/ See ing, 80 aus obe Hezugspreiſe: zuzüglich Zuſtellgebühr.— Abholſtellen: de Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 6g, 80 Luiſenſtraße 1.— Durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt RM..— Waldhofſtraße 6, gronprinzenſtraße 42, Schwetzingerſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 13, W Oppauer Straße 8, Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: K 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 175 90.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Einzelpreis 7 0 f. Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32 mm Preite Colonelzeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile. Für im voraus zu bezahlende Familien⸗ u. Gelegenheits⸗Anzeigen beſondere Preiſe.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, 3. Dezember 193 es wartet auf die neue Nolverordnun: 142. Jahrgang— Nr. 561 Jetzt iſt es wieder fraglich geworden, ob ſie noch bis zum Wochenende veröffentlicht wird Der Jollſtreit mit der Schweiz Er iſt„auf einem äußerſt kritiſchen Punkt angelangt“ Konferenz der Finanzminiſter Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 3. Dez. Die Kabinettsberatungen über das Wirtſchafts⸗ programm befinden ſich im Endſtadium. Es iſt mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Arbeiten im Laufe des Samstag abgeſchloſſen werden können. Fraglich iſt nur noch, ob die Schlußredaktion der Notverordnung und ihre Unterzeichnung durch den Reichspräſidenten noch zum Wochenende oder erſt am Montag erfolgen wird. Am Donnerstag vormittag findet die angekün⸗ digte Konferenz der Finanzminiſter der Länder ſtatt, die nach Berlin gebeten worden ſind, weil die Reichsregierung noch mit ihnen vor dem Erlaß der Notverordnung die Finanzlage in ihrer Geſamtheit beſprechen will. Der Kanzler dürfte bei der Gelegenheit die Vertreter der Länder bereits in großen Zügen über den Inhalt des Dekrets unter⸗ richten. Man wird ſich weiter über die Geſtaltung der Etats für das nächſte Jahr unterhalten und schließlich und vor allem auch über Art und Termin der Gehaltskürzungsaktion eine Verſtändigung zu erreichen ſuchen. Die„Ber⸗ liner Börſen⸗Zeitung“ rechnet und es mag mancher⸗ lei dafür ſprechen, mit der Möglichkeit, daß in die Rotyerordnung eine Ermächtigungsformel auf⸗ genommen wird, die beides offen läßt, ſo daß die Regierungen je nach der Finanz⸗ und Kaſſenlage die Kürzungsaktion entweder am 1. Januar, am 15. Januar oder am 1. Februar vornehmen können. Nach allem, was man hört, ſoll die Regierung verſuchen, die Preisſenkung zunächſt durch Einwirkung auf die Kartelle zu be⸗ treiben, und zwar zunächſt in der Form, daß Kartell⸗ und Preisbindungen von den in Betracht kommenden Organiſationen ſelbſtändig gelockert werden und daß bie Regierung durch den von ihr beſtellten Kom⸗ miſſar nur da eingreift, wo Preisſenkungen nicht bekanntgegeben werden. Die Lockerung des Lohn⸗ und Tarifweſens ſcheint man auf dem Verwaltungswege, näm⸗ lich durch Anweiſung an die Schlichter, vor⸗ nehmen zu wollen. Die bei der Reichs ba hen in Ausſicht genommenen Tarifſenkungen, die ſich bekanntlich nur auf einige Güterklaſſen beziehen, ſollen ſich auf ins⸗ geſamt 4 Milliarde Mark belaufen. Wie weiter verlautet, wird erwogen, die viel er⸗ örterte Frage der Bankenfuſion in der Not⸗ berordnung zu regeln. Für Donnerstag haben ſich auch die Führer der ſoztaldemokratiſchen Reichstags⸗ fraktion beim Kanzler angeſagt. Allgemein herrſcht der Eindruck vor, daß man in dieſer Aus⸗ ſprache zu einem Kompromiß, namentlich in der Behandlung des Lohn⸗ und Preisſenkungsproblems, gelangen wird. Der„Vorwärts“ verlangt in keichlich anmaßendem Tone Klarheit von der Regie⸗ tung und bemerkt, daß mit Andeutungen, wie ſie die zuſtändigen Stellen bisher hätten fallen laſſen,„man nichts und alles“ anfangen könne. Welche Forde⸗ kungen die Sozialdemokraten an den Kanzler ſtellen werden, geht ja auch aus den geſtern veröffentlichten Richtlinien der Fraktion hervor. Ein Vierpfennigſtück Drahtbericht unſeres Berliner Büros l Berlin, 3. Dez. Nach dem„Berliner Tageblatt“ ſoll durch die neue verordnung ein Vierpfennigſtück eingeführt werden. Außerdem ſollen im Zuge der neuen Maß⸗ nahmen— auch wir haben das gelegentlich bereits angedeutet— die Gebühren der Rechtsawälte, lotare und Aerzte, wie die Arzneitaxe, dem⸗ nächſtgeſenkt werden. Schließlich ſei die Be⸗ ſeitigung der Mineralwaſſerſt euer und um eine weitere Verbilligung des Brotpreiſes her⸗ beizuführen, die ſchon ſeit langem vorgeſehene Ein⸗ ſchränkung des Nachtbackverbotes beabſichtigt. Kommuniſtiſcher Volksantrag auf Auflöſung des oldenburgiſchen Landtags — Oldenburg, 2. Dez. Ueberraſchenderweiſe haben nunmehr die Kommuniſten als erſte einen Volks⸗ antrag(Volksbegehren) auf Auflöſung des oldenbur⸗ giſchen Landtages in die Wege geleitet. Die Aus⸗ legung der Liſten in den Gemeinden dürfte vom „Dezember bis 11. Januar erfolgen. Berlin, 3. Dez. Es läßt ſich nicht mehr leugnen, daß der deutſch⸗ ſchweizeriſche Zollſtreit auf einem äußerſt kri⸗ tiſchen Punkt angelangt iſt. Es wird zwar an⸗ fangs der nächſten Woche, wenn der Schweizer De⸗ legierte Stucki aus Bern wieder in Berlin ein⸗ trifft, noch einmal verhandelt werden, aber die Aus⸗ ſichten einer Einigung ſind nicht eben günſtig. Man hat ſich nun, um die Weiterarbeit der Delegation nicht zu erſchweren, dazu entſchloſſen, die bereits im gegenſeitigen Einvernehmen von drei auf zwei Mo⸗ naten verkürzte vertragsmäßige Kündigungs⸗ friſt um vierzehn Tage herabzuſetzen. Macht die Berner Regierung tatſächlich ihre Drohung wahr, ſo würde im Februar ein ver⸗ tragsloſer Zuſtand eintreten. In der Sache ſelbſt beſteht die Schweiz darauf, daß ihr für etwa 90 Warengruppen die Zollbindung frei⸗ gegeben wird. Die deutſche Regierung wird ſich ſchon mit Rückſicht auf die Folgerungen, die andere Staaten daraus ziehen würden, zu ſo weit⸗ gehenden Konzeſſionen nicht bereit finden können. Englands neue Handelspolitik Drahtung unſ. Londoner Vertreters § London, 3. Dez. Die zollpolitiſchen Verhandlungen mit Deutſch⸗ lan d, Frankreich, Belgien und Holland werden ſchon in den nächſten Tagen beginnen. Die engliſchen Be⸗ hörden haben ſich bereit erklärt, alle Einwände und Bedenken gegen die neuen Zölle zuprüfen. Es iſt jedoch garnicht daran zu denken, daß irgend welche poſitive Schritte gemacht werden. Viel eher können gewiſſe kleine Verſchiebungen innerhalb der neuen Zollgeſetze in Frage kommen. In einigen Fällen wer⸗ den wohl auch ganz beſtimmte Konzeſſionen ausgetauſcht werden, wie im Falle der franzöſiſchen Einfuhrſperre gegen engliſche Kohlen. Es ſind natur⸗ gemäß auch Verhandlungen möglich über die Geſtal⸗ tung der noch einzuführenden engliſchen Zölle, etwa die Zölle in der Eiſen⸗ und Stahlin duſtrie. Ganz ſicher iſt auch, daß die engliſche Regierung keine weiteren Abmachungen mit den anderen Ländern treffen wird, ehe ſie mit den britiſchen Reichsländern über feſte zollpolitiſche Bindungen innerhalb des Weltreiches verhandelt hat. Die Reichskonferenz, die im nächſten Frühjahr oder Sommer in Otawa ſtatt⸗ finden wird, dient dieſem Zweck und das Handels⸗ miniſterium hat bereits definitiv erklärt, daß vor der Reichskonferenz keinerlei Abmachungen mit anderen Ländern in Betracht kommen. Die„Times“ gehen noch einen Schritt weiter und verſichern, die Welt werde einſehen müſſen, daß die Schwenkung in der engliſchen Handelspolitik unwiderruflich ſei. England werde ſich weder durch Drohungen, noch durch Lockungen dazu verleiten laſſen, weiterhin un⸗ eingeſchränkt von Ländern zu kaufen, die dem eng⸗ liſchen Export unüberwindliche Hinderniſſe in den Weg legten. Lange genug habe England zur allge⸗ meinen Herabſetzung der Zölle gemahnt, lange ge⸗ nug habe England zugeſehen, wie alle anderen Länder verſuchten, ſoviel wie möglich zu exportieren und ſo wenig wie möglich zu importieren. Das ſei ein„irrationales Syſtem“, das nur ſolange arbeiten könnte, wie der offene Markt Englands ein Sicher⸗ heitsventil darſtelle. England ſei jetzt gezwungen, das Ventil zu ſchließen und es ſei ſich durchaus darüber klar, daß damit das ganze gegenwärtige Syſtem des Welt⸗ handels unmöglich werde. Die„Times“ betonen aber, was von engliſchen Regierungsſtellen immer wieder unterſtrichen wird, daß die Zölle zu gegebener Zeit dazu benutzt werden ſollen, eine internationale„Zollkonferenz“ zuſtande⸗ zubringen, auf der alle Länder veranlaßt werden ſollen, durch gegenſeitige Zugeſtändniſſe die Frei⸗ heit des Welthandels wiederherzuſtel⸗ len. Es iſt allerdings angeſichts der Zuſammen⸗ ſetzung der engliſchen Regierungsmehrheit nicht zu erwarten, daß ein ſolcher Verſuch ſchon auf Grund der bisher geltenden Notzölle gemacht wird. Viel⸗ mehr iſt damit zu rechnen, daß noch eine ganze Reihe weiterer Zölle erlaſſen, ja ein vollſtändiger Zolltarif für eine große Anzahl von Waren eingeführt wird. Deutſche Initiative im Völkerbundsrat Deulſchland hat ſeine Kandidatur für die Mandſchureikonftikt⸗ Anterſuchungskommiſſion angemeldet Paris, 3. Dez. Wieder einmal haben ſich die Ausſichten auf eine endgültige Beilegung des chineſiſch⸗japaniſchen Kon⸗ fliktes, die geſtern nach Abfaſſung des Reſolutions⸗ entwurfes des Völkerbundsrats ſehr günſtig er⸗ ſchienen, als trügeriſch erwieſen. Der Völkerbunds⸗ Lat, der nun ſchon in der dritten Woche tagt, hat mit neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die geſtrige Nachmittagsſitzung mußte nach ſtundenlangen Dis⸗ kuſſionen vertagt werden, ohne daß überhaupt der Termin einer neuen Zuſammenkunft anberaumt wurde Nur das Redaktionskomitee erhielt den guten Ratſchlag, ſeine Verhandlungen mit den chineſiſchen und japaniſchen Delegierten fortzuſetzen. Das größte Hindernis für einen baldigen Ab⸗ ſchluß der Ratstagung bot eine geſtern über⸗ raſchend eingelaufene Note der Regierung von Tokio, in der Japan eine Reihe von Vorber halten bezüglich der ſogenannten neutralen Zone erhebt und neutrale Beobachter des Völkerbundes in dieſem Gebiete ablehnt. Der japaniſche Delegierte Moſhizawa hatte Außenminiſter Briand im Laufe des Nachmittags ſofort die Oppoſition ſeiner Regierung gegen die Einmiſchung Dritter, d. h. der Völkerbundsbeob⸗ achter, in die mandſchuriſchen Angelegenheiten be⸗ kannt gegeben, Gleichzeitig ſtellte Japan aber als Gegenleiſtung für den Rückzug der chineſiſchen Truppen hinter die große Mauer die feierliche Ver⸗ pflichtung gegenüber dem Völkerbundsrat in Aus⸗ ſicht, ſich jeder Verletzung der neutralen Zone zu enthalten und die Verwaltung den lokalen Polizei⸗ kräften zu überlaſſen. In der Vollſitzung des Mittwoch nachmittag wurde über die Vorſchläge Japans beraten. Dr. Sze, der Wortführer der chineſiſchen Re⸗ gierung, nahm nicht Stellung zu den japani⸗ ſchen Anregungen, verſprach aber, dieſe ſeiner Regierung zu übermitteln In der Ausſprache des Völkerbundes kam zum Ausdruck, daß über die Abgrenzung der neutralen Zone, über den Rückzug der japaniſchen Truppen, ſo⸗ wie die Befugniſſe und Pflichten der einzuſetzenden lokalen Vermittlungsſtelle überhaupt noch keine klare Meinung beſtand. U. a. beanſpruchen die Japaner das Recht, gegebenenfalls das chineſiſche Ban⸗ ditentum mit ihren Streitkräften zu unterdrücken, was von verſchiedenen Ratsmitgliedern energiſch a b⸗ gelehnt wurde. Die andere große Schwierigkeit, mit der der Völkerbunds⸗ rat zu rechnen hat, iſt die Zuſammenſetzung der Unterſuchungskommiſſion. Ueber die Berufung eines Franzoſen, eines Briten und eines Amerikaners beſteht nach wie vor Ueber⸗ einſtimmung, aber die Kandidaturen für den vierten und fünften Poſten ſind heftig umſtritten. Die latein⸗ amerikaniſchen Delegierten nahmen von Anfang an Stellung gegen einen Holländer und ſchlugen ihrer⸗ ſeits einen Belgier oder einen Portugieſen vor. Schließlich gelang es dem italieniſchen Dele⸗ gierten Sctalo ja, die Zuwahl eines Italie⸗ ners durchzuſetzen. Am Mittwoch vormittag aber hat Deutſchland offiziell ſeine Kandidatur an⸗ gemeldet und ſie mit der Vertretung ſeiner Intereſſen in China und ſeiner ſtändigen Ratsmitgliedſchaft begründet. Der engliſche Vertreter Lord Robert Cecil ſchlug vor, die Zuſammenſetzung der Völkerbundskommiſ⸗ ſion den Streitparteien zu überlaſſen. Sollte dies nicht gelingen, müßte die Wahl der Mitglieder nach den Satzungen des Völkerbundsrats erfolgen, wobei Stimmenmehrheit maßgebend ſei. In der franzö⸗ ſiſchen Rechtspreſſe erhebt ſich heftige Oppoſition gegen die Wahl eines Vertreters Italiens und Deutſchlands.() Das Aniformverbot in der Rheinprovinz Severing gegen das Urteil des Reichsgerichts Telegraphiſche Meldung Berlin, 2. Dez. Der preußiſche Miniſter des In neru hat folgenden Erlaß an ſämtliche Ober⸗ und Regie⸗ rungspräſidenten und den Polizeipräſidenten in Berlin gerichtet: Nach Preſſemeldungen hat der Dritte Straſſenat des Reichsgerichts in einem Urteil vom 30. Nov. 1931 die auf Grund meines Erlaſſes vom 31. März 1931 ergangene Anordnung des Oberpräſidenten der Rheinprovinz, betreffend das Verbot des Tra⸗ gens der Parteiuniformen der NS D A., für ungültig erklärt. Ich erſuche, ungeachtet dieſes Urteils, das offenbar im Widerſpruch zu den Beſchlüſſen des Vierten Strafſenats des Reichs⸗ gerichts vom 7. Auguſt 1931 und vom 29. September 1931 ſteht, das Tragen nationalſozialiſtiſcher Uniſor⸗ men entſprechend den auf Grund des obenerwähnten Erlaſſes ergangenen Anordnungen der Oberpräſiden⸗ ten und des Polizeipräſidenten in Berlin nach wie vor polizeilich zu verhindern. Nationalſozialiſtiſcher Einſpruch München, 2. Dez. Die nationalſozialiſtiſche Parteileitung teilt mit, daß ſie au den Reichsminiſter des Innern und an den Reichspräſidenten ein Telegramm folgenden Inhalts gerichtet hat: Sie erhebe ſchärf ſten Einſpruch gegen die rechtswidrigen Verſuche der preußiſchen Staatsregte⸗ rung und Staatsbehörden, trotz unanfechtbar reichs⸗ gerichtlicher Entſcheidung das in ſeiner Ungeſetzlich⸗ keit nunmehr endgültig unwirkſame und beleidigende Uniformperbot gegen Nationalſozialiſten aufrechtzu⸗ erhalten und bittet ergebenſt dringlichſt um reichs aufſichtliches Eingreifen, Die Frage der Höchſtpenſionen Im Haushaltsausſchuß des Reichstags ergab ſich bei der beim Paragraph 19 fortgeſetzten Bera⸗ tung des Penſiouskürzungsgeſetzes eine größere Ausſprache über die Frage der Höch ſt⸗ penſionen. Die Sozialdemokraten haben beau⸗ tragt, Penſionen über 12000 Mark nicht zu zahlen. Nach der Regierungsvorlage ſoll bei Penſionen über 12000 Mark der Mehrbetrag ledig⸗ lich um 10 bis 15 v. H. gekürzt werden, wenn der Ruhegehaltsempfänger weniger als fünf Jahre der Beſoldungsgruppe angehört hat, nach der das Ruhe⸗ geld berechnet wird. Miniſterialdirektor Weber vom Reichsfinanz⸗ miniſterium wandte ſich gegen die Feſtſetzung einer ſtarren Grenze von 12000 Mark. Staats⸗ und beamtenpoli⸗ tiſche Gründe ſprächen dagegen. Bei einer Pen⸗ ſionshöchſtgrenze von 12000 Mark werde es ſehr ſchwer ſein, für die leitenden, insbeſon⸗ dere die politiſchen Stellen erſte Kräfte zu erhalten, welche die Möglichkeiten hätten, in der freien Wirtſchaft oder in freien Berufen ganz andere Gehälter zu verdienen und ſo für ihr Alter beſſer vorzuſorgen. Im übrigen ſei der Perſonen⸗ kreis, der von Paragraph 19 betroffen werde, ſtark zuſammengeſchmolzen. Heute gebe es nur noch 108 kommandierende