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Februar 1931 142. Jahrgang— Nr. 57 Ruhiger Geſchäftsbetrieb im Reichstag Nur kleinere Vorlagen Kompromiß mit der Reichsregierung über den Sparantrag der Deutſchen Volkspartei Neuregelung der Geſchüftsordnung Schneller Verlauf der ersten Sitzung Drahtbericht unſeres Berliner Büros s Berlin, 4. Febr. Der Reichstag iſt nun wieder beiſammen. Der Auftakt nach mehr als ſiebenwöchiger Pauſe war er⸗ ſreulich ſtill und geräuſchlos. Dranse kein Polizei⸗ aufgebot, keine Abſperrungen, keine Anſammlungen. Drinnen ruhiger Geſchäftsbetrieb. Aller⸗ dings enthielt die Tagesordnung keinerlei auf⸗ zeizende Gegenſtände. Man zollte, wie üblich, den Toten die Ehre, und widmete ſich dann einigen kleinen Vorlagen und dem Geſetz über die Entſchädigung der gewerbsmäßigen Stellen vermittler. Dem deutſchnationalen Kritiker, der über die Ver⸗ nichtung eines ganzen Berufsſtandes Klage erhob, entgegnete der Miniſter Stegerwald achſel⸗ zuckend, daß eben dieſes Geſetz im Zug der Umge⸗ ſtaltung der Arbeitsloſenverſicherung und der Ar⸗ beitsvermittlung liege. So wird denn alſo auch ſicherlich der Ausſchuß, dem die Vorlage überwieſen wurde, ihr ſeinen Segen erteilen. Uebrigens verließen die Nationalſozialiſten während der Rede des Kommuniſten den Saal. Hernach verwarf das Haus den nationalſozialiſti⸗ ſchen Einſpruch gegen die Amtsführung des Präſi⸗ denten während des letzten Reichstagsſturms im Dezember. Die Nationalſozialiſten rächten ſich, in⸗ dem ſie bei der dritten Leſung des Geſetzentwurfs über die Erſtattung von Kriegswohlfahrtsausgaben an die Länder und Gemeinden für jeden ihrer zahl⸗ teichen Anträge namentliche Abſtimmung verlangten. Dieſe Anträge wurden indes ſamt und ſonders mit wechſelnden Mehrheiten abgelehnt. Nach ſolchem Hindernisrennen konnte das Geſetz endgültig verab⸗ ſchiedet werden. Die erſte Reichstagsſitzung im neuen Jahre war damit beendet. Leichte Neigung zum Optimismus“ Drahtbericht unſeres Berliner Büros . E Berlin, 4. Febr. Dieweil das Plenum tagte, wurde draußen in den Wandelgängen dem Parlament das Horoſkopge⸗ ſtellt. Während noch bis vor kurzem die Meinung überwog, daß der Reichstag ſich ſchon bald als arbeits⸗ unfähig erweiſen und bis zum Herbſt nach Hauſe ge⸗ ſchickt werden würde, macht ſich nun eine leichte Neigung zum Optimismus bemerkbar. Es gibt neben den Zweiflern doch auch manche einſichtige Politiker, die eine ordnungsmäßige Erledi⸗ gung des Etats, wie ſie die Regierung anſtrebt, für möglich halten. Nach der Kanzlerrede am Don⸗ nerstag wird man vielleicht ſchon etwas klarer ſehen. Als günſtiges Omen mag es immerhin gedeutet wer⸗ den, daß in der geſtrigen dritten Ausſprache des Kanzlers mit dem volksparteilichen Führer Din⸗ geldey, bei der als Sekundant auf der einen Seite Finanzminiſter Dietrich, auf der andern der Etats⸗ ſuchverſtändige der Volkspartei, Dr. Cremer, fun⸗ gierten, man ſich auf eine Kompromißformel geeinigt hat. Danach ſoll in das Haushaltsgeſetz ein Ermächtigungsparagraph eingefügt werden, der dem Finanzminiſter das Recht gibt, nach Maßgabe ſich elwa vermindernder Einnahmen die Ausgaben herab⸗ zuſetzen. Die Volkspartei hat alſo ihre Forderung nach einer Kürzung des Etats um 300 Mil⸗ lionen/ nicht aufrechterhalten können. Die Schwierigkeiten, die von dieſer Seite her dem Kabinett drohten, dürfen mithin als beſeitigt gelten. Die Volkspartei, die bereits Anſtalten traf, ſich vom Kabinett Brüning zu diſtanzieren, hat ſich wieder zu ihrer alten Linie zurückgefunden. Ueber das Ergeb⸗ nis der Sparbeſprechungen in der Reichskanzlei hat die volksparteiliche Fraktion, die nach Schluß der Plenarſitzung zuſammentrat, eine kurze, in allge⸗ meinen Wendungen gehaltene Erklärung heraus⸗ gegeben. Ihr wird, wie wir hören, ein offiziel⸗ les Kommuniquee folgen, das am Mittwoch früh im Einvernehmen mit der Regierung formuliert werden ſoll. Vermutlich werden aus den Reihen der Oppo⸗ ſition bereits zum Etat des Kanzlers Mißtrauensanträge geſtellt werden, über die dann am Samstag abgeſtimmt werden ſoll. Der Kanzler hat indes die Entſcheidung kaum zu Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 4. Febr. Die interfraktionellen Verhandlungen über eine Aenderung, beſſer geſagt: Verſchärfung der Geſchäftsord nung ſind über Erwarten ſchon zu einem poſitiven Ergebnis gediehen. Die Reichstagsfraktionen, mit Ausnahme der Nationalſozialiſten, Kommuniſten und. Deutſchnationalen, werden bereits heute einen Antrag einbringen, der eine weſentliche Neuregelung bedeutet. Der Antrag iſt ſo formuliert, daß er keinen verfaſſungsändernden Charakter hat und zu ſeiner Abſtimmung keiner qualifizierten Mehrheit bedarf. Jufolgedeſſen hat man auf die urſprünglich vorgeſehene Beſtimmung über den Seſſionsſchluß und die Beſchränkung der Plenarberatungen auf zwei Leſungen verzichtet. Wie wir hören, iſt als Er⸗ gänzung zu dem Antrag eine Novelle zum Preſſe⸗ geſetz beabſichtigt, die gewiſſe Sofortmaßnahmen ent⸗ halten und vor allem verhindern ſoll, daß ſich Abge⸗ ordnete der ſtrafrechtlichen Verfolgung unter dem Schutz der Immunität entziehen. Gelingt es, die Geſchäftsorödnungsreform nun⸗ mehr auch im Reichstagsplenum durchzuſetzen, ſo iſt eine gewiſſe Gewähr für eine ruhige Abwicklung der Etatsberatungen gegeben. Die Agitation, die ſich ſo unliebſam in den Vordergrund drängte und ſchließ⸗ lich jede ſachliche Arbeit illuſoriſch zu machen drohte, wäre auf die Art ganz erheblich eingedämmt. In dem Ausſchuß, der den Antrag redigierte, hat ſich übrigens ein tragikomiſcher Zwiſchenfall ereignet. Den Verhandlungen wohnte auch ein Ab⸗ geordneter bei, der an der Debatte nicht teilnahm. Zum Schluß ſtellte es ſich heraus, daß es ein Nationalfozialiſt war, der von ſeiner Frak⸗ tion als Horchpoſten in das Ausſchußzimmer entſandt worden war. Zu dieſem Zwiſchenfall weiß die„D. A..“ noch ergänzend mitzuteilen, daß es ſich offenbar um einen ſorgfältig vorbereiteten Schachzug ge⸗ handelt habe. Von den Nationalſozialiſten war näm⸗ lich als Horchpoſten ein Abgeordneter ausgewählt worden, der den in ſo ziemlich allen Fraktionen vor⸗ kommenden Namen Meyer trägt. Der Abgeord⸗ nete, der den meiſten Mitgliedern unbekannt war und von ihnen für ein Mitglied der chriſtlich⸗ſozialen Fraktion gehalten wurde, nahm an den vertraulichen Beſprechungen als ſtummer Zuhörer teil. Er ſoll ſie ſogar mitſtenographiert haben. Im Gegenſatz zu dem für die Mitglieder der nationalſozialiſtiſchen Fraktion geltenden Codex hatte der Beobachter vorſichtiger⸗ weiſe ſein Parteiabzeichen abgelegt. Erſt zum Schluß wurde ſeine Parteizugehörigkeit auf⸗ geklärt. Nach dem„Berliner Tageblatt“ hatte der Abgeordnete infolge einer Namensver⸗ wechſlung eine Einladung zu der Be⸗ ſprechung erhalten. Die Erdbebenkataſtrophe in Neuſeeland Schretkensberichte von Augenzeugen Tauſend Perſonen ſchwer verletzt Londoner Vertreters S London, 4. Februar. Ueber“ das Erdbeben in Neuſeeland ſind jetzt Augenzeugenberichte eingetroffen, die ein Bild furcht⸗ barer Not und Zerſtörung entwerfen. Nach dem erſten Erdſtoß, der um Mitternacht vom Montag zum Dienstag(M. E..) eintrat, kam zehn Stunden ſpä⸗ ter noch ein zweiter faſt ebenſo ſchwerer Stoß, be⸗ gleitet von einer gewaltigen Springflut. Die Stadt Napier, eine Hafenſtadt von 20 000 Einwohnern, liegt in vollkommener Dunkelheit, da nicht nur das Waſſer⸗, ſondern auch das Lichtwerk zerſtört iſt. Die Hauptſtraßen der Stadt ſind ein Haufen von Ruinen, unter denen zahlreiche Tote und Verwundete liegen. Die Bergungsarbeiten werden von Soldaten und Polizei, ſowie von frei⸗ willigen Hilfstruppen aus allen Teilen Neuſeelands durchgeführt. U. a. iſt ein großes Luxushotel, eines der bekannteſten in Neuſeeland, vollkommen dem Erdboden gleichgemacht worden. Beim Ein⸗ ſturz eines Hoſpitals wurden Pflegerinnen und Patienten getötet. Außerhalb der Stadt ſind rieſige Oeltanks in Flammen. Eine Schule wurde ſo plötzlich vom Erdboden zerſtört, daß zahlreiche Schulkinder dabei um⸗ kamen. In den Hauptſtraßen ſtürzten die Gebände vollkommen überraſchend ein und töteten zahlreiche Straßenpaſſanten ſowie Leute, die in Automobilen ſaßen. Drahtung unſ. Auch andere Städte der nördlichen Inſel Neuſeeland ſind von dem Erdbeben ergriffen worden, das ſeinen Herd offenbar in einem in der Nähe von Napier be⸗ findlichen Vulkan hat. Die neuſeeländiſche Regierung hat ſofort Maß⸗ nahmen zur Linderung der Not ergriffen. Vier Ka⸗ binettsmitglieder ſind von Wellington aus unterwegs, um die Hilfsmaßnahmen zu organiſieren. Ein Kreu⸗ zer und ein Kanonenboot ſind vor der Reede von Na⸗ pier eingetroffen und haben alle entbehrlichen Mann⸗ ſchaften zur Hilfeleiſtung gelandet. Der Hafen ſelbſt iſt unbrauchbar geworden, da ſich der Meeresboden ſtark gehoben hat. Die Schiffe, die ſich zur Zeit des Bebens im Hafen befanden, mußten ſchleunigſt ausfahren und mehrere Kilometer vor der Brandung ankern. Die Berichte über die Zahl der Toten und Verwundeten ſchwan⸗ ken, doch iſt anzunehmen, daß nicht weniger als tau⸗ ſend Perſonen ſchwer verletzt worden ſind. Schon in den letzten Wochen waren aus Neuſee⸗ land Nachrichten über immer ſchwerer werdende Erd⸗ ſtöße eingetroffen, die als Anzeichen eines kommen⸗ den Ausbruches galten. Die Hafenſtadt Napier liegt am Fuße eines ſtändig rauchenden ſchneebedeck⸗ ten Vulkans, der in den letzten Wochen Anzeichen geſteigerter Tätigkeit zeigte. Offenbar hat man aber nicht damit gerechnet, daß die Kataſtrophe ſo bald und in ſolchem Ausmaße erfolgen werde. Die Zahl der Todesopfer noch unbekannt — Wellington 3. Febr.(Wolff.) Die erſten Angaben über die Verluſte an Menſchenleben, die das ſchwere Erdbeben gefordert hat, ſind nunmehr einge⸗ gangen. Im ganzen ſind bisher 24 Todesfälle gemeldet. Es handelt ſich dabei natürlich nur um Teilmeldungen. „„- fürchten; auch dem nationalſozialiſtiſchen Antrag auf ſofortige Auflöſung des Reichstags, über den dann gleichfalls abgeſtimmt werden ſoll, werden keinerlei Chancen gegeben. 5 Bei der außenpolitiſchen Debatte in der nächſten Woche befindet ſich Dr. Curtius in einer weit günſtigeren Poſition wie im Dezember, da man ſelbſt im Ausſchuß ihm hat einräumen müſſen, daß er in Genf durchgeſetzt hat, was im Augenblick überhaupt zu erreichen war. Trotzdem iſt mit einem ſcharfen Generalangriff der Oppoſition gegen die Außenpolitik der Regierung zu rechnen. Folgeuſchwere Granatenexploſion in Budapeſt Drei Tote, 15 Verletzte — Budapeſt, 3. Febr. Auf dem Teleki⸗Platz, an dem ſich viele Läden befinden, explodierte heute nachmittag gegen 2 Uhr eine Granate. Durch die Exploſion wurden drei Perſonen getötet und 13 verletzt, davon einige ſchwer. In Budapeſt wird gegenwärtig eine Reinigungs⸗ aktton durchgeführt, und die Ladenbeſitzer hatten das aus Kellern und Dachböden zuſammengetragene Ge⸗ rumpel aufgekauft und die Sachen vor ihren Läden aufgehäuft. In einem dieſer Haufen befand ſich eine Granate, die auf bisher noch nicht geklärte Weiſe zur Exploſion gebracht wurde. beit und Die Innen⸗ und die Außenpoliſik des Reichslandbundes Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 4. Febr. Der Reichslandbund hat ſich in den letzten Tagen mit ungewöhnlicher Schärfe gegen die Regte⸗ rung gewandt. U. a. hat der wieder ins Präſidium des Landbundes zurückgekehrte Graf Kalckreuth erklärt: Die Landwirtſchaft habe von der Regierung nur tönende Worte und halbe Maßnahmen gehört, die ſie ablehne. Sie ſelber habe ein um⸗ faſſendes Sanierungsprogramm vorgelegt. In der„Germania“ wird— und wir möchten glauben, von einer ſehr maßgeblichen Stelle darauf geantwortet, daß dieſe Sätze eine glatte Unverſchämtheit bedeuteten. Es wird daran erinnert, daß bei den Beſprechungen mit den offi⸗ ziellen Vertretern der„Grünen Front“ am 30. Jan., wie ja auch amtlich bereits zu leſen war, eine grund⸗ ſätzliche Einigung über die erforderlichen Hilfsmaß⸗ nahmen erzielt worden ſej.„Wir glauben zu wiſſen,“ ſo fährt die„Germania“ fort,„daß die agrariſchen Vertreter mit großer Zufriedenheit dieſe Schlußſitzung verlaſſen haben und daß auch die Herren Vertreter des Landbundes an dieſer amtlichen Formulierung perſönlich teilgenommen und ſie Wort für Wort gebilligt haben.“ Gerade ſo waren von einer Seite, die für un⸗ bedingt zunerläſſig zu halten wir allen Grund haben, auch uns dieſe Dinge geſchildert worden. Die Herren vom Landbund, von den Nationalſozialiſten und auch von Hugenberg, in ihren Kreiſen aufs Aeußerſte bedrängt, belieben nach außen den wilden Mann zu ſpielen. Unter vier Augen aber ſind ſie lammfromm und bitten die Regierung, ſie nur ja nicht im Stich zu laſſen. Man wird es verſtehen, daß der Kanzler wenig Neigung ſpürt, dieſe Politik mit doppeltem Boden ſich auf die Dauer gefallen zu laſſen. Hindenburg an den Reichslandbund — Berlin, 3. Febr. Der Herr Reichspräſident hat das an ihn gerichtete Telegramm des Reichslandbun⸗ des wie folgt beantwortet::* „Haben Sie vielen Dank für die freundlichen Grüße von der Reichslandbundtagung im Zirkus Buſch, die ich herzlichſt erwidere. Die Reichsregie⸗ rung, wie ich ſelbſt, ſind nach wie vor nach beſten Kräften bemüht, jede Möglichkeit auszunützen, um die Notlage der Landwirtſchaft zu beheben. Wir rechnen hierbei auf tatkräfige Mitar⸗ zielbewußte Selbſthilfe der Landwirtſchaft und hoffen zuverſichtlich, durch eine ſolche Zuſam menarbeit wieder beſſere Zeiten für die deutſche Landwirtſchaft zu erreichen.“ gez. von Hindenburg, Reichspräſident. Zentrum und Hakenkreuz Berlin, 4. Februar. Der Fraktionsvorſtand des Zentrums hat ſich in Gegenwart des Reichskanzlers geſtern abend mit dem angeblichen Briefwechſel zwiſchen dem Führer Kaas und dem nationalſozialiſtiſchen Abg. Feder beſchäftigt. Die„Germania“ gibt über die⸗ ſen Vorfall heute eine„Klarſtellung“. Danach hatte Feder ſich in einem Brief an den Prälaten Kaas gewandt und ihn auf Grund eines Berichtes im „Vorwärts“ über deſſen Kaſſeler Rede befragt und um Aufklärung erſucht, ob der Inhalt dem Bericht des ſozialdemokratiſchen Hauptorgans entſpreche. Nach der„Germania“ war die Form des Schrei⸗ bens ſo, daß Kaas von vornherein eine Beant⸗ wortung ablehnte. Er habe den Brief durch einen Abgeordneten an die nationalſozialiſtiſche Fraktion zurückgegeben und dabei bemerken laſſen, daß der Federſche Brief nicht beantwortet werden könne und würde. Wenn es Herrn Feder darauf ankäme, die Wahrheit zu erfahren über das, was Kaas in Kaſſel geſagt habe, ſo ſtände ihm dieſer ſelbſtverſtändlich wie jedem anderen zur Verfügung. Von politiſchen Geſprächen oder Unterhaltungen ſei weder damals noch heute die Rede geweſen. Feders in einem Teil der Preſſe verbreitete Er⸗ klärung, daß er eine Beſprechung mit Kaas haben werde, weil es ſelbſtverſtändlich ſei, daß die nächſte Regierungsbildung in Deutſchland nur durch ein e Zuſammenarbeit zwiſchen National⸗ ſozialiſten und Zentrum vollzogen werden könne, erweiſt ſich mithin als Apokryph. Die„Ger⸗ mania“ fügt ihrer Schilderung noch hinzu: „Falls Herr Feder an den Prälaten Kaas heran⸗ tritt, wird eine etwaige Rückſprache ſich lediglich auf Tatſachen mitteilungen beſchränken können und in keiner Weiſe ein Hinüberſpielen koalitionspolitiſcher Fragen geſtatten, für die alle Vorausſetzun⸗ gen fehlen.“ 2. Seite/ Nummer 57 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 4. Februar 1981 Kritik an der Steuergeſetzgebung Das badische Zentrum gegen das Steuervereinheitlichungsgeſetz Baden und das Tabakſteuergeſetz Auch ein Sparvorſchlag Eigener Bericht g Karlsruhe, 3. Febr. Fünf Stunden lang ſprach man am Dienstag von Steuern, und zwar von ſolchen für den Hausbeſitz, von Landes⸗ und Realſteuern, von Steuernachlaß und Steuerſtundung, von dem Steuerbukett der Notver⸗ ordnungen und derlei unliebenswürdigen Dingen. Der Wirtſchaftsparteiler von Au ſervierte einen al⸗ ten Bekannten— er tut dies ſeit 1924 alle paar Mo⸗ nate in regelmäßigen Abſtänden— und brachte erneut einen Antrag auf Aufhebung der Gebäudeſonderſteuer ein. Auch das Zentrum und die Kommuniſten haben ſich in Anträgen dieſer Sonderſteuer angenommen, aber Herr von Au tut es als Hausbeſitzer, Beauf⸗ tragter ſeiner Leidensgenoſſen und Präſident des Verbandes badiſcher Grund⸗ und Hausbeſitzervereine ſozuſagen aus Berufsleidenſchaft. Wenn man ſieht, wie im Laufe der Jahre der urſprüngliche Sinn die⸗ ſer Steuer verfälſcht, ſie„veredelt“ und immer mehr zur melkenden Kuh für blutarme Finanzminiſter wurde, dann wird man auch verſtehen, daß es dem Wirtſchaftsparteiler nicht ſonderlich ſchwer fiel, die Sonde der Kritik an den kranken Punkten dieſer Sonderſteuer anzuſetzen. Herr von Au hat ſogar die Genugtuung, daß ſich der Haushaltsausſchuß ſeinem Antrag bezügl. der erhöhten Gebäudeſonderſteuer in abgeänderter Form anſchließt und der Regierung empfiehlt, bei den Gemeinden dahin zu wirken, daß wirtſchaftlich ſchwachen Hauseigentümern bezüglich der jetzt angeforderten Nachzahlungen der erhöhten Gebäudeſonderſteuer weitgehendes Entgegenkommen gezeigt und insbeſondere auf Antrag zinsloſe Stun⸗ dung gewährt wird. Was Dr. Föhr als Sprecher des Zentrums zur Gebäudeſonderſteuer und anderen ſteuerlichen Un⸗ erfreulichkeiten im einzelnen ſagte, hatte mehr oder weniger polemiſchen Charakter; auf höherer Warte ſtanden aber ſeine grundſätzlicheren Ausführungen zu dem hentigen Stenerſyſtem in ſeiner Kompliziertheit und Undurchſichtigkeit. Da war es für einen Zentrumsmann außerordentlich er⸗ ſtaunlich und, könnte man faſt ſagen, verdienſtlich, mit welcher Schärfe Dr. Föhr gegen die Erz⸗ bergerſche Steuerreform zu Felde zog, wenn er auch den Vater der ſteuertechniſchen Umkrempelung in Deutſchland und doch auch ſo manchen Unheils nicht bei Namen nannte. Weg mit der Zentraliſierung und her nrit der regionalen Regelung, die die regio⸗ nalen wirtſchaftlichen Verhältniſſe berückſichtigt und den Ländern ihre Steuerkompetenzen gibt, war die Voſung, die das Zentrum heute im Landtage ausgab. Noch ſchärfer und auffallender war die erbitterte Kampfanſage, die Herr Föhr im Namen der badiſchen Zentrums⸗ partei dem Brüningſchen Steuervereinheit⸗ lichungsgeſetz in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 ankündigte. Er lehnte das Verein⸗ heitlichungsgeſetz nicht nur ab, ſondern machte der Reichsregierung auch zum Vorwurf, daß ſie den Ar⸗ tikel 11 der Reichsverfaſſung verletzt und die Gren⸗ zen einer Rahmengeſetzgebung überſchritten habe. Er begnügte ſich aber nicht mit dieſer Kampfanſage ſeiner Partei, ſondern rief den ganzen Land⸗ tag gegen das Steuervereinheitlichungsgeſetz auf, um auf dieſem Wege einen moraliſchen Druck auf die Reichsregierung im Sinne einer Geſetzesände⸗ Tung auszuüben. Es war natürlich für den deutſchnationalen Pri⸗ vatdozenten Dr. Schmitthenner nicht ſchwer, das