1 IE 2 111 i f. 7 2 5 Neue Hezugspreiſe: Durch Träger frei Haus monatlich RM..—, i unf zuzüglich Zuſtellgebühr. Abholſtellen: Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 63, 8e Luiſenſtraße 1. eren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt RM..— Waldhofſtraße 6, Kronprinzenſtraße 42, Schwetzingerſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 13, W Oppauer Straße 8, Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. MWannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗ Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Maunheim Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 Colonelzeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile. Für im voraus zu bezahlende Familien⸗ u. Gelegenheits⸗Anzeigen beſondere Preiſe. Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. Einzelpreis 10 Pf. die 32 mm breite Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 17. Februar 193 142. Jahrgang— Nr. 70 Das agrarpolitiſche Frühjahrsprogramm Die vom Ernährungsminiſter als Hilfe für die Landwirtſchaft geplanten Maßnahmen werden heute vom Kabinett beraten Der Amſchwung in Spanien Vor neuen zollmaßnahmen Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 17. Febr. Der ſogenannte„Geſamtplan“ des Ernährungs⸗ miniſters wird das Geſamtkabinett zum erſten Mal am Dienstag beſchäftigen. Man wird aber bei dem ſtarken Widerſtand, den die neuen Zollmaßnahmen, namentlich beim Reichsarbeitsminiſter finden, mit einer mehrtägigen Beratung rechnen müſſen. Ueber den Inhalt des agrarpolitiſchen Frühjahrsprogramms weiß der demokratiſche Zeitungsdienſt in Ergänzung unſerer Angaben noch mitzuteilen, daß die Ge⸗ treidezölle des letzten Jahres, die in ihrer Wirkſamkeit bis zum 31. Januar 1931 beſchränkt ſind, um ein weiteres Jahr verlängert werden ſollen. Neben der Forderung der labilen Zölle und einer Reihe von Maßnahmen auf dem Gebiete der Ver⸗ edlungsproduktion iſt noch eine Verbilligung der Futtergerſte bei gleichzeitiger Abnahme von Eoſinroggen vorgeſehen. Von anderer Seite hören wir noch: Dem Geſamtplan iſt als Anlage eine etwa 50 Seiten ſtarke Denkſchrift des Reichsverbandes ſich mit der landwirtſchaftlichen Selbſthilfe im Rahmen der Genoſſenſchaften, insbeſondere mit deren Rationaliſterung, ferner mit den Fragen der Stan⸗ dardiſterung und der Abſatzorganiſation beſchäftigen. Ein Südfrüchtemonopol, gegen das ſich das Reichswirkſchaftsminiſterium bekanntlich bereits ge⸗ wandt hat, ſoll in der Vorlage nicht enthalten ſein. Etwaigen handelspolitiſchen Schwierigkeiten mit Schweden und Oeſterreich wegen der Holzzölle will man dadurch vorgebeugt haben, daß dieſen beiden Ländern Kontingente zu allen Zöllen in Höhe der bisherigen Einfuhr zugeſtanden worden ſind. Wie wir hören, hatte der volksparteiliche Führer Dr. Dingeldey geſtern erneut eine Ausſprache mit dem Kanzler, die ſich vor allem um die O ſt⸗ hilfe und die Handelspolitik drehte. Es wurde dabei insbeſondere erörtert, wie die von Herrn Schiele vorgeſchlagenen neuen Agrarzölle auf un⸗ ſere Handelsverträge zurückwirken würden. Die Unterhaltung erſtreckte ſich barüber hinaus auch noch auf die in den bevorſtehenden parlamentariſchen Verhandlungen akut werdenden Probleme. Die Faſtnachtspauſe im Reichstag Drahtbericht unſeres Berliner Büros 5 J Berlin, 17. Februar. Die Frage, wie die Dinge im Reichstag ſich weiter geſtalten werden, kommt auch während der Faſt⸗ nachtspauſe nicht zur Ruhe. Es wäre ſicherlich ver⸗ fehlt, mehr noch gefährlich, den Exodus der Rechts⸗ oppoſition wie es hier und da geſchieht, nur als einen heiteren Zwiſchenfall hinzunehmen. Wir haben ſchon dargetan, welche Schwierigkeiten in den Ausſchüſſen und im Plenum ſich bereits in den näch⸗ ſten Tagen aus ſolcher Situation heraus ergeben können. Die Regierung hat ſich vorgenommen, den Etat, wenn irgend möglich, auf parlamentariſchem Wege zu verabſchieden und ſte hält an ihrer Abſicht feſt. Die„Germania“ prägt für das Kabinett Brüning die Loſung„Durch!“ Das Kanzlerorgan glaubt, für die Erledigung des Etats nicht fürchten zu müſſen. Die Oppoſition werde die Beendigung dieſes Werkes nicht hindern, ganz gleich, ob ſie da ſei oder nicht, und wenn ſie wieder komme, um, wie Herr Stöhr bereits geſagt habe,„Schlimmes zu ver⸗ hüten“, dann werde ſich ihr Einzug weniger ſtolz vollziehen als ihr Auszug. Man darf nicht vergeſſen, daß es ja nicht allein um den Etat geht, ſondern daß noch andere wichtige Geſetze zur Entſcheidung ſtehen. In erſter Linie das Oſthilfegeſetz und weiter die Agraxpläne Schieles. Damit aber iſt der Regierung ein Druck⸗ mittel in die Hand gegeben, das ſie, wie wir an⸗ nehmen möchten, zu gebrauchen wiſſen wird. Die „Germania“ deutet denn auch Aehuliches ſchon heute an, wenn ſie betont: „Etat und Oſthilfe hängen voneinan⸗ der ab.“ Man brauche, um das aufzuzeigen, gar nicht erſt zu dem verpönten Wörtchen„Junctim“ zu greifen. Einnahmen müßten da ſein, um die Aus⸗ gaben zu ermöglichen. So, reſumiert die„Germania“, werde die Verantwortung für das Ganze von keiner Schulter genommen, auch von den Schultern derer nicht, die meinen, es ſei bequem und angenehm, ſich die Reichstagsberatungen auch einmal für eine Weile von außen anzuſehen. 5 Telegraphiſche Meldung Paris, 17. Febr. Nach einer Havasmeldung aus Madrid dürfte das Kabinett, das endgültig im Laufe des heutigen vor⸗ mittags gebildet werden würde, folgende Perſönlich⸗ keiten umfaſſen: Miniſterpräſident: Sanchez Guerra, Vize⸗ präſident und Außenminiſter: Alvarez, Juſtiz⸗ miniſter: Villa⸗Nueva, Finanzen: Berga⸗ min, Krieg: Burgos Mazo oder General Go ded, Marine: Admiral Rivera, Inneres: Burgos Maz o(falls er nicht das Kriegsminiſterium übernimmt), Außerdem ſollen dem Kabinett angehören: Ortega y Gaſſet, Pinies, Capopriota, Louis Armin an und Pedregal. Man ſei der Auſicht, daß angeſichts dieſer Zuſam⸗ menſetzung dieſer Regierung die Verfaſſung von 1876 nicht mehr in Kraft ſein würde, denn die Mini⸗ ſter könnten den vorgeſchriebenen Eid, daß ſie die Verfaſſung und Geſetze achten und ihnen Achtung verſchaffen würden, nicht ablegen, weil ſie ja die Abſicht hätten, die verfaſſung abzändern. Das wahrſcheinliche Megierungsprogramm eldung Paris, 17. Jebr. Wie aus Madrid gemeldet wird, wird das Programm der neuen Regierung wahrſcheinlich fol⸗ gende Punkte enthalten, die in einem Brief Burgos Mazos an eine z. Zt. im Auslande weilende politiſche Perſönlichkeit aufgeſtellt ſind: Die verfaſſunggebenden Cortes ſollen drei Mo⸗ nate nach dem Antritt der neuen Regierung ein⸗ berufen werden, nachdem erſt die Gemeinde⸗ und Provinzregierungen gewählt ſind. Solange die Cor⸗ tes nicht die für notwendig erachteten Probleme ge⸗ löſt haben, ſoll der König die Cortes nicht vertagen, noch auf eigene Initiative das Miniſterium umbil⸗ den können. Aber der Gang der politiſchen Maſchine verlangt das Beſtehen einer tatſächlichen Oberſten Macht, um gewiſſe Beſtimmungen zu ſanktionieren. Dieſe Oberſte Macht ſoll unter gewiſſen Einſchrän⸗ kungen dem König übertragen werden. Da die veifaſſunggebenden Cortes den Ausdruck des Volks⸗ willens verkörpern, ſoll der Senat, der auf Grund eines eingeſchränkten Wahlrechts gewählt, nicht während der Tagung der Cortes einberufen werden. Telegraphiſche M Sanchez Guerra und Alvarez ſollen ſich in ihrer letzten Unterhaltung über dieſe Punkte ge⸗ einigt haben. Eine Vertagung der Cortes oder eine Umbildung des Miniſteriums ſoll. während der Tagung der Cortes deren Präſidenten überlaſſen bleiben. Falls dieſer verhindert iſt, ſoll der Vize⸗ präſident deſſen Funktionen übernehmen. Sanchez Guerras Beſuch im Gefängnis. Telegraphiſche Meldung Paris, 17. Februar. Sanchez Guerra unterrichtete heute nachmittag um 6 Uhr den König im Palais von ſeinen bis⸗ herigen Verhandlungen. Danach begab ſich Sanchez Guerra in das Zentralgefängnis, wo er in einer Unterredung mit dem rechts republikaniſchen Führer Alcala Zamora und mehreren Sozialiſten dieſe aufforderte, an einer von ihm zu bildenden Regierung teilzunehmen. Als er das Gefängnis verließ, bekundete Sanchez Guerra, wie die Agentur Fabra berichtet, großen Unwillen Er erklärte Preſſevertretern, daß die poli⸗ tiſchen Gefangenen ihre Mitarbeit in der neuen Re⸗ gierung verweigert hätten. Weiter teilte er mit, er werde ſich morgen mittag, nachdem ſeine Ver⸗ handlungen beendet ſein würden, nochmals ins königliche Palais begeben, und zwar, wie er glaube, mit der Käbinettsliſte. f 0 141 Der Widerhall aus England Drahtung unſ. Londoner Vertreters § London, 17. Febr.: Die Königin von Spauien iſt geſtern aus London, wo ſie ſich wegen der Erkrankung ihrer Mutter, der Prinzeſſin Beatrice, aufgehalten hatte, nach Madrid abgereiſt. Die engliſche Preſſe hält die politiſche Kriſe in Spanien für außerordentlich ernſt und vergleicht vielfach die Berufung Sauchez Guerras zum Miniſterpräſidenten mit der Berufung des Prin ⸗ zen May von Baden kurz vor dem Umſturz 1918. Die Meinungen über die Lage des Thrones ſind geteilt, aber man ſcheint doch in unterrichteten Kreiſen diesmal hier ernſtlich damit zu rechnen, daß König Alfons Tage als Monarch ge⸗ zühlt ſind. Die„Reform“ der Berliner Stadtverwaltung Drahtbericht unſeres Berliner Büros 8 Berlin, 17. Februar. Der Gemeindeausſchuß des preußiſchen Landtags hat ſeine Beratungen über die künftige Verfaſſung Berlins geſtern abgeſchloſſen. Anfang März ſoll nun das Plenum mit der Vorlage ſich befaſſen. Die Ge⸗ meindeausſchußſitzung iſt nach mancherlei Zwiſchen⸗ fällen und Ueberraſchungen im Grunde ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Es bleibt alles beim alten, ja mehr noch, die Machtbefugniſſe der Stadtverordneten verſammlung, mit die Haupturſache allen Jammers im Berliner Roten Haus, ſoll noch erweitert werden. Der ſog. Hauptausſchuß, der einen Teil der Geſchäfte der Stadtverordnetenverſammlung übernimmt, iſt durch eine geſtern vom Gemeindeausſchuß gutge⸗ heißene Ergänzungsbeſtimmug ſchlechthin gehandi⸗ capt worden. Auf Wunſch einer Minderheit von 4 muß jeder Antrag vom Hauptausſchuß an die Stadt⸗ veroroͤnetenverſammlung, jenes Gremium, deſſen Arbeit bislang nur von rein agitatoriſchen und par⸗ teipolitiſchen Geſichtspunkten ſich beſtimmt gezeigt hat, verwieſen werden. Eine Oppoſition von 7 findet ſich natürlich immer. 5 Die Bedeutung des Hauptausſchuſſes wird weiter dadurch herabgemindert, daß der Ober bürger⸗ meiſter in ihm weder Sitz noch Stimme hat. Der Magiſtrat bleibt aber trotz allem in der Stärke von 12 beſoldeten und 12 unbeſoldeten Mitgliedern erhalten. Um das Maß voll zu machen, findet ſich in dem Entwurf dann noch die Beſtimmung, daß die Bezirke nur mit ihrer Zuſtimmung 5 u ſ a mmen⸗ gelegt werden können, zu deutſch: Sie werden alle, aber auch alle in Ewigkeit ſich und damit das ſchädliche Neben⸗ und Gegen⸗ einander ihrer Verwaltungen aufrecht er⸗ halten. Die politiſche Intereſſenwirtſchaft hat im Lande Preußen wieder einmal einen vollen Erfolg davongetragen. Die in Berlin wie in Preußen herrſchende Sozialdemokratie hat es— das wird man anzuerkennen haben— ſehr gut verſtan⸗ den, die Domäne ihres parteipolitiſchen Einfluſſes zu halten. Flötentöne zum Flötenkonzert Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 17. Febr. Ein peinliches Malheur iſt dem ſozialdemokra⸗ tiſchen Landtagsabg. Fechner zugeſtoßen. Er iſt nämlich bei den Tumulten, die ſich vor einem Neu⸗ köllner Kino bei der Vorführung des„Flöten⸗ konzerts“ abſpielten, mit einem ſozialdemokra⸗ tiſchen Stadtverordneten zuſammen feſt⸗ genommen worden, wie beide behaupten, ohne daß ſie ſich irgendwie an den Demonſtrationen beteiligt hätten. Den Beiden iſt es nun nach einem ausführ⸗ lichen Bericht des„Vorwärts“ ſehr übel ergangen. Obwohl ſich Fechner als Abgeordneter legitimierte, wurde er gepackt und mit ſeinem Begleiter zuſammen unter Stößen und Püffen zur Polizeiwache gebracht. Hier ſei dann die brutale Behandlung fortgeſetzt worden, obwohl er ſich erneut als Abgeordneter aus⸗ gewieſen habe, Ja, man habe ihn ſogar zwingen wollen, die Hoſenträger abzuliefern. Als er ſich weigerte, ſeien ſie ihm mit Gewalt fortgenom⸗ men worden. Dann hätte man die Beiden in eine Dunkelzelle geſperrt. Auf Betreiben des ſo⸗ zialdemokratiſchen Reichstagsabg. Künſtler, an den man einen SOS.⸗Ruf ſenden konnte, habe man ſte unter Bedeckung von drei mit Karabinern be⸗ waffneten Beamten nach dem Polizeipräſidium ge⸗ bracht, wo ſie ſofort in Freiheit geſetzt wurden. Der„Vorwärts“ iſt natürlich aufs Tiefſte ent⸗ rüſtet. Peinlich nur, daß ſeine Klagen und Vor⸗ würfe ſich gegen den— ſozialdemokratiſchen Polizeipräſidenten richten. Fit eine baldige Beſſerung der Wolllwirkjchaftskrijis möglich? Aus London wird uns geſchrieben: „Seit Herbſt 1929 ſtellen wir auf der ganzen Linie ein ununterbrochenes Anſchwellen der Arbeitsloſen⸗ ziffern feſt. Auf allen Märkten auf dem Kontinent wie in Ueberſee zeigen ſich mehr und mehr abglei⸗ tende Preiſe, beſonders in den Rohmaterialien. In ſämtlichen Staaten der Induſtrie ſteht die Frage des Gehalt⸗ und Lohnabbaues zur Diskuſſion. Im Laufe des Jahres 1930 verſchärften ſich dieſe Er⸗ ſcheinungen in beunruhigender Weiſe. In den füh⸗ renden Wirtſchaftsſtaaten hört man überall dieſelbe Frage, ob man innerhalb von 1931 wohl mit einem Abflauen der Kriſis rechnen könne oder ob noch eine weitere Verſchärfung zu erwarten ſtehe, die nun auch jene Länder mitreiße, die bis anhin von der Kriſe nur in beſcheidenem Maße erfaßt wurden, Frankreich, Schweden und die Schweiz. Frankreich vermochte als eigentlicher Selbſtverſor⸗ ger auf allen Gebieten der Depreſſion bis jetzt zu entgehen, Schweden und die Schweiz blieben infolge ihrer hohen Qualitätsarbeit von den unmittelbaren Folgen internationalen wirtſchaftlichen Ab⸗ bröckelungsprozeſſes wenigſtens teilweiſe verſchont. In nie gekannter Art aber ſpüren Deutſchland, Eng⸗ land, Oeſterreich, Norwegen, Canada, Auſtralien, die Vereinigten Stgaten und gauz Südamerika die ſchwere ökonomiſche Depreſſion. Man braucht kein Kenner der Verhältniſſe im einzelnen zu ſein, um zu verſtehen, daß bei fortſchreitender Entwicklung aus dieſer rapid zunehmenden Stagnatton auch ſchwere innerpolitiſche Störungen in den einzelnen Ländern unvermeidlich ſein werden. Die Arbeitgeberorganiſationen ſehen keinen andern Ausweg als ſofortige Lohnſenkungen durch⸗ zuführen, wenn nötig auch zwangsweiſe über den Umweg der Ausſperrung. Die Arbeitnehmerheere, an ihrer Spitze die Gewerkſchaften aber wehren ſich aufs heftigſte für die Beibehaltung des einmal er⸗ rungenen Lebens⸗ und Lohnſtandards. Kleinere Lohnabbauaktionen, ſoweit ſie die bisherige Lebens⸗ weiſe des unſelbſtändigen Arbeitnehmers nicht weſentlich beeinflußten, wurden lokalen Löſungen überlaſſen, die aber jetzt zur Diskuſſion ſtehenden und kommenden Lohnſenkungen von 10—25 v. H. in den verſchiedenſten Ländern rufen in vielen Produk⸗ tionsgebieten zu Aktionen der Arbeitermaſſen. Wohl erkennt auch der Arbeiter heute die Schwierigkeiten des Arbeitgebers im Kampf um den Abfatz beſſer als vor 30 Jahren. Unverantwortliche Elemente aber, die den wirtſchaftlichen Daſeinskampf gern mit dunkeln politiſchen Zielen vermiſchen, benützen die Gelegenheit, um in den für ihr tägliches Brot ſich ängſtigenden Maſſen die Saat der Verwirrung und der Hetze zu ſäen. Seit 1925 zeigte ſich auf den Weltmärkten ein ſteter Preisrückgang, der zwar fühlbar, je⸗ doch nicht beunruhigend ſich auswirkte. Nur Eng⸗ land führte ſchon ſeit bald 8 Jahren 1 Million Ar⸗ beitsloſer mit ſich. Die Preisentwicklung im Laufe des 1930 geſtaltete ſich nach unten kataſtrophal und Zuſammenbruch auf Zuſammenbruch folgte in In⸗ duſtrie, Handel und Bankkonzerns in USA. Dieſes Chaos erzeugte die jetzige Stagnation. Was aber veranlaßte den Preisſturz? Es ſoll hier abgeſehen werden von der Handels⸗ bezw. Dumping⸗ politik der Sowjetregierung, die ihren ſtarken Anteil an der Entwicklung der letzten Monate beſitzt. Preiſe ſinken, wenn die Produktion der Waren zunimmt bei gleichbleibender Kaufkraft des Publikums, d. h. bei gleichbleibender Geldzirkulation oder aber bei gleich⸗ bleibender Warenproduktion und parallel zurück⸗ gehender Geldzirkulation bezw. Verminderung der Kaufkraft des Konſumenten. Die Weltproduktion zeigte 1930 ein Anwachſen um etwa 4 v.., während die Menge des in Umlauf geſetzten Geldes faſt um denſelben Prozentſatz zurückging. Für dieſe Kontrak⸗ tion des Geldumlaufes, der ſich im täglichen Leben des Einzelnen überhaupt nicht ſpürbar auswächſt, zeichnen in erſter Linie die Noten und Emiſſionsban⸗ ken einzelner Länder verantwortlich, die, um ihre Landeswährungen