Trögerlohn, in unſ. Geſchäftsſtellen al bef. Gebühr. Hierzu 36 Pfg. Beſtellge Schwetzinger Str. 44, Meerfeldſtr. eholt.70., di iſcherſtr. 1, Fes Erſcheinungsweſſe: Wöchentl. 7mal. Bezugspreiſe; Frei Haus monatl..70 M. u. 30 Pfg. urch d. Poſt.00 M. einſchl. Poſt⸗ Abholſtellen: Waldhofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42 E 3, NeFiſ Hauptſtr. 55, WOppauer Str. 8, Se Freiburger Str. 1. Abbeſtell. müſſen bis ſpäteſtens 25. für den folgenden Monat erfolgen. Mannheimer Neues Tageblatt zeile 66 Pfg. Für Familien- und Kleinanzeigen ermäßiate Grundpreiſe. A gültig iſt die Anzeigen ⸗Preisliſte Nr. 10. Bei Zwangsvergleichen oder Konkurſen wird keinerlel Nachlaß gewährt. Keine Gewähr für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben an deſonderen Plätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mannhelm. Einzelpreis 10 Plg: Anzeigenprelſe: 22 mim breite Millimeterzeile 12 Pfg., 79 mm breite Textmillimeter⸗ IÜgemein Freitag, 3. April 1930 Verlag, Schriftleitung und Hauptgeſchäftsſtelle R 1, 46. Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konta: Karlsruhe Nummer 17590 Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim 7 151. Jahrgang Nummer 94 charfe Reaktion in alien Mit Rom iſt ſich der Balkan einig in der Gegnerſchaft gegen Englands Pläne dnbd. Berlin, 4. April. meldet am Mittwochabend eine Aus⸗ tampa 82 der engliſchen Blockade auf das Adriatiſche Meer. Dort ſeien engliſche Kriegsſchiffe aufgetaucht und hätten drei jugoflawiſche Frachtdampfer an⸗ gehalten, die mit Bauxit, dem Rohſtoff des Alnu⸗ Minium, nach italieniſchen Häfen unterwegs waren. Das Blatt bemerkt, dieſe Art der Blockadeverſchär⸗ ſung komme höchſt überraſchend. Wenn auch bereits die zwiſchen Italien und den Vereinigten Staaten verkehrenden Schiffe im Mittelmeer angehalten worden ſeien, ſo bilde doch die Tatſache, daß die bri⸗ tiſche Flottenblockade Operationen in der Adria vor⸗ nehme, eine Neuigkeit, deren bedentungsvolle Trag⸗ weite niemandem entgehe. Italien wird ſich nicht fügen! Draht bericht unſeres Korreſpondenten — Rom, 5. April. Mit der größten Aufmerkſamkeit verfolgt man in Rom die außerordentlich heftige Reaktion der neutralen Länder gegen die von London angekün⸗ digte Blockadeverſchärfung. Daß in den ſkandina⸗ viſchen Ländern, wie aus Stockholm gemeldet wird, lebhafte Beunruhigung herrſcht, nimmt hier nicht wunder, denn Skandinavien iſt durch die neuen engliſchen Neutralitätsverletzungen zweifelsohne am ſtärkſten bedroht. 5. In den Balkan ländern herrſcht nach den in Rom vorliegenden Meldungen geſteigerte Aufmerk⸗ ſamkeit. So wird in Sofia erklärt, kein Neutraler denke daran, ſich auch durch noch ſo brutale Metho⸗ den von der ſorgſam gehüteten Neutralitätshaltung Göbringen zu laſſen. Die ungariſche Oeffentlichkeit habe, wie aus Budapeſt gemeldet wird, die Ankün⸗ digung der Blockadeverſchärfung als„unverhüllte Feindſeligkeit“ aufgenommen. Mit Befriedigung ſtellt man in Rom feſt, daß alle füdoſteuopäiſchen Staaten vertrauensvoll auf die Achſe blicken, weil ſie wiſſen, daß die Politik der Achſenmächte in der Erhaltung des Friedens auf dem Balkan beſteht. Die Stellungnahme Italiens zu den angekündig⸗ ten neuen Verletzungen des internationalen Völ⸗ kerrechts iſt bekaunt. Rom lehnt dies alles ſcharf ab und iſt entſchloſſen, ſich den Ueberariffen der Alliierten nicht zu fügen. Die„Stampa“ ſchreibt, wenn man immer erklärt habe, gerade für die Freiheit der unabhänaigen neu⸗ tralen Völker zu kämpfen, dann dürfe man nicht die elementarſten Völkerrechtsnormen verletzen. Mit ſolchen Methoden würden die Weſtmächte bei den Neutralen alle Sympathien verlieren. Im übrigen iſt Deutſchlands Kriegsführung auch durch die Ver⸗ ſchärfung der Blockade der Weſtmächte nach italieni⸗ ſcher Auffaſſung nicht zu erſchüttern. Der„Cor⸗ riere della Sera“ bemerkt in dieſem Zuſammenhang wörtlich:„Deutſchland iſt gegen jede wirtſchaftliche Erdroſſelung gefeit. Es feſtiat und erweitert ſeine Beziehungen zu den kontinental⸗europäiſchen Län⸗ dern, denen England nichts anhaben kann, täglich mehr“ Schließlich verweiſt man in Rom in dieſem Zu⸗ ſammenhang auf die neuen Erfolae der deutſchen Luftwaffe, über die von der geſamten italieniſchen Preſſe in großer Aufmachung berichtet wird und die hier als erſte deutſche Antwort auf die von London angekündigte Verſchärfung des Wirtſchaftskrieges angeſehen werden. Badoglio bei Muſſolini udnb. Rom, 5. April. Muſſolini empfing den Generalſtabschef der ttalieniſchen Wehrmacht, Marſchall Badoglio, und hatte mit ihm eine mehr als einſtündige Unter⸗ redung über Fragen der militäriſchen Vorbereitung Italiens. Was plant England in Afrika? Drachtbericht unſeres Korreſpondenten n— Bern, 5. April. „Der Bund“ befaßt ſich mit der Lage im Mittel⸗ meer und unterſucht die Bedeutung der Truppen⸗ zuſammenziehungen der Weſtmächte in Afrika wie im nahen Orient. Wenn man die Aufgabe der fran⸗ zöſiſchen Truppen in Syrien auch noch begreifen könne, ſo ſei deren Zuſammenarbeit mit den eng⸗ liſchen Truppen, insbeſondere aber das ſtändige Anwachſen der engliſchen Operations armee in Aegypten und Paläſtina, wo auch andere Truppen aus Auſtralien und Neuſeeland ver⸗ wendet würden, unverſtändlich. Es gebe nämlich Feindlicher Stützpunkt ausgehoben ((Funkmeldung der N MZ.) . + Berlin, 5. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be⸗ kannt: Im Weſte n hob ein Stoßtrupp einen ſeind⸗ lichen Sidgvantt im Grenzgebiet ſüdweſtlich von Saarlautern aus. Die feindlichen Verluſte betrugen etwa fünfzehn Tote. 5 Im übrigen keine beſonderen Ereigniſſe. Miniſterpräſidenten keinen triftigen Grund, gerade in jenen Zonen, die entweder direkt an itakieniſches Hoheitsgebiet an⸗ grenzen oder von denen aus ein unmittelbarer Vorſtoß in den italieniſchen Lebensraum möglich ſei, Operationsarmeen aufgeſtellt würden. Daß England in Keuya, ſüdlich von Abeſſinien, eine Sonderarmee von 100 000 Eingeborenen mobiliſiert habe, laſſe auf Angriffsabſichten ſchließen. Auch die Verſchärfung der Blockade gegenüber Deutſchland und den Neutralen würde von Italien auf das Beſtimmteſte abgelehnt. Im Hinblick auf die völlig unſichere Lage würde Italien deshalb das Rüstungsprogramm beſchleunigen. Jedenfalls ſei der von Muſſolini eingebrachte Geſetzentwurf, wo⸗ nach im Kriegsfalle die zivile Generalmobilmachung auf ſämtliche Privatunternehmen ausgedehnt und alle männlichen und weiblichen Privatperſonen vom dreigehnten Lebensjahre an erfaßt würden, für den Ernſt der Lage ſehr bezeichnend. Wie dumm hält Herriot die Türkei? Draßtberichtunſeres Korreſpondenten — Rom, 5. April. Edouard Herriots„Serenade an die Türkei“, mit der er die Vorteile beweiſen will, die eine fran⸗ zöſiſch⸗türkiſche Freundſchaft in ſich birgt, nimmt ſich das Blatt Muſſolinis zu einer genauen Prüfung vor. Wenn die Türkei zuſammen mit Frankreich ins Feld gezogen ſei, mein Herriot. ſei der Krieg glücklich ausgegangen. Gegen oder ohne Frankreich aber habe die Türkei ſtets einen Frieden ſchließen müſſen, der ihr Territorium„zerſtückelte. Tatſäch⸗ lich brachte der Frieden nach dem Krimkrieg, der im Jahre 1858 in Paris geſchloſſen wurde, die Garan⸗ tie der Integrität des osmaniſchen Reiches ſowie die Neutraliſierung des Schwarzen Meeres, wäh rend nach dem Kriege von 1877. deſſen Friede in Berlin abgeſchloſſen wurde, Bulgarien. Bosnien und die Herzegowina von der Türkei verloren wurden. Fapaniſcher Einspruch in London Tokio verlangt Aufkläeung über die von England geplante Südſee Blockade (Drahtbericht unſ. Korreſpon denten) London. 5. April. Japan hat Einſpruch gegen Uebergriffe der Engländer in ihrem ſogenannten Wirtſchaftskrieg erhoben. Außenminiſter Lord Halifax hatte eine lange Unterredung mit dem fapaniſchen Botſchafter Shigumitſu, in der dieſer, wie aus London verlau⸗ tet, folgende Punkte aufwarf: 1. Den Schaden, den der legitime japaniſche/ Handel durch die engliſche Blockade gegen ſogenannte Konterbandewaxen erlit⸗ ten hat. 2. Die Ungeſetzlichkeit der Erweiterung der engliſchen Blockade auf deutſche Ausfuhrwaren. 3. hat Shigumitſu gegen das Auftreten engliſcher Kriegsſchiffe in der Nähe Japans formelle Einwen⸗ dungen erhoben. 4. Soll ſich Shigumitſu nach dem Inhalt der Beſchlüſſe erkundigt haben, die der eng⸗ liſch⸗franzöſiſche Oberſte Kriegsrat auf ſeiner letzten Sitzung gefaßt hat, weil Japan von ihnen eine wei⸗ tere Beeinträchtigung der Rechte der Neutralen be⸗ fürchtet. In einem amtlich inſpirierten engliſchen Kom⸗ mentar zu den Aktionen engliſcher Kriegsſchiffe im Stillen Ozean, insbeſondere in der Nähe Japans, heißt es, die engliſche Regierung habe nicht die Abſicht, illegale Handlungen zu unternehmen. Es wolle„nach Möglichkeit“ den Gefühlen Japans Rechnung tragen die ihm vollkommen bekannt ſeien. Es ſei England jedoch nicht möglich, auf eine volle Ausnützung ſeiner„Rechte“ zu verzichten. An die ruſſiſche Adreſſe wird erklärt, daß England keine Blockade Wladiwoſtoks durch⸗ führe wenn aber deutſche Schiffe verſuchen würden, Wladiwoſtok zu erreichen, dann könne ein folcher Verſuch zu dem Ergebnis führen, daß die deutſchen Schifſe von engliſchen Kriegsſchiffen aufgebracht würden. Alſo doch Blockade von Wladiwoſtok! Der Skandal der Reynaud-Land karte Die Dementis des Pariſer Außenminiſteriums machen die Sache nur ſchlimmer (Drahtbericht unſ. Korreſpondenten) — Rom, 5. April. Die begreifliche Entrüſtung, die die Europa⸗ Karte Reynauds hervorgerufen hat, iſt durch ein Dementi des franzöſiſchen Außenminiſteriums nnr noch ver⸗ ſtärkt worden.„Es iſt einfach eine erbärmliche Lüge,“ ſchreibt„Regime Faſeiſta“,„wenn man in Paris be⸗ hauptet, die betr. Karte ſei vor dem Anſchluß Oeſter⸗ reichs an Deutſchland hergeſtellt worden. Dagegen ſpreche erſtens, daß Bayern Württemberg und Baden einen ſelbſtändigen Staat bilden, den es vor dem Anſchluß doch nicht gegeben habe, zweitens ſei „Italien zur gleichen Zeit im Beſitz von Venetien und Iſtrien geweſen.“ Den beſten Beweis fedoch ſieht das italieniſche Blatt in einem Original der Photographie, das die„Illuſtration“ ver⸗ öffentlicht hat. Ihre Echtheit ſteht außer allem Zweifel: Verſchickt wurde ſie vom Studio Keyſtone Illuſtration mit der Nummer 10.958/7. Unter dem Titel trägt ſte ferner das Zeichen der franzöſiſchen Zenſur 61,628. Dieſes Photo allerdings haben die Zenſoren— in Erkenntnis der gefährlichen Aus⸗ wirkungen der Reynaudſchen Grenzen— ſchwarz abgedeckt. Das Original der„Illuſtration“ iſt alſo offenſichtlich der Zenſur entſchlüpft. Die franzöſiſche Zeitſchrift veröffentlichte dag Bild noch ſo, um ihren Leſern das Europa, das den Wünſchen der Weſt⸗ mächte entſpricht, zu präſentieren. Mit allem Eifer habe man, ſo fügt„Regime Faſciſta“ hinzu, Italien bisher auf angebliche Abſichten Deutſchlands in der Adria aufmerkſam gemacht. Die Karte Reynauds zeige nun, wer in Wirklichkeit von Trieſt und Pola aus durch Strohmänner an der Adria herrſchen wolle: das politiſche Pogramm Reynauds habe eine vollendete Erklärung gefunden!“ Das„Corriere della Sera“ ſchreibt zu der glei⸗ chen Frage, daß die Franzoſen 1919 aus einem gewiſ⸗ ſen Schamgefühl heraus Italien nicht auch noch um Venetien und Iſtrien betrügen konnten. daß ſie ſeit⸗ dem aber nach einer Gelegenheit ſuchen. dies wieder gutzumachen. Da die Gelegenheit ſich noch nicht ge⸗ boten habe, löſten die Miniſter Frankreichs dieſe Probleme bis auf weiteres bereits auf der Land⸗ karte. Allgemein hebt man in Italien ferner den urſächlichen Zuſammenhang zwiſchen der Karte Rey⸗ nauds und der aus„krankhafter Phantaſie“ entſtan⸗ denen Karte Otto von Habsburg hervor. Das Ideal der Demokratien iſt alſo identiſch mit dem eal der Habsburger bemerkt der„Popolo'Italia“ dazu. Dabei fehle fed och die Rechnun a. die gegen zehn Millionen italieniſche Bajonette geregelt werden müſſe. i Was Beſſeres falt ihnen nicht ein? i dnb Brfſſel, 4. April. Die unerhörte Herausforderung bes franzöſtſchen Reynaud gegenüber Italien, der ſich vor einer den Wünſchen der franzöſiſchen Regierung entſprechenden europäiſchen Karte mit dem Sonderbeauftragten Rooſevelts, Sumner Wel⸗ les, hat photographieren laſſen, ſcheint den politi⸗ ſchen und diplomatiſchen Kreiſen Frankreichs ſehr peinlich zu ſein. Selbſtverſtändlich iſt man weiter⸗ hin bemüht, den Fall als ein„bedau erliches Mißverſtändnis“ hinzuſtellen. Miniſterpräſident Reynaud hat ſich veranlaßt ge⸗ ſehen, den italieniſchen Botſchafter in Paris zu empfangen und zu verſuchen, ihn von dem üblichen„guten Willen Frankreichs“ zu überzeugen. In ihrer Verwirrung über die italieniſche Ant⸗ wort auf dieſe maßloſe Herausforderung vergeſſen die Blätter ſogar, ihre Darſtellung in Ueberein⸗ ſtimmung zu bringen. So behauptet der Außenpolitiker des„Petit Pa⸗ riſien“, es habe ſich ganz einfach um eine europäiſche Karte gehandelt, die die Grenzen vor den ver⸗ ſchiedenen„Eroberungen Hitlers“ ge⸗ zeigt habe. Das„Journal“ gibt dagegen eine ganz andere Darſtellung des Falles: Urſprünglich habe es ſich um eine Karte gehandelt, auf der gewiſſe Länder wie Deutſchland und Rußland in Schwarz einge⸗ zeichnet geweſen ſeien. Da man fedoch befürchtet habe, daß dies zu unerwünſchten Auslegungen An⸗ laß geben könnte, habe man ſich entſchloſſen, eine künſtleriſche Karte zu impropwiſieren(111) Hierbei ſei dann die Phantaſie des Zeichners in Aktion getre⸗ ten, die viel weiter getrieben worden ſei als man es annehmen konnte(). Eine Korrektur habe zwar die gröbſten Fehler verbeſſert, aber aus Mangel an Zeit(ö) habe man davon abgeſehen, alles zu än⸗ dern. Der Zweck der Sache ſei ja nur der geweſen, ſchön zu wirken()). Angriffe gegen Hull Weil er die Aufklärung der Bullitt⸗Affäre ver⸗ hindert hat EP. Waſhington, 5. April. Die Mitteilung von Staatsſekretär Hull an den republikaniſchen Abgeordneten Hamilton Fiſh, daß kein Grund beſtehe, die Abreiſe des Botſchafters Bullitt nach Europa zu verſchieben. wird in einer Gegenerklärung Fiſhs ſchärfſter Kritik unterzogen. Fiſch erklärt, daß durch die Stellungnahme des Staatsſekretärs die notwendige Aufklärung des durch die polniſchen Dokumente im deutſchen Weißbuch kommpromittierten Verhaltens von Bullitt verhin⸗ dert worden ſet. In der Gegenerklärung wird die demokratiſche Partei von Fiſh als die Kriegs⸗ partei“ bezeichnet und die Ueberwindung des internationaliſtiſchen und interventtioniſtiſchen Kur⸗ ſes der 0 5 1 eine Aufgabe der Republikaniſchen Partet verkündet Botſchafter Bullitt hat die Us A am Mittwoch bereits verlaſſen. ö l 3 5 Spannung zwiſchen Rom und den Woſtmüchten Drahtber. unſ. röm Korreſpondenten — Nom. 4. April. Die Unterhausrede, in der Chamberlain neue Verſchärfungen der Wirtſchaftskriegsführung an⸗ gekündigt hat, hat nach römiſchem Urteil nichts Neues ergeben.„Wir haben wenig Neues und nichts Er⸗ ſchreckendes vernommen“, bemerkt„Lavoro Faſeiſta“ lakoniſch dazu. Chamberlain hat, wie man in Rom feſtſtellt, nur noch einmal den feſten Willen der Weſt⸗ mächte bekundet, ſich mit größter Brutalität über alle Regeln des Völkerrechts hinwegzuſetzen und die Neutralen mit allen England zu Gebote ſtehenden Mitteln zu vergewaltigen. Im übrigen ſteht feſt, daß die Weſtmächte auch mit dieſer Art der Kriegsführung niemals ſiegen werden, und, ſo meint man in Rom, dieſe Anſicht gewinnt ſelbſt in England und Frankreich immer mehr Anhänger. Man verweiſt auf die Londoner Zeitſchrift„Nine⸗ teenth Century“, die feſtſtellt, daß die allgemeine Lage für die Weſtmächte wenig ermutigend ſei und daß die innere Situation in Deutſchland beſſer ſei als in England und in Frankreich, da die Folgen des Krieges im Deutſchen Reich weniger ſpürbar ſeien als bei den Weſtmächten. Die engliſche Propaganda habe mit ihren Ausfällen gegen die Politik des Füh⸗ rers und den Nationalſozialismus den Widerſtands⸗ willen des deutſchen Volkes nur verſtärkt. In folge⸗ deſſen müßten die Weſtmächte zugeben, daß Deutſch⸗ lands Wirtſchaft nicht zu ſchlagen ſei und daß ihnen nur eine gewaltige militäriſche Kraftanſtrengung zum Siege verhelfen könne. In der Rede Chamberlains und den Kommen⸗ taren, die die engliſche und die franzöſiſche Preſſe an ſie knüpfen, hat in Rom die Bemerkung ein ge⸗ wiſſes Aufſehen erregt, die Blöckademaß⸗ nahmen würden auch auf Gebiete aus gedehnt werden, die„bisher noch nicht erwähnt“ worden ſind. Man fragt ſich in Rom, ob damit das Mittelmeer gemeint ſei, und ſchon dieſe Vermutung hat zu einer erheblichen Verſchärfung des Tones der italieniſchen Preſſe gegen die Weſtmächte geführt. Das„Giornale 'Italia“ ſtellt feſt, daß Italien im Mittelmeer keine Hegemoniepolitik treibe, wie Léon Blums„Popu⸗ laire“ behauptet hat, ſondern daß im Gegenteil Italien ſich im Mittelmeere nur gegen Drohungen und Einkreiſungsverſuche der Demokratien ver⸗ teidige. Das offiziöſe römiſche Blatt erinnert in dieſem Zuſammenhang an die Schlüſſelſtellungen Englands in Gibraltar und am Suezkanal, an die neuen Seekriegsſtützpunkte, die England und Frank⸗ reich in Paläſtina und in Syrien geſchaffen haben, und an die ſtändigen Bemühungen der Weſtmächte, die Mittelmeerſtaaten Jugoſlawien, Griechenland und die Türkei gegen Italien aufzuſtacheln. Zu der ſpürbaren Verſchärfung der antiengliſchen und antifranzöſiſchen Stimmung in Italien hat nicht wenig die berühmte Landkarte beigetragen, auf der die Weſtmächte die neue Aufteilung Europas, wie ſie ſich als Kriegsziel wünſchen, dargeſtellt haben, und die während des Pariſer Aufenthalts von Sum⸗ ner Welles in Reynauds Arbeitszimmer aufgehängt war. Die franzöſiſchen Verſuche, dieſe Karte als eine Spielerei hinzuſtellen, werden von der„Trübung“ ſcharf zurückgewieſen. Da auf der Karte Iſtrien und Venezien mik Trieſt von Italien abgetrennt ſind, empfiehlt man in Rom die Veröffentlichung als eine unmittelbare Bedrohung und direkten Angriff, und die geſamte italieniſche Preſſe weiſt die franzöſi⸗ ſchen Zerſtückelungspläne auf das ſchärfſte zurück. So heißt es im„Reſto del Carlino“ wörtlich:„Die ſe Karten photographie iſt eine gewollte Provozierung Italiens. Liegt eine ſolche Provokation im Intereſſe Frankreichs? Gehört ſie zu den Plänen des Herrn Reynaud? In jedem Fall zeigt ſie zur Genüge, von welchem Geiſt die neue franzöſiſche Regierung gegen uns alle beſeelt iſt. Für uns iſt das nicht überraſchend. Uns überraſcht nur die aufgeblaſene und lächerliche Manier, mit der Reynaud ſeine Gefühle hat bezeugen wollen.“ Das Echo der Empörung, das die Veröffentlichung der infamen franzöſiſchen Europa⸗Karte hervor⸗ gerufen hat, veranlaßt Farinacei noch einmal zu eier unzweideutigen Stellungnahme.