Zentrum, das einſt hinter Erzberger ſtand und jetzt auf Herrn Brüning ſchwört, auf den inneren Widerſpruch ſeiner ſteuerpolitiſchen Haltung feſtzu⸗ leimen, er konnte aber doch die Bedeutung dieſer Kundgebung nur wenig ſchmälern, zumal auch er die verderblichen Auswirkungen unſeres Steuerſyſtems Unterſtrich. Wir Badener bekommen die Notverordnungs⸗ ſteuern noch in einer anderen Richtung zu verſpüren, nämlich in den unheilvollen Auswirkungen der Tabakſteuererhöhung, die in ſchwerer Kriſenzeit und in einem Lande größter Grenzlandnot einen wichtigen In du⸗ ſtriezweig erſchütterte und ihm vielleicht dauernde Schäden zufügte. In einem An⸗ trag zur Tabakſteuer verlangt denn auch das Zen⸗ trum Ausdehnung der im Geſetze vorgeſehenen Ent⸗ ſchädigungen auf die ganze Zeit, während deren die Schädigungen ſich tatſächlich auswirken; dieſem An⸗ trage ſchließt ſich auch der Haushaltsausſchuß mit einem kommuniſtiſcher Initiative entſpringenden Zu⸗ ſatze an, daß in die Entſchädigung auch die Kiſten⸗ fabriken einbezogen und die Gewährung der Ent⸗ ſchädigung an Arbeiter und Angeſtellte nicht von der Bedürftigkeit abhängig gemacht wird. Es iſt zu hoffen, daß die badiſche Regierung, wenn ſie ſich ihres Auftrages erledigt, in Berlin nicht an verſchloſſene Türen pocht. Das ziemlich einzig Poſitive, das im Verlaufe der Steuerdebatte in die Erſcheinung trat, war der im Parterre und auf den Tribünen faſt kaum beachtete Umſtand, daß Regierungsparteien gemeinſam mit Deutſcher Volkspartei heute einen Antrag als Zuſatz zum Finanzgeſetz einbrachten, der beſagt:„Beſchlüſſe .6 Millionen Arbeitsloſe in England Drahtung unſ. Londoner Vertreters 8 London, 4. Febr. Die Zahl der engliſchen Arbeitsloſen beträgt nach einer Mitteilung des Arbeitsminiſteriums 2593 605. Das find 11 Million mehr als vor einem Jahre, wenn auch ſeit der letzten Woche eine kleine Senkung eingetreten iſt. Die unauf⸗ hörliche Steigerung der Arbeitsloſenziffer iſt nach wie vor die größte und dringendſte Sorge der eng⸗ liſchen Wirtſchaft und Politik. Alle die verſchiedenen Notmaßnahmen und Notſtandsarbeiten, die der Staat unternommen hat, haben keine ernſtliche Erleich⸗ terung der Arbeitsloſigkeit hervorrufen können. Gleichzeitig hat aber die Unterſtützung der Arbeits⸗ loſen ſchwere Lücken in die Staatskaſſe geriſſen. Die Arbeitsloſenverſicherung hat bereits Japaniſch⸗ruſſiſcher Konflikt Telegraphiſche Meldung — Tokio, 3. Febr. In der Oeffentlichkeit herrſcht große Erre⸗ gung über die Nachricht, daß die Sowjfetregierung drohe, Japan die Fiſchereirechte in den ſibi⸗ riſchen Gewäſſern zu entziehen, weil Japan die am 2. Februar fälligen Gebühren in Höhe von an⸗ nähernd vier Millionen Pen nicht gezahlt habe. Der Grund der Verzögerung der Zahlung iſt darin zu ſuchen, daß Meinungsverſchiedenheiten über den Kurs entſtanden ſind, zu dem die Zahlung zu erfolgen habe. Der japaniſche Außenminiſter em⸗ pfing heute vormittag den ruſſiſchen Botſchafter, der darauf beſtand, daß die Zahlung zu einem Kurs von 40 Men für den Rubel erfolge, während Japan einen Kurs von nur 27% Yen anbot, Die Aufklärung des Münchener Raubmordes — München, 3. Febr. Bei den beiden jungen Burſchen, die geſtern unter dem Verdacht verhaftet wurden, den Raubmord an der Metzgermeiſters⸗ witwe Franke in der Gravelotte⸗Straße begangen zu haben, handelt es ſich um den 18 Jahre alten Hilfsarbeiter Betz und den 19 Jahre alten Wagen⸗ bauer Otto Schweiger. Die beiden Verhafteten haben bereits umfaſſende Geſtändniſſe abgelegt, beſtreiten jedoch die Tötungsabſicht und behaupten, ſie hätten Frau Franke nur berauben und am Schreien verhindern wollen. des Landtags, die eine Erhöhung der im Staats⸗ haushalt feſtgeſetzten Ausgabepoſten oder Minde⸗ rungen der Einnahmepoſten bedingen oder zur Folge haben, müſſen zu ihrer Rechtswirkſamkeit im gleichen Beſchluſſe Beſtimmungen über die Deckung der Aus⸗ fälle bringen.“ Dieſer Antrag, der die Mehrheit des Hauſes von vornherein hinter ſich hat, wird den immer wiederkehrenden Agitationsanträgen endlich einen Riegel vorſchieben, die zum Nachteil der Staatsfinanzen um die Gunſt der Maſſen buhlen, ſich aber um das finan⸗ zielle Gegengewicht nicht kümmern. Dieſer Antrag iſt umſomehr zu begrüßen, als trotz des auch heute vom Zentrum wieder der Sparkommiſſion erteilten Lobes deren Arbeiten nicht recht vom Fleck kommen wollen und zum mindeſten das Ergebnis dieſes ein⸗ jährigen Studiums bisher noch nicht in Form von Vorſchlägen der Oeffentlichkeit unterbreitet werden konnte. Die Hoffnung, daß die Verwirklichung der erwarteten Vorſchläge der Sparkommiſſion für Baden etwa eine Steuerſenkung zur Folge haben könne, hat heute zudem das Zentrum mit dem Hin⸗ weis auf die ungeheure ſchwebende Schuld des Landes gründlich verſalzen. Kredite in Höhe von 1,4 Milliarden Mark aufnehmen müſſen und die Regierung wird im Laufe des Monats noch ein Notgeſetz einbringen müſſen, durch das dieſe Kredite um weitere 200 Mil⸗ lionen Mark erhöht werden. Ferner werden am 1. April viele tauſend von Erwerbsloſen der ſtaatlichen Unterſtützung verluſtig gehen, wenn nicht inzwiſchen neue Beſtimmungen über die Kriſenunterſtützung getroffen werden. Auch hierfür iſt deshalb ein Geſetz fällig. Der Staats⸗ haushalt iſt durch dieſe notwendigen Ausgaben der⸗ art in Unordnung gebracht, daß man ſich zur Zeit abſolut nicht denken kann, auf welche Weiſe der Schatzkanzler das ungeheuere Defizit decken wird, das ſich ſicherlich ergeben wird, neue Steuern. wenn nicht durch Gouverneur Schnee 60 Fahre Zum 60. Geburtstag des Gouverneurs Schuee. Der ehemalige Gouverneur von Deutſch⸗Oſtafrika. Albert Hermann Heinrich Schnee, M. d.., begeht am heutigen 4. Februar ſeinen 60. Geburtstag. 1898 wurde er zum Richter im Bismarck⸗Archipel er⸗ nannt, ging dann nach Samoa und wurde 1908 ins Reichskolonialamt berufen, das er 1911 als Mini⸗ ſtertaldirigent verließ. 19121918 war er Gouverneur von Deutſch⸗Oſtafrika, ſeit 1924 gehört er dem Reichs⸗ —— Die Stkrafſache Kürten — Düſſeldorf, 3. Febr. In der Strafſache Kürten hat die Staatsanwalt ſchaft die Anklage erhoben und der Strafkammer in Düſſeldorf zur Entſcheidung über die Eröffnung dez Hauptverfahrens zugeleitet. Die Anklage umfaßt neun Morde, die an folgenden Perſonen began⸗ gen ſind: Chriſtine Klein, Maria Hahn, Roſa Ohliger Rudolph Scheer, Luiſe Lenze, Gertrud Hamacher, Ida Reuter, Eliſabeth Dörrier und Gertrud Albermann. Die Anklage erſtreckt ſich weiter auf die Ueberfälle auf Frau Kühn, Anni Goldhauſen, Frau Mantel, Heinr. Kornblum, Gertrud Schulte, Frau Meurer und Frau Wanders. In allen übrigen Fällen iſt gemäß § 154 der Strafprozeßordnung von der Erhebung der Anklage abgeſehen worden. Zeit und Ort der Haupt⸗ verhandlung ſind noch nicht beſtimmt. Badiſche Politik Minister Remmele zum Fall Dehn Der Miniſter des Kultus und Unterrichts, Dr, Remmele, hat an Pfarrer Dehn einen Brief ge⸗ richtet, worin er ſeinem Bedauern Ausdruck gibt, daß ſich Pfarrer Dehn durch den Gaug der Verhandlun⸗ gen in Heidelberg veranlaßt ſah, von ſeiner Berufung zurückzutreten. In dem Schreiben heißt es u..: „Die Theologiſche Fakultät und der engere Senat der Univerſität Heidelberg haben zwar, was mir erſt nach Eingang Ihres Telegramms bekannt wurde, ein Votum gegen Sie abgegeben. Damit war aber eine Entſcheidung meinerſeits nicht herbeigeführt. Ich war bis geſtern noch gar nicht in der Lage, zu den gegen Sie erhobenen Anſchuldigungen und zu dem Votum der Fakultät und des engeren Senats Stellung zu nehmen. Bei dem mir jetzt bekannt ge⸗ wordenen Sachverhalt hätte ich eine Verſtändigung für möglich gehalten.“ Letzte Meloungen Erdſtoß bei Hof — Hof i. Bayern, 3. Febr. Die Eroͤbebenſtelle des Flugplatzes Hof teilt mit, daß am Seismographen geſtern abend zwiſchen 26 und 6 Uhr ein erheb⸗ licher Erdſtoß bemerkt wurde, der in ſüd⸗nörd⸗ licher Richtung von Wurlitz bei Moſchendorf⸗Hof⸗ Gumpersreuth verlief. Beſonders verſpürt wurde der Erdſtoß in Gumpersreuth, wo er als exploſions⸗ artiger Knall wahrgenommen wurde und verſchie⸗ dentlich an den Häuſern Schaden anrichtete. Raubüberfall beim Einkaſſieren der Miete — Berlin, 3. Febr. Beim Kaſſieren der Februar⸗ miete in einem Hauſe der Weberſtraße, Berlin NO, wurde heute abend die Eigentümerin Frau Döl⸗ ling überfallen und beraubt. Frau D. war in einer Wohnung im Erdgeſchoß damit beſchäftigt, das ein⸗ gezogene Geld zu zählen. Ein Mieter ſtand bet ihr. Plötzlich wurde die Tür aufgeriſſen und 8 wei junge Burſchen drangen mit Revol⸗ vern ein. Der eine beſetzte ſofort einen zweiten Ausgang, während der andere ſich auf die Frau ſtürzte und das Geld an ſich riß. Als der Mieter ſich auf den Räuber ſtürzen wollte, wurde er nieder⸗ geſchlagen. Dann flüchteten die Räuber und gaben, um die Verfolgung zu verhindern, mehrere Schreck⸗ ſchüſſe ab. Sie ſind mit 200/ und einer ſilbernen Handtaſche entkommen. Die Beſchädigung des„Do X“ — Paris, 3. Febr. Nach einer Havasmeldung aus Las Palmas iſt die Beſchädigung des„Do&“ bei ſeinem heutigen Start durch zwei heftige Sturzwellen verurſacht worden. Die Havarie ſei übrigens unbedeutend. Da aber zu ihrer Aus⸗ beſſerung Erſatzſtücke aus Friedrichshafen benötigt würden, ſei der Wiederaufſtieg zum Weiter⸗ flug S um zwei Wochen verſchoben tach Südamerika worden. Exploſion auf dem britiſchen U⸗Boot„X 1% — London, 3. Febr. An Bord des großen Unter⸗ ſeebvotes der britiſchen Kriegsmarine, des„XI“ er, eignete ſich während einer Probefahrt in der Themſe mündung eine Exploſion. Sechs Mann wurden tag als Abgeordneter der Volkspartei an. ſchwer und weitere ſechs leicht verletzt. Mannheim im Rundfunk Die vergangenen Tage erbrachten wieder den Be⸗ weis, wie vielſeitig die von Mannheim kommenden Uebertragungen ſind und wie ſorgſam literariſche und muſikaliſche Darbietungen ausgewählt werden. Rolf Schickle und Guſtav Semmelbeck brachten Jazz auf zwei Flügeln und zwar ſo meiſterhaft, daß ſelbſt diejenigen begeiſtert gewefen ſein dürften, die dieſer neuen Muſik ſonſt ablehnend gegenüber ſtehen. John George Ruſſel, ein Meiſter des Saxofons, verblüffte ebenfalls durch ſein virtuoſes Spiel.— Ueber die Aufführung der Operette„Viktoria und ihr Huſar“ berich⸗ teten wir bereits ausführlich.— Unter dem Motto „Das Badiſche Volk im Lied“ ſang der Benzſche Männerchor unter Leitung von Hauptlehrer L. Malſch Lieder von Sonnet, Bau⸗ mann, Gellert und Iſenmann.— Einen muſikaliſchen Genuß bedeuteten die von Eliſabeth Schlotter⸗ Heck⸗Textor geſungenen Lieder. Die Sängerin verſtand es treffend die heiteren Charakter der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms, Trunk und Reger zum Ausdruck zu bringen. Am Flügel beglei⸗ tete anſchgmiegend Stephanie Pelliſſier. Die literariſchen Veranſtaltungen brachten zu Mo⸗ zarts 175. Geburtstag einen Vortrag von Friedr. Baſer⸗ Heidelberg über„Mozarts Reife⸗ lahre in Mannheim. Seine Lebens- ſchule in derpfälziſchen Reſidenz“. Der Redner verſuchte an Hand von Briefen die Beziehun⸗ gen Mozarts zu Mannheim klarzulegen und zu be⸗ weiſen, wie ſehr der Mannheimer Aufenthalt dazu beigetragen hat, ihn ſein eigenſtes Ich finden und ihn zum Meiſter reifen zu laſſen. Das erſte Referat der Vortragsreihe„Einiges über die Zeitung“ hielt Chefredakteur Kurt Fiſcher, der über„Moderne Zeitungs⸗ probleme“ ſprach. Der Redner verbreitete ſich ein⸗ gehend über die Zeitung von heute und die Stellung⸗ nahme des Deutſchen zur Zeitung, die ihm nicht nur Nachrichtenquelle ſondern auch Bildungsinſtrument iſt. Nach einer Würdigung der modernen techniſchen Zeitungsprobleme ſprach Kurt Fiſcher über die gei⸗ ſtigen Probleme: Staat und Preſſe, Hochſchule und Preſſe, Schule und Preſſe, Frau und Preſſe. Be⸗ ſonders brennend iſt heute das Zukunftsprob⸗ lem der Preſſe. Geiſtwert und Geldwert ü ſte⸗ hen einander gegenüber und es iſt noch nicht zu ſagen, ob es möglich iſt, die Preſſe vor einem Verſinken im Materialismus zu bewahren. Erfreulicherweiſe ſteht der Geiſt aber noch üher dem Geſchäft und die Ameri⸗ kaniſterung beſteht gegenwärtig erſt in formaler Auf⸗ machung. Die Kantiſchen Worte:„Ich finde keine Geſchichte lehrreicher, keine Probleme intereſſauter als diejenigen, die ich täglich in der Zeitung leſe“ beſchloſſen die hochintereſſanten Ausführungen. OIſt der Plauet Eros zerriſſen? Im Mittelpunkt des aſtronomiſchen Intereſſes ſtehen zurzeit die Be⸗ obachtungen eines der kleinen Planeten, des von dem Berliner Aſtronomen Profeſſor Witt 1898 entdeckten Sternes Eros, der im Laufe dieſes Monats der Erde ſo nahe kommen wird wie kein anderer Körper des Sonnenſyſtems außer dem Mond. Die Unterſuchun⸗ gen der Laufbahn des Eros, mit denen jetzt alle gro⸗ ßen Sternwarten der Welt beſchäftigt ſind, und für die bereits ſeit fünf Jahren Vorbereitungen getroffen worden ſind, gewinnen beſondere Bedeutung durch die Behauptungen des Leiters der argentiniſchen Stern⸗ warte in La Plata, dem deutſchen Aſtronomen Hart⸗ mann, der auf Grund ſeiner Beobachtungen an⸗ nimmt, daß der Stern Gros in mehrere Stücke zer⸗ riſſen worden ſei. Er glaubt daß der zurzeit beob⸗ achtete Himmelskörper nicht der von Witt entdeckte Planetoid ſei, ſondern nur ein großes Bruch ſt ück dieſes Sternes darſtelle. Die aſtronomiſche Wiſſenſchaft wird verſuchen, bei den jetzt angeſtellten Beobachtungen weitere Bruchſtücke aufzufinden, die die Theorie Hartmanns beweiſen würden. Ein Denkmal für die deutſchen Gefallenen in China. Für die deutſchen Gefallenen im Weltkrieg iſt vor kurzem in Tſingtau, der ehemaligen deut⸗ ſchen Kolonie in China, ein Ehrenmal errichtet wor⸗ den. Theater und Muſik E. G. Kolbenheyer in Mannheim. Der Dichter des am Samstag im Nationaltheater uraufgeführten Schauſpiels„Fagt ihn— ein Menſch!“, Dr. Erwin Guido Kolbenheyer, weilte geſtern in unſerer Stadt, um der zweiten Aufführung ſeines Stückes beizuwohnen. Die gegenüber dem Urauf⸗ führungsabend offenbar weſentlich geſchloſſenere Vor⸗ ſtellung rief erneut lebhafte Erörterungen bei den recht zahlreich vertretenen Zuſchauern hervor, die von der Anweſenheit des Dichters Kenntnis hatten. Bereits nach dem— dramatiſch beſten— dritten Akt ſetzte ein lebhafter Beifall ein, dem man die Abſicht anmerkte, den Dichter an die Rampe zu holen. Erſt am Schluß der Vorſtellung leiſtete Kolbenheyer dieſem Ruf Folge und erſchien, von lebhaftem Beifall begrüßt, mit dem Träger der Hauptrolle, Willy Bir⸗ gel, um für die ſehr freundliche Aufnahme beim Mannheimer Publikum zu danken. Auf dem Nach⸗ hauſeweg hatten die Theaterbeſucher Gelegenheit, die Diskuſſionen über das Stück auf orthographiſchem Gebiet fortzuſetzen. Im Reklame⸗Schaukaſten des Nationaltheaters an der Hauptpoſt ſteht nämlich zu leſen:„Jagd ihn— ein Menſch!“, und ſo konnte man ſich denn einigen Meditationen über die verſchie⸗ denen Härtegrade der Endungen von„Jagen“ hin⸗ geben. Kolbenheyer ſcheint für verſchärfte Jagd zu ſein; der Menſch ſeines Stückes wird wenigſtens im Original mit einem harten„t“ gejagt Bahlings Nachfolger. Wie uns aus Duis⸗ burg berichtet wird, wurde der Heldenbariton des dortigen Stadttheaters, Wilhelm Trieloff, auf⸗ grund ſeines Mannheimer Gaſtſpiels als Hans Sachs in den„Metſterſingern“ an das Mannheimer Nationaltheater vom Beginn der nächſten Spielzeit an verpflichtet. Sollte ſich dieſe Nachricht beſtätigen, ſo könnte man von einer glücklichen Löſung der ſchwierigen Frage der Nachfolgerſchaft Haus Bahlings im verwaiſten Heldenbaritonfach Staatliche Anerkennung. Der Konzertſängerin und ehem. Opernſängerin Frau Nora Vogel⸗ Zimmermann, die hier als Geſangspädagogin tätig iſt, wurde vom Miniſterium des Kultus und Unterrichts in Karlsruhe die„ſtaatliche Anerken⸗ nung“ verliehen. Frau Vogel⸗Zimmermann iſt u. a. ſeit einigen Jahren auch Chorleiterin der Geſangs⸗ abteilung des Verbands weiblicher Handels⸗ und Bürobangeſtellten. Das Defizit der Preußiſchen Staatstheater. Die preußiſche Oberrechnungskammer beſchäftigt ſich in ihrem Bericht über die Rechnungsjahre 1927 und 1928 auch mit dem Deſizit der Staatstheater. U. a. wird ein Vergleich über die Einnahmen von 1913 und 1928 gemacht. Im Jahre 1913 wurden durch eigene Einnahmen bei der Lindenoper 69,5, im Jahre 1928 nur 48 Prozent gedeckt. Die Oberrech⸗ nungskammer meint in ihrem Bericht, es würde zur Hebung des Beſuches an eine Herabſetzung der Eintrittspreiſe zu denken ſein. Weiter wird vorge⸗ ſchlagen, die erheblichen Ausgaben für Gaſt⸗ ſpiele einzuſchränken. England⸗Tourus der Berliner Philharmoniker. Das Berliner Philharmoniſche Orcheſter unternimmt unter Leitung ſeines Dirigenten Wilhelm Furt⸗ wängler— der jüngſt zum Dirigenten der Bay⸗ reuther Bühnenfeſtſpiele ernannt wurde— eine Konzertreiſe durch England, die vom 1. bis 3. Fe⸗ bruar in London beginnt. An den folgenden Tagen konzertiert das berühmte Orcheſter in den Städten Birmingham, Liverpool, New⸗ caſtle, Glasgow, Dundee, Edin bourgh und am 8. Februar noch einmal in London. Auf der Rückreiſe werden im Haag am 9. Februar, in Amſterdam am 10. Februar, in Bremen am 12. und in Hamburg am 13. Februar Kon⸗ zerte gegeben. O Eine Deutſch⸗Nordiſche Orgelwoche. In Lü⸗ beck wird im Anfang Juli dieſes Jahres eine Deutſch⸗Nordiſche Orgelwoche ſtattfinden, zu deren Teilnahme die hervorragenſten Organiſten Deutſch⸗ unſerer Oper ſprechen. lands eingeladen ſind. N Mittwoch, 4. Februar 1931 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗ Ausgabe 3. Seite/ Nummer 57 — 1—ůůů Auguſt Kremer 7 Am Montag Abend iſt nach langem Krankenlager Herr Auguſt Kremer, der Gründer des bekannten Zigarren⸗Speztalgeſchäfts, im 69. Lebensjahr ver⸗ schieden. Am 3. September 1862 in Alsheim in heſſen als Sohn des Weinhändlers Albert Kremer geboren, trat der Heimgegangene im Jahre 1887 hei der hieſigen Speditionsfirma P. J. Lanz in Stellung. Schon im darauffolgenden Jahre machte er ſich ſelbſtändig, indem er im heutigen Rathaus ein Zigarren⸗Spezialgeſchäft eröffnete. Als der Um⸗ hau des ehemaligen Kaufhauſes begann, ſiedelte er nach P 1 über, um im Jahre 1902 den Eckladen in den umgebauten Parterreräumen des Pfälzer Hofes zu beziehen, wo ſich das Geſchäft noch heute befindet. Kremers Unternehmungsgeiſt ſtrebte weiter. Er gründete Filialen in Mannheim und in der wei⸗ teren Umgebung, die ſich zu gleicher Blüte wie die Zentrale am Paradeplatz entwickelten, im Laufe der Kriegsjahre aber infolge der immer ſchlimmer wer⸗ denden Warenknappheit bis auf die im Hauſe Fried⸗ zichsplatz 16 und in Weinheim aufgegeben werden mußten. Im Oktober 1928 war es Kremer noch ver⸗ gönnt, das 40jährige Jubiläum ſeiner Tabakwaren⸗ firma zu feiern. Von der Vielſeitigkeit des tatenfrohen Geſchäfts⸗ mannes zeugt die Tatſache, daß er in den Jahren 10021905 Pächter des Saalbaues war. In dieſe Zeit fällt die Hochblüte des Mannheimer