Nr. 161 140. Jahrgang Abend ⸗ Ausgabe Montag. 8. April 1929 7 d 3 Bezugspreiſe: In Mannherm u. Umgebung frei ins Haus je einſp. oder durch die Poſt monatlich.⸗M..— ohne 1 eld. Bei eptl. Aenderung der wirtſchaſtlichen Verhältniſſe Nach Anzeigenpreise nach Tarif, bei Vorauszahlung Kolonelzele für Allgem. Anzeigen 0,.-M. Reklamen 34.-M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet Für 0. . 3 8 76 7 forderung vorbehalten. Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. aupt⸗Geſchäftsſtelle E6, 2. Haupt⸗Nebenſtelle R 18/11 Baſſermannhaus) Geſchäfts⸗Nebenſtellen: Waldhofſtr. 6, Schwetzingerſtr. 1920 u. Meerfeldſtraße 1% Telegramm⸗ Adreſſe Generalanzeiger Mannheim Erſcheint wöchentl. 12 mal. Fernſprecher: 24944, 24945, 24951. 24952 u. 24953 Beilagen: Sport und Spiel. Aus Seit und Leben Mannheimer Frauenzeitung Unterhaltungs⸗Beilage. Aus der Welt der Technik Wandern und Neiſen 9. N Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. 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Dr. Schacht bemüht ſich zu⸗ nächſt in Einzelbeſprechungen mit den Sachverſtändigen Frankreichs, Englands, Belgtens und Italiens zu einer Klarſtellung der in dem viergliedrigen Memorandum enthal⸗ tenen Vorſchläge zu gelangen. Es ergab ſich fedoch im Ver⸗ lauf der Einzelbeſprechungen die unvorhergeſehene Tatſache, daß ein Gläubigerſtaat Abänderungen vorſchlug, die der an⸗ dere verweigerte. Aus den uns gemachten Mitteilungen der deutſchen Sach⸗ verſtändigen vermochten wir den Eindruck zu gewinnen, daß die Hauptdelegierten, mit denen Dr. Schacht am Freitag und Samstag Beſprechungen gepflogen hatte, die außer ⸗ ordentlichen Schwierigkeitey der Lage erkann⸗ Diskuſſionsgrundlage zu machen. fämtlichen bisherigen Gruppenbeſprechungen teilnahm, zur Für den Augenblick beſteht bei den Sachverſtändigen der Gläubigerſtaaten eine nicht zu verkennende Abneigung, das Owen Young⸗Memo⸗ randum zur Debatte zu ſtellen. Die Zeit drängt aber. Bereits am Samstag zeigten ſich Owen Noung und Pierpont Morgan ungeduldig. Ihr Wunſch iſt es, im Laufe dieſer Woche zu einer Klärung der Lage zu gelangen. Von dem Zahlungsplan Owen Youngs läßt ſich mit Beſtimmtheit ſagen, daß er die Eigenſchaft beſitzt, einer praktiſchen Erörterung der künftigen deutſchen Leiſtungen den Antrieb zu geben. Er ſoll, wie man ſich in Konferenz⸗ kreiſen ausdrückt, die Peitſche ſein, um die Diskuſſionspferde in Trab zu bringen. Man könnte ihn auch mit einem Start⸗ zeichen vergleichen. Der Plan des Vorſitzenden enthält eine Staffelung der Mindeſt⸗ und Höchſtleiſtungen Deutſchlands. Mehr als dieſes charakteriſtiſche Merkmal läßt ſich nicht mit⸗ teilen. Die Sachverſtändigen verpflichteten ſich, die im Plan Owen Youngs enthaltenen Ziffern nicht zur Kenntnis der Oeffentlichkeit zu bringen. Mehr als das, die amerikaniſche Delegation erklärte, daß ſie die Kon⸗ ferenz als abgebrochen betrachten würde, falls irgend eine Indiskretion begangen werden ſollte. Leichte Erkrankung Hindenburgs E Berlin, 8. April.(Von unſerem Berliner Büro.) Der Reichspräſtdent hat, wie die Berliner Montagsblätter mittei⸗ len, in den Oſtertagen unter einer leichten Grippe mit Magen⸗ ſtörungen gelitten, die ihn zwang, das Zimmer zu hüten. Die laufenden Geſchäfte führte der Reichspräſident zwar vom Bett aus weiter. Sämtliche Vorträge und Empfänge waren jedoch abgeſagt. Der Grippeanfall iſt jetzt überwunden, doch muß ſich der Reichspräſident noch längere Zeit eine gewiſſe Zurückhaltung bei Empfängen und bei Ausgängen auferlegen, ſo daß in der nächſten Woche von ihm auch nur die dringenden Arbeiten er⸗ ledigt werden. Intereſſante Aeußerungen Dr. Streſemanns In einem Vorwort zu dem dieſer Tage erſcheinenden Werk„Das Kaiſerreich am Scheidewege“ von Th. Eſchenburg äußert ſich Reichsaußenminiſter Dr. Streſemanm über die Zeit der ſogenannten Blockpolitik, in die, wie er ausführt, der erſte haſtende Verſuch fällt, eine Tradition des Reichs⸗ tages zu ſchaffen, die zu einer Art parlamentariſchen Syſtems geführt hätte. Wäre aus dem Reichstag heraus eine Mehr⸗ heitsbildung erfolgt, die den Reichskanzler deckte, ſo wäre ſeine Stellung gegenüber dem Kaiſer ſtärker geweſen. Durch die„Daily Telegraph⸗ Affäre“ ſei im deutſchen Volk zum erſten Mal der Gedanke ſtark lebendig geworden, daß es ten und ohne Umſchweife den Wunſch nach einem anderen Die aufklärenden Beſprechungen über das viergliedrige außenpolitiſch gefährlich ſei, durch die ungezügelte Art und Verfahren bekundelen. Als die deutſchen Vertreter am Sams⸗ Memorandum der Hauptgläubigerſtaaten lieferten, wie er⸗ Weiſe, in der ein einzelner, ach, ſo ſchwankender Wille, ſich tag nachmittag die Konferenz mit den Delegierten der Gläu⸗ bigerſtaaten beendeten, war es mit dem vom 4. bis einſchlteß⸗ lich 6. April diskutierten Memorandum, rein praktiſch geſpro⸗ chen, zu Ende. Die aufklärenden Beſprechungen über diefes Memorandum führten alſo zu der Feſtſtellung, daß eine andere Diskuſſionsgrundlage geſchaffen werden müſſe. Die Sachverſtändigen der Gläubigerſtaaten finden ſich zu Beginn der Woche vor der Alternative, ent⸗ weder auf dem Wege gegenſeitiger Verſtändigung zu einem Einigungsplan zu gelangen und dieſen neuen Plan den deutſchen Sachverſtändigen zur Prüfung vorzulegen oder das Memorandum des Vorſitzenden Owen Voung, der an wähnt, ein negatives Ergebnis. Die Forderungen der vier Gläubigerſtaaten erwieſen ſich für uns als un annehmbar. Keinesfalls will aber damit geſagt werden, daß ein Ausweg nach der einen oder anderen Richtung nicht gefunden werden könnte. Nach Anſicht Dr. Schachts liegen Verſtändigungs⸗ möglichkeiten noch immer vor. Die allernächſten Tage werden die entſcheidenden Beſprechungen bringen. Deſſen ſind ſich die Sachverſtändigen bewußt. Wie wir erfahren, wurde am Samstag zwiſchen den Hauptdelegierten neuerdings die Frage erörtert, wo die künftige Weltbank ihren Sitz erhalten ſoll. Von engliſcher und amerikaniſcher Seite ſind die Städte Ant⸗ werpen und Lauſanne vorgeſchlagen worden. Dit deutſche Otlegation Gewehr bel Juß Ein Berliner Kommentar U Berlin, 8. April.(Von unſerem Berliner Büro.) In Berliner unterrichteten Kreiſen beurteilt man den augenblick⸗ lichen Stand der Pariſer Verhandlungen mit großer Zurück⸗ haltung. Man verkennt nicht, daß die Beratungen der Sach⸗ verſtändigen in ihr kritiſches Stadium getreten ſind und daß vorerſt noch gar nicht abzuſehen iſt, ob dieſe Kriſis wird überwunden werden können. Immerhin, ſo meint man, ſcheint die Möglichkeit zu einem Gelingen der Konferenz durchaus gegeben. Im Augenblick jedoch hängt das Schickſal der Dinge von dem Verhalten der alliierten und amerika⸗ niſchen Sachverſtändigen ab. Dr. Schacht hat bekanntlich, nachdem die einzelnen Delegierten ihm ihre beſonderen For⸗ derungen und Wünſche vorgetragen, eine Aufrechnung der Ge⸗ ſamtſumme vorgenommen. Jetzt verharrt die deutſche Dele⸗ gation gewiſſermaßen Gewehr bei Fuß. Es iſt nunmehr an der Gegenſeite, zu einer Klärung der Lage zu kommen und aus dem Wirrwarr der einzelnen Forderungen einen ein⸗ heitlichen Vorſchlag herauszuarbeiten und ihn der deutſchen Delegation vorzulegen. Die nächſten Tage werden alſo vollauf von den Sonderbeſprechungen der Vertreter der Gläubiger⸗ länder unter ſich in Anſpruch genommen ſein. Eine neue Vollſitzung wird deshalb vorläufig noch nicht angeſetzt werden. Von Intereſſe iſt, feſtſtellen zu können, daß in der fran⸗ zöſiſchen Preſſe faſt übereinſtimmend die Meinung zum Ausdruck gebracht wird, daß zwiſchen den endgültigen Vor⸗ ſchlägen der Alliierten, die jetzt im Entſtehen begriffen ſind und dem vorausſichtlichen Gegenangebot Dr. Schachts auf alle Fälle noch eine erhebliche Differenz beſtehen wird. Den Unmut der Boulevardblätter hat es vor allem erregt, daß es dem Reichsbankpräſidenten in der letzten Woche ge⸗ lungen war, die Führung der Verhandlungen in die Hand zu nehmen. Er hat mit den anderen Delegationen einzeln Füh⸗ lung genommen und ſich deren Vorſchläge angehört. Im Augenblick vor der Entſcheidung, wird weiter feſtgeſtellt, ſei es dederum an den Alliierten, das entſcheidende Angebot zu machen. Die deutſche Delegation wartet ab und hört zu. FFFFFFFFFVTVTVVTUUVUVUVUVDUVUVUVUVUVUVUV wm.............. Zur Räumungsfrage E Berlin, 8. April.(Von unſerem Berliner Büro.) Der diplomatiſche Korreſpondent des„Daily Telegraph“ ſpricht — heute morgen erneut von einer deutſchen Demarche ir der Frage der Rheinlandräumung. Die deutſche Re⸗ gierung beabſichtigt u. a. England zu einer vorzeitigen Zurück⸗ ziehung ſeiner Truppen zu bewegen. An hieſiger zuſtändiger Stelle wird wiederholt erklärt, daß ein ſolcher Schritt von deutſcher Seite nicht erfolgt iſt und auch nicht geplant ſei. Ein derartiges Vorgehen würde auch der bis⸗ her verfolgten Linie der deutſchen Außenpolitik völlig zuwider⸗ laufen. Die Reichsregierung hat zudem von jeher den Stand⸗ punkt vertreten, daß Rheinland⸗ und Reparationsfrage völ⸗ lig getrennt voneinander zu behandeln ſeien. Sie hat alſo gar kein Intereſſe daran, fetzt, wo die Pariſer Sachver⸗ ſtändigenberatungen an ihrem Höhepunkt angelangt zu ſein ſcheinen, die Aufmerkſamkeit von dieſen abzulenken und mit einem neuen Schritt in der Beſetzungsfrage hervorzutreten. Man nimmt hier an, daß der ja gerade mit den franzöſiſchen Stellen in engſtem Einvernehmen arbeitende Korreſpondent des Londoner Blattes die Meldung aufgegrfffen hat, die in der vorigen Noche ſchon die Pariſer Preſſe auftiſchte und die wir bereits dementieren konnten. Schießübungen der Beſatzung — Koblenz, 8. April. Die Beſatzungstruppen halten an neun Tagen dieſes Monats wiederum Scharfſchießübungen auf dem früheren Fort Kſterſtein an. Am Oberſchleſien V Paris, 8. April.(Von unſerem Paxiſer Vertreter.) Zu den deutſch⸗polniſchen Beſprechungen über Oberſchleſien, die vom 25. März bis zum 6. April unter dem Vorſitz des hieſigen japaniſchen Botſchafters Adatſchi ſtattfanden, laſſen ſich einige wichtige Einzelheiten mitteilen. Nach ſchwierigen Verhandlungen wurde erreicht, daß für die Behandlung von Minderheitenbeſchwerden beſtimmte Friſten feſtgeſetzt werden können. Der Präſident der gemiſchten Kommiſſion in Oberſchleſien Calonder wird jede Ange⸗ legenheit innerhalb von 6 Monaten nach Einlauf zu erledigen haben. Die Ablehnung einer Minderheitenbeſchwerde durch den Rat wird nicht mehr einen endgültigen Charakter haben, ſondern es wird der klageführenden Partei die Möglichkeit ge⸗ boten werden, zu den Ratsurteilen Stellung zu nehmen. Schließlich gab der polniſche Vertreter Sokal in einem Brief die Erklärung ab, daß künftighin alle durch den Rat ausge⸗ ſprochenen Empfehlungen ſtrikte und gewiſſenhaft zur Durch⸗ füthrung gelangen ſollen. Nur Minderheitenklagen, die einen lokalen Charakter beſitzen, wepdden von der fachlichen Behand⸗ lung im Völkerbundsrat ausgeſchaltet. Ueber die Frage der Schulprüfungen konnte eine Verſtän digung nicht erzielt werden. Der polniſche Vertreter teilte mit, daß keine Abbänderung der Einſchrei⸗ bungsbeſtimmungen für die Minderheitenſchulen vorgenom⸗ men wepden könnten. bald hier bald da anlehnte, Beſchlüſſe, die möglich waren, ausſchlug und dadurch eine Iſolterung Deutſchlands herbei⸗ führte, die im Weltkrieg grauſam zutage trat. Außerdem geht Dr. Streſemann ſodann auf dis Be⸗ deutung Ernſt Baſſer manns, der im Mittelpunkt der Blockzeit ſtand, ein und gibt aus perſönlicher Erinnerung Beispiele für die ſcharfe Kritik, die dieſer Politiker an den Handlungen des Kaiſers geübt hat. 5 g Die Reichseinnahmen und Ausgaben Im ordentlichen Haushalt betragen im Monat Februar 1929 die Einnahmen(alle Angaben in Millionen Mark) 626,2 und die Ausgaben 848,8, ſo daß ſich eine Mehrausgabe von 22,6 ergibt. Im Außerordentlichen Haushalt belaufen ſich die Einnahmen im Februar auf 99,0, die Ausgaben auf 108,3, ſo daß eine Mehraus gabe von 9,3 verbleibt. Unter Hinzurechnung der Ueberträge aus dem Vorjahre in beiden Haushalten ergibt ſich für Ende Februar insgeſamt eine Mehrausgabe von 263,8. 23 Der Stand der ſchwebenden Schuld wird per 28. Februar mit 850,3 gegenüber 612,5 am 31. Januar angegeben. Der Wiederaufbau der„Europa“ Berlin, 8. April.(Von unſerem Berliner Bürs.) Die Verwaltung des Norddeutſchen Lloyd erklärt der B. 3. zufolge, daß ſich die Wieberinſtandſetzungsarbeiten der „Europa“ befriedigend entwickelt haben. Man hofft noch im Laufe des heutigen Tages ſoweit zu ſein, daß das Schiff wieder ſchwimmt. Es wird dann ſofort auf eines der rieſigen Docks von Blohm u. Voß gebracht werden, um es auch von außen her einer genauen Unterſuchung zu unterziehen. Es ſteht aber bereits feſt, daß der Schiffskörper dicht iſt. Da⸗ gegen wird man wahrſcheinlich alle Aufbauten abreißen und wieder neu aufbauen müſſen. Wie viel Zeit dies in Anſpruch nimmt, wird erſt die genaue Unterſuchung im Dock ſelbſt ergeben. Strafantrag im Langkopp⸗Prozeß Im Prozeß Langkopp beantragte heute der erſte Staats⸗ anwalt nach einem ausführlichen Plädoyer gegen Langkopp ein Jahr drei Monate Gefängnis. Für den größeren Teil der Strafe ſtellte er die Bewilligung einer Be⸗ währungsfriſt oder einer Begnadigung an⸗ heim, außerdem Aurechnung der Unterſuchungshaft. Ehren⸗ ſtraſen beantragte der Staatsanwalt nicht, denn dieſe ſeien bei einem Manne wie Langkopp nicht am Platze. Für den Ange⸗ klagten Loof beantragte der Staatsanwalt Freiſpruch. Als Deutſcher in Dänemark Aus Kopenhagen, 6. April meldet Ritzaus Büro: Der deutſche Schiffer Dans kampf, deſſen Schiff „Grete“ geſtern im Freihafen wegen Schulden vom Ge⸗ richtsvollzieher an die Kette gelegt(2) worden war, verſuchte heute nacht gegen 2 Uhr in ſtark angetrunkenem Zu⸗ ſtande ſich an der Zollwache zu rächen. Er brachte einige Kanonenſchläge, wieſſie an Bord von Schiffen für Notſignale verwendet werden, vor den Fenſtern der Zollwache zur Ex⸗ ploſion. Die Fenſter zerſplitterten. Darauf begab ſich Dane⸗ kampf in das Wachtlokal und verſuchte, einen Kanonenſchlag in den Ofen zu werfen. i 8 Dies wurde jedoch verhindert, und nachdem man ihm noch einige Kauonenſchläge abgenommen hatte, getang es, den Mann zu beruhigen und an Bord ſeines Schiffes zu bringen. Die Angelegenheit wurde daraufhin der Polizei übergeben. 52 f 25 12 5 1 0 9 2. Sekte. Nr. 161 Neue Mannheimer Zeitung(Abenb⸗ Ausgabe Montag, den 8. 5 1929 Kälte in Jtalien und Frankreith, Kitze in Newyork Die Kälte in Italien Aus Rom, 8. April wird gedrahtet: Die Blätter bringen gahlreiche Nell oe über die Kältewelle, die auch bis nach Mitte Italien gedrungen iſt. So wird berichtet, daß nicht nur in Modena und Ferrara, ſondern auch in Faenza, Bologna und Florenz Schneefall eingetreten iſt. Die Züge er⸗ litten ſtarke Verſpätungen, auch mehrere Telephon⸗ und Tele⸗ graphenlinien in der Apennin⸗Gegend wurden zerſtört. In Rom erlebte man das ſeltene Schauſpiel, die Höhe des Monte Cavo mit Schnee bedeckt zu ſehen. Starke Schneefälle in Südſlawien — Belgrad, 8. April. In ganz Südſlawien ſind weitere große Schneefälle zu verzeichnen. In Sandſchak liegt der Schneeüber 1 Meterhoch. Der Verkehr iſt unterbrochen. Auch in Bosnien iſt der Verkehr wegen der Schneeverwehun⸗ gen bedroht. Die Tempe ratur iſt teilweiſe bis auf 10 Grad unter Null gefallen. e Sparkaſſenkrach in Stockholm Berlin, 8. April.