8 e Erſcheinungsweiſe: Wöchentl. 7mal. Bezugspreiſe: Frel Haus monatl..70 M. u. 80 Pg. Trägerlohn, in unf. Geſchäftsſtellen abgeholt.70., durch d. Poſt.00 M. einſchl. Poſt⸗ bef⸗Gebühr. Hierzu 8s Pfg. Beſtellgeld. Abholſtellen: Waldhofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42, Schwetzinger Str. 44, Meerfeldſtr. 18. Neßiſcherſtr. 1 FeHauplſtr. 55, WOppauer Str. 8, Se Freiburger Str. 1. Abbeſtell. müſſen bis ſpäteſtens 25. für d. folgenden Monat erfolgen. Mannh eimer fleues Tageblat chepprels 0 Pl: Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 12 Pfg., 79 mm breite Textmillimeter⸗ zeile 66 Pfg. Für Familien⸗ und Kleinanzeigen ermäßigte Srundpreiſe. gültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 12. keinerlei Nachlaß gewährt zeſg beſtimmten Plätzen u. für fernmündlich erteilte Aufträge. Allgemein rgleichen od Konkurſen wird in beſtimmten Ausgaben, an Gerichtsſtand Mannheim. Bei gwa Keine Gewähr für Anzelg Jreilag. 4. Ohlober 1940 Verlag, Schriftleitung und Hauptgeſchäftsſtelle R 1, 46. Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 175 90— Drahtanſchrift: Nemazeit Mannheim L ee eee 100000 Obdachlose in London Die Proſſe wirſt den Behörden„geradezu monumentale Schlappheit“ vor Drahtberichtunſeres Korreſpon denten — Stockholm, 4. Oktober. London hat bereits etwa 100 000 Obdachlose oder ſolche Perſonen, die in bombenbeſchädigten Wohnungen hauſen, meldet„Göteborgs Han⸗ dels⸗ und Schiffahrtszeitung“ aus London. Viele dieſer Unglücklichen müßten meilenweit von Amt zu Amt wandern, um Anweiſungen zu er⸗ halten, wo ſie Hilfe ſuchen ſollten. Die Unzufrie⸗ denheit der Volksmaſſen iſt ein Funke, der in offe⸗ nen Aufruhr ausarten kann, wird in der Mel⸗ dung behauptet. Ein Oſtend⸗Prieſter hat erklärt, daß er ſchon längſt eine Maſſenkundgebung von Oſt⸗ end durch London geführt hätte, wenn er nicht be⸗ fürchtete, daß eine ſolche Kundgebung zu ſtaats⸗ feindlichen Zwecken mißbraucht würde. Viele Tau⸗ ſende Oſtend⸗Bewohner verbringen jede Nacht in primitiven Luftſchutzräumen unter ſchrecklichſten ſanitären Verhältniſſen. Die Londoner Zeitungen fahren in ihrer empör⸗ ten Kritik dieſer unhaltbaren Zuſtände fort. Im Juni wurde der Verkehrsminiſter in der Regierung Chamberlain, Haupmann Wallace, zum Kommiſſar für London ernannt und erklärte damals in einem Aufruf an die Bevölkerung, daß ſie Mut, kühlen Kopf und Entſchloſſenheit bewahren ſolle. Dies ſcheint aber die einzige weſentlichere Amtshandlung von Wallace geweſen zu ſein, denn im übrigen be⸗ zeichnet die Preſſe ſeine Maßnahmen als Halbheiten. Man hat jetzt drei neue Kommiſſare ernennen müſ⸗ ſen, die zwar als„Diktatoren“ über ihre Ge⸗ biete angekündigt werden, während ſie praktiſch keineswegs diktatoriſche Vollmachten haben, denn ſie müſſen Hunderte von Behörden um Rat fragen, ehe ſie handeln können, darunter ſechs Miniſterien, fünf Grafſchaftsräte, 28 Bezirksämter und 101 verſchie⸗ dene Gemeindeämter. Es wird weiter behauptet, daß die Regierung noch nichts für die Geſundheitspflege der Induſtriearbei⸗ ter für den kommenden Winter plane. Zehntauſende von Menſchen in London lebten unter Verhältniſſen die weit ſchlimmer ſeien als die in Flandern während des Weltkrieges. Die Folgen der Luftangriffe hätten eine„ge⸗ radezu monumentale Schlappheit der Behörden“ entlarwt. In ſehr vielen für die Kriegsführung lebenswichtigen Fabriken ſind keiner⸗ lei Maßnahmen für die Sicherheit der Arbeiter während der Luftangriffe getroffen worden. Weitere ſechs Londoner Bezipke ſind in den Eva⸗ kFuierungsplan für Mütter und Kin⸗ der einbezogen, der jetzt vierzehn Bezirke umfaßt. Die ganze Evakuierung iſt ſehr unbeliebt, aus den erſten acht Bezirken ſind nur 12 000 Mütter und Kinder evakuiert worden, während mehr als 100 000 zurückblieben. Die Frauen ſind nämlich durch (Junkmelöung der N M3) Berlin, 4. Oktober Der Führer lrifft Freitagmittag mit dem Dute Flaliens am Brenner zu⸗ ſammen. ſchlimme Erfahrungen ſehr mißtrauiſch geworden und ſagen, daß ſie an den Zufluchtsorten ebenſo⸗ wenig oder ſchlechtere Schutzräume vorfinden wür⸗ den wie in London. Anläßlich der gewaltig geſteigerten Erfolge der deutſchen U⸗Boote, die man in London nicht mehr verheimlicht, meldet„Stockholms Tidningen“, daß dieſe in London auf den erhöhten Aktionsradius der deutſchen-Boote zurückgeführt werden. Durch Depotverlegung an die Atlantikküſte ſei der Ra⸗ dius um weitere 3000 engliſche Meilen erweitert worden. England unter deulſchem Bombenhagel Trotz ſchlechter Wetterlage wurden die Bombenangriffe unerbittlich fortgeſetzt (Funkmeldung der N MZ.) + Berlin, 4. Oktober. 0 Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be⸗ anunt: Die Vergeltungsangriffe auf London und die Angriffe auf wehrwichtige Ziele in Süd⸗ und Mittelengland werden trotz ſchwieriger Wetterlage erfolgreich fortgeſetzt. In einem Gaswerk im Nordweſten von London folgte der Bombenexploſion eine hohe Stichflamme. Kampfflugzeuge griffen mit beſonderem Schneid z wei Rüſtungswerke in Coventry und bei Cheſter an. Volltreffer vernichteten in bei⸗ den Werken Montagehallen und Maſchinen. Weitere erfolgreiche Angriffe richteten ſich Der flalieniſche Wehrmachtsbericht Zeltlager und Verteidigungsanlagen im engliſch-ägypliſchen Sudan bombardiert (Funkmeldung der NMzZ.) + Ro m, 4. Oktober. Der italieniſche Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: 5 . Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt be⸗ annt: Im engliſch⸗ägyptiſchen Su dan haben unſere Luftformationen Zeltlager und Verteidigungsanlagen in der Zone von Ro⸗ zeires ſowie ein feindliches Zeltlager und einen wichtigen Stützpunkt in der Gegend von Gallabat bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat An⸗ griffe auf Berbera, Afmadu, El Uak und auf die Eiſenbahnſtationen von Afordat und Aiſeig unternommen. Ein neuer Angariffsverſuch gegen die letztgenannten Ortſchaften iſt von unſeren Jägern zurückgeſchlagen worden. Man zählt drei Tote, darunter eine Eingeborenen⸗ Frau und fünf Verwundete. Die Material⸗ ſchäden ſind beſchränkt. Slützpunkt Haifa ausgeſchaltet Drahtbericht unſeres Korreſpon denten Rom, 4. Oktober. Der„Meſſaggero“ beſtätigt heute in einem Son⸗ derbericht, daß der engliſche Stützpunkt Haifa außer Gefecht geſetzt iſt, nachdem es der italieniſchen Luft⸗ waffe gelungen iſt, in wiederholten Angriffen die 87 Petroleumtanks von Haifa, die zum Teil 30 Meter hoch ſind und laufend durch die Pipo⸗Linie geſpeiſt werden, vollkommen zu zerſtören und aus⸗ zubrennen. Die Stadt Haifa wurde dabei niemals in Mitleidenſchaft gezogen, nur die Tanks und Eiſenbahnanlagen und ſelbſt die unterirdiſchen De⸗ pots wurden von den italieniſchen Fliegerangriffen getroffen, ſo daß heute davon nichts als ein ein⸗ ziger kläglicher Trümmerhaufen übrig geblieben iſt. „Der erſte Angriff auf Haifa erfolgte vollkommen überraſchend, da die Engländer niemals geglaubt hatten, daß dieſer Stützpunkt wegen der weiten Ent⸗ ſernungen und der ungünſtigen atmoſphäriſchen Be⸗ dingungen erreicht werden würde. Bei dieſer erſten blitzartigen Aktion wurden 500 Menſchen durch den gen, als ſie bereits am Boden lagen. gewaltigen Luftoͤruck getötet. Unter der Leitung des gleichen Kommandanten führten die Italiener acht weitere Angriffe aus, bis der Stützpunkt völlig un⸗ brauchbar gemacht war. Schließung des Panamakanals? Drahtberichtunſeres Korreſpondenten — Rom, 4. Oktober. Aus San Joſe in Coſtarica wird gemeldet daß nach Informationen aus gutunterrichteter Quelle in Kürze der Panama⸗Kanal als Folge der gegen⸗ 1 internationalen Lage geſchloſſen werden würde. Volkszählung in der Türkei. Die Vorbereitun⸗ gen für die Volkszählung in der Türkei, die am 20. Oktober durchgeführt wird, ſind beendet. Wie ſchon fvüher, wind auch dieſes Mal die geſamte Bevölke⸗ rung an dieſem Tag in den Häuſern bleiben, bis die Volkszählung durchgeführt iſt. gegen verſchiedene Flugplätze im Weichbild von London ſowie dba den Flugplatz von St. Eval in der Graff aft Cornwall, wo Hallen, Unterkünfte, Rollfelder und Flugzeuge am Boden zerſtört wurden. Beſonders wirkungs⸗ voll war ein Bombenangriff auf das Truppen⸗ lager von Skegneß. Volltreffer trafen angetretene Truppen, ein Teil der Unterkünfte geriet in Brand. Nördlich Londons griffen einzelne deutſche Kampfflugzeuge Eiſenbahntransporte mit ſichtbatrem Erfolg au und zerſprengten Laſtkraftwagenkolonnen. Im Gegenſatz zur deutſchen Luftkampftätig⸗ keit hielt ſich die feindliche Luftwaffe bei Tage und in der Nacht faſt ganz zurück. Nur ein einzelnes Flugzeug griff im Weſten Deutſchlauds ein Induſtriewerk an, ohne nennenswerten Sachſchaden anzurichten. Einige britiſche Flugzeuge flogen die norwegiſche Küſte an. Die hier abgeworfenen Bomben blieben ohne Wirkung. Ein Angreifer wurde durch Jäger abgeſchoſſen. Die geſtrigen Geſamtverluſte des Gegners belaufen ſich auf drei Flugzeuge. Vier eigene Flugzeuge ſind nicht zurückgekehrt. Bei den Angriffen auf die Rüſtungswerke in Mittelengland zeichneten ſich Kampfflugzeuge unter der Führung von Oberleutnant Neu⸗ mann und Leutnant Biſchoff durch beſon⸗ dere Kühnheit aus. Engliſche Schiffsborluſte EP. Rom, 4. Oktober. Die engliſche Admiralität hat bekanntgegeben, daß in der vorletzten Woche 27 engliſche, verbündete oder neutrale Schiffe von zuſammen 159 288 Brutto⸗ regiſtertonnen durch feindliche Einwirkung verſenkt worden ſind. Neunzehn der Dampfer hätten die engliſche Flagge geführt, drei öͤie Flagge eines ver⸗ bündeten und fünf die eines neutralen Staates. Die Verſenkungen ſeien in der Hauptſache durch Unter⸗ ſeebbote erfolgt. Smuts tobt ſich aus. Skandalöſe Zuſtände in den ſüdafeikaniſchen Internierungslagern nb. Berlin, 9. Okt. Kurz vor der Vertagung des ſüdafrikaniſchen Parlaments Mitte September, beantragte der nativo⸗ naliſtiſche Abgeordnete Strydom die Einſetzung eines Unterſuchungsausſchuſſes wegen des Ueber⸗ falles auf die deutſchen Internierten im Lager Bavianspoort. Wie bereits früher ge⸗ meldet, war die Smutsſche Polizei Mitte Juli in das Lager Bavianspoort eingedrungen, und hatte die Internierten ohne vorherige Unterſuchung in der brutalſten Weiſe mit Holzknüppeln bearbeitet. 103 deutſche Internierte wurden zum Teil ſchwer verletzt. Die jetzt vor dem Parlament gemachten Ausführungen des Abgeordneten Strydom laſſen erkennen, mit welcher Brutalität die Smutsſche Po⸗ lizei vorging: Auf die mißhandelten wehrloſen In⸗ ternierten wurde noch mit Holzknüppeln eingeſchla⸗ Aerzte, die eine Verbandsſtelle zur Betreuung der Verwunde⸗ ten eingerichtet hatten. wurden aus dieſer zuſam⸗ men mit den Verletzten mit Kolbenſchlägen vertrieben. Als einer der afrikaniſchen Aerzte Zulaſſung zum Hoſpital erbat, wurde er mit Gewehrkolben in den Rücken geſchlagen. Strydom ſchilderte weiter die menſchenunwürdi⸗ gen Zuſtände in dem Lager Koffiefontein, wo Ita⸗ liener interniert find. Der Abgeordnete fügte hinzu, daß derartige Mißhandlungen von An⸗ gehörigen zweier mächtigen Länder der Union ſchwere Unannehmlichkeiten bringen können. Der Abgeordnete Strydom hat die Lage erkannt. Die jetzige ſüdafrikaniſche Regierung kann deſſen ſicher ſein. daß Deutſchland und Italien genau dar⸗ über unterichtet ſind, in welcher ſchändlichen Weiſe Herr Smuts ihre ihm im Augenblick wehrlos aus⸗ gelieferten Staatsangehörigen behandelt. Es iſt nur eine Frage der Zeit, daß ein ſiegreiches Deutſch⸗ land und ein ſiegreiches Italien auch mit Herrn — und ſeinen Hintermännern abrechnen wer⸗ en. 28 Zwei Inſerate (Von unſerem Korreſpondenten) Sch. Liffabon, 2. Oktober. Die„Times“ veröffentlichten dieſer Tage in der gleichen Spalte und nur wenige Zeilen voneinander getrennt zwei Anzeigen, die außerordentlich auf⸗ ſchlußreich für das engliſche Alltagsleben von heute ſind. Die erſte Anzeige hat folgenden Wortlaut: „Kleine Körbe, ſogenaunte„Moſeskörbchen“, wie alt und gebraucht ſie auch ſein mögen, werden dringend für Babies in unzureichenden Unter⸗ künften in London⸗Eaſtend gebraucht.“ Die zweite Anzeige lautet folgendermaßen: „Sie können gut ſchlafen im Grand Hotel Tor⸗ quay, denn das Dröhnen der Flugzeuge iſt hier ſelten und nur ſehr wenig häufig hört man Sirenen. Sie können ſich ausruhen in der ſchö⸗ nen Landſchaft und im Sonneunſchein, der über unſerer wundervollen Bucht liegt. Es gibt keine gepflegtere Küche für einen Herbſt⸗ und Winter⸗ aufenthalt als unſer Hotel, wo jede Vorſorge für Komfort und Sicherheit getroffen iſt, wo es ſo⸗ gar einen nach wiſſenſchaftlichen Grundſätzen ge⸗ bauten und ſehr komfortabel eingerichteten Luſt⸗ ſchutzraum für unſere Hotelgäſte gibt, ſollte un⸗ wahrſcheinlicherweiſe die Notwendigkeit erwach⸗ ſen, ihn aufzuſuchen. Schreiben Sie bitte ſofort, ſolauge wir noch Platz haben.“ Man kann alſo in England auch Luftſchutznächte mit allem Komfort in ſchöner Gegend, mit der beſten Küche und in beſonders„wiſſenſchaftlich“ konſtruier⸗ ten Luftſchutzkellern verbringen, wenn man das nötige Geld hat, um an die Südweſtküſte zu reiſen und dort in einem Luxushotel abzuſteigen. Die Leute des Londoner Oſtens haben dieſes Geld nicht und ſind infolgedeſſen dazu gezwungen, in Zeitungs⸗ anzeigen um ein paar alte Körbchen für ihre Babies zu betteln und der reichen Lady, die ſie vor ihrer Abreiſe in den Sonnenſchein und den wiſſenſchaft⸗ lich konſtrujerten Luftſchutzkeller von Torquay in aller Eile ſtiftete, noch Dankeſchön für ſoviel Güte zu ſagen. Die große Kluft: Die Auswirkungen der deutſchen Luftangriffe haben bewieſen, daß die Kluft zwiſchen reich und arm in England auch heute in ihrer ganzen Breite beſteht, und daß ſich ſeit den einſt von Dickens ſo ſehr angeprangerten frühkapitaliſtiſchen Zuſtänden ſehr wenig geändert hat. Jeder Deutſche, der im letzten Jahrzehnt nach England kam, weiß, daß dort wirk⸗ lich gut oder wenigſtens ſo, wie es ſich nach deutſchen Begriffen gehört,— und wir waren wahrhaftig nicht ſehr verwöhnt— nur der leben kann, der über ein ziemlich hohes Einkommen verfügt, über ein Ein⸗ kommen jedenfalls, das weſentlich über dem deut⸗ ſchen Durchſchnittseinkommen liegt. Gute Unter⸗ haltung, anſtändiges Eſſen(ſoweit es in Englans itberhaupt möglich iſt), in gepflegten Lokalen Amſ⸗ ſement und Zerſtreuung von einem gewiſſen Niveau war in England ſtets nur für Leute mit Geld zu haben. Man braucht da gar nicht erſt die Prachk⸗ häuſer der Ariſtokratie in Pall Mall und ähnlichen Bezirken von London mit den ſcheußlichen Slums vergleichen. Das Leben nicht nur der engliſchen Arbeiterſchaft ſondern auch des breiten Mittelſtandes war ſtets im Vergleich zu deutſchen Zuſtänden un⸗ vorſtellbar primitiv, ja teilweiſe armſelig, anſpruchs⸗ los und geiſtig unerhört öde, und inſolgedeſſen, nebenbei geſagt, auch fürchterlich langweilig. Nur die ziffernmäßig ſchmale Oberſchicht lebte, obwohl ihre im 19. Jahrhundert noch unerſchöpflich ſcheinen⸗ den Finanzquellen kärglicher zu fließen begannen, ein„breites“ Leben, in einem Luxus, der ſeinerſeits wieder alles überſtieg, was in Deutſchland