußte heute nachmittag auf ſeinem Flug Berlin— Prag auf dem Dresdener Flugplatz, der bekanntlich zur Zeit durch Verfügung des Reichsverkehrsminiſteriums geſperrt iſt, wegen Motordefektes notlanden. Die Landung ging glatt vonſtatten. zer iſt Hitlers geneigt ſein ſollte, ſo tief in die eigene Taſche zu greifen, entbehrt aller pſychologiſchen Wahrſcheinlich⸗ keit. 8 75 1 313 Klage von 127 Nationaiſozialiſten 3 57 8 gegen die B. B. Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Oktober Am 25. Oktober wird nach einer Meldung des B. T. vor dem Berliner Arbeitsgericht eine Klage von 127 Nationalſozialiſten gegen den Arbeiterrat und die Direktion der Berliner Ver⸗ kehrsgeſellſchaft verhandelt werden. Die Klage richtet ſich gegen die bei der B. V. G. vor⸗ genommenen Entlaſſungen, die angeblich aus politi⸗ ſchen Gründen erfolgt ſeien. Ein Unterſuchungsaus⸗ ſchuß hat allerdings kürzlich feſtgeſtellt, daß bei den Entlaſſungen politiſche Motive„in keinem Falle“ ausſchlaggebend geweſen ſeien. Das Arbeitsgericht hat ſämtliche 127 Kläger zu dem Termin perſönlich geladen und weiß vorläufig noch nicht, wie es dieſes Maſſenandranges Herr werden ſoll. über Südtirol dementiert. Der Mailänder „DAZ.“ ſtellt folgendes feſt: Weder hat die Verfolgung und Beſtra⸗ fung des geheimen deutſchen Unter⸗ richts gerte noch iſt im Unterricht in den Schu⸗ len etwa Deutſch als Lehrfach aufgenommen worden. Die Volksſchulen beſtehen nach wie vor ohne ein Wort Deutſch und es wird nur in wenigen höhe⸗ ren Schulen und den ſogenannten Aufbauſchu⸗ len Deutſchals Fremdſprache gelehrt. Daß es ſich dabei nur um 3 oder 4 Wochenſtunden handeln kann, liegt auf der Hand. Dem römiſchen Berichterſtater des„Berl. Tage⸗ Korreſpondent der blatt“ wird von dortigen„maßgebenden“ Stellen er⸗ klärt, das Regime denke nicht daran,„ſeine gerechte Politik gegenüber Gerechte Politik!? den Minderheite“ zu ändern. Jungdo und Staatspartei Drahtbericht unſeres Berliner Büros Der Hochmeiſter des Jungdeutſchen Ordens hat, wie der Demokratiſche Zeitungsdienſt malitiös be⸗ richtet, am 10. Oktober ein Rundſchreiben an die Führer der„ Reichs vereinigung und die Meiſter des Jungdeutſchen Ordens erlaſſen, in dem es unter Punkt 4 heißt: „Die Wahlſchulden werden in den meiſten Fällen eine Angelegenheit der Staatspartei ſein. Da wir nicht mehr zu ihr gehören, kann man nicht von uns verlangen, daß wir an der Bezahlung dieſer Schulden teilnehmen. Mit treudeut⸗ ſchem Gruß Arthur Mahraun.“ Der Berliner Metaſlarbeiterſtreik Drahtbericht unſeres Berliner Büros Der Reichsarbeitsminiſter hat, wie die Berliner„Morgenpoſt“ mitteilt, die Parteien im Berliner Metallkonflikt zu Nachverhandlun⸗ gen geladen, die entweder heute oder am Montag beginnen ſollen. Die Zahl der Streikenden, die allerdings von den Induſtriellen und den Gewerk⸗ ſchaften verſchieden angegeben wird, umfaßt jetzt etwa 115-120 000. Bei Siemens, wo geſtern noch umfangreiche Still⸗ legungen vorgenommen wurden, ſind noch ungefähr 800 Arbeiter im Betrieb. Dazu kommen Lehrlinge, Kriegsbeſchädigte und Arbeiter über 60 Jahre, die auf Geheiß der Gewerkſchaften am Streik ſich nicht beteiligen. Vadiſche Politik Verſammlungsverbot für Durlach Die politiſchen Zuſammenſtöße in Durlach haben die Karlsruher Polizeidirektion veranlaßt, bis auf weiteres für das Gebiet der Stadt Durlach alle Verſammlungen unter freiem Himmel, Umzüge und Kundgebungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen wegen un Atte baer Gefahr für die öffent⸗ liche Sicherheit zu verbieten. Letzte Meloͤungen Verfügung des Reichskanzlers — Berlin, 18. Okt. Während bei den früheren Reichstagsſitzungen allgemein aufgefallen iſt, daß die Regierungstribünen überaus ſtark von Mini⸗ ſterialbeamten beſetzt waren, insbeſondere an den ſogenannten„großen Tagen“, iſt jetzt, um dieſem unhaltbaren Zuſtand abzuhelfen, wie die Blätter berichten, eine Verfügung des Reichs⸗ kanzlers ergangen, in der beſtimmt nur die Staatsſekretäre und nur in beſonders dringenden Fällen die Miniſterialdarektoren Zutritt zur Regierungseſtrade 1 0 Gefängnisſtrafe wegen Beleidigung des Reichswehrminiſters — Berlin, 17. Okt. Einer Meldung des„Berliner Tageblatts“ zufolge verurteilte das Schöffengericht in Hamburg einen nationalſozialiſtiſchen Werber, der ſich in einem Café an zwei Reichs⸗ wehrſoldaten herangemacht hatte, um ſie unter Be⸗ ſchimpfung des Reichswehrminiſters Groener für die nationalſozialiſtiſche Arbeiterpartei zu gewinnen, wegen Beleidigung des Reichswehrminiſters zu einer Gefängnisſtrafe von einem Monat. Die Reichswehrleute hatten die ſofortige Feſtſtellung des Mannes veranlaßt. Ueberfall auf den Kaſſier eines Zollamtes — Belgrad, 17. Okt. wird, drangen heute abend drei Männer in den Kaſſenraum des Zollamtes ein und verletzten den Kaſſierer Pantelitſch ſchüſſe. Als auf die Detonationen hin die Beam⸗ ten des Zollamtes herbeieilten, ergriffen die drei Männer die Flucht. Pantelitſch iſt im Krankenhaus ſeinen Verletzungen erlegen. Die Polizei hat ſo⸗ fort die Unterſuchung des Falles aufgenommen. Exploſionskataſtrophe in Los Angeles — Los Angeles, 17. Okt. In einem großen Ge⸗ bäude erfolgte heute eine ungeheure Exploſion, die von einer Feuersbrunſt begleitet war. Das Haus wurde zerſtört, 40 Perſonen wurden ver⸗ letzt, mehrere ſollen getötet ſein. Die Gewalt der Exploſion war ſo ſtark, daß in den anſtoßenden Straßen die Fußgänger zu Boden geworfen und Kraftwagen umgeworfen wurden. Entſeudung eines amerikaniſchen Kreuzers 120 der braſilianiſchen Küſte — 5 17. Okt. Wie Staatsſekretär Stin⸗ ſon heute mitteilte, hat der Kreuzer„Penſacolg Befehl erhalten, alle Häfen an der braſilianiſchen Küſte bis nach Pernambuco und Bahia anzulaufen, auch die Häfen, die ſich etwa im Beſitz der Aufſtändi⸗ ſchen befinden ſollten. Der Kommandant des Kreu⸗ zers iſt beauftragt, in allen Häfen mit den amerikaui⸗ ſchen Konſuln die Lage zu beſprechen. Falls es ſich als notwendig erweiſen ſollte, wird der Kreuzer auch amerikaniſche Staatsbürger an Bord nehmen. Heftiges Erdbeben in Chile — Santiago de Chile, 17. Okt. Ein heftiges Erd⸗ beben, deſſen Stöße mehrere Minuten dauerten, hat heute früh beträchtlichen Schaden im Lande angerich⸗ 8 tet. Die Einwohner der Stadt wurden von einer Panik ergriffen und flüchteten aus den Häuſern in die öffentlichen Parks. Auch die Landbevölkerung von Valdiria bis La Serena wurde in große Auf⸗ regung verſetzt. Eine Perſon wurde getötet und 16 verletzt. Viele Gebäude wurden beſchädigt. Die Mauern weiſen Riſſe auf. Meine Schweſter und ich Neue Operette im Nationaltheater Mady Chriſtiaus drehte einen Film aus dieſem ſchweſterlichen Stoff. Er war noch ſtumm. Jetzt hat Ralph Benatzky, der Juriſt und Brettl⸗ ſchreiber, den auf Verneuil zurückgehenden Urtext zum Sprechen und Singen gebracht. Und es ſingt ſich darin beſonders nett. Die Sache ſelbſt iſt nicht weit her. Eine Prinzeſſin verliebt ſich ausnahmsweiſe einmal in einen geiſtigen Trainer, in ihren Bibliothekar. Aber der iſt ſchüch⸗ tern und ſpröde. Sie die hochgeborene Maid und er der im Staube des geiſtigen Arbeiters ſich dahin windende Bücherwurm,— das paßt nach ſeiner gar nicht demokratiſchen Meinung nicht zuſammen. Und er ſtillt nur ihre bibliothekariſchen Bedürfniſſe. Keine andern. Prinzeßlein läßt ſichs aber nicht gefallen. Sie hat Geld und Schläue, lockt den ſpröden Bücher⸗ ordner in eine aus einem Schuhladen beſtehende Falle. Sie habe dort eine durchgebrannte Schweſter als Verkäuferin. Und der junge Mann geht hin und findet die„Schweſter“, findet ſie reizend und liebens⸗ wert. Sie iſt natürlich die Prinzeſſin höchſt perſön⸗ lich, und es ſcheint als könne ſie wie Martha ent⸗ ſagen dem Glanz, dem Schimmer. Heirat iſt die not⸗ wendige Folge. Und nun, bei Beginn des Stückes, ſehen ſich beide vor dem Zivilrichter wieder. Sühnetermin. Wie kommt es nach ſo romantiſcher Eheſchließung auf einmal zum Wunſch nach Auseinander? Die letzte Szene gibt darauf Antwort. Inzwiſchen hat man von der bereits charakteriſierten Vorgeſchichte durch zwei Akte hindurch Kenntnis bekommen. Und jetzt erzählt der Bücherwurm, warum ihm die Luxusausgabe ſeines Lebens als Prinzgemahl nicht mehr paßt. Erzählt es ein wenig zu anſchaulich. Alſo deshalb Scheidung, wo man ſich doch noch liebt? Die Sühne wird verworfen und die Parteien einigen ſich bis zum nächſten Mal. * Dieſe oynaſtiſch⸗bibliothekariſche Spieleret, die von den Bücherregalen im prinzeßlichen Schloß bis zu den Schuhregalen eines kleinen Geſchäfts reicht, hat Benatzky muſikaliſch ſehr reizvoll equipiert. Seine Muſik hat Rhythmus und bleibt dabei diskret. Sie plaudert, aber nie mehr als ein guter Geſchmack verträgt. Trotz ſehr zeitgemäßer Inſtrumentierung ſtimmt ſie nie ein Jazzgeſchrei an. Verſchmäht ſogar den Walzer nicht, wenn auch ein kleiner Schwips dazu gehört, ihn flott zu machen. Der Hauptſchlager auf die Worte„Ich lade Sie ein, Fräulein“, iſt eine Veredelung und Verjüngung des einſtigen Mann⸗ heimer Faſchingſchlagers„Adieu Mimi“. Benatzky darf ſchließlich bei ſich ſelbſt eine Anleihe machen. Im übrigen hat Karl Klauß dieſe Muſik mit ſehr viel Geſchmack einſtudiert und die Muſiker haben dabet beſte Dienſte geleiſtet. Für die Bühne hat wieder Landorys Spiel⸗ leitung geſorgt. In zwei hübſchen Bühnenbildern ſpielen ſich die zuweilen ein wenig zu ſehr aus⸗ gedehnten Szenen ab. Die Rahmenhandlung iſt auch textlich ein wenig dürftig, mit Ausnahme der ſprachlich nun wieder überinſtrumentierten Erzählung von den ehelichen Reichtumsleiden des Prinzgemahls, die Walter Jooß ſehr artig deklamierte. Auch geſang⸗ lich und darſtelleriſch wirkt er in der Rolle des zu⸗ nächſt von Kopf bis Fuß auf Bücher und dann erſt auf Liebe eingeſtellten jungen Mannes ſehr an⸗ ſprechend. Sophie Karſt entfaltet in Geſang und Spiel als imponierende Prinzeſſin einſchließlich deren ſchweſterlicher Verwandlung einen äußerſt fei⸗ nen Geſchmack, der ganz zu der diskreten und doch anſpruchsvollen Muſik paßt. Darum herum ſpielt Landory ſelbſt den ver⸗ geblich wartenden Dritten mit wirkſamer Komik. Mizzi Seibold mimt die eigentliche Verkäuferin in dem als Liſt benutzten Schuhladen; etwas unfein, etwas auf die Inſtinkte eines Tingeltangels zuge⸗ ſchnitten. Aber heutzutage gefällt das. Auch Walter Friedmann iſt ein Clown, aber es ſteckt doch wenigſtens echte Komik in dieſer erzentriſchen Kunſt, die er als Schuhwarenmann entfaltet. Fritz Linn ſteigert einen Käufer zu komiſcher Phantaſtik. Es gab viele Wiederholungen und reichen Beifall eines ſehr gut aufgelegten, auch gut beſuchten Hauſes. K. Theater und Muſik Mannheimer Kunſtverein E.., L 1, 1. Neu ausgeſtellt: Ewald Vetter ⸗Aſchau bei Prien, 29 Oelgemälde. Walter Waentig Gaienhofen bei Konſtanz, 14 Oelgemälde; A. Wahlſtrön⸗ Heidelberg, 15 Aquarelle und Zeichnungen(Tierbil⸗ der), Mannheimer Aquarelliſten 26 Ar⸗ beiten von Richard Stitzel, Joſef Seitz, Fritz Haßmer, Franz Huber, Cläre Biermann. Wiederholung der Vorträge im Freien Bund (Städtiſche Kunſthalle). Wegen des außerordentlichen großen Andranges werden die Vorträge im Freien Bund, trotz der beträchtlichen Mehrkoſten, vor⸗ läufig doppelt gehalten. Der Vortrag Dr. Hartlaubs über Konſtantinopel wird am kommenden Montag, 20. Oktober, abends 8½ Uhr, wiederholt. Wegen der anderen Daten erfolgt noch Mitteilung. Die Heidelberger Stadtbibliothek, die mit ihrem Leiter, dem rührigen Bibliothekar Zink, ihr 25 jähriges Jubiläum feiert, hat aus dieſem Anlaß ihre Schätze geöffnet, damit weitere Kreiſe wieder einmal einen Einblick in die ſachverſtändige und ſyſtematiſche Art tun können, mit der Herr Zink die Sammlungen der Stadt vermehrt hat. Wir ſehen eine Reihe wertvoller alter Drucke zur Heidelberger Topographie und Stadtgeſchichte, hiſtoriſche inter⸗ eſſante. Werke mit Heidelberg als Erſcheinungsort, Exemplare des„Heidelberger Wochenblatts“ von 1808 und 1812, Memoranden und Broſchüren, Be⸗ ſchreibung der Zerſtörung durch Melae und vieles andere mehr. Einen großen Wert repräſentiert die Zinkſche. von Puppen⸗ und Schat⸗ tenſpiele Der ganze Reichtum dieſer Samm⸗ lung, die das Verſtändnis und den wiſſenſchaftlichen Ernſt des Sammlers und Betreuers dokumentiert, wird in anderen Räumen noch viel beſſer zur Gel⸗ tung kommen. iK. Neuordnung in der Badiſchen Kunſthalle. Durch die Entleihung einer größeren Anzahl von Hiſtorienbildern nach Schloß Raſtatt, und durch die Renovierung mehrerer bisher als Magazin dienender Räume iſt im Erdgeſchoß der Badiſchen Kunſthalle eine Flucht von fünf Sälen neu be⸗ nütz bar geßorden. Hierdurch wurde die Neuord⸗ nung faſt der geſamten neueren Abteilung der Galerie ermöglicht. Im Erdgeſchoß rechts befinden ſich jetzt die Werke der badiſchen Schule, etwa von 1890 bis 1910, ein Saal mit Werken der badiſchen Hiſtorien malerei und ein Raum für neuere PLaſtik ſchließen ſich an und bilden den Zugang zum Hans⸗Thoma⸗Muſeum. Werke von Liebermann und Corinth haben einen Raum im zweiten Stock des Thomabaues erhalten; im dritten iſt die zeitgemäße badiſche und außerbadiſche Produktion neu dargeſtellt. Anläßlich dieſer Neu⸗ ordnung wurde von Freunden der Galerie eine Reihe wertvoller Leihgaben an Bildern von Schmid⸗ Reutte, Corinth, Hodler, Nolde, Utrillo und Kokoſchka vorübergehend zur Ver⸗ fügung geſtellt. Stadttheater Weinheim. Das Weinheimer Kunſtleben hat eine neue Förderung erfahren. Und zwar iſt zwiſchen der Intendanz des Stadthea⸗ ters Heidelberg und der Weinheimer Theatergemeinde ein Abkommen über Gaſt⸗ ſpiele des Heidelberger Theaters in Weinheim ge⸗ troffen worden. Die Gaſtſpielvorſtellungen, die das Heidelberger Stadttheater von ſich aus gibt, fallen nicht unter die Pflichtvorſtellungen der Theater⸗ gemeinde Weinheim. Vorſtellungen, die von der Theatergemeinde Weinheim auf deren Riſiko gegeben werden, dürfen nicht als freie Vorſtellung durch Hei⸗ delberg in Weinheim aufgeführt werden. Die freien Aufführungen gehen auf das alleinige Riſiko des Stadttheaters Heidelberg. Die Einführung regel⸗ mäßiger Theaterſpiele, bei denen die Stadt Wein⸗ heim ſelbſt keine Zuſchüſſe zu leiſten braucht, enk⸗ ſpricht einem langgehegten Wunſche und iſt nicht nur für Weinheim, ſondern für den ganzen Bezirk be⸗ deutſam. Mißerfolg des italieniſchen Opern⸗Preisaus⸗ ſchreibens. Bei dem von der Stadt Rom ausgeſchrie⸗ benen Opernwettbewerb ſind insgeſamt 47 neue Opern eingereicht worden. Nur vier darunter ka⸗ men in die engſte Wahl, wo ſie ſämtlich durch⸗ fielen. Wie der Zeitſchrift für Muſik dazu geſchrie⸗ ben wird, amtete als Vorſitzender der Jury n Mascagni, der ſich auf Theorie und Nr Durchfallens zweifellos verſteht, wird, daß 1 Wie aus Laibach gemeldet durch mehrere Revolver⸗ ſchor Beiſ wirt Bekli 1185 19 Wir Zwe 9 ner Fäll ſtreb gem Auf! dem bahr Ve ve 1 ſche, Reie Bad mit wert der wer! okur Samstag, 18. Oktober 1930 FFFCFCCFFFCCCCTTCTCT Aus Baden Tabakpflanzen ohne Nikotin? * Karlsruhe, 17. Okt. Das Tabak⸗Forſchungs⸗ inſtitut in Forchheim bei Karlsruhe, das etwa 150 000 Tabakpflanzen aus der ganzen Welt beſitzt und den Einfluß von Feldpflege, Düngung und Züchtung auf den Nikotingehalt zu erforſchen ſucht, veröffentlicht jetzt intereſſante Forſchungsergebniſſe. In 4000 Unterſuchungen wurde feſtgeſtellt, daß der Nikotingehalt auf natürlichem Wege herab⸗ geſetzt und erhöht werden kann. Durch beſondere Pflege, Düngung und Chlor kann der Nikotingehalt bis auf 12 v. H. geſteigert und durch Engpflanzen und genau geregeltes Bewäſſern bis auf Null herab⸗ geſetzt werden. Man wird alſo in Zukunft durch die Zucht natürliche nikotinfreie und nikotinarme Tabake gewinnen können, die ſich von den auf chemiſchem Wege nikotinfrei gemachten Tabaken durch natür⸗ lichen Geruch und Geſchmack ſowie natürliches Aroma vorteilhaft unterſcheiden. N Vom Auhänger überfahren * Pforzheim, 17. Okt. Im benachbarten Wilfer⸗ dingen vor dem Gaſthaus zum Rößle ereignete ſich machts ein ſchwerer Unfall. Auf einem der Firma Beerweiler von hier gehörenden und ſchwer mit Zucker beladenen Laſtauto, das einen An⸗ hänger mit ſich führte, der ebenfalls ſchwer beladen war, ſaß der 35 Jahre alte verheiratete Hilfsarbeiter Karl Schwarz aus Brötzingen. Aus noch nicht auf⸗ geklärter Urſache fiel der Mann ſo unglücklich zwi⸗ ſchen die Wagen, daß ihm beide Räder über den Kopf gingen und er auf der Stelle tot war. Un⸗ terſuchung iſt eingeleitet. Ein Radfahrer fuhr dem Laſtkraftwagen nach und unterrichtete den ahnungs⸗ loſen Lenker von dem ſchweren Unfall des Beifahrers. 0 Drei Monate Schauinslandbahn Freiburg i. Br., 17. Okt. Die Schauinslandbahn kann jetzt auf ein dreimonatiges Beſtehen zurück⸗ blicken. Die Entwicklung war eine durchaus günſtige. Bisher wurden von der Bahn in dem erſten Viertel⸗ jahr ihres Beſtehens über 70 000 Perſonen be⸗ fördert. Eine eingehende Würdigung fand die Bahn am Mittwoch nachmittag durch eine größere Anzahl höherer Reichsbeamten, die im Anſchluß an eine Be⸗ ſichtigung der Arbeiten der Verlegung der Höllental⸗ bahn unter Führung des Reichsbahndirektionspräſi⸗ denten Freiherrn von der Eltz⸗Karlsruhe der Schauinslandbahn einen Beſuch abſtatteten. Die Herren äußerten ſich außerordentlich befriedigt über dieſe großzügige und neuartige Anlage. Eine Bäckerei eingeäſchert * Welſchingen(Amt Donaueſchingen), 17. Okt. Geſtern abend gegen 5 Uhr wurde das Bäckereianwe⸗ ſen des Bäckermeiſters Schlude ein Opfer der Flammen. Das Feuer, das in der Scheune aus⸗ brach, verbreitete ſich mit rieſiger Geſchwindigkeit, ſo⸗ daß an eine Rettung des Grundſtücks nicht zu denken war. Nur der abſeits ſtehende neuerbaute Backofen konnte gerettet werden. Der Schaden iſt erheblich, jedoch durch Verſicherung gedeckt. Die Brandurſache iſt unbekannt. M. Tr. Ladenburg, 17. Okt. Während im Monat September drei Knaben und drei Mädchen das Licht der Welt erblickten und drei Sterbefälle zu regiſtrieren ſind, kam keine einzige Trauung vor.— Mit großem Bedauern ſah man dem Scheiden des verdienten Direktors der Realſchule, Prof. Mau⸗ derer entgegen, der nach Sinsheim an die Ober⸗ realſchule verſetzt worden iſt. Direktor Mauderer erfreute ſich während ſeines achtjährigen Hierſeins allgemeiner Wertſchätzung. Sein Nachfolger, Prof. Dr. Schwarz, der von Kehl hierher verſetzt wurde, hat bereits ſeinen Dienſt an der Schule auf⸗ genommen. II Sulzbach bei Weinheim, 17. Okt. Heute vor⸗ mittag brannte in der Landſtraße die Scheune des Landwirts Johann Stöckler nieder. Futter⸗ und Strohvorräte, ſowie einige landwirtſchaftliche Maſchinen wurden mit vernichtet. Der Gebäude⸗ und Sachſchaden iſt erheblich, aber durch Verſicherung gedeckt. () Haag bei Neckargemünd, 17. Okt. Im deutſchen Reiche gibt es 22 Gemeinden mit dem Namen Haag. Der kleinſte davon iſt unſer Ort, der— ſeit Beſtehen der Poſtautolinie Neckargemünd. Hang— aus alt⸗ gewohnter Ruhe geweckt, der der ſchönen Lage und Umgebung wegen nun umſo häufiger aufgeſucht wird. Mehr denn drei Jahrzehnte waltete hier in Ehren Bürgermeiſter Braun. Als er ſein Amt niederlegte, ernannte ihn ſeine Gemeinde zum Ehrenbürger, und er, der den einzigen Sohn dem Vaterlande im Weltkrieg geopfert hatte, ver⸗ zichtete auf jede Penſion. Still und zurückgezogen lebt er in Neckargemünd im Hauſe ſeiner Tochter. Er hat das Wohl der Gemeinde über ſein perſön⸗ liches Intereſſe geſtellt. 22: Nußloch, 17. Okt. Verhaftet wurden ge⸗ ſtern nachmittag die noch jugendlichen Brüder Joſef und Heinrich Hillenbrand, weil ſie am Sonn⸗ tag nacht die beiden dienſttuenden Schutzleute aus einer Seitenſtraße heraus überfielen. Der kriegsbeſchädigte Schutzmann Vörg erhielt dabei von Heinrich Hillenbrand mehrere Schläge mit einem Hackenſtiel über den Kopf, daß der Hackenſtiel mehrmals abbrach. Schutzmann Schwei⸗ kart erhielt von Joſef Hillenbrand ebenfalls mit einem harten Gegenſtand einen ſchweren Schlag auf den Unterarm, ſodaß er nicht in der Lage war, ſei⸗ nem bedrängten Kollegen rechtzeitig Hilfe zu leiſten. Als die beiden Täter ſpäter vor dem Wachlokal her⸗ ausfordernd lärmten, wurde Joſef H. von Schutz⸗ mann Schweikart in den Ortsarreſt verbracht, wäh⸗ rend Heinrich H. ſich der Feſtſetzung durch die Flucht entzog. Beide Schutzleute ſind zur Zeit „„ r Vor dem Schwurgericht Zweibrücken ſtand eine rückſichtsloſe Tat ſchwer vorbeſtrafter Verbre⸗ cher zur Aburteilung. Verhaftet vorgeführt wurden der 45jährige Tagner Adam Anton und der 471äh⸗ rige Gelegenheitsarbeiter Karl Neumüller, beide aus Pirmaſens. Neumüller hat bereits 30 Vo r⸗ ſtrafen hinter ſich. Adam iſt 18 mal vorbeſtraft; ſeine letzte große Strafe waren 8 Jahre Zuchthaus. Am 5. Juli dieſes Jahres trieben ſich die Ange⸗ klagten in der waldreichen Umgebung von Pirma⸗ ſens herum, ausgerüſtet mit modernen Mehrlade⸗ piſtolen, jedenfalls um verbotene Jagd auszuüben. Beim Durchſchreiten von Erlenbrunn wurden ſie beobachtet, wie ſie etwas von der Straße auf⸗ hoben, beguckten und in die Taſche ſteckten. Da kurz zuvor die Fabrikarbeitersfrau Keim in Erlenbrunn an dieſer Stelle einen Geldbeutel mit etwa 12 Mark Inhalt verloren hatte, fiel der Verdacht auf die An⸗ geklagten, das Geld an ſich genommen zu haben. Der Ehemann verfolgte deshalb die Verdächtigen und forderte ſie auf, den gefundenen Geldbeutel heraus⸗ zugeben. Als Antwort feuerte Anton ſofort zwei⸗ mal auf den Verfolger, während Neumüller mit einem Stock zuhieb. Daraufhin ſprang Keim ins Dorf zurück und rief ſeinen gerade zu Beſuch in Erlenbrunn weilenden Schwager, den Oberwachtmeiſter Wagner der Landespolizei Speyer, zu Hilfe. Dieſer näherte ſich den beiden Piſtolenhelden, erhielt aber ſofort Feuer, als er rief:„Halt, Hände hoch!