(Von unſerem Berliner Büro.) In Schweden erregt die Nachricht von einem großen Spar⸗ kaſſenkrach ungeheures Aufſehen. Die Allgemeine Sparbank in Stockholm und ihre drei Filtalen in der Provinz haben, wie der B. Z. aus Stöſckholm gedrahtet wird, ihre Zahlungen eingeſtellt und ihre Kaſſen geſchloſſen. Zuſammen haben dieſe vier Inſtitute Einlagen in Höhe von rund 40 Millio⸗ nen erhalten, von denen nach einer vorläufigen Schäzung nur zirka 15 Millionen vorhanden ſein ſollen. Die Geſchädig⸗ ten ſind zum größten Teil kleine Leute ſowie Ge⸗ werkſchaften. Der Zuſammenbruch iſt hauptſächlich auf ungeſunde Kre⸗ dittransaktionen zurückzuführen, größtenteils für Häuſer⸗ peku lationen in Stockholmer Vororten. Die Regie⸗ rung plant eine Stützungsaktion, um die Berluſte der Sparer wenigſtens zum Teil decken zu können. Ein norwegiſcher Dampfer von einem Prohibitionsſchiff beſchoſſen Baltimore, 8. April.(United Preß.] Ueber die Beſchte⸗ zung des norwegiſchen Frachtdampfers„Juan“ durch ein amerikantſches Küſtenwachſchiff hat der hieſige norwegiſche Konſul einen Bericht an den Generalkonſul in e und an den Geſandten in Waſhington geſchickt. Laut dieſem Bericht erklärt Kapitän Karl Anderſon vom Dampfer„Juan“, daß das Küſtenwachſchiff ſeinen Dampfer befeuert hätte, kurz nachdem er in der Cheſapeagke⸗Bucht ein⸗ gefahren war. Der Kapitän betont, daß das Vorgehen der Küſtenwache als„willkürlich“ bezeichnet werden müſſe. Das Küſtenwachſchiff habe ſechs Mal ohne jede vorherige War⸗ nung auf den Dampfer„Juan“ gefeuert und nur mit knapper Not ſei der Dampfer den Schüſſen entkommen. Nachdem die „Juan“ beigedreht hatte, kamen zwei bewaffnete Matroſen an Bord und verlangten die Schiffspaptere. Sie unterſuchten das Schiff nach Akkohol, fanden aber nichts. Wie der United Preß aus Norfolk in Virginia gemeldet wird, erklärt der Kommandant der hieſigen Küſtenwachſtation, dem auch die Cheſapeake⸗Bucht unterſteht, daß der erſte Schuß auf den Dampfer„Juan“ abgefeuert würde; damit dieſer bei⸗ drehe. Dieſer Schuß, der überdies blind war, ſtelle die ge⸗ bräuchliche und zuläſſtge Art des Signaliſierens dar. Als der morwegiſche Dampfer das Signal nicht beachtete, wurden drei ſcharſe Schüſſſe abgegeben. Der Kommandant der Station betont, daß im ganzen nur vier Schüſſe abgefeuert worden wären. Außerdem hätte ein Signal vom Topp des Küſten⸗ wachſchifſes geweht. Der norwegiſche Dampfer hätte entweder die Signalflagge nicht bemerkt oder den Verſuch gemacht, ſich der Unterſuchung zu entziehen. f* Verbot einer Stahlhelmtagung in Danzig. Die für den . und 5. Mai vom Gau Danzig des Stahlhelmverbändes ge⸗ plante Tagung des Staählhelms iſt von der Regierung der Freien Stadt Danzig verboten worden. 8080 1 3 2 als 50 000 Autos. Die Kälte in Frankreich Der„Matin“ veröffentlicht eine Statiſtik über die in den letzten Tagen für Frankreich in dieſer Zeit ungewöhnlichen Temperaturen. In Paris ſtand das Thermometer am 6. pril auf minus 1,8 Grad und ging am 7. April nicht über minus 1,7 Grad, während es in Chartres minus 3 Grad zeigte. In Orleans, Beauvais, Tours und Toulouſe fiel es auf minus 4 Grad und in Bordeaux und Dijon ſogar auf minus 5 Grad. * Sommerhitze im April —* ewyork, 8. April. Newyork und audere Städte der Vereinigten Staaten verzeichneten geſtern mit 30 bis 34 Grad Celſius eine Rekordhitze, wie ſie ſeit mehr als einem halben Jahrhundert in dieſer Jahreszeit hier nicht vorgekommen iſt. Nahezu eine halbe Million Menſcheu be⸗ ſuchten Coney Island und andere Seebäder, Tanſende badeten und es entwickelte ſich ein rieſiger Verkehr. Ueßer eine der Schweres Au Fünf Todesopfer Aus Mainz erhalten wir über ein Autounglück in Baben⸗ hauſen, bei dem infolge eines Zuſammenſtoßes eines Kraftwagens mit einem Perſoneuzug fünf Perſonen ihr Leben ein büßten, noch folgende Ein⸗ zelheiten: Der Bahnhof in Babenhauſen wird zur Zeit umgebaut. Für die am Bahnhof die Eiſenbahn kreuzende Kreisſtraße mußte eine Umgehungsſtraße gebant werden, de: unförmig verläuft und daher uuftberſichtlich iſt. Beim Zuſwemmenſtoß explodierte der Benzintank des Autos, das alsbald in hellen Flammen ſtand. Der Zementfabrikant Fritz Hauck und deſſen Kind ſind verbraunt, während die übrigen drei Inſaſſen des Autos mit ſchweren Brandwunden ge⸗ borgen wurden, denen ſie inzwiſchen ebenfalls erlegen ſind. Verkehrsunfälle Eiſenbahnunfall — Karlsruhe, 8. April. Am Sountag früh 3 Uhr ent⸗ gleiſten auf der Blockſtelle Ruhſtein zwiſchen Bruchſal und Heidelsheim acht Wagen eines Güterzuges. Dadurch wurden die durchgehenden Gleiſe der Strecke Bruchſal— Mühlacker bis gegen 8 Uhr geſperrt. Der Perſonenverkehr wurde zwi⸗ ſchen Bruchſal und Heidelsheim durch Automobile und ab da durch Pendelzüge aufrechterhalten. Die direkten Schnellzüge wurden über Karlsruhe umgeleitet. Der Verkehr konnte am Sonntag nachmittag wieder aufgenommen werden. Verletzt wurde niemand. Der Sachſchaden iſt nicht ſehr erheblich. Ein Auto unterm Perſonenzug — Darmſtadt, 8. April, An der Strecke Hanau Eberbach wurde geſtern abend das Automobil einer Familie Hauck aus Schaafheim(Kreis Dieburg) vom Perſonenzug erfaßt, voll⸗ ſtändig zertrümmert und die Inſaſſen herausgeſchleudert. Zwei von ihnen fanden den Tod, die drei anderen trugen ſchwere Verletzungen davon. 5 Zugunfall in Oberfranken — Nürnberg, 8. April. Geſtern abend gegen 9 Uhr fuhr in Forchheim der Nahperſonenzug 4148 ab, ohne die richtige Stellung der Fahrtſtraße für die Ausfahrt abzuwarten Hier⸗ bei gelangte er in das Südausbieggleis und überfuhr den Prellbock, wobei die Maſchine, der Packwagen und ein Per⸗ ſonenwagen entgleiſten. Verletzt wurde nur der Zugführer und drei Reiſende leicht. Der Zugverkehr wurde nicht geſtört. Autobusunglück 5 Paris, 8. April. Bei Loronon in der Nähe von Breſt iſt ein mit 15 Perſonen beſetzter Autobus umgeſtürzt. Sechs Inſaſſen erlitten ſchwere Verletzungen. Nationaltheater Mannheim Neeueinſtudiert:„Martha“ Mag der Himmel euch vergeben, ſehr geehrter Herr von Flotow, weiland Intendant des Schweriner Hoftheaters, daß ihr ſo viele Banalitäten in eure Oper gebracht habt. Dieſe Ouvertüre z. B. iſt eine Sünde wider den guten Ge⸗ schmack. Gerade weil ſich ſonſt in dieſer Muſik ſo viel Deltkates und melodiſch Reiches findet, wirkt dieſe ſentimen⸗ tale Mache heutzutage umſo weniger wohlgefällig. Aber man hört darüber hinweg, weil ſo eine Oper ja doch nicht nur aus den überkommenden Banalitäten beſteht, die durch alle mittel⸗ euxopäiſchen Drehorgeln herumgefahren wurden; es iſt noch ſehr viel Elegantes, Leichtes, Feines übrig geblieben, und eine Zeit, die einen ganzen Winter lang nicht ohne ſpürbares Vergnügen fang und tanzte, pfiff und ſpielte„Ich küſſe Ihre Hand, Madame“, wird auch den Sinn für den Charme der Flotow'ſchen Melodik noch nicht ganz verloren haben. Man ſollte nur einmal ein wenig konſequent mit dieſen Großmama⸗ Opern ſein, und zeigen, daß man ſie nicht mehr ganz ernſt. Viel mehr Ironie in die Darſtellung, Kartkatur, ja ſogar Parobiel Dann käme man glatt über die ganzen Banalitäten hinweg; nicht nur das, man würde ſie auf eine neue Art ausnützen. lichen Ergüſſe plärrt, die kein Menſch mehr ernſt nehmen wird, könnte ein Regiſſeur, der weiß, daß die Sentimentalität im heutigen Europa ausſtirbt, den ganzen Chor mitheulen laſſen, Bettücher werden zum Tränentrocknen verteilt und beim Applaus werden an alle fungen Damen im Publikum Bilder des Lyonel ⸗Süngers mit er Unterſchrift verteilt. Aber Scherz beiſeite, auch ohne ed node lſte droht im Spielplan; Publikum hüte dich!) ſei es geſagt: Was intereſſiert an einer ſolchen Oper wie„Martha“ heute noch? Nur ihre Laune, ihr Humor, ihr feiner muſikaliſcher Scherz⸗ ton. Die„Vertraute“ Marthas, Nancy, iſt aus ihrer Neben⸗ rolle mit in die erſte Reihe neben die Lady getreten. Das kam beſonders in der geſtrigen Wiederaufnahme des Werkes zum Ausdruck, in der Jeſſika Koettrik die Nancy ſang. Mit welch feinem Humor dieſe falſche Julia den Plumkett ergerte, wie drollig ſie zankte, und wie charmant ſie ſich Wenn Lyonel ſeine tenör⸗ Fünf Arbeiter verſchüttet Vier getstel Aus Fürſtenberg(Oder), 7. April wird gemeldetz Im Bereich der Grube Finkenwert waren heute vormittag fünf Arbeiter mit dem Graben eines Abflußkanals beſchäftigt, Als der D⸗Zug Breslau Berlin den geſchaffenen unterirdi⸗ ſchen Gang paſſierte, ſtürzte der Stollen durch die Erſchütte⸗ rung in ſich zuſammen. Die fünf Arbeiter wurden verſchüttet. Ein Mann konnte gerettet werden, während die vier anderen nach mehrſtündiger Arbeit nur tot geborgen werden konnten. Sieben Bergleute verſchüttet — Kattowitz, 8. April. Am Samstag ereignete ſich auf dem Hildebrandt⸗Schacht bei Neudorf ein ſchweres Unglück. Ein Pfeiler der 600 Meter⸗Sohle ging zu Bruch. Sieben Bergleute, darunter ein Steiger, wurden verſchüttet. Nach zweiſtündiger Bergungsarbeit konnte ein Bergmann im ſchwer verletztem Zuſtande geborgen werden. Trotz fort⸗ geſetzter Rettungsverſuche konnten erſt geſtern abend drei weitere Bergleute, davon einer ſchwer, die beiden anderen leichter verletzt, zutage gefördert werden. Die reſtlichen drei Verſchütteten konnten bis jetzt noch nicht befreit werden, da die Rettungsarbeiten infolge beſtändiger Ein⸗ ſturzgefahr erſchwert ſind. Zwei der Eingeſchloſſenen geben noch Klopfzeichen, während der dritte verſtummt iſt. Letzte Meldungen Erdbeben in Italien — Rom, 8. April. In Mittel⸗ und Oberitalien haben ſich mehrere Erdſtöße ereignet, durch die in Rimini zwei im Bau befindliche Häuſer eingeſtürzt ſind. Der Veſuy zeigt ſeit einigen Tagen wieder eine erhöhte Tätigkeit. Beſtialiſche Bluttat Jugendlicher — Paris, 8. April. Eine entſetzliche Bluttat haben dieſer Tage ein 17 Jahre alter Lehrling und ein 15fähriger Groom in einem Vorort von Paris verübt. Sie erſchlugen mit einer Eiſenſtange eine 70 Jahr alte alleinlebende Frau und beraubten ſie. Der eine der beiden jugendlichen Mörder hat ein Geſtändnis abgelegt, nach dem ihre Beute nur 12 Franken betragen haben ſoll. Chamberlain wieder in London — London, 8. April. Heute nacht iſt der hritiſche Außen⸗ miniſter Chamberlain non ſeiner Italienreiſe wieder nach London zurückgekehrt. Vereiteltes Bombenattentat — Newyork, 8. amtes in Albany fand der Portier unter einem Tiſch eine harmlos ausſehende Schachtel, die an Gouverneur Rooſe⸗ vet adreſſiert war. Beim Berühren entſtand in der Schachtel ein ziſchendes Geräuſch. Als dieſes Geräuſch anhielt, rief der Portier einen Poliziſten, der das verdächtige Paket ſofort unter Waſſer ſetzte. Bei der Unterſuchung durch Sachverſtändige ſtellte ſich heraus, daß es eine regelrecht konſtruierte Bomve enthielt. * * General v. Lauter 7. Der ehemalige Generalinſpekteur der Fußartillerie Ludwig von Lauter, der geniale Organiſator des ſchweren Artillerieweſens im deutſchen Heere umd deren oberſter Leiter während des Krieges, der ſeins Ruhetage in Karlsruhe verbrachte, iſt in der vergangenen Nacht in einer Heidelberger Klinik im 73. Lebensjahre ver⸗ ſtorben. g g 9 EN Dienstag, 9.. abends.15 Uhr, im Café Gruber“ 15 Clignetplatz 16018, Zuſammenkunft der Jungmännergruppe. Mittwoch, 10. April, abends 8½ Uhr, findet im Cafes „Gruber“, Clignetplatz 16/18 die Bezirksverſammlung der„Neckarſtadt“ ſtatt. Redner: Hauptſchriftleiter K ur t Fiſcher über„Die politiſche Lage“. ü Der Vorſtaub. ſchließlich von ihrem Partner auf Dauer engagieren läßt, das war alles höchſt ſein und leicht angelegt mit einer überaus anmutigen Koketterie, reizendem Lachen und ſchalkhafter Ueberlegenheit. Auch das gleitende Parlando des Geſangs in den Enſembleſätzen und in ihrem Duett traf die Sängerin mit müheloſem Gelingen und jener Selbſtverſtändlichkeit, die in der Spieloper ſo wohl tut. Gegenüber dieſem lebendigen Gegenſtück hat es die heutzutage mit ihrer Langeweile und dem ſentimentalen Behang nicht leicht; die Marthas ſterben aus, und daß eine hohe Dame ſich herabläßt, im Gewand einer Magd Zerſtreu⸗ ung zu ſuchen, intereſſiert uns höchſtens noch in der Um⸗ kehrung, ſonſt kaum mehr in der Operette. Marie Theres Heindl hat deshalb gut daran getan, nur die Lady zu be⸗ tonen, die Ehrendame der Königin aus dem 18. Jahrhundert. Eine ſehr empfindſame Lady. Stimmlich hat ſie in der Kantilene außerordentlich gewonnen. Bis zum letzten Duett ſteigerte ſich dieſe Fähigkeit der an Subſtanz und Ausdruck ſehr bereicherten Stimme. Ihre ſenſtble Art läßt ſie noch nicht alle Wagniſſe der zarten Lady völlig überſtehen, und das Herz Lyonels trifft dieſe Martha noch beſſer als ihre exponier⸗ teſten Kopftöne, aber aus Geſang und darſtelleriſcher Aulage ſpricht ſo viel Individualität, daß man dem erſtmaligen Debut in dieſer Rolle den ſtarken Erfolg der geſtrigen Vorſtellung mit Bergnügen zuerkennt. N Den Lyonel ſang Valentin Haller mit planmäßiger Vorbereitung einiger tenoraler Volltreffer, die die Weiblich⸗ keit des vollbeſetzten Sonntagshauſes rehellierte. Von dieſer ſenſuellen Wirkung abgeſehen wird man dem Siinger doch einigen Ausgleich in ſeiner Stimmbehandkung anraten müſ⸗ ſen. Karl Mang gab einen köſtlichen Pächter. Glänzend bei Stimme, im Preislied auf das Bier von landsmänniſcher Ueberzeugungskraft, im Zuſammenſpiel mit Nancy voller Humor und Laune. VBoiſin gibt als Vetter Triſtan ſtets ein Kabinettſtück. Werner Göß ling hatte diesmal die muſtkaliſche Lei⸗ tung; zuweilen darf er den Orcheſterklang noch etwas dämpfen, aber im Ganzen war die Leichtigkeit und Eleganz der Parti⸗ tur erreicht, der Chor war ſehr gut disponiert und das Publikum machte am Schluß Beifall⸗Ueberſtunden, bis ſich auch der Dirigent zeigen kounte. Dr. R. da dy 1 Tanzuraufführung in Münſter. W.„Prinz Schweinehirt“. Pantomime iſt Trumpf! Das tänzeriſche Schauſpiel triumphiert als mißverſtandener Theatertaus, Dekorative Bewegungen mit farbiger Ausſtattung befriedigen naive Schauluſt. Märchen werden in pantomimiſchen Skigzen dramatiſiert. Dr. Lida Wolkowa(früher in Mannheim) zeigte im Theater der Stadt Münſter i. W.„Prin z Schweinehirt“ als„pantomimiſche Bagatelle“ nach dem bekannten Märchen Anderſens. Der als Schweinehirt ver⸗ kleidete Prinz beſtraft die hochmütige Prinzeſſin, ein Motiv, das auch den Angelpunkt von Kurt Jvoß' Tanzſchauſpiel⸗ „Droſſelbart“ bildete. Eine moraliſche Lehre: Hochmut kommt vor dem Fall! erſetzt das glückliche Märchenende. Muſik nach alten Meiſtern untermalt das Geſchehen, das nicht recht vom Boden loswollte. Als Tanzmeiſterin beſitzt die Wolkowa zu wenig Variationsmöglichkeiten. Sie verbindet altes Ballett mit Schauſpielerei(wie auch die auf der Bühne vorgeführte Trainingsſtunde zeigte), ohne jedoch mehr als den üblichen Durchſchnitt tänzeriſcher Schulleiſtungen zu geben. Ermun⸗ ternder Beifall nahm demonſtrative Formen an.— Das bis⸗ her in ſtädtiſcher Regie geführte Theater der Stadt Münſter i. W. wurde durch Stadtverorönetenbeſchluß an den Direktor Alfred Bernau aus St. Wolfgang in Oberöſter⸗ reich verpachtet. Die Stadt leiſtet einen Barzuſchuß don 150 000 Mk. und ſtellt das Orcheſter. Die Spielzeit wird auf 8 Monaten reduziert und umfaßt nur noch Schauſpiel und Operette(Spieloper). Die große Oper kommt in Wegfall. In der geſamten Preſſe wird dieſer Stadtverordnetenbeſchluß heftig bekämpft und der Magiſtrat aufgefordert, den Vertrag mit Bernau nicht anzuerkennen, weil durch eine achtmonatige Spielzeit die künſtleriſchen und ſozialen Belange der Pro⸗ ninzialhauptſtadt auf ein Kleinſtadtniveau herabgedrückt wür⸗ den. Bernau, der einmal zwei Jahre lang das Deutſche Volkstheater in Wien geleitet hat, wird abgelehnt und die vom Muſik⸗ und Theaterausſchuß befürwortete Kandidatur des früheren Intendanten von Gotha und Plauen, Curt Strickrodt, der heute das Staatliche Kurtheater in Oeyn⸗ hauſen führt, als einzig kragbar empfohlen. Strickrodt iſt be⸗ reit, das Theater in Münſter in ſeiner bisherigen Form zu den gleichen finanziellen Bedingungen wie Bernau, aber mit ganzfährigen Verträgen zu übernehmen, diugung, daß das Perſonal 7 Mongte in Mlünſter und vier 8 in Bad Dennpauſen ſpielt. g. April. Beim Reinigen der Räume des Poſt⸗ 5 unter der Be⸗ e e e een e eee CC ᷣm., ¼——qc, Ü—?