auch wohlhabenden, ja reichen Kreiſen überhaupt möglich war. Nur wer Gold hat, kann Sicherheit haben!: Seit Kriegsbeginn hat dieſe Oberſchicht zwar ſehr viel von ihrer vaterländiſchen Geſinnung und ihrem Opfergeiſt geſprochen, vor allem, wenn Zeitungs⸗ berichterſtatter in der Nähe waren, die dieſen Opfer⸗ ſinn dann in ihren Blättern gebührend herausſtellen konnten. Die große ſoziale Kluft aber hat ſich ver⸗ breitert, ſtatt ſich zu ſchließen, ja ſeit Beginn des „totalen Krieges“ hat ſie eine Größe angenommen, die einfach unvorſtellbar iſt. Schroffer denn je ſtehen ſich arm und reich auch im Kriegs⸗England gegen⸗ über. Wer in England im Frieden gut leben wollte, mußte dazu reich ſein. Wer im totalen Kriege von heute nur dag nackte Leben einigermaßen ſicherſtel⸗ len will, muß ebenfalls Geld haben. Hat er das, dann braucht er ſich nicht nachmittags um vier Uhr zuſtellen, ſondern kann in eines der noch unbeſchä⸗ digten Luxushotels des Londoner Weſtens gehen. Dort wird er mit Luftſchutzkellerkomforts aller Schi⸗ kanen geradezu überſchüttet. Dort kann er am Abend in unterirdiſchen bombenſicheren Reſtaurants bei den Klängen einer ausgewählten Kapelle ſein Dinner verzehren und vielleicht ſogar eine Kabarett⸗ aufführung mitanſehen. Er kann dann anſchließend in eigens dafür hergerichteten Räumen ſofort zu Bett gehen und den Alarm überſchlafen. Wenn er ſehr viel Geld hat— aber dazu muß er ſchon ein großer Pfund⸗Millionär ſein— bekommt er ſogar einen eigenen kleinen Privatraum zur Verfügung geſtellt. Meckere nicht!: Dafür werden die weniger Glücklichen, die das in England immer noch unverzeihliche Verbrechen be⸗ gangen haben, kein Gold zu beſitzen, in den Zeitun⸗ gen, wie dieſer Tage z. B. im„Evening Standard“, aufgefordert,„nicht unnütz zu meckern“, weil einmal das elektriſche Licht verſage oder kein Waſſer zum Waſchen da ſei oder die Poſt keine Telegramme an⸗ nimmt oder die Familienunterſtützung nicht eintrifft, während der Hauswirt ſchon drohend mit der Miets⸗ rechnung winkt. Während die Reichen in die wiſſenſchaftlich kon⸗ ſtruierten Luftſchutzkeller von Torquay gehen kön⸗ nen, müſſen die Londoner evakuierten Obbdachloſen, wie das jüngſtens in Eſſex geſchah, im Walde über⸗ nachten, weil die Dorfbewohner ſich weigerten, ſie in ihre Häuſer ohne Bezahlung aufzunehmen, und ob⸗ wohl, wie ſelbſt der in der letzten Zeit ſo regierungs⸗ fromm gewordene„Daily Herald“ zugeben muß, in der nächſten Umgebung genügend ariſtokratiſche Landſitze lagen, in denen reichlich Platz für die Flüchtlinge geweſen wäre. Bollwerk des Feudalismus: Zum erſten Male ſeit ſehr langer Zeit ſcheint heute unter dem Eindruck der vernichtenden deutſchen Schläge in der von der Oberſchicht im Laufe der letz⸗ ten hundert Jahre ſo vorzüglich gezähmten engli⸗ ſchen Maſſe ſo etwas wie Rebellenſtim⸗ mung zu erwachen. Dazu hat es drei Wochen faſt pauſenloſer Großangriffe benötigt. Die eng⸗ liſche Oberſchicht hat die Legende vom„freien“ und ſtolzen“ Engländer geſchaffen, der auf alle anderen Völker herabſehen kann. Das iſt eine der größten Legenden der Welt. Die Wirklichkeit nämlich ſieht ganz anders aus. Die engliſchen Maſſen, vor allem die Kleinbürgerlichen, ſind wohl die geduckteſten, ſu⸗ balternſten und auf Unterwürfigkeit gedrillteſten Lebeweſen der weißen Raſſe— die typiſchen Produkte einer ſeit Jahrhunderten beſtehenden rigoroſen Klaſſenherrſchaft. Sonſt wäre es nicht möglich ge⸗ weſen, daß ausgerechnet in dem ſo frei und fort⸗ ſchrittlichen England der Feudalismus einer engen und ſtarren Kaſten⸗ und Einkommensordnung, wie er überall ſonſt in Eurpa längſt abgeſtorben iſt, ſich wie ein Relikt aus mittelalterlichen Zeiten erhalten könnte. Die Lage (Drahtbericht unſerer Berliner Schriftleitung) — Berlin, 4. Oktober. Gegen Daladier, Reynaud, Gamelin und Mandel, die, wie alle Feſtgenommenen der Antergegangenen franzöſiſchen Regimes ſich bis jetzt lediglich in Verwahrungshaft befanden, iſt nunmehr den ſchweizeriſchen Blättern zufolge, vom franzöſi⸗ ſchen Staatsgerichtshof die Unterſuchungshaft ver⸗ hängt worden. Die Unterſuchungshaft iſt erſolgt unter der ſchweven Anſchuldigung des Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates. Das franzöſiſche Strafrecht ſieht hierfür Strafen vor von zehn Jahren bis zur Todesſtrafe. Das Verbrechen werde u. a. darin erblickt, daß eigenmächtige Auslieferungen franzöſtſcher Hoheits⸗ und Militärrechte an eine andere Macht vorgenommen wurden. Jeder weiß, daß dieſe andere Macht das perfide Albion iſt. Daladier und ſeine drei Haupthelfer werden zweifellos, nach der jetzigen Stimmung in Frankreich zu urteilen, ihre Schuld ſchwer büßen mitſſen, für die auch eineinhalb Millionen ihres eige⸗ nen Vobkes ihr Leben hingeben mußten. *. 5 Die Umbildung der Regierung Chur⸗ il wird in den Ländern Skandinaviens und des üdoſtens, in Spanien und Italien allgemein als Schwächezeichen und britiſche Ratloſigkeit vor der weiteren Entwicklung gewertet.„Stockholm Dag⸗ bhladet“ ſchreibt:„Die Hintergründe der britiſchen Regierungsumbildung inmitten des Höhepunktes des Krieges ſind ſehr viel tiefgehenderer Art, als die amtlichen Meldungen annehmen laffen. Thamber⸗ Iains längſt überſtandene Operation iſt nicht Grund, ſondern nur Vorwand. Die Rieser ee Partei iſt ſtötell zwar Churchill ausgeliefert, aber da viele Ihrer Abgeoröneten ſeit langem im lunterhaus durch Abtpeſenheit glänzen, kann man Schlußfolgerungen intereſſanter Art ziehen.“ ſchreibt: Der Fortgang „Stockholms Tioͤningen“ der politiſchen Regierungsgeſtaltung in England hängt weniger von Perſonalveränderungen ab als pielmehr von dem Fortgang der deutſchen Luſtoffen⸗ 3 der jetzigen Verſchiebuna im Kabinett liegt gas Geheimnis der Nöte des Empires. Stockholms Aftonbladet“ ſchreibt:„Wenn weiterhin täglich 600 bis 800 deutſche Maſchinen über London ihre Bom⸗ benlaſt abwerfen, werden wir bald von neuen Re⸗ gierungs veränderungen in England hören. Cham⸗ Perlain iſt erledigt, und Herr Churchill befeuert Land und Volk zu einer letzten Friſt des Ausharrens durch phantaſtiſche Zukunftsausmalungen.“ Das Stockholmer„Dagbladet“ ſchreibt:„Das Valk Londons, das von 24 Stunden des Tages oft 18 unter der Erde verbringt, ſetzt alle Hoffnungen auf das neue wunderbare und geheimnisvolle Ab⸗ wehrmittel der königlichen Luftwaffe“. Es werde in der kommenden Woche ſeine Feuerprobe beſtehen, ſo wie die„Times“ auf Grund einer Unterredung mit dem engliſchen Luftfahrtminiſter ſchrieb. Gönnen wir ihnen die neue kurze Hoffnungsfriſt. Nach dem kommenden Fehlſchlag werden ſie eine neue Ausrede, eine neue Terminfeſtſetzung, vielleicht ch ein neues Wundermärchen erfinden, um gegen ie immer noch wachſenden Angriffswellen der deut⸗ 1255 Luftwaffe die allgemeine Stimmung und ral der verzweifelten Bevölkerung auf eine wei⸗ e Zeit needs halten Die Dubliner Zeitung„Jriſh Preß“ meldet:„Von der Gewalt der deutſchen Bombenangriffe auf hee ound auf die ſüdlich von Liverpool ge⸗ 0 legenen Häfen Eheſter und Cardigan geben die lodernden Feuergarben Kenntnis, bie jetzt Tag und Nacht über die Jriſche See hinaus wahrzunehmen 5 In Kingſtone ſüdlich von Dublin. wurden am onnergtgg durch den von Oſten kommenden Wind ie furchtbaren Einſchläge gehört, die über zwei Stunden lang die deutſchen Bomber verurfachten.“ Die Dubliner Zeitung„Jriſß News“ ſchreibt: „Man muß ſich immer wieder von neuem fragen, an den Eingängen der U⸗Bahnhöfe mit Matratzen und Bettzeug nach etwag kärglicher Sicherheit an⸗ Drahtbericht unſeres Korreſponden ten — Liſſabon, 4. Oktober. Das politiſche Hauptintereſſe konzentriert ſich heute auf den Rücktritt des Lordpräſidenten des eng⸗ liſchen Miniſterrats Neville Chamberlain und die weiteren Veränderungen im Kabinett Churchill, die zum Teil erfolgt ſind, zum Teil bevorſtehen. Der Rücktritt Chamberlains wurde ſeit langem er⸗ wartet. Man hatte angenommen, daß er aus ſei⸗ nem Krankheitsurlaub ler mußte ſich einer Opera⸗ tion unterziehen) nicht zurückkehren würde. Der Rückhalt Chamberlains in der konſervativen Partei⸗ maſchine war zu groß und das Mißtrauen ſtarker konſervativer Kreilſe gegen den unberechenbaren Churchill, der keinerlei Partei verhaftet iſt, war zu ſtark, um eine Abhalfterung des alten, aber mäch⸗ tigen und zäh an ſeinem Amt klebenden Mannes zu ermöglichen. Zudem ſahen gerade dieſe konſervati⸗ ven Parteikreiſe den zunehmenden Einfluß der La⸗ bour Partei im Kabinett mit wachſender Beſorgnis und erblickten in Chamberlain und ſeinem Anhang ein Gegengewicht gegen allzu radikale Pläne auf ſozialem und ſteuerpplitiſchem Gebiet. Daß Chamberlain jetzt trotzdem in die Wüſte ge⸗ ſchickt wird, hat verſchiedene Gründe. die der gleichen Quelle entſpringen. Chamberlain trägt die Verantwortung für die Lage, in der ſich England jetzt befindet und für den fürcherlichen Zuſtand von London. Er hat den Krieg erklärt, ſich dann aber nicht fähig ge⸗ zeigt, ihn erfolgreich zu führen. Die großen Verſager des Kabinetts waren ſeine perſönlichen Freunde und gleichzeitig die Vertreter der konſervativen Parteimaſchine im engeren Sinn. Der Wirrwarr, das Gegeneinanderregieren und die fortgeſetzten Kompetenzkonflikte in den Londoner Regierungsämtern wurden ihm ebenſo zugeſchrieben wie das Fiasko von Norwegen und die Niederlage des britiſchen Expeditionskorps auf dem Kontinent. Churchill wußte geſchickt ſeinen ehemaligen Chef zur alleinigen Zielſcheibe öieſer Kritik um Dinge zu ma⸗ chen, für die er ſelber die Verantwortung in erheb⸗ lichem Grade trug. Das gelang ihm ſogar nach dem blamablen Ausgang der Expedition de Gaulles gegen Dakar die anſcheinend der letzte Tropfen war der das Waſſer zum Ueberlaufen brachte.„Wir wollen kein kleines Norwegen mehr“, proteſtierten einflußreiche Kreiſe auf ein von un⸗ genannter Stelle gegebenes Stichwort hin in der Preſſe und brachten damit das Fiasko von Dakar mit dem von Norwegen und dadurch wieder mit Chamberlain in Zuſammenhang obwohl für Dakar Churchill allein die Verantwortung trägt. Auch ver⸗ ſchiedene frühere Pläne zur Ausweitung des Kabi⸗ netts, vor allem die immer wieder propagierte Auf⸗ nahme Lloyd Georges, ſcheiterten an der Weigerung des Waliſers, mit Chamberlain zuſam⸗ menzuarbeiten. Einen entſcheidenden Teil an dem Verſchwinden Chamberlains dürfte die wachſende Unruhe in der engliſchen Hauptſtadt haben, die ſeit vergau⸗ gener, Woche immer bedrohlichere Formen an⸗ nimmt. Churchill glaubte der Menge ein erſtes Opfer vor⸗ werfen zu müſſen. Weitere werden ſolgen. Es traf ſich gut, daß die für den Schutz Londons verantwort⸗ lichen Männer, der Innenminiſter Anderſon und der im Juni ernannte oberſte Kommiſſar für London Wallace engſte Parteifreunde Chamberlains waren. Beide haben völlig verſagt. „Die Steigerung des Einfluſſes der völlig mit dem inannzkapital verfilzten und von ihm hbeherrſchten Labour Party, die von der Oberſchicht ſelbſt als letz⸗ tes Bollwerk ihrer eigenen Herrſcherpoſttion betrach⸗ tet wird, ſoll den Maſſen wieder einmal Sand in die Augen ſtreuen. Die engliſche Oberſchicht ſucht Zeit zu gewinnen und ſtellt vorübergehend einige prominente Vertreter in die Ecke. Daß dieſes Zu⸗ geſtändnis an die grollenden Maſſen gemacht wiro, bezeugt, daß der führenden engliſchen Schicht das Waſſer bis zum Halſeſteht. Ein Veweis der Schwöche Drahtberichtunſeres Korreſpondenten — Rom, 4. Oktober. Die Kabinettskriſe in England und das Ausſchei⸗ den Chamberlains aus der Regierung wird in Ita⸗ lien als ein eklatantes Zeichen für die ſich immer mehr häufenden Schwierig keiten ge⸗ ſehen, in denen ſich England heute befindet. Das halbamtliche„Giornale'Jtalia“ ſchreibt, daß Cham⸗ [(Funkmeldung der NM.) — Stockholm, 5. Okt. Reuter muß in ſeinem Bericht vom Freitag, der hemerkenswerterweiſe noch kürzer und zurückhalten⸗ der als in den letzten Tagen iſt, eingeſtehen, daß dte engliſche Hauptſtadt auch am Donnerstag drei Luft⸗ alarme erlebte, von denen der dritte anſcheinend un⸗ gewöhnlich lang war. Ueber neun Stellen des Londoner Weichbildes wurden Bomben abgeworfen, und während des ganzen Nachmittaas hörte man un⸗ unterbrochen aus dem Herzen der britiſchen Haupt⸗ ſtadt heraus den Lärm der Geſchütze, begleitet von Bombenexploſionen, Maſchinengewehrgeknatter und dem Surren der Flugzeugmotore. Dabei hebt Reu⸗ ter hervor, daß in einem Stadteil Oſtlondons das Flakfeuer genau ſo heftig war wie es nachts zu ſein pflegt. Andere deutſche Bomber ſind nach dem Be⸗ richt über den Midlands und über den Städten Süd⸗ weſt⸗ und Oſtenglands erſchienen. Der Londoner Nachrichtendienſt fügt hinzu, daß auch Liverpool an⸗ gegriffen worden ſei und geſteht erſtmalig ein, daß wie lange England dem deutſchen Bombenhagel noch Widerſtand leiſten will und noch leiſten kann. Am Briſtol⸗Kanal brennen ſeit Tagen die Häfen Cardiff und Newport. Der Tag muß einmal kommen, da kein Schiff mehr in die weſtlichen Häfen der engli⸗ ſchen Inſel einlaufen kann.“ * Die Stimmung im Londoner Oſtend wird nach in Stockholm vorliegenden privaten Be⸗ richten immer bedrohlicher. Es iſt laut„Aftonbla⸗ det“ an verſchiedenen Stellen zu Zuſammenrottun⸗ gen und kleineren Proteſtaktionen gekommen und nur den faſt pauſenloſen Luftalarmen ſei es zuzu⸗ ſchreiben, wenn die Aktionen noch keinen größeren Umfang angenommen haben. Unter dieſen Umſtän⸗ den gewinnk der Leitaktikel des„Daily Herald“, in dem es heißt, die Unzufriedenheit der Volksmaſſen iſt ein Funke, der das Feuer eines Aufruhrs ent⸗ . eine ganz beſondere ſchickſalsſchwere Be⸗ eutu a ſchwierige Lage, in der ſich England befindet. berlains Name mit dem jetzigen von den engliſchen Kriegstreibern gewollten Krieg aufs engſte verbun⸗ den bleibt. Heute ſei England durch ſeinen eigenen Krieg iſoliert und belagert. Die deutſchen und ita⸗ lieniſchen U⸗Boote garantierten eine wirkſame Blockade, die die Engländer zwinge, den Hunger⸗ gürtel immer enger zu ſchnallen. In Aegypten hät⸗ ten die Engländer militäriſch und auch politiſch Nie⸗ derlagen erlitten. Der Berliner Vertrag zwiſchen dem Reich, Italien und Japan ſchließlich habe Eng⸗ land an den Scheideweg gefütht, entweder weiterzu⸗ machen oder zu verſchwinden. In Dakar, Madagas⸗ Engliſche Luftangrißje auf Neufrale kar, Indien, überall müſſe England neue Schläge einſtecken. Sehr bezeichnend ſei es, wenn Chamber⸗ lain als der Premierminiſter der Regierung, die den Krieg erklärt habe, heute in einem ſo verzweifel⸗ ten Augenblick von der politiſchen Bühne verſchwinde. „Lavoro Faſeiſta“ ſagt, daß zwar niemand denke, daß der Krieg durch die heutige Situation Englands ſchon beendet ſei. Großbritannien verfüge noch im⸗ mer über große Reſerven, aber die bis heute in dem Krieg gegen England erreichten Reſultate ſeien grandios und die Ausſichten für die Zukunft mehr als günſtig. 