„England und Frankreich ſind entſchloſſen,“ ſchreibt er im„Regime Faſeiſta“,„das internationale Recht mit Füßen zu treten. Es fällt die Maske des ödrachentötenden Paladins und dafür erſcheint nun die Fratze des Shylock, der ſein Pfund Menſchenfleiſch fordert.“ Keine Ausrede und keine Entſchuldigung könne es für die Veröffentlichung der Karke geben. In Italien habe man von jeher gewußt, daß gerade Reynaud zu jener Clique franzöſiſcher Politiker ge⸗ hö ve, die nicht nur den Krieg gegen Deutſchland, ſondern ebenſo auch gegen Italien betreiben. Wenn man dabei in Paris zu verſtehen gebe, daß man ſtets bereit ſei, mit Rom„unter der Hand“ zu ver⸗ handeln, ſo würde darauf heute niemand mehr hereinfallen. l Popolo'Italia“ gibt zu bedenken, daß jede ein⸗ zelne Photographie, die in der franzöſiſchen Preſſe veröffentlicht wird, die Zenſur paſſieren muß. Ohne Zweifel wurde demnach die Europa⸗Karte Reynauds mit voller Abſicht der Welt zur Kenntnis gegeben. „Das Spiel wird alſo mit offenen geographiſchen Karten geſpielt“ heißt es dann wörtlich.„Umſo beſſer. Reynaud hat die ſeinen aufgedeckt— wir werden unſere aufdecken. Erſt vorgeſtern wurde auf der Via del Impero in Rom die Marmortafel, die das wiedererſtandene italieniſche Imperium zeigt, durch einige Spezialarbeiter mit der Eingliederung Al⸗ bantens in den italieniſchen Machtkreis auf den neueſten Stand gebracht. Aber die Arbeit iſt noch nicht beendet. Die Spezialarbeiter werden auch wei⸗ terhin an der marmornen Tafel Ergänzungen ein⸗ zuſetzen haben.“ Die Lage (Drahtbericht unſerer Berliner Schriftleitung) Berlin, 5. April. In Englands neuem Kabinett haben die Hauptkriegshetzer das Rennen gemacht. Die erſten kritiſchen Urteile in den engliſchen Zeitungen ſind der enthuſiaſtiſchen Aufnahme gefolgt. Die Londoner „Times“ ſchreibt:„Die geſamte Rekonſtruktion kommt ſpäter, aber die Zeit der Fühlungnahmen und des Abwartens muß fetzt für England zu Ende ſein. Wir dürfen nicht immer im Hintertreffen bleiben“. Die letztere Erkenntnis der„Times“ iſt ſehr auf⸗ ſchluß reich.„Daily Expreß“ ſchreibt:„Das Steuer des Krieges liegt jetzt in Churchills Händen. England erwartet Kampf und Sieg, wie beides Churchill in den verſchiedenen Reden der letzten Wochen bereits an⸗ gekündigt hatte.“.„Daily Herald“ ſchreibt:„Die Perſonalveränderungen ſind da, aber die engliſchen Erwartungen ſind noch nicht erfüllt. In dieſem Kriege dürfen die ſozialen Fragen in England nicht länger hinter der Kriegsführung zurückgeſtellt wer⸗ den. Der engliſche Arbeiter leidet ſchwer, während die Lords und die anderen Wohlhabenden noch nichts — immer gleich gutl⸗ AKA 5, . Dorögte Sorgfalt bei der Miſchung ſowle modernſte er haben es zur Tatſache gemacht, Faß die Atlkah in ihrer Qualität und Gleichmäßigkeit ſeit Jahren nicht den lelſeſten Schwankungen unter⸗ worfen iſt. von Kriegsnot ſpüren“.„Daily Herald“ nennt wei⸗ ter die Regierungsveränderung eine typiſche Cham⸗ berlainſche Halbmaßnahme. * Wir Deutſche regiſtrieren die neuen Londoner Preſſeſtimmen als intereſſantes Echo der Umände⸗ rung des engliſchen Kabinetts. Für uns bleibt es das Kabinett des Vernichtungswillens. der Kampf⸗ anfage gegen den europäiſchen Kontinent. Wir neh⸗ ten dieſe Kampfanſage an mit der Gewißheit, daß Wir ſtegen werden. 5 185 Noch immer blingt nicht das Aufſehen ab, das die Veröffentlichung von Reynauds Europa⸗ karte in der Welt geweckt hat. Wie ungelegen dieſe Veröffentlichung den amtlichen Stellen des Weſtens gekommen iſt, beweiſt die unveränderte und faſt ängſtliche Zurückhaltung der Nachrichtenagentu⸗ ren und der Preſſe in Paris und London. Die Pa⸗ riſer„Information“ tiſcht deshalb eine neue Erfin⸗ dung auf, die Landkarte ſei nur verſehentlich auf⸗ geſtellt worden und Herr Reynaud hätte von ihr nichts gewußt. Sie wäre unter den zahlreichen Zu⸗ ſtellungen geweſen, die der Miniſterpräſident nach ſeiner Berufung erhalten hat und das Miniſterbüro habe ſicher Reynaud nicht gefraat. Vielleicht findet dieſe neue Lüge, die drei Tage zu ſpät kommt, ſchneller ihren Weg in die franzöſiſche und engliſche Preſſe als der Artikel des„Regime Faſciſta“. Dieſe Karte ſtellt genau das dar, was die Herrn Reynaud und Chämberlain immer wieder geprediat und ge⸗ fordert haben: Deutſchlands Zerreißung, alſo ein Ueberverſailles. * Im japaniſchen Parlaments ausſchuß haben die Debatten über das Kreuzen britiſcher Kriegsſchiffe an den japaniſchen Küſten über drei Stunden in Anſpruch genommen. Die Regierungs⸗ erklärung iſt bereits mitgeteilt worden, die ſcharfe Vorſtellungen bei der britiſchen Regierung ankündigt. In den Tokioter Zeitungen werden weitere Einzel⸗ heiten aus der dreiſtündigen Ausſprache mitgeteilt, die ausnahmslos heftige Angriffe gegen die engliſche Kriegsführung im japaniſchen Seengebiet enthalten. Die Tokioter Zeitungen heben ausnahmslos hervor, England tue alles, um Japan herauszufordern. „Hoſhi Schimbun“ ſchreibt, auch Japans Geduld hat einmal ſeine Grenze. Die Rückwirkungen des eng⸗ liſchen Vorgehens, das eine Verletzung jahrhunderte⸗ alter japaniſcher Rechte darſtellt, ſind bereits da. Sie könnten ſich leicht zu dem Entſchluß Japans ſteigern, ſolche Eingriffe nicht länger tatenlos hinzunehmen. 8* Ueber die Spannungen in Frankreich ſchrieb geſtern ein Genfer Blatt, daß ſie nichts an der Kriegsentſchloſſenheit Frankreichs änderten, daß ſie aber die ſozialen Gegenſätze in Frankreich be⸗ denklich verſchärft hätten. Die bisherigen Erörte⸗ rungen der ſozialpolitſchen Streitfragen gingen um die Aufhebung der 72⸗Stundenwoche und ihre Her⸗ abſetzung auf 46 Stunden. Die Gewerkſchaften in den meiſten franzöſiſchen Städten hätten bereits Ent⸗ ſchließungen angenommen und opponterten damit gegen Blums Parteiorgan„Populaire“, das dieſe Forderung bis zum Kriegsende zurückſtellen möchte. Das„Genfer Journal“ ſchreibt:„Zunächſt ſteht Rey⸗ naud vor der Schickſalsprüfung durch den Senat am April. Wenn er dieſe beſteht, dann muß er ernſt⸗ ich daran denken, an die ſoßziale Befriedung des nzöſiſchen Arbeiters zu gehen, wenn er außer⸗ . Gefahren für ſein Kabinett bannen * * . n dem * ö 1 885 um Dagbladet“ daß die Operationen der briti⸗ den Tag Skandinavſens Unabhängig ⸗ Ein ei Churchill die! (Drahtbericht unſ. Korreſpondenten) Amſterdam, 5. April. Bei der keineswegs ſenſatiomellen geſtrigen Kabi⸗ nettsumbildung iſt das Bemerkenswerteſte, daß der bisherige Verteidigungsminiſter Lord Chatfield ab⸗ getreten und Churchill unter Beibehaltung des Ma⸗ Tineminiſteriums Vorſitzender des Verteidigungs⸗ ausſchuſſes wird, der die drei Wehrmachtsteile ſowie das Rüſtungsminiſterium umfaßt. Bei dieſem Aus⸗ ſchuß liegen alle operativen und ſtrategiſchen Vor⸗ bereitungen für die Beſchlüſſe des Kriegsbabinetts. Man kann ſich vorſtellen, wieweit„Empfehlungen und Anregungen“ einer ſolchen Körperſchaft die Ka⸗ bimettsbeſchlüſſe beeinfluſſen, wenn ſie unter dem Kommando Churchills zuſtandekommen. Churchill iſt praktiſch der oberſte Chef der engliſchen Wehrmacht und Rüſtung, obwohl er einen ent⸗ ſprechenden Titel nicht trägt. Die Bedeutung dieſes Poſtens leuchtet ohne weiteres ein. Churchills Rang⸗ erhöhung hat zugleich den Charakter des Kabinetts inſofern verändert, als es immer deutlicher als das Kabinett Chamberlain ⸗Halifax⸗Chuvchill in Erſcheinung tritt. Hoare hat zwar mit dem Luft⸗ ſahrtminiſterium ein ſehr wichtiges Amt übernom⸗ men, das er ſchon zweimal mehrere Jahre lang bis 1929 aufgefüllt hat. Die Beſetzung des Luftfahrt⸗ müniſteriums iſt aber eine ausgeſprochene Kriſen⸗ epſcheinung. Der Hintergrund, vor dem ſich dies abſpielt, iſt eine ernſte Kriſe in der engliſchen Luft⸗ waffe. Die Flugzeugproduktion iſt nach Meinung vieler nur ungenügend. nach Meinung einiger ſeit Kriegsausbruch überhaupt kaum geſtiegen. Sie ſoll den Erwartungen ſo wenig entſprechen, daß Ver⸗ öfſentlichungen darüber im Intereſſe des Anſehens des Landes unterdrückt werden müſſen. Der Wech⸗ ſel im Luftfahrtminiſtemum kann ſicher als Beſtäti⸗ gung einer Reihe der kritiſchen Behamptungen an⸗ geſehen werden. Die Begleitmuſtk der engliſchen Preſſe zur Re⸗ gterungsumbildung beweiſt aber, daß noch nicht alle Erwartungen der berufsmäßigen Kriegshetzer erfüllt ſind. Vorerſt wird einmal Churchill zu einer Art„Nationalheros“ aufgeblaſen. Man begrüßt in der engliſchen Preſſe die Methoden, wie er ſich wieder einen Schritt weiter nach vorn geſchoben und zum Militärdiktator gemacht hat. Die„Times“ nimmt bereits Churchills Be⸗ trauung mit der Leitung des Verteidigungskomi⸗ tees zum Anlaß, um die Entfernung der übrigen Wehrmachtsminiſterien aus dem Kriegskabinett zu fordern. Das genannte Blatt legt überhaupt das Hauptgewicht auf die Bildung eines kleinen Kriegskabinetts, von dem man das Heil von allen Uebeln erwartet. Es nimmt die Verän⸗ derungen in der Regierung Chamberlain nur unter der Vorausfetzung hin. daß ſie als Vorberei⸗ tungen„für eine ernſthafte Umbildung“(ſoll heißen: weitere Konzentration aller Macht in der Hand weniger plutokratiſcher Elemente) gedacht ſind. Ein Außenblatt, wie„Daily Expreß“, das bei allem, was er ſchreibt, mit einem Auge nach der Straße und mit dem andern nach der Gunſt der Re⸗ gierung ſchielt, zieht alle Regiſter der Beageiſterung. „Daily Expreß“ nennt Churchill den„Su per⸗ kriegsherrn“. Nicht unintereſſant iſt, daß die konſervative„Daily Mail“, ein durchaus Churchill freundlich geſinntes Blatt, vorſichtig einfließen läßt, Churchill werde durch ſeine Doppelſtellung als Ma⸗ rineminiſter und Vorſitzender des Verteidigungs⸗ komitees belaſtet. Dieſes zweigleiſige Fahren kenn⸗ zeichnet ſo richtig die Methoden der engliſchen Preſſe: offenkundig will die„Daily Mail“ durch folche Aeu⸗ ßerungen rechtzeitig den neuen Mißerfolgen der Kriegstreiberbande im engliſchen Kabinett vorbeu⸗ gen und zwar ſo, daß Churchill unter allen Umſtän⸗ 9 1 8 künftig als der maßgebende Mann im Spiel bleibt. Wenn in der engliſchen Preſſe über die Art der Kabinettsumbildung ein Klagelied angeſtimmt wird, ſo nur aus dem Grund, roße Hof Die Preſſe und der neue Superkriegsherr“ daß den Blättern die Verſteifung in der Kriegs⸗ politik des Kabinetts noch nicht eindentig genug unter Beweis geſtellt iſt. Nur aus dieſem Grunde wird Unzufriedenheit an den Tag gelegt. Nur aus dieſem Grunde wird gegen die „hergebrachte Methode“ polemiſiert, gegen die„Wie⸗ depkehd der üblichen Geſichter in allen Kabinetten“, und nur aus dieſem Grund— dies mit einem Sei⸗ tenblick auf Churchill wird die„Sehnſucht nach einer überragenden Perſönlich⸗ keit“ propagiert, die weder Frankreich noch England beſitzen und um die die Völker der beiden Länder andere Nationen beneiden. Der Vorwurf, der Chamberlain mehr oder weniger verſteckt in der ganzen engliſchen Preſſe ge⸗ macht wird, reſultiert alſo, um dies noch einmal ge⸗ S Chaupiniſten Gerader Kurs auf eine Churchillſche Militärdiktatur bührend hervorzuheben, lediglich aus der Tatſache, daß er nicht noch höhere Garantien für den ver⸗ ſteiften Kurs durch die Art der Neubeſetzung ge⸗ wiſſer Miniſterien geſchaffen. Der Oberkriegs⸗ hetzer Churchill genügt noch nicht. Man be⸗ reitet die Dinge vor, um ihm Gleichgeſinnte in einer ſpäteren Zeit an die Seite zu ſtellen. Nur zu dieſem Zweck ſchreibt die„Times“, Chamberlain habe nur die Karten neu gemiſcht, ſtatt ein ganz neues Spiel zu verſuchen. Die Veränderungen im Kabinett gleichen dem Spiel„Wechſelt das Bäumchen“ und nur zu dieſem Zweck, äußert die„Daily Mail“, be⸗ geben ſich die Figuren feierlichſt von einem Stuhl auf den anderen.„News Chronicle“ iſt allein ſo offen, mit ungeſchminkten Worten„auf den Mangel an Talenten in der konſervativen Partei“ hin⸗ zuweiſen. And nun geht's gegen die Neulralen! In einer Geheimſitzung am 11. 4. ſoll der neue Wietſchaſtskrieg proklamiert weroͤen (Drahtbericht unſ. Korreſpon denten) — Amſterdam, 5. April. Die Anzeichen dafür, daß die Leidtragenden der jüngſten engliſchen Kabinettsumbildung die Neu⸗ tralen ſein werden, mehren ſich. England will den Wirtſchaftskrieg gegen die Neutralen mit verſtärk⸗ tem Eifer fortführen, um einen Ausweg aus den ſich türmenden Schwierigkeiten und aus der unzu⸗ friedenen Stimmung zu finden. Das größte Aufſehen in dieſem Zuſammenhang erregte die Mitteilung des Miniſterpräſidenten Chamberlain geſtern im Unterhaus, daß am Donnerstag, dem 11. April, eine Ge⸗ heimſitzung des Unter hauſes ſtattfin⸗ den ſoll. Chamberlain ſagte, er habe ſich damit einverſtanden erklärt, nachdem der Leiter der arbeiterparteilichen Oppoſttion, Attlee, den An⸗ trag geſtellt hat. Das Thema der Geheim⸗ ſitzung ſoll der Wirtſchaftskrieg ſein. Das wird die zweite Geheimſitzung des engliſchen Unterhauſes ſeit Kriegsausbruch ſein. Die erſte fand im Dezember ſtatt und befaßte ſich mit Fragen der Rüſtung und Kriegsführung.. Anleitung für die Verſchärfung des Wirtſchafts⸗ krieges gab Chamberlain geſtern in einer Rede vor einer konſervativen Parteiverſammlung. Die Rede war voller Drohungen gegen die Neutralen, von denen Chamberlain in anmaßendem Tone wieder behauptete, daß ihre Sympathien auf Seiten der Weſtmächte ſeien, daß ſie aber gegen ihre eigenen Intereſſen handelten. Chamberlain gab mit dem ihm eigenen Zynismus zu, daß England verſchiedentlich„techniſche Neutralitäts verletzungen“ begangen habe,„manchmal aus Verſehen, manchmal abſichtlich“. Die Weſtmächte würden nicht unbegrenzt zu⸗ ſehen daß Deutſchlaud Nutzen aus der Neutra⸗ lität anderer Staaten ziehe, Chamberlains Ankündigung neuer die er im voraus mit der bekannten Lüge zu bemänteln ſucht daß die Weſt mächte für die Freiheit der Neutralen ſtritten. Chamberlain jam⸗ merte ferner darüber, daß das Beſtehen neutraler Staaten eine Behinderung für die volle Auswirkung der Blockadewaffe ſei und fügte hinzu: „Ihr köunt ſicher ſein, daß ich Schritt für Schritt die Lücken in der Blockade abdichten werde und daß ſich die würgende Wirkung der Blockade bei Fortdauer des Krieges immer mehr zeigen und dem Feinde den wird“. ſo lautete Rechtsbrüche, Slurm um Reynaud Warum ſprach er nicht in der Kammer? (Drahtbericht unſ. Korreſpondenten) — Bern, 5. April. Kaum iſt die Regierung Daladier geſtürzt, kaum hat der Finanzier Reynaud die neue Regierung ge⸗ bildet, kaum war der neue Miniſterpräſident in England, um ſich von dort Kräftigung ſeiner ſchwa⸗ chen Poſition in Frankreich zu beſchaffen, da tönt ſchon die franzöſiſche Preſſe ſehr in Moll. Vorgeſtern ſollte Reynaud gleichzeitig mit Chamberlains Erklä⸗ rung eine große Rede vor der franzöſiſchen Kam⸗ mer halten. Noch in letzter Minute wurde plötzlich erklärt, der Miniſterpräſident könne ſich nicht äußern. Erwartet wurde, daß die Erklärung Reynauds hauptſächlich im Hinblick auf die Kriegflührung in Zuſammenarbeit mit England abgegeben werden würde. Stimmt da etwas nicht! Die fran⸗ zöſtſche Kammer war bis unters Dach dicht beſetzt, da die Politiker und Diplomaten auf die Stellung⸗ nahme Frankreichs erpicht waren. Durch den Ver⸗ zicht Reynauds auf Erklärungen vor der Kammer um manche Hoffnung enttäuſcht, mußten ſie, ohne einen Fingerzeig von der Regierung erhalten zu haben, abziehen. Sie konnten ſpäter in der Preſſe leſen, daß Herr Chamberlain, d. h. England nach wie vor das Recht der Erſtgeburt in der Allianz wahrnimmt. Frankreich hat zu ſchweigen und zu parieren. Frankreichs Vormund ſitzt in London. -Heftige Angriffe der Radikalſozialiſten e Situation in Ueber die innerpolitiſch 0 Fraktionsſitzung der Frankreich unterrichtet eine 1 Radikalſozfalen, auf der die neue Regierung ü ber⸗ aus heftig angegriffen wurde. Selbſt wenn man berückſichtigt, daß Bonnet, Delbos und Guy La Chambre diesmal keinen Miniſterſitz erhalten haben und nach geltender parlamentariſcher Auffaſſung in Demokratien daher perſönliche Gegner der Regie⸗ ſind, iſt, zumals für Kriegszeiten, der Widerſtand gegenüber der neuen Regierung als bemerkenswert ſtart zu bezeichnen. Und das ſchon in der Kammer! Der Senat war ja ohnehin empört darüber, daß Reynaud eine Reihe von Sozialdemokraten in ſein neues Kabinett aufgenommen hat. Um die Felle, die ihm langſam wegſchwimmen, vielleicht doch noch zu halten, verſucht Reyngud, was er ſchon früher als Finanzminiſter getan hat, ſeine Poſition vom Ausland her zu festigen. Er hat ſich nicht nur von England freundliche Stimmen und Unterſtützung beſorgt. Aus aller Welt läßt er ſich in allen Tonarten loben, um dem franzöſiſchen Volk zu zeigen, ein wie bedeutender Mann er ſei. Ob er dabei nicht wie ſein engerer Landsmann Tartarin von Tarascon ſeine Heldentaten in Vergangenheit und Zukunft in zu grellen Farben malen läßt? Gibt es doch ſchon Stimmen in der franzöſiſchen Preſſe, nach denen ſeine Bedeutung für Frankreich größer ſei als ſelbſt die von Poincaré. „Alle Chanten ſind bei Deutſchland“ Dr. Ley: Die deuſche Staatsführung kann vor dem Schickſal nicht kapitulieren“ anb. Kaſſel, 4. April. Abſchluß und Höhepunkt der Kurheſſenfahrt Dr. Leys bildete am Donnerstagnachmittag eine Kund⸗ geit Ruſſkle der geſamten Arbeiterſchaft eines gro⸗ ßen Kaſſeler Induſtriebetriebes. Dr. Ley kennzeichnete dieſen Krieg als eine Fortſetzung des Kampfes, zu dem das deutſche Volk vor 25 Jahren antrat, antrat gegen die gleichen Widerſacher, gegen das internationale Kapital und gegen das Judentum. Als die Waffen des Frie⸗ dens nicht mehr ausreichten, um die Wahnſin⸗ nigen und Verrückten in der Welt zur Vernunft zu bringen, habe ſich die Notwendigkeit ergeben, den Kampf mit der Waffe zur(ntſchei⸗ dung zu bringen. 5 ausbeſſerungswerk Leihauſen, auf der Reichsleiter Dr. Len unterſtrich der B gti der dolen Si Krieg“, rief Dr. Ley aus,»ſind einzig bei Deutſchland! Die größte Chance jedoch bei un⸗ ſerem Führer Adolf Hitler, dieſem einzigartigen Füh⸗ rer, der einem Volk nur einmal geſchenkt wird.“ „Ein deulſcher Revolutionskrieg“ dib. Haunover, 5. April. 