—»ʃſlt ̃ p]ꝗmͤTtcf ¶! 7 r , r r. e F Montag, den 8. April 1929 ene Mansbelner gelten(Web- use.). 2 1 2* 7— 3. Seite. Nr. 165. f 8 Es iſt ohne weiteres klar, daß ein Zuſammenwirken von Schule und Elternhaus für die geſamte Unterrichts⸗ und Erziehungstätigkeit von großem Segen für die heran⸗ wachſende Jugend ſein könnte, und es iſt zu bedauern, daß heute von einem ſolchen Zuſammenwirken wenig zu be⸗ merken iſt. Die Eltern(gewöhnlich iſt es die Mutter allein) begleiten den Schulanfänger am erſten Schultage zur Schule, vielleicht auch an einigen der folgenden. Dann aber kommen ſtie nur ſelten, gewöhnlich erſt dann, wenn ſie vom Klaſſen⸗ lehrer oder dem Schulleiter in einer unangenehmen An⸗ gelegenheit eingeladen werden. Die meiſten Eltern kennen weder das Schulhaus mit ſeinen Einrichtungen noch das Lehr⸗ verfahren, nach dem ihre Kinder unterrichtet werden. Sie kennen weder den Lehrer, dem ſie ihre Lieblinge gewöhnlich für mehrere Jahre anvertrauen, nicht den Schulleiter und deſſen viele Sorgen und große Verantwortung. Die großen Schwierigkeiten der heutigen Schularbeit, namentlich in der Großſtadtſchule, bleiben ihnen fremd. Was in der Schule vor⸗ geht, erfahren ſie wohl teilweiſe durch ihre eigenen Kinder, öfters auch nur durch fremde und darum auch nur in ent⸗ ſtellter Weiſe. Es iſt für die Eltern darum ganz unmöglich, ſich ein zutreffendes Urteil zu bilden über das Leben ihrer Kinder in der Schule. Es iſt erſtaunlich, wie wenige Eltern aus eigenem Antriebe das Schulhaus . aufſuchen, um ſich beim Lehrer über das Verhalten und die Leiſtungen der Kinder zu erkundigen. Gewöhnlich iſt es nur dann der Fall, wenn ungenügende Noten im Zeugnis erſcheinen oder wenn ſie glauben, wegen irgend eines Vor⸗ falles ſich beſchweren zu müſſen. Es zeigt ſich darin gewiß ein großes Vertrauen der Schule und dem Lehrer gegenüber, wenn die meiſten Eltern in ſolcher Weiſe zurückhaltend ſind, aber beſſer wäre es, wenn ſolche Zurückhaltung nicht geübt würde. 1 Die zurzeit ſich in vielen Ländern vorbereitende Schul⸗ 4 erneuerung, die die Ergebniſſe der modernen Erziehungs⸗ wiſſenſchaft zu verwerten ſucht, muß auch das bisherige Ver⸗ hältnis zwiſchen Schule und Elternhaus gründlich umgeſtal⸗ ten. Das kann und muß geſchehen durch die Gründung von Elternvereinen. ö Die Stadt Wien,„die in den wenigen Jahren ſeit dem Um⸗ 9 ſturz zum Wallfahrtsort aller Pädagogen und Schulmänner ö geworden iſt“, hat auch in dieſer Hinſicht einen Verſuch ge⸗ macht, der als durchaus gelungen bezeichnet wird. Durch 5 8 Gründung von Elternvereinen an den Einzelſchulen wurde eine lebendige Anteilnahme des Volkes an der Entwicklung 3 des Schulweſens erreicht und der Boden geſchaffen für eine N ſegensreiche Wechſelwirkung zwiſchen Lehrer und Schule einerſeits und den Eltern der Schulkinder anderſeits. So g war es möglich geworden, die Eltern aufzuklären über die Abſichten der Schule, ſie zur Mitwirkung an der Schul⸗ erneuerung, aber auch zur Kritik heranzuziehen und, was als beſonderer Vorteil angeſehen werden muß, die Erziehungs⸗ arbeit aus der Schule ins Elternhaus hinauszutragen. An allen Wiener Schulen beſtehen Elternvereine in verſchiedener Form, Erziehungsgemeinſchaften, die die Bedürfniſſe der Zeit unabweisbar forderten. Die Eltern gewinnen Einblick in die Schularbeit und werden bekannt mit dem Weſentlichen der neuen Schulform und aufgeklärt über den Teil der Er⸗ ziehungsarbeit, der von ihnen außerhalb der Schule geleiſtet werden muß. Auch die Lehrer konnten aus dieſer Zuſam⸗ menarbeit großen Nutzen ziehen. Dadurch, daß ſie die Eltern Hrer Schüler perſönlich kennen lernten und Einblick bekamen im die Umwelt ihrer Zöglinge, konnten manche Erziehungs⸗ zehler vermieden werden, die unter den bisherigen Verhält⸗ Liſſen unvermeidlich waren. Durch Erlaß des Stadtſchulrates von Wien wurden die Etlternvereine organiſch in den Schulbetrieb eingegliedert. e* Nach den als Richtſchnur dienenden Leitſätzen hatten ſie die % Aufgabe,„in ſteter Fühlung und gemeinſamer Arbeit mit dem Lehrkörper der Schule die Erziehung und den Unterricht der die Schule beſuchenden Kinder in jeder geeigneter Weiſe zu fördern“. Als Vereinszweck wurde vorgeſehen: Die Auf⸗ rechterhaltung des guten Einvernehmens mit dem Lehrkörper der Schule; die Veranſtaltung von Zuſammenkünften der Elternſchaft mit dem Lehrkörper zur gemeinſamen Beratung über Fragen des Unterrichts und der Erziehung; erziehliche Beeinfluſſung der Jugend außerhalb der Schule(Kino, Schundliteratur etc.); Mithilfe bei der Ueberwachung des Schulbeſuchs, insbeſondere durch Aufklärung nachläſſiger Eltern über die Folgen ungerechtfertigter Verſäumniſſe; För⸗ derung von Jugendwanderungen, Schülerreiſen und ſonſtiger Unternehmungen, die auf die körperliche Ertüchtigung der Schüler abzielen; Veranſtaltung von Vorträgen bildender Art im Sinne des allgemeinen Vereinszweckes, von muſi⸗ kaliſchen Vorträgen, Jugendkonzerten und Schülerauffüh⸗ rungen mit behördlicher Bewilligung; Aufrechterhaltung des Zuſammenhangs mit den Fürſorgeaktionen und Mitwirkung bei Kinderhilfsaktionen, ohne daß dieſe Tätigkeit zur Haupt⸗ aufgabe gemacht wird. Die Erfolge, die man ſich verſprach von der Mitwirkung der Elternſchaft, konnten nur eintreten, wenn das Zuſammenwirken möglichſt harmoniſch ſich geſtal⸗ tete. Deswegen wurde in den Leitſätzen feſtgelegt, daß regel⸗ mäßige Fürſorgetätigkeit, Einmengung in Angelegenheiten, für die die Schulbehörde und ihre Organe zuſtändig ſind, ſowie die Erörterung parteipolitiſcher Angelegenheiten aus dem Wirkſamkeitsbereich des Elternvereins auszuſchließen ind. Die Leitſätze ſehen vor, daß alle Väter und Mütter der ſchulbeſuchenden Kinder als Mitglieder des.⸗V. zu gelten Haben. 5 Die vom Stadtſchulrat anerkannten Elternvereine, das ſinb ſolche, die ihre Satzungen im Sinne der Leitſätze abgefaßt Haben, erhalten für Vereinszwecke Schulräume koſtenlos zur Verfügung geſtellt. Die Elternvereine haben eine außerordentlich fruchtbare Tätigkeit entfaltet, 0 ehr entbehrt werden möchte. Die Zahl der Ver⸗ e 1 Tauſende. Die Erträgniſſe ſolcher, die von den.⸗V. organiſiert wurden, kamen den Schulen zugute und wurden für außerordentliche Zwecke verwendet. Beſonders hervorgehoben wird die große Opferwilligkeit der Elternſchaft auch in den ärmſten Schulbezirken. Durch frei⸗ willige Spenden wurden große Mittel zur Durchführung der Schulreform gewonnen. Von einem.⸗V. wird eine Eltern⸗ geitſchrift herausgegeben,„Elternhaus und Schule“ die im Sinne der Schulbehörde wirkt und von dieſer den Eltern zur Beachtung empfohlen wird. Den E. V. wird geſtattet, ihre Mitgliedsbeiträge in der Schule einzuſammeln und Ein⸗ ladungen an die Eltern zu den Verauſtaltungen der Vereine Furch die Kinder zu übermitteln. Dieſe normattve 5 Gründet Elternvereine! findet ſich aber nicht an den mittleren Schulen Wiens. Hier ſind die.⸗V. verſchiedenartig organiſiert und zu einem Ge⸗ ſamtverbande zuſammengeſchloſſen. willige Opfer gebracht im Dienſte der Ausgeſtaltung der Schulen. Durch die Tätigkeit der Elternvereine wurde die Schulfremdheit der Eltern überwunden zum Segen der Jugend. Auch in Mannheim könnten ſolche Elternvereine von großem Nutzen ſein. Auch hier beſteht bei den meiſten Eltern eine große Schulfremdheit. Mit einer gewiſſen Scheu nur betreten ſie die Schulhäuſer und ſind im allgemeinen froh, wenn ſie dort nichts zu tun haben. Bei der heutigen Organi⸗ ſation iſt es den Eltern allerdings ſehr erſchwert, die Ver⸗ bindung mit Schule und Lehrer herzuſtellen. Beſondere Elternſprechſtunden ſind nicht eingerichtet, die Eltern müſſen deshalb die Lehrer während der Unterrichtsſtunden aufſuchen, und ſie kommen darum meiſtens für ihn unbequem. der komplizierten Geſtaltung des Stundenplanes einer Groß⸗ ſtadtſchule ſehr ſchwer iſt, ja beinahe undurchführbar; wäre es den wenigſten Eltern möglich, dieſe Zeiten einzuhalten. Den meiſten Vätern iſt es heute geradezu unmöglich gemacht, Schule und Lehrer in Tätigkeit zu ſehen, da faſt der geſamte Unterricht auf den Vormittag gelegt iſt, an dem ſie in ihrem Geſchäft in Anſpruch genommen ſind. Die meiſten Mütter aber ſind am Vormittag im Haushalt ſo ſtark beſchäftigt, daß ſie ſelten die Zeit finden zu einem Schulbeſuch. Es iſt daher nicht zu verwundern, daß es hier kaum einen Lehrer loder eine Lehrerin) gibt, der die Eltern ſeiner Schüler kennt. Ebenſowenig ſind den Lehrern die Umweltverhältniſſe ſeiner Schüler bekannt, durch die doch die ganze Unterrichts⸗ und Er⸗ ziehungstätigkeit ſo ſtark beeinflußt wird. Wie manches Miß⸗ verſtändnis, manche irrtümliche Beurteilung könnten verhin⸗ dert werden, wenn ſich Eltern und Lehrer nicht ſo fremd wären! Wieviel günſtiger ſind da die Verhältniſſe an kleineren Orten! Erſchwert iſt die Zuſammenarbeit von Schule und Elternhaus auch dadurch, daß die Lehrer meiſt in einem anderen Stadtteil wohnen wie ihre Schüler. Im Intereſſe der Wohlfahrt unſerer Schuljugend müſſen auch in Mannheim Elternhaus und Schule eine Erziehungs⸗ gemeinſchaft bilden, und das kann bei den heutigen Verhältniſſen nur geſchehen, wenn an den Einzelſchulen Elternvereine ins Leben gerufen werden nach dem Beiſpiel von Wien. Stadtſchulrat Dr. Sickinger, der verdiente Leiter und Organiſator der Mann⸗ heimer Schulen, hat im März 1925 bei der Beantwortung der Frage: Was tut Mannheim not? auch auf die Schaffung von Elternbeiräten an Einzelſchulen hingewieſen. Sie ſind nach ſeiner Anſicht notwendig als Beſtandteil eines orga⸗ niſchen Erziehungsprogramms.„Sie werden zwar vielfach angefochten, können jedoch bei richtiger Umgrenzung des Zu⸗ ſtändigkeitsbereichs, namentlich wenn ſie entpolitiſiert ſind, wertvolle Faktoren der Schul⸗ und Jugendpflege werden durch Förderung der Zuſammenarbeit zwiſchen Schule und Haus, und dadurch, daß ſie zur Opferwilligkeit für ihre Schulen, zum Verſtändnis von Neuerungen im Schulbetrieb und zum Verſtändnis der ſchweren Arbeit des Lehrers erzogen werden. Günſtige Erfahrungen, wie ſie u. a. in Wien gemacht worden ſind, ermuntern dazu, daß auch in unſerem Lande, wenigſtens in den großen Städten, wo ſich Elternſchaft und Schule zumeiſt fremd, wenn nicht gar feindſelig gegenüber⸗ ſtehen, Verſuche mit Elternbeiräten nunmehr auch an Volks⸗ ſchulen gemacht werden. Auch auf dieſem Gebiete der Er⸗ ziehung führt uns nichts ſtcherer vorwärts als praktiſche Ver⸗ ſuche, und gerade auf dieſem Gebiete, auf dem bei rationeller Bewirtſchaftung reichere und reifere Früchte für unſer ſchwer heimgeſuchtes Volk zu erhoffen ſind, gilt es nach dem Satze zu handeln:„Schwierigkeiten ſind dazu da, daß ſie überwunden werden!“ 5 Es ſind beinahe vier Jahre verfloſſen, ſeit Dr. Sickinger dies ſchrieb. Nur an einer Schule iſt ſeither ein Eltern⸗ verein gegründet worden, an der Feudenheimſchule. Dort war er hervorragend beteiligt bei der Schaffung des Schullandheimes. An den andern Schulen fehlen noch die Elternvereine. Sie werden auch kommen. Aber vorher muß m. E. eine andere Forderung erfüllt werden, die Dr. Sickinger gleichzeitig ſtellte:„Da mit der Schaffung des Stadtſchulamtes die zentrale Leitung der Volksſchule gegenüber der Einzel⸗ ſchule in die Stellung der ſtaatlichen Schulaufſicht rückt, muß zwecks ökonomiſcher Erledigung der Schulleitungs⸗ und Schul⸗ verwaltungsaufgaben eine geſunde Dezentraliſation geſchaffen werden. Die 36 Einzelſchulen und ihre verantwort⸗ lichen Leiter(Oberlehrer, jetzt Rektoren) müſſen, bei aller Wahrung der Einheitlichkeit des Geſamtſchulkörpers in den grundlegenden Dingen, ein weſentlich größeres Maß von Selbſtändigkeit erhalten.“ Auch in dieſer Frage iſt unter Dr. Sickingers Nachfolger nichts geſchehen. Die Rektoren erwarten in dieſem Punkt von dem neuen Stadtoberſchulrat eine einſchneidende Aenderung. Die Schaffung von Elternvereinen bietet wohl Schwierig⸗ keiten, aber ſie müſſen überwunden werden. Neue Aufgaben erwachſen dem Schulleiter und dem Lehrkör⸗ per, aber ſie werden gelöſt werden. Es bedarf nur der An⸗ regung des Unterrichtsminiſteriums oder des Oberbürger⸗ meiſters. Die richtige Form der Elternvertretung ſcheint mir die zu ſein, wie ſie in Wien durchgeführt iſt. Wenn es zu Elternbeiräten kommen ſollte, wie ſie z. Zt. an den höheren Schulen beſtehen, wollen wir lieber verzichten. Alle Väter und Mütter, nicht einige wenige, ſollen mit dem Lehrkörper zu gemeinſamer Arbeit ſich zuſammenfinden. Nicht nur neben⸗ ſächliche Fragen ſollen beſprochen werden, ſondern alle Fragen der Erziehung und des Unterrichts, wie es in den Leitſätzen von Wien vorgeſehen iſt. Nur möchte ich noch weiter gehen als Wien. Nicht nur die Eltern der ſchulbeſuchenden Kinder ſollen dem E. V. angehören, ſondern auch alle andern, deren Kinder die Schule noch nicht beſuchen die aber doch Intereſſe an der Schule haben, und auch die Eltern, die keine Kinder beſitzen und doch auch in irgend einer Weiſe an dem Fort⸗ beſtand unſeres Volkes und an der Erziehung der heran⸗ wachſenden Generation intereſſiert ſind. Eine ſchöne Aufgabe winkt. Sie wird aber nur gelöſt werden können, wenn die Lehrerſchaft mit der Begeiſterung ans Werk geht und mit der Opferfreudigkeit, wie ſie von der Lehrerſchaft in Wien gerühmt wird. Dieſen Opfergeiſt dürfen wir bei den Lehrkräften der Mannheimer Volksſchule ſicher vorausſetzen. Die Löſung dieſer Aufgabe wird in Mannheim ungleich ſchwieriger ſein als in Wien. Die Einzelſchuſen ſind dort kleiner. Die Durchſchufttsſchülenzaßl einer Schule betrug Regelung nach einem Bericht des Stadtſchulrats Otto Glöckel im Schul⸗ 3 7 5 1 5 15 5 5. 155 5 3 Auch dieſe haben frei⸗ Und wenn auch beſondere Sprechſtunden angeſetzt würden, was bei jahr 1925/28: 281 Kinder, das ſind bei einer Durchſchnitts ſchülerzahl der Klaſſen von 29,9 Schülern acht Klaſſen. In Mannheim zählen die Einzelſchulen 14—28 Klaſſen. Das it ein weſentlicher Unterſchied. In der letzten Zeit iſt auch hier ein Zuſammenwirken von Eltern und Lehrern notwendig ge⸗ worden in jenen Schulen, in denen ſich Lehrkräfte bereit er⸗ klärt haben, mit ihren Klaſſen 4 Wochen auf den Heuberg zu gehen, wo leerſtehende Häuſer als Schullandheime auch für Mannheimer Schüler bereitgeſtellt werden können. Es wäre zu begrüßen, wenn dies als erſtes Lebenszeichen der Mann⸗ heimer Elternvereine gedeutet werden könnte.. g E. Simmendinger. Städtiſche Nachrichten Wie war die Witterung im Fahre 1928? Auf dieſe Frage gibt das Statiſtiſche Amt der Stadt Mannheim in ihrer Jahres⸗Zuſammenfaſſung folgende Ant⸗ wort: 1 5 a Der mittlere tägliche Barometerſtand iſt mit 753,13 mm faſt genau ſo hoch geweſen wie in den Jahren 1925 und 1926, hat dagegen jenen des Vorjahres von 752,78 num nicht unweſentlich übertroffen; den höchſten mittleren Tagesſtand brachte den Februar mit 758,22, den niedrigſten der April mit 748,52 mm. 5 Die mittlere Tagestemperatur des Berichtsjahres lag mit 10,88 Grad um mehr als einen halben Grad über dem Durchſchnitt des Jahrzehnts 1918/1928 und hat auch jene des Jahres 1927 mit 10,49 Grad erheblich übertroffen, blieb aber immerhin hinter dem Höchſtwert des Jahrzehnts, der im Jahre 1926 mit 11,05 Grad erreicht wor⸗ den war, noch zurück. Verglichen mit den 25jährigen Mittel⸗ werten ber Jahre 1898/1922 ergab ſich von Monat zu Monat folgender Verlauf: Januar 3,90(1898/1922: 1,50), Februar 5,31(2,57), März 6,02(5,81), April 10,42(9,39), Mai 12,45 (14,50), Juni 16,88(17,39), Juli 21,28(18,89), Auguſt 19,22 (18,58), September 15,24(14,98), Oktober 10,48(10,02), November 7,71(4,65), Dezember 1,71(2,62). Sonach trugen die erſten vier Monate des Jahres und unter ihnen insbeſondere wieder Januar und Februar einen über⸗ durchſchnittlich warmen Charakter, ebenſo die ganze zweite Jahreshälfte mit alleiniger Ausnahme des Dezember, während Mai und Juni ihre langfährigen. Mittelwerte nicht erreichten. Die abſolut höchſte Tem⸗ peratur des Berichtsjahres wurde am 27. Juli mit 33,5 Grad gemeſſen, ein Maximum, das zwar um etwa 2 Grad höher lag als in den beiden Vorfahren, aber hinter dem Höchſtwert des Jahrzehnts von 38 Grad am 3. Auguſt 1921 doch weit zurückblieb. Den letzten Frühfahrs⸗ froſt brachte der 21. März, den erſten Herbſtfroſt ſchon der 15. Oktober, ſodaß ſich diesmal nur die verhältnismäßig kurze froſtfreie Zwiſchenzeit von 207 Tagen ergibt gegenüber 215 Tagen im Jahre 1918, 189 im Jahre 1919, 231: 1920, 190: 1921, 196: 1922, 212: 1923, 234: 1924, 224: 1125, 255: 1926, 262: 1927. Die im Monatsdurchſchnitt gefallene 15 Niederſchlagsmenge iſt mit 409 mm ſowohl hinter den 1927 gemeſſenen von 52,3 mm, als auch hinter dem Durchſchnitt des Jahrzehnts von 45,9 mm zurückgeblieben, insbeſondere waren der Juli und Auguſt weit weniger regenreich als 1927. Die größte Niederſchlagshöhe brachte diesmal der April mit 65,6 mm, hinter dem der Juni mit 64,2 mm freilich nur wen zurückſtand. Der höchſte Rhein⸗ und Neckarwaſſe ſtand wurde mit je 667 em im Februar beobachtet, der nied⸗ rigſte mit 214 bezw. 210 em im September.