Generale und Ad⸗ mäirale der alten Wehrmacht, die eine Penſion über 12000 Mark bezögen. Nach der neuen, bereits in Kraft befindlichen Regelung beziehe ein kommandierender General der alten Wehrmacht im Höchſtfall eine Penſion von 14304 Mark. Morath(DVp.) beantragte zur Regierungs⸗ vorlage auch die Anrechnung der geſamten ruhegeld⸗ fähigen Dienſtzeit entſprechend der bereits in der Notverordnung vom 6. Oktober getroffenen Rege⸗ lung. Unter Ablehnung des kommuniſtiſchen An⸗ trags, der die Höchſtpenſion auf 5000 Mark feſt⸗ ſetzen wollte, nahm der Ausſchuß den ſozialde⸗ mokratiſchen Antrag an, wonach der 12 000 Mark überſteigende Betrag der Penſion nicht zur Auszahlung gelangen ſoll. Der Antrag Morath war damit erledigt. Paragraph 22, der in der Frage der Berückſichti⸗ gung eines Aurechnungseinkommens die Verſor⸗ gungsbezüge der Reichsminiſter und ihrer Hinterbliebenen den erwähnten Beſtimmungen anpaßt, wurde unverändert angenommen, ar warum ſeine vier Symphonien unbeſchadet 5„Meiſterſinger⸗Vorſpiels“ zu gute, wobei beſonders 2. Seite/ Nummer 361 Neue Maunheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, 3. Dezember 1931 Programm- jede Hugenbergs „Der Kamerad iſt der Ausgangspunkt einer Neuordnung“ Telegraphiſche Meldung — Berlin, 2. Im Feſtſaal des Preußiſchen Landtags Dez. wurden heute die Verhandlungen der Parteivertretung der Deutſchnationalen Volkspartei eröffnet. Nach Er⸗ ledigung organiſatoriſcher Fragen hielt der Partei⸗ führer, Dr. Hugenberg, eine große Rede über die geſamte politiſche Lage. Er beſchäftigte ſich ein⸗ gehend mit den Problemen der Innenpolitik und mit dem Verhältais zu den anderen politiſchen Kräften in Deutſchland, insbeſondere auch mit dem Zentrum. Im Rahmen dieſer Rede wandte er ſich zunächſt gegen den Vorwurf, daß die DNVP einen„ſozial reaktionären Charakter“ habe. Er führte dabei u. a. aus: Wir ſind die Erben des geſunden Geiſtes der nun 50 Jahre alten kaiſerlichen Botſchaft über deutſche Sozialgeſetzgebung. Aber wir ſind andererſeits die ſchärfſten Kritiker der Unmöglichkeiten, die von der Sozialdemokratie in dieſe Geſetzgebung hineingetra⸗ gen ſind. Wir ſind revolutionär in dieſem Punkte, und zwar nicht gegen die Arbeiterſchaft, ſondern mit der Arbeiterſchaft. Die Grundlage unſeres ganzen neuen Den⸗ kens iſt ſozial auf die Gemeinſchaft der Menſchen gegründet. Wir gehen vom Menſchen aus, von der Familie, vom Staate und wollen eine zerrüttete Welt von Grund auf nen geſtalten. Allerdings— ſozialiſtiſch wird unſer Staat nicht ſein. Wenn das Wort„ſozialiſtiſch“ nichts an⸗ deres heißen ſoll als ſozial, ſo ſind wir es allerdings auch— wie das alte Preußen, wie die preußiſchen Könige, wie Bismarck. Wenn es aber an das anklin⸗ gen ſoll, was man 70 Jahre hindurch unter„Sozialis⸗ mus“ verſtanden hat, ſo iſt es genau dasſelbe wie „Marxismus“, ſo verabſcheuen wir es als eine Teflerſcheinung der verderblichen Weltauffaſſung, die nicht von Menſchen und ſeiner Seele ausgeht, ſon⸗ dern von der Wirtſchaft, von Berufen, von Klaſſen, von Organiſationen— kraß ausgedrückt: von der Maſchine. Es iſt unerläßlich, die Köpfe von dieſem Gifte zu befreien. In Zeiten, in denen Elend, Not und Konkurs wie raffende Geſpenſter im Lande um⸗ hergehen, iſt es doppelt gefährlich, etwas anderes zu verkünden als die nackte traurige Wahrheit: Das Er⸗ gebnis unſeres Sozialismus iſt zu heilen nur mit einer ganz gründlichen Abkehr vom So⸗ dtalismus. Dem Mittelſtand und der Landwirt⸗ ſchaft Sozialismus predigen heißt ihnen die Wider⸗ ſtandskraft gegen neue unvernünftige ſozialiſtiſche Experimente nehmen. Und der Arbeiter? National, aus dem Volke heraus neu aufbauend und ſozialiſtiſch im wirklichen Sinne des Wortes, das ſind nach deutſch⸗ nationaler Auffaſſung Gegenſätze. Der deutſche Ar⸗ beiter und die deutſche Arbeiterfrau ſind heute an der Schwelle des Uebertritts von der ſozialiſtiſch⸗marxi⸗ ſtiſchen in die nationale Gedankenwelt. — 0 Der Arbeiter will Menſchentum und Kamerad⸗ ſchaft. Er ſucht im Betriebe— über alle Orga⸗ niſationen hinweg— die ausgeſtreckte Hand des Unternehmers. Er ſteht einfach vor der inneren Frage, ob er glau⸗ ben und vertrauen darf und ſoll. An Sozialtsmus und ſeine alten Führer glaubt er längſt nicht mehr. Geblteben ſind Solidaritätsgefühl und Mißtrauen 1 ein Bürgertum, das in der Tat politiſch auf er ganzen Linie elend verſagt hat. Das bedeutet, daß wir aus empörter Seele heraus mit dteſer fal⸗ ſchen Bürgerart brechen wollen. Sie liegt heute in Stücken vor uns. Mit ihr konnte niemals ein Gleich⸗ klang der Arbeiterſeele zuſtande kommen. Dieſe falſche Bürgerart iſt in Deutſchland ebenſo eine überwundene Sache wie der Sozialismus mit ſei⸗ nem Klaſſenkampf und ſeinem Haß und Neid. Der im Beruf, Volk und Staat eingegliederte Menſch, der„Kamerad“, iſt der Ausgangspunkt einer Neuordnung. Dr. Hugenberg erklärte u. a. weiter: Wenn irgend jemand, ſo dürfte ich vor der Beſchuldigung ſicher ſein, die Harzburger Front zerſetzen zu wollen. Denn ich habe ſeinerzeit zum Kampf gegen die drohende Geißel des deutſchen Volkes, gegen den Noung⸗ plan, aufgerufen. Ich habe immer wieder die Zu⸗ ſammenarbeit der nationalen Kräfte betrieben. Ich habe zur Bildung der Harzburger Front gedrängt. Wenn gerade jetzt von führender Stelle Worte ins Land hinaus gehen wie das: Es werde in Deutſchlanbd erſt Friede ſein, wenn der Nationalſozialis⸗ mus den anderen Parteien den letzten Mann enl⸗ riſſen habe,— oder wie das: Wenn das gegneriſche Syſtem zum Sturz käme, ſo werde dies ausſchließlich das Verdienſt der Nationalſozialiſten ſein, ſo möchte ich hierzu nur eine Randbemerkung machen: Repräſentant des heutigen Syſtems iſt doch wohl in vorderſter Linie das Zentrum— warum bezeichnet das Zentrum gerade mich als den einzigen Gegenſpieler? Aus dem Lande kommen hunderte von Anfragen an mich. Die einen ſagen:„Im Wahlkampf 1930 haſt du geſagt: Macht mir den rechten Flügel ſtark! Das haben viele Tauſende dahin verſtanden, daß ſie für den Nationalſozialiſten ſtimmen ſollten; denn er bilde doch heute den rechten Flügel,“ Dazu ein kurzes Wort. Den rechten Flügel bilden noch heute wir Deutſchnationalen. Im Geiſte der nationalen Erweckung übertrifft uns nie⸗ mand. Den Kampf gegen Marxismus und Bundes⸗ genoſſen hat niemand mit ſolcher Klarheit geführt. In allen Wirtſchafts⸗ und ſonſtigen Fragen liegen die Grundzüge unſerer Aufbaupläne für jedermann offen und klar. Wir brauchen in Deutſchland natio⸗ nale Erhebung der Geiſter und des Willens. Aber wir brauchen auch Nüchternheit und Klar⸗ heit. Wer ſie will, muß unſere Hausmacht ſtark machen. Andere Freunde im Lande ſagen mir:„Die Nationalſozialiſten unſeres Bezirkes kämpfen trotz der gemeinſamen Front auf das ſchärfſte gegen uns.“ Dazu muß ich be⸗ merken: Ich kann mich nicht um jeden Stunk im Lande kümmern— ihr müßt mit den Waffen kämpfen, mit denen ihr bekämpft werdet. Und wenn es irgendwo einmal zu ſchlimm werden ſollte, ſo wird hofffentlich der gemeinſame Blick auf die Sache die Möglichkeit eröffnen, daß Herr Hitler und ich noch rechtzeitig Ordnung ſtiften. Keine nationale Partei darf etwas anderes ſein als ein Werkzeug des Vaterlandes. Ich glaube bewieſen zu haben, daß ich die Sache über die Partei ſtelle, indem ich zugunſten der nationalen Oppoſition als Geſamtheit im Juli 1930 die eigene Partei aufs Spiel geſetzt habe. Aber ich bin der Meinung, daß die DNVP. niemals nötiger geweſen wäre als heute: Wir ſind uns insbeſondere bewußt, daß wir den Kampf um Deutſchland nur zum Siege führen können, wenn wir in dem Kampf um Preußen ſiegen. Der Kampf um Preußen iſt zugleich ein Geiſteskampf gegen den heutigen Staat, der vom wahren Preußen⸗ tum nichts weiß und nichts wiſſen will. Wiederwahl Hugenbergs zum Parteiführer Telegraphiſche Meldung — Berlin, 2. Dez. In der heute nachmittag abgehaltenen Partei⸗ vertretertagung der Deutſchnationalen geſtaltete ſich die ſatzungsmäßig bedingte Neuwahl des Parteivorſitzenden zu einer großen Kund⸗ gebung für den bisherigen Parteivorſitzenden Dr. Hugen berg. Dr. von Winterfeld ſtellte feſt, daß die Wahlhandlung durch dieſe Kundgebung erfolgt ſei. Mit der gleichen Zuſtimmung wurden dem Parteivorſitzenden die vom Parteivorſtande vorgeſchlagenen außer ordentlichen Voll⸗ machten für die Weiterführung der Parte i übertragen. 5 Dr. Hugenberg beſtimmte im Sinne ſeiner Voll⸗ machten den Reichstagsabgeordneten Schmidt⸗ Hannover, den neuernannten Reichsjugendführer von Bismarck⸗Pommern und Aſſeſſor Forſchhach⸗ Dortmund zu ſeiner perſönlichen Unterſtützung für notwendige organiſatoriſche Ein ⸗ griffe. Ein Berliner Kommentar Drahtbericht unſeres Berliner Büros LE Berlin, 3. Dez. Die Tagung der deutſchnationalen Parteivertre⸗ tung im preußiſchen Landtag hat äußerlich ganz den Verlauf genommen, den man ſich vorher ausmalen konnte. Herrn Hugenberg ſind nach einer Rede, die in den ihm ergebenen Blättern ſchon in den Ankün⸗ digungen als„programmatiſch“ bezeichnet worden war, die diktatoriſchen Vollmachten über⸗ tragen worden, die er ſeiner Zeit als Vor⸗ bedingung für ſein Verbleiben auf dem Führer⸗ poſten geſtellt hatte. Mit dieſen Rechten verſehen, kann er innerhalb der Partei ſchalten und walten, wie er will. Einigermaßen geſpannt ſein durfte man, wie Hugenberg ſich mit den Nationalſozialiſten aus⸗ einanderſetzen und wie er ſelbſt nach der heftigen Kampagne der beiderſeitigen Parteiblätter ſich zu den heſſiſchen Vorgängen verhalten werde. Der Auszug, der parteiamtlich von ſeiner Rede ver⸗ breitet wird, gibt ſein rechtes Bild der Stimmungen wieder, von der dieſe Funktionärkonferenz der Deutſchnationalen aus dem ganzen Reich beherrſcht war. Immerhin läßt ſich aus der markanteſten Stelle der Rede, in der Hugenberg die Deutſchnationale Volkspartei mit ſtärkſtem Nachdruck als die eigent⸗ liche Oppoſitionsrechte herausſtellt, ent⸗ nehmen, wieweit bereits die Diſtanzierung der Deutſchnationalen von den Nationalſozialiſten vor⸗ geſchritten iſt. Dieſe Tendenz der Trennung von Hitler ſoll, ſoweit wir unterrichtet ſind, in den vertraulichen Beſprechungen ſehr viel ſchärfer hervorgetreten ſein als das erheblich abgedämpfte parteioffiziöſe Kommuniqué das erkennen läßt. Infolge Glatteis! Telegraphiſche Meldung — Waren(Mecklenburg), 2. Dez. Heute erlitt der frühere Reichsbankpräſident Dr. Schacht, der ſich auf der Fahrt von Berlin nach Roſtock befand, in einer etwa 5 Kilometer von Waren entfernten Ortſchaft einen ſchweren Auto⸗ mobilunfall. Infolge des eingetretenen Glatt⸗ eiſes kam der ſchwere Perſonenkraftwagen auf der Chauſſee vor den erſten Häuſern ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen eine dort ſtehende Holzbude. Der Wagen wurde auf die linke Seite ge⸗ worfen und ſchwer demoliert. —— Eiſenbahnunglück in Velgien Drahtung unſeres Pariſer Vertreters Paris, 3. Dez. Auf der Strecke Brüſſel— Antwerpen er⸗ eignete ſich am Mittwoch nachmittag um.15 Uhr ein ſchweres Eiſenbahnunglück, bei dem zwei Rei ſendegetötetund 32 zum Teil ſchweryer⸗ letzt wurden. Der belgiſche Zug Brüſſel Antwerpen und ein aus Lille kommender Zug mit dem Beſtimmungsort Gent ſtießen in der Nähe des Bahnhofs von Malljne an einer Weiche zuſammen, wobei die beiden. Lokomotiven, die beiden Gepäckwagen und fünf Wag⸗ gons ineinander geſchoben wurden. Bei Fackellicht wurden die Aufräumungsarbeiten mit Hilfe eines Rieſenkrans aufgenommen. Ueber die Schuldfrage beſteht noch keine Klarheit. Der direkte Bahnverkehr zwiſchen Brüſſel und Antwerpen iſt unterbrochen und kann nur auf Umwegen aufrecht erhalten werden. Letzte Meldungen 11000 holländiſche Gulden beſchlagnahmt — Velbert(Rheinland), 3. Dez. Der Kauf⸗ mann Huſemann, der hier eine Produktengroß⸗ handlung beſitzt, hat ſich einen groben Verſtoß gegen die Deviſennotverordnung zu ſchulden kommen laſſen. Bei einer Reviſion wurden bei dem Kaufmann 11000 holländiſche Gulden vor⸗ gefunden. Da er ſie nicht angemeldet hatte, wurden die Deviſen beſchlagnahmt. Wer wird Reichskommiſſar für Preisſenkung? Berlin, 3. Dez.(Drahtbericht unſeres Berliner Büros). Wie der„Vorwärts“ wiſſen will, ſoll der ehemalige Kriegsernährungsminiſter Batocki für den projektierten Poſten eines Reichskommiſſars für die Preisſenkung auserſehen ſein. Eine Granate vor der Tür eines Stagts⸗ anwaltſchaftsrates — Breslau, 2. Dez. Vor der Wohnung eines hieſigen Staatsanwaltſchaftsrates wurde eine Granate gefunden, die mit einem Bindfaden an der Wohnungstür angebunden war. Die Gattin des Staatsanwaltſchaftsrates benachrichtige ſofort die Polizei,. Eine Unterſuchung durch Sachverſtändige ergab, daß es ſich um einen wertloſen Auslöſer mit abge⸗ branntem Zünder handelt. Autobusunglück auf vereiſter Landſtraße — Berlin, 3. Dez. In der Nähe von Treuen⸗ brietzen geriet geſtern nachmittag ein ſchwerer Auro⸗ bus, der ſich mit Mitgliedern des Berliner Tonkünſtler⸗Orcheſters auf der Fahrt nach Leipzig befand, infolge des Glatteiſes ins Schleudern und ſtürzte um. i Dabei wurden vier Juſaſſen ſchwer und 20 leicht verletzt. Die Schwerverletzten wurden in das Krankenhaus Treuenbrietzen transportiert, während die Leichtverletzten nach Anlegung von Verbänden mit der Bahn nach Berlin zurückfuhren Aulounfall des früheren Neichsbankpräfdenten Sthacht In dem Wagen befanden ſich außer dem ehemali⸗ gen Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht ſein Sohn und der Chauffeur. Während die beiden letzteren faſt keine Verletzungen erlitten, hat Dr. Schacht, der im erſten Augenblick bewußtlos geworden war, er⸗ hebliche innere Verletzungen und Schnitt⸗ wunden davongetragen. Er wurde in eine nahe Dorf⸗ ſchmiede gebracht. Nach Anlegung eines Notver⸗ bandes wurde er dann mit einem herbeigerufenen Auto in das Warener Krankenhaus überführt, In⸗ folge der erlittenen Verletzungen dürfte Dr. Schacht vorläufig nicht transportfähig ſein. 3 Das ſchwer beſchädigte Auto mußte abgeſchleppt werden. i Pfitzner dirigiert Philharmoniſches Konzert des Pfalzorcheſters Nachdem die Volksſingakademie in Mannheim das„Dunkle Reich“ Pfitzners aufgeführt hatte, er⸗ griff die Schweſterſtadt Ludwigshafen die Ge⸗ legenheit, ebenfalls den Meiſter der„Deutſchen Seele“ und des„Paleſtrina“ zu ehren. Prof. Dr. Pfitzner ſtand ſelbſt am Pult und gewährte Einblick in ſeine Auffaſſung als reproduktiver Künſtler eigener und fremder Werke. Von ſeiner ſonnigſten Seite zeigt ſich Pfitzner in der oft und gerne gehörten Ouverture zur Spieloper„Das Chriſtelflein“. Entzückend die orcheſtralen Farbenmiſchungen, die der Palette des kundigen Meiſters entſprangen. Als ganz über⸗ legener Interpret erwies ſich Pfitzner mit ſeiner Wiedergabe der vierten auch in Mannheim geſpiel⸗ ten Siufonie von Rob. Schumann. Die orche⸗ ſtrale Farbenmiſchung war ja nie Schumanns ſtarke Seite und in der oft überladenen dickflüſſigen In⸗ ſtrumentation dürfte einer der Gründe liegen, ihres muſikaliſchen Wertes ſo ſelten im Konzertſaal er⸗ klingen. Alle Schlacken waren unter Pfitzners Leitung ab⸗ gefallen, rein und ſchön traten alle thematiſchen Fä⸗ den und Verknüpfungen zutage, leuchteten helle Farben auf dunklem Untergrund. Ein Kapitel für ſich iſt der Dirigent Pfitzner und ſeine Technik. Die Zeichengebung iſt äußerſt klar und ſachlich im beſten Sinne des Wortes. Keine übertriebenen Geſten, kein Aufputz, ſondern ein