“ Er ſuchte Deckung hinter den Bäumen und hörte die Kugeln in Augenhöhe vorbeiſauſen, ſprang weiter und er⸗ hielt hierbei von Neumüller einen Schuß in den Oberſchenkel, der von hinten nach vorne ging und im Geldbeutel auf ein 5⸗Markſtück aufprallte. Der ſo kampfunfähig gemachte Schupo mußte 25 Tage in Krankenhausbehandlung zu Speyer liegen, bis die Fleiſchwunde ausgeheilt war. Die Verbrecher entkamen zunächſt, trieben ſich noch tagelang in den Wäldern bis nach Elſaß herum und wurden ſchließlich in Pirmaſens durch die Kri⸗ minalpolizei dingfeſt gemacht. In der Hauptver⸗ handlung beſtritten ſie, den Geldbeutel gefunden zu haben und ſtellten im übrigen auf, ſie hätten ſich von Wegelagerern(!) überfallen geglaubt und daher gefeuert. Das Urteil lautete auf je ſechs Jahre Zucht⸗ haus und 5 Jahre Ehrverluſt. Eine komiſche Diebesgeſchichte— Faſt drei Zentner Aale entwichen Mit einer komiſchen Diebesgeſchichte hatte ſich das Erweiterte Schöffengericht Köln zu befaſſen, vor dem ſich zwei Arbeitsloſe wegen ſchweren Ein⸗ bruchdiebſtahls und ein Händler wegen Heh⸗ lerei zu verantworten hatten. Die Diebe hatten ge⸗ ſehen, daß eine große Kölner Fiſchhandelsfirma Vor⸗ ratsbehälter im Rhein angelegt hatte, in denen Fiſche aller Art aufbewahrt wurden. Sie fiſchten ſich aus dem Aalbehälter etwa zwanzig Pfund Lebendgewicht heraus. Die Aale ſchafften ſie in einem mitgebrachten Korb weg, aber in der Eile vergaßen ſie das Baſſin wieder zu ſchließen. Mit ihrer Beute hatten ſie den Tägliche Berichte der Neuen Mannheimer Zeitung Händler aus dem Bett geholt, der ihnen behilflich * Kehl, 17. Oktober. In Kehl wurde eine Sitzung des Vorſtandes des Bad. Handwerkskammertags abgehal⸗ ten, an der als Vertreter des Bad. Landesgewerbe⸗ amts deſſen Direktor, Oberregierungsrat Buce⸗ rius, teilnahm. Der Vorſitzende Stadtrat Groß⸗Maunheim gab in ſeiner Begrüßungsanſprache ſeiner Freude über die Befreiung Kehls von der franzöſiſchen Be⸗ ſatzung Ausdruck. Von den einzelnen Punkten der umfangreichen Tagesordnung ſind hervorzuheben die „Vorſchriften über die öffentliche„Anſtellung und Beeidigung von Sachverſtändigen durch die Handwerkskammern“ und die Vorſchriften für die Tätigkeit der Sachverſtändigen der Handwerkskammern“. Ueber den Wortlaut dieſer Vorſchriften, die den Vollverſammlungen der vier badiſchen Handwerkskammern und ſodann dem Mi⸗ niſter des Innern zur Beſchlußfaſſung bzw. Geneh⸗ migung vorgelegt werden, wurde eine Einigung erzielt. Die Frage der Eintragung von Gaſt⸗ und Schank⸗ wirtſchaften mit Metzgeretbetrieb in die Han d⸗ werksrolle wird durch Verhandlungen mit dem Bab. Gaſtwirteverband geregelt. Auch in der Frage der Eintragung von Handwerksbetrieben ins Han⸗ delsregiſter werden die erforderlichen Schritte unternommen. Ueber die Höhe der von den Bezirksämtern in Verwaltungsangelegenheiten angeſetzten Gebüh⸗ ren und Sporteln wird in den Kreiſen des Handwerks lebhaft Klage geführt. Der Kammertag wird deshalb beauftragt, beim Miniſterium des In⸗ nern vorſtellig zu werden. Die zur Anerkennung des Glas⸗ und Gebäudereinigungs⸗ gewerbes als Handwerk erforderlichen Maßnah⸗ men wurden gutgeheißen. Als Ergebnis einer eingehenden Ausſprache über die Vorzüge und die Gefahren der Bau⸗ und Zweckſparkaſſen wurde den Kammern empfoh⸗ len, alle Vorgänge auf dieſem Gebiete mit größter dienſtunfähig. von Lehrlingsordnungen und damit eine Erſchwe⸗ Verbrecher feuern auf Schupo war, die Aale für 80 Pfg. das Pfund Lebendgewicht, das im Geſchäft zwei Mark koſtet, zu verkaufen. Vor Gericht waren die Diebe geſtändig und ver⸗ ſuchten, ihre Tat mit ihrer Notlage zu entſchuldigen, wieſen aber voller Entrüſtung die Unterſtellung der Staatsanwaltſchaft zurück, ſie hätten drei Zentner Aale geſtohlen. Sie wären froh geweſen, erklärten ſte, wenigſtens die zwanzig Pfund glücklich gefiſcht zu haben. Der Widerſpruch zwiſchen der Tat und der Anſchuldigung fand aber ſpäter in der Beweis⸗ aufnahme ſeine Aufklärung, als der Beſtohlene ver⸗ nommen wurde. Dieſer Zeuge ſagte, es ſei ſchon am hellen Tage ſchwer, Aale aus dem Baſſin zu holen, weil dabei immer einige in die Freiheit entkämen. Kein Fachmann würde es wagen, in dunkler Nacht die ſpringlebendigen Fiſche aus dem Baſſin zu neh⸗ men. Es ſei ſehr leicht möglich, daß die Angeklagten nur wenige Aale geſtohlen hätten, aber das Baſſin wäre offen geblieben, und ſo wären alle Aale, die nicht ſchon beim Fiſchen entwichen wären, nachher „laufen gegangen“. Der ganze Behälter let leer geweſen, er habe über drei Zentner Aale enthalten. Das Gericht erkannte gegen die Diebe auf ein Jahr ſechs Monate und auf ſechs Monate und gegen den Hehler auf ä ein Jahr Gefängnis. Aus Geldgier zum Verbrecher geworden Das Schöffengericht Zweibrücken hatte ſich mit einem Betrugsfalle zu beſchäftigen, der an Frivolität kaum zu überbieten ſein dürfte. Unter Vorſpiegelung falſcher Tatſachen veranlaßte der 27 Jahre alte ledige Ackerer Otto Krämer von Bech⸗ hofen am 29. Juni 1930 den Wirt und Ackerer Klein von Bechhofen ſeine Unterſchrift auf einen unbe⸗ ſchriebenen Bogen Papier zu ſetzen. Aus dieſem Blankett machte Krämer einen Schuldſchein über 5000 Mark. Da ſich Klein weigerte, den Gutſchein einzulöſen, ging der Angeklagte ſo weit, die For⸗ derung einzuklagen. Die Staatsanwaltſchaft erhob jedoch Anklage gegen Krämer, der in der Ver⸗ handlung entſchieden beſtritt, die Blanko⸗Unterſchrift des Klein zu dem Schuldſchein verwendet zu haben. Dieſen habe er bei den Papieren ſeines verſtorbenen Vaters gefunden. Um ſeine Unſchuld dem Gericht darzutun, veranlaßte er den 38 Jahre alten Land⸗ wirt Ludwig Höh vom Bamſterhof unter der An⸗ gabe, einen Poſten als Gütermakler in Hamburg beſchaffen zu können, den Klein zu bewegen, eine zweite Blanko⸗Unterſchrift zu geben. Dem Gaſtwirt Reiß von Landſtuhl, in deſſen Wirt⸗ ſchaft Klein die zweite Blanko⸗Unterſchrift leiſtete, trug Krämer an, dem Gericht gegenüber Still⸗ ſchweigen zu bewahren. Das Gericht verurteilte Krämer wegen Blankett⸗ mißbrauch in Tateinheit mit Betrugsverſuch zu eineinhalb Jahren Zuchthaus und 3000 Mark Geldſtrafe. Dem Angeklagten, der in guten Verhältniſſen lebt und den die Geldgier zum Verbrecher machte, wurden die bürgerlichen Ehren⸗ rechte auf fünf Jahre aberkannt. Er wird ſich weiter auch noch wegen Verleitung zum Meineid zu verantworden haben, ſein Helfer Höh wegen Be⸗ günſtigung eines Verbrechens des Blankettmiß⸗ brauchs. Vadiſcher Handwerkskammertag rung der Verwaltungstätigkeit der Behörden und Kammern zu vermeiden, beſchloſſen, eine Muſterlehr⸗ lingsordnung aufzuſtellen. Den von Arbeitgeber⸗ und Arbeitnehmerſeite geſtellten Anträgen auf Einſchränkung der Lehrlingshaltung ſoll durch Abänderung der Beſtimmungen der Vor⸗ ſchriften zur Regelung des Lehrlingsweſens Rech⸗ nung getragen werden. Die Wiederholung einer mit Erfolg abgelegten Meiſterprüfung vor der Meiſterprüfungskom⸗ miſſion einer anderen Handwerkskammer wurde als geſetzlich unzuläſſig bezeichnet. Zur Frage der Reichs verdingungsord⸗ nung, für deren Abänderung vom Reichsverband des Deutſchen Handwerks z. Zt. Erhebungen ver⸗ anſtaltet werden, wurden Anträge auf Abänderung nicht vorgetragen, dagegen die Handhabung der Be⸗ ſtimmungen, insbeſondere bei der Zuſchlagsertei⸗ lung, einer ſcharfen Kritik unterzogen. Es müſſe gefordert werden, daß die vergebenden Stellen die Berufs vertretungen des Handwerks bei der Ver⸗ gebung von Arbeiten in ſtärkerem Maße zur Mit⸗ wirkung heranziehen und von dem Grundſatze, dem Billigſten den Zuſchlag zu erteilen, abgehen. Durch die Neuregelung des kleinen Grenzverkehrs wird das badiſche Handwerk an der ſchweizer und franzöſiſchen Grenze ſchwer geſchädigt. Der Reichs⸗ verband des Deutſchen Handwerks, dem auch aus anderen Teilen des Reichs Beſchwerden zugegangen ſind, wird erſucht, in dieſer Sache auf Abhilfe zu dringen. Die Schaffung eines geſetzlichen Schutzes für die Berufsbezeichnung„Architekt“ wurde nicht gut⸗ geheißen. S. Mingolsheim, 18. Okt. Mit der Erſtellung des neuen Poſtgebäudes in der Bahnhofſtraße wurde nun begonnen. Das Gebäude ſoll im Spätſommer 1931 fertig ſein. Es wird u. a. Neuerungen auch ein Selbſtanſchlußbetrieb eingerichtet, dem die Aufmerkſamkeit zu verfolgen. In der Frage der Schaffung von Lehrlingsordnungen für ein⸗ zelne Handwerkszweige wurde, um eine Vielheit Orte Mingolsheim, Oeſtringen, Rettigheim, Malſch, Malſchenberg, Stettfeld, Zeutern, Kronau und Lan⸗ genbrücken angeſchloſſen werden. 141. . Aus der Pfalz Verſtaatlichung der Polizei in Ludwigshafen —0— Ludwigshafen, 18. Okt. Die Verſtaatlichung der Polizei wird nun vorausſichlich am 1. No vem⸗ ber durchgeführt werden, wenn der bayeriſche Land⸗ tag bis dahin den erforderlichen Nachtragskredit be⸗ willigt hat. Die Umwandlung der gemeindlichen in eine ſtaatliche Polizei hat auf Verordnung der Al⸗ liierten in den Orten zu erfolgen, wo Schutzpolizei iſt. Es darf keinesfalls Schutzpolizei und kommunale zolizei nebeneinander beſtehen. In der Pfalz wird alſo in Ludwigshafen, Kaiſerslautern, Speyer und Zweibrücken die Verſtaatlichung eintreten. In Lud⸗ wigshafen bedeutet die Neuordnung, daß ein Polizei⸗ direktor, ein Juriſt, an die Spitze der Verwaltung treten wird. Jahrgang/ Nr. 483 Beginn der Zuckerrübenkampagne * Rheingönheim, 17. Okt. In der Gemarkung Rheingönheim iſt die Zuckerrübenernte in vollem Gange. Das Wetter hatte in den vorher⸗ gehenden Tagen der Ernte große Schwierigkeiten entgegengeſetzt. Man hofft aber bei anhaltend ſchönem Wetter in den nächſten Tagen die Ernte völlig zu bergen. Die jetzt zur Gemeinde Limburger Hof ge⸗ hörige Zuckerfabrik Friedensau wird in einigen Tagen ihre Pforten öffnen und es wird möglich ſein, einen größeren Prozentſatz von Arbeitsloſen unter⸗ zubringen. Erhöhte Arbeitsloſenziffern * Altrip, 17. Okt. Bei etwa 1650 Einwohnern hat die Gemeinde Altrip eine verhältnismäßig hohe Zahl von Erwerbsloſen aufzuweiſen. Zur Hauptunter⸗ ſtützung ſind 195 Perſonen gemeldet. In der Kriſenfürſorge befinden ſich 58, und in der Wohl⸗ fahrtsunterſtützung 64 Perſonen. Die Erwerbsloſen ſetzen ſich zumeiſt nur aus Fabrikarbeitern, Ziegelei⸗ und Arbeitern der chemiſchen Induſtrie zuſammen In der Ziegel⸗ und Backſteininduſtrie macht ſich die ſchlechte Konjunktur auf dem Baumarkt außerordent⸗ lich fühlbar. Große Unternehmen in der näheren Umgebung von Altrip und Rheingönheim arbeiten mit einem Minimum von Arbeitskräften und mit einem Drittel Arbeitszeitverringerung. Pfälziſches Weinleſe⸗Feſt in Neuſtadt a. d. H. * Neuſtadt a. d.., 17. Okt. Als Abſchluß der Weinleſe findet alljährlich in Neuſtadt a. d.., dem Mittelpunkt des pfälziſchen Weinbaugebietes, daß bekannte Pfälziſche Wein leſe⸗Feſt ſtatt un! zwar dieſes Jahr am Sonntag, den 19. Oktober. Das Feſt, das erſt um Mitternacht ſeinen Schluß findet, beginnt nachmittags 4 Uhr mit einem großen Trachten⸗ und Winzer⸗Umzug durch ſämt⸗ liche Räume des Saalbaus. Auf der Bühne ſpielt dann die von dem Pfälzer Heimatdichter Leopold Reitz geſchriebene Begrüßungs⸗Szene zwiſchen dem Jäger aus Kurpfalz und dem Perkeo vom Heidel⸗ berger Schloß. Hierauf erfolgt die Taufe des „Neuen“, für den ſchon eine große Anzahl originel⸗ ler Namen vorgeſchlagen wurden. Die bekannten Weinorte Maikammer ⸗Alſterweiler und Hambach werden hiſtoriſche Pfälzer Tänze in alter pfälziſcher Tracht ſowie einen Win zerinnen⸗ Reigen und den hiſtoriſchen Küferſchlag aufführen. 1 Schwerer Verkehrsunfall 2: Lambrecht, 17. Okt. Die Lehrerin Fräulein Moritz verlor, als ſie die ſteile Donnersbergſtraße herunterfuhr, die Herrſchaft über ihr Fahrrad, wurde an der Einmündung der Kaiſerſtraße von einem Perſonenauto erfaßt und überfahren. In ſchwerverletztem Zuſtande wurde ſie ins Kranken⸗ haus verbracht. i Kleine Nachrichten Jugendliche Lebensmüde mp. Lampertheim, 18. Okt. Zwei junge Leute ſa⸗ hen am Mittwoch abend am Damm des Altrheins, wie ein etwa ſechzehnjähriges Mädchen aus Lam⸗ pertheim vom Damm in die hochgehende Flut ſprang. Mit einer Stange konnten ſie das Mäd⸗ chen wieder ans Land ſchaffen, von wo ſie der herbei⸗ gerufene Arzt ins ev. Krankenhaus brachte. Ueber die Gründe, die zu dem Selbſtmordverſuch geführt ha⸗ ben, iſt nichts bekannt. 0 Verdorbenes Fleiſch gereibetriebe wurde feſtgeſtellt, daß ein hieſiger Metz⸗ ger größere Mengen Fleiſchwaren, nämlich 54 Pfund Rindfleiſch, vier Pfund Hackfleiſch und 18 Pfund Rindwürſtchen in ſeinem Laden zum Verkauf vor⸗ rätig hielt, die ſich nach dem Gutachten des Sachver⸗ ſtändigen im Zuſtand hochgradiger Fäulnis befanden. Ihr Genuß hätte Erkrankungen her⸗ vorrufen können. Die Fleiſchwaren wurden beſchlag⸗ nahmt und ein Strafverfahren gegen den Schuldigen eingeleitet. * * Bingen a. Rh., 16. Okt. Nachdem die Verteidi⸗ gung des ſ. Zt. zum Tode verurteilten und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Dr. Rich⸗ ter aus Bingen in andere Hände übergegangen iſt, ſteht zu erwarten, daß der Fall Dr. Richter noch ein⸗ mals das Gericht beſchäftigen wird. Eine Binger Zeitung ſchreibt, daß die neue Verteidigung mit der Abfaſſung eines Schriftſatzes zur Einleitung des Wie⸗ deraufnahmeverfahrens beſchäftigt iſt. :: St. Wendel, 17. Okt. Auf der Strecke Hirzweiler Urexweiler fing ein mit 70 bis 80 Bergleuten beſetz⸗ ter Autobus während der Fahrt plötzlich Feuer, das ſich über den ganzen Wagen ausbreitete. Die Fahrgäſte gelangten durch Einſchlagen der Fenſter⸗ ſcheiben ins Freie. Ein Bergmann wurde ſchwer ver⸗ letzt. Das Auto brannte völlig aus. 3 :: Worms, 17. Okt. Bei einer Kontrolle der Metz⸗ eee 25 4 U Samstag, 18. Oktober 1930 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 89 Nummer 483 Seite 7 Elektrifizierung der badiſchen Bahnen Unter obiger Ueberſchrift veröffentlicht Miniſte⸗ rialrat Seeger vom badiſchen Finanzminiſterium in der Wirtſchaftszeitſchrift„Der deutſche Süden“ einen Aufſatz, worin er die Meinung vertritt, daß die Vorwegbehandlung des Stuttgarter Nahverkehrs als die Errichtung eines neuen Stützpunktes für die elektrifizierte Oſt⸗Weſt⸗Linie angeſehen werden könne, die von Oſten her ſchon bis nahe an Augsburg gediehen ſei und die— bei gutem Willen der Reichsbahn— auch einmal von Weſten aus in Angriff genommen werden könnte, damit endlich auch einmal Baden zum Zuge komme. Das ganze Pro⸗ blem ſei nicht als rein badiſches, ſondern mindeſtens als ein badiſch⸗württembergiſches, wenn nicht schlechthin als ein ſüddeutſche s zu behan⸗ deln. Oberbaurat Helmle vom Badenwerk habe ſchon im Mai darauf hingewieſen, daß man nach dem Beiſpiel der Schweiz die Bahnelektrifizierung volks⸗ wirtſchaftlich auch als ein hervorragendes Mittel zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit ausnützen könnte. Bei Einführung der Bahnelektrifizierung auf der Nordſüdlinie fänden mehrere Jahre hindurch nahe an 10 000 Arbeitskräfte Beſchäftigung. Die Wirtſchaftlichkeit des Unternehmens ſtehe außer Zweifel. Miniſterialrat Seeger bemerkt zum Schluſſe ner Ausführungen, daß die Reichsbahn auf Fälle Eigen beſitz von Waſſerkräften ſtreben müſſe, wenn ſie die Bahnelektrifizierung all⸗ gemein in ihr Programm aufnehmen wolle. Die Aufnahme in das Programm ſcheine geboten, nach⸗ dem der Wettbewerb des Kraftwagens die Reichs⸗ bahn zwinge, auch ihre Produktion, nämlich die Verkehrsleiſtungen, nach Möglichkeit zu verbilligen. Der Artikel gipfelt in dem Wun⸗ ſche, daß die badiſche Einladung zur Beteiligung der Reichsbahn an den noch verfügbaren Waſſerkräften Badens nicht abgewieſen und die badiſche Regierung mit allem Nachdruck ihre Bemühungen fortſetzen werde, damit endlich einmal die Elektrifizierung auch der badiſchen Bahnſtrecken in Angriff genommen werde. 30 200 Erwerbsloſe In den letzten vierzehn Tagen iſt die Zahl der Erwerbsloſen im Mannheimer Bezirk um wei⸗ tere 1000 auf insgeſamt 30 200 angeſtiegen. Da⸗ von erhalten rund 15 000 Unterſtützung. Die Zahl der arbeitſuchenden Angeſtellten beträgt 4 357, ſei⸗ alle An⸗ 9 hat alſo auch eine Steigerung gegenüber dem 1 1* Profils geſchloſſen. Monatsanfang erfahren. Die anhaltenden Kündigungen und Entlaſſungen in der Metallinduſtrie haben in der Hauptſache dieſe Steigerungen verurſacht. Auch in der Lederinduſtrie iſt die Lage weiter ungünſtig. Günſtig iſt die Lage im Bekleidungsgewerbe, wo das Herbſtgeſchäft zu einem Rückgang von arbeitsloſen Schneidern und Schneiderinnen geführt hat. Aufnahmefähig war auch das Vervielfältigungsgewerbe, dagegen hält die ungünſtige Lage im Gaſtſtättengewerbe an. Der Quartalswechſel brachte größere Zugänge von Angeſtellten. Von einer Auswirkung des Ar⸗ heitsbeſchaffungsprogramms auf dem Angeſtellten⸗ markt im Mannheimer Bezirk iſt noch nichts feſt⸗ zuſtellen. th. * Erfolg einer Mannheimer Firma. In dieſer Woche erfolgte in Berlin die behördliche Abnahme des ſchnellſten Aufzuges Deutſchlands. Die Fahrgeſchwindigkeit beträgt drei Meter in der Sekunde, d. i. drei⸗ bis viermal ſo ſchnell wie ſonſt in Geſchäftshäuſern mit geringerer Höhe. Die Trag⸗ fähigkeit des Aufzuges beträgt 20 Perſonen 1500 Kilogramm), die Förderhöhe 38,2 Meter. Die Schachtzugangstüren werden elektriſch geöffnet und Eine Reihe neuartiger Sicherheitsvor⸗ richtungen ſorgt für abſolute Sicherheit der mitfah⸗ renden Perſonen. Der Aufzug ſteht im Verwal⸗ tungsgebäude der Siemens⸗ Halske.⸗G. und wurde erbaut von der Mannheimer Maſchinenfabrik Mohr& Federhaff, während die elektriſche Motoren und Apparate von den Siemens⸗ Schuckert Werken.⸗G. ſtammen. Die Kundgebung im Vallhaus Der Redner ſchilderte ſehr temperamentvoll, welchen Kampf er im Landtag um dieſe Zulage geführt hat. Durch ganz Deutſchland geht der Ruf nach Spar⸗ ſamkeit. Viele Kreiſe denken dabei faſt ausſchließlich an die öffentlichen Verwaltungen und an die Per⸗ ſonalkoſten der Beamtenſchaft. Die Regierung hat den Beamten gegenüber zu Sondermaßnahmen ge⸗ griffen. Die Beamtenrechte ſind in Gefahr zum Schaden des Staates. Der Abwendung dieſer Gefahr, ſo betonte Oberbaurat Römer, Vorſitzender des Ortskartells Mannheim, in ſeinen Begrüßungs⸗ worten, dient die Verſammlung, die geſtern Abend tm Ballhauſe ſtattfand. Anſtatt die Not, die in Deutſchland herrſcht, zu erkennen und die Kräfte zu wecken, die dieſe Not überwinden, hat man nach Opfern geſucht. Das ſind die Beamten. Auch Laudeskartellvorſitzender Boehringer⸗Karlsruhe, der das erſte Referat des Abends hielt, befaßte ſich mit der Welle der Beamtenfeindſchaft, die durch Deutſchland geht. Das Beamtentum wird in unfairer Art bekämpft. Der Redner wandte ſich hauptſächlich gegen jene Kreiſe in der Regierung, die in Verſammlungen und Zeitungsartikeln die Be⸗ hauptung aufſtellen, daß es in Deutſchland 2,5 Mill. Beamte gibt. In Wirklichkeit gibt es nur rund 14 Millionen Beamte gegenüber 1,5 Millionen im Jahre 1913. Bei den Zahlen, die über die Beſoldung der Beamten angegeben wurden, hat man ſämtliche Kriegslaſten eingerechnet. Daraus wurde der Schluß konſtruiert, daß die Beamtengehälter gekürzt wer⸗ den müſſen. Die Oeffentlichkeit mißt mit zweierlei Maß, wenn es ſich um Beamte handelt und um Private. Dieſe Hetze iſt unanſtändig und durch nichts gerechtfertigt. Der Redner hob die Treue un d Opferbereitſchaft der Beamten hervor, die, wie kein Stand der Vergangenheit, ſtill und un⸗ entwegt ihre Pflicht täten. Es hat den Anſchein, als wollte man mit der Lammesgeduld der Beamten ſpielen. Die Beamten verlangen— das hob der Referent nachdrücklichſt hervor— daß der Not des: deutſchen Volkes Rechnung getragen wird von allen Schichten, die dazu in der Lage ſind. Die Beamten verlangen, daß die Großverdiener mit hundert und mehr tauſend Mark Gehalt von der Regierung nach dem Grundſatz behandelt werden, daß Beſitz verpflichtet. Alle leiſtung s fähigen Kreiſe müſſen zum Notopfer, das auf Grund des Artikel 48 der Reichsverfaſſung die Regierung allen Beamten auferlegt, herangezogen werden. Die Be⸗ amten erwarten, daß die Regierung einſteht für ſie und der ungeheuren Hetze ein Ende macht. Der Red⸗ ner forderte von der Regierung Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittel, Aufhebung der zentralen Preisbindung und energiſche Bekämpfung der Kapitalflucht. Es wird ein furchtbares Ende nehmen, ſo ſchloß er ſeine Ausführungen, wenn die Regierung den Kampf aller gegen alle weiter⸗ toben läßt. Amtsgerichtsdirektor Dr. Wolfhard wandte ſich in ſeinen Darlegungen gegen den Wegfall der fünfprozentigen Sonder⸗ zu lage der badiſchen Staatsbeamten von Mannheim. In Karlsruhe iſt immer noch die Meinung— wenn auch nicht offiziell ſo doch offiziös— verbreitet, Mannheim hat dieſe Sonder⸗ zulage nur bekommen, weil ein Teil des Mannheimer Hafens beſetzt war. Das iſt ein Irrtum. 