90 Holland, Schweden, Dänemark die Opfer nächtlicher Aeberfälle (Funkmeldung der NM.) . Amſterdam, 4. Oktober. In der Nacht zum Donnerstag und in den frühen Morgenſtunden des Donnerstag haben britiſche Flugzeuge wieder einmal ihre Bomben auf eine An⸗ zahl friedlicher holländiſcher Städte und Ortſchaften fallen laſſen. Eine Reihe von Perſonen wurde getötet. Am ſchwerſten litt Haarlem, wo engliſche Bom⸗ ben auf die Wohnviertel der Stadt fielen und dabei 17 Leute töteten und 20 verwundeten. In einer Straße ſtürzten vier Wohnhäuſer durch Bomben⸗ treffer ein. Weiter griffen die Engländer einige Ortſchaften an, in deren weiteren Umgebung ſich nicht ein einziges militäriſches Ziel befindet. Eine Frau und ihre neunjährige Tochter wurden als Lei⸗ chen geborgen; die Bewohnerin des Nachbarhauſes wurde ſchwer verletzt. In den anderen Orten wurde ein Haus zerſtört; andere wurden beſchädigt, während ein heftiger Brand 60 Hektar Wald und Heide ver⸗ nichtete. Bomben auf Malms Drahtberichtunſeres Korreſhonödenten — Stockholm, 4. Oktober. Auch Schweden iſt nun von engliſchen Bomben dnb Berlin, 3. Oktober. Noch immer müſſen deutſche Gerichte gegen einige Unbelehrbare eingreifen, die es nicht laſſen können, ſich die Lügenmeldungen ausländiſcher Rundfunk⸗ ſender anzuhören und dieſe Lügen womöglichſt noch weiterzuverbreiten. Gerade in füngſter Zeit hat das deutſche Volk immer wieder Gelegenheit gehabt, ſelbſt nachzuprüfen, wie verlogen die feindliche Pro⸗ paganda iſt. Der Deutſche hat keinerlei Anlaß, ſeine Weis⸗ heiten aus der feindlichen Lügen⸗ und Greuel⸗ propaganda zu ziehen, er kann dadurch höchſtens ver⸗ wirrt werden und den klaren Ueberblick über die tatſächliche Lage verlieren. Deutſche Sondergerichte haben daher in der letzten Zeit wieder eine Reihe ſchwerer Zuchlhausſtrafen gegen Ründfunkberbrecher ausgeſprochen. Das Sondergericht München verurteilte den 50 Jahre alten Anton Rieger aus Augsburg, der auch ſchon wegen Fahnenflucht beſtrafſt worden iſt, wegen fortgeſetzten Ahhörens ausländiſcher Sender und vor⸗ ſätzlichen Verbreitens ihrer Lügenmeldungen zu einer Zuchthausſtraſe von ſechs Jahren und zu fünf Jahren Ehrverluſt. Das Sondergericht Magdeburg erkannte gegen den 32jährigen Rundfunkverbrecher Robert Müller aus Aſchersleben auf eine Zuchthausſtrafe oon vier Jahren und fünf Jahre Ehrverluſt. Müller hatte ſich, wie das Gericht feſtſtellte, zum Werkzeug des Feindes gemacht, indem er auch nach Ausbruch des Krieges und bis in den Sommer hinein ausländiſche Sender abhörte und die feindlichen Hetzmeldungen weiterverbreitete. N 5 Der Rundfunkverbrecher Ernſt Möſe aus Höxter erhielt durch Urteil des Sondergerichts Dortmund eine Zuchthausſtrafe von fü uf Ja H⸗ ren zudiktiert. Auch er hat wiederholt ausländiſche zwei Eiſenbahnzuge mit Bomben be⸗ legt wurden. Zu dem von Reuter gemeldeten Angriff auf die Midlands verrät er zuſätzlich, daß bei einem Tiefangriff auf eine Stadt Schaden an einer Fabrik entſtanden ſei. Die deutſchen Angriffe in der Nacht zum Freitag waren nach dem Bericht von Reuter wie⸗ der ſehr ausgebreitet. Es wurden auf 31 Diſtrikte Bomben abgeworfen. Die pauſenloſe Regelmäßigkeit der deutſchen Vergeltungsangriffe kommt auch in den amerikani⸗ ſchen Preſſeberichten aus London deutlich zum Aus⸗ druck. Es heißt dort u. a.„Wie nach einem Fahr⸗ plan fliegend, griffen die deutſchen Bomber England an und richteten Zerſtörungen in weit verſtreuten Landesteilen an. Ein einzeln angreifender deutſcher Bomber überraſchte eine Stadt in den Midlands mit einem Regen von Bomben, die eine Fabrik und andere Gebäude zerſtörten.“ Ferner geht aus dieſen Berichten hervor, daß in einer Stadt in Südweſt⸗ england„beträchtlicher Schaden“ angerichtet wurde, und daß im Nordweſten weit verbreitete Brände viele Gebäude zerſtört hätten. Die Londoner Eity habe eine verhältnismäßig ruhige Nacht gehabt, da⸗ gegen hätten mindeſtens 20 andere Stadtteile ſchwere Zerſtörungen durch Bomben erlitten. Daß die durch die ſtändigen Luftangriffe entſte⸗ henden Zerſtörungen immer größer werden und die britiſche Regierung vor kaum zu löſende Probleme, vor allem hinſichtlich der Unterbringung und Ver⸗ pflegung der Bevölkerung, ſtellt, geht u. a. auch aus einem Appell des britiſchen Nachrichtendienſtes an die Gaſtſtättenbeſitzer Londons hervor, die aufgefor⸗ dert werden. ſich an der Verpflegung der Opfer von Luftangriffen zu beteiligen. 5 Auch die zahlreichen Redner, die im Rahmen der ſeit einigen Tagen durchgeführten„Illuſtons“⸗Pro⸗ paganda die ſtark herabgeſunkene Stimmung der Bevölkerung zu heben verſuchen, beſtätigen in ihren krampfhaften Ergüſſen unfreiwillig die 3 er ſattſam bekannte britiſche Luftmarſchall Sir Philipp Joubert ſprach Donnerstag abend zur Kriegslage und äußerte dabei zunächſt in einem Anfall verzwei⸗ Ber Feind fender hort, kommt u Zuchthaus Schwere Zuchthausſtrafen für Anverbeſſerliche Die Gerichte fackeln nicht lange Rede geſtand Joubert ein, daß die deutſchen Angriffe heimgeſucht worden. In der wurden mehrere Bomben über der ſüdſchwediſchen Stadt Malmö abgeworfen. Sie richteten gering⸗ fügigen Schaden an. da ſie in einen Park fielen. Auch in einem benachbarten Ort fielen Bomben und Flugblätter in deutſcher Sprache. Ueber Trälleborg wurde eine Leuchtbombe abgeworfen. Die Mal⸗ möer Luftabwehr ſchoß nicht, wohl aber feuerte die Flak in Limhans ſechs Schuß gegen einen engliſchen Piloten, der nach Kopenhagen weiterflog, wo ihn ſo ſtarkes Flakfeuer empfing, daß er ſchnell über ſchwe⸗ diſches Hoheitsgewäſſer flüchtete. Es iſt nicht das erſte Mal, daß engliſche Flieger die ſchwediſchen Hoheitsgebiete verletzten, aber es iſt der erde Bombenabwurf. Auch Dänemark wieder heimgeſucht EP. Stockholm. 4. Oktober. Das halbamtliche däniſche Ritzau⸗Büro veröffent⸗ licht eine kurze Meldung, in der es heißt, daß eng⸗ liſche Flugzeuge in der Nacht zum Donnerstag ver⸗ ſchiedene Teile Dänemarks überflogen. Dabei wur⸗ den im weſtlichen Jütland Brand⸗ und Spreng⸗ bomben abgeworfen, außerdem auch im Oſten Dänemarks. Auf einem Bauernhof im weſtlichen Jütland wurde unbedeutender Schaden angerichtet, als eine Bombe explodierte. vergangenen Nacht 72 70 Sender abgehört und die Hetznachrichten in dem von ihm betriebenen Geſchäft an ſeine Kundſchaft weitergegeben. Zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt wurde der 1899 in Roßwein geborene Friedrich Karl Jähningen durch das Son⸗ dergericht Dresden verurteilt. Von Anfang Sep⸗ tember bis Ende November 1939 hörte der Ange⸗ klagte regelmäßig in ſeiner Wohnung ausländiſche Sender, wobei auch noch ſein Untermieter anweſend war. Die übelſten Hetzlügen hat er dann an ſeiner Arbeitsſtelle ſeinen Berufskameraden weiter er⸗ zählt. Weiter verhängte das Sondergericht Königs⸗ berg über den 1897 geborenen Friedrich Birkhahn aks Gerslinden fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluſt. Er hatte ſeinen Arbeits⸗ kameraden die unſinnigſten Lügenmärchen des von ihm abgehörten Londoner Senders weitet erzählt und damit verſucht, deren geiſtige Widerſtandskraft zu ſchwächen. Der 1919 geborene Stanislaus Kubickt aus Rehlau wurde durch Urteil des Sondergerichtes Breslau zu fünf Jahren zwei Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt. Er hatte nicht nur ſelbſt den Londoner Sender abgehört, ſondern ſeinen Rundfunkapparat in einen Unterkunftsraum polni⸗ ſcher Kriegsgefangener aufgeſtellt, um dieſen das Abhören des Londoner Senders zu ermöglichen. Endlich erhielt der 1889 in Gießen geborene Hein⸗ rich Liſtmann aus Dresden in Geſtalt von vier N Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr⸗ verluſt ſeinen verdienten Lohn. Auch dieſer Ange⸗ 5 klagte hat, teilweiſe in Gegenwart eines dritten, faſt ö regelmäßig ausländiſche Nachrichtenſendungen abge⸗ hört und die übelſten Hetzlügen weiter verbreitet. London mußte geſtern wieder dreimal in den Keller Schwere Schäden in London und im Lande angerichtet— Eiſenbahnzüge mit Bomben belegt ſelten Galgenhumors, wenn Deutſchland ſehen könnte, in welch guter Verfaſſung ſich die Bevölke⸗ ö rung Englands befinde, dann wäre es davon be⸗ ö ſtimmt ſehr beeindruckt. Im weiteren Verlauf der ö „manchmal allerdings die innerengliſche Produktion 5 geſtört hätten“. Das britiſche Volk dürfe aber nicht 5 die Nerven verlieren und ſomit Deutſchland helfen. 1 Jeder im Lande, ſo rief der Luftmarſchall beſchwö⸗ rend aus, müſſe unter allen Umſtänden dafür ſorgen, daß ſeine Nerven intakt blieben und das normale 5 Leben ſeinen gewohnten Gang nehme. ö — Unerreicht an Aromafülle“) ran 5, * a. F 100 der koſtbarſten Tabak⸗Provenſenzen und ⸗Klaſſen verleihen der Atikah eine einzigartige Aroma⸗ 5 der man mit jedem Zug neue Feinheiten abgewinnen nn. Hauptſchriftletter: Or. Alois Win baue r. e Stellvertreter des Hauptſchriſtleiters und verantwortlich für Kultur 5 politik, Theater und Unterhaltung: Carl Onno Elſenbart.— andel: i. B. 5 Mile r. 2 Lolaler Teil: 1 B. Dr. J. W. o ch.— Kunſt, Fllm und Gericht: Dr. F. W Koch.— ort: Willg Müller.— Südweſtdeutſche Amſchau und Bilderbenk: . B. Dr. F. W. Koch. ſämtliche in Mannheim* erausgeber. Drucker und Verleger: Reue Mannheimer r. Fritz Bode u. Co. Mannheim,& 1. 4/8— Verantwortfi für Anzeigen und Geſchäftliche Mitteilungen: gakob Faude⸗ Zur Zeit Preisliſte Ne. 12 N 8 Kanzel A 1 1 5 Watnung Japans en br 90 10 4 2 62 . che Imperium „England hat viele Stellen, die in Reichweite der japaniſchen Flotte liegen“ EP Tokio, 3. Oktober. intereſſe konzentriert ſich wie USA und England auf pakt reagieren werden. 12 f gur 8981 auf den neuen Hau 51 rat ro Dre Die umfan e Berichterſtattung der japaniſchen Preſſe aus USA beſtätige, daß die Politik der Ver⸗ einigten Staaten gegenüber dem Fernen Oſten in Verwirrung geraten und zerſplittert worden ſei Einige u ten den Krieg mit Japan, andere wieder ſeien dagegen und forderten ein Einlenken gegenüber Japan. Rooſevelt habe ſich bis⸗ her nicht entſchieden und warte die Reaktion der breiter n. Maſſen ab, da für ihn lediglich die Frage ſeiner Wiederwahl zum Präſidenten von Bedeutung ſei. Auf E rungen im Handelsverkehr mit USA ſei Japan gefaßt und habe bereits diesbezügliche Vorkehrungen getroffen. Japan mache ſich auch auf engliſche Sanktionen gefaßt. Es ſcheint aber, daß auch die Dominions dies sbezügliche Londoner Weiſungen ablehnten. Sie wiſſen genau“, klingt es drohend aus den führenden japaniſchen Blättern,„daß England zahlreiche verwundbare Stellen hat, die in der Reichweite der japaniſchen Flotte liegen. Wer ung den ebe enswichtigen Güteraustauſch verwei⸗ gert, zwingt uns zur Selbſthilfe“. Um die Bedeutung der japaniſchen Kriegsflotte im gegenwärtigen Zeitpunkt der weltpolitiſchen Lage zu unterſtreichen, findet am 11. Oktober in der Bucht von Tokio eine große Flottenparade vor dem Teno ſtatt, ein ſeltenes Er⸗ eignis, das hier große Beachtung findet. Nachdem der Dreimächte⸗Pakt ausdrücklich die japaniſche Führung im Neubau Oſtaſiens anerkennt, dringt nun die öffentliche Meinung auf ein raſcheres Tempo in dieſem Aufbau. England wird ſcharf da⸗ vor gewarnt, den n 18. Juli unter japaniſchem Druck geſchloſſenen Weg der S traße von Burma wieder zu öffnen. Mit 15 Verhältniſſen in Indo⸗ china, wo alles glatt geht, iſt Japan zufrieden. Die Notwendigkeit der Verbeſſerung der fapa⸗ ußſch⸗ ſowietruſſiſchen Beziehungen wird von den Blät⸗ tern„Aſahi“,„Hochi“ und„Yomiuri“ in eingehen⸗ den Leitartikeln hervorgehoben. Es ſei dabei ratſam, ſo erklären die Blätter, die alten Zankäpfel Sachalin⸗ öl und Lachſe von Kamtſchatka uſw. zu vergeſſen und nur lebenswichtigen Fragen Raum zu geben. Japans Stützpunkte in Indochina EP. Schanghai, 4. Oktober. Die Flugplätze von Gialam, Phuto und Phulang⸗ thuong im nördlichen Indochina ſollen, nach Meldun⸗ gen aus Hanoi, von den Japanern auf Grund des franzöſiſch⸗japaniſchen Abkommens von Hanof als Stützpunkte gewählt worden ſein. Alle drei Stütz⸗ punkte liegen nördlich des Roten Fluſſes(Song⸗ Koi). Mit der Beſetzung von Gialam in der„Uum⸗ gebung von Hanoi durch die Japaner wird für Frei⸗ tag gerechnet. 19 5 in China P. Stockholm, 4. Okt. Aus Tſchungking wird 5 daß gewaltige Kämpfe zwiſchen japaniſchen und chineſiſchen Trup⸗ pen entlang den Nordgrenzen der Provinzen Kiang⸗ ſu und Anhwei ſtattfinden. Die Kämpfe, die zur Zeit nördlich von Tiengjang ausgefochten werden, werden als beſonders heftig bezeichnet. Weiter wird aus Tſchungking gemeldet, daß die Japaner einen Angriff ſüdöſtlich von Nanking eingeleitet haben. Engliſche Kriegs anleihe „ungefragt“ Den Kapitaliſten iſt der Zinsſatz zu niedrig Drahtbericht unſeres Korreſpondenten — Rom, Oktober. Wie über San Sebaſtian aus London gemeldet wird, hat die vor einigen Monaten eingeleitete Zeichnungskampagne, die von der Regierung zur Deckung des rieſigen, 200 Millionen Pfund Sterling betragenden Defizits eingeführt worden iſt, mit einem völligen Fiasko geendet, in dem ſich deutlich das Mißtrauen der Bevölkerung gegen die Kriegsführung ausſpricht. Insgeſamt ſind bisher an Kriegsbonds unn verzinslicher Schatzſcheine und der Zprozentigen Kriegsanleihe 86 Millionen Pfund Sterling gezeichnet worden, ſo daß damit nur ein Drittel des Defizits gedeckt wird. Der Präſident des Zeichnungskomitees Kinderley hat in einem offenen Brief die Bankiers und die Börſenagenten heftig angegriffen, die ſich über den zu niedrigen Zinsfuß der Krdeg sbonds beſchwert haben und damit die ſchwache Zeichnung durch das Großkapital rechtfertigen wollen. Kinderley erklärte in ſeinem offenen Brief, bei einem derartigen Wuchergeiſt köunten die engliſchen Kapitaliſten nicht erwarten, daß die Wehrmacht den Kampf für das Vaterland fort⸗ ſetze. Hal die Schweiz noch nicht verſtanden? Flugblätter der„nationalen Bewegung“ beſchlag⸗ nahmt ahlberichtunſeres Korreſpondenten — Genf, 4. Oktober. Ein Flugblatt der„nationalen Bewegung“ iſt nach einem Beſchluß des Bundesrats beſchlagnahmt worden, weil es Angriffe gegen die Politik der Bun⸗ desbehörden enthalte. Ferner iſt die„Eidgenöſſiſche Korreſpondenz“ beſchlagnahmt worden, weil ſie von der„Erneuerungsbewegung“ herausgegeben werde, hinter der im Ausland befindliche Männer wie Leon⸗ hard, Reiſer u. a. ſtünden. Wieder heflige Kät Ein Omnibus in der Londoner City, der von einem deutſchen Luſtangriff fiberraſcht wurde Englands Engliſe ſich vertraut machen. Die (Aſſociated Preß, Zander⸗Mubtiplex⸗K.) Flieger müſſen umlernen iſche Kampflieger vor einem amerikaniſchen Havard⸗Kampfflugzeug, mit deſſen Eigenheiten ſie Munition wird gerade in ein Maſchinengewehr geladen. (Preſſe⸗ Hoffmann, Zander, Multiplex⸗K,) junge Burſchen verhaftet, die us Welt und Leben Auen 1* Das Bemerkenswerte Von Richard Gerlach Nicht alles, was geſchieht, iſt auch bemerkenswert. Darum iſt unſer Gedächtnis o eingerichtet, daß wir das meiſte bald wieder vergeſſen. Was des Merkens würdig ſein ſoll, muß merkwürdig ſein, das heißt alſo ſonderbar, abweichend vom Gewohnten, ge⸗ fühlsbetont. Das alltägliche fällt uns nicht auf. Es fließt an unſerem Bewußtſein vorüber, als wären wir unbeteiligt. Erſt die Klippe und der Waſſerprall, der das Einerlei unterbricht, läßt uns aufmerken Freilich ſind die Menſchen verſchieden, und darum