ſelbſtänd, Müde 14202 nderſtube W A 1202 lte Sicher⸗ tl. monat, hlung von ſucht. Nut kommen in 6577 W147 an stelle. und An⸗ lſte Aus. hne jede 60²⁰ Seifert ze Nr 15. Nr. 595 50. 00 Ur hrt aus Sand. derre. Rau ub, Albis! D Mk. Näb. e8sberein— 12³⁰0 * Oh 4, 7 6 tag int m %%% a8 ö nn 9 8127. %% — — N — tions Rhein. — Heſterreichs im Europa⸗Ausſchuß, denn in dem vom Hgezugspreiſe: Durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt RM..— zuzüglich Zuſtellgebühr.— Abholſtellen: Waldhofſtraße 6, gronprinzenſtraße 42, Schwetzingerſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 13, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 68, W Oppauer Straße 8, 8e Luiſenſtraße 1.— Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Feruſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 175 90.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Reue Mannheimer Zeitung Mannheimer General-Anzeiger Einzelpreis 10 Pf, Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32 mm breite Colonelzeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile. Für im voraus zu bezahlende Familien⸗ u. Gelegenheits⸗Anzeigen befondere Preiſe.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim, Mittag⸗Ausgabe — Dienstag, 8. September 1931 142. Jahrgang— Nr. 413 Die Zollunion vor dem Völkerbundsrat Endgültige Erledigung innerhalb von 10 Minuten Curtius glaubt an einen moraliſchen Erfolg für Deutſchland Drumonds Taktik Drahtung unſeres eigenen Vertreters Genf, 8. Sept. Ein gänzlich unerwarteter und bei der faſt ſprich⸗ wörtlich gewordenen präziſen Arbeit des Völker⸗ hundsſekretariats unbegreiflicher Vorfall ereignete ſich vor der Erledigung der Zollunionfrage im Völ⸗ kerbundsrat. Das mit Ungeduld erwartete offi⸗ zielle Schriftſtück der Haager Cour traf mit dem in Genf um 1 Uhr eintreffenden Hollandzug nicht ein. Auch die Fünfuhr⸗Poſt enthielt das Do⸗ küment nicht. Infolgedeſſen beſchloß der General⸗ ſekretär im Einverſtändnis mit dem Völkerbundsrat, die Tagesordnung abzuändern und den um eine Schädigungsaffäre kämpfenden Vertretern Grie⸗ chenlands(Venizelos) und Bulgariens(Mo⸗ linow) das Wort zu erteilen. 3½% Stunden ſtrit⸗ ten ſich die beiden enragierten Balkanmänner. Schließlich aber mußte der Generalſekretär zu einer Aenderung ſeines früheren Beſchluſſes vorgehen und erreichte es dadurch, daß er den Rat dazu veranlaßte, noch vor Eintreffen des offiziellen Dokuments das Haager Gutachten zur Kenntnis zu neh⸗ men. Knapp zehn Minuten reichten dem⸗ gemäß für die Beſeitigung des deutſch⸗öſter⸗ reichiſchen Zollunionsplans aus. Mit ſichtbarer Erleichterung erhoben ſich die Rats⸗ herren vom Tiſch und der tſchechoflowakiſche Außen⸗ Miniſter Dr. Beneſch bekundete durch ſein breites Aächeln ſeine volle Befriedigung. Von maßgebender Seite der deutſchen Delegation wütde über die Erledigung der deutſch⸗öſterreichi⸗ ſche Zollunionfrage folgendes mitgeteilt: Es kam darauf an, daß in der Ratstagung keine dolitiſche Dis kuſſion entſtand. Der Reichs⸗ außenminiſter Dr. Curtius wünſchte, daß der Ratspräſident nur eine kurze Erklärung abgeben möge. Zum Beiſpiel fand ſich in der Erklärung des Ratspräſidenten eine wörtliche Wiederholung des Haager Textes. Die ganze Art des Aktes läßt ſch als politiſche Aktion bezeichnen, durch die dieſe Angelegenheit endgültig erledigt worden iſt. Generalſekretär Sir Erie Drummond hatte zu⸗ erſt ſtarke Bedenken, vor Eintreffen des Haager Dokuments die Zollunion im Rat erledigen zu laſ⸗ ſen. Dieſe Bedenken wurden überwunden dadurch, daß man ſich mit dem Haag telephoniſch in Verbindung ite und ſich den Wortlaut des Urteils vorleſen ließ. Wenn dies nicht gelungen wäre, wäre die Ge⸗ ahr einer Vertagung eingetreten. Das geſtrige Verfahren rechtfertigt, wie man uns weiter mitteilte, die Haltung Deutſchlands und Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 8. Sept. Das Kabinett hat geſtern eine Sitzung abgehalten, in der es ſich mit den Durchführungsbeſtimmungen zur Arbeitszeitverkürzung und weiter um den Entwurf einer neuen Notverordunung be⸗ ſchäftigt, in der die Einzelheiten für die praktiſche Anwendung des Stillhalte⸗Abkommens feſt⸗ gelegt werden ſollen. Die Verordnung regelt alle Fälle, in denen das deutſche Recht dem Stillhalte⸗Ab⸗ kommen angepaßt werden muß. Das Abkommen ſelbſt tritt erſt in Kraft, wenn die B. J. Z. der Reichsbank mitteilt, daß alle Gläubiger⸗Komitees unterzeichnet haben. Beſonders eingehend iſt im Kabinett geſtern die Kleinſiedlungsfrage beſprochen worden, die in dem neuen Wirtſchaftsprogramm eine bedeut⸗ ſame Rolle ſpielen wird. Den Beratungen lag ein Entwurf des Reichsfinanzminiſteriums zugrunde. Der Plan weicht in ſehr weſentlichen Punkten von der bisherigen Siedlungspolitik ab, die ſich als viel zu koſtſpielig erwieſen hat. Aus den mitgeteilten De⸗ tails entnehmen wir, daß an eine halb ſtädtiſche, halb ländliche Siedlung gedacht iſt, für die vor allen Din⸗ gen die Kriſenunterſtützten und die Wohl⸗ fahrtserwerbsloſen in Frage kommen, älſo Schichten, die bereits ſeit langem aus dem Ar⸗ beitsprozeß ausgeſchieden ſind und ſchwer in ihn wie⸗ der eingegliedert werden können. Die Ausgeſtaltung tionen, hier wie wohl auch in Genf. Es hieß ſogar, Herr von Bülow hätte den Antrag, Dr. Curtius noch zu einer Art Proteſterklärung in der Zollunionfrage zu veranlaſſen. Dieſes Gerücht fin⸗ det ſeine Widerlegung ja ſchon allein in der Tat⸗ ſache, daß Herr von Bülow erſt heute, alſo nach A b⸗ ſchluß der ſo betrüblichen Angelegenheit, in Genf eintrifft. Mit welchen beſonderen Intenſionen er nach Genf kommt, läßt ſich natürlich nicht ohne wei⸗ teres feſtſtellen. Es wird u. a. behauptet, er ſolle Dr. Curtius nahelegen, unter Hinweis auf die höchſt un⸗ günſtige Stimmung in Berlin auf eine Verſchiebung des franzöſiſchen Be⸗ ſuches hinzuarbeiten. An den deutſchen zuſtändigen Stellen beſtreitet man freilich ſolche Abſichten. Die„Germania“ glaubt, nach dem ſtillen Be⸗ gräbnis, das geſtern der Zollunion zuteil wurde, eine gewiſſe„pſychologiſche Entſpannung“ konſtatieren zu Ralsvorſitzenden verleſenen Schriftſtück fanden ſich auch die Erlärungen Dr. Curtius und Dr. Scho⸗ bers im Europa⸗Komitee. Freilich waren auch pſychologiſche Gründe und Sorgen um die Finanzlage ſehr wichtig bei der Wahl der einzuſchlagenden Taktik. Nan konnte im Europa⸗Ausſchuß bei der Diskuſſion lber Wirtſchaftsfragen und Zollunionen im allgemei⸗ ten nicht an der deutſch⸗öſterreichiſchen Zollunion borheigehen und beſonders, nachdem vom Haag mit⸗ geteilt worden war, daß das Urteil nicht vor Sams⸗ tag zu gewärtigen wäre, hatte Sir Erie Drummond dem Reichsaußenminiſter erklärt, daß es unter dieſen Umſtänden ſogar fraglich wäre, ob im Laufe dieſer Voche die ganze Angelegenheit im Rat an die Reihe kommen könnte. Umſomehr mußte man damals ſchon die Erklärung abgeben und ſich die Möglichkeit nicht entgehen laſſen, im Europa⸗Ausſchuß zu ſagen:„Wir wollen verſuchen, die größere Zuſammenarbeit auf breiterer Baſis, die größere Marktfreiheit, die Ver⸗ handlungen der wirtſchaftlichen Angleichung und der Zollangleichung künftig auch auf Deutſchland und ſterreich anzuwenden.“ Nach voller Ueberzeugung des Reichsaußenmini⸗ ters Dr. Curtius habe ſich in der geſtrigen Rats⸗ ſtzung klar erwieſen, daß niemand mehr Deutſchland und Oeſterreich als Friedensſtörer in Europa bezeich⸗ nen könne. Der moraliſche Erfolg ſei nicht zu heſtreiten. Erleichtertes Aufalmen in Berlin Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 8. Sept. Man hat es in Berlin mit einem Aufatmen der Erleichterung begrüßt, daß der letzte Akt der Zolluniontragödie in Genf ſich rein geſchäftsord⸗ nüngsmäßig abgewickelt hat. So iſt wenigſtens ein neues Unglück vermieden worden, denn eine politiſche Asſprache über die Zollunion im Völkerbundsrat, um die wir gerade noch herumgekommen ſind, hätte uns wahrſchenlich nur neue Demütigungen ein⸗ garagen. An die Miſſion des Staatsſekretärs von dul o w knüpfen ſich natürlich allerhand Kombina- Drahtung unſeres Pariſer Vertreters Paris, 8. Sept. Die ſtillſchweigende Erledigung des Haager Gut⸗ achtens durch den Völkerbundsrat hat unter den Mit⸗ gliedern der franzöſiſchen Delegation allgemeine Befriedigung ausgelöſt. Die Kommentare der Morgenblätter laſſen erkennen, daß man auf fran⸗ zöſiſcher Seite doch noch Erklärungen des deutſchen oder öſterreichiſchen Außenminiſters in der Rats⸗ debatte erwartet und ſogar befürchtet hatte. Mit einem allgemeinen Aufatmen wird nun⸗ mehr feſtgeſtellt, daß die Zollunion ſaung⸗ und klanglos zu Grabe getragen worden iſt. Der Außenpolitiker des„Matin“, Sauer⸗ wein, lobt die vernünftige Haltung Dr. Curtius und ſucht dieſen gegen Angriffe aus Deutſchland in Schutz zu nehmen. Dr. Curtius habe einen größeren Beweis ſeiner Klugheit geliefert, indem er ſchwieg, anſtatt den Forderungen der deutſchen Nationaliſten nachzugeben und etwa feſtzuſtellen, daß Deutſchland durch den Haager Spruch nicht verurteilt wor⸗ den ſei und daher ohne geſetzlichen Zwang verzichtete. Nach Anſicht Sauerweins wäre vor dem franzöſiſchen Miniſterbeſuch die ſchlimmſte⸗ Methode, eine neue Debatte in Geuf heraufzubeſchwören. Auch die übrigen Morgenblätter ſind. einig darüber, daß keine Erklärung der Sache des Friedens von Nutzen geweſen wäre. Der Völkerbunds rat ver⸗ diene beſondere Anerkennung, daß er nicht auf die küſſion der Anſchlußfrage beſtand. Schober und Curtius hätten ſich nunmehr mit ihren innerpoliti⸗ ſchen Gegnern abzufinden. N nur im Geiſte der Verſöhnung auf ſein Unternehmen f ebenſo grauſame wie wertloſe Fortſetzung der Dis⸗ Kleinsiedlung für 100 000 Arbeitsloſe Bau von 100 000 Siedlungshäuſern für zuſammen 200 Millionen Mark der Kleinſiedlung ſoll ſo erfolgen, daß Stellen in der Größe von zwei bis vier Morgen geſchaf⸗ fen und auf ihnen Wohngebäude primitiver Art nebſt Stall errichtet werden. Die Arbeitsloſen ſind gehalten, ſelbſt an der Schaffung der Siedlungsſtelle mitzuarbeiten. Während der Dauer ihrer Tätigkeit haben ſie Anſpruch auf die ihnen zuſtehende Arbeits⸗ loſen⸗, Kriſen⸗ oder Wohlfahrtsunterſtützung, wozu noch eine zuſätzliche Verpflegung käme. Zur Durchführung des Plans iſt die Einſetzung eines Reichskommiſſars vorgeſehen, der un⸗ mittelbar dem Kanzler unterſteht und den ein Beirat unterſtützen ſoll. Dieſes Gremium wird aus Ver⸗ tretern des Reichsarbeits⸗, des Ernährungs⸗ und des Reichsfinanzminiſteriums und des Landes, in dem die Siedlung vor ſich geht, gebildet werden. Die Regierung läßt ſich bei dieſem Plan von dem Grundgedanken leiten, daß durch eine bloße Unter⸗ ſtützung das Problem der Arbeitsloſigkeit nicht gelöſt werden kann. Man hofft, daß bis zum nächſten Frühjahr rund 100 000 Arbeitsloſe in der Kleinſiedlung 5 angeſetzt werden. Der ſpätere Wegfall der Unterſtützung würde eine Erſparnis von etwa 70 Millionen/ ergeben. Die Koſten für ein Siedlungshaus ſollen ſich auf 2000% belaufen. Für 100.000 Häuſer würden alſo 200 Millionen Mark erforderlich ſein, die man aus Hauszinsſteuermitteln zu entnehmen gedenkt. 7. ĩ ͤTddTßßTVTPTPbßPTbTPwPßbwßwTßbwßbGTPbTPTPbTPTbTPTPbTGTPTGTVTbGTVTVTVTVTVTVTVTVTVTVTcTCTVTVTCTTCTcTcTcCTTTTVTTVTVTVTVTVTVVTVTVTVVTVbTVTVTVTTVTVTVTVTVVTVTVTVTVTVTVTTWWWW dürfen, die ſich auf die bevorſtehenden deutſch⸗fran⸗ zöſiſchen Beſprechungen günſtig auswirken werde. Umſo eindringlicher mahnt das Kanzlerorgan die Franzoſen, nunmehr den von Dr. Curtius angedeu⸗ teten Weg der aktiven Teilnahme an einer ſolidariſchen europäiſchen Wirtſchaftsaktion zu beſchreiten, damit die tiefe Enttäuſchung vergeſſen werden könnte, mit der man in Deutſchland die Zu⸗ rückſtellung eines guten und poſitiven Gedankens zur Behebung der europäiſchen Wirtſchaftskriſe verfolgt. Bliebe es bei dem in Ausſicht genommenen Termin des 26. und 27. September, ſo würde der Reichs⸗ außenminiſter erſt kurz vor dem Pariſer Beſuch wie⸗ der nach Berlin zurückkehren. Die Kritik an ſeiner Genfer Tätigkeit müßte dann wohl oder übel einen Aufſchub erfahren, da man vermutlich durch die Vorbereitungen des franzöſiſchen Beſuches völlig in Anſpruch genommen wäre. Wie urteilt Paris? Zunehmende Oppoſition gegen Curtius Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 8. Sept. Der Eindruck verſtärkt ſich, daß die Tage des Reichsaußenminiſters gezählt ſin d. Es wird ja nicht nur, worauf wir ſchon hinwieſen, von der oppoſitionellen Rechten gegen ihn Sturm ge⸗ rannt. Auch das Zentrum diſtanziert ſich immer mehr von ihm: Nach der„Germania“ hat nun auch das rheiniſche Zentrumsblatt, die„Kölniſche Volkszeitung“ ſehr ſcharfe Kritik an den Genfer Vorgängen geübt und Herrn Dr. Curtius nahe⸗ gelegt, auf ſein Amt zu verzichten. Auch in der Staatspartei iſt man der Auffaſſung, daß der Außenminiſter auf ſeinem Poſten nicht zu halten ſei. Vor allem aber ſagen weite Kreiſe der Deutſchen Volkspartei ihm die Gefolgſchaft auf. Der Reichstagsabg. Hintzmann hat Dr. Curtius in einer Parteiverſammlung ganz offen aufgefordert, aus dem Genfer Fiasko die Konſequenzen zu ziehen, und es verlautet, daß der Parteivorſitzende Dingel⸗ dey, der am Freitag eine Unterredung mit dem Kanzler hatte, ziemlich deutlich zu verſtehen gegeben habe, daß Dr. Curtius als Außenminiſter für die Partei nicht länger tragbar ſei. Der„Fall Curtius“ wird bei den Fraktionsberatungen der Volkspartei, die heute und morgen in Potsdam ſtattfinden, eines der Hauptthemata bilden.: — Geuf, 8. Sept. Der rufſiſche Volkskommiſſar Litwinow wird heute vormittag Genf verlaſſen, um über Berlin nach Moskau zurückzukehren. Pariſer Miniſterbeſuch in Baden-Baden? Drahtbericht unſeres Berliner Büros J Berlin, 8. Sept. Nach Genfer Meldungen wird erwogen, die Zu⸗ ſammenkunft zwiſchen den deutſchen und den fran⸗ zöſiſchen Staatsmännern nicht in Berlin, ſondern in Baden⸗Baden ſtattfinden zu laſſen. Irgend welche konkreten Beſchlüſſe ſind, wie uns an hieſiger zuſtändiger Stelle erklärt wird, noch nicht gefaßt. Man kann natürlich darüber im Zweifel ſein, ob der gegenwärtige Zeitpunkt für einen Beſuch der franzöſiſchen Miniſter in Deutſchland überhaupt ge⸗ eignet ſei. Sollte man ſich aber tatſächlich ent⸗ ſchließen, die Pariſer Beſprechungen ſchon jetzt wie⸗ der aufzunehmen, bevor noch die peinlichen Ein⸗ drücke von Genf abgeklungen ſind, ſo wäre es außerordentlich wünſchenswert, wenn die franzöſiſche Gegenviſite nicht in Berlin vor ſich ginge. Es wir d bereits von Attentaten gemunkelt, die ſich ereignen könnten. Bei der allgemeinen Fried⸗ loſigkeit in Deutſchland wäre es immerhin denkbar, daß jugendliche Fanatiker ſich zu Exzeſſen hinreißen laſſen. Sicherlich werden die Berliner nicht geneigt ſein, den Herren Laval und Brian d Ovationen darzubringen. Käme es aber zu irgend⸗ welchen unliebſamen Zwiſchenfällen, ſo würde das Gegenteil von dem bewirkt, was die Zuſammenkunft doch eigentlich bezwecken ſoll. Wohl oder übel würde nicht eine Verbeſſerung, ſondern eine Verſchlim⸗ merung in dem Verhältnis der beiden Völker ent⸗ ſtehen. Aus all dieſen Gründen erſcheint es uns geradezu geboten, daß man ſich nicht in Berlin, ſon⸗ dern auf einem neutralen Boden träfe. Pariſer Hetzarbeit Drahtung unſeres Pariſer Vertreters Paris, 8. Sept. In der Morgenpreſſe erheben ſich zahlreiche Stim⸗ men, die auf Grund der aus Deutſchland gemeldeten Abſicht, die franzöſiſche Miniſterreiſe durch feindliche Kundgebungen z u ſtören,(2) eine Vertagung der Reiſe anraten. „Man ſtelle ſich vor, wie Briand, der Mann von Locarno, von der deutſchen Jugend ange⸗ ſpien wird“, erklärt die„Journé Indu⸗ ſtrielle“.