Erſcheinungsweiſe: Täglich 2mal außer Sonntag. Bezugspreise Fret Haus monatlich.08 Mk und 62 Pfg. Trägerlohn. in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt.25 Mk. durch die Poſt.70 Mk. einſchl 60 Pig Poſtbef.⸗Geb. Hierzu 72 Pfg Beſtellgeld. Abholſtellen: Wald⸗ hofſtr. 12, Kronprinzenſtr. 42. Schwetzinger Str 44, Meerfeldſtr. 18, Ne Fiſcherſtr. 1. Fe Hauptſtr. 63 W Oppauer Str. Se Lufſenſtr. 1. Abbeſtellungen müſſen bis ſpäteſt. 25. f. d. folgend Monat erfolgen. Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Schriftleitung u. Hauptgeſchäftsſtelle: N 1,-6. Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe Nummer 17590— Drahtauſchrift: Nemazeit Mannheim Anzeigenpreiſe: 22 mm breite Millimeterzeile 9 Pfennig, 79 mm breite Textmillimeterzeile zahlende Familien⸗ und Gelegenheitsanzeigen beſondere Preiſe. Allgemein gültig iſt die Anzeigen⸗Preisliſte Nr. 5. Bei Zwangs⸗ Einzelpreis 10 Pf. 50 Pfennig. Für im voraus zu be⸗ vergleichen oder Konkurſen wird keinerlei Nachlaß gewährt. Keine Gewähr für Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderenPlätzen und für fernmündlich erteilte Aufträge. Gerichtsſtand Mennheim. Mittag⸗Ausgabe A Donnerstag, 25. Juli 1935 146. Jahrgang— Nr. 336 8 Im Lichte der Amſtände und der Völkerbundsſatzung“ Meldung des DNB. — London, 24. Juli. Im Unterhaus wurden am Mittwochnachmittag wieder mehrere Anfragen über die italieniſch⸗ abeffiniſche Streitfrage geſtellt. Außenminister Sir Samuel Hoare erwiderte u.., daß die Frage eines Vorgehens der Völkerbundsmitglieder im Falle, daß irgendein Mitglied in das Gebiet eines anderen Landes einmarſchiert, eine Amgelegenheit ſei, die„i m Lichte der Umſtände und der Völker⸗ bundsſatzung“ beſtimmt werden werde. Er hoffe, noch vor der Vertagung des Unterhauſes eine Erklärung über die Ausfuhr von Waffen nach Italien und Abeſſinien abgeben zu können. Soweit er unterrichtet ſei, habe die franzöſäſche Regie⸗ rung die Waffenausfuhr nach Italien und Abeſſinien verboten. Auf eine weitere Frage antwortete Hoare, er habe dem amerikaniſchen Botſchafter bereits die Befriedigung der engliſchen Regierung über die kürzlichen Aeußerungen des amerikaniſchen Staats⸗ ſekretärs ausgedrückt, die ſich auf die Verpflichtungen der Unterzeichnerſtaaten des Kellogg⸗Paktes bezogen. Die engliſche Regierung werde ſtets bereit ſein, mit der amerikaniſchen Regierung bei den Bemühungen 85 Aufrechterhaltung des Friedens zuſammenzuar⸗ eiten. Londoner Nachrichten zum Steeit um Abeſſinien Meldung des DNB. — London, 25. Juli. Zum italieniſch⸗abeſſiniſchen Streit ſchreibt die „Times“, die franzöſiſche Regierung wänſche ihre Freunoſchaft mit Italien aufrechtzuerhalten und die diplomatiſche Zuſammenarbeit der drei Streſa⸗ Mächte zu ſichern. Man glaube aber, daß Paris jetzt einſehe, daß Freundſchaft und Zuſammenarbeit nur zuſammenhalten könnten, wenn Rom weiterhin ſeine 5 gemäß der Völkerbundsſatzung er⸗ e. Aus Adörs Abeba wird gemeldet, daß dort eine neue italieniſche Note eingetroffen ſei. Ferner wird berichtet, es habe große Heiterkeit er⸗ regt, daß die italieniſchen Konſuln in Harrar und Gonda an den dortigen Gehurtstagsfeiern für den Kaiſer teilgenommen hätten, während der italieniſche Geſandte in Addis Abeba als einziger Diplomat dem Empfang ferngeblieben ſei. Uebrigens ſoll auch der amerikaniſche Präſident Rooſevelt an den Kaiſer zu deſſen Geburtstag„herzliche Glückwünſche“ ge⸗ ſandt haben. Nach einer Meldung aus Alexandria dauern die italieniſchen Ankäufe an. Mehr als 300 Ford⸗ Laſtkraftwagen mit Erſatzteilen ſeien dort zur ſofortigen Verſchickung nach Eritrea angekauft worden. Der Nationale Rat der britiſchen Ar⸗ beiterbewegung hat eine Erklärung veröffent⸗ licht, in der es heißt, der italieniſche Faſchismus ſuche in Afrika einen Ausweg aus ſeinen wirtſchaft⸗ lichen, finanziellen, politiſchen und kulturellen Schwierigkeiten. Völkerbundsſatzung und Kellogg⸗ pakt ſeien in Gefahr. Der Nationale Arbeiterrat fordert die Regierung auf, ſofort eine öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates zu beantragen. Abeſſinien braucht Geld und Munition (Funkmeldung der NM.) O London, 25. Juli. Der abeſſiniſche Geſandte in London, Dr. Martin, äußert ſich auch weiterhin mit großer Offenheit über ſeine Pläne. In einer Preſſeunterredung ſagte er, er ſuche zunächſt zwei Millionen Pfund Sterling und dann womöglich weitere fünf Mil⸗ lionen Pfund aufzutreiben. Urſprünglich ſolkte dieſes Geld für die wirtſchaftliche Erſchließung Abeſſiniens verwendet werden, aber der drohende Krieg habe fetzt den erſten Anſpruch darauf. Er hoffe, die britiſche Regierung werde Kredite für den Ankauf don Waffen gewähren. In Abeſſinien ſei eine be⸗ ſondere Kriegsſteuer eingeführt worden, die etwa fünf Millionen Pfund einbringen ſolle. Vor allem ſei Munition für Mauſergewehre nötig und viel Munition, weil der Krieg vielleicht lange dau⸗ ern werde. Von den Geſchützen ſeien einige neu, andere hingegen ſeien 1896 den Italienern bei Adua abgenommen worden. Hierzu kämen noch eine An⸗ zahl Maſchinengewehre und fünf bis zehn Flug⸗ zeuge. Ueber die Stärke des Heeres drückte ſich der Geſandte nicht deutlich aus. Er ſagte nur, alle Män⸗ ner würden ihr möglichſtes tun, und die 1 nen würden ſie begleiten und für ſie kochen un“ waſchen. Im Regierungsviertel von Addis Abeba Gegenüber dem Parlament, vor dem ein barfüßiger Poſten Wache hält, liegen der alte kaiſerliche Palaſt und das Mauſoleum des großen Kaiſers Menelik (Weltbild,.) Im Deutſchlandlager der Ein Beſuch und eine Anſprache des Reichsminiſters Dr. Frick im Lager D N B. — Berlin, 24. Juli. Am Mittwoch beſuchte Reichsminiſter Dr. Frick in Begleitung des Stellvertreters des Reichsjugend⸗ führers Stabsführer Hartmann⸗Lauterbacher, Major Liepold und des Landrats des Kreiſes Oſt⸗Prignitz SS-Oberführer Graf Wedel das Deutſchlandlager der Hitlerjugend in Kuhlmühle bei Rheinsberg. Dr. Frick beſichtigte alle Lagerabteilungen und nahm am Mittageſſen aus der Lagerküche teil. Reichs miniſter Dr. Frick ſprach dann zur Jugend. Er wies darauf hin, daß der Aufenthalt in dieſem ſchönen märkiſchen Lager einer körperlichen Ertüchtigung diene und daß die Jugend hier Erholung finden ſolle nach der Arbeit in Schule oder Werkſtatt. Ueber der körperlichen Er⸗ tüchtigung ſolle aber die geiſtige Schulung nicht ver⸗ geſſen werden, die mindeſtens ebenſo wichtig ſei Meldung des Dieſe Schulung beſtehe vor allem darin, den Geiſt⸗ der Volksgemeinſchaft zu erfaſſen, den Geiſt der Ka⸗ meradſchaftlichkeit, der ſie durch ihr ganzes Leben ge⸗ leiten werde. Der größte deutſche Fehler, ſo fuhr er fort, das Erbübel der Deutſchen, iſt immer die nationale Zerriſſenheit geweſen. Es iſt das große Werk unſeres Führers Adolf Hitler, daß er dieſe Gegen⸗ ſätze überwunden hat. Heute ſteht das deutſche Volk in einer Ge⸗ ſchloffenheit da, wie wir es niemals in der deutſchen Geſchichte erlebt haben. Das iſt es, was ihr auch hier aus dieſem Lagerleben mit nach Hauſe nehmen ſollt, dieſes Gefühl der deutſchen Volksgemeinſchaft, der abſoluten Kamerad⸗ ſchaftlichkeit, des Zuſammenſtehens und des Zuſam⸗ menhaltens, komme was kommen mag. Wenn Kör⸗ perertüchtigung und Geiſtesſchulung die Ziele ſind, die allen Lagern der Hitlerjugend gemeinſam ſind, ſo fſt hier in dieſem Deutſchlandlager noch etwas ganz beſonderes vorhanden: Zum erſten Male iſt es gelungen, deutſche Jungen aus aller Welt wieder zuſammen⸗ zuführen in der Gemeinſchaft des Deutſch⸗ landlagers. Es war ein ausgezeichneter Gedanke der Reichs⸗ jugendführung, hier ein Deutſchlandlager zu ſchaffen, wo nicht nur die Jugend aus dem Reich, ſondern darüber hinaus auch die deutſche Jugend aus der ganzen Welt ſich zuſammengefunden hat, um dieſes gewaltige Erlebnis im neuen Deutſchland zu teilen. Ihr kommt aus Ueberſee, aus allen Teilen der Welt habt ihr euch hier zuſammengefunden und tauſcht nun eure gegenſeitigen Erfahrungen und Er⸗ lebhniſſe aus, und daraus allein ſchon wächſt ein tiefes Zuſammengehörigkeitsgefühl aller Deutſchen. Gewiß, politiſch ſind wir ge⸗ trennt in verſchiedene Staaten, und jeder Deutſche, der nach ſeinem Blut zwar deutſch iſt, aber politiſch einem anderen Staat angehört, wird ſich auch durch das gemeinſame Deutſchtum nicht abhalten laſſen, auch die Pflicht gegenüber ſeinem Staate zu erfüllen. Was wir hier pflegen wollen und wogegen nie⸗ mand in der Welt etwas einwenden kann, iſt, daß wir deutſches Volkstum und deutſche Kultur als das gemeinſame Bindemittel pflegen und kräftigen wollen. Geht geſtärkt mit einem neuen Deutſch⸗ tumsgefühl, mit dem Gefühl, daß ihr euch trotz an⸗ derer politiſcher Zugehörigkeit doch als Deutſche fühlt, oͤaß ihr euer Volkstum bewahren und es auch in einer fremden Umgebung nicht ablegen wollt. Das iſt der Sinn dieſes Lagers. Niemals hat es in Deutſchland eine Regierung gegeben, die ſo grund⸗ ſätzlich und ſo vorbehaltlos das deutſche Volks⸗ tum zum Mittelpunkt und zum Kern⸗ punkt ihrer ganzen Politik gemacht hat, wie die Regierung Adolf Hitlers. FItalieniſche Maſſenkundgebungen für Muſſolinis Oſtafrikapolitik (Funkmeldung der NM.) (Rom, 24. Juli. Als Antwort auf die jüngſten politiſchen Ereig⸗ niſſe fanden im Laufe des Dienstagabends Verſamm⸗ lungen ſtatt, die von den örtlichen faſchiſtiſchen Verbänden veranſtaltet wurden und Sympathie⸗ kundgebungen für den Duce und ſeine Oſtafrikapoli⸗ tik darſtellten. An zahlreichen Feiern nahmen auch die für Oſtafrika mobiliſierten Truppen teil. Ueber⸗ all wurden große Reden gehalten, in denen die Miß⸗ achtung des ganzen Volkes für die gegenwärtigen diplomatiſchen Bemühungen zum Ausdruck kam und in denen beſonders auf die kürzlichen Erklärungen des Duce im„Echo de Paris“ hingewieſen wurde. Flammender Proteſt wurde gegen den japani⸗ ſchen Stimmungswechſel und die Aufhebung des Waffeneinfuhrverbotes nach Abeſſi⸗ nien durch England erhoben. Ganz beſonderes Aufſehen erregte darüber hinaus die letzte Nach⸗ richt, daß England nunmehr auch die Waffendurch⸗ fuhr durch ſeine Kolonialgebiete unbehindert geſtat⸗ ten will. Der Aboot-Bau der Sowjetunion Meldung des DNB. J — London, 25. Juli. Der Marinemitarbeiter des„Daily Tele⸗ graph“ will von zuverläſſiger Seite erfahren haben, daß die Sowjetunion im vergangenen Monat ihr 60. -Boot auf Stapel gelegt habe. Vor vier Jahren hätten die Sowjets nur 15 größtenteils veraltete -Boote beſeſſen. Anfang 1997 würden mindeſtens 55 Sowjet⸗U⸗Boote modernſter Bauart in Dienſt Friedensbrecher? ſein. Der Hauptſtützpunkt ſei Kronſtadt, aber viele andere befänden ſich in Wladiwoſtok. Ihre dor⸗ tige Anweſenheit verurſache Unruhe in Japan. Kleinere Küſten⸗U⸗Boote hätten ihren Stützpunkt in Nikolajew am Schwarzen Meer. Auch einige Kreu⸗ zer und Zerſtörer befänden ſich im Bau. Zwei alte Schlachtſchiffe würden moderniſiert. Die ſowjetruſ⸗ ſiſche U⸗Boot⸗Flotte werde binnen kurzer Zeit der britiſchen überlegen ſein, wenn dies nicht ſchon der Fall ſei. Ruheſtörungen bei einer Mosley⸗Verſammlung — London, 25. Juli. Während einer Verſamm⸗ lung im Rathaus zu Stratford, wo Sir Oswald Mos⸗ ley eine Anſprache hielt, kam es zu großen Ruhe⸗ ſtörungen. Beſondere Aufregung entſtand, als der Redner erklärte, hinter dem„heulenden Mob des Kommunismus“ verberge ſich der internationale jüdiſche Finanzmann. Zum italieniſch⸗abeſſiniſchen Streit meinte Mosley, England ſollte ſich freuen, wenn eine große ziviliſierte Macht in einem Lande von Sklavenhändlern für Ordnung ſorge. Vier Störenfriede wurden während der Rede von Schwarzhemden gewaltſam aus dem Saale ent⸗ fernt. Die Indienvorlage endgültig verabſchiedet — London, 24. Juli. Die Indienvorlage wurde am Mittwoch vom Oberhaus in dritter Leſung ohne Abſtimmung angenommen. Damit iſt das große Ge⸗ ſetzeswerk vom engliſchen Parlament endgültig ver⸗ abſchiedet. Töoͤliche Schüſſe im argentiniſchen Senat Meldung des DN B. — Buenos Aires, 24. Juli. Im argentiniſchen Senat kam es geſtern nachmit⸗ tag zu ſtürmiſchen Auftritten, als während der Aus⸗ ſprache der Senator de la Torre den Finanz miniſter Dr. Pinedo als Feigling be⸗ zeichnete. Als der Miniſter daxauf auf ſeinen Beleidiger zueilte und dieſem der Senator Borda⸗ behere zu Hilfe kommen wollte, ſielen von der Zuhörertribüne plötzlich Schüſſe. Borda⸗ behere ſank ſchwer verwundet zuſammen, während der im Senat anweſende Abgeordnete Manzini ebenfalls durch einen Schuß nieder⸗ geſtreckt wurde. Bordabehere iſt noch auf dem Wege zum Krankenhaus geſtor ben. Die ſofort auftauchenden Gerüchte, daß auch der Finanzminiſter verwundet worden ſei, haben ſich nicht beſtätigt. Dagegen wurde nachträglich bekannt, daß auch der Landwirtſchaftsminiſter Duhau durch einen Streifſchuß au der Hand leicht verletzt wurde. Außerdem kam er zu Fall, brach drei Rip⸗ pen und erhielt eine Leberquetſchung. Als Urheber der Schießerei wurde der 42jährige ehemalige Poli⸗ zeikommiſſar Ramon Valdez Cora verhaftet. Das Senatsgebäude wurde ſoſort von der Polizei beſetzt und abgeriegelt. 1700 deulſche Turner in Kopenhagen Meldung des D. N B. — Kopenhagen, 24. Juli. Der Dampfer„Columbus“ des Norddeutſchen Lloyd traf am Mittwoch mit 1700 deutſchen Turnern und Turnerinnen an Bord in Kopenhagen ein. In⸗ folge des großen Tiefganges mußte der Dampfer etwa drei Seemeilen außerhalb des Hafens vor Anker gehen. Die Reiſenden wurden mit den Booten der„Columbus“ an Land gebracht. Einer Rundfahrt durch Kopenhagen folgte ein Ausflug nach Noröſee⸗ land. Am Abend fanden im Stadion Vorführungen däniſcher Turner ſtatt, die bei den 3000 Zu⸗ ſchauern ſtarken Beifall hervorriefen. Das Stadion war mit den Flaggen Dänemarks und des Dritten Reichs geſchmückt. Deutſche Turner und Turnerinnen aus Niederſachſen führten Turn⸗ übungen und Kämpfe vor. Neue Kontrollbehörde für Alkoholhandel in Uu S2 — Waſhington, 25. Juli. Das Repräſentanten⸗ haus nahm mit 299 gegen 100 Stimmen die Regie⸗ rungsvorlage an, die die Schaffung einer ſtändigen Bundesbehörde zur Regelung des Alkoholhandels vorſieht. Die neue Behörde wird die frühere Kon⸗ trollbehörde erſetzen, die öͤurch die Entſcheidung des Oberbundesgerichts über die Nira aufgehoben wor⸗ den war. Entgegen den Wünſchen Rooſevelts wird die neue Behörde eine Unterabteilung des Schatz⸗ amtes bilden und nicht als unabhängige Bundes⸗ behörde arbeiten. Die Vorlage geht nunmehr dem Setiat zu. 2. Seite/ Nummer 336 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, 25. Juli 1935 Neue Organiſationsform des NS-Dozentenbundes Meldung des DNB. Berlin, 25. Juli. Die NS teilt mit: Der Stellvertreter des Füh⸗ rers erläßt folgende Anordnung: 1. Der NS⸗Dozentenbund wird in ſeiner bis⸗ herigen Organiſationsform als Untergliede⸗ rung des NS⸗Lehrerbundes aufgelöſt. 2. Alle Parteigenoſſen an den Hochſchulen, ſoweit ſie Hochſchullehrer lordentliche, außerordentliche uſw. Profeſſoren, Privatdozenten und Hochſchulaſſiſtenten) ſind, werden— unbeſchadet ihrer Mitglieöſchaft im Ne⸗Lehrerbund— zu einem NS⸗Dozentenbund zu⸗ ſammengefaßt. 8. Mitglieder dieſes NS⸗Dozentenbundes können nur Parteigenoſſen ſein. 4. Der NS⸗Dozentenbund beſitzt keine Finanzhoheit, darf von ſeinen Mitgliedern keine Beiträge erheben. 5. Der NS⸗Dozentenbund wird als Gliederung der NSDAP in diefe in derſelben Form eingeglie⸗ dert wie der J 5⸗Studentenbund. 6. Der NS⸗Dozentenbund und der NS⸗Studen⸗ tenbund ſtellen gemeinſam die offizielle Parteiglie⸗ derung an den Hochſchulen dar. Beide Organiſatio⸗ nen ſind in ihrem Arbeitsbereich ſelbſtändig, haben aber auf das engſte zuſammenzuarbeiten, wobei in allgemeinen hochſchulpolitiſchen Fragen, die nicht nur ſtudentiſche Belange betreffen, die Führung dem NS⸗Dozentenbund zukommt. 7. Zum Reichsamtsleiter des NS⸗Dozentenbun⸗ des ernenne ich den Pg. Profeſſor Dr. Walter Schultze, München. München, den 24. Juli 1935. gez.: eigene alſo R. Heß. * Der NS⸗Lehrerbund gibt bekannt: Hiermit berufe ich den Reichsamtsleiter des NS⸗ Dozentenbundes, Pg. Profeſſor Dr. Walter Schultze, München, als Fachſchaftsleiter der Fachſchaft 1(Hoch⸗ ſchulen) in den NS⸗Lehrerbund und damit in deſſen Reichsamtsleitung. Die gleiche organiſatoriſche Regelung wird in den Gauen durchgeführt. München, den 24. Juli 1935. t. V. gez.: Kolb. 15 Um die unbedingt notwendige enge Zuſammen⸗ arbeit mit dem NS⸗Lehrerbund ſicherzuſtellen, ordne ich hiermit an, daß ſämtliche Mitglieder des NS⸗ Dozentenbundes Mitglieder des NS⸗Lehrerbundes ſein müſſen. München, den 24. Juli 1935. gez.: Stiftungen für den Reichswellkampf der SA — Berlin, 25. Juli. Reichsſchatzmeiſter Schwarz hat, wie die NSR meldet, für den Reichswettkampf der SA den Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung geſtellt. Stabschef Lutze dankte mit folgendem Telegramm: ö „Für die zum Reichswettkampf der SA zur Ver⸗ fügung geſtellten 100 000 Mark übermiktle ich Ihnen den herzlichen Dank der ganzen SA Deutſchlands. Die SA wird durch beſondere Leiſtungen die geſtif⸗ teten Preiſe ſich wirklich verdienen und vor allem Ihre Verbundenheit mit der SͤA nie vergeſſen. 5 Ihr Lutze.“ Ebenſo hat der Befehlshaber der preußiſchen Landespolizei, Generalleutnant Daluege, zum Reichswettkampf der SA den Betrag von 1000 Mark zur Verfügung geſtellt. Auch ihm wurde vom Stabs⸗ chef gedankt. Dr. Schultze. 1 26 Kommuniſten in Warſchau verhaftet O Warſchau, 25. Juli.(Funkmeldung der NM.) Im Rahmen einer umfangreichen nächtlichen Haus⸗ ſuchung bei jugendlichen Kommuniſten in Warſchau ind 26 Kommuniſten, zumeiſt Juden, verhaftet wor⸗ den. Man fand bei ihnen belaſtendes Material in erheblichen Mengen. Meldung des DN B — London, 24. Juli. Die Mitglieder der Britiſh Legion ſind am Mitt⸗ woch von ihrer Deutſchlandreiſe nach London zurück⸗ gekehrt. Bei der Ankunft auf dem Bahnhof Liver⸗ pool⸗Street äußerte ſich Major Fetherſtone⸗Godley ſehr befriedigt über den Verlauf des Beſuchs, und gab ſeiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Reiſe weſentlich zur Förderung der gegenſeitigen Verſtändigung und des Vertrauens(goodwill) bei⸗ tragen werde. Auch die übrigen Mitglieder der Ab⸗ ordnung hielten mit ihrer Befriedigung über die Herzlichkeit des Empfangs in Deutſchland nicht zurück. Ihre Aeußerungen gipfelten durchweg in der Feſtſtellung, daß in Deutſchland auf allen Seiten der echte Wunſch nach einem beſſeren Einvernehmen und nach Freundſchaft mit Englaud herrſche. Major Fetherſtone⸗Godley führte einem liſchen Preſſevertreter gegenüber u. a. aus: „Die Deutſchen und wir hoffen, daß die ehe⸗ maligen Frontkämpfer, nicht nur Großbritanniens und Deutſchlands, ſondern auch Frankreichs, für die Sache des Friedens zuſammenarbeiten werden. Das Beſuchsprogramm war ſehr umfangreich, und wir haben alles geſehen, was wir zu ſehen wünſchten. Die Verhältniſſe in Deutſchland unterſchei⸗ den ſich nach meiner Meinung erheblich von einigen der Eindrücke, die über Deutſchland) in England herrſchen. Um dieſe Eindrücke loszuwerden, iſt ganz entſchieden ein Beſuch erforderlich und eine Kenntnis der Dinge aus erſter Hand. Wir hatten lan ſich) nur mit den ehemaligen Front⸗ kämpfern zu tun, aber in Deutſchland iſt es ſchwie⸗ rig, Frontkämpferfragen von nationalen Ange⸗ legenheiten zu trennen, weil ſich die gegenwärtige Regierung zum großen Teil aus ehemaligen Front⸗ kämpfern zuſammenſetzt.“ Der Führer der britiſchen Abordnung kam dann auf die deutſche Jugendbewegung zu ſpre⸗ chen, die offenkundig einen großen Eindruck auf ihn gemacht hat.„Was wir ſahen,“ ſo erklärte er, y iſt in keinem Sinan militariſtiſch. Die deutſche Jugend pflegt die Körperertüchtigung, aber es iſt kein mili⸗ täriſcher Drill irgendwelcher Art. Die Jungen tra⸗ gen keine Waffen und es wird ausgezeichnete Ar⸗ beit geleiſtet, die Jugend körperlich auf der Höhe zu halten. Wir hoffen, daß wir als ein Ergebnis unſeres Beſuches in der Lage ſein werden, Beſuchs⸗ eng⸗ Engliſche Frontkämpfer über ihre Deutſchlandreiſe Major Fetherſtone⸗Godley berichtet ſeinen Landsleuten über ſeine Eindrücke austauſche zwiſchen den Kindern der ehe⸗ maligen Frontkämpfer beider Länder einzu⸗ richten. Das wird erheblich dazu beitragen, das gegenſeitige Verſtehen zu fördern, das heute ſo weſentlich iſt. Wir hoffen ferner, daß in naher Zukunft ein offi⸗ zieller Beſuch deutſcher e hemaliger Frontkämpfer zum Studium der Organiſation der Britiſh Legion und auch der Angelegenheiten in England vor ſich geht. Je eher dieſer Beſuch abge⸗ ſtattet wird, um ſo beſſer iſt es, denn es beſteht kein Zweifel darüber, daß es viele Leute in Deutſchland gibt, die in völliger Unwiſſenheit über England und das engliſche Volk leben.“ Die Mitglieder der Abordnung ſtatteten be⸗ kauntlich auch einem der fünf deutſchen Kon⸗ zentrationslager einen Beſuch ab. In dieſem Lager ſind zur Zeit 3400 Gefangene unterge⸗ bracht, davon ſchätzungsweiſe 75 v. H. po⸗ litiſche Gefangene und die anderen ver⸗ brecheriſche Elemente. Alle Gefangenen ſcheinen ſich geſundheitlich außer⸗ ordentlich wohl zu befinden und es ſcheint ein aus⸗ gezeichneter Gedanke zu ſein, Gefangene lieber in dieſer Art zu halten als ſie in ein Gefängnis ein⸗ zuſperren.“ „Hitler“, ſo erklärte Major Fetherſtone⸗ Godley weiter,„habe auf ihn den Eindruck eines praktiſchen Idealiſten gemacht. 5 Der größte Teil der Unterhaltung mit ihm ſei eine Plauderei über Erlebniſſe an der Weſtfront ſowie über das Wohlergehen der ehemaligen Frontkämpfer geweſen. Hitler ſprach ſich ganz entſchieden dafür aus, daß die ehemaligen Frontkämpfer zuuſammen⸗ kommen müßten, um ſich bei der Sicherung des Friedens beizuſtehen. Die ganze Nation, ſo erklärte Hitler, iſt gegenwärtig von dem Gedanken durch⸗ drungen, für die Sache Deutſchlands zuſammen⸗ zuſt ehen. Wenn Freunblichkeiten töten könnten, wür⸗ den wir heute nicht hier ſtehen. Alles, was getan werden konnte, wurde für uns getan. Und ſelbſt wenn alle offiziellen Empfänge und Ar⸗ beiten vorüber waren und wir einen ruhigen Au⸗ genblick in einem Reſtaurant ſuchten, ſtanden die Leute von ihren Tiſchen auf und jubelten uns zu. Eine ſolche Entfaltung guter Kameradſchaft und freundlicher Gefühle verurſachte in uns eine un⸗ geheure freudige Erregung. Zweifellos herrſcht auf der Straße ein echter Wunſch nach Freu n d⸗ ſchaft mit England. Nach meinen Beobach⸗ tungen bin ich überzeugt, daß dieſe Stimmung nicht durch irgendeinen politiſchen Beweggrund oder durch Regierungspropaganda inſpiriert wird.