findet jeder etwas anderes bemerkenswert, denn je⸗ der hat zum Vergleich andere Erlebniſſe, die vorauf gegangen ſind. In einer indiſchen Straße wäre eine herumkletternde Affenherde ein üblicher Anblick, bei uns aber eine Senſation. Mit den Senſationen iſt, es allerdings ſo, daß der Großſtädter dagegen ſchon ein bißchen abgebrüht iſt, er kennt ſchon alles, ihm iſt nichts neu, und wenn er das Erſtaunen zugeben ſoll, muß es aleich Gänſeköpfe aus dem blauen Him⸗ mel. hageln. Damit etwas richtig bemerkenswert ſei, muß es uns betreffen, und weil uns in Kriegszeiten mehr unmittelbar angeht als im Frieden, ſo nehmen wir die Ereigniſſe hellwach und nit geſpanntem Bewußt⸗ ſein auf. Etwa die vier Jahre des Weltkrieges heben ſich gegen die Jad n davor und darnach ab wie ein erzen aufgetürmter Berg vor der Ebene, und ſo wird es auch mit der Gegenwart ſein, wenn wir einſt an ſie zurückdenken. Der Soldat, dem vorher im Beruf die Arbeits⸗ jahre gleichmäßig dahingingen, iſt nun unter Ka⸗ meraden, mit denen er ſonſt wohl kaum zuſam⸗ mengekommen wäre, und er lernt ſie genauer ken⸗ eee snastedtabtlegead tinnen ſſſettrſſtt Menſchen ſonſt meiſtens kennen lernen. Ich weiß noch, wie jeder einzelne von den Kamera⸗ den unſeres Zuges von 1917 war, ſechzig Geſichter ſehe ich vor mir. ich erinnere mich an den Klang der Stimmen, und an das, was ſie damals bei beſonde⸗ ren Gelegenheiten geſagt haben. Ich ſehe noch jeden nen, als ſich? Stein am Wege des franzöſiſchen D wo wir einen Sommer und einen Winter Ebenſo geht es mir mit den Kameraden von heute. Ich habe lange nur in einem ganz kleinen Kreiſe gelebt. nun plötzlich ſtehe ich wieder unter Männern meines Alters, täglich im vertraulichen Geſpräch. Der Wechſel der Umgebung und der äußeren Um⸗ ſtände läßt uns vieles bemerkenswert erſcheinen, das wir früher nicht beachtet hätten. Wer Ort mit Ort vertauſcht, ſieht manches mit neuen Augen. Auch hier gibt es eine Ueberſättigung, daß einer alles bereits zu kennen meint. Die blaſierte Stumpfheit untercheidet ſich nur wenig von der rohen, ungeſchliffenen. Zwiſchen den beiden Ge⸗ genſätzen, gar nichts zu merken, und alles zu mer⸗ ken, liegt die vernünftige Mitte: nur das zu mer⸗ ken, was unvermeidlich und notwendig iſt, was unſere Teilnahme verdient und nicht dem Gedächtnis nur unnützes Zeug eintrichtert. Wenn man ſich das Gedächtnis des Menſchen als ein Gefäß vorſtellt, ſo geht nur eine beſtimmte Menge hinein. Gewiß gibt es größere und kleinere Gefäße, aber das Faſſungs⸗ vermögen aller iſt begrenzt. Es kommt alſo auf die Auswahl an. Es lohnt ſich gar nicht, das meiſte zu behalten, es iſt gut, es ſo ſchnell wie anößalich wieder zu vergeſſen, damit für das Weſentliche Platz bleibt. Es iſt ein ſehr hohes Lob, wenn man von einer Sache ſagt, ſie ſei bemerkenswert. Denn unſere Zeit iſt uns nicht unendlich zugemeſſen, und wenn wir uns mit etwas befaſſen wollen, ſo muß es auch er⸗ ſprießlich und nicht müßig ſein. eee, Mabuß abb olan Nö fl — In dem norwegiſchen Städtchen Tjäreborg kam es vor kurzem zu einer gewaltigen Aufregung unter der Bevölkerung, und zwar— wegen eines Storches, der auf dem Kirchendach niſtete. Der wohlvertraute Bekannte, der ſich in früheren Jahren ganz manier⸗ lich aufgeführt hatte, ſchien mit einem Male den Ver⸗ ſtand verloren zu haben. Allmorgendlich inſpizierte Gevatter Adebar nämlich ſämtliche Häuſer ſeiner Gegend, und wo er ein geſchloſſenes Fenſter findet, zertrümmert er es raſch und ſicher mit wohlgezielten Schnabelhieber. Bis jetzt ſind bereits etwa 60 Scheiben in Trümmer gegangen, und man konnte ſich nicht erklären, was das ſonſt e Tier zu die⸗ ſem eigenartigen Verhalten veranlaßt haben könnte. Nunmehr hat man ſich ſchweren Herzens doch ent⸗ ſchließen müſſen, den Storch durch eine wohlgezielte kugel von weiteren Zerſtörungen abzuhalten. * — In der Nähe der ungariſchen Station Celldö⸗ mölk wurde der dienſthabende Poliziſt von einem Mann angeſprochen, der erklärte, er ſei Wärter einer benachbarten Irrenanſtalt und auf der Suche nach einem Mann namens Karl Neémet, der aus der Irrenanſtalt entſprungen ſei. Er bat höflich, ihm bei ſeinen Nachforſchungen behilflich zu ſein. Der Wachmann führte den Wärter zu dem zuſtändigen Amt, und mit Hilfe mehrerer Beamter wurden all⸗ ſeitige Nachforſchungen eingeleitet. Sie blieben aber erfolglos. Als ſich ein Beamter ſchließlich ſpät abends noch mit der Irrenanſtalt direkt in Verbin⸗ dung ſetzte, ſtellte ſich heraus, daß der eifrige„Wär⸗ ter“ mit dem aus der Anſtalt entſprungenen Kran⸗ ken identiſch war, und daß er ſich ſo ſelbſt geſucht hatte. Er wurde hierauf unter dem ſicheren Schutz von richtigen Wärtern in die Anſtalt zurückgebracht. K r Abhandlung über die in der heutigen Medizin häufig und erfolgreich ausgeführte Blut⸗ transfuſion geht der Münchner Gelehrte Dr. Fritz Schörcher auch auf die Anfänge dieſes Verfahrens ein. Er erzählt im Oktoberheft von Velhagen& Klaſings Monatsheften, daß man im Kriege 1870/71 ſchon ſiebenunddreißig Bluttransfuſionen mit gutem Erfolg ausführte. Doch wurde noch damals von ärztlicher Seite empfohlen, ein Lamm dem die Hals⸗ —.— In einer ſchlagader freigelegt worden war, auf dem Torniſter mit in die Schlacht zu nehmen. Da auch bei Trans⸗ fuſionen von Menſch zu Menſch Zwiſchenfälle micht ausblieben. wurde immer wieder auf die Trans⸗ fuſion mit Schafblut zurückgegriffen. Auf dem Chirurgenkonareß 1874 in Berlin berichtete Haſſe über Transfuſionen mit Hammelblut. Damals wurde während der Tagung der Witz erzählt, daß zu einer Bluttransfuſion drei Schafe gehörten, eines als Spender, eines als Empfänger und eines, das die Transfuſion aus führt. — In Regensburg wurde dieſer Tage der 84 Jahre alte Sozialrentner Joſeph Digpert mit ſeiner 82 Jahre alten Ehefrau Katharina Lippert, mit der er tber ein halbes Jahrhundert glücklich zuſammen⸗ lebte, gemeinſam beerdigt. Das hochbetagte Ehepaar war ſchon längere Zeit kränklich und litt an Alters⸗ ſchwäche. Zuerſt ſtarb der Mann. Noch am ſelben Tage folgte auch die Ehefrau im Tode nach. * — Die Pariſer Polizeibehörden haben jetzt reiche Arbeit mit der Jagd nach Plünderern, die in der Zeit, wo Hunderttauſende von Pariſern die Haupt⸗ ſtadt verlaſſen hatten ihr dunkles Gewerbe ausgeübt und Tauſende von Wohnungen ausgeraubt haben. Jetzt werden von den zurückkehrenden Pariſern täg⸗ lich unzählige ſolcher Fälle den Behörden gemeldet. In einem einzigen Arrondiſſement des Paris vor⸗ gelagerten Departements Seine et Oiſe ſind an einem Tage nicht weniger als 16 000 ſolcher Anzeigen erſtattet worden. Ein Teil der geraubten Sachen hat ſich inzwiſchen wieder vorgefunden und wird fetzt in den Bürgermeiſtereien öffentlich ausgeſtellt, damit die ehemaligen Beſitzer ſich melden und ihr Eigentum wieder beanſpruchen können. Die Unter⸗ ſuchungsrichter haben ebenfalls Arbeit. Neuerdings hat man in dem Pariſer Vorort Suresnes ſechs die Villen der Um⸗ gebung von Garches bei Verſailles ſyſtematiſch aus⸗ geplündert hatten. Der älteſte dieſer Burſchen war erſt ſechzehn Jahre alt. In dem Ort Montlhery wurde ein Verfahren gegen etwa 30 Einwohner wegen Ausplünderung von Wohnungen geflüchteter Familien eingeleitet. Das Zigorrnpackel Ein heiteres Feld⸗Erlebnis „Nu mache heite blus das Zigorrnpackel fartſch,“ ſagte Mutter Martha zu ihrem Franz, mit dem ſie nun bald 50 Jahre lang Freud und Leid einer Ehe geteilt hat. 5 „Derweile iſt der Krieg alle, und der Gung hat die Zigorrn immer noch nich“ fährt ſie fort. weil der Franz nicht gleich nach dem Käſtchen und nach dem Packpapier rennt. Vater Franz hätte längſt das Päckchen für den „Jungen“(der bald 37 Jahre alt wird) abgeſchickt, wenn, ja wenn es eben früher möglich geweſen wäre. Denn als Siebzigjähriger von früh bis ſpät an der Strickmaſchine ſitzen und Soldatenſocken her⸗ ſtellen, das iſt keine e wenn man bisher all die Jahrzehnte hindurch als Berufsmuſiker meiſt trompetend durch die Welt gez 1 5 iſt. „Na, ſchließlich is es doch keene Doktorarbeet“ er⸗ müntert ihn ſeine getreue Martha nochmals, und da— da tut er den verhängnisvollen Griff. Er nimmt vom Küchenſchrank das Kiſtchen, Packpapier darum, Binoͤfaden her, Adreſſe drauf, fertig iſt das Feldpoſtpäckchen. Der dazugehörige Brief kann morgen geſchrieben werden. Der„Gung“ ſiehts doch am Abſender, wenn ers nicht an der Zigarrenmarke erkennt, von wem er dieſe Liebesgabe N Der„Gung“ ſitzt im Weſten, in einem Dorß hart an der Grenze, als Wachthabender in der Wach⸗ ſtube. Da bringt einer die Poſt. Allerhand iſt heute dabei, ah,— auch ein Päckchen non den Eltern. Die noten des Päckchens werden gelöſt, die Vater ſo kunſtvoll angebracht hat. Nicht nur der Inhalt des eee Machen Sie mal eine Kur mit dem Remstal- Sprudel Belnstein Sof bei Gries, Stein-, Gollenlelden 55 Prospekte kostenlos von der 9. nnen 8 Bad Oberkingen 286888666888 Feldpoſtpäckchens iſt meiſt ein Genuß, ſondern auch ſchon das Auspacken. Der Bindfaden wird ent⸗ fernt, die Kiſte wird aus dem Packpapier gewickelt. Ein Brief liegt nicht bei. Er wird vielleicht in der Kiſte ſein. Alſo aufgemacht! Ein Stemmeiſen braucht man ja nicht dazu. Taſchenmeſſer genügt, Hoppla, der Deckel geht aber leicht auf. Der „Gung“ reiht ſich die Augen,— leer! Die wach freien Poſten 2 und 3 ſind Zeugen. Diebſtahl bei der Feldpoſt? Unmöglich! Meldung machen; Nee, lieber nich! Erſt mal nach Hauſe ſchreiben. Und ſo erhalten Mutter Martha und Vater Franz folgen⸗ den Brief:„Liebe Eltern! Euer Päckchen anit dem Kiſtchen habe ich erhalten. Recht herzlichen Dank da⸗ für! So ein leeres Kiſtchen kann man im Feld immer mal verwenden, es war aber nicht ſo eilig, das leere Kiſtchen extra zu ſchicken. Ihr hättet es mal mit beipacken können. Oder ſollte es für einen beſtimmten Zweck Verwendung finden? Dann teilt es mir bitte mit, da keine Gebrauchsanweiſung bei⸗ lag. Ich ahne aber Schreckliches! Seht mal auf dem Küchenſchrank nach, ob da nicht noch ein Kiſtchen Zi⸗ garren ſteht. Dafür hätte ich auch Meinung.“— Mut⸗ ter Martha ſprang auf, lief zum Schrank— da ſtan⸗ den noch dem„Gung“ f ſeine Zigarren. Ein zornflam⸗ mender Blick traf ihren Franz und ein Ehegewitter drohte loszubrechen. Aber dann ſiegte das große Ge⸗ lächter, und als der„Gung“ nach Tagen wiederum in ſeiner Wachtſtube ſaß, erßielt er endlich ſein „Zigorrnpackel“. Obergefreiter K. L. O Die Urſchrift von Eichendorffs„Taugenichts“ Das Deutſche Eichendorff⸗Muſeum in Neiße veröf⸗ fentlicht als Jahresgabe der Deutſchen Eichendorff⸗ Stiftung einen Fakſimiledruck der erſten zwanzig Seiten des Manuſkriptes von„Aus dem Leben eines Taugenichts“. Es handelt ſich um jenen Teil der Dinntung der ſchon im Jahre 1817 in Breslau unter dem Titel 8 neue Trou⸗ badour“ abgeſchloſſen und 1823 veröffentlicht wurde. Man betrachtet ergriffen die Urſchrift dieſer viel⸗ leicht koſtbarſten Dichtung der deutſchen Romantik, den heiter gelöſten, oz uſagen muſikaliſchen Duktus der handſchriftlichen Züge, die die wunderſam klin⸗ gende Welt des Dichters ungemein eindringlich ſpie⸗ geln. Die nicht ſehr zahlreichen Korrekturen eröff⸗ nen feſſelnde Einblicke in den Schafſensprozeß Eichendorffs. im Haushalt gibt 8 ee 0 Waschpulver und Seife got zu entbehren sind, Wenn man ATA zu Hilfe nimmt- gquch beim Reinigen stcrt beschert 88 Hausfrau, begreife: ATA spart Seife! * Maunheim, 4. Oktober. Sonnenuntergang 18.31 Mondbaufgang 10.47 Sonnenaufgang(5. 10).07 Monduntergang 20.20 Meble Nrominentenbrãuqe Eine Frage: Was würde jeder der Mannheimer Karnevalspräſidenten tun, wenn ihm einer ſeiner Büttenredner zu jeder Veranſtaltung und jahraus, lahrein mit der gleichen Büttenrede bäme? Ant⸗ wort: Er würde den betreffenden Sünder vor ge⸗ rammelt vollem Haus zum Kuckuck jagen, und kein Narrhalleſenmarſch gäbe das Geleite. Büttenredner, damit das auch noch feſtgeſtellt iſt, ſind Leute, die tagsüber einem bürgerlichen Beruf nachgehen und ihre karnevaliſtiſche Tätigkeit in der Regel ehren⸗ amtlich ausüben. Es iſt bei ihnen ſo üblich, in 8 Jahr mit mindeſtens zwei neuen Reden auf den Plan zu treten. Daß ſie ihr im Laufe der Zeit ganz anſehnlich gewordenes Gut bei anderen Veranſtal⸗ tungen auswerten, iſt klar und verſtändlich. Und was tun die prominenten Herrſchaften aus der Komiker⸗ und Humo riſtenbranche, die an jeder Litfasſäule im Reich groß plakatierten Kanonen? Die kommen ohne Scham mit den gleichen Kiſten, die meiſt von Anbeginn an nicht mehr ganz neu waren. Hol's der Teufel, iſt es denn nicht möglich, im Ver⸗ lauf von vier bis fünf Jahren ſich einmal wieder einen neuen„Quatſch“ zu bauen?! Hat niemand unter der Prominenz Hemmungen, zum ſoundſoviel⸗ ten Male im gleichen Saal— und damit meiſt vor den gleichen Leuten!— die nämlichen, längſt unter Denkmalſchutz ſtehenden Witze zu erzählen?! Oder iſt es wenigſtens nicht möglich, daß die Großen ſich Untereinander erkundigen, was ſie ſo auf der Platte 1 2 damit nicht jeder mit den gleichen Sachen reiſt? Bitte, es iſt ja darüber gelacht worden? Natür⸗ lich iſt darüber gelacht worden, der älteſte Witz findet noch ſein Publikum, es wurde aber auch gebrummt, nur hat das die Kanone dort oben an der Rampe nicht ſo gehört. Außerdem ſollte es ſelbſtverſtändliche Pflicht ſein für alle, die zu den Großen ihres Faches gehören, immer nur das Allerbeſte geben zu wollen. Es anuß einfach geſchafft werden in Deutſchland— auch von den„Unterhaltungsarbeitern“. Der große Otto Reutter war auch hier ein Vorbild: So oft er zu uns kam, war er neu eingedeckt bis zum Tüpfel⸗ chen— und Pointen ſo alt, daß man in einer Klein⸗ kinderbewahranſtalt keinen Staat mehr damit machen könnte, gab es bei ihm überhaupt nie. Das war Otto Reutter. Ihn braucht man noch nicht ein⸗ mal zum Maßſtab zu machen, es genügt vollkommen, auf unſere einheimiſchen Kräfte hinzuweiſen mit ihrem kleinen Wirkungskreis und dem entſprechend großen Verſchleiß an Repertoir. Die müſſen auch zuſehen, wie ſie ihren Beſtand dauernd ergänzen. Ueble Prominentenbräuche. Att. Vorſicht beim Neberholen! Polizeibericht vom 4. Oktober 1940 Geſtern vormittag gegen 8 Uhr ſtieß auf der Käfertaler Straße ein Perſonenkraftwagen mit einem Kleinkraftrad zuſammen. Durch den Zuſam⸗ menſtoß erlitt der Fahrer des Kleinkraftrades Ver⸗ letzungen am linken Bein, das ſeine Ueberführung in das Städt. Krankenhaus erforderlich machte. Die Schuld an dem Zuſammenſtoß trifft den Führer des Perſonenkraftwagens, weil er beim Ueberholen nicht beit genug nach links ausbog.— Bei zwei weiteren Verkehrsunfällen, die ſich im Laufe des geſtrigen Tages ereigneten, wurde eine Perſon verletzt. Bei geſtern vorgenommenen Verkehrskontrollen gelangten 2 Kraftfahrzeugführer zur Anzeige, weil ſie ihre Fahrzeuge bei Dunkelheit unbeleuchtet und außerhalb eines Parkplatzes aufgeſtellt hatten. Außerdem wurden 23 Verkehrsteilnehmer wegen verſchiedener Uebertretungen der Straßenverkehrs⸗ ordnung gebührenpflichtig verwarnt. Ferner wur⸗ den an 3 Kraftfahrzeugführer Vorfahrtsſcheine aus⸗ gehändigt, weil ihre Fahrzeuge techniſche Mängel gufwieſen.