— 4 2 Donnerstag, 21. Bezugspreise: In Mannheim u. Umgebung frei ins Haus oder durch die Poſt monatlich.⸗M.g.— ohne Beſtellgeld. Bei evtl. Aenderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ ſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe forderung vorbehalten Po Haupt⸗GHeſchäftsſtelle E6 Zaupt⸗Nebenſtelle R 19/11 -Nebenſtellen: Waldhofſtr. 6. (Baſſermannhaus).Geſche chwetzingerſtr. 10/0 u. Meerfeldſtraße 11 Telegramm⸗ Adreſſe: Generalanzeiger Mannheim. Erſcheint wöchentl. 12 mal Fernſprecher: 24944, 24945.24951.24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel annheimer Frauenzeitung Unterhaltungs⸗Beilage Mannheimer General Anzeiger Aus Seit und Leben m Aus der Welt der Technik. Wandern und Neiſen Anzeigenpreiſe nach Tarif, bei Vorauszahlung je einſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,40.⸗M. Reklamen 34.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. 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Die Agitation gewiſſer Berliner Künſtlerkreiſe für eine Wiedereinſetzung Moufangs auf ſei⸗ nen Poſten hat nun aber, wie es ſcheint, die Regierung ver⸗ anlaßt, aus der bisher geübten Reſerve herauszutreten. Schon der Deutſchnationale Jaſper gab bei aller An⸗ erkennung der künſtleriſchen Befähigung Moufangs und deſſen kaufmänniſcher Geſchäftsführung haarſträubende Beiſplele zum Beſten. Der Handelsmintſter Schreiber ging über dieſe Kritik noch weit hinaus. Er warf Herrn Moufang vor, daß er das in ihn geſetzte Vertrauen gröblich mißbraucht habe. Nach den Angaben des Miniſters muß Herr Moufang in der Tat wie ein Diktator geſchaltet und gewaltet häben. Es handelt ſich dabei um Verfehlungen, die mit dem Wort „Bohsmewirtſchaft“ nicht gut abgetan werden können. Zwar hält der Miniſter Herrn Moufang zugute, daß er ſich Vermögensvorteile im eigentlichen Sinne nicht verſchafft habe, aber die Mitteilungen, die man erfuhr, grenzen hart an Korruption. So hat ſich, um nur eins anzuführen, bei einer Inventur herausgeſtellt, daß für 136 000 Mark Waren fehlten. An die 25 000 Mark wurden für„beſondere Aufwendungen im dienſtlichen Intereſſe“ ausgegeben, für die ſich Unterlagen nicht hei den Akten befanden. Es hat ſich erwieſen, daß Moufang davon u. n. ein Auty gekauft hat, obwohl ihm vom Mini⸗ ſterium ausdrüch ch bei der ſchlechten Finanzlage der Manu⸗ faktur die Anſchaffung eines Dienſtgutos abgeſchlagen worden war. Herr Moufang hat ferner ſeinen Bruder als Privat⸗ ſekretär angeſtellt, ohne daß für dieſen Herrn irgend ein Tätigkeitsfeld beſtand. Allein im Jahre 1926 hat Moufang an Reiſeſpeſen, abgeſehen von Fahrgeldern, 5600 Mark ver⸗ braucht. Er hat ſich weiter nicht geſcheut, für ein von ihm ver⸗ Der Der — faßtes Privatwerk„Berlin im Porzellan“ aus der Staatskaſſe mehr als 40000 Mark Unkoſten zu entnehmen. Ein Kaſſierer flog, weil er eine Rechnung als fingiert bezeichnete und ſte darum nicht auszahlen ließ. Ein anderer wurde gezwungen, eine gefälſchte Rechnung anzuerkennen. Das iſt nur eine kleine Blütenleſe aus den merkwürdigen Praktiken Moufangſcher Verwaltungskunſt. Das Zen⸗ trum, dem Herr Moufang politiſch nahe ſteht, ſah ſich an⸗ geſichts ſolcher Beſchuldigungen in eine höchſt peinliche Lage verſetzt. Der Abg. Metzinger machte zwar einen verzwot⸗ felten Verſuch, Herrn Moufang beizuſpringen, mußte ſich aber von dem Miniſter ſagen laſſen, daß lediglich die Rückſicht auf das Renommee der Porzellanmanufaktur Moufang vor einer Anzeige bei der Staatsanwaltſchaft bewahrt habe. Das Zentrum blieb mit ſeiner Verteidigung Moufangs allein. In der weiteren Ausſprache beſtätigten die Vertreter der Volkspartel, der Demokraten und der Wirtſchaftspartei dem Mintſter, daß nach dieſen Enthüllungen die friſtloſe Entlaſſung Moufangs gerechtfertigt ſei. Die Ab⸗ ſtimmung über den Etat ſelbſt mußte verſchoben werden, da das Haus ſich wieder einmal als beſchlußunfähig ſ erwies. Eine begrüßenswerte Abſtimmung J Berlin, 21. März.(Von unſerem Berliner Büro.) Noch geſtern hatte es den Anſchein, als beabſichtige man, die Aufſehen erregende Affäre Moufang nach der geſtrigen aus⸗ giebigen Erörterung im Plenum des preußiſchen Landtages zu den Akten zu legen. Die heutige Abſtimmung brachte in⸗ deſſen eine überraſchende Wendung. Der Antrag des Haupt⸗ ausſchuſſes, den Etat der Porzellanmanufaktur für 1927 zu genehmigen, wurde mit 1890 gegen 103 Stimmen a b⸗ gelehnt. Statt deſſen wurde ein nattonal⸗ſozialiſtiſcher An⸗ trag angenommen, der„im Intereſſe der Sauberkeit in den ſtaatlichen Betrieben“ die gerichtliche Weiter v erfol⸗ gung der Angelegenheit verlangt. Dieſer Antrag wurde mit einer ſtarken Mehrheit von 241 gegen 7 Stimmen an⸗ genommen. 5 Die Kriſis der Arbeitsloſen⸗Verſicherung Berlin, 21. März.(Von unſerem Berliner Büro!) Die Entwicklung der Arbeitsloſenverſicherung hat ſich ſo aus⸗ gewirkt, daß der Reichstag über kurz oder lang ſich mit der Frage wird befaſſen müſſen, wie einer Kriſe vorzubeugen iſt. Der Streit geht um die Tragbarkeit der verſicherungstechni⸗ ſchen Grundlagen der Arbeitsloſenverſicherung. Ueber dieſes Thema unterhielt man ſich auf dem Preſſe⸗ empfang, den geſtern abend der Vorſtand der Reichskredit⸗ anſtalt veranſtaltete. Bis heute ſind von der Reichsanſtalt für Arbeitsloſenvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung vom Reich insgeſamt 160 Millionen auf dem Darlehens⸗ weg in Anſpruch genommen worden. Außerdem hat das Reich für die vom Reichstag neu geſchaffene Sonderfürforge für Saiſonarbeitsloſigkeit insgeſamt 65—70 Millionen auf⸗ gewendet. Der Geſamtzuſchuß der öffentlichen Hand für Arbeitsloſenverſicherung beträgt gegenwärtig über 225 Millionen Mark. Daher iſt ſchon heute klar, daß an eine Abdeckung der Reichsdarlehen in abſehbarer Zeit über⸗ haupt nicht gedacht werden kann. Der Präſtdent der Reichs⸗ anſtalt, Dr. Sy ru p, wies darauf hin, daß, wolle man das Riſifbv einer Arbeitsloſcaverſicherung ausſchalten, man die Beitragslaſt der Wirtſchaft von 3 auf etwa 4 v. H. des Grund⸗ Dr. Schachts Berliner Reiſe J Berlin, 21. März.(Von unſerem Berliner Büro.) Die Reiſe des Reichsbankpräſtdenten Schacht nach Berlin gilt, wie die B. Z. mitzuteilen weiß, der Sitzung des Generalrates der Reichsbank. Gleichzeitig mit Dr. Schacht reiſt auch ein franzöſiſches Mitglied des Generalrates der Reichsbank nach Berlin. Der Reichsbankpräſident wird, ebenſo wie ſeinen letzten Berliner Aufenthalt benutzen, um die hieſigen Stellen über den Stand der Parkſer Verhandlungen zu unterrichten. Geheimrat Kaſtl hat ſeine Berliner Reiſe mit Rückſicht auf die Dringlichkeit der Pariſer Beſprechungen aufgegeben. Trotzdem wird ſich heute der Reichsverband der deutſchen Induſtrie in einer Präſidialſitzung mit dem gegenwärtigen Stand der Reparationsfrage eingehend beſchäftigen. Dr. Schacht will Berlin am Sonntag verlaſſen, um am Montag wieder an den Reparationsverhandlungen in Paris teilnehmen zu können. * Neichsmittelſtandsrat. Auf einer Zentrumstagung in Köln iſt, wie die„Germania“ berichtet, die Bildung eines beſonderen„Reichsmittelſtandsrats“ beſchloſſen worden, in dem Handwerk und Gewerbetreibende, Einzelhandel, Han⸗ delsvertreter, das Gaſtwirts⸗ und Hotelgewerbe, die freien Belaſtung ſo niedrig wie irgend möglich zu halten. Berufe und die Haus⸗ und Grund beſitzer eine Verkrotung rer Intereſſen innerhalb der Zeutrumspartei finden ſollen. lohns erhöhen und der Anſtalt eine weitgehende Anſamm⸗ lung von Reſerven ermöglichen müſſe. Er bezeichnet es aber als äußerſt zweifelhaft, daß man dieſen Weg heute beſchrei⸗ ten könnte. Bei der Unſicherheit der deutſchen Wirtſchaftslage ſei es erforderbich, die finanziellen Grundlagen der Arbeits⸗ loſenverſicherung zu überprüfen. Wie man ſich in den Kreiſen des Allgemeinen Deutſchen Gewerkſchaftsbun des eine ſolche Sanie⸗ rung vorſtellt, wurde von einigen Mitgliedern des Bundes⸗ vorſtandes auseinandergeſetzt. Danach will man die Schwie⸗ rigkeiten entweder durch eine Erhöhung der Beiträge oder in einem Verzicht des Reiches auf die Rückzahlung des Dar⸗ lehens oder durch die Begründung einer beſtändigen Zuſchuß⸗ pflicht zu der Arbeitsloſenverſicherung beſeitigen. Die Tendenz dieſer Vorſchläge, die vorläufig noch keine konkrete Form gefunden haben, geht alſo auf eine direkte oder indirekte Mehrbelaſtung der Wirtſchaft, auf alle Fälle aber auf eine Stetgerung der ſozialen Laſten, hinaus. Bei der ſchon jetzt übermäßigen Höhe der ſozialen Abgaben erſcheinen dieſe Forderungen völlig undiskutabel. Es kommt gegenwärtig vielmehr darauf an, das Geſamtmaß der ſozialen Mißbrauch mit Hindenburgs Namen Berlin, 21. März.(Von unſerem Berliner Büro.) In Hamburg iſt ein gewiſſer Alexander von Lukaſchewſky zu einer Gefängnisſtrafe verurteilt worden, weil er unter Vorlegung von gefälſchten Dokumenten vertrauensſelige Auf⸗ wertungsgläubiger zur Hergabe von Geldvorſchüſſen veran⸗ laßt hat. In einem Spätabendblatt iſt nun behauptet wor⸗ den, Lukaſchewſky, der u. a. gefälſchte Privatbriefe Hindenburgs zu ſeinen unſauberen Manipulationen brauchte, ſtehe in einem verwandtſchaftlichen Verhältnis zum Reichspräſidenten. Von zuſtändiger Stelle erfahren wir, daß dieſe Behauptung vollkommen aus der Luft gegriffen iſt. Der Reichspräſident ſteht zu Lukaſchewſky in keinerlei verwandtſchaftlichem Verhältnis. * Geſchäfte mit dem Sowjetſtern. In Halle bot eine junge Frau, die den Sowjetſtern trug und gebrochen Ruſſiſch ſprach, in kommuniſtiſchen Familien ruſſiſche Bilderbücher für .50 Mk. das Stück au. Sie gab an, der Ertrag diene der Weltrepvolution und dem Proletarſat. Dabei machte ſie auch ein gutes Geſchäft. Die Käufer aber mußten nachher feſtſtellen, daß ſie Fibeln aus der Vorkriegszeit er⸗ halten batten, auf deren erſter ers Frauz Joſef befand. Seite ſich das Bild des Kal. . zur See Von Dr. L. W. Matthai Es beſteht kein Zweifel mehr an der Tatſache, daß Muſſo⸗ lini feſt entſchloſſen iſt, ein italtieniſches Kolonial⸗ reich von imperialiſtiſchen Ausmaßen zu ſchaffen und vor allem Italien, ſämtlichen franzöſiſchen Widerſtänden zum Trotz, mit der Zeit die lang erſehnte Hegemonteſtel⸗ lung unter den Mittelmeerländern g Uerringen. Um dieſes machtpolitiſche Ziel zu erreichen, benötigt Italien eine ebenſo ſtarke wie ſchlagfertige Flotte, die es bisher nicht beſaß und in neueſten Zeit mit einem geradezu fieberhaftem Eifer zu erlangen trachtet.„Rom iſt der Leuchtturm des Welttelmeeres“. In dieſen Worten des Duce liegt gleichſam die ganze Mittelmeerpolitik Italiens beſchloſſen. Größe und Kampfkraft verweiſen die italieniſche Marine nach wie vor im geräuſchvoll die Inſtrumente ſtimmenden Konzert der Seemächte auf den fünften Platz, und zwar hinter ihrer erbittertſten Rivalin, der franzöſiſchen. Wurde auch auf der Konferenz von Waſhington den beiden auf geſpanntem Fuße lebenden lateiniſchen Schweſtern das gleiche Stärken⸗ verhältnis bezüglich ihrer Schlachtſchiffe auf Betreiben der ttalieniſchen Vertreter zugeſtanden und belden Mächten frei⸗ geſtellt, in den Jahren 1927, 1929 und 1931 je ein Dread⸗ nought von vorgeſchriebener Tonnenzahl und Armierung zu bauen, ſo muß doch zugegeben werden, daß die italteniſche Flotte der franzöſiſchen noch keineswegs ebenbürtig gegen⸗ ſtberſteht. Das geht ganz deutlich aus dem füngſt veröffent⸗ lichten Jahresbericht des britiſchen Erſten Seelords über die Flottenſtärken der führenden Seemächte hervor, dem die fol⸗ gende Tabelle entnommen iſt: Anzahl und Tonnenzahl der Schiffe 1928/29 Frankreich Italien Schiffstyp Anzahl Tonnage Anzahl Tonnage Linienſchiffe 9 194 544 5 108 360 Kreuzer 16 149 677 13 70 243 Flugzeugträger 1 21 160 1 5 000 Flotillenführer 2 16 22²5⁵ 1¹ 17 824 Zerſtörer 45 42087 64 57 24g Unterſeebvote 44 35 935 45 17876 Summe 122 450 628 1339 276052 Die Geſamtzahl der italieniſchen Schiffseinheiten über⸗ trifft heute bereits die der franzöſiſchen, ſteht aber hinſichtlich ihrer Tonnage ganz beträchtlich hinter der letzteren zurück. Dieſen Vorſprung hofft indeſſen die italieniſche Marineleitung bis zur Vollendung des neuen Flottenbauprogramms im Jahre 1932 eingeholt zu haben. Allein in dieſem Jahr wer⸗ den vorausſichtlich zwei 10 000 und zwei 5000 Tonnen⸗Kreuzer, vier Zerſtörer ſowie zwet Unterſeeboote auf ttalieniſchen Werften vom Stapel laufen. Der Beſchluß zur Ausführung dieſer Bauten wurde, ſo berichtete kürzlich die franzöſiſche Preſſe mit ſichtlichem Unbehagen, im Verlauf eines Miniſter⸗ rates gefaßt, der knapp vier Stunden währte, während die franzöſiſche Kammer im allgemeinen für die Annahme ähn⸗ licher Vorlagen vier bis fünf Monate benötigt. Ein Zeichen dafür, mit welcher Energie das faſziſtiſche Italten heute Flottenpolitik betreibt! Man verſteht die Beunruhigun g der fran⸗ zöſiſchen Marinekreiſe darltber, wenn man ſich ver⸗ gegenwärtigt, daß Frankreich ſich in der gleichen maritimen Lage Italien gegenüber befindet wie England gegenüber den Vereinigten Staaten. Wie die engliſche hat auch die franzöſiſche Flotte im Falle kriegeriſcher Verwicklungen ein umfangreiches Kolontalreich gegen einen gleichwertigen Geg⸗ ner zu verteidigen, der faſt ſeine geſamten Fottenſtreitkräfte infolge geringen eigenen Kolonialbeſitzes zum Schutze der hetmatlichen Küſte verwenden kann, d. h. alſo eine nume⸗ riſche und taktiſche Ueberlegenheit in Wirklichkeit aufweiſen würde. Hinzu kommt noch, daß Frankreich immerhin die Ge⸗ fahr eines maritimen Zweifrontenkrieges in den Bereich ſtrategiſcher Möglichkeiten ziehen muß, daß Calais und Le Havre nicht weniger Flottendeckung als Toulon und Magi⸗ ſeille benötigen, wenn vorerſt dieſe Gefahr auch durch den Abſchluß des geheimen engliſch⸗Frangtzſiſchen Flottenverteages gebannt erſcheint. Die Beherrſchung der weſtlichen Hälfte des Mittelmesres iſt für Frankreich mehr als eine bloße Preſtige⸗ frage, das Ziel der abſoluten Vormachtsſteflung auf dem Mittelmeer für Ftalien aber geradezu der Kern ſeiner auſten⸗ politiſchen Lebensfragen. Frankreichs militärſſche Hegemonie in Europa baſiert hauptſächlich auf der leichten Verfügbarkeit ſeiner afrikaniſchen Kolonfaltruppen und Rohſtoffe, deren Transporte von der Flotte unbedingt geſichert werden müſſen. 5 2. Seite. Nr. 136 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 21. März 192 Jede Flottenrüſtung einer der beiden Mächte zwingt deshalb die andere automatiſch zu Gegenmaßnahmen, und der Zu⸗ ſtand des Wettrüſtens mit all ſeinen leidigen Begleiterſchei⸗ nungen iſt damit von ſelbſt gegeben. Trotz des Waſhingtoner Marineabkommens und der papierenen Beſchlüſſe aller bisherigen Abrüſtungskommiſſio⸗ nen wird unter den großen Seemächten fieberhaft weiter gerüſtet. Daß neuerdings die franzöſiſch⸗italieniſche Rivali⸗ tät zur See eine Heftigkeit erreicht hat, die der engliſch⸗ameri⸗ kaniſchen in nichts nachſteht, zeugt von dem„Friedensgeiſt“, der in Wirklichkeit die impertaliſtiſchen Beſtrebangen aller dieſer Staaten beſeelt. Aus der Deutſchen Volkspartei der Pfalz Am 22. März begeht Abgeordneter Burger ⸗Ludwigs⸗ hafen ſeinen 50. Geburtstag. Er iſt in Einöd(Saar) geboren, wo ſeine Eltern in dieſen Tagen die Diamantene Hochzeit feierten. Auf Grund ausgezeichneter Qualifikationen in allen Prüfungen und ſeiner Bewährung als Schulmann wählte ihn vor 10 Jahren der Stadtrat Ludwigshafen zum Direktor der neuen Berufsfortbildungsſchule, die er in dieſer Zeit unter widrigſten äußeren Verhältniſſen zu einer reich⸗ gegliederten, vorbildlichen Anſtalt ausbaute. Obwohl ſchon früh in der Jungliberalen Bewegung und in der Nationalliberalen Partei tätig und anerkannt, lebte er doch ſaſt ausſchließlich ſeinem Berufe, an dem er mit jeder Faſer ſeines Herzens hängt. Erſt die durch den Zuſammenbruch 1918 und die Beſetzung hervorgerufenen ſchwierigen politiſchen Verhältniſſe veranläßten ihn auch in der Politik aktiv hervor⸗ zutreten, wo er alsbald zur Führung der Deutſchen Volks⸗ partei der Pfalz berufen wurde. In ſchwerſter Zeit an dieſen verantwortungsvollen Poſten geſtellt, hat es Abgeordneter Burger durch ſeine überragende Tatkraft und Umſicht ver⸗ ſtanden, die Partei aus kleinſten Anfängen heraus zu einem beſtimmenden politiſchen Faktor in der Pfalz zu machen. Im nationalen Abwehrkampf der Pfalz ſtand er als Führer in vorderſter Reihe. Gleich ſo vielen pfälziſchen Landsleuten mußte auch er hierfür das Los der Ausweiſung tragen. Im bayeriſchen Landtag iſt er einer der beredeſten Sprecher für die Pfalz und die Deutſche Volkspartei. Seiner politiſchen Befähigung verdankt er es, daß er von der Gruppe der Deut⸗ ſchen Volkspartei zu ihrem Führer im Landtag beſtellt wurde. Auch außerhalb der Grenzen ſeiner engeren Heimat wurde die Bedeutung ſeiner Perſönlichkeit bald erkannt, ſo wurde er in den engſten Vorſtand der Reichspartei berufen. Abg. Burger iſt auch in Mannheim bekannt und angeſehen. In der„N. Mannh. Itg.“ iſt er wiederholt zu Worte ge⸗ kommen, beſonders in der Zeit der Kämpfe gegen die Sepa⸗ ratiſten. Den Glückwünſchen ſeiner Freunde ſchließen daher auch wir uns an. Skandal in Saßnitz In einem Berliner Blatt war Eude Februar unter der Ueberſchrift:„Ein Skandal in Saßnitz“ eine Stockholmer Meldung wiedergegeben worden, die Beſchwerden ſchwediſcher Reiſender darüber enthielt, daß ſie am 28. Februar nachts in Saßnitz trotz Schneeſturms und grim⸗ migſter Kälte aus dem deutſchen D⸗Zug hinaus⸗ gewieſen wurden, obwohl die Fähre nach Schweden noch nicht da war, und obwohl keine genügende Unterkunft vor⸗ handen war. Die Reichsbahndirektion hatte daraufhin eine Berichtigung verbreitet, in der die Berechtigung der Be⸗ ſchwerden abgeſtritten wurde. Nunmehr hat als Wortführer der betroffenen ſchwediſchen Reiſenden der als Deutſchenfreund bekannte Konſul Wal⸗ len erklärt, daß die ſchwediſchen Reiſenden zur Beeidi⸗ gung ihrer Ausſagen bereit ſeien! Konſul Wallen werde in der nächſten Zeit nach Berlin kommen, um die Sache bei der Generaldirektion der Reichsbahn vorzutragen und wenn nötig, eine Schadenserſatzklage wegen der Lungenentzündung einzuleiten, die er ſich infolge der rigoroſen Behand⸗ lung durch das Reichsbahnperſonal zugezogen hat, Die reſtloſe Aufklärung der Angelegenheit, die leider geeignet iſt, dem deutſchen Ruf in Schweden ſchwer zu ſchaden, iſt unbedingt zu fordern. Baändenmorde in Chicago — Newyork, 21. März. Meldungen aus Chicago zufolge haben ſich dort weitere Bandenmorde ereignet, denen ein aus dem Zuchthaus Entlaſſener mit ſeiner Frau und ein Schnaps⸗ ſchmuggler zum Opfer fielen. Englands Sorgen in Indien 8 London, 21. März.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Eine ausgedehnte Razzia auf Kommuniſten wurde geſtern bei Morgengrauen in zahlreichen Städten Indiens gleichzeitig ausgeführt. Die Regierung hatte dieſe Aktion ſeit längerer Zeit geplant und erſt kürzlich im Anſchluß an die Unruhen in Bombay die geſetzlichen Vollmachten dafür er⸗ halten. Die häufigen Streiks in den großſtädtiſchen Indu⸗ ſtrien, namentlich in Kalkutta und Bombay, hatten die leicht erregbare Arbeiterſchaft mehr und mehr in die Hände der kommuniſtiſchen Agitatoren geſpielt. Die Regierung beſchloß, ein Exempel zu ſtatuieren und ließ durch ein ſtarkes Aufgebot von Polizei und Militär Hunderte von extremen Politikern verhaften. Die meiſten wurden im Schlafe überraſcht und ergaben ſich ohne Widerſtand. Die Truppen wurden in aller Stille während der Nacht in Laſtwagen verladen, ohne daß ſie ſelber wußten, wo ſie eingeſetzt werden ſollten. Mit den Truppen fuhr eine ganze Anzahl beſonders ausgewählter Friedensrich⸗ ter, die im Falle von bewaffnetem Widerſtand den Truppen die notwendige Erlaubnis zum Scharfſchießen geben ſollten. Es kam jedoch in keinem Falle zu ernſthaften Zuſammenſtößen. Dagegen ſind bereits einige Stunden nach der Verhaftung der kommuniſtiſchen Führer in Bombay 20 000 Baumwollarbeiter in den Streik getreten. Die Streikbewegung ſcheint ſich weiter auszudehnen. Der Vizekönig Lord Irvin wird im Juni nach England kommen, um mit der Regierung und dem engliſchen König die engliſche Politik in Indien, die jetzt an einem entſchei⸗ denden Wendepunkt angelangt iſt, zu erörtern. Amerika zum Ableben Jochs Die Nachrichten vom Tode des Marſchalls Foch haben in Amerika umſo größeres Auſſehen erregt, als die geſtrigen Blättermeldungen einen beruhigenden Bericht über ſeinen Geſundheitszuſtand veröffentlichten. Präſidenat Hoover hat den Botſchafter Herick durch Kabel angewieſen, der Gattin des Marſchalls Foch im Namen des amerikaniſchen Volkes das Beileid auszufprechen. Der ehemalige Staatsſekretür Kellog gab eine Er⸗ klärung ab, in der er ſeine tiefſte Trauer über den Tod des Generals ausdrückt, der in den Vereinigten Staaten außer⸗ ordentlich verehrt worden ſei, und der ein ſo ſchönes Vorbild des Patriotismus gegeben habe. Präſident Hpover veröffentlicht ein Kommuniqus, in dem er ſeiner Bewunderung und Achtung vor Marſchall Foch Ausdruck gibt. Mit den anderen Alltierten nehme das ganze amerikaniſche Volk an der Trauer des franzöſtſchen Volkes teil. Der ehemalige Vizepräſident der Vereinigten Staaten, General Dawes erklärte, mit dem Marſchall verſchwinde eins der größten Figuren der Geſchichte. Foch ſei einer der fähigſten Soldaten aller Zeiten geweſen. Tauſende, die früher der amerikaniſchen Armee angehört hätten, trauerten um einen wahren Freund und einen geliebten Führer. Die Kämpfe in Mexiko „E El Paſo, 21. März.(United Preß.) 15 Bundesſoldaten wurden nach Meldungen der mexikaniſchen Aufſtändiſchen in der Nähe von Ciudad Juarez(an der mexikaniſch⸗amerikani⸗ ſchen Grenze) von den Rebellen hingerichtet, da ſie abgefaßt wurden, als ſie im Begriff waren, eine Brücke in die Luft zu ſprengen. Nach Meldungen an die United Preß aus Waſhington beabſichtigt die amerikaniſche Regierung nicht, ihre Haltung, wonach es der mexikaniſchen Bundesregierung erlaubt iſt, Schiffsgeräte und Munition in den Vereinigten Staaten ein⸗ zukaufen, aufzugeben, auch wenn in Mexiko anſäſſige Aus⸗ länder, z. B. bei der Bombardierung von Städten, die ſich in Händen der Aufſtändiſchen befinden, durch Bundesflugzeuge zu Schaden kommen könnten. Wie es heißt, iſt Staatsſekretär Kellogg der Anſicht, daß jede Bedrohung ber Sicherheit von Ausländern einen ernſten Fall darſtelle, aber andererſeits ſei es eine natürliche Folge des Aufſtandes. Außerdem würde ein amerikaniſches Ausfuhrverbot für Waffen und Munition die Sicherheit der in der Kampfzone befindlichen Fremden auch nicht erhühen. * Todesſtrafe für Opinmraucher. Die chineſiſche National⸗ rgierung hat für alle Staatsbeamie, die beim Opiumrauchen erwiſcht werden, die Todesſtrafe verhängt. Reden Valdwins und Chamberlains 4 § London, 21. März.(Von unſerem Londoner Vertreter.) Der Premierminiſter Baldwin, Außenmintſter Cham⸗ berlain und zwei weitere Mitglieder der Regierung waren geſtern abend die Gäſte auf einem Bankett des Londone Vereins der ausländiſchen Preſſe. Baldwin hielt eine längere Rede, in der er namentlich hervorhob, daß dis kommenden Parlamentswahlen auf die allgemeine Haltung der engliſchen Politik keinen tiefgehenden Einfluß haben könnten. Welcher Partei auch die nächſte Regierung in Eng⸗ land angehören werde, die Grundlinien der Außenpolitik würden in keinem Falle bedeutend verändert werden. In demſelben Sinne ſprach auch Sir Auſten Chamber⸗ lain, der beſonders den wachſenden Einfluß des Völker⸗ bundes und die Zuſammenarbeit der Regierungen der Groß⸗ mächte hervorhab. Chamberlain fügte jedoch hinzu, daß es bisher noch nicht gelungen ſei, eine unüberſteigbare Bapriere gegen die Gefahr eines neuen Krieges zu errichten. Die Eiſenbahnkataſtrophe in Kanada S Montreal, 21. März.(United Preß.) Bei dem ſchweren Etſenbahnunglück das ſich, wie gemeldet, ungefähr 70 Kilo⸗ meter nördlich von Paris(Provinz Ontaria) ereignete, ſind, ſoweit bisher feſtſteht, 19 Perſonen ums Leben ge⸗ kommen. Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen, daß die Zahl der Toten ſich noch erhöht, da man vermutet, daß noch einige Fahrgäſte unter dem ſogenannten„Koloniſtenwagen“ ein⸗ geklemmt liegen. Die Identifizierung einzelner Leichen macht große Schwierigkeiten, da ſie bis zur Unkenntlichkeit ver⸗ hrannt ſind. Die Zahl der Verwundeten und Toten iſt ſo groß, weil faſt alle Paſſagiere im Augenblick, als der Expreß mit dem anderen Zug zuſammenſtieß, ſich im Schlaf befanden. Der Anprall war ſo gewaltig, daß die Lokomotiven beider Züge vollkommen zerſtört wurden und ſich die beiden Güterwagen vollſtändig zuſammenſchoben. Letzte Meldungen Unterſchlagungen bei der„Roten Hilfe“ — Kaſſel, 21. März. Bei der„Roten Hilfe“ in Kaſſel iſt man umfangreichen Unterſchlagungen von Geldern, Lebens⸗ mitteln und Kleidungsſtücken, die für arme Kinder beſtimmt waren, auf die Spur gekommen. Der Kaſſenreviſor der KPD. Löwe, der, wie das„Kaſſeler Volksblatt“ berichtet, die Unter⸗ ſchlagungen aufgedeckt hat, wurde von ſeinen Partei⸗ freunden überfallen und miß handelt. Er wurde mit klaffenden Kopfwunden zum Arzt geſchafft. Die KPD. ſah ſich wegen dieſer Vorkommniſſe genötigt, den Bezirk Heſſen⸗Waldeck ihrer Partei aufzulöſen und fämtliche Mit⸗ gliedsbücher einzuziehen. Der Bezirk wird von jetzt ab der Frankfurter Parteiorganiſation unterſtellt ſein. Die Zoubkoffiade — Paris, 21. März. Nach ſeinem Eintreffen in Paris hat der Gatte der Prinzeſſin Viktoria, Alexander Zoubkoff, einen Vertrag mit einem Theaterunternehmen unterzeichnet, wonach er in den nächſten Tagen in einem Sketch auftreten wird, und zwar in der Rolle des Liebhaber einer Prin⸗ zeſſin. Zoubkoff hat Preſſevertretern gegenüber erklärt, daß ſeine Gattin in der nächſten Zeit ebenfalls nach Paris kommen werde. Die Aufenthaltserlaubnis für Zoubkoff iſt ſeitens des franzöſiſchen Innenminiſteriums an Bedingungen geknſtpft worden. Der Studentenkonflikt in Spauien — Paris, 21. März. Nach in Hendaye eingetroffenen Meldungen ſoll der Konflikt mit den Studenten immer ern⸗ ſteren Eharakter annehmen. Man befürchte, daß ſich die Stu⸗ denten der Provinz⸗Univerſitäten mit denen von Madrid ſolidariſch erklären. Studentenunruhen auch in Sofia Sofia, 21. März.