auf ſolidere Baſis zu bringen, größere Goldreſerven anzulegen ſuchten. Frankreich erhöhte u. a. ſeine Goldreſerve in den letzten paar Jahren um volle 172 Millionen Pfund Sterling, Deutſchland um über 50 Millionen Pfund Sterling. Die Länder, aus denen dieſes Gold importiert wurde, mußten in gleichem Maße ihre Kredite einſchränken, was in der Praxis heißt, daß ſo des 0 2. Seite/ Nummer 79 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ansgabe und ſoviel Millionen weniger zur Verfügung ſtanden, um Waren zu kaufen. Erhöhung der Produktion bei gleichzeitig eintretender Kreditbeſchränkung, d. H. ver⸗ minderter Geldzirkulation, haben denn auch die gegenwärtige Lage verurſacht. Wir empfinden dieſe Lage im täglichen Leben als Ueberproduktion. Die Vereinigten Staaten wurden durch dieſe für die ganze Weltwirtſchaft von Bedeutung gewordenen Manipulationen ſo ſtark getroffen, wie jede andere induſtrialiſterte Macht. Selbſt vor der Kriſe aber wies Amerika(d. h. ſchon zu jener Zeit, als noch alles von der amerikaniſchen Proſperität ſprach), eine un verhältnismäßig große Zahl Arbeits⸗ loſer auf. Dies als Folge der in.S. A. mit Tempo betriebenen Einführung neuer Methoden in Produk⸗ tion und Verkauf, was wir heute Rationaliſierung nennen. Obwohl Rationaliſterung auf lange Sicht beſehen, die Produktionsverbilligung und dadurch vermehrte Arbeitsgelegenheit bringt und bringen muß, iſt der erſte, unmittelbare Effekt der Rationali⸗ ſierung ein ſtarkes Freiwerden von Arbeitskräften, da die durch die Maſchinen überflüſſig gewordenen Hände ſchneller nutzlos werden, als ſie wieder in neuen Betrieben abſorbiert werden können. In dieſem Rationaliſterungsprozeß ſtehen nicht nur die Vereinigten Staaten, ſondern Deutſchland, England, Oeſterreich, Italien, Tſchechoſlowakei und viele über⸗ ſeeiſche Länder. Dieſe Kriſe bedeutet daher(darin liegt der einzige Troſt der jetzigen Periode) nicht eine Enderſcheinung, ſondern eine notwendige Zwiſchenſtation von einer Wirtſchaftsepoche zur andern. Parallel mit den oben ſkizzierten Erſcheinungen gehen die Börſen. Der gewaltige Börſenzuſam⸗ menbruch im Jahre 1929 in Newyork, der ſich im Verlaufe des Jahres 1930 noch in auffallender Weiſe mehr accentuierte, hat hunderttauſende um ihr Ver⸗ mögen gebracht oder dieſes dezimiert. Doch bleibt dieſe Erſcheinung nicht auf Amerika beſchränkt, die großen und kleinen Börſen des Abendlandes zeigten parallele Entwicklung. Die Kredite werden in kriti⸗ ſchen Zeiten von den Banken zurückgezogen oder wenigſtens beſchränkt, wodurch in tauſenden von Einzelfällen die Mittel zur Stützung des Konſums den Konſumenten ſelbſt auf gewiſſe Zeit entzogen werden. Nicht minder ſtark als in Induſtrieſtaaten zeigt ſich die Kriſe auch in den Agrarſtaaten. Kanada und Auſtralten zeigen eine Steigerung der Arbeitsloſen um 250—300 Prozent gegenüber 1928. Die Revo⸗ lutionspſychoſe in ganz Südamerika geht auf die wirtſchaftlichen Schwierigkeiten der einzelnen Länder zurück. Revolutionen aber bringen natürlich keine Aende⸗ rung im stätus quo. Wirtſchaftsnot iſt das Signum der ganzen Welt mit wenigen regelbeſtätigenden Ausnahmen. Die Arbeitsloſigkeit wird zu normalen Verhältniſſen zurückkehren, ſobald ſich der Handel erholt. Dieſer Punkt iſt dann erreicht, wenn die Händler das Zuſammenſchmelzen der gewaltigen Vorräte konſtatieren und an die Induſtrie die Parole zu erneuter und erhöhter Produktion geben. Dann erſt hört auch die ſinkende Preisbewegung auf und gleichzeitig kehrt das allgemeine Vertrauen wieder zurück. Es iſt alſo ein natürlicher Prozeß, durch wel⸗ chen wir hindurch ſchreiten müſſen, der Aufſtieg folgt dem Niedergang ſo ſicher, wie die Kriſe der Hoch⸗ konjunktur. Ob wir bereits in dieſem Jahre zufolge der gewaltigen Vorräte auf der ganzen Welt die auf⸗ ſteigende Linie exkennen werden, ſcheint zweifelhaft, fedoch nicht völlig ausgeſchloſſen. Dr. E. Z. Das Volksbegehren des Stahlhelms Drahtbericht unſeres Berliner Büros. J Berlin, 17. Febr. Wie der Stahlhelm mitteilt, wird die Unterſchrif⸗ beuſammlung zur Einleitung des Volksbegehrens auf Auflöſung des Landtages im Laufe des heutigen Tages an den preußiſchen Innenminiſter weiterge⸗ leitet werden. Die Samlung habe nach dem Stand vom Montag bereits das Doppelte der geforderten Anzahl von 20 000 Unterſchriften ergeben und werde auch in den nächſten Tagen noch fortgeſetzt werden. Für Wirtſchaftsausgleich mit Frankreich Ausführungen des Auffichtsratsvorſitzenden der JG.⸗Farben⸗Induſtrie Drahtbericht unſeres Berliner Büros J Berlin, 17. Febr. Prof. Dr. Karl Boſch, der Vorſitzende des Auf⸗ ſichtsrats der JG. Farben in duſtrie erhebt im „Berliner Börſencourier“ ſeine Stimme für einen Wirtſchaftsausgleich mit Frankreich. Nach einer hiſtoriſchen Betrachtung der wirtſchaft⸗ lichen Verhältniſſe Europas vor dem Kriege und ihres Wandels im Kriege charakteriſiert Prof. Boſch die Gebiete, auf denen zwiſchen franzöſiſcher und deutſcher Wirtſchaft ein Verhältnis des Aufeinander⸗ angewieſenſeins beſteht. Das iſt zunächſt das Pro⸗ blem der Kapitalverſorgung, bei der der franzöſiſche Kapitalüberſchuß einem latenten Kapital⸗ der deutſchen Wirtſchaft gegenüberſtehe. Umgeke egen die Verhältniſſe am Arbeits⸗ markt. Deutſchland dürfte ſelbſt in den Zeiten der Hochkonjunktur in ſeinem engen Wirtſchaftsraum nicht in der Lage ſein, alle Kräfte voll zu beſchäftigen. Dagegen ſtehe Frankreich vor der Notwendigkeit, bei einigermaßen günſtiger Wirtſchaftslage eine große Zahl fremder Arbeitskräfte heranzuziehen. Das Problem der kaum begonnenen wirtſchaftlichen Er⸗ ſchließung ſeiner Kolonialräume reihe ſich dieſer Tatſache an. Auf dem Gebiete der Roh⸗ ſtoffverſorgung findet, wie Prof. Boſch dar⸗ legte, der natürliche Ausgleich ſeine Beſtätigung. Frankreich führe ſeinen Ueberſchuß an Etſen⸗ erzen an Deutſchland ab und beziehe dafür von Deutſchland Kohlen. Eine ähnliche Wechſelwir⸗ kung beſtehe bei dem Poſten Maſchinen, die Frankreich von Deutſchland beziehe wie bei Roh⸗ ſtoffen, Halbfabrikaten und Textilien, die Deutſch⸗ land aus Frankreich einführe. Zuſammenfaſſend ſtellt der Verfaſſer feſt, daß die Poſition Europas in der Welt und das Intereſſe der europäiſchen Staaten„gebieteriſch Verſtändigungs⸗ maßnahmen auf wirtſchaftlichem Gebiet als Grund⸗ lage regionaler Wirtſchaftskorporationen und als Fundament der europäiſchen Geſundung und einer neuen Blüte Europas im Rahmen neu geformter Kräfteverhältniſſe der Welt verlange“. Es iſt eine der wichtigſten Aufgaben für vernünf⸗ tige Menſchen, in Deutſchland und Frankreich zur Ueberwindung politiſcher Reſſentiments und Pro⸗ pagierung wirtſchaftlicher Vernunft die Grundlage für eine Konſolidierung Deutſchlands und Frank⸗ reichs und damit Europas zu legen. Die Wirtſchaftsſorgen Frankreichs Drahtung unſeres Pariſer Vertreters Paris, 17. Febr. Unter dem Titel„Der Scheideweg“ ver⸗ öffentlicht die„Republique“ eine ſehr bemerkens⸗ werte Abhandlung des radikal⸗ſozialen Parteiführers Daladier über die wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Frankreich zur Zeit zu kämpfen hat. Die Ausführungen des bekannten franzöſiſchen Politikers enthalten ſchwere Anklagen gegen die von der gegenwärtigen Rechtsregierung ergriffenen Wirt⸗ ſchaftsmaßnahmen.„Frankreich“, ſo führt Daladier aus,„ſteht heute an der Kreuzung zweier Wege, von denen der eine zum wirtſchaftlichen Nationalismus mit deſſen Begleiterſcheinungen der Geld⸗, Zoll⸗ und Währungsinflation führt, während der andere die Achtung vor den Geſetzen zum Ziele hat, die heute die Produktion, die Echtheit der Währung, den tech⸗ niſchen Wiederaufbau und die Baiſſe der Verkaufs⸗ preiſe durch Einſchränkung der Gewinn⸗ und Ge⸗ ſtehungsſätze beherrſchen. Frankreich, ſo ſchreibt Daladier weiter, habe ſich zunächſt für den erſteren Weg entſchieden. Er gefällt der Menge, führt aber in den Abgrund. Der andere Weg ſei rauh und ſchwierig. Er führe zur Un⸗ popularttät und zur Rettung. Den habe Brüning gewählt. Im Ausland fielen unaufhör⸗ lich die Großhandelspreiſe ſchneller als die franzbö⸗ ſiſchen. Die Detailpreiſe ſenkten ſich im Ausland gleichfalls, während ſie in Frankreich ſteigen. Wenn einmal die Wirtſchaftsdepreſſion verſchwunden ſein werde, würde Frankreich die Entdeckung machen, daß es ſeine Gewinne und ſeinen Einfluß auf die Welt⸗ märkte verloren und daß es die ſchwerſte Invaſion der modernen Zeit auf eigenen Märkten erlebt habe. Bereits im Jahre 1914 habe Frankreich einmal in der Wirtſchaftsſchlacht unter dem Anſturm des Auslandes die Flucht ergreifen müſſen.“ „Die franzöſiſche Handelsbilanz ſchloß im Jahre 1930 mit einem Defizit von 97 Milliarden Franken ab, während Deutſchland einen Ueberſchuß von 10 Milliarden Franken aufwies. Die deutſche Aus⸗ fuhr von Induſtrieerzeugniſſen überſteigt die geſamte franzöſiſche Ausfuhr bereits um 12 Milliarden Fran⸗ ken,“ ſo ſchloß Daladier ſeine Ausführungen. Flalieniſche Unterstützung der öſterreichiſchen heimwehren? Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 17. Febr. Ein Innsbrucker Mitarbeiter der„Voſſ. Ztg.“ will von angeblich beſtinformierter Seite eine Dar⸗ ſtellung über die Beziehungen zwiſchen Heimwehren und italieniſchem Faſzismus erhalten haben. Dar⸗ nach hätte Major Pabſt auf ſeiner Reife nach Ita⸗ lien im Jahre 1929 2 Millionen Lire be⸗ kommen. Das Geld ſei über Budapeſt an den Attachee der ungariſchen Geſandtſchaft in Wien überwieſen und dort von Pabſt ſelbſt übernommen worden. We⸗ gen der Verteilung des Geldes ſei es zu Differenzen in der Heimwehr gekommen. Daraus ſei dann der Bruch zwiſchen Pabſt und den Tiroler Heimwehrführern entſtanden, der auch zu einem Ehrengerichtsverfahren geführt hätte. Dadurch vor⸗ nehmlich ſei die Stellung von Pabſt unhaltbar ge⸗ worden. Die Verbindung zwiſchen Muſſolini und den Heimwehren ſei aber auch jetzt noch nicht ab⸗ gebrochen. Sie ſei auch vom Fürſten Starhem⸗ berg weitergepflegt worden. Muſſolini unterhalte auch noch enge Beziehungen zum Kriegsminiſter Vaugotin. Geldliche Beziehungen zwiſchen Heimwehr und Faſziſten ſind immer wieder behauptet worden, ohne daß es bisher möglich geweſen wäre, einen zwingen⸗ den Beweis zu führen. Auch wir möchten glauben, daß die, wie auch gewiſſe reichsdeutſche Bünde vor⸗ nehmlich innerpolitiſch organiſierte Heimwehren von Italien wie auch von Ungarn manche Unterſtützung erfahren haben. Ob die Dinge ſich wirklich ſo zuge⸗ tragen haben, wie es der Innsbrucker Berichterſtatter der„Voſſ. Ztg.“ erzählt, wird man trotzdem vor der Hand bezweifeln dürfen. Die Schufo des Reichsbanners Seit Wochen und Monaten hat Herr Hörſing verkündet, daß am 22. Februar das Reichsbauner marſchbereit ſein werde. Darunter konnte man ſich alles Mögliche denken. Offenbar handelt es ſich um die Neu⸗ und Umorganiſation des Reichsbanners. Den Kern bildet nach dem„8⸗Uhr⸗Abendblatt“ die ſogenannte Schufo(Schutzformation), die offenbar den S..⸗Truppen nachgebildet iſt. Den Schufos, für die beſonders ſtarke und geſunde Männer genommen worden ſeien, wird die„größte Beweglichkeit“ nach⸗ gerühmt. Sie ſollen die Aufgabe haben, bei jedem Alarm zuerſt zur Stelle zu ſein. Am nächſten Sonn⸗ tag, dem zehnjährigen Gründungstag des Reichs⸗ banners iſt eine große Parade im Luſt⸗ garten vorgeſehen, bei der die Schufos von ganz Brandenburg zur Stelle ſein und an dem Bundes⸗ präſidenten Hörſing vorbeimarſchieren werden. Herr Grzeſinſki ſoll bereits ſeine Genehmi⸗ gung zu dieſer Kundgebung erteilt und auch den geſchloſſenen Abmarſch geſtattet haben, der unter dem Demonſtrationsverbot bisher allen Organiſationen, auch ganz unpolitiſchen, unterſagt war. Dienstag, 17. Februar 1991 . Kündigungen im Ruhrbergbau Meldung des Wolffbüros — Eſſen, 16. Febr. Infolge Abſatzſchwierigkeiten haben ſich eine A zahl, Bergbauunternehmungen genötigt geſeßen beim Stillegungskommiſſar Entlaſſungen von Ar⸗ beitern in größerem Umfange zu beantragen. S wollen die Bergwerks⸗Geſellſchaft„Hibernig⸗ 15 Herne auf ihren Schächten„Schlägel und Eiſen 12 in Herne und„General Blumenthal“ in Reckling⸗ hauſen im Ganzen 450 Arbeiter, die Rheinische Stahlwerke Ac. in Eſſen auf ihren Zechen „Fröhliche Morgenſonne“ und„Zentrum—3“ zu⸗ ſammen 590 Arbeiter und Angeſtellte, die Bergbau⸗ gruppe Hamborn der Vereinigten Stahlwerke auf den Schachtanlagen 4, 8,—7, Weſtende und Zen⸗ tralkokerei Weſtende 161700 Bergarbeiter entlaſſen. Die Rheiniſche Stahlwerke AG. in Eſſen nimmt an, daß über ihren Antrag hinaus in der nächſten Zeit noch weitere Kündigungen ausgeſprochen wer⸗ den müſſen. Letzte Meldungen Freitod eines Wirtſchaftsführers — Nürnberg, 16. Febr. Kommerzienrat Go pfert iſt geſtern nachmittag infolge eines Nervenzuſammen⸗ bruches aus dem Leben geſchieden. Göpfert war Vor⸗ ſtandsmitglied des Bayeriſchen Induſtriellenbundes ferner war er Mitglied der Handelskammer Nürn⸗ berg und hat zuletzt die Verhandlungen des Nürn⸗ berg⸗Fürther Arbeitgeberkartells mit den Angeſtellten geführt. Eine Geiſteskranke im Büro des Reichs⸗ präſidenten — Berlin, 16. Febr. Heute nachmittag erſchien di 30 Jahre alte Erna Olſchewſki aus Vüknne im Büro des Reichspräſidenten, um eine Beſchwerde vorzubringen, wobei ſie wirre Reden führte. Da es ſich anſcheinend um eine gemeingefährliche Geiſtes⸗ kranke handelt, wurde ſie auf Anordnung des Kreisarztes nach der Anſtalt Herzberge gebracht. Zuſammenſtöße im Hafen von Le Hapre — Paris, 17. Febr. Im Hafen von Le Havre kam es geſtern nachmittag— wie Havas berichtet zu Zuſammenſtößen zwiſchen Dockarbeitern und durch republikaniſche Garde verſtärkte Polizei. Von zwei im Hafen liegenden Schiffen arbeiteten nämlich die Dockarbeiter zu den Bedingungen der Arbeitgeber, die die Einſtellung auch tageweiſe, ſtatt wie bisher wochenweiſe, erlauben. Andere Dock⸗ arbeiter, die gegen dieſe Neuregelung proteſtierten, drangen auf die beiden Schiffe ein und verhinderten ihre Kollegen an der Arbeit, worauf die Polizei ein⸗ greifen mußte und es zu ziemlich heftigen Zuſam⸗ menſtößen kam, in deren Verlauf fünf Perſonen ſchwer und etwa 15, darunter auch drei Hafen⸗ wächter, leichter verletzt wurden. Wieder normaler Eiſenbahnverkehr in Ungarn — Bubapeſt, 17. Febr. Die Donau⸗Save⸗Adria⸗ Bahn teilt mit, daß die Verkehrshinderniſſe infolge der Schneeverwehungen bereits behoben ſind und der Verkehr ſich vom heutigen Dienstag ab wieder nor⸗ mal abwickeln werde. Spinhufvud zum Präſidenten von Finnland gewählt — Helſingſors, 16. Febr. Bei den Präſidentſchafts⸗ wahlen iſt Spinhufpud im dritten Wahlgang mit 151 von insgeſamt 300 Wahlmännerſtimmen zum Präſidenten gewählt worden. Für Stahlberg wur⸗ den 149 Stimmen abgegeben. Spinhufpvud iſt mit den Stimmen der Nationalen Sammlungspartei, der Schwediſchen Partei ſowie der Landbündler der Rech⸗ ten und des Zentrums zum Reichspräſidenten ge⸗ wählt worden.. Schweres Schiffsunglück in China Hundert Perſonen ertrunken — Newyork, 16. Febr. Aſſociateb Preß mel⸗ det aus Kauton, daß ein mit 300 Perſonen beſetz⸗ ter Dampfer auf einen Felſen im Pearl⸗River auf⸗ gelaufen und geſunken iſt. Von den Paſſagieren, die ſoeben das chineſiſche Neujahr gefeiert hatten, ſollen etwa 100 ertrunken ſein. Nähere Nachrichten fehlen noch. Mannheim im Rundfunk Ueber„Die Kunſt des Zeitungs machers“ ſprach Dr. O. Pfeffer⸗ Heidelberg. Dieſer Vor⸗ trag dürfte vielleicht die noch in vielen Kreiſen herrſchende Bismarckſche Anſicht, daß der Journaliſt ein Menſch ſei, der ſeinen Beruf verfehlt habe, ge⸗ brochen haben, Der Redner verſuchte ein auf Er⸗ fahrung geſtütztes, gerechtes Bild von dem Journa⸗ liſten von heute zu geben, was ihm auch vollkommen gelang. Das Publikum das geneigt iſt, die journa⸗ liſtiſche Wirkſamkeit mit dem Vergrößerungsglas zu ſehen, muß ſich aber hüten, den Journaliſten, der ſeinen Beruf ernſt nimmt, mit dem Auch⸗Journaliſten zu vergleichen. Der Journaliſt iſt kein Säulenheili⸗ ger, aber Ehre und Ehrenhaftigkeit ſeines Berufes gehen ihm über alles. Die Arbeit des Journaliſten wird durch manche Dinge erſchwert, beſonders aber durch die Unzulänglichkeit des Zeitungsapparates und durch die Unzulänglichkeit des Leſerkreiſes. Ge⸗ rade die verminderten Anſprüche, die von einem Großteil der Leſerſchaft geſtellt werden, konnten das Emporkommen der Auch⸗Journaliſten begünſtigen. Am deutlichſten kommt die ſenſationslüſterne Auf⸗ machung in Gerichtsberichten zum Ausdruck, wie ſie⸗ von einer Reihe Tageszeitungen immer noch mit Vorliebe gebracht und von den Leſern verſchlungen. werden. Es ſind Beſtrebungen im Gange, nur noch gusgeſuchte Berichterſtatter zur Gerichtsbexichterſtat⸗ tung zuzulaſſen. Die Arbeit des Zeitungsmachers