— e Seinen 85. Geburtstag feiert heute Herr Stephan Leinberger, Meßplttz 7, Alterspräſi⸗ dent des Geſangvereins Sängerheim. 65 Jahre diente er treu dem deutſchen Liede. Herzlichen Glück⸗ wunſch! 0 Eine scharfe Sache: In der„Libelle“ gaſtiert wieder einmal„Gla⸗ bios“ mit ſeinem Partner. Wir beſtätigten ihm an⸗ läßlich unſerer Beſprechung, daß er den männlichen Fechtſport zur Kunſt erhoben habe— und fetzt haben wir ihn perſönlich aufgeſucht, um uns von ihm einiges beſtätigen zu laſſen. Was er leiſtet, hat ſich n Maunheim ſchon ſo langſam herumgeſprochen: Es ſt unheimlich, und wer Gewicht darauf legt, kann el ihm das Gruſeln lernen, obwohl dem Meiſter chis zur Verfügung ſteht, als die doch ſehr reale Waffe. Aber ſchon daß Herr Gladios und ſein Partner ihre Gänge ohne jeden Schutz austragen, iſt außerordentlich, und erſt die Sache mit dem durchgeſchlagenen Apfel auf der Kehle des Partners.. Unheimlich. Bereitwilligſt ſtand uns der Mann mit der ſchar⸗ fen Klinge Rede und Antwort. Er, der ſeinen Be⸗ ruf leidenſchaftlich liebt, will gar nicht den Nimbus des Geheimnisvollen um ſich haben, im Gegenteil, er will durch ſeine Darbietungen auf der Bühne wer⸗ ben. Darum iſt er beim Reichsbund für Leibes⸗ übungen wohlgelitten. Und er verſäumt ja auch nicht in den meiſten Städten, in denen er auftritt, noch zuſätzlich etwas für den Fechtſport zu tun. Auf dieſe Art konnte er im letzten Winter über 3000 Mark an das WSW abſühren.— Fechtlehrer und Amaleurfechter waren ihm kameradſchaftlich dabei behilflich. f Eigentlich iſt Herr Gladios noch gar nicht ſo lange beim Varieté. Vor ſieben Jahren erſt vertauſchte er den Beruf eines akademiſchen Fechtlehrers mit dem des reiſenden Artiſten. Seitdem hat man aber ſeine Klingenführung in faſt allen Ländern Europas wundert. Bei höchſt ehrenvollen Anläſſen ver⸗ sicherte man ſich ſeiner Mitwirkung. 5 Aber jetzt die Sache mit dem Apfel? Wie iſt es möglich, einen Apfel, der auf der ungeſchützten Kehle des Partners liegt, mit der Klinge ſo zu zerſchlagen, aß er in zwei Teile zerſpringt, während dem Part⸗ ner auch noch nicht die Haut geritzt wird?(Wir haben gerade dieſe Leiſtung herausgenommen, weil am ſenſatianellſten wirkt. Die beiden Hölzer zu gerſchlagen und das auf Raſiermeſſer gehängte Zei⸗ fungspapier, das die Hölzer trägt, nicht zu beſchädi⸗ gen, Hürfte rein leiſtungsmäßig beſtimmt nicht ein⸗ facher ſein.) Uns hat es alſo der Apfel angetan. Die Ein vergeſſenes Zenk Vor 30 Jahren, am 53. Oktober 1890 wurde das Denkmal zur Erinnerung zal in Friedrichsfeld an die Schlacht von Seckenheim, 30. Jum 1462, vom ine e Altertumsverein erneuert und feierlich eingeweiht 5 Gar fremdartig erſcheinen uns heute in den ſchweren Kämpfen der modernen Waffen alle jene früheren Fehden geharniſchter Reiter und ſpieß⸗ bewehrter Fußknechte aus der Zeit der Schlacht von Seckenheim vor bald 300 Jahren. Und doch haben die Ereigniſſe eines ſolchen Kleinkriegs die damalige engbegrenzte politiſche Welt bewegt, ja die Chroni⸗ ken jener Zeit ſind erfüllt von dieſen Vorgängen. Dabei hatte der Feldherr, Friedrich von der Pfalz, das Schwert nicht zur Verteidigung ſeiner eigenen Rechte gezogen, ſondern als Vormund für ſeinen minderjährigen Neffen, den ſpäteren Kurfürſten Philipp(14761508). Die Begehrlichkeit fehdeluſtiger Grenznachbarn in herber, roher Zeit bei äußerſt verworrenen Reichszuſtänden forderte zur Wahrung der Intereſſen der kleinen pfälziſchen Lande einen Mann kraftvoller Tat, dem erſt wohl war, wenn es galt, ſich aus ringsum dräuenden Gegnern heraus⸗ zuhauen, und dies war der„Pfälzer Fritz“, wie er von der damaligen Zeit genannt wurde, Fried⸗ rich., der Bruder des am 13. Auguſt 1449 verſtor⸗ benen Pfalzgrafen Ludwig IV. Gegen eine Welt von Feinden nahm Friedrich den Kampf auf. Bis an die Zähne bewaffnet, die Hand auf dem Knauf des Schwertes, ſo ſteht dieſer Be⸗ ſchützer der Pfalz droben am Friedrichsbau des Hei⸗ delberger Schloſſes, und ſo erwartete er die Feinde. Kein Fuß breit Boden darf der Pfalz verloren gehen. Die von dem Kaiſer gegen ihn ausgeſpro⸗ chene Reichsacht beantwortet Friedrich mit dem Bau des ſtarken Vorwerkes Trutzkaiſer an der Nord⸗ weſtecke des Gaisbergs in Heidelberg, etwas unter⸗ halb der heutigen„Sieben Linden“. Nußlaub an Helm und Mützen tragen Friedrich und ſeine Getreuen, ein Büſchlein Hafer verrät die Feinde; deren zwei Anführer, der Markgraf Karl von Baden und Herzog Ulrich von Württemberg einen Herrn in geiſtlichem Gewande ſich als Helfer verſchrieben haben. Es iſt der Biſchof Georg von Metz, heute im Harniſch anſtatt des Chorhemdes. Die Pfalz zu zerſtückeln, aufzuteilen nach dem Wunſch ſo vieler fehdeluſtiger Nachbarn und nach dem Befehl des Kaiſers, das iſt ihr Ziel, und ſie beginnen damit, in den Junitagen des Jahres 1462 die im Sonnen⸗ glanz reifende Ernte auf den pfälziſchen Aeckern durch die Gäule zertreten zu laſſen oder zu verbren⸗ nen. Weithin kündet der Feuerſchein brennender Dörfer und Mühlen den Weg, den die Feinde nehmen. Rhein und Neckar kannten damals noch keinen geregelten geraden Lauf, aber die Waſſer dieſer Ströme begrüßte Friedrich als willkommene Helfer zur Vernichtung der Feinde. Bei Seckenheim reg⸗ nen die ſpitzen Pfeile der Armbruſtſchützen hinein in die dichtgedrängten Haufen, Lanze und Schwert be⸗ ginnen die Reihen zu lichten, krachend zerſplittern die ſtarken Speerſchäfte der Ritter im engen Nah⸗ kampf, ein Entrinnen iſt nicht möglich; die Waſſer verſperren den Weg. Im Triumphzug führt Friedrich die drei gefan⸗ genen Anführer nach Heidelberg, hohes Löſegeld be⸗ freit ſie erſt nach langer Haft aus dem Gefängnis. In der Heiliggeiſtkirche künden noch nach Jahrhun⸗ derten die erbeuteten Siegeszeichen von dem Waf⸗ fengang Friedrichs des Siegreichen. Ein mächtiges Kreuz als Siegesdenkmal auf der Walſtatt bei Seckenheim Zur ewigen Erinnerung an den Sieg ließ Kur⸗ fürſt Friedrich auf dem Schlachtfeld ein mächtiges Kruzifix aus rotem Sandſtein aufſtellen. Der Platz liegt weit von dem Dorf Seckenheim weg in einem weiten Sandfeld, auf dem 250 Jahre ſpäter die aus „Frankreich vertriebenen Hugenotten ſich niederließen und nach dem Wunſch des Kurfürſten Karl die Sied⸗ lung Friedrichsfelld benannten. Das Denkmal der alten Tage zeigt einen pyramidenförmigen Sockel, darüber einen ſtarken Quader, der das mäch⸗ tige Kruzifix trägt, in ſeiner großen Aufmachung dem Wanderer weithin die Stätte der einſtigen Schlacht kündend. Die Inſchrift auf dem Sandſteinquader lautet:„Als man zale(zählte) nach Gottes Geburte MCCCCLXII. jar uff ſant(Sankt) Paulus Gedecht⸗ nuß⸗Tag ſint uff dieſer Wallſtadt durch Friedrich, Pfalzarave by Rine pp und Kurfürſten, nyder⸗ geworffen worden Her Jorg(Georg] Biſchoff zu Metz, Markgrave Karl von Baden und Grave Ulrich von Wirttemberg mit eyner merg⸗ lichen Zahle Ihr Diener, Graven, Herren, Ritter und Knecht, und derſelben, die in ſolchem Geſcheffte⸗ tod bliben ſint, wolle Gott barmherzig ſin, und uff denſelben Tag ſint viele zu Ritter geſchlagen.“ Ueber dieſer Inſchrift erhob ſich das ſteinerne Kreuz mit dem Erlöſer. Eine Abbildung zeigt die Steine des Sockels, durch Eiſenklammern ſtark ver⸗ hunden, ein Beweis von der großen Zahl von Jah⸗ ren, die das Denkmal überdauerte. Es ſtand 300 Jahre lang auf einſamer Heide bei Sturm und Re⸗ gen, bis Kurfürſt Karl Theodor das ſchadhaft und brüchig gewordene Erinnerungsmal in ſein Hofantiguarium im Mannheimer Schloß verbringen ließ es hat den Umzug durch verſchiedene andere Räume mitgemacht und wirkt heute noch in den Sammlungen durch ſeine impoſante Größe. An dem alten Platz auf dem Schlachtfeld aber ließ Karl Theodor ein neues Denk⸗ mal aufſtellen, das durch alle Stürme der Kriegs⸗ zeit ſich erhielt, bis es durch einen Akt rohen Mut⸗ willens im November 1823 umgeſtürzt wurde. Der Sockel mit Inſchrift kam 1834 ebenfalls nach Mann⸗ heim, während der urſprünglich pyramidalgeformte Fuß als Denkmal an ſeinem Platz aufgeſtellt blieb. Seit 1890, an dem ich das Denkmal zum erſtenmal zu ſehen bekam, mußte es öfters ſeine Stelle wech⸗ eln; denn die neue Zeit ſchuf aus dem ehemals ein⸗ fachen Bauerndorf Friedrichsfeld eine kleine Stadt mit reichen Induſtrieanlagen, dazu geſellten ſich mancherlei Veränderungen in den Bahnanlagen und den damit verbundenen Wegen. Die größte Umwäl⸗ zung erfuhr jenes Gelände durch die Anlage des neuen Friedrichsfelder Bahnhofs mit ſeinem ausge⸗ dehnten Gleisſyſtem. Bei dieſen gewaltigen Erdbe⸗ wegungen mußte das Denkmal aufs neue weichen und ſteht jetzt auf der Weſtſeite der Gleisanlagen am Ende einer vom Stationsgebäude unter den Schienen hinziehenden Unterführung. Vor 50 Jahren hatte das Denkmal eine aber⸗ malige Erneuerung nötig, und es gebührt dem Mannheimer Altertums verein das Ver⸗ dienſt, dieſe durchgeführt zu haben. Am 5. Ok⸗ tober 1890 fand anläßlich der Wieder⸗ aufrichtung des renovierten Denkmals un ter Beteiligung der Einwohner⸗ ſchaft von Friedrichsfeld und der Nach⸗ barorte eine kleine Feier ſtatt. Wieder ſind 50 Jahre dahingegangen, Menſchen eilen vor⸗ über, Züge brauſen vorbei, Soldatenlieder klingen ſchnaubende Lokomotiven ziehen ſchwere Geſchütze, Tankwagen, Panzerungeheuer auf glatten Schienen nach vom Feind bedrohten Stellen, und niemand achtet des blutgetränkten Bodens aus der Zeit vor 478 Jahren, als noch die Armbruſtſchützen ihre Pfeile gegen die feindlichen Scharen ſandten, und die Ritterſchaft mit eingelegten Speeren Mann gegen Mann kämpfte.. Damals ſanken die Mühlen der Pfälzer Bauern in Schutt und Aſche, die reifen Kornfelder ſtanden zerſtampft, zertreten, verbrannt; das Volk ſchuf die ſchöne Sage von dem Mahl ohne Brot— heute iſts nicht anders, auch unſere Feinde ſuchten uns die hoffende Ernte zu verderben, um den Frauen und Kindern und all den dentſchen Män⸗ nern das tägliche Brot zu nehmen. Aber wie da⸗ mals der ſtarke Arm des gepanzerten Kurfürſten Friedrich die Feinde zu Pagren trieb ſo bewahrte auch uns die kraftvolle Geſtalt des Führers vor Hunger und Not, gegen eine Welt von Feinden nahm auch er den Kamyf auf und führte ſeine Hrer⸗ ſcharen von Sieg zu Sieg. S eee eee, Neue Geſichter im Palmgarten Brückl“ Gleich zur Sache: Das Programm der erſten Oktoberhälfte wird angeſagt von Jo Schalk, einer jungen Dame rheiniſchen Geblüts, die ihre ange⸗ ſtammte Fröhlichkeit recht aut zur Schau trägt. Sie ſieht auch vorteilhaft aus, beherrſcht die Bräuche, was braucht eine Anſagerin mehr, um erfolgreich zu ſein.! In dieſem Haus ſpielt der Tanz eine beſon⸗ dere Rolle, deshalb iſt er immer gleich doppelt ver⸗ treten. Diesmal durch„Reny Oskema“, deren Den ul ann mit dem elbschbag Ebſung iſt furchtbar einfach: Ste heiß Prell. ſchlag. Einſach, aber nur in der Theorie. Zunächſt, wag verſteht man unter einem Prellſchlag? Schul⸗ bubenmäßig genau ausgedrückt verſteht man darun⸗ ter einen Schlag, der nicht bis zum Ende ausgeführt, ſondern abgebremſt wird: Die linke Hand fängt den zuſchlagenden rechten Unterarm auf und ſchlägt ihn dadurch zurück. Sehr einfach— für den, der ihn be⸗ herrſcht. Auf den beſagten Apfel angewandt heißt das: Der Apfel wird nicht ganz durchgeſchlagen, ſondern nur angeſchlagen und ſpringt dann von ſelbſt auseinander, vorausgeſetzt, daß man ihn richtig trifft. Aber ihn richtig zu treffen, das iſt eine verdammt ſchwere Kunſt, oͤen Schlag im rechten Augenblick zu „prellen“, iſt womöglich noch ſchwerer. und unheim⸗ lich ſchwer wird die Geſchichte, wenn die blanke 7 50 des Partners die notwendige Unterlage dazu abgibt. Wir glauben, daß es nur Herr Glaoios kann. Und der muß mit ſeinem Partner täglich einige Stunden pauken, damit er in Schwung bleibt. tt. Tänze eine beachtenswerte Schulung verraten und die Schweſtern„Erna und Lucie“, die ſich be⸗ ſonders durch einen akrobatiſchen Tanz empfehlen. Trompete, Kylophon und Banjo ſind die Inſtru⸗ mente auf denen„Charles und Bebe“ eine gchtbare Muſik machen. Zum Lob des bereits klaſ⸗ ſiſchen Elaſtik⸗Aktes von„Original Charlott“ braucht man in Mannheim wohl nichts mehr Neues zu ſagen. Aber über„Milbitri“ iſt ſehr viel zu ſagen. Der Mann mit dem ſonderbaren Namen iſt ſeines Zeichens Rechenkünſtler und Gedächtnisphänomen. zweiſtellige Zahlen erhebt er im Nu bis in die achte Potenz, von zugerufenen Sätzen gibt er a tempo die Anzahl der Buchſtaben an, bei Jahresdaten weiß er ſofort den entſprechenden Tag anzugeben. Eine Rechenmaſchine ſchafft das nicht ſo ſchnell wie er, lange nicht ſo ſchnell. Das iſt ausprobiert, und wer Luſt hat, kann die Probe auf das Exempel gleich noch einmal machen. Sämtliche Zahlen, die ſich im Ver⸗ laufe der Vorführung ergeben, hat er am Schluß noch haarſcharf in ſeinem nicht alltäglichen Schädel⸗ Ein Teufelskerl! Augenblick, das Thema„Milbitri“ iſt noch nicht zu Ende, es kommt noch etwas dazu. Er iſt nämlich obendrein ein drolliger Kauz. Keine Sekunde ohne Gequaſſel! Selbſt wenn er rechnet, iſt er nicht ſtill, im dichteſten Zahlenregen weiß er noch um einen guten Flachs Herrlich veräppelt er andere, heroiſch läßt er ſich veräppeln. Ein Teufelskerl! Es iſt ihm nur zu wünſchen, daß er für ſeine ungewöhn⸗ lichen Darbietungen immer das rechte Publikum fin⸗ det. Wer„Milbitri“ nicht erlebt hat, iſt um viel ge⸗ kommen. Die Hauskapelle ſtellt ſich etwas verändert vor. Am Schlagzeug ſitzt ein neuer Mann und den Platz des Harmonikavirtuoſen nimmt jetzt ein gediegener Geiger ein. Macht ſich auch nicht ſchlecht. Franz Schmitt. ** Ehrung für treue Arbeit. Der Badiſche Fi⸗ nanz⸗ und Wirtſchaftsminiſter hat die nachſtehend aufgeführten Geſolgſchaftsmitglieder für 25jährige ununterbrochene Tätigekit bei folgenden Firmen mit dem Ehrendiplom für treue Arbeit ausgezeichnet: Bei den Motorenwerken Mannheim Ac vorm. Benz Abt. Stat. Motorenbau: Eifer, Paula, kaufmän⸗ niſche Angeſtellte, Seitz, Karl, Lackierer.