5 Bei evtl. Adreſſe: 12 mal. Fernſprecher: 24944, 24945. 24951. 24952 u. 249538 Montag, 14. Oktober 1920 Nouo eren di In m u. Umgebung frei ins Haus erung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe Nach⸗ 5 vorbehalten Poſtſcheckkonto 17590 Karlsruhe. teGeſchäſtsſtelle E6, 2. Oaupt⸗Nebenſtelle K.0% a i benſtellen · aldhofftrag, chwetzingerſtr. 1920 u. Meerfeldſtraße 18 Telegramm⸗ eneralanzeiget Mannheim Erſcheint wöchentl. durch die Poſt monat 0.⸗M..— ohne 5 5 eld. Montag: Sport und Spiel Dienstag Regelmäßige Beilagen: Geſetz u. Necht Donnerstag — Mannheimer Seneral Anzeiger Kraftfahrzeug und Verkehr Neues vom Film Mittwoch wechſelnd: Aus Feld und Garten wechſelnd: Mannheimer Frauenzeitung Aus dem Kinderland Steftag: Wandern u. Neiſen Samstag: Aus Seit u. Leben Maunheimer Muſikzeitung Abend ⸗ Ausgabe wechselnd; Aus der Welt der Technik Verkriebsmonopol für Bier und Tabak Stocken der Anleiheverhandlungen mit dem Schwedentruſt Zu den Plänen des Reichsfinanzminiſteriums betreffend neu zu ſchaffende Bie r⸗ und Tabakmon o pole erfahren wir, daß es ſich nur, wie beim Zündholzmonopol, um Ver⸗ triebs monopole handelt. Die Erzeugung von Bier⸗ und Tabakwaren ſoll nach wie vor privatwirtſchaftlich erfol⸗ gen. Die Erzeuger liefern ihre Produktion ausſchließlich an die Monopolverwaltung, die ſie dann zu den von ihr feſt⸗ geſetzten Preiſen an den Groß⸗ und Kleinhandel weitergibt. Der dadurch entſtehende Gewinn ſoll hauptſächlich z u m Abbau der drückendſten direkten Steuern ver⸗ wendet werden. Die zwiſchen den deutſchen zuſtändigen Stellen und dem Chef des Schwedentruſts, Kreuger, geführten Verhandlungen ſütber die 500 Millionen ⸗Anleihs ſind unterbrochen worden und werden wahrſcheinlich erſt Ende der kommenden Woche wieder aufgenommen werden. Der Grund zu dieſer Unterbrechung iſt die Nichteint⸗ gung über den Zinsſatz der Anleihe. Kreuger fordert fetzt höhere Zinſen als ſie das Reich ihm urſprünglich zu zahlen bereit war. Kreuger iſt nach London gereiſt und dürfte Donnerstag oder Freitag wieder in Berlin eintreffen. Reichs wirtſchaftsrat und Spitzenverbände Der Vorſtand des Vorkläufigen Reichswirtſchaftsrates wird ſich am nächſten Freitag mit Leitſätzen für die Zuſam⸗ menarbeit zwiſchen den Spitzenverbänden und dem Reichs⸗ wirtſchaftsrat beſchäftigen. Dieſe Leitſätze ſtellen einen Teil Hetzrede des franzöſiſchen Kolonialminiſters der Pläne für die künftige Umgruppierung des Reichswirt⸗ ſchaftsrates dar. In den Leitſätzen wird u. a. betont, daß alle Spitzen⸗ organiſationen ihre wirtſchafts⸗ und ſozialpolitiſchen Forde⸗ rungen unmittelbar an das zuſtändige Miniſterium oder an den Reichstag richteten. Wenn ihnen dieſes Recht auch nicht ſtreitig gemacht werden könne, ſo ſtehe das Verfahren doch nicht im Einklang mit den Beſtrebungen zur Rationaliſie⸗ rung der Geſetzgebung. Da die Eingaben der Spitzen⸗ verbände von Vertretungen der Intereſſentengruppen aus⸗ gingen, könnten die Reſſorts an der Hand dieſes Materials micht ohne weiteres zu geſetzgeberiſchen Arbeiten ſchreiten. Da⸗ durch entſtehe in den Miniſterien ein Arbeitsprozeß, der im Intereſſe einer Rationaliſierung der Geſetzgebung an anderer Stelle, namentlich im Reichswirtſchaftsrat einzuſetzen hätte. Der Reichswirtſchaftsrat ſei die Spitze der Spitzenorganiſationen der geſamten organi⸗ ſierten Wirtſchaft. Es ſei notwendig, daß er zu den Spitzenverbänden in ein engeres Arbeitsverhältnis eintrete, was erreicht werden könne, wenn die Miniſterien Eingaben ſchaftsrat gäben und wenn eine Verſtändigung darüber er⸗ der Spitzenverbände zur Begutachtung an den Reichswirt⸗ reicht werde, daß dieſe Eingaben über den Reichswirtſchaftsrat an die Miniſterien oder an den Reichstag liefen. Schließlich ſollten die Spitzenorganiſationen auch eine Abſchrift ihrer Ein⸗ gaben an die Miniſterien dem Reichswirtſchaftsrat mit der Bitte übermitteln, ihre Wünſche bei den Miniſterien zu unter⸗ ſtützen.. 5 Das„revanchelüſterne Deutſchland“ und das„ſchutzloſe Frankreich Paris, 13. Okt. Kolontalminiſter Magin o t, der vor vierzehn Tagen in ſeiner Generalratsrde die Bedingungen dargelegt hatte, unter denen er eine frühere Räumung des Mheinlandes zugeſtehen will, kam heute in einer Bankettrede bei der Einweihung eines Kriegerdenkmals in Longe⸗ ville in Lothringen von neuem auf die Rheinland räumung zurück. Er machte ſich zum Wortführer der mili⸗ tariſtiſchen Kreiſe, die noch immer behaupten, Frankreich werde nach Abzug ber Beſatzungsarmee dem„revaucheſüchtigen Deutſchland“ ſchutzlos 5 gegenüberſtehen. Zu Beginn ſeiner Rede wiederholte Maginot ſeine Inter⸗ pretatton der Haager Beſchlüſſe, die nicht nur in Deutſchland, ſondern bei den franzöſiſchen Linksparteien ſelbſt heftigen Widerſpruch hervorgerufen hat, da er ſich über die Beſtim⸗ mung, daß am 30. Juni nächſten Jahres die dritte Rheinzone auf jeden Fall geräumt ſein muß, einfach hinwegſetzte. Auch heute kümmerte er ſich nicht im geringſten um dieſe formelle Zuſage, die in dem von den Beſetzungsmächten an Dr. Skreſe⸗ mann gerichteten Schreiben enthalten iſt. Deshalb haben ſeine Argumente, auf die er ſeine Auslegungskunſtſtücke heute wie⸗ der aufbaute, nicht mehr Wert als vor vierzehn Tagen. Der Kolonialminiſter wandte ſich hierauf den Sicherheitsbedingungen zu, die nach ſeiner Auffaſſung erfüllt werden müſſen, wenn Frankreich im Frieden leben wolle. Von der Abrüſt ung hält Maainot nicht viel. Die Sicherheit wäre nur dann ge⸗ währleiſtet, meinte er, wenn alle Völker vollſtändig abgerüſtet hätten. Da jedoch die allgemeine Abrüſtung nicht ſchon mor⸗ gen verwirklicht werden könne, ſo müßten die Völker alle Vorſichts maßnahmen treffen, die gegebenenfalls für die Verteidigung notwendig ſefen. 5 Dieſer von Maginot aufgeſtellte Grundſatz, wonach alſo neu gerüſtet werden muß, weil die Abrüſtung ſich nicht von einem Tag auf den andern verwirklichen läßt, will er natürlich in erſter Linie auf Frankreich anwenden.„Zur Stunde iſt unſere Grenze noch offen und muß organiſiert werden,“ erklärte Maginot, die ſich in ſeiner Rolle als ehe⸗ maliger Kriegsminiſter gefiel.„Uebrigens iſt unſere Deckung keineswegs in genügendem Maße vorhanden. Vom Stand⸗ punkt der Sicherheit aus iſt ein ſolcher Zuſtand viel ernſter, als der Rückzug unſerer Truppen aus dem Rheinland. Des⸗ halb müſſen wir die durch die Räumung des Rheinlandes ge⸗ botenen Befeſtigungsarbeiten an unſeren Grenzen mit aller Beſchleunigung zu Ende führen. Es iſt notwendig— und darin ſtimmen alle Männer, denen die nationale Verteidigung am Herzen liegt, welcher Partei ſie auch angehören, über⸗ ein—, Maßnahmen zu treffen, damit unſere Deckung ſtark genug iſt, um die zukommende Doppelrolle zu ſpielen: Verhinderung eines Aufſtandes auf unſerem Gebiet, Sicherung unſerer Mobiliſation und des Zuſammenzugs der Truppen. Dieſe Deckung könnte zwar bei einer Konfliktgefahr durch verfügbare Truppen verſtärkt werden und ſoll auch eine gewiſſe Zahl von Einheiten aufnehmen, die aus dem Rhein⸗ land zurückgezogen werden. Trotzdem aber iſt ſte ſehr un⸗ wieſen, genügend, und wird es noch viel mehr in den auf 1995 folgen⸗ den Jahren ſein, wenn ſichder Geburtenaus fall wäh⸗ rend des Weltkrieges bei den Rekrutenaushebungen fühlbar machen wird. Deshalb iſt es notwendig— und ich zweifle nicht, daß diejenigen, die für unſere Sicherheit verantwortlich ſind, dafür Sorge tragen— eine Umgruppierung unſerer Di⸗ viſtonen vorzunehmen, damit die Beſatzung unſerer Grenzen verſtärkt und ſo s unſere Verteidigung geſichert wird.“ 8 In dieſem Zuſammenhang iſt es intereſſant, zu verneh⸗ men, daß geſtern im Kriegsminiſterium eine Konferenz des Kriegsminiſters mit dem Generalſtabschef Debeney und einer Anzahl höherer Offiziere ſtattfand, in der über die Ver⸗ teidigung der franzöſiſchen Oſtgrenze beraten wurde. Anlaß zu dieſer Konferenz gaben wiederholt dringende Mahnungen lothringiſcher Politiker und beſonders des Bürgermeiſters von Verdun, des Deputierten Schleiter, die darauf hin⸗ daß ihr Gebiet bei einem Angriff Deutſchlands“ wieder . den erſten Stoß auszuhalten hätte, und deshalb dringend die Befeſtigung der Grenzen und eine Verſtärkung der Deckungstruppen forderten. Dieſen Mahnun⸗ gen entſprechend wurde auch das 1. Bataillon des 150. Infan⸗ terie⸗Regiments, das dieſer Tage aus Lan dau zur ückgezo⸗ gen wurde, nach Verdun transportiert, wo es künftig ſeinen Standort haben wird. Zwei Gruppen des 25. Artillerie⸗Re⸗ giments werden ebenfalls demnächſt nach Verdun geſchickt werden. Generalftreik in Palöſtina? „Daily Mail“ berichtet aus Jeruſalem: Der Vollzugs⸗ rat des arabiſchen Paläſtina⸗Kongreſſes faßte den Beſchluß, am Mittwoch in Paläſtina den Generalſtreik als Proteſt gegen die neuen Beſtimmungen des britiſchen Oberkommiſſars für jüdiſche gottesdienſtliche Handlungen an der Klagemauer zu erklären. Der Großmufti ſandte ein Telegramm an König Georg, in dem er die Tatſache in Erinnerung bringt, daß vor 13 Jahrhunderten der mohammedaniſche Kalif Omar alle chriſtlichen Heiligtümer in Paläſtina ſchützte und erklärt: Im Namen von Millionen Mohammedanern unterbreite ich Ihnen die mohammedaniſche Bitte, daß die Schul d der Chriſtenheit beglichen wir d, indem die moham⸗ medaniſchen heiligen Stätten gegen den Zioniſtiſchen Angriffs⸗ geiſt geſchützt werden. a Der Vollzugsrat beſchloß auch dem Premjierminiſter mit⸗ zuteilen, daß Sir John Chancellor als Oberkommiſſar ungeeignet ſei, da ſeine Politik die engliſch⸗arabiſche Freund⸗ ſchaft ſchädigen werde. 5 8 Ein engliſcher Dampfer bei Vancvnver geſtrandet — Victoria(Britiſch Columbia), 14. Okt. Der Dampfer „Empreß of Canada“ von der Canadian Pacifie Line, der ſich auf der Fahrt von Schottland nar⸗ Vancouver befand, iſt bei dichtem Nebel in der Meerenge von Juan de Fuca, ſüdlich der Inſel Banvouver auf Grund geraten. Die Paſſagiere wurden gelandet. Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, welchen Schaden der Dampfer erlitten hat. S * — erö Nr. 477— 140. Jahrgang Anzeigenpreiſe nach Tarff, bei 19 9 0 je einſp. Kolonelzeile für Allgem. Anzeigen 0,0.⸗M. Reklamen 34.⸗M. Kollektiv⸗Anzeigen werden höher berechnet Für Anzeigen⸗Vorſchriften für beſtimmte Tage, Stellen u. Aus⸗ gaben wird keine Verantwortung übernommen. Höhere Ge⸗ walt, Streiks Betriebsſtörungen usw. berechtigen zu kleinen Erſatzanſprüchen für ausgefallene od. beſchränkte Ausgaben oder für verſpätete Aufnahme von Anzeigen. Aufträge durch Fernſprecher ohne Gewähr. Gerichtsſtand iſt Mannheim, Vor den Verhandlungen über die Saarfrage Don Dr. Karl Rehrmann In einigen Tagen beginnen die Verhandlungen zwiſchen der deutſchen und der franzöſiſchen Delegation über die Saar⸗ frage. Man kann nicht ſagen, daß Briand das Oerſprechen erfüllt hat, das er im Uotenaustauſch mit dem deut⸗ ſchen Außenminiſter Dr. Streſemann vom 30. Auguſt d. J. gegeben hat. Er ſtellte damals, im Haag, ſchriftlich in Aus⸗ ſicht, daß die deutſch⸗franzöſiſchen Verhandlungen„alsbald in Paris beginnen“ ſollten. Es hat anderthalb Monate bedurft, um ſie in Gang zu bringen. Die Schuld für die Ver⸗ zögerung lag einzig und allein auf der franzöſiſchen Seite. Kein gutes Dorzeichen für einen raſchen und reibungslosen Verlauf der Ausſprache. hat Außenminiſter Dr. Streſemann den deutſch⸗franzöſiſchen Gegenſatz an der Saar klar und eindeutig bezeichnet:„Ich möchte doch gar keinen Zweifel darüber laſſen, daß wenn die deutſche Reichsregierung von den Fragen geſprochen hat, die zur Ciquidierung des Krieges gehörten, darunter die Zaar⸗ frage ebenſo zu verſtehen iſt wie die Frage der Rheinland- räumung. Ich glaube, daß es niemanden mehr gibt, auch nie⸗ manden in Frankreich, der ſich unklar iſt über die Abſtim⸗ mung im Saargebiet. Das Saargebiet war deutſch, iſt deutſch und wir deutſch bleiben.“ Dieſe Worte waren wiederholt von lebhafter Zuſtimmung begleitet. Dr. Streſemann hat dann noch einmal am 9. September, diesmal auf der Welttribüne des Dölkerbundsſaales, das deutſche Ziel der Saarverhand⸗ lungen aufgeſtellt. Er ſtellte in Genf mit Bedauern feſt,„daß ein anderer eil deutſchen andes noch unter nichtdeutſcher Derwaltung ſteht, ein Gebiet, deſſen Diedervereinigung mit dem Heimatlande der einmütige Wunſch ſeiner Bevölkerung iſt“ Damit war vor dem Gewiſſen der Völkergeſellſchaft der an dieſer Stelle beſonders zugkräftige Beweis für die Not⸗ wendigkeit der Rückkehr des Saargebietes in die deutſche Derwaltung geliefert: mit dem Fingerzeig auf das Selbſt⸗ beſtimmungsrecht der Saaranwohner. Beſonders eindrucks⸗ voll mußte ſeine kritiſche Mahnung wirken,„daß auch der Dölkerbund alles Intereſſe an der Verwirklichung der Ciquf⸗ dation des Krieges hat und daß er, wenn er ſchon eine Ini⸗ tiative in dieſer Beziehung nicht ergriffen hat, die Verhand⸗ lungen der unmittelbar beteiligten Staaten darüber mit ſeiner Sympathie begleitet“, Die Feinheit dieſes Appells an die Sympathie des öl⸗ kerbundes bedarf keiner beſonderen Würdigung angeſichts der Catſache, daß unter den Zuhörern die Dertretung einer Hation war, von der ein erheblicher, wenn nicht der einfluß⸗ reichſte Teil nach Möglichkeit keine Aenderung des Zu⸗ ſtandes an der Saar zugunſten Deutſchlands wünſcht. Der in weiten Kreiſen der franzöſiſchen Saarpolitiker maßgebende Grubendirektor E. Charlot in Dijon hat in einem Aufſatz die Anſicht ausgedrückt, daß infolge der Rückkehr der Saar⸗ Stelle des heutigen Wohlſtandes(2) Arbeitsloſtgkeit und an der Saar den Wunſch entſtehen laſſe, die Volksabſtim⸗ die Abſtimmung gemeindeweiſe ſtattfinden wird und ſagt:„Iſt man ganz ſicher, daß wir nicht in einer gewiſſen gierung muß alle Hebel in Bewegung ſetzen, um Dlittel und Wege zu finden, uns den heſitz der Saargruben zu ſichern.“ Es iſt ſehr wohl möglich, daß nicht Unkenntnis der Stim⸗ mung an der Saar, ſondern taktiſche Erwägung die zitierten Sätze diktiert hat. Aber einerlei, was der Beweggrund iſt, es iſt klar, daß es in Frankreich immer noch anſehnliche Kreiſe gibt, die das Derlangen der Saarbevölkerung nach Rückkehr in die deutſche Derwaltung nicht anerkennen wollen. Sie ſehen in der berweigerung eines ſolchen Zu⸗ geſtändniſſes zum mindeſten ein Druckmittel, mit dem ſie Gegenteil, Herr Charlot ſucht ganz offenſichtlich beide vor ſeinen Wagen zu ſpannen. Sei s, daß er auf einen durch Gemeindeabſtimmung legitimierten Anfall eines Teils des Saargebiets an Frankreich ſpekuliert, ſei es, daß er die Unterſtellung der Saaranwohner in einem autonomen Staats- gebilde nach Danziger Muſter unter das Protektorat des bDölkerbundes erſtrebt. Dieſe beiden Punkte ſind die ädußerſten Ziele, die ſich die franzöſiſchen Saarpolitiker geſteckt haben. Uicht nur Herr Charlot wünſcht für das Saargebiet„eine verbeſſerte Kontrolle des Völkerbundes“ und die Verdoppelung der fran⸗ zöſiſchen Propaganda,„damit ſich die größtmögliche Anzahl von Saarbezirken zugunſten der Autonomie ausſpricht“, In Frankreich teilen die Propagandaverbände durchaus die von JJ r In ſeiner letzten großen Reichstagsrede, am 24. Junk, gruben in die deutſche berwaltung für die Saarländer an große Derluſte treten würden und daß die Ausſicht darauf mung vor 1935 nicht vorzunehmen. Er weiſt darauf hin, da Anzahl Gemeinden eine Mehrheit für die Selbſtändigkeit haben werden? Wie wird ſich der Völkerbund zu dieſem ſchwierigen Sachverhalt ſtellen? Unſere(die franzöſiſche) Re⸗ möglichſt hohe Preiſe vom Reich zu erpreſſen hoffen. Auch die franzöſiſche Propaganda weicht dem Selbſtbeſtimmungsrecht i ebenſowenig wie der Entſcheidung des Völkerbundes aus. Im n 8 — J. Seite. Nr. 477 Nene Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ansgabe) Montag, den 14. Oktober 199 im entwickelten Anſichten, und in dem gefährdetſten Winkel des Saargebietes, in Warndt, das mit ſeinen reichen Kohlen- ſchätzen unmittelbar an Lothringen ſtößt, wird durch den jetzt gerade wieder aktivierten, von Frankreich ſeinerzeit für franzöſiſche Intereſſen gegründeten„Saarbund“ einiger liebe⸗ dieneriſcher und begünſtigter Bergleute bei den dortigen Grubenarbeitern durch ſtarken wirtſchaftlichen Druck Stim⸗ nache betrieben. otbewohnern erhalten würde. Ihm iſt die dortige e Hauptſache. Darum ſagt er:„Nehmen wir das te an: Das Saargebiet will ſich wieder mit Deutſch⸗ einigen. Es wird dann auf wirtſchaftlichem Gebiet e Rückzugslinie bleiben. Frankreich und die Saar- brauchen 80 Prozent der Saarkohle, Deutſchland den War eine le induſt nur 8, die Schweiz, Italien und Belgien—3 v..“ Setzen wir den „ſo verſchiebt ſich der Derbrauch der Saarkohle ellos ehenſo zugunſten Deutſchlands, wie Charlot Anſpruch nimmt. Mit ſeinen Zahlen operiert en für folgenden Dorſchlag: cht unter ſich eine Internationale Geſellſchaft ung der ehemaligen Staatsbergwerke gründen, en und Saarländer die überwiegende Mehrheit ng hätten und wobei entweder Frankreich eſitzer wäre oder auch die einzelnen Länder in den Beſitz teilten? Deutſchland würde Das iſt klarer Wein. Aber in Frankreich hat man für alle Fälle noch eine zweite Rückzugslinie und eine dritte Aus der franzöſiſchen Preſſe ſcheint hervorzugehen, daß die Pariſer Regierung das Saargebiet zu einem„Ver- eld für eine deutſch⸗franzöſiſche wirtſchaftliche Zuſam⸗ und zwar durch Beteiligung Frankreichs am deutſchen Grubenbeſitz. Denn, ſo betont man, Frankreich müſſe doch eine Entſchädigung dafür haben, daß 35 auf ſein Eigentum an den Saargruben verzichtet. überſehen, daß Frankreich die Bergwerke nur als für die Wiederherſtellung der in Nordfrankreich durch den Krteg zerſtörten Eruben erhalten hat. Uun aber find die nordfranzöſiſchen Werke längſt mit bdeutſchen Cei⸗ ſtungen wieder voll in Betrieb geſetzt. Alſo entfällt die mora⸗ tigung für das Weiterverbleiben der Saargruben hem Eigentum. Sie müßten ohne Entgelt nach littlichem Recht zurückgegeben werden. Das Derſailler Diktat hat aus Eigenem und ohne Kückſicht auf die Möglichkeit früherer Wiederherſtellung der nordfranzöſtſchen Bergwerke den Rückkauf vorgeſehen. In dem Rückkaufspreis kann aber niemals eine dauernde oder zeitweilige Beteiligung der fran⸗ zöſiſchen Wirtſchaft oder des franzöſiſchen Staates enthalten ſein. Das Derſalller Diktat kennt eine derartige franzöſiſche die Metallinduſtrie ihres Tandes könne die Saarkohle nicht entbehren. Das iſt richtig. Aber die Kohle iſt jederzeit durch Kauf von dem rechtmäßigen Beſitzer, dem preußiſchen und Poxeit. it“ machen möchte, liſche Bere in franz nicht. Die franzöſiſche Preſſe verſichert, Batoifia Beteiligung baneriſchen Staate, zu erhalten. Es iſt bekannt, ingiſchen Fall, die Zahlen ſeien richtig, dann iſt eines ſofort ir Frankreich leinſchließlich des Saargebiets) mit „Könnten dieſe zu ſagen haben, da es keinen Bedarf an Saarkohle daß die lothringiſche Berg- in duſtrie ſeit Jahren Raub an der Saar kohle begeht, indem ſte unter der deutſchen Erenze weg von loth⸗ Schächten die Warndtkohle ausplün⸗ dert. Ste ſtützt ſich auf einen Pachtvertrag mit dem jetzigen franzöſiſchen Eigentümer der Saarkohle, der auf 99 Jahre läuft. In Frankreich wünſcht man die Anerkennung dieſer Pacht vom Reich. Es kann davon keine Rede ſein. Selbſt bis 1935, bis zum Ablauf des heutigen Juſtandes des Saar⸗ gebietes nicht. Es iſt zu wünſchen, daß von der deutſchen Delegation auch dieſe dritte Rückzugslinie nicht eingeräumt Wird. Und ebenſowenig iſt das weitere franzöſtſche Verlangen zu erörtern, daß Frankreich für die Einſchränkung ſeines Abſatzmarktes, falls die Saar vor 19355 in deutſche Derwal⸗ tung zurückkehrt, eine Gegenleiſtung in Form einer zoll⸗ politiſchen Dauerbegünſtigung bekommt. Auch davon wird im Derſailler Diktat mit keinem Wort geſprochen. Ueber ein handelspolitiſches Zwiſchenſtadium läßt ſich ſehr wohl ein Abkommen treffen. Aber notwendig iſt, daß das Saargebiet, wie in die deutſche Verwaltung und deutſche Grubenwirt⸗ ſchaft, ſo auch in die deutſche Zollhoheit reſtlos zurückkehrt. Es mag Frankreich ſchwer fallen, auf den Eckpfoſten an der Saar zu verzichten. Kann es ſich nicht dazu verſtehen, ſo wird das Volk an der Saar im Jahre 1955 ſelber ſprechen müſſen. Das Dertrauen, das der verſtorbene ktußenminiſter am 24. Juni d. J. einer Abſtimmung im Zaargebiet ent⸗ gegenbrachte, wird ſicher nicht enttäuſcht werden. In dieſer Gewißheit beſitzt die deutſche Delegation für die beginnenden Pariſer Verhandlungen das ſtärkſte Aktipum. Franzoſen zur Saarfrage Im„Petit Pariſien“ erläutert der bekannte Wirtſchafts⸗ politiker Lucien Romier die Saarfrage vom franzöſiſchen Wirtſchaftsſtandpunkt aus. Er befaßt ſich außer mit den Saargruben vor allem mit den franzöſiſchen Privatintereſſen an der Saar, deren Gegenwert er auf 158 Milliarden Frs. ſchätzt. Metall⸗ und Stahlwerke, Elektrizitätswerke, Druckereien uſw. Da die Franzoſen auf ausdrückliche Ermunterung der franzöſiſchen Regierung hin ihre Kapitalien im Saargebiet inveſtiert hätten, könnten ſie auch verlangen, bei den kommenden Verhandlungen mit Bezug auf ihre Intereſſen geſchützt zu werden. Was den fran⸗ zöſtſch⸗aarländiſchen Handel anbelange, ſo habe das Saar⸗ gebiet von Frankreich jährlich für zwei Milliarden Frs. gekauft. Dieſer Handel laſſe Frankreich einen jährlichen Gewinn von 800 Millionen Frs. Der franzöſiſch⸗ſaapländiſche Handel ſei in ſeiner Höhe gleichbedeu⸗ tend mit dem franzöſtſch⸗italieniſchen und übertreffe bet weitem den franzöſiſchen Handel mit den nordiſchen Ländern. Allein an Bekleidungsartikeln würden vom Saargebiet jähr⸗ lich für 300 Millionen Frs. eingekauft. „Graf Zeppelin“ wieder zurück Das Luftſchiff traf am Sonntag abend 18.30 Uhr, von der Hollandfahrt zurückkehrend, in Friedrichshafen über dem im Mondſchein liegenden Werftgelände ein, das von einer großen Menſchenmenge dicht umſäumt war. Die Scheinwer⸗ fer flammten auf, die Haltemaunſchaft machte ſich bereit. Es herrſchte vollkommene Windſtille. Infolge der herrſchenden Dunkelheit war die Abſpevrung ſehr ſtreng, der Zutritt zum Werftgelände war nur der Haltemannſchaft und den Preſſe⸗ vertretern geſtattet. 