wird nicht unbe⸗ trächtlich erſchwert durch die Entfremdung intellektu⸗ eller Kreiſe und dem Mann der Straße. Recht be⸗ denklich erſcheint der Kultus der in akademiſchen Kreiſen getrieben wird und der ſich darin gefällt, alles möglichſt umſtändlich auszudrücken um gelehrt zu erſcheinen. Zum Glück ſteht es mit den Zeitungen nicht mehr ſo, wie ſie einſt Hoffmann von Fallersleben Bedichtet hat. Zum Schluſſe ſeiner Ausführung betonte Dr. Pfeffer, daß er zeigen wollte, daß Journalismus etwas anders als Skandalismus iſt In einem Weiteren Vortrag wird er dann den Zeitungsmacher Bei der Arbeit zeigen. Das Nationaltheater teilt mit: Die Aufführung von„Nathan dem Weiſen“ zum Gedenken an den 150. Todestag Leſſings iſt nunmehr auf Mittwoch, den 25. Februar, feſtgeſetzt. Im Pfalzbau Ludwigs⸗ hafen wird am Donnerstag Verdis„Otello“ gegeben. — Die Vorſtellung von„Fumpazivagabun⸗ dus“ iſt für heute wieder völlig ausverkauft; die Einſtudierung geht jedoch, wenn auch ohne die Fa⸗ ſchingseinlagen, durch die Abonnements. en Landestagung des Bühnenvolksbundes. Vor einigen Tagen fand in Freiburg die Landestagung des Bühnenvolksbundes, Landesverband Baden— Württemberg— Hohenzollern und des Bezirksver⸗ bandes Pfalz ſtatt, die ein genaues Bild über die kulturelle Arbeit des Bühnenvolksbundes in dieſen Bezirken ergab. Durch Beſchluß des Bundesaus⸗ ſchuſſes des Bühnenvolksbundes iſt Württemberg und die Pfalz dem Landesverband Baden— Hohen⸗ zollern neu angegliedert und dadurch der Aktions⸗ radius der zuſtändigen Landesſtelle Mannheim er⸗ weitert worden. Der gute Beſuch der Tagung zeigte das große Intereſſe im ganzen Bezirk. Als Gäſte waren erſchienen: Intendant Dr. Krüger, Frei⸗ burg, Intendant Michels von der Württembergi⸗ ſchen Volksbühne, Stuttgart, Herr Regierungsrat Dr. Perſon u. a. m. Nach Erledigung einer Reihe geſchäftlicher Angelegenheiten wurde der Vorſtand des Landesverbands wie folgt gewählt: 1. Vorſitzen⸗ der Rechtsanwalt Dr. Moekel, Mannheim, ſtellvertretender Vorſitzender Senatspräſtdent Gut, Karlsruhe, Beiſitzer: Herr Medizinalrat Dr. Krebs⸗ bach, Sigmaringen, Herr Pfarrer Schwander, Speyer, Herr Studienrat Dr. Kleinert, Stuttgart und ein Vertreter der Ortsgruppe Freiburg. Lan⸗ desgeſchäftsführer: Direktor Robert Ebert, Man n⸗ heim. Auf Grund einer freundlichen Einladung der Intendanz des Freiburger Stadttheaters waren die Teilnehmer der Landestagung bei der Vorſtellung „Manon Lescaut“ Gäſte des Theaters. Aus der Kunſthalle. Die Kunſthalle nebſt der Ausſtellung„Oskar Kokoſchka“— Das geſam⸗ melte Werk— iſt am Faſtnachtdienstag⸗ Nachmittag(17. Februar) geſchloſſen. Richard Rieß 7 Aus München kommt die Nachricht, daß dort unſer Mitarbeiter, der bekannte Schriftſteller Ri⸗ chard Rieß im 41. Lebensjahre an den Folgen eines langen, ſehr ſchmerzhaften Leidens geſtorben iſt. Mitten in der Faſchingszeit, die Richard Rieß einſt in ſeinem lieben München ſo ſehr liebte, und der er ein humorvolles Buch„Der deutſche Karneval“ wid⸗ mete, iſt dieſer überaus begabte Dichter, Novelliſt und humoriſtiſche Schriftſteller von uns gegangen. Er ſtammte aus Breslau, kam jedoch früh nach Mün⸗ chn und wurde zu einem der beſten und geiſtvollſten Vertreter des Münchner Humors. Seine ſchriftſtelleriſche Laufbahn hatte er mit der Ueberſetzung und der Nachdichtung von Voltaires „Mérope“ begonnen, es folgten Gedichte, Dramen, ein Nopellenband„Schickſal und Krieg“, drei weitere: „Eine Soldatenmutter“,„Krank im Kriege“,„Daheim und im Felde“(dieſen in Gemeinſchaft mit Richard Sexau); weiter iſt zu nennen eine Humorbuch⸗ Anthologie, das„Münchener Bilderbuch“,„Kakteen und Luftſchlöſſer“ die Erzählung„Schülerliebe“ und „Marion, das Buch vom Kinde“. In dem letztgenannten Büchlein hat er von ſeinem eigenen Töchterchen ein köſtliches Konterfei gegeben, das er in ſeinen Marionerzählungen fortſetzte; dieſe ſind unſeren Leſern wohl bekannt, ebenſo wie ſeine überaus lebendigen Münchener Bilder und Skizzen, die er jahrelang für unſere Zeitung ſchrieb und ſeine ausgezeichneten Münchener Theaterberichte.— Der Tod dieſes hervorragenden Mitarbeiters trifft uns überaus ſchmerzlich. Als wir ihn im vergangenen Sommer in München beſuchten, hatte ſein Leiden ſchon ſo zugenommen, daß er des Augenlichts faſt ganz beraubt war. Dennoch war er unermüdlich tätig und bot das beſte Beiſpiel für einen echten Humoriſten, den auch im immer tieferen Dunkel ſein froher Sinn und ſeine gute Laune nicht verließen. Dabei fand er die rührendſte und ufopferndſte Unterſtützun' durch ſeine Gattin, die ihm bis zuletzt eine vorbildliche und ihres ſo früh geſtorbenen Mannes der Mittrauer von vielen Vertretern des deutſchen Schrifttums ſicher ſein kann. k. — O Sigrid Onegin iſt vom Intendanten Dr. Sin⸗ ger für drei Jahre der Berliner Städtiſchen Oper weiter verpflichtet worden. Der Sonntag Vormittag im Kino . Alhambra:„Roah⸗Roah“. Ein großer Seebulle rekelt ſich in der Sonne, fünfzig Frauen liegen gelangweilt um ihn herum. Flitzt da ein ſchtanker Fünftonnen⸗Jüngling heran und erwirbt ſich die Gunſt einer hübſchen Speck⸗ jungfer. Der alte Paſcha iſt nicht ganz damit einverſtan⸗ den und ſetzt ſpäter dem ſtürmiſchen Jüngling ordentlich zu. Himmelswunder der Albattoſſe, der Sturmſeglet, Wunder der Pinguine, gleißende Eisberge, Wunder der Antarktis das iſt der Film„Roah⸗Roah“, Wale werden harpuniert, werden zerlegt, alles nur um des ſtinkenden Tranes wegen. Werden dieſe Raubzüge noch einige Jahre fortgeſetzt, dann wird man dieſe letzten Tierrieſen nur noch im Muſeum finden können. Der ganze Film iſt ein Erlebnis, das ſich auf der Beugt⸗ Berg⸗Linſe bewegt. Was Dr. Dudwig⸗Kohl⸗Lar⸗ ſen von ſeiner Süd⸗Georgien⸗ Expedition in die Antarktis mitbrachte, iſt Glück, Sehnſucht, Freiheit und Luſt der Welt. 5 * Univerſum: Zwei Märchenfilme. Die Morgenver⸗ anſtaltung im Untverſum war den Kindern gewidmet. Zwei Märchenfilme„Das Waldhaus“ und„Die Wichtelmänner“ rollten über die Leinwand und riefen nicht nur bei den Kindern helles Entzücken hervor, ſondern brachten auch den mit ihren Kindern erſchtenenen Erwachſenen große Freude. * Palaſt⸗Theater: Micky⸗Maus⸗Filme. Das war ſchon mehr Faſchingstreiben im Palaſt⸗Theater. Iſt doch die Jugend viel aktiver als die Erwachſenen, wenn es gilt, die Freude über etwas Geſehenes auszudrucken. Schon die zuerſt gezeigten amerikaniſchen Grotesken riefen ſolche Lachſalven hervor, daß die Begleitmuſik überhaupt nicht mehr zu hören war. Ueber die Micky⸗Mäuſe und ihre Konſorten gerieten die Kinder kaſt aus dem Häuschen und verſuchten vor lauter Frende die ihnen überreichten Trompeten ertönen zu laſſen. Das Kinder⸗ Sonderprogramm wird auch nachmittags während der gan⸗ getreue Mitarbeiterin war und die jetzt an der Bahre zen Faſchingstage gezeigt werden. N * 1 1 — —..— e. . e e ße S n r N J — Dienstag, 17. Februar 1931 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 79 —— Gänſeſäger auf dem Rhein Das iſt beileibe kein Druckfehler und muß keines⸗ wegs Gänſejäger heißen, ſondern ganz richtig Gänſe⸗ ſäger. Es ſind keine abſonderlichen Geſtalten und überhaupt keine Menſchen, ſondern Vögel, richtige Gänſevögel. Wer nämlich am vergangenen Sonntag gegen Mittag in die Nähe des Bellenkrappens kam, der konnte die Gänſeſäger ſehen. Ein halbes Dut⸗ zend gleich auf einmal. Es ſind ſchöne Vögel, das muß man ſagen. Bei den Waldparkſpaziergängern wollte das Staunen gar kein Ende nehmen. Natürlich wußte kein Menſch, wie dieſe exotiſchen Schwimmer heißen.„Möven“ ſagten die einen, und mußten das Gelächter der Umſtehenden einſtecken; andere rieten auf Wildenten und Leute, die Möven und Tauben nicht voneinander unterſcheiden können, glaubten, es ſeien ſchwimmende Faſanen; denn die fremdartigen Vögel ſahen graubraun aus, hatten einen roſtfarbenen Kopf, gelben Schnabel und einen nach hinten hän⸗ genden Schopf. Endlich kam jemand, vermutlich ein Jäger, der ganz genau Beſcheid wußte und mit ſeinem Wiſſen auch nicht zurückhielt.„Das find Gänſeſäger“, ſagte er,„Vögel, die in den Fjorden Schwedens und Nor⸗ wegens zu Hauſe ſind. Sie überwintern,“ ſo erzählte der Zoologe den Umſtehenden,„in den Mittelmeer⸗ ländern und führen ihren Namen nach dem ſchlanken Schnabel, deſſen Kanten mit ſpitzen, zahnartigen Ge⸗ bilden verſehen ſind, ſo daß er wie eine Säge ausſieht. Im Fluge läßt der Gänſeſäger einen lauten, melo⸗ diſchen Ruf hören, der wie„ang⸗hö“ klingt— ſo muß es wohl heißen, wenn ich den Zoologen vom Bellen⸗ krappen richtig verſtanden habe— und, wenn viele Gänſeſäger zu gleich rufen, einem Glockengeläut ähn⸗ lich wird.“ Man konnte noch erfahren, daß dieſe nor⸗ diſchen Vögel ihre Flugbahn nur nach Flußläufen richten— das war ſehr intereſſant— alſo rheinab⸗ wärts und dann immer der Küſte entlang fliegen, bis ſie zu Hauſe ſind. Gewöhnlich ſuchen ſie Ende Fe⸗ bruar, Anfang März ihre Heimat auf. Im Norden gelten ſie als die erſten Frühlingsboten. Es ſei nur ganz ſelten, daß die Gänſeſäger Raſt halten auf ihrer Reiſe. Wahrſcheinlich läge ein beſonderer Anlaß vor, Hunger z. B. Lange haben ſich die nordiſchen Gäſte im Bellen⸗ krappen nicht aufgehalten. Plötzlich ertönte ein lauter Ruf, ähnlich dem Lockruf einer Henne, und los gings, in ſchnurgerader Linie und einem Sauſetempo ohne⸗ gleichen. Eins, zwei, drei waren ſie verſchwunden. Die freudig überraſchten Waldparkſpaziergänger, die dieſe ſeltenen Vögel geſehen hatten, diskutierten noch lange auf dem Heimweg über dieſen eigenartigen Beſuch. Wahrſcheinlich wollten die Gänſeſäger der lebendigen Stadt die Frühlingsviſite machen! h. * * Vorſtandswahlen im Bezirksverein Baden des Deutſchen Fleiſcherverbandes. In einer Vor⸗ ſtandsſätzung des Bezirks vereins Baden im Deutſchen Fleiſcherverband wurde an⸗ ſtelle des verſtorbenen Stadtrats Jakob Groß [Mannheim) der bisherige ſtellvertretende Vorſitzende und Obermeiſter der Baden⸗Badener Fleiſcher⸗ innung, Karl Ullrich, für die laufende Amtszeit zum erſten Vorſitzenden und das bisherige Vor⸗ ſtandsmitglied im Bezirksverein, Metzgermeiſter Georg Beck(Mannheim), zum ſtellvertretenden Vor⸗ ſitzenden gewählt. Die Geſchäftsſtelle des Bezirks⸗ vereins ſoll bis zu einer weiteren endgültigen Be⸗ ſchlußfaſſung in Mannheim verbleiben. Der dies⸗ jährige Bezirkstag wird am 9. und 10. Juni in Villingen abgehalten. * Preußiſch⸗Süddeutſche Klaſſenlotterie. In der Montag⸗Vormittagsziehung wurden von größeren Gewinnen ausgeloſt: 4 Gewinne zu je 10000 Mark auf die Nrn. 23 269, 230 032, 10 Ge⸗ winne zu je 5000 Mark auf die Nrn. 143 592, 183 784, 108 995, 305 438, 309 549, 20 Gewinne zu je 3000 Mark auf die Nrn. 1073, 109 843, 237 413, 289 444, 200 226, 303 719, 319 637, 366 683, 370 672, 394 067; in der Nachmittags ziehung: 2 Gewinne zu je 100000 Mark auf die Nr. 39 286, 2 Gewinne zu je 10000 Mark auf die Nr. 30 681, 8 Gewinne zu je 5000 Mark auf die Nru. 1680, 121 902, 142 953, 159 951, 18 Gewinne zu je 3000 Mark auf die Nru, 57172, 72387, 99 885, 184 062, 200 568, 233 027, 240 947, 296 397, 379 615.(Ohne Gewähr). Der Roſenmontag in Mannheim Das Wetter macht mit uns Menſchen was es will. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als ſeine tollen Launen zu ertragen. Zur größten Freude der Jugend blieb es wenigſtens am geſtrigen Tage trocken. Das Straßentreiben konnte ſich ungeſtört entfalten. Der Betrieb in den Hauptverkehrsſtraßen war zeitweiſe recht erheblich. Die Planken und die Breiteſtraße waren wieder die Haupttummelplätze der närriſchen Jugend. Die zahlreichen Erwachſenen hatten ihre Freude daran. Der nach 7 Uhr einſetzende Schneefall leerte raſch die Straßen. Wer damit gerechnet hatte, daß ſich wie in früheren Jahren ein buntes Leben und Treiben entwickeln würde, wurde enttäuſcht. Jeder trachtete ſo raſch wie möglich unter ein Dach zu kommen. Die einzelnen närriſchen Ver⸗ anſtaltungen wieſen durchweg wieder einen guten Beſuch auf. Zahlreiche Mannheimer zogen über den Rhein zum Hausball im Pfalzbau. Der Schneefall nahm zeitweiſe ganz außer⸗ gewöhnliche Formen an, ſo daß ſich an manchen Stellen eine weiße Decke bil⸗ den konnte. In der Innenſtadt wurde aber alles gleich wieder zu Waſſer. Das war auch gut ſo, denn das Glatteis in der Frühe hätte ſich hier noch unangenehmer ausgewirkt als in den Vorſtädten. Die nächtliche Aufheiterung hatte wieder die Tempera⸗ turen anziehen laſſen. Wie aus den neueſten Wetter⸗ meldungen zu entnehmen iſt, haben wir wieder mit einer Verſchärfung der Kälte zu rechnen. 8 Dilettanten-Vorſtellung Es regnet wieder Orangen, Kartoffeln und Knall⸗ erbſen auf die Bühne des Apollotheaters Die geſtern abend im Apollotheater veranſtaltete traditto⸗ nelle Dilettanten ⸗Vorſtellung war für Viele die Senſation des im Gegenſatz zu Köln und Mainz hier ſo ſtillen Roſenmontags. Der Andrang in der Garderobe ließ auf ein ausverkauftes Haus ſchließen. So war es auch. Viele mußten ſtehen, vor allem auf der Galerie. Im Gar⸗ deroberaum verkündete ein Transparent, daß das Werfen mit harten Gegenſtänden, Mehl und faulen Eiern polizeilich verboten ſei. Die Ankündigung half nicht viel. Ein„ruſſiſcher Tän⸗ zer“— es war die zweite Nummer— konnte nur einige Schritte machen. Ein Hagel von faulen Orangen und Eiern, Kartoffeln, Brotſtücken, Knallerbſen und ſonſtigen Wurf⸗ geſchoſſen fegte den jungen Mann von der Bühne. Als der Vorhang das Schlachtfeld den Blicken der Zuſchauer ent⸗ zogen hatte, trat Direktor Zacharias an die Rampe, um, als ſich der Tumult, der vor allem durch Autohupen ver⸗ ſtärkt wurde, etwas gelegt hatte, bekannt zu geben, daß, wenn noch einmal mit faulen Eiern geworfen werde, die im Saale verteilten Kriminalbeamten ihres Amtes walten würden. Das Publikum reagierte auf dieſen deutlichen Hinweis. Einige junge Burſchen, die ſich nicht daran ſtör⸗ ten, wurden an die friſche Luft befördert, nachdem man ihnen die Munition abgenommen hatte. Wir ſahen ſpäter die beſchlagnahmten„Sächelchen“ im Kaſſenraum, u. a. einen Koffer mit faulen Orangen und eine Aktenmappe mit Kartoffeln. Als ein„Heldentenor“„Dein iſt mein ganzes Herz“ aus„Das Land des Lächelns“ ſingen wollte, ergoß ſich wieder ein Hagel von Wurfgeſchoſſen auf die Bühne. Der junge Mann, der ſich die„erſten Lorbeeren“ wohl an⸗ ders vorgeſtellt hatte, ergriff nicht etwa die Flucht in die rettenden Kuliſſen, ſondern raffte zuſammen, was ihm in die Hände kam und bewarf damit das Publikum. Die Orcheſterlogen mußten infolgedeſſen geräumt wer⸗ den. Da das Trommelfeuer vom Publikum zu weit nach vorn verlegt wurde— das Orcheſter hat auch gehörig ab⸗ bekommen— wäre die Räumung der vorderſten Plätze auch ohne dieſen Zwiſchenfall notwendig geweſen. Das Programm ſetzte ſich aus Darbietungen von Profeſſionals und Dilettanten zuſammen. Direktor Zacharias hatte mehrere ſtellen⸗ loſe Artiſten verpflichtet, die durch ihre guten Leiſtungen den Unterſchied zwiſchen Dilettantismus und fertiger Va⸗ rietekunſt recht eindringlich vor Augen führten. Ein Zahn⸗Kraftakt leitete das Programm ein. Der Künſtler hob zuletzt zwei Tiſche mit 15 Stühlen und eine auf dem Tiſch ſitzende junge Dame. Das Publikum, unter dem ſich, wie man feſtſtellen konnte, viele Sachverſtändige befan⸗ den, ſpendete ſtarken Beifall, der auch den anderen ſeriöſen Nummern zuteil wurde, ſo einem Harmonikaſpie⸗ ler, einem Jongleur a la Raſtelli, einem Zahn⸗Kraftakt an römiſchen Ringen(Herr und Dame) und einem Herkules à la Spadoni. Die ganze Art des Auftretens und die Auf⸗ machung zeigten ſofort, daß man es mit Berufsartiſten zu tun hatte, die nicht zum erſtenmale ihre Kunſt zeigten. Umſomehr ſtachen die Dilettanten ab. Die Ablehnung war genau nuanciert. Ein 13 Jahre alter Schüler wurde bis zum Schluß angehört, weil der Anſager Werner aus Heidelberg, der ſich heiſer ſchrie, inſtändig bat, ſich„Dein iſt mein Herz“ doch noch einmal anzuhören. Da der Anſager immer den Ausdruck„Aber jetzt!“ ge⸗ brauchte, bildete ſich auf der Galerie ein Sprechchor, der dieſe Ankündigung übernahm. Ein ruſſiſcher Tän⸗ zer ließ ſich durch den Geſchoßhagel nicht beirren. Erſt als er mit ſeiner„Kunſt“ zu Ende war, verſchwand er in den Kuliſſen. Das gleiche iſt von einem Ex zentriker zu ſagen.