— Bei der Deutſchen Bank Filiale Mannheim: Krafft, Käthe. Kontoriſtin, Herrmann, Jakob, Bank⸗ prokuriſt. zen Pflaſterſteinwälle am Friedrichsring. Sie ſind aber nicht etwa als Barrikade gegen feindliche An⸗ griffe errichtet, wie ſie in London maſſenweiſe vor⸗ handen ſein ſollen, ohne die Weltſtadt vor dem Ver⸗ derben ſchützen zu können. Die Sand⸗ und Stein⸗ haufen zwiſchen Oc H⸗Bahnhof und Colliniſtraße dienen friedlichen Verkehrszwecken und kommen wieder in ihre ſtoß⸗ und öruckfeſte horizontale Lage, ſobald die neuen Schienen, Weichen und Herzſtücke auf der genannten Strecke eingebaut ſind. Vorerſt iſt das ſtadtſeitige Gleis in Erneuerung genommen, während der Straßenbahnverkehr zwiſchen Fried⸗ richsbrücke und Colliniſtraße eingleiſig durchgeführt wird. 7er⸗ und 16er⸗Linie verkehren bekanntlich wieder über Friedrichsbrücke—Adolf⸗Hitler⸗Ufer. Kartoffeln doch ohne! Sogar ganz ohne, alſo ohne Kundenausweis und Kundenliſte— das iſt die erfreuliche Mitteilung, die wir unſeren Leſern heute machen können, nachdem in einer früheren von Berlin gekommenen Meldung über Sicherung der Kartoffelverſorgung von der grundſätzlichen Einführung der Kundenliſte mit Kundenausweis in Großſtädten und Induſtriebezir⸗ ken die Rede geweſen iſt. Der Grundſatz bleibt un⸗ angetaſtet, findet aber, wie eine Bekanntmachung des Städtiſchen Ernährungsamtes und der Fachſchaft der Kartoffelgroßverteiler ausführt, auf Mannheim keine Anwendung. Die Verbraucher haben nach wie vor die Möglichkeit, Kartoffeln in größeren und klei⸗ neren Mengen bei den Kleinverteilern, auf dem Markt oder unmittelbar bei Erzeugern zu kaufen. Schon war den Mannheimern ein Unbehagen in die Glieder gefahren, als ſie von neuen Kunden⸗ liſten und Kundenausweiſen etwas hörten. Umſo angenehmer wird die neue Mitteilung empfunden, wonach jeder Mannheimer Verbraucher ſeinen Be⸗ darf ſchon jetzt beim Erzeuger, Kleinhändler oder Großhändler beſtellen kann. Wieder Mütterſchulungskurſe In der Mütterſchule, Kaiſerring 8, beginnen in dieſem Monat wieder neue Mütterſchulungskurſe. Unſere Nähkurſe wollen vor allem eine Ein⸗ führung der Frau in die richtige Pflege und Erhal⸗ tung der Wäſche⸗ und Kleidungsſtücke. Beſonders heute wird ſie es beſonders begrüßen, wenn ſie Ge⸗ legenheit bekommt, unter richtiger, fachmänniſcher Anleitung aus ihren alten Kleidungsſtücken neue herſtellen zu können. Daneben lernen unſere Teil⸗ nehmerinnen die Nähmaſchine ſachgemäß behandeln, mit dem Schnittmuſterbogen umzugehen, aber auch Flicke einſetzen und ſtopfen. In den Säuglingspflegekurſen hören unſere Frauen über die Pflege und Wartung des Säuglings, über ſeine Ernährung, über Kinder⸗ krankheiten u. a. m. Neben einer reichhaltigen thev⸗ retiſchen Einführung in dieſes Gebiet ſtehen die prak⸗ tiſchen Uebungen wie wickeln, baden uſw. Unſer Kurſus über Erziehungsfragen mit Baſteln führt unſere Mütter vor allem in das Gebiet der Erziehung und Beſchäftigung des Kindes ein. Wenn vielfach die Meinung beſteht, er⸗ ziehen könnte man ohne weiteres, dazu brauche man keine Anleitung, ſo hat ſicherlich die Erfahrung recht oft ganz anderes gelehrt. Unſere jungen Mütter ſollten ſich daher die Gelegenheit nicht entgehen laſſen, ſich über die Fragen der Kinberbeſchäftigung, des Spiels, über Erziehungsſchwierigkeiten, Erziehungs⸗ fehler zu orientieren. Daneben lernen auch umere Teilnehmerinnen kleine Spielſachen aus wertloſem Material anzufertigen, ſie friſchen alte Kinderlieder wieder auf und lernen neue hinzu. Näheres über den Beginn der Kurſe im Anzeigenteil. VELVETA, die feine Allgäuer Kösezubereifung,streich! sich wie Buffer u. schmeckt am beslen ohne Buffer! * 75. Geburtstag. Herr Kaſpar Ewald, Mannheim, Dammſtraße 34, feiert heute ſeinen 75. Geburtstag. Er iſt langjähriger Bezieher der N. M. Z. Unſeren herzlichen Glückwunſch! *„Das Geld liegt auf der Straße, man muß es nur aufzuheben verſtehen“. Dieſes alte geflügelte Wort ſtellt einer der aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenkenden braunen Glücksmänner, ein bie⸗ derer, ſchon etwas angejahrter, trotz ſeiner grauen Haare aber allezeit jugendlich frohgemuter und freundlicher Herr, unter Augenſcheinbeweis. Wenn er auf ſeinen glückverheißenden Gängen durch die Straßen der Stadt an eine wind⸗ und auch einiger⸗ maßen verkehrsgeſchützte, jedoch nicht verkehrsarme Ecke gerät, breitet er zu ſeinen Füßen eine Anzahl ſauberer Banknoten aus und beſchwert ſie mit je einem Fünfmarkſtück; einmal zum Schutz gegen einen unvermuteten Windſtoß und zum andern, daß der eine oder andere Zwanzigmarkſchein nicht etwa an der klebrigen Schuhſohle eines nahe vorbeigehenden Glücksritters unverſehens hängen bleibt. Dieſe Art Werbung beſitzt unſtreitig den Vorzug der Origina⸗ lität. Ihrem Urheber iſt die nötige Vorſicht zuzu⸗ trauen, daß er bei allzuſtarkem Andrang der„Auf⸗ 1 5 ſein Werbematerial beizeiten in Sicherheit ringt. * Um ein Haar! Daß die Statiſtik der Ver⸗ kehrsunfälle Vorkommniſſe verzeichnet, für die kein Menſch zur Verantwortung gezogen werden kann und die auch nicht durch höhere Gewalt oder Natur⸗ kataſtrophen verurſacht wurden, iſt kein Geheimnis. Einen glücklicherweiſe nur vorübergehend ſchreck⸗ haften Beweis für dieſe Tatſache erhielt am Don⸗ neibtagnachmittag ein funger Mann, der, aus Rich⸗ tung Marktplatz kommend, auf ſeinem Zweirad die Breite Straße entlang nach der Friedrichsbrücke fuhr: vorſchriftsmäßig nahe des rechtsſeitigen Randſteins. Wenige Meter hinter ihm kam ein Zug der OG. Vor dem Warenhaus„Anker“ ſprang plötzlich vom gegenüberliegenden Gehweg ein Hund über die Straße, unmittelbar vor dem Radfahrer, ſo daß dieſer zu Fall kam. Das Rad flog nach rechts, ſein Beſitzer aber kam in bedenkliche Nähe des Straßen⸗ bahngleiſes zu liegen. Er hatte jedoch die Geiſtes⸗ gegenwart, ſich blitzſchnell nach rechts zu wälzen, während der OEGG⸗Zug im gleichen Augenblick mit einem Ruck hielt. Es war nichts paſſiert, worüber ſich außer den Beteiligten auch die erſchrockenen zahlreichen Fußgänger freuten. Auch das Rad war anſcheinend heil davongekommen, wie der junge Mann nach flüchtiger Prüfung feſtſtellte, zugleich den Straßenſtaub von ſeinen Kleidern wiſchend. Unter⸗ deſſen war der Köter, der um ein Haar ein Unglück angeſtellt hätte, mitſamt„Herrchen“ oder„Frauchen“ — Beſtimmtes war nicht zu ermitteln— im Menſchengewühl verſchwunden. ö Sommerſportiag bei Fendel Die Betriebsſportgemeinſchaft der Rheinſchiffahrt Aktien⸗ geſellſchaft vorm. Fendel(Badiſche Aktiengeſellſchaftſ für Rheinſchiffahrt und Seetransport] und Mannheimer Lager⸗ hausgeſellſchaft Rhenus, Transportgeſellſchaft mbc, betreibt regelmäßig und fleißig Fußball Leichtathletik, Schwimmen und Schießen. Sie verfügt auch über eigene Sporträume mit Schießſtand. Ihr Sommerſporttag, der um vierzehn Tage hatte verſchoben werden müſſen fand im Stadion erfreulich ſtarke Beteiligung. Betriebsführer General⸗ direktor Schuth eröffnete die Uebungen, Spiele und Wett⸗ kämpfe mit einer Anſprache. Höhepunkte des abwechſlungs⸗ reichen Programms wurden das Handballſpiel gegen eine Wehrmachts⸗Mannſchaft und der Fußballkampf zweier Be⸗ triebs⸗Mannſchaften; dabei blieb begreiflicherweiſe die Elf der Werkſtatt Sieger über die— durch Stubenluft und Tiſchhockertum gehandieayte— Mannſchaft der Büros. Hinterher war kameradſhaftliches Beiſammenſein und Sie⸗ gerehrung in den anheimelnden Räumen der Reichsanto⸗ bahn⸗Gaſtſtätte. Schöne Bücherpreiſe erhielten die Erſolg⸗ reichſten des Dreikampfes und der Einzel⸗Wettbewerbe. 9 e 150 punlle... Was läht sich demit alles enfengen, wenn men klug einteilt und sich bei Neugebauer berefen lag. Wer z. B. einen eleganten Wollstoff ſür einen Manſel, ein- Kostüm oder ein Kleid sucht, wird bei Neugebauer gui aulgehoben sein; denn es liegen viele zeuberhefte Neuheiten bereil. MODEHAUS NEU GEBAUER MANNHEIM. AN DEN PLAN KEN Damenstrümpfe aus Waschkunstseide, kräf- 20 tige Qualität, mit gutet 12 Sohlen verstärkung, Pag: Damenstrümpfe aus Waschkunsts., II. Want, 1 50 auf Abschnitt 1 oder vl der 1. Reichskl.-⸗Karte, Paar Damenstrümpfe aus Waschkunstseide, elast. 80 Ausführung, mit guter Ver- 7 stär kung Paar Damenstrümpfe aus Waschkunstselde, halt- 95 1 r bare kräft. Qualität, mod. Farben. Paar e Damenstrümpfe aus Waschkunstseide, be. 8 . sonders kräft. Ware, mod. 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Jede Frau weiß beſſer denn je, was ſie a zrund der vorhandenen Beſtände an brauch⸗ barer Garderobe unbedingt anſchaffen will, und es bleibt allein die Aufgabe, ohne Haſt und ohne den als gänzlich überflüſſig erkannten Drang zu irgend⸗ welchen phantaſtiſchen Angſtkäufen ſo gut und ſo praktiſch zu wählen, wie die zur Verfügung ſtehenden Punkte im Verein mit dem ja auch noch immer unerläßlichen Kleingeld es geſtatten. Wer ſparſam gewirtſchaftet hat,— und die Erfahrung lehrt, daß es erfreu⸗ lich viele Frauen waren, hat für die größeren Herbſteinkäufe an punkte⸗ freſſenden Wollſachen übrigens meiſt nicht nur die neue Hleiderkarte mit ihrer vielfach bekanntlich günſtigeren Punktbewertung parat, ſondern kann noch auf„altes“ Punktvermögen zurückgreifen. Sofern nur alte Punkte zur Verwendung kommen, erfolgt dann die Berechnung noch nach dem Schema der erſten Reichskleiderkarte; müſſen dagegen ſchon Punkte der zweiten Reichs⸗ kleiderkarte hinzugenommen werden, ſo gilt für die Geſamtberechnung das neue Schema. Daher kann es kommen, daß im einen Falle 40, im andern Falle 42 Punkte für ein Wollkleid zu„bezahlen“ ſind, oder daß hier die eine Kundin unter Benützung ihrer alten Karte für ein Seidenkleid 30 Punkte geben muß, während eine andere es nach Sparte III der neuen Karte für 23 Punkte kriegt. Dieſe Unterſchiede, deren Gunſt oder Ungunſt für den Ver⸗ braucher allerdings nur ſcheinbar beſteht, hängen mit ganz beſtimmten Grund⸗ ſätzen einer überaus geſchickt eingeſetzten Verbrauchsſteuerung des geſamten Textilbedarfes zuſammen und dienen im Großen wiederum lediglich dazu, die vorhandenen Lagerbeſtände und Neufabrikate an Textilwaren ſo gerecht wie nur möglich zu verteilen. Fragt man nun einmal nach den Erfahrungen auf der Verkäuferſeite, ſo ibt es überall die gleiche Antwort: Qualität iſt heute Trumpf. denn wer ſeine koſtbaren Punkte hergibt, will auch etwas für die Dauer haben, und wenn etwas für die Dauer fein ſoll, dann darf es neben der guten Beſchaffenheit des Stoffes vor allen Dingen nicht zu betont modiſch wirken. Den ſprichwörtlichen Launen der ſchönen Frau Mode hat alſo bei uns in Deutſchland der Krieg gar bald das Lebenslicht ausgeblaſen, weil man mit der Kleiderkarte in der Hand plötzlich allerorten ſein Herz an die zeitloſen Reize einer ſchlichten, gediegenen Linienführung und anſprechender gedeckter Farben verloren hat. Verſchwunden ſind die monſtröſen Mantelkragen, die zu Keulen aufgetriebenen, gepufften, gezogenen Aermel, die gar zu wilden Droperien der Vorder⸗ oder Rückenpartie. 0 Geblieben oder auch ganz neu entdeckt iſt neben der ſoliden Arbeit bekannter Modellhäuſer des Altreichs vor allem der Wiener Schick, deſſen beſondere Note ſich in bezaubernd einfachen, doch mit höchſtem Geſchmack ausgearbeiteten„kleinen Kleidchen“, in wunderſchönen Strick⸗ und Wirkſachen und in einer ſchier überreichen Fülle aparter Ausputzmöglichkeiten durch Handarbeit, Kurbelarbeit, Perlſtickereien und Poſamenten kundtut. Koſtüme in klaſſiſcher Schneiderform, feſche einfarbige Glockenröcke zu ſeiden⸗ gefütterten Schottenjäckchen, hochgeſchloſſene zweiteilige Kleider aus trikot⸗ ähnlichen Miſchgeweben ſind ſehr begehrt, während unter den Bluſen eine langärmlige Spielart mit geſtreiftem Oberhemdkragen die Favoritenrolle zu übernehmen ſcheint. Von Abendkleidern dagegen iſt bisher erſtaunlich wenig die Rede. Sie ſind gegenüber dem praktiſchen Tagesbedarf für einen hoffentlich nicht allzu kalten Winter vorerſt in wenig unter den Tiſch gefallen, zumal ihre Her⸗ ſtellung wegen des geſteigerten Stoffverbrauches beim Fabrikanten ebenſo wie bei der im Maß atelier beratenen Dame wenig Gegenliebe findet. Und da man nach dem neuen Kurs ja auch für Spitze und Tüll, für Brokat und Taft getreulich ſeine Punkte zahlen muß, ſo wird halt das fußlange Feſt⸗ gewand für dieſen Winter einmal den anmutig ſchwingenden kürzeren Röcken Platz machen. Unſere Frauen dürften deshalb nicht weniger fraulich und hübſch gekleidet ſein. Bert. 2 us Unseren gepflegten Abtelungen einige Beispiel unsgrer Leistungen MAN N H EI M A M F AH AD E PLA 2 e, 41 b b—. 4 N SNN Was hier steht. wenn's um de Klelderkorte gen! Lesen Sie zich unsere Herbat-An- gebole zeigen, dann wissen Sie, wie wichtig en gerede jetxt ist, wenn men richig bedient wird! Herren- Mäntel halbschwer, in mod. 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Da an der gleichen Stätte anſchließend am Sonntag auch unſere Fußballer gegen Ungarn kämpfen, kommt es zu einer großen deutſch⸗ungariſchen Sportkund⸗ gebung, der auch der Reichsſportfühver auf Einladung der ungariſchen Regierung beiwohnt. Wir ſtanden den Ungarn bisher nur in Mehrländer⸗ Fämpfen gegenüber. Schon hier und erſt recht beim letz⸗ ten Länderkampf gegen Finnland, den die Nordländer kürzlich nur mit acht Punkten Vorſprung gewannen, haben die Magyaren großes Können in der Leichtathletik bewie⸗ ſen. Die gleiche Mannſchaft tritt nun, mit nur gering⸗ Deutſchland Melle rowicz, Kerſch Mellerowicz, Scheuring Harbig, Ahrens Harbig, Branoſcheit Kaindl, Gieſen Eitel, Eberlein Haushofer, Becker, Leitner Hölling, Mayr 100 Meter: 200 Meter: 400 Meter: 800 Meter: 1500 Meter: 5000 Meter: 10 000 Meter: 110 Meter Hürden: 400 Meter Hürden: Kugelſtoßen: Trippe, Wöllke Diskuswerfen: Wotapet, Trippe Speerwerfen: Looſe, Pektor Hammerwerfen: Storch, Blaſk Weitſprung: Glötzner, König Hochſprung: Nacke, Schlegel Dreiſprung: Munding, Honolka Stabhochſprung: Glötzner, Haunzwickel 4 mal 100 Meter: 4 mal 400 Meter: Haben unſere Athleten ihre in Turin gezeigte Form auch in Budapeſt, dann iſt ihnen von 100 bis 800 Meter Bereits ein eindeutiger Punktvorſprung geſichert. Ueber 1500 Meter und in beiden Langſtrecken iſt Ungarn fehr Bönecke, Mellerowicz Neckermann, Kerſch Ahrens, Linnhofff, Wieland, Harbig fügigen Aenderungen, gegen Deutſchland an. Wegen einer Vevletzung muß nur der ausgezeichnete Hürdler Hidas fernbleiben; weitere Umſtellungen ſind in den Kurz⸗ ſtrecken erfolgt, wo Kodompai und Sandor an Stelle von Sir und Pelſöczi ſtarten. Gine der Haupbſtützen der unga⸗ riſchen Läufer iſt Polgar, der dreimal über 400 Meter ein⸗ geſetzt wird, während Kelen und Szilagyi beide Lang⸗ ſtrecken beſtreiten. Im Hammerwerfen kommt als erſter Athlet aus den heimgekehrten Gebieten der Klauſenburger Biro zum Ginſatz. In der deutſchen Mannſchaft, die zu⸗ letzt den ſchönen Sieg über Italien erkämpfte, hat es kleine Aenderungen gegeben; den Dreiſprung beſtreitet zuſam⸗ men mit dem Frankfurter Munding der Berliner Honolka (an Stelle von Schwenke⸗Deſſau), Harbig läuft wieder über 400 Meter, 800 Meter und in der 4 mal 400⸗Meter⸗ Staffel. Die Mannſchaften ſtehen demnach wie folgt: Ungarn Gyenes, Korompai Gyenes, Sandor Polgar, Gobi M. Zzabo, Harſanyi M. Zzabo, Harſanyi Kelen, Szilagyi Keben, Sz lagyi Dr. Szabo, Nadaſſdi Polgar, Kiß Daranyi, Nemeth Kulitzy, Horvath Vapſzegi, Raßhely Biro, Racz Gyuricza, Vermes Eſerna, Gaſpar Duſnobi, Somlo Zſufffka, Kovacs Szigetvary, Korompai San dor, Gyenes Polgar, Vadas Gobi, Sandor. Legge ſbark, dagegen ſcheinen beide Hürdenſtrecken, wie auch die techniſchen Uebungen, ausgeglichen. Alles in allem müßte zum Schluß ein ſicherer deutſcher Erfolg herauskommen. 