Bezugspreiſe: In Maunheim und Umgebung durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt ohne Zuſtellgebühr RM..—. Einzelverkaufspreis 10 Pfg.— Abholſtellen: Waldhofſtraße 6, Schwetzinger⸗ ſtraße 19/0, Meerfeldſtraße 18, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 68, W Oppauerſtraße 8.— Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Beilagen: Montag: Sport der N. M. J./ Dienstag wechſelnd: Aus der Welt der Technik Kraftfahrzeug und Verkehr Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 24951 Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Neues vom Film/ Mittwoch wechſelnd: Die fruchtbare Scholle Steuer, Geſetz und Recht eimer Jeitung Mannheimer General-Anzeiger Augeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 bie 32 mm breite Colonel⸗ zeile; im Reklameteil RM..— die 790 mm breite Zeile.— Für im Voraus zu bezahlende Familien⸗ und Gelegenheits⸗ Anzeigen be⸗ ſondere Sätze.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. Donnerstag wechſelnd: Mannheimer Frauenzeitung Für unſere Jugend/ Freitag: Winterſport und Erholung. Mannheimer Vereinszeitung/ Samstag: Aus Zelt und Leben Mannheimer Muſikzeltung Mittag⸗ Ausgabe Freitag, 29. November 1929 140. Jahrgang— Nr. 555 Die Ne chshilfe für die besetzten Gebiete Meichsminiſter Dr. Wirth macht Mitteilungen über das Hilfsprogramm der Reichsregierung Die Beratungen des Reichstags Ergebnis einer Abſtimmung Draht meld ung unſ. Berläner Büros) ö Berlin, 28. Nov. Im Reichstagsausſchuß für die beſetzten Gebiete wurden Petitionen behandelt. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte Reichs miniſter für die beſetz⸗ ten Gebiete Dr. Wirth auf Wunſch des Ausſchuſſes Ausführungen über das Hilfsprogramm für die be⸗ ſetzten Gebtete und die weſtlichen Grenzgebiete. Die größte Schwierigkeit liege darin, daß man heute noch nicht überſehen kann, welche Beträge zur Ver⸗ fütgung ſtehen. In dem Nachtragshaushalt für 1923 ſind 10 Millionen R M. eingeſetzt, wieviel im Haushalt 1930 eingeſetzt werden, iſt noch nicht zu überſehen. Der Etat liegt gegenwärtig in dem Ka⸗ binett vor. Die Verhandlungen der nächſten Wochen werden zeigen, welche Summen für das Weſtpro⸗ gramm zur Verfügung geſtellt werden können. An dem Miniſterium für die beſetzten Gebiete liegt es jedenfalls nicht, wenn das Weſtprogramm noch nicht vorgelegt werden kann. Wenn man dem Miniſte⸗ rium für die beſetzten Gebiete eine beſtimmte Summe zur Verfügung ſtellte, wäre es ſofort imſtande ein entſprechendes Programm aufzuſtellen. In Bezug auf den In halt des Programms erklärte der Miniſter, daß Straßen, Brücken, Waſ⸗ ſerverſorgung, Maßnahmen für die Umſtellung der Landwirtſchaft zum Handel und Kleingewerbe und anderes der Hauptinhalt dieſes Programms ſein werden. Von den Ländern ſind größtenteils auch die vordringlichen und konkreten Notwendigkeiten eines produktiven Programms eingegangen. In der Abſtimmung wurden dann folgende Zentrumsanträge ange⸗ nommen: In den Haushalt 1929/30 und in den möglichen Gtats für die nächſten Jahre ſind ausreichende Mittel zur Durchführung des von der Reichs⸗ regierung an ſich begonnenen Weſtprogramms ein⸗ zuſetzen. Die Reichsvermögensverwaltung und verwertung führt auch nach Abzug der Beſatzungs⸗ truppen die reichseigenen Grundſtücke und Gebäude im beſetzten Gebiet als eine dem Miniſterium für die beſetzten Gebiete unterſtellte Behörde vorläufig weiter. Bei der Verwertung reichseigener Gebäude und Grundſtücke darf der fiskaliſche Ge⸗ ſichts punkt nicht allein ausſchlag⸗ gebend ſein, ſondern es müſſen dabet auch die ge⸗ meindlichen, kulturellen, ſoztalen und karitativen be⸗ rechtigten Intereſſen der beſetzten Gebiete berückſich⸗ tigt werden. Englands Rheinlanoräumung (Drahtung unſ. Londoner Vertreters). § London, 29. Nov. Das letzte Kapitel der engliſchen Rheinlandräu⸗ mung beginnt heute. Die meiſten noch im beſetzten Gebiet befindlichen engliſchen Truppen werden in dieſen Tagen die Rückreiſe nach England antreten. Nur noch zwei Bataillone werden bis zum Anfang Dezember im Rheinland bleiben, um die Abwicklung der Räumungsgeſchäfte durchzuführen. In den er⸗ ſten Tagen des Dezember wird, wie die„Times“ heute von maßgebender Seite erfahren, die Räumung planmäßig durchgeführt ſein. Polniſche „Abrüſtungs vorbereitungen (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) I Berlin, 29. Nov. Ueber einen neuen Kriegsmaterialtransport nach der Weſternplatte wird der„D. A..“ aus Dan⸗ 31g berichtet. Der polniſche Marinedampfer„Wil⸗ ja“ iſt danach in dem Munitionsbecken der Weſtern⸗ platte eingetroffen, die zu dieſem Zweck völlig ge⸗ räumt werden mußte. Das Schiff brachte eine große Ladung von Exploſionsſtoffen und Waffen von dem franzöſiſchen Hafen Cherbourg. Es muß ſich um recht beträchtliche Mengen han⸗ deln, da die Sperre bis Samstag andauern ſoll, (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) J Berlin, 29. Nov. Die geſtrige Reichstagsſitzung war nur von kurzer Dauer, da nach altem parlamentariſchem Brauch die Donnerstag⸗Nachmittage für die Beratungen der Fraktionen frei gehalten werden ſollen. Verſchiedene Vorlagen, unter ihnen das Republikſchutzgeſetz, wur⸗ den verabſchiedet, die Verlängerung des Steuermil⸗ derungsgeſetzes in zweiter Leſung gutgeheißen. Auch der einzig allgemein intereſſierende Gegenſtand der Dagsordnung, der ſozialdemokratiſche Antrag auf den Fünf⸗Uhr⸗Ladenſchluß am Heiligen Abend, entfeſſelte keine Debatte, ſondern ging an den Ausſchuß, zuſammen mit Deutſchnationalen, die eine um 20 Min u⸗ ten längere Verkaufszeit verlangten. Als dann Präſident Löbe vorſchlug, morgen gleich die zweite Leſung des Hugenbergſchen„Frei⸗ heitsgeſetzes“ vorzunehmen, erhoben die Deutſchnationalen Einſpruch. Die ſtille Hoffnung mancher Abgeordneten auf ein ausgiebiges Weekend iſt damit zunichte geworden. In den Kreiſen der Regierungsparteien nimmt man an, daß eine dritte Leſung ſich nicht mehr als notwendig erweiſen wird. Sollte das wider Erwarten doch der Fall ſein, ſo wird ſie am Montag vor ſich gehen. Ein Proteſt der Nationalſozialiſten gegen die Anberaumung des Volksentſcheids auf den 22. Dezember wurde ſang⸗ und klanglos abgewieſen. Am das deutſchnationale „Freiheitsgeſetz“ (Drachtbericht unſ. Berliner Büros) J Berlin, 29. Novpbr. Von den Fraktionen, die nach der Plenarſitzung des Reichstages zuſammentraten, um die verſchie⸗ denen aktuellen Probleme zu erörtern, galt das Hauptintereſſe natürlich den Deutſchnationalen. Welche Taktik werden ſte heute bei der Beratung des Freiheitsgeſetzes einſchlagen? Vor allem: Wie wird ſich die Ab ſtimmung über den ominö⸗ en 8 4 geſtalten? Eine Vorbeſprechung, die die einem Antrag der Fraktionen geſtern um die Mittagsſtunde abhiel⸗ ten, hinterließ zunächſt den Eindruck, daß ein Kom⸗ promiß zwiſchen Oppoſttion und Rechtgläubigen auf dem Marſche ſei. In der ſtundenlangen Ausſprache, die ſich dann aber entwickelte, kam es, wie uns be⸗ richtet wird, zu ſehr heftigen Auseinanderſetzungen mit den oppoſitionellen Gruppen. Die Sitzung war erſt gegen zehn Uhr beendet. Die Debatte ſpitzte ſich ſtellenweiſe ſehr kritiſch zu, beſonders als der Abg. Treviranus einen ſcharfen Vorſtoß gegen Hugenberg unter⸗ nahm. Hugenberg ſelbſt trat der Oppoſition in einer längeren Rede entgegen. Die Sitzung wurde geſchloſſen, ohne daß eine Klärung erfolgt wäre. Ein Communiqus iſt nicht herausgegeben worden. Die Ausſprache ſoll heute um zwölf Uhr fortgeſetzt werden. Soweit aus ihrem bisherigen Verlauf, über deſſen Einzelheiten ſtrenge Vertraulichkeit ge⸗ wahrt wurde, ſich erſehen läßt, wird ſchließlich wohl doch vermieden werden, daß der mit unverminder⸗ ter Stärke anhaltende Gegenſatz innerhalb der Fraktion bei der Abſtimmung über den 8 4 allzu kraß in die Erſcheinung tritt. 5 i Noch nicht ganz ſicher iſt, ob die Regierungs- parteien eine gemeinſame Erklärung abgeben wer⸗ den. Darüber will man ſich noch heute vormittag verſtändigen. Es iſt damit zu rechnen, daß die Aus⸗ führungen der Deutſchnationalen, für die außer dem Abg. Oberfohren wie es heißt auch noch Herr vun Freytag⸗Loringhovem, Hugen⸗ bergs Bannerträger, ſprechen ſoll, die Deutſche Volkspartei nötigen werden, über den Rahmen einer gemeinſamen Erklärung der Regierungs⸗ parteien hinaus zu etwaigen Angriffen Stellung zu nehmen. In dieſem Fall wird vorausſichtlich der Abg. v. Kardorff für die Deutſche Volkspartei das Wort ergreifen. Die gleiche Situation könnte ſich auch für die Bayeriſche Volkspartei ergeben. Ob das Kabinett ſich an der Debatte beteiligen wird, iſt noch unbeſtimmt. Man rechnet damit, daß der Reichskanzler oder der Innenminiſter eine Er⸗ klärung abgeben werden. Reichsgerichtsräte wegen Veleibigung verurteilt (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 28. Nov. Senatspräſident Reichert vom Reichsgericht und Reichsgerichtsrat a. D. Bewer wurden heute wegen Beleidigung des Herausgebers des„Tagebuch“ Leopold Schwarzſchild zu je 300%¼ Gel oͤ⸗ ſtrafe verurteilt. Die beiden Verurteilten redt⸗ gieren die„Deutſche Richterzeitung“. Der Kläger hatte das Todesurteil des Neu⸗ ſtrelitzer Schwurgerichts gegen Jakubowſki im „Berliner Tageblatt“ ſcharf kritiſiert. Darauf er⸗ ſchien in der„Deutſchen Richterzeitung“ eine Erwi⸗ derung, in der dem Schriftſteller Schwarzſchild„a b⸗ ſcheu liche Fahrläſſigkeit undempbrende Wahrheitswidrigkeit“ nachgeſagt und er „als rechtsbeugender Literat“ bezeichnet wurde. Auf die Klage des Beleidigten ſprach das Amts⸗ gericht Schöneberg am 30. 1. 1929 die angeklagten Reichsgerichtsräte frei, indem es ihnen Wahrneh⸗ mung berechtigter Intereſſen zubilligte. Schwarzſchild legte Berufung ein. Der erſte Ter⸗ min verfiel der Vertagung und im zweiten Termin wurde heute das oben wiedergegebene Urteil gefällt. Die 6. kleine Strafkammer am Landgericht II unter Vorſitz des Landgerichtsrates Bork verſagte den bei⸗ den Angeklagten den Schutz des 8 193(Wahrnehmung berechtigter Intereſſen), da ſie in ihren Angriffen das erlaubte Maß überſchritten und ſich ſchwerer formaler Beleidigung ſchuldig gemacht hätten. Als beſonders erſchwerend ſah das Gericht die hohe Stellung der beiden Angeklagten an, die ſie zu beſonderer Vorſicht hätte veranlaſſen müſſen. Der Schutz der Immunität (Drahtbericht unſ. Berliner Büros) Berlin, 28. Nov. Im preußiſchen Landtag gab es geſtern eine De⸗ batte über den guten Ton und zwar diesmal nicht innerhalb, ſondern außerhalb des Parlaments. Es ſollte über die Aufhebung der Immunität für eine ganze Reihe rechts⸗ und links radikaler Abgeordneter entſchieden werden, die in Artikeln und Verſamm⸗ lungen ſich arg wider die guten Umgangsformen ver⸗ gangen haben. Nationalſozialiſten und Kommuniſten fanden ſich in der Abwehr gegen den Zugriff des Staatsanwalts brüderlich zuſammen. Der Nattonal⸗ ſozialiſt Kube, der auf der Proſkriptionsliſte an erſter Stelle ſteht, weil er den Innenminiſter Grzeſinſki ſchwer gekränkt hat, gab den Vor⸗ wurf rauher Sitten an die preußiſche Regierung zu⸗ rück: Wenn die Oppoſttion pfleglicher behandelt würde, würde auch dieſe ihr Temperament beſſer zügeln. Die Kommuniſten erlebten bei der Abſtim⸗ mung den Triumph, daß ihre Abgeordneten, die durch⸗ weg Verſtöße gegen das Demonſtrationsverbot am 1. Mai auf dem Kerbholz haben, der rächenden Obrig⸗ keit nicht preisgegeben wurden. Gegen die Stimmen des Zentrums, der Demokraten, der Deutſchen Volks⸗ partei und der Deutſchnationalen, die daraufhin demonſtrativ den Sitzungsſaal verließen, wurde den Beſchuldigten der Schutz der Immunität auch weiterhin zugebilligt. i Ein hübſcher Anſporn für ſie, nun auch fernerhin ihre agitatoriſchen Kräfte ſpielen zu laſſen Heraus mit der Finanzreform! Man muß es nicht dreimal ſagen, nein, ſchon hundertmal und mehr wurde es ausgeſprochen, daß es ſo nicht weitergeht. Der Untätigkeit der Regierung in der Finanzreform muß endlich mit einer Mobiliſterung aller Kräfte begegnet werden, um ſie zum Handeln zu zwingen. Die Lage der Wirtſchaft iſt heute doch ſo, daß bei einem Verharren bei der gegenwärtigen Wirtſchaftspolitik eine Geſundung und ein neuer Aufſtieg nicht erreicht werden kann. Für die ruhige Fortentwicklung der deutſchen Wirtſchaft bedeutet das Hinauszögern der Finanzreform eine ſchwere Hemmung und verhindert zum mindeſten ein Dis⸗ ponieren auf längere Sicht. Jeder Einzelne fühlt, daß eine ungeheuere Steuerlaſt die deutſche Wirtſchaft bedrückt und viele wiſſen, daß die Gefahren, die aus der bisherigen falſchen Finanzpolitik Wirtſchaft und Staat bedrohen, viel näher und ſchwerer ſind, als man aus der Zurückhaltung der Regierung ent⸗ nehmen kann. Die Rückwirkung der Verzögerung der Löſung dieſer Schickſalsfrage der deutſchen Wirtſchaft auf das geſamte Wirtſchaftsleben iſt unverkennbar. Sie drückt ſich allenthalben, wie wir ſchon in Nr. 520 aus⸗ führten, in vermehrter Zurückhaltung aus und trägt allgemein zu einer Vergrößerung der Unſicherheit bei. Der Plan, den der Reichs ⸗ finanzminiſter bereits aufgeſtellt hat, den er aber merkwürdigerweiſe bisher der Oeffentlichkeit und damit einer ſachgemäßen Erörterung und Kritik vorenthält, ſcheint nach allem, was bisher über ſeine Grundzüge verlautete, in halben Maßnahmen ſtecken zu bleiben. Nichts iſt aber für die Wirtſchaft gefährlicher als Halbheit, da ſie nicht dazu angetan iſt, eine wirklich geſunde Grundlage zu legen. Mit einem ſolchen Plane, der vielleicht entſtanden iſt aus allzu großer Rückſicht auf parkeipolitiſche Dogmen oder Forderungen, darf allerdings der Reichs miniſter nicht an die Oeffentlichkeit treten. Wir ſchrieben geſtern, daß ebenſo wichtig wie die Finanzreform auch die Parteireform ſei. Wenn wirklich der Reichsfinanzminiſter ſeinen Plan allzu ſehr unter parteipolitiſchen Geſichtspunkten geſtaltet hat, dann allerdings müßte die erſte Forderung auch vom wirt⸗ ſchaftlichen Standpunkte aus nach der Parteireſorm gehen, damit die Vorausſetzungen für eine ſach⸗ gemäße und aus dem Intereſſenſtreit der einzelnen Gruppen herausgehobene Reform der Wirtſchafts⸗ und Finanzpolitik gegeben ſind. 5 0 Wir haben aber keine Zeit mehr zum War⸗ ten, und es iſt darum notwendig, daß auch in der Frage der Finanz⸗ und Steuerreform oder gerade hier zuerſt, durch eine allgemeine Volksbewegung die lähmenden Widerſtände der Parteien und Partet⸗ dogmatik überwunden werden. Dazu iſt jedoch er⸗ forderlich, daß die Kenntnis von der Schwere der Gefahr, die die zögernde Behandlung der Finanz⸗ und Steuerreform heraufbeſchworen hat, in das Be⸗ wußtſein weiteſter Volkskreiſe dringt. Wir haben in den letzten Monaten von uns aus getan, was geſchehen konnte, um unſere Leſer auf die einzelnen Probleme, dier hier anfallen, aufmerk⸗ ſam zu machen und auf ihre Bedeutung für das Leben der Nation mit allem Nachdruck hingewieſen. Wir verweiſen auf unſere Ausführungen u. a. in den Nummern 515, 520, 524 und 531. In allen dieſen und auch früheren Artikeln machten wir darauf auf⸗ merkſam, daß es nicht angängig iſt, immer nur von Plänen zu ſprechen, wenn ihnen das Han⸗ deln nicht folgt. Wir forderten, daß in erſter Linie die Fin anz⸗ und Steuerreform ſo be⸗ ſchloſſen ſein müſſe, daß ſie die Kapitalbildung im Innern wieder fördert und nicht hemmt, daß weiter die Steuerlaſt gemildert werde, um die Ka⸗ pitalbildung zu fördern, und verlangten immer und immer wieder, daß bei Reich, Ländern und Kom⸗ munen eine rückſichtsloſe Sparpolitik einteete, die dazu angetan ſei, die Ausgaben weſentuch zu ſenken. Das Berliner Tageblatt, das neuerdings ebenfalls mit beſonderer Entſchiedenheit für die Steuerreform eintritt, errechnete kürzlich, daß die Steuerlaſt in Deutſchland durchſchnittlich 3,68 v. H. des induſtriellen Umſatzes ausmacht und 4,06 v. H. des geſamten arbeitenden Kapitals, 4 2. Seite. Nr. 555 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 29. November 1929 In unſerem Artikel„Steuerpolitik und Ertrag der Induſtriellen Unternehmungen“ in Nr. 331 ver⸗ wieſen wir auf die Veröffentlichung des Reichs⸗ verbandes der deutſchen Induſtrie, nach der der Fis kus am Probnuktionsertrag der geſam⸗ ten Induſtrie mit 60 v. H. beteiligt iſt, beim Bergbau mit 65 vc. und bei der Eiſen⸗ und Metallgewin nung mit 75 v.., ja bei ber Maſchinen⸗, Apparate⸗ und Fahrzeng⸗ induſtrie im Durchſchnitt ſogar mit 88,8 v. H. Daß eine Steuerpolitik, die zu ſolchen Ergebniſſen führt, jeder wirtſchaftlichen Vernunft ins Geſicht ſchlägt, liegt auf der Hand. Die Entſchließung der Han⸗ dels kammer Heidelberg⸗Mos bach(ſiehe geſtrige Mittagsausgabe der„N. M..