„Wilhelm der Große“ konnte ſeine„klaſſiſchen Poſen“ nur zu Ende führen, weil ihn das ſchnelle Herab⸗ laſſen des Vorhangs ſchützte. Auffallend war, daß keine einzige Dilettantin auftrat. Die früheren Er⸗ fahrungen ſcheinen die holde Weiblichkeit abgeſchreckt zu haben. Die Unruhe war bis zum Schluß der etwa 29 ſtün⸗ digen Vorſtellung ſo groß, daß man ſelbſt vorn die Ankün⸗ digung der letzten Nummer nicht verſtanden hatte. Eine ganze Anzahl Dilettanten verzichtete auf das Auftreten. Wäre dies nicht der Fall geweſen, dann hätte die Vorſtel⸗ lung ſicher noch eine Stunde länger gedauert. Sch. * 9 „Feuerio“⸗Kappenabend Trotz der zahlreichen karnevaliſtiſchen Veranſtal⸗ tungen am geſtrigen Abend war die„Feuerio“⸗Ver⸗ anſtaltung im Habereckl wiederum, wie bei der Er⸗ öffnungsſitzung, außerordentlich zahlreich beſucht. Anſtelle von Präſident Bieber ſchwang Narr Brenner mit jugendlichem Eifer das Szepter, einen Kochlöffel, über die fröhliche Narrengemeinde, unter der ſich namentlich ſehr viele Damen befanden. Büttenreden und Lieder wechſelten in bunter Reihen⸗ folge miteinander ab und riefen bald jene fröhliche Karnevalsſtimmung hervor, wie ſie nur beim „Feuerio“ anzutreffen iſt. Von den vielen humo⸗ riſtiſchen Vorträgen ſei wiederum die Büttenrede des jungen Gardiſten Ruf erwähnt, der mit ſeinen Er⸗ lebniſſen als Bauer aus dem Bayernlande Stürme von Heiterkeit hervorrief. Wie bei ſeinem letzten Vortrag bei der Eröffnungsſitzung hat er es auch diesmal wieder verſtanden, eine Reihe von lokalen Ereigniſſen zu verulken. Auch die übrigen Bütten⸗ redner behandelten meiſt lokale Vorkommniſſe. Im Mittelpunkt des Abends ſtand insbeſondere der be⸗ kannte Baritoniſt Welker, der ein Lied um das andere ſingen mußte und mit Beifall überſchüttet wurde. Ebenſo erging es auch dem„Flora⸗ Quartett“. Orden wurden keine verteilt; dagegen erhielten die Soliſten Anweiſungen auf die Ueber⸗ ſchüſſe ds Kappenabends, bei dem ſich aber, wie wir hörten, Einnahmen und Ausgaben die Wage hielten. Schunkellieder, bei denen man ſich auf die Stühle ſtellte, erhöhten die Stimmung. Erwähnt ſei noch, daß der„Feuerio“ im März im Friedrichspark ſein Frühlingsfeſt abhält, zu dem heute ſchon ganz Mannheim eingeladen iſt, da der Ueberſchuß der Ver⸗ anſtaltung dem Zugsfond für das nächſte Jahr zu⸗ geführt werden ſoll. ch. Roſenmontag im Radio Der Rundfunk hatte ſein Programm dem Charak⸗ ter des Roſenmontags entſprechend aufgeſtellt. Die oſt⸗ und norddeutſchen Sender hatten ſich, wie nicht anders zu erwarten war, noch nicht ſo ganz auf das heitere Programm umgeſtellt. Auch die mitteldeut⸗ ſchen Sender wagten ſich noch nicht recht an die Sache heran. Dagegen brachten die weſtdeutſchen Sender und der Südfunk bereits ein Faſchings⸗Pro⸗ gramm, das einen kleinen Vorgeſchmack für den heu⸗ tigen Faſtnachtsdienstag bot. Schon das Nachmit⸗ tags konzert aus Freiburg war närriſch aufgezogen und enthielt manche witzige Einlagen. Ein Hörbericht„Hauptmann von Köpenick“ im Rah⸗ men der Zeitberichte war zwar keine ausgeſprochene Faſchingsangelegenheit, paßte aber gut zu dem Cha⸗ rakter des Tages. Das plaſtiſche Abrollen der da⸗ maligen Geſchehniſſe war vorzüglich geglückt, wie überhaupt die Zeitberichte als durchaus gelungen bezeichnet werden können. Plötzlich aber flatterten ein paar Takte des Narr⸗ hallamarſches aus dem Lautſprecher: Frankfurt begann ſein Karnevalskonzert unter dem Motto: Keine Sinfonien! Keine Kammermuſtik! Nur Unterhaltung! Das war wirklich ein unterhaltender Abend, Winterſportplatz Tromm gut beſucht Die Schneelage acht Tage vorher wurde am vem gangenen Sonntag natürlich nicht erreicht; darüber waren ſich Kenner ſchon am Eingang des Mann⸗ heimer Hauptbahnhofs klar. Der Andrang zu den Sonderzügen war normal; man konnte ohne An⸗ ſtrengung Platz bekommen. In Kreidach leerte ſich der Zug nicht wie ſonſt. Die Hälfte faſt ließ ſich vom Dampfroß noch höher tragen. Dieſe Vorſichts⸗ maßnahme ſtellte ſich als übertrieben heraus, denn der Aufſtieg über die Kreidacher Höhe war nach wie vor ein ſportliches Vergnügen. Es gab Fahrer, die von dieſen Hängen überhaupt nicht mehr loskamen und am Abend wieder nach Kreidach abfuhren. Die Paſſagen durch die Wald⸗ gevierte waren zweimal ſo vereiſt, daß man beque⸗ mer⸗ und ſichererweiſe abſchnallte. Sonſt aber blieb man auf den Brettern und oben auf dem Tromm⸗ rücken konnte man ſeinem Ehrgeiz und den Skiern freien Lauf gewähren. Es war nicht ſo behaglich, wie vor einer Woche, aber es gibt ſchließlich keinen „Anſpruch“ auf führigen Schnee auf 500 Meter Höhe. Es gibt ja auch Winter im Schwarzwald, die ſtun⸗ denlanges Aufwärtsgehen erfordern, um auf Schnee zu kommen. Das Wetter war bis um die Mittagszeit leicht neblig, dann kam die Sonne ſiegreich auf längere Lichtblicke durch und machte beſonders die Abfahrt am Abend ſehr genußreich. Man ahnte ja ſchon, daß die Herrlichkeit oberhalb von Waldmichelbach ihr Ende haben würde und war daher von den grünen Wieſen nicht ſehr überraſcht; immerhin brauchte man erſt in naher Sicht des Städtchens ab⸗ zuſchnallen und hatte dadurch Muße, die am Ge⸗ burtshauſe des Odenwalddichters Adam Karillon an⸗ gebrachte Tafel genau zu beſichtigen. Bei Abfahrts⸗ möglichkeit wäre man natürlich vorbeigeſauſt; der erzwungene Gang zu Fuß erweiterte ſo unſere hei⸗ matkundlichen Kenntniſſe. Der Faſtnachtsſonntag war auch draußen wahr⸗ zunehmen. Eine ganze Reihe Masken tummelten ſich auf den Brettern. Sonderbare, gänzlich unſportliche Kopfbedeckungen wurden durch den Schnee getragen. Manche Gruppe ſetzte die Fidelitas der Nacht im Freien fort und im Heimkehrerzug kam eine Stimmung auf, die eine humorvolle Miſchung von Hüttenzauber und Faſt⸗ nachtſcherzen aufwies. Der Transport durch die Reichsbahn klappte ausgezeichnet. Für den kom⸗ menden Sonntag iſt etwas Neuſchnee wünſchenswert. D * * Verkaufshänschen geplündert. In der Nacht zum 12. Febr. wurden aus einem Verkaufshäus⸗ chen in Rheinau 78 Pakete Rauchtabak, 82 Packungen Zigaretten, eine größere Anzahl Zigarren, 160170 Tafeln Schokolade, verſchiedene Sorten und Marken, Zucker⸗ und Backwaren, eine vernickelte Motorrad⸗ uhr, ein Reklamenmeſſer und ein älterer grauer Gummimantel entwendet. * Das Feſt der ſilbernen Hochzeit feiert heute Herr Eduard Ludwig mit ſeiner Ehefrau Barbara geb. Levaſier, Neckarau, Friedrichſtr. 127. Nächtig zubereitet(drei Minuten gekocht) sdumedde der Kathreiner „oo gut, als ob er wunder. e teuer are Und dabei kostet das * Pfundpaket nur 50 Pfg. Die Schellenkappe Skizze von Georg von der Gabelentz Durch Rom jauchzte der Karneval. Sein Ueber⸗ mut lachte und tändelte zwiſchen Sonnengärten und düſteren Mauern. Im Winde wehte der Duft gefloch⸗ tener Kränze und geworfener Blüten. Unter den Gewölben der Kirche, die kühl und menſchenleer zur Decke ragten, ſtand die gebeugte Geſtalt eines Man⸗ nes gegen den Marmorſchaft einer Säule gelehnt. Ein brauner, weiter Mantel, wie ihn ſeit Jahr⸗ hunderten die Römer tragen, umhüllte die Glieder, und die Dämmerung verbarg ſein Geſicht. Regungs⸗ los, die Schulter an der Steinſäule, ſchien er faſt mit dieſer verwachſen, und er betrachtete in tiefem Sin⸗ nen den Marmorkoloß des Moſes, den ein unſterb⸗ licher Geiſt aus einem von Aeonen bereiteten Stoffe gezaubert. Unter dem Licht, das durch ein offenſtehendes Fen⸗ ſter aus Himmelsweiten wunderbar herabglitt bis in den Leib der Kirche, gebar ſich der ſteinerne Koloß von neuem, er gewann Leben, wuchs auf zu erdrückender Größe. Im wallenden Bart zitterte die adern⸗ geſchwellte Hand, die Hörner über der von Unwillen gefurchten Stirn drohten, der Donner ewiger Worte ſchien von den ſtarken Lippen herabdröhnen zu wollen, und die Knie ſpaunten ſich, als müßten ſie ſogleich den gewaltigen Körper zu einer furchtbaren Tat emporreißen. Da klang Gelärm. Auch gegen die Mauern der Kirche brandete von außen das Toben eines bacchan⸗ tiſchen Zuges. Es wuchs, es ſchwoll an. Aus dem Tal, vom Koloſſeum her, ſchien der Feſtzug empor⸗ zulärmen und zwiſchen den verfallenen Hütten und wüſten Gärten an der Kirche von Petri Ketten ſich vorüberzuwälzen. Jubelrufe entflogen ihm, Geläch⸗ ter ſchallte und warf den flüchtigen Taumel des Tages in die erhabene Ruhe zwiſchen die Marn orſäulen und Wände der Kirche. Aufkreiſchen von Weibern gellte, Hörner heulten, und über das Getöſe hin zitterte der Klang übermütiger Gitarren, und lockten die Reime lüſterner Lieder. Der einſame Betrachter des Moſes zuckte zuſammen, im Dunkel der Säule. Da wurde die Tür der Kirche geöffnet, und gleich⸗ ſam hereingewirbelt vom Faſchingszug draußen huſchten zwei Masken ins Innere. Ein Jüngling, die weiße Schellenkappe des Harlekins keck auf den braunen Locken, hatte den Arm um die Hüfte eines Mädchens geſchlungen, zog es herein und drückte es zärtlich an ſich. Sie hatten ſich aus dem Gedräng und Gelärm der Freunde davongeſtohlen, liefen unter Scherzen durch die Kirche und blieben, wie von verharrte aber ungefähr, vor dem Marmorbilde des Propheten ſtehen. Der Jüngling nahm unwillkürlich die Schellenkappe ab und warf mit einem Ruck des Kopfes ſich das wirre Haar aus der Stirn. Sein Lachen, ſeine Bewegungen bewieſen, daß ihm der Wein zu Kopf geſtiegen war. Der Burſche trug ein kurzes, grellfarbenes Wams, und ein Dolch klirrte an ſeiner Seite. Voll Hingebung ſchmiegte ſeine Begleiterin ſich an ihn, ihr Atem flog noch vom Geſang, von eiligem Lauf und raſchen Küſſen. Lachen lag ihr loſe auf den Lippen, Uebermut im Auge. Mit einmal wurde ſie ernſt. „Schau doch, Tommaſo, da ſteht ja der Moſes, von dem man in der Stadt ſo viel redet. Schau doch! Ein häßlicher Kerl, zum Fürchten, als wenn er Menſchen zwiſchen ſeinen Kiefern zermalmen könnte wie ge⸗ bratene Kaſtanien.“ „Und Fäuſte hat er, gleich ſo einem Ruderer vom Tiber“, ſetzte der Jüngling hinzu.„Wieviel ſchöner hätte Raffael Santi ſolches Werk gebildet! Aber der himmliſche Raffael mußte jung ſterben, und dieſer höllentſttegene, wilde Florentiner lebt noch immer. Doch was geht uns das an? Komm, hier hört es niemand, wenn ich dir ſage, daß ich dich liebe, immer und ewig, wie die Blume die goldene Sonne liebt.“ „Ach, du ſagſt es vielleicht nur“, ſeufzte das Mädchen. „Ich ſchwöre dir's bet allen Heiligen!“ Der Lärm des Karnevaltreibens ſchwang ſich mit ſchwirrenden Flügeln an den Säulen empor und verſchluckte die Worte der jungen Leute. Mit einmal ſchrie die Kleine leiſe auf und bog das Köpf⸗ chen beiſeite, weil der Jüngling ſie von neuem in auflodernder Leidenſchaft an ſich riß und ihre Lippen küſſen wollte. „Siehſt du nicht“, rief ſie faſt ängſtlich,„wie der Moſes zornig blickt?“ Der Burſche entgegnete:„Ei, laß ihn, den toten Griesgram!“ Und er raubte ihr raſch einen Kuß. Sie entwand ſich aber ſchnell wieder ſeinem Arm, und dicht vor das Steinbild tretend, deſſen bleiche Maſſe aus dem Schatten drohte, fragte ſie: „Sag' doch, Tommaſo, ſie meinen, Moſes ſei ſo zornig geworden, weil das Volk Iſrael ſeine Geſetze zerbrochen habe.“ Der Jüngling lachte.„Ach, das iſt Unſinn. Mo⸗ ſes zerbrach ſeine Tafeln, weil das Volk ihm nicht folgte und ſtatt ſeines Gottes im Tanz das goldene Kalb anbetete, das ihnen die Freude bedeutete.“ „Darum? Das war auch gewiß unrecht von den Juden.“ f „Das war recht! Wer hieß Moſes, dem Volk Geſetze zu geben, die es nicht halten konnte? Was? Die das Leben ſich und andern ſo ſchwer machen wie er, ſind nicht wert, glücklich zu ſein. Hat ſein Geſetz den Juden etwas genützt, ſein Fluch etwas geſchadet? Alles längſt vergeſſen! Was iſt Moſes heute? Ein Nichts. Was wird in hundert Jahren von dieſem Stein da noch übrig ſein? Am Ende auch nichts. Man hat ihn vielleicht zu Kalk ge⸗ brannt, um die Mauer einer Schenke damit zu be⸗ werfen, wie ſie einſt die toten Kaiſer und Götter für ihre Paläſte zu Kalk brannten. Nur das Leben iſt ewig unſterblich.“ „Und die großen Geiſter? Man meint doch...“ Die Trunkenheit machte den Jüngling beredt und lieh ſeinem Selbſtbewußtſein Flügel.„Die wären unſterblich? Pah! Was ſind die großen Geiſter? Unſterbliche etwa, weil ſie ſich mit ſo etwas plagten? Da!“ Er warf ſeine Schellenkappe dem Moſes vor die Füße, daß das Geklirr der Glöckchen um den ſtei⸗ nernen Propheten flatterte.„Deine großen Geiſter tragen am Ende auch nur Narrenkappen!“ „Du glaubſt?“ zweifelte das Mädchen.„Warum?“ „Ich ſage dir, ein Eſeltreiber, der ſeine Frau zur Mutter macht, hat mehr Freude und iſt wahrlich ſicherer des Fortlebens als dieſer einſame Floren⸗ tiner Alte mit ſeinen Steinen und Bildern,“ ſpottete der Jüngling. Dann rang ſich ein dumpfer Laut aus der Bruſt des gebeugten Mannes im Mantel, der, in Gedanken ver⸗ ſunken und das Treiben der Liebenden mißachtend, hinter der Säule geſtanden hatte. Jäh tauchte er aus dem Dunkel in den dämmern⸗ den Schein des Mondes und ſtreckte den Arm gegen den Jüngling und ſein Mädchen. Erſchrocken und verſtummend ſtarrten die beiden auf den verwilder⸗ ten grauen Bart des Greiſes und die gramvollen Falten in ſeinem Geſicht. Wie vor einem Geſpenſt wichen ſie zurück. Der Greis aber ſchritt haſtig gegen ſie und ſchleuderte ihnen den zornigen Befehl zu: „Hinaus, Ihr!“ Einen Augenblick zögerte der Burſche, und ſeine Linke umfaßte das Heft des Dolches. Das ſodernde Auge des Alten aber, das Antlitz, auf dem der Groll eines Gottes flammte, ſchreckte ihn zurück. Die Kleine zog den Jüngling ängſtlich am Aermel, und ſie haſte⸗ ten dem Ausgang der Kirche zu. Schulter an Schulter gedrängt, eilten ſie der Ferne zu, wo heller Fackelſchein kündete, daß man der Lebensluſt opferte. Der Lärm draußen war faſt verſtummt. Nur ganz aus der Ferne klang noch die lebendige Weiſe eines übermütigen Liedes. Als er ſich allein ſah, ließ der nächtliche Kirchen⸗ beſucher den erhobenen Arm fallen und kehrte ſich um Schatten furchten ſich tief in ſeine Stirn, und ſeine eben noch leiden ſchaftlich aufgeſtraffte Geſtalt fank in ſich zuſammen. Jetzt glich er einem gequälten Titan, an den Felſen des Daſeins geſchmiedet. Und Michelangelo tat zwei Schritte, hückte ſich und hob die klingende Schellenkappe auf, den Tand, den der entflohene Jüngling dem großen Geſetzgeber vor die Füge geworfen. Langſam führte der greiſe Meiſter das Ding an die Lippen und küßte ehrfürchtig in ihm das durch ſiebzig Jahre ſo bitter verachtete und doch ſo heiß ge⸗ liebte Leben. eee 4. Seite/ Nummer 79 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 17. Februar 1931 Bliro für„harmoniſche“ Ehevermiſtlung Hinter den Kuliſſen eines Inſtiluts für In der Nachmittagsſitzung, die wider Erwarten zum Schluſſe der Verhandlung führte, marſchierten die betrogenen Zeugen auf. Darunter befanden ſich die Herren, die die finanziell unabhängige, reiche Vollwaiſe heiraten wollten. Dann kamen die Mädchen, die gerne die Frau des reichen Fabri⸗ kanten in glänzenden Verhältniſſen geworden wären. Einem arbeitsloſen Schuhmacher hatte es die Voll⸗ waiſe beſonders angetan. Er wollte ſie heiraten. Zu dieſem Zwecke ging er zu dem Heiratsvermittler“ Laib, um ſich die Dame einmal vorſtellen zu laſſen. Laib verlangte 35 Mark Vermittlungsgebühr. Da der Mann kein Geld bei ſich hatte, wiederholte er ſeinen Beſuch am nächfolgenden Sonntag, wo er mit einem Kichern aus der Küche heraus empfangen worden ſet. Das habe ihn ſtark mißtrauiſch gemacht. Auch die„Wohnung“ des Heiratsvermittlers, eine kleine Bude, habe ihm gar nicht zugeſagt. Das Schlaf⸗ zimmer ſei zugleich Empfangszimmer, Wohnraum und Büro geweſen. Laib habe ihm eine Vermittlungs⸗ gebühr von 5 Mark abgeknöpft. Die Dame, alſo in dieſem Falle die Vollwaiſe, ſei gleich darauf in das Zimmer gekommen und habe ſich mit ihm über ihre glänzenden Vermögensverhältniſſe unterhalten. Später habe er dann noch einen Biref von ihr er⸗ halten, worauf ſie nichts mehr von ſich hören ließ. Die Zeugenausſagen waren vielfach recht amüſant. Im dichtgefüllten Zuhörerraum hörte man viel kichern. Nur einige Zuſammenkünfte zwiſchen Heiratsluſtigen fanden ſtatt und auch da kam keine Heirat zuſtande. Der An⸗ geklagte hatte, wie ſich bei den Zuſammenkünften er⸗ gab, ſogar aus einer katholiſchen Bewerberin eine evangeliſche gemacht. Ein Zellengenoſſe verſalzte ihm die Suppe. Zu ihm ſagte Laib, er ernähre ſich nur von Gaunerei, brauche nichts zu arbeiten und er könne auch jetzt nicht verurteilt werden. Nur ein Brief könnte ihm angekreidet werden. Er habe in ihm einen Verdienſt von 100—150/ die Woche an⸗ gegeben. Verſchiedene Herren, die das Glück in der Ehe ſuchen wollten, wurden um Beträge bis zu 40 l geprellt. Die Schwindeleien des Angeklagten Eheanbahnung kamen durch einen Bewerber heraus. Ein Kriminal⸗ beamter ſchildert die große Verlogenheit des Angeklagten bei der Vernehmung. Die be⸗ ſchlagnahmte Summe beläuft ſich auf 550 l. Der Gutachter Medizinalrat Dr. Götz mann hatte anfangs ſeine liebe Not mit dem Angeklagten, bis er allmählich zutraulicher wurde. Er kennzeichnet den Angeklagten folgendermaßen: Angeborene Min⸗ derwertigkeit. Geringe Intelligenz. Ein nervöſer entarteter Menſch. Seine körperliche Beſchaffenheit ſteht im Einklang mit ſeiner