(United Preß.) Zu ſchweren Studen⸗ tenunruhen, an denen mehrere Hundert Studenten teilnah⸗ men, kam es vor dem hieſigen Parlamentsgebäude. Die Poligef wurde ſchließlich gezwungen, mehrere Salven in die Luft zu feuern, um die Studenten auseinanderzutreiben. Im ganzen wurden 300 Verhaftungen vorgenommen. Einige De⸗ monſtranten, die tätlichen Widerſtand leiſteten, trugen Ver⸗ letzungen davon. Pariſer Theater (Von unſerem Pariſer Vertreter) Dem Lichtſpieltheater fällt der Boulevard zum Opfer, und das Bühnenſtück findet in Seitenſtraßen Unterkunft. Wo frü⸗ her die Namen großer Schauſpieler und gefeierter Darſteller⸗ innen in leuchtenden Lettern funkelten, locken heute rieſenhafte Vergrößerungen einer Filmfzene. Die Reklame iſt ins Koloſſale gewachſen. Dort und da flimmert noch der Eingang in ein altes Theater:„Varietés“,„Nouveautés“,„Gymnaſe“. Namen, die ein Stück Paris bedeuten. Gegen einen Senſationsfilm kämpfen ſchwache Boulevardkomödien vergeblich. Die An⸗ ſprüche des Publikums ſind nicht mehr leicht zu befriedigen. Es genü zt nicht mehr, daß von„ſchönen Erfolgen“ berichtet wird. Iſt das Stück packend, reißt es mit, peitſcht es die Nerven auf? Auf dieſe Fragen geben die Kritiker Antwort und ſtellen mehr oder minder glückliche Vergleiche mit filmartigen Wirkungen an.„Ein Schauſpiel, wie es der Film nicht ergreifender geſtal⸗ ten könnte“ ſchrieb man über den„Prozeß der Mary Dugan“, und die erfreuliche Folge dieſer gänzlich unzutref⸗ fenden Beurteilung iſt, daß ſich allabendlich der Zuſchauerraum des Apollotheaters reſtlos füllt. Geſchäftstüchtige Autoren, die aus Paris das Hollywood der Schaubühne machen wollen und deshalb die Drei⸗, Vier⸗ und Fünfzahl der Akte durch ein Dutzend„Bilder“ erſetzen, ringen um die Palme, das heißt, die Tantiemen. Sie ſchreiben Komödien, in benen es ebenſo international hergeht, wie etwa beim Fünfuhrtee im Claridge oder im„Henri Quatre“ in Saint⸗Germajn. Die Vertreter und Vertreterinnen aller Na⸗ tionen und Nakfönchen ſchwirren durcheinander. Jeder Aus⸗ länder trifft auf den Brettern einen Bekannten. Bloß der biedere Pariſer ſteht ſich vereinſamt und fragt verſchüchtert: „Iſt das ein franzöſiſches Theaterſtück?“ Man erwidert ihm, daß die Fremden etwas für ihr Geld haben wollen. In den Varietés, in den Revuen ſehen ſie die Stars aller Weltteile. Die Theater dürſen dieſenn Weltbewerbe nicht nachſtehen. Da⸗ her die Komödien mit ſtakem exoliſchem Ginſchlag, mit einer Fülle weißer und farbiger Menſchen, die ſich— wie könnte es Anders ſein?— im Seinebabel traſſen kann und darf als der Ehebruch. So ſieht der Einheimiſche dem Treiben der Ausländer auf der Bühne zu. Er lernt dabei Manches. Zum Beiſpiel, daß eine Ruſſin und ein Amerikaner, wenn ſie zufällig in einem ſpaniſchen Kabarett Bekanntſchaft machen, von einem mon⸗ dönen Tänzer, der ſich als Italiener deklariert, aber ein Apache aus dem Marſeiller Hafenviertel iſt, ausgeplündert werden; der Tänzer gewinnt nach einem gelungenen Streich die Ameri⸗ kanerin, und der Ruſſe wird Chauffeur bei dem Ehepaar. Man ſteht, daß der Autor ſtets darum bemüht iſt, den Franzoſen als ſiegreichen Helden aus dem Kampf um die Seele und die Mo⸗ neten einer Amerikanerin hervorgehen zu laſſen. Wird eine Poſſe mit dieſem internationalen Einſchlag gemacht, ſo zeigt man den Ausländer in den groteskeſten Verzerrungen. Der Pariſer denkt ſich ſein Teil dabei... Nach dieſem Kliſchee es Operetten, die halb Ruſſiſch, halb Spaniſch kingen, oder die traute Jazzmuſik den abgehärteten Zuhörern in die Ohren hämmern. 5 Für ausländiſche, beſonders engliſche und amerikaniſche Senſationsſtücke iſt Paris ein guter Abnehmer geworden. „Broadway“ heißt ein neues Theaterchen, wo in nächſter Zeit ſo ziemlich Alles geſpielt werden ſoll, was in London und die ihre Kenntniſſe der engliſchen Sprache zumeiſt dem Beſuche der Lichtſpielbühnen und Revuen verdanken, bringen dieſe Im⸗ porte des„Broadway“ ⸗Theaters viel Neues und Feſſelndes. Die Vergnügungsreiſenden finden kein Intereſſe an den zu⸗ meiſt ſehr freien Bearbeitungen ausländiſcher Stücke, e Die Frühlingsſatſon brachte eine recht hübſche Komödie des Topaze“ lin Deutſchland von Pallenberg kreiert) ſchnell in die Phalanx der umworbenen Autoren aufgerückt iſt. Pagnol ſchreibt friſche, an entzückenden und feinen Wendungen reiche Dialoge. Er zeichnet in feſten Strichen. Die Fauſt des Theater⸗ mannes beſitzt er freilich nicht. Von ihm ſpielt man ſeit ein paar eines typiſchen Seemannes, dem es nach vielen Wisglückken Verſuchen doch gelingt, ſeiner Braut zu entrinnen und ſich aufs und miteinander in Meer zu flüchten. Für ein großes Theater wäre dieſe kleine Konflikte geraten, deren Anfang und Ende nichts Anderes ſeinſ Komödie, in der ſich die Menſchen ſo ſimpel zeigen, wie ſie eben werden jetzt beinahe alle Theaterſtücke hergeſtellt. Daneben gibt Newyork zum„Erfolg“ geſtempelt worden iſt. Den Franzoſen, Bühnenſchriftſtellers Pagnol, der mit ſeinem„Monſieur ö ſind, unmöglich. Das„Theatre de Paris“ erzielte damit einen guten Erfolg. Es wird glänzend geſpielt, abſeits von der Schablone. Dann ſahen wir den neuen Henry Bernſtein:„Mslo“, Im Gymnaſetheater. Es war die große Pariſer Premiere. Seit Edmond Roſtand und Henry Bataille nicht mehr ſind, be⸗ herrſcht Bernſtein die Domäne des zu Ruhm gelangten fran⸗ zöſchen Bühnendichters. Iſt er es wirklich? Die Kritiker ſind ſich nicht einig darüber. Aber das Publikum huldigt ihm, mie vor fünfundzwanzig Jahren, und das bedeutet mehr. Bern⸗ ſtein wandelt ſich. Er unterliegt entſchieden dem Einfluß eines Pirandello, eines Shaw. In ſeinem neueſten Drama fühlt man, wie er ſich in die ſeeliſchen Abgründe Doſtojewſhiſcher Schöpfungen verſenkt hat. Dieſem Suchen nach tieferen pfychi⸗ ſchen Triebkräften, die dem franzöſiſchen Geſellſchaftsſtück dienſtbar gemacht werden ſollen, widerſpricht der auf rein äußerliche Wirkungen, auf platte Modeſpäſſe gerichtete Drang, das Publikum auf alle mögliche Weiſe zu unterhalten. Henry Bernſtein ſchrieb ein Ehebruchs⸗ und Giftmorddrama in zehn Bildern. Drei davon ſind ausgeſprochene Filmſzenen. Ge⸗ mimte Dialoge. Ein rührendes Friedhofsbild. Er wird muſi⸗ ziert, getanzt. Neben der Handlung laufen allerlei Zerſtreu⸗ ungen. Und das Durcheinander nennt der Autor mit Recht „Melo“. Der Inhalt: Die ſchöne, genußſüchtige Romaine Benoft(ſie ſtammt aus Italien) verliebt ſich in einen großen Geiger, den ſie am Klavier begleitet. Um frei zu werden, ver⸗ ſucht ſie ihren Mann zu vergiften. Der Mordplan mißliungt⸗ Romaine tötet ſich. Die beiden Männer ſprechen ſich im Schluß⸗ akte ans, wobei der betrogene, der Vergiftung entronnene Gatte die etwas ſpäte Entdeckung macht, daß der Geiger der Geliebte Romaines geweſen iſt. Sie verſöhnen ſich, der Ver⸗ ſtorbenen in tiefer Rührung gedenkend. Es kam Bernſtein darauf an, die ungeheuerliche Tat dieſer Frau aus dem Zu⸗ ſtand des Wachtraums zu erklären, wie er überhaupt pſy⸗ho⸗ aunalytiſchen Zuſammenhängen einen breiten Raum gewährt. Daß er die„große Szene“— die Ausſprache zwiſchen den pei⸗ Tagen ein Marſeiller Hafenſtück:„Marius“. Die Geſchichte f den Mäunern. im Schlußbilde entwickelt, zeigt den alten Ziuntinler. Die Inſzenſexung hat Bernſtein ſelbſt geleitet, Sie iſt wohl das Beſte, was gegenwärtig auf Pariſer Bühnen ge⸗ boten wird. ö a — 5 a 3 l A E „ eee nn M 7 u un u c A b n kraftvolles Ringen um den reinen Ausdruck eigenen Weſens, 7 8 Gelder zum Ausbau des Hotels„Pfälzer Hof“ zur Ver⸗ muß vielmehr der normale Satz bezahlt werden. 5 Lerwidern, daß dies ja ſchon durch das 10proz. Bedienungs⸗ Donnerstag, den 21. März 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 8. Seite. Nr. 186 Stäotiſche Nachrichten Geht das Hotel Pfälzer Hof ein? Von der Gaſtwirte⸗Vereinigung Mannheim, Freie Innung der Hotel,, Reſtaurant⸗, Kaffeehaus⸗ und Konditorei⸗Betriebe, wird uns unter Bezugnahme auf unſere Ausführungen in Nr. 123 geſchrieben: „Unter Bezugnahme auf die ſtarke Frequenz des Wart⸗ burg⸗Hoſpizes wird angeregt, die Stadt Mannheim ſolle fügung ſtellen. Zur Begründung wird angeführt, daß ſich die Nachfrage nach Zimmern im Wartburg⸗Hoſpiz derart ge⸗ häuft haben, daß das Hoſpiz täglich 30 bis 60 Fremde ab⸗ weiſen muß und daß deswegen bereits das benachbarte Haus swiſchen FE und Fa zu Erweiterungszwecken hinzuerworben worden ſei. Durch dieſe Ausführungen entſteht das falſche Bild, daß die Hotels in Mannheim ſtändig überfüllt ſeien, boch iſt dies abſolut nicht der Fall. So waren 8. B. im Jahre 1927 und 1928 die 13 Mannheimer Hotels folgendermaßen beſetzt: Uebernachtungen: 1927: 158 439, 1928: 155 884; Anzahl der Betten: 1927: 708, 1928: 709; Prozentſatz: 1927: 62%, 1928: 61% Aus dieſer Zuſammenſtellung geht hervor, wie es in Wirklichkeit im Hotel⸗ und Gaſtwirtsgewerbe in Mannheim ausſieht. Wir übernehmen für die Richtigkeit der Statiſtik die volle Verantwortung. Der Grund, warum das Wartburg⸗ Hoſpiz ſo ſtark frequentiert iſt, iſt folgender: Die Hoſpiz G. m. b. H. erhielt zur Erwerbung und Umbau des Hauſes von der evangeliſchen Kollektur die Barmittel zu einem ſehr mäßigen Zinsſatz zur Verfügung geſtellt, iſt daher gegenüber den privat⸗wirtſchaftlich orientierten Hotel⸗ und Gaſthausbetrieben in einem bedeutenden Vorteil und kann infolgedeſſen mit billigeren Preiſen arbeiten. Es kommt weiter noch hinzu, daß das Hoſpiz ſich nicht an das dem Mannheimer Gaſtwirtsgewerbe durch den Landesſchlichter mit Wirkung vom 1. März 1928 zudiktierte Lohnabkommen hält, das ein Bebdienungsgeld auf Zimmer mit Frühſtück mit 20% vorſieht. Im Wartburg⸗Hoſpiz werden für dieſelbe Seiſtung nur 10% angerechnet. Da ferner organiſiertes Perſonal keine Stellung im Hoſpiz findet, kann durch unter⸗ tarifliche Entlohnung das Unkoſtenkonto erheblich niedriger gehalten werden. 5 Die Konkurrenz des Wartburg⸗Hoſpizes iſt durch dieſe Tatſachen ſehr ſchädigend für die Mannheimer Hotels und Gaſthöfe. Dazu kommt noch, daß das Hoſpiz die evangeliſche Geſamtkirchengemeinde hinter ſich hat und infolgedeſſen anders kalkulieren kann als der Privatunternehmer, der keinen derartigen Rückhalt hat. Der Konkurrenzkampf wird demnach mit ſehr ungleichen Waffen geführt, und das muß den Proteſt der einheimiſchen Hotel⸗ und Gaſthausbeſtitzer hervorrufen, zumal dieſe in erheblichem Maße zu dem Steueraufkommen der Kirchengemeinde beitragen. Wir er⸗ warten, daß die Verwaltung des Hoſpizes aus Gründen der Joyalität und Gerechtigkeit in Zukunft zum mindeſten den Johntarif einhält, wie es in anderen Städten auch der Fall ift und mit uns daran arbeitet, daß die 20% Bedienungsgeld⸗ Ablöſung wieder auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden. Die ſtarke Frequenz des Wartburg⸗Hoſpiz iſt dem⸗ nach nicht aus der zentralen Lage heraus zu erklären.“ Zu dieſer Zuſchrift iſt zu bemerken, daß der Hoſpiz G. m. b. H. die Mittel zur Erwerbung und zum Umbau des Hauſes von der evangeliſchen Kollektur keineswegs zu einem ſehr mäßigen Zinsſatz zur Verfügung geſtellt 1 Es enn die Verwaltung des Hoſpizes dazu aufgefordert wird, daran mitzuarbeiten, daß die 20proz. Bedienungsgeld⸗Ablöſung auf ein erträgliches Maß zurückgeführt wird, ſo iſt darauf zu geld geſchieht, das im Hoſpiz erhoben wird. Im übrigen nehmen die Hoſpize überall eine Sonderſtellung ein. Es liegt aber auf der Hand, daß hierin nicht allein der Grund der Ueberfüllung des hieſigen Hoſpizes zu ſuchen iſt. Was die Erhaltung des„Pfälzer Hofes“ als Hotel betrifft, ſo kann mitgeteilt werden, daß der Stadtrat ſchon einen in dieſer Richtung günſtigen Beſchluß gefaßt hat. N Sr Die Kanalſchachtdeckel Daß es unter den Straßen unſerer Stadt hohl iſt, iſt gerade nichts Unbekanntes. Leitungen, Röhre, Kanäle ziehen nach allen Richtungen. Um aber zu dieſen Sachen unter die Erde zu kommen, hat man Schächte an die Erdoberfläche ge⸗ führt. Dieſe Schächte ſind mit Deckeln verſehen, daß niemand hinunterſtürze und an ſeiner Geſundheit Schaden nehme. Nicht immer ſitzen dieſe Deckel feſt im Rahmen. Man kann ruhig ſagen, daß die Mehrzahl aller Schachtdeckel wackelt und zwar ganz gehörig. Nicht ausgenommen ſind ſelbſt in der Breiteſtraße die neuangelegten Schachtdeckel für die Telephon⸗ Tritt man an den Rand eines ſolchen Deckels, wird man merken, wie der Fuß etwas tiefer ſinkt und bei wie ein dumpfer Schuß klingt. Hat man das„Glück“ der Reihenfolge nach auf leitungen. nächſten Schritt ein Geräuſch ertönt, das verſchiedene ſolcher Deckel zu treten, ſo hat man auf ſeinem Weg Unterhaltung genug, denn jeder gibt ein anderes Ge⸗ räuſch von ſich. Weichenkaſtendeckel der Straßenbahn. Noch ein Unterſchied iſt aber vorhanden: es knallt viel lauter. Mancher Fahrer blickt ſich erſchreckt um, um die Urſache des Geräuſches zu er⸗ forſchen. Den Radfahrern ergeht es nicht anders. Gewohn⸗ heit läßt allmählich die Geräuſche überhören, aber die Deckel werden weiter wackeln. * Primisfeier in der Heilig⸗Geiſtpfarrei Schwetzingerſtadt. Nachdem am vergangenen Sonntag die kirchliche Primiz, über die wir bereits berichtet haben, ſtattgefunden hat, fand geſtern abend die weltliche Feier des Neuprieſters Joſeph Treiſcher im Jugendheim ſtatt. Die Pfarrgemeinde hatte ich zahlreich zu dem Feſtakt eingefunden. Unter den Ge⸗ ladenen bemerkte man u. a. Prof. Spiegelhalder, Direktor Thomas, Prokuriſt Helffrich, die Pfarrgeiſt⸗ lichkeit und den Stiftungsrat. Die Feier wurde durch den Chorgeſang des Kirchenchores„Das iſt mein Hirt“ eröffnet. Frl. Köhler ſprach den Feſtprolog. Nach dem Sopranſolo „Dir Herr iſt der Tag geweiht“ von Frl. Ritter prach Stadtpfarrer Matt herzliche Begrüßungsworte. Sein Gruß galt beſonders dem Neugeweihten und ſeinen Angehörigen. Er betonte, daß noch einmal in Geſang, Spiel und Wort der große Tag der Primiz in Form einer weihevollen Feier von Reuprieſter und ſeiner Heimatgemeinde in dieſer Stunde ihre Weihe erhält. Die Liturgie der hl. Meſſe, die von weiß⸗ gekleideten Jungfrauen in ſchöner Ausſprache vorgetragen wurde, machte tiefen Eindruck. Der Feſtredner des Abends, Prof. Spiegelhalder ſkizzierte in kurzen Worten das kath. Prieſtertum zu ſeinem Volk. Er kennzeichnete die Auf⸗ gaben des neugeweihten Prieſters, der aus der Gemeinde, aus dem Volke hervorgeht, um dieſem zu dienen. Es folgte ein von Frau Klara Steber⸗Karlsruhe verfaßtes Legenden⸗ ſpiel„Der Tag des Prieſters“, das die Feſtteilnehmer in eine erhebende Stimmung verſetzte. Der weitere Verlauf des Feſtaktes wurde durch Geſänge des Cäcilienchors unter der bewährten Leitung von Chordirektor Hauptlehrer Häffner feinſinnig umrahmt. Nach den bewegten Dankesworten des Primizianten und dem Schlußwort von Stadtpfarerr Matt fand die denkwürdige Feier ihr Eude. Damit haben die Mannheimer Primizfeiern ihren Abſchluß gefunden.. * Wiederbelebung der Neckarſchiffahrt. Das Schiffahrts⸗ kommiſſariat teilt mit, daß das letzte Eis im kanaliſierten Neckar zwiſchen Heilbronn und Mannheim abgegangen iſt. Der Schiffsverkehr iſt ſeit Dienstag wieder auf⸗ genommen worden. Auch die Kraftwerke können ſeit Sämstag mittag wieder arbeiten. Betriebsunfall Ein 18 Jahre alter Schloſſer, dem geſtern in einem Betrieb au der Waldhofſtraße, bei Traus⸗ portarbeiten ein Schwungrad auf den rechten Fuß fiel, erlitt einen Mittelfußbruch. Der Verunglückte fand Aufnahme im ſtädtiſchen Krankenhaus. „Schwerer Verkehrsunfall am Hauptbahnhof. Heute mor⸗ gen kurz nach 9 Uhr wurde vor dem Mannheimer Hauptbahn⸗ hof ein Radfahrer von einer Taxameterdroſchke überfahren und am Kopf ſchwer verletzt. Der Mann wurde mit dem Sanitätsauto ins ſtädtiſche Kranken⸗ haus verbracht. CTT Des Lenzes Ankunft Nun iſt der liebe Lenz doch da, Schon tirilteren fern und nah Die Lerchen und die Finken, Die Weidenkätzchen winken. Der luſt'ge, blanke Sonnenſchein Lockt all die frohen Kinderlein Zuerſt ſchreckt man auf, aber ſchließlich ge⸗ wöhnt man ſich ſo daran, daß einem etwas fehlt, wenn die Töne ausbleiben, denn man kann auch auf den Deckel treten, daß er nicht wippt. Den Autofahrern geht es auf der Straße genau ſo, nur daß es eben andere Deckel ſind, meiſtens die f * Zum Tummeln mit Kameraden, Will alle freundlich laden. Der Spielball fliegt, der Kreiſel ſpringt, Bis ihm der ſchönſte Tanz gelingt. Wie freut all das den Kinderſreund, Ders redlich mit der Jugend meint! Er träumt ſich wiederum zurück, Genteßt nochmals der Kinder Glück. Seht ſeiner Augen Blinken! Seht Lenzesluſt ſie trinken! August Göller. * * Architekt Karl Wiener f. Nach längerem, ſchweren Leiden verſchied geſtern abend im Alter von erſt 49 Jahren Architekt Karl Wiener. In Düſſeldorf geboren, ſtudierte er in Karlsruhe und war ſeit etwa zwei Jahrzehnten in Mannheim anſäſſig. Eine große Anzahl von ihm ausgeführ⸗ te Bauwerke legt Kenntnis ab von einem feinſinnigen Baukünſtler, der in der hieſigen Bürgerſchaft ſich größter Be⸗ liebtheit erfreute. Für die Firma Grün& Bilfinger war er an der architektoniſchen Ausgeſtaltung mehrerer größerer Brückenbauwerke mit Erfolg tätig. Er war ein flotter Arbeiter, der ſich mit außerordentlicher Schnelligkeit ſelbſt in die ſchwierigſten techniſchen Aufgaben hineinarbeitete und ſie erfolgreich durchführte. * Verkehrsſtörendes Spielen auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Seit Eintritt der beſſeren Witterung mehren ſich die Klagen über das Fuß ballſpiel durch junge Bur⸗ ſchen und Kinder auf öffentlichen Straßen und Plätzen Wir machen darauf aufmerkſam, daß nach der Straßenpolizeiord⸗ nung für die Stadt Mannheim Spiele, die Vorübergehende zu beläſtigen oder den Verkehr zu ſtören geeignet ſind, nur auf den von Behörden hierfür freigegebenen Plätzen ſtattfinden dürfen. * Schwerer Sturz. Ein 25 Jahre alter Monteur, der geſtern in einer Brauerei an der Käfertalerſtraße beim Kabel⸗ legen ſtürzte, trug außer einer Kopfverletzung eine Gehirn⸗ erſchütterung davon. Der Verunglückte wurde ins ſtädtiſche Krankenhaus verbracht. * Brauch geſteht die Urkundenfälſchungen. Wie wir beim Gewerbebankprozeß berichteten, konnte das Gericht gegen den Buchhalter Brauch kein Urteil wegen der ihm zur Laft gelegten früher begangenen Urkundenfälſchung fällen, da der Beweis für die Täterſchaft nicht lückenlos er⸗ bracht war. Brauch hat jetzt in der Unterſuchungshaft nicht nur dieſe Fälſchung, ſondern auch die ſpäter— um die Jahreswende 1928/29— begangene Fälſ chung ein ⸗ geſtanden. Dauernde Schönwetterperlode im Schwarzwald Der Sonnenreichtum, der neben der Kälte den verklingen⸗ den Winter auszeichnete, ſetzt ſich in unterbrochener Folge heller Tage im Schwarzwald fort, nur mit dem Unterſchted, daß die Märzenſonne ihre ganze wärmende Kraft zur Gel⸗ tung bringt und mit den Schneereſten raſch aufräumt. Tag für Tag wolkenlos, jede Nacht mit Mond und Sternen eine Pracht für ſich. Eine Einſtrahlung von einer Stärke, daß tagsüber 25 Grad Wärme erreicht werden, unter deren Ein⸗ fluß auch die nächtliche Ausſtrahlung kaum mehr Nachtfröſte erzielt. Die Sonnenlagen, die in Triberg die günſtigſten Ein⸗ fallswinkel aufweiſen, bieten hervorragende Wirkungen der Höhenſonne. Der Uebergang aus der Winterkälte in ange⸗ nehme Wärme iſt ſelbſt in den Triberger Höhenlagen von 7001000 Meter raſch erfolgt und die lange Kette der Son⸗ nentage, für deren Ende noch keine Anzeichen vorliegen, hat eine ſchleunige Erwärmung hervorgerufen, ſodaß für die Oſtertage bereits der Aufenthalt auf den Höhen keine winter⸗ lichen Erinnerungen auslöſt, wenn die Wettergunſt anhält. PVVVVVCVCTVTGTPTGTGTCTGTGTVTCTVTCTVTCTCTCTCTCTVTCTVTCTVTbTTT Belgiſche zeitgens ſiſche Kunſt in Deutſchland Von Margret Halm⸗Frankfurt Es iſt das erſte Mal, daß das Palais des Beaux⸗Arts in Brüſſel belgiſche Kunſt zu uns geſandt und die Vorausſetzung für ein warmes Intereſſe am Können unſerer Nachbarn hat ſich auch voll erfüllt.. Man hat verhältnismäßig wenkg Kenntnis vom belgiſchen Schaffen der Gegenwart, denn die deutſche Kunſtzeitſchrift hat ſich in der letzten Zeit nicht viel, ja man kann ſagen, ſo gut wie gar nicht damit befaßt. So kommt es, daß man irrtümlich eine ſehr viel ſtärkere Beeinfluſſung von franzöſiſcher Seite erwartete. Hat zwar der belgiſche Künſtler noch immer wie von je die Augen nach Frankreich gerichtet, ſo iſt doch ein eigenen Empfindens in den Werken der Meiſter, die hier zu uns über die Grenze gekommen, deutlich ſpürbar. * 2* Man hat nicht nur die Jungen geſchickt. James Enſor und Georges Minne ſind über die Jahre hinaus, um zu den Pionieren gezählt zu werden, und dennoch atmen ihre Werke eine Aktualität, die ſelbſt neben den Jüngſten voll beſteht.. Der Dritte, auf deſſen Schultern mit dieſen ſchon mehr zu den„Klaſſikern“ zählenden Meiſtern die Ausſtellung ruht, iſt Rik Wonters, der als Dreißigjähriger im Kriege fiel. Er tritt uns hier als Maler wie als Plaſtiker entgegen und wird uns umfaſſender noch in Kürze in einer Kollektivausſtellung in Frankfurt a. M. näher gebracht werden. Aus ſeiner Arbeit, die Cszannes Schule entwächſt, ſpricht eine ungeheure Be⸗ herrſchung des Stils, eine ungewöhnliche Kühnheit der Geſte, ein reifes Können, welches in ſtarken Zügen, zumal in ſeinem, plaſtiſchen Selbſtbildnis, die Sprache der Zeit redet. Man hat James Enſor in Belgien lange Zeit nicht gelten laſſen und ſeine Arbeit als Phantaſterei bezeichnet. Auch Frankreich und Deutſchland hat dieſem Maler von ungewöhnlicher Qualität ſeine Tore ſehr ſpät erſt geöffnet. Vor ſeinen Farben ſtehen wir gebannt und ſind vom Eindruck e beachtetwerden ſeines Könnens ihm jene ſtolz⸗ſarkaſtiſche Originalität gegeben, welche ſich von allen techniſchen Ueber⸗ treibungen fernhält. 5 5 g Georges Minne zählt man heute ſchon zu den größ⸗ ten in der modernen Kunſt. Ihm iſt eine Kraft des Ausdrucks eigen, ein Ahythmus der Formgebung, die das Lebendige in ſeinen feinſten Regungen zu packen weiß, ohne ſich dabei in Kompliziertheit zu verlieren. Denn ſeine Motive ſind erdhaft, kernig geſchloſſen und von überraſchender Einfachheit. Die Frankfurter Ausſtellung gibt ſeinen Entwirklungsgang in klarer Ueberſicht, der vom Naturalismus aus über eine Pe⸗ riode ſtiliſterter Myſtik zu beherrſchter Realiſtik führt, die uns in der Büſte des Hafenarbeiters kraftvoll entgegentritt. ** 6 Die raſſenmäßige Vielheit des belgiſchen Volkes iſt nicht der Boden für eine einheitliche Kunſtentwicklung. Das zeigen die Werke der Jüngeren, die unter dem Einfluß der drei Großen des Landes herangewachſen. Und ſo iſt kaum eine Verwandtſchaft zwiſchen der lyriſchen Maleret Valerius de Saedeleers, der wuchtigen Ausdruckskunſt Conſtant Permekes, deſſen Bildnis uns Fritz van den Berghe in formaler Eigenart gemalt, zu ſpüren, noch eine ſo enge Ver⸗ bindung, wie ſie die Schulgemeinſchaft vorausſetzen möchte, zwiſchen den Werken von Creten⸗Georges, A. de Kat und Edgar Dytgat, ſowie Willem Paerels und Ramah, deren Malerei uns wie die Plaſtiken von Oscar Jeſpers, Henri Puvrez und Joſef Cantreés holzgeſchnitzte Köpfe einen lebendigen Eindruck belgiſcher Kunſt vermitteln. Beethovens Neunte Sinfonie im Bühnenvolksbund. Bei der am Sonntag, 24. März, im Nibelungenſaal ſtattfin⸗ denden Aufführung der 9. Sinfonie mit Schlußchor wirken der Sängerchor des Frankfurter Lehrervereins und die Frankfurter Singakademie mit. Dieſe beiden Chöre, von denen der erſte auf eine über 100 Jahre lange ruhmreiche Tradition zurückblicken kann, nehmen unter der Leitung Profeſſor Gambkes einen hervorragenden Platz im deutſchen Chorweſen ein. Das Quartett genießt einen außerordentlich großen künſtleriſchen Ruf. Es gibt in Deutſchland keine berufeneren Soliſten für die 9. Sinfonie als Ria Ginſter, Paula Lindberg, Paul Koetter und der Lichtwirkungen in der„Bürgerlſchen W Zaſtube“ und im „Atelierſtilleben“ überwältigt. Mag ſein, daß das lange Nicht⸗ Prof. Albert Fiſcher. Die Aufführung iſt jedermann zu⸗ gänglich. Die Neuerwerbungen der Städtiſchen Kunſthalle. Die Leitung der Kunſthalle hat nunmehr den Hauptteil der Neu⸗ erwerbungen in der Galerie zur Aufhängung bzw. zur Auf⸗ ſtellung gebracht. Die wichtigſten Anſchaffungen des zu Ende gehenden Rechnungsjahres ſind: ein Gemälde Fritz v. Uhde s, welches die drei Töchter des Meiſters im Garten darſtellt, ein Hauptwerk der deutſchen Freilichtmalerei der 90er Jahre, ferner ein Alterswerk Lovis Corint hs„Land⸗ ſchaft am Walchenſee“, das große Gemälde„Carneval“ von Karl Hofer, die lebensgroße Bronzeplaſtik Georg Kol⸗ bes„Emporſteigende“, der„Rabbiner“ von Mare Cha⸗ gal. Von kleineren Erwerbungen ſind hervorzuheben eine Landfchaft des franzöſiſchen Malers Andre Derain, ein umfangreiches Frühwerk Max Beckmann s(Liebespaar), das Bildnis des Journaltſten Egon Erwin Kiſch von Rudolf Sch lich ter, die berühmte Bronzekleinplaſtik Daumiers „Ratapoil“. Außerdem wurden eine ganze Reihe von An⸗ käufen bei Mannheimer Künſtlern getätigt. f 55 Der„Kampf der Tertia“ und die Rechtſprechung. In der„Frankfurter Ztg.