„Die franzöſiſche Regierung dürfe die Reiſe nicht unter der Drohung deutſcher Mani⸗ feſtationen antreten, um dem deutſchen Volk Kre⸗ dite zu bringen“. * Vor einer Rede Dr. Curtius in Genf — Genf, 8. Sept. Der deutſche Außenminiſter Dr. Curtius wird vorausſichtlich am Donnerstag in der Bundesverſammlung, und zwar im Rahmen der all⸗ gemeinen Ausſprache das Wort zu einer längeren Rede ergreifen. Der Verlauf der Rütk fahrt des „Graf zeppelin“ — Friedrichshafen, 7. Sept. Ueber die glänzend verlaufene Südamerika⸗Fahrt des Luftſchiffes„Graf Zeppelin“ erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das Luftſchiff hat für die zweimal 8000 cem. lange Strecke Friedrichshafen—Pernambuco und zurück insgeſamt 155 Stunden benötigt, und zwar 73 Stunden für die Hinfahrt und 82 Stunden für die Rückfahrt. Die Verzögerung bei der Rückfahrt erklärt ſich vor allem daraus, daß„Graf Zeppelin“ an der Bucht von Biskaya auf ſtarken Gegenwind ſtieß. Das Luftſchiff hatte bei ſeiner Rückfahrt nach dem Start in Pernambuco erſt nach einer ununter⸗ brochenen Meerfahrt von drei Tagen bei der Inſel Deu, nördlich von La Rochelle, alſo an der franzö⸗ ſiſchen Weſtküſte, zum erſten Mal wieder Land unter ſich. Es hatte meiſt ſchönſtes Wetter. Die glänzende Navigation ermöglichte es, an Hand des hervor⸗ ragend arbeitenden Wetterdienſtes immer das für die Fahrt beſte Wettergebiet aufzuſuchen. Unter den zehn Fahrgäſten der Rückfahrt — drei Paſſagiere der Hinfahrt, darunter der Gene⸗ ralkonſul in Valparaiſo, Dr. Soehring, waren in Pernambuco ausgeſtiegen— befanden ſich Lega⸗ tionsſekretär Henle vom Auswärtigen Amt, ferner Oberregierungsrat Bäumber vom Reichsverkehrs⸗ miniſterium, Profeſſor Weickmann⸗ Leipzig, der auch die Aktisfahrt mitgemacht hatte, Profeſſor Sei l⸗ kopf von der Seewarte Hamburg, ſowie ein Ver⸗ treter des Süddeutſchen Rundfunks. Die nächſte Fahrt nach Pernambuco findet, wie ſchon gemeldet, am 17. September ſtatt. 2. Seite/ Nummer 413 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 8. September 1991 2 + E Die Regierungserklärung Eigener Bericht k. Karlsruhe, 7. Sept. Heute verſammelte ſich der badiſche Landtag zum erſten Abſchnitt der vorgeſehenen kurzen Herbſt⸗ tagung, in der über die ſeit Juli erlaſſenen Not⸗ geſetz e zur Aenderung des Staatshaushalts und zur Erhöhung der Ausfall bürgſ chaft für Lie⸗ ferungen der badiſchen Induſtrie an die So w⸗ jet⸗Republiken beraten werden ſoll. Ein großes Frieren geht durch das Haus, in dem nür wenige Abgeordnete und der Staatspräſident Dr. Wittemann fehlen. Die Regierungserklärung— ſie umfaßt annähernd dreißig Seiten—, verließt der ſtellvertretende Staatspräſident und Miniſter des In⸗ nern, Stefan Maier. Er lieſt tonlos und ſtockend und erhebt die Stimme nu r, wenn die Oppoſition allzu laut wird. Mitunter wird ſie ſo lebhaft, daß der Prä⸗ ſident die Glocke rühren und die Herren auf der Rech⸗ ten an ihre gute Kinderſtube erinnern muß. Immer⸗ hin iſt die Oppoſition friedlicher als man erwartet hatte. Nur einmal noch, während der Zentrumsab⸗ geordnete Dr. Föhr den Bericht des Haushaltsaus⸗ ſchuſſes zu den Notgeſetzen verlieſt, wird ſie unruhi⸗ ger, ſodaß der Vortragende dem deutſchnationalen Abg. Dr. Brühler zuruft:„Hören Sie zu, Herr Doktor Brühler, hier können Sie noch etwas lernen!“ Der Inhalt der Regierungserklärung 5 Regierungserklärungen ſind auch in guten Zeiten immer ein wenig fatal; ſie ſagen ſoviel und nur ſelten das, was man hören möchte, oder doch nur wenig davon. Immerhin, ſie geben Ausblicke, bieten Anhaltspunkte, verſprechen, bejahen und verneinen, und Alles iſt froh, wenn ſie zu Ende find. Auch heute war das ſo, obgleich die Erklärung in manchen Fragen ziemlich eindeutig Stellung nahm. f Sie begann mit einem ernſten Appell an das badiſche Volk vom inneren Hader, von der gehäſſigen gegenſeitigen Bekämpfung abzulaſſen, die den Ge⸗ danken nahelege, daß„in weiten Kreiſen des Volkes kein richtiges Autoritäts⸗ und Staatsgefühl mehr vorhanden ſei, keine ſtaatsbürgerliche Geſinnung, die über das Partei⸗ und Privatwohl das Staatswohl ſetzt und die Notwendigkeit, Reich und Länder zu er⸗ halten.“ Sie verwahrte ſich gegen den Ka m pf um die Entſtehung des Notgeſetzes vom 9. Juli; es trage die Unterſchrift aller Kabinettsmitglieder und alle ſeien dafür verantwortlich. Mit Recht auch ver⸗ wahrte ſich die Regierung gegen unſächliche, aus Mißverſtehen und barem Unverſtändnis geborene Kritik an dieſem Geſetz, das ſicherlich erhebliche Schönheitsfehler beſitze und, wäre mehr Zeit zu ſeiner Ausarbeitung geblieben, im Einzelnen viel⸗ leicht anders ausgefallen wäre, mit deſſen Inkraft⸗ ſetzung jedoch nicht mehr gewartet werden konnte, wenn nicht der ganze Staatshaushalt auffliegen ſollte. Die Staatsregierung habe, ſo heißt es weiter, die„verfaſſungsrechtlichen Grundlagen des Not⸗ geſetzes geprüft und ſei zur Ueberzeugung gekom⸗ men, daß diefe gegeben ſeten.“„Das Verhalten der Gemeinden und die Vorſchriften des Reiches ö ingen die Regierung, gegen die Gemein⸗ den und ihre Perſonalausgabepolitik eine weitergehende Aufſicht einzuführen.“ Zum Spargutachten wird geſagt, daß es ſich in dieſer Herbſttagung für den Landtag nur darum handeln könne, zu den wichtigſten Fragen grundſätz⸗ lich Stellung zu nehmen und der Regierung das Ver⸗ trauen zu ſchenken, daß ſie bet der Durchführung der Vorſchlüge des Gutachtens nach beſtem Wiſſen und Gewiffen handeln werde. Die Regierung erbittet „das Vertrauen des Hauſes und ſeine energiſche ge⸗ wiſſenhafte Mitarbeit, getragen vom feſten Entſchluß und der Ueberzeugung, daß keine Schwierigkeit un⸗ Uhberbrückbar iſt, wenn ein ſeſter Wille ſie zu meiſtern verſucht. Verſuche, den Staat zu erſchüttern, wird die Regierung entſchloſſen und unter Anwendung aller Machtmittel des Staates abwehren.“ Miniſterium des Innern Dieſe Sparte iſt wohl die umfänglichſte der Dar⸗ legungen. Hier ſpricht die Regierung zunächſt ihr Bedauern darüber aus, daß die finanzielle Lage ihr nicht geſtatte, Geſuchen der Privatwirt⸗ ſchaft um Gewährung von Ueberbrückungskrediten oder Uebernahme ſtaatlicher Bürgſchaften zu ent⸗ ſprechen. Auch ſtünde ſolchen Wünſchen die grundſätzliche Erwägung entgegen, daß es nicht an⸗ gängig erſcheine, die von der Allgemeinheit aufge⸗ brachten Steuern zu ſtgatlicher Subventionspolitik zu verwenden. Stillegungen notleidender Betriebe könnten deshalb, trotz der unerwünſchten Folgen, leider nicht verhindert werden. Doch verſuche die Regierung mit allen Mitteln Reichsaufträge für Baden zu gewinnen, was bisher mit Erfolg geſchehen ſei. Auch habe ſie geglaubt ſich der Belaſtung, die die Erhöhung der Ausfallbürgſchaft für Lieferungen badiſcher Firmen nach Rußland von 5 auf 12 Millio⸗ nen bedeutet, nicht enziehen zu dürfen. Mit großer Beſorgnis verfolgt die Regierung die Aus wan ⸗ derung induſtrieller Betriebe aus Baden. So⸗ weit das bei der allgemeinen Lage möglich iſt, ſol⸗ len weiter Notſtandsarbeiten ausgeführt und das Los der Erwerbsloſen ſoll nach Kräften gemildert werden. Eine Aenderung des Fürſorge⸗ geſetzes wird in Ausſicht geſtellt. Die Regierung wird es ſich angelegen ſein laſſen, der Landwirtſchaft zu helfen, indem ſie vor allem die Organisation der Milchwirtſchaft verbeſſert. Von der Reichs⸗ regierung erhofft ſie baldige Maßnahmen zur Sa⸗ nierung der Waldwirtſchaft und des Holz⸗ abſatzes. Sie befürwortet einen interkommunalen Laſten⸗ ausgleich und den Zuſammenſchluß kleiner Gemeinden und ſtellte zur Sicherung der Gefundung der Ge⸗ meindefinanzen verſchärfte Staatsaufſicht in Aus⸗ ſicht. Der Vollzug der im vergangenen Frühjahr verabſchiedeten Aenderungen zum Sparkaſſengeſetz ſoll beſchleunigt und das Geſetz nachdrücklich durch⸗ geführt werden. Ferner werden Geſetzentwürfe vor⸗ bereitet, die, in Ausführung des Spargutachtens, verſchiedene verwaltungstechniſche Maßnahmen vor⸗ ſehen, doch wurden die Arbeiten zu einer grund⸗ ſätzlichen Aenderung der Gemeindeord⸗ nung vorerſt zurückgeſtellt, bis Klarheit über die zukünftige Organiſatton der Staatsver⸗ waltung beſteht. Auch die Aenderung des Ver⸗ ſicherungsgeſetzes für Gemeinde⸗ und Körperſchafts⸗ beamte wurde zurückgeſtellt. Auf dem Gebiet des Wohnungsbaues erſcheint uns eine in Ausſicht ge⸗ ſtellte Erleichterung der Bauvorſchriften wichtig. Juſtizminiſterium Zum Eingang dieſes Abſchnittes wird die Aus⸗ gabenmehrung durch die zahlreichen Notgeſetze und durch die unruhigen polftiſchen Verhält⸗ niſſie, mit allen ihren Folgen auf ſtrafrechtlichem Gebiet, beklagt. Die ſchlechte wirtſchaftliche Lage ſteigere die Zahl der bürgerlichen Rechts⸗ ſtreitigkeiten, das vermehre den Perſonalbedarf und damit die Perſonallaſten. Dennoch ſei alles ge⸗ ſchehen und werde weiter geſchehen, um den Betrieb zu vereinfachen, doch bedürfe die Zuſammenlegung und Aufhebung von Behörden genaueſter Prüfung; vielfach werde man die Möglichkeit wahrnehmen, daß ein Richter den Dienſt än mehreren Amtsgerichten verſehen könne, weiter werde es möglich ſein, andere richterliche Geſchäfte auf die Urkundsbeamten der Ge⸗ ſchäftsſtelle als Rechtspfleger zu übertragen. Die Regierung wird jede Vereinfachungsmaßnahme der Reichsregierung fördern, die ohne Gefährdung der Güte und Zuverläſſigkeit der Rechtſprechung Erſpar⸗ niſſe in Ausſicht ſtellt. Grundlegende Aenderungen in der badiſchen Laudesjuſtizgeſetzgebung ſind nicht vorgeſehen, doch wird dem badiſchen Landtag ein Geſetzentwurf zugehen, der die kleinen Grundbuch⸗ Herbsttagung des badiſchen Landtags ämter aufhebt und die Verſtaatlichung der ſtädtiſchen Grundbuchämter vorſieht. Einſchränkungen werden auf dem Gebiet der Fürſorgeer ziehung vor⸗ genommen werden müſſen, die mehr noch als bisher privaten Anſtalten zu übertragen ſein wird. Kultus und Unterricht Einiges Befremden wird es in Baden erregen, daß die Regierung offen bekennt, die Koſten für drei Hochſchulen nicht mehr tragen zu können. Sie erhofft für Heidelberg Reichshilfe. Wenn das Reich Heidelberg betreue, ſo könne das Land Baden der Univerſität Freiburg und der Tech⸗ niſchen Hochſchule in Karlsruhe ſeine volle Aufmerk⸗ ſamkeit zuwenden. Die Regierung ſei gewillt, die akademiſche Freiheit der Studierenden zu achten, werde aber aller Störung der öffentlichen Ordnung, der Vergewaltigung der ſtudentiſchen politiſchen Minderheit und aller parteipolitiſchen Zügelloſigkeit energiſch entgegentreten. Auf dem Gebiet der Volksſchule werden Sparmaßnahmen unumgänglich ſein, doch lehnt die Regierung, im Intereſſe der Gründlichkeit des Unterrichts die Erhöhung der Klaſſenfrequenz ab. Dagegen hält ſie die Angleichung der Pflichtſtunden⸗ zahl an das württembergiſche Maß für rätlich. Die Zahl der Zwergſchulen ſoll vermindert, wo dies angängig iſt, die Zuſammenlegung von Ge⸗ werbe⸗ und Handelsſchulen erſtrebt und auch ſonſt alles getan werden, um auf dem Gebiet der Fortbil⸗ dung Erſparungen zu erzielen, ohne die Erziehung der Jugendlichen zu beeinträchtigen. Im höheren Schulweſen werden ebenfalls Aenderungen in Aus⸗ ſicht geſtellt, doch lehnt die Regierung den gänzlichen Abbau vier⸗ oder mehrklaſſiger böherer Schulen iz gewiſſen Landgemeinden ebenſo ab, wie die För⸗ derung der Koedukation aus Sparſamkeitsgründen Erziehungsbeihilfen und andere Vergünſtigungen ſind in Zukunft weniger nach ſozialen Geſichtspunkten 155 im Sinne planmäßiger Begabtenausleſe zu ver, eben. 5 Die Geſamtfinanzen Die Schulden des Landes betragen 1425 Mil⸗ lionen, davon ſind 72 Millionen langfriſtige, 10,5 Millionen mittelfriſtige und 51 Millionen kurze friſtige Schulden. Die Ueber weiſungen durch das Reich werden vorausſichtlich für das lau⸗ fende Jahr um 15,8 Millionen zurückgehen. Der Rückgang aus den Forſterträgen wird auf 5 Mil⸗ lionen geſchätzt; dazu kommen Ausfälle aus Landes, ſteuern, Verwaltungs⸗ und Juſtizgefällen. Und 0 werden die Einſparungen, die das Notgeſetz vorſieht, den Haushalt nicht ausgleichen, ſondern es wird immer noch ein Fehlbetrag von 8 bis 10 Millionen bleiben. Vielleicht wird er noch ſteigen und der Finanzminister wird zuſehen müſſen, wie er ihn deckt. Es wird ihm nichts übrig bleiben, als nochmals eine nachbrückliche Abwürgung aller nicht unbedingt notwendigen, viel⸗ leicht aber auch bisher für unbedingt notwendig ge⸗ haltener, Ausgaben zu fordern und mit allen Mit⸗ teln durchzuſetzen. Wie das zu machen ſein wird, darüber wird man wohl bei der Beratung des Spargutachtens Einiges erfahren. Das frierende Plenum hörte die Regierungs⸗ erklärung ſicherlich mit großem Unbehagen und ver⸗ tagte ſich gegen 7 Uhr abends auf Dienstag früh 9 Uhr. Dann wird die politiſche Debatte be⸗ ginnen. Bis zum Mittwoch abend hofft man fertig zu werden. Gegen Ende der nächſten Woche wird dann nochmals eine kurze Tagung angeſetzt. Wie England ſeine Not bekämpft Das Königshaus geht mit gutem Beispiel voran Warnung vor einer Sparpanit Drahtung unſ. Londoner Vertreters § London, 8. Sept. Der König hat mit Rückſicht auf die ſchlechte Fi⸗ nanzlage Englands dem Miniſterpräſtdenten 1 Mil⸗ lion Mark aus ſeinem Einkommen für allgemeine Zwecke des Staates zur Verfügung ge⸗ ſtellt. Der Betrag, der über 10 v. H. der könig⸗ lichen Privatſchatulle beträgt, wird während der Dauer der Notlage jährlich wiederholt. Der Prinz von Wales hat dem Schatzamt 200 000 Mark überwieſen, das iſt faſt 15 v. H. ſei⸗ nes Einkommens aus den Einkünften des Herzogtums Cornwall. Die Königin und die ſechs anderen Mitglieder der königlichen Familie, die parlamentariſche Subſidien erhalten, haben ſich ebenfalls zu Kürzungen bereit erklärt. Das Büro des Miniſterpräſt denten hat geſtern abend den Briefwechſel zur Veröffentlichung freigegeben, der über dieſe Angebote zwiſchen dem Hofe und der Downingſtreet geführt worden iſt. Der Eindruck in der Oeffentlichkeit iſt außerordentlich ſtark. Mit dem tiefen monarchiſchen Ge⸗ fühl, das bei den Engländern immer in ſolchen Zeiten lebendig iſt, bricht die geſamte Preſſe aller politiſchen Richtungen in Jubel über das Bei⸗ ſpiel des Königs aus. Die allgemeine Bereit⸗ ſchaft zur Einſchränkung wird ſicherlich bedeutend ge⸗ fördert werden. Das iſt nicht in allen Auswirkungen ein Vorteil. Wenn die Städte, Gemeinden und großen Konzerne die Sparſamkeit auf öffentliche Ar⸗ beiten erſtrecken, wird dadurch die Arbeitsloſigkeit verſchürft. Die Regierung hat ſich denn auch ſchon genötigt geſehen, vor einer„Sparpanik“, die mehr Schaden als Nutzen bringen würde, zu warnen. Wie dem auch ſei, es iſt bemerkens⸗ wert, wie das Bemühen, ſich nach der zu kurz gewor⸗ denen Decke zu ſtrecken, im äußeren Bild des engli⸗ ſchen Volkslebens hervortritt. Zwar ſieht man in den Straßen Londons noch immer Maſſen von großen Privatautos der teuerſten Marken, aber wenn man in die Inſeratenteile der Zeitungen blickt, ſo erkennt man, daß Tauſende von ſolchen Luxusgefährten von Pri⸗ vatperſonen zum Verkauf angeboten werden. Die eleganten Lokale der Stadt haben 15 Wochen einen ſtändig zurückgehenden Beſuch verzeich⸗ net und es wird in allen Teilen der Vergnügungs⸗ induſtrie ganz bedeutend weniger eingenommen als noch während des Sommers. Das einzige, was in dieſem Geſchäftszweig noch geht, ſind Kinos und Theater. Die Korreſpondenz, die in den Zelkun⸗ gen veröffentlicht wird, zeigt übrigens ſehr deutlich, Wie ſtark ſich die öffentliche Aufmerkſamfeit guf das Sparen kichtet. Das Bewußkſein der afhnzg⸗ len Notlage hak ſich tief in alle Schicken des Vokkes eingegraben. Es iſt nicht äbzufehen, 5 Wandlungen im engliſchen Leben in den nächſten Mo⸗ naten durch dieſe pſychologiſche Veränderung eintre⸗ ten werden. i Beim Pao deln ertrunken * Mannheim, 8. Sept. Geſtern nachmittag iſt auf dem Rhein unterhalb der Neckarmündung ein mit zwei Perſonen beſetztes Paddelboot vermutlich dadurch gekentert, daß es gegen die Ankerkette eines Schiffes fuhr. Während ſich der eine Inſaſſe durch Schwimmen ret⸗ ten konnte, iſt der andere, der 23 Jahre alte Lehrer⸗ kandidat Leonhard Ziegler, wohnhaft auf dem Waldhof, ertrunken. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Ein Sinnbild der Vergänglichkeit Das lebensechte Abbild Auguſts des Starken Auguſt der Starke von Sachſen(16701733), den die Geſchichte eigentlich als König Friedrich Auguſt J. von Polen kennt, hat ſich vornehmlich durch ſeine Körperkraft, den Glanz ſeiner barocken Prachtent⸗ faltung und ſeines höfiſchen Wohllebens im Ge⸗ dächtuis erhalten. Daß er mit einer Hand einen Taler in zwei Stücke brechen konnte und mit ſeinen Mätreſſen eine ſchier unabſehbare Anzahl von Kin⸗ dern hinterließ, iſt weſentlich bekannter als ſein jahrzehntelanges nur bedingt erfolgreiches Ringen um den polniſchen Königsthron. 