“ f Meldung des T NB. ö — London, 24. Juli. Die geſpannte Lage in Ulſter und in einigen Teilen des Jriſchen Freiſtaates dauert an. In Gal⸗ way riſſen iriſche Hafenarbeiter die engliſche Flagge von einem aus Belfaſt kommenden Schiff herunter und bedrohten die Beſatzung mit Tätlichkeiten, falls ſie an Land gehen würde. In Limerick haben die Hafenarbeiter ebenfalls die Ausladung nordiriſcher Güter verweigert. Wie aus Belfaſt weiter gemeldet wird, ſind dort die katholiſchen Hafenarbeiter nicht mehr an die Arbeit zurückgekehrt, da ſie ſich vor den Drohungen der proteſtantiſchen Gegner fürchteten. Vor dem„blutigen 12. Juli“ waren 400 katholiſche Hafenarbeiter in Belfaſt angeſtellt. Ein Mühlen⸗ werk mußte geſchloſſen werden, weil 20 proteſtantiſche Mädchen die Arbeit verweigerten, bis ſämtliche ka⸗ tholiſchen Angeſtellten entlaſſen ſeien. Eine 19fährige ee Die Religionskämpfe in Irland Fabrikarbeiterin iſt öͤurch eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel verletzt worden. Bisher ſind beim Stadtrat von Belfaſt 440 Schadenerſatzfor d e⸗ rungen in Höhe von 15 000 Pfund wegen böswil⸗ liger Verletzungen eingereicht worden. 6 Neuerdings iſt es in Belfaſt auch zu ſchweren Reibungen mit italieniſchen Familien gekommen. Mehrere italieniſche Familien ſind ſchwer bedroht worden, und drei von ihnen wur⸗ den mit Gewalt aus ihren Wohnungen entfernt. Die italteniſche Kolonie hat dieſerhalb Vorſtellungen bei dem Konſul in Belfaſt erhoben und um Schutz vor den Feindſeligkeiten gebeten. Von italieniſcher Seite ſind Repreſſalten ergriffen worden, indem italteniſche Aufträge an Belfaſter Firmen in Höhe von einer halben Millionen Mark zurückgezogen worden ſind. Der Oberrichter von Nordirland, Sir William Mobre, erklärte in einer Anſprache an den Stadtrat von Belfaſt, daß die Unruhen durch drei Klaſſen von Menſchen verurſacht würden: 1. durch Leute, Alarm Von Grenadier Alfred Vohrer, I. Inf.⸗Regt. Ludwigsburg Es iſt 2 Uhr nachts. Nirgends brennt mehr ein Licht. Der letzte Schritt iſt läugſt verhallt. Stille und Frieden liegt über unſerer Kaſerne. Nur ab und zu löſt ſich die Geſtalt des Poſtens von der tiefſchwarzen Mauer. Plötzlich, zur gleichen Sekunde, brüllen in allen Gängen die Sirenen. Alarm. doch alles bleibt dunkel. Keine Lampe flammt auf. Die Sire⸗ nen ſchweigen wieder und nach außen iſt es ſtill wie zuvor, Doch im Innern, da lebt es auf. Decken und Teppiche fahren zurück. Und nun beginnt ſich jene in harter Schule anerzogene Ordnung abzuſpielen, die oft— unverſtändlicherweiſe— mißverſtanden wird, jedoch unendlich wertvoll iſt und ſchon die Grundlage für ſo viele Erfolge abgegeben hat. Glänzend ſind alle Griffe aufeinander einge⸗ ſpielt. Dabei bleibt es ſtockfinſter in den Räumen. Kein Wort fällt zu viel. Denn den echten Soldaten drängt ſeine Pflicht, eilfertig zur Stelle zu ſein.. Schnell werden noch zu zweien die Teppiche und Zeltbahnen auf die Torniſter gerollt. Alles, was zur feldmarſchmäßigen Bereitſchaft nötig iſt, ſtaut werden. * 77 Inzwiſchen ſind auch die außerhalb der Kaſerne wohnenden Soldaten geholt und iſt Munition her⸗ Alles greift ineinander wie Die Tore im Kaſernenrund öffnen wird es lebendig auf dem weiten Platz. Jede Kompanie weiß genau ihren Antrittsplatz und die alarmierte Formation Haupt⸗ knapp und kurz die Lage er⸗ beigefahren worden. ein Automat. ſich und nun in wenigen Minuten iſt angetreten, Die Führer melden ſte dem mann, der ſeinerſeits klärt und die Aufgaben verteilt. Da nun jeder Weg und Ziel weiß, macht die Span⸗ Raſch wer⸗ Mann eine eiſerne Portion und Damit der Magen unter⸗ wird er auch noch Kurze Kommandorufe ordnen dann nung einer gewiſſen Beruhigung Platz. den noch für je 2 Verbandzeug ausgegeben. wegs keine Dummheiten macht, flink verſorgt. muß ver⸗ Hauptmanns markige Stimme hallt über den Hof: „Kompanie Marſch!“ Die Torflügel ſchwenken zur Seite. Und in gleichmäßigem hartem Rhythmus, in dem ſo viel Treue und Kameradſchaft mitſchwingt, marſchieren wir hinaus, um die geſtellten Aufgaben pflichtgemäß zu löſen. Wir müſſen leider manchmal fühlen, daß ſolche Uebungen hier und da mit einem überlegenen oder unverſtändigen Lächeln bewertet werden. Es geſchieht dies nur von ſolchen Menſchen, die darin nur eine„unnötige Unterbrechung eines guten Schlafes“ ſehen. Sie ſind zu kurzſichtig, um Sinn und Zweck zu erkennen. Und ſte vergeſſen vollkom⸗ men, daß die Erziehung zur Bereitſchaft letzten En⸗ des doch ihrer eigenen Sicherheit dient. Bereit ſein müſſen zu jeder Stunde, mit Leib und Leben, das iſt das Programm des Soldaten. Es ſtets zu ſein, iſt ſeine Ehre. Keiner vergeſſe, daß im Soldaten ſchon im alten Heer, dann im Fronterleb⸗ nis des großen Krieges, erſt recht aber heute, im Dritten Reich Adolf Hitlers, ſich der Gedanke der Volksgemeinſchaft verkörpert. Spielzeitſchluß in Karlsruhe Karlsruhe, im Juli. Wie immer galten die letzten Abende vor Schluß der Spielzeit dem Abſchiednehmen. In beſonders herzlicher und mit reichen Blumengaben auch nach außen hin bekundeter Weiſe verabſchiedete ſich das Publikum von der ausgezeichneten Zwiſchenfach⸗ ſängerin Elſe Schulz, die wir an die Stuttgarter Oper verlieren, ferner von der ſeit 1929 in Karls⸗ ruhe tätigen Hochdramatiſchen Reich⸗Dörich und von der hochbegabten Schauſpielerin Marga Klas, während die ſeit 30 Jahren zu den erſten Kräften des Schauſpiels zählende Melanie Er⸗ mar th ohne beſondere Abſchiedskundgebung ſich von der Bühnenlaufbahn zurückzog. Dem Genius Händel huldigte die Oper des Staatstheaters mit einer Einſtudierung der von Oskar Hagen bearbeiteten Oper„Terxes“, deren Wiedergabe eine ſorgfältige Probenarbeit erkennen ließ. Der Erfolg des Abends erwuchs einmal aus der in überreicher klaſſiſcher Prägung dahinſtrömen⸗ den Händelsſchen Muſik, zum anderen aus dem mit Ernſt und Heiterkeit gemiſchten Handlungsvorgang und ſchließlich aus der den Barockſtil in Bühnenbild, Koſtüm und Vortrag wohl betonenden Geſamtwieder⸗ gabe. Hierin beſtand der zum erſtenmal in einer allen Ehren. das Ganze. Die Truppen ſind marſchbereit. Des größeren Rolle herausgeſtellte junge Tenor Franz Behringer neben den übrigen Mitwirkenden in In dieſem Sommer muß das Karlsruher Pu⸗ blikum auf die gewohnte Operette versichten, da die angebahnten Verhandlungen zwiſchen einem eee eee auswärtigen Theaterunternehmer und der Stadt⸗ verwaltung zu keinem Ergebnis kamen. Um den Operettenhunger ein wenig zu ſtillen, wartete die Theaterleitung gleichfalls kurz vor Spielzeitende mit einer Neueinſtudierung des„Polenblut“ auf, das ſich noch immer als außergewöhnlich zugkräftig er⸗ wies. Die Tanzgruppe des Staatstheaters be⸗ ſtritt wiederum einen eigenen Abend. Der ſchon früher mitgeteilte Rücktritt des Generalmuſtkotrek⸗ tors Nettſträtter hat zur Entlastung des Staats⸗ kapellmeiſters Joſef Keilberth die Heranziehung von Gaſtdirigenten notwendig gemacht. So ſtand für die Aufführung des„Polenblut“ der aus der vor⸗ jährigen Operettenzeit bekannte Danziger Kapell⸗ meiſter Hugo Leyendecker am Pult und für die zu Ehren der anweſenden Mitglieder der Inter⸗ nationalen Beleuchtungskommiſſion gegebene Feſt⸗ vorſtellung von„Arabella“ war der Freiburger Ge⸗ neralmuſtkdirektor Franz Konwitſchny ein mit der Strauß'ſchen Partitur genau vertrauter Stabführer. Das Schauspiel wartete mit einer wohlgelungenen Neueinſtudierung von Kleiſt's„Käthchen von Heil⸗ bronn“ auf und führte außerdem den unverwüt⸗ lichen Schwank vom„Raub der Sabtinerinnen“ für eine Erholung an den heißen Sommerabenden ins Treffen. St. Große Staatspreiſe der Preußiſchen Akademie der Künſte. Die Akademie der Künſte ſchretbt die Großen Staatspreiſe aus, um die ſich in dieſem Jahre Maler und Architekten bewerben kön⸗ die ihren Führern den Gehorſam verweigern, 2. durch Leute, die ihre Nachbarn„aus Liebe zu Gott“ haſſen und deshalb einen bitteren Rachekrieg durchführen und 3. durch Leute, die nur auf Raub und Plünderei aus find. Die nationaliſtiſche Fraktion des nordiriſchen Par⸗ laments erklärt in einer öffentlichen Verlautbarung, daß die nordiriſche Regierung ſelbſt durch ihre auf⸗ hetzenden ſektiereriſchen Reden den Boykott der Ka⸗ tholiken unterſtützt habe und deshalb für die Ver⸗ wüſtungs⸗ und Tumultorgien verantwortlich ſei. Wiener Gericht verurteilt S2jährigen Rabbiner Meldung des DN B. — Wien, 24. Juli. Von einem Schöffenſenat des Kreisgerichts in Wiener⸗Neuſtadt wurde der kürzlich in Haft genom⸗ mene 82 jährige jüdiſche Rabbiner Iſtidor Friedmann aus Vöslau bei Wien wegen Ver⸗ brechen der Schändung zu 2 Monaten ſchwe⸗ ren Kerkers verurteilt. Friedmann war, wie man nach ſehr geheim durch⸗ geführter Verhandlung aus der Urteilsverkündung erfuhr, Religionslehrer in der Bundeserziehungs⸗ anſtalt für ſchwer erziehbare Mädchen und hat ſeine Stellung dazu mißbraucht, um ſich an zahlreichen Schülerinnen in unſtttlicher Weiſe zu vergehen. Die Rückwand des Matterhorus zum zweiten Male durchſtiegen — München, 22. Juli. Nach einer belegraphiſchen Meldung aus Zermatt haben die beiden Münchener Bergſteiger Joſef Schmidbauer und Ludwig Leiß in ſchwerer Felskletterei die Nordwand des 4482 Meter hohen Matterhorns zum zweiten Male durchſtiegen. Dieſe Leiſtung reiht ſich würdig an die damals aufſehenerregende erſte Durchkletterung der Wand, die im Jahre 1931 den beiden Münchener Brüdern Franz und Toni Schmid gelungen iſt. In der Zwiſchenzeit wurde die Durchkletterung der Nordwand des Matterhorns wiederholt verſucht. Das Gletſchereis an der Wand iſt in dieſem Jahre ſtark abgetaut, doch iſt die Wand mit Neuſchnee be⸗ deckt. Die Hauptgefahr beſteht darin, daß fortwäh⸗ rend Steinſchlag droht. Das Hotel auf dem Rigi⸗Kulm abgebrannt — Luzern, 24. Juli. Mittwoch früh brach im einem Nebengebäude des Grand⸗ Hotels auf dem Gipfel des bekannten Schweizer Ausflugsberges Rigikulm, am Vierwalbdſtätter See, Feuer aus. Das 1848 erbaute Hotel mit 130 Betten wurde ein Raub der Flammen. Die mit Extrazügen der Rigt⸗ und Arth⸗Goldau⸗Bahn heraufbeförderten Feuer⸗ wehrleute mußten ſich wegen Waſſerknappheit darauf beſchränken, die beiden anderen Hotelgebäude auf dem Rigi vor dem Uebergreifen der Flammen zu ſchützen. Als Brandurſache wird ein ſchadhafter Ka⸗ min angenommen. Abſchwächung der Verordnung über das Nachrichten weſen in Argentinien — Buenos Aires, 25. Juli. Die Prot eſt⸗ kundgebungen der geſamten argentiniſchen Preſſe gegen die vor kurzem erlaſſene Verordnung zur Kontrolle des Nachrichtenweſens haben zu etnem erſten Erfolg geführt. Das Sekretariat des Innen⸗ miniſteriums hat am Mittwoch der Preſſe mitgeteilt, daß inländiſche Korreſpondenten von der Ver⸗ ordnung nicht betroffen werden ſollen. Hauptſchriftletter: Hans Alfred Meißner Verantwortlich für Politik: Hans Alfred Meißner ⸗ ie Zur Zeit Preisliſte Nr. 5 gültig für unverlangte Beitrüge keine Gewähr Rückſendung nur bel Rückports nen. Vorbedingung iſt, daß die Bewerber um bie Großen Staatspreiſe ihren Wohnſitz in Preußen haben, und falls ſie nicht innerhalb Preußens nen, vor dem 30. Januar 1984(Geſetz über den Neu⸗ aufbau des Reiches) die preußiſche Staatsangehörig⸗ keit beſeſſen haben. Sie dürfen am Tage des letzten Einlieferungstermins, dem 2. Dezember 1985, das 32. Lebensjahr nicht überſchritten haben. Nicht⸗ deutſche Künſtler ſind von der Bewerbung ausgeſchloſ⸗ ſen. Die näheren Ausſchreibungsbedingungen kön⸗ nen von der Akademie der Künſte, Berlin W 8, Pariſer Platz 4, bezogen werden. O Tragiſcher Tod einer jungen Küinſtlerin. Beatrice Doering vom Heſſiſchen Landes theater Darmstadt iſt in ihrem Urlaub auf der Inſel Sylt tödlich verunglückt. Sie wurde in den Dünen auf der Norodſpitze der Inſel von Sandmaſſen verſchüttet. Wiederbelebung, verſuche blieben erfolglos. Die junge hochbegabte Künſtlerin war zuerſt am Gießener Stadttheater und ſeit zwei Jahren beim Heſſiſchen Landestheg⸗ ter tätig. Drei Goethebrieſe geſtohlen. Nach Meldungen aus Leipzig wurden dort bei einem Einbruch drei Goethebriefe(Weinbeſtellungen), die ſich len. Der Wert der Briefe wird auf 10 000 Mark an⸗ geſetzt. O Raubvögel ſehen die geringſte Bewegung. Dr. Menner⸗Halle berichtete auf einer Tagung der Deutſchen Zoologiſchen Geſellſchaft in Stuttgart ſehr anſchaulich über die Bedeutung des Pecten oder „blinden Flecks“ bei den Vögeln Auf Grund ge⸗ nauer Unterſuchungen der Verhältniſſe des Augen⸗ gebildes iſt Dr. Menner zu dem Ergebnis gelang daß der Peeten den Bewegungseindruck verſtärlt Fleck geht, wird ſeine Stärke verdoppelt und da der Vogel einen längsgerichteten Speeten hat, nimmt er jede Bewegung auch von einer Höhe aus wahr, wo der aus wir nichts mehr ſehen. zu dem Pecten noch der Schatten, den er auf zum Beispiel einen vielzackigen Schatten und ſehes darum von höchſter Höhe jede kleinſte Bewegung in kleinen braunen Eichen rahmen befanden, geſtoh⸗ Dadurch, daß das Bewegungsſehen über den blinde N Verſtärkend 1 4 Augenhintergrund wirft. Tag⸗Raubvögel werfen 7 C 2 8 K S0 ß Eee 3 Ea Die Stadtseite Mannheim, 25. Juli. Bitte wählen Sie! Ferienreiſen bequem gemacht Nachdem jetzt die Ferien begonnen haben, zerbricht ſich mancher den Kopf, wohin er in dieſem Jahr wohl oll. Viele haben ſich ſchon entſchieden und ſind dorthin gereiſt, wo es ihnen einmal gefiel, oder ver⸗ ſuchen Neuland zu entdecken. Andere ſuchen immer noch. Ihnen kann das Reiſebüro des Verkehrsver⸗ eins helfen. Er braucht ſich nur im Reiſebüro die Zuſammenſtellung der eigens für die Mannheimer ausgearbeiteten Geſellſchaftsreiſen geben laſſen und dann wählen. Da iſt einmal die Reiſe„7 Urlaubstage in Füſſen“ ſehr zu empfehlen, für die man ein ſehr abwechflungsreiches Programm zuſammengeſtellt hat, das viele ſchöne Eindrücke vermittelt. In dem außer⸗ brdentlich niedrigen Preis ſind nicht nur die Fahr⸗ ien mit der Bahn und mit Kraftpoſten einbegriffen, ſondern auch die Verpflegung, die Trinkgelder, die Beſichtigungen, die Kurtaxe und was ſonſt dazu ge⸗ hört. Die beiden nächſten Fahrten finden vom 4. bis 11. Auguſt und vom 11. bis 18. Auguſt ſtatt. Wer lieber einen Aufenthalt am lieblichen Bo⸗ denſee bevorzugt, kann an den gleichen Tagen, alſo vom 4. bis 11. Auguſt und vom 11. bis 18. Auguſt, für etwas weniger Geld einen Erholungsaufenthalt in Bodmann wählen, bei dem Ausflüge nach Kon⸗ ſtanz, zum Rheinfall nach Schaffhauſen und zum Oberſee vorgeſehen ſind. „Kreuz und quer durch Franken“ nennen ſich die Fahrten, die mit der Reichsbahn und mit Kraft⸗ wagen in der Zeit vom 4. bis 9. Auguſt und vom 11. bis 16. Auguſt ausgeführt werden. Die Reiſe geht üher Würzburg, Bamberg, Nürnberg und Rothen⸗ burg. Auch die Mannheimer, die nach dem deutſchen Oſten wollen, werden gut betreut, und ſie brauchen nur zu wählen zwiſchen einer ſieben⸗, acht⸗ oder zehntägigen Oſtpreußenfahrt, deren Einzelheiten ebenfalls feſtgelegt ſind. Die Reiſe bei den Oſt⸗ preußenfahrten iſt nicht an einen Zeitpunkt gebun⸗ den, ſondern kann nach Belieben angetreten werden. ö 7 Schutz der Getreidevorräte Streifen von SA, Ss und NS Anläßlich der Erntezeit bringt der Reichsinnen⸗ miniſter eine Anordnung vom Vorjahr über den Schutz der Erntevorräte in Erinnerung. Er erſucht, die dort angeordneten Maßnahmen erneut durch⸗ zuführen. Die Einrichtung eines Streifendienſtes aus Angehörigen der örtlichen SA⸗, SS⸗ und NScod⸗ Einheiten wird anheimgeſtellt, ſoweit dieſe Einrich⸗ tung ſich bewährt hat und nach den örtlichen Ver⸗ hältniſſen für zweckmäßig gehalten wird. Voraus⸗ ſetzung iſt, daß die Erntearbeiten dadurch nicht be⸗ hindert werden. Berufskleidung fällt unter abzugsfähige Ankoſten Nach 8 17 des bisherigen Einkommenſteuergeſetzes gehörten zu den abzugsfähigen Sonderleiſtungen auch Ausgaben für die Fortbildung im Beruf. Dieſe Ausgaben ſind im neuen Geſetz nicht mehr unter den Sonderausgaben aufgeführt, und es iſt gweifelhaft geworden, wie weit ſolche Ausgaben nun⸗ mehr unter dem Geſichtspunkt der Wer bungs⸗ koſten abzugsfähig ſind. 5 Nach der Rechtſprechung und der Verwaltungs⸗ übung gehören wie die„Deutſche Steuer⸗Zeitung“ ausführt, laufende Ausgaben, die der Beruf mit ſich bringt, insbeſondere Ausgaben für Fachlitera⸗ kur, zu den abzugsfähigen Werbungskoſten(Be⸗ triebsausgaben). Zweifelhaft iſt dies bei Ausgaben für Teilnahme an einem Kurſus oder Kongreß, da man dieſe Ausgaben ſchwerlich noch zu den laufenden rechnen kann. Kein Zweifel beſte ht, daß Koſten für die Beſchaffung und Reini⸗ gung von Berufskleidung, z. B. bei Aerzten, Chemikern uſw., voll abzugs⸗ fähig ſind. Man wird hier eine Verteilung der Anſchaffungskoſten auf mehrere Jahre, etwa mit Rückſicht darauf, daß ſolche Berufskleidung länger als ein Jahr verwendet werden kann, nicht fordern können, da 8 9 Ziffer 5 des Einkommenſteuergeſetzes ſchlechthin Aufwendungen für Arbeitsmittel zu den abzugsfähigen Werbungskoſten rechnet. Den dritten Preis beim Rundfunkſprecher⸗ wettbewerb beim Reichsſender Stuttgart erhielt Ver⸗ ſicherungsinſpektor Alfred Beäinder. Herr Beinder wird bei der Rundfunkausſtellung in Berlin an einem der Tage zwiſchen dem 16. und 21. Auguſt über den Volksſender ſprechen. * Der Kinderſpielplatz im Strandbad iſt nun⸗ mehr doch noch eröffnet worden, nachdem man all⸗ gemein glaubte, daß dieſe Einrichtung, die im Vor⸗ fahr ſich ſehr bewährt hatte, in Vergeſſenheit geraten ſei. Man kann hier auſſichtsbedürftige Kinder in die Obhut einer geprüften Kindergärtnerin geben, die den Kinderspielplatz hinter dem Reſtaurant Süd betreut. Die Eltern können ſich dadurch etwas freier bewegen, ohne ſtets ihre Kinder im Auge behalten zu müſſen. Man hat ſchon ſehr bedauert, daß bis jetzt der Kinderſpielplatz nicht eröffnet worden war, aber man tröſtete ſich zunächſt, da es den Anſchein hatte, als ob er ausgebaut werden ſollte. Zu Be⸗ ginn der Badeſaiſon waren nämlich verſchiedene Einrichtungen zum Aufſtellen von Geräten vor⸗ bereitet worden. Nun hat aber doch mit Beginn der Ferienzeit der Kinderplatz ſeine Pforten geöffnet, und wenn auch keine Geräte vorhanden ſind, ſo gibt es doch mancherlei Möglichkeiten für die Kinder, ſich zu unterhalten. Die Hauptſache iſt jedenfalls, daß die Möglichkeit vorhanden iſt Kinder im Strandbad in Obhut zu geben. ke Die Schnaken haben ſich in den letzten Tagen auffallend ruhig verhalten; das trockene und warme Wetter iſt ihnen ganz und gar nicht bekommen. Wir alle, die wir unter den Schnaken zu leiden hatten, preiſen dieſen Zuſtand. Können wir doch jetzt wie⸗ der an den erfriſchendkühlen Abenden durch den Waloöpark gehen oder den anderen Anlagen einen Beſuch abſtatten, in denen man zuletzt ſtets als un⸗ willkommene Zugabe einige Schnakenſtiche mit nach Hauſe bekam. Hoffentlich bleiben wir für den Reſt des Sommers von den Plagegeiſtern verſchont, und im nächſten Jahre iſt man dann ſehr wahrſcheinlich ſo weit, daß die Chemiker ernſthaft an die Vertil⸗ gung der Blutſauger herangehen können. ** Radfahrer überfährt eine Frau. Geſtern abend gegen 21 Uhr rannte ein Radfahrer, der auf der Roſengartenſtraße in der Richtung Waſſerturm in ziemlich ſchneller Fahrt unterwegs war, an der Ecke Tullaſtraße auf eine Frau, die die Straße über⸗ queren wollte. Der Fahrer ſtürzte ſchwer auf den Kopf, auch die Frau erlitt ſtark blutende Verletzun⸗ gen am Hinterkopf. Beide mußten ims Kranken⸗ haus verbracht werden, nachdem ein in der Nähe wohnender Arzt bei der Frau die erſte Hilfe geleiſtet hatte. Die Schuldfrage iſt noch nicht geklärt, aber der Radfahrer ſoll ſehr ſchnell gefahren ſein. a Ein Pavian und ein Eſel ſind die auffallendſten Neuerwerbungen des Waldpark⸗Zoos, deſſen Tier⸗ beſtand immer noch vergrößert wird. Der auf den Namen„Paſcha“ hörende Mantel⸗Pavian iſt ein aus⸗ nehmend ſchönes Tier mit einem großen mantel⸗ artigen Kragen, der ihm ein würdiges Ausſehen verleiht. Daß dieſer Mantel⸗Pavian aus Abeſſinien ſtammt, ſoll nur nebenbei erwähnt werden. Die Kinder haben ihre größte Freude an dem neuen Eſel, der dazu beſtimmt iſt, kleine vierräderige Wägelchen zu ziehen, in denen die Kinder Spazier⸗ fahrten machen können. Außerdem iſt„Strupp“ ſo gut für alles zu gebrauchen, daß die Jugend auf ihm auch ohne Gefahr Eſelritte unternehmen kann. Von den Neuerwerbungen ſoll noch das Kolkraben⸗ Paar erwähnt werden, das einen intereſſanten Ver⸗ gleich mit den gewöhnlichen Raben zuläßt. Für Zu⸗ wachs haben die Angora⸗Kaninchen und die Meer⸗ ſchweinchen geſorgt. Spitzenzeiten des Mannheimer Verkehrs Bei Straßenbahn und Reichsbahn Wer ſich die Zeit nimmt, vielleicht jetzt in der Ur⸗ laubs⸗ und Ferienzeit, morgens auf dem Parade⸗ platz den Verkehr der Großſtadt zu beobachten, wird leicht die frühmorgendliche„Ankurbelung“ feſtſtellen können. Um 6 Uhr iſt es noch verhältnismäßig ruhig, zum mindeſten ſieht man wenig Fußgänger. Vereinzelt kommen aber ſchon Radfahrer, die zu ihren Arbeits⸗ ſtätten fahren und gegen 7 Uhr verdichtet ſich der Straßenverkehr erheblich. Nach 7 Uhr da kommen die Radfahrer in Scharen, die Fußgänger bevölkern die Bürgerſteige, und auch die Straßenbahnen ſind dicht gefüllt. Vor allem, wenn ein plötzlicher Regen an frühen Morgen das beabſichtigte Fahren mit dem zunichte gemacht hat. f Die Verkehrsſpitze der Straßenbahn liegt naturgemäß in dieſem Zeitabſchnitt des Mor⸗ gens, genau geſagt, zwiſchen halb und dreiviertel 8 Uhr. Da ſtößt zu dem Berufsverkehr noch die Be⸗ nutzung der Wagen durch die Schulkinder und Mo⸗ trwagen und Anhänger ſind bald gefüllt. . Montag haben wir in Mannheim ja eine euregelung im Wagenverkehr, neue Zwiſchen⸗ keine um den Bedürfniſſen des fahrenden Pub⸗ N gerecht zu werden. Dieſe Einſatzlinien wer⸗ 55 in den Zeiten des erfahrungsgemäß ſtärkſten erkehrs gefahren, alſo in den Zeiten von 7872 r vormitags, dann von 12 bis 20 Uhr am Nach⸗ 15 Sie verkürzen den Grundlinienverkehr, der , Minuten ausmacht, auf 354 Minuten. Von 12 bis 1 nachmittags iſt wieder größerer Verkehrs⸗ 90 ang und dann am Abend zwiſchen 17 und 19 Uhr, f 0 der Berufsverkehr zurückflutet. Er verbreitert 8 5 im Gegenſatz zum frühen Morgen, da die etriebe Aunterſchiedlich ſchließen. 11 aber auch un vorhergeſehene, 185 ich eintretende Verkehrsdichten, ſind ſolche, die durch Witterungseinflüſſe verur⸗ 92 155 oder durch beſondere Veranſtaltungen hervor⸗ Auen werden. Hier ausgleichend einzugreifen, iſt An 5 e der Kontrolleure im Außendienſt. Wenn Lin ſtarker Regen einſetzt und die Wagen geſtürmt werden, benachrichtigt der Kontrolleur die Verwal⸗ tung und fordert zuſätzliche Wagen an oder wenn ein ſchöner Badetag in das Strandbad lockt, werden noch ſchnell weitere Wagen beſtellt und für die in Frage kommenden Linien verwendet. Die Kon⸗ trolleure ſind die vorgeſchobenen Beobachter, die auf verantwortlichem Poſten ſtehen. Im Straßen⸗ bahnamt ſelbſt iſt immer genügend Perſonal vor⸗ handen, das einſpringen kann, um die Wagen zu bemannen. Höhepunkte des Betriebes im Hauptbahnhof ſind durch den Berufsverkehr, aber auch durch den Fernverkehr bedingt. Der Mannheimer Hauptbahn⸗ hof wird täglich von 283 Regelzügen berührt, alſo alle 5 Minuten von einem Zug. Darunter ſind 34 -⸗Züge, 27 Eilzüge und 181 gewöhnliche Reiſezüge, außerdem 10 Sonderfahrten. An der Blockſtelle Kleinfeld am Neckarauer Uebergang verkehren übri⸗ gens 365 Züge täglich; da kommen die Züge nach dem Güterbahnhof und die Perſonalzüge hinzu. Der Fünf⸗Minuten⸗ Verkehr auf dem Mann⸗ heimer Hauptbahnhof wird dreimal am Tage„über⸗ boten“, oder unterboten, wenn man es ſportlich nimmt. Zunächſt vormittags zwiſchen 6 und 9 Uhr; da iſt der ausgeſprochene Berufsverkehr Tau⸗ ſende kommen von auswärts nach Mannheim, von der Bergſtraße und von Heidelberg und dem vor⸗ deren Odenwald, von Lampertheim, der Vorderpfalz und von Schwetzingen her. In dieſen drei Stunden verkehren die Züge alle 3% Minuten. Die eigentliche Spitze liegt aber am Abend zwi⸗ ſchen 19 und 20 Uhr. In dieſer Stunde verkehren die meiſten Fernzüge und verhelfen dem Zugverkehr zu einer Dichte von 3 Minuten, der Höchſtleiſtung des Tages alſo, auf eine Stunde zuſammengedrängt. Auch der Berufs⸗Rückverkehr am Nachmittag zwi⸗ ſchen 6 und 7 Uhr von Mannheim weg führt zu einer Verdichtung auf 3½ Minuten, und in der Mit⸗ tagsſtunde zwiſchen 12 und 1 Uhr verkehren die Züge alle 4 Minuten, weil in dieſer Zeit die Mittags⸗ Schnellzüge liegen. O Ne 0 N Wenne Nn ace 2 TI I N 0 U DI 8 41 155 9 25 9 1 8 * 8 2 0 5 n e 5 N e 75 e 0 IN 9 0 5 NA W 12 le 8 S N f N r 0 d 8 A Ge N 8 U 1 5 Ne IL N 2 10 N ls 98 NN r WN 58 N WA N ee 2 5 72 L N . 