“ leſen wir: In Wilhelm Speyers bekanntem Buch empört ſich eine Schulklaſſe gegen die Ver⸗ ordnung der Behörden, wonach wegen eines Tollwutfalls ſämtliche Katzen eines beſtimmten Bezirks getötet werden ſollen, und rettet die bedrohten Tiere. Die kämpfende Tertia hat ſich dabei nicht nur von Tierliebe, ſondern ganz unbewußt auch von richtigem Rechtsempfinden leiten laſſen. Denn wie das Oberlandesgericht Dresden in einer Strafſache, die mit dem Roman natürlich nicht zuſammenhäungt, ausbrück⸗ lich feſtſtellt(Juriſtiſche Wochenſchrift vom 16. März 1929), iſt nach dem Reichs⸗Viehſeuchengeſetz die ſofortige Tötung einer Katze nur geſtattet, wenn anzunehmen iſt, daß ſie mit wub⸗ kranken oder ſeucheverdächtigten Tieren in Berührung ge⸗ kommen iſt, nicht aber ſchon dann, wenn für die Zukunft dieſe Gefahr befürchtet wird. Des weiteren iſt im Geſetz beſtimmt — und damit befaßt ſich das Dresdner Oberlandesgericht vor allem—, daß auch ein Verbot des freien Umherlaufens der Katzen nicht erlaſſen werden darf, da das Umherlaufen nur durch Einſperren verhindert werden könnte, das Einſperren von Katzen aber praktiſch undurchführbar iſt. Entgegen⸗ ſtehende, d. h. weitergehende Verordnungen der Behörden ſind rechts ungültig. Die Tertiauer Wilhelm Speyers wären deshalb eines glänzenden Freiſpruchs von der Anklage einer Verletzung des Tierſeuchengeſetzes ſicher. 3 82 4 Seite. Nr. 188 Nene Mannheimer Zeitung(Abenb⸗Ausgabe) Donnerstag, den. März 1929 Die Käufer fehlten Der Markt war wie ſchon ſeine letzten Vorgänger ſehr gut beſchickt. Die Lücken ſchließen ſich von Tag zu Tag mehr und das Bild wird immer weniger winterlich. Der erſte Frühlingstag machte ſich beſonders an der Breiteſtraße be⸗ merkbar, wo Tulpen und Hyazinthen ihren ſüßen Duft aus⸗ ſtrömten. Man ließ ſich gern von der warmen Sonne be⸗ ſtrahlen, man kann ſich ja auch wieder Zeit laſſen, um zu wählen, zu prüfen. Nur war es wieder ähnlich wie vor acht Tagen: die Zufuhr gut, zum Teil ſogar ſehr gut— die Nach⸗ frage mangelhaft. Die Sonne vermochte offenbar die Käufer noch nicht ſo recht zu locken. Etwas anderes hätte vielleicht eine größere Anziehungskraft ausgeübt, wenn man nur etwas davon gewußt hätte: nämlich die erfreuliche Neigung der Preiſe, ſich zuſenke n. Das galt für zahlreiche Angebote auf dem Gemüſemarkt, vor allem für Spinat, der von 80—90 auf durchſchnittlich 60 Pfennig fiel, galt auch für die Eier⸗ preiſe, die erheblich ſanken, mit einiger Einſchränkung auch für Tafelbutter und für Kartoffeln. Gut vertreten waren wieder beim Obſt die Aepfel. Aber es gab auch Birnen, Bananen, Zitronen. Auf dem Gemüſe⸗ markt ſah man Rot⸗ und Weißkraut, Wirſing, Meerrettich, Sellerie, reichlich Zwiebeln, ferner Suppenkräuter aller Art. An Salaten ſah man Kopf⸗, Endivien⸗, Feldſalat, Lattich und Kreſſe. Ferner konnte man Radieschen erſtehen, Gurken und als Neuigkeit die erſten kleinen Rettiche. Vereinzelt ſah man auch Kohlrabi und Karotten. Die Zufuhr an Kartoffeln war ſehr gut. Ebenſo waren die Metzgerſtände gut beſchickt, das Angebot an Ge⸗ flügel ſowie an Fluß⸗ und Seefiſchen recht gut. Alles in allem wäre der Geſamteindruck ſogar ſehr erfreulich geweſen, wenn nur der Verkäufer auch entſprechend Anklang bei dem Käufer gefunden hätte. Vom Städtiſchen Bürg für Preisſtatiſtik wurden folgende Ver⸗ hraucherpreiſe für ein Pfund in Pfg. ermittelt: Kartoffeln—7,5; Wirſing 25—35; Weißkraut 25—30; Rotkraut 25.—380; Blumenkohl, St. 40120; Roſenkohl 70—80; Gelbe Rüben 20—25; Rote Rüben 20—30; Schwarzwurzeln 60—90; Spinat 45—70; Kohlraben, Stück 55—60; Zwiebeln—25; Kopfſalat, Stück 80—40; Endivienſalat, Stück 30 bis 60; Feldſalat 240— 280; Kreſſe 160—200; Lattich 240—280; Tomaten 8090; Meerrettich, Stück 20—80; Radieschen, Bſchl. 20—35, Rettich, Bſchl. 35—40; Suppengrünes, Bſchl. 12—15; Peterſilie, Bſchl. 15—25 Schnittlauch, Bſchl. 10—15; Lauch, Stück 10—25; Aepfel 3570 Birnen 35—70; Zitronenn, Stück—10; Bananen, Stück 10—20; Orangen 30 bis 45: Maronen 35; Süßrahmbutter 220—250; Landbutter 180—200; Weißer Käſe 50; Eier, Stück 19—18; Hechte 160—180; Barben 100 bis 120; Karpfen 140—160; Breſem 80—120; Barſche 100120; Back⸗ fiſche 6080; Kabeljau 50—60; Schellfiſche—70; Goldbarſch 60; See⸗ Hecht 90; Stockſiſche 50; Hahn, geſchlachtet, Stück 250—900; Huhn, ge⸗ ſchlachtet, Stück 300900; Enten, geſchlachtet, Stück 600700; Gänſe, geſchlachtet, Stück 1000— 1200, Tauben, geſchlachtet, Stück 100—150; Reinofleiſch 110; Kuhfleiſch 70—80; Kalbfleiſch 130, Schweinefletſch 130; Gefrierfleiſch 72; Zicklein 120; Reh⸗Ragout 100; Reh⸗Bug 150; Reh⸗Rücken und Reh⸗Keule 20 Kommunale Chronik Preſſezwiſchenfall im Stadtparlament * Pforzheim, 20. März. Bei der Beratung des Haus⸗ haltsplanes der Stadt Pforzheim für 1929, der mit 14 Mill. Mk. in den Einnahmen und 16,1 Mill. Mk. in den Ausgaben abſchließt und zu deſſen Deckung neben einer Ge⸗ hührenerhöhung für Müllabfuhr und Straßenreinigung die Gemeindeſteuern mit je 100 Mk. Steuerwert vom Grundver⸗ mögen mit 56 Pfg., vom Betriebsvermögen mit 22 Pfg. und vom Gewerbeertrag 336 Pfg. herangezogen werden, kam es zu einem Zwiſchenfall. Der deutſchnationale Stadͤtverord⸗ nete Lichtenfels machte dem Vertreter der ſozialdemokra⸗ tiſchen„Freien Preſſe“ den Vorwurf der unrichtigen Bericht⸗ erſtattung und der Unfähigkeit in ſeinem Amt. Daraufhin ver⸗ ließen ſämtliche Berichterſtatter den Sitzungsſaal, ebenſo die ſozialdemokratiſche Fraktion und die Kommuniſten. 2 Heddesheim, 21. März. In der jüngſten Gemeinde⸗ ratsſitzung wurde die vorgelegte Almendverteilung auf Ableben des Martin Bordne! genehmigt.— Die Verſteigerung der Nutzung des Schulgartens wurde nicht genehmigt. Er ſoll nochmals perſteigert werden.— Die Fahrtkoſten von hier nach Mannheim für etwa 100 Schulkinder zu einer Beſichtigung werden von der Gemeinde beſtritten. Kleine Mitteilungen Dem Bürgerausſchuß Triberg iſt eine Vorlage zugegangen, die eine Erhöhung der Kurtaxe fordert, und zwar ſoll ſie betragen für die großen Hotels 60 Pfennig und für die anderen Gaſtſtätten 50 Pfennig je Nacht und Perſon. Für Kinder unter 10 Jahren wird die Hälfte der oheren Taxe berechnet. Die Kurtaxe, die bisher 30 Pfg. be⸗ trug, wird nur in der Saiſon erhoben, d. h. in der Zeit vom 1. Mai bis 16. Oktober und vom Dezember bis 1. Februar. Man rechnet mit einem Mehrerträgnis von 10800 Mk. im Jahr. Die Erhöhung wird begründet mit den größeren Auf⸗ wendungen für den Kurbetrieb, insbeſondere der Einrichtung von Morgenkonzerten und Vermehrung der Abenbkonzerte. Vom Konſtanzer Stadtrat wurde die Wertzu⸗ wachsſteuerordnung mit den vom Miniſterium des Innern verlangten Aenderungen genehmigt. Die Zuſtimmung des Bürgerausſchuſſes wird noch eingeholt.— Für die Ausföh⸗ rung kleiner Gas⸗, Waſſer⸗ und elektriſcher Zuleitungen wird für das Rechnungsjahr 1929 ein Sammelkredit von 80 000 Mk. vorbehaltlich der Zuſttmmung des Bürgerausſchuſſes geneh⸗ migt.— Der Stadtrat ſtimmt dem Erwerb des noch im Beſitz des Domänenfiskus befindlichen Geländes der Hafenanlage für die Kraftwagenfähre in Staat und Meersburg zu. Bei der Hafenanlage in Meersburg iſt neben dem ehemaligen Torkel eine Terraſſe zu errichten.— Der Stadtrat ſtimmte dem Entwurf einer ortspolizetlichen Vorſchrift zu, wonach die Gerichtsgaſſe als Einbahnſtraße erklärt wird mit Süd.—-Nordverkehe; die St. Johanngaſſe ſoll für Kraftfahr⸗ zeuge aller Art geſperrt werden. Die Bürgermeiſterwahl in Königs hofen ver⸗ lief reſultatlos. Von den vier Kandidaten erhielten Stimmen: der ſeitherige Bürgermeiſter Michelbach 242, Franz Müller 151, Adolf Sack 126, Ed. Holler 84 und 47 Stimmen waren zerſplit⸗ tert. Aus dem Lande Verſuchter Poſtraub * Neumühl bei Kehl, 20. März. Am Mos tag nacht ver⸗ ſuchte ein noch unbekannter Täter in der hieſigen Poſtſtelle, die ſich im Gaſthaus„Zur Blume“ befindet, einen dreiſten Einbruch. Der Täter ſchlug mit einer eiſernen Bauklam⸗ mer das Feuſter ein und verſuchte durch Einſteigen in den Poſt raum zu gelangen, was jedoch erfolglos blieb. Hierauf drang er in die Wirtſchaft ein und verſuchte dort, die Wirtſchaftskaſſe mitzunehmen. Da jedoch der Wirt ſowohl die Wirtſchafts⸗ als auch die Poſtkaſſe mit ſich in ſein Schlafzimmer genommen hatte, mußte der Langfinger— nach⸗ dem er anſcheinend an ſeinem Vorhaben geſtört wurde— un⸗ nerrichteter Dinge abziehen. Die Gendarmerie iſt dem Täter auf den Ferſen. Eine Mordtat bei Engen * Thalheim bei Engen, 20. März. Die grauenhafte Er⸗ mordung des Schuhmachers Adam Frank, der geſtern morgen mit durchſchnittener Kehle in ſeiner Werkſtatt auf⸗ gefunden wurde, hat den Ort Thalheim, der nur ſelten einmal etwas von ſich hören läßt, in außerordentliche Erregung verſetzt. Die Konſtanzer Mordkommiſſion, die bald nach Be⸗ kanntwerden der Tat am Tatort eintraf und zu der ſich Be⸗ amte des Landespolizeiamtes Karlsruhe mit Polizeihunden geſellten, machten eingehende Erhebungen, die ſchließlich zur Verhaftung des 44 Jahre alten Sohnes Martin Frank und ſeiner Ehefrau führten. Martin Frank behauptet, daß er von dem Vorgang in der Werkſtatt ſeines Vaters, die unter ſeiner Wohnung liegt, nichts gehört haben will und leugnet jede Verbindung mit der Tat. Auch ſeine Frau leug⸗ net. Frank verſucht den Verdacht auf auf zwei Hand⸗ werksburſchen zu lenken, die ſich am Abend zuvor in Engen aufgehalten und diesbezügliche Andeutungen gemacht haben ſollen. Dieſe beiden Handwerksburſchen konnten, wie bereits gemeldet, inzwiſchen ermittelt und in Donaueſchingen feſtgenommen werden. Die Feſtnahme erfolgte zunächſt aus anderen Gründen, doch wird die Unterſuchung auch auf den Fall Frank ausgedehnt. Zwiſchen der Familie des Sohnes und dem alten 72 Jahre alten Vater, der wegen ſeines Fleißes und ſeiner Frömmigkeit überall in hohem Anſehen ſtand, herrſchten ſchon längere Zeit geſpannte Verhältniſſe. sch. Hockenheim, 19. März. Am Samstag abend hatten die hieſigen militäriſchen Vereine(Militär⸗ und Kriegerverein, Artilleriebund St. Barbara und Verein ehemaliger 110er) zu einem Kolonialvortrag mit Lichtbildern in den„Ritter“ eingeladen. Der Beſuch war leider wenig gut; man hätte dem wirklich aktuellen und intereſſanten Vortrag ein volles Haus gewünſcht. Als Redner war der ehemalige Miſſionar in Deutſch⸗Oſtafrika, Pater Tudgers, gewonnen worden, der ſich in dem fernen Erdteil 10 Jahre aufgehalten hat und zu Beginn des Krieges von den Feinden gefangen geſetzt wurde. Naturbilder, wichtigſte Vertreter der Tierwelt, die ungeheure Farbenpracht und Größe der Pflanzenwelt ſowie zahlreiche Bilder der Negerkultur ließen in nachhaltigſter Weiſe erkennen, was wir an unſeren Kolonien verloren haben. Deshalb darf bei uns nie und nimmer der Ruf verſtummen: Gebtuns unſere Kolonien wieder! Der reiche und herzliche Beifall ließ erkennen, daß der Redner alle Anweſen⸗ den mit ſeinen Ausführungen zu überzeugen vermocht hatte. Der Vorſitzende des Militär⸗ und Kriegerpereins, Herr Pfiſterer, der Pater Ludgers ſchon zu Beginn herzlich be⸗ grüßt hatte, ſtattete ihm den Dank für das Gebotene ab, wo⸗ mit der Abend ſein Ende erreichte. rr. Baden⸗Baden, 20. März. Am Freitag, 22. März, kann Kommerzienrat Dr. Carl Fremory, der ſeit Jahren ſeinen ſtändigen Wohnſitz in unſerer Bäderſtadt hat, die Feier ſeines 70. Geburtstags begehen. Dr. Fremery zählt zu den bedeutendſten Induſtriellen und er iſt zugleich einer der her⸗ vorragendſten Männer in der wiſſenſchaftlichen Bearbeitung und techniſchen Begründung der Kunſtſeidenfabrikation. Die non ihm begründeten Vereinigten Glanzſtoffwerke Elberfeld umfaſſen die großen Werke von Oberbruch(Rheinland), Kelſterborn bei Frankfurt, Sydowsaue bei Stettin, Obern⸗ burg am Main und andere Werke in Deutſchland, Schweiz, Oeſterreich und Tſchechoſlowakei, die viele Tauſende von An⸗ geſtellten und Arbeitern beſchäftigen. * Willſtätt, 20. März. An der ſcharfen Kurve der Straße nach Odelshofen— etwa 100 Meter vor dem Ortsausgang Willſtätt— nahm ein Mtotorradfahrer den Bogen zu kurz, geriet über die Böſchung und fiel in den mit dickem Schlamm angefüllten Graben, das Motorrad auf ihn. Glücklicherweiſe war ſofort Hilfe da, die dem fungen Mann heraushalf, ſonſt hätte der Sturz ihn das Leben koſten können. Nachbargebiete Dorfidylle * Albersweiler, 20. März. Im benachbarten Gräfen⸗ hauſen kam es zwiſchen Anhängern der Deutſchen Turner⸗ ſchaft und der Freien Turnerſchaft zu einer heftigen Schlä⸗ gerei, an der faſt das ganze Dorf beteiligt war. Die Freie Turnerſchaft hatte einen Prozeß gegen die Deutſche Turner⸗ ſchaft verloren und war zur Herausgabe von Tur n⸗ geräten verurteilt worden. Im Dorfe herrſchte deswegen eine große Aufregung. Nun griff man ſich beiderſeits mit Prügel, Meſſern uſw. an. Eine Anzahl von Per⸗ ſonen wurde empfindlich verletzt. Der 60jährige Balthaſar Handwerker wurde, als er ſeinen Sohn ſchützen wollte, wußtlos davongetragen. Die Gendarmerie wurde alarmiert. Erſt bei Kämpfer ruhig und beſcheiden. Glocke vom Kirchturm geſtohlen * Schnappach bei St. Ingbert, 21. März. In unſerem Grubenorte iſt die Kirche wegen Baufälligkeit in⸗ folge des Raubbaues der franzöſiſchen Grubenverwaltung in in Albersweiler durch einen Schlag auf den Kopf ſchwer getroffen und be⸗ ihrem Erſcheinen wurden die den unter Schnappach liegenden Kohlenflötzen volizeilich ge⸗ ſchon aus der dem Untergang geweihten Kirche herausholen laſſen, nur die etwa 4 Z3tr. ſchwere Glocke hing noch im Turm. In der Nacht zum Mittwoch merkte nun ein in der Nähe der Kirche wohnender Bäckermeiſter ein ungewohntes Geräuſch. Als er gegen die Kirche zuging, ergriffen ein paar Leute die Flucht. Bei näherem Zuſehen fand man dann. daß ſie die Glocke vom Kirchturm heruntergeholt hatten und im Begriffe waren, ſie fortzubringen. Um jedes Geräuſch zu vermeiden, hatten die Spitzbuben die Glocke mit Heu feſt ausgeſtopft. Durch einen Zufall blieb der Gemeinde die Glocke noch erhalten und iſt nun der ſchweren Arbeit, die Glocke ſelbſt herunterzuholen, durch die Freund⸗ lichkeit der Diebe enthoben. Die Täter ſind unbekannt. Vom Schwanzdorn eines ſtartenden Flugzeuges getötet * Arheilgen bei Darmſtadt, 21. März. Geſtern mußte in der Gemarkung Stahlberg auf einem Oedgelände ein Flug⸗ ſchüler aus Kaſſel mit ſeiner Raab⸗Katzenſtein⸗Maſchine wegen eines Motorſchadens eine Notlandung vornehmen. Nach Behebung des Schadens durch den Piloten verſuchte linke Tragfläche gegen eine Bodenerhebung, wobei die Ma⸗ ſchine aus der Startrichtung gedreht wurde. Von den ange⸗ ſammelten Neugierigen wurde dabei ein Kind, Chriſtian Anthes, vom Flügel geſtreift und zu Boden geworfen. Der Schwanzdorn des Flugzeuges traf dabei das Kind am Kopf, ſodaß es eine ſchwere Verletzung erlitt, an der das Kind noch in der Nacht im Krankenhaus Darmſtadt verſtarb. Die Luftpolizei Darmſtadt, die inzwiſchen erſchienen war, unterſagte weitere Startverſuche. Das Flugzeug wurde auf den Darmſtädter Flughafen transportiert. Der Fall iſt er⸗ neut eine Warnung, ſich den geſetzlichen Vorſchriften auf ent⸗ ſprechende Fernhaltung bei Flugzeug⸗Startverſuchen zu fügen. * O. Sch. Frankfurt a.., 21. März. Eine Meſſerſtecherei, die ein kraſſes Schlaglicht auf die Verrohung mancher Jugendlichen wirft, ereignete ſich am Dienstag abend in Frankfurt. Ein 21jähriger Arbeiter kam mit einer Gruppe von Schuljungens in Streit, weil ſie mit ihren Spielen rück⸗ ſichtslos den Bürgerſteig ſperrten. Im Verlauf des Disputs erhielt einer der Schüler von dem Arbeiter einen leichten Schlag mit einer Aktenmappe. Der Arbeiter ſelbſt ging dann ruhig weiter und wurde von dem Geſchlagenen verfolgt, wobei es erneut zu einer Auseinanderſetzung kam. In deren Verlauf zog der„hoffnungsvolle Jüngling“ ein gewöhnliches Taſchenmeſſer und verſetzte dem Arbeiter einen tiefen Stich in den Rücken. Der Arbeiter brach bewußtlos zu⸗ ſammen und liegt mit einer gefährlichen Lungen ver⸗ letzung im Krankenhaus. Der Schüler iſt von der Polizei feſtgenommen worden. Aus den Rundfunk-Programmen Freitag, 22. März Deutſche Sender Berlin(Welle 475,4), Königswuſterhauſen(Welle 1648 20 Uhr: Abendunterhaltung, anſchließend Konzert der Mando⸗ linen vereinigung Lichtenberg. Bre 1 1 821.2) 20.20 Uhr: Es git Dinge zwiſchen Himmel un rde. Frankfurt(Welle 421,3) 12.15 Uhr: Electroka⸗Platten, 18.88 Uhr: Hausfrauennachmittag, 17.45 Uhr: Aus Stuttgart: Konz., 20.15 Uhr: Zapfenſtreich, Drama von Adam Bepyerlein, 00.30 Uhr: Konzert. 6 Ha 2 bur 1 391,3) 20 Uhr: Der Tag des Buches,.80 Uhr Tanzfun e Königsberg(Welle 280,4) 20 Uhr: Sinfonlekonzert, Tansſen Langenberg(Welle 462,2) 13.05 Uhr: Mittagskonzert, 17. Uhr: Kammermuſikſtunde, 20 Uhr: Lehartana. Leipzig(Welle 361,9 20 Uhr: Wiener Walzer, ſpäter Tanzmuſtk. Mſtuchen(Welle 536,7), Kalſerslautern(Welle 272, 12.55 Uhr: Mittagskonzert, 16.30 Uhr: Konzert, 20 Uhr: Konze des Mandolinen⸗ und Gitarren⸗Kongreßvereins Noris, 21.20 Uhr: Joſef Haas. 19. März. a tuttgart(Welle 374,1) 12.15 uhe: Schallplattenkonzert, 18.18 Uhr: Nachmittagskonzert, 20.15 Uhr: Soliſtenkonzert, 22.15 Uhr Engliſche Dichtung von geſtern und heute. Ausländiſche Sender Bern(Welle 406) 20.15 Uhr: Solothurner Stunde, 1 Uhr: Kons. Budapeſt(Welle 554,5) 90 Uhr: Luſtſpiel aus dem Sende raum, anſchließend Schallplatten. Davenkry(Welle 482,3) 19.80 Uhr: Konzert leichter Muſik, 2. Uhr: Tanzmuſtk. Daventry(Welle 182,5) 20.45 Uhr: Ein Vaudeville(Baxiets)⸗ Programm, 00.15 Uhr: Tanzmuſik. Mailand(Welle 504.2) 20.33 Uhr: Sinfoniekonzert. Paris(Welle 1744) 21.30 Uhr: Abendkonzert. Prag(Welle 343,2) 20 1 5 Franzöſtſche Opernwerke, 70.48 hel Hörſpiel: Frühling in der Vorburg. Rom(Welle 443,8] 20.45 Uhr: Falſtaff, Oper in drei Akten. Wien(Welle 519,9) 20.15 Uhr: Operettenaufführung: Die brei Wünſche, Operette in einem Vorſpiel und zwei Akten. Zürich(Welle 489,4) 20 Uhr: Jakob Bührer⸗Abend. — 2 9. CC ˙· fadio-Spezialhaus Gebr. Hettergott Marktplatz G 2, 6— fel. 26547 Achtung! Claire Waldoff, die berühmte Berliner Humoriſtin, ſingt morgen abend im Frankfurter Rundfunk. Laſſen Sie ſich dieſen Genuß nicht entgehen und ſorgen Sie dafür, daß Ihre Anlage in Ordnung iſt. Haben Sie eine neue Röhre oder Anode nötig, dann ernenern Sie ſolche bei uns. Schluß des redaktionellen Teils Das Gesundheitswasser! Peter Rixius 6. m. b.., Mannheim, fel, 28796 u. 97 Wilhelm Müller jun., U 4, 25, Fernsprecher 21 836 LASTWa GEN 5½ U. St Nutzlast, mt Vergasef- und Dieselmotor: Kommunsfabrzeuge MaschNENFAAGRIK aus BU A- NUN BERGE. OMNIBUSsSE N. AN-LSSt)egenbürto NMANN HEIN Kölserring 42/44. Fenspr. 28560 ſchoſſen. Alle Gegenſtände von Wert hat die Kultusgemeinds⸗ dieſer mehrfache Startverſuche, die wegen der Ungunſt des 8 Geländes mißlangen. Bei einem derartigen Verſuch ſtieß die 7 Zum 50. Geburtstag des Komponiſten am ** bee 3 n . 8 nee 8 ae ee eee a 8 S RA ln d et. 0. 1 * 3 3 Konflikt. Dunnerskag, den A. März 1929 Neue Mannheimer Zeitung[Abend⸗Ansgabe) . Seite. Nr. 1980 Betrunkene Frau tötet einen Polizeibeamten Vor dem Sch wur g ericht Dortmund hatte ſich die Zafährige Ehe frau Barbara Schuld, die ſich ſeit dem 17. September v. Is. in Unterſuchungshaft befindet, neben an⸗ eren Delikten auch wegen Kör perverletzung mit Todeserfolg zu verantworten. Mit ihr, die bereits früher ſchon verſchiedentlich mit den Straſg geſetzen in Konflikt geraten war, ſaßen der 28 jährige Ehemann Hugo Schuld und der 26 Jahre alte Arbeiter Karl Schaub auf der Anklagebank, denen Widerſtand und Körperve rletzung zur Laſt gelegt wurde. Auch die beiden Männer ſind bereits vorbeſtraft. Zwei Polizeibeamte hatten den Ehemann einer Schlägerei feſtgenommen, während ſie frau Schuld mit der Feſtſtellung der n begnügen wollten. Die Lage der beiden Polizeibeamten war recht ernſt, denn ſie ſtießen auf den heftigſten Widerſtand nicht nur der Männer, ſondern Frau Schuld gebärdete ſich wie eine Wilde. Zunächſt weigerte ſte ihre Perſonalien anzugeben und verlangte, mit zur genommen zu werden. Als das dann auch geſchehen sollte, ſchlug ſie kräftig um ſich, dem einen Beamten ſchlug ſie den Tſchalo vom Kopfe. Nur mit größter Mühe gelang es den beiden Beamten, das Ehepaar 35 bändigen und durch die Menſchenanſammlung hindurch zur Wache zu führen. Da die Menge auch eine bedrohliche Hal⸗ küng gegen die Beamten einnahm, ſprang ein Eiſenbahn⸗ beamter den Polizeibeamten bei und deckte ſie bei ihrem Wege durch die Brückſtraße. Dieſer Eiſenbahnbeamte wurde plötz⸗ lich von hinten von dem Angeklagten Schaub angefallen, der ihm einen heftigen Stockhieb über den Ko pf verſetzte. Dann ſtellte Schaub ihm noch das Bein, daß der Eiſen⸗ bahner zu Boden ſtürzte. Auch fetzt noch ſchlug Schaub wieder⸗ holt auf ihn ein, um dann ſchleunigſt davonzulaufen. Er wurde aber von anderen Straßenpaſſanten verfolgt und Schuld bei ſich bei der Ehe⸗ ſich. ſchlteßlich geſtellt. Auf der Polizeiwache Sſtd ereignete ſich dann der wüſteſte Hier war es mehreren Beamten nicht möglich, die Auftritt. Gerichtszeitung Ein kommuniſtiſcher Volksſchullehrer verurteilt Vor dem Verwaltungsgerichtshof Darmſtadt hatte ſich in dreitägiger Ai ne Verhandlung der Lehrer Hein⸗ rich Weber aus Offenbach wegen mangelnder dienſtlicher Diſziplin gegenüber ſeiner vorgeſetzten 1 und man⸗ gelnder Unterrichtsdiſziplin zu verantworten. er 45jährige. Angeklagte, der Kommuniſt iſt, war ſchon ſeit 1926 vom Dienſte ſuspendtert. Enutſcheidend für das Vorgehen gegen ihn, das nicht nur von der Geiſtlichkeit aus konfeſſionellen Gründen, ſondern auch von dem Rektor und der Elternſchaft anhängig gemacht wurde, ſcheint die Taktloſigkeit zu ſein, mit der Weber Aufklärung bimſichtlic der menſchlichen Abſtammung und der Geburt betrieb. Für die ſimultane Schule, die in beſonders hohem Maße von den Lehrern Duldung der weltanſchaulichen Gefühle Andersdenkender erfordert, war es untragbar, daß der Angeklagte im Unterricht die Kinder zum Kirchen⸗ guskritt aufforderte und gedruckte Formulare hierfür ver⸗ eilte. So gerteten Kinder von 9 bis 12 Jahren in inneren Der Verwaltungsgerichtshof erkannte wie folgt: Der Angeklagte hat Pflichten verletzt, die ihm ſein Amt auf erlegte. Er wird zur Strafe der Dienſtentlaſſung ver⸗ Arteilt. Dem Angeklagten werden für die erſten drei Jahre 75 Prozent und für die beiden folgenden Jahre 50 Prozent ſeines Ruhegehaltes belaſſen. * Todesurteil des Schwurgerichts Konſtanz. Das Schwurgericht Konſtanz verurteilte geſtern den Arbeiter Anton Störck, der am 15. November bei Mauenheim Amt Engen au einem 15jährigen Mädchen einen Luſtmord perüht hatte, zum Tode. 8 Pryzeß Eichhorn in Neuſtadt a. d. H. In dem Prozeß, hen die frühere Vorſteherin der weiblichen Abteilung des ſtädtiſchen Arbettsamts, Frau Eſchhoyn, gegen die Stadt⸗ verwaltung wegen friſtloſer Entlaſſung angeſtrengt hat, wurde in dritter Inſtanz vor dem Reichsgericht zu Leipzig endgültig f N 8 7 4 6 5 5— K(polſtift und Lokal R d Schönfelder entſchieden. Die Klägerin wurde abgewieſen, ſo daß höht. Den Kaſſenbericht erſtattete l. Kaſſenwart Lohner; trotz Jour unz N Mun Müller— Hendelsteil: Ft e. alſo die Stadt den Prozeß endgültig gewonnen hat. großer Auforderungen iſt dieſer befriedigend, wie es in dankbarer] und alles lebrige; Franz Kircher— Anzeigen Mar Filter, ſämtich in Wannßelm 8 1— e eee eee furchtbar tobende Frau Schuld zu bändigen. Erſt verſuchte ſie, zu entfliehen, wurde aber wieder erwiſcht, ehe ſie das Freie erreichen konnte. Dem ſie ergreifenden Polizei⸗ beamten verſetzte ſie verſchiedene Fauſthiebe ins Ge⸗ ſüch t. Sie warf ſich dann auf die Erde, riß ſich die Kleider vom Leibe, ſchrie und beleidigte die Beamten auf das gröblichſte, indem ſie ihnen unſittliche Bemerkungen zurief. Einem Polizeibeamten, der ſie aufzuheben ſich auſchickte, drohte ſie, vor den Leib zu treten. Plötzlich ſprang ſie auf und verſetzte dem Beamten einen derben Fußtritt vor den Unter⸗ leib. Als der Beamte einige Stunden ſpäter den Dienſt verließ, klagte er bei ſeinen Kollegen über heftige Leibſchmer⸗ zen und zeigte ihnen ſein Zigarettenetui, das er in der Hoſen⸗ taſche getragen und das durch den Fußtritt ganz ver⸗ beult war. In ſeiner Wohnung wurde der Beamte von Erbrechen befallen; als er ſich auf einen Stuhl nieder⸗ ſetzen wollte, fiel er bewußtlos zu Boden. Ein ſofort herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod feſtſtellen. Gericht ließen ſich die Eheleute Schuld dahin ein, daß ſie von den ganzen Vorgängen ſo gut wie nichts mehr wüß⸗ ten, da ſie ſinnlos betrunken geweſen ſeten, während Schaub Notwehr geltend machen wollte. Das Schwergewicht bei den Zeugenvernehmungen 8 daher bei der pſychologiſchen Erklärung des Verhaltens der Ehefrau Schuld und bei der Feſtſtellung des Trunkenheitsgrades. Vor Der Staatsanwalt hielt die Angeklagten im Sinne der An⸗ klage für ſchuldig und beantragte gegen Frau Schuld vier Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverluſt, gegen den Ehe⸗ mann Schuld ſechs Monate und gegen Schaub acht Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte nach langer Beratung Frau Schuld wegen Körperverletzung mit Todesfolge, wegen Widerſtandes und Beleidigung zu vier Jahren Gefäng⸗ nis, den Ehemann Schuld und Schaub zu je fünf Monaten Gefängnis. § Betrug an Juflationsgeſchädigten. Der Kunſtmaler Erich Prinz, der in der Revolutionszeit zehn Monate Chef der ſogenannten Berliner Sicherheitswehr war, hatte ſich por dem Schöffengericht Magdeburg wegen Betruges zu verantworten. Prinz hatte in etwa 20 großen Städten Be⸗ trugsmanöver der Art ausgeführt, daß er Inflattons⸗ geſchädigte glauben machte, daß er in der Lage ſet, die Aus⸗ zahlung ihres aufgewerteten Verſicherungsbetrages ſchon vor 1932 zu bewirken, ſofern ſie ihm eine beſtimmte Prämie ſofort auszahlten. In den meiſten Fällen iſt Prinz dieſer Betrug auch gelungen. Unter Hinweis darauf, daß Prinz wegen dieſer Vergehen kürzlich in Chemnitz bereits zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden iſt, wurde von dem Verteidiger geltend gemacht, daß der Betrug des Prinz eine fortgeſetzte Handlung bedeute, daß er alſo nur einmal zu beſtrafen und daß das Magdeburger Verfahren einzuſtellen ſei. Das Gericht erkannte in dieſem Sinne. Sportliche Rundſchau Jahresverſammlung des Turnvereins 1846 Bet gutem, wenn auch nicht übermäßig ſtarkem Beſuch hat der Turnverein 1846 ſeine fällige ordentliche Mitgliederverſammlung er⸗ ledigt. Die Berichte des Vorſtandes und der Abteilungen lagen in der Peretuszeitung gedruckt vor. Zu dem Bericht des Vorſtandes für bas 82. Vereinsjahr machte der 1. Vorſitzende, Oberingenieur Sattel ⸗ meier, noch einige bemerkenswerte Ausführungen, wonach das Vereinsleben eine freudige Entwicklung zeigt. Heute zählt der Verein 2819 Mitglieder, trotz des ſtarken Wechſels im Laufe eines Jahres. Die Geſamtzahl aller Uebenden auf ſämtlichen Fachgebieten des Vereins hat im Jahre die ſtattliche Zahl von 98 680 erreicht. Auch nach außen hin hat der Verein im vergangenen Jahr, insbeſondere auf dem Deut⸗ ſchen Turufeſt, Gelegenheit, ſeine Stärke zu zeigen. Zwei Mitglieder des Vereins wurden mit der höchſten Auszeichnung der Deutſchen Tur⸗ nerſchaft, der Ehrenurkunde, geehrt u. zwar Direktor Ernſt Thenau und Geheimrat Dr. Sickinger. Vier Mitgliedern wurde der Ehren⸗ brief des 10. Kreiſes verliehen. Auf eine 50lährige Mitgliedſchaft konnten drei, auf eine 40 jährige ein und auf 25jährige 9 Mitglieder zurückblicken, ſodaß ſich die Zahl der Jubilare im Verein auf 158 er⸗ Wink 8 5 3 e Weiten 3 5 888 Richt. Stärke S Wertheim 1 wolkig Königsſtuhl 7 e halbbed, ö Karlsruhe 44 g heiter ö Bad.