„ * * Aſſiſtentenprüfung. Von den Prüflingen, die ſich dern Aſſiſtentenprüfung unterzogen haben, wurden für beſtanden erklärt: Bender, Luiſe; Effinger, Wilhelm; Graf, Dionys; Hil⸗ dinger, Alfred; Koch, Karl; Lotter, Stefan; Müller, Otto und Schlotthauer, Ludwig. 9 8 * Lebensmüde. Wohl infolge von Liebeskummer ver⸗ ſuchte am Samstag vormittag eine 20 Jahre alte Arbei ⸗ terin in der in Neckarau gelegenen elterlichen Wohnung ſich durch Einatmen von Leuchtgas das Leben zu nehmen. Die Lebensmüde wurde nach dem allgemeinen Krankenhaus verbracht. e * Ein Motorradfahrer ſtürzt gegen eine Plakatſäule. Heute vormittag fuhr ein aus der Richtung Hauptbahnhof kleimender Motorradfahrer eine an der Halteſtelle Hebelſtraße aus der Elektriſchen ſteigende Frau an. Der Anprall war ſo heftig, daß die Frau zu Boden ſtürzte und der Motorradfahrer gegen die dort ſtehende Plakatſäule flog. Der Motorradfahrer wurde bewußtlos ins ſtädtiſche Kranken haus verbracht, wo der Arzt eine Gehirnerſchütterun feſtſtellte. Die Frau iſt offenbar mit leichteren Verletzunge davongekommen, da eine Einlieferung ins Krankenhaus nich erfolgte. f„ N„„ * Eine brennende Petroleumlampe an den Kopf geworfen hat ein in der Innenſtadt wohnender Taglöhner in der vergangenen Nacht gegen halb 4 Uhr nach einem Wortwechſel ſeiner Ehefrau, die mit erheblichen Brandwunden am Kopf und an der linken Schulter in das Allgemeine Kran⸗ kenhaus eingeliefert wurde. 5„ * Betriebsunfall. In das ſtädtiſche Krankenhaus wurde am Samstag ein 49 Jahre alter Taglöhner eingeliefert, der ſich in einem Betrieb in Rheinau bei Transvortarbeften den linken Unterſchenkel brach. N 1 Beinbruch beim Fußballſpiel. Geſtern trug ein 25 Jahre alter Schloſſer auf dem Sportplatz Sandhofen beim FJußballſpiel einen Bruch des rechten Unter ſchenkels davon. Der Verunglückte fand Aufnahme im ſtädtiſchen Krankenhaus. a 5. * Wer iſt der Eigentümer? Am 30. März haben zwei Bur ſchen im Alter von 20 bis 25 Jahren in einem Geſchäft in zwei Boſch⸗Scheinwerfer, einen Zenithvergaſer(36 I K No 13 196) und eine große und kleine Deckenbeleuchtung, ein elektriſchen Scheibenwiſcher, einen Saugluft⸗Scheibenwiſcher und 3 Rollenlager zu verkaufen verſucht, die zweifellos v einem Diebſtahl herrühren. Die Gegenſtände befinden ſich be der Staatsanwaltſchaft. e n Unruhige Nacht. Wegen Ruheſtörung gelangt in der Nacht zum Montag 22 Perſonen zur Anzeige. * Ihren 70. Geburtstag feierte geſtern Frau Marit Heilmann, Große Wallſtadtſtr. 52, in körperlicher Friſche. Margarete geb. Kronauer, Waldhof, Wachtſtraße 16 5— Das Feſt der ſilbernen Hochzeit begehen am morgig Dienstag Herr Theodor Müller mit geb. Nägele und Herr Ernſt Kuß ma n mit ie 9 W Neue Mannheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) Montag, den 8. April 1929 K Haben eie ſchon.. 6 den Worten beſucht mich ein guter Bekannter. Het dieſen Satz nicht, denn er nimmt an, daß ich das er meint. Aber da er mein verſtändnisloſes A betrachtet, bequemt er ſich, ſeinen Satz zu vollenden: eine Naſe voll genommen von dieſer herrlichen Luft.“ Geſchämt muß ich aber eingeſtehen, daß ich die Naſe noch nicht zum Fenſter hinausgeſteckt habe, trotzdem es ſchon über die Mittagsſtunde hinaus iſt.„Nun, aber fix,“ muntert mich mein Bekannter auf,„wir wollen etwas ſpazieren gehen, denn es iſt ein Genuß, den man ſich nicht entgehen laſſen darf.“ werden müſſen?“ iſt nur die neue Luft, die wir bekommen. Die alte Luft hat ſo viel Aerger hervorgerufen, daß wir nun mal eine Abwechſlung erhalten.“ Wir treffen noch einen Bekannten:„Haben Sie ſchon Ihren Bedarf ge⸗ heckt?“„Jawohl, wir haben uns beeilt, daß wir nicht zu kurz kommen, ehe die gute Luft vergriffen iſt.“„So geht es mir auch und ich beſinne mich ſchon die ganze Zeit, nach was es am heutigen Sonntag eigentlich hier in Mannheim Liecht. Ich definiere: ſchimmelige Jauche, faule Eier, Leucht⸗ gas.“„Gut getroffen“, rufen wir wie aus einem Munde. Ich habe nur bedauert, daß ich früher mich nicht mehr in Chemie angeſtrengt habe, ſonſt könnte ich dieſe Zuſammen⸗ ſtellung in Formeln ausdrücken. ſehen und würde lange nicht den unangenehmen haben, wie dies in deutſchen Worten ſich ausnimmt. Aber ſind wir Mannheimer nicht beneidenswert, daß man uns eine eigens zubereitete Sonntagsluft zukommen läßt? Viel⸗ leicht findet auch ein findiger Kopf, gegen welche Krankheiten dieſe Luft gut iſt. Eines Tages werden dann Fremde nur wegen dieſer Luft nach Mannheim kommen. Schließlich heißt es dann noch„Bad“ Mannheim. Alles wegen dieſer Luft. Veranſtaltungen Feuerio⸗Frühlingsfeſt Das Abendſeſt, mit der der„Feuerto“ ſeine Faſchingsveranſtal⸗ tungen abſchloß, hat ſich in der bisherigen Form überlebt, wenn mon auch der Meinung ſein kann, daß der Dekorierungsakt nicht vollſtän⸗ dig verſchwinden ſollte. Gar mancher, der den„Feuerib“ in der ver⸗ floſſenen Satſon materiell und ideell unterſtützt hat, legt Wert darauf, eine Erinnerungszeichen an fröhliche Stunden zu erhalten. Der Elferrat ſollte deshalb die Frage prüfen, ob es nicht möglich iſt, den „Feuerip“⸗Freunden und Gönnern eine Auszeichnung nachträglich ins Haus zu ſchicken, ſoweit ſie einer ſolchen würdig ſind. Das Frühlingsfeſt, das an die Stelle des Ordensfeſtes ge⸗ treten iſt, hatte am Samstag erfreulicherweiſe einen ſehr ſtarken Be⸗ ſuch aufzuweiſen. Von den Ehrengäſten iſt Regierungsrat Dr. Heim, der bezirksamtliche Berkehrsdezernent, der den Beſtrebungen des „Feuerio“ ſtets reges Intereſſe entgegenbringt, mit Gemahlin zu er⸗ wähnen. Der große Saal des Friedrichsparkes leuchtete in den bun⸗ ten Farben des Frühlings. Eine reiche Papierdekoration ergänzte den Fahnenſchmuck. Der Elferrat hatte diesmal von der Aufſtellung eines Vortragsprogramms Abſtand genommen. Die Kapelle Ho maunn⸗ We ba u, die in der Mitte des Saales poſttert war, leitete den Abend, der von einer friſchfröhlichen Frühlingsſttimmung getragen war, unter der bewährten Leitung des Kapellmeiſters Homann ⸗Webau mit mehreren Muſikſtücken ein, die ſehr klangſchön und fein rhythmiſſert wiebergegeben wurden. Alsdann ſiedelte die Kapelle auf die Bühne Über, um unermüdlich zum Tanze aufzuſpielen, für den zwei Drittel des Saales reſerviert waren. Man hätte eigentlich das geſamte Par⸗ kett räumen müſſen, um den Tanzluſtigen mehr Elleubogenfreiheit zu geben. Der anweſende Konzertſänger Welker ließ es ſich nicht neh⸗ men, zwei ausgezeichnete Solis zwiſchen die klaſſiſchen und modernen Tänze zu ſtreuen. Er ſang„Heimliche Aufforderung“ von Richard Strauß und„Frühlingskied“ von Beutemüller ſo ſtimmgewaltig und zugleich ſo ſein nuanctert und empfindungsreich, daß ihm ſtürmiſcher Beifall dankte. Herr Bal duſ war ein vorzüglicher Begleiter. Viel Heiterkeit erregte der Preistanz, zu dem eine über⸗ raſchend große Anzahl Paare antraten. Bei der Preisverteilung ſtellte es ſich heraus, daß es ſich um einen verſpäteten Aprilſcherz handelte. Präſtdent Bieber, der die Konkurrenz in der ihm eigenen Art mit iner humoriſtiſchen Auſprache eingeleitet hatte, in der er die„wert⸗ vollen“ Preiſe pries, nahm mit ebeuſo humorvollen Worten die Preis⸗ verteilung vor, bei der ſich das Preisgericht beinahe in die Haare ge⸗ raten wäre. Selbſtverſtändlich nicht ernſtlich. Der erſte Preis, ein „Chabeſowagen“, entpuppte ſich als ein Leiterwägelchen mit einem Holzpferdchen, der zwelte Preis, ein„K⸗Reif“, ebenfalls als ein Kin⸗ derſpielzeug, der dritte Preis, eine„E⸗Uhr“, als eine Eieruhr, wie ſie vun den Hausfrauen verwendet wird. Der„Troſtpreis“ beſtand aus einem winzigen Teddybär. Die von Präſident Bieber mit ent⸗ ſprechenden ſpaßigen Bemerkungen umkleidete Preisübergabe erzielte den beabſichtigten ſtürmiſchen Heiterkeitserſolg. Der Ulk ſchloß mit einem dreifachen Ahof! auf das„unparteiiſche“ Preisgericht. Als wir lange nach Mitternacht die gaſtliche Stätte verließen, gehörten wir zu den Erſten, die heimwärts pilgerten, ein Beweis dafür, daß der „Feuerip“ mit ber Veranſtaktung dieſes Tanzabends das Richtige ge⸗ kroffen hatte. Sogar die älteren Semeſter kamen zu ihrem Recht, da ein Extra⸗Walzer für Tänzer pder Tänzerinnen im Alter von über 40 Fahren geſpielt wurde. Die Tatſache, daß dabei die Tänzer mit viel jüngeren und fungen Partnerinnen in der Mehrzahl waren, darf ein gewiſſenhafter Berichterſtatter nicht verſchweigen. Sch. * * Frauen⸗Vortrag. Frau Agnes Krägeloh, Köln ſpricht am Donnerstag im Caſino⸗Saal über das Thema:„Hygiene der Wechſel⸗ jahre.“(Weiteres Anzeige.) Kommunale Chronik Ein Spar⸗Erlaß der Stadtverwaltung Ludwigshafen * Ludwigshafen, 5. April. Das Bürgermeiſteramt Lud⸗ wigshafen hat an die ſtädtiſchen Dienſtſtellen einen Erlaß ge⸗ richtet, der angeſichts der geſpannten Finanzlage von allen Dienſtſtellen größte Sparſamkeit fordert, Der in den Voranſchlag eingeſtellte Kredit iſt als Höchſtbetrag anzu⸗ ſehen. Größere Anſchaffungen ſind grundſätzlich in die zweite Hälfte des Rechnungsjahres zu verlegen. Für genaue Ein⸗ Haltung der Kredite ſind die Vorſtände der einzelnen Aemter perſönlich verantwortlich. Kataſtrophaler Vermögensrückgang in Mainz infolge der Beſatzung * Mainz, 3. April. Nach einer Vermögensſtatiſtik lebten in Mainz vor dem Einzug der Beſatzung etwa 7 Millionäre. Im Laufe der erſten Beſatzungsjahre bis zum Abſchluß des Ruhrkampfes iſt dieſe Zahl auf einen zuſammengeſchrumpft. Auch dieſer eine Millionär iſt infolge der Rückwirkungen des Ruhrkampfes aus Mainz verſchwunden. Das Geſamtver⸗ mögen iſt infolge der Beſatzungsſchwierigkeiten ſeit 1923 weſentlich zurückgegangen obwohl die Zahl der Steuerpflichti⸗ gen in der Hauptſache großgeblieben iſt. Wie bei den nicht⸗ natürlichen Steuerpflichtigen iſt auch bei den natürlichen Steuerpflichtigen das Geſamtvermögen weſentlich geſunken. Letzteres betrug vor Einzug der Beſatzung 172 Millionen Mark, mit Abſchluß des Ruhrkampfes nur noch 157 Millionen und heute nur noch 135 Millionen ,. Als wir das Haus verlaſſen, pralle ich zurück. Ein Duft ſchlägt mir entgegen, der mich zu der Frage veranlaßt: „Nanu, wir haben doch keine Aecker in der Nähe, die gedüngt „Stimmt“, beſtätigt mein Bekannter,„das dieſes Frühjahr zugeweht [Schrecken verſetzt. Der 10jährige Sohn des Wilhelm Luft, Das würde ſehr ſchön aus⸗ Geruch Aus dem Lande Vor größerem Unglück bewahrt * Ettlingen, 6. April. Von dem.25 Uhr heute früh von Karlsruhe nach Ettlingen abgehenden Zug der Albtal⸗ bahn ſind kurz vor dem elektriſchen Werk die vorderſten zwei Räder der elektriſchen Maſchine aus bis jetzt noch un⸗ bekannter Urſache aus dem Gleiſe geſprungen. Glück⸗ licherweiſe konnte der Zug alsbald zum Stehen gebracht wer⸗ den, ſo daß kein nennenswerter Schaden entſtanden iſt. Der Verkehr wird durch Umſteigen aufrecht erhalten. Von einem Eber angegriffen und verfolgt * Au am Rhein, 6. April. Nachdem hier erſt vor kurzem drei Wildſchweine erlegt worden waren, wurden hieſige Be⸗ wohner bereits am Freitag wieder durch einen Eber in der im Walde mit Holzſuchen beſchäftigt war, wurde plötzlich von einem Gber angegriffen. Der Junge flüchtete auf einen Baum. Da das Tier jedoch von ſeinem Opfer nicht abließ und den Baum zu unterwühlen begann, rief der Knabe um Hilfe. Herbeieilende Holzfäller konnten dem Knaben das Leben retten. Der Eber wurde zur Strecke gebracht; er wog nicht weniger als vier Zentner. ** 5 St. Leon, 4. April. Nach dem Vorbild der Nachbarorte Reilingen und Hockenheim ſoll auch hier während der dies⸗ jährigen Spargelernte ein Spargelmarkt abgehalten werden, da man in Reilingen bei der erſtmaligen Abhaltung eines Spargelmarktes im vorigen Jahr gute Erfahrungen gemacht hat. Da auf der hieſigen Gemarkung ſehr viele und qualitatiy gute Spargeln gebaut werdes, ſo ſteht in Ausſicht, daß es dem Markt nicht an Anzugskraft fehlen wird. X Villingen, 5. April. Im Villinger Wald wurde die Leiche des unter dem Namen Donneremil bekannten erblin⸗ deten und ſtellungsloſen Uhrmachers Emil Donner, der über 70 Jahre alt war, gefunden. Der Greis ſcheint infolge wirtſchaftlicher Sorgen zu dem Selbſtmord getrieben worden Aus der Malz Die etatsmäßigen Leiter der pfälziſchen Arbeitsämter * Ludwigshafen, 6. April. Hinſichtlich der etatsmäßigen Ueberführung der Zweigſtellen⸗Leiter der pfäl⸗ ziſchen Arbeitsämter iſt noch keine endgültige Rege⸗ lung getroffen. Vorausſichtlich tritt in der vorläufigen Be⸗ ſetzung dieſer Stellen noch eine Aenderung ein. In Bezug auf die zum 1. April für eine größere Anzahl Angeſtellter ausgeſprochenen Kündigungen hat das Landesarbeitsamt ver⸗ fügt, daß die Kündigungen auch über den April hinaus auf⸗ rechterhalten werden. An den Abbau iſt zunächſt noch nicht zu denken, weil durch die erweiterten Fürſorgemaßnahmen für Arbeitsloſe die pfälziſchen Arbeitsämter gegenwärtig nuch Hilfskräfte für die laufenden Arbeiten beſchäftigen müſſen. * Frankenthal, 5. April. Der ſeit 19. März vermißte 19 jährige Eugen Hutzel von hier wurde Freitag früh im Kanal als Leiche geländet. * Herxheim b. Landau, 5. April. Mit dem Aus ſäen der Frühzwiebeln wurde begonnen. Im übrigen machen ſich die Folgen des langen und ſtrengen Winters im Ge⸗ müſebau jetzt erſt recht bemerkbar. Frühgemüſe für kalte Käſten, die ſonſt in dieſer Zeit ſchon reiche Exträge in Radies⸗ chen, Salat und Karotten abgaben, konnten überhaupt nicht ausgeſät werden und die für die Frühkulturen in den Käſten überwinterten Gemüſeſetzlinge ſind zum größten Teil er⸗ froren oder verwelkt, da Lüftung und Belichtung unmöglich Nachbargeblele Feſtnahme eines Faſſadenkletterers SW. Darmſtadt, 7. April. In Duisburg wurde ein Faſſadenkletterer feſtgenommen, der dort und in der Um⸗ gebung eine Reihe von ſchweren Diebſtählen und Einbrüche verübt hat. In ſeinem Beſitz wurden auch eine Reihe von Kleidern und Wertgegenſtände gefunden, die nicht aus dor⸗ tigen Diebſtählen herrühren. Die Ermittlungen der Darm⸗ ſtädter Kriminalpolizei ergaben, daß ein Teil der geſtohlenen Gegenſtände von Diebſtählen aus Darmſtadt her⸗ rührt. Durch Entſendung eines Kriminalkommiſſärs nach Duisburg wurde eine Reihe von Einbruchsdiebſtählen, die um die Weihnachtszeit 1928 hier durch den Täter ausgeführt wur⸗ den, aufgeklärt. Ein Teil der geſtohlenen Gegenſtände, „ u. a. konnte den Geſchädigten wieder zugeſtellt werden. Die ſaarländiſchen Pfarrhaus⸗Einbrecher verhaftet * Saarbrücken, 5. April. Ins hieſige Amtsgerichts⸗ gefüngnis wurden der 33 Jahre alte Arbeiter Nikolaus Schuder aus Roden und feine Geliebte, eine aus dem Rheinland ſtammende Margarete Kinnen, eingeliefert, die als Haupttäter der in letzter Zeit in zahlreichen Orten des Saar⸗ gebiets vorgekommenen Pfarrhauseinbrüche feſt⸗ genommen werden konnten. Gewöhnlich ging die Kinnen zuerſt in ein Pfarrhaus und bat den Pfarrer um eine Unter⸗ ſtützung, um in ihre Heimat reiſen zu können. Sie gab dabei genau acht, wo der Geiſtliche ſein Geld verwahrt hatte. Ihr Helfer drang dann ſpäter in das Pfarrhaus ein und fand ohne langes Suchen das Geld. Mehrfach gingen auch beide gemeinſam in das Pfarrhaus und fragten nach, welche Papiere ſie zur Trauung benötigten, wobei man ebenfalls den Aufbewahrungsort des Geldes auskundſchaftete. Zumeiſt wurden die Einbrüche ausgeführt, während der Pfarrer in der Frühmette war. Nachgewieſen wurden ihnen bisher zehn ſolcher Einbrüche, zwei in Völklingen, mehrere in der Gegend von Saarlouis, in Saarbrücken und im pfälzi⸗ ſchen Teil des Saargebiets. Im Büro des Kaxitas verbandes in St. Ingbert erbeutete das Paar einmal 3000 Franken. * * Darmſtadt, 6. April. Kürzlich wurden von der Pro⸗ vinztaldirektion Starkenburg die Bauarbeiten und Fuhr⸗ leiſtungen für den Umbau der Prop inztalſtraße von Biſchofsheim nach Rüſſelsheim ausgeſchrieben. Die fetzt vor⸗ liegenden Preisangebote bewegen ſich bei den Erdarbeiten zwiſchen 6857 und 13980 Mk., bei der Herſtellung der Fahr⸗ bahn zwiſchen 19 340 und 52 433 Mk. und bei den Fuhrleiſtun⸗ gen zwiſchen 8282 und 24932 Mk. 5 * Straßburg i. E. 6. April. Der Handelsvertreter Viktor [Pfiſter wollte ein Geſchuß ſeiner Waffenſammſung aus⸗ einandernehmen. die er erſt käuflich erworben hatte. Geſchußß explodierte und zerriß den Unglücklichen. Das Gerichtszeitung Das Roßbacher Eiſenbahnunglück nor Gericht Unter ſtarkem Andrang des Publikums verhandelte das Große Schöffengericht Kaiſerslautern gegen den 60jäh⸗ rigen Lokomotivführer Jakob Huber von Kaiſerslautern wegen fahrläſſiger Tötung. Am 21. 