ſelbſtloſer Dient am Werke, ganz gleich, ob es ſich um ein eigenes oder das Werk eines anderen handelt. Die intenſive Hingabe kam auch der packenden Wiedergabe des der große einheitliche Zug in der Zeitmaßnahme auffiel. N Eine Sonderſtellung im vielſeitigen Schaffen des Künſtlers, der auf dem Gebiete der Kammermuſik icht weniger Bedeutendes leiſtet, als in den Be⸗ Muſikſchriftſteller immer bedeutſamer hervor⸗ itt, nimmt ſein Klavier⸗ Konzert ein. Vor Jahren entſtanden, hat es ſich noch nicht jenen zlrken der Lyrik und des Muſikdramas, und der auch Platz unter den vielgeſpielten Werken der Gattung erobert, der ihm eigentlich gebürt. Dabei iſt der Solopart überaus wirkſam behandelt und gibt dem Soliſten, in unſerem Falle der Soliſtin Maria Koerfer(Köln) ausgiebige Gelegenheit, piani⸗ ſtiſches Können nach jeder Richtung zu erweiſen. Auch über dieſes Konzert, das pomphaft in Es⸗dur ein⸗ ſetzt, wirft allzu bald ein dunkles Reich ſeine Schatten und hüllt den erſten Satz in ſeiner zweiten Hälfte ſowie den dritten Satz zu ſehr in düſteres Gewölk. Ein echtes Konzertſtück iſt der brillant ausgeführte zweite Satz, ein unverfälſchtes Jagdſtück. Prof. Pfitzner, der mit Recht herzlich gefeiert wurde, ließ an ſeinem Erfolg auch die tüchtigen Muſtker des Pfalzorcheſters teilnehmen, ebenſo die vortreffliche Soliſtin. Es war ein voller Erfolg für den Meiſter und das Pfalz⸗Orcheſter. Zur Chorfantaſie„Das dunkle Reich“ ſei nach⸗ träglich noch bemerkt, daß der Klavierauszug (arrang. von Felix Wolfes) im Verlag von Max Brockhaus in Leipzig erſchienen iſt. 85 Ausſtellungs⸗Erfolg Eduard Löfflers. Der Bühnenbildner des Mannheimer National⸗ theaters, Dr. Eduard Löffler veranſtaltete in der Galerie Gurlitt in Berlin eine Ausſtellung, über die ſich die Berliner Preſſe ſehr anerkennend ausſprach. Wir leſen u. a. im„Tag“: Uebrigens Maunheim! Es hat in Eduard Löffler einen hoch⸗ begabten Theatermaler. Er geht vom Barock aus und hat von deſſen Licht⸗ und Schattenverteilung manches gelernt. Aber er faßt es in eigenem Geiſt auf und geſtaltet es mit eindruckſamer Phantaſie: ſo„Fiesco“,„Don Juan und Fauſt“,„Piquedame“, Bruckners„Eliſabeth von England“ u. a. Mannheimer Künſtler auswärts. Ueber eine Sonderausſtellung, die der hieſige Maler Paul Blume vor einiger Zeit in Dortmund vexranſtaltete, leſen wir in der„Dortmunder Zeitung“ u. a. folgen⸗ des:„. Ein gewiſſer Rhythmus durchzieht dieſe Ausſtellung. Der große und jugendfriſche Rhythmus des Kampfes mit der Tradition und dem neuen Kuuſtwillen.— Auf ſeinem Bild„Apfelblüte“ iſt viel⸗ leicht am kraftvollſten unter den ausgeſtellten Bil⸗ dern herausgebracht, wohin ſein Bemühen geht: Vom Eindruck zum Gegenſtändlichen vorzudringen, zu vereinfachen ohne zu berauben, die Dinge reden zu laſſen und die Sprache der aufgewandten Mittel durch behutſamſte Sparſamkeit zu ſteigern.— Sehr einprägſam in der Hervorzauberung der Luftſtim⸗ mung ſind ſeine„Boote auf der Adria“ und ſein „ſonniger Tag.“ Und zum Schluß ein„Herbſtſtrauß“, ein ſprühendes, räumlich freies Bild, von einer Leuchtkraft der Farben, die ihresgleichen ſucht..“ Ein Goethe⸗Haus in Rom. Anläßlich der Jahrhundertfeier zum Gedenken Goethes im Rahmen der großen offiziellen Goethe⸗Feier der Kgl. It rlie⸗ niſchen Akademie Ende März 1932 findet die Eröff⸗ nung des Italieniſchen Inſtituts für deutſche Studien in Rom, das den Namen „Goethe⸗Haus“ tragen wird, ſtatt. Das rbmiſche Schweſterinſtitut des kürzlich in Köln eröffneten Deutſch⸗Italieniſchen Inſtituts, das den Namen„Pe⸗ trarca⸗Haus“ führt und den Zweck hat, auf kulturellen und wirtſchaftlichem Gebiet die wechſelſeitigen Keant⸗ niſſe der beiden Länder zu erweitern und zu ver⸗ tiefen, ſteht unter Leitung von Profeſſor Gior inni Gentile als Präſident, während der Profeſſor für Germaniſtik an der Univerſität Rom, Profeſſor Ga⸗ betti, die Stellung des Direktors einnehmen wird. Das Inſtitut wird in der Villa Sciarra auf dem Janiculus untergebracht werden. Eine neue Theorie über das Alter der Menſchheit. Der amerikaniſche Forſcher Dr. Henry Fairfield Osborne in Newyork iſt jetzt auf Grund von Unterſuchungen an prähiſtoriſchen Schädeln zu der Auffaſſung gekommen, daß das Alter der Menſchheit nicht, wie bisher angenommen auf 500 000 Jahre zu ſchätzen ſei, ſondern mindeſtens als 1125000 Jahre feſtgelegt werden müſſe. Ueberzeugung Dr. Osbornes gründet ſich in erſter Linie auf Veränderungen, denen der Zahnſchmelz im Laufe der Zeit unterworfen iſt. Die neue Theorie des amerikaniſchen Gelehrten würde gleich⸗ zeitig die Annahme, daß die Wiege der Menſchheit auf den Sundainſeln zu ſuchen ſei, umſtoßen, als die prähiſtoriſchen Ueberreſte, denen Osborne das größte Alter zumißt, von dem in der Nähe von Piltdown in Suſſex aufgefundenen Piltdown⸗Menſchen ſtam⸗ men. Danach müßte England als älteſte menſchliche f Wohnſtätte angeſehen werden. Die Theater und Muſik Das Nationaltheater teilt mit: Profeſſor Hans Pfitzner benutzte die Gelegenheit ſeinet Anweſenheit in Mannheim, einer Probe für ſeine neue Oper„Das Herz“ im Nationaltheater bei⸗ zuwohnen, wo das Werk unter der muſikaliſchen Lei⸗ tung von Generalmuſikdirektor Roſenſtock und in der Inſzenterung von Intendant Herbert Maiſch zur Zeit vorbereitet wird. Die Mannheimer Erſtauf⸗ führung, die nach der Münchner Uraufführung die erſte in Süddeutſchland iſt, findet am Sonntag, den 13. Dezember ſtatt. Die Wiederaufnahme von „Hoffmanns Erzählungen“ am Sonntag außer Miete zu kleinen Preiſen bringt einige Nen⸗ beſetzungen: Heinrich Kuppinger(Hoffmann), Eliee Illiard(Olympia), Irene Ziegler(Stimme der Mutter), Chriſtian Könker(Spalanzani), Wilhelm Trautz(Nathanael). Die Vorſtellungen Im weißen Rößl“, die regulär um 19.30 Uhr be⸗ ginnen, enden bei dreiſtündiger Spieldauer um 22.30 Uhr ſo zeitig, daß die Bahnanſchlüſſe nach allen Richtungen noch rechtzeitig erreicht werden können, ſo die Reichs bahnzüge nach Weinheim 23.14 Uhr, nach Heidelberg und Schwetzingen je 23.40 Uhr, nach Lam⸗ pertheim 23.29 Uhr; ab Ludwigshafen nach Franken⸗ thal, Worms ſowie nach Neuſtadt und Speyer le 23.10 Uhr, nach Landau Sonntags 23.10 Uhr, die Rhein⸗Haardtbahn nach Dürkheim 23 Uhr(ab Paradeplatz), die O. E..⸗Bahn nach Heidelberg 23.10 Uhr, der Autobus nach der Bergſtraße 28.10 Uhr (ab Paradeplatz). Klavierabend Alice Landolt. Heute abend 8 Uhr wird in der Harmonie, D 2, 6, die Pianiſttt Alice Landolt ihren erſten Mannheimer Klavier abend geben. Sie wird u. a. ſpielen: die große Fan⸗ taſie op. 17 von Schumann und die Waldſteinſonate (Op. 53) von Beethoven. Vortrag„Beckmaun und Matiſſe“ 5 Bund. Die stellvertretende Direktorin der badiſchen Kunſthalle Dr. Lilli Fiſchel⸗Karlsruhe ſpricht 1 E 1 abend über das Thema: Heckmann und M? tiſſe“(Zur Frage der Nationalität in der modernen Malerei). Wiederholung am morgigen Freitag. im Freien ö rde an des die ab, ge⸗ 3 * — Donnerstag, 3. Dezember 1931 —— Weihnachtsmeſſe verlängert Mit der von der Ausſtellungsleitung vertretenen Anſicht, unter keinen Umſtänden eine Verlängerung zer Weihnachtsmeſſe vorzunehmen, erklärten ſich die Aussteller nicht einverſtanden. Ermutigt durch die ſeigenden Erfolge der letzten Tage, verlangten ſie mit erſtaunlicher Einmütigkeit eine Verlängerung von nicht nur einem Tage, ſondern bis ein⸗ ſchließ lich Sonntag. Daß die Ausſtellungs⸗ leitung dem Verlangen nicht ohne weiteres nach⸗ gehen konnte, war ganz ſelbſtverſtändlich, denn die Berlängerungsfrage war nichts anderes als ein ſchwieriges Rechenexempel, das dadurch noch er⸗ ſchwert wurde, daß die Stadt die Ausſtellungshalle unter den Geſichtspunkten der Rentabilität ver⸗ mietete und ſich die drei weiteren Tage auch ent⸗ ſprechend bezahlen laſſen wollte. Unter dem Druck der Mehrheit, vor allem aber um den Wünſchen der Ausſteller nachzukommen und ſo das Fundament für künftige Ausſtellungen zu ſchaffen, verhandelte Dr. Hietſchold geſtern den ganzen Tag, um erträgliche Bedingungen zu er⸗ reichen. Die endgültige Entſcheidung brachte dann eine Verſammlung der Ausſteller. Von den 200 anweſenden Perſonen ſtimmten nur ſieben gegen eine Verlängerung. Damit war die Entſchei⸗ dung gefallen. Wie aus der Anzeige hervorgeht, wird nunmehr die Weihnachtsmeſſe bis einſchließlich Sonntag, 6. Dezember verlängert. Hoffentlich gehen die Wünſche der Ausſteller in Er⸗ füllung, denen es, nach einem in dieſer Hinſicht nicht befriedigenden Sonntag, von Tag zu Tag mehr ge⸗ lang, mit den einzelnen Ausſtellungsbeſuchern Füh⸗ lung zu nehmen und Geſchäfte zu tätigen. Wie ſchon bekannt, werden heute nachmittag die Kinder wieder unterhalten und zwar gibt es einen Wilhelm Buſch⸗ Nachmittag. Auf die mate⸗ riellen Genüſſe wird die Jugend heute verzichten müſſen, denn die vorhandenen Stiftungen wurden geſtern reſtlos ausgegeben. Dafür ſtehen aber künſt⸗ leriſche Genüſſe bevor, an denen ſelbſt die Erwach⸗ ſenen ihre Freude haben werden. Die Beſichtigung der Weihnachtsmeſſe durch Schulklaſſen nimmt auch von Tag zu Tag größere Ausmaße an. Geſtern waren unter Führung ihrer Lehrer etwa 20 Klaſſen erſchienen, die beſonders der Töpferei und dem Webſtuhl ihre Aufmerkſamkeit ſchenkten. Darüber hinaus fanden auch die übrigen Stände die gebührende Beachtung. Beſonderes Lob muß der Poſt geſpendet werden, die ſich in weitgehendſtem Maße für die Weihnachtsmeſſe eingeſetzt hat. Sie wird auch für die dreitägige Verlängerung die not⸗ wendige Propaganda machen und vor allen Dingen am Sonntag nochmals die Sonderfahrten aus der näheren und weiteren Umgebung zur Durchfüh⸗ rung bringen. Somit kann damit gerechnet werden, daß ſich auch am Sonntag wieder die Landbevölke⸗ rung in größerer Zahl einfindet, zumal ja auch an bieſem Tage die Geſchäfte in der Stadt geöffnet ſind. Sehr bewährt hat ſich das Ausſtellungspoſt⸗ amt, das eine vollwertige Poſtannahme darſtellt. Wahrſcheinlich dürfte dieſes Poſtamt eine ſtändige Einrichtung der künftigen Ausſtellungen werden. Hoffentlich zeigt das Publikum weiterhin das ſtarke Intereſſe für die Weihnachtsmeſſe, damit die Aus⸗ ſteller auch den an die Verlängerung geknüpften Er⸗ ſolg buchen können. G * * Wegen Ermäßigung der Verpflegungsſätze der Heil und Pflegeanſtalten iſt der Verband badi⸗ ſcher Gemeinden beim Miniſterium des Innern erneut vorſtellig geworden. Familienchronik Seinen 82. Geburtstag beging am vergangenen Diens⸗ tag Herr Vinzenz Braun, Sandgewann 65. Seinen 80. Geburtstag feiert am morgigen Freitag herr Johannes Kratzer, ehemaliger Schuhmachermeiſter auß Weiler bei Sinsheim, Luzenberg, Sandhoferſtr. 31, wohnhaft. Angſt Skizze von R. Di Mayo Run mußte Konſtantin Vaſſiliades, Schiffsagen⸗ kur, ihr gegenüber wieder„unerträglich“ werden: Er würde ſie bis in ihre Kabine hinunter begleiten, die Rettungsgürtel prüfen und ihr empfehlen, ſich den Weg durch die Gänge zur nächſten Treppe gut ein⸗ zuprägen. Der Träger brachte das Handgepäck.„Das gehört nicht mir.“ Lydia wies ein umfangreiches Reiſekiſſen zurück.—„Doch, meine Liebe! Eine kleine Aufmerk⸗ ſamkeit von mir.“ Vaſſiliades nahm das Kiſſen in Empfang und legte es aufs Bett. Seine Quaſi⸗Ver⸗ lobte war ſprachlos. Was war das wieder für eine neue Idee?„Zu freundlich, Stanny, aber ich kann das auf der Reiſe doch nicht mitſchleppen.“—„Be⸗ halten Sie es, mir zu Liebe!“—„Mir zu Liebe ſchaffen Sie es ans Land zurück!“—„Nein.“—„Ich werfe es ins Waſſer.“—„Ah, ich wollte Ihnen eben gerade ſagen, Lydia: Es. ſchwimmt! Beſſer als Kork. Es iſt mit Kapok geſtopft.“ Das Mädchen lief unwillig davon, von dem betrübten Stanny gefolgt. An Deck wurden ſie von Lydias Freudinnen um⸗ ningt, die gekommen waren, ihr gute Reiſe zu wün⸗ hen.„Ihr macht ſchöne Geſichter! Sie haben die Arme wohl wieder mit den Rettungsgürteln geär⸗ gert?“—„Unpraktiſche Dinger, Fräulein. Leute haben ſich damit in der Panik erdroſſelt. Andere ſind mit dem Kopf nach unten im Waſſer geblieben, weil e die Gürtel falſch umgebunden hatten.“—„Wiſſen Sie, daß Sie ein abſcheulicher Menſch ſind? Sie ver⸗ derben ihr die ganze Ferienreiſe.“—„Es iſt höchſte Zeit, daß Sie an Land gehen“, miſchte ſich Lydia ein. Baſſiliades nahm ſchweren Herzens Abſchied; er flüsterte ihr noch ſchnell ins Ohr:„Ich habe mir er⸗ laubt, eine Taſchenlampe in Ihren Handkoffer zu legen. Man kann nie wiſſen..“—„Schon recht, Herr Vaſſtliades. Leben ſie wohl. Das konnte nicht eiſiger ſein. Der junge Schiffsagent ſchaute traurig dem aus⸗ uſenden Dampfer nach. Nun hatte er es wohl mit gründlich verdorben.— 5 Lydia erwachte mit einem Gefühl der Beklommen⸗ Durch die halb geöffnete Luke ſtrömte feuchte Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe g. Seite/ Nummer 561 Schwebende Brückenar hitektur Der ſtählerne Aeberbau der Rheinbrücke wird frei montiert i Der techniſch kühnſte Abſchnitt des Rheinbrücken⸗ baus feſſelt augenblicklich den Betrachter. Es geht darum, die mittlere Durchfahrt durch einen von unten her ſtützeloſen Vorbau zu überbrücken. Bekanntlich darf ſie durch kein Traggerüſt verſperrt werden, um der Schiffahrt nicht die Fahrrinne zu beengen. Zumal bei dem gegenwärtigen niederen Waſſerſtand dürften die ſeitlichen Durchläſſe kaum ſchiffbar ſein, ſieht man doch flußabwärts überall dle Kohlenkähne zleichtern“, d. h. ihre Fracht für die Bergfahrt in Dampfboote geringeren Tiefgangs umladen. f 8 Das erſte Stück der Brücke auf der Mannheimer Seite war von einem hölzernen, im Strom ein⸗ ger und des Preſſedezernenten Dr. Roſſi auf der ſchwebenden Fahrbahn, ohne daß ſie ſich unter dem „Gewicht der öffentlichen Meinung“ merklich ſenkte Natürlich verurſacht die viele Tonnen ſchwere Stahl⸗ konſtruktion eine erhebliche Durchbiegung, näm⸗ lich um 310 Millimeter; ſchon mit dem bloßen Auge iſt dieſe Senkung des Tragkörpers um Meter zu erkennen. Um zu große Formänderungen durch Ueberlaſtung der Bauglieder zu vermeiden, wächſt Waſſer, das dem freien Ende des Ueberbaus Halt ge⸗ währen muß. Der Stahlkoloß wird daraufgelegt und mit Preſſen planmäßig angehoben. Hierauf können dann die letzten zwei Gitterfelder bis zum bayriſchen Strompfeiler vorgeſtreckt werden. Bis zur Beendi⸗ gerammten Gerüſt unterlegt worden. Es ver⸗ ſchwand wieder, als die Brücke auf dem rechten Strompfeiler abgeſetzt wurde. Die Mittelöffnung mußte aber, wie geſagt, frei vorgebaut werden; als Gegengewicht gegen die vorkragenden Gurte und Stäbe dient der bereits fertige Teil am rechten Ufer, der noch beſonders belaſtet wurde. Um ein Ab⸗ rutſchen über die Rollen zu verhüten, auf denen die nur auf der bayriſchen Seite„anhängliche“ Brücke dem Schub darüberfahrender Züge nachgeben kann, berauben bremſende Holzklötze jene Rollen ihrer Be⸗ weglichkeit. Einen ſchier umheimlichen Anblick bietet die derzeit in der gewaltigen Länge von 70 Metern frei über dem Strom ſchwebende ungeheure Laſt des Ueberbaus. Auf unſerm Bild nimmt man wahr, wie die Unter⸗ und Obergurte durch Quer⸗ und Hochträger zu⸗ ſammengehalten werden. Auch iſt eine praktiſche (übrigens auch den oberen Abſchluß ſchönheitlich be⸗ lebende) Neuerung zu erblicken: der vergitterte Laufſteg längs der Oberkante; er dient dem Brückenmeiſter zu beſſerer Beobachtung des ver⸗ nieteten Trägerwerks. Etwa 100 Schritte weit gingen geſtern nachmittag die Vertreter der Preſſe von Mannheim und Lud⸗ wigshafen unter Führung des Reichsbahnrats Bu r⸗ gung dieſer Montage— d. i. etwa bis Mitte Dezember — iſt auch der bayriſche Strompfeiler vollends auf⸗ gemauert und kann der Mitteüberbrückung als Auf⸗ lager dienen. Die linksufrige Stromöffnung der Brücke wird wie die der Mittelöffnung in freiem Vorbau bis zum Ludwigshafener Landwiderlager überwunden werden. Bei einem Gang über die neue Eiſenbahnbrücke fällt der Höhenunterſchied auf. Ihre Unter⸗ kante liegt mit 9,10 Meter über Hochwaſſerſtand um 40 Zentimeter höher als die alte Brücke. Die Inter⸗ alliierte Kommiſſion, deren Hoheitsrecht der Rhein als internationale Waſſerſtraße unterſteht, hat dieſe Erhöhung verlangt, der ſelbſtverſtändlich Bedeutung erſt nach Erbauung einer höhergelegten Straßenbrücke zitkommt. Wie man weiter beobachtet, werden die eiſernen Spun dwän de, die in den Strom ge⸗ rammt werden, um hinter ihnen die Inſeln für die Strompfeiler aufzuſchütten, mit Rüttelapparaten aus dem Boden gezogen. Der jetzige Bauabſchnitt dürfte im März vollendet ſein. Dann ſteht der„Ueber bau“ im Rohzuſtand da und es kann der„Oberbau“, der Belag mit Schienen, Schwellen uſw., beginnen. Im Auguſt feiern wir hoffentlich die Sin weihung des großen Werks. Schon jetzt zieht es die Aufmerkſamkeit des In⸗ und Auslands auf ſich, wie die Beſuche von Fachleuten aus Nordamerika, Japan und andern Ländern be⸗ weiſen. 