⸗Bad 218 768.0 4 heiter Villingen 7800 7744 14 eit wolkig Feldbg. Hof 127 75 6% wolkig Badenweil. ö ö St. Blaſien 780 i n e leicht wolkig Höchenſchw.. ö ö Weiſe burch die Verſommlung zum Ausdruck gebracht worden iſt. Die Wahlen brachten im Vorſtand keine Aenderungen, im Turnrat wurden einige techniſche Aemter neu beſetzt. Die Frage eines Uebungslekters für die Volksturner und Spiele war Gegenſtand einer lebhaften Aus⸗ ſprache, eine grundſätzliche Aenderung wird nach weiterer Prüfung er⸗ folgen. Eine nachträgliche beſondere Ehrung für den verſtorbenen Ehrenvorſitzenden Rub, der bei der Erbauung des jetzigen Vereins⸗ hauſes ſich große Verdienſte erworben hatte, wird, nachdem die Halle 25 Jahre ſteht, vorgenommen werden. Die Vorbereitungen zur Kreis⸗ warteverſammlung durch den Verein und das bevorſtehende Roſen⸗ gortenturnen ſtehen vor dem Abſchluß. Gr. * SV. Waldhof— Bfv. Neu Iſenburg. Das auf dem VfR.⸗Platz, ſondern auf dem Platze des ſtatt.(Näheres ſiehe Anzeige]. Briefraſlen Wir bitten für den Briefkaſten beſtimmte Einſendungen Umſchlag als ſolche kenntlich zu machen. Mündliche können nicht gegeben werden. Beantwortung jurtiſtiſcher, ſcher und Aufwertungs fragen iſt ausgeſchloſſen. Spiel findet nicht s SV. Waldhof auf dem Auskünfte medizini⸗ Jeder An⸗ frage iſt die Bezugsqulttung belzuftgen. Anfragen ohne Namens⸗ nennung werden nicht beantwortet.. H. Sch. Karlsruhe hat keinen Sender. Mannheim bat mur eine * Beſprechungsſtelle, Leiter iſt Dr. Holzbauer Mannheim ⸗Neuspſtheim, Böcklinſtraße 24. Die Aoreſſe an den Leiter des Süddeutſchen Rund⸗ funks Stuttgart genügt. A. A. 99. 1. Die Grundgebſthr iſt 8. 10 Pfg. 3. Die 40 Mindeſtgeſpräche fallen wirklich geführten Geſpräche bezahlt werden. * 2. Ein Ortsgeſpräch koſtet weg, es mitſſen nur die Wetternachrichten der Karlsruher Landeswetterwarte Beobachtungen badiſcher Wetter ſtellen(.26 Uhr morgens). Eine große ozeaniſche Zyklone, die ſüdlich von Island nach dem Nordmeer vorſtüßt, hat in England verbreitete Regenfälle gebracht. Auf dem Feſtland wird dagegen das Alpenhoch bie Witterung immer noch beherrſchen, ſo daß für unſer Gebiet, ab⸗ geſehen von vorübergehender Bewölkung, noch keine weſent⸗ liche Aenderung des beſtehenden Witterungscharakters zu er⸗ marten iſt. a Wetterausſichten für Freitag, 22. März bis nachts 12 Uhr: Fortdauer des beſtehenden Witterungscharakters. mz Zmo 02 Heuptnebenstelle in der in den Nebensteſſen Woldhof- Sströbe 6, Schoetzingetstrabe 19/20 ung Heeffeſdstr. II. So-e durch de frägefnnen Zu beziehen 2 1.%11, 2 Herausgeber: Drucker und 5 Druckerei Dr. Haag; Neue Mannheimer Zeitun., Mannheim. E 8, 2 Direktion 6 8 Heyme. Chefredakteur Kurt Fiſcher— Berantwortl, Redalteurs: Für Politik: H. A. Meißner— hat bisher auf dem schwierigen Nürburgring eine ununtefbrochene pPrütungstah rt von 20 000 Kilometern zurückgelegt und dabei seine unvergleilehliche reistungsfähigkeit so Uberzeugend beviesen Als der der seinen Namen„Typ Nürburg“ mit Recht erhalten hat. Mercedes-Benz hält Alle N rburg-Rekorde! DAINTLER- Verkaufstelle Mannheim, 9 7, 24 Fernrutf 32455 Motorwagenverkaufsbüro Otto Heinrich Gral Hagenburg, Elisabethenstr. 34.— Heidelberg: Gebr. Mappes, Dipl Ing. H. Kaul D Co.— Neustadt a. d..: Dipl.-Ing. Vertretungen: Darmstadt: Brückenstr. 47.— Kaiserslautern: Torpedo-Garage G. m. b. H.— Landau: H. Kaul D Co.- Pirmasens: L. Louis Bähr, Automobile— Worms: Georg Herwehe, Motorfahrzeuge, Römerstr. 32 und 5 (4880 580 ENZ AKTIEN GES Elischafrrf 8 6. Seite. Nr. 136 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 21. März 1929 Deutſchlands Außenhandel im Februar Verringertes Volumen Die Einfuhr im reinen Warenverkehr beträgt im Monat Februar 1929 1017 Mill.„, die Ausfuhr einſchließlich der Reparationsſach⸗ lieferungen 973 Mill. 4. Die Einfuhrüberſteigt ſomit die Ausfuhr um 44 Mill. J. Auf die Reparationsſachlieferungen entfallen 52,3 Mill. 4. Sowohl die Einfuhr wie die Aus⸗ fuhr ſindgegenüber dem Vormonat beträchtlich zu⸗ r ückgegangen. Bei der Einfuhr beläuft ſich der Rückgang auf mehr als 300 Mill. l. gleichem Maße die Einfuhr von Rohſtoffen( 142,1 Mill.„) und die non Lebensmitteln(— 124,7 Mill.), während ſich die Einfuhr von Fertigwaren nur unerheblich verändert hat. Die Einfuhr des Monats Februar iſt die niedrigſte ſeit November 1926, alſo ſeit einem Zeit⸗ raum von mehr als zwei Jahren. Dieſer ſtarke Rückgang kann mit der Ueberhöhung des vormonatlichen Ausweiſes durch die Lagerabrech nungen und durch die Tatſache, daß der Monat Februar Monat des Jahres iſt, nur teilweiſe erklärt werden. Von gewiſſem Einfluß wird auch der ſtarke Froſt geweſen ſein, der vielfach den Transport der Waren behindert hat. Hierfür ſpricht insbeſondere der Umſtand, daß ſich der Rückgang der Einfuhr' auf ſehr zahlreiche ein⸗ zelne Poſten verteilt. Ein letzter Grund aber dürfte in der Abſchwä⸗ Er betrifft in faſt chung des induſtriellen Tätigkeitsgrades und dem damtt verbundenen Minderbedarf an Rohſtoffen zu ſuchen ſein. Ausfuhr um 131,4 Mill. 4 hinter der monats zurück. Von dieſem Betrag entfallen 77/9 Mill. Fertigwaren—, 36,5 Mill.„ auf die Rohſtoffausfuhr. verteilt ſich bei der Ausfuhr in noch ſtärkerem Maße fuhr auf ſehr zahlreiche Warengruppen, ohne daß einzelne Waren⸗ gruppen beſonders hervortreten. Geringe Zunahmen zeigt lediglich die Ausfuhr von Maſchinen, von Pelzen und Pelzwaren(Froſt) ſowie von Kleidung und Wäſche(ſaiſonmäßig). Die Kürze des Monats und die Erſchwerniſſe des Transports dürften in der Hauptſache die rück⸗ läufige Bewegung der Ausfuhr verurſacht haben. Die bleibt im Monat Februar des Vor⸗ auf Der Rückgang als bei der Ein⸗ 1 In 1155 25 Gegenwartswerte in Mill. Ran. b Aten verke 0 Monat 888 155 pet Lebensmittel Rohſtoffe Fertigwaren Einf.] Ausf. fer.] Einf.] Ausf. Einf.] Ausf. Einf. Ausf Jan 27 IG ee e, J 564 17 J 155, 5850 Febr. 1092 750— 842 33/0 27,7519. 180.5 182,3 841,1 März 1085 825— 280 1% 41.3 5381 2024 171 5005 April. 1096 789— 308 338,1 28.2 358.4 1611 1901 5970 Mat 1178 625— 338 3561 38,4 5927 177/86 210.3 622. Juni 1127 747— 450 37) 28,8602, 1609 208.8 559,2 Juli 1278 847— 41 473 24.7 808.5 137.3 2286 653,8 August 11s! 888— 208 388,2 31/7/3999 208.0] 221,4 623,2 Sept. 1275 888— 242 380.7 421 867 185,4 22,8 6583.1 Oktober 12435 980— 286 379.2 48.5 594.5 192,7 235, 718,1 Nov. 12 810— 381 321,8 464, 181, 233.0 188,0 Dez. 1257 951— 304 369.5 44,9 l 661.6 19/1] 213,0 702,7 7 80 14143 10219 3924 43504 418 u 714950 2239,30 2480,86 7540,8 7 anuar 1887 8862— 408 480, 37.3 681,5 191, 280,6 632,0 ebr, 247 842— 806 31786 41.9 694,2 2092 223,3 6590, aärz. 1229 1022— 208 335,2 49,0 641,0 219,8 24, 780,8 n 11/5 924— 251 333,7 48˙2 6098 192,0 215˙1 692,8 al 1088 885— 191 3039 50,2 386.9 165,1 203,1 676.4 unt 1108 898— 214 328,9 41,8 579,7 168,5 188,8 685,1 Jul„1182 9142 Z 268 36,0 3/8 802, 1334 1859 8589.2 Aug. 1083.5 1028.8— 88 340.3 99,2 5508 215, 1825 789.2 Sept. 1087.1 10588— 28 386,7 39,7 551,4 1951581 3012 Ol. 11833 11250— 128 3722 598 618,0 175,3 215,9 703.1 Nov. 1173.4 839 6— 283,80 352.2 868.0 609,4 16161955 692,6 Dez. 1168.3 970.1— 122,5 332.1 65,5 3660 181,0 189,5 720,0 an 7 7 17 5 7 ee Febr. 1019 972— 44] 779.5 43,4 5481 210 ˙8 1824 1128 Die wichtigſten Reparationsſachlieferungen im Februar 1929 ſind: aus der Gruppe der Lebensmittel Zucker mit 1,7 Mill. 4; aus der Gruppe der Rohſtoffe und halbfertigen Waren Steinkohlen mit 11,0 Mill. 4; Koks mit 6,9 Mill. ,; ſchwefelſaures Ammonfak mit 3,6 Mill.; aus der Gruppe Fertige Waren Walzwerks⸗ erzeugniſſe und ſonſtige Eiſenwaren mit 5,2 Mill., Maſchinen (ohne elektr. Maſchinen) mit 5,0 Mill.„, elektriſche Maſchinen und elektrotechniſche Erzeugniſſe mit 4,0 Mill., chemiſche Erzeugniſſe mit 3,6 Mill. 4. Insgeſamt ſtellten ſich die Reparations⸗Sachliefe⸗ rungen im Februar auf 52,260 Mill. gegen 68,885 Mill. im Januar. Pfälziſche Fyvothekenbank in Ludwigshafen a. Rh. Diee GV. unter Vorſitz von Geh. Juſtizrat Dr. Albert Zapf, M. d.., in der 47 973 Stimmen von St.⸗A. und ſämtliche.⸗A. vertreten waren, ſetzte die Dividende auf 10 v. H. feſt und er⸗ mächtigte AR. und Direktion, den noch nicht einbezahlten Teil des Aktienkapitals aus der in der GV. vom 12. Dezember 1927 der kürzeſte 5 die „ Es handelt ſich um die volle Einzahlung der reſtlichen 75 v. H. des Nennwerts, da auf die Kapitalerhöhung bisher nur 25 v. H. zuzüglich des Aufgelds einbezahlt worden waren. AR. und Vorſtand gaben die Erklärung ab, daß ſie nicht verkennen, daß vom Standpunkte des Aktionärs die gegenwärtige Kapitalknapp⸗ heit Berückſichtigung erfordert. Andererſeits aber glaubten ſie, daß die Rückſicht auf eine entſprechende Rente des in den Aktien angelegten Kapitals wie die durch die Volleinzahlung ge⸗ ſchaffene Möglichkeit, die Börſen fähigkeit des Papiers herzu⸗ ſtellen, für den Aktionär an Gewicht den aus der Kapitalknappheit ſich ergebenden Bedenken voranſtehen wird. Im Zuſammenhang mit der Kapitalerhöhung wurden eine Reihe von Satzungsänderungen ſormaler Natur genehmigt. Für Vorauszahlungen bei der jetzt ein⸗ zufordernden Einzahlung wird eine Zwiſchenzinsvergütung von 7 v. H. gewährt. Die Geſchäfts lage ſei derart, daß in kürzeſter Zeit diellmlaufsgrenze für die Pfandbriefe nahezu erreicht werden wird. Wieder 12 v. H. Dividende Schwediſche Kugellagerfabriken F. Die GV. der Schwediſchen Kugellager fabriken Kip. beſchloß die Verteilung einer Dividende von wieder 12 v. H. A dem Reingewinn von 17671 950 Kronen des Geſchäftsjahres 1928. Mheiniſche Crebitbank in Mannheim In der heutigen.⸗V., unter Vorſitz von Geh. Rat Dr. fur. Broſien, in der 18,39 Mill./.⸗K. vertreten waren, wurden die Verwaltungsanträge, insbeſondere die Dividende von 8 v. H. einſtimmig genehmigt. Die ausſcheidenden 5 Mitglieder des Aufſichtsrats, die Herren Oberamtmann a. D. Carl Eckhard⸗ Mannheim, Fabrikant Richard Freudenberg⸗Weinheim, Gen.⸗Dir. Gottlieb Jäger⸗Mannheim, Komm.⸗Rat Dr. Wilhelm Stiegeler und Geh. Komm.⸗Rat Ludwig Stromeyer beide Konſtanz, wurden wieder — und Direktor Jacob Bühler⸗Waghäuſel, von der Süddeutſchen Zucker⸗AG. in Mannheim, neugewählt. Schapiro⸗Zuſammenlegung. Die zur Schapirogruppe gehörenden Süddeutſchen Karoſſerie⸗ werke Scheber a AG. in Heilbronn a. N. beantragen eine Herabſetzung des Grundkapitals im Verhältnis von:1 von 1,5 Mill. Mark auf 300 000 4. Der Buchgewinn ſoll zur Beſeitigung der Un⸗ terbilanz des Jahres 1927⸗28 dienen. Die näheren Abſchlußzahlen für das letzte Gi. ſind noch nicht bekannt, obwohl die HV. bereits auf den 11. April einberufen iſt.(Der Abſchluß auf 31. März 1927 hatte noch einen Reingewinn von 377 98, bei 6(10) v. H. Dividende ergeben). :2 Nochmals eine ſcharfe Internationale Geld⸗ und Diskontbefürchtungen ſowie nuhender Ultimo hemmen U Mannheim ruhig ö Nach der ſtarken Aufwärtsbewegung der letzten Tage war die Börſe heute am Aktienmarkt zuerſt knapp behauptet und im Verlauf etwas uneinheitlich. Das Geſchäft blieb fehr ruhig. Die Nähe des Ultimos veranlaßte offenbar die Spekulation zu Glattſtellunge n. Der Geldmarkt kann als wetter flüſſig be⸗ zeichnet werden. Gegenüber den geſtrigen Kaſſakurſen waren meiſt noch kleine Kurserhöhungen zu verzeichnen ſo u. a. bei Farben, Lino⸗ leum, Cement Heidelberg, Wayß u. Freytag und Weſteregeln. Exkl. Div. wurden Sinner mit 128 notierk. Von Nebenwerten waren Mannheimer Gummi mit 38 v. H. offertert. Am Bankenmarkt zogen Creditbank weiter leicht im Kurſe an. Verſicherungswerte blieben unverändert. Am Markte der feſtverztuslichen Werte lagen Ablö⸗ ſungsanleihe etwas ſchwächer. Frankfurt unſicher 95 Zu Beginn der heutigen Börſe machte ſich wieder eine Un⸗ ücherheit bemerkbar, da der ſchwache Verlauf der geſtrigen Newyorker Börſe und der hohe Geldſatz am dortigen Platze ver⸗ ſtimmten.. Im Zuſammenhang hiermit braten wleder erneute Be⸗ fürchtungen einer Diskonterhöhung der Federal⸗Reſerve⸗Bank auf. Die Spekulation hielt ſich daher, nachdem ſie in den letzten Tagen in erheblicherem Maße Intereſſenkäufe vorgenommen hatte, im Hintergrund und ſchritt zu Abgaben, ſo daß bei den weiſten Werten Verluſte bis zu 2 v. H. eintraten. Ordres von Auslandsſeite, ſowie von der Bankkundſchaft lagen nur in ganz geringem Umfange vor, ſo daß auch hiervon die Börſe keine Stütze erfuhr. Das Geſchäft blieb hinter dem der geſtrigen Börſe zurück, doch konnte zeitweiſe eine elhvas lebhaftere Umſatztätlakeit feſt⸗ geſtellt werden. Stärker abgeſchwächt waren Zellſtoff Waldhof mit minus 3½ v. H. Von Chemiewerten gaben J. G. Farben 2 v. H. nach, während Scheideanſtalt knapp gehalten blieben. Goldſchmidt verloren 27 v. H. Von Elektroaktien büßten Schuckert 2 und A. E. G. 1½, Stemens u. Halske 2 v. H. ein. Stärker angeboten und 5 Mork niedriger eröffneten Chade⸗Aktien. Montanwerte un⸗ einheitlich. Autoaktien bis 1 v. H. ſchwächer. Im Veclaufe wurde das Geſchäft ſehr ruhig, doch bewirkten kleine Ab⸗ ſchlüſſe eine geringfügige Beſſerung des Kursniveaus. Die Haltung blieb luſtlos; nur für Siemens beſtand etwas vermehrtes Inter⸗ eſſe, die 2,25 anziehen konnten. Am Geld markt war der Satz für Tagesgeld weiter etwas leichter. Berlin nicht regelmäßig Schon der Vormittagsverkehr zeigte im Gegenſatz zu den Vor⸗ tagen eine recht nervöſe Stimmung. Die weitere Erhöhung des Kupferpreiſes um einen Cents auf 23 Cents, der Abſchluß der Commerz⸗Bank, die Ananhme des Notetats im Reichstag, die Beſſe⸗ rung der Wagenſtellung der Reichsbahn uſw blieben ohne Einfluß, dagegen wurden Geld⸗ und Diskontbefürchtungen laut, die durch die hohen Tagesgeldſätze in Newyork(10 v..) hervorge⸗ rufen wurden. Auch die Vorbereitungen zum Ultimo wirkten geſchäftshemmend. Reportgeld iſt ſicherlich knapper als im Vormonat, doch iſt eine Heraufſetzung des Satzes noch unbeſtimmt. Die Spekulation hatte für heute Ware übrig und ſchritt zu Glattſtellungen, als ſie merkte, daß zwar neue Auslands⸗ aufträge da waren, aber nicht ausreichten, um das ganze heraus⸗ kommende Material aufzunehmen. Eine gewiſſe Stütze bot die Außenhandelsbilanz mit einer Paſſivität von nur 44 Mill. R. /. A n⸗ leihen behauptet, Ausländer geſchäftslos. Pfandbriefe ſtill und ziemlich gehalten. Geldmarkt unverändert. Tagesgeld war mit 46% v. H. weiter angeboten. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz unregelmäßig und das Kursniveau bröckelte über⸗ wiegend weiter ab. Der Kaſſamarkt lag heute auf Realiſativonen überwiegend ſchwäche r. Auch bis zum Schluß der Börſe war eine ziemlich ſtarke Widerſtandsfähigkeit zu erkennen, doch mußten weitere 5 v. H. an. Am internationalen Deviſen markt blieben Deviſen gegen Reichsmark ohne größeres Geſchäft, der Dollar notierte bei etwas Nachfrage.2150. Spanien wahrſcheinlich infolge Intervention gebeſſert, 31.75 nach 32.— gegen London. Die europä⸗ iſchen Valuten neigen etwas zur Schwäche, London.8535 nach.8540, Holland 40044 nach 4005, Schweiz 1923 nach 19237 Newyorker Uſance. 1 * Mannheimer Efſektenbörſe am Oſterſamstag geſchloſſen. Die Mannheimer Effektenbörſe blebt, ebenſo wie die Berliner Börſe, am Samstag, den 30. März 1929(Oſterſamstag] für jeden Verkehr ge⸗ ſchloſſen. * Mannheimer Produktenbörſe vom 21. März.(Eigenbericht). Die Tendenz des heutigen Produktenmarkt blieb unverändert, für Aus⸗ landgetreide nachgebend, für Inlandgetreide behauptet. Angeboten wurde Auslandsweizen(alles in R.]: mit 27,59; inl. Weizen mit 24,50—24,75; inl. Roggen 24; ausl. 26,50; inl. Hafer 28,75—24,257 ausl. Hafer 23,50— 23,75; inl. Braugerſte 24,50—27 tergerſte 20: Mais auf Bezugſchein 22,25— 22,75; Rapskuchen 20.50; Soyaſchrot 24,50; Trockenſchnitzel 17,25 alles waggonſrei Mannheim. Weizenmehl d. 33,75—34,50; Wei⸗ zenbrotmehl ſüdd. 26— 26,50; Roggenmehl 60—70proz. 31—93; Weizen⸗ futtermehl 15— 15,50; Weizenkleie feine 14; Roggenkleie 14,75; alles waggonfret Mannheim. Kartoffel weißfleiſchig 7,350—8; gelbfleiſchig 8750—9 per 100 Kilo. :2 Viehmarkt in Mannheim vom 21. März. Zufuhr insgeſamt 822 Stück. Im einzelnen wurden zugefahren und erlöſt für 50 Kg. Lebendgewicht in 4. 170 Kälber, b) 80—84; e) 74—78;: d] 61-8. 4 Schafe, b) 5250. 197 hweine, e) 83 d) 83—84, e) 8283. 512 Ferkel und Läufer, bis 4 Wochen 24—28; über 4 Wochen 32—42, Läufer 46-58. Marktverlauf: Mit Kälbern lebhaft, geräumt, mit Schweinen ruhig, Ueberſtand, mit Ferkeln und Läufern lebhaft. Berliner Deviſen Diskentſätze: Reichsbank 6½, Lombard 7½, Privat“% v. 6. Umtlich 20. März 21. März Parität Diskont in RM für. 8. G. I B. M. age e ollan.. 100 Gulden 163,64 168,98 188.61 168,95 168,48 4,8 DNR 100 Drachmen 5,44 5,45.44.45[5,445 9 Brüſſel 100 Belga= 500.⸗Fr. 58,45 58,57 58,45 58,57 585,355 4,5 Danzig 100 Gulden 81.70] 81,86 61713 81,87 81,555 8 Helſingfors.. 100 finnl. M. 19.592 10,612 10.59 10.619 10,512 7 Italien 100 Lire 22.07 22,09 22,053 22.09 22,025 7 Südſlawien 100 Dinar 7,385] 7,409 7,39 7,407 7,355 1 Kopenhagen.. 100 Kronen 112,20 112,42 112 20 112,42 112.06 5 Liſſaboen„ 100 Eskudo 18,8 18,861,983 18,87 17,48 + Oslo„„ 100 Kronen 112.29 112,51 112,28 112,0 111,74 12 Paris„„ 100 Franken 16,44 16,48 16,44, 16,48 186,445 3 Prag 100 Kronen 12,481 12.487 12.475 12.495 12,38.5 Schweiz 100 Franken] 80,995 81,155 815001 91,16 80,515].5 Soſia„100 Leva 3,041] 3,04 3,04 3,047 3,017 9 Spanien 100 Peſeten 63,48 63,60 64,14 64,26 69,57 5 Stockholm 100 Kronen 112,48 112,68 112,44 112 66 112,05 4,5 e 100 Schilling] 39.185 59,285 39,18 59,31 38,79 975 Budapeſt 100 Pengö= 12 500 Kr. 73,37„51 J 7837 73,51 72,89 8 Suenos⸗ Aire:. I Pes..769 1,778.770] 177] 1,788 10 Canada 1 Canad. Dollar 4,184 4,192 4,188.196 4,176— Nee 5 1 Jen 1,875.880] 1,876].880 1,988 5˙⁶ Küss„1 ägypt. Pfd. 20,90 21,00 20,96] 21,00 20,91— Konſtantinsßel 1 türk. Pfd. 2,072 2,078 2,085 2,089 2,130 10 c 20,438 20,478 20,339 20,479 20,893 8,5 New Dork 1 Dollar 4,2105 4,2185 42105] 4,2185 4,1780 8 Rio de Janeiro. 1 Milreis.500 502 0,499 0,501 503 Uruguag 1 Gold Peſ. 4,268[ 4,274.286 4,274 J.321 ſich die Hauptſpekulationspaviere kleine Kursrückgänge gefallen laſſen. 22: Der neue Kupferpreis. Heute ſetzte das internationale Kupfer⸗ kartell ſeine verhängnisvolle Polittk der Preisheraufſetzungen fort, Beſchloſſenen Kapttalserhöhung zum 1. Jult d. J. einz u⸗ Kunſtſeideaktien verloren 5 v.., dagegen zogen Jul. Berger um indem es den Preis auf 2374 Cents heraufſetzte. eee Le eee„ 20. J 21. 2 20. 21 284 20. J 21 20, J. 71. Kurszettel der Neuen Mannheimer Zeftung g age. 288“g85⸗ Fade 0h Je ede 88, erh elk. e gase n een e Bergm. Elektr. 222, 2 Go 925 550„V. A. 15 N. 2 88, alleſche Maſch. le, Rhein. Braun 5 ten. bel Stückenoti en in Mark je Stüc m.„Del 38,— 68,— Gritzner M. Durl. 37— 87.„„St. A. 165,0 164,5 5. Spin. 135.0 135.0 in. C tte 59,75 59,75 VVVbbTTuTb nnen eee Bron S0 ert 180,0 155.0 Grin& Bilfinger 17/5 174,0 Neeber, Gebr. D. 1142 1120 Balce Moſchin. 129.0 129.9 5. Egeſt. 2,80 4750 men Eber 1680 165,0 Wanndeimef Effektenbbeſe non l. Würze„ ca fegen e e gene ge. d e f e eee ee 0 20. 21 20. J 21. 29. 21, Karſtadt 174,0 174,6 Pad& feed 108 ſergma 0219,00 Horpener Berg. 186,5 448.9 Rieteck Montan al. Seb Sten 51 J Hir, eubpigsb.. r. 220.0 220.0 ic. Grtr. Mt. BR. 125.0 120,0 Cpcbe b. r 00.75 Serbe ub. Hurt 315,0 8180. Haren Maſchin. 125 its fiaftze Zuger„68 88 7 Sab Kom. Gd 37,25 87,25 Pfälz. Preßhefe 136,0 136,0 15¼„„ BA. 140,0 140,0 Chamott. Annw.—.— 111,0 irſch KupfB. 144 0 143.0 Schlinge eo 17 76 71.— Berl. Karls. Ind. 70, 50 68,15 be 5 5 85 2 35 988 8% WhbafenStadt 91,75 91,75 Schwartz Storch. 165,0 165,0 1———.— Chemiſche Albert—.— 5 Ada 75 99.80 Schnellpr. Ir th. 71 122.0 Berliner Maſchb. 84— 88,50 ilpert Maſch. 92,„ Rütgerswerke 98. 52 e Wchm. Gold 102,2 102,2 Werger Worms 204,0 204,0 8 162.0 182.0 5. Brockhues. 112 08.2 len 0 1 127 N Aa 22976 2270 Braunk.u. Orlet 105.0 185.2 i Auf. 10.2 108,0 Sachſenwerk.. 119.8 1199 0„ TT 2* 5 1„ 2 8 11—— 8 255 55. 82te 46, Je dad. Aſſekura Konſerven raum 83.— 4,— Dabmler Benz 94,75 56,— Holzverkobl. Jd 94,— 86,80 Schubf. Berneis 50,80 80.50 Dr. Beſtab. Oelf. 1280 1280 ürſchber der 15 e 1 5 CCVCCCVCC0CC0GV)%%%CG%0GCC¼ CÄIlrrr ß Mannß. Verſich. 153 5 1„ 1 8 langen 95.— 85,— St ö 0 EC. 1510 151.5 Hohenlohewerke 79,50 74,50 Schuckert K Co. 229. 2272 Bobdiſche Bank. 170,0 170.0 15000 8850 bfele Müßte— Dt. Erdöl.„ 125 0 8 S1. U. 74.50 72.— Süd. Zucker 146,8 140 Buderus iſend 75.75 18,— Polt Hoszmann 1288 28 g Schultheis dag 80 02917 Pfalg Speth. 5. 10455 104.0 UG. f. Seilinb. 655 68,— Portl. gem, Selb. 440.9 148.9 Dt Smlen 0 19900 5 5%% Sorchwerke. 110,0 108.5 Stem.& Halske 589.1 3878 pott. Bk. 211,0 2110 Brown, Boverf 149,8 149,5 Nh. Elektr..-G. 166,0 168.0 255 Verla.—.— 2330 Kamm. Kalſersl. 229,9 227,0 Tricot. Beſigheim 64,— 65.— Charlott. Waſſer—— Zlſe Bergbau. 210.5 211.7 Sinner AG. 188 0 1200 2h. Erabittank. 129,0 1270 Dalmler⸗ enz 35. 55 5 Nheinmühlene. 140.0 140.0] D. Feen ügr. 1485 143˙5] Karſtadt Ruud.. 226.0 225,5 Tem. Heyden„108,0 107,. Jade e 29,8 2413 Stoetze Kammg 85.5488) Abd. Discento: 135,0 135,0 Deutſche Linol. 388.0 3870 Südd. Zucker. 145,5 145,5 Drendrscreet 1655 55855 Klein, Sch. Beck. 0.— 87 Sbem. Gelſenk. 10,— f. 8459 Jungen 525 4415 Stoewer Nahm 18,— 10 e Enzinger Unis 78, 78,— Perein diſch Oeif 71.— 1. Biel da 0 92 5 Knorr, Heilbr. 168,7 10 0 Here geg. 74 11185 Ehr 9 85 1929775 97— Gebr. Junghans 72,— 78,— Stolberger Zinz 168.0 166.8 e l ö.0 N 53—55.——80.— Ver. deutſch. Self. 71, 71, Concord. Spinn. 97..— Segel be en cen g. Hater: 4 Sc delle ebf zung 0 855 fac f: Fade er fi- es e e 5 80 G ee ae ce ge g 5, B Jef 8 7 8. 95-. G.* 1 5* 0 Ver. Ultramarin. 0 5 56.— aliw. er; f 5 2—¹ 0 5 2 1 iſersl. 08,— 08, Ber. Zellſt. Berl. 15.0 116,6 Daimler Benz 5650 Jarſtadt... Teleph. Berkiner 35, 57 Frankfurter Börſe vom 21. März Eiter Sach u. 21,0 213,7 Lahmever 8. Co. 169. 100 Legt Mac, Sr 7 6“ Deſſauer Gas 40 1290 Klbanerwetke 1075 108, Tpberts Oelfabr, 88 88. Barmer Banky 14270 142 0 Elektr. Lieferung 168,0—.— Ludwigs. Walz. 125,0 126 0 Poſgt& Häfner 18,0 213,0 S 1280 C. H. Knorr.. 162,0 162.5 Tietz, Leonhard 280.0 780.7 Sele ee Fe de 1570 19/2 Montan Aktien e 1 555 98.— Mainkraftwerke. 117.0 117,5 Bolth. Sell. ü. K. 78.— 78, Disch Guß ag. 64,50 63,50 Jener Ae e 1808 1375 87,30 87,80„u. Pri 7 0 5 Enzinger⸗Union 8,.— 8. N a 5 683— 83. Körting 76, 5 1 117CCCCCCCCCCCcC0CC00C/%%%éé(%%% Abifungſch un 33,8 8g.— Deutſche Bank 124,141 Hard Bergen 138,2 130.0 eng. Sin. 0] Niag, Muhld.. W. Wolff.. 188,0 ische. Steinzg. 281.0 251.0 Kyff biin. Hütte 5425 52,50 Der hen park. 5,1708 2. Wett,(d.. P. Ketten Bank 124.5 124.5 Fife Gb. Er. u. Hi. 2100 Faber 4 Schleich= 109,00 Moenus St.. Tenſche Wollib. 32,— 32, Koyffäuf.“ Hütte 53,25 52,50 F. Diſch. Nickelw. 170,0 170,8 2% Dean e.— 48, Dichenſee Ban 1090 1075 dal naccherles 2228 89 F 28754(22800 Meisren Peng 05. 85.— geapoff Slcfſbs⸗ 169.5. 188,0 Deuſſche nel. 38850 230 Labmeger& Co. 1680 2075 f. Han zig ert oo aeg J 51 Ueberſee⸗Bank 108.„ 18088 8 J. G. Farben. 251, 0] Motoren Deutz 66,— 88, 0 5 8500 9 385,: ütte 67,8„55 G. Schuhf. Br.& W— Tee i. e 45 2 Werenganz. 109 1860 Lell Weſegeln 2270 Fade, deten e 8 r Her 6.. ab 72600 5 dire che 1 0 einde Eis: 1407 482 f. Sahbverte 92 9250 8% Eudwigsh. 26 91,65 91,65 Disconto⸗Geſ.„165,2 166, 0 8 5 2 Feinmech. Jetter 36,.—65.— of 264%. Dürener Metall 221,5 225,0 Carl Lindſtröm 920,0 920,0 BStahl. v. d. Zyp. 188.0 8 Amen„Dresdner Bal 170,0 169,7 Klöckner.... 104,0 106.0 Felt. Guiſteaume 149,2 Neckarſulmer gg. 28,18 22.80 Dürkoppwerke.. 30,30 30,25 Ling al Schuhe. 48775 4 0 Ber eee 1580 158•0 . 2992,50 92,50 Frankf. Bank. 106,5 108,0 Mannesm.⸗R. 111.5 116,2] Frankfurter Gas—.— 186,0 Peters lnionörf.—— 103 0 ufa(Freiverk.) 89.— 89.— Dynamit⸗Truſt. 116,2 116,1 8. Loewe& Co. 221,0 218,0 Vogel Telegraph. 81.2581, 6% 127750 7780 Ran 151.5 182,0 Mansfeld Akt. 129,7 129,5 Frkf. Pok.& Wit.—(, Pf. Nähm. Ray. 103,5—.— Raſtatter Wagg⸗—— 18. Elektr. Lieferung 170,0 167,5 80 5 9 0„16773 1975 A 1 2180 — etall. u. M- 136 0135, a f 5 2 Elktr. Licht u. K. 214.5 212.5 Süidenſcheld Met. 103,5 408,5 Voigt& Haeffner 218. e en 2 8. Varen 2 5 5 Boni Berbas 8975 9 5 Berliner Börſe vom 21. März Fear 78,50 19 0 Magirus.⸗G.. 32.