9. v. J. führte Huber den in Kaiſerslautern um 12 Uhr abgehenden Zug nach Lauterecken. Hinter Roßbach befindet ſich ein ſchrankenloſer Uebergang, in deſſen Nähe eine Warnungstafel den Lokomotivführer ver⸗ pflichtet, Warnungsſignale zu geben, indem er bis zum Ueber⸗ gang das Handläutewerk betätigt. Am gleichen Tage paſſterte der Landwirt Jakob Wirth aus Roßbach mit ſeinem Juhr⸗ werk den Bahnübergang. Der Lokomotivführer, der den Zug nicht mehr zum Halten bringen konnte, fuhr in das Fuhrwerk hinein. Der Wagen wurde von der Lokomotive ein Stück geſchleift. Wirth kam unter das Fuhrwerk zu liegen und wurde dabei getötet. Die Anklage warf dem Lokv⸗ motivführer nun vor, das Läutewerk nicht in Tätigkeit geſetzt zu haben. Feſt ſteht aber, daß Huber einigemale die Maſchinenpfeiſe zog. Der Staatsanwalt erblickte in der Himd⸗ lungsweiſe Hubers ein Verſchulden und beantragte an⸗ ſtelle einer verwirkten Gefängnisſtrafe von einem Monat 200 Mark Geldſtrafe. Der Verteidiger plädierte auf Frei⸗ ſprechung. Das Gericht ſchloß ſich dieſem Antrag an und ſprach den Angeklagten von Schuld und Strafe frei. 7 8 Wegen Wahlfälſchung verurteilt. Vor der Strafkammer des Landgerichts Regensburg als Berufungsinſtanz hatte ſich ein Gütler aus Keilsdorf wegen Wahlfälſchung zu verantworten. Bei den Wahlen am 20. Mal 1928 hatte der Angeklagte den Wählern Stimmzettel mit einem Kreuz für die Bayer. Volkspartei ausgehändigt. Nachdem Bauer in der erſten Inſtanz freigeſprochen worden war, wurde er jetzt zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte vier Wochen beantragt. Aus den Rundfunk⸗Programmen Dienstag, 9. April Deutſche Sender Berlin(Welle 475,0, Königswuſterhauſen(Welle 1648) 20 Uhr: Uebertragung aus der Staatsoper unter den Linden: Jenufa, Oper in drei Akten. Breslau(Welle 321,2) 20.15 Uhr: Song. Wort und Ton der Zelt. Frankfurt(Welle 421,3) 13.30 Uhr: Vox⸗Platten: Buntes Pro⸗ gramm; 16.35 Uhr: Von Stuttgart: Konzert; 20.13 Uhr: Darm⸗ ſtadt: Ein Querſchnitt. Hamburg(W. 391,6 19.25 Uhr: Aus ö. Hamburg. Statdtheater Ma⸗ dame Butterfley, Oper in drei Akten; 22 Uhr: Drei Mann auf einer Scholle, eine Hörſzene, 5 Königsberg(Welle 280,4) 19.80 Uhr: Die Bohems, Oper in vier Akten; 22.30 Uhr: 0 e Laugenberg(Welle 462,2) 13.05 Uhr: Mittagskonzert: 17.48 Uhr: Veſperkonzert; 20.10 Uhr: Unterhaltungskonzert; anſchl. Inter⸗ metzzo: Das deutſche Volkslied. Leipzig(Welle 361,9) 20 Uhr: Zeitgenöſſiſche 21 Uhr: Sinfoniekonzert; 22.20 Uhr: Tanzmuſtk.. München(Welle 536,7), Kalſerslautern(Welle 772,7 12.55 Uhr: Mittagskonzert; 17.465 Uhr: Unterhaltungskonzert; 20.05 Uhr: Abendkonzert des Rundfunkorcheſters. Stuttgart(Welle 874,1) 12.15 Uhr: Schallplattenkonzert; 18.98 Uhr: Konzert; 20 Uhr: Eva, dos Fabrikmädel, Operelte in drei Akten; anſchl. Frühling. Ausländiſche Sender Bern(Welle 406) 20 Uhr: Von Baſer: Konzert des Bafler Männer⸗ chors; 20.45 Uhr: Heitere Abendmuſik. Budapeſt(Welle 545,5) 19.45 Uhr: Konzert;.20 Uhr: Bleber⸗ Stunde; anſchl. Zigeunermuſik. Dauentry(Welle 482,3) 19.30 Uhr: Tanzmuſtk; 21 Uhr: Des Kirſchgarten, Komödie. Daventry(Welle 156,5) 20.45 Uhr: Konzert: 28.40 Uhr: Tanz. Mailand(Welle 504,2) 290.30 Uhr: Abendkonzert altitalieniſcher Muſik; 23 Uhr: Tanzmuſik. oris(Welle 1744) 21.30 Uhr: Abendkonzert. rag(Welle 343,2) 20 Uhr: Unterhaltungsſtunde; 21 Uhr: Heitere 0 1 Wiener Lieder; Plauderei. m(Welle 443,8) 20.45 Uhr: Opernübertragung. en(Welle 519,9) 20.05 Uhr: Der Eindringling, Drama in einem Akt; 20.40 Uhr: Das iſt der Frühling in Wien. ſtrich(Welle 489,4): Abends keine Sendung. CCC. A Badio-Speziahaus Gebr. Hettergott Marktplatz 6 2, 6— fol. 26547 Ihr Accumulator hält nicht mehr ſolange wie früher? Kein Wunder! Das Aufladen allein genügt nicht. Von Zeit zu Zeit müſſen die Plattenſätze gereinigt und die Sänre geprüft werden, ſonſt iſt der Accu eine ſtändige Störgnelle. Bringen Sie Ihre Accumulatoren zu uns, daun ſind Sie zufrieden. Y 9 R W 3 2 8 Wetternachrichten der Karlsruher Landes wetterwarte Beobachtungen badiſcher Wetter ſtellen(726 Uhr morgens), Luft Tem. 93 85 g* See SSS S2 2 Wink 8 8 drud vers 5 1 böbe nde 8 88 88 e Wetten 13 82 m mm ö. 12 Si Wertheim 1510— 4 6 3 ſteill. bedeckt Königsſtuhl] 563 767.8 2 8 1 SW leicht 75 Karlsruhe 120 767.2 5 7 4 WS WIleicht 05 Bad.⸗Bad 218 767.0 5 5 8 0 5 5 Villingen 7810 90 1 4 0 NW 5. Felöbg. Hof 1275 6880—2 3—4 leicht Nebel Baden weil.— 7670 4 6 SWW„ bedeckt St. Blaſien 780 1 5—0 fen bededt Höchenſchw.“— 7 Das ſber Weſteurops entſtandene und inzwiſchen ver⸗ flachte Hochdruckgebiet iſt jetzt ſoweit nach Süden zurückge⸗ wichen, daß über England bereits Warmluft von der Vorder⸗ ſeite einer ozeaniſchen Zyklone bis zur Nordſee und dem mit⸗ teleuropäiſchen Feſtland vorgedrungen iſt. Im Gegenſatz zu der als Kälterückfall gekennzeichneten Witterung der letzten Woche werden wir daher in den nächſten Tagen mit milderem Wetter bei Luftzufuhr aus Weſten zu rechnen haben. Wetterausſichten für Dienstag, den 9. April 1929; Zu⸗ nehmende Erwärmung, vielfach heiter und meiſt trocken. PS—=——88, ,‚,⏑‚⏑]ʃ. 1——̃ Waſſerſtandsbeobachtungen im Mouat April Then Pegel] 3 4 Js i i zer Neger i i Ir Ni N Vaſel J. 2-den e eee 8 f Schuſterinſe 9 9 7085 125 98 0 45 Mannheim.422.482.2281 2862.80 Kehl 20101 01 2 1200 0 Jagſtfeld 1,009.81.59%%0.121,00 Maxau.663.738.87 71371— 5 Maunbein f 484.46.83284 2667.52 Taub 777% 70174000 f 80 köln.33101 611.581.858.591 61 Herausgeber: Drucker und Verleger Druck. Neues Mannheimer Jeſtung G. m. 5 9 5 Nee 9 2 2 Chefredattent Kur! Fiſch e l. ae i Chefredakteur ſtur er— Verantwortl. Redakt 5 H. A. 5 7 Tr. S. Kayſer— Kommunalpofttik And e Sa den 5 Snort und Nermſſchtes: Wind Miiſer— Handel 5 ind alles Uebrige 5 1 Drang Fiche Ehmer— Ge Anzeigen Jakab Faude, fömtlich in Wash 1 2 rr D* 1 . „„„ er ee. W in„„ Montag, den 8. April 1929 — Neue Mannheimer Zeitung(Abend ⸗Ausgabe) 3.—— 8. Seite. Nr. Deulſchland ſtellt zwei Europameister 5 Die Entſcheidungen in der Dortmunder Weſtfalenhalle Nach langwierigen Vor⸗ und Zwiſchenkämpfen fielen am Soun⸗ tag abend in der Dortmunder Weſtfalenhalle die Entſcheidungen in den Europameiſterſchaften der Amateurringer, in der die deutſchen Teilnehmer recht erfolgreich abſchnitten. In zwei Gewichtsklaſſen konnten ſie ſich die Meiſterſchaft ſichern und zwar konnte in ber Leicht⸗ gewichtsklaſſe Sperling ⸗ Dortmund ſeinen Sieg vom Vorfahr wiederholen, während in der Schwergewichtsklaſſe Gehring ⸗Lud⸗ wigshafen neu hinzukam. Die Ergebuiſſe: Bautamgewicht: Martinſen⸗Norwegen. Federgewichtsklaſſe: Hernſtröm⸗Schweden. Leichtgewicht: Sperling ⸗Deutſchland. Mittelgewicht: Tunyoghy⸗Ungarn. Halbſchwergewicht: 1. Pellinnen⸗Finland; Mannheim. Schwergewicht: Gehring Ludwigshafen. Das Länderklaſſement hat nunmehr nach dem Abſchluß der Europameiſterſchaften folgendes Bild: Schweden 9 Punkte; 2. Deutſchland 8 Punkte; 3. Finnland 5 Punkte; 4. Ungarn, Norwegen Dänemark und Tſchechoſlowakei ſe 8 Punkte; 5. Italien einen Punkt. 0 2. Ru pp, V. f. R. Turnen Kunſiturnen⸗Mannſchaftskampf Zwiſchen TG. Jahn Weinheim, TV. Rüſſelsheim, TB. Oberurſel 1151: 1149; 1005 Turneriſche Mannſchaftskämpfe erhöhen das Kampfmoment, ſie dringen Spannung und, da ausgewählte Kräfte auf jeder Seite als ein Ganzes mitwirken, ſind ſie beſonders geeignet, einem größeren Publikum einen intereſſanten Querſchnitt durch den gegenwärtigen Stand des Turnens zu bieten. Die Turngenoſſenſchaft Jahn Wein⸗ heim hat dies frühzeitig erkannt und ſeit 1922 ſolche Kämpfe aus⸗ getragen, die jetzt die ſtattliche Zahl 16 erreicht haben. Frühere Gegner wacen u. a. Neckarau, TV. 46 Mannheim, Ulm, Heilbronn und Kirchen ⸗Sieg in Weſtfalen. Die heutigen Gegner ſtanden ſich zum dritten Mal gegenüber. Nachdem Rüſſelsheim den erſten Kampf, der in ber Opelſtadt ſtattfand, und den zwe ten in Oberurſel ge⸗ wonnen hatte, blieb heute Weinheim in der Heimat Sieger, allerdings mit ganz knappem Vorſprung, der dazu erſt vom letzten Turner ſichergeſtellt wurde. Die Feſthalle in Weinheim wor gefüllt bis auf den letzten Platz, ſobaß die großangelegten Vorbereitungen belohnt wurden.(Merk⸗ würdig war nur, daß auf bie ſtädtiſche Einlaßgebühr ein Zuſchlag von R/—.10 erhoben wurde, ohne Verantwortung und Vorteil des veranſtaltenden Vereins.] Die feweiligen Reſultate wurde an einer Tafel notiert, Programme gaben den Zuſchouern Gelegenheit, den spannenden Konkurrenzen mit Anteilnahme zu folgen. Das Kampf⸗ gericht urteilte einwandfrei über die reibungslos abgewickelten Kür⸗ Ubungen. Jede Mannſchaft ſtellte 6 Leute und einen Erſatzmann, her miturnte; am Schluß wurde die ſchlechteſte Punktzahl auf leder Seite hierwegen abgezogen. Am Barren trat man ſich zunächſt in der Reihenfolge Rüſſels⸗ Zelm, Oberueſel, Weinheim gegenſtber. Die Turner des erſtgenann⸗ den Vereins holten einen Vorſprung heraus, nur Stephan ſchnitt ſchlechter ab. Auch am Pferd erhielten die Vertreter aus dem deut⸗ ichen Detroit die beſſere Wertung. FfFrelübungen in neuzeitlichem Stil ließen Weinheim etwas aufholen, Schon jetzt zeigte ſich, daß Oberursel für die Entſcheidung nicht mehr in Frage kam. Drama⸗ tiſch geſtoltete ſich das Reckturnen, hier war die Reihenfolge des Antretens die gleiche wie beim erſten Wettbewerb. Der erſte Mann Nüſſelsheim erreichte 5 Punkte, der erſte Weinheimer 338, der zweite Rüffelscheiwer brachte etz auf 45, der folgende hieſige machte Fehler und bekam nur 90. Damit ſchien die Sache für ſeinen Verein ver⸗ loren. Doch auch der nächſte Rivale verſagte— 28 Punkte ver⸗ kündete das Schiedsgericht, änderte dann nach Verhandlung, die ruhig verlief, auf 20. Durch den Ausfall ließ Rüſſelsheim nach, währen 6G. alles einſetzte, und Springer mit hervorragender Lei⸗ ſtung den Sieg buchſtäblich im letzten Teil des Kampfes errang. Die beſte Einzelleiſtung: Benz⸗Rüſſelsheim 220 Punkte, der zweitbeſte Rüſſelsbheimer: Eppenſtelner 211 Punkte, der beſte Wein⸗ heimer: Heinzelbecker 208 Punkte, der beſte Oberurſeler: Wiegeand E. 179., der beſte Kämpfer: Springer 205 Punkte(wie Werner⸗W). Fußball: FV. Weinheim 09— FG. Kirchheim 421. Handball: TV. Weinheim 69— T. Plankſtadt:3. Turnausſchuß⸗ Sitzung in Verlin Die Turnerſchaft bei den Kampfſpielen Der Hauptausſchuß der Deutſchen Turnerſchaft begann ſeine Beratungen in der Turnhalle zu Berlin am Freitag. Prof. Dr. Berger begrüßte die Erſchtenenen und gedachte der Ber⸗ florbenen und des 100. Geburtstages des Leipziger Turnerführers Lion. Aus dem Bericht des Vorſitzenden war zu entnehmen, daß eine Fülle erfolgreicher Arbeit geleiſtet worden iſt. Der Bericht des Oberturnwartes fand Genehmigung, die Vorſchläge bezüglich der Tellnahme der Deutſchen Turnerſchaft an den nächſten Deutſchen Kampfſpielen in Breslau wurden angenommen. Das Abkommen mit dem Deutſchen Tennisbund wurde genehmigt. Mit dem Deutſchen Ski⸗ und dem Deutſchen Kanuverband ſollen Verhandlungen eingeleitet werden. Für das im nächſten Jahre nach Königsberg in Preußen vorgeſehene Alters⸗ W. treffen erwartet man Tauſende von Altersturnern über 40 Jahre. Der genaue Zeitpunkt wird noch feſtgeſetzt. Der Ort für die Aus, tragung der Volksturumelſterſchaften 1030 iſt noch nicht endgültig beſtimmt, Dresden. Einen erfreulichen Eindruck hinterließ der Bericht über die Lehr⸗ und Erziehungsarbeit der Turnſchulen in Berlin und Dort⸗ mund. Die Wahl der Feſtſtadt für das 15. Deutſche Turn ſeſt, das 1938 ſtattfindet, wurde vertagt, da erſt die Fachwarte die Eig⸗ nung der Städte bezüglich Platzanlagen uſw. zu pritfen haben. Es bewerben ſich Stuttgart, Breslau, Dresden und Nürnberg. Die Zeiteinteilung für den Deutſchen Turntag. der anfangs Oktober in Berlin ſtattfindet, wurde feſtgel eat. Zweiter Tag— Zuſammenarbeit zwiſchen Turnen und Sport Am zweiten Sitzungstag des Hauptausſchuſſes der D. T. ſtanden die Beſprechungen über die reinliche Scheldung zwiſchen Turner⸗ ſchaft und Sportverbänden im Vordergrund des Intereſſes. Be⸗ kanntlich hatte die Mannheimer Ffachwartetagung den Beſchluß ge⸗ faßt, an den Grundprinzipien der reinlichen Scheldung feſtzuhalten, aber gewiſſe Erleichterungen in Ausſicht genommen. die nun bem Hauptausſchuß der D. T. zur Begutachtung vorlagen. Der Haupt- ausſchuß legte ſeinen Standpunkt dabin feſt, daß elne grundſätz⸗ liche Besprechung der Frage der Zuſammenarbeit mit ande en Verbänden erſt in elner der nüchſten Sitzungen vorgenommen wer⸗ den kann. Die Grundlagen dieſer Beſprechungen wurden wie folgt elegt:. 52 die Wetikämpſe mit andern Verbänden können in irgend, iner Vorm Erleichterungen geschaffen werden. zs ſoll baau mit In Frage kommen Köwigsberg und anderen Verbänden verhandelt werden, ob eine beſchränkte Zahl von reichsoffenen Veranſtaltungen gegenſeitig freigegeben werden kann. 2. Soweit nicht anderweitige Vereinbarungen bereits beſtehen, kaun der Spielverkehr mit anderen Verbänden durch ein Abkommen erleichtert werden. 8. Schwarze Liſten sollen von den Verbänden gegenſeitla an⸗ erkannt werden. 