“) brachte das ebenfalls deutlich zum Ausdruck und verwies ins⸗ beſondere auf das Intereſſe, das auch die Ar⸗ beiterſchaft an der Steuerreform haben muß. Angeſichts dieſer Tatſachen iſt die Haltung der Regierung un verſtänd lich und ſie darf ſich nicht wundern, wenn in der nächſten Zeit die Wirt ſchaft neben mehr oder minder fachlich fundierten Vorſchlä⸗ gen zu einer Art Selbſthilfe ſchreiten wird. In die Hand der Regierung iſt es gegeben, dieſe an ſich nicht erwünſchte Selbsthilfe zu verhüten. Sie braucht nur mit Aufmerkſamkeit und einigermaßen Entgegen⸗ kommen die von der Sorge um das Ge ſamt⸗ wohl vorgetragenen Vorſchläge, wie ſie 3, B. das Präſidium des Reichsverbandes der deut⸗ ſchen Induſtrie dieſer Tage angekündigt hat und wie ſie das Präſidialmitglied des Hanſabundes, E. Moſich, ſoeben unterbreitete, entgegennimmt und ſinngemäß in ihren Reformplan einbaut. Wir werden auf die beiden Denkſchriften noch ausführlich zurückkommen Ulrd werden auch von uns aus zu den einzelnen Fra⸗ gen in der nächſten Zeit eingehend Stellung nehmen. Die Finanzreform iſt die Schickſalsfrage Deutſchlands und nur wenn die begrün⸗ dete n Forderungen der Wirtſchaft erfüllt werden, ist ein weiterer Aufſtieg der Wirtſchaft gewährleiſtet. Vorausſetzung iſt, daß die Finanzreform unbeachtet der Intereſſen einzelner Parteien oder Gruppen ge⸗ tragen wird vom Vertrauen des ganzen Volkes, weil nur dann aus einer ſo geſtalteten Reform alle Kreiſe Vorteil ziehen können. Eine gründliche Finanzreform allein wird Arbeitsmöglichkeit für das geſamte Volk, für den Arbeitgeber wie für den Arbeitnehmer ſchaf⸗ fen können. — Aus dem Sozialiftenlager in Berlin [(Drahtbericht unſeres Berliner Büros) J Berlin, 29. Noy. Die Berliner ſozialdemokratiſchen Parteifunktis⸗ näre zogen geſtern die Bilanz der Stadtverordneten⸗ wahlen, die der Sozialdemokratie bekanntlich einen nicht unbeträchtlichen Mandatsverluſt eingebracht haben. Der Abg. Künſtler, der das Referat hatte, ſüichte die Schuld dieſes Mißerfolges natürlich nicht in den Kommunalſünden ſeiner eigenen Partei, ſon⸗ dern ſtellte die Dinge ſo dar, als ſeien Bürgerliche und Kommuniſten gemeinſam über die Sozialdemo⸗ kraten hergefallen, obwohl ſte doch ſamt und ſon⸗ ders an dem Sklarek⸗Skandal beteiligt geweſen wären, wobei Künſtler freilich überſieht, daß der Anteil ſozialdemokratiſcher Porſön⸗ lichkeiten an dieſer Korruptionsaffäre doch immerhin etwa 70 p. H. beträgt. Künſtler mußte dann auch zugeben, daß die an gewiſſe Parteigenoſſen gezahlten hohen Gehälter„unmoraliſch und unſittlich“ ſeien und daß gegen die„Mammuteinkommen“ in der Stadtgemeinde Front gemacht werden müſſe. In der ſehr zahmen Diskuſſion kam erneut die Unzufriedenheit mit den Leiſtungen des„Vorwärts“ zum Ausdruck. Man war der Aßfſicht, daß ein Zentralorgan die Aufgabe, die die Berliner Sozialdemokratne zu erfüllen habe, nicht erfüllen könne und daß daher die Schaffung eines beſon deren Berliner Blattes un⸗ bedingt notwendig ſei. Der„Vorwärts“ ⸗Redakteur Stampfer, der pro domo ſprach, wandte ſolchen Wünſchen gegenüber ein, daß eine neue Zeitung im⸗ mer ein Experiment ſet, das, wenn es nicht glücke, eine Meuge Geld koſte. Die Verſammlung forderte ſchließlich in einer Reſolution die Beſchleunigung des Unterſuchungs⸗ verfahrens der Partei gegen die Sozialdemokraten Bro lat und Kohl. Schulkinder und Verfaſſungsfeier [Drahtbericht unſeres Berliner Büros) 15 Berlin, 29. Nov. In der Frage, ob ein Zwang zur Teilnahme der Kinder an der Verfaſſungsfeier beſtehe, haben die Hirſchberger Gerichte ein prinzipiell wichtiges Urteil gefällt. Ein Kommuniſt hatte eines ſeiner ſchulpflichtigen Kinder nicht zur Verfaſſungsfeier ge⸗ ſchickt mit dem Hinweis, daß die Eltern mit der jetzigen Staatsform uicht ein verſtanden ſejen. Das Hirſchberger Amtsgericht verurteilte den Vater indes mit der Begründung, daß die Schul⸗ ſeſern einen Teil des Unterrichts darſtellten und daher von allen Kindern beſucht werden müß⸗ ten. Dieſer Anſicht iſt nun auch das Kammergericht beigetreten. Jeder Deutſche habe, ſo heißt es in der Begründung, das Recht, ſeine Meinung frei zu äußern, jedoch nur innerhalb der allgemeinen Ge⸗ ſetze. Zu dieſen Schranken der Betätigung der freien Meinungsäußerung gehöre auch das Schulpflicht⸗ geſetz, das jeder Familienvater beachten müſſe. Eimreiſe von Wolgadeutſchen .(Drahtbericht unſeres Berliner Büros) g Berlin, 29. Nov. Der erſte Transport von 500 bis 600 vertriebenen Bauern wird morgen abend an der lettiſch⸗ruſſiſchen Grenzſtation eintreffen. Von da erfolgt dann der Weitertransport über Riga nach Eydtkuhnen. Ein Aufenthalt von 24 Stunden iſt aus ſanitären Grün⸗ den in Gumbinnen vorgeſehen. Ein zweiter Trans⸗ port gleichen Umfangs verläßt nach dem„Berliner ſeblaßt Moskau am 29. November, ein dritter u gleichen Abſtänden gehen dann die übri⸗ Uffenſtillſtand im fernen Oſten China unterwirſt ſich dem ruſſiſchen Altimatum (Drahtung unſ. Londoner Vertreters). 9 London, 29. Nov. Die Nachricht, daß zwiſchen China und Rußland ein Waffenſtillſtand auf Grund der Bedingungen des ſowjetruſſtſchen Ultimatums vom letzten Sommer zu⸗ ſtandegekommen iſt, beſtätigt fich. „Times“ erhalten aus Schanghai einen Bericht über die Vorgänge bei Abſchluß des Waffenſtillſtan⸗ des, aus dem hervorgeht, daß am 21. November ein chineſiſcher Oberſt in Begleitung eines Ruſſen, der früher im Sowjetkonſulat von Charbin tätig ge⸗ weſen war, in Chabarowſk eintraf und dem dortigen ruſſiſchen Kommandanten eine offizielle Erklärung des chineſiſchen Kommiſſars für auswärtige Ange⸗ legenheiten in Charbin überreichte, wonach der Un⸗ terhändler von den Regierungen von Mukden und Nanking zum Abſchluß eines Waffenſtillſtandes be⸗ rechtigt ſei. Der Sowjetkommandant erwiderte, daß ein Ab⸗ ſchluß der Feindſeligkeiten nur möglich ſei, wenn China ſämtliche Bedingungen des ruſſi⸗ ſchen Ultimatums vom 13. Juliannehme. Fünf Tage ſpäter traf in Moskau ein Telegramm des mandſchuriſchen Gouverneurs Tſchangſuehltang ein, in dem dieſer die bedingungsloſe An⸗ nahme des Ultimatums ausſprach. Der Außen⸗ kommiſſar der Sowjetregierung, LZitwin ow, er⸗ widerte, daß er die chineſiſche Erklärung als bindend anſehe und verlangte, daß zunächſt einmal die bei⸗ den ruſſiſchen Leiter der chineſiſchen Oſtbahn wieder eingeſtellt werden ſollten. Aus Mukden traf unverzüglich die Nachricht ein, daß die Chineſen bereit ſeien, dieſe Bedingung zu er⸗ füllen. Daraufhin wurden von ruſſiſcher Seite die Feindſeligkeiten eingeſtellt. Die Nankinger Regierung hat die Bedin⸗ gungen des Waffenſtillſtandes nunmehr von ſich aus beſtätigt und daher die Möglichkeit einer normalen Regelung des Konflikts gegeben. Die Verhandlun⸗ gen über die Durchführung der Rückkehr zum status duo ante werden unverzüglich in Chabarowſk be⸗ ginnen. Inzwiſchen hat nach japaniſchen Meldungen die Nankinger Regierung von neuem eine Ver⸗ mittlungsaktion einzuleiten verſucht. Es ie Die 2 l Volrügeriſcher Vankkommiſſionär (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 28. Nov. Anfang November iſt der 1890 in Altona geborene Bankkommiſſionär Löwenſtein flüchtig gegangen, der in Berlin in verſchiedenen Hotels wohnte. Er unterhielt eine Bürogemeinſchaft mit der Berliner Bank Gmb. H. öwenſtein wird vorgeworfen, Be⸗ trügereien mit Schuldbuchforderungen verübt zu haben. Seine Schwindeleien wurden dunch Hintermänner unterſtützt und gedeckt. Es beſteht der Verdacht, daß ſich unter ihnen auch Vorſtands⸗ mitglieder der Berliner Bank befunden haben. Bei dem Bearbeiter der Angelegenheit haben ſich bis jetzt etwa 10 Perſonen gemeldet, deren Forde⸗ rungen zwiſchen zwei bis 40 000 Mark ſchwan⸗ ken. Mit ihnen iſt die Zahl der Geſchädigten zwei⸗ fellos nicht erſchöpft. Sie wird ſich auch dadurch er⸗ höhen, daß Löwenſtein auch Filialen in anderen Städten unterhalten hat, ſo in München, Bres⸗ lau und Düſſeldorf. Dort hatte er Agenten, die ſeine Intereſſen wahrnahmen. Er ſelbſt fuhr zwi⸗ ſchen den Städten hin und her, um die Geſchäfte abzuwickeln. * Haftbefehl gegen einen Bankier — Berlin, 28. Nov. Nach einer Mitteilung der Hamburger Kriminalpolizei iſt gegen den Bankier Paul Sick, der in dem dringenden Verdacht ſteht, als Inhaber der Nordiſch. Bankkommandite Sick u. Co, in Hamburg Depotgelder veruntreut zu haben, Haftbefehl erlaſſen worden. Sick ver⸗ ſchwand am 22. November aus Hamburg, nachdem er vorher erklärt hatte, er wolle in Berlin Bekannte aufſuchen. Nach den Feſtſtellungen der hieſigen Polizei hat er ſich aber hier nicht gezeigt. Sick iſt in dem Beſitz eines Reiſepaſſes nach Italien. Rieſenunterſchlagung in Norwegen — Friederiksſtab, 29. Nov. In der hieſigen Neben⸗ ſtelle der Bank von Norwegen ſind Unterſchlagungen in Höhe von über 550000 Kronen aufgedeckt worden, die ein Kaſſterer verübt hat. Den Inhalt der von der Hauptkaſſe eingehenden Geldſcheinbündel hatte er durch wertloſe Pappdeckel erſetzt. Schiffszuſammenſtoß auf dem Rhein * Straßburg, 29. Nov. Ein Schiffszuſammenſtoß ereignete ſich geſtern auf dem Rhein. Der deutſche Schlepper„Haniel 37“ wurde von durch den fran⸗ zöſiſchen Dampfer„Nancy“ geſchleppten Kähnen ge⸗ rammt. Der Sachſchaden beläuft ſich auf annähernd 250 000 Franken. Ortiz Rubios zum Präſidenten von Mexiko ernannt — Mexiko, 29. Nov. Der Kongreß hat die Wahl Ortiz Rubios ratiftztert und ihn offtziell zum Prä⸗ ſidenten der Republik ernannt. * Berlin, 29. Nov.(Von unſ. Berliner Büro.) Die roten, ſoll heißen, die knallroten Gewerkſchaften wollen am Samstag und Sonntag in Berlin tagen. Offiziell nennt ſich die Veranſtaltung der Reichs ⸗ kongreß der revolutionären Gewerk⸗ ſchaftsorganiſationen. * * Die Prinzeſſin Eliſabeth zu Schaumburg⸗Lippe, die in erſter Ehe mit dem jüngeren Sohn Gerhardt Hauptmanns, Benvenuto Hauptmann, verhei⸗ vatet war, hat ſich, dem„Lokal⸗Anzeiger“ zufolge, itt dem k. und k. Oberleutnant der Reſerve a. D. Freiherr Johann Herring von Frankensdorf zu Grünau bei Gmunden und Wien verlobt. Die Ehe der Prinzeſſin i Benve rung mit 340 gegen 207, heißt, daß China die Regierungen der Vereinig⸗ ten Staaten und Deutſchlandds erſuchen will, während der tatſächlichen Regelung des mand⸗ ſchuriſchen Konflikts zu vermitteln. Die amerikani⸗ ſche Regierung hat bereits geſtern bei den verſchie⸗ denen intereſſtierten Regierungen Schritte unternom⸗ men, um feſtzuſtellen, welcher Art die internationale Aktion ſein könnte, die dem Appell der Chineſen fol⸗ gen würde. Es verlautet hier, daß die engliſche Re⸗ gierung auf die amerikaniſche Anfrage eine„vorſich⸗ tige, doch günſtige utwort“ erteilt habe. Falls eine Zuſammenarbeit mit den anderen Großmächten er⸗ reicht werden könnte, ſei England bereit, ſeine Ver⸗ mittlung anzubieten, doch iſt man nach wie vor be⸗ ſorgt, daß die Intervention von den chineſiſchen Volksmaſſen mißverſtanden werden könnte. Ruſſiſches Triumphgeſchrei Proklamation des Oberbefehlshabers der Sowjetarmee (Telegraphiſche Meldung) Paris, 28. November. Der Oberbefehlshaber der Sowjetarmee im Fer⸗ nen Oſten hat Havas zufolge folgende Proklamation erlaſſen: „Wir haben die Chineſen auf zwei Fron⸗ ten geſchlage n. Wir hätten den Feind bis Char⸗ bin verfolgen können, begnügen uns aber damit, China eine Lektion zu geben, die unſere Stärke und unſere feſte Abſicht zeigt, die Kontrolle über die Eiſenbahn aufrecht zu erhalten. Die Lage wird nur durch vollſtändige Ausführung der Ver⸗ träge von Moskau und Mukden geändert werden können. Wenn China eine neue Lektion ver⸗ meiden will, ſo wird es ohne Verzug die früher bei der chineſiſchen Oſtbahn beſtehende Lage wieder⸗ herſtellen, die ruſſiſchen Gefangenen frei laſſen, die Konzentrationslager öffnen, die Weißgardiſten ent⸗ waffnen und die chineſiſchen Truppen von den Gren⸗ zen zurückziehen müſſen. Jede Verzögerung würde eine Verſtärkung unſerer Aktion nach ſich ziehen.“ Bekanntlich hat Mukden dieſe Bedingungen ſoeben angenommen. D. Schriftl.) EEC ͤ ˙ AAA Können wir es riskieren? (Drahtung unſeres Pariſer Vertreters) Paris, 29. Nov. Jean Martet, der Sekretär George Clemen⸗ ceaus, veröffentlicht in der heute erſcheinenden Nummer der Wochenſchrift„Illuſtration“ Erinne⸗ rungen an den Verſtorbenen. Ueber den Zwiſchenfall von Caſablanca ſagte ihm Elemencegu folgen⸗ des: „Es iſt richtig, daß ich den Fürſten Ra dolin, den damaligen deutſchen Botſchafter, fragte, um wieviel Uhr der Zug nach Berlin gehe, als mich der Fürſt um die Ausfolgung der Päſſe erſuchte. Wir waren einen Finger breit vom Krieg entfernt. Zwei Nächte konnte ich nicht ſchlafen. Den Deut⸗ ſchen wollte ich nicht nachgeben. Ich ließ den armen Piequart kommen, den Kriegsminiſter und fragte ihn:„Können wir es riskieren?“ Picquart erwi⸗ derte:„Laſſen Sie mir zwei Tage Zeit, um darauf zu antworten.“ Er kam zurück und ſagte mir:„Es geht“. Da weigerte ich mich, den Deutſchen nachzugeben. Um nicht den Eindruck zu erwecken, ich wäre böſen Willens, machte ich den Vorſchlag, die Sache vor den Haager Gerichtshof zu bringen. Zufällig akzeptierten die Deutſchen und in Haag wurde ein ganz ver⸗ nünftiges Urteil gefällt.