— 31,54 Wanderer Werke 998 5 re„Verein 158, 1 i 5 9 g N„Ber 208.0 5 0 ö e 0 203 8 5 55 34,40 95 3 2 Feſtverzinsliche Werte l 72989 29.25 Der tune. 4 12050 EſſenerStenntehl 8 Dee Ransfaber dt 1600 1350 Wien demenf 1192 1 7 75 . älz. Hyp⸗⸗Bk.. 164,0 z Aheinſtabl. 123.%„ 8519,78 Dt 8 0 g„ Markt⸗ u. 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Südd. Eiſenbahn 122,2 122,2 Reichsbank 314,6319 0 0 Mix&& Geueſt 109,9 110,5. 80%„„R.-9 55.25 95, l 5 12 70 8 Eichb-Mannh. 300,0 300,0 8% rß. Raltanl. 8,8.92 apag 5 5. 179,0 1285 Rhein. Ereditbk. 126,0 127, Gaggenau.⸗A. 6,25. Miotoren Deutz 67, 68,30 Freiverkehrs⸗Kurſe 7%„„.1 46,50 868.50 5 enninger K. St. 171,0 1710 8% Roggenwert. 9,80 10— F. Südamerika. 195.0 191 Süddeutſch⸗Disc. 134,5 134,8 Gebhard Textil. 13 Mühlheim Berg. 100,5 100.0 Petersb. J. Habk..18].18 dae„ i 64.— 84,— Allianz. 230.0 250.0 Naben München 278.0 261.0 8 htsggenrentd. 8,7 8,74 Fanſa Dichff 188.7 189.0 Frankf. Allgem. HGelſenk Bergw. 5 30 Neckarſulm. Ihrs 28.— 28, Ruſfenbank 2. 2. ee Mhein, Lig 31,18 81.95 Frankf, An Verf. 300,0 991.0 Mainzer St.⸗A. 243 0 243.0 5% Fandſch. Rog. 8,88 8,60 ordd. loyd. 126 0 126,2 Stuck zu 300 895 895 Genſchow& Co. 94,80 Nordd.Wollkäm. 168,0 166,0 Deutſche Petrol. 68/7 7. 4%% Piälz. Big. 80,80 80,90 eis R. u. Mito.—16.— Schöfferh. Sindg. 380.0 854,0 Verein Elbeſchiff.—,— 44,35 Induſtrie-Aktien Germ. Portl.⸗Z. 198,0 Oberſchl. E. Bed. 89.25 68.25 Peldb urg. 4½% Südb Lic.—,——.— Mannh. Berf. G. 185,0 165,0 Schwargz⸗Storch 185,5 165,5 8% Mexikaner, 80.80 80.75 n 5 Gerresheimchlas 188,5 Oberſchl. Koksw. 104,0 104,3 Adler Kali 010.5 5 0 5 g Ger f 5 04, 8 8 4%% eining 8 78,— 78.— Werger 4% Türk. dd. Ant..50 s Bank-Aktien Aceumulatoren. 189,0 150 0 Gef. f. ekt. Unt. 288, 2 Orenſt.& Koppel 90. 89.75 Diamond. 25,.— 28.85 Ag cbr. J. B. dig 77,7740 Transport⸗Aktien 4%„Bagd.⸗Eiſel 10,80 10.80 Adlerwerke 58— 88 80 Gebr. Goedhardt 3485„ Oſtwerke Noch reggae 160.0 180.0 5 5 Accumulatoren— bee,„„ U 1. U 28 Sant f. el. Werte 194 0158 0 Alexanderwerk„00— 80,75 Goldſchmidt Th. 90,28 15.. Früßershall 227,0 2248 Bank- Aktien Sende. 29,2129. Adler Klener. 55.— 53 4% unif. Anl. 14,80—.— Bank f. Brauind. 172 0 172 0 Allg. Elektr. ⸗G. 478,5 178 3 Fritzuer Maſch. 57, hönie Bergbau 98.18 94.50 Ronnenberg d egnig 182 lag fg ed 1580 85 fe d e e Sei de e e eee e 8 ge ga e lch Rege 5g. 288 78 Se 0 55 orbb. Slond 128, 5 aft. 1 161. 18 4 0 cl. Handel 8. Ammend. 185, 7 Srun& Bi e athgeber Wagg⸗ 73. Sides Phos vo. 32.— 83, . r Bete. ll. l. N u b. Maſch. Vati, 148,0 168,0 chi Anal Se 16.80 180 Set. B. Pritt 1770 f, 0 Aapa. Abl. 0— 83850 Srufcwig Kertt—— 10— Neisse Baier.534 2J An 890160 . ... — n re n — Gre ere eee 8 2 5 . Donnerstag, den 21. März 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 186 Warum„Tag Deutſchland wird in dieſem Jahre zum erſten Mal einen „Tag des Buches“ peranſtalten. März, Goethes Todestag, iſt dafür in Ausſicht genommen, ſo wie man in Spanien den Geburtstag des Cervantes, des Don Quixote⸗ Pyeten, als Buchtag feiert. Auch Italien kennt ſeit einiger Zeit ſoſche Buchtage, und Berichte und Bilder zeigen, daß in Dieſen ſüdlicheren Ländern, wo ſich ohnedies ein großer Teil, felhſt des privaten Lebens auf offener Straße abſpielt, der Buchtag ein wahrer Jahrmarkt der Bücher iſt. In Deutſchland und Oeſterreich wird man, wenigſtens in dieſem Jahr, zunächſt in öffentlichen Kundgebungen und Vor⸗ trägen dem Geiſte huldigen, der im Buch bewahrt wird. Es Der 22 Dag der Schulentlaſſung iſt, ſodaß in den Schulfeiern eben⸗ falls auf die Bedeutung des Buches hingewieſen werden kann. Aber, wird mancher fragen, bedarf es denn im Lande der „Dichter und Denker“ einer ſolchen öffentlichen Kundmachung? Widerſtrebt ſie nicht unſerer deutſchen Auffaſſung vom Weſen des Buches als dem geheimen Schatz, der ſich nur dem ein⸗ zelnen in der andächtigen Stille von Bibliothek und Arbeits⸗ zimmer erſchließt? Warum alſo ein„Tag des Buches?“ Alle Kritiker unſeres kulturellen Lebens ſind ſich darin einig, daß eine Erinnerung an das Buch notwendig iſt, not⸗ wendig ein öffentlicher Appell an das Gewiſſen aller, die ſich für das geiſtige Deutſchland verantwortlich fühlen. Das Buch Buches“ jedem einzelnen Deutſchen möglich. Möchte ſich keiner iſt— vorübergehend, wie man hoffen darf— von neueren feiner hohen Aufgabe und Verpflichtung entziehen! ee Von L. E. Achim des Buches“? Erſcheinungen der Unterhaltung und Belehrung, wie ſie Kino und Radio bieten, verdrängt worden. Unter jungen Leuten zumal, die obendrein in den gewiß begrüßenswerten Sport⸗ veranſtaltungen eine allzu große Ablenkung haben, iſt heute vielfach die Meinung vertreten, daß man auch ohne Bücher auskommen könne, und in falſcher Ueberſpitzung der Gegen⸗ ſätze wird dem trocknen Bücherpedanten das Ideal eines fri⸗ ſchen, dem Leben hingegebenen Menſchen entgegengeſtellt. Natürlich ſind es nicht alle, die ſo denken, aber denen, die nach wie vor in den Büchern den ewigen, lebendigen Beſitz des Geiſtes ehren, wird ein„Tag des Buches“ ihre Haltung erleichtern. Denn indem an dieſem„Tag des Juches“ wie in den Wochen vorher und nachher vom Buch und ſeinen man⸗ nigfachen Beziehungen zum Leben die Rebe ſein wird, gewinnt das Buch auch bei denen Geltung, die nur das anerkennen und beachten, was öffentliche Geltung beſitzt. Das Buch erhält, im ſtbertragenen Sinne, Marktwert! Und gerade darin iſt der Haupzweck eines ſolchen Buch⸗ tages zu ſehen, und auch der Bücherfreund muß ihn begrüßen. An jedem einzelnen wird es aber liegen, ob der„Tag des Buches“ über den Rahmen der verſchiedenen Veranſtaltungen hinaus fruchtbar gemacht werden kann. Bücher ſind Freunbe. Man wirbt für ſie am beſten von Menſchezu Menſch. Und ſo iſt die Mitarbeit an einem„inneren“ Gelingen des„Tages des Vuch und Publikum Von Alexander von Gleichen Rußwurm Eigentlich ſollte jeder Tag ein„Tag des Buches“ ſein im Laube der Dichter und Denker, das Buch müßte, wie Eſſen und Trinken, zu den täglichen Bedürfniſſen weiteſter Kreiſe ge⸗ hören, und eine Leſeſtunde am Tag auch dem Ueberbeſchäftig⸗ ten Ausſpannen und Ablenken, ſeiner geiſtigen Geſundheit zu⸗ liebe, verſchaffen. Es wird ſoniel von Hygiene geſchrieben and geſprochen, aber ſelten genug der Kernpunkt erwähnt, der in der Harmonie von Geiſt und Körper liegt. Zu dieſer, ich möchte ſagen, feineren Abteilung der allgemeinen Hygiene gehört die Verbreztung des Buches, die ſtille Beſchaulichkeit des Leſens, währenddeſſen die Sorgen und der Andrang des Alltäglichen auf den zweiten Plan des Intereſſes rücken. Für Menſchen, die im Berufe ſtehen und ihr Wiſſen auf einem Spezialgebiet entfalten, zeigt ſich oft beim Erwerben nauer Bücher die Auswahl als Hindernis und der moderne Sortimenter kennt nur ſelten ſeine Kundſchaft perſönlich ſo gut, daß er bei ſeinen Vorſchlägen deren pfychologiſchen Zu⸗ ſtand in Exwägung ziehen kann. Er iſt auch bei der beängſti⸗ genden Fülle von Neuerſcheinungen nicht mehr in der Lage, alles zu faſſen, was er verkaufen will. Darin liegt eine große Schwierigkeit, zwiſchen Buch und Leſer eine gedeihliche Ver⸗ bindung zu ſchaffen. In Zeiten des Aufſchwunges und der Hochkonfunktur, in⸗ mitten ruhiger politiſcher Entwicklung fällt die Sehnſucht nach geiſtiger Fortbildung mit der leichteren Möglichkeit zuſam⸗ uten, ſich der nötigen Mittel zu verſichern, und wirtſchaftliche Hemmungen treten weniger in Erſcheinung. Aber in Zeiten des Niederganges, wo der Schriftſteller, der Verleger, der Buchhändler im Kampf um die eigene Exiſtenz nur mühſam ihre heilige Aufgabe erfüllen, die Kulturgüter der Nation zu vetten, ſind beſondere Anſtrengungen nötig, das Publikum zum guten Buch, das gute Buch zum Publikum zu bringen. Haute fehlen jene Kreiſe hochgebildeter Menſchen, die Zeit hatten und ihr Leben in den Dienſt der geiſtigen Fortentwick⸗ kung ſtellten, die der neuen Dichtung, dem neuen Roman, dem hiſtoriſchen oder philoſophiſchen Werk die Reſonanz gaben und den erſten, ſchwierigen Schritt zu deren Verbreitung taten. Zum letzten Mal erlebten wir vor dem Weltkriege eine tätige Anteilnahme an Literatur und Kunſt, die politiſche Welle hat ſte verſchlungen und es gilt, die Anteilnahme erneut aus dem Chaos des gegenwärtigen Getriebes zu fiſchen. Dazu ſind Büchertage und Buchwochen ein vorzügliches Mittel. Sie machen aufmerkſam auf die alten und neuen Sthätze der Literatur, ſie regen an, Einblick in die ſchönen, verlockend ausgebreiteten Dinge zu nehmen, ſie fordern auf zum Durchblättern illuſtrierter Bücher und Graphik⸗Mappen, ſie geben Gelegenheit, zwanglos da und dort an einem der Werke zu nippen und führen ſchließlich zum Wunſche, das Ge⸗ ſchaute zu beſitzen, das Angeblätterte weiter zu leſen und es ſich zu eigen zu machen. Nicht nur im Warenverkehr, auch im geiſtigen Verkehr iſt Reklame eine unerläßliche Vorbedingung des Gelingens, und neue Käuferſchichten laſſen ſich nicht anders gewinnen. Es gab eine Zeit, in der die Kritik in großen Zeitungen genügte, einem Buch die gewünſchte Verbreitung zu ſichern, heute wirkt die HKeberproduktion literariſcher Erzeugniſſe gegen dieſe Art des Bekanntwerdens und der Platzmangel, der die ganze Welt auf allen Gebieten ungemütlich macht, legt auch den Zeitungen nach dieſer Richtung hin Beſchränkung auf. Die Kunſt der Reklame beſteht darin, immer neue Wege zu finden. Da müſſen jene, die auf dem Markt des geiſtigen Lebens das Kommende anpreiſen, darauf ſinnen, mit veränderten Mitteln dem gleich⸗ bleibenden Zweck der Verbreitung zu dienen. Im allgemeinen Umſturz haben auch die geſellſchaftlichen Verhältniſſe einen kräftigen Stoß erhalten, die einſt ſtreng geregelten Kretſe ſind durcheinander geworfen und die Sehn⸗ ſucht nach geiſtig angeregter, formvollendeter aber doch zwang⸗ luſer Geſelligkeit iſt in breiten Schichten der Bevölkerung viel größer, als es den Anſchein hat, da ſich laut und aufbringlich nur die politiſchen Verhältniſſe bemerkbar machen. Dieſe Soehnſucht gilt es auszunutzen, und der geiſtigen Bewegung, dem Schriftſteller, dem Dichter, dem Künſtler wieder die füh⸗ rende Stellung zu geben, die der Geſelligkeit, das Leere, das rein Materielle, das ſnoßbiſtiſch Oberflächliche nimmt. Wenn ein„Tag des Buches“ in jeder Stadt zum geſellſchaftlichen Er⸗ eignis wird, von dem Niemand, der auf Anſehen hält, ſern Das Buch Von Franz Karl Ginzkey Für meine Seele kommt Beſuch: Ein ſchönes wohlgewachſnes Buch. Zur Lampe trag ich's ſorglich hin: Vielleicht ſteckt auch ein Menſch darin? Doch Menſchen blühn in dünner Saat. Vielleicht iſt's nur ein Literat? Doch nein, bei Gott, wer hätt's gedacht, Ein Menſch iſt's, der da weint und lacht. Schon weilt er mir leibhaftig nah, Lebendiger noch, als ſtünd' er da! Mir wird Erkenntnis, wird Beſcheid, Von fremder Seele Wunſch und Leid. (Das wird nicht allzu ferne ſein, Von eigner Seele Luſt und Pein'). Sy fühlt ſich Leid von Leid bewegt, Wie Woge ſich zu Woge ſchlägt. Und wenn die letzte Schranke fällt, Rauſcht auf der tiefe Strom der Welt. Mit wunſchgefüllter Seele Dank Führ ich den neuen Freund zum Schrank. Dort ſteht mir Freund an Freund gereiht, Wer ſpricht da noch von Einſamkeit? bleiben darf, verſpricht. Der leiblichen Ertüchtigung, die im Sport vielgeſtaltig und bebeutſam zum Ausdruck kommt, muß die geiſtige Ertüchtigung folgen, die doch im Wettkampf der Völker ſchließlich die Ent⸗ ſchoidung bringt. Eine ſportgeübte Generation mag taktiſch wichtige Punkte gewinnen, ſtrategiſch überhöhende Poſitionen erreicht nur der geiſtig Ueberlegene, deſſen Auge auf Grund ſeiner Bildung in die Tiefen der Dinge ſchaut. Solcher Bil⸗ dung wird zu Teil, wer in der geiſtigen Heimat des Europäer⸗ tums Beſcheid weiß und mit den geiſtig Schöpferiſchen der eigenen Generation in lebendige Berührung tritt, was nur durch das Buch, das gute ſchöpferiſche Buch geſchehen kann. Was will die Begeiſterung für Goethe, die Sehnſucht nach in ſich gefeſteten Perſönlichkeiten, der Wunſch außerhalb des Berufs oder des Faches am vielgeſtaltigen Leben teilzunehmen, anderes, als ſich loszulöſen von den engen Schranken der Um⸗ gebung und Einblick zu gewinnen auf fernen Gebieten. Dieſem Drang kommen das Buch und die Geſelligkeit am müheloſeſten entgegen. Iſt es alſo nicht von einſchlagender Bedeutung, beide in Zuſammenhang zu bringen, wie es früher Bücherſtuben und Salons taten mit Menſchen, deren Tag Intereſſe gewann durch Leſen und Sprechen über das Geleſene? Der Tendenz des Jahrhunderts entſprechend, geht der „Tag des Buches“ ins breitere. Er iſt für alle, die Freude daran haben. An dieſer Freude wird man die Menſchen ken⸗ nen und unterſcheiden lernen. Der Banauſe, der Fachmann, der über einem Fach die Welt vergißt, der Pedaut, der den Hemmſchuh in der Hand hält, um ihn ſtets an das Rad des Fortſchritts zu legen, wird ferne bleiben, wo es gilt, das In⸗ tereſſe an den bleibenden Gütern der Natlon zu zeigen, aber ſchließlich wird man mit Fingern auf ihn zeigen und Menſchen, die vor kurzem noch ſtolz von ſich behaupten konnten, ſte hätten ſeit ihrer Schulzeit außer den Schrlften ihres Fachs keln Buch geleſen, werden lächerliche Figuren ſein. a Die Luſt am Leſen, die Freude am Beſtitz ſchöner Bücher gehören zur geſunden Eigenart des Deutſchen, und wer wahr⸗ haft vatrigtiſch denkt, macht es ſich zu Pflicht und Ehre, Unter⸗ nehmungen zu fördern, die jenfeits pon Parteipolttik und wirt⸗ iſt eine Grundlage gegeben, die jedenfalls Erfolg Die moderne Frau und das Buch Von Liesbet Dill 5 f Im achtzehnten Jahrhundert, als noch der Eſprit, der Salon und die Frau durch ihren Geiſt dominierte, ſtand im Mittelpunkt des Intereſſes der Bücherſchrank und das Buch. Damals mußte man leſen und beleſen ſein. Man kam zuſammen, um ſich— zu unterhalten und auf den Diners wurde über Bücher geſprochen, wie heute über Theater, Moden oder Sport. Man mußte leſen, um etwas zu ſein und das erſte, was man ſich in wohlhabenden Häuſern anſchaffte, war eine Bibliothek oder ein Bücherſchrank. g Als ſich die berüchtigte und raffinierteſte Abenteuerin des 18. Jahrhunderts, die Gräfin de la Motte, von den geſtohleiten Diamanten des Halsbandes der Königin Marie⸗Antoinette ihr Landſchloß in Bar ſur Aube einrichtete, war das erſte, was ſie anſchaffte, eine große Bibliothek in Roſenholz, die alle Werke enthielt, von denen man ſprach. Im 18. Jayrhundert mußte man leſen, um in der Geſellſchaft zu glänzen, man ſpielte keine Rolle, wenn man in den Salons ſtumm herumſtaud, man war nur etwas, wenn mau ſeine Bildung bewies Man bereitete ſich zu dieſen Geſellſchaften geiſtig vor. Mor⸗ gens brachte der Friſeur den Damen die neueſten Bücher ins Schlafzimmer. Man klappte ſie auf dem Pudertiſch auf die Friſeurtiſche hatten alle, ein kleines Leſepult— und wäährend des umſtändlichen Friſierens laſen die Damen die neue Literatur. Die erſte Geſellſchaft war literariſch inter⸗ eſſiert. Man beſuchte die Salons einer Marqutſe du Deffaud, einer Julie de Leſpinaſſe oder einer Madame Geoffrin, um über Literatur und Theater zu ſprechen. Man„ſammelte geiſtreiche Menſchen“, man drängte ſich in die Salons dieſer großen Damen, um ihre Unterhaltungen anzuhören. Aber dort wurden nur ſolche aufgenommen, die— beleſen waren. Madame Geoffrin, die, als Witwe eines Spiegelfabri⸗ kanten in beſcheidener Wohlhabenheit, ohne ſchön oder ver⸗ führeriſch zu ſein, einen der größten, heute noch unvergeſſenen Salons in Paris unterhielt, in dem die ganze Welt verkehrte, wurde einmal von der Kaiſerin von Rußland gefragt: Wo haben Sie eigentlich Ihre Gewandtheit, Ihre Menſchenkennt⸗ nis und die Art, Menſchen zu feſſeln, gelernt, Madame? g Man hat mich leſen gelehrt, antwortete die Geoffrin einfach. Sie las Bücher und ſchrleb Briefe. Die blinde Madame du Deffand hat ſich die letzten dreißig Jahre ihres Lebens nur lebenswert und intereſſant zu geſtalten gewußt, indem ſie Briefe diktierte und ſich— gute Bücher vorleſen ließ. Ihre Briefe bilden Dokumente, die die Archive heute noch aufbewahren. Solche Briefe kann man nur ſchrei⸗ hen, wenn man— lieſt. 3 Katharina II. von Rußland, die fünfzehnjährig als kleine Anhalt⸗Zerbſtſche Prinzeſſin an den ruſſiſchen Hof kam, vettete ſich vor der Verſumpfung, in ber die damalige Hofgeſellſchaft lebte, nur durch Lektüre guter Bücher. Sie fand als Rettungs⸗ anker— das Buch. Indem ſie las, lernte ſie und wurde zu der bedeutenden Frau, die wir heute bewundern. Kalſerin Maria⸗Thereſia erzog ihre Kinder durch ihre fein ausge⸗ arbeiteten Briefe, die wir mit Bewunderung leſen. Aber um ſolche Briefe zu ſchreiben, wie ſie ein Bismarck, ein Friedrich der Große, ein Mirabeau, eine Marſa⸗Thereſia, eine Madame du Deffand, eine Julie de Leſpinaſſe ſchrieb, muß man fehr beleſen ſein. Und um leſen zu können, muß man eine Bih⸗ liothek beſttzen, oder zum mindeſtens einen gefüllten Bücher⸗ ſchrank. Nur das Buch genteßt man, das man im Zimmer ſtehen hat und das man jederzeit vornehmen kann. Es gibt Bücher, die man immer wieder lieſt, deren Genuß uns erſt beim wiederholten Leſen zuteil wird, an die wir uns ge⸗ wöhnen, wie an unſere Freunde, die pielleicht noch verläß⸗ licher und treuer ſind als dieſe, denn ſie ſind immer für uns da und ſie verändern ſich nicht. i f„ Die Bibltothek iſt heute das, was meiſt erſt zuletzt an⸗ geſchafft wird bet einer Einrichtung. Man findet in elegant eingerichteten Häuſern Wintergarten, Billardzimmer, Muſik⸗ zimmer, Frühſtückszimmer, Jagdzimmer, Spielzimmer und Tanzſäle, aber keine Bibliothek. Ja kaum einen Bücher⸗ ſchrank mit anſtändigem Inhalt. Die meiſten Menſchen geben, ohne ſich zu beſinnen, Gelb aus für ein Diner, eine Flaſche Sekt, eine Opexettenvorſtellung, für jeden kurzen Genn der ſo raſch verrauſcht... aber ein Buch kaufen, das ihr Leben bereichert, das immer für ſie da iſt, einen dauernden Beſitz bildet? nein, lieber leihen ſie ſichs von irgend ſemand. Gerade auf dem Lande ſollte man ſich an die Bücher halten, die uns die Menſchen und die Welt erſetzen. Wer Bücher hat, iſt niemals einſam, eine ganze Welt umgibt ihn, er braucht nur darin unterzutauchen. Das Buch kann zaubern, es tröſtet und zerſtreut uns, wenn wir krank ſind.. 5 Die Dame erkennt man heute nicht mehr am Handſchürh oder am Schuh— ſondern an dem, was ſie— geleſen hat. Man kann den Menſchen ihre Vergnügen ja nicht vorſchreiben, ſie wählen ſie ſich ſelbſt. Aber wer Wert darauf legt, mit geiſt⸗ reichen Menſchen zu verkehren, kommt ohne Bücher nicht aus. Gebildet iſt nur der, der lieſt.. Keine Frau wird ſich in der Welt eine Stellung verſchaffen, die nicht kieſt. Man kann gar nicht genug leſen. Jedes Buch gibt uns etwas, vertteft uns und erweitert unſeren Geſichtskreis. Wir haben nicht immer Zeit, einen Vortrag zu beſuchen und die Menſchen leben heute ſo raſch dahin und ſind vergeßlich. Aber in un⸗ ſerer Bibliothek bewahren wir unſer Wiſſen auf. Dort ſteht unſer Gedächtnis. Wir brauchen nur ein Buch zu greifen und aufzuſchlagen. 95 8 Man ſollte keine Relſe antreten, ohne ſich mit Büchern zu verſehen. Das Buch leiſtet uns Geſellſchaft au einſamen Abenden im Hotel, in der Bahn, auf langen Fahrten unter⸗ wegs. Mit einem Buch iſt man ute allein. Ein unbeleſeuer Meuſch iſt arm und es kommen Stunden, in denen er ſeine Einſamkeit bitter empfindet. Unter Menſchen, die leſen, die Blicher beſitzen und ſich mit Büchern umgeben, wird er ich verlaſſen fühlen und unglücklich, währenb die Beleſenen ihre Zeit miterleben, das Leben ausſchöpfen und ihre Menſchen⸗ kenntnis verttefen mit ſedem guten Buch.. Die Erzieher der Jugend ſollten ſchon den Kinbern ein prägen, daß keine Perſöulichkeit, die etwas in der Welt he⸗ deutete, es ohne Bücher wurde, daß das Buch zum Aufbau eines Lebens und zur Vollendung der Bildung nun einmal gehört, daß man gar nicht genng Bücher beſitzen kaun u d ſchaftlichem Togesintereſſe Publikum und Buch in gedeihliche Verbindung bringen. 5 5 dieſer Beſitz einer der ſeltenen Geuſtſſe iſt, der nicht ſchun im Genießen verblaßt, ſondern uns bleibt 8. Seite. Nr. 136 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 21. März 1929 Bom icht zu ſchreiben und der Pflicht zu leſen Von Frank Thieß Wenn dieſe Ueberſchrift gedruckt wird, ſteht Deutſchland im Zeichen des Buches. Im Zeichen des Buches, jenes un⸗ ſcheinbaren, handlichen, kleinen bunten Dinges, das ſo viel Erregungen, Späße, Stürme, Verſonnenheiten in ſich birgt. Nicht im Zeichen des Automobils, des Radio oder der Präſi⸗ dentenwahl. Nein, ein paar Tage lang regiert das Buch un⸗ umſchränkt, und ſelbſt der ſchlechteſte Leſer wird hie und da vor den Buchläden ſtehen bleiben und an der Fülle ſchön⸗ gebundener Auslagen ſeine fürchterliche Unbildung mit leich⸗ ter Unruhe feſtſtellen. Daher denn auch mein Mut zu dieſer Ueberſchrift ſtammt, welche man zu anderer Zeit nicht nur belächeln, ſondern mit höhnendem„hoho!“ oder„das kann ich mir denken!“ quittieren würde, indem man gleichzeitig darauf hinwieſe, daß natürlich jeder Poet ſich das Recht zu ſchreiben gäbe, dahingegen dem Mitmenſchen noch nicht die Pflicht aufdiktieren dürfe, das Ge⸗ ſchriebene zu leſen. Ehedem hätte ich mir ſolche Reden gefallen laſſen müſſen, heute iſt das anders. Deutſchland ſteht im Zeichen der Buchwoche, die Buchhändler beglückwünſchen ſich, die Verleger zwinkern ſich zu, die Dichter haben rote Wangen, und ſogar die Regierung blickt wohlwollend. Da dürfen wir Schriftſteller endlich einmal tüchtig das Maul aufreißen. Dieſe Situation muß ausgenutzt werden. Alles, was man auf dem Herzen hat, muß herunter. Ich gebe zu, es liegt das Bedenkliche der Ueberſchrift da⸗ rin, daß ich keck uns Poeten Rechte, euch Leſern aber Pflichten auferlege, kurzum verſtimmend und verlockend wirke, noch ehe ich überhaupt angefangen habe, meine Meinung zu ſagen. Ich gebe zu, daß dies undiplomatiſch iſt, indeſſen bin ich kühn genug, dabei zu bleiben, weil eine wirkliche Wahrheit dahinter ſteckt, nicht nur eine Buchwochen⸗ und Reklamewahrheit, die aufflammt und erliſcht. Das Recht zu ſchreiben, hinter dem ſo piel Anmaßung zu ſtecken ſcheint, ſchrumpft nämlich, ſcharf betrachtet, zum Begriff„Berechtigung“ ein. Das heißt aber, man kann mich keinesfalls bereit ſehen, dies Recht jedem ohne weiteres zu erteilen, der Feder und Papier zu benützen und zu verbrauchen weiß. Iſt doch dies von jeher der Sorgen⸗ punkt aller Literaturfreunde geweſen, daß im Laufe eines Jahres mehr unnötiges Zeug zuſammen gedruckt wird, als ein Güterzug ſortſchleppen kann. Und ein Freund von Be⸗ rechnungen, der jährlich tauſend unnötige Bücher zu je fünf⸗ tauſend Stück die Auflage annimmt, kann unſchwer aus⸗ multiplizieren, daß in zehn Jahren ein Berg zuſammen⸗ wächſt, der einen Nullwert an Nutzen, doch eine Rieſenmenge au verpulverter Arbeitskraft, Geld und Material darſtellt, oder aber, falls man nicht gerade die beſte Papierſorte dafür einſetzen will, einen ſchönen, zu dieſem Zwecke abgeholzten Wald reſtlos verbraucht hat. Nun, das iſt etwas für Zahlen⸗ freunde, denen Quantitäten Spaß machen. Man kann indes die Größe des Problems auch von der Bildungsſeite aus er⸗ faſſen, und gerade von hier aus geſehen, erſcheint es mir be⸗ ſonders bedeutend. Wir wiſſen alle, daß das begehrteſte Volksbildungsmittel, der Film, die Aufgabe der Erziehung des Geſchmacks und Ur⸗ teils bis jetzt nicht zu löſen wußte, ſtatt deſſen aber viel zur Verbreitung ſchlechter Literatur beigetragen hat, wenn auch nicht vergeſſen werden ſoll, daß man gelegentlich gute Romane verfilmte und ſie ſo unters Publikum brachte. Eine Geſchichte des deutſchen Geſchmacks und der deutſchen Geſchmackswandlun⸗ gen würde jedenfalls für die letzten zwanzig Jahre einen gro⸗ tesken Rückgang dieſes wichtigen Bildungsmerkmals feſtſtel⸗ len dürfen und gleichzeitig den Rückgang der guten Bücher zu⸗ gunſten der ſchlechten vermerken können,. Was iſt da zu tun? Man weiſt auf die wirtſchaftlichen Verhältniſſe hin und glaubt, auf ſte und die bekannten Geſellſchafts⸗Umſchichtungen alle Schuld abwälzen zu dürfen. Doch ſo einfach läßt ſich dieſe Niveauſenkung im Abſatz des wertvollen Buches nicht entſchul⸗ digen. Es muß wieder möglich werden, trotz des Kinos und trotz der Neureichen bei einem Minimum in Maße ein Maxi⸗ mum an Qualität zu erreichen, die Größe des Büchermarktes zugunſten ſeines Niveaus zu verringern. Das heißt nichts anderes, als daß nicht jeder Beliebige das Recht hat zu ſchrei⸗ ben, ſondern dieſes Recht nur dem zukommt, der wirklich fähig iſt, mit ſeiner Feder einen Wert einzuſetzen. An dieſem Punkte angelangt, muß ich meinen verehrten und herzlich geſchätzten Buchhändlern eine ſanfte Grobheit ſagen: Warum, meine Herren, ſo frage ich, warum degradieren Sie ſich zu einem Laden, der Waren feilhält, ſich alſo nach An⸗ gebot und Nachfrage, Konjunktur und Mode vprientiert, ſtatt einmal in geſchloſſener Front dieſen Gedanken mit voller Kraft aufzunehmen, daß Sie geiſtiges Gut vermitteln, alſo Kulturträger(oder Kulturhinderer) ſind und ſomit eine Verantwortung für die Bildung des deutſchen Menſchen kra⸗ gen? Der Buchhändler, welcher begriffen hat, daß er eine Mittel⸗ und Mittlerſtellung zwiſchen Kaufmann und Volks⸗ bildner, zwiſchen Kaufmann und Künſtler einnimmt, alſo ge⸗ wiſſermaßen in ſich einen neuen und beſonderen Berufstypus darſtellt, wird von vornherein zwiſchen Wert und Unwert ſei⸗ ner Bücher entſcheiden müſſen. Als vornehmer Kaufmann wird er wiſſen, daß er nicht ſchlechte Ware vertreiben darf, auch wenn ſie wegen ihrer Billigkeit oder aus ſonſtigen Gründen vom Käufer verlangt wird. Und als Künſtler und Volksbildner wird er wiſſen, daß er, falls er nur leidlich geſchickt iſt, den Ge⸗ ſchmack des Käufers zum wertvollen Buche hinlenken kann, kurzum, daß