ltat. Stlos! auf onate lands I. eee Bezugspreiſe: Durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in eren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt RM..— Waldhofſtraße 6, Kronprinzenſtraße 42, Schwetzingerſtraße 19/20, Meerfeldͤſtraße 13, W Oppauer Straße 8, Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. uns zuzüglich Zuſtellgebühr.— Abholſtellen: Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 63, 8e Luiſenſtraße 1.— Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 175 90.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Einzelpreis 10 Pf. mung Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32 mm breite Colonelzeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile. Für im voraus zu bezahlende Familien⸗ u. Gelegenheits⸗Anzeigen beſondere Preiſe.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim, Mittag⸗Ausgabe Freitag, 17. Juli 1931 142. Jahrgang— Nr. 325 — Kanzler und Curtius reiſen heute nach Paris Die weitere Entwicklung der Lage und die Kreditausſichten für Deutſchland werden faſt durchweg günſtig beurteilt Aktionsplan des Pariſer Miniſterrats. Welche Vorſchläge will uns Frankreich machen? Weſentliche Entſpannung Drahtbericht unſeres Berliner Büros E Berlin, 17. Juli. In den ſpäten Abendſtunden hat es ſich entſchie⸗ den, daß die Regierung die Pariſer Ein⸗ ladung annehmen wird. Die Abreiſe der deut⸗ ſchen Staatsmänner iſt bereits für heute in Ausſicht genommen. Kanzler und Außenminiſter werden von Stagtsſekretär von Bülow vom Auswärtigen Amt und vom Staatsſekretär Schäffer vom Fi⸗ nanzminiſterium ſowie von Miniſterialdirektor Graf Schwerin, genannt von Kroſigk, begleitet. Miniſterialrat Berger, der Führer der deutſchen Sachverſtändigenkommiſſion, iſt bereits nach London vorausgefahren. Entgegen der früheren Auffaſſung und der Art, wie von deutſcher Seite die Aktion angeregt war, werden alſo der Reichskanzler und Außenminiſter an der Kñonferenz in London teilnehmen und vorher in Paris Station machen. Das iſt ohne Zweifel eine ſehr grundlegende Aenderung an der urſprünglichen Konzeption, und man wird es begreifen können, daß darüber eine gewiſſe Verwunderung herrſcht, daß hier und da ſogar Unwille ſich regt und das auch an Stellen, die die Politik des Kabinetts Brüning im weſentlichen geſtützt haben. Bislang glaubte man erkannt zu haben, daß eine Verſtändigung mit Frank⸗ reich nur über wirtſchaftliche Dinge, die vor⸗ erſt doch allgemein zur Diskuſſion ſtanden, nicht möglich wäre, daß Frankreich ſich von den politi⸗ ſchen Zielen, die es 1919 formulierte und an denen es, nur in den Nüaneen wechſelnd, zwölf Jahre lang feſtgehalten hat, nicht abbringen laſſen werde. Aus ſolcher Erkenntnis hat man ſich in den letzten Tagen zu einem ſtarken, doch gewiß nicht ungefährlichen Entſchluß durchgerungen, dem nämlich, aus eige⸗ ner Kraft ſich den Weg durch das Geſtrüpp zu bahnen. 5 i Es müſſen daher ſehr ſchwerwiegende Gründe geweſen ſein, die das Kabinett zu dieſem Wandel der Anſchauung bewogen haben. Die„D. A..“, ungemein temperamentvoll wie über⸗ haupt in den letzten Tagen, ſchreibt: „Welchen Anlaß haben wir in dem Augenblick, wo die Auswirkungen der Kriſe auch an der Pariſer und Londoner Börſe fühlbar werden, nun ſofort mit der Geſchwindigkeit eines Propellerwagens nach Paris zu eilen? Wenn das Ausland uns empfiehlt, uns ſelbſt zu helfen, ſo wollen wir das tun. Die richtige Antwort auf den Gedanken der Verſchiebung des Berliner Beſuchs u. der Pariſer Zuſammenkunft, auf den Herr Henderſon bezeichnenderweiſe im gleichen Augenblick gekommen iſt, als er den Boden der franzöſiſchen Hauptſtadt betrat, wäre die Einladung zu einer allgemeinen Miniſterkonferenz in Berlin. Wenn ſchon unbedingt vor London in größerem Rahmen konferiert werden muß, dann doch am eheſten in Berlin, dem augenblicklichen Zentrum der Weltkriſe.“ So weit, wie die„D. A..“ möchten wir nicht gehen. Die Männer, die im Reparationsausſchuß des Kabinetts ſitzen und die ja im Grunde das Kabi⸗ nett führen, haben bislang auf den unbefangen und objektio Wägenden nicht den Eindruck gemacht, daß ſie zu einer Erfüllungspolitik im ſchlechten Sinne des Wortes neigten. Im Gegenteil, die ganze Schwierigkeit und die kritiſche Zuſpitzung der Situa⸗ tion überhaupt, ſchreibt ſich ja von der Unbeug⸗ ſamkeit her, mit der ſie alle dieſe Verſuche und Verſucher innen⸗ und außenpolitiſch abwieſen. Man wird alſo zunächſt einmal hören müſſen, welche Gründe den Kanzler veranlaßt haben, nun doch, was er bisher abgelehnt hat, nach London zu gehen. in ganz anderes Geſicht bekämen die Dinge natür⸗ lich wenn in Frankreich ein grundſätz⸗ licher Stimmungsumſchwung zu verzeich⸗ nen wäre. Dann könnte, wir gebrauchen ſonſt die Vokabel nicht gerne, vielleicht doch und mit mehr echt als früher, von einem leiſen Silberſtrei⸗ en geſprochen werden. Gewiſſe Anzeichen deuten in der Tat darauf hin, daß Henderſon, bevor die Einladung nach Paris erging, die Franzoſen beſtimmt hat, von ihren bekannten politiſchen Forderungen abzuſehen und die Konferenz als eine rein wirtſchaftliche Ausſprache zu betrachten. Das ſchließt natürlich nicht aus, daß die Pariſer egterung aus innerpolitiſchen Gründen verſuchen wird, irgendwelche„Garantien“ zu fordern, aber nur ſolche, die unſere Ehre nicht berühren dürften. Ueber die Motive, die den Kanzler veranlaßt haben, ſich mit einer ſo plötzlichen und grundſätz⸗ lichen Aenderung des Programms einverſtanden zu erklären, waren nähere Aufſchlüſſe von offtiziöſer Seite nicht zu erlangen. Vielleicht wird man mor⸗ den ſchon etwas klarer ſehen. Drahtung unſeres Pariſer Vertreters Paris, 17. Juli Der geſtrige Miniſterrat, dem heute vormittag ein zweiter unter dem Vorſitz des Präſidenten Do u⸗ mer folgen wird, arbeitete einen Aktionsplan für die Samstag beginnende internationale Pariſer Konferenz aus. Die franzöſtſche Regierung verlangte von den Vertretern Englands und der Vereinigten Staaten, daß dieſer Plan zur Diskuſſions⸗ grundlage gemacht werde. Damit erklärten ſich Henderſon und Stimſon einverſtanden. In der heutigen Morgenpreſſe leſen wir verſchiedene Verſionen über die Grundzüge des franzöſiſchen Vor⸗ ſchlags. Am eheſten kommen vielleicht die hier er⸗ ſcheinenden amerikaniſchen Blätter dem Sach⸗ verhalt nahe. Der„Chicago Tribune“ zufolge nah⸗ men Amerikaner und Engländer den franzöſiſchen Plan als Verhandlungs grundlage an. Weder Stimſon noch Henderſon machten Vorſchläge. Sie entwickelten nur allgemeine Ideen und fühlten ſich auch zur Erörterung von Einzelheiten nicht ver⸗ anlaßt, da der franzöſiſche Plan ſelbſt nach ihrer An⸗ ſicht etwas nebelhaft iſt. Frankreich macht folgende Vorſchläge: Amerika, Frankreich und Großbritannen ſollen ge⸗ meinſchaftlich eine Deckungsanleihe für Deutſchland aufbringen. Die Garantien ſollen in einer ähnlichen Art, wie es im Dawesplan vorgeſehen war, verlangt werden, ſei es durch Heran⸗ ziehung der Zölle, der Eiſenbahnen oder anderer be⸗ ſonderer Einkünfte, wie z B. der Bierſteuer. Rein finanziell geſprochen, käme es zu einer Neu⸗ belebung des Dawesplans. Deshalb ſpricht man auch von einem Kontrollkomitee. Eng⸗ land und Amerika ziehen die B33 dem Finanz⸗ komitee des Völkerbundes vor. Der Anleihebetrag iſt noch nicht beſtimmt, wird aber ungefähr auf eine halbe Milliarde Dollar geſchätzt. Die Emiſ⸗ ſion ſoll in ähnlicher Weiſe erfolgen, wie es bei den Dawesplan⸗Obligationen der Fall war. Das Wichtigſte iſt jedoch der durch die fran⸗ zöſiſche Regierung verlangte politiſche Waf⸗ fenſtillſtand, wie ſich Laval ausdrückt, das politiſche Moratorium, deſſen Dauer für fünf Jahre verlangt wird. Die genauen Bedingungen dieſes„politiſchen Waffen⸗ ſtillſtandes“ ſind noch unklar, aber der franzöſiſche Plan enthält Hinweiſe auf die Abſchaffung aufreizen⸗ der Kundgebungen und auf die Verſtändigung über die Abrüſtungsfrage. Frankreich wird ſich be⸗ reiterklären, den Bau eines 23 000 Ton⸗ nen⸗Kreuzers nicht durchzufühen, falls Deutſchland auf ſeinen zweiten Schlacht⸗ kreuzer verzichtet. Eine Behandlung aller deutſch⸗franzöſiſchen Probleme iſt keineswegs vorge⸗ ſehen. Die Franzoſen verlangen, daß eine Zuſam⸗ menarbeit geſchaffen werde, in deren Verlauf eine allmähliche Bereinigung von Gegenſätzen und plötz⸗ lich auftretenden Fragen geſichert werde. Wie die hieſigen amerikaniſchen Blätter nun wei⸗ ter ausführen, ſucht man nach Kompenſationen für Deutſchland, denn es iſt klar, daß jede Konzeſſion, die Frankreich im Rahmen eines politiſchen Waffen⸗ ſtillſtands erhält, auch für Deutſchland einen Vorteil bringen muß. Die Durcharbeitung eines deutſch⸗franzöſiſchen Abkommens politiſchen Inhalts wird nach dem„Newyork Herald“ hier nicht zu⸗ ſtande kommen, doch läßt ſich immerhin ein grund⸗ ſätzlicher Akkord erreichen. Ob man ſich mit einem gentlemen agreement auf franzöſiſcher Seite begnü⸗ gen wird, bleibt noch fraglich. Amerikaniſche Kreiſe drücken ſehr ſtark auf die franzöſiſche Regierung, den Bogen nicht zu überſpannen und vor allem die ſich leider heute in großem Maße geltend machende Opoſttion in der Rechtspreſſe abzuſchwächen. Man hat es in der Umgebung Stimſons ſehr unangenehm empfunden, daß einige Pariſer Zeitungen von einem „kleinen Verſailles“ ſprechen. Ausdrücklich wird erklärt, daß weder Stim⸗ ſon noch Henderſon die Hand zu einer Preſ⸗ ſion auf Deutſchland hergeben werden. Die Uebereinſtimmung zwiſchen den Vertretern Englands und der Vereinigten Staaten geht dahin, daß beide die rein finanziellen Voraus ⸗ ſetzungen und Bürgſchaften für die raſche Aufbringung einer deutſchen Konſolidierungsanleihe ſchaffen wollen. Dieſem Beſtreben hat ſich Frank⸗ reich angeſchloſſen und das Zugeſtändnis erhalten, mit den deutſchen Staatsmännern eine Art Vor⸗ vertrag zwecks deutſch⸗franzöſiſcher Zuſammen⸗ arbeit abzuſchließen. Ueber dieſe Linie hinaus wird Frankreich nicht gehen können. Das iſt bereits heute eine gegebene Tatſache, und alle giftigen, lügenhaften, ſinnloſen Behaup⸗ tungn des„Echo de Paris“, des„Figaro“, der„Ordre“ und anderer im Solde der Nüſtungsinduſtrie ſtehender Skandalblätter entſpringen einer krankhaft überreizten, haß⸗ erfüllten Einbildungskraft. Paris iſt kein Verſailles, erklärte die Linkspreſſe. Hier wird verhandelt und nicht diktiert. In dieſem Sinne ſchreibt das Blatt„Volonté“. Herve wünſcht die Reviſton des Verſailler Vertrags in ſeinem Blatt „Victoire“. Es ſei noch auf den außenpolitiſchen Rädelsführer der Pariſer Chauviniſten, Pertinax, im„Echo de Paris“ kurz hingewieſen. In ſeinem Leitartikel heißt es, daß man Deutſchland die erneute Bekräftigung des Moungplanes abzwingen müſſe, außerdem eine Reihe von effektiven Garantien unter Androhung von Sanktionen, ſowie Verankerung des Verſailler Vertrags in allen ſeinen Punkten. Und was ſoll Frankreich für dieſes von Pertinax empfoh⸗ lenes Geſchäft Deutſchland bezahlen? Ungefähr vier Milliarden Franken. Das ware nämlich der Anteil Frankreichs an der deutſchen Konſolidierungsanleihe. Man ſieht, wie naiv Pertinax die Dinge beur⸗ teilt. Das„Echo de Paris“ bezeichnet die 127 Mil⸗ liarden Franken, die man Deutſchland leihen will, als eine aſtronomiſche Ziffer. Wie ſollen nun die Deut⸗ ſchen die 18 Milliarden Franken bezeichnen, die Frankreich alljährlich für ſeine Rüſtungen aus⸗ gibt? Das ſind einige Gegenfragen, die man an die Heißſporne der Pariſer Rechtspreſſe heute richten kann. Für das weitere werden hoffentlich die Ver⸗ treter Deutſchlands ſorgen. Amſchwung in Frankreich? Drahtung unſeres Pariſer Vertreters y Paris, 17. Juli. Der franzöſiſche Min iſterrat dauerte drei Stunden(von—8 Uhr abends). Es wurde ein franzöſiſcher Aktionsplan geprüft, deſſen Leit⸗ gedanken die finanzielle Aufrichtung Deutſchlands, die Wiederherſtellung des Ver⸗ trauens und die„politiſche Beruhigung“ ſind. Wie wir erfahren, enthält dieſer Plan aus⸗ drücklich die Forderung einer Verzichtleiſtung auf die Zollunion durch Deutſchland und Oeſterreich. Frankreich erklärt ſich bereit, an der Unterbringung der deutſchen Kon⸗ ſolidierungsanleihe nach Maßgabe ſeiner Kräfte teil⸗ zunehmen und gleichzeitig oſteuropäiſche Staaten in gleicher Weiſe zu unterſtützen. Bürgſchaften und Garantieforderungen finanzieller Natur ſind in dem Plan präziſiert. Eine Einladung der deutſchen Miniſter wird zwar in dem amtlichen Kommuniquc nicht erwähnt, aber dieſe offizielle An⸗ gelegenheit erledigte ſich durch eine Mitteilung an den deutſchen Botſchafter. Die plötzliche Schwenkung der Pariſer Preſſe in ihrer Einſtellung zur deutſchen Krtſe Itefert den klaren Beweis, daß Henderſon und entſprechende verfrüht“ Stimſon eine ſehr entſchiedene Sprache führten. Wenn in den amtlichen Mitteilungen wiederholt auf die„Herzlichkeit“ hingewieſen wird, die den Gang der franzöſiſch⸗engliſch⸗amerikaniſchen Konferenz er⸗ füllten, ſo mag dies wohl bezüglich der Form gelten, aber der Inhalt der Erklärungen Henderſons und des amerikaniſchen Staatsſekretärs waren nicht ge⸗ eignet, das Herz des Miniſterpräſidenten Laval mit beſonderer Freude zu erfüllen. Die Dreier⸗Konfe⸗ renz führte zu einer grundſätzlichen Ausſprache über die eigentlichen Ziele der franzöſiſchen Europapolitik. Schließlich ſah ſich Laval genötigt, die Formel der „internationalen Zuſam menarbeit“ anzunehmen und auf dieſer Grundlage die Ein⸗ ladung der deutſchen Miniſter nach Paris zu einer internationalen Konferenz anzunehmen. Die Pariſer Regierung wurde im Grunde ge⸗ nommen vor ein politiſches fait'accompli geſtellt. 5 Es traf nämlich vor Beginn der Pariſer Dreier⸗ Konferenz die Londoner Nachricht ein, daß Dr. Brüning und Dr. Curtius nach Paris ein⸗ geladen würden. Henderſon erklärte, daß eine Perſönlichkeit des Foreign Office„etwas dieſe Mitteilung hinausgehen ließ. Die franzöſiſche Regierung konnte aber nicht mehr zurück und leiſtete ſchon deshalb keinen Widerſtand mehr, weil ſie die günſtige Auswirkung auf die Pariſer Finanz vorausſah. In dieſer An⸗ nahme täuſchte ſie ſich nicht. Die hieſige Börſe erholte ſich, als die„Entſpannungsmeldung“ bekannt wurde. Um den Rückzug zu verſchleiern, machte ſich Laval erbötig, die„Initiative zur Einladung“ zu ergreifen. Henderſon verzichtete auf ſeine Anregung, die internationale Konferenz der Miniſterpräſtdenten in London zu veranſtalten. Im eingangs erwähnten Miniſterrat, der geſtern abend ſtattfand, kam die um⸗ ſchriebene Einladungsformel zuſtande. Man beſchäf⸗ tigte ſich eingehend mit den taktiſchen Vorbereitungs⸗ Verhandlungen, deren Umriſſe in der engliſch⸗fran⸗ zöſiſch⸗amerikaniſchen Konferenz geſchaffen wurden. Man verſuchte auch, die öffentliche Meinung dadurch zu beſchwichtigen, daß man erklärte Herr v. Ho eſch habe bei Briand um die ſofortige Einladung des Reichskanzlers gebeten. Das iſt unrichtig. Der deutſche Botſchafter berührte dieſes Thema nicht, ebenſowenig Brian d. Es kann alſo nicht bezwei⸗ felt werden, daß ſich die franzöſiſche Regierung einem engliſch⸗amerikaniſchen Druck ausgeſetzt ſah und ſchließlich mit der Einladung konform ging. Ueber die Organiſierung der Kredithilfe kommen aus franzöſiſchen Regierungskreiſen ver⸗ ſchtedene Anregungen, die jedenfalls auf ontroll⸗ pläne hinweiſen. Es wird geſagt, daß die Auf⸗ legung der internationalen Aufbauanleihe von den Vereinigten Staaten übernommen werden ſoll. Alle europäiſchen Geldmärkte ſollen bei der Uebernahme verſchiedener Branchen entſprechend herangezogen werden. Ein Garantiekomitee der Gläu⸗ btgermächte werde die Reichsregierung wohl an⸗ nehmen müſſen. Ueber politiſche Forderungen hüllt man ſich in Schweigen, was nicht ſagen will, daß ſie im Laufe der Konferenz unter der Flagge„Wie⸗ derherſtellung des Vertrauens“ auf⸗ tauchen werden. Sollte die Konferenz gelingen— das erhoffen Engländer und Amerikaner— ſo wird ſich wahr⸗ ſcheinlich eine internationale Wirtſchafts⸗ konferenz, wie ſie die Waſhingtoner Regierung bereits vorgeſchlagen hat, in der nächſten Zeit an⸗ ſchließen. Zweimilliarden⸗Kredit für Deutſchland? Telegraphiſche Meldung — London, 17. Juli. Der Vorſchlag auf finanziellen Beiſtand für Deutſchland, den der franzöſiſche Miniſter⸗ präſident Laval heute zu veröffentlichen gedenkt, ſoll— wie ein franzöſiſcher Korreſpondent des„Daily Telegraph“ aus Paris meldet— darauf hinaus⸗ laufen, daß die Bank von Frankreich, die Bank von England und die Bundes⸗Reſervebank Deutſchland einen kurzfriſtigen Kredit von zwei Milliarden Mark gewähren würden, der allmählich durch eine Anleihe in gleicher Höhe erſetzt werden ſolle, für die Amerika, Frankreich, England, Italien und Belgien garantieren würden. Dieſe Anleihe ſolle in 10 Jahren zurückgezahlt werden. Als Gegen⸗ leiſtung für dieſen Beiſtand würden von Deutſchland 1 finanzielle Garantien verlangt werden. Erklärung der Treuhänder der Danatbank Telegraphiſche Meldung — Berlin, 16. Juli. „Die Geſchäfte der Darmſtädter und Nationalbauk K. a. A. werden von den bisher hierzu berechtigten Perſonen mit den bisher gültigen Unterſchriften unter unſerer Aufſicht und nach unſeren Weiſungen weitergeführt. Gemäß Artikel 3 der Verordnung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräſtdenten über die Darmſtädter und Nationalbank vom 13. Juli 1931 erteilen wir unſere Zuſtimmung zu den Willens⸗ erklärungen, die der laufende Geſchäftsbetrieb der Bank mit ſich bringt; ausgenommen hiervon ſind: Die Einräumung neuer und die Erhöhung be⸗ ſtehender Kredite, ebenſo wie die Aufnahme von Krediten durch die Bank. Die Treuhänder: gez. Bergmann, gez. Dr. Schippe l“ —— Keine Ernennung eines Wirtſchaftskommiſſars — Berlin, 16. Juli. Die Mitteilungen, daß die Reichsregierung einen Wirtſchaftskom mi ſ⸗ ſar mit weitgehenden Kontrollbefug⸗ niſſen über verſchiedene Zweige der privaten Wirt⸗ ſchaft ernannt habe oder zu ernennen beabſichtige, treffen, wie wir von zuſtändiger Stelle erfahren, in keiner Weiſe zu. 2. Seite Nummer 325 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Freitag, 17. Juli 1931 Wie ſtellt ſit London? Für heute iſt in London der Beginn der Sachverſtändigenkonferenz vorgeſehen Drahtung unſ. Londoner Vertreters § London, 17. Juli. Die Sachverſtändigenkonferenz tritt heute in London zuſammen, kann äber im beſten Falle nur vorbereitende Arbeit für die Miniſterkonferenz lei⸗ ſten und es wurde geſtern abend erwogen, ob ſie nicht bis zur Ankunft der Miniſter vertagt werden ſoll. Zu beiden Konferenzen ſind nur die PYoung⸗ reparationsgläubiger, einſchließlich Belgiens, ſowie Deuſchland und die Vereinigten Staaten ein⸗ geladen. Die meiſten Blätter halten daran feſt, daß die Miniſter tatſächlich am Montag abend in London eintreffen werden und zwar für die Vereinigten: Staaten ſowohl Stimſon als auch Mellon, während Japan durch ſeinen hieſi⸗ gen Botſchafter vertreten ſein ſoll. Nur der Pariſer Korreſpondent des„News Chronicle“ will wiſſen, daß auf Grund eines Telephongeſpräches zwiſchen Henderſon und Macdonald geſtern mittag „der Schauplatz aller weiteren Zuſammen⸗ künfte von London nach Paris verlegt wer⸗ den ſoll“. Zu den aus Paris gemeldeten Plänen der fran⸗ zöſiſchen Regierung verhält London ſich reſer⸗ viert. Es beſteht Uebereinſtimmung dahin, daß es Henderſon und Stimſon gelungen iſt, einen Rahmen für eine deutſch⸗franzöſiſche Ausſprache zu ſchaffen, daß dagegen die franzöſiſche Ausgangsſtellung im weſentlichen unverändert iſt. Ein Weg, die finanziel⸗ len und wirtſchaftlichen Fragen von den politiſchen zu trennen und die beiden Probleme nebeneinander und unabhängig voneinander einer Löſung näherzu⸗ bringen, ſieht einſtweilen niemand. Der diplomati⸗ ſche Korreſpondent des„Daily Herald“, der Henderſon als Sonderberichterſtatter nach Paris be⸗ gleitet hat und peſſimiſtiſch urteilt, denkt ſich die Londoner Konferenz als einen„Kampf um eine For⸗ mel“. Es wird heute anerkannt, daß die Miniſter⸗ konferenz nur noch dem Namen nach mit dem ur⸗ ſprünglichen engliſchen Konferenzvorſchlag zu tun hat, der bekanntlich während der Pariſer Hooverver⸗ handlungen gemacht wurde und den Zweck verfolgt, das Pariſer Abkommen techniſch ab⸗ zu runden. Das Ziel iſt jetzt vor allem, eine deutſch⸗fran⸗ zöſiſche Annäherung zuſtande zu bringen. Es wird in London beſtätigt, daß die amerikaniſche Regierung unter gewiſſen Einflüſſen aus dem Bank⸗ haus Morgan dieſe politiſche Seite der Angelegen⸗ hett mit der gleichen Energie betreibt wie England. Die engliſche Preſſe nimmt auch an, daß die Ameri⸗ kaner verſuchen werden, nach Möglichkeit ihrer Theſe pon dem Zuſammenhang zwiſchen weiteren Schul⸗ denerleichterungen und Abrüſtung Geltung zu ver⸗ ſchaffen. Soweit die Abrüſtungsfrage hier erörtert wird, taucht immer wieder der Gedanke eines Aus ⸗ gleichs zwiſchen dem deutſchen und franzöſiſchen Flottenbauprogramm auf. Von den Landrüſtun⸗ gen iſt noch nicht die Rede geweſen, mit anderen Worten: Die Engländer intereſſteren ſich für die Abrüſtungsfrage einſtweilen nur inſoweit, als die deutſch⸗franzöſiſche Annäherung gleichzeitig eine Ver⸗ ſtändigung zwiſchen Paris und Italien im Mittel⸗ meer erleichtern würde.. Im Unterhaus richtete ein konſervativer Ab⸗ geordneter an den Premierminiſter die Frage, ob er eine Zuſicherung geben wolle, daß er nicht ſeine Hand dazu reichen werde, Deutſchland politiſche Bedingungen aufzunttigen und ſo die deutſche Finanzlage auszubeuten. Macdonald ant⸗ wortete:„Ich nehme die Anfrage zur Kenntnis.