5 Man hat ihm üble Dinge wegen ſeiner Verſchwen⸗ dungsſucht nachgeſagt; immerhin verdankt ihm Dresden, in dieſer Art vielleicht die ſchönſte unter den deutſchen Städten, den Charakter ſeiner ein⸗ heitlichen barocken Anlage und Architektur. In Dresden hat man denn auch ſoeben einen ſeltſamen Fund gemacht, der ſich unmittelbar auf das Leben Auguſts des Starken bezieht. f * Wie er 1697 in Krakau zur Krönung als Polen⸗ könig geritten war, ſo wollte ſich Friedrich Auguſt im Bilde barſtellen laſſen; aber nicht nur in der Fläche eines Gemäldes, auch nicht aus kaltem Stein, ſondern als lebensechte Figur, die man die Gewän⸗ er und in Inſignien der Krönung ſelbſt ausſtattete. Zu Küraß, Schurzhoſen und Talar kamen der große, Hblauſamtene Kurmantel mit Goldblumen und Her⸗ melinbeſatz, Szepter, Apfel und ſchließlich noch die Krone. Wie Auguſt der Starke als König von Polen vor allem Volk erſchtienen war, alſo konnte man ihn hier ſehen. Vor etwa 100 Jahren hat man dieſes Abbild aus der Reihe der Sehenswürbigkeiten weg⸗ gestellt, und erſt als man vor drei Jahren im Saal Auguſts des Starken dem König ein neues muſeales zuſammengefügt, um das Ornat zu zeigen. Einzig der Kopf fehlte. d N Nun iſt es dem Dresdener Hiſtoriſchen Muſeum gelungen, den Kopf der Figur aus ſeinen Samm⸗ N auszugraben. Er fand ſich durch einen Zufall. Denkmal ſetzte, hat man die einzelnen Stücke wieder“ mögen das für reiche Schätze ſein, in denen 7 ſolche Köpfe verräumt herumliegen! Dabei ſtellte ſich heraus, daß man es hier nicht mit einem künſt⸗ leriſchen Abbild, ſondern mit einer lebens⸗ echten Nachbildung des Kopfes zu tun hat. Durch Wachs wurde ein Abdruck des Geſichts ge⸗ fertigt; dieſes Wachsbild aus dem Jahr 1704 wurde, wie der Dresdener Muſeumsdirektor Haenel in den Dresdener Neueſten Nachrichten ſoeben mitteilt, von dem Modellmeiſter der Meißner Porzellan⸗ manufaktur, Chr. G. Jüchtzer, in Gips gegoſſen und neu bemalt. So iſt der Kopf Auguſts des Starken, wenn auch noch einmal nachgebildet, ſo doch lebensecht auf uns Krönungsornat Auguſt des Starken mit dem wiedergefundenen lebensechten Bildniskopf des Königs gekommen. Er zeigt den König im Alter von 34 Jahren. Entledigt man den Kopf der Locken und der Krone, ſo ſieht man ein Geſicht, deſſen untere Partie am ſtärkſten betont iſt. Die Stirn flieht, die Augen unter den gewölbten Brauen blicken ſtarr ins Weite. Die kräftige Naſe, die ſich nach unten ſtark verbreitert, gibt dem Geſicht noch nicht den eigentlichen Ausdruck; das tut vielmehr der nach oben und nach außen ſtark gewölbte Mund, zu dem ſich die Muskelpartien des Geſichts hinzubewegen ſcheinen. Das Alter von 34 Jahren iſt dieſem, das Unbedingte der barocken Herrſcherart unmittelbar zu Schau tragenden Kopf nicht anzuſehen; er erſcheint älter, beſſer geſagt: zeitloſer, und losgelöſt vom Ornat beſitzt er eine gewiſſe Aehnlichkeit mit Pharaonenköpfen. *. Ein ſolcher Fund wetſt über die hiſtoriſchen Be⸗ reiche hinaus; nicht etwa weil es ſich um eine viel⸗ geſcholtene, feſſelnde Figur der deutſchen Geſchichte und ihrer Irrungen handelt, ſondern weil ſich hier das Leben in einer ſeiner ſonderbaren Erſtarrungen darſtellt. Von vielen Perſönlichkeiten der Geſchichte iſt die Totenmaske auf uns gekommen, deren Reihe eine erſchütternde Galerie des Abgelebten bildet. Aber es ſind doch Toten masken; hier, in einem 1 55 Abbild Auguſts des Starken erſcheint die ebendmaske! Sie taucht erſt im Barock auf, in der Zeit, in der die Herrſcheridee unmeßbare Räume um ſich zu ſchaffen ſucht, um in ewiger 2 Gegenwart zu verharren. Während ſo der Leib längſt zerfallen iſt, beſteht ein ſolches Abbild weiter, und aus der Starrheit wird Leben; denn es bleibt als Zeugnis eines Augenblicks beſtehen und was keine Beſchreibung, nicht die Oeffnung eines Sarges vermag, nach Jahr⸗ hunderten den unmittelbaren Eindruck eines Reſtes von Gegenwart zu geben, das gelingt einer Attrappe! Wen wird das nicht beſinnlich ſtimmen. Die Ausſtellung„Neues von Geſtern“ verlän⸗ gert. Zum Beſuch der Ausſtellung in der Kunſt⸗ halle fanden ſich am letzten Sonntag nicht weniger als 1800 Perſonen ein. Auf vielfachen Wunſch wird die Ausſtellungsdauer noch um 8 Tage, alſo bis ein⸗ ſchließlich kommenden Sonntag, den 18. September verlängert.. 3 Das Gewiſſen Aphorismen von Hauns Schmiedel Das Gewiſſen iſt der hellſichtige, ideale Schnell⸗ richter, der vor der Tat urteilt, ohne eine einzige verteidigende oder anklagende Stimme zu über⸗ hören. 5 * In den Geſchworenenbänken des Gewiſſens ſitzen altersgraue, ehrwürdige Senatoren, der Sittenadel des Volkes, die Prieſter vom Altar des reinen Herzens. * Das Schwert der Tugend bliebe ſtumpf und ro⸗ ſtend, ſchärfte es der alltägliche Kampf im Aufruhr von gut und böſe nicht blank, der das Schlachtfeld des Gewiſſens erfüllt. * Das deutſche Gewiſſen iſt jene vor Gott allein giltige Geheimchronik letzter Wollensziele der Volksſeele, die keine Welthiſtorie je ergründen und entziffern wird. * Das Gewiſſen ruht im Mutterboden göttlicher Satzung, heiliger Gebotsinſtinkte, nicht auf dem Triebſand verwehter und verwehender Paragraphen. 0 a Das Gewiſſen iſt dem Führer des Volkes ent⸗ ſchlußdroſſelnder Moralzugriff, wenn er ſchwach it, Vollentfaltung hoher ethiſcher Wagniſſe, wenn hei⸗ lige Schöpfernot ihn ſtark macht. Abſchied von Graf Arto In einer Reichsſen dung ſprach über sämtliche deutſchen Sender Rundfunkkommiſſar Dr. B redom über den„Erfinder und Menſchen Graf Are anläßlich deſſen Ausſcheidens aus dem Funkweſen. Der Rücktrittsentſchluß des großen Erfinders, dem wir eigent⸗ lich die Einrichtung des Rundfunks in erſter Linie zu ver⸗ danken haben, iſt ziemlich raſch gekommen. Der be Jahre alte Graf Ared möchte neuen Menſchen und neuen Ideen den Weg frei machen und noch einige Jahre für ſich Menſch fein. Daher hat er sämtliche Brücken abgebrochen und fährt am heutigen Dienstag mit einem Kleinwagen in Begleitung ſeiner Frau mit unbekanntem Ziele ven Berlin weg. 4 Mil⸗ „10,5 ur z ⸗ gen lau⸗ Der Mil⸗ ndes⸗ uh ſo pſieht, wird niſter ihm liche viel⸗ g ge⸗ Mit⸗ wirh, des ings⸗ ver⸗ früh e be⸗ fertig wird . ani engli⸗ noch rſten e ber nde pri- ten n ſeit geich⸗ ings⸗ n als 18 in un d ikun⸗ itlich, da ö n. 1 des elche Mo⸗ utre⸗ tliche d o w red“ Der gent⸗ ver⸗ Jahre Ideen ſich ochen hagen von * —— N — Dienstag, 8. September 1931 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 3. Seite/ Nummer 413 Am 8. September 1917 vor Verdun Erinnerungen eines badiſchen Leibgrenadiers Zwei Uhr nachts. Es iſt auffallend ruhig gewor⸗ den. Nach drei Wochen endlich hat ſich das furchtbare, nervenfreſſende Trommeln etwas gelegt. Nur ganz ſchwere Granaten aus dem Douaumont rollen wie Waggons hoch durch die Luft und hauen in die Zufahrtsſtraßen und Artillerieſtellungen ein. Ihre Exploſionen erſchüttern den Boden, der jedesmal er⸗ bebt. Ab und zu ziſcht eine Leuchtrakete in die Höhe und ſchüttet ihr magiſches Licht über das durch un⸗ zählige Trichter geſchändete Land. Einige Maſchinen⸗ gewehre hämmern und Kugeln pfeifen und zwitſchern in die Oede. Die Nacht iſt klar und ein kühler Herbſt⸗ hauch fächelt durch die unentwirrbaren Drahtknäuel. Sterne leuchten hoffnungsverheißend vom Himmel herunter. Argonnenlied:„Ein Sternlein hoch am Himmel ſtand, bringt mir ein Gruß aus fernem Heimatland.“ Die Ablöſung kommt auf dem Bauche angekrochen, denn wir ſtehen in der Sappe, in Wurfweite von den Franzoſen entfernt. Gräben gibt es ſo gut wie keine mehr.„Verdammt zuhig heute Nacht“, haucht Heiner mir zu.„Gibt's was Neues?“„Nichts, als was du ja ſelbſt merkſt, Ruhe, auffallende Ruhe.“„Die Schangels werden angreifen wollen?“ frägt beſorgt ein junger Kerl vom letzten Erſatz.„Wenn ſie es nur endlich mal tun wür⸗ den“, ſagt Heiner ärgerlich,„das hält ja bald keiner mehr aus. Seit 14. Auguſt ſind wir nun ſchon in Stellung. Am 16. haben wir geſtürmt, drei Gräben genommen, und am nächſten Tage ſchon, na, ihr wißt es ja, gerade zu gut wie ich, da hat ſie der Franz⸗ mann wieder geholt. Und heute iſt der 25. Tag, den wir ſchon in dem Schlamaſſel ſtecken. Alſo drei Wochen nicht mehr gewaſchen, keine Wäſche gewechſelt, drei Wochen im ſchwerſten Trommelfeuer! Die Läuſe freſſen einem bald auf. Drei Wochen im Trommel⸗ euer auf der Lauer liegen und noch zwiſchenrein Minenſchleppen, Material⸗ und Eſſenholen, das frißt an den Nerven. Die halbe Kompagnie iſt ſchon weg.„Wenn das ſo weiter geht, wird die andere Hälfte noch irrſinnig.“„So iſts“, unterbricht ihn Dümpelmann, man könnte die Toten beneiden.“ Dumpfe Aufſchläge— Minenabſchüſſe— be⸗ endigen das nächtliche Intermezzo Wir ducken uns alleſamt. Nachdem ſich die Erd⸗ brauſe der etwas entfernt erfolgten Einſchläge über uns ergoſſen hat, verdrücken Dümpelmann und ich uns in unſer Loch, das früher einmal ein Unterſtand geweſen war. Nur der Stahlhelm wird abgenommen und auf die Knie gelegt, während das mit Handgra⸗ naten geſpickte Koppel umgeſchnallt bleibt. Das Ge⸗ wehr im Arm, ſo ſchlafen wir auf den Stufen ſitzend dem Alarm entgegen, ſeit Wochen ſchon. Nach fünf Uhr werden die Eſſenholer gerufen. Man will verſuchen, mal wieder etwas nach vorne zu bringen. Ich bin an der Reihe. Ritter iſt dieſerhalb um vier Uhr für mich aufgezogen. Dies iſt immer noch beſſer als zurück zur Küche zu gehen. Vielleicht glückt es uns heute, dorthin zu kommen; denn man muß mal wieder was Warmes in den Leib hekommen. Ich ſchnalle ab. Während ich die Kochgeſchirre zu⸗ ſammenſuche, ziſchen Granaten über unſer Loch; dann hämmern ſie ein. Minen donnern dazwiſchen. Der Franzmann trommelt von neuem. Granaten, Schrap⸗ nells und Minen, ſie vereinigen ſich zu einer grauſi⸗ gen Sinfonie. Ich ſchnalle wieder um und warte— wir warten, wie ſeit Tagen, Wochen. „Raus! ſie kommen!“ brüllt jetzt eine Stimme. Wir rennen die Stufen hinauf ins Freie, hinaus aus unſerem Erdloch, in dem wir ſeit drei Wochen nach dieſem erlöſenden Worte geſchmachtet. Vor uns Nebel, undurchdring⸗ licher Nebel. Dann ſchälen ſich die Geſtalten heraus. „Unſere Poſten? Die gehen ja zurück!“„Nein Franzoſen ſind es“, ſchreit Dümpelmann.„Ums Himmelswillen, die haben ja unſere Stellung überrannt!“ Jetzt erkenne ich ſie deutlich an ih⸗ ten Stahlhelmen. Irgend einer brüllt: Feuern! Je⸗ der ſchreit es ſpontan nach. Dann rattern unſere Maſchinengewehre in ihre Reihen. Gewehre knattern dazwiſchen und Handgranaten knallen dumpf. Unſere Minenwerfer ſpucken ihre„Zweizentner“ hinüber, daß die Steine an unſere Stahlhelme klirren. Far⸗ bige Leuchtkugeln fahren in den Himmel hinein und bald rauſchen die Geſchoſſe unſerer Artillerie heran. Deutlich höre ich jetzt eine verzweifelte Stimme aus — dem Nebel rufen:„Hellinger, Hellinger.“ Das iſt un⸗ ſer Gruppenführer. Dann ein Schrei— der Rufer ſchweigt. Ritter war es. AUrnſere Geſchoſſe bringen viele zur Strecke, aber immer neue Franzoſen kommen an. Welle folgt auf Welle. Immer wieder ſpeit der Nebel Geſtalten aus dem grauen Nichts. Nur nicht wanken! Drei Wochen ſchon warten wir darauf. Drei Wochen habt ihr uns eingetrommelt, habt uns gepeinigt. Mein Gewehrlauf iſt glühend heiß, aber immer wieder wird ein neuer Rahmen in ſeinen Rachen geſtopft. Jetzt fängt es zu däm⸗ mern an. Hell hebt ſich der Himmel vom Kamm ab, über den die Franzoſen kommen. Da ſchleppen ſie ein Maſchinengewehr an. Auch Dümpel⸗ mann hat es geſehen. Zwei Schüſſe krachen und das MG. ſtürzt in die aufgeriſſene Erde. Wieder zwei Franzmänner machen ſich daran. Und wieder fällt das MG. zur Erde, den einen darunter begrabend. So gehts noch zweimal. Dann liegt es unbeachtet am Boden. Handgranaten machen es unbrauchbar. Unſer kleines MG. an der rechten Flanke hat nun nichts mehr vor ihm zu befürchten. Der An 8 f gerät ins Stocken. Die Sonne iſt inzwiſchen auf⸗ gegangen und der Nebel beginnt zu ſchwinden. In unſerem Rücken iſt alles nebelfrei. Der Nebel war alſo künſtlich durch Nebelbomben hervorgerufen, um den Angriff zu verſchleiern. Weiter rechts bei der Vauxkreuzhöhe er⸗ gießt ſich jetzt nach der Grenadierhöhe zu eine blaue Flut. Beim Nachbarregiment ſind die Franzoſen durchgebrochen. Immer mehr kommen die Schlucht herunter. Jetzt ſchwenken ſie nach rechts und machen einen Halbkreis. Links von uns iſt der große Sumpf! Heiner knöpft ſeinen Brotbeutel ab, packt Mütze und Trinkbecher hinein und hängt ihn an dem Brotbeutelband um den Hals.„Soldaten, macht euch zum Abſchnallen fer⸗ tig.“ Wortlos folgen wir ſeinem Beiſpiel. Wer noch Brot oder ſonſt was hat, der tut es auch dazu; denn drüben wird man um alles froh ſein.„Aber das ſage ich euch“, fährt er fort, „ſo leicht laſſen wir uns nicht ſchnappen.“ Vor uns tauchen jetzt wieder neue Wellen auf. Die Burſchen machen wirklich ernſt. Ganze Salven Hand⸗ granaten fliegen ihnen entgegen. Während die Einen werfen, ſchießen die Anderen, was das Rohr her⸗ geben kann. Plötzlich rattert jetzt hinter unſerem Rücken ein deutſches M. G. Auch unſere Artillerie ſetzt wieder ein; man hat ſicher Reſerven herangezogen. Die Granaten ſchlagen mitten in die Haufen. Die Blauen ſuchen ihr Heil in der Flucht, aber keiner erreicht die Anhöhe. Die Geſchütze der Reſerven ſind ſchlecht ein⸗ geſchoſſen. Immer wieder ſetzt es eine Granate in unſere Stellung. Es muß ein beſtimmtes Geſchütz ſein; denn Einſchläge erfolgen ziemlich regelmäßig. Wieder pfeift es heran; dann ein ohrenzerreißender Einſchlag und eine Schütte Dreck hagelt über mich. Zuerſt iſt es mir ſchwarz vor den Augen; dann tanzen tauſend Sterne davor, und meine Ohren schmerzen. Ich ſchaffe mich heraus aus dem Schutt und ſehe nach Dümpelmann. Auch er iſt halb verſchüttet und liegt ſtöhnend dicht neben mir. Ich räume die Blöcke und Erde bei Seite und ſchleife ihn an den Trichterrand. Jetzt erſt ſehe ich, daß er ver⸗ wundet iſt. Blut rinnt aus dem zerfetzten Rock. Ich öffne die Kleider und lege einen Verband auf die zerriſſene Bruſt. Nun ſchlägt er die Augen auf. Mit röchelnder Stimme fleht er mich an:„So helf mir doch, Löb, helf mir doch!“ Noch zwei Verbands⸗ päckchen reiße ich auf und ſtopfe die Gaze ſamt Binden in die große Wunde. Ein tiefes Seufzen. Seine Augen verlieren ſich ins Leere. Dann iſt es aus mit ihm. Ich drücke ſeine Augen zu; dann wiſche ich mir Tränen weg. Ich hatt' einen Kameraden Die Franzoſen ſind zurückgeſchlagen. Die vorderſte Stellung iſt wieder in unſerer Hand. Nur in der Bezonvauxſappe halten ſie noch hartnäckig ſtand. Stunden ſchon plänkeln wir uns mit ihnen herum, ohne daß es uns gelingt, ſie wieder hinauszuwerfen. Gegen Abend rücken bayeriſche Infanteriſten zur Verſtärkung in unſere Stel⸗ lung ein. In Schützenlinien über das freie Gelände ſchwärmen ſie an. Der Gegenſtoß iſt auf 6 Uhr feſt⸗ geſetzt. Der einzige noch unverſehrt gebliebene Minenwerfer feuert. Sich mehrmals in der Luft überſchlagend, fällt die ſchwere Mine direkt in die Sappe. Fürchterliches Getöſe. Verſtümmelte Kör⸗ per fliegen hoch in die Luft. Dann ſtürzen wir uns hinein in die Sappe, hinweg über Tote und Hinder⸗ niſſe. Was noch lebt, ergibt ſich. Schreckensbleich heben ſie die Hände und ſtammeln:„Pardon came- rade, pardon, pardon!“ Dann tauchen Kameraden von uns auf, die gefangen waren und Sanitäts⸗ dienſte verrichten mußten. Viele Tote von uns und den anderen bedecken den Boden. Zu Haufen liegen die Franzoſen herum. Die reiche Verpflegung, mit der ihre Torniſter und Brotbeutel vollgepackt ſind, verſchaffen uns wohlverdiente Labung. Sie ſollten amerſten Tage 20 Kilometer vorſtoßen. Da liegt auch Ritter, der für mich auf Poſten ge⸗ zogen. An ſeiner Stirne klafft eine Wunde. Seine ſteifen Finger umklammern noch das Gewehr. Beim Zurückweichen hat es ihn ereilt. Wäre er nicht für mich gegangen, läge ich jetzt hier. Schickſal! Die Nacht ſenkt ſich hernieder. Mitleidig die Dunkelheit ihre Schatten über das Schlachtfeld und über die vielen Toten. Ein heißer, bitterer Tag iſt beendet. breitet blutige Ein Sieg, ein teuerer Sieg iſt erkämpft. Um Mitter⸗ nacht ſetzt Regen ein und verwiſcht die blutigen Spu⸗ ren der Schlacht. Noch zwei Tage müſſen wir in Stellung verbleiben und die Toten bergen. Dann werden wir endlich nach 27 Tagen abgelöſt. Endlich gehen wir zurück! Faſt zu Tode erſchöpft wankt ein Häuflein Grenadiere hinab von dem Hügel, der ſo viel Blut und Schweiß getrunken, in die Schlucht, wo noch die Toten liegen. Dann durch die Gas⸗ ſchwaden von Ornes, in deſſen Trümmer krachend die Granaten wühlen, hinüber über den plätſchernden Bach zu der Höhe 310, vorbei an den ſchweren Ge⸗ ſchützen, in deren Bereich feurige Fontänen donnernd in den Nachthimmel zucken. Es geht zurück zum Leben, raus aus der Hölle von Verdun. Lange ſchleppen wir uns dahin. Dann dämmert der Morgen. Das Wetterleuchten hinter uns ver⸗ blaßt. Die Strahlen der aufgehenden Sonne ſtrecken ſich wie Finger am Himmel entlang und löſchen es aus. Jetzt brodelt's und donnert's nur noch in der Ferne. Wir haben die Straße erreicht. Inzwiſchen iſt die Sonne ganz aufgegangen. Ihr warmes Licht umflutet wohltuend die ſchweißfeuchten Körper. Sie beleuchtet die graublaſſen, ſtoppligen Geſichter, in die die Schreckniſſe der letzten Wochen Furchen gegraben haben. Ein leerer Munitionswagen, der nach hinten fährt, hält und nimmt uns mit. Ein bleierner Schlaf über⸗ fällt mich. Auf einmal hält der Wagen. Mühſam klettern wir herab und treten an. Vor uns ſteht der Kom⸗ pagniefeldwebel. Unſer Zugführer meldet:„Achte Kompagnie mit einem Vizefeldwebel und 17 Mann zur Stelle.