5 Zu einer eindrucksvollen Bekundung deutſchen Kampfes⸗ und Siegeswillen geſtaltete ſich die Kund⸗ gebung am Donnerstagnachmittag im Reichsbahn⸗ Roſenberg vor mehr als 8000 Volksgenoſſen das Wort nahm. Der Reichsleiter erklärte unter gro⸗ 7 Beifall, daß dieſer Krieg ein großer deut⸗ cher Rerolutlonskrieg geworden iſt. Daß eine Revolution der Diſtziplin möglich iſt, habe man 1933 weder in Paris noch in London begriffen. Eben⸗ ſowenig begreife man 1 daß wir vor einer Welt⸗ N ehen, in der die nationalſozialiſtiſche Idee Atem nehmen Chamberlain ſagte, die einzige Alternative zu eine intenſtven Kriegsführung ſei ein weiterer und viele Monate dauernder Ermattungs⸗ krieg. In London wurde geſtern ferner die angekündigte Handelsgeſellſchaft ins Leben gerufen, die unter privatwirtſchaftlichem Deckmantel mit unge⸗ heueren Regierungsgldern unſaubere Geſchäfte mit den ſüdoſteuropäiſchen Staaten verſuchen ſoll. Vor⸗ ſitzender dieſer Handelsgeſellſchaft iſt Chamberlains Freund Lord Swinton, ein früherer Luftfahrt⸗ miniſter und bekannter Proviſtonsſchlucker. Gegenſtände für die Metallſammlung ſind nur an die für die Entgegennahme zuſtändigen und bekanntgegebenen amtlichen Sammel⸗ ſtellen abzugeben. Sinnlos und zweckwidrig iſt es, Metallgegenſtände an einzelne führende Perſönlichkeiten, an Miniſterien und Behörden zu ſenden. Die Erfolge unſeres Seekriegs England hat viel mehr Schiffs raum verloren, als es zuaibt Drahtbericht unſeres Korreſpondenten — Rom, 5. April. Der Marineſachverſtändige des„Giornale d Ita⸗ lia“ prüfte heute die der engliſchen Handelsflotte bisher zugefügten Verluſte und kommt zu dem Er⸗ gebnis, daß die von Chamberlain, Churchill und an⸗ deren engliſchen Miniſtern bisher darüber veröffent⸗ lichten Mitteilungen falſch ſind. Der Mitarbeiter des halbamtlichen römiſchen Blattes geht dabei von der Tatſache aus, daß die Tonnage der engliſchen Frachtdampferflotte nicht 21 Millionen Tonnen, ſondern ſehr viel weniger beträgt, Wenn man näm⸗ lich Lioyds Regiſter Book prüft, in denen ſämtliche engliſchen Schiffe, die über hundert Tonnen Waſſer⸗ berdrängung haben, angeführt ſind, ſo zeigt ſich, daß England an wirklichen Frachtdampfern nur tber 10 Millionen Geſamttonnage verfügt. Die anderen Schiffe ſind Luxusjachten, Flußdampfer, Fiſcher⸗ boote, Leuchtſchiffe, Trajekte uſw., die für den Waren⸗ verkehr nicht in Frage kommen. Bei dieſer Feſtſtellung kann ſich der italieniſche Sachverſtändige ſogar auf engliſche Zeugniſſe beru⸗ fen, denn Mr. Huld von der„Shipping World“ hat ſelbſt darauf hingewieſen, daß man nicht mit der Ziffer von 21 Mill. Tonnen operieren dürfe, und im Unterhaus hat der Aug. Shinwell auch ſeinerſeits die engliſche Geſamttonnage an wirklichem Fracht⸗ raum mit nur zehn Millionen angegeben. Geht man nun davon aus daß England bis zum 25. März über 1152000 Tonnen verloren hat, ſo ergibt ſich, daß die wirkliche engliſche Handels⸗ flotte, die die engliſche Verſorgung gewährlek⸗ ſten ſoll, für die deutſche See⸗ und Luftkriegs⸗ führung bereits um ein Zehntel redugiert dit. Dieſe Verluſte können auch nicht, wie Churchill prahleriſch verkündet hat, durch neue Schiffsbauten erſetzt werden, denn die engliſchen Werften arbeiten in Kriegszeiten nur zu 30 v. H. für die Handels⸗ marine. Der Artikel des halbamtlichen„Giornale 'Italia“ ſchließt mit den peſſimiſtiſchen Worten, die Shinwell im Parlament geſprochen hat:„Eine ein⸗ mal verlorene Vormacht gegen die See iſt nie wie⸗ der zurückzugewinnen.“ Die norwegiſchen Schiffsverluſte EP. Stockholm, 5. April. Seit Ausbruch des Krieges hat die norwegiſche Handelsflotte insgeſamt 55 Schiffe verloren, was eine Geſamttonnage von etwa 200 000 Tonnen ausmacht. wird, beträgt die Zahl der odesopfer 395. Reiſe des italieniſchen Botſchafters in Tokio nach Europa. Nach einer Meldung aus Tokio iſt der Wie weiter amtlich aus Oslo gemeldet . 1 9 italieniſche Botſchafter Auriti von Tokio nach Europa abgereiſt. Bullitt bei Robſevelt. Der Us A⸗Botſchafter in Paris, Bullitt, iſt in Gegenwart von Sumner Welles von dem Präſidenten Rooſevelt empfangen worden, um im Anſchluß daran unverzüglich ſeine Reiſe nach Paris anzutreten. 5 Der Herzog von Aoſta reiſt nach Rom.“ Herzog von Aoſta und Vizekönig von e Ae mit zahlreicher Begleitung im Flugzeug in De⸗ 1 iſt en⸗ ghaſi eingetroffen und ſofort nach Rom weitergereiſt. Römiſche Kammer auf 28. April einberufen. Die Kammer der Faſei und Korporationen iſt auf den 29. April einberufen worden, um die Prüfung des Haushaltes 1940/41 fortzuſetzen. Preistreiber in Bulgarien hart beſtraſt. Wegen Preistreiberei wurden elf Kaufleute, darunter d Geſchäftsinhaber in Sofia, verhaftet und zu Zwangsarbeit in kleine Provinzorte verbannt. an 5 tſchriftleiter und bderantwortlich für Politik: Or. Win bauer.— Stellvertreter des 8 eſchriftleiters und wortlich für Kulturpolitſk, Theater un Atera legs; Carl On Eiſenbart(in Urlaub), i. B. Dr. F. W. Koch.— Ha i. B. R. Schönfelder.— Lokaler B. De T. R — Kunſt, Fil d„ De. Mu 1105 25 5 Sabre tb ch uuf n n tſache, ver⸗ 9 ge⸗ eg 8⸗ in be⸗ einer jeſem e nur Spiel binett und , he- Stuhl in ſo angel hin⸗ roͤen einer u nd ng S ndigte 1 n, die unge⸗ te mit Vor- rlains tfahrt⸗ egs ren, enten pril. d' Ita⸗ [sflotte m Er⸗ nd an⸗ röffent⸗ rbeiter hei von gliſchen onnen, nä m⸗ mtliche Waſſer⸗ ich, daß über 10 inderen Fiſcher⸗ Waren⸗ ieniſche beru⸗ Id“ hat rit der und im nerſeits Fracht⸗ is zum n hat, audels⸗ zährlel⸗ tkriegs⸗ rt it. Hurchill bauten trbeiten andels⸗ tornale ten, die ne ein⸗ ie wie⸗ ſte April. wegiſche en, was ö önnen femeldet 9 5. io nach iſt der Europa after in Sumner pfangen ſeine m. Der pieg iſt in Ben⸗ rgereiſt. en. Die auf den ing des Wegen ter drei id zur int. ä Dr. Alois nd verant⸗ ert: Willi Fennel, r Zeitung orklich füt öller, ig · Welt und Leben Aan aeddbeeddedadddndmdedadadadadadadmodawmamdm A ul Es ging niclit um clie scliꝭne dtelena Wenn ein General die„dias“ studiert— Die Hintergründe des Trojanischen Krieges — Sind die Frauen bisher auf den Trofaniſchen Krieg beſonders ſtolz geweſen, da dieſer erbitterte Kampf nach der Ueberlieferung ausſchließlich um einer ſchönen Frau willen, der von Paris geraubten Helena, geführt wurde, ſo wird dieſe Anſchauung durch die intereſſanten Unterſuchungen des Gene⸗ rals Tusmanis, eines griechiſchen Generalſtabsoffi⸗ ziers, beträchtlich erſchüttert. General Dusmanis iſt nämlich in ſeinen Forſchungen, die er unter dem Titel„Der Trojaniſche Krieg“ herausgegeben hat, zu der Ueberzeugung gekommen, daß es in dem Krieg zwiſchen Griechenland und dem kleinaäſiatiſchen Volk der Trojaner keineswegs um eine Frau, ſon⸗ dern— wie aktuell ſich das im 20. Jahrhundert aus⸗ nimmt!— um die Herrſchaft über das öſtliche Mit⸗ telmeer ging, die die Trojaner ſich erobert hatten und die die Griechen ihnen ſtreitig machten. Man hat den Kampf um Troja lange Zeit für eine Sage gehal⸗ ten, bis die Ausgrabungen des Deutſchen Schliemann gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Geſchicht⸗ lichkeit Trojas nachgewieſen haben. Nachdem der einzige uns vorliegende Bericht über den Trofani⸗ ſchen Krieg, die„Ilias“, nicht von einem Geſchichts⸗ ſchreiber, ſondern von dem Dichter Homer ſtammt, kann man es verſtehen, daß dieſer Kriea, durch die Brille der Poeſie geſehen, ein romantiſches Mäntel⸗ chen erhielt. Homer gefiel die Politik um eine ſchöne Frau, die er in den Mittelpunkt der Kampſhandlun⸗ gen ſtellte. Vielleicht hätte jeder Dſchler von Format ſo gehandelt, aber ein Generalſtabsoffizier ſteht das Kriegsgeſchehen eben mit anderen Augen. Und ſo dſt General Dusmanis nach eingehenden militäriſchen Studien der Ausgrabungen Trojas und der„Ilias zu der Ueberzeugung gekommen, daß die ſchöne Helena dabei eine höchſt untergeordnete Rolle ſpielte. Die Trofaner hatten ſich, wie geſagt, durch die Er⸗ oherung der Küſten Lakoniens und der Inſel d Aegäis die Mittelmeerherrſchaft geſichert. Paris war nichts anderes als ein Admiral der kleinaſia⸗ tiſchen Flotte, der ſich ſo nebenbei auf einer ſeiner Expeditionen die ſchöne Helena als Kriegsbeute mitnahm. Agamemnon, der Oberbefehlshaber der Griechen, bereitete nun einen Feldzug gegen Tr vor— nicht ſo ſehr, um die geraubte Helena zurück⸗ zuholen, ſondern um die Mittelmeerherrſchaft der Trojaner zu brechen. Wenn das ganze Unternehmen nicht ein antiker machtpolitiſcher Kampf größten Stiles geweſen wäre, hätten ſich die Griechen nicht erſt zehn Jahre lang durch Rüſtungen und Flotten⸗ bauten auf den Krieg vorbereitet. ehe ſie losſchlugen! Erſt als ſie ſich hinſichtlich ihrer militäriſchen Stärke dem Gegner, der den Rüſtungsvorſprung heſaß, eben⸗ bürtig fühlten, ſegelten ſie los. Auch manchen ande⸗ ren Dingen, die Homer dichteriſch ſah, gibt der Gene⸗ ralſtabsoffizier ein anderes Geſicht. Warum ſah Achilles auf ſeiten der Griechen in der erſten Zeit untätig den Kämpfen zu? Nicht. weil er um die ſchöne Sklavin, die ihm Agamemnon vorenthielt. trauerte, ſondern weil hinſichtlich der einzuſchlagen⸗ den militäriſchen Taktik zwiſchen Achilles und Aga⸗ memnon grundſätzliche Meinungsverſchiedenheiten herrſchten, die ſich erſt ſpäter beilegen ließen. eee Der Milltonär als Deleklio in USA das Leſen von Kriminalromanen aut iſt Die Liebe zu Kriminalromanen hat aug dem amerikaniſchen Multimillionär Charles F. Urſhel einen Schüler des Sherlock Holmes werden laſſen. Dank den Erfahrungen, die er bei der Lektüre von Kriminalgeſchichten geſammelt hat, konnte er der Tätigkeit einer der gefährlichſten Verbrecherbanden der Vereinigten Staaten, dem ſogenannten„Kelly⸗ Gang“, ein Ende bereiten. Die Kelly⸗Bande hatte Mitglieder in allen Staaten der Union und verübte ihre Verbrechen überall in Nordamerika; ſie war daher bis jetzt ſchwer zu faſſen. Wozu Urſhel, der in Oklahama wohnt, war vor einiger Zeit von Verbrechern entführt worden. Die Ban⸗ diten hatten ihm die Augen verbunden und ihn in einem einſamen Hauſe gefangengeſetzt. Der Entführte merkte bald, daß er ſich in einem Bauernhauſe be⸗ finden müſſe, denn rund umher hörte er die Stim⸗ men des bäuerlichen Lebens, den Hahnenſchrei, das Brüllen der Rinder, das Quietſchen eines Zieh⸗ brunnens. Da der Brunnen faſt dauernd in Be⸗ wegung war, ſo kam Urſhel zu der Ueberzeugung, daß es außergewöhnlich trocken ſein müßte. Die wichtigſte Feſtſtellung, die er traf, war aber die, daß ex jeden Morgen, ſobald die Uhr neun ſchlug, in der Höhe Flugmotorengeräuſch hörte; offenbar ſtammte es von einem regelmäßigen Streckenflugzeug. Nach vierwöchiger Gefangenſchaft wurde Urſhel nach Erlegung einer Summe von 200 000 Dollar, die die Verbrecher als Löſegeld verlangt hatten, auf freien Fuß geſetzt. Er beeilte ſich nun, der Krimi⸗ nalpolizei von ſeinen Beobachtungen Mitteilung zu machen. Sofort wurden eifrige Nachforſchungen an⸗ geſtellt, um den Schlupfwinkel der Bande aufzufin⸗ den. Zunächſt ſuchte man feſtzuſtellen, welche Gegend der USA zu der Zeit der Gefangenſchaft des Mil⸗ lionärs beſonders unter Dürre zu kleiden gehabt hatte. Die befragten Wetterſtellen bezeichneten alle einwandfrei Texas als dieſe Gegend. Nun wandte die Polizei ihre Aufmerkſamkeit den amertkaniſchen Luftverkehrslinien zu, um die Ma⸗ ſchinen feſtzuſtellen, die allmorgendlich um 9 Uhr Texas überfliegen. Es ſtellte ſich heraus, daß dieſe vom Flughafen Paradiſo abgehen. Auf Grund ihres Flugplanes und Flugweges gelang es ſchließlich, einen Bauernhof aufzufinden, der nur einige Kilo⸗ meter vom Flughafen entfernt lag. Und hier be⸗ fand ſich tatſächlich der Schlupfwinkel der Kelly⸗ Bande. Dort konnten die überraſchend einfallen⸗ den G⸗Männer den berüchtigten, langgeſuchten Schwerverbrecher Georges Kelly Barnes feſtnehmen und der Gerechtigkeit ausliefern. Zuſammen mit Kelly wurden auch 21 weitere Mitglieder ſeiner Bande verhaftet. Nu un b vu wulunν Mn —„Bitte, nach Ihnen!“ Mit dieſen Worten gab ein bartſtoppelbeſetzter Mann einem in ähnlicher Lage befindlichen beim Friſeur in einer Stadt Mitteldeutſchlands den Vortritt. Der„Haarmeiſter“ machte ſich aus Einſeifen und griff zum Meſſer. Als er dabei war, den Eingeſeiften abzuſchaben, trat Freund Hein in den Laden ein, aber nicht, um ſich raſieren zu laſſen, ſondern um den 47jährigen Fri⸗ ſeur abzuholen. Bei dem Herzſchlaa, den der Be⸗ erlitt, ſchnitt der Friſeur dem Eingeſeiften in bewegung ſo tief in den Hals, daß die durchtrennt wurde und der Mann in n verblutete. Der höfliche Wartende den Vortritt in den Tod gelaſſen. * dreißigjähriger Mann mit einem nicht ichen Klaps wurde zu nächtlicher Stunde in J feſtgenommen, als er damit beſchäftigt 1 erſchelben etagenweiſe einzuwerfen. Bei dem polizeilichen Verhör des Verhafteten ſtellte ſich aus, daß man einen lange geſuchten Miſſetäter hatte; durch Monate hatte ein Unbekannter in einem Kopenhagener Stadtteil auf die gleiche Weiſe gewütet und für 423 Kronen Fenſterſcheiben in einer Nacht zertrümmert. Jetzt beläuft ſich der angerichtete Sachſchaden auf insgeſamt 600 Kronen, terich ſofort abzuſitzen verurteilt wurde. tant erklärte, er ſei zeitweilig und beſon⸗ dem Einfluß des Alkohols, von einer ugsloſen Luſt beſeſſen, Fenſterſcheiben einzu⸗ Er, ſoll jetzt auf ſeine Geiſtesverfaſſung unterſucht werden. * — Das Gericht von Lyon beſchäftigt ſich gegen⸗ wärtig mit einem Prozeß eines Arztes aus dem De⸗ partement Saone⸗et⸗Loire gegen den bekannten Pariſer Bühnen⸗ und Filmautor Yves Mirande, der einen pikanten Beigeſchmack hat. Wwes Mirande hat vor einiger Zeit einen Film mit dem Namen „Ein kleines Vermögen“ geſchrieben, in dem ein Arzt aus dem Departement Saone⸗et⸗Loire vor⸗ imt, der gleichzeitig Bürgermeiſter und Inhaber einer Klinik iſt. Die Klinik geht ſehr gut, weil dort viele Autofahrer eingeliefert werden, die an einer gefährlichen Wegkreuzung inmitten des Dorfes Unfälle erlitten haben. Der Bürgermeiſter und Arzt hat es verſtanden zu verhindern, daß die Autofahrer durch Warnungstafeln auf dieſe ge⸗ fährliche Straßenkreuzung aufmerkſam gemacht werden. Ja, er hat ſogar Warnungstafeln, die von einem Autoklub aufgeſtellt worden waren, entfernen laſſen. So ſchildert es der Film. Nun hatte aber gerade der Bühnenſchriftſteller Yves Mirande im Jahre 1936 im Departement Sabome⸗et⸗Loire einen ſolchen Autounfall erlitten, und der Arzt, der ihn damals behandelt hat, fühlte ſich durch den Film ſehr getroffen, da er ſich in ihm wiederzuerkennen glaubte. Er hat einen Schadenerſatzanſpruch gegen Yves Mirande geltend gemacht, über den die Richter von Lyon jetzt beraten müſſen. 2 — Als Marim Savanku vor Jahresfriſt wegen ſeiner unglaublichen Betrügereien und Banditen⸗ ſtreiche zu einer 15jährigen Kerkerſtrafe verurteilt wurde, atmete ganz Bukareſt auf. Aber wenn man in der Bukareſter Strafanſtalt geglaubt hatte, nun einen beſonders ſchwierigen Inſaſſen zu beherbergen, ſo ſah man ſich darin auf das angenehmſte enttäuſcht. (Vom erſten Tag ſeines Eintrittes ins Gefängnis an trug Savanku ſo viel Reue zur Schau, daß man ihm bald von allen Seiten Sympathie entgegen⸗ brachte und es waren kaum 9 Monate vergangen, als man ſich entſchloß, den übrigens erſtaunlich gebil⸗ deten Sträfling im Bureau der Strafanſtalt als Schreiber zu verwenden, wo ſeine Haltung gleichfalls über jedes Lob erhaben war. Dieſer Tage ſtattete nun ein Anwalt der Strafanſtalt einen Beſuch ab, der mit einem Gefangenen zu reden hatte. Zufällig entdeckte er, daß der im Bureau befindliche Gefäng⸗ nisvorſteher ein Schulkamerad von ihm war, und ſo entwickelte ſich zwiſchen den beiden Männern eine angeregte Unterhaltung, in die auch noch der An⸗ ſtaltsſeelſorger eingriff, ohne daß jemand von dem beſcheiden an ſeinem Schreibpult ſitzenden Savanku Notiz nahm. Savanku hatte den Schein auszufüllen, auf Grund deſſen der Sträfling, den der Anvpalt gau ſprechen wünſchte, aus ſeiner Zelle vorgeführt werden konnte. Er ſchrieb nun, ſchnell die Situation ſend, für ſich ſelbſt einen Schein, in dem der Hüter der Garderobe angewieſen wurde, ihm, dem Siegfried Borries, Der enſte Träger des Nationalpreiſes für Violine, spielt am Samstag mit Roſl Schmid, der Na⸗ tionolpreisträgerin für Klavier, in der Harmonie. Savanku, ſofort ſeine Ziwilkleidung auszuhändigen. Kaltblütig präſentierte er dieſen Schein dem ſich ſo angeregt unterhaltenden Gefläämgnisvorſtbeher, der ihn, ohne überhaupt hinzuſehen, unterzeichnete. Natürlich glaubte er, es handle ſich um den Schein, der die Vorführung des von ſeinem Schulfreund, dem An⸗ walt, gewünſchten Sträfling anordnete. Savankn ſchrieb über ſeinen Zettel mit Rotſtift das Wort „Eilt⸗“ und ging hinaus, um, wie mam glaubte, ſeine Anweiſung an den zuſtändigen Aufſeher weiterzu⸗ leiten. Er begab ſich aber geradewegs zur Garde⸗ robe, wo er ſich auf Grund ſeiner Order die Zivil⸗ kleidung aushändigen ließ. Er zog ſich eiligſt an und ging danm ſeelenruhig mit Mamtel und Hut zum Wachzimmer, wo er den Paſſierſchein des— Anwalts vorwies. Der Amwalt hatte ſeinen Paſſierſchein, ein einfaches, keinerlei Perſonalbeſchreibung enthalten⸗ des Formular, das den Empfänger zum Betreten und Verlaſſen der Strafanſtalt berechtigte, bei ſeiner Unterhaltung mit dem Gefängnisvorſteher auf das Schreibpult Savankus gelegt. Der nahm ihn, nachdem er won dem Vonſteher die unterſchriebene Anweifung erhalten hatte, blitzſchnell mit und konnte nun gamz umbehelligt, als. wäve er ein Beſucher, das Gefäng⸗ nis verlaſſen. Bis heute hat man den ſchlauen Ban⸗ diten nicht wiedergefunden. Schubert, der„windige Patron“ Im Wiener Schubert Muſeum befindet ſich ein Brief, den einſt der Leipziger Muſikverlag Breit⸗ kopf und Härtel erhielt. Franz Schubert hatte ſei⸗ nen„Erlkönig“ dem Verlag angeboten. der glaubte, eg handle ſich um eine Schöpfung des königlichen Kirchenkomponiſten Schubert in Dresden. An deſ⸗ ſen Adreſſe überſandte man auch das den„Erlkönig“ betreffende Antwortſchreiben. Erzürnt erwiderle der Dresdner Kirchenkomponiſt folgendes:„Ich habe die Kantate Erlkönig' niemals komponiert, werde aber zu erfahren ſuchen, wer dergleichen Machwerk überſendet hat, um den windigen Patron zu entdek⸗ ken, der meinen Namen ſo mißbraucht!“ NIE uν,pECLIVOE, beide erfiillen ihren besonde-. en Jꝛbec, hnlich wie hei eimer Zigarette das c Mumndotiick und dlie zu rige Hillle. Hier soll Sie Nur den hranud der Zigau- reltè fordern, iuwuhrend es dort darum geht, den Iubae vor feuchtigkeit gil beruuhren ꝛcnd dlie Lippen des Nuauchers zo Verletzungen ⁊i Schiitzen. Ein Zigaret- cem uſumndgtiick is also geinesiuegs eim entbehrn liches Beliberb, genau r r N 2 2 2 — — 2 — 2 22 dad W GüLDENRING Ju, G- uind huicb —— NNecoaert 3 — . 2 8 r Y —— go dei, ite den Griſß am einer linge. Bei der GA DENEILUVG ist es nen erstmalig gelum- gen, dem Zigaretten- napier selbt diese Sschils enden Higenschaſtem xte geben. Ihr neues Mind. Sich ict unsichtbar, es entspricht damit auch dem NMiinschen aller dlær Raucher, die bislamg mundstuchlose Higa- retten bevoræugt haben. . 