5 4. Es iſt geſtattet, daß ſich Vereine der D. T. an neutralen Ver⸗ anſtaltungen, z. B. an Veranſtaltungen des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, der Aemter für Leibesübungen etc. beteiligen. Rugby Rugby in Heidelberg Heidelberger Rugbyklub— Ballſpielklub 156 Das letzte Verbandsſpiel im Neckarkreis, das am geſtrigen Sonn⸗ tag auf dem HBC. Feld ausgetragen wurde, endete nach ſpannendem, jedoch zeitweiſe techniſch nicht ſehr hochſtehendem Kampf mit einem glatten Sieg der Klubfünfzehn, die nun in die Vorrunde bezw. Zwiſchenrunde um die ſüddeutſche Rugbymeiſterſchaft eingreift. Klub hat den Kampf verdient gewonnen, denn die Mannſchaft ſpielte erſt⸗ mals wieder mit dem franzöſiſchen Internationalen, Verger, be⸗ ſonders nach der Pauſe ein ſyſtemvolles Rugby und ließ dem Gegner ſelten Gelegenheit zur eigenen vollen Entfaltung. HBC. fand ſich auffallend raſch zufammen und war dem Klub im Feldſpiel in der erſten Halbzeit etwas Überlegen, was auch in dem Holbzeitergebnis zum Ausdruck kommt. Beſonders der flinke ſtarke Sturm, der üb⸗ rigens an Härte noch nichts eingebüßt hat, entfaltete ſich aut und trug dauernd Angriffe vor, die dem Gegner ſehr gefährlich wurden. Erſt in der zweiten Spielhälfte ließen die HBC.⸗Leute etwas nach, die Mannſchaft kam trotzdem öfters noch in des Gegners Hälfte, aber die Ballſicherheit ließ bei einigen Spielern zu wünſchen übrig, ſodoß verſchiedene ſchön eingeleitete Angriffe im letzten Augenblick ſcheiterten. Der Schlußmann iſt ziemlich ſicher, hat einen guten Abſchlag, wird aber in der Berteidigung von der Läuferxeihe nicht immer vortellhaft unterſtützt. Dieſe iſt im Angriff nicht ſchlecht, aber im Zuſplel zu ungenau und weiß ſich in heikler Situation nicht immer zu helfen, ſondern bleibt einfach ſtehen. Franza, der beide Straftritte ſchön verwandelte, iſt immer noch der alte Takt ker. Die Klubfünfzehn hat nicht mehr die Spielſtärke, die ſie Ende 1928 hatte, trotzdem wird die Mannſchaft unter Führung Vergers in den End⸗ kämpfen ein ernſtes Wort mitreden. Für das am nächſten Sonntag in Heidelberg auf dem Turnvereinsplatz ſtattfindende Auswahlſpiel der wahrſcheinlichen deutſchen Fünfzehn gegen eine„mögliche“ Mannſchaft, hat der Rugbyfußballverband folgende Mannſchaften aufgeſtellt: Deutſche Mannſchaft: Sauer Hannover 78, Weſtermann Odin, Schwanenberg 78, Botzong Heidelberg, Sing Neuenheim, Pfersdorf Heidelberg, Frey 78. Leipert⸗Amann Heidelberg, Lücke Odin, Hartleib Hannover, Müller Berlin, Berg I u. II Frankfurt, Springmonn 78. Mögliche Mannſchaft: Pfiſterer Heidelberg, Haux⸗Leipprand Frankfurt, Pfiſterer II, Leipert J Heidelberg, Volz Frankfurt, San⸗ der Odin, Stutz Charlottenburg, Moſebach Offenbach, Offenhauer 78, Wunderlich ASV. Leipzig, Bender⸗Pfeiſſer Heidelberg, Thiele, Ste⸗ mens, Pfeil Neuenheim, Helff Frankfurt. We. Fußball Vorderpfalzkreis Viktoria Herxheim— Arminia Rheingbuheim:2 Repidia Ludwigshafen— S. Fr. Lanbau:2 Germersheim— 1904 Ludwigshafen 328 BfR. Oggersheim— Mutterſtadt:2 FV. Speyer— ASV. Ludwigshafen 21 Dieſer Sonntag hätte eigentlich die endgültige Entſchetdung in der Abſtiegsfrage bringen ſollen, aber wie ſo oft machten die Abſtiegs⸗ kandidaten eine letzte verzweifelte Anſtrengung, und die war denn auch von Erfolg. Daß Mutterſtadt in Oggersheim gewinnen würde, war nicht vorauszuſehen, aber dabei war der Sieg nicht einmal un⸗ verdient, da die Gäſte eine überraſchend gute Leiſtung und nach kor⸗ loſer erſter Halbzeit trotz wiederum guter Leiſtungen des Ludwigs⸗ hafener Schlußmannes doch noch zum Sieg kommen können. So muß nun Repidia Ludwigshafen, das die Landauer Sportfreunde mit 42 aber nach betserſeits nur mäßigen Lelſtungen bezwingen konnte, ab⸗ warten, ob Mutterſtadt nicht im letzten Spiel noch einen Punktver⸗ luſt erleidet. Sicher tſt den Ludwigshafenern aber immer die Chance eines letzten Entſcheidungsſpieles. Auch Germersheim machte noch einmal einen letzten Verſuch und errang gegen 1904 Ludwigs⸗ hafen ein beachtliches Unentſchieden 323. Obwohl die Gäſte bereits 072 füßhrten, gab Germersheim den Kampf nicht auf und wäre auch beinahe noch zum Sieg gekommen, wenn der Angriff etwas unetgen⸗ nütziger geſpielt hätte. Speyer konnte in ſeinem vorletzten Treffen auch nur einen unerwartet knappen Sieg erringen, da der ASV. Ludwigshafen ſich energiſch zur Wehr ſetzte und ſich nur ganz knapp :1 geſchlagen gab. Rheingönheim iſt durch die 32 Niederlage noch einmal in Abſtiegsgeſahr geraten, hat aber noch die Chance ſeines letzten Spieles. In einem Priaptſpiel, das ſich eines überraſchend guten Beſuches zu erfreuen hatte, konnte der Vorderpfalzkreismelſter nach wechſeln⸗ den Leiſtungen einen knappen:1 Sieg von 1903 Ludwigshafen nicht vermeiden, da ſein Angriff die ſpielſtarke Abwehr der Gäſte nicht zu ſchlagen vermochte. Tabelle Vereine Spiele Punkte Frankenthal 22 89:5 Speyer 2¹ 38418 O 21 28214 1904 Ludwigshafen 2¹ 27215 eryheim 2 24720 ersheim 20 18:22 ASV. Ludwigshafer 21 17125 Landau 22 16:28 Rheingönheim 2¹ 1527 Repidig Ludwigshafen 22 15:29 Mutterſtadt 2¹ 18:29 Germersheim 2⁰ 8282 J Atlas⸗Verſicherung Ludwigshafen— Auto⸗ Centrale Maunheim:4 Das Spiel begann mit einer leichten Ueberlegenheit der Platzherren, die auch nach einigen Angriffen ein ſchönes Tor erzielten. Der Halbrechte legt an den Mittelſtürmer vor, der über den Torwart hinweg einſendet. In der 30. Minute ſchließt der Atlas⸗Halblinke eine gute Kombination des linken Flügels mit unhaltbarem Schuß ab Damit war aber ihre Schießkunſt zu Ende. Schon gegen Schluß der erſten Hälfte kam die Auto⸗Centrale ſtark auf und drückte in der zweiten Halbzeit durch zwel ſchöne Gegentore ihre Ueberlegenhett aus. Durch dieſe Erfolge ermuntert, legte die.⸗C. ein gefällige res Spiel vor und erzielte noch zwei weitere Tore, ſo die ſichers Niederlage in einen Sieg verwandelnd. Radſport Im Schueegeſtöber nach dem Spreewald ö Walter Hoffmann gewinnt Berlin— Kottbus— Berlin Die klaſſiſche Radfernfahrt nach dem Spreewald ſtand krstz der Verlegung um 14 Tage unter keinem günſtigen Stern: denn es ſchwelte bis nach Kottbus. Die Fahrer kamen daſelbſt halberſtarrt am, ſodaß ſich die Rennleitung gezwungen ſah, eine Zwangs pauſe von 10. Minuten einzuſchteben, damit ſich die Fahrer wenigſtens etwas er⸗ holen konnten. Etwa 40 Teilnehmer waren dem Start ferngeblieben, Um.80 Uhr: begaben ſich 12 A⸗Fahrer auf die 279 Kilometer lange Relſe, um 5,40 Uhr folgten 39 B⸗Fahrer und um 6 Uhr folgte die 118 Mann zählende O⸗Gruppe, die ſich übrigens am längſten hielt. In der Nähe von Vertſchau rückte der Berliner Hoffmann allein ac und lteß ſich nie mehr erreichen. Hoffmann ſtegte mit zehn Minuten Vor⸗ ſprung, obwohl die drei Dresdener, Harter, Tierbach und Unger, ſich zuſammengetan hatten und gemeinſam auf den Ausreißer Jagb machten. Etwa 6000 Zuſchauer beſubelten den Sieger am Ziel. Der Breslauer Elpel hatte auf der Rückfahrt nochmals Reiſenſchaden uns fuhr das Rennen allein mit dem Berliner Grützte zu Ende. In der B⸗Klaſſe blieben fünf Mann bis zum Ziel beiſammen. Im Endspurt ſiegte Hubert Rüdiger(Grünweißſ einwandfrel. Das Rennen der O⸗Klafſe entſchled Beecken(Hermes mit 12 Minuten Vorſprung zu ſeinen Gunſten und im Rennen der Alters fahrer über 185 Kilometer kam der mit Vorgabe geſtartete Paul Helbig aus Neuſalz als Erſter ein. A⸗Klaſſe: 1. Hoffmann(Sport 88 Ber⸗ lin) 9,55,41 Stunden; 2. Harter⸗Dresden 10,05,12,2 Stunden; 8. Tier⸗ bach⸗Dresden; 4. Unger⸗Dresden alle dicht auf; 5. Elpel⸗Breslau 10,11, Stunden. K „Rund um föln“ Ohne Berufs⸗ und Wertpreisfahrer Die klaſſiſche Radfernfahrt„Rund um Köln“ büßte durch dat Nichtſtarten der Berufsfahrer an Popularttät ein. Dadurch, daß auch oͤte Ehrenpreisſahrer des BDR. aus dem Reich ferngeblieben waren, ſchrumpfte oͤte Veranſtaltung zu einer rein weſtdeulſchen Angelegen⸗ heit zufammen. Bet trockenem, aber kaltem Wetter ſtellten ſich 38 A⸗Fahrer dem Starter, denen einige Zeit ſpäter 137 B⸗Fahrer folgten, Bereits bei Düren, nach 65 Kilometer, erfolgte die Sprengung des Feldes. Die Spitzengruppe beſtand aus acht Mann, von denen später noch einige zurückftelen. Im Endſpurt ſtegte der Kölner Schmitz, während in der B⸗Klaſſe ſein Landsmann Frielingsdorf als Erſter ain Die Ergebniſſe: Klaſſe A: 1. Schmitz⸗Köln 10,15,40 Stunden; 9. Mandelar⸗Kölnz 3. Tſchug⸗Köln: 4. Wallenborn⸗Köln alle dichtauf; 5. Hauſer⸗Hagen 10,16,20 Stunden; 6. Manz⸗Köln 1018,00 Stunden; 7. Runkel⸗Küln 10,238,000 Stunden. -⸗Klaff ke: 1. Frielingsdorf⸗Köln 10,5 Stunden; 2. Fullings⸗ Harten; 3. Wietz⸗Köln 10,46 Stunden; 4. Weber⸗Köln; 5. Ray⸗Khln. Mannſchaftsfechten Frankfurt⸗Darmſtadt Hermannia Frankfurt[Herren) ſiegen 2278, die Damen unterliegen:17 Bei anſprechendem Beſuch zeigten die Juntoren⸗Mannſchaften des Darmſtädter Fechtklubs und des F. C.„Hermannka“ Frankfurt ii ſpannenden Kämpfen gutes Können. Im Mannſchafts kampf der Herren(auf jeder Seite fünf Fechter) waren die Frankfurter klar überlegen. Beſonders das Tempo und die ſchulgerechte Florett⸗ führung war bei den Frankfurtern, von denen Jevarorſki und Hetzer ungeſchlagen blieben, beſſer. Dagegen gewannen die Darmſtädter Damen überlegen. Vor allem zeigten ſie mehr Kampfgeiſt und ſchnelleres Parieren als die fungen Frankfurterinnen, die zum größten Teil erſtmals einen Wettkampf beſtritten. Nur Fräulein Natho konnte man mit den brei Beſten der Gäſte Frl. Jordan, Frl, Brückner und Frl. Nietel gleichſtellen. Die Ergebuiſſe: Herren⸗Floretti⸗Maunſchaftskampf: 1. Fechtklub„Hermannia“⸗ Frankfurt 22 Siege(FJavarorſkl und Hetzer ſe 5, F. Krebs, Körbitz und Dr. Fuchs je 4 Siege); 9. Darmſtädter Fechtklub 3 Siege[Feld, Rodemer und Roth ſe 1 Sieg, H Müller und Klingler 0 Siege. Damen⸗Floxett⸗Mannſchafts kampf: 1. Darmſtädter Fechtkluß (Frl. Jordan 5, Frl. Brſückner und Nietel ſe 4, Frl. Engel unz Grimm je zwei Stiege) zuſammen 17 Siege; 2. J. CK.„Hermanns“ Frankfurt 8 Siege. 0 Schwimmen Franzöſiſche Schwimmer in Weſtdeutſchlans Beim Schwimmfeſt in Barmen, an dem die franzöſtſchen Unk⸗ verſitätsſchwimmer teilnahmen, kam es im 100 Meter Frelſtif⸗ ſchwimmen zu einer Begegnung Derichs— Taris. Das Rennen endete nach überaus ſpannendem Verlauf im toten Rennen bei einer Zeit von 1,018 Minuten. Budig⸗Köln gewann dle 200 Meier Bruſt in 2,50. Das 200 Meter Freiſtilſchwimmen holte ſich Wolf in.82, Minuten, Paris gewann die 8 mal 50 Meter Staffel in 4,00, Mi⸗ nuten vor Barmen. Das Waſſerßallſpiel ſah Barmen über Paris als Sieger. Die erſte Mannſchaft der Weſtbeutſchen gewann mi 11:7, die zweite mit 12:4 Toren. Im Anſchluß an das Barmer Gaſtſpiel ſtarteten die Franzoſen in Düſſeldorf. Hier wurden ſie im Klubkampf von Dütſel⸗ dorf 00 geſchlagen. Das Waſſerballſpiel endete:8(:5) für Düſſeldorf. 1 Deutſche Siege bei der Targa Jlorio Paul Koeppen-Verlin auf B. M. W. der Schnellſte Das klaſſiſche Motorradrennen auf der kurvenreichen 108 Kilo⸗ meter langen Madonie⸗Strecke auf der Inſel Sizilien brachte für dite deutſchen Teilnehmer ſehr gutee Erfolge. Wieder war es bie deutſche Marke B. M.., die den Sieger ſtellte. Der Berliner Koeppen fuhr ein ganz großes Rennen und konnte ſeinen Erfolg aus dem Jahre 1927 wieberholen. Die ebenfalls in der Halbliter⸗Klaſſe ge⸗ ſtarteten Deutſchen Henne⸗ München auf B M.., Zündorf ⸗ Köln und Klein ⸗Oberwaldkirchen auf D. K. W. konnten ſich mit den Schwierigkeiten der Strecke nicht abfinden. Die ſübrigen deutſchen Bewerber Geißler ⸗ München auf Ardie und Geiß Pforzheim auf D. K.., belegten recht achtbare Plätze. Geißler wurde in der 350 cem⸗Klaſſe Dritter. Der deutſche Motorraßſtragzenmelſter Geiß Pforzheim belegte in der kleiuſten Klaſſe bis 175 com den 2. Matz. Die Ergebuiſſe: Bis 175 cem über 216 Kilometer: 1. Pannella⸗Italten auf Signo⸗ rellt.51,32 Std.; 2. Geiß⸗Pforzheim auf D. K. W..4440 Stunden. Bis 250 cem Über 216 Kilometer: 1. Primt⸗Jtalten auf Guzzt .07,14 Stunden. Bis 350 cem über 324 Kilometer: 1. Moretit⸗Italien guf Blaucht .44,26 Std.; 2. Zara⸗Italten auf Frera.565,31 Stö.; 3. Geißler⸗ München auf Aröte.58,34 Stunden. Bis 500 cem über 324 Kilometer„ Koeppen ODeutſchlanß auf B. M. W..283,38 Stunden(60,074 Stundenkilometer, beſte Zeit des Tages]. Columo⸗Italien auf Sundeam.28.47 Stunden. 1 — Neue Mannheimer Zeitung. Ausgabe) Einigung in der Zigaretteninduſtrie Preisſchutz für ganz Deutſchland In einer Sitzung am Samstag, an der ſämtliche deutſche Zigarettenfabriken teilgenommen haben, iſt eine Ein i⸗ gung dahingehend erzielt worden, daß ſowohl die Preiſe für die Induſtrie als auch die Großhandelspreiſe und die Preiſefürden Klein verkauf nunmehr geſchützt werden. Es iſt eine G. m. b. H. gegründet worden, die die Frage des Preisſchutzes für ganz Deutſchland regeln ſoll und die für die Erfüllung der Preisbeſtimmungen eintritt. Dieſer G. m. b. H. gegenüber haben ſich ſämtliche Fabriken verpflichtet, die Preiſe zu ſchützen. Die nunmehr nach langen Kämpfen erzielte Einigung in der Zigaretteninduſtrie und die Beendigung der von den Intereſſenten ſtets ſo lebhaft beklagten ruinöſen Preisſchleuderei kommt ziemlich überraſchend. Nach den zahlreichen bisher fehlgeſchlagenen Verſuchen und den verſchiedenen Anſtrengungen, die ſowohl von Fabrlikanten⸗ wie Händlerſeite unternommen worden waren, hatte es den Anſchein, als wenn Induſtrie und Handel ſich nicht auf einer ihre Intereſſen ausgleichenden Grundlage würden finden können. Durch die Viel⸗ zahl der Betriebe und Verbände wurde man in dieſer Anſicht beſtärkt. Da die Zigaretteninduſtrie und der Handel bisher eine Einigung nicht herbeiführen konnten, ſahen ſie ſich gewiſſermaßen zur„Selb ſt⸗ hilfe“ gezwungen. Die großen und leiſtungsfähigſten Zigaretten⸗ firmen, u. a. Reemtſma und Neuerburg, eröffneten einen Preis⸗ kampf durch Senkung der Preiſe, was hinwiederum die Arbeitsgemeinſchaft der ſogenannten freien Fabriken auf den Plan rief. Es ſcheint, daß auf Grund dieſer Maßnahmen die Induſtrie die Zweckloſigkeit eines verſchärften gegenſeitigen Wettbewerbs zu un⸗ rentabeln Preiſen eingeſehen hat, und nunmehr gewillt iſt, unter Zurückſtellung beſonderer Forderungen eine Einigung herbeizuführen. Man darf geſpannt ſein, wie lange der jetzt erreichte Zuſtand in der Zigaretten induſtrie und die Einigkeit andauern werden. Zu beachten iſt jeboch, daß die führenden Firmen kapitalkräftig genug ſind, jeder⸗ zeit einen Preiskampf, der unliebſame und die Vereinbarung nicht innehaltende Außenſeiter zur Beachtung der Verträge zwingt, zu eröffnen und durchzuhalten. Zum Reemtsma⸗Einbruch bei Waldorf⸗Aſtoria Eigenartige Machtpolitik des Großaktionärs Wie wir ſchon am Samstag kurz meldeten hat der Groß⸗ aktionär der Waldorf⸗Aſtoria Zigarettenfabrik AG. in Stuttgart eine ſich ihm bietende Gelegenheit benützt, dem Reemtſma⸗Konzern einen großen Teil der Aktiven der Waldorf ⸗Aſtor ta d u ver kauſen. Begründet wird dieſer Schritt mit der ſchwierr⸗ gen Lage der Zigaretteninduſtrie. Von dem Reemtſma⸗Konzern ſoll die Fabrikation in Stuttgart nicht weitergeführt, der Betrieb viel⸗ mehr ſtillgelegt werden. Der Großaktionär iſt bekanntlich Groß⸗ kaufmann Kazim Emin in Paris, der die Mehrheit der Aktien beſitzt und dieſe vorerſt auch behält. Der Verkauf der Aktiven durch den Großaktionär kam für die Stuttgarter Verwaltung völlig überraſchend und kann keineswegs mit der geſchäftlichen Lage des Unternehmens, das auf durchaus geſunder Grundlage ſteht in Einklang gebracht werden. Der Großaktionär von Waldorf, der türkiſche Tabakhändler und Großkaufmann Ktazim Emin, begründet ſeinen Schritt mit der„ſchwierigen Lage der Zigaretteninduſtrie“. Das iſt zweifellos noch richtig, aber nur bedingt. Denn die Bemühungen, geſunde Verhältniſſe in der Zigaretteninduſtrie zu ſchaffen, laſſen doch mehr und mehr gewiſſe Zeichen einer Entſpannung erkennen, die teils auch in der fortſchreitenden Konzentration be⸗ gründet ſind. Wenn man darüber hinaus hört, daß gerade dieſer Tage eine Preiskonventton der geſamten deutſchen Zigaretten⸗ induſtrie zuſtandegekommen iſt, durch die der Preisſchleuderei Ein⸗ Halt geboten werden und damit eine Geſundung der Zigaretteninduſtrie erreicht werden ſoll, dann iſt der zu dem jetzigen Zeitpunkt erfolgte Schritt Kiazim Emins zumindeſt unverſtändlich. Un verant⸗ wortlich jedoch iſt, wie die S. Z. ſehr richtig bemerkt, daß der Verkauf der Aktiven des Unternehmens ohne Wiſſen der Verwaltung erfolgt iſt. Dies iſt Machtpolitik eines Großaktionärs— der noch dazu von fremder Staatsangehörigkeit iſt—, gegen die unbedingt Ein⸗ ſpruch erhoben werden müſſe. Die Sttllegung der Betriebe würde für Württembergs Wirtſchaft einen ſchweren Schlag bedeuten, werden dadurch doch allein etwa 1000 Angeſtellte und Arbei⸗ ter brotlos. Die bisherige Tages produktion von Wal⸗ dorf bezifferte ſich auf etwa 3 bis 4 Millionen Zigaretten. Ob der Verkauf der Waldorf⸗Aktiven noch rückgängig gemacht werden kann, läßt ſich zunächſt nicht beurteilen. Man hofft jedoch in Stuttgart, daß von den beteiligten Stellen alles aufgewendet wird, um eine Still⸗ legung des Betriebes zu verhindern. Notenausgaberechte der gaberechte 1 jahr 1929 betragen, wie jetzt Privatnotenbauken. Die Notenaus⸗ der Privatnotenbanden für das zweite Kalenderviertel⸗ feſtgeſetzt worden iſt, auf Grund des Pr vatnotenbantgeſetzes vom 30. Auguſt 1924 für die Bayriſche Notenbank 70 Mill.