18.43 Uhr ertönte die Landungsglocke, die Landungsflagge wurde aufgezogen, die Haltetaue fielen und 18.50 Uhr war das Luftſchiff glatt gelandet. Vadiſche Polilif Dreizehn Parteien im Landtagswahlkampf Zur badiſchen Landtagswahl haben dreizehn verſchiedene Parteien Kreiswahlvorſchläge eingereicht. Durch Verfügung des Miniſteriums des Innern wurden folgende Liſtennum⸗ mern für die einzelnen Parteien beſtimmt: 1. Zentrumspartei, 2. Sozialdemokratiſche Partei, 3. Deutſchnationale Volkspartei, 4. Deutſche Volkspartei, 5. Deutſche Demokratiſche Partei, 6. Wirtſchafts partei, 7. Kommuniſtiſche Partet, 8. Linkskommuniſten. Dieſe Parteien waren bisher im Landtag vertreten. Als neue Parteien treten auf: 9. Badiſche Bauernpartei, 10. Nationalſozialiſtiſche Deutſche Arbeiterpartei, 11. Evangeliſcher Volksdienſt, 12. Chriſtlich⸗Soziale Reichspartet, 13. Volksrechtspartei. Die eingereichten Kreiswahlvorſchläge wurden, ſoweit ſich bis jetzt überſehen läßt, alle genehmigt. Eoͤuard Lasker Zur 100. Wiederkehr ſeines Geburtstags am 14. Oktober Am 14. Oktober jährt ſich der Tag zum 100. Male, an dem Eduard Tasker zu Jarotſchin in der Provinz Poſen geboren wurde. Der politiker teilt in der Regel das Schickſal des Mimen. Such ihm flicht die Uachwelt nur ſelten den Kranz. Uur ein Gedenktag entreißt ihn dem ODergeſſen. So geht es auch mit Eduard Casker, der in den ſiebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vielleicht der populärſte Ab⸗ geordnete des Deutſchen Reichstags geweſen iſt. Rudolf von Bennigſen, Tudwig Bamberger, Johannes Miquel und Völk, Tasker, Max von Forkenbeck, Eduard von Simſon, Nar⸗ quardſen, Eneiſt, Treitſchke und Planck zierten damals die nationalliberale Fraktion des Reichstags, die den Reichsbau mit den ſtärkſten Kräften fundamentieren half. Tasker war einer der Gründer des Uationalvereins, einer der befähigſten Köpfe des Reichstags wie des preußiſchen Abgeordneten⸗ hauſes. Er war gemeinſam mit Miquel, dem ſpäteren preußi⸗ ſchen Finanzminiſter, der Dater des Antrags auf Schaffung eines einheitlichen deutſchen bürgerlichen Rechts, einer der ſchöpferiſchen Geſtalten der deutſchen Juſtizgeſetze überhaupt. Eine ſeiner letzten und größten parlamentariſchen Leiſtungen war ſeine Arbeit für das Krankenverſicherungsgeſetz. Aber darüber hinaus hatte er am Zuſtandekommen der zahlreichen organiſatoriſchen Geſetze ſeiner Zeit hervorragenden Anteil. Seine berühmteſte Rede hat Tasker wohl am 7. Februar 1875 gehalten, in der er im preußiſchen Landtag den Gründungs- ſchwindel aufdeckte. Damals ſchrieb Guſtav Schmoller, der nach Geſinnung und politiſcher Denkungsart Tasker gewiß nicht nahe ſtand, daß„Casker— und zwar er allein— das Gewiſſen der deutſchen Nation, ſowie das Anſehen und die Ehre der großen deutſchen Körperſchaften dadurch gerettet hatte, daß er in einer Zeit unerhörter Mißbräuche, dle in aller Munde waren, die Dinge beim rechten Namen nannte, ſich nicht zu jenem Cotſchweigen hergab, wie es in die Karten aller derjenigen paßte, die damals außerhalb und innerhalb des Parlaments ſich mit unſauberen Geſchäften abgaben“. Und Cujo Brentano, Schmollers Gegenpol, rühmt an Tasker „den über alle Parteilichkeit erhabenen Gerechtigkeitsſinn und die Empfindlichkeit für Wahrheit und Ehre“. In der großen Politik vertrat Lasker mit äußerſter Hin- gabe die Sache der nationalen Einigung wie der Konſtitu⸗ tionellen Freiheit. Die nationalliberale Partei zählte ihn zu ihren führenden Männern. Die Leipziger Juriſtenfakultät und die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Freiburg ver⸗ liehen ihm— damals kein alltäglicher Vorgang— den Ehrendoktor. den Uebergang zum Schutzzoll hat Tasker nicht mitgemacht. 1880 ſchloß er ſich den Sezeſſioniſten an. Auf einer Reiſe durch Nordamerika iſt Eduard Lasker 1884, erſt 0 55jährig, in Uewyork geſtorben. Der deutſche Liberalismus gedenkt Eduard Taskers am Tage der 100. Wiederkehr ſeines Geburtstags als eines der großen Parlamentarier aus der großen Zeit des ersten Jahr⸗ zehnts der Reichsgründung.. i — Schweres Autounglück auf der Avus Der Vorſitzende des A. D. G. ſchwer verletzt Berlin, 14. Okt.(Von unſerem Berliner Bitro.] Ein ſchweres Automobilunglück ereignete ſich heute morgen gegen 8½ Uhr auf der Avus. Ein Wagen, der der Bank für Ar⸗ beiter, Angeſtellte und Beamte gehörte, geriet in einem Tempo von 70 Km. auf den Mittelſtreifen, überſchlug ſich und begrub den Chauffeur und die beiden Inſaſſen des Wagens unter ſich. Lebensgefährlich verletzt wurde der ehemaligt württembergiſche Arbeltsminiſter und jetzigs Vorſitzende des Allgemeinen Deutſchen Gewerkſchaftsbunde Theodor Letpar d, während der mitfahrende Geheim Bachom ebenfalls ſchwere, doch nicht lebensgefährliche Ver⸗ letzungen erlitt. Der Chauffeur trug eine Gehirnerſchütte⸗ rung davon. Die drei Verletzten wurden ſofort in ein Krankenhams eingeliefert. Leipard liegt jetzt beſinnungslos in bedenblichem Zuſtand darnieder. e 7FrTC( 0 00ß0T0ß0T0T0T0T0TT0T Kraft Von Prentice Mulſord Wenn man eine Arznei entdeckte, die jedem, der ſie ein⸗ nimmt, Kraft und Willen, Charakter, Tüchtigkeit, Macht und Einfluß auf andere verliehe— dieſe Arznei würde reißenden Abſatz finden! Aber merk' auf: du kannſt alles das erlangen und unver⸗ lierbar bewahren— Kraft, Tüchtigkeit, Charakter— wenn bu deinen Geiſt in einem beſtimmten Zuſtande erhältſt. Du mußt den Wunſch nach Kraft ſtetig im Geiſte tragen. Kraft iſt eine unſichtbare Subſtanz, aber ſo wirklich, wie jede ſichtbare. Je mehr du von ihr erlangen willſt, umſo mehr Macht ſammelſt du in dir, die Subſtanz Kraft an dich zu ziehen. dieſes Wort gilt für alle Denn Gleiches zieht Gleiches an: ſichtbaren und unſichtbaren Elemente. Queckſilberkügelchen ballen ſich zur Vereinigung, zur Maſſe Schafe geſellen ſich zu Schafen— und nicht zu Kühen, Landſtreicher Bäume der gleichen Gattung wachſen nebeneinander. zu Landſtreichern. Der vperzagte, ſchwache, kleinmütige, kühnen Aufſchwungs unfähige Menſch läuft zu ſeinesgleichen, und der Mann ent⸗ ſchloſſener Tat findet gewiß ſeinen Artgenoſſen. Was iſt Kraft? Wenn du Vertrauen, Energie und Begeiſterung für deine Pläne, trotz aller Teufel vom geraden und krummen Horne, die dich hindern und hemmen wollen, bewahren kannſt, ſo haſt du Kraft. Wenn du nach einigen Verſuchen entmutigt, unbeherzt und Heinmütig wirſt, ſo haſt du keine Kraft. Der Hauſierer, der von Tür zu Tür ſtrebt und— möge man ihn verdroſſen abweiſen, rauh anfahren oder gar die Türe vor der Naſe zuſchlagen— in gelaſſener, guter Laune ſeine Ware immer neu anbietet—: dieſer Hauſierer hat Kraft. Er wird ein großer Kaufmann werden! Es war Cyrus Weſt Fields zähe Kraft, die zuletzt den atlantiſchen Kabel zum Erfolg führte, trotz Fehlſchlag, Ri bester. Die Eigenſchaft Fields war eine ſpirituale Kraft, und die Kraft, die ein Unternehmen plant, gründet und zum Erfolg führt, iſt abermals eine ſpirituale Kraft. Das eigentliche Herz, die Wurzel, der Urſprung und Eckſtein dieſer Kraft lie⸗ gen aber in dem ruhevollen, ausdauernden Entſchluß: Kraft haben zu wollen! Oder darin: daß du dich eine ſtetig zunehmende Kraft weiß, und dich als ſie erſchauſt. Kraft iſt das Vermögen, Entmutigung ſchnell abzuſchütteln. Kraft iſt die Macht, die dich nach einer Nacht der Verzweif⸗ lung und der Tränen mit neuer Hoffnung und Zuverſicht er⸗ füllt; die dir neue Pläne und Ideen ſchenkt, Möglichkeiten und Ausſichten eröffnet. Kraft hat die Eigenſchaft, dich aus fruchtloſem Sinnen und Brüten über Irrtum und Enttäu⸗ ſchung zum Mute aufzurütteln und an ſicherer Hand glück⸗ lichen Straßen des Erfolges zuzuführen. Kraft läßt dich den Erfolg ſchauen— ſie verhüllt das Mißlingen deinem Auge. Jeder Kaufmann von Erfolg gebietet über dieſes wichtige Element. Es iſt eine ſpirituale Kraft— mag ſich der Gute oder Schlechte ihrer bedienen: der Samariter oder der Phari⸗ ſäer; die Gilde männlicher oder weiblicher Klatſchmäuler, die irgend eines Menſchen Charakter in Stücke redet und ihm ſo einen Geiſtesſtrom übermittelt, der ihn ſchlägt(denn auch dies iſt Kraft); oder der Kreis edler Freunde, deren Unter⸗ haltung das Wohl der Welt will. Du kannſt, wenn du allein biſt. immer mehr von dieſer Eigenſchaft empfangen, wenn du nach ihr begehrſt. Aber wenn du mit anderen, die an die Wahrheit des Geſetzes glauben ver⸗ einigt um Kraft bitteſt wirſt du viel mehr von dieſer Kraft empfangen. Ja, je mehr ihr ſeid, um ſo kräftiger wird eurem ſagte einſt:„Wo zwei oder drei verſammelt ſind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen!“ Kraft iſt ein Element, das die Furcht verjagt. Es iſt das Glement das dir Haltung und Sicherheit des Betragens gibt. Wenn du es in dir mehrſt, kannſt du denen Stand halten und die Stirne bieten, die dich einſt durch die Kraft eines ſtär⸗ keren tyranniſch gebrauchten Willens eingeſchüchtert und klein⸗ laut⸗gemacht haben. Ein ſolcher Wille wird gegen jeden mobi⸗ vereinigten Rufe nach Kraft geantwortet werden. Chriſtus gütig und gefällig du auch gegen andere ſein magſt, wenn dir die Kraft fehlt, dich zu behaupten und dein Recht zu vertreten, wenn dich ein Anſchnauzen, ein Stirnrunzeln oder Hohn⸗ lächeln zeitweilig um den Verſtand bringt, kannſt du in der Welt nicht vorwärts kommen, und was dir rechtmäßig zu⸗ käme, wirſt du nicht erlangen! 5 Kraft iſt die Eigenſchaft oder das Element das dich im Falle eines plötzlichen, erſchütternden Ereigniſſes, eines Un⸗ glücks oder unerwarteten Mißerfolges dich wiederfinden und zuſammenraffen, alle Störung vergeſſen und mit neuem Mute weiterſchreiten heißt. Kraft iſt ein geiſtiges Element, dem ſich die Materie beugen muß. f f Warum uns Kraft wird, wenn wir im Geiſte um Kraft bitten oder nach ihr verlangen, iſt ein Geheimnis. Und wird es wahr⸗ ſcheinlich ewig bleiben.[Es iſt gar nicht wünſchenswert, immer darauf aus zu ſein, Geheimniſſe zu ergründen. Das Geheim⸗ nis des Lebens wird mit jedem Tage unergründlicher. Und wer es ergründen will, verſucht, die Grenzen des Grenzen⸗ loſen zu finden!) Uns kann es daran genug ſein, zu wiſſen, was uns heute, in dieſer Stunde und an dieſem Tage gut⸗ und nottut; es ſind erſtaunlich wenige unter uns, Ne von dieſer allernächſten Wiſſenſchaft etwas wiſſen! Wahrheit iſt aber, daß wir durch unſere einfache Bitte um Kraft immer mehr und mehr davon erlangen können. Ja, es liegt inner⸗ halb der Möglichkeiten des menſchlichen Geiſtes, ſich ſo ſehr mit Kraft zu erfüllen, daß er die ſtoffliche Welt völlig unter⸗ werfen und beherrſchen kann. Worten wie dieſen:„So ihr den Glauben habt als ein Senfkorn, ſo möget ihr ſagen zu dieſem Berge:„Hebe dich von hinnen dorthin, wo wird er ſich heben!“ oder:„Ich habe euch Macht gegeben zu treten auf Scorpione!“— ſolchen Worten wohnt tieſſte Wahrheit inne. Es begeiſtert, eine gewaltige Dampfmaſchine am Werke zu e die Tonnen Eiſens— die zu heben hundert Mäuner aum imſtande wären— mit der Elaſtizität von Gummibäl⸗ len aufſteigen und herabfallen zu ſehen. Es begeiſtert der un⸗ aufhörliche Fall der Waſſer des Niagart. Denn die Liebe zur Kraft und zum Gewaltigen liegt in der menſchlichen Na⸗ tur. Wenn wir der Betrachtung ſolcher Schauſpiele der Kraft hingegeben ſind, verbindet ſich unſer Geiſt inniger mit dem liſiert, der in der Welt vorwärts kommen will! Und wie W Elemente der Kraft und nimmt mehr und immer mehr von See ee SA 8 E 2 22 2 * 14 Montag, den 14. Oktober 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 477 Doppelfeier der Begrüßungsabend Viel zu klein erwieſen ſich die Feſtſäle des Palzſt hotels „Mannheimer Hof“ um alle die Gäſte zu faſſen, die der Ein⸗ ladung des Mannheimer Bezirks vereins deut⸗ cher Ingenieure und des Elektrotechniſchen Vereins Mannheim ⸗ Ludwigshafen zu einem d wangloſen Beiſammenſein mit Damen gefolgt waren. Gemütlich ſaß man beiſammen. Der gediegene Reiz der für ſolche Fälle vorzüglich geeigneten Räume ließ bald eine feſtlich⸗frohe Stimmung aufkommen. Direktor K. Reitz begrüßte die Erſchienenen und wies auf die Bedeutung des Feſtes hin. Es ſei wohl ein ſeltenes Zuſammentreffen, daß zwei Vereine, die auf techniſch⸗wiſſenſchaftlichem Gebiet eine führende Stellung einnehmen, gemeinſam die Feier ihres langjährigen Beſtehens begehen können. Der Mann hei⸗ mer Bezirksverein deutſcher Ingenieure be⸗ geht ſein 60 jähriges Jubiläum und der Elektro⸗ techniſche Verein Mannheim Ludwigshafen kann auf ein 30 jähriges Beſtehen zurückblicken. Unermüdlich ſpielte die Kapelle des Palaſthotels auf. Die Weiſen trugen viel dazu bei, daß man immer mehr in Stimmung geriet. Frau Paulus⸗Dröſſel ſang mit vorzüglich geſchulter Stimme einige Lieder und rief den be⸗ rechtigten Beifall der Erſchienenen hervor. Ohne Zugabe ging es nicht ab. Am Flügel wurde ſie ſehr umſichtig von Frau Konrad begleitet. Herr Direktor Geiler aus Frankenthal ließ es ſich nicht nehmen, ein Poem auf die Damen loszulaſſen. Mit markiger Stimme pries er die Frauen— und den Wein. Das Schmunzeln und der Beifall bezeugten, daß er die richtigen Worte gefunden hatte. In froher Runde erzählte er ſpäter, daß er etwas vergeſſen habe zu erwähnen. Die Liebe gehöre nicht allein den Frauen und dem Wein, ſondern auch noch dem Gewinde. Aber das dürfe man nicht öffentlich ſagen, denn die Frauen hören doch gern nur angenehme Dinge. Es gibt Menſchen, die nur den Mund aufmachen brauchen un) hr Geſicht in Falten zu legen, um gleich wahre Lachſalven hervorzurufen. Zu dieſen gehört zweifellos der Humoriſt Fritz Jegbeutel, den das Publi⸗ kum überhaupt nicht mehr von der Bühne laſſen wollte. Was er brachte, war echter Humor. Es war ſchwer feſtzuſtellen, ob ſeine Chanſons oder ſeine Anekdoten beſſer geweſen ſind. Frau Wagner, die Mannheimer Lautenſängerin, iſt ja ebenfalls keine Unbekannte mehr. Ihre Darbietungen waren, wie man es ja gewöhnt iſt, voll ſprühenden Humors. Der Beifall wollte kein Ende nehmen. Lange nach Mitternacht ſaß man noch beiſammen und genoß die Stunden, die einen wirklich von allen Alltagsſorgen befreiten. Akademiſcher Jeſtakt Den ſtimmungsvollen Auftakt des Akademiſchen Feſtaktes am Sonntag vormittag im Verſammlungsſaal des Roſengar⸗ tens bildete das von dem Kergl⸗Quartett meiſterhaft geſpielte Allegro aus dem B⸗dur⸗Streichquartett von Beetho⸗ ven. Das Podium des Verſammlungsſaales war geſchmackvoll mit Blattpflanzen und weißen Aſtern umrahmt. Der erſte Vor⸗ ſitzende des Vos., Dip.⸗Ing. Fröber, hieß die Erſchienenen herzlich willkommen zu dem doppelten Jubelfeſt. Der Bedeu⸗ tung entſprechend hatten Staat und Stadt ihre Vertreter ent⸗ ſandt. Beſonders begrüßt konnten werden: Regierungsrat Landeskommiſſar Neumeyer, als Vertreter des Oberbürger⸗ meiſters, Bürgermeiſter Büchner, Präſident Lämmlein von der Ober⸗Poſt⸗Direktion Karlsruhe, Prof. Dr. Keßner von der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe, als Vertreter des Hauptvorſtandes des VD. Bergwerksdirektor Dr. Loyskl, vom E. T. V. Generalſekretär Dr. Schtirr, Direktor Fröber gab einen kurzen Ueberblick über die Entwicklung des Bezirks⸗ wereins VD, der am 11. Juni 1869 mit 14 Mitgliedern ge⸗ gründet worden ſei. In dieſe Zeit fällt auch das Anfangs⸗ ſtadium der Entwicklung der Mannheimer Induſtrie. Heute zählt der Verein 850 Mitglieder, während der E. T. V. 400 Mitglieder aufweiſt. Von den Gründungsmitgliedern des am 12. Juli 1899 gegründeten E. T. V. ſind zwei bei dem Feſtakt anweſend, Direktor Stotz und Dr. Wittſack. Derer wird gedacht, die für den Verein Großes geleiſtet haben und nicht mehr unter den Lebenden weilen. Aber in gemeinſamer Ar⸗ beit wird man weiter das Ziel verfolgen, zum Gedeihen des Vaterlandes und zum Wohle der heimiſchen Induſtrie. i Als erſter überbrachte Regierungsrat Neumeyer die Glückwünſche der Regierung. Die Fortſchritte der Naturwiſſen⸗ ſchaft habe ſich auch auf die Technik befruchtend ausgewirkt. Wir können ſtolz auf die deutſchen techniſchen Leiſtungen ſein, die überall Bewunderung erregen. Die deutſchen Leiſtungen tragen viel mehr zum Anſehen bei, als die vielen Konferen⸗ gen, mit noch mehr Worten und ſehr wenig Taten. Dr. Keßner von der Technſſchen Hochſchule Karlsruhe, pries den V. D. J. als die Körperſchaft, die die Aufgabe der Hochſchule fortſetze und durch Kurſe, Vorträge uſw. praktiſche Arbeit leiſte. Vom Ausland haben wir nichts zu erwarten. Deuiſche Ingenieure haben die deutſche Induſtrie aufge⸗ baut nud werden ſie noch weiter aufbauen. Nur zielbewußte, mie erlahmende Gemeinſchaftsarbeit kann zur Blüte der deut⸗ ſchen Industrie und Wirtſchaft führen. s. Präſident Lämmlein ſprach über die guten Beziehungen der Oberpoſtdirektion zu dem V. D. J. Die Poſt muß ihre Ein⸗ richtungen techniſch auf der Höhe halten und immer weiter ver⸗ vollkommnen. Das iſt aber nur in Gemeinſchaftsarbeit mit den 5 möglich, welche die Leiſtungen immer mehr ſteigern. 11 Jahre 1. Vorſtand. Direktor Hugo Bergwerksdirektor Dr. Zopſki brachte die Grüße und Glückwünſche des Geſamtvereins und der einzelnen Bezirks⸗ vereine des V. D. J. Mannheim zähle zu den rührigſten Be⸗ zirksvereinen, gehöre zum Traggerüſt des V. D. J. Er wünſchte, daß die fremden Militärpoſten an dem Rhein verſchwunden ſein mögen, wenn die nächſte Hauptverſammlung in Mannheim ſtattfinden wird. 60 Jahre Verein ſei herzlich wenig, es ſeien nur zwei Generationen Ingenieure. Sein„Glück auf“ galt der weiteren tatkräftigen Arbeit der nächſten 60 Jahre. Generalſekretär Schtrr ſprach für den E. T. V. und lobte die tatkräftige Zuſammenarbeit. An der Entwicklung des E. T. V. habe die Mannheimer Ortsgruppe großen Aneil. Als letzter ſprach Bürgermeiſter Büchner die Wünſche der Stadt aus. a Bevor Direktor Fröhber zu den Ehrungen beſonders verdienter Mitglieder ſchritt, gedachte er der verdienſtvollen verſtorbenen Ehrenmlt⸗ gliedern: Hofrat Dr. Caro, Geh. Komm. Rat Joh, Klein und Dir. Dr. h. c. Büch e. Aber immer finden ſich Männer, die ihr ganzes Wiſſen und Können ſelbſtlos der Allgemeinheit widmen. An erſter Stelle gilt es den techniſchen Leiter der J. G. Farbeninduſtrie Ludwigshafen, Reg.⸗Baumeiſter Dr. Ing. e. h. Krauß, zu ehren Seine Ehrenurkunde konnte ihm nicht perſönlich überreicht werden, da er auf einer Reiſe nach Tokio ſich befindet, um dort Verhandlungen über die nächſte Weltkraftkonferenz zu pflegen. Ganz beſonders um das Mannheimer Wirtſchaftsleben hat ſich Dir, Dr. ing. e. h. Otto Bühring von der Rheinelektra verdient gemacht. Die Ueberreichung der Ehrenurkunde möge als äußeres Zeichen der Wertſchätzung ſeiner Verdtenſte gelten. Das gleiche gilt auch für Civ. ⸗Ing. Ludw. Po ſt, der durch rege Mitarbeit in Vereinsſachen auch der Allgemeinheit gedient hat. Die wohl⸗ verdiente Ehrung wurde auch dem 1. Vorſitzenden des Mann⸗ heimer Bezirksvereins, Dipl. Ing. Direktor Fr. Fröber gu teil, der mit großem Takt und techniſchem Verſtändnis ſein Amt verwaltet. g Der E. T. V. konnte zwei Ehrenurkunden überreichen, Vorher gab Direktor K. Reitz einen Ueberblſck über die Entwicklung der Elektrotechnik. Die Elektrizitätsausſtellung in Frankfurt a. M. 1891 ſei der Wendepunkt für die Aus⸗ breitung der Elektrizität geweſen. Brown, Boveri wurde veranlaßt, ſich in Mannheim anzuſtebeln, es entſbanden die Südd. Kahelwerke, Schuckert⸗Werke, Slotz. Immer mehr breitete ſich die Elektrizität aus. Dr. Wittſack erkannte damals ſchon die Entwicklungsmöglichkeit der Elektrizität und gründete, von Dir. Stotz unterſtützt, mit 54 Mitgliedern den E. T. B. Mit beſonderer Freude könne man dieſe beiden verdienten Männer zu Ehrenmitgliedern ernennen. Dr. Wittſack iſt bereits 28 Jahre Vorſtändsmitglied und Stotz gehört ſeit 14 dieſem Elemente auf. Unſere Begeiſterung durch die Kraft iſt zugleich unſer Gebet, unſer Begehren nach Kraft, und ihnen wird im ſelben Augenblick entſprochen. Es liegt ein großer Gewinn darin, das Anſchwellen und Heranrollen und die. Brandung der Ozeanwellen gegen die Felſenküſte zu be⸗ obachten. Die Ruhe und der Friede, die träumeriſche Stim⸗ mung, die dich am Meere überkommen kann zeigen, daß du das Element ſeiner Kraft in dich aufnimmſt. Du nimmſt eine ſpirituale Eigenſchaft in dich auf, und wenn du von ihm gehſt, haſt du eine Kraft empfangen, die du in deinem Berufe ver⸗ Drauchen kannſt. 5 Und wenn du nachts— und ſei's nur für einen Augen⸗ blick— die Augen zum Firmament mit ſeinen zahlloſen Sler⸗ nen erhebſt und dir vorzuſtellen verſuchſt: wie dies alles Son⸗ nen ſind, um die andere Erden kreiſen und wie all die zu⸗ ſammengefaßtk Kraft von Strömen, Niagaras und Ozeanen auf unſerer kleinen Erde, verglichen mit der Kraft, die da ober uns im Raume am Werke iſt, nicht mehr iſt als die ſchwache Kraft einer Fliegenſchwinge: dann haſt du abermals einen reichen Augenblick wahrhaften Empfanges des begehr⸗ ten Elementes erlebt. Dies iſt ein Weg, Kraft zu erlangen. Du beteſt dann um Kraft. Denn alle hingegebene Bewunderung iſt wahre Anbetung, iſt Begehr und Verlangen nach dem Weſen deſſen, und Bruch, Schimpf und Geheul der verzweifelten Anteil⸗ das im Angebeteten bewundert wird. OSaiſonbeginn in Ludwigshafen. Ein Kammermuſik⸗ Abend eröffnete am letzten Freitag die neue Konzertſalſon in Ludwigshafen. Erfreulich ſchon inſofern, als gerade die Kammermuſik hier ziemlich brach lag; auch die Einbürge⸗ rungsverſuche des Pfälziſchen Streichquartetts kamen über einige ſchlechtbeſuchte Konzerte nicht hinaus. Doppelt erfreu⸗ lich, als der Philharmoniſche Orcheſterverein gleich eine der namhafteſten Vereinigungen verpflichtete: das Wiener Koliſch⸗ Quartett. Im allgemeinen gilt es als Spezialität für„neue Muſik“, man erinnere ſich nur an ſeine Mannheimer Konzerte; diesmal ſpielten die vier Her⸗ ren, Rudolf Koliſch, Felix Kluner, Eugen Lehner und Benar Heifetz, ausſchließlich„Klaſſiker“: op. 51 Nr. 2 von Brahms, op. 95 von Beethoven und das„Lerchen⸗ quartett“ von Haydn. Und ſie erwieſen ſich auch hierin als brillante Könner, als ausgezeichnet eingeſpielte Quartettiſten. Beſonders der Brahms wurde formal und im Ausdruck voll erfüllt—„bezaubernd unbeſchwerte“ Muſtk; während der Haydn und vor allem der Beethoven, mehr von der virtuoſen Seite genommen, gefühlsmäßig nicht vollauf bewältigt wur⸗ den. Dem ſtarken Beifall des verhältnismäßig zahlreichen Publikums— das Konzert war im Pfalz bau— dankte das Quartett mit Hugo Wolfs„Italieniſcher Serenade“ als Zugabe. Der Reichskunſtzwart ſpricht in Mannheim Vortrag über Kunſt und Technik im Freien Bund Die Umſtellung in der„Akademie für jedermann“ drückte ſich bereits am Beginn der dieswinterlichen Vorträge des Freien Bundes aus: Sonntag vormittag füllte ſich der Saal — bei dem ſchönen Herbſtwetter immer noch ein wenig zögernd— um einen Vortrag von Neichskunſtwart Dr. Redslob⸗Berlin entgegenzunehmen. Direktor Dr. Hart⸗ laub appellierte in einer kurzen Einführungsrede an die Unterſtützung der Mitglieder und verwies darauf, daß die Verminderung der Quantität des Vortragsprogramms der Qualität zugute komme. i f Reichskunſtwart Dr. Redslob führte ſich mit einem Lob für Mannheim ein, deſſen Bühne, Konzertleben und Vor⸗ tragstätigkeit in ganz Deutſchland Beachtung finde. Das vom Freien Bund vorgelegte Winterprogramm, das ſich mit den Fragen der Gegenwart und zugleich mit der Tradition aus⸗ einanderſetze, erſcheint ihm beachtenswert, well es jene Polarität enthalte, auf bie es in allen Lebens⸗ und Wiſſens⸗ Bezirken ankomme. 5 Der Redner griff zurück auf die Kultur der Vorkriegs⸗ zeit, die müde geworden war. Das Charakteriſtikum jener Zeit war die Nachahmung des Alten und Ablehnung alles Neuen ohne Kenntnis. Der inzwiſchen eingetretene Wandel der Zeit drückt ſich in der Architektur im Beſtreben nach Geſtaltung aus. Dadurch iſt eine Veränderung des Künſtler⸗ typus bedingt. Die Gefahr bleſer Umvandlung iſt die Selbſt⸗ bewunderung, die an techniſche Geſtaltung den Maßſtab des er Ingenfeure und den beiden Vereinen weiteres Gedeihen beſchieden ſein. Elektrotechniker Jahren dem Vorſtand des E. T. V. an.