“ Theater in Schwaben Rück⸗ und Ausblick des Württ. Landestheaters Das Württ. Landestheater brachte in der eben abgeſchloſſenen Spielzeit 1930/31 im Schauſpiel 350 Vorſtellungen, von denen 339 mit den eigenen Kräften beſtritten wurden, während 11 Gaſtſpiele auswärtiger Enſembles waren. Mit eigenen Kräf⸗ ten wurden 30 Stücke gebracht und zwar 3 Urauf⸗ führungen(Kaiſer, Miſſiſſippi— Speyer, Irgendwie geht alles— Dymow⸗Reinitz, Schatten über Harlem), 5 Neueinſtudierungen und 7 Wiederaufnahmen aus dem vorangegangenen Spielplan. Die höchſten Auf⸗ führungszahlen erreichten:„Eliſabeth von England“ mit 28,„Sturm im Waſſerglas“ mit 25,„Schneewitt⸗ chen“ mit 25,„Ein Sommernachtstraum“ mit 23, „Richter Feuerbach“ mit 19,„Raub der Sabinerinnen“ mit 18,„Schinderhannes“ mit 15,„Emil und die De⸗ tektive“ mit 15,„Ludwig Thoma⸗Abend“ mit 14, „Hauptmann von Köpenick“ mit bis jetzt 13,„Corio⸗ lan“ mit 13,„Großſtadtluft“ u.„Fuhrmann Henſchel“ mit je 12,„Vorunterſuchung“,„Herr Doktor, haben Sie zu eſſen“ mit je 11. Mit ihren Enſembles gaſtier⸗ ten Eliſabeth Bergner, die Reinhardt⸗Bühnen, Emil Jannings, Konrad Dreher, die engliſchen Schüler, eine japaniſche Truppe. 5 Die Oper brachte 7 Erſtaufführungen, 4 Neu⸗ inſzenterungen, 9 Neueinſtudierungen und 36 Wieder⸗ aufnahmen, im ganzen alſo 56 Werke. Die Erſtauf⸗ führungen ſind: Roſſinis„Angelina“, Pergoleſes einella“, Rezuieeks„Spiel oder Ernſt“, Rich. Strauß „Die ägyptiſche Helena“, Lajtais Operette Sommer von einſt“, und das Kinderballett von Bayer„Der Kinder Weihnachtstraum“. Die höchſten Aufführungs⸗ zahlen erreichten„Aida“ mit 21,„Die Puppenfee“ mit 16,„Der Bettelſtudent“ mit 15,„Carmen“ mit 12, „Pagliacei“ mit 11,„Sommer von einſt“ mit 10 Aufführungen. Mozarts 175. Geburtstag wurde durch eine zykliſche Aufführung ſeiner im Spielplan ſte⸗ hende Werke, wozu eine Neuinſzenterung des„Gio⸗ vanni“ kam, ſowie durch zwei muſikaliſche Morgen⸗ veranſtaltungen gefeiert. Als Gäſte wirkten in der „Die Magd als Herrin“, Strawinſkys Ballett„Pul⸗ Ein falſches Signal auf der Londoner Vörſe Telegraphiſche Meldung — London, 16. Juli. Auf der heutigen Londoner Börſe entſtand durch die aus der Kurstafel bekanntgegebenen Erhöhung des Diskontſatzes der Bank von England von 27 bis 4% furchtbare Aufregung, die mehrere Stunden andauerten. Inzwiſchen wurden auch die Provinz⸗ börſen und ausländiſchen Plätze alarmiert. Wie es ſich aber bald herausſtellte— die Nachricht wurde gleich widerrufen— lag dem Vorfall eine tech⸗ niſche Eigenwilligkeit des elektriſchen Kurs⸗ anzeigers zugrunde. Aufgrund der offiziellen Erklä⸗ rung, daß der Diskontſatz unverändert geblieben ſei und ſeine Erhöhung wirklich nur ein im wahr⸗ ſten Sinne des Wortes falſches Signal darſtellte, trat wieder fühlbare Erleichterung ein. Slimmungsumſchwung der Londoner City Telegraphiſche Meldung — London, 16. Juli. Die Stimmung der Londoner City iſt heute wie umgewandelt. Die Berliner Nachrichten über die energiſchen Maßnahmen der Reichsregierung und der Reichsbank ſowie über den ruhigen Verlauf des erſten Tages, an dem die Banken ihre Kaſſen⸗ räume wieder geöffnet hatten, haben die über allen Märkten ſchwebenden Wolken der Beſorgniszer⸗ ſtreut und allgemein ſieht man der Entwicklung der Ereigniſſe in den nächſten Tagen mit großer Zuverſicht entgegen. Man glaubt nunmehr, daß Deutſchland gezeigt hat, daß es alles menſchen⸗ mögliche zu tun bereit iſt, um ſein Haus in Ordnung zu bringen und den Weg für eine großzügige inter⸗ nationale Aktion zu ebnen. Hinſichtlich des Ergeh⸗ niſſes der kommenden Beſprechungen der führenden Staatsmänner hört man infolgedeſſen überwiegend optimiſtiſche Prognoſen. Die Fortſetzung der Erholung der Reichsmark kann als Beweis dafür gelten, daß man hier die akute Kriſe für über⸗ wunden hält. Ein weiterer günſtiger Faktor war, daß das Pfund Sterling den meiſten anderen Deviſen gegenüber wieder erheblich an Boden ge⸗ wann. Immerhin haben die geſtrigen Kreditabzüge für Rechnung ausländiſcher Banken der Bank von Eng⸗ land heute weitere 5 Millionen Pfund an Goldabgängen gekoſtet. Die Goldverluſte der letzten Tage werden jedoch in hieſigen Finanz⸗ und Wirtſchaftskreiſen mit großer Ruhe beobachtet. Die Telegraphiſche Meldung — Paris, 17. Juli. Zur Reiſe des Reichskanzlers und des Reichs⸗ außenminiſters nach Paris ſchreibt:„Petit Jour⸗ nal“; Der Beſchluß der deutſchen Reichsregierung be⸗ deutet ein richtiggehendes Revirement der deutſchen Politik, das geeignet iſt, eine Lage günſtig zu beeinfluſſen, die äußerſt gefährlich war. Dr. Brüning und Dr. Curtius faßten endlich unter dem Druck der Notwendigkeit den einzigen Beſchluß, der Rettungsausſichten eröffnen kann. Wir ſtehen alſo vor der internationalen Konferenz, die ſeit langem durch die Solidarität der Nationen und den geſunden Menſchenverſtand gefordert wurde. In Tatſache, daß London wieder einmal die Rolle des Weltbankiers in kritiſcher Zeit ſpielen kann, ohne auch nur zu einer Erhöhung des Diskontſatzes ſchreiten zu müſſen, wird allgemein mit Genugtuung hervorgehoben. An der Effektenbörſe herrſchte von Anbeginn feſtere Stimmung, wofür zunächſt die feſteren Newyorker Schlußkurſe verantwortlich wa⸗ ren. Deutſche Anleihen erfuhren eine kräftige Erholung. Gerüchtweiſe verlautet, daß die Londoner Akzepthäuſer heute beſchloſſen ha⸗ ben, deutſchen Firmen gewährte Akzeptkredite zu prolongteren. Auch A. S. A. nimmt keil an der Londoner Konferenz Telegraphiſche Meldung 5 Waſhington, 16. Juli Unterſtaatsſekretär Caſt le gab heute die Erklä⸗ rung ab, daß er ſoeben vom Weißen Hauſe aus mit Stimſon in Paris telephoniſch geſprochen habe, Daraufhin habe Präſident Hoover beſchloſſen, Staats⸗ ſekretär Stimſon zu der für Montag einberufenen Londoner Konferenz der Regierungschefs Deutſchlands, Englands, Frankreichs, Italiens und der Vereinigten Staaten als offiziellen Vertreter der amerikaniſchen Regie⸗ rung zu entſenden. Als Zweck der Konferenz wurde von hoher Regierungsſeite bezeichnet: Formu⸗ lierung eines ſorgfältig überlegten, auf lange Sicht berechneten Planes zur Unterſtützung Deutſchlan ds auf breitmöglichſter Grundlage, ſowie Beilegung der Differenzen zwiſchen Berlin und Paris, welche die tatkräftige in⸗ ternationale Zuſammenarbeit bisher erſchwerten.“ Weiter wurde mitgeteilt, es handle ſich um eine Nötkonferenz zur Bekämpfung eines Notzuſt andes, und Stimſon werde ſich an der Diskuſſion ebenſo beteiligen wie die Mitglieder des Völkerbundsrates bei ihren regelmäßigen Genfer Sitzungen. Natürlich werde er jedoch keinerlei poli⸗ tiſche Bindungen eingehen; er werde vielmehr in freundſchaftlichem Geiſte zwiſchen Deu tſch⸗ land und Frankreich zu vermitteln ſuchen, denn beſte Beziehungen zwiſchen Berlin und Paris ſeien Vorbedingungen für eine Nothilfe, die die deutſchen Finanzen auf eine wirklich lebensfähige Baſis ſtellen. Stimſons Retiſepläne ſeien durch die obige Entſcheidung erheblich umgeſtaltet worden, und man könne zur Zeit nicht überſehen, wann er nach Berlin reiſen könne. Amerika erhoffe von der Londoner Konferenz eine weſentliche und erkennbare Beſſerung der politiſchen ſowohl wie der wirtſchaftlichen Lage. Was fast die Patiſer Preſſe? Eine durchweg verſtändnisvolle Stellungnahme Paris ſollte ſie ſtattfinden und wird ſie auch ſtatt⸗ finden, weil Frankreich ſich in den geſün⸗ deſten Verhältniſſen befindet und weil nichts Solides ohne Frankreichs Be⸗ teiligung geſchaffen werden kann. Dieſe bevorzugte Stellung gewährt Frankreich Rechte, die es verteidigen muß, aber auch Pflichten, denen nachzukommen es nicht verfehlen wird. Das Problem des Vertrauens muß unter den Na⸗ tionen Europas in einem europäiſchen Geiſte in An⸗ griff genommen werden. Es ſetzt außerdem die Mit⸗ wirkung Amerikas und eine weitgehende internatio⸗ nale Zuſammenarbeit voraus. Wir wünſchen, daß ſämtliche Unterhändler und namentlich die Vertreter Deutſchlands von dieſem Geiſte der Solidarität be⸗ ſeelt ſeien. 6 1 1 3 Or e La Republique“, das Organ Daladierz 7 ſchreibt: Morgen wird im Quai d' Orſay die erſte Sitzu des Verwaltungsrates Europas abgehalten. Wig können uns über die Herkunft Dr. Brünings und Dr. Curtius' nur freuen, aber wir bedauern le⸗ diglich, daß ein derartiger Beſchluß unter dem Zwang der Ereigniſſe getroffen worden iſt. Aber es iſt weder der Ort noch die Zeit, Vor⸗ würfe zu machen. Jetzt muß man han⸗ deln, und zwar ſchnell. Das Blatt ſpricht im übrigen den Gedanken aus, daß Frankreich die fi⸗ nanzielle Lage Deutſchlands nicht aus beuten dürfe. Es dürfe auch nicht den Fehler be⸗ gehen, politiſche Garantien zu for⸗ dern. Denn was würden Unterſchriften ſein, die man unter dem Druck des Zuſammenbruchs erhalten hätte? „Avenir“ erklärt: Amerika, England, Frank⸗ reich und Deutſchland werden um einen Tiſch ver⸗ ſammelt ſein. Um die Ruhe der Welt wieder her⸗ zuſtellen, würde es genügen, wenn ſie etwas guten Willen zeigten, der unſererſeits nicht fehlt. Wenn ihnen das nicht gelingt, werden wir uns keinen Vorwurf zu machen haben; die Völker werden wiſſen, wo die Verantwortlichen zu ſuchen ſind. Warten wir alſo ruhig ab. „Excelſior“ ſchreibt: Reichskanzler Brüning und Dr. Curtius werden in Paris ſein, deſſen Be⸗ völkerung von ſeiner traditionellen Würde und ruhigem Verhalten gegenüber ausländiſchen Gäſten nicht abgehen wird. Zum erſtenmal ſeit dem Ver⸗ ſafller Frieden kommt ein deutſches Staatsoberhaupt nach Frankreich. Dr. Brüning wird vor dem Di⸗ lemma ſtehen, eine Kataſtrophen⸗Aera oder eine neue Friedens⸗Aera für Europa zu eröffnen. Letzte Meldungen Reichstag wird nicht einberufen? — Berlin, 17. Juli. In der heutigen Sitzung des Aelteſtenrates des Reichstages, die um 11 Uhr vor⸗ mittags beginnt, werden— wie das„Berliner Tage⸗ blatt“ hört— auch die Sozialdemokraten gegen die Einberufung des Reichstages ſtimmen, ſo daß eine Mehrheit gegen die Einberufung ſicher iſt. Kommuniſtenprozeß in Hamburg — Hamburg, 16. Juli. Vor der Strafabteilung Ib hat heute ein großer Kommuniſtenprozeß be⸗ gonnen, der die ſchweren Zuſammenſtöße in Geeſt⸗ hacht vom 26. Januar 1931 zum Verhandlungs⸗ gegenſtand hat. Es handelt ſich dabei um ein Feuergefecht zwiſchen Polizei und Kommuni⸗ ſten, welche anläßlich einer nattonalſozialiſtiſchen Kundgebung nach Geeſthacht zuſammengezogen wor⸗ den waren. Im Verlauf der Tumulte wurden zwei Kommuniſten getötet und eine große Anzahl von Perſonen mehr oder minder ſchwer ver⸗ letzt. Im ganzen haben ſich 34 der KPD angehb⸗ rende bezw. naheſtehende Angeklagte wegen Auf⸗ ruhrs zu verantworten. Die Verhandlungen dürften mindeſtens zwei Wochen in Anſpruch nehmen. Franzöſiſch⸗ſpaniſches Zollabkommen für Marokko — Paris, 17. Juli. Wie Havas aus Rabat be⸗ richtet, haben die ſeit langem geführten franzöſtſch⸗ ſpaniſchen Finanz⸗ und Zollverhandlungen über die franzöſiſch⸗ſpaniſche Marokko⸗Zone zu einer Einigung geführt. Ein Abkommensentwurf wird demnächſt den Regierungen zur Genehmigung unterbreitet werden. Schweres Einſturzunglück in Budapeſt — Budapeſt, 17. Juli. In der St. Ladislaus⸗Gaſſe an der Peripherie der Stadt iſt geſtern nachmittag das Gerüſt eines vierſtöckigen Neubaues aus bisher unbekannter Urſache plötzlich zuſammen⸗ geſtürzt. Eine Mauer ſtürzte dabei ein. Bisher wurden ein Toter und elf Verletzte unter den Trümmern gefunden. Man vermutet noch wei⸗ tere Tote, und auch die Zahl der Verletzten dürfte ſich noch höher ſtellen. 2 Baklanoff in„Margarethe“ und„Giovanni“ Jovita Fuentes in„Madame Butterfly“. Richard Strauß dirigierte ſeine„Aegyptiſche Helena“ und Haus Pfitz⸗ ner ſeine„Roſe vom Liebesgarten“. Die neue Spielzeit ſteht im Schauſpiel naturgemäß im Zeichen des Goethejahres. Die Spielzeit wird eröffnet mit einer Neuinſzenierung des„Götz“. abend, der die Jugendwerke„Die Laune des Ver⸗ liebten“,„Die Mitſchuldigen“ und„Die Geſchwiſter“ umfaßt. Dazu kommen als Wiederaufnahme„Iphi⸗ genie“ und„Fauſt“. An Klaſſikern ſind ferner vor⸗ geſehen Schiller„Kabale und Liebe“, Shakeſpeare „Hamlet“ und„Zweierei Maß“(Uraufführung der Uebertragung von Hans Rothe). Molieère⸗Abend, der vorausſichtlich aus„Tartüffe“ und dem„Eingebildeten Kranken“ ſich zuſammen⸗ ſetzt. Der Zyklus zu Gerhart Hauptmanns 75. Ge⸗ burtstag wird weiter aufgebaut mit dem Scherzſpiel „Schluck und Jau“(Erſtaufführung) und„Hanneles Himmelfahrt“ Zum 70. Geburtstage von Schnitz⸗ ler und Fulda werden„Anatol“ und„Jugend⸗ freunde“ zur Aufführung kommen An neuen Stücken ſind vorgeſehen: Palitzſch „Mademoiſelle Docteur“ Uraufführung), Pen⸗ zoldt„Die portugaleſiſche Schlacht“, Friedrich For⸗ ſter„Der Graue“ und Henry Heiſeler„Die magiſche Laterne“. Als zweites Stück der neuen Spielzeit wird Ruederers Volksſtück„Die Fahnenweihe“ er⸗ ſcheinen, ſpäter Anzengrubers„Das vierte Gebot“. An Unterhaltungsſtücken ſind bis jetzt geplant Seca und Fernandez„Caramba!“(Erſtaufführung) und Wilkens und Juſtinus„Kyritz⸗Pyritz“ als Neu⸗ inſzenterung. Wegen der Erwerbung mehrerer neuer Stücke, ſo Brund Franks Luſtſpiel„Nina“ und Bruckners Goldmacherſtück ſteht man noch in Unterhandlungen. Die Oper bereitet zwei Ur⸗ aufführungen vor: Rezniceks„Der Gondoliere des Califen“. An Erſtaufführungen ſind geplant Hans Pfitzners neue Oper„Das Herz“, Wolf⸗Fer⸗ rart„Die ſchalkhafte Witwe“ und Darius Milhauds „Der arme Matroſe“. Neuinſzeniert werden Glucks „Opheus und Eurydike“, Haydns„Apotheker“(zum 200. Geburtstag), Aubers„Die Stumme von Por⸗ r Leo Slezak in,„Othello“ und„Jüdin“, Georg Es folgen„Clavigo“ und ein Luſtſpiel⸗ Weiterhin ein des Dogen“ und Franco Caſavolas„Der Bucklige tici“, Billinis„Norma“, Meyerbeers„Hugenotten“, Roſſinis„Barbier“, Verdis„Traviata“ und Tſchai⸗ kowſkys„Eugen Onegin“. Die Operette bringt Joh. Strauß„Spitzentuch der Königin“ und„Fleder⸗ maus“ und Lehars„Zarewitſch“ und„Luſtige Witwe“, Das Schickſal der Oper ab Herbſt 1932 i ſt aber immer noch ungewiß. Feſt ſteht nur, daß der Staatszuſchuß tatſächlich um 500 000 Mark gekürzt wird und die württembergiſchen Landes⸗ theater nunmehr ſtatt mit 2 Mill. Mark Zuſchuß nur noch mit einem ſolchen von 900 000 Mark rech⸗ nen können. Man glaubt aber nach wie vor in Stuttgart, daß durch ſcharfe Einſparungen im Ge⸗ ſamthaushalt der Landestheater die Aufrechterhal⸗ tung der Oper möglich iſt. Aus der„guten alten Zeit“ In„Steinbergers Breslauiſchem Tagebuch“, das auf der Breslauer Univerſitätsbibliothek bewahrt wird, iſt eine vortreffliche Quelle erhalten, aus der man ableſen kann, wie das Alltagstreiben in Bres⸗ lau um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert ſich abſpielte. Ein paar bezeichnende Proben daraus wer⸗ den in den„Schleſiſchen Monatsheften“ veröffentlicht: „Anno 1682, den 26. September, hat ein Weib am Pranger geſtanden, darum, daß ſie in der Neuſtädter Kirchen mit einem Fiſchbein, mit Vogelleim be⸗ ſtrichen, das Geld aus dem Gotteskaſten geangelt und geſtohlen.— 2 Anno 1691, den 2. July, hat Frau Lehmannin, Doctor Tulles hinterlaſſene Tochter, die Karten⸗ macherin— beide in der Fechtſchul wohnhaft— ge⸗ ſchlagen, der Kartenmacherin auch ein Stück Fleiſch aus dem Arm gebiſſen und dasſelbe einem Hunde vorgeſpien, das er gefreſſen, Heißt das nicht recht: ſie beißen ſich miteinander wie die Hunde?— 5 Anno 1693, den 10. Februar, des Morgens zwi⸗ ſchen 4 und 5 Uhr hat ſich auf der Schuhbrücke in Herrn v. Hoffmannswaldaus Hinterhauſe ein Schul⸗ herr zu S. Maria Magdalena, namens Riemer, zum Fenſter heruntergeſtürzt und iſt auf dem Tag allda tot aufgefunden worden. Er wurde bald durch den Scharfrichter zum Galgen geſchleppt und begraben. Zuvor hat er fromm gelebt, aus was für Urſach er aber in dieſe Verzweiflung gefallen und wie es eigentlich zugegangen, bleibt Gott am beſten bekannt. Anno 1710, den 31. Mai, ward ein Schäffer Georg Titze von Machnitz zwei Stunden ins Narren⸗Kät⸗ terle geſtellt, daß er in einen Sack Wolle einen Stein von 14 Pfund getan und mitwiegen laſſen. Hatte den Stein nebſt einem Täflein am Halſe hängen, darauf ſtand geſchrieben: Alſo werden die Wolle⸗ Betrüger geſtraft.““ Renate Müller erkrankt. Aus London, 16. Juli, wird uns berichtet: Die deutſche Schau⸗ ſpielerin Renate Müller, die in dieſen Tagen erſt⸗ mals in den Gaumont⸗Studios in Islington⸗London bei der Aufnahme des engliſchen Films„Sunſhine Sufie“ mitwirkte, iſt plötzlich, während die Aufnahme der erſten Szenen im Gange war, erkrankt. Sie wurde in aller Eile nach einem Sanatorium ge⸗ bracht, wo ſie ſich einer Operation wegen Peritonitis n (Bauchfellentzündung) unterziehen mußte. Ihre Er⸗ krankung hat zur Folge, daß das Weiterdrehen des Filmes, in welchem auch Owen Nares, Jack Hulbert und Morris Harvey mitſpielen, vorläufig eingeſtellt werden mußte. 