8 Nachtluft. Die Wellen plätſcherten an der Schiffs⸗ wand. Etwas ſchien ſonderbar. Ja, das war es: Sie vermißte das gleichmäßige Brummen der Ma⸗ ſchinen, das ſie eingeſchläfert hatte. Man ſtand. „Munnnunnn... Lydia fuhr zuſammen. Die Si⸗ rene. War man im Nebel? Die Maſchinen begannen wieder zu arbeiten, ſcheinbar langſam. In regel⸗ mäßigen Abſtänden dröhnte die Sirene.„Nebel, das iſt der Feind. Im Nebel muß man auf die „fremde Stimme! lauſchen...“ Ste verwünſchte den ängſtlichen Stanny mit ſeinen Weisheitsſprüchen. Da. ſchwach, aber vernehmlich, da war ſie alſo, die fremde Stimme!. „Munnunnun.. ſprach das eigene Nebelhorn un⸗ beirrt.„Ich fahre geradeaus.“ Offenbar war der Andere' weit genug entfernt. Da hörte man ihn wie⸗ der: Zweimal kurz?„Ich drehe nach links?“ Oder war es rechts? Uebrigens hätte Stanny Steuerbord und Backbord geſagt, wie es einem Schiffsagenten ziemte.„Manche verlieren im Nebel den Kopf und fahren im Zickzack umher.“ Dieſer Vaſſiliades war ein Alpdruck. Nein, ſie würde ihm dieſe Nacht nicht verzeihen. Das fremde Nebelhorn.. entſchieden lauter, zu laut, zu nahe! War denn alles verrückt geworden? „Mm! Mm!— Mm!“ brüllte die eigene Sirene. Das Schiff erzitterte unter raſcherem Stampfen der Maſchinen. Die Schrauben peitſchten rauſchend das Waſſer auf.„Mit voller Kraft zurück!“ Auf dem Deck, über ihrem Kopfe, trampelnde Stie⸗ fel im Laufſchritt. Schrille Pfiffe. Rufe Ein Stoß warf ſie gegen die Wand. Dumpfes Krachen, das Aechzen von Stahl, knarrendes Holz. Licht! Sie taſtete nach dem Schalter. Kein Strom mehr. Haſtig ſprang ſie aus dem Bett, ſtolperte, fiel gegen die Tür, ſchloß auf. Jetzt noch da oben der kleine Riegel mit dem Knopf. Ihre zitternden Finger fanden ihn, drehten ihn herum. Nun die Tür auf⸗ reißen.. Wie denn? Ging ſie nicht auf? Hatte ſie ſich durch den Stoß feſtgeklemmt? Aus Leibeskräften rüttelte die Gefangene an dem Schloß Dieſe entſetzliche Finſternis! Nicht einmal ein Zündholz hatte ſie. Die Finſternis eines Grabes Aber Stanny! Sie zerrte den Handkoffer hervor, wühlte zwiſchen Wäſcheſtücken; hier, ein kalter Gegen⸗ ſtand, den ſie nicht kannte: Blech, Glas, Licht! Stannys Licht Winlernothilfe der Poſtbeamten Auf die vom Badiſchen Staatsminiſterium zu Gunſten der Winternothilfe veranſtaltete Kund⸗ gebung hat der Präſident der Oberpoſtdirektion Karlsruhe im Einvernehmen mit den Vertretungen der Beamten, Angeſtellten und Arbeiter einen Auf⸗ ruf an die Angehörigen der Deutſchen Reichspoſt im Oberpoſtdirektionsbezirk Karlsruhe erlaſſen, in dem ſie zur Zeichnung freiwilliger Spenden für die Not⸗ leidenden eingeladen wurden. Der Aufruf hat allenthalben einmütige Zuſtimmung gefunden. Die Beamten, Angeſtellten und Arbeiter der Poſt haben durch einmalige Spenden und laufende Zeichnungen für die Monate November bis März den Geſamt⸗ betrag von rund 13 200 Mark aufgebracht, der zum Teil der Landesgeſchäftsſtelle der Badiſchen Notge⸗ meinſchaft, zum Teil den örtlichen Geſchäftsſtellen zur geeigneten Verwendung überwieſen werden ſoll. Es gibt wohl keine Behörde, deren Organe in ſo ſteter enger Verbindung mit der geſamten Oeffent⸗ lichkeit ſtehen wie die Deutſche Reichspoſt. Ihre Angehörigen haben durch ihre Opferfreudigkeit aber auch gezeigt, daß ſie volles Verſtändnis haben für die allgemeine Not, unter deren Druck das Land fetzt ſteht; ſie haben bewieſen, daß ſie ſich mit dem Volks⸗ ganzen auf das engſte verbunden fühlen und daß ſie helfen wollen, ſoweit es in ihren Kräften ſteht. Gedenket der hungernden Vögel! Mit Einbruch der kalten Jahreszeit ſteht ſich der Tierſchutz⸗ Verein veranlaßt, mit der Füt⸗ terung der Vögel zu beginnen. Er tritt an alle Tier⸗ und Vogelfreunde mit der herzlichen Bitte heran, ihn mit Futtermitteln und Geldſpenden zu unterſtützen. Die Geſchäftsſtelle des Tierſchutz⸗Ver⸗ eins Mannheim⸗Ludwigshafen, R 3, 12, nimmt Gaben entgegen. Brand in der Hühnerfarm Am Lampertheimer Weg bei Käfertal iſt, wie wir in der geſtrigen Abendausgabe kurz meldeten, geſtern früh in einer größeren Geflügel⸗ farm Feuer ausgebrochen, wodurch eite Zuchtbaracke mit 120 bis 150 Hühnern vernichtet wurde. Etwa um halb ſieben Uhr entdeckte der Verwalter den Brand, zu gleicher Zeit ſah man auch in Käfertal die Flammen und alar⸗ mierte um.38 Uhr die Berufsfeuerwehr. Es gab jedoch nichts mehr zu retten. Hühner und Stall ſind verbrannt. Nur einige glimmende Balken ragten aus dem Trümmerhaufen empor. Der unter Lei⸗ tung von Branddirektor Mikus ſtehende Löſchzug brauchte nicht mehr mit Waſſer einzugreifen. Der nächſte Hydrant iſt zudem einige hundert Meter ent⸗ fernt. Lediglich die Brandreſte wurden eingeriſſen und der Brandherd geſichert. Die Geflügelfarm gehört dem in Mannheim wohnhaften Direktor a. D. Karl Greiveldin⸗ ger; ſie umfaßt eine Anzahl Baracken, in denen je bis zu 300 Hühner untergebracht ſind. Glücklicher⸗ weiſe hatte die abgebrannte Baracke nur etwa die Hälfte dieſer„Belegſchaft“. Man nimmt an, daß eine Lampe der Stallbeleuchtung, die aus Pe⸗ troleumdrucklampen beſteht, explodiert iſt, viel⸗ leicht dadurch, daß ein Huhn gegen das Licht flatterte. Der Schaden dürfte etwa 2000 Mark be⸗ tragen und iſt durch Verſicherung gedeckt.* ZU FEST Dit SCHON WSITMAC HTS FACEUN G! INHALT: 3 STUCK ETERNA HaLBSTEAF Der kleine Riegel da oben, natürlich! Sie hatte ihn geſchloſſen, ſtatt geöffnet. Nun gab die Tür nach. Die Beſatzung kämpfte ohnmächtig gegen die Panik. Ueberlaſtete Boote ſchlugen um. Erſt als ſie in den Fluten nach Atem rang, kam es Lydia zum Bewußt⸗ ſein, daß ſie das Kiſſen feſt umklammert hielt. „S. O. S.— Save our Souls— heutzutage kommt raſch Hilfe. Fort von den Wirbeln des untergehenden Schiffes und den Griffen der Ertrinkenden. Alles hängt davon ab, den Kopf einige Stunden über Waſſer zu halten“, ſagte Konſtantin Vaſſtiliades.— Der Schiffsarzt machte die Runde bei den Geret⸗ teten.„Nicht möglich, ihr das aus der Hand zu nehmen“, flüſterte ihm die Stewardeß zu.—„Ge⸗ Prof. Hanns Fechner, der blinde Maler und Schriftſteller, verſtar b am 30. November nach kurzer, ſchwerer Krankheit in Schreiberhau. Hanns Fechner, eine der mar⸗ kanteſten Geſtalten des deutſchen Kunſtlebens, war ein Schüler Defreggers, betätigte ſich aber nach ſeiner Erblindung hauptſächlich als Schriftſteller. Seine Plaudereien„Spreehannes“ und„Von Leuten, die ich malte“ machten ihn auch als Literat bekannt. Im Vorjahre konnte er ſeinen 70. Ge⸗ burtstag feiern. ſtatten Sie, Fräulein? Ein hübſches Polſter, aber etwas naß.“„Laſſen Sie es mir, Doktor! Etne kleine Aufmerkſamkeit von Herrn Vaſſiliades.“ Die Erſchöpfte ſchien ihre Sinne nicht recht bei einander zu haben.—„Vaſſiliades? Doch nicht etwa Stanny? Ja? Sie kennen ihn? Ein guter Freund von mir. Ich verbringe immer ein paar nette Stun⸗ den mit ihm, wenn wir bei ihm anlaufen.“—„Mein Verlobter.“„Wirklich? Das freut mich. Ein braver Kerl, Stanny.“„Und ich habe ihn immer für... für einen Haſenfuß gehalten.“—„Stanny ein Haſenfuß?“ Der Doktor ſchüttelte erſtaunt den Kopf.—„Ja, er hat ſolche Angſt vor dem Waſſer Hund, weiß der Himmel, er hat recht!“— „Wiſſen Sie, Fräulein, daß er Schiffsoffizier war?“ Stanny? Nicht möglich!“—„Ich fange an zu begrei⸗ fen. Sie ſind ſeine Braut, Fräulein. Vielleicht iſt es beſſer, wenn ich Ihnen einen Wink gebe. Aber wenn Sie ihn lieb haben, ſo ſchweigen Sie darüber. Sehen Sie, gerade bei Menſchen, die einen ge⸗ fährlichen Beruf ausüben und die von Natur aus ſehr mutig ſind, kommt manchmal eine merkwürdige Erſcheinung vor: Anaphylaxe der Furcht, ſo zu ſagen. Anſtatt daß ſie ſich an die Gefahr immer mehr ge⸗ wöhnen und abgeſtumpft werden, tritt die umgekehrte Reaktion ein. Sie fangen plötzlich an unter Angſt⸗ vorſtellungen zu leiden. Nervenſache, nichts zu machen. Mit Stanny hat es übrigens eine ganz be⸗ ſondere Bewandtnis. Er war lange Offizier auf einem uralten Frachtdampfer. Wie der Kaſten bet Sturm noch in den Fugen hielt, weiß nur die Vor⸗ ſehung. Kurz... Haben Sie eine Ahnung, was eine Ladung Eiſenerz iſt? Wenn das Schiff ein Leck bekommt, gehen Sie nicht unter: Sie fallen hinunter wie ein Stein. Eine Sache von Sekunden. Stanny war zufällig an Deck, als ihnen ein großer Viermaſter in den Leib rannte. Der Bugſpriet des fremden Schiffes ragte gerade neben Stanny übers Deck. Er griff zu und blieb an einer Kette hängen, er allein. Die anderen, ſeine Kameraden, in der Nacht, im Nebel.. Verſtehen Sie jetzt?“— Der Funktelegraphiſt ſchüttelte lächelnd den Kopf, als er folgende Botſchaft weitergab:„nützliche gegen⸗ ſtände erfüllten zweck ſtop umarme mich liebſter ich komme ſchnellſtens.“ Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Schöffengericht Mannheim Vorſttzender: Amtsgerichtsrat Schmikt, Beiſitzer: Petters, Vertreter der Amtsgerichtsrat Dr. Anklage: Staatsanwalt Oettinger. Achtung Wechſelfälſcher am Werk. erteilt das Bürgermeiſteramt. erſchien eines Tages ein Plakat Häuſer von Laudenbach Auskunft Mit dieſer Inſchrift an den Wänden der Jeder Einwohner der kleinen Gemeinde wußte, um was es ſich handelte: der Bürgermeiſter hatte ſeit längerer Zeit Wechſel⸗ fälſchungen und Darlehensbetrügereien begangen. J ſeiner Stellung als Bürgermeiſter hatte er es ſehr leicht, denn dem geachteten Mann ſchlug man nicht gern eine Bitte ab. Der jetzt garrenfabrik nach Le. führer in einer aber ˖ 53 Jahre alte Bürgermeiſter und Zi⸗ sch, kam im Alter von 10 Jahren in Vater war zuerſt Geſchäfts⸗ rrenfabrik, machte ſich dann Der Angeklagte war im elter⸗ lichen ig, das er im Jahre 1905 zu⸗ ſammen mit ſeinem Bruder ganz übernahm. Bei der Teilung mußte er ſeinem Bruder ungefähr 8500 Mark ausbezahlen. In der Inflationszeit baute Sch. das Geſchäft mit ſeinem Vetter weiter aus. Durch Schiebungen von Angeſtellten hatte er 1924 einen Verluſt von 10000 Mark und 1925 von 17000 Mark. Von da ab hatte Sch. geſchäftliche Schwierigkei⸗ ten, die er nicht mehr überwinden konnte. 1929 verkaufte er das Geſchäft an ſeine Frau. Als er im Jahre 1928 zum Bürgermeiſter ſeiner Ge⸗ meinde gewählt wurde, machte er für Bier, das er ſeinen Freunden ſtiftete über 1000 Mark Schulden der äft tät in verſchiedenen Wirtſchaften. Der immer größer werdenden Schwierigkeiten konnte er nicht mehr Herr werden. Er ſah, als verſchiedene Verſuche auf anſtändige Weiſe Darlehen zu bekommen, fehl⸗ ſchlugen, keinen anderen Weg mehr, als Wechſel⸗ fälſchungen und Darlehensbetrügereien zu begehen. Am 12. Auguſt 1931 veranlaßte er zwei Bürger von Laudenbach ihm zwei Gefälligkeitswech⸗ ſel zu unterſchreiben im Betrage von 762 Mark und 908,45 Mark. Er gab an, er habe bei einer Bank ein Konto von 5000 Mark und verſchiedene Außen⸗ ſtände, könne aber kein Geld hereinbekommen. Die Wechſel wurden unterſchrieben, obwohl Sch. nur den Betrag, nicht aber die Summe in Buchſtaben aus⸗ geſchrieben hatte. Sch. ſetzte vor beide Zahlen je eine„“, ſo daß die Wechſel jetzt über 1762 und 1908,45 Mark lauteten. Einen Wechſel gab er der Volksbank in Zahlung. Dann folgte ein Betrug auf den anderen. Zwei Kreditſcheine über je 5000 Mark, die ihm die bereits angeführte Volksbank gegeben hatte, fälſchte er mit zwei bekannten Namen als Bürgen. Um die Echtheit der Unterſchriften zu beſtätigen fälſchte er weiter die Unterſchrift des Grundbuchhilfsbeamten und drückte noch den Stempel der Gemeinde auf. Von dem eingeräumten Kredit beanſpruchte er 3500 Mark. In regelmäßigen Abſtänden fälſchte er dann 42 Wechſel im Werte von über 10 000 Mark. Dieſe Wechſel brachte er teilweiſe in Umlauf, um damit Verpflichtungen abzudecken. Weiter machte er die ganze Umgebung von Laudenbach unſicher; er organiſierte einen regelrechten Raubzug nach Geld. Unter allerlei Vorſpiegelungen lockte er dem Polizei⸗ diener 1700 Mark aus der Taſche. Auf einfache Art, durch die angebliche Empfehlung des Bürgermeiſters „holte“ er ſich bei einem Gaſtwirt in Hemsbach 150 Mark. Gin Landbürgermeiſter gab ein Darlehen von 200 Mark, ein Bäckermeiſter lieh ihm 50 Mark, ein Maurermeiſter 1000 Mark, ein Leitungsaufſeher 100 Mark und ein Baumeiſter 100 Mark. Er verſtand es ſogar, ſeine eigene Gemein dekaſſe um 700 Mark zu erleichtern, für die ſpäter der Ge⸗ meinderechner aufkommen mußte. Im ganzen ſoll Sch. über 28 000 Mark erſchwindelt haben. Bei Beginn der Verhandlung hatte es den An⸗ ſchein, als ob Sch. einen nervöſen Anfall erleiden würde. Nach Rückſprache mit dem mediziniſchen Gut⸗ achter trat aber bald eine Beruhigung ein, ſo daß er dann der Verhandlung gut folgen konnte. Er gab ſämtliche Verfehlungen zu. Mit ſeinen Fäl⸗ ſchungen habe er aber niemand ſchädigen wollen, da er von verſchiedenen Seiten Geld in Ausſicht gehabt habe, das zur Deckung ſeiner Außenſtände aus⸗ gereicht hätte. Der mediziniſche Sachverſtändige be⸗ zeichnete Sch. als einen ſchwachen Charakter, der ſehr leicht beeinflußbar ſei. Er habe eine Stellung eingenommen, der er nicht gewachſen war. Als ſeine finanzielle Lage immer ſchlimmer wurde, hätten ſich bei ihm ſtarke Depreſſionszuſtände eingeſtellt. Er habe einmal einen Selbſtmordverſuch unter⸗ nommen. Am 19. Auguſt 1931, als ſeine Lage un⸗ haltbar geworden war, begab er ſich zur Unter⸗ ſuchung ſeines Geiſteszuſtandes in die pſychia⸗ triſche Klinik in Heidelberg. Bei Sch. beſtand während der Straftaten keine Pſychoſe, ſeine freie Willensbeſtimmung war nicht ausgeſchloſſen. Seine ganze Charakteranlage laſſe aber eine mildere Beur⸗ teilung zu. Der Leumund des Angeklagten war ſonſt nicht ſchlecht. Er wurde durchweg als anſtän⸗ diger, nüchterner und ſparſamer Menſch geſchildert. Ein Zeuge war der Auffaſſung, daß ihn die Verluſte durch die Unterſchlagungen der Angeſtellten langſam in feine Lage hineingetrieben haben. Staatsanwalt Oettinger war der Anſicht, daß in ſolchen Fällen eine exemplariſche Strafe am Platze ſei. Sein Antrag lautete auf 2 Jahre Ge⸗ fängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehren⸗ rechte auf die Dauer von 3 Jahren. Der Vertei⸗ diger, Rechtsanwalt Oskar Kaufmann, bat um weitgehende Milde. Das Gericht verurteilte Sch. zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis abzüglich 1 Monat Unterſuchungshaft. u. CCC CcbcbCCGGGGGGPPGTPPbGbPbPGbPbPbPbPbPbPbPbPwPVPVPVPVPVPVPVPVPVVPVPVV——V— o Bazar im Diakoniſſenhaus Nachdem das Diakoniſſenmutterhaus in F 7 im ver⸗ gangenen Jahr durch einen Neubau ergänzt und ſeitdem auch in den alten Räumen nach Möglichkeit moderniſtert worden iſt, blieb noch eln letzter Wunſch übrig: die Ein⸗ richtung eines Krankenaufzuges. Das Haus hat, da dieſe letzte große Anſchaffung aus eigenen Mitteln nicht möglich iſt, ſeit einiger Zeit einen Bazar vorbereitet, der geſtern vormittag eröffnet wurde und deſſen Ertrag für die Errichtung des Aufzuges verwendet wird. In den Räumen des Erdgeſchoſſes haben fleißige Hände all die vielfältigen Dinge zum Ver⸗ kauf hergerichtet, die von Freunden des Hauſes geſtiftet, zum größeren Teil aber den Damen des Vereins und den Schweſtern ſelbſt gearbeitet wurden. Die große Eingangs⸗ halle gleicht einem weihnachtlich geſchmückten Kaufhaus. Tannengtrlanden mit bunten Lichtern verdecken bie kahlen Wände. In ſedem der Zimmer hängt ein Adventskranz. Ueber dem ganzen Bazar liegt Vorweihnachtsſtimmung. Damen des Vorſtandes und der Aerzte haben den Verkauf übernommen. In beſonders hergerichteten Zimmern wird allerlei leibliche Erquickung dargeboten. Es ſteht der Ab⸗ haltung von Kaffeekränzchen nichts im Wege. Ein Gang durch die Verkaufsräume gibt ein Bild von dem rührenden Fleiß. mit dem beſonders die Schweſtern ſeit r den Bazar gearbeitet aben. Meiſt ſind es Handarbeiten, Soſakiſſen und Kinderkleischen, die zu mäßigen Preiſen angeboten werden. Aber auch kunſigewerbliche Gegenſtände harren der Käufer. Eine Krankenpflege⸗Schülerin hat ein ſelbſtgemaltes Oelgemälde zur Verfügung geſtellt. Von einer anderen Künſtlerin in Schweſterntracht ſtammt das handgemalte Porzellan, das ſchon bald nach der Eröffnung zahlreiche Kaufliebhaber an⸗ lockte. Ein anderer Raum iſt als Bücherladen eingerichtet, wo man auch Bilder, Radierungen, Papierwaren und Schreibgeräte um billigen Preis erſtehen kann. Der Haus⸗ geiſtliche, Pfarrer Scheel, der das ganze Werk organi⸗ fert hat, iſt in dieſen Tagen ein pielbeſchäftigter Mann. Gleich mit der Eröffnung ſetzte der Beſuch von Mann⸗ heim und auswärts ſehr rege ein. Eine Tombola mit günstigen Gewinnmöglichkeiten findet großen Zuſpruch⸗ Der Bazar geſtaltet ſich zu einem Treſſen der Freunde des Diakoniſſenwerkes. Der geſtrige Tag ſchloß mit einem Licht⸗ bildervortrag von Landgerichtsrat v. Frankenberg, umrahmt von Geſangs⸗ und Muſikdarbietungen. Heute Donnerstag abend wird der Verkauf abgeſchloſſen und zwar ebenfalls mit einer kleinen muſikaliſchen Veranſtal⸗ tung, bei der ein Schülerorcheſter mitwirkt. Freitag abend findet dann in der Trinitatiskrche ein Wohltästig⸗ 5(tskonzert zugunſten des Dkakoniſſenmutterhauſes att. * Tee⸗Nachmittag mit Tanzſchau im Parkhotel Durch die großen Erfolge ermuntert, die die Direktion des Parkhotels mit der Abhaltung ſeiner Tee⸗Nachmittage anläßlich des Tanzturniers um die Meiſterſchaft von Baden erzielte, und zahlreichen Wünſchen nachkrmmend, hat die Hotelleitung beſchloſſen, kommenden Samstaa einen großen Tee⸗Nachmittag, verbunden mit Vorführung der modernſten Tänze, u. a. auch des Modetanzes Rumba, ausgeführt durch das internationale Tanzvaar Kurt Rudolf Wein kein— Partnerkn. zu veranſtalten. Film⸗Rundſchau Märchenfilme im Gloria⸗Palaſt Die Kinder ſind nicht nur ein dankbares Kinopublikum, ſondern auch ein recht anſpruchsloſes. Wenigſtens waren es die Kinder, die zu der Märchenfllmrevue in den Glorta⸗Palaſt gekommen waren. Die Auswahl der Filme war zwar nicht nach dem Grundſatz, der Jugend das Beſte zu bieten, erfolgt. Dennoch freuten ſich die Kinder über die auf der Leinwand lebendig gewordenen Märchen. Die Filme ſelbſt ſcheinen aus einem Film⸗Altertums⸗ muſeum entnommen worden zu ſein, denn die Geſtaltung war durchweg ſo primitiv, daß ſie heute höchſtens noch hiſto⸗ riſches Intereſſe beanſpruchen darf. Das Ganze wurde von dem bewährten Organiſten Wilhelm Locks mit der Orgel ſehr geſchickt muſikaliſch illuſtriert. Immer pralktiſch „Komm, Maxe, wir nehmen erſte Reihe im Kino. Da iſt es am billigſten.“ „Aber da ſieht man doch ſo ſchlecht.“ „Gar nicht! Ich hab' in Opernglas, das nehm' ich verkehrt rum.“ Zwangsweiſe Inkraftſetzung der Beſoldungs⸗ ordnung * Dörrach, 2. Dez. Der Stadtrat hat in ſeiner letzten Sitzung die vorgeſchlagene Beſoldungs⸗ neuregelung der ſtädtiſchen Beamten und An⸗ geſtellten, die aufgrund der Haushaltsnotverordnung erforderlich war, abgelehnt, da er eine weitere Kürzung der Gehälter der unteren Beamtengruppen nicht für angängig hält. Nach dieſem ablehnenden Beſchluß wird nunmehr der Vorſitzende gemäß Ar⸗ tikel U der Haushaltsnotverordnung vom 9. Oktober 1931 die vorgeſchlagene Beſoldungsordnung mit Wir⸗ kung vom 1. November ab in Kraft ſetzen. Donnerstag, 3. Dezember 1931 — 3 2 0 9 Internationaler Boxring Martinez fordert Piſtulla Bei der Internationalen Box⸗Union iſt eine Heraus⸗ forderung des Spaniers Joſs Mavtinez Valero an Ernſt Piſtulla um die Guropa⸗Meiſterſchaft im Halbſchwergewicht eingelaufen. Die JB eſe Herausforderung unter dem 7 anerkannt, ſodaß alſo der Titelka März 1932 ausgetragen werden muß, a la die Meiſterwürde verltert. zehmen, daß Ernſt Piſtulla bis zu g völlig wie⸗ min von ſeiner ſchweren Erkrankr ellt iſt und ſo dürfte der Berliner den Europa⸗ „den er ſich in Valencia durch einen Sieg über — inez erobert hat, wieder an den früheren Marcel Thil will nach.S. A. Wie wenig Intereſſe Marcel Thil an einem Kampf mit Hein Domgörgen um die Europameiſterſchaft im Mittel⸗ gewicht hatte, beweiſt die Nachricht, daß ſich der Frauzoſe nach Amerika zu begeben beabſichtigt, von wo er ſehr vor⸗ teilhafte Angebote erhalten hat. Marcel Thil, der noch am 1. Dezember in Lyon gegen den Italiener Toscani und am 12. Dezember in Baſel gegen den Belgier Debus kämpft, meldet wegen ſeiner Amerikareiſe auch gar nicht zur Mittelgewichts⸗Europameiſterſchaft, die von der Jil nach der Titel⸗Aberkennung Domgörgens neu aus⸗ geſchrieben worden iſt. Ein Schwergewichts⸗Boxturnier In der Zeit vom 3. bis 10. Dezember findet im Lon⸗ doner Cryſtal⸗Palaſt ein Schwergewichts⸗Turnier für den Nachwuchs ſtatt, zu dem ſich 29 Bewerber gemeldet haben. Unter den jungen angehenden Boxern ſind faſt alle Berufe vertreten, Farmer, Dock⸗ und Minenarbeiter, Mechaniker, Kaufleute, ja ſogar einen Schullehrer und einen Film⸗ ſchauſpieler findet man unter den Kandidaten, unter denen ſo manches wirklich brauchbares Talent ſtecken mag. Kampf der Uebergewichtler Im gut beſetzten Newyorker Madiſon Square Garden wurde am Freitag der erſte Kampf der Uebergewichtsklaſſe der„Kategorie der Dreadnoughts“, wie man dieſe in Ame⸗ rika bezeichnet, zwiſchen Primo Carnera und dem Argentinier Vittorio Campolo ausgetragen. Carnera war körperlich ſtark überlegen und brachte etwa 40 Pfund mehr auf die Waage als der Gegner. Etwa 12 000 Zu⸗ ſchauer wohnten der Veranſtaltung bei. Der über zehn Runden angeſetzte Kampf nahm ein vorzeitiges Ende. Denn Campolo, der die erſte Runde knapp für ſich buchen konnte, wurde in der zweiten Runde von Carnera k. o. geſchlagen, nachdem er kurz vorher ſchon bis neun die Bretter hatte auſſuchen müſſen. Bei derſelben Veranſtaltung mußte auch Teddy San d⸗ wina gegen Walter Cobb ebenfalls in der 2. Runde eine k..⸗Niederlage einſtecken. Berufsboxkämpfe in Magdeburg Dübbers gegen Charlier Das Programm für die am 4. Dezember im Magde⸗ burger Kriſtall⸗Palaſt ſtattfindenden Berufs⸗Boxkämpfe iſt bereits feſtgeſtellt. Den Hauptkampf beſtreiten der deutſche Leichtgewichtsmeiſter Franz Dübbers gegen den in dieſem Jahre noch ungeſchlagenen Franzoſen Charlier. Die wei⸗ teren Paarungen ſind: Konrad Stein— Saerens⸗Belgien, Leidmann— Eggerth, Volkmar— Eybel, Rietdorf— Spunner⸗Oeſterreich. Am das Vermögen der DSB. Zum Vergleichsverfahren bei Rüderer u. Lang Das gerichtliche Vergleichsverfahren der Münchener Bankfirma Rüderer u. Lang, bei der bekanntlich die Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik beträchtliche Mittel deponiert hatte, wurde jetzt abgeſchloſſen. Der Liquida⸗ tions⸗Vergleichsvorſchlag ſieht eine Qucte von 50 v. H. ver. Doch ſteht heute noch nicht ſeſt, ob der tatſächlich zu erztelende Liquidationserlös eine Quote in dieſer Höhe ermöglicht. Eine volle Befriedigung bei dieſem Vergleich haben nur die Gläubiger mit Forderungen bis zu 100 4 gefunden. 5 Damit haben die früher gehegten Befürchtungen, daß das ganze Vermögen der DS verloren ſei, erfreulicher⸗ weiſe keine Beſtätigung erhalten. Ein Reſt wird der Sportbehörde erhalten bleiben. Nur wäre es wirklich an der Zeit, daß man endlich einmal mit der Geheimnis⸗ krämerei bei der DSB aufhört und der Oeffentlichkeit mit⸗ teilt, welche Summen überhaupt bei dieſem Bankhaus an⸗ gelegt worden find. Kölner Sechstagerennen Nach 115 Stunden— Hürtgen⸗Miethe an der Spitze In der Nacht zum Mittwoch ging es vor 5000 Zuſchauern in der Kölner Rheinlandhalle verhältnismäßig recht ruhig zu. Eine von Piſnenburg angezettelte Jagd hatte zur Folge, daß Du ray⸗Martin eine Runde verloren. Um 1 Uhr nachts konnten Schorn⸗Bühler nach heftiger Gegenwehr des Feldes eine Runde aufholen. Während der 2 Uhr⸗Nacht⸗ wertung holten dann Hürtgen⸗Miethe zum entſcheidenden Schlage aus. Hürtgen ging im Anſchluß an den dritten Spurt dieſer Wertung in wilder Fahrt davon, und es ge⸗ lang ihm dank der guten Unterſtützung durch Miethe, dem Felde eine Runde abzunehmen. Alle Anſtrengungen des Feldes, den Verluſt wieder wettzumachen, ſcheiterten. Der Reſt der Nacht brachte keine Ereigniſſe von Belang mehr. Am Mittwoch nachmittag waren wieder 5000 Perſonen in der Rheinlandhalle. Kurz vor 4 Uhr unter⸗ nahmen Schorn⸗Bühler mit Damm⸗Dumm am Hinterrad einen Vorſtoß. Die beiden Paare waren bereits eine halbe Runde vom Felde weg, als Oszmella(der diesmal in Köln ein wirklich gutes Rennen liefert) und Hürtgen die Verfol⸗ gung aufnahmen und die Ausreißer wieder einholten. Als wenig ſpäter die Paare Duray⸗Martin und Zims⸗Perelaer kampflos eine Runde aufholten, wurde Miethe wegen Nichtnachſetzens vom Renngericht in eine Geldſtrafe ge⸗ nommen. Um 5 Uhr nachmittags, nach 115 Stunden, waren 2842.330 Kilometer zurückgelegt. Der Staud des Rennens: 1. Hürtgen⸗Miethe 72 P.— Eine Runde zurück: 2. Schön⸗Göbel 179 P.— Zwei Runden zurück: 3. Buſchenhagen⸗Frankenſtein 291 P. 4. Rieger⸗Tietz 216 P. 5. Pijnenburg⸗Bulla 167 P. 6. Osz⸗ mella⸗Braſpeyning 130 P.— Drei Run den zurück: 7. Schorn⸗Bühler 103 P.— Vier Runden zurück: 8. Damm⸗Dumm 95 Pp.— Fünf Runden zurück: 9. Zims⸗Perelaer 74 P.— Sieben Runden zurück: 10. Duray⸗Martin 118 Punkte. — New Porker Sechstagerennen Mac Namara⸗Guerra und Gebrüder Nickel⸗Berlin führen Beim Jubliäums⸗ Sechstagerennen in Newyork gaß ez in der zweiten Nacht wieder zahlreiche Jagden mit ſtar⸗ ken Rundengewinnen und Verluſten. Bei dieſen Jagden traten die Berliner 2 er Nickel zur allgemeinen Ueber⸗ raſchung ſehr vort j in Erſcheinung. Die unermüd⸗ lichen Vorſtöße der Deutſchen hatten zur Folge, daß ſie ſich mit dem auſtraliſch⸗itolieniſchen Paar Mac Namara⸗Guerta zuſammen on die Spitze des Feldes ſetzen konnten. Die deut merikaniſche Mannſchaft Dülberg⸗Grimm hlelt ſich ebenfalls mit im Vorderfeld und behauptete den vierten Platz. Nach 32 Stunden war der Stand des Rennens wie ſolgt: 1. Mac ro⸗Guerra 67.; 2. Gebr. Nickel 18 P Eine Runde zurück: 3. Giorgetti⸗Debaets 75.; 4. Dülberg⸗ Grimm 44 P. Zwei Runden zurück: 5. Letourneur⸗Guim⸗ bretiere 76.; 6. Alb. Buyſſe⸗van Buggenhont 72 P. 7 D. Saetta⸗Sheenan 22 P.— Die übrigen Mannſchaften lagen bis zu zehn Runden zurück. a Die ſüdoͤeutſchen Enoͤſpiele Da ſchon jetzt die Hälfte der Teilnehmer an den End⸗ ſpielen um die ſüddeutſche Fußball⸗Meiſterſchaft feſtſteht und bis auf wenige Ausnahmen der Reſt bis Weißnachten ermittelt ſein dürfte, hat der ſüddeutſche Verband den Be⸗ ginn der Endſpiele vorverlegt. Er baut damit erfreu⸗ licherweiſe ſpäteren Verzögerungen und Terminſchwierig⸗ keiten vor. Die erſten Endlämpfe ſollen bereits am 27. Dezember ausgetragen werden und auch der g. Ja⸗ nuar wird mit Endſpielen beſetzt werden.. Uruguay⸗Fußballer ſpielen in Deutſchland Der SV 1860 München ſteht zur Zeit mit den „Wanderers“ Uruguay, die gegenwärtig vor Pena⸗ rol und National Montevideo die Meiſterſchafts⸗Tabelle anführen, in Unterhandlungen. Die Leute aus Uruguay wollen im kommenden Frühfahr eine in Spanien begin⸗ nende Europareiſe unternehmen und im Laufe des Apr 1932 auch in Deutſchland einige Spiele austragen. 1 Bandola bleibt in Paris Die ausgezeichnete deutſche Steeplerin Bandola, dit ſich am Sonntag in Auteuil im Prix la Haye Jouſſelin, einem Handicap über 5500 Meter, erfolglos verſuchte, iſt in Maiſons Laffitte geblieben und wird im Laufe der nächſten Woche nochmals unter Jockey W. Hauſer in Auteuil ſtarten. Die Stute hat außerdem ein Engage⸗ ment am Donnerstag im Prix Agenda in Auteuil, das ſie jedoch unerfüllt läßt. Sage kal esicles Donnerstag, 3. Dezember Nationaltheater:„Das märchen von Vicki Baum, A5, Anfang 18 Uhr. Freier Bund— Städtiſche Kunſthalle: eee, von Dr. Lilli Fiſchel, Karlsruhe, über„Beckmann u Matiſſe“(Zur Frage der Nationalität in der modernen Malerei, 20.15 Uhr, Abteilung AK. Planetarium: 15 und 16 Uhr Beſichtigungen. Harmonie D 2, 6: Klavier⸗Abend von Alice Landolt, 20 Uhr. Harmonie(Hanſaſgal): Vortrag von Dr. Roman Boos, Dornach, über„Antropoſophie und Weltwirtſchaftskriſe“, 20.15 Uhr. Geſellſchaft für Erdkunde A 4, 1: Vortrag von Prof. Dr. Schucht über„Boden, Klima und Wirtſchaft im europäl⸗ ſchen Rußland“, 20 Uhr. Rhein⸗Neckarhallen: Weihnachtsverkaufsmeſſe, geöffwet von 10 bis 19 Uhr. Friebrichspark: Weihnachts⸗Kaffeeſtunde der Badischen Hausfrau, 15 Uhr; abends 20 Uhr: Großes buntes Pro⸗ gramm. Palaſthotel: Tanztee 20.30 Uhr. Kaffee Schleuer J 1, 6: Künſtlerkonzert ab 20 Uhr. Pavillon Kaiſer: Geſellſchaftstanz und Kabaretteinlagen al 20.30 Uhr. Pfalzbau⸗Kaffee: 5⸗Uhr⸗Tee: 20 Konzert und Tanz. Lichtſpiele: Univerſu m:„Tabu“.— Alhambra: Die Mutter der Kompagnie“.— Schauburg:„Dienſt iſt Dienſt“.— Roxy⸗ Theater:„Der Storch ſtreikt“— Gloria⸗Palaſt:„Eliſabeth von Oeſterreich“,— Scala⸗Theater:„Die ſingende Stadt“.— Polaſt⸗ Theater:„Das Ekel“.— Capitol:„Die Förſter⸗ chriſtel“, dumme Englein“, Weihnachts Miete A 14, Sondermtete Sehens würdigkeiten: Schloßbücherei: Geöffnet von—13 und von 1519 Uhr Städt. Schioßmuſenm: Geöffnet täglich von 10—19 Uhr und 14—16 Uhr; Sonntags von 11—17 Uhr.— Muſenm für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeughaus: Geöffnet von 15—17 Uhr.— Stüdtiſche Kunſthalle: Werktags(mit Aut; nahme Montags) geöffnet von 10—13 und 1416 Uhr; Sonntags von 11—16 Uhr durchgehend.— Sternwarte am Friedrichspark: Ausſichtsturm mit umfaſſendem Rundblick, geöffnet von—12 und von 14—16 Uhr. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Dezember 2——. Rhein- Pegel 27. 26 l. 2 f s ſTmegar-Begel 28 1 Bafel 0 100,08 080 LZ Jo, III Schuster inſel 9 35 J. 47.3.7.8e] Mannteim.89.81 7205 ̊Z. axau..61.6/4.53.48 3 5175 A 59800 Mannheim,.30.81.20.19.22 Plochingen..280,29 b Caub..84.5“ 1561.52.47 Köln.311.384.40.88.34 PTV Chefredakteur: Kurt Fiſchet len Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner Feutleton! Dr. Stele Kayſer Kommunalvolitit und Lokales: 5 ard Schbafelde! Südweſtdeutſche Umſchau, Gericht und den übrigen Lell: Franz Kirche Sport und Bermiſchtes: Willu Müller. Handelsteil! Kuna Anzeigen und geſchäftliche Mittellungen: Jäkob Faude, fänuiſch Mannheim N e Drucker und Verleger: Druckerel Dr Haas Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim k 1, 4 Für unverlangte Beitrage leine Gewähr ⸗Rllckſendung nur bei Rückvorte Geſchäftliche Mitteilungen „ Dienſt am Kunden. Die Maggi⸗Geſellſchaft ist 15 einer praltiſchen Neuerung herausgekommen. Jeder 5 braucher von Maggi's Erzeugniſſen, der Umhüfkungen 5 Würfel oder die den einzelnen Artikel beigefügten 910 ſcheine ſammelt und an die Maggi ⸗Geſellſchafk, Beru, einſendet, kann ſich die ausgeſetzten Prämien verſcha 10 Es werden Löffel, Gabeln, Meſſer, Servietten, Tach Taſchentücher und andere brauchbare Artikel ausgegene Auch der Sportfreunde iſt bei der Auswahl der Prämte gedacht durch Turiſtenkocher, Fußbälle und dergl. Terhaut in Spielwaren wegen Aufgabe dieses Artikels Nur reduziert ohne Rücksicht auf die früheren Pieise, besonders für Vereine zur Weihnachtsverlosung sehr geeignet. U Benutzen Sie diese selten günstige Gelegenheit, denn das gibt's nur einmal! Das kommt nicht Wedel 4 5 Es sind große engen vorhanden— Jetzt ist die Auswahl noch groß Spielwaren wollen wir nicht mehr führen, wir wollen schnellstens räumen. Oie Preise 8d% Breite Straße Preise bis 2 40% ermäßigt Sonntags von 1 6 Uhr geöffne 2 AS S ron 8 ee 42 1 06 1* * As Baden Von politiſchen Gegnern überfallen Bruchſal, 2. Dez. Wie erſt jetzt bekannt wird, wurde am Samstag der Landtagsabg. Berberich vom Zentrum auf dem Heimwege ohne jeden Anlaß pon drei jungen Nationalſozialiſten überfallen. B. verſetzte dem einen der Angreifer einen Stockhieb. Die drei hatten ihm aufgelauert und zwar ganz in der Nähe der Polizeiwache. 20000 Perſonen beſichtigten die neuen Univerſitäts⸗ kliniken * Freiburg i. Br., 3. Dez. Am Sonntag waren die neuen Univerſitätskliniken zur öffentlichen Be⸗ ſichtigung freigegeben worden. Nicht weniger als 20000 Perſonen ließen ſich dieſe Gelegenheit nicht entgehen, die neuen Kliniken kennen zu lernen. Landwirtſchaftliche Anweſen eingeäſchert * Mühlbach bei Eppingen, 2. Dez. In der in der Hauptſtraße gelegenen Doppelſcheune der Land⸗ wirte Steinmann und Schäufele brach morgens Feuer aus, dem das ganze Gebäude zum Opfer fel. Auch reiche Vorräte gingen in Flammen auf, o daß ein Schaden von mehreren Tauſend Mark entſtand. Durch das tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr konnte das Wohnhaus gerettet werden. Die Brandurſache iſt unbekannt. Honau(Amt Kehl), 2. Dez. Am Montag abend brach in dem Anweſen des Landwirts Auguſt Zritſch ein Brand aus, dem in kurzer Zeit die ganzen Gebäulichkeiten zum Opfer fielen. Das Großvieh konnte nur mit großer Mühe gerettet wer⸗ den, während Kleinvieh, Geflügel, Gerätſchaften, Erntevorräte und ein Teil der Fahrniſſe dem Brande zum Opfer fielen. Es wird Kurzſchluß vermutet. * Eſchbach(Amt Waldshut), 2. Dez. In der ver⸗ gangenen Nacht gegen 1 Uhr brach in der Scheune des landwirtſchaftlichen Anweſens des Altbürger⸗ meiſters Adolf Süß Feuer aus, dem Wohn⸗ und Oekonomiegebäude zum Opfer fielen. Das Vieh und der größte Teil der Fahrniſſe konnten gerettet werden. Der Gebäudeſchaden beträgt 17000 J. Man vermutet Brandſtiftung. Zirkus Barum reiſt nach Moskau * Lörrach, 3. Dez. Zirkus Barum, der bekannt⸗ lich in Lörrach in Schwierigkeiten geraten iſt, iſt ſo⸗ welt wieder flott gemacht worden, daß er für den Winter nach Moskau überſiedeln kann, wo er gastieren wird. Ein Teil des Wagenparks über⸗ wintert in Lörrach. * * Rauenberg(Amt Wiesloch), 2. Dez. Dem Land⸗ wirt Emil Laier wurden aus ſeinem im letzten Jahre angelegten Weinberge etwa 500 ein⸗ und zwei⸗ lührige Rebſetzlinge geſtohlen. Dem Landwirt König aus Rotenberg wurden eine größere Anzahl Setzlinge ausgeriſſen. 88. Nußloch, 2. Dez. Um der in unſerer Gemeinde beſonders großen Notlage etwas zu ſteuern, veran⸗ ſtaltete dis Feuerwehrkapelle unter Leitung res Kapellmeiſters Auguſt Ziegelmüller im Saale zum Lamm ein Wohltätigkeitskonzert. Pfarrer Menke dankte im Namen der Zuhörer der Muſtkkapelle und ihrem Leiter für die Opferbereit⸗ 55 und wünſchte der Kapelle weitere gute Entwick⸗ Karlsruhe, 3. Dez. In der Gottesauerſtraße wurde geſtern abend ein lediger Maler in bewußt⸗ loſem Zuſtand auf dem Gehweg liegend aufgefunden. an ſtellte Vergiftungserſcheinungen feſt und ver⸗ brachte den Mann ins Krankenhaus. Karlsruhe, 2. Dez. Die zugunſten des Obdach⸗ heimes in Mühlburg vom katholiſchen Fürſorge⸗ verein verananſtaltete Puppen ⸗Ausſtellung ergab einen Reingewinn von 5302. 15 000 zahlende Beſucher wurden während der. W 5 Miß ſtän de im Handwerk Vollverſammlung der Handwerkskammer Kaiſerslautern * Kaiſerslautern, 2. Dez. Die 71. Vollverſammlung der Handwerkskammer der Pfalz fand heute vormittag im Kammergebäude ſtatt. An dieſer war als Vertreter der Kreisregie⸗ rung Oberregierungsrat Dr. Poeverlein zugegen. Die Tagung war eine Geſchäftsſitzung, die Wege zeigen ſollte zur Behebung der kataſtrophalen Miß⸗ ſtände im Handwerk. Den Jahresbericht erſtattete Syndikus Dr. Weber. Nachdem der Bericht ſämtlichen Mitgliedern bereits vorlag, beſchränkt e ſich der Referent nur auf all⸗ gemeine Darlegungen. Mit der Frage der Alters⸗ verſorgung habe ſich der Deutſche Handwerks⸗ kammertag befaßt. Es ſei feſtgeſtellt worden, daß eine Zwangsaltersverſicherung nicht durchgeführt werden könne, daß das Handwerk vielmehr die kleine Lebensverſicherung pflegen müſſe. Die Wirtſchafts⸗ lage in der Pfalz kennzeichne ſich dadurch am beſten, daß man die Konkurs⸗ und Vergleichsverfahrensziffern beachte. Dieſe ſeien im letzten Jahre kataſtrophal in die Höhe gegangen. Der Redner behandelte die Bemühungen der Kammer in der Frage der Preisbildung. Bezüglich der Reichs weſthilfe habe die Kammer ſowohl über die Kreisregierung der Pfalz als auch über den Deutſchen Handwerks⸗ und Gewerbekammertag ver⸗ ſucht, dem Handwerk Berückſichtigung zu verſchaf⸗ fen. Das Ergebnis ſei jedoch leider ſehr mager, denn es hätte feſtgeſtellt werden müſſen, daß die im Reichshaushalt eingeſetzten Mittel faſt gänzlich ver⸗ griffen waren. Auf dem Gebiet der Wohnungs⸗ wirtſchaft habe ſich in ſteigendem Maße Beſchwerde⸗ material ergeben, weil die ſtaatlichen Wohnungs⸗ darlehen und Mietzinsſteuermittel nicht rechtzeitig zur Auszahlung gelangten. Die Folge hiervon ſei eine mehr und mehr um ſich greifende Zahlungsunfähigkeit von Bauherren geweſen. Den Siedlungsplänen der Reichsregierung ſtehe die Kammer ablehnend gegenüber. Bezüglich der Geld⸗ und Kreditverſorgung des Handwerks habe ſich die Kammer nachdrücklich für eine reichsſeitige Stützung und Pflege der Genoſſenſchaftsbanken ein⸗ geſetzt. Einen breiten Raum der Kammerarbeit nahmen die Bemühungen hinſichtlich einer unmittelbaren Förderung der Handwerksbetriebe ein. wurde insbeſondere eine Verbilligung des So desgleichen laufen Beſtrebungen auf eine Senkung der Elektrizitätskoſten. Beſondere Sorg⸗ falt ſei den Maßnahmen und Einrichtungen ge⸗ ſchenkt worden, die das Handwerk gegen Krankheit, Alter und Invalidität zu ſchützen berufen ſind. Den zweiten Vortrag hielt Kammerdirektor Dr. Krug über aktuelle Fragen des Handwerks. Der Redner ging auf die Lage des pfälziſchen Handwerks den Mittelpunkt angeſtrebt, im beſonderen ein und ſtellte in ſeiner Ausführungen folgende Forderungen: Um⸗ fangreicher Aufgaben⸗ und Ausgabenabbau in der geſamten öffentlichen Verwaltung, Senkung der To⸗ rife bei Poſt und Reichsbahn und den ge meindeeige⸗ nen Betrieben, Abbau der Steuer⸗ und Soziallaſten, Reorganiſation der Kapitalbeſchaffung und erträgliche Zinſenhöhe, grundſätzliche Neuerung der Kartell⸗ geſetzgebung, Auflockerung der überſpannten Bindung des Arbeitsmarktes, Beſeitigung aller Rechte der Zwangswirtſchaft, beſonders im Wohnun ꝛsweſen. Durch die Sperrung der Baudarlehen des Reiches ſei das Bau⸗Haupt⸗ und Nebengewerbe in der Pfalz am Zuſammenbrechen. Experimente auf dem Gebiete des Siedlungsweſens müſſe ſich das Reich ſparen, da ſonſt die hierfür ausgegebenen Gelder ber⸗ pulvert würden. Die Schwarzarbeit führe das Hand⸗ werk dem Ruin entgegen. Es ſei verkehrt, durch eine jetzige Lohnſenkung dem Uebel in der Wirtſchaft be⸗ gegnen zu wollen. Im Anſchluß an die beiden Vorträge folgte eine angeregte Ausſpra che, in der von verſchiedenen Vertretern des Handwerks ſcharfe Maßnahmen der Kammer und des Handwerks gefordert wurden. Eine diesbezügliche Entſchließung ſoll den Reichs⸗ und Staatsbehörden zugeleitet werden. Eine(nfrage wegen der ſteuerlichen Bewertungsziffern für die Pfalz beantwortete Syndikus Dr. Weber dahin, deß in beſonderen Härtefällen Ausnahmen gemacht würden. Die Jahresrechnung ſchließt mit einer Einnahme von 256 738/ und einer Ausgabe von 224 426. Die Mehreinnahme beträgt ſomit 32 312. Der Er⸗ holungs⸗ und Geneſungsheim⸗Fonds beträgt zur Zeit 6564„, der Fürſorge⸗Fonds für ſelbſtändige Hand⸗ werker 3012. Für unmittelbare Förderung des Handwerks ſieht der Etat einen Geſamtbetrag von 243 945/ vor. Präſident Emig ſchloß darauf Telefonverkehrs unter Dankesworten die Sitzung. Die Not im Weinbau g s* Mainz, 2. Dez. Der Vorſtand des Deutſchen Weinbau⸗Verbandes hat ſich in ſeiner hier abgehaltene Sitzung ver⸗ pflichtet gefühlt, die Aufmerkſamkeit der Reichs⸗ und Staalsbehörden auf nachfolgenden Tatbeſtand beſon⸗ ders hinzulenken: Die Not im Weinbau, beſonders in den nördlicher gelegenen Weinbaugebieten, iſt in den letzten Wochen infolge weiteren Abgleitens der Weinpreiſe bis zu einem bisher nicht dageweſenen Tiefſtande ſtetig noch gewachſen. Nur Rückgewinnung der Rentabilität kann die Not endgültig bannen. Bis dahin iſt aber unverzüglich Sorge dafür zu tragen, daß das Laſten⸗ ousmaß, hervorgerufen durch die Höhe der Zinſen für die zahlreich bis zum äußerſten aufgenommenen Kredite, verringert wird. Die Ausſichten bei all der Not, daß gleichſam nur noch eine Anerkennungsgebühr für den Uebergang des Weins vom Winzer zum Händler oder Konſumenten gezahlt wird, hat in ver⸗ ſchiedenen Weinbaugebieten eine außerordentliche Spannung hervorgerufen. Der Deutſche Weinbauverband hat ſchon vor Monaten die Reichsregierung auf die Dringlichkeit der Einleitung einer Entſchuldungsaktion für den Wein bau aufmerkſam gemacht. Geſchehen iſt aber bis heute nichts. Der Deutſche Weinbauverband wiederholt in letzter Stunde mit allem Nachdruck die Vorſtellungen auf eine ſyſtematiſche Beſſerung der Lage: Die Zin⸗ ſen der Schulden auf mindeſtens Vorkriegshöhe ab⸗ zulenken und Hand in Hand damit einen möglichſt weitgehenden Zahlungsaufſchub und Vollſtreckungs⸗ ſchutz einzuräumen. Die rigoroſen Kreditkündigun⸗ gen der Kreditinſtitute und ſonſtiger Gläubiger, wie ſie heute geſchehen, ſind geeignet, das Vertrauen des Winzers vor allem auch zu ſich ſelbſt und ſeiner Ar⸗ beit ganz verſchwinden zu laſſen. Neben dieſer vor⸗ dringlichen Aufgabe für Reichs⸗ und Staatsbehörden behalten die in der Entſchließung des diesjährigen Weinbaukongreſſes vorgeſchlagenen Maßnahmen zur Verbeſſerung der Lage des Weinbaues gleichmäßig verſchärft auch ihre Bedeutung und ſind ſomit gleich⸗ falls ſchleunigſt durchzuführen. Aus der Salz Kundgebung gegen die Kriegsſchuldlüge * Zweibrücken, 2. Dez. Die Arbeitsgemeinſchaft der Militärvereine veranſtaltete im großen Saal der Feſthalle eine Kundgebung gegen den Ver⸗ ſailler Vertrag, wozu die Fahnenſektionen unter Vorantritt des Trompeterkorps des Kavallerie⸗ vereins zur Feſthalle marſchierten. Nach Aufmarſch der Fahnenabteilungen auf dem Podium begrüßte Rechtsanwalt Schuler die große Verſammlung, zu der auch das Saargebiet zahlreiche Vertreter entſandt hatte. Dann ſprach Oberſt v. Füchtbauer über die Notwendigkeit des Rüſtungsausgleiches zwi⸗ ſchen den Völkern und über die Gleichberechtigung Deutſchlands in der Sicherheits⸗ und Wehrfrage. In einer Entſchließung wurden die Forderungen näher formuliert, deren Vertretung von der Reichsregte⸗ rung bei der bevorſtehenden Abrüſtungskonferenz verlangt wurde. Das Deutſchlandlied beſchloß die Kundgebung, in deren Verlauf auch der gefallenen Helden ehrend gedacht wurde. * * Neuſtadt a. d.., 3. Dez. Die Villa Schle⸗ reth mit einem Morgen Land ging um 26 000 Mk. an den hieſigen Regierungsbaurat Kerner über. Vor dem Kriege war auf das herrſchaftliche Anweſen eine Hypothek von 85 000 Mk. eingetragen. Wenn die Villa heute auch Erneuerungen nötig hat, o ſpricht der niedrige Preis doch deutlich für den derzeitigen Rückgang der*VVCV * Waldfiſchbach((Amt Pirmaſens), 3. Dez. Geſtern morgen wurde der beim Amtsgericht in Walöfisch⸗ bach bedienſtete Juſtizſekretär Jakob Börzler im Walde in der Nähe des Ortes erſchoſſen auf⸗ gefunden. Es liegt zweifellos Selbſtmord vor. Die näheren Umſtände und insbeſondere das Motiy zu der Tat ſind noch unbekannt. Nleine Miiiteiſunngen 31 Kommuniſten unter Anklage * Hirſchhorn a.., 2. Dez. Am Montag, den 30. Nov. hatten ſich vor dem hieſigen Amtsgericht 31 Angeklagte zu verantworten, die ſich eines Vergehens gegen eine im März 1930 erlaſſene Ver⸗ ordnung der heſſiſchen Staatsregierung ſchuldig ge⸗ macht hatten. Anläßlich eines Rotfronttages am 5. Juli in Eberbach begaben ſich Mitglieder der KPD. aus Heidelberg und Umgebung im Laſtauto nach Eberbach und durchfuhren bei dieſer Gelegenheit auch heſſiſches Staatsgebiet, wo derartige Demonſtra⸗ tionsfahrten ſtreugſtens unterſagt ſind. Die Ver⸗ handlung nahm einen vollen Tag in Anſpruch. Sie wurde gegen ſechs Uhr abends abgebrochen und die Urteilsverkündung auf Montag, 7. Dezember, vertagt. 18 jähriges Mädchen verübt Selbſtmord * Darmſtadt, 2. Dez. Auf der Strecke Darmſtadt⸗ Eberſtadt warf ſich heute die 18jährige Eliſabeth Daechert aus Eberſtadt vor einen Perſonenzug. Das Mädchen, deſſen Beweggründe zur Tat noch nicht feſtſtehen, wurde auf der Stelle getötet. Verhaftung eines Mainzer Notars * Mainz, 1. Dez. Der 58jährige Notar Friedrich Karl Bohn wurde wegen Veruntreuung amtlicher Gelder feſtgenommen. Bohn hat vor mehreren Ta⸗ gen einen Urlaub beantragt mit der Begründung, daß er ſich einer Operation unterziehen wollte. Der Urlaub wurde ihm gewährt. Als er jedoch im An⸗ ſchluß daran ein Geſuch um Verſetzung in den Ruheſtand einreichte, erſchien Bohn verdächtig, worauf die Bücher einer eingehenden Reviſion unterzogen wurden. Dabei ſtellte es ſich heraus, daß der Notar etwa 30 000 Mark amtlicher Gelder ver⸗ untreut hatte, indem er von Klienten empfangene Gelder nicht in die Bücher eintrug. Die Gelder hatte Bohn weiterverliehen. Uaberkinger Adelbeidguelle Vorzüglich gegen Meren- und Blasenleiden Calle Eler 2. 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Der Vor⸗ ſitzende des Am machte zum Geſchäftsbericht noch er⸗ gänzende Ausführungen, in denen er zunächſt die Lage der deutſchen Wirtſchaft ſtreiſte und erklärte, noch ſei das Ende dieſer Entwicklung nach der wirtſchaftlichen und nach der innenpolitiſchen Seite nicht abzuſehen. Trotz aller dteſer Schwierigkeiten ſei die Geſellſchaft in der Lage, befriedigende Gewinnziffern aufzuweiſen. Es habe ſich wiederum gezeigt, daß das Verſicherungsgeſchäft ſoweit es, wie hier, umſichtig betrieben und nicht mit weſensſremden Geſchäften verkoppelt ſei, von der all⸗ gemeinen Lage nicht in dem Maße beein⸗ [lußt werde, wie die übrigen Wirtſchafts⸗ z weige. Zu den bekannten Vorkommniſſen im Verſicherungs⸗ gewerbe führte der Redner, Aug uſt von Fink, aus, daß die deutſche Oeffentlichkeit erfüllt ſei von Vorkomm⸗ niſſen, leider auch im Verſicherungsgewerbe, die, wenn zwar Ausgeburten einer kranken Zeit, ſo doch geeignet ſeien, das Vertrauen zu dem Geſchäftsgebaren der deutſchen Aktien⸗ eſellſchaften ernſtlich zu erſchüttern. In der ſchärfſten erurteilung ſolcher Einzelfälle ſei man ſich einig; Berallaemeinerungen jedweder Art dürften jedoch keineswegs gemacht werden. Vorkommniſſe wie da und dort, ſeien bei der Münchener Rückverſicherungsgeſellſchaft völlig ausgeſchloſſen. Zur Verwendung des Reingewinns bemerkte der Red⸗ ner, daß die ſchweren Störungen in der ganzen Weltwirk⸗ ſchoft, beſonders die Wertverſchie bungen in ner⸗ halb der einzelnen Deviſen, auch auf die Ge⸗ ſellſchaft nicht ohne Folgen bleiben konnten. Manches ſchien dafür zu ſprechen, für das abgelaufene Geſchäftsjahr non der Au üttung einer Dividende abzuſehen und den erzielten Reingewinn auf neue Rechnung vorzutragen. An⸗ dererſeits ſei aber dos Verſicherungsgeſchäft ouch im neuen Jahre bis jetzt im ganzen zu⸗ friedenſtellend verlaufen. Man hätte es als ein Unrecht gegen die Aktionäre angeſehen, nach einer größeren Abſchreibung auf Wertpapiere den erzielten Rein⸗ gewinn vorzuentahlten. Aber auch als ein Unrecht gegen die Allgemeinheit, dos ſo ſehr geſunkene Vertrauen in die Aktie noch weiter zu erſchüttern. Auf Anfrage eines Aktionärs, warum öͤas Vermögen der Geſellſchaft faſt ausſchließlich in Wert⸗ papieren angelegt werde und nicht in erſten Hypo⸗ theken, erwiderte Geheimrat Dr. Kißkalt, daß man ſich für die Wertpapiere entſchloſſen habe, da dieſe eine doppelte Garantie darſtellten, nämlich durch Beteiligungen an anderen Verſicherungsgeſellſchaften und dadurch gegebene günſtige Geſchäfts möglichkeiten. Eine weitere Frage, die die Hermes Kreditverſicherungsgeſellſchart, Berlin, be⸗ traf, wurde dahin beantwortet, daß die Geſellſchaft nach ſtreug ſoliden Grundſätzen verwaltet werde. Der augen⸗ hlickliche Aktienkurs habe mit dem inneren Wert der Geſell⸗ ſchaft wohl nichts zu tun, da ja auch andere große Geſell⸗ ſchaften aus allen Branchen heute ſchlechte Aktienkurſe zeigten. Größere Eutlaſſungsanträge bei Schieß⸗Defries AG., Düſſeldorf. Wie wir erfahren, iſt die Schieß⸗Defries AG., Düſſeldorf, zur Zeit noch ausreichend beſchäftigt, wenn in den letzten Tagen auch vereinzelte Entlaſſungen erfolgen mußten. Der Auftragseingang ſei aufgrund der all⸗ gemeinen wirtſchaftlichen Verhältniſſe zur Zeit unbefrie⸗ digend. Mit Rückſicht auf die noch ungeklärte weitere Ent⸗ wicklung mußte vorſorglich an die zuſtändige Stelle Antrag auf Entlaſſung von 400 Mann Gas Werk beſchäftigt zur Zeit etwa insgeſamt 1800 Leute) ge⸗ ſtellt werden, über den demnächſt verhandelt wird. Die Entlaſſungen würden, wenn nicht in der Zwiſchenzett neue Aufträge eingehen ſollten, im Laufe des Monats Januar nächſten Jahres zur Auswirkung kommen. Der Sturz des engliſchen Pjundes und ſeine Lehren Am 21. Sept. d. J. rückte das engliſche Imperium von der Goldwährung ab und überlteß das Pfund Sterling ſei⸗ nem Schickſal. Seitdem ſind zehn Wochen ins Land gegan⸗ gen und die Erfahrungen, die Großbritannien und die Welt⸗ wirtſchaft mit dieſem Experiment machten, ſind wahrlich nicht dazu angetan, eine Nachahmung zu empfehlen. Gan z beſonders ſollte Deutſchland aus dem Ver⸗ fall der engliſchen Währung etwas lernen; zeigt dieſes Elementarereignis doch, wie ſchwierig es ſelbſtfür ein kapktalkräftiges Land iſt, eine Lawine zum Stehen zu brin⸗ gen, die aus irgendeinem Grunde ins Rollen kam. Auch wenn England es ſich äußerlich nicht anmerken läßt, tut ihm der übereilte Schritt ſicherlich ſchon ebenſo leid, wie die ſeinerzeitige voreilige Stabiliſierung des Pfundes auf der Goldparität. Dabei kann man nicht einmal behaupten, daß die Finanz⸗ welt Großbritanniens leichtſinnig vorgegangen iſt. Im Gegenteil: bereits längere Zeit vor dem Abrücken vom Golöſtandard hatte der Gouverneur der Bank von England, Montague Norman, alle Vorbereitungen getroffen, um das Abgleiten des Inſelreiches in eine Inflation zu verhüten. Er legte der City ſcharf die Zügel an und ſorgte dafür, daß die Kredite knapper und knapper wurden. Allein die Wechſeldiskontierungen gingen in England ſeit Juli d. J. um 900 Mill.„ zurück und auch der Notenumlauf iſt über das normale Volumen hinaus nicht angewachſen. Gleichzeitig verringerte die Bank von England ihre Vor⸗ ſchüſſe an 8 und Gewerbe um 320 Mill./ Wenn man noch berückſichtigt, daß die Aktion am 21. September mit einer Erhöhung der Dis kontrate auf 6 v. H. eingeleitet wurde, ein Satz, der in der engliſchen Geſchichte zu den größten Seltenheiten gehört, ſo hat Montague Nor⸗ man tatſächlich alles getan, den dortigen Geldmarkt vor Er⸗ ſchütterungen zu bewahren. Die engliſche Induſtrie macht ihm bereits auch den Vorwurf, daß die von der Bank von England betriebene Deflationspolitik die Wirkungen der Pfund⸗Baiſſe, die einen erhöhten Abſatz nach ſich zog, zu einem großen Teil wieder aufhebe. Unter dieſem Geſichtswinkel erſcheint es ſchleier⸗ haft, wie die Pfund Sterling⸗Deviſe in zwei Monaten einen Sturz um über 30 v. H. erleiden konnte. Hinter des Rätſels Löſung kommt man allerdings ſehr ſchnell, wenn man ſich überlegt, daß die engliſche Währung heute, wo ihr die ſtabile Baſis fehlt, von Zufäl⸗ ligkeiten abhängig iſt. Die drohenden Schutz⸗ g 6 1 He haben zu einer ſtarken Vorverſorgung der engliſchen Kaufmannſchaft mit Importartikeln aller Art geführt, und während in normalen Zeitläuften die Bezahlung der Ein⸗ fuhren ſich auf eine längere Zeit ausdehnte, iſt ſeit dem 21. Sept. das Barzahlungsſyſtem eingeführt, das ſich natur⸗ gemäß bei der Häufung der Warenbezüge in einem Abglei⸗ ten des engliſchen Pfundes ausdrücken mußte. Hier rächt ſich alſo die Verſchärfung der Vertrauenskriſe, die England mit ſeinen Maßnahmen herbeigeführt hat. In Großbritan⸗ nien ſelbſt verſucht man allerdings auch die Politik für den Pfundſturz verantwortlich zu machen und nennt u. a. Frankreich als den Störenfried. Ob dieſe Vermutung zutrifft, iſt ſchwer zu ſagen, viel Wahrſcheinlich⸗ keit beſteht dafür nicht, dent die Pfund⸗Abgaben der letzten Tage ſtammen, ebenſo wie aus Paris auch aus Newyork und Amſterdam. Die Niederländiſche Bank macht gar kein Hehl daraus, daß ſie ihr Engagement in engliſcher Währung 18,5 Mill. Oſtrl.) ſelbſt um den Preis eines hohen Verluſtes zum größten Teil glattgeſtellt hat. Die Newyorker Abgaben aber hängen mit Beſorgniſſen über die Zuſpitzung der Loge in Deutſchland zuſammen, die beſonders England ſtark be⸗ rühren mußte. Nimmt man noch die Betätigung der inter⸗ 8 Neue Großbanken⸗FJuſion? Das deutſche Bankgewerbe im Kampf gegen die Kriſe Seit das Reich in Verbindung mit der Bankenſchließung an der Danat⸗Bank und der Dresdener Bank direktes In⸗ tereſſe genommen hat, wollen die Gerüchte nicht mehr ver⸗ ſtummen, daß große Umgruppierungen im deutſchen Bank⸗ gewerbe bevorſtehen. Eine zeitlang ſtand das Problem der Fuſionierung von Großbanken im Vordergrund des In⸗ tereſſes. Im Augenblick iſt die Lage deshalb ſehr undurch⸗ ſichtig, weil man nur weiß, daß zwiſchen den einzelnen Großbankleitern Verhandlungen geführt werden, man aber nicht darüber im Klaren iſt, worauf ſich dieſe Beziehungen beziehen. Von allen Seiten wird die dringende Forderung erhoben, daß zur Erleichterung der Wirtſchaft die hohen Speſen für Bankſchulden abgebaut werden. Dabei be⸗ hauptet man, daß die Banken infolge der großen Zinsſpanne zwiſchen dem Geld, das ſie von der Reichsbank bekommen und wieder ausleihen, unverdient hohe Gewinne einſtecken. Tatſache iſt, daß ſich aus dieſer Zins differenz über⸗ haupt nur noch die einzigen Einnahmen der Bank ergeben. Das Emiſſionsgeſchäft iſt nicht allein ſeit über Jahresfriſt völlig lahmgelegt, ſondern man muß damit rechnen, daß es ſelbſt auf einen längeren Zeitraum betrachtet, nicht wieder in Gang geſetzt werden kann. Alle übrigen Geſchäfte der Banken ſind zu Ver⸗ luſtgeſchäften geworden. Der ganze Apparat des deut⸗ ſchen Bankgewerbes iſt darüber hinaus im Vergleich zu der Schrumpfung der Geſchäfte viel zu groß. Die Inveſtittonen, die man in der Inflationszeit durch den Bau gewaltiger Bankpaläſte gemacht hat, ſind heute zu einem großen Teil wertlos geworden, weil der Umfang der Geſchäfte ſo redu⸗ ziert iſt, daß dauernd Perſonal abgebaut werden muß. Es ſcheint ſogar, als ob noch immer nicht die unterſte Grenze erreicht wurde, vielmehr erwägt man, eine wet⸗ tere Zahl von Bankfilialen eingehen zu laſſen, die ſich nicht mehr rentieren, weil die mit der Offenhaltung der Zweigſtellen verbundenen Unkoſten zu hoch ſind. Die Verringerung des Speſenapparates ſoll alſo erneut auf Koſten eines Perſonalabbaus vor ſich gehen, ab⸗ geſehen davon, daß nicht unerhebliche Beträge durch den Ausfall der hohen Mietszahlungen geſpart werden können. Andererſeits darf die ſofortige Auswirkung der Schließung der Bankfilialen auch nicht überſchätzt werden, weil die Mietverträge zum Teil auf mehrere Jahre abgeſchloſſen ſind, ſodaß ſelbſt bei Schließung einer Filiale der Mietzins weitergezahlt werden muß. Durch die Stützungsaktion des Reiches iſt das Vertrauen auf die Sicherheit der Großbanken wiederhergeſtellt worden. Man glaubt allgemein, daß die direkte Intereſſennahme des Reiches allmählich wieder ab⸗ gebaut werden kann, allerdings unter der Vorausſetzung, daß die jetzt eingetretene Beruhigung anhält. Die Reichs⸗ beteiligung an den Banken wurde immer nur als ein Proviſorium betrachtet. Sie war für Notzeiten be⸗ rechtigt, ͤarf aber kein Dauerzuſtand werden, weil das Reich nicht ſtändig mit Riſiken belaſtet werden darf, die über die ihnen zuſtehenden Aufgaben hinausgehen. Die Bankbilanzen zu Ende Okteber zeigten, daß der Kreditorenſchwund bei der Großbank ſich weiter in verſtärftem Maße fortageſetzt hat. Er beläuft ſich allein bei den ſechs Berliner Großbanken auf 373 Millionen gegen⸗ über 187 Millionen im Vormonat und bei ſämtlichen be⸗ richtenden Kreditbanken auf 414 Millionen. Man ſchätzt, daß die Hälfte des Kreditoren rückganges auf das In land, die andere Hälfte auf das Ausland ent⸗ fällt. Schon das allein zeigt, wie groß der Geſchäftsrück⸗ gang iſt. Wenn im Augenblick noch keine entſcheidenden Entſchlüſſe gefaßt werden, ſo liegt dies hauptſächlich daran, daß man gewirkt haben, um die engliſche Währung ins Wan⸗ ken zu bringen. Sollte die Bank von England bei ihrer Deflationspolitik bleiben, ſo müßte nach menſchlichem Er⸗ meſſen in dem Augenblick eine Erholung des Pfundes ein⸗ treten, in dem ſich die Zahlungsbilanz ausgleicht. Aller⸗ dings iſt ein Moment unberechenbar, das alle Vermutungen über den Haufen werfen kann: die Kapitalflucht. Das ſtolze England, das bei Ausbruch des Weltkrieges ruhig die Goldeinlöſungspflicht für die Noten aufheben konnte, ohne Gefahr zu laufen, Währungserſchittterungen ausgeſetzt zu ſein, iſt jetzt von der Seuche der Kapitalverbringung in ſtärkſtem Umfange befallen. Luxemburg heißt das Paradies der aus England mit ihrem Kapital Auswandern⸗ den. Läßt ſich dieſer Prozeß mit techniſchen Mitteln und mit dem Appell an den engliſchen Stolz nicht aufhalten, ſo muß man um die weitere Entwicklung des Pfundes beſorgt ſein. Für Deutſchland ergeben ſich die Schluß ⸗ folgerungen von ſelbſt. An der Reichsmark darf nicht gerüttelt werden, ſonſt muß es genau wie Großbritan⸗ nien zum Barzahlungsſyſtem übergehen und ſeine Wäh⸗ rung wäre je nach dem Stande des Außenhandels größeren oder geringeren Schwankungen ausgeſetzt. Dabei ſind noch die pſychologiſchen Wirkungen ganz außer Anſatz gelaſſen, die nach den Erfahrungen des deutſchen Volkes mit der Mark in den Jahren 1918 bis 1923 mit zu berückſichtigen ſind. Aus dieſem Grunde müſſen auch alle jene Vorſchläge abgelehnt werden, die einer Devalvation(Minderung des Goldwertes der Reichsmark auf 80 Pfg.) das Wort reden. Kommt das deutſche Geld erſt einmal auf die ſchiefe Ebene, dann gibt es kaum ein Mittel, die Abwärtsbewegung zu bremſen. Der Weg, den Deutſchland zu gehen hat, liegt demnach klar vorgezeichnet: Stabilität der Reichs ⸗ mark, ſelbſt unter Hinnahme ſchmerzlicher niemand für möglich gehalten hätte, muß man ſich auf alle Verluſte. 1 Berlin, 2. Dez.(Eig. Dr.) Die Tendenz des Berliner Freiverkehrs blieb auch im Laufe des Tages weiter ſchwach. Das Angebot in Reichsbankanteilen hielt an, der Kurs ging erneut um 1 bis 2 v. H. zurück, ſodaß ein Tagesverluſt von mehr als 5 v. H. entſtanden iſt. An den übrigen Märkten hielten ſich die Kursrückgänge in engeren Grenzen; die ſchwache Haltung der deutſchen Werte an der heutigen Züricher Börſe blieb, ſpeziell am Elektromarkt, nicht ohne Einfluß. Bemerkens⸗ wert widerſtandsfähig lagen Reichsbahn ⸗ vorzugsaktien, deren Kurs aber als ziemlich nomi⸗ nell bezeichnet werden muß. Die übrigen feſtver zins ⸗ lichen Werte litten dagegen weiter unter Angebot. Auch Reichsſchuldbuchforderungen wurden 132 bis 2 v. H. ſchwä⸗ cher genannt. 5. 0. g Die Prolongationskurſe, die als Grundlage für die Ab⸗ wicklung der noch ſchwebenden Terminengagements zum Jahresultimo gedacht ſind, werden erſt morgen zur Ver⸗ öffentlichung kommen. Am Geldmarkt ſtellte ſich der Satz für Tagesgeld auf 894 bis 10 v.., Monatsgeld über den Jahresultimo wurde nominell auf 9 bis 11 v. H. feſt⸗ geſtellt, Warenwechſel hatten einen Satz von ca. 9 v. H. und Privatdiskonte waren bei 8 v. H. weiter angeboten. Reichs⸗ ſchatzwechſel wurden zum offiziellen Satz von 8 v. H. per 5. März 1932 abgegeben. Die Stimmung an der Londoner Börſe war nach einem leichten Rückſchlag in der letzten Börſenſtunde wie⸗ der freundlicher. An der Pariſer Börſe machte ſich trotz nationalen Baiſſe⸗Spekulation hinzu, ſo ſieht man, daß eine lanze Reihe von Faktoren zuſammen⸗ vorliegendem Anſtgebot bereits am Anfang eine gewiſſe Widerſtands fähigkeit bemerkbar, auf Deckungen konnten Pfund auf 14,25 erholt erſt das Ergebnis der Stillhalteverhand⸗ lungen abwarten will. Erſt danach vermag man Klarheit über die allgemeine Situation des Zahlungsverkehrs im Inland mit dem Ausland gewinnen, und danach ſeine Ent⸗ ſcheidungen zu treffen. Jedenfalls ſcheint es ziemlich ſicher zu ſein, daß an den Fuſionen, wenn ſie zuſtandekommen ſollten, in erſter Linie die Commerz⸗ und Privatbank beteiligt ſein wird. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß neben das Mammutgebilde der De Di⸗Bank ein zweites tritt, an dem die Dresdner Bank, die Danat⸗ Bank und die Commerz⸗ und Privatbank beteiligt ſind. In einer Zeit ſo ſchwerer Kriſe, wir wir ſie augenblicklich erleben, die zu einer Erſchütterung des Bankgewerbes geführt hat, wie ſie Fälle vor vorſchnellen Entſchlüſſen hüten. Es iſt nicht richtig, wie vielfach behauptet wird, daß das deutſche Bankgewerbe in erſter Linie oder gar ausſchließ⸗ lich ſchuldig an der allhgemeinen Kriſe iſt. Im Gegenteil es hat in jener ſchweren Zeit zu Ende der Inflation alles verſucht, um einen Wie⸗ deraufbau der deutſchen Wirtſchaft zu fördern. Daß es da- bei unter Bedingungen arbeiten mußte, die doch einmal zur Kataſtrophe führen mußten, iſt nicht ſeine Schuld. Wenn man ſpäter einmal über die ſchwere Kriſe des Ka⸗ pitalismus ſchreiben wird, ſo bildet zweifellos der Ban⸗ kter eine der tragiſchſten Figuren, weil alles, was er ſchuf und woran er wirkte, durch die Außerkraftſetzung aller ka⸗ pitaliſtiſchen Prinzipien illuſoriſch wurde. E. D. 25 Jahre Mannheimer Schiffahrts⸗ und Speditions-Geſellſchaft mbH. in Mannheim Die aus der im Jahre 1888 gegründeten Firma Wilh. Schreiber in Mannheim, langjährige Vertreterin des ſeiner⸗ zeit auf dem Rhein von Antwerpen nach Mannheim und von Rotterdam nach Mainz tonongebenden„Mainzer Schlepppereins in Mainz“ und ſpäter der„Mainzer Ree⸗ derei⸗Geſellſchaft Thomae Stenz und van Meeteren ebenda⸗ ſelbſt“ im Jahre 1906 hervorgegangene Mannheimer Schiffahrts⸗ und Speditions ⸗Geſellſchaft mb H in Mannheim feierte am 26. November ihr 25 jäh ⸗ riges Geſchäfts jubiläum. Durch einen in Ver⸗ bindung mit der Firma M. Zietzſchmann in Duisburg unterhaltenen Spezialverkehr von Duisburg nach Mann⸗ heim⸗Ludwigshafen und weitere Vertretungen und gute Verbindungen mit Rhein⸗ und Seereedereien nach den See⸗ häſen haben es die ſchon Jahrzehnte in der Branche tätigen Geſchäftsführer, die Herren Friedrich Filſinger, Fer⸗ dinand lſcher und Karl Klepzig bei ihrer gewiſſen⸗ haften Tätigkeit verſtoanden, ihre Kundſchaft ſach⸗ und fach⸗ gemäß zur Zufriedenheit zu bedienen. Die in beſcheidenem Umfang gegründete Mannheimer Schiffachrts⸗ und Spedi⸗ tions⸗Geſellſchaft mbe, in der beliebten Kurzſchrift„Mann⸗ ſchiff“ gleichzeitig die Telegrammodreſſe, genannt, verfügt jetzt über eine eigene Kran anlage und Lagerhal⸗ len mit Waſſer⸗ und Bahnonſchluß in Mannheim⸗Indu⸗ ſtriehafen, wodurch ſie auch in der Lage iſt, durch ſchnelle Be⸗ und Entladung einen rationellen Umſchlagsverkehr zu gewährleiſten. 50 Will. Pfund Schulden bei Royal Mail Vorläufige Zahlungsſtundung bis 31. März— Dreijährige Schonzeit vorgeſehen Die Schuldſcheingläubiger der Royal Mail Steam Packet Company haben eine Verlängerung der Zah⸗ lungsſtundung genehmigt. Allerdings muß die Geſchäftsaufſicht den vollſtändigen Neuordnungsplan bis ſpäteſtens 31. März 1932 vorlegen. Wird er dann geneh⸗ migt, ſo werden die erſtſtelligen Schuldſcheinbeſitzer einer weiteren Verlängerung der Zahlungsſtundung bis 30. Juni zuſtimmen, um Zeit zur Genehmigung der Vorſchläge durch die Gerichte zu gewinnen. Bedingung iſt hierbei nach der K.., daß inzwiſchen die ungedeckten Gläubiger, darunter auch die Vorzugsaktionäre der White Star Line, keine Schritte zur Eintreibung ihrer Forderungen unternehmen. Der Plan der Leitung ſieht vor, daß die Flotten der gänzlich beherrſchten Südamerika ⸗ Reedereien zuſammen⸗ geſchloſſen und möglichſt rationell und billig betrieben werden ſollen. Die Rechte der gedeckten und ungedeckten Gläubiger ſollen voll gewahrt werden, doch werden ſich dieſe nötigenfalls binden müſſen, bis Ende 1934 ſtill⸗ zuhalten. Einſchließlich der Schuldſcheine hat die Royal Mail⸗ Gruppe Verbindlichkeiten von über 50 Mill. Sterl. Nach den Aeußerungen des Leiters des Geſchäftsauſſichts⸗Aus⸗ ſchuſſes zu urteilen, ſollen die Beteiligungen an den Reedereien in der Afrika⸗, Auſtralien⸗ und Küſtenfahrt offenbar möglichſt ſchonend abgeſtoßen werden. * Dividendenreduktion der Navigazione Generale Ita⸗ liaue in Genna. Der An dieſer größten italieniſchen Schiffahrtsgeſellſchaft(Kap. 600 Mill. Lire), hat für das Ende September abgeſchloſſene Geſchäftsjohr eine Divi⸗ dende von 5(i. V. 8) v. H. beſchloſſen. Zugleich wurden die Vereinbarungen zur Uebertragung der Flotte an die neue Großreederei„Italia“ genehmigt, wonach die Napt⸗ gazione Generale in Zukunft nur noch Holdinggeſellſchaft zur Verwaltung ihrer Beteiligungen ſein wird. * Kölner Görreshaus AG, Köln.— Umwandlung der Vorzugs⸗ in Stammaktien. Die HV, der der Abſchluß für das erſte Geſchäftsjahr dieſes Verlags der Kölniſchen Volks⸗ zeitung und des Kölner Lokal⸗Anzeigers zur Genehmigung vorgelegt werden wird, ſoll ferner Beſchluß über die Um⸗ änderung der 1,2 Mill.„ Vorzugsaktien in Stammaktien Beſchluß faſſen.(Geſamtkapital 6 Mill..) * Ausweis der Schweizeriſchen Nationalbank. Bern, 1. Dez. Der Ausweis der Schweizeriſchen Nationalbank per 30. Nov. verzeichnet eine Zunahme des Goldbeſtandes um 18 Mill. fr. Der Notenumlauf erhöht ſich um 62,7 Mill. fr. Mit 1477 Mill. ſſr. bleibt der Umlauf um 21.00 ffr. hinter dem Betrag von Ende Oktober 1930 zurück. * Londoner Goldpreis. Der Londoner Goldpreis beträgt am 2. Dez. 1931 für eine Unze Feingold 126 ſh 7 D 86,8861 J,, 155 ein Gramm Feingold demnach 48,8369 Pence = 2,79184 l. ſich die Schlußkurſe zum Teil über die geſtrigen Notierun⸗ gen beſſern. Die Brüſſeler Börſe verkehrte in ſchwäche⸗ rer Haltung, man glaubte, ziemlich erhebliche Auslands⸗ abgaben feſtſtellen zu können. An der Amſterdamer Börſe konnte ſich im Verlaufe eine Erholung durchſetzen, ſodaß das geſtrige Schlußniveau vereinzelt ſogar über⸗ ſchritten wurde. Die feſte Tendenz hielt auch an der heuti⸗ gen Wiener Börſe an. Es ergaben ſich überwiegend Kursbeſſerungen. Zu Beginn der heutigen Newyorker Börſe neigte die Tendenz wiederum zur Schwüche. An den internationalen Deviſen märkten konnte ſich das Pfund am Nachmittag kräftig erholen, an⸗ geblich ſollen für Londoner Rechnung Pfundkäufe getätigt worden ſein. Nach ſeinem niedrigſten Stand am Vormittag (3,23% gegen den Dollar) zog der Kurs bis 9,40% an, um ſpäter wieder auf 3,39½ nachzugeben. Gegen den Gulden konnte ſich das Pfund auf 8,50 beſſern, gegen Paris auf 87 (ntedrigſter Pfundkurs heute in Paris 82,81), gegen Zürich auf 17,55, gegen Madrid auf 411, gegen Brüſſel auf 24,31, und gegen die Reichsmark auf 14,1. international wieder etwas leichter, die Reichs mark war knapp gehalten, ſie ſtellte ſich in Amſterdam auf 58,7684, in Zürich auf 121,95, und in Newyork auf 23,78, ſpäter 23,75. Die Norddeviſen gingen im Einklang mit der Er⸗ holung des Pfundes ebenfalls etwas herauf, Buenos und Rio tendierten eher feſter. Am Londoner Metallmarkt ging der Silberpreis auf 195 Pence herauf, die anderen Metalle lagen nicht ein⸗ heitlich. Am Baumwollmarkt ergaben ſich infolge der Erholung des Pfundes natürlich Preisrückgänge, ſodaß Der Dollar lag BEW Verlin Widerſtandskraft der Elektrizitätsinduſtrie Wie bereits berichtet, läßt die Bank elektriſcher Werte AG., Berlin, für das Geſchäftsjahr 1930/1, abgeſehen von der 4% proz. auf die 1,2 Mill./ VBA., die Dividende auf die St A.(i. V. 10 v..) ausfallen. Der Bruttogewinn einſchließlich Vortrag ſank von 8,48 auf 2,59 Mill.„ Unkoſten und Steuern, die wieder in einem Poſten ausgewieſen werden konnten, erheblich, und zwar von 0,57 auf 0,27 Mill. 4 ermäßigt werden. Teilſchuld⸗ verſchretbungszinſen erforderten wieder 0,28 Mill. 4. Durch eine Sonderabſchreibung auf Wertpapiere und Beteiligungen in Höhe von 1,8 Mill., ſtellt ſich der diesjährige Gewinn nur auf 0,25(2,68) Mill. J. Das Wertpapier⸗ und Beteiligungskonto, das in der Bllanz vom 30. Juni nunmehr mit 29,66(30,37) Mill.„ zu Buch ſteht, wird wieder nicht im einzelnen aufgegliedert. Der Bericht betont, daß mit einem Beſitz von nahezu nom. 20 Mill./ Aktien der Elektrizitätslieferungs⸗ Geſellſchaft und Beteiligungen an der Th üringer Elektrizitätslieferungs⸗Geſellſchaft und den Mainkraftwerken etwa 70 v. H. dieſes Kontos in der Elektriſierungswirtſchaft angelegt ſind. 8 Allgemein bemerkt der Bericht, daß die Beteiligungs⸗ geſellſchaften den Erſchütterungen in der Wirtſchaſt gegen⸗ über vorläufig Widerſtandskra 15 gezeigt haben. Die einzelnen Angaben über das Ergebnis der Beteili⸗ gungsgeſellſchaften ſind bereits überholt. Der Beſitz an Aktien der Kohlen veredlung AG. wurde im Ver⸗ ſchmelzungswege gegen Aktien der Schwelwerke Minna Anna AG. eingetauſcht, die nunmehr Kohlenveredlung und Schwelwerke AG. firmiert. Für 1930 wurde ein Verluſt von.29 Mill.„, ausgewieſen. Der Dividendenansfall wird auch noch damit begründet, daß die flüſſigen Mittel für die Nückzahlung der am 2. Januar n. J. fällig werdenden Teilſchuldverſchreibungen, die in der Bilanz mit 5,55 Mill./ einſtehen, bereitzuhalten ſind. Bankguthaben werden am 30. Juni d. J. mit 4,09(5,79), Schuldner mit 1,66(1,53) ausgewieſen bei unveränderten Gläubigern von 0,65 Mill. 4.(V. 22. Dezember.) *„Emag“.— Kapitalermäßigung, Die auf den 25. Dez. einberufene ab. GV der„Emag“ Ele ktrizitäts⸗ A., Frankfurt a. M. ſoll Beſchluß e die Herabſetzung des Grundkapitals von 1 der 1 Mill.„ durch Einziehung. 1 10 befindlichen nom. 332 000% A!. ba As ſollen 85 Durchführung dieſes Beſchluſſes ermächtigt werden. * N. V. Textiel Handelscompagnie„Amſterdam“(Nord⸗ wolle).— Zahlungs anſſchub. Der N V. Textiel Handebs⸗ compagnie„Amſterdam“, einer Tochterunternehmung der Norddeutſchen Wollkämmerei und Kammgarn⸗ ſpinnerei, iſt auf ihren Antrag hin für einen Jeitraum 1 1% Jahren mit rückwirkender Kraft vom 27 Juli a Zahlungsaufſchub gewährt worden. Die e Paſſiven belaufen ſich auf 4,5 Mill. hfl. Für die Ge⸗ währung des Antrages ſprachen ſich die deutſchen und hol⸗ ländiſchen Gläubiger aus, deren Forderungen ſich auf un⸗ gefähr 4 Mill. belaufen. Nur zwei engliſche Gläubiger, die zuſammen 400 000 hfl. zu fordern haben, erklärten ſich gegen den Antrag. 5 4 Brauereigeſellſchaft vorm. Meyer u. Söhne zu Riegel in Baden.— Abänderung der Bilauzen. Die Geſoen beruft ihre o. HV. auf 21. Dez. ein, die neben der Erledi⸗ gung der Regularien für 193031 Beſchluß über 1 derung der Bilanzen ſeit 1925 faſſen ſoll. 11 Kapital von urſprünglich.4 Millionen„wurde lau Mill. 4 umgeſtellt. l * Brauerei Gebr. Dieterich Ac, Düſſeldorf. Der Aſſt v. H. in Vorſchlag.( 29. Dez.) Weinverſteigerung Wachenheim achenheim, 3. Dez. Die Bürklin⸗Wolfſche G 2 1 5 w a tung 5(Albert Bürklin) hielt geſtern eine Verſteigerung nakurreiner Weine ab, wobei 54000 Liter 1080er, 9690 Liter 1929er Weißweine und 9690 Flaschen 1929er Flaſchenweine aus den erſten Reblagen der Genen kungen Wachenheim. Forſt, Ruppertsberg und Deidescheim zum Ausgebot kamen. Der Beſuch war überraſchend gurg Die Weine des Jahrgangs 1930 kamen zuerſt zum Aus⸗ gebot, die den beſten und allerbeſten Lagen der Gemar⸗ kungen Wachenheim, Forſt, Deidesheim Ruppertsberg 1 Haardt entſtammten; lauter gut gepflegte Gewächſe. Si erhielten bis auf eine Nummer den Zuſchlag und zwar du guten Preiſen. Die Weine des Jahrganges 1929 W. ſämtlich hervorragende Gewächſe und wurden ee gut bewertet. Der Verſteigerer konnte ſich hier nic immer zum Zuſchlag entſchließen. Im großen und ganzen genommen darf dieſes Weinausgebot den heutigen a hältniſſen gegenüber als immer noch recht zufriedenſtellen für beide Seiten betrachtet werden. 5 Bewertet wurden je 1000 Liter bzw. je Flaſche; 10 0er Faß weine: Haardter Schloßberg 510; 480, Aae heimer Höhe 540; Wa. Dürkheimerweg 540 Wa. Höhnhau 620; Forſter Neuberg Traminer 700; 680; 7207 Wa. Büchel 650; 720; 700; Ruppertsberger Reiterpfad 650; 670, Ri Weißlich 6407 Ru. Mandelacker 690; 610; 730, Wa. Dreispitz 650 680; 820; 810; 7705 Wa. Schenkenböhl 770, 740 Au. Schloßberg 730; 720; Dei. Reiß Riesling 690; Dei. 67 Riesling 770; Fo. Wahlshöhe 770; Wa. Schloßberg 1 Wachenheimer Dreiſpitz Gewürztraminer 1220; Rune berger Geldſchmitt Riesling 700; Wachenheimer 1 00 land 730; 780; Ru. Geisböhl Ri. 800; Wa Böhlig Ri. 852 800; Fo. Ungeheuer Ri. 970; Wa. Wolfsdarm 840 zurück/ Wa. Gerümpel Ri. 1100; Wa. Kiſſel Ri. 1000; Forſter 1105 gelsweg Gewürztraminer 1430; Dei. Kalkofen Ri. 1400 For. Kirchenſtück Ri. 1510; Wa. Rechbächel Ri.⸗Außsl. 7 1929er Flaſchen weine: Ruppertsberger Steingrn 5 fällt aus; Wa. Langebächel Ri. 1110 und 1,20 je Flaſche Wa. Luginsland Ri. 1100; Deid. Reiß Ri. 1180 Wa. ae burg 1,30 pro Flaſche; Ru. Hoheburg 1,40 pro Flaſche 15 1430 Wa. Bächel 1300; Wa, Böhlig Ri. 1,0 pro Fa Wa. Odinſtal 1,30 pro Flaſche; Wa Schloßberg 100% For. Ziegler Ri. 1300; For, Kranich Ri. 1,0 pro Flasche Wa. Böhlig Ri. 10; Wa. Gerümpel Ri. 1,50 pro laſch. Wa. Rechbächel Ri 1600; Fo. Fleckinger Ri. 2,0 ber Flaſche; Wa. Dreiſpitz Gewürztraminer 2,70 pro Nu Wa. Luginsland Ri. 1710 zurück; Wa. Wolfsdarm Ri. 21005 Wa. Gerümpel Ri.⸗Ausl. 3,00 pro Flaſche; For. Münz Ri⸗Ausl. 3,0 pro Flaſche; For. Kirchenſtück Ri.⸗Aus!, 4,10 pro Flaſche. * Schiſferſtadter Gemüſeauktion vom 2. Dez. ee heutigen Gemüſeguktion wurden folgende Preiſe 18 Weißkraut 1,5—3, Rotkraut 3; Wirſing 1,75—2,5; 2 77,5; Karotten—3, Spinat—6; Feldſalat 2022 10 ſenkohl—15; Krauskohl 3; Rotrüben 3; Erdkohlrabi bis 1,5; Blumenkohl—9; Kopfſellerie 10—16 und 5 Endivienfalat 1,5—3,5; friſche Eier 14; Suppengrün 23. * Reichsmaisſtelle handelt am 4. 12. nach neuem 1 75 trakt. Die Reichsmaisſtelle hat aufgrund der bisher 15 machten Erfahrungen eine Abänderung und Erwenee der Kontrakt⸗ und Geſchäftsbedingungen vorgen onen, Mit Wirkung vom 4. Dezember 1931 wird das 3 5 monopol nur noch Abſchlüſſe aufgrund des neuen Ke traktes tätigen. * Die Terminumſätze an der Berliner November 1931. Im November 1931 betrugen die 5 umſätze an der Berliner Metallbörſe in Kupfer 4860 To., in Blei 290 To. und in Zink 1900 To Im Vormenal, N gaben ſich folgende Umſätze: Kupfer 4280 To. Blei 430 Ton, und Zink 6075 To.. Frachtenmarkt Duisburg⸗Muhrort 2. Dez. Die Nachfrage nach Kahnraum war an der heutigen Börſe gegen geſtern etwas reger. 20 raum benötigt wurde, wurde die Talfracht um 10 Pfg. 5 917 heraufgefetzt; ſie notierte mit 80—95 Pfg. nach Rotter und 1,30 1,45„ nach Antwerpen⸗Gent. Für berg e wurde heute hauptſächlich größerer Kahnraum gelucht. ine Frachten erfuhren mit 11,0„ Baſis Mannheim eee Aenderung. Der Beraſchlepplohn erfuhr ebenfalls 11 1 Aenderung. Der Talſchleppfohn zog infolge Boden man an; es wurden heute morgen 99,5 Pfa. je Tonne das geſtrige Niveau wieder exreicht wurde. arößere beladene Kähne ab hier nach Rotterdam bez —— HV. ⸗Beſchluß vom W. März 1925 in voller Höhe auf 74. bringt die Verteilung einer Dividende von 10(i. V. 170 Da heute mehr Kahn“ ff Het 8 3 8 We I, große Fiasche I. 3. donnerstag, 3. Dezember 1931 Die sich in Mannheim großer Beliebtheit erfreuende Lualikals- Vel- Sardine Marke„Pavilion“ (garantiert Sommer- fang. 5 Fische in feinstem Olivensi) kostet nur 35 4 p. 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Schleyer Die Feuerbestattung findet am Freitag, den 4. Dezember 1931, nachmittags 2 Uhr statt Nach kurzem Leiden verschied unerwartet am l. Dezember unser langjähriger Reisevertreter nen Johann Götz Der Verstorbene hat sich durch seine unermüdliche Pflicht- treue und seinen lauteren Charakter die Achtung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter zu sichern verstanden. Wir werden ihm ein dauerndes und ehrendes Gedenken bewahren Mannheim, den 3. Dezember 1931 Die GCeschältsläbrung der Raab Karcher-Ihyssen G. m. b. H. 10jähriges -2 weibl. Rüfskräfte z. Reinigen u. Etibet⸗ tieren v. Flaſchen geſ. 0 7. 22. Hof rechts. Erwerbslose! Gute und dauernde Verdienſtmöglichkeit im Straßenhandel bei Fixum u. Proviſion. Ge⸗ werbeſchein wird geſtellt. Kein Riſtko!— das Steſſen- Gesuche Mädch lochen. nähen, eptl. ſervieren mit Zentralheizung u. Wa in beſter Lage, O ſt ſtadt ber J. 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