ſeeliſchen Abwegigkeit. Staatsanwalt Dr. Oettinger verweiſt auf die große Zahl der Heiratsanzeigen in den Großſtadt⸗ zeitungen und zieht daraus den Schluß, daß dieſe Geſuche zu einem volkswirtſchaftlichen Bedürfnis ge⸗ worden ſeien. Die Bewerber kommen bei ihm nicht gut weg, weil ſie in dem ärmlichen Zimmer im Hinter bau des Hauſes l 7 doch nicht das Büro eines Heiratsvermittlers hätten ſehen können. Auf ein Inſerat gingen 150, auf ein anderes 200 Briefe ein. Der Staatsanwalt betrachtet den Angeklagten als einen aſozialen Menſchen voll größter Skrupel⸗ loſigkeit. Er beantragte eine Gefängnisſtrafe von 2 Jahren 6 Monaten. Außerdem ſpricht er ſich für die Aberkennung der Ehrenrechte aus. Der Verteidiger Dr. Weindel verlieſt zunächſt eine große Anzahl von Heiratsanzeigen, die alle den Stempel offenſichtlicher Unwahrheit erkennen laſſen. So kraß ſeien die Handlungen des Angeklagten doch nicht, daß eine ſo hohe Strafe, wie ſie der Staats⸗ anwalt beantragte, gerechtfertigt erſcheine. Er er⸗ ſuche um eine milde Beſtrafung. Kurz vor 9 Uhr abends verkündete das Gericht folgendes Urteil: Der Angeklagte Laib wird wegen Betrugs in drei Fällen und wegen Privaturkundenfälſchung in zwei Fällen unter Annahme mildernder Umſtände zu einer Gefängnisſtrafe von 1 Jahr 6 Monaten ab 6 Monate Unterſuchungshaft verurteilt. Amzug der Villinger Narros“ Obwohl in dieſem L Jahr infolge allgemeiner Notlage das Karnevalstreiben auf ein Mindeſt⸗ maß beſchränkt iſt, inden doch im Schwarzwald und in Württemberg wie von jeher die Umzüge der„Narros“ mit ihren uralten merkwürdigen Masken ſtatt. Aus Baden Schreckliches Unglück Pietlingen bei Pforzheim, 16. Febr. Ein gräß⸗ liches Unglück, dem ein junges Menſchenleben zum Opfer fiel, ereignete ſich heute früh auf der hieſigen Station der Lokalbahn. Die 16jährige Arbeiterin Vieſel Biſchoff kam etwas zu ſpät auf den Bahn⸗ hof und verſuchte, den ſchon in Bewegung befind⸗ lichen Zug nach Pforzheim zu beſteigen. Das Mäd⸗ chen kam dabei zu Fall und wurde unter den Wagen geſchleudert. Dabei gingen die Rä⸗ der über den Leib des Mädchens hinweg. Der Dod trat augenblicklich ein. Todesopfer einer Oxydgasvergiftung * Freiburg, 16. Febr. Am Sonntag morgen wurde in einer verſchloſſener Garage ein Kon⸗ ſtanzer Wäſchereibeſitzer und ſeine Direktrice in be⸗ wußtloſem Zuſtande aufgefunden. Es wurde Koh⸗ lenoxydgas vergiftung feſtgeſtellt. Der Mann war bereits tot. Das Mädchen konnte im Krankenhaus wieder ins Leben zurückgerufen werden. Die beiden wollten nach gemeinſam durchſchwärmter Nacht an⸗ geblich noch eine Autofahrt unternehmen. 30 Jahre Ratsſchreiber * Meersburg, 16. Febr. Der hieſige Ratsſchreiber Joſef Hornung konnte dieſer Tage auf eine 30⸗ jährige Tätigkeit im Dienſt der Gemeinde Meers⸗ burg zurückblicken. Er hat unter fünf Bürgermei⸗ ſtern auf dem Meersburger Rathaus gearbeitet. Faſtnacht in Heidelberg m. Heidelberg, 15. Febr. Die ſtädtiſchen Masken⸗ bälle, die regelmäßig auch von auswärts gut beſucht waren, fielen dieſes Jahr aus. Dafür war am Sams⸗ tag die Stadthalle der Schauplatz des gemeinſamen Maskenballes der Concordia, der Liedertafel und des Sängerkreiſes und damit einer gut vorbereiteten, karnevaliſtiſch auf beachtenswerter Höhe ſtehenden Veranſtaltung, die nicht mit Unrecht als„Heidel⸗ bergs Großer Maskenball“ angekündigt war. An dem üblichen karnevaliſtiſchen Rummel in den Gaſt⸗ ſtätten fehlte es nicht, ſodaß alles Gelegenheit genug zu fröhlichem Verweilen hatte. Ebenſo mangelte es Samstag und Sonntag nicht an internen Veranſtal⸗ tungen. Das Straßentreiben ſpielte ſich im all⸗ gemeinen„mit gedämpfter Trommel Klang“ ab. Mit Rückſicht auf den Ernſt der Zeit war von der Stadt das Maskentreiben auf den Straßen in der Haupt⸗ ſache verboten. * Wertheim, 16. Febr. Am Samstag nachmittag fand ein Bahnwärter bei einem Kontrollgang im Tunnel die Leiche des hieſigen Händlerſohnes Kurt Engel, dem der Kopf vom Rumpfe getrennt war. Engel war erſt 18 Jahre alt. * Eberbach, 16. Febr. Am Freitag abend fand man in der Nähe der Schiffbrauerei oberhalb des Scheuerbergtunnels den 19jährigen Küfer Otto Baldauf von hier zwiſchen den Bahngleiſen in ſchwerverletztem Zuſtande auf. Fünf Minuten nach Einlieferung in das Krankenhaus verſchied Bald⸗ auf, ohne daß es möglich geweſen wäre, von ihm noch etwas über die Urſache ſeines Unfalls zu erſahren. Abſchluß der 388-Rennen in Oberhof Stenen-Norwegen ſiegt im 50 Kilometer⸗Dauerlauf lag bei der erſten Kontrolle nach 25 Kilometer mit zwei Minuten Vorſprung vor Ole Stenen an der Spitze, oßwohl der Norweger nur eine halbe Minute nach Lindberg ge⸗ Den Abſchluß der internationalen F3S⸗Rennen in Oberhof bildete am Montag der 50 Kilometer⸗Dauerlauf. Auch in dieſer vielleicht ſchwerſten Prüfung endeten die Norweger auf den erſten Plätzen, allerdings hart bedrängt von den ſchwediſchen Vertretern. Erſter Preisträger wurde Ole Stenen in der vorzüglichen Zeit von:52,09 vor ſeinem Landsmann Peder M. Vangli. Die nächſten Plätze beleg⸗ ten die Schweden Nils Spaerd und Karl Lindberg. Beſter Mitteleuropäer war diesmal der Tſchechiſche Meiſter Anton Barton, der ſich vor dem erſten Deutſchen Otto Wahl an 7. Stelle plazierte. Unſere Seiter machten einen er⸗ müdeten Eindruck, was im Hinblick auf die vor acht Tagen ausgetragenen deutſchen Ski⸗Meiſterſchaften ja nicht weiter verwunderlich iſt. Die Beteiligung an dem 50 Kilometer⸗Dauerlauf war ſchwach, von 46 gemeldeten Läufern gingen bei ſtarkem Wind nur 25 auf die lange Reiſe. Es fehlten u. a. der Norweger Ruſtadſtuen, Brodall, Belgum und die Deutſchen Guſtl Müller, Heinz Ermel und Tiefenbacher. Die Schnee⸗ verhältniſſe waren wieder ausgezeichnet. Die Strecke führte regelmäßig bergauf und bergab, durch Hochwaldgebiet und über große Wieſen. Der als fünfter geſtartete Schwede Lindberg lag bald nach Beginn des Rennens in Front und ſtartet war. Bei der zweiten Kontrolle nach 32½ Kilomeker hatte Lindberg den Vorſprung auf vier Minuten ver⸗ größert. In dem letzten Teil der Strecke kam dann Stenen ſtark auf und überholte nach dem 40. Kilometer Lindberg. um in:52,09 Stunden ſiegreich zu bleiben. Die Ergebniſſe des 50 Kilometer⸗Dauerlaufes: 1. Ole Stenen⸗ Norwegen:52,09; 2. Peder M. Vangli⸗Norwegen:52,35; 3. K. Lindberg⸗ Schweden:55,44; 4. Nils Spgerd⸗Schweden:58,52; 5. Chriſtian Hopde⸗Nor⸗ wegen:59,10; 6. Hugo Witzell⸗Schweden:02,19; 7. Anton Barton⸗Tſchechoſlowakei:12,28; 8. Otto Wahl⸗Deutſch⸗ land:13,51; 9. Franz Fiſera⸗Tſchechoſlowakei 415,58; 10. Joſef Nemeczlke⸗Tſchechoſlowakei; 11. Ernſt Krebs Deutſchland:18,47; 12. Jar. Fraiſtaner⸗Tſchechoflowaket :22,02; 13. B. Slonek⸗Tſchechoſlowakei:24,25; 14. F. Hylver⸗Tſchechoſlowakei:26,24; 15. Jan Sifraa⸗Tſchecho⸗ ſlowakei:27,22; 16. W. Spörer⸗Deutſchland 4783,12; 17. K. Richter⸗Deutſchland:33,55) 18. R. Vrana⸗ Tſche Hoftopeket:39,30; 19. E. Mark⸗Deutſchland 424,08; 20. W. Schneider⸗ Deutſchland:46,47. 8 7 ³ A DDDDDVDVdVCVbVdVCVVCVVSPTVPVPVVGVVoVoPVoGoccGGccVCGGTCCVTVTVTVTVTVTVTVTVVTVTVTVTVTVTVDVTVTTTVTVT½TCT'TcTVT——TWTTWTWW—TW——————WWwwwwc Die Skimeiſterſchaſt vom Sauerland Schmitt⸗Winterberg erfolgreich Gute Schnee⸗ und Wetterverhältniſſe in Villingen ver⸗ halfen dem Skiklub Sauerland zur einwandfreien Abwick⸗ lung ſeiner diesjährigen Meiſterſchaft. Mit Note 410 fiel der Sieg an Schmitt⸗Winterberg, der als einziger im Sprunglauf zwei geſtandene Sprünge zeigte. Die Ergebniſſe: 16 Km.⸗Langlauf: 1. eee Villingen:26:21; 2. Stede⸗Villingen:27:30.— Gelüändelauf über 3 Am.: 1. Baumgarten⸗Darmſtadt:10? 2. Kramer⸗Villingen 12:21; 3. Voudrahm⸗Darmſtadt 12:23.— Sprunglauf: 1. ana Darmſtadt 28% und 39 Meter(geſtürzt). 79 Meter Skiſprung geſtürzt In dem italieniſchen Winterkurort Ponte di Legno ging ein internationales Rekordſpringen vor ſich. Sieger des Wettbewerbs wurde der in der Schwetz lebende Ita⸗ liener V. Ven zi mit 141,8 Punkten und einem weiteſten Sprung von 58 Meter vor dem polniſchen Meiſter B. Czech mit 139,7 Punkten. Czech brachte es bei einem Rekord⸗ verſuch auf eine Weite von 79 Meter, ſtürzte aber. Ruderſportlicher Brief Regattatermine Mit dem Training für das Oxford⸗Cambridge⸗Univer⸗ ſitäts⸗Bootrennen, deſſen Entwicklung in der ganzen ruderſportlichen Welt mit größtem Intereſſe verfolgt wird, iſt das Erwachen des Ruderſports aus dem Winterſchlaf allenthalben gekennzeichnet. Zwar wird noch wenig prak⸗ tiſche Arbeit auf dem Waſſer geleiſtet, dieſe beſchränkt ſich auch an den Hauptplätzen auf die Samstag⸗Nachmittage und Sonntage. Nur in Frankfurt üben die Mannſchaften der Univerſität bei jedem Wetter an allen Vormittagen und nützen die Vorteile des nunmehr vollendeten feſten Bootshauſes aus. Nachdem der Deutſche Rudertag in Karlsruhe Klarheit über die ſchwebenden Fragen der Regattareform geſchaffen hat, die ſich nach der Richtung entwickelt hat, daß ſo ziemlich alles beim alten bleibt, hat man ſich zunächſt in den einzelnen Gauverbän⸗ den mit der Terminfrage der Regatten be⸗ ſchäf tigt. Auch hier hat es keine weſentlichen Aenderungen ge⸗ geben. Worms hat vernünftiger Weiſe auch in dieſem fahre auf Veranſtaltung einer Regatta verzichtet, dagegen erſcheint manche wieder auf der Bildfläche, von der man angenommen hatte, daß ſie ſich mit der nächſt⸗ gelegenen zu turnusmäßiger Veranſtaltung einigen würde. Die in Würzburg ſtattfindende Verſammlung des Bundes ſüddeutſcher Regattaverbände wird ſich endgültig über die Termine entſcheiden. Die vorläufige Einigung über die Termine, die im Einvernehmen mit dem Bund weſtdeutſcher Regattaverbände erfolgt iſt, ent⸗ hält einige Schönheitsfehler, deren Beſeitigung notwendig wäre, wenn die Veranſtalter den Melde⸗ und Beteili⸗ gungserfolg erreichen wollen, den ſie zu beanſpruchen glauben. So dürften Heidelberg und Hanan ſich leicht einigen können, wenn Heidelberg wie vorgeſchlagen den 31. Mal, eine Woche früher als im Vorjahr nehmen würde und dann nicht am 7. Juni mit Hanau und Trier kolidi⸗ ren würde. Auch in dieſem Jahre ſcheinen wieder Mann⸗ heim und Schweinfurt als Vorort des großen fränkiſchen Verbandes ſich auf den gleichen Tag des 4/5. Juli feſtlegen zu wollen. Gerade dieſe beiden Hauptplätze Sübddeutſchlands ſind bis zu einem gewiſſen Grade auf die gleichen Vereine angewieſen, die ſie auf ihren Regatten zu ſehen wünſchen. Bei dem guten kame⸗ radſchaftlichen Verhältnis der führenden Männer beider. Ruderplätze müßte hier eine Verſtändigung nicht allzu⸗ ſchwer ſein. Für Mannheim kommt in dieſem Jahre eine mögliche Beteiligung der„Amicitia“ in Henley in Frage, wo ſie auch noch eine oder die andere deutſche Mannſchaft treffen würde. Da Henley den Ter⸗ min vom 28. Juni bis 1. Juli gewählt hat ſo käme für die Amicitia ein Beſuch der Frankfurter Regatta am 27.28. Juni nicht in Frage, aber auch nicht der Beſuch der Züricher Regatta am W. Juni. Da Mannheim ein Kartell mit Zürich, wegen gegen⸗ ſeitigen Beſuchs der Regatten hat, ſo würde dann die Ver⸗ tretung der Mannheimer Farben einem oder dem anderen Mannheim⸗ Ludwigshafener Vereine zufallen. Der Start der„Amicitia“ in Henley, dem man weit über Mannheim hinaus förderndes Intereſſe entgegenbringt dürfte auf die Geſtaltung des Regattabetriebes in Süddeutſchland von entſcheidendem Einfluß ſein und ein gegen ſonſt weſentlich verändertes Bild entrollen.— ff. Der Abſchluß in Nizza Cilly Außem⸗Bouſſus geſchlagen Beim internationalen Tennisturnier in Nizza feierte der deutſche Meiſter Bouſſus einen Doppelerſolg. Mit ſeinem Landsmann du Plaix gewann er das Herren⸗ Doppel gegen Louis ⸗Aeſchliman:8,:6,:6, 11:9,:8 und qualifizierte ſich im Einzel mit einem glatten Sieg über den Preßburger Hecht mit:2,:2,:0 für das Fi⸗ nale. Doch mußte er dann gegen Iren Rogers mit 614, :0, 316,:6,:6. Im Gemiſchten Doppel unterlag dann der Franzoſe zuſammen mit Cilly Außem gegen Thomas⸗ Hillyard mit:6, 614. Bei den Damen gewann Frau Satterthwaite durch einen 611,:3 Sieg über Frl. Mar⸗ jollet das Einzel und blieb auch im Damen⸗Doppel mit Frl. Thomas als Partnerin über Frau Martin⸗Marfollet :1,:1 erfolgreich. Tiſchtennie⸗Weltmeiſterſchaften Wie nicht anders zu erwarten war, holte ſich Ungarn wieder die meiſten der Weltmeiſterſchaftstitel. Mit zehn Siegen gewannen die Ungarn den Swaptling⸗Pokal. Deutſchland konnte dabei immerhin den 5. Platz belegen. Im Herren⸗Doppel wurden Barna⸗Szabados mit 21215, 21216, 20:22, 21:18 gegen ihre Landsleute Kelen⸗David wie⸗ der Weltmeiſter. Das Herren⸗Einzel gewann Szabados mit 21:18, 24:22, 21:13 gegen Barna. Das Dameneinzel ſah Frau Mednyanfki gegen Frau Müller⸗Rüſter mit 2118, 16:21, 21:8, 21:14 erfolgreich. Die letzten Ergebniſſe der Länderſpiele waren: England— Tſchechoſlowakei 578, Lettland— Rumänien:2, Schweden— Rumänien 512, England— Oeſterreich 511, Deutſchland— Jugoflawien :3, Ungarn— Lettland:1. Die Endtabele lautet: 15 Ungarn 10 Siege, 2. England und Tſchechoſlowakei je 8 Siege, 4. Schweden, 5. Deutſchland, 6. Lettland und Oeſter⸗ reich, 8S. Rumänien, 9. Jugoslawien, 10. Litauen, 11. Indien Hellas Magdeburg beſiegt Waſſerfreunde Hannover:2(:1) Im Rahmen eines Schwimmfeſtes in Kaſſel fand am Sonntag eine erneute Begegnung zwiſchen den beiden führenden Waſſerball⸗Mannſchaften von Deutſchland, Hellas Magdeburg und Waſſerfreunde Hannover ſtatt. Die Hellenen errangen mit 812(411) einen eindrucksvollen Sieg. Für die Tore ſorgten in erſter Linie Joachim Rademacher, Benecke und Cordes. Für die Waſſerfreunde waren Gunſt und Kipfer erfolgreich. Sera Martin ſiegt in Philadelphia Dem bekannten franzöſiſchen Mittelſtreckenkäufer Sera Martin wor bei ſeinem Start in Philadelphia ein ſchöner Erfolg beſchieden. Er beſtritt beim dortigen Hallenſport⸗ feſt ein Laufen über 660 Yards, das er in:22,4 Minuten ſicher gegen die Amerikaner Blake, Blanchard, Kennedy, ſowie gegen den Schweitzer Dr. Paul Martin gewann. Das Meilenlaufen holte ſich der amerikaniſche Meiſter Ray Conger in:41,8 Min.. TFageshaleicles Dienstag, 17. Februar Nationaltheater: ‚Jumpaciavagabundus“, Poſſe von Joh. Neſtroy, außer Miete, Vorrecht F, Anfang 19.30 Uhr. Palaſt⸗Hotel: Kinder⸗Maskenfeſt, Anfang 15,0 Uhr, abends in allen Räumen großer Faſchings⸗Kehraus. Park⸗Hotel: Großer Faſchingsball, 20 Uhr. Planetarium: 15 Uhr Beſichtigung. Apollo⸗Theater: Großer öffentl. Bürger⸗Maskenball, An⸗ fang 20,15 Uhr. Roſengarten: Großer öffentl. Maskenball„Micky⸗Maus“, nfang 20.15 Uhr. . Alhambra:„Kohlhieſels„— Univerſum:„Das alte Lied“.— Schau burg:„Tingel⸗Tangel“.— Scala⸗Theoter: „Heimweh“. R o F„Theater:„Die Königin einer Nacht“.— Poalaſt⸗ Theater:„Lumpenpall“, — Capitol:„Unvollkommene Ehe“.— Gloria „Der Spion der Pompadour“, Sehenswürdigkeiten: re 8 Geöffnet täglich von 10—18 Uhr uns 15—17 Uhr; Sonntags von 11—17 Uhr durchgehend, Sonderausſtellung:„Ferdinand, Kranz und 1 Ko⸗ bell“(Hondzeichnungen, Aquarelle und Druckg N92 — Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeng⸗ hans: Sonntag vormittags von 11 bis 18 Uhr und nachmittags von 15—17 Uhr: Dienstag 15—17 Uhr; Mittwoch 15—17 Uhr; Freitag 17—19 Uhr.— Städtiſche Kunſthalle: Geöffnet von 10—SA48 Uhr: Kokoſchka⸗Aus⸗ ſtellung. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Februar Abein Pegel 13.18 14 18. 17. Nedar⸗Bege,] 18 f 16 18.1, Baſel 0285.00.88.20 55 ferme 9629.88.889.780 4 danndaw 1111.35 14 .29.40.42.80 2,27 Jagſtſeld.710.47 1,8901 Negen 205449,.20 4 40 40e eaten, 88 8 8 980 08 Mannheim 302 348.36.30 3,18 Plochingen 6,88.540,60 Raub.27 26 38 2,54 249 Abin.860 2 643.09 38503 21 Chefredakteur: Kurt 8 Fiſcher Berantwortlich für Politik: H. A. Meißner- Feuilleton: Dr. Steeg Kayſer- Kommunalpolſtik u. Lokales: Richard Schönfelder Sp u. Jermiſchtes: Willy Müller- Handelsteil: Kurt Ehmen ⸗ 55 alles übrige: Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mit⸗ teilungen; Jakob Faude, 55 in Mannheim— Herausgeber, Drucker u. Berleger: Druckerei Dr. Haas, Neue e e mn. b. H. Mannheim, R 1. 4— Für unverlangte Belträge. 