2 7 5 . 2 18 875 7 D 5 5 2 a f 87 2 2 2 n S Ohne M bevorzugen in immer steigendem Maße Kurmark OHNE . Seite Nummer 889 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Donnerstag, W. Juli 1088 Zeilgemüße Fragen der Sküdtereinigung Bom 19.— 23. August findet in Frankfurt a. M. der II. Internationale Kongreß für Städtereini⸗ e ene n Aachen Dr.⸗Ing. Heinrich Eckard Arn nb glich wichtige Fragen. Wir entnehmen dem Aufſatz die folgenden Ausführungen. Die Bedeutung der Sauber haltung un⸗ ſerer Städte und Dörfer iſt größer, als allge⸗ mein bekaunt iſt. Es ſei daher daran erinnert, daß bereits im Altertum behördlicherſeits Einrichtungen zur Städtereinigung geſchaffen wurden. Anlagen zur Ableitung von Abwäſſern ſind uns bereits aus Babylon und Aſſyrien bekannt. Aber auch für eine ausreichende Straßenreinigung wurde ſchon in älte⸗ ſter Zeit geſorgt; in Rom ruhte ſie in den Händen beſonderer Zenſoren. Unfaßlich iſt, daß mit dem Niedergang des römi⸗ ſchen Kulturkreiſes auch die Erkenntniſſe der Bedeu⸗ tung der Städtehygiene verloren gingen; im Mittel⸗ alter wurden alle Abfallſtoffe in den Höfen und auf ber Straße abgelagert und bildeten den Ausgangs⸗ punkt der verheerenden Volksſeuchen, wie Peſt, Cho⸗ lera u. a. m. Verdtenſt Englands iſt es, in der Mitte des vori⸗ gen Jahrhunderts die inneren Zuſammenhänge zwi⸗ ſchen Städtereinigung und Volksge⸗ fandheit wieder erkannt zu haben. Insbeſondere wurden durch den Bau unterirdiſcher Entwäſſe⸗ rungsgetze die gefährlichſten, flüſſigen Abfallſtoffe Aunſchädlich aus dem Bereich der menſchlichen Sied⸗ Lungen entfernt. Die Kanaliſterung der Stäsdte ſchritt auch in anderen Ländern ſchnell voran. Das Ab⸗ ſchwemmverfahren bildet die Grundregel. Müll⸗ beſeitigung und Straßenreinigung blieben dagegen als Geſchwiſter der Abwaſſerbeſeitt⸗ gung noch lange Stiefkinder der Verwaltung, oft als lästiges Anhängſel der kommunalen Betriebe be⸗ trachtet und behandelt, wenn nicht gar völlig ver⸗ nachläſſigt. Erſt in neuerer Zeit ſetzte eine Wandlung zum beſſeren ein. Bereits in dem letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts gingen die meiſten Groß⸗ städte dazu über, auch die Beſeitigung der feſten Abfallſtoffe und die Straßenreinigung im ſtädtiſchen Eigenbettiebe durchzuführen. Damit war ein weſentlicher Schritt vorwärts getan, obgleich, wie bereits bemerkt, die Müllabfuhr und Straßenreint⸗ gung zunächſt als Betriebe von minderer Bedeutung betrachtet wurden; oft bekämpft mit dem Hinweis, daß es ſich um Betriebe handele, die über den Rah⸗ men des kommunalen Aufgabenkreiſes hinausge⸗ hend beſſer der Privatwirtſchaft überlaſſen blieben. Bis in die neueſte Zeit hinein ſind die Beſtrebun⸗ gen, die Müllabfuhr und Straßenreinigung zu ent⸗ ſtadtlichen, nicht zur Ruhe gekommen. Es verdient daher mit aller Entſchiedenheit betont zu werden, daß die Müllabfuhr eine Aufgabe iſt, die genau wie die Beſeitigung der flüſſigen Abgänge der Volksgefundheit zu dienen hat. Sie iſt alſo nicht Selbſtzweck, ſondern ſie hat ſich ge⸗ ſundheitlichen Anforderungen unterzuordnen. Aehn⸗ die Straßenreinigung. Beſchäftigen wir uns einmal näher mit dem Be⸗ triebe der Müllbeſeitigung. Zunächſt darf feſtgeſtellt werden, daß in Deutſchland— ich ſage leider— immer noch zahlreiche Städte die Mällbeſeitigung Pripatunternehmungen überlaſſen. Dieſe oft geäußerten Einwände gegen die ſtadt⸗ eigene Müllabfuhr halten einer wägenden Betrach⸗ tung nicht ſtand. Zunächſt iſt nochmals zu betonen: Die Müllbeſeitigung dient der Volksgeſundheit. An den Betrieb ſind alſo Anforderungen zu ſtellen, die den äſthetiſchen ebenſo wie den geſundheitlichen Be⸗ langen Rechnung tragen. Man muß ſich vergegen⸗ wärtigen, daß man es in der Müllbeſeitigung mit drei Einzelhandlungen zu tun hat. Der erſte Vor⸗ gang iſt die Aufbewahrung des Hausmülls bis zur Müllabfuhr, der zweite die Einſammlung und Ab⸗ fuhr, der dritte die Müllunterbringung. Es wäre grundfalſch, wenn man, wie dies von den Anhän⸗ gern des Privpatbetriebes ſo oft und gern geſchieht, die Müllabfuhr als Einzelhandlung aus dem Rah⸗ men des Geſamtproblems loslöſen wollte. Die Müllaufbewahrung iſt ein Vorgang, der der Müllabfuhr vorausgeht, um den ſich der private Betrieb jedoch nur in Aus⸗ nahmefälle kümmert. So kommt es, daß man ſelbſt in Großſtädten Mitteldeutſchlands mit privater Müllabfuhr noch Müllſammelgruben antrifft, die in hygieniſcher Beziehung völlig zu verwerfen ſind. Das in den Müllſammelgruben monate⸗ lang lagernde, ſich zerſetzende Müll ſtrömt nicht nur einen widerlich füßlichen Geruch aus, ſondern lockt Ratten, Mäuſe und anderes Ungeziefer an. Selbſt die beſtunterhaltene Müllgrube— meiſt läßt die Unterhaltung aber ſtark zu wünſchen übrig— mit dicht ſchließendem Deckel ſchützt nicht davor, daß die Müllablageſtätte zu einem Brutherd der S tu⸗ benfliege wird, deren Eier bereits mit dem Müll in die Sammelgrube gelangen. Die Forde⸗ rung, das Müll innerhalb einer Friſt zu beſeitigen, die kürzer iſt als der zehntägige Entwicklungsvor⸗ gang der Stubenfliege, iſt alſo im Intereſſe der Spyädlingsbekümpfung zu ſtellen und führt zur wöchentlich mindeſtens einmaligen Müllabfuhr. Weiterhin iſt zu verlangen, daß nur eiſerne, mit einem lückenloſen Zinküberzug verſehene Müll⸗ gefäße zur Müllaufbewahrung benutzt werden. Dieſe Gefäße müſſen einen gut ſchließenden Deckel beſitzen. a Darüber hinaus iſt zu fordern, daß bei der Ge⸗ füßentleerung in den Müllwagen, d. h. bei der Müll⸗ einſammlung, jede Staubentwicklung vermieden wird. Dies läßt ſich bei der Einführung einheitlicher Gefüße und beſonderer Vorrichtungen(Schüttun⸗ gen) am Wagen ermöglichen und führt zur Forde⸗ rung eines ſtaubfreien Müllabfuhr⸗ ſyſte ms. Die Frage der Müllunterbringung beeinflußt den Vorgang der Müllabfuhr, insbeſon⸗ dere ſpielt die Lage der Abſchlagſtelle zur Stadt eine große Rolle bei der Entſcheidung über die Müllab⸗ führzeuge. Es ſei bereits an dieſer Stelle auf die Schwierigkeiten hingewieſen, denen die Unterbein⸗ gung der bedeutenden Müll maſſen oft begegnet. Dieſe Betrachtungen waren notwendig, um ab⸗ schließend über die Frage„Privat⸗ oder Eigen⸗ betrieb?“ Stellung nehmen zu können. Es unter⸗ liegt keinem Zweifel, daß die Grundforderung einheitlicher Müllgefäße nur durch behördliche Zwangsmaßnahmen, d. h. durch ein Ortsgeſetz erfüllt werden kann. Nur auf dieſe Art läßt ſich die hygieniſche Forderung einer ſtaubfreien Müllabfuhr erfüllen. Nach der Feſtſtellung, daß der ſtadteigene Be⸗ trieb billiger arbeiten kann als der Privatbetrieb, fährt der Verfaſſer fort: Die Finanzierung der ſtadteigenen Müllabfuhr iſt durch das Recht der Gebührenerhebung geſichert. Ueber die zweckmäßigſte Form der gebüh⸗ renbemeſſung beſtehen keine einheitlichen Anſichten, teils wird ſie nach dem Leiſtungsprinzip betrieben (Anzahl der einheitlichen Gefäße in Verbindung mit der Häufigkeit der Gatleerung), oft nach einem Wert⸗ tarif mit den Maßſtüben der Grundvermögensſteuer, des Mietwertes, des Gebäudeſteuernutzungswertes t. a. m. Grundſätzlich empfiehlt es ſich, an der Leiſtungsgebühr feſtzuhalten, wenn die Müll⸗ gefäße ſtadtſeitig vorgehalten und unterhalten wer⸗ den, da ſonſt die Gefahr beſteht, daß ſeitens der Grundeigentümer oder der Mieter über den tatſäch⸗ lichen Bedarf hinausgehend Gefüße angefordert werden. Bei Hofſtandgefäßen empfiehlt es ſich ſtets, die Behülter ſtadtſeitig zu beſchaffen und die Unkoſten für Verzinſung und Tilgung des Anlagekapitals ſowie die Unterhaltungskoſten(die 2 bis 3 v. H. des Anlagekapitals ausmachen) durch die Gebühr mit abzudecken. Die Schwierigkeit der Müllunterbringung wurde bereits geſtreift. Müllverwertungsanla⸗ gen erfordern meiſt mehr oder minder hohe Zu⸗ ſchüſſe. Deswegen iſt man neuerdings in einigen Städten(Berlin, Frankfurt a.., Leipzig u..) dazu übergegangen, bis zu 60 Meter hohe Müllberge anzu⸗ ſchittten die, im Sommer mit Grün ge⸗ ſchmückt, im Winter als Winterſportanlagen zur Erholung der Bevölkerung dienen. Nun zur Straßenreinigung. digkeit des ſtadteigenen Betriebes hat man lange nicht den Widerſtand entgegengeſetzt wie bei der Müllabfuhr. Der bisher für die Straßenreinigung verantwortliche Haus beſitzer erkannte ſchnell die An⸗ nehmlichkeit, von der läſtigen Reinigungsarbeit ent⸗ bunden zu ſein und zahlte daher auch willig die ge⸗ ringen Straßenreinigungsbeiträge. Neuerdings werden von einigen Städten auch Straßen rei⸗ nigungs gebühren erhoben, indeſſen bilden die Beitrüge die Regel, und zwar werden bis zu 75 v. H. der Geſamtausgaben für die Straßenreinigung auf die Nutznießer umgelegt. Als Maßſtab dient das Frontmeter oder(beſſer) das Quadratmeter Reinigungsfläche. Werttarife werden ebenfalls der Beitragsmeſſung zugrunde gelegt. Die techniſche Entwicklung der Müll⸗ beſeitigungs⸗ und Straßenreinigungsmethoden ſeszte, wie bereits geſagt, um die Jahrhundertwende ein. Einen beſonderen Aufſchwung nahm die Technik, als ſich die Leiter ſtädtiſcher Fuhrparks⸗ und Straßen⸗ reinigungsbetriebe zu einer Arbeitsgemeinſchaft zu⸗ ſammenſchloſſen, die heute dem„Deutſchen Gemein⸗ detag“ angegliedert iſt. Das Hauptverdienſt dieſer Arbeitsgemeinſchaft liegt in der engen Zuſammen⸗ arbeit mit der Induſtrie, die ſich der Anfertigung von Geräten und Maſchinen für die Städtereinigung zugewandt hat. Durch die rege Vermittlung von Gedanken und Erfahrungen ſchritt die Technik und Wirtſchaftlichkeit den Reinigungsmethoden vaſch voran und erregte die Aufmerkſamleit auch des Auslandes. Der internationale Austauſch von Ge⸗ danken führte dazu, daß 1931 in London der erſte internationale Kongreß für Stadtreinigung unter dem Protektorat der Königin von England ſtattfin⸗ den konnte. Im Auguſt findet, wie eingangs erwähnt, der zweite internationale Kongreß für Städtereinigung in Frankfurt a. M. ſtatt. Es läßt ſich heute ſchon überſehen, daß dieſer Kongreß auch vom Auslande ſtark beſucht wird. Es iſt daher zu wünſchen und zu erwarten, daß auch die deutſchen Stadtverwaltungen von der Möglichkeit, ſich auf dieſem Kongreß von dem Stande der Städtereini⸗ gung nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in ande⸗ ren Ländern zu unterrichten, eifrigen Gebrauch machen werden. n Erlebnis einer Kamerasſchaft Briefe deutſcher Volksgenoſſen Jedem das gleiche! hieß eine Theorie und blieb es. Jedem das Seinel heißt eine Praxis, die zur Aufgabe hat, den„Geringſten“ der Volks⸗ genoſſen brüderlich zu ſuchen und ihm wenn er Not leidet, aus ſeiner Not zu helfen. Niemand iſt zu gut, dabei nicht Hand mit anzulegen! Die Natio⸗ nalſozialiſtiſche Volkswohlfahrt(NSB.), die gewaltige Betreuerin der körperlichen, geiſtigen unb ſeeliſchen Kräfte des Volkes, hat ſich, wenn ſie aufrief, an alle gewandt. Ihre Erfolge ſind, wie bekannt, nur in Mil⸗ lionenzahlen nennbar. Ein armes Volk hat bereit⸗ willig ſeine Taſchen den Aermſten geöffnet, wenn der Ruf der Kamerasdſchaft erging. Ein herrliches, mil⸗ lionenfaches Echo hat dieſer Ruf gehacht und wird es weiter haben, denn ſo jung der neue Staat auch iſt, das Volk hat bewieſen, daß es im großen und ganzen ſeiner idealen Grundſätze würdig iſt. Zehntauſende bedürftiger Hitlerkämp⸗ ſer ſind durch die Opferfreudigkeit von Volks⸗ genoſſen in allen Gauen auf dem Wege über die Hitler⸗Freiplatzſpende zum koſtenfrein Ferien⸗ aufenthalt gekommen. Tauſende haben geſchrieben, daß ſie wieder oder zum erſtenmal eine vaterlän⸗ diſche Pflicht tun und einen oder mehrere Hitlermänner ins Haus nehmen wollen— 14 Tage bis drei Wochen, je nach Können. Das iſt keine ſchillernde Theorie, das iſt Praxis, Praxis deutſcher Kameradſchaft: Unbekannte nehmen Unbekannte in Erholung. Ströme inneren Glückes ſind aus dieſen Taten gekommen. Gaſtnehmer und Gaſtgeber haben dabei gewonnen, und wer es bezweifelt, dem möchte man die Berge Briefe zum Leſen geben, die von Opfern⸗ den und Bedürftigen ſtammen, und die deutlicher als ſchönſte Aufſätze beweiſen, welche großen Werte in der Kameradſchaft leben, die der Führer mit ſeinen Getreuen dem deutſchen Volke vorlebte und täglich aufs neue vorlebt. Nur ein winziger Ausſchnitt kaun dem Leſer auf dieſer Seite in Briefen und Bildern gezeigt werden. Aber ſie werden ihren Zweck erfüllen, näm⸗ lich vom neuen Deutſchland und ſeinem kamerad⸗ ſchaftlichen Geiſt zeugen, denn ſie ſagen die Wahrheit des Dichterwortes: Willſt du glücklich ſein im Leben, trage bei zu andrer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück. Aus der Kellerwohnung ins„Schlaraffenland“ Aus Breslau: Im April 1935 konnte ich drei Wochen Erholungsurlaub auf dem Bauerngut K. in Hohenſelchow verbringen. Bin 38 Jahre alt, Frau und zwei Kinder, und habe noch nie einen ſolchen Urlaub verlebt. Seit meiner Kindheit bin ich in der Großſtadt. In Breslau habe ich eine Kellerwohnung und nun bin ich braungebrannt und gekräftigt. Meine Wirtsleute taten für mich was überhaupt nur möglich iſt. Ich lebte wie im Schlaraffenland. Ich wünſche, daß noch recht vielen bedürftigen Volks⸗ genoſſen ſo ein Erholungsurlaub zugute kommt. Auf den umliegenden Gehöften konnte ich erfahren, daß man gern erholungsbedürftige Großſtädter auf⸗ nimmt. Weſtmärker lernen die Oſtmark keunen Aus Koblenz: Als bedürftiger„alter Htitler⸗ Kämpfer“. wurde ich nach Oberſchleſien zur Er⸗ Der Notwen⸗ holung geſchickt. Wir waren auf einem Gut und in einem ſchönen, großen Zimmer des Schloſſes unter gebracht. Unſer Anerbieten, bei der Ernte zu helfen, wurde abgelehnt, wir ſollten uns erholen, wurde ge⸗ ſagt, und ein neues Stück unſeres ſchönen Vater⸗ landes kennenlernen. Wir haben tatſächlich die ganze Gegend kennengelernt, das ſchöne Oberſchle⸗ ſten, ein herrliches Land. Grenzlandfahrten haben wir auch gemacht, und da wir aus dem Weſten nach dem Oſten gekommen waren, ſo intereſſierte uns das alles ganz beſonders. Alles wurde uns gezeigt und erklärt, man hat ſich von allen Seiten viel Mühe mit uns gegeben. Auch die Reiſe durch ganz Deutſch⸗ land war uns ein herrliches Erlebnis, denn wir hatten das alles noch nie geſehen und glaubten auch nicht, das jemals zu ſehen. Abſchiedstränen, Wiederkommen, Briefwechſel. Aus Budenheim bei Mainz: Ich konnte mich 14 Tage im Kreiſe Darmſtadt in Braunshardt erholen, Ich hatte mir bald die Herzen der braven alten Leute, bei denen ich war, erobert. Die alte Frau hat mit Tränen in den Augen mir den Abſchiedsgruß ge⸗ geben. Ich war auch bei ihnen wie zu Hauſe. Ich ſoll in meiner freien Zeit wieder zu ihnen kommen. Sie waren mir ſo lieb wie meine eigenen Eltern, Plauderſtunden aus der Kampfzeit. es kaum geben. ſorgt und ſeine Ehefrau betreute mich mit auſ⸗ opfernder Hingabe und Liebe, als wenn ich ihr eige⸗ ner Sohn geweſen wäre. Abends ſaßen wir im Fa⸗ milienkreiſe ſchön zuſammen und plauderten über unſere Erlebniſſe aus der Kampfzeit, was meinem Gaſtgeber ſehr angenehm war, weil er ſelber ſchon ſett Jahren Parteigenoſſe iſt. Ein Hamburger in den Alpen Aus Hamburg: Das war ein Lichtblick! Farchant bei Garmiſch! Vom Bürgermeiſter wurde ich freund⸗ lichſt begrüßt und dann vom Gemeinbediener in mein Quartier geführt, es war ein ſchmuckes Gaſthaus, Abends ſaß ich oft im Kreiſe der Bauern und Bur⸗ ſchen des Dorfes in angeregtem Geſpräch. Viels prächtige Menſchen lernte ich dort kennen, ihre harte Arbeit und den köſtlichen Volkshumor, den ſie abends zum beſten geben. Nun habe ich richtiges Heimweh nach den Bergen. f Biid Photo: NU Keine Sonderſtellung im Betelebe Von Betriebszellenobmännern wird ein gutes Beiſpiel erwartet Ein inzwiſchen vom Treuhänder der Arbeit ab⸗ berufener Betriebszellenobmann, der außerdem Mit⸗ glied des Vertrauensrales war, hatte der Betriebs orönung zuwider im Betriebe geraucht, während del Arbeitszeit Zeitungen geleſen, ſich geweigert, die Markenkontrolle beim Pförtner zu benutzen, einem Gefolgsmann eigenmächtig die Anwefſung gegebeſ am Nachmittag nicht zu arbeiten ung ſchließlich er⸗ laubt, erhebliche Zeit vor Arbeitsſchluß Waſchwaſſel zu holen. Auf Grund dieſes Sachverhalts wurde bes betreffende Betriebszellenobmann vom Soziale Ehrengericht für den Treuhänderbezirk Mitteldeutſch land gemäß Geſetz zur Ordnung der nakionalen Ar⸗ 9 beit rechtskräftig mit einem Verweis beſtraft. Das erkennende Ehrengericht führt aus: g Die vom Beklagten nicht in Abrede geſtellten Ver⸗ ſtöße gegen die Betriebsordnung zeigen die vhllig verkehrte Anſicht des Angeklagten, daß ihm, kraft ſeiner Stellung als Betriebszellenobmann und Vertrauensratsmitglied eine Sonderſtellung im Betriebe einzuräumen ſei. Davon kann keiſe Rede ſein. Als Vertrauensmann hatte der Angeklagte nach dem Geſetz zur Ordnung ber natlonalen Arbeit beſondere Rechte, aber auch beſondere Pflich⸗ ten; er mußte den anderen Gefolgſchafts mitgliedern, mit gutem Beiſpiel vorangehen. Statt deſſen hat er ſich bewußt dem im Geſetz verankerten Führergeban⸗ ken entgegengeſtellt. Straferſchwerend fiel die un begründete Ueberheblichkeit trotz wiederholter Verwarnung ins Gewicht. Zugunſten des Angeklag⸗ * 274 ten war ſeine Reue und ſeine Einſicht in das Untich C tige ſeiner Handlungsweiſe zu berückſichtigen. e Ahnennachweis auch an Fachſchulen. Die Deutſche Fachſchulſchaft hat für die Studſerenden bek in das Reichsfachſchulſchaftsverzeichnis eingetragenen Fachſchulen den Ahnennachwels eingeführt. Reicht, erziehungsminiſter Ruſt begrüßt in einem Erlaß dieſe Einrichtung. Er fügt hinzu, daß auth die Schulleitung die Ahnenausweiſe bel der Aufnahnn der Studterenden benötige. Die Ahnennachweſ werden bei dem örtlichen Fachſchulſchaftsftührer auf, bewahrt, während der Schulleiter jederzeit Ein nehmen kann. eee Nicht wahllos Anterſuchungshaſt Neue Richtlinien des Reichsjuſtizminiſters Der Reichs juſtizminiſter hat in den neuen Richtlinien für das Strafverfahren auch ein⸗ gehende Vorſchriften für die Verhängung der Un⸗ terſuchungshaft getroffen. Er ſtellt feſt, daß die Unterſuchungshaft für eine zielbewußte und ſchlagkräftige Verfolgung ein unentbehrliches Hilfs⸗ mittel ſei. Das Geſetz mache ie Anordnung und Aufrecht⸗ erhaltung dieſer einſchneidendſten Unterſuchungs⸗ maßnahme von beſtimmten Mindeſtvoraus⸗ ſetzungen abhängig, Es bedürfe daher ſtets einer gewiſſenhaften Prüfung, ob die Inhaftnahme nach der Bedeutung und den beſonderen Umſtänden des Einzelfalles auch tatsächlich geboten ſcheine, ins⸗ beſondere, ob das öffentliche Intereſſe an ſchneller und vollſtändiger Aufklärung einer Straftat ſie erfordere oder ob der angeſtrebte Erfolg ſich nicht auch durch eine weniger einſchneidende Maßregel erreichen laſſe. Dabei dürfe nicht unberückſichtigt bleiben, daß die Unterſuchungshaft einen ſchweren Eingriff in die Freiheit einer Perſon darſtelle, deren Schuld oder Nichtſchuld erſt noch im Strafverfahren feſtgeſtell werden ſolle, und daß nicht gerechtfertigte Fel nahmen das Anſehen der Strafrechtspflege geführben und eine bedenkliche Rechtsunſicherheit haben könnten. Die Verhängung der Uunterſuchungs haft, werde grundſätzlich geboten ſein, wenn ſchon die Art oder Schwere der Tat ober die durch ſte bewieſene Gewiſſenloſigkeit berechtigten Anlaß zu der Leunahme geben, daß der Be⸗ ſchuldigte ſich der Strafverfolgung entziehen werde. Wenn zu befürchten ſet, daß die Verhaftung eines Beſchuldigten infolge des plötzlichen Ausfalls ſeinet Dienſtleiſtung(3. B. bei der Reichsbahn) eine Gl fahr für die Allgemeinheit oder beſtimmte Perſonen mit ſich bringe, ſo ſoll der Staatsanwalt zuvor mi der Betriebsleftung in Verbindung treten. Daß g auch, wenn ſonſtige lebenswichtige Intereſſen dur 5 eine Verhaftung beeinträchtigt werden. Die Ben, führung vor den Amtsrichter ſoll regelmäßt. ſpäteſtens am Tag nach der vorläufigen Feſtnahm erfolgen. i zur Folge ö 1 1 f 7 2 ö Donnerstag, 25. Juli 1935 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe — Die deutſche Reichspoſt hat in Berlin, Ham⸗ burg und Dortmund Fernſchreib⸗Knoten⸗Aemter in Betrieb genommen, die es den angeſchloſſenen Teil⸗ nehmern ermöglichen, mit ihren Fernſchreibgeräten in unmittelbare Verbindung zu treten. Wir ſtehen vor dieſer ſeltſamen Schreibmaſchine im großen Saal des Berliner Fernamtes und ſehen zu, wie ſich die Taſten, von Geiſterhand betätigt, von ſelbſt in Bewegung ſetzen und das auf das Papier ſchreiben, was viele hundert Kilometer entfernt uns jemand zu ſagen hat. Es geht viel ſchneller als ein drin⸗ gender Drahtbrief und— iſt billiger. Hier wird nicht mehr das Wort berechnet, hier bezahlt man für brei Minuten Fernſchreiben einen nach Kilometer⸗ entfernung geſtaffelten Pauſchalbetrag; es iſt nicht wichtig, ob der angeſchriebene Teilnehmer gerade zu Hauſe iſt oder nicht, es gibt keine Mißverſtändniſſe, die Maſchine arbeitet ganz ſelbſtändig. Welch ſelt⸗ ſamer Zufall— genau 100 Jahre vor der Eröffnung dieſes neuen deutſchen Fernſchreibnetzes gab es in unſerem Vaterland ebenfalls ein techniſches Wun⸗ der: Das erſte— Preſſetelegramm. Die„Berlini⸗ ſchen Nachrichten“ brachten es in ihrer Nummer vom 1. Auguſt 1835, und es hatte folgenden Wort⸗ laut:„Nachrichten zufolge, die auf außerordentlichem Wege hier in Berlin eingegangen, iſt zu Paris bei der Revue am 28. Juli durch Legung einer Petarde Bombe), welche in dem Augenblick, wo der König mit ſeinem Gefolge den Ort bekrat, aufſchlug, das Pferd desſelben ſtark verletzt, der Marſchall Mor⸗ lier auf der Stelle getötet, auch mehrere andere Per⸗ ſonen theils getötet, theils verwundet wurden..“ Wie war dieſer Zauber möglich, daß man etwas, das am 28. Juli in Paris geſchah, ſchon öͤrei Tage ſpüter in Berlin wußte? Denn erſt nach weiteren fünf Tagen brachten die aus Paris eingetroffenen Briefe die Beſtätigung der Meldung. Nun, die Nachrichtenübermittlung war eine völlige Neuheit in der Geſchichte der Preſſe. Der preußiſche Staats⸗ telegraph, der hier zum erſten Male in Tätigkeit trat, arbeitete mit Signalarmen, die in Abſtänden von 16 Kilometern angebracht waren. 