Varietés, das unter der artiſtiſchen Leitung des Kremer ſchon lange im Tode vorangegangenen hervorragenden Fachmannes Hilfreich Programme brachte, die füh⸗ rend in Deutſchland waren. Außerdem betrieb Kre⸗ mer einen Weinhandel. Im Jahre 1907 gründete Kremer die heute noch unter dem Namen„Akrema“ beſtehende Automo⸗ bilfirma, die er bis zu ſeinem Tode leitete. Der Betrieb dieſer Firma, die die Generalvertretung der Adlerwerke vormals Kleyer AG., Frankfurt a. M. für Nordbaden und die Rheinpfalz innehat, befand ſich urſprünglich in der Heidelbergerſtraße. Heute ſind die Verkaufslokalitäten, Büroräume, Garagen uſw. auf dem eigenen Grundſtück M 7, 9a und 10 untergebracht. Die Firma, die 40 Angeſtellte und Arbeiter beſchäftigt, verdankt ihre heutige Blüte dem unermüdlichen Schaffensdrang des Verſtorbenen, der ſich in dieſen ihm ferner liegenden Geſchäfts⸗ betrieb ſchnell einarbeitete. Ein Beinleiden, das Kremer ſeit über 20 Jahren plagte, machte im Oktober v. J. eine Amputation notwendig, die er gut überſtand. Die Krankheit war aber ſchon ſo weit vorgeſchritten, daß die Kunſt der Aerzte verſagte. Im Gedächtnis der Mannheimer wird Kremer, der außer der treuen Lebensgefähr⸗ tin zwei verheiratete Töchter hinterläßt— die bei⸗ den Schwiegerſöhne Arthur Meier und Carl Schumann ſind ſchon lange Jahre in beiden Ge⸗ ſchäften leitend tätig—, als ein Mitbürger fort⸗ leben, der wertvolles kaufmänniſches Wiſſen mit friſchem Wagemut verband. Sch. Beſchränkung der Einlaßkarten zur erſten Sitzung des neuen Bürgerausſchuſſes Für den Beſuch der Tribüne des Bürgeraus⸗ ſchuß⸗Saales zur erſten Sitzung des neugebildeten Bürgerausſchuſſes am morgigen Donnerstag werden Einlaßkarten ausgegeben, deren Verteilung durch die einzelnen Fraktionen des Bürgerausſchuſſes erfolgt. Die verfügbaren Karten ſind auf die Frak⸗ tiozen entſprechend ihrer Stärke bereits verteilt. Die Ausgabe weiterer Karten iſt daher nicht mehr möglich. Dieſe Maßnahme iſt dadurch erforderlich gewprden, daß von beſtimmter Seite durch Verteilung von Flugblättern zum Maſſenbeſuch der bevor⸗ ſtehenden Bürgerausſchuß⸗ Sitzung aufgefordert worden iſt. * * Wem gehört überſahrenes Wild? Vielfach paſſtert es Automobilfahrern, daß ſie im Schein⸗ werferlicht plötzlich auftauchendes oder geblendetes Wild überfahren. In den meiſten Fällen nehmen ſie es dann mit. Wild, das auf den Landſtraßen an⸗ gefahren oder getötet wird, gehört dem Jagdͤberech⸗ tigten, nach badiſchem Recht infolgedeſſen dem Jagd⸗ pächter(S 1 Jagdverordnung) und dem Eigentümer von zuſammenhängenden Gpundſtücken von wenig⸗ ſtens 72 Hektar(8 7 Jagd..). Im befriedeten Beſitztum, auf Bahngelände, auf Straßen iſt der Jagdberechtigte in der Ausübung der Jagd ver⸗ hindert, er bleibt aber nichtsdeſtoweniger Jagdberech⸗ tigter. Von Autos überfahrenes Wild muß ihm ab⸗ gellefert werden. Ebenſo das Wild, das in befrie⸗ detem Beſitztum erbeutet wird. Städtiſche Arbeiter, die einen über die Straße wechſolnden Haſen tot⸗ ſchlügen oder einen überfahrenen ſich aneignen, machen ſich des Jagdvergehens ſchrilldig. Der Stadt⸗ vat, der zu der Aneignung die Genehmigung gäbe, beginge Beihilfe zum Jagdvergehen oder zur Heh⸗ lere. Entſprechendes gilt von dem quf dem Bahn⸗ körper oder Reichsbahngelände übenfahrenen oder erbeuteten Wild. Dr F. *Der Unterricht am Faſching. Nach einer Anord⸗ nung des Kultusminiſters bleibt der Faſtnacht⸗ NMenstag nachmittag ſchulfre i. Wo ſich hiſtoriſche Gebräuche an einem anderen Taige zwiſchen Donnerstag vor Faſtnacht und Faſtnachtdilenstag ab⸗ ſpielen, kann der freie Nachmittag auf dieſem Tag ver⸗ legt werden. Am Aſchermittwoch beginnt der Unter⸗ richt gemäß den kirchlichen Bedürfniſſen uun 10 Uhr vormittags. N * Warenhausdiebin erwiſcht. In einem hieſigen Warenhaus machten ſich vier Frauen aus Lam⸗ pertheim durch merkwürdige Manipulationen des Diebſtahls verdächtig und wurden vom Perſonzal be⸗ obachtet. Der Verdacht beſtätigte ſich, ſo dalß die Frauen zur Feſtſtellung ihrer Perſonalien polſzeilich ſeſtgenommen werden mußten. Eine Unterſuchung wurde eingeleitet. Familienchronik 40 Jahre bei Vögele. Am heutigen Tage kann Kzerr Valentin Bauer, wohnhaft Viehhofſtraße 15, auf efne Jährige Tätigkeit bei der Maſchinenfabrik Joſeph Vög eile A0. zurückblicken. Der Jubilar hat ſich in dieſer lange Reihe von Jahren durch Fleiß und Tüchtigkeit, dabei vieſt Jahre als Vorarbeiter, ausgezeichnet und ſich dadurch das Vertrauen ſeiner Firma und die Achtung ſeiner Mit⸗ orbeiter erworben. Direktion die ſonſtigen Freunde des Jubilars werden ſeiner heute ehrend gedenken. * Das Feſt der ſilbernen Hochzeit feierte geſtern der Leſch zun Wilhelm Seiwert mit(einer Gattin Birkenheyer, Haydͤnſtraße 3/5. a und Arbeitskollegen und Mannheimer Nolſchule für Erwerbslose Bis Ende Januar 677 Teilnehmer Zur Unterſtützung der Geſchäftsführung der im Dezember 1930 eröffneten Mannheimer Notſchule für Erwerbsloſe iſt ein großer Ausſchuß gebildet worden, der aus Vertretern der an der Notſchule intereſſierten Behörden und Organiſationen zuſam⸗ mengeſetzt iſt. In ihm ſind, neben der Stadtverwal⸗ tung, der Handelskammer und der Handwerkskam⸗ mer, die Spitzenorganiſationen der Arbeiter- und Angeſtellten⸗Gewerkſchaften und die Teilnehmer an den Kurſen der Notſchule vertreten. In der erſten Sitzung dieſes Ausſchuſſes wurde über die bisherige Arbeit der Mannheimer Not⸗ ſchule durch Privatdozent Dr. Eppſtein und Stadtſchulrat Gerweck Bericht erſtattet. Die Kurſe der Mannheimer Notſchule wurden am 2. Dezember mit 60 Teilnehmern eröffnet. Die Teil⸗ nehmerzahl iſt bis Ende Januar auf 677 angeſtiegen. Darunter befinden ſich 597 männliche und 80 weib⸗ liche Erwerbsloſe. Unter den männlichen Teilneh⸗ mern überwiegen die Metallarbeiter(40 v..), die kaufmänniſchen Angeſtellten(49 v..) und die Un⸗ gelernten(49 v..). Entſprechend dem Grund⸗ gedanken der Notſchule, in erſter Linie die jugend⸗ lichen Erwerbsloſen zu erfaſſen, überwiegen bei weitem die Altersklaſſen zwiſchen 18 und 24 Jahren (65 v. H. der männlichen Teilnehmer). Das Intereſſe für die Notſchule nimmt mit der Dauer der Er⸗ werbsloſigkeit ab. 33 v. H. der männlichen Teilneh⸗ mer ſind erſt ſeit Ende 1930, weitere 22 v. H. ſeit dem 3. Quartal 1930 und weitere 17 v. H. ſeit dem 2. Quartal 1930 erwerbslos. Die bisherige Arbeit der Notſchule gliedert ſich in: allgemeine Fortbildungskurſe, ſpezielle Fachkurſe und Geſamtkurſe für alle Teilnehmer. Sehr ſtark iſt der Andrang zu den Sprachkurſen Zum Kurs„Englisch“ für Anfänger meldeten ſich 170 Teilnehmer, ſodaß der Kurs vierfach abgehalten wer⸗ den mußte. Zum Stenographiekurs meldeten ſich 68 Teilnehmer, ſodaß der Kurs doppelt abgehalten wer⸗ den mußte. Weiterhin wurden folgende Fortbil⸗ dungskurſe abgehalten: Engliſch für Fortgeſchrittene, Franzöſiſch für Anfänger, Deutſch, Plakatſchrift. Fach⸗ kurſe wurden abgehalten über: Verbrennungs⸗ motoren, Rationaliſtierung im Handwerk, Baulehre und Buchhaltung. Für die Geſamtheit der Teil⸗ nehmer wurden folgende Arbeitsgemein⸗ ſchaften abgehalten: Volkswirtſchaftslehre(Berufe und Arbeit, Bevölkerungsfragen, Lohnfragen, Unter⸗ nehmer und Verbände, Börſe, Geldweſen, Reklame), Recht(Familienrecht, die Strafe im Recht) Pſycholo⸗ gie des Umgangs, Hygiene(Körperpflege, Geſchlechts⸗ krankheiten, neuzeitliche Ernährung, Gymnaſtik) und moderner Städtebau. Im Univerſum⸗Kino fanden drei Kulturfilm⸗ Vorführungen ſtatt; außerdem wurden für die Teilnehmer der Notſchule Führungen durch das Zeughaus⸗Muſeum, die Milch⸗ zentrale und das Schloß⸗Muſeum veranſtaltet. Die Lehrkräfte der Notſchule ſind zum größten Teil ehrenamtlich tätig. Nur dort, wo eine beſondere Notwendigkeit beſteht, wird den Lehrkräften ein beſcheidenes Honorar be⸗ zahlt. Die Kurſe der Notſchule finden einſtweilen in der Luiſenſchule ſtatt, wo auch ein Leſe⸗ und Aufent⸗ haltsraum für die Kursteilnehmer eingerichtet iſt. Die größeren Arbeitsgemeinſchaften finden entweder im Vortragsſaal der Kunſthalle oder im Verſamm⸗ lungsſaal des Roſengartens ſtatt. Der Ausſchuß billtgte einmütig den Bericht über die bisherige Tätigkeit der Notſchule und gab eine Reihe von An⸗ regungen zum weiteren Ausbau ihrer Arbeit. Well⸗Jugenodbund für entſchiedenes Chritentum Die Mannheimer Ortsgruppe begeht das goldene Jubiläum Sie iſt da, die„Jugend mit der Bibel“ und ſie ſcheint gewillt zu ſein, in ihrer Weiſe am Kampf der Geiſter ſich zu beteiligen. Sie iſt organiſiert in einem Weltbund und zählt mehrere Millionen Mitglieder. Auch Mannheim hat ſeine Ortsgruppe. Sie beging das Jubiläum des Weltbundes mit einer großen Feſtfeier im Wartburghoſpiz. Ein reichhaltiges und einheitliches Programm diente der Stunde. „Jung ſind wir und wollens immer bleiben“— auf dieſen Grundton war das Ganze geſtimmt, nur daß hier alle Fröhlichkeit mit Bewußtſein in den Dienſt des Heiligen geſtellt und von ihm beherrſcht wird. Die Leitung des Abends lag in den Händen von Oberinſpektor Ewald, der auch warme Begrüßungs⸗ worte ſprach. Es folgten Grußworte von Vertretern verwandter Gruppen und Gemeinſchaften. Auch das kirchl. Jugendamt war vertreten. Jugendpfarrer Lutz konnte aus eigenem Erleben ſchöpfen und die große Verſammlung hinweiſen auf das, was alle Kirchen und Gemeinſchaften bindet und verpflichtet: Gottes Wort und Gottes Reich. Eindrucksvolle Worte ſprach auch Architekt Dr. Schmechel, vom „Kampfplatz der Oeffentlichkeit“ her. Es folgte die Verleſung der Botſchaft des Welt⸗ bundpräſidenten und die des deutſchen Bundesdirek⸗ EEC ͤVVVVVVVVbbVGVbbGTbPTbPTVTPTVTPPGTGTGTPTPTPTGTVTFTVTVTCT—TWWw Wie helfen wir den erwerbsloſen Sängern? Hier zeigt ſich die wirkliche„Sängerfreundſchaft“ Im Neujahrheft der„Deutſchen Sängerbundes⸗ zeitung“ beleuchtet Dr. R. Predee k⸗Remſcheid die Lage der Geſangvereine, die zahlreiche er⸗ werbsloſe Sänger in ihren Reihen haben. Die er⸗ ſchreckend ſchlechte Wirtſchaftslage bringt unzählige Vereine an den Rand des Untergangs, wenn nicht der gemeinſame Gedanke an die Idee des Liedes das Banner hochhält. Predeek ſchreibt u..: Vor den Männergeſangvereinen hat ſich in der Tat die große Not aufgetan. Ohne Uebertreibung darf man das ſagen, mancher anders als auf ideale Dinge eingeſtellte Verein wäre unter dieſer untrag⸗ baren Laſt ſchon längſt zuſammengebrochen. Da aber geſchieht es wie ein Wunder im deutſchen Männer⸗ geſang! Jetzt zeigen ſich mit einem Male die Kraft und die Freundſchaft des wahren Idealismus, jetzt zeigt ſich, daß das Wort vom Ideal des deutſchen Männergeſanges kein leerer Wahn iſt, daß die ge⸗ ſunde Kraft und der geſunde Sinn der Sänger in der Not zur wirklichen Tugend und zum edlen Dienſt an der Sangesbrüderſchaft ſich aufraffen. Zwar ſind die eigenen Vereinsmittel knapp und für wichtige Aus⸗ gaben erforderlich. Hier aber wird das Unmögliche möglich gemacht. Hier heißt es, dem Sangesbruder die Treue zu halten, die man im Liede ſo oft ge⸗ ſchworen. Und ſo erfährt denn der durch die Er⸗ werbsloſigkeit in üble Lage gebrachte Sänger, daß in ſeinem Verein jeder Sangesbruder mit Freude die Hand reicht zur Hilfe, daß man im Verein den San⸗ gesbruder höher ſchätzt als ſeinen Beitrag und daß man auch finanzielle Opfer zu bringen gern bereit iſt. Und das iſt das erhebend Schöne: Kein erwerbsloſer Sänger braucht heute auf ſeinen Vereinsabend zu verzichten Der Verein verzichtet auf den Beitrag, der Verein zahlt für jeden erwerbsloſen Sänger die Unkoſten des Abends, und der Verein übernimmt ebenfalls die für alle Sonderveranſtaltung entſtehenden Koſten an Fahrt und ungewöhnlichen Auslagen Natürlich iſt der Grad der Unterſtützung je nach Lage der Vereins⸗ mitglieder oder des Vereins verſchieden. Gleich groß aber iſt in allen Männergeſangvereinen die Treue, die ſich jetzt in den Zeiten der Not in die Tat 5 * Kirchenſammlungen. Die am Konfirmationstag 1930 zum Beſten der Badiſchen Landesbibel⸗ geſellſchaft erhobene Kirchenſammlung ergab 14 591,31 /; ferner ergab die vorjährige Karfreitags⸗ kollekte zum Beſten des Melancht hon vereins für evangeliſche Schülerheime 21 889,24„. tors Pfarrer Schürmann. Unſere Zeit trage deutlich antichriſtliche Züge an ſich. Man will ohne Gott fertig werden. Aber dieſer, dem Abgrund zu⸗ raſenden Welt hat der Bund das Heil zu bringen. Je ſchwärzer die Zukunft iſt, deſto heller ſtrahlt das Licht. Setzen wir der Finſternis und aller Gottes⸗ feindſchaft ein hl. Dennoch entgegen! Und zum treu ſein muß hinzukommen das bereit ſein, bereit zum Dienſt, zum Kampf und zum Leiden! An dieſe programmtiſchen Sätze, die tiefen Ein⸗ druck machten, ſchloſſen ſich Geſpräche von Bundes⸗ mitgliedern, die in das Weſen der Bewegung, in ihre Geſchichte und ihr Wollen einführten. In ſeiner An⸗ sprache unterſtrich Gemeinſchaftspfleger Steger das Programm des Bundes. Er entwarf ein anſchau⸗ liches Bild von ſeinem Werden und Wirken. Es bleibe bei der alten Loſung: Für Chriſtus und die Kirche! Das Ganze war umrahmt von Chören und Gemeindegeſang. Lauten und Poſaunen taten das Ihre, um der Feier ein feſtliches und jugendgemäßes Gepräge zu geben. Die hier organiſierte Jugend wird zu beweiſen haben, ob das, was ſie bejaht, un⸗ brauchbare Fabeln ſind oder ob es Kraft iſt und Halt gewährt dann, wenn die Welt in ihrem ſtolzen Wahn am Ende iſt. Dr. B. Veranſtaltungen Frühdiagnoſe des Krebſes aufgrund geiſtes⸗ wiſſenſchaftlicher Menſchenkunde Am Montag abend ſprach im Caſinoſaal vor einer zahl⸗ reichen Zuhörerſchaft Dr. Kaelin vom kliniſch⸗therapeu⸗ tiſchen Inſtitut in Arlesheim(Schweiz) über„Früh⸗ diagnoſe des Krebſes aufgrund geiſtes⸗ wäiſſenſchaftlicher Menſchenkunde.“ Der mit Lichtbildern trefflich illuſtrierte Vortrag konnte zeigen, daß ſowohl Patienten mit noch nicht feſtſtellbarer Krebs⸗ geſchwulſt, als auch vorgeſchrittene Kranke den Stempel dieſer Krankheit im Blute tragen. Auf Grund der ſehr ſubtilen Methode des Vortragenden wurde auf Kurven dargetan, wie die normale Blutkurve und wie die des Krebsträgers, ſogar bevor der Krebs manifeſt iſt, ausſieht, und wie durch die therapeuthiſchen Einſpritzungen mit dem Miſtelpräparat— es wird ſeit 9 Jahren an obigem In⸗ ſtitut an der Herſtellung und Verbeſſerung gearbeitet— das Blut in kurzer Zeit normal wird, wenn auch nicht immer bei beſonders bösartigen Füllen. Der Redner führte weiter aus, daß die Krebsgeſchwulſt das End ⸗ ſtadium eines Vorgangs ſei. Jahrelang vorher gehe ein Stadium einer Seelenhaltung voraus, das als Krebs⸗ pſyche zu bezeichnen iſt. Neben den vielerlei Urſachen, die zuletzt zum Ausbruche der Krankheit führen, bilde die Grundlage eine Krankheitsurſache im Seelenleben des Menſchen, die bis in das Kindesalter zurückreiche. Man muß die Blutkurven, deren Dr. Kaelin etwa 21 000 in den letzten 3 Jahren angefertigt hat, ſelbſt geſehen haben, um ein Bild zu bekommen, daß hier eine Arbeit geleiſtet wird, durch die insbeſondere bei Stellung der Frühdiagnoſe, wenn alſo das Blut des Patienten die charak⸗ teriſtiſchen Veränderungen zeigt, handelnd und heilend eingegriffen werden kann. Märchen⸗ Aufführungen Wie eng das Volksempfinden mit dem deutſchen Mär⸗ chenſchatz verwachſen iſt, zeigten klar und deutlich die beiden Märchen⸗ Aufführungen, die am Sonntag im Saale des„Badiſchen Hofes“ in Friedrichsfeld ſtatt⸗ fanden. Der ſehr zahlreiche Beſuch der Kindervorſtellung am Nachmittag und der Abendvorſtellung für die Erwach⸗ ſenen, die frohe Stimmung und der reiche Beifall ließen erkennen, wie genau der Veranſtalter den allgemeinen Geſchmack getroffen hatte. Zur Aufführung gelangten die Märchen„Rotläppchen“,„Frau Holle“ und„Schwon kleb' an“, von denen beſonders das bekannte Rotkäppchen außer⸗ ordentlich gefiel. Das Erſcheinen des Wolfes, der ſeine Rolle in„echtem“ Wolfskleid mit urdrolligem Geſchick ſpielte, löſte begreiflicherweiſe bei der Jugend einen toſen⸗ den Jubel aus. Er hatte aber auch bei den Erwachſenen die Lacher auf ſeiner Seite. Unterſtützt wurde er in ſeiner Rolle durch eine originelle und ſpielſichere„Großmutter“ als Partnerin. Die„Schauſpieler“, die ſich durchweg ihrer Aufgabe mit Freude, Eifer und Geſchick entledigten, waren durchweg 11—12jährige Schülerinnen des Friedrichsſelder Stadtbezirkes. Mit dieſen Märchenſpielen, die Jung und Alt auf einige frohe Stunden die Sorgen des Alltags ver⸗ geſſen ließen, war ein wohltätiger Zweck verbunden, der⸗ geſtalt, daß die Einnahmen der Kindererholung zugeführt werden. Dem Veranſtalter, Stadtpfarrer Schönthal, der ſich⸗mit unverdroſſener Mühe der gewiß nicht leichten Aufgabe der Einſtudierung der Rollen unterzog, gebührt ein beſonderer Dank. 5 Jilm⸗Rundſchau Roxy:„Moritz macht ſein Glück“ Das Roxy⸗Theater an einem Wochentage ausverkauft Dieſe Tatſache allein mag genügen, um zu beweiſen, daß die Herſteller dieſes Films einen ſehr guten Griff getan haben, als ſie die Publikumswirkung eines Schauſpielers bei früheren Filmen genau ſtudiert haben und dieſen Schauſpieler nunmehr in den Mittelpunkt des Geſchehens ſtellen. Der Titel läßt wohl keinen Zweifel offen, daß es ſich um eine heitere Angelegenheit handelt, wenn Moritz Meier ſein Glück macht. Zumal dieſer Moritz kein anderer iſt als Siegfried Arno. Der Regiſſeur Ja a p Speyer hat leichte Arbeit gehabt, denn ſein männlicher Star weiß, wie man es anpacken muß, um das Publikum auf das angenehmſte zu unterhalten. Es iſt natürlich ein Unſinn, wenn ein amerikaniſcher Millionär Anwandlungen bekommt und das Kind desjenigen Mädchens ſucht, das er vor 20 Jahren in Europa ſitzen ließ. Nur mit einem Kinderbild, ohne den Namen des Mädchens zu kennen, macht ſich der Sekretär auf die Suche und wird durch einen geriſſenen Photographen auf den Namen Meier gebracht. 