“ Die Konferenz für Fremdenrecht (Telegraphiſche Meldung) * Paris, 29. Nov. Die Verhandlungen der inter⸗ nationalen Konferenz für Fremdenrecht ſind, wenn auch noch nicht alle Ausſchüſſe ihre Arbeiten abge⸗ ſchloſſen haben, ſoweit gefördert worden, daß in einer heute nachmittag ſtattfindenden Plenarſitzung über die wirtſchaftlichen und Steuerartikel des Entwurfes beraten werden ſoll. Die Ausſchußarbeiten nehmen im allgemeinen einen für Deutſchland befriedigenden Verlauf. Der Führer der deutſchen Delegation, Geheimrat Martius, befaßte ſich geſtern in einer vor ſeinem Ausſchuß gehaltenen Rede mit der Kolo⸗ nialklauſel. Er beantragte namens der deut⸗ ſchen Behörden, aus dem Kollektivvertrag das Wort „Mandatsgebtete“ zu ſtreichen und berief ſich dabei auf die Artikel 22 und 23 des Verſailler Vertrages, die eine Gleichbehandlung der Angehörigen aller Völkerbundsmächte hinſichtlich der Ausübung des Handels in den Mandatsgebieten prinziptell feſt⸗ legen. Der deutſche Antrag wurde einem klei⸗ nen Ausſchuß überwieſen, der gegen ihn Stellung nahm. 2 Mit chland ſtimmten nur die Niederlande ul. die Türkei, acht Länder ſtimmten dagegen. Der Stimme enthielten ſich vier Staaten. Abſtimmungen in der franzöſiſchen Kammer — Paris, 29. Nov. Die Kammer verabſchiedete geſtern abend das Budget des Penſtonsminiſteriums. Im Verlaufe der Beratung war die Regierung ge⸗ nötigt, zweimal die Vertrauensfrage zu ſtellen, ein⸗ mal gegen einen ſozialtſtiſchen Antrag auf Rückver⸗ weiſung des Kapitels betr. die Penſton der Kriegs⸗ beſchädigten, die zu niedrig bemeſſen ſei, und dann gegen den Antrag des Abg. Perrin(Unabh. Linke) zur Rückverweiſung des Kapitels Entſchädigung für die Kriegsteilnehmer von 1870/71. Im erſten Fall ſprach die Kammer der Regie⸗ Skimmen das Vertrauen ö„im zweiten mit 915 gegen 256 Letzte Meldungen de Monzie erkrankt — Frankfurt a.., 29. Nov. Der franzöſiſche Senator und frühere Miniſter de Monzie, der hier einen Vortrag hielt, iſt an einer Lungenentzündung ernſtlich erkrankt, doch beſteht zu Befürchtungen kein Anlaß. Die geplante Weiterreiſe nach München, Hamburg und Berlin mußte verſchoben werden. Der Lohngeldraub in Gladbeck — Eſſen, 29. Nov. Der geiſtige Urheber und Or⸗ ganiſator des großen Lohngeldraubs auf der Zeche „Matthias Stinnes“ in Gladbeck, der 33jährige An⸗ ſtreicher Franz Hutmacher, iſt geſtern vom Er⸗ weiterten Schöffengericht wegen dieſes Raubes und anderer Delikte zu einer Geſamtzuchthausſtrafe von 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Der Kellner Willi Steeger, der um den Plan gewußt hatte und von dem Beutegeld gemeinſam mit Hut⸗ macher eine Gaſtwirtſchaft in Rotterdam erwarb, wurde wegen Begünſtigung zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. 5 Die anderen Uedberfallteilnehmer früher abgeurteilt worden. ſind bereits Poſtautobus umgeſtürzt — Leipzig, 28. Nov. Der am Nachmittag nach Dresden abfahrende Poſtomnibus rutſchte hinter dem Dorfe Threna, als er einem Heuwagen ausweichen wollte, die Straßenböſchung hinab und kippte um. Vier Fahrgäſte erlitten ſchwere Ver⸗ letzungen, während elf andere leichter verletzt davonkamen. Der Chauffeur erlitt einen leichten Nervenſchock. Die Schuldfrage iſt noch nicht geklärt. Das neue Republikſchutzgeſetz Berlin, 29. Nov.(Von unſ. Berliner Bür.) Die Reichsregierung ſoll ſich, wie die„Voſſiſche Zei⸗ tung“ behauptet, bereits entſchloſſen haben, die vom Reichsrat an dem neuen Republikſchutzgeſetz vor⸗ genommenen Aenderungen nicht zu beanſtanden, mithin auf die Einbringung einer Doppelvorlage zu verzichten. Offiziell iſt ein ſolcher Verzicht bisher noch nicht beſtätigt. Die Handgranate am Hammer — Wien, 29. Nov. In St. Paul(Lavant⸗Tal) bekam ein Hütejunge von ſeinem Arbeitgeber den Auftrag, mehrere Nägel einzuſchlagen. Da der Junge keinen Hammer fand, ſagte der Bauer ſcherz⸗ weiſe, er könne ja eine der alten auf dem Boden liegenden Handgranaten benutzen. Der 14jährige tat dies, der Sprengkörper explodierte und riß ihm beide Arme ab. Raubüberfall — Luxemburg, 28. Nop. In der Ortſchaft Bart⸗ ringen, unweit Luxemburgs, wurden in einer ab⸗ ſeits gelegenen Schenke die 60jährige Wirtin und ihre Nichte von zwei Landſtreichern überfallen, miedergeſchlagen und geknebelt. Das 20 Jahre alte Mädchen wurde durch Erwürgen gethtet, die Wirtin mit einer Bierflasche ſchwer ver⸗ Jetzt. Die Raubmörder fanden 8000 Franken Bar⸗ geld, mit denen ſte flüchtig gingen. Es gelang bis⸗ her noch nicht, ſie feſtzunehmen. Jaſpar reiſt nach Paris — Paris, 29. Nov. Wie die Blätter melden, wird ſich Miniſterpräſident Jaſpar heute nach Paris be⸗ geben. Man glaubt, daß er ſich im Außenminiſterium über gewiſſe Details der am 10. Dezember in Brüſſel beginnenden Jurtiſtenkonferenz und über die zweite Haager Konferenz informieren wird. Spaniſcher Königsbeſuch in Italien — Paris, 29. Nov. Havas berichtet aus Madrid: In der ſpaniſchen Preſſe wird eine offizibſe Mit⸗ teilung verbreitet, in der es heißt, daß Vorberei⸗ tungen für eine Italienreiſe des Königs von Spanien auf dem Kreuzer„Principe Alphonſo“ ge⸗ troffen werden. Die Mitteilung beſagt, bezüglich der Reiſe des Königs ſei noch nichts vorgeſehen. Der Ausbruch des Mont Pele — Paris, 29. Nov. Havas meldet aus Fort⸗de⸗ France, der Vulkan Mont Pele habe in den letzten Tagen ſchätzungsweiſe 1½ bis 2 Millionen Pfund Aſche ausgeſpieen. Entdeckter Opiumſchmuggel — Paris, 29. Nov. Bei der Ankunft des franzd⸗ ſiſchen Dampfers„Gautier“ aus Jaffa in Marſeille nahm die Polizei eine Durchſuchung der Gepäck⸗ räume vor und entdeckte 230 Kg. Opium in klei⸗ nen Säcken verteilt, die einen Geſamtwert von etwa 120000 Reichsmark darſtellen. Der Empfänger der Ware konnte noch nicht ermittelt werden. Man nimmt an, daß es ſich um eine gut organiſierte Schmugglerbande handelt, die an Bord des Schiffes ſelbſt Mitglieder hat. Bergwerksunglück in Wales— 7 Todesopfer — London, 29. Nov. In einem Bergwerk bei Cowerton(Grafſchaft Glamorgan) in Wales wurden geſtern abend infolge einer Exploſion lieben Bergleute verſchüttet. Sie wurden heute früh als Leichen geborgen. Außerdem erlitten zwei Bergleute Brandwunden und mußten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die tſchechiſche Kabinettsbildung — Prag, 29. Nov. Der mit der Kabinettsbildung beauftragte Miniſterpräſident Udrzal muß ſeine Bemühungen, eine Regierung zuſtande zu bringen, fortſetzen. Von den ſſchechiſchen Sozialdemokraten, deren Teilnahme geſtern feſtzuſtehen ſchien, ſoll er eine Abſage erhalten haben. Die klerikale Hlinka⸗ Partei dürfte an der Kabinettsbildung nicht keil⸗ nehmen. f * Die Internationale Vereinigunz für Funk⸗ ſpruch hat die Vertreter der ihr angehörenden Or⸗ ganiſation zu einer Tagung nach Barcelona einbe⸗ rufen, auf der intereſſterende Fragen behandelt wer⸗ den ſollen. Auf der Tagesordnung ſteht u. a. die Rundfunkverwendung in Kataſtrophenfällen. Die Vertreter des Roten Kreuzes wurden eingeladen, an der Tagung teilzunehmen, ebenſo das Völker⸗ 85 bundsſekretartat 8 . FFT„ 3 b 99% 12Cõĩ¾w 8 3 Freitag, den 29. November 1929 Nene Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 588 — N äoͤtiſche Nachrichten Lohnkonflikt im Gaſtwirtsgewerbe Vom Zentralverband der Hotel-, Meſtaurant⸗ und Café⸗Angeſtellten, wird uns geſchrieben: Die Gaſtwirtevereinigung Mannheim brachte in verſchiedenen Tageszeitungen von Mannheim einen Artikel mit der Ueberſchrift„Der Konflikt im Gaſt⸗ wirtsgewerbe“, der ſehr leicht in uneingeweihten Kreiſen die Vermutung aufkommen laſſen könnte, 8 daß auch in Mannheim Lohnkonflikt bezw. Kündi⸗ gung und Ausſperrung ſämtlicher Angeſtellten ſei. Wir erklären, daß die Mannheimer Lohnbewe⸗ gung am 8. November 29 durch Schiedsſpruch des Schlichtungsausſchuſſes Mannheim vom 9. Oktober 29 und Vereinbarung des Schlichters für Südweſt⸗ deutſchland in Karlsruhe vom 8. November beendet wurde. Die Arbeitgeber wie Arbeitnehmerpartei hat — die Vereinbarung, die zum Tarifvertrag erhoben wurde, am 8. November angenommen. Hände hoch! Abends kurz vor Ladenſchluß. Aus einem klei⸗ neren Geſchäft in der Unterſtadt hört man plötzlich den Ruf„Hände hoch“. Gleich darauf er⸗ . tönen einige weibliche Schreie. Anſchließend knallt es. Einige Paſſanten ſtürzen in das Geſchäft. Vermuten wieder einen Raubüberfall. Doch erſtaunt werden ſie empfangen. Verbindlich wird nach den Wünſchen gefragt. Sollte es ein Spuk geweſen ſein, der die Leute genarrt hat? Aber die Schreie ſind deutlich aus dem Geſchäft gekom⸗ men. Ein Zweifel iſt ganz ausgeſchloſſen. Einige Fragen, einige Antworten. Alles klärt ſich auf. Ein jüngerer Angeſtellter wollte die beiden Mädchen, die ebenfalls hier beſchäftigt ſind, erſchrecken und ſtürmt mit dem Ruf„Hände hoch“ auf ſie zu Dieſe erkennen den Scherz, ſchreien aus Uebermut. Um die Geſchichte zu Ende zu führen, wird mit einem harten Gegenſtand auf einen Ofenſchirm geſchlagen. Der imitierte Revolverſchuß. Man ſollte es nicht für möglich halten, daß es in ber gegenwärtigen ſchwierigen Zeit immer noch Leute gibt, die ſo unverantwortlich handeln und ihre Mit⸗ menſchen in Aufregung verſetzen. Dann aber noch nicht einmal das Verwerfliche ihres Tuns einſehen oder einſehen wollen. Denn die Menſchen, die hilfs⸗ bereit herbeieilen, müſſen ſich noch ſagen laſſen, daß der Scherz Privatſache ſei und niemand etwas an⸗ gehe. Es ſei ja nicht um Hilfe gerufen worden. Aller⸗ dings iſt das auch ein Standpunkt. 3 wäre hierfür eine exemplariſche Strafe angebracht 2 5 Die Zeit il zut ernſt, als daß man Außenſtehende zu 0 Ohrenzeugen übler Scherze macht. Im eigenen Kreiſe kann ja jeder tun, was er will, darf aber nicht ſeine Stimme ſo ſteigern, daß ſie weithin zu vernehmen iſt. Wer weiß, ob aus dem Scherz nicht einmal blutiger Ernſt wird. Die Bedrängten werden dann froh ſein, wenn ihnen Hilfe zuteil wird, die ſie jetzt hohnlächelnd 9 6 5 denn es beſteht ja gar keine Gefahr. * * Reklamewagenkorſo in Mannheim. Wie wir er⸗ fahren, ſind Beſtrebungen im Gange, um am ſil⸗ hernen Sonntag(15. Dezember) in Mannheim wie⸗ derum einen Reklame wagenkorſo zu ver⸗ anſtalten, der im vergangenen Jahr ſo großen Bei⸗ fall gefunden hat. Dieſer Korſo wird vexranſtaltet von dem Deutſchen Reklame⸗Verband E.., Orts⸗ gruppe Mannheim⸗Ludwigshafen⸗Heidelberg, Ge⸗ ſchäftsſtelle O 4, 6. Der Verkehrsverein Mannheim E. B. unterſtützt den Verband bei ſeinen Vorarbeiten. * Vorſicht gegen Bettler. Geſtern nachmittag ba⸗ ten zwei Handwerksburſchen im Stadtteil Neckarau bei einer Frau um ein Almoſen. Als die Frau in die Küche gehen wollte, um den Burſchen etwas Eſſen zu holen, verſuchte ſie die Abſchlußtür ſolange zu ſchließen. Die beiden Unbekannten ſtell⸗ ten ihren Fuß zwiſchen die Türe und verhinderten ſo die Schließung. Dann drangen ſie auf die Frau ein, die um Hilfe rief, worauf Hausleute berbeieilten und die Burſchen verſcheuchten. Das vorgeſſene Kind Anekdote von Herm. Eris Buſſe, Freiburg i. Br. Im Einödhof im Schwarzwald, eine Fahrſtunde weit weg von Knitzingen, wurde dem Wälderbauern Johann Jakob Heckendobel der Stammhalter ge⸗ boren, und als ſie mit dem Kind zu Tal fuhren, der Bauer, die Hebamme, Pate und Patin, und die Kindbetterin bleich und mager den Täufling küßte, ehe er zum erſten Mal das Haus verließ, krachten die Böller von allen Waldſeiten her, daß die Echo kaum nachkommen konnten. Es war ein friſcher, ſchneeloſer, froſtklarer Wintermorgen und die Tauf⸗ „Faulen Pelz“ zu kommen, wo die ganze Sippe Ge⸗ vatterſchaft trank und aß.. Das Kindle nugelte an ſeinem Schnuller, win⸗ ſelte ein wenig und ſchlief dann auf der Kunſt, dem Ofen ein, wo es recht warm lag. Inzwiſchen wurde es Spätnachmittag, ein fröhlicher Lärm herrſchte in der Wirtsſtube, das frohe Ereignis wurde immer noch von Männlein und Weiblein herzhaft gefeiert. Endlich, als die Nacht zu ſinken begann, mußte man heim. Unter Scherzen und Lachen krabbelte die Ge⸗ ſellſchaft reichlich angeheitert in den Wagen, die Heb⸗ amme war längſt verſchwunden, nachdem ſie der Patin das Hausjaköbele auf die Seele gebunden. Wie es zuging, wußte keiner der Bauern her⸗ nach zu erzählen, kurz, das Büblein blieb auf der Kunſt liegen und ſchlief unentwegt in Rauch und fuhren und ſich lachend immer wieder erzählten wie ſchön die Taufe geweſen. Aber die Mutter machte ein anderes Geſicht als das Kütſchlein geleert war und nirgend das Kind zum Vorſchein kam. Der Bauer vergaß die Fahrt ſeiner Lebtag nie i U 1 jungen „Faulen f 115 holen, das auf die Kammer egt hatte. Zweigverein Mannheim Ludwigshafen geſellſchaft beeilte ſich, aus der kühlen Kirche in den Lärm, während Vater und Patin durch die Nacht Der Wird das Nationaltheater gesch Mit den Beratungen, die ſich an das Ergebnis der letzten Bürgerausſchußſitzung ſchloſſen, hat man ſich beeilt. Ein Unterausſchuß wurde gebildet, dem die Sozialdemokraten nicht angehörten; die Ergeb⸗ niſſe ſeiner Arbeit waren uneinheitlich. Die Ver⸗ waltung hat dann zum Vorſchlag gebracht, den Zu⸗ ſchuß auf 1 100 000 Mark herabzumindern, was be⸗ deuten würde, daß man weitere 50000 Mark einſparen ſoll. Mit einer Reihe von Neben⸗ vorſchlägen wurden dann in ernſten, eingehenden Beratungen weitere Erſparnismöglich⸗ keiten erörtert. Dabei ſtellte ſich heraus, daß es ohne große ſoziale Härten, beſonders gegenüber älteren eee des Nationaltheaters, nicht gehe. In der geſtrigen Stadtratſitzung hat dann Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich über das Ergebnis jener Beratungen Bericht erſtattet; die Meinungen ſind aufeinandergeprallt, aber eine Ein⸗ heit wurde nicht erzielt. Darauf wurde der An⸗ trag auf Erſparnis weiterer fünfzigtauſend Mark, den die Verwaltung verantworten kann, noch ein⸗ mal vom Oberbürgermeiſter geſtellt. Das Er ge b⸗ nis der Abſtimmung im Stadtrat war fol⸗ gendes: Für den Antrag ſtimmten: Der Oberbürger⸗ meiſter, zwei Bürgermeiſter und drei Stadträte, im ganzen alſo ſechs Stimmen. Gegen den Antrag ſtimmten: zehn Stadträte und ein Bürgermeiſter; alſo elf Stimmen. Der Stimme enthielten ſich: elf räte; darunter drei Kommuniſten. Stadt⸗ Damit iſt ein neuer Etat für das Nationaltheater im Stadtrat abge⸗ Lehnt. Es wurde beſchloſſen, dem Bürgerausſchuß davon Mitteilung zu machen, daß der er ſt ee Satz ſeines letzten Theaterbeſchluſſes, über die Erhal⸗ tung des Nationaltheaters mit ſeinen drei Spielgattungen, nur theoretiſche Bedeu⸗ tung habe, und eine Weiterführung des Theaters nicht möglich ſei, da die Mittel dazu nicht bewilligt worden ſind. Das iſt alſo das letzte Ergebnis in der Behand⸗ lung des Theateretats. Der Stadtrat hat natür⸗ lich noch nicht das letzte Wort, aber zunächſt iſt er einmal einſichtsvoller geweſen als der Bürgeraus⸗ ſchuß. Er iſt nämlich jetzt dahinter gekommen, daß man nicht für eine Erhaltung des Nationaltheaters ſtimmen kann, ohne dabei die nötigen Gelder zu be⸗ willigen. Das iſt immerhin ein Fortſchritt, wenn auch kein erfreulicher. In der nächſten Woche wird nun der Bürgerausſchuß zuſammentreten und dabei wird ſich herausſtellen, ob es wirklich die Vertretung der Mannheimer Bürgerſchaft über ſich bringt, als Nachſpiel zum Theaterjubiläum das Nationaltheater zu