er es zum größten Teil in der Hand hat, das gute Buch populär zu machen. Ich habe Buchhändler kennen ge⸗ lernt, deren Bildung und Haltung, deren kaufmänniſch groß⸗ zügiger Blick und geiſtig klare Einſicht ihren„Laden“ zu einem Salon äſthetiſcher Kultur erhoben hatten, und die, wie ſie mir verſicherten, mit den beſten Büchern auch die beſten Geſchäfte machten. Die Preſſe wurde auf die Art, wie ſie ihr Leſekabinett einrichteten, Neuerſcheinungen ankündigten, aufmerkſam. Man beſuchte ſie, man beriet ſich mit ihnen, beſprach Novitäten und diskutierte über die Bücher des Tages. Ich kenne die Preſſe genug, um zu wiſſen, daß ſie mit warmem Intereſſe ſelbſt in den Spalten ihrer Blätter von ſolchen Buchhandlungen No⸗ tiz nehmen, ihre Beſtrebungen unterſtützen und fördern wird, wie man denn in den Redaktionen aufrichtig froh iſt, wenn einem wirklich gute Bücher vorgelegt werden, die man gern be⸗ ſpricht, während ſie gleichzeitig in den Auslagen der beſten Buchhändler ſichtbar ſind. Preſſe, Buchhändler und Verleger zuſammen haben es in der Hand, das Recht zu ſchreiben nur denen zu erteilen, die es nach dem freien Urteil ihrer führen⸗ den Köpfe auch verdienen. Ignoriert die ſchlechte Produktlon, und das Niveau des deutſchen Büchermarktes, ja der deutſchen literariſchen Weltgeltung wird ſich in ungeahntem Grade heben! Damit darf ich denn auch meinem Worte„von der Pflicht zu leſen“ einen anderen Sinn geben als den, welchen man anfänglich vermutete. Es beſteht für den Leſer die Pflicht, mit Bewußtſein ſich der Lektüre minderwertiger Bücher zu enthalten und, wo das eigene Urteil mangelt, ſich dem Rat der guten Buchhändler und gebildeten Bibliothekare zu un⸗ terwerfen. Glauben Sie nicht, meine Damen und Herren, daß gute Literatur langweilig iſt. Die größten Schriftſteller ſind noch ſtets die ſpannendſten geweſen, weil ſie, während ſie ſchrieben, nicht von Kalkulationen beſtimmt, ſondern von Erregungen getrieben wurden. Tolſtot, Doſtojewski, Balzac, Hamſun und unter den jüngeren Thomas Mann, der Däne Anker Larſen, der Finne Zachris Topelius, der Schweizer Otto Wirz, ſie laſſen den nicht mehr los, der ſich in bewußter Abkehr von der Filmdramatik dem lebendigen Feuer ihrer Schickſalsführung anvertraute, Geſchmack und Urteil in ihm läuterte und klärte. Es beſteht nun einmal für den, der ſich herausnimmt, über Bücher zu ſchelten, ſie langwellig, ſtrup⸗ artig, ſchwärmeriſch, romantiſch, unwahr zu nennen, die Pflicht, neben den minderen auch die beſten zu lefen; welche unſere Zeit hervorbrachte. Und wenn weiterhin ſchlechte Bücher geſchrieben und vertrieben und verfilmt und gekauft und zu hunderttauſenden verkauft werden,— meine Damen und Herren, Sie ſelbſt wollen dann gütigſt nicht jene be⸗ potten, welche ſie produzierten, ſondern jene, welche ſie kauften und laſen. Die deutſche Literatur wird nicht von den deutſchen Dichtern gemacht, ſondern von Leſern, Verlegern, Buchhändlern und Dichtern zuſammen. Es liegt in jeder⸗ manns Hand, ſie zu verbeſſern oder zu verſchlechtern. Die Läden ſind offen. Die Buchwoche blüht. Beiſammen ſind wir, fanget an! — Mein Buchhändler 0 Von Artur Brauſewetter „Mein Buchhändler“, dieſe Bezeichnung charakteriſiert das Verhältnis des Kunden zu ſeinem Buchhändler. Uebrigens iſt „Kunde“ hier nicht das Paſſende, es iſt vielmehr in dieſem Zuſammenhange ein häßliches Wort. Denn der Buchhändler und der Bücherſuchende ſtehen ſich nicht wie Kaufmann und Käufer, ſondern wie Anwalt und Schutzbefohlener, wie Rat⸗ ſuchender und Raterteilender gegenüber. Elin Buch iſt keine Ware, ſondern ein Ding, dem eine Seele innewohnt. Es iſt kein toter Gegenſtand, ſondern ein lebendes Weſen. Und es iſt vor allem der beſte und zuver⸗ läſſigſte Freund, den ein Menſch haben kann. Der Buchhänbler aber iſt der Hüter dieſer lebendigen Dinge, dieſer ſprechenden Seelen. Er wacht über ſie, wählt ſie aus und gibt ſie je nach ihrer Art und ihrem Weſen dem Weſensverwandten in die Hand. Der Buchhändler iſt gewöhn⸗ lich ein feiner Menſchenkenner. Er blickt in das Herz der Leute, kennt ihren Geſchmack und ihre Richtung; indem er weiß, was ſie leſen, weiß er, was ſie ſind. Freilich, es gibt auch Bücher, die gar keine Bücher ſind. Genau ſo, wie es Menſchen gibt, die gar keine Menſchen ſind. Und es gibt Bücher, die eine befleckte Seele haben. Gerade ſo wieder, wie bei den Menſchen. Auch ſie kennt der Buchhändler, und er macht bald die Erfahrung, daß Menſchen, die keine Menſchen ſind, ſtets die Bücher wünſchen, die keine Bücher ſind. Und bei den Büchern der befleckten Seele findet dasſelbe Verhältnis ſtatt. Auch hier gefellt ſich gleich zu gleich, wie überall im Leben. Vielleicht blickt keiner ſo in die Gründe der menſchlichen Seele hinein wie der Buchhändler. 5 Darum iſt er auch der Seelſorger aller derer, die ein Buch lieben und ſuchen. Und ſelbſt der Kenner guter Werke, ja, der Hochgebildete und Gelehrte ſind auf„ihren“ Buchhändler an⸗ gewieſen und freuen ſich, wenn ſie einen gefunden haben, dem ſie ihr unbedingtes Vertrauen entgegenbringen können. Aber mehr iſt der Buchhändler: Ein Erzieher, Indem er zum Vermittler zwiſchen Dichter und Publikum, zwiſchen Buch und Leſer wird, iſt es in ſeine Hand gelegt, das Gute zu fördern, das Schlechte zu unterdrücken, den Geſchmack der Menſchen zu bilden, ihr Urteil zu läutern. Was uns in Deutſchland heute zu allererſt nottut, iſt der zielbewußte Aufbau einer idealtſtiſchen Weltanſchauung. Denn es iſt außer jedem Zweifel, daß unſer Volk in viel höherem Maße, als durch viele andere immer geltend gemachte Fehler und Schwächen durch das Ueberwuchern einer matertialiſtiſchen Weltanſchauung zugrunde gegangen iſt. Die Bauſteine für eine geſunde und idealiſtiſche Welt⸗ anſchauung aber ſind die guten Bücher. Und dieſe dürfen nicht nur auf die Kreiſe der Gelehrten, der Kunſt⸗ und Literatur⸗ kenner beſchränkt bleiben. „Hätte ich die Freiheit“, ſchreibt ein gebildeter Europäer, „mir eine Neigung zu wählen, die mich für alle Wechſelfälle des Lebens auf einen feſten Grund ſtellte, die mir eine Quelle der Freude und Freudigkeit wäre, ein Schild in jenen Tagen, wo alles verkehrt geht und die Welt ſich von mir wendet— es würde die Neigung zum Leſen ſein.“ Für ein gutes Buch ſollte man vieles opfern, ſollte man unter Umſtänden hungern und dürſten können. Die Seele braucht ihre Nahrung wie der Körper, vielleicht in einem noch höheren Grade. Man ſoll ſie nicht hungern und frieren laſſen. Sonſt rächt ſie ſich einmal bitter— vielleicht, wenn es zu ſpät iſt. Sie kann die Höhenluft nun einmal nicht entbehren und verſchmachtet in der Niederung. Man hat vom deutſchen Buchhändler geſagt, daß er immer ein ſchlechter Kaufmann, aber ein um ſo beſſerer Freund ſei⸗ nes Volkes geweſen iſt. Ein größeres Lob kann ihm nicht geſpendet werden.„Den deutſchen Soxtimenter macht uns nie⸗ mand nach.“ Dies Wort iſt erſt vor kurzem aus berufenem Munde gefallen. Und ſo iſt es außer Frage, daß der Stand eines Buch⸗ händlers, insbeſonders in einer Zeit wie dieſer, nicht nur ge⸗ ſchäftliche, ſondern kulturelle, ethiſche und vaterländiſche Pflichten zu erfüllen hat. Wohl dem Buchhändler, der ſich der hohen Sendung ſeines Berufes bewußt iſt, der ſich niht als Kaufmann, ſondern als Kulturträger füßlt.. 5 Buch und Theater In Moskau gibt es eine Theatergruppe„Die blauen Bluſen“, die von Lokal zu Lokal zieht und überall ſpielt, waß der Tag gebracht. Lebende Zeitung alſo, das Theater al⸗ lebende Zeitung. Auf einer anderen Ebene könnte man unſer weſteuro⸗ päiſches, unſer deutſches Theater in einen ähnlichen Zuſam⸗ menhang mit dem Buch bringen. Dort Zeitung, Aktualität, Senſation, hier Buch, ewiger Beſitz, Vertiefung— als idealer Fall, verſteht ſich, denn gewiß gibt es auch bet uns ein an⸗ deres Theater, wie es Bücher gibt, die alles eher denn ewiger Beſitz heißen können. Die Zeiten, da man mit dem gedruckten Drama in der Hand vor der Bühne ſaß, im erleuchteten Zuſchauerraum, der auch während der Vorſtellung nicht verdunkelt wurde, ſind vorbei— wenn man von ein paar Enthuſiaſten und Kunſt⸗ jüngern abſieht, die irgendwo oben auf den Treppenſtufen der Galerie ſitzen, den Klavierauszug oder die Partitur der „Meiſterſinger“ auf den Knien, ſpärlich von den Notlampen beleuchtet. Aber wenn man auch nicht mehr im Theater mitlieſt, hat man deshalb überhaupt aufgehört, Dramen zu leſen? Die erfolgreichen Stücke— man nehme„Die heilige Johanna“, „Das Grabmal des unbekannten Soldaten“,„Zwölftauſend“, „Der Patriot“ oder was man will— ſie ſind auch zu Tauſen⸗ den geleſen worden. Und was wichtiger iſt: die anderen Werke des geſpielten Autors werden beachtet, verwandte Ideen werden in anderen Büchern aufgeſpürt. Theater, ſoweit es nicht nur der Unterhaltung dient, iſt die edelſte Propaganda für die Dichtung— man ſtoße ſich nicht an dem Ausdruck, in unſerer geſchäftstüchtigen und geſchäfts⸗ ſüchtigen Zeit muß man ſich nicht ſcheuen, Vokabeln des Gei⸗ ſtes und des Geſchäfts zu verbinden. Wer die Erſchütterungen der großen Tragödien im Theater erfahren, der lieſt mit neuen Augen. Von der Bühne her ſprechen Menſchen zu uns Worte, wie wir ſie unter unſresgleichen nie wechſeln würden. Sie ſpre⸗ chen zu uns aus einer anderen Welt, wo die kleinen Geſetze unſerer geſellſchaftlichen Konvention nicht gelten. Es ſind, im idealen Falle, Vollendete, und ſelbſt ihre Leidenſchaften und Verbrechen treten reiner vor uns hin, weil das unmittel⸗ bare Intereſſe ausgeſchaltet iſt. Das aber gilt in noch hö⸗ herem Maße von den Geſtalten und Ideen, die uns in Büchern begegnen. einem Brief an die Schweſter, geſchrieben 1860 aus Paris: „Suche ſo viel wie irgend möglich Muße zu guter Lektüre. Glaub mir, der Umgang mit lebenden Menſchen koſtet immer mehr, als er einbringt: man ſetzt da— meiſtens— immer zu. Das Buch eines edlen Geiſtes iſt aber der koſtbarſte Freund, den man haben kann. Hier ſchweigt alles aufregende Inter⸗ eſſe: die Stimme eines Abgeſchiedenen, Vollendeten, ruft uns zu. Völlige Muße zu guter Lektüre iſt das einzige Gut, wo⸗ nach man nicht genug ſtreben kann: dies iſt die größte Gunſt des Schickſals, wenn man ſte in reichem Maße genießen kann.“ Der„Tag des Buches“, am Todestage Goethes in dieſem Jahre zum erſten Mal in Deutſchland gefeiert, will nichts anderes, als zur Beſinnung auf ſolche Weisheit mahnen, wie ſie in den ſchlichten Briefworten Wagners ruht.— Und werden Freunde des Theaters nicht immer Freunde des Buches ſein? F. MI. Buch und Sportplatz Zum„Tag des Buches“ am 22. März 1929 Der 22. März bringt dem deutſchen Volke zum erſten Male in ſeiner Geſchichte den„Tag des Buches“. Was heißt das? An dieſem Tage wird überall in Deutſchland und über die Reichsgrenzen hinaus ſamten deutſchen Sprachgebiete die breite Oeffentlichkeit auf den Wert des guten Buches eindringlich aufmerkſam gemacht werden. Der Gedanke iſt nicht neu, Italien und Spanien haben bereits in ähnlicher Form für ihre nationale Literatur geworben. a n Wir würden aber den„Tag des Buches“ in ſeiner Bedeu⸗ tung ganz verkennen, wenn wir in ihm nur eine Werbe⸗ Verauſtaltung für ein an ſich gewiß bedeutſames Erzeugnis unſeres Kultur⸗ und Wirtſchaftslebens ſehen wollten. Seine Berechtigung, ja ſeine Notwendigkeit liegt viel tiefer; ſie rührt an Wandlungen in der Lebensauffaſſung unſeres Volkes, die für unſer Schickſal als Staat und Lebensgemeinſchaft ent⸗ ſcheidend ſind. Der„Tag des Buches“ muß uns allen, wenn wir ihn recht verſtehen, eine Mahnung zur kulturellen Selbſt⸗ beſinnung werden. 5 5 5 Man wird an dieſem Tage neben der Preſſe und dem Buchhandel, Bühne, Film und Rundfunk in den Dienſt der Werbung für das gute deutſche Buch ſtellen; Wiſſenſchaft und Kirche, Volksbüchereien und die deutſche Schule in aller Welt werden an dieſem Tage ſeinen Wert betonen. Und doch wäre der„Tag des Buches“ unvollſtändig, ja man könnte vielleicht behaupten in ſeinem innerſten Weſen mißlungen, wenn nicht auch die große deutſche Turn⸗ und Sportgemeinde, und hier wieder die Leibesübungen treibende Jugend, die Hoffnung unſeres Volkes, die leitende Idee dieſes Tages erkennt und ihr zukünftig nachlebt.. An ſich liegt es nahe, unere Zeit als die„Zeit des Sportplatzes“, der Ueberbewertung körperlicher Leiſtung und Fertigkeit, zu bezeichnen und ſie in ſchroffem Gegenſatz zur „Zeit des Buches“ vergangener Tage zu ſtellen. Zweifellos können weite Kreiſe unſeres Volkes im Hetztempo unſeres heutigen Lebens nicht mehr die Beſinnlichkeit und Ruhe auf⸗ bringen, die das gute Buch verlangt; zweifellos gibt es viele, die aus den ſeeliſchen und geiſtigen Wirren unſerer Tage heraus die ſportliche Rekordleiſtung verhimmeln, die wiſſen⸗ ſchaftliche und künſtlertſche Leiſtung nicht zu würdigen wiſſen. All dies ſei zugeſtanden. Wer aber die jugendpflegeriſche Arbeit und die letzten Ziele der deutſchen Turn⸗ und Sport⸗ verbände kennt, weiß, daß der Kern der deutſchen Turn⸗ und Sportbewegung noch geſund und unverdorben iſt. Hier ſoll nach dem Willen ihrer Führer eine neue Generation heran⸗ wachſen, die nicht nur körperliche Geſundheit— ſtarke Mus⸗ keln und gute Nerven— ihr Eigen nennt, ſondern auch ein offenes Auge für die Heimat und ihre geiſtigen Güter, Ehr⸗ furcht und Verſtändnis für Kunſt und Wiſſenſchaft hat. Und hierzu hift uns vor allem das gute Buch. Deswegen ſei der„Tag des Buches“ allen Turn⸗ und Sportvereinen, vor allem den Jugendleitern, ein Anſporn, Jugendpflege im wahren Sinne des Wortes zu treiben. Ein weſentliches Hilfsmittel diefer Jugendpflege iſt aber das gute deutſche Buch. Nicht„Buch gegen Sportplatz“, ſondern„Buch und Sport⸗ platz“, das iſt der Sinn und die Mahnung des„Tag des Buches“ für die deutſche Turn⸗ und Sportgemeinde. Dr. Brandt. Und ein Wort Richard Wagners ſtellt ſich ein, aus im ge⸗ n 1 klich eine liebenswürdige Er⸗ werben kann und hätten eigen n Verkehr befrelt werden muß. Gewiß wer⸗ iſt, vom motoriſch C us 306 kg gun nee use geg nv gun urggupg use u; fete uf 8 n a chu zva ng asataoa ueaggguv mog laue nage m poaean zin uspficplenvaga uszuvgach apluse Rog p zdgel ivasnvoc wnd usvunggromogz soguſe unzg Ueber ne szeigteagond gun ug uspes ne usdungeſeeg; die usguf bogz nous nv nahm zigz udp! usbunzgons ne oznbgz die pu anm uv users ue bobo guvaog javis ane usbon gnaogcklaogz 190 un i ueguſemoch uobfusſſg arg biqusgſou zogv 41 e ueemchada ne dgplusdoch uns usuloz zug 8 lock en ene ec nenen dee eu eg jeg Avg uuvz neagemas guszuvgoch ge Luv piu iu c aaa lille inen in na use gusgebopzcplenv aun rocblur ant ue chu ae eg eee ehen en eu ch usiggedusummwolne udllonejug ic dat uellvlusmmolne a zes id Sah ue ubuntu aol 30 agen usdunguszumodufd gun udgdunguf om „. 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We ich erh ehr 9 ze anſehen, nd arm b N Stenerdruck, Steuern euern end 2 1m Wirtſchaft Et iſt. 8 an Hand von ſtattſt daß die der Wirtſchaft im Vergleich 0 rer Städte itlich höher ift f e Bemerkungen zum Voranſchle f 5 re werden auf neue Rechnung g. Ueber⸗ etragen, ungen aus de Fina gleich. Wir daß es richtig wäre, mit dieſen Ueber⸗ ge Aufgaben zu erledigen und nicht die 1 decken. So könnte man einen jetzt ſchun verwerten, um Bau der Gewerbe⸗ iſſe ſollen in der Stadtver⸗ Dies ſch in Vergeſſenheit inzelnen hläge wurden its gedruckt zugeſchickt, mit dem ußern. Ich gl kaum, daß einem Brief äußert. Durch die erhält alles neuen Auftrieb und jehen zwiſchen Pri⸗ der Wirtſchaft der tmmer zum ausfallen. Wir begrüßen erenten für die Wirtſchaft zu er⸗ rlich auch Bedenken entgegen; ich man dieſen Herrn der Volkspartei 5 üer g D. V. P. überhaupt nicht an. Er⸗ wäre es, wenn di Herr auch die Möglichkeit hätte, 1 aufgrund ſeiner kaufmänniſchen Erfahrungen in die Betriebe hineinzuſehen. er Gedanke, die Wirtſchafts⸗ werbung aktiv vornehmen zu laſſen, iſt glücklich. Ich fürchte aber, daß der tüchtigſte Wirtſchaftsreferent den Wer eck nicht erreicht, wenn der Sprecher der größten Partei bet der Etatsberatung die Erhöhung der Umlage für erwünſcht erklärt. Herr Kollege Hirſchler, ich befürchte, daß Ihre Ausführungen keine glückliche Propaganda für die Mannhe Wirtſchaft geweſen ſind. Wir möchten uns dem Lob des Herrn Oberbürgermeiſters an die Beamtenſchaft anſchließen. Wir ſtehen auf dem Standpunkt, daß jemand, der als Beamter verantwortungs⸗ volle Aufgaben zu erfüllen hat, ausreichende Bezahlung er⸗ halten muß. Aber wir wünſchen nicht, daß das Syſtem— das früher hier eingeführt worden iſt der Zulagen wirtſchaft weitergeführt wird. Wir ſind der Meinung, daß man öffent⸗ lich ſagen ſoll, dieſer oder jener Beamte leiſtet ſoviel, daß wir verantworten können, ihn ſo oder ſo zu beſolden. Das ſcheint mir richtiger zu ſein, als hinter verſchloſſenen Türen eine Zulage zu geben. 5 Daß die badiſche Regierung der Stadt Mannheim nicht geſtattet hat, eine Perſönlichk von Rang für das höchſte Amt ihrer Schulen zu wählen, das iſt betrüblich. Es iſt leider ein Zeichen dafür, daß man innerhalb der badiſchen Regierung das Verſtändnis für die Notwendigkeiten der Stadt Mann⸗ helm auch auf kulturellem Geblet nicht immer aufbringt. Auf das Theater will ich ſchon mit Rückſicht auf das Jubiläum nur kurz zu sprechen kommen. Aber nur ein enz grundſätzlicher Gedanke, der nicht Mannheim alleln be⸗ frage iſt in ganz Deutſchland eine all⸗ zer ne geworden. Das Theater von heute kann mücht mehr als Kulturfaktor antzeſehen werden, für den es 11 recht noch augeſehen wird. Die wirtſchaftlichen Verhält in Maunk wurden ſ. Zt. bei der Anweſen⸗ heit Staatspräſidenten beſprochen. Mit der Gemei Mannheim⸗Heidelberg⸗Ludwigshafen iſt bereits der Anfang gemacht worden. Dieſe Idee muß unbe⸗ 1 weiter ausgebaut werden. Der Redner ſtreifte dann die Wohnungsnot, das Wohnungselend und die Mietpreisnot. Er kam dann noch auf eine Reihe wichtiger Kommunalfragen Menuſch kann nur leben und die Widerwärtigteiten teich bekämpfen, ſo ſchloß Dr. Waldeck, wenn er smut hat. Das Gleiche gilt für ein Gemeinde⸗ weſen. Wir leben heute vielleicht in der tieſſten Wirt⸗ ſchafts⸗ und Volksnot, in der wir überhaupt nach dem eweſen ſimd. Ich kann mir den Aufſtieg, ohne peſſi⸗ zu ſein, nur ſehr langſam denken. Wir müſſen uns aber immer wieder den Lebensmut der Pfälzer bewahren, und in gemeinſchaftlicher Arbeit für das Wohl der Stadt Mannheim tätig ſein. Stv. Kober Gomm.): f Der Redner erging ſich in einer längeren Polemik gegen die Soztaldemokratie und kam dann auf den Finanzausgleich zu ſprechen. Mit den Fürſorgeſätzen, die auch in Mannheim bezahlt werden, kann kein Menſch auf längere Zeit aus⸗ kommen. Die Folge davon ſind die Zunahme der Selbſt⸗ morde, von Siechtum und Verelendung, nicht nur der Er⸗ werbsloſen, ſondern der Arbekterſchaft überhaupt. Wir wiſſen, daß wir den Krieg verloren haben und arm ſind. Wir wiſ⸗ ſen aber auch, daß es der Bourgeviſie und den Kapttaltſten ſehr gut geht. Die Krtſe, die ſich jetzt auswirkt, iſt zugunſten der Kapitaliſten und zu ungunſten der Arbeiterſchaft. Die Kapitaliſten begnügen ſich nicht damit, die Reparattonslaſten auf das Proletarit abzuwälzen, ſie gehen ſogar welter dazu über, noch mehr Proftte aus den Arbetterknochen herans⸗ zuholen. Wir ſind arm geworden, das wiſſen wir, wir tragen dafür keine Verantwortung, ſondern die, die den Dawespakt geſchloſſen haben. Den Arbeitern geht es ſchlecht, niemand kann und will ihnen helfen, weil es die herrſchende Klaſſe nicht zuläßt. Dr. Hirſchler hat geſagt, daß der Einfluß der Sozialdemokratie ſo ſtark iſt, daß alles das. durchgeführt wird. Die Sozialdemokratie will aber nicht im Intereſſe der Arbeiterklaſſe arbeiten. Die Mittel, die für Polizei, Militär uſw. gebraucht werden, werden von der breiten Maſſe aufgebracht. Die Ausgaben für die Polizei haben ſeit 1913/14 eine Steigerung um 80 Pr erfahren. Die Erwerbsloſenzahl ſteigt immer weiter an. Es gilt, eine Armee zu ſchaffen für den Bürgerkrieg. Es gilt weiter, einen Feldzug durchzuführen für die hungernden Erwerbsloſen, für die um ihre Exiſtenz kämpfenden Arbeiter. Dafür iſt die Sozialdemokratie verantwortlich.(Lachen bei der Sazialdemo⸗ kratie.) Sie iſt auch verantwortlich für den Wucher, der bei den ſtädtiſchen Werken getrieben wird. Die Großunternehmer zahlen den 5. Teil des Preiſes, der ſonſt bezahlt werden muß. Die Fürſorge iſt nicht ſo großartig wie ſte geſchildert wird. Für das Nationaltheater z. B. hat man Geld; es braucht jedes Jahr mehr Zuſchüſſe. Vom Theater hat dle Arbeiterſchaft nicht den geringſten Nutzen, obwohl wir auch gerne den Arbeitern den Theaterbeſuch ermöglichen würden. Auch hier hat ausſchließlich die Bourgebiſſe den Nutzen da⸗ von. Wir können keine Rückſicht nehmen auf das 150 fährige Jubiläum, wir müſſen ſagen, daß dieſer Zuſtand für die Ar⸗ beiterſchaft untragbar iſt. Es muß endlich Schluß gemacht werden mit dieſen Zuſchüſſen für das Theater. Für alles andere hat man Geld, nur nicht für die Schulen. Die Klagen kommen nicht nur aus Elternkreiſen, ſondern auch aus der Lehrerſchaft ſelbſt. Es muß von einer ſo ſozial geführten Stadtverwaltung verlangt werden, daß auch hier Abhilfe ge⸗ ſchaffen wird. Die Schulzimmer ſind ſo ſchmutzig, daß ſie eine Gefahr für die Kinder bedeuten, die ſchon zu Hauſe in schlechten Verhältniſſen leben. Die Kinder ſollten im Jahr einmal in Erholung kommen und zwar nicht erſt dann wenn ſte ſchon faſt tot find. Das Krankenhaus und andere An⸗ ſtalten werden erweitert. Wir lehnen den Voranſchlag ab, weil er für die Beſitzenden und nicht für die Arbeiter be⸗ stimmt iſt. Auch bei der Steuerzahlung würden die Beſitzen⸗ den bevorzugt; die Arbeiter und Angeſtellten müßten den größten Teil der Steuern aufbringen. Wir werden nicht ruhen und aſten, bis das Syſtem der jetzt herrſchenden Klaſſe nicht nur in Mannheim, ſondern auch im ganzen Reich be⸗ ſeltigt iſt, was ſie will, Stu. Dr. Wolfhard(Dem.): Der uns vorliegende Etat iſt herausgekommen in einer Beit wirtſchaftlicher Not in Reich, Ländern und Gemeinden. Es iſt der erſte Etat, den uns der neue Herr Oberbürger⸗ meiſter vorgelegt hat, denn der für 1928 war noch vom Herrn Oberbürgermeiſter Kutzer vorbereitet. Wenn die Kommu⸗ niſten von vornherein Veranlaſſung genommen haben, dem Herrn Oberbürgermeiſter dieſelbe reaktionäre Abfaſſung des Etats vorzuwerfen, wie er angeblich in den vorhergehenden zum Ausdruck gekommen ſei, ſo geſtatte ich mir als nächſter Redner den Kommuniſten zu ſagen, daß der Herr Ober⸗ bürgermeiſter in einer ſchweren wirtſchaftlichen Notlage, nach einer ſcheinbaren Hochkonjunktur die Zügel des Stadt⸗ regiments übernommen hat. Nach dem, was wir bisher geſehen haben, glauben wir, daß er eine Perſönlichkelt von hohem Verwaltungstalent, daß er ein Mann iſt, der eine hohe Auffaſſung vom Weſen der Selbſtverwaltung der Stadt hat und nach beſten Kräften beſtrebt iſt, die an ihn heran⸗ kretenden Fragen zu meiſtern und Mannheim die Stellung im Wirtſchaftsverkehr zu geben und zu ſichern, die es ver⸗ dient. Der Umſtand, daß der letzte Etat mit einem Ueber⸗ ſchuß von nur 0,25 Millionen abſchließt, hat ſeinen Grund in der wirtſchaftlichen Notlage, in der ſich dis Länder und da⸗ mit auch die Stadtgemeinden befinden. Nach dem Rechen⸗ ſchaftsbericht verfügt die Stadt über ein Reinvermögen von 101 Millionen, ausgenommen die Parks und Plätze, Anlagen usw., die keinen Verkehrswert haben. Aus den Ausfüh⸗ rungen des Oberbürgermeiſters haben wir erſehen, daß die Schuldenlaſt der Stadt auf nur 50 Millionen angewachſen iſt. Das iſt wohl ein Hauptverdienſt des früheren Oberbürger⸗ meiſters Dr. Kutzer, deſſen Finanzgebahrung wohl ſehr gut geweſen ſein muß, denn nicht jeder Nachfolger eines ſcheiden⸗ den Oberbürgermeiſters findet wohl eine derartig geordnete Finanzlage vor, wie die der Stadt Mannheim. Eine Nenue⸗ rung im Etat iſt das Moment, daß die Erhöhungen der Löhne und Beſoldungen'nicht mehr in einem Poſten im Voran⸗ ſchlag erſcheinen, ſondern daß ſie bei den perſönlſchen Laſten vorkommen. Aber wir haben Grund, darauf hinzuweiſen, daß die Einkünfte aus den Unternehmungen nur zu einem Teil ausgewieſen find. Verſchiedene andere, ſo an der Mllch⸗ zentrale, am Kraftwerk Rheinau uw. ſind zuſammenfaſſend im Kapitalfondbetrag ausgewieſen. Es iſt vielleicht gut, wenn im kommenden Jahr auch dieſe Rechnungsergebniſſe ausgewieſen ſind, damit ein klares Bild entſtehen kann. Die Stadt iſt heute an 12 Unternehmungen beteiligt bezw. durch Aufſichtsrechte oder Aufſichtsräte vertreten. Wir haben uns die Frage vorgelegt, ob an einem Zeitpunkt außerordentlich ſchwieriger Etatiſterung es nicht am Platze iſt daß die Auf⸗ ſichtsräte, die von Seiten der Stadt geſtellt ſind und die nach einem beſonderen Beſchluß die Verantwortung, die ſie über⸗ nommen haben, auf die Stadtverwaltung übertragen haben, nicht die Sondervergütungen, die für ſie ausgeworfen wer⸗ den, nicht wieder an die Stadt zurückflleßen ſollen, ſo wie es heute ſchon bei den Staatsangeſtellten der Fall iſt. Ich felber bin Aufſichtsrat bei der.. G. und bekomme dafür eine jährliche Tantieme von 500 Mark. Aber es glbt auch Poſten, wo 1500 und mehr Mark jährlich ausgeworfen wer⸗ den. Vlelleicht werden wir bei der Südweſtdeutſchen Gas⸗ verforgung noch etwas darüber zu hören bekommen. Selbſt⸗ verſtändlich ſollen dieſe Aufſichtsräüte Vergütungen für ihre Aufwendungen erhalten, wenn ſie z. B. nach auswärts fahren mülſſen, aber wir müſſen wieder mehr zum ehrenamtlichen Charakter ſolcher Stellen zurückkommen. Im Ekat ſind weiter Mittel vorgeſehen zur Höhereinſtufung beſonders jähiger Beamten. Das dies nicht allzu viel ſind, geht aus dem ausgeworfenen Betrag von 5000 Mark hervor. Aber es würde ſich doch empfehlen, wenn bei der Budgetberatung