32 Meier ſtehen zur Auswahl— Moritz Meier in Firma Meier u. Co. iſt natürlich auch dabei— die ganze Ge⸗ ſellſchaft eilt nach Amerika in die Arme ihres Millionär⸗ Papas. Es müßte kein Schwank ſein, wenn bei dieſer Gelegenheit nicht der richtige Erbe gefunden würde, der ſich unter dieſen 32 Meier gar nicht befindet. Aber Moritz macht dennoch ſein Glück. Trotz einiger ſchwacher Stellen weiſt der Film ein flottes Tempo auf. Köſtlich, wie der Schönheitsköniginnen⸗ Unſinn verulkt wird, unübertrefflich, wie Siegfried Arnd als Al Jolſon auftritt und das Lied vom Sonnyboh ſingt. Die Darſtellung iſt überhaupt das größte Plus des Fil⸗ mes: Viktor Schwanneke und Wil ly Prager ſtellen zwei hervorragend charakteriſtiſche Typen auf die Beine, Jgo Sym iſt ein Vertreter der ſeriöſen Welt, aber deswegen nicht weniger geſchäftstüchtig. Die weib⸗ lichen Rollen ſpielen An ny Ann und Irene Armbrus. —— 8 Tanzvorführung: Etüden und Tänze. Vor einem nicht ſehr zahlreichen, aber ſichtlich intereſſierten und geſpannten Publikum gab Flora Weil anziehende Proben ihrer pädagogiſchen Beſtrebungen, die ſowohl der Gymnaſtik als auch höher entwickelten Formen des Kunſttanzes zugute kommen. Zunächſt wurde auf der Bühne des Gloriapalaſtes eine Tanzſtunde improviſiert, wobei die Schülerinnen, die zum Teil in ſehr jugendlichem Alter ſtehen, Uebungen vor⸗ führten, die ſehr wohl geeignet ſind, dem Körper die nötige Beweglichkeit zu verleihen. Von den gymnaſtiſchen Uebun⸗ gen, die bei größerer rhythmiſcher Exaktheit ein mehr ge⸗ ſchloſſenes Bild ergeben hätten, führte die Uebungsfolge zu mimiſchen Darſtellungen, die der kindlichen Phantaſie ge⸗ ſchickt angepaßt waren. Erheblich mehr Abwechſlung und Formenreichtum wieſen die Studien auf, die die Gruppe der Erwachſenen vorführte, wobei die Variationen über ein Thema ſich durch beſonders reichhaltige tänzeriſche Gruppierung und Abwechſlung auszeichneten. Die Gym⸗ naſtik tritt hier bereits in den Dienſt eines einheitlichen Grundgedankens. Die dritte Abteilung war Solo⸗Tänzen gewidmet, in denen Flora Weil ihr hochentwickeltes tän⸗ zeriſches Empfinden walten ließ. Als beſonders gelungen empfanden wir die Studie über ſlaviſche Bauernlieder von Bela Bartöék, die ſtiliſtiſch ſehr glücklich empfunden war, während uns die ägyptiſche Impreſſion nach Tſchaikowſky weniger befriedigte. Die rhythmiſche Geſtaltung des zu Grunde liegenden arabiſchen Tanzes von Tſchaikowſky aus ſeiner„Nußknacker⸗Suite“ verlangt von vornherein ein leb⸗ hafteres Zeitmaß(Allegretto). Hingegen war der muſi⸗ kaliſche Grundgehalt der Sarabande von Händel viel glück⸗ licher erfaßt und tänzeriſch, ſowie koſtümlich erfreulich zum Ausdruck gebracht. Die muſikaliſche Begleitung wurde in der erſten Gruppe von Frl. Weil ſelbſt beſorgt, von der zweiten Gruppe an waltete Frl. Lotte Schwarzſchild als ebenſo wohl pianiſtiſch hochſtehende, wie insbeſonders den Erforderniſſen des Tanzes geſchickt Rechnung tragende Begleiterin ihres Amtes. 1 * Oeffentlicher Vortrag. Auf Einladung der Handels⸗ Hochſchule und der Geſellſchoft ſür Erd⸗ und Völkerkunde zu Mannheim ſpricht Profeſſor Dr. Franz Kühn von der Univerſität Kiel über das Thema„Natur und Menſchim nord weſtlichen Argentinien u nd auf der Pun“. Dr. Kühn war 16 Jahre als ordent⸗ licher Profeſſor der Geogrophie an der argenkiniſchen Staatsuniverſität Parana tätig. Der Vortrag, der durch Lichtbilder erläutert wird, findet am kommenden Freitag, den 6. Februar, abends.15 Uhr, in der Aula der Handels⸗ Hochſchule A 4, 1 ſtatt uns iſt öffentlich und unentgeltlich zugänglich. Wegen dieſes Vortrags wird Profeſſor Dr. Glauſer am Freitag, 6. Februar ſeine Vorleſung über „Die ſozialen und politiſchen Probleme im franzöſiſchen Roman vom 2. Kaiſerreich bis zur Jahrhundertwende“ bereits von 7 bis 8 Uhr(ſtatt von 8 bis 9 Uhr) in der Aula halten. * Haudharmonika⸗Spielring Karlsruhe. Am Sountag, 8. Febr., gibt der Handharmonika⸗Spielring Karlsruhe in Mannheim ein Eröffnungskon⸗ zert, auf das wir beſonders hinweiſen möchten. Die glänzenden Erfolge des Spielrings, der ſich die Pflege guter Hausmuſik angelegen ſein läßt, berechtigen zu der Hoffnung, daß auch bei uns in Mannheim Intereſſe für dieſe Muſik geweckt wird. Das reichhaltige Programm mit erſtklaſſigen ſoliſtiſchen Darbietungen wird mit ſehr teuren Soloinſtrumenten ausgeführt. R e 8 SS r s odds Is gro internationale Marke jetzt auch im deutschen Fachhandel erhältlich- vr EG Der Etat der Stadt Frankfurt Frankfurt, 2. Febr. Die Stadt Frankfurt a. M. iſt die erſte deutſche Großſtadt, die bereits heute ihren Etat für 1931 vorlegen kann und der es gelungen iſt, dieſen Etat, trotzdem er auf der abenſeite Erhöhungen um nicht weniger als illionen Mark ergab, unter Beibehaltung der 5 Steuerſätze und nur mit dem Zuſchlag von Proz. zur Bürgerſteuer ins Gleichgewicht zu br Der Ausgleich iſt erreicht worden durch tiefeinſchneidende Einſchränk u ng 8 maßnahmen, die den Betrag von rund zehn Mil⸗ lionen Mark ergeben. Davon entfallen 4,8 Millionen rabſetzung der Perſonalunkoſten durch Ein⸗ ing der Gehälter und Löhne und Herabmin⸗ der Zahl der Beamten und Angeſtellten auf 1d der Perſonalſperre. Ferner ſind die Sach⸗ koſten der großen Aemter erheblich verringert wor⸗ den. Auf der Ausgabenſeite fällt das außerordent⸗ lich ſtarke Anſchwellen der Laſten für Für⸗ ſorgeweſen ins Auge. In dem neuen Etat ſind nicht weniger als 29 Millionen Mark hierfür ein⸗ worden. Auf der Einnahmenſeite iſt mit er⸗ lichen Ausfällen zu rechnen, ſo bei der Reichs⸗ ommen⸗ und bei der Körperſchaftsſteuer mit 57 inen Mark, bei der Gewerbeſteuer mit 5 Mil⸗ n Mark und bei den kleinen Steuern zu⸗ ſammen mit etwa 4 Millionen Mark. das Skaudal im Münchener Stadtrat * München, 3. Febr. In der heutigen Sitzung des Stadtrates kam es im Zuſammenhang mit der endgültigen Abgleichung des Defizits von 8,7 Millionen I im Haushalt 1930 auf der Tribüne des Sitzungsſaales zu einer kommuniſtiſchen Demonſtration. Der Führer der kommuni⸗ iſchen Stadtratsfraktion, Huber, rief in ſeiner Rede die Erwerbsloſen dazu auf, ſich das Recht auf der Straße zu erkämpfen, den Kampf gegen die heutige Ordnung mit der Waffe in der Fauſt zu führen und die proletaxiſche Diktatur aufzurichten. Die außerordentlich zahlreich auf der Tribüne ver⸗ ſammelten Erwerbsloſen nahmen die Rede ihres Führers mit Händeklatſchen und Bravorufen auf, worauf Oberbürgermeiſter Dr. Scharnagl die Galerie durch die anweſenden Kriminalbeamten räumen ließ. Die Deckung des Haushaltsdefizits wurde dann entſprechend den Vorſchlägen des ſtädti⸗ ſchen Finanzreferates beſchloſſen. * Weinheim, 3. Febr. Der hieſige Stadtrat hat in ſeiner letzten Sitzung die Reichs ver⸗ ingungsordnung für Bauleiſtungen und Baulieferungen genehmigt und hiermit zugleich dieſe Ordnung als Dienſtvorſchrift für die ſtädtiſchen Aemter eingeführt. TFogesbaleucles Mittwoch, 4. Februar Nationaltheater:„Die Affäre Dreyfus“, Schonſpiel von Rehſiſch und Herzog, Miete B 22, Anfang 19,30 Uhr. Plauetartum: 15 Uhr Beſichtigung; 16 Uhr Vorführung. Uſa⸗Palaſt— Pfalzbau:„Otello“, Oper von G. Verdi, Ur den Bühnenvolksbund, Anſang 10,80 Uhr. Lichtſpiele: Alhambra:„Zwet Meuſchen““?— Unt berſum:„Alraune“.— Schauburg:„Mach mir die Welt zum Paradies“. Scala:„Die Warſchauer — Roxy: macht ſein Glück“. „1000 ſch Gloria: Büſtenpatrouille“. Palaſt:„Skandal um Ja“ LDichtſpielhaus Müller:„Die Chiſkos⸗ Haroneß“.— Odeon⸗Lichtſpiele:„Die Jagd nach der Million“. Sehenswürdigkeiten: Schoßmuſenum: Gebdſſnet täglich von 10—13 Uhr un 1416 Uhr; Sonntags von 11—17 Uhr durchgehen Sonderausſtellung:„Ferdinand, Frang und Wilhelm Ko⸗ bell“(Hondzeichnungen Aquarelle und Druckgraphik). Ge⸗ Ufnet Sonntogs von 11 bie 16 Uhr, Werktags(außer Montags] von 10 bis is Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Mufeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeng⸗ haus: Sonntag vormittags von 11 bis 13 Uhr und nachmittags von 15—17 Uhr, Dienstag 15—17 Uhr; Mittwoch 15—17 Uhr: Freitag 17—19 Uhr. Städtiſche MW Kunſthalle: Geöffnet werktugs(mit Ausnahme Montags) uon 11—16 Uhr durchgehend: Kokoſchka⸗Ausſtellung. Neue Maunheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Winterfahrt Garmiſch⸗Partenkirchen Mittwoch, 4. Februar 1931 1 Erfolgreicher Abſchluß Nach dem Fr gs⸗Sonntag war Montag eiſiger Winter geworden. Auf der Eisfläche ſtan⸗ den friedlich beieinander ein paar Wagen und ein paar Motorräder, die zum„Winterfahrbarkeitswettbewerb“ uach es in der Nacht zum Gar en und hinauf zum Eibſee gebracht wor⸗ den w e nur mit ein paar 2 paar bedeckten ſtehen f 1 ſchon in hatte r ver aſſen 1 Tech al und Anfahren ir Startzeichen be⸗ g ſtverſtänölich, daß die Macht des i einer Temperatur von minus 16 Grad doch t als der ſte Anlaſſer. Die Fahrzeuge hatten ja über 12 Stunden im Freien geſtanden. Von den Motorrädern war es nur eine Zündapp, deren Motor vechtzeitig anſprang, und von den Wagen nur ein Lancia. Der ADAC war Der Verſuch iſt zwar nicht geglückt, Veranſtalter und Prüflinge werden aber aus dem intereſſanten Verſuch gelernt haben. Nachdem die eingefrorenen Wagen und Krafträder ab⸗ geſchoben waren, begann die Fortſetzung der am Sonntag wegen des Tauwetters auf den Montag verlegten Rennen. Schöpfer dieſer neuen Prüfung. Weil die Bahnverhältniſſe auf dem Eibſeeis heute we⸗ ſentlich beſſere waren als am Sonntag wurden auch we⸗ ſentlich beſſere Zeiten erzielt. Held des Tages war wieder der Zündapp⸗Fahrer Brand, der mit Stiyſden⸗ durchſchnitt von 99 Km. neuen Bahnrekord ſchuf. Ollen⸗ dorf holte ſich im Wagenwettbewerb für 1% Liter Sport⸗ wagen auf Bugatti ohne Kompreſſor neuen Sieg, indem er Graf Arco⸗Zinneberg auf Triumph ſchlug. Freiher von Michel errang einen Doppelſieg: auf Auſtrodaimler ſchlug er von Braun(München) auf Steyr, und auf Mercedes⸗ Benz Sß⸗Wagen war er der weitaus ſchnellſte der großen Svortwagenklaſſe. Harten Kampf gab es im Wettbewerb der 1½ Liter⸗Rennwagen. Dieſer Zweikampf war mit die Senſation des Tages: Ollendorf konnte mit ſeinem Bu⸗ gatti mit Kompreſſor nur ganz knapp den neuen, erſt nalig in der Oeffentlichkeit erſcheinenden DaW mit Ove Ras⸗ euer ſchlagen. Der neue DW Vorderrad⸗ antriebswagen erwies ſich als außerordentlich ſchnell und von überlegen ſicherer Straßenlage. Die ſchnellſte Zeit aller Wagen fuhr auch heute v. Morgen auf Bugatti im Alleingang. muſſen am Im Motorrad wettbewerb eröffnete Gmelch auf Der im 82 Km.⸗Durchſchnitt mit Sieg über Füglein auf Vik⸗ toria. In der 500 cem⸗Klaſſe fuhr Brand auf Zündapp Wagenrekord; Zweiter wurde Gſchwilm auf Rudge vor Wintler auf DW. In der Beiwagenklaſſe bis 500 cem bewies Möritz ſeine Fahrmeiſterſchaft und die Uober⸗ legenheit ſeiner Viktoria. Im erneut wiederholten Klein⸗ wagenrennen bis cem erwies ſich Hilpoltſteiner auf DKW eals ausgezeichneter Fahrer durch ſchneidig errunge⸗ nen Sieg über Kohlrauſch auf BMW. Erneutes Intereſſe fand das Vergl. srennen zwiſchen Flugzeug und Kraft⸗ fahrzeugen. Diesmal hatte man die Vorgabeneinteilung ausgleichender vorgenommen. Das Bi W Flugzeug mit Siemens⸗Motor hatte 14 Runden, die Solo⸗Motorräder 9 Runden, die Beiwagenmaſchinen 87 Runden, die Wogen 8 Runden zu abſolvieren. Brand wurde auf ſeiner Zündapp, lebhaft bejubelt, Sieger vor Gſchwilm auf Rudge. Dritter war der Flieger Stöhr, Vierter Möritz auf Viktoria. Das Ergebnis der Winterfahrbarkeitsprüfung Startprüfung: Wagen: Freiherr von Arentin auf Lancia 78 Gutpunkte. Motorrasd: Linner auf Zündapp 82 Gutpunkte. Aubringung von Fahr⸗ Hilfsmitteln: Kulzer auf Hano⸗ mug und Bäumer auf BMW eje 95 Gutpunkte; Wertungs⸗ gruppe 2: Linner auf Zündapp 23 Gutpunkte; Wertungs⸗ gruppe 3: Füglein auf Viktoria⸗Beiwagenmaſchine 27 Gut⸗ punkte. Schneefahrbarkeitsprüfung: Höchſte Punktzahl: Freiherr von Michel auf Bugatti 103 Gutpunkte. Schneehinderuisprüfung(Schneehöhe 60 em] je 35 Gut⸗ punkte: Freiherr von Arentin und Freiherr von Michel auf Bügatti, Weyl auf Dodge und Freiherr von Schrotten⸗ berg auf Lancig. Krafträder und Beiwagenmaſchinen, je 95 Gutpunkte: Kneef auf Ardie, Linnert auf Zündapp und Füglein auf Viktoria. Alle dieſe Teilnehmer erzielten auch im Wettbewerb bei 1 Meter Schneehöhe die gleiche Wertung. Das Geſamtergebnis Perſonenwagen: 1. Freiherr von Arentln auf Lancio 759 Gutpunkte: 2. Freiherr von Michel auf Bugatti 695 Gutpunkte; 3. Weyl auf Dodge 600 Gutpunkte; 4. Freiherr von Schrottenberg auf Lancia 512 Gutpunkte; 5. Bäumer auf BMW., Kulzer auf Hanomag je 335 Gutpunkte. Krafträder: Linner auf Zündapp 671, Kneef auf Ardie 560 Gutpunkte. Beiwagenmaſchinen: Füglein auf Viktoria 587 Gutpunkte. Sonderfahrzeuge: 1. Ruhdorfer auf Viktoria 28 Gut⸗ punkte. 8. U. Am die Meiſterſchaft der Oberliga im Ringen 1. AK. Pirmaſenus erneut geſchlagen.— Germania Weingarten ſiegt in Pirmaſens 11:8 Der deutſche Exmannſchafts⸗Meiſter ſcheint augenblicklich eine bedenkliche Kriſe durchzumachen. Obgleich er über eine große Anzahl beſter Kräfte verfügt die ihm jederzeit ge⸗ ſtattet, ſeine erſte Mannſchaft im Bedarfsfalle vollwertig zu ergänzen, verzichtete er zu Gunſten des Sportvereins Frei⸗ burg⸗Haslach, der gegen ihn zum Vorkampf in Pirmaſeus anzutreten hatte, wegen angeblicher Erkrankung einiger Ringer. Die wirtſchaftliche Not, von der heute alle Vereine betroffen werden, und die jeden zu äußerſter Sparſamkeit zwingt, dürfte in dieſem Falle nicht ausſchlaggebend geweſen ſein, da ja Freiburg⸗Haslach auf eigene Koſten nach Pirma⸗ ſens zu kommen hatte. Durch dieſen Verzicht kamen die Oberländer zu einem billigen Erfolg und Pirmaſens auf den letzten Platz, zumal Germania Weingarten am Sonntag auch den Rückkampf gegen den Exmeiſter an ſeinem eigenen Platz gewann. Bei Pirmaſens vermißte man Haber, Schäfer und Pogontiatz und da im Halbſchwer⸗ und Schwergewicht keine Leute geſtellt wurden, fielen 6 Punkte kampflos in den Schoß der Germanen, die nur dadurch zum ſicheren Sieg kamen. Pirmaſens kommt für die Meiſterſchaft nicht in Betracht, vielmehr wird ſich dieſe zu einem Duell zwiſchen Freiburg⸗Haslach und Germania Weingarten geſtalten, bei dem man den Germanen die größeren Ausſichten auf den Titel einränmen muß, da kaum anzunehmen iſt, daß ſich Germania auch beim Rückkampf in Weingarten gegen die Oberländer mit einem Unentſchieden zufrieden geben wird. Die Ergebniſſe: Bantamgewicht: Ernſt⸗Pirmaſens— Spohrer⸗Weingar⸗ ten. Die Punkte fielen wegen Uebergewicht Spohrers im voraus an Pirmaſens. Aber auch im national bewerteten Kampfe ſtellte Ernſt ſein beſſeres Können unter Bewels und beſiegte ſeinen Gegner nach ſchönen Leiſtungen durch Hüftſchwung. Federgewicht: L. Gaubatz⸗Pirmaſens— Streit⸗Weingar⸗ ten: Streit mußte bald zu Boden, wo er bei zwei Ueber⸗ würfen ſeines Gegners durch geſchickte Abwehr der Schul⸗ terntederlage entrinnen konnte, ſo daß ſich Gaubatz am Schluſſe mit einem Punktſieg zufrieden geben mußte. Leichtgewicht: O. Gaubatz⸗Pirmaſens— L. Bacher⸗Wein⸗ garten. Sieger Gaubatz durch Fallſchwung in.30 Min. Weltergewicht: Faul⸗Pirmaſens— Hch. Bacher⸗Weingar⸗ ten. Bacher fing einen Armzug ſeines Gegners ab und drückte dieſen in 3,30 Minuten auf die Schultern. Miltelgewicht: Matier⸗Pirmaſens— Unſelt⸗Weingarten. Mehrere Ausheber von Unſelt mißlangen, er wurde aber Punktſieger, da ihm ſein Gegner die Führung des Kampfes nicht nehmen konnte. Im Halbſchwer⸗ und Schwergewicht wurden W. Bacher und Holzmüller, beide Weingarten, kampflos Sieger, da Pirmaſens keine Gegner ſtellte. Staud der Kämpfe: Kämpfe gew. unent. verl. Pkt. E. Pkt. Germania Weingarten 3 2 1 0 5 33:2 Spy Freiburg⸗Haslach 2 1 1 0 3 30:9 1. Athl.⸗Kl. Pirmaſens 3 0 0 3 0 14245 N E. Das Frankfurter Sechstagerennen Ueberraſchende Wendung in der vierten Nacht l Im Verlauf der ſchwepen zweiſtündigen Jagd, die ſich in der Nacht zum Dienstag beim Frankfurter Sechstage⸗ rennen im Anſchluß an die 10.30 Uhr⸗Wertung abſpielte, gab es eine höchſt überraſchende Wendung. Kroll/ Miethe, die zu Beginn dieſes Jagens noch drei Runden im Rück⸗ ſtand lagen, rückten unaufhaltſam vor und erreichten ſchließlich die führenden Schön/ Pijnenburg. Man hat dieſe Berliner, von denen man bislang viel zu wenig beachtet. abet Kroll/ Miethe nun erreicht haben, durchaus verdient, denn die Mannſchaft hat beſonders in der vierten Nacht eint wirklich hervorragende Leiſtung gezeigt. Die beiden alten Sechstagekämpen fühlten ſich in der langen und ſchwere Jagd ſichtlich in ihrem Element. Auch Rauſch/ Hürtgen profitierten noch einmal, ſie ſchloſſen zu Göbel/ Dine auf und liegen nun nur noch eine Runde hinter be Führenden. Andere Mannſchaften, die während der 8 Schluß vollkommen unüberſichtlichen Kämpfe erheh liche Rundenverluſte wiedergutmachten, hatten dies zum groß, ten Teil nur der einen Tatſache zu verdanken, daß es für die Spitzenmannſchaften einfach unmöglich war, jedem Ausreißer nachzugehen. So kamen beſonders für die Mannſchaften Rielens/ van Buggenhout, Tonant/Negrinz und Louet/ Mouton viele kampfloſe Rundengewinne zu⸗ ſtande. Der Reſt der Nacht zum Dienstag verlief ziemlich ruhig, was weiter nicht wundernehmen konnte. da das Feld doch ſtark abgekämpft war. Es iſt auch noch durch. aus nicht zu ſagen, was die letzten Tage bringen werden da ſichtlich einige bislang ſehr ſtarke Mar aften in Schwächeperioden kommen. Immerhin werden Schön Pijnenburg weiter ſtark favoriſtert. Von den zehn Spurts der 2⸗Uhr⸗Nachtwertung, überraſchenderweiſe ſtark umkämpft wurden, Pijnenburg und Oſzmella je fünf. Während der Morgenſtunden des Dienstags wurbe auch die weit zurückliegende Mannſchaft Schäfer/ Damm aus dem Rennen genommen, ſo daß jetzt nur noch zehn Mannſchaften im Kampf ſind. 5— t allzu viel erwartete 1 R die gewannen Der Dienstagnachmittag brachte— abgeſehen von einigen Vorſtößen und den Spurts— keine Ereigniſſe von Belaug. Tonani/ Negrint konnten wieder einmal kampflos eine ihrer Verluſtrunden gutmachen. Die Spurts der Nachmittagswertung wurden von Schorn, van Kempen, Hürtgen, Pifnenburg, Negrinf, Bühler, Tonani, Bühler, Pijnenburg und Kroll gewon⸗ nen. Nach 91 Stunden, um 5 Uhr nachmittags, waren 1913,800 Km. zurückgelegt. Der Stand des Rennens: 1. Punkte. 2. Kroll/ Miethe 34 P. Eine Runde zur ück; 3. Dinale/ Göbel 151 P. 4. Rauſch/ Hürtgen 86 P. 8 wel Runden zurück: 5. van Kempen/ Rieger 145 P. 6. Rie⸗ lens van Buggenhout 76 P. 7. Louet/ Mouton 79 P. Drei Runden zurück: 8. Tonani/Negrini 82 8. Sieben Runden zurück: 9. Hilgen/ Bühler 117 P. Acht Runden zurück: 10. Oſzmella/ Schorn 98 p. Piinenburg/ Schön 218 Neue Termine der Meiſterrunde um die ſübdeutſche Meiſterſchaft Die ausgefallenen Spiele werden wie folgt nachgeholt: Bayern— Worms findet am 15. Februar in Worms ſtatt, das Rückſpiel am 1. März in München. Am 15. Fe bruar werden folgende Spiele ausgetragen: Böckingen Karlsruher F. V. und Pirmaſens— Eintracht Frankfurt Am 5. April ſpielen: Eintracht Frankfurt— S. B. Waldhof und Karlsruher F. V.— Bayern München. Am 3. Mai empfängt der Karlsruher F. V. Wormatia Worms. Das Spiel Böckingen— Worms wird am 22. Fe⸗ bruar wegen des Spielverbots in Württemberg nach Worms verlegt. Böckingen ſtatt. Skiſpringen am Kochelberg Walter Glaß auf dem erſten Platz In Anweſenheit von über 8990 Zuſchauern brachte am Das Rückſpiel findet am 26. April in Dienstag der Skiklub Partenkirchen auf der großen Kochelberg⸗Schonze ein internationales Skiſpringen Zur Durchführung, zu dem 35 Teilnehmer gemelder galten Die Schanze befand ſich in einer vorzüglichen Verfaſſung und geſtattete Sprünge von einer recht reſpektablen Weite Den weiteſten Sprun allerdings geſtürzt, erzielte den Jungmann Hans Oſtl Jartenkirchen mit 62 Metern, wa rend der öſterreichiſche Meiſter W. Glaß, ſowie G Müller mit je 59 Metern die größte Weite durchſte hen konnten. Der Thüringer Walter Glaß belegte denn ach mit drei regelmäßigen Sprüngen von 57, 58 und 59 e tern und mit der Note 341,3 den erſten Platz vor den Innsbruckern Gumpold und Blümel. Der bayriſche Nkei⸗ ſter kam nur auf die 19. Stelle, nachdem er 2 Springe von 58 und 59 Metern durch Stürze annullierte. — ü Cheiredatteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner Fenilleton: Dr. Stefan Kayſer-Kommnunalpolitik u. Lokales: Richard Schönfelder Sport u. Vermiſchtes: Willy Müller Handelstetl: Kurt Ehmer- Gericht und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mii⸗ teilungen Jakob Faude, ſämtlich in Mannheim— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer 3 a G. m. b.., Maundeim. KR 1.