15 ningsanzuges gekauft werden. Meiſter in Wiedergaben“ Maunheim, 5. April Zur Vervollſtändigung der Kleiderkartenliſte Jede Kleiderkarte enthält ein Warenverzeichnis, in dem genau angegeben iſt, wieviel Punkte ein be⸗ ſtimmtes Kleidungs⸗ oder Wäſcheſtück koſtet. Dieſes Verzeichnis iſt inzwiſchen mehrfach ergänzt worden. So iſt beiſpielsweiſe beſtimmt worden, wieviel Punkte beim Einkauf von Einzelteilen eines Trai⸗ ningsanzuges(Hoſe oder Jacke) hinzugeben ſind, wieviel Punkte ein Skianzug koſtet uw. Nunmehr ſind für einige weitere Waren die Punktwerte feſt geſetzt worden. So iſt beſtmmt worden, daß Kra watten für Knaben, Mädchen und Frauen genau ſo⸗ viel Punkte koſten, wie Männerkrawatten, nämlich 3 Punkte. Gummierte Knaben⸗ und Mädchenpele⸗ rinen werden ihrem Punktwert nach wie eine Wind⸗ jacke betrachtet, die dieſen Kindern 15 Punkte koſtet. Bei Kleinkindern erfordert die gummierte Pelerine 8 Punkte, ebenſopiel wie eine Ueberjacke. Im Hin⸗ blick auf die Oelhautmäntel wurde entſchieden, daß dieſe Mäntel dann frei käuflch ſind, wenn ſte keine Spinnſtoffe enthalten. Viele Arbeiter tragen ein Woll⸗ vorhemd(Wollchemiſette). Es wurde im Punktwert einem Schal gleichgeſtellt, der Männern 7 Punkte koſtet. Damenweſten aus gewebten Stoffen erfor⸗ dern 8 Punkte, ebenſoviel wie eine Männerweſte. Iſt die Damenweſte aber aus gewirkten Stoffen herge⸗ ſtellt, ſo gilt ſie im Punktwert einem Pullover gleich, für den die Frau 25 Punkte hingeben muß. Eis⸗ laufhoſen für Männer, Frauen Knaben und Mäd⸗ chen können für die Hälfte der Punkte eines Trai⸗ 1 Endlich wurde noch feſtgelegt, daß der Trainingsanzug für Kleinkinder ebenſopiel Pukte erfordert wie der Sommeranzug für Kleinkinder, nämlich 10 Punkte. Schuhe und Sohlenmaterial Eine Neufaſſung der Verbrauchs regelung Unter gleichzeitiger Aufhebung der entſprechen⸗ den bisherigen Vorſchriften hat der Reichswirtſchafts⸗ miniſter durch Verordnung die erforderlichen An⸗ we fungen über die Verbrauchsregelung für Schuhe und Sohlen material neu zuſammengeſtellt. Die Ver⸗ ordnung tritt am 9. April in Kraft. Sie beſtimmt, daß Schuhe aller Art ſowie Leder und Austauſchſtoffe für Leder zur Beſoh⸗ lung von Schuhen nur gegen Bezugs ſchein an Verbraucher abgegeben und von ihnen bezogen werden dürfen. Nicht bezugsſcheinpflichtig iſt gebrauchtes Schuh⸗ werk mit Ausnahme von ſolchem das von Gewer⸗ betreibenden im Umherziehen verkauft wird. Als Schuhe gelten auch Ueberſchuhe. als Austauſch⸗ ſtoffe auch ganz oder z. T. aus natürlichem oder künſtlichem Kautſchuk hergeſtellte Sohlen und Plat⸗ ten. Schuhmacher und andere Werkſtätten, die Schuhe ausbeſſern, gelten nicht als Verbraucher im Sinne dieſer Verordnung. Das Beſohlen von Schuhen durch Schuhmacher oder andere Werkſtätten, die Schuhe ausbeſſern, iſt bezugsſcheinfrei. Perſonen, die von einem öffentlichen Bedarfs⸗ lräger, wie Wehrmacht, oder von einer Anſtalt mit hezugsſcheinpflichtigen Waren verſorgt werden, er⸗ halten keinen Bezugsſchein für dieſe Waren. Für Perſonen, die kraft eines öffentlich⸗rechtlichen Dienſt⸗ verhältniſſes oder ihrer Zugehörigkeit zur NS DAP, einer ihrer Gliederungen oder einem ihr angeſchloſ⸗ ſenen Verband oder einer öffentlichen Intereſſen dienenden Einrichtung beſonderen Bekleidungsvor⸗ ſchriften unterliegen, und von ihren Dienſtſtellen nicht oder nicht voll verſorgt werden, kann die Reichs⸗ ſtelle für Lederwirkſchaft im Benehmen mit der je⸗ weils zuſtändigen Dienſtſtelle eine beſondere Rege⸗ lung treffen. Im übrigen verliert der Bezugsſchein zwei Monate nach Ausſtellung ſeine Gültigkeit. Ein handelsüblicher Umtauſch der auf Bezugsſchein be⸗ zogenen Waren gegen Waren gleicher Art iſt zuläſ⸗ ſig. 5 Kampf gegen Schwindel Der kürzlich veröffentlichte Tätigkeitsberichk der Deutſchen Zentralſtelle zur Bekämpfung der Schwin⸗ delfirmen, Sitz Hamburg, beweiſt erneut die Daſeins⸗ ubtwendigkeit dieſer Stelle, die ſich— geſtützt auf jahrzehntelange Erfahrungen und auf ein viele 1000 Akten umfaſſendes Material— den Schutz der Be⸗ völkerung vor Ausbeutung durch von Lug und Trug lebende Unternehmungen zur Aufgabe gemacht hat. Gerade im Kriege gilt es— wie in dem Tätigkeits⸗ bericht geſagt wird— ein wachſames Auge zu haben auf Elemente, die erfahrungsgemäß wirtſchaftliche Nöte und Schwierigkeiten des Krieges für eigene un⸗ lautere Zwecke auszubeuten ſuchen. Der Jahres⸗ bericht geſagt wird— ein wachſames Auge zu haben blick in die mannigfaltigen und geriſſenen Methoden der Schwindelfirmen, er zeigt aber leider auch er⸗ neut, mit welcher Vertrauensſeligkeit und oft Leicht⸗ fertigkeit ſich manche Volksgenoſſen betören und zur Vollziehung von Unterſchriften unter Schriftſtücke beſchwatzen laſſen, die für die Unterzeichner ſpäter oft ſchwerwiegende und üble Folgen haben können. Deshalb warnt die Deutſche Zentralſtelle auch im⸗ mer wieder vor Uebereiltheiten und mahnt, vor Lei⸗ ſtung der Unterſchriften erſt zu leſen— dann zu unterſchreiben— aber vorher zu ver⸗ ſtehen. Ueber alle wichtigen Schriftſtücke ſoll man ſich, bevor man etwas Unterſchriebenes aus der b 18 gibt, vorher Rat holen. Ueber verdächtig er⸗ cheinende Firmen erhält man Auskunft bei der Deutſchen Zentralſtelle zur Bekämpfung der Schwin⸗ delfirmen e.., Hamburg 11, Troſtbrücke 4, und ihren Zweigſtellen in Berlin N 65. Lindowerſtr. 6, und Wien 1/1 Wallnerſtraße 2, III. 8 ei Die Ausſtellung„Handzeichnungen italieniſcher iſt am Sonntag, dem 7. April ds... zum letzten Male der Oeffentlichkeit zugänglich. Wegen der Vorbereitungen zu einer neuen Sonderausſtellung bleibt die Kunſthalle in den nächſten Wochen, mit Ausnahme des Leſeſaals, geſchloſſen. i Werkgemeinſchaft bildender Künſtler Maun⸗ heim Eliſabeth Funke vom Nationaltheater lieſt am Samstag, dem 6. April, 16 Uhr in der Kunſtaus⸗ ellung der„Werkgemeinſchaft bildender Künſtler Maunbeim“ im Kunſthaus Dr. Fritz Nagel, O 5. 14. * öberoll, o Erſte Sam Der Miniſterrat für die Reichs verteidigung hat am 4. September 1939 den bis dahin freiwilligen Reichsarbeitsdienſt der weiblichen Jugend zur Pflicht erhoben. Von damals 50 000 mußte nun⸗ mehr der Beſtand auf 100 000 Dienſtpflichtige und Freiwillige gebracht werden. In Baden wurde ent⸗ ſprechend die Zahl der Lager(33) faſt verdoppelt (601). Erfreulicherweiſe konnten dabei auch einige Lager des männlichen Reichsarbeitsdienſtes, die durch die Verhältniſſe frei geworden waren, über⸗ nommen werden. Im Handumdrehen wurden dieſe Lager erheblich wohnlicher geſtaltet, denn„darin ſind wir den Männern denn doch erheblich über⸗ legen“ bemerkte mir die Maidenhauptführerin aus Karlsruhe, die als Sachbearbeiterin für Preſſe und Propaganda mich führte. Der ſprechendſte Beweis dafür ſei die Verblüffung derjenigen„Vorbewoh⸗ ner“ geweſen, die gelegentlich einmal ihr altes La⸗ ger wieder beſuchten und kaum wiedererkannten! Zum erſten Male gingen nun von Baden aus Sammeltransporte dieſer Dienſtpflichti⸗ gen und Freiwilligen an andere Bezirke; am Donnerstagabend 800 Maiden aus Ba⸗ den und Saarpfalz von Mannheim nach der Oberpfalz und dem bayeriſchen Wald, am Freitagfrüh ein ähnlicher Transport nach Ober-, Mittel⸗ und Unterfranken. Eine einzige fehlte: ſie hatte ſich verheiratet und wies ſich vier Stunden vor Antritt im Schloßhof Mannheim als im Ehehafen vor Anker gegangen aus! Die meiſten Maiden ſtammen aus der Stadt, denn wer beim Vater auf dem Lande arbeitet, wird nicht eingezogen. Die meiſten ſind vom Jahrgang 1920/21, alſo 19jährige. Freiwillige ſind diejenigen, die noch nicht arbeitsdienſtpflichtig ſind oder die die Altersgrenzen ſchon überſchritten haben, und Füh⸗ rerinnen⸗Anwärter ſind. bzw. ihr Haushaͤlts⸗ und Arbeitsdienſtjahr in ihrem Pflichtſahr abmachen wollen. Eins der Mädel, das wir fragten. will ſo nach dem Arbeitsdienſt Medizin ſtudieren, und viel⸗ leicht einmal Lagerärztin werden. Beſoldung, Al⸗ tersverſorgung, Verſorgung bei vorzeitigem Aus⸗ ſcheiden machen die Führerinnenlaufbahn anziehend genug. Die einzelnen Lager in der bayeriſchen Oſtmark werden mit Sonderzug, Kleinbahn, Autobus und Fußmarſch erreicht. Dann werden Nie Uniformen verpaßt und auf ſchicken, tadelloſen Sitz ſelbſt um⸗ gearbeitet. Während der erſten vier Wochen werden die Maiden planmäßig angelernt im Kochen, Nähen, Flicken, Bügeln uſw. Dann teilt die Lagerführerin die Mädel eignungsgemäß ein für Dienſt auf kinder⸗ reichen, materiell reichen und ganz armen Höken; alle vier Wochen wird aber gewechſelt. Durch ſolche 1700 Mädel ſandte der Reichsarbellsdienſt in Bayerns annheim 1 Oſtmark Erweiterung des Blickfeldes werden oft aus rechten „Gänschen“ lebenstüchtige, kernige Menſchen. Im Hepbſt buddelte eine ohne Männer⸗, Knechts- und Pferdehilfe„ihre“ Kartoffeln mühſelig aus der Erde. Stolz ſchickte ſie davon heim, aber die Großſtadt⸗ Mama mißverſtand ihre Tochter und zeterte über die Unwirtſchaftlichkeit der Kartoffelſendung! Im Lagerleben heißt es ſich umſtellen auf wirkliche„Kammer“⸗adſchaft der Abiturientin etwa mit der Fabrikarbeiterin oder Ver⸗ käuferin. Dann bekommen ſie voreinander Reſpekt wie der Bauer vor dem Städter und umgekehrt. Sieben Stunden am Tag arbeiten die Maiden beim Bauern, und die übrige Zeit verleben ſie gemeinſam im Lager, ſtändig betreut von der Lagerärztin. Die Mädels bekommen Taſchengeld von 20 Pfg. täglich und kommen damit weiter als die jungen Männer des Reichsarbeitsdienſtes mit ihren 25 Pfg, denn Aus⸗ gang haben die Maiden nicht, und für Bier und Zigaretten geben ſie ebenſowenig aus. Ueder ihre Einnahmen führen ſie Buch! Auf dem Schloßhof in Mannheim. wo ſich alles ſchon nach den Lagern um die künftige Lagerführerin geſchart hatte, und auf dem Bahnſteig 1 des Hauptbahnhofs ſab man nur höchſt vergnügte Geſichter, trotz des höchſt un⸗ freundlichen Wetters. Da es, wie geſagt, der erſte große Sammeltransport des RADws aus Baden war, erſchienen auch Män⸗ ner wie der Oberarbeitsführer Lanae, der Leiter des Hauptmeldeamts XXXII Mannheim, dem ganz Nordbaden und Saarpfalz unterſteht. Dank der or⸗ ganiſatoriſchen Hilfe der alterfahrenen. männlichen Reichsarbeitsdienſtführer klappte alles. einſchließlich Verpflegung, ausgezeichnet. So entſprach es gewiß nur dem unter Männern üblichen rauh⸗herzlichen Ton, wenn man einmal irgendwo den Stoßſeufzer auſſchnappen durfte:„Lieber einen Sack Flöhe hüten, als 1700 Mädel viele hundert Kilometer weit ver⸗ frachten!“ Hunderte von Händen winkten fröhlich zum Bahnſteig zu uns Zurückbleibenden zurück, als der lange Sonderzug mit den ſchönen neuen Wagen die Halle verlaſſen hatte. In der Zuteilung zu den Lagern war recht dafür geſorgt, daß die Maiden ſozial gehörig durcheinander gewürfelt wurden. Ueberall wird ſich eine finden, die beſonders gut Kinder betreuen, beſonders gut kochen, beſonders gut nähen kann uſw. Das erleich⸗ tert die Arbeit im Lager ſehr. Die bunte ſoziale Miſchung hilft die Bande der deutſchen Volksgemein⸗ ſchaft verengen und vertiefen, eine der ſchönſten Auf⸗ gaben des Reichsarbeitsdienſtes. A eee Weltkriegs-Melallſammlung überholt! Das erſie Wochenergebnis der Führer-Geburtstagsſpende zeigt einen gewaltigen Erfolg „Ich bin nun zwar zu allem übrigen auch noch ein richtiger Althändler geworden, aber mein neuer Beruf macht mir bis jetzt nur allergrößte Freude,“ erzählt der Leiter des Städtiſchen Ernäh⸗ rungs⸗ und Wirtſchaftsamtes, als wir ihn geſtern in ſeinem Amtszimmer vor einem ganz beſonders dicken Aktenbündel antrafen.„Sehen Sie, das hier ſind die bisherigen Tagesabrechnungen der ſämtlichen 28 Mannheimer Sammelſtellen für die Metallſpende: ich habe ſie an Hand der Aufzeich- nungen aus dem Weltkrieg eben mal mit der Metallſammlung von 1915 verglichen. Da⸗ Ein ganzes Stück über Mannshöhe ragt ſchon der rieſige Metallberg im Hauptſammellager des Wirtſchaftsamtes Photo: M. Schubert. mals lief die Sammlung vom 16. Auguſt bis 16. Oktober— alſo volle zwei Monate— und der Ge⸗ ſamtertrag war hier bei uns in Mannheim weit ge⸗ ringer als unſer heutiges Ergebnis allein ſchon am Schluß der erſten Woche!“. 5 Unendliche Mengen von Meſſing, ſehr viel gutes Kupfer, daneben auch Blei, Zinn, Nickel und Gegenſtände aus allen möglichen Legierungen wie Alpaka und Tombak ſind bereits abgeliefert worden. Jeden Abend rufen die einzelnen Sammel ſtellenleiter auf dem Ernährungs⸗ und Wirtſchaftsamt an um ihre„Tages⸗Verwiegungen“ durchzugehen. Und faſt ununterbrochen ſind drei ſtädtiſche Laſtautos unterwegs, die in eifriger Ver⸗ ladearbeit das überall aufgeſpeicherte Gut abholen. Denn die Freimachung der Räume zur Aufnahme neuer Spenden iſt natürlich eines der wichtigſten Kapitel bei dieſer ſo tadellos organiſierten Samme⸗ lei, während andrerſeits die Zuſammenziehung des Altmaterials in einer Hauptſammelſtelle ſchon aus Gründen der ſpäteren Weiterleitung an Gau⸗ und Reichsſammelſtellen ebenſo unerläßlich erſcheint. Gerade dieſe Organiſation, die ganz im national⸗ ſozialiſtiſchen Geiſte und im Sinne ſeiner Erzie⸗ hungsabſicht mit der Erfaſſung kleinſter Gruppen beginnt und dann zu immer höheren Einheiten auf⸗ ſteigt, macht ja einen großen Teil des Erfolges aus und läßt das jetzt ſchon feſtſtellbare gewaltige Mehrergebnis gegenüber dem Jahre 1915 aus ganz einfachen praktiſchen Erwägungen begreiflich erſcheinen. Wie wurde damals geſammelt, und wie ſammeln wir heute? Im Auguſt 1915 gab es für ganz Mann⸗ heim eine einzige Sammelſtelle, die ſich im Betriebsgebäude der Städtiſchen Werke am Luiſen⸗ ring befand. Nun iſt es klar, daß ſolche Zentraliſa⸗ tion in einer Großſtadt mit weit entfernt liegenden Außenbezirken für die Bevölkerung recht unbeguem war. Und da des Menſchen Bequemlichkeit leider eine ſo eingefleiſchte Eigenſchaft iſt. daß ſie ſelbſt die Tugend grundſätzlicher Opferbereitſchaft zu über⸗ tönen vermag, iſt halt damals ſchon allein aus den Beſchwerden eines allzu langen Anmarſchweges her⸗ aus gewiß manches Kilo ſchönſten Altmetalls nicht abgeliefert worden. Anders im April 1940: da wußte gleich jeder, wo er hingehörte, f weil ja die meiſten Sammelſtellen mit den durch die Lebensmittelkartenabholung weidlich bekannten Zweigſtellen des Ernährungs⸗ und Wirtſchaftsamtes zuſammenfallen und alſo ſtets innerhalb des eigenen Wohnbezirkes liegen. Und dann haben doch in den einzelnen Ortsgruppen die politiſchen Leiter bis hinab zum kleinſten Zellenwar, auch das Ihre ge⸗ tan, um noch neben den Aufrufen und Bekannt⸗ machungen her faſt in jeder Familie durch perſön⸗ liche Aufklärung werhend zu wirken. Desßale on iſt das Ergebnis dieſer erſten Woche für uns Mann⸗ heimer wohl hocherfreulich, aber doch keineswegs ſyo himmelhoch zum Erſtaunen, daß wir uns etwa für die kommenden weiteren drei Wochen damit begnügen könnten. Im Gegenteil: je höher ſich die Metallberge in der rieſigen Halle des Hauptſammellagers häufen, deſto eifriger ſollte jeder einzelne bei ſich zu Hauſe nachgucken, ob er nicht noch und noch was zum Ab⸗ liefern findet. So etwa, wie es jene jungen Frauen in der Sammelſtelle Feudenheim machten, die halt geſtern nachmittag gerade mal wieder im Vor⸗ beigehen hereinſchauten und nach ſolchem kleinen Umblick tiefbefriedigt abzogen:„Do hawwe mer widder e neie Aaregung kriegt, mer alles noch ſammle könnt'! Uhre unn ſowas nemme die ja G ach; Freilich nehmen ſie's und dazu noch vieles andere mehr. Das ſieht man in dem hübſch mit Blumen geſchmückten Schaufenſter an Feudeuheims Hauptſtraße wo eine Auswahl verſchiedenſter Gruppen genſtänden darauf hinweiſt, in welchen des Haushaltes man weiter fahnden kann. Hier die Venus von Milo in Bronze, dort eine Reihe ſchaurig⸗ſchöner Sportehrenpreiſe, dann wieder Gar⸗ dinenſtangen, Nickelzehner, löchrig gewordene Koch⸗ töpfe oder auch Abfall von eines Spenglers Werk⸗ bank. Alles, alles findet willige Abnehmer, wäh⸗ rend der Spender beglückt mit ſeiner Ehrenur⸗ kunde heimgeht. Dafür geht es in dieſer Sammel⸗ ſtelle auch ganz beſonders vergnügt zu, weil ein Rundfunkgerät für Unterhaltung ſorgt. Feuden⸗ heim ſammelt alſo mit Muſik, was bekanntlich ſtets zarr Hebung der Laune beiträgt und die hei ſolchem Andrang oft unvermeidlichen kleinen Wartezeiten vor der Waage angenehm verkürzen hilft. So gab auch die zweite Preſſefahrt des Städtiſchen Ernährungs⸗ und Wirtſchaftsamtes, die diesmal freilich nur vom Rathaus zur Hauptſam⸗ melſtelle und von dort hinaus in den freundlichen Vorort führte ein überzeugendes Bild vom Opfer⸗ willen aller Volksgenoſſen. M. obe- Gouigiaues F 2. 8 am Marktplatz Mittelstraße 18 von Ge⸗ Sparten Aus Mannheimer Gerichtsſälen: Verſuchte Gefangenen⸗ Befreiung Wenn die Verkehrsſtreifen der Polizei Kraft⸗ wagen anhalten und durchprüfen, iſt es wahrlich nicht ihr Privatvergnügen, ſondern ſie tun nur ihre Pflicht im öffentlichen Intereſſe. Eben darum wird jeder vernünftige Straßenbenutzer ihnen ſtets korrekt und höflich begegnen und ihnen ſo die Arbeit nach Möglichkeit erleichtern. Um ſo' ſchneller iſt dann der kleine Aufenthalt vorbei. Das Gegenbeiſpiel, wie es nicht gemacht werden ſoll, boten zwei Kraftwagen⸗ fahrer, Vater und Sohn, in der Gegend zwiſchen Neckarau und Rheinau. Gereizt durch angeblich ausgebliebenen Gruß des Polizeihauptwachtmeiſters und des Hilfspoliziſten, zeigten ſich die beiden Zivi⸗ liſten überaus brummig, ablehnend und unhöflich. Schließlich beleidigten beide auf offener Straße die Beamten ganz gröblich. Pflichtgemäß griff der Wacht⸗ meiſter jetzt durch und nahm den Vater vorläufig feſt. Dieſer ſtrubte ſich mit Aufgebot überraſchender Kräfte, und der Sohn kam ihm zu Hilfe. Nach dieſem eindeutigen tätlichen Angriff zog der Beamte die Waffe. Jetzt endlich dämmerte den anmaßenden Kraftfahrern der Ernſt der Lage, in die ſte ſich mut⸗ willig verſtrickt hatten. Am 19. Februar 1940 gab es Strafbefehle. Der Vater war klug genug, ſich mit den ihm zudiktierten 100 Mk. Geldſtrefe abzufinden. Dem Sohm wurde jetzt nach Einſpruch und Haupt⸗ verfahren im Urteil die Gelöſtrafe von 30 plus 200 Mark lerſatzweiſe 6 Tage plus 6 Wochen Gefängnis beſtätigt. Dazu kommen nun freilich noch die Koſten des Verfahrens ae. 5 * Verkehrsunfälle. Im Laufe des geſtrigen Tages ereigneten ſich durch Nichtbeachtung der Ver⸗ kehrsvorſchriften fünf Verkehrsunfälle. Dabei wurde eine Perſon leicht verletzt, fünf Kraftfahrzeuge und ein Straßenbahnwagen beſchädiat. * Verkehrs überwachung. Bei geſtern vor⸗ genommenen Verkehrskontrollen wurde der Führer eines Kraftfahrzeuges zur Anzeige gebracht, weil er fein Fahrzeug bei Dunkelheit außerhalb eines Park⸗ platzes und unbeleuchtet aufgeſtellt hat. Außerdem wurden 24 Verkehrsteilnehmer wegen verſchiedener Uebertretungen der Straßenverkehrsordnung gebüh⸗ renpflichtig verwarnt und an fünf Kraftfahrzeug⸗ führer Vorſahrtsſcheine ausgehändiat. weil ihre Fahrzeuge techniſche Mängel aufwieſen. ** Seinen 65. Geburtstag kann heute Herr Karl Tüncher, Anſtreicher und feiern. Wir gratulieren! a Vierzig Jahre verheiratet ſind heute die Ehe⸗ leute Friedrich Gerſtner und Frau, geb. Bann⸗ holzer, Inhaberin des goldenen Mutterehrenkreuzes. Seit dierqig Jahren bezieht das jubilierende Ehe⸗ paar, das H 3, 8a wohnt, unſere Zeitung. Herzlichen Glückwunſch! O Ein Brief Beethovens in Moskau. Bei der Neudorönung eines Archivs in Moskau wurde das Original eines Briefes von Beethoven entdeckt, wel⸗ cher aus dem Jahre 1826 ſtammt. Dieſer Brief iſt an einen Wiener Geiger gerichtet, mit dem der Komponiſt ſehr befreundet war. Kollefrath, Maler, Weißlackierer, Meßplatz 8, nene. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt im Gau Baden MS- Einrichtungen in zwei Grenzkreiſen wurden beſichtigt NSG. Karlsruhe, 5. April. Dr Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt der NSDaq und Reichsbeauftragte für das Kriegs winterhilfs⸗ werk, Reichshauptamtsleiter/ Brigadeführer Hilgen⸗ feld t, unternahm am Mittwoch in Begleitung von Gau⸗ amtsleiter Dinkel eine Beſichtigungsfahrt durch einige Grenzkreiſe des Gaues Baden. Hauptamtsleiter Hilgen⸗ zeldt konnte ſich bei dieſer Gelegenheit davon übrzeugen daß diie NS. Arbeit im Grenzgau Baden durch den Krieg nicht nur keinerlet Unterbrechung erfahren hat, ſondern im Gegenteil in jeder Weiſe verſtärkt werden konnte. ö Hauptamtsleiter Hilgenſeldt wurde in Lahr von Kreis⸗ leiter Burk begrüßt und beſichtigte anſchließend unter leistet ATA jetz Führung von Kreisamsleiter Franck zwei NSV⸗Kinder⸗ tagesſtätten der Kreisſtadt ſowie den erſt vor wenigen Monoten eröffneten vorbildlichen Dauerkindergarten in Altdorf und die Klndertagesſtätten in Ettenheim. f Von Ettenheim aus ſetzte der Hautpamtsleiter am Noch⸗ mittag ſelne Fahrt fort und beſuchte mehrere Orte des Grenzkreiſes Kehl, Lahr davon überzeugen konnte, daß insbeſondere auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege alles getan wird, um die Ar⸗ beit der Heimat im Entſcheidungskompf des deutſchen Bol? kes zu erleichtern. Hauptamts leiter Hilgenſeld ſtattete zum Abſchluß ſeiner Beſichtigungsſahrt dem derzeitigen ſtellver⸗ tretenden Gauleiter des Gaues Baden, Gauamtsleiter Schuppel, in der Gauhauptſtadt einen Beſuch ab. platz- för AT Al An jedem Waschbecken- im Böro, im Werk, in der Köche. stark verschmutzte Arbeitshände sonst viel Seife erforderten, t Werwwolle Dienste.. 5 wobei er ſich ebenſo wie im Kreis . 1 12 4 5 1 1 . ö 3 8 1 eee eee ee ee . e . Verpflichtung oͤer H „ Allezeit in Liebe und Treue zum Führer“ Eine kurze und ſchlichte, aber dennoch packende Feier umrahmte am Mittwochabend im vollbeſetzten Muſenſaal die Verpflichtung unſerer ilteſten Pimpfe und Jungmädel für die HJ. Auf der Bühne um⸗ ſäumten Fahnen und Wimpel das wohldiſziplinierte Bild der Uniformträger und Trägerinnen. Otto Homann ⸗Webau ſteuerte vom Flügel aus den SA⸗Zug. Die vorderſten Reihen des Parketts und Balkons hatten die Gäſte, darunter Politiſche Leiter, Vertreter der Formationen und Eltern, inne. Die Scharführer Löffler und Fath ſprachen der Stunde angepaßte Geleitworte. Gemeinſam ge⸗ ſungene Lieder leiteten über zur Anſprache eines Stammführers des Jungvolks an die Pimpfe und Jungmädel, die vier Jahre lang. Jungvolk⸗Dienſt taten, mit auf Fahrt und im Lagen waren und in die Grundzüge des Nationalſozialismus eingeführt wurden. Von nun an erwarten ſie größere Auf⸗ gaben, die größeres Verantwortungsbewußtſein ver⸗ langen.„Seid ſo, wie ihr bisher wart. Verſucht, immer Pimpfe und Jungmädel in eurer Haltung zu bleiben. Die engliſche Jugend iſt vergreiſt; ſie läuft mit Gehrock und Zylinder herum. Bei H und Bon ſollt ihr euch zu der Treue erziehen, die der Führer und Deutſchland von euch erwarten. Denkt an das Wort:„Du biſt nichts, aber Deutſchland alles!“ Für die künftigen Einheitenführer und Führer⸗ innen ſprach anſchließend Stammführer Müller. Er ging aus von dem Nietzſchewort„gelobt ſei, was hart macht!“ Aufgabe iſt die Feſtigung im Glauben an den Führer. Der Weg iſt weit, das Ziel iſt klar. Der Reichsjugendführer ſagt:„Vergeßt nicht, daß ihr die Jugend eines Volkes ſeid, das unüberwind⸗ lich iſt in der Eintracht...“ Dann wandte ſich der Stammführer insbeſonere an die Eltern:„Unter⸗ ſtützt uns in unſerer gewiß nicht leichten Aufgabe. Gewiß werden ſich noch Mängel zeigen, aber ſorgt ſchwach werden, durch euer gutes Work aufgerüttelt werden, den Weg weiterzuſchreiten!“ Dann hieß es „Zur Verpflichtung ſtillgeſtanden!“ Mit erhobenem Arm erklang dann der feierliche Spruch: „Ich verſpreche, in der H allezeit meine Pflicht zu tun in Liebe und Treue zum Führer und unſerer Fahne!“ Gemeinſam ſang dann alles„Heiliges Vaterland“. Zuletzt ſprach der Ortsgruppenleiter Huber von der Ortsgruppe Schlachthof der NSDAP. Er erinnerte u. a. an Herbert Norkus, deſſen Name neben Horſt Weſſel auf den blutgeweihten Fahnen der Bewegung ſteht, und an die Zeit der Bewährung, die jetzt be⸗ ginnt. Der Reoner ſchloß mit dem Gruß an unſeren herrlichen Führer. Mit den Liedern der Nation klang die Feier aus.. J icl adi Eddleuigoliafen Jubiläum in Ludwigshafen Fünfzia Jahre Bürgerbräu Sch. Ludwigshafen, 5. April. Den Zeitverhältniſſen entſprechend wurde das fünfzigjährige Beſtehen des Bürger⸗ bräu Lud'wigs hafen am Donnerstagabend in kleinerem Rahmen im ſchmucken Gefolgſchaftsraum begangen. Nach dem Einmarſch der Werkſchar, die mit Vorſpruch und Geſang die ſchlichte Feier ein⸗ leitete, begrüßte Direktor Feierling herzlich die Ehrengäſte und Gefolgſchaftsmitglieder. vor allem Kreisleiter Kleemann und den Gau⸗ und Kreisobmann der DA mit der Verſicherung, daß man ſich auch weiterhin bemühen werde, im Leiſtungswettkampf der Betriebe ehrenvoll zu be⸗ ſtehen. Der Betriebsführer ſchilderte dann ein⸗ gehend die Entwicklung des Unternehmens von der Gründung vor fünfzig Jahren bis zum heutigen ſchaft auf äußerſt ſolider Grundlage ſtehe. Die Fi⸗ nanzen ſeien geſund und die Maſchinen und Ein⸗ richtungen faſt ganz abgeſchrieben. Indem er den Geiſt der Geſolg ft als weiteren Garanten für die Feſtigkeit des Betriebes bezeichnete, gab er be⸗ kannt, daß als Jubiläumsgeſchenk die Hälfte der durch die Betriebsordnung verankerten Jahres⸗ zuwendung gegeben werde. Die Jubilare und Ve teranen werden faſt in der gleichen Höhe berückſich⸗ tigt. Kreisleiter Kleemann wies darauf hin. daß er ſchon am Morgen bei einer Betriebsbeſichtigung die Glückwünſche der Kreisleitung überbracht habe. Bei der Würdigung der Bedeutung des Unterneh⸗ mens betonte der Kreisleiter, daß das Bürgerbräu zu einem Begriff für Ludwigshafen geworden ſei. Bei dem Rundgang habe er ſich erneut davon überzeugen können. daß der Geiſt, der in dem Be⸗ trieb herrſche, ein ordentlicher ſei. Das Herz habe bei allen Maßnahmen in den letzten Jahren geſpro⸗ chen. Der Kreisleiter rühmte die peinliche Sau⸗ berkeit und den familiären Geiſt, der in dem Betrieb zu Hauſe iſt. Kameradſchaft ſei in hohem Maße feſtzuſtellen. Die Betriebsordnung ſei ſo vorbildlich, daß er behaupten dürfe, daß an ſie nur wenige andere Betriebsordnungen heran kämen. Nach weiteren mahnenden und aufrütteln⸗ den Ausführungen, die ſich auf das Ringen des deutſchen Volkes um ſein Daſein bezogen, ſchloß der Redner, indem er betonte, daß das 75jährige Bür⸗ gerbräu⸗Jubiläum nicht wie das ſilberne im Kriege begangen werden würde, da die Waffen dafür ſor⸗ gen würden, daß das deutſche Volk einem langen Frieden entgegengeht. Direktor Feierling ließ ſeine Dankesworte in dem„Sieg Heil!“ auf den Führer gipfeln, dem die Nationallteder folgten. Der Betriebsob mann, der der zum Heeresdienſt einberufenen Ge⸗ folgſchaftsmitglieder gedachte, verband mit herzlichen Glückwünſchen der Gefolgſchaft das Verſprechen, daß alle auch in Zukunft ihre ganze Kraft einſetzen wer⸗ den, damit bas Unternehmen ſich weiter aufwör entwickelt. Nach dem Ausmarſch der Werkſchar und einem Imbiß mit Bier übernahm Joſeph Offenbach die Leitung des Abends. Der beliebte Künſtler, der ſich mit einer humorvollen Anſprache einführte, die den Betriebsführer und verſchiedene Gefolgſchaftsmit⸗ glieder aufs Korn nahm, hatte eine vorzügliche Un⸗ terhaltungsfſolge zuſammengeſtellt, die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Hilde Hoff man u ſang temperamentvoll Operetten⸗ und Tonfilmſchla⸗ ger, Erika Wiesner umkleidete ihren Schlager⸗ ſtrauß mit Handharmonikamelod ien, Guſtav Krenz ſpielte virtuos zwei Stücke auf dem Rylophon und verblüffte mit ſeinen Zauberkunſtſtücken, Lola Me⸗ bius fand den richtigen Ton mit Liedern zur Laute, während Joſeph Offenbach, Ria Ziegler, Erika Wiesner und Lola Mebius zugkräftigen grob⸗ körnigen Humor in zwei„Einaktern“ boten. Dazu geſellte ſich das zweimalige Auftreten eines aus Ge⸗ folgſchaftsmitgliedern zuſammengeſtellten Qu ar⸗ tetts. Hans Fuß unterſtrich die Darbietungen wirkſam am Flügel. 5 Zum 56-FJarben-Fubiläum Glückwunſch des bayeriſchen Miniſterpräſtdenten 5 Ludwigshafen, 5. April. Mi ent Jud wig Sjebert hat der Betriebsführung und Gefolgſchafft des Werkes Ludwigshafen a. Rhein, der JG. Farbe winduſt rie, der früheren Badiſchen Anilin⸗ und Sodafabrik, die in dieſen Tagen, wie bereits ausführlich berichtet, auf ein 75 jähriges Beſtehen zurückblicken bann, peyſö wl ieh umd wamens der bayeriſchen Landesregierung die herz⸗ lichſten Glückwünſche übermittelt Klavierabend in Ludwigshafen. Innerhalb der Städt, Konzerte bringt Ludwigshafen am Montag, 8. April einen Klavierabend mit Eduard Eroͤmann. Der Künſtler ſpielt neben Werken von Beethoven und Brahms die„Große Sonat: in-Dur“ von Schubert und die„Bilder aus einer Ausſtellung von Muſſorgſky. eren Roo netten bn ee mit dafür, daß ſolche Kameraden, die auf dem Wege Tage. Er betonte zum Schluß, daß die Aktiengeſell⸗ Gott gebe Glück und Cegen drein! Dieſer alte Wahrſpruch des Brauereigewerbes hat bei dem Bürgerbräu Ludwigshafen, das am 5. April 1940 ſein fünfzigjähriges Beſtehen fei⸗ ert, ſeine hundertprozentige Bewährung gefunden. Aus kleinſten Anfängen heraus wuchs hier in fünf Jahrzehnten in dem noch fungen Gemeindeweſen unſerer Stadt unter tatkräftiger Führung ein Brauerei⸗Unternehmen heran, das durch ſeinen Aufſchwung und die heutige Größe des Betriebes eine nicht zu unterſchätzende Bedeutung für das Ludwigshafener Wirtſchaftsleben hat. Durch ſeine Qualitätserzeugniſſe hat das Bürgerbräu den guten Ruf des Ludwigshafener Gewerbes weithin beſtätigt und eine große Anzahl Volksgenoſſen fin⸗ det hier Brot und Arbeit. Darüber hinaus aber erhalten durch die ſtetigen Bedürfniſſe des Betrie⸗ bes— erinnert ſei hier nur an die jeweiligen Er⸗ weiterungsbauten und die laufenden Erneuerungen — viele andere Unternehmungen lohnende Ver⸗ dienſtmöglichkeiten. Ein Unternehmen wächſt Schon ehe Ludwigshafen Stadt war, braute man in der damaligen Rheinſchanze einen guten Tropfen. Es waren die Familien Deutſch, Eiſele und Stauffer, die das edle Braugewerbe in Klein⸗ brauereien pflegten. Die Staufferſche Kleinbrauerei war die bedeutendſte unter dieſen dreien und aus ihr iſt auch das heutige Bürgerbräu bervorgegan⸗ gen. Als mit der Gründung einer Aktienbrauerei nach Münchener Syſtem die Brauereien von Deutſch und Eiſele eingingen, blieb das Stauffer⸗ ſche Gewerbe beſtehen. Die Witwe Stauffer hei⸗ ratete damals Peter Fuhrer aus Schriesheim, der Brauerei und Wirtſchaft mit übernahm und mit zielſicherem Weitblick laufend vergrößerte und ausbaute.— Im Laufe der Jahre wurde an Fuh⸗ rer der Gedanke herangetragen, ſeine Brauerei in eine AG. umzuwandeln, zu vergrößern und zu mo⸗ derniſieren. Im November 1889 gab Fuhrer ſein bisheriges Widerſtreben auf und er bot ſeine Brauerei dieſem intereſſierten Freundeskreis zum Preiſe von 265 000 Mark zum Kaufe an, wobei er ſich verpflichtete, 75 Aktien zu je 1000 Mark ſelbſt zu übernehmen. Ein Brauereifachmann er⸗ rechnete den Geſamtaufwand für die Erſtellung der neuen, modernen Brauerei mit 500 000 Mark und innerhalb kürzeſter Friſt ſtand das notwendige Ka⸗ pital zur Verfügung. Die Bürgerbrän⸗AG. Ludwigshafen Am F. April 1890 wurde vor dem damaligen kal. Notar Wenner von Ludwigshafen der Grundſtücksakt unterzeichnet und damit war mit 500 O00 Mark Aktienkapital(das im Jahre 1908 auf 1 000 O00 Mark erhöht wurde) unter dem Namen„Bürgerbräu Ludwigshafen“ die Grün⸗ dung vollzogen. Vorſitzender im Aufſichtsrat war Peter Fuhrer, ſein Stellvertreter Hoff⸗ mann und den Vorſtand bildeten Grüner und Scherer. Zur Zeichnung der Firma war Franz Ludowiei berechtigt und der erſte Braumeiſter der Firma war der Sohn Fuhrers, Heinrich Fu h⸗ rer. Beſonders bemerkenswert iſt das raſche Empor⸗ blühen der jungen Brauerei, die nach Überwin⸗ dung der erſten„Kinderkrankheiten“ ſich derartig ſtark vergrößerte, daß das Bürgerbräu zu Beginn des Weltkrieges als Einzelbrauerei mit einem Jah⸗ resausſtoß von nahezu 120 000 Hektoliter Bier mit an der Spitze der pfälziſchen Brauereien mar⸗ ſchlerte. Zu dieſem raſchen Aufſtieg hat zweifellos das amerikaniſche Tempo, in dem Ludwigshafen wuchs, ſein gutes Teil beigetragen. Andererſeits war es aber vor allem das ſtets hochgehaltene Prin⸗ zip des Bürgerbräu, aus allerfeinſten Rohmate⸗ rialien nur beſte, gehaltvolle Biere herzuſtellen, das das Blühen des jungen Betriebes beſchleunigte und auch im Mannheimer Abſatzgebiet reiche Früchte trug. . abre Bütgerbrin an Zwiſchen der Ludwig, und Bismarckſtraße, in ſeiner räumlichen Ausdehnung etwas eingeengt, liegt das Bürgerbräu, das hier nach jeder Straßen⸗ ſeite einen Ausſchank hat. Davon beſitzt das „Große Bürgerbräu“, das nach einem Brand im Jahre 1911 völlig neu erſtellt wurde und in ſei⸗ nem Münchener Stil Gaſtlichkeit und Behaglich⸗ keit zugleich atmet, eine beſondere Popularität. Kein Pfälzer paſſiert wohl Ludwigshafen, ohne die⸗ ſem Volksausſchank einen Beſuch abgeſtattet zu haben und jeder rechtsrheiniſch Wohnende erachtet es als Ehrenpflicht, erſt einen Schoppen Ludwigs⸗ hafener Bürgerbräu zu ſich zu nehmen, ehe er die Saarpfalz wieder verläßt. . Die betrieblichen Verhältniſſe Während der Betrieb auf ſeiner Höhe ſtand, techniſch und hygieniſch ausgezeichnet eingerichtet und auf dem beſten Wege war, ſeine Vormachts⸗ ſtellung in der Pfalz zu behaupten, brach der Welt⸗ krieg herein. Glücklich wurden alle Fährniſſe über⸗ wunden und auch die Inflation wurde dank einer fürſorglichen Leitung ohne nennenswerte Ver⸗ luſte überſtanden. Das Hauptaugenmerk legte man nunmehr auf eine noch vollkommenere betriebliche Ausgeſtaltung. Dazu bot ſich im Jahre 1925 eine beſondere Gelegenheit durch den Erwerb der ſtill⸗ gelegten Malzfabrik von Groeber und Gen. in Mutterſtadt. Hier errichtete man eine moderne Mälzerei, die in techniſcher und maſchineller Be⸗ ziehung mit zum vorbildlichſten auf dieſem Gebiete gehört und die ebenfalls dazu beigetragen hat, die Güte des„Bürgerbräu“ zu untermauern und ſei⸗ nen bisher ausgezeichneten Ruf noch weiter zu feſtigen. 5 Einen weiteren Schritt in der Vervollkomm⸗ nung bildete die Vervollſtändigung der Lager⸗ kellerei, in der man beiſpielsweiſe ſämtliche Holz⸗ fäſſer abſchaffte und durch beſonders geeignete Me⸗ tallbottiche erſetzte.— Dann wieder galt es im Jahre 1930 nach dem Abzuge der Franzosen, die im„Großen Bürgerbräu“ wie die Vandalen ge⸗ hauſt und ein trauriges Erbe hinterlaſſen hatten, neue Aufbauarbeit zu leiſten. Weitere Stationen in dieſen mit zäher Ausdauer geleiſteten und da⸗ rum von Erfolg gekrönten Anſtrengungen waren die Beſeitigung der zu engen Toreinfahrt in der Bismarckſtraße und die damit Hand in Hand gehende Umbauarbeit des„Kleinen Bürgerbräu“ zu einer Gaſtſtätte von Ruf. Mit dem politiſchen Umbruch im Jahre 1933 folgte in Deutſchland allgemein die wirtſchaftliche Wendung zum Beſſeren, zu einer dauerhaften Blüte in allen Wirtſchaftszweigen. Seit dieſer Zeit be⸗ gann auch im Bürgerbräu eine neue Epoche gewal⸗ tiger Aufbauarbeit unter der Leitung des Direktors Julius Fekerling, der ſeit 1931 die Geſchicke der Geſellſchaft unter ſorgfältiger Berückſichtigung der gegebenen Verhältniſſe leitet. In techniſcher Hinſicht iſt zu dieſer Aufbauarbeit vor allem die völlige Neugeſtaltung des Sudhauſes zu zählen. Beſzeiten wurden die benötigten Kupfermengen be⸗ reitgeſtellt und in zwei Bauabſchnitten(bauliche und maſchinelle Umgeſtaltung) wurde von den Weigel⸗ werken in Neiße⸗Neuland nach den in ihrem Beſitz befindlichen Jacob'ſchen Patenten eine Sudanlage erſtellt, die für Generationen ausreichend iſt und die in ihrer techniſch wunderbaren Einrichtung als Prunkſtück der Brauerei angeſprochen werden darf, Erwähnt ſeien hier auch noch die Erwerbung der Pfalzbrauerei AG. in Meuſtadt an der Weinſtraße, die Übernahme der Herva⸗Vertriebs⸗G. m. b. H. und endlich die Schaffung eines neuen Tiefenbrun⸗ nens. Dieſer Brunnen iſt in der Lage, ſelbſt bei Verſagen aller beſtehenden Brauereibrunnen die Waſſerverſorgung des Betriebes auf unabſehbare Zeit zu decken. So planvoll wie die Betriebsausgeſtaltung wurde durch Direktor Feierling in den letzten Jahren in zielbewußter Weiſe auch das Verkaufsgeſchäft und die Kundenwerbung gelenkt und der gute Ruf des Bürgerbräu durch die Übernahme bzw. die Schaf⸗ fung neuer Großgaſtſtätten gefeſtigt. In dieſer Be⸗ ziehung ſei nur an eines der zeitgemäßeſten Lokale gedacht, das im Spätherbſt des vergangenen Jahres unter dem Namen„Der Pfälzer Hof“ in unſerer Nachbarſtadt am Paradeplatz der Offentlichkeit übergeben wurde und das mit zu den ſchönſten und in ſeiner Einrichtung wohl modernſten Häuſer Mannheims zählt. Sie lenkten die Geſchicke des Bürgerbräu Im Zuſammenhang mit dem Jubiläum ſei auch der Männer gedacht, die bisher die Geſchicke des Bürgerbräu lenkten. Der zur Verfügung ſtehende Raum geſtattet nur eine chronologiſche Aufzäh⸗ lung. Ihre Taten und ihr Wirken ſind aber in den Annalen des Bürgerbräu für immer ehrenvoll ver⸗ zeichnet: i Die Direktoren: ſeit 1892 W. Karl Solz; ſeit 1893 Karl Drach; ſeit 1897 Wil. helm Büddeman nz ſeit 1910 Fritz Küffner (zweiter Direktor Franz Schmitt) und ſeit Oktober 1931 bis heute Julius Feier ling.— Die Vorſitzer des Aufſichtsrates: ſeit 1890 Peter Fuhrer; ſeit 1892 Franz Ludowie i und ſeit 1926 bis heute Joſef Hoff⸗ mann; Stellvertretender Aufſichtsratsvorſitzender iſt Dr.