%, für die Sächſiſche Bank zu Deesden 70 Mill. 4, für die Württenrge rc Notenbank 27 Mill.„ und die Badiſche Bank 27 Mill. l. ** Landesbank für Haus⸗ und Grundbeſitz, e. G. m. b. H. Karls⸗ ruhe. Das Inſtitut, das Zweigſtellen in Mannheim, Freiburg, Pforzheim und Sinsheim a. E. unterhält, weiſt darauf hin, daß es mit der in Konkurs geratenen Bank für Grun d⸗ und Hausbeſitz, e. G. m. u. H. Mannheim O 7, 26, in keiner Weiſe identiſch iſt oder irgendwelche Beziehungen zu derſelben unterhielt. Ebenſowenig ſtand der organiſterte badiſche Haus⸗ und Grundbeſitz mit der zuſammengebrochenen Bank in Verbindung. 297 Bilanzſitzung der J. G. Farbeninduſtrie Ac. Frankfurt a. M. Die Bilanzſitz ung der J. G. wurde auf den 4. Mat angeſetzt. Zu die⸗ ſemm Termin ſind die Herren He heimrat Boſch, Schmitz und Krauch von ihrer Amerikareiſe zurück, ſo daß auch bis zu dieſem Termin Aufſchluß über den Abſchluß der Amerikaverhandlungen erwartet wer⸗ den kann. * Brown, Boveri u. Cie. AG. in Mannheim. Die heutige o. G.., in der ein AK. von 19 339 020% mit 966 951 Stimmen vertreten war, genehmigte einſtimmig den bekannten Abſchluß und beſchloß antragsgemäß die Verteilung von wieder 9 v. H. Dividende. Dem .⸗BW. wurden neu hinzugewählt Gen.⸗Konſul Rud. Loeb⸗Berlin (Mitinhaber des Bankhauſes Mendelsſohn in Berlin) und Bankdirek⸗ tor Leo Scheibner ⸗Berlin(Vorſtandsmitglied der Reichskredit⸗ Geſellſchaft). :? Uuveränderte Dividende bei der Elektrizitäts⸗Lieferungs⸗Ge⸗ ſellſchaft Berlin. Einſchließlich Vortrag ergibt ſich ein Reingewinn von 3 789 262(i. V. 3 281 726) /, woraus wieder 6 v. H. Dividende auf die VA. und wieder 10 v. H. auf die Steal. vorgeſchlagen werden. Zum Vortrag verbleiben 97 157(54 346)„. Das aus der Kapitale erhöhung um 10 auf 40 Mill.„ StA. erzielte Aufgeld von 2 932 840 Mark werde dem Reſerveſonds überwieſen. Der Stromabſatz ſei ge⸗ ſttegen. * Wilhelm Wolff.⸗G. in Pforzheim. Die GV. genehmigte den bekannten Abſchluß ſowie die durch Aufnahme der Ba⸗ diſchen Metallwarenfabrik.⸗G. Pforzheim veranlaßte Erhöhung des AK. auf 1,7 Mill. 4. Das bisherige Vorſtands⸗ mitglied Wilhelm Wolff tritt in den AR. über, in den außerdem folgende Herren gewählt wurden: Bankdirektor Hermann Kahn (Pforzheim), Bankdirektor Dr. Hans Meier(Pforzheim), Fabrik⸗ direktor Georg Haas(Pforzheim), Bankier Rudolf Brand(Pforz⸗ heim). RA. und Notar Alfred Schweizer(Stuttgart), ſowie Bank⸗ direktor Hans Vogelgeſang(Mannheim). Zu Direktoren ſind die bisherigen ſtellvertretenden Direktoren Karl Knapp und Fritz Sich⸗ lina berufen worden. * Vorausſichtlich Vorjahrsdividende bei der Th. Knorr AG., Heil⸗ bronn. Das am 31. März 1929 zu Ende gegangene Geſchäftsſahr iſt, wie verlautet, normal verlaufen. Unter den üblichen Vorbehalten dürfte wieder mit 10 v. H. Dividende wie in den beiden letzten Jahren 5 rechnen ſein. Der Abſchluß wird erſt in etwa zwei Monaten vor⸗ tegen. Rervöſe und ſchwache Vörſen Mannheim unregelmäßig Die Börſe war am Wochenbeginn uneinheitlich. Nach vorbörslich recht feſten Kurſen war der Akttenmarkt bei Beginn des Verkehrs ſchwächer, dann wieder etwas erholt. Im Mittelpunkt der Diskuſſion ſtanden die Verhandlungen in Paris, die ſehr unterſchiedliche Beurtei⸗ lung fanden. Schwächer lagen Farben, Linoleum, Rheinelettra und Waldhof. Intereſſe beſtand für Knorr bei erhöhtem Kurs, ebenſo wie⸗ der für Südgucker. Exkl. Dividende gelangten Wilh. Wolff mit 118 zur Notiz. Am Bankenmarkt waren Hypothekenbanten abgeſchwächt, Creditbank dagegen 1,5 Punkt feſter. Brauerei⸗ und Verſicherungs⸗ aktien unverändert. 8 Frankfurt abgeſchwächt, ſpäter etwas gebeſſert Zu Beginn der neuen Woche war das Geſchäft äußerſt klein, vor allen Dingen fehlten Auslandsaufträge. Die letzten Meldungen aus Paris verſtimmten und mahnten zur Zurückhaltung. Die Spekulation ſchritt daher zu Abgaben und gegenüber den Samstag⸗Schlußkurſen traten Verluſte bis zu 2 v. H. ein. Auch der uneinheitliche Schluß der Newyorker Börſe vom Samstag und die wieder angeſpannten Geldmarktverhältniſſe am dortigen Platze fanden eine ungünſtige Aufnahme. Unter dem Druck dieſer Verhältniſſe hatten in der Hauptſache die Elektroaktien zu leiden, wo Verluſte bis zu 4 v. H. eintraten, doch auch bei anderen Spezial⸗ werten gingen dieſe bis zu 4 v. H. Im Verlaufe trat eine Be⸗ ruhtigung ein, die! Stimmung wurde etwas freundlicher da ein⸗ zelne eintreffende Aufträge für Spezlalwerte anregten. Das Ge⸗ ſchäft war aber nur vorübergehend etwas lebhafter. Im Vordergrund ſtanden Schuckert, die gegen Anfang 27, Siemens 1½ v. H. gewannen. Auch die übrigen Werte konnten eine Kleinigkeit anziehen. Glanz⸗ ſtoff plus 5 v. H. Die Spekulation blieb aber zurückhaltend. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5% v. H. unverändert. Berlin nervös So unentſchieden wie gerade heute war die Tendenz des Vor⸗ mittagsverkehrs in der letzten Zeit ſelten. Es gab bei den Banken zwei Me nungen, die ſich kroß gegenüberſtanden. Zu Beginn der Börſe konnte man dann aber feſtſtellen, daß diejenigen Preiſe, die ſchon heute vormittag auf Erhöhung eingeſtellt waren, nicht gehalten wurden. Die erſten Kurſe wieſen in der Mehrzahl Rückgänge von —3 v. H. auf, die ſchwereren Werte verloren bis zu 7 v. H. Den ſtärkſten Verluſt hatten Sarotti(— 8½ v..). Auch n ach den erſten Kurſen war die St mmung weiter ſehr nervös. An⸗ leihen ruhig, Ablöſungsſchuld für Neubeſitz ſchwächer. Auslands⸗ werte unverändert. Pfandbriefe meiſt gehalten. Gel e be ichter. 6% v. H. Wenn auch das Geſchäft am Kaſſamarkt ſich in engſten Gren⸗ zen hielt, war die Tendenz doch vorwiegend freundlicher. Im wei⸗ teren Verlauf wurde die Tendenz weiter etwas beſſer man beobachtete Tauſchoperationen in Schuckertaktien, auch Kaliwerte erholt. Die Börſe ſchloß im ganzen nicht einheitlich, doch meiſt etwas über Anfang. Burbach 225, Kali⸗Induſtrie 239. Im internationalen Deviſenverkehr war inſolge der etwas erleichterten Newyorker Geldmarktlage der Dollar gegen Reichsmark angeboten:.2160 bis .2165. Die europäiſchen Valuten lagen dementſprechend ſehr feſt, beſonders Holland 40.11 nach 40.09, Schweiz 19.25 nach 19.24,5, London .8547 nach.8540, Paris 3907 nach 39094. Mailand dagegen ſchwächer, Tagesgeld—8, Monatsgeld 7—8½, Warenwechſel wi Mannheimer Viehmarkt Preis flir 50 ke Lebendgewicht— Geſamtzufuhr 9255 Stück Amtliche Preisnotierungen vom 8. April 1929 Ochſen. 143 St Kühe 317 St Kälber. 689 St. Schweine 2874 St. J.. Mt. 2. mt. 208% d. Mt. e f t ).„ 45 49 b) 35-38 d.„ 17880 b. 78 78 c) 82 36 c) 3034). 770105).„ 179-80 a0— d)—22)) 6468 dl„ 78 79 Bullen.. 175 St. Färſen. 346 St.. 5458„„18 77 a).. Mk. 5153). Mt. 58— Deo Schafe 5 St. 68972 „„ 60 52—67 ).„ 3342 Freſſer— St dj 584 50 anbe 126 St W— a) NGG e e. 900— 1900 Marktverlauf: mit Großvieh mittelmäßig, 7 8 mit Kälbern ruhig, langſam geräumt, mit Schweinen ruhig, Ueberſtand, mit Arbeitspferden mittel. 96 Schlachtpferde, 60160; 6 Ziegen 1025. * Mannheimer Produktenbörſe vom 8. April.(Eigenbericht). Die Tendenz des heutigen Produktenmarktes war ſehr ruhig. Ausland⸗ weizen wurde mit 25,50— 27.50% waggonfrei Mannheim angeboten. Jul, Weizen mit(alles in.). 24,25— 24,50) inl. Roggen 38,75; ausl. 25,50; inl. Haſer 23,75— 24,50; ausl. Hafer 22,50— 22,75; inl. Braugerſte 24,50— 25,50; Malz pfälz. 48; Futtergerſte 20—22; Mais Bezugſchein 23; Blertreber 21,5022 Rapskuchen 20; Soyaſchrot Trockenſchnitzel 16,50—17; bad. Grünkern 4050; Weizenmehl d. 33,50; izenbrotmehl ſüdd. 25,50; Roggenmehl 60—70proz. 30 bis 32; Weizenfuttermehl 14,75; Weizenkleie feine 13,75—14; We lleie 14,50—14,75; alles waggonfret Mannheim. Berliner Metallbörſe 8 Küpſer Zint Pier 2 bez. Brief Geld bez. Brief Geld bez. Brief Geld nter 17 8 7. 57— 3575 355, 50 30. Febr tar 174. 171— 54— 52,50 50.— 50,25 80.— Mä 174,.— 155 15 173,50 54,— 52,50 50,25 50,5) 50, Apri 173.— 55— 52— 49,25 47.— al 11 5 54,.— 52.— 49.— 39,25 48,75 Juni 17450 178.50 54,.— 32,.— 4928 49,50 49, Juli 175— 173 50 54.— 82.— 49 75 49,25 Auguſt 174 50 174.50 174,25 54.— 52.— 49 75 49 25 Sept 1% 58.75 52,— 49 75 49 50 ober 174,50 174, 54,.— 32.— 49.75 49.50 Nov.. 174 25 174,5 174,.— 54— 52,25 49,75 49 25 Dez. 174,25 174,— 174. 53,50 52,75 49 75 0,— 49,75 Alles pro 100 Kg. 5. J Alum. Walz, Drahtb. 104.0 Sil en, ca. 900 fein, kg 77,87 Sletirslytlup er 227,2 RNein⸗Nickei. 350,0 Gold, Freiverkehr, r 2,81 O. Ulum. 98/0 v. H. 190,0] Antimen Regulus. 4,50 Platin de. do. 9, Londoner Metallvörſe Mesa in E pre Auma In, 88, 85 88 1. 1. Silber Unze ſtand. 197/¼0) fein. Platin Unze E] do. Ausl. 100,0 100,0 2 55 8 do CElektw 5 107,0 Queckſilber 22,28 22,25 Kupfer Kaſſa 89,50 88.25 Zinn Kaſſa 218,2 216.2 Antimon Reg 55. 55.— do. z Monate 89,78 87,50 do. 3 Monate 219.0 2157 Platin 18,98 18.85 Seilementſpr. 89,50 88.— do Settlemen 212,2 216,2 Wolſramerz 23.50 23,25 Kupfer elektrol. 108.0 107,0 do. Banka 2230 220.7“ Nickel Inland 178.0 175,0 do, beſt ſelec 89. 25 100 2 ds. Straits 220.0 217.7 de. Ausland 3 175.0 do ſtrong sh 138.0 138.0 Blei prompt 25.70 24.85 Silber—.— :9: Weitere Ermäßigung der ſüddeutſchen Ziurblechpreiſe 52276 nach 523,4. Spanien ebenfalls angeboten, 32.50 nach 32.40 gegen London. Die Swapfütze haben ſich vermindert, Stellen, 3 Monate 3 Stellen. ieee ſüddeutſche Zinkͤblechhändlervereinigung, Frankfurt a.., hat auf einen Monat 8 abb 6. d. M. um rund 177 v. H. ermüßigt(letzte Ermäßigung um rund 17 v. H. am 28. März). ieee e Kurszettel der Neuen Mannheimer Zeitung Aktien und Auslandsanleihen in Prozenten. del Stückenotlerungen in Mark je Stüc Mannheimer Ae 75, 5 Lubwigsz. A. Br. 210 0 88.— 15 57 Preßhefe 188,0 92,50 Schwarz Storch. 160, 0 9 5 Werger Worms 205, 0 92,50 78.— Bad. Aſſekurang 224,0 224,0 185,0 Continent. Vers. 9 90, Mannh. Verſich. 153,0 .-G. f. Seilink, 85, Brown, Boveri 152.0 Daimler⸗Benz 58.50 Rheinmühlenw.—.— Deutſche Linol.. 358.0 Südd. Zucker„ 153,0 Enzinger Union 34,— 84,— Berein diſch Oelf 71. Gebr. Fahr—.— Wayß& Freytag 184.0 J. G. Farben. 285,0 285,0 Zellstoff Waldhf 272,0 Frankfurter Börſe Barmer Banku— 143,0 Bayr. Hyp. u. Wb. 151.2 Com. u. Privatb. 22.7 55 9775 88,75 Darmſt. u, Nat. 288,5 Alishngle, 5 12.60 Deutſche Bank 170.5 arp. 858 bau 139,2 N. Werd.(G 15 1.—.— D ffeken Bank. 1280 Je ae Sr. 2 e e e Kali 17 247,0 D. Schatzanw. 28. 5 0 Kalisalzbetfurth D. Vereinsbank. 102,0 Kali Weſteregeln 3 9% Lubwigsb. 28. Disconto⸗Geſ. 160,7 160.5 Klöckner.. 111,0—.— 10% Müm. Gd. 28 102.5 Dresdner Bank 178, Mannesm.⸗R. 122.5 .„„92,28 32,78 Frankf. Zank. 105.0 Mansfeld Akt. 188.5 808* 0 N 5 75 8 143.2 J 8% Grkr. 2877—.— etall. u. M-. 2 Weeng Nel 6481. Nite-K 69 55% Preuß. Ro 9 Nürndg. Verein 150,0 5% Südb.Feſtwö 2. 04 5 62% Grtr. M. abg. 18,— 5 5% Rhy.-.⸗Don. 72,75 Rhein Credit 25 0 0 ein* Pe pad mom Gb. 86,75 88.78 Rhein. Hop. Sk. 188 0 San de..8047 85e. Hop.. 2 95,— 0 Südd. Boden⸗G. 182.0 8 1705 Induſtrie-Aktien 2„„. Südd. Disconto. 181.0 1 14,458—.— 7%„„„ 1011 36,50 86.50 Württ. Notenbk.—.— Fichb.⸗Mannh. 809,0 300 5„„-t.— 64.— 8 St. 170.0 170, 0 Alltanz.. 2480 Löwen München 295.0 298,0 4%% Mhein. Lig 80, 70 80.75 980 All. Perſ. 988.0 8800 Mainzer St.- A. 280.0 230.0 %½J% Biälz. 8d. 30,55 5 Frkf. R. u. Mito..——. Schöfferh. Bindg. 354,0 355,0 4% ßüdt diz 79.— Mannh. BVerfG.—.—. Schwarz⸗Storch 188.0 188.) % Meining 78,— W.. 206,0 206,0 4½½% Pr. Z. B. Lig 75,—12.— erger Bank-Aktien Aug. B. Credit 188.9] 182,5 Wadiſche Bank 163 5 168.8 8. 8. ab. St.⸗M. 11 75,85 125,0 7% Bab Rom. d 38.— 140,0 enhafenstadt 92.50 195 Mhm. Gold 102,2 92* 8 5 8 5⁰ ends 1350 0 10¼ Grkr. M. BA. 155 0 %x.„„ A 14.0 Karlsr. äh Haid C. H. Knorr 115— Fonſerse era Mannh. Gummi 43 Neckarſulm Fhrz 17.—— Pfälz. Müblend—.——.— Portl. Zem. Heid. 149.0 Nh. Gier AG 172,5 Badiſche Bank. 189,0 epd.1540 pppth. Bk. 202,0 reditbank. 12¹⁵ 0 Sübd. Disconte„181, 0 Purlacher Hof 135,0 Eichbaum 00,0 300,0 5 171,0 134. 8 Feſtverzinsliche Werte 8595 eigen 8 87,40 Montan-Aktien Eſchweil. Hergw 211,0 Gelſenk. Bergw. 13602 4% Schutzg. 14..85.68 D. Reberſee⸗Bank 109,9 b Otavi⸗Minen. 70,45 Phönix Bergbau 96,— 98.50 Rhein. Braunk. . 130,0—.— Sal eilbe. 2345.0 Te 75 ergbau 118.5 V u. Laurahütte 68,25 0 Ver. Stahlwerke Transport-Aktien Heide 2128.0 Heidelb. Straßb. 55,50 Nordd. Lloyd.. 118,2 Oeſter. ⸗NH. St., B. Accumulatoren. 3 128.5 Adler Kleyer 52.50 52.— 55.50 U. E. G. St.⸗A. 182.0 180.0 117.7 Aſchaff. Buntp. 167,0 167.0 Bd. Maſch. Durl. 145,0 145,0 2 Ettling. Spinn. 6 Rein. Gebhssch.—. Rheinelekt. 8.150 79.80 t. A. 175,0 171,7 Roeber, Gebr. D. 113, 71118,7 Rütgerswerke i 96.— 6. 8. 5 Bab. Uhren 97. Geſfürel Bergm. Elektr.. 31,5 Goldſchmibt Th. 90— Brem.⸗Beſig. Sei 184, 0 Gritzner M. Durl. 87.— Brown Boberi— Grün& Bilfinger 180,0 % Chade. 405.0 405.0 Panſwerk Juſſen 10,2 Chamott. Annw. 110,5 bilpert Armat.93.— 92,7 8 Chemiſche Albert 76,50 5 5 1 5 15 99 8 1 467 0 Holzmann, Pol. 125,2 Volzverkobl.⸗ d 94.1094. 8. 230,0 88.50 181,8 35,— linckac o. pbg 90,75 90,75 nell pr. Frkth 91815 74. Schramm Lackf. 125.5 116,5 Schuckert, Nrbg. 247,5 245,7 Schuhf. Berneis 88,— 65.— Seilinduſt. Wolff 34.——.— Siem.& Halske 403,5 Südd. Zucker 154,5 Daimler Benz 39. 75 81 danger, B08 8,0 e erengen 85 iſenbanden, 50 Dt. Gebeten 1807 Nstan.5 D. Gold⸗u. S. Anf 169,0 Zamm. Ralſersl. inol 3880 e e e Dresd. Schnellpr.— 8 2 175 12805 5 25 norr, r. Dürkoppwerk St 56,— Tonſerv. Braun 31,80 0 Doderber Wer 8 Krausckch v. Vock 64.— 155 2 Tricot. Beſtahetm 68,50 68,80 Ber. Chem. Ver. dene Be. 71 120 5 Vergt. Jute Ver. Ultramarin. 125 0 Ver. Zellſt. Bert. 118.0—.— Vogtl.Maſch. St. 69— Voigt E Häffner 218,0 Volth. Seil. u. K. 79.— Lahmeger& Go. 190.0 Jubdwigsh. Walz. 124,0 125,0 Mainkraftwerke.—.— Metallg. Frankf. 68.— 64,50 Mez Söhne. 131.0. Miag, Mühlb.—. Moenus St.⸗A. Motoren Darmſt. 58. 75 86,75 Motoren Deutz 85.— 65. Motor. Oberurſ. 9 Eiſen Kaiſersl. 09,00, Elektr. Licht u. 5 224, 7 Elektr. Lieferung 175.0 Emag Frankf. 90.— Ebkinger Masch 1 lnger Maf 8 5 1 225.0 255.6 5 4 Schleich 110,5 112,5 Wanß& Freytag 134,8 W. Wolff, 124,0 ahr Gebr. Pirm 6. Farben 257, %„ Bonds 2 136,7 1 15 Jetter 36, elt. Guilleaume—— Frankfurter Gas 18800 Frkf. Pok.& Wit. 65,75 ellſtoff Aſchffög. 195.0191, Selb fte 145 Neckarſulmer Fg.—— 17,75„ Waldhof Petersunionßrf. 118.5 Ufa(Freiverk) 90.— 80.— Pf. Nähm. Kauf. 28— Raſtatter Wagg 17,80 17,50 Berliner Börſe 1 8., B. 288.5 95 5 19,90 20 S 92 85. 1 15 47 10 Deutſche Bank 5 15 19,50 19,50 Diſch.leberſer dk. 105 5 85 Comm. 1807 Dresdner Bank. 174,5 Mitteld. Kredbk. 