—6 Iſir unberlangte Beiträge keine Gewähr— Rücksendung erfolgt nur bel dee e er Rückporto Die Störung iſt beſeitigt Skizze von Walter A. Perſich Jan Pederſen iſt,— ja, er ſagt: Junggeſelle. Man weiß darüber nichts Genaues, jedenfalls hat Jan eine ziemlich große Wohnung, in der außer ihm nur ein gelbweißer Kakadu ſich aufhält. Zwei Nächte hinter einander hat Jan einen Traum, beide Male denſelben, aber auch am Morgen des dritten Tages kann er ſich nicht beſinnen, wie es War. Er ſchläft dieſen Abend ein wenig ſchwerer ein— und erwacht im Finſtern ſeines Schlafgemachs, Das Niederträchtigſte iſt die Laſt dieſes eben verronnenen Traumes, der ihn nun dreimal plagte: Ihm träumte, plötzlich gehe im Herrenzimmer das Telephon. Ihm träumt weiter, er erwache. Jetzt hört er in ſeinem Herrenzimmer, in ſeiner Wohnung, die, wie er weiß, völlig menſchenleer iſt, eine Frauenſtimme reden. Springt— im Traum— angſtſchlotternd auf, geht über den Flur, erſchrickt, daß im Herrenzimmer Licht breunt, faßt ſich ein Herz, geht weiter— niemand iſt am Schreibtiſch, kein Menſch, auch keine fremde Frau. Aber umblickend gewahrt Jan— im Traum immer noch—, daß neben der Schreibtiſchlampe der Telephonhörer auf der Tiſchplatte liegt, die Muſchel Hach oben gereckt, wie man ihn ablegt, wenn man für ein begonnenes Geſpräch Papiere ſucht oder die Türglocke geht. Jan erwacht. Ihm iſt jämmerlich zumute, dennoch denkt er: Den Traum habe ich feſt, der entwiſcht mir nicht mehr! Zu hören iſt nur das Ticken der Uhr dem Nachtſchrank. Die Stille ſingt. Keine elephonglocke läutet— man kann ſich alles gut er⸗ klären: ſtarker Kaffee, dunkle Zigarren, ſchweres Eſfen, wenig Arbeit und ſpäter Schlaf; die Nerven alſo liegt er eine halbe Stunde, er, der ſonſt ſo ſchläft, wach. Und da— wer ſollte es — läutet das Telephon! Mit einer uner⸗ Deutlichkeit! Zwei Sätze, Licht auf dem Flur, 5a ingt ins Herrenzimmer, im Vorbeiraſen die fünf Lampen einſchaltend, reißt den Hörer von der Gabel. „Haben Ste“, fragte eine Stimme,„bei mir an⸗ gerufen? Seit drei Nächten träumt mir das nun, jetzt läutet der Apparat, und dann iſt niemand da.“ „Nicht eine Nacht“, ſagt Jan, ſchon ruhiger,„aber wieſo ſeit dret Nächten? Hier, an meinem Tele⸗ phon, iſt jedenfalls was los. Es läutet heute, aber ſeit drei Nächten träumt mir ebenſo. Haben Sie ſich etwa einen Scherz erlaubt?“ „Ich? Das iſt doch arg, ich ängſtige mich in dem großen Haus, und Sie verdächtigen mich! Oh, ich fürchte mich ſo— vielleicht ſind es Einbrecher, die mich fort locken wollen, die meine Furcht kennen..“ „Aher Gnädige, die würden doch nicht vorher an⸗ rufen. Und wenn— aber nein, das wäre ja un⸗ ſchicklich!“ „Bitte, ſprechen Sie nur weiter! Ich kenne Sie ja nicht, und Sie kennen mich nicht. Was wäre un⸗ ſchicklich, wenn 2“ „Gut, alſo. Ich wollte ſagen: Wenn Sie ſich wirklich ſo ängſtigen, könnte ich zu Ihnen kommen, um Sie zu beſchützen— natürlich Unſinn, denn die Polizei kann genau ſo ſchnell bei Ihnen ſein.“ „Und mich auslachen— ich würde mich ja ſchämen, weil man beſtimmt meine Furcht für über⸗ trieben hält. Sie haben ſich auch ein wenig gefürch⸗ tet, ich merke es. Da brauche ich mich weniger zu genieren. Kommen Sie doch, bitte, bitte von Minute zu Minute wird meine Angſt unerträglicher.“ „Gut“, ſagt Jan zögernd,„ich werde in fünf Mi⸗ nuten angekleidet ſein. Wohin ſoll ich denn kom⸗ men?“ „Thereſienſtraße 25, es ich ein einzelnes, weißes Gartenhaus, mit grünen Fenſtern. Sie können es nicht verfehlen. Läuten Sie ſechsmal, dann öffne ich.“ „In zehn Minuten— ich laſſe einen Wagen kom⸗ men.“ Jan drückt die Gabel nieder, fordert den Autoxuf und kleidet ſich nach der Beſtellung raſend eilig an. Schon im Taxi fällt ihm ein, daß er überhaupt nicht weiß, zu wem er fährt. Wenigſtens den Namen hätte er verlangen ſollen. Wenn nun bei ihm Einbrecher 2 Tatſache, das ganze Haus iſt erleuchtet. Hat ſich vielleicht eine luſtige Geſellſchaft einen Scherz er⸗ laubt? Mehr ärgerlich als geſpannt eilt er durch den Garten, läutet ſechsmal, eine Dame ſenkt den Kopf:„Verzeihen Sie, es iſt ja Unſinn, was ich da gemacht habe. Die Dienſtboten feiern eine Hoch⸗ zeit, und ich bin ganz allein. Da kann man ſith fürchten, nut wahr?“ Dieſe Stimme— denkt Jan eintretend und wendet ſich an der Garderobe um, als er den Mantel ablegt— und zieht ihn ſofort wieder an. Die Dame blickt ihm erſtaunt ins Geſicht und wird bleich. Jan nimmt ſchon den Hut.„Jetzt,“ ſagt er,„ver⸗ ſtehe ich die Komödie! Ich hätte es eher merken ſollen— Du biſt es alſo, Mary? Nein, danke, der Trick iſt doch zu plump. Du hätteſt uns beide micht auf dieſe Art an die häßliche Stunde vor fünf Jahren erinnern ſollen, als wir uns wegen Deiner unbegründeten Eiferſucht trennten. Es iſt beſſer, die Polizei beſchützt Dich vor blöden Einfällen. Ein⸗ brechex fürchteſt Du wohl kaum „Verzeihung“, die Dame, Mary alſo, die Frau, die getrennt von ihm lebte und erſt ſeit einigen Wochen in dieſer Stadt weilt,„wie ſollte ich überhaupt wiſſen, daß Du hier wohnſt?“ Die Tür knallt zu. Ueber den Gartenkies entfernen ſich kurze Schritte. Die Aufwartefrau kommt am Morgen ins Speiſe⸗ zimmer.„Eine Dame möchte Herrn Pederſen ſpre⸗ chen.“ Wütend will Jan ablehnen, da tritt ſeine Frau ſchon ein. Sie ſchweigen beide, bis die Be⸗ dienerin gegangen iſt.„Nimm bitte Platz.“ „Danke. Ich wollte Dich nur bitten, in meiner Gegenwart das Amt anzurufen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, feſtzuſtellen, wie unſere Verbindung zuſtande kam. Ich habe jedenfalls den Hörer nicht angerührt...“—„Pah.. macht Jan, geht aber doch ins Herrenzimmer und telephoniert an die Auskunft,. —„Sie erhalten in einer Viertelſtunde Beſcheid.“ Jan lieſt— angeblich— die Zeitung. Mary ſtarrt anſcheinend— gleichmütig auf die Wände. Hier alſo lebt er.. Keine Frau umſorgt ihn, und er könnte ſchon ein Kind haben— wie er ſichs immer wünſchte Das Telephon:„Es lag eine kleine Störung vor. Einige Kabel berührten ſich, und es iſt möglich, daß bei einer völlig anderen Verbindung die Drähte über⸗ einander geſchoben wurden. Die Störung iſt be⸗ ſeitigt..“ „Nimmſt Du ekwa an, Jan, daß ich auch noch die Störungsſtelle beſtochen habe?“ „Ich bin doch kein Kind, Mary.“ Er muß lachen und legt ungewollt die Hand auf ihre Stuhllehne⸗ „Aber Du ſcheinſt ein Kind zu ſein: Dich ſo zit fürchten!“ „Wenn man fünf Jahre immer und immer gang allein geweſen iſt!“ „Biſt Du das, Mary? Du wirſt doch einen anderen Mann kennen gelernt haben? Weißt Du, daß wir verabredeten, eigentlich in dieſen Tagen zu⸗ ſammenzukommen, um uns ſcheiden zu laſſen, wenn wir nicht anderen Sinnes geworden ſind?“ f Sie nickt.„Ich habe immer daran gedacht, be⸗ ſonders in dieſen letzten Nächten, und weil ich nicht ſchlafen kounte, wurde mir ſo bange. Ich ahnte natürlich nicht, daß Du aus Berlin fortgezogen biſt, als ich das Haus mietete.“ „Du haſt an mich gedacht?“—„Immer!“ „Dann,“ ſagt er, langſam und beugt ſich zu ihr, „haben wir das Gleiche gewollt— und wir wollen das Geheimnis des Telephons gar nicht mit der angeblichen Störung erklären. Es hat uns nur ver⸗ bunden, weil wir verbunden waren— nicht wahr?“ Dieſer Jan, heißt es überall, hat ſich alſo ver⸗ heiratet, und dabei war man immer in dem Glau⸗ ben geweſen, er habe ſchon irgendwo eine Frau. Wie man ſich irren kann! —— Das Nationaltheater teilt mit: In den Kammer⸗ ſpielen im Gloor tapalaſt findet morgen die Ur⸗ aufführung von Ernſt Penzoldts„Etienne und Luiſe“ in der Indzenierung von Dr. Gerhard Storz ſtatt. Die Szene bildet eine zweiſtöckige Einheitsdekoration. Die Titelrollen werden von Bum Krüger und Annemarie Schradiek dar⸗ geſtellt, der Lehrer Arminius von Haus Gode ck, das Haupt der Familie Powenz von Ernſt Langheinz, weitere Rollen von den Damen Ehre, Fiebig, Sanden, Stieler, Vielmetter und den Herren Muſil, Köhler, Renkert, Römer⸗Hahn, Simshäuſer und Walter.— Die Operette„Deuk an mich“ von Erwin Styauß, die am Sonntag erſtmals in Szene geht, wird auschließlich für das Neue Thealer vorbereitet und nicht in das Nationaltheater über⸗ ubmmen werden. Die Handlung ſplelt im heutigen Berlin und iſt aufgebaut auf dem Motiv daß ein Sthanſpielerpaar ſich um eines Abenteuers willen als Dienſtboten in ein Privathaus einſchmuggelt Verſchiedene Muſiknummern wie das Terzett„Was 711 habe ich an der ſchönſten Frau“ u. a. ſind bereits populär geworden. iſt der Platz, den rg aged cecc ohr n— n nn nen. JT ²˙—Atn(.. 3 r . 1 Mittwoch, 4. Februar 1931 Aus Baden Schäden des naſſen Winters * Aus dem Kraichgau und Bruhrain, 3. Febr. Die andauernden Regenfälle haben den Boden derart mit Feuchtigkeit geſättigt, daß dieſer nicht mehr imſtande iſt, das viele Regen⸗ und Schneewaſſer auf⸗ zuſaugen. Hinzu kommt noch, daß dieſe abnorme Feuchtigkeit den Waſſerſpiegel beträchtlich erhöht hat. In den Ackerfurchen ſtaut ſich das Waſſer und macht ein Befahren der Felder unmöglich. Das tieferlie⸗ gende Gelände ſteht vielfach unter Waſſer. Weite Wieſenſtrecken gleichen kleinen Seen. Dieſe abnorme Winternäſſe iſt beſonders für das Winter⸗ getreide ſchädlich. Die Landwirte klagen, daß ihnen die vor Wochen noch geſunde Frucht auf den Aeckern erſaufe. Die Erhöhung des Grundwaſſerſpiegels wirkt ſich auch auf die Häuſer aus. In den tieferliegenden Kellern ſammelt ſich Waſſer an. Es muß ſtändig mit Pumpen aus den Kellern entfernt werden. Häu⸗ ſig werden auch die Hausfundamente von Waſſer unterhölt, ſodaß ſich die Wände ſenken und Riſſe entſtehen. Hier werden ſich die Schäden in vollem Maße erſt auswirken, wenn in den regen⸗ armen Monaten das Waſſer ſich zurückzieht. Wie im letzten Jahr wird man dann allenthalben große Ge⸗ bäudeſchäden feſtſtellen können. Dveiſter Raubverſuch Karlsruhe, 2. Febr. Eine ledige 21 Jahre alte Krankenſchweſter erſtattete der Polizei die Anzeige, daß ſie am Donnerstag abend auf dem Wege nach ihrer Wohnung in der ſüdlichen Hildapromenade von einem Manne, der ſie verfolgt hatte, kurz vor ihrer Wohnung eingeholt, angehalten und am Halſe ge⸗ würgt worden ſei. Gleichzeitig habe der Täter verſucht, ihr die Handtaſche zu entreißen. In⸗ folge ihrer Gegenwehr und Hilferufe habe er jedoch abgelaſſen und ſei in Richtung Kochſtraße geflüchtet. Ermittelungen ſind im Gange. Schwere Bluttat Pforzheim, 3. Febr. In einer Wirtſchaft in Brötzingen bei Pforzheim kam es zu einer ſchweren Bluttat. Ein 50jähriger Metzger gab auf die Gaſt⸗ wirtin Burkhardt, Gaſthaus zum„Grünen Wald“, zwei Revolverſchüſſe ab und verletzte die Frau im Rücken ſehr ſchwer. Der Täter verſetzte ſich darauf einen Kopfſchuß. Er wurde mit ſeinem Opfer ins Krankenhaus eingeliefert. Ermittlungen find im Gange. l Tödliches Motorradunglück E Raſtatt, 3. Febr. Auf der Karlsruher Land⸗ ſtraße ereignete ſich in der Nacht auf Sonntag in der Nähe von Oetigheim ein tödliches Motorradunglück. Ein junger Mann aus Raſtatt, der am 13. Auguſt 1903 geborene Ernſt Winkler, war vom Motorrad ge⸗ ſtürzt und wurde ſchwer verletzt und bewußtlos auf⸗ gefunden. Er erlag einige Stunden ſpäter ſeinen ſchweren Verletzungen, ohne daß er zuvor noch An⸗ gaben über das Unglück machten konnte. Man nimmt an, daß der Verunglückte mit ſeinem Motorrad auf der vereiſten Straße ins Rutſchen und zu Fall gekom⸗ men iſt. Vom Laſtauto erfaßt Engen, 2. Febr. Auf der Straße nach Wel⸗ ſchingen wurde in der Nähe von Neußhauſen ein junger Mann aus dieſem Ort namens Eugen Wal⸗ ler von einem Laſtauto in der Dunkelheit er⸗ faßt und mitgeſchleift. Die Verletzungen machten die Ueberführung in das Engener Kranken⸗ haus notwendig. Ein reuiger Sünder Freiburg i. Br., 3. Febr. An einem der letzten Tage wurde in einem hieſigen Geſchäft ein außer Kurs geſetzter Tauſendmarkſchein in Zahlung gegeben und das Herausgeld von 998 Mark in Empfang ge⸗ nommen. Ueber Nacht ſcheint der Betrüger aber ſeine Tat bereut zu haben, denn am andern Mor⸗ gen fand der erſtaunte Geſchäftsinhaber vor der Ladentür 950 Mark niedergelegt. * Durmersheim bei Raſtatt, 3. Febr. Der Gen⸗ darmerie iſt es endlich gelungen, die Urheber mehrerer chwerer Einbruchsdiebſtähle feſtzunehmen. Es handelt ſich um ein Ehepaar namens Speck. * Radolfzell, 3. Febr. Zur Verhaftung des Bru⸗ dermörders Schwarz wird noch mitgeteilt, daß Frau Schwarz, die Mutter, nicht feſtgenommen wurde, ſon⸗ bern nach ihrer Vernehmung einen Nervenzuſammen⸗ bruch erlitt und deswegen ins Krankenhaus verbracht werden mußte. Als Täter kommt allein der Verhaf⸗ tete in Frage. Die Mutter iſt völlig unſchuldig. 0 Artilleriebund Schwetzingen eh. Schwetzingen, 2. Febr. Am vergangenen Samstag fand im Nebenzimmer des Lokals„Römi⸗ ſcher Kaiſer“ die diesjährige, ſehr gut beſuchte Generalverſammlung des Artilleriebundes Schwetzingen ſtatt. Nach der Begrüßung durch den erſten Vorſitzenden Richard Maier gab dieſer ein Geſamtbild der Geſchäftslage des Bundes und ge⸗ dachte dann der im vergangenen Jahre verſtorbenen Kameraden. Reg.⸗Rat Dr. Glockner und Fackel. Der Schriftführer erſtattete ſodann den Geſchäfts⸗ bericht. Der Kaſſenbericht wurde ſehr beifällig auf⸗ genommen, da der Stand der Kaſſe gut iſt. Auf An⸗ trag wurde dem Kaſſter und dem Geſamtvorſtand einſtimmig Entlaſtung erteilt. Die Wiederwahl des Vorſtandes erfolgte einſtimmig; zur Unterſtützung des Schriftführers wurde ein zweiter Schriftführer gewählt und in den Vorſtand aufgenommen. Es wurden hierauf Fragen erörtert, die die Unter⸗ Eindrücke von einer Rußlandreiſe —8— Weinheim, 3. Febr. Im Saal des Pfälzer Hofes erſtattete vor voll⸗ beſetztem Hauſe vor der Handwerks⸗ und Gewerbe⸗ innung Weinheim und Bezirk Stadtrat Richard Freudenberg einen äußerſt intereſſanten Bericht über ſeine Eindrücke einer vierwöchentlichen Ruß⸗ landreiſe, bei der er mit zahlreichen leitenden Perſönlichkeiten der ruſſiſchen Wirtſchaft in Berüh⸗ rung gekommen iſt. Die Meinungen über das heutige Rußland ſind, ſo betonte der Redner, grundverſchieden. Tatſache aber iſt, daß auf tauſend Arbeiter 120 Beamte kommen gegenüber 30 in Deutſchland. In Rußland paßt einer auf den andern auf. Ein Arbeiter verdient in Rußland rund 200 Mark im Monat, ein Beamter etwa das Sechsfache. Die Lebensmittel bekom⸗ men die Arbeiter nur auf Marken zu einem an⸗ gemeſſenen Preis. Der Beamte bekommt nur die Hälfte Marken und muß ſich das Notwendigſte zum Leben zum ſechs⸗ bis achtfach höheren Preiſe erſtehen, ſodaß er mit ſeinem Mehrverdienſt noch ſchlechter ſteht als der weniger verdienende Arbeiter. Somit gibt es praktiſch in Rußland keine Mehrverdiener. An vier Tagen wird gearbeitet, der fünfte Tag iſt frei. Einen Sonntag kennt man in Rußland nicht mehr. An ſieben Tagen im Jahre herrſcht überall Ruhe. Sonſt wird ununterbrochen gearbeitet. Es gibt Fa⸗ briken, die jährlich bis zu 50 Prozent Ar beiter ⸗ wechſel haben. Die Gehälter der ausländiſchen Arbeitskräfte werden von dem Erlös des Exports bezahlt. Die Wohnungsverhältniſſe ſind trotz ernſter Verſuche der Machthaber nur wenig verbeſſert. Ein Gang durch die Straßen von Moskau zeigt gerade das Gegenteil jeder anderen Großſtadt. Nur etwa 120 Automobile ſind in Moskau vorhanden. Der Verkehr erfolgt mit den alten Pferdedroſchken mit nur einem oder zwei Sitzplätzen. Ein Droſchken⸗ beſitzer muß jährlich 500, ein Auto⸗ droſchkenbeſitzer bis zu 4000 Rubel Sarraſani klagt gegen die Stadt Pforzheim * Pforzheim, 3. Febr. Die kürzlich abgehaltene Bezirksratsſitzung hatte ſich u. a. auch mit einem intereſſanten Rechts⸗ ſtreit zwiſchen dem bekannten Zirkus Sarra⸗ ſani und der Stadt Pforzheim wegen Rück⸗ erſtattung von 4095.30 Mark Vergnügungsſteuer an⸗ läßlich ſeines letzten Gaſtſpiels vom 25.—29. Juni zu befaſſen. Der Sachverhalt iſt kurz folgender: Die Zir⸗ kusleitung hatte ſich wegen Ermäßigung der 25⸗ prozentigen Vergnügungsſteuer ſ. Zt. an die Stadt gewandt und mit dieſer auch wegen Platz und Zeit verhandelt. Die Stadt, die für ſolche Veranſtaltun⸗ gen regelmäßig den Meßplatz zur Verfügung ſtellt, hatte Entgegenkommen gezeigt und das Rechnungs⸗ amt in einem Schreiben an Sarraſani zehnprozentige Vergnügungsſteuer und 300 Mark Platzmiete für den Tag angeſetzt. In der von Sarraſani gewünſch⸗ ten Zeit war aber der Meßplatz durch das Süd⸗ deutſche Muſikfeſt belegt, außerdem ſollte um dieſe Zeit der Zirkus Gleich den Platz erhalten, weshalb die Stadt ihn nicht abgeben konnte und den Zirkus auf Auguſt zu einem Gaſtſpiel veranlaſſen wollte. Sarraſani erzwang durch Anrufung des Bezirks⸗ amts und Landeskommiſſärs das Junigaſtſpiel und hielt dies auf einem Privatplatz im Vorort Brötzin⸗ Tägliche Berichte der Keuen Mannheimer Feitung ſtützung in Not befindlicher Mitglieder des Bundes und die Vorbereitungen zur Totengedenkfeier am Sonntag Reminiſcere(1. März) betrafen. Bereits noch vor 11 Uhr konnte man nach dem offiziellen Teil zur Gemütlichkeit übergehen. Man ſang liebe, alte Artilleriſtenlieder und friſchte alte Kameradſchaften wieder auf. Die Verſammlung war getragen vom Geiſt alter bewährter Soldatentreue und Zuſammen⸗ gehörigkeit. Der Heidelberger Studentenchor reiſt nach Dänemark * Heidelberg, 4. Febr. Prof. Hermann Poppen hat von der Geſellſchaft für deutſch⸗däntſchen Kultur⸗ austauſch eine Einladung erhalten, in den Pfingſt⸗ ferien ds. Is. mit einem Heidelberger Stu⸗ dentenchor(Akademiſcher Geſangverein) nach Kopenhagen zu kommen, um dort und womög⸗ lich auch in anderen däniſchen Städten in einer Reihe von Aufführungen einen Ueberblick über das derzeitige deutſche Studentenbild zu geben. Steuer bezahlen. Die Verhältniſſe werden von dem ruſſiſchen Volk nur deshalb ertragen, weil es unter dem zariſtiſchem Regime auch nicht beſſer gelebt hat. Der Redner glaubt nicht, daß die Macht der Sow⸗ jets etwa mit Gewalt beſeitigt werden kann. Auch auf einen Zuſammenbruch kann man nicht warten. Wenn man, wie er, geſehen hat, wie gleich amerikani⸗ ſchen Verhältniſſen viele Induſtrieſtädte, wie zum Beiſpiel Charkow, gleichſam aus der Erde geſtampft werden, wenn man bedenkt, daß Rußland ein Sechſtel der Erdoberfläche mit ungeheuerem Reichtum an Rohſtoffen darſtellt, ſo muß man ſich klar ſein, daß hier eine wirtſchaftliche Macht mit ungeheuerer Willenskraft emporſtrebt. Zur Zeit iſt in Char⸗ kow eine Kabelfabrik in Betrieb genommen, in der 95000 Mann Beſchäftigung finden. Demnächſt geht dort eine Traktorenfabrik der Vollendung entgegen, in der etwa 100 000 Arbeiter beſchäftigt werden ſollen. In Deutſchland gibt es noch Leute, die wünſchen, daß das induſtrielle Deutſchland in dem an Rohſtoffen und Bodenſchätzen ungeheuer reichen Sowjetrußland aufgehen ſoll. Dies kann dann ſo kommen, daß wir in den Grenzlanden unſer Bündel packen und nach dem Oſten ziehen müſſen, wenn wir nicht das Kanonen⸗ futter in den Auseinanderſetzungen zwiſchen Bolſchewismus und der kapitaliſtiſchen Welt abgeben wollen Man ſieht doch deutlich, daß Rußland bewußt ſeine Induſtrie ins Innere des Lan⸗ des legt und jeden Ausbau der, Induſtrie in den der Grenze naheliegenden Gebieten vermeidet. Daß im Kriegsfalle in das Innere Rußlands wohl ſchlecht vorzudringen iſt, hat die Geſchichte gelehrt. Der Redner ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Wunſch, daß dem kapitaliſtiſchen Amerika und dem bolſchewiſtiſchen Rußland als zwei geſchloſſenen wirt⸗ ſchafts⸗ und weltpolitiſchen Machtfaktoren doch bal⸗ digſt ein geſchloſſenes Weſt⸗ und Mitteleuropa gegenüberſteht, das nicht in vielen Kleinſtaaten zer⸗ klüftet iſt und ſich gegenſeitig das Leben erſchwert. gen ab. Die Stadt hat nunmehr 15 v. H. Vergnügungs⸗ ſteuer angeſetzt, worauf Sarraſani ſich auf das Schreiben des Städt. Rechnungsamts vom 6. Januar ſtützend, Klage wegen Rückerſtattung des Unterſchieds mit obigen 4095.30 Mark erhob. Der Kläger, durch Rechtsanwalt Dr. Strauß von Karlsruhe vertreten, machte geltend, daß in allen Schreiben der Stadt von einer Aufhebung des Be⸗ ſchluſſes, 10 v. H. zu erheben, wie das Rechnungs⸗ amt mitgeteilt hatte, keine Rede war, daß alſo nach Treu und Glauben nur 10 v. H. als maßgebend an⸗ zuſetzen ſeien. Der Vertreter der Stadt, Stadtrat Rechtsanwalt Dr. Steinel, machte geltend, daß die Stadt die Ermäßigung der Steuer auf 10 v. H. unter anderen Vorausſetzungen gegeben habe(Meßplatz) und daß die Mitteilung des Rechnungsamtes der Rechtsverbindlichkeit ermangle, weil der allein maß⸗ gebende Beſchluß des Stadtrats hierfür nicht erteilt war. Nach längeren Ausführungen beider Rechts ver⸗ treter fällte der Bezirksrat das Urteil dahingehend, daß die Klage abgewieſen und der Klä⸗ ger zur Koſtentragung verurteilt wurde. Gegen dieſe Entſcheidung des Bezirksrats wird nun⸗ mehr beim Verwaltungsgerichtshof Weiterklage er⸗ folgen. 