1922 wurde die Sonderzulage zum erſtenmal eingeführt mit der Begründung, daß Orten mit beſonders ſchwierigen Verhältniſſen im badiſchen Grenzgebiet ein Sonder⸗ zuſchlag gewährt werden muß. Dieſe Zulage, die erſt 15, dann 10 Prozent des Gehaltes betrug, wurde ſpäter auf 5 Prozent herabgeſetzt. Am 30. Juni 1930 iſt die Zulage ganz und gar in Wegfall gekommen. Es ten proteſtieren wurden Entſchließungen gefaßt, die darauf hin⸗ wieſen, daß dieſe Zulagekürzung den Lebensverhält⸗ niſſen der badiſchen Grenzſtädte nicht gerecht, daß die Arbeitsluſt der Beamten dadurch beeinträchtigt wird. Mannheim betrachtet das als eine Zu⸗ rückſetzung der größten Stadt Badens. In Mannheim gibt es etwa 10 000 Beamte. Davon ſind 2700 Reichs⸗ und 4200 Kommunalbeamte und An⸗ geſtellte. beamte. Die Reichs⸗ Die übrigen 3000 ſind badiſche Staats⸗ und Kommunalbeamten, die nach dem Reichsbeſoldungsgeſetz bezahlt werden, be⸗ kommen die Zulage, den badiſchen Staatsbeamten iſt ſie geſtrichen. In der Pfalz wird die Sonderzulage noch in einer Reihe von kleineren Städten auch nach der Beſatzungszeit bezahlt, obwohl die Lebensauf⸗ wandskoſten billiger ſind als in Mannheim. Der Redner forderte die Beamten zum Zuſammen⸗ ſch lu nß auf und betonte, daß es in der Mannheimer Beamtenſchaft keine Ruhe geben wird, ſolange dieſes Unrecht nicht ausgeglichen iſt. Am Schluſſe der Verſammlung wurden einſtimmig zwei Eutſchließungen folgenden Inhalts gefaßt: „Die vom Ortskartell Mannheim des Deutſchen Beamtenbundes und der Ortsgruppe des Reichsbundes der höheren Beamten im Saale des Ballhauſes ein⸗ berufene und ſtark beſuchte Verſammlung nahm Kennt⸗ nis von dem ablehnenden Beſcheide des Herrn Finanz⸗ miniſters auf die in der Verſammlung vom 22. Mai 1930 einſtimmig angenommene und der Regierung und den Landtagsabgeordneten überſandte Entſchließung. Der ablehnende Standpunkt überraſch umſomehr, als die Reichsregierung ihren Beamten die ßprozentige Sonderzulage belaſſen hat. der badiſchen Regierung zugefügt Staatsbeamten ſeitens großes Unrecht den badiſchen ein Sie können Hiernach iſt worden. nicht verſtehen, daß ſie anders als die Reichs- und Ge⸗ meindebeamten behandelt werden ſollen. Beſonders hart tritt dieſe Sonderbehandlung noch durch die weitere Beſteuerung der Beam⸗ tenſchaft mit der ab 1. Auduſt 1930 wirkſam gewor⸗ denen durch die Tatſache, Reichsgebietes die währt wird. 2% prozentigen Nothilfe in daß in öprozentige Sonderzulage noch ge⸗ Die Beamten der unteren und mittleren Erſcheinung und anderen 446 Städten des Gehaltsgruppen fühlen ſich in ihrer Exiſtenz ſchwer be⸗ droht, die höheren Beamten ungerecht benachteiligt. Die Verſammlung erwartet von der Regierung und von dem Landtage Gleichſtellung der badiſchen Staats⸗ beamten in Mannheim Gemeindebeamten.“ mit den übrigen Reichs⸗ und „Seit Jahren wird das deutſche Berufsbeamtentum Arbeit in und und ſeine bewußt falſche über Rechts⸗ und amten werden Neid ſichts der großen maßlos Beſoldungsverhältniſſe und Mißgunſt erregt, Notlage einen nur zu guten Nährboden finden müſſen. Durch Angaben der Be⸗ die ange⸗ Volksgenoſſen s Schmutz gezogen. übertriebene zahlloſer iſt unabweisbare Pflicht der Regierungen, dieſem bös⸗ willigen Treiben gegenzutreten. Die ſtehen hinter keiner gegen das geſamte deutſche Beamtenſchaft beklagt tiefſte die Opfer der Arbeitsloſigkeit. anderen Volksſchicht an Opfer⸗ Berufsbeamtentum ent⸗ aufs Die Beamten willigkeit zurück und ſind bereit, gemeinſam mit allen leiſtungsfähigen Kreiſen die erſorderlichen Laſten zu tragen. Sie warnen aber die Oeffentlichkeit davor, das Berufsbeamtentum in ſeinen Grundlagen zu ge⸗ fährden. Nur ein rechtlich gefeſtigtes und von den Parteien unabhängiges Beamtentum ſichert eine ſach⸗ liche und unbeeinflußte Verwaltung.“ * Rhein⸗Perſonenſchiffahrt bis 19. Oktober. Wie die Köln⸗Düſſeldorfer Rheindampfſchiffahrt⸗Geſell⸗ ſchaft mitteilt, auf dem Rhein in 19. Oktober eingeſtellt. wird der Perſonendampferverkehr dieſem Die letzten Dampfer⸗ Jahre am morgigen fahrten finden alſo am morgigen Sonntag ſtatt. Neuer Anutoparkplatz Schon ſeit zwei Jahren iſt das Geld für einen neuen Autoparkplatz für Taxameter und auch Privat⸗Fahrzeuge am Schloß bewilligt. Aber die Verhandlungen mit dem Landes⸗ fiskus, dem das Grundſtück gehört, haben ſich ſo lange hingezogen. Und dann ſind auch Stimmen laut geworden, daß ein Autoparkplatz an der Stelle nicht gar ſo nötig ſei. Man dürfte aber wohl ande⸗ rer Meinung ſein. Ständig ſind die umliegenden Straßen von wartenden Fahrzeugen eingeſäumt. Es iſt da in erſter Linie das Schloß, das jeden Tag von vielen Autobeſuchern beſichtigt wird. Dann ſind in der Nähe die Städtiſche Sparkaſſe, die Rheiniſche Hypothekenbank, die Handelskammer und auch meh⸗ rere wirtſchaftliche Unternehmen, vor denen ſtändig Autos ſtehen. Mancher Beſucher dieſer Inſtitute wäre froh, wenn er in der Nähe einen Taxameter bekommen könnte. Denn Zeit iſt Geld in unſerem heutigen Zeitalter. Und darum iſt es zu begrüßen, daß ſich die Stadt von den beſſerwiſſenden Stimmen nicht hat abhalten laſſen und mit einem Koſtenauf⸗ wand von 11000/ dieſen neuen Parkplatz erſtellen will. Die dreieckige Grünfläche auf dem Karl⸗Philipp⸗ Platz neben der linken Schloßwache exiſtiert nicht mehr. Arbeiter haben ihn ſchon einen Meter tief ausgeſchachtet und den Mutterboden entfernt, der für einen Autopark nicht geeignet iſt, da er ſich zu leicht ſetzen kann. An ſeine Stelle ſoll tragfähiger Kies treten, der mit Beton abgedeckt wird. Hier wird zum erſtenmale in Mannheim das gut be⸗ währte Stampfhlockpflaſter genommen, das in dem weiteren Umkreiſe von Mannheim nur erſt in der Jubiläumsſtraße in Ludwigshafen zu ſehen iſt. Der Platz bietet, wenn er fertig iſt, etwa zwan⸗ zig Fahrzeugen Raum. Ein Telephonhäus⸗ chen wird ebenfalls errichtet, um den Chauffeuren Gelegenheit zu geben, Anrufe zu empfangen. R. Zum erſten Mal Kirchtveihe in Mannheim⸗Oſt Seckenheim und Friedrichsfeld feiern am kom⸗ menden Sonntag und Montag das erſtemal Kir ch⸗ weihe als Stadtteile von Mannheim. Nach außen hin hat ſich dabei nichts geändert gegen früher., Alle Bewohner rüſten ſich auf das Feſt, wenngleich auch die Zeiten noch ſchlechter geworden ſind. Der Volks⸗ mund ſagt:„Wenn man auch arm iſt, ſo kaun man doch wenigſteis ſauber ſein.“ Und davon wird aus⸗ giebig Gebrauch gemacht. Ueberall hat der übliche Kirchweihputz in allen Variationen eingeſetzt. Die geſchäftige Hausfrau hatte dieſe Woche Groß⸗ betrieb. Die Schauſteller und Budenbeſitzer haben ebenfalls in beiden Stadtteilen Einzug gehalten. Wenn das Wetter ſo günſtig bleibt wie in den letzten Tagen, dann wird es auch am nötigen Beſuch von aus⸗ wärts nicht fehlen. Vor allem dürfte wohl Seckenheim etwas von der Zeppelin⸗Landung profitieren, denn ein kleiner Spaziergang nach dieſem ſeltenen Er⸗ eignis iſt gewiß für viele ein beſonderes Vergnügen und eine Ausſprache bei einem guten Kirchweih⸗ tropfen geradezu ein Bedürfnis. E Schluß des redaktionellen Teils Magenbeschwerd 8 sSchwerden Wenn Sie eine belegte Zunge oder übelriechenden Atem haben, wenn Sie an saurem Aufstoben, an Schwere, Druck im Magen, an Uebelkeit oder anderen Verdauungsstörungen leiden, so ist es sehr Wahr- scheinlich, daß die Ursache dieser Leiden ein Säure- überschuß im Magen ist. Diese Uebel verhindern die normale Verdauung, wodurch die Speisen zu lange im Magen bleiben. Um das zu verhindern, können Sie nichts Besseres tun, als Biserirte Magnesia nehmen. Dieses Mittel, das einen so Wohlverdienten Ruf hat, neutralisiert den Säureüberschuß, bringt schnell die unangenehmen Störungen zum Stillstand und lindert Magenstörungen und Verdauungs- schwäche. Sie können Biserirte Magenesia, die ganz unschädlich ist und sich bequem nehmen läßt, als Pulver oder in Tablettenform in allen Apotheken be- kommen. V 167 Herbſt Skizze von Alfred Brie Frau Monika blickte auf die Standuhr, deren ſchwere Pendelſchläge aufdringlich die Stille der Hoteldiele zerriſſen. i Sie wartete bereits zehn Minuten. Ein bitteres Lächeln irrte um die rot geſchminkten Lippen des feingezeichneten Mundes. Sich ſelbſt konnte ſie es nicht verheimlichen, daß ſie alterte, daß die Jahre der ſproſſenden Jugendblüte unwiderbringlich dahin waren. Aber ſahen es auch vielleicht ſchon andere? Würde er es ſehen, an den ſich ihre letzte große Hoffnung klammerte? Verſtohlen muſterte ſie kri⸗ tiſchen Blickes ihre Züge in ihrem kleinen Taſchen⸗ ſpiegel. Noch konnte ſie ſich des klaſſiſch reinen rühmen, das ſie, die internationale Vor⸗ tragskünſtlerin, in den Weltſtädten zweier Konti⸗ nente bekannt und berühmt gemacht, noch verun⸗ zierte kein Fältchen die Linien um Mund und Augen, und doch gab es da etwas Fremdes, das ſie ſtörte, beunruhigte.. Wohl war ſie ſchön, begehrenswert für den, der ſie nicht in der Blütezeit ihrer Triumphe gekannt hatte, aber wie lange noch? Wachte ſie nicht jeden Morgen mit der peinigenden Angſt auf, über Nacht alt geworden zu ſein? Verbitterte ihr nicht die Furcht, an ihrem koſtbarſten Gute Schaden zu neh⸗ men, jedes Vergnügen? Längſt waren die Zeiten vorüber, wo ſie beſinnungslos dem Genuß nachjagte, und ein wehes Lächeln huſchte um ihre Lippen, als ſie an dieſe vergangenen Zeiten zurückdachte. Sie hatte das Leben in vollen Zügen genoſſen, und wenn ſie es jetzt zu einem ruhigen Abſchluß ſteigern konnte, ſo ſtrafte ſie all jene Neider Lügen, die der ſchönen Monika einen jähen Niedergang prophezeit hatten. Und das Schickſal meinte es noch einmal gut mit ihr. In Baden⸗Baden hatte ſie John Atkinſon kennen gelernt, den amerikaniſchen Auto⸗König, der mit ſeiner Frau auf einer Europareiſe war. Welch einen Gegenſatz bildete Monikas ſtrahlende mondäne Erſcheinung zu der puritaniſch einfachen, der früh ge⸗ alterten Gattin des Millionärs. Und auch John Atkinſon hatte ſich dieſem Eindruck nicht entziehen können. Ueberall folgten ihr ſeine Blicke, und hald war es ein offenes Geheimnis in allen Kreiſen der Geſellſchaft, daß Frau Monika vor der größten Chance ihres Lebens ſtand. Sie wußte, daß ſie jetzt ein Va⸗banque⸗Spiel wagen mußte, daß es von ihrer Klugheit abhängen würde, ob ſie den großen Coup landen könnte. Kühl hatte ſie alle Annäherungsverſuche des Amerikaners abgelehnt, und als der Zufall ſte doch einmal zuſammenführte, erkundigte ſie ſich ſo ein⸗ gehend nach dem Befinden ſeiner Gattin, daß ihm nichts übrig blieb, als Frau Monika Mrs. Atkinſon vorzustellen. Und der erſte Tag, an dem ſie als aner⸗ kanntes Mitglied reſervierten Atkinſonſchen Kreiſes in der Offentlichkeit erſchien, bedeutet für ſie den erſten Schritt zum endgültigen Siege. Bald war ſie die unentbehrliche Begleiterin des Atkinſonſchen Ehepaares. Man lächelte mitleidig über die unbedeutende, beſchränkte Gattin des Millionärs die nicht zu ahnen ſchien, was um ſie vorging. Und doch hatten John Atkinſon und Monika nie ein Wort gewechſelt, das ein Dritter nicht hätte hören dürfen. Nie wurden die Grenzen der konventionellen Höf⸗ lichkeit überſchritten. Aber beide wußten, wie es um ſie ſtand. Längſt hatte Monika ſich eingeſtanden, daß es nicht der Name, der Reichtum und die Stellung des Amerikaners waren, die ſie betörten, ſondern daß ſie den Mann in ihm liebte. Sie ſchalt ſich ſelbſt wegen ihrer Schwäche, die ein nicht vorgeſehener Faktor in ihrer Rechnung war, aber immer wieder gertet ſie von neuem in ſeinen Bann, wenn er in ſeiner naiven, weltfremden, aber doch ſo abgeklärten Art mit ihr plauderte. Die Tage von Baden⸗Baden näherten ſich ihrem Ende, die Stunde der Entſchei⸗ dung war gekommen. Aber Monika, die ſonſt rück⸗ ſichtslos ihr Ziel zu verfolgen wußte, ſcheute vor dieſer Ausſprache zurück. Sie war entſchloſſen zu gehen ohne ihn zu ſprechen, ſelbſt auf die Gefahr hin, ihn nie wiederzuſehen Da bat eines Tages Atkinſon ſie, mit ihm eine Spazierfahrt nach dem Oostal zu machen, und fügte entſchuldigend hinzu, daß ſich ſeine Frau nicht wohl genug fühle, um daran teilnehmen zu können. Herz⸗ klopfend folgte Monika der Einladung. Sie fühlte, was die nächſten Stunden ihr bringen würden, und ihre Ahnung täuſchte ſie nicht. In ſeiner gewohnten ruhigen, faſt geſchäftsmäßigen Art ſetzte der Ameri⸗ kaner ihr auseinander, daß er ſich entſchloſſen habe, ſich von ſeiner Frau zu trennen, und er bat ſie, ihm als ſeine Gattin nach Amerika zu folgen. Wortlos hatte ſie ihm zugehört, aber ihre Blicke ſchienen ge⸗ nügend geſprochen zu haben, denn ihre Hand an ſeine Lippen preſſend, fuhr er fort:„Und nun, Monika, warten Sie in Berlin, bis alle Formalitäten erledigt ſind. Ich melde mich, ſowie ich frei bin.“ Wieder blickte Monika nach der Uhr. Eine halbe Stunde war vergangen. Zitternd taſtete ihre Hand nach ihrer Taſche und holte das Telegramm heraus, das ſeine Ankunft meldete. Die Verabredung lautete auf ein Uhr. den Klubſeſſel zurück. Der geirrt. Müde ſank ſie in Nein, ſie hatte ſich nicht jugendfrohe, erwartungsvolle Glanz in ihren grauen, lang bewimperten Augen war erloſchen, ein Märchen, zu ſchön, um wahr zu ſein, ausgeträumt. G Sie fühlte, daß ihre Kraft ge⸗ die Zukunft vor ihr. Grau lag brochen war, daß die Energie fehlte, noch einmal das alte Leben aufzunehmen. Da weiteten ſich plötzlich ihre Augen. Sie blickte entſetzt nach dem Eingang, als tauche ein Geſpenſt vor ihr auf: Diele betreten Die Gattin John Atkinſons und ſah ſich ſuchend um. Daun eilte hatte die ſie mit ausgebreiteten Händen auf Monika zu.„Wie freue ich mich, Sie trotz der Verſpätung noch anzu⸗ treffen. Es wäre mir Amerika verabſchieden.“ „Wann reiſen Sie ſehr peinlich geweſen, zurückzukehren, ohne mich von Ihnen zu nach nach Amerika zurück?“ fragte Monika. Fremd klang ihr die eigene Stimme, und wie aus weiter Ferne ſcholl ſie zu ihr. „So bald wie möglich Wiſſen Sie, gnädige Frau, Europa iſt ein zu heißer Boden für ein altes Ehepaar. Deshalb wollen wir, mein Mann und ich, ſchnell in die Heimat zurückkehren. Er hat mich auch gebeten, Ihnen für die vielen ſchönen Stunden zu danken, die Sie uns gewidmet haben.“ Monika fühlte, wie die Verzweiflung in ihr auf⸗ ſtieg, aber noch fand ſie die Kraft, zu lächeln und mit beherrſchter Stimme zu ſagen:„Ich bedaure es lebhaft, daß ich nicht das Vergnügen habe, mich auch von Ihrem können.“ Gatten perſönlich verabſchieden zu Da flammte es in den müden Augen der anderen auf:„Wozu, guädige Frau? Ich möchte, daß wir uns in angenehmer Erinnerung behalten und daß die Tage in Baden⸗Baden eine ſchöne, aber flüch⸗ tige Epiſode bleiben.“ Frau Monika erhob ſich. „Dann wünſche ich Ihnen und Ihrem Gatten eine recht glückliche Reiſe.“ 8 Und ohne einen Blick auf die andere zu werfen und ohne die ausgeſtreckte Hand zu beachten, ging ſie in die Bar neben der Hoteldiele.„Einen Cocktail!“ Welch erbärmliche Feiglinge doch dieſe Männer waren! Man durfte wirklich kein Mitleid mit ihnen haben. Eine ohnmächtige Wut ſtieg in ihr auf, Trä⸗ nen füllten ihre Augen. Und ſie wußte, daß alle Männer, die in ihrem Leben geweſen, und alle, die noch in ihr Leben treten würden, von dem einen ge⸗ rächt waren, den ſie liebte und der ſie verließ. Das Nationaltheater teilt mit: Die am kom⸗ menden Samstag ſtattfindende deutſche Erſtauffüh⸗ rung von Janaceks Oper Aus einem Totenhaus“ nach F. M. Doſtojewſkis be⸗ rühmten„Aufzeichnungen aus einem Toteuhaus“, vom Komponiſten ſelbſt textlich geſtaltet, ſteht unter muſi⸗ kaliſcher Leitung von Joſeph Roſenſtock, unter ſzeni⸗ ſcher von Dr. Richard Hein. Die Bühnenbilder wur⸗ den von Dr. Eduard Löffler entworfen. Das Werk ſtammt aus dem Nachlaß des 1928 verſtorbenen Kom⸗ poniſten und kam vor einigen Monaten zur Urauf⸗ führung in Brünn.— Das Schauſpiel bereitet zur Zeit Leonhard Franks„Karl und Anna“ vor für die Eröffnung der Kammerſpiele im Gloria ⸗Pa baſt am 27. Oktober. Die Regie führt Dr. Gerhard Storz. Daneben wurde unter der Spiel⸗ leitung von Wilhelm Kolmar mit den Proben zu Bruno Frank„Sturm im Waſſerglas“ begonnen. Im November wird das Schauſpiel an großen Werken Schillers„Wilhelm Tell“ (zum 10. November), neu inſzeniert vom Intendant Herbert Maiſch, und Bruckners„Eliſabeth von England“ inszeniert von Richard Dornſeiff, zur Aufführung bringen. Argötz auch in Berlin Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 18. Oktober. Schauſpielhaus brachte geſtern die„Geſchichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eiſernen Hande, alſo den„Götz“ in der Urfaſſung. Den Haupterfolg errang Heinrich George in der Hauptrolle. Die Regie führte Ernſt Legal. Die Aufführung dauerte trotz ſchnellſten Szenenwechſels gute vier Stunden. Das Staatliche 4. Seite/ Nummer 483 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Samstag, 18. Oktober 1930 78. 9 4 2 22 2 72 Ein Teppich auf der Diffenébrücke d Seit einigen Tagen iſt die Diffenébrücke im Induſtriehaſen i für den Fahrzeugverkehr geſperrt. Nur die Linie 12 der Straßenbahn kann ſie eingleiſig befahren. und die Fußgänger haben gerade noch Platz, ſich durchzuſchlängeln. Die Brücke erhält nämlich einen neuen Bodenbelag, der in ſeiner Art zum erſten Mal in Mannheim an⸗ gewendet wird. beſteht aus quadratiſch geflochtenen Mantla⸗Haufſeilen, die auf lange, für die Belegung der einzelnen Flächen entſprechend breite(etwa 30 Zentimeter) Bänder genäht ſind. Die einzelnen Bän⸗ der ſind mit Teer getränkt und werden zurzeit auf die Tragbalken genagelt. Der fertige Belag wird dann abgewälzt, nochmals überteert und mit einer Sanddecke verſehen. Das verwendete Material, der Manila⸗Hanf, eignet ſich als Hartfaſer beſtens für dieſen Ver⸗ wendungszweck und iſt hauptſächlich gegen Witte⸗ rungseinflüſſe faſt unempfindlich. Dabei iſt der Be⸗ lag elaſtiſch und weich, eine Art Teppich, der für dieſe ſtark beanſpruchte Drehbrücke die ſchwere Be⸗ laſtung durch große Fahrzeuge etwas mildern wird. Vorher lag eine Eichenbohlendecke auf Traghalken aus Kiefernholz, ein Belag, der ſich den Anforde⸗ rungen des geſteigerten Verkehrs nicht mehr gewach⸗ ſen zeigte. Das Holz ſplitterte, die Befeſtigung lockerte ſich ſtändig und ein frühzeitiger Verſchleiß der Straßendecke war die Folge. Da der neue Belag an ſich auch leichter iſt, wird die Belaſtung der Dreh⸗ brücke gegen früher vermindert. Der Belag einer Brücke in Duisburg, vor etwa 12 Jahren hergeſtellt, zeigt bis heute keine Veränderung. Die Arbeiten, zu denen die Mannheimer Firmen .⸗G. für Seilinduſtrie vorm. Ferd. Wolff und Luſchka u. Wagenmann das Material lieferten, werden vorausſichtlich im Lauf der nächſten Woche beendet. Gleichzeitig werden auch techniſche Aenderungen an der Brücke vorgenommen. Es wird künftig durch eine elektriſche Anlage möglich ſein, daß ein Mann die Schranken ſchließt, die Signale für Eiſenbahn und Straßenbahn bedient und gleichzeitig die Brücke dreht. Das alles mußte bisher im Handbetrieb be⸗ werkſtelligt werden, ſodaß die neue Anlage eine ſchnellere Abwicklung des Verkehrs auf der Diffenébrücke bringen wird. 1 Poftbeförderung mit Graf Zeppelin“ Mit dem Luftſchiff„Graf Zeppelin“ wird am morgigen Sonntag auch Poſt befördert. Zugelaſſen find gewöhnliche Briefe bis 20 Gr. Gewicht und Poſtkarten nach jedem beliebigen Beſtim⸗ mungsort. Die Geſamtgebühr beträgt für Pyſt⸗ karten 1, für einen Brief 2 1. Die Sendungen ſind durch Luftpoſtmarken oder andere Freimarken nollſtändig freizumachen. Nicht oder unzureichend freigemachte Sendungen werden den Abſendern zu⸗ rückgegeben. Die Sendungen müſſen auffällig den Vermerk tragen„Mit Luftſchiff Graf Zeppelin“ und dem Poſtamt 2(Bahnhofplatz) in Mannheim in frei⸗ gemachtem Umſchlag(hierbei Gebühr wie für Sen⸗ dungen des gewöhnlichen innerdeutſchen Verkehrs) überſandt oder können in gebührenfreiem Umſchlag an den Schaltern der Ortspoſtämter in Mannheim abgegeben werden. Auf dem Umſchlag iſt anzugeben „Sendungen für das Luftlſchiff Graf Zeppelin— Poſtamt 2 Mannheim“. Gbenſo muß der Abſender auf den Luftpoſtſendungen und auf der Rückſeite des Umſchlags, in dem die Sendungen dem Poſtamt 2 in Mannheim überſandt werden, ſeine Anſchrift ver⸗ merken. Die Flugpoſthriefkaſten beim Poſt⸗ amt 1(Paradeplatz) und 2(Bahnhofplatz) werden um 13 Uh letztmals geleert. Sonſtige Auflieferungs⸗ möglichkeit bis 137 Uhr bei den Annahmeſtellen des Poſtamts im Flughafen. Luftpoſtmarken ſind erhält⸗ lich bet ſämtlichen Stadt⸗ und Vorortspoſtanſtalten, bet der Flugplatzpoſtſtelle und im Flugplatzkaſino. Die vom Luftſchiff auf Mannheim abgewieſenen Orts⸗ und Durchgangsſendungen erhalten den Ab⸗ druck eines Beſtätigungsſtempels„Mit Luftſchiff Graf Zeppelin befördert“. Haus- und Straßenſammlung der Mannheimer Ortsgruppe des Deutſchen Jugendherbergsverbandes Jugendherbergswerk unterſtützen heißt, eine Or⸗ gauiſation unterſtützen, die wirklich alle Volkskreiſe umfaßt. Es gibt wohl in Deutſchland keine Jugend⸗ organiſation, die nicht dem Jugendherbergsverband angehört. Anläßlich dieſes Werbetages hat die Mannheimer Ortsgruppe des Jugendherbergsver⸗ bandes auch den Kleinſten ein Geſchenk beſorgt. Kleine hübſche Fähnchen, mit dem Zeichen der Jugendherbergen verſehen, verteilt die Ortsgruppe in ihrer Geſchäftsſtelle. Alle Kinder bekommen am heutigen Samstag in der Geſchäftsſtelle des Jugend⸗ Herbergsverbandes„Lipſia⸗Schuhhaus Willy Arndt, N 3, 11“ ein ſolches Fähnchen geſchenkt. Die Mann⸗ heimer Bevölkerung aber iſt recht herzlich gebeten, dieſe gute Sache am morgigen Sonntag durch ein Scherflein zu unterſtützen. Familienchronik * Ein Achtzigjähriger. Der durch ſeinen goldenen Humor bekannte und geachtete Gaſtwirt Kaſpar Fink,„zum goldenen Stern“ in Feudenheim, kann heute Samstag in geiſtigem und körperlichem Wohlbefinden ſeinen 80. Geburtstag begehen. * 25jähriges Arbeitsjubiläum. Am heutigen Samstag feiert Kraftfahrer Chriſtoph Schaaf ſein 25jähriges Arbeits jubiläum bei der Ma⸗ ſchinenfabrik und Eiſenbahnbauanſtalt Joſeph Vögele .