5 Kriſe des billigen Serienbuches. Die wirt ſchaftliche Notlage wirkt ſich, wie aus Buchhändler⸗ kreiſen geſchrieben wird, nicht zuletzt auch auf den Abſatz des auf Maſſenproduktion berechneten billi⸗ gen Serienbuches aus. Dieſer Abſatzrückgang muß gerade das billige Buch umſo ſchwerer treffen, als für den Buchhandel im Abfatz für das gepflegte Einzelbuch kaum jetzt Erſatz geſchaffen werden kann. Nicht zuletzt iſt die Kriſe einiger großer Verlags⸗ anſtalten in dem Scheitern dieſer Spekulation auf billigem Maſſenabſatz bedingt. Es wird daher für das Herbſtgeſchäft mit einer erheblichen Einſchrän⸗ kung der Serienproduktion gerechnet. Die gleiche Bewegung zeigt ſich übrigens auch im Aus⸗ lande. Sowohl in England wie auch in Frank⸗ reich, wo das billige Serienbuch beſonders beliebt war, kehrt man bereits zur individuellen Preis- geſtaltung zurück, nachdem Maſſenauflagen nur mehr ſchwer abzufetzen ſind. Auch in Amerika, wo zuletzt das billige Serienbuch über Warenhäuſer und Zigarrenläden vertrieben wurde, iſt ein merk⸗ licher Umſchwung zu verzeichnen. Nur noch eine Firma wird in dieſem Herbſt eine neue Serie des ein Dollar Buches herausbringen. zupt Di⸗ ieue des vor⸗ age⸗ ten men, fung lung be⸗ eeſt⸗ ngs⸗ ein uni⸗ ſchen wor⸗ rden roße ver⸗ ehö⸗ ö 1 F 3 ngen ruch t be⸗ ſiſch⸗ r die gung tächſt reitet f Gaſſe tittag ues men⸗ is her unter wei⸗ ürfte 4 * den. Freitag, 17. Juli 1931 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag ⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 325 —— Schon wieder Neureglung des Kraftverkehrs Einführung eines Fahrtenbuchs- Fehlende Reglung der Perſonenbeförderung mit Liefer- und Laſtkraftwagen Neue Vorſchriften Neue Pein Im Reichsverkehrsminiſterium iſt die Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahr⸗ zeugen einer Durchſicht unterzogen worden. Die neue Faſſung, die eine Reihe von neuen Beſtim⸗ mungen bringen, andre Beſtimmungen und bisher umſtrittene Auslegungen klären ſoll, liegt dem Reichsrat vor. Nach dem, was über den Inhalt ver⸗ lautet, muß manches Zuſtimmung finden; in andrer Beziehung bedeuten die Aenderungen eine weitere Erſchwerung für den Kraftverkehr, die zum Teil im allgemeinen Intereſſe in Kauf genommen, zum an⸗ dern Teil aber durchaus abgelehnt werden müſſen. Um von den weſentlichſten Aenderungen das Be⸗ grüßungswerte vorwegzunehmen, ſei aus einer Auf⸗ zählung der„Köln. Ztg.“ folgendes aufgezeichnet: Der Hupzwang wird beſchränkt Nicht mehr dort, wo es die Sicherheit des Verkehrs erfordert— dieſe Vorſchrift wurde bekanntlich von den Gerichten ſtark überſpannt—, ſondern nur wenn Wegebenutzer oder Fußgänger gefährdet ſind und zum Zeichen der Abſicht des Ueberholens, nicht da⸗ gegen als Warnungszeichen zum Zweck ſchnellern Vorwärtskommens ſoll die Hupe benutzt werden. Der Richtungsanzeiger Die Kapſelwinker werden unter Zubilligung einer angemeſſenen Uebergangszeit abgeſchafft. An Win⸗ ker, deren Vorhandenſein nicht unbedingt vorgeſchrie⸗ ben wird, wird die Anforderung geſtellt: ſie müſſen an der Seite erſcheinen, nach der abgebogen werden ſoll, ſie müſſen den Umriß des Wagens verändern, von vorn und hinten und vom Führerſitz ſichtbar und im ausgeſchalteten Zuſtand unſichtbar ſein. Als Kennzeichen werden auch ſolche mit erhabe⸗ neu Buchſtaben und Zahlen zugelaſſen. Entſprechend den internationalen Beſtimmungen wird— ab 1932 — für die Krafträder wieder das hintere Kennzeichen vorgeſchrieben. Bei Perſonenwagen iſt die zuläſſige Belaſtung fernerhin in Kilogramm— ſtatt wie bisher in Per⸗ ſonen— anzugeben. Hinzugefügt wird die Beſtim⸗ mung, daß nicht mehr Perſonen mitgenommen wer⸗ den dürfen, als ohne Behinderung des Führers Platz haben. Den allzu häufig trifft man jetzt— beſonders — Lieferwagen, wo der Führer ſich nicht mehr frei be⸗ wegen kann. Entziehung des Führer⸗ ſcheins ſchließt das Verbot des Fahrens von Kleinkrafträdern ein. Bedenklich müſſen die Beſtimmungen über das Vorfahrtrecht der Straßenbahn erſcheinen. Wege, in denen Gleiſe verlegt ſind, ſollen ſtets als Hauptverkehrswege anzuſehen ſein. Noch folgenſchwerer ſind die geplanten Beſtimmungen über das Verhalten bei Bahnübergängen, die folgendermaßen gefaßt ſind:„Bei Annäherung an einen Eiſenbahnübergang in Schienenhöhe iſt, wenn nicht unzweifelhaft erkennbar iſt, daß ſich Zug in gefahrdrohender Weiſe nähert, die Geſchwindigkeit ſo einzurichten, daß das Fahrzeug noch vor dem Ueber⸗ gang zum Stehen gebracht werden kann.“ Hiermit iſt den Forderungen der Reichs⸗ hahn allzu weitgehend nachgegeben, denn danach kann der Kraftfahrer— auch wenn kein Unfall entſteht— wegen Uebertretung beſtraft wer⸗ Dahinter lauert dann die Gefahr einer Be⸗ ſtrafung wegen Transportgefährdung, und damit wird wiederum dann regelmäßig die Haftung für Unfallſchaden dem Kraftfahrer zugunſten der Reichsbahn auferlegt. 5 Aber noch eine andere außerordentliche und gänzlich überflüſſige Erſchwerung ſoll die neue Ver⸗ ordnung dem Kraftverkehr beſcheren: Der Polizei⸗ behörde ſoll die Ermächtigung beigelegt werden, die Führung eines Fahrtenbuchs anzuordnen, aus dem für jede einzelne Fahrt Fah⸗ rer, Zeit und Fahrſtrecke hervorzugehen habe. Als Begründung für ein ſolches mittelalterliches Aus⸗ nahmerecht gegen den Kraftfahrer muß herhalten, daß es bisher häufig nicht möglich geweſen ſei, den Verantwortlichen bei Uebertretungen und Unfällen zu ermitteln, weil Halter und Fahrer die Behörde — abſichtlich oder unabſichtlich— über den wahren Sachverhalt getäuſcht hätten. Dieſe Gründe können das Ausnahmerecht, mit dem auch das geſetzliche Zeugnisverweigerungsrecht nichtig ge⸗ macht würde, nicht rechtfertigen. Die Beſtimmungen würden jeder polizeilichen Schikane Tür und Tor öffnen. Viele Fragen müſſen auftauchen, wie bei⸗ ſpielsweiſe: Gegen wen— allgemein oder nur gegen einzelne, als unſicher erwieſene Perſonen— ſoll die Polizeibehörde von der Ermächtigung Gebrauch ma⸗ chen dürfen? Sollen unrichtige Eintragungen als Urkundenfälſchung gelten? Ungelöſte Fragen Vermiſſen muß man anderſeits aber auch, daß einige Fragen des Kraftverkehrs, die durchaus reif zur Regelung ſind, auch jetzt unbeachtet bleiben. So die Aufhebung der Geſchwindigkeits⸗ grenze oder wenigſtens die allgemeine Herauf⸗ ſetzung von 30 auf 40 Kilometer, die Beſtrafung des Schwarzfahrens, die volle Unterſtel⸗ lung des Poſtkraftverkehrs unter die Vor⸗ ſchriften des Reichsgeſetzes, deſſen Ausnahmeſtellung wie Vorfahrtrecht u. a. m. noch aus der Zeit der ſeligen Poſtkutſche, dem Poſtgeſetz von 1871 ſtammt, aber unverändert in Anſpruch genommen wird. Dringend notwendig erſcheint endlich auch die Rege⸗ lung der Benutzung von Liefer⸗ und Laſtkraftwagen zur Perſonenbeförderung Mehrfach iſt in der Preſſe bereits auf die Uebel⸗ ſtände, die hier eingeriſſen ſind, und auf den Um⸗ ſang, den dieſer Verkehr beſonders an Sonn⸗ und Feiertagen und zu den Maſſenverſammlungen der radikalen politiſchen Parteien angenommen hat, hin⸗ gewieſen worden. Aus Gründen der allgemeinen Verkehrsſicherheit, der Sicherheit für die Inſaſſen, die nicht wie bei ordentlichen Omnibusfahrten, deren Unternehmer die Verpflichtung zur Verſicherung der Fahrgäſte haben, gegen etwaige Unfälle geſchützt ſind, bedarf es dringend der Regelung. Faſt nach jedem Sonntag lieſt man von mehr oder weniger ſchweren Unfällen gerade ſolcher an ſich zur Maſſen⸗ perſonenbeförderung ungeeigneter Wagen. Die Be⸗ nutzung von Liefer⸗ und Laſtkraftwagen zur Perſo⸗ nenbeförberung ſollte nur geſtattet ſein, wenn die Wagen mit ordentlichen, ſicheren Sitzgelegenheiten ausgeſtattet und zu dieſem Zweck beſonders zugelaſ⸗ ſen ſind. Hält man eine Neufaſſung der Verkehrsordnung überhaupt für geboten, ſo iſt auch zu fordern, daß die offenen Fragen, die zum Teil dringender und wichtiger ſind als manche der in Ausſicht genomme⸗ nen Aenderungen, gleichzeitig mit geregelt werden. Der neue Mannheimer Elektrizitätstarif Nur noch 3,5 Pfg. für 1 Kilowattſtunde bei Heißwaſſerſpeichern Nach dem neuen Sondertarif, der, wie ſchon gemeldet, dieſer Tage vom ſtädt. Elektrizitätswerk her⸗ ausgegeben wurde, beträgt der Preis für eine Kilowattſtunde nur noch 3,5 Pfg. für den Betrieb von elektriſchen Heißwaſſerſpeichern, elektr. Wärmeſpeicher⸗ Heizanlagen u. ähnlichen Anlagen, die ausſchließlich mit Nachtſtrom, d. h. in der Zeit von 21 Uhr abends bis 7 Uhr morgens betrieben werden. In Nr. 166 der„N. M..“ vom 11. April 1931 wur⸗ den in einem Artikel die monatlich entſtehenden Be⸗ triebskoſten für die Herſtellung des im Haushalt er⸗ forderlichen Heißwaſſers einmal bei Betrieb eines elektriſchen Heißwaſſerſpeichers, ſodann bei Betrieb eines Gasherdes bezw. Gasbadeofens dargeſtellt. Da durch die Ermäßigung des Nachtſtromes auf 3,5 Pfg. /K Wh dieſe Betriebskoſten beim Heißwaſſerſpeicher eine weſentliche Aenderung erfahren haben, ſet die Zuſammenſtellung im folgen⸗ den nochmals mit Berückſichtigung des neuen Strom⸗ preiſes wiedergegeben: 1. Haushalt von 4 Perſonen mit Bad: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerherſtellung für Haushalt und Bad mit Gasherd bezw. Gasbadeofen: R./ 12.— und mit elektr. Heißwaſſerſpeicher: R..40. 2. Haushalt von 3 Perſonen mit Bad: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerherſtellung für Haushalt und Bad mit Gasherd bezw. Gasbadeofen: R./.40, und mit elektr. Heißwaſſerſpeicher:./.10. 3. Haushalt von 2 Perſonen mit Bad: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerherſtellung für Haushalt und Bad mit Gasherd bezw. Gasbadeofen: R..85 und mit elektr. Heißwaſſerſpeicher: R..75. Obige Gegenüberſtellung zeigt die Koſten bei Vor⸗ handenſein eines Badezimmers mit Gasbadeofen. Iſt kein Badezimmer vorhanden, oder wird in der Küche ein beſonderer Heißwaſſerſpeicher aufgeſtellt, der nur zur Bereitung von Haushalt⸗Heißwaſſer dient, ſo ergeben ſich folgende Verhältniſſe: 1. Haushalt von 4 Perſonen: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerherſtellung nur für Haushalt mit Gasherd:./.40 und mit elektr. Heißwaſſer⸗ ſpeicher: R/.75. 2. Haushalt von 8 Perſonen: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerbereitung nur für Haushalt mit Gasherd: R..75 und mit elektr. Heißwaſſer⸗ ſpeicher:./.10. 3. Haushalt von 2 Perſonen: Monatliche Koſten bei Heißwaſſerbereitung nur für Haushalt mit Gasherd: R..05 und mit elektr. Heißwaſſer⸗ ſpeicher: R./.45. Die monatliche Miete des für die Meſſung des Nachtſtromes erforderlichen beſonderen Zählers mit zugehöriger Sperruhr von durchſchnittlich R.50 iſt in obigen Koſten enthalten. Bezüglich des an⸗ genommenen Durchſchnittsverbrauches von—10 Lit. Heißwaſſer pro Kopf und Tag wurde der Verfaſſer von verſchiedenen Seiten angegangen, daß dieſer Durchſchnittsverbrauch zu hoch gewählt wäre. Es ſei hierzu bemerkt, daß dieſe Erfahrungswerte nicht nur von den verſchiedenſten Firmen, die Heiß⸗ waſſerbereitungsapparate herſtellen, feſtgeſtellt wur⸗ den, ſondern auch von bekannten Elektrizitätswirt⸗ ſchaftlern und Gasfachleuten und nicht zuletzt vom Verfaſſer ſelbſt. Wenn eben dieſe Werte in einem Haushalt nicht erreicht werden, ſo iſt dies lediglich ein Beweis dafür, daß in dem betreffenden Haushalt mit dem Heißwaſſerverbrauch beſonders ſparſam um⸗ gegangen wird. Die mit dem elektriſchen Heißwaſſerſpeicher erzielten Erſparniſſe ſind alſo derartig groß, daß man damit ohne weiteres einen beträchtlichen Teil der monatlichen Raten bei deſſen Bezug über das Städt. Elektrizitätswerk be⸗ zahlen kann. Der einmalige Anſchaffungspreis, der bei der heutigen wirtſchaftlichen Notlage wohl der Hauptgrund dafür war, daß der Heißwaſſerſpeicher in den Haushaltungen bisher noch ſo wenig anzutreffen war, ſpielt nun faſt keine Rolle mehr, da er nach einer gewiſſen Zeit durch die Erſparniſſe ee iſt. Unze. Ruhe und Beſonnenheit Handelskammer Mannheim zur Lage Die Handelskammer für den Kreis Mannheim hat in ihrer geſtrigen Vollverſammlung die wirtſchaftspolitiſche Lage beſprochen und iſt zu dem Ergebnis gekommen, daß das Schickſal Deutſchlands und ſeiner Bewohner davon abhängt, daß die not⸗ wendigen Maßnahmen mit größter Ruhe und Beſonnenheit entgegengenommen und durch⸗ geführt werden. Jede Uebereilung und Beunruhi⸗ gung kann nur zu einer Schädigung der Geſamtheit und jedes Einzelnen führen. Zum Noten ham⸗ ſtern liegt kein Anlaß vor, es kann nur die Schwierigkeiten vermehren und ver⸗ längern. Die von der Regierung und Reichs⸗ bank eingeleiteten Maßnahmen ſind geeignet, den Zahlungsverkehr wieder in normale Bahnen zu lenken. Gleichzeitig wurden auch die früheren Notverord⸗ nungen des Reiches und des Landes Baden erörtert. Die Stellung dazu, zur Verwaltungs⸗ und Reichs⸗ reform und zum Gutachten der Sparkommiſſion der badiſchen Staatsverwaltung wurde für einen ruhige⸗ ren Zeitpunkt vorbehalten. Gewerbeverein und Handwerker- verband e. B. Ergebnis der Vorſtandswahl Der Gewerbeverein und Handwerkerverband Mannheim e. V. hat an ſeiner bewährten Führung feſtgehalten und ſeinen ſeitherigen Vorſttzenden, Stadtverordneten und Spenglerobermeiſter Friedrich Rheinnecker, einſttmmig wiedergewählt. Auf den Poſten des ſtellvertretenden Vorſitzenden wurde das Verwaltungsratsmitglied Fleiſcherobermeiſter Gott⸗ lieb Kurz berufen. Kaſſier bleibt der ſeit langen Jahren dieſes Amt verwaltende Malermeiſter Her⸗ mann Krüger. Der Verwaltungsrat ſetzt ſich ſatzungsgemäß aus zwölf Herren zuſammen, von denen mindeſtens drei Viertel Handwerksmeiſter ſein müſſen. Dieſem Gre⸗ mium gehören außerdem an je ein Vertreter einer gewerblichen Kreditgenoſſenſchaft(Direktor Dr. Wol⸗ fensberger von der Mannheimer Gewerbebank) und der Handwerkskammer(Syndikus Eiermann). Es hat ſich gezeigt, daß die Zuſammenſetzung des Verwaltungsrates in dieſer Form die denkbar gün⸗ ſtigſte iſt, um Fragen der verſchiedenſten Handwerks⸗ zweige eingehend zu beraten und zu löſen. Veſtattung von Gaſtwirt v. Berg Unter großer Beteiligung wurde geſtern nachmit⸗ tag der bekannte Mannheimer Gaſtwirt Peter von Berg, der Inhaber der Gaſtwirtſchaft„Zum kleinen Meyerhof“, der am Dienstagmorgen tödlich verun⸗ glückt war, zu Grabe getragen. Der Geiſtliche Vikar Schön legte ſeiner Anſprache das Bibelwort„Meine Wege ſind nicht eure Wege, meine Gedanken ſind nicht eure Gedanken“ zugrunde u. ſprach den trauernd Hinterbliebenen herzlich Troſt zu. Am Grabe legte für den Gaſtwirte⸗ und Hotelier⸗Verband das Vor⸗ ſtandsmitglied, Herr Weller, einen Kranz nieder. Herr Crezelli dankte im Namen des Vereins für Körperpflege 1886, deſſen treues Mitglied Peter von Berg geweſen war. Auch der Verband der Kaffee⸗ hausbeſitzer und die Gaſtwirte⸗Vereinigung und viele Freunde bekundeten durch Kranzniederlegungen ihre Teilnahme. Nachdem ſich die Fahne des V. f. K. über dem Grabe geſenkt hatte, blies der Bläſerchor ein Abſchiedslied. * * Renovation des linken Schloßflügels und des Amtsgerichtsgebäudes. Bis auf einen kleinen Teil wurden ſämtliche Gänge, Treppenhäuſer und Räume des Landgerichts und des Amtsgerichtes neu ge⸗ ſtrichen. Das Innere macht jetzt einen ſeiner Be⸗ ſtimmung entſprechend würdigen Eindruck. Im Erdgeſchoß harren noch die ſchmutzig grau⸗ſchwarzen Wände der Kriminalpolizei eines Anſtriches. Drin⸗ gend notwendig wäre auch eine Renovation des Durchganges nach dem Ballhauſe. 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K. unternahmen ihre regelmäßigen Bettelgänge mit der Abſicht, bei offener Tür zu nehmen, was ſie finden, ſtatt ſich geben zu laſſen. Die Hausangeſtellten kann⸗ ten ſie. Das ward ihnen bei einem Diebſtahl in dem Hause einer Witwe in der Oſtſtadt zum Verhängnis. Die Frau bewohnt den 2. und 3. Stock. R. findet die Korridortüre im 2. Stock offen und, da er ſelber keinen Mut hat, benachrichtigt er ſeinen Freund. Dieſer ſchleicht ſich ins Schlafzimmer und holt aus dem Schranke ein Etui mit einem koſtbaren Bril⸗ lanten im Werte von 1200 bis 1500 /, den ſie ſo⸗ fort im Pfandhauſe verſetzen. Sie konnten bald verhaftet werden, da das eine Hausmädchen beide vorher in der Nähe des Hauſes geſehen hatte. Der wertvolle Ring wurde nur mit 78„ verpfändet. Lediglich durch die Angaben des Mädchens kam man auf die Diebe. Beide gaben den Diebſtahl unumwunden zu. Es ſind zwei arme Teufel, die nicht wiſſen, wie ſie ſich durchhungern ſollen. Einzelrichter Dr. Schmitz verurteilte R. den er als Mittäter anſah zu einer Gefängnisſtrafe von 3 Wo⸗ chen und wegen Bettels zu 4 Tagen Haft, den rück⸗ fälligen Angeklagten K. zu 4 Monaten Gefängnis. R. hat Bewährungsfriſt für eine andere Strafe, die nun verwirkt ſein dürfte. Seine jetzige Strafe iſt durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Allch K. wurde entlaſſen, weil er Familie hat und dieſe mehr leiden würde als er. Bewährungsfriſt erhielt er vorläufig nicht. 8 5 Arbeitsgericht Iſt der Erfriſchungsraum eine Gaſtſtätte? Für den Warenhausbeſucher ohne Zweifel; die Frage vor dem Arbeitsgericht war nur, ob das Be⸗ dienungsperſonal unter die Tarifbeſtimmun⸗ gen des Gaſtwirtsgewerbes oder des Einzelhandels fällt. Das Servierfräulein im Erfriſchungsraum eines Mannheimer Warenhauſes forderte nach ihrem Ausſcheiden 862„ für Koſt⸗ und Wohnungs⸗ geld, das ihr nach dem Gaſtwirtstarif zuſtand. Die Firma beſtritt die Gültigkeit dieſes Tarifs, da ihr Betrieb zum Einzelhandel zähle. Der Er⸗ friſchungsraum ſei ein gänzlich unſelbſtändiger Teil des Kaufhauſes. Seine Grundlage ſei die Kondi⸗ torei und daher ausdrücklich von der allgemeinen Verbindlichkeitserklärung des Tarifvertrags für Gaſtwirte ausgenommen. Die Klage wurde abgewieſen. Das Arbeitsgericht hob in der Begründung her⸗ vor, daß der Verband, dem die Firma angehört, am Gaſtwirtetarifvertrag nicht beteiligt ſei. Es liege auch keine ausdrückliche Vereinbarung zwiſchen den beiden Parteien hinſichtlich der Anwendung dieſes Tartifes vor. Nicht nur die Art der geleiſteten Ar⸗ beit ſei für die Einbeziehung in einen Tarif maß⸗ gebend, ſondern auch die Art des Betriebes ſelbſt. Der Betrieb eines Kaufhaufes falle abor nicht unter das Gaſtſtättengeſetz. Der Erfriſchungsraum ſet ein Nebenzweig unter den vielen Abteilun⸗ gen des Kaufhauſes und unterſtehe betriebswirt ſchaftlich der Leitung des Geſamtbetriebes. Von den 300 Angeſtellten des Warenhauſes ſeien nur 12 im Erfriſchungsraum tätig. Maßgebend für die An⸗ wendung eines Tarifvertrages ſei die Feſtſtellung, welcher Prozentſatz der Belegſchaft auf Grund der Arbeitsweiſe und der Betriebsart in Frage komme. Im vorliegenden( gehöre der größte Teil der Angeſtellten zelhandel, alſo ſei auch dieſer Tarif und nich Gaſtwirtsgewerbes anzu⸗ wenden. * An den Pranger. Die 56jährige Bäuerin Magdalena Lang von Kröppen ſetzte der Milch, die ſtie an einen Vinninger Händler verkaufte, ein Drittel der Meuge an Waſſer 0) zu. Vor Gericht in Pirmaſens hatte ſie allerlei Aus⸗ reden, doch fanden dieſe keinen Glauben. Das Ur⸗ teil lautete wegen fortgeſetzter Lebensmittelfäl⸗ ſchung auf 120 Mark Geldſt rafe oder 30 Tage Gefängnis und Bekanntmachung in der Zeitung. Mainzer Regatta Am 25. und 26. Juli— Starke Beteiligung Von 47 Vereinen ſind 155 Boote mit 799 Ruderern zu 31 Rennen gemeldet worden, von denen 29 zuſtande ge⸗ kommen ſind. Die Meldungen ſind gegen das Vorfahr in der Zahl der Boote auf der gleichen Höhe, bei den Mannſchaften um ein geringes zurückgegangen. Die Mel⸗ dungen haben ein ausgezeichnetes Ergebnis gezeitigt. Aus dem Auslande iſt nur der Deutſche Ruderverein Zürich und der Baſler Ruderklub gemeldet. Die Bemühungen, den London Rowing Club zu einem nochmaligen Zuſammentrefſen mit dem Berliner Ruder⸗ klub, der Mannheimer Amicitia, die den Anſtoß hierzu gab, zu veranlaſſen, ſind im letzten Augenblick geſcheitert, da der London Rowing Club es nicht ermöglichen konnte. Der Berliner Ruderklub hat für Mainz nur den Doppelzweier, den Zweier ohne Steuer⸗ mann und Bötzelen für den Rheinpokal gemeldet. Aus Norddeutſchland ſind die Alemannia Ham⸗ burg, der Dresdener Ruderverein, der Hal⸗ leſche Ruderklub Böllberg, Deutſchland Han⸗ nover und der Ruderklub Hamm vertreten. Von den ſüddeutſchen Vereinen ſind neben dem Main⸗ zer Ruderverein, die Frankfurter Germania, Würzburger RV., Mannheimer Amicitia und Ludwigshafen ge⸗ meldet. Außer der Frankfurter Germania iſt aus dem durtigen Revier nur Offenbach durch Verein, Hellas und Undine gemeldet. Der Frankfurter Ruderverein hat nur ſeinen Skuller Sauer eingeſchrieben. Im Rheinpokal ſollen Düſterlho Amicitia, Schnei⸗ der Kölner Club, Paul Oberrad von Hoven Ludwigshafen, die Sauer Frankfurter Verein und Boetzelen Berliner Club ſtarten. In der Rheinmeiſterſchaft ſind Schneider und Im erſten Achter hat Ami⸗ eitia nur Kaſtel, im Vierer ohne St. nur Halle⸗Böllberg als Gegner. Dagegen im Vierer mit Steuermannn Frankfurter Germania, RV Hamm, Halle⸗Böllberg und Kaſtel. Sehr gut iſt der Jubiläums ⸗ Achter mit Amicitia, Mainzer Ruderverein, Kölner Waſſerſport, Kölner Germania und Würzburger Ruderverein beſetzt. Auch die Rennen minderer Ordnung fanden durchweg gute Beſetzung. Die Mainzer Regatta dürfte nach Eignung und Zahl der Bewerber mit an erſter Stelle aller deutſchen Regatten ſtehen, das Ergebnis einer außerordentlich leb⸗ haften und erfolgreichen Propaganda. Der Mannheimer RV. Amicitia ſtartet in folgenden Rennen: Erſter Vierer ohne Steuer⸗ mann gegen den Halleſchen RV„Bollberg“; Erſter Vierer mit Düſterlho; Erſter Jungmann ⸗Vie⸗ rer; Erſter Achter; Großherzogs⸗ Vierer; Rheinmeiſterſchaft(Einer); Jubtläums⸗ Achter und Jungmann ⸗ Achter. Der Mann⸗ heimer Ruderklub geht im Zweier ohne Steuermann an den Start. Der Ludwigshafener RW hat gemeldet zu: Zweiter Einer, Junior⸗Achter, Erſter Einer, Jungmann⸗ Einer, Rheinmeiſterſchaft(Einer), Junior⸗Vierer und 3 Achter. 