oder bel periodiſchen Gelegenheiten dem Bürgerausſchuß nähere Mitteilungen darlber gemacht werden, die wir hier ver⸗ miſſen. Der Kollege Dr. Waldeck hat ja in ähnlichem Sinne gesprochen und ich gehe mit ihm in dieſer Frage einig. Aus den Ausführungen des Oberbürgermeiſters geht ferner hervor, daß damit zu rechnen iſt, daß Wallſtadt wohl bald eingemeindet wird. Es wäre gut, den Zeitpunkt bal⸗ digſt zu entſcheiden. Denn im kommenden Oktober finden die Landtagswahlen ſtatt, ſo daß dieſer Ort dann zum Bezirk Mannheim⸗Stadt gehören würde, was bei der Aufſtellung der Kandidaten zu berückſtchtigen wäre. Das gleiche gllt, wenn Seckenheim eingemeindet wird. In einem Neufahrs⸗ artikel zum Jahre 1929 hat der Herr Oberbürgermeiſter dar⸗ auf hingewieſen, daß jede Stadt nur aus ihrem hiſtoriſchen Werdegang, nach ihrer Eigenart im kulturellen Leben und nuch der Zuſammenſetzung chrer Bevölkerung enkwickelt ung geſtaltet werden kann. Ich glaube, daß der Herr Oberbürger⸗ meiſter damit das richtige getroffen hat. Es iſt bei anderen Gemeinden eine gewiſſe Großmannſucht vorhanden, die einen Zufammenſchluß mit einzelnen Gemeinden zuſtandebringen wollen. In einer Zeit der wirtſchaftlichen Not könnten nur zwingende Gründe dafür ſprechen. Der Herr Oberbürger⸗ meiſter hat in der Zeit feines Hierſeins darum innerkokale Beſprechungen mit den Nachbarſtädten eingeleitet und es iſt ein erfreuliches Moment geweſen, daß der Oberbürgermeiſter der Nachbarſtadt Ludwigshafen in die Hand des Oberbürger⸗ meiſters unſerer Stadt eingeſchlagen hat. Aber bei den Ein⸗ gemeindungen wird noch zu berückſichtigen ſein, was wir aus den Erfahrungen der Eingemelndungen anderer Städte lernen. Ich will hier nur ſagen, daß uns eine gewiſſe Mär oder gewiſſe Nachrichten zugekommen ſind, denen zufolge die Gemeinderäte in den letzten Monaten ſich im weſentlichen da⸗ mit beſchäftigt haben, daß die Beſoldungs⸗ und die Gehalts⸗ verhältniſſe der einzelnen Beamten—2 Gruppen höher ge⸗ ſtellt worden ſind und daß die Eingemetndungsgemeinde dann eine gewiſſe Zeit zurückdatleren mußte, um den wahren Stand zu kommen. Herr Kollege Dr. Waldeck hat hier die Frage der Gemeindeverfaſſung angeſchnitten. Der Innen⸗ miniſter Dr. Remmele hat darauf hingewieſen und ich bin mit ihm einer Meinung, daß der fetzige Landtag für dieſe Frage nicht mehr der richtige Ort iſt, ſo ſehr die Frage im Prinzip einer Klärung bedarf. Der Innenminiſter des größten Landes Preußen, Grzeſinſkt, hat in einer Preſſe⸗ beſprechung erklärt, daß er auf dem Standpunkt ſteht, daß dis preußiſche Städteordnung reformbedürftig iſt, daß er aber, wenn er maßgebend ſein ſollte, mehr der Oberbürgermeiſterei⸗ verfaſſung als der Magiſtratsverfaſſung zuneige. Die Ab⸗ änderung der Geſchäftsordnung des Mannheimer Bürger⸗ ausſchuſſes hat ja einen gewiſſen Erfolg erreicht. Am 28. März vorigen Jahres haben wir eine Aenderung der Ge⸗ ſchäftsordnung vom Miniſterium anerkannt bekommen. Der Brgerausſchuß von Mannheim ſteht in dieſer Beziehung alſo viel fretheitlicher dar, denn er hat ein Antragsrecht he⸗ kommen. Ich bin der Meinung, daß, bis dieſe Frage ge⸗ klärt iſt, und ſie muß in dieſem Sommer geklärt werden, kule Herr Kollege Dr. Waldeck zugeben kann, wenn die Preſſe⸗ nachrichten, die uns zugekommen ſind, richtig ſind. Eins möchte ich aber betonen, ſo wird es aber natürlich nicht gehen, wie unter dem Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Kutzer, wie er den Bürgerausſchuß behandelt hat. Seine Erklärung im Jahre 1927 auf dem Freiburger Städtetag, daß er einen Bürgerausſchuß als ein notwendiges Uebel betrachtet, iſt abzulehnen. Ein Beiſpiel iſt die Süddeutſche Gasgeſellſchaft, die der Stadtrat beſchloſſen hat und als ich ihm in einer Unterredung erklärte, daß es bei dieſen erſt bewifligten 80 000 Mark nicht bleiben werde, erklärte er mir: Das werden Sie nie erleben, daß dieſe 50 000 Mark überſchritten werden. Vier Wochen ſpäter wurde ihm vom Aufſichtsrat der nach Frank⸗ furt geſandt war, erklärt, daß man beſchloſſen habe, dieſe Summe zu erhöhen und in der jetzigen Vorlage des Ober⸗ bürgermeiſters heißt es, daß es ja ganz ſelbſtverſtändlich ſel, daß man mit 50 000 Mark nicht auskommen kann. Auch bei einer Aenderung der Gemeindeordnung orrd die Ge⸗ meindevertretung noch immer aus etwa 60 Perſonen be⸗ ſtehen. Es wird ſchwer für viele, ihren Verpflichtungen im⸗ mer nachzukommen. Schon heute gibt es Leute im Stadtrat, die ihrem Ehrenamt nur nachkommen können, wenn ſie die Nacht zur Hilfe nehmen, um der Axbeit am Tage nach⸗ kommen zu können. Der Bürgerausſchuß, ſoweit er ſich mit ſolchen Fagen beſchäftigt, wird noch immer als eine gute In⸗ ſtitution anerkannt. Um nun zu den Einzelfragen zu kommen, zunächſt beim Theater. Wir wollen angeſichts des 150fährigen Thegter⸗ jubtläums im Juni 1929 nicht darüber ſprechen. Das iſt vielleicht das Beſte. Wir fügen nur noch hinzu, daß, als wir ſeinerzeit gegen den Penſionsvertrag des jetzigen Intendanten geſprochen haben, uns eine große Anzahl von Parteien nicht folgten, die ſich in der Zwiſchenzeit und nach den Erfah⸗ rungen im vorigen Jahr zu dieſem Standpunkt bekehrt haben. Dr. Moekel hat von Verkehrsfragen geſprochen Es iſt wichtig, daß der Polizeidirektor in dleſes Problem eingegrif⸗ fen hat. Wo wir jedoch nicht nachfolgen können und unſere Wähler würden es als Schildbürgerſtreich auffaſſen, iſt dern Vorſchlag, das Publikum am Waſſerturm in einen Autobus umſteigen zu laſſen, um in die Stadt zu kommen. Wir haben ſchon im letzten Jahr erklärt, daß der Verkehr auf der Brelte⸗ ſtraße, die keine breite Straße in verkebrstechullcher Hlnſicht — 11. Seite. Nr. 188 NEUE MODELLE 492 Donnerstag, den 21. März 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) NEUE pgEISE e — 2 Frauen und Iömier 8 Am Freitag, den 22. 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Da heute immer wieder von führenden Perſönlichkeiten auf die Bedeutung der öſtlichen Orientierung hingewieſen und dieſem Gedanken durch Wirtſchaftsverhandlungen mit der Sowjetregierung Ausdruck gegeben wird, iſt es zweifelsohne für jeden von uns wertvoll, Näheres über unſere in Rußland lebenden Volksgenoſſen zu erfahren. Unter den Rußland⸗ deutſchen aber nimmt die Transkaukaſiſche Gruppe mit rund 16000 Seelen in den Kolonien und 6000 Köpfen in den Städten Tiflis und Baku, dank ihrer kulturellen und wirtſchaftlichen Entwicklung, eine ganz beſondere Stellung ein. Die trauskaukaſiſchen Kolonien, von denen heute in der Aſerbeidſchaniſchen Sozialiſtiſchen Sowjetrepublik acht, und in der Georgiſchen S. S. R. ſechzehn Anſiedlungen liegen, wurden in den Jahren 1817-1819 von ſchwäbiſchen Auswanderern ge⸗ gründet. Es fiel damals den Agenten der ruſſiſchen Regierung nicht ſchwer, rund 1400 Familien für die Anſiedlung in den neueroberten Gebieten im Kaukaſus unter der durch die napolevoniſchen Kriege verarmten, württembergiſchen Bevölke⸗ rung zu gewinnen, umſomehr, als ihnen Religionsfreihelt, Steuerfreiheit für zwanzig Jahre und Befreiung vom Militär⸗ dienſt gewährleiſtet wurde. Die Reiſe erfolgte auf der Donau bis Galatz und von da bis Odeſſa, wo überwintert wurde. Durch Seuchen ſtark dezimiert, fügten ſich 300 Familien dem Vorſchlag der Regierung und ſiedelten ſich in der Nähe Odeſſas an. Der Reſt von 500 Familien zog im Frühjahr 1818 nach dem Kaukaſus und gründete dort ſieben Kolonien, aus denen im Laufe der Zeit durch Neuſtedlungen die oben⸗ genannten 24 Kolonien entſtanden ſind. Anfänglich hatten bie auf öde Steppen angewieſenen Sied⸗ ler ſchwer zu kämpfen. Mißernten und Ueberfälle wilder Stämme hemmten die Entwicklung, und Epidemien wie Peſt und Cholera verringerten die Zahl der Anſiedler noch mehr, ſo daß nach zehn Jahren kaum die Hälfte der Eingewanderten am Leben waren. Doch gaben die zähen Schwaben den Kampf micht auf; ſie ſetzten ſich allen Schwierigkeiten zum Trotz durch und ſtellten ſchließlich vor dem Kriege blühende Gemeinde⸗ zweſen dar, die nicht mit Unrecht als Oaſen in der Wildnis be⸗ zeichnet werden konnten. Neben Getreidebau, Milchwirtſchaft und Gewerbe bildet der Weinbau den Haupterwerbszweig. Vor dem Kriege er⸗ zeugten die transkaukaſiſchen Kolonien auf 3146 Hektar jähr⸗ lich rund 280 000 Hektoliter Wein, 4000 Hektoliter Reinſprit und 3000 Hektoliter Weinbrand, daneben 100 000 Zentner Ge⸗ treide, 95 000 Zentner Kartoffeln, ſowie 1800 Zentner Butter und 5000 Zentner Schweizerkäſe(Emmenthaler). Auch das Gewerbe war bedeutend, beſonders der Wagenbau. Helenen⸗ dorf allein ſtellte jährlich rund 3000 Wagen her, die, bis nach Perſten und Zentralaſien hinein, gerne gekauft wurden. Der Weltkrieg und der darauffolgende Bürgerkrieg brachte den Kolonien ſchwere Zeiten. Als Deutſche wurden ſie trotz ihrer ruſſiſchen Staatszugehörigkeit gehaßt und verfolgt. Der Weinverkauf wurde in ganz Rußland verboten, ſo daß die Kolonſen ihre Erzeugniſſe nicht verwerten konnten. Durch gute, moclerne Hefren-Anzuge zum Einheitspreis von 90 1* de. 70 17 Feine Anzuge Mule l. Nau Andie 50. in Werkstättenarbeit Aber letzthelgt es rasch zugreſten dle Vorräte dürften bald vergriften seln Hosenmuller. Zwelggeschäft: Schwetzingerstr. die Liquidationsgeſetze von 1915, 1916 und 1917 drohte ihnen der Verluſt ihres geſamten Eigentums. Er wurde zwar durch dle Revolution verhindert, aber die Uebergangsjahre 1917 bis 1918 mit ihren teilweiſe anarchiſtiſchen Zuſtänden machten jede wirtſchaftliche Entwicklung unmöglich. Viele der Kolo⸗ niſten fielen Räuberbanden zum Opfer. Die Unſicherheit war ſo groß, daß eine Hälfte der Männer, mit der Waffe in der Hand, die andere Hälfte bei der Arbeit beſchützen mußte. Da⸗ bei fehlten alle Mittel zur Bekämpfung der Rebkrankheiten und Rebſchädlinge, was einige Mißernten zur Folge hatte. Durch die Sowjetlſterung Transkaukaſiens drohten den Kolonien neue Gefahren, insbeſondere den wohlhabenden Koloniſten, die größere, außerhalb der Siedlung gelegene, Liegenſchaften beſaßen. Dieſe Güter mit rund 400 Hektar Weingärten, großen Weinkellereien, Kognakbrennereien, Spritfabriken und großen Vorräten an Wein, Sprit und Kognak wurden mit ſämtlichem toten und lebenden Inventar ohne jegliche Entſchäbigung konfisziert, oder wie es ſo ſchön im kommuniſtiſchen Sprachgebrauch lautet:„nationaliſiert“ Die deutſchen Gemeindeweſen als ſolche blieben vorerſt unbehelligt. Ihre Mitglieder verſuchten ſich der neuen Rich⸗ tung anzupaſſen und gründeten Genoſſenſchaften, die von der Sowfjetregierung begünſtigt wurden. So entſtand die Winzer genoſſenſchaft„Union“ in Katharinenfeld, Georgien, heute Luxenburg benannt, und die Genoſſenſchaft wetktätiger Winzer des Gandſchaer Bezirks„Konkordta“ in Aſerbeidjan, die nicht nur die größte Weinbaugenoſſenſchaft in ganz Rußland iſt, ſon⸗ dern auch von den Kommuniſten ſelbſt als die beſtörganiſterte Genoſſenſchaft der Union ſozialiſtiſcher Sowjetrepubliken be⸗ zeichnet wird. Durch den beiſpielloſen Erfolg, den dieſe Organiſation in den neun Jahren ihres Beſtehens zu verzeichnen hat, wurde Neid und Mißgunſt hervorgerufen. Immer wieder werden Vorſtöße gegen die Genoſſenſchaft unternommen, Eine Rethe verdienter Perſönlichkeiten, darunter die eigentlichen Gründer des Unternehmens, wurden als frühere„Bourgeois“ aus der Leitung entfernt und durch Nichtfachleute erſetzt. Trotzdem konnte bis jetzt die Entwicklung der vorbildlich aufgezogenen Genoſſenſchaft nicht aufgehalten werden. Die Genoſſenſchaft, der ſämtliche Winzer der acht aſer⸗ beidlaniſchen Kolonien angeſchloſſen ſind, hat den Alleinver⸗ trieb der ſämtlichen Erzeugniſſe ihrer Mitglieder, rund 180 000 Hektoliter Wein, die teils als Wein, teils als Kognak, auf dem ruſſiſchen Markt verbraucht werden. In eigenen Brennereien werden die Rückſtände, wie Treſter und Hefe, zu Schnaps ge⸗ brannt und letzterer in drei Spritfabriken mit einer Jahres⸗ produktion von 12 600 Hektoliter Feinſprit verarbeitet. Ein Teil des Weines wird in vier Kognakbrennereien zu Kognak gebrannt, von dem fährlich 40005000 Hektoliter, mit einem Alkoholgehalt von 50 Prozent, hergeſtellt werden. Konkordia hat ſich für den Vertrieb ihrer Erzeugniſſe einen ausgedehnten Verkaufsapparat geſchaffen, der nicht nur die eigenen Erzeug⸗ niſſe vertreibt, ſondern darüber hinaus bedeutende Mengen Waren von ſtaatlichen und privaten Unternehmungen zukauft. Der Geſamtumſatz der Konkordia mit ſeinen, in allen größeren Städten Rußlands befindlichen 22 Niederlaſſungen, mit 180 en Verkaufsſtellen, betrug im Jahre 1928/7 fast 20 Milliones Rubel. Der geſamte Reingewinn wird nach Abzug sämtlicher Un⸗ koͤſten und den nötigen Summen für den Unterhalt ber Sch u⸗ len und Kirchen, einer entomologiſchen Station für dle wiſſenſchaftliche Erforſchung der Schädlings⸗ und Reb⸗ krankheiten bekämpfung, ſowie einer Rebſchule und eines Verſuchsgartens für, auf amerikaniſchen Unterlagen veredelten, Reben, im Verhältnis der gelieferten Ware unter die Winzer verteilt. Durch die ſtramme wirtſchaftliche Organiſatlon wurde es den Kolonten ermöglicht, auch bei den heutigen ſchwieri⸗ gen Verhältniſſen ihre kulturellen Einrichtungen zu erhalten. Jede Kolonie hat eine Volksſchule, und Helenendorf, die be⸗ deutendſte Kolonie Transkaukaſiens, hat außer der Volks⸗ ſchule eine Oberrealſchule und eine Taubſtummen⸗ anſtalt. Seit ihrer Gründung unterhalten die Kolonien ſelbſt ihre Schulen und Kirchen. In den transkaukaſtſchen Ko⸗ lonien gibt es keinen einzigen A nalphabeten. Die größeren Gemeinden bilden zugleich eine Pfarrgemeinde, wäh⸗ rend von den kleineren Siedlungen je zwei bis vier zu einem Kirchſpiel zuſammengeſchloſſen ſind. Die meiſten Kolonien haben eigene elektriſche Kraftanlagen für Be⸗ leuchtung und gewerbliche Zwecke, Waſſerleitungen, Poſt und Telegraphenämter. Man ſollte meinen, daß unter ſolchen wirtſchaftlichen Ver⸗ hältniſſen eine weitere wirtſchaftliche und kulturelle Entwick⸗ kung gewährleiſtet ſei und die Koloniſten ſich unter dem Sowfetſyſtem wohlfühlen müßten. Und doch iſt das Gegenteil der Fall. Das Sowjetſyſtem und die kommuniſtiſchen Ideen, durch die alles Perſönliche ausgeſchaltet wird, ſtehen im Wider⸗ ſpruch mit dem Empfinden der Koloniſten. Sie können und werden es nie verſtehen, daß den Beſten und Tüchtigſten durch die Dekrete gegen die ſogenannten„Kulaken“ das Stimmrecht für bie Gemeindeverſammlungen entzogen wurde, und daß nunmehr nur die ſogenannte Dorfarmut über das Schickſal der Kolonien zu entſchelden hat. Wie rigoros die Auswahl der Stimmberechtigten durchgeführt wird, geht doraus hervor, daß z. B. in der Kolonie Helenendorf mit rund 500 Familien, über 400 werktätigen Perſonen das Stimm⸗ recht entzogen wurde, deren Vergehen nur darin beſteht, daß ſte tüchtige Wirte ſind. Daß bei dieſem Syſtem ein Rückgang der Kolonjen nur eine Frage der Zeit iſt und die blühenden deutſchen Kolonſen ihrem Ruin entgegengetrieben werden, ſteht außer Zweifel. Es iſt deshalb nicht erſtaunlich, daß viele Koloniſten, trotz ihrer ſcheinbar geſicherten Exiſtenz, auf ihren durch fahrhun⸗ dertlange ſchwere Arbeit erworbenen Beſitz gerne verzichten würden, wenn ſte in einem anderen Land Sieblungsmöglich⸗ keiten hätten. Alle dieſe Beſtrebungen aber ſind zunächſt aus⸗ ſichtslos, denn ſelbſt den kommuniſtiſchen Machthabern ſcheint es bedenklich zu ſein, ihre beſten Steuerzahler zu verlieren und dadurch ihre Staatseinnahmen zu ſchmälern. Der Steueraus⸗ fall, den die Auswanderung der Kaukaſusdeutſchen zur Folge hätte, würde mehr als acht Millionen Rubel jährlich betragen. R. Le mi m. Verkäuf Billig zu verkaufen: Tadell. Kaſſenſchrank m. Aufſ. Jeder Teil ichtmaß 48 br. 50 6. 8 Ottef. Heidelberg, Neuenheimerlandſtr. Nr. 20. 8201 Ein Eßzimmer, mod. Bauart, dkl. Eiche, iſt fehr bill. zu vk. 1387 IJ 1. 1, Grünes Haus. Auruf 275 37. Celegenheitskauf! Geſpielte Geige und u. Gitarre billig zu verkaufen. 8245 Karl Hoyer, Tatter⸗ ſallſtraße 22, Souter. Ein Schlafzimmer. ganz neu, Eiche wird fehr bill. abgeg. 1389 Ut, 1, Grünes Haus Auruf 279 37 Lü che [Carolina Pine) faſt neu. zu verkauf. Anzuſehen Freitag u. Samstag zwiſchen 1 u. 2 Uhr bei B1228 W. Belz& Söhne, Lager 8 6. 8. Aeltere Küche. 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Lautende Anzeigen 4 in der„Neuen Mannheimet Zeltuns 5 „ Donnerstag, den 2. März 1929 Nene Mannheimer Zeitung[Abend⸗ Ausgabe) 13. Seite. Nr. 188 5 Ein Mann und Hunderttauſend Mark Roman von H. L. Rumpff Copyright 1928 by Georg Müller Verlag, Aktien⸗ geſellſchaft, München. Printed in Germany. Heute dauerte es ſehr lange. Die Franzöſin rauchte nervös eine Zigarette nach der anderen. Als es ein Uhr ſchlug, hielt es ſie nicht länger. Sie huſchte zum Dondukoff⸗ Boulevard. Im Umkreis des Hauſes Nummer vierundfünfzig be⸗ merkte ſie eine Menge unruhiger Menſchen, und, angſtvoll näher eilend, einen Doppelkordon Soldaten, der das ganze Haus umſtellt hatte. Ihren erregten Fragen antwortete nur Achſelzucken. Es ſoll jemand im Hauſe ſtecken, ein Kom⸗ muniſtenführer, oder ſonſt ein Verbrecher,— niemand wußte Genaues. Clemence zitterte. Um nicht aufzufallen, mußte ſie ſich gewaltig zuſammennehmen.„Was iſt denn paſſiert?“ fragte ſtie einen älteren Mann im Arbeiteranzug. Der ſah ſie zögernd an.— Der König Boris ſei heute morgen auf der Straße von Orchania überfallen worden,— eine Salve Schüſſe habe den königlichen. Wagen überſchüttet und zwei Begleitperſonen getötet, während der König ſelbſt wie durch ein Wunder unverſehrt blieb. und wer?—— Niemand anderes als Jankoff müſſe dahinterſtecken,— beim Nennen dieſes berüchtigten Namens ſenkte ſich die Stimme des Mannes. Man erzählte ſtets nur im Flüſtertone pon dem Chef der militäxiſchen Kommuniſtengruppe, dem es bisher ſtets gelungen war, nicht erwiſcht zu werden. Und nun ſoll er hier im Hauſe ſein!— Nein, nicht Jankoff, ſondern Minkow ſoll es ſein, ſagte ein anderer. Er ſoll ſich bei dem ruſſiſchen Profeſſor verbergen, der im zweiten Stock wohnt.— Ein Abgeſandter der Sowjetrepublik.— Das ganze Haus wird durchſucht! Madame hatte trotz ihrer oberflächlichen Kenntniſſe der bulgariſchen Sprache begriffen. Sie drängte ſich bis zu den Soldaten vor und begehrte, zur Aerztin Mara Mutaftſchiewa eingelaſſen zu werden. „Niemand darf hinein oder hinaus“, ſagte der junge Offizier. Als er die Fragende erkannte, fügte er höflich grüßend in franzöſtſcher Sprache hinzu, die Unterſuchung des Hauſes müſſe gleich beendet ſein. Madame Clemence trat aufgeregt zurück und ſah ſich plötzlich einem kleinen hageren Herrn mit weißem Schnurrbart gegenüber, der ſie auf franzöſiſch mit betont angelſächſiſchem Akzent um Aus⸗ kunft bat, ob Madame Mutaftſchiewa zu dieſer Stunde wohl noch zu ſprechen ſei. Die Französin, ſtets auf der Hut, nahm ihre reſervierteſte Miene an;— für Schwerkranke und für gute Freunde wohl, ſagte ſie, für Fremde kaum. Es ſei eine außerordentlich wichtige Angelegenheit, meinte der Herr und ſtellte ſich vor, Harald Miller aus Glasgow.— Momentan hinderten ihn ja die äußeren Umſtände, bemerkte Clemence kühl,— und nach dieſer Aufregung könne man wohl von einem Gentleman erwarten, daß er die Nachtruhe einer Dame nicht zum zweiten Male ſtöre. Damit wandte ſte ſich ab. Der Mann gefiel ihr nicht. In dieſem Moment forderte der bulgariſche Offizier ſie auf, in den Kreis der Soldaten zu treten, da bei Abführung der Gefangenen das Publikum ent⸗ fernt würde. Schon wurden die Leute zurückgedrängt, Harald Miller aus Glasgow bekam einen unſanften Rippenſtoß;— er ſah gerade noch, wie ein hochgewachſener weißhaariger Mann in ſchwarzem talarähnlichen Gewand mit gefeſſelten Händen aus dem Hauſe geführt wurde, dann verdrückte er ſich aus der ſtark angewachſenen Menge der Neugierigen mit der aufs neue befeſtigten Ueberzeugung, es gebe kaum eine unbehaglichere Gegend als den Balkan. Hätte er noch einen Moment gewartet, ſo wäre ihm die endgültige Beſtätigung dieſer Anſicht erſpart und ſtatt deſſen eine flotte, erfolgreiche Rückkehr nach Leipzig ermöglicht worden. Denn Mr. Miller aus Glasgow war Paul Ollmer, und was er nicht mehr ſah, war— Wilm Broderſen, der mit gefeſſelten Händen, bleich, von bulgariſchen Soldaten eskortiert, hinter dem Ruſſen aus dem Hauſe geführt wurde. VI Ollmer hatte ſofort nach ſeiner Ankunft zwei der bulgari⸗ ſchen Studentinnen erkundet, die mit Wilm zuſammen in Heidelberg ſtudierten. Die dritte weilte, wie ſich heraus⸗ ſtellte, ſeit Jahren im Auslande. Die Wohnung von Iwanka Strahilova lag außerhalb der Stadt, blieb für dieſen Abend nur die der Aerztin, wo er einen ſo unangenehmen Eindruck von balkaniſchen Gepflogenheiten bekam. Der folgende Tag, der fünzehnte April 1925, ein Diens⸗ tag, an dem der Orientexpreß nach Konſtantinopel fällig war, brach mit ſtrahlendem Frühlingswetter an. Ein bemerkens⸗ werter Tag für alle Beteiligten. Genau ein Monat war ver⸗ ſtrichen, ſeit Wilm Broderſen mit hunderttauſend Mark das Weite ſuchte, und in den ganzen dreißig Tagen war es ihm nicht ſo übel ergangen, wie an dieſem Morgen. Ollmer da⸗ gegen fühlte ſich ſeit Beginn der Verfolgung nie ſeinem Ziele näher als heute, und der Zufall wollte, daß er in der Tat Recht hatte, trotzdem aber gleichzeitig weiter denn je davon entfernt war. An dieſem fünfzehnten Aprilmorgen rollten einige Autos durch Sofia, die das Geſchick von Verbrecher und Verfolger, von Beſchützer und Verleumder durcheinanderwirbelten. Früh um ſechs ſchon raſte ein Taxi mit zwei Damen zur Wohnung des Polizeidirektors Stoian Koſtenzeff,— um ſieben raſte es zum Gerichtsgebäude am Boulevard Marte⸗Louiſe, wo die friſchen politiſchen Gefangenen eingeliefert werden,— um halb acht fegte es zum Dondukoff⸗Boulevard zurück, noch mit zwei Perſonen beſetzt, trotzdem die eine der Damen vor dem Schönheitsſalon an der Lege⸗Ulica ausgeſtiegen war. Um acht rappelte Ollmers Taxi zur Ulica Lomſka hinaus, wo Iwanka Strahilova nach einer Stunde als ganz junge Mut⸗ ter und zweifelsfrei an Broderſens Geſchick unintereſſiert L erkannt wurde. Um achteinhalb Uhr hielt der Dienſtwagen der Fremdenpolizeibehörde vor dem eleganteſten Blumen⸗ geſchäft der Stadt, und der Direktor Stoian Koſtenzeff ſuchte perſönlich die ſchönſten Roſen aus, die mit einem raſch ge⸗ ſchriebenen Brieflein ſchleunigſt befördert werden mußten. Um neuneinhalb Uhr ſauſte Madame Clémence vom Hotel Bulgarie, in dem ſich das Reiſebüro befindet, zum Dondukoff⸗ Boulevard Nummer vierundfünfzig, der Stätte nächtlicher Erregungen, und der Chauffeur trug zwei mäßig gebrauchte elegante Koffer ins Haus, von derem ſchwarzen Lackleder ein Monogramm ſilbern erglänzte,— zur ſelben Zeit, da aus dem entlegenen Stadtteil Ütſch⸗Bunar ein dunkelgrauer Lancia gegen das Stadtzentrum rollte, deſſen Inſaſſen ent⸗ ſchloſſene Hände um ſchußbereite Revolver ſpannten. Ollmers Wagen aus der Ulica Lomſka zurückkehrend, paſſierte an einer Straßenkreuzung einen Ford⸗Vierſttzer. Hat alſo auch ſchon Bulgarien erobert, dachte der Detektiv. Seine Augen trafen einen Moment die des darinſitzenden Herrn und glit⸗ ten weiter. Woher hätte er wiſſen ſollen, daß der demokra⸗ tiſche Abgeordnete und ehemalige General Koſta Georgieff an ihm vorbeifuhr, deſſen Leben nur noch nach Stunden zählte? Woher ſollte er das wiſſen,— eilte er doch ſiegesſicher zum Dondukoff⸗Boulevard, der ihm alſo geſtern nicht umſonſt ſo bemerkenswert aufgefallen war. 8 Madame Mara Mutaftschiewa'est pas Sieur! Alles Drängen half nichts; die Aerztin war auf dem Patientenrundgang und vor vier Uhr nicht zu'ſprechen. Die Ereigniſſe überſtürzten ſich. Wladimir Iwanoff, der zweifelhafte ruſſiſche Profeſſot, ohne Erklärung plötzlich haftentlaſſen, traf um drei Uhr vor dem Hauſe den unruhig wartenden Detektiv. Ollmer erkannte den Gefangenen der Nacht, ſprach ihn an und bat um Aus⸗ kunft über die Aerztin. Ob ſie eventuell den Beſuch eines fungen— f 3 „— Deutſchen habe“, ergänzte der Kommuniſt in fließen⸗ dem Deutſch.„Folgen Sie mir bitte; ich kann Ihnen meine Beobachtungen nicht auf der Straße mitteilen.“ Auch der Detektiv kannte türkiſche Häuſer nicht. Da ver⸗ ſchluckt ein Gang zwei Männer, da kommen aus einem an⸗ deren zwei Damen heraus, von einer Koffer tragenden Dienerin gefolgt,— und niemand ahnt etwas von der nächſten Nähe der anderen. Der Chauffeur, der den Detektiv vors Haus gebracht, freute ſich über die Promptheit neuer Gäſte. Zum Bahnhof! Irgendwo in einer anderen Straße fiel ein Schuß, und der General Koſta Georgieff ſtürzte tot zu Boden. Irgendwo rappelten Gewehrkolben an verſchloſſene Türen, um einen irrtümlich Haftentlaſſenen aufs neue zu packen, und der dabei war und ein Detektiv ſein wollte, der mußte mit;— denn es ſind gefährliche Zeiten und Aufrührer unter jeder Maske. Was? che- elle, mon- Fortſetzung folgt.] Eine Spitzenleisfung! Pollerie agoni Birke Nußbaum schwerste Tafelerbeif mit grobem Gar derobeschrenk. Fristertoflette und gepolsterten Sttzmöbeln TAFELFERITIG 50 bis 5 Minuten aus vollreifen, großen Nörnemn— einem Reichmm an Au baucioſſen Geschmack— eine schmackhafte Bereiche- Ein wogendes Getteidefeld— sonnen- durchglüht! Und die gicken, goldgelben Körner, wenn sie fast aus ihret Hülle bersten, übertreich an Vitaminen, Proteinen und Kohlehydraten, werden auf besondere Weise verarbeitet. tung Ihres Küchenzettels, eine wesentliche Arbeits ersparnis auch Ihre Gastechnung wird niedriger. Verlangen Sie eine Gratisprobe. Fragen Sie heute noch Ihren Kaufmann nach Quäker * jedes Zimmer nur Mark 575. Wenn Sie jetzt zum ersten Frühstück, Rapidflocken. 