5. erfolgt mur bel N 1 PR OFT SK TOR A 1 k oNiosii-AussTEIIUN0O BERITIIN 1931 19. FE BR. 1. MRRZ e VON e TREFFPUNKT OES NMERNATION ALTEN AUToMOSNUiSsMUSs„ ZaHnEREICnE KoNSRE SSS„ GSESeteschafrticne undü SPORTCLICnE VERANSTALTUNGEN AMTICHER ZIMMER. NMACHWEIS SERLIN- HARTOTTENSURG s. KöNiG N- EL ts. SET. STRASSE NR. 22% PROSFPEK TE, AusEUNF TE USER ONMNSUS.FERNFAHRTEN USW. dügen dig REISEAURO S * neue nal F . an 4 —— * DELS- v WIRTSCHAFT-ZET TUNG Dienstag, 17. Februar 1931 der Neuen Mannheimer Zeitung Standard Elektrizitäts-Geſellſchaft AG. Nunmehr liegt auch der 83 Monate umfaſſende Geſchäfts bericht vom 81. März 1930 vor. Da die Einnahmen der Geſellſchaft im weſentlichen aus den Dipt⸗ denden ber Tochtergeſellſchaften und ihrer Beteiligungen herrühren, und in der Berichtszeit ſolche Dividenden nicht zur Ausſchüttung gelangt ſind, konnten in der Gewinn⸗ und Verluſtrechnung den Ausgaben dieſer Zeit Einnahmen nicht gegenübergeſtellt werden. Es ergibt ſich ein Verluſt von 153 040 /, der vorgetragen wird. Im Febr 1930 hat die Geſellſchaft die Mehrheit der Aktien der Telephon⸗ fabrik Berliner AG. erworben, und gleichzeitig iſt an die außenſtehenden Stammaktionäre ein Angebot zur Ueberlaſſung ihrer Aktien auf der Baſis von 70 v. H. ge⸗ zichtet worden. Damit beſitzt das Inſtitut die geſamten zorzugsaktien und mehr als 75 v. H. der StA. dieſer Ge⸗ ſellſchaft. Der Uebergang der Anteile der Süddeutſchen Apparatefabrik GmbH. in Nürnberg konnte nach einer Verſtändigung mit den bisherigen Inhabern erſt im neuen Geſchäftsjahr erfolgen. Von der Internatio⸗ nal Standard Electric Cor p. hat das Inſtitut für Deutſchland und eine Reihe anderer Länder ausſchließlich Rechte auf alle Patente für das im Gründungsbericht gelegte Arbeitsgebiet erworben. Zurzeit iſt man mit per Prüfung beſchäftigt, inwieweit die Organiſation der International Telephone und Telegraph Corp. ſich zur Ver⸗ kreibung der Spezialerzengniſſe der Tochtergeſellſchaft eignen wird. Die Aus ſichten für das Jahr 1930 ſind nicht günſt eig; die Geſellſchaft hat aus organiſatoriſchen Grün⸗ den beſchloſſen, das Geſchäftsjahr künftighin mit dem Kalenderjahr übereinſtimmen zu laſſen. Bank für Elektriſche Unternehmungen Zürich.— 25 Mill. Schw.⸗Fr. neue Obligationen. Eine go. GV. hat den Verwaltungsrat zur Ausgabe einer zu 47 v. H. verzins⸗ lichen Obligationsanleihe von 25 Mill. Schw.⸗Fr. ermächtigt. N * Präſidentſchaftswechſel des Bankrates der Schwei⸗ zeriſchen Nationalbank. Bern, 16. Febr. Für eine neue blerfährige Amtsdauer ſind als Präſident des Bankrates der Schweizeriſchen Nationalbank Dr. h. c. Alfred Saraſin⸗ Baſel und als Vizepräſident Ständerat Anton Meßmer⸗ St. Gallen beſtätigt worden. * Lübecker Hypothekenbank AG., Lübeck.— Dividenden⸗ erhöhung um 1 v. H. Der AR. ſchlägt der HV. am 5. März die Verteilung einer von 6 guf 7 v. H. erhöhten Di⸗ pi dende vor. Der Reingewinn erhöhte ſich auf 153 741 118 205)„. Dem geſetzlichen Reſervefonds werden 60 000 (40 00%% überwieſen. Zum Vortrag verbleiben 23 741 18 2000. 5 8 Berliner Stadtſchaftsbank AG., Berlin.— Dividen⸗ denlos. Der AR. ſchlägt der HV. am 21. März vor, zur Begleichung der nachgeforderten Steuern aus dem Jahre 1035,26 von einer Dividende abzuſehen(1. V. 3 v..) Divi⸗ dende), Die Dividendenloſigkeit bei dem Inſtitut, das im Vorjahr die Dividende von 6 auf 3 v. H. halbiert hat, überraſcht nicht, da man durch die Erörterungen über die N Vorginge beim Berliner Pfandbriefamt, das 90 v. H. des Kapitals beſitzt, darauf vorbereitet war. Umfangreiche Kündigungen bei den Vereinigten Stahl⸗ werken. Die Abteilung Bergbau der Vereinigten Stahl⸗ werke Ach. teilt mit: Infolge des weiter rückgängigen Koksabſatzes und infolge der Unmöglichkeit, die angewach⸗ ſenen Koksläger zu räumen, hat ſich die Berg werks⸗ verwaltung Gelſenkirchen der Vereinigte Stahl⸗ werke gezwungen geſehen, die Kokser zeugung weit⸗ gehendſteinzuſchränken und als Folge hiervon die Kohlen förderung in erheblichem Maße herab⸗ zuſetzen. Die Bergwerksverwaltung Gelſenkirchen hat daher weitere Kündigungen und Entlaſſungen bei den zu⸗ ſtändigen Stellen zum 15. März beantragt, und zwar für Arbeſter und Angeſtellte. Davon werden insgeſamt 2010 Perſonen betroffen. * Slahl⸗ und Walzwerk Hennigsdorf AG., Hennigs⸗ dorf.— Verluſtabſchluß. Der Abſchluß für das am 30. Seplember 1930 abgeloufene Geſchäftsjahr nach Abſchreibungen von 696 664(i. V. 701 301)/ einen Verluſt von 280 477(1 049 626)/ aus. * Schloßfabrik AG. vorm. Wilh. Schulte, Schlagbaum bei Velbert— Erneute Kapitalreduktion. Zwecks Ab⸗ deckung entſtandener Verluſte beantragt die Geſellſchaft bekanntlich bei der zum 5. März anberaumten ordentlichen Hauptverſommkung Genehmigung für die Einziehung hon Aktien der Geſellſchaft. Ferner ſoll das AK. durch Zu ſa mmenlegung der Aktien eine Herabſetzung exfohren, nachdem bereits im Geſchäftsjahre 192829 445 000 Mark Vorratsaktien eingezogen worden waren, ſo daß ſich das heutige A. nur noch auf 2 255 000„ beläuft. Hier⸗ von ſoll, wie bereits erwähnt, ein kleinerer Teil zur Ver⸗ fügung ſtehender Aktien einfach eingezogen und der Reſt⸗ betrag im Verhältnis 10:7 zuſammengelegt wer⸗ den, ſo daß ſich das Ak, nach Durchführung der beabſich⸗ ligten Maßnahmen auf 1 750 0000% belaufen würde. Das Bauprogramm der Rhein⸗Main⸗Douau AG. Wie die„MN.“ erfahren, beabſichtigt die Rhein⸗Main⸗Donau nicht nur ihr normales Bauprogramm ſortzuſetzen, durch das umfangreiche Arbeitsgelegen⸗ helt im Gebiete zwiſchen Aſchaffenburg und Wertheim ge⸗ boten wird, ſondern auch noch die neue Schiffahrts⸗ und Kraftſtufe Erlabrunn bei Würzburg im Koſtenbetrage von 12,5 Mill./ ſofort als Notſtandsarbeit in Angriff zu nehmen. Dies wird u. a. dadurch ermög⸗ licht, daß das Landes arbeitsamt die Grundförderung für die beſchäftigten Arbeiter gewährt und die Deutſche Geſell⸗ ſchaft für öffentliche Arbeiten in Berlin der Rhein⸗Main⸗ Donau A. ein größeres Darlehen zugeſichert hat. 1929⸗30 weiſt Tarifdogma oder Arbeitsbeſchaffung Grundſätzliches zu Ruhrort⸗ Meiderich Eine gerade für jeden Freund der Arbeiterſchaft, der wirtſchaftlichen Verſtändigung tief betrübliche Nachricht kommt eben aus dem Induſtriegebiet: nach den Gewerk⸗ ſchaften haben auch die Arbeiter und Angeſtellten des Hüt⸗ tenwerkes Ruhrort⸗Meiderich die Vorſchläge der Hütten⸗ verwaltung und des Oberbürgermeiſters von Duisburg ab⸗ gelehnt, da„nach dem Vorſchlage der Werksleitung der Be⸗ legſchaft jede Exiſtenzmöglichkeit genommen werde.“ Um was handelte es ſich. Um nichts weniger, als die Exiſtenz der Wirtſchaft oder— die der Gewerkſchaften! Denn der Fall Ruhrort⸗Meiderich hat grundſätzliche Bedeutung für die ganze deutſche Wirtſchaft, mithin für alle deutſche Arbeitnehmer und Arbeitgeber! Im Gebiete der Schwereiſeninduſtrie ſoll ein Hüttenwerk ſtillgelegt werden, da es angeſichts der Kriſe und des damit verbundenen immer geringer werdenden Auftragsbeſtandes nicht mehr wirtſchaftlich arbeitet. Die geſetzlichen Stillegungsverhandlungen ſind glatt erledigt. Damit wür⸗ den rund 7000 Arbeitnehmer erwerbslos werden. Denn die Vereinigten Stahlwerke, zu denen Ruhrort⸗Meiderich ge⸗ hört, können ohne weiteres in ihren anderen Betrieben das mit leiſten, was in dem Duisburger Hüttenwerk nur Ver⸗ luſtarbeit iſt. Und damit würden die Vereinigten Stahl⸗ werke übrigens nur das tun, was der bekannte Enquete⸗ bericht zur Beſeitigung der angeblichen Ueberkapazität der Schmerinduſtrie verlangt! Die Werksleitung dachte jedoch ſozialer und ſie mehr zur Verhütung der Arbeitsloſigkeit von 7000 Arbeitnehmer und der ſchwierigen Lage der Stadt Duisburg— in der jetzt ſchon jeder vierte Einwohner aus der öffentlichen Unterſtützung lebt— gemeinſchaftlich mit dem Oberbürgermeiſter der Belegſchaft den Vorſchlag, bei einer durchſchnittlichen Kürzung des Verdienſtes um 20 v. H. 4200 Arbeiter und 700 Angeſtellte bis zum 1. Oktober 1931 unter einer 90proz. Beſchäftigungsgarantie in Arbeit zu halten. Alſo rund Zweidrittel der Werksangehörigen weiterhin Arbeit zu gewährleiſten bei einem Durchſchnitts⸗ einkommen das erheblich über der Erwerbsloſenunter⸗ ſtützung und um mehr als die Hälfte über der Kriſenfür⸗ ſorge liegt. Damit wäre alſo von rd. 5000 Arbeitnehmern das Ge⸗ ſpenſt einer Arbeitsloſigkeit von nicht abzuſehender Dauer und von der Stadt Duisburg der Zuſammenbruch ihrer Finanzen— jetzt ſchon ein Fehlbetrag von mehr als 15 Mil⸗ lionen e— abgewandt worden. Ganz abgeſehen von den Rückwirkungen, die die neue Erwerbsloſigkeit von 5000 Perſonen in einem Gemeinwefen bis auf den letzten und kleinſten Einzelhändler ausüben. Und der ſeeliſchen Wir⸗ kung der Arbeitsloſigkeit auf kräftige, arbeitsfähige Män⸗ ner. Durch die Ablehnung dieſes Vorſchlages iſt die Ent⸗ ſcheidung über die Stillegung von Ruhrort⸗Meiderich ge⸗ fallen, wenn nicht, wie man hört, durch eine beſondere Not⸗ verordnung die Reichsregierung noch im letzten Augenblick eingreift. Leider aber bedeutet dieſe Ablehnung den Sieg des gewerkſchaftlichen Dogmas von der Unantaſt⸗ barkeit des Tariflohnes über wirtſchaftliche Vernunft und Einſicht. Man begreift es, daß es den Gewerk⸗ ſchaften als den Trägern des Tarifweſens ſchwer fällt, „Durchbrechungen“ zu billigen. Der Kampf um die Auf⸗ rechterhaltung des Tariflohnes hat auch Sinn und findet Verſtändnis, ſo lange die Vorausſetzungen, die für ſein Zu⸗ ſtandekommen maßgeblich waren, noch beſtehen. Aber das Verſteifen auf den Tariflohn wird zu einem wirtſchaftlichen und ſozialen Unrecht, wenn es die veränderten wirtſchaft⸗ lichen Verhältniſſe unberückſichtigt läßt und ſogar ſelbſt Ur⸗ ſache immer ſteigender Wirtſchafts⸗ und Arbeitsnot wird. Heute ſtellt aber der lichſten Anteil an unſeren Selbſtkoſten. Ohne geringere Selbſtkoſten kann aber die deutſche Wirtſchaft in der all⸗ gemeinen Kriſe nicht beſtehen. Ein Abbau der Selbſtkoſten iſt aber außer am Lohn nur noch an den öffentlichen Laſten möglich. Nun haben ſich aber leider Arbeitnehmer und Arbeit⸗ geber noch immer nicht zu einer Einheitsfront zur Senkung der öffentlichen Laſten zuſammengefunden. Dieſe Koſten ſind alſo in gleicher Höhe geblieben. Was ſonſt aber in der Erzeugung und im Vertrieb geſpart, verbilligt werden konnte, hat die Privatwirtſchaft unter dem eiſernen Zwange der Selbſterhaltung getan. Beweis, daß heute der deutſche Lebensſtandard wieder auf dem Stande vom Jahre 1926 an⸗ gelangt iſt. Dagegen liegen die Löhne noch erheblich über dieſem Stande. Mithin bleibt der Privatwirtſchaft kein an⸗ deres Mittel zur Unkoſten⸗ bezw. Selbſtkoſtenſenkung, als mit aller Entſchiedenheit den Lohnanteil herabzuſetzen. Denn alle anderen Möglichkeiten ſind erſchöpft, bis eben auf die Erleichterung von der öffentlichen Hand her. Die Gewerkſchaften aber klammern ſich jetzt mit aller Kraft an den Tariflohn, der, wenn man die Wirklichkeit betrachtet, ſchon jetzt nur noch ein Begriff iſt, ſo daß man faſt verſucht iſt zu glauben, daß es die Gewerkſchaften gar nicht des Lohnes, ſondern nur ihrer ſelbſt willen tun. Denn was hat jetzt die Verteidigung des ſtarren, tarifmäßigen Stundenlohnes noch für einen Sinn, wenn durch Kurzarbeit und Feierſchichten, zwar der Tarif⸗ ie Lage der deulſchen Maſchineninduftrie im Januar Beſchäftigung nur noch rund 43 v. H.— Die deutſche Wirtſchaft braucht Auslandskredite 8 Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau⸗Anſtalten, dem Spitzenverband der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird dem WTB.⸗Handelsdienſt geſchrieben: Wie ſchon ſaiſongemäß nicht anders zu erwarten war, brachte auch der Januar der deutſchen Maſchineninduſtrie leine nennenswerte Geſchäftsbelebung. Das Inlandsgeſchäft lag nach wie vor vollſtändig darnieder. Dagegen erfuhr der Eingang von Aus⸗ 4 landsaufträgen nach dem ſtarken Dezemberrück⸗ gang eine kleine Erhöhung, die aber noch auf verhältnis⸗ mäßig wenige Firmen beſchränkt blieb, ſo duß ſie ſich im Geſamtreſultat nicht auswirken konnte. Die Anfragetätig⸗ keit hat ſich weder von ſeiten der Inlands⸗ noch der Aus⸗ landskundſchaft gebeſſert. Die durchſchnittliche Wochen arbeitszeit ging im Januar weiter von 41,5 auf 41, Stunden zurück. Auc) die Verringerung der Belegſchaften kam noch nicht zum Stillſtand und ſelbſt Stillegungen ganger Betriebe ließen ſich nicht vermeiden. Der Be⸗ ſchäftigungsgrad ging auf 42,8 v. H. der Normal⸗ beſchäftigung zurück.— Das völlige Darniederliegen des Inlandsmarktes hat dazu geführt, daß der deutſche In⸗ landsmarkt die Erzeugungsfähigkeit und die Arbeiterſchaft bes Maſchinenbaues heute nur noch zu einem Sech⸗ bel(46,6 v..) der Normal⸗Beſchäftigung in Arbeit ſetzt. Durch die Eiſenpreisſenkung des letzten Monats und zurch den Lohnabbau, der für zwei wichtige Bezirke des Maſchinenbaues durchgeführt wurde, iſt der Weg zu der unbedingt notwendigen Berichtigung der überhöhten Selbſt⸗ koſten eingeſchlagen. Aber auch bei folgerichtiger Fort⸗ ezung dieſes Weges iſt eine Ausnutzung der hierdurch wieder ins Gleichgewicht gebrachten Selbſtkoſtenverhält⸗ uiſſe nur in dem Maße möglich, als der Wirtſchaft Kapital zugeleitet wird. Das gilt ganz beſonbers für den Ma⸗ ſcinenbau und die übrigen Produktionsmittelinduſtrien, deren Erzeugniſſe nicht mit Einkommen, ſondern mit Kapital getanft werden. Da eine erhebliche Beſſerung der Kapital⸗ perſorgung der deutſchen Wirtſchaft aus eigener draft vorläufig nicht zu erwarten ſteht, wird die Be⸗ Haffung von Auslandskrediten eine der nächſten und wichtigſten Aufgaben der deutſchen Wirt⸗ ſchaftspolitit ſein müſſen Seit 1924 rund 47 Milliarden Nm. im deutſchen Baugewerbe inveſtiert 1931 fehlt eine Milliarde Die für die Bauwirtſchaft zur Verfügung ſtehenden langfriſtigen Mittel dürften, nach Anſicht des Inſtituts für Konjunkturforſchung, im Jahre 1931— ſoweit ſich die Lage gegenwärtig bereits überblicken läßt— um mehr als 1 Milliarde A nieöriger fein als in 1930. Ueber die bisherigen Inveſtitionen im deutſchen Baugewerbe gibt nachſtehende Tabelle Aufſchluß(in Mill.): rivate Oeffentliche Gewerbl. Oeffentl. Langfriſtige Mitte Mittel zuſammen Bau Bau Mittel insgeſamt 466 884 1100 1230 1100 3440 1025 518 1032 1580 2160 1810 5 520 1928 324 1576 2400 840 1850 8 080 1927. 1126 1624 2750 2520 2880 7 669 1928 2070 13³0 3 400 2980 2720 9 1⁴⁰ 1929. 1510 1290 2 800 2700 2700 8 200 1930. 1 530 115⁵⁰ 2680 2400 1 700 6780 1931 1 2001 400 750 800 1 850—2 200 2000 1 600—1 700 5 550—5 800 (ſchützungsweiſe) In den Jahren 1921980 wurden alſo insgeſamt 46,8 Meilklacden 9 langfriſtige Mittel in dem deutſchen Bau⸗ gewerbe inveſtiert. „ieder ruſſiſches Golb für die Deutſche Reichs bank. Freitag abend traf aus Sowjetrußland eine neue Gold⸗ ſendung, beſtehend aus 80 Kiſten im Geſamtgewicht von rund 3800 Kg., in Riga ein, die nach Berlin weiterging. Es handelt ſich wohl um die kürzlich angekündigte, für die Deutſche Reichsbank beſtimmte Goldſendung im Betrage von 10,9 Mill.. „Die ruſſiſchen Goldſendungen nach Deutſchland. Im 35 der neuen ruſſiſchen Goldſendung für Deutſchland wird mitgeteilt, daß Anfang März ein 1898 Goldpoſten in Deutſchland eintreffen wird, womit läufig 1 ruſſiſchen Goldſendungen abgeſchloſſen ſein wer⸗ den. Der neue Poſten ſoll 4000 Kilogramm betragen. Die timmung dieſer Sendung iſt noch nicht feſtgeſetzt. Im 155 ſoll Ag ein Poſten ruſſiſchen Platins ausgeführt werden. überhöhte Tariflohn mit den weſent⸗ lohn auf dem Papier aufrecht erhalten wird, aber das tatfſächliche Wochen⸗ oder Monatseinkommen weit darunter bleibt! Dieſes ſtarre Feſthalten hat doch nur dazu geführt, das Heer der zu Tariflöhnen noch arbeiten Könnenden immer kleiner, die Armee der Erwerbsloſen aber immer größer an machen. Und, daß es die Erwerbslosen ſind, die den noch in Arbeit Stehenden die hohen Tariflöhne gewähr⸗ leiſten! Das ſagte ja bereits Reichsarbeitsminiſter Steger⸗ wald, der ja aus den chriſtlichen Gewerkſchaften hervor⸗ gegangen iſt, als er vor einigen Monaten an die Oeffent⸗ lichkeit die Frage richtete:„Sollen in der Privatwirtſchaft etwa 18 Millionen Arbeitnehmer 82—33 Milliarden Löhne beziehen, um davon 3 Millionen Arbeitsloſe mit jährlich 3 Milliarden/ zu unterſtützen, oder ſollen 21 Millionen Arbeitnehmer in den Produktionsprozeß ge⸗ bracht werden, um vorübergehend ebenfalls nur eine ähn⸗ liche Geſamtlohnſumme zu beziehen?“ Leider bewieſen aber die letzten Schiedsſprüche nicht die gleiche Erkenntnis, denn bei dieſen wurde eigentlich nur die Frage gelöſt, wie⸗ viel Arbeiter ſich weiterhin in die zur Verfügung ſtehende Lohnſumme teilen dürfen. Nun ſagte aber auch Reichs⸗ kanzler Dr. Brüning kürzlich, daß die Lohnſenkung im Einklang mit der Aufrechterhaltung der Kaufkraft in der Maſſe der Bevölkerung ſtehen ſoll. Das heißt doch nichts anderes, als daß bei lohnpoli⸗ tiſchen Entſcheidungen nicht der Individual⸗ bzw. Nominal⸗ oder Tariflohn entſcheidend ſein ſoll, ſondern die Ge⸗ ſamtkaufkraft! Der Fall Ruhrort⸗Meiderich, d. h. das ſtarre Feſthalten der Gewerkſchaften am Tariflohn iſt aber das Gegenteil von dieſer Erkenntnis. Denn dieſe Haltung ſagt nur: Mag auch die Wirtſchaft ſterben, die Zahl der Arbeitsloſen ſich ſtändig vergrößern, wenn nur der Nominallohn aufrecht erhalten wird! Wie aber kann der— und die Kaufkraft!