35 Zehnkämpfer in Alm bei den Süddeutſchen Zehnkampfmeiſterſchaften Die Trennung der Süddeutſchen Zehnkampfmeiſterſchaf⸗ ten von den übrigen Bahnmeiſterſchaften, die Einteilung in eine erſte Meiſterſchaftsklaſſe und eine zweite Klaſſe für Anfänger und Erſtlinge, dann aber auch die Werbung für die Veranſtaltung haben den Erfolg gebracht, daß mit insgeſamt 35 Nennungen für die am 18. und 19. Juli im Ulmer Stadion zur Durchführung kommenden Zehnkampf⸗ meiſterſchaften ein Melderekord erreicht wurde. Noch nie⸗ mals ſeitdem in Süddeutſchland der Zehnkampf ausgetra⸗ gen wurde, fanden ſich bei einer Veranſtaltung meyhr als 20 Teilnehmer zuſammen. Nachſtehend geben wir die Teilnehmer der Meiſterſchaftsklaſſe bekannt: 1. Buchert, 2. Koch, beide Vin Phönix Kaiſerslautern, 3. Hauf Sp Cannſtatt, 4. Umminger SpVg Renningen, 5. Löſch, 6. Leu⸗ pold, beide 1. FC Nürnberg, 7. Arendes, Schwaben Augs⸗ burg, 8. Fabricius, 9. Haid, beide Jahn München, 10. De⸗ metz, Stuttgarter Kickers, 11. Gſcheidle, 12. Fiſcher, beide VfB Stuttgart, 13. Deppenbrock, ASC Darmſtadt, 14. Sack, 15. Grabke, beide Eintracht Frankfurt, 16 Singer, Ulm 94. Bedauerlicherweiſe kann der Titelverteidiger Dor⸗ nauer, SpVg Fürth infolge Erkrankung nicht am Start ſein, dagegen iſt noch mit einigen Nachmeldungen aus Nürnberg zu rechnen. Die bisher beſte füddeutſche Zehnkampfleiſtung wurde von Huber, als er noch Mitglied der Stuttgarter Kickers war, in Breslau im Jahre 1929 mit 7201,865 P. erzielt. Nach ihm kam Barth, damals für den FB Nürtingen, jetzt Stuttgarter Kickers, als deutſcher Meiſter 1928 auf eine Punktzahl von 7157,865 P. Die nächſthächſte Leiſtung eines Süddeutſchen wurde in dieſem Jahr durch Dewetz, Stukt⸗ garter Kickers, mit 6208.10 P. erreicht. Do Huber und Boetzelen nicht gemeldet. Ein bißchen Klatſch Von Julius Kreis Einſiedler auf hohen Bergen gehören zu den we⸗ nigen Leuten, die ohne ein bißchen Klatſch aus⸗ kommen und auch das nur, ſolange ſie keinen Be⸗ ſuch vom Tal kriegen. Uns, die wir zwei⸗ oder mehrſiedeln, iſt das Reden über den Nächſten not⸗ wendig wie Luft und Waſſer— wobei nicht dem bösartigen und boshaften Ratſch und Tratſch das Wort geredet ſei, ſondern der unterhaltſam⸗freund⸗ lichen Teilnahme am Leben und Treiben unſerer Zelt⸗ und Zeitgenoſſen. Die Luſt und Liebe zum Klatſch(d. i. zum Mit⸗ teilen] iſt ſicher die Mutter der Künſte. Der Ur⸗ Mann, der ſeine Bilder in die Felſenwand ritzt, die Ur⸗Frau, die das erſte Märchen erzählt— vielleicht find ſie zu ihrem Werk nur gelangt, weil es in ihrer Steinzeit noch keinen Stammtiſch, kein Kaffeekränz⸗ chen gab und der nächſte Nachbar 2000 Meilen weit weg hauſte. Wenn beute Frau Monika glänzenden Augen über ihrem Romanbüchl ſitzt: „Roſen, die der Wind verweht“ und voll Begierde iſt das Schickſal des ſchuftigen Grafen Harro und der edlen Komteſſe Beatrice zu erfahren— es iſt die⸗ ſelbe Kraft, die Frau Stanglhuber ſo lang im Milchladen feſthält, weil die Milchfrau ſo inter⸗ efante Beobachtungen über Fräulein Maier vom dritten Stock mitteilt. Die böſen Grafen und edlen Komteſſen des Buches ſind uns ja nur kümmerlicher Erſatz, wenn uns Gelegenheit und Faden fehlt, über den Bürokollegen, die Freundin, den Flurnachbar ein Garn zu ſpinnen. Man muß nur über Perſonen reden. Man Faun ſich auch u achliches unterhalten: Reiſen in Tirol, oder 2 von Füllöfen, Nachteile gon r Stanglhuber mit Geſangsabenden. iſt dies ſozuſagen fachlicher Klaiſch der überhaupt ſeine moraliſche, höchſtens eine Intelligenz⸗Bertung erfährt. 5 Dann iſt da noch der unperſönlich⸗perſönliche Klaiſch, das heißt jene Geſchichten und Anekdötchen, die wir uns über die Großen und Prominenten, über — die Bemerkenswerten oder Aktuellen erzählen, über Leute, die wir perſönlich nicht kennen: Ueber Napo⸗ leon und Joſefine beiſpielsweiſe, über Goethe und die Frau von Stein(um vorſichtshalber bei der Ver⸗ gangenheit zu bleiben). Aber erzähle über Napoleon und Goethe die feſſelndſten und intereſſanteſten Geſchichten und er⸗ zähle ſie mit Engelszungen, wie anders leuchten die Augen auf, wenn jemand von unſerem Freund Fritz, von unſerer Tennispartnerin Elſe, von unſerem Haus⸗ genoſſen Adolf, von unſerer Klubgenoſſin Inge was weiß. Das iſt die dritte genußreichſte Form von Klatſch: ein bißchen Klatſch über Leute, mit denen wir verfeindet, oder, um den genußreichſten Fall zu erwähnen: befreundet ſind. Moraliſten mögen jetzt den Kopf ſchütteln. Aber ein bißchen Klatſch— jenſeits von bösartiger Abſicht und dummer Indiskretion— iſt hygieniſch. De haben wir was mit Fritz erlebt oder an Elſe beob⸗ achtet— eine kleine nette Kleinigkeit, eine Schwäche, wir ſind vielleicht ein wenig amüſtert darüber oder, traf es uns, verärgert! Dieſes bißchen Neuigkeit, ode was es immer ſei, iſt wie ein kleines Staubkörn⸗ chen im Auge, wie ein Steinchen im Schuh. Wann wirs los haben, ſind wir beglückt, und wir ſind mit Fritz oder Elſe wieder ganz im reinen. Und Fritz oder Elſe machen es ebenſo mit uns. Wo Leute lang zuſammenleben, Gemeinſchaften, Freundſchaften, Geſellſchaften ſind, muß hin und wie⸗ der der eine vom andern was„ſagen“ können. Eine wahre Sympathie, eine richtige Freundſchaft wird darüber nicht in Brüche gehen. Aber nicht wird der kleine Klatſcher nachher, angeſichts von Fritz oder Elſe, das Gefühl haben, mit aller Herzens⸗ wärme wieder gut zu ihnen zu ſein, weil er ein biß⸗ chen geklatſcht hat. Denn über Leute, die uns ganz gleichgültig ſind, reden wir überhaupt nicht. Neue Mirakel⸗Aufführung in London im näch⸗ ſten Jahr. Der engliſche Theaterunternehmer Coch⸗ ran iſt in Berlin eingetroffen, um eine Neuauffüh⸗ rung von Vollmöllers„Mirakel“ für das nächſte Jahr in London vorzubereiten. Cochran hofft auf eine Mitwirkung Max Reinhardts und wird insbeſondere die Bühnenausſtattung und den techni⸗ ſchen Apparat ſich aus Deutſchland holen ſelten. Barth nicht am Start ſind, geht der Stuttgarter mit den beſten Siegesausſichten nach Ulm. Er muß aber ſchon ſeine Höchſtleiſtung erringen, wenn er gegen ſo gute Leute wie Fabricius, Jahn München, Löſch, 1. FC Nürn⸗ berg, Arendes, Schwaben Augsburg und Singer, Ulm 94 aufkommen will, die ſchon alle im rorigen Jahr Punkt- zahlen von faſt 6000 erzielten und ſich inzwiſchen noch ver⸗ beſſert haben. Auch Buchert, Kaiſerslantern, Hain, Jahn München, Gſcheidle, VfB Stuttgart, Deppenbrock, ASC Darmſtadt und nicht zuletzt der Frankfurter Eintracht⸗ mann Sack kommen für die erſten Plätze in Frage und könnten ſogar eine Ueberraſchunn bringen, was vor allen Dingen für den Frankfurter Sack zutrifft. In der zweiten Klaſſe für ſolche Teilnehmer, die bisher noch an keinem Zehnkampf teilgenommen haben, oder noch keinen.—4. Platz im Zehnkampf belegten, ſind nicht weniger als 19 Meldungen eingelaufen. Auch hier gibt es einige Teilnehmer, die mit ihrer Endpunkttzahl nicht weit hinter den beſtplazierten in der erſten Klaſſe bleiben, wir nennen Niebecker, Polizet Karlsruhe, Weiß, Schwaben Augsburg, Geier, Jahn München, Bäuerle und Pfaffenlehner, Eintracht Neu⸗Ulm, Vogt, Schnurr, Dietz und Stahlecker, Ulm 94 ſowie Zeiler und Steck, JSS Ulm. Veitere Teilnehmer kommen noch aus Cannſtadt, Altenſtadt(Kreis Ulm), München, Nürnberg und Ulm. Im Rahmen der Zehnkampfmeiſterſchaft gibt es dann noch einen Frauen Fünfkampf und eine Anzahl Jugendſtaffeln, die aber bis auf die Teilnahme von Bar⸗ Kochba München bei der Jugend nur lokale Beſetzung ge⸗ funden haben. Der Beginn des Zehnkampfes iſt auf Samstag 18.15 feſtgelegt, die Fortſetzung der letzten fünf Uebungen findet am Sonntag vormittag um 10 Uhr je⸗ weils im Ulmer Stadion ſtatt. Südweſtdeutſche Meiſterſchaften im Gewichtheben und Ringen der Leicht⸗ gewichtsklaſſe Auch die Auswahlkämpfe im Leichtgewicht, die am Sonn⸗ tag alle teilnahmeberechtigten Bewerber der ſüdweſtdeut⸗ ſchen Gruppe auf dem Sportplatz des Reichsbahn⸗Turn⸗ und Sportvereins in Kornweſtheim beiſammen ſah, ließen erkennen, daß mit einem guten hoffnungsvollen Nachwuchs zu rechnen iſt, der ſich heute ſchon ausgezeichnet zu ſchlagen verſteht; bildeten doch auch hier die jungen auf⸗ ſtrebenden Kräfte nicht leicht zu überwindende Hinderniſſe für die kampferprobten Spitzenkönner im Gewichtheben und Ringen. Im Gewichtheben gelang es Kiene r⸗ſtW 95 Stutt⸗ gart überraſchend mit einer von ihm noch nie erzielten Lei⸗ ſtung im Drücken von 175 Pfund ſeinen größten Rivalen, den jungen talentierten E. Kol b⸗VfäK Schifferſtadt mit 25 Pfund Unterſchied hinter ſich zu laſſen. Im Reißen wur⸗ den beiderſeits 175 Pfund zur Hochſtrecke gebracht. Im Stoßen erreichte Kolb mit 240 Pfund die höchſte Einzel⸗ leiſtung und konnte damit den Vorſprung des Stuttgar⸗ ters, der 230 Pfund bewältigte, um 10 Pfund verringern. Kiener belegte mit insgeſamt 580 Pfund den erſten Platz des olympiſchen Dreikampfes vor Kolb mit 566 Pfund. Während ſo Kiener ſeine bisherigen Leiſtungen erheblich ſtberbot, blieb Kolb mit 30 Pfund unter ſeinen Höchſtlei⸗ ſtungen. Nach Kiener und Kolb haben ſich Kämpf⸗Pol.⸗SV. Stuttgart, Zilly⸗KB Durlach und Hornfeck⸗ Sp.⸗Bg. Ger⸗ mania Karlsruhe für den Endkampf um den deutſchen Mei⸗ ſtertitel qualifiziert. Im Ringen ging aus der ſtarken Konkurrenz, die die 16 beſten Leichtgewichtler aus Württemberg, Baden, Pfalz auf die Matte brachte, Montikel⸗Tuttlingen ohne Fehler⸗ punkte als Sieger hervor. Krehl⸗Untertürkheim landete auf dem zweiten, Mär z⸗Rommelshauſen auf dem dritten und Kur z⸗Stuttgart auf dem vierten Platz. Damit haben ſich diefe die Startberechtigung für die Deutſchen Meiſter⸗ ſchaften geſichert. Die Teilnehmer des 4. Kreiſes, Baden⸗ Pfalz, L. Bache r⸗Weingarten mit einem Sieg und Hiller⸗ Bruchſal, Lezelter⸗Pirmaſens, Eberhardt und Metzger von Mühlacker mit Niederlagen blieben mit den übrigen aus⸗ geſchiedenen Bewerbern in Kornweſtheim auf der Strecke. Die Ergebniſſe: Im Gewichtheben Drücken Reißen Stoßen Insgeſamt Kiener⸗K 95 Stuttgart 175 175 230 580 Pfund E. Kolb⸗Vick Schifferſtadt 150 175 240 565 Pfund Kämpf⸗Pol.⸗SV Stuttgart 140 10 220 520 Pfund Zilly⸗KV Durlach 130 150 215 405 Pfund Hornfeck⸗Germ. Karlsruhe 130 140 210 480 Pfund Das Gauurnen des Mannheimer Turngaues in Neckarau Vor Jahresfriſt ſtand die Mannheimer Turnerſchaft mit⸗ ten in den letzten Vorbereitungen zum 15. Badiſchen Lan⸗ desturnen, deſſen glänzender und herrlicher Verlauf nicht nur den Turnern, ſondern auch weiten Kreiſen der Bevöl⸗ kerung noch in beſter Erinnerung iſt. Das vorjährige Gau⸗ turnen in Käfertal, galt für den Mannheimer Turn⸗Gau als Generalprobe zu dem wenige Wochen ſpäter ſtattgefun⸗ denen turneriſchen Großereignis. Wiederum wohl gerüſtet und beſtens vorbereitet ſchicken ſich die Vereine des Mannheimer Turngaues am nächſten Mannheimer Muſikhochſchule Beginn der Prüfungsaufführungen Nachdem in den vorangegangenen Vorſpielaben⸗ den eine Reihe von Schülern der Elementar⸗ und Mittelklaſſen ihr Können erwieſen hat, treten nun in den letzten Aufführungen die beſonders reifen Schüler auf das Podium und vor das Urteil der Oeffentlichkeit. Aus der Klavier⸗Abteilung Emilie Sch mitt zeigte ſich Paula Louis mit einer ſorg⸗ fältig ausgefeilten Wiedergabe der 6. franzöſi⸗ ſchen Suite mit den Anforderungen des Bach⸗ Stiles durchaus vertraut. Einen günſtigen Eindruck hinterließ Gerda Spieß mit Walzern von Chopin, ebenſo Gertrud Grimm mit den„Grillen“ von Schumann, die nur ſtellenweiſe etwas robuſt ange⸗ faßt erſchienen. Häns Olden bürger aus der Klavierklaſſe Prof. Rehberg beſtätigte in einer die Intentionen des Komponiſten feinfühlig berückſichtigenden Dar⸗ bietung der Patina⸗Suite(in altem Stile) von Karg⸗ Elert den guten Eindruck, den wir in einer vor⸗ jährigen Aufführung von ihm gewonnen hatten. Helma Prechter(Klav.⸗Abt. Maria Mathes) hatte ſich wiederholt als klavieriſtiſche Begabung von be⸗ ſonderem Ausmaß zu erkennen gegeben und lieferte mit ihrer ungemein plaſtiſchen, techniſch wie inhaltlich ihre Aufgabe voll erſchöpfenden Art, wie ſie der ſym⸗ phoniſchen Dichtung„Das Leidstal“ von Direktor Welker gerecht wurde, die von uns bereits ein⸗ gehend gewürdigt wurde, einen neuen Beweis ge⸗ wiſſenhafter Schulung, hochſtehenden Könnens und ihres echt muſikaliſchen Fühlens. Lothar Scherer aus der Violin⸗Abteilung von Konzertmeiſter Otto Spamer erbrachte, am Klavier mit aller wünſchenswerten Akkurateſſe von Direktor Welker begleitet, mit ſeiner Wiedergabe des un⸗ gemein anſpruchsvollen Violin⸗Konzertes von Men⸗ delsſohn neuerlich einen Beweis, wie viel der begabte Schüler ſeinem Lehrer Spamer zu verdanken hat. Der jugendliche Violin⸗Spieler Auguſt Schu⸗ macher, aus der Violin⸗Meiſterklaſſe von Konzert⸗ meiſter Max Kergl iſt uns wiederholt auch außer⸗ Freitag, 17. Juli 1981 3 5 f— Sonntag an, ihr diesjähriges Gauturnen für Män⸗ ner und Frauen in unſerem Vorort Neckarau zu be⸗ gehen. Dort iſt es der Turnverein„Jahn“, der die Durch⸗ führung übernommen hat und gleichzeitig damit die Feich des 25jährigen Beſtehens ſeiner Turnerinnen⸗Abteilung verbindet. So wird das Gauturnen in Neckarau wieder um, wie es ſtets war, der turneriſche Höhepunkt des Jahres werden, denn trotz ſchwerſter Notzeit verſuchen die Turn⸗ vereine ihren geſtellten Aufgaben in beſtem Maße gerecht zu werden. Die Beteiligung wird wiederum eine recht er⸗ freuliche ſein. Ein Zeichen dafür, daß in den Vereinen des Gaues reges Leben herrſcht. Man darf über 1000 Teil⸗ nehmer erwarten. Von den 23 Vereinen des Gaues liegen bis jetzt von 21 Vereinen die Meldungen vor. 600 Turner und 400 Turnerinnen beteiligen ſich im den verſchiedenen Ein⸗ zelwettkämpfe nu. Zum Vereinstur nen ſtellen 19 Vereine eine Turnerriege und 11 Gau vereine beteiligen ſich am Vereinsriegenturnen mit ihren Turnerinnen. Gleichzeitig wird auch der Siegfried⸗Wander⸗ preis, ſowie der Wettkampf um den Reisſchild ausgetragen Beide hat die Turngemeinde Käfertal zu verteidigen. Au 50 das Gauſchwimmen wird in Neckarau durchgeführt werden Am Samstag nachmittag beginnen die Wettkämpfe der Aelteren und die Schwimmwettkämpfe beim Bootshaus der Kanugeſellſchaft Neckarau, denen ſich in den Abend⸗ ſtunden der Begrüßungsabend in der Turnhalle des NV. Jahns anſchließt. Schon am frühen Sonntagmorgen fin⸗ den ſich die Turner und Turnerinnen zu den Einzelwett⸗ kämpfen ein. Gleichzeitig geht ein Wettfechten zwiſchen Mannheim und Karlsruhe vor ſich. Das Vereinsriegen⸗ turnen der Turner läßt die Vormittagsarbeit ausklingen. Nach der Mittagspaufe folgt der Feſtzug, der auf dem Turn⸗ und Spielplatz des TV. Jahn Neckarau endet. Der Nachmittag bringt den Höhepunkt und eine vielſeitige Folge durch Sdaffelläufe, allgemeine Freiübungen det Turner, ſowie für die Turnerinnen Volkstänze, Vereins⸗ riegenturnen und als Ausklang ebenfalls allgemeine Frei übungen, denen ſich die Ehrung der Sieger anſchließt. Nach allen bis ins kleinſte getroffenen Vorbereitungen zu ur⸗ teilen, wird das Gauturnen des Mannheimer Turngaues wiederum einen flotten Verlauf nehmen und zu einer machtvollen Demonſtration turnerſchaftlichen Wirkens und Schaffens werden. Gr. Leichtathletikklubkampf Phönix— Poſt 96:47 Der Poſtſportverein empfing am Mittwoch abend die Leichtathleten des Mic Phönix zu einem Klubkampf. Während Poſt die beſte Vertretung zur Stelle hatte, mußte Phönix auf Dautel(Hochſprung 1,50 Meter) und Volk(100 Meter] verzichten; allerdings hälte auch mit dieſen beiden noch drei Punkte zum Sieg gefehlt. Die Leiſtungen ſind mit Ausnahme des 100 Meter⸗Lauſes und Weitſprunges nur Durchſchnitt. Die beſte Leiſtung vollbrachte Neckur⸗ mann⸗Poſt mit drei Siegen im Weit⸗ und Hochſprung(8,10 und 1,50) ſowte im 100 Meter⸗Lauf mit 10,8(!)— Rücken⸗ wind und Frühſtart verholſen zu dieſer guten Zeit. Doppel⸗ ſieger wurde Baumeiſter⸗Phönix mit 28,42 Meter Diskus und 9,13 Meter Kugel. Die kurze Staſſel 4 mal 100 Meter entſchied Neckarmann für Poſt durch gutes Laufen; er be⸗ kam mit 2 Meter im Rückſtand den Stab, um im Ziel mit 3 Meter Vorsprung als Sieger zu landen. Auch die 3 mal 1000. Meter⸗Staffel wurde erſt durch den Schlußmann für den Veranſtolter gewonnen. Im Punktergebnis lag mit 47:86 Poſt in Front. Die Ergebniſſe: 100 Meter: 1. Neckarmann⸗Poſt 10,87 2. Stachel⸗Poſt 11,3; g. Frankenboch⸗Phönix 11,3.— 400 Meter: 1. Steegmüller⸗ Poſt 57; 2. Theiß⸗Phönix 59; 3. Koch⸗Poſt 3 Meter zurück. — 1000 Meter: 1. Otto Phönix:57,65 Min.; 2. Otter⸗Poſt 258,9; 3. Scheurich⸗Poſt:59, 8. Kugelſtoßen: 1. Bau⸗ meiſter⸗Phönix 9,13 Meter: 2. Koch⸗Poſt 9,08; 3. Bargmann⸗ Poſt 8,50.— Diskuswerfen: 1. Baumeiſter⸗Phönix 28,82 Meter; 2. Bargmann⸗Poſt 23,30; 3. Koch⸗Poſt 24,90.— Hochſprung: 1. Neckarmann⸗Poſt 1,50; 2. Frankenbach⸗ Phönix 1,45; 3. Koch⸗Poſt 1,40.— Weitſprung: 1. Neckor⸗ mann⸗Poſt 6,19 Meter; 2. Wolf⸗Phönix 5,48; 3. Frankenbach⸗ Phönix 5,29.— 4 mal 100 Meter: 1. Poſtſportverein 47,7; verein 9,27 Min.: 2. MFC Phönix 9,45 Min. 5 1000 Meter Jugend: 1. Blittowſki⸗Poſt:10 2. Krafft⸗ Poſt:13,6; 3. Dallmann⸗Phönix. 40 Jahre deutſcher Kraftſport 189 1 feierte in dieſen Tagen ſein 40jähriges Beſtehen. Dem Ernſt der Zeit folgend, nahm man von einer größeren 8 Abſtand, man begnügt ſich vielmehr damit, das Jubiläum am 1. Auguſt im großen Saale des Koloſſeums zu Karlsru he mit einem Feſtbankett zu begehen. Bei dieſer Gelegenheit erſcheint auch ein von der Geſchäftsſtelle des Verbandes herausgegebenes, reich illuſtriertes Jubi⸗ läums⸗ Jahrbuch. In Verbindung mit dem Feſt⸗ bankett werden in Karlsruhe. am 2. Auguſt die Deutſchen Meiſterſchaften in den Rundgewichts⸗Riegen ausgetragen. Rölnische Illustrlerke 5 Zu beziehen halb der Hochſchule als vielverſprechendes Talent auf⸗ in unserer Geschäftsstelle R f,.6, den Nebenstellen Waldhofstr. 6, Schwetzingerstr. 20, Meerfeldstt. 13, Kronpfinzenstr. 42, Neckarau Friedrichstr. 