— Die Ehrungen fan⸗ den allerſeits den verdienten Beifall. Mit dem Adagio aus dem B⸗Dur Streichquartett, leitete das Kergl⸗Quartett zu dem Feſtvortrag von Prof. Dr. Ing. e. h. Dr. phil. Robert Haas Rheinfelden 0 über: Aus dem mit feinem Humor durchzogenen, ſehr inter⸗ eſſanten Vortrag über„Kraftwirtſchaft“ ſei nachſtehen⸗ des erwähnt: 0 In Deutſchland werden 80 v. H. der Kräfte aus Kohle gewonnen, davon die Hälfte aus Braunkohlen. Andere Länder, die mehr Waſſer⸗ kräfte haben, ſind beſſer daran. Ihre Kraftvorr!; werden nie aus⸗ gehen. Aufgabe der Ingenieure iſt etz, die Kohle als Kraftſpender ſchonend zu behandeln. Im gewiſſen Sinn wird mit der Kohle Raub⸗ wirtſchaft getrieben, da nur ein Viertel in Energie verwandelt wird. Dennoch iſt ein Fortſchritt zu verzeichnen, da aus 1 Kg. Kohle heute die dreifache Menge Energie gewonnen werden kann als vor 60 Jah⸗ ren. Die Vergrößerung der Energieleiſtung erfordert aber für die Bändigung der Kräfte mehr Sorgfalt. Die Erſparniſſe, die an den Ur koſten gemacht werden, werden aber zum großen Teil aufgehoben durch die erhöhten Un koſten, die notwendig find bei der Erſtellung größte Sicherheit leiſtender Energieerzeuger. Die Erſparniſſe an Kohle ſind aber mit der Zeit ſo groß, daß man Rleſenwerke erſtellen kann, die wirtſchaftlich ſich auswirken. Großer Kraftverluſt entſteht durch das unausgenützte Kühlwaſſer. Bei der weißen Kohle, der Waſſerkraft, kann kein Raubbau getrieben werden, Die Sonne hebt jeden Tropfen wieder hinauf. Allerdings iſt man von den Launen der Natur abhängig. Man ſucht den Ausgleich durch Errichtung von Staubecken, die bei Waſſer mangel eingreifen. Auch durch Hinzuziehen von Dampfkraftwerken verſucht man den Ausgleich. Bei Flußwerken iſt die Gefahr der ungenügend erzeugten Kraft groß. Das im Bau be⸗ findliche Schluchſee werk ſoll den Ausgleich ſchaffen für die ſchwankenden Rheinkräfte und der Kräfte aus dem Schwarzwald. Im Salzkammergut iſt das Tauernwerk im Entſtehen, das jährlich 6 Milliarden KW. zu leiſten im Stande iſt. Die elektriſche Kraft iſt international. Die Werke mülſſen ſich gegenſeitig mit Strom aus⸗ helfen, der ſeine eigenen Wege geleitet wird. Lelder kann man ihn nicht verfrachten wie andere Güter. Von den neuzeitlichen Fern⸗ leitungen betragen die Baukoſten für einen Kilometer 100 000 5 tark. Die Entwicklung rechtfertigt die Entſtehung der großen Werke. Die kleinen Werke müſſen abgebaut werden. Die Elektrizitätskarte von Deutſchland ſieht heute ſo ſchlimm aus, wie die Kleinſtaateret ſeiner⸗ zeit vor dem Wiener Kongreß. Die Welt verbraucht heute 259 Mil⸗ liarden KW., während der Weltbedarf auf 800 KW. geſchätzt wird. Der Strom iſt noch zu teuer. Er wird erſt billiger werden, wenn er mehr verwendet wird. In Amerika iſt die Kraft ſo billig, weil der Jahresbedarf auf den Kopf 1000 KW. beträgt, gegenüber in Deutſchlaud 400 KW. Die dauernde Bereitſchaft erfordert große Ka⸗ pitalten und nur erhöhte Verwendung und rege Benützung ſchafft den Ausgleich. Viel Arbeit iſt ſchon geleiſtet worden, ſehr viel gilt es noch zu leiſten. Rattonaliſſerung der Kraftwirtſchaft iſt Dienſt am deutſchen Volke, das in der Verteilung der Kraftwirtſchaft an der Spitze der Nattonen marſchlert. Elektrotechnik erzieht die In⸗ genieurkunſt zu wirtſchaftlichem Bauen. Mit einer Vorſchau auf die zu leiſtende Arbeit und dem Mahnruf:„Arbeiten und nicht verzwei⸗ feln“, ſchloß die mit großem Beifall aufgenommene Rede, Den wirkungsvollen Abſchluß der Feier bildete das von dem Kergl⸗Quartett klangſchön geſpielte Molto Allegro aus dem C⸗Dur Streichquartett von Mozart. 5 Ausklang Den Beſchluß des Doppelfeſtes bildete das Feſteſſon im Friedrichspark. Verſchiedene Mannheimer Elektrizitäts⸗ firmen hatten die Feſtbeleuchtung geſtelll, Die Geſellſchafts⸗ toiletten der Teilnehmer in dieſem Rahmen ergaben das für einen ſolchen Tag eigene feſtliche Gepräge. Umrahmt wurde die Veranſtaltung durch eine Begrüßungs⸗ und eine Damen⸗ rede. Als Soliſten hatte man Konzertſänger Fritz See⸗ fried gewonnen, der am Flügel durch Heinz Mayer be⸗ gleitet wurde. Tanzaufführungen durch Fräulein Martha Wiedermann und Fräulein Irma Heinrichshof fanden reichen Anklang. Die Kapelle Mohr ſpielte zum all⸗ gemeinen Tanze auf. Die Tanzleitung lag in den bewähr⸗ ten Händen von Fräulein Heinrichs dorf. In der Vereinswohnung des V. D.., Otto Beckſtraße A, findet eine Ausſtel lung ſtatt: 5 Der Vertriebsingenieur“, die bis zum 20. Oktober allen Intereſſenten zugängig kſt. In Verbindung mit der Ausſtellung finden am 15, und 17. Oktober jeweils Vorträge ſtatt. Das Feſt iſt zu Ende. Der All tag mit ſeinen Kämpfen tritt wieder in den Vordergrund. Möge tt Aeſthetiſchen legt. Es hat ſich bereits ein neues Epigonen⸗ tum der Technik entwickelt, die die Unart zeitigt, mit Zweck⸗ formen, die keinen Zweck haben, ein äußerliches Spiel zu treiben. Gerade, weil wir alle Schüler der Technik ſind, dür⸗ fen ihre Formen nicht ſinnlos verwendet werden. Wieder wie in der Vorkriegsepoche muß das Triſte und Nachgeahmte abgelehnt werden. Das alte Geſetz der Polarität muß wieder gefunden werden, der Kraft der Technik muß die Gegenkraft entgegengeſetzt werden. Darin liegt die Miſſton der Kunſt. Sie muß im Zeitalter der Technik die Gegenkräfte entwickeln. Dies verlange zugleich ein anderes Denken, die Loslöſung von der Verhärtung durch den einſeitigen Individualismus und die Hinwendung zu Güte. Dr. Redslob hatte ſich im Laufe ſeiner Ausführungen mit den ihm von verſchiedenen Seiten unterlegten Vorwurf auseinandergeſetzt, er ſei gegen die Technik. Er betonte dem⸗ gegenüber, daß er nur gegen ihre Ueberſtetgerung und wahl⸗ loſe Uebernahme des Techniſchen auf alle Gebiete ſich wende, da er darin ein neues Epigonentum erblickt. Der Redner bezeichnete ſeinen Vortrag als perſönliche Gedankenäußerun⸗ gen, die er nicht als Verwalter eines Amtes mache, und die den Zweck haben ſollen, in dem Hörer, gemäß der Tradition der„Akademie für jedermann“ Anregungen auszulöſen, und eigene Antworten für die angedeuteten Zuſammenhänge zu . ſuchen. Deulſche Sprichwörter Der Tod iſt aller Elenden Ruhebett. Ein irdener Topf iſt beser als ein porgellaner Scherben. Undank iſt ein gemeiner Stank. Undank, Hoffart und n ſind drey böſe Hell⸗ Hund. Einen großen Keſſel ſiedendes Waſſer ſtillt man mit went kaltem Waſſer. 1 1 . Der Tod bläſt das Ade nicht ſtets auf der Flöte * In Undankbarkeit ſtecken alle Laſter. 4. Seite. Nr. 477 Neue Maunhetmer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Montag, den 14. Oktober 1929 Weiht der St. Peterskirthe Um die neue St. Peterskirche ſtehen in der Frühe des Sonntags wartende Menſchen. Viele, viele Hunderte harren vor den Eingüngen der mit Fahnen in den Landesfarben und dem päpſtlichen gelb⸗weiß geſchmückten Kirche. Auch Häuſer der Nachbarſtadt haben geflaggt und verleihen dem ſonſt ſo ſtillen, von großen Straßenfeſtlichkeiten verſchonten Stadt⸗ yfertel ein beſonderes Gepräge. Noch dürfen die Menſchen wicht herein— im Kircheninnern werden die erſten ſakralen Handlungen durch Prälat Bauer vorgenommen. Dann aber ſtrömt alles in das neue, moderne Gottes⸗ haus. Kopf an Kopf ſtehen die Gläubigen, die Bänke ſämt⸗ lich beſetzt, in den Gängen kaum ein Platz frei. Ein ſeltener Anblick: dieſes überfüllte Gotteshaus! In den vorderſten Reihen Vertreter der Mannheimer Kirchenbehörden, Zen⸗ ürumsführer und Abgeordnete. Feſtlich⸗froh iſt die Kirche innen geſchmückt. Auf den mit weißen Spitzendecken bedeck⸗ ten Altären helleuchtende Blumen, grüne Efeubäume rechts und links vom Hauptaltar. Die Kerzen flackern Prälat Bauer im Ornat, ihm zur Seite zwei Geiſtliche, nehmen die 8 Weihehandlung nor. Die lateiniſchen Gebete erklingen. Weihrauchduft zieht durch den Raum. Aus dem Keſſel beſprengt Prälat Bauer im Rundgang um die Kirche die Mauern, die Pfeiler, die Eingänge und die Altäre mit geweihtem Waſſer. Die Fahnen der kirchlichen und weltlichen katholiſchen Vereine der Schwetzingerſtadt ſenken ſich. Das„ora pro nobis“ klingt her⸗ wor, als die Heiligen der Kirche angerufen werden. Feierlich beſonders die Weihe des Hauptaltars und der beiden Seitenaltäre. Das Türchen zum Allerheiligſten wird geöffnet, das Tabernakel geweiht. Die altehrwürdige Feier⸗ kultur der katholiſchen Kirche, jene überlieferten Zeremonien, die ſchon die erſten Chriſten vereinigten: ſie auferſtehen. Kwieend empfängt die ſchweigende Menge die ſegnenden Kreuze des Prälaten. Die St. Peterskirche iſt benediziert! Mit dem Jubelchor„Oeffnet die Tore“ von Caſpar Ett ſpricht der Cäcilienchor der Heiliggeiſtkirche das ſtieren den Geſangschor. An der Orgel waltet Organiſt Alfred Bachſtein. Die Bibel, das Buch der Bücher, wird auf dem Altar aufgelegt. Der Gottesdienſt beginnt! Pfarrer Matt von der Heiliggeiſtkirche beſteigt die Kanzel. Er gibt bekannt, daß der Pfarrer der neuen Kirche, der bis⸗ herige Pfarrverweſer von Lehen(Dekanat Waldshut) ſein Amt am 29. Oktober antritt. Er geht aus vom Bau der Heiliggeiſtkirche im Jahre 1900, deren Weihe am 18. Novbr. ein Feſt der Katholiken Mannheims war. Bald zeigte ſich Prälat Bauer geſetzt hat, möglichſt viel kleine Pfarreien in Mannheim zu haben, ſei mit dem Bau der neuen Kirche einen Schritt weitergekommen. Beſonderer Dank gebühre dem Ge⸗ ſamtſtiftungsrat ſowie Oberbaurat Strobel, den Architekten Künkel und Lutz vom Kirchenbauamt in Karlsruhe. Nach einem Blasorcheſtervortrag gab in einem Schluß⸗ wort Prälat Bauer ſeiner Freude an dem gelungenen Werk Ausdruck. Das Befinden des Erzbiſchofs von Freiburg habe ſich ſoweit gebeſſert daß er hoffe, im Frühjahr die Konſekra⸗ tion der Peterskirche vornehmen zu können. Daß zum Kir⸗ chenbauen Geld, Geduld und Humor gehöre, habe man auch die Notwendigkeit, eine zweite Kirche zu erbauen, doch ver⸗ beim Bau der neuen Kirche in der Schwetzingerſtadt erfahren zögerte ſich die Ausführung der Abſicht bis nach dem Kriege. Durch mancherlei Fährniſſe ſei ſeit dieſen Jahren die katho⸗ liſche Glaubenswelt hindurchgegangen. Darum ſei erneute Treue zur Kirche notwendig. Nach dem Gebet wurde das erſte feierliche Hochamt mit der ſakralen Handlung der Wandlung und der Verleihung der Kommunion an die Miniſtranten ausgeführt. Der erſte Gottesdienſt in der modernſten katholiſchen Kirche Mann⸗ heims war beendet, die Kirche in feierlicher, weihevoller Hand⸗ lung ihrer Beſtimmung übergeben! Die neue St. Petersgemeinde erhält ihren erſten Kurat Erzbiſchof Dr. Carl Fritz hat den bisherigen Pfarrver⸗ weſer Ernſt Kaltenbrunn aus Lohn, Dekanat Walds⸗ hut, zum Pfarrkurat an die St. Peterskurati ernannt. Der erſte Pfarrkurat der neuen St. Petersgemeinde iſt am 5. Mai 1896 zu Löffingen(Amt Neuſtadt) geboren und empfing am 15. Juni 1919 im Prieſterſeminar St. Peter im Schwarzwald die hl. Prieſterweihe. Nach zehnjähriger Kaplanzeit an ver⸗ ſchiedenen Pfarreien der Erzdiözeſe Freiburg wurde er zuletzt als Pfarrverweſer an die Pfarrei Lohn(Amt Waldshut) an⸗ gewieſen. Bis zur Amtsübernahme der neuen Kurati am 29. Oktober durch Parrkurat Kaltenbrunn wird Samstag, Sonntag, Mittwoch und Freitag Gottesdienſt in der neuen erſte Laienwort. Klar klingt der Auferſtehungschor, den Dirigent Häfner einſtudiert hat. Muſiker des National- Kirche abgehalten. Möge der neue Pfarrherr zum Segen 155 55 Gemeinde, der neuen St. Peterskurati⸗Schwetzinger⸗ theaterorcheſters und der Kapelle Homann ⸗Webau aſſi⸗ ſtadt, eine tatkräftige Wirkſamkeit entfalten. Papſtſeier im Nibelungenſaal Zum zweiten Male verſammelten ſich geſtern die Katho⸗ liken Mannheims— nur in bedeutend ſtärkerer Anzahl— am Nachmittag im Nibelungenſaal. Alle Galerien, die Em⸗ pore, die Sitzplätze waren beſetzt. Faſt 5000 Menſchen füllten den Saal. Ueber der Empore hing unter der ſchwarz⸗rot⸗ goldenen mächtigen Fahne ein großes Emblem mit dem päpſt⸗ lichen Wappen: den Schlüſſeln und dem Biſchofshut. Gelb und Weiß, die päpſtliche Farbe, beherrſchte das geſchmackvoll ausgeführte, wirkſame Emblem. Und wieder zeigte ſich die hochſtehende Feiertradition der katholichen Kirche. Die Feier machte— das ſei vorweggenommen— nicht zuletzt durch Pater Muckermanns geiſtvolle Rede einen tiefen Ein⸗ druck. Auch auf den Andersgläubigen. Nach dem gemeinſamen Lied„Ein Haus voll Glorie ſchauet“ und dem durch Fräulein Peterſen vorgetragenen Prolog(verfaßt von Dr. Peterſen) begrüßte Baurat Blank. Schmutz und Schund mache ſich breit. Im öffent⸗ lichen Leben, in der Literatur, im Kino und ſogar„in der heiligen Stätte“, dem Theater. Dem müſſen die Katholiken entgegenwirken. Die Geiſtlichen dürften in dieſem Kampfe des Beiſtandes der Laien gewiß ſein. Beſon⸗ ders herzlich hieß Baurat Blank den Redner Pater Mucker⸗ mann, in Mannheim kein Unbekannter, willkommen und Prälat Bauer. Neben führenden Männern der katholiſchen Bewegung war der geſamte Stiftungsrat anweſend. Dann erklang der gemiſchte Thor„Allmacht“ von Schubert. Die ver⸗ einigten Kirchenchöre trugen den überwältigend⸗herrlichen Chor unter der Stahregle von Chordirektor Rahner feſt⸗ lich vor. An der Orgel wirkte Chordirektor Boeres. Die Leitung des Orcheſters hatte Kapellmeiſter Becker. Ein ſchlichter, einfacher Mann ſteht auf und ſchreitet zum Podium. Tief liegen die Augen. Ruhige Züge verraten nichts. Aber faszinierend iſt die große Erſcheinung in dieſer unendlichen Ruhe. Pater Friedrich Mucker mann, den an⸗ zuhören eines der ſchönſten Erlebniſſe für jeden Aufmerken⸗ den iſt, betritt die Empore. Ohne Manufkript, ohne Redner⸗ pult— frei ſpricht er zu den Verſammelten. Klar vernehm⸗ nehmlich ſind ſeine Worte. Abgewogene, kluge Worte, die jenes nicht vermiſſen laſſen, was die Großen zeichnet: den Humor! Die katholiſche Bewegung iſt gewachſen. Einig ſei ſich die Kirche im Bekenntnis zu ihrem gewählten Papſt, der Ruhe, Freundlichkeit, Stille und Hilfsbereitſchaft vereinigt. Ein durchaus nicht ungewöhnlicher Lebensgang liegt hinter ihm. Als armer Leute Kind in Decio bei Mailand geboren, beſucht er das Prieſterſeminar. Wird Prieſter, Profeſſor, Bibliothekar. In den Ferien geht er in die Alpen. Nach dem erſten Prieſterjubiläum erfolgt die Berufung nach Rom. Diplomattſche Eigenſchaften prädeſtinieren ihn zum Geſandten des Papſtes nach Warſchau. Dort herrſchen die politiſchen, nationalen Leidenſchaften. Dort befreit er auch Pater Mucker⸗ mann aus einem bolſchewiſtiſchen Gefängnis. Noch ahnt nie⸗ mand etwas von der Berufung zum Papſt. Biſchof und Erz⸗ biſchof von Mailand ſind die nächſten und letzten Stufen des Kardinals Rati vor ſeiner Wahl zum Papſt. Er nennt ſich Pius, im Andenken an Pius den X. Gleich ihm iſt ihm Frömmigkeit das Höchſte. Aber damit verbindet er einen Sinn für die Realitäten der Welt. Er anerkennt die Technik als ein Mittel, er anerkennt den Staat und ſchließt Verträge. Die heutige Zeit weitet den Intereſſenkreis der Menſchen, das hat Pius erkannt. Dieſe Erkenntnis leitet ihn bei ſeinen Entſchlüſſen. Scharf tritt Muckermann der„weißen Schmach“, der Ausbeutung der Schwarzen, entgegen. Statt chriſtliche Religion zu bringen und zu verbreiten, haben die Weißen die Schwarzen ausgebeutet. Mitgehen mit der Zeit iſt die Loſung für die katholiſche Aktion, die vom Willen des Pap⸗ ſtes durchdrungen iſt. Ehrlicher, tiefempfundener, langanhal⸗ tender Beifall für die rhetoriſch bewundernswerten Ausfüh⸗ rungen folgte der über einſtündigen Rede. Gemeinſam wurde das Lied„Laßt den Gruß erſchallen“ geſungen. Stadtrat Kuhn ſchlug vor, Drahtgrüße an den Papſt zu ſenden. Auch dem erkrankten Erzbiſchof und ſeinem Mithelfer Weihbiſchofß Dr. Burger wurden Telegramme geſandt, in denen die Ergebenheit der Katho⸗ liken für ihre geiſtlichen Führer zum Ausdruck kam. Den Dank für die ſeitherige ſeelſorgeriſche Arbeit der Heiliggeiſt⸗ kirche ſtattete im Namen der neuen Pfarrgemeinde von St. können. Mit dem feſtlichen Schlußgeſang„Großer Gott, wir loben Dich“ fand die eindrucksvolle Papſtfeier der Mannhei⸗ mer Katholiken ihren Abſchluß. 3 —— Film⸗Nundſchau Ufa⸗Theater:„Simba“ Wenn man bedenkt, daß dieſer Film nicht einmal ein zwanzigſtel der Ausbeute der vierjährigen Expedition von Martin John⸗ ſon darſtellt, ſo kann man ermeſſen, welch große wiſſenſchaftliche Arbeit hier geleiſtet worden iſt. Der ganze Film mit 60 000 Meter Länge wird im Amerikaniſchen Muſeum für Völkerkunde aufbewahrt und ſoll erſt im Jahre 1978() zur ganzen Vorführung kommen, da nach Anſicht der Forſcher viele Tiere bis dorthin ausgeſtorben ſeien. Die ganze afrikanſſche Tierwelt zieht, zum Teil in. Groß⸗ aufnahmen, am Auge vorbei. Nashörner ſtürmen ungeſtüm vor⸗ wärts, Krokodile liegen faul in der Sonne, Giraffen ſetzen in tollen Sprüngen durch die Steppe, die Eigenart ihrer Bewegungen kommen recht deutlich in Zeitlupenaufnahmen zum Ausdruck. Doch dem König der Tiere hat man in dieſem Film ein Denkmal geſetzt, wie es nicht beſſer geſchaffen werden könnte. In feinem ur⸗ eigenſten Element hat man die Löwen belauſcht, beim Kampf un die Beute, bei der Verfolgung ihrer Opfer, bei der Sieſta, beim Spiel der Jungen, beim mafeſtätiſchen Schreiten durch ihr Gebiet, auf dem ſte unumſchränkte Herrſcher ſind. Nur mit Speer und Schild bewaffnet rücken die Eingeborenen Simba zu Leibe Den Höhepunkt des Filmes bildet dieſe Jagd, die in allen Einzelheiten feſtgehalten iſt. Immer wieder greift der Löwe an, bis er von vielen Speeren getroffen, nach einem letzten Aufbäumen tot nioder⸗ ſinkt. Die Begleitmuſtk des Ufa⸗Orcheſters paßt ſich der Eigen art des Filmes an, doch wirkt ihre Monotonie bereits ſo ermüdend daß viel von dem wirklich hervorragenden Film verloren eht. Ciwas mehr Abwechslung verdient der Film, denn er bietet mehr ars man⸗ cher großartige Spielfilm. Tagungen Badiſcher Marinetag Am 5. und 6. Oktober fand in Lahr der Badiſche Marinetag 1929 ſtatt. Damit verbunden war die Feier des 35 jährigen Beſtehens und die Flaggenweihe des Marine⸗ vereins Lahr. Ein Feſtbankett in den Sälen der Gambrinus⸗ „ tän a. D. Elſäſſer die Feſtrede hielt. Am Sonntag vormittag fand im Gaſthaus zum Hirſchen die ordentliche Ta⸗ gung des Gaues Baden im Bund Deutſcher Marinevereine ſtatt, der Vertreter aus allen Teilen des Landes beiwohnten. Die übrigen Feſtteilnehmer beſichtigten das erſte Deutſche Reichswaiſenhaus. Hieran ſchloß ſich ein Frühſchoppenkonzert. In der dritten Nachmittagsſtunde bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzug durch die Straßen der Stadt, wobei Kränze an den Ehrenmalen für die gefallenen 169er und 66er niedergelegt wurden. In der Gambrinushalle erſolgte ſodann die Ent⸗ hüllung und Uebergabe der neuen Flagge des Marinever⸗ eins Lahr mit Ehrung verdienter Kameraden, die durch den Gauvorſitzenden vorgenommen wurde. Ein Feſtball am Abend ſchloß den offiziellen Teil der durch echt kameradſchaft⸗ lichen Geiſt getragenen Veranſtaltung. Muſikpädagogiſche Tagung in Maing In den Räumen der Mainzer Liedertafel wurde am 6. Oktober durch den Verbands vorſitzenden Arnold Ebel⸗ Berlin eine muſik⸗ pädagogiſche Tagung eröffnet, die der Reichsverband deutſcher Ton⸗ künſtler und Muſtklehrer in Verbindung mit dem Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht veranſtaltet. Das viertägige Programm ſieht Vorträge der Profeſſoren Keſtenberg, Moſer, Mersmann, Noak, und anderer namhafter Vertreter der modernen Muſikpädagogik vor, ferner zwei Kammermuſikabende und ein Sinfoniekonzert des Städti⸗ ſchen Orcheſters mit neuen Werken vorwiegend füd⸗ und weſtdeutſcher Tonſetzer vor. Das Mainzer Stadttheater ſteuert eine Feſtvorſtellung von Pfitzners 1895 in Mainz uraufgeführten Oper„Der arme Hein⸗ rich“ bei, die der Komponiſt perſönlich dirigiert. Die Referate wer⸗ den durch anſchließende Vorführungen einiger Klaſſen der Städtiſchen Muſikhochſchule praktiſch erläutert. Am Montag abend waren die Teilnehmer Gäſte der Stadt Mainz. Mit der Tagung iſt eine Aus Peter Bürodirektor Häfner ab. Das Programm, das ſich ſtellung neuzeitlicher Unterrichts literatur verbunden. halle leitete am Samstag die Feier ein, wobei Korvettenkapi⸗ 915 — ene eas Montag, den 14. Oktober 1029 Neue Maunheimer Zeitung(Abend⸗ Ausgabe] — 5. Seite. Nr. 477 Wie ernſt unſere oberſten Verantwortlichen für den Woh⸗ i Rungsbau loder wenigſten für die Mittel zum Bauen) ihr Amt nehmen und wie vielfältig die Probleme auf dieſem Gebiet ſind, das konnte man aus den lebhaften nud zahlreichen Zwiſchenrufen und Zwiſchenfragen entnehmen, die die einzel⸗ nen Mitglieder des Wohnungsausſchuſſes des Reichstages am Samstag abend an die Redner— Bürger⸗ meiſter Dr. Walli und Oberbaudirektor Zlzler— ſtell⸗ ten. Zum Empfang im Parkhotel hatten ſich als Ver⸗ treter der Stadt die Bürgermeiſter Dr. Walli und Büch⸗ ner eingefunden. Oberbürgermeiſter Dr. Heimerſch er⸗ ſchien erſt ſpäter, ferner Baudirektor Platz und Oberbaurat Scha a b. Mitglieder des Hypothekenausſchuſſes des Stadtrats herzlich begrüßte er den Vertreter der badiſchen Regierung. In einem längeren Vortrag führte Bürgermeiſter Dr. Walli u. a. aus: Inſolge des raſchen Wachstums der Stadt um die Jahr⸗ hundertwende beſtand ſchon vor dem Krieg ein empfin d⸗ Licher Wohnungs mangel. Während das Normalver⸗ hältnis der leerſtehenden Wohnungen mit s Prozent des Woh⸗ nungsbeſtandes angenommen wird, war es in Manuheim 1919 auf 1,27 Prozent geſunken. 1913 fiel es weiter auf 0,82 Prozent, bei der Reichswohnungszählung im Jahre 1927 auf 0, Proz.; im letzteren Fall war über faſt alle leeren Wohnungen ſelbſt⸗ verſtändlich bereits verfügt. Die nach dem Krieg einſetzende Wohnungsnot iſt wie an⸗ derwärts in erſter Reihe durch den Rückgang der Wohnungsbautätigkeit in den Kriegs⸗ und C Inflationsjahren berurſacht. Während in den Jahren 19101914 im Jahres⸗ durchſchnitt 1504 Wohnungen erſtellt wurden, iſt dieſe Zahl in den Jahren 1915—1918 auf jährlich 171 und in den Jahren 19191923 auf jährlich 505 geſunken. Die Betätigung des Wohnungsamts ſchuf keinen vollen Ausgleich, trotzdem durch Einrichtung von Wohnnugen in vorhandenen Gebäuden rund 2200 Familien untergebracht wurden. Weiter ſind von Bedeu⸗ kung die Aenderungen in der Zuſammenſetzung der Bevölke⸗ rung. Die Einwohnerzahl lohne Eingemeindungen) iſt von 19101925 um 20,12 Prozent geſtiegen, die Zahl der Haus⸗ haltungen aber um 36,4 Prozent(Reichsdurchſchnitt 8 Proz. und 20 Prozent). Eine Haupturſache hierfür iſt die ſtarke Zu⸗ nahme der Eheſchließungen in den erſten Nachkriegsjahren; im Jahrfünft vor dem Krieg 9155, im Jahrfünft nach dem Kriege 15 550, alſo ein Mehr von 70 Prozent. Sodann haben die älteren Altersklaſſen, die mehr Wohnräume be⸗ dürfen, zugenommen; 1910 entfielen auf die über 15 Jahre alte Bevölkerung 66,3 Prozent der Einwohner, 1927 aber 75,5 Prozent. Die Zahl der wohnungſuchenden Familien in Mannheim betrug im Spätjahr 1921 über 10 000. Bei der Reichswoh⸗ nungszählung 1927 haben ſich noch 6708 gemeldet. Auf 1. Juli 1929 wird der Fehlbedarf auf rund 4000 Wohnungen berechnet. Auf 100 Wohnungen kamen in Mannheim bei der Reichswohnungszählung 9,4 Haushal⸗ tungen und Familien ohne ſelbſtändige Wohnung(Durch⸗ ſchnitt der deutſchen Großſtädte 9,8), im ganzen 5752; der babiſche Landesdurchſchnitt in 469 Gemeinden beträgt 5 v. H. In faſt ein Fünftel aller Wohnungen(19,5 v..) waren Untermieter vorhanden(Durchſchnitt der deutſchen . Großſtädte 20,7 v..). 11,7 v. H. der Bewohner lebten in überfüllten und 2 v. H in ſtark überfüllten Wohnungen (Durchſchnitt der badiſchen Städte 6,5 bezw. 09 v..). Je kleiner die Wohnung, um ſo größer iſt regelmäßig die Wohn⸗ dichte. Nach Inflatiousende konnte die Stadt mit dem Woh⸗ nungsbau kräftig einſetzen. Von 1924 bis Ende 1028 wurden 7230 Wohnungen erſtellt, davon 6516 oder 90,12 v. H. mit Unterſtützung der Stadt. Die Höhe ber Vorkriegspro⸗ duktion iſt damit nahezu wieder erreicht. Am Rauminhalt wird allerdings häufig gegenüber früher geſpart. Von 1919 bis Ende Auguſt 1555 wurden 10 350 Wohnungen 8 erſtellt. Bei ber anhaltenden Vermehrung ber Haushaltungen ſeit 1919 hat dies allerdings nicht ausgereicht, den Fehlbedarf voll zu becken. 