61 ſocher Stationen gab es, und die Meldungen wurden von Station zu Station weitergegeben. Das Syſtem war nicht ſchlecht, vorausgeſetzt, daß— die Sicht gut war. Bei Nebel und ſtarker Bewölkung mußte allerdings das Telegraphieren ausfallen. Welch lan⸗ ger mühſeliger Weg führt von den Signalarmen der Nachrichtenübermittlung anno 1835 zu dem moder⸗ nen ſelbſttätigen Fernſchreibnetz der deutſchen Reichspoſt, das in nächſter Zeit durch neue ſtrahlen⸗ förmig verlaufende Verteilämter bis in die äußer⸗ 5 Ecken unſeres Vaterlandes erweitert werden oll. * 27 Im Januar dieſes Jahres wurde Romain Birugat, ein aus ſeiner Familie ausgeſtoßener Fabrikantenſohn, aus dem Gefängnis in Nenilly entlaſſen. Sein Beſitz beſtand aus wenigen Fran⸗ ken, die gerade zu einer Fahrkarte nach Paris reich⸗ len, und aus einigen tadelloſen Anzügen. In Paris mietete ſich Romain gleich im teuerſten Viertel in der Nähe des Are de Triomphe ein und ſeine Wirtin, durch ſein gutes Benehmen und ſein elegantes Aeußere vertrauensſelig gemacht, wagte es nicht, von dem„feinen“ Herrn eine Vorausbezahlung zu ver⸗ langen. Eines Tages erhielt Romain Birugat Be⸗ ſuch von einem Herrn. Kurze Zeit darauf hörte die Wirtin einen Aufſchrei und einen Hilferuf. Sie eilte ins Zimmer, ihr Mieter lag bewußtlos am Boden.„Ich habe Ihrem Mieter eben die Mitteilung überbracht, daß ſein Onkel in Lyon geſtorben iſt und ihm zwei Miflionen Franken hinterlaſſen hat. Das lat ihn verſtändlicherweiſe ein wenig mitgenommen.“ Jirugat kam dank der Hilfe der Wirtin bald wieder zz ſich und Hie blieb nun beharrlich bei den weiteren Verhandlungen im Zimmer. Der Anwalt forderte von dem ſo plötzlich reich Gewordenen 14000 Franken 5. Seite Nummer 336 5 Meumal Die Weihe des jüngſten franzöſiſchen Gefallenen⸗Denkmals, das in der Nähe von Soiſſons zu Ehren der Soldaten errichtet wurde, die bei den dortigen Kämpfen zwiſchen dem 15. Juli und 4. Auguſt 1918 ge⸗ fallen ſind.(Weltbild,.) Cin Teopαν i Im Zawudil 6 Telegraphistin von der Bestie überfallen London, im Juli. Seedfount iſt eine kleine Eiſenbahnſtation in Südafrika. Sie wird von nur einem Beamten ver⸗ waltet: Mark Treadle, der Stationsvorſteher, Tele⸗ graphiſt und Streckenwärter in einer Perſon iſt. Treadles Frau Jane, die einen Telegraphiſten⸗ kurſus mitgemacht hat, bedient den Morſeapparat, und ihr Mann hat die Aufgabe, die Eiſenbahnſtrecke zu kontrollieren. Während eines ſolchen Kontroll⸗ ganges ereignete ſich ein grauenvoller Zwiſchenfall auf dem Bahnhof von Seedfount. Mark Treadle hatte ſich verabſchiedet und war, mit dem Karabiner bewaffnet, die Eiſenbahnſtrecke entlang gegangen. Seit einigen Wochen ſetzte ein rieſiger Leopard die Gegend in Aufregung. Man nannte die Beſtie den Schrecken von Seedfſount. Der Eiſenbahnbeamte konnte es nicht wagen, ſich unbewaffnet auf den Kontrollgang zu begeben. Jane Treadle ſaß unterdeſſen im einzigen Dienſt⸗ zimmer des Bahnhofsgebäudes und gab ein Tele⸗ gramm durch. Jane war vollkommen allein. Auf einmal merkte ſie, wie ſich die Tür, die ihr Mann nur angelehnt hatte, leiſe öffnete. Die junge Frau wandte ſich um. Das Blut drohte ihr in den Adern zu erſtarren. Ein großer Leopard war in das Zim⸗ mer gekommen. Er ſah ſich knurrend um. Der Schweif peitſchte den Boden. Mit einer raſchen Be⸗ wegung hatte die Beſtie die Tür geſtreift, die zu⸗ ſchlug. Jane Treadle glaubte ſich verloren. Mit einem Satz war ſie aufgeſprungen und über Tiſche und Stühle auf einen großen Schrank ge⸗ klettert. Nun kauerte die angſtbebende junge Frau oben auf dem Schrank in einer Ecke, während der Leopard in aller Ruhe das Zimmer betrachtete. Die Fenſter waren vergittert. Die Tür geſchloſſen. Jane Treadle war gefangen zuſammen mit dem Raubtier. Vergebens ſah ſich die junge Frau nach Rettung um. Keine Waffe war zu finden. Schließlich fielen Janes Augen auf eine große Flasche, die auf dem Schrank ſtand. Es war eine Flaſche mit Schwefelſäure, die man zum Töten von In⸗ ſektenneſtern zu verwenden pflegte. Beim Anblick dieſer tödlichen Flüſſigkeit kam Jane ein rettender Gedanke. Der Plan, der in ihr auftauchte, war ge⸗ fährlich und konnte ihr ſelbſt den Tod bringen. Aber ſie zögerte nicht. Jane Treadle ergriff die Flaſche mit Schwefelſäure und warf ſie mit voller Kraft auf den Boden, ſo daß die Flüſſigkeit an dem Leoparden hochſpritzte. Mit wütenden Schmer⸗ zensſchreien wälzte ſich die Beſtie herum. Die Schwefelſäure zerfraß das Fell. Dampf ziſchte auf. Jane Treadle verlor das Bewußtſein. Als der Bahnhofsvorſteher zurückkehrte, war der Leopard tot. Jane, die nur ſehr wenig von den giftigen Gaſen eingeatmet hatte, konnte gerettet werden. Die geiſtesgegenwärtige Tat der jungen Frau bil⸗ det das Tagesgeſpräch in der ſüdafrikaniſchen Union. „Erbſchaftsſpeſenbeitrag“. Unnötig zu erklären, daß ſich die Wirtin glücklich pries, ihrem ſo vornehmen Untermieter dieſen Betrag vorſtrecken zu dürfen und daß Romain Birugat mit dem Anwalt wegging und — nicht wieder kam. Am nächſten Morgen merkte die gequälte Wirtin den Schwindel und erſtattete Noch am gleichen Abend nahm man den Aber Anzeige. jungen Herrn mit ſeinem Spießgeſellen feſt. kaum ſaß Romain Birugat hinter Schloß und Rie⸗ gel, als er am nächſten Tag bereits die amtliche Bot⸗ ſchaft erhielt, daß— ſein Onkel in Lyon geſtorben ſei und ihm ſein geſamtes Erbe im Werte von zwei Millionen Frk. vermacht habe. Gegen eine hohe Kau⸗ tion wurde Birugat auf freien Fuß geſetzt und nun hat der Prozeß gegen ihn ſtattgefunden. In erſter Inſtanz wurde er verurteilt. Denn, ſagte das Gericht, Schwindel iſt Schwindel und daß er hinterher Wahr⸗ heit wird, das ändert nichts an der Betrugsabſicht⸗ Die zweite Inſtanz ſprach ihn frei. Er habe ja ſchließlich die Wahrheit geſagt. Es ſei zwar erſt einige Stunden ſpäter Wahrheit geworden, aber das ſei ſein Glück. Nun wird der gleiche Prozeß in oͤrit⸗ ter und letzter Inſtanz entſchieden werden und ganz Paris ſchließt Wetten ab, ob der junge Millionär hinter ſchwediſche Gardinen muß, oder ob er ſich bald ſeines Reichtums freuen darf. E — Friedrich J. von Preußen hat den Scharfrich⸗ ter Koblenzel zu ſeinem Hof⸗ und Leibmedicus er⸗ nannt, als dieſer tüchtige Mann 100 Köpfe gefällt hatte. 1725 wurde dann in Preußen den Scharfrich⸗ tern alles Kurieren verboten. Doch Friedrich der Große hob dieſes Kurierverbot wieder auf, machte aber die Zulaſſung des Henkers von einem Examen abhängig. Die Berliner Wundärzte liefen Sturm. Hier die Antwort Friedrichs des Großen(Schwei⸗ zer Archiv für Volkskunde IV, Seite 14):„Da aber ſeine königliche Majeſtät nicht indiſtinetement allen Scharfrichtern, ſondern nur denen habilen ſolch ku⸗ rieren erlaubt haben, ſo laſſen Höchſtöieſelben es auch dabei fernerhin bewenden, maſſen das Publi⸗ kum in nötigen Fällen Hilfe haben will; wann die Chirurgi, ſo habil ſeind, als ſie ſich in ermeldeten ihrer Vorſtellung gerühmet haben, jedermann ſich ihnen lieber anvertrauen als bei einem Scharfrich⸗ ter in die Kur gehen wird: wohingegen aber, wenn unter den Chirurgen Ignoranten ſein, das Publikum darunter nicht leiden kann, ſondern jene ſich gefal⸗ len laſſen müſſen, daß ſich jemand lieber durch einen Scharfrichter kurieren und helfen laſſe, als ihnen zu Gefallen lahm und ein Krüppel bleibe. Und alſo ſollen ſich die Chirurgi zur alle recht geſchickt machen und habilitieren, ſo werden die Kuren der Scharf⸗ richter von ſelbſten und ohne Verbot aufhören.“ Wenn nur der Laie immer beurteilen könnte, wer „habil“ iſt, dann würde er ſich ausſchließlich in die Hände des verantwortungsbewußten Arztes geben, der über ein großes nicht engſtirniges wiſſenſchaft⸗ liches Rüſtzeug verfügt; dann wäre der Kurpfuſcher längſt ausgeſtorben. 550 — In der Hauptſtadt des bekannten„trockenen“ Finnland waren ſeit einiger Zeit einige wohlbe⸗ kannte Schnapsſchmugglergeſtalten eifrig dabei, ihnen bekannten Liebhabern für Alkohol wohlge⸗ füllte Flaſchen anzubieten, die ihrem Ausſehen nach zweifellos aus Regierungsbeſtänden ſtammten. Fragte ſo ein nach alkoholiſchen Genüſſen lechzen⸗ der Mann dann den Anbieter, ob auch wirklich Schnaps in den Flaſchen ſei, bekam er meiſtens zur Antwort:„J wo, da iſt Waſſer oͤrin!“ Worauf unter beiderſeitigem Grinſen eine oder mehrere Flaſchen und ein mehr oder minder großer Geloſchein den Beſitzer wechſelte. Wie groß aber war das Entſetzen der Käufer, wenn ſie ſtatt des feurigen hochprozen⸗ tigen Stoffes tatſächlich nur gewöhnliches Leitungs⸗ waſſer in den Flaſchen fanden! Die Polizei fahndet jetzt eifrig nach den„Schnapsſchmugglern“, die ein⸗ fach leere Regierungsflaſchen aufkauften, mit Waſ⸗ ſer füllten und gegen klingenden, faſt hundertpro⸗ zentigen Gewinn abgaben. Feiler eich Eine neue deutſche Briefmarke Welttreffen der Hitlerjugend im Deutſchlandlager in der Mark Brandenburg geſchaf⸗ fen wurde. Bildſchmuck der Marke, die in den Werten von 6 und 15 Pfennigen herausgegeben wird, zeigt einen Jungvolkjungen. (Weltbild,.)] die eigens für das Der Copyright by Georg Müſler und Albert Langen, München Der dlz de garten Kriminalroman von Franz Karl Wagner 3 5„ch habe Ihnen eine Anzeige zu machen, Herr Poltzeipräfekt, und bitte Sie, dieſe ſofort entgegen⸗ nehmen zu wollen“, ſagte ſie, ohne eine Frage abzu⸗ warten. „In welcher Angelegenheit?“ „Es betrifft meinen Mann. nach dem Leben.“ „So? Ich muß Sie darauf aufmerkſam machen, guädige Frau, daß Sie mit dieſer Anzeige eine ſehr Iſchwerwiegende Beſchuldigung ausſprechen, die, wenn lie ſich nicht als ſtichhaltig erweiſt, für Sie von ernſten Folgen begleitet ſein kann.“ „ Sibyll Morell erhob ſich. Ihre ganze Geſtalt ſchien eine einzige fürchterliche Anklage zu ſein, als ſie langſam ſagte: 1 weiß es! Trotzdem beſchuldige ich Georg 0 ron der Mordabſicht an meinem Mann. Der kund iſt wahnſinnige Eiferſucht. „Ich verſtehe nicht ganz“, gab der Polizeichef ver⸗ 91 0 zurück,„Georg Gerron hat doch kein Recht, ten Gatten mit Eiferſucht zu verfolgen.“ 1 fragt nicht nach Recht, er iſt ein haltloſer 150 1 der mich ſeit Monaten verfolgt. Es gelang 4 0 Freundſchaft meines Mannes zu erwerben, 19 15 550 Filmſchauſpieler ſo eingenommen iſt, babe 1 ein enthuſtasmierter Kinobeſucher. Ich zuklären erholt verſucht, meinen Mann darüber auf⸗ chen 1 8 es kam ſogar deshalb zu Szenen zwi⸗ doch e Verſuch in dieſer Hinſicht war je⸗ wird Gers ens. Ich ſehe es voraus, eines Tages Herron meinen Mann töten!“ 5 berechtigt Sie zu dieſer Annahme?“ 1 75 r Präfekt, ich bitte Sie, mich morgen vor⸗ zählen 5 beſuchen. Ich habe Ihnen etwas zu er⸗ ; 90 Sie mir hier nicht glauben würden. In A bauptung aus befindet ſich der Beweis für meine Be⸗ Mit 1 5 e U 7 2 rell rasch das 5 8 opfnicken verließ Frau 9 Man trachtet ihm „Was ſagen Sie dazu, Jollivet?“ Der Oberinſpektor ſtand mit verzückten, halb⸗ geſchloſſenen Augen da und ſagte nur:„Sie bringt den gleichen Duft mit wie Gerron. Daher werden Sie mir erlauben, morgen während Ihres Ge⸗ ſpräches mit dieſer Dame den Garten Morells näher zu unterſuchen.“ II. Das Drama im Hauſe Morell. Henry Brieux gehörte ſeit einern Vierteljahr dem Redaktionsverband des„Figaro“ an. Er war dort der Benjamin unter den Journaliſten und noch lange nicht in alle Geheimniſſe dieſes komplizierten Be⸗ rufes eingeweiht, noch weniger hatte er bis jetzt Ge⸗ legenheit gehabt, ſich beſonders auszuzeichnen. Denn der Chefredakteur, der ihm zwar ein gewiſſes Wohl⸗ wollen entgegenbrachte, weil er von einem guten Be⸗ kannten empfohlen war, hatte ihn vorläufig auf einen Poſten geſetzt, wo er in ſeiner beruflichen Unerfah⸗ renheit und Unſchuld nichts verderben konnte. Der junge Mann mußte alle von unbekannten Leuten eingeſandten Manufkkripte mit einer vorge⸗ druckten Karte, worin in der höflichſten Weiſe auf den Platzmangel des Blattes hingewieſen wurde, ver⸗ ſehen und mit beſtem Dank zurückſenden. Dieſe ſchablonenmäßige Arbeit wurde nur hin und wieder durch die beiden Wörtchen„leider diesmal“ oder ähn⸗ liche Phraſen unterbrochen, die er in beſonders be⸗ rückſichtigungswürdigen Fällen mit eigener Hand dem vorgedruckten Text hinzufügte. Jeden Tag übergab er mindeſtens ein Kilogramm ſolcher Briefe dem Redaktionsdiener, der ſie mit einem ſeit Jahren gleichen und verächtlichen Lächeln über ſo viel naive Unvernunft von Menſchen, die ſich unter allen Um⸗ ſtänden gedruckt ſehen wollten, zur Poſt brachte. Es iſt begreiflich, daß Henry an dieſer Arbeit keine allzu große Freude fand, ja, daß ſich in ſeinem Innern ein leiſer Groll gegen jene Kollegen an⸗ häufte, die aus den Couloirs der Deputiertenkam⸗ mer die intereſſanteſten politiſchen Berichte brachten, mit den Größen der Theaterwelt bekannt waren und überall dort, wo es Senſationen gab, eine Rolle ſpielten. Für ihn aber gab es weder Affären noch inter⸗ eſſante Berichterſtattungen, höchſtens erlaubte man ihm, einen Begräbnisbericht abzufaſſen oder am Telephon eine Unfallmeldung entgegenzunehmen und dieſe in die nüchterne, für ſolche Fälle ſtets gleiche Zeitungsſprache zu übertragen Einmal, nur ein einziges Mal, hatte man Henry auf den Flugplatz zur Ankunft eines berühmten Gelehrten geſchickt, trag halten ſollte, um ihn zu interviewen. Doch auch in dieſem Fall blieb es Henry verſagt, ſeinen jvurnaliſtiſchen Ehrgeiz zu befriedigen. Das Flug⸗ zeug mußte wegen eines Bruches der Benzinleitung zwei Stunden vor Paris notlanden und der Profeſ⸗ ſor ſetzte ſeine Reiſe im Automobil fort. Doch das Schickſal, mit dem er ſo oft haderte, weil er ſich von ihm vergeſſen und an die Wand gedrückt fühlte, jene Vorſehung, die mit dem Zufall eng be⸗ freundet, ja ſogar verbündet iſt, hatte auch auf den kleinen Redakteur des großen Blattes nicht ganz vergeſſen. Und hätte Henry Brieux gewußt, was ihm an dieſem 16. Juli bevorſtand, er wäre morgens gewiß mit beiden Beinen aus dem Bett geſprungen. Um 7 Uhr früh hatte er an dieſem Tag wie ge⸗ wöhnlich das Haus verlaſſen, um in einem Kaffee⸗ haus, in dem faſt alle Pariſer Zeitungen auflagen, zu frühſtücken. Da er erſt um 9 Uhr in der Redak⸗ tion ſein mußte, blieb ihm genügend Zeit, ſich aus den Blättern über alles zu informieren und ſich täg⸗ lich darüber von neuem zu ärgern, daß man ihm ſo wenig Beſchäftigung gab. Alſo an jenem Julitag ſah der junge Journaliſt, wenige Schritte von ſeiner Wohnung entfernt, das Schickſal in Geſtalt eines älteren Mannes über die Gaſſe laufen. Dieſer war nur mit einer grauen Zwilchhoſe und einem nicht ſehr reinen Hemd be⸗ kleidet, in Holzpantoffeln, ohne Hut und Kragen. Er packte Henry am Arm und rief: „Es iſt ein fürchterliches Unglück geſchehen!“ Der Mann konnte vor Aufregung kaum ſprechen:„Wir haben ihn im Garten gefunden in einem entſetz⸗ lichen Zuſtand Ich glaube, er iſt überhaupt ſchon tot... Wo iſt hier ein Arzt?“ „Wer iſt tot. wen hat man gefunden 205 „Den Major. Major Morell. In einer gro⸗ ßen Blutlache. Es war fürchterlich.“ „Wo iſt das geſchehen?“ „Rue de Bonaparte 14. Majors!“ Henry Brieux erkannte, daß, wenn jemals das Schickſal ihm Gelegenheit gab, die Aufmerkſamkeit ſeines Chefredakteurs auf ſich zu lenken, es vielleicht dieſer Augenblick war. Es galt raſch zu handeln und anderen zuvorzukommen. „Laufen Sie um die Ecke, in einem der nächſten Häuſer auf der rechten Seite wohnt ein Arzt!“ rief Ich bin der Gärtner des der in der Akademie der Wiſſenſchaften einen Vor⸗ er und ſprang in das nächſte Taxi und gab dem Chauffeur die Adreſſe Morells an. Er hütete ſich, einen Poliziſten zu verſtändigen, daß etwas geſchehen ſei. Nein, diesmal wollte er den Triumph der Reportage eines ſenſationellen Vorfalls allein auskoſten. Als das Auto nach kur⸗ der Fahrt vor dem großen ſchmiedeeiſernen Garten⸗ tor der Villa Morell hielt, erſchrak er ein wenig, denn ſchließlich war es ja immerhin möglich, daß ſich hier nur eines jener gewöhnlichen Alltagsereigniſſe abgeſpielt hatte, über die man höchſtens zwanzig Zeilen ſchreiben durfte. Nichts deutete darauf hin, daß in dieſem Hauſe etwas Beſonderes vorgefallen war, ja ſelbſt die unvermeidliche Schar der Neugie⸗ rigen fehlte. Als er läuten wollte, bemerkte er, daß der Gärtner vergeſſen hatte, das Tor zu ſchlie⸗ ßen. Ohne Zögern ging er durch den Park auf die Villa zu, in der Hoffnung, irgend jemand von dem Hausperſonal zu trefſen. Eine merkwürdige Stille lag über der ganzen Umgebung. Auch die Tür zur Halle der Villa war offen. Niemand kam ihm in dem großen Raum entgegen, und ſo blieb ihm nichts anderes übrig, als die Treppe emporzuſteigen. Er klopfte an der nächſten Tür. Da er keine Antwort erhielt, ging er weiter. Dies wiederholte ſich ein paarmal, ſo daß er ſchon glaubte, der Mann, der ihm begegnet war, hatte ſich mit ihm einen Scherz erlaubt. Er horchte um ſich und glaubte endlich am Ende eines langen Korridors ein leiſes Flüſtern zu ver⸗ nehmen. Ein dicker Laufteppich dämpfte ſeine Schritte, Die Stimmen ſchienen aus einem Nebenraum zu kommen, der nur durch einen Vorhang von dem Gange abgetrennt war. „Sein Geſicht war nicht mehr zu erkennen“, ſagte jemand. Die Antwort, die darauf erfolgte, konnte er nicht mehr verſtehen. Henry ſchlug den Vorhang zurück und wurde bemerkt. Eine ältere Frau kam auf ihn zu: „Sind Sie der Arzt?“ „Nein“, ſagte Henry etwas verlegen. „Oder ein Herr von der Polizei?“ „Mein Name iſt Henry Brieux, ich bin von der Redaktion des Figaro“. „Ein Journaliſt!“ Eine große Dame, aus deren Mund dieſer Aus⸗ ruf erfolgte, kam auf ihn zu und ſah ihn maßlos er⸗ ſtaunt an. (Fortſetzung folgt) 1 D IN 6. Seite/ Nummer 336 Aus Baden Gräßlicher Tod eines Bulldogfahrers * Untermeßkirch, 25. Juli. Zwiſchen Schwennin⸗ gen und Hauſen im Tal, kurz vor dem Ortseingang von Hauſen ereignete ſich nachmittags ein gräß⸗ liches Unglück, dem ein junges Menſchenleben zum Opfer fiel. Der etwa 25 Jahre alte Bulldog⸗ Führer Leis von Göggingen, der zuſammen mit ſei⸗ nem Bruder ein Fuhrgeſchäft unterhält, fuhr mit einer Fuhre Sand von dem ſteilen, gefährlichen Ser⸗ pentinenweg von Schwenningen herunter. An der letzten Kurve beim Ortseingang von Hauſen mußte der Führer die Herrſchaft über ſein Fahrzeug verlo⸗ ren haben. Leis ſtürzte mit ſeinem ſchweren Bull⸗ dog die etwa fünf Mete hohe Böſchung hinab und wurde unter dem ſchweren Fahrzeug begraben. Der Tod muß auf der Stelle eingetreten ſein, wie die nachher vollkommen zerſtümmelte Leiche erkennen ließ. Das Omnibus⸗Anglück bei Allensbach * Konſtanz, 25. Juli. Von zuſtändiger Seite wird mitgeteilt, daß es den Verunglückten den Um⸗ ſtänden entſprechend gut geht. Der Reiſeomnibus iſt noch am Montagabend abgeſchleppt und nach Konſtanz gebracht worden. Der Führer des Wagens, der als einziger Inſaſſe unverletzt oͤanvonkam, be⸗ findet ſich vorläufig in Haft. Ob er eine Schuld trägt, muß erſt die Unterſuchung ergeben. Inſchutzhaftnahme in Baden-Baden * Karlsruhe, 24. Juli. Der Jude Heinz Albrecht Fabiſch, wohnhaft in Baden⸗Baden, Murg⸗ ſtraße 21, wurde heute auf Anweiſung des Geheimen Staatspolizetamtes wegen ſeines raſſeſchände⸗ riſchen Verhaltens in Schutzhaft genommen. Das unſtttliche Treiben des Fabiſch erregte ſchon ſeit Jahren innerhalb der Bevölkerung der Stadt Baden⸗Baden lebhaftes Aergernis; ſein freches Auf⸗ treten in aller Oeffentlichkeit in Geſellſchaft von artvergeſſenen Frauensperſonen gab wiederholt zu unliebſamen Auftritten Anlaß. J. Oſtersheim, 25. Juli. Das von der Ortsgruppe der NSDAP veranſtaltete Volksfeſt nahm in allen Teilen den beſten Verlauf. Bei den Staffel⸗ läufen„Rund um Oftersheim“ gewann die Turn⸗ und Sportgemeinde den von der Gemeinde geſtifte⸗ ten Wanderpreis. Nachmittags durchzog ein ſtatt⸗ licher Feſtzug den Ort. Auf dem Feſtplatz ſorgten Reigen, gymnaſtiſche Darbietungen und Vorträge des„Liederkranz“ und der„Germania“ für nette Un⸗ terhaltung. * Altlußheim, 25. Juli. Wie in Plankſtadt und in Reilingen fand auch hier am Sonntag ein NS⸗ Volksfeſt unter Beteiligung der verſchiedenen Ver⸗ eine ſtatt. Der angeſtrebte Zweck, eine wahre Volks⸗ gemeinſchaft zu bilden, wurde durch die Art der Durchführung vollauf erreicht. * Philippsburg, 23. Juli. Am Sonntag ſtarb Druckereibeſitzer und Verleger des„Rheiniſchen Tagblatts“, Joſef Kruſe, im Alter von 60 Jahren. Er hatte das Geſchäft aus beſcheidenen Anfängen auf eine beachtliche Höhe gebracht und ſich weithin Sympathien erworben. An ſeiner Bahre trauern Witwe und zwei Kinder. * Bruchſal, 25. Jult. Dor kirchengeſchichtliche Verein für die Erzdiözeſe Freiburg hielt hier unter dem Vorſitz von Univerſitäts⸗Profeſſor Dr. Sauer eine außerordentliche Jahresverſammlung ab. Man hörte einen intereſſanten Vortrag des be⸗ kannten Forſchers Geiſtlichen Rat Dr. Wetterer⸗ Bruchſal über die Früßgeſchichte der alten Diözese Speyer rechts des Rheines. Darauf folgten Be⸗ ſichtigungen des Schloſſes, der drei katholtſchen Stadtktrchen und der fürſtbiſchöflichen Gruft in der Peterskirche. * Bietigheim bei Raſtatt, 28. Jull. Vom Ernte⸗ wagen geſtürzt iſt der 62jährige ledige Landwirt Ignaz Hartmann. Er erlitt einen Schädelbruch und ſtarb nach wenigen Stunden. 1. Obergimpern, 25. Juli. Der älteſte Einwohner der Gemeinde, Chriſtof Schäfer, der hier im Alter von 94 Jahren geſtorben iſt, wurde unter großer An⸗ teilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe be⸗ ſtattet. * Neckarbiſchofsheim, 24. Juli. Die Freiwillige Feuerwehr hielt unter der Leitung des Komman⸗ danten Schleck ihre Hauptübung ab, die trotz der Schwierigkeit der Aufgabe in allen Teilen klappte und mit einem ſehr günſtigen Ergebnis abſchloß. Erneut wurde der Bevölkerung Gewähr gegeben, daß im Ernſtfall auf die Wehr Verlaß iſt. . Tauberbiſchofsheim, 25. Juli. Bürgermeiſter Hans Knab wurde auf Vorſchlag des Kreisleiters Vollrath auf die Dauer von 12 Jahren vom Gemein⸗ derat zum hauptamtlichen Bürgermeiſter der Stadt Tauberbiſchofsheim ernannt.