“ Der Spieß ſchlägt die Hände über dem Kopfe zuſammen und ruft:„Um Gottes Willen, Schmieder, iſt das noch meine Kompagnie?“„Jawohl Melchers,“ erwidert er,„das iſt die ganze Kompag⸗ nie; der Reſt von 130 Mann.“ Artur Löb, Mannheim⸗Neckarau, 8. Kompagnie Leibgrenadierregiment 109. Mariä Geburt ſteht am heutigen 8. September im Kalender Ein altes Sprichwort ſagt:„Mariä Geburt jagt alle Schwalben furt.“ Bis heute ſieht man die ſchnellen Vögel noch über dem Waſſer ſich tummeln. Ihre Verwandten, die ſchnelleren Segler, haben genau am 1. Auguſt die Abreiſe angetreten. So machen ſie's jedes Jahr. Man hat gefunden, daß dieſe ſchwarzen Kerle die Reiſe nach Afrika in einem halben bis einem ganzen Tag zurücklegen. So raſch iſt ihr Flug. Dem Bauersmann ſchreibt der Tag Mariä Geburt ins Stammbuch: Wird Mariä Geburt geſät, Iſt's nicht zu früh und nicht zu ſpät. * Maria gebor'n— Bauer ſä dein Korn * Wie das Wetter an Mariä Geburt So ſoll es vier Wochen bleiben. Wieder Hochwaſſer in Mannheim Strandbad geſperrt Die ſtarken Niederſchläge im Schwarzwald und das Hochwaſſer der Bergbäche und Flüſſe ſind nicht ohne Einfluß auf den Waſſerſtand von Neckar und Rhein geblieben. Un unterbrochen iſt das Waſſer im Steigen begriffen. Ein Still⸗ ſtand iſt bis jetzt noch nicht zu erkennen. Allerdings dürfte ſehr wahrſcheinlich heute im Laufe des Tages der höchſte Stand erreicht werden. Mit Genugtuung wird man hiervon Kenntnis nehmen, denn der Schaden, der durch das ſtetige Hochwaſſer angerichtet wird, iſt für die Betroffenen kaum noch tragbar. Der Neckar hat bis zur Höhe des Straßenbahn⸗ depots beide Vorländer bis zu den Hochwaſſer⸗ dämmen unter Waſſer geſetzt. Die Bootsverleihanſtalt Albeißer iſt hierdurch wieder in ſchwere Bedrängnis geraten. Von dem hohen Waſſerſtand iſt auch der Materiallagerplatz bei der Friedrichsbrücke in Mitleidenſchaft gezogen wor⸗ den. Sandberge und Kranen ragen Inſeln gleich aus der Waſſerfläche heraus. Stärker als beim letzten Hochwaſſer iſt der Wald ⸗ park betroffen worden. Bereits geſtern waren die Spazierwege zwiſchen Rhein und Fahrſtraße von dem Rheincafé ab geſperrt. Das Strandbad war nur beſchränkt benützbar, reichte aber für die wenigen Badegäſte vollkommen aus. Das weitere Steigen des Waſſers hat nun während der Nacht das ganze Bad un benützbar gemacht. Der Betonſtreifen iſt vollkommen überflutet, ſodaß die Reſtaurants von der Waſſerſeite her nicht mehr erreichchbar ſind. Da auch der Zugangsweg unter Waſſer ſteht, mußte heute früh das Strandbad geſperrt werden. Die Maßnahme iſt bei der jetzt eingetretenen ſchönen Witterung ſehr zu bedauern. Sie ließ ſich aber nicht vermeiden. Es wird erwartet, daß das Publikum Verſtändnis hierfür aufbringt und ſich nicht über die Beſtimmungen hinwegſetzt. Da der Still⸗ ſtand des Waſſers im Laufe des heutigen Tages zu erwarten iſt, wird die Sperre nicht allzulange anhal⸗ ten. Die Dampfer haben ſchon ſeit einigen Tagen die Fahrten eingeſtellt und konnten auch ge⸗ ſtern trotz des ſchönen Wetters nicht mehr verkehren, da die Anlegeſtelle über einen halben Meter unter Waſſer ſtand.* Friedrich Aoͤler 70 Jahre Am morgigen Mittwoch begeht Motorbostunter⸗ nehmer Friedrich Adler, Neckarvorlandſtraße 17, eine in Mannheim bekannte und beliebte Perſönlich⸗ keit, ſeinen 70. Geburtstag. Aus einer alten Mannheimer Bürgersfamilie hervorgegangen, grün⸗ dete Herr Adler im Jahre 1893 ſein heutiges Motorbootunternehmen. War es zunächſt die Neckar⸗ überfahrt an der Holzſtraße und die an der Stelle, wo heute die Jungbuſchbrücke ſteht die von Herrn Adler betrieben wurde, ſo baute der Jubilar im Jahre 1907 ſein Unternehmen durch den Erwerb von Motor⸗ booten aus. Seinem Weitblick iſt es zu danken, daß ſchon ſeit langer Zeit die Mannheimer Hafenanlagen durch Einheimiſche und Fremde mit dazu beſonders gebauten Motorbooten bequem beſichtigt werden können. So hat der Jubilar durch ſtille, zielbewußte Arbeit zur Förderung des Fremdenverkehrs bei⸗ getragen. Wir entbieten Herrn Adler zu ſeinem 70. Geburtstag die beſten Glückwünſche. Mögen all die guten Wünſche, die morgen Herr Adler entgegen⸗ nehmen darf, in Erfüllung gehen. Mögen dieſem rüſtigen Mannheimer Mitbürger, der in ſeltener körperlicher und geiſtiger Friſche vom frühen Morgen bis ſpäten Abend ſeinem Unternehmen vorſteht, noch recht viele Jahre in voller Geſundheit beſchieden ſein.** Wetter⸗Beſſerung im Schwarzwald Man hörte die Botſchaft von dem„nachrückenden Zwiſchenhoch“ in den letzten Wochen des Regenwet⸗ ters ſchon ſo oft, daß man nicht mehr recht glauben mag, wenn man etwas von Wetterbeſſerung ver⸗ nimmt. Man wünſcht ernſthaft, daß ſich das„nach⸗ rückend“ endlich einmal in„ſtationär“ verwandeln möchte, damit der deutſche Südweſten nun auch we⸗ nigſtens in den Genuß noch einiger ſchöner Spät⸗ ſommertage komme. Immerhin, die Beſſerung iſt deutlich und einwandfrei, wenn auch noch ſtrichweiſe Wolkenzug und Südweſtwind beſteht. Oſtwind wäre beſſer. Aber es regnet dochwenigſtens nicht mehr und iſt ein wenig wärmer geworden. Auch der Luftozean, der Samstag/ Sonntag in hellem Auf⸗ ruhr war, hat ſich wieder beruhigt und zeigt nur mäßige Bewegung ſeiner Maſſen. Der Luftöruck hat nach einem Anziehen einen Gleichſtand behalten und hält ſich in mittlerer Höhe. 9 KG NIGIN VON 8.— ä 3 ee g ne 4. Seite/ Nummer 413 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Dienstag, 8. September 1981 Feuerwehr löſt Vauprobleme Das iſt eigentlich nicht ihre Aufgabe. ſich nur um brennende Objekte möglichſt raſch zu kümmern. Es gibt aber nachdenkliche Feuer⸗ wehrleute, die nicht einfach die Schlauchleitung auf ein altersſchwaches Gebäude richten, ſondern ſich die Frage vorlegen, ob es überhaupt einen Sinn hat, Sie hat Waſſer an ein Objekt zu verſchwenden, das dem Siechtum verfallen iſt. Dieſer Feuerwehrmann, der auf der Hauptver⸗ ſammlung des badiſchen Feuerwehrverbandes am Sonntag ſolche Gedankengänge entwickelte, ſtieß auf eiſiges Schweigen der Verſammlung. Man war eigentlich auf Widerſpruch gefaßt, denn die Aus⸗ führungen des Redners liefen unzweideutig darauf hinaus, daß man altersſchwache Gebäulichkeiten ein⸗ fach abbrennen laſſen ſollte. Allerdings müßten, das räumte er ein, die umliegenden Häuſer geſchützt werden. Es ſei eben ſo wie im menſchlichen Leben. Einmal käme der Tag der Ueberſchreitung der Altersgrenze und da ſei an ſolchen Gebäuden nicht mehr viel verloren. Wenn ſchon Ueberalterung der Bevölkerung, dann wenigſtens keine der immo⸗ bilen Objekte. Der Redner ſchilderte ſeine Eindrücke bei einem Beſuch in einer ausländiſchen Stadt, wo man kurzerhand ganze Häuſerreihen niederriß, weil ſie baufällig geworden waren. Die Feuerwehr ſei jedenfalls nicht dazu da, baufällige Häuſer künſt⸗ lich am Leben zu erhalten. Notwendig ſei dazu allerdings eine Reform des Gebäudever⸗ ſicherungsweſens. Der Feuerwehrmann hat nicht ſo ganz Unrecht, in der Theorie ſogar recht, nur in der Praxis wer⸗ den ſich nicht nur ſachliche, ſondern auch pſychologiſch⸗ menſchliche Hinderniſſe ſeiner Idee entgegenſetzen. Man ſollte ihm eine Stelle als Berater an Hochbauämtern geben, damit er auf ſeine Weiſe die Neubautätigkeit fördern kann. Es wird aber nicht leicht ſein, darüber einig zu werden, was unter den Begriff„baufällig“ fällt und daher weiter⸗ brennen darf. Die Herren Brandſtifter haben meiſt auch nicht das nötige Fingerſpitzengefühl für dieſe wichtige und ſchwierige Unterſcheidung. Man hat wenigſtens noch nie gehört, daß ſie wegen ihrer den Neubau fördernden Tätigkeit eine öffentliche Be⸗ lobigung bekamen. Immerhin, man muß heute für jeden aufbauenden Vorſchlag brennend dankbar ſein O Otto Wüſt 7 Zu der Reihe hochgeachteter Perſönlichkeiten, die in der letzten Zeit aus dem Leben geſchieden ſind, hat ſich Bankdirektor a. D. Otto Wüſt geſellt. Der Verſtorbene, der 75 Jahre alt geworden iſt, war 1857 in der Nähe von Gießen als Sohn eines Pfarrers geboren. Er widmete ſich dem Kaufmanns⸗ ſtande und war in dieſer Eigenſchaft zunächſt in München tätig. Im Jahre 1888 ſiedelte er nach Mannheim über, um als Mitinhaber in die Bank⸗ firma Wingenroth, Soherr u. Co. einzutreten, die ſpäter in der Darmſtädter Bank aufging. 1899 trat er in die Mannheimer Bank ein, die das jetzige Heim der Handelskammer innehatte. Auch hier be⸗ währte er ſich als ein ungemein kenntnisreicher und umſichtiger Bankleiter, der im Umgang mit der Ge⸗ ſchäftswelt Einſicht und Entgegenkommen zeigte, Eigenſchaften, die viel zu ſeiner Beliebtheit beitru⸗ gen. Als am 1. Januar 1925 die Mannheimer Bank mit der Rheiniſchen Creditbank verſchmolzen wurde, trat Wüſt in den wohlverdienten Ruheſtand. Der Verſtorbene, der ganz in ſeinem Beruf auf⸗ ging, fand auch noch Zeit, ſich gemeinnützig zu be⸗ tätigen. So gehörte er als führendes Mitglied der Demokrattſchen Partei und ſpäteren Fortſchrittlichen Volkspartei in dem erſten Jahrzehnt des 20. Jahr⸗ hunderts mehrere Jahre dem Bürgerausſchuß an. In verſchiedenen Vereinen war er als Vorſitzender oder Vorſtandsmitglied eifrig tätig. Beſondere Ver⸗ dienſte hat er ſich um den Verein für Feuerbeſtattung erworben. Wüſt hinterläßt zwei Töchter, von denen die eine mit dem Leiter des ſtädtiſchen Tiefbauamts, Oberbaudirektor Elſäſſer, verheiratet iſt. Weite Kreiſe werden dem hochgeachteten Mitbürger ein ehrendes Andenken bewahren. N * Preußiſch⸗Süddeutſche Klaſſenlotterie. In der Montag⸗Vormittagsziehung wurden von größeren Gewinnen ausgeloſt: 6 Gewinne zu je 10 000/ auf die Nrn. 21 196, 95 780, 281601 8 Ge⸗ winne zu je 5000/ auf die Nrn. 9105, 169 917, 239 518, 328 302, 32 Gewinne zu je 3000/ auf die Nrn. 37 743, 52 822, 109 195, 112 237, 150 888, 156 679, 218 752, 283 853, 284 471, 266 951, 317 810, 335 607, 355 472, 361991, 978 551, 383 121; in der Nachmittags ziehung: 8 Gewinne zu je 10 000“ auf die Nrn. 85 484, 235 053, 385 104, 336 988, 2 Gewinne zu je 5000 4 auf die Nr. 220 279, 8 Gewinne zu je 3000/ auf die Nrn. 16 866, 275 143, 328 643, 330 865.(Ohne Gewähr.) Beerdigung von Joſef Steinherr Eine zahlreiche Trauergemeinde verſammelte ſich geſtern nachmittag auf dem Friedhof in Neckarau, um dem langjährigen Leiter der Organiſations⸗ abteilung der„Oeffentlichen Lebensverſicherungs⸗ anſtalt Baden“ die letzte Ehre zu erweiſen. Außer den Familienangehörigen waren viele Bekannte, Freunde und Kollegen erſchienen. Konzertmeiſter Roßnagel leitete mit einem Harmoniumvortrag die Feier ein, worauf Kaplan Wetzel die ſterbliche Hülle einſegnete. Vor der Leichenhalle erwartete der „Militärverein Neckarau“ mit Fahne und Muſik ſei⸗ nen toten Kameraden und gab ihm mit einem Trauermarſch das letzte Ehrengeleit. 8 Nach den Gebeten des Geiſtlichen ſprach als esſter Direktor Weiß, der namens des Direktoriums als letzten Gruß einen Kranz niederlegte und beſon⸗ ders die unermüdliche Schaffenskraft und den vor⸗ bildlichen Pflichteifer des dahingeſchiedenen Mit⸗ arbeiters einer dankbaren Würdigung unterzog. Be⸗ ſonders ſeine menſchlichen Eigenſchaften befähigten ihn, auf dem verantwortungsreichen Poſten eines Leiters der Organiſationsabteilung lange Jahre zu wirken. Nicht weniger herzliche Worte fand Herr Frey, der dem Heimgegangenen namens der Kollegen und Angeſtellten für ſein unermübliches Wirken und ſeine ſtets bewieſene Kollegentreue dankte. Für die Außenbeamten ſprach Herr Rein⸗ hardt, denen er ebenfalls ein ſtets hilfsbereiter Berater war. Die„Freiwillige Sanitätskolonne Neckarau“ verabſchiedete ſich durch Hauptlehrer Weber, der beſonders für die vorbildliche Treue, die Menſchen⸗ und Nächſtenliebe des Verſtorbenen dankbar anerkennende Worte fand. Sichtlich ergrif⸗ fen nahm der„Militärverein“ durch ſeinen erſten Vorſitzenden Dr. Orth Abſchied, der beſonders die uneigennützige Kameradſchaftlichkeit und ſtete Hilfs⸗ bereitſchaft Steinherrs in dankbaren Worten hervor⸗ hob. Mit dem Lied vom guten Kameraden und geſenk⸗ ter Fahne nahm man Abſchied von einem lieben Menſchen, um den beſonders eine tieferſchütterte Witwe und zwei junge Söhne trauern.* Jamilienchronik * Das Feſt der ſilbernen Hochzeit begeht am heutigen Tage Herr Georg Laule, Schneider, mit ſeiner Gattin Frieda geb. Hehl, Rheinauſtr. 16 wohnhaft.— Das gleiche eſt feiert heute Hauptlehrer Wilhelm Stöß mit ſeiner attin Luiſe geb. Schleifer. * Sein 25jähriges Dienſtjnbiläum bei der Städt. Stra⸗ ßenbahn feierte geſtern Oberkontrolleur Joſef Mund ⸗ haas. Durch Direktion und Kollegen wurde er mit Ge⸗ ſchenken reich bedacht. Es gilt dem deutſchen Oſten! Die ADAc⸗Huldigungsfahrt nach Danzig und Marienburg Der AD Ac hatte zu ſeiner„Huldigungsfahrt nach dem deutſchen Oſten“ gerufen— die Danziger Schupa lud zur Internationalen Polizei⸗Sternfahrt. über 500 Kraftfahrer aus allen deutſchen Gauen, ja, ſelbſt aus dem entfernten Oberbayern, aus dem Rheinland, aus Bremen und aus Hamburg kamen mit Auto und Motorrad. Und was die Danziger, dieſe kerndeutſche, dem Vaterland abgetrennte Bevölkerung beſonders freute, war das Kommen deutſcher Reichswehr⸗Motorrad⸗ und Autofahrer in Uniform. Es war ja das erſte Mal, daß deutſche Reichswehr in Uniform und mit Degen oder Seitengewehr nach Danzig und nach Zoppot kam. Drum gerade wurde dieſe Sternfahrt beſon⸗ ders gewertet. Und wo immer die Reichswehr⸗Fahrer, je⸗ der den ADAC⸗Wimpel an ſeinem Fahrzeug ſich zeigten— überall gab es freudiges Grüßen und begeiſterten Empfang. Das Kommen der Reichswehrfahrer hatte für Danzig beſon⸗ dere Bedeutung: es waren ja Offiziere und Mannſchaften der Roſtocker Traditionskompagnie des ehemaligen(in Danzig beheimateten) 5. Preuß, Grenadier⸗ Regiments, die durch ihr Kommen alte Treue bewieſen. Marienburg war erſtes Etappenziel. Bevors nach Danzig ging, fand hier feierlicher Huldigungsakt im Rem⸗ ter der altehrwürdigen Marienburg ſtatt. Landesbaurat Fritz hielt als Präſident des ADAC die Huldigungsrede. Sie war Treugelöbnis dem deutſchen Oſten und ſeiner durch den Korridor vom Deutſchen Reich getrennten Bevöl⸗ kerung. Dann ſprach Regierungsvizepräſident Laue in Vertretung des beurlaubten Regierungspräſidenten der Provinz Weſtpreußen, namens des Innenminiſters Seve⸗ ring und namens des Oberpräſidenten der Provinz Oſt⸗ preußen. Seine Worte waren kurzer, eindrucksvoller Ueberblick über die Schikanen der Grenzziehung und über die Leiden der Bevölkerung durch das gerade in der Weichſelgrenzziehung widerſinnige Diktat von Verſailles. Was der Korridor Deutſchland ſchädigt durch ſeine Abtren⸗ nung Oſtpreußens von der Reichseinheit, iſt ja bekannt. Daß aber anſtatt mitten im Strom auf dem öſtlichen Weichſelufer die Grenze zwiſchen Deutſchland und Polen gezogen wurde, ſo daß die Einwohner mehrerer Weichſel⸗ dörfer garnicht an den Strom herankönnen, es ſei denn mit viſtertem Paß in der Taſche, daß die Unvernunft von Verſailles blühende Städte im Weichſelgebiet von ihren Bahnhöſen trennte, indem die neue Grenze zwiſchen Stadt und Bahnhof gezogen wurde, die Stadt ſomit von ihrem Bahnhof trennte— alles das ſind Tatſachen, die man weſt⸗ lich vom Korridor kaum weiß. Bürgermeiſter Ewert (Marienburg)) ſchloß ſeine den ADAc⸗ und den Polizei⸗ ſternfahrern gnhaltene Rede mit dem prophetiſchen Marien⸗ burger Rathausſpruch: „Es kommt der Tag, da wird geſpaunt Ein einig Zelt ob allem deutſchen Land.“ Mit der Dampffähre gings über die Weichſel. Das iſt der einzige Weg, der Deutſchland mit Danzig ohne pol⸗ niſchen Grenzübertritt verbindet. Es iſt erſtaunlich, wie reger Verkehr auf dieſer Verbindungsſtraße Danzig Marienburg und Danzig—Elbing—Oſtpreußen liegt. Die große Dampffähre iſt ſtändig beſetzt mit Autos und Motor⸗ rädern. Und wäre im Freiſtaat Danzig die Wirtſchaftsnot nicht ebenſo drückend und die Staatskaſſe ebenſo leer wie im deutſchen Vaterland, dann wäre hier längſt eine Brücke entſtanden. Vorläufig exiſtiert ſie nur in Wünſchen und in Plänen. Aber— ob Danzig einſt, wie alle Danziger es zwünſchen, wieder zur Reichseinheit wird oder ob es Frei⸗ ſtaat unter Warſchauer Zollſchikauen bleibt— die Brücke wird gebaut! 