8 alle Mild und neutral, die wichstigsten Eigenschaften einer Toilettenseife im höchsten Maße vereinigt in ä Pfellring-Lanolin- Seife. Das Cholesterin- dem Hautfett nohe verwandt- N dtingt tief in die Poren und ernãhrt die Haut. Vernünftige Hautpflege ist natũs- 9 liche Hautpflege. Ideal gelõst durch Pfellring-Lenolin-Seife und Creme. Freer: *— 142. Jahrgang/ Nummer 87 Aus dler Salz Geſtörter Einbrecher— 1680 Mark geſtohlen * Frankenthal, 3. Febr. In der Nacht auf Diens⸗ tag ſtiegen bis jetzt noch unbekannte Täter in die Kaſſenräume der Bezirksſparkaſſe ein und verſuchten, mit Hilfe eines mitgebrachten Schweißapparates den Kaſſenſchrank aufzu⸗ brechen, was jedoch nicht gelang. Die Eindringlinge wurden bei ihrer Tätigkeit anſcheinend geſtört, da ſie unter Zurücklaſſung des Schweißapparats die Flucht ergriffen. Um die Spur zu verwiſchen, hatten ſie die Räume reichlich mit Pfeffer beſtreut. Auf dem Ormsheimer Hof wurden einem dort be⸗ ſchäftigten ledigen Schweizer aus dem verſchloſſe⸗ nen Kleiderſchrank 1680 Mark entwendet. Als der Tat dringend verdächtig kommt der am glei⸗ chen Tage verſchwundene, ſeither auf dem Hof be⸗ dienſtete 27 Jahre alte Dienſtknecht Otto Geif aus Wollbach(Bayern) in Frage. Eine Milchzentrale auf dem Lachener Flugplatz? * Neuſtadt a. d.., 3. Febr. In einer Verſamm⸗ lung der Bezirksbauernkammer und des Landhaus⸗ frauenvereins des Bezirks Neuſtadt a. d. H. wurde das neue Milchgeſetz beſprochen, bei welcher Gele⸗ genheit Landtagsabgeordneter Boſſert Mitteilung von einem Projekt machte, auf dem Flugplatz Lachen—Speyerdorf eine Milchverwer⸗ tumgs zentrale zu errichten. Die Verwirk⸗ lichung hänge davon ab, ob täglich eine Milchmenge von 45000 Litern angeliefert, und ob das nötige Geld— 60—70 000 Mark— aufgebracht werden könne. Neben Neuſtadt müßten auch die geſamten Landwirte der Umgebung ſich durch Uebernahme von Anteilſcheinen für die Sache intereſſieren. Aus dem weiteren Verlauf der Verſammlung iſt eine Aeußerung von Frl. Abreſch bemerkenswert, ſie ſtehe an der Spitze von drei gemeinnützigen Ein⸗ richtungen, die täglich für etwa 1000 Perſonen Mahl⸗ zeiten herſtellen. Sie verpflichte ſich, künftig keine däniſche und keine holländiſche Butter zu verwenden, ſondern nur deutſche. Dieſes Beiſpiel wurde von der Verſammlung allen ſtädtiſchen Hausfrauen als nachahmenswert empfohlen. ** * Frankenthal, 3. Febr. Auf der Oggersheimer Straße fuhr ein von Oggersheim kommendes Per⸗ ſonenauto in voller Fahrt auf ein vorausfahrendes Mehlfuhrwerk auf. Bei dem Zuſammenſtoß wurde der Führer des Autos leicht verletzt, während der Inſaſſe mit ziemlich ſchweren Kopfverletzungen durch ein Sanitätsauto nach Oggersheim verbracht wurde. pp. Germersheim, 3. Febr. Im Bahnhof Germers⸗ heim wurden ſeit mehreren Wochen Renovierungs⸗ arbeiten durchgeführt, die nunmehr beendet ſind. Es wurde die Vorhalle im Bahnhof bedeutend vergrößert, die Schalterräume vollkommen neu, modern und praktiſch ausgeſtaltet und die geſamten Innenräume und Inneneinrichtungen geſtrichen. Auch die Um⸗ zäunung der Anlagen vor dem Bahnhof wurde aus⸗ gebeſſert und teilweiſe erneuert. Der Bahnhof hinter⸗ läßt jetzt einen ſauberen und freundlichen Eindruck. Die Arbeiten wurden von Germersheimer Gewerbe treihenden und Handwerkern ausgeführt. * Heiligenſtein, 2. Febr. Der 28 Jahre alte Fried⸗ rich Reichling, Sohn des Wirtes zum„Rebſtöckel“, ſtarb heute vormittag eines plötzlichen Todes. Er war in Speyer auf ſeiner Arbeitsſtätte geweſen, be⸗ gab ſich dann aber wegen Unwohlſeins mit dem Rad auf dem Heimweg. Zwiſchen Berghauſen u. Heiligen⸗ ſtein fiel er infolge eines Schlaganfalls in den Straßengraben. Paſſanten verbrachten den Mann nach Hauſe, wo der Arzt nur noch den Do d feſtſtellen konnte. * Pirmaſens, 2. Febr. Geſtern abend entſtanden zwiſchen zwei Fabrikarbeitern Mietſtreitig⸗ keiten, die in Tätlichkeiten ausarteten. Man be⸗ nutzte beiderſeits verſchiedene gefährliche Werkzeuge. Die beiden Gegner brachten ſich derart ſchwere Ver⸗ letzungen bei, daß der eine Fabrikarbeiter in be⸗ denklichem Zuſtande ins Krankenhaus gebracht wer⸗ den mußte, während der andere zu Hauſe in ärztlicher Behandlung iſt. Ihm wurde u a. die Naſe ge⸗ ſpalten. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Februar Ahein Pegel 30. 31..3.] Neckar⸗Bege. 312.8 4. Bafel 0,850,77.80.50.50 Schuflerinſe! 140, 135 1,20 1081.02 Mannheim.054,55 5.10 Kehl 2 95 3,01 2,80.722,65 Jaaſtfed.401.881.9188 Mapau.03.13 4,87.78.62 Plochingen 1 080,80 9,780,½75 Mannheim 2,58 4 79442.19 8,980 Heilbronn.061,70 1,65 180 Kaub.94.00 3,82.58.38 Köln 3,118.24 5,20 4,82 4,42 4— 1 77 2 8 0 N„ ö 252— 85 722 7— 28 ö 0 J Y N. 2 N N 7 2 9— 74 5 2—— 5 2 —= 1 8 25 a 2 781 . HANDELS- vν o WIRTSCHAFTS-ZETIT UN. Mittwoch, 4. Februar 1931 der Neuen Mannheimer Zeitung Württembergiſche Hypothekenbank Stärkung der Rücklagen— Wieder 10 v. H. Dividende Die Bank ſchließt das Geſchäftsjahr 1980 mit einem recht günſtigen Ergebnis ab und ſchlägt aus einem Reingewinn von 1,68(i. B. 1,67) Mill. /, der ſich um 0,25(0,07) Mill. Gewinnvortrag erhöht, wieder eine Dividende von 10 v. H. vor. Ein erheblicher Teil des Gewinns wird zur Stärkung der Rücklagen verwandt(390 000 gegen 840 000). 456 847, werden vorgetragen. Die geſetzliche Rücklage erſcheint mit 1,85(1,80) Mill., die Sonderrücklage mit 0,45(0,25) Mill. und die Rücklage zur Sicherung der Pfandbriefgläubiger mit 0,40(0,31) Mill.& in der Bilanz. Bon den 176,98(161,33) Mill. Goldpfandbrieſen entfallen 97,08(80,51) Mill. auf 8 v. H. und 34,54(32,82) Mill. auf 7. H. Die Forderung der Deutſchen Rentenbank⸗Kredit⸗ anſtalt aus Darlehen ging auf 1,87(3,95) Mill. 4 zurück. Pfandbriefzinſen erſcheinen mit 4,38(3,93) Mill. und Kre⸗ ditoren und Vorträge mit 3,49(3,30) Mill. I. Unter den Aktiven erhöhten ſich Hypotheken auf 187,82(174,28) Mill. Nach dem Bericht war die Beſchaffung guter Hypotheken 1980 weſentlich ſchwieriger als in den Vorjahren. Bei der Lage auf dem Grundſtücksmarkt habe man im Jahre 1930 Althäuſer nur noch in wenigen Fällen beliehen. Von den neu ausgeliehenen rund 20 Mill./ ſind über 80 v. H. auf Neubauten gegeben worden. * Bank für Handel und Gewerbe AG., Leipzig. Aus dem Reingewinn einſchl. Vortrag von 180 881(i. B. 250 525)% wird eine von 10 auf 6 v. H. ermäßigte Dividende verteilt. Der Zinsgewinn iſt um 35 000 (1% v. H. des Af.) geſunken. Der buchmäßige Geſomt⸗ umſatz betrug 181,48(208,20) Mill. I. Depoſitengelder waren am Ende v. J. 6,43(6,17) Mill.„/ vorhanden. Die Zahl der Sparer hat ſich um 1319 erhöht. Im Berichts⸗ johr 1980 erfolgten Einzahlungen über 4,3 Mill. 4 und Auszahlungen über 4,05 Mill. /, ſo daß ein Neuzugang von 255 955 l feſtzuſtellen iſt. Danziger Hypothekenbank AG. Danzig Der in der HV. am 4. Febr. vorzulegende Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1930 weiſt einſchl. 50612(51 483) D. Gewinnvortrag einen Reingewinn von 404 278(i. B. 327 181) DG. aus, woraus bekanntlich wiederum 9 v. H. Diblidende auf 1,75(1,5) Mill. DG. dividendenberech⸗ tigtes Ak. zur Verteilung vorgeſchlagen werden. Der ge⸗ ſetzlichen Reſerve ſollen 185 000(120 000) DG. zugeführt werden, die dadurch 30 v. H. des volleingezahlten AK. er⸗ reicht. Im einzlenen erzielte das Inſtitut folgende Einnahmen: Hypothekenzinſen 3 116 993(2 543 931) D, Roggenrenten 48 043(69 866) DG, Kommunaldarlehnszinſen 82 519(44902)., Kontokorrentzinſen 115 630(104 672) Dc. und ſonſtige Erträgniſſe 205 570(137 693) DGG. Der Hewinnvortrag auf 1931 erhöht ſich nach Abzug der fatzungsgemäßen Vergütungen auf 53 407 DG. Die Emiſſtonstätigeit des Inſtituts erſtreckte ſich im Berichts⸗ jahre vor allem auf proz. Emiſſionen. Der Umlauf an 7proz. Hypothekenpfandbriefen erfuhr eine Erhöhung von 12,3 Mill. DG. auf 21,29 Mill. DG. Der Pfandbrief⸗ abſatz insgeſamt betrug rd. 9,5(i. V. 4,65) Mil⸗ lionen., wovon 7,4 Mill. DG. durch Vermittlung Dan⸗ diger Banken im In⸗ und Auslande plaziert wurden. * Bauk von Danzig— Dividendenermäßigung. In der AR.⸗Sitzung wurde die Bilanz und die Gewinn⸗ und Verluſtrechnung für das abgelaufene Geſchäftsjahr 1930 genehmigt. Der zu verteilende Reingewinn beträgt nach Abſchreibungen und Rückſtellungen 1 146 641 Gulden (i. V. 1617 075 Gulden). Der Minderertrag erklärt ſich aus der ſtarken Senkung der Zinsſätze am internationalen Geldmarkt und der Ermäßigung des Bankdtskontes. Der G. am 7. Februara wird vorgeſchlagen, von dem Rein⸗ gewinn 050 896(1032 623) Gulden an die Reſerve zu über⸗ weiſen, die dadurch auf 6,37 Mill. Gulden gleich 84,0 v. H. des AK. onwächſt, ſowie eine Dividende von 7(7,5) v. H. zu verteilen und 112 798(141 553) Gulden vorzu⸗ trügen. * Froiſe, der neue Gouverneur der Bank von Italien. Zum Generaldirektor der Bank von Italien iſt vom Ober⸗ ſten Rat der Bank als Nachfolger des vor einigen Wochen verſtorbenen Senators Bonaldo Stringher der bisherige Generaldirektor der Zollabteilung beim Finanzminiſte⸗ rium, Troiſe, einſtimmig gewählt worden. Troiſe iſt ſeit 18029 in der Finanzverwaltung tätig und an fämtlichen andelsvertragsverhandlungen, die Italien in den letzten Jahren geführt hat, beteiligt geweſen. Ouſtrie im Konkurs. Paris, 3. Febr. Die Banque Ouſtric, gegen die bisher lediglich das Verfahren gericht⸗ licher Liquidation eröffnet war, wird in Konkurs erklärt werden. Aus einer Aeußerung vor dem parlamentariſchen Unterſuchungsausſchuß erfährt mon, daß 1700 Mill. Franken Verbindlichkeiten als wichtigſtes Akti⸗ vum die Beteiligung an dem Schuhtruſt Ehrlich⸗Monteux gegenüberſteht. Hierfür ſeien aber im Augenblick noch nicht 150 Mill. Franken zu erzielen. Dividendenreduktion beim Stahlverein? In der Dividendenfrage bei den Vereinigten Stahlwerken wird Jie am Donnerstag ſtattfindende AR.⸗Sitzung die offizielle Entſcheidung bringen. Indeſſen dürfte, wie geſtern in Berlin beſtimmt verlautete, nunmehr doch bereits ſeit Ende voriger Woche mit einiger Sicherheit feſtſtehen, daß man ſich zu einer Herabſetzung um—2 v. H. entſchließen wird. Ein ſolche Reduktion habe jedenfalls entgegen den ſeitherigen Annahmen der Börſe weitaus größere Waßr⸗ ſcheinlichkeit für ſich, als eine Beibehaltung des proz. Dipidendenſatzes. * Unveränderte Dividende bei der Deutſchen Werft AG., Hamburg. Die Geſellſchaft, die zur Gruppe Haniel⸗A G. gehört und ſich, wie ſchon früher dorgelegt, auf den Ban wun Schiffen mittlerer Größe ſpezialiſiert hat, verfügt über den beſten Auftragsbeſtand ſämtlicher deutſchen Werften. Infolgedeſſen wird, wie wir hören, die AR. ⸗ Sitzung am 21. Febr. wieder eine unveränderte Divi⸗ dende von 8 v. H. vorſchlagen. * Bremer Chemiſche Fabrik AG. in Hude(Oldenburg). Der A. ſchlägt der GV. am 7. März eine gegenüber dem Vorjahre unveränderte Dividende von 12 v. H. auf das Ask. von 350 000„ für das Geſchäftsjahr 1990 vor. Mittag-Ausgabe Nr. 57 Sonderſteuern für Konzerne in Baden Doppelbeſteuerung-ein fragwürdiger Anreiz für das Mannheimer Wirtſchaftsgebiet Wir geben nachſtehend einer uns von geſchätzter Seite zugegangenen Betrachtung Raum, die im Zu⸗ ſammenhong mit der Sitzverlegung der Konzern⸗ verwaltung Zellſtoff Waldhof auf eine, wenn nicht die Gefahrenquelle für das Mannheimer und ba⸗ diſche Wirtſchaftsgebiet hinweiſt. Es iſt wohl an der Zeit, daß die darin behandelte recht unangenehme „partikulariſtiſche“ Einſtellung des badiſchen Fiskus in aller Oeffentlichkeit erörtert wird, damit die bis⸗ her vergeblichen Bemühungen der Spitzenverbände ber badiſchen Wirtſchaft endlich doch noch eine Aende⸗ rung des unhaltbaren Auslegungsſtamdpunktes des Finanzminiſteriums herbeiführen können. Eine wirtſchafts fördernde Politik tut uns in Baden mehr denn anderswo durch die Regierung not, aber keine wirtſchaftsſchädliche. Und Gerechtig⸗ keit hat noch nie geſchadet, am wenigſten da, wo alles daran geſetzt werden muß, Beſtehendes zu halten, und nicht durch bürokratiſche Kunſtſtückchen aus dem Lande zu treiben. „Vom allgemein betriebs⸗ und verkehrspolitiſchem, wie auch pſychologiſchen Geſichtspunkte aus kann man ſich mit der Verlegung der Konzernver waltung des Zellſtoff⸗Waldhof Konzerns nach Berlin— für das Mannheimer Wirtſchaftsgebiet aus mehr als einem Grunde hochbedeutſamer Entſchluß in gewiſſer Selbſt⸗ beſcheidung aus lokalen Erwägungen deshalb damit ab⸗ finden, daß die Verlegung der Konzernverwaltung und das Verbleiben des Geſellſchaftsſitzes in Mannheim das klei⸗ rere Uebel bebeutet und zwar deshalb, weil die Um⸗ lage der Zellſtoff.⸗G. damit dem Steuereinkommen der Stadt Mannheim erhalten bleibt. Aber leider illuſtriert der Vorgang die Folgen eines Zuſtandes, der viel grund⸗ ſätzlicher die Struktur des ganzen badiſchen Wirtſchafts⸗ körpers berührt und der deshalb das„kleinere Uebel“, wie die nachfolgende Betrachtung beweiſen ſoll, in einem an⸗ deren Lichte erſcheinen laſſen wird. Denn für die Verteilung der Steuereinkom⸗ men auf die verſchiedenen Länder und Ge⸗ meinden des Reiches ſpielt ſeit dem Erlaß des Reichsfinanzausgleichsgeſetzes, alſo ſeit 1926, der Geſell⸗ ſchaftsſitz keinerlei Rolle mehr. Für dieſe Verteilung iſt vielmehr, abgeſehen von den beſonderen Be⸗ triebsanlagen des einzelnen Ortes, die an dieſem beſteuert werden, allein maßgebend das Verhältnis der Löhne und Gehälter, wie ſie an den verſchiedenen Niederlaſſungen des Groß⸗ unternehmens aufgewendet werden müſſen. Dadurch, daß im Falle der Zellſtoff⸗Waldhof AGG. die Konzernverwaltung mit den für ſie erforderlichen, zweifellos recht erheb⸗ lichen Gehaltsſummen von Mannheim nach Berlin abwandert, ändert ſich alſo das Verhältnis der Mannheimer Gehalts⸗ und Lohnſummen zu den an aus⸗ wärtigen Niederlaſſungen des Unternehmens aufzuwen⸗ denden und damit der Verteilungsſchlüſſel für die Steuern in einer für Mannheim höchſt ungünſtigen Weife. Aus dem Umſtande heraus, daß der Sitz der Ge⸗ ſellſchaft in Mannheim bleibt, ergibt ſich für Mannheim auch nicht der geringſte ſteuerliche Vorteil und dem für das Mannheimer Wirtſchafts⸗ gebiet höchſt bedauerlichen— von Ihnen in Nr. 26 der NMz angedeuteten— Verluſte,„der durch den Wegzug eintger großer Einkommen eben getragen werden muß“ ſteht, abgeſehen von einem gewiſſen moraliſchen, keinerlei materieller Vorteil gegenüber. Die Verlegung der Kon⸗ zernverwaltung ſtellt alſo im Verhältnis zu dem Verbleiben des Geſellſchaftsſitzes in Mannheim doch ein weſent⸗ lich größeres Uebel dar. Ohne Rückſicht auf die Gründe, welche die Verwaltung der Zellſtoff⸗Fabrik Wald⸗ hof.