11,0 v. H. der bei der Reichswohnungszählung vorhandenen Wohnungen ſind nach dem Kriege gebaut (Durchſchnitt der deutſchen Großſtädte 7,1 v..), davon Flach⸗ bauten etwa ein Fünftel. Mannheim ſteht mit der Zahl der Neubauwohnungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl an der Spitze der deutſchen Großſtädte. In den Jahren 19241928 wurden in Mannheim 28,9 Wohnungen auf 1000 Einwohner erſtellt; darüber ſteht nur Duisburg mit 28,8(Durchſchnitt der deutſchen Großſtädte 18,8). In dieſen fünf Jahren haben die Stadt und die von ihr gegründete und geleitete Gemein⸗ nſttzige Baugeſellſchaft für den Wohnungsbau faſt 55 Millio⸗ nen Mark(wovon rund 23 Milltonen Mark aus der Haus⸗ ginsſteuer, darunter 8 Millionen Landesbarlehen), alſo auf den Kopf der Bevölkerung 219 Mark aufgebracht. Fur Stra⸗ ßen und Verſorgungsleitungen in Neubaugebieten wurden 23 ſchilderte dann die beſon deren Mannheimer Wohn⸗ bau projekte, die am Sonntagmorgen auf einer drei⸗ ſtündigen Rundfahrt den Wohnungsausſchußmitglie⸗ dern gezeigt wurden. Die Bewohner Mannheims unterſchei⸗ den ſich in ihren Wohnanſprüchen nicht ſehr von denen anderer Gemeinden. Der Mannheimer iſt im allgemeinen ein An⸗ hänger des Miethauſes, weil im Durchſchnitt gute Er⸗ fahrungen damit gemacht wurden. Während in Berlin in einem Hauſe durchſchnittlich 77 Bewohner wohnen, iſt in Mannheim der Durchſchnitt 22. Der Mannheimer hat auch nichts gegen die Wohnküche, ja man kann oft finden, wenn die Küche genügend groß gebaut iſt, dann wohnt er in der Küche und richtet das Wohnzimmer als Salon ein. Schwierig iſt in Mannheim die Fundierung der Häuſer, da Mannheim in einer Niederung des Rheins liegt. Die dadurch ſehr koſtſpielige Fundierung muß im Durchſchnttt . 6 bis 8 Meter tlef ausgeführt werden. Daneben beſitzen wir allerdings auch in der Stadtgemarkung Hochgeſtade, das ſich vorzüglich zum Bau von Flachhäuſern eignet. Hinderlich einem Generalbebauungsplan und einer einheitlichen Beſiede⸗ lung des Mannheimer Geländes iſt die Zerriſſenhelt . der Wohnungsnuspchuß des Reichstags in Mannheim und einige Stadtverordnete nahmen gleichfalls an dem In⸗ formationsempfang tell. Miniſterialrat Imhoff vom Finanzminiſterium in Karlsruhe begrüßte zuerſt die Gäſte. Er wies auf die geographiſchen Grenzſchwierigkeiten Badens hin. Immer noch fehlen in Baden 15000 Wohnungen, trotzdem die Produktion auf 60 bis 70 Prozent der Friedensbauten geſttegen ſet. Mehr als 90 Prozent der Bauten ſeien aus Baudarlehen errichtet. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gebäubeentſchul⸗ dungsſteuer in einem günſtigen Sinne im Reichstag verabſchie⸗ det werde. Außer den Mitteln der Hauszinsſteuer hat das Land Mittel aus Anleihen zur Verfügung geſtellt. Aber trotz dieſer Anſtrengungen herrſche immer noch eine große Wohnungsnot. Bürgermeiſter Dr. Walli 1924/8 äber 11 Milltonen Mark aufgewendet. Die von 1924 bis 1928 geförderten Wohnungen verteilen ſich wle folgt: 25 v. H. Stadt und Gemeinnützige Baugeſellſchaft, 216 v. H. gemeinnützige Bauvereinigungen, 53,4 v. H. Private. Die zunehmende Gels sknappheit und die Ver⸗ teuerung des Geldes machen es der Stadt Mann⸗ heim wie den anderen Städten leider unmöglich, in dieſer Weiſe fortzufahren. Auch die Baugenoſſenſchaften ſind am Ende ihrer Kraft. Die Zahl der hier ſtellenſuchenden Bau⸗ facharbeiter betrug z. B. im Jahre 1927 8503, in den acht Monaten des Jahres 1929 ſchon 14175. Ich ergreife daher .2135585drine 15 ſtVölwzäk— ER Jar ER Jar ENJA Ne vor dieſem kompetenten Forum gerne die Gelegenheit, dringend darum zu erſuchen, mit allen Kräften dafür einzu⸗ treten, daß die Geldauellen beſſer und billiger fließen. Der Fehler, daß die Zeit, wo langfriſtiges Auslandsgeld zu günſtigen Bedingungen zu erhalten war, für den Wohnungs⸗ bau nicht ausgenutzt wurde, darf bei gegebener Gelegenheit nicht mehr wiederholt werden. Es gilt nicht nur die Wohß⸗ nungsnot mit allen ihren ſchlimmen Folgen für den Einzel⸗ nen und die Geſamtheit zu bekämpfen, ſondern auch Beſchäf⸗ tigungs möglichkeit zu ſchaffen und die Steuerkraft zu ſtär⸗ ken. Warum die Verwendung von Auslandsgeld für den Bau von koſtſpteligen Vergnügungsſtätten und Warenhäuſern produktiver ſein ſoll wie beim Wohnungsbau, iſt nicht ein⸗ zuſehen. Zu erwägen wäre, die Verſicherungsgeſellſchaften zu verpflichten, in größerem Umfange als bisher den Städten und Verbänden Mittel für den Wohnungsbau zur Ver⸗ fügung zu ſtellen. 5 Ein ſehr ſchwieriges Problem iſt auch die Mietpreisnot. Die Neubau wohn ungsmleten ſind für das Gros der Arbeiter und Angeſtellten zu teuer und verleiten zur Auf⸗ nahme von Untermietern. Dabei wäre es ungerecht, allge⸗ mein von einem Mietpreiswucher zu ſprechen. Solange die Baukoſten nicht ſinken und die Zinsfätze auf dem freien Geld⸗ markt ſo hoch ſind und ſogar ſteigen, iſt die notwendige Er⸗ mäßigung der Neubaumieten einfach nicht erreichbar. Der Baukoſtenindex nach der Berechnung des ſtädtiſchen Hochbauamts hat ſich wie folat entwickelt: 1024: 135, 1926: 170, 1927: 180, 1928: 186, 1929: 188, alſo jetzt faſt das Dop⸗ pelte der Vorkriegszahl. Der Kubikmeter umbauter Raum kommt jetzt bei einfacher Ausführung nuf 2530 RM. zu ſtehen. Eine Senkung der Baukoſten wird ſich nur durch möglichſte Sparſamkeit und Vereinfachung in der Bau⸗ geſtaltung und Bauausführung erreichen laſſen. Seit Jahren ſtreben wir auch darnach, einen Wohnungstyp zu ſchaffen, der eine tragbare Miete ermöglicht. Eine völlig befriebigende Ebſung iſt wie anderwärts auch hler noch nicht gefunden. Zum Schluß geſtatte ich mir, mich noch gegen die offenbar beſtehende Abſicht zu wenden, das Eigen klum an den Hauszinsſteuerhypotheken den Gemein den und Wohn ungsverbänden zu nehmen. Wenn die Abſicht gar ſo weit gehen ſollte, die geſamte Förderung des Wohnunagsbaues bei einer Relchs zentrale zuſammen⸗ zufaſſen, ſo weiſe ich nur darauf hin, daß ſchon die frühere Zentraliſatlon in dem kleinen Lande Baden ſich als undurch⸗ führbar erwieſen hat. 5 Der Wohnungsbau würde durch eine ſolche Zentraliſation ſicher großen Schaden erleiden. Gegen die Wegnahme der Hypotheken beſtehen ſchwerwlegende rechtliche Bedenken. Außerdem würden erhebliche Schwierig⸗ keiten daraus erwachſen, daß die Rückflüſſe aus den ausge⸗ gebenen Hauszinsſteuerhypotheken in weitem Umfange auf Jahre hinaus zur Verzinſung und Tilgung der durch die Ge⸗ meinden aufgenommenen Wohnungsbaudarlehen feſtgelegt ſind. Auch nach Ueberwindung der Wohnungsnot wird die Notwendigkeit beſtehen bleiben, dem ſchon in der Vorkriegs⸗ zeit beſtandenen Mangel an zweiten Hypotheken insbeſondere für den Kleinwohnungsbau abzuhelfen. Durch eine zentrale Regelung kann dies nicht in zweckent⸗ ſprechender Weiſe geſchehen. Für das aus den Hauszinsſteuer⸗ hypotheken zurückfließende Kapital iſt alſo der richtige, im Intereſſe der Allgemeinheit gelegene Verwendungszweck be ⸗ reits jetzt gegeben. i i 5 Odberbaudirektor Zizler der bis fetzt beſtehenden Siedlungen. Wo Baulücken aus⸗ gefüllt werden, geſchieht es nach dem Grundſatz, nur mit guten Häusern auszufüllen. Der Generalbebauungsplan, den eine überſichtliche Skizze zeigte, ſieht auch große Grünflächenanla⸗ gen vor. Drei Wohntypen ſind bisher bis ins Einzelſte durchdacht und ausgeführt worden: Ein Typ für Ehepaare, ein zweiter für alleinſtehende Frauen und ein börktter für älte re Leute. Immer iſt oberſtes Leitmotiv bei den Entwürfen und Ausführungen geweſen, nicht zuviel zu kün⸗ ſteln und die Räume— beſonders die Küche— zu ſehr durch⸗ zuratjonaliſieren, ſo daß jedes Eckchen beſetzt wäre, Darum it man auch vom Einbau von Möbeln abgekommen. Eln beſonderes Problem ſei die Unterbringung kinder ⸗ leicher Familien, für die eigene Wohnblocks errichtet wurden. 85 Dis lebhafzen, anregenden Ausführungen von Oberbau⸗ direktor Zizler, der auch die Miet⸗ und Geſtehungs⸗ pretfs der einzelnen Wohnungen erläuterte, was zu zahl⸗ reichen Gegenfragen der Wohnungsausſchuß mitglieder führte, wurden mit Beifall aufgenommen. 5 1 Für die Mitglieder des Wohnungsausſchuſſes dankte der ſtellvertretende Vorſitzende, Reichstagsabgeordneter Bull. In jeder Stadt bekämen die Mitglieder des Wohnungsaus⸗ 5 ſchuſfes neue Anregungen, was für ſie ſehr wertvoll ſei. Einem 5 Abendeſſen im Parkhotel ſchloß ſich noch ein Zuſammen⸗ ſein an, bei dem eifrig Wohnbauprobleme diskutiert wurden! Die Mitglieder des Wohnungsausſchuſſes ſind: für die SPD. die Reichstagsabgeordneten Ferl, Her⸗ mann, Kuhnt, Frau Kurfürſt, Lipinſki, Frau Nemitz, Nowack, Peus, Wendet, für die DBp. Frau Dr. Hertwig⸗Bünner, N Winnefeldt, für die DD. Abg. Büll, für die Bayeriſche 1 Volkspartei die Abgg. Albert und Troßmann, für die Reichs⸗ 3 partei des deutſchen Mittelſtandes Ab. Lucke, für die Kom⸗ 1 muniſten die Abg. Strötzel, Schumann und Jadaſch, für das Zentrum die Abgg. Bielefeld, Schönborn und Tremmel, für die Deutſchnationale Volkspartei die Abgg. Schroeter, Wolf 0 und Gerne und für das Sächſiſche Landvolk Abg. Domſch 1 Außerdem befanden ſich noch bei den Gäſten Miniſterlalrat 1 Dr. Wölz, Oberregierungsrat Durſt und Miniſteriah⸗ amtmann Rlander vom Reichsarbeitsminiſterſum, Mini⸗ 1 ſterialrat Poerſchkee vom Reichsfinanzminiſterlum, Mini⸗ 13 ſterialrat Löhner vom Staatsminiſterium für Landwirt⸗ ſchaft und Arbeit, München. Rundfahrt durch die Mannheimer Gemarkung Am Sonntagmorgen fanden ſich die Ausſchußmitglieder am Parkhotel ein, um unter Oberbaudirektor Zl lers erläu⸗ 9 ternder Leitung die Mannheimer Wohnbauten zu 5 beſichtigen. Begünſtigt durch das ſchöne Wetter pröſentierte 1 ſich Mannheim von der ſchönſten Seite. Urtetle, wie„Sie 1 ſtehen an der Spitze der deutſchen Städte mit ihren Neubau⸗ ten“ oder„Wir haben uns Mannheim als eine rußige Fabrik ſtadt vorgeſtellt und finden es ſo ganz anders!“ oder„Doch bedeutend ſchöner als Frankfurt, was die ſtädliſchen Bauten betrifft“(es ſchien nicht nur das Lob eines Gaſtes zu ſein), 13 oder„Fabelhaft!“(das letztere galt dem Erlenhof mit ſeinem. 1 Springbrunnen). Kurzum, die Gäſte waren erſtaunt, ſo viet 1 Rührigkeit und Schönheit in unſerer Stadt zu finden.(Man muß in Berlin und anderswo im Reiche merkwürdige An⸗ ſichten von Mannheim kolportieren.) 7 5 Die Rundfahrt gab einen guten Ueberblick. Auch der ge⸗ borene Mannheimer war erſtaunt— zumal man fämtliche Bauten einmal auf eſnen Schlag ſah— über die Fülle deſſen, was wir in Mannheim geſchaffen haben, und über dle Sorg⸗ falt, mit der jeder Bau in ſeiner äußeren und inneren Ge⸗ 15 ſtaltung erwogen wurde. Auch die Gäſte drückten gegenüber 1 Oberbaudirektor Zizler in dieſer Beziehung ihr Erſtaunen 11 aus. Hoffen wir daß der Beſuch nicht nur Anregungen nach 1 außen gah, ſondern auch wieder zurückſtrahlt! n * . 1 Beſuch in Ludwigshafen 5 9 Vom Mannheim kommend, traf der Wohnung zätksſchuß 0 des Reichsrats Sonntag nachmittag um die Mlttagsſtunde ii Ludwigshafen ein. Im Sitzungsſaal des Stadtrats begrüßte Oberbürgermeiſter Dr. Weiß die Gäſte, darunter Ob.⸗Regs Rat Pöverlein von der Pfalzregierung und drei Mini⸗ ſterialräte von der Staatsregierung in München. Der Red⸗ ner betonte die Wohnungsnot in der Pfalz.. Miniſterialrat Löhner⸗ München machte auf das W 1 rikaniſche Wachstum der Stadt Ludwigshafen aufmerkſa, und bat namens der Staatsregierung, der Reichsrat möge ö für die Pfalz beſorgt ſein.. Minfſterlalrat Gruber gab Erläuterungen über den Vertetlungsſchlüſſel für das Bauprogramm in Bayern. Der Redner wünſchte, nach Abzug der Beſatzung möchten die Wohnungen der Franzoſen den Städten zu normalen B dingungen zur Verfügung geſtellt werben. 1 8 Oberbürgermeiſter Dr. Weiß wandte ſich in ſeiner E. widerung gegen die Meinung des Reichs bankpräſtd ente Schacht, daß der Wohnungsbau nicht zu den produktiven Auf! gaben gehöre. 2 1 Oberbaurat Laur ſprach ſodann über die Wohnungsbelg 5 tätigkeit in der Pfalz. Er verwies dabei auf die den Mitt. gliedern des Reichsrats überreichte Denkſchrift. Die Woßß;;; nungsnot iſt darnach in Ludwigshafen noch größer als„ anderswo; auf eine Wohnfläche, die in Mannheim vo 5 4 25 Menſchen beſiedelt iſt, kommen in Ludwigshafen, wo ſa„ zehnmal ſo viel Arbeitnehmer leinſchließlich Beamter) als Selbſtändige wohnen, 50 Bewohner; die Zahl der Wohnung 0 ſuchenden beträgt 8431, in dem größeren Mannheim 7000. Dis ö Wohnungsbautätigkeit hat im Vorjahr zwar den Vorkriegs⸗ höchſtſtand eines Jahres Überſchritten und doch iſt der Jah⸗ 5 reszugang noch nicht gedeckt. Die Anilinfabrik hat vor und i nach dem Krieg insgeſamt 1384 Wohnungen für ihre Beamten und Arbeiter errichtet. Gegenwärtig hat den größten Antein am Wohnungsbau die Ga.(Gemeinnützige Geſellſchaft füg Wohnungsbau), von der die Stadt 63 v. H. Anteile übers nommen hat. ferner die Baugenoſſenſchaft des bayr. Vers kehrsperſonals, der mittleren Verkehrsbeamten, der Gartens ſtadt und der Werksangehbrigen der Ich. Farbeninduſtrie. Zur Erzielung billiger Mieten hat die Stadt den ſtaatlichen Zinszuſchuß für 200 Wohnungen der Gulcz zugeteilt. Dee Unterbringung obdachloſer und aſoztaler Mieter wurde troß der Abneigung gegen behelfsmüßigen Erſatz Aufmerkſamkelt zugewendet. ö 3 Nach dem Mittageſſen im Pfalzbau unternahm der Woh nungsausſchuß eine Rundfahrt zur Beſichtigung der neuen Bauten in der Innenſtadt, in der Gartenſtadt, dil Blocks der Gach. und der Kolonie der Ic. Farbeninduſtrie, Nach einer Raſt im Eberkpark fuhren die Gäſte von Ludwigs hafener Bahnhof nach Stuttgart ah... * MNabfahrrerkehr bei Dunkelheit. Amtlich wird gemelbett Nach den Vorſchriften über die Beleuchtung der Fahrräder muß jedes Fahrrad während dr Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit einer hell brennenden Laterne mit farb⸗ loſem oder gelblichem Glaſe verſehen ſein, die den Lichtſchein nach vorn auf die Fahrbahn wirft. Außerdem muß jedes Fahrrad ein hinteres Leuchtzeichen(Rückſtrahler) von gelbroter Farbe tragen, das an der Rückſeite angebracht ſein muß und niemals(durch Teile des Fahrrads, Kleidungs⸗ ſtücke uſw.] verdeckt ſein darf, Leider mußte nun wahrgenom⸗ men werden, daß die hierwegen vor kurzer Zelt durch die Zeitungen gegangene Warnung an die Radfahrer noch nicht kberall den erhofften Erfolg gehabt hat. Die Sorge fü die Sicherheit des Verkehrs nötigt deshalb, die Poli⸗ zeibehörden erneut auf dieſe Beſtimmungen hinzuweiſen und 5 ihnen zur beſonderen Pflicht zu machen, dafür zu forgen, daß dieſe Beſtimmungen durchgeführt werden.. n Zellung(Abend⸗Ausgabe) mens, den 14. Dlisber 5 Am 286. Oktober 1919 wurde der Reichsverband angeſtell⸗ ter Aerzte als Bund Deutſcher Aſſiſtenzärzte ge⸗ gründet. Der Zweck der Orgamſation war die Vertretung der Intereſſen der Aſſiſtenzärzte in den ſtädtiſchen, chari⸗ tativen und konfeſſionellen Krankenanſtalten. Die mit der Inflation ſchwieriger werdenden wirtſchaftlichen Verhältniſſe machten die Umorganiſation in eine Gewerkſchaft notwendig, und dieſe Wandlung vollzog ſich im Jahre 1922. Um ſeine Wirkungs möglichkeit zu erhöhen, ſchloß ſich der Reichsver⸗ band angeſtellter Aerzte dem Verband der Aerzte Deutſchlands(Hartmannbund, und dem Deutſchen Ge⸗ werkſchaftsbund an, um gleichzeitig berufspolitiſche und ge⸗ werkſchaftliche Fragen vertreten zu können. Am Samstag und Sonntag hielt der Verband unter zahlreicher Beteiligung ſeiner Mitglieder in Mannheim die Feier ſeines 10. Gründungstages ab. Die Beratun⸗ gen begannen mit internen Verhandlungen im Palaſthotel, We denen ſich am Sonntag eine Feſtſitzung im Saale des Allgemeinen Krankenhäuſes anſchloß. Bei den Beſprechun⸗ gen wurde insbeſondere der Abſchluß von neuen Tariſver⸗ trägen, die ſoziale und finanzielle Hebung und Förderung das ganzen Standes der angeſtellten Aerzte und eine Reihe beiterer aktueller Berufsfragen eingehend behandelt. Um 4 Uhr nachmittags begann eine Auto⸗Rund⸗ fahrt durch Mannheim und Ludwigshafen, bei der ſich die Gäſte ſehr anerkennend über Mannheim, iusbeſondere aber über das impoſante Allgemeine Krankenhaus, aus⸗ ſprachen. Abends verſammelten ſich die Teilnehmer der Tagung zu einem Begrüßungsabend und Preſſeempfang im. des Palaſthotels. Unter den Anweſenden bemerk⸗ ten wir u. a. Prof. Kißling als Vertreter des Allgemeinen ban ſes, Dr. Mampel und Dr. Cahen als Ver⸗ treter der Badbiſchen Aerzteammer und der badiſchen ärzt⸗ lichen Landeszentrale, Dr. Clauß von der Geſellſchaft der Aerzte und Prof. 0 on vom Städtiſchen Krankenhaus in Ludwigshafen. Verbandsvorſitzende Dr. Viehweger⸗ Leipzig begrüßte die Erſchienenen, vor allem die Direktoren der ſtädtiſchen Krankenhäuſer von Mannheim und Ludwigs⸗ hafen und die Vertreter der badiſchen Aerztekammer. Eine beſondere Freude, ſo führte der Vorſitzende aus, ſei es für den Verband, auch die Vertreter der Preſſe begrüßen zu können. Die Preſſe ſei eine ehrliche Mitarbeiterin in der Vertretung und in der Verfechtung der Beſtrebungen, die auf eine ſoziale und finanzielle Beſſerſtellung der 5 D ſtellten Aerzte enzielen.(Lebhafter Beifall.) Der Syndikus des Verbandes Dr. rer. pol. J. Hadri ch Leipzig machte alsdann längere intereſſante Ausführungen über die 88 Aufgaben des Reichsverbandes angeſtellter Aerzte und führte u. a. folgendes aus: Der Verband hat zwei Auf⸗ gaben zu löſen, und zwar die Beſſerung der Anſtellungs⸗ bedingungen für die angeſtellten Aerzte und die Zulaſſung der noch nicht zur Kaſſenpraxis zugelaſſenen Aerzte. Im 8 en Falle handelt es ſich um 3500 Aerzte, darunter 1600, Jenſterſchmuck- und Am Sonutag vormitkag 11 Uhr erfolgte in Ggenar iner großen Anzahl intereſſierter Gäſte die Prämiierung für Balkon⸗ und Fenſterſchmuck durch einen kleinen Feſtakt auf der Mitgliedertribüne der Rennwieſe. Als Ver⸗ treter des Stadtrates wohnten der Feier bei Str. Schmitz und Verwaltungsdirektor Dr. Hofmann. Bürgermeiſter Büchner und Oberbaudirektor Zis ler hatten ſich infolge anderweitiger Verpflichtungen entſchuldigen laſſen. Der hohe Wert des Balkon⸗ und Fenſterſchmuckes liegt, wie wir ſchon wiederholt an dieſer Stelle ausgeführt haben, nicht allein in der Verſchönerung und freundlichen Geſtaltung des einzelnen , der Straßenzüge und des geſamten Stadtbildes, ſon⸗ dern ganz beſonders auch in dem wohltuenden und veredeln⸗ den Einfluß, den die Beſ schäftigung mit Blumen auf die Stim⸗ mung und Gemüt des Stadtmenſchen auszuüben vermag. Der Vorſitzende der Bezirksgruppe Mannheim vom Landesver⸗ and badiſcher Gartenbaubetriebe, 9 0 Gärtnereibeſitzer Jakob Klein begrüßte die Erſchienenen und dankte der Stadtverwaltung, die durch Unterſtützung der Beſtrebungen und Stiftung von Preiſen auch in dieſem Jahre die Balkonprämiierung ermög⸗ licht hat. Beſondere Anerkennung zollte der Reoͤner Verwal⸗ tungsdirektor Dr. Hofmann, der als früherer Vorſitzender des Städtiſchen Nachrichtenamtes die Durchführung der Bal⸗ konprämiierung mit Rat und Tat förderte. Im Namen der Arbeitskommiſſion für die Balkon⸗ und Fenſterſchmückung danke er aber insbeſondere Direktor Kirchberg, ferner den Preisrichtern und 15 ſtädtiſchen Gartenmeiſtern, ſowie dem Rennverein und deſſen Direktor Hohl für die Ueber⸗ laſſung der Rennwieſe zur Abhaltung der Feier, Die Pflege Er Balkone habe in dieſem Jahre infolge der langanhaltenden Trockenheit viel Liebe und Hingabe erfordert. Bei fleißiger . könne aber ein Erfolg 08 ausbleiben. Das beweiſe e heutige Preisverteilung. s Preisrichterkollegium habe ine ſchwere Arbeit gehabt. r Arbeitskommiſſion gereiche 5 zur Freude, wiederum 1500 prämitkerungswür⸗ di ige Balkone mit je einem Preiſe auszuzeichnen. Redner ppellierte am Schluß ſeiner Ausführungen an die Anweſen⸗ den, ſich auch in Zukunft der Blumen⸗ und Pflanzenpflege mit ſchem Erfolge zu widmen, da die Blumen und Pflanzen eredelnd auf Herz und Gemüt des Menſchen einwirken. Gartendirektor Kirchberg, im letzten Jahre bei der Prämiierungsfeier über die Be⸗ tung der Pflanzenblätter geſprochen hatte, hielt hierauf en kurzen belehrenden Vortrag über die Bedeutung. urzeln für die Pflanzen, der bei den Blumen⸗ Pflanzenliebhabern mit großer Aufmerkſamleit aufge⸗ n wurde. Wohl jedermann weiß, ſo betonte der ez daß ein Samenkorn in der Erde als erſtes die Wur⸗ ntwickelt, daß eine Pflanze, mit den Wurzeln aus der ſehr bald welkt und ſtirbt und daß Waſſer⸗ und en oberirdiſchen Teilen der Pflanze durch urzelſyſtem zugeführt wird. Tatſächlich kann eine ö Landpflane ohne Wurzeln ſich nicht entwickeln. In n Organen die Aufgabe zu, das recht be⸗ bed rfnis der. n zu 1 Die n Reithsberbandes angeſtellter 3 nehmer bei der Form dieſer die bereits am 30. Oktober 1923 approbiert waren. Bekannt⸗ lich wurden zu dieſem Zeitpunkt die Notverordnungen er⸗ laſſen,„die den numerus clausus bei der Kaſſenpraxis einführ⸗ ten. Der R eichsverband angeſtellter Aerzte fordert, daß für die, die zu dieſem Zeitpunkt ſtudierten oder ihr 9 8 voll⸗ endet hatten, Uebergangsbeſtimmungen mit dem Ziele ſchnellſter Zulaſſung zur Kaſſenpraxis gesch en werden. 5 Die Organiſation fordert weiter, daß überall die An⸗ ſt e[lungs bedingungen für die angeſtellten Aerzte in arifverträgen feſtzulegen ſind. Es iſt dem Reichs⸗ T verband angeſtellter Aerzte gelungen, eine ganze Anzahl ſol⸗ cher Tarifverträge mit ſtädtiſchen Krankenanſtalten bezw. ihren Arbeitgebervereinigungen abzuſchließen. Mit der Spitzenorganiſation der konfeſſionellen und charitativen Kran⸗ kenanſtalten, dem Reichsverband der privaten gemeinnützigen Kranken⸗ und Pflegeanſtalten Deutſchlands beſteht ein Ab⸗ komme„ das eine Schlichtungsſtelle und einen Muſtertarif vorſieht. Das Abkommen hat für ſämtliche konfeſſionelle Krankenanſtalten Gültigkeit. Die konfeſſionellen Kranken⸗ anſtalten haben alſo im weſentlichen ihren Widerſtand gegen den Tarifvertrag aufgegeben. Zahlreiche ſtädtiſche Kranken⸗ anſtalten ſtehen nach wie vor auf einem ablehnenden Stand⸗ punkt, obwohl den angeſtellten Akademikern das nicht verwei⸗ gert werden kann, was jedem Arbeiter mit Recht zugebilligt wird. Dieſes Recht beſteht in der Mitwirkung der Arbeit⸗ Geſtaltung der Arbeitsbedingungen, und die Mitwirkung iſt eben der Tarifvertrag. Der Reichsverband angeſtellter Aerzte wird nach wie vor beſtrebt ſein, Tarifverträge abzuſchließen, ſchon aus dem Grunde, weil in der Mitwirkung der Aſſiſtenzärzte bei der Geſtaltung der Anſtellungsverhältniſſe die beſte Gewähr für eine friedliche und erfolgreiche Arbeit im Dienſte der Kranken liegt.