— gleich bleiben, wenn die Er⸗ zeugung ſinkt. Ein unbeſtrittenes wirtſchaftliches Geſetz beſagt, öͤaß die Geſamtkaufkroft der Geſamterzeugung ge⸗ nau entſpricht! Alſo kann in Deutſchland einer nur etwa höchſtens 70proz. Erzeugung keine hundertprozentige Kauf⸗ kraft gegenüberſtehen. Es bleibt uns alſo in Deutſchland gar nichts übrig, als endlich eine den tatſächlichen Verhältniſſen entſpre⸗ chende Lohnpolitik zu treiben, die es uns ermöglicht, mit dem bisherigen Aufwand für Löhne und Ge⸗ hälter nicht nur die Arbeitsſtellen zu erhal⸗ ten, ſondern mehr Leute zu beſchäftigen und vor allem billiger zu erzeugen, weil das durch Abſatzſteigerung wieder neue Arbeitsgelegenheit ſchafft! Das heißt mit anderen Worten, daß wir alle, vor allem aber die Gewerkſchaften tatſächlich ſolidariſch ſind, wir alle unſere Anſprüche ſenken. Denn Stegerwald hat wieder recht, als er am 1. Okt. v. J. ſchrieb:„Jetzt geht es da⸗ rum, ob wir einige Jahre die Zähne aufeinanderbeißen, ob wir den in Arbeit Stehenden die Arbeit erhalten und dem Milltonenheer der Arbeitsloſen wieder allmählich Ar⸗ beit beſchaffen wollen, ob das deutſche Volk in ſeiner Ge⸗ ſamtheit ſeinen Lebensſtandard vorübergehend um—10 v. H. herabdrücken will.“ Dieſes Wort eines Gewerk⸗ ſchaftsführers ſollten die Gewerkſchaften aller Richtungen beherzigen, ſonſt werden ſie eines Tages mit Schrecken wahr werden müſſen, daß ſie keine Gefolgſchaft mehr haben. Und daß ſich das Volk bei der Frage, was iſt wichtiger, die Exiſtenz Deutſchlands oder die der Gewerkſchaften gegen die Gewerkſchaften wendet! W. II. * Dr. Jarres verſucht es nochmal S Duisburg⸗ Hamborn, 16, Febr. Auf Veronlaſſung des Oberbürgermeiſters Dr. Farres fand heute vormittag in Ruhrort eine Beſprechung mit den Betriebsrotsmitgliedern der Hütte Ruhrort⸗Meiderich ſtatt, in der Dr. Jarres er⸗ klärte, er würde nunmehr an jedes einzelne Be⸗ legſchaftsmitglied ein Schreiben richten, ob es bereit ſei, den Vorſchlag der Betriebsleitung anzuneh⸗ men, da er der Meinung ſei, daß die Ur abſtimmung kein klares Bild über die Haltung der Belegſchafts⸗ mitglieder gegeben habe. Die Abſtimmung ſei zu ſehr von den Gewerkſchaften beeinflußt geweſen. Die Erklärung hat bei den Vertretern des Betriebsrätes Verſtimmung ausgelöſt. * Schenkervertrag von der Oeſterreichiſchen Bundesbahn abgelehnt. Wie mitgeteilt wird, ſoll das Stammhaus der Firmo Schenker u. Co. Gmb. in Wien der Oeſter⸗ reichiſchen Bundesbahn ein ähnliches An⸗ erbieten gemacht haben, wie der Deutſchen Reichsbahn⸗ Geſellſchaft. Die Oeſterreichiſche Bundesbahn ſoll das An⸗ erbieten obgelehnt haben. den). Mittag-Ausgabe Nr. 79 Vilanz des Elends Die berufliche Gliederung der Arbeitsloſen Nach den Feſtſtellungen der Arbeitsämter betrug die Zahl der Arbeitsloſen Mitte Januar 1931 rund 4 Mil⸗ lionen oder 1⅛ Mill. mehr als zur gleichen Vorjahrszeit. Von der Geſamtzahl der Arbeitsloſen waren rund ½8 männlich und rund 6 weiblich. Die berufliche Gliederung der Arbeitsloſen illuſtriert folgende Tabelle: Zahl der Arbeitsloſen Ende Dezember 1930 Dezember 192 Lans wirtſchaft 194 294 144 511 Bergbau 123 017 2¹ 196 Steine und Erden 205 003 195 906 Metallinduſtrie 698 285 370 511 Chemiſche Induſtrie 18 287 10 260 Spinnſtoffgewerbe 186 063 98 772 Lederinduſtrie 49 593 91 752 Holzinduſtrie 247 811 131 108 Nahrungsmittelgewerbe 184 582 69 277 Bekleidungsgewerbe 284 544 185 384 Baugewerbe 493 070 411 755 Gaſt⸗ und Schankwirtſchaft 64881 41 094 Verkehrsgewerbe 189 192 118 259 Kaufm. Angeſtellte 207 056 120 474 Bürbangeſtellte 5 36 114 22 659 Techniker aller Art 49 366 250 784 Nach der beruflichen Gliederung entfiel Ende Dezember rund die Hälfte der Arbeitsloſen auf die drei Gruppen: Baugewerbe leinſchließlich Bauhilfsarbeiter 781 200 Ar⸗ beitsloſe= 18 v..), Lohnarbeit wechſelnder Art(rund 700 000 Arbeitsloſe= 16 v..), und Metallinduſtrie(eben⸗ falls rund 700 000 Arbeitsloſe= 16 v..) Im Vergleich mit dem Vorjahre iſt die Arbeitsloſigkeit abſolut am ſtärkſten geſtiegen im Baugewerbe, im Holz⸗ ze werbe, im Bergbau, in der Textilindu⸗ ſtriſe, im Verkehrsgewerbe, in der Metallinduſtrie und im Nahrungsmittelgewerbe. Faſt 76 der Arbeitsloſen ent⸗ fielen Ende Dezember auf die oͤrei Gebiete Branden⸗ burg, Sachſen und Rhein lan d. Im Vergleich mit dem Vorjahr iſt die Arbeitsloſigkeit am ſtärkſten in den Hauptinduſtriegebieten Weſtfalen(um 135 v..), Rheim⸗ land(um 66 v..) und Sachſen(um 61 v..) geſtiegen. * Die badiſche Hotelkriſe. Ueber das Vermögen des Inhabers des Hotel„Schwarzwaldhof“ in Baden⸗Baden iſt das Verleichsverfahren eröffnet worden. Der Termin findet am 6. März ſtatt. e * Vereinigte Stralſunder Spielkartenfabriken AG.— Firmenänderung. In der o. HV. wurde der Abſchluß für 1929⸗30 mit 15(i. V. 18) v. H. Dividende 1 Die Firma wird geändert in„Vereinigte Altenburger und Stralſunder Spielkarten ⸗ Fabrik Ach. Altenburg in Thüringen“. In den Aufſichtsrat wurde neu gewählt Fa⸗ brikant Hans Engelhorn, Mannheim. * Tonbild⸗Syudikat AG., Berlin.— 8 v. H. Dividende aus 1,02 Mill. Gewinn. Für 1929⸗30(Abſchluß 30. Juni) werden, wie bereits gemeldet, 8 v. H. Dividende aus⸗ geſchüttet. Der Gewinn ſtellt ſich auf 1,02 Mill. 4(i. V. war nur ein kleiner Gewinn von rund 7000 I erzielt wor⸗ Für Abſchreibungen wurden vorweg 0,68 Mill. abgeſetzt. Die Bilanz zeigt u. a.(in Mill.) Kaſſe, Bank⸗ und Poſtſcheckguthaben mit 0,69(i. V. noch 4,0), Aufnahmeapparaturen 1,45(0,45). Patente 9,2(2,8), Schuldner ſtiegen infolge der Geſchäftsausdehnung auf 6,48 (3,17) und Gläubiger auf 0,57(0,004). Frankfurter Inſolvenzen Die Frankfurter Holzgroß handlung Georg Mſtu zer, Frankfurt⸗ Rödelheim iſt in Zaßh⸗ lungsſchwierigkeiten geraten und ſtrebt einen außergericht⸗ lichen Vergleich an. Die gedeckten und ungedeckten Paſſiven belaufen ſich auf 500 000 4, unter Abzug der geſicherten Gläubigerfſorderungen, die etwa 200 000 4 betragen, ver⸗ bleibt eine verfügbare Maſſe von 83 000, die nicht gedeckt iſt. Es liegen ſomit etwa 40 bis 50 v. H. in der Maſſe. Die Möbelfirma Georg Herwig in Frank⸗ furt a. M. iſt in Zahlungsſchwierigkeiten geraten und ſtrebt einen Vergleich an auf Baſis einer Quote von 30 v. H. Die Paſſiven belaufen ſich auf etwa 200 000 J. In der geſtrigen Gläubiger⸗Verſammlung der iuſolvent gewordenen Mehlgroß handlung Gebr. Born⸗ baum AG. Frankfurt a. M. wurde ein Gläubiger⸗ ausſchuß gebildet, der der nächſten Verſammlung einen Vorſchlag über die Höhe der auszuzahlenden Quote unter⸗ breiten ſoll. Die Höhe der Quote ſelbſt iſt abhängig von der noch umſtrittenen Anerkennung der ausſonderungs⸗ berechtigten Forderungen, ſo daß hierüber noch nichts geſagt werden kann. Eine Quote von 20 bis 25 v.., von der ein Frankfurter Blatt berichtete, iſt, wie die Verwaltung betont, völlig aus der Luft gegriffen.— Der Gläubigeraus⸗ ſchuß hält bereits am Mittwoch eine Sitzung ab. Neue Zementverhandlungen Dyckerhoff u. Söhne arbeitet auf Vorrat Zu in letzter Zeit wieder umlaufenden Gerüchten er⸗ klärt jetzt die Verwaltung der Firma Dyckerhoff u. Söhne, daß gegenwärtig zwiſchen ihr und einigen Kon⸗ zernen, u. a. mit der ſchleſiſch⸗züddeutſchen Zementgruppe und dem Wicking⸗Konzern Verhandlungen geführt werden, die eine engere Zuſammen arbeit in der Zementinduſtrie zum Ziel haben. Daß bei den Verhandlungen auch ſchweizeriſche Werke beteiligt ſein ſollen, wird von der Geſellſchaft beſtritten. Bei den ſeinerzeit gepflogenen Verhandlungen mit ſchweizeriſchen Werken(das Werk Hauſen betreffend) haben die Firma Dyckerhoff u. Söhne lediglich eine Vermittlerrolle für den deutſchen Zementverband innegehabt. Der Ge⸗ ſchäftsgang der Geſellſchaft ſet als ſehr unbe⸗ friedigend zu bezeichnen. Während eine Reihe andrer Zementwerke ihre Betriebe ſchon ſeit Monaten ſtillgelegt habe, habe die Firma Dyckerhoff u. Söhne ihre Arbeit mit etwa 800 Mann Belegſchaft weitergeführt, obwohl für den derzeitigen Auftragseingang 100 Mann als ausreichend be⸗ zeichnet werden könnten. Um aber Arbeiterentlaſſungen zu vermeiden, werde ſchon ſeit einiger Zeit auf Vorrat gearbeitet. Die Dinge in der Zementinduſtrie ſind alſo noch ſtark im Fluß. Wenn die gegenwärtig geführten Verhandlungen einen erfolgreichen Abſchluß finden, dann kann man wohl neue Zuſammenſchlüſſe großen Stils in der Zementinduſtrie erwarten. Die Verhandlungen zur Er⸗ neuerung des Weſtdeutſchen Zementverbondes haben er⸗ neut Gelegenheit gegeben, die allgemeine Lage der Zement⸗ induſtrie, die auf Zuſammenſchluß und weitere Rationalt⸗ ſierung hindrüngt, auch mit der ſüddeutſchen Gruppe zu beſprechen. Aus dem Ergebnis(ſiehe geſtriges Abendblatt) und der Dyckerhoff⸗Erklärung könnte man ſchließen, daß aufs neue verſucht wird, vom ſüdoſtdeutſchen Block eine Brücke nach dem Weſten(Wicking] zu ſchlagen. Es hat jetzt jedenfalls den Anſchein, als wenn über Dyckerhoff guch Wicking in den Zementblock aufgenommen würde. . i Stillegung der Breisgauer Portlaud⸗Zementfabrik Gmbch. in Kleinkems. Dieſes einzige und namhafte Zementwerk in Oberbaden ſieht ſich genötigt, den Betrieb bis auf weiteres ſtillzulegen, da die Produktion an⸗ ſcheinend nicht genügenden Abſatz findet. Im Verſand trete zunächſt keine Unterbrechung ein. Rund 150 Arbeiter wer⸗ den betroffen. Schlacht- und Nutzviehmärkte * Viehmarkt Karlsruhe vom 16. Febr. Es waren zu⸗ geführt und wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht ge⸗ handelt: 94 Ochſen al 40—50, a2 44—46, 61 48—44, 52 41 bis 48, e 99—41, d 88—89; 56 Bullen a 44—45, b 4142, c 40—41, d 8840, 49 Kühe a—, b 18—28, c 10—18; 136 Färſen a 4753, 6 99—45; 90 Kälber a—, b 6306, e 60 bis 63, d 5660, e 4449; 1329 Schweine a 49—51, 6 51 bis 53, c 58—57, d 55—58, c 52—57; Sauen 41—45 l. Tendenz: Rinder und Schweine langſom, Ueberſtand; Käl⸗ ber langſam, geräumt. Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 16. Febr. Der Auftrieb beſtand aus 1480 Rindern, darunter befonden ſich 938 Ochſen, 98 Bullen, 540 Kühe und 446 Färſen, ferner aus 585 Kälbern, 154 Schafen und 5256 Schweinen. Mehr⸗ auftrieb 334 Rinder, 10 Schafe und 75 Schweine, während 4 Kälber weniger zum Verkauf ſtanden. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in„1: Ochſen al 4749, a2 43—46, b 1 38—42; Bullen a 4749, b 48—46; Kühe a 88—41, 5 347, e 20-88, 0 25—28; Färſen o 47—50, 6 4446, c 8943; Kälber b 6063, c 56—59, d 50—55; Schafe al 45—48, 6 38—44; Schweine a 52—54, b 52—54, c 5385, d 53—55, e 5053, f nicht notiert, g 40—46. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand; Schweine mittelmäßig, ausver⸗ kauft; Kälber und Schafe ruhig; geräumt. * Viehmarkt Köln vom 16. Febr. Es waren zu⸗ geführt und wurden je 50 Kilogramm Lebenögewicht ge⸗ handelt: 406 Ochſen al 4751, 2 41—45, 61 42—46, 52 35 bis 40, c 30—34; 73 Bullen a 4750, 6 4246; 503 Kühe a 42—46, b 36—40, c 90—35, d 2530; 88 Färſen a 4550, b) 38—43; 8 Freſſer 40—50; 1100 Kälber a. 70—80, 6 58 bis 62, c 54—57, 0 45—52; 112 Schafe al 4850 42—, b 40 bis 44; 6545 Schweine a—, 5 60—54, e 5054, 0 4858, e 46—50; Sauen 42-46&. Tendenz: Rinder ſehr ſchlep⸗ peud; Kälber, Schafe und Schweine ruhig, geräumt. * Hamburger Kaffee⸗Wochen⸗Bericht vom 14. Febr. („Heßkaffee“ Hamburg 35.) Bräſilien zeigte auch in dieſer Woche hin und wieder etwas mehr Verkaufs⸗Neigung für feine Qualitäten. Der Konſum deckte weiter ſeinen lau⸗ fenden Bedarf, wobei— wie immer— gewaſchene Mittel⸗ amerikaner bevorzugt werden. Mittelomerikaner blieben deshalb ſehr feſt und konnten im Preiſe weiter anziehen. Die Geſamthaltung am Kaffeemarkt war leicht abgeſchwächt. Deviſenmarkt Im deutlgen Früßverkehr notieren Pfunde gegen New. Pork 485,72 Schweiz. 25,18 Stockholm 19.15 Paris 123.98 olland.. 12.10 Madrid 50,05 Brüſſel„ 34,88 lo„ 19,16 Dollar geg. Rm. 4,2087 Mailand 92,84 Kopenhagen 18,10 Pfunde„„ 20.44%¼ Frachtenmarkt Duisburg⸗Muhrort 16. Jebr. Die Nachfrage nach Kahnraum war auch heute bei über⸗ großem Angebot an Leerraum ſehr gering. Bergreiſen wurden faſt keine vergeben. Auch ſonſtige Güter wurden nicht zur Befrachtung gebracht. Die Talfracht notierte un⸗ verändert 60—80 Pfg. ab hier bzw. ab Kanal nach Rotter⸗ dom und 1,20 ,0 nach Antwerpen⸗Gent inkl. Schlep⸗ pen. Der Bergſchlepplohn erfuhr mit 1,10/ nach Mann⸗ heim ebenfalls keine Aenderung. Der Talſchlepplohn war unverändert und konnte mon heute mit 6,5—7 Pfg. zurecht kommen. 6. Seite/ Nummer 79 Neue Maunheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 17. Februar 1981 Hunger beherrſcht die Welt! Tauſend Menſchen verhungern täglich in den Vereinigten Staaten— Hungersnöte in China und Indien— Nahrungsmittelnot in Rußland Die Tragödie der Unterernährten— Hunger macht erfinderiſch ö Mit einer aufſehenerregenden Erklärung, die ihren Widerhall nicht nur in den Vereinigten Staaten, ſondern auch in der ganzen Welt finden wird, iſt ſoeben der amerikaniſche Senator Caro⸗ wah an die Oeffentlichkeit getreten. Durch ein⸗ gehende ſtatiſtiſche Erhebungen hat er feſtgeſtellt, daß in„Gottes eigenem Land“— ſo nennt der Ameri⸗ kaner mit Vorliebe die Vereinigten Staaten— täglich tauſend Menſchen Hungers ſter ben. In den amtlichen Statiſtiken iſt natürlich Deutſche Akrobatin in Kopenhagen ſchwer verunglückt Die Luftakrobatin Lilian Leitzel iſt bei einer Gaſtvorſtellung in Kopenhagen aus zehn Meter Höhe abgeſtürzt und wurde ſchwer ver⸗ letzt. Lilian Leitzel iſt eine der bekannteſten deut⸗ ſchen Trapezkünſtlerinnen. die Todesurſache umſchrieben, denn man hütet ſich wohl zuzugeben, daß in einem Land, in dem es Ueberfluß an Lebensmitteln gibt, Menſchen aus Mangel an Nahrungsmitteln zugrunde gehen müſſen. Man hat unverfängliche Bezeichnungen für dieſe Todesart gefunden, ſo z. B.„Erſchöpfung“ oder „allgemeiner Schwächezuſtand“. Aber Senator Caroway iſt den Dingen auf den Grund gegangen und hat in den meiſten Fällen feſtſtellen müſſen, daß die Zahl der tauſend Verhungerten an jedem Tag ſygar noch optimiſtiſch genannt werden dürfte. Wenn es nun ſchon im reichen Amerika ſo traurig ausſieht, wie ſchlimm muß es dann in den Staaten zugehen, die vom Bürgerkrieg und inneren Un⸗ rühen zerriſſen ſind, deren Wirtſchaft aus politiſchen Gründen lahmgelegt wurde? Das ſchrecklichſte Hungerland der Welt dürfte China ſein, Wo alljährlich Millionen Menſchen elend umkommen. Man ereifert ſich nicht weiter in dieſem Land dar⸗ über, denn man weiß, daß ein beſtimmter Prozent⸗ fatz der Bevölkerung einfach zum Hungertode ver⸗ urteilt iſt. Klaglos brechen Männer, Frauen und Kinder zuſammen. Sie haben ſich in ihr Geſchick er⸗ geben, es bedeutet ihnen nichts Aufwühlendes, denn ihre Eltern und Geſchwiſter ſind wahrſcheinlich auf dieſelbe Art ums Leben gekommen. Es war zwar immer wieder die Rede davon, daß die Vereinig⸗ ten Staaten ſich der Verproviantierung Ehinas annehmen wollten. Aber inzwiſchen haben die Vereinigten Staaten ſelbſt mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, und ſo iſt denn das ebenſo grandioſe wie menſchenfreundliche Werk nicht ausgeführt worden, und es iſt in abſehbarer Zeit auch nicht damit zu rechnen, daß es verwirklicht wird. Ein ungeheures Reich beſitzt König Hunger in Indien. Wie arm müſſen jene Leute ſein, wenn ſie nicht einmal jene lächerlich geringen Mittel für Nahrungsmittel aufbringen können, deren ſie be⸗ dürfen. Wer einmal geſehen hat, mit welcher Gier ſich die Hungrigen auf die verfaulten und zertretenen Ueberbleibſel geſtürzt haben, die auf einem Lebens⸗ mittelmarkt übrig zu bleiben pflegen, der ſteht er⸗ ſchüttert vor der Tragödie der Millionen, die lang⸗ ſam verkommen. In keinem Land der Welt kommen wohl die Gegenſätze ſo außerordentlich ſtark und auf⸗ reizend zum Ausbruch wie gerade in Indien. Kraſſeſtes, unausdenkbares Elend neben den märchenhaften Prunkbauten der Maha⸗ radſchas. Nagender Hunger der verelendeten Maſſen neben der phantaſtiſchen, verſchwenderiſchen Lebens⸗ führung der indiſchen Fürſten, deren weite Schatz⸗ kammern Edelſteine beherbergen, deren Wert gar nicht zu ſchätzen iſt. Das Volk aber iſt müde ge⸗ worden, die Maſſen ſind verelendet, und wenn auch immer wieder neue Anläufe genommen werden, um das Land von der Herrſchaft Englands zu befreien, würde dieſe politiſche Separation doch vorläufig nichts an dem wirtſchaftlichen Elend ändern. Das Heer der Namenloſen würde unter indiſcher Herr⸗ ſchaft ebenſo hungern, wie es dies jetzt unter eng⸗ liſcher Oberhoheit tut. Furchtbare Hungersnöte haben in den letzten Jahren auch Rußland heimgeſucht, und heute noch iſt es trotz heftigſter Anſtrengungen nicht möglich, das Land ausreichend mit Lebensmitteln zu verſehen. Man muß es der Sowjetunion zugeſtehen, daß ſie alles, was in ihren Kräften ſtand, unternommen hat, Die Flöte des Alten um dem Elend zu ſteuern. Aber es iſt nicht gelungen, eine