— Der Gemeinderat der Stabt Lauda hat auf Vorſchlag des Kreisleiters Vollrath ebenfalls ſeinen bisherigen Bürgermeiſter Richard Alleſpach auf die Dauer von 12 Jahren zum hauptamtlichen Bürgermeiſter der Stadt Lauda ernannt. * Freibung i. Br., W. Juli. Der Freiburger Oberbürgermeiſter hat beſtimmt, daß der Zutritt zum Strandbad und zu den Übrigen ſtädtiſchen Freibädern für Juden mit ſofprttger Wir⸗ kung verboten wird. Anlaß zu dieſem Verbot geben verſchtedene an die Stadtverwaltung gelangte Klagen über provozierendes Verhalten der Juden in den ſtädtiſchen Freibädern. Nouordnung des Pfälzer heil⸗ und Gewürzpflanzenanbaues Die Jahrestagung der Pfälzer Arzneipflanzer nd. Neuſtadt a. d.., 25. Juli. Der Verband „Rheinpfalz“ deutſcher Arzneipflanzenanbauer hielt dieſer Tage in Freisbach im Gaſthaus„Zum Engel“ ſeine ordentliche Generalverſammlung ab, die über das künftige Sein oder Nichtſein des Drogenanbaues in der Pfalz entſcheidend war. Die Verſammlung wurde von dem Aufſichtsratsvorſitzenden, Regie⸗ rungsdirektor Wenner, geleitet. Sie verlief außer⸗ ordentlich anregend und führt auch zu einem poſi⸗ tiven Ergebuis darüber, wie künftig der Pfeffer⸗ minzanbau ſeine grund ſätzliche Regelung finden wird. Der Generalverſammlung ging im Gemeinde⸗ hauſe erſt eine Beſprechung mit ken einzelnen Orts⸗ führern der Arzneipflanzer unter Vorſitz von Boſ⸗ ſert voraus. Regierungsdirektor Wenner eröffnete dann die Generalverſammlung mit herzlichen Be⸗ grüßungsworten. Nach Erledigung dieſer Verbandsregularien trat eine eingehende Ausſprache über die grundſätzliche Neuordnung des Artzzneipflanzenanbaues ein, weil von ihr das weitere Schickſal des Verbandes und der Pflanzer ſelbſt abhängig wurde. Ueber den Neuaufbau des Pfälzer Pfefferminzbaues ſprachen Landwirtſchaftsrat Stutzmann, Landesbeauftragter Dechent und Kreisbauernführer Boſſert. Landwirt⸗ ſchaftsrat Stutzmann zeichnete mit einem Rück⸗ blick auf die vergangenen Jahre klar umriſſen den Aufſtieg und Niedergang dieſer Spezialerzeugung ſo⸗ wie des Verbandes auf. Das Jahr 1934 habe den Ruf des Pfälzer Produktes auf ſeine urſprüngliche Bedeutung von 1931 zurftckgedrängt. Hauptſchuld daran trugen aber die Pflanzer ſelbſt, indem ſie durch Spekulationsverſuche nicht nur die Qualität des Produktes vernachläſſigten, ſondern auch das Marktgeſchäft empfindlich ſtörten. So ſchwer es vor fünf Jahren geweſen ſei, die Pflanzer zum Zwecke einer Gemeinſchaftsarbeit zuſammenzufaſſen, ſo ge⸗ fahrvoll geſtaltete ſich gerade im letzten Jahre die Geſamtlage des Pfefferminzbaues. Ein großes Uebel ſei auch die äußerſt mangelhafte Herſtellung der Ernteware durch die Pflanzer. Das Auslands⸗ produkt gewann daher auf dem deutſchen Drogen⸗ markte ein freies Spiel und beſonders Ungarn trat mit Minze in ſtärkſter Konkurrenz hervor. Erſt heute erkennen die Pflanzer ihren Fehler, daß ſie eine faſt unverwertbare Ware anltieferten, die beim Handel kaum gefragt iſt. Rückſichtsvoll nahm der Verband die„Ware“ auf Lager. Man hat deshalb für ſofortige Abhilfe keine neuen, ſo doch ſchärfere Maßnahmen der Qualitätsleiſtung als zwingende Notwendigkeit beſchloſſen. Grundſätzlich dürfen die Pflanzer künftig nur Qualitätsware, ſchöne Blatt⸗ ware, erzeugen und anliefern. Nach den anſchließenden Ausführungen des Ver⸗ treters der Landesbauernkammer Pfalz⸗Saar wird die Bauernſchaft eine Neuordnung des Pfälzer Dro⸗ genanbaues endgültig erſt bis zum Jahre 1936 her⸗ beifuüörxen. Zu dieſem Zeitpunkt wird die Marken⸗ ware und das Markenſchutzzeichen offiziell einge⸗ führt. Die Preisbildung wird entſprechend der Pflanzerleiſtungen laufende Regelung finden. Man drängt deshalb darauf, daß nur Qualitätsware er⸗ zeugt wird. In Zuſammenarbeit mit der Zentral⸗ ſtelle des Reichsnährſtandes wird die Landesbauern⸗ ſchaft alles in die Wege leiten, was dem Pfälzer Produkt wieder die alte Ehre und ſeinen alten Ruf zurückerobern läßt. Die vorläufigen Abhilfemaß⸗ nahmen für das laufende Erntejahr bedeuten nichts anderes als eine Erziehungsarbeit, über die endlich Kretsbauernführer Boſſert poſitive Darlegungen machte. Feſtliches Greignis in Bruchſal Grundſteinlegung der neuen evang. Stadtkirche L. Bruchſal, 24. Jult. Die neue evangeliſche Stadtkirche beging, wie kurz berichtet, ihre Grundſteinlegung. Die Begrüßungsanſprache hielt Stadtpfarrer Kramer, der auch ein Glückwunſch⸗ ſchreiben des Landrats Dr. Bechtold bekanntgab. Die eigentliche Feſtrede hielt Kirchenrat Dekan Renner(Karlsruhe), der einen kurzen Rückblick gab, um ſodann die Glück⸗ und Segenswünſche des Landesbiſchofs zu übermitteln. Der Redner ſprach im weiteren von dem unzerſtörbaren Beſtand der chriſtlichen Kirche und dem Dank an unſeren Füh⸗ rer Adolf Hitler, der die Aufgaben der Kirche an⸗ erkannt und ſie unter ſeinen Schutz geſtellt habe. Dann behandelte er die Verbindung von Chriſten⸗ tum und Deutſchtum, um ſchließlich die Kirche als „Lutherkirche“— wie ihr Name iſt— zu würdigen. Als Sladtpfarrer Kramer die einzumauernde Ur⸗ kunde verleſen hatte, erfolgte durch Kirchenrat Ren⸗ ner die eigentliche Grundſteinlegung. Dann folgten die Hammerſchläge von Stadtpfarrer Kramer, Stadt⸗ otkar Kopp, Oberpfarrer Mayer, Geiſtlicher Rat De⸗ kan Dr. Wetterer, Ortsgruppenleiter Hund, Archi⸗ tekt Gerſtung, Bauunternehmer Ullmer, Bauleiter Rittmann. In der Schlußanſprache wies Stadtpfar⸗ rer Kramer auf den bisher gezeigten Opfergeiſt hin, um mit einem Appell an dieſe Opferbereitſchaft und dem Vertrauen an die große deutſche Zukunft zu ſchließen. 1. Neulußheim, 28. Juli. In einem unbewachten Augenblick kam das einjährige Kind einer hiesigen Familie einem mit Waſſer gefüllten Waſchzuber zu nahe, ſtürzte hinein und ertrank, bevor Hilfe da war. Fachſchule der deutſchen Schuhinduſtrie Fertigſtellung des Neubaues Ende 1935 * Pirmaſens, 24. Juli. In der Fremdenverkohrs⸗ zettſchrift Pfalz⸗Saar wird im Rahmen des pfälzi⸗ ſchen Veranſtaltungskalenders mitgeteilt, daß der Neubau der Fachſchule für die deutſche Schuh⸗ induſtrie bis 15. September d. J. eingeweiht werden würde. Hierzu kaun erkbärt werden, daß dieſer Termin, deſſen Urſprung voch nicht bekannt iſt, nicht den Tatſachen entſpricht. Soeben erſt wurde in dem ſtattlichen Bau mit den Innenarbeiten begonnen, die aber keineswegs vor Ende des Jahres 1935 fertig⸗ geſtellt ſein werden. Wahrſcheinbich wird der Umzug der Schule von der Kaiſerſtvaße in den Neubau in der Lemberger Straße in den Weihnachtsferien er⸗ folgen, ſo daß mit dem Beginn des Jahres 1936 die Fachſchule in ihrem neuen Heim die Arbeit auf⸗ nehmen wird. 8 Obermedizinalrat Dr. Frantz * Frankenthal, 24. Juli. Im Alter von 65 Jahren ſta rb hier nach längerem ſchweren Leiden der Land⸗ gerichtsarzt beim Landgericht Frankenkhal, Ober⸗ medizinalrat Dr. Richard Frantz. Landgericht und Staatsanwaltſchaft verlieren in dem Verſtorbenen einen zuverläſſigen Beamten und Mitarbeiter. In zahlreichen ſchwierigen Kriminalfällen hat Dr. Frantz als Sachverſtändiger mitgewirkt. * Pirmaſens, 25. Juli. In der benachbarten Ge⸗ meinde Höheinöd iſt vom Bürgermeiſter der Beſchluß gefaßt worden, für die Gefallenen der Gemeinde ein Ehrenbuch anzulegen, in Werdegang jedes einzelnen Kriegsteilnehmers der Gemeinde niedergelegt und eine Photographie des Gefallenen beigegeben wird. Viele andere Ge⸗ meinden des Grenzlandes wollen die Erinnerung an ihre Gefallenen in der gleichen Weiſe feſthalten. dem der ſoldatiſche Nachbargebiete Jortung war gnädig 5000 Mark⸗Gewinn bei der Arbeitsbeſchaffungs⸗ Lotterie gezogen * Frankfurt a.., 24. Juli. Fortuna iſt be⸗ kanntlich unberechenbar und verteilt ihre Glücksgüter oft auf recht ſeltſame Weiſe. Ging da am Montag ein Vertreter auf der Kaiſerſtraße in Frankfurt am Main und wollte in die Elbeſtraße einbiegen. Da⸗ bei ſtieß er mit einem Losverkäufer der Arbeitsbe⸗ ſchaffungslotterie zuſammen. Der Losverkäufer ent⸗ ſchuldigte ſich ſofort, worauf der Vertreter meinte, bei dieſer Gelegenheit könne er ſchließlich ja auch ein⸗ mal ein Los nehmen. Man kann ſich die Freude des Käufers vorſtellen, als er ein 5000⸗Mark⸗Los zog, das ihm auf dieſe Weiſe in den Schoß fiel. Glück im Autounglück * Bad Mergentheim, 24. Juli. Glück im Unglück hatte ein großer Laſtkraftwagen aus Sinsheim, der mit einem Beiwagen eine nach Saarbrücken be⸗ ſtimmte 130 Zentner ſchwere Fuhre Hafer von Blau⸗ felden hierher zu transportieren hatte und dem auf dem ſteilen Abhang der Kaiſerſtraße die Bremſe verſagte. Glücklicherweiſe ſauſte das Auto in die aufgeſchichteten Grabſteine des Steinmetzgeſchäftes Oed, wodurch die vaſende Weiterfahrt die Kalſerſtraße hinunter verhindert und ſchweres Unheil vermieden wude. Die beiden Inſaſſen des Beiwagens ſpran⸗ gen ab, während der Wagenlenker auf ſeinem Platze blieb. Alle drei kamen unverletzt davon. Das Laſt⸗ auto erlitt ſtarke Beſchädigungen. Sie hatte ſo Sehnſucht Vertauſchte Rollen im Gefängnis * Stuttgart, 25. Jatli. Im Stuttgarter Amtsgerichtsgefängnis ſitzt ſeit einiger Zeit ein funger Mann in Unterſuchungs⸗ haft. Er hat eine Braut, eine inoffizielle natürlich, die vor Sehnſucht nach dem Geliebten ſchter vergehen wollte. Eines Tages begab ſte ſich in Begleitung der Schweſter hres Bräutigams ins Amtsgericht, um eine Sprecherlaubnis zu erwirken. Weil aber kein offizielles Verlöbnis vorlag, mußte der Amts richter pflichtgemäß den Beſuch ablehnen. Nur die Schwe⸗ ſter des Gefangenen ſollte Beſuchserlaubnis erhal⸗ ten. Da gab die Schweſter der Braut ihren Beſuchs⸗ ſchein und man vertauſchte dite Rollen. Mit einem glücklichen„Grüß Gott, Bruderherz!“ ſank drinnen in der Beſuchszelle die Braut ihrem Verlobten um den Hals. Trotzdem ſchöpfte der aufſichtführende Beamte Verdacht. Als er nach Beendigung der Be⸗ ſuchszeit nachforſchte, bekannte das junge Mädchen unumwunden die Wahrheit. Wegen Hausfriedens⸗ bruchs und falſcher Namensangabe hatte ſich jetzt das junge Mädchen ſamt ihrer„Schwägerin“ vor Gericht zu verantworten. Der Richter berückſichtigte die Un⸗ beſcholtenheit der beiden Frauen und verurteilte ſie nur zu 25 und 35 Mark Geldſtrafe. Der Staats⸗ anwalt hatte vorher Gefängnisſtrafen beantragt. * Offenbach b. Landau, 24. Jult. Die vor einigen Wochen unter dem Verdacht der Kindstötung in Un⸗ terſuchungshaft genommene Helene Hauder mann von hier wurde aus der Haft entlaſſen. L. Waiblingen, B. Juli. Dieſer Tage war die Dienſtzeit des Bürgermeiſters Spiegel abgelau⸗ fen. Kreisleiter Geiger weilte deshalb dieſer Tage hier, um die Neubeſetzung des Bürgermeiſterpoſtens in die Wege zu leiten. 1 8 5 7 1 Donnerstag, 25. Juli Aus der Pfalz Eine Bekannzmachung Die Preisgeſtaltung für Obſt, Ge⸗ müſe uſw. nimmt vor allen Dingen in der Stat Ludwigshafen a. Rh. Formen an, die unter keinen Umſtänden eine Stunde länger geduldet wer⸗ den können. Ich richte an die Händler einen letz. ten Appell, ſich nicht an der Ausplünderung der breiten Maſſen zu beteiligen. An die Verwaltungen aller Städte richte ich gleichzeitig das Erſuchen, den Händlern, die in der Preisgeſtaltung über die Durchſchnittspreiſe des vergangenen Jahres hinaus⸗ gehen, ſofort das Platzrecht auf den Märkten zu entziehen. Es könnte auch nicht von Schaden ſein, wenn die Polizei einmal mit ſchärferen Mitteln als mit der Verhängung von Schutzhaft zugreifen wollte Vielleicht wäre die Verbringung nach Dachau in die⸗ ſem oder jenem Falle die geeignete Schutzmaßnahme für die ſchaffende Bevölkerung gegen die beſagte Art von Ausnutzung. Neuſtadt a. d.., 24. Juli 1935. (gez.) Bürckel, Gauleſter. Winzer, bekämpft den Wurm! * Neuſtadt a. d.., 24. Juli. Die Hauptſtelle füt Pflanzenſchutz teilt mit: Da wir bisher nur wenige Winzer bei der Spritzarbeit gegen den Wurm ange⸗ troffen haben, weiſen wir heute erneut darauf hin, daß es jetzt höchſte Zeit iſt, den Kampf zu beginnen, Faſt überall begann der Mottenflug um den 10. Jull. Da die Witterung warm und beſonders für den be⸗ kreuzten Wickler nicht ungünſtig iſt, haben die erſten Würmer bereits die Eier verlaſſen und mit ihrem Zerſtörungswerk begonnen. Vielerorts zeigte der Flug in der Zeit vom 15. bis 17. Juli einen aus⸗ geſprochenen Höhepunkt. Dort wird gegen den 23. Juli die Hauptmenge der Würmer ſchlüpfen. Es empfiehlt ſich hier, der Spritzbrühe Nikotin oder Pyrethrum zuzuſetzen, oder, falls eine Spritzung oder Stäubung mit Arſen bereits durchgeführt wurde, nur mit Nikotin oder Pyrethrum zu arbeiten, Man achte darauf, daß die Trauben einen gleich⸗ mäßigen Giftbelag erhalten. Wo das Laubwerk ſehr dicht iſt oder die Beeren der Trauben ſich bereits he⸗ rühren, verwendet man beſſer Stäubemittel. Zum wiederholten Male weiſen wir darauf hin, daß de Verwendung von Bleiarſen im Weinbau verboten iſt und daß mit Arſen nur noch bis zum 91, Jul einſchließlich geſpritzt ooͤer geſtäubt werden darf. Gegen raſſiſche Miſchehen Inſchutzhaftnahme in Landan * Landan, 24. Juli. Der hier wohnhafte Jube Ernſt Salomon Fried wollte mit der geſchiedenen Hedwig Kappelhöfer eine Ehe eingehen. Der Standesbeamte bedeutete jedoch den beiden, daß er dieſe Ehe nicht vollziehen werde, da ſie mit den Au, faſſungen eines Deutſchen über Art und Raſſe nicht zu vereinbaren ſei. Fried wandte ſich daraufhin an das Amtsgericht, das auf Grund der zur Zeit noch he. ſtehenden geſetzlichen Vorſchriften erklärte, daß eine Ablehnung der Ehe nicht möglich ſei. Das Ein. desamt war daher gezwungen, das Aufgebot erſchei nen zu laſſen. Dieſer Vorgang hatte in der Bevöl kerung ſtarke Erregung hervorgerufen. Geſtem abend zogen SA, SAR und Ss zu einer Demonſtea, tion vor die Wohnungen des Juden und der arb f vergeſſenen Frau. Die Kundgebungen vollzogen h in voller Diſziplin. Ernſt Salomon Fried und d Hedwig Kappelhöfer wurden von der Polizei in„ Schutzhaft genommen.. Wie die„N S3: Rheinfront“ hierzu noch melbeſ. hat der Gauleiter angeordnet, daß kein Stande“ beamter der Pfalz eine Ehe zwiſchen einem Juden und einer artvergeſſenen Deutſchen(und umge vollziehen darf. In der Pfalz wird es damit in 9 kunft keine raſſiſchen Miſchehen mehr geben.. Er wollte einen impfen 15 Monate Gefängnis für einen Meſſerſtih 4 Pirmaſens, 24. Juli. Ein gefährlicher Meſen held wurde vom hieſigen Amtsgericht für längen Zeit unſchädlich gemacht. Es iſt der 1910 geboren; Richard Neu aus Thaleiſchweiler, der ſchon nit fach vorbeſtraft iſt und einen ſchlechten Leumund he. ſitzt. Am Pfingſtſonntag gvar er in Rodalben af einem Sängerfeſt, beſoff ſich ordentlich und ſucht 8 dann allenthalben Streit anzufangen, wobei er mit dem offenen Meſſer in der Gegend herumfuchtellt“ und allen, die in ſeine Nähe kamen, gat wiſſen geh daß er mit dieſem Meſſer„heut noch eine!) impfen“ würde. Im Rodalber Bahnhof fühne. er ſich ebenſo auf, worauf er von einem gewiſſer Ernſt Prieſter von Rodalben gur Ordnung rufen wurde. Später traf Neu am Rande des Dore wieder mit Prieſter, den er vorher ſchon bebroſt hatte, zuſammen, und ohne jeden Wortwechſel m? er ihm plötzlich das Meſſer in die Hüfte. Der ei war lebensgefährlich. Prieſter iſt heute noch ni, wieder arbeitsfähig und wird wahrſcheinlich eine! dauernden Schaden davontragen. Das Gericht g über den Antrag des Staatsanwaltes, der auf en Jahr Gefüngnis lautete, noch hinaus und verurtel 3 den Meſſerhelden zu einem Jahr drei Monte! Gefängnis dei Haftfortdauer und Nichtaurechnum. der Unterſuchungshaft. ,, N M 1935 * Bad Dürkheim, 24. Jult. a 5 beim teilt mit, daß die Gemeinden Ellerſtabdt, Leif Dackenheim, Bobenheim a. Bg., Weisenheim Carlsberg und Neuleinigen das Rauchen in 19 9 Waldungen und in der Nähe bis zu 10 Meket Eu 2 nung vom Waldrand durch orts polizeiliche* 10 8 verboten haben. Das Verbot gilt für die s eit N 30. September. Das Forſtamt dug 9 Donnerstag, 25. Juli 1935 der Neuen Mannheimer Zeitung Monaisberichi der Niederländischen Handelskammer für Deuischland In zahlreichen Fällen wurde die Kammer ſeitens ihrer Mitglieder um Unterſtützung bei Kontingentierungsfragen gebeten und ſie konnte wiederum in einer Reihe von Fällen wertvolle Erfolge erzielen. Der Kompenſa⸗ tlonsverkehr nimmt einen ſtets ſteigenden Anteil an den Arbeiten der Kammer ein, wenn auch die wirklich ge⸗ tätigten Umſätze nicht allzu groß ſein dürften. Die Kam⸗ mer ſelbſt beſchäftigt ſich nur mit der Beratung ihrer Mit⸗ glieder und mit der Beſchaffung ber nötigen behhrölichen Zuſtimmungen, nicht dagegen mit dem kaufmänniſchen Teil der Transaktion und vor allem auch nicht mit dem Zu⸗ ſtandekommen der Transaktion ſelbſt. Ste hat aber Rege⸗ lungen getroffen, um ihren Mitgliedern auch hierbei be⸗ hilflich ſein zu können, ohne daß ſie ſelbſt auf dieſem Ge⸗ biete lätig ſein muß. Die Kamhrer bereitet eine Teilnahme auf der Ausſtel⸗ lung„Die Rhein⸗Mainiſche Wirtſchaft“ in Frankfurt vor. Der Stand wird durch die Frankfurter Bezirkskammer ſelbſt verwaltet werden. Das Nieder⸗ ländiſche Wirtſchaftsminiſterium hat bereits zugeſogt, Aus⸗ ſtellungsmatertal zur Verfügung zu ſtellen. Daneben wer⸗ den auch andere allgemeine Belange des deutſch⸗niederlün⸗ biſchen Wirtſchafts⸗Verkehrs Vertretung finden. Am 27, Junt hielt die Föderation Nlederländiſcher Han⸗ delskammern im Ausland unteer dem Vorſitz des früheren Wirtſchaftsminiſters, Dr. Poſthum a, in Groningen ihre allgemeine Jahresverſammlung ab. Neu traten der Fö⸗ deration hinzu, die Niederländiſch⸗Aegyptiſche und die Niederländiſch⸗Polniſche Handelskammer. Beſprochen wur⸗ den im weſentlichen Fragen des Handels nachrichtendienſtes im Ausland, Als Vizepräſident der Föderation wurde der Präſtodent der Kammer, C. J. A. Begeer, gewählt. Gutachten wurden u. a. erteilt über die Bedeutung eines vollſtreckbaren Auszugs bei Inſolvenzen in Deutſchland, über die Wechſelklage in den Niederlanden, über Fragen des niederländiſchen Inſolvenzrechts, über das deutſch⸗ ſpaniſche Clearing, über die Verwertung von Sperrmar⸗ ken, über die Verſteuerung von Motorfahrzeugen in den Niederlanden und über die Verzollung von Erbgut in Deutſchland. Eine niederländiſche Firma, die als Agentin und Selbſtkäuferin Produkte der von ihr vertretenen deutſchen Firma einführt, hatte e eee bei der Wertbeſtim⸗ Kung bet der Einfuhrzoll⸗Deklarterung. Die Kammer konnte der Firma bei der Beweisführung, daß die von ihr Jeklarterten Preiſe richtig ſind, behilflich ſein. Der Präſi⸗ dent der Kammer, C. J. A. Beger, Generaldirektor der Königlich Niederländiſchen Edelmetallbetriebe, wurde an⸗ läplich des 100 fährigen Jubiläums der Firma zum Offizier des Oranfe⸗Naſſau⸗Ordens ernannt, Königl. Nkederl. Foul Ehr. Schmid in Eſſen, langjähriges Mitglied des des der Kammer, wurde gelegentlich ſeiner Wabelgen Tätigkeit in Eſſen von einem großen Kreis gebulbigt. Neueſte Bauten ber Rhein⸗Main⸗Donau AG. Der Ge⸗ banke ber Schaffung eines Schiffahrtsweges vom Rhein über den Main zur Donau iſt bereits zum größten Teil Wirklichkeit geworden. Nachdem ſeit nunmehr 13 Jahren latkräftig an dem Ausbau bieſer großen Waſſerſtraße ge⸗ arbeitet wurde, ſind nunmehr in letzter Zeit weitere Stau⸗ ſtufen zur Vollendung gekommen: Stauſtufe Steinbach, Stauſtufe Faul bach, Stauſtufe Freudenberg, Stau⸗ ſtufe Gichel, Stauſtufe Erlabrunn, Stauſtuſe Ro⸗ thenſels. Wie die ſoeben im amtlichen„Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitſchrift für Bauweſen“ 1935, Heft 15(Verlag von Wilhelm Ernſt u. Sohn, Berlin W.) veröffentlichten zahlreichen ausgezeichneten Abbil⸗ dungen zeigen, fügen ſich die ausgeführten Bauten vor⸗ trefflich in das Landſchaftsbild ein. Die Pfeiler der Wehre und die Krafthaushochbauten erſcheinen in der einfachen, baulichen Form, wie ſie ſich aus ihrer Zweckbeſtimmung zwangsläufig ergibt. Vom Geſichtspunkt der Arbeitsbe⸗ ſchaffung geſehen, ſind die Arbeiten für die Mainkanaliſie⸗ rung von nicht zu unterſchätzender Bedeukung. Abgeſehen davon, daß an den verſchtedenen Bauſtellen ſelbſt ſtändig (auch im Winter!) zwiſchen 3000 und 4000 Arbeiter beſchäf⸗ tigt ſind, finden auch eine Reihe von Induſtrien lohnende Arbeit: Die notleidende Buntſandſtein induſtrie und Muſchelkalkinduſtrie des Untermaingebietes, die ortsanſäßſigen Zementwerke konnten uſcht nur Arbeiterentlaſfungen vermeiden, ſondern ſogar neue Ar⸗ heiltskräfte einſtellen und dauernd beſchaäftigen. Die Ge⸗ ſchäfts⸗ und Gewerbebetriebe in der näheren und weiteren Umgegend der Bauſtellen hatten Anteil an der Entlöhnung der bel den Bauten beſchäftigten Arbefter und Angeſtellten. Die Glſeninduſtrie wurde belebt durch Lieferung von Wehrverſchlüſſen, Schleufentoren, Brücken und Stegen, Spundwänden und ſonſtigen Eiſenbedarf, urch Turbinen uſw., nicht zuletzt auch die Elektro⸗Induſtrie durch Genera⸗ toren, Schaltanlagen, Kraftleitungen, Umſpanner. Neben den zahlreichen beſchäftigten größeren Tiefbauunterneh⸗ mungen fanden und finden auch die mittleren und kleineren Baugeſchäfte reichlich Arbeit für Straßenbauten, Entwäſſe⸗ rungsanlagen, Schleuſenmeiſtergehöfte, Werkwohnhäuſer und dergleichen. 0 v. H. Umſatzſteigerung bei Georg Geiling n. Co., „Bacharach a. Rh. Wie der D erführt, hatte dieſe 8 umwetnfabrik im Geſthäftsfahr 1934 eine mengen⸗ zige Umſatzſteigerung von über 50 v. H. zu verzeichnen. 12 bo. 10 000, Anfageabſchreibungen ſchließt dos Ge⸗ ſchäftsfahr 194 ohne Gewinn und Verkuſt ab(i. V. er⸗ Hößte ſich der Verluſtſaldo um 148 142% auf 699 474, die durch Kapttalſanterung 311 getilgt wurden). Die Bank⸗ verpflichtungen konnten auf 0,10(0,31) Mill./ ermäßigt die Umſatzſteigerung an. werden. Im laufenden Jahr hält Süddeulscher Die warme Witterung und bas Fortſchreiten der Ernte 98 die Nachfrage am Saatenmarkt wefter anſteigen laſſen. usheſondere wurden In karnatklee und Winter⸗ 1 geſucht. Bei beiden ſind die Beſtände aus der 64 Ernte faſt gang gexäumt. Aus Ungarn liegen bereits 5 5 5 von neuem Inkarnatklee vor, während Winter⸗ 0 en neuer Ernte ebendaher kaum vor dem 15. Auguſt lch werden können. Auch nach Gekbfenf beſteht 152 2 e Nachfrage. In Herbſtrübenſamen ſind bis 6 3 allem die Beſtände aus alter Ernte verkauft wor⸗ 2 75 a für bie neue Ernte noch keine Preiſe feſtgeſetzt 8 8 0 ind. Die Beſtellungen für neue Grünfukter⸗ 5 find wie Sonnenblumenkerne, Sudangras, Spörgel 1 zecht umfangreich. Die Zufuhren von Gras⸗ h 8 ſind weſentlich ſtärker geworben, doch konnten 05 i pan geringe Umſätze entwickeln, da die For⸗ erden et Erzeuger noch recht hoch waren. Sera⸗ 5 955 und Lupinen ſind ziemlich knapp geworden und hut sich zu ſteigenden Preiſen gekauft. Das Klee geſchäft Sagte koch nicht voll entwickeln können, da die neuen fle 50 erſt jetzt an den Markt kommen. Gelb. und Weiß⸗ 955 urden bereits in recht guter Beſchaffenheit angeboten. Lüzerne wird laufend gekauft. 0 —— 2 Druckluft Gef. für Rohrleitungs f 5 gas- und Apparateban Gefen e cen, Mit 20000% Kapital wurde dieſe ie Ver neu gegründet. Unternehmungsgegenſtond iſt rt a ben von Rohrleitungen und Apparaten aller ten Geſchuften hiermit in Verbindung 9 Fabrika⸗ Saarb n ſind Fabrikditrektor Franz Keuth in 9 2. 