(Lebh. Beifall.) Gegen Mitternacht war die Veranſtaltung beendet. Am Sonntag vormittag 9 Uhr erfolgte zunächſt die Beſichtigung des Allgemeinen Kraukenhauſes, der um 10 Uhr im großen Konferenzſaal des Hauſes eine Feſtſitzung ſich anſchloß. Nach einer Begrüßungsanſprache des erſten Vorſitzenden des Reichsverbandes, der eine größere Zahl von Behördenvertretern und Delegierten befreundeter Körper⸗ ſchaften und Verbände willkommen heißen konnte, brachten dieſe dem Verband zu ſeinem 10. Stiftungsfeſte die Glück⸗ wünſche und Grüße ihrer Organiſationen dar. Im e punkt der Feier ſtand der Vortrag von Profeſſor Dr. Keß⸗ ler, Lehrer der ee e an der kene eib zig, über„Das Verhältnis zwiſchen Arzt und Arbeiter“. Arzt ſein heiße Mittler ſein zwiſchen 11 5 der und beſitzender Klaſſe. Der Arzt dürfe ſich ebenſowenig wie der Pfarrer der einen oder anderen Beyölkerungsſchicht völlig verſchreiben. Dazu ſei aber nötig, daß man ihn unab⸗ hängig mache von den dringendſten Erwerbsſorgen, daß man ihm die Mittel gebe, nur ſeinem Beruf leben zu können, ohne e werden zu müſſen. ch. Balkonprämiierung Eine weitere nicht minder wichtige Aufgabe 115 Wurzeln beſteht in der Befeſtigung der Pflanzen im Boden. Das Wurzelſyſtem muß den verſchiedenſten Einwirkungen, die zu einer Lockerung der Pflanze führen können, widerſtehen. Es verankert die Pflanze feſt mit dem Erdreich und verhin⸗ dert ihre Zerſtörung durch Wind, Sturm, Waſſerfluten und andere mechaniſche Gewalten. Sodann berichtete der Redner über die verſchtedenen Wurzelabarten und über die Verzwei⸗ gung des Wurzelſyſtems. Eine beſondere Art von Wurzeln beſitzt der jedermann bekannte Efeu. Es ſind ſogenannte Haftwurzeln, die ſich an den oberirdiſchen Sproſſen und zwar an der dem Lichte abgewandten Seite vorfinden. Wie alle lebenden Teile der Pflanzen, ſo atmen auch die Wurzeln. Wird ihnen dieſe lebensnotwendige Tätigkeit unterbunden, ſo gehen ſie zugrunde und mit ihnen die geſamte Pflanze. Zur Geſunderhaltung der in Käſten und Töpfen gezogenen Pflanzen iſt es daher erforder⸗ lich, daß das Erdreich nicht nur nährſtoffreich iſt, ſondern zwiſchen den Erdteilchen auch genügend Luft enthält. Wird die Erde dauernd zu naß gehalten, ſo füllt Waſſer, die Bodenporen aus, die Wurzelatmung wird verhindert und die Pflanze beginnt zu kränkeln. Im weiteren Verlauf bildet ſich Wurzelfäule, die durch den auftretenden üblen Geruch des Erdreichs erkenntlich iſt. Die Pflanze iſt dann in der Regel nicht mehr zu retten. Die meiſten Mißerfolge bei Zimmerpflanzen ſind auf Wurzelfäule zurückzuführen, die durch ungeeignete Gießpflege verurſacht wird. Nur der Blumen⸗ und Pflauzenfreund kann einen ſchönen Erfolg und eine volle Befriedigung in ſeiner Beſchäftigung mit der Pflanzenwelt erzielen, der mit Verſtänduis und Kenntnis der inneren Zuſammenhänge ſeine Liebhaberei betreibt. Zum Schluß ſeiner mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen wünſchte Redner allen Preisträgern viel Freude an den Preispflanzen und im nächſten Jahre wiederum einen ſchönen Erals hei der Ausſchmückung der Balkone am 25 en ſter. 8 Die Preisverteilung, die ſich an den Vortrag anſchloß, wurde dank dem. kommen des Rennvereins an fünf Ausgabeſtellen von fe 300 Preispflanzen vorgenommen. Infolgedeſſen konnte ſich die Preisverteilung auch glatt und reibungslos abwickeln. Von vielen Preisträgern wurde aber der Wuunſch geäußert, daß die Preispflanzen mit Nummern verſehen werden ſollen, eine Anregung, die wir der Arbeitskommiſſion für Balkonprämiie⸗ rung empfehlend überweiſen möchten. Die Preiſe beſtanden in gutkultivierten Phönix⸗ und Fächerplamen, Dracgenen, Edeltannen, Gummibäume, Aralien, Königsbegonien u. a. m. Insgeſamt gelangten 49 la, 404 erſte und 1047 zweite Preiſe zur Verteilung. Die hübſchen Prekspflanzen riefen viel Freude hervor. ch — * Lotterieerlaubuis in Baden. Dem Stadtrat Nürn⸗ 0 g wurde die Erlaubnis zum Losvertrieb in Baden er⸗ et 5 8 5 3. 5 * Wenn man den Kochtopf allein läßt... Bei einem ab⸗ weſenden Wohnungsinhaber in M 1,6 brannte geſtern nachmit⸗ tores ſtürzte. Der Verunglückte. in 8 e Krau⸗ Städtiſche Nachrichten Sind Stadt oder Landkinder geſünder? 8 Man ſollte meinen, daß Landkinder viel ſtärker und ge i ſünder ſind als die in der Stadt wohnenden. Daß aber die 5 8 Sache nicht ſo einfach liegt, beweiſt die eingehende Unter⸗ 1 ſuchung von Profeſſor Hecker, über die in der„Medizi⸗ f niſchen Welt“ berichtet wird. Es zeigt ſich ſeltſamerweiſe, 0 daß gut Senäheets Landkinder geringeres Gewicht und eine 5 geringere Länge haben als gleichaltrige Gymnaſiaſten der E Großſtadt aus wohlhabenden, Kreiſen, während bei den Volks⸗ f ſchulkindern Gewicht und Länge in Stadt und Land eher a übereinſtimmen. Auch iſt die Druckkraft der Hand und der 0 Umfang des Unterarms bei den Gymnaſiaſten größer; dann 3 erſt folgen Landſchul⸗ und Stadtvolksſchulkinder. Hier hängt 10 wohl die augenblicklich verfügbare Körperkraft von der Wir⸗. kung der Seele, dem Impuls, ab. a 5 Das ſtädtiſche Proletarierkind ſteht den 8 Landkin dern an Größe und Gewicht nicht nach, ch 55 aber infolge unrichtiger Ernährung, des Mangels an 9 Vitaminen, von Erholung und Schlaf, an Muskelkraft und 0 Brustumfang z zurück. Vorübergehender Landaufenthalt wirkt auf 8 4 8 Großg gde der ganz auffallend. Bei Kindern, die jedes Jahr 9 5 zwei Monate lang aufs Land geſchickt wurden, fand eine trep⸗ 1 a penförmige Entwicklung ſtatt, nur während dieſer Zeit er⸗ 9 5 folgte Wachstum⸗ und Gewichtszunahme, und während der Ferien wurde das„ eines ganzen Jahres geleiſtet. Die Sterblichkeitsverhältniſſe ſind ebenfalls ſehr verſchieden. An angeborener Lebensſchwäche ſterben in. der Stadt 9, auf dem Lande 14 Kinder auf 10 000 Einwohner, an Ernährungsſtörungen 18,3 gegen 24,5 Prozent der Säug⸗ bi linge, an Grippe ſterben ſogar 50 Prozent mehr Landkinder, N auch an Keuchhuſten erkranken mehr. Dagegen iſt die Zahl der 0 1 1 e Maſern⸗ und Diphtherieerkrankungen in der Stadt 1 de größer. Trotzdem ſterben auf dem Lande mehr Kinder an 1 de Diphtherie, was wohl auf geringeren ärztlichen Beiſtand zu⸗ A rückzuführen iſt, denn in der Stadt iſt die Zahl der ärztlich ja betreuten Kinder 5,5 mal ſo groß. Rachitis kommt zwar in. ſte der Stadt viel häufiger vor, aber nur mittlere und leichtere 1 in Fälle, die ſchwerſten findet man auf dem Land. Auch N. 3 B Beine und Plattfüße ſowie Stoffwechſelſtörungen ſind in der 4 1 10 Stadt häufiger. ö 8 1 S Die Stadt⸗ und Landkinder unterliegen ganz verſchie⸗. ar denen Umweltseinflüſſen. ö 15 Jene ſind bedroht von den Folgen des engen Lebensraums, 75 einem Mangel an Sonne und Luft, einem Mehr an Erkran⸗ 75 kungs möglichkeiten und ſchädlichen Reizen, ſie ſind aber durch ſch die größere Intelligenz und Kultur der Umgebung geſchützt. i Sie werden in den erſten Lebensjahren beſſer gepflegt, ſind in aber durch Rachitis und Tuberkuloſe mehr gefährdet. Doch 9 55 iſt die Körperentwicklung der Stadtkinder in einer Aufwärts⸗ 1 tie bewegung begriffen. In der Schule geht beim Stadtkind die. 72 Längenentwicklung ſtetig weiter, während das Breitenwachs⸗ 1 5 5 tum zurückbleibt, beim Landkind iſt es umgekehrt. So ent⸗ 1 55 ſteht in der Stadt ein mehr ſchmaler Typus, in den unteren 1 5 Klaſſen durch Unterernährung und ſchädliche Einflüſſe eine. Kümmerform. Gymnaſtik und Sport ſollen dazu beitragen, 4 die Ungleichmäßigkeiten des Wuchſes auszugleichen Es muß. ha das Ziel jeder Erziehungs⸗ und Bevölkerungspolitik ſein,—* re den Kindern he harmoniſche Körperformen zu erreſchen. gen * 1 all 5. 5 5 5 un * Freiwilliger Tod. Ein 57 Jahre alter verheirateter 1 Er Kaufmann hat ſich geſtern nachmittag während der Ab⸗ f wu weſenheit ſeiner. Angehörigen in ſeiner Wohnung in der i der Neckarſtadt erhängt. Wirtſchaftliche Sorgen dürften die 4 iſt Urſache der Tat ſein.— n 1 5 a * Blinder Feueralarm. Um 5,40 Uhr wurde am Sonntag abend der Feuermelder Ecke Karola⸗ und Werderſtraße durch ſei. einen unbekannten Menſchen in Tätigkeit geſetzt und die Be⸗ 2 rufsfeuerwehr alarmiert. 555 * Schwere Verbrennungen am Rücken und Geſäß 909 ich 15 das 2 Jahre alte Kind eines Taglöhners zu, das gestern* 5 in einem unbewachten Augenblick in der elterlichen Wohnung 3 ihr in einen mit heißem Waſſer gefüllten Zuber fiel. Das ö lebensgefährlich verletzte Kind wurde in das ſtädtiſche Kran⸗ 4 5 kenhaus verbracht. Un * Die alte Unſitte. Auf die Straßenbahn vor R 7 wollte 32 am Sonntag vormittag ein 27jähriger Mann aus Sandhofen 8 91 aufſpringen. Er kam zu Fall und ſtürzte ſo unglücklich, daß er 5 den rechten Oberarm brach und nach dem Allg. Kane 5 3 haus verbracht werden mußte. 1 Arn! * Zuſammenſtoß. Geſtern abend ſtießen Ecke Neikrraner⸗ Pe: und Friedrichſtraße ein 28 Jahre alter M otorradfahrer 16. und ein Perſonenkraftwagen zuſammen. Der Mo⸗ Doe torradfahrer und deſſen im Beiwagen ſitzende Ehefrau wur⸗ übe den hierbei auf die Straße geſchleudert, wobei ſich das Ehe⸗ paar Hautabſchürfungen und Verſtauchungen am Körper zu⸗ zogen. Ein in der Nähe befindlicher Arzt leiſtete die erſte Hilfe und verbrachte die Verletzten im Kraftwagen in ihre Wohnung. Es entſtand geringer Schaden. 8 * Eine Gehirnerſchütter rung zog ſich ein 24 Jahre alter Schloſſer zu, der geſtern beim Fußballſpiel auf dem Platz des Vereins 5 Raſenſpiele gegen einen Pfeiler des Spiel⸗ ö kenhaus verbracht. Eine erhebliche Kopfverletzung erlitt ein 33 Jahre alter Kutſcher, der in der Nacht zum Sonntag bei einem Wort⸗ wechſel mit einem Rentner mit einer Schaufel einen Schlag erhielt. Der Verletzte mußte ins e Krankenhaus verbracht werden. i . Meſſerſteche rei. Ein 26 Jahre alter Heizer wurde heute früh in der Jungbuſchſtraße von einem unbekannten Täter mit einem Meſſer dreimal in den Rücken geſtochen. Der Verletzte fand Aufnahme im ſtädtiſchen Krankenhaus. * Bedeutender Kaffeediebſtahl. In der Nacht zum Sams⸗ tag verſchwanden aus einer Lagerhalle im Rheinhafen zwei Säcke Kaffe, die je 65 Kg. enthielten. Die Säcke ſind 8 gezeichnet. Darunter ſteht ROB bew Holland⸗. urg. 5 aden Aus einem 1 1 in der Hochufer⸗ ſtraße wurden in der Nacht zum 10. Oktober 14 Tauben, darunter 3 Paar ſog. Deutſche Kröpfer, weiß und rot gefiedert, 1 Paar ſog. Elſterkröpfer, ebenfalls weiß und rot, 2 Paar Brieftauben, dunkelblau, 1 Paar ſog, Stare, schwarz mit wei⸗ ßem Hals, ferner 1 Dompfaff, 1 Fernglas, vermutlich Marke tag Fleiſch, das zum Kochen auf den Gasherd bet war, an und verbreitete Rauch und Geſtank. Die um 930 Uhr alarmierte Berufsfeuerwehr ſtellte das 1 ab. Wo war die 1 Zeiß, 1 getragene Strickjacke aus dunkelgrüner Wolle, 2 ältere Arbeitshoſen aus hellgrauem bezw. dunkelblauem Kamm. garnſtoff und ein Bund S Schlüſſel verſchiedener Größen für N e 2323 ö 3 Deontag, den 16. Ottober 10 * Speyer, 10. Okt. Geſtern vormittag trat im Hiſtoriſchen Muſeum das Dombaukapitel zu Beſprechungen zuſammen, in denen die Frage der Beſchaffung der großen Mittel zur Be⸗ ſeitigung der am Kaiſerdom aufgedeckten Schäden die Haupt⸗ rolle ſpielen dürfte. Daß es ſich bei dieſen Koſten um eine an⸗ ſehnliche ſiebenſtellige Summe handeln wird, muß man ſchon aus den Schadenfeſtſtellungen ſchließen, die dem Laien bei einer intereſſierten Beſichtigung möglich iſt, dann aber autch aus den umfangreichen Unterſuchungsarbeiten, die man in letzter Zeit um den Dom herum beobachtete. Das Landesbau⸗ amt Speyer iſt durch dieſe Unterſuchungen ſtark in Anuſpruch genommen geweſen. Die Arbeiten der im Auftrage des bayeri⸗ ſchen Kultusminiſteriums tätigen Sachverſtändigenkommiſſion wurden mit einer Gründlichkeit betrieben, die dem hohen geſchichtlichen Werte dieſes nationalen Denkmals gerecht wird. Auffallende Riſſe ſieht man an der Oſtſeite des Doms an den Umfaſfungen der Apſis, des Nordoſtturmes, des Lang⸗ chors und des Querſchiffes. Aber auch ſonſt ſind beträchtliche Riſſe zu finden, ſo an allen Seiten des Querſchiffes, am Lang⸗ chor und an den Oſttürmen. Der Kaiſerdom iſt feſt gegründet. Sein Fundament ſitzt auf ſcharfkörnigem rötlichem Sand, der o Aus dem Lande Tödlicher Unfall bei Neckarhauſen * Neckarhauſen, 14. Okt. Geſtern abend 6 Uhr er⸗ eignete ſich auf der Kreisſtraße Mannheim Heidelberg in der Nähe des Viadukts der Schnellbahn bei Neckarhauſen ein tödlicher Unglücksfall. Zwei Autos fuhren in der Nähe des Vidukts, als ein auf der Kreisſtraße daherfahrender Motorradfahrer mit Sozius die beiden Autos zu überholen verſuchte. Dabei rannte der Motorrad⸗ fahrer au ein Auto au. Die Wucht des Aupralles war derart ſtark, daß der Motorradfahrer, der 22 Jahre alte Diplom⸗ ingenieur Berthold Fey aus Pirmaſens, in einem großen Bogen über das Auto hinweggeſchleudert wurde und mit geſpaltenem Kopfe tot auf der Straße liegen blieb. Sein Sozinsfahrer, der Vor⸗ arbeiter Spies aus Heidelberg, blieb mit ſchweren Ver⸗ letzungen am Boden liegen. In einem der Autos ſaß ein Arzt aus Tudwishafen a. Rh. Auch im zweiten Auto ſoll ſich unter den Inſaſſen ein Arzt befunden haben. Das von dem Motorradfahrer angerannte Auto wurde ſtark be⸗ ſchädigt und mußte abgeſchleppt werden. Das Motorrad iſt gänzlich zertrümmert. Der Tote wurde nach der Leichenhalle in Neckarhauſen verbracht, während der Schwervgzrletzte Spies in dem einen heil gebliebenen Auto nach Heidelberg trauspor⸗ tiert werden mußte. Sowohl Diplomingenieur Fey, als auch der Vorarbeiter Spies waren in dem Sägewerk von Schmieder in Heidelberg beſchäftigt. 1 3 N Ilvesheim, 13. Okt. Die ev igeliſche Kirchengemeinde hat in den letzten Tagen einen Baſar zugunſten ihres Ge⸗ meindehauſes veranſtaltet, das im vergangenen Winter ein⸗ geweiht worden iſt. Die Beteiligung war groß, und zwar aus allen politiſchen und ſozialen Schichten der Bevölkerung. Auch unſere katholiſchen Gemeindeglieder hatten ſich gut beteiligt. Erfreulich waren die zahlreichen Stiftungen, die dabei gemacht wurden. Unſerer wirtſchaftlich ſchwachen Gemeinde, die unter der Schuldenlaſt ihres neu erbauten Gemeindehauſes leidet, iſt der finanzielle Erfolg des Baſars(brutto 8000./ů) ſehr zu gönnen. i. a » Walldorf bei Wiesloch, 11. Okt. Als am Sonntag das ſeit Jahren gelähmte, in der Kreispflegeanſtalt unter- gebrachte Fräulein Gretchen Kraus von ihrem Leiden durch den Tod erlöſt wurde, lag in Walldorf deren Schweſter Frau Berta Janſon geb. Kraus im Sterben und iſt am Montag ihrer Schweſter im Tode nachgefolgt. f e Möuchzell(A. Heidelberg), 12. Okt.(Auch eine Statiſtik.) Unſer Ort zählt im Verhältnis zur Einwohnerzahl(548) eine ſtattliche Anzahl alter Leute von über 70 Jah ren. Im Ganzen beläuft ſich die Zahl auf 26 und zwar merkwür⸗ bdigerweiſe 13 männliche und 13 weibliche Perſonen. Die Zahl 26 verteilt ſich auf folgende Zeitabſchnitte; von 70—75 Jahren 10 männliche und 8 weibliche, von 76—80 Jahren 2 männliche und 3 weibliche, über 80 Jahren 1 männliche und 2 weibliche Perſonen. Als älteſter Bürger kommt Georg Dörr, der am 16. Oktober ſeinen 80. Geburtstag vollendet, in Betracht. Die älteſte weibliche Perſon iſt Suſanna Bernauer von über 84 Jahren, * Konſtanz, 11. Okt. Eine Art Schuh mache rrevolte iſt zurzeit hier ausgebrochen. ils vor kurzem eine Schuh⸗ inſtandſetzungsfabrik„Rima“, die in pielen andern Städten Hiederlaſſungen hat, ſich auch in hieſiger Stadt etablierte und billige Reparaturen des Schuhwerks den Einwohnern an⸗ pries, machte die Schuhmacherinnung, die ihre Monopol. ſtellung gefährdet hielt, Front dagegen und bezeichnete in öffentlicher Erklärung jenes Inſerat als martſchreieriſche Reklame und Bauernfängerei. Uatürlich ließ die neue Firma als Baugrund geeignet erſcheint. Von kleinen Riſſen abge⸗ verurteilte den 28jährigen Buchbinder Johann Kittler aus von der Strafkammer des Landgerichts Freiburg, trotzdem Neue Mannheimer Zeilung(Abend⸗Ausgabe! 7 5 Millionenſchäden am gaiſerdom zu Speyer ſehen, zeigen die Weſttürme ſtarke Verwitterungserſcheinun⸗ gen an den Turmhelmen. Dieſe Verwitterungserſcheinungen ſind wohl dadurch mit hervorgerufen, daß durch die unver⸗ ſchließbaren Turmöffnungen Wind und Wetter Zugang haben. Bei Feuersgefahr erſcheint der Dom ungenügend ge⸗ ſichert, ſodaß die Anbringung vermehrter Steigleitern und verſchiedener feuerſicherer Türen erforderlich werden dürfte, nach Sachverſtändigezr Gutachten auch die Anlage einer Waſſerleitung rings um den Dom und die Bereitſchaft einer größeren Anzahl Hydranten. An den Wind und Wetter am leichteſten zugänglichen Stellen, in der Bedachung iſt erheb⸗ licher Schaden feſtzuſtellen. Viele hunderte von Quadrat⸗ metern müſſen neu oder umgedeckt werden; vieles vorhan⸗ dene Berechnungsmaterial iſt nicht mehr verwendbar. Durch die Schäden in der Bedachung iſt vielfach Schnee und Regen⸗ waſſer in das Mauerwerk gedrungen und hat manche Locke⸗ rung verurſacht. Der Dachſuß iſt teilweiſe morſch. An den Reparaturen wird auch der Steinhauer beteiligt ſein, denn wenn auch die Sandſteinquadern der Faſſade allgemein gut imſtande ſind, ſo haben doch die Quadern an manchen Stellen durch die früheren Brände oder Verwitterung gelit⸗ ten und ſind brüchig geworden.- Innung Konkurrenzneid und berleumdung vorwarf aufnahmeverfahren zu Ungunſten Kittlers, das nun vor der Strafkammer zur Verhandlung kam. dann das oben angegebene Urteil. Offenburg, das am 4. Oktober von 49 Uhr bis gegen 8 Uhr abend mit einer kurzen Mittagspauſe in Lahr tagte, 1 wurde gegen eine mehrköpfige Einbrecherbande ver⸗ a. handelt, die vom Januar bis April ds. Is. eine ganze Reihe 5 von Einbrüchen und Diebſtählen in Lahr ſelbſt und in ſeiner Nachbarſchaft Schreibmaſchinen und zahlreiche andere Gegenſtände erbeu⸗ teten. auf der Station Ringlingen entwendeten ſie Tabak, Damaſt, Leine und manches andere, merten ſie Schaufenſter, um zu den Waren zu gelangen, die ſie in Hornberg und Karlsruhe abſetzten. treffenden Kaufleute hatten ſich wegen Hehlerei zu verant⸗ worten. Frauen, angeklagt. Der Haupttäter, der 31jährige Maurer, aus Altenheim, der bereits achtmal vorbeſtraft iſt, erhielt fünf Jahre Zuchthaus, drei Jahre Ehrverluſt und Stellung unter Polizeiaufſicht wegen Fällen, Jahre Gefängnis, ein gewiſſer Paul Maurer 10 Monate Ge⸗ ſängnis, die Wwe. Schüller aus Hornberg wegen Hehleret ſechs Monate Gefängnis. freigeſprochen. Die Strafkammer fällte Beſtrafte Einbrecherbande„ In einer außerordentlichen Sitzung des Schöffengerichts verübt hatten und bei denen ſie Fahrräder, Aus einem von ihnen erbrochenen Güterwagen 5 2 2 2 1 1 In mehreren Fällen zertrüm⸗ Die be⸗ Im ganzen waren neun Perſonen, darunter zwei Rückfalldiebſtahls in 12 Baumann erhielt drei der Siebmacher Johannes Die übrigen Angeklagten wurden und mit gerichtlicher Verfolgung drohte. So folgte Erklärung auf Erklärung. Da nun die Innung ihre Preiſe auch redu⸗ ziert hat, ſo iſt der lachende Dritte bei dieſem Streit das Publikum, das dadurch billiger als bisher ſeine Schuhe beſohlt bekommt. i 8 5 a Berlin(Welle 419), Imeibrücken, 12. Okt. Die geſtern hier im Schwarz. bach aufgefundene unbekannte Leiche konnte inzwiſchen feſtgeſtellt werden. Es handelt ſich um die 25 Jahre alte Dienſtmagd Emilie lum aus Hornbach, die ſeit etwa acht Tagen in Zweibrücken in Stellung war. Was das junge Mäd⸗ chen in den Jod getrieben hat, iſt noch unbekannt.— Der Biſchof der Diözeſe Speyer, Dr. Tudwig Sebaſtian, trifft am heutigen Samstag hier ein, um morgen im Gefängnis mit den katholiſchen Inſaſſen die Papſtfeier zu begehen. Unter Aſſiſtenz hieſiger Ceiſtlicher wird der Biſchof ein Pontifikal⸗ amt in der Knſtaltskirche abhalten und auch die Feſtpredigt übernehmen.— Der Präſident des Oberlandesgerichtes der Pfalz hat, wie die übrigen bayeriſchen Oberlandesgerichts⸗ präſidenten, in einem Erlaß den Juſtizbeamten ſeines Bezirks verboten, für Zeitungen Gerichtsberichte zu ver⸗ faſſen. Dieſes Vorgehen fügt ſich in die Reihe der Maßnahmen ein, die bezwecken wollen, daß Beamte berufstätige Jour- naliſten durch Mitarbeit an der Cagespreſſe ſchädigen.— Wie angekündigt, verließ am Freitag abend der erſte Sonder- zug mit Angehörigen der Garniſon die Stadt Zweibrücken. Der Jug beſtand aus 35 Wagen und beförderte rund 250 Offiziere und Mannſchaften, ferner Pferde, Maſchinengewehre und Bagage aller Art. Schon ſeit zwei Tagen waren die mit Hunderten von Gepäckſtücken hoch bepackten Militärfahrzeuge zu ſehen, die ihre Ladungen an den unweit des Bahnhofs As den Nundfunk-Programmen Breslau(Welle 325) 19.05 U Langenberg(Welle 472,4) 20.05 Uhr: Abendmuſik, 21 Uhr: Leipzig(Welle 259,3) 19.30 Uhr: Unterhaltungskonzert, 20.45 München Stuttgart(Welle 369,1) 12 Uhr: Schallplattenkonzert, 16.15 Uhr: Be Budapeſt(Welle 550,5) 20 Uhr: Daventry(Welle 472,2) 20 uhr: Konzert leichter Muſik, Daven try(Welle 13544) 20.4 zuhr: Konzert, 23.15 Uhr: Mailand(Welle 500,8) 20.31 Ihr: Abendkonzert. 1 Paris(Welle 1725) 21.98 Uhr: Herz und Hand, rag(Welle 4802) 20 uhr; Konzert, 21 Uhr 5 5 Rom(Welle 444,2) 21 Uhrt Konzert italieniſcher Muſik und Sendeſv. Wien(Welle 517) 20 Uhr: Konzertabend, 21.30 Uhr: Wiener Sturm⸗ f Z e Velle 20 Uhr: unterhaltungsabend. Dienstag, 15. Oktober 5 Deutſche Sender. Königs wuſterhauſen(Welle 169, 20.15 Uhr: Aus dem Ufa⸗Palaſt am Zov: Die Frau im nes 20.50 Uhr: Kammermuſik. 20,30 Uhr: Alt⸗England, 21.82 Bach. Plattdeutſcher Humor, 21.30 Uhr: Kammermuſik, anſchl. (Welle 532,0), Kalſerslautern[Welle 85 12.30 Uhr: Schallplatten, 16.30 Uhr: Nachmittagskonzert, 19 Uhr: Militärkonzert, 20.30 Uhr: Aus der Tonhalle München: Konzert der Vereinigung für zeitgenöſſiſche Muſik, München.. Ta Von Frankfurt: Konzert, 20 Uhr: Aus dem Konzertſgal der Lie⸗ derhalle Stuttgart: Kommermuſik⸗Abend, 21.15 Uhr: Bunter Abend, 22.30 Uhr: Aus dem Palaſt⸗Holel„Mannheimer Hof“ in Mannheim: Tanzmuſik. i 5 ü Ausländiſche Sender en(Welle 409), 20.90 Uhr: Von Laufanne: Negerlieder Negros ſpiritnais, 21.20 Ihr: Leichte Koſt.„ Konzert, 20.45 Uhr: Leichte Muſik, 21 Uhr: Neue Liebeslieder von Brahms, au⸗ 1 ue anſchließend Schallplatten. Klavierkonzert, 23.15 Uhr: ſchließend Engl. Lieder. Studen⸗ tenlieder, 23.90 Uhr: Tanzmuſik. a Oper, 23.15 Uhr: Tanzmuſtk. 5 21. Uhr: Kammermuſik. tage vor 400 Jahren. ſtehenden Zug heranbrachten. Geſtern nachmittag wurden Ma⸗ ſchinengewehre ſogar im Galopp angefahren. Die Perladung erfolgte zum Teil in ſtrömendem Regen. Alle abtransportier⸗ ten Mannſchaften waren neu eingekleidet. Der abgefahrene Jeil umfaßt etwa ein drittel des hier liegenden J56. Inf. Regiments. Die Bevölkerung nahm von der Abfahrt keine Notiz.. 5 2 N — 5 5 2 K. 2 Gerichtszeitung Zwei Jahre Zuchthaus für einen Räuber Die Strafkammer des Landgerichts Freiburg i. Br. Freiburg wegen Diebſtahls i. R. zu zwei Jahren Zuchthaus. Kittler hatte am 15. Oktober v. Js. den 71jährigen Bäcker Alb. Müller aus Neuſtadt und ſeine zwei Jahre ältere Ehefrau in der Reichsbanknebenſtelle Freiburg i. Br. um den Erlös von 1500 Mark altes Silbergeld geprellt. Er war dann am 12. Dezember 1928 vom Schöffengericht und am 5. April 29 die Betrogenen in ihm den Täter wiedererkannten, freige⸗ ſprochen worden, weil ſeine Geliebte, eine Frau Speyer, der Wahrheit zuwider geſchworen hatte, ex ſei zur Zeit des Rau⸗ Warum Paladin 20? Weil die Empfänger für Sie iſt. Schirmgitternetzgerät bei ung an. ber Baoſſchen Landestweikerwarre Kactsube gelegene Hochdruckgebiet iſt auf das Feſtland übergetreten und hat in Frankreich und Süddeutſchland durchgreifende Beſſo⸗ 5 rung des Wetters gebracht. Winden noch veränderliches Wetter. kontinentalen Hochdruckgebietes werden wir in unſerem Ge⸗ 1 das heitere Herbſtwetter vorausſichtlich einige Tage be⸗ halten. N 5 5 5 des heiteren, trockenen und tagsüber milden Freie Hochlagen Niederungen. Marktplatz 6 2, 6— felephon 28547„ s der richtige, zuverläſſige Hören Sie ſich dieſes erſtklaſſige 8 Eine einzige Vorführung jagt Ihnen alles. e Wie wird das Welter? Wetter⸗Nachrichten„ Fadio-Speziafhaus Gebr. Hettergott 5. Das ſeit mehreren Tagen vor der europäiſchen Weſtkütſte Norbdeutſchland hat bei weſtlichen Unter dem Einfluſſe des Wetterausſichten für Dienstag 15. Oktober: Fortdauer en g g Herbſtwetter leichter Nachtfroſt. Lokaler Frühnebel ö bes bei ihr geweſen. Als Kittler dann aus dem Gefängnis Schluß des rebakfionelleu Tells entlaſſen wurde, hatte ſich die Frau Speyer wieder mit ihrem Mann ausgeſöhnt und gab erſterem den Laufpaß. Darüber hatte ſich Kittler derart aufgeregt, daß er zur Kriminal⸗ polizei ging und den wahren Sachverhalt auf deckte. Darauf⸗ hin wurde der Speyer der Prozeß wegen Meineids ge⸗ macht und ſie dieſerhalb zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, während Kittler von der Anklage der Anſtiftung zum Mein⸗ eid freigeſprochen wurde. Sobald dieſes Meineidsurteil Rechts⸗ kraft erlangte, beantragte die Staatsanwaltſchaft das Wieder⸗ i anerkannt und von vi Geſchäftiche Miſtellngen von über 5000 es an einer Gegenerklärung auch nicht fehlen, in der ſie der F 8 Em! E 6, 2 Preis Mk. 20- ausgabe 1929 * preis Mx. 20. 