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Dieſe haben ſich im Jahre 1928 deutlich ausgewirkt und trotz einer leich⸗ ten Steigerung des Exports zu einem Abſtieg der Konfunktur ge⸗ führt. Unverändert ſchwer laſten guf Deutſchland die Repara⸗ tionen, die nunmehr in ihrer vollen Höhe von jährlich 27 Mil⸗ llarden Mork zu zahlen ſind, und der deutſchen Wirtſchaft die zu ihrer Stärkung notwendigen Kapltallen entzlehen. Die erhöhten Steuerlaſten, die ſteigenden ſozialen Abgaben und erheblichen Lohn⸗ erhöhungen beſchnerden die Erträgniſſe der einzelnen Unterneh⸗ mungen in immer ſtärkerem Maße, verhindern weitgehend die Ka⸗ pitalbildung und damit auch Neuinveſtierungen zum Zwecke der weiteren Rationaliſierung und erforderlichen Moderniſierung der änduſtriellen Anlagen. Von einer Erſtarkung unſerer Geſamtwirt⸗ ſchoft, abgeſehen von Einzelfällen, kann daher nicht die Rede ſein. Wenn auch das Jahr 1928 den Abſchluß weiterer Handelsver⸗ träge gebracht hat, wirkt ſich die Schutzzollvol' tik vieler Staaten nach wie vor äußerſt ungünſtig für unſeren Exporthandel aus. Die ſchon erwähnte Steigerung des Exports war infolge des Wettbe⸗ werbes der ausländiſchen Induſtrien, die nicht durch ſo hahe Laſten beſchwert ſind, und der hohen, vielfach proh bitiv wirkenden Zoll⸗ ſchranken in vielen Fällen nur unter Verzicht ouf Gewinn zu er⸗ zielen; die Steigerung iſt auch zu gering, als daß Deutſchland den Paſſipſaldo ſeiner Handels⸗ und Zahlungsbilanz hätte ausgleichen können. Das Freigabegeſetz der Vereinigten Staaten iſt als günſtiges Moment zu verzeichnen; wenn es auch nicht ganz den Erwartungen Deutſchlands entſpricht, ſo dokumentiert es doch die Anerkennung fremden Privateigentums. Es iſt nur zu bedauern, daß andere Staaten dieſen Grundſatz bisher nicht angenommen haben. Sehr ungünſtig iſt noch immer die Lage der deutſchen Land⸗ wirtſchaft. gute Ernte hat keine fühlbare Erleichterung ge⸗ bracht infolge der ungünſtigen Weltmarktpreiſe für Getre de; auch haben die Prohibitivmaßnahmen Englands bezüglich der Einführung raffinierten Zuckers in ihrer indirekten Wirkung auf den deutſchen Zuckermarkt zu einer Einfuhr fremden Zuckers geführt. Die da⸗ gegen ergriffenen Zollſchutzmoßnahmen ſind zu ſpät in Wlrkſamkeit gelreten und haben keine Erleichterung gebracht. Unter dieſen un⸗ günſtigen Umſtänden ſteht unſere Landwirtſchaft vor der Unmög⸗ lichkeit, on eine Abtragung ihrer Schulden zu denken. Die ge⸗ ſamte Agrarſchuld wird zurzeit auf über 772 M lllarden& ge⸗ ſchätzt bei ſchweren Zins⸗ und Amortiſatlons bedingungen. Eine ratisnellere Verwertung der Agrarprodukte und eine Minderung der Lebensmitbeleinfuhr ſind durch Schaffung von Verbänden zu erſtreben, die die Aufgabe haben, die Erzeugung von Marken⸗ waren und die Einrichtung von Getreidelagerhäuſern für Lombard⸗ zwecke zu fördern. Von der Möglichkeit einer Konſolidierung der deutſchen Wirt⸗ ſchaft kann erſt geſprochen werden, wenn bei den Reporations⸗ gläubigern die Einſicht durchdringt, daß eine für Deutſchland er⸗ krägliche Löſung des Neparatlonsproblems nicht nur im dentſchen, ſondern auch in ihrem eigenſten Intereſſe liegt, und daß die Kräf⸗ tigung der europäiſchen Wirtſchaft aufs enaſte von der Geſundung des deutſchen Wirtſchaftslebens abhängt. Erſt dann iſt eine ſtetige Entwicklung des Geldmarktes wie auch eine Milderung der auf Deutſchland laſtenden Kapitalnot zu erhoffen. Die Spartätigkeit hat zwar im Berichtsfahre an und für ſich erfreuliche Fortſchritte gemacht, iſt aber, an der Vorkriegszeit ge⸗ meſſen, noch immer unzureichend. So machen die Einlagen be! fämtlichen deutſchen Sparkaſſen erſt ein knappes Drittel des Vor⸗ krieasbeſtandes aus. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß gewiſſe Be⸗ ſtände der Kommunen und öffentlichen Unternehmungen, die heute bei den Sparkaſſen und Stadtbanken ſtehen, mit eingerechnet ſind. Vor allem aber iſt im Gegenſatz zu früher gegenwärtig nur wenigen Hevölkerungsgruppen, wie z. B. einzelnen durch hohe Lohnbezüge begünſtigten Arbeiterkategorien, die Möglichkeit einer Sparbetäti⸗ gung gegeben. Der Diskontſatz der Reichsbank verblieb während Jahres ouf der Höhe von 7 v. H. Unter ſo ſchwierigen Verhältniſſen fielen den Banken beſon⸗ dere Aufgaben zu. Durch ihre Vermittlung mußten die Mittel, die langfriſtig durch Anleihen vom Ausland nicht zu erhalten waren, in kurzfriſtiger Form beſchafft werden. Wir haben es uns beſonders angelegen ſein laſſen, durch weiteren Ausbau unſerer internaklonalen Beziehungen der deutſchen Wirtſchaft förderlich zu ſein und unſerer Kundſchaft, insbeſondere mittleren gewerblichen und kaufmänniſchen Unternehmungen und der Landwirtſchaft, die notwendigen Kredite zur Verfügung zu ſtellen.(Von unſever Kre⸗ dit in Anſpruch nehmenden Kundſchaft können 75 v. H. dem Mittel ⸗ ſtand zugerechnet werden.] Wir haben das Remboursgeſchäft weiter entwickelt und außerdem durch Mitaründung der General Mortgage and Credits Corporation, New York, den Weg geebnet, um hierfür geeianete Unternehmungen mit langfriſtigem Hypothekar⸗Tredit zu verſehen. Die des ganzen Am ſchwerſten wurde die Wertpapier⸗Börſe von dem Kapital⸗ mangel betroffen. Die erhoffte Auſhebung oder Erleichterung der Kapitalertrogſteuer zur Beſſerung der in⸗ und ausländiſchen Fi⸗ nanzierungen hat nicht ſtattgefunden. Die Umſätze an der Börſe ſchrumpften mehr und mehr zuſammen, und beſonders war es der Kaſſamarkt, der zeitweilig völliger Geſchäftsloſigkelt anheimfiel. Nur vereinzelt haben Aufwärtsbewegungen in Spezialwerten, häufig hervorgerufen durch Auslandskäufe, eine kurze Anregung gegeben. Zur Beurteilung der Börfenlage iſt es bemerkenswert, daß nach unſerer Statiſtik am Jahresſchluß 1928 41,4% aller amtlich notier⸗ ten Aktien an der Berliner Börſe unter pari ſtanden(11,1% ſegar unter 50%), während nur 58,6 ſich auf und über Parität zu ſtellen vermochten. Auch die Emiſſtonstätigkeit war gering und insbeſondere Emiſ⸗ ſtonen im Ausland konnten nur zu verhältnismäßig hohen Zins⸗ fätzen placiert werden. Unſer Inſtitut war immerhin bei einer Reihe von Emiſſionen mit Erfolg beteiligt und in der Loge, anſehn⸗ liche Poſten von Goldpfandbriefen zu Anlagezwecken unterzubringen. Unter den oben geſchilderten Verhältniſſen und dem dadurch bebingten Kreditbedarf der Kundſchaft hat ſich im Berichtsjahr das in unſeren Filialen und Depoſitenkaſſen in erſter Linie gepflegte Kontokorrent⸗Geſchäft befriedigend entwickelt. Um uns weitere Stützpunkte im Inland zu ſchaffen, haben wir unſer Filialnetz weiter ausgedehnt. Wir haben uns on der Firma Marcus Nel⸗ ken& Sohn, Berlin und Breslau, kommandſitariſch beteiligt und die Bankfirma Kronenberger& Co. in Mainz, mit Filialen in Worms und Bad Kreuznach, übernommen. Die Verhandlungen mit der Aachener Bank für Handel& Gewerbe, Aachen, und mit der Brounſchweigiſchen Bank und Kreditanſtalt.⸗G., Braunſchweig, zwecks Angliederung der Inſtitute konnten zum Abſchluß gebracht werden. Im Laufe der letzten Wochen eingeleitete Verhandlungen haben zur Vereinigung mit der ſeit 1856 beſtehenden, großes Anſehen genießenden Mitteldeutſchen Creditbank in Frankfurt a. M. und Berlin geführt. Wir verſprechen uns von dieſer Verſchmelzung neue ausſichtsreiche Beziehungen zu bedeutenden Unternehmungen ſowie eine Ausdehnung unſeres Geſchäfts in Gegenden, in denen wir bisher durch eigene Geſchäftsſtellen nicht ſo umfaſſend, wie wir wünſchten, vertreten waren. Im Zuſammenhang mit dieſer Transaktion hat eine om 28. Febr. 1929 abgehaltene auderordentſche Generalverſammlung eine Ka⸗ pitalserhöhung um RM. 15 Millionen, von RM. 60 Millionen auf RM. 75 Millionen, beſchloſſen. Ueber das Geſchäft im einzelnen berichten wir: Der Geſamtumſatz iſt im Berichtsjahr von R. 104 Milliarden auf., 120 Milliarden geſtiegen. Das Geſchäft unſerer Filialen und Depoſitenkaſſen und unſerer Kommandite S. Kaufmann& Co., Berlin, führte zu günſtigen Er⸗ gebniſſen. Die N. V. Hugo Kaufmann& Co's Bank, Amſterdam, weiſt ein befriedigendes Gewinnreſultat aus und bringt 8) Dividende zur Verteilung. Das Vorſchußgeſchäft auf Waren und Waren⸗Verſchiffungen war auch in dieſem Jahre ſehr rege und hat weiter an Umfang zuge⸗ nommen. Die Ausdehnung unſeres Kundenkreiſes kommt in der Erhöhung unſerer Debitoren um rund.“ 123 Millionen und in dem gleich⸗ zettigen Anwachſen der Kreditoren um rund R. 324 Millionen zum Ausdruck. Demgemäß hat ſich das Ergebnis unſerer Zinſen⸗ und Wechſel⸗ Kontos ſowie des Proviſions⸗Kontos gegen das Vorfahr erhöht. Die Zahl unſerer Beamten iſt infolge des vergrößerten Filtal⸗ geſchäftes von 7317 Ende 1927 auf 7991 geſtiegen. Dieſer Zuwachs hat in Verbindung mit einer im Frühjahr 1928 erfolgten Tarif⸗ erhöhung eine weitere beträchtliche Steigerung der Unkoſten hervor⸗ gerufen. Ebenſo haben Steuern und Abgaben eine Steigerung er⸗ fahren. Im Geſchäftsjahr 1928 haben wir bei folgenden Konſortialge⸗ ſchäften mitgewirkt: Staats- und Gemeindean leihen: 57 Schatzanwei⸗ fungen des Freiſtaates Bayern, 5) Schatzanweiſungen des Bezirks⸗ verbandes Kaſſel, 55“ Schatzanweiſungen des Bezirksverbandes Wiesbaden, 5 Schatzanwetſungen der Stadt Augsburg, 50 Schatz⸗ anweiſungen der Stadt Baden⸗Baden, 57 Schatzauweiſungen der Stadt Berlin, 5) Schatzanweiſungen der Stadt Dresden, 5 7) Schatz⸗ anweitungen der Stadt Frandfurt a.., 5 Schatzanwetſungen der Stadt Nürnberg, 6 Preußiſche Staatsanleihe, 77 Deutſche Kom⸗ munal⸗Schatzanweiſungen, 87 Anleihe des Freiſtagtes Heſſen⸗Darm⸗ ſtadt, 8 77 Anleihe des Freiſtaates Lübeck, 8 Anlethe des Frei⸗ ſtaates Mecklenburg⸗Schwerin, 877 Bayeriſche Kommunal⸗Anleihe, 8% Deutſche Kommunal⸗Anleihe III. Ausg., 8 Anleihe der Pro⸗ vinz Brandenburg, 8) Anleihe der Provinz Hannover, 87 Anleihe der Provinz Niederſchleſien, 825 Anleihe der Propinz Oberheſſen, 8% Anleihe der Provinz Pommern, 825 Anleihe der Provins Schleswig⸗Holſtein, 87 Anleihe des Bezirksverbandes Kaſſel, Anleihe Stadt Dresden, Anleihe 2% Anleihe 2% Anleihe % Anleihe Stadt Breslau, 87 Anleihe der Stadt Duisburg, 805 Anleihe der Stadt Elberſeld, Stadt Hagen, 8 Anleihe der Stadt Koblenz, der Stadt Königsberg, 8 Anleihe der Stadt Leipzig, der Stadt Mafdeburg, 8 Anleihe der Stadt Mains, 2 Anlethe der Stadt Solingen, 8 Anleihe der Stadt Stettin, 9 Anleihe der Stadt Ulm. Pfandbriefe und Teilſchuldverſchreibungen: 2 Debentures der Altiebolaget Kreuger& Toll, Stockholm, 7% Kommunal⸗Obligattonen der Landesbank der Provinz Schleswig⸗ Holſtein, 89 Hypotheken⸗ Pfandbriefe der Landeskreditkaſſe Kaſſel, .% Teilſchuldverſchreibungen des Schleswig⸗Holſteinſchen Elektriei⸗ täts⸗Verbandes. Gründungen: Finanzierungsgeſellſchaft für Induſtrielieſe⸗ rungen Aktiengeſellſchaft, Berlin, General Mortgage and Credits Corporation, New Pork, Getreide ⸗ Vereinigung Aktiengeſellſchaft, Hamburg, König Friedrich Auguſt⸗Hütte Aktiengeſellſchaft, Dölzſchen bet Dresden, Maſchinenbau⸗Aktiengeſellſchaft, vorm. Ehrhardt & Sehmer, Saarbrücken, Oſtpreußiſche Fleiſchwarenwerke Actien⸗ geſellſchaft, Königsberg, Tonbild⸗Synditat Attiengeſellſchaft, Berlin. Kapitalserhöhungen: Altiengeſellſchaft für Energie⸗ wirtſchaft, Berlin, Aktiengeſellſchaft für Strumpfwarenfabrikation vorm. Max Segall, Berlin, Bank für Brau⸗Induſtrie, Berlin⸗Dresden, Berliner Hypothekenbank Aktiengeſellſchaft, Berlin, Braunkohlen⸗ Imduſtrie⸗Aktiengeſellſchaft„Zukunft“, Eſchweiler, Kreis Aachen, Bur⸗ der der der 5 8 bach⸗Kaliwerke Altien⸗Geſellſchaft, Bahnhof Teutſchenthal, Deutſche Hypothekenbank(Altien⸗Gefellſchaft), Berlin, Deutſche Reichs ban⸗ Geſellſchaft, Berlin, Deutſcher Lloyd Verſicherungs⸗Aktien⸗Geſellſchaft, Berlin, R. Dolberg Akttengeſellſchaft, Berlin, Elite⸗Diamantwerbe A tiengeſellſchaft, Brand⸗Erbisdorf, Eiſenwerk Wülfel, Hannover⸗ Wülfel, Feldmühle, Papier⸗ und Zellſtoffwerke Aktiengeſellſchaft, Scholwin b. Stettin, Frankfurter Allgemeine Verſicherungs⸗A tien⸗ Geſellſchaft, Frankfurt a.., Glasfabrik, Aktiengeſellſchaft, Brock⸗ witz, Großenhainer Weßſtuhl⸗ und Maſchinen⸗Fabrik Akttengeſellſchaft, Großenhain, Hamburgiſche Baukaſſe Aktiengeſellſchaft, Hamburg, Kali⸗ Chemie Aktiengeſellſchaft, Berlin, Rudolph Karſtadt Attiengeſellſchaft, Hamburg, C. Lorenz Aktiengeſelbſchaft, Berlin, Maſchinenfabrik Buckau R. Wolf Aktlengeſellſchaft, Magdeburg, Norddeutſche Grund⸗ Credit⸗Bank, Weimar,„Nordſee“ Deutſche Hochſeefiſcherei Bremen⸗ Cuxhaven Attiengefellſchaft, Hamburg, Oſtwerke Aktlengeſellſchaft, Berlin, Ravag, Rauchwaren⸗Verſteigerungs⸗Aktiengefellſchaft, Leipzig, Rockſtroh⸗Werke Aktiengeſellſchaft, Heidenau, Ruberotid⸗Werke A' tien⸗ geſellſchaft, Hamburg, Somag Sächſiſche Ofen⸗ und Wandplatten⸗Werke Alt.⸗Geſ., Meißen, Schleſiſche Dampfer⸗ Compagnie— Berliner Lloyd Aktten⸗Geſellſchaft, Berlin, Schubert& Salzer Maſchinenfabrik Aktiengeſellſchaft, Chemnitz, Schultheiß⸗Patzenhofer Brauerei⸗Aktien⸗ geſellſchaft, Berlin, Thodeſſche Papierfabrik Akttengefellſchaft, Hains⸗ berg i. Sa., Emil Uhlmann Alttengeſellſchaft, Chemnitz, Vereinigte Mofaik⸗ u. Wandplattenwerke Aktiengeſellſchaft(Friedland⸗Sinzig⸗ Ehrang), Vereinigte Zünder und Kabelwerke Altiengeſellſchaft, Meißen, Werkzeugmaſchinenfabrtk„Union“(vorm. Diehl), Chemnitz, Woll⸗Wäſcherei und Kämmerei in Döhren bei Hannover. Börſeneinführungen: Aktten der Allianz und Stutt⸗ garter Lebensverſicherungsbank Aktiengeſellſchaft, Stuttgart, Aktien der Allianz und Stuttgarter Verein Verſicherungs⸗Aktien⸗Geſellſchaft, Berlin, Aktien der Conſolidirte Alkaliwerke Aktiengeſellſchaft, Weſteregeln, Aktien und Obligattonen der Dafmler⸗Benz Altien⸗ geſellſchaft, Berlin, Aktien der Elektrizitäts⸗Aktiengeſellſchaft vorm. Schuckert& Co., Nürnberg, Aktien der Induſtrie⸗Bau⸗Held& Francke Aktiengefellſchaft Berlin, Aktten und Teilſchuldverſchreibungen der J. G. Farbeninduſtrie Aktiengeſellſchaft, Frankfurt a.., Aktien der Leipziger Speicherei⸗ und Spedtitions⸗Aktiengeſellſchaft, Leipzig, Aktien und Teilſchuldverſchreibungen der Lingner⸗Wrke Aktiengeſell⸗ ſchaft, Dresden, Aktien der Mitteldeutſchen Stahlwerke Akttengeſell⸗ ſchaft, Berlin, Aktien der„Montecatini“ Societa Generale per 1 Induſtria Mineraria ed Agricola, Matland, Altien der Ober⸗ ſchleſiſchen Eiſenbahn⸗Bedarfs⸗Aktien⸗Geſellſchaft, Gleiwitz, Aktien der Pittler Werkzeugmaſchinenfabrik Aktiengeſellſchaft, Leipzig⸗Wahren, Aktien der Radeberger Exportbierbraueret Akttengeſellſchaft, Rade⸗ berg, Aktien der Svenska Tändſticks Aktiebolaget, Stockholm, Aktien der Waapon⸗ und Maſchinenbau Aktiengeſellſchaft Görlitz, Görlitz. Aus dem in der vorliegenden Bilanz ausgewieſenen Reingewinn von R. 11 520 091,45(inkl. R. 1 520 067,69 als Vortrag) beantragen wir, 117 Dividende zu verteilen und demgemäß den Gewinn wie folgt zu verwenden: 4% auf das Aktienkapital von R. 60 000 000.—. R. 2400 000, in den Reſerxve fonds 55 2500 000. Gewinnanteil an den Aufſichts rait 588 400, Deere Dien dseseseseses 4 200 000. inn. 1831 691,45 R. 11 520 091,45 Hamburg, 5 55 im März 1929. N 8 Der Vorsfend. Berliner Goetz Harter incke Neuer bourg 8 Schulse Sobernheim Nach langem, schwerem Leiden ist heute nachmittag, mein innigsſgellebter Sate, unser lieber Vater, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, Herr ene Wiener Archliehi B. D. A. im Alter von 49 Jahren, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Line Wiener geb. Reidel Else Wiener g Trude Wiener Kalchen Wiener Mannheim GRosengartenstr. 20), 20. März 1929 fin. Heröffontichangen der ztagtMannein Bekanntmachung. Zum Zwecke der Beiziehung der Angrenzer zu den Koſten der in Ausſicht genommenen Herſtellung der Aeußeren Wingertſtraße zwi⸗ ſchen der Oberen Rieöſtraße u. der Wormfer⸗ ſtraße im Stadtteil Käfertal gemäß den Vor⸗ ſchriften des badiſchen Ortsſtraßengeſetzes und den für die Stadt Mannheim geltenden all⸗ gemeinen Grundſätzen wird:. )] die Liſte der beitragspflichtigen Grund⸗ beſitzer ſamt dem Anſchlag des Auf⸗ wandes, zu dem ſie beigezogen werden ſollen und den vorgeſchriebenen ſon⸗ ſtigen Angaben, b) der Straßenplan, aus dem die Lage der Grundſtücke zu erſehen iſt, während 2 Wochen vom 25. März 1929 ab im Rathaus N 1 hier, Tiefbauamt, 2. Stock, Zim⸗ mer 39, zur Einſicht öffentlich aufgelegt. Einwendungen müſſen innerhalb einer 4 wöchentlichen Friſt, die am 25. März 1929 beginnt, bei Meidung des Ausſchluſſes beim ll Die Beerdigung findet Samstag, den 23. März, ½2 Uhr statt Oberbürgermeiſter hier geltend gemacht werden Dieſes Verfahren ſtellt lediglich eine Er⸗ gänzung zu der mit Gemeindebeſchluß vom 6. Dezember 1905 bereits ſeſtgeſtellten Bei⸗ tragspflicht der Angrenzer dar und iſt dadurch notwendig geworden, daß— wegen der in⸗ zwiſchen eingetretenen Aenderung der Wäh⸗ Unerwartet ist gestern weine liebe herzensgute Frau, unsere Schwägerin und Tante Trau Dauline Senges geb. Hage im Alter von 40 Jahren durch den Tod von uns geschieden Mannheim, den 21. März 1929 Im Namen der Hinterbliebenen Karl Senges Die Beerdizunz findet am Samstag nachmitig 2 Uhr von der Leichenhalle aus statt 5 8 — en ee l. 248 züne d. m. d. H, E 6, 2 rungsverhältniſſe— die im bisherigen Ver⸗ fahren eingeſetzten Herſtellungsbeträge nicht mehr eine geeignete Unterlage für die Be⸗ meſſung des auf den Üfd. Meter Straßenfront entfallenden Einheitsſatzes darſtellt. 9 heim, den 14. März 1929. Der Oberbürgermeiſter. Ffüblahrs. Pütegeschaß Joos Hüte Kendefungen billes N Ich hebe dle Pfexis des Henn Zehnätzt Or. LO. p 4, 12 üderpommen Dr. Rudolf Bossert Kauf Gesuche ehr. Eisschränke zu kaufen geſucht Angeb. u.& NM 41 an die Geſchſt. 38208 2 S piege! ev. gteil., zu kauf. ges. Angeb. unter E C 178 an die Geſchſt. 8171 Mann 1 Dresdner Bank Sechsundfünfzigste ordentliche Genefslversammlung. Hiermit werden die Aktionäre zur. 5 sschsundfünfzigsten ordegtiichen Generalversammlung. Mittwoch. den 10. Aprfl 1929, vormittags 11 5/ Unr im Bankgebäude Dresden, Johannſtr. 3, ſtattfinden wird, eingeladen. die Tagesordnung: 5 1. Vorlage des Geſchäftsberichts ſowie der Bilanz mit Gewinn⸗ und Verluſtrechnung per 31. Dezember 1928. 2. Beſchlußfaſſung über die Genehmigung der Bilanz und die Verwendung des Reingewinns. 3. Beſchlußfaſſung über die Entlaſtung des Vorſtands und des Auffichtsrats. N 4 Satzungsänderungen: i a)§ 8[Bekanntmachungen] ſoll folgende Faſſung erhalten: „Oeffentliche Bekanntmachungen der Geſellſchaft erfolgen durch den Deutſchen Reichsanzeiger, die Sächſiſche Staatszeitung, die Berliner Börſen⸗ Zeitung, den Berliner Börſen⸗Courier. Zur Gültigkeit der Bekanntmachungen genügt deren Ver⸗ öffentlichung im Deutſchen Reichsanzeiger.“ b) S 18(Aufſichtsrat) ſoll fplgenden Zuſatz erhalten: „Wtillenserklärungen des Auſſichtsrats erfolgen durch den Vorſitzenden oder einen ſeiner Stellvertreter.“ 5. Wahl von Aufſichtsratsmitgliedern. i Jeder Aktionär iſt zur Teilnahme an der Generalverſammlung berechtigt. Um in dieſer ſtimmen oder Anträge ſtellen zu können, müſſen die Aktionäre gemäߧ 21 der Satzungen ſpäteſtens bis zum 6. April einſchließlich ihre Aktien— oder die über dieſe lautenden Hinterlegungsſcheine einer Effektengtrobank— entweder bei einem deutſchen Notar od. bei einer der nachverzeichneten Stellen hinterlegt haben u. bis zur Beendigung der Generalverſammlung dort belaſſen: bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin ſowie ihren übrigen Niederlaſſungen bei der Dürener Bauk in Düren, bei dem Bankhauſe Simon Hirſchland in Eſſen u. Hamburg, bei der Deutſchen Vereinsbank Kommanditgeſellſchaft auf Aktien in Frankfurt a..,: bet dem Bankhauſe Veit L. Homburger in Karlsruhe, bei dem Bankhauſe A. 725 in Köln, 3 bet dem Bankhauſe Flemming& Co. in Magdeburg, bei der Oldenburgiſchen Landesbank in Oldenburg i.., bei der Mecklenburgiſchen Bank in Schwerin i.., bet der Neuvorpommerſchen Spar⸗ und Creditbank Aktien⸗ 5 e 1 e 5 a ei den Herren Proehl& Gutmaun g bei der Amſterdamſchen Bank N in Amſterdam. Die Hinterlegung iſt auch dann ordnungsmäßig erfolgt, wenn Aktien mit Zuſtimmung einer Hinterlegüngsſtelle für ſie bei anderen Bankfirmen bis⸗zur Beendigung der Generalverſammlung im Sperr⸗ depot gehalten werden. 5 5 Emi8 Dresden, den 18. März 1929. 5 Der Vorst anl. 1 vormsls etzt IU öottetstr. 2 p A, 12 5 am trohmetret 41120 Te, 3287 f Nathan. Gutmang. r Ted e 8 8 5* 1 Donnerstag, den 21. März 1929 Reue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe). Seite. Nr. 186 Wu. 5 Ver He. 1 e ö Diesesmal Halen uic es 1 0 8 ö Leue æu uacſisteſieudlem Jceisem au uetgaufeu. eee eee ergebe berge 8 4 FHenagenahbsgabde vorsenalsen! 8 7 2 8 Damen- strümpfe Maenih nt Drehe. Hochterse und 25 5— 5 Nakt, in praktischen Farben kum Hussuchen x 5 Damen- Strümpfe Seidenflor, wanne Strapaxler wars mit Naht, 48 25 5 doppelter Sohle und Hochierse, I. Sortierung num Aussuchen 2 . din Sener sten Waschselcl. Damen- Struümpte 23 hochwert. Qual. in neuest. Modelarb. mit stark. 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Reſerveſon s WW 05 1 Anslag 1 45 ee ins I amun 4. e 5 4650.— 1 Mienen e 20 8 0 590 155. 3 5. 5 15 5 1 e 5 5 88g. i e 5 Nene e Deutſchen 5 managen Fe e 15700 url. 1. dit Win ene 5 e 15 9 9 5 8. Rückſtellungs⸗Konto II f.6 8 f Sexta bis prima(I. 9. Kiassel einschl., Schöler und Schülerinnen. Mäsigas Rentenbank- Kreditanſtalt: von ben. Vorträge auf Koſtenbeltrags⸗Konto 320000.- Hprl- H. Sudamerka a übrigen Darlehen 1e en b 8. enge nt, n. 7 G. Gaeriner bin, Schuſgeld. Ertoigr. Vorbersftung zu all. Schupprüͤtungen. Tag- u. Abendschu. 978370 27 22353 00 990 e 219 880 183 3% F,, Götspfandbr 0 1 8 ſtaatl. appr Sprachlehrer 8 See 15 1 Kor⸗— 6% Gelteierde e 0 8 Schimperſtr. 18, 4. St. poroftonsſorberungenregiſter einge⸗ 2% leere. g 4000000.— tragen Ku 180650000.) 18 780 110.— 8 Goldpfandbrieſe 15961 200. 26 N ane ante% Goldpfandbrieſe. 67627 650.— 210988 089.50 arlehen 5„„ 9. 8 Goldſchurbverſchrelbungen 13291 850, 5 F e 10. Rüöckſtändige verloſte Pfandbriefe 19 800.— a) bei Banken 3515408888 11. Guthaben d. Deutſchen Rentenbank⸗ 8 5 a 5„ 107831.4J0 Krebitenſtalt:; 8 781092.70 ]) Sombarb forderungen 1 5 2. Anteili allt inſen auf Gold⸗ eu fonſtige Forderungen 18713818 3889 003.181 gaanbbſeſr 115 Weed 9. e es Gold⸗ 5 Na und rückſtändige Dividende. 3914277.75 pfandbrte„Kreditoren „ 088840.„ ae N 147 788.97 10. Berkvapiere And Forderungen des 361 85014 b) ſonſtige Kreditoren 241122328 25580 003.20 Benſions fonds und der Stiftungen 5 14. Penſtons fonds und Stiftungen 380 560.56 0 N 15. Beamten⸗Unterſtützungsfonoss 11155 85 5 N 16. Gewinn und Verluſt⸗Konto: 0 ö Vortrag aus d. Jahre 1927 137 104 24 1 1 ö Reingewinn 1310 880.77 1447485.01 5 E 252892 298.89 5 ee 3 eee eee e. s. 5 8 manche Ltepe- Vertlerusg son Gewinn. u. Vellust Konto Del Zl. Dezember 1928 neben 10.80 3 1 1 F f 4 Allgemeine Geſchäftskoſten 1437 104.86 N 1. Vortrag aus dem Jahre 19277. 187 108.24 0 Zweifarbig 2. Pfandbrief und Kommunal⸗Ohliga⸗ 2. Darlehens⸗Zinſen ö f dle e Node tionen⸗Zinſen ö ö a, aus Hypolheken⸗Darl. 13626 478.7 3. a) Plan boriefginſen 1174087168 b) anß Kommunal⸗Darl. 649100. 142755744 f„ 1 11 7 75 e„Zinſen ee 1 3.. 5 Koſtenbeiträge. 5 55 inlage⸗Zinſen 60 m Darlehensgeſc hättet 7179 4 Abſchreibung auf Geſchäſts einrichtung 8 788.— 4. Zinſen aus ſonſtigen Anlagen 1108 00 86 E. Neingewinnnn 14401. Sonſtige Ennnabren e 30870 16267 221.88 5 16267 22.88 — erer 5 . eee, e eee erer, 5 Goodye er- 2 In ber heutigen Generalverſammlung ber Aktionäre unſerer Bank wurde die Dividende für das— tler e 6 Seſchäfts jahr 1928 auf 10% feſtgeſetzt. Demgemäß wird der Gewinnanteilſchein Nr. 1 für die Aktien zu RM 100.—, mit& 10.— und für die Aktien zu Ru 1000.— mit u 100. abzüglich 10% Kapitalertragſteuer ſofort eingelösſt. 3500 Mannheim, den 20. März 1922. Nheinische Hypoſhekenbank.—— Oomenschuh nlerdig u. bre Chewe., 16.30 Amtliche Bekanntmachungen Vollzugs reiferklärung. Die vom Stadtrat Mannheim beantragte Bensinteltung der auf b Mannßeim 14 70. 40 240½2. 10 700 0 wird. iermir 1 0 0 1 9 Damen- Lack Kinderstiefel Herren- Maßgabe des darüber entworfenen, vom 2 8 ö cult 2 Hasse 0. Stadtrat genehmigten und mit entſprechendem Spangenschulie gule Poßlorm, besle Verorbelung. e scdw¾ãZöéäk! e. e Qual. u. Paß- prlme us führung, 17 8 0 Eibe.90 ru niedrigen Preh en. versch. Nodelle.90 diesſeitigen Vermerk 5 15 enen Planes vom 10. Januar 1929 auf Grund des ß 19 und 21 des Ortsſtraßengeſetzes für 1 gsreif exklärt. Als Zeitpunkt für ebergang bes Eigentums und der Rechte britter Perſonen wird der 1. Mai 1929 beſtimmt. 19 Karlsruhe, den 183. März 1929. Der Miniſter des 1 5 Im Auftrag: gez. Imhoff. Telephon 31737 Mermi meinen Bekannten zur Mitteilung. dag ieh unter obiger Nr. am Telephon angeschlotss. big Adamnehberg nen- f. Heranflger i Ludzigshafen 3. Rh., Schwanthalerafles 21 Minnten von der Endbaltestells der Straßen- e am Stackperk. 1— Warenhaus —— 18. Seite. Nr. 186 Neue Mannheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) Donnerstag, den 21. März 1929 429. 185 tener co cue, 0 0 5 6 N 88 Ju 5 N N N t — S 2 ff ub Agczrtes Hei Cee Scfig bee Selce jn mocl. Neben Jugencll Norſel E 99. Dorreluner Ge Mr. Herren- F Ho, gon gli, NMante], in viel. Duchess Farben, n Se. Biesen gam. ö . Ne eee — elles rss eee Fr. Gund. R7, 27 Nu empfiehlt Frische Fluß- und Seeflsche: Holl. u. Nordsee Kabellau, u. Schell: ische Pfd. 90, 80, 60 u. 45 Hellbutt, Rotzungen, Zander, Hecht. Karpfen. Vorbestellungen für dle Karwoche erwünscht. Ia. frischgeschlachtetes Geflügel: Franz. Poularden, Hühner, Hahnen b. ll E222 Wen 15 n 8 Obst- und Gemüsekonser ven in großer Auswahl Gemüse- Erbsen 2 Pid.- Dose 704 Junge Erbsen 2 Pfd. Dose 90.3 Feinste Stangenschnſttbohnen faclenfrei 2 Pfd.-Dose.15 Junge Schnitt- u Brech-Bohnen fadlenfrei 2 Ufd-Dose.— Stangenspargel. 2 Pfd-Dose.40,.— Geseknittene Karotten 1 Pfd. Dose 40 Spinat 1 Pfd. 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