ſchließen. Die Parteie n haben ſich offenbar feſtge⸗ rannt und können nicht mehr ſo recht zurück. Wenn ſie auch wollten; denn im Bürgerausſchuß haben gerade die ausſchlaggebenden Stimmen betont, daß das Theater erhalten bleiben müſſe. Jetzt fragt ſich natürlich: wie und dabei ſtellt ſich heraus, daß die Forderung der Erſparnis als notwendige Folge die Schließung des Theaters nach ſich ziehen muß, wenn es den Parteien nicht gelingt, ihrem Herzen, oder vielmehr ihrem parteilichen Gewiſſen einen Stoß zu verſetzen und zu Dingen Ja zu ſagen, die man vorher verneinen konnte. Aber man braucht ſich nur zu überlegen, was eine Schließung des Theaters rein finan⸗ ziell bedeuten würde. Das Orcheſter muß er⸗ halten bleiben, weſentliche Unterſtützungs⸗ gelder laufen ebenfalls weiter, die Erhaltung des Baues koſtet ebenfalls eine Menge Geld, ſodaß man rund gerechnet auf etwa 900000 Mark kommt, die man ausgeben muß, ohne daß das Theater ſpielt. Einnahmen ließen ſich dabei kaum erzielen, zumal das Nationaltheaterorcheſter ſeinen eigenen Anſpruch auf die von ihm veranſtalteten Konzerte hat. Man berät alſo in Wirklichkeit gar nicht über 1,1 Million, ſondern nur um die Differenz zwiſchen dieſer Summe und den 900 000 Mark. Mag es auch merkwürdig klingen, ſo iſt es doch in der Tat ſo, daß loſſen? wir, wenn die letzten Erſparnisvorſchläge akzeptiert werden könnten, ein Theater für 200000 Mk. weiterführen. Man muß ſich das vor Augen halten, um zu be⸗ tonen, daß dieſe Summe allein die großen ſozialen Härten ausgleichen würde, die eine Schließung des Theaters nach ſich zöge. Vielleicht gelingt es doch, von dieſem Geſichtspunkt aus eine Einigung zu erzielen. Dabei müſſen auch die Theater mitglieder Opfer bringen, und wir glauben, daß ſie dazu bereit ſind. Man kann natürlich keine unbilligen Forderungen an ſie ſtellen, aber man ſollte auch den Eindruck gewinnen können, daß die Künſtlerſchaft dem Ernſt der Lage Rechnung trägt. In vielem iſt auch das Theater ſelbſt ſchuld an der Lage, in die es gekommen iſt, und wenn von einer Forderung der Zentrumspartei im Stadtrat die Rede war, die eine Zenſur verlangt, ſo iſt da⸗ mit wohl kaum eine wirkliche Ueberprüfung der auf⸗ zuführenden Stücke gemeint, ſondern eher ein verhehltes Mißtrauensvotum gegenüber der Thea⸗ terleitung, mit dem man in der Stückwahl nichr die beſten Erfahrungen gemacht zu haben ſcheint. Außer⸗ dem beſtaud bereits eine Zenſurbeſtimmung für das Nationaltheater, die Oberbürgermeiſter Dr. Heime⸗ rich wieder aus den Akten des Jahres 1923 aus⸗ kramte, um zu zeigen, daß auch dieſe Dinge vor⸗ geſehen ſind, und das Zentrum könnte ſich eigentlich mit der damaligen Formulierung zufrieden geben, da es ſeinem trotz Karlsruher Luft vielleicht doch noch freiſtgatlich geſinnten Geiſt nicht entſpricht, daß ein Vetorecht ausgeübt wird, wie es auf den alten polniſchen Reichstag, aber nicht auf das Mannheimer Stadtparlament und erſt recht nicht auf den in der Geſchichte ſo freiheitlichen Geiſt des Nationaltheaters paßt. Auch über dieſe Fragen wird ſich reden laſſen, wenn nur erſt einmal die Parteien eingeſehen ha⸗ ben, daß es mit dem Starrſinn allein nicht geht. Vielleicht hat gerade das Ergebnis der Stadtratsbe⸗ ſprechung dazu beigetragen, daß das Eis gebrochen wird. Wenn auch jetzt 5 Maſſenabwanderung unter der Künſtlerſchaft des Mannheimer National⸗ theaters einſetzen mag, was der gegenwärtigen Si⸗ tuation durchaus entſpräche, ſo wollen wir trotz allem die Hoffnung noch nicht aufgeben, daß der Bürgerausſchuß in der nächſten Woche endlich zur Vernunft kommt. K. Rendezvous der Straßenbahnwagen Tags über tun ſie ſo, als ob ſie einander nicht kennen würden. Auf ihrer vorgeſchriebenen, ſchnur⸗ geraden Bahn fahren ſie aneinander vorbei— kaum ein leiſes Klingelzeichen ſchenken ſie ſich zur Be⸗ grüßung. Selbſt die Wagen, die„derſelben Linie an⸗ gehören“, ſind ſich äußerlich fremd—, trotzdem ſie doch eine Stunde ſpäter denſelben Weg zu gehen haben, wie der eben links vorbeifahrende Gegen⸗ wagen.. Abends iſt man ſchon zutunlicher. Die Schein⸗ werfer beleuchten ſich gegeiſeitig und wenn gar Waſſer in den Schienen ſteht, dann ſpritzt es regen⸗ bogenfarbig von Wagen zu Wagen. Aber immerhin: man fährt aneinander vorbei, dem jeweiligen End⸗ punkt zu. Wie anders um 12 Uhr zur Geiſterſtunde am Paradeplatz. Da iſt ein geheimnisvolles Rendezvous aller Linten, die je einen Vertreter zum Nachtappell ent⸗ ſenden. Die eins, zwei, drei, fünf, ſechs, ſieben; zehn; ſechzehn, ſchön fahrplanmäßig geordnet fahren vor, und von drei Minuten vor zwölf bis zum Glocken⸗ ſchlag(oder beſſer zum Zapfenſtreich⸗Pfeifſignal eines Kontrolleurs) iſt man eine große Familie. Man ſreut ſich, daß keine Plattform verbeult iſt, niemand von hinten aufge, boxt“ hat, So ein Dutzend Stra⸗ ßenbahnwagen treffen ſich und nehmen die Paſſa⸗ giere mit, die das 12 Uhr⸗rendezvous abgepaßt ha⸗ ben und nun den„heimatlichen Penaten“ zuſtreben. O Einödbauer ſoll wochenlang ſich nimmer gezeigt haben in der Kirche. Wär auch ein Wunder geweſen, wenn ſich die Knitzinger nicht mit allem Witz und Spott an dieſes gefundene Freſſen gemacht hätten, das 1 der Bauer unfreiwillig geboten. 8 Geographie ſchwach bei einem franzöſiſchen Staatsmann Europäiſche Staatsmänner haben ſchon oft erſchüt⸗ ternde Beiſpiele erdkundlicher Unwiſſenheit gegeben, Wilſon, Clemenceau und Lloyd George beſonders er⸗ greifende während der Friedensverhandlungen nach Beendigung des Weltkrieges. Zu dieſen amüſanten Geſchichtchen geſellt ſich jetzt ein neues, das Heinrich Eduard Brockhaus, langjähriger Mitinhaber des Ver⸗ lages F. A. Brockhaus, in ſeinem Buche„Stunden mit Bismarck“ mitteilt. Auf einem ſeiner Bier⸗ abende erzählte Bismarck von ſeinen Friedens⸗ verhandlungen mit den franzöſiſchen Staatsmännern Thiers und Favre. Man ſprach über die Okku⸗ pationstruppen, und Bismarck ſagte auf eine Bemer⸗ kung von Thiers hin:„Aber Rouen liegt ja auf dem rechten Ufer der Seine!“ Thiers:„Durchlaucht ent⸗ ſchuldigen, aber in der franzöſiſchen Geographie glaube ich doch beſſer bewandert zu ſein als Sie: es liegt auf dem linken Ufer!“ Bismarck:„Es tut mir leid, aber Sie irren ſich!“ Thiers ärgerlich: bien, soit! Nous sommes les vainous, vous étes les vainqeurs— vous avez toujours raison!“(„Nun gut! Wir ſind die Beſiegten, Sie ſind die Sieger— Sie haben immer Recht!“) Statt aller Antwort ließ Bismarck eine Karte kommen. Thiers ergriff ſie und rief triumphierend:„Hier iſt Rouen, und hier iſt die Seine!“ Bismarck:„Es tut mir ſehr leid, aber was Sie mir zeigen, iſt gar nicht die Seine, ſondern die Eiſenbahn, auf der Sie nach London fah⸗ ren, wenn Sie an Europa appellieren wollen. Sehen Sie her, hier iſt die Seine, und Sie werden ſich nun wohl überzeugen, daß Rouen auf dem rechten Ufer derſelben liegt!“ Dr. Brockhaus fügt dieſer Anek⸗ dote folgende Worte hinzu: Kaum glaublich, N— e weil e von Bismarck ſelbſt ee 8 5 1 geht von „Eh 5 Neue Lehrſtühle Die fortſchreitende Verſportlichung, Techniſterung und Myftifizierung unſeres Kultur⸗ und Wirtſchafts⸗ lebens bedingt, daß auch die Hochſchulen entſprechend umgemodelt werden. Zunächſt wird die ju riſtiſche 5 a b⸗ gebaut. An ihre Stelle tritt die Boxfakultät, da in Zukunft Rechts⸗ und Verwaltungsſtreitigkeiten mur mehr durch einen Boxmatch der Parteien er⸗ ledigt werden. Dieſe Fakultät hat alſo vor allem tüchtige Ringrichter heranzubilden und muß Männer wie Breitenſträter berufen, denn die Profeſſoren müſſen boxzſportlich nicht nur theoretiſch, ſondern auch praktiſch auf ſolcher Höhe ſein, daß ſie den Examens⸗ kandidaten„über“ ſind und ein ſchlechtes Examen mit einem„Knock out“ beenden können. Wer 15 Runden durchhält, wird Dr. box summa cum bl. Fl.(das heißt: mit den meiſten blauen Flecken). Die Mediziniſche Fakultät wird zum Teil auf rhythmiſchgymnaſtäſche Grun d⸗ lagen geſtellt. Ihre neuen Väter heißen Laban, Dalcroſe, Menſendieck. Anderſeits werden Geſund⸗ ſprecher ausgebildet, die den Patienten unabläſſig in allen Sprachen unb Modulationen vorſagen:„Es Tag zu Tag beſſer und immer beſſer.“ Spezialiſten muß man die Propheten für die unter⸗ ſchiedlichen Spielarten der modernen Heilkunde ge⸗ winnen: Holzkohlendiät— Zehenatmung— Haar⸗ ſpitzendiagnoſe— Fingernägelmaſſage— nicht zuletzt muß ein Lehrſtuhl für Sympathiekuren errichtet wer⸗ den, auf den der Schäfer von Schneizlwies wohl die meiſte Anwartſchaft haben dürfte. Die Schönheits⸗ pflege darf nicht zu kurz kommen. Ein Profeſſor für Bubikopfſchnitt iſt gerade ein Schrei der Zeit. Die Chirurgie wird ſich wohl bald erübrigen, da die Bio⸗ logen über kurz oder lang doch den Homokulus, den Serienmenſchen, ſchaffen werden, ſo daß man Erſatz⸗ teile einfach— wie bei den Fordwagen— aus der Fabrik bezieht. Die Philoſophiſche Fakultät beſetzt ihre Lehrſtühle am zweckmäßigſten rundreiſenden indiſchen afghaniſtaniſchen, chineſiſchen mit ſchicken anſonſt 3 1 ſten Vertreter deutſchen Geiſteslebens in der Als Mei erſchte Lorbeere! Hab' ich der do vor e paar Daach e kleens Gſchichtel gſchriwe, un an die NM. geſchickt. No, denk ich, vielleicht hoſcht Glick, ganz ſo dumm biſcht jo nit, un was e annerer kann, kannſcht du ſicher aach. Ich ſchick alſo des Ardikelche fort un guck mid⸗ dachs un owends, wann ich mei' Zeidung krich, ob nix dodefu drinſteht, un dröſcht mich ſchon vorneweg und ſach mer vor:„Wie kannſcht dann erwarde, daß ſe ausgerechnet vun dir was drucke, do hoſcht halt emol widder was'gſchtellt. Hab' ichs dann awer werklich nit gfunne, dann war ich diefbeleidicht un hab gedenkt:„No', des Gſchichtel hätteſe werklich drucke kenne, ſo o ſchlecht wars doch nit!“ Wie ich der heit' ſo mei' Zeidung les, un an mir beſes denk, falle mei' Aache uff e Iwerſchrift. Ich hab' gemeent, s' Herz mißt mehr ſtillſtehe vor Iwerraſchung! Ach Gott, hott deß gekloppt! Un vun de Zehſchpitze is mers ganz kalt ruffgekrawelt, ſo hab' ich mich uffgerecht! Do war jo mei Ardikelche aſchtanne! Ich hab's ſo recht langſam, mit Genuß amir ſelwer vorgeleſe, um emool auszuprowiere, wies ganz Mannem zu Mut ſei' muß, wann es mei Ar⸗ dikelche leſe dut! Ja, hab ich mir gſacht, iß es dann wahrhafdich und werklich wohr, daß d' unner die Schriftſchteller gange biſcht! Am End machſcht gar noch dem Thomas Mann Konkurernz und werſcht for de negſchte Nowelpreis vorgſchlache! Do will ich glei emool e paar Zeidunge kaafe un an die Ver⸗ wandſchaft ſchicke, daß ſe was zu gucke hawwe! Awer nää, ich machs liewer nit— ich will mei Ruhm allee'n auskoſchte! 72 Die erſchte Lorbeere hab ich mer errunge, ich bleib nit uffene ſitze, ich ſchreih weider. Jetzt hab' ſch awer noch ee'n Sorch:„Was werd mer die Daches⸗ zeidung for mei Gſchichtel bezahle!“(Der auf ſeinen Loorbeeren ſitzende Dichter wurde inzwiſchen ſeiner „eene Sorch“ enthoben. Schriftl.) W Veranſtaltungen Neuköllner Ag inet kr hacker bei Schmoller 8 Eigentlich war man nicht bei Schmoller im fünften Stock, ſondern im„Großen Mayerhof“. Denn die Nach⸗ frage nach§ reiplätzen war ſo groß, daß in letzter Minute dieſe Umdispoſition notwendig war. So ein paar hundert ö Kinder brauchen eben Platz! Wir ſind dieſes Jahr beſon⸗ ders mit Kaſperltheatern geſegnet. Von Karlsruhe, von Heidelberg, von Frankfurt kamen ſie, nun gar von Neu⸗ kölln. Die Berliner gaben als Eröffnungsvorſtellung „Hänſel und Gretel“. Mäuschenſtill wurde es im Sagal. Die Kinder lauſchten begetſtert dem Märchenſpiel, das eine ſelbſt den Erwachſenen feſſelnde Verkörperung er⸗ fuhr. Gretchen beſonders war zu allerliebſt. Man verga ganz, daß ſie eine„Marionette“ war. Frl. Karen Lund vom Schleswig⸗Holſteiniſchen Landestheater ſpielte da Gretchen ſo natürlich, daß man hinter dem Fiſtelſtimmch eher ein Kind vermutet hätte. Hänschen dagegen ſchien etwas rauhen Huſten zu haben. Ausgezeichnet gelang da. Führen der Marionetten. Die Kinder kamen voll auf ihre Rechnung. In den Pauſen betreuten Fröbelſchweſtern kleinen Gäſte. Frau Dr. Hirtler geb. Köhler vo hieſigen Fröbelſeminar füllte außerdem die Pauſen mit gut aufgenommenen Liedern und Gedichten aus. Di Mannemer Buwe und Mädle werden auch an den weitere Vorſtellungen ihre helle Freude haben! Kaffee Palaſt Das Künſtler⸗Orcheſter Viktor Sun y 5 das zu einem mehrmonatigem Gaſtſptel engagiert iſt, und beliebten Kapellmetſters rechtfertigen. In letzte brachte ein Wiener Operettenabend einen ſtrauß reizvoller Melodien von Strauß, Lehar, Fal un anderen Meiſtern jener leichtflüſſigen Muſik. moderne Jazzmuſik fehlt nicht. Doch liegt die Stär Kapelle in der feinen ſeriöſen Muſik. Nicht unerwäh der Sänger des Enſembles, Herr Blaſchek, de neueſten Schlager und Lieder mit geſchulter Stimm Vortrag bringt. Von nun an werden jeden Freitag abend Son konzerte veranſtaltet, zu denen namhafte Künſtle pflichtet werden. Am heuttgen Freitag findet das Konzert ſtatt. Kammerſänger Hans Bahling wurd der Direktion als Soliſt verpflichtet.(Weiteres in letzter Nummer.) 8 * * Befreiungsfeier am Deutſchen Eck. Die Befretungs feier, die in der Nacht zum 1. Dezember am Deutſche Eck ſtattfindet wird vom Frankfurter Sender übernomr und auf die Sender, Stuttgart, Leipzig, Breslau, t und den Deutſchlandſender übertragen. phtloſaphiſch trägt, den. In, Seminar können daun die be werden. Reichen die ee philoſophen 0 1 ſo können 10 den Gro und 500 Nuliltre enter en Vera e wenn es nicht praktiſcher erſcheint, die Faku! dieſem Fall überhaupt in ein entſprechendes L ratencafé zu verlegen. Kleinere Hochſchule ſich einfach an den Rundfunk anſchließen. ſchmeißt die e Kiſte! O Ein Lehrſtuhl für deutſche Kunſt in Ame Aufang Oktober gab die Leitung der Harvc Kunſt und Kultur an der Univerſitä vard zur Verfügung geſtellt worden ſind. Der ſtuhl ſoll den Namen:„Kund Francke⸗Profeſſu gen. Mit dieſer Stiftung hat einer der hervorr einigten Staaten eine wohlverdiente Ehrung ren. Francke iſt der Gründer und Ehrenkurat der Univekſtität angegliederten deutſchen M. und wirkt ſeit 1884 an der Univerſität als für deutſche Kunſtgeſchichte. 585 Geſchäftsbrief indem wir Sie im Beſitz unſerer Se bum 4 ds. Mts. Rane erlauben win Ans 5 5 Der Grund b Ellen:„Ich werde nie wieder mit Kur Angelpartie machen!“ 1 Mary:„Warum nicht?“ 8 5 Ellen:„Er hat geangelt!“ großer— uff än zufahrt. Schonung. langſam. 