5 350 Polizeiſtern fahrer und über 200 Adaciſten haben ſich als Zielfahrer in Danzig eingetragen. Auf alle aber hat der Danziger Feſtabend im Friedrich⸗Wilhelm⸗ Schützenhauſe großen Eindruck gemacht. Was ſie da an offenen Worten über den Wunſch und Willen hörten, wie⸗ der zu Deutſchland zu gehören und freizukommen von Polen und vom Völkerbund, war den meiſten eine Ueber⸗ raſchung, und ſelten mag das Sehnen, deutſch zu werden, ſo klar und deutlich ausgeſprochen worden ſein. Aus der großen Feſtrede des Vizepräſtdenten des Senats, Dr. Wir⸗ cinſki⸗Keiſer, nur zwei Sätze, die von der Stim⸗ mung der Huldigungsfahrt und vom Streben der Danziger zeugen: „Danzig hat ſchwere und ſchwerſte Zeiten durchlebt, aber es ſteht noch heute und es hat ein Geſchlecht or⸗ zeugt, das zähe an ſeiner großen Tradition feſthält und zähe für ſeine von der Natur und der Geſchichte ge⸗ gebenen Aufgaben und für ſein Deutſchtum kämpft und kämpfen wird. In dieſem Kampf gibt uns Zuverſicht nicht nur der Blick in Danzigs Geſchichte, ſondern auth das Gefühl und die Gewißheit, daß unſere Brüder vom gleichen Stamm und gleichem Blut im Reich uns die Treue halten.“ Wie Danziger Handel und Wirtſchaft gefährdet wird, da⸗ von zeugte eine Dampferfahrt ab Danzig, vorbei an großen, heute leider nicht mehr genügend ausgenutzten Hafen⸗ anlagen, vorbei an der von Polen zur Seefeſtung aus⸗ gebauten Weſterplatte, via Zoppot nach Gd ingen, dem verblüffend ſchnell vom Fiſcherdorf mit 600 Einwoh⸗ nern zur polniſchen Hafenſtadt von über 40 000 Einwohnern gewordenen Großhafen. Schon anderthalb Kilometer nörd⸗ lich von Zoppot beginnt die Grenze zwiſchen Freiſtaat Dan⸗ zig und Polen. Und dann— jenſeits einer Lanbſpitze— weitet ſich plötzlich der Blick und groß und weit liegt Ghin⸗ gen vor uns. Mit amerikaniſcher Bauſchnelligkeit ind Hochhäuſer erſtanden... neben ihnen wiederum winzig kleine, baufällige Fiſcherhäuſer, mit denen Bauſpekulation getrieben wird, mächtige Speicher, große Hotels, rieſige Amtsgebäude ſäumen den Hafen, und immer noch wird in der Stadt, am Hafen, auf dem Land rings umher gearbeitet und für Erweiterung und Verbeſſerung geſorgt. Ungezählte Millionen hat Polen bereits in den Ausbau Gdingens und ſeines Hafens geſteckt,— nichts ſcheint ihm zu teuer ez gilt ja Droſſelung und möglichſt Erdroſſelung des Danziger Hafens und Vernichtung der Danziger Wirtſchaft. Denn Danzig iſt deutſch und will deutſch bleiben. Polniſches Schulſchiff ſahen wir und Uebungsfahrt pol⸗ niſcher Seekadetten.— das Nordufer um Gdingen iſt boſät mit geſchützten und bewachten polniſchen Munitionsdepols, und inmitten des Hafens liegt ein großer Kreuzer, aber bei⸗ leibe keiner, der kämpfen könnte, ſondern ein Geſchenk Frankreichs, abgewrackt, ohne Geſchütze, ohne Minen, als Wohnſchiff ausgebaut. Nicht Danzig allein aber gilt bie Gegnerſchaft Gdingens, denn die Großbauten der Tabak⸗ läger und Monopolverwaltung, die Kohlenbunkeranlagen für oſt⸗oberſchleſiſche und für polniſche Kohle, die rieſige Reismühle und manch' anderes Bauwerk beweiſen;: auch dem Hamburger und Bremer Seehandel gilt der Kampf! Im herrlichen Oſtſeebad Zoppot fanden die Tage der Huldigung für den deutſchen Oſten ihren Abſchluß. Wieder waren ADAC⸗Fahrer und Polizeiſternfahrer kameradſchaft⸗ lich vereint. Und wieder gab es warmherzige Reden. Aus allen Anſprachen aber, aus jedem Geſpräch mit Danzigern und Zoppotern, aus den Stimmen der Preſſe allüberall klang's heraus: Danzig will deutſch ſein und bleiben! Siegfried Doerschlag. Abſchluß des Baden⸗ Badener Turniers Nachdem ſich am Montag das Wetter gebeſſert hatte, konnte das Baden⸗Badener Tennisturnier doch noch wei⸗ tergeführt und zum Abſchluß gebracht werden. Damen ⸗Einzel ſiegte Frau Friedleben über Frau v. Reznicek nach Kampf:4,:6,:4. Eine kleine Ueberraſchung gab es im Herreneinzel, wo Kuhl⸗ mann verhältnismäßig glatt über den Meiſterſchaftsfina⸗ liſten Jaenecke mit 672, 577,:4 ſiegreich blieb. Mit Lindenſtaedt zuſammen konnte dagegen Jaenecke das Endſpiel im Herrendoppel gegen Kuhlmann⸗ Dr. Fuchs:1, 614 gewinnen. Frau Friedleben und Kuhlmann kamen im Gemiſchten Doppel zu einem zwei⸗ 5 6840 ſie beſiegten Frau v. Reznicek⸗ Dr. Fuchs :6, 614,:5. Simon Noſenberger Am Montagfrüh iſt in Köln Simon Roſenberger einem Herzſchlag erlegen. Simon Roſenberger war als Schieds⸗ richter und Journaliſt gleichermaßen bekannt. Er gehörte dem Schiedsrichter⸗Ausſchuß des Deutſchen Fußball⸗Bundes an und als Journaliſt war er zunächſt beim„Kicker“ als Redakteur und ſpäter als Herausgeber der Deutſchen Schiedsrichter⸗Zeitung tätig. Simon Rosenberger war ein lebensfroher und bejahender Menſch, dem aber das Schick⸗ ſal in ſeinen alten Tagen böſe Streiche spielte. le Schiedsrichter⸗Zeitung wurde ihm aus den Händen ge⸗ nommen und in den letzten Tagen hatte er noch den Ver⸗ druß, daß der Schiedsrichter⸗Ausſchuß aufgelöſt werden ſollte. Roſenberger nahm noch am Tage vor ſeinem Tobe in Fronkfurt a. M. an einer Sitzung dieſes Ausſchuſſes teil und wenige Stunden nach ſeiner Rückkehr nach Köln hat ihn der Tod getroffen. Bayerns zweiter Amateur⸗Boxſieg Zum Abſchluß ihrer Italienreiſe trug die bahyeriſche Amateurſtaffel am Samstag abend im Malländer Theater Etrico einen Kampf gegen eine Auswahlmannſchaft der Lombardet aus und blieb im Geſamtergebnis int 977 Punkten erfolgreich. ... bb Perdita Skizze von Frieda Wäldt⸗Goßmann Die Tür zu meinem Büro war weit geöffnet. Per⸗ dita, das Hausmädchen, ſtand auf der Schwelle, zum Ausgang gerüſtet. Aber wie! Von einer ſehr leuch⸗ tenden, dennoch geſchmackvollen Eleganz. „Sagen Sie mal, Perdita“, begann ich etwas zögernd,„irgend welche Handwerker waren doch in letzter Zeit nicht im Hauſe? Ich vergaß allerdings einige Male, meinen Schreibtiſch abzuſchließen. Seit einigen Wochen fehlen mir öfter Geldbeträge, ich weiß es mir nicht zu erklären. Können Sie mir Aufſchluß geben?“ Perdita öffnete ihre ſchwarzen Glutaugen ſehr weit, ſah mich entſetzt an:„Senora, welches Unglück! Ich habe keine Ahnung, wer es getan haben könnte.“ „Perdita!l Sie räumen das Zimmer auf. Denken Sie nach!“ Das Mädchen bekreuzigte ſich. „Na, dann gehen Sie nur!“ Ich beugte mich wie⸗ der über meine Buchführung. Perdita war ſehr ſchnell verſchwunden.— Seit einem Jahre leitete ich eine deutſche Frem⸗ denpenſton in dieſem nicht ſehr großen, wunderſchön gelegenen Luftkurort in Südamerika. Das Haus war gut beſucht. Der Betrieb machte mir Freude. Nur die ſpaniſche Sprache beherrſchte ich noch nicht ganz, ich half mir mit Engliſch und Franzöſiſch. Die Hausangeſtellten waren meiſt ortsanſäſſig, darunter auch Perdita, ein tüchtiges, aber recht eitles Mädchen. Bisher kam nie etwas im Hauſe abhan⸗ den, doch ſeit etwa vierzehn Tagen ſchien es mir nicht geheuer. Einmal fehlte ein großer Schein aus meiner Handtaſche, ein anderes Mal aus der Brief⸗ markenkaſſe. Ich beobachtete, und mein Verdacht fiel auf die hübſche Perdita. Bei ihrem heutigen Aus⸗ gang waren mir ganz beſonders das neue Kleid und der neue Hut aufgefallen. Nach dem Abendeſſen ſprach ich mit einem chileni⸗ ſchen Rechtsanwalt, der ſchon längere Zeit Gaſt im Hauſe war. Er verſprach, mir in dieſem Falle behilf⸗ lich zu ſein. Am anderen Morgen klopfte es an meine Büro⸗ tür. Doktor A. kam erregt herein, die laut ſchluch⸗ zende Perdita hielt er feſt am Handgelenk. „So, da haben wir ſie,“ ſagte der Rechtsanwalt, „ſte iſt geſtändig. Perdita hat das Geld verſteckt; ſie wird uns nun den Ort zeigen.“ Doktor A. ging voran in den Hof, das wider⸗ ſtrebende Mädchen hinter ſich herziehend. Ich folgte geſpannt. Am Holzſchuppen blieben wir ſtehen. Dok⸗ tor A. redete heftig auf Perdita ein. Sie lief auf die andere Seite des Schuppens und— zog einen Hundertpeſoſchein unter den loſe liegenden Dach⸗ ziegeln hervor, Im ſelben Augenblicke flatterte etwas zur Erde— Perdita trat ſchnell mit dem Fuß darauf und blickte mich trotzig aus haßerfüllten Au⸗ gen an. Auch dieſer Geldſchein wurde ihr entriſſen. Dann lief ſie ſchreiend und geſtikulierend davon. Perdita ward nicht mehr geſehen.— Zwei Tage darauf— ich war mit einigen Gäſten beim Tennisſpielen im Garten— kam der Hausdiener und ſagte mir leiſe ins Ohr:„Der Richter wünſcht Se⸗ mora ſofort zu ſprechen“ Im Empfangszimmer ſtand der Richter mit ſei⸗ nem Begleiter. Nach ſteifer Begrüßung:„Senora, wir müſſen eine Hausſuchung bei Ihnen vornehmen. Ein früher bei Ihnen angeſtelltes Hausmädchen hat erklärt, daß Sie einen ſchwer verletzten Mann in „Ihrer Penſion verborgen halten. Perdita S. gab an, mit einem Meſſer auf einen Herrn mehrfach einge⸗ ſtochen zu haben, um ihre Mädchenehre zu verteidigen. Dieſer Herr wäre dann, aus mehreren Wunden blu⸗ tend, zu Boden geſtürzt.— Sie, Senora, machen ſich ſtrafbar wegen Verdunkelung der Angelegenheit.“ Ich war ſprachlos. Perditas haßerfüllte Augen ſah ich im Geiſte vor mir. „Meine Herren, nichts davon iſt wahr.“ 8 Der Richter hob die Hand, ſchnitt mir die Rede ab und ſagte:„Zeigen Sie mir ſofort alle Räume!“ Wohl oder übel mußte ich gehorchen. Jedes Zim⸗ mer wurde geöffnet, in jeden Schrank, unter jedes Bett geſehen— keine Spur von dem Verletzten. Zu⸗ letzt glaubte der Sekretär, Blutſpuren gefunden zu haben, weil der Fußboden in einem Zimmer an einigen Stellen friſch geſtrichen war. Der Richter ſah mich drohend an:„Sagen Sie die Wahrheit!“ „Die Wahrheit iſt, daß der Fußboden an den ab⸗ getretenen Stellen friſch geſtrichen wurde.“ Richter und Sekretär ſahen ſich bedeutſam an. Ich fühlte, daß ſich die Situation zuſpitzte. Dieſe ganze phantaſtiſche Geſchichte hatte mich etwas verwirrt; ich erkannte Perditas Rache. In meiner Not— ſchon ſah ich mich verhaftet— fiel mir ein, daß ein höherer Regierungsbeamter zu meinen Gäſten ge⸗ hörte. Ich klingelte und ſagte dem eintretenden Diener Beſcheid. Bald darauf kam der Gouverneur — ich atmete auf. Er ſprach gut Deutſch, und ich er⸗ zählte ihm ſchnell die ganze Räubergeſchichte von Perdita. Er war empört über die Frechheit des Mädchens. Dann überſetzte er dem Richter den Sach⸗ verhalt, rügte dabet das nicht ganz korrekte Vor⸗ gehen des Richters mir gegenüber. Er verlangte ſtrenge Beſtrafung des Mädchens, andernfalls würde er in meinem Namen bei der deutſchen Geſandtſchaft Anzeige erſtatten. Richter und Sekretär wurden etwas blaß; beide verneigten ſich tief und gngen. Der Gouverneur ſah ihnen kopfſchüttelnd nach. Später hörte ich, daß Perdita zur Strafe für ihren Diebſtahl einige Wochen in das Kloſter für verwahr⸗ loſte Mädchen geſperrt worden ſei. Doch was ſah ich etwa zwei Monate ſpäter? Ich ging über die Promenade— es war die Zeit des Korſos. Endloſe Reihen von Wagen mit ſchönen Pferden, die Damen in großer Toilette, das übliche Begrüßen von Bekannten, Flirten, Sonne, Blumen, und mitten darin in einem ſchönen Wagen neben einem Kavalier— Perdita, thronend wie eine Köni⸗ gin, im modernſten, eleganteſten Anzug, ſtrahlend, nach allen Seiten lächelnd, kokettierend— o ja, ich ſah, ſie hatte Karriere gemacht! Da erblickte ſie mich — Krach! Ein grüner Sonnenſchirm entfaltete ſich. Dieſe Ausſicht gefiel ihr nicht. Du ſüdliches Sumpfpflänzchen, Perdita, wie lange wirſt du blühen! Das Nationaltheater teilt mit: Am Mittwoch wird Grabbes Luſtſpiel„Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“, das in der Bearbeitung und Inſzenierung von Richard Dorn⸗ ſeiff am Schluß der letzten Spielzeit mit lebhaftem Intereſſe aufgenommen wurde, zur erſten Wieder⸗ holung gebracht. Die Rolle des Wernthal iſt mit Fritz Schmiedel, die der Großmutter des Teufels mit Ilde Overhoff neu beſetzt. Am Donnerstag wird Mozarts„Entführung aus dem Serail“ in der Neuinſzenierung der Mozartwoche wieder auf⸗ genommen. Die muſtkaliſche Leitung hat Dr. Ernſt Cremer, die Regie Dr. Richard Hein. Die Partie der Conſtanze iſt mit Elice Illiard, die des Belmonte mit Heinrich Kuppinger neu beſetzt. Das Sparprogramm im Badiſchen Laudes⸗ theater. Der Geſchäftsführer des Verwaltungsrates des Badiſchen Landestheaters, Regierungsrat Dr. Aſal, gibt ſoeben den Plan bekannt, nach dem die Finanzgebahrung des Landestheaters unter dem Druck der allgemeinen Finanznot auf eine völlig geänderte Grundlage geſtellt werden ſoll. Es iſt ein Sparplan ausgearbeitet worden, der zum Teil ſehr tief eingreifende Sparmaßnahmen vorſteht, So ſoll das Spielfahr in eine Winter und Sommer⸗ ſpielzeit zerlegt werden. Die Winterſplelzeit, die für die Monate September bis Mai vorgeſehen iſt, ſoll ausſchließlich der ernſten Kulturarbeit ge⸗ widmet ſein. Das Geſamtperſonal wird nur für dieſe Zeit unter Hinzurechnung eines Ferien⸗ monats entlohnt. Man rechnet mit einer Ein⸗ ſparung von einem Sechſtel der Aus⸗ gaben für das geſamte künſtleriſche und techniſche Perſonal. Weiter iſt vorgeſehen, die über 9000 Mark hinausgehenden Gagen des Soloperſonals und der Vorſtände einer geſtaffelten Sonderkürzung zu unterwerfen. Die Gehalts kür⸗ zungen betragen bis über 40 Prozent. Der Spar⸗ plan ſieht weiter eine Aenderung in der Ver⸗ gütungsordnung vor. Auch ein Perſonalabbau wird in Erwägung gezogen, bei dem neben dem Solo⸗ perſonal insbeſondere das Orcheſter, der Singchor und das techniſche Perſonal betroffen werden. Von beſonderer Wichtigkeit iſt der Abſchluß einer Kon⸗ vention mit den Stadttheatern Stuttgart und Darmſtadt zwecks unentgeltlicher Aushilfeleiſtungen, Die Verhandlungen mit dieſen Inſtituten ſind be⸗ reits in die Wege geleitet worden und ſtehen un⸗ mittelbar vor dem Abſchluß. Der Geſamtbetrag der Ausgabenkürzung des neuen Sparprogramms er⸗ reicht nach den vorläufigen Berechnungen die Summe von rund 480 000 Mark. Die Mode vor 5000 Jahren. Bei Ausgrabun⸗ gen in Ermenne, einer Ortſchaft nördlich von Wadi Halfaes in Nordafrika fand man Sandalen, die eine Verſtärkung der Ferſenteile in der Form eines Abſatzes zeigen. Die hohen Abſätze der nu⸗ biſchen Damen wieſen dadurch noch einen beſonde⸗ ren Reiz auf, daß der Schuſter die Fellbehaarung ſtehen ließ. Die Mode im dritten Jahrtauſend v. Chr. ſcheint demnach, wenn man dazu die Funde von künſtleriſchen Federfächern berückſichtigt, gar nicht„unmodern“ geweſen zu ſein. 1 diene Tö Ge ratete ſach ve Blutta ein kr geſchic Jö: 1 Ausei den, w Förſte mittag bewohn Tode. wärts gegen Bebrol ſich inz Förſte: nieder. Kin d gehand * E erfolgt an der heim h heimer Mithin Wingen da die len Wi 1 * 18 meiſter Schloß nern a Weinhe Die G: Die Ni Natura ſorgear im ber ſteuern einen ſhaffen gelegen lichtet von S ankert 2 * wollte penhei! otor! rn auth er vom ans die ird, da⸗ großen, Hafen⸗ aus- ngen, Finwoh⸗ hohnern r nörd⸗ it Dan⸗ pitze— t Gdin⸗ it ſind winzig ulation rieſige wird in arbeitet gezählte ns und 3 anziger Denn yrt pol⸗ ſt beſät ddepots, ber bei⸗ heſchenk en, als gilt die Tabak⸗ anlagen rieſige nzigern überall 1 a g. niers hatte, ch wei⸗ . 