⸗G. Der Jubilar, wohnhaft in Neckarau, Rhein⸗ goldſtraße 15, hat durch Fleiß und Gewiſſenhaftigkeit immer beſtrebt, ſich die Achtung ſeiner Vorgeſetzten und Mitarbeiter zu erworben. Fiſcherei⸗Lehrkurs Mergentheim, 17. Okt. In der zweiten Hälfte des November findet hier ein Fiſchereilehr⸗ kurs ſtatt, den die Fiſchereiſachverſtändigen von Baden und Württemberg abhalten. Programm und genaue Zeit ſtehen noch nicht feſt. Amfaſſende Nokſtandsmaßnahmen Der Stadtrat hat in ſeiner jüngſten Sitzung die folgenden Winternotſtandsarbeiten be⸗ ſchloſſen. Zur Linderung der beſonderen Not⸗ lage der Hilfs bedürftigen während der Wintermonate werden folgende Maßnahmen ge⸗ troffen: 1. Der Bürgerausſchuß hat einen Betrag von 2 Millionen Reichsmark zur Beſchaffung von Ar⸗ beits gelegenheit füt r Wohlfahrts⸗ erwerbsloſe bereitgeſtellt. Im Hinblick auf die fortgeſetzt ſteigende Zahl der Wohlfahrtserwerbs⸗ loſen ſoll beim Stadtrat angeregt werden, daß für dieſen Zweck ein weiterer größerer Kredit zur Ver⸗ fügung geſtellt wird. 2. Sofern der badiſche Staat zugunſten Be⸗ dürftiger auch in dieſem Winter eine Beihilfe bewilligt, ſoll wie ſeither eine zuſätzliche Un⸗ terſtützung aus ſtädtiſchen Mitteln ge⸗ währt werden. Langfriſtige Wohlfahrtserwerbsloſe ſollen hierbei beſonders berückſichtigt werden. Ueber die Art und Verteilung der Beihilfe entſcheidet der »Ausſchuß für die Armen⸗ und Wohlfahrtspflege. 3. Die Armenbezirke werden ermächtigt, die Richtſätze der allgemeinen Fürſorge in der Zeit vom 1. November 1930 bis 31. März 1931 bis zu 20 v. H.(bisher 10 v..) des zuſtändigen Richt⸗ ſatzes da zu überſchreiten, wo die wirtſchaft⸗ lichen Verhältniſſe die Feſtſetzung einer niedrigeren Unterſtützung nicht zulaſſen. Iſt auch der ſo feſt⸗ geſetzte Unterſtützungsbetrag nicht ausreichend, um den notwendigen Lebensbedarf zu ſichern, ſo kann wie bisher— mit Zuſtimmung des Fürſorgeamts— noch eine weitere Erhöhung eintreten. 4. Jedes Kind eines Armenunterſtützungsemp⸗ fängers im Alter bis zur Beendigung der geſetzlichen Schulpflicht erhält aus Kreis mitteln eine ein⸗ malige Erziehungsbeihilfe, ſofern der Kreis die Mittel im bisherigen Umfange zur Ver⸗ fügung ſtellt. vormittag wird Am morgigen das evangeliſche Gemeindehaus Neckarau in der Rhein⸗ Sonntag goldſtraße ſeiner Beſtimmung übergeben. Ueber die architektoniſche und Raumgeſtaltung orientie⸗ ren die nachſtehenden Ausführungen. Die Mannheimer Stadtteile ſchaffen ſich ein eigenes Zentrum für ihre geſelligen und kulturellen Veranſtaltungen. Einen bedeutſamen Schritt auf dieſem Weg hat die evangeliſche Kirchen⸗ gemeinde Neckarau mit der Erſtellung ihres Gemeindehauſes vollzogen. Von den Archi⸗ tekten BDA Eſch u. Anke erbaut, enthält das Haus Säle und Räume, die verſchiedenen Zwecken dienen und vereinigt werden können zu Veranſtaltungen großen Ausmaßes. 5 Wer von der Rheingoldſtraße aus zwiſchen der evangeliſchen Kirche und dem älteren kleinen Ge⸗ meindehaus hindurch das neue Gebäude erblickt, ver⸗ mutet kaum, wie zahlreich, groß und licht die Räume ſind. In der Nähe ſteht man vor einem Bauwerk, das in ſeiner wirkungsvollen Gliederung der Maſſen ſchon von außen den großen Saal erkennen läßt. Dieſer Aufbau wird ſeitlich von einem weitvor⸗ ſpringenden Flügel mit drei Halbrundſälen abge⸗ ſchloſſen. Die Fenſter, in langen Bändern zu⸗ ſammengefaßt, gliedern die Baukörper in großem Zug und bringen reichliches Licht ins Innere. Ohne beſonderen Aufwand, nur durch das harmoniſche Zu⸗ ſammenfügen der Baukörper, iſt das Aeußere des Bauwerkes zur Wirkung gebracht. Beſonders be⸗ merkenswert iſt der Anblick von der Kirchgarten⸗ ſchule aus, denn nach dieſer Seite hin tritt die Höhe und Tiefe der Gebäudegruppe voll in Erſcheinung. Der Platz ſeitlich der evangeliſchen Kirche iſt zu⸗ gleich der Vorplatz des Gemeindehauſes. Durch einen breiten Windfang betritt man die geräumige Gar⸗ derobe. Sie iſt in ganzer Länge dem großen Saal vorgelagert. Dieſer große Saal überraſcht zunächſt durch ſeine Geräumigkeit und ſeine Helle, was um ſo erſtaunlicher iſt, als die Beſonderheit der Lage des Gebäudes dies keineswegs vermuten läßt. Mit der Empore faßt er rund 1000 Sitzplätze. Durch die licht⸗farbige Behandlung wird dem Saal bei ſeiner bedeutenden Breite eine Längenwirkung gegeben, durch die ſich der Raumeindruck noch ſteigert. Eine große Bühne mit einem handgewebten Vorhang von ſtarker Farbigkeit bildet das Kopfſtück des Saa⸗ les. Die Bühne iſt für Konzert, Theater und Kino⸗ vorführungen eingerichtet. Auf der entgegengeſetzten Seite befindet ſich die Empore, deren Brüſtung 5. Fürſorgeempfänger mit eigenem Haushalt er⸗ halten in den Monaten November bis März in der Regel je Monat 2 Zentner Brennſtoff. Bei be⸗ ſonderer Notlage und beim Eintritt ſtarker Kälte wird die Brennſtoffbeihilfe entſprechend erhöht werden. 6. Die Errichtung von Wärmehallen iſt für den Fall des Eintritts ſtarker Kälte vorgeſehen. Weiter iſt vorgeſehen, daß nachſtehende zurzeit ſchon beſtehende Maßnahmen während des Winters in verſtärktem Maße durchgeführt werden: 1. Bedürftige erhalten Mietbeihilfen aus dem Erträgnis der Gebäudeſonderſteuer. 2. Kinder von Arbeitsloſen und Unterſtützungs⸗ empfängern der öffentlichen Fürſorge werden auf Antrag und ohne weitere Prüfung zur unent⸗ geltlichen Frühſtücksſpeiſung zugelaſſen. Dieſe Kinder ſind auch von Zahlung eines Entgelts befreit bei Zulaſſung zum Mittageſſen. 3. Bedürftigen, insbeſondere ledigen und allein⸗ ſtehenden, denen keine Gelegenheit zur eigenen Eſſenszubereitung geboten iſt, erhalten in der Volksküche auf Koſten des Fürſorgeamts Mit⸗ tageſſen. i Weiterhin iſt beabſichtigt, in dieſem Winter neben der Speiſeſtelle der Volksküche im Bedarfsfalle auch in anderen Stadtteilen Speiſeſtellen zu errichten. 4. Wie in früheren Jahren wird der Fürſorge für langfriſtige Erwerbsloſen⸗Unterſtützungsempfänger durch Gewährung von Zuſatzunterſtützungen u. dgl. beſondere Sorgfalt zuteil werden. Der zu⸗ ſtändige Ausſchuß wird hierzu entſprechend er⸗ mächtigt. 5. Gemeinſam mit dem Fürſorgeamt werden die privaten Wohlfahrtsorganiſationen in dieſem Winter eine beſon dere Aktivität entfalten, vor allem zugunſten der Schichten der Be⸗ völkerung, für die aus beſonderen Gründen die öf⸗ fentliche Fürſorge nicht in Frage kommt. St..-A. feindehaus Neckarau mit ihrer großangelegten Holzintarſia einen Haupt⸗ ſchmuck des Saales bildet. Der große Saal kann durch Abteilen verkürzt werden. Unter der Em⸗ pore entſteht dabei mit dem Schließen von Klapp⸗ türen ein kleinerer Saal. Seine Wände ſind mit Birkenholz verkleidet, ſodaß er einen behaglichen Eindruck macht. Er ſoll zu kleineren Veranſtaltun⸗ gen, Vorträgen und dergl. dienen. Jenſeits des Garderobenganges ſind in zwei Ge⸗ ſchoſſen die Halbrundſäle angeordnet, der eine im Erdgeſchoß als Leſe⸗ zimmer— zwiſchen ihm und der Garderobe be⸗ findet ſich die Küche— der andere im Obergeſchoß als Konfirmandenſaal. Beide Säle ſind durch Fenſterbänder ſo reichlich erhellt, daß ſie einen un⸗ gewöhnlich freundlichen Eindruck machen. Ueber⸗ raſchend iſt der Blick durch dieſe Fenſter auf die Baumgruppen der Umgebung. All dieſe Säle ſind mit einfachen Mitteln der Raumgeſtaltung zur Wir⸗ kung gebracht. Ihre Anordnung iſt ſo getroffen, daß ſie einzeln und in Gruppen ſich ausgezeichnet zu Veranſtaltungen allerlei Art eignen. Weitere Räume findet man im Untergeſchoß. Da iſt eine Nähſchule, ebenfalls ein halbrunder heller Raum, die Brockenſammlung und eine Kegelbahn. Mit allem Zubehör, den reichlichen Waſchräumen, den Nebenräumen der Bühne, den Lagerräumen und der Heizung, von der aus die Kirche mitverſorgt wird, ſtellt das Gemeindehaus ein Bauwerk dar, das allen Anforderungen entſprechen wird. Es war keine leichte Aufgabe, in den oft eng gezogenen Grenzen den Räumen gute Verhältniſſe zu geben und ſie zu einem harmoniſchen Ganzen zu vereinigen, ohne den Rahmen des nötigen Raumbedarfs zu überſchreiten. Dieſe Aufgabe mußte in Uebereinſtimmung des Innern mit dem Aeußeren durchgeführt werden. So ergab ſich auch im Aeußeren des Gebäudes ein wirkungsvoller Auf⸗ bau. Durch die Einfachheit ſeiner Maſſen und die Klarheit ſeiner Verhältniſſe erhielt er einen Aus⸗ druck, der von jeder Mode ſich fern hält. Damit iſt ein Bauwerk entſtanden, das im Bauweſen Mann⸗ heims der Gegenwart einen beſonderen Raum ein⸗ nimmt. Schon im Bau hat es die Aufmerkſamkeit mancher anderen Gemeinde erregt, die vor einer gleichen Aufgabe ſtehen. Man kann nur wünſchen, daß es der Ausgangspunkt ſein möge für eine gute Entwicklung des Gemeindehausbaues auch ander⸗ wärts. Veranſtaltungen Taunzturnier im Palaſthotel In Ergänzung der geſtrigen Mitteilung ſei noch be⸗ richtet, daß der neugegründete Blau⸗Weiß⸗Caſinv⸗Club Mannheim, der dem R. P. G. Berlin angeſchloſſen iſt, eben⸗ falls ſeine Amateurpagre zum Start ſchickt. Die Aemter der Schieds⸗ und Punktrichter ſind mit den beſten Fach⸗ leuten beſetzt. Die drei Veranſtaltungen heute nachmittag, abend und morgen nachmittag, in denen u. a. Herr Weinlein mit ſeiner deutſchen und engliſchen Part⸗ nerin den neueſten Tanzſtil vorführen wird, verſprechen geſellſchaftliche Ereigniſſe zu werden.(Siehe die Anzeigen.) * * Zwei Wochenend⸗Abende im Roſengarten. Für die Varieté⸗Vorſtellung, die am heutigen Samstag abend bei kleinen Preiſen im Nibelungenſaal ſtattfindet, ſind 12 hervorragende artiſtiſche Programmnummern ver⸗ pflichtet worden, u. a. die Winſton⸗Compagnie mit ihrem Schleuderbrettakt, Lothar und Lotte in ihrer Balance⸗Kom⸗ bination, Solten, der drollige Fangkünſtler, der Radfahr⸗ akt der 5 Bernardis, Ernſt Stone in ſeiner Flugbalance, der Humoriſt Rudi Frauk und 2 Raleighs in ihrem Gym⸗ naſtik⸗Akt. Eine ſingende Girlstruppe und moderne Tänze letzten Stils ergänzen das dreiſtündige Programm des Abends. Am Sonntag kommt als Volksvorſtellung Leo Fags„Dollarprinzeſſin“ zur einmaligen Wieder⸗ holung. * Kundgebung des Deutſchen Gewerkſchaftsbundes. Die chriſtlich⸗nationalen Arbeiter und Angeſtellten, vereinigt im Ortsausſchuß Mannheim des D. G.., rufen zu einer Kundgebung am heutigen Samstag abend im Friedrichs⸗ park auf. Die Stellungnahm⸗ des D. G. B. zum Notpro⸗ gramm der Regierung ſoll der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Die Kundgebung iſt von beſonderer Bedeutung, weil zwei über die Kreiſe der chriſtlich⸗ nationalen Arbeit⸗ nehmer hinaus bekannte Führer des Deutſchen Gewerk⸗ ſchaftsbundes, Herr Heinrich Imbuſch, Vorſitzender des DGB., und Herr Georg Broſt, Mitglied der Verwaltung des DV., ſprechen.(Weiteres Anzeige in letzter Nummer.) * Jilm⸗Rundſchau Gloria:„Der Schrecken von Piccadilly“ „Der Schrecken von Piccadilly“ iſt ein ſpan⸗ nender Kriminalfilm, ein echter„Wallace“, bei dem man wirklich das Gruſeln lernen kann. Unheimliche Schatten und Geräuſche durchgeiſtern die Räume des einſamen Hau⸗ ſes, in dem dieſe Spukgeſchichte ſpielt. Es gibt auch zwei geheimnisvolle Morde, doch wird durch geſchickten Szenen⸗ aufbau der Verdacht des Beſchauers immer wieder auf eine falſche Spur gelenkt. Wenn der wirkliche Mörder geſtellt wird, merkt man erſt, an welcher Stelle der kriminaliſtiſche Spürſinn verſagt hat. Einige gedehnte Stellen des Filmes wirken nicht ermüdend, ſondern erhöhren die Spannung. „Roſen blühen auf dem Heidegrab“ iſt ein Film aus der Napoleonzeit, der die Beſatzungsnöte in packenden Bildern zur Geſtaltung bringt. Der Autor be⸗ müht ſich auch der Gegenſeite gerecht zu werden und zeigt, daß es hüben und drüben Menſchen gibt, die ein Herz haben. Gute, klare Bilder ſind ein wertvoller Beſtandteil des Films, der auch beſonders ſchöne Aufnahmen aus der Heide zeigt. Auf der Bühne tritt Max Lamp als bayeriſcher Bauer auf, der für ſeine teilweiſe originellen Darbietungen reichen Beffall einheimſen darf. bei den Kindern beliebt macht. Kommunale Chronil Um den Wieslocher Gemeindehaushalt 1930/1 4 Wiesloch, 17. Oktober. Die Bürgerausſchußſitzung am Montag hatte inſofern eine kommunalpolitiſche Sonderbeden⸗ tung, als nach vorausgegangenen Beratungen end⸗ lich der Gemeindehaushalt für das Rech⸗ nungsjahr 1930/1 vorläufig feſtgelegt wurde. Den Haushaltungsvorlagen gingen zunächſt drei andere Punkte voraus und zwar: 1. Erwerbung von zwei Grundſtücken im Gewann rechts der alten Bruch⸗ ſalerſtraße mit einem Flächeninhalt von 27,87 Ar zu einem Kaufpreis von 80 Pf. je Quadratmeter zur Erweiterung der Waſſerverſorgung. Auf den er⸗ worbenen Grundſtücken ſoll ein Tief⸗ und Sam⸗ melbrunnen erſtellt werden, um bei der in trockenen Jahrgängen herrſchenden Waſſernot Abhilfe zu ſchaf⸗ fen. 2. Ein Grundſtückserwerb im„Vorderen Oeſin⸗ ger“ zur Herſtellung der verlängerten Schloßſtraße zum Kaufpreis von 3/ je Quadratmeter. 3. Der Erlaß einer Satzung für die Hopfenſiegel⸗ halle der Stadtgemeinde Wiesloch. Die Vorlagen wurden einſtimmig angenommen. Bezüglich des bereits in früherer Sitzung durch⸗ beratenen Voranſchlags 1930/31 wurde eine Er⸗ höhung der Steuergrundbeträge nicht in Erwägung gezogen und die im vergangenen Rechnungsjahr feſt⸗ geſetzten Umlageſätze mit 3029, der Steuergrund⸗ beträge beibehalten, ſo daß für 100/ Steuerwert erhoben werden: vom Grundvermögen 121 Pf., vom Betriebsvermögen 48 Pf. und vom Gewerbeertrag 906 Pf. Mit wenigen Gegenſtimmen akzeptierte das Kollegtum dieſe Faſſung. Die letzte Vorlage betraf die Einführung der Gemeindebierſteuer auf Grund der Notverordnung des Reichspräſidenten, da die wirtſchaftlichen Vrehältniſſe der letzten Monate ein Defizit von rund 56 000% für das laufende Rechnungsjahr ergeben werden, und zwar Minder⸗ einnahmen in Höhe von 36 100/(Ueberweiſungs⸗ ſteuer 5000 /, Umlage 28 000 /, landwirtſchaftliche Erzeugniſſe 1600 /, Umlagerückvergütung 1500% und Mehrausgaben in Höhe von 20 000/(Fürſorge 5000 /, Beſchäftigung von Ausgeſteuerten 5000). Durch die Einführung der Gemeindebierſteuer, deren Einnahmen für den Reſt des Rechnungsjahres 5000% betragen, wäre dennoch eine Erhebung von Nach⸗ umlage unvermeidlich. Aus dieſem Grund geht in nächſter Zeit dem Ausſchuß eine neue Vorlage zur Einführung der Bürgerſteuer zu, deren Einnahmen auf 15 000/ geſchätzt werden. Ueber den noch ver⸗ bleibenden Fehlbetrag von 36 000/ ſoll bei der Auf⸗ ſtellung des Voranſchlages 1931/32 näherer Beſchluß gefaßt werden. Auch dieſe Vorlage wurde faſt ein⸗ ſtimmig angenommen(drei Gegenſtimmen). * L. Reilingen, 17. Okt. Die Wohlfahrts⸗ erwerbsloſen, die von der Gemeinde Erwerbs⸗ loſen⸗Unterſtützung erhalten, ſollen für die Kreis⸗ beihilfe in Vorſchlag gebracht werden.— Zum Ortsjugendrat wurde Bürgermeiſter Eichhorn be⸗ ſtimmt.— Die Baugeſuche des Joſeph Dörr und des Kraftwerkes Rheinau zur Erſtellung eines Transformatoren hauſes wurden geneh⸗ migt.— Wegen Ankauf einer kleinen fahrbaren Motorſpritze ſollen die nötigen Verhandlungen und Erkundigungen eingeleitet und eingeholt werden. Der Antrag auf Abſchluß einer Kautions⸗ verſicherung wurde abgelehnt.— Vorbehaltlich der Zuſtimmung des Bürgerausſchuſſes wurden die Verträge über Aufteilung der abgeſonderten Ge⸗ markung„Untere Lußhardt“ und die Feldbereinigung unterzeichnet.— Von der Ankörung eines Zucht⸗ farrens und von der Ablehnung des Bezirksamtes auf Errichtung einer Hopfenſiegelhalle in Reilingen wurde Kenntnis genommen. —— Fageolkaleucles Samstag, 18. Oktober Nationaltheater:„Götz von Berlichingen“, Schauſpiel von Goethe, Schülervorſtellung, Anfang 15 Uhr.—„Der Tenor der Herzogin“, Operette von E. Künneke, Miete E 6, Anfang 20 Uhr. Apollo⸗Theater: Gaſtſpiel der Berliner Rotterbühnen „Das Land des Lächelns“, 20 Uhr. Roſengarten— Nibelungenſaal: Variéts⸗Vorſtellung, An⸗ fang 20 Uhr. Lichtſpiele: Alhambro:„Der Sohn der weißen Verge“ Univerſum:„Ein Tango für Dich“.— Scala: „Ungariſche Rhapſodie“.— Schauburg:„Z. 1044 letzte Fahrt“.— Roxy:„3. 1044 letzte Fahrt“.— Gloria:„Der Schrecken von Piecadilli“.— Palaſt⸗ 3 9 5 ater:„Hokuspokus“.— Capitol:„Lumpen⸗ Antobnsrundfahrt: Täglich nachm. 2 Uhr ab Paradeplatz: Pfalzrundfahrt zur Wein leſe. Sehens würdigkeiten: Geöffnet täglich von 10—13 Uhr und Sonntags von 11—17 Uhr Hurchgehend. Schloßmuſenm: 15—17 Uhr: Ausſtellung„Kupſerſtiche und Handzeichnungen der Corl⸗ Theodor⸗Zeit“.— Mufeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeughaus: Sonntag vormittags von 11—13 Uhr und nachmittags von 15—17 Uhr; Dienstag 15—17 Uhr: Mittwoch 1517 Uhr; Freitag 17—19 Uhr.— Städtiſche Kunſthalle: Geöffnet werktags(mit Ausnahme Montags) von 10—13 und 14—16 Uhr, on Sonn⸗ und Feiertagen von 11—16 Uhr durchgehend. Ausſtellung:„Die Kunſt der Höhlen und Felſen“.— Planktarinm: 15 und 16 Uhr Beſichtigung. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Oktober Rhein Pegel] 14 15 16. 17. 18. Necar⸗Pegel 18.16. 17 15 Dafel 70186 1 80/1 6401,60 a 1.83 2065 225 2852 280 Mannheim 8. 6906,%406.J1.70 Fehl 4844.17.88.78(8,52 Jaaſfeſd 188 4,761,604 Marau.58.07.818.285 Flochingen 0, 0 880786 MNannhein, 8,86 9,67.518,175,85 Heilbronn 189 1588 1560 4,58 gaub 118.87.21.00 265 ö 0 Köln.87.58 6,056,085, 37 Schluß des redaktionellen Teils Wie man den beſten Huſtenfirup herſibellt Man löſe 250 g Zucker in einem Viertel Liter kochen⸗ den Waſſers auf, rühre tüchtig um, bis der Zucker voll⸗ ſtändig aufgelöſt iſt; dann füge man 60 g Anſy(dreifachen Extrakt hinzu, der in jeder Apotheke erhältlich iſt. Hier⸗ von nehme man einen Kaffeelöffel voll drei⸗ oder viermal des Tages ein. Dieſer daheim zubereitete Huſtenſtrus ſetzt, wenn man ihn einnimmt, lindernde Fichtendünſte frei. Dieſe heilſamen Dünſte durchöringen das ganze Bronchtalſyſtem, töten die Erkältungskeime, löſen den Schleim und heilen die entzündeten Schleimhäute. Jede Hausfrau ſollte dieſen vortrefflichen Huſtenſirup im Hauſe haben, denn ex iſt von gleicher Wirkſamkeit für Junge und Alte, während ſein angenehmer Geſchmack ihn V 167 ESC 0 VVCCCCCCTCCVCCTTPTTTTTVVTTVTVTVTVTTT———VTVTT————— „„on —ͤ——— . 1— Hh 1 — Samstag, 18. Oktober 1930 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 5. Seite/ Nummer 489 Neuer Angriff auf Süddeutſchland ö Der WSV.⸗Vorſtand gegen eine Amneſtie Der Weſtdeutſche Spielverband übermittelt der Preſſe nachſtehende amtliche Mitteilung: „Der Vorſtand des Weſtdeutſchen Spielverbandes trat am Mittwoch zu einer Beſprechung über die Bundes⸗ tagung in Dresden und die ſich aus den dort gefaßten Be⸗ ſchlüſſen ergebende Entwicklung zuſammen. Er hält an ſeinem bekannten Standpunkt mit aller Konſequenz feſt. Er verwahrt ſich dagegen, daß andere Landesverbände Be⸗ ſchlüſſe faſſen, die praktiſch einer Amneſtie gleichkommen. Der Bundesvorſtand hat eine ſolche Amneſtie einſtimmig abgelehnt und die Landesverbände haben nach den Satzun⸗ gen nicht das Recht, eine ſolche Amneſtie ausſprechen zu können. Da bereits am kommenden Sonntag in Berlin eine Zuſammenkunft des engeren Bundes vorſtandes mit den Vorſitzenden der Landesverbände ſtattfindet, wartet der WSV. zunächſt die endgültige Stellungnahme des DB. in der Amateurfrage ab. Erſt wenn eine ſolche letzte Entſcheidung des DB. vorliegt, wird der Vorſtand des WSV. den Termin für die Einberufung eines außer⸗ ordentlichen Verbandstages angeben. Zu dieſem Ver⸗ bandstag beabſichtigt der Vorſtand neben den ſatzungs⸗ gemäß zugelaſſenen Vertretern in weiteſtem Maße die Vereinsführer hinzuzuziehen, um die Tagung auf eine möglichſt breite Baſis zu ſtellen und den Vereinen in vollem Umfange Gelegenheit zu geben, zu den entſcheiden⸗ den Fragen Stellung zu nehmen.“ Der Schwimmkreis Sachſen in Konkurs Der durch die Betrügereien ſeines früheren Vorſitzen⸗ den Dr. Bunner ſchwer geſchädigte Schwimmkreis Sachſen hat ſeinen Konkurs nicht verhindern können. In der Gläubiger⸗Verſammlung wurde der Vergleichs⸗ vorſchlag zurückgezogen, nachdem alle Verſuche, die Schwierigkeiten zu beheben, fehlgeſchlagen waren. Mit 5 dem Konkursantrag hat ſich der Schwimmkreis Sachſen gleichzeitig ausgelöſcht. Ueber die Neugeſtaltung des Kreiſes wird eine außerordentliche Tagung am 16. Novem⸗ 0 ber Beſchluß faſſen. Die Geſamtſchulden betragen ö rund 60 0 0 00 /, von denen nur ein geringer Teil ge⸗ ü deckt iſt. Am ſchwerſten von den Verluſten betroffen werden die Sächſiſche Wohlfahrtshilfe mit 265 000„ und der Sächſi⸗ ſche Landesausſchuß für Leibesübungen mit insgeſamt 185000 4.