1 1 5 Feſtverzins liche Werte Goldanleihe 07 90 60% Reichsanl. 20 37.50 Diſch.Ablöſgſch. 1 58,90 ohne Ablöſgrecht 125 7511 — 9 Crans port⸗Atien Schantungbahn.25 A f. e 175.0 5% Bad. Kohlen 8% Grkr. Mh. R. 15.„30 6 5% Prß. Kalianl. 6,91 8510 Roggenwert. 10,— Sb enoggenreub—.— 5% Landſch. Rog. 8, 80 50% 88 31,25 4% Türk, Ad. Anl. 45 0„Bagd. i 10, 30 8. 110.50 10 80 40% unif. aul 14— 14, %ÿ„Zollobl. 1911 10,70 075 400-Jr.-Los 18 401 4½% Anat. Ser. 19 19 25 Allg. Lok. u. Str. 178 0 0 2 5 Eiſenbahn 128.0 9 12 3. 11 . dee 197,0 anſa Diſchiff 161.0 ordd. Llod n Verein Elbeſchiff. 44,— 1 Bank-Aktien Bank f. el. Werte 157 5 Dank f. Brauind. 175 5 Barm. Bankver, 144 0 Berl. Handelsg. 430 0 Com. U. Privtbk. 203, 2203, Oeſterx. Creditbk. 85, 50 Reichsbank 245 5 1 50 Ereblibk. 122 0 Süddeutſch. Dise. 181.2 Frankf. Allgem. 117,7 Sid zu 200 992 Induſtrie Aktien Accumulatoxen..8— 705 Adlerwerke 3 155— Alexanderwerk 50— 5 Allg. Elektr.⸗G. 182,2 1800 Alſen Portl.⸗Z. 205.2 210,0 Ammendf. Pap. 189,0 169. Anhalt, Kohl. 83, 93.— 1215 996 8. 6 8 8. cethal Draht 102.6 108.0 ARbemnfeld. Rraf 1875 0 alleſche Maſch. 118.0 113 0 Rhein. Braunk. 299,5 285,2 ammerſ. Spin. 186. 187,0 Rhein. Chamotte 60,70 8255 M. Egeſt. 4.— 55, Nhein. Ekektrizit. 1740 .⸗Wien Gum. 81.—-„ Rheinſtahl. 19.8 arxpener Bergb. 188 2 Riebeck Montan 49. artm. Maſchin. 12,50 Roſttzer Zucker.80 edwigshütte.. 90,25 Rückforth. Ferd. 71.75 ilpert Maſch. 1 Rütgerswerke.„ 96.25 86.— indrichs KAuff. 108,2 Sachſen werk. 129,0 195 Kupfer„144.0 Salzdetfurth 1500 6. 21 d Aft. 194,7 1. 95 Masch. 88,25 J Balcke Maſchin. 129,5 Balt Nürnberg. J. B. Bemberg 831, 5 Bergmann Elekt. 281,5 Verl.⸗Gub. Hut 308, 2 Berl. Karls. Ind. 67, 50 Berliner Ma chb. 83,—183.— Braunk. u. Brikett 168.7 Br.⸗Beſigh. Oelf. 68, 7568. 50 Bremer Vulkan. 127,0 Bremer Wolle 20055 Brown, Bop. c. 151,5 Buderusciſenw. 79,50 Cbarlott. Waſſer 119,1 Them. Heyden„100,7 Chem. Gelſenk.„78,25 Chem. Albert.. 77,1577, Concord. Spinn. 97.— Conti-Caouiſch. 180,7 Daimler Denz 65.— Deſſauer Gas 220,0 Dtſch.⸗Atlant⸗T. 132,7 Deutſche Erdöl 180,0 Dtſch. Gußſtahl. 80,80 Deuiſchesdabelw. 025 50 Diſche. Maſchfbr. 54, 75 Dtſche. Stei 7243 0 * irſchberg Leder 104.5 Sarotti deſch Eiſen. 149, 5. er 55 ohenlohewerke 90,.— 90, uckert& 92. Phil.. 129.0 8 ultheiß Path. 05 2 9 Horchwerke 105,5 175 5 8 404.5 8,581 5 5 inner.⸗G. 128 7 700 N. Jude e s. 143.0144.0 Steeb Feramg. 18. Gebr. Junghans 72— Stoewer Rähm. 19. Stolberger Zink 175, 0 Kahla Porzellan 100,0 Raliw. Aſchersl. 244, 0 3 e 175 7 Rarſtabt 2 5 7 6. N See 111, 3 Leleph. Berliner „Knorr. 162, 70 1221 Thoerls Oelfabr. 9180 0 eden 2 Jen 58. 88. ien en gerd 400 Gebr. Körting 755 50 Transradio. 160,0 . Cie. Lok.—— 84.75 Barziner Papier 140,0 aprinz Met. 97.25 0 B. B. Frkf. Gummi 4. Koffbauſ.„ Hütte 62,— Ber. Chem Charl. 5,50 Deutſche Wollw. 52, 80 e B. Biſch. Nickelw. 178.0 Diſch. Eiſenhdl. 80,— 80,85„ 474.0 Deulſche incl. 885.5 888,0 Linde c 7608. Bech We„ 0,80 Trend. Schneupt. 117,0 117,0 Cart gin dtrzn 45.0 3015 K. Sbahleerte 94.— Dürener Metall 184, 017 Lins 10 0 85.45 25 30 BStahl. v. d. Zyp⸗ 179. Dürkoppwerke. 29, 8.* 9 40, 5 Der. Uitramarin. 184.7 2540 Dynamti-Truſt. 120,0 55 1970 Bocce.80 68 „ 2 1177 399 Züdenſcheld Met. 101,7 100,0 al 10 r. Licht u. R. 42 7— r 4 7⁵ e 11 10 1200 Wanderer Werke 92 9 Eichw. Bergwerk 405.0 207.0 Mansfelder Akt. 138,2 181.2 Deſteregel Alkal. 480.0 Eſſenersteiukohl 135,0 184,0 Markt- u. Küblh⸗ 154•0 dene dee 1184 Wieslo onw. ahlb. Liſt& Co. 107,4 Maſch. Buckau-⸗W 136,5 1 85 Farben 256, 5 0 8 1— eldmühle Pap. 222,2 220 52 M 250, Maximil. 8—.— Wittener Gußſt. 0,— elten& Guill.. 144. 74 144,5 Mez Söhne. 65,— 65, 8 ellſtoff Verein. 120, 5 rankfurter Gas—.. Miag⸗Mühlen 122,01 Naa 1025 1 450 R. Friſter. 100,0 100, 5* 5 1140 925 avi Minen. 70.25 . otoren Deutz 65,25 65,5. . ee Teil. 105 f 118,0 Nüblbeim Berg. 155 e 2,20 Gelſenk. Bergw. 40.5 58 6 Reckarſulm. Fhrz 18.— 19. Auſsendan 255 3 Genſchow& Co..—— Nord d. Wollkäm. 175,1 a Beirel. 77,50 75.50 Germ. Portl.-B. 400.0 305 Cloberſchl. E. Bed. 89.— Held burg Gerresheimclas 128,0 135, Sberſchl. Kolsw. 108.0 V Geſ. f. elkt. Unt. 23„ Orenſt,& ftoppel 37. Diamond„26,25 Gebr. Goedhardt 48,0 5— Oſtwerke 253.5 ochfrequenz 160.0 Goldschmidt Th. 91, Leiters 2275 Gritzner Maſch. 4, Phönis Bergbau gg. 50 Ronnenberg 8 55 Großmann 59.50 9 80 Polvpßon Sloman Salpet. 80. Grun KBllfinger 178,5 178,2 Rathgeber Wagg. 77.50 1 beg. 31.— Gruschwitz Teptil 74. 78.— Reisholz Papfer 254,0 3 60.— 807 * 2 1 * ane Dei dee 8 1 18 Sn 0 4 See e * Sn 158 8 8 EEE 133 8 71 O n 1888 81 71 88 188858 4 128 81 2881 211 8 1. den 8 April 1922 Neue Mannheimer Zeitung(Abeud⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 161 30 und Hunderttauſend Mark Roman von H. L. Rumpff Copyright 1928 by Georg Müller Verlag, Aktien⸗ geſellſchaft. München, Printed in Germany. Die Cap Verde zog mit eleganter Schleife in den Hafen, hinter ihrem Heck blieb eine breite Straße lange noch auf der glatten Fläche des Ozeans,— eine Straße, die zu aben⸗ teuerlichen Geſtaden führte. Ueber das Deck flogen träge einige Möven, um den Paſſagieren die Freude des Fütterns zu bereiten,— doch niemand hatte Zeit für ſte. In den Kabinen ſtanden die Koffer gepackt. Alles wartete übernervös und erregt auf das Fallen des Ankers. Die letzten vierundzwanzig Stunden waren qualvoll; jeder dachte nur an ſeine eigene Sicherheit, trotzdem kein Diebſtahl mehr vorgefallen war, jeder hatte nur den einen Wunſch, dieſen Kaſten ſchnellſtens zu verlaſſen und keinen von den Mit⸗ gefangenen je wiederzuſehen. Jonny Flint trug eine be⸗ ängſtigend geheimnisvolle Miene zur Schau. Selbſt Leute, die ſich für außergewöhnliche Situationen geeicht glaubten, wurden unſicher unter dieſem Druck. Auf dem Promenadendeck erging ſich die Baronin zum erſten Male nach drei Tagen. Sie war etwas bleich unter dem Schleier, trotz der Tabeafriſche, ſah faſt gealtert aus und wirkte in ihrer dunklen Reſerviertheit unerhört vornehm neben Frau Bolle, die in breitkartertem Reiſemantel ſich trotz ihres Verluſtes ſehr wohl zu befinden ſchien. Lebhaft offen⸗ harte ſie nach allen Seiten ihr herzliches Verhältnis zur Baronin;— es war klar, das gemeinſame Unglück hatte die beiden entgegengeſetzten Naturen zuſammengeſchweißt. 1 Die Konvention zwang die Fahrgäſte, ſich voneinander 4 zu verabſchieden. Während ſie ſich gegenſeitig innerlich zum N Teufel wünſchten, ſprachen ſie mit artiger Stimme vom Wiederſehen. Die Baronin grüßte ſehr zurückhaltend, Frau Bolle zeigte unverhohlen ihre Freude fortzukommen, Mabel Pitt mit unſäglich gelangweiltem Geſichtsausdruck ſchloß ſich den Damen an,— Jonny Flints Gruß wurde kaum er⸗ widert,— doch ſein Blick ſchien zu ſagen, daß das letzte Wort noch geſprochen würde. Als wahrer Gentleman erwies ſich der Conte Maſini. Er hatte den ganzen Schokoladenvorrat des Stewards beſchlagnahmt und überreichte allen Damen Ein Mann niedliche Bonbonnieren, während der Profeſſor Guariſco Meerbilder verteilte. Die Baronin, für das bunte, merk⸗ würdig ſchwere Käſtchen dankend, verſpürte einen ſtahlharten Druck ſehniger Hände und ging ahnungsvoll in ihr Zimmer. Um ſieben Uhr abends ſank der Anker. Das Getöſe des ſüdlichen Hafens ſchwoll an; flinke Barkaſſen ſchoſſen um das Schiff herum,— Zollbeamte erſchienen, Paßkontrolle und die Hafenpolizei, von ein paar ſtämmigen Herren in diskre⸗ tem Zivil begleitet. Unter der lärmenden Menge der am Land harrenden Menſchen und Fahrzeuge wartete das blau⸗ graue Auto des Mafeſtie⸗Hotels, Nizza, um Frau Bolle mit Begleitung in die Stadt der Veilchen zu bringen. In der Kabine verbrannte Wilm haſtig mit Zündhölzern das in der Bonbonniere gefunde Bri efblatt:„Unauffällig an Land bringen. Wird morgen abend ſechs Uhr Ecke Banque de France, Place de la République, Nizza, mit dem Stich⸗ wort Tabea zurückverlangt. Ich bin überall, Verrat wäre Selbſtmord. A..“— Zum hundertſten Male durchforſchte er den Inhalt der beiden Lackkoffer. Nein, es war nichts mehr drin, das nicht zum Bedarf einer alten Ariſtokratin gehörte. Jetzt galt es. Tief aufatmend verließ er die Kabine, um ſich zur Kontrolle und zum Ausſteigen an Deck zu begeben. In einer Ecke des Schlafzimmers lag die farbige Pralinenſchachtel, Abſchiedsgabe eines Kavaliers. Sie war leer. Ihren unverdaulichen Inhalt entdeckte Frau Boll zwei Minuten ſpäter auf der Platte ihres Toilettentiſches, genau dort, wo er vor wenigen Tagen ebenſo rätſelhaft verſchwun⸗ den war. Aufgeregt ſtürzte ſie zu Kapitän Mollier und zeigte ihm die geſtohlenen und wiedergefundenen Brillanten. Jonny Flint biß ſich wütend auf die Lippen. Glückſtrahlend fiel Roſa Bolle ihrer neuen Freundin um den Hals und ſtreifte ihr vor aller Augen den koſtharſten der Brillantringe über den kleinen Finger. Faſt ſah es wie eine Verlobung aus. Die Verzollung ging ſehr langſam vonſtatten. Die Un⸗ terſuchung war ungemein ſcharf. Die Nervoſität der Warten⸗ den ſtieg. Es war unerträglich heiß. Die erſte Ueberraſchung brachte die Verhaftung des ſtil⸗ len, freundlichen Aſtrologen Profeſſor Gianino Guariſco, dem das Photographieren ſo großes Vergnügen bereitete. Blitz⸗ ſchnell ſprach es ſich herum, und jeder war überzeugt von dem offenſichtlichen Mißgriff der Juſtiz. Verwundert lächelnd folgte der Gelehrte den diskret angezogenen kräftigen Her⸗ ren; es war ein Irrtum, der ſich im Handumdrehen auf⸗ klären mußte. Jonny Flint dachte an das raffiniert ver⸗ packte photographiſche Material des Amateurs, das Koſtbar⸗ keiten enthielt, die Madame Bernadette beſtimmt mehr er⸗ freuen würden als die ſchönſten Bilder vom Mittelmeere. Plötzlich und jäh entſtand Verwirrung in den Reihen der Wartenden. Jemand ſtürzte ſich mit geſchloſſenen Armen wie ein Schwimmer durch die Menſchenmauer, Koffer flogen, Frauen und Kinder fielen zu Boden und ſchrien, Poliziſten mit zuſammengepreßten Lippen ſetzten dem Flüchtenden nach, an ihrer Spitze der Schiffsdetektiv. Die von der Ueberraſchung zuſammengewirbelten Menſchen erſchwerten die Verfolgung; mit bedeutendem Vorſprung ſauſte der Mann die Treppen hinunter, im Zickzack über das zweite Deck, wobei er Ueberzieher, Rock und Weſte auszog und fort⸗ ſchleuderte. Als die Verfolger die Treppe des Mitteldecks erreicht hatten und Jonny Flint einen Schreckſchuß abgab, hielt der Mann für Sekunden am Heck, riß mit einem Ruck die Beinkleider vom Leibe, die— wie ſich ſpäter ergab hierfür präpariert waren wie Artiſtenhoſen, ſtand im engen ſchwarzen Trikot auf ein Zeitatom vor dem tödlichen Blei durch einen Kopfſprung aus fünfzehn Meter Höhe in das Meer. Alarmpfeifen ſchrillten, ſofort glänzte ein Scheinwerfer auf, Boote ſchoſſen wie Haie zu der Stelle, wo der Maun untergegangen war. Das Waſſer warf große Kreiſe, die von den Kielen der Verfolger durchſchnitten, in winkeligen Bre⸗ chungen trübe zerliefen. Für einen Atemzug tauchte irgend⸗ wo ein dunkler Kopf auf. Kugeln klatſchten wie Kartätſchen⸗ ſchauer in die bergende Fläche, die die ſchnelle Dämmerung unergründlich machte. Sie gab niemanden heraus. An Bord der Cap Verde herrſchte eiſige Erſtarrung. Der Mann war Raoul Conte di Maſint, ein ebenſo eleganter wie verführeriſch ſchöner Gentleman, altas Andre Gérard, Frankreichs berüch⸗ tigſter Hoteldieb. 5 In der Unruhe von Flucht und Verfolgung war das Ge⸗. päck der Baronin abgefertigt worden. Frau Bolle ſtand ſchon auf der e e Brücke, die ans Land führte, wo das Auto des 9 Paß zur Kontrolle. In dieſem Moment erſchien Jonny Flint 85 mit fliegendem Atem und wirrem Haar. „Ich beantrage die Verhaftung dieſer Dame“, außer ſich. Die Beamten ſahen auf. Alles drängte hinzu. (Portſetzung folat.) ee Heute früh ist unsere liebe, treusorgende Mutter. Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Päeilppina Fügen geb. Langenbad; im Alter von 78 Jahren, sanft entschlafer 5 Mannheim 0 6, 26),„„ den 7. April 1929 In tiefer Trauer: Hermine Stier geh. kugen Dr. Hans Hollmann Dr. Herbert Stier lars fol al verſt. bis Juli, fahr⸗ bereit, für 300% zu verk., Ware. Reiherſtr. e 254 EBZzimmer gediegen, ſehr preis- wert abzugeben: zu verkaufen. Parkring 81. 4. Stck. zwiſchen 1 bis 4 Uhr. Verſch. 0 Hal Mö he! bill. zu verkaufen. 1491 L 4, 8, III, I. ev. Tauſch geg. Käfertal, ein beinah neues Damen⸗ rad u. einige Bilder * 9981 gut erhaltene ſehr bill. zu verk.: 1 ſchöne hochh. eich. Bettſtelle m. Roſt u. Federn., 1 Waſcht. m. Spiegelaufſ. 1 Nachttiſch mit Mar⸗ morpl., 2 Kleider⸗ ſchränke. 1. u. tür. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. April 1929, um 1 Uhr von der Leichenhalle aus statt ö d i ſowle Verſchiedenes Mittelſtr. Nr. 55 Färberei.*2 Wegen Platzmangel 2flamm. Basherd zu verk. Anzuſehen Aletter, Colliniſtraße Nr. 4. * 9991 ö Heuts morgen ½8 Uhr ist unser lieber Vater 85 und Onkel a Kaspar Lang Schreinermeisſer im Alter von 77 Jahren entschlafen Mannheim(G 4,), den 7. April 1929 i Die trauernden Hinterbliebenen: Klara und Emma Lang Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9„April, f nachmittags% Uhr statt 50051 Danksagung Auen denen, die uns bei dem Tode meines lieben 5 Gatten, unseres guten Vaters f Wilhelm Schelling beigestanded und ibr Mitgefühl gezeigt haben, sprechen wir unsern innigsten Dank aus Mannheim, den 8. April 129 1 fro Milbelinine S helliog u. Io he, Todes-Anzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Sohn, meinen guten Bruder, lieben Enkel und Neffen Philipp Mnauber Jun. von seinem langen, mit großer Geduld ertragenem Leiden, kurz vor seinem 32. Geburtstage zu erlösen und zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Für die trostreichen Worte des Herrn Stadtpfarrer Renz sagen wir unseren herzlichsten Dank Mannheim, Rhodt(Rheinpfalz), den 6. April 1920 5 Im Namen der trauernden. Hinterbliebenen: „ aner 0 Oe Beisetzung hat in aller Stille am Samstag, den 6. April 1929 stattgefunden , labels Mädel 8 91 5 5 Alfred Strauß N lt bene ant banlgirmtbele: mit Backofen f. 25 vorm, 11 bis 1 Uhr. Nach kurzem, schweren Leiden verschied am Samstag, den 6, April, mein lieber, guter Mann, unser lieber Pa. und Opa llerr Carl Dreßler! im 51. Lebensjahre 7 Namens der trauernden Hinterbliebenen: Adelbtesd regler ben. hn Rupprechtstraße 3 Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Stille Bestattung„ Stait besonderer Anzeige Unsere lſebe gute und treubesorgte Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante u. Großmutter, Frau Marie Hollmann ist am Sonntag, 12 Uhr, 48 Jahre alt, unerwartet sanft entschlafen Mannheim(Contardstrage 16), den 8. April 1920 Die Kinder: i Maria Mofflmann 0 Friedel Butigen gen. nonmann Else Hollmann Hans Hoffmann Familie Matharins Held * Die e findet am Mitte, den 10. pfl 1929, nachmittags 1¼ Uhr statt. 5 2 Bexirls verein Mannheim im Verband der Deutschen Zuchdrucker Treuhand⸗ 75. g bitro Fürth k.., Schwabacherſtr. 89, Poſtſcheckkonto Nu berg 401 48. Auskunft über 6 im Alter von 5¹ Jahren ver- schied infolge eines schweren Herzleidens unser Mitglied WilbelmLaun Wir betrauern in dem Ver- storbenen, der über 29 Jahre unserer Organisation ange hörte, einen aufrichtigen und lieben Kollegen, dessen An- denken wir immer hochhalten werden 3 Mannheim, 6. April 192 Der Beuirks-Vorstand erſten dem Eiſengeländer und rettete ſich um Najeſtic⸗Hotels wartete. Die Baronin reichte ihren 1 I. 8. Seite. Nr. 101 Nene Maunhelmer Zellung[Abenb⸗Ausgabef Montag, den 8. April 1929 3 Mannheim an den Planken neben der Haupfpost. Damen- Trägerhemden solide Qualitat. 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