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Als er am geſtrigen Vor⸗ mittag im Hausflur, den er gemeinſam mit Knopf bewohnte, dieſem begegnete, drohte er ihm mit dem Tode. Als dann Förſter geſtern nachmittag von aus⸗ wärts heimkehrte, wiederholte er ſeine Drohungen gegen Knopf und begab ſich vor die Wohnung des Bedrohten. VDieſer hatte, als er Förſter bemerkte, ch inzwiſchen mit einer Waffe verſehen und ſtreckte Förster, als dieſer Einlaß begehrte, mit einem Schuß nieder Förſter iſt Vater von vier unmün digen Kindern. Man nimmt an, daß Knopf in Notwehr gehandelt hat. Schließung der Weinberge * Schriesheim, 8. Sept. Verhältnismäßig ſpät erfolgt in dieſem Jahr die Schließung der Weinberge an der Bergſtraße. Das Bürgermeiſteramt Schries⸗ heim hat die Schließung der Weinberge auf Schries⸗ heimer Gemarkung zum 6. September angeordnet. Mithin dürfen ſeit Sonntag nur die Beſitzer das Vingertgelände betreten und zwar an allen Tagen, ba die Arbeiten in dieſem Jahre infolge der ſchlech⸗ len Witterung noch nicht zu Ende geführt find. Weinheimer Notgemeinſchaft 1 meiſter Dr. Meiſer fand geſtern im Rathaus Schloß eine Verſammlung von Frauen und Män⸗ gern aus der freien Wohlfahrtspflege ſtatt, um eine Weinheimer Notgemeinſchaft ins Leben zu rufen. Die Gründung wurde mit allen Stimmen beſchloſſen. Die Notgemeinſchaft ſoll Sammlungen von Geld und Naturalien einleiten, um neben dem ſtädtiſchen Für⸗ ſorgeamt in freier Hilfstätigkeit der ſchlimmſten Not im bevorſtehenden Winter nach Möglichkeit zu ſteuern. Ein Grundſtock für das Liebeswerk iſt durch einen Beitrag des Kreiſes Mannheim bereits ge⸗ ſhaffen. K 1 Der Rhein führt Hochwaſſer 1 Kehl, 8. Sept. Schon wieder einmal hat der Rhein infolge des andauernden Regens ſeine Ufer ühertreten und das gande Vorland über⸗ ſchwemmt. Selbſt in den Kellern der dem Rhein nahe gelegenen Häuſer drückt das Grundwaſſer durch und lichtet entſprechenden Schaden an. Eine große Anzahl hon Schleppern und Frachtſchiffen liegt ver⸗ alkert oberhalb der Rheinbrücke, da der hohe Waſſer⸗ und ein Durchfahren unter den beiden Brücken un⸗ höglich macht, was für den Schiffahrtsverkehr ein icht unempfindlicher Ver luſt bedeutet. Kinzig und Reuch führen ebenfalls Hochwaffer offenburg, 8. Sept. Das plötzliche Auftreten bun Hochwaſſer in der Kinzig hat am Ufergelände und an den Dammböſchungen inſofern Schaden an⸗ gerichtet, als gemähtes Oehmdgras mit fort⸗ geſchwemmt wurde. Das Rheinvorgelände ſteht unter Waſſer; das gehäufelte Oehmd kann nicht erreicht werden. Das Steigen des Waſſers iſt derart ſchnell klügetreten, daß ein Entfernen des Futterſchnittes unmöglich war. Aus dem Renuchtal wird ſtarkes Hochtpaſſer gemeldet, das Ufer und Wieſen überflutet. Der Eiſenbahnlinie entlang bildet es einen unüber⸗ ſehbaren See. * U Weinheim, 8. Sept. Kürzlich war in die hieſige Großobſtmarkthalle eingebrochen worden, wobei e der Täter verſuchte, unter Anwendung eines Nachſchlüſſels den Geldſchrank zu öffnen. Da aber der Nachſchlüſſel, den der Täter anwandte, im Schloß döbrach, blieb es bei dem Verſuch. Wegen Verdacht der Täterſchaft wurde nunmehr durch die hieſige Gen⸗ 11 555 der Techniker Arno Sch. von hier ver⸗ E Die gefährliche Motorradraſerei * Gau⸗Algesheim, 7. Sept. Am Sonntag abend wollte der 19 jährige Bäckergeſelle Secker aus Ap⸗ zenheim mit einem von einem Freund entliehenen Motorrad in großer Geſchwindigkeit den Bahnüber⸗ gang überqueren, als eben die Schranke geſchloſſen wurde. Er fuhr mit voller Wucht in die Schranke hinein und blieb im Drahtgeſtänge hängen. Hierbei wurde ihm ein Ohr faſt voll⸗ fündig abgeriſſen. Außerdem erlitt er ſchwere Ver⸗ lezungen an Kopf und Bruſt. Die Maſchine iſt fark beſchädigt. Der Verletzte wurde in das Kran⸗ kenhaus Bingen eingeliefert. dee gilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wiſſen kein ſicheres Mittel gegen dieſe Plage⸗ ider“ Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben c lindern meiſtens nur für einige Zeit die Schmer⸗ 185 ſie packen nicht immer das Uebel an der 5 Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie ſollen es ſelbſt verſuchen, ohne daß es Sie s koſtet; aber ehe ich Ihnen mehr ſage, leſen Sie die folgenden Briefe: Tägliche Berichte der Neuen Mannheimer Feitung t Reilturnier in Kirchheim Wenn der Reiterring der Badiſchen Pfalz nach ſeinem Abſchlußturnier die Bilanz dieſes Jahres zieht, ſo tut er am beſten, das äußere Bild ſeiner Veranſtaltungen ganz außer Acht zu laſſen. Sein Turnier in Eppelheim, die Fahrprüfung für den Nordbezirk, iſt am Regen buchſtäblich erſoffen, Walldorf mit der Reitprüfung des Südbezirks wurde durch ein Hagelwetter ſchon im Aufmarſch empfindlich geſtört, Kirchheim, wo vor zwei Jah⸗ ren das erſte Turnier des Rings bei herrlichſtem Wetter und dementſprechenden Leiſtungen ein ſolch. verheißungsvoller Auftakt war, ſtand diesmal bei unſicherſtem Wetter vor einer überaus ſchweren Auf⸗ gabe und konnte ſie auf einem immer mehr ver⸗ ſumpfenden Fußballplatz nur unter Kürzungen des Programms einigermaßen löſen. Einzig Hocken⸗ heim mit ſeiner Fahrprüfung für den ſüdlichen Teil war vom Wettergott begünſtigt und ein voller Erfolg. . Die Sache der ländlichen Reitervereine iſt gerade in der badiſchen Pfalz in den knapp zwei Jahren ſeit Gründung des Reiterrings einen großen Schritt vorwärts gekommen, aus den vier Vereinen der Gründer ſind bis jetzt 19 geworden und dieſer Gau⸗ verband iſt wohl der ſtärkſte von Deutſch⸗ land. Dem äußeren Wachstum ebenbürtig iſt die innere Stärkung unter der muſtergültigen Organi⸗ ſation und Leitung von Dr. Raupach⸗Heidelberg mit ſeinem„Reiter aus Kurpfalz“ und die plan⸗ mäßige Steigerung der gezeigten Leiſtungen. Es ſollte nicht vergeſſen werden, daß da und dort ſchon ein Bürgermeiſter, der ſelbſt der politiſchen Richtung der Bauernſchaft nicht angehört, die Mitglieder des Reitervereins als die Zierde der Gemeinde bezeich⸗ net hat. Die Führer dieſer Reitervereine haben ſich alſo gerade in dieſen kritiſchen Zeiten des Wieder⸗ aufbaus um ihre Gemeinden ſehr verdient gemacht und die Vereine ſelbſt haben bei der Beſichtigungs⸗ reiſe, die ein Vertreter des Reichsverbandes kürzlich durch das ganze Reich unternahm, gerade auch in der Pfalz ſehr gut abgeſchnitten und großes Lob geerntet. Einen guten Teil dieſes Lobes dürfen die Reit⸗ lehrer der einzelnen Vereine für ſich in Anſpruch nehmen; gerade die einzelnen Reit⸗ und Fahrprü⸗ fungen zeigten ſchon im Laufe des Jahres, wie ſehr das Ergebnis des Vereins⸗Wettbewerbs von dem Etfer und Geſchick des Reitlehrers abhängt. Wenn der Verein Kirchheim heute verdientermaßen den Wanderpreis auf ein Jahr bei ſich behalten darf, ſo dankt er dies ſeinem Reitlehrer Damm, der eine durch zahlreichen Nachwuchs verſtärkte Mannſchaft einheitlich auf Trenſe wirkungsvoll vorzuſtellen wußte und auch perſönlich durch beſonders gutes Abſchneiden in den Nebenwettbewerben dem Kenner verriet, welch emſige Arbeit im Laufe des Jahres in Kirchheim geleiſtet wurde. An erſter Stelle ſteht alſo dieſes Jahr Kirchheim, den 2. Preis, gegeben vom Ring⸗ leiter, durfte Plankſtadt heimführen. Mit dem Ehrenpreis des Reichspräſidenten folgt als dritter Wieblingen. Den Preis der Stadt Heidelberg, die durch Stadtrat Bitter den Reiter⸗ ring freundlich und herzlichſt begrüßte, kam nach Walldorf. Die weitere Reihenfolge lautet Sandhauſen, Oftersheim, Rohrbach, Eppelheim, Malſch, Wiesloch, Reilin⸗ gen, Hockenheim, Oberhauſen, Wieſen⸗ tal, Waldangelloch. Auch die jüngſten Ver⸗ eine Doſſenheim und Handſchuhsheim, St. Leon und Oeſtringen, die am ganzen Wett⸗ bewerb noch nicht teilnahmen, zeigten ſich mit achtungswertem Können und werden aus der Tat⸗ ſache, daß der recht junge Verein Rohrbach ziemlich weit vorn in der Liſte ſteht, auch für ſich die ſchönſten Hoffnungen und Anſporn für das nächſte Jahr mit⸗ genommen haben. In den Trabreiten für leichte und ſchwere Pferde, im Schrittreiten und im Trabreiten der Jugend war dem Ortsverein der erſte Platz nicht zu nehmen, das Springen der ſchweren Pferde und ebenſo das Paar⸗ ſpringen war eine ſichere Sache für Walldorf, das Springen der leichten Klaſſe ließ ſich Hch. Bau ſt aus Plankſtadt nicht nehmen, der ſich auch im Schleifenraub neben Butz⸗ Wiesloch als über⸗ legener Sieger zeigen konnte. Nach den Anſtrengungen des Nachmittags und den Strapazen der Witterung vereinte ein wohlgelunge⸗ ner Reiterball, eingeleitet durch die umfang⸗ reiche Preisverteilung, im Badiſchen Hof eine über⸗ aus große Reitergemeinde in fröhlichſter Stimmung. Bei den Reitern aus Kurpfalz fehlen die Damen auf dem Turnierplatz nie, und die kleine Amazone hatte mit ihrem Vorſpruch aus dem Sattel den ge⸗ ſpendeten Ehrenpreis wohl verdient. H. M. Hauptverſammlung des Vadiſchen Sängerbundes Defizit von 7000 Mk. * Endingen a. K. 7. Sept. Trotz der ungünſtigen Witterung nahm die am Sonntag in Endingen abgehaltene Hauptverſamm⸗ lung des Badiſchen Sängerbundes einen ſchönen Ver⸗ lauf. Der Sängertag wurde durch ein Begrü⸗ ßungsbankett am Samstag abend im vollbe⸗ ſetzten Pfauenſaal eröffnet. Bereichert wurde der Abend durch Muſikvorträge der Stadtkapelle, durch geſangliche Darbietungen der beiden hieſtgen Män⸗ ner⸗Geſangwereine, ſowie turneriſche Vorführungen. Bundesvorſitzender Dr. Metzger⸗Freiburg dankte für die Darbietungen und die Begrüßungs⸗ worte des Bürgermeiſters Meyer⸗ Endingen. Am Sonntag vormittag 10 Uhr begann im Pfauenſaal die eigentliche Hauptverſammlung. Nach kurzen Be⸗ grüßungsreden hielt Bundespräſtdent Dr. Metzger eine Gedächtnisrede für die im vergangenen Jahr verſtorbenen Sänger. Dem Geſchäftsbericht iſt zu entnehmen, daß die Vereine verpflichtet ſind, ſich dre Lieder von Schubert, Silcher und Brahms ſaurszuwählen. Der Bund zählt heute insgeſamt 1075 Vereine mit 42 639 Sängern gegen 1930 mit 1073 Vereinen mit 44772 Sängern: Ueber den Kaſſenſtand wurde ausgeführt, daß ein Defizit von 7000 Mark noch zu decken iſt. Dieſer Fehlbetrag wurde bisher nur dadurch behoben, daß die zehnte Lieferung der Lieder eine erfreulich große Abnahme erfahren hat. Die Ausgabe erbrachte eine Reineinnahme von rund 30 000 Mark. Auf die Bedeutung eines Kaſſengrundſtocks wurde in dieſem Zuſammenhang hingewieſen, der vor allem die Aus⸗ gaben bei den Bundesſängerfeſten decken ſoll. Ueber die geplante Satzungsänderung wurde be⸗ richtet, daß dieſe in den nächſten Monaten durch⸗ geführt werden ſoll. Es wurde der Beſchluß gefaßt, daß das Vermögen bei Auflöſung des Bundes zu wohltätigen Zwecken verwendet werden ſoll. Für die Jahresrechnung für 1930 wurde dem Rechner, Franz Maier⸗Offenburg, Entlaſtung erteilt. Bei den Beratungen über die 1929er Rechnung entſpann ſich eine heftige Ausſprache. Horn ⸗Karls⸗ ruhe und Finanzbirektor Zimmerer ⸗Freiburg haben nach Klarſtellung ihrer Fragen feſtgeſtellt, daß die Rechnung für 1930 durch Aufſtellung eines Vor⸗ anſchlages beſſer dargeboten werden konnte. Zweiter Bundespräſident, Direktor Dr. Münch ⸗Bruchſal, gab eine eingehende Schilderung der Entwicklung der Kaſſenführung und zollte dem Rechner für ſeine Pflichtgemäß erſtatte ich Ihnen meinen allerbeſten Dank für die wa 1850 wundervolle Heilung meines langjährigen Gichtleidens durch Ihre geſchätzten Gichtoſint⸗Tabletten. Koſtſpielige Bäder ſowie Einreibungen aller Art waren erfolglos, durch ein Inſerat wurde ich auf Ihre Tabletten aufmerkſam. Nach Gebrauch der en Kur fühlte ich mich ſchon geheilt. Ich kann jetzt wieder als 53jährige Frau laufen wie eine von 18 Jahren, ſtehe morgens ſchmerzlos auf und gehe abends ohne Schmerzen zur Ruhe, zur Freude un⸗ ſerer ganzen Familie. Ich bin jetzt wieder Dank Gott und Ihrer werten Tabletten ſeelensmunter, wie neu geboren, und kann daher mit beſtem Gewiſſen jedem Gichtleidenden Ihre werten Gichtoſint⸗Tablet⸗ ſchwere Arbeit volle Anerkennung. Die Abrechnung vom Sängerfeſt in Freiburg vom Jahre 1929 ergebe einen Zuſchußbetrag von 29 962 Mk. Als nächſter Tagungsort wurde Bühl be⸗ ſtimmt. Von den vorgelegten Anträgen wurde der des Hauptausſchuſſes angenommen, nachdem der Bundesbeitrag für das Geſchäftsjahr 1932 von 40 auf 30 Pfennig ermäßigt wird. Nach einigen weiteren kurzen Beſprechungen erreichte die Tagung tihr Ende. Nachmittags fand auf dem Marktplatz eine große Kundgebung ſtatt, bei der ein Maſſenchor den badiſchen Sängergruß entbot und eine Reihe Lie⸗ der zum Vortrag brachte. Dr. Münch⸗Bruchſal hielt eine eindrucksvolle Anſprache, in der er beſon⸗ ders den Kaiſerſtuhl und den Tagungsort pries und im Weiteren den Wert und die Bedeutung des deut⸗ ſchen Männergeſanges, des deutſchen Liedes über⸗ haupt, in markanten Worten ſchilderte. Zum Schluß dankte Bürgermeiſter Maier für den zahlreichen Beſuch der Tagung. Vom Auto überfahren und getötet 2: Frankenthal, 7. Sept. Am Sonntag abend wurde kurz vor dem Ortseingang von Bobenheim der ver⸗ heiratete Maurer Friedrich Koppenhöfer von Frankenthal, der mit ſeinem Fahrrad nach Franken⸗ thal fuhr, von einem Auto, das von Frankenthal kam, überfahren. Er war ſofort tot. Tödlicher Unglücksfall :: Speyer, 7. Sept. Geſtern abend ereignete ſich auf der Straße zwiſchen Aumühle und Hahnhofen ein ſchwerer Unglücksfall, bei dem eine Perſon getötet und eine Perſon ſchwer verletzt wurde. Der 19jährige Maurer Anton Henrich von Geinsheim überholte mit ſeinem Motorrad den 25 Jahre alten Radfahrer Ludwig Koch aus Stuttgart in der Nähe der Au⸗ mühle in Richtung Speyer. Koch, der keinen Rück⸗ ſtrahler an ſeinem Rad hatte, wurde von Henrich, deſſen Motorrad ebenfalls ſchlecht beleuchtet war, an⸗ gefahren, wodurch er vom Rad ſtürzte. Koch erlitt ſchwere, wahrſcheinlich auch innere Verletzungen. Mit einem komplizierten Unterſchenkelbruch wurde er in das Krankenhaus Speyer gebracht. Der Motorrad⸗ fahrer ſtürzte ebenfalls und erlitt einen Schädel⸗ bruch, an deſſen Folgen er kurze Zeit darauf ſtar b. Das Gericht hat ſich heute vormittag an die Unfall⸗ ſtelle zur Aufnahme des Tatbeſtandes begeben. 142. Jahrgang/ Nummer 413 1 Aus der Falz Verkehrsunfall— Zwei Verletzte * Ludwigshafen, 8. Sept. Am Pfalzbau ereignete ſich geſtern abend ein Verkehrsunfall, der die Verletzungen zweier Leute zur Folge hatte. Der Händler Schmitt aus Max⸗ dorf kam mit ſeinem mit Zwiebeln beladenen Wagen von Mannheim die Brücke herunter und wollte am Pfalzbau in die Ludwigſtraße einbiegen. Während⸗ deſſen war bei einem nachfolgenden Einſpännerfuhr⸗ werk, das ebenfalls von Mannheim kam, am Brückenhaus das Pferd ſcheu geworden und rannte die Brückenrampe hinunter. Zwei Männer, die auf dem Fuhrwerk ſaßen, verſuchten, das ſcheue Pferd anzuhalten, wobei einer von ihnen vom Sitz aus auf das Pferd ſprang, um die Zügel wieder in die Hand zu bekommen. Unterdeſſen war jedoch das Fuhrwerk bereits auf das Zwiebelfuhrwerk aufgefahren. Nach dem Anprall ſprang das Pferd gegen den Pfalzbau zu und warf den 30 Jahre alten Mechaniker Letpold aus Mun⸗ denheim auf die Straße, wo er noch vom Fuhrwerk überfahren wurde. Er erlitt bedeutende Verletzungen, Das ſcheue Pferd jagte mit dem Wagen weiter, wobei auch der Begleiter Leipolds, der 20 Jahre alte Elektrotechniker Ebrenz, ebenfalls aus Munden⸗ heim, vom Fuhrwerk auf die Straße ſtürzte und mit Verletzungen liegen blieb. Das Pferd konnte am Kaufhaus Tietz feſtgehalten werden. Die beiden Ver⸗ letzten wurden ſofort ins Marienkrankenhaus ein⸗ geliefert, wo Ebrenz noch bewußtlos darnieder liegt. Händler Schmidt kam mit dem Schrecken davon. Schadenfeuer in einem Emaillierwerk * Bellheim, 7. Sept. In der Nacht auf Montag gegen 2 Uhr brach in der hieſigen Filialfabrik der Annweiler Emaillierwerke aus bisher unbekannter Urſache ein Brand aus, Durch das raſche Ueber⸗ greifen des Feuers, das in den aufgeſtapelten Holz⸗ und Kiſtenvorräten viel Nahrung fand, wurden die Schreinerei des Werkes und die Packabteilung ver⸗ nichtet. Ein Uebergreifen auf den Hauptblock des Fabrikanweſens konnte verhütet werden. Der Sach⸗ ſchaden iſt ſehr groß. Wie uns mitgeteilt wird, ver⸗ urſacht der Brand keine Betriebseinſchränkung. Auf der Heimkehr von der Kirchweih überfahren * Frankenthal, 7. Sept. Am Montag vormittag wurde auf der Edigheimer Straße eine von der Edig⸗ heimer Kirchweih heimkehrende Frau aus Franken⸗ thal mit ihrem Kinde von einem Motorrad⸗ fahrer, der ſie überholen wollte, von hinten an⸗ gefahren und zu Boden geſchleudert. Die Frau mußte mit ſchweren Verletzungen in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht werden, während der Motor⸗ N radfahrer leichtere Verletzungen erlitt. Dageslaleſicles Dienstag, 8. September Nationaltheater:„Die Bohsme“, Oper von Puceint, Miete E 1, Anfang 20 Uhr. Papillon Kaiſer: Geſellſchaftstanz und Kabaretteinlagen ah 20.30 Uhr. A Tanztee ab 16 Uhr und abends. Pfalzbau⸗Kaffee: Tanztee ab 17 Uhr, Konzert und Tanz ab 20 Uhr. Planetarium: 15 und 16 Uhr Beſichtigungen. Autobnsausflüge: Abfahrt 14 Uhr ab Paradeplatz nach: Bad Dürkheim— Iſenachtal— Lambrechter Tal— Neuſtadt— Mannheim. Mittwoch: Schwarzwald⸗ fahrt nach Baden⸗Baden— Bühler Höhe— Kurhaus Sand— Plättig⸗Herrenwies— Schwarzenbach⸗Talſperre — Raumünzach— Murgtal— Gernsbach— Herrenalb — Albtal—. vorm. 7 Uhr. Kölu⸗Düſſeldorfer Rheinfahrten: 14.30 Uhr Mannheim Speyer— Germersheim und zurück. Adlers Motorboot⸗Fahrten: Tägliche Hafenrundfahrten, vorm. 10 Uhr, nachmittags 15 und 17 Uhr ab Landeplatz Friedrichsbrücke. Lichtſpiele: Alhambra:„Opernredoute“.— Grorſa⸗ Palaſt:„Du nur Du!“— Schauburg: „Förſterchriſtel“.— Univerſum:„Der Ball“.— Palaſt⸗ Theater:„Die blonde Nachtigall“, Scala⸗Theoter:„Der Schrecken der Garnifonz — Capitol:„Nie wieder Liebe“. Sehens würdigkeiten: Städt. Schloßmuſeum: Geöffnet täglich von 10—13 Uhr und 15—17 Uhr; Sonntags von 11—17 Uhr durchgehend geöffnet.— Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeug⸗ haus: Sonntag vormittags von 11—13 Uhr und nachmittags non 15—17 Uhr; Dienstags 15—17 Uhr; Mittwochs 1517 Uhr; Freitags 17—19 Uhr.— Städtiſche Kunſthalle: Geöff⸗ net von 10—13 Uhr und 15—17 Uhr. Ausſtellung:„Neues von Geſtern“. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat September rere. er Rhein⸗Pegel 3. 4. 5. 7. 8. Neckar⸗Begelf 3. 5,.8. Bafel! 1 751.747,85 11188 ö f Schuſterinſel.45 2,45 260.90 2,70]][ Mannheim.155,10 9080901 Kehl. 3818,80 3,98 4,80 4,80] Jagſtfeld.. 681,202.20 488 Maxau 5,97 5,93.94 6,54 675 Heilbronn„.44/1,4801 951,78 Mannheim. 