⸗G. zu ihrem Entſchluß wirklich bewogen haben mögen, Gründe, die ich nicht kenne— erſcheint es mir aus einer Illuſionen abholden Einſtellung heraus erforderlich, einiges Grundſätzliche über die badiſche Steuerpolitik zu bemerken, deren Folgen alles an⸗ dere denn Anreize für das badiſche oder ſpeziell Mann⸗ heimer Wirtſchaftsgebiet für die Niederlaſſung von Kon⸗ zernverwaltungen ſind. Die Reichsſteuergeſetzgebung hat ſich ſeit langem entſchloſſen, die Konzernbildung und zwar die Konzernbildung in Deutſchland und die Nieberlaſſung von Holding⸗Geſellſchaften in Deutſchland ſtenerlich zu begünſtigen und hat deshalb ſowohl in der Einkommens⸗ wie der Ver⸗ mögens⸗Beſteuerung durch die Einfügung des ſogenannten Schachtelprivilegs die Doppelbeſteuerung der Tochter⸗Geſellſchaften beſeitigt. Sie hat weiter den Grundſatz aufgeſtellt, daß die Bewertung von Vermögen und Einkommen für die Beſteuerung durch Länder und Gemeinden nach denſelben Prinzipien vor ſich gehen ſolle, die für die Errechnung der Reichsſteuern Anwendung zu finden haben. Infolge der ſchlechten finan⸗ ziellen Lage dieſer Körperſchaften hat dieſer Grundſatz vor⸗ läufig noch keinen endgültigen Niederſchlag in der Reichs⸗ geſetzgebung erhalten, wenn man nicht die Notverordnung vom 1. Dez. 1930 als eine ſolche Endgültigkeit betrachten will. Aber ſfämtliche deutſchen Länder, jeden⸗ falls die größten, wie Preußen und Bayern, haben den Grundſatz des Schachtelprivilegs, der ſteuer⸗ lichen Begünſtigung der Holding⸗Geſellſchaften, der Kon⸗ zerne durch Beſeitigung der Doppelbeſteuerung in ihre eigene Geſetzgebung übernommen. Auch nach dem Wortlaute des badiſchen Grund⸗ und Gewerbeſteuergeſetzes Das„Schwarze Jahr“ der Exporteure Lagebericht über unſere früheren Kolonien Sehr peſſimiſtiſch lautet der diesjährige Bericht des Vereins Hamburger Exporteure, der inſofern von beſon⸗ deber Bedeutung iſt, well er ſich auch über die Lage in den Aberſeeiſchen Ländern äußert. Schwere Verluſte an Umſatz und Außenſtänden auf allen Hauptabſatzgebileten geſtalten das Jahr 1930 zu einem ſchwarzen Jahr in der Geſchichte von Hamburgs Export⸗ handel. Die Folgen ſind Abbau der Unkoſten an Perſonal und Speſen ſowie äußerſte Sparſamkeit der Firmen⸗ inhaber und mit den Sorgen um die matertelle eigene Lage paart ſich die ſeeliſche Belaſtung durch die Entlaſſung von Angeſtellten, die kaum eine neue Tätigkeit finden. Die Regierung Brüning erhält wegen ihrer erfreulichen Ener⸗ gie ein Lob, wie ihr die Unterſtützung der Hamburger Exporteure zugeſichert wird. Anerkennung findet die bis⸗ herige Politik der Handelsverträge, die die Feuerprobe beſtanden hätten, wie die Zahlen der Entwicklung des Exportes der drei Hauptländer, Amerika, England und Deutſchland, im Kriſenjahre zeigen. Während die Ver⸗ einigten Staaten und England im Fertigwarenerport wert⸗ mäßig einen Verluſt von 24 v. H. buchen, ſo Deutſchland nur 8 v. H. Trotz allem iſt am Schluß der Bericht zuver⸗ ſichtlich abgeſtimmt, weil ein Maximum an geiſtiger und körperlicher Arbeit, verbunden mit einem Mänimum an Bedürfniſſen,. doch den hanſeatiſchen virtſchaftskampfe erhoffen Exporteur den Sieg im f 0 0 läßt. Notwendig iſt eine mmenarbeit des deutſchen Exporthandels mit der deutſchen Induſtrie und deshalb anſeatiſche Exporttogung bird auch in dieſem Jahre eine pr 5 5 95 Induſtrie wieder mit dem Reichsverband der Deutſchen einberufen. i i 4 8 Unter den vielen Ueberſeeberichten intereſſieren wohl auch Angaben über den einſtigen deutſchen Kolonialbeſitz in Afrika. Zwar ſind in dem unter franzöſiſchem Mandat ſtehenden Kamerun die Verkehrswege etwas aus⸗ gebaut, aber der Abſatz europäiſcher Waren hat ſtark ge⸗ litten, weil die niedrigen Produktenpreiſe den Ein⸗ geborenen nicht mehr geſtatten, einen Teil ihres Erlöſes zwecks Kaufes der notwendigſten europälſchen Lebensmittel und Kleidungsſtücke zurückzulegen. Die Folge iſt das Schließen der Faktoreien einer Reihe europäiſcher Firmen. Im ehemaligen Deutſch⸗Südweſtafrika iſt die Ausfuhr von Deutſchlond gegenüber dem vori⸗ gen Jahre um 25 v., die von England um 16 v. H. zurückgegangen. Durch die anhaltende Trockenheit haben die dortigen Landwirte, insbeſondere die Vieh⸗ züchter, ſchwere Verluſte erlitten! Das Rindvieh mußte wegen Futtermangels möglichſt„notgeſchlachtet“ werden und der Butterexport nach Kapſtadt iſt geſtört. Von dieſen Verluſten wird die Kaufmannſchaft automatiſch getroffen. Die Not iſt durch die Verhältniſſe auf dem Diamanten⸗ markt verſchärft, zumal deſſen Wiederbelebung für 1931 zwelfelhaft erſcheint. Die deutſche Einfuhr nach dem einſtigen Deutſch⸗ Oſtafrika iſt um 29 v. H. gefallen, die engliſche teil⸗ weiſe ſogar geſtiegen. Starke Reibungen beſtehen zwiſchen den Eingeborenen und den europäiſchen Stedlern. Der Warenaustauſch iſt durch übermäßige Rege le monate⸗ lang ungünſtig beeinflußt und damit die Geſchäftslage, zu⸗ mal bei dem kriſenhaften Rückgang der Marktpreiſe, ür alle Exportprodukte weiter verſchlechtert. Die europälſchen Pflanzungen leiden unter dem Preisrückgang ihrer Pro⸗ dukte und die Kriſis wird durch die zahlungsunfähige indiſche Kunsſchaft noch verſtärkt. Die Propaganda für den Einkauf britiſcher Waren hatte ſtarken Erfolg und eine deutſche Gegenpropaganda wird nur nützen, wenn die deut⸗ ſchen Induſtrieprodukte ſich verbilligen laſſen. ſchien dieſe Frage bis vor kurzem auch für Baden ein⸗ deutig geklärt zu ſein. Inzwiſchen hat jedoch die badiſche Finanzverwaltung in das Gewerbeſteuergeſetz eine andere Auslegung in dieſer Beziehung hineingetegt und die oberſte, zur Entſcheidung dieſer Frage berufene In⸗ ſtanz in Baden— leider gibt es bisher für dieſe Aus⸗ legungsfragen noch keine einheitliche Rechtſprechung durch den Reichsfinanzhof— der Babiſche Verwaltungs⸗ gerichtshof, hat ſich dieſer neuen Auslegung an⸗ geſchloſſen. Darnach gilt für Baben ſowohl bei der Berechnung der Gewerbekapital⸗ wie der Gewerbeertragsſteuer das Schachtelprivileg nicht. Von allen großen Ländern des Reiches hat Baden allein für Holding⸗Geſellſchaften und Konzerne die in ber Reichsgeſetzgebung und in der Ge⸗ ſetzgebung ber größeren Länder des Reiches verpönte Doppelbeſtenerung der Tochter⸗Geſellſchaften eingeführt und zwar mit einer Begründung, die die Vermögens⸗ lage badiſcher Geſellſchaften in anderen Teilen des Reiches wie eine Anlage im Auslande behandelt. Die Folgen einer derartigen Auslegung werden nicht ausbleiben und werden die Anreize, die das babiſche und damit das Mannheimer Wirtſchaftsgebiet zwei⸗ fellos noch bietet, weiter verringern und die Enttäuſchun⸗ gen, die wir in den letzten Jahren erleben mußten, in einer nicht fernen Zukunft ohne jeden Zweifel weiter vergrößern. Steuerliche Geſichtspunkte ſpielen bei der Höhe der gegenwärtigen Umlage⸗Prozentziffern für die Or⸗ ganiſation neuer und beſtehender Unternehmungen eine geradezu ausſchlaggebende Rolle und man kann ſich nicht gut vorſtellen, daß, ſolange eine derartig enge einzelſtaatliche Auslegung gegenüber den Unternehmens⸗ teilen, die in den übrigen Ländern des Reiches beſtehen, geradzu„auslandsfeinbliche“ Auffaſſung beſteht, eine Kon⸗ dernbildung nach Baden und nach Mannheim hin und nicht von Mannheim und von Baden weg erfolgen wird. Daß auf dieſem Gebiet Baben ſich ohnedies ſchon in einer verhältnismäßig ungnnſtigen Lage befindet, ergibt eine aus dem Badiſchen Statiſtiſchen Landesamt ſtammende Zuſammenſtellung, nach der gegenwärtig— alſo ohne Berückſichtigung der ſchwerwiegenden Beränderungen dei der Zellſtoff⸗Fabrik Waldhof.⸗G. 40 ausländiſchen Be⸗ trieben, die von badiſchen Konzernen abhängig ſind, 8 2 babiſche Betriebe gegenüberſtehen, die durch aus⸗ wärtige Konzerne beeinflußt werden. Ich glaube, daß derjenige Teil der Oeffentlichkeit, der ſich wirk⸗ lich mit der Verbeſſerung des Anreizes des Mannheimer Wirtſchaftsgebietes befaßt, an dieſer ſchwerwiegenden Tat⸗ ſache nicht vorübergehen barf. Wie mir bekannt iſt, haben die ba diſchen Handels⸗ kammern als die in erſter Linie zur Wahrung der In⸗ tereſſen der babiſchen Wirtſchaft berufenen Körperſchaften, die in dieſer Auslegung ruhende Gefahr frühzeitig erkannt und die badiſche Regierung unausgeſetzt ohne jeden Er⸗ folg darauf hingewieſen.“ Internationales Waggonkartell Die Verhandlungen des Direktionskomitees des Konti⸗ nentalen Waggonkartells haben ſich zunächſt mit der Frage der Rechtsform des Kartells befaßt. Nach eingehender Prifung der verſchledenen Möglichkeiten der Rechtsform iſt man auf den bereits früher erörterten Plan einer Aktiengeſellſchaft, wie ſie z. B. auch für das inter⸗ nationale Glühlampenkartell beſteht, zurückgekommen. Die Beteiligung an dieſer Geſellſchaft mit einem verhält⸗ nismäßig geringen Nominalkapital wird den Quoten der einzelnen Kartellmitglieber entſprechen. Das würde heißen, daß Deutſchland mit 28,8 v. H. an zwei⸗ ter Stelle, hinter Belgien mit 348 v. 5. ſteht. Die zweite wichtige Frage war die der Exvortfinanzierung bezw. der Kreditgewährung größerer Aufträge auf längere Friſten. Zu dieſem Zweck wird zur näheren Prüfung der Angelegen⸗ heit ein Finanzkomitee geſchaffen werden, in das jedes Mit⸗ glied zwet banktechniſche Delegierte entſenden wird. Zur Zeit ſchweben bei den einzelnen Induſtrien Verhandlungen mit Banken. Im übrigen nahm der Verwaltungsausſchuß u. a. von der Wiederaufrichtung bes belgiſchen Inlands⸗ kartells, das infolge Kündigung eines Mitglieds zum Jah⸗ regende abgelaufen war, Kenntnis. Das neue belgiſche Inlandskartell iſt in erweiterter Form verlängert worden. Volle Zeichnung der Anleihe der Schwediſchen Zünd⸗ holzgeſellſchaft. Die Zeichnungsfriſt der neuen B⸗Aktien der Schwediſchene Zündholzgeſellſchaft iſt geſtern abgeluu⸗ fen. Die Anleihe iſt voll n e und faſt gonz von den Aktienbeſitzern übernommen worden, die von ihrem Borzugsrecht Gebrauch gemacht haben. Dieſes Vorzugsrecht, nach dem drei olte Aktien zur Zeichnung einer neuen berechtigten, wurde auf der Stockholmer Börſe für—16 Kronen verkauft und ſtand noch am letzten Zeich⸗ nu ag auf 14 Kronen. Durch die neue Ausgabe hat die ebiſche Zündholzgeſellſchaft ihr Aktienkapital von 20 auf 980 Mill. Kronen und die Rücklage von 200 auf 245 Mill. Kronen erhöht. Aklienindez für die Woche vom 26.—31. Jan. und im Monats⸗ burchſchnitt Jaunar 1931 Der vom Stat. Reichsamt 1 Aktien inder 1924½26] 100) ſtellt ſich für öie Woche vom 23. bis 31. Jan. 1981 auf 80,8 gegen 79,7 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerinduſtrie auf 78,1 (72,4), Gruppe verarbeitende Induſtrie auf 69,9(69,1) und Gruppe Handel und Verkehr auf 106,1(111,3). Für den Durchſchnitt des Monats Januar 1931 iſt der Index mit 81,8 gegenüber 87,3 im Durchſchnitt Dezember 1980 ermittelt, und zwar in der Gruppe Berg⸗ bau und Schwerinduſtrie 74,8(81,3), Gruppe verarbeitende 0 8(76,86) und Gruppe Handel und Verkehr O Preisermäßigung für Präziſionswerkzeuge.(Eig. Dr.) it Wirkung vom 1. Febr. ab hat der Deutſche Prägiſionswerkzeugverband e. V. Chorlottenburg den Wolfram⸗Zuſchlog von 10 v.., der am 20. September 1920 in Kraft geſetzt wurde, für Spiralbohrer und ſon⸗ ſtige Schneidwerkzeuge aus Schneeſtahl aufgehoben. Ermäßigung der belgiſchen Roheiſenpreiſe. Die bel⸗ giſchen Preiſe für Thomas⸗Roheiſen ſanken auf den Tief⸗ ſtand von 490 Frs. je Tonne, die von Gieſtereiroheiſen auf 450 Frs. gegen 480 Frs., ſodaß die Kontorpreiſe in der Praxis von der ausländiſchen, ſpeziell engliſchen Konkur⸗ renz unterboten werden. Starke Ermäßigung der Preiſe für franzöſiſche Walz⸗ produkte. Die franzöſiſchen Verbandspreiſe für Walz⸗ produkte ermäßigten ſich teilweiſe um 5 Frs. pro Tonne. Eine größere Anzahl franzöſiſcher Hüttenwerke entließ erſtmalig zahlreiche Arbeiter. *Die neuen Treibſtoffpreiſe des Mannheimer Be⸗ zirkes. Die Preisermäßigung für Mannheim und das umliegende Verkaufsgebiet für BW.⸗Aral, Monopolin und Benzin macht 1 Pfg. pro Liter aus, während der Benzolpreis unverändert bleibt. Die heute in Mannheim gültigen Preiſe ſind nach Eintritt det Ermä⸗ zigung pro Liter für:..⸗Aral 96 Pfg., Benzin 92 Pfg., Monopolin 33 Pfg., B..⸗Benzol 43 Pfg. Kubas endzültiges Zuckerkontingeunt. Newyork, 8. Febr. Durch das jetzt in Kraft getretene Dekret des kußaniſchen Präsidenten über die Einſchränkung der Zucker⸗ Jahresabſchluß der Commertial Inveſtiment Truſt Cory. Unveränderter Gewinn der deutſchen Tochter⸗ geſellſchaft Der Jahresabſchluß der Commercial JIuveſt⸗ ment Truſt Corp., des größten Induſtrie⸗Finanzik⸗ rungsinſtituts der Welt und Muttergeſellſchaft der Citag (Berlin), ſtellt einen bisher mit Ausnahme des Hauſſe⸗ Jahres 1929 noch nicht erreichten Rekord auf. Der Ankauf von Wechſeln und Forderungen, d. h. der Umſatz ſtellte ſich im Jahre 1930 auf 392,04 Mill. Dollar, gegenüber 489,54 Mill. und 282,16 Mill. in den beiden Vorfahren, der für Dividendenzahlungen verfügbare Reingewinn auf 8,32 Mill. Dollar gegenüber 9,13 Mill. und 5,28 Mill. Dollar. Nach Abzug der Vorzugsdividende bleibt ein Ueberſchuß von 5,58 Mill. Dollar oder 2,75 Mill. Dollar per Stamm⸗ aktie gegenüber 4,47 und 3,88 Mill. Dollar in den beiden Vorjahren. Wie Präſident H. Ittleſon ausführte, hat das abgelaufene Jahr den Beweis für die geſunde Grundlage und die Sicherheit der Teilzahlungsfinanzierung erbracht, wenn auch die erforderlichen Rücknahmen und Abſchreihun⸗ gen größer als gewöhnlich waren. Der Anteil des Aus⸗ landsgeſchäfts am Geſamtumſatz iſt auf 6,13 v. H. geſtiegen. Der Konzern beſitzt eigene Tochtergeſellſchaften u. a, in Frankreich, England, Belgien und in Deutſchland. Ueber die deutſche Geſellſchaft, die Citag in Berlinz wird mit⸗ geteilt, daß ſich trotz der Wirtſchaftskriſe ihre Gewinne in⸗ folge ihrer vorſichtigen Finanzierungspolitił etwa auf der Höhe des Vorjahres gehalten haben. * Dividendeuausfall bei e Wie berichtet wird, hat ſich die ungünſtige Wirtſchaftslage auch bei der AG. für chemiſche Produkte vorm. H. Scheidemandel in Berlin ausgewirkt. Unter dieſen Umſtänden erſcheint es fraglich, ob die Geſellſchaft für 1929⸗30 eine Dividende ausſchütten(in den letzten Jahren 5 v..) und nicht viel⸗ mehr den erzielten Reingewinn zu vergrößerten Rück⸗ ſtellungen verwenden wird. * Dividendenermäßigung bei den Etabliſſements Kußl⸗ mann? Paris, 3. Febr. Nach einer Preſſemeldung wer⸗ den die Etabliſſements Kuhlmann die Dividende von 16 auf 12 v. H. herabſetzen. Die Tatſache ſteht noch nicht feſt, iſt jedoch ſehr wahrſcheinlich, da die Ausſichten ber Induſtrie gegenwärtig ſehr ungünſtig beurteilt werden und vielfach eine ſchwere innerfranzöſiſche Wirt⸗ ſchaftskriſe befürchtet wird. Gerade bei den Etabliſſe⸗ ments Kuhlmann, die in den letzten Jahren eine ſtarke Ex⸗ panſionspolitik betrieben haben, dürfte noch das Bedürfuſtz nach Konſolidterung beſtehen. Die Stickſtoffinduſtrie z.., der ſich die Geſellſchaft in den letzten Jahren in ſteigendem Maße zugewandt hat, macht eine ſchwere Abſatzkriſe bet ſinkenden Preiſen durch. Es liegt daher nahe, daß die Ver⸗ waltung durch eine vorſichtige Dividendenpolitik den un⸗ günſtigen Zukunftsausſichten Rechnung trägt. * Tubize dividendenlos. Wie die Kg. aus Brüſſel hört, verteilen die Kunſtſeidefabriken von Tubize auch für das Jahr 1930 keine Dividende, weil die Bilanz nur mit einem kleinen Gewinn abſchließt. Im Vorjahr war der Gewinn von 9,40 Mill. Franken zu Abſchreibungen verwandt worden. * Eiſenwerke Gaggenau— Umwandlung in eine Gmbß. vollzogen. Mit Wirkung ab 1. Februar ſind die Eiſen⸗ werke Gaggenau AG. handelsrechtlich in eine Gm h H. umgewandelt worden. Das Kapital der neugegrüt⸗ deten Eiſenwerke Gaggenau Gmb. beträgt 150 000. Zweck des Unternehmens iſt die Herſtellung von Gas⸗ und Kohlenherden, Gas⸗Heizöfen und Badeöfen. Der Betrfeb wird in den vorhandenen Räumen der in Liquidation be⸗ findlichen Aktiengeſellſchaft weitergeführt. Status der Moritz Jah' zer ſchaft(Maſchinenfabrik und Keſſelſchmiedeſ, deren Zaß⸗ lungseinſtellung kürzlich gemeldet wurde, legt ihrer zum 5. Februar nach Gera einberufenen Giauglgergenen lung einen Status vor, der an Aktiven 490 000% und an Paſſiven 460 000„ ausweiſt. Dazu kommen noch rund 150 000, Ausfallforderungen der Commerz⸗ un Privat⸗Bank. Ein beſtimmter Vergleichsvorſchlag liegt nicht vor. Die Verwaltung rechnet damit, daß bet einer Zwangs verſteigerung der Anlagen eine Quote von nicht mehr als 10 bis 18 v. H. zu erzielen iſt. „Ford gibt ſeine ſübamerikaniſchen Ae auf. Nach einer Nachricht aus Para gibt Henry Ford die Gummiplantagen am Tapafofluß auf, nachdem er mehrere Millionen Dollars angelegt hatte. Die Angeſtelltenzahl von 3000 wurde vor kurzem ſchon auf 200 reduziert. Die Hauptgründe für die Aufgabe des Projektes ſcheinen Schwierigkeiten mit den früheren Beſitzern des Landes ſo⸗ wie die Arbeitsmethoden zu ſein, die für das tropische Klima ungeeignet waren. * Allgemeiner Konſumverein Halle— Ueber 4 Mill. Paſſiven. Unter Anrechnung der Spareinlagen betragen die VBerbindlichkeiten des in Sebng e keiten gergtenen Allgemeinen Konſumvereins Halle 4 bis 5 Mill. I. Der Status wird von der Reviſtons⸗ und Treuhand⸗Union in Leipzig aufgeſtellt. * Handel und Gewerbe im Januar. Auf Grund vo Berichten preußiſcher Ind uſtrie⸗ und Han⸗ delskammern und des Deutſchen Handwerks⸗ und Gewerbekammertags kommt dos Preußiſche Miniſterium für Hondel und Gewerbe zu folgendem Allgemeinbild der Wirtſchaftsloge: Die wirkſchaftliche Lage zeigte noch kei⸗ nerlet Anſätze zur Beſſerung. Die Arbeitsloſig⸗ keit nahm ebenſo wie die Stillegung und Zahlungsein⸗ ſtellungen weiter zu. Weder die internationale Wirtſchofts⸗ lage noch die Lage auf den Kreötmärkten der Welt läßt auf eine ſchnelle Ueherwindung der Kriſis ſchließen. * Aufhebung der chineſiſchen Zollerhöhungen ſer Tex⸗ tilieu. Wie aus Nanking gemeldet wird, hat die chine⸗ ſiſche Regierung beſchloſſen, die Zollerhöhungen auf Tuche, Wollwaren und Kunſtſeidengarus aufzuheben. produktion wird die Jahresproduktion auf 3 122 000 To, herabgeſetzt. Dies bedeutet eine Einſchränkung von 93 v. H. gegenüber 1930. Die Ausfuhr nach den Vereinigten Stac⸗ ten wird auf 2577 000 To. und die nach den onderen Län⸗ dern auf 395 000 To. verringert. * Vom Haufmarkt. Berlin, 3. Febr. Itollen! Während der letzten Januarwochen waren Käufe verſchie⸗ dener Spinnereien zu ziemlich unveränderten Preiſen zu Heobachten. Der Vorrat an wirklich erſtklaffigen und lich⸗ ten Materialien hat ſich weiter verknappt, ſo daß An⸗ gebote hierin nur ſchwer und zu relativ feſten Preiſen er⸗ hältlich ſind.— Ju goſlowien: Unverändert. * Hamburger Kafſee⸗Wochen⸗Bericht vom 31. Fan.(„Heß⸗ kaffee“ Hamburg 35.) Der Hamburger Kafteemarkt zeigte letzte Woche ein etwas ruhigeres Bild. Die Braſil⸗Offerten wurden im Einklang mit einem weiteren Rückgang des braſilianiſchen Wechſelkurſes um einige Schillinge ermäßigt, ohne auf irgend eine Unternehmungsluſt des Handels zu ſtoßen. Gewaſchene Mittelamerikaner dagegen behaup⸗ teten ſich nicht nur, ſondern zogen ſogar keilweiſe eine Kleinigkeit an, da der Konſum dieſe Sorten weiter im verſtärkten Moße bevorzugt. Die Braſtlernte 1991⸗32 wird vorausſichtlich ſo groß ſein, daß ſie allein im Stande wäre, den Weltkonſum zu befriedigen. Die in anderen Ländern por allen Dingen Mittelamerika— produzierten etwa 9 Millionen Sack Kaffee, werden aber wahrſcheinlich wie⸗ der vom Konſum glatt aufgenommen, ſo daß die Rieſen⸗ vorräte in Braſilien ſich weiter vergrößern werden. Deviſenmarkt Im beutigen Frühverkehr notieren Pfunde gegen New Jork 488.8[ Schweiz. 285, 14¾ J Stockholm. 19.40% Paris 12892 Hollan 12.080 Madrid 45 Brüſſel.83 ¼ Oslo... 18,16½] Dollar geg. Rm 4205 Mailand 92.70 Kopenhagen 18.16% Pfunde„„ 20.48½ Frachtenmarkt Duisburg⸗Ruhrort- 3. Febr. Die Nachfrage nach Kahn raum war auch am der geſtri⸗ gen Börſe äußerſt gering. Bergreiſen wurden nicht 97 geben, ſo daß auch keine Bergfracht notiert wurde. Die Talfracht ging um 10 Pfg. je Tonne zurück und notierte mit 70—90 Pfg. ab hier bzw. ab Kanal nach Rotterdam inkl. Schleppen. Der Talſchlepplohn beträgt 10 Pfg. file größere beladene Kähne ab hier nach Rotterdom. r Ac. in Gerg. Die Geſell⸗ . — 1 3 2 Mittwoch, 4. Febriſar 1931 Neue Mannheimer Zeitung N Mittag⸗Ausgabe 7. Seite, 0 Nummer 57 —— Was sel icli A 2 Sie kommen immer noch mit diesem schabigen Anzug ins Bürof Des geh nicht.