5. 5 7 5 a 5 Verlag Druckerei Dr. Haas Men 2 . bernsptecker 24931 1 Ne 2 eud⸗Ausgabef 2 8 Montag, den 14. Oktober 1929 and ſchlügt Däne Die deutſche Mannſchaft ſiegt mit:1 3000 Zuſchauer im Banne hervorragender Kämpfe Nun hat auch Ludwigshafen den mit Spannung erwarteten be⸗ deutungsvollen Tag des Länderringkampfes hinter ſich und ein wei⸗ terer ſchöner Erfolg reiht ſich würdig an die großen Errungenſchaften des deutſchen Kraftſports bei den olympiſchen Spielen in Amſterdam. Es will wirklich ſchon viel heißen, Dänemark, eine Nation, die im Ringen einen großen Namen hat, in ſolch überzeugender Weiſe und in einer derartigen Höhe abzufertigen, wie es die deutſche Vertretung am Sonntag in der Feſthalle des Ebertparkes tat. Noch nie hat Lud⸗ wigshafen bei Ringkämpfen dieſe Zuſchauermenge auf die Beine ge⸗ Hracht, wie der Länderkampf gegen Dänemark, und es iſt nicht zu viel geſagt, wenn die alten Pionſere vom Fach der Meinung Ausdruck geben, der Ludwigshafener Ringſport habe ſeinen großen Tag erlebt. Der Deutſche Athletik⸗Sport⸗Verband hat die Vergebung dieſer Ver⸗ anſtaltung an den Stemm⸗ und Ringklub Ludwigshafen ſicher nicht zu bereuen brauchen; ſie war in vorbildlicher Weiſe propagiert und auf⸗ gezogen, ſodaß der Erfolg auch nicht ausbleiben konnte. Zwei Länderkämpfe, den erſten 1926 und den dritten 1928 in Kopenhagen, konnte Dänemark mit 43 bezw. 572 für ſich entſcheiden, während Deutſchland die zweite Begegnung 1927 in Oberſtein und nunmehr die vierte in Ludwigshafen jeweils mit dem hohen Reſultat non 61 gewann. Qualitativ ſchneidet Deutſchland beſſer ab, wenn man die Ergebniſſe gegenüberſtellt und ferner berückſichtigt, daß von den deutſchen Mannſchaften die meiſten Schulterſiege erzielt wurden. Dem Länderkampf ging am Samstag im Bahnhofsſaal in Lud⸗ wigshafen ein Empfangsabend voraus, der die Prominenten der Stadt, ſowie die Vertreter der Verbände und auch die beiden Mann⸗ ſchaften im Austauſch heryzlicher Begrüßungen beiſammen ſah. Schon um 4 Uhr am Sonntag nachmittag ſetzte eine Maſſenwan⸗ derung nach der Feſthalle im Ebertpark ein und eine Stunde ſpäter war die mit däniſchen, deutſchen und bayeriſchen Fahnen reich ge⸗ ſchmückte Halle von über 5000 Zuſchauern beſetzt. Die von rechts und links aufmarſchierenden Mannſchaften— die Schwergewichtler trugen die Fahnen ihrer Nation voran— wurden ſtürmiſch begrüßt. Vor⸗ ſitzender Handwerker vom Stemm⸗ und Ringklub Ludwigshafen be⸗ grüßte die Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, den Vorſitzenden Kampmann⸗Kaſſel und Reichsſportwart Brunner⸗Wein⸗ garten vom Deutſchen Athletik⸗Sport⸗Verband, den Vorſitzenden Wag⸗ nex vom Ortsverband für Leibesübungen Ludwigshafen, den Vor⸗ ſitzenden A. R. Nielſen⸗Kopenhagen von der Dausk Athl. Union, die däniſche und deutſche Mannſchaft. Er dankte allen Erſchienenen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ſie alle angenehme Erinnerungen mit nach Hauſe nehmen möchten. Herr Wagner übermittelte den Will⸗ kommengruß der Stadt, die den Beſchluß des D. A. S.., dies wich⸗ tige Sportereignis eines Länderringkampfes in Ludwigshafen durch⸗ zuführen, mit großer Freude begrüßt habe. Er wünſchte der Ver⸗ anſtaltung einen guten Verlauf mit dem Ausgang, daß alle von aus⸗ wärts Erſchienenen die beſten Eindrücke von Ludwigshafen mit in ihre Heimat bringen möchten. Verbandsvorſitzender Kampmann dankte dem St. u. R. Kl. Ludwigshafen für die muſtergültige Vor⸗ hereitung und den däniſchen Sportfreunden, daß ſie der Einladung zu dieſem Länderkampf gefolgt ſind. Er begrüßte ſowohl die Dänen, als auch die Anweſenden, zu deren Ehre die deutſche Mannſchaft den Sportruf ausbrachte. A. R. Nielſen, Vorſitzender der Dansk Athl. Union gab unter geſpannter Aufmerkſamkeit in gebrochenem Deutſch ſeine Freude kund über die herzliche Aufnahme, die er und ſeine Mannſchaft gefunden habe. Er würdigte den Ringſport und ſeine wertvollen Eigenſchaften mit großem Verſtändnis und nachdem auch der däniſche Sportruf erklungen war, erklang die däniſche National⸗ Hhumne. Die Fahnen der beiden Nationen hatten ſich geſenkt und die Zuſchauer waren von ihren Sitzen aufgeſtanden; es war ein fefer⸗ cher Akt. Die Kämpfe auf der Matte Die Gegner der einzelnen Gepwichtsklaſſen wurden vorgeſtellt und nachdem auch die Kampfrichter mit dem unparteiiſchen Obmann Menſik⸗Prag bekanntgegeben waren, betraten im Bautamgewicht Brendel⸗Nürnberg und Nielſen⸗Kopenhagen als erſtes Paar die Matte. Der Däne ſetzt bald einen Hüftſchwung an, der von Brendel abgefangen wird und den Dänen in der Brücke ſieht. Schon glaubt man die Niederlage des Dänen beſiegelt, als er ſich aus der heiklen Situation zu retten vermag und den Kampf im Stande weiter führen kann. Beim zweiten Hüftſchwungverſuch von Nielſen iſt der Deutſche ſchnell bei der Hand und wirft Nielſen im Untergriff von vornen auf beide Schultern. Sieger Brendel in 8,05 Minuten. Federgewicht: Meier⸗Dortmund— Schack⸗Aarhus. Beide liefern einen fineſſenreichen Kampf, wobet ſowohl im Stand, als auch am Bo⸗ den Hervorragendes gezeigt wird. Man erkennt, daß beide Ringer nicht nur jede Kampfphaſe beherrſchen, ſondern auch über gute Technik verfügen. Zwei ſeitliche Untergriffe Meiers mißglücken, da Schack Handbol! Handball⸗Berbands piele Kreis Unterbaben Auch ber Sonntag brachte wieder Ueberraſchungen. In der Abteilung 1 ließ ſich der Tabellenführer von 08 Ludwigshafen zwei wertvolle Punkte entreißen und damit auch die Führung in der Tabelle. Phönix gab den Neuoſtheimern nach ſehr ſchönem Spiele mit 42 das Nachſehen und teilt ſich gleichzeitig mit MTS in die Füh⸗ rung, da beide gleiche Punktzahl beſitzen. Erſt der kommende Sonntag Hringtͤlärung, da ſich beide Mannſchaften gegenüberſtehen. Mr. kam zu einem glücklichen Sieg über den Fußballverein Frankenthal mit :2,— In der anderen Abteilung hält VfR. durch einen Sieg über die RSV.⸗Mannſchaft mit, 41, weiter die Spitze. Waldhof holte ſich die erſten Punkte, indem es Neulußheim mit 512 abfertigte. MTG.— Fußballverein Frankenthal 312 Wie zu erwarten war, lieferten ſich beide Vereine vom Anfang bis zum Schluß ein ſehr abwechflungsreiches Spiel, das MTG. mit Glück für ſich entſcheiden konnte. Der Sieger könnte ebenſo gut Frankenthal heißen. MT, zeigte die beſſere Spielweiſe eine ganze Zeit wurde nur in der Frankenthäler Hälfte geſpielt aber im Tore von Frankenthal ſtand ein erſtklaſſiger Hüter, der ſich in der erſten Hälfte nicht ſchlagen ließ. Die Verteidigung konnte ebenſo gefallen, wie die Läuferreihe. Der Sturm ſpielte in der erſten Hälfte taktiſch falſch. Warum wurden die ſehr ſchnellen Außenleute nicht bedient? Dadurch wäre das Spiel auseinandergezogen worden und die Deckung der Frankenthäler wäre erſchwert worden. Wäre es Überhaupt nicht angebracht bei dem begrenzten Spielraum nur mit 4 Stürmern zu ſpielen? Neumann und Treiber waren die beſten, letzterer erzielte alle 3 Tore durch Bombenwürfe. Frankenthal hat ſeine Hauptſtütze im Torwart, der ganz unglaubliche Sachen hielt. Auch die Verteidi⸗ gung war fehr gut, des öfteren aber zu hart. Läuferreihe eifrig. Der in iſt nicht entſchloſſen genug, es wir) zuviel Einzelſpiel ge⸗ trieben, was ſa auch durch 2 Tyre, die nur durch Freiwürfe erzielt wurde, zum Ausdruck kommt. Ein weiterer großer Fehler iſt das dauernde„Zurufen“ dadurch hat der Gegner immer wieder Gelegen⸗ heit die Gefahr zu beſeltigen. Der Schiedsrichter Vogel, Saar 95 Sgarbrücken war viel zu nachſichtig. 2. Mannſchaften MTG.— Fran⸗ kenthat 11:1 2. Igd.⸗Mannſchaft MT.— Frankenthal 120 1. Igd.⸗ Maunſchaft MiG.— Spielvereinigung 07 1024; 3. Mannſchaft MTG. — Poſt⸗ Sportverein:6. geſchickt pariert. Der Däne kann aber nicht verhindern, daß er von dem Deutſchen in die Bodenlage gezwungen, ausgehoben und durch Ueberwurf nach hinten in 8,34 Minuten beſiegt wird. Leichtgewicht: Sperling⸗Dortmund— Olſen⸗Kopenhagen. Sper⸗ ling hat ſeinen Gegner bald zu Boden und verſucht dieſen auszuheben. Olſen vereitelt dieſen Verſuch, wie alle weiteren Angriffe des Deut⸗ ſchen. Auch zwei Ueberwürfe Sperlings bringen Olſen nicht zu Fall. Darauf wird Olſen durch Nackenhebel des Deutſchen in die Brücke ge⸗ bracht, aber Olſen entwindet ſich, obgleich ſeine Niederlage unvermeid⸗ lich ſchien. Sperling greift weiter wuchtig an, um ſeinen Gegner ent⸗ ſcheidend zu beſiegen, aber er hatte kein Glück. Ein verkehrter Hüft⸗ ſchwung des Deutſchen nach der 10. Minute blieb ebenſo erfolglos. Olſen konnte ſich mit Ausnahme zweier Schulterſchwünge, die von Sperling leicht abgewehrt wurden, nur verteidigen. Sperling ſiegte hoch nach Punkten nach der vollen Ringzeit von 20 Minuten. Weltergewicht: Földeak⸗ Hamburg— Voſylius⸗Aalberg. Hier gab es beſonders ſchöne Kampfbilder zu ſehen, da beide Ringer ſehr be⸗ weglich und ſchnell ſind. Földeak greift ſehr berechnet an, zwet Hüft⸗ ſchwünge von ihm landen außerhalb der Matte. Nach 10 Minuten Ringzeit verlangt Földeak, der bis dahin nach Punkten vorlag, daß der Kampf am Boden weitergeführt wird. Dem wurde ohne weiteres ſtattgegeben, da ein ſolches Verlangen des führenden Kämpfers nach den internationalen Beſtimmungen berechtigt iſt. Durch Losentſcheid mußte der Deutſche zuerſt in die Bodenlage, wo aber der Däne nichts ausrichten kann. Nach dem Wechſel erzielt Földeak mit Armſchlüſſel⸗ griff und Halbnelſon in der Geſamtzeit pon 15,30 Minuten einen vielbejubelten Schulterſieg. 5 Mittelgewicht: Bräun⸗Oberſtein— Jakobſen⸗Kopenhagen. Beide zeigen wieder einen techniſch hochſtehenden Kampf in vollendetſter Form. Aufreißer, Schulterſchwünge, Armzüge, Doppelbrücken wech⸗ ſelten in bunter Reihenfolge. Keiner der beiden geht auch nur ein⸗ mal vom Gegner, ſondern jeder bleibt am Mann. Durch einen von Jakobſen abgefangenen Schulterſchwung komnkt Bräun zu Boden und durch Armzug zwingt er ſeinen Gegner in die Brücke, dieſer über⸗ ſchlägt ſich und bringt Bräun in die Brücke, Bräun zieht nach und beide ſtehen bet gefeſſelten Armen in der Doppelbrücke. Beim Heraus⸗ drehen kommt Bräun auf die eine Schulter zu liegen und Jakobſen hält ihn feſt, ſodaß die Niederlage des Deutſchen nicht mehr zu ver⸗ meiden war. Jakobſen ſiegte in 5,20 Minuten. Dies war der ſchönſte Kampf des Abends. Toſender Beifall wurde dem Sieger, wie Unter⸗ legenen zuteil. Halbſchwergewicht: Müller⸗Bad⸗Kreuzuiach— Paul Hanſen⸗Aar⸗ hus. In großem Tempo legte Müller los, denn er wollte den ent⸗ ſcheidenden Sieg erſtreben. Der in der Verteidigung verharrende Hanſen hatte gar bald das hervorragende Können ſeines Gegners er⸗ kannt. Trotzdem gelingt dem Dänen ein Untergriff, der dem Deut⸗ ſchen zum Verhängnis hätte werden können, wenn er ſich dabei nicht mit ialler Wucht gewehrt hätte, Aber ſchon hat Müller den Dänen am Boden und beſiegt ihn mit Armſchlüſſelgriff und Halbnelſon in .25 Minuten. 5 Schwergewicht: Gehring⸗Ludwigshafen— Einar Hanſen⸗Kopen⸗ hagen. Zweimal ſetzt Hanſen Hüftſchwung an, aber Gehring läßt vielleicht mit Abſicht— die Chancen aus. Der Däne unternimmt nichts, er weicht jedem Angriff ſeines Gegners aus, um nicht ſo ſchnell unter die Räder zu kommen. Als ihn aber Gehring zu faſſen bekam, da gab es kein Entrinenn mehr. Mit unwiderſtehlichem Ueber⸗ wurf nach hinten warf Gehring den Dänen in 532 Minuten auf die Schultern. Der Sieg des Ludwigshafeners löſte den ſtärkſten Beifall des Abends aus. 5 Damit hatte der Länderkampf Deutſchland— Dänemark ſportlich ſein Ende gefunden. Die Mannſchaften nahmen noch einmal auf dem Podium Aufſtellung, das Geſamtreſultat wurde verkündet, unter den Klängen der Muſik und Beiſallskundgebungen marſchierten die Mannſchaften ab und langſam leerte ſich die Halle, wo ebeuſo fatre wie ſportlich hervorragende Kämpfe gewaltet haben. In der Pauſe zeigten die deutſchen Meiſter und Rekordleute Reinfrank(Mittelgewicht) und Mühlberger(Federgewicht) vom Vf. 86 Mannheim, ſowie der Schwergewichtler Volz⸗Cannſtatt einige Proben ihrer glänzenden Leiſtungen. Reinfrank brachte im beidarmigen Reißen 190 Pfund und im Stoßen 255 Pfund zur Hoch⸗ ſtrecke, Mühlberger brachte es im einarmigen Reißen auf 150, im einarmigen Stoßen auf 190 und im beidarmigen Stoßen ſogar auf 250 Pfund, während Volz im einarmigen Reißen 170, im beidarmi⸗ gen Reißen 210 und im beidarmigen Stoßen 270 Pfund erreichte. Erwähnt zu werden verdient noch die Gipfelturner⸗Reckriege der Turnvereine des Ortsverbandes für Leibesübungen Ludwigshafen, die mit ihren vortrefflichen turneriſchen Darbietungen zur Ver⸗ ſchönerung der Veranſtaltung weſentlich beitrug. N. Phönig Maunheim— Spielvereinigung 97:2. Bereits am Sonntag vormittag ſtanden ſich die Mannſchaften gegenüber, lieferten ſich vom Anfang an ein jederzeit faires Spiel. Bei Phönix ſah man wieder Roederer und Grundhöfer, die zweifel⸗ los eine Verſtärkung bedeuten. Dankl im Tore wie immer zuver⸗ läſſig. Ein ſchwer zu nehmendes Hindernis iſt die Verteidigung. Die Läuferreihe hat in Benzler den beſten Mann. Der Sturm war ſehr gefährlich, nur ließ das Verſtändnis manchmal zu wünſchen übrig. Die Neuoſtheimer waren gut in Schwung, aber viel zuviel Pech im Werfen brachte ſie um manchen Erfolg. Den Chancen entſprechend hätte das Reſultat in ber Pauſe ebenſo 3g ſtatt:1 heißen können. Weigold im Tore ſehr gut. In der Verteidigung ſtach Horn hervor, der den Phönixſtürmer das Leben recht ſauer machte. Die Läufer⸗ reihe tat ihr Möglichſtes. Der Sturm hat an Durchſchlagskraft ge⸗ wonnen und ſpielte mit großem Eifer. Ein von Sohl erzieltes ein⸗ wandfreies Tor wurde unverſtändlicherweiſe nicht gegeben. 98 Mannheim— T. G. 9s Ludwigshafen:4 Das Reſultat iſt eine große Ueberraſchung. Daß ſich die Linden⸗ höfer auf eigenem Platze ſchlagen ließen, hatte wohl niemand er⸗ wartet. Bei den Lindenhöfern wollte es im Sturm nicht klappen, allerdings wurden die Stürmer auch ſehr gut bewacht. Die Läufer⸗ reihe zögerte oſt viel zu lange mit den Angreifern oder deckte ſehr mangelhaft. Dadurch kam ſogar Verwirrung in die Hintermannſchaft und ſofort lagen die Ludwigshafener mit:0 in Führung. Die Lud⸗ wigshafener ſpielten mit großem Eifer. Die Verteidigung und Tor⸗ wart waren ſehr ballſicher. Die Läuferreihe leiſtete im Aubfau ſowie in der Abwehr hervorragendes. Der Sturm war äußerſt ſchnell und warf auch ſehr ſicher. Der Schiedsrichter Rumpf, T. V. Kaiſers⸗ lautern ließ manchen Wunſch offen. 2. Manuſchaften 08— 3. Mann⸗ ſchaften 0s 211; Bs. Damen— 08 Damen 910. Polizeiſport⸗Verein— V. f. R.:4 Wie erwartet konnte VfR. den mit ſehr großem Eiſer ſpielenden Pol.⸗Sport⸗Verenn einwandfrei ſchlagen. Bffi. führt ſo⸗ mit in der Abteilung 2 mit 2 Punkten Vorſprung Die pe.⸗Mann⸗ ſchaft war gegen den letzten Sonntag nicht wieder zu erkennen. Die Hintermannſchaft war ſehr aufmerkſam. Die Läuferreihe hatte eine ſchwere Aufgabe zu löſen, um den ſehr guten Vf. Sturm zu halten. Der Sturm wurde von der Bfgt.⸗Vrteidigung in Schach gehalten Beim VfR. war Hoffmann im Tore ſehr gut. Sehr ſtabil war auch die Verteidigung. Läuferreihe wie üblich in guter Verfaſſung. Der Sturm hatte in Morgen ſeinen beſten Mann, der auch nicht weniger als dreimal erfolgreich war. 2 Mannſchaft PSV.— 2. Vfg. 42:1; VfR.⸗Damen— MrG.⸗Damen 420. SV. Waldhof— T. V. Neulußheim:2 Waldhof konnte ſich kurz vor Beendigung der Vorrunde die längſt fälligen Punkte ſichern, indem es Neulußheim nach überlegenem Spiele ſicher abfertigte. Bet Woldhof iſt der Torwächter immer noch ſchwach. Verteidigung und Läuferreihe ſpielten ſehr eifrig. Der Sturm hatte in Spengler und Rathgeber ſeine beſten Leute. Bel Neu⸗ lußheim wollte es nicht ſo recht klappen. Die Leute ſpielten ſehr eifrig, aber ohne jede Taktik. Der Torwächter von Neulußheim hielt verſchtedene Würfe mit großer Sicherheit, ihm iſt es zu verdanken, daß das Reſultat nicht höher ausgefallen iſt. Bf. Neckarau— Poſtſport⸗Verein:4 Vf. Neckarau holte ſich gegen die unter Form ſpielende Poſtler zwei wertvolle Punkte. Die Neckarauer Mannſchaft konnte in allen Teilen gefallen. Bei den Poſtlern war der Sturm nicht auf gewohn⸗ ter Höhe. Die Innenſpieler waren viel zu langſam und vergaben dadurch die beſten Chancen. Auch der Ausgleich, der durch einen 13 Meter⸗Ball nahe lag, wurde vergeben, indem der Mittelſttürmer den Ball daneben warf. Der Schiedsrichter leitete korrekt. 1. Jgd. Poſt⸗ Sport⸗Verein— 1. Igd. Pfalz 224. B. F. Turnerhandball in Baden Die Spiele der Meiſterklaſſe Auch am zweiten Spieltage ſehlte es nicht an den gewohnten Ueberraſchungen. Im allgemeinen blieben die langjährigen Meiſter⸗ klaſſenmannſchaften weiterhin erfolgreich und lieferten, ſoweit ſie ſich ſelbſt gegenüberſtanden, ſpaunende und wechſelvolle Kämpfe mit zum Teil knappen Ergebniſſen. Wenn auch das Abſchneiden der Neu⸗ linge in manchen Fällen beachtenswert iſt, mußten ſie ſich doch wieder⸗ holt ſtark federn laſſen. N In Gruppe l brachte der Kreismeiſter Polizei Heidelberg der TG. Oftersheim eine empfindliche Niederlage bei. Turngemeinde Heidelberg ſiegte knapp in Philipsburg. Einen ſcharfen Kampf da⸗ gegen lieferten ſich die beiden Gaurivalen Jahn Neckarau und Turn⸗ genoſſenſchaft Rheinau. Nach durchweg leichter Ueberlegenheit Jachns 151 Rheinau kurz vor dem Schlußpfiff durch ein einziges Tor er Sieg. 5 In Gruppe II fällt die weitere Niederlage der Turngemeinde Ztegelhauſen durch den Turnerbund Durlach auf. TV. Durlach und TV. Rohrbach trennten ſich unentſchieden. In Gruppe III griffen erſtmals die Karlsruher Vereine MTV. und KT. ein, konnten fedoch nicht erfolgreich ſein. Die IV. Gruppe wird durch die beiden Lörracher Vereine TV. 62 und Turnerbund angeführt, die beide erfolgreich waren. Die Ergebniſſe: TV. Philippsburg— Tode. Heidelberg 718; Polizei Heidelberg= TG. Oftersheim 11:8; Jahn Neckargu— Tg. Rheinau:1; TB. Dur⸗ lach— TV. Rohrbach:2; Tgde. Ziegelhauſen— Tod. Durlach 24 MTV. Karlsruhe— Jahn Offenburg:8; Polizei Karlsruhe Karlsruher TV. 1846:2, TV. Shrrach— TV. Lahr 421; TV. Otten⸗ heim— TV. Meißenheim:6; TV. Sulz— Töd. Eörrach 228. Die Aufſziegsklaſſen im Mannheimer Turngau Der erſte Spieltag ſah die einzelnen Mannſchaften der Aufſtiegs⸗ K und Jugenoklaſſe noch unvollzählig auf dem Plan. Man iſt in dieſem Jahre auf den Verlauf beſonders geſpannt, nachdem erſtmals die Einteilung der Rundenspiele im erweiterten Gau erfolgt iſt. Wenn man vorläufig auch noch abwarten muß, wie ſich die Vorberes⸗ tung und die Stärke der einzelnen Mannſchaften und Vereine ſich auswirkt, ſo kann man an den Ergebniſſen des erſten Spieltages doch nicht achtlos vorübergehen. Hier iſt beſonders der hohe Steg der Turngemeinde Ketſch zu vermerken, wie auch der klare Gewinn des Turnerbund Germanda über den TV. Hockenheim. Der TV. 1846 mußte ſich im erſten Treffen mit dem TV. Seckenheim in die Ehre des Tages teilen und brachte damit erneut den Beweis, daß feine Mannſchaft noch nicht wieder die Spielkraft des verfloffenen Früh⸗ jahres beſitzt. 5 Weiterhin iſt beachtlich in der A⸗Klaſſe der Erfolg des Tu. Ba⸗ denia Feudenheim, wie aach in der Jugendkaſſe der Sieg der A k, Jugend vom TV. 1848, die allem Anſchein nach wieder zweckmäßig und kampfſtark ergänzt worden iſt. Weitere Schlüſſe wird man erſt ziehen können, wenn fümtliche Mannſchaften des Gaues in die Spiel⸗ runde eingetreten ſind. An Ergebniſſen für den erſten Spiektag ſind zu vermerken: Aufſtiegsklaſſe: Tbd. Viernheim— Tgde. Ketſch 129; TV. Secken⸗ heim— V. 1835 Mannheim 22(212); TV. Hockenheim— T8 Germania 25(:8. -Klaſſe: TV. Badenia Feudenheim J— Tod. Viernheim II 8 TV. Seckenheim II— TV. 1840 IIa 8207 Tgde. Käfertal— TV. eee 1 7 8. Jugendklaſſe: enta Feudenheim— TG. Rheinau 818; Dod. Piernßheim— T. 1840 K. Jugend 1211; Tode. Käfertal— 278. 1843 Mannheim B⸗Fugend 418. g Freundſchaftsſpiele: DV. 1877 Waldhof— Mannheimer Tu 5 1013; Badeniat Feudenheim II. Jugend— Tad. Käfertal II 3 gend 228. R. G. 5 Turnerfusball in Baden TB. 1846 Mannheim— J. G. Farben⸗Induſtrie 1972(:8 Zu einem Freundſchaftsſpiel empfingen bie 1884er auf rem Platze die erſte Mannſchaft des der Deutſchen Turnerſchaft angeſchloſ⸗ ſenen Turn⸗ und Sportverein der J. G Farben⸗Jnduſtrie. Anfänglich ſah es gar nicht aus, daß der DT. Meiſter ein ſolch hohes Endergeb⸗ nis erzielen würde, nach dem die Gäſtemannſchaft zeitweiſe mit 172 Toren in Führung lag, dann aber ſetzte ſich das beſſere Können der Mannheimer durch, die den 4 Toren der erſten Hälfte nach dem Wech⸗ ſel 6 weitere Tore folgen ließen. Im Spiel der beiden Jugendmann⸗ ſchaften blieben die 1846 ebenfalls Sieger mit 621. Die zweite Mann⸗ ſchaft der Platzherren trat einer kombinierten Mannſchaft des TV. Jahn Neckarau gegenüber und mußte ſich nach ausgeglichenem Spiel mit 311 geſchlagen bekennen. 5 Gr. Kunſtturnweltkampf in Frankfurt Der Nachwuchs des TV. 1846 Maunheim behält über den TB. 1800 Frankfurt mit 480:397 Punkten die Oberhand. Die guten Vorbilder, die die erſte Wettkampfmannſchaft des TN. 1846 Mannheim dem jugendlichen Nachwuchs übermittelt, finden be⸗ ſonders in der zweiten Riege des Mannheimer Turnvereins ihren poſitiven Niederſchlag. Die unter der Leitung von Vorturner Julſus Endres ſtehende Riege hatte ſchon wiederholt Gelegenheit, ihr gutes Können unter Beweis zu ſtellen. Als ein weiterer Erfolg iſt der Sieg über den Turnverein 1860 Frankfurt mit 480:397 Punkten zu vermerken. Mit 89 Punkten waren die Mannheimer den Frankfurtern mit ihrer ſiebener Mannſchaft in dem öd⸗Kampf, der je eine Reck⸗ und Barrenübung, Pferdquer⸗ und Pferdlängsſprung und eine Mann⸗ ſchaftsfreiübung umfaßte, voraus, Dle beſte Einzelleiſtung vollbrachte Litterer, Mannheim mit 72 Punkten in den 4 Geräteübungen, dem dicht hinterher ſein Vereinskamerad Fuß und der Frankfurter Zelle⸗ kens mit 71 Punkten folgten. 8. wurde Mater, Mannheim mit 70 Punkten. Wenn die jungen Turner welterhin an der Vervollkomm⸗ nung ihres Könnens arbeiten, verfügt der Turnverein Mannheim v. 1840 zuſammen mit ſeiner erſten Riege auch weiterhin über ein gu turneriſches Material. 5 1 2 Länberkampf Deulſchland— Frankreich Am 30. November oder 1. Dezember findet voraus ſichtlich ein Länderkampf im Ringen Deutſchland— Frankreich ſtatt. Für dieſes in Nürnberg vor ſich gehende Treſſen werden deutſcherſeits folgende Ringer ſtarten: Bantamgewicht: Brendel⸗Nüruberg; Federgewicht: Meier⸗Dortmund; Leichtgewicht: Kornmeſer⸗Göppingen; Welter⸗ gewacht: Földeak⸗Hamburg; Mittelgewicht: Krämer⸗Duisburg; Halb⸗ 55 Müller⸗Kreuznach; Schwergewicht: Gehring⸗Ludwigs⸗ aſen. 8. 0 1 4 bei der ſtädt. Gutsverwaltung K 7, 3. Stock, Montag, zen 14. Ortober 129 Vene Mannheimer geitung[abenb⸗Ausgabe) 9. Seite. Nr. 477 J Kreis Anterbaden Feudenheim— Alemannia Rheinau 811 Friedrichsfeld— Käfertal 511 5 1913 Mannheim— JV. Weinheim:4 5 Viernheim— Heddesheim 30 Ein Sonntag der Favoritenſiege, die faſt durchweg recht deutlich ausgefallen ſind. Etwas überraſchend war das Ende in dem Feuden⸗ heimer Spiel, wo die Platzherren bis zum Wechſel nur eine 110 Füh⸗ rung erlangt hatten, aber nachher zu großer Form aufliefen, ſodaß die Gäſte faſt nichts mehr zu beſtellen hatten. Immerhin iſt das Er⸗ gebnis etwas hoch ausgefallen, wenn der Sieg auch vollkommen ver⸗ dient iſt.