5,28.25.21.55.03 Plochingen 0,45 0,47 0,980,682 Taub. 9796 3,89 3,858,94 4,24 Köln 4,26 4,12 4,124,244 52 Chefredakteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner- Feuilleton: Dr. Stefan 8 Kommunalpolitik u. Lokales: Richard Schönfelder Sport u. Vermischtes: Willy Müller- Handelsleil: i. B. Franz Kircher Gericht u. alles übrige: Franz Kircher ⸗ Anzeigen u. ge chäftl. Mittellungen: a ko b JFaude, ſämtlich in Mannheim- Herausgeber Drucker und erleger; Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, R 1, 46 Für unvelangte Beiträge keine Gewähr— Rückſendung erfolgt nur bei Rückporto. ten auf das beſte empfehlen, da dieſelben bei mir wirklich Wunder. haben, und ſpreche noch⸗ mals meinen allerbeſten Dank aus. J. W. in B. ch bekam einen ſchweren Gelenkrheumatismus, alle angewandten Mittel verſagten bei mir. Da ließ ich mir das empfohlene Gichtoſint von Ihnen ſenden, und dies tat Wunder bei mir. Meine ſtrenge Aus⸗ dauer wurde durch völlige Heilung belohnt, obgleich ich ſchon faſt verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mittel ſchon oft empfohlen und werde es weiter tun. Ich hoffe, daß dies der beſte Dank gegen Sie iſt. M. B. in B. Solche Briefe beſitze ich über 11000(notariell be⸗ glaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieſes iſt verunreinigt durch zurückgeblie⸗ bene harnſaure Salze, und dieſe müſſen heraus, ſonſt nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beſeitigung der Harnſäure dient das Gichto⸗ ſint. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie ſollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie ſich überzeugt haben. 5. Teilen Sie uns Ihre Adreſſe auf einer Poſtkarte . mit und adreſſteren Sie dieſe an: Generaldepot er Viktoria⸗Apotheke, Berlin X 267 Friedrich⸗ ſtraße 197 es geht Ihnen dann vollſtändig koſtenfret eine Probe Gichtoſint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweiſung zu. eee 1 55 11 . ͤ—.. erer ed ee kationsſtätte zu verlegen oder irgend welche organiſato⸗ der Bank Dienstag, S. September 1931 der Neuen Mannheimer Zeitung Eine Erklärung des Vorſigkonzerns Zu den Meldungen eines Berliner Blattes über eine Abſtoßung der oberſchleſiſchen Betriebe des Bor⸗ ſigkonzerns erklärt die A. Borſig G. m. b. H. in Tegel: Der Kopf des Borſigkonzerns iſt nach wie vor die offene Handelsgeſellſchaft Borſig(Inhaber Konrad und Ernſt Borſig). Dieſe Geſellſchaft beſitzt die geſamten Anteile der Firma A. Borſig, Tegel, bei der noch 3000 Arbeiter und 700 Angeſtellte tätig ſind. Sie iſt im Maſchinenbau mit zwei Schichten voll und im Keſſelbau leidlich be⸗ ſchäftigt. Es iſt niemals geplant geweſen, dieſe Fabri⸗ riſche Veränderungen vorzunehmen. Lediglich die Fabri⸗ kation von Lokomotiven iſt im vorigen Jahre mit den Werken der AE. vereinigt worden. Daneben heſteht in Oberſchleſien die Borſigwerk AG., die eine Grube und Eiſenhütte beſitzt. Im Zuſammenhang mit den Plänen, die geſamte Eiſenhüttteninduſtrie Oberſchleſtens zu ver⸗ einigen, werden Verhandlungen geführt, die Borſig⸗ hütte an die Verein. Oberſchleſ. Hüttenwerke zu verkaufen. Bis zur endgültigen Entſcheidung dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Auch nach dem Verkauf der Borſighütte dürfte dieſes nahe der polniſchen Grenze gelegene Werk als Produktionsſtätte erhalten bleiben. Gewerbe⸗ und Landwirtſchaftsbank e. G. m. b.., Lindau— Vergleichsverfahren.(Eig. Dr.) Ueber das Ver⸗ mögen der Bank wurde nunmehr das gerichtliche Ver⸗ gleichsverfahren eröffnet. Die Bilanzprüfung ergab be⸗ kanntlich eine Unterbilanz von 410 000 4. Von der Bank wurde den Gläubigern ein Vergleichsvorſchlag un⸗ terbreitet, in dem 75 v. H. ihrer Forderungen angeboten werden. Außerdem ſollen die Gläubiger einen Beſſerungs⸗ ſchein für die reſtlichen 25 v. H. erhalten. Die GV. wählte einen neuen fünfgliedrigen Gläubigerausſchuß, der die Lage einer nochmaligen Prüfung unterziehen wird. * Schwierigkeiten eines pfälziſchen Bankhauſes. Der Inhaber des Bankhauſes Wack in Kuſel, Emil Wack, hat, wie gemeldet, Selbſtmord verübt. Bei dem 1831 gegründeten Inſtitut handelt es ſich um ein Unterneh⸗ men, das bis April 1930 als Agentur der Bayeriſchen Notenbank mit zahlreichen Zweigſtellen in der Nord⸗ pfalz geführt wurde. Seit etwa 17 Jahren befand es ſich in Liquidation. Die Verhältniſſe ſind zur Zeit noch ſehr unüberſichtlich. Wahrſcheinlich wird ſich ein Konkurs nicht vermeiden laſſen. Darmſtädter Volksbank— Fuſion mit der Hand⸗ werker⸗Genoſſenſchaft. Auf der Tagesordnung der ao. GV. zum 11. Sept. ſteht ein Antrag, die Sanierung der Volks⸗ bank dadurch zu ermöglichen, daß der Uebergang auf die Heſſiſche Handwerker⸗Zentral⸗Genoſſenſchaft in Darmſtadt erfolgt. Ob es dazu kommt, iſt noch fvaglich, da noch andere Stellen(kredttgebende Banken uſw.) gefragt werden müſſen. Der Status ſteht noch nicht feſt, auch eine endgültige Ver⸗ Iuſtziffer iſt daher noch nicht bekannt. Zur Gläubigerverſammlung der Stickſtoffwerke Wal⸗ denburg AG. in Konkurs.(Eig. Dr.) Ueber die Gläubiger⸗ verſammlung der Stickſtoffwerke Waldenburg AG. erfah⸗ ren wir noch, daß die Beſtätigung des Konkursverwalters Ma. Dr. Karl Walter⸗Waldenburg einſtimmig erfolgte und daß ein zwölfköpfiger Gläubigerausſchuß ge⸗ wählt wurde, der ſich ausſchließlich aus Waldenburg⸗Gläu⸗ bigern zuſammenſetzt. Mit Mehrheit wurde die Zuwahl eines Vertreters des Fürſten Pleß, der Buchforderungen erhoben hatte, abgelegt. Ebenſo wurde der Anſpruch der Paulshülttte an Waldenburg auf Vertretung im Gläubi⸗ gerausſchu weil dieſe Firma gleichzeitig Gläu⸗ biger der Waldenburger Bergwerks⸗AG. iſt. Dieſe Ableh⸗ nung erfolgte wohl aus dem Grunde, weil die alleinige Beſchränkung der Waldenburggläubgier auf die Maſſe von Waldenburg nicht betrieben werden kann, da bekanntlich der Fürſt Pleß auch Verpflichtungen bei der Walden⸗ burger Bergwerks⸗A cd. hat. Erſtrebt wird, wie ſchon mit⸗ geteilt, die Erhebung von Regreßanſprüchen gegen die Maſſe des geſamten Komplexes des Fürſten Pleß. Wle ſich dieſe Angelegenheit entwickelt, ſteht noch aus, da die Beratungen unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit er⸗ folgten. Staßfurter Chemiſche— Einberufung der neuen GV. Die Geſellllſchaft beruft auf den 2. Okt. eine neue GV. ein, nachdem am 11. Mai die Beſchlußfaſſung über die Auf⸗ hebung des Intereſſengemeinſchaftsvertrages mit den An⸗ haltiſchen Salzwerken und die ſonſtigen Punkte infolge einer Oppoſition zurückgeſtellt worden waren. A AG. für pharmazeutiſche Bedarfsartikel vorm. Georg Wenderoth, Kaſſel. Der Geſchäftsgang in dem am 90. Juni beendeten Geſchäftsjahr 1930/31 war relativ befriedigend. Der Ausfall im Inlandsgeſchäft hat durch gute Aus ⸗ lands aufträge etwa kompenſtert werden können, ſo daß eine genügende Beſchäſtigung des Unternehmens zu verzeichnen war und der Geſamtumſatz annähernd dem des Vorjahres entſprach, Wenngleich auch bei dem gegenwärti⸗ gen Stand der Abſchlußarbeiten noch kein genaues Urteil abgegeben werden kann, ſo iſt aller Vorausſicht nach wieder mit einem zufriedenſtellenden Ergebnis zu rechnen(i. V. 7 v. H. Dividende). J Feinlederfabrik Waeldin⸗ Huber AG., Lahr i. B. inſolvent. Die mit einem AK. von 300 000 4 ausgeſtattete Feinlederfabrik Waeldin⸗Huber AG., Lahr i. B. hat ihren Gläubigern die Zahlungs einſtellung mitgeteilt. Ein Status liegt bisher noch nicht vor. Die Warenforde⸗ rungen werden mit etwa 100 000 bis 150 000 4 angenom⸗ men, während Banken⸗ und Hypothekengläubiger über 200 600/ zu fordern haben. Die vorausſichtliche Ver⸗ gleichsguote wird auf 5060 v. H. geſchätzt. Mittag-Ausgabe Nr. 413 Weiter ſinkende Preisfront am Welt⸗Warenmarkt Nach erneuter Abſchwächung leicht erholt— Käufer mangel— Preisbaiſſe u. Zwang zur Mehrproduktion An den Weltrohſtoffmärkten hat ſich die nach unten ge⸗ richtete Preisentwicklung weiter fortgeſetzt. Die Zeit der Sommerflaute und die internationale Kreditverknappung trugen das Ihrige dazu bei, um die Umſatztätigkeit auf ein Mindeſtmaß herabzudrücken. Wenn auf zahlreichen Markt⸗ gebieten wieder Preisabſchläge von 5 bis 10 v. H. und zum Teil ſogar darüber, wie z. B bei Mais, Baumwolle und Rohgummi feſtzuſtellen waren, ſo war hierfür in erſter Linie der abſolute Käufer mangel beſtimmend, der ſich aus den heranreifenden großen Ernten und aus der völligen Ungewißheit über die weitere internationale Ver⸗ brauchsentwicklung erklärt. Einem ſtarken Preisdruck waren beſonders die Weizen⸗, Mais⸗, Hafer⸗, Talg⸗, Baumwoll⸗, Kammzug⸗ und Roh⸗ gummimärkte ausgeſetzt, wobei vielfach neue Tiefſt⸗ preiſe erreicht wurden. Gegen Ende Auguſt trat auf Deckungen eine gewiſſe Verflachung der Bewegung ein, und die Preiſe konnten ſich auf einzelnen Marktgebieten leicht erholen. Das Bedarfsgeſchäft verlief wiederum außer⸗ ordentlich ſchleppend. Nur auf einigen Märkten ging es etwas lebhafter zu, ſo auf den Rohſeidenmärkten, wo Ame⸗ rika als Käufer auftrat, ferner auf den Zinnmärkten, die aus dem Valoriſierungsplan Nutzen zogen, ſowie auf den amerikaniſchen Rohöl⸗ und Petroleummärkten in Verbin⸗ dung mit der bekannten Einſchränkungsbewegung. Die ſo wichtige Vertrauensſtützung von der politiſchen Seite her fehlt nach wie vor, und der internationale Handel bekommt die Folgen immer nach⸗ haltiger zu ſpüren. Solange die Reparationskriſe auf der Welt ungelöſt laſtet, und ſo lange immer neue Volkswirt⸗ ſchaften in finanzielle und wirtſchaftliche Bedrängnis und Not getrieben werden, iſt ein Ende der Preisbaiſſe nicht ab⸗ zuſehen. Hierzu kommt für die Rohſtofferzeuger der aus der Preiskriſe ſich ergebende Zwang zur Mehrproduktion, um die Gelderlöſe einigermaßen ſtabil zu erhalten, und um in Anpaſſung an die geſunkene Weltkaufkraft den Produkttons⸗ Standard in etwa zu behaupten. Im Auguſt tendierten(verglichen mit dem Monat Juli) ſchwächer Weizen, Mais, Hafer, Roggen, Kaffee, Roh⸗ zucker, Tee, Kakao, Speck, Schmalz, Baumwollſaatöl, Baum⸗ wolle, Wolle, Hanf, Blei, Silber und Rohgummi. Er⸗ holungen konnten ſich auf den Butter⸗, Rohſeiden⸗, Rohjute⸗, Zinn⸗, Rohöl⸗ und Petroleummärkten durch⸗ ſetzen. Die Preisentwicklung: Ende Ende Ende Auguſt Juli Juni Ware Börſe Einheit Qualität 1981 1931 1931 Wetzen Chikago ots jebuſhel Hardwinter 2 45,50 50,25 58,75 per September Kaffee New Vork ots je lb. Rio Nr. 7.56 5,81 5 Zucker New Hork ots je lb. Centrifugals 1,80 1,48 1,39 per Oktober Schmalz Chikago ots je lb. Mittelpreis.05 7,47 8,17 Baumwolle New Pork ots je lb. Middl. 7.— 8,25.95 Wolle Bradford q je lb. 64er tops 22.— 22,50 22,50 05 London Sterl. je to. Firſt Marks 16.— 15,15 16,12 upfer London Sterl. je to. Standard 33.— 32,56 38,50 Blei London Sterl. je to. gew. Marke 12— 12,25 18,44 Zink London Sterl. ſe to. gew. Marke 11.56 11.25 13.44 Dilber London di je oz Standard 12,81 13.— 13 50 Kautſchur London d fe lb. Smoked ſheet.25.75 3,81 Die internationalen Brot⸗ und Futtergetreide⸗ märkte verkehrten in ausgeſprochen ſchwacher Haltung. Auf der ganzen Linie wurden neue Tiefſtpreiſe erreicht. Der an ſich ſchon nicht beſonders aufnahmefähige Weltmarkt iſt, wenn man von den Rieſenbeſtänden in der Union ab⸗ ſieht, durch das reichliche und dringende Angebot von Ruſſen⸗ und Donau⸗Weizen in große Verwirrung gebracht worden. Ein ähnliches Dumping, wie es die Sowjets in Weizen betreiben, dürfte auch für Hafer und Gerſte zu er⸗ warten ſein. Die Kolonialwaren märkte tendier⸗ ten durchweg in matterer Haltung. Die Schrumpfung des Welthandels wirkte ſich auch hier immer ungünſtiger aus, zummal große Vorräte vorhanden ſind und die Ernten einen guten Ertrag verſprechen. Stetig lagen nur die Reis⸗ märkte auf anhaltende Nachfrage aus dem Fernen Oſten. Die Kaffeemärkte waren unter Schwankungen ſchwächer veranlagt, zumal auch die braſilianiſche Deviſe weiter nach⸗ gab. Auf den Rohzuckermärkten trat ein fühlbarer Rück⸗ ſchlag ein. Neben auftretenden Finanzierungsſchwierig⸗ keiten bezüglich der zurückgehaltenen Zuckervorräte(Java) ſcheint die Oppoſition gegen das Stabiliſierungskartell tm Wachſen begriffen zu ſein, zumal eine Reſtriktion ohne Ein⸗ beziehung Rußlands auf die Dauer von zweifelhaftem Wert iſt. An den amerikaniſchen Fettwaren märkten nahm der Abwertungsprozeß bei geringer Beteiligung des Konſums ſeinen Fortgang. An den europäiſchen Butter⸗ märkten kam es zu ſcharfen Preiszuckungen. Die Mitte Auguſt von Skandinavien ausgegangene Hauſſierung hat ſich ſchnell als eine völlig verfehlte Maßnahme erwieſen. Die Märkte für Faſerſtoffe tendierten für Baum⸗ wolle, Wolle und Hanf in ſchwächerer und für Rohſeide und Jute in ſtetigerer Haltung. Die nach dem Sturz der Baumwollpreiſe einſetzende Erholung war namentlich auf die verſchiedenen, aber wenig ſubſtanzitierten Stützungs⸗ pläne zurückzuführen. Die anhaltend günſtigen Wetterhe⸗ Eine widerſtandsfähige Gruppe Die Lage des privaten Verſicherungsgewerbes Angeſichts der kritiſchen Entwicklung in der deutſchen Wirtſchaft mit ihren ſowohl für die Geſamtheit wie auch für den einzelnen ſo vielfältig unangenehmen Begleit⸗ erſcheinungen intereſſiert die Lage im deutſchen Verſiche⸗ rungsgewerbe ganz beſonders. Dorthin fließen große Teile der Sparbeträge und außerdem iſt die Verſicherung in viel⸗ facher Beziehung das Fundament für eine Sicherung der wirtſchaftlichen Betätigung in der Gegenwart und in der Zukunft. Es ſei gleich vorweggeſchickt: Die Lage des privaten Verſicherungsgewerbes iſt in Anbetracht der der⸗ zeitigen Verhältniſſe im allgemeinen gut, jedenfalls aber beſſer, als man es auf den erſten Augenblick erwarten ſollte. Sowohl Storno, d. h. Anullierung von Verſiche⸗ rungsverträgen, als auch Beleihungen und Rückkäufe halten ſich, wenn man die Lage beim größten deutſchen Verſiche⸗ rundskonzern als Maßſtab nimmt, in Grenzen, die nicht als anormal bezeichnet werden können, wenn auch eine kleine Zunahme gegenüber den Vorjahrsbeträgen zu verzeichnen iſt. In der Sachverſicherung ſind z. B. bei der Allfanz⸗Gruppe die Prämieneinnahmen gegenüber dem Vor⸗ jahr nur um etwa z bis 5 v. H. zurückgegangen, was in der Hauptſache auf die Automobil⸗ und Transportverſicherung entfällt. Das Geſchäftsvolumen des größten deutſchen Ver⸗ ſicherungskonzerns dürfte vielleicht überhaupt kaum einen Rückgang erfahren. Bemerkenswert iſt, daß die Verwal⸗ tungskoſten trotz der ſteuerlichen Neubelaſtungen keine Steigerungen erfahren haben. Sie bewegten ſich bis ein⸗ schließlich Juli etwa auf Vorjahrshöhe. Es iſt erfreulich, daß man bei den führenden Unternehmungen des privaten Verſicherungsgewerbes einſtweilen die Anſicht vertritt, daß man von Gehaltsſenkungen abſehen kann. Der Schaden verlauf zeigt im allgemeinen eben⸗ falls eine befriedigende Entwicklung. Er hält ſich etwa auf der Höhe des Vorjahres das bekanntlich an ſich ſchon eine günſtige Entwicklung zeigte. In der Autoverſicherung war das Geſchäft etwas ſchlechter, in der Transportverſicherung war es leidlich, da diesmal keine großen Schiffsverluſte zu verzeichnen waren. Die Hagelverſicherung war ungünſtig, jedoch iſt dieſer Verſicherungszweig verhältnismäßig unbe⸗ deutend. In der Kreditverſicherung dürfte ſich natürlich ein Verluſt ergeben, aber auch hier iſt die Entwicklung bis ein⸗ ſchließlich Juli ebenfalls beſſer als im Vorfahr geweſen. Das Auslandsgeſchäft hat ſich auch im kritiſchen Juli ohne Schwierigkeiten abgewickelt. Unangenehm be⸗ merkbar machte ſich lediglich die Regulierung eines aus der Kriegszeit herrührenden Exploſionsſchadens in der Türkei wo man ſich, um weiteren Prozeſſen zu entgehen, mit den übrigen beteiligten Geſellſchaften zu einer Art von Vergleich entſchloſſen hat. In der Lebensverſicherung iſt man mit der Ent⸗ wicklung anſcheinend auch zufrieden. Das Neugeſchäft lag bis vor kurzem etwa 10 v. H. unter dem Vorjahre, während es inzwiſchen um ein Drittel zurückgegangen iſt. Die An⸗ lage der Gelder geſchehe mit der größten Vorſicht. Gefähr⸗ liche Anlagen habe man nicht, auch wenig Großbeleihungen. Bemerkenswert iſt vielleicht die Beleihung des neuen Verwaltungsgebäudes von Nordwolle. Der mit 12 Mill.