— Für das wertvolle Kreisheim hat ſich bis jetzt noch kein Käufer gefunden und in der Verſteigerung dürfte nur die Hälfte des Wertes in Höhe von 85 000, erzielt werden. Für 200 000/ ſind Hypotheken⸗Sicherun⸗ gen vorhanden. Not⸗Weiß Berliner Tennismeiſter Prenn ſchlägt Kuhlmann Auf den ſchönen Plätzen am Roſeneck wurde am Don⸗ nerstag bei herrlichem Herbſtwetter der Schlußkampf um die Meiſterſchaft des Berliner Teunis⸗Verbandes zwiſchen Rot⸗Weiß und Blau⸗Weiß Berlin ausgetragen. Leider be⸗ kamen die zahlreichen Zuſchauer infolge der überraſchend großen Ueberlegenheit von Rot⸗Weiß nicht die erwarteten ſpannenden Spiele zu ſehen. Rot⸗Weiß ſiegte im Geſamt⸗ (gebnis mit:1 Punkten, 16:5 Sätzen und 115:67 Spielen. 15 Blau-Weiß kam nur durch Verzicht von Kleinſchroth 2 uf ſein Spiel gegen Lorenz zu ſeinem Ehrenpunkt. In Alen anderen Spielen blieben die Vertreter von Rot⸗ Weiß erfolgreich. Preun fand bei Kuhlmann nicht den erhofften ſtarken Widerſtand, ſondern behielt leicht 624/63 die Oberhand. Zander ſchlug Heidenreich 60. 61, Lin denſtaedt beſiegte Wolff:2,:8,:4, Haenſch, triumphierte über Uthmöller:6,:1.:1 und Henkel über Keller 63, 10:12, 624. In den Doppelſpielen fertigten Prenn⸗ Kleinſchroth das Paar Lorenz⸗Keller 610, 613 ab, Zander ⸗CEichner ſchlugen Kuhlmann⸗Uth⸗ möller:83,:3, während Haenſch⸗Henkel kampf⸗ los gegen Wolff⸗ Heidenreich zum Siege kamen. Länderkampf Deulſchland gegen Schweben Anläßlich der am 5. Oktober in Hamburg ſtattgefunde⸗ nen Einweihung der größten Kegelſporthalle Deutſchlands bzw. Europas, in der ſich 48 Bahnen aller 4 vom Deut⸗ ſchen Kegler⸗Bund anerkannten Bahnarten befinden, fand ein Länderkampf Schweden Deutſchland ſtatt. Der Länder⸗ kampf wurde auf der internationalen Bahn ausgetragen. Jedes Land ſtellte 8 Kegler. Die ſchwediſche Mannſchaft wurde geſtellt vom Svenfka Bowlingförbunet aus 4 Keg⸗ lern von Stockholm, 2 von Göteborg und je 1 von Malmö und Oerebro, während die deutſche Mannſchaft aus dem Deutſchen Keglerbund zuſommengeſtellt war und zwar 2 Kegler von Stuttgart, 2 von Frankfurt a.., je 1 von Leipzig, Berlin, Kelſterbach und Mainz. Die internatio⸗ nole Bahn, auf der 10 Kegel im Dreieck ſtehen, iſt erſt ſeit wenigen Jahren in Deutſchland eingeführt. Das Re⸗ ſultat des Länderkampfes: Schweden: Lundborg⸗Stockholm 717 Punkte, Oeſtmann⸗ Stockholm 702., Gullberg⸗Malmö 699., Höglund⸗ Göteborg 699., Lenberg⸗Göteborg 687., Collin⸗Stock⸗ holm 6683., Anell⸗Oerebro 657., Edlund⸗Stockholm 698., zuf. 5462 Punkte. 4 Deutſchland: Wolf⸗Mainz 700., Wirges⸗Kelſterbach b 687., Eggert⸗Stuttgart 654., Wieſe⸗Berlin 649., Pinkel⸗Frankfurt 632., Schröder⸗Leipzig 621., Hart⸗ mann⸗Fronkfurt 619., Brenner⸗Stuttgart 615., zuf. 5177 Punkte. Sieger blieb ſomit die ſchwediſche Mannſchaft mit einem Plus von 285 Punkten. Auch in den Paarkämpfen ſchnitten die Schweden beſſer ab als die Deutſchen. Der Mannheimer Keglerverband war durch den Sport⸗ wart Alb. Deißler bei der Einweihung der Kegelſport⸗ halle und des Länderkampfes vertreten. Es ſteht zu hof⸗ ſen, daß auch Mannheim bald eine internationale Bahn erhält, da jo bekanntlich bei den nächſten Olympiſchen Spielen in Los Angeles die Kegler das erſte Mal vertre⸗ —— 2 und dort nur auf der Bahn mit 10 Kegeln geſpielt Deutſcher und Oeſterreichiſcher Ski⸗Verband Der deutſche Ski⸗Verband, der vor einigen Tagen in künchen ſeine 24. Tagung abhielt, faßte den Beſchluß einen Nanen zu ändern. Der bisherige Oeſterreichiſche Si- Verbond wor lediglich eine Unterorganiſation des DS. geweſen und um nach außen deutlich zum Ausdruck be bringen, daß in den beiden Ländern in allen Fragen 5 Skilaufs gemeinſam vorgegangen wird, wird der Ver⸗ and nunmehr— wie bei dem Alpenverein— den Na⸗ men: Deutſcher und Oeſterreichiſcher Ski⸗Verband führen. 9 0 weiteren beſchäftigte ſich die Tagung mit der Feſtlegung der wichtigſten Wettlauftermine. Die Deutſche Ern arſcdaft wird in Thüringen und zwor in Lauſcha⸗ e vom 6. bis 9. Februar ausgetragen. Die inter⸗ A e Skiwettkämpfe finden in dieſem Winter zum 55 en Mal in Deutſchland ſtott und kommen in Obern⸗ 985(Thüringen) zum Austrag. Als Termin wurde der i bis 16. Februar vorgeſehen. 3 1 5 Frage über das Berufs⸗Skilehrertum konnte nicht . 0 werden. Den Antrag, daß Berufs⸗Skilehrer nicht 4 ſoller zu den Meiſterſchaftswettkämpfen zugelaſſen werden N 1 1 55 n, erklärte der Sportausſchuß für undurchführbar, ſo⸗ ange die Amateurfrage nicht einwandfrei geklärt iſt. 1 den DV. neu aufgenommen wurden u. o. zwei 25 5 Vereine: der Deutſche Ski⸗Klub Newyork 5 ie Niederländiſche Ski⸗Vereinigung Utrecht. Auf au re, die Oeffentlichkeit intereſſierenden Punkte der Ta⸗ ng werden wir gelegentlich noch zurückkommen. Schallplatte anſtatt Sportreportage? Am Sonntag abend überraſchte uns der Weſtdeutſche Sender mit einem Experiment, das uns zum kritiſchen Nachdenken anregte. In der Weſtfalenhalle in Dortmund kämpften Schön rath und Wagener im Ring. Bisher wurden derartige sportliche Begebenheiten unmittelbar auf die Welle gegeben. Diesmal bekamen wir einen Bericht auf der Schallplatte vorgeſetzt. Zwei Stunden nachdem der Kampf zu Ende war. Der Berliner Intendant Fleſch iſt für dieſe Neuein⸗ führung verantwortlich. Er begründet das mit der beſſeren zeitlichen Möglichkeit, ſolche Reportagen dem Programm einzufügen. Das mag ſein, aber wo bleibt die Unmittelbar⸗ keit des Erlebniſſe, auf das wir bisher immer ſo ſtolz waren? Der Kölner Bericht über den Kampf zwiſchen Schönrath und Wagener wurde uns, mit dem Rotſtift zu⸗ ſammengeſtrichen, zwei Stunden nach der Austragung vor⸗ geſetzt auf der Platte. Wir hörten die Zurufe der Menge und das ganze Fluidum überkam uns. Eins aber war an⸗ ders als ſonſt: wir nahmen nicht an allen Phaſen des Kampfes teil, ſondern mußten uns mit einer redigierten Reportage begnügen, bei der unintereſſante Kampfmomente fortgelaſſen wurden. Alſo ein Zeitungsbericht im beſten Sinne des Wortes. Durch dieſes Weglaſſen von Kampf⸗ momenten bekamen wir aber einen falſchen Eindruck; der Berichterſtatter will uns ſpäter glauben machen, daß der Kampf ſich in idealer Weiſe zutrug, während bisher der Sprecher uns auch ſagte— und wir das auch fühlten—, wenn der Kampf ſchleppend war. Solche Plattenreportagen veridealiſieren alſo ſportliche und ſonſtige Begebenheiten; der Geſtalter des Augenblicks wird vom Zeitungsreporter, der zuſammenfaßt und ſtreicht, verdrängt. Der zweite Einwand iſt der mangelnder Aktu⸗ alität. Es iſt heute techniſch möglich, daß die Zeitung eine Viertelſtunde nach einer Begebenheit darüber berichten kann. Was ſollen wir dann mit einer Schilderung von der Platte weg am ſpäten Abend? Eins wird man zugeben müſſen: die Berichte werden gefeilter ſein; aber das wollen wir ja in der Zei⸗ tung leſen. Hören wollen wir alle Phaſen eines Kampfes, denn man fühlt ſich nur mit dabei, wenn man alle Momente miterlebt. Berichte aus zweiter Hand und nach⸗ träglich geliefert hören ſich ſtiliſtiſch gut an, aber ſie ſind keine Reportage der Wirklichkeit O Waldhof und Phönix ſpielen im Stadion Da am Sonntag wegen der Zeppelinlandung olle Ver⸗ bandsſpiele ausfallen, treffen ſich SV. Waldhof und Phö⸗ nix Mannheim im Anſchluß an die Landung zu einem Freundſchaftsſpiel im Stadion. Phönix tritt durch einige neue Kräfte verſtärkt an. Walter Sawall als Segelflieger Einer der beſten Dauerfohrer der Welt, Walter Sawall, widmet ſich ſeit einiger Zeit neben ſeinem Hauptſport auch dem Segelfliegen. Sawoll hält ſich, von kurzen Un⸗ terbrechungen abgeſehen, ſchon ſeit einigen Wochen ſtändig in der Rhön auf und hat bereits einige Starts hinter ſich. Literatur * Technik des Handballſpiels, Band II zum Lehrbuch des Handballſpiels von Karl Schelen z. 48 Seiten mit 26 zweifarbigen Ballſpieler⸗Zeichnungen. ilhelm Lim⸗ pert⸗ Verlag, Dresden⸗A. 1. Schelenz! Verſuch, Wege zu zeigen zu überlegtem Handeln, zu planvoller Zuſam⸗ menarbeit, zu verſtändnisvoller Entfaltung aller Kräfte, zu kluger Abwägung und Ausnützung aller Vorteile und Erfolgs möglichkeiten im Spiel, darf als geglückt gelten. Zu dieſem Kapitel zu ſchreiben iſt kaum einer berufener als Karl Schelenz, der langjährige Praktiker. Die Haupt⸗ übungsgebiete des Handballſpiels ſind Technik, Taktik und Training. Die taktiſchen Aufgaben des Handballſpiels ſind bereits im erſtes Teil dieſes Lehrbuches behandelt wor⸗ den, während ſich dieſes Bändchen ausſchließlich mit der techniſchen Seite beſchäftigt. Das Handballſpiel erfordert techniſche Leiſtungen in der Körper⸗ und Ballbeherrſchung, alſo Körper⸗ und Balltechnik. Die Körperbeherrſchung des Handballſpielers zeigt ſich beſonders im Lauf, Sprung und Wurf. Während der Lauf eine techniſche Einzelſchulung verlangt, iſt die Sprung⸗ und Wurfbeanſpruchung des Handballſpielers vom Flug des Balles abhängig. Nur in Verbindung mit dem fliegenden, ſpringenden und rollen⸗ den Ball kann die richtige Bewegung anerzogen werden. Deshalb hat auch der Verfaſſer nur Grundſätzliches über die Körpertechnik vorangeſtellt und bringt geſchickt bei Be⸗ handlung der Balltechnik noch jede körperliche Einſtellung und Beherrſchung im gegebenen Augenblick zur Erklärung. Fang⸗ und Wurftechnik, Schlag⸗ und Schwungwurf, Fang⸗ und Wurfſchulung ſind in jeder Feinheit, ausführlich und leicht verſtändlich behandelt. 26 zweifarbige Figuren unter⸗ ſtützen anſchauungsunterrichtlich die theoretiſche Lehre der Körper⸗ und Balltechnik in vollendeter Weiſe. Man kann ſagen, zum erſten Male wird in ſolchem Umfange den Spielern, Spielleitern und Mannſchaftsführern ein ſo prak⸗ tiſches, ausgezeichnetes Lehrbuch in die Hand gegeben. Briefkaſlen Wir bitten für den Briefkaſten beſtimmte Einſendungen auf dem Umſchlag als ſolche kenntlich zu machen Münd⸗ liche Auskünfte können nicht gegeben werden. Beantwor⸗ tung juriſtiſcher, mediziniſcher und Aufwertungs⸗ fragen iſt ausgeſchloſſen. Jeder Aufrage iſt die Bezugs⸗ qutttung beizufügen. Anfragen ohne Namensnennung werden nicht berückſichtigt. Stammgäste. Leo Schlageter wurde am 25. Mai 1923 3 Uhr morgens, nachdem ſein Gnadengeſuch abgelehnt worden war, hingerichtet. E. G. 75. Wenden Sie ſich an das Büro des Gemeinde⸗ Waiſenrats in R 5, 3. H. St. Ja, es hat ein kleiner Umzug mit Muſik ſtatt⸗ gefunden. J. M. 183 000 Papiermark entſprachen am 12. 2. 1928 34,60 Goldmark. 8 Luftſchiffbau. Eine Auskunft über Ihre Anfrage würde im Briefkaſten zu weit führen. Vielleicht kaufen Sie ſich in einer Buchhandlung ein Buch über die Entwicklung der Luftſchiffahrt. Eine Zuſammenſtellung der bis jetzt ge⸗ bauten Luftſchiffe können Sie auf unſerer Redaktion ein⸗ ſehen. E. 101. 1. Vom 11. 10.15. 10. 28 flog der Zeppelin von Friedrichshafen nach Lakehurſt; vom 20. 10.—1. 1. 28 von Lakehurſt nach Friedrichshafen zurück. Vom 25. 3. bis 28. 3. 0 Fahrt nach Paläſtina und zurück; vom 23. 4. bis 25, 4. 20 Fahrt nach Spanien; vom 1..—.8 f 8. 29 Friedrichs⸗ hafenLakehurſt; vom 7..—10. 8. Lakehurſt—Friedrichs⸗ hafen;; 15..—19. 8. 20 Friedrichshafen—Tokio; 23. 8. 29 bis 26. 8. 20 Tokio Los Angeles; 27..29. 8. 29 Los Angeles—Lakehurſt. 1..—4. 9. 29 Lakehurſt—Friedrichs⸗ hafen; 15. 10.—17. 10. 29 Fahrt durch Balkan und Schleſien. 2. Vor dem Kriege wurden 9 Zeppelin⸗Luftſchiffe zerſtört, im Kriege wurden 66 Schiffe zerſtört. 3. Konkordienkirche 81.8 Meter, Jeſuitenkirche 67,5 Meter, Chriſtuskirche (Kugelmitte unter der Figur) 59,8 Meter, Waſſerturm ohne Figur 56,1 Meter(dieſe iſt 6 Meter hoch), Kaufhausturm 55 Meter, Altes Rathaus 46,1 Meter, Trinitatiskirche 43 Meter, Hauptfeuerwache 42,3 Meter, Sternwarte 32,7 Meter. 4. An die Kunſthalle, Herrn Direktor Dr. Hart⸗ laub. 5. Hat ſchon manchen Flug mitgemacht. Wenn das Luftſchiff abgenommen iſt, hat der Erbauer wieder andere Arbeiten als mitzufahren. ————— Chefredakteur! Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner- Feuilleton: Dr. Stefan Kayſer⸗ Kommunalpolitik und Lokales: Richard hönfelder⸗Spoct und Vermiſchtes: Willy Mülfer ⸗Handelsteil: Kurt Ehmer—Gerich und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mit⸗ telkungen: Jakob Faude, ſfämtlich in Mannheim— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Hgas, Neue Mannheimer Zeitun⸗ G. m. b.., Mannheim. ke 1.—t Für unverlangte Beltrüge keine Gewähr— Rückſendung erfolgt nur bei üüctporto 4 o 1051 5 . n N e ie „„ 5 Agen ele es 5 7 —— 0 1 8 Samstag, 8—— 18. Oktober 1930 —— S- UU WIRTSCOCI enen Mannheimer Zeitung Mittag-Ausgabe D MNußland unterbietet Frankreich ſchützt ſeinen inländiſchen Weizen Stützungsaktion Mannheim, 17. Oktober. Am Markt für Auslandsweizen vollzogen ſich nur kleine Umſätze, hauptſächlich wieder in kleber⸗ reichen Sorten, wie dies durch die Ausmahlung von 80 Prozent deutſchem Weizen bedingt wird. Soweit die Mühlen noch mit anderen Auslandsweizenſorten verſehen ſind, können ſie ſolche zurzeit nicht zur Ver⸗ mahlung bringen. U. a. handelte man Manitoba II, Atlantic, in Mannheim disponibel, zu.30 hfl., eif Mannheim; desgl., rheinſchwimmend, zu.25 hfl., eif Manheim; Hard Winter J, Golf, in Rotterdam dis⸗ ponibel, zu.70 hfl., eif Mannheim; Kanſas J Hard Winter, Golf, zu.625 hfl., Lichterübernahme; Kan⸗ ſas J, Golf, loko Mannheim, mit 31.75 J, verzollt, bahnfrei Mannheim. Angeboten wurden Manitoba J, Atlantic, Oktober⸗Abladung, mit.275—.40 hfl., eif Rotterdam; desgl. II, Oktober⸗Abladung, mit.05 bis.15 hfl., November mit.075.20 hfl., eif Rotterdam⸗Antwerpen; Manitoba I, Pacific, Oktbr.⸗ erſte Hälfte November, zu.25 hfl., eif Rotterdam; desgl. II zu.975—.15 hfl., eif Rotterdam⸗Ant⸗ werpen; Manitoba III, Pacific, hier lagernd, wurde mit 32.25 /, verzollt, bahnfrei Mannheim, gehandelt. Plata⸗Weizen begegneten keinem Kaufintereſſe. Angebote lagen vor in Plata⸗Weizen neuer Ernte, Baruſſo, 79 Kilo hl.⸗ Gewicht, Januar⸗Februar, zu .70 hfl., eif Rotterdam⸗Antwerpen; Bahia Blanca, 79 Kilo, Januar⸗Februar⸗Abladung, zu 8 hfl., eif Rotterdam⸗Antwerpen. Etwas Bahia Blanca, 79 Kilo, wurde ſogar mit.50 hf., eif Rotterdam⸗Antwerpen, angeboten, ohne Käufer zu finden. Für Hart⸗Weizen, Amber Durum, Kanada Weſtern J, Oktober⸗Novem⸗ ber, verlangte man.25 hfl., desgl. II 8 hfl., cif Rot⸗ terdam⸗Antwerpen. Ruſſiſcher Weizen, mittlerer Azima, disponibel in Antwerpen, war mit.50 hfl., transborde Antwerpen, am Markte. Die Ruſſen haben in der vergangenen Woche wieder neuen Frachtraum für die Häfen des Schwarzen Meeres gechartert und ſollen die Abſicht haben, bis Ende des laufenden Jahres noch reichliche Mengen auf den Weg zu bringen. Neuerdings iſt auch nordruſſiſcher Weizen in den Seehäfenplätzen am Markte aufge⸗ taucht. Die Verladungen aus den Häfen des Schwar⸗ zen Meeres ſtiegen in der verfloſſenen Woche auf 544 000 qrs. gegen 497000 ars. in der Vorwoche, wo⸗ bei der größte Teil unverkauft an Order nach eng⸗ liſchen Häfen ging. Von engliſcher Seite ſchätzt man die verfügbaren Exportmengen Rußlands auf ſechs Milltonen qrs. In Frankreich iſt der Verkauf ruſſiſchen Weizens mit der Begründung verboten worden, er werde unter den Preiſen des Inland⸗ weizens verkauft. Auſtraliſche Weizenofferten lagen gleichfalls wieder zahlreich vor, kommen jedoch für den deutſchen Markt bei den jetzt geforderten Preiſen nicht in Botracht, dagegen verlautete, daß größere Mengen Auſtralweizen nach dem Fernen Oſten verkauft worden ſind. Von Inlandweizen wurde von den Mühlen etſogs Ware aufgenommen. Dabei wurde Wetterauer Weizen mit 25,50 /, je Di., bahnfrei Mannheim, be⸗ zahlt. Zuletzt wurden die Forderungen dafür auf 25,75„ gehalten. Auch in Sachſen⸗Weizen, 76/77 Kg., loko Hamburg, ging einiges zu 26,00 /, eif Mann⸗ heim, Kaſſa bei Ankunft, um. Angebote lagen noch vor in mitteldeutſchem Weizen aus der Gegend von Hannover, 76/77 Kg., erſte Hälfte November zu lie⸗ fern, zu 25,75 /, eif Mannheim. Für märkiſchen Weizen, 76/77 Kg., in Rotterdam greifbar, wurden 25,70 /, eif Mannheim, per November⸗Lieferung 25,80 verlangt. Für Pommern⸗Weizen, 76/77 Kg., zweite Hälfte Oktober⸗, erſte Hälfte November⸗Ab⸗ ladung, forderte man 25,80 /, November⸗Abladung 25,60; für Sachſen⸗(Saale⸗) Weizen, 76/77 Kg., No⸗ vember⸗Lieferung, verlangte man 28,00, Dezem⸗ ber⸗Lieferung 26,20 /. Januar⸗Abladung 28,40 J. Für Roggen zu prompter Lieferung beſteht bei den Mühlen angeſichts des unbefriedigenden Roggen⸗ mehlgeſchäftes nur ſehr wenig Intereſſe. In Be⸗ tracht kommt nur Ware aus der näheren Umgegend, die mit 16,50 bis 16,75 /, frauko Mannheim, angebo⸗ ten wurde. Von Bayern und Kurheſſen vorliegende Angebote lauteten demgegenüber zu hoch. Soweit es ſich um pfälziſche Herkunft handelte, lauteten die die Wellweizenpreiſe Lebloſes Mehlgeſchäft/ Plant Bayern eine für Braugerſte? Forderungen für beſte Qualitäten auf 17,00— 17,25 l, für geringere auf 16,00 /, ab Stationen. Für Weizenmehl Spezial 0 konnten von den Mühlen einige neue Abſchlüſſe gemacht werden, im ganzen bleibt das Mehlgeſchäft jedoch ſchlep⸗ pend. Der Weizenmehlpreis blieb gegenüber der Vorwoche völlig unverändert. Für Roggenmehl wurden die Preiſe um 50 Pfg. je Dz. weiter er⸗ mäßigt. Das Geſchäft blieb jedoch, wie erwähnt, leblos. Soweit kleiner Bedarf vorhanden iſt, hat man ſich dafür ſchon früher eingedeckt. Jür Braugerſte verlief das Geſchäft wieder ſehr ſchleppend. Es beſtand reichliches Angebot aus Baden, der Pfalz und Heſſen, dem faſt keine Nach⸗ frage gegenüberſtand. Insbeſondere wurde Gerſte für November⸗Dezember⸗Lieferung angeboten, die Brauereien hielten jedoch völlig zurück, ſodaß ſelbſt die allerfeinſten pfälziſchen Qualitätsgerſten beinahe als vernachläſſigt bezeichnet werden müſſen. In Bayern ſpricht man davon, eine Stützungsaktion auch für Gerſte einzuleiten, etwa derart, daß die Re⸗ gierung eine Ausfallgarantie übernimmt und den Landwirten die Möglichkeit verſchafft, ihre Gerſte etwa drei bis vier Monate einzulagern, um beſſere Marktverhältniſſe abzuwarten und ihnen dadurch ge⸗ beſſerte Abſatzmöglichkeiten zu verſchaffen. Die Brauinduſtrie iſt natürlich gegen eine ſolche Aktion. Gefordert wurden für gute Mittelqualitäten etwa 22,50, für feinſte Ausſtichqualitäten etwa 24 bis Der Reichsverband des Deutſchen Groß⸗ und Ueberſeehandels tagte geſtern in Berlin, nach⸗ dem die Zuſammenkunft am Donnerstag in einer Präſt⸗ dial⸗ und Vorſtandsſitzung unter eingehender Ausſprache über die Geſamtlage des deutſchen Großhandels vorbereitet wurde. In der geſtern vormittag abgehaltenen Sitzung des Reichsausſchuſſes wurde vor der öffentlichen Volltagung das Finanzprogramm der Reichsregierung und die Kredit⸗ not im Großhandel erörtert. Zum Thema„Das Finanzprogra mm der Reichsregierung“ hielt als Vertreter der Reichs⸗ regierung Miniſtertaldirektor Dr. Zarden das einleitende Referat. Er ſchilderte, wie nach der Durchführung der Steuernotverordnung vom Jahre 1924 und der Steuer⸗ reform vom Jahre 1925 die öffentlichen Finanzen geſund geweſen ſeien und wie ſich in den dann folgenden Jahren die Etats⸗ und Kaſſenlage zuſehends verſchlechtert habe. Anſtelle der nach Verabſchiedung des Poung⸗Planes vor⸗ geſehenen Steuerermäßigungen um 700 Millionen ſeien im laufenden Jahre Steuererhöhungen in erheblich größerem Ausmaße in Reich, Ländern und Gemeinden vorgenommen worden. Der Finanzplan der Reichsregierung wolle mit dieſer Entwicklung rechnen, da Steuererhöhungen ſchlechthin nicht mehr tragbar ſeien, im Gegenteil zum eheſtmöglichen Zeitpunkt Senkungen vorgenommen werden müßten. Die Geſundung der Reichsfinanzen wolle die Reichsregierung dadurch erzielen, daß erſtens die Einnahmen mit äußerſter Vorſicht geſchätzt würden, zweitens Erſparungen auf per⸗ ſonellem und fachlichem Gebiet in erheblichem Ausmaß vor⸗ genommen würden, drittens die Koſten der Arbeitsloſen⸗ verſicherung vom Reichsetat abgetrennt würden unter gleichzeitiger Vorbereitung einer grundlegenden Reform der Arbeitsloſenverſicherung, viertens die im Etats jahr 1931 auf ein Mindeſtmaß herabgeſetzten Ausgaben für die Dauer dreier Jahre in Reich, Ländern und Gemeinden keine Erhöhung erfahren dürften, vielmehr alle etwa durch Eingang höherer Einnahmen erzielten Ueberſchüſſe zu ſteuer⸗ licher Entlaſtung verwendet werden müßten. Miniſtertal⸗ direktor Dr. Zarden kam ſodann auf die die Länder⸗ und Gemeindeetats berührenden Fragen des Finanzplans zu ſprechen und erörterte im Anſchluß daran die Probleme der Vereinfachung des Steuerſyſtems, wobei er bemerkenswerte Vergleiche zwiſchen deutſchen und engliſchen Verhältniſſen zog. Schließlich ging er noch kurz auf die vorgeſehene Real⸗ ſteuerſenkung in Verbindung mit den neuen Methoden der Finanzierung des Wohnungsbaues ein. Als zweiter Redner ſprach das Mitglied des Rechtsaus⸗ ſchuſſes des Reichsverbandes des Deutſchen Groß⸗ und Ueberſeehandels Rechtsanwalt Dr. Leopold Sa mo⸗ lewitz⸗Berlin über„Kreditſchutznot im Groß⸗ handel“. Seine Ausführungen fanden ihren Nieder⸗ ſchlag in einer Entſchließung des Reichsausſchuſſes, in der eine unverzügliche in Angriff zu nehmende Ausgeſtaltung des Kreditſchutzrechtes gefordert und eine Reihe von Fragen aufgeführt wird, die zur beſſeren Sicherung des Waren⸗ Rückkehr des Vertrauens Eine intereſſante Börſenwoche Zwei volle Jahre einer ausgeſprochenen Vertrau⸗ enskriſe haben die deutſchen Börſen hinter ſich. Die Kursverwüſtungen, die in dieſer Zeit angerichtet wurden, finden ihresgleichen in der Geſchichte