⸗Ing. J. W. Ludo wic i. Die Brau- meiſter: ſeit 1890 Heinrich Fuhrer; ſeit 1892 Karl Haug; ſeit 1904 Zimmermann und ſeit 1926 bis heute Frdr. Kappler. Die ſozialen Aufgaben Anerkannt gut war ſchon immer das Verhältnis zwiſchen Betriebsführung und Gefolgſchaft, das gewiſſermaßen auf einem patriarchaliſchen Funda⸗ ment baſterte. Seit 1933 aber eröffnete ſich Direk⸗ tor Feier ling hier ein beſonders wertvolles und dankbares Arbeitsgebiet. In der ſozialen Betreu- ung der ihm anvertrauten Volksgenoſſen bewies der Betriebsführer, nicht zuletzt zum Wohle des Bürgerbräu ſelbſt, eine glückliche Hand. Ver⸗ trauensvoll und kameradſchaftlich erfolgt die Be⸗ treuung durch freiwillige Leiſtungen aller Art. An die ausſcheidenden älteren Gefolgſchaftsmitglieder und deren Hinterbliebene wurden von jeher Penſto⸗ nen bezahlt und zu Weihnachten gelangt eine Ab⸗ ſchlußvergütung zur Auszahlung. In der neuen Betriebsordnung wurden dieſe Leiſtungen rechtlich verankert und die Gründung eines Wohlfahrts⸗ kontos mit jährlicher Pflichtzuweiſung aus dem laufenden Gewinn beſchloſſen; auch Siedlungsdar⸗ lehen wurden zur Verfügung geſtellt und zehn vom Hundert der Mitarbeiter wohnen bereits in Werks⸗ wohnungen. Zur geiſtigen Unterhaltung wurde eine Werkbücherei eingerichtet und für„Schönheit der Arbeit“ wurden anſehnliche Aufwendungen gemacht,. Die praktiſche Betätigung auf ſozialem Gebiet fand in diefer neuen Betriebsordnung vom 1. Januar 1939 und in der Meugeſtaltung der Gefolgſchafts⸗ räume, die allen Erforderniſſen der Behaglichkeit und der Hygiene entſprechen, ihren Ausdruck.— An der Adolf⸗Hitler⸗Spende der deutſchen Wirtſchaft, am Winterhilfswerk und an einer weiteren Reihe ſozialer und gemeinnütziger Aufgaben hat ſich das Bürgerbräu ebenfalls beachtlich beteiligt. Ausblick in die Zukunft Kühner Unternehmungsgeiſt, gepaart mit zähem Fleiß, haben hier in fünf Jahrzehnten ein Unter⸗ nehmen geformt, das trotz bewegter Zeitläufte, trotz Weltkrieg und Inflation auf einer äußerſt ſoliden Grundlage ſteht, die auch über die ſchwerſten An⸗ forderungen der Kriegswirtſchaft hinweghelfen wird. Die Finanzen ſind geſund und techniſch ſteht der Brauereibetrieb auf voller Höhe. Ein weiterer Garant für die Stabilität des Betriebes aber iſt die Gefolgſchaft, die ſich genau wie Aufſichtsrat und Betriebsführer ihrer hohen Aufgabe bewußt iſt, in vorbildlicher Betriebsgemeinſchaft das Bür⸗ gerbräu zu immer höheren Leiſtungen und Erfolgen zu führen. 1 Gegen Angarns Fußballkünſtler 15. Jußball-Länderkamyf Deulſchland-Angarn in Verlin Im Ländertreffen gegen Ungarn, Sonntag im Berliner Olympia⸗ hat der deutſche Fußballſport ſeine Kraftprobe im Jahre 1940 zu beſtehen. Dem Kampf gegen die Magyaren ſieht man deswegen mit beſonderer Span⸗ nung entgegen, weil es Ungarns Fußballkünſtler waren, die unſerer Nationalelf im vergangenen Herbſt im erſten Kriegs⸗Länderſpiel in Budapeſt mit:5 Toren eine hohe Niederlage bereiteten. Dieſer Bud er Sieg der Ungarn (der in dieſer Höhe nur zuſtande kam, weil es den deut⸗ ſchen Spielern an Kondition fehlte) war 901 ee ther ſiebter in der Geſchichte der deutſch⸗ ungariſchen. begegnungen. Sieben ungariſchen Siegen ſtehen nur dre deutſche gegenüber, die alle auf deutſchem Boden heraus⸗ geſpielt wurden. Viermal trennte man ſich unentf ſchieden, eine Bilanz alſo, die eindeutig zugunſten der Ungarn ſte 01 und von deutſcher Seite dringend einer Auf beſſerung be⸗ darf. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es am Sonntag im Olympia⸗ Stadion zu einem großen und ſpieleriſch ſicher wertvollen Treffen kommen wird. Die deutſche Elf, die ſich ſeit einigen Tagen an Ort und Stelle auf ihre Aufgabe vorbereitet, wird vom Ehrgeiz beſeelt ſein, die ſchwere Budapeſter Niederlage wettzumachen. Sie trifft auf einen Gegner, der am vergangenen Sonntag das Kunſtſtück fertig brachte, die ſtarke Nationalelf der Schweiz, die ſeit vielen Monaten unbeſiegt war und noch vor wenigen Wochen in Turin dem Weltmeiſter ein:1 abrang, klar mit 30 aus dem Feld zu ſchlagen. Zwar hat ſich Ungarns Verbands⸗ kapitän die endgültige Aufſtellung ſeiner Mannſchaft für Berlin noch vorbehalten, aber man darf annehmen, daß auch er den alten Grundſatz beherzigt, eine ſiegreiche Mann⸗ ſchaft nicht ohne zwingende Gründe zu ändern. Es iſt ni icht das am kommenden ion durchgeführt wird, erſte internationale ausgeſchloſſen, daß bei den Magyaren der berühmte Stür⸗ mer Dr. Saroſi ſehlen wird, der leicht verletzt iſt, aber znögültig iſt ſeine Nichtteilnahme noch nicht. Aber ſelbſt wenn Dr. Saroſi fehlen ſollte, werden die Ungarn eine ſchlagkräftige Elf zur Stelle haben, denn im Lande der Puszta gibt es junge Talente in Hülle und Fülle; einige von ihnen haben ja ſchon am vergangenen Sonntag gegen die Gidgenoſſen mit durchſchl hlagendem Erfolg geſpielt.— Die Vertreter Großdeutſchlands, die endgültig zur Stunde noch nicht bekannt ſind, werden mit einer erſtklaſſigen Mannſchaftsleiſtung aufwarten müſſen, wenn ſie den gro⸗ ßen Gegner ſchlagen wollen. Die vorausſichtlichen Mannſchaften. Deutſchland: Klodt Janes Billmann 5 Kupfer Sold Kitzinger Lehner Baumann od. Gauchel Conen Binder Peſſer Kalveſal Dudas od. Toth Dr. Saroſt Sütö Kinſces Balogh B. Saroſt Kiraly Biro Pakodſt Ungarn: Eſtkos Sechs.-.⸗Siege! Deutſche Amateur⸗Bormeiſterſchaften Die Ausſcheidungskümpfe wurden am Mittwochnachmittag im allen Gewichtsklaſſen ſortgeſetzt. Die Reihen der ſüd⸗ deulſchen Teilnehmer haben ſich weiter gelichtet, blieben doch die Stidweſtvertreter Joswig⸗Heer, Schöneberger⸗ Frankfurt a. M. und Franz⸗Ludwigshaſen und der Münch⸗ ner Wolf auf der Strecke. Eine vorzügliche Leiſtung bot der frühere deutſche Bantamgewichtsmeiſher Rappfſil⸗ be er⸗Frankfurt a.., der den bekannten Nordmarkvertre⸗ 4 6 ter und Anwärter auf einen Platz in der Nationalſtaſſel, Weber⸗Hamburg, auspunktete. Der Südweſtſedergewichts⸗ meiſter Schöneberger ⸗Frankfurt ſcheiterte dagegen an Wiſchnewſki⸗Dortmund, und auch Jos wig⸗Heer kann über den jetzt für Stettin kämpfenden Weſtfalen Gänſerig micht hinweg. Fran z⸗ Ludwigshafen, der Halbichwer⸗ gewichtsmeiſter des Gaues Südweſt, ging gegen den Rhein⸗ länder Lubetz ein, während der Münchner Wolf von dem rheiniſchen Mittelgewichtler Geeven ausgepunktet wunde. Hir ſch 2⸗Augsburg kam im Weltergewicht durch einen Punktſieg über Noppeney⸗Heer eine Runde weiter. Eimdrucksvolle Leiſtungen ſah man von dem 17jährigen Oſtwark⸗Schwergewichtsmeiſter Weidinger⸗-Wien und dem Sachſen Eckmüller⸗Rieſa, die ihre Ausſcheidungen entſchei⸗ dend gewannen. Die Ergebniſſe: Pollock⸗Bismarckhütte beſ. Sowinſki⸗ Danzig n.., Möhwald⸗Görlitz beſ. Koſchür⸗Eſſen n..; Bantamgewicht: Rappſilber⸗Frankfurt a. M. beſ. Wader⸗ Hamburg u.., Strangſeld⸗Herten beſ. Salomo⸗Rieſa n..; Federgewicht: Prieß⸗Heer beſ. Rümbe⸗Hildesheim n.., Wiſchnewſki⸗Dortmumd beſ. Schöneberger⸗Frankfurt a. M. n..; Leichtgewicht: Gänſerig⸗Stettin beſ. Joswig⸗ Fvankfurt(Heer) n..; Weltergewicht: Hirſch 2⸗Augsthurg bel. Noppeney⸗Heer n.., Herchenbach⸗Wuppertal beſbegt Dörries⸗Hannover n..; Mittelgewicht: Geeven⸗Mörs beſ. Wolf⸗München n.., Hub kak⸗Herne bel. Rarſchel⸗Berlin Fliegengewicht: n. P; Halbſchwergewicht: Ludwi en un.; Serge Wie Komanm⸗Düſſeldorf 2. Rd. k.., Eckmüller⸗Rieſa bel. zidlo⸗Bismarckhütte 1. Rö... ** Mit den letzten, Kämpfen der Vorrunde wurde am Mitt⸗ ö e Teil der deutſchen Kriegs⸗Boxmeiſter⸗ 64 Kämpfer haben ſich die Anwart⸗ hrt und am Donnerstag von Stet⸗ wo am Wo⸗ Wra⸗ tin aus die 9 chene 1 1 die i enden Kämpfe 0 hrt werden. 5 abend in Stettin bew daß unſere N ärke r geworden ſind. Nicht weniger als ſechs gen nahmen ein vorzeitiges Ende, Von den ſüd⸗ Teilnehmern haben ſich noch Schopp(Speyer), Hirſch 3(Au urg] und Zeilhofer(München) die Fahrbarte erworben, während die Stuttgarter Held und Acckerle, der Heilbronner Krocken berger und der Sic weſt ecker(Luftwaffe) ausge hieden ſind Held und Decker gehörten zu jenen Kämp⸗ Krocken 5 fern, die in der erſten Runde k. o. geſchlagen wurden. Die Ergebniſſe: Fliegengewicht: Liw (Berlin] nach Punkten; (Lüdenſcheid) nach Punkten. beſtegt Tietzſch pp(Speyer) beſiegt Kämmerer Bantamgewicht: Hacker(Leip⸗ zig) beſiegt Bebert(Kolberg) nach Punkten; Fleiſchhacker (Königsberg) beſiegt Aeckerle(Stuttgart) nach Punkten Federgewicht: Büttner 2(Heer) beſiegt Schlüter(Dort⸗ mund] nach Punkten; Hirſch 3(Augsburg)] beſiegt Krocken⸗ berger(Böckingen! in der 1. Runde k. o. Leichtgewicht: Jarchow(& Hamburg) beſiegt agelſchmidt(Köln) in der J. Runde k. 5. zeilhoſer ichen) beſiegt Wilkens(Ham burg) nach unkt en; Schmedes(Dortmund] kampflos in die Zwiſchenru W eltergewicht: Räſchke(Hamburg)] beſieg! Mahn(Breslau) nach Punkten; Entres(Ternitzſ. beſiegt Woll(Stettin) in der 1. Runde k..; gen(Bremen beſiegt Birka Breslau)] nach Punkten; hellin(Berlin beſiegt Held(Stuttgart) in der 1. Runde k..; Baumgarten eburg) (Hamburg) beſiegt Plarre(Albenburg) nach Punkten. Halb⸗ ſchwergewicht: Sohn(Heer) beſiegt Koller(Graz) 1 Schmidt(8 0 kompflos in die Zwif gewicht: Voſen nach Punkten. 52 Pferde im„Braunen Band“ Gläuzender Nennungsſchluß für die Münchner Rennen Der Ne nnungsſchluß für das„Braune Band von Deutſchland“,. der 100 000⸗Mark⸗Rennen des Bench Rennſports, das am 28. Juli in München⸗Riem zur Entſch e ſteht, entſprach durchaus den Erwartungen. In Deutſchl and wurden für das wertvolle Rennen 52 te geleiſtet, zu denen noch die ausländiſchen naulommen werden, die ber den nationalen abgegeben werden mußt en. Selbſtwerſtändlich ſteht die geſamte deutf vitzentlaſſe in der ewerüer⸗ liſte, u. a. der vorjäß e inner der wer tvollſten Drei⸗ jährigen⸗ P in Hamburg⸗ Horn, Wehr Dich, ferner Oe e S. der jetzt dreiscchrige Finitor und die großartige Stute Schwarzgold. 5„Deutſch Alpen⸗Preis“(50 000 Mark), dem wertvollſt deutſchen Hindernisrennen am 21. Juli in München⸗Riem, ſind 21 Pferde angemeldet. In der Starterliſte findet man u. a. den Sieger des Vorjahres, Melnitz.— Etwas ſchwächer, mit nur 15 Pferden, iſt das neugeſchafſene„Dreifährigen⸗Zuchtrennen für Bayern und Oſtmark“, das am 16. Juni in München gelaufen wird, beſetzt, ober es muß berückſichtigt werden, daß dieſe Prü⸗ fung nur Pferden zugänglich iſt, die in Bayern und der Oſtmark geboren oder als Fohlen eingeführt wurden. chenrunde. Schwer⸗ (Bonn) beſiegt Kleinholdermann(Berlin) Mebsungen Meldeſtellen E Rennen zu Dortmund Preis von Wambel. 2400 /. 1200 Meter. 1. Vicki(§. Janzen), 2. Gbian Cellſius. Jerner lief: Eüölbote. Tot.: 122, 31, 14——1. EW. 25410. Preis von Körne. 2400 /. 2000 Meter. 1. W. Langs Flott(A. Lommatzſch, 2. Kolbenhirſch, 3. Glücksvogel. F ner bieſen: Oberſteiger, Hebmwiege, Darko. Tot.: 25, 12, 13, 25:10. Lg. 42 W. EW. 8610. Preis von Brüninghauſen. 2700 /. 3200 Meter. 1. Hptw. Schumachers Cabine(W. Rößler), 2. Odiemwald, 3. Johannes M. Ferner liefen: Nußknacker, Mabatma, Quick⸗ ſtver. Enthuſiaſt. Tot.: 143, 25, 14, 28:10. Lg.—1. CW. 728:10. Preis von Brackel. 3000 A. 1400 Meter. Ausgl eich 55 Joſ. Thiſſens Heidgeiſt(H. Wenzel), 2. Mauriza, 3. Ja⸗ 9 Ferner liefen: Staatspreis, Ruth, Norne. Tot.: 25, 13, 13, 16:10. Lg. 144. EW. 96:10. Preis von Barop. 2700 4. 2800 Meter. Ausgleich 4. 1. P. Tönnes Heidekönig(J. Hochſtein), 2. Gelände ritt, 3. Kukuruz. Ferner lieſen: Borcas, Sankt Pater, Viper, Sfall Nökas Lavant. Tot.: 38, 15, 17, 16:10. Lg.——1. EW. 17210. Preis von Hörde. 2400 A4. 1800 Meter. 1. Gebr. Rös⸗ lers Florkan(M. Schmidt), 2. Clarice, 3. Farinello. Tot.: 17:10, Lg.-272. EW. 24:10. Preis von Hombruch. 2400&. 1600 Meter. Ausgleich 4. 1. Stall Schwarz⸗Weiß' Gladius(W. Höllein), 2. Charo⸗ lus, 3. Sandmann. Ferner liefen: Metternich, Denar, Prelude, Preisträger, Kohinor, Ombelle. Tot. 108, 34, 26, 22:10. Cg. 72——K. EW. 922:10. Ruhiges Geschäff An den Aktienmärkten ſetzte ſich die Abbröckelung fort Berlin, 5. April. Der in den letzten zwei Tagen zu beobachtende Ab⸗ bröckelungsprozeß ſetzte ſich an den Aktienmäctten weiter⸗ hin fort. Von der Bankenkundſchaft lagen einige Kauf⸗ aufträge vor, die faſt ausſchließlich die Rentenmärkte be⸗ trafen, während die Unternehmungsluſt an den Aktien⸗ märkten erneut ausblieb. Der Berufshandel nahm weiter⸗ hin Abgaben vor, die umſomehr auf die Kurſe drückten als andererſeits die Kauſſeite faſt völlig fehlte. Im großen und ganzen verlief das Geſchäft weſentlich ruhiger als an den Vortagen. An Montanen Rhe inſtahl mit mi die größten Abſ hatten Mannesmann mit minus 19g, us 1,50 und Klöckner mit minus 2 v. H. ge. Vereinigte Stahl gaben 0,75 und Hoeſch 0,50 v. H. her. Von Braunkohlenwerten wurden e⸗-Genuß um 0,75 v. H. heraufgeſetzt. Demgegenüber open Deutſche Erdöl 1,75 v. tärker gedrückt lagen chemiſche Papiere, ſo Goldſchmidt mit minus 2,50 und Rütgers mit minus 3 v. H. Farben ſetzten um 7 v. H. niedriger mit 184,25 ein, wobei ein Umſatz von 47 000 ¼ zugrunde lag. In Elektro- und Verſorgungswerten waren die eee verhältnismäßig klein. Zu er⸗ wähnen ſimd Abhumul atoven und HEW mit je plus 0,50, amdererſeit ürel, Deſſauer Gas mit je minus 075, Waſſer Gelſenlirchen mit je minus 1 v. H. Ach und Sie⸗ mens ermäßigten ſich um je 1 v. H. Von Kaliwerten ſtellten ſich Salzdetfurth 1½, von Kabel⸗ und Drahtwerten Velten 1 v. H. leb e Am Auto⸗ aktienmarkt wurden BMWum! und Dafmler um 2 v. H. herabgeſetzt. Am Markt der Maſchinenbaufabriken zogen Rheinmetall Borſig um 4 v. H. an, während Deutſche Waffen im gleichen Ausmaß nachgaben. Berliner Maſchinen verloren 1% v. H. Größere Abſchläge verzeichneten noch von Bauwerten Berger und Holzmann, von Zellſtoffaltien Waldhof mit je 1% v. H. Bei den Brauereianteilen fielen Dortmunder Union durch einen Rü Hang von 1½ v. H. auf. Bank für B rind te gaben 1 v. H. her. Dierig, Feldmühle, Allgemeine Lokal und Kraft wurden um je . v. H. heraufgeſetzt. Von variablen Renten zog auf 146,50 an, während Reit chen Prozentſatz auf 0 ö umſchu Hung notjerte 97.40 unverändert. Steunergutſcheine 1 blieben gegen den Vortagsſchluß völ⸗ lig unverändert. Reiche saltbeſitz um. v. H. 1 um den glei⸗ e Die Gemeinde⸗ Geld- und Devisenmarkt Berlin, 5, April. Am Geldmarkt blieben die Blanfo⸗ tagesgeldſätze mit 1,75 bis 2 v. H. unverändert. Von Va⸗ Inten errechnetn ſich der Belag mit 42,47, der Schweizer Franken mit 55,94 und der holländiſche Gulden mit 132,35 Diskont: Reichsbank 4, Lombard 5. Privat 3 5. H. Amtlich in Rm. Dis⸗ 4. April 3. April ſün ont eld] Brief Geld Brief Aegypten lägopt. Pfd.« 9,840 9,86) 9,849.869 Afahaniſtan 5 18.73 18,779 18,730 18,77 Argentinien 1P.⸗Peſo 0,5 60 0,580 0,5760 0, 80 Auſtralien f austral pid.& 1055.872.888.87] 7,88 3 100Belga 4 42,52 42,60 12.58 42,66 Mraſilier 1 Milreis 2.1300.132 0,1300 0,13 Brit Indien o fupien 73 8173,95 73.81 73.95 Zulgarien, 100 Leva 6 3,047 3,053 3,047] 3,053 Dänemark 100 Kronen 4 48,05 48,15 48.05 45,15 niland.. 1d 40 2.840 9 860 9,840] 9,86 Fſtland 10 eſtu Kr. 4 62.440 62,440 62,560 Finnſandt90ſinn Mk. 4 5,045 5,045] 5,055 Frankreich.„ 100 Fr. 4) 2 5,574.574] 5,5386 Griechenland 100 Dr 0.353.353 2,35 Holl end 10, Golden 2 132,22 132.22 132,48 Iran(Teheran) ſo0 Rial;.— 14.50 14.59.61 Island. 100 ist tr. 577[38,31 38,31] 38.30 Itallen.. 100 Lire 4513,09 13.00 13,11 Japan 1 Nen.29 0,583 0,583 0,585 Jugoflaw. 100 Dina 5.694.6944 8 70 Kanada 215 Dollar)) 2,02 2,028 2,032 Lettland 100 Latts 5% 48,75 48,75 48,85 ianen„„ 100 Litas 259 11,594 11.94 42.02 Luxemburg 10ölure 19.63 10,5450 10.665 Neuſeeland f neusgel. P ic.) 787. 71.885 Noctocgen on ronen 3%] 56,59 56.59 36.7 or ugal 100 Esku do 4% 8,691.6910 8, 709 Mumänſen, id Le 37——— 95 8 Schweden. 1003;ex. 272 39.29 59,29 59,41 Schweiz 100 Franken 17% 35,89 55.86 55.93 Zpanen, 100 Peſeten 5 23,56 23,96 24,00 Stowa lei 100 Kronen 35 8,59 8,59 8,6009 Südafrika. det. Pic.)] 97840.840 9,800 Tülle.. lü 1. Plo. 4.978.978] 1,982 Ungarn„ 1eßengo 4— 5 8* Uruguay, 1Goldpeſo* 0,039 0,041 6,9390 0,941 Ver. Stanten Dollar 1.4010.405.401.495 Die mit einem) verſehenen Kurſe finden nur im innerdeutſchen Verrechnungsverkehr amtlichen Gebrauch. Mannheimer Geſreidegroßmark! Die Belieferung der Mannheimer Mühlen mit Weizen nahm befriedigenden Fortgang, ſo daß jetzt die Läger r etwas aufgefüllt ſind. Verſchisdentlich wurden nene fe in mitteldeutſcher und fränkiſcher Ware für Liefe⸗ vung April Mai mit—6% Handelsſpanne aufgenom⸗ men. Auch kleinere Mengen fränkischer Kleberweizen kamen Hierher. Roggen wurde von der Reichsgetreideſtelle im Bedarfs⸗ falle zugewieſen. Außerdem konnten aber auch noch blei⸗ nere Mengen gekauft werden. Der Gerſtenmarkt lag recht ruhig. Vor allem wurde Braugerſte überhaupt nicht mehr gehandelt. Die induſtriel⸗ len Verbraucher erhielten verſchiedentlich Gerſte und ſind weiter aufnahmebereit. Futtergerſte ging zum größten Teil an Miſchfutterfabriken. Sonſtige Verbraucher konnten ver⸗ einzelt Abfallgerſte kaufen. Haferumſätze ſind in dieſer Woche nicht bekannt geworden. Am Mehlmarkt ſind die Umſätze im April kleiner als in den Vormonaten, doch immer noch recht befriedigend. Die Verteiler haben ihre Läger wieder auffüllen können, Klein⸗ packungen blieben weiter ſtark geſucht. Miſchfutter wurden weiterhin gut gekauft. * Gewichtsverluſte durch Schwund bei Milcherzeugniſſen, Oelen und Fetten. Die HW der deutſchen Milch⸗ und Fett⸗ wirtſchaft weiſt in einer Bekanntmachung(RRVBe Nr. 21 v. 8..) darauf hin, daß die Anordnung A 18 bewußt als eine Kannvyrſchrift abgeſaßt wurde, da die dort genannten Schwundſätze nur auf Verlangen des Abnehmers und nur dann gegeben werden müſſen, wenn ein Warenſchwund tat⸗ ſächlich eintritt. Somit gilt der§ 1 dieſer Anordnung nicht: für Schmelzkäſe aller Art einſchl. ſchmelzkäſeähnlicher Zu⸗ bereitungen. Bei abgepackten Waren, die der Ver⸗ packung eine beſtimmte Gewichtsabgabe aufweiſen oder ein allgemein bekanntes Gewicht haben, darf eine Zuſatzmenge für Schwund nicht gegeben werden. Bei abgepackter Ware in allgemein bekannten Mengen(ausgeformte Butter und Margarine) treten nach Feſtſtellungen bei den Verteilern keine Verteilungsverluſte ein, ſo doß auch hier ein Schwundausgleich unterbleiben muß. Wird Speiſeöl in Flaſchen geliefert, entfällt ebenfalls ein Schwundausgleich, Bei Lieferung in Fäſſern oder Kaniſtern iſt die Schwung⸗ zugabe in der Weiſe zu berückſichtigen, daß für die nach dem Zuteilungsbeſcheid zuläſſige Lieferung feweils Großbezug⸗ ſcheine für eine um 3 v. H.