„ Koſtenaufwand erſtellte Komplex iſt mit 4 Mill. 4 beltehem Das Gebäude iſt ſofort in Zwangsverwaltung genommen worden und ſchlimmſtenfalls ſei ein beſcheidener Zinsaus fall zu befürchten. Die Zinsrückſtände aus Hypotheken ſeien faſt nor⸗ mal und kaum weſentlich höher als im Vorjahre, ſo daß auch hier ein Anlaß zur Sorge nicht beſtehe. Insgeſamt erreichten die Zinsrückſtände 2,4 v.., wobet aber in Be⸗ tracht zu ziehen iſt, daß vielfach jetzt noch Zinſen einlaufen, weil man ſich im Juli und Auguſt beſonders abwartend verhalten hatte. Im großen und ganzen ſind demnach die Verhältniſſe in der Privatverſicherung erfreulich befriedigender. Es war vielleicht ein Glück, daß einige unerfreuliche Vorkommniſſe, wie z. B. der Fall Frankfurter Allgemeine, ſchon vor zwei Jahren bereinigt worden ſind und dadurch allgemein der Drang zu vorſichtigſter Diſponierung im Verſicherungsweſen verſtärkt worden iſt. Das kommt dem Verſicherungsgewerbe in der jetzigen kritiſchen Zeit ſehr zugute und damit auch der Geſamtwirtſchaft, die froh ſein kann, wenn es noch einige, wenn auch wenige Gruppen gibt, die die ungeheueren Belaſtungsproben mit einer beſonderen Widerſtandskraft aushalten. dingungen und die demnächſt zu erwartenden Sicherungs⸗ verkäufe der Farmer werden die Baumwollmärkte vor eine neue Belaſtungsprobe ſtellen. Für die Einſchätzung der Wollſituation werden weniger die erſten Berichte über die am 31. Auguſt begonnenen auſtraliſchen Auktio⸗ nen als vielmehr die weitere Abwicklung der Verkäufe und die Haltung der Verbraucher maßgebend ſein. Die aus den wichtigſten Seidenbaugebieten vorliegenden Mek⸗ dungen laſſen eine Verminderung der im neuen Seidenjahr auf den Weltmarkt kommenden Ernte um 15 bis 20 v. H. vermuten. Die Preishaltung war daher überwiegend feſter, auf amerikaniſche Nachfrage an den Märkten des Fernen Oſtens und am Mailand⸗Markt. Der Weltmetallmarkt war mit kleinen Abwei⸗ chungen nach unten und oben im Grunde ſtetiger veranlagt. Durch eine hauſſierende Sonderbewegung von 108 auf 120 Pfund Sterling zeichneten ſich die Zinnmärkte aus. Hier ſtimulterte ein Valoriſierungsplan, der eine ſtufenweiſe Liquidierung der Vorräte erſt auf einer Preisbaſis von 150 bis 180 Pfund Sterling vorſieht. Steht ſchon eine ſolche Valoriſierung in ſchroffem Gegenſatz zu den herrſchenden Kaufkraftverhältniſſen, ſo dürfte der Konſum um ſo gerin⸗ gere Kaufgeneigtheit zu den jetzigen oder zu höheren Kur⸗ ſen bekunden, als die Konjunktur in der international zinn verarbeitenden Induſtrie außerordentlich zu wünſchen übrig läßt. Die ſtändige Verſchlechterung der ſtatiſtiſchen Lage hat die Kupferpreiſe auf neue Tiefſtpunkte herabge⸗ drückt. Um das Mißverhältnis zwiſchen Erzeugung und Vorräten einerſeits und Verbrauch andererſeits zu mildern, iſt mit neuen Bemühungen der Kupferproduzenten in Rich⸗ tung einer verſchärften Produktionsdroſſelung in Kürze zu rechnen. An den engliſchen Kohlen märkten ließ das langfriſtige Geſchäft noch immer zu wünſchen übrig. Die im September in Kraft getretenen franzöſiſchen Einfuhr⸗ lizenzen, eine eventuelle Neuorientierung der italieniſchen Einfuhrpolitik und die an Schärfe zunehmende Konkurrenz auf dem Weltkohlenmarkt eröffnen dem engliſchen Kohlen⸗ exportgeſchäft wenig günſtige Ausſichten. Trotz immer wieder auftauchender Stabiliſierungsvorſchläge ſtanden die Rohgummimärkte im Zeichen ſtarker Verflauung, bei der ein neuer Tiefenrekord erreicht wurd. Nachdem in den Vereinigten Staaten Anfang Auguſt die Beſtände einen Umfang von faſt 235 000 Tonnen aufzuweiſen hatten, be⸗ ſteht die Gefahr, daß ſich nunmehr im Fernen Oſten ein größeres Lager anſammelt, welches ſich ſchnell zu einer Preisdruckzone entwickeln könnte. Vereinigte Kugellagerfabriken Verlin Der A. der Vereinigte Kugellagerfabriken AG., Ber⸗ lin, beſchäftigte ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung u. a. mit der Verlegung der Verwaltung und des Sitzes der Ge⸗ ſellſchaft nach Schweinfurt. In der letzten Zeit iſt die Fabrikation der Vereinigte Kugellagerfabriken AG. zum weitaus größten Teil in Schweinfurt konzentriert wor⸗ den. Zu dieſem Zwecke ſind in den früheren Fichtel u. Sachs⸗ und Fries⸗ u. Hopflinger⸗Werken größere Erweite⸗ rungen und Moderniſierungen vorgenommen worden, die eine tägliche Produktion von etwa 45 000 Kugellagern ge⸗ ſtatten werden. Der Ast. hat den letzten Schritt auf dem ſeit 2 Jahren begangenen Rationaliſierungswege vollzogen und beſchlof⸗ ſen, die Verwaltung und ſämtliche in Berlin noch befind⸗ lichen Verkaufsabteilungen ſchnellſtens nach Schwein ⸗ furt zu verlegen, mit Ausnahme des Berliner Verkaufs⸗ büros, das„Unter den Linden“ verbleibt. Der Vorſitzende telle mit, daß Generaldirektor Boe⸗ ninger, der bereits ſeit einiger Zeit aus Geſundͤheitsrück⸗ ſichten den Wunſch hegte, ſich zurückzuziehen, und lediglich im Hinblick guf die durch den Zuſammenſchluß bedingten organiſotoriſchen Aufgaben noch im Vorſtond verblieben war, ſich nunmehr entſchloſſen hat, aus dem Vorſtande auszuſcheiden. Er wurde gebeten einen an ihn ergehen⸗ den Ruf, in den AR. einzutreten, anzunehmen, um da⸗ durch ſeine wertvolle Mitarbeit auch zukünftig der Geſell⸗ ſchaft zu erhalten. * Badiſche Eſſigwerke AG. vorm. Frank⸗Lahr. Dieſes Unternehmen lodet zur o. GV. am 26. September nach Lahr ein. Neben den Regularien, insbeſondere Erledi⸗ gung der Geſchäftsrechnung für 1929⸗30 ſoll über die Herabſetzung des Grundkapitals von 220 000 auf 55 000/ im Verhältnis:1 Beſchluß gefaßt werden. Ab Konkurs der Süddentſchen Dünger G. m. b. H. vorm. J. P. Lanz u. Cie., Mannheim. Der Konkursverwalter nimmt eine 15prozentige Abſchlags verteilung vor. Die Summe der teilnahmeberechtigten Forderungen beträgt 528 649 /, verfügbar ſind 100 804 l. * P. Wohl AG., Frankfurt a. M. Dieſe Darmgroß⸗ handelsgeſellſchaft(Wapital 600 000 ,) macht Anzeige gemäß 240 HGB. FFDFDFPbPbPPbPbPbPCbPVPbPCVPVDPVCPVPVPVUDVDUFͥꝓÜVyUVVCVCVVVCVCCVVCVCCCUUUUUEUEUCUCUCUVUVUVVV— Die Marktlage für Tabakwaren im Auguſt Nach den Erhebungen des Reichsverbandes der Handels⸗ vertreter des Tabakgewerbes(RH), Fachverbandes des Zentralverbandes Deutſcher Handelsvertreter⸗Vereine, war im Auguſt das Zigarrengeſchäft im allgemeinen als ſehr ruhig zu bezeichnen. Die Käufe des Handels waren außerordentlich vorſichtig. Die Weih⸗ nachtskollektionen, die von den meiſten Fabrikanten bereits dem Handel vorgelegt ſind, wurden nur inſofern berück⸗ ſichtigt, als alte Beſtände auf das notwendigſte ergänzt wurden. Das Weihnachtsgeſchäft iſt bis jetzt weit hinter dem des Vorjahres bis zu dieſer Zeit, das auch nicht be⸗ ſonders gut war, zurückgeblieben. Bemerkenswert iſt, daß allgemein ein weiteres Abrutſchen der Preislagen beob⸗ achtet worden iſt. Darin kommen Arbeitsloſigkeit, Lohn⸗ und Gehaltskürzungen zum Ausdruck. Auf das Zigarettengeſchäft hat ſich die Veränderung der Tabakſteuer ſo ausgewirkt, daß ein ſehr ſtarker Konſumrückgang der 5 Pfennig⸗ Zigarette zugunſten der neu auf den Markt gekommenen 3% Pfennig ⸗Zigarette eingetreten iſt. Durch die Verbilli⸗ gung der Zigarette hat ſich wohl ein etwas höherer Umſatz der Stückzahl nach ergeben, nicht aber dem Werte nach. Ab⸗ geſehen von dem geringeren wertmäßigen Umſatz hat der Handel auch durch die niedrigere Nutzenſpanne an den billigen Preislagen Einbußen erlitten, die er im Augenblick wohl noch gar nicht in ihrer ganzen Auswir⸗ kung zu überſehen vermag. Das Nauchtabakgeſchäft ſtand unter dem Zeichen ſtärkſter Zurückhaltung. Im Han⸗ del rechnet man allgemein damit, daß der ſteuerbegünſtigte Feinſchnitt bald wieder wie früher als Haarſchnitt geliefert wird. Gröber geſchnittene Tabake werden in Großſtädten ſo gut wie gar nicht gekauft, aber auch in länd⸗ lichen Bezirken ſtark gegenüber dem Feinſchnitt vernach⸗ läſſigt, weil ſie in der kurzen Pfeife ſchlecht brennen. Die Läger in Rauchtabaken ſind infolge der verſchiedenen Er⸗ höhungen und ſonſtigen Aenderungen der Tabakſteuer für dieſen Artikel auch heute noch nicht reſtlos geräumt, ſodaß von einer Gleichmäßigkeit der verſchiedenen Sorten und Preislagen im Handel noch keine Rede ſein kann. * Die Inderzifſer der Großhandelspreiſe vom 2. Sept. und im Monatsdurchſchnitt Anguſt 1931. Die vom Stati⸗ ſtiſchen Reichsomt für den 2. September berechnete In⸗ dexziffer der Großhandelspreiſe iſt mit 109,4 gegenüber der Vorwoche um 0,5 v. H. geſunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe 102,1(— 1,4 v..), Frankfurter Wirtſchaftszahlen 1930/1 Die Induſtrie⸗ und Handelskammer Frankfurt a. J gibt in den nächſten Togen eine ſtatiſtiſche Untersuchung cklung Frankfurts unter den über die wirtſchaftliche Entwi i tszoahlen 1930-81“ Titel„Frankfurter Wirtſchaf von der Schwere 8 nis gibt. Soweit es Statiſti Verſchärfung der Depreſſion zu kennzeichnen, zunächſt ohne Ausſicht auf Beſſerung fortſetzt Am 31. Januar 1931 waren 7752(7776 handelsgerichtlich in Groß⸗Frankfurt eingetr bereits möglich war In Frankfurt domilizierten zu dieſer Zeit 284 839 Aktiengeſellſchaſten, wozu 85(90) Niederlaſſungen auswärtiger B 5 5 a e= 985 Zweigbetriebe ausländiſcher Firmen und 7 ſchaftew kommen. Eine gewerbliche Tätigkeit nur aus 233(249) Aktiengeſellſchaften mit einem Geſamt⸗ kapital von 1631(1621) laſſungen mit einem G Mill. aus. Mill.„ und 74(74) Von den in Frankfurt anſäſſigen 1427( schaften mbH. übten 1064(1071) Firmen mit einem Geſamt⸗ 5(94,2) Mill.„ und 79(72) Illig⸗ GmbH.⸗Kapital von 42,6(76) Mill GmbH.⸗Kapital von len mit einem Geſan nb 1 Mark eine gewerbliche Tätigkeit aus. 1 Die Anträge auf Eröffnung des Vergleichsver⸗ fahrens haben ſich von 157 auf 198 erhöht. Konkurs eröffnet. Die Quote blteb Fällen wurde 129 Vergleichs verfahren. unter 50 v.., nur in 27 Fällen wurden 50 v. H. und Liquidationsvergleiche wurden 2 ge⸗ darüber geboten. 51 ſchloſſen. Im Vergleich erloſſen wurden im 56,9(58,7 v..) der Schuldſumme. Konkursanträge wurden 505(404) ge ſtellt, 1 wovon 141(157) eröffnet, 67(52) mangels Maſſe abgewie, (215) der Antrag vor Eröf wurde. ſen und bei 227 zurückgenommen v. H. gegenüber. rungen wurden nur 6,02(7,8) v. H. abgede gibt die Ueberſicht über das Steueraufkomm Der Ertrag auf 18,4 29,1 auf 26,5 Mill./ geſunken. Frankfurter Bezirk iſt hohen Einkommen und nur hinter Berlin, Hamburg und Düſſeldorf. und Handelsumſatz halten ſich dos Gleichgew werbsloſigkeit in Frankfurt a. M. Konjunkturrückgangz 8 k in das Jahr 1931 hinein durchgeführt, um die ſamtaktienkapital von 1185 112 ſowie die Zweigbetriebe ausländiſcher Firmen Beſtätigt wurden Der Geſamtſchuldenmaſſe ſtand eine Teilungsmaſſe von durchſchnittlich nur 16,87( Von den bevorrechtigten Konkursforde⸗ ckt. Ein deutliches Bild über die rückläufige Wirtſchaftsloge der veranlagten Einkommenſteuer ging vo 32,4 auf 25,6 Mill. /, der Körperſchaftsſteuer von 90 Mill./ zurück, die Lohnſteuerabzüge ſind von Charakteriſtiſch für den die überragende Bedeutung der der Großbetriebe, da allein 58 Steuerpflichtige oder 1,31 v. H. aller Pflichtigen nohezu die Hälfte der geſamten Einkommenſteuer trugen. Der Frankfurter Warenverkehr ſteht in Deniſch⸗ land in Bezug auf den abfoluten Wert des Geſamtumſazes mit 9,4 v. H. der Be, völkerung überſteigt den Reichsdurchſchnitt von 74 v. 5, 7 HANDELS-] WIRTSCHAFT-ZET TUNG. bekannt, dit Zeug⸗ „wurde 195 die ſich 1951 Firmen agen. etriebe, 8 8) (7) Gewerk⸗ übten jedoch Zweignieder⸗ 1436) Geſell⸗ In 27(20 überwiegend Durchschnitt fnung wieder en. Induſtriellet icht. Die Er⸗ In der Hauptſache ſind es langfriſtig Erwerbsloſe. 27790/ betrugen die Handlungs⸗ und Vertriebsunkoſte 146 545 l. m Außenſtänden ausgewieſen. Außerdem werden noch 2377, In der Bilan genſchaften und Grundſtücke 101 400%, Maſchinen, Wer, zeuge uſw. 47 600 J, Schuldner 155 034 ,, Waren 275 0, andererſeits Aktienkapital 480 000, Reſervefond 90 870, Bankſchulden 59 333 J, Gläubiger 93 780 J, Akzeptſchuldes 49 052, Darlehen 35 000„. Dem AR. Privatier Hermann Siedle⸗Furtwaagen, Dr. hort, Freiburg i. Br., Frau Hektor Siedle, wangen. Gartenſtadt-Geſellſchaft Frankfurt g. M. Die Geſellſchaft hatte im Laufe des Jahres Kapfig erhöhungen von insgeſamt 3 Mill.„ vorgenommen, 0 oͤaß das Ak. am Schluſſe des Geſchäftsjahres 4 Mill. betrug, das ſich mit Ausnahme von 8700„— die von det AG. für kleine Wohnungen käuflich erworben wurden und demnächſt der Stadt Frankfurt übereign im Beſitze der Stadt Frankfurt a. M. befindet, Das Oe⸗ ſchärtsjahr 1990 ſchließt mit einem Reingewinn lei schließlich Vortrag) von 144 824(86 688) eine Dividende von 3(0) v. H. verteilt werden ſoll, den Reſerven 69 923(62 000)/ zugewieſen und 25 694(248 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden. An Mik; ten gingen im Berichtsjahr(in Mill.%) 1. Für Altbauten wurden 0,047(0,053) und für Neubouteg 1,36(0,91) aufgewendet. In der Bilanz werden u. a. ausgewieſen: Anlige⸗ werte mit 29,67(20,77), Schuldner mit 0,38(0,27) lang: friſtige fremde Mittel mit 29,21(18,53), Abschreibungen mit 0,14(0,06), Gläubiger mit 1,50(0,92). Die GV genehmigte einſtimmig den ledigte ohne Debatte die Regularien. Kolonialwaren 94,1(— 0,5 v..), induſtri und Halbwaren 100,9(— 0,2 v..) und induft waren 135,2(— 0,1 v..) Für den Monatsdurchſchnitt Auguſt lautet die W indexziffer 110,2(gegenüber dem Vormonat Die Indexziffern der Hauptgruppen: duſtrielle Fertigwaren 135,8(— 0, v..). Obſt- und Gemüſemärkte * Weinheimer Obſt⸗ und Gemüſegroßmarkt Erlöſt wurden: Birnen—9 und—4; —4; Zwetſchgen—11; Pfirſiche 1620, —8,; Anfuhr gut; Nachfrage gut. * Dürkheimer Obſtgroßmarkt vom 7. Septembek. 5 dem heutigen Obſtgroßmarkt notierten: Birnen 1 ſch Tomaten 45, ſiche—15, Zwetſchen 1215, rot—13, dito weiß 14—20, Brombeeren 20. Bohnen 15, Nüſſe 15. Anfuhr 330 Zentner, * Neuſtadter Obſtgroßmarkt vom 7. Abſchluß und er⸗ Agrorſtoffe 1084 (19 v..), Kolonialwaren 95,8(— 1,1 v. 5% indu⸗ ſtrielle Rohſtoſſe und Halbwaren 101,5(— 1,6 v..) i Aepfel—7 und Pfirſiche 121 und 611; Nüſſe 1723; Stongenbohnen 1618; Tomaten Sept. Verluſte an z ſtehen Lie⸗ gehören aß Fritz Diepen Wtw., Furt 90 et werden ab, aus den 51(1,03) ein, elle Rohſtoffe trielle Fertig; . vom 7. Sept. . Tale Aepfel 415, Abfatz flott. Auf dem 5 5 a 1 1 Jepfel heutigen Obſtgroßmarkt notierten für das Pfund: Aepfe 411. Birnen—13, Nüſſe 15.28, Pfirſiche.0, Sg 814, Tomaken-9, Trauben 15—20, Zwetſchen 1040 Bohnen 14. Anfuhr ſehr gut. Ueberſtand. * ieſer⸗ Wachenheim, Eröffnung des Portugieſer⸗Herbſtes 5 der offt Portugieſerherbſtes auf 7. Sept. Durch Beſchluß des Stadtrats ielle Beginn des ſtontag, 14. September feſtgeſetzt. In Wachen verſchiedenen anderen pfälziſchen Orten ſind lich Vorleſen gehalten worden. Feſte Preiſe für gieſermoſte haben ſich noch nicht gebildet. * Schifferſtadter Gemüfeauktion vom 7. Sept. A heutigen Auktion notierten: Birnen 96,5, Aepfel 4, 1 5 Wirſing 12, Karotte 1,5, Zwiebeln 3. Erbſen 17.20, Buſchbohnen, Staude bohnen 12—18 Tomaten 1. Qualität 7,5, dito 2. Qu kohl 1,5—2, Rotkraut 1,80—2,25, 5, Spinat—14, Blumenkohl 18—23, dito 2. dito 3. Sorte—5, Salatgurken 12, Einleggurken 60—75 für das fuhr ſtark, Abſatz mäßig. O Unveränderte Maispreiſe.(Eig. Dr.) tungsrot der Reichsmaisſtelle hat beſchloſſen, die Mas preiſe, ſowie die An⸗ und Verkaufsbedingungen bis ei schließlich 10. Oktober unverändert zu laſſen. Frachtenmarkt Duisburg⸗Ruhrort Die Nachfrage nach Kahnraum war auch on der heutigen Börſe äußerſt gering. Es konnte nur wen zur Verlodung nach Rotterdam eingeteilt werden, 2 Bergreiſen woren nur ganz vereinzelt am Frachten erfuhren mit 60—75 ab hier nach Rotterdam Frach 0 75 Pfg 5 65 Bergfracht notiere inkl. Schleppen keine Aenderung. ebenfalls unverändert. Der Bergſchlepplohn 90. Pfg. bis 1/ nach Mannheim. Der 2 beträgt 6,5 Pfg. für größere beladene Kähne Rotterdam. Endivienſalal—2, Kopfſalat Sellerie g, Kohlrabt 2, Rettich 1,52, Schlangengurken e iheim und in verſchieden⸗ Portu⸗ zalitrt Sorte 815 Hundert. An Der Verwal⸗ 7. Sepl. ö ig Kahn raum Markt. Die ab hier na l Verfe Immer fort ge Vorzuſte Lahn — I. kautions allen B dertraut ſchein 3 0 zucht 0d. Bel Angebote an die G 1 ene mümmt natsſte notierte mit 121 Talſchlepplohn Geſchäſt 413 — 30/1 urt a. M. terſuchung unter dem kannt, ie 93 Zeug⸗ wurde die t, um die e ſich 1991 Firmen R. 655 Traugoff Kaemmer a Mannheim, den 8. September 1931 i geprüfter Dentist K ten ee Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Helene begenmunenkleubach* N 80 ten jedoch N 5 0 Staatlich geprüfte Dentistin 000 8 1 D Geſamt⸗ 5 Fernspr. 508 70. nnheim. 7. 5 1 Georg Hundemer nebst Minder n 5 5 f N 5 E N N 0 N 8— F N 185(1169 5 5 r Firn 5 7 N 9 2. 1 1 36) Geſell⸗ 4 Neue Mannheimer Danksagung Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Gattin, unserer guten, treubesorgten Mutter Frĩedericke Hundemer sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege unseren herz- lichen Dank. 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