— Lassen Sie sich Vorschuß geben, denn jeh können Sie sich schon für wenig Selc einen genz vorzüglichen Anzug beschaffen, n diesem Zusammenhang verweisen wir suf unsere Werle Jage A Aerteu: Auaüqge zu Einheitspreſsen von He br. Mannheim Us J, 8 Miarkfecke Des große Spexislheaus für Herren- und Knabenkleidung Offene I an allen Orten floiſai hre in b. dESue urs O For e und zuverl. Personen ſed. Stancles u. Alters z. U 5 Enrichtq. einer MaseniNENSsTRIeKEREI Keine Vorkenntnisse nötig. Garant. dauernd. u. hoh. Mordiengf b. angenehm. Beschöffig. Wir— 8 4 gesamte fertige Arbe deuerng, 2. Hause. für d. Anfertig. dnerk. vollstän Striekmoschin n ungen in bar. Verlan 5. v. e GUSTAV NISSEN& CO., HAMBURG G Zollvereins niederlage- Mercurgtr.! 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An⸗ 125 5 O g an die Geſchſt. an gebote mik Preis. L. 6. 14, Biſchoff. 3965 8. Seite/ Nummer 57 — Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 4. Februar 1931 Dem 70 jährigen Prof. Dr. ing. von Parſeval Das Wirken eines deutſchen Luftfahrt-Pioniers der alten Schule Am Donnerstag, dem 5. Februar, vollendet Profeſſor Dr.⸗Ing. von Parſeval, ein deutſcher Luftfahrtpionier der alten Schule, ſein 70. Lebens⸗ jahr in voller körperlicher und geiſtiger Friſche. Nach⸗ dem er ſeine Erziehung und militäriſche Ausbildung im bayeriſchen Kadettenkorps erhalten hatte, wurde er in den 8ber Jahren im 3. Infanterie⸗Regiment „Prinz Karl von Bayern“ in Augsburg Leutnant Im Jahre 1907 ließ er ſich als Major und Batail⸗ lonskommandeur zur Dispoſition ſtellen, um ſich nur noch den perſchiedenſten Aufgaben ſeines Lieblings⸗ gebietes, der Luftfahrt, widmen zu können. Seine wiſſenſchaftliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Luftſchiffahrt und Flugtechnik reicht bis zum Jahre 1889 zurück. In den Jahren 1889—91 arbeitete er zuſammen mit Hauptmann Bartſch v. Sigs⸗ feld an dem Bau eines Flugapparates. Noch vor der Jahrhundertwende wurde der Drachen⸗ ballon, den er gemeinſam mit jenem bekannten Luftſchifferoffizier konſtrutert hatte, in Deutſchland — nach Überwindung von mancherlei Schwierigkeiten — endlich eingeführt. Seit 1901 wurde Hauptmann von Parſeval zur Vollendung ſeines unſtarren Luftſchiffes, das er im Jahre 1906 in der Reichs⸗ hauptſtadt dem Luftſchifferbataillon vorführen konnte, beurlaubt. Seinen Konſtruktionen lag von Anfang an— im Gegenſatz zur halbſtarren Bauweiſe der ſog. Militär⸗ luftſchiffe und zur ſtarren der„Zeppeline“— fol⸗ gende Idee zugrunde: durch die äußerſte Beſchrän⸗ kung ſtarrer Konſtruktionsteile wird zunächſt erheb⸗ lich an Gewicht geſpart. Das Luftſchiff läßt ſich ferner im entleerten Zuſtande leicht befördern und ebenſo einfach zuſammenſetzen. Ueber die markante Form der Parſeval⸗Luftſchiffe iſt zu ſagen: der ſtumpfen Spitze am Bug ſchließt ſich ein rein zylindriſchgt Teil an, der ſich zum Heck zu allmählich verjüngt. Parſevals erſtes Erzeugnis, ſowie ſeine Patente darauf wurden im Jahre 1907 von der auf Anregung Kaiſer Wilhelms II. gegründeten„Motorluftſchiff⸗ Major Prof. Dr. Anguſt v. Parſeval Studiengeſellſchaft“ angekauft und Major a. D. von Parſeval trat als techniſcher Direktor in dieſe Ge⸗ ſellſchaft ein. Schon im Jahre darauf konnte er ein Schiff an die Deutſche Regierung verkaufen, dem im Jahre 1909 ein Auftrag von Oeſterreich folgte. In jenem Jahre fand auch in Frankfurt a. M. die große Luftſchiffahrt⸗Ausſtellung, die„Ila“, ſtatt. Hier war ſeinerzeit ein größeres Luftſchiff mit 2 Motoren und 2 Schrauben über zwei Monate in Betrieb. Für die im ganzen erzielte beſte Leiſtung gewann dasſelbe den „Kaiſerpreis“. Ende des Jahres 1909 wurde Ma⸗ jor z. D. von Parſeval zum Dr. Ing. ehrenhalber er⸗ nannt. Selbſtverſtändlich wurden dieſem ausgezeich⸗ neten Luftſchiff⸗Konſtrukteur innere und äußere Kämpfe nicht erſpart. Erinnert ſei an dieſer Stelle nur an das Verkennen der Fähigkeiten dieſer Per⸗ ſönlichkeit durch die damals maßgeblichen Stellen und an deren völlig falſche Einſchätzung der Kenntniſſe und des Wirkens des damaligen Majors Groß, eines deutſchen Luftſchiffer⸗Bataillonskommandeurs und Schöpfers der Militär(„“)⸗Luftſchiffe. Immerhin gab es auch außerhalb dieſer unnöti⸗ gen„Plänkeleien“ im Leben des Jubilars freu⸗ dige Augenblicke. Genannt ſeien nur die Teil. nahme der beiden Parſeval⸗Luftſchiffe„P. 1“ und „P. III“ am 5. November 1909 an der Luftparade ber Köln, oder die glänzend gelungene Fernfahrt des Schiffes„P. L. VI“ von der bayeriſchen zur Reichshauptſtadt in der Zeit vom.—12. Oktober 1910 unter Führung des bekannten Luftſchiff⸗Führer, Oblt. Stelling und Regierungsbaumeiſter Hack⸗ ſtetter. Dieſes Parſeval⸗Militär⸗Luftſchiff konnte übrigens am 13. März 1911 ſeine 100. Fahrt glück⸗ lich ausführen! Major z. D. von Parſeval hat trotz mancherlei Ent⸗ täuſchungen, die ihm immer wieder von„anderer Seite“ bereitet wurden, nie, auch nach dem Kriege nicht, den Glauben, gerade an die Brauchbarkeit ſei⸗ ner unſtarren Schiffe verloren. Eine Genugtuung dürfte ihm deshalb in ſeinem Alter noch der Bau des Luftſchiffes Parſeval⸗Naatz„P. N. 28“ geweſen ſein, das in den Seddiner Werkſtätten der„Waſſer⸗ und Luftfahrzeug G. m. b..“ entſtand und ſich als Re⸗ klame⸗Luftſchiff in der Praxis durchaus bewährte. Darüber hinaus ſetzte ſich dieſer oft bekämpfte und benefdete Mann, der ſeit Jahren an der Techniſchen Hochſchule in Berlin als Dozent wirkt, überzeugend dafür ein, nach ſeiner Bauweiſe auch größere Vuftſchiffe herzuſtellen. Die deutſche Luftfahrt verdankt dem 70jäh⸗ rigen Profeſſor Auguſt von Parſeval, der ſeit langer Zeit in Charlottenburg, Niebuhrſtraße 6, wohnt, ſehr plel. Wünſchen wir daher dieſem klugen und tech⸗ niſch veranlagten Wiſſenſchaftler, der ſich auch wie⸗ derholt ſchrüftſtelleriſch betätigte— nach Jah⸗ ren des Kampfes— die wohl verdiente Ruhe und vor allem einen geſegneten Lebens⸗ abend! 5 Hauptmann a. D. Schreiber Berlin, Eine Fahrt des Pe 3 Von Prof. Dr. h. c. Ing. et phil. Ang. v. Parſeval Die intereſſanteſte Fahrt des PL 3 war eine fünftägige Rundfahrt durch Süddeutſchland, die unter Führung des Herrn Majors Stelling von Frankfurt a. M. über Nürnberg, Augsburg, Mün⸗ chen, Stuttgart zurück nach Frankfurt führte. Das Luftſchiff blieb vier Nächte hindurch im Freien ver⸗ ankert— ohne Landemaſt— und war allen Zufällen des Wetters, Nebel, Regen und Sturm, ausgiebig ausgeſetzt. Am 12. Oktober trat das Schiff bei ſchö⸗ nem Wetter die Fahrt an. Sie führte längs des Mains und der Tauber durch tiefliegenden dichten Nebel, dann über Würzburg nach Nürnberg. Am folgenden Tage ging es über den 900 Meter hohen Jura nach Augsburg. An der darauf folgenden Fahrt nach München nahmen der Regierungspräſi⸗ dent von Augsburg Exzellenz v. Traun, der Divi⸗ ſionskommandeur Graf Bothmer und der Ober⸗ bürgermeiſter Wolfram von Augsburg teil. Nach einem großartigen Empfang in München kam aber das Schiff bei der Rückfahrt nach Augsburg in einen heftigen Gewitterſturm mit ſchweren Ben. Der Führer ſteuerte das Schiff bis dicht an den Boden herab in der Hoffnung, dort eine geringere Wind⸗ ſtärke vorzufinden. Hier kam das Schiff über un⸗ günſtigem Terrain ganz langſam vorwärts, indem es vom Wind fortwährend hin und her geſchleudert wurde, ab und zu in großen Sprüngen den Boden ſtreifend, einmal über eine Rinderherde hinweg. Nach zwei langen Stunden ließ der Wind etwas nach. Von den zwei ausgeworfenen Schleppſeilen wurde nun das eine gekappt, das andere fürchterlich ſchmutzige unter tatkräftiger Beihilfe der Exzellenzen eingezogen. In 50 bis 75 Meter Höhe fliegend er⸗ reichte der PL 3 bei Einbruch der Dunkelheit ſeinen Landeplatz in Augsburg. Auf der weiteren Fahrt trat eine Störung an einer der Ventilatorwellen der Kühler ein, ſo daß die Reiſe nur mit einem der beiden Motore fort⸗ geſetzt werden konnte. In Stuttgart auf dem „Waſen“ neben den Daimlerwerken wurde gelandet und der Schaden repariert. Noch aber waren nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Ein ſehr heftiger Weſtwind drohte am nächſten Tag das Luftſchiff ab⸗ zutreiben, und in dem engen Neckartal wurde es wie ein Spielball hin und her geworfen. Nachdem aber der Wind wieder etwas nach Süden gedreht hatte, erreichte der PL 3 in guter Fahrt den Heim⸗ hafen in Frankfurt. Der Ballon war völlig unbeſchädigt. Er hatte auf der ganzen Fahrt nur 700 Kubikmeter Gasnachfüllung gebraucht, obwohl mehrfach Höhen bis zu 1400 Meter aufgeſucht wer⸗ den mußten. An Betriebsſicherheit wird er auch heute nicht übertroffen, wohl aber bedeutend an Ge⸗ ſchwindigkeit, und zweimal trat der Fall ein, daß er gegen den Wind kaum mehr vorwärts kam. Ein neuzeitliches Schiff würde die Fahrt raſcher erledigt haben. An Landungsfähigkeit und Handlichkeit war aber der PL 8 überlegen. Aufſtieg eines der erſten Parſeval⸗Luftſchiffe in Berlin Der Ball der Prominenten Rückblick auf den Verliner Preſſeball Berlins größte Ballveranſtaltung iſt vorüber. Hunderte von Federn der Berichterſtatter waren ge⸗ ſpitzt, um die Namen aller der Prominenten, die er⸗ ſchienen waren, feſtzuhalten. Ein faſt ausſichtsloſes Beginnen. Denn wer von denen, die zu den Gäſten der großen repräſentativen Schau der Reichshaupt⸗ ſtadt gehören, zählt ſich nicht zu den Prominenten? Man iſt auf dem Preſſeball beſonders geſchäftig, ganz im Gegenſatz zu anderen Ballveranſtaltungen kommt es nicht allein darauf an, ſich zu amüſieren, zu tanzen oder zuzuſehen, ſondern man iſt ſelbſt Schauobjekt. Noblesse oblige! das will heißen, man hat Haltung anzunehmen und zu bewahren. Man fühlt ſich in⸗ mitten der führenden Perſönlichkeiten der Politik, der Wiſſenſchaft, der Kunſt, des Theaters, der Lite⸗ ratur und des Films dem Pulsſchlag des Lebens näher. Verſammelt ſind die Vertreter der großen deutſchen und ausländiſchen Preſſe. Sie, die ſo häufig den anderen dienten, ſind ſelbſt Veranſtalter. Doppelt wohltätigen Zwecken diente der Preſſeball 1931: Der Reingewinn des Balles kommt den Hinterbliebenen der Berliner Schriftſteller zugute. Zugleich aber wurde für die große Aktion der Berliner Winterhilfe geſammelt. Ganz ſpurlos iſt die Wirtſchaftsdepreſſion am äuße⸗ ten Bilde des Preſſeballs nicht vorübergegangen. Er war zwar gut beſucht. Aber die Zahl der Gäſte war verhältnismäßig geringer als in früheren Jahren. Die aber, die gekommen waren, hatten der Tatſache Rechnung getragen, daß der Preſſeball die größte repräſentative Veranſtaltung der Saiſon iſt. Wieder ſah man wunderbare Toiletten, die Säle des Zoologiſchen Gartens waren feſtlich mit Teppi⸗ chen und Blumen geſchmückt. Elf Tanzorcheſter ſorg⸗ ten dafür, daß auch die richtige Stimmung aufkam. In anerkennenswerter Weiſe hatte man übrigens zum erſten Male erfolgreich den Verſuch gemacht, auch arbeitsloſen Muſikern eine Ein⸗ nahmemöglichkeit zu bieten: es war ein Orcheſter aus Muſikern zuſammengeſtellt worden, die ſchon ſeit längerer Zeit keinen Erwerb mehr hatten. So verſuchte man direkt durch den Preſſeball wirt⸗ ſchaftlich zu helfen. Ein Bericht über den Preſſeball ohne Nennung derer, die gekommen waren, ſcheint eine nicht genü⸗ gende Würdigung dieſer Veranſtaltung zu ſein. Da⸗ bei wäre es zweifellos leichter, die Prominenten auf⸗ zuzählen, die nicht dabei waren. Da man ſich jedoch bei einem ſolchen Verfahren leicht dem Verdacht der Begünſtigung ausſetzt, indem man Perſonen er⸗ wähnt, deren Prominenz nicht von allen anerkannt wird, iſt es taktiſch richtiger, ſich an die Anweſenden zu halten. Die Reihenfolge der Erwähnung kommt faſt der Rangordnung bei einem Feſtdiner gleich. Um es jedoch mit den Behörden nicht zu verderben bezw. der hohen Obrigkeit, ſei erwähnt, daß die Füh⸗ rer der Regierung, an der Spitze ſelbſtverſtändlich Reichskanzler Brüning anweſend waren. Die Ehrenloge, in der die Politiker ſaßen, war lange Zeit ſtark umlagert. Mancher Prominente iſt für die Allgemeinheit noch ein homo novus, und man weiß ja nie, ob man noch einmal Gelegenheit zu einer per⸗ ſönlichen Inaugenſcheinnahme der mit ihrer Würde Bekleideten haben wird. Mißt man die Popularität einer Prominenz an der Ausdauer, mit der jeder Einzelne ſie bewun⸗ derte, ſo zog ſich die, Regierung, namentlich in Ge⸗ ſtalt ihres Reichsfinanzminiſters Dr. Dietrich Reichskanzler Dr. Brüning in der blumengeſchmückten Ehrenloge N Zwei Prominente des Bühnenhimmels: Henny Porten und Richard Tauber werden von nuto⸗ gramm⸗„Jägerinnen“ umlagert 78 2 2 eine heftige Schlappe zu. Denn gie Namenskollegen der anderen Fakultät waren in Geziehung auf daz Intereſſe der Maſſe Publikum der Star des Abendz Sie wiſſen zweifellos ſchon, um wenn es ſich handelt Gleich dem Conférencier in einem Kabarett braucht der Ballberichterſtatter des Preſſeballs nur das eine Wort zu ſagen: Marlene Dietrſch— und Sie ſind im Bilde. Seit der„Blaue Engen“ im Schein⸗ werferlicht des Weltruhms erglänzte, iſt Marlene verpflichtet, ſtets durch etwas Apartes aufzufallen. Diesmal waren es.. lange mattlila Handſchuhe Mit den Beinen vermochte die Frauenmelt diesmal allgemein keine Lorbeeren zu ernten. Wenn alles trug lang, und zwar nicht allein bis zum Boden, ſondern ſogar in erheblichen Schleppen hortſet⸗ zungen. Die Buntheit im Bilde der Tanzennden ließ diesmal zu wünſchen übrig, da zu dem Schn gdarz der Fracks der Herren und dem Weiß ihrer ſtauirenden Hemdoͤbrüſte und Krawatten die Kleiderfarben der Damen ein gleichabgetöntes Bild ergaben.; In größerer Auflage war ſonſt nur noch Grün vertnſeten, Zurück zur Prominenz. Der wahrheitslieb ende Berichterſtatter muß feſtſtellen, daß alle da wa fen, die in Politik, Kunſt und anderen Gebieten(ſichhe oben!) eine Rolle ſpielen, ſofern ſie ſich nicht gerade auf Reiſen befinden. Für ſie bildeten hervorragende Gäſte der Reichshauptſtadt einen vollwertigen Erſatz, Es waren einige Millionen Dollar vertreten. Auch hier nur ein Name: Sir Henry Deterding. Leider hatte der Preſſeball auch ein kleines be⸗ dauerliches Fazit: es handelte ſich zwar hier nur um eine perſönliche Angelegenheit. Da aber die Preſſe doch Veranſtalter war, darf ſie wohl von ſich ſelbſt ſchreiben. Kurz geſagt— der Referent ſah vom frühen Abend bis zum frühen Morgen eine reich beſchickte Tombola. Er fuhr in Gedanken im Auto, er machte Seereiſen, er hing Gemälde in ſeinem möblierten Zimmer auf, er löſte bei dem beſten Schneider von Berlin den Gutſchein für eine Frack⸗ garnitur ein— und zum Schluß gewann er von allen herrlichen Dingen ein entzückendes Hütchen, das zwar für Geſchenkzwecke zweifellos ſehr geeignet iſt, aber wegen der damit verbundenen Enttäuſchung den Ballberichterſtatter zum Frauenfeind werden Ließ D. O. Der Sieger im Großen Preis der Re⸗ publik des Berliner intern. Reitturniere Der holländiſche Rittmeiſter de Kruyff gewann bei dem Internationalen Reit⸗ und Fahr⸗ turnier den Großen Préis der Republik. Nachricht von der Grönland ⸗Erpeditſon Im April Suche nach Wegener! Von der Weſtſtation der Deutſchen Grönland⸗ expedition traf ein neues Telegramm ein. Trotz der ſchwierigen Schneeverhältniſſe verſuchen die Expedi⸗ tionsteilnehmer ihre wiſſenſchaftlichen Arbeiten fort⸗ zuſetzen. Unter dem Winterhaus wurde für glazio⸗ logiſche Unterſuchungen ein Schacht in das Eis ge⸗ trieben, deſſen Tiefe ſchon 13 Meter beträgt, Auch die Gletſchervermeſſungen konnten ſeit einer Woche fortgeſetzt werden. Die Weſtgruppe hereitet außerdem die geplanten wiſſenſchaftlichen Sommer⸗ arbeiten und Schlittenreiſen ſoweit als möglich vor. Die Station beabſichtigt, ſobald die Wetterverhältniſſe es zulaſſen, eine Schlittenreiſe in das Innere des Inlandeiſes zu unternehmen, die die Verbin⸗ dung mit der Wegener⸗Gruppe wieder herſtellen ſoll. Es heißt in dem Telegramm weiter: „Start erſter Schlittenreiſe nach„Eis⸗ mitte“ für April geplant, dafür außer Grönländern und Hunden, 3000 Kg. Trockenfiſche als Hundefutter aus Kolonien notwendig. Fang und be⸗ ſonders Heranſchaffung nach Kamarujuk durch über⸗ aus ungünſtige Eisverhältniſſe ſtark gefährdet. Landvogt von Nordgrönland verſucht mit allen hieſigen Mitteln Verbindung zwiſchen Kolonien und feſter Eiskante vor Kamarujuk herzuſtellen. Erfolgsmöglichkeit bleibt abhängig von Eisverhältniſſen im Februar⸗ März.“ ** Wie die Expedition ſchon in ihrem letzten Tele⸗ gramm mitteilte, iſt ſie im Augenblick von allen Kolonien abgeſchnitten, weil die einzige mögliche Verbindung über das Meereis immer wieder unter⸗ brochen wird. Sturm bricht ſtändig das Eis auf und treibt große Schollen ins Meer hinaus, wodurch es unmöglich wird, die däniſchen Stationen mit Hunde⸗ ſchlitten zu erreichen Wußten Sie ſchon? Wenig bekannt dürfte ſein, daß die Akademke der Wiſſenſchaften in Paris ſeit Jahren einen Preis von 80 000 Mark ausgeſetzt hat für denjenigen, welcher zuerſt eine Verſtändigung mit anderen Pla⸗ neten herbeiführt. * Bei der Bildung von vier Gramm Helium aus Waſſerſtoff müßten ſoviel Energiemengen frei wer⸗ den, wie ſie 80 000 Kilogramm Kohlen liefern. * Dreiviertel aller Baumwolle wird in den Ver⸗ einigten. Staaten geerntet. * Das Schmetterlingsguge hat etwa 5000 Facetten. 1 * — e 1 8 11 n. 4 1 Mittwoch, 4. Februar 1931 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Heute Mittwoch! HBSreri Sie ir. GSts Wer 8 Zum ersten Male in einem len Sprech⸗ und Tonflüm f GBSTA EKMaNN schwedischen Frauen- lebling brecher aller Frauen. nicht niehr zu würdigen 8. und seine reizende Frau ver- nachlässigt, ist Rolf van Goth Die Liebeswerbung Gösta Ekmanns um Isabella ist grundehrlich, naiv und zart und hinter- läßt einen unauslöschlichen Eindruck. und Herzens Als Partnerin spielt die junge. hübsche Anita Dorris die Rolle der unverstandenen Js abella. Ein Spiel von rüntender Liebe zu einer. unvetstandenen Frau Eine Herzensaffäte von größter Eindringlichkeit. Gösta Ekmann„Du machst singt in deutscher Sprache: dle Welt zum paradies“—„dsabell, oh dsabell“ Talonal— Theater Mannheim Mitt w chan Anfangszeiten: och, den 4. Februar 1931 Vorstellung Nr. 183 Miete B Nr. 22 Die Affäre Dreyfus Schauspiel in 5 Akten(6 Bildern] von Hans J. Rehfisch und Wilhelm Herzog Inszenierung: Herbert Maisch Anfang 19 30 Uhr General Billot. Personen; Kriegsminister Cavaignac, Kr egsminister, Nach- folger Billotts General de Boisdeffre, Chef des Generalstabs i. Kriegsministerium Wilhelm Kolmar General de Pel ieux Oberstiin. du de Clam Oderstitn. Picquart fministe- Oberst Henry, Major Grat Walsin-Esterhazy Lucie Dreyſus Mathieu Dreyius, ihe Schwager Hans Situshäuser Emile Zola Jean Jaures Georges Clem Paty im Kriegs- Erich Musil Karl Marx Ne a Ehre Karl Zistig v. Schauspielhaus Zürich osef Renkert ernst Langheinz enceau Labori, Rechtsanwalt, Vertei- diger Zolas Blanche Monnier Marguerite Pa Duval. Geheimagent Richard Dornsei f Elisabeth Sti 78 Eva Fiebig Packende Tragik Ende nach 22.30 Uhr Johannes Heinz Georg Köhler Hans Godeck Hans Finohr Willv Birgel K. Haubenreißer lm Beiprogt amm u. a: Das dem Leben abgelauschte ernste Sitten Drama: Reizvolle Aufnahmen mit Carl de Vogt— Jia Rine .00.30.40.15 Uhr Malepartus, 0 7, 27 Helle: Mittwoch., den 4. 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