1 und Maſchlnentabrik 1 9 er 5 8 N och in Saarbrücken. mbc) ſowie Kaufmann Franz 2 Saarländiſche Papiermaunfaktur A, Saarbrücken Aalgeſccben. l ieren„anne 5 nige orſtandbmitglied iſt nunmehr trektor Ernſt Mau ch⸗ Saarbrücken. e Pal; ch pfälzische Kohlengewinnung im Juni. In der Jun(Berginſpektionsbezirk Zweibrücken) wurden im 175 955(1176) To. Steinkohlen gewonnen, in der Zeit — anuar bis Juni 7997 To. Die 195 f Kohlen⸗ ugung betrug in der gleichen Zelt 94 905(88 669) To. IANDELS- WWIRTSCHAFTS-ZETTUNG Mittag-Ausgabe Nr. 336 Die Lira im Schaffen Abessiniens Italtens finanzielle Sorgen ſind nicht neuen Da⸗ tums. Das lawinenartige Anſteigen der inneren Schulden hat ſchon lange im In⸗ und Auslande Be⸗ denken hervorgerufen, und auch das Währungspro⸗ blem begegnete allerorten ſkeptiſechr Beurteilung. Vielleicht hätten ſich die Dinge auf normalem Wege noch geradebiegen laſſen. Das abeſſiniſche Unter⸗ nehmen verſchlang jedoch, ehe es eigentlich zur Durch⸗ führung gelangt, Unſummen, die der ſchwache Wirt⸗ ſchaftsorganismus ſchwer oder gar nicht aufzubrin⸗ gen vermochte. Das Schickſal nimmt jetzt ſeinen Lauf, und die jüngſte Nachricht: Aufhebung der Gold⸗ deckung des Notenumlaufes, die bisher auf 40 v. H. ſeſtgeſetzt war, wird niemand überraſchen. Die Frage iſt nur, ob mit der Herabſetzung der Noten⸗ deckungsgrenze ein Ventil geöffnet iſt, das Italien wirklich Luft ſchafft, oder ob dadurch der Weg noch weiter in das Verderben hineinführt. Ganz einfach iſt dieſe Frage nicht zu beantworten, weil man das italieniſche Währungsſyſtem, oder richtiger, ſeine Währungspolitik, nicht mit der anderer Abwertungsländer vergleichen kann. Die Deviſenzwangs⸗ bewirtſchaftung des Landes macht die Lira gegen Angriffe von außen unempfind⸗ licher, als es etwa die Währungen des Goldblock! waren, bei denen man Angriff und Verteidigung mit dem klaſſiſchen Rezept des freien Spiels der Kräfte ausbalancierte. Italten kann mit Hilfe der Deviſenbewirtſchaftung einen ſtarken Stoß gegen die Lira auffangen, namentlich dann, wenn es die Um⸗ laufsmittel knapp hält. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß ſich im Lande weder nennenswerte Vorräte von kurzfriſtigem Fluchtkapital befinden, noch die aus⸗ ländiſchen Schulden einen beoͤrohlichen Umfang er⸗ reicht haben. In bieſer Hinſicht hat die Lage Italiens manche Aehnlichkett mit derjenigen Deutſchlands; denn auch die Reichsmark ſteht auf dem Weltmarkt eiſern feſt, obgleich die Reichsbank nur über mini⸗ male Deckungsmittel verfügt. Allerdings unterſcheiden ſich beide Natſonen inſo⸗ fern, als in Deutſchlands Außenhandel Ein⸗ und Ausfuhr aufeinander abgeſtellt ſind, ſo daß die Sta⸗ bilität der Mark bei geſunder Finanz⸗ wirtſchaft automatiſch verbürgt iſt, zu⸗ mal ja keine höheren Verpflichtungen mehr laufen, als der Export Deviſen abwirft. Italien hingegen hat mit einem chroniſchen Paſſipfſaldo in ſeinem Außenhandel zu rechnen, der ſich trotz verzweifelter Verſuche Muſſolinis nicht nennenswert ermäßigen ließ. Hier liegt die eine ſchwache Stelle für die Lira. Die andere iſt darin zu ſuchen, daß das Mißtrauen in Italien ſelbſt im Wachſen begriffen iſt. Damit zieht die Gefahr herauf, daß die Währung bon innen heraus erdolcht wird. In deu letzten 12 Jahren hat der Duce 31,4 Mrd. Lire in Hie öffentlichen Arbeiten hineingeſteckt. Unter Einbe⸗ ziehung des genannten Betrages ſtieg die öffentliche Schuld bis Ende Mai d. J. auf rd. 128 Mrd. Lire. Der Prozeß ließ ſich nur durchführen, weil die ita⸗ lieniſche Volksgemeinſchaft blind ihrem Führer folgte und Vertrauen zur Währung hatte. Infolge dieſes Vertrauens iſt der geſamte Zahlungsmittelumlauf Italiens trotz der Schuldenkontrahierung von 18.95 Mero. Sire im Jahre 1928 auf 14,99 Mröb. Lire Ende 1934 zurückgegangen. Die plelerorts, namentlich in Frankreich, hervorgetretene Tendenz zur Noten⸗ und Goldhamſterung blieb in Italien völlig aus; denn in der eben erwähnten Zeit ging der Umlauf der 1000⸗ Etre⸗Noten um 25 v.., ber der kleineren Noten da⸗ gegen um 19 v. H. zurück. Es lagen alſo keinerlei Anzeichen einer Hortungsbewegung vor. Vielmehr ſpiegelte ſich die depreſſive Wirtſchaftslage auch im Zahlungsmittelumlauf des Landes wider. Damit iſt es nun zu Ende. In letzter Zeit ſind die Einlagen des Publikums bei der maßgebenden Poſtſparkaſſe zurückgegangen, gleichzeitig ſtellte ſich eine Flucht in die Sachwerte ein, die ihren deutlichſten Ausdruck in dem ſprunghaften Anziehen der Preiſe für Wohnhäuſer hatte. Als dann noch die Silbermünzen aus dem Verkehr gezogen wurden, verſchärfte ſich oͤie Situation, und die Kegierung war genötigt, den Notenumlauf auszudehnen. Am 30. April 1935 ſtellte er ſich auf 12,89 Mro. Lire, am 30. Juni d. J. auf 13,03 Mrd. Lire. Dieſe Entwicklung hätte an ſich noch nichts Beüngſtigendes gehabt, wenn nicht gleichzeitig die Gold⸗ und Deviſenbeſtände der Banca deJtalia, die Ende 1928 die reſpektable Höhe Saadlenmarkf Preßkohlen aus Steinkohlen, von Januar bis Juni 184 542 Tonnen. * Oeſterreſchiſche Brown, Bover! A.— Umſatz ge⸗ ſtiegen. Das Geſchäftsergebnis des Jahres 1934 weiſt bei der Oeſterreichiſchen Brown, Boveri Ach gegen 198g eine Beſſerung auf. Die Beſſerung iſt n darauf zu⸗ rückzuführen, daß es dem Unternehmen gelungen iſt, bei faſt gleichbleibenden Unkoſten den Umſatz zu ſteigern. Die Erhöhung des Umſatzes war nicht nur auf eine Steigerung des Inlandkonſums, ſondern auch auf eine Vermehrung der Exportaufträge zurückzuführen, die allerdings infolge der überaus ſcharfen Weltkonkurrenz nur zu ſehr gedrück⸗ ten Preiſen hereingenommen werden konnten. Der Roh⸗ gewinn erhöhte ſich von 251 auf 2,58 Mill. S. Für Ab⸗ ſchretbungen wurden wle im Vorfahre 189 000 S. aufge⸗ wendet, für Steuern 106 000(119 000) S. Der Verluſt be⸗ trägt 56 000 S. und erhöht ſich um den Verluſtvortrag auf 108 000 S. „„Neckarkanal 1935“, herausgegeben vom Südweſtdeut⸗ ſchen Kanalbauverein für Rhein, Donau und Neckar G. V. Stuttgart, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart Kanal⸗ fragen müſſen groß geſehen werden. So taucht hinter dem Neckarkanal bas geſteckte Ziel auf, mit ihm als Verbindung von Rhein und Donau und mit einem weiteren Kanal von Ulm zum Bodenſee das Syſtem der brei großen Ströme Rhein, Donau und Rhone ineinanderzuführen. Das würde aber nicht weniger bedeuten, als eine Waſſerverbindung unſeres Induſtriegebletes mit dem großen Argrargebiet im Südoſten und den Häfen im weſtlichen Mittelmeer. Die Druckſchrift„Der Neckarkanal 1938“ legt dieſe Zuſammen⸗ hänge, insbeſondere aber den unmittelbaren Nutzen des Kanals und ſeiner nüchſten Abſchnitte für die ſüddeutſche Wirtſchaft für jedermann verſtändlich dar. Das Buch ſchildert anſchließend ſede der fertiggeſtellten Stauſtufen des Neckarkanals, ſowie ſeine beſtehenden und zukünftigen Häfen und Kraftwerke in Wort und Bild. Auf die Bei⸗ gabe großer Lichtbilder wurde beſonderer Wert gelegt, um zu zeigen, wie ein mit Rückſicht auf die Landſchaft geform⸗ tes Ingenteurwerk das Bild der Umgebung wohl ſtark be⸗ einflußt, aber nicht ſchädigt, von 11,7 Mrd. Lire erreicht hatten, bis zum 10. Juli d. J. auf 5,52 Mrö. Lire geſunken wären. Der größte Teil des Abfluſſes entfiel auf das Konto zur Bezah⸗ lung der überſchüſſigen Importe, in den letzten Mo⸗ naten mußte man aber auch Rohſtoffe für die Rü⸗ ſtungsinduſtrie beziehen, die in hohem Maße an den Golovorräten zehrten. Das Deckungs verhältnis, das ſchon vor Juhresfriſt Sorge bereitete und damals 45,88 v. H. betrug, iſt itzwiſchen auf der Mindeſtgrenze von 40 v9. H. angelangt. Jetzt ſtand Muſſolini vor der Wahl, entweder bei der dauernden Schrumpfung des Goldvorrats den Notenumlauf entſprechend einzu⸗ ſchränken, um die Deckungsgrenze zu verteidigen, oder aber ſie aufzuheben, um neuen Spielraum zut gewinnen. Er entſchloß ſich, den letztgenannten Weg zut gehen. Die Suspendierung der Golddeckung für Noten hat den Zweck, das abeſſiniſche Unternehmen zut finanzieren und dem Außenhandel freien Lauf zu laſſen, ihn alſo nicht durch deflationiſtiſche Maß⸗ nahmen zu beeinfluſſen, die ja eine Einengung des Notenumlaufs nach ſich ziehen müßten. In der An⸗ kündigung wird vom Duce ausdrücklich darauf hin⸗ gewieſen, daß es ſich um eine„vorübergehende“ Maß⸗ nahme handelt. Der italieniſche Regierungschef weiß, warum er ſeinem Volk und der Welt dieſe Erklärung ſchuldet. Seit 1927 hat er immer wieder beteuert, eine Verſchlechterung des Lirakurſes ſei ein Verbrechen an der Nation, das für das faſchiſtiſche Regime niemals in Frage käme. Noch Mitte Mat 1935 erklärte der italteniſche Finanzminiſter Thaon di Revel, die Regierung werde auch weiterhin der Goldbaſis der Lira treubleiben. Zwar waren wäh⸗ vend der letzten Jahre wiederholt ſolche Verſiche⸗ rungen zu hören(man denke an die belgiſche Regie⸗ rung und an Präſident Rooſevelt), wenſge Tage darauf war aber das Unglück geſchehen. In Italien liegen die Dinge jedoch anders. Das Land hat be⸗ reits eine ſcharfe Geldentwertung erlebt, und man weiß gerade aus den Erfahrungen in füngſter Zeit, daß Nationen, die eine Inflation am eigenen Leibe kennengelernt haben, beſonders empfindlich gegen Währungsepperimente ſind. g Wie Muſſolini die Probleme zu meiſtern gedenkt, oa rüber iſt bis zur Stunde noch nichts Poſitives zu hören. Da es auch auf dem Währungsgebiete noch immer keine Zaubermtittel gibt, geht die von ihm zu bewältigende Arbeit ins Uebermenſchliche. Das abeſſiniſche Unternehmen erfordert, wie man es auch abwickelt, gewaltige Summen. Der Einfuhrbedarf läßt ſich im Augenblick angeſichts der geſpannten Weltwirtſchaftslage und der Bedürfniſſe der Rit⸗ ſtungsinduſtrie nicht nennenswert einengen, der Ausfuhr des Landes ſind oͤurch die Deviſenbeſchrän⸗ kungen anderer Nationen Grenzen gezogen. Man darf demnach geſpaunt ſein, wie der Duee das Rät⸗ ſel zu löſen gedenkt. Einſtweflen wird die Lira ge⸗ ſtützt, obwohl ſie als Folge der Suspendierung der 40prozentigen Deckungsgrenze für die Noten ihr Disagio von—8 v. H. auf 15 v. H. erhöht hat. Es gibt natürlich für Italten Möglichkeiten, ſich aus der Sackgaſſe herauszumanborteren, nämlich dann, wenn Hie lateiniſche Schweſter an der Seine das Portemonnaie zücken und einſpringen würde. Vor einigen Monaten, als die Freundſchaft zwiſchen Frankreich und Italten enger geſchmiedet wurde, fand ſich oͤiſe Banque de France bereit, am Weltmarkt der Lira zu intervenieren. Heute, wo auch Paris gerüſtet ſein muß, um neue Angriffe gegen den Franken abzuwehren, und nach einem Goloverluſt von 11 Mrd. Fr., kann man eine ſolche Hilfsſtellung nicht mehr beziehen. Die angelſächſiſchen Länder aber, die ſonſt allein noch Jie Möglichkeit hätten, zu helfen, halten die Hand auf der Taſche und kommen für eine Anleihegewährung an Italien nicht in Be⸗ tracht. Mit dem Abſinken der Lira wird jedenfalls ein neues Kapitel im Währungskampfe aller gegen alle eröffnet. Schon iſt der italieniſchen Währung der rumäniſche Lei auf dem Fuße gefolgt und wer weiß, was die nächſten Wochen und Monate auf die⸗ ſem Gebiete ſonſt noch bringen. Nhein-Mainische Abendbörse freundlich Der Mangel an beſonderen Anregungen und das Feh⸗ len von Kundenaufträgen machte ſich an der Abendbörſe in Zurückhaltung bemerkbar. Indeſſen war die Grundſtim⸗ mung freundlich und gegen die etwas leichteren Miktags⸗ ſchlußkurſe ergaben ſich verſchiedentlich Beſſerungen um Bruchteile eines Prozentes. Am Aktienmarkt eröffneten J Farben mit 15396(15376), Lahmeyer mit 185(135), Daimler Motoren mit 94(9,75), Eßlinger Maſchinen mit 85,25(85), Deutſcher Eiſenhandel mit 104(unv.). Von Schiffahrtswerten waren Hapag mit 17,78(17%) angeboten. Der Rentenmarkt lag ſehr ſtill und unverändert. Gulden⸗ Obligationen lagen eher noch ſchwächer, ſo Pounganlethe mit 87(88), Eſchweiler mit 91(92) und Ruhrverhand mit 87,50(88). Von fremden Werten bröckelten Mexikaner etwas ab. Im Verlauf kam kleines Angebot an den Markt, das bei der herrſchenden Zurückhaltung nur bei etwas ermäßigten Kurſen aufgenommen wurde. So ergaben Ich Farben auf 156 Brief nach 186% und AC auf 41,60 Brief nach 41,75 nach. Auch Schiffahrtsaktien lagen bis ½ v. H. niedriger. Im übrigen herrſchte Geſchäftsſtille. Renten lagen nach wie vor ohne Intereſſe. Nachbörſe: Jh Farben 15575156 AEG 41—58. * Kollmar u. Jonedan A, Pforzheim. Im Geſchäfts⸗ jahr 1884⸗65 konnte der U mea erneut etwas geſtel⸗ gert werden, wobet die geſamte Steigerung dem In⸗ landsgeſchäft zuzuſchreiben iſt. Die Ausfuhr iſt trotz größter Anſtrengungen und Oocfer weiter zurückgegangen. Die Bemfhungen, den Export zu halten, werden aber mit aller Energie e eine grundlegende Beſſerung kann aber hierin nur eine Umgeſtaltung der Weltlage bringen. Das Beſtreben, außerhalb der Bifouterlebran liegende Artikel in das Fabrikatlonsprogramm egen men, war teilweiſe von Erfolg begleitet. Ergebniſſe hieraus können erſt dem neuen Geſchäftsjahr zugutekom⸗ men. Die Bezüge des Vorſtandes beliefen ſich auf 48 740 l. dte des An auf 12 000 4. Im Berichtsjahre wurden nom. 2800„ eigene Aktien zu 952/ übernommen. Der geſamte Beſtand von nom. 8440„ eigener Aktien wurde zu 8804 4 verkauft, die Geſellſchaft beſitzt keine eigenen Aktlen mehr. Die Tochtergeſellſchaft Klein u. Quenzer Ach, Oberſtein, schließt das Geſchäftsfahr 1034 mit einem Ver luſt ab. Das Wechſelobligo betrug am Schluß des Geſchäftsjahres 289 600, dasſelbe hat ſſch zum größten Tetl bis zum Zeitpunkt der Berichterſtattung orönungsgemäß abgewik⸗ kelt. Die Geſellſchaft iſt folgenden Verbänden, die preis⸗ regelnd wirken, ongeſchloſſen: Reichsverband der Deutſchen Edel metall⸗ u. Schmuckwaren⸗Induſtrie EV, Reichsverband der Deutſchen Armbanduhren⸗Induſtrie, Unton des Bran⸗ ches Annexes de'Horlogerſe La Chaux de Fonds. Das auf den 380. April endigende Berichtsjahr erbrachte einen Roh⸗ erkrag von 1947 999(1 672 981) ,, dazu 21 697(56 087). ab. Erträge, i. V. außerdem noch 10000 Erträge aus Beteiligungen und 7403„ Zinſen. Dagegen erforderten Löhne und Gehälter 1518 662(1 866 094) J, ſoztale Ab⸗ gaben 92 290(84 510), Zinſen 11697(), Beſitzſteuern 74 128(06 176)% und ſonſtige Aufwendungen 280 14 200 884), ſo daß nach 41296(87 599) 1 Anlageabſchrei⸗ ungen ein neuer Verluſt von 5179(29 94)„ ſich ergibt, der ſich um den Verluſtvortrag auf 141.519„ erhöht und durch Entnahme gus dem Reſervefonds ausgeglichen wer⸗ den ſoll. Aus der Bilanz:(in Mill.%: Anlage⸗ vermögen 0,79(0,8), Vorräte 0,78(0,67), Beteiligungen un. 0,3, Forderungen an abhängige Geſellſchaften 0,17(0,19), Warenforderungen 0,8(0,63), Wechſel 0,12(0,1), dagegen Alk unv. 2,25, Reſerveſonds unv. 0,225, Delkredere un. „1, Bankſchulden 0,27(0,19) bei insgeſamt 0,39(0,7) Ver⸗ binödlichkeiten.— Nachdem der Geſchäftsgang nach Oſtern ſtark abflaute, ſetzte das Geſchäft gegen Ende Mai wieder beſſer ein, ſo daß die Geſelbſchoft gegenwärtig in allen Abteilungen voll beſchäftigt iſt. H 3. Auguſt. Waren und Märkfe * Amtlicher Großmarkt für Getreide und Futtermittel Karlsruhe vom 24. Juli. Julandswetizen, Ernte 1934, Feſt⸗ preisgebiet 17, 76 bis 77 Klo, Erzeugerfeſtpreis für Juli 21,70 Mühlenſeſtprels einſchl. Zuſchlag ft Rich 2/10; Großhandelsprels 22,10? Sommerweizen z. 3. ohne Anu⸗ gebot; Inlandsroggen Ernte 1934, Feſtpreisgebiet 16, 7178 Kilo, Erzeugerfeſtpreis ür Zult 1/0; Mühlenfeſtpreis einſchl. Zuſchlag für Rich 18,10) Großhandelspreis 18,10; Braugerſte(nur mit Genehmigung des Getreidewirtſchafts⸗ verbands) Ernte 1934, nicht notiert, geſtrichen; Futter⸗ gerſte Ernte 1934, Feſtpreisgeblet 9, 59—60 Kilo, Erzeuger⸗ ſeſtpyreis für Juli nominell 10,90; deutſcher Hafer, Feſt⸗ preisgebiet 17, 48 bis 49 Kilo, Erzeugerfeſtpreis für Juli frei Erzengerſtation 17,20; Großhandelspreis nom. 17,55; Weißhafer 79 Pfennig per 100 Kilo Zuſchlag; Weizen⸗ mehl, Type 790. Inland, Großhandelspreis im Preisgebiet 17, Juli⸗Auguſt 28,657 Frachtausgleich plus 50 Pfennig Aufſchloag für Weizenmehl mit 10 v. H. Auslandswelzen 1,50„ für 10⸗Tonnen⸗Ladungen, Type 593(0) plus 3., Type 50? plus 3, Type 405(00) plus 5, Type 405(Wetzengrieß, fein und grob) plus 6, Type 1000(Weizenbrotmehl) minus 8/ Noggenmehl Type 997, Föprozentige Ausmahlung, Großhandelspreis im Preisgebiet 16, per Juli 24,80) Frochtausgleich für 10⸗Tonnen⸗Ladungen plus 50 Pfennig. Roggenmehl⸗ Type 815, ca. 65proz., 50 Pfg. teurer. Weizen⸗Roggen⸗ mehl Bedingungen des RNeichsmehlſchlußſcheines vom 11. Mai 1935. Weizennachmehl per Juli 17,25; Weizen⸗ bollmehl(Futtermehl) je nach Fabrikot, 13,50; Weizen⸗ kleie W 17, Juli 10,85—11,15, Roggenbollmehl(Futtermehl) 13,75— 14,00: Roggenkleie R 16, per Juli 10,6210, Trockenſchni el, Erdnußkuchen, Palmkuchen, Rapskuchen, Sojaſchrot, Leinkuchenmehl z. Z. nicht notiert und nicht angeboten. Blertreber 10,7517 Malzkeime 15—15,25. Die Erzeugerpreiſe für Speiſe⸗Frühkartoffeln betragen ab 25. Juli 1995: a) für lange gelbe Sorten mindeſtens.50, fedoch nicht mehr als.—; b) für runde gelbe Sorten mindeſtens.10, jedoch nicht 925 als.60; c) für blaue, rote und weiße Sorten minbdeſtens.70, jedoch nicht mehr als.20„. Die Kartoffelpreiſe verſtehen ſich per Zentner, und zwar im geſchloſſenen Anbaugebiet waggonfrei Ver⸗ ladeſtatton oder frei Bezirksabgabeſtelle, im nicht geſchloſ⸗ ſenen Anbaugebiet waggonfrel Verladeſtatlon oder frei Uebergaheſtelle ab Erzeugerort, fedoch ſind 90 Pfg. für Säcke, .25„ Abgabe und der Großhandelszuſchlag nicht inbegrif⸗ fen. Rauhfuttermittel: Loſes Wieſenheu, gut, geſund, trocken, je nach Qualität, neue Ernte—3,25; Luzerne gut, geſund, trocken, je nach Qualttät, neue Ernte 35,50—9,75, Wefzen⸗Roggenſtroh drahtgepr., je noch Qualität 1801,90 Futterſtroh(Gerſte und Hafer) 22,5 l. Alles für die 100 Kilo, Kartoffeln und Rauhſuttermittel Zentner⸗ preis. Soweit nichts anderez vermerkt, prompt verlad⸗ bare Ware. Biertreber und Malzkeime mit, Getreide und Trockenſchnitzel ohne Sack rochtporität Karlsruhe bzw. Fertigfabrikate Parität Fabrikſtation. Mehl frachtfrei aller im Preisgebiet 17 gelegenen Vollbahnſtationen. Alle Preiſe von Landesprodukten ſchließen fämtliche Speſen des Handels, die vom Ankauf beim Landwirt bis zur Fracht⸗ parität Karlsruhe entſtehen, unk die Umſatzſteuer ein. Die Erzeugerpreiſe ſind entſprechend niedriger zu bewerten. * Rotterdamer Getreidekurſe vom 24. Juli,(Eig. Dr.) Schluß: Weizen lin Hfl. per 100 Kilo) Juli 4,12%; Sept. 3,85; Nov. 3,677 Jan. 3,70 B.— Mais(in Hfk. per Laſt 2000 e Juli 54,50; Sept. 53,25; Nov. 54,75: Jan. 55. * Liverpooler Banmwollkurſe vom 24. Juli.(Eig. Dr.)] Amerik. Univerſal Stand. Middl.(Schluß) Jubi(35) 6627 Auguſt 644; Sept. 687; Okt. 617; Nov. 608; Dez. 605 Jan.(38) 602; Febr. 601; März 600; April 508 Mal 897; Juni 595; Juli 899; Okt. 593 Dez. 578; Jan.(87) 57 Tendenz ſtetig. * Schifferſtabter Gemüſeanktion. Blumenkohl 2980, 12—21,—5; Karotten(Ztr.)—5; Kopfſalgt—5; Kohl⸗ rabi 2— 3; Rettich Bol.—6, Stück—8; Weißkohl 6,25 Rotkohl 11—13; Bohnen 10—11; Erbſen 20; Gurken 100 Stück 4055, Ztr. 4,55; Salatgurken—4; Schlangen⸗ gurken 13—18; Tomaten 22—30; Zwiebeln 5,75 Pfg. n Schwetzinger Schweinemarkt. Zufuhr: 46 Milch⸗ ſchweine, 90 Läufer. Preiſe: Milchſchweine pro Paar 30 bis 35 /, Läufer pro Paar 40 bis 100 /. Marktperlauf lebhaft. m Leinöl⸗Notierungen vom 24. Juli.(Eig. Dr.) Lon⸗ don: Leinſaat Pl. per Juli 9,50(996); dto. Klk. per Juli⸗ Auguſt 1186(unv.); Leinſadtöl loko 22,25(22); Juli⸗Auguſt 21,20(21); Sept.⸗Dez. 217(21,25); Jan.⸗April 21,50(un.); Baumwoll⸗Oeh ägypt. 28(unv.); Baumwoll⸗St. ägypt. per Juli 6%(%). Neuyork Terp. 47,75(47,50). Sa ⸗ vannah: Terp. 42,75(42,50). Geld- und Devisen marki Zürioh, 2. Jan Schluß amlfſch) Konnten. 2 Pert 2928. Fpanlen 41.84— Prag 1291 teres 05 London 15,15 ¾ J feln? 206.90— Varsthen 58.32 öff. Fend. 26 lege 808, ben 1800— bete, gl. be“ T. belgien 51— ien off. H. 7,3 beſral 70 Venassgeag lteſſen 2,70 Foſis 88.5 Atben 200,— I Jfonstgeld 244 Paris, u gut cha zm fich). lena 75.00— Fpanten 207.25 Kopenhagen 884, f Wien 8 Teuort 18/l4— fallen 128, foſtene 10,18%] beriſg 607. Belglen E 493,12 Steckbolm 388,7 Warschau 288. London, 24. Jul Schluß amtlich) demo. 496,58 Repepbzgen 22,0— Mottez 549,— chm 1772 Mone 496. iocchom 19,89 Rumavlen 475,50 kokos 1207 Imzferlem 7315 bele 19.90 74 Konstantin..90— Aa nraſſen 128. bei: g/ ide Ii, 2 den 510— fene, 1725 Frürtee 29,24— feelsingfers 229,7 Wien 2588 Honferides 19.25 ſtallen 60.37— prag 118.4 Varsthen 25,50 Lalpzrad 116,6 berlin 12.32— Badapet 27,50 Fuenes Ares] 19 05 guendz Fchweir 15,21 ¼ Belgrad 22 le de Jan. 412.— f Lenden 18.95 Spanlen 36,19— Folia 390,— Hongkong 2800 Südaffüs 100,12 Hamburger Meiallnoflerungen vom 24. Juli Hupe r 0 Banes- l. Sraſtz-Linn Brief diele grief Feld berehliſ Brief] beld bershig Jann 43,5043, z„ Hütfen rohr.. 18.218,25 februar A, 48,50%„4. falnilber(H. p. 48 59.256,25 Mit 44,5044,„„„„„„„„ feiggeſd(I. g.... 284 279 pl 45, 44, 000„„„„ast(äbtlie) al 48,254,„44„ Ctcpr.(in p. fr.)..88 285 unn 49,504,„„ Techn, feines Pfelin full 40.50 40,50%. 81000810, 00. betefter,(Au. f. r... 3,50 3,25 Augas! 40.5040, 50. 10,0810, 0 Leptemd. 40,50 62. Ino Joe et gieder 5,2%„ 0 00. gamen Nepals der.( fp.) 58,— 48, Nope. 42.5042,* 810.0 00. huecksilzer(& per flache) 11,87 1,87 berems.[43.42.50 10,0810, 0. J Veſframert Gines.(in S0.)[„ 81,80 * Pforzheimer Edelmetall⸗Notierungen vom 25. Juli. (Mitgeteilt von der Deutſchen Bank und Diskonto⸗Geſell⸗ ſchaft, Filiale Pforgheim]: Platin techniſch rein 3,25 le Gramm; dto. 4 y. H. Palladium 3,20 je Gramm: dto. 4 v. H. Kupfer 3,10 ſe Gramm; Feingold 2840 je Kilo; Feinſilber 1 je Kilo, je nach Abnahme von 50 Kilo bzw. 1 bis 9 Kilo. Frachſenmarki Duisburg-Ruhrori Das Geſchäft an der heutigen Börſe war ſehr mäßtg. Die Frachten und Schlepsloßhne erfuhren keine Aenderung. 