(bei Großverteilern) geringere Menge vom Lieferanten entgegenzunehmen ſind und der Abnehmer ſich die Bezugſcheine entſprechend ausſtellen laſ⸗ ſen muß. Großverteiler, die Speiſeöl von Herſtellern in Kaniſtern beziehen und in derſelben Verpackung an Klein⸗ vertiler abgeben, dürfen eine Schwundzuſatzmenge von 3 v. H. nicht beanſpruchen. * In der Hauptverſammlung der„Motag“ Verſtche⸗ rungs⸗Aktien⸗Geſellſchaft, die zur Gruppe der Aachener und Münchener Feuerverſicherungsgeſellſchaft gehört, wurde der Geſchäftsbericht und Abſchluß für das Jahr 1999 vor⸗ gelegt und dem Auſſichtsrat und Vorſtand Entbaſtung er⸗ teilt. Die Prämieneinnahme der Geſellſchaft, die nur das Autokasko⸗ und Bootskaskogeſchäft betreibt, während die Auto⸗Haftpflicht⸗ und Auto⸗Unfallverſicherungen für die „Aachener und Münchener“ abgeſchloſſen werden, ſtellt ſich auf 1 060 175.70/ gegenüber 1 165 591.62, im Vorjahre. Bei insgeſamt 3567 gegenüber 4497 im Jahre 1938 an⸗ gemeldeten Schäden iſt es im abgelaufewen Jahre in keinem Falle zu einem Prozeß gekommen. Das Geſchäft hat bei normalem Verlauf mit einem zufriedenſtellenden Gewinn abgeſchloſſen. Es wurde beſchloſſen, den erzielten Überſchuß von 43 658.93/ wie ſolgt zu verteilen: Aktionär⸗ dividende(6 v. H. auf eingezahltes Aktienkapital) 27 900%, ſatzungs⸗ und vertragsgemäße Gewinnanteile 8957,35 /, Vortrag auf neue Rechnung 6801.58 /. Es wird im laufen⸗ den Jahre mit einem erheblichen Rückgang der Prämien⸗ einnahme gerechnet werden müſſen. Der Schaden verlauf iſt durch den ſtrengen Winter ungünſtig beeinflußt. * Gummiwerke Becker AG., Heidenheim. Die v. HV. der Geſellſchaft(31. 12.) beſchloß, auf das AK. von 120 000 Mark aus dem Reingewinn einſchließbich Vortrag 1 36.411(i. V. 39 204)/ 8 v. H.(i. V. 10), davon 2 v. an den Anleiheſtock) auszuſchütten und 26 811(i. V. 21 733) Mark auf neue Rechnung vorzutragen. In den Aufſichts⸗ rat wurden turnusgemäß wiedergewählt: als Vorſitzer Heinz Becker⸗Marburg(Lahn), Erwin Boſſert⸗Frankfurt (Main), Frau Ida Becker⸗Stuttgart. » Bayeriſche Großkraftwerksgeſellſchaften. Die drei bayeriſchen Großkraftgefellſchaften Bayernwerk, Mittlere Iſar und Walchenſeewerk, deren An ſich im Beſitz des Staotes Bayern befindet(nur bei den beiden letzten Ge⸗ ſellſcha'ten beſitzt oͤie Reichsbahn zwölf v. H. des AK.), wei⸗ ſen f.(gende. Reingewinne aus; Bayeruwerk bei 100 Mill. AK 7(i. V. 843 505,8) 20 dozu der Gewinnvor rag von 12 8(33181 17) A. Die Mittlere Iſar: bei 27 Mill./ AK 1145 943,54(i. V. 1 275 664,73 /, daßu Vor⸗ trag 195 064,73(i. V. 59 578,11) J, i. V. 4 v. H. Dividende. Dos Walchenſeewerk bei 5 Mill./ As einſchließl. 45 937,91 Mark Vortrag 258 149.68(i. V. 245 937 91). J. V. 4 v. H. Dividende. * In der Hauptverſammlung der Vereinigten Stahl⸗ werke A wurden ſämtliche Punkte der Tagesordnung (u a. Abſchluß 1938⸗39 mit 6 v. H. Dividende] einſtimmig und erörterungslos genehmigt. Die ſatzungsgemäß aus⸗ ſcheidenden Au'ſichtsratsmitglieder wurden Ausnahme von Dr. Fritz Thyſſen wiedergewäßkt. Neu in den Auſfſichts⸗ rat gewählt wurde Otto Stein brinck⸗Berlin * Baugeldzuteflung der Bauſnvarſaſſe Deutſche Ban⸗ Gemeinſchaft Ac in Leipzig. Die 114.(Februar) Zuteilung der Bauſparkaſſe Deutſche Bau⸗Gemeinſchaft Ac, Leipzig C 1, veträgt einſchließlich erſtſtelliger Hypoſhekengelder rund 400 000% für 49 Bauſparverträde. Damit erreichten die Zuteilungen in den letzten 3 Monaten über 1 Mill. J. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat April bpeln- Meal: 1 2. 3 45, bein Wegel] 2. 34 5 ä bein Pegel Abeinſe de.70.712.502, 3,030 Kad...0 3 443,322.40 a0 243 05 50 50 30 fen. 420.65.87 05 ehll. 153,15 3,10 3,05 3,12 5 Marau“..99.89.88 489.88 8 Mannbeim—ʒ 46324200447 4,28 Mannheim a n Roman von Charlotte Kaufmann 0 Kamtschatka . Von neuem konzentrierte er nun ſeinen Willen darauf, geſund zu werden, und diesmal machte er Fortſchritte. Aber mit zunehmender Kraft überfiel ihn noch ſtärker die Angſt, was er tun ſollte, da er völlig mittellos war. Er erzählte dem Oberarzt, der nunmehr die Ba⸗ racken übernommen hatte, daß er Schwede ſei, und daß er darum bäte, nach Charbin zurücktransportiert zu werden. Der neue Arzt, ein Mann, dem nichts ſo zuwider zu ſein ſchien, wie die Arbeit, hörte ſich alles mit ein wenig leerem Geſicht an, dem man nicht anmerkte, ob er das Gehörte glaube oder nicht. Jedenfalls fſah er ſo aus, als ob ihm alles ziemlich gleichgültig ſei. Tatſächlich wußte er auch nicht recht, was er mit Eriks Geſchichte anfangen ſollte, und da dünkte es ihm das einfachſte, den Patienten mit dem nächſten Schub nach Charbin zurückzuſchicken. Mochten andere ſich mit dieſem ſonderbaren Fall abgeben und ſich arum kümmern. Er ließ das übliche Billett für Erik ausfüllen, Name, Beruf und die Diagnoſe. Und Erik wurde in de nächſten Lazarettzug ge⸗ ft. Er kam zurück nach Charbin. Schwach noch und müde ſchleppte er ſich dort in Hotel hinter dem alten Bahnhof mit der lächer⸗ chen Hoffnung, noch etwas von ſeinem Gepäck vor⸗ finden. Aber es fand ſich natürlich nichts mehr; war doch Wochen fortgeweſen. Er machte ſich auf die Suche nach dem Lazarett roff und erfuhr, daß es fort ſei. Irgendwo im den hinter Mukden bei dem Ort Sufatun. Erik befand ſich zum erſtenmal im Leben in der ſchrecklichen Lage, kein Geld zu beſitzen. Er beſaß nicht einmal ſo viel Geld, um eine Depeſche nach Petersburg zu Tante Anja zu ſchicken, ganz ab⸗ geſehen davon, daß bei den augenblicklichen Zuſtän⸗ den eine ſolche entweder zu lange dauern oder gar 8 ankommen würde. Er ging auf die Kommandantur, er verſuchte beim Statthalter vorgelaſſen zu werden, um, wenn auch kein Recht, ſo doch Hilfe zu erhalten. Es war ver⸗ gebens. Man war in Charbin viel zu beſchäftigt, als daß man ſich mit einem Halbverrückten abgab, der keine Papiere beſaß, keinen Ausweis, und der merkwürdige Geſchichten erzählte. Hundert Leuten erzählte er ſeine Geſchichte. Offi⸗ zieren und Inſpektoren, allen Menſchen, von denen er glaubte, daß ſte ihm einen Schritt weiterhelfen könnten. Manchmal bekam er etwas von ihnen ge⸗ ſchenkt. Und... er nahm es. In den erſten Septembertagen endlich befand er ſich, angetan mit einer blauen, von einem Chineſen gekauften Bluſe und der geflickten Hoſe des ruſſiſchen Soldaten, der ihn beſtohlen hatte, auf dem Weg nach dem Dorfe Sujatun. Der Donner der Schlacht, die ſich am Schaho aus⸗ zubreiten begann, rückte wieder näher, und es war manchmal, als hörte man das Ziſchen der Geſchoſſe. Als er in Sufatun ausſtieg, begegneten ihm zwei⸗ räderige, mit Hausrat beladene chineſiſche Wagen. Flüchtlinge aus dem Gebiet der Schlacht. Auf einem Gemüſegarten, der von Weiden um⸗ ſäumt war, fand er die Zelte des Lazaretts Sſidoroff. Wera Arkadjewna ſelbſt, ſo erfuhr er, hatte ſich in einem chineſiſchen Gehöft eingerichtet. Man wies ihn zu ihr, ohne ihn dabei zu erkennen. Mit einer Kraft, von der er glaubte, es ſei die letzte, ſchleppte er ſich zu dem Gehöft. Es befand ſich am Ende einer kurzen Straße und ſtieß gleich an die Felder. Als er es erreichte, kam ſchon wieder die Dämmerung über das Land. In der Ferne ſah man einen Schimmer der Eiſenbahnlinie. Er traf Wera Arkadjewna in dem 1 als ſte eben das Gebot verließ, um aus dem im 5 ſtehenden Brunnen Waſſer für den Samowar zu holen. Sie war unordentlich angezogen und erſchrak im erſten Augenblick, als ſie die verwilderte Geſtalt ſtehen ſah. Erik verſuchte etwas zu ſagen. Einen Gruß, ein Wort, irgendetwas, aber noch ehe er einen Ton her⸗ vorbrachte, hatte ſie ihn erkannt. Sie ließ das Gefäß fallen und ſtürzte auf ihn zu. „Erik!“ ſchrie ſie außer ſich.„Mein Gott, Erik.“ Dann war ſie bei ihm, umklammerte ſeinen Arm, weinte und lachte unbeherrſcht und erſchüttert.„Wo kommen Sie her? Mein Gott, Erik“, flüſterte ſie dann, und als ſie endlich begriff, daß er krank war, kraftlos, nicht mehr fähig, etwas zu ſprechen, fühle ſie ihn in die Lehmhütte. Sie bettete ihn auf ihr Lager, brachte ihm Tee und Brot, ſtrich ihm das Haar aus dem Geſicht und ließ ſich dann unter dem träge flackernden Licht einer Kerze ſein Unglück berichten. Sie bedauerte ihn, tröſtete ihn, war gut und zart zu ihm, wie zu einem kranken und hilfloſen Kind, erwähnte dabei nie mit einem Wort etwas von dem letzten Vorfall in Charbin, weder an dieſem erſten Tag noch an dem nächſten, während denen er bei ihr blieb, ſich von ihr pflegen ließ und geſund wurde. Sie berichtete ihm, daß ſie ſchon lange hier wohne, ganz ungeſtört, ohne irgendeinen Dienſt im Lazarett zu tun, und daß Sſidoroff zur Zeit verreiſt ſei. „Ich kann den Anblick der Verwundeten nicht er⸗ tragen“, erklärte ſie ihm unbefangen. Faſt vernügt erzählte ſie ihm, daß ſie zweimal ohnmächtig gewor⸗ den ſei, und daß es einen heißen Streit zwiſchen dem Apotheker Kraßnow und Dr. Sſidoroff ihretwegen gegeben habe. Aber Kraßnow hatte natürlich nichts ausrichten können. Der Korpskommandeur war ein guter Freund Sſtdoroff, und nun ſei Kraßnow ver⸗ ſetzt worden. „Wenn Doktor Sſidoroff zurückkommt, werde ich ö gehen müſſen“, ſagte Erik. Da hob ſie die ſchmalen Schultern unter der hoch⸗ e 1 und erwiderte leiſe:„Aber nicht allein, Erik. Ich laſſe Sie nicht mehr allein fort. Ich werde mit Ihnen gehen.“ Er gab ihr zu bedenken, daß der Oberarzt kaum damit einverſtanden ſein würde, und daß er völlig mittellos ſei, ja, daß er überhaupt nur hier ſei, in der Hoffnung, Sſidoroff könne ihm aushelfen. „Wollen Sie denn immer noch nach Wladiwoſtok? Immer noch nach Petropawlowsk? Immer noch...“ f fragte ſie. Ja, er wollte immer noch, heftiger denn je. Das habe ihr doch geſchrieben. Sie wartet doch auf mich. Ich bin vielleicht ihre einzige Hoffnung?“ Wera Arkadjewna ſah zum Fenſter hinaus. Das Nachbargehöft war in der vergangenen Nacht zerſtört worden. Man hatte das Dach abgeriſſen und Türen und Fenſterrahmen entfernt, um Feuer damit au⸗ zumachen, gleichgültig, ob der Beſitzer jammerte und bat. Die gelben. erhoben ſich anklagend in den Himmel. Dieſes tagelange Zuſammenleben mit Wera Ar⸗ kadjewna, umgeben von plündernden Soldaten und verſtändnislos und leer blickenden Chineſen, übte eine ſeltſame Wirkung auf ihn aus. Ihre ſchöne Geſtalt, nachläſſig gekleidet in der verwilderten Um⸗ gebung, ihr Madonnengeſicht, das ſo wandelbar war, plötzlich traurig über den Tod, der ſo nah am Schaho ſeine Ernte hielt, gleich wieder heiter über irgend⸗ einen Einfall, ließ Verlangen in ihm aufſteigen, eine nie gekannte Sehnſucht nach Rauſch und VBer⸗ geſſen. Wenn er des Abends auf die Felder hinausging, um im Süden die Flämmchen explodierender Schrappnells aufleuchten zu ſehen, wenn ſchmutz⸗ überſäte Ordonnanzen über die Straße galoppierten 5 und die Nacht ſich auf die chineſiſchen Grabhügel mitten der Felder ſenkte, dann ertappte er ſich dabei, daß er unaufhörlich an Wera Arkadjewna dachte, an ihr ſchwarzes Haar, ihre. N 9 n vöſen Hände. i Wie Erlöſung bam doroff zurück jet. r 1 Aeg.. A F 2 A . 2 rt. Pecoroni, Ludwigshafen a. Rhein, Die Frauen und die Stoppuhr Von Haus J. Toll einkaufen e wollte nur eben mal 0 hen; ſagte die Frau, und es werde nicht lange& rn. Gut, da geht die Frau alſo fort, und der Mann bleibt da und wartet. Vielleicht iſt es ein gewitzter Mann mit langjähriger Erfahrung und erprobter Geduld. Dann iſt alles gut. So ein Mann nimmt ſich ein Buch, das „ ſchön geht“, wie man ſagt, und eine Menge Seiten hat, und wenn die Frau wiederkommt, verliert er kein Wort darüber, daß ſein Bartwuchs inzwiſchen anſehnliche Fortſchritte machte. Vielleicht iſt es aber ein unerfahrener Mann, unkundig der feinen Regungen einer Frauenſeele und z m begabt mit einem unglückſeligen Hang zu hochbriſanten Stim- mungen. Ein ſolcher Mann rechnet der Frau, wenn ſie nur erſt wieder da iſt, auf Minute und Sekunde vor, wie lange ſie brauchte, eben mal einkaufen zu gehen, ja, eben mal, aber hier, bitte! Und er weiſt die wirklich bemerkenswerte Wachstumsentwicklung ſeiner Barthaare vor, und verbittert, zürnend und tiefen Groll im Herzen hält er eine Anſprache des Inhalts, daß alle Welt wohl wiſſe, wie die Frauen alleweil eine Ewigkeit mittlerer Dauer für ihre Ein⸗ käufe brauchten. Und dies iſt nun gleichſam der Startſchuß zu einem Schlagwechſel der Worte, zu einem turbulenten Geſpräch. Denn die Frauen haben ziemlich viel dawider vorzubringen, weder oͤurch ein ausgeleſenes Buch noch durch einen Vollbart ſind ſie davon zu überzeugen, daß irgendwer hätte ſchneller einkaufen können als ſie, und ein Mann ſchon gar nicht. Es iſt eine grundſätzliche Meinungsverſchiedenheit zwiſchen den Geſchlechtern, und man muß wahrhaftig be⸗ fürchten, daß es darüber ſchon zwiſchen Adam und Epa zu unerquicklichen Mißhelligkeiten kam, ſeiner⸗ zeit beim Erwerb der erſten Feigenblätter.„Das hat aber lange gedauert,“ ſprach Adam, und Eva ſagte: „Lange gedauert? Ich verſtehe immer„lange ge⸗ dauert“! Ich beeile mich, ich ſtürze mich ab, ich bin ganz außer Atem, und du ſagſt— alſo da fehlen mir einfach die Worte! Ich möchte avohl wiſſen, wie lange du gebraucht hätteſt“. Und wenn es zu jener Zeit bereits Türen gegeben hat, ſo beendeten ſie, donnernd ins Schloß geworfen, zuſammen mit dem obligaten Nhabarber⸗Rhabarber⸗Gemurmel der Partner die Unterredung damals ſchon auf eine ͤͤramatiſch effekt⸗ Sie volle Art. Derweil hat ſich die exakte Forſchung des Streitfalls angenommen, die Statiſtiker haben ihn entſchieden. Sie ſtanden hinter den Ladentiſchen und taten harmlos, kein Menſch ſah ihnen die Stoppuhren an, die ſie insgeheim in den Taſchen hatten. Sie aber nahmen Zeit, ſie maßen genau wie lange ein jeglicher, Mann und Frau, zum Ein⸗ kauf brauchte ſie berechneten den mittleren Durch⸗ ſchnitt, und da kam es heraus: Die Frauen brau⸗ chen viel mehr Zeit für einen Einkauf als die Männer. Streng wiſſenſchaftlich, überzeugend und unwiderlegbar wurde bewieſen, was wir Männer Wenn die Frauen immer ſchon behauptet haben. e Offene Stellen Zuverlässiger, stadtkundiger Fahrer für Lieferwagen gesucht Angebote unter Nr. 07 859 an die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes. Stenotypistin Tochter, die ſchon einige Haushalt tätig war, Ste Iimmermäd nach Mannh. Haus. Gute Angebote an: Joſeph S nach längerer Abweſenheit vom ren, werden wir es ihnen zu ver⸗ it dem ſick Gefühl unbeſtreit⸗ rlegenheit, die ganze Statiſtik und Dut⸗ Stoppuhren hinter uns. und die Frauen i Wir werden die Frauen an den Schlips erinnern, den wir in neunzig Sekunden kauften und an das von ihnen gekaufte Halstuch, das ſeinerzeit Anlaß zu einer leidenſchaftlichen Ausſprache wurde, denn es einzukaufen hatte einen Nachmittag gedauert, vier Stunden. Und die Frauen werden davon brechen, daß ſich der Schlips ſeit Jahr und Tag un⸗ nütz und unberührt im Schrank herumtreibt, ein widerwärtiges Muſter, nicht einmal den Motten jagt er zu, und wir können ihn nur mit Gebärden des Abſcheus betrachten. Das Halstuch aber iſt den Frauen noch heute eine Freude und Augenweide, ſo haltbar, wie es iſt, ſo hübſch gemuſtert und vor⸗ nehm. Dies wollten ſie uns beiläufig zu bedenken geben, ſagen die Frauen. Es komme nicht darauf an, wie ſchnell, ſondern wie gut man kaufe. „Dazu wäre nun zu ſagen, daß ſich die Geſchichte mit dem Schlips ſo zugetragen hat, und es gibt viele Wucher Geſchichten, ein peinliches Kapitel für die Danner. Aber dies iſt doch wohl, wenn wir es logiſch betrachten, eine Sache für ſich, ein ganz anderes Thema, davon war gar nicht die Rede.„Ja, aber es ſtimmt“, ſagen die Frauen, immer ſagen ſie„Ja, aber“ wenn wir ſtreng logiſch ſind und ſie recht haben. Und ſie kommen auf die karrierte Weſte zu ſprechen, auf den gepunkten Pullover und etliche andere Dinge, die wir uns einmal in Rekordzeit kauften, tags Jarauf beiſeite legten und ſeither nie anders als mit Wider⸗ willen und Abneigung betrachteten. Schön, doch was hat dies um alles in der Welt mit unſerer Stoppuhr zu tun, ändert es etwas an der wiſſenſchaftlich erwieſenen Tatſache, daß die Frauen mehr Zeit für einen Einkauf brauchen? Nichts än⸗ dert es daran, gar nichts.„Ja, aber“, ſagen die Frauen——— Ein für alle Mal— die Stoppuhren haben recht. Ja, aber die Frauen behalten recht. Die Goethe⸗Medaille Prof. em. Dr. Wehnelt verliehen. Der Führer hat dem Ordentlichen Pro⸗ feſſor em. Dr. phil. Arthur Wehnelt in Berlin aus Anlaß der Vollendung ſeines 70. Lebensfahres in Würdigung ſeiner beſonderen Verdienſte auf dem Gebiete der techniſchen Püyſtr die Goethe⸗Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft verliehen. O Die Goethe⸗Medaille für Prof. em. Hering. Der Führer hat dem Ordentlichen Proſeſſor em. Ge⸗ heimer Medizinalrat Dr. Ewald Hering in Köln⸗ Lindenthal in Würdigung ſeiner bahnbrechenden Forſchungsarbeiten auf dem Gebiete der Blutkreis⸗ lauf regulierung die Gvethe⸗Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft verliehen. Generalmuſikdirektor Joſef Keilbert)h für fünf Jahre an das Staatstheater Karlsruhe berufen. Kapellmeiſter Otto Matzerath wird dort die Sym⸗ phoniekonzerte und die große Oper leiten. Kaver Terofal geſtorben. Am Donnerstag⸗ morgen iſt in Schlierſee im 78. 0 Terofal, der in aller Welt bekannte Gründer des Schlierſeer Bauerntheaters, geſtorben. Die älteſte Eskimokultur entdeckt. Bei der Sichtung der Funde einer von däniſchen Forſchern im vorigen Jahre durchgeführten Alaskaexpe⸗ dition hat ſich herausgeſtellt, daß man der älte⸗ ſten bisher bekannten Eskimokultur auf die Spur gekommen iſt. Das Kopenhagener Nationalmuſeum als Mittelpunkt der däniſchen Vorgeſchichtsforſchung und Hüterin beiſpiellos reicher Funde aus der Früh⸗ geſchichte des Germanentums hat in Zuſammen⸗ arbeit mit der Alaska⸗Univerſität eine Expedition nach den arktiſchen Gebieten des nordamerikaniſchen Kontinents durchgeführt, bei der die däniſchen Teil⸗ nehmer eine uralte Eskimoſtedlung auffanden. Die Siedlung beſtand aus den Ueberreſten von etwa 200 Wohnhäuſern, zwiſchen denen verſtreut ſich Waffen und Geräte aus Feuerſtein und Walroßzähnen in kaum überſehbarer Menge fanden. Die 6 egenſtände erinnern ſtark an die Funde der däniſchen Steinzeit und werden auf ein Alter von mehreren tauſend Jahren geſchätzt. Neue Leitung der Hamburger Staatsoper. An Stelle des nach Wien berufenen bisherigen Leiters der Hamburger Staatsoper, Heinrich K. Strohm, übernimmt am 1. April Generalindendant Alfred Noller aus Eſſen die Führung der Hamburger Opernbühne. Der Intendantenwechſel bedingt auch andere Veränderungen im Perſonal, ſo verlegt auch der Regiſſeur Oscar Fritz Schuh ſeine Tätigkeit nach Wien. Aus Eſſen kommt mit dem neuen Inten⸗ danten der Bühnenbildner Helmuth Konſarſky. Auch die Leitung des Staatsopernballetts wechſelt, indem ſtatt der bisherigen Ballettmeiſterin Helga Svedlund Erika Hanka aus Eſſen die Tanzleitung übernimmt. Meue Bücher Hermann Stegemann: Der Krieg. Sein Weſen und ſeine Wandlung. 