4, Waldhof Oppauer- str. g; u. durch unsere Trägerinnen tung einer lieblichen Sonatine von Schubert die Vor⸗ züge der Lehrweiſe von Kergl, die bei dieſem jungen Geiger erfreuliche Früchte trägt. Mit beſonders an⸗ Klavier⸗Abteilung Emilie Schmitt hervor, die von uns wiederholt gewürdigt, mit der bekannten-moll⸗ Tocata und Fuge von Bach in der Bearbeitung von Karl Tauſig ihre Befähigung zur plaſtiſchen Wiedergabe virtuoſer Nachſchöpfungen und ihrer Neubelebung am Beethoven Zeugnis ungemein differenzierter Nuan⸗ brachte. Aus der Geſangsklaſſe Max Schöttl traten zwei ſehr begabte Schüler hervor, die unlängſt in den Aufführungen der Opernſchule ſehr beachtliche Proben gereiften Könnens abgelegt haben und nach⸗ haltige Förderung ihres emſigen Strebens verdie⸗ nen würden, nämlich Karl Reuther und Eugen Kinzler. Reuther, beſonders als Buffo⸗Tenor begabt, erwies ſich durch gereiftes ſtimmliches Kön⸗ nen auch mit den Anforderungen des Liedgeſanges ſehr gut vertraut(der„Neugierige“ von Schubert und„Liebesfeier“ von Weingartner, letztere im Zeitmaß etwas zu langſam geraten) ſowie einem bekannten Strophenlied aus Undine. Kinzler, deſſen markiger Bariton an Schmiegſamkeit und Trag⸗ fähigkeit erfreulich zunimmt, überraſchte in getra⸗ genen Geſängen von Beethoven, Schubert, Brahms und Wolf durch die Innigkeit und Reife ſeiner Auf⸗ faffung und Vertiefung. In die Begleitung teilten ſich mit Herrn Direktor Welker Frl. Gromer (ſtellenweiſe etwas zaghaft) ſowie mit lobenswerter Gewandtheit und Nachgiebigkeit Frl. Ina S chauß, Schülerin von Frl. Meuther. M. O Abſchied im Nationaltheater. Marietheres Heindl, die auf Ende der 1 aus dem Verbande des Nationaltheaters ausſchei⸗ det, beendet ihre Bühnentätigkeit in Mannheim mit der Aufführung„Die drei Musketiere“ am Sonn: tag, den 19. Juli 1981. 2. Mic Phönix 48,2.— 3 mal 1000 Meter: 1. Poſtſport⸗ Der Deutſche Athletik⸗ Sportverband von gefallen und beſtätigte in der vortrefflichen Darbie⸗ ſpruchsvollen Aufgaben trat Gertrud Moch aus der Klavier erwies, ſowie in den-moll-Variationen von eierung und Beherrſchung des Beethoven⸗Stiles er⸗ laufenden Spielzeit res zeit hei⸗ mit n: 0 Bekauntmackung. „Dom ſechzehnten Juli ds. Is. ad beträgt bei der Reichsbank der Diskont 10 Prozent, der Fombardzinsfuß für Darlehen gegen 1 Freitag, 17. Juli 1931 5 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 5. Seite Nummer 325 —— Jeuersgefahr in den Wäldern Bei dem trockenen und heißen Wetter der letzten Woche iſt ein Waldbrand in der Nähe der Luft⸗ ſchifferkaferne und einer beim R..E. im Secken⸗ heimer Wald ausgebrochen. In beiden Fällen mußte die Berufsfeuerwehr ausrücken. Der ent⸗ ſtandene Schaden iſt ganz geringfügig, da nur das dürre Bodengras brannte und die Feuerwehr ſo⸗ fort eingreifen konnte. In beiden Fällen iſt anzu⸗ nehmen, daß die Brände dadurch entſtanden ſind, daß brennende Zigarren⸗ oder Zigarettenſtümmel oder glimmende Streichhölzer leichtfertig weg⸗ geworfen wurden. Der Käfertaler⸗ und der Seckenheimer⸗Wald ha⸗ ben in der Hautpſache Kiefernbeſtände und die aus Nadeln beſtehende Bodendecke entzündet ſich bei trockenem Wetter ſehr leicht. Für den Kiefernwald iſt deshalb beſondere Vorſicht geboten. Die Stadt⸗ bewohner unterſchätzen zumeiſt die Gefahr der Waloͤbrände bei trockenem Wetter, rauchen im Walde trotz des Verbots und werfen auch achtlos bren⸗ nende Gegenſtände fort. Es ſind im Walde an vielen Stellen Tafeln an⸗ gebracht mit der Aufſchrift:„Rauchen verboten“. Auch iſt das Forſtperſonal angewieſen, jede derar⸗ tige Uebertretung zur Anzeige zu bringen. Beſon⸗ ders an Sonntagen ſind die ſtadteigenen Wälder ſehr beſucht, ſodaß es dem Forſtperſonal unmöglich ſſt, den ganzen Verkehr ſo eingehend zu überwachen, daß keine Verſtöße gegen das Rauchverbot vorkom⸗ men. Das Publikum muß ſelbſt ſo einſichtig ſein und die Veranlaſſung für Feuersgefahr vermeiden. * 5 * Verſammlungsverbot in Baden. Um Störungen der öffentlichen Ruhe und Sicherheit zu verhindern, ſind die Polizeibehörden angewieſen, alle öffent⸗ lichen politiſchen Verſammlungen, die den augen⸗ blicklichen Kriſenerſcheinungen gelten oder in denen ihre Erörterung zu erwarten ſteht, am 17. und 18, Zuli nach der Veroroͤnung des Reichspräſidenten vom 28. März 1931 zu verbieten.— Infolgedeſſen wurde die für heute abend in den Muſenſaal an⸗ beraumte Verſammlung der KPD. über„Badiſche Notverordnung, neuer Gehalts⸗, Lohn⸗ und Renten⸗ raub, Bankkrach in Deutſchland, drohende Inflation“ von der Polizeidirektion verboten. * Engliſche Aerzte in Mannheim. Dem Ver⸗ kehrs⸗Verein Mannheim und der Direktion des Pa⸗ laſthotels Mannheimer Hof iſt es gelungen, eine größere Anzahl prominenter engliſcher Aerzte für September d. Is. nach Mannheim zu bringen. Die engliſchen Gäſte beſuchen Bad Kreuznach und andere bekannte deutſche Bäder, um dann einen Tag der Beſichtigung unſerer Stadt und ihrer kulturellen wie hygieniſchen Einrichtungen zu widmen. * Der„Tanzieher“ vor dem Tennisplatz“. Die große Plaſtik des jungen Künſtlers Franz Her⸗ ren, die während der letzten Wochen in Heidelberg geſtanden und dort Aufſehen erregt hatte, iſt nun nach Mannheim gekommen. Auf dem Raſen vor den Tennisplätzen am Friedrichsring ſteht die Gips⸗ figur, die ihr Verfertiger„Tauzieher, Symbol der Kraft“ nennt. Hunderte von Menſchen be⸗ trachten das Werk und unterhalten ſich mit dem Künſtler, der bereitwilligſt jedem Auskunft über ſich und ſeine Werke gibt. Franz Herren iſt 24 Jahre alt und aus Aachen gebürtig. Im vergangenen Jahre iſt er zu Fuß nach Mannheim gewandert, wo er am 13. Juni, dem Kampftage Max Schmelings um die Weltmeiſterſchaft, ankam. Da ſchuf er, um ſich hier bekannt zu machen, kurz entſchloſſen jene Schmeling⸗Figur aus Lehm. Von weiteren Kunſt⸗ werken Herrens ſei nur noch die Büſte von Prof. Schattſchneider erwähnt, die der Künſtler aus Gips ſchuf. Auch der„Tauzieher“, mit dem er jetzt vor die Oeffentlichkeit tritt, iſt aus Gips gefertigt. 0. Geburtstag. Ihren 80. Geburtstag feiert am mor⸗ * igen Samstag, den 18. ö. M. Frau Margoreta Wunder, erftſtraße 7, in geiſtiger und körperlicher Friſche. Stellungnahme Die Siraßenbahner In einer im Kolpinghaus abgehaltenen Straßen bahner⸗Verſammlung wurde zu den Notverordnungen des Reiches und der Länder Stellung genommen. Die unteren Beamten fühlen ſich ſowohl durch die Notverordnungen des Reiches als auch durch die Badiſche Notverordnung beſon⸗ ders ſtark getroffen. Einſtimmig angenommen wurde folgende Eutſchließung: „Die Verſammlung legt Verwah⸗ rung ein gegen die Ungerechtigke„die in dieſen Notgeſetzen enthalten ſind. Die unteren, unzurei⸗ chend bezahlten Beamten ſtellen feſt, daß bei den Gehaltskürzungen nicht ſo verfahren wird wie ſ. Zt. bei den Gehaltserhöhungen, wo den oberen und gut⸗ bezahlten Beamten weit mehr an Gehaltserhöhung gegeben wurde, als die un uten an Ge⸗ ſamtbezügen hatten. Sie chärfſten Pro⸗ teſt dagegen, daß bei der neuerdings erfolgten Ge⸗ haltskürzung des Reiches keinerlei Freigrenze für die unterſten Beſoldungs⸗ gruppen eingeführt wurde. Bedauerlicherweiſe wurde der § 62 des R. V. G. für Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe in ein Ausnahmegeſetz für dieſe Berufsgruppen umgeändert. Nur die Kriegsbeſchädigten und Rentenempfän⸗ ger, die in öffentlichen Betrieben beſchäftigt ſind und ein monatliches Einkommen über 210 R. erreichen, werden ihrer Renten beraubt, während alle anderen Schichten ohne Rückſicht auf die Höhe ihres Ein⸗ kommens ihre Verſorgungsgebührniſſe ungeſchmä⸗ lert weiter erhalten. Die Verſammlung iſt der Anſicht, daß die Selbſt⸗ ſtändigkeit eines Staates durch Kürzung der Ein⸗ kommen der Länder⸗ und Gemeindebeamten nicht aufrecht erhalten werden kann. Sie fordert daher von den Regierungen des Reichs und der Länder eine Herabſetzung der Preiſe für die notwendigſten Bedarfsartikel. Die Verſammlung ſtellt feſt, daß trotz aller Verſprechungen der Regierungen und der Parlamente keine fühlbare Preisſenkung der un⸗ entbehrlichſten Bedarfsartikel(Lebensmittel, Waſſer, Gas, Elektrizität, Brennmaterial und Wohnungs⸗ miete) eingetreten iſt. Die Arbeitnehmer erwarten, daß nun endlich mit der Preisſenkung Ernſt ge⸗ macht wird und daß auch die Preiſe jener Waren, die bisher jeder Senkung entzogen waren, den Ein⸗ kommensverhältniſſen der breiteſten Volksſchichten angepaßt werden.“ Die ſtädtiſchen Angeſtellten Am Dienstag abend hatten ſich die Angeſtellten der Stadt Mannheim im großen Saal des Alten Rathauſes zuſammengefunden, um zum Badiſchen Nytgefetz Stellung zu nehmen. Der Angeſtellten⸗ ratsvorſitzende Scholl gab einleitend eine Schilde⸗ rung der verzweifelten Lage in der ſich die Be⸗ hördenangeſtellten heute befinden. Hierauf erſtattete der Referent Landesgeſchäftsführer Blechen vom Reichsverband der Bürbangeſtellten und Beamten. einen eingehenden Bericht über den Stand der Dinge. Es gelte nicht den Mut zu verlieren und trotz allem mit Entſchiedenheit weiter für die Durch⸗ ſetzung des Berufsſtandes der Behördenangeſtellten zu kämpfen. Er wies darauf hin, daß es in aller erſter Linie dem energiſchen Kampf der Gewerk⸗ ſchaften, alſo der organiſierten Angeſtelltenſchaft zu verdanken ſei, daß die Herabſetzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden mit entſprechender Gehaltskürzung Proteſte gegen die Nolperordnungen 2 Straßenvahner, Vehördenangeſtelllen und ſtädt. Arbeiter bei den Behörden verhindert worden iſt. Hierauf führte er die Gründe an, die den Angeſtellten gegenüber dem Beamten weit ſchlechter ſtellen und deswegen eine ſchematiſche Ausdehnung der Kür⸗ zung der Beamtengehälter auf die Angeſtellten⸗ bezüge nicht rechtfertige. Es wurde eine längere Entſchließung angenom⸗ men, in der es u. a. heißt:„Die Gemeindeangeſtell⸗ ten wehren ſich gegen die Abſicht der badiſchen Re⸗ gierung die Beamtengehaltskürzungen auch auf die Angeſtellten auszudehnen. S fest e ſtellen feſt, daß eine Gehaltskürzung, die die Beamtenſchaft ſchon unge⸗ heuer ſtark belaſtet, für die Angeſtellten weit ſchwe⸗ rer ſich auswirkt. Wie jeder andere Angeſtellte hat auch der Be⸗ hördenangeſtellte die ungeheure Belaſtung mit den ſozialen Beiträgen zu tragen; er genießt weder eine lebenslängliche Anſtellung wie der Beamte, noch hat er eine an die Penſion des Beamten heran⸗ reichende Altersverſorgung. Der Behördenangeſtellte kann daher mit Recht verlangen, nicht ſchlechter behan⸗ delt zu werden, als jeder andere Angeſtellte auch. Die doppelte Belaſtung, die durch eine ſchematiſche Aus⸗ dehnung der Kürzung der Beamtengehälter auf die Behördenangeſtellten zu ſtande kommt, iſt daher gänzlich ungerechtfertigt und ſpricht jedem Gerech⸗ tigkeitsgefühl Hohn. Die Behördenangeſtellten erwarten, daß die badiſche Regierung eine völlige Verelendung der Behördenangeſtelltenſchaft verhindert und von einer Ausdehnung der Beamtengehaltskürzungen auf die bereits erheblich belaſteten Angeſtelltenbezüge ab⸗ ſieht. Die Gemeindearbeiter In einer im Wartburg⸗Hoſpiz abgehaltenen Verſammlung des chriſtlich⸗nationalen Zentralver⸗ bandes der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und Verwaltungen ſprach Sekretär Sauer über die Notverordnungen, von denen die Arbeitnehmer in den öffentlichen Betrieben beſonders hart getroffen werden. Als Schande wurde es, wie man uns ſchreibt, bezeichnet, wenn die Löhne der Reichs⸗ arbeiter, ſowett ſie 66 Pfg. die Stunde nicht über⸗ ſteigen, noch um einen Pfennig Stundenlohn und um 3 Pfennig Kinderzulage gekürzt werden ſollen. Einen Einbruch in das Tarifrecht bedeutet die Beſtimmung, die in 87 Abſatz 4 vorſieht, daß die Löhne der Gemeindearbeiter ſoweit ſie die Bezüge der Reichsarbeitnehmer überſteigen, trotz beſtehen⸗ der Tarife herabgeſetzt werden ſollen. Dabei iſt nicht berückſichtigt, daß die Arbeitnehmer in den Betrie⸗ ben der Gemeinden in der Regel ganz andere Ar⸗ beiten zu verrichten haben, als die des Reiches. Wenn die Reichsregierung nicht die Macht hat, die Penſionen zu kürzen und hier eine Verletzung der Verfaſſung befürchtet, ſollte ſie ſich erſt recht ſcheuen, den Arbeitern ihr Tarifrecht zu nehmen. Beſonders ſcharfe Kritik wurde, wie in der Verſammlung der Straßenbahner, an der Aende⸗ rung der Reichsverſorgung geübt. Der abgeänderte § 62 des Reichsverſorgungsgeſetzes bedeutet eine Ausnahmebeſtimmung für die Kriegsteilnehmer, die in den öffentlichen Betrieben beſchäftigt ſind. Nur dieſen Kriegsbeſchädigten wird, wenn ihr Ein⸗ kommen/ 210.— überſteigt, die Renten entzogen bezw. gekürzt, während alle übrigen Verſorgungs⸗ berechtigten ohne Rückſicht auf die Höhe ihres Ein⸗ kommens ihre Verſorgungsgebührniſſe ungeſchmä⸗ lert weiter erhalten. Die Verſammlung beauftragte den Verband, kein Mittel unverſucht zu laſſen, eine Aenderung dieſer Ungerechtigkeiten und der ſozialen Härten zu er⸗ reichen. Veranftaltungen * Abſchiedsabend von Mizzi Seibold im Friedrichspan Wir verweiſen auf den morgen abend(bei u inſtiges Witterung in den Sälen) ſtattſindenden 2 r Opes rettenabend mit der bekannten bold, die ſich bei dieſer enheit endgi Mann mer Publikum verabf t. An den eretten⸗ abend ſchließt ſich eine Tanzreunion mit abarett⸗ einlogen von Mizzi Seibold und Frl. Liyy Hammer an. Die Kapelle Seezer hat den orcheſtralen Teil übernommen, fſpielt. während Jazz⸗Matz zum Tanz e Die Pfalz im Rundfunk Die von der Münchener Sendeleitung in k geſtaltung ſehr zurückgeſetzte Pfalz, trat di ſtärker in Erſcheinung. So hörte man von Uebertragung, bei der der Oratorienchor„Li der Kammerchor Speyer unter Leitu von M Hermann Neumann mitwirkten. Soliſten bei ſehr anſprechenden Konzert, das unter 9 Motto Klein kunſt in der Chormuſi ſtand l Frieda Herbel(Sopran) und Käthe Stang(Klavier). Im Rahmen einer Konzertſtunde hörte man Konze ſänger Carl Feil ke⸗Kaiſerslautern(Bariton). Feil der an den Konſervatorien Kaiſers tätig iſt und ſeit Jahren die Sing erwies ſich als außerordentlich routi er Sänger, dem es gelang durch die gepflegte Vortragsw und die w Tongebung mit den Liedern von Jenſen und Kücken ſt Wirkungen zu erzielen. Mit einer eigenen Kompo „Spielmannslied“, die einen ballagdenartigen A erkennen ließ, zeigte der Sänger ſeine ſchöpferiſchen Fähig⸗ keiten, an denen man nicht achtungslos vorübergehen darf, Ueber„Die Bodenſchätze der Saarpfalz“ ſprach Dr. A. Krämer⸗Landau, der als beſonderer Kenner der Saarpfalz gilt und der eine überſichtliche Ent⸗ wicklung der Gruben gab, dabei aber nicht verfehlte auf die bitteren Erfahrungen unter der franzöſiſchen chaft und auf die wenig erfreulichen Zukunftsausſichten hinzuweiſen. dieſem Di e Neuſtadt leitet, Freitag, 17. Juli 1931 Nationaltheater:„Die drei Musketiere“, Operette von R. Benatzky, außer Miete, Anfang 19.30 Uhr. Pavillon Kaiſer: Geſellſchaftstanz und Kabaretteinlagen ah 20.30 Uhr. Palaſthotel: Tanztee ab 20.30 Uhr. Planetarium: 15 und 16 Uhr Beſichtigung. Autobusausflüge: Abfahrt 14 Uhr ab Paradeplatz nach: Freinsheim— Neuleiningen— Altleiningen— Linde⸗ mannsruhe— Dürkheim— Mannheim. Adlers Motorboot⸗Fahrten: Tägliche Hafenrundſahrten, vorm. 10 Uhr, nachmittags 15 und 17 Uhr ab Landeplatz Friedrichsbrücke. Lichtſpiele: Alhambra:„Im Weſten nichts Neues“.— Schauburg:„Der wahre Jakob“.— Scolao⸗ Theater:„Zweierlei Moral“.— Capitol: „Banditenlied“.— Palaſt⸗Lichtſpiele:„Ihre Ho⸗ heit befiehlt“.— Roxry⸗ Theater:„Im Weſten nichts Neues“.— Gloria⸗Palaſt:„Ich glaub nie mehr an eine Frau“.— Univerſum:„Liebeswalzer“,. Sehens würdigkeiten: Städt. Schloßmuſenm: Geöffnet täglich von 10—13 Uhr und 15—17 Uhr; Sonntags von 11—17 Uhr durchgehend Sonderausſtellung:„Die Mode und ihr Spottbild von 1700 bis 18507.— Mufeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeug⸗ haus: Sonntag vormittags von 11—13 Uhr und nachmittags von 15—17 Uhr:; Dienstags 15—17 Uhr; Mittwochs 15—17 Uhr; Freitags 17—19 Uhr.— Städtiſche Kunſthalle: Geöſſ⸗ net von 10—13 Uhr und 15—17 Uhr. Ausſtellung:„Neues von Geſtern“. Waſſerſtandbeobachtungen im Monat Juli Rgein⸗Pegel 13. 14. 15 18. 17.[ Nedar- Pegel 14. 15. 16, 1. afel![Ife 185200.0. ae e e Maraun 6707 1%.850 Heilbronn..80 1,59.11.3 Mannheim..37.87 4,78 4,96 5,03 Plochingen 0,92 0,59 0,58.80 Caub 3,53 32.342 291ʃ3,88 1 Köm. 3,078,283, 12.913,04 Waſſerwärme des Rheines: 18,0 Grad m Chefredakteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner- Feuilleton: Dr. Stefan Kayſer Kommunalpolitik und Lokales: i. B. Franz Kircher Sport u. Vermiſchtes: Willy Müller- Handelsteil: Kurt Ehmer„Gericht und alles übrige: Franz Kircher—. und geſchäftliche Mit⸗ teilungen: Jakob Faude, lämtlich in Mannheim— Herausgeber, Drucker u. Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung Gm. b. H. Mannheim, R 1,—6 Für unverlangte Beiträge keine 2— Rückſendung erfolgt nur bei ückporto IJodes-Anzeige Meine liebe Frau, unsere herzensgute, tr besorgte Mutter Barbara Dürr geb. Feſzer besseres Jenseits abberufen. Ludwig Dürr und Si wurde heute ganz unerwartet von uns in ein Mannheim(Obere Olignetstr. 31), 16. Juli 1931 Su- im Krematorium statt. Die Einäscherung findet Samstag nachm. 3 Uhr 4272 don Wertpapieren und Waren 15 Prozent. Berlin, den 15. Juli 1951. Reichsbank⸗Direklorium Dreuſe Verpfändung 10298 Bernhard miele-z Schwelhpuder eine Wohltat für Touriſten u. Sportler, beſeitigt läligen Schweiß u. Geruch. 40 fahr. bewährt, ga⸗ Labosert unſchädlich(Doſe 50 Pfg. 9712 in der orgtorium Thiele, Laurentiusſtr. 5(Neckarſt.) woch abd iſt erkan Für NI. 10. monaflich in auf, dortſelbſt innerhalb 3 Tagen abzugeben, an⸗ dernfalls Strafanzeige 1 5 Sie Ihren verkäuflichen Kraftwagen bei 72 unterſtellen. Für dieſen Preis pflegen wir as Fahrzeug u. zeigen es zahlreichen Intereſ⸗ ſenten. Fordern Sie Verkaufsbedingungen. erfolgt. Derfenige., d. a. Mitt⸗ ſein Fahrrad m. meinem [Eugelauf] vertauſchte v. 117712 Wirtſchaft nt u. fordere dasſelbe B2081 Autonachweis D 5. 7, Tel. 234 66, Mannheim. S889 — Ertrages Wollen Sie schlank werden? Schlankol-Fettzehrer, das neue Ent- kettungswasser f. Dam. u. Herren zu.80 Dr. Richters Frühstückstee. zu.00 Fluidosan-Schaumschwitzbad Statt.90 nur.00 welche erhalten Damen ſelbſt anfertigen woll., geſchnitten u. probiert. Hettich, Qu 7. 20, bei Joos, III. links. 4284 ihre Kleider dieſelben zu⸗ Lelchner Schlankheitsbad. 2u.00 3 u 1, 12. 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Die Kreditinſtitute haben die eingehenden Zahlungsmittel unverzüglich zu den Ge⸗ ſchäftsbedingungen der Reichsbank an hie für ſie zuſtänbige Reichsbankanſtalt abzuführen. * Mindeſtſatz der Deutſchen Golddiskontbank 7 v. H. Berlin, 16. Juli. Der Mindeſtſatz der Deutſchen Gold⸗ diskontbank beträgt vom 16. Juli 1931 ab 7 v. H. * Unperänderte Zinssätze der Deutſchen Rentenbank⸗ Kreditanſtalt. Berlin, 16. Juli. Die Deutſche Renten⸗ bank⸗Krebitanſtalt(Landwirtſchaftliche Zentralbank) hat ſich um der Landwirtſchaft von ſich aus jede nur irgend mög⸗ liche Erleichterung zu gewähren, entſchloſſen, bis auf wei⸗ teres von einer Anpaſſung ihrer Zinsbedingungen an den ſtark erhöhten Reichs bankoiskontſatz abzuſehen. Die Zins⸗ ſätze, die die Deutſche Rentenbank⸗Kreditanſtalt den mit ihr im Geſchäftsverkehr ſtehenden Banken zur Zeit be⸗ rechnet, bleiben daher unverändert, ſoweit dieſe Banken ſich verpflichten, dieſe Vergütung uneingeſchränkt dem letzten Kreditnehmer zugute kommen zu laſſen. Der Höchſtzinsſatz für den Landwirt beträgt alſo bei den kurzfriſtigen Be⸗ triebs⸗ und Saiſonkrediten wie bisber 871 v. H. * Tagung der Vorbereitungskommiſſion für die Börſen⸗ wiedereröffnung. Die geſtern eingeſetzte Kommiſſion, die die techniſchen Einzelheiten für die Vorbereitung der Ab⸗ wicklung der Terminengagements nach Wiedereröffnung des Börſenverkehrs ausarbeiten ſoll, trat auch heute wieder zu⸗ ſammen. Irgendwelche Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt, Es wurde u, a. über die durch die Notverordnung geſchaffene Situation geſprochen. Vorläufig iſt über die Schließung der Börſen bis zum Samstag hinaus nichts entſchieden wor⸗ den. Der Börſenvorſtand tritt am Samstag erneut zu⸗ 1 um dann über weitere Maßnahmen Beſchluß zu aſſen. * Eine Erklärung der Treuhänder der Dauatbank. Die Treuhänder der Danatbank, Bergmann und Dr. Schlppel geben folgende Erklärung aus: Die Geſchäfte der Darmſtädter und Nationalbank werden von den bisher hierzu berechtigten Perſonen mit den bisher gültigen Un⸗ kerſchriften unter unſerer Auſſicht und nach unſeren Wei⸗ fungen weitergeführt. Gemäß Artikel 3 der Verordnung für Durchführung der Verordnung des Reichspräſidenten über die Danatbank vom 13. Juli 1931 erteilen wir unſere sehen zu den Willenserklärungen, die der laufende Geſchäftsbetrieb der Bank mit ſich bringt. Ausgenommen hiervon ſind die Einräumung neuer und die Erhöhung be⸗ reits beſtehender Kredite ebenſo wie die Aufnahme von Krebiten burch die Bank. Schwarz, Goldſchmidt u. Co. öffnet die Schalter. Die von der Danatbank kommandierte Bankfirma Schwarz, Golöſchmidt u. Co., Berlin hat geſtern ihre Schalter wieder geöffnet. * Deutſche Orientbank in Kairo repartiert ebenfalls. London, 17. Juli.