8. Seite/ Nummer 3386 Neue Maunheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe 1. Gaufeſt in Karlsruhe Die Gaumeiſterſchaften der Amateurboxer Nun gehören auch die Gau⸗Meiſterſchaften der badiſchen Amateurboxer der Vergangenheit an. Für die Titelträger war es kein leichter Weg, die Spitze im badiſchen Boxſport zu erreichen, mußten ſie doch erſt in ihren Bezirken harte Arbeit leiſten, um ſich die Quali⸗ fikation zu den Gaukämpfen erringen zu können. Vor eine noch größere Aufgabe wurden ſie dann in den Vor⸗ und Zwiſchenrundenküämpfen um den badiſchen Titel ge⸗ ſtellt. Aus dieſen Kämpfen, die ja bereits ſchon am 6. und 7. Juli ſtattfanden, haben ſich in den acht Gewichtstlaſſen 16 Endkampfteilnehmer herauskriſtalliſiert, die ſich am Mittwochabend im Rahmen des Gaufeſtes des Deut⸗ ſchen Reichsbundes für Leibesübungen in Karlsruhe im Koloſſeum um den Gaumeiſtertitel gegenüber ſtanden. Die ſportlichen Leiſtungen dieſer 16 Endkampfteilneh⸗ mer waren mit geringen Ausnahmen ſehr gut. Man darf die Behauptung aufſtellen, daß die Kampfſtärke i m badiſchen Boxſport Fortſchritte zu verzeichnen hat. Unſere die igen Meiſter werden den Gau 14 bei den deutſchen Meiſterſ ten beſtimmt erfolgreicher ver⸗ treten, als dies unſere vorfähri Meiſt doch alle ſchon in der erſten Vorrunde ausſche Den ſehr gut verlaufenen Kampfabend eröffnete Gaufachamtsleiter Crezeli⸗Maunheim mit einer An⸗ sprache. Der Stellvertreter des Gaubeauftragten des Reichs⸗ ſportführers Linnenbach entbot den Teilnehmern an den Endkämpfen ein herzliches Willkommen. Ueber 500 ſehr begeiſterte Zuſchauer verfolgten die Kämpfe mit gro⸗ zem Intereſſe. Unter den Zuſchauern bemerkte man, nicht minder begeiſtert, Oberregierungsrat Milden⸗ berger vom Miniſterium für Kultus und Unterricht, ferner Bergermeiſter Fribolin als Vertreter des Ober⸗ Bürgermeiſters und den Bezirksbeauftragten des Reichs⸗ ſportführers für Mittelbaden, St lefel⸗ Karlsruhe. Als Eröffnungskampf ſtieg ein Jugenbdtref⸗ fen zwiſchen Weiß Bf 86 Mannheim und Hort⸗ RBW Karlsruhe, das der Mannheimer für ſich entſcheiden konnte. Im erſten Titelkampf klaſſe ſtiegen Weber ⸗ Ng Karlsruhe und Stetter⸗Poſtſportverein Mannheim in den Ring, Nach dem erſten Gongſchloag legen beide gleich heftig los. Der kleine Karlsruher iſt wendiger, ſeine An⸗ griffe kommen ſchneller und er landet auf halber Diſtanz u. im Nahkampf wirkungsvolle Treffer, aber auch Stetter bleibt vorerſt nichts ſchuldig, ſeine Konterſchläge finden immer wieder ihr Ziel. In der 2. Runde drängt Weber ſehr auf eine vorzeitige Entſcheidung, Stetter muß dabei hart nehmen, bleibt aber tapfer. Die Schlußrunde wird ſehr erbittert geführt. Beim Schlagwechſel hat der Karls⸗ ruher immer das beſſere Ende und ſiegt klar nach Punkten. Die Bantamgewichtler Birg⸗K B Karlsruhe und Baiker⸗Poſtſportverein Maunheim eröffnen den Kampf etwas vorſichtiger. Belde ſind ſich keine Unbekonnte. Der Mannheimer überläßt den An⸗ griff ſeinem Gegner, der aber mit linken Geraden und rech⸗ len Aufwärtshaken in ſeinem Vorhaben unterbunden wird. Die erſte Runde geht knapp an den Mannheimer. Bailer kämpft in der Mittelrunde zu ſtark auf Rückzug, was er doch gar nicht nötig hätte. Erſt in der 3. Runde läßt ſich Balker auf Schlagwechſel ein und iſt dobei immer wieder erfolgreich, vergißt aber das Nachſetzen. In der letzten Minute verſchärft der Karlsruher das Tempo, Baiker füllt dabei etwas zurück. f der Fliegengewichts⸗ Birg ſtrengte ſich mächtig an, konnte aber bei ſeinem Endſpurt das Verlorene nicht mehr auſ⸗ holen. Knapper, aber verdienter Punktſieger und Gau⸗ meiſter Baiker⸗Mannheim. Der Federgewicht s⸗ kampf zwiſchen Hoffmaun⸗Vfn Mannheim und Müller⸗K BV Karlsruhe nahm einen unerwarteten Ausgang. Nachdem der Karls⸗ ruher ſeinen Gegner in den Städtekämpfen ſchon zweimal nach Puntken ſchlagen konnte, rechnete man damit, daß es Müller auch beim Meiſterſchaftskompf glücken würde, den Mannheimer nach Punkten abfertigen zu können. Es kom aber anders. Der Mannheimer war ſehr gut vor⸗ bereitet, was man von dem Karlsruher nicht berichten kann. Nach einer wenig ſchönen erſten Runde rd Müller in der zweiten Runde mit einem linken Kinnhaken bis über die Zeit zu Boden geſchlagen. k..⸗Sieger und Gau⸗ meiſter Hoffmonn⸗Vin Mannhem. Einen Kampf, in dem alles herausgeholt wurde, was herauszuholen war, lieferten die Leichtgewichtler Hettel⸗Karlsruhe und Köhler⸗ fg Maunheim. Hettel verſucht immer wieder, ſeinem Gegner den Nah⸗ kampf aufdrängen zu können, aber der Karlsruher muß dabei harte Kopf⸗ und Körpertreffer einſtecken. Köhler kämpft in einer hervorragenden Form. Er beherrſcht ſeinen Gegner im Diſtanzkampf volltommen. Der Mannheimer muß auch einige harte Brocken nehmen, die er aber mit aller Ruhe wegſteckte. Die Ueberlegenheit von Köhler er⸗ wies ſich klar und ſein Punktſieg ſtand nie in Frage. Gau⸗ meiſter: Köhler⸗VfgR Mannheim. Es gehört zur Seltenheit, daß zwei Vereinskameraden ſo erbittert um den Sieg kämpfen, wie Kohlborn und Wieland, beide KBV Karlsruhe, im Entſcheidungskampf um die Wel⸗ tergewichtsmeiſterſchaft. Kohlborn überraſchte angenehm, ſo gut haben wir ihn noch nie geſehen. Punktſieger und Gaumeiſter: Kohlborn⸗KBV Karlsruhe.— In ganz über⸗ legenem Stil holte ſich Mayer⸗Vfn Maunheim gegen Steimer⸗K BV Karlsruhe den Meiſtertitel. Der Kampf mußte ſchon in der 2. Mi⸗ nute wegen zu großer Ueberlegenheit von Mayer geſtoppt werden. Trotzdem der Kampf nur 2 Minuten dauerte, waren bei Steimer ſchon zahlreiche Kampfſpuren zu er⸗ kennen. Gaumeiſter im Mittelgewicht: Mayer⸗Vſßn Mann⸗ heim.— Zwei grundverſchiedene Kämpfer ſtonden ſich im Halbſchwergewicht Keller⸗Vfn Mannheim und Schwämmle⸗ i. Fc Pforzheim gegenüber. Keller überragte ſeinen Gegner an Reichweite, die er aber nicht reſtlos ausnützte. Keller gibt die beſſere Figur ab, wartet aber mit ſeinen Schlägen zu lange. Erſt in der Schlußrunde arbeitet er mit langen Linken und rechten Aufwärtshaken, die ihm den Punktſieg brachten. Gaumeiſter: Keller⸗Bfn Mannheim.— Sehr aufregend verlief der Schwergewichts kampf zwiſchen Steinmüller⸗Vfat 86 Mannheim und Huſſer⸗K BV Karlsruhe. Huſſer zeigte in dieſem Kampf gewaltige Fortſchritte. Stein⸗ müller ſtieß auf einen nicht erwarteten Widerſtand. Die erſte und zweite Runde verlief nach äußerſt temperament⸗ vollem Schlagwechſel ziemlich ausgeglichen, wenn nicht der Karlsruher durch ſeine präziſeren Schläge ein kleines Plus für ſich hatte. In der Schlußrunde ſetzte nochmals wilder Schlagwechſel ein. Das Mehrgewicht von Steinmüller machte ſich bei dem Karlsruher bemerkbar. Steinmüller traf Huſſer mit einem Linken ſehr hart, auf einen folgen⸗ den Rechten, der Huſſer ordentlich durchſchüttelte, gab der Karlsruher den für ihn noch nicht verlorenen Kampf auf. So wurde Steinmüller Sieger durch techn. k. o. in der 3. Runde und Gaumeiſter. Als Ring⸗ und Punktrichter waren B ö h m⸗ Stuttgart, Hahner Stuttgart und Scheid ⸗ Ludwigshafen ein⸗ wandfrei tätig. Mannheims Handballſpieler ſiegen in Karlsruhe Auf dem 1. badiſchen Gauſeſt: Karlsruhe mit 19:5(:3) geſchlagen Ju Rahmen des erſten badiſchen Gaufeſtes, das augenblicklich Karlsruhe ſeinen Stempel aufdrückt, kamen auch die Handballer am Mittwochnachmittag zu Wort. Jugendliche, Frauen und Männer zeigten dem an⸗ fangs nur ſpärlich erſchtenenen, aber dann bis zum Haupt⸗ ſpiel doch auf faſt 2000 Zuſchauern anwachſendem Publikum — auch Innenminiſter Pflaumer war neben Linnen⸗ bach umd dem ſelbſtverſtändlich anweſenden Gaufachamts⸗ leiter Neuberth zur Stelle— das deutſche Spiel mit dem Lederball. i Daß die Zuſchauer hochbefriedigt, trotz der Niederlage der eigenen Stadtmannſchaft, den Platz verließen, iſt faſt alleiniges Verdienſt der Mannhe imer Städte⸗ mannſchaft. Nachdem Sornberger und Fiſcher nicht mitmachen konnten, trat folgende Einheit auf den Plan. Weigold (Sp Waldhof) Müller Schmitt (Sportverein Waldhof) Gehr auß (TW Seckenheim)(TV Neckarau) Zimmermann Grumer Spengler Herzog Lang (Waldhof)(T 46)(Sp Waloöhof 5 alſo mit Ausnahme von drei Spielern die Mannſchaft unſeres Meiſters, des S V Waldhof. Daß eine ſolche Elf eine Einheit darſtellen wird, war klar und trat beim Spiel auch klar in Erſcheinung. Die Mannheimer Ver⸗ tretung zeigte Handball in Vollendung. Wenigſtens tech⸗ niſch; in punkto Taktik war manches nicht hunderprozentig. Der rechte Flügel Zimmermann— Grumer kam nicht voll zur Geltung, da erſterer zu wenig Flügelſpiel zeigte. Her⸗ vorragend das Zuſammenſpiel Spengler— Herzog, un⸗ üertrefflich die Verteidigung. Müller— Schmitt mit Weigold im Tor. Gehr wird vielleicht der badiſche Mittel⸗ laufer, wenn er mehr Überſicht über das Spiel und auch Zeit zum Aufbau hat. Rutſchmann, wie ſtets, Läufer und Stürmer, aber mit verſtärkter Rückenſicherung. Hauß, ein aufgeweckter Burſche, der ſich feinen Platz in der badiſchen Elf, diefe wurde für das Spiel gegen Mitte onfangs September bei dieſem Treffen erprobt und geſucht, erſpielt haben dürfte; allerdings muß er dort konſequenter decken. Lang, erſtmals repräſentativ, zeigte ſein gewohntes Spiel, muß aber ſchneller abgeben. Mittelbaden ſtellte folgende Elf: Steinel (Raſtatt) Hoffmann (Polizei)(46 Raſtatt) Eppler Schäfer Eichhorn (alle PS Karlsruhe) 5 Huck Hilker Weller Stemper Herb (Beiertheim)(Raſtatt)(Polizei Karlsvuße) Die Karlsruher ſtützten ſich alſo in erſter Linie auf die Spieler der Polizei, die durch ſolche des TB 46 Raſtatt Und Beiertheims ergänzt wurden. Die beſten Leute waren Steinel im Tor, der hervorragende Leiſtungen zeigte und der Ermannheimer Stemper, der allein im Sturm ernſtlich gofährlich werden konnte. Karlsruhe war um eine ganze Klaſſe ſchwächer als Mannheim, ſtellte aber bis zur letzten Minute ſeinen Mann. Beide Mannſchaften befleißigten ſich eines fairen Spieles, ſo daß der Unparteiiſche Längin aus der Feſtſtadt kaum eingreifen mußte. Das Spiel: Zwei Bomben Spenglers meiſtert Steinel, während ein Aufſetzer Hilkers von Weigold nicht gehalten werden kann. Spengler gleicht aus, Lang holt die Führung, aber Stemper bringt wieder Ka Zruhe heran. Dann aber läuft Mannheims Kombination. Trotz zweier Lattenwürfe Grumers muß Karlsruhe Tor um Tor hinnehmen und liegt bald:2 im Hintertrefſen durch Erfolge von Spengler , Herzog) und Zimmermann. Stemper holt ein Tor auf, aber das Mannheimer Anſpiel führt direkt wieder zunr Erfolg. Der Ball kommt zum linken Läufer, der frei Rutſchmann (Sp Waldhof) Kieſer Hauß zeigte ſich in dieſem 8 läuft und placiert einwirft. eee Mit:9 wird Spielmoment der Situation voll gewachſen. ewechſelt. 5 5 5 Au nach der Pauſe beherrſcht Mannheim eindeutig die Lage. Karlsruhe kommt nur noch zu zwei Treffern durch Stemper. Mannheim aber überſpielt immer wie⸗ der die rotweiße Hintermonnſchaft. Da half dann alles Recken und Strecken Steinels nichts mehr. Die meiſten Würfe waren einfach unhaltbar. Spengler kann noch viermal einwerfen, er wax wieder der technisch vollendetſte Spieler auf dem Platz. Zimmermann erzielte in der zweiten Hälfte ebenfalls vier Treffer, ohne aber auf volle Touren zu kommen. Grumer und Lang waren die Schützen der beiden anderen Treffer, da es nur zu 19:5 langte. 5 Donnerstag, 25. Juli 1983 Großer Preis von Deutſchland (Von unſerem Sonderberichterſtatter) 1926 wurde erſtmalig ein„Großer Preis von Deutſch⸗ land“ für Rennwagen ausgetragen. Noch nie aber war eine Entſcheidung ſo offen. War deshalb ein bevorſtehen⸗ des Rennen ſo intereſſant zu nennen, wie der kommende „Große Preis“, der am 28. Juli auf dem Nürburgring, der größten und beſten Automobilrennſtrecke der Welt, abrollen wird? Einſt wußte man: ausländiſche Wagen ſind überlegen. Die einzigen Verteidigor der deutſchen Farben, die ſchwe⸗ ren, aus Tourenwagen herangezüchteten Mexcedes⸗ Benz 8, 88 K Wagen, ſind ungleich benachteiligte Gegner gegen die fortgeſchrittene Rennwagentechnik des Auslandes. Und heute? Heute iſt Deutſchland im Rennwagenbau führend! Die 7 großen Rennen dieſes Jahres wurden auf deutſchen Wagen gewonnen. Mercedes⸗Benz hat den Rahm dieſes Sportjahres abgeſchöpft. Das aber macht den bevorſtehenden Großen Preis ſo hochintereſſant: Die Auto⸗ Union hat, vor vier Wochen letztmalig geſtartet, ihre Rennwagen peinlich genau vorbereitet und für Schnellſt⸗ fahrten hergerichtet. Dr. Porſche, der Konſtrukteur des Auto⸗Union⸗Renn⸗ wagens, hat dos ſchier Unmögliche vollbracht: Beim vor⸗ geſchriebenen Gewicht von 750 Kilo je Wagen den Auto⸗ Unfon⸗Wagen Motoren zu geben, die mehr als 500 PS leiſten ſollen. Es iſt ſtets gewagt, von Trainingsrunden Schlüſſe aufs Rennen zu ziehen, was aber vom inoffiziellen Nürburg⸗ Training durchgeſickert iſt, iſt verheißungsvoll. Schnellrunden wie noch nie Mercedes⸗Benz mit Caracciola, mit dem im „Großen Preis von Belgien“ begeiſternd forſch gefohrenen Manfred von Brauchitſch, mit Fagigli oder die Auto⸗Union mit dem Vorjahrsſieger im„Großen Preis“, Hans Stuck, mit Varzi, dem heißblütigen Italiener, oder mit Roſemeyer, dem„neuen Stern“. — wer wird den Sieger ſtellen? Man rechnet leichthin nur mit der Frage„Auto⸗Union oder Mercedes⸗Benz“, man vergißt aber: die italieniſche Renngemeinſchaft Scuderia⸗Subalpina kommt mit neukon⸗ ſtruierten Maſerati⸗Wagen(Achtzylinder, beſtehend aus zwei Zylinderblöcken, zwei Vergaſer, Roots⸗Motor) und die Alfa Romeos, Italiens Nationalmarke, ſind ſchneller geworden. Hinzu kommt der neue Bugatti, der im Großen Preis von Dieppe am letzten Sonntag bewies, daß mit ihm ernſtlich zu rechnen iſt. Der Sieger des„Großen Preiſes“ von 1935 erhält den Preis des Führers des Deutſchen Kraftfahrſports und 20 900 Mk. in bar. Es wird einen Kampf geben wie noch nie! Nicht nur Fahrkunſt und Motorkraft ſind entſcheidend bei einem„Großen Preis“. Mitentſcheidend iſt, wie es alle Rennen bewieſen, die Reifen bewährungs⸗ un 80 die Kerzenfrage. Die Auto⸗Union teilt mit, daß die Kerzenfrage inzwiſchen gelöſt iſt. Die Bremsſchwierig⸗ keiten der Auto⸗Union⸗Rennwagen ſind behoben. Die Mo⸗ toren haben Zylinderköpfe aus neuem Material erhalten. Zur ſtegentſcheidenden Reifenfrage iſt feſtzuſtellen: die Continental ⸗ Reifen der deutſchen Sieger haben in den„Großen Preiſen von Frankreich und Belgien“ makellos und ohne Reiſenwechſel durchgehalten. Ob ſie den 590 Km. des reifenmordenden Nürburgrings ſtondhalten werden, iſt eine noch offene Frage. Wenn je aber Nie Technik durch Rennerfahrungen befruchtet wurde, ſo hat deutſche Reifentechnik aus den Erfahrungen am Nürburg⸗ ring ſo nutzbringende Lehren gezogen, daß heute kein Rei⸗ fenmaterial beſſer iſt, als das der deutſchen Fabrikation und keine Kerze ausdauernder als die deutſche von Boſch. Mag noch kurz ein Rückblick auf die„Großen Preiſe von Deutſchland“ gegeben ſein: 1926: Erſter„Großer Preis“ auf der Avus. Caracciola ſiegte auf Mercedes. Roſenberger(Mercedes), weit an der Spitze liegend, kam ins Schleudern(damals gab es noch keine„geſommerten“ Reifen), fuhr gegen den Zeit⸗ nehmerſtand... 2 Tote, Roſenberger ſchwer verletzt, der Wagen zertrümmert. 1927: Großer Preis ouf dem Nürburgring. Otto Merz, ſpäter auf dem Schlachtfeld des Sports geblieben, errang auf Mercedes⸗Benz einen überlegenen Sieg. 1928: Erneuter Mercedes⸗Benz⸗Sieg durch Co roecciola. 1929: Sieg Coracciolas auf Alfa Romeo. Die deutſche Automobilinduſtrie hatte ja Sportfeierjahr und drum war unſer Caracciolo für die italieniſche Marke verpflichtet worden. 1934: Deutſcher Groß⸗Sieg durch Hans Stuck auf Auto⸗ Union nach langem, ſchwerem Kampf mit Caracciolg, Das offizielle Troining zum„Großen Preis 1935“ hat begonnen. Die Technik iſt vorangeſchritten und der Nür⸗ burgring iſt unſeren Klaſſefahrern Heimatſtrecke geworden. Das Ausland hat ſeine Fahrer⸗ und Fahrzeug⸗Elite ent⸗ ſandt—, ein Rennen ſteht bevor, wie es die Welt noch nicht ſah! Trainingsbeginn auf dem Nürburgring Die Eifel ſteht im Zeichen des„Großen Prei ſe s von Deutſchland“. Der kommende Sonntag wird die Anſere Tennisvertretung unterliegt gegen ASA Mit:1 geſchlagen— Nun kommt die Runde England Amerika Das Ringen um den Sieg im Interzonen⸗Finale war beendet, bevor von Cramm und Budge das letzte Einzel beſtritten. Willmer Alliſon ſchlug Henner Henkel, der im erſten Satz nur ein Schatten ſeiner ſelbſt war, mit 611,:5, 11:9. Schon damit war der ganze Davispokalkampf ent⸗ ſchieden und USA hatte den zum Sieg notwendigen Punkt gewonnen und iſt nun Gegner des Pokalverteidigers Eng⸗ land. Selten hat ein Kampf das Ergebnis ſo richtig wieder⸗ gegeben wie in dieſem Treffen; ein nur ſchwacher erſter Satz Henkels, dann Erſtarken im zweiten und ſchließlich ein heldenhaftes Ringen im dritten Satz. Henkel war im erſten Satz gar nicht wiederzuerkennen und der Amerikaner machte mit ihm, was er wollte. Schon nach 10 Minuten hieß es 510 für Alliſon, erſt dann machte Henkel mit Mühe ſein erſtes Spiel, um aber anſchließend ſofort mit:1 ge⸗ ſchlagen zu ſein. Anders ſah es dann ſchon im zweiten Satz aus. Henkel bekam Fahrt und Länge in ſeine Schläge und der Amerikaner war ganz verdutzt, als der Deutſche bis guf 471 davonzog. Dann hieß es 42, aber gleich darauf:2. Alles rechnete ſchon damit, daß dieſer Satz dem Deutſchen gehörte, jedoch Alliſon hatte die Gefahr erkannt, wehrte die Satzbälle Henkels ab und machte dann mit äußerſter Konzentration fünf Spiele hintereinander, um ſomit 7175 zu ſiegen. 4000 Zuſchauer, die an dieſem trüben Mittwoch⸗ nachmittag erſchienen waren, mochten geglaubt haben, daß damit der Widerſtand des Deutſchen gebrochen, aber wir wußten, daß es jetzt erſt richtig losging. Und ſo war es dann auch. Henkel hatte wohl von den Betreuern Anwei⸗ ſung erhalten, ſeine heute nocht ſo gut funktionierenden Stoppbälle einzuſchränken und mehr Grundlinienſpiel zu machen. Er hatte auch Erfolg und kam wieder mit:1 in Front. Alliſon erſchien reichlich müde und hatte ſich auch wohl ſchon mit dem Satzverluſt vertraut gemacht, als aber doch der alte Ehrgeiz des ſo erfahrenen Kämpen erwachte. Er war nicht umſonſt auf allen europäiſchen Plätzen herum⸗ gereiſt, und ſo wußte er nun mit einem Male auf alle noch ſo gut ſitzenden Bälle des Deutſchen eine Antwort. Dadurch kam Henkel allmählich aus dem Konzept. Immer wieder riß er ſich zuſammen. Er kam noch einmal mit:3 in Front. Alliſon hatte ſich erholt und jeder gewann abwechſelnd ſei⸗ nen Aufſchlag. Alliſon hatte im 14. Spiel nacheinander zwei Matchbälle, die Henkel aber verzweifelt kämpfend abwehrte. Daun aber erfüllte ſich nach 99 doch ſein Schick⸗ ſal. Mit letzter Kraft ſervierte Alliſon ſeine Aufſchläge und ihm gelang auch der große Wurf. Mit 11:9 war Hen⸗ kel und damit Deutſchland beſiegt. von Cramm verliert:0, 719,:8,:6 Für Gottfried von Cramm find drei ſchwere Dawvis⸗ pokalſpiele gegen ſo ſchwere Gegner, wie es die Ameri⸗ kaner ſind, zu viel. Der ſo an den Nerven reißende und auch an den Körperkräften zehrende Doppelkampf am Dienstag war nicht ſpurlos an ihm vorübergegangen. Zu⸗ erſt ſah es ſo aus, als ſollte er zu einem glatten Siege über den jungen rotblonden Amerikaner Budge kommen, denn, mit voller Schärfe ſpielend, hatte er in kaum 10 Minuten den erſten Satz mit 610 gewonnen. Dann mach⸗ ten ſich aber doch die Anſtrengungen der voraufgegangenen Spiele bemerkbar und er verlor die nächſten Spiele mit :9,:8,:6. Budge ſpielte mit vollſtem Einſatz und er ſchien vor allem ſeinem Kapitän beweiſen zu wollen, doß er zur Zeit Amerikas ſtärker Einzelſpieler iſt. Das iſt ihm denn auch in überzeugender Weiſe gelungen. Der erſte Satz war ein Spaziergang für unſern Mei⸗ ſter und alles glaubte an eine ſchnelle Entſcheidung; aber ſchon der zweite Satz brachte die Umkehrung. Budge kam ſchnell auf 210 und ſpäter auf 513. von Cramm glich jedoch aus und ein ſchwerer Kampf um jeden Punkt folgte. Schließlich wurde ein:7 für den Amerikaner daraus. Anders ſchien es im dritten Satz zu werden, in dem der Deutſche ſchon mit 52 in Front lag, als aber ein Rückſchlag eintrat. Mit wilder Energie warf ſich von Cramm nach vorn, er peitſchte ſeinen Vorhand über das Netz; zweimal muß er ſich von Kapitän Kleinſchroth einen Schläger reichen laſſen, weil die Beſpannung ge⸗ riſſen war, ein neuer Schwächeanfall ließ ihn aber wieder aus dem Schlag kommen und nach hartem Kampf gewann Budge dieſen Satz 816. Der Deutſche zweifelte anſchei⸗ nend im 4. Satz an ſich ſelbſt, als er eine:0 und Zil⸗ Führung nicht weiter für ſich ausbauen konnte, und da Budge, die Schwäche ſeines Gegners ſofort erkennend, mit letztem Einſatz kämpfte, wurde von Cramm, müde und ab⸗ gekämpft,:3 geſchlagen. Mit 41 Punkten, 12:7 Sätzen und 121:109 Spielen gegen Deutſchland qualifizierte ſich Nordamerika für die Herausforderungsrunde gegen England. Geſpielt wird am Samstag, Montag und Dienstag auf dem Hauptplatz in Wimbledon. Für dieſes Schlußſpiel hat England ſeine Maunſchaft wie folgt aufgeſtellt: Die Einzel ſpielen Perry und Auſtin und das Doppel beſtreiten Hughes⸗Tuckey. Frage beantworten: hats Dr. Porſche, der geniale Kon⸗ ſtrukteur, hats die Autounton geſchafft, ihre Rennwagen ſo herzurichten, daß ſie nicht nur den Stegeswagen vor Mercedes⸗Benz Paroli bieten, ſondern ſie noch überflü⸗ geln werden? Hört man die„vertraulichen Mitteilungen“ längs des Nürburgrings und in Adenau, dann müſſen die Autounion⸗Wagen enorm ſchnell und ausdauernd gewor⸗ den ſein. Heute aber, am erſten amtlichen Trainingstage, waren bis kurz vor Trainingsſchluß nur die Mercedes⸗ Benz⸗Rennwagen zu ſehen, und der„kommende Mann“ ber Autounion, Roſemeyer, jagte ſeinem Wagen nur unmittel⸗ bar vor Trainingsſchluß rund um den Ring. leißig dagegen war der Mercedes⸗Benz⸗Rennſtall mit den Fahrern Geier, Lang und Manfred von Brauchitſch. Weiterhin ſah man den Ungarn Hartmann auf Maſerati und den Schweizer Meiſterfahrer Rueſch, gleichfalls auf Maſerati, bei der Trainingsarbeit. Hans Stuck, der Auto⸗ union⸗Favorit, beſah ſich von ſeiner Limouſine aus das Training;„Hans“ hat aber ſchon ſeit Wochen eifrig auf dem Ring trainiert. Wie groß aber das Intereſſe am Rennen des kommen⸗ den Sonntags iſt, ergab ſich heute ſchon aus dem großen Trainingsbeſuch, ſind doch an den bisherigen Trafnings⸗ tagen nie ſoviel Zuſchauer anweſend geweſen, wie heute. Sie kamen, offen geſagt, nicht auf ihre Koſten, denn das heutige Training war infolge der geringen Fahrer⸗ beteiligung zahm. Umſo ſchärfer dürfte es an den folgen⸗ den Trainingstagen werden! Dr. Bernhard van Oterendorp Gegenbeſuch der Isländer Die erſte Fahrt einer deutſchen Fußball⸗Auswahlmann⸗ ſchaft nach Island, die ſich in dieſen Tagen ihrem Ende nähert, kann als voller Erfolg bezeichnet werden, nicht allein vom ſportlichen Standpunkt aus geſehen, nicht weil unſere Spieler alle in Reykjavik ausgetragenen Wettkämpfe gewinnen konnten, ſondern weil durch den Beſuch der deutſchen Fußballer viele neue Verbindungen perſönlicher Art zwiſchen Deutſchen und Isländern angeknüpft wur⸗ den, Der Gegenbeſuch einer isländiſchen Fußball⸗Natiogal⸗ mannſchaft in Deutſchland wird weiter dazu beitragen, daß dieſe Verbindungen noch weiter ausgeſtaltet werden. Man wird hier alles tun, um unſeren isländiſchen Freunden dieſen Beſuch zu einem unvergeßlichen Erlebnis zu geſtal⸗ ten. Am Mittwoch, 24. Juli, haben unſere Spieler von Reykjavik aus die Rückreiſe angetreten. Wie uns die Nordiſche Geſellſchaft mitteilt ſoll dann 14 Tage ſpäter eine isländiſche Mannſchaft folgen, für die ein groß⸗ zügiger Reiſeplan aufgeſtellt worden iſt. Nach der Ankunſt in Hamburg am 14. Auguſt ſollen die Isländer nach Lübeck fahren, wo im Hauſe der Nordiſchen Geſellſchaft ein offi⸗ zieller Empfang erfolgt. Nach Beſichtigungn der Sehens⸗ würdigkeiten der alten Hanſeſtadt geht es am nächſten Tage nach Dresden, wo am 18. Auguſt das erſte Wettſpiel ſtattfinden ſoll. Ein größerer Ausflug in die Sächſiſche Schweiz wird den Isländern einen Eindruck von der Schönheit der deutſchen Mittelgebirge vermitteln. Das zweite Spiel wird vorausſichtlich am 21. Auguſt in Ber⸗ lin ausgetragen, wo ebenfalls größere Beſichtigungen, u. a. des Reichsſportfeldes, eine Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden und ein Ausflug nach Pots⸗ dam vorgeſehen ſind. Die Reiſe geht dann weiter nach dem Weſten wo eine Rheinfahrt von Mainz nach Köln unternommen werden ſoll, on die ſich am 25. Auguſt ein Spiel im Induſtriegebiet, in Ober hauſen, anſchließt. Ihren Abſchluß ſoll die Reiſe der isländiſchen Mannſchaſt mit einem Spiel in Hamburg am 28. Auguſt finden, worauf nach eingehender Beſichtigung Hamburgs, des Ha⸗ fens, des Tierparks Hagenbeck uſw. am 31. Auguſt die Rückfahrt nach Island angetreten wird. Deutſche Sportler auf einem Allthing⸗Platz Die deutſche Fußball⸗Maunſchaft die ihr letztes Spiel nach hartem Kampf in Reykjavik mit 21 vor 5500 Zu⸗ ſchauern gewann, folgte einer Einladung der isländischen Regierung nach dem uralten isländiſchen Allthing⸗Platz in Thingvellir, wo ſeit der Begründung des isländiſchen Freiſtaats die großen Volks⸗ und Gerichtsverhandlungen ſtattfanden. Die gewaltige Natur dieſer den Isländern heiligen Stätte in der weiten Hochebene mit den angren⸗ den Lapahöhen machte auf die Deutſchen einen gewaltigen Eindruck. An hiſtoriſcher Stätte, am alten Geſetzesfelſen, wurden von Min dir Berg ſt einsſon, dem deutſchen Konſul, Dr. Erbach vom Deutſchen Fußball⸗Bund und ſitr die Nordiſche Geſellſchaft von A. Funken berg An⸗ ſprachen gehalten, in denen die enge geiſtige und kulturelle Verbundenheit Islands und Deutſchlands zum Ausdruck kam. Die Rückreiſe wurde am Mittwoch angetreten und kurz in Hull wird dieſe noch einmal unterbrochen. Probe der deutſchen Waſſerballſpieler Am Dienstagnachmittag hielten die deutſchen Waſſer⸗ ballſpieler für das Europa ⸗Waſſerballturnier in Brüſſel im Freibad Maehlersbeck in Wuppertal⸗Barmen ihre letzte Generalprobe ab. Bei ausgezeichnetem Beſuch ſtanden ſich in einem erſten Spiel die Nationalmannſchaft mit Klingen⸗ berg, Dr. Schürger, Döpper, Gunſt, Heiko Schwartz, Schirr⸗ meiſter und Schulze ſowie eine Auswahl des Gaues Nie⸗ derrhein mit Moll, Lüttkemeier, Strauß, Sternberger, Thelen, Schneider und Linnhoff gegenüber. Die National- mannſchaft wechſelte in der zweiten Hälfte Schirrmeiſter gegen Schwenn aus. Die Nationalmannſchaft war von Beginn an klar überlegen und lieferte ein hervorragendes Spiel, das ſie ſchließlich mit:2(30) für ſich entſchleb. Die Niederrheinſtaffel kam trotz größten Eifers an dieſe Leiſtungen einfach nicht heran. Im zweiten Spiel war der Gegner die Vereinsmann ſchaft der SScrr. Barmen. Auch die Nationalmannſchaft hatte umgeſtellt und ſpielte jetzt mit Klingenburg, Dr. Schürger, Gunſt, Heiko Schwartz, Allerheiligen. Schirk⸗ meiſter(J. Halbzeit), Schwenn(2. Halbzeit) und Schuhze. Trotz der kurzen Pauſe lieferten die Nationalen wiederum ein großes Spiel. Mit 723(:1) blieben ſie erfolgreich Die Mannſchaft zeigte überhaupt keine Schwächen und geh mit großen Ausſichten nach Brüſſel. Nach Rückkehr von Brüſſel wird die Nationalmannſchalt zwei Spiele in Weſtdeutſchland austragen. Am 2. Auguß iſt Duisburg 98 der Gegner. Achtung! Teilnehmer der Koßß⸗Sportkurſe Außer den bereits bekanntgegebenen Kurſen in 8 ö h⸗ licher Gymnaſtik und Spiele, jeweils Montags auf dem Hauptſpielfeld im Stadion und jeweils Mitt wochs und Freitags in der Liſelotteſchule von 19.90 bis 21.30 Uhr, werden noch folgende Kurſe dieſer Art bis 5 85 beiden letzten Wochen der Schulferien durchhe führt: Dienstags in der Waldhofſchule und Donnerstags in der Feudenheimſchule. 