nicht gerade allzu häufig. Man muß ſchon auf das Jahr 1925(Stinneskriſe) oder das Jahr des Weltkriegsbeginns zurückgehen, um ähn⸗ liche Verhältniſſe wieder zu finden. Inzwiſchen iſt in der Konſtellation des Akttenbeſitzes eine grundlegende Aenderung eingetreten. Hatte früher der Mittelſtand und ſelbſt minderbemittelte Schichten einen Anteil an dem deutſchen Effektenbeſtande, o hat ſich während der letzten beiden Jahre das Material in verhältnismäßig wenigen Händen zuſammengeballt. Bei dieſer Sachlage iſt es nicht verwunderlich, wenn das Kurspendel bei jeder Gelegenheit ſtärker nach der einen oder anderen Richtung hin ausſchlägt, als es früher bei dem Vorhandenſein einer kräftigen Mittelſchicht möglich war Die deutſchen Börſen gleichen heute einer Balanzierſtange, die nur dann in wagrechter Stellung zu halten iſt, wenn man immer den richtigen Unterſtützungspunkt für ſie fin⸗ det. Mangel an Vertrauen des In⸗ und Auslandes war , das bisher den deutſchen Aktien den Boden unter den Füßen wegzog; denn anders iſt es nicht zu erklären, daß mit—8 v. H. verzinsliche Papiere weit unter der Pari⸗ grenze ſtehen. Dieſe Auswüchſe mußten ſelbſtverſtändlich einmal eine Korrektur erfahren und es hat faſt den An⸗ ſchein, als ſei jetzt der Zeitpunkt hierfür ge⸗ kommen. Der Sturm, der über den deutſchen Deviſenmarkt dahinbrauſte, hat ſich gelegt, und mit ſeinem Nachlaſſen be⸗ ginnt auch wieder die Vernunft an den Effektenbörſen zu ſprechen. Zeigten ſich in der erſten Wochen hälfte noch recht chaotiſche Verhältniſſe, ſo änderte ſich in den lebten Tagen das Bild völlig. Dabei ſtellte es ſich wieder heraus, daß die Märkte völlig leer l nd Deckungskäufſe ebenſo ſchwierig rchsz en ſind, als vorher die Abgaben. Zunächſt wagte ſich die Spekulation, die ihrer Sache noch nicht ganz ſicher war, nur ſchüchtern hervor. Allmählich gewann aber der Optimismus die Ober⸗ hand und die Kurserholungen nahmen einen recht ſtürmiſchen Charakter an. Der Entwicklung kam zugute, daß der deutſche Außen⸗ handel im September ein recht befriedigendes Ergebnis erkennen läßt und die Furcht vor neuen Kredit⸗ reſtriktionen der Reichsbank in den Hintergrund ge⸗ treten iſt. Neben dem Abſchluß des Ueberbrückun ass⸗ kredites waren es die Erlärungen des Newyorker Bankhauſes Dillon. Read u. Co. über die Sicherheit der deutſchen Bonds, die das Vertrauen des In⸗ und Aus⸗ landes ſtärkten. Demgegenüber blieb der Beginn des Streikes in der Berliner Metallinduſtrie ohne Wir⸗ kung. Die in der Mitleidenſchoft vorangegangenen Baiſſe am meiſten in gezogenen Papiere profitierten von der Erholung naturgemäß am meiſten. Die ſtärk ſte Be⸗ feſtigung erfuhren die Aktien der Aku⸗Geſellſchaft, die innerhalb dreier Tage faſt 30 v. H. ihres Wertes ge⸗ wonnen. Beträchtliche Steigerungen konnten auch Kali⸗ werte, Elektro⸗ und Montanpapiere ſowie Schiffahrts⸗ oktien durchſetzen. Am Bankenmarkt fanden ſtarke Vor⸗ prämienkäufe des Auslandes in Reichsbank⸗Anleihen ſtatt, die den Kurs um etwa 10 v. H. des Wertes haben. Die übrigen Bankaktien ſchloſſen ſich der Bewegung, wenn auch in beſcheidener Umfange an. Durch beſonders feſte Hal⸗ tung fiele itſche Linoleum auf, für die die Schweiz größeres Intereſſe bekundete. Auch am Rentenmarkt hat ſich die Situag weſentlich gebeſſert. Das Angebot, das zeitweiſe bedrohlichen haralter annahm, hat nicht nur merklich nachgelaſſen, ſondern hier wie am Aktien⸗ wagen ſich bereils wieder in⸗ und ausländiſche An⸗ ſe hervor. In Reichsſchulobuchforderungen, Liqui⸗ fandbriefen und Induſtrie⸗Obligationen fonden Rück 93. Erhöhung des Kursniveaus ſtatt. Die keit für Stadtauleihen hat ſich ge⸗ hoben, dos herauskommende Moterial fand in ſtarken Händen Unterkunft. Am Markte der Auslandsrenten ikaner vorübergehend aus⸗ chuldenzahlung Mexikos wurde die Notierung für K geſetzt, da eine Opp ion die S auf 5 Jahre hinausſchieben will. 24,50 1 je 100 Kg. ab pfälziſchen und heſſiſchen Sta⸗ tionen. Für pommeriſche Gerſte, November⸗Abla⸗ dung, wurden, je nach Qualität, 22,50— 25,50/ eif Mannheim verlangt. Abſchlüſſe ſind darin jedoch nicht bekannt geworden. Hafer hatte verhältnismäßig kleines Angebot, da die jetzigen Preiſe bei den Landwirten als zu niedrig gelten. Ab badiſchen Stationen nannte man die 100 Kg. mit 13.75 14.25 /, eif Niederrhein mit 15.50 l. Plata⸗Mais, fällig und eingetroffen, ſtellte ſich auf.65 hfl., transborde Rotterdam⸗Antwerpen, ſchwimmend auf.35, Oktober⸗November⸗Abladung auf.40 hfl., cif Rotterdam. Monopolfreier Mais, mit Sack, in Mannheim disponibel, koſtete 25.50—26 Mark, je 100 Kg. Plata⸗Leinſaat, 4 v. H. Beſatz, ſchwimmend, geſackte Ware, ſtellte ſich auf 14.45, per Januar auf 13.80, per Januar⸗Februar und Februar⸗März auf 13.65 hfl., eif Rotterdam⸗Antwerpen. Der Futtermittelmarkt wird durch die Rekordkartoffel⸗ und Rübenernte zurzeit ſehr ſtark beeinflußt und gegenüber den Abſchlägen der Vor⸗ woche konnte eine Erholung nicht Platz greifen. Eini⸗ germaßen behauptet lagen die Preiſe für grobe Kleie, wogegen Nachmehl etwas ruhiger lag. Oelhaltige Artikel unverändert, doch zeigte ſich etwas mehr Deckungsbedürfnis für ſpätere Sichten. Einige Nach⸗ frage erhielt ſich auch für inländiſche Biertreber, worin Offerten fehlen. Trockenſchnitzel und Malz⸗ keime lagen unverändert. Preiſe je 100 Kg. in 28 Kleie, feine,.25—.50, grobe 77.50, Futtermittel 9 bi..25, Nachmehl 1416.50, je nach Qualität, inlän⸗ diſche Biertreber 1010.50. Georg Haller. Tagung des deutſchen Großhandels kredits einer vorbringlichen Behandlung bedürfen. Gefor⸗ dert wird u. a. eine Reform der Beſtimmungen des Ver⸗ gleichsverfahrens, eine erhebliche Heraufſetzung und Sicher⸗ ſtellung der Mindeſtquote, Aenderung des Syſtems der Sicherungsübereignung, Einführung des Kreditpfand⸗ rechtes, Schaffung des Straftatbeſtandes der Krediterſchlei⸗ chung ſowie im Zwangsvollſtreckungsverfahren Wiederein⸗ führung der freien Gerichtsvollzieherwahl und Neuregelung der Gebührenordnung. Ueber „Kalkulation im Großhandel“ (als Beitrag zur Frage: Zuſammenarbeit zwiſchen Indu⸗ ſtrie und Großhandel) ſprach der Induſtrielle Richard C. Gütermann, Gutach⸗Breisgau, wobei er u. a. fol⸗ gendes ausführte: Bei einem Rückblick auf die Entwick⸗ lung der induſtriellen Wirtſchaft bis zur Jahrhundert⸗ wende zeigt ſich, daß die Hauptſorge des Fabrikanten war, ſo viel und ſo gut und ſo billig wie möglich zu produzte⸗ ren und das Kapital aufzubringen, dem ſteigenden Be⸗ darf entſprechend ſeine Betriebsanlagen ausbauen und erweitern zu können. In den letzten Jahrze hnten iſt die Sorge um den Vertrieb, den A b ſa tz der Erzeugniſſe, hinzugekommen. Heute ſtehen die Mittel und Wege, wie der Abſatz für die Ware gefunden werden kann, im Vordergrund. Eine Ware wird den Konkurrenzkampf nur dann beſtehen können, wenn der letzte Konſument zumindeſt nicht mehr bezahlen muß als für eine gleichwertige andere. Für den Vertrieb der hauptſächlichſten Konſumartikel ſtehen drei Wege zur Verfügung, von der Fabrik direkt zum Konſumenten, von der Fabrik über den Einzel⸗ händler zum Konſumenten und von der Fabrik über den Großhändler und Einzelhändler zum Konſumenten. Bet der Fabrik beginnt dieſe Arbeit mit der Ermittlung, welche Artikel überhaupt für den kommenden Bedarf her⸗ zuſtellen ſind. Dazu kommt die Werbung um den Kun⸗ den, das Ausfindigmachen neuer Kunden unter den Konſumenten ſowohl als den Vertretern. Für die Ver⸗ teilung an den Konſumenten iſt der Einzelhändler die wirtſchaftlichſte Stelle, da er die verſchtiedenen Waren⸗ gattungen allenthalben in kleinen Mengen hält. Schon etwas ſchwieriger iſt die Löſung der Frage, wer die La⸗ gerhaltung im großen und die Bearösttung der Einzel⸗ händler am wirtſchaftlichſten übernimmt. Wenn es ſich darum handelt, den Artikel bis in die kleinſten Geſchäfte zu vertrei⸗ ben, beſteht kein Zweifel darüber, daß der Großhändler dieſen Teil des Vertriebs wirtſchaftlicher übernehmen kann als der Fabrikant ſelbſt. Er kann die Bedürfniſſe des Einzelhändlers beſſer beurteilen. Mancher Fabrikant ſtellt demgegenüber feſt, daß er die vom Großhandel über⸗ nommenen Arbeiten für ſeinen Artikel billiger ſelbſt aus⸗ führen kann, als der Prozentſatz ausmacht, den der Groß⸗ händler auf den Warenpreis aufſchlägt, ja billiger als der Satz, den der Großhändler ihm als ſeine reinen Selbſtroſten bezeichnet. Der Fehler liegt beider Kalkulation! Nach der Kalkulation des Großhändlers belaufen ſich die Unkoſten je nach den Verhältniſſen auf 15, 18 oder 20 v. H. vom Umſatz. Wohl weiß ein jeder, daß gewiſſe Artikel weit höhere Speſen verurſachen, die genauen Unterlagen aber fehlen für dieſe meiſt ebenſo wie für diejenigen, deren Vertrieb weſentlich geringere Koſten verurſachen. Und damit begibt ſich der Großhändler ſei⸗ ner beſten Waffe, indem er gerade die Artikel, die die geringſten Koſten verurſachen, zugun⸗ ſten anderer Artikel verteuert. Gerade dieſe letzteren Artikel, deren Lager ſich 8 bis lamal im Jahr umſetzen läßt, entgleiten dem Großhandel mehr und mehr. Der Großhändler ſollte daher für jede Artikelgruppe eine beſondere Kalkulation aufſtellen, die ihm ſagt, was der Vertrieb dieſes Artikels koſtet. Kann er den erforder⸗ lichen Preis nicht erzielen, ſollte er dieſen Artikel der Konkurrenz überlaſſen, keinesfalls aber andere Artikel die Koſten tragen laſſen. Die Kalkulation wirkt ſich auch im Verkehr mit dem Kunden aus: Zahlt ein Kunde ſpä⸗ ter als vereinbart, ſo muß er Zinſen zahlen, da ein Zinsverluſt nicht einkalkuliert iſt. Keinesfalls darf der friſtgemäß zahlende Kunde die Koſten des ſchlecht zahlen⸗ den tragen. Die Angſt um den Kunden hat die Geſchäfts⸗ moral in einer Weiſe untergraben, daß man einen Ver⸗ gleich zu 30 v. H. heute als Norm betrachtet. Nach einer Aufzählung der Elemente, aus denen ſich die Kalkulation zuſammenſetzt, und aus denen ſich ſchon ergibt wie verſchieden die Kalkulation für die einzelnen Warengruppen ausfällt— bei den alltäglichen Artikeln gibt es Schwankungen von 6 bis über 100 v..!— gab der Redner kurze Darlegungen über die ver⸗ ſchiedene Beeinfluſſung des Preiſes bei verſchiedenen Warengattungen. Das Erg e bnis der Durchführung dieſer Kalkulationsgrundſätze wird folgendes ſein: Das Geſchäft wird ſich mehr und mehr konzentrieren auf eine leinere Anzahl von leiſtungsf Soßen Firmen. Der kleinere Anzahl von leiſtung zen Firmen. Der zeitig ſpezialiſtert. Wenn die ten ſich dieſer Ent⸗ wicklung verſchließen und nicht das ußerſte tun, um auf Grund ſchärfſter Kalkulation ihre Leiſtungen für den niederſtmögblichen Entgelt zu vollbringen, ſo wird der Verkehr— und zwa vikant wie Einzel⸗ händler und Ueberſeer— direkt uchen, ſei es durch eigene Vertriebsorgane des Fabr n, ſei es durch Ein⸗ kaufsvereinigungen von Detailgeſchäften. Elektrizitäts-AGG. Frankfurt a. M. vorm. W. Lahmeyer& Co. In dem nunmehr vorliegenden Bericht für das Ge⸗ ſchäftsjahr 1929/80 gibt die Geſellſchaft zunächſt eine Dar⸗ ſtellung der Entwicklung des Unternehmens, das vor 40 Jahren gegründet wurde.— Im Jahre 1929 hätte zwar die Stromerzeugung, wie ſodann ausgeführt wird, im Mittel noch um 10,3 v. H zugenommen gogen 16 v. H. im Vorjahre, dagegen hätten die Verkehrsunter⸗ nehmungen des Konzerns ſchon einen durchſchnittlichen Rückgang von 1,8 v. H. zu verzeichnen, der ſich im lau⸗ fenden Jahre weiter fortgeſetzt habe. Auch die Stromer⸗ zeugung bezw. der Stromverkauf habe neuerdings einen Rückgang zu verzeichnen, namentlich bei den Unternehmun⸗ gen, die vorwiegend an die Induſtvie liefern, während der Verbrauch für Beleuchtung und Haushak⸗ tungszwecke noch wachſe. Im Zuſammenhang mit der allgemeinen Depreſſion werden im laufenden Jahre vor⸗ ausſichtlich auch die Gewinnergebniſſe einzelner naheſtender Geſellſchaften zurückgehen, da die Mindereinnahmen nicht allenthalben durch äußerſte Erſparnismaßnahmen ausge⸗ glichen werden könnten. Die Gewinnerge bniſſe der Geſellſchaft dürften durch den Rückgang der Ueberſchüſſe einzelner Unternehmungen zwar beeinflußt werden, trotz⸗ dem hofft die Verwaltung auch weiterhin befriedigende Er⸗ gebniſſe erzielen zu können.— Die Tätigkeit der Bau a b⸗ teilungen war unverändert gut und erſtreckte ſich in erſter Linie auf die Weiterführung der früher erwähnten großen Anlagen. Neu hinzugekommen iſt das Waſſerkraft⸗ werk Klingnau der Aarewerke AG., Aarau. Die Abteilun⸗ gen für Leitungsbau haben noch nennenswerte Aufträge in Händen. Die Geſellſchaft erzielte einen Geſchäftsgewinn von 5,77(5,39) Mill., wovon Teilſchuldverſchreibungs⸗ zinſen 0,68(0,69), Unkoſten 2,70(2,33) Mill./ und Ab⸗ ſchreibungen 47 800(43 142) 4 erforderten. Die Steigerung der Unkoſten iſt auf die verſtärkte Bautätigkeit zurückzu⸗ führen. Aus dem einſchl. 118 594/ Vortrag ſich ergebenden Reingewinn von 2,45(2,44) Mill.„ ſollen bekanntlich wieder 12 v. H. Diyidende auf 18 Mill./ Stel. und 6 v. H. auf 10 000% VA verteilt werden. Zum Vorkrag verbleiben 129 954 l. Die Bilanz verzeichnet u. a. 7,37(5,36) Mill. Warenlieferungen und Gutſchriften auf Abrechnungen, 2,17 (2,50) Guthaben naheſtehender Gefellſchaften, als neuer Poſten wurde 3,80 Bankkredit für naheſtehende Unterneh⸗ mungen in Anſpruch genommen. Andererſeits betragen Wertpapiere und Beteiligungen 28,69(28,14), allgemeine Baurechnung 0,24(1,09), Vorſchüſſe an naheſtehende Unternehmungen 10,10(4,79), Bankguthaben 7,53(7,62), verſchiedene Schuldner 0,74(0,78), Grundſtücke und Gebäude 00(0,74) Mill. /. Eigene Sicherheiten ſind mit 96 390 Mark, fremde Sicherheiten mit 6,92 Mill.% angegeben. Der neue Bankkredit wurde im Intereſſe eines naheſtehen⸗ den Werks in Anſpruch genommen. Der Gegenwert be⸗ findet ſich unter den Vorſchüſſen naheſtehender Unterneh⸗ mungen, die ſich ferner durch die laufenden Vergrößerun⸗ gen der Werke erhöht haben.(GV. 8. Nov.) M. Baſſermann n. Co. Schwetzingen.— öbjähriges Beſtehen. Dieſes bekannte Unternehmen der Konſerven⸗ induſtrie kann in dieſem Jahr auf ein 50jähriges Beſtehen zurückblicken. 2 4. Weiterer Rückgang der Rohſtahlerzeugung und Walzwerksleiſtung Die Zeitſchrift„Stahl und Eiſen“ veröffentlicht die Er⸗ gebniſſe der ſtatiſtiſchen Erhebungen des Vereins Deutſcher Eiſen⸗ und Stahl⸗Induſtrieller über die deutſche Rohſtahl⸗ gewinnung im September 1930 wie folgt: Die deutſchen Stahlwerke(ohne Saargebiet) ſtellten im September 1930 814117 Tonnen Rohſtahl her. Das arbeitstägliche Auf⸗ bringen war bei der gleichen Zahl von Arbeitstagen mit 31.312 Tonnen um 3164 oder um 9,2 v. H. niedriger als das des Auguſt 1930. Es entſpricht 54.4 v. H. des durchſchnitt⸗ lichen arbeitstäglichen Aufbringens des Jahres 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfangs. Die deutſchen Walz⸗ werke lohne Saargebiet) ſtellten im September 1930 an Walzwerksfertigerzeugniſſen 576948 To gegen 619 861 To. im Auguſt 1930 her. Die durchſchnittliche arbeitstägliche Herſtellung war bet gleichen Arbeitstagen mit 22 190 To. um 6,0 v. H. niedriger als die des Auguſt. Sie entſpricht 51,4 v. H. der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Herſtellung des Jahres 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfanges. Außerdem wurden im September 54104 Tonnen„Halbzeug zum Abſatz beſtimmt“ hergeſtellt(Auguſt 62 381 Tonnen). Nürnberger Hopfenmarkt 8. Nürnberg, 17. Okt.(Eigenbericht.) Die heute ſchließende Berichtswoche behtelt das bis⸗ herige Bild der Marktlage unverändert bei. Täglich kamen genügend Zufuhren herein, die im Verlaufe der ſechs Ge⸗ ſchäftstage auf 1200 Ballen anliefen. Es waren aber auch ſtändig Käufer anweſend und die Nachfrage im allgemeinen nicht nur eine gute, ſondern auch eine vielſeitige. Freilich galt ſie auch in dieſer Woche vornehmlich dem Holledauer Produkt und von dieſem wieder den Mittelqualitäten, die ſich neuerdings durch Vorrücken in der Bewertung ge⸗ beſſert haben. Daneben wurden aber auch Hersbrucker Gebirgshopfen, Aiſchoründer, Württemberger(Tettnanger), Badiſche Bodenſeehopfen und erſtmals in dieſer Satſon om offenen Markte auch Spalter Landhopfen gehandelt; letztere brachten für gutmittel bis prima 100, per Ztr. Der Einkauf erfolgte in ruhiger Weiſe bei feſtem Preis⸗ ſtand. Geſamtwochenumſatz rund 1000 Ballen. Bei Wochen⸗ ſchluß notierten nach amtlicher Feſtſtellung in/ je Ztr.; Prima Mittel Geringe Hersbrucker Gebirgshopfen 60—70 4555 95405 Aiſchgründer— 45—55 Hallertauer 90—108 7085— Spalter Lanoͤhopfen 100—— Württemberger 100 90—95— Badiſche 75—85 55—70— Schlußſtimmung ruhig bei unverändert feſten Preiſen. Am Saagzer Markte hat ſich die Geſchäftslage wetter ge⸗ beſſert. Bei lebhafter Geſchäftstätigkeit, er 0 Angebot und verſtärkter Nachfrage, beſonders chend gutem auch ſeitens ousländiſcher Brauereivertreter, haben die P faſt durchwegs um 10 v. H. gewonnen. Die N ngen gehen von 400—600 Kronen bei ſehr feſter Preistendenz. — Der belgiſche Markt liegt noch ruhig; es wurden bis jetzt nur unbedeutende Geſchäfte betätigt. Schlußnotierun⸗ gen 300—375 Franes.— Der franzöfiſche Markt iſt immer belebt, doch ſind wenige Geſchäftsabſchlüſſe zu verzeichnen. Die Notierungen gehen von 180—250 Franes. * Schifferſtadter Gemüſeanktion vom 17. Okt. Auf der heutigen Auktion notierten: Tomaten 15—21, Bohnen 14 bis 27, Erbſen 16—23, Roſenkohl 35—36, Korptten 2,5 bis 2,75, Zwiebeln 2,5, Rotkraut 3,75—5,25, Weißkraut 1/15 bis 1,20, Wirſing—2, Spinat—6, rote Rüben 2,5, Felö⸗ ſalat 16—20, Endivien—2, Kopfſalot—6, Kopfſellerie —6, Blumenkohl—52. Anfuhr und Abſatz gut. * Neuſtadter Obſtgroßmarkt vom 17. Okt. Bei mittel⸗ mäßiger Anlieferung und lebhaftem H Kaſtanien, koſteten pro Pfund Aepfel 22—40, Birnen 8 Kaſtanien 12—23, Mandeln 25, Quitten 2530, 815, Trauben 26—94 Pfg. * Freinsheimer Obſtgroßmarkt vom 17. Okt Zentner Anfuhr und gutem Abſatz w erzielt: Birnen 12—22, Zwetſchgen Trauben blaue 20—23, weiße 34— 96 und 2 Deviſen markt Im keutigen Frühverkehr notieren Pfunde gegen 0 del, vor allem in 30, Tomaten 30 30, New Hork. 488.— Schweiz 25,02 Stockholm„ 138.09 Paris 12889 Holland.. 12.06/] Madrid. 48,89 Brüſſel 34.84 Oslo 18,16% D Rm. 4,2035 Mailand 92.82 Kopenhagen 18.16¼½ 1 Pfunde„„ 20,48 Frachtenmarkt Ouisburg⸗Ruhrort 17. Olt. War wiederum zelten Par⸗ und dle Das Geſchäft an der heutigen Börſe ziemlich ſtill. Bergreiſen waren, von ve tien abgeſehen, nicht am Markt. Die Schlepplöhne erfuhren keine Aenderung. — 2 A Samstag, 18. Oktober 1930 Sängerrunde Mannheim Ueber den Herrenausflug der Sängerrunde Mannheim iſt in der„Wimpfener Zig.“ folgendes zu leſen: Als am Samstag, 4, Oktober, der 18.24 Uhr hier eintref⸗ fende Zug in die Station einfuhr, wie richteten ſich zahl⸗ reiche Augen auf die blinkenden Inſtrumente unſerer ſtäd⸗ tiſchen Muſikkapelle, die mit einem kräftigen Tuſch einen Willkommengruß entbot. Wir Wimpfener aber ſtanden voll Erwartung an der Schranke, ob„ſie“ gewiß auch kommen werden. Ja, nun entſtiegen ſie den Wagen und kamen an⸗ gerückt, durch ihre Sängermützen eine geſchloſſene Einheit darſtellend: über 100 Herren der Sängerrunde Man n⸗ hei m. Raſch waren nach kurzer Begrüßung Reihen gebil⸗ det; und nun ging es unter den Klängen eines flotten Mar⸗ ſches dem Unteren Tor zu und herein in die alte reizvolle Stabt durch das Spalier vieler Einheimiſchen auf den Marktplatz. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorſitzenden des Geſangvereins„Concordia“— und auch im Auftrag des mitanweſenden Herrn Bürgermeiſters— erfolgte ſodann die Zuweiſung der Quartiere. Als gegen 21 Uhr die prachtvoll beleuchteten ſtimmungs⸗ vollen Räume des Mathildenbades ſich gefüllt hatten mit all den frohen Menſchen, die der kommenden Dinge harrten, er⸗ ſtiegen zunächſt die Sänger der„Concordia“ das geräumige Podium, um mit dem Schwäbiſchen Sängergruß und dem Chor„Schwinge dich auf, mein Lied!“ die Brücke zu ſchla⸗ gen zu den Darbietungen der„Sängerrunde“. Es ſei darüber geſagt: Muſikanten aus der Palz, Mannheims ſtarke„Sängerrunde“, Würzte uns mit anderm Salz, Als wir haben, manche Stunde. Ja, der Liederabend, traut, Im Mathildenbad gegeben, Hat die Herzen hoch erbaut Und erweckt viel neues Leben. Rühmlich boten ſie uns dar Perlen deutſcher Liederweiſen; Dazu der und jener Star War ob ſondrer Kunſt zu preiſen. So Franz Weinreich am Klavier; Philipp Brunner, Opern ſingend; Heinrich Schäfer, mit Manier Echte Pfälzer Komik bringend. Auch Herr Vetter, ganz apart War ber Wohlklang den ſie brachten; Und noch manches Sängers Art Auch im Chor war ſehr zu achten. Trefflich klangen dazuhin Kernig deutſche Mannesworte: Gut iſt's Doktor Fetſch verliehn, Aufzutun die rechte Pforte. Man könnte ſo fortfahren; doch faſſen wir uns im übri⸗ gen kurz. Bis lange nach Mitternacht wollte niemand an Aufbruch denken. Trotzdem war vormittags 9 Uhr alles zur Stelle zwecks Führung durch die vielen Sehenswürdigkeiten, wobei namentlich das Burgviertel mit den Reſten der Hohen⸗ ſtaufenpfalz und die Stiftskirche im Tal die gebührende Beachtung fanden. Zwiſchenhinein wurden die Herren Bür⸗ germeiſter Sailer, Lehrer Kubach(Vorſitzender) und Lehrer Ripper(Dirigent der„Concordia“)— von der „Sängerrunde“ am Vorabend beim Bankett auch mit ihrer Süängernadel ausgezeichnet— durch je ein Ständchen geehrt. Eine ſichtliche Ueberraſchung bereitete den Mannheimern das am 27. April eingeweihte Kurmittelhaus mit ſeiner überaus vorteilhaften Lage und ſeinen muſtergül⸗ ligen Einrichtungen.