(Eig. Dr.) Infolge eines Runs auf die Deutſche Orientbauk in Kato die mit der Dresdener Bank und der Danatbank Aber don iſt, wurde geſtern morgen das Gebäude vorſichtshalber von Polizei bewacht. Die Bank iſt nicht in Schwierig keis ten ſondern leidet infolge der deutſchen Notverordnungen vorltbergehend unter Mangel an Bargeld. Sie hat an⸗ gekündigt, daß ſie tägliche ö v. H. ihrer Depoſiten auszahlen werde. * Baukfeiertage auch in Danzig. Danzig, 16. Juli. Der Senat hat die Tage vom Mittwoch, 15. Juli 11 bis Samstag, 18. Juli, einſchließlich zu Bankfeier⸗ J tagen erklärt, Für die Bank pon Danzig gelten dieſe Feier⸗ tage nicht. Ste wird ihren Geſchäftsbetrieb in vollem Um⸗ fang aufrechterhalten. 10. und Warenterminmarkt auch in Budape Ui Ende der Woche geſchloſſen. Buda peſt, 16. Juli. Der Börſenrat hat in ſeiner heutigen Sitzung beſchloſſen, daß die Effektenbörſe und der Warentermingeſchäftsmärkt am Freitag, den 17., und Samstag, den 18. Juli, geſchloſſen bleiben, * Bankzahlungen in Lettland. Rig a, 16. Juli. Die Rigaer Internationale Bank, die geſtern die Schalter ſchlleßen mußte, war heute wleder geöffnet, und zwar auf⸗ grund eines Beſchluſſes des Bankenkomitees, wonach die privaten Kreditinſtitute noch heute für zwei Wochen die Rütckga! nn Depoſiten einſchränken. Es ſollen wöchent⸗ lich uicht über 5 v. H. des Guthabens ausgezahlt werden. „ Loudon kündigt nicht die 2 Pie og für Deutſch⸗ land. London, 17. Juli,[Eig. Dr.) Die Londoner Akzept⸗ und e haben ſich mit den Newyorker Banken dohln verſtändigt, daß die beſtehenben Akdeypt⸗ reblte für Deukſchkanb, ſoweit ſte in Anſpruch gendmmen find, nicht gekündigt werden ſollen. Die ondoner Akzeptkredite deutſcher Banken ſind nicht dazu benußt worden, um die durch Abzüge fremder auswärtiger Kredite aus Deutſchland entſtandenen Lücken auszuftillen. * Krebite für die Regelung der 1 8 Staats⸗ schuld. Angora, 16. Juli. Das türkiſche Parlament hat einen ins Budget aufgenommenen Bereit aftskrebit von rund 4 Millionen türkiſchen Pfund, der zur Tilgung der ottomaniſchen Staatsſchuld beſtimmt iſt, angenommen. Reichsbankbiskont ſeit 1930 Seit Anfong 1030 hat ſich oͤte Höhe des jeweiligen Diskont⸗ und Lombardſatzes der Reichsbank in folgenden Schalter ſchließen müſſen. 5 die Budapeſter Börſe hat den Verkehr eingeſtellt. Rundblick Ausſtrahlungen auf die Warenmärkte Auch auf die Warenmärkte hat die Kriſis ſtork zurück⸗ Flammenzeichen ringsum Wie nicht anders zu erwarten war, hat das Ausland bereits die erſten Schläge, die von der Entwicklung in Deutſchland ausgehen, zu ſpüren bekommen. Wenn im Ausland vielſach noch die Anſicht vertreten wird, daß die gegenwärtige Entwicklung eine rein deutſche Ange⸗ legenheit ſei und wenn mit einer gewiſſen Schadenfreude konſtatiert wird, daß Deutſchland ſich ſelbſt zu helſen habe, dürfte ſich das unter dem Druck der Tatſachen ſehr leicht ändern. Zunächſt ſind es unſere Nach⸗ born, die von den erſten Ausſtrahlungen der Kriſe getrof⸗ fen werden. Die Wiener Mercurbank hat ihre Ebenfalls durch die Zahlungs⸗ einſtellung der Danatbank wird ihre Tochtergeſellſchaft, die Danziger Bank für Handel und Gewer be, in Mitleidenſchaft gezogen. Die ungariſchen Banken müſſen wie die deutſchen auf drei Tage ſchließen, und auch Das Schweizer Wirtſchaftsleben ſteht ſtark unter dem Eindruck dr Zuſpitzung der Lage in Deutſchland. Das in die Schweiz ausgewanderte deutſche Flucht ⸗ kapital kehrt jetzt zum Teil zur Deckung dringender Zahlungsanſprüche nach Deutſchland zurück. Zu dieſem Zwecke finden umfangreiche Verkäufe von Obliga⸗ tionen und ſonſtigen ſchweizer Wertpapieren ſtatt, ſodaß erhebliche Kursrückgänge eingetreten ſind. Auch in der Schweiz hat bereits ein Anſturm des Publikums auf die Banken eingeſetzt. Ueberall iſt man über die Sabo⸗ tierung einer internationalen Hilfsaktion für Deutſchland durch Frankreich außerordentlich verbittert. In Lettland mußten die Libauiſche Bank und die Internationale Bank, die mit deutſchem Kapital finanziert worden ſind, ihre Schalter ſchließen. Die Stimmung an den Weltbörſen iſt ange⸗ ſichts der Lage in Deutſchland äußerſt nervös bei ſchwacher Grundſtimmung. Aus den erſten Auswirkungen der deut⸗ ſchen Kriſe im Auslande kann man ermeſſen, was für Folgen eine Erſchütterung der deutſchen Volkswirtſchaft für die Weltwirtſchaft mit ſich bringen würde. Die Welt⸗ meinung kommt am klarſten in einer Mahnung der Londoner „Times“ an die Adreſſe Frankreichs zum Ausdruck:„Der finanzielle Zuſammenbruch Zentral vck ry und wenn keine wirkſamen Maßnahmen, ihm zu begegnen, ergriffen werden, wird ſeine Weiterausbreitung unver⸗ meidlich ſein Selbſt jetzt, in letzter Stunde, iſt es aber nicht zu ſpät, zu hoffen, daß Weitſicht und geſündere Mei⸗ nungen überwiegen werden.“ Nach dem jetzt vorliegenden, von der geſtrigen o. G. genehmigten Abſchluß der Badtſchen Landeselektrizitätsver⸗ ſorgungs⸗Ach(Bodenwerk) Karlsruhe, ſtieg im abgelaufe⸗ nen 10. Geſchäftsjohr der Anſchlußwert um 20 688 tic auf insgeſamt 175 529 kW. Die Zahl der im Kleinverkauf belleferten Gemeinden erhöhte ſich um 17 auf 567; ſie umfaſſen 419 200 mit 97 150 Haushaltungen, wovon 85 600 Haushaltungen, O. ſ. 88 v. H. angeſchloſſen ſind. Die Zahl der in bieſen Gemeinden angeſchloſſenen Lam pew ſtieg von 571672 guf 650 896, die der Moto ⸗ ren von 20 861 auf 22 140. Der o en iſt in der Hauptſache auf die Uebernahme von 12 Gemeinden im Kehler Gebiet zurückzuführen, die bisher von der Eleo⸗ trietté de Strasbourg verſorgt worden ſind. Nutzbar abgegeben wurden insgeſomt 320,03(i. V. 241,59) Mill. Kllowattſtunden, wovon 308,59(231,27) Mill. auf Groß⸗ verbrauch entftelen. Die Verſchlechterung der Wirtſchafts⸗ lage brachten einen Rückgang im Abſatz an die induſtriellen Großabnehmer im eigenen Gebfet von 8 v. H. und im 51 5 1 0 regelmäßig zu beltefernden Wiederverkäufer von 6 v. H. Der Bericht erwähnt einen in Gernsbach unternomme⸗ nen Verſuch, auf dem Lande anſtelle von Gas den Glektkroherd einzuführen. Trotz der äußerſt ungünſtigen Zeit, in die der Verſuch fiel, könne er ſchon jetzt als gelungen bezeichnet werden, da dort bereits in mehr als einem Viertel aller Haushaltungen elektriſche 0 76 57 aufgeſtellt ſind. Durch das Leitungsnetz der Ge⸗ ſellſchaft iſt nunmehr der Zuſammenſchluß aller bedeutenden Elektrizitätswerke in Be⸗ den und die Verbindung mit den Werken der benachbarten Länder hergeſtellt. Das Schwarzenbachwerk wurde weiter eee und beim Schkuchſeewerk wurde mit der Montage des dritten und vierten Maſchinen⸗ agaregats im Hauptwerk Häuſern und des zweiten Aggre⸗ ots im Kraftwerk Eichholz begonnen. Beim Kraftwerk yburg⸗Schwörſtadt konnten die Bauarbeiten pro⸗ rammüßig 0 werden, ſo daß die vollſtändige Inbelrſebnahme des Werkes noch im Lauſe dieſes Sommers zu erwarten ſei. Stromein nahmen erbrachten 14,90(14,40) Mill. Betriebsausgaben erforderten 7/08(7/6), Verwaltungs⸗ unkoſten und Steuern 1,58(1,40), Anleihe und ſonſtige Zinſen 110(1,800 Mill. J. Dem Erneuerungskonto wuk⸗ den 20(10) Mill. 4 zugeführt, das fetzt mit 11,10(8,10% erſcheint. Der Reingewinn erhöhte ſich von 203 auf 9,57 Mill,, aus dem wieder 9 v. H. Divihende assgeſchüttet, 128 625(101 890)„ der geſetzlichen Rücklage zugeführt und 18 858(85 376)„ auf neue Rechnung vor⸗ gettagen werden. Aus der Bilanz(in Mill.): Gebäude 6,04(3,25); Betriebsanlagen 66,46(62,48); Zähler 2/7(2,22); Betei⸗ ligungen 14,4(11,04); Effekten 188(2,14), Guthaben einſchl. bei Banken 14,99(16,88); Kontokortent 2,77(3,41); 08885 bei 27 Mill, unv. A. Kohlenwertanleihe 26 521 (91559) Tonnen, 0,49(0,64); öto. auf R. umgeſtellt 0/2 (0,28) 6 v. H. Schweizer Franken Anleihe 1028 90,79 en dto. von 1990 nv. 9,74; Darlehen 4,04(4,58]: läubiger 11,00(8,04); geſetzliche 9050 0% 40(4,47% Rüͤck⸗ „.* klage 3 unv. 0,9; Bilanzſumme 110,64(1 mneuen Geſchäftsjahre haben die günſtigen meer bis jetzt angehalten. ge Ve wirkten eine ene des Abſatzes. 5 bewegt: f Oiskontfatz Lombard ſatz vom.13. Januar 1990 7 „ 14. Jan. bis 4. Februar 1930 675 778 „ b. Febr. bis 7. März 1930 6 8 7 „.24. März 1990 5,5 9,85 „ 35. März bis 19. Maf 1080 5 3 „ 0. Dial bis 20. Juni 1080 4,5 5,5 „ 21. Juni bis 8. Oktober 1930 4 5 „ 9. Oktober 1990 bis 12. Juni 1981 5 6 ab 13. Junt 1981 7 8 ab 16. Juli 1931 10 1⁵ Die deutſche r den deutſchen Getreideanbau 5 jetzt die end⸗ gülbigen Feſtſtellungen der beſtellten Fläche vor und damit ichtigung der Saatenſtandsberichte der Ertrag der Ernte bereits hinreichend genou pelg wer⸗ den, dorbehaltlich natürlich der noch durch die Witterung 1 n die jedoch nur noch geringfügiger ein können. Ar Beſonders hetvorſtechend iſt die fehr bedeutende und be⸗ ständige Zunahme des Weizen ertrages im Laufe der letzten neun Jahre, Die Wetzenernte überſchreitet damit den Ertrag, der für 1018 auf die Fläche des heutigen kann unter Beru Reiches berechnet wird. Die Zunahme. namentlich in dieſem Jahre ſehr wake, i egenſatz dazu iſt bie n in den letzten drei Jahren gleichmäßig zurückgega ſie auch immer noch weſentlich höher liegt a in den erſten Ja nach dem Kriege, ſo ergibt ſie doch nur noch etwa Frel Bileretel des mittleren Ertrages der drei letzten Frie⸗ N Reichsgebiet. 1 ſemlich gleichmäßig ergehenden Jahren en, und 100 Das der Ert 0 8 egen Ende des Berichtsjahres in Kroft getretene e 5 ung der Strompreise werde ſich im neuen Ge⸗ ſchaſtchabr voll auswirken. 5 Getreideernte 77 eee ener AN 9 8 N a 2 * 8. f— 4 3 2 m chnitt der 1 8 Badenwerk-Abſchluß Weitere Ausdehnung des Verſorgungsgebietes— Wieder 9 v. 5. Dividende nicht anfgeſtellt. gewirkt. Die internationalen Märkte ſtehen ſchon heute unter dem Einfluß der drohenden Kaufunfähig⸗ leit Deutſchlands, wenn man auch nicht verkennt, daß der Auftragseingang aus Deutſchlond bereits ip letzter Zeit ſo gering geweſen iſt, daß ſein Ausfall nicht hundert⸗ prozentig zum Ausdruck kommen wird. Die ſtimulierende Wirlung der Hoover⸗Botſchaft iſt vollkommen gewichen und hat einer allgemeinen Stagnation und Unluſt Platz ge⸗ macht. Die Metallmärkte haben in London einen neuen Rückſchlag erfahren, gegen den die Produzenten⸗ Organiſationen mathtlos ſind, da die übergroßen Lager⸗ beſtände eine ſchon immer latent geweſene Baiſſegefahr darſtellen, die nun einmal von neuem akut geworden iſt. An den Getreidemärkten übt die internatienole Entwicklung der Ernten einen preisdrückenden Einfluß aus, der nun durch die kriſenhafte Zuſpitzung der Lage in Deutſchland noch mehr zur Wirkung kommen kann. Be⸗ merkenswert iſt demgegenüber noch, daß ſich die Notierun⸗ gen bei der gegenwärtig ſtottfindenden Londoner Wollauktion trotz der Loge in Deutſchlond und trotz des Textilarbeiterſtreiks in Noröfrankreich recht gut halten können. Am Baumwollmarkt bewegt ſich das Ge⸗ ſchäft in außerordentlich engen Grenzen. Die Unterlaſſungsfünden der Reparationsbank Man kommt jetzt zwangsweiſe zu der Erkenntnis, daß eine deukſche Kriſe eine Weltkriſe iſt, daß die Grenzpfähle keine kriſendichten Mauern und die Börſen keine Juſtitute ſind, die mit Jſolierdraht voneinander ub⸗ gedichtet ſind. Hochſpannung in Deutſchland iſt daher Hoch⸗ ſpannung überall. Hätten die gielen internationalen Kre⸗ öttinſtttute, hätte vorollemble Reportionsbonk ihre Aufgaben im Dienſt einer internationalen ſolidariſchen Belämpfung der Kriſe frühzeitiger erkannt, ſe wäre uns der gegenwärtige Kriſenausbruch erſport geblieben. Die Reparakionsbank hat unter franzöſiſchem Druck ihre Pflicht, Deutſchland durch Kredite zur Erleichterung der Reparatlonszahlungen zu helſen, verletzt. Die In⸗ ternationale Bodenkreditbank in Baſel, die Amſterdamer Hypothekenbank, die Interngtionale Holding⸗Geſellſchaft in Luxemburg, die projektierte Internationale Agroarkreditbank und bie„Bank der Exportbanken“, die das Lieblingspro⸗ jekt des früheren belgiſchen Finanzminiſters Franqut iſt, hätten bei früherer, energiſcherer und planmäßigerer Durch⸗ führung ihres Programmes die finnloſe franzö⸗ ſiſche Goldorcumkation verhindern können und mit dem franzöſiſchen Kreditreſervoir kapitelbedürftige Länder Mittel⸗ und Oſteuropas geſpeiſt. Iſt es jetzt viel⸗ leicht zu ſpät dazu geworden? * Bayeriſche Zugſpitzbahn., Garmiſch. Die Geſell⸗ ſchaft veröffentlicht ihre Bilanz zum 31. Dez. 1930. Daraus iſt zu entnehmen, daß der bisherige Bauauſwand von 1171 auf 10,86 Mill.“ geſtiegen iſt, die allgemeinen Un⸗ koſten im Bauſtadium werden nunmehr mit 9,52(0,34) Mill. Mark angegeben. Grundſtücke mit 9,71(0,65) Mill. A. Schuldner erſcheinen mit 0,20(0,09) Mill. IJ. Unter Pas⸗ ſiven erſcheinen neben dem unveränderten AK, von 5 Mill. Mark nur Gläubiger mit 19,43 Mill.(8,02) 4. Eine Ge⸗ winn⸗ une Verluſtrechnung wurde auch für dieſes Jahr Voreinsvank em. Lampertheim Außerordentliche GV.— Kritik an Vorſtand und Aufſichtsrat— Regreß Zur Entgegennahme des Berichtes der am 27. Mai d. J. eingeſetzten Prüfungskommiſſton hat eine as. GW. ſtattgefunden, die einen ſtarken Beſuch aufzuwetſen hatte. Der Bericht geht dahin, daß der Zufſammen⸗ bruch der Bank nicht allein durch die Wirtſchaftskriſe herbeigeführt wurbe, ſondern hauptſächlich dadurch, daß die Beſtimmungen des Genoſſenſchaftsgeſetzes nicht beachtet wurden, und daß ſich weder Vorſtand noch Aufſichtsrat an die G. ⸗Beſchlüſſe der Genoſſenſchaft hiekten. So iſt am 19. Jult 1926 die Höchſtkrebitgrenze auf 28000/ ſeſtgeſetzt worben unter dem gleichzettigen Beſchluß, Kredit nur bis 50 v. H. der gegebenen Sicherheiten zu gewähren. Es haben indeſſen mehrere Kredite die Höchſtgrenze beträchtlich überſchritten und gerade in dieſen Konten ſind der Genoſſen⸗ ſchaft große Verluſte erwachſen. Durch Ueberſchreitung ihrer Beſugniſſe tragen alſo Vorſtand und Aufſichtsrat ge⸗ meinſam Schulb au dem Verluſt, der bei fünf Konten eine Gefamthbhe von etwa 127 000„ exxeicht. Die Verſammlung beſchloß, Vorſtand und Auſſichtsrat zur Regreßleiſtung heranzuziehen und zwar auf dem Prozeßwege, da die Hisherigen Verhandlungen über die Regreßleiſtungen bei einer Summe von 18 000 4 ſtehen 1 895 find. Die Wahl des Ast, ergab die Wahl folgen⸗ er Herren: Jakob Ziegler, Fritz Schärges, Adam Gabler, Adam Schlatter, Karl Rupp, Ludwig Bräuler, Jakob Günderoth, Heinrich Kropp und Martin Jakob. Die erſte Gutſchrift der bisherigen Guthaben erfolgte am 1. März 10g9 kaut Vergleichs modus mit 10 v. H. auf Stammanteil⸗ konto. Es wurde angeregt, die Schuldner mit allen Mitteln heranzuzlehen. Sentiſche Mittelstandsbank AG., Berlin⸗Charlotten⸗ 171— Verluſt und Sanierung. Bei Abſchreibungen von 497 414„ ſchließt die Geſellſchaft nach Auflöfung der Rück⸗ lage von 40 000„ mib einem Verluſt von, 1 (1. B. 37 919/ Reingewinn, 4 v. H. Dividende) ab. Zur Beſeitigung der Unterbilanz beschloß die HV. die Her⸗ ab ſetzung des Ak. von 600 000 auf 300 000„ und die Wiedererhöhung um 900 000 auf 500 000. Die zuſammen⸗ 08 900 000% Stammaktien ſind gegenuber den neu zu chaffenden 200 000„ Aktien mit einer doppelten Divi⸗ dende ausgeſtattet. In der Btllanz 971 1 8 mit 0,71(0,04), Schuldner mit 1,09(101), Gläubiger 9,06 (2,44 Mill. 4 Dem Vorſtonds mitglied Dannenberg würde N erteilt, do 15 ihn ein gericht⸗ liches Berfaß ren 84 Wie die Verwaltung ausführte, ſet das Geſchalt A5 den Zuſammenbruch der Beamten⸗ honk Ende 1930 ſtark in Mitleidenſchaft gezogen worden. Die Geſellſchaft habe im Laufe des vergangenen Jahres 0 kredite gekündigt, um ſi e gegen Verkluſte zu chern. Es ſei ihr 5 im großen und ganzen ihren ündenkreis zu halten. Konkursantratz bei Nordwolle? Schlechte Sanſerungsausſichten n Berliner Bankkreiſen wird die- Anſicht geüußert, da n e e ee Nele Sicher zu fein, es iſt aber ohne weſteres klar, daß ſich z. B. die Ausſichten für eine Unter⸗ bringung der geplanten Aktlenemiſſlonen unter en gegenwärtigen Kriſenverhällniſſen ganz bedeutend ver⸗ eg e Haben Auch 15 eiſuche ür Abſtoßun r Tochtergeſellſchafte ſcheinen bisher no leinen Erfolg gehabt zu haben, ſo daß die Saz kietungzausſichten für den Konzern tatfächlich ſeht trübe ſein Fürften. 3 a * Emil N Optiſche Inbuſtrie in Rathenow. „die die Regularien für 1930 erledigen In der o. 800 beantragte 5 bekannte Oppoſitionsgruppe Rapſch e Werke Ach de Pries, die bei einer Geſomtpräſenz ee ee eee nach längere„dle auf die Bemüng 900 Alebener Allan poſten erstreckte, Vertagung. Dem A VNG Mittag-Ausgabe Nr. 325 Verluſtabſchluß der Ach. Johannes Feſerich Berlin Die bereits jim Jahre 1929 eingetretene ungünſtige Ent⸗ wicklung der geſamten Wirtſchaftslage hat ſich nach dem Be⸗ richt im abgelaufenen Geſchäftsfahr 1930 verſtärkt. In⸗ folgedeſſen weiſen ſämtliche Abteilungen einen vermin⸗ derten Umſatz und verminderte Erträg⸗ niſſe aus. Die vor einigen Jahren errichteten T o chte r⸗ tergeſellſchaften in Süddeutſchlan d, die ſich lediglich mit Straßenbauarbeiten beſchäftigen, hatten mit den gleichen ungünſtigen Verhältuiſſen wie Hie Hauptnteder⸗ laſſungen zu rechnen. Es wurde ein. Gewinn aus Waren und Beteiligungen von 1447 748 1 li. V. 1 612 535) er⸗ zielt, Davon erforderten Unkoſten 1087 680,(1091 686 Mark), Steuern und ſoziale Laſten 310 004(319 997)„l, Ab⸗ schreibungen 153 544(201 451) J. Es ergibt ſich, wie ſchon gemeldet, ein Ver hu ſt von 108 489„, der ſich um den vorjährigen Gewinnvortrag von 24 596 Lauf 83 884„ er⸗ mäßigt(im Vorfahr wurden 6 v. H. Dividende auf die Vorzugsaktien gezahlt). Aus der Bilanz iſt ein ſtär⸗ kerer Abbau des Geſchäftsumfangs erkennbar. Gläubiger gingen zurück auf 1,85(4,74), Akzepte auf 0,11 0,27) Mill. Mark, anderſeits Schulbner auf 1,43.91), Vopräte auf 0,55(0,66) Mill., Beteiligungen erſcheinen wieber mit rund 195 000.„5 a Im neuen Jahr haben ſich die Verhältniſſe auf dem Baumarkt und in der Bauinduſtrie nicht gebeſſert. Die Knappheit der für Straßenbauten verfügbaren Mittel hat daher die Erteilung umfangreſcherer Aufträge bis fetzt gehemmt. 5 „ AG. Düſſelborfer Eiſenbahnbedarf vorm. Carl Weger 1. Co., Düſſeldsrf. Das Unternehmen legt infolge der in der letzten HV. beſchloſſenen Verlegung des Geſchäfts⸗ jahres auf die Zeit vom 1. 7. bis 30. 6. nur einen Bericht für das Zwiſchengeſchäftsjahr vom 1. 4. bis 30. 6. 