— In Friedrichsfeld litt die Begegnung unter der ſchwachen Leitung des Unparteiiſchen, Schader⸗Bürſtadt, der zunächſt viel zu nachſichtig war und ſo das Spiel teilweiſe aus der Hand gab. Bei Friedrichsfeld war Heitzler der erfolgreichſte Stürmer, der nach einer halben Stunde den Führungstreffer erzielte und dann nach einem zweiten Tor auch auf:0 erhöhen kann. Nach der Pauſe kann Fried⸗ richsfeld einen Elfmeter nicht verwandeln, dann erzielt aber Heitzler den vierten Treffer. Ein Mißverſtändnis in der Abwehr der Platz⸗ herren verhilft Käfertal zum Ehrentor, aber Friedrichsfeld iſt bis zum Schluß noch einmal erfolgreich.— In Mannheim kam Weinheim zu einem verdienten Sieg. Allerdings vermochte ſich ſein Sturm z u⸗ nächſt nicht recht durchzusetzen, ſodaß 1913 ſogar bis zur Pauſe:0 führen konnte. Dann machte ſich die dauernde Ueberlegenheit auch in Toren geltend. In der 14. Minute gelang der Ausgleich und bis Schluß folgten drei weitere Treffer, während die Platzherren nur zu einem zweiten Gegentor kommen konnten.— Die Viernheimer errangen auf eigenem Platz einen ſicheren Sieg über den Neuling Heddesheim, der ſich bis zur Pauſe—:0— ausgezeichnet hielt. Dann machte ſich aber die größere Durchſchlagskraft der Einheimiſchen bemerkbar. Schon nach drei Minuten war die Führung errungen, wenig ſpäter folgte durch Elfmeter der zweite Erfolg, während der Halbrechte den dritten Treffer erzielte. 5 5 Tabelle der Kreisliga Vereine Spiele Punkte Viernheim 5 82 Phönix Mannheim 4 7·1 Weinheim 5 6˙4. Friedrichsfeld 4 5285 Feudenheim 4. 5¹˙ Heddesheim 5 46 1913 Mannheim 4 8¹5 Käfertal 4 17 Rheinau 5 1·9 Vorderpfalzkreis 1904 Ludwigshafen— Revidia Ludwigshafen 521 1903 Ludwigshafen— V. f. R. Oggersheim:2. Pfalz Ludwigshafen— 1914 Oppau 51 S. Fr. Landau— JV. Speyer:4 i 8 Phönix Bellheim— Arminia Rheingönheim:5 FV. Frankenthal Vfg. Neuſtadt 21 A. S. V. Ludwigshafen— Viktoria Herxheim 311 Die beiden einzigen noch unbeſiegten Vereine 1904 Ludwigshafen und FV Speyer blieben auch dieſen S nntag unbeſiegt, während 1903 ubwigshafen ſeine zweite Niederlage„innehmen mußte und Fran⸗ kenthal nur mit knapper Not einem ähn ichen Geſchick entging. Pfalz ubwgshafen kam dagegen zu einem kl. en Sieg, während es auch ſonſt recht glatte Ergebniſſe gab. So m 1904 Ludwigshafen zu einem:1 Erfolg gegen den Lokalrtval Revidia. Beim Sieger ge⸗ fielen beſonders Sturm und Verteidigung, gegen die ſowohl der gegneriſche Angriff wie auch die Läuferreihe von Revidia vergebens ankämpften. Bet der Pauſe lagen die Platzherren bereits mit:1 Toren in Front, dann ſicherten ſie ſich durch zweit weitere Treffer den Endſteg.— Der ehemalige Bezirksligiſt 1908 Ludwigshafen mußte gegen Oggersheim, das die entſchieden größere Schnelligkeit und auch größeren Eifer zeigte eine knappe, wenn auch nicht ganz verdiente Niederlage— bereits die zweite— hinnehmen. Der verjüngte An⸗ griff der Platzherren war zu wenig routiniert und auch nicht durch⸗ ſchlagskräftig genug, zum andern fehlte es am ſicheren und ſcharfen Schziß, ſodaß es trotz leichterßeldüberlegenheit nicht einmal zum Aus⸗ 1 1 lich werden. bpiele der Kretzlign Der das aber der — das Ehrentor— aufzuholen. meiſt weiterhin überlegen, Dennoch reicht es den der Pfälzer zu keinem weiteren Erfolg, während dieſe ſelbſt noch zu zwei weiteren Erfolgen kommen können. Landauer auf deren P rumpeln, ſodaß es nach ſtand. Dann holte Landau zwar ein Tor auf, vierten Treffer entgegen. zweiten Mal erfolgreich. Die zweite Halbzeit brachte keine Aende⸗ ruig des Ergebniſſes. Neuſtadt einen unerwarteten ſchweren Stand. Neuſtadter, die allerdings etwas hart kämpften, Wechſel das Treffen unentſchieden halten können, es den routinierteren Platzherren mit einem weiteren Treffer einen knappen Sieg zu landen.— Auch dem A. S. V. Ludwigshafen wurde ſein Sieg über Herxheim keineswegs leicht gemacht. Die Gäſte konn⸗ ten bis zur Pauſe eine:1 Führung erlangen. verſchaffte den Platzherren kurz vor der Pauſe der Pauſe war dann Herxheim ſogar zeitweiſe wigshafen kämpfte glückliche und erfolgreicher; gelang der zweite Erfol mit:1 endgültig ſicher. die Gäſte glichen nach dem Wechſel aus und konnten ſich durch einen weiteren Treffer den Sieg ſichern.— Auf dem Pfalzplatz gab es ein recht hartes Treffen, Gunſten klar entſcheiden konnte. Oppau noch vor dem Wechſel gelang, Tor gute Angriff der Pfälzer zu deren Pfalz führte bereits 310, als es bei einem ſchnellen Vorſtoß ein Nach der Pauſe bleibt Pfalz aber Oppau kann jetzt wiederholt gefäähr⸗ Gäſten gegen die gute Abwehr — Speyer vermochte die latz zunächſt mit drei Treffern glatt zu über⸗ einer Viertelſtunde bereits 078 für Speyer aber Speyer ſetzte den Kurz vor dem Wechſel war Landau zum — Speyer hatte drei Verletzte in ſeinen Reihen und beſchränkte ſich bei dem harten Spiel auf Halten des Ergebniſſes, was denn auch gelang. techniſch überlegenen Gaſt aus Rheingönheim eine klare:5 Nieder⸗ lage hinnehmen. ſchaffte dieſen eine faſt ſtändige Ueberlegenheit und verſchaffte vor allem dem Angriff ſehr gute Erfolgs möglichkeiten, beſtens ausgenutzt wurden.— den Neuling aus — Der Neuling Bellheim mußte gegen den ausgezeichnete Mittelläufer der Gäſte ver⸗ die auch zumeiſt In Frankenthal hatte der Meiſter gegen Die konnten bis zum dann aber gelang Erſt ein Handelfmeter den Ausgleich. Nach überlegen, aber Lud⸗ aus einem Gedränge g und ein weiterer Elfmeter ſtellte den Steg Tabelle: Vereine Spiele Punkte 1904 Ludwigshafen 6 11:1 FV. Speyer 60 11˙1 Frankenthal 8 10.2 ASV Ludwigshafen 8 95 Pfalz Ludwigshafen 8•4 1003 Ludwigshafen 0 6 775 Viktoria Herxheim 5 6 66 Oppau 5 0 6·6 Rheingönheim 6 6¹6 Vfe. Neuſtadt 6:8 VfR. Oggersheim 6 428 Revidia Ludwigshafen 6.10 SFr. Landau 6.12 Bellheim 6 0˙12 Leichtathletik 3. gleich reichte. Zwar gelang den Platzherren der Führungstreffer, aber Leichtathletik⸗Scha neben dem bereitz weitere Erfolge, die von diert wurden. Die Deutſchen in Osaka Zahlreiche Erfolge unſerer Athleten Bei den am Sonntag in Oſaka abgehaltenen deutſch⸗fapaniſchen ukämpfen erzielten die deutſchen Leichtathleten gemeldeten Rekord Dr. Wichmanns noch zahlreiche den zahlreichen Zuſchauern lebhaft applau⸗ Die Ergebniſſe: 100 Meter: 1. Eldracher(Frankfurt) 10,8 Sek.; 2. Weiß(Berlin) 400 Meter: 1. Weiß 1500 Meter: Boltzeß 5000 Meter: 1. (Berlin) 50 Sek.; 2. Stortz(Halle 2 Meter zurück; 3. Dr. Peltzer(Stettin). 1 Böcher(Berlin):12 Min.; 2. Kuyama(Japan); Diekmann(Hannover) 16:10, Min.. 110 Met. Hürden: 1. Miki (Japan) 15, Sek.; 2. Troßbach(Berlin) 200 Met. Hürden: 1. Dr. Wichmann(Frankfurt) 24,1 Sek.(Neuer deutſcher Rekord). 4 mal 100 Meter: 1. Deutſchland 2. Mannſchaft; Speerwerfen: 1 Molles(Königsberg) 64,20 Meter() 1 5 6 N 1. Hirſchfeld(Allenſtein) 15,27 Meter; 2. erlin).* 5 70 Mieler una: 1. Noſe(Japan) 1,80 Meter; 2. Ladewig(Berlin) 7 eter.. 75 Stabhochſprung: 1. Wegener(Halle) 3,93 Meter(1) Weitſprung: 1. Köchermann (Hamburg) 7,25 Meter 2. Oshimg (Japan); 3. Ladewig(Berlin). 5 Athletik Neuer Sieg der Spielvereinigung Sandhofen Spielvereinigung Sandhoſen beſiegt Sp. Vgg. 84 11:8 Im Rahmen der Gaumannſchafts⸗Ringkämpfe in der A⸗K laſſe ſtieß am Freitag abend in der Hildaſchule die Ringermannſchaft der Sp. Vgg. Sandhofen auf die Ringer der Sp. g die kürzlich gegen den Vf. 86 ſo ſchlecht abſchnitten, riſſen gleich im erſten Kampf die Punkte an ſich; die Mannheimer konnten zwar von Kampf zu Kampf gleichziehen, doch dann, beim Stande von:8. brachte der Schlußkampf für Sandhofen die letzten drei Punkte und damit den Sieg. Für den auf 10. November angeſetzten Rückkampf dürfte ebenfalls nur mit einer knappen Entſcheidung zu rechnen ſeim. Den Kampfrichtern Wittmann⸗ dem Obmann Ohneſorg⸗06 einwandfrei amtierten, ſtellten ſich im Bantamgewicht Hemater⸗84 und Kleeparz⸗Shoͤf. Nach wechſelnden Kampfbildern am Boden ging es zum Stand über, bis ſchließlich K. nach 20 Minuten als Sieger die Matte verließ. Huſer⸗84 iſt ſeinem Gegner im Federgewicht, Völker⸗Sohf, gewachſen. Verſchiedentlich muß V. in die Bodenlage, bis er durch einen Armſchlüſſel ausgeſchaltet wird. Schönen Ringkampf demonſtrieren auch Soͤhf. im Leichtgewicht. Bald ift dieſer, bald jener in Gefahr, bis Metz in der 6. Minute einen erfolgrelchen Armzug am Boden durchführt. Rettich⸗84 erledigt ſeinen Gegner im Weltergewicht, Wiegand⸗ Sdͤhf., bereits nach vier Minuten, indem er ihn aus dem Stand durch Schleuderer auf beide Schultern wirft. Hartnäckig bekämpfen ſich im Mittelgewicht Bender⸗g4 und Wehe⸗Sh. Die erſten zehn Minuten verlaufen äußerſt intereſſant, bringen aber keinen Sieger, ſodaß abwechfelnd in der Bodenlage weitergekämpft wird. Au hier fällt noch erhält dann B. die Punkte, Altmeiſter Conde drängt ſtark, kann den Gaſt aber ſchwer faſſen. In der 11. Minutes ſetzt dann C. einen Armſchlüſſel an und Sch. iſt erledigt. Mit dieſem Erfolg im Half 878 gleichgeſtellt.. Raſch naht das Ende. Rupp betritt zum Kampf im Schwer gewicht mit Hammer⸗s4 die Matte, drückt ihn zu Boden, ſetzt zum Ueberwurf an und ſchon iſt ſo nach Mannſchaftskampfes 1118 für Sandhofen. Tennis elmel. Tennis-Turnior in Meran Im Lenz⸗Pokal ſind die deutſchen Damen unter ſich turnier zu Meran blieben die teilnehmenden deutſchen Damen wieder erfolgreich. Frau Friedlebe nl Frankfurt) ſchlug die italteniſche Com⸗ teſſa Macchi 674, 611, während Frau Schomburgk nach anfänglicher Unſicherheit die Polin Jedzojowfka 715,:2 bezwang. Frau Fr 5 während die beiden unterlegenen Damen Platz kämpfen. Bei der Herren⸗Meiſterſ Franzoſe Duplaix nach einem:1,:5 S bereits die Schlußrunde. In der erſten von Gramm(Hannover) durch einen:7, in die Vorſchlußrunde. Stefant beſiegte Heine 678, 628. Damenklaſſe& bezwüäng Frl. Roſt(Köln) die Wienerin Frau 622, 12:10, während die Holländerin Frl. Canters zu einem 316, 6˙1 Sieg über Frl. Kuhlmann(Berlin) bam. Das Herrendoppel ſieht die Paar eLee⸗Hughes und Froitzheimev. Kehrling im Kampf. Die Engländer beſtegten Lorenz⸗Heydenreich:1, 725% während die deutſch⸗ungariſche Kombination die jungen Berliner Hartz ⸗Jänicke ic did aus dem Felde schlug. Im Gemiſchten Doppeß waren 4 fol um den öritten und vierten aft pon Meran erreichte der eg über den Engländer Lee 6˙25 Tei Chefredakteur: ſturt Ftſcher 0 Politik: H. A. Meißner— Feuilleton: Dr. S. Ra y Kommunalpqsitit u. Lokales; Richard S chönfelder— Sport und Vermif Willy Mäller—. Ehmer— Gericht und alles übrige Verantwortlich 5 er e 1. Mannſchaft 48 Sekund.; 2. 3. Japan 5 i. Franz Kircher— Anzeigen und geſchüftliche Mittellungen? Jakob ämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Verleger: Fruckerei Neue Mannheimer Zeitung G. m. b. 5. Mannheim E 6, 2 Danlisagung Für die wohltuende Anſelnehme en meinem mich 80 schwer befroffenen Verluste herzlichsfen Denk Frau Helene Krebs geb. Adam 7 Nannheim gneaestederer 38), den 14. Okfober 1020 1 11926 Ob's hilft! Fragt nicht. Es gibt genügend Eine Kur mit Köſtritzer Schwarz ſtützt die Geſundung bei Nervoſttät, Ab⸗ Schwächezuſtänden, Rekonvaleſzenten und ſtil⸗ ſpannung, Blutarmut, Appetitloſigkeit. lende Mütter werden gekräftigt. vertretung: K. Köhler, Fernſprecher 23 146. Seckenheimerſtr. 27, Das Drak lische chalsclonguc heit 1 Beiſpiele: bier unter⸗ General⸗ Em 151 ompflehlt a 1 Ieppidi- und Linoleum- maus Für die vielen Glückwünsche und Ge- schenke anläßlich unserer Silberhoch- zeit sagen wir auf diesem Wege Allen herzlichsten Dank. Narl FJmrimger u, Fr Wirtschaft„ZUM ABEND STERN. Langstraße 80.. 11920 . in Aerdfenlcnner fer lat unmten geſehen werden. Ant., heröffentliehungen der aut Mannheim Die Städtiſchen Krankenanſtalten vergeben ihren Bedarf an Verbandſtoffen für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1929 im Ver⸗ dingungsverfahren. Bemuſterte Angebote auf die Lieferung wollen bis Freitag, den 18. Ok⸗ tober 1929, 17 Uhr verſchloſſen, mit der Auf⸗ ſchrift„Verbandſtofflieferung“ verſehen, auf dem Dienſtzimmer der Krankenhausverwal⸗ tung— Zimmer 115— eingereicht werden; 5 Wertvolles Villenobjekt beſter Ausſtattung, zentrale Lage, auch für Konzern als Bürohaus oder Vereinshaus geeignet, beauftragten Immobilien E 3,9 BRUNMHIIK 83,9 * 3 8 3 2 8 i 5 1 a zu verkaufen durch den Allein⸗ i Edso7 J. ZILLTLES Immobilien⸗ und Hypotheken ⸗Geſchäft N 5. 1. Mannheim. Tel. 208 76. daſelbſt können auch Angebotsformulare ab⸗ gegeben und die Lieferungs bedingungen 0 Mit der Reviſton des Kataſters der land⸗ und forſtwirtſchaftlichen Unfallverſicherung wurde begonnen. Wir fordern alle diejenigen, deren landwirtſchaftlicher Betrieb im Laufe dieſes Jahres eine ſolche Aenderung erfahren hat, welche eine Verſetzung in eine höhere ober niedere Beitragsklaſſe bedingt, ſowie diejenkgen, welche einen Betrieb neu eröffnet! kabrang- chün u. Mig 5 8 alles ö u Alg Mall- Ind Dunt-Stebeien] 1Stcherei Klier, J f. l. f. 1560 oder eingeſtellt 1 hiermit auf, dieſe Ver⸗⸗ änderungen anzuzeigen. Das Kataſtes für Mannheim⸗Altſtadt liegt er 304, dasjenige für Käfertal u. Wald⸗ 155 5 Ve enbeſekrelcriat Käfertal, diefſenigen von Neckarau, Feudenheim, Rheinau und Wallſtadt auf den betreffenden Gemeinde⸗ ſekretariaten und diejenigen von Sandhofen, Sandtorf und Kirchgartshauſen auf dem Ge⸗ meindeſekretariat Sandhofen zur Etnſicht der Betefligten während 14 Tagen auf.. Mannheim, den 11. Oktober 1029. a Die Abſchätzungskommiſſion. ſtelle dieſes Blattes. 1 8: 7„5 das in beſter Lage eines Mannheimer Vor⸗ ortes erbaut wird, guter Mieter mit Bau⸗ 4 koſtenzuſchuß R. 15.20 000.— geſucht. Zuschriften unt. UD A 171 an die Geſchäfts⸗ * Immobilien 1 die Geschäftsstelle. 1 f i Verke Haus mit 6 bis 7 Räumen 5 Pllszes in beſter Lage der verschiedene Mustet) m feelwerbaroſen Stlekerelen, Hohiskume Laden f Dekatur, Kanten, 5 5 1 u. hellen Neben[ Knöpfe, Biesen f rämen bet mäßiger Anzahl, preiswert zu verkaufen durch IAmmob.⸗Buro Len Sohn 21,4 Tel. 205956 H. Schober, uon 1 em ee bel ene f 5 485 2 885— H— .—B E 1 Rollen Tapete zu kaufen oder zu mieten 5 8 von Mk. 27.— an. Sämtliche un — gesucht. ö f— Tapezierarbeiten pro ö Angebote unter 8 O an 127 8 5 110712 Eigentümer verkauft Grundſtücke in ver⸗ ſchiedenen beſten Lagen u. bittet um Anfragen von Reflektanten.— Gefl. Anfragen unter X I. 158 an die Geſchäftsſtelle d. Bl. 11916 . o” Feudenheim 7 8 b daoges Aumogen in guter rslage mit Magazin oder Fabrikbau oder ca. 500.700 qm Hof⸗ raum von bedeut. Unternehmen 1488 zu kaufen ges. d. Immob.⸗Büro Levi& Sohn Zu melden 2 Tel 20595 Telephon Nr. 522 3. lebhaft keine Entſcheidung, ſodaß die 20 Minuten durchgerungen werden muß, Als knapper Sieget 218 leben und Frau Schomburgk ſpielen nunmehr um den erſten Platz, chte. BVgg. 84. Die Sandhöfen Vf. und Kölbl⸗Bfs., die unter 8 Gramlich⸗ga und Metz⸗ hat mit Schmitt⸗s! keinen leichten Stand. Sch. 1 chwergewicht hat Sandhofen die Partie mit 1 20 Sekunden der Stand des 1 Bei den weiteren Schlußſptelen um den Lenz⸗Pokal im Tennis“ Herrenklaſſe kam der funge :1,:0 Sieg über Tomilin In den Redlich Enoͤſpiel im Frau Friedleben⸗Aeſchlimann über Frls Herbſt⸗Mezzaokte er⸗ 51 10. Seite. Nr. 477 „ Afa wieder dividendenlos 8 Berlin, 12. Okt.(Eig. Drahtber.) Das Geſchäftsjahr 1928/29 ſchließt zum 30, Mai mit einem erhöhten Bekrlebs⸗ überſchuß von 23,102(21,809) Mill.. Die geſamten Abſchreibungen wurden von 14,857 auf 15,594 Mill. J erhöht, Darunter Abſchreibungen auf Filme von 12,7(11,3) Mill. l. Für Steuern waren 4,1(3,5) Mill. 4 erforderlich. Es ver⸗ bleibt alſo nach Berückſichtigung des Gewinn vortrages von 461215/ ein Reingewinn von nur 14358, ſo daß, wle allerdings erwartet, auch für das letzte Geſchäftsjahr eine Dividende wiederum nicht zur Verteilung kommt. Die Bilanz bewertet Grundſtlicke und Beteiligungen einſchließlich Aufnahmegelände mit 31,6(i. V. 30,5) Mill., Einrichtung der eigenen Produktionsſtätten und Theater mit 2(2,3) Mill., Bank⸗ guthaben, Schecks ete, belaufen ſich auf 7,1(i. B,.4) Mill, A, während Debitoren mit 49 Mill.& gegenüber dem Vorfahr keine Veränderung zeigen. Auf der Paſſipſeite konnten die Kreditoren ſaſt um die Hälfte auf 5,9(i. V, 11,5) Mill. 4 reduziert werden. Neu ausgewieſen wird ein Rückſtellungskonto mit 620 000 1. O' Keine Beteiligung der J. G. Farbeninduſtrie au J. P. Bemberg Ach.(Eig. Dr.) Wir erfahren von der Verwaltung der J. P. Bemberg AG., daß ihr im Gegenſatz zu anderen Ver⸗ fonen von einer kapitalmäßigen Intereſſennahme der J. G. Farbeninduſtrie AG. nichts bekannt ſei. Die Verwaltung Erklärt allerdings, daß vor kurzem die Société Finansier In⸗ bernattonale und ein größeres Bembergpaket abgeſtoßen habe. Auch die J. G. erklärt uns, daß ſie kein Bembergpaket er⸗ worben habe, weder von der genannten ausländiſchen Firma noch an der Börſe. Der Käufer des Pakets der Société Fi⸗ nancter Internationale bleibt noch unbekannt. „ 9 v. H. Zwiſchendividende der Imperial Chemical Induſtries Lid. Die Geſellſchaft erklärt eine Zwiſchen⸗ Niuldende von z v. H. Der heimiſche Abſatz habe ſich ge⸗ beſſert; der Auslandsabſatz ſei zufriedenſtellend. Das neue Werk zur Erzeugung von Ammoniak und Ammonium⸗ Sulfat wird noch im Laufe dieſes Monats die Erzeugung aufneh⸗ men. Die Zahlung der gleichen Dividende wie im Vor⸗ jahre erſcheine geſichert. 5 2: Accch.— Küchenmeiſter. Dr. Georg F. Deutſch iſt mit dem . Okt. 1929 aus dem Vorſtand der Allgemeinen Elektrieitäts⸗Geſell⸗ ſchoft(Acc) ausgeſchieden und in freundſchaftlichem Einvernehmen mit der AE. zur Förderung der beutſchen und europälſchen Sprech⸗ und Tonfilm⸗Intereſſenten in dle Leitung des Küchenmeilſter⸗Kon⸗ gerus eingetreten. Der neue Teleſonkonzern. Wie der Be A. erfährt, dürfte die Gründung der neuen Elektro⸗Holding⸗Geſellſchaft in etwa—14 Ta⸗ gen erfolgen. Das Kapital wird etwa W Mill.„ betragen. Die Einbeziehung weiterer Schwachſtromunternehmungen als der ſchon genannten(Mix u. Geneſt, Ferd. Schuchardt und Süddeutſche Tele⸗ Phon) ſoll zunächſt nicht beabſichtigt ſein. Der Anteil der Acc G. wird eilwa 40 v. H. betragen. Die Maforität wird in Händen der Inter⸗ Rational Telephon and Telegraph Co. liegen. : Permutit Ach. in Berlin. In dem am 90. Junk abgelaufenen Geſchäftslahr 1028-29 bat die Geſellſchaft befrledigende, gegenüber dem Vorjahre geſteigerte Umſätze erzielt. Der Erfolg iſt zurückzuführen guf das vor elniger Zelt auf den Markt gebrachte Neopermutlt, Die n wirb vorausſichtkich 10 v. H. gegenüber 8 v. H. l. B. be⸗ Fragen. 5 :: Verein für Zellſtoffiuduſtrie Ach. in Berlin— Wieder 10 v. H. Diofdende. Die Geſellſchaft ſchlägt für das am 30. Juni abgelaufene Heſchäftsfſahr nach relchlichen Abſchreibungen die Verteilung einer Dividende von wieder 10 v, H. auf die Stammaktien und von wieder Y v. H. auf die Vorzugsaktlen vor. Das neue Geſchäftsjahr iſt bisher befriedigend verlauſen 2: Gladbacher Wollinbuſtrie Ach. vorm. L. Joſten in.⸗Glabbach Der A beſchloß, der GB. am 80 Nov., eine Düldende von 11 v. H. (wie l..) vorzuſchlagen. Am das Daimler- Aktienpaket von Schaviere In Berliner Börfenkreilſen beſchäftigt man ſich in den letzten aer wiederum mit dem Schickſal des bekannten 14 Millionen ark Dalimler⸗Aktlenpaketes von Schapiro, dos von en Banken mit 113 v. H. für Millionen und mit 90 v. H. für Millionen& ſeinerzeit bellehen worden war. Hierbei heſitzen die Banken eine bereits einmal um ein Jahr verlängerte Option zu 105 v.., die am 18. Oktober abläuft, jedoch im Hinblick auf den gegenwärtigen Börſenkurs von etwa 96 v. H. kaum verlängert wer⸗ den dürfte. Hierzu verlautet, daß fedenfalls dieſes Dalmlerpaket nicht zum Verkauf an der Börſe kommen dürfte; es hat plelmehr den Anſchein, als ob die Lombardierung ſtillſchweigend verlängert Stützungsmaßnahmen für die ſpaniſche Währung, 11,5 Die Autokonfunktur 1928 Jahresumſatz vorausſichtlich höher als 1928 Erfahrungsgemäß pflegt der Automobilabſatz des Einzel⸗ handels in der Zeit vom 15. September bis zum 15. Oktober eine Belebung zu erfahren, die im Rahmen des Herbſtgeſchäftes eine ſog. Umſatzſpitze ergibt. Bereits 1928 trat die zu erwar⸗ tende Nachſaiſon nur wenig in Erſcheinung und wirkte ſich vor allem nicht auf die Ablieferungen der Fabriken aus, weil der Handel den geringen Mehrbedarf durchweg aus ſeinen nicht unerheblichen Vorräten decken konnte. In dieſem Jahr war der Geſchäftsgang im Einzelhandel ſeit Mitte September ſogar ſchwächer als in dem verhältnismäßig guten Auguſt⸗ monat, ein Umſtand, der nicht ohne Einfluß auf Umſatz und Produktion der Fabriken blieb. Im Jahre 1929 hat ſich der Abſatz nach einem bemerkens⸗ werten Tiefſtand im Jebruar, März und April jedoch ſeit Mitte Mai ſtändig über dem Durchſchnitt des Vorjahres ge⸗ halten, ſodaß die ſtarke Einbuße während der langen Froſt⸗ pertode aufgeholt wurde und die für das ganze Jahr zu er⸗ wartende Produktion an Perſonen⸗ und Lieferwagen mit ſchätzungsweiſe 110000 Einheiten vorausſichtlich 1929 um einige Tauſend höher ſein wird als im Vorjahr.— Immer deutlicher wird, daß in einer Zeit ſtarker Entwicklung und Umſtellung der Fabrikationsmethoden der geringe Mehrbe⸗ darf des deutſchen Marktes, der nach Abzug der raſch ſtei⸗ genden Autoimporte verbleibt, nicht ausreicht, um größere Das Auto Amerikas wichligſter Exvorlartik el Noch im vorigen Jahr ſtand die Baumwollausfuhr der Vereinig⸗ ten Staaten wertmäßig an erſter Stelle und weit vor der von Auto⸗ mobilen, Petroleum, Getreide und Maſchinen. Im erſten Halbjahr 19290 hat ledoch der berſtärkte Druck auf dem Binnenmarkt die Auto⸗ ausfuhr von 1044 Mill./ auf 1424 Mill.„ um 30% u. H. weiter an⸗ ſteigen laſſen. Da gleichzeitig der Baumwollexporz von 1561 Mill. 74 auf 1343 Mill./ um 13,9 v. H. zurückging, ſtellt alſo heute die Auto⸗ mobtlinduſtrie den wertmäßig größten Poſten der USA. ⸗Ausfuhr, eine Tatſache, deren ſoziale Bedeutung für die Vereinigten Staaten umſo größer iſt, als in der Automobllinduſtrie überwiegend hochaua⸗ liftzierte Focharbelter beſchäftigt werden. Unter den europäſſchen Abfatzmärkten für amerlkaniſche Perſonenwagen ſteht Deutſchland mit einer in Höhe von 19,831 Mill.& nach Belgien, Schweden und Spa⸗ nien an vierter Stelle und noch vor England. Bergleichsverfahren und 5 im Handelskammerbezirk annbeim. Eröffnete Vergleichsverfahren: 1 7 Frleörich Pa tz. Optik und Waagen in Mannheim, Neues Rathaus, Bogen 57559, Offene Han⸗ delsgeſellſchaft. Geſellſchafter: Friedrich Platz, Optiker in Mann⸗ heim, M 2, 12. Joſef Hachgenen, Kaufmann in Mannheim, Nietzſche⸗ ſtraße 30.(Vertrauensperſon: Geſchäftsfübrer Kar! Lemcke in Mann⸗ heim, Schneidermeiſter Georg Müller in Plankſtadt.— A u f⸗ gehobene Vergleichs verfahren nach erſolgter Beſtät gung des Vergleichs. Friedrich Sichrimpf, Schreibwarenwandlung und Buchbinderei in Mannheim, Walodhofſtraße 14. N * Amtliche Großhandelsinderzifſer. Die auf den Stichtag des 9. Oktober berechnete Großhandelsindexziſſer des Statiſtiſchen Reichs⸗ amtes iſt mit 137,8 gegenüber der Vorwoche(138,0) leicht zur ü ck⸗ gegangen. Von den Hauptgruppen iſt die Inderziffer für Agrar⸗ ſtoffe auf 192,8(133,1) und diejenige für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren auf 181,0(131,2) geſunken. Gleichzeitig hat die Index⸗ ziffer für inhuſtrielle Fertigwaren auf 156,7(153,9) nachgegeben. Rationaliſieruigsmaßnahmen wirtſchaftlich durchführen zu können, deren Inveſtitionen eben nur auf der Grundlage ſtar⸗ ker Produktionsſteigerung tragbar ſind. Eine befriedigende Löſung des Problems des Auto⸗Außenhandels iſt daher für Deutſchland noch dringlicher als für die anderen automobil⸗ * Reichelbrän Ab., Kulmbach.