2. Tſchammerpokal-Schlußrunde Die„letzten Vier“ werden ermittelt Am 20. Oktober wird der Fußballwettbewerb der Vereinsmannſchaften um den Tſchammerpokol fortgeſetzt. Die Spiele ſind bis zur zweiten Schlußrunde ⸗ gediehen, wo die acht noch teilnahmeberechtigten Vereine um den Ein⸗ tritt in die Vorſchlußrunde kämpfen. Im Süden findet nur ein Spiel ſtatt, der Pokalverteidiger 1. FC Nürnberg hat EB Schwarz⸗Weiß Eſſen zu Gaſt. Die Spielvereinigung Fürth muß reiſen. Der Spielplan: in Düſſeldorf: Fortuna Düſſeldorf— Wiener Se in Nürnberg: 1. FC Nürnberg— Schwarz⸗Weiß Eſſen in Wien: Rapid Wien— SpVgg Fürth in Köngsberg: VfB Königsberg— Dresdner Se Klare Siege von Ragnhild Hveger Mit einem Start in Oberhauſen beendete Dänemarks Rekordſchwimmerin Ragnhild Hveger ihr kurzes Gaſtſpiel in Deutſchland. Sie kam auch hier wieder zu klaren Sie⸗ gen, über 100 Meter Rücken in:20 ſowie über 400 Meter Kraul in:17 vor der Düſſeldorferin Schäferkordt(:48,2), die mit zwei Bahnen Vorſprung geſtartet war. Im 200 Meter Bruſtſchwimmen blieb Helga Grauthoff(Bochum) mit:57, Minuten unter ihrem neuen Rekord, den ſie am Vorabend in Duisburg mit:58,3 Minuten aufgeſtellt hatte, doch kann dieſe Zeit keine Anerkennung finden, da die Sberhauſener Bahn nicht rekordfähig iſt. Die Ergebniſſe: 100 Meter Kraul: 1. Ruth Karnatz(Düſſelborf) 111,9; 2. Schäſerkordt(Düſſeldorf) 112,4; 3. Stockhorſt(Duisburg) 116,8.— 400 Meter Kraul: 1. Ragnhild Hveger(Däne⸗ mark):17,3; 2. Schäſerkordt(Düſſeldorf) 548,2; 3. Mirbach [.⸗Gladbach) 3103/2.— 200 Meter Bruſt: (Bochum):57,4; 2. Lykke Larſen(Dänemark):03,2; 3. Pi⸗ chaida(Duisburg) 306,1.— 100 Meter Rücken: 1. Raguhild Heger[Dänemark).20; 2. Ahrens(Oberhauſen):28 3. Schmal(Duisburg):29, 1. Skiellet und Erich Krempel Ergebniſſe zeitigten die Prüfungs⸗ kämpfe unſerer beſten Piſtolenſchützen. Beſonders auf⸗ fällig iſt die Leiſtungsſteigerung mit der Scheibenpiſtole. Ueberlegener Sieger wurde mit dieſer Waffe in München Weltmeiſter Erich Krempel(Suhl) mit einem Geſamt⸗ ergebnis von 2700 Ringen und einem Durchſchnitt von 541 Ringen. Der Studentenweltmeiſter Emil Martin wi Hervorragende ROMAN VON. HANS RICHTER Miagad von Ster num 20 „Karin iſt doch ſelber keine Koloni⸗ Ich lachte. niſtenfrau!“ „Sie iſt Schwedin!“ ſagte er ſtolz.„Alle Schwe⸗ dinnen ſind gute Hausfrauen— und nur darauf kommt es an!“ Trotzdem konnte ich mich nicht entſchließen. Man ſollte mir nicht nachſagen, daß ein deutſcher Offizier eine Sache, die er übernommen hatte, nicht habe zu Ende führen können. Ich hatte an Don Pedro einen Zettel geschrieben und mich für drei Tage entſchul⸗ digt; nach meiner Rückkehr wollte ich ihm die Mel⸗ dung von meiner Trauung machen. So fuhren wir eine Nacht durch nach Montevideo, und dort wurde Lexa meine Frau und auch Karin Jenſen wurde Frau Karin Enquiſt. Wir waren mit ihnen zuſammen, bis ihr Schiff abfuhr, wir winkten ihnen noch nach, ſolange wir ſie erkennen konnten, Und wir hatten hoch und heilig verſprochen, daß wir ſte in San Bernardino beſuchen würden. Vielleicht würde ich ja ſpäter Offizier in der argentiniſchen Armee werden; vielleicht ſtand ich vor einer großen Laufbahn; vielleicht... Ich hatte ja jetzt einen Menſchen, für den ich ſorgen konnte. Ich war nicht mehr allein. 1 i Als wir zum erſten Male ohne Fremde in den beiden Zimmerchen, die nur unſere Wohnung ſein füllten, einander gegenüberſtanden, legte Lexa mir beide Arme um den Hals und ſah mich an.„Ich will dir eine gute Frau ſein, Albrecht!“ ſagte ſie.. So begann meine Ehe mit Lexa Smorgon, die nun Lexa von Benoit hieß. *— Nun habe ich mich ſo in die Vergangenheit einge⸗ ſponnen, daß ich über ihr die Gegenwart beinah ver⸗ Aber eben dieſe Gegenwart verlangte 1. Grauthoff (Bonn) kam auf 2690, Durchſchnitt 538 Ringe. Friedrich Krempel(Hannover) wurde mit 2681(536) Ringen Drit⸗ ter vor Wilhelm Lang(Meinerzhagen) mit 2679(535,8) und Dr. Wehner(Wiesbaden) mit 2582(516,4) Ringen. Einen harten Kampf lieferten ſich die Schnellfeuerpiſtolen⸗ Schützen. Olympia⸗Sieger Cornelius von Oyen(Berlin) und der„/ Anwärter Erwin Skellet(Berlin), der erſt im Vorjahr in die Auswahlmannſchaft aufgenommen wurde, lagen immer dicht beiſammen. Von 423 Schattenriſſen hatte ſchließlich Skellet nur 6, van Oyen nur 8 ver⸗ fehlt. Auch nach der Anzaßhl der Treffer in das Stich⸗ Rechteck war Skellet beſſer als val Oyen. Den dritten Platz belegte Fritz Bucherer(Zella⸗Mehlis) vor Oberbann⸗ führer Johannes Paſtor(Berlin), Lothar Walther(Zella⸗ Mehlis), Ludwig Jaſper(Wershauſen) und Walter Thiel (Leipzig). Backlund ſchlug Veirilä Schwediſch⸗finniſche Leichtathletikkämpfe Im Stockholmer Olympia⸗Stadion wurde ein leichtathletiſches Abendſportfeſt abgewickelt, bei dem es trotz eines Dauerregens gute Leiſtungen gab. Im Hammerwerfen ſiegte der Schwede Backlund mit 53,52 über Finnlands Meiſter Veirilä, der nur auf 50.51 Meter kam. Der finniſche Altmeiſter Reinikka ge⸗ wann den Stabhochſprung mit 4,01 Meter gegen den Schweden Göte Johannſſon mit 3,90 Meter. Einen zweiten Sieg für Suemi holte Tammiſto über 400 Meter in 49,1 Sek. heraus. Gunder Hägg gewann einen Lauf über 3218 Meter in:05, vor Bror Hell⸗ ſkröm in.06, und über 2000 Meter ſiegte Laſſe Nils ſon in:28. Amtliche Bekanntmachungen Reichsſportabzeichen Gruppe 58 Am Samstag, dem 5. Oktober, wird, auf dem TVegg⸗Platz beginnend, der 25⸗Km.⸗Gepäckmarſch für Männer bzw. 25⸗ Km.⸗Marſch für Frauen ohne Gepäck abgenommen. Das Gepäck wird ab 16.00 auf dem TV⸗Platz im Luiſenpark ab⸗ gewogen. Abmarſch 16.30 Uhr. Jutereſſenten werden hierzu eingeladen und darauf hingewieſen, daß dies die letzte Ge⸗ legenheit in dieſem Jahre iſt. Der Bezirksfachwart für Leichtathletik: Kehl. 2 2 n mich wieder. Gegen Abend kam ein Junge von Steinbirken und gab einen Brief ab. Der Herr Major— alſo Wallberg— laſſe ſchön grüßen, und eine ſofortige Antwort wäre nicht nötig, die würde ſich der Herr Major ſelber holen. Als ich mit dem Brief in der Hand die Halle be⸗ trat, begegnete ich Armgard Gorzien. „Warte einen Augenblick!“ bat ich ſie.„Wallberg ſchreibt mir da; vielleicht iſt es etwas, das ſich um die Wildfagd dreht.“ Tante Armgard warf einen Blick auf den Um⸗ ſchlag und lachte. „Falls es das iſt, dann ſcheint dein Freund Wall⸗ berg einen ganzen Kriegsplan ausgearbeitet zu haben; ich hahe bisher nicht gewußt, daß er unter die Schriftſteller gegangen iſt. Aber die gute Erika ſucht mich, und die Mamſell hat auch allerlei Wünſche; vielleicht erzählſt du mir lieber ſpäter as, was mich angeht.“ Der Brief war wirklich reichlich dick. Ich rückte mir den Seſſel an den Kamin, ſteckte mir eine Zi⸗ garre an und vertiefte mich in die Blätter. „Lieber Albrecht!“ ſchrieb Erich Wallberg.„Du wirſt Dich wohl wundern, daß ich dich heute mit einem ganzen Papierfeldzug überziehe, beſonders, weil ich niemals unter die Schriftgelehrten gepaßt habe. Aber da haſt Du heute bei unſerer Schwatzerei etwas in mir angerührt, und nun habe ich mich den ganzen Nachmittag über hingeſetzt und Inventur ge⸗ macht. Wir ſprachen über Bauerntum und Grenz⸗ bauerntum, und da meinteſt Du. Leute meines Schlages ſollten nicht unverheiratet bleiben. Eigent⸗ lich hätte ich Dich nicht fortlaſſen ſollen, Tante Arm⸗ gard hätte das in die Binſen gegangene Mittageſſen ſchon verſchmerzt, aber weil es nun einmal geſchehen iſt, ſoll es jetzt andersrum gehen. Iſt auch beſſer, ich ſchreibe alles erſt mal hübſch der Reihe nach auf, und wir quaſſeln nachher drüber. Du kennſt doch Jobſt Ilau, den Harlitzer? Sind famoſe Leute. So um das Jahr einunddreißig herum wäre er mit ſeiner Landwirtſchaft mal beinahe hops⸗ gegangen, iſt aber alles wieder in Butter. Wir hak⸗ ten mal ein literariſch geblidetes Huhn hier als Sommergaſt in der Gegend, weiß nicht mehr, wo er Weifere Kurssfeigerungen auf allen Markigebieſen Berlin, 4. Oktober. Die Grundſtimmung an den Aktienmärkten war am Freitag bei der Eröffnung ſehr feſt, wobei die Geſchäfts⸗ tätigbeit in einzelnen Spezialpapieren lebhafte Formen annahm. Die Kursſteigerungen erſtreckten ſich jedoch auf ſämtliche Marktgebiete, wobei Autowerte, die anfangs mit Zeichen erſchienen ſind, im Vordergrunde ſtanden. 5 Am Montaumarkt überwogen allerdings Kursrückgänge. Höher lagen Rheinſtahl, die eine Befeſtigung um 7 v H. alsbald um ½ v. H. ausweiten konnten, ſowie Buderus, die um 7 v. H. anſtiegen. Andererſeits büßten Man⸗ nesmann und Vereinigte Stahlwerke je 74, Stolberger Zink 1 v. H. und Klöckner 1 v. H. ein. Von Braun⸗ kohlenwerten kamen Ilſe⸗Genußſcheine und Rheinbraun um je 1 v.., Deutſche Erdöl um 1 und Leopoldgrube um 2% v. H. höher an. Bei den Kaliaktien gewannen Wintershall 0,50 und Salzdetfurth 1 v. H. Von chemiſchen Werten ſtiegen Far⸗ ben und Schering um je 0,25, Rütgers, Goldſchmidt und von Heyden um je 0,50 v. H. Elektro- und Verſorgungswerte wurden zumeiſt höher notiert. Zu erwähnen ſind Bekula und Siemens⸗Vorzüge mit je plus 0,50 v.., Deutſche At⸗ lanten mit plus 0,75, Deſſauer Gas und Lameyer mit je plus 1 v.., ſowie Siemens mit plus 1,25 v. H. R Wes wurden um 98 g. H. heraufgeſetzt. Elektriſche Lieferungen, Schleſiſche Gas und Charlotte Waſſer büßten hingegen je 0,0 v. H. ein. Von den bereits erwähnten Autowerten befeſtigten ſich Daimler um 4,75 v.., während in BMW die Notiz zuerſt ausgeſetzt wurde. Später lautete die Notiz um 4 p. H. höher. Zu erwähnen ſind noch Deutſche Kabel mit plus 1. Deutſcher Eiſenhandel mit plus 1,25, Dort⸗ munder Union mit plus 1,75 und Eiſenbahnverkehr mit plus 2 v. H. Im letztgenannten Ausmaße rückgängig waren Feldmühle. Von variablen Renten blieben Reichsalt⸗ beſitz und Reichsbahn⸗Vorzüge mit 155 bzw. 127% unver⸗ ändert. Steuergutſcheine 1 nannte man 101,50. Geld- und Devisenmarkt Berlin, 4. Oktober. Am Geldmarkt blieben die Blanko⸗ tagesgeldſätze mit 17 bis 2 v. H. unverändert. Von Valuten errechnete ſich der Schweizer Franken mit 57,60. Mannheimer Geireidegroßmarki Das Angebot von Weizen hat in den letzten Tagen nicht weſentlich zugenommen, zumal die Hackfrucht⸗ ernte z. Zt. die Arbeitskraft des Bauern voll in Anſpruch nimmt. Aus der näheren Umgebung kommt daher nur fuhrenweiſe etwas heran. Aus Kurheſſen waren die Anlieferungen etwas beſſer, aber immer noch beſcheiden. Mitteldeutſche und nord⸗ deutſche Ware war nur in geringerem Umfange für Lieferung Oktober⸗November zu haben. Die Ver⸗ ſorgung der Mühlen iſt aber durch die Vorräte der Reichsgetreideſtelle ſichergeſtellt. In Roggen haben die badiſchen Mühlen noch einige Vorräte; die pfälziſchen decken ſich meiſt über die Reichsgetreideſtelle ein. Die Erhöhung der Ver⸗ mahlungsquote wird auch hier eine verſtärkte Nach⸗ frage hervorrufen. Gute Braugerſten ließen ſich immer noch ab⸗ ſetzen. In der Hauptſache kommen die Mälzereien als Abnehmer in Frage, da die Brauereien zum weitaus größten Teil eingedeckt ſind. Aus Nord⸗ und Mitteldeutſchland kommt wenig herbei, da die Frachtkoſten von dort zu hoch ſind. Doch Hürften für den ſüddeutſchen Bedarf auch die Gerſten dieſes Bezirkes ausreichen. Induſtriegerſte war in freier Nachfrage nicht zu haben, ebenſo fehlte Futtergerſte. Induſtriehafer war aus Baden und auch aus anderen Bezirken ausreichend zu haben. Futter⸗ hafer wurde meiſt von der Wehrmacht aufgenommen. — Weizenmehl wurde weiter gut verkauft, dagegen zeigte ſich bei Roggenmehl noch keine Belebung. Am Futtermittelmarkt erwartet man für die nächſte Zeit die Zuteilung neuer Miſchfutter. Stroh war kaum zu haben; auch Heu iſt zur Zeit wenig am Markt, obwohl die Heuernte durchaus be⸗ friedigende Erträgniſſe liefert. „ Hypothekenbank Saarbrücken. Der Reichsjuſtizminiſter und der Reichsminiſter des Innern haben eine Verordnung über die Aufwertung bei den Kommunal⸗Obligationen der Hypothekenbank Saarbrücken erlaſſen. Hiernach gelten für die Aufwertung der Anſprüche aus den Kommunalobliga⸗ tionen des Inſtituts die Artikel 28, 29, 72, 76 bis 83, 87, 88 und 92 der Durchführungsverordnung zum Aufwertungs⸗ geſetz vom 29. 11. 1925 ſinngemäß. Die Verordnung über die weitere Surchführung der Aufwertung von Pfaudbrie⸗ fen und Jerwandten Schuldverſchreibungen vom 11. 6. 1931 iſt nicht anzuwenden. * Hypothekenbank Saarbrücken AG, Saarbrücken. Zum 30. September 1940 bringt das Inſtitut die Teilungsmaſſe Els- Un WIRTscHAFTs-ZEIT une der aufzuwertenden Kommunalobligationen alter Währung in bar zur Ausſchüttung. Die Teilungsmaſſe beträgt nach dem Stand vom 30. September 1940 zuzüglich Zinſen und abzüglich 8 v. H. Verwaltungskoſten 249,497 4, worin 333 ½ Zuſchuß der Bank enthalten ſind. Die Tei⸗ lungsmaſſe wird von dem Inſtitut zum Nennwert über⸗ nommen. Bei der Ausſchüttung werden die Gläubiger der aufzuwertenden 4 v. H. Kommunalobligationen Serien L bis IX alter Währung berückſichtigt. Die Goldmarkbeträge ſind von der Aufſichtsbehörde für die einzelnen Serien feſtgeſetzt worden. Der Goldmarkbetrag der zur Teilnahme an der Ausſchüttung berechtigten Kommunalobligationen zeträgt 1,193 Mill. Goldmark. Es ergibt ſich hiernach für je 1000„ alter Währung eine Ausſchüttung von 16.90 bei der Serie I, 12.24/ Serie II, 13.66% Serie III, 11,50„ Serie IV, 14,44/ Serie Y, 14,48/ Serie VI, 13.98/ Serie VII,.02/ bei Serie VIII und.12, für Serie IX. Mit dieſer Ausſchüttung ſind alle Aufwertungs⸗ anſprüche endgültig getilgt.. * Aproz. Anleihe der Stadt Metz vom Jahre 1908. Der Stadtkommiſſar von Metz gibt bekannt, daß am u. Sept. 1940 eine Ausloſung der qproz. Anbeihe der Stadt Metz vom Jahre 1908 erfolgte. Der Einlöſer hat Ausweis⸗ papiere vorzulegen und gleichzeitig eine ſchriftliche eides⸗ ſtatbliche Erklärung abzugeben, daß er vor dem 17. Juni 1940 Eigentümer der Schuloͤverſchreibung und Zinsſcheine war und deutſchblütiger Abſtammung iſt. Einkommenſtener bei Einmalprämie. Der Reichs⸗ finanzhof hat in einem Urteil vom 22. Auguſt 1940 unter ausdrücklicher Zuſtimmung des Reichsfinanzminiſters ent⸗ ſchieden, daß Einmalprämten, die vom Arbeitgeber zur Altersverſorgung eines Gefolgſchaftsmitgliedes an ein Lebensverſtcherungsunternehmen geleiſtet werden, als außer⸗ ordentliche Einkünfte im Sinne des 8 34 Einkommenſteuer⸗ geſetz anzuſehen ſind. Damit werden alſo, wie die Reichs⸗ gruppe„Verſicherung“ mitteilt, auf Antrag des Arbeit⸗ nehmers auf Einmalprämien die niedrigeren Steuerſätze des Paragraphen Eſtg. angewandt. —— ——— f— 8. 4 Frankfurt Ae N. Deutsche Steinzeug „. 9 Deutsche festverzinsliche Werte Durlacher Hoe 5 4. Eichbaum-Werger. 145,0 DkUrscHE STAAT SAN LEIHEN Elektr. Lieht u. Kraft 1040 193.8 — Enzinger Union 2. 4% Scliatz D. R. 38 102,0.I. G. Farben 194.0 195, 4% Baden 1927 01.7 101,7 Gesfürel 179,0 Altbes. Dt. Reich.. 154.3 155,2 Grün u. Bilfinger.. 352.09 2 5 Harpener Bergbau.. 162,0 ANL Heidelberger Zement* 1980 4½ Heidelberg 26.. 101.5 101,5 Hoesch Berg.. 2. 4½ Mannheim 26. 101.5 101,5 Holzmann PB. 2370 235, 4½ Pforzheim 26.. 101,7 101,7 Klein, Schanzl., Becker Klöckner- Werke. 155,0 155,0 EEANDBRILEEE Lanz A 224,0 225,0 4% Frank. Hyp. Gpf. Ludwigshaf. Akt. Br. 1440 REC.. Ludwisshaf. Walem 4% Mein. Hyp. Bank Mannesmann 145.77 ES und 8d?„102,2 Metallgesellschaft. 1580 4½ Pfalz. Hyp. Bank Rhein. Elektr. Mannh. 161.0 1615 i 5 5 Elektr. 144,5 145,5 rr üts g? 3 2 5 DUS TRE- OLSON alggdeftur n e 5 Daimler-Benz 2 Salzwerk Heilbronn 4% Dt. Ind. Bank 39 102,8 102,8 Schwartz Storchen. 150%. 5 Gelsenkirchen v. 36 105,0. Seilindustrie(Wolſt) 141.5 4½ Krupp v. 36. 108,0 108,0 Siemens u Halske 47 Ver. Stahlwerke. 103,2 103,5 Süddeutsche Zucker. 