1931 vor. An dem Grunoſtücksbeſitz der Geſellſchaft hat ſich nichts geändert. Der Beſitz an Altien der Vereinigte Weſtdeutſche Waggonfabriken wurde um 350 000„ verſtärkt und im Tauſch der Beſtaud an eigenen Aktien der Geſellſchaft bis auf einen kleinen Reſt dafür hingegeben. Einnehmen ſind der Geſellſchaft im Berichtszeitraum nicht zugefloſſen. In⸗ folge der weiterlaufenden Unkoſten erſcheint in der Bilanz ein Ver luſt von 10 40 ,, der vorgetragen werden foll. Im Vorjahr wurden aus einem Gewinn von 126 474 7 p. H. Dividende verteilt. In der Bilauz erſcheinen Gläubiger mit 322 427(358 761), anderexſeits Guthaben mit 35 110(95 904), Effekten ſind mit 2014 640% un⸗ verändert bewertet. 2 „ Waggonfabrik L. Steinfurt AG., Königsberg i. Pr. Der auf den 4. Auguſt einberufenen o. KV. wird die Verteilung einer Dividende von 6(7) v. H. aus einem Reingewinn von 162 965(171 463) vorgeſchlagen. Ein⸗ ſchließlich Vortrag von 31 463(2 279) belaufen ſich die Betriebsergebniſſe auf 1717 340(1891 45. Andexrerſeits erforderten Unkboſten 1 330 874(1 497 481)/ und Abſchrel⸗ bungen 229 500(223500) 4. Der Umſatz in dem am 31 März 1931 beendeten Geſchäftsiohr blieb erheblich infolge weitgehender Einſchränkung der Reichsbahnbeſtellungen, auf öie mon mehr denn je angewieſen iſt, hinter dent vor⸗ jährigen zurück. Der öſtliche Auslandsmarkt hat bisher keinerlei Abſstzmöglichkeiten geboten und innerhalb der Provinz iſt die Beſchäftigungs möglichkeit gen Mangel an angemeſſenen Aufträgen Stillegung des Werkes zum Frühjahr en. Die Deutſche Reichsbahn hat hrung von Arbeitsmöglichkeit füt haft für kurze Zeit ce gebracht, In der Bilanz verzeichnen Grundſtücke un Anlagen 1279 500(14,9 500) /, Vorräte 1 105 004(1 301 980 Marl, Forderungen 883 994(510 569)% und Wertpapiere 209 559(180 855). Andererſeits werden bei einem und. Abd, von 2 Mill.„ Verpflichtungen mit 862 285(899 058 Mark und Nil klagen mit un v. 900 000, ausgewieſen. 4 Elektroſchmelzwerk Kempten Ac. Kempten. Nach einem Verlust von 29 112% im Vorjahr konnte 10 ein Gewinn don 27 948„ erzielt werden. Der Fabrikotionsertrag i von 0,8 duf 0,40 Mill.“ geſtiegen, dagegen erfuhren. die Fäbrikatlonsunkoſten mit 0,27 gegen 0,34 Mill. eilen fühlbaren Rückgang. Zu Abſchreibungszwecken wurden 0,08(0,07) Mill.„ aufgewendet. In der Bilonz erſchetnen Waren mit 0,56(0,35), Debitoren mit 0,06(0,10) Mill. 4. Kreditoren ſtehen mit 0,48(0,49) Mill., Akzepte mit 0,09(0,03) Mill.„ zu Buch. „ Schleſiſche Müthlenwerke Ach, Breslau.— Der neue Verluſtabſchluß. Die Geſellſchaft erzielte im Berichtsjahr 1980 einen Bruttoüberſchuß von 1817 228(3 253 761 Nl, dem Handlungsunkoſten von 1 301779(2 734 999) R. und Steuern, Verſicherungen uſw. von 303 104(866 7010 Rel gegenüberſtehen, Unter Berückſichtigung des Verluſt⸗ vortrages aus 1929 von 1179 156 R. wird für 1930 ein neuer Verluſt von 966811 R. uausgewieſen, zu deffen Deckung bekanntlich der HV. am 1. Aug. die Herab⸗ kaum gegeben. mußte die än; ins Auge geeint we daraufhin durch die geminderte 211 auf nom..2 Mill. R.“ vorgeſchlagen wird. Der keſt⸗ liche Santerungsgewinn ſoll zur Stärkung ber inneren Re⸗ ſerven verwendet werden. Der Verlauf des Berichtsjahres war für bie Mühleninduſtrie im Oſten beſſer als in den vergangenen Jahren, einmal durch die Hilfsmaßnahmen der Regierung und andererſeits wegen des günſtigen Aus falls der Brotgetreideernte in Schleſien. In der Bilanz er⸗ ſcheinen Grundstücke u. Gebäude mit 662 000(1 085 100) N Maſchinen mit 394 000(993 500)., Beteiligungen mit 351 0090(978 631), Warenbeſtände mit 2 420 177 7 164 74% Re und Schuldner mit 2 732 0381(4 438 041) RTI. Anderer; ſeits betragen bei einem unv. An, von 4,4 Mill. R. Glan; biger nur noch 2 905 579(10 819 501) RI. Das neue Ge⸗ ſchäftsjahr hat bisher befriedigende Reſultate gebracht. Der Ausfall der Ernte laſſe ſich jedoch noch nicht überſehen, ſobaß man über das Ergebnis Endgültiges nicht ſagen könne. Segall Strumpf Sanierung 1011. „% vor m. Max Segal in ſchönau bei Chemnitz, die bereits im Vorfahr mit einem Verluſt von 161721„ abſchloß, weiſt für 1990 einen neuen erheblichen Verluſt aus. Zur Deckung E. geſamten Verluſtes, der die Hälfte des Al. von 1,8 ill./ Über⸗ ſteigt, ſoll die GV. am 26. Auguſt eine Kapital z u ſ a m⸗ menlegung von 10:1 beſchließen. Aus dem Buchgewinn ollen aüßerdem noch Sonderabſchretbungen und Rug a vorgenommen werden. Ferner wird die Aleg⸗ ſchaft hren Namen in Mar Segall AG. abändern. Schließ, lich wird der GV. die notwendige Anzeige gemäß e Verluſt von mehr als der Hälfte des Ad. gemacht werden. Dürkheimer Obſtmarkt vom 16. Juli. fuhr von 40 Zentnern und flottem Abſatz kosteten heul! Johannisbeeren 12—15; Heidelbeeren 23—25; Stachelbeeren 1225; Birnen 1120, Spiklinge 50; Aepfel 15—20, Pfir⸗ ſiche 2047, Pflaumen 30. * Abkommen des ruſſiſchen Getreidetruſts mit, einer holländiſchen Gruppe. Der Ruſſiſche Getreidetruſt teilt mit, 1175 es ihm gelungen ſei, mit einer Gruppe holländischer etreideftrmen ein Abkommen über die Lieferung von ehe Weizen nach Holland abzuſchlteßen. Die ſſen ahen bei dem Abſchluß eine Anzahlung von 50 v. 9 des erkaufs erhalten. Weitere Verhandlungen über die Lieſd zung von ruſſiſchem Getreide noch Holland ſind noch im Gatige. Alle Getreideſendungen erfolgen auf dem Seeweg nach Amſterdam und Rotterdam. 5 * Ein ruſſiſcher Teetruſt. Der Rat der Volkskommiſſare der Sowjetunion hat beſchloſſen, einen beſonderen Bun 157 truſt für die Bereitſtellung von Tee zu bilden. warf Tſchafeſtrei bat das Recht erhalten, auf dem Welk morkt e e e Er iſt mit einem Grund⸗ kapftal von 20 Mill. Rubel ausgeſtgttet. * Ruſſiſche 1 in Berlin. In Berlin wurde vor kurzem zwiſchen deutſchen Metallflemen und der Bor jetregierxung ein Abkommen unterzeichnet über die Etefe⸗ rung von Kupfer nach Rußland. Für den Auftrag im Werte von 000„ erhalten die Ruſſen nur kurzfriſtige Kredite 1 e in Letland. Riga, 16. Jul. Bit Sgeima nahm die Jollvorlage der Regierung, die elne be trächtliche Erhöhung des Einfuhrzolles auf zahlreiche Er⸗ zeugniſſe der Landwirtſchaft und Induſtrie bringt, an. Frachtenmarkt Duisburg ⸗Muhrort- 16. Full Das Geſchaft an der heutigen Börſe erfuhr gegen geſtern keine Aenderung. Auch heute konnte nur wen ea Rahn ran eingeteilt werden. Ebenſo wurden nur ganz vekeinzel trag mußte unter Stimmenthaltung von 30 Stimmen mit 8443 Stimmen gegen 18 646 Stimmen ſtattgegeben werden. Bergreiſen vergeben. Die Frachten blieben ebenſo wie dis Schtopl dne bak. wie bergwärts unverändert. fetzung des Grund kapftals im Verhältuls 2 Die A G. fü: Bei einer Al“ ieſer a S144 ² APA anbei gehe eu e Freitag, 17. Juli 1931 3 His Baden Oeſterreichiſche Schüler in Heidelberg * Heidelberg, 15. Juli. Heute vormittag nach 10 Uhr trafen im Sonderzug von Stuttgart 600 Sch ü⸗ ler und Schülerinnen höherer Oeſterreichs zuſammen mit etwa 80 Lehrern, hier ein. Sie wurden am Bahnhof mit Muſik und Anſprachen empfangen und werden heute die Stadt und ihre Umgebung beſichtigen. Heute nachmittag iſt eine kleine Feier am Scheffel⸗Denkmal im Schloß⸗ garten, abends in der Stadthalle ein Begrüßungs⸗ abend. Morgen früh wird die Weiterfahrt erfolgen. Gegen die badiſche Notverordnung * Karlsruhe, 16. Juli. Die kommunalen Beamten und Angeſtellten der Städte Karlsruhe, Durlach und Ettlingen hielten geſtern abend im kleinen Feſthalleſaal eine Pro⸗ teſtverſammlung ab, auf der einmütig folgende Entſchließung zur Annahme gelangte: „Die Beamtenſchaft der Städte Karlsruhe, Dur⸗ lach und Ettlingen lehnt die Notverordnung vom 9. Juli als verfaſſungswidrig und rechtsungültig ab. Ste erhebt vor aller Oeffentlichkeit Anklage gegen dieſen Rechts⸗ und Vertrauensbruch. Sie verlangt ſo⸗ fortigen Zuſammentritt der Volksvertretung und die Aufhebung durch dieſe. Sie bittet den Reichspräſi⸗ denten, das badiſche Notgeſetz gemäß Artikel 48 Ab⸗ ſatz 4 RV. außer Kraft zu ſetzen. Sie fordert gleich⸗ zeitig die badiſchen Städte auf, die durch das Not⸗ geſetz geſchaffenen unerhörten Eingriffe in das Selbſtverwaltungsrecht als rechtsungültig abzu⸗ lehnen.“ Babden⸗Baden, 17. Juli. In ſeiner letzten Sit⸗ zung beſchäftigte ſich der Stadtrat eingehend mit den Auswirkungen der Notverordnung auf die Finan⸗ zen der Stadt. Es entſpann ſich eine eingehende Aussprache über die Auswirkung der Notverord⸗ nung auf die Einſtufung der ſtädtiſchen Beamten. Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt. Man will zunächſt das Ergebnis der Sitzung des Badiſchen Städte⸗ verbandes abwarten, der heute zu der Notverord⸗ nung Stellung nehmen wird. Schwerer Verkehrsunfall Karlsruhe, 15. Jult. Geſtern nachmittag er⸗ eignete ſich auf der Durmersheimerlandſtraße vor den Baracken ein ſchwerer Verkehrsunfall. Eine 17jährige Radfahrerin fuhr hinter einem Laſt⸗ kraftwagen in Richtung Durmersheim. In dem Augenblick, als ſie hinter dem Laſtkraftwagen nach links nach den Baracken abbiegen wollte, wurde ſie von einem entgegenkommenden Kraftwagen angefahren und zu Fall gebracht. Das Mäd⸗ chen mußte mit einer ſchweren Gehirnerſchütterung und mit Stirnverletzungen ins Städtiſche Kranken⸗ haus eingeliefert werden. Der Zuſtand iſt lebens⸗ gefährlich. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. g Tödlicher Unfall eines Kindes * Raſtatt, 15. Juli. Geſtern wurde das 4jährige Töchterchen Gertrud des Gendarmexiewachtmeiſters Kugler hier in der linken Straßenrinne der Roſen⸗ ſtraße vom Perſonenkraftwagen des Adolf Eckerle überfahren. Das Kind erlitt einen Schädel⸗ bruch und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo es bald darauf ſtarb. Die Biſamratte in Baden feſtgeſtellt * Tauberbiſchofsheim, 16. Juli. Im Amtsbezirk Wertheim und Tauberbiſchofsheim wurde kürzlich das Vorkommen der Biſamratte feſtgeſtellt. Die 10 Bedeutung dieſes bisher in Baden nicht beo⸗ chteten Schäd lings erfordert allgemeine Auf⸗ merkſamkeit und ſorgfältige Bekämpfungsmaß⸗ nahmen. Flugblätter über die Biſamratte ſind von der Hauptſtelle für Pflanzenſchutz am Badiſchen Weinbauinſtitut in Freiburg zu beziehen. Kind tot gefahren Schliengen, 16. Juli. Am Dienstag lief ein Jahre altes Kind in das Auto eines Müllheimer Bierverlegers und wurde auf der Stelle getötet. * * Rotenfels im Murgtal, 16. Juli. Der 27 Jahre alte Monteur Joſeph Fröhlich trank Moſt und aß dazu reife Kirſchen. Noch am gleichen Tag ſtellten lich heftige Leibſchmerzen ein, die den Tod des Leichtſinnigen zur Folge hatten. b Pfullendorf, 14. Juli. Der 22 Jahre alte Schreinergeſelle Karl Straſſer, der an den ausheimer See zum Baden gefahren war, iſt bei dem Verſuch, dieſen See mehrere Male zu durch⸗ queren, ertrunken. Zell im Wieſenthal, 14. Juli. Der Landwirt Hermann Seger von Pfeffenberg, der Ende der Ver ſtand und jung verheiratet war, wurde am Sonntag mit ſeinem Fahrrad von einem Schweizer Auto überfahren und ſo ſchwer verletzt, daß er noch am Abend ſtar b. Schon am Vormittag er⸗ eignete ſich ein ähnlicher Unfall. Ein Radfahrer wurde von einem deutſchen Kraftwagen erfaßt, kam jedoch mit geringfügigen Verletzungen davon. Schulen Prände in Drei Schennen niedergebrannt * Karlsruhe, 16. Juli. wurde die hieſige Berufsfeuerwehr durch den Bür⸗ germeiſter von Hagsfeld zu Hilfe gerufen. Der Ueberlandlöſchzug rückte ſofort aus. an der Brandſtelle⸗ fand die Wehr die Scheunen von Ludwig Murr, Karl Lindner und Chriſttian Schäfer vollſtändig in Flammen ſtehend vor. Mit vier Rohrleitungen gelang es, ein Uebergreifen auf die im Norden und Süden angrenzenden Nach⸗ barſcheunen zu verhüten. Das Feuer fand in den bereits reichlich eingebrachten Heuvorräten und im Holzfachwerk und der Holzkonſtruktion der Dach⸗ werke reiche Nahrung. Die Urſache des Feuers iſt noch nicht geklärt. Der Schaden iſt beträchtlich. * * Ottoſchmanden(Amt Emmendingen), 14. Juli. Bei einem in der Nacht auf Montag über dem Bretis⸗ gab niedergegangenen ſchweren Gewitter ſchlug gegen.30 Uhr morgens der Blitz in den erſt im letzten Jahre neu erbauten Hausjockerhof der Witwe Sillmann und zündete. Menſchen und Vieh konnten gerettet werden. Ein großer Teil des In⸗ FJahresverſammlung des * Offenburg, 16. Juli. Am Sonntag fand hier die ſehr gut beſuchte Jahresverſammlung des Bad. Bauernvereins E. V.(Sitz Freiburg i..) ſtatt. Nach der Begrüßung durch den Präſidenten Schill⸗ Merzhauſen erſtattete Direktor Dr. Schwörer, der Geſchäftsführer des Vereins, den Jahresbericht. Er wies darauf hin, daß die Trennung der land⸗ wirtſchaftlichen Organiſationen Badens in ſolche der Wirtſchaftspolitik, der Genoſſenſchaften und der Techniſchen Förderung ſich gut durchgeführt habe. Der Badiſche Bauernverein hat ſeinen Mitglie⸗ derbeſtand von etwa 45000 halten können. Der Verein verſuchte mit Erfolg auf die Geſetzgebung einzuwirken. Die Reichsgetreidezollpolitik habe zwar der Landwirtſchaft im Allgemeinen geholfen, doch fehle noch die wirkſame Hilfe für die ſüddeutſche und badiſche häuerliche Veredelungswixtſchaft. Für ſie müſſe eine zweite Aktion durchgeführt wer⸗ den Milch, und Butterpreiſe und die Biehpreiſe müßten ſehr den Erforderniſſen des bäuerlichen Be⸗ triebs angepaßt werden. Heute früh gegen 4 Uhr Bei Ankunft r Feitung N ventars verbrannte. Bei dem Brande wurden auch drei Helfer von Ottoſchwanden verletzt. Der Schaden iſt ſehr erheblich. * Oberochſenbach(Amt Pfullendorf), 14. Juli. Das landwirtſchaftliche Anweſen von Wilhelm Sauter wurde am Sonntag mittag innerhalb kurzer Zeit vollſtändig eingeäſchert. Ueber zwölf Wa⸗ gen Heu und ſehr viel Stroh verbrannten. Die Familie konnte mit knapper Not das nackte Leben retten. Der Schaden wird auf 15 000/ geſchätzt. Die Brandurſache iſt unbekannt. Als die in der Wohnung anweſenden Mitglieder der Familie das Feuer bemrekten, war das Treppenhaus bereits zu⸗ ſammengeſtürzt. * Kirchen(Amt Engen), 16. Juli. Während der Beſitzer bei einer Gerichtsverhandlung in Konſtanz weilte, brach in der Gaſtwirtſchaft„Zum Mond“ Feuer aus, dem das ſtattliche Anweſen zum Opfer fiel. Die Brandurſache iſt noch völlig ungeklärt. Nur ein Teil der Fahrniſſe konnte gerettet werden. Der Gebäudeſchaden beträgt 30000. Es wird ein Racheakt vermutet, doch fehlen dafür noch die An⸗ haltspunkte. Baldiſthen Bauernvereins badiſchen Holz⸗ Der Zuſammenbruch der wirtſchaft kennzeichne ſich durch die Tatſache, daß für Holz heute höchſtens 60—70 v, H. der Vorkriegspreiſe er⸗ reicht würden. Dann ſprach Landesökonomierat Kropp, der Direktor des Unterfränkiſchen Bauernvereins in Würzburg, über das Thema:„Was erſtreben die Deutſchen Bauernvereine.“ Die Verſammlung nahm einſtimmig eine Reihe von Entſchließungen an, in denen die bekannten agrarpolitiſchen Forde⸗ rungen für die bäuerliche Veredlungswirtſchaft er⸗ hoben wurden. So wurde u. a. die ſofortige Er⸗ höhung des Butterzolls auf 100/ für den Doppelzentner verlangt, die Schaffung von Abſatz⸗ möglichkeiten für Großvieh, den Zollſchutz für Obſt und Gemüſe, die vollkommene Abänderung der Verteilung der Zuckerrübenanbaufläche unter Verhältniſſe. Eine andere Entſchließung befaßt ſich eine Reviſion der Land⸗ und Forſtwirtſchaftlichen Unfallverſicherung. Bundestag der 22er * Zweibrücken, 15. Juli. Zu einem Bundestag ehemaligen Angehörigen des 22. Inf.⸗Regts. hatten etwa 40 Ortsgruppen aus Saarpfalz und Pfalz Vertreter nach Zweibrücken entſandt. Von der Münchener Offiziersvereinigung war hierzu Oberſtleutnant Röſch eingetroffen, der vor Beginn der Beratungen die Jungkameradſchaft der Zwei⸗ brücker Ortsgruppe beſichtigte und kernige Worte an ſie richtete. Die Beratungen leitete 1. Vorſitzender Pfarrer Bickel⸗ Zweibrücken. Zunächſt wurde allen För⸗ derern der glanzvoll verlaufenen erſten Wieder⸗ ſehensfeier des Regiments Dank und Anerkennung geſagt. Die Bundesbewegung hat in der Pfalz und im Saargebiet großen Aufſchwung genommen; in den letzten Wochen wurden fünf Neugründungen vollzogen, weitere ſtehen bevor. Auch die Sterbe⸗ kaſſe, die erſt vor kurzem gegründet wurde, hat be⸗ reits ungefähr 400 Mitglieder. Die Gruppe Grün⸗ ſtadt meldete während der Verhandlungen weitere 25 an. 28 5 8 Das Bundesvermögen beträgt 27000 Mark. Mit Dank wurde eine Spende des Offiziers vereins München mit 1000 Mark für das Ehrenmal ent⸗ der FFFFFUUCbCCCCCCCcCCCCbCTCbCCCCCbCTbCbCbCbCFCPbPbPbCGGwVGTGTGTGTGTPb(VGTbFVTbTbTbVTbVTVTVbVTbVbVbVDVPVPVPbPVPVUVUVUVUVUVVCVCVCVCVCVVCVCVVCVCVCVCVCVVVVVVVCV. Schüler⸗Jahresfeſt am Donnersberg d n* Kirchheimbolanden, 15. Juli. Von ſchönſtem Wetter begünſtigt fand am Sonn⸗ tag das Jahresfeſt der Realanſtalt ſtatt. Wieder hatten ſich wie in früheren Jahren viele Menſchen eingefunden, um ein paar Feierſtunden in der An⸗ ſtalt zu verbringen. Das Jahresfeſt 1931 ſpricht zu uns von„ſchlichtem Heldentum“. Zum Eingang ſang ein vierſtimmiger Chor mit Inſtrumentalbegleitung Mozarts„O Schutzgeiſt alles Schönen.“ Dann wechſelten Gedichte mit Liedern und Inſtrumental⸗ muſik und redeten in eindringlicher Sprache vom Seelenadel eines Knaben, vom Heldentum der Mut⸗ ter, von einem Heldenherz unterm ſchlichten Bauern⸗ kittel und vom Heldentum des Berufes. Außer⸗ ordentlich wirkungsvoll waren die Sprechchöre, die wir an der Anſtalt zum erſtenmal zu hören be⸗ gegengenommen. Das Denkmal für die über 5000 Gefallenen des Regiments kommt nun endgültig auf den kleinen Exerzierplatz, und zwar auf die ſündliche Seite gegen den Bleicherbach zu ſtehen. Ein Bundesmitglied, Architekt Schmiederer aus München, legte einen Entwurf vor, bei deſſen Aus⸗ führungen die Namen ſämtlicher Gefallenen in den Stein gemeißelt werden ſollen. Als Einweihungs⸗ tag iſt der 5. Juni 1932 in Ausſicht genommen. Der Vertreter des älteſten 22er Vereins der Pfalz, Stähler⸗Kaiſerslautern, dankte dem 1. Vor⸗ ſitzenden für die bisherige vorbildliche Führung des Bundes. Pfarrer Bickel wurde bei der Neuwahl einſtimmig wiedergewählt, ebenſo Mohrbach als zweiter Vorſttzender, Adolf als Kaſſierer, Bayer als Schriftführer; dem Bundesausſchuß gehören ferner an: Rabb⸗Frankenthal, Fiſcher⸗Neuſtadt, Born⸗ ſchneider⸗Pirmaſens, Schäfer⸗Grünſtadt, Stalter⸗ Kaiſerslautern, Stabel⸗Kirchheimbolanden und als Vertreter der Offiziersvereinigung Röſch⸗München. Nachdem während der Tagung noch der Gefallenen gedacht und zum Schluß der Standort des künftigen Denkmals beſichtigt war, hatte der Bundestag ſein Ende erreicht.. kamen, beſonders eindrucksvoll und dramatiſch belebt kam die Ballade„John Maynard“ zum Vortrag. Im Mittelpunkt der Veranſtaltung ſtand das Spiel:„Joſeph Heyderich oder deutſche Treue“ von Theodor Körner. Die Schüler ſpielten in hiſtoriſchen Koſtümen. Die Darſtellung war echt und ergreifend und die Zuhörer geizten nicht mit dem wohlverdien⸗ ten Beifall. Nach der Feier in der Aula marſchier⸗ ten Schüler und Schülerinnen unter Führung der Schülerkapelle zum Spielfeld. Hier zeigten ſie in Freiübungen, Turnen und Wettſpielen unter großem Beifall und herzlicher Anteilnahme der Zu⸗ ſchauer, wie geſunde junge Buben und Mädchen, die gewöhnt ſind, in wohltuendem Wechſel ernſte Arbeit und frohes Spiel zu üben, ihren Körper durch⸗ gebildet und zu ſchönen Leiſtungen herangebildet haben. Neu war ein ſehr ſchöner Volkstanz der Mädchen. Die Wiederholung des Jahresfeſtes fand am heutigen Mittwoch ſtatt. — im 1. Halbjahr 1931 Baugeld zugeteilt A 2 u 8—— 1 esamtzuteilung in 6 16,3 Mimenen RM. 2 Jahren von der Bausparkasse 176,7 Milnionen RM. Gemeinschaft der Freunde Berückſichtigung der beſonderen badiſchen häuerkichen⸗ mit dem ſozialen Verſicherungsweſen und verlangt 142. Jahrgang/ Nummer 328 Aus der Ffualx Diebſtähle —0— Ludwigshafen, 17. Juli. Der Polizei iſt es gelungen, einen ſchweren Jungen zu faſſen, der auch von auswärtigen Behörden geſucht wird und ſchon einmal aus einem Gefängnis ausgebrochen war. Es iſt der ledige Chauffeur Ernſt Harth von Bubenhauſen, der überführt wurde und auch ge⸗ ſtanden hat, eine größere Anzahl Einbruchs⸗ diebſtähle, meiſt in Wirtſchaften begangen zu haben. Er behauptet, in Mannheim wohnhaft zu ſein, doch konnte dort keine Wohnung von ihm aus⸗ findig gemacht werden.