vollkommen zufriedenſtellende Verſorgung mit Nahrungsmitteln zu erzielen. Auch in Rußland hungern Millionen, teils in der Hoffnung auf eine beſſere Zukunft, teils in dumpfer Verzweiflung. Es wäre falſch, bei der Aufzählung fremder Not die eigene zu vergeſſen. Täglich belehren uns die Selbſtmordrubriken unſerer Zeitungen, daß eine im⸗ mer erſchreckender wachſende Zahl von Volksgenoſſen keinen anderen Weg aus der Not mehr kennt, als den Selbſtmord. Die typiſche Bezeichnung„wirt⸗ ſchaftliche Notlage“ iſt uns in den Zeitungsberichten leider ſehr vertraut geworden, wir ſind abgeſtumpft gegen die erſchütternden Tragödien, die ſich um uns herum abſpielen. In den Groß⸗ ſtädten ergießt ſich täglich ein Strom von Bettlern über die Straßen. Die Hungernden klopfen an die Türen, klagen ihre Not. Wohl iſt Deutſchland das Land, das wahrſcheinlich die beſten ſozialen Einrich⸗ tungen beſitzt. Aber ſie alle reichen nicht aus, um die Verarmten und Elenden vor dem bitterſten Hunger zu ſchützen. Die Not macht erfinderiſch und bringt oft auf Ideen, die man früher weit von ſich gewieſen hätte. Aber ſelbſt das geſchickte Simulantentum be⸗ trügeriſcher Elemente ſollte uns nicht daran hindern, helfend einzugreifen, ſoviel heute eben in der Macht des einzelnen ſteht. Fritz wird verſteigert Die Flöte Friedrichs des Großen bisher im Beſitz des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen(rechts oben) kommt gelegent⸗ lich der Verſteigerung von Schloß Glienicke bei Potsdam unter den Hammer. Ein Kuß kränkte Chinas Anſehen Als der Dampfer„Tijibadek“, der auf der See⸗ route Java— China— Japan verkehrt, ſich auf hoher See befand, entſtand an Bord ein Flirt zwiſchen einer jungen chineſiſchen Dame aus Schang⸗ hai und einem holländiſchen Schiffsoffi⸗ zier. Eines Tages wechſelten die beiden einen Kuß. Auf den Seedampfern haben die Wände Ohren und Augen, und ſo verbreitete ſich die Nach⸗ richt von dem Kuß unter allen Paſſagieren. Unter den Fahrgäſten befand ſich der chineſiſche Vizekonſul von Java. Als das Gerücht auch an ſeine Ohren drang, begab er ſich ſofort zum Kapitän und berichtete mit höchſter Indignation von dem unglaublichen Vorfall. Die Chineſin wurde gebeten, ſich zu der Sache zu äußern. Um die Situation zu retten, ſagte die Dame, ſie ſei von dem Schiffsoffizier beläſtigt wor⸗ den. Eine angeſehene Chineſin meinte ſie, würde ſich nie zwanglos auf ſolche ekelhafte europäiſche Sitte einlaſſen. Der Offizier behauptete dagegen, er wäre von der Dame ſelbſt zum Kuß verleitet wor⸗ den. Nach Eintreffen des Dampfers in dem javaniſchen Hafen Batavia wurde die Angelegenheit den dortigen Behörden übergeben. Der ſchuldige Offi⸗ Das Lindenwirtin⸗Muſeum von Godesberg eröffnet Das neueröffnete Muſeum in Godesberg am Rhein Das Muſeum der berühmten Godesberger Studentenwirtin Aenuchen Schuhmacher, das dis zahlloſen Erinnerungsſtücke, die Bilder, Autogramme und Widmungen der Lindenwirtin enthält, iſt nun eröffnet worden. zier wurde vom Schiff entfernt. Die öffentliche Meinung in China konnte aber damit nicht zu⸗ frieden geſtellt werden. Eine heftige Campagne gegen die Schiffahrtsgeſellſchaft wurde in den chine⸗ ſiſchen Zeitungen eingeleitet. Sie hatte zur Folge, daß die Dampfer der Geſellſchaft vom chineſiſchen Publikum boykottiert wurden. Es hieß, daß Chinas Frauen und Chinas Anſehen an Bord der„Tifi⸗ badek“ tief gekränkt wurden. Die Auslieferung des Offiziers an die chineſiſchen Behörden wurde verlangt. Natürlich konnten die holländiſchen Behörden dieſen abſurden chineſiſchen Wunſch nicht erfüllen. Der Dampfer„Tuifibadek“ ging aber darauf in See, ohne einen einzigen chineſiſchen Paſſagier an Bord zu haben. Vorxunterricht in einem engliſchen Gefängnis In der engliſchen Stadt geſtattet man in dem Ge⸗ fängnis den Inſaſſen weitgehende Freiheiten. Es beſteht dort bereits ein athletiſcher Klub, der unter der Leitung eines Fachmannes regelmäßige Uebun⸗⸗ gen abhält. Die Gründung des Klubs erfolgte vor 2 2 2 Fa 19 8. aus denen der Klub beſteht, wiederholt mit ihren Vorführungen in die allerdings ſehr beſchränkte Oeffentlichkeit des Gefängnishofes getreten. Da der Beſtand des Gefängniſſes ſtändig wechſelt, iſt es nicht ganz einfach, die Klubmannſchaften immer zahlen. mäßig auf der Höhe zu erhalten. Im ganzen werden die gymnaſtiſchen Uebungen aber als ein ſo großer Erfolg betrachtet, daß man beabſichtigt, den Inſaſſen des Gefängniſſes jetzt auch Bopunterricht zu erteilen. Namentlich die Gefan⸗ genen in jüngeren Jahren haben um dieſe Ver⸗ günſtigung gebeten. Die Gefängnisbehörden ſcheinen nicht zu befürchten, daß die Boxkunſt der Gefangenen den Gefängniswärtern einmal gefährlich werden könnte. Ihr Vertrauen hat allerdings auch eine Grenze. Als ein Gefangener darum bat, den athletz⸗ ſchen Unterricht auch auf den Lauf im freien Gelände auszudehnen, erhielt er eine Abſage. Eine belgiſche Aebtiſſin wegen Belrügereien verhaftet Die Aebtiſſin Schweſter Magdalena bei ihrer a Verhaftung Ein ungewöhnlicher Fall, der großes Aufſehen erregt, hat ſich in Mecheln(Belgien) zugetragen. Die langjährige Oberin des Karmeliterinnen⸗ kloſters, Marie van der Nylen, Magdalena ge⸗ nannt, iſt wegen unlauterer Finanzgeſchäfte ver⸗ haftet worden. Die Aebtiſſin ſoll über 10 Millionen Francs Schulden gemacht haben, und niemand weiß, was ſie mit 9 Gelde angefangen haben ann. 5 Sonderbare Streiche eines Beuteltieres In einer Kohlengrube in Muswellbrook in Neu⸗Südwales(Auſtralien) erfuhren die Löhne der Bergarbeiter in der letzten Zeit einen anſtändigen Zuwachs. Der Lohn entſpricht der Menge der gefök⸗ derten Kohle. Der Inhalt eines jeden Wagens, den der Bergarbeiter anfährt, wird gewogen und der Lohn entſprechend dem feſtgeſtellten Gewicht bemeſſen Seit einiger Zeit erzielten die Bergarbeiter ein ſehr günſtiges Gewicht und demgemäß auch einen ſehr guten Lohn. Den Kontrollbeamten fiel die Zunahme tungen an. 5 Zu ihrer Ueberraſchung entdeckten ſie, daß ein harmloſes Beuteltier das ſich als Pflegling des Beſitzers in den Grubenanlagen umhertrieb, die Ur⸗ ſache der Gewichtszunahme war. hatte ſich angewöhnt, auf der Waage während der Ge⸗ wichtsfeſtſtellung Platz zu nehmen. Wahrſcheinlich fand es an den Schaukelbewegungen der Waage ein beſonderes Vergnügen. Niemand bemerkte dieſe Streiche. Im einzelnen Falle war die Gewichts⸗ zunahme zwar nicht ſehr erheblich. Da ſich der Vor⸗ gang aber für jeden Arbeiter am Tage häufig wieder⸗ holte, ſo ergab ſich am Ende immer eine recht anſehn⸗ liche„„ohnzulage,“ deren Urheber das Beutel⸗ tier war. Der Beſitzer der Grube machte einen Strich unter die Rechnung, als ihm von der Enk⸗ deckung Mitteilung gemacht wurde. Es wäre ja auch ſchwer geweſen, den Anteil des Beuteltieres an dem Geſamtgewicht noch mit Sicherheit feſtzuſtellen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß das Beuteltier ſich bei der einem Jahre. Seitdem ſind die beiden Mannſchaften,] Belegſchaft der Grube erhöhter Beliebtheit erfreut. Der Papſt ſpricht zum erſten Mal im Rundfunk. Papſt Pius XI. bei ſeiner erſten Rundfunkauſprache an die Welt. Links Nardinalſtaatsſekretär Pacelli, rechts hinter dem Papſt Marcheſe Marconi Die erſte Rundfunkanſprache des Papſtes wurde auf faſt alle Sender Europas, ſowie auch durch Kurzwellenfunk übertragen, ſodaß zum erſten Mal die ganze Welt den apoſtoliſchen Segen des Heiligen Vaters gleichzeitig empfangen konnte, Das Tier 8 6 * Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗ Ausgabe 7. Seite Nummer 79 Dienstag, 17. Februar 1931 —— Aus der Pfalz Ehrung für Geheimrat Knoll zy- Ludwigshafen, 17. Febr. Zur Feier des 80. Geburtstages ihres hochver⸗ zienten Parteimitglieds, Geheimrats Knoll, hatte die Deutſche Volkspartei Ludwigshafen ihre Angehörigen und Freunde geſtern abend in die Ge⸗ ſellſchaftsräume des Großen Bürgerbräus geladen. Dem Ruf der Parteileitung wurde gern Folge be. he⸗ leiſtet. Der Vorſitzende, Studienrat Frey, grüßte die Erſchienenen und gab einen kurzen Rück⸗ blick auf die Lebenstätigkeit des Jubilars, der ſich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet habe. Der Redner betonte, es handle ſich nicht um eine poli⸗ iche, ſondern mehr um eine familiäre Feier. Dieſem Charakter der Veranſtaltung trugen die Tiſchreden Rechnung, unter denen die des Abg. Direktor Burger beſonders hervorgehoben ſei, der allerlei Bemerkenswertes aus dem Leben des Geheimrats Knoll in Erinnerung brachte. Der Geehrte dankte mit herzlichen Worten. Um⸗ ahmt wurde das kleine Familienfeſt von ernſten und heiteren Geſangsvorträgen des Quartetts der nal AG. und des Frl. Hil d, am Klavier begleitet Jom Fraktionsvorſitzenden Prof. Jung und einem Prolog von Frau Heuſer. Schlägerei mit Schupobeamten 05 Ludwigshafen, 17. Febr. Vergangene Nacht klebte eim Trupp junger Leute Plakate vom Roten Frontkämpferbund in der Bleichſtraße an, als drei heimkehrende Schupobeamte dazukamen. Als ſie die Täter feſtnehmen wollten, leiſteten dieſe Widerſtand. Andere Burſchen kamen ihnen zu Hilfe und ſchlugen mit Lattenſtücken auf die Schupobeamten ein, wobei einer nieder⸗ geſchlagen und verletzt wurde. Die Ver⸗ letzungen ſind allerdings nicht erheblich. Von den Tätern konnten bis jetzt ſechs feſtgenommen wer⸗ den. Beiſetzung von Generaldirektor Dr. Fiſcher * Gernsbach, 16. Febr. Die Leiche von Generaldirektor Dr. h. e. Arwed Fiſcher wurde in einem endloſen Trauerzuge nach Gernsbach übergeführt. Man ſah über 20 Vereine mit ſchwarzumflorten Fahnen, drei Muſikkapellen und viele prominente Trauergäſte aus führenden Bank⸗ und Induſtriekreiſen, zahlreiche Vertreter der Murgtalgemeinden, der ſtaatlichen Behörden und Wirtſchaftsorganiſationen. In Weiſenbach, Obertsrot und Gernsbach läuteten die Glocken als der Trauerzug durchzog. Auf dem evang. Friedhofe ſprachen am Grabe neben dem Stadtpfarrer Diemer, Major von Oechel⸗ häuſer im Auftrage von Vorſtand und Aufſichts⸗ rat der Firma E. Holtzmann A.., Baurat Glaſer namens der Beamten und Angeſtellten, Fabri⸗ kant Höſch für die badiſchen Papierinduſtriellen, Direktor Moritz für die württembergiſchen Papier⸗ induſtriellen, Geh.⸗Rat Dr. Heindl⸗ Augsburg für den Verband der Deutſchen Druckpapierinduſtrie und den Arbeitgeberverband, Präſident Nicolai für die Handelskammer Karlsruhe, Geh.⸗Rat Prof. Dr. Rehbock für die Techniſche Hochſchule Karlsruhe, Direktor Wilhelm für die Reichsbankſtelle Karls⸗ ruhe und Betriebsratmitglied Martin Merkel im Namen der Arbeiterſchaft der Firma. Dr. Fiſcher, der vor Jahren zum Dr. ing. h. e. der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe ernannt wurde und der in drei Murgtalgemeinden Ehrenbürger und in 15 Vereinen Ehrenmitglied war, war eine der markanteſten Per⸗ ſönlichkeiten des Murgtales. Aus dem Fenſter geſprungen * Pirmaſens, 16. Febr. Geſtern nachmittag ſprang in geiſtiger Umnachtung eine ſchon ſeit län⸗ gerer Zeit nervenkranke 45 Jahre alte Frau in der Schloßſtraße, nur mit dem Hemd bekleidet, aus ihrer im zweiten Stock gelegenen Wohnung auf die Straße, wobei ſie ſich erhebliche Verletzungen zu⸗ zog, die ihre ſofortige Ueberführung ins Kranken⸗ haus notwendig machten. und Onkels Mannheim,(M 7. 10), Februar 1981. Danlesagung Für die zugegangenen Beweise tröstlicher Teilnahme an dem schweren Verluste meines lieben unvergeßlichen Gatten, unseres treu- besorgten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers len August Mremer sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Insbesondere danken wir dem verehrlichen Stiftungsrat der oberen Pfarrel, dem Columbus“ e.., Verein für kath. Kaufleute u. Beamte, der Direktion der Adlerwerke vormals Heinrich Kleyer A. G. in Frankfurt Main, der Adler, Vertreter- Vereinigung e. V. in Essen, den Adler- Fahrern der Auto-Zentrale Mannheim, dem Reichsverband des Kraft fahrzeughandels- und Gewerbes e. V. Berlin. Baden, der Händler vereinigung des Kraftfahrzeugwesens Mannheim- Dudwigshafen e.., Mannheim, dem Verband deutscher Zigarrenladen- inhaber Hamburg. Ortsgruppe Mannheim, den Angestellten und Ar- beitern der Firmen„Akrema“ Automobilgesellschaft und August Kremer, Zigarren, Mannheim, auch all denen, die wir nicht namentlich anführen können, für ihre liebevolle Teilnahme. Tiefempfundenen Dank auch für die vielen herrlichen Blumen- und Kranzspenden, sowie für alle Beileidsschreiben. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Ste lane Mremer Woe. geb. Wybrecht *—⁰ Bearbeitung aller Steuersachen Vertretung vor den Finanzbehörden Erstellung von Monafs- u. Jahresbilanzen Organiseflon und Sanierung Grundsfucks- u. Vermögensverwaliung Trauhändergesellschaft Sträter, Lorentz, Dr. Schulz durch 7,5 Mannheim, D 3, 9 Tel. 26037 nebst Sektion g Zwangsversteigerung Mittwoch. 18. Febr. 1931, nachm. 2 Uhr, werde ich im hieſigen Pfandlokal, Qu 6, 2, gegen bare Zahlung im Vollſtreckungswege öffentlich verſteigern: 1 Piano, 1189 1 Büfett, 1 Bücherſchrauk und Sonſtiges. [Mannheim, 16. 2. 1931. Bär, Gerichts vollzieher. Anl. Torökeatüaungen der Nad Murten Morgen früh auf der Freibank Kuhfleiſch Anfang Nr. 1750. 87 Jeffentliche Versteigerung Am Donnerstag, den 19. Febr., nachm. 743 Uhr verſteigere ich gemäߧ 410 H. G. B. im Lager⸗ haus R 0. 4: 1 Büfett, Eiche, 6 Stühle, 1 Aus⸗ ziehtiſch, 1 Klubſofa. 1940 Jul. Scheuber, beeid. Verſteigerer, U 1. 1. NB. Uebernahme von Verſteigerungen und Ver⸗ käufen aller Art. f Papier hergeſtellt. von der Vorderſeite aus geſehen, links auf dem Schau⸗ rande ein Kopfwaſſerzeichen(Albr. Dan. Thaer) und im bedruckten Felde als weiteres Waſſerzeichen die große Wertzahl„10“. Ueber den rechten Teil des Schaurandes, bis in das Druckbild hineinreichend, läuft ein etwa 2 cm breiter, mit orangeroten und grünen Faſern belegter Streifen. Der etwa 4,5 em breite Schaurand der Vorderſeite iſt mit einer das Kopfwaſſerzeichen umſchließenden Blind⸗ prägung(Wertangabe in Buchſtaben und Zahlen) und mit dem Kontrollſtempel verſehen. Links unten ſteht die große, grüne Wertzahl„10“. Das von einer ſchmalen Leiſte ein⸗ gefaßte Druckbild zeigt einen in den Farben gelbbraun bis karmeſinrot und oliv bis blaugrün ſpielenden Jris⸗ grund mit der ſich wiederholenden Wertangabe„ZEHN“ und der Wertzahl„10“, ſowie dem Kontrollbuchſtaben im unteren Teil. Im rechten Felde befindet ſich— in Stahl⸗ druck— auf breiter Leiſte, von einem Zierrahmen um⸗ Die Anklageſchrift gegen die Gebrüder Weil „ Neuſtadt a. d.., 15. Febr. Die Anklageſchriſt gegen die Gebrüder Hugo und Bertold Weil iſt nunmehr an die Beteiligten herausgegeben worden. Es iſt ein ſehr umfangreiches Schriftſtück. Von der Kapitalverſchiebung nach dem Auslande oder von einer Weinfälſchung iſt in der Anklage nichts ent⸗ halten. Sie beſchuldigt vielmehr die Betreffenden der Wechſelreiterei, des Verſchnitts von Deſtil⸗ laten mit Sprit, mangelhafter Buchführung und Ver⸗ ſchleierung von Vermögensverhältniſſen. Die An⸗ klageſchrift wirft den Angeklagten vor, daß ſie von den Manipulationen des verſtorbenen Kiefer in Kehl gewußt hätten. Mitangeklagt iſt auch der frühere Buchhalter Schmitt. Der Staatsanwalt hat 48 Zeugen und 8 Sachverſtändige geladen. Der Prozeß wird, weil einer der angeklagten Brü⸗ der, nämlich Hugo Weil, ſeit längerer Zeit in der Unterſuchungshaft erkrankt iſt, in Frankenthal ſtattfinden, jedoch mit Neuſtadter Richtern. * o Ludwigshafen, 14. Febr. Von einem Expreß⸗ gutfuhrwerk wurde ein Ballen Leder im Werte von 100 Mark geſtohlen und aus einer Wohnung zum Nachteil eines Maſchinenſchloſſers ein Reiſepaß mit 40 Franken Bargeld. Einem Arbeiter wurde ein Geldbeutel mit 30 Mark entwendet. N über die Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 10 Reichsmarß mit dem Datum vom 22. Januar 1929 In den nächſten Tagen werden auf Grund des Bank⸗ geſetzes vom 30. Auguſt 1924 neue Reichs banknoten zu 10 Reichsmark in den Verkehr gegeben werden. Sie ſind * 15 em groß und auf leicht blaugrün gefärbtem Bei der Durchſicht zeigt das Papier f Für die warmherzige Anteilnahme und die prachtvollen Kranzspenden beim Hinscheiden meines guten Mannes und lieben Vaters sagen wir hiermit Allen, insbesondere aber der Direktion, wie auch den Angestellten und Arbeitern des Vereins Deutscher Oelfabriken, sowohl auch dem Werk Danlesagung meister- Verband Mannheim 2 auulrichtigen, herzlichen Dank. Mannheim(Inselstr. 16), den 17. Februar 1931. Mittwoch, 18. Febr. 1031, nachm. 2 Uhr werde ich im hieſigen gegen öffentlich verſteigern: Rauchtiſch. 2 Bücher⸗ ſchränke, 1 Büfett, 1 Chaiſelongue, 1 Da⸗ menfahrrad: desgl. u. Stelle: tes im Pfandlokal. Mannheim, 16. 2. 31. Klipfel. 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