259,0 6 16. Farb. RM-Anl. 28 147,6. Zellstoff Waldhof... 166,0 167,0 ELLEN N BANKEN A. E. G. 178,0„Bayr. Hyp. u..-Bank 183,0 138.0 Aschaffenb. Zellstoff 145,0 145,5 Commerzbank 139.5 189,0 Augsb.-Nürnb. Masch...... Heutsche Ban 146.0 Bayr. Motorenwerke. 9 Brown, Boverie& Cie. 186,5 Contin. Gummi* Daimler-Benz 188.5 Deutsche ErdsI. 166.0 170,0 Dt. Gold u. Silber.. 275,0 275,0) Zwischenkurs. Deutsche Reichsbank. 120,224 Dresdner Bank 137,5 Pfalz. Hyp.-Bank 130,0 Rhein. Hyp.- Bank 157,0 Waſſerſtandsbeobachtungen im Myuat Oktober Rheingegel. 30. 1 2 3. T 4 nee 2 34 g ö Mannbeim 6,04.04.075,71 Abeintelder.00.20 2 61.50..30 Carb..88 4,80.8.30 reach..90-88.45.29•71J Kein.77.51.32.26 Keh!.70.88.45 4, 204.11 ö Stalburg 679 654605.184,00 Necker pegel Naxan 6,42.54.53.270,05 Fannbeim 5, 908.85 5. 98 5. 85 2 Megensäure Ich bitte um erneute Zusendung von 50 groß. Füllung. Ihres Karlssprüdels, der mit hei Magenübersduerung sehr gute Dienste geleistet hat, so daß ich die Kur fortsefz. möchte. Dr. J. Werner, Oberstud.- Dir., Olbernhau, Freiberg. Str. J. 31. 8. 37. 20 grohe flaschen Biskitchener Heilquelle Karlssprudel RH 12.60. 25 grohe flaschen N 14. Msg. 0 28 36 Wiineim Muller lr., Hafenstraße 11, t 216 36, Peter Eixlus, Vverbinclunsskanel lks. Ufer, Ruf 26788087. 183 herumſchwirrte, aber der Mann hat uns mit ſeinen gelehrten Vergleichen hölliſch den Schädel warm ge⸗ macht. Der hat geſagt, Jobſt und Fee Jlau wären ein Paar wie Philemon und Baucis. Wir haben alle mit dem Kopf gewackelt, die alte gute Mutter Sanders⸗Görsfeld, die Pythia der Grenzmark, war auch dabei, und wir haben ſo getan, als wüßten wir die Geſchichte von beſagten Leuten ganz genau. Hatten natürlich keinen blaſſen Dunſt. Ich be⸗ ſtimmt nicht. Mir hat der olle Wodan immer viel mehr imponiert als die römiſchen und griechiſchen Säulenheiligen. Damit Du nicht, wie ich, erſt im Lexikon nachſchlagen mußt, ſchreibe ich es Dir hin: Philemon und Baucis, Geſtalten aus den Meta⸗ morphoſen,(Veränderungen) dez Ovid. Ein Ehe⸗ paar, das glücklich lebte und dem die Götter deshalb und anderer Verdienſte wegen erſparten, daß eins den Tod des anderen überleben ſollte. Im hohen Alter wurden ſie von Zeus in Bäume verwandelt. Na, ſo weit iſt es mit den Ilaus noch längſt nicht. Jobſt iſt als Rittmeiſter verabſchiedet worden und hat ſeine Frau Fee im Kriege kennengelernt. Sie iſt Baltin, und die ganze Geſchichte hat angefangen, als wir beide da oben mit einer Landwehrſchwadron herumzogen. Jetzt iſt ihr Junge ſchon ſo weit, daß Vater ihm nächſtens ein eignes Pferd ſtiften muß, und weil er zum Zureiten zu bequem iſt und der Inſpektor das Pferd mehr als Fortbewegungsmittel betrachtet, ſo iſt er zu mir gekommen. Alſo reite ich neulich mal auf Harlitz heran, ſag' guten Tag und guten Weg und geh' mit Jobſt auf die Koppel. Wir finden auch einen Wallach, den ich meinem Sohn, wenn ich einen hätte, ſofort geben würde, und beſprechen das Weitere: Das Pferd kommt nach Steinbirken, und wenn es ſo weit iſt, mag der Jochen— im Augenblick iſt er noch auf Kriegsſchule, aber er kommt mal in unſer altes Re⸗ giment— ſich öͤräufklemmen. Natürlich werde ich zum Mittageſſen eingeladen, und als wir hereinkommen, ſitzt da— ich denk' mich trifft der Schlag— die Lexa Smorgon! Als Fähnrich und in meinen erſten Leutnants⸗ tagen hab' ich in unſerm lieben alten Neſt ein biß⸗ chen mit ihr geflirtet, aber das wär nichts Ernſtes. Anders wurde es ſchon, als wir im Kriege da oben einrückten. Damals lagen wir bei einem Baron von Dungern im Quartier, und Jobſt und ich waren gewaltig hinter den beiden Mädels her: Jobſt hinter Fee Dungern und ich hinter Lexa Smorgon, die bei den Dungerns wohnte. Steh Du mal plötzlich einer fertigen Frau gegen⸗ über, die Du vor zwanzig Jahren geſehen haſt! Zweimal hab' ich ſie da geſehen. Das erſtemal auf Dungern; damals war Krieg, und es gab noch ein Rußland. Das zweitemal hauſten die Bolſche⸗ wiſten im Baltikum, und ich gehörte zur Armee von der Goltz. Aber hübſch der Reihe nach! Mit dieſer Lexa von heute mußte ich mich erſt abfinden. Du mußt ſchon ziemlich herumrechnen, bis Du es glaubſt, daß ſte Ende der Dreißig iſt. Dieſe Frau iſt ein ganz wun⸗ derbarer Menſch, und es iſt überhaupt eine Schande, daß das ganze Baltikum damals nicht deutſch ge⸗ blieben iſt. Dann wäre nämlich das alles nicht ge⸗ ſchehen. Sie erkannte mich ſofort, gab mir die Hand, und nach ein paar Minuten war es ſo, als wären die Jahre, die zwiſchen unſerer Begegnung lagen, nie geweſen. 1 Fee beobachtete uns die ganze Zeit bei Tiſch, und Jobſt mimte Elefant im Porzellanladen. Beinah' wie damals auf Schloß Dungern!' ſagte er. Ich mag an Dungern nicht gern denken, denn eigentlich war ich ein großer Eſel, und Jobſt Ilau, der ſonſt durchauß nicht fixer iſt als ich, hat mich um Naſenlängen geſchlagen. Ich ſehe ihn noch vor mir, wie er eines Tages den Helm aufſtülpt, zu dem alten Baron zieht und ihn kurz und ſchmerzlos um die Hand ſeiner Tochter bittet. Fee ſagt natürlich ſofort ihr Ja, der Alte hat Hemmungen, wegen des Krieges und der verſchiede⸗ nen Staatsangehörigkeit— die Dungerns waren natürlich Ruſſen— aber das Generalkommando brachte die Geſchichte ins reine, und Jobſt war Ehe⸗ mann. Von dem Erfolg kannſt Du Dich heute noch überzeugen. a (Fortſetzung folgt.] Rheuma Gicbit . 00 Ischias Nervenleiden Folgen von Ferletzungen WORTTEM BERGISCHES STAATS EAD IAlsbad im Schwarzwald Die Herbstkurzeit hat begonnen Ausküntte und Schrfften durch die Staafl. Badverwalfung 100 2 8 büßt getrübte Ehe mal zu einem f Sie, die J durch 9 Abend un wieder zu ihrem Galan käme. hauptſächlich auf ſein Betreiben, einem gemeinſchaftlichen Kinobeſuch ſtrafbar zärtlich Sehr ſuchte die Jüdin zu b gelegtes Geſtändnis ihrem Mann durch ein Anzahl Kaſſibern die entſprechenden Verhaltungsmaßregeln. Strafkammer Mannheim: And ſch Der heute 38 jährige Paul lähmt iſt. Die d 0 vor der Ehe um einen leichtert. Seine letzt Als er nach Hauſe einen Trotzdem 1 8 man b mer dieſer Familienkreis. junge Jüdin, eine arbeite n. miteinander. Auf eine Anzeige hin wurde Neuefeind verhaftet. jetzt ihr urf sprünglich ab⸗ zu widerrufen und gab auch von geſchmuggelten ſonderbar benahm ſich einfluſſen, In der Verhandlung war ſtändig. Er wußte leßlich Naſſe tigen ichen 2 t„Feier“ Kundin der gelähmten Ehefrau. Frau, verdiente ſich nämlich ein paar Mark Nobel ging d. der Ton war gar nicht froſtig. Bei dieſer Gelegenheit ſcheint der Angeklagte ſein Herz an die Jüdin verloren zu haben, obw ja auch, daß ſchande Neuefeind Strafe war im November 1939 ver⸗ e kam, hatte ſeine ſchon lange bekommen. kam ſogar ein⸗ d im erweiterten Der Knacks kam auch es her an di ler wußte, Sie trafen ſich wieder, und wurden die Ehefrau; der Angeklagte ihn nur ein Ge⸗ no ch war de aber es 195 de egermutter 9 ſehnlichen Betrag er⸗ und der Bezüglich des mai, wird in vollem angerechnet. bon einem eine eſem rechnet. Arbeit tsmaid im Reichs daß wegen ihr ein anderer deutſchblütiger Mann auf zweieinhalb Jahre ins Zuchthaus kam. Ja, er nützte ſogar den Tatbeſtand weiblich aus, indem er ihr den denjenigen Mädchen Kohl vormachte, er könne bewerkſtelligen, daß ſie zu dem ſie mit der Ableiſtung des „ginnen müſſen, bereits nach reicht haben. haben, 17 ſie einer anderen nrüſſen. nahme leiſten ſätzlich nicht von der doch werden Mädchen ge⸗ gangen. Am Aubuckel 14. In Meine Hebe, herrensgute Gattin, unsere treusorgende Mutter. Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Erma Brummer geb. Gropp ut am Montag, dem 30. September, für immer von uns ge- Mannheim Feudenhe lm, den 3. Oktober 1940. tle lem Leid: Gustav Brunner mit Kindern nebst Angehörigen. retten kön vom Ge bcht Mädchen, halben Jahre ableiſten, mit einem halben Jahre auf das ee ange⸗ Bleibt ein Mädchen ö das Pflichtjahr voll ab Die Möglichkeit der völligen oder teilweiſen Ab⸗ leiſtung des Pflichtjahrs im Arbeitsdienſt ſteht nur offen, 197 erw eſen, in M 5 e 1. 1 Mannheim hat ein 1955 recht bew„ der bisherigen 1 Straftaten gehörig erkannt. 85 ſeiner fetten Vorſtrafenliſte ſtehen bedenkliche hielt er„nur“ 4 Jahre Zuchthaus, a ita. 3 550 1 Zucht 3, ſchwind.8 e ein und Hetra 3 Monate Unterſuchungshaft. il er ehr Mann. n 3 1 Ja ee 51 6 en eiter handelt hatte, wurden ihm die bürgerlichen Eh e er die Mum elne! rechte auf die Dauer von 5 Jah ren aberkannt. Frau, die ſeit beiden Beinen ge⸗ F. Sch Das Pflichtjahr der Mädchen Arbeitsdienſt Verhältniſſes von Pflichtjahr und Arbeitsdienſt iſt folgendes zu bemerken: Arbeitsdienſt, d. h. der Dienſt als Arbeits⸗ Umfange auf das Pflichtjahr die die normale Dienſtzeit wird dieſe Zeit ein volles Jahr als zarbeitsdienſt, ſo bat ſie damit eleiſtet. dem Zeitpunkt, K Pflichtjahres be⸗ das für den Eintritt in den die in Reiche sarbeitsdienſt vorgeſchriebene Mindeſtalter er⸗ Jüngere Mädchen, einmal in den Arbeitsdſenſt einzutreten. nen dies nicht mit der Ableiſtung des Pflichtfahres verbinden, da ſie— von dem Eintritt in ein Lehr⸗ verhältnis abgeſehen— auf alle Fälle vor der Auf⸗ den Wunſch kön⸗ die Arbeit das Pflichtjahr ab⸗ Die Ableiſtung des Pflichtfahres befreit grund⸗ Reichsarheitsdienſtpflicht. Je⸗ zur Ableiſtung der Reichs⸗ Tel. 210 07. Vom Reeresdienst zurück! staall. geprüfter Dentist 588 und ne bei B ern ſie Zeitraumes in falls ſie bei Ei 5 Lebens fahr vollendet lenlolehe freigeſtellt. die erſter Linie Mädchen, haben, von der pflicht zurückſtellen. ticht mehr Im Reichsarbeitsdienſtmeldeämter, ſtellende Kontingent an Arbeitsmaiden erfüllt iſt, die das Pflichtfahr abgeleiſtet Ableiſtung der Reichsarbeitsdienſt⸗ herangezogen, vor dem 1. Monate ginn der Landarbeit ahr vollendet hatten. E 5 die ihr Pflichtjahr inner der Landarbeit 5s werden mi Landwirtſe ntritt ins Pfli hatten, von de r übrigen ſofern Blick auf Ludwieshafen Motorradler ſchwer verletzt. ſti eßen in Ludwigshafen⸗ Oggersheim, am Buſchweg, Beiwagen mit einem ſchweren„Laſter⸗ ſchwer verletzt; Kraftrad nebſt ſammen. Der Kraftradler wurd e leider climpflicher kam ſein Beifahrer davon. Bubenhände vergriffen ſich htsnutzige Individuum und alaxr mierte die Feuerwehr, ückte natürlich war die we dienen, werden, am allerwenigſten jetzt in Das E. K. 2 erhielten fur dem ide Friedrich Lu x, Gef Ludwigshafen a. Rh., regiment, Eb re cht, a. Rh., t K n app, Og Infanterie⸗Stur eim, Goetheſtraße 25. heim, O Oggersh Bemühung„für gevölkerung täte gut, der Polizei auf die richtige rhelfen, denn mib ſolchen D darf unter keinen Umſtänden Spaß getrieben Bayernſtraße 656, Gefreiter in einem Infanterie⸗Regiment Frieſenheimer Straße 130, Beethovenſtraße 9, zeichen der Gefreite Rich. Kranz, blödſtaniger die ingen, Krier 3zeiten. tapferes reiter in einem November Wei e bder am Oſtmarkplatz in Ludwigshafen am Rh zertrümmerte die daraufhin ſofort aus⸗ Katz“. Spur die dem Gemein⸗ die Schei die werden das zu in Geſtern gegen 14.40 Uhr ein zu⸗ am ein. Verhalten vor Pan de r⸗ Herbert Lud⸗ Gefreiter eiter Orksgruppenleiter Eitelmann wird Ratsherr. Im Rah⸗ men der Montag, ſten Ludwigshafener Ratsherrenſitzung, oßen S 185 des Stadthaufes Süg wird O rts⸗ Verloren goldene P 2. 2 Die Beisetzung fand in aller Stille statt. 55 100 Montag u. Dienstag, 7 Sprechstunden Herrn Schneider persönlich geführt einget Walter Wochenendvagen echt Peddigrohr Das große. Sperialgeschäft Su 7, 15 2 Aumpandunr, Wege J la, 5 Holzſtr. u. Meſſe. Abzugeb. geg. gt. 1 roffen. Meißner Fundbüro. Flügel 1 ſofort ö— Durch der Zeitung Okt., v. 10.—1 u.—6 Uhr Ausstellungs a i peer Schrank werzetraft II imlelen gel. 180„ 130„ 18, Krößrer Amſaz Ang, v. St 8001 d. d Geſchäftsſt. mit Spiegelrückw., Metallſtg. u. Slas⸗ türen z. ſchieben, zu verkf. Sts006 D 7, 19, 2 Trepp. Gut erhaltene Dela werden von 2 ü dün von 14 bis 17 Jahren fur unsere Modelller Abteilung gesucht. Felina-Mieder- Fabriken Langeröſterstraße 1/9 21381 WIr zuchan zum sofortigen oder baldigen Eintritt 1 jüngeren Kontoriſten 1 perfekte Stenot Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften u. 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Die der Bergſtraße hin heute stück vom Stadtinnern ch zurt üchlegt. her D ichter zum Thema 8 elberger Frem⸗ der vor kur⸗ (15 Ul hr) am am 4. tag nachmit tag re ſind es geg an nd ſie das deſſe ſeit einiger ei Reihe 521 Beitr deut erg wird im neueſten Heft bes bt“ mit„Erinnerung an He mit dem di rigen Goe the⸗ 0 ausgezeichneten ßiſchen Dichterin Agnes Miegel,„Weiland Burſch delberg“ von Borrie iherr von Münchhauſen, den wir in Bälde ſe grüßen dürfen, und einem von Ernſt Penzolt aus dem Felde geſandten Beitrag„Die inen von Heidelberg“ überaus eindruckswoll fortgeſetzt. auch mit Bildern wieder reichh ausgeſtattete Heſt jält noch einen Auſſatz Otto Err„Ein neuer en Beitrag Heidelbd chkeit“, wo⸗ mit auf die Be und Gaſtſtättenge⸗ hilſinnen im Schl abgehoben wird. Das 75jährige feierte die bekannte Muſikalienhandlung E. Pfeiffer in der Hauptſtraße. Hinweis Orgelfeierſtunde Arno Laubmaun. Die Reihe der alle drei in der Chriſtuskirche ſtattſindenden Orgel⸗ erſtunden von Arno Landmann wird am kommenden Sonntag, den 6. Oktober, 17 Uhr, fortgeſetzt. Das Pro⸗ Max Regers. Die Ge⸗ Doepner⸗Langheinz gramm gilt dem großen Schaffen ſangſoli hat die Altiſtin Gerta D übernommen. V Herren-Winter-Ulster 38 492 Herren-Winter- Ulster nledtige prelslegen 382 69. Hauptprelslagen 79 86 97 109 ut möbl. Zimm. f. Ehep., m. Kochgel. (auch vorübergh.) zu verm. Kalſer⸗ king 46, 2 Trepp. ſffittee, 5 „: Möbliert. 500 bl. 5. Tr. hoch, ſofort zu verm. 21 283 Klingel links. ſof. 155 vm. Haas, J 7, 16, 1 Treppe 8. U, IV, x. 21 398 3 ſofort zu vm. b. Ludwig — ort zu ver⸗ . S13019 2, 21, Wacker. Mohl. Zimmer g 12. 281 f unterſte fülnob. Inner Unsere Annahme für Anzeigen zamslag-Sonnlag- Ausgabe Neue Mannheimer Teifung, R 1,-6 iat täglich von.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Anzeigen, die bis um.00 Uhr vormittags auf- gegeben sind. köpnen noch am gleichen Tage erscheinen. Wir bitten die Auftraggeber, mög- lichst am Tage vorher die Manuskripte zu übergeben, damſt der Satz auch ordnungsgemäß ausgeführt werden kann.— Für unsere bitten wir, nicht bis zum zuſlersten Termin. Samstag.00 Uhr, zu warten. da für diese Aus- gabe die Arbeit besonders umfangreich ist. zu verm. St2969 . Sia Acidochieucled Ndfbi klei? 8 5 E Brigitte Horney- Willy Birgel! us tler ische IIImk Ur Ver douverneur! Beginn: Beiprogramm.15.4%.40 Beginn: Hauptfilm.05.05.25 Reste werden zu Vorleger gewebt 5 8, 14 nagda Schneider. WIIIT FORST 3. 1 Ich kenn m Hehe Dich Die neueste Krlegtwochentchau 12 85 9 d zne⸗ henberzen! i ergreitende Drama eines Made n Bergen— ein Schauspiel aus den 5 m der 1 0b F 11 — 5 7 Konditorei 25 E und Kaffee 8 e 0 2. 14 „ Ritt Nack ad Ab Sonntag, den 8. Oktober 9 EIn H 3 Ha theyer l 5 55 Kleſchnamigen Bühnenstlek v. Mar Neal ist mein Geschsft je den 8 a* Edgard Kbek— Winnle. Vozelsanz 81 3— Erna Fentsch 3 wieder geöffnet 1 0 5 1— G. eke. 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