— Unveränderter Bieraußſtoß Das Unternehmen konnte 1928/29 einen Betriebs u berſchuß von 2 231160(2 161 785)/ erzielen, dem Handlungsunkoſten von 820 118(299 760)„und Steuern und Abgoben von 1 168 306(1110 438) Mark gegenüberſtehen. Nach Abſchreibungen von 131 907(139 084) 1 verbleibt einſchließlich 24 256% Gewinnvortrag ein wenig veränder⸗ ter Reingewinn von 635 084 gegen 635 073/ im Vorjahr. Die bauenden Länder Europas. Manuheim behauptet Die Börſe war in der neuen Woche ſehr ſtill und infolge des hohen jündiſchen Feiertages nur ſchwach beſucht. Die Tendenz am Aktienmarkt war gehalten. Farben waren mit 197,5 1 v. H. unter Samstag. Etwas höher notierten Darmler, Linoleum, Wald⸗ hof, niedriger dagegen Weſteregeln. Von Bankaktien lagen Rhein. Hypothekenbank 1 v. H. ſchwächer, desgl. wurden erſtmalig mit 142 v. H. notiert. Von Verſicherungsaktien waren Mannheimer Verſicherung offeriert. Brauereiwerte ohne Geſchäft. Am Renten⸗ markt wurden eine Anzahl Goldpfandbriefe der Rheiniſchen Hypothe⸗ kenbank erſtmalig notlert. Anegboten waren 8proz. Mannheimer Stadtanlethe mit 87 v.., 10proz. dergl. waren mit 100 gehandelt. 9 gingen auch die Ausloſung Mannheimer Ablbſungsanleihe m um. Frankfurt ohne Geſchäft aber behauptet Zu Beginn der neuen Woche herrſchte an der Börſe bei ſchwachem Beſuch inſolge des jüdiſchen Feiertages faſt vollkommene Geſchäfts⸗ loſigkeſt. Die Grundſtimmung war ſedoch nicht unfreund⸗ lich und die Kurſe blieben im allgemeinen etwa behauptet, ob⸗ wohl nennenswerte Anregungen nicht vorlagen. Die Kursveränderun gen gegen die Schlußkurſe vom Samstag gingen kaum über 1 v. b. hinaus. Auffallend war die ſchwache Haltung der Chaede⸗Aktien, die zum erſten Kurs 17,75% einbüßten. Etwas höher eröffneten Deutſche Linoleum, ferner Deutſche Bamk und Junghans. J. G. Farben gaben bei minimalen Umſätzew 1 v. H. nach; auch Süsdeutſche Zucker eröff⸗ neten eine Kleinigkeit ſchwächer, ebenſo Daimler, da die Option auf das bekannte Schaptro⸗Paket morgen abläuft. Am Bankenmarkt gaben Danatbank und Dresdner Bank fe 1 v. H. nach. Die Anleihemärkte lagen vollkommen umſaczlos. Im Verlaufe ſtagnterte das Ge⸗ ſchäft vollkommen. Die Tendenz blieb behauptet. Am Geld markt war ömfolge der Steuertermine Tagesgeld weiter ſchwach mit 9,5 v. H. Berlin ſtill Nachdem ſchon die Kursbildung im Vormittagsfrühverkehr da⸗ rauf vorbereitet hatte, daß im heutigen Börſenverkehr im Zuſam⸗ menhang mit der wegen des hohen jüdiſchen Felertages ſchwach be⸗ ſuchten Börſe ſich Geſchäft von bemerkenswerkem Umfang nicht ent⸗ wickeln würde, geſtaltete ſich auch der geſamte Börſenverkehr recht ſttll. Entſprechend der Geſchäftsſtille hielten ſich auch die Kurs⸗ veränderungen nach oben und unten bei einem Aufſchlag von 1 bis 6 v. H. in engen Grenzen. Polyphonaktien aber gewannen 5,5 v. H. wogegen Chadeaktlen, anſcheinend im Zuſammenhan iubasken einbüßten. Dividende wird mit wieder 20 v. H. für die St.⸗A. in Vor⸗ Voörſen ohne Geſchäſt wechſel ca. 7,75 v. H. Auch im Ver laufe änderte ſich in der Ge⸗ ſchäftsſt' lle nichts, ſodaß die Kurſe nur geringen Veränderungen unterlagen Lediglich fürn Monkanwerte, beſonders Phönix und Stahlverein, trat bei leicht gebeſſerten Kurſen etwas Intereſſe vor. Im internationalen Deviſenverkehr blieben Deviſen gegen Reichs⸗ mark ziemlich unverändert, der Dollar notierte.1915 bis.1920. Die europäiſchen Valuten lagen feſt, London.8670 nach.8660, Holland 4024 nach 4022, Schweiz 1982,50 nach 1932, Paris 39258 nach 392,50, alles Newyorker Uſance. Infolge innerpolttiſcher Schwierigkeit, iſt Spanien ſehr ſchwach gegen London 34.4 Onach 33.40. Die Swap⸗ fütze Dollar ſind höher auf einen Monat 50 Stelleu, auf drei My⸗ nate 120 Stellen. f Mannheimer Produktenbörſe vom 14. Oktober. Die Börſe ver⸗ kehrte heute in ruhiger Haltung. Die Preiſe blieben alle unver⸗ ändert. * Berliner Roggen— Durchſchnittspreis. Der durchſchufttliche Berliner Börſen⸗Rogenpreis für 1000 Kg. betrug in der Woche vom 23. 9. bis 28. g. ab märkiſcher Station 180,2 l. 8 Verliner Deviſen diskontſätze: Reichsbank 7½, Lombard 8½, peſvat 7¼ v. 6. — Amtlich 14 Oktober 1. Oktober axität Diskont in R⸗M flir G. L. 8. G. LB. N. Iize% Holland... 100 Gulden 168.46 168,90[159,46 99 158,84[5,5 Athen 100 Drachmen 5 4 91.445 5,485] 5,445] 5,495 9 Brüſſel 100 Belga= 500.⸗Fr. 38,48 8,55 Danzig.. 100 Gulden 81,44 81.60 81.41 61.57[61,855 1 Helſingſors.. 100 finnl. M. 10.52 19.54 10.527] 10.547 19,512 4 Italien 100 Lire 21,93 21,97 21,825] 21,965] 22,025 Südſlawien..„ 100 Dinar.393 7,407.887 701] 73858 7 Kopenhagen 100 Kronen 11195 113,17 111,67 112,13 112.06 5 Liſſabon„100 Eskudo 19,7 18,82 18,82 138.88 17.48 8,5 Oslo 100 Kronen 111,91 112,13 111.87 112.09 111,74 555 Paris„100 Franken 16,44 16,48 16,43 16,47 16,445 Prag 100 Kronen 12,394] 12.414] 12.395] 12.415] 12,88 575 Schweiz 100 Franken 0,97 81,13. Sofa. 100 Leva.032] 8,068 3,032] 3058] 3,017 10 Spanien„„. 100 Peſeten 58,74 88,8 62,19 62,3169, 5 Stockholm..„„ 100 Kronen 112,85 Wien 100 Schilling 58,85 0 Budapeſt 100 Pengö== 12 500 fr. 73.07] 73,21 73,08 73,22 72,89 Buenos⸗ Aires 1 Peſ. Canada... 1 Canad. 3.131[4,149 1 2 4, 10.176— npann. en.00.005 0 2.986 1. 1 ägypt. Pfd. 5 20,945 2050„ 0 0 5 mobel.. 1 kürt. Pfd.].928] 1589 2010 201 2,180 10 ind, allerdings wohl zu einem Börſenkürz, der ſich dem heutigen Am Renken markt waren auch faſt keine Umſatze zu bemerken. London.. Pfd. 20. N 537 ö ü Fee e von 90 v. H. und dem Börſenkurſe von eiwa Am Tages geldmarkte war etwas erhöhte Nachfrage zu be⸗ Rem ort; e 40500 404855 491565 40750 5 v. H. würde alſo eine Schuldſorderung der Bonken an Schapiro merken, ſodaß Tagesgeld 7,5 bis 9,5 v. gelangt wurde. Die Sätze Nio de Janeirv... 1 Milreis 0,498 0,500.498 0,590 0,593 enntſtehen, die auf über 7,5 Mill.„ zu beziffern wäre. für Monatsgeld blieben mit 9,25 bis 10,5 unverändert und Waren⸗ Uruguaan. 1 Gold Peſ. I.095[.103[.088 4,104 1.821 12, 14. 12. J 14, 14. 12 14 12, 14 14. Kurszettel der Neuen Mannhelmer Zeltung Aktlen und. Auslandsanleihen in Prozenten. bei Stückenotlerungen in Mark je Stück Mannheimer Effektenbörſe 14. 4 12. 12. J 14. 12,„ 9% Bad. St.⸗M. 1 75,— 78, gudwigsh. A. Pr. 218,0 218,0 10% örkr. M. Ou. 111,0 111,0 Shade 7½%ab Rom. Gd 82.75 82,75 älz. Preßbefſe. 18% 8% D hafenstadt 90,— 90. chwartz Storch, 163,0 168,0 8%„ Gold.2067,— 2. 6. Kno 480 8 5% Gold 72,— 72,. 6% Farben ds. 20 114.0 114.0 Continent. Verf.———.— Manngz. Summi, 5 älz. Mühl, 148,0 K Badische Bank 158.0 158.0 5 Erdöl 13 5 1. 130.0.-G. f. Seilind. 89.60. rtl. em. Held. 124,0 124,0 D. Gold⸗ u. S. Anſt 166,5 145,5 f. 3 14 db 1490 1 3500 45 Ge be. 145.0 148,0 Dt. Linoleum,.—.——.— 1 3 1 5 1. Tricot.Beſigheim 60— „Ereditbank 120,0 120,0 Daimler⸗Benz. 87 37,25 Kheinmühlenw.—.——.— Dt. Verlag 7 9 106,0 5 dd. Disconto 183,0 188.0 Deutſche Linol..,— 279.0 Südd Zucker 458,0 15,0 Dresd, Schuellpr. 111,0 111,0 Knorr, Heilbr, 12,0162. Enzinger Union 84,80 88,. 85 i 84— Konſetv. Braun 71. 71, Ver. Chem. Ind. 78.— 74, aldhf. 216,0 217,0] Dockerh. K WI m 86,— 86.50 N 8 Durlacher Hof 136,5 136,5 Gebr. Fahr.. Ace? 11 bpoth. Gt. 147,5 148,0 Brown, Zoverl baum. G. Farben: 135,5 185] Zellſtoff Frankfurter Börſe Barmer Bankv. 129.5 124,0] Montan ⸗Aktien Festverzinsliche Werte Hayr,yp. u. Wh. 120.5 Ablsſungſch. h 5, 5 e eg Deffelten Bank 120,5 %„„. 124,0 124,0 Ehamott, un. 110,0 1 8 40% Möm. Gofd 100 0 100,0 Berger Worm 180.0 188,0 Sager gen Had 26570(10.0 Eb. Ble bars 6 56.— Laczen Kietauss.„ Schenm e Bad. Uſſerucang. Fenſervenraun 71. 2 e f Dt. Atlant.⸗ Mannb. Berſich. 100,0= fg Magen 14.0 14.0 Di. Eiſenbanbel- 12. Bab. U„ e Gleſfürel. e Rein. Gebe. 108.0 108.0 Bergm. Elette.. Jide Soldin Th. 89.50 88. üibeinelelr..46 i0 46.50 Drem.⸗Beſtg. Oel 66,— 64,75 Grigner M. Durl. 49— 48.—.„St. A. 145,0 145 0 Brown Boveri 132.5 132.5 Grün K Bilfinger 169,0—.— 1 Gebr. D. Cement Heidelb. 128,7 124,0 gerswerke 78,50 78,— Karſtadt 178,0 25 5& Reu. 80,— 30, 5 e e inert Armat. 122,122, Schlincccc v. 56g irſch Kupf. u. M. 180,0 130,0 Sch een d 8 ackf. 102,0 102,5 olzmann, Pgil—— 92.50 Schuckert, Nebg. 205 5 208,7 37.20 Holsverkohl.⸗Id.—.— 78.26 Schuhf. Berneis 49,— 49, 86,15 5 7270 10750 Nag Erlangen 91,80 91,80 e 8500 unghans Sk. A.——. Südd. Zucker„183,0 151,0 Dt. 3 107,5 2 Klein, Sch. K Beck. 105,2 Krausscco. Bock, 47.—47.— Per. deutſch. Oelf. 7180.71.50 5 Vergt. Jute 115.0115, Lechwerke. 100,4 Ver. Ultramarin. 158.0. Eiſen Kaisersl..076 5,080] Lahmeger& Co. e Ver. Zellſt. Berl. 1070 1070 Elektr. Licht u. R, 186.0 Ludwigsh. Walz. 111,0 111,0 Vogt. Maſch. St. 75 25 75.— Elektr. Lieferung———.— Vofgt& Häffner 222,0 222,0 Emag Frankf. 80,——,— Mainkraftwerke. 108,0 107,0] Bolth. Sell. u. K. 59— ee Reicsan, 87,30].50 Som. U. Brſoglb. 42.8 JJ s eſchwelt. Pergw. 2432140 Enzinger Unten ge, 83, Metacg Frankf. 150,5 1208* 50,50 Darmſt. u. Nat. 261,0 261.5 Gelſenk. Bergw. 185.5 1 c 5 ef. 05 L205 1. Deutſche Dank 161,0 161.1 Harp. a 14.6 1 anger Maſch 4,86.— Mes Sonne. 52.—.— Way& Freytag gg. 50 Fe gb. St. A. 216,0 215,0 W. 0.— 2. Wesb. Geld 88.— 88, 50 D. Hyp. u Wechſ. 120,0 121.0 Kall Aſchersleb. 8. e 1028 Motoren Darmſt.—— Ung. Spinn. 213.0 218.0] Miag. Mühlb.—,—— Moenus St.⸗A.—.— n 100,0 100,0 5 ee ö 9 Fahr Geb Pirm..75855. CCCCCCCCGGCCGVVVVCCCC 26. Disconto-Geſ. 161.0 161,1 Klöckner—.— 8%„ Bonds 57 5 emel.—, 555 Jed 6 4e 105. d 100,0 Dresdner Bank 156,0 155,0 Mannesm.⸗R. 195.0 105,5 Fan eue 5 Neckarſulmer Fg.—.——.— Waldhof 219,5— 90%„„ 2881.87.05 Frankf. Bank 102.0 102,0 Mansfeld Akt—.—. 1 5 Gas 112,0 112,0 5—.— Ufa(Freiverk.). 89.— 90.— 6%„„ 2770.—70.— i 8 184,2. kf. Pol.& Wit.—— 46,501 Pf. Nähm. Kauf. 14 50 17.50 Raſtaiter Wagg. 14.—14,.— 82% Grkr. ih. 23 18,75 13.75 Metal u..———.—. e d—.— Mitteld. Ed.⸗B.—.——— Fhöniz Bergban 108,5—. eg Bai.de 225 lende dere 2580 S0 Aden Secuak,—— Berliner Börſe Fate egg 25 Oeſt. Ered.⸗Anſt. 31.25 82,— Rhein 5 N—— N 5 f ſtah . e pfdie Bop. 160.7 1810 Kale kx. MN. a e e e 1 eu —— Reichsbant. 292,0 bebe 5e Apeln Greitzr. 118.7 11.5 127. 2 Rhein. Hpp.⸗Bk. 146,0 147,0 5 e 288— Sudd. Boden-. .. 6. 2 68.— 881. Sid. Plscontg. 183.0 18,0 Indnſtrie- Aktien „.-8 53,— 83.— Wiener Bankvet. 12.65 12.65 95 J. 11 88,50 88.50 Württ. Notenbk 181.0 181.0 ich man ien ee 5 60 18.0 Löwen Werger 141— eilbr. 218 0 210,0 i 8 ergbau 59— 114.0 8 5 755 5 1 0 Ru. Lautahütte 58, 58,.— 6% Reichsank. 5 5 ransport- Akt Ver. Stablwerke 143511120] Diſch. Ablöigſch. 50.5 5* % Roggenwert.—— ennin ne 0 1 5 hoggenrentb.15.15 un Berf., e Mainzer St., A 202,5 202.5 5% Landſch Rog. 8,50 oi 325 erh. Bindg. 282,0 280.0 nb. Ber. GW Schw Actumllatoren- 4%„„„ II. 0 4 i 117.5 Adier Klever. 37.37. 4% unif. Anl. 12,10 12,5) Bank f. Brauind. 151 0159.5 Ang. Elektr.⸗G. 184, 1831 A. G. StA 1885 181,7 4% Boflobl. 1911..08] Harm Bankver. 123.0128 6 fiſen Porit⸗Z. 104.0164 10.0 Aſchaff Buntp. 141,0 141.0 8 1 94585 Maſch Duri 145.0 148.0 4½6½% Anat. Ser 7 017 2 Leſtverzinsliche Werte F 19545 17,15 Darmſt, u. N. B. 262,0 261 5 „„III 18.45 18,8 Dt. Aflatiſche Bt. 58.— 58,— Deutſche Bank 131 0161, Disch liederſee dr. 100,0 100.0 Abitigrecht 9,50.75 Schantungbahn 140 n 1555 ohne re„ 75 Schantu 7 8 Dresdner Bank. 186, . 5 Ach f. Verkehrw. 127 5127 7] Mitteld. Krebbr.. * 8% Bad. Kohlen. 19,— Allg. Lok. u. Str. 154,7 156,0] Oeſterr. Ereditbk 81 801,50 8% Grkr. Mh. K. 13,85—.— Südd. Eiſenbahn.— Reichsbank 288,1 288,8 5% Prß. Kulianl. 6,76 6,75 agg 117,0 117,5 Ahein. Creditbk. 120.9 119,5 „Südamerika. 176,5 Süddeutſch. Dise. 133,7 182,5 anſa Diſchiff— 155,0 Frankf. Allgem. 8,50] Nordd. N„109 111020 Stüd u 400 95,.—. Verein Elbeſchiff.—.— 28,45 5 i nduſtrie-Aktien ortz⸗Storch. 162.8 162,5 5¾ Mexikaner 22.8048, 3 3 189.0 188.0 Sr rt ub l.70 8,60 Bank⸗Aktien Atermderen 88 1 85 Adlerwerke 88 1 4%% Bagd.⸗Eiſ! 480] 8 8 1.80.80 Bank f. el. Werte 14 7147 0 Alexanderwerk 33.— 89 400 Fr.-Los 12,10 13,20 Berl. Handelsg. 193 0 198,0 Ammendf Pap. 157.0 8 5 Com u Privptbk 172 5172.5 Anhalt Kohl— 164 70 125 Aſchaffög. gellſt. 152,5 152,5 Hagethal Draht 99.—90.— Rheinfeld. Kraf 159,2 188,8 Aung. 58 malt 80,— 82,45 danch 9 7 0 e e n 253.0 5 mmer. Spin. 126, Rhein. ne pal, Masch. zg g 39:5 Hang Al. gest ec. 54 hen Sete h de Baſt Nürnberg 22502 226.5.⸗Wien Gum. 74.— 73,1 Rheinſtahl. 112,2 118,0 d e 2100 2095 Harpener VBergb. 141.5 141.5 Nebek Montan 116,5 118,8 * 6 2 Jerl.⸗Gub. Hut 293,0 286,0 Hedwigshütte 91. 91.25 Rückforth, Ferd. 5,75 55 Ge kale. Jad. 45,8045 Sileer Mas. 380 48 Rutger 4078 Berliner Maſchb. 2,45 58,00 Hindrichs KAuff. 90,— 91, Braunk.u. Brikett 159.0 189,0 45% Sachſenwerk. 100,0 101,0 Brown, Bop.& C. 132.0 133.0 Hohenlohewerke 92,25—.— Schuckert& Buderus Eiſenw. 88.50 88,75 Phil walnann h e 92 50 Schultheiß. 284,2 Charlott, Waſſer 86.5067,„„ e 9100 Epem. Heyden„70.25 70,30 Alſe Bergbau, 213,0 218,0 Singer da. 18. 55 He 70,00 79 75 1 bang 0— 40 55 Se e 117.0 em. Albert 54.— 83,75 Gebr. Junghans 50.— 49,75 e Conecrd Spin. 78.75 7820 5 Stolberger Zink 144,2 1440 Conti-Caduiſch. 159.5 160,5 Kahla Porzellan 66,— 6,— Suüdd Immobtl.—-— Danler enz 59, 180 Tard. 8 8 2215 imler Be. 5 1 arſtadt 158 0 N 8 Deſſauer Gaz 173, 175,7 Klsanerwerke. 110. 109.6 11 555 Daene 985 Diſch.⸗Atlant⸗. 109,0 107,7 5575 Knorr... 168,0 168.0 Tietz Leonhard 1 3,0 184,5 Dich. 5 heul 107.2107 5 12 5 N 8 15 5 Transradio 187, 137.7 „ Gußſtahl.—[n Gebr. Körting os, 1.— Deufſchetabelw. 64, 15 64,00 Krauß Gle. Lok. 49. 49,50 Parziner Papier 113,0 114, Dtſche. Maſchſbr.—.——,— Kronprinz Met.. 55,— 55.— e—.— Diſche. Steinzg. 196,0„ Kyffhäuf.⸗ Hütte—.—. Ver. Cheuncparl. 70, 7871, Sai 60 en 40 65.2 eahmeder 8 8. 122(J 52 G. Disch. Nickel w 160,5 160,0 Diſch. Eiſenhdl. 69,2 f ahmener 1„G1 Elbf. Dale Uncle. 279 Pabragle 88e 1e N. Seng Sb 6, 4038 Dresd. Schnellpt. 112,7113,5 Finde Eis 482, 5 5 25 5 52, 182,0 P. Stahlwerke.0 Dürener Metall 140,0 139. Carl Lindström 40 755.0 Vstagl v. 5. g 8 1 0 Dürkoppwerke. 21,75 5 el Schuhfab. 188.0 47,50 Per, Uitramarfn. 185,0 154.0 Donamit-Feuſf 6450 d 76 C. deren 60. 169.9 1800 Bogen 5 Aue e 207,5 Lüdenſcheld Met. 74,75 70,75 Bolgt 0 2855 „„ Magt 20,.—20,.— 5 i Enzinger⸗Union 82,— 82,— ag cus.-G. 1 Wanderer Werke 84.50 54,25 Eſchw. Bergwerk 213,0 210,0 1 75 105.2, Weſteregel Alkal. 220 205 Eſſener ein adi 85.0 435.0] Marten Aublg. 430 129,5 Wie ng Gemen 187 1055 Fahlb. Lifte G0, e Masch une h 18. 1150 Wiſſener Tönen 88.50 6 J. Heben. 15. d,) Male Ga 1157115 Wien ee 17 Pap. 172, 170 Mech. Web Lind. 11,1180 5 1 elten& Gulll. 126,0 148,0 Pie Söhne.80 55,50 elle Verein 09,0309. N. ile Gas e Miag⸗Müßten 178,2128,5 Jellſtoffwaldbol 217.0 9720 „ friſter. 134,0 188, 1* 9 0 7 9 5 8 tab Minen 87. 67, —.—[Motoren„69,69, 5. edges gal- 5e urg n e e s Senrechee Nene Gelſenk. Bergw. 88.0 45,7 Neckarsulm. Fr;/ Genscher 4 Ee 20 f Aerdd. Bonn 115 1140 Petar Pere Germ, Portli⸗ g. 107,0 182, Oberſchl. E. Bed. 78.— 73,18 Peldburg... 288,0 205,0 Gerresheimchlas 8: Oberſchl. Koksw. 99,69,— Adler Kan Gef. f. elkt, Unt. 181.5 181,5 Orenſt.& Koppel 79.— 79.— Diamond 2585 25,80 44 5 1— 5 Sſtwerke 2290 Pocher 156,0 187,0 0 midt 5 935 8.——.— Grüner Masch. 49,15 475, Pböntz Bergbau 1070 e . Sloman Salvet. 80.— 80.— Gebr Großmann 41.501 50 Polyphon Südſee Phosph. 25.—25,.— 13 5 8 9 1 68.— 00. Grun& Bilfinger 169 6167 0 Ratbgeber agg. 1 Gruſchwin Textits1 87/1 5½ Peisbolz Papier Hartm Maſchin.—.—. Roſitzer Zucker 39, 84, Br.⸗Beſigh. Oelf. 65,—67.— Hirſch Kupfer.. 130,0 Salzdetfurtß 83,5 Bremer Bulkan„102,5 102,5 Hirſchberg Leder 91.50 91.80 A 2 5 5 188, 450 Bremer Wolle 160,2 151,0 Hoeſch Eiſen. 1289124 Schubertck Salzer 244,0 240,0 Nauen dat 175 1 g . 0 * Monkag, den 11. Ortober 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe 11. Seite. Nr. 477 Tulip udp p. Roman von Hermann Eris Busse 87 Galbin richtete ſchon den Hammer, mit dem ſie nach altem, heidniſchem Brauch an alle Türpfoſten klopfte und ihr merkwürdiges Sprüchlein murmelte: Heraus, heraus, heraus! Molche und Schlangen heraus! Ueber Land und Sand, Ueber Laub und Gras, Durch Hecken und Sträuch', In tiefen Kuhlen Da follt ihr verfuhlen. So verkriet ſie das winterſchlafende Ungeziefer, Dämonen. Und der Sepp, dieſer alte Neunmalkluge, ſtand breit⸗ beinig dabei, grinſte nicht einmal, ja, er gab gewiſſermaßen ſeinen Segen zu dem ſeltſam unheiligen Spiel und erinnerte den Herrgott an die Abmachungen des hundertjährigen Ka⸗ lenders, wonach er das Wetter vierzig Tage lang ſo regieren müſſe wie am Tag von Petri Stuhlfeier. Nun, es regnete morgens ein wenig, gerade ſopiel, die Erde leicht anzuſeuchten, und trutzte darauf ein biſſel mit widrigem Wind, dann aber ſchien die Sonne und ging am Abend in goldenem Glanze unter. In der Nacht gefror es ein bißchen, in der folgenden auch, ſo daß Mattheis ein wenig Eis zu brechen begann und keines erſt zu machen brauchte. Das ging ja wie am Schnürchen, und Joſef ſtrahlte in geſter Laune. Der Kunz ſtrich abends, Tulipan traf ihn einmal dabei, um ein dralles Weibsbild herum, wie ein ältlicher Kater. Ob der mit der Rotbackigen fertig wurde, ein wenig ſteif, wie er bereits ſchien, war eine neckiſche Frage. Tobias ſchwieg ſich aus darüber. Der Lenz in den halb bürren Gemütern der Hageſtolze beluſtigte ihn; wie ſie ihm gerecht wurden, ging ihn nichts an. Balbine könnte zwar ein jüngeres Weib als Hilfe gut gebrauchen, ſie wurde anfangs recht klapprig, obſchon ſie noch nicht gar ſo alt war. Eine ledige Perſon im Haus tat wohl nicht gut. Die ſchielte zu⸗ viel nach den feſchen Mannsleuten. Tulipan lachte ſich ſelber aus über ſeine Haushaltſorgen. Eigentlich lag doch das Freien ihm am nächſten. Eine ein⸗ lache, ſtille Schafferin, die auch linde Hände und Gemüt hatte, die böſen E FRAUEN Sopgright by Horen-Veriag. Grabti.. Berlin. Grunewald genügte ihm ſo eine? Und wo fand man die? Er war be⸗ ſcheiden geworden. Etliche Tage verltefen glatt und unter blauem Himmel, mit herrlicher Arbeitsluſt gewürzt. Der Kunz pfiff unentwegt die neueſten und frechſten Gaſſenhauer, die ihm wohl im Kino in der feurigen Nähe ſeiner Braut wie Liebesſänge eingegangen waren; woher ſollten auch ſonſt ſeine muſikaliſchen„Neuheiten“ kommen. Er merkte nicht einmal, daß er vom füngſten Lehrling bis hinauf zum Joſef offen und verſteckt parodiert und geneckt wurde. Dem Aeltlichen ſtand die Jünglingsgluk nicht, er wurde zum Faunsgebild, wie er ſo mit den in engen Hoſen ſtecken⸗ den, ſtark nach hinten ausbiegenden, dünnen Beinen, vor denen ein kurzer Schurz labberte, junge Bäume an friſche Pfähle band und während der Arbeit unverdroſſen die Lippen als kurzen, ſpitzigen Rüſſel nach vorne ſchob zur weichen Flöte zwiſchen dem dürftigen Schnurr⸗ und dem nach hinten ge⸗ zwirbelten Bocksbart. Die ſcharfrückige Naſe bog ſich tief hinab, die kleinen Augen verſanken in ſtruppigem Buſch⸗ werk der Lider⸗ und Brauenhaare, und zwiſchen den über⸗ mäßig großen, bläulich angelaufenen Ohren liefen unzäh⸗ lige, winzige Querfältchen wie feine Pliſſees durch die ſchmale Stirn. Der Kunz war eine Prachtsfigur, man konnte über ihn lachen und ihn auch ehrlich liebhaben. ö Tulipan wußte, dieſer ſeltſame Geſell verſtand es mit den Bäumen und Hecken, ſie wirkten Wunder unter ſeinen behutſamen Händen. Wie ein Arzt, ruhig, ſachlich, mit ſorg⸗ fältig vorbereiteten Inſtumenten, ſchnitt er ſie, okulierte und operierte, heilte mit Baſt und Baſſam, nährte und umhegte unentwegt. Der Sepp hielt es lieber mit den Blumen und Gewächſen in den Treibhäuſern. Er hatte ſich der Näſſe und Kälte im Freien auf dieſe Art entzogen und herrſchte faſt das ganze Jahr hindurch in ſeinem bunten, ſeuchtwarmen, künſtlichen Staat. In der Gemüſezucht teilten ſich die beiden nur wider⸗ willig, dieſes plebejiſche, eines Edelgärtners unwürdige Amt überließen ſie am liebſten den jungen Geſellen und den Wei⸗ bern. Die Blumen im freien Land, die künſtleriſchen, gärtneri⸗ ſchen Anlagen beſorgte Tulipan jetzt ſelber mit einem jungen, taubſtummen Geſellen, der ungemein fleißig, auch ehrgeizig war und vor allem ein feines Gefühl für Farbenklang und Formenrhythmus der Blüten beſaß. Faſt ohne Verſtändigung ging er auf die Pläne des Meiſters ein, a, brachte allein etwas noch Unentſchloſſenes richtig zu Ende. Der taubſtumme Fridolin Nehrer kam eines Tages mit dem üblichen Bettelausweis dieſer hilfloſen Haufterer vor das Tor der Gärtnerei und geriet unter die Augen Tultpans, der mit ihm den Weg hinauf in die Küche ging, ihn Balbines Fürſorge zu übergeben. Er wies keinen Landſtreicher ab, obſchon'ſie zuweilen geradezu in Trüpplein zu. dem mild⸗ tätigen Gärtner heraufpilgerten. Einer ſagte es dem andern auf der Straße:„Da und da geh hin, es gibt was, Penunſe oder Magenheil, ohne Predigt und Vermahnung. Ganz ohne drum und dran, nicht mal ein Dankſchön wird verlangt.“ Da ſcheuten ſie eben den Weg nicht auf den Berg und ſahen vor allem noch am Steinpfoſten des Tores das Ge⸗ heimzeichen der Landſtörzer, die mit Rötel unbekümmert groß hingemalten Zinken: hier wird viel und gern gegeben! Und darunter noch die Beruhigung: man braucht nicht dafür zu ſchaffen! Tulipan kannte ſich aus in den wildromantiſchen Gewohn⸗ heiten der Sonnenbrüder, er konnte ſie gut leiden und wiſchte auch die Hieroglyphen nicht ab. Als er mit Fridolin den Weg hinaufſchritt, bemerkte er ſchon, wie dieſer immer glänzendere, ja begehrlichere Augen bekam nach den Blumenrabatten hinüber. Er ſchnitt ein paar Sommeraſtern ab und reichte ſte dem Armen. Der küßte mit überſtrömender Freude die großen Sternblüten und krähte hilflos einen Dank im verfloſſenen Gaumen. Und es gab ſich, daß der Taubſtumme geſtehen konnte, indem er die Rechentafel und den Griffel Balbines zu Hilfe nahm, er ſei Gärtnergeſelle und arbeitsſcheu geworden, er wolle aber wie⸗ der ſchafffen, wenn ſie ihn um Gotteslohn dabehalten würden. Ohne Zaudern ſagte Tulipan zu und bekam ſo drei Geſellen ins Haus, die alle etwas Beſonderes leiſteten. f Das Schaffen machte unbändige Freude. Man vergaß alles, was mit Zeitungeduld und krankem Analyſieren zu tun gehabt hatte. Das Ich ging im Ganzen auf, in der Sonne dieſer ſo früh ins Land geſchwebten Frühlingswochen. Die Stadt raunte fern, fern wie ein trüber Strom. Unterm ſilbrigen Dunſt des Lenzes waren die Dächer und Tore ver⸗ borgen, nur die Helmſpitze des Domturmes mit dem goldenen Stern über der Kreuzblume glänzte freudig im Lichte und empfing morgens den erſten und abends den letzten Blick Tulipans 5 (JFortſetzung folgt) 5 — N wegen vollständiger Geschäftsaufgabe Beginn: Dienstag nachm. 2 Uhr qeder Meter muß schnellstens verkauft werden, Verlustpreise sind unvermeidlich. 9 Ill faruar Seiden-, Woll- und Baumwollwaren Größste Auswahl in erleichtert lhnen den Einkauf. 4 1 1 5* 3 5 N 7 V Haus der Stoffe MANNHEIM- FPLANKEN D 3, 7. 7 — e e 5 e e 12. Seite. Nr. 477 Neue Mann (Abend⸗Ausgabe heimer Zeitung Selten erfolgreiche Ceneral-Verttetung für Baden und Pfalz zu vergeben, ge⸗ eignet für Herrn aus der Eiſenbranche, Ingenieure, Kaufleute etc. 6 Patenten verſehen. 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