— Geſtern morgen ſtahl ein Bäckerburſche ein Motorrad. In der Gartenſtadt ſtieß er mit einem anderen Motorradfahrer zuſam⸗ men. Beide wurden verletzt. Der Dieb ging flüchtig. Sein Name iſt aber bekannt. Ausbau des Dudenhofener Lokalbahnhofs * Dudenhofen(Amt Speyer), 15. Juli. Die Reichs⸗ bahndirektion Ludwigshafen beabſichtigt, den hieſigen Lokalbahnhof baldmöglichſt auszubauen und die Bahnſtation den Verkehrsbedürfniſſen beſſer anzu⸗ paſſen. Vor allem iſt die Erweiterung des Bahnhofes und der Gleisanlage notwendig. Die Gemeinde ſoll hierzu einen Koſtenzuſchuß von 4600 leiſten, der jedoch abgelehnt wurde. Die Gemeinde will aber eine Wartehalle zur Verfügung ſtellen und für den Gleisausbau einen wöchentlichen Zu⸗ ſchußbetrag von 10/ für die Arbeiter übernehmen. Es iſt zu erwarten, daß die Reichsbahn auf dieſer Baſis das Vorhaben in abſehbarer Zeit verwirklichen wird. Das Wachtenburgfeſt fällt aus * Wachenheim, 15. Juli. Nach einem Beſchluß des Verſchönerungs⸗ und Verkehrsvereins wird infolge der allgemeinen wirtſchaftlichen Not in dieſem Jahr von einer Durchführung des Wachtenburgfeſtes A b⸗ ſt and genommen. Einweihung des neuen Lyzeumsgebändes * Zweibrücken 17. Juli. Das von der Stadt⸗ verwaltung mit einem Reichs⸗Baudarlehen in Höhe von über 390 000 Mark geſchaffene neue Mädchen⸗ läzeum auf beherrſchender Höhe des Himmelsbergs wurde geſtern ſeiner Beſtimmung übergeben. An⸗ ſtaltsleiter Kennerknecht würdigte das vollendete Werk als Markſtein in der örtlichen Schulgeſchichte. 420 000/ für Kreisackerbauſchule n Kaiſerslautern, 15. Juli. Aus dem Weſtgrenz⸗ fonds ſoll ein größerer Betrag— man ſpricht von 220 000%— zum Ausbau der Kreisackerbauſchule in Kaiſerslautern zur Verfügung geſtellt werden. Steht die Summe wirklich bereit, dann tritt der Beſchluß des Kreistages in Kraft, wonach 200 000/ für die Schule flüſſig gemacht werden, ſodaß alſo mit 420 000 Mark Zuſchuß gerchnet werden darf. Das Rote Kreuz im Straßenhilfsdienſt * Kaiſerslautern, 17. Juli. Angeſichts des Ueber⸗ handnehmens der Verkehrsunfälle auf den Land⸗ ſtraßen haben verſchiedene Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz in der Pfalz umfangreiche Maßnah⸗ men für Straßenhilfsdienſt getroffen. In kurzer Zeit wird das pfälziſche Straßennetz nebſt allen Ortſchaften mit zahlreichen Unfallmeldeſtellen, Hilfsſtellen und Hinweisſchildern überzogen ſein. Die Kaiſerslauterner Kolonne z. B. hat, von Kai⸗ ſerslautern ausgehend, alle Straßen bis zum Tätigkeitsgebiet der Nachbarkolonnen in Bearbei⸗ tung genommen. In jedem Ort wird mindeſtens eine Unfallſtelle errichtet und gekennzeichnet, bei größeren Entfernungen zwiſchen Ortſchaften kom⸗ men auch Gehöfte und Bahnpoſten in Betracht. Sechs Krankenwagen und Fahr⸗ und Nothelfer⸗ perſoͤnal ſtehen in Kaiſerslautern auf Anruf zur Verfügung, von wo auch Kraftfahrpatrouillen die Strecken befahren. In Kraftfahrerkreiſen wird die Organiſation des Hilfsdienſtes mit großem Dank aufgenommen. * o- Ludwigshafen, 16. Juli. Das Bürgermeiſter⸗ amt Ludwigshafen erläßt einen Aufruf, der die Be⸗ völkerung ermahnt, in Vernunft und Staatsgeſin⸗ nung Ruhe und Ordnung als das Gebot der Stunde zu erkennen. Es beſtehe kein Anlaß, ſich von Kriſenmachern verängſtigen und zu unnötigen Geldabhebungen verführen zu laſſen, die der deutſchen Wirtſchaft weitere Geldmittel entziehen würden. Die Städt. Sparkaſſe ſei völlig liquid, die Zahlungen der fälligen Löhne und Gehälter und auch der Renten und Unterſtützungen unbedingt ge⸗ ſichert. * Kuſel, 14. Juli. Ein ſeltenes Berufs⸗Jubiläum feiert Schuhmachermeiſter Jak. Nickel von hier. Am Montag waren es 60 Jahre, daß er ſein Ge⸗ ſchäft ſelbſtändig betreibt. Trotz ſeines hohen Alters von 85 Jahren verrichtet er noch ſelbſt ſeine Arbeit. * Pirmaſens, 15. Juli. Die im Zuſammenhang mit der Falſchmünzeraffäre Reinke verhafteten Gebr. Bohrer haben eingeſtanden, daß ſie nicht nur an der Inverkehrbringung, ſondern auch an der Her⸗ ſtellung des Falſchgeldes teilgenommen haben. Dis Gemeinschaft der Freunde als Alteste, größte und erfolgreichste deutsche Bausparkasse hat 11755 Eigenheime finanziert; sie verschafft billige, unkundbare Darlehen zum Eau und Kauf von Ein- und Mehrfamilienhausern, so-•ne zur Ablösung teurer Hypotheken, Verlangen Sie bitte noch heute die kostenlose Druckschrift f 22 Wuastenrot. Gem. G. m. b. N. Ludwigsburg/ wurttembert Geschäftsstelle Heidelberg, Blenenstrage 5, Telephon 4211 8. Seite/ Nummer 325 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Poſt und Gatty, den beiden Fliegern, iſt es gelungen, in acht und 51 Minuten rund um die Erde zu fliegen und damit einen neuen Rekord aufzuſtellen. Der„Graf Zeppelin“ brauchte nämlich zu er Weltfahrt 20 Tage und 4 Stunden und dies war damals vor zwei Jahren auch eine Großtat. Welch gewaltige Leiſtung die beiden kühnen Flie⸗ ger vollbrachten, dafür iſt ihre Flugroute der beſte Beweis. Die einzelnen Etappen d s Fluges rund um die Welt waren: 23. Juni: Von Newyork nach in Neufundland 2000 Kilometer. 23.24. Juni: Von Harbour⸗Grace nach Cheſter in England 3700 Kilometer. amerikaniſchen 15 en Stunden 2A Harbour⸗Grace 24. Juni: Von Cheſter nach Hannover 900 Kilometer. Von Hannover nach Berlin 240 Kilo⸗ meter. 25. Juni: Von Berlin nach Moskau; 26. Juni: Von Moskau nach Nowoſibirſk 3300 Kilometer. 27. Juni: Von Nowoſibirſk nach Irkutſk 1600 Kilometer, von Irkutſk nach Blagloweſtſchenſk 2000 Kilometer. 28. Juni: Von Blagloweſtſchenſk nach Chaba⸗ rowſk 3400 Kilometer. 29. Juni: Von Chabarowſk nach Solomon, von Solomon nach Fairbanks. 30. Juni: Von Fairbanks nach Edmont. 1. Juli: Von Edmont nach Cleveland, von Cleveland nach Newyork.. Acht Tage, 15 Stunden, 51 Minuten brauchten Poſt und Gatty zu ihrem Flug rund um die Welt! Vor 440 Jahren benötigte„der größte Seefahrer aller Zeiten“ aber, Fernando de Magalhaes nicht weniger als 1083 Tage zu der erſten Weltum⸗ ſeglung. Fernando de Magalhaes, von Geburt aus Portu⸗ gieſe, trat ſchon in jungen Jahren in ſpaniſche Dienſte. Damals, zu Beginn des 16. Jahrhunderts geſchah es zum erſten Male, daß portugieſiſche See⸗ fahrer aus Indien heimkehrten und aus dem Mär⸗ chenlande allerlei Koſtbarkeiten mitbrachten. Ma⸗ galhaes, mit ſeinem engliſchen Namen Magellan, ließen dieſe Erfolge nicht ruhen. Auch er wollte auf eine Entdeckungsreiſe gehen. Die Molukken wollte er entdecken und ſeinem König, Karl., die Schätze dieſer ſagenhaft reichen Inſeln heim⸗ bringen. Eine Weltumſegelung aber, wie ſie Magellan plante, war anno dazumal eine Fahrt ins Blaue. Die Seekarten waren unbrauchbar, die nautiſchen Inſtrumente primitiv, die Segelſchiffe unſicher und der Gewalt des Sturmes nicht gewachſen. Die Geographie ſteckte noch in den Kinderſchuhen, und ſelbſt der Globus war unvoll⸗ ſtändig und ungenau. Die Sicherheit, daß die Erde Kugelgeſtalt habe, bekam die Menſchheit erſt durch Magellans Weltumſegelung. Der kühne Seefahrer wurde von ſeinem Inſtinkt geleitet, als er das Wagnis unternahm, in weſt⸗ licher Richtung den Weg nach den Molukken zu ſuchen. Karl V. ſtellte ihm fünf Schiffe mit ins⸗ geſamt 265 Mann Beſatzung zur Verfügung. Der König ließ ſich die Expedition 8334935 Goldmara⸗ vebis, etwa 214190 Mark koſten. Am 20. September 1590 ſegelte dann der Admiral von San Lucar ab. In Patagonien erfolgte die erſte Ueber⸗ winterung. 14 Monate ſpäter, nachdem die Flottille in See ſtach, erfolgte die Entdeckung der ſogenann⸗ ten Magellan⸗Straße. Dieſe Straße ver⸗ bindet bekanntlich den Atlantiſchen mit dem Stillen Ozean. Bei dieſem Herumkreuzen im Stillen Meer wurden die Philippinnen entdeckt. Im April des nächſten Jahres kam dann die große Tragödie. In einer Schlacht auf der Inſel Matan fand der Admiral den Tod. Kapi⸗ än Johann Sebaſtian übernahm das Kom⸗ mando und die Weltreiſe wurde fortgeſetzt. Bor⸗ neo, die Molukken, die Sunda⸗Inſeln, der Indiſche Ozean, die Azoren wurden ange⸗ laufen und drei Jahre ſpäter, nachdem ſie 38 000 Seemeilen zurückgelegt hatten, kehrten die kühnen Abenteurer, die der Menſchheit und der Wiſſenſchaft den größten Dienſt geleiſtet hatten, heim. Nach dieſer, erſten Umſegelung der Erde verſuch⸗ ten auch einige andere Wagemutigen rund um die Erde zu fahren. Der berühmteſte unter ihnen war James Cook, der Sohn eines armen Acker⸗ bauers, der zu Ende des 18. Jahrhunderts nicht weniger als drei Weltumſegelungen vornahm. Von 1768 bis 1771 fuhr er in weſtlicher Richtung und ent⸗ deckte auf dieſer Fahrt viele im Stillen Ozean gele⸗ genen Inſeln und die öſtlichen Ufer Auſtra⸗ n Magalhaes bis J Die Welt wird immer kleiner“ machte aſtronomiſche Entdeckung zunutze, die es er⸗ möglichte, die geographiſche Länge ſelbſt auf offenem Meer zu beſtimmen. ſtand, daß dieſe Er⸗ findung erſt zu Cooks Zeiten gemacht wurde, iſt es zuzuſchreiben, daß vor ihm ein⸗ und dieſelbe Inſel von den verſchiedenen Weltumſeglern auch mehrere Male entdeckt wurde, denn keiner von ihnen konnte eine genaue Ortsbeſtimmung vornehmen. Cooks zweite Weltumſeglung dauerte eben⸗ falls drei Jahre von 177241775. Diesmal y zu umſchiffen. Damit mußte er ſüdlich ab ſüdlichen Polarmeeres füdlichen Kontinent zu n, der auf der Landkarte jener Zeit die ganze ſüdl Hälfte der Erdkugel be⸗ anſpruchte. Dieſe zweite Weltreiſe von Cook wirkte geradezu bahnbrechend, denn ſie war es, die der Menſchheit zum erſten Mal einen anſchaulichen Unter. richt über die Geſtalt unſerer Erde gab. Als im Jahre 1779 während ſeiner dritten Welt⸗ reiſe Cook auf Hawai⸗Inſeln von Einge⸗ borenen erſchlagen wurde, waren nur noch 7% der Erdobe D von Weſt nach Oſt atwinden ausweiche, riet in die Nähe des egann er den großen den 77⁰)e unbekannt. Dieſe 77 zu er⸗ forſchen, ſetzten ſich Cooks Nachfolger zum Ziel. So erfolgte eine Weltreiſe von 1815-1818 mit einem ruſſiſchen Schiff namens Rurik. Der Kapitän dieſes Schiffes war der Sohn deutſchen Dramatikers Kotzebue. Auch der Dichter Adalbert Chamiſſo nahm an dieſer Fahrt teil. Von 1838—1840 fuhr der des oft und Gally Franzoſe S. C Dumont'urville um die Erde auf ſeinem Schiffe„L' Aſtrolabe“. Zwwiſchen 1843 unternahm der engli ſch J. C. Roß mit den Schiffen„Erebus“ und„Terror“ eine Welt⸗ umſegelung. Dieſe Fahrt brachte zuerſt ſichere Nach. richt über das Feſtlaud am Südpol. All dieſe Weltumſegelungs fahrten dau⸗ erteu faſt immer drei Jahre und auch mehr. Dieſe Zeit wurde nun nach der Entdeckung des Dampfſchiffes und der Eiſenbahn erheblich verbeſſert. Aber noch immer dauerte eine Fahrt rund um die Erde viele, viele Wochen, ja ſogar Monate. So ge⸗ lang es im Jahre 1889 der Newyorker Journaliſtin Nellie Ply, in 72 Tagen 6 Stunden und 11 Mi⸗ nuten rund um die Erde zu fahren. Im Jahre 1913 bewältigte der amerikaniſche Theaterdirektor John Henry Mears dieſelbe Strecke in nur 35 Tagen, 21 Stunden und 36 Minuten. Mit Hilfe eines Flug⸗ zeuges wurde die Weltumſeglung zum erſten Male im 6 b Jahre 1924 unternommen. Amerikas Kriegsflug⸗ zeuge flogen damals in 145 Tagen um die Erde. Die reine Flugdauer betrug allerdings nur 14 Tage. 1928 erfolgte dann eine neue Rekordverbeſſerung. John Henry Mears benützte die beſtehenden Flugverbindungen, und ſo gelang es ihm, ſeinen Weltrekord auf 23 Tage, 15 Stunden, 21 Minuten zu verbeſſern. Ein Jahr ſpäter flog daun„Graf Zep⸗ pelin“ in 20 Tagen und 4 Stunden um die Erde. Und jetzt gebrauchten Poſt und Gatty hierzu nurmehr acht Tage, 15 Stunden, 51 Minuten. „Graf Zeppelin“ ſtartbereit zur Nordpolfahrt ec ee Lehingted polreiſe'ſtarten. Erforſchung der Arktis durchführen werden. Inſeln zufammentreffen und bei den liens. Bei dieſer Fahrt kam ihm die damals ge⸗ 600 Fahre Stadt Koburg Blick auf den Marktplatz von Koburg Vor 600 Jahren erhielt Koburg Stadtrechte. Seit 1248 war die Stadt im Beſitz des Grafen von Henneberg, fiel dann 1347 durch Heirat an die Wettiner, 1641 an Sachſen⸗Alenburg und war von 1826 bis 1918 Reſidenz der Herzöge von Sachſen⸗Koburg⸗Gotha. Seit 1920 gehört Koburg zu Bayern. 5 Spitzbergen a 1 fem gsef 1 Oben links: Der ruſſiſche Eisbrecher„Malygin“, mit dem der„Graf Zeppelin“ im Polar⸗ gebiet zuſammentreffen wird. Oben rechts: Prof. Samoilowit ſch, der ruſſiſche Arktis⸗ forſcher, der an der Nordpolfahrt des„Graf Zeppelin“ teilnimmt. Unten links: Dr. Hugo Eckener. Unten rechts:„Graf Zeppelin“ beim Aufſtiegsmanöver Das Luftſchiff„Graf Zeppelin“ wird am 24. Juli in Friedrichs hafen zu ſeiner Nord⸗ 85 An Bord befinden ſich ruſſiſche und deutſche Gelehrte, die im Austauſch mit der wiſſenſchaftlichen Expedition des ruſſiſchen Eisbrechers„Malygin“ die wiſſenſchaftliche Luftſchiff und Eisbrecher werden bei den Wein⸗ Kamenew⸗Inſeln ſoll ſogar die Anbordnahme eines weiteren ruſſiſchen Gelehrten verſucht werden. 1839 und Freitag, 17. Juli 1931 Jünfmännerkampf gegen einen Tiger In der Nähe des geſchichtlich bekannten indiſchet Forts Purandah ſpielte ſich kürzlich ein erbitter ter Kampf zwiſchen fünf Indern und einem Tiger ab. Kurz nach dem Sonnenaufgang ſtanden mehrere indiſche Frauen an dem Ziehbrunnen, um Waſſer zu holen, als plötzlich aus dem nahen Buſch ein Tiger hervorſprang. Er ſtürzte ſich auf die Stiere, die das Waſſerrad in Bewegung ſetzten. Auf das Geſchrei der Frauen, kamen ſofort zwei junge Inder zu Hilfe, die auf einem benachbarten Felde arbeiteten. Sie griffen den Tiger mit bloßen Fäuſten an und wurden dabei arg zerfleiſcht. In dem kritiſchen Augenblick kam dann Hilfe in der Geſtalt eines Inders, der mit einer Axt be⸗ waffnet war, und zweier Dorfbewohner mit Stöcken. Den vereinten Kräften gelang es, den Tiger in Schach zu halten, bis der Mann mit der Axt zu einem tötlichen Schlag ausholen konnte. Die fünf Kämpfer mußten in das Krankenhaus gebracht wer⸗ den, wo ſie ſich von ihren Wunden wieder erholen. Spaniſche Höhlenmenſchen Der Vertreter eines Londoner Blattes be⸗ ſchreibt den Beſuch, den er kürzlich den an da⸗ luſiſchen Bauern in der Umgebung von Sevilla abgeſtattet hat. Man findet hier ein Elend, wie es ſelbſt in den dunkelſten Teilen Ruß⸗ lands nicht vorhanden iſt. Dieſe Bauern— wenn man von ſolchen überhaupt ſprechen kann— leben auf die primitivſte Art, die man ſich denken kann. Sie beſitzen kein eigentliches Heim, ſind nur mit Fetzen bekleidet und nähren ſich— niemand weiß wovon. Die Hügelhänge unweit von Sevilla weiſen ein wahres Labyrinth von Höhlen auf, die in dem ſonnendurchglühten Boden Schutz gegen etwaige Unbilden der Witterung bieten. Hier lebt eine ganze Bevölkerung etwa von der Kopfzahl einer Kleinſtadt. Hier wird ſie geboren, hier ſucht ſie ihr Daſein zu friſten, hier nimmt ſie von einem unſagbar kümmerlichen Leben Abſchied. Ihren Durſt befriedigen dieſe Menſchen, indem ſie mit den Händen Waſſer aus einem in der Nähe be⸗ findlichen Bach oder Fluß ſchöpfen. Wie ſie die täg⸗ liche Nahrung herbeiſchaffen, iſt ihr Ge⸗ heimnis. Häufig genug müſſen ſie ſich mit Ab⸗ fällen und kümmerlichen Obſtreſten begnügen. Im übrigen liegen ſie in der Sonne, die ihnen Tag für Tag ihr Licht und ihre Hitze ſpendet und leben ſtumpfſinnig in den Tag hinein. Neuerdings hat ſich der Kommuniſtenführer Dr. Vallina für dieſe elenden Weſen eingeſetzt. Er verlangt, daß ihnen Land zugewieſen wird, von deſſen Ertrag ſte ſich nähren können. Gegenwärtig dienen die beſten und fruchtbarſten Teile dieſes Ge⸗ bietes als Weideland für Stiere, wie ſeit alters her. In Andaluſien werden die berühmteſten Kampf⸗ ſtiere gezüchtet. Um die Menſchen, die mit dem aus⸗ getrockneten, unfruchtbaren Boden vorlieb nehmen müſſen, hat man ſich bisher nicht ſonderlich ge⸗ kümmert. Eine Wettfahrt mit dem Tode Der amerikaniſche Millionär Mooney, der mit Frau und elfjährigem Sohne in England weilte, reiſte in der vorigen Woche nach Newyork zurück, um dort eine dringende geſchäftliche Angelegenheit zu regeln. Kaum war er angelangt, ſo erreichte ihn ein Telegramm ſeiner Frau mit der Mitteilung, daß der Sohn in äußerſter Todesgefahr ſchwebe. Er hatte ſich bei einem Fall das Knie ver⸗ letzt und eine bösartige Blutvergiftung zu⸗ gezogen. Der Vater trat ein paar Stunden ſpäter die Rückreiſe nach England mit dem Dampfer au. Zwanzig Meilen von dem Hafen Plymouth ent⸗ fernt, erwartete ihn ein Motorſchnellboot mit Zoll⸗ beamten, die während der Fahrt in den Hafen die Zollangelegenheiten erledigen, ſodaß der Ameri⸗ kaner ſofort nach der Ankunft ein Automobil be⸗ ſteigen konnte, das ihn nach dem nächſten Lufthafen brachte. Hier beſtieg der Amerikaner ein Flug⸗ zeug, das für ihn geſchartert worden war und ihn in kurzer Zeit nach dem Lufthafen von London brachte. Hier wartete wieder ein Automobil, mit dem der amerikaniſche Millionär in einer halben Stunde das Krankenhaus erreichte, in dem ſein Sohn ſich in ärztlicher Pflege befand. Der Sohn war noch am Leben und erkannte auch den Vater. Wußten Sie ſchon? Die erſte gedruckte Bibel entſtand im Jahre 1445 und zwar war ſie in lateiniſcher Sprache abgefaßt, 1. Es gibt gegen 50 verſchiedene Sorten der Ananas⸗ frucht. *. Schall pflanzt ſich mit einer Schnelligkeit von 345 Metern pro Sekunde fort. 4 „Ein ausgewachſener Walfiſch ſchwimmt langſam, höchſtens 18 Kilometer pro Stunde ö Speiſeeis aus Kohlenſäuregas Das neuartige Trockeneis wird zum Verſand verpackt In den..⸗Farbenwerken wurde ein neuartiges Eis erfunden, das aus ſtark komprimkerter Kohlenſäure hergeſtellt wird. Dieſes Eis ſchmilzt ohne jeden flüſſigen Rückſtand und kann in großen Blöcken zum Verſand gebracht werden, da es länger vorhält als türli Eis. Vorläufig ſtellen ſich die Herſtellungskoſten allerdings 1 i e 5 5 9 * *— 3 7 Freitag, 17. Juli 1931 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe 9. Seite Nummer 325 6 7 8 ö 185 8 e e Ueber all die kleinen und großen N 5 Sorgen des Alllags hinweg Geschlossene Vorstellungen Riegen dis c des Filmwerks: 5 Felix Bressart 8 Im Woſten nichts Nelles nalpn A. Roberis Jul. Falken- 5 0 uns Wernstein Anny Ahlers in dem . N 8 5 8. urwüchsigen Tonfilm Schwank i Karten nur im Vorverkauf täglich ab 10 Uhr ununterbrochen an beiden Theater- Kassen in P 7, 23 und P 6, 23. feder Ausweis der veranstaltenden Organi- sationen berechtigt zur Entnahme von Eintrittskarten auch für Angehörige. Der wahre Jakob Ein Meisterstück an Witz u. Humor. Ausser de m: l Die Emelka-Tonwoche zeigt u..: Alber Sfeinrück- Alberi Basser- . 5 männ u. a. AM in dem Drama: Anfangszeiten: Drittes Bild: 5 1 0 Glans und Niedergang— Größe und ü 4* AL NAM BRA:.00,.00,.00,.10 VDerworfenheit getechischer Hultur. f 5 RORxVY:.00,.00,.30 Uhr Beginn:.00..30,.00 Uhr. 0 *. 1 2 7 1 e sind unsere Anstrengungen für den 5 540* t 5 l Salson- Ausverkauf, denn Sie erwarten j 0 5 1 1 Atalamage von uns Rußer gewöhnliches! 8 f prachtvolle—— 1 Musikapparate i Truhen, Schrank u. Tisch Mahagoni, schwarz poliert Eiche 5 5 1 55 N e 5 F 5 Spoktbllige wird auch der Massen-Ansturm auf i Selegenheitskäufe unsere Ausverkaufs-Angebele sein! . 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