4. Seite. Nr. 555 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 29. November 1929 Hundebeſitzer! Ihr ſehr geehrte Hundebeſitzer, ſeid doch ſo gut un gebt e biſſl mehr uff eiere Lieblinge acht; bſun⸗ ners morgends un owends, wamid'r ſe wege de Schtuwereinlichkeit un weil ſe doch an Schbaziergang notwennig hawwe, uff die Gaß führe mißt. Alleweil iſſes morgens noch un owends ſchun dunkel, wann des gſchieht. Un wann ma als Nichthundebeſitzer— mi wolle mol annemme— morgens aus de Haus⸗ dier ſauſt, um noch rechtzeitig ins Geſchäft ze kumme, un ma werb do gleich vun ſo eme liewe Dierle in Empfang genumme un ageganzt, als wann mann Verbrecher un kän Dierfreund wär, daß ma for de ganze Dag verkrumblt is, dann is des kän Schleck for unſeräns, wo kän Hund hot. Ganz abgſeh vun dene aarme Kinnerlin, wo morgens nooch'm Uuffſchteh erſcht ſchnell Weck un Milch hole miſſe und die wo dann in ſo eme Fall halwer die Gäſegiſchterer griche. Ich wäs jo, was'dr dodruff ſaache wollt:„Mei Hund beißt net“; un zum große Däl habtr ea recht. Mehrſchtndäls fahre die Dierlein, aus lauder Fräd, uff de Gaß ze ſei, oddr weils n halt Schbaß macht, uff ähm los un gauze, daß ähm die Ohre zufahre; awwer des kann ma doch als Fremder net wiſſe, wie ſo e Viech grad gelaunt is, odor waſſes for e Ab⸗ ſicht hot. Neilich, wie der dicke Newl gherrſcht hot, daß ma enanner faſcht net gſeh hot, bin ich unner⸗ dags grad dezu kumme, wie en Dackl— ja, wunnert eich norre, n Dackl wars,— e Mädl hot hupſe gemacht, daß'm de Odem aus⸗ gange is, un ſe hinnenvoch gegreint hot wie e klä Kind. Des war ſo: Ich bin in die Näh vum Roſegaade gerode un do is mr uff dem Platz newerm Roſegaade⸗ reſchteralnt) in dem dicke Newl e Bewegung uffgfalle; 's hot ausgſeh, wie wannen rieſegroßer Hamblmann runnergezooche un widdoͤr ſchnelze geloßt werd. Des muſcht dr emol betrachte, hawich gedenkt un bin hi'. E Mädl vun e Johre zwanzig wars, des hot jedes⸗ mol n elegante Hochſchbrung vun faſcht ein Meter gemacht, wann'n Dackl— wie ich nochher gſeh habb — nyoch ſeine Wade gſchnappt hat. Du dunnerkeilſer Dackl, hawich gegriſche, was fallt dann dir net ein, un habb in die Hand gſchpuckt. Dodruff is er mit ei⸗ gezochenem Schwanz un ſcheele Aache losgeeiſt. 8 Mädl hot gegreint, awer ich habbs doch frooche miſſe, wo's ſo gut hupſe gelernt hot. Im Turnverein, hot's geſacht. Alſo, Mädle merkts eich, nix wie in de Turn⸗ verein un hupſe gelernt,'s is immer for äbbes gut. Awer ſwer den Dackl hawich mich gewunnert. Sunſcht ſin ſe im allgemeine gar net ſo, die Dackl. Der do war vielleicht e Ausnahm, wo grad emol Appetit kricht hot nvoch ſo roſige Wade. s kennt awer a ſein, daß'r en Weiwerfeind war, odor daß'r gedenkt hot: For was brauche dann die Mädle ſeidene Schtrimb bet dene ſchlechte Zeite un wo's jetz ſchur. kalt werd. Awer,'s gleich, was'r groͤenkt hot. Ganz gſcheit werd ma aus eme Dackl doch net. s ſollt a nor e Beiſchpiel ſei vun hunnerde, wo ich verzehle kennt. Loßt eier Hund net ohne Uffſicht Un ruft ſe zu eich, wann ſe annere Leit agauze; ob ſe beiße odor net, de Schrecke iſſes, den wo ma griggt, wann in de Dunklheit ſo'in Hund— often recht Ihr wißt's jo all: heit hots jeder mit de Nerve ze duh, un jeder braucht Un noch äns, verehrte Hundebeſitzerlin⸗ nen): Gewöhnt eiere Lieblinge's Trottwa ab. Ihr wißt jo, was ich män. Seid lokalpatriotiſch un ſeid ſchtolz druff, ſoweit's eich ageht, dezu beigetrage zu hawwe, wann die Fremde, wo in unſer Schtadt kumme, unſer Mannem norre lowe könne. F. F. * Milliarden Mark im Jahr für Bier aus⸗ gegeben. Die Biererzeugung im Jahre 1928 iſt gegen⸗ über 1924 um 16 Millionen Hektoliter geſtiegen. Sie betrug 1924: 37,8 Millionen Hektoliter, 1925 ſchon 47, Mill. Hektoliter und 1928 54,4 Mill. Hektoliter. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug 1928 6,5 Prozent. Wenn man annimmt, daß der Brauerei⸗ verkaufspreis etwa 36 Mark je Hektoliter beträgt und daß der Verkaufspreis ſich auf 54 bis 70 Mark je Hektoliter beläuft, ſo kommt man zu einer Zahl von rund 8 Milliarden Mark, die 1928 vom deutſchen Volk für Bier verausgabt wurden. Aus dieſer Zahl ergibt ſich die Bedeutung der deutſchen Brauinduſtrie. Fllr den Biergenuß wurden etwa 5 Prozent des deutſchen Volkseinkommens verausgabt. Volks Die Vorbereitungen zur Einſtellung des Berufs⸗ nachwuchſes am Schluß des laufenden Schuljahres ſind in vollem Gange. Heute, wo ſich der Rückgang der Geburtenzahl zu Beginn und während des Weltkrieges erſt voll auswirkt, iſt zuvor die Frage der ſchuliſchen Vorbildung, die ſich in der Form von „Berechtigungen“ auswirkt, nicht mehr ſo„brennend“ weil der„Bedarf“ nicht voll gedeckt zu werden ver⸗ mag. Dennoch haben verſchiedene Unterrichtsmini⸗ ſter, auch der badiſche, gegen die Auswüchſe dieſes Syſtems Stellung genommen. Jetzt iſt es noch mög⸗ lich, hier eine Breſche zu ſchlagen; wenn erſt einmal wieder die Nachfrage das Angebot überſteigt, iſt es zu ſpät; denn das Berechtigungsweſen iſt doch nur eine Vorausleſe: alle, die dieſen(heute ſehr ſtark geſtiegenen) Anſprüchen an ſchuliſcher Ausbildung nicht genügen, ſcheiden von vornherein als An⸗ wärter für dieſen und jenen Beruf aus. Die An⸗ wärterzahl wird alſo viel geringer, die Auswahl leichter. Die Volksſchule kommt als„Berechtigungsanſtalt“ natürlich gar nicht in Frage Sie zu beſuchen, iſt Pflicht, deren Erfüllung im Not⸗ falle„von Staatswegen“ erzwungen wird. Sie ſtellt gemeinhin nur das unterſte Maß des Kenntntisſtan⸗ des dar, wenigſtens noch der Anſicht vieler Ar⸗ lle und„Bereil tigungen beitgeber, auch zahlreicher Handwerksmeiſter, wie ſich aus der Forderung irgendeiner„Reife“ der hö⸗ heren Schulen für ihre Lehrlinge ergibt. Des⸗ halb das Verlangen nach einem neunten Volksſchul⸗ jahr; deshalb Sprachklaſſen für begabte Volksſchul⸗ kinder; deshalb Uebergangsklaſſen der Volksſchule für ihre Hochbegabten. Ueber die dadurch verurſachte geiſtige„Auspowerung“ der Nomalklaſſen iſt ſchon viel geſchrieben worden, ſo daß hier dieſe Frage nicht nochmals angeſchnitten zu werden braucht. (Daß dieſe Beſtrebungen wenig Gegenliebe bei der Induſtrie finden, hörte ich vor einiger Zeit. Der Leiter eines großen hieſtgen Unternehmens ſprach von dem„bißchen Franzöſiſch“, das die hieſigen Volksſchulkinder erlernen. Freilich betonte er, daß auch die höheren Schulen nicht zum fließenden Spre⸗ chen, zur Konverſation mit einem Franzoſen, be⸗ fähigen. Das bringt nur ein nicht zu kurzer Auf⸗ halt im fremden Lande mit ſich). Aus all dem ergibt ſich die Ueberſchätzung ſchuliſcher Bildung für die Berufserlernung und ⸗ausübung und damit die Unterſtützung der Praxis. Die Schule ſoll doch nur eine allgemeine Grundlage für die Berufsausbildung bieten. Etwa fehlende theoretiſche Kenntniſſe laſſen ſich heute ohne allzu große Schwierigkeiten während 8 222 2 2 .-N 8 7 Jausend Dinge, grosse und kleine, wichiige und nichilige, inschit sich die Frau wie das funge Mddchen. zafilreichen Empfelilungs- Anzeigen der Mannheimer Geschiſte in der V. M. Z. beachitel, erndli Anregungen flir schöne und hraſelische Weihnachts- Geschienfe in reichster Fiille. Die Anzeige gibt dem Leser aber auch eine gewisse Geudhr dafur, dass e prelsuert kauft, denn der inserlerende Geschaſismann beweist durch seine Anzeigen, dass er sich um die gute Bedienung seiner Kunden bemulit. Muge Zeitungsleser, die die Leistungen der Firmen beachten und vergleichen, zielien aus dieser Ertenninis tegelmdssig ihren Hor teil. Dem Seschäüftsmamm raten vir: Mserieren! Dem Teitumgsleser 2 Anzeigen Beaefiten! Der eihnadits-Angeiger der Ii. IR. E. ist besonders gut! Wer die der Lehrzeit aneignen. Theorie und Praxis müſſen hier Hand in Hand gehen. Ein Junge, ein Mädchen lernt doch viel leichter und lieber, wenn es ſieht, daß es dieſe und jene Kenntniſſe für ſeinen Beruf nötig hat, wenn dieſes Lernen, wenn dieſe Aneignung theoretiſcher Einſichten, von Kenntniſſen und Erkenntniſſen, von Einſichten in das innerſte Weſen der Dinge, wenn dieſe Tiefblicke mit der augenblicklichen Praxis in engſte Verbindung ge⸗ bracht werden. Deshalb ſind Kurſe für Lehrlinge, auch theoretiſcher Art, viel wichtiger als eine wei⸗ tere Gliederung der Schulen. Laßt erſt dem Jun⸗ gen, dem Mädchen die geiſtige Not auf die Nägel brennen— und Ihr werdet ſehen, was unſere Kinder zu leiſten vermögen. Gerade in der Groß⸗ ſtadt fehlt es den Kindern weniger an geiſtiger Be⸗ weglichkeit und Aufnahmefähigkeit als an dem Wollen zum Lernen. Den bringt aber die Be⸗ rufsarbeit, die Lehrzeit bei der Mehrzahl von ſelbſt, wie die Ausfüllung von Fragebogen durch ſolche Jugendliche bewies. Unſere Vierzehnjährigen müſſen nur erſt einmal von der„Gaſſe“ weg, heraus aus ihrer oft verderblichen Kameradſchaft— dann ſind ſie nach wenigen Monaten, oft ſchon nach Wo⸗ chen kaum wiederzuerkennen. Demnach: über Bord mit der Ueberſchätzung der Schulbildung! Beſeitigt durch Herabminderung der Vorbildungs⸗ anſprüche die„Verſchulungsgefahr“; dann verſchwin⸗ det die„Bildungsinflation“, die Ueberfüllung der höheren Schulen, deren Ueberſchwemmung mit Un⸗ geeigneten, die Heranzüchtung ſtändig unzufriedener, weil immer unbefriedigter„Halbgebildeter“ von ſelbſt! Dann wird die höhere Schule wieder eine Ausleſe erhalten; dann wird ſie wieder eine Begab⸗ tenſchule, eine Vorbereitungsanſtalt für die gelehr⸗ ten Berufe. Es dürfte darnach mit der Berufspraxis weder beim Handwerk noch bei den ſonſtigen„unge⸗ lehrten“ Berufen nicht ſchlechter beſtellt ſein. Nicht Ueberbildung tut uns not, ſondern in der Praxis erprobte Männer und Frauen fehlen uns, die auch theoretiſch mit ihrer Zeit gehen, die das Beſtreben haben, die Ergebniſſe wiſſen⸗ ſchaftlicher Forſchung für ihre Berufsarbeit zu ver⸗ werten. Daß freilich dann dieſe Ergebniſſe in leicht verſtändlicher Form, ohne fremoͤſprachliche Verkleidung, ohne mathematiſchen Harniſch in wet⸗ teſte Kreiſe gebracht werden müſſen, iſt not⸗ wendige Vorausſetzung, deren Erfüllung heute leider noch zum größten Teil gänzlich fehlt. N * Geflügel⸗ und Nahrungsmitteldiebſtähle. In der Nacht zum 23. November verſchwanden in Rheinau 18 weiße Leghornhühner und 4 Tauben, die teilweiſe an Ort und Stelle abgeſchlachtet wurden, in der Nacht zum 27. Nov. aus einem Garten am Neuen Mannheimer Weg 7 Tauben und zwar drei Mohrenkopf⸗, 2 Koburger Lerchen und 2 rote Brief⸗ tauben, am 23. Nov. von einem Lieferauto vor F 3 zwei Kiſten mit je einem Zentner Tafeläpfel und 4 Zentner Kartoffeln in 4 Säcken. * Rüpel. In der Straßenbahn an der Feuer⸗ wache ſteigt eine einfache, ſauber gekleidete Frau mit einem vierjährigen Jungen. Der Kleine kniet ſich auf den Sitzplatz und ſchaut zum Fenſter hinaus. Nach kurzer Zeit fragte ihn die Mutter:„Ja was ſieht denn der Bubi alles?“— Die Antwort wird von einem vielleicht 16jährigen Bengel gegeben: „Schaug ſelber naus, Rindviehl Na ſiehgſt es!“ Ehe ſich die Fahrgäſte von ihrem Erſtaunen erholen, hat der Rüpel an der nächſten Halteſtelle lachend und pfeifend den Wagen verlaſſen. N. Schluß des redaktionellen Teils 3 28 ee 122 88 Senger Unterhaltung im Nähkorb Der Nähkorb der kleinen Hennigen war heute ſchon um vier Uhr beſetzt. Sonſt kamen die Näh⸗ korbbewohner immer erſt um ſechs oder ſogar um ſieben. Die große Schere gähnte heute nicht. Sie war noch längſt nicht müde. Die drei Nähnadeln und die vierundzwanzig Stecknadeln waren heute nicht heiß von der Arbeit. Die Zwirnrolle war faſt immer noch ſo ſtark wie am Morgen. Und der ſilberne Finger⸗ hut ſprach:„Man fühlt ſich ordentlich wohl, wenn die alte Nähmaſchine nicht immerzu rattert“. Kaum hatte der Fingerhut ausgeſprochen, da flat⸗ terte in den Nähkorb ein Theaterbillett, ein rotes Theaterbillett. Das ſah ſich ganz entrüſtet um und ſchimpfte vor ſich hin:„Was man ſo als Theater⸗ hillett alles durchmachen muß! Es iſt der reinſte Jammer, Da bin ich nun ſo richtig zwiſchen die häß⸗ lichen Arbeitsgeſellen geraten. Ja, ja, ihr wundert euch! Ihr werdetis nicht begreifen, was es heißt, ein Theaterbillett: Parkett, 3. Reihe, Platz 10, zu ſein. Ihr könnt überhaupt nicht verſtehen, was ich vorſtelle, wer ich bin. Haſt du ſchon einmal etwas von Ope⸗ kettenmuſtk gehört, dicke Zwirnrolle?“ „Operetten—mu—ſik?“ ſagte die Zwirnrolle ganz „Unſere Nähmaſchine macht auch Muſik. Iſt das etwa Operettenmuſtk?“ „Ach, die Nähmaſchine,“ ſagte das Theaterbillett ganz böſe,„Kennſt du das heimliche, verwunſchene Licht, das ſo hell aufleuchtet und ſo langſam ſtirbt, silberner Fingerhut, du?“ „Meinſt du vielleicht unſere alte Nählampe?“ Und das Theaterbillett lacht wieder ganz böſe: Nählampe! Der Kerl iſt aus Silber. Da könnte doch wirklich vorausſetzen, daß er was vom enieh derſteh t i plötzli 5 1 Erich Hezels Aus der Wanduhr ſurrte die ſiebente Stunde. Da flog ein zierlicher, elfenbeinerner Taſchen⸗ ſpiegel zwiſchen die Nähkorbbewohner. Der Taſchen⸗ ſpiegel tat ſo wichtig und ſagte:„Na, ihr habt's gut heute! Ihr könnt euch mal ausruhen. Ich muß euch noch etwas von eurer Herrin, der kleinen Hennigen, erzählen: Als ſie mich jetzt anſah, da ſtrahlten ihre Augen aus einer ſeidenfeinen Theaterhaube heraus. Mit herziger Eitelkeit ſchmeichelte ſie die wilde, liebe, braune Locke aus der Stirn.—— Da muß doch ein frohes Wunder geſchehen ſein.“ Die dicke Zwirnrolle ſagte:„Ja, es iſt eben ein Theaterbillett hier geweſen.“„Ein Theaterbillett? Ein The—ater—bill—ett?“ flüſterre der Taſchenſpie⸗ gel nachdenklich. Dann kicherte er recht ſchelmiſch: „Du, Zwirnrolle, wenn das Theaterbillett öfter kommt, dann wird's wohl lange dauern, ehe du ſchlank wirſt.“ Die Zwirnrolle ſah den Taſchenſpiegel beleidigt an und drehte ſich ſcheu nach dem Fingerhut um.