„Wir kommen wieder, ſei es allein oder mit Familie, wenn uns Gebreſten drücken, oder ſei es in größerer Geſellſchaft! Ihr müßt uns aber auch einmal in Bälde beſuchen!“ Das war der Ausklang des Sonntags. Wie öde wäre er mit ſeinem Regenwetter geweſen, wie voll Leben hat er ſich ſo geſtaltet. Das Band der Freundſchaft, bei manchem güten Tropfen— ob es nun Schwabenwein, Markgräfler ber Pfälzer war— gefeſtigt; möge es ſich ſtark erweiſen. Heil der Sängerrunde Mannheim mit ihrem mannhaften Vorſtand Wilhelm Specht, ihrem trefflichen Chormeiſter Auguſt Bro x und ſo vielen tüchtigen, insbeſondere auch ſtandhaften älteren Sängern! Gewiß hat Euch die Ab⸗ ſchiedsſtunde gezeigt, wie wert Ihr ganz Wimpfen gewor⸗ den ſeid. 3 Deulſch⸗Evangeliſcher Frauenbund Die Vorſitzende der Ortsgruppe Mannheim, Fräulein Ida Scipio, eröffnete die erſte Verſammlung dieſes Winters und begrüßte die anweſenden Mitglieder. Nach einigen Mitteilungen bezüglich der nahe bevorſtehen⸗ Hen Pfälziſch⸗Badiſchen Tagung des Bundes übergab ſie das Wort der diesmaligen Referentin, Frl. Lie Meta Ey l ans Hannover, zu ihrem Vortrag über:„Wolfram von Eſchenbachs Frau engeſtalten in ihrer Be⸗ deutung als deutſcher Frauentyp.“ Die Red⸗ 1 0 führte aus, wie uns das Studium unſerer alten Heülſchen Dichter Einblick gewährt in die Lebensverhält⸗ Miſſe, Sitten und Gebräuche ihrer Zeit. wie es beſonders löhnend iſt, ſich zu beſchäftigen mit den Werken Wolframs von Eſchenbach, den wir wohl werten können als den größten! deutſchen Dichter vor Goethe durch ſeine um⸗ fäſſende Lebensanſchauung innerhalb ſeines Kreiſes, des mitelalterlichen Rittertums. In ſeinen Dichtungen ſchil⸗ dert er das Leben der Ritter. Kampfesdienſt und Frauen⸗ Hienſt hatten ſie ſich zu eigen gemacht in Geſittung und Schönheit, längſt bevor die geſittete Lebensführung auch einzubringen vermochte in die Bürgerkreiſe und zwar nach dem Vorbilde des Rittertums. Von Südfrankreich her kam zuerſt der Minnegeſang durch die Troubadoure. Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg waren unter anderen ihre Dichter und ſtanden ganz im Dienſte der Frauenver⸗ hrung und Verherrlichung. Demgegenüber tritt bei Wolf⸗ ram das männliche Ideal des kämpferiſchen Ritters mehr in den Vordergrund; danach erſt kommt ihm der Minne⸗ dienſt. Und doch zeigt er uns ſeine Frauengeſtalten in lebendiger plaſtiſcher Schönheit. Huld und Treue ſind ihm in ſeinen Dichtungen die ewigen Sterne. Vor allem aber die beiderſeitige eheliche Treue und Kameradſchaft im Glück und im Unglück. Sehen wir ſeine beiden größten Geſtalten: Konwiramur, die Gemahlin Parſifals, und Gyburg, das ſarazeniſche Fürſtenkind, als Gattin Wille⸗ hems von Oranien. Beide voll fraulicher Weichheit, aber auch voll ſelbſtändiger Kraft und Stärke. Sie herrſchen mit und neben ihrem Manne; aber ſie unterjochen ihn nicht als ihren Diener. Und neben dieſen beiden ſehen wir in Herzeleide, die von ihrem Gemahl verlaſſene Mutter des Parpſiſal, das Idealbild der mütterlichen Frau— und Jeſchute, unſchuldig verſtoßen von ihrem eiferſüchttigen Gatten, ihr Elend tragend in Würde und ſchlichter Größe. Seinen Werken fehlt es auch nicht an ſoröden Frauen, dem Maune die Eroberung ſchwer machend— und nicht an un⸗ verheirateten Frauen, die voll gewürdigt an der ritterlichen Wemeinſchaft teil haben. Jedoch iſt es immer nur das Ideal des ritterlichen Krauenlebens, welches Wolfram uns geſchildert hat und welches zu damaliger Zeit ſich gewaltig abhoß von der Lage der Frau in den bürgerlichen Schichten. Was aber der Ritterfrau im Mittelalter ſchon gegeben war, das mit ihrem Mane gemeinſame Wirken zur Hebung der Lebensformen innerhalb ihres Standes, iſt das, was wir heutigen Frauen uns erſehnen in der Gemeinſchaft unſeres geſamten Volkes zum Wohle der ganzen Nation. H. ehei Am letzten Freitag abend hielt im Gartenſaal der Harmonie der Heidelberger Garten bau⸗ verein ſeine erſte Verſammlung für das Winter⸗ halbjahr ab. Der erſte Vorſitzende des Vereins, Gartenbaudirektor Diebolder, ſprach in einem längeren Vortrag über die Geheimniſſe der Pflanzenwelt, dem wir folgendes entnehmen: Ein prächtiges Naturwunder, geheimnisvoll in ſeiner Schönheit, bietet uns die gegenwärtige Jahres⸗ zeit. Es iſt geradezu eine Pracht, wenn man die Verklärung der Natur kurz vor dem Laubabfall, die herrliche Färbung der Bäume und Sträucher beobachtet. Da ſind es einige, die ſich durch beſondere Schönheit und maleriſche Farbenpracht auszeichnen. Trotzdem faſt alle höheren Pflanzen mit den grünen Farbſtoffträgern, den Chlorophyllkörnern, ausge⸗ ſtattet ſind, färben ſich die meiſten ehedem grünen Blätter auf verſchiedene Art und in den verſchieden⸗ ſten Farben unter dem Einfluß der herbſtlichen Kühle. Man braucht ſich nur die amerikaniſchen Eichen zu betrachten. Welch ein Farbenſpiel findet ſchon hier bei den verſchiedenen Sorten ſtatt. Schar⸗ lach⸗ bis dunkelblutrot färben ſich die Blätter. Aller⸗ dings ſind es die ausländiſchen Gehölze, deren Fär⸗ bung ſo überaus herrlich iſt. Man nennt den ſagen⸗ umwobenen, geheimnisvollen Gingko nicht umſonſt den goldenen Wunderbaum, der in Japan heute noch „Heiliger Baum“ genannt wird. Dieſer und die Sumpfzeder ſtammen noch aus prähiſtoriſcher Zeit. Einen beſonderen Reiz nimmt der als Schling⸗ gewächs an unſeren Häuſern allgemein beliebte wilde Wein ein, deſſen Blattwerk ſich zurzeit dunkel⸗ ſcharlachrot gefärbt hat. Nicht allein die Herbſtfärbung der Pflanzen iſt bemerkenswert, auch die ſommerliche Buntblättrigkeit vieler Gewächſe ſei hervorgehoben. Die von der gewöhnlichen grünen Blattfärbung abweichende Farbe der Blätter tritt bei manchen Arten infolge einer ſtarken Behaarung, wie bei der Silberpappel, der Oelweide u. dgl., ein, bei andern dagegen iſt ſie das Produkt einer Varia⸗ tion, die durch Zufall oder durch Hybridiſation ent⸗ ſtanden iſt. In letzterem Falle kommt es häufig vor, daß viele buntlaubige Pflanzen nicht konſtant bleiben, ſondern wieder in ihre Urform abweichen. Schon in früheren Jahrhunderten hat man dieſe rot⸗ oder goldblättrigen Pflanzen in den Gärten ganz Mann Neuen heime 2 miſſe der Pflanzenwelt beſonders geliebt. Verſchiedene tropiſche Blatt⸗ pflanzen, wie Blattbegonien und Caladien, haben derart ſchön gefärbte Blätter und Zeichnungen, daß ſie als Schmuckpflanzen allererſten Ranges gelten können. Beim Anblick der Letzteren hat ſchon Schil⸗ ler ganz begeiſtert ausgerufen:„Schön hat Flora euch geſchmücket, ſchön das Kleid mit Licht geſticket, mit der Farben Götterpracht.“ Die knolligen Arten dieſer Gewächſe wachſen in ihrer Heimat faſt aus⸗ ſchließlich an den Ufern der Flüſſe, wo ſie während der heißen Jahreszeit ihre Blätter verlieren und ruhen. Geradezu herrliche Zeichnungen haben unſere neueſten Blattbegonien und Coleus, die ihres ſchmucken Farbenſpiels wegen zu den dankbarſten Zimmerpflanzen gehören und allgemein beliebt ge⸗ worden ſind. Nicht nur durch eigenartige Färbung, auch durch ſonderbare Formen⸗ und Blütenbildung zeichnen ſich ganze Pflanzenfamilien aus. So gelten die Palmen als die Fürſten der Pflanzenwelt. Al⸗ lein über 1000 Arten dieſer majeſtätiſchen Pflanzen⸗ familte kommen in den tropiſchen Urwäldern vor und geben dort den Bewohnern Nahrung, Kleidung und Wohnung. Die Farne gelten als die geheim⸗ nisvollſten Pflanzen. Dieſe große Familie kommt in allen Zonen vor, beim kleinſten moosähnlichen Ge⸗ bilde angefangen bis zu den Baumrieſen der Tro⸗ pen. Ariſtokraten nennt man dieſe Orchideen. Dieſe ſind in dem Reichtum von ſeltſamen, oft geheimnis⸗ vollen und maleriſch gefärbten Blumenformen keiner zweiten Pflanzenfamilie an die Seite zu ſtellen. Ueberdies beſitzt ein großer Teil einen angenehmen Geruch und durchläuft alle Farbentöne vom zarteſten Weiß bis zu den dunkelſten Gebilden. Auf den höch⸗ ſten Baumkronen der Tropen kommen ſie als Epi⸗ phyten vor, wie die Bromeliengewächſe. Die Kakteen dagegen finden wir als größtenteils blattloſe Sukku⸗ lenten mit Agaven, Alben und manchen Wolfsmilch⸗ arten im Wüſtenlande. Eine geheimnisvolle Kraft aber wohnt den Arzneipflanzen inne, die ſchon von den alten griechiſchen und römiſchen Aerzten hoch⸗ geſchätzt waren. Nicht minder geheimnisvoll ſind auch die Sinnpflanzen, die bei der geringſten Berüh⸗ rung die Blätter zuſammenfallen laſſen. Grade die geheimnisvollſten Gewächſe ſind es, die wir in Kul⸗ tur genommen haben, ſei es durch die Schönheit der Blätter oder Blüten oder durch die geheimnisvolle Wunderkraft, die den Pflanzen innewohnt. r. 6. Allgemeine Deutſche Weißkrenz⸗Tagung Der Deutſche Sittlichkeitsbund vom Wei⸗ ßen Kreuz hatte in der alten Lutherſtadt Witten⸗ berg vom.—6. Oktober ſeine Reichstagung. Sie wurde am Freitag durch einen Begrüßungsabend im großen Saale des Schloßgartenhotels eröffnet, bei dem u. a. der Vorſitzende des Bundes, Oberkonſiſto⸗ rialrat Dr. Koch, die Feſtverſammlung begrüßte. Super⸗ intendent Prof. Meichsner überbrachte die Grüße des Kirchengemeinderats und der Kirchengemeinde Witten⸗ berg, Studiendirektor Heubner vom Predigerſeminar die der jungen Theologenſchaft. Der Ehrenvorſitzende und Gründer des Bundes, Reg.⸗Oberlandmeſſer R. Toellner⸗Soeſt, hielt einen Vortrag über 40 Jahre Weißkreuzarbeit. Im Chriſtl. Verein Junger Männer Berlin wurde vor 40 Jahren von einigen jungen Männern der Bund gegründet. Der Name des heim⸗ gegangenen Forſtmeiſters von Rothkirch, Freiherr von Stark, u. a. ſind mit der Weißkreuzgeſchichte eng ver⸗ bunden. Die Arbeit geſchieht nun in nahezu 1100 Orts⸗ gruppen und Zweigſtellen. Ueber 120 000 junge Männer ſind in den Bund aufgenommen und kämpfen unter der Fahne des Weißen Kreuzes für ſittliche Reinheit in unſe⸗ rem Volk. Am Samstag hielt Reichsſekretär Lüſt⸗Kaſſel in der Aula des Melanchthongymnaſiums einen Vortrag über „Weißkreuzler als Schuldner ihres Vol⸗ kes“. Daran ſchloß ſich nachmittags im gleichen Raume der Vortrag von Univerſitätsprofeſſor Geheimrat D. Schaeder⸗ Breslau über„Die geiſtigen Zuſammen⸗ hänge des ſittlichen Niederganges unſeres Volkes“ und abends in der Stadtkirche der Vortrag des Direktors Paſtor Stuhrmann⸗ Godesberg über das Thema „Der furchtbare Ernſt der Stunde“. Sonntag vormittag fand in der Schloßkirche der zahl⸗ reich beſuchte und muſikaliſch anziehend und reich aus⸗ geſtattete Feſtgottesdienſt ſtatt. Die Feſtliturgie nach alt⸗ reformatoriſcher Weiſe ſang Pfarrer Kempff in Ver⸗ bindung mit dem Kirchenchor unter Muſikdirektor Straubes Leitung und dem Gemeindegeſang. Die Feſtpredigt hielt der betagte Generalſuperintendent D. Schöttle⸗ Magdeburg im theus 6, V. 11 und 12. Am Nachmittag fand in der Stadtkirche, von der zur Feier des Tages die Kirchenfahne wehte, eine zahlreich beſuchte Anſchluß an 1. Timo⸗ Feſttagung ſtatt. Der 1. Vorſitzende des Bundes, Oberkonſiſtorialrat Dr. Koch, begrüßte die Feſtverſammlung. Zahlreiche Glückwünſche waren eingegangen, u. a. vom Evangeliſchen Oberkirchenrat in Berlin, von den Generalſuperintenden⸗ ten Hendler⸗ Berlin und Zöllner ⸗Münſter. Als Vertreter des Konſiſtoritums der Provinz Sachſen grüßt Generalſup. D. Schöttle, als Vertreter der Stadt Wittenberg Oberbürgermeiſter Wur m. An Stelle des verhinderten Reichswarts D. Stange⸗Kaſſel überbrachte Reichsſekretär Lüſſt⸗Kaſſel die herzlichſten Grüße namens des Vorſtandes des Zweigverbandes der Jungmänner⸗ bünde Deutſchlands. Dann grüßte eine große Reihe von Vertretern der verſchiedenen Landesverbände des Weißen Kreuzes. Reichsſekretär Lü ſt⸗Kaſſel führte in ſeinem Feſtvortrage u. a. folgendes aus: Wir müſſen dieſe Jubiläumstagung hineinſtellen in die Not unſeres deutſchen Landes, die wir bezeichnen können mit den Worten Goethes aus„Johanna Sebus“:„Der Damm zerreißt, die Flut erbrauſt“. Wir dürfen nicht' tatenlos zuſehen, wie der Damm zerreißt. Sünde und Not arbeiten ſich in die Hände. Wir haben es glücklicherweiſe verlernt, auf das Heer der Arbeitsloſen zu ſchauen, als ſeien ſie Menſchen zweiter Klaſſe. Wir müſſen es ihnen danken, daß ſie bisher die Disziplin bewahrt haben. Tauſende hat die Not hinausgetrieben in die fran⸗ zöſiſche Fremdenlegion. Aus aller wirtſchaftlichen Not klingt der Unterton von der ſittlichen Not unſeres Volkes. Ueber 4,5 Milliarden Mark werden jährlich für Alkohol ausgegeben. Den Weg, zu dem Frankreich 50 Jahre ge⸗ braucht hat, iſt Deutſchland in einem Jahrzehnt gegangen. Seit 1920 übertrifft Berlin die Stadt Paris an Unfruchtbar⸗ keit. Berlin iſt heute die unfruchtbarſte Stadt der ganzen Welt. Wir fordern Geſetze zum Schutze der Sittlichkeit und zur Bekämpfung der Unſittlichkeit. Aber alle Geſetze helfen nichts, wenn nicht ſtarke ſittliche Perſönlichkeiten dahinter ſtehen. Der oberſten Kirchenbehörde müſſen wir ſagen: Schafft dem Bunde vom Weißen Kreuz freie Bahn. Keine Gemeinde darf ohne Ortsgruppe des Weißen Kreuzes ſein. Dieſe Ortsgruppen müſſen die Kampfestruppe ſtellen gegen die entchriſtlichende und entſittlichende Welle, die durch unſer Volk geht. Darum: Hinein in den Kampf für unſeres Vol⸗ kes Wohl! Das Schlußwort ſprach Direktor Stuhr⸗ mann Godesberg. An dieſe eindrucksvolle Feſttagung ſchloß ſich eine Ver⸗ ſammlung für Verlobte und Verheiratete im Saale des Schloßgartenhotels an. Bei dieſer ſprach Nationalrat Dr. med. Hoppeler⸗Zürich über das Thema:„Im Kampf um die chriſtliche Ehe und Familie“. Abends war im gleichen Saal ein Männervortrag, bei dem Dir. Pf. Stuhrmann über das Thema:„Volk am Ab⸗ grund“ ſprach. Zu gleicher Zeit ſprach in einer Jugend⸗ verſammlung in der Aula des Melanchthongymna⸗ ſiums Bundesſekretär Schlenker⸗ Berlin über„Die Not des fordernden Triebes“ und in der Stadtkirche in einer Frauen⸗ und Mädchenverſammlung National- rat Dr. med. Hoppeler über„Sexuelle Revolutionen“. Der Montag wurde durch eine Morgenandacht im Saal der Chriſtl. Gemeinſchaft eröffnet. Darnach war Vortrag in der Aula des Melauchthongymnaſiums, wo Univerſitäts⸗ profeſſor Geheimrat D. Schaeder das Thema behandelte: „Iſt die Hoffnung auf den ſittlichen Aufſtieg unſeres Volkes bibliſch berechtigt?“ Pfarrer Knabes⸗Leipzig⸗Döſen be⸗ handelte die Frage:„Wir werden wir ſolcher Verantwor⸗ tung gerecht?“ Den Ausklang der Tagung bildete abends eine gemeinſame Feier des heiligen Abendmahls in der Stadtkirche und der Schlußvortrag(Elternvortrag) des Dir. Pf. Stuhrmann:„Eltern, es geht um eure Kin⸗ der.“ An die Tagung ſchloß ſich vom 7. bis 10. Oktober Schulungstagung der Gruppenleiter gerlichen Mitarbeiter an. Friedr. Steeger, Mannheim. eine und ſeelſor⸗ —— Neuregelung der Wohnungswirtſchaft Der Bun d Deutſcher Mietervereine e... Sitz Dresden, hat an die Regierungen, die Parlamente, politiſchen Parteien und andere Körperſchaften eine Druck⸗ ſchrift verſendet als Antwort der Mieterſchaft auf das Programm der Reichsregierung. In dieſer Schrift be⸗ ſchäftigt ſich der Bund mit der von der Reichsregierung angeſtrebten„Neuregelung der Wohn ungs⸗ wirtſchaft.“ Er ſchreibt dazu folgendes: „Bisher ſtanden aus den Mitteln der Hauszinsſteuer jährlich 850 Millionen./ zur Verfügung. Nunmehr will die Reichsregierung nur noch die knappe Hälfte, nämlich 400 Millionen R. 4, zur Förderung des Wohnungsbaues bereitſtllen. Während von den 850 Millionen R./ jährlich mehr als 300 000 Wohnugen gebaut werden konnten, können nunmehr nur noch 165 000 Kleinwohnungen finan⸗ ziert werden. Auf die einzelne Wohnungen entfällt nur noch ein Baudarlehen von rd. 2400.. Da die Baukoſten für eine Kleinwohnung in beſcheidenen Ausführungen aber 8000 R./ betragen, fehlt für jede Wohnung ein Ka⸗ pital von rd. 5600.“, das auf dem freien Geldmarkt durch Aufnahme von Anleihen oder Hypotheken beſchafft werden müßte. Darüber hinaus ſollen aus dem freien Kapitalmarkt noch 50 000 Wohnungen finanziert werden. Die Nettokoſten für erſtſtelliges Hypothekengeld be⸗ tragen immer 9 bis 10 v. H. Geld mit ſolchen Zins⸗ ſätzen iſt für den Wohnungsbau nicht zu gebrauchen, weil die ſich daraus ergebenden Mieten für den allergrößten Teil der Wohnungsſuchenden unerſchwinglich ſind. Auch Zinszuſchüſſe und Mietbeihilfen können hier nicht helfen und bürden der Allgemeinheit nur untragbare Laſten auf. Hier müſſen Reichsrat und Reichstag eingreifen und das Wohnwirtſchaftsprogramm der Reichsregierung ſo ver⸗ beſſern, daß der Schaden, der durch die Abſichten der Reichsregierung herbeigeführt wird, noch rechtzeitig ver⸗ hindert wird.“ 41. Jahrgang/ Nr. 483 Hindenburgbund Der Hin den burgbund, Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei Mannheim, veranſtal⸗ tete am 11. und 12. Oktober ein Jugendtreffen Mannheim— Wies baden. Eine große Schar von Jungmannen und Jungmädchen beteiligte ſich trotz des reg⸗ neriſchen Wetters an der Fahrt. Der feſtliche Empfang im Hauptbahnhof Wiesbaden ſtellte ſofort den kameradſchaft⸗ lichen Kontakt her. Der von den Wiesbadener Bundes⸗ freunden ſehr ſchön arrangierte Unterha Ut ungs⸗ abend brachte neben Gemeinſchaftsliedern Lieder zur Laute, deklamatoriſche Vorträge und muſikaliſche Genüſſe. Der 1. Vorſitzende der Wiesbadener Jugendgruppe, Herr Otto⸗Heinz Vor bach, begrüßte herzlich. Im weiteren Verlauf des Abends ergriff der Mannheimer Jugendführer, Herr Karl Gudernatſch, das Wort, um in einer kurzen Anſprache von der Bedeutung der großen Gemeinſchaft zu ſprechen, die unbedingt in den Reihen der Hindenburgbünde Platz greifen müſſe, damit wieder echte deutſche Fröhlichkeit und Kameradſchaft in die Jugend getragen werde. Seine Ausführungen klangen aus in dem Hochruf auf den Schutz⸗ herrn der Jugendbewegung, den greiſen Reichspräſidenten von Hindenburg. Im Anſchluß daran erklang das Deutſchlandlied. Mit einem Tänzchen, das die Jugend noch lange beiſammen hielt, wurde der wohlgelungene Abend be⸗ endigt. Der Sonntag vormittag führte die Mannheimer Teil⸗ nehmer und Wiesbadener Bundesfreunde zu einer Beſich⸗ tigung der Stadt zuſammen. Neben den Sehenswür⸗ digkeiten, die die herrlich gelegene Stadt zu bieten hat, war der Beſuch der Neurodeburgerhöhe ein Hochgenuß. Zu Füßen lag Wiesbaden. Drüben grüßte freundlich das be⸗ nachbarte goldene Mainz. Auf der Höhe hat das 8oziger Denkmal einen Ehrenplatz geſunden. Das Mittags mahl vereinigte Alle noch zu einigen frohen Stunden. Der Nach⸗ mittag war ausgefüllt durch einen Spaziergang nach dem Rhein. Im Bootshaus war Kaffeetafel und Tanz. Kurz vor Abfahrt des Zuges wurde im Zentralhotel Abſchied ge⸗ nommen. Nach Dankesworten des Vorſtandsmitgliebes Frl. Anne Baum Mannheim, nahm der Führer der Wiesbadener Gruppe nochmals Gelegenheit, für den Beſuch zu danken, der ſeinen Zweck völlig erreichte. Mit einem Glück auf! und Gut Deutſch! wurde Wiesbaden verlaſſen. Nicht unerwähnt ſei die große Opferwilligkeit der Gaſtgeber, Mitglieder des dortigen Ortsvereins der Deutſchen Volks⸗ partei, die eifrigſt um das leibliche Wohl der Mannheimer bemüht waren. Dieſe Gaſtfreundſchaft verdient innigſten Dank. 3 Verband der Vereine ehemaliger Realſchüler Zeutſchlands Der Verband hat auf ſeiner 12. Tagung am 20. und 21. September in Zwickau folgende Entſchließ ung einſtemmig angenommen: 5 Der 12 e Verbandstag der Vereine ehe⸗ maliger Realſchüler Deutſchlands e. B. hat ſich in ſeinen Beratungen u. a. eingehend mit der augenblick⸗ lichen Lage des Realſchulweſens e Der Verbandstag ſteht auf dem Stondpunkt, daß die alte Realſchule in ihrem Aufbau für Induſtrie, Handel und Gewerbe, auch für die mittlere Beamtenlaufbahn ſo vorzügliche Vorbildung bot, daß eine Umwandlung der Realſchule nach der Seite zweckmäßiger Berufsbildung im Sinne der Wirtſchaftsſchule keinen Erſatz für die be⸗ währte Allgemeinbildung guf der früheren Realſchule bieten konn. Der Verbarsstag tritt alſo entſchieden für die einſtige Realſchule ein. Ein Ausbau der Oberreal⸗ ſchule mit vierjührigem Oberbau würde dieſer Abſicht widerſprechen und muß alſo verhindert werden. . Inkls-TALEMD EB Samstag, 18. Oktober armonie⸗Geſellſchaft Mannheim, D 2. 6: 8 8 9 Uhr: Geſellſchaftsabend für die Angehörigen der Harmonie⸗Geſellſchaft. Arion, JIſenmaunſcher Männerchor: 8 Herbſtfeier mit Ball abends 729 Uhr im Kolpinghaus, 1. Eintritt 1 1. Deutſchnationaler Handlungsgehilſen⸗Verband: Abends 8 Uhr: Kundgebung des Deutſchen Gewerk⸗ ſchaftsbundes, Stellungnahme zum Notprogramm der Regierung, Preis⸗ und Lohnabbau. Es ſprechen: Georg Broſt, Mitglied der Verwaltung des D. H.., Heinrich Imbuſch, Vorſitzender des D. G. B. Sonntag, 19. Oktober Motorfahrer⸗Club Mannheim E. V.(D. M..): Ausfahrt nach Forſt/ Pfalz bei Wachenheim, Lokal zum Schwarzen Adler. Treffpunkt: 1 Uhr 30, Rheinluſt. Fahrwarte: Herren Günther und Stahl. Montag, 20. Gkiober Deutſchnationaler Handlungsgehilfen⸗Verband: N 20 Uhr: Beginn des Schulungskurſus für Jugendführer. Kaufmannsſchule des D. H..: Lehrgänge und Vorleſungen. Dienstag, 21. Oktober Kurzſchriftverein Gabelsberger von 1874, Hans⸗Thoma⸗ Schule, D 7, 22: Dienstags und Freitags 19.30— 21.00 Uhr: Anfänger⸗ u. Fortbildungskurſe für Einheitskurzſchrift. Deutſchnationaler Handlungsgehilfen⸗Verband: 20 Uhr Vortrag: Wirtſchaft und Kolonialpolitik. Kaufmaunsſchule des D. H..: 19 Uhr: Franzöſiſch, Maſchinenſchreiben.