8 155 Kurſe finden in der Zeit von 19.30 bis 21.30 hr att. Der Kurſus in Fröh l. Gumnaſti kund Spiele der bisher in der Mädchenberufsſchule 1 Dienstags durh' geführt wurde, wird ab kommende Woche auf Mitt? woch nach dem Stabdion⸗Hauptſpielfeld ve legt. Uebungszeit 19.90 bis 21.30 Uhr. 1 Des weiteren wird der Kurſus in Allgem. Kür! verſchule für Frauen und Männer Mittwochs von 19.90 bis.90 Uhr, der bisher in derl Schule fallen während der Schulferien nach dem Stadion⸗Hauptſpielfe verlegt. in der Gymnaſtikhalle im Stadion wird während 175 Schulferien nicht durchgeführt. Die nächſte Untericht ſtunde iſt erſt wieber am Dienstag, dem 3. Seplembel⸗ e, Der Kurſus in Kleinkindergymnaſtik jeweils Dienstags 10 e... 2 9 ſedem Buch⸗ und Zeitſchriftenhändler erhältlich und durch Donnerstag, 28. Juli 1088 Neue Maunheimer Zeitung/ Wittag⸗Ausgabe 9. Seite/ Nummer 336 —— Die Frau im Luſtſchutz 7 in die Arbeit des Entgiftungstrupps werden die Frauen für den Notfall eingeführt. (Bild der„Sirene“ entnommen.) Bie Mannheim-Neckarau beſtraft Der Vd Mannheim⸗Neckarau wurde vom Fachamtsleiter für Leichtabhletik mit einem öffentlichen Verweis beſtraft. Der Grund für dieſe Maßnahme iſt, daß der Verein trotz dauernder Hinweiſe unvorſchriftsmäßige Geräte bet ſeiner Veranſtaltung am 21. Juli verwandte. Der Fachamtsletter macht in Verbindung damit darauf aufmerkſam, daß er ſich künftig zu ſtrengeren Maßnahmen, Veronſtaltungsverbot und dergl., veranlaßt ſehe. Pflicht eines eden Veranſtalters iſt, vor den Kämpfen die Geräte auf Vorſchriftsmäßigkeit und Form, Maß und Gewicht zu überprüfen. Die große„Tour de Frauce“⸗Reportage mit einer ſiattlichen Zahl prächtiger Bilder wird in der neueſten „Deutſchen Sport⸗Flluſtrierten“ fortgeſetzt. Ihre Sonder⸗ berichterſtatter und Photographen waren außerdem tätig beim Davispokal⸗Interzonenfinale USA— Deutſchland, bei den Leichtathletik⸗Junioren⸗Meiſterſchaften, den Olym⸗ pia⸗Prüfungskämpfen der deutſchen Leichtathletinnen, der Island⸗Fahrt deutſcher Fußballer uſw. Die„DSi“ iſt bei Stuttgart⸗W., den Sport⸗Verlag, Auguſtenſtraße 13, zu beztehen. Zum 15. Male Deutſchland-Schweiz Deulſchlands Nachwuchs kämpft in Zürich Der 15. leichtathtetiſche Länderkampf a wiſchen Deutſchland und der Schweiz am Sonntag in Zürich iſt zugleich der Länderwettbewerb unſerer Leichtathleten im Jahre 1935. Die Beziehungen beider Länder auf dieſem Gebiete ſind recht innig, denn die Eidgenoſſen waren es, die zuerſt wieder nach dem großen Weltkriege die internationalen ſportlichen Be⸗ ziehungen mit Deutſchland aufnahmen. In Baſel wurde 1921 der Leichtathletik⸗Länderkampf der Deutſchen über⸗ haupt ausgetragen. Bis 1925 gab es auch keinen anderen Gegner, als nur die Schweiz. Und dann wurde auch weiter Jahr um Jahr— in alter Freundſchaft— dieſer Wettkampf wiederholt. „Schon vierzehnmal ſtanden ſich die Kämpfer beider Länder gegenüber— ebenſo oft auch blieb Deutſchland ſiegreich. Immerhin geht aus dem Punktverhältnis der bisherigen Begegnungen klar hervor, daß die Träger des Helvetierkreuzes mehr als einmal mit großartigen Leiſtungen aufwarteten. Dies waren die Ergebniſſe(wo⸗ bet zu berückſichtigen iſt, daß bis 1923 für die beſte Leiſtung die niedrigſte Punktzahl gegeben wurde): Deutſchland— Schweiz 1921 in Baſel 51:75.; 1922 in Frankfurt 49:89.; 1923 in Baſel 67,5:70,5.; 1924 in Düſſeldorf 81:57.; 1925 in Baſel 89:53.; 1926(Drei⸗ länderkampf Deutſchland— Frankreich— Schweiz) in Baſel 127,5: 89,5: 68.; 1927 Deutſchland Schweiz in Düſſeldorf 90,5:45,5.; 1928 in Frankfurt 89:49.: 1929 in Zürich 83:54.; 1930 in Freiburg 88,5:45,5.; 1931 in Wettbewerbe: Deulſchland: 100 Meter: Marxreiter, Pontow 200 Meter: Pontow, Neckermann 400 Meter: Helmle, Schäfer 800 Meter: Lang, Fink 1500 Meter: Greter, Abel 5000 Meter: Haag, Blöſch 110 M. Hürden: Welſcher, Huber Hochſprung: Kuhn, Wittmann Weitſprung: Biebach, Wittmann Stabhochſprung: Müller, Sutter Diskuswerfen: Würfelsdobler, Lampert Kugelſtoßen: Konrad, Lampert Speerwerfen: Kullmann, Huber amal 100 Mtr.: Marxreiter, Neckermann, Huber, Pontow Amal 400 Mtr.: Von den Deutſchen waren Blöſch, Welſcher, Huber, Würfelsdobler und Müller ſchon im vergangenen Jahre dabet. Sie kennen alſo z. T. ihre Gegner ſchon genau. Ein erſtklaſſiger Vertreter der Schweiz iſt der Sprinter Hänni, der in dieſem Jahre bereits 10,5 für die 100 Mtr. und 21,5 für die 200 Mtr. lief. Hänni iſt alſo durchaus in der Lage, unſere Sprinter zu ſchlagen. Die Hürden⸗ ſtreckler ſind ebenfalls nicht zu unterſchätzen, aber an Welſcher und Huber werden ſie wohl ſchwerlich vorbei⸗ kommen. Studer ſteht mit ſeinem Weitſprung von 7,48 Mtr. an vierter Stelle in der Europabeſtenliſte des Jahres. Wie wir ſehen, iſt die Schweiz ein durchaus ernſt zu neh⸗ Helmle, Schäfer, Lang, Fink Bern 79,5:57,5.; 1932 in Weimar 91:47.; 1988 in Baſel 88:55.; 1984 in Stuttgart 88:50 Punkte. Noch in denkbar beſter Erinnerung iſt die letzte Be⸗ gegnung, als im Vorjahre 20 000 begeiſterte Schwaben in der Adolf ⸗Hitler⸗Kampfbahn Stuttgarts den Deutſchen, aber auch den tapferen Schweizern zujubelten. Die Eid⸗ genoſſen kämpften mit ganzer Hingabe, und das brachte ihnen noch manchen Punkt ein, der ſonſt vielleicht nicht zu holen geweſen wäre. Immer wieder überraſchten ſie durch ihre große Energie, ſo daß Deutſchlands Athleten ſtändig einen neuen, aufs beſte gerüſteten Gegner vorfanden. Und ſo wird es auch diesmal wieder ſein. Deutſchland, obwohl mit einer reinen Nachwuchsmannſchaft antretend, iſt natür⸗ lich auch jetzt wieder durchaus ſiegesſicher, und auch mit Recht. Aber hart wird der Kampf werden. Unſere Kämpfer haben in Zürich zu einem großen Teil ihre internationale Feuerprobe abzulegen. Wenn der eine oder andere dieſer Männer noch glaubt, für die Olympiſchen Spiele qualifi⸗ ztert zu ſein, ſo muß er in dieſem Kampf unter allen Um⸗ ſtänden ſeinen Mann ſtehen. Der Gegner iſt ſtark, das darf nicht vergeſſen werden. In Brüſſel kamen die Eidgenoſſen zu einem bemerkens⸗ werten Sieg über Belgien und Noroͤfrankreich. Das hat ihr Selbſtvertrauen geſtärkt, ihnen neuen Anſporn ge⸗ geben. Und doch ſollte unſere Mannſchaft ſiegreich bleiben. Bis auf den ausgezeichneten Hallenſer Weitſpringer Bie⸗ bach kämpft eine rein ſüddeutſche Mannſchaft, die aber auf allen Poſten gleichmäßig ſtark beſetzt iſt. Und zwar find das die Gegner des Sonntags: Schweiz: Hännf. Jud Hänni, Jud Vogel, Waldvogel Pedretti, Schnyder Müller, Utiger Cardinaux, Kübler Chriſten, Kunz Blaſer, Guhl Studer, Krähenbühl Stalder, Meier Nüeſch, Guhl Dr. Zelt, Nido Schumacher, von Arx Jud, Walſer, Studer, Hänni Vogel; Müller, Frey, Waldvogel mender Gegner. Gewertet wird mit 4, 3, 2 und 1 Punkt, :1 Punkten in den Staffeln. Die deutſche Mannſchaft wird von Leichtathletikführer Ritter von Halt begleitet, der die freundſchaftlichen Be⸗ ziehungen zu der Schweiz noch weiter vertiefen wird. Die Mannſchaft ſelbſt befindet ſich alſo in beſter Obhut. Dem Schiedsgericht gehören Ritter von Halt und die Schweizer D. Moriaud⸗ Genf und R. Wehrli⸗ Winterthur an. Der Länderkampf beginnt mit dem Ein⸗ marſch der Teilnehmer um 15 Uhr; als erſter Wettbewerb wird um 15.15 Uhr der 110⸗Mtr.⸗Hürdenlauf geſtartet, der 5000⸗Meter⸗Lauf und die 4mal⸗400⸗Meter⸗Staffel bilden den Abſchluß der 15. Begegnung der Leichtathleten Deutſch⸗ lands und der Schweiz. Tang: Palaſthotel, Kaffee Vaterland. Lichtſote e: Untverfum:„Die Schloßherrin De banon“.— Alhambra:„Lärm um Weidema 2 Schauburg:„Alles um eine Frau“.— Capito ss „Nataſcha“. Ständige Darbietungen: Städtiſches Schloßmuſeum: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Sonderausſtellung: Die deutſche Seele. Städtiſche Kunſthalle: 15 bis 17 Uhr. Sonderausſtellung: Emil L Aquarelle, Zeichnungen). f 5 Mannheimer Kunſtverein, L 1, 1: Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Klatſchſucht im Betriebe Grund zur friſtloſen Enutlaſſung Mit den Grundſätzen des Geſetzes zur Or der nationalen Arbeit iſt es wie das Landes arbeitsgericht Krefeld⸗Uerdingen ausführt— unver⸗ einbar, wenn ein Gefolgſchaftsmitglied, ohne zu einem Wahrheitsbeweis in der Lage zu ſein, gehäſſige Angaben über andere Gefolgſchaftsmitglieder macht, die deren ſittliches Verhalten betreffen, insbeſondere, wenn die Aeußerungen ohne jeden Anlaß, 1 aus reiner Klatſchſucht, gemacht wurden. Nach 8 1 des Geſetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit arbeiten im Betriebe der Unternehmer als Führer, die Angeſtellten und Arbeiter als Gefolgſchaft ge⸗ vom ann“ von rälde, Geöffnet von 11 bis 13 ugo( meinſam zur Förderung der Betriebszwecke und zum gemeinen Nutzen für Volk und Staat. Die⸗ ſer Zweck des Geſetzes wird vereitelt, wenn ein Ge⸗ folgſchaftsmitglied ohne Anlaß und ohne aus ende Unterlagen durch Betriebsgeſpräche andere Gefolg⸗ ſchaftsmitglieder verleumdet und dadurch den Be⸗ triebsfrieden gefährdet. Frankfurt a. M. NSDAp-Miffellungen Aus perteslamtlichen Bekanntmachungen entnommen PO Humboldt. Die Kaſſenſtunden am Freitag, den 26. Juli, fallen aus. Seckeuheim. Samstag, 27. Juli, findet im Lokal „Deutſcher Hof“ eine Mitgliederverſammlung ſtatt, der sämtliche Pag. zu erſcheinen haben. Deutſches Eck. Freitag, 26. Juli, 20.15 Uhr, Sitzung ſämtlicher politiſchen Leiter. Dentſches Eck. Samstag, Juli, nachmittags Antreten ſämtlicher politiſchen Leiter auf dem Diana⸗ Schießplatz zur Ermittlung des Gaumeiſters im Piſtolen⸗ ſchleßen. Edingen. Freitag, 28. Juli, 20.30 Uhr, Sitzung, der politiſchen Leiter(NS⸗Volksfeſt betr.). J und Da. 1 9 Bann 171. Diejenigen Gefolgſchaften, welche die Karten für die letzte Jugendfilmſtunde am 21. Juni„Schwarzer Jäger Johanna“ noch nicht abgerechnet haben, müſſen dies ſofort und zwar am Donnerstag, 25. Juli, zwiſchen 20 und 22 Uhr, auf dem Bann 171, M 4a(Schlageter⸗ haus), Zimmer 75, nachholen. B dM Humboldt. Freitag, 28. Juli, 19.30 Uhr, Turnen auf dem Untermühlauplatz. Neckarſtadt⸗Oſt. Freitag, 286. Juli, 19.30 Uhr, Tur⸗ nen mit Gruppe Humboldt auf dem Untermühlauplatz. Fendenheim. Freitag, 26. Juli, Turnen. Deutſche Arbeitsfront Jeudenheim. Samstag, 27. Juli, 20.80 Uhr, findet im Alten Schützenhaus eine Sitzung ſtatt, zu der ſämt⸗ liche Düßß⸗Walter zu erſcheinen haben. „Kraft durch Freude“ Programmerweiterung Da faſt ſämtliche Fahrten im Monat Auguſt beſetzt ſind, hat ſich das Gauamt entſchloſſen, eine tägige Urlauberfahrt nach dem Bodenſee einzulegen. Dieſelbe findet in der Zeit dom 10, bis 15. Auguſt d. J. ſtatt. Der Geſamtpreis hier⸗ für beträgt 23.50 Mk. Anmeldungen bei allen Koß⸗Warten. Eine weitere ötägige Fahrt für unſere Urlauber findet vom 17, bis 22. Auguſt d. J. in den ſüslichen Schwarzwald, und zwar zum Geſamkpreis von 25,50 Mk. ſtatt. Alle unſere Urlauber, die am Bodenſee bzw. im üblichen Schwarzwald untergebracht waren, ſind voll des Lobes Über all das, was zur Erholung geboten wurde. Rheinfahrt am 4. Auguſt d. J. nach Koblenz Am Sonntag, den 4. Auguſt d.., führen wir in Ver⸗ bindung mit dem Kreis Weinheim eine dritte Sonderfahrt nach Koblenz durch. Um jedoch den langen Rückweg mit den Schiff zu vermeiden, wird dieſer mit dem Zug erfol⸗ gu * 420. gen. Abfahrt nach Koblenz erfolgt vorausſichtlich vormittags.30 Uhr Hauptbahnhof Mannheim und lührt über Friedrichsfeld⸗Nord— Weinheim nach Bingen. Ankunft in Bingen kurz nach 8 Uhr, während die Weiter⸗ fahrt mit dem Rheindampfer Elberfeld erſt gegen 10 Uhr erfolgt. Ankunft in Koblenz gegen 13.30 Uhr. Der Auf⸗ enthalt in Koblenz beträgt, da die Rückfahrt mit dem Zug vorgenommen wird, ca.—7 Stunden. Es iſt da jedem Gelegenheit geboten, das deutſche Eck, die Feſtung Ehren⸗ breitſtein und Koblenz ſelbſt in aller Ruhe zu beſichtigen. Ankunft in Mannheim gegen 23 Uhr. Die Fahrtkoſten be⸗ tragen insgeſamt für Bahn und Schiffahrt 480 Mk. An⸗ meldungen ſind ſofort bei allen DAß⸗Ortsgruppen vorzu⸗ nehmen. Schlußtermin kann nicht feſtgeſetzt werden, da uns nur eine beſchränkte Anzahl von Karten zur Verfü⸗ gung ſteht. Es iſt ratſam, ſo raſch als möglich die Anmel⸗ dungen vorzunehmen. Fahrt zur Schloßhofaufführung am Sonntag, 28. d. M. Wir weiſen darauf hin, daß ſich die Geſamtkoſten für die Fahrt einſchließlich Eintritt zum Schloßhof(numerierte Sitzplätze) auf.60 Mk. pro Karte erhöht haben. Die Ko⸗ ſten für Stehplätze einſchließlich Fahrt betragen.10 Mk. Die Differenz von 10 Pfg. pro Karte iſt bei Abholen der⸗ ſelben zu bezahlen. Fahrt Nr. 27 vom 27. Juli bis 3. Auguſt d. J. Die Teilnehmer dieſer Fahrt treffen ſich am Samstag, den 27. d.., abends 22.30 Uhr am Hauptbahnhof Mann⸗ heim. Abfahrt 22.52 Uhr nach Heidelberg. Dort umſteigen in den Sonderzug, der Heidelberg.02 Uhr verläßt. An⸗ kunft in Bremen am 28. Juli 10.50 Uhr. Abfahrt in Bre⸗ men 17 Uhr. Ankunft Bremerhaven 18.31 Uhr. Fahrt Nr. 26 Norderney vom 26. Juli bis 9. Auguſt d. J. Die Teilnehmer an dieſer Fahrt treffen ſich am Freitag, den 26. d.., abends 21.50 Uhr, am Hauptbahnhof Mann⸗ heim. Ankunft in Nordeich am 27. d.., vormittags.59 Uhr. Rückfahrt erfolgt am 7. Auguſt d.., abends 17.20 Uhr in Nordeich. Ankunft in Mannheim morgens.37 Uhr. Wanderfahrt nach Aunweiler am Sountag, den 28. Juli Am 28. Juli findet folgende Wanderung ſtatt: Annwet⸗ ler— Trifels— Madenburg(Muſeum)— Rehberg— Annweiler. Wanderzeit 6 Stunden. Fahrpreis.10 Mk. Abfahrt.32 Uhr Hauptbahnhof Ludwigshafen(Verwal⸗ tungs⸗Sonderzug); Rückfahrt 20.01 Uhr ab Annweiler. Treffpunkt 6 Uhr am Kaiſer⸗Wilhelm⸗Denkmal im Schloßhof. Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Fahrkarten ſind am Hauptbahnhof Ludwigshafen zu löſen. Ruckſackverpflegung mitnehmen! Omuibusfahrt nach dem Bodenſee. Vom 28. Juli bis 2. Auguſt und vom 2. Auguſt bis 7. Auguſt führt der Kreis Heidelberg zwei Omnibusfahrten nach dem Boden⸗ ſee durch und können Anmeldungen hierfür im Kreis⸗ amt Mannheim, L 4, 15, bis Freitag, den 26. Juli, abends 19 Uhr, vorgenommen werden. Die Koſten betragen mit Fahrt und Unterkunft einſchließlich einer Bodenſeefahrt nach Friedrichshafen mit Zeppelinbeſichtigung 90 Mark. Fahrt zum Nürburgring am 28. Juli. Die Fahr⸗ und Eintrittskarten ſind ab Donnerstag, den 25. Juli, wäh⸗ rend den Sprechzeiten der Koͤß⸗Ortswarte abzuholen. Achtung eilt! Für die vom 26. Juli bis 8. Auguſt ſtatt⸗ findende Fahrt in den ſüblichen Schwarzwald zum Ge⸗ ſamtpreis von 45,60 Mark ſtehen uns noch einige Plätze zur Verfügung. ſpäteſtens jedoch bis heute abend 6 Uhr, auf dem Kreis⸗ Eventuelle Anmeldungen ſind ſofoxt, amt Mannheim, L 4, 15, vorzunehmen. Die Teilnehmer an dieſer Fahrt treffen ſich am Freitag, den 26. Jult, vormittags 8 Uhr, am Hauptbahnhof. Sport für Jedermann Freitag, 26. Juli Allgemeine Körperſchule: 19 bis 21 Uhr Stadion⸗Spiel⸗ feld 3, Frauen und Männer. Fröhliche Gymnaſtik und Spiele: 19.30 bis 21.80 Uhr Mädchenberufsſchule 2, Weberſtraße 6, Frauen. Schwediſche Gymnaſtik: 20 bis 21 UÜhr Liſelotteſchule, Colliniſtraße, Frauen(Anfängerinnen).— 21 bis 22 Uhr wie vorſtehend(Fortgeſchrittene). ö Tänzeriſche Gymnaſtik[Methode Laban]: 20.80 bis 21.80 Peſtalozziſchule B, Eingang Otto⸗Beck⸗Straße, Frauen und Männer. Schwimmen: Neuer Kurſus 20 bis 21.30 Uhr Herſchelbad, Halle 2, Frauen. 9 bis 10.30 Uhr Rheinbad„Arnold“, Hausfrauen. Was hören wir? Freitag, 26. Juli Reichsſender Stuttgart .30: Frühkonzert.— 10.15: Raſſen und Völker. Hör⸗ folge.— 11.00: Hammer und Pflug.— 12.00: Mittagskon⸗ zert.— 14.00: Allerlei von Zwei bis Drei.— 15.00: Wie⸗ derſehensfeiern alter Frontſoldaten. 15.30: Kinder⸗ ſtunde.— 16.00: Muſik im Freien.— 17.00: Bunte Muſik am Nachmittag. 18.30: HJ⸗Funk. 19.00: Deutſche Mikrophone. 10.10: Militärkonzert. 20.10: Volks⸗ muſik.— 20.35: Auf der Alm, daa gibts ka Sünd. Bürger⸗ liche Komödie.— 22.30: Zur Unterhaltung.— 24.00: Nacht⸗ muſik. Dentſchlandſender .30: Fröhliche Morgenmuſik.—.20: Morgenſtändchen. — 10.50: Spielturnen.— 12.00: Muſik zum Mittag.— 14.00: Allerlei. 15.15: Kinderliederſingen.— 15.45: ungmädelſtunde.— 16.00: Muſik im Freien.— 17.20: Fürs Jungvolk.— 17.50: Virtuoſe Violinmuſik.— 18.25: Bauernfunk.— 18.45: Zwiſchenprogramm.— 19.00: Feier⸗ abend⸗Unterhaltung.— 20.10: Wenn einer eine Reiſe tut... Troſt für öͤie Daheimgebliebenen.— 22.30: Kleine Nachtmuſik.— 23.00: Zur Unterhaltung. ages hal encles Donnerstag, 25. Juli Nationaltheater:„Don Cefar“, Operette von R. Dellinger, Miete D, 20 Uhr. Autobusfahrt nach den Stadtrandfiedlungen: 15 Uhr ab Paradeplatz. Köln⸗Düſſeldorfer Rheinfahrten:.15 Uhr Worms und zu⸗ rück; 14.30 Uhr Speyer— Germersheim und zurück; 19.45 Uhr Abendfahrt Worms und zurück.— Morgen Freitag: 7 Uhr Mainz— Wiesbaden⸗Biebrich— Rüdesheim— Aßmonnshauſen— Bacharach und zurück ſowie 3 Tage Rheinfahrt nach Königswinter und zurück. Kleinkunſtbühne Libelle; 20.15 Uhr Varketé⸗Programm. Friedrichspark: 20 Uhr Großes Park⸗Konzert. Roſarium, Neuoſtheim: Geöffnet von 16.30 bis 20 Uhr. ochene G 27 beriln a—— 2³ — e fran, 0 5 . eee. 7 5 ³¹ 2 N 7 5 SeichenerklA rung. Zur Welterkartę alter Wade 2 front vordeingender Kaltluft e ermer Wind] S front vordtingencer Warmluft W Stötke l. A 2, Front mit Warmiuft in der Höhe FN NO Us Ovolendos O wolleg h gegen gebiet. if schheefeltgebiet heiter Obededſy bg Schaberfäf gkeit. Nebel, Gewteg O halbbedecdet Wetterbericht des Reichswetterdieuſtes, Ausgabe⸗ ort Frankfurt a.., vom 25. Juli: Bei allgemein heiterem Himmel und wieder hoch anſteigenden Tem⸗ peraturen wird das Hochoͤruckgebiet über Süddeutſch⸗ land langſam abgebaut. Gleichzeitig ſtößt es aber im Norden oſtwärts vor, ſo daß wir noch weiter an der Südſeite des Schönwettergebietes bleiben. Vorausſage für Freitag, 26. Juli Ueberwiegend heiter, zeitweiſe auch leichte Bewölkung, bei ſchwacher Luftbewegung warm. Höchſttemperatur in Mannheim am 24. Juli. 30,2 Grad, tiefſte Temperatur in der Nacht zum 25. Juli. 15,7 Grad; heute früh 8 Uhr + 19,1 Grad. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli Mpein⸗Pegel 21. 22. 28. 24 2⁵ Meder 22 28 2 85 e Mheinfeld 09 3. N 5022. f ö Bbeiſac 5 298295 29 295 5 Mannheim.57 3084.60.56 ehl..20.28 3,2.20 3,15 Jagſtfeld 0,7 5 3 Maxau. 888 2,88 4,50 4,85 4,87 Heilbronn. 1. Mannheim. 378.0 8. 1 88 Plochingen..3 Raub 1.84.4.8 Diedesheim..80 Köln 2102.05.00.8/ 1,58 Jodes-Anzeige Karl Bachmann Leiden im Alter von 25 Jahren. In tiefem Leid: Familie Karl Bachmann — Heute entschlief mein lieber, guter Mann und Sohn, Bruder, Schwager und Onkel nach langem, mit großer Geduld ertragenem Mannheim(NMittelstr. 19), den 24. Juli 1935. Charloffe Bachmann geb. Zipperich geb. Sölter Vermählte Mannheim Hugo-Wolfetr. 8 25. Juli 1935 Hans Hartmann Hedwig Hartmann Ludwigshafen a. Rh. kaufen. 2. B. dle feinen Igel dieser Hitze nur unverderbliche Eier Butter Kise Lebens mittel Koch- u. Landbutter Pfd. von.20 an Dessert-Käse Stek. 104— 3 Stck. 283 Echter Schwarzwälder Tannenhonig Hedwig Zitzmann * H 1, 15, 3. Marxtpl., Fernspreoh. 275 64 Zum Zwecke der Beiziehung der Angrenzer zu den Koſten der Ver⸗ breiterung der Heidelberger Straße zwiſchen O0 5/ P 5 und 06% P 6 hier gemäß den Vorſchriften des bad. Ortsſtraßengeſetzes und den für die Stadt Mannheim geltenden ercbte englische, allgemeinen Grundſätzen werden entgrätet folhernge ohne Haut u. Gräten in JIomatensone 270-fr-Dose 43 Pf. in Spezialsoſbe 270 f. Bose 40 Pf. 8645 — Ihre Vermählung geben bekannt Theodor Strobel Betty Strobel geb. Schachtner nachmittags ½3 Uhr, statt. Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. Juli. Manaheim(T S,), 28. juli 1935 1 Leſt die N. M..1 Haltbare Gurken die weder anlaufen noch weich enthäutet stuex A0 IEMMER a] die Liſten der beitragspflichtigen Grundbeſitzer ſamt dem An⸗ ſchlag des Aufwandes, zu dem ſie beigezogen werden ſollen, und den vorgeſchriebenen ſon⸗ ſtigen Angaben, 1 5 werden, erzielen Sie durch 110 fr. 55e 30 2 meinen Gewürzeſſig. Er gibt b) 1 5 Saas der 9725 0 2. 10 in Hollündersone einen würzigen, pikanten Ge⸗ ſehen t 1755 ee eee 255⸗gr. Dose 40 Pf ſchmack und braucht ve her nicht 0 5 Ju egg 48 ge ec den werden Liter 27, Bid. 40h ah ien Aachen n der dolle Anzeige ze dee en urkengewürz Paket 20 Pla. ſtädtiſches Bermeſſungs z legen in die kannst nur Vor- tolle haben, wenn Du die Das sind die idealen Fl en- Konserven für H 1 Nr. 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