— — Denn die Zwirnrolle war doch in den ſilbernen Fingerhut verliebt. M. J. Theater und Muſik Vom Kölner Opernhauſe. Jaromir Wein⸗ bergers Oper„Schwan da, der Du delſack⸗ pfeifer“, bereits in vielen Städten aufgeführt und in der N. M. Z. von Frankfurt, Heidelberg und Karlsruhe aus besprochen, ging nun auch in unſerem Opernhauſe in Szene. Das nach verſchiedenen Rich⸗ tungen große Anſprüche ſtellende Werk fand einen vielvermögenden Aufführungsapparat vor. Die durchweg recht charakteriſtiſchen Bühnenbilder wur⸗ den von Prof. Hugo Steiner(Prag) geſchaffen, en Auft aufgebot(eine unſerer theatraliſchen Zeitkrank⸗ heiten), von zuviel an den Haaren herbeigezogenem Brimborium erfüllt; ſo konnte der lange Akt vor Sucht nach lauter Einzeleffektchen ſchließlich keinen Effekt erzielen. Eugen Szenkar, der mit aller temperamentvollen Hingabe an die Aufgabe als Führer des glänzenden Orcheſters den Komponiſten beſtens betreute, ließ ſich in dieſem Bilde verleiten, die gewaltige Tönewucht noch bis zum Aeußerſten zu ſteigern. Und da iſt ohnedies ſchon ein zu den ſchlichten Vorgängen wenig paſſendes Inſtrumental⸗ getöſe. Von den Rolleninhabern boten als Schwanda, Dorota und Räuber Babinsky Rudolf Freſe, Maria Ulbrich und der ſtimmlich wie figürlich ſehr ſchlanke Joſef Witt recht Gutes, in⸗ des als Königin Eisherz Frau Herwig zu matt blieb und Herr Mertens einen beſchaulichen Teufel in Szene ſtellte. Der Beifall blieb für eine Kölner Opernerſtaufführung, die immer mit einem wohlgeneigten Publikum rechnen kann, auffallend be⸗ ſchedden. Hat das Werk anſcheinend einigermaßen enttäuſcht, ſo der Erfolg gleichfalls. P. h O Zeittheater auch in Dresden. Im Reſidenz⸗ theater wurde am Sonntag„Wir ſind Jung“, ein Stück in ſieben Bildern von Friedrich Licht⸗ necker, einem jungen Wiener Schriftſteller, von Mitgliedern des Staatlichen Schauſpielhauſes zum erſten Male aufgeführt. Er wirft eine brennende Frage der Gegenwart auf: das Problem der Feme⸗ morde, iſt aber nicht Dichter genug, um vom Piede⸗ ſtal der Kunſt die Vorgänge in dieſer Handlung zu ſchauen und zu geſtalten. Er braucht Nachteafés, ein⸗ ſame Promenadenbänke und abſeits liegende Kneipen, um meiſt junge Leute, Studenten, robuſte Fußball⸗ ſpieler u. a.., junge Mädels, die heute mit dem und morgen mit jenem gehen, zu einander in Be⸗ ziehung zu bringen. Junge Leute aus dieſer Gruppe gehören zu einem geheimen Femegericht, das die⸗ jenigen Männer beſeitigt, die ſich an ihrem Volke in irgendeiner Weiſe verſündigt haben. Das Los ent⸗ 5 5 ſcheidet, wer von den Mitgliedern, die ein Eid zu allen auferlegten Pflichten verbindet, das Todes⸗ urteil zu vollſtrecken- habe. In dieſem Falle trifft das Los einen jungen Studenten, in dem jedoch die Ueberzeugung immer feſteren Fuß faßt, daß auch das Töten eines Schädlings durch den Beſchluß Un⸗ berufener ein Mord iſt. Der junge Student vermag deshalb nicht die Waffe gegen den bezeichneten hohen Beamten zu richten, deſſen Schuld er nicht beurteilen, kann, weshalb er aus dem Femebund ausſcheidet. Er hat damit ſeinen Eid gebrochen, und indem er dem Vorſitzenden deſſen Schandtaten aus früherer Zeit vorwirft, ſchafft er ſich einen Feind mehr. Kurzum, man beſchließt, den Studenten aus dem Wege zu räumen. Das Los trifft ſeinen beſten Freund, der auch den Mord begeht, daun aber aus Gewiſſens⸗ biſſen und Verzweiflung ſelbſt Hand an ſich gelegt. Eine Reihe Epiſoden, meiſt gehaltloſe Stammtiſch⸗ geſpräche, aus denen nur hin und wieder ein guter Gedanke aufblitzt, und Liebeständeleien umrahmen die Femeverhandlungen. Das Ganze haftet zu ſehr am Aeußerlichen und geht zu wenig in gedankliche Tiefen. Die Zuſtandsbilder, die mit der Haupthand⸗ lung nur in wenigen Fällen etwas zu tun haben, überwuchern das, auf was es eigentlich ankommt. Die Verwirrung, die die Nachkriegszeit in den Köpfen der Jugend angerichtet hat, wird aber gut charakteriſtert. Indem der Verfaſſer ebenſoviel für wie gegen den Gedanken der Feme ſagt, erweckt, er die Meinung, daß er ſelbſt nicht davon überzeugt iſt, wo das Recht und die Wahrheit liegen. Die Auffüh⸗ rung unter Paul Hoffmanns glücklicher Regiehand verdient Anerkennung. Im großen und ganzen wurde ein beachtliches Einzel⸗ und Zuſammenſpiel erreicht. Das Stück und die künſtleriſchen Leiſtungen wurden mit reichem Beifall bedacht, aber auch hin und wieder auftauchende Weltanſchauungsgedanken, auch dort, wo man es am wenigſten erwarten ſollte. G. J. — e S rere FCC([K . 3 5 Freitag, den 29. November 1929 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 585 Kommunale Chronik Ein ſtädtiſcher Milchhof in Pforzheim * Pforzheim, 27. Nov. Nach einer ſtadträtlichen Vorlage an den Bürgerausſchuß will ſich die Stadt Pforzheim mit einer Stammeinlage von 6800 M. an der zu gründenden„Milchverſorgung Pforz⸗ heim, G. m. b..“ beteiligen, die zur Erſtellung und zum Vertrieb eines Milchhofes in Pforz⸗ heim gemeinſam mit der Milchzentrale und den in Frage kommenden Produzentenverbänden errichtet werden ſoll. Der neuen Geſellſchaft werden ſtädtiſche Grundſtücke zur Errichtung des Milchhofes im Erb⸗ baurecht überlaſſen. Von der derzeitigen geſamten Verkaufsmenge an Friſchmilch in hieſiger Stadt, die mit rund 27000 Liter täglich anzunehmen iſt, werden etwa 25000 Liter oder 92,5 v. heute ſchon von der Milchhändlergenoſſenſchaft geliefert. Die betriebs⸗ fertige Anlage des Milchhofes kommt nach der Be⸗ rechnung des ſtädtiſchen Hochbauamtes auf rund 600 000 RM. zu ſtehen. Dazu hat die Deutſche Ren⸗ tenbankkreditanſtalt in Berlin die Gewährung eines Darlehens in Höhe von 400 000 Mark zugeſagt. Das Reichsminiſterium für Ernährung und Landwirt⸗ ſchaft räumte für dieſes Baudarlehen zunächſt auf die Dauer von fünf Jahren eine Zinsverbilligung ein. Der noch verbleibende Kapitalbedarf in Höhe von 200 000 Mark wird von den Genoſſenſchaften der Landwirte und Händler der Genoſſenſchaft zur Ver⸗ fügung geſtellt werden. Aufteilung des Kreiſes Groß⸗Gerau? 5 Darmſtadt, 28. November. Der von der Reichs⸗ regierung für das Land Heſſen beſtimmte Sparkom⸗ miſſar hat poſitive Vorſchläge über die Verwal⸗ tungsreform in Heſſen gemacht. Für den Kreis Groß⸗Gerau ſind einſchneidende Maßnahmen vor⸗ geſehen, die in erſter Linie durch die Eingemeindun⸗ gen von Mainz bedingt ſind. Es wird vorgeſchlagen, daß der geſamte Kreis Groß⸗Gerau aufgelöſt und zum Teil zum Kreiſe Mainz, zum anderen Teil zum Kreis Darmſtadt geſchlagen werden ſoll. Die an der Bahnlinie Mainz Frankfurt gelegenen Ortſchaften erklären, daß ſie mit der Aufteilung nur dann ein⸗ verſtanden ſeien, wenn ſie mit Groß⸗Mainz vereinigt würden. Vor allen Dingen will die Stadt Rüſſels⸗ heim es ablehnen, künftighin dem neuen Kreis Darmſtadͤt zugeteilt zu werden. Es iſt mit aller Wahrſcheinlichkeit anzunehmen, daß die Aufteilung des Kreiſes ſo erfolgen wird, daß die Orte Rüſſels⸗ heim, Kelſterbach, Raunheim, zum Kreis Mainz ge⸗ ſchlagen werden; ebenſo Nauheim, Haßloch, König⸗ ſtätten und Trebur, während die übrigen Orte mit Darmſtadt vereinigt werden ſollen. Aus dem Lande Ladenburg, die Baumſchulſtadt Ladenburg, 28. Nov. Die älteſten Einwohner Ladenburgs werden ſich noch daran erinnern können, daß alljährlich um die Zeit des Okulierens der Stadthbader in der erſten, noch jungen, ein Drittel Hektar großen Baumſchule in Laden⸗ burg erſchien. Er ließ ſich würdevoll auf einem Schemel nieder und nahm dann die Veredelung der Bäumchen auf eine— nach heutiger Auffaſſung— ſehr einfache Art vor. Und das war in den ſechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals und in den folgenden Jahrzehnten wußte man nur wenig von gründlicher Bodenbearbeitung und ſetzte u. a. die jungen Stämmchen noch in Querreihen. Erſt Mitte der neunziger Jahre brachte die damals im Entſtehen begriffene Baumſchule von Jean Ratz (heute iſt ſie das größte der acht hieſigen Unter⸗ nehmen) eine entſcheidende Wendung. Der Unter⸗ grundspflug trat bei der Rigelarbeit, alſo bei der tieferen Bodenbearbeitung, in Tätigkeit. Die An⸗ pflanzungen wurden in Längsreihen geſetzt und mit Pferden wurde die Pflugarbeit ausgeführt. Heute bedient man ſich Motorpflüge. Nach dem Kriege wurden die Betriebe durch die Anſchaffung von Kraftmaſchinen(Entblätterungs⸗, Verpackmaſchinen uw.) noch leiſtungsfähiger. Gegenwärtig bringen die hieſigen Baumſchulen auf ihrem 50 Hektar um⸗ faſſenden Zuchtgelände hochwertige Obſt⸗ und Allee⸗ bäume, Zierſträucher und Roſen in allen Arten her⸗ wor, die übrigens nicht nur in allen Teilen Deutſch⸗ lands, ſondern auch im Ausland— vorwiegend in der Schweiz(vor dem Kriege auch im Elſaß und Oeſterreich) großen Zuſpruch und damit reichen Abſatz finden. Zur Zeit iſt man wieder beim Ver⸗ ſand. Dickleibige Strohpuppen, ſogen. Gebunde, ſtehen auf dem hieſtgen Bahnhof. Die Ladenburger Baumſchulen ſtehen in Baden mit an erſter Stelle und haben auch für das übrige Deutſchland wegen threr Spezialibät, den Steinobſtarten, Bedeutung. Die augenblickliche große Mode iſt„Frühobſt“, denn es wird am beſten bezahlt. Großer Abſatz besteht in dieſem Jahre beſonders bei Birnen auf Quitten veredelt. Den meiſten norddeutſchen Baumſchulen find nämlich im letzten Winter die Quittenunter⸗ lagen erfroren.(Der Froſtſchaden in allen deulſchen Baumſchulen beträgt rund 20 Mil li o⸗ men Mark.) Ein weiterer Ausbau der hieſigen Baumſchulen durch Verwirklichung guter Pläns wird leider durch ſchwache Finanzen weſentlich ge⸗ hemmt. Die Baumſchulen erwarten hier von ge⸗ meindlicher und ſtaatlicher Seite größeres Entgegem⸗ kommen. Ein vereitelles Zirkus⸗Gaſtſpiel Warum kommt Sarraſani nicht nach Mannheim? Die hieſigen Gaſtſpiele der Rieſen⸗Wander⸗Zirkuſſe werden von einem eigenartigen Pech verfolgt. Als das letztemal Krone ſeine Zeltſtadt auf dem Meßplatz aufgebaut hatte, mußte er ſie vorzeitig wieder ab⸗ brechen und nach Ludwigshafen überſtedeln, weil in⸗ folge der zu hohen Steuern die Einnahmen in keinem Verhältnis zu den Ausgaben ſtanden. Beim Sarraſani⸗ Gaſtſpiel iſt es garnicht erſt zum Beginn der Vorſtel⸗ lungen gekommen, weil der neue Miniſter des Innern aufgrund einer veralteten badiſchen Verordnung die Geneh⸗ migung nicht erteilen konnte, daß das Gaſt⸗ ſpiel am erſten Weihnachtsfeiertag ſeinen Anfang nahm Wenn man ſich in die Lage des Zentrums⸗Miniſters verſetzt, ſo wird man zugeben müſſen, daß er nicht anders handeln konnte. Was würden ſeine Partei⸗ freunde und darüber hinaus alle kirchlich geſinnten Kreiſe geſagt haben, wenn er ſich über die Verord⸗ nung, die die Luſtbarkeiten an Sonn⸗ und Feiertagen regelt, hinweggeſetzt und der Bitte des Direktors Stoſch⸗Sarraſanf entſprochen hätte. Man würde ihm mit Recht entgegengehalten haben, daß der ſozial⸗ demokratiſche Miniſter des Innern ſich zehn Jahre lang nach der antiquierten Verordnung richtete und daß eine der erſten Amtshandlungen des zentrüm⸗ lichen Nachfolgers dieſe Verordnung übertrat. Warum hat ſich Direktor Stoſch⸗Sarraſani denn nun darauf verſteift, ausgerechnei am erſten Weih⸗ nachtsfetertag mit den Vorſtellungen zu beginnen? Einzig und allein aus Gründen der Rentabilitat des Maunheimer Gaſtſpiels. Genaue Kalkulationen haben ergeben, daß nur die Einnahmen, mit denen man am erſten Weihnachts⸗ feiertag vorausſichtlich rechnen konnte, das Gaſtſpiel überhaupt ermöglichten. Die vierzehntägige Pauſe, zu der das Unternehmen vor dem Mannheimer Gaſt⸗ ſpiel gezwungen war, ließ unter keinen Umſtänden den Verluſt der Einnahmen des erſten Feſttages zu. Wir wiſſen ja vom Zirkus Krone und ähnlichen Reiſe⸗Unternehmungen, daß ein einziger ſchlechter Tag die ganzen finanziellen Vorausberechnungen über den Haufen werfen kann. Wie wir hören, hat das Mannheimer Bezirksamt die Eingabe von Direktor Stoſch⸗Sarraſani, den erſten Feiertag freizugeben, befürwortend an das Miniſterium des Innern weitergeleitet. In Karlsruhe hat man ſich aber von vornherein unter Berufung auf die Verordnung auf einen ſtrikte ablehnenden Stand⸗ punkt geſtellt, den auch die von uns kurz skizzierte Begründung nicht zu erſchüttern vermochte. Der Stadtverwaltung iſt diesmal keine Schuld an dem Scheitern des Gaſtſpiels beizumeſſen. Sie hat ſogar bei der Steuerbemeſſung ein Entgegenkommen gezeigt, das in auffallendem Gegen⸗ ſatz zu der Haltung ſteht, die ſie ſ. Zt. dem Zirkus Krone gegenüber einnahm. Direktor Stoſch⸗Sarra⸗ ſant ſollte nur 7,5 v. H. Luſtbarkeitsſteuer zahlen, ein Satz, der als durchaus tragbar bezeichnet werden muß. Die Stadtverwaltung lehnte es aber andererſeits ab, beim Miniſter des Innern zu inter⸗ venieren, weil ſie offenbar eingeſehen hat, daß man in Karlsruhe nicht umzuſtimmen war. Als Direktor Stoſch⸗Sarraſani geſtern zu der Erkenntnis kam, daß der erſte Feiertag nicht freizubekommen war, hat er kurz entſchloſſen umdispontert und die vier Extrazüge mit dem Material zur Errichtung des Winterzirkusbaues, die im Düffſeldorfer Rangier⸗ bahnhof zur Abfahrt nach Mannheim bereitſtanden, nach Berlin in Bewegung ſetzen laſſen, wo der Rieſenbau auf dem Tempelhofer Felde erſtehen wird. Wenn man die wirtſchaftliche Seite des ver⸗ eitelten Mannheimer Gaſtſpiels einer Unterſuchung unterzieht, wird man die Unnachgiebigkeit des Miniſters des Innern bedauern müſſen. Das dreiwöchige Gaſtſpiel hätte der Stadt Mann⸗ heim viele Tauſende an Standgeldern und Steuern gebracht. Dem Stadtſäckel, der durch die allgemeine wirtſchaft⸗ liche Notlage über alle Maßen in Anſpruch ge⸗ nommen wird, wäre dieſe unvorhergeſehene Ein⸗ nahme recht willkommen geweſen. Aber nicht nur das. Das Zirkusperſonal hätte während des drei⸗ wöchigen Gaſtſpiels ebenfalls viel Geld hier gelaſſen, ganz abgeſehen davon, daß die Unterhaltung der hunderte von Tieren viel Koſten verurſacht, die der Mannheimer Geſchäftswelt zum größten Teil zugute gekommen wären. Schließlich iſt noch auf der Aktivſeite zu buchen, daß das Gaſtſpiel an Weih⸗ nachten und Neujahr wieder mal„Leben in die Bude“ gebracht hätte. Ueber die Intenſität der Anziehungs⸗ kraft der Sarraſani⸗Schau gehen zwar die Mei⸗ nungen auseinander, zumal wenn man ſich vergegen⸗ wärtigt, wie derartige Gaſtſpiele in den letzten Jahren hier abgeſchnitten haben, aber andererſeits konnte man ſich einen ganz beſonderen Erfolg von einer ſchon in die Wege geleiteten großzügigen Reklame verſprechen, die leine Million Men⸗ ſchen erfaſſen ſollte. Zum Schluß noch einige Bemerkungen über die veraltete Verordnung, an die ſich der neue Miniſter des Innern halten zu mütſen glaubte. Datiert iſt ſie vom 18. Juni 1892. Ihr Alter nähert ſich demnach ſehr der Grenze, die den Frauen ge⸗ fährlich wird. Der 8 7 der Verordnung, der für das ſtrikte miniſterielle Nein maßgebend war, be⸗ ſtimmt, daß die Veranſtaltung von öffentlichen Auf⸗ zügen, Muſtikaufführungen, Geſangs⸗ und deklama⸗ toriſchen Vorträgen, Schauſtellungem, thea⸗ traliſchen Vorſtellungen oder ſonſtigen Luſtbarkeiten für die Dauer des vormittägigen Gottesdienſtes an den in 8 1, Abſ. 1, Ziffer 1 dieſer Verordnung bezeichneten Sonn⸗ und Feiertagen unterſagt iſt. Nach§ 1, Abſ. 2 erſtreckt ſich das Verbot am Chriſt⸗ tag, am Palmſonntag und den übrigen Tagen der Charwoche, am Oſter⸗ und Pfingſtſonntag, ferner in den Gemeinden, in denen die katholiſche Kon⸗ feſſion Pfarrechte beſitzt, am Fronleichnamstag, und in den Gemeinden, in denen die evangeliſche Kon⸗ feſſion Pfarrechte hat, am Buß⸗ und Bettag auf den ganzen Tag. An dieſen Tagen dürfen jedoch von 3 Uhr nachmittags an Muſikaufführungen und Theatervorſtellungen ſtattfinden. Dieſe Erlaubnis iſt in der Charwoche einſchließlich des Palmſonntags und am Buß⸗ und Bettag auf ernſte Muſik und Theaterſtücke ernſten Inhalts beſchränkt. Wir gehen nicht zu weit, wenn wir ſagen, daß dieſe Verord⸗ nun in die heutige Zeit nicht mehr paßt. Ihre Reformbedürftigkeit liegt ſo auf der Hand, daß die maßgebenden Inſtanzen aufgrund des „Falles Sarrafami“ an eine gründliche Reform denken ſollten, zumal Miniſter Grzeſinſkt nicht zögern wird, die Erlaubnis zum Beginn des Berliner Gaſtſpiels am erſten Feiertag zu 90 ch. Starke Zunahme des Fremdenverkehrs in Karlsruhe * Karlsruhe, 26. Nov. Im Jahre 1929 konnte in der badiſchen Landeshauptſtadt Karlsruhe durchweg eine erhebliche Beſſerung des Fremden ver⸗ kehrs feſtgeſtellt werden, und zwar ſowohl aus dem Reiche als auch vom Auslande. Im dritten Viertelfahr ſtiegen in Karlsruhe 36731 Fremde ab, das ſind mehr wie früher. Jeder der drei Monate Juli, Auguſt und September war beſſer als der Parallelmonat des Vorjahres. Beſſer als 1913 waren die Monate Juli und Auguſt. Die meiſten Frem⸗ den brachte der Auguſt, nämlich 18 123. Das iſt eine Ziffer, die in keinem Auguſt⸗Monat bisher in Karls⸗ ruhe erreicht worden iſt, auch nicht im Auguſt 19138. Aehnliches gilt vom Juli⸗Beſuch. Bemerkenswert iſt, daß der Ausländerverkehr im Vergleich zum 