— 20 Uhr: Reichskurzſchrift.“ Die Frachtenberechnung der Bahnen im deutſchen Binnenverkehr und im Wechſelverkehr mit ausländiſchen Bahnen.— 21 Uhr: Bilanztechnik und Bilanzkritik. itswoch, 22. Oktober Kaufmannsſchule des D. H..: 20 Uhr: Selbſtkoſtenberechnung im Warenhandel und Fabrikbetrieb.“ Engliſh Club in the D. H. V. Uebungs⸗ abend der Badiſchen Verſicherungs A. G.(Scheinftrma). Donnerstag, 23. Oktober Bad.⸗Pfälziſcher Luftfahrtverein, Mannheim: Treffpunkt jeden Donnerstag abend im Palaſthotel „Mannheimer Hofs“, Klublokal in den Kellerräumen, neben der Weihenſtephanſtube.— Motorflugſchule jeden Abend ab 6 Uhr auf dem Flugplatz. für Kaufleute— nicht Kaufmannsdeutſch. Frefag, 24. Gktober Kaufmannsſchule des D. H..: 19 Uhr: Engliſch für Anfänger./ Franzöſiſch für An⸗ fänger./ Maſchinenſchreiben für Anfänger.— 20 Uhr: Engliſch Oberſtufe.) Bankbuchhaltung. Betriebswirt⸗ ſchaftliches Seminar. Uebungsabend der Firma Theod. Froſch, D. H. V./ Arbeitsgemeinſchaft für Politik. — Nachdruck verboten.— Lebensmittel ⸗Großhandlung, Scheinfirma im Samstag, 18. Oktober 1930 BSoltesdienſt-Drönung Evangeliſche Gemeinde Sonntag, den 19. Oktober 1930. In allen Gottesdienſten Kollekte für den Evang. Frauen⸗ verband für Innere Miſſion. Trinitatiskirche:.30 Predigt, Vikar Dr. Barner; 10 Pre⸗ digt, Pfr. Roſt; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Stober; 11.15 Chriſtenlehre, Pfarrer Renz. Konkordienkirche: 10 Predigt, Vikar Karle 11.15 Kinder⸗ gottesdienſt, Vikar Karle, 11.15 Chriſtenlehre f. Knaben, Kirchenrat Maler; 12 Chriſtenlehre f. Mädchen, Kirchen⸗ rat Maler; 6 Predigt, Vikar Jaeger. hriſtuskirche: 10 Amts⸗Einführung von Pfarrer Mayer ich Kirchenrat Dekan Maler, Predigt Pfarrer Mayer ch 11.15 Chriſtenlehre, Pfarrer Dr. Hoff und n: 10 Predigt, Vikar Schmitt; 11 Kindergottes⸗ ikar Schmitt. kirche:.30 Predigt, Landeskirchenrat Bender; 11 iſtenlehre der Nordpfarrei, Landeskirchenrat Bender; 8 Lichtbildervortrag im Gemeindeverein der Friedens⸗ kirche. Pfarrer Scheel, Diakoniſſenmutterhaus Mannheim ſpricht über: Gegenwartsaufgaben der Diakonie. Johanniskirche: 10 Predigt, Vikar Schoepf; 11 Chriſten⸗ lehre für Knaben, Pfarrer Emlein; 11.15 Kindergottes⸗ dienſt, Vikar Schoepf; 11.45 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Emlein; 6 Predigt, Pfarrer Emlein. Lutherkirche: 10 Predigt, Pfr. Dr. Lehmann; 11.15 Kinder⸗ gottesdienſt, Vikar Ratzel; 11.15 Chriſtenlehre f. Knaben u. Mädchen, Pfr. Jundt; 11.15 Chriſtenlehre für Knaben, 7 Pfarrer Dr. Lehmann; 6 Eröffnungsgottesdienſt für den N Konfirmandenunterricht, Pfarrer Jundt. Melauchthonkirche: 10 Predigt, Pfarrer Rothenhöfer(Er⸗ öffnung d. Konfirmandenunterrichts f. beide Pfarreien); 11 Kindergottesdienſt, Vikar Hörner; 11 Chriſtenlehre, Pfarrer Rothenhöfer und Pfarrer Heſſig. Neues Städt. Krankenhaus: 10.30 Predigt, Pfarrer Kiefer. Diakoniſſenhaus: 10.30 Predigt, Pfarrer Horch. Jendenheim: 10 Predigtgottesdienſt, Vikar Sauerhöfer; 11 Kindergottesdienſt, Vikar Sauerhöfer; 11.15 Chriſten⸗ lehre für Knaben, Vikar Sauerhöfer. Käfertal:.30 Hauptgottesdienſt, Pfarrer Luger; 10.45 Kin⸗ dergottesdienſt, Pfarrer Luger;.30 Chriſtenlehre für Knaben, Pfarrer Luger. Matthäuskirche Neckarau:.30 Predigt, Pfarrer Maurer; 10.30 Einweihung des Gemeindehauſes. Rheinau:.30 Predigt, Vikar Jaeger; 10.30 Chriſtenlehre für Knaben; 11.15 Kindergottesdienſt. Sandhofen:.30 Hauptgottesdienſt, Pfr. Dürr; 11 Chriſten⸗ lehre für Knaben, Pfarrer Dürr; 11.30 Kindergottes⸗ dienſt, Pfarrer Dürr. Vikar Becker; Seckenheim:.30 Hauptgottesdienſt, Kindergottesdienſt, Vikar Becker. Pauluskirche Waldhof:.45 Chriſtenlehre f. Knaben, Vikar Wörner;.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Wörner; 10.45 Kindergottesdienſt, Vikar Wörner. 2. eee 12.30 Wochengottesdienſte: Trinitatiskirche: Dienstag abend 8 Andacht, Pfarrer Roſt. Mittwoch vorm. 7 Morgenandacht. Konkordienkirche: Donnerstag abend 8 Andacht, Pfr. Horch. Chriſtuskirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Pfr. Dr. Hoff. Johanniskirche: Donnerstag abend 8 Andacht, Pfr. Emlein Lutherkirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Pfr. Frantzmann. Pauluskirche Waldhof: Mittwoch abend.30 Andacht im Konfirmandenſaal, Vikar Wörner. Evang.⸗luth. Gemeinde (Diakoniſſenhauskapelle, F 7. 29). Sonntag nachm. 5 Uhr Predigt und hl. Abendmahl, Pfarrer Wagner. Anmel⸗ dung von.30 an. Die Chriſtengemeinſchaft Bewegung zur religiöſen Erneuerung. Sonntag vorm. 10 im Rückgebäude U 6. 11, Friedrichs⸗ ring: Die Menſchenweihehandlung und Predigt; 11.15 Sonntagsfeier für Kinder.— Mittwoch abend.15 in U 6. 11:„Anleitung zum Leſen des Evangeliums mit Erläuterung einiger Textſtellen“ von Pfr. W. Salewſfki. Dienstags u. Freitags vorm. 9 in der Kapelle des Hch.⸗ Lanz⸗Krankenhauſes, Lindenhof: Menſchenweihehandlg. Vereinigte evangeliſche Gemeinſchaften Enangl. Verein für innere Miſſion A.., Stamitzſtraße 15 (Inſp. Stöckle: Sonntag 3 allgemeine Verſammlung. Donnerstag.15 Bibelſtunde.— K 2, 10(Stadtmiſſionar Keidel): Sonntag 8 Verſammlg., Dienstag 8 C. V. J.., Donnerstag.00 Bibelſtunde.— Schwetzingerſtraße 90 Stadtmiſſ. Olpp): Sonntag 3 Verſammlung. Donnerstag .00 Bibelſtunde.— Neckarau, Fiſcherſtr. 31(Stadtmiſſ. Welk): Sonntag.00 Verſammlg. Dienstag.15 Bibel⸗ ſtunde.— Rheinau, Däniſcher Tiſch: Sonntag 8 Verſamm⸗ lung. Mittwoch.15 Bibelſtunde.— Bellenſtraße 52: Sonntag 8 Verſammlung. Freitag.15 Bibelſtunde.— Pfingſtberg, Herrenſand 42: Donnerstag alle 14 Tage.15 Bibelſtunde.— Sandhofen, Kinderſchule: Sonntag.00 Sandhofen Verſamml.,.30 Luzenb., Dienstag 8 Waldhof. Mittwoch 8 Sandhofen. Freitag.30 Luzenberg Bibelſtd. Feudenheim, unt. Kinderſchule: Sonntag 8 u. Dienstag 8 Bibelſtunde.— Käfertal, Gemeindehaus: Sonntag 8 Ver⸗ ſammlung. Weitere Veranſtaltungen(Sonntagsſchulen, C. V. j.., Jungfrauenvereine) ſind bei jeder Station zu erfahren. Landeskirchliche Gemeinſchaft„Bethesda ⸗ Heim“, L 11. 4. Sonntag 2 Kinderſtunde; 4 Jugendverein; abends 8 Ge⸗ miſchte Verſammlung. Dienstag abend 8 Männerſtunde, zugl..45 Evangeliſationsvortrag Schillerſchule Almen⸗ hof. Mittwoch abend 8 Gebetſtunde. Donnerstag nachm. 4 Frauenſtunde; abends 8 Bibelkränzchen für jg. Mädchen von 15—18 Jahren. Freitag abend 8 Evangeliſations⸗ vortrag Pfingſtberg, Oſterſtraße 30. Verein für Jugendpflege„Haus Salem“ e.., K 4. 10. Sonntag 2 Sonntagsſchule; J Jungmännerkreis; 4 Ver⸗ ein für junge Mädchen; 8 Evangeliſations⸗ Vortrag.— Dienstag 8 Gebetſtunde.— Mittwoch 8 Männerſtunde u. 8 Evangeliſations⸗Verſammlung Almenhof, Streuber⸗ ſtraße 46.— Donnerstag 4 Frauenſtunde; 8 Blaukreuz⸗ verſammlung. S Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 9. Sekte/ Nummer 483 Evangeliſche Gemeinſchaft, U 3. 23. Sonntag.30 und 4 Predigt, Prediger Sautter; 11 Kindergottesdienſt.— Montag abend 8 Frauen ⸗Miſſionsverein.— Mittwoch mittag 5 Religionsunterricht; 8 Bibel⸗ u. Gebetſtunde. Donnerstag abend 8 Jugendverein.— Samstag mittag 3 Jugendgruppe. Süddentſche Vereinigung für Evangeliſation und Gemein⸗ ſchaftspflege(Landesk. Gemeinſchaft), Lindenhofſtr. 34: Sonntag abend 8 Miſſtonsverſamml.(Miſſionar Strauß, China). Mittwoch 8 Bibelbeſprechung. Samstag.15 Männerabend. Jugendbund für E.., a) jg. Männer: Sonntag fällt aus, Dienstag.15; b) Jungfrauen: Sonn⸗ tag 4 u. Donnerstag 8. Knabenbund: Samstag.30 für Knaben von 10—15 Jahren. Adventgemeinde, J 1. 14. Sonntag abend 8 Vortrag. Mitt⸗ woch abend 8 Bibelſtunde. Freitag abend 8 Jugendſtunde. Samstag vorm. 9 Sabbatſchule; 10 Predigt; nachm. 3 Kindergottesdienſt. Blaukrenzverein Mannheim I, Meerfeldſtraße 44, Hinterh. Sonntag vormittag 11 Uhr Hoffnungsbund, Gärtner⸗ ſtraße 17; abends 8 Blaukreuzſtunde Gärtnerſtr. 17.— Montag abd..45 Bibel⸗ u Gebetſtunde. Mittwoch nach⸗ mittag 4 Hoffnungsbund; abends 8 Blaukreuzſtunde.— Baptiſten⸗ Gemeinde Mannheim, Max ⸗Joſeph⸗ Straße 12. Sonntag vormitt..30 Gottesdienſt; 11 Sonntagsſchule; nachm. 4 Gottesdienſt, anſchließend Gemeindeſtunde;.30 Jugendſtunde.— Mittwoch abend 8 Bibelſtunde. Die Heilsarmee, C 1. 15. Sonntag vorm..30 Heiligungs⸗ verſammlung; Sonntag u. Mittwoch 8 Heilsverſammlg.; Freitag 8 Heiligungs⸗Verſammlung. Sonntagsſchulen: Sonntag 11 u..30; Mittwoch 5; Donnerst. 4 Liebesbund. Methodiſten⸗ Gemeinde Gben⸗Ezer⸗Kapelle, Angartenſtr. 26. Sonntag vorm..30 Predigt, Prediger Kehrer; 11 Sonntagsſchule; abends 8 Gemeinde Verſammlung. Mittwoch abend 8 Bihel⸗ und Gebetſtunde. Donnerstag nachm. 3 Frauen⸗Miſſions⸗ verein. Samstag nachm. 4 Religions unterricht. Katholiſche Gemeinde Sonntag, den 19. Oktober 1930. Obere Pfarrei(Jeſnitenkirche: Von 6 an Beichtgelegenh.; 6 Frühmeſſe;.45 hl. Meſſe;.30 Singmeſſe m. Predigt; .30 Kindergottesdienſt mit Predigt;.30 levit. Hochamt mit Segen; 11 hl. Meſſe mit Predigt; nachm. 2 Chriſten⸗ lehre;.30 Herz⸗Mariä⸗Bruderſchaftsandacht mit Segen; abös. 7 Roſenkranzandacht mit Segen, ebenſo jed. Abend. St. Sebaſtianuskirche— Untere Pfarrei: 6 Frühmeſſe und Beginn der Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe, 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Hauptgottesdienſt mit Predigt, Hoch⸗ amt und Segen; 11 Kindergottesdienſt mit Predigt; nach⸗ mittags 2 Chriſtenlehre für Mädchen;.30 feterl. Veſper mit Segen;.30 Roſenkranzandacht mit Segen, anſchließ. Predigt für die Jungfrauenkongregation. Neues Thereſien⸗ Krankenhaus: Sonntag.15 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt. Heilig⸗Geiſt⸗Kirche: 6 Beichte u. hl. Meſſe; 7 Frühmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt u. feierl. Hochamt mit Segen; 11 hl. Meſſe mit Predigt; 2 Chriſtenlehre für Jungfrauen;.30 feierliche Veſper mit Segen; 7 Roſen⸗ kranz⸗Andacht mit Segen. 8 Singmeſſe Roſenkranz⸗ St. Peter: 6 Beichtgelegenheit; 7 Frühmeſſ mit Predigt; 10 Hochamt mit Predigt; 6. Andacht mit Ausſetzung und Segen. 8 Liebfrauenkirche: Von 6 an Beichkgelegenheit;.30 Frs meſſe; 8 Singmeſſe;.30 Predigt u. Amt vor ausgeſetz Allerheiligſten; 11 Singmeſſe mit Predigt; nachm..8 Roſenkranz mit Segen. 5 Katholiſches Bürgerſpital:.30 Singmeſſe 10 Gymnaſiumsgottesdienſt.. St. Peter⸗ und Paulskirche Feudenheim:.30 hl. Beichte; 7 und.15 hl. Kommunion;.30 Kommunion⸗Singmeſſe; .30 feierlich. Hauptgottesdienſt; 11 Schülergottesdienſt; abends.30 Roſenkranzandacht mit Segen. a Herz⸗Jeſu⸗Kirche Neckarſtadt⸗Weſt: 6 Frühmeſſe u. Beicht⸗ gelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Singmeſſe mit Predigt; 11 levitlertes Hochamt vor aus ⸗ geſetztem Allerheiligſten m. Predigt(Kindergottesdienſt); abends 7 Roſenkranzandacht mit Segen. St. Bonifaz Neckarſtadt⸗Oſt: 6 Frühmeſſe m. Beichtgelegen⸗ heit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Hochamt mit Predigt; 11 Singmeſſe mit Predigt; 2 Chriſtenlehre für Mädchen;.30 Mutter⸗Gottes⸗Andacht; abends.30 Roſenkranzandacht mit Segen. Städtiſches Krankenhaus: Sonntag 6 Frühmeſſe mit An⸗ ſprache;.15 Singmeſſe mit Predigt. St. Joſef, Lindenhof: 6 hl. Meſſe, Beichtgelegenh.; 7 Kom⸗ munionmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt und feierlich levit Hochamt mit Segen; 11.15 Singmeſſe mit Predigt; nachm. 2 feierliche Veſper mit Segen; 7 Roſen⸗ kranz⸗Andacht mit Segen. St. Jakobuspfarrei Neckarau:.45 Frühmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; 9 Chriſtenlehre für Jünglinge.30 Hoch⸗ amt mit Predigt; 11 Singmeſſe m. Predigt;.30 Chriſten⸗ lehre für Mädchen; 2 Herz⸗Jeſu⸗Andacht mit Segen. St. Paul:.15 Singmeſſe mit Predigt, anſchließ. Chriſten⸗ lehre; 11 Singmeſſe mit Predigt. St. Franziskus, Waldhof: 6 Beichte; 7 Kommuntonmeſſe mit Frühpredigt;.15 feierl. Hochamt mit Predigt und Segen in der Kapelle der Spiegelfabrik;.30 feterl. Hoch⸗ amt mit Predigt u Segen; 11 Singmeſſe und Homilie in der Kapelle der Spiegelfabrik; 11 Schülergottesdtenſt m. Predigt u. Singmeſſe;.30 Chriſtenlehre für Jünglinge und Veſper;.30 Sonntagsabendandacht mit Segen. St. Laurentiuskirche Käfertal:.30 Beichte u. Austeilung der hl. Kommunion;.15 Frühmeſſe; 9 Predigt u. Amt mit Ausſetzung; 11 Schülergottesdienſt mit Predigt; Chriſtenlehre fällt aus; abends.30 Roſenkranzandacht. St. Bartholomäus ⸗ Pfarrkirche Sandhofen:.30 Beichte; 7 Frühmeſſe mit Kommunion;.30 Schülergottesdienſt tit Predigt; 10 Predigt und Amt;.30 Chriſtenlehre für Mädchen und Herz⸗Jeſu⸗Andacht;.30 Roſenkranzandachtz St. Antoniuskirche Rheinau:.30 Beichtgelegenheit,.80 Frühmeſſe;.15 Hochamt mit Predigt, Tedeum u. Segen; 11 Schülergottesdienſt mit Predigt; nachm..30 feierliche Kirchweihveſper mit Segen. Alt⸗Katholiſche Gemeinde(Schloßkirche) Sonntag vorm. 10 Deutſches Amt mit Predigt.— Montag vormittag 8 Seelenamt. 30 mit Predigt; A eißze Mileh- das Beste! an kalten Tagen! eise Würstchen mit Kartoffelsalat. Geöffnet von 7 Uhr früh bis 11 Uhr abends (auch Sonntags) la. weiser Käse mit Pellkartoffeln eine Delikatesse für den Feinschmecker! Stets frische Voghurt, Camembert, Ia. Butter, Pfälzer Kornbrot— Alles zu bekennt mäßigen Preisen! Täglich ab 6 Uhr abends: Sauermilch, Schweizer Käse, am Uni- Vorsum nkhalle, 07, Four dle selbst- Iodes-Anzeige unser lieber Onkel 1 Archifeki heute in die Ewigkeit abgerufen wurde. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß Herr Viktor Lindner Mannheim(L 12.), den 16. Oktaber 1930. Die trauernden Hinterbliebenen betätigte Maus musik S 426 eln PIANO Kauf oder Miete, neu und gesplelt NekET Pfianolagor 2, 10, Kunststr. Klaviere u. 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H. 3 ö forderung zum Bieten anzumelden und bei Schuhe 2 Paradeplatz Widerſpruch des Gläubigers glaubhaft zu machen, ſonſt werden ſie im geringſten Gebot nicht und S bege b Mannbeim 0 a neben der Hauptpost 839 bei der Erlösverteilung erſt nach dem Anſpruch des Gläubigers und nach den übrigen Rechten berückſichtigt. Wer ein Recht gegen die Verſteige⸗ rung hat, muß das Verfahren vor dem Zuſchlag aufheben oder einſtweilen einſtellen laſſen, ſonſt tritt für das Recht der Verſteigerungserlös an 8— N 8 die Stelle des verſteigerten Gegenſtandes. See ah Fabrik ohne jeden eee„ Jeſtlak., Speise-, Herrenzimmer u. Küchen in ll. Holsarten, aus best. Material geschmack 1 Nacßeskührt äußerst preiaw. ständt Lager a) . Lechner ir. Aglasterhausen:: fel, 38 5 i Ratenabkommen mit der Bad. Beamtenbank 15 i 8150 0 8 . abel Mannheim, p 2, 14 uis- A- us der Hauptpost NORMAL OOSE 300 DOPPEL DOSE 77 N Dr. med. Alfred Strauß Facharzt f. Nerven- u. 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LUIS TRENKER in seinem ersten Ton- aus den und Sprechfilm Bergen: herbohnderweigen Berge Einer der besten und dank der zwingenden Wucht seiner Bilder einprägsamsten aller Hochgebirgsfilme! Außer LUIS TRENK ER spielen und sprechen: Renafe Müller Marla —— Solve Leo Peuker — und ein ganzes Heer internationaler Sportkanonen! Jugendliche haben Zutritt! Tonfilm-Beiprogramml Beginn Werktags 3 Uhr, Sonntags 2 Uhr J l Wall In 8 Seutfern: der hochaktuelle, sensatlenelle Zeppelin-Ten- und Sprechfilm: Z. 1044 letzte Fahrt Kapitän Hals groge Liebe 10 rrufrelperide Akfe Die Katastrophe des Zeppelin 1044 am Südpol ist technisch hervor- ragend, erschütternd in Bild und Sprache, der Kampf der Mannschaft mit den Natur-Flementen ist in solchem Ausmaß noch nicht gesehen worden, wle der Sturmregen hoch in den Molken gegen das Luftschiff peitscht, Wie der immer mehr vereiste Luftriese auf die unendlichen Schnee- und Eisfelder niedergedrückt wird. Bilder und Worte, die unvergesslich bleiben! 0 Wow WI N S r Wc Hierzu das auserwählte, passende B EI P RO GR AM NM Beginn nachmittags 3 Uhr National-Theater Mannheim. Samstag, den 18. Oktober 1930 Nachmittags- Vorstellung Für die Höheren Lehranstalten Mannhelms Götz von Berlichingen von Goethe.— Eingerichtet auf Grund der ur- sprünglichen Fassung von 1771(Urgötz) und Sensatio Ulan Hanau-W frisch in dem inszeniert von Richard Dornseiff- Bühnenbilder: Eduard Löffler-Bühnenmusik: GustavsSemmelbeck. Anfang 15 Uhr Ende gegen 18 Uhr Personen: Kaiser Maximilian Karl Marx ötz von Berlichingen Hans Finohr abeth, seine Frau Ida Ehre „ seine Schwester Elisabeth Stieler sein Sohn 0 N sein Bube Bum Krüger Georg Köhler G. Römer-Hahn K. Haubenreißer Hans Godeck Erich Musil Ernst Langheinz Willy Birgel Eva Fiebig Hans Simshäuser 215 8 seine Knechte Bruder Martin Hanns von Selbitz Franz von Sickingen Lerse Adelbert von Weislingen Adelheid von Walldorf Franz, Weislingens Bube Fräulein der Adelheid Bischof von Bamberg Abt von Fulda Johannes Heinz Liebetraut Raoul Alster Olearius, Doktor beider Rechte Fritz Linn Ein Hofmann Fritz Walter Kurfürst von Mainz Ein Nürnberger Kaufmann Ein Hauptmann Erster) Knecht des Kaiser-(Harry Bender Zweiter) lichen Heeres(Joseph Renkert Knecht des Selbitz K. Haubenreißer Kaiserlicher Rat Raoul Alster Ratsherr von Heilbronn Fritz Linn at Fritz Walter Hans Fassott Wilhelm Kolmar Fritz Linn Johannes Heinz stzler 3 755 ö Anführer der aut-(echt Heger 75759 rührerischen Bauern r Grätin von Helfenstein Lene Blankenfeld Max Stumpf, plalzgräfl. Diener Johannes Heinz Ein Bauer Harry Bender Wache Fritz Walter Samstag, den 18. Oktober 1990 Vorstellung Nr. 46. Miete E Nr. 6 Der Tenor der Herzogin Operette in 3 Akten nach einem Lustspiel von Heinrich Ilgenstein von Richard Keßler Musik von Eduard Künneke Musikalische Leitung: Karl Klauß Inszenierung: Allred Landory Tänze: Aennie Häns Anfang 20 Uhr Ende nach 22.30 Uhr Personen: Rudolf von Niemeyer, Opernsänger Walter Joo Hilde, dessen Frau Sophie Karst Bubi, beider Söhnchen Hans Horlacher Ernestine. Herzogin- Witwe Anna Usell Prinz Bernhard, ihr Neffe Walt. Friedmann Molly Bruck, Operettensoubrette Mizzi Seibold Graf Pri ill witz, Intendant d. Hoftheat. Hugo Voisin Frau Hofrat Wegebold, Präsidentin des Vereins„Die Legitimen“ Nora Landerich 55 0 Alfred Landor y Ein Oberkellner Ostermann, Lakai . Aöhenganen . Nibelungensaal, 20 Uhr Heute Samstag: 12 erstkl. artist. Programm-Nummern im großen Karl Zöller 10¹ i Varieté Sonntag: Einmalige Wiederholung: 1 Die Dollarprinzessin 8 In jeder Ausführung Drucksachen lefert prompt Druckerel Dr. Haas, G. m. b.., Mannheim f 1,-6 5 Karten ab 60 Pig. hageskasse im Rosengarten an beiden agen von 11-13 u. ab 15 Uhr geöffnet Annem, Schradiek 15 5 Richard Dornseiff( be Nordaffare Paul Helermapn 5 5 ach dem glelchnamigen Stück v. Kurt Götz) Karl Wegscheider f 7 5 TrTaglich unser nelles Doppel-programm; spannenden 100% igen Dazu Jarl de enn orten 1— Aliee 1 8 8 Anfang: 20,.00, S. 5 .00, J HAN 687 0 A. N 11201 ö Ane 2 I l. 1 dieser Saison: Sonntag, 19. Oktober e 11.30 Uhr F229 M. a H. Schüredl F 229 Boutle-Jeppiche 2000 C... RM. 63.78, 48.50 Boucle-Läufer 67/68 om breit, schwere Ware, per m RM. S. 33,.85 Dielen- Teppiche(Kees) mod. Dessins 70 e RM. 35.— Dielen-Jeppiche cokos) mod. Dessins 200000 m RM. 45.— plüsch-Teppiche 200,C2bb... BM. 90.—, 81.—, 45.— Bellworlagen in allen Größen.. RM. 18.—, 10.78,.—,.75 Divan decken. RM. 17.—, 18.—, 12.30, 10.— Beglelt-Vortrag Herzůog A. F. v. Mecklenburg. Das Alltags- Leben d. afrikanischen Negers, seine Freuden und Leiden werden in diesem Kultur-Tonfilm erstmals gezeigt. Jugendliche haben Zutritt. DALAST uNIVER SUR DIE BESTE DEUTSCHE ro NFILM-OPERETTE EIN IAN CO, FUR DliecH ur wuly FOgSsT e FEE NMAlT EN OSCAR KAEIWEIss 0 FEENST VEREBES& PAUL OTTO NEGIE: GFZ A VON BOLVA RT 0 1 SE POSS A M IK NY ALS FAHREN ODER SRNGER UFA fGN We We 4 015 889 5 2850 So NAG, 18. Of VORNM.I1. 30 DURen uNdBEKANNTES AFRIKA LESEN U. TRFISEN N DER NF AHF PUB. LIF RIA 0 6 ei 9 1 af ee N reise:.. d. 80 bis.50, Kinder: Halbe prelse. Besonders günstige Gelegenheitskäufe in Linoleum D. Teppiche 200400 em fehlerfrei... EN. 32.—, 29.— D. Jeppiche 2504350 n C 52.— Druck-Läufer: 67 em 0 cm 100 om 110 m 133 em breit per Mtr. RM..70.50.85.30.73 Inlaid-Jeppiche durch und durch 2000450.... RM. 44.— Inlaid-Jeppiche durch und durch 2004800 em.. 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Gesangsfilm 141⁴⁴ 5 Täglich 1 0 8 Uhr Sonntags Casispiel 5 0 des Berliner Meiropol-Theajers zum dritten Male verlängert! mit Hammersänger in seiner Glanzrolle als Sou 1 nachm. 4 Der größte Erfolg, den Mannheim bis jetzt gesehen! 105 8 FRANZ N Lisa: HGreie Riſiller-NMorelli wegen des großen Andrangs an der Abendkasse empienlt es sich, dle Karten reitzeitig im vorverkaul zu besorgen Vorverkauf bei Wronker.-., 5 im Theater 10 bis 2 Unr und abends ab 6 Uhr 2 Vorsfellungen 4½ u. abds. 7% Uhr Hans ee ee H. Ferd. Heckel, Tel. 21624 Pong Hassenstunden 8251 Herschelbad Wellenbad f Hauptdarsteller: Unna Müller-Iincke Harry Frank Kurt Lillen Frilz Kampers Carl de Vogt Harbacher Kemp Ambrus- Damman Nsuperkönigs letzt. Stegs 7 humorvolle Akte 8244 .30,.30,.30 W arüin pelel die Männer sie an? morgen Sonntag Im Pfalzbau Sonmſag, den 6 ffen 14188 Eintritt 50 Pig. einschl. Steuer rt-S AI Ludwigshafen 10. Okflober, ab 8 Uhr abends tlic her Tanz Tanz- Anmeldungen zu Kursen und Privatstunden erbeten. 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