2. Band. Deutſche Verlagsanſtalt Stutt⸗ gart. Preis 10 Mark. Der zweite Band dieſes Standard⸗Werkes der Kriegs⸗ ſtrategie, deſſen erſter Band in Fach⸗ und Laienkreiſen mit⸗ Recht Auſſehen erregt hat, hat zum Gegenſtand ſeiner Un⸗ terfuchung die Zeit vom ſpaniſchen Erbfolgekrieg bis zum Weltkrieg. Wieder bewährt ſich die meiſterliche Kunſt Stege⸗ mamns in der kurzen prägnanten Schilderung einer Schlacht Begriff, Entwicklung und Wandlung der Kriegsſtrategie lebendig und klar zu machen. Die ſtrategiſche Schöpferkraft Prinz Eugens, die großartige Intuition, die die Kriegs⸗ Lebensfahr Xaver und Schlachtenweisk Schla und T Kviegs⸗ loſigkeit moderner dene Schöpfer⸗ eigenen Geſchloſſer der Schlachtenführung Hindenburgs das findet in dem neuen Buch legung und eine Würdigung, die Laien gleichermaßen intereſſtert und fefſelt. Stegemann hat jedenfalls in den beiden 2 Werk geſchaffen, das in der Neuheit und Form, in der es den Leſer an das Kriegsgeſch führt, ebenſo wie in der Eindringlichkeit, mit der es den Krieg als bewegendes und auslöſendes Moment der hiſtori⸗ ſchen Entwicklung aufzeigt, für immer ein Standardwerk der internationalen Kriegsliteratur bleiben wird. wie den den * Welk: Der hohe Befehl. Roman. Deutſcher Verlag, Beylin. Preis geb..50, kart..20 Mark. Es iſt ein Roman, der ſehr in den abgründigen Tiefen der menſchlichen Seele forſcht und der nur zu verſtehen und manchmal auch nur zu ertragen iſt aus dem Begreifen ſeines Milieus heraus: Dem Milieu der deutſchen Kriegs⸗ gefangenen in Rußland, die, von aller Barmher eit ver⸗ laſſen, in die Troſtloſigkeit eines unerbittlichen Schickſals hinausgeſtoßen waren und entweder zu den ten Tiefen oder zu den letzten Höhen des Menſchſeins zurückkehren mußten, um dieſes Leben überhaupt zu ertragen. Einer von denen, die dieſes Grauen ganz in ſich hineinſchluckten, um es mit dem letzten, mit dem allerletzten Eins feiner Seele zu bewältigen, iſt Werner Voß, der ſich abſichtlich zum Narren macht, um mit ſolchem letzten Verzicht auf wirkliches Sein ſeinen Kameraden die Rettung ihres Seins und ihres Lebens zu ermöglichen. Es iſt ein etwas un⸗ heimliches Buch, aber es bleibt trotzdem ein tapferes, ein männliches und ein glaubensſtarkes Buch, denn über dem Opfer des Werner Voß und über dem an dieſem Opfer wieder geneſenden Leben der anderen ſchlägt die ſoldatiſche Kameradſchaft die ſtarke, verbindende, Verſöhnung und Zu⸗ verſicht tragende Brücke. A. Win bauer. —— Bücher für unſere Jugend Im Verlag Laumann Dülmen iſt wieder eine Reihe ausgezeichneter Jugendbücher erſchienen, die die Weiterempfehlung an Eltern und Jugendliche verdienen. Da ſind vor allem die beiden Bände von Els bet und Hugo Göbels„Der frohe Kreis“ und„Unſere Welt“ zu nennen, zwei Bücher für Mädels und Jungens, die, ebenſo jugend⸗ wie zeitnah, ebenſo der Romantik wie dem Ernſt, der Unterhaltung wie der Belehrung verpflichtet, ruhig als vorbildliche Werke auf dem Gebiete der Jugend⸗ literatur angeſprochen werden können. Der Preis von.40 bzw..80„ iſt bei dem Umfang von etwa 300 Seiten und bei dem reichen und guten Bildmaterial billig zu neunen. Ein anderes Buch: Land ratten im Seewind“ von Dr. Martin Knopp(184., Preis geb..75 wird die helle Begeiſterung unſerer ſeeintereſſierten Jugend finden. Es iſt friſch, manchmal keck und vor allem mit einer ungeheuer großen Portion Wiſſen geſchrieben und führt unſere Jungens kreuz und quer durch den ganzen Reichtum an Geſchichte, Leiſtung und Schönheit unſerer deutſchen Handelsſchiffahrt. Einen weſentlich ernſteren Hintergrund hat das Buch von Peter Freppert:„Bauern ſuchen das Reich“, ein Roman aus der Separatiſtenzeit(184 Seiten, Preis.75). Er zeigt unſerer Fugend de Härte und den 619 S. llengesuec Suche für meine tücht., ehrl., 20j. od. Heidelbg, in kath. Behandl. Bedingung. Malermeiſter, Achern i. Bad. Aelteres Mädchen An das Staatstheater Karlsruhe berufen. Der Erſte Kapellmeiſter und muſikaliſche Leiter des Stadt⸗ theaters Würzburg. Otto Matzerath, wurde vom badiſchen Jahre im lle als Chen chmiederer, 67462 Staatsminiſterium als Nachfolger von 56 000 Km., mindeſtens 140 Silben, von Groß⸗ſucht ſoſort leichtere Hausarbeit handlung in Danerſtellung nach kagsüber. 1 e Ludwigshafen 07 461 Geſchäft f gezuchl. 5 rfr. in der ** Bewerbungen erb. unt. M H 4216 an Ala Anzeigen As., Mannheim. Tüchtiges, Zuverlässiges allen Größen, * 11 2 in Alleinmädchen Naſtanienholz⸗Halbſtück, in gutem Zuſtande befindlich, 07 392 in gepflegten Einfamilienhaushalt per ſofort oder ſpäter geſucht. Sohlek, Karl-Ludwig- Straße 4 Fernſpr. 287 72. 27959 zu kaufen ge Konſ.⸗Fabrik, Fãsser Stumpfhaus& Bendel, Mainz ⸗Gonſenheim. beſonders sucht . Pollehte Gena für Küche u. Haushalt(Hilfe vor⸗ mit Bettwäſche, Ferſenlen en bausbal zen Fl. gebr. Kleiderschränke 1. Mai geſucht. 07295 Villa Vogel, Auerbach a. d. Bergſtr. Adolſ⸗Hitler⸗Straße. 2 St. gebr. Schlafz Per ſofort od. baldigſt perfekte in der Geſchäftsſtelle d. 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Bl. zufehen bei 7902 Schöner, großer Hüll-Aan Hes eltig sicherüschmerlos ech Venaendlen Se ale dan galle kate abtg e 5 Sad FIDEC HSE f e e e, den unſere Lande am Rhein ein mal um ihr Deutſchtum zu beſtehen hatten, und iſt ein Ruf ruf zu nationalem Opfergeiſt und völkiſchem Pflichteinſatz, der ſeine Wirkung auf unſere Jugend ſicher nicht verfehlen A. in bauer. Am 3. April entsc großer Geduld ertrager Tante, Frau geb. Mannheim, den neb zensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Beity Leonhardt im Alter von 58 Jahren. W. u. Aenne Leonhard hlief nach langem, mit nem Leiden, unsere her- Buck 4. April 1940. In tiefer Trauer: 81 Anver wandie 15% Uhr, von der I. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. April, eichenhalle aus statt. OD Verteilung des Erträgniſſes der Traumann⸗Stiflung. Am 24. Juli 1940 findet Verteilung des Ertrügniſſes Traumann⸗Stiftung ſtatt. Beihilfen werden gewährt an: a) Rekonvaleſzenten, die die nötigen Mittel zur Durchführung von Badekuren oder ſonſtigen zur Wiederherſtellung ihrer Geſund⸗ heit notwendigen Heilkuren micht beſitzen, b) Familien, die durch Krankheit oder Tod des Ernährers be⸗ dürftig geworden ſind. Bedürftigkeit wegen Tod des Er⸗ nährers wird nur in ſolchen Fällen angenommen, in denen der Todes⸗ ſall nicht weit zurückliegt und die Bedürftigkeit eine unmittelbare Folge des Todesfalles iſt. Vorausſetzung für die Gewährung einer Beihilfe aus der Stiftung a und bp) iſt, daß der Bewerber die deutſche Reichsangehörigkeit be⸗ der Zahlungs⸗ Aufforderung! Arbeitgeber, zur Zahlung fällig. Allgem. Ortsbraukenkaſſe Mannheim 125 Die Beiträge zur Kranken⸗ und Arbeitsloſen⸗ be verſicherung für den Monat März 1940 ſind für welche die Beiträge ſelbſt errechnen, hiermit auf⸗ ſitzt und ſeit mindeſtens 3 Jahren in Mannheim wohnt. Geſuche können in der Zeit vom Stiftung, Mannheim, Rathaus N 1 richtet werden. Geſuche, die nach m 10. Mai 1940 eingehen, tönnen nicht mehr berückſichtigt werden, ebenſo die Geſuche, die den er⸗ wähnten Bedingungen nicht ent⸗ ſprechen. Den Geſuchen um Bewilligung eine 5. April bis 10. Mai 1940 ſchriftlich an den Stiftungsrat der Traumann⸗ Waru ung. Der nuuberechtigte Bezug von Familien⸗ od. Räumungsunterhalt iſt ſtrafbar. Jeder Empfänger von Familien. und Räumungsunterhalt iſt ver⸗ pflichtet, alle Aenderungen in ſei⸗ nen wirtſchaftlichen Verhältniſſen oder Aenderungen des Familien⸗ ſtandes und der Zahl der Familien⸗ mitglieder umgehend der zuſtändt⸗ gen Stelle zu melden. Insbeſondere ſind zum Heeresdienſt oder ſonſtigen Wehrdienſten Einberuſene ver⸗ pflichtet, bei Entlaſſung oder Be⸗ urlaubung auf Zeit ihre Rückkunft umgehend der Abteilung für Ja⸗ milienunterhalt anzumelden. Dies gilt ſelbſtverſtändlich nicht bei den üblichen kurzfriſtigen Urlauben. In Zweifelsfällen empfiehlt es ſich, die Auskunft der zuſtändigen Abteilung für Familienunterhalt einzuholen. Auf dieſe Weife ſichert ſich der Unterhaltsberechtigte gegen unbeabſichtigten Verſtoß gegen die geltenden Beſtimmungen. n allen Fällen, in denen Fa⸗ milien⸗ oder Räumungsunterhalt in betrügeriſcher Abſicht bezogen wird, wird ſtrafrechtlich gegen alle Beteiligten eingeſchritten. Auf die zu erwartenden ſchweren Strafen wird ausdrücklich hingewieſen. Mannheim, den 2. April 1940. Der Oberbürgermeiſter. Oeffentliche Erinnerung. Zur Zahlung an die Stadtkaſſe Röth, H 7. 20, Hh. 92405 Hinder-Spurtwagen 3. vk. Holzbauer⸗ Wehrmachtsbeam⸗ ter ſucht für ſich und ſeine Frau zum 1. Mai 1940 Die Herren Arbeitgeber werden gefordert, die Beitragszahlung innerhalb einer Friſt von acht Tagen vorzunehmen. Arbeitgeber ſind die Beiträge innerhalb fünf Tagen nach Zuſtellung der von der Kaſſe ausgeſtellten Bei⸗ einer Kurhilfe(ſiehe oben as iſt fällig ſpateſtens am: ein ärztliches Zeugnis nach Vor⸗ Für alle übrigen druck beizufttgen. Vordrucke tönnen im Rathaus N 1, Zimmer 9, ab⸗ geholt werden. Es wird beſonders darauf hin⸗ Mannheim waren bzw. merden 76 1 5. 4. 1940: Die von den Arbeit⸗ ebern an den Lohn⸗ und Ge⸗ Itsgahlungen im März 1940 einbehaltene Bürgerſtener; 10. 4. 1940: Die bis dahin fällig möbl. Zinner Vermietungen E Mön 70 Angebote unter tragsrechnung einzuzahlen. werden Verzugszuſchläge ordnung der Zwangsvollſtreckung. Mannheim, den 5. April 1940. Y B eh an die an Berufst. zu Geſchäftsſtelle d. vm. C7. 8, 1. St. Blattes erbeten. Der Vollſtreckungsbeamte. Bel Zahlungsverzug gewieſen, und Verſäumnisgebühr erhoben, auch erfolgt ohne weitere Mahnung die An⸗ 197 daß für Krankenkaſſen⸗ mitglieder für die Einleitung eines Heilverfahrens die Krankenkaſſe zuſtändig iſt. 74 Mannheim, den 2. April 1940. Der Oberbürgermeiſter. Arbeits vergebung. Für unſere Wohnbauten an der werdende Vergulgungsſteuer. 10. 4. 1940: Die auf Grund von Stundungen, Steuerbeſcheiden und Forderungszetteln bis da⸗ hin fällig werdenden Steuer⸗ zahlungen u. Säumnulszuſchlöge. An diefe Zahlungen wird erinnert. Wird eine Steuerzahlung nicht Schön mäöbl. Z. in aut. Hauſe a. berufstät. Perſon zu verm. 7991 Adr. i. d. Geſch⸗ Gut möbliertes Woln-Schlafzi. ev. auch f. Ehep., ſof. zu vermſet. Zu beſichtig. von 18—16 u. 109 U. Kaiſerring 3 1 2 Trepp., E. B. 2* fn. 7408 — e Setler⸗ und Schanzenſtraße ſollen Möbl Zunmer N im öffentlichen Wettbewerb ver⸗ Se:2 erm. 2„ Akabemiektr 5,0 Anzeigen 5 die Schloſſerarbeiten 1 rechtzeitig entrichtet ſo iſt nach den Vorſchriften des Steuerſäumnis⸗ eſetzes mit dem Ablauf des Fällig⸗ itstages ein einmaliger Zuſchlag (Säumniszuſchlag) in Höhe von 2 v. H. des rückſtändigen Steuer⸗ betrages verwirkt. Der Schuldner tur die Monlag-Frühausgabe bitten wir bis spätestens Samstag nachmittag 6 Uhr in der Geschäfts stelle aufzugeben.— Nur dringende Famlllen-Anzelgen können noch bis Sonntagnachmittag.30 Uhr(durch Ab gabe beim Pförtner oder Einwurf in den Briefkasten) berucksichtigt werden. 125 5 Uh Gemei Mannheim hat außerdem die mit hohen Koſten verbundene Zwangsvollſtreckung zu erwarten. Eine beſondere Mahnung jedes einzelnen Säumigen erfolgt Stadtkaſſe. nicht. Ein Mensen, der kalns Teſtung halt, Tappt wie ein Blinder durch dle Walt Wer nieht im Dunkeln tappen mag, lest z6ine Zeſtvng Tag lr fas, 2 5 eee Die ganze stadt lacht 75 Eine amüsante, von Freitag. den 3. Apri 1920 8 N über den groben lustspiel-Se lager: 99 8 1013 4 14. 0 Sonntag letzter 1891 5 Witz und bester Laune Palm 5 i alles lacht uber%VVVCCCVVGCG sprühende Filmkomödie! Der ungelreue Wesel e. Eckehart Naues Theater Rosengarpn 8 5 58. 1 800 1940 4 t 7* mit Theo Lingen Kd. F: Kan 0 Mannbeim nans Moser- Rudt doqen Zar und Zimmermann Lucie Englisch- Else Elster[Komische Oper in drei Akten von A. Lortzing Anf. 19.30 Uhr Ende gegen 22.30 Uhr Neueste Wochenschau Beg..40.45.00- Jug. nicht zugel. Sonntag ab 2 Uhr 7 1e Amen in die 2. Woche! 8 Die hlumen- bad eee ee Moter:: Gesdhdffe 0 großen macht Ludwig Schmitz ganz frisch I 3 4 5 und jung haben mittags von-3 Uhr zum„Weltrekord im Seitensprung“ i 4 t 9 1 e Ossen! Lechsalven am laufenden Band! 8 8 n 5 In den Hauptrollen: Ludvig Schmftz- Jupp Hussels der Letzte f Elfriede Datzing Charlotte Lucle Englisch— Else Elster— Marina von aer 5 65 Wilh. 1 nei bltmar— Julie 8% da- Ethel Reschke Sallner- G. Wolle I. A. v. Schlettow Filtz Kampeis— Hans Stlebner. 5 Ein Viktor-de-Kowa- Film mit Fita Benkhoff- lrene v. Heyendotff- Llzzl Weld- müller- Kat Schönböck- Nicherd Romano Sey Hans leibeit- Günther küders. Paul Westermeler- O. Gebühr- Hetbeft Ernst Groh SPIELT HHru Nd: VIKTOR ok KOWA NU S IK: HARALD BOHHELT Samstag, 20.00 Uhr Harmonie- 0 2, 6 7 2 Hans Moser. als urkomischer Kenne Siehe zA den 1.— Kammerdiener, sorgt mit einer Schar ausgezeichneter Schau- Nachniltags-HLolstellun ge- spieler für Unterhaltung und 5 La e he u o hne Pause! .50 5 N K ul 111 d die met Aiaisn. auf 25902 Ab heufe! 97 5 Lindenhof Sonntag: Frülhzuortellung Scar A Tvormittaga 17 Unr] f Alnambra und Scala Kopfjäger von Borneo 5 Casanova will brav werden aber zwei hartnäckige Verehrerinnem machen es ihm reichlich schwer. und das Mädchen., das er ehrlich liebt. glaubt men. dem „Frauenbetörer“, nicht. So mufl er durch eine— allerdings amüsante und tellweise komische— Vorhölle wandern, ehe er endlich heiraten kann. Die lustigen Komplikationen und heiklen Situationen, die der flirtüberdrüssige Casa“ nova bestehen muß, schildert auf erheiternde Weise dieser neue Film der Tobis. IW.(letztes) Malster- Konzert der Mannheimer Gastspleldirektion Heinz Hoffmeister in Verbindung mit der NSG„Kraft dureh Freude Mannheim Siegtried Borries en. Nosl Sehmid Klavler Die Natlonalpreilsträger 1989 Brahms, Sonate für Violine und Klavier,-moll. op. 1⁰³ Schumann, Klaviersonate fls-moll op. 11 J. S. Bach, Chaconne für Violine allein Beethoven. Sonate AX Dur, op. 47(Kreutzer- Sonate) Kuſturfim: Hocitei Gluck auf Erden auf dem cen der Fferde NEUESTE UFA- Woch— Nicht für qugendiiche Set- AdeutsAg Rente.00.30.75 Ur 4 PATIAST Samstag, abds. 10.40 Uhr Späl vorstellung Karten RMk..50 bis RMk. 4. bei K. Ferd. Heckel. O 3, 10: KdF. Dienststellen,. Verk.-Ver. Plankenhof; Buchhandig. Dr. Tillmann, P 7, 19; ſusikh. Planken, O 7. 13; Kiosk Schleicher. attersall.- In Ludwigshafen: Reiseb Kohler im Städt Verkehrskiosk am Lu dwigsplatz und soweit vorhanden— an der Abendkasse N inner- Schreib- g 5 ane i bade 5 8 5 AS STRASSE. TEE ZZ 22 8 N 0 d- iat Miesen Feldbell„ 3. 505 e gebraucht. bill. zu verkauf. 7 faſt neuwertig, Zu erfr. in der preisw. zu der g I SAMSTAd u. SONNTAG Fat 4 1 a 8 a nE Se Antra &ꝛ olg N 7 75 Geschl. 795 fanden barken.„ig ie eee eee eee. 50, e, e Aeckarauer Hof 333 Fernſpr. 250 10. Paddelboot, zr ö rtnarhin Sofa fRofnaaf N EC KAN A U (Pionier) zu verkf. 88 zu vk. Prs. 8.. Unststiasse 0 bill. zu verkauf. Viehhofſtraße 3, Adr. i. d. Geſch. Rr b edeinsotdstfese 4749 e 2 Untermühlauſtr. bei Veſper. 8011 5. Nr. 47. J. St. Uks. eee Anzuſ. Samstag ab 15 Uu. 7980 La Jana? n ſem letzten Film Stern Rio En Abenteuer f rm 5 Verſenkb. Decker⸗ 22 2 ärmaschine (Ru noͤſchiff) zu verkf. 8001 Adr. i. d. Geſch⸗ Schlafzimmer Eiche, Ztür., mit klein. Fa- prikchler 465. ich 2 ern br. bg 5. lufruf Wa an die Bevölterung der Stadt Mannheim ler renzimmer 425,495,525 85 Generalfeldmarſchall Hermann Göring hat vor einigen Tagen das deutſche 2 DL 2 5 1 1 2 N 7 5 teidi behrl nde aus Ning frei 895 855 ch Baumayn 840. Volk aufgerufen, der Reichs verteidigung alle entbehrlichen Gegenſtände Verkaufshäuser 5 Kupfer, Bronze. Meſſing, Zinn, Tombak, Rotguß. Neuſilber(Alpaka), Blei und T 1.—8 Der dramalische Kampf lichtzplel- 0 22 I 5 nu. NNUler N Nickel in nationalſozialiſtiſcher Opferbereitſchaft zur Verfügung zu ſtellen. Dieſe um dle Deuische Melsferschali 0 freiwillige Spende ſoll das Geburtstagsgeſchenk ſein, das die deutſche Nation dem im Halbschwergewichi Ein neuer fesselnder II FA A0 heut Kriminalfilm mit einer Fülle auf- retgend. u. ungewöhnl. Abenteuer 1 Beftstelle Führer zum 20. April darbringt. 5 n„ Die Spende des deutſchen Volkes erfaßt ſämtliche Haushalte und Wohnungen JEAN KRETTZ Nluiauiuab-Korumiue0n Eyck Hans Sönnker— Albrecht Schoenhais der rob: 5 N 5 Ubermütig, schlagfertig, von bezaubernder Lebendig- ———6ä— f keit, sprühendem Humor u. rührender Liebe- das 5 N alles ist Jenny Jugo in ihrer Rolle als„Nanette“. Im Bei programm: Neueste Wochenschau Kulturfiim:„Mecklenburg“ Beginn:.10.15.15 Uhr- Jugend nicht zugelassen! Kleiderschrank 5 5 ſowie alle Büros und Verwaltungsgebäude der gewerblichen Wirtſchaft. Der aktuelle Fm vom zensstionellen Box- ein Spiegel kampf am 50. NHötz im Berlinet Spottpslest n be 9788 In Mannheim werden folgende Sammelſtellen eingerichtet: Auer, e Am Friedhof 27. Carin⸗Göring⸗Schule, Friedrichsfeld⸗Schule, Schad 10 6 75 6* 1 1 5 5 5 0 1 5 5 Kreibler Weißer Kinderwagen Kurfürſt⸗Friedrich⸗Schule, Gartenſtadt, Herbert⸗Norkus⸗Schule, A1 Bü 550 4. zu verk. Lindenhof⸗Schule⸗ Käfertal⸗Schule Beginn.30.20 8. 10- Jugend nicht zugelassen Neckarau, Altriper 5 i 5 zamst8g 88 5 Luiſen⸗Schule Neckarau. Germania⸗Schule, u. Sonntag 5 Neckar⸗Schule, Rheinau⸗Schule, Wit a 8 9 ET Peſtaloazi⸗ Schule. Sandhofen. Gasthaus um Adler,“ 1„ im E Saa 5 Abt. 10.50 41. P alm 2 8 rt en„oft. n 5 5 8 0 Schiller⸗Schule, Seckenheim, Schlößchen, 1 e ee Uhland⸗Schule, Waldhof⸗Schule, * 8 wir dorauf aufmerkſam, daß die Fendenheim⸗Schule, Wallſtadt⸗Schule. grüne Teilnehmerkarte die zu dem 5 77 Beſuch des Wochenendlehrganges zw, Ischen F 3 und K 4 berechtigt, mitzubringen iſt. Ohne Die Sammelſtellen ſind täglich von—19 Uhr geöffnek. 22. 5 9 2 dibe. 5 5 55 5 N.: See 772 S. a nen Teilnehmer nicht zugelaſſen 22 8 werden. Jeder Spender erhält eine mit der Unterſchrift von Genueralfeldmarſchall Her⸗ Deubgch en 5(JTögiich: Tanz 8 8 Se b mann Göring verſehene Urkunde. — Uhr, und 1 8 8. 4. 20 Uhr, Geſamtproben in der„Liedertafel“ Wir ſind überzeugt, daß die Bevölkerung der Stadt Mannheim dem Aufruf Anordnungen der NSDAP 8 des Generalfeldmarſchalls mit Freuden folgen und ſich an Opferbereitſchaft von F e ee e den Bewohnern keiner anderen Stadt übertreffen laſſen wird. erde egit Sn g. Sportamt Mannheim führt je Waldpark: 5. 4. 20 Uhr, weils ſonntags von.30 bis 11 probe im Bedidd⸗Veim, Bieter. heimer Lansſtraße wegſchule. bzeichenkurſe d Di Teil⸗ 2 2— 3 5 ö e rz eker h gener, dude en n Der Kreisleiter Der Oberbürgermeifter Gelegenheit gegeben, die Prüfun⸗ g dadelloſer Die nſtkleüdung Tullaſtr. 5 a 8 Nr. 1 zum Waldlauf. Peitzubrin⸗ abu enen de Anmeldungen dimm! Brut Aenninger M. d. W. d. G. 8. ö Mannheim, den 21. Märs 1940. abzulegen. Anmeldungen nimmt gen ſind: Vonpſchrifts mäßig. Sport, 8 ene und fer, Swertlebrer vor Beninn des 5 5 Hendiuch chenſo Beitrag für erich en enen. 2 5 e 5 05 8. Abteil. Wandern. Sonn⸗ 22 5 wenziezentes füt tag 7.., führt Koc wieder eine 0 4. 8 8 Wochen ang für Wanderung durch. Treffpunkt: Er⸗ e, 5 daß der e 4b e ee e e N er ochen ehr⸗ re An 5 2 aan am Sams bag. 6. April,] len die Sd len.