3. Vierteljahr eine Zunahme von 500 Be⸗ ſuchern erfuhr, von denen allein dem holländiſchen Verkehr eine Steigerung von 200 Perſonen zufällt. * * Wiechs bei Schopfheim, 27. Nov. Heute, kurz nach Mittag, wurde der 63 Jahre alte Landwirt Ernſt Sütterlin beim Holzfällen von einem fallen⸗ den Baum getroffen und ſchwer verletzt. Der Verunglückte iſt noch auf dem Wege ins Kranken⸗ haus Schopfheim verſtorben. Er hinterläßt eine Wibwe und vier Kinder, von denen noch zwei ſchulpflichtig ſind. 7000 Mark unterſchlagen und flüchtig * Freiburg i. Br., 27. Nov. Der ſeit etwa drei Wochen vermißte Architekt Wilhelm Wagner von Freiburg wird aufgrund einer Anzeige wegen Unterſchlagung geſucht. Wagner hatte für einen Freiburger Geſchäftsmann in St. Georgen im Schwarzwald ein Haus für 15 000/ erbaut, davon den am Bau beteiligten Handwerkern 8000/ aus⸗ bezahlt und den Reſt von 7000 /, der der Bürkle⸗ bank angewieſen war, abgehoben und für ſich ver⸗ braucht. Wagner hat dann anſcheinend verſucht, ſich das Geld auf andere Weiſe zu verſchaffen. Als dies mißlang, flüchtete er in die Schweiz. Von hier aus ſchrieb er an Verwandte und Bekannte mehrere A bſſchteds briefe, in denen er mitteilte, daß er ſich das Leben nehmen wollte. * Weinheim, 28. Nov. Apothekenbeſitzer Guſtav Bleidorn, der Inhaber der hieſigen Engel⸗Apo⸗ theke, die ſeit über 100 Jahren im Beſitze der Fa⸗ milie Bleidorn iſt, iſt im Alter von 63 Jahren in⸗ folge eines Schläganfalles geſtorben. Die Engel⸗ Apotheke wird von Apotheker Walther Fiſcher, dem Schwiegerſohn des Verſtorbenen weiter geführt. * Kandern, 28. Nov. Der Tod der greiſen Witwe Maria Giß, die im Gewerbekanal ertrunken aufgefunden wurde, iſt noch nicht aufgeklärt. Wäh⸗ rend man urſprünglich Selbſtmord annahm, prüft man jetzt, ob die Greiſin tatſächlich in der Lage ge⸗ weſen ſein kann, ihre Beine mit ſtarken Stricken zuſammenzubinden. Nachbargebiete Beiſetzung von Juſtizrat Butſcher * Ludwigshafen, 28. Nov. Der verſtorbene ehe⸗ malige Vorſitzende des Kreisverbandes Pfalz der Bayeriſchen Volkspartei und vierte Bürgermeiſter von Ludwigshafen, Juſtizrat Butſcher, wurde heute nachmittag auf dem Friedhof zu Munden⸗ heim beigeſetzt. Die kirchlichen Handlungen nahm Armeeoberpfarrer a. D. Langholzer⸗Crailsheim vor, dem die Stadtpfarrer Huſſe und Krämer aſſiſtierten. Nach den Grabreden der beiden Geiſtlichen folgten Kranzniederlegungen verſchiedener katholiſcher Stu⸗ denten verbindungen(Butſcher gehörte der„Bavaria“ an), ſo für Arminia⸗ Heidelberg, Mareomania⸗Würz⸗ burg und Enania⸗München. Für die Gerichts⸗ beamten ſprach Amtsgerichtspräſident Dexheimer, für die Rechtsanwälte Juſtizrat Dr. Mayer, für den Bezirk und die Bezirksſparkaſſe Bezirksamt⸗ mann Eck. Für die Bay'riſche Volkspartei Kreis Pfalz legten Kränze nieder Parteiſekretär Müller und Stadtrat Brenner⸗Ludwigshafen. Unter den Teilnehmern der Beiſetzung bemerkte man auch Biſchof Dr. Sebaſtßan⸗Speyer und Geſandtſchafts⸗ rat Dr. Knoch. Die Not der Tabakpflanzer * Herxheim b.., 29. Nov. Eine Tabakpflanzer⸗ verſammlung von Herxheim nud Umgebung nahm Stellung zur Lage des Tabakmarktes in dieſem Jahre, bezeichnete den Entwurf des neuen Tabak⸗ geſetzes als Erdroſſelung des Tabakbaues und wies auf den kataſtrophalen Sturz der San d⸗ blattpreiſe hin. Kreisbauernkammervertreter Hamm ſieht in dem ſchärferen Einzug der Steuern den Urgrund der Kriſe. Die Verſammlung forderte ſchließlich energiſche Hilfsmaßnahmen für den ſüsd⸗ pfälziſchen Tabakbau. Unfall eines Zeitungsautos * Kaiſerslantern, 29. Nov. An der Straßenkreu⸗ zung Spesbach⸗Ramſtein ſtieß am geſtrigen Donners⸗ tag das Geſchäftsauto der„Pfälziſchen Freien Preſſe“ mit dem Kraftwagen des Bäckermeiſters Franz Lim⸗ dener aus Landſtuhl zuſammen. Dieſer Wagen fuhr dem Zetitungsauto mit voller Wucht in die Flanke. Das Zeitungsauto wurde vollſtändig de⸗ moliert. Wie durch ein Wunder blieb der Chauffeur dieſes Autos unverletzt. Nach den polizeilichen Er⸗ mittelungen trifft die Schuld an dem Zuſammenſtoß den Lenker des Landſtuhler Fahrzeuges. Selbſtmord eines Bankiers * Stuttgart, 28. Nov. Der Inhaber des im Jahre 1889 gegründeten Bankhauſes Graner u. Co., der 45 Jahre alte Bankier Erwin Graner in Biberach, hat ſich erſchoſſen. Man vermutet, daß er durch geſchäftliche Schwierigkeiten zu dieſem Schritt veranlaßt worden iſt. Es wäre dies inner halb kurzer Zeit der zweite Zuſammen⸗ bruch einer Privatbank in Biberach. Vor einem Vierteljahr war es das Bankhaus Brai⸗ kiurger, das die Zahlungen einſtellen mußte. Es wird angenommen, daß die Schwierigkeiten des angeſehenen Bankhauſes Graner u. Co. auf diefen Zuſammenbruch zurückzuführen ſind. Der Pro⸗ kuriſt war heute früh nicht aufzufinden. Die Stim⸗ mung der Sparer iſt erregt. Die noch beſtehen⸗ den Biberacher Privathankanſtalten wurden in den Vormittagsſtunden von Sparern beſtür mt, die ihre Gelder verlangten. Das Bankhaus Forſchner ſperrte nach einigen Stunden vor⸗ läufig die weiteren Auszahlungen. 8 Zuſammenſtoß zweier Rheiuſchlepper * Straßburg, 29. Nov. Am Donnerstag vormittag halb 8 Uhr ſtießen bei Km. 13,5 vor Wantzenau der deutſche Schlepper„Haniel 17“, der mit drei Boo⸗ ten im Schlepptau rheinabwärts fuhr, mit dem Straß⸗ burger Schlepper„Naney“ zuſammen. Das Schiffs⸗ rad der„Nancy“ wurde ſchwer beſchädigt, doch konnte ſte ihren Weg nach Straßburg fortſetzen. Infolge des Anpralles ſtießen aber die drei Boote, die der Schlepper„Haniel 17“ im Schlepptau hatte, mit dieſem zuſammen. Der deutſche Schlepper erlitt hierbei ſtarke Beſchädigungen. b Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat November Rhein Pegel 28. 26 27 26 20] Neckar⸗Pegel] 26.27, 28, 28. aſel dlc 700.17.10 01 f 5 Schuſterinſel 0,500.42.47.54045 Mannheim.88 1881 80 0 e 1.69.5714 1940 70 Jagſtfeld 0,000,000 5 5 Mapau.40.27331 3,40.43 B Mannhelm 1,99.981,86 1,95 2,00 4 Taub 1191.080108 1,09 112 Köln 14100981 10 110112 a Schluß des redaktionellen Teils 2 verwenden 1. 1 925 nderpflege 1 Creme a puden m AbotMubrog os u ον GO οονεν Streudose 60 pg. Chefredakteur: Kurt Fiſcher Derantwortlich für Politik: H. A. Meißner— Feuilleton: Dr. G. Kayſer Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder— Sport u Vermiſchtes: Willy Müller— Handelsteil: Kurt Ehmer 8510 und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche M. teilungen: Jakob gaude, ſämtlich in Mannheim— e Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Jeftung G. m. 5.., Mannheim, N 1,—6 Sie sind ermüdet von der anstrengenden Arbeit hrer Berufstätigkeit, Sie brauchen unbedingt den nötigen Schlef, um am anderen Tag ihre Arbeit ruhig erledigen zu können. Wohlbefinden und Ruhe verschafft hnen Mit Wasset oder Milch „ kKelt oder heil anrühren. in wenigen Sekungen teinkterlig. 5 8 Gutschein Nr. 20 Kostenlos sthalten Sle bel Einkauf einer Flesche Horllcks- Pulver gegen diesen Gutschein von ihrem Lieferanten Original-Horlicks-Mischstößer. den 1 3 e„ Zu abet in Abet 0 un trrogerten in Poekungen zu Mk. 3,.20 und—. der köstliche, aufbauende Nöhrtrenk. Horflcks lat auch dem schwächsten Magen bekömmlich; die Wirkung macht sich sofort bemerkbar. 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November 1929 Die Täligkeit der Lebensmittelpoltzei Von Regierungsrat Dr. Leiber, Mannheim Um die Verſorgung einer Großſtadt wie Mann⸗ heim mit Lebensmitteln von einwandfreier Beſchaf⸗ fenheit ſicherzuſtellen, iſt die dauernde Kon⸗ trolle aller Betriebe, die ſich mit dem Ver⸗ kauf von Nahrungs⸗ und Genußmitteln befaſſen, er⸗ forderlich. Zwei Behörden arbeiten bei dieſer wich⸗ tigen Aufgabe Hand in Hand, die Pol ö zeidirek⸗ tion, die durch die ihr unterſtellte d Lebensmittel- polizei die Kontrollen in den Ladengeſchäften und auf den Märkten vornehmen läßt und Proben erhebt, und das Städtiſche Unterſuchungs amt, das die eingelteferten Proben unterſucht und ſich über Le⸗ bensmittelfälſchungen gutachtlich äußert. Beſondere Sorgfalt wird in Mannheim darauf verwendet, die Bevölkerung mit hochwertiger Milch zu verſehen. Die Milchverſorgung liegt im weſent⸗ lichen in den Händen der Mannheimer Milchzentrale. Schon in den Lieferbezirken des badiſchen Unterlan⸗ des erfolgen durch Außenbeamte der Milchzentrale und Gendarmeriebeamte zahlreiche Vorprüfungen auf ſpezifiſches Gewicht zur Feſtſtellung von Wäſſe⸗ rung und Abrahmung mit Laktodenſimeter, auf den Friſchezuſtand der Milch durch Alkoholprobe und auf Schmutzgehalt durch Bodenſatzprobe. Weitere Vor⸗ prüfungen erfolgen bei Ankunft der Milch in Mann⸗ heim. Nach Beendigung der molkereitechniſchen Be⸗ arbeitung der Milch in der Mannheimer Milchzen⸗ trale ſetzt eine erneute Kontrolle ein. Die Milch wird ſowohl vor der Abgabe an die Milchhändler wie auch in den Verkaufsräumen der Milchhändler geprüft. Auf dem ganzen Weg, den die Milch vom Erzeuger bis zum Verbraucher macht, werden Milchproben er⸗ hoben, die dem Städtiſchen Unterſuchungsamt zur Unterſuchung eingeliefert werden. Die Lebensmittelpolizei hat innerhalb des letzten Jahres über 3000 Milchproben bei den Mann⸗ heimer Milchhändlern erhoben. Die Milchproben werden im Laboratorium je nach Lage des Falles, insbeſondere auf Ausſehen, Geruch, Geſchmack, ſpezifiſches Gewicht, Trockenſubſtanz, Mangel an Fett, Säuregrad, Bakterien und Schmutz⸗ gehalt unterſucht. Auf die Bekämpfung des Milchſchmutzes wurde beſonderer Wert gelegt. Der Reinheitsgehalt der Milch wird nach der Stärke der Schmutzſpuren beurteilt, die ſich auf einer Watte⸗ ſcheibe vorfinden, durch die“ Liter Milch filtriert wurde. Die Kannen, in denen die Milchhändler ihre Milch bei der Mannheimer Milchzentrale empfan⸗ gen, werden durch die Lebensmittelpolizei wöchent⸗ lich kontrolliert. Die Arbeit, die das Städt. Unter⸗ ſuchungsamt unter Leitung des Direktors Dr. Cantzler auf dem Gebiete der Milchunterſuchun⸗ gen leiſtet, muß als vor bildlich bezeichnet wer⸗ den. Neben der Unterſuchung der Vollmilch I, für die durch ortspolizeiliche Vorſchrift ein Fett⸗ gehalt von mindeſtens 3,2 u. H. vorgeſchrieben iſt, werden auch Magermilch Rahm⸗ und Noghurtproben erhoben und gelegentlich die kondenſterte Milch Anterſucht. Die umfangreiche Kontrolltätigkeit, die über die Milch und die Molkereiprodukte in Mannheim aus⸗ geübt wird, führt zu dem erfreulichen Ergebnis, daß eigentliche Verfälſchungen der Milch recht ſelten geworden ſind. Nicht die Zahl der erfolgten Beſtrafungen darf der Gradmeſſer für eine erfolgreiche Tätigkeit der Lebensmittelpolizei ſein. Das Ziel der polizeilichen Kontrolltätigkeit über die Lebensmittel iſt erreicht, wenn durch die dauernde Ueberwachung der Lebensmittelverſorgung in den Kreiſen der Produzenten und Händler das Pflichtbewußtſein derart geſtärkt iſt, daß Lebensmit⸗ telfälſchungen eine ſeltene Ausnahme werden. Die Butter wird in den Ladengeſchäften und auf den Märkten ſtreng überwacht. Im Verhältnis zu der gro⸗ ßen Menge kontrollierter Butter iſt die Zahl der Beanſtandungen im vergangenen Jahre ſehr lein geweſen. In einer Reihe von Fällen wurde ein zu hoher Waſſergehalt feſtgeſtellt. Die abgepackte Butter wird regelmäßig daraufhin unterſucht, ob ſie kein Mindergewicht aufweiſt. Beim Verkauf der Eier wurde Wert darauf gelegt, daß entſprechend der Mannheimer Nahrungsmittelvorſchrift nur ſolche Eir als„Trinkeier“ bezeichnet werden, die„voll⸗ friſch“, d. h. von hervorragender Qualität und Friſche ſind. Die Trinkeier müſſen den Datum⸗ ſtempel des Legetages aufweiſen. In den Bäckereien wurden im vergangenen Jahre ber 500 Kontrollen vorgenommen, wobei das Gewicht des Brotes nachgewogen wurde. Ungefähr die gleiche Zahl von Kontrollen fand in den Metzgerläden ſtatt, um die Wurſt auf Mehl⸗ und Waſſerzuſatz zu unterſuchen. In den Kolonfalwarenläden wurde im vergan⸗ genen Jahre in nahezu 2000 Fällen kontrolliert. Hter⸗ bet war mehrfach Eſſig wegen zu niederen Säure⸗ gehaltes zu beanſtanden. Gelegentlich wurden auch Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung ange⸗ boten oder wieſen auf den Packungen nicht die vor⸗ ſchriftsmäßige Kennzeichnung auf. Auf dem Markt wurde vereinzelt verdorbene Ware angetroffen. Die Lebensmittelpolizei hat darauf gedrungen, daß die Waagen und Gewichte vorſchriftsmäßig geeicht ſind. Eine Neuerſcheinung auf dem Lebensmittelmarkte war in dieſem Jahre die Kunſtſahne. Es handelt ſich um ein Produkt, das ſich von der eigentlichen Sahne dadurch unterſcheidet, daß Pflan⸗ zenfette zugeſetzt ſind. Die Polizeidirektion hat An⸗ ordnung getroffen, daß alle Geſchäfte, die derartige Kunſtſahne als Schlagſahne, Kaffeeſahne oder Torten⸗ auflage verwenden wollen, entſprechende Plakate im Laden anbringen müſſen. Zwei ortspolizeiliche Vorſchriften ſind im Jahre 1929 auf dem Gebiete der Lebensmittelpolizei neu erlaſſen worden. Die eine Vorſchrift behandelt den Verkehr mit Speiſeeis und trifft Beſtim⸗ mungen über die Stoffe, die zur Herſtellung von Speiſeeis verwendet werden dürfen. Die Polizei war zwar micht ermächtigt, von den Straßenhändlern die Herſtellung von Qualitätseis zu verlangen. Die neue Vorſchrift ſtellt an eigentliches Speiſeeis ge⸗ wiſſe Mindeſterforderniſſe. Im Kilo der fertigen Ware müſſen u. a. mindeſtens 3 Eier und* Liter Vollmilch enthalten ſein. Wird dieſen Voraus⸗ ſetzungen nicht genügt, ſo kann die Polizei den Ver⸗ kauf des geringwertigeren Eiſes, ſolange man es nicht als ſchädlich bezeichnen kann, nicht verbieten. Derartiges Eis muß aber ausdrücklich als„Kunſt⸗ ſpeiſeeis“ kenntlich gemacht werden. Der Verkauf von Speiſeeis in der Nähe von Spielplätzen und Schulgrundſtücken wurde in beſtimmtem Umfange verboten. Die andere im Jahre 1929 neu erlaſſene orts polizeiliche Vorſchrift befaßt ſich mit dem Ver⸗ kehr mit Fleiſch, Wild, Geflügel und Fiſchen und will ſicherſtellen, daß auch auf dieſem Gebiete größte Reinlichkeit herrſcht. Bei Beanſtandungen von Lebensmitteln wende man ſich an die Lebensmittelpolizei der Polizei⸗ direktion Mannheim, die das Erforderliche wegen Unterſuchung der betreffenden Lebensmittel veran⸗ laſſen wird. Aufſehenerregender Prozeß in Wien Vor dem Wiener Schwurgericht begann der Mord⸗ prozeß gegen den 38 Jahre alten Wäſchehändler Rich. Singer, der angeklagt iſt, die 18jährige Gemma Matyas in ſeine Wohnung gelockt, ſie während eines Streites mit einem Meſſer geſtochen und gefol⸗ tert und ſpäter kaltblütig ermordet zu haben. Der Angeklagte hat Anfang März dieſes Jahres ſein Opfer in einer ſehr belebten Straße Wiens an⸗ geſprochen. Das Mädchen ließ ſich von ihm ein Stück weit begleiten. Im Laufe der Unterhaltung erzählte ſie ihm, daß ſie, nachdem ſie mit ihrer Mutter vor vier Wochen nach Wien gekommen ſei, immer noch vergeblich eine Stelle ſuche. Der Angeklagte er⸗ klärte ihr, daß er ihr zu einem Erwerb verhelfen könne. Er beſitze ein Wäſchegeſchäft und er würde ſie ganz gerne als Verkäuferin anſtellen. Er lud ſie ein, den Betrieb, den er in ſeiner Wohnung führe, zu beſichtigen. Nebenbei zeigte er ihr einen zerknüllten 100⸗Schilling⸗Schein. In der Wohnung verlangte das Mädchen, dieſen Schein näher anzu⸗ ſehen. Es ſtellte ſich heraus, daß der Schein nur ein altes Los einer Klaſſenlotterie war und daß er nur als Lockmittel dienen ſollte. Als das Mädchen die Wohnung wieder verlaſſen wollte, kam es zu einem fürchterlichen Kampf. Singer verſuchte, der Matyas, die ſich mit allen Kräften wehrte, einen Knebel in den Mund zu ſtecken. Schließlich ergriff der Angeklagte ein Kü⸗ chen meſſer und ſtach blindlings auf ſein Opfer los. Dieſes verlor die Beſinnung und ſtürzte blut⸗ überſtrömt zu Boden, während Singer ſich auf ſein Bett legte, eine Zigarette rauchte und nun überlegte, was er beginnen ſolle. Er warf die immer noch Be⸗ wußtloſe in einen kleinen, an das Zimmer an⸗ grenzenden Raum, der einen Steinboden beſaß, kein Fenſter, kein Licht und keine Luft hatte. Dieſer Raum war eine ſogenannte„Folterkammer“. Hier lag nun ſein Opfer nackt, aus einer klaffenden Hals⸗ wunde blutend, Hände und Füße gefeſſelt auf dem eiskalten Steinboden. Nebenan rauchte Singer eine Zigarette nach der andern. Schließlich ging er in den Keller, um dort ein Grab für ſein totgeglaubtes Opfer zu ſchaufeln. Nach einer halben Stunde ver⸗ geblicher Arbeit gab er den Plan auf. Er ging dann ſofort ins Cafes. Am andern Morgen, als er nach Hauſe kam, empfängt ihn die Haushälterin mit den Worten, daß unterhalb ihres Schlafzimmers je⸗ mand fortwährend um Hilfe rufe. Singer ent⸗ wortete ihr, daß das nicht bei ihm ſein könne. Dann rannte er in ſeine Wohnung und ſtürzte ſich von neuem auf das immer noch auf dem kalten FJuß⸗ boden kauernde Mädchen und ſchnitt ihr die Kehle durch, damit es nicht mehr um Hilfe rufen könne. Die Hauseigentümerin fand das plötz⸗ liche Verſtummen der Hilferufe noch verdächtiger und benachrichtigte die Poltzet. Singer entfloh zu⸗ erſt in das gegenüberliegende Café, ſtellte ſich aber ſpäter ſelbſt der Polizei. Das Mädchen lebte noch, als es durch die Ret⸗ tungsgeſellſchaft in die Klinik gebracht wurde, aber es konnte nicht mehr ſprechen, ſondern nur auf einen Zettel ſchreiben:„Ich wurde gelockt, mir iſt die Kehle dͤurchſchnitten.“ Obwohl es ſofort operiert wurde, iſt es drei Tage ſpäter geſtorben. Die Ge⸗ richtspſychiater, die den Angeklagten auf ſeinen Geiſteszuſtand zu unterſuchen hatten, erklärten, daß Singer geiſtig normal ſet, alſo auch für ſeine Tat voll verantwortlich gemacht werden kann. zufammenbruch der Rhein. Handelsbank Ein gerichtliches Nachſpiel Heute vormittag begann vor dem Großen Schöffengericht el unter dem Vorſitz von Amts⸗ gerichtsdirektor Dr. Kley als Abſchluß de. ſ. Zt. vtel beſprochenen, vor 2 Jahren erfolgten Zuſa m⸗ menbruchs der Rheiniſchen Handels⸗ bank der Strafprozeß gegen den Direktor Fritzel dieſer Bank. Fritzel iſt ein Vergehen nach 8 312 HGB. zur Laſt gelegt, weil er als Mitglied des Vorſtandes einer Aktiengeſellſchaft in mehreren Fäl⸗ len abſichtlich zum Nachteil der Geſellſchaft gehandelt habe. Der Angeklagte wurde Mitte 1921 als Direktor zur Mannheimer Viehmarktbank berufen, deren Firma durch Beſchluß der Generalverſammlung vom 28. 12. 21 in Rheiniſche Handelsbank geändert wurde. Die Bank verfolgte urſprünglich den Zweck, Ange⸗ hörigen des Metzger⸗ und Viehhandelsgewerbes und ähnlicher Handelszweige Vorſchüſſe oder Kredite in laufender Rechnung zu gewähren oder zu vermitteln. Darüber hinaus waren auch Bankgeſchäfte aller Art zu beſorgen. Die Bankgeſchäfte traten mehr und mehr in den Vordergrund dergeſtalt, daß die Kre⸗ dite, die an Nichtmetzger gegeben waren, Mitte 1927 die Kredite an Metzger um ein Vielfaches über⸗ ſtiegen und etwa 700 000 RM. ausmachten. Unter dieſen Krediten befanden ſich ungefähr 150 000 Reichsmark an eine geringe Anzahl Kunden, deren Kreditwürdigkeit fraglich war. Zu dieſen ſchwachen Kunden gehörte die Firma Videa und Waſelowſky, die ſchon früher Gegenſtand eines Verfahrens war, und die Firma Ries Nachf., um die es ſich u, a. im heutigen Verfahren handelt. Es wird vermutet, daß der Zuſammenbruch dieſer Hauptkreditoren mit eine Urſache, wenn nicht die Haupturſache des Zuſammenbruchs der Rheiniſchen Handelsbank bildete. Ende 1927 mußte nicht nur das geſamte Aktienkapital, ſon⸗ dern auch ein Teil der Gläubigereinlagen als ver⸗ loren angeſehen werden. Die Verluſte ſtellten ſich ſchätzungsweiſe auf über 800 000 RM. Das Ak⸗ tienkapital war nach der Markſtabiliſierung auf 500 000 RM. erhöht worden. Neben dem Angeklagten war noch der verſtorbene Heinrich Koch im Vorſtand der Bank. Dem Auf⸗ ſichtsrat gehörten außer zwei Fachleuten 9 Metzger⸗ meiſter und 5 Viehhändler an. Die Kreditgewährung war für den Vorſtand ſatzungsgemäßen Einſchränkungen nicht unterworfen. Es beſtand aber eine Kreditkommiſſion, die dem Vorſtand in Kreditangelegenheiten beratend zur Seite ſtehen ſollte. In der Praxis wurde aber dieſer Kommiſſion nur Kredite an Metzger vorge⸗ legt, während die um ein vielfaches höheren Kredite an Nichtmetzger ohne dieſe Kommiſſion bewilligt wurden. Nach der Anklage ſind dem Angeklagten vier Fällle zur Laſt gelegt: 1. Der Angeklagte räumte der Firma Johann Ries 85 G. m. b. 2 in We Ende 1924 Kredite in Höhe von 3000 und 5 000.— GM. ein. Er ſelbſt war an dem Geſchäft anfänglich mit einem Viertel, ſpäter als Alleininhaber beteiligt. Sicher⸗ heiten beſtanden nicht, dagegen hatte der Angeklagte und ſein ſpäterer Teilhaber, der inzwiſchen verſtor⸗ bene Karl Terber, Bürgſchaft geleiſtet. Die Kre⸗ dite wurden bis Ende 1925 auf über 22 000.— RM. erhöht, mit welcher Forderung die Bank im Kon⸗ kurs Ries ausfiel. 2. Nach dieſem Ausfall ſtellte der Angeklagte ſei⸗ ner Bank eine Urkunde aus, nach der er die 22 000/ als perſönliche Schuld übernahm und ratenweiſe Abzahlungen verſprach. Die erſte Rate ſollte am 1. Juli 1927 mit 4000% fällig ſein, wäh⸗ rend die Bank auf Zinſen verzichtete. Nach der An⸗ nahme der Anklage ſoll dieſes Anerkenntnis den urſprünglich geſtellten Bedingungen inſofern wider⸗ ſprochen haben, als die Raten je ein Jahr früher fällig ſein ſollten und als eine Verzinſung vor⸗ geſehen war. Auf dieſe Weiſe kam die Bank um die erſte Rate und um 5 ihr zuſtehenden Zins von 1 v. H. über Reichsbankdiskont. 8. Als der Angeklagte den ſchon erwähnten Karl Terber in die Firma Ries aufnahm, trat er ſelbſt in deſſen Mannheimer Baumaterialiengeſchäft mit hälftiger Beteiligung ein und ließ es dann zu, daß die Firma Terber einen ihr an ſich ſchon ungedeckten Kredit von 2000/ bis faſt auf 7000/ überzog, mit dem die Bank ausfiel. 4. Anfang 1925 beſchloß der Angeklagte, ſich am Paul⸗Martinufer 21 eine Villa zu bauen. Sein perſönliches Konto wies damals eine Schuld von 11000 Mk. auf, die aber hinreichend durch Sicher⸗ heiten gedeckt war. Da der Bau den Voranſchlag nun über das Doppelte überſchritt, entnahm der Angeklagte der Bank teils mit und, wie die An⸗ klage annimmt, deils ohne Genehmigung weitere Mittel, bis die Bankſchuld im Dezember 1927 120 000 Mark betrug, von der 73 000 Mk. ohne Deckung waren. Dabei ſoll er auch noch die der Bank zuſtehende Grundſchuld durch Vorrangseinräumungen an letzte Stelle gebracht haben. Die Vernehmung des Angeklagten. Fritzel kam nach dem Beſuch der Mittelſchule in Darmſtadt in kaufmänniſche Lehre und legte ſpäter die Einjährigen⸗Prüfung ab. Nach einjähriger Tätigkeit als Buchhalter einer Norddeutſchen Spar⸗ bank kam er Ende 1900 zur Rheiniſchen Hypotheken⸗ bank Mannheim, bei der er bis zum Vorſtand der Hypothekenbuchhaltung aufrückte. Im Jahre 1921 erfolgte ſeine Berufung zur Mannheimer Viehmarkt⸗ bank. Als zweiter Amtsgerichtsrat fungtert Amts⸗ gerichtsrat Dr. Petters und als Schöffen Maurer Adam Koch Schriesheim und Frau Wilhelmina Keil⸗ Mannheim. Im ganzen ſind 10 Zeugen und zwei Sachverſtändige geladen. ch. Gerichtszeilung Beſtechungsprozeß gegen Reichsbahndirektor Nen mann 3,90% Monatsmiete für eine Villa Der Prozeß in Berlin, den die Reichsbahngeſell⸗ ſchaft gegen ihren Direktor Neumann wegen ſchwerer Beſtechung angeſtrengt hat, dürfte einige Wochen in Anſpruch nehmen, da die ganze Materie überaus umfangreich iſt. Dieſe Anklage fällt in den Rahmen des Reinigungsfeldzuges, den die Reichs⸗ bahn im vorigen Jahre gegen das Schmiergel⸗ derunweſen im Eiſenbahnzentralamt eingeleitet hat. Der Angeklagte Neumann war ſeit 1919 im Eiſenbahnzentralamt, über deſſen Geſchäfte bekannt⸗ lich ſeit längerer Zeit Einzelheiten bekannt geworden ſind, die ſchwer belaſtend für einen Teil des Perſo⸗ nals ſind, tätig. Zu den Aufgaben Neumanns ge⸗ hörte u. a. die Vergebung von Verwertungsarbeiten, von Altmetall in den Eiſenbahnwerkſtätten uſw. Im Jahre 1920 bewarb ſich Dr. Kämpfer mit einer Emp⸗ fehlung der braunſchweigiſchen Regierung um Auf⸗ träge. Er hatte bei Braunſchweig Hütten⸗ und Schmelzwerke. Kämpfer erhielt im Laufe der Zeit immer größere Aufträge. Es hatten ſich zwiſchen Neumann und Kämpfer freundſchaftliche Beziehun⸗ gen angebahnt. Der Reichsbahndirektor erhielt Weihnachts⸗ und Oſtergeſchenke. Kämpfer kaufte 1922 ein Grundſtück bei Berlin und ließ darauf nach den Wünſchen und Angaben Neumanns eine Villa mit umfangreichen Gartenanlagen errichten. Der Miets⸗ vertrag lautete zunächſt auf zehn Jahre. Aus einem Brief geht aber hervor, daß Neumann und ſeiner Familie ein Wohnrecht auf Lebens⸗ dauer zugedacht worden war. Der Mietspreis ſollte ein Hundertſtel des Jahresdienſteinkommens betragen. Infolgedeſſen zahlte Neumann zunächſt 3,90 und im Jahre 1925 ſchließlich 8,50% Monats ⸗ miete für dieſe Villa. In den Kreiſen des Hütten⸗ verbandes war es längſt aufgefallen, daß der kleine Betrieb des Dr. Kämpfer von der Reichsbahn über⸗ mäßig bevorzugt wurde. So hat Neumann ſchließ⸗ lich das geſamte Altblei dieſer Firma zur Umarbei⸗ tung zugeteilt. Im Sommer 1925 geriet Kämpfer in Zahlungs⸗ ſchwierigkeiten und mußte Geſchäftsaufſicht beantra⸗ gen. Hauptgläubigerin war die Reichsbahn mit 450 000 /, da 400 Tonnen geliefertes Altmetall ver⸗ ſchwunden waren, da Kämpfer in ſeiner Geldnot die Metalle anderweitig verwendet hatte. Neumann war nun in Beſorgnis um ſeine Villa. Er baſchaffte ſich 25 000% und kaufte das Haus von Dr. Kämpfer zu einem Preis, der nach den Schätzungen viel zu niedrig geweſen iſt. Weiter bemühte ſich Neu⸗ mann, einen Konkurs von der Kämpferſchen Firma abzuwenden und intereſſierte bekannte Firmen für einen Kauf des Kämpferſchen Betriebes, indem er ihnen feſte Zuweiſungen von der Reichsbahn ver⸗ ſprach. Im Anſchluß an dieſe Hauptbelaſtungspunkte epgibt ſich dann noch ein ganzer Rattenſchwanz von kleineren Beſtechungsangelegenheiten. * § 12 Jahre Zuchthaus. Das vor einiger Zeit vom Schwurgericht in Aſchaffenburg gegen den Mörder der beiden Poliziſten Heines gefällte Urteil auf 12 Jahre Zuchthaus iſt in dieſen Tagen rechtskräftig geworden. Heines hat ſich am 14. November freiwillig dem Urteilsſpruch unterwor⸗ 15 und wurde nach dem Zuchthaus Kaisheim 8 ührt. § Noch keine Begnadigung Dr. Richters. Die Blättermeldung, wonach bereits eine Begnadigung des Binger Arztes Dr. Richter zu lebensläng⸗ lichem Zuchthaus ausgeſprochen worden ſei, entſpricht nicht den Tatſachen. Das Gnadengeſuch wurde erſt in den letzten Tagen von der Oberſtaatsanwaltſchaft beſtimmungsgemäß dem Reviſionsausſchuß zur Weiterbearbeitung übergeben, von dem es erſt an das Juſtizminiſterium weitergeht. Schluß des redaktfonellen Teils Geſchäftliche Mitteilungen Vortrag. Freitag, den 29. November ds. Is., abends 805 Uhr in Ludwigshafen(Rheinblock) kunſtgewerbl. Stube, De⸗ muth⸗ Zimmermann über: Zufammenhang von Geſundheit und Spiel. (Waldorfſchulſpielzeuge⸗Verkauf: M. Hirſchland& Co,, Mannheim.) 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J Pp 77 an die Geſchſt. 12760 7225 oder Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine geliebte Gattin, Tochter und Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante au Amma Wirtin geb. Schusſer Wohlvorbereitet mit den heiligen Sterbesakramenten heute früh ½3 Uhr in die ewige Heimat verschieden ist In tiefer Trauer: Karl Wirmn. Familie Kari Wirin(sen.) Marie Alfhaus Frau Schusfer Wwe. Frau Marie Alſhaus Wwe. Mannheim(Bürgermeister Fuchsstr. 69), 28. Nov. 1929 Die Beerdigung findet am Samstag nachm. 13 Uhr von der Leichenhalle aus statt 11 Das 1. Seelenamt ist am Montag, 2. Dez., 7 Uhr in der Herz-Jesu- Kirche Iodes-Anzeige Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche N Fahrräder Mitteilung, daß mein lieber, guter Gatte, Vaten Bruder und Schwager ferner 5 5777 Adam Volz, vn„emascflen im Alter von 48 Jahren, nach schwerer Krankheit und 8e sanft antschlafen ist staunend billig Mannheim(Holzstraße 18), den 28. November 1929 Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Frau N. Volz geb. Bod Stelnberg& Meyer, 0 7, 5, Reſdelbergersfrage NE. dicker * Minna Volz, Tocher„Faker 5 1 Anfängerin, hat noch Hermann, Volz Sohn einige Tage frei. pro Tag 2 J. Angeb. unt. H 61 an die Geſchſt. 27178 Karl Volz II. Frau Die Feuerbestattung findet am Samstag nachmit- tag 2½ Uhr statt 7197 Empfehle mich zum 35291 Versteigerungshalle iannheim, N 4. 20. Aus herrſchaftlich. Beſitze übergeben und ab heute Freihandverkauf: 2 prachtvolle Schlaf⸗ zimmer, 1 Herrenzimmer, I Wohnzimmer(Nuß⸗ Fletr. Crammopbon 2 Nußb.⸗Büfetts, 2 Kredenzen, 2 eich. Büfetts, i. Zentrum d. Stadt, mit Einrichtung, Waren u. Schlafgel.(f. ja. Ehep., Dame od. Herr beſond. geeign.) zu verkaufen. Erford Kap. ca. 1400% Carl Weber, P 4, 13. *7244 Einbruch u. Ueber fall unmöglich, wo ſich mein auf den Mann dreffterter Schäferhund befindet. 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Die Aktionärgruppe, die über die Dreiviertelmehr⸗ heit der Oſtbank verfügt, hat dieſer Abmachung zugeſtimmt, ſodaß die Durchführung der Transaktion geſichert iſt. Der bisherige AR. ſtellt ſein Amt zur Verfügung. Mit Rück⸗ ſicht auf die Bedeutſamkeit der Transaktion für die oſt⸗ deutſche Wirtſchaft hat ſich die Preußiſche Staatsbank an ihrer Durchführung beteiligt. Die Oſtbank für Handel und Gewerbe iſt bekanntlich das wichtigſte Finanzinſtitut für Oſtpreußen. Das Inſtitut verteilte im abgelaufenen GJ. 1928 auf 4 Mill./ AK. wieder 8 v. H. Dividende. Der Geſamtumſatz betrug 32 Milliarden„ gegen 2,7 Mil⸗ liarden„ i. V. In der letzten Bilanz waren die Ein⸗ lagen mit faſt 30 Mill./ verzeichnet. Die geſamte Bilanz⸗ ſumme belief ſich auf 45 Mill. 4. Die Bank unterhält 17 Zweiaſtellen in Oſtpreußen, dazu noch einige Depoſiten⸗ kaſſen in Königsberg und Stolp. Die Dresdener Bank verfügt bekanntlich über ein AK. von 100 Mill.. * Wütrttembergiſche Hypothekenbauk.— Voransſichtlich wieder Vorjahresbividende. Wie verlautet, läßt das bis⸗ her befriedigende Ergebnis des GJ. 1929 bei der Württem⸗ bergiſchen Hypothebenbank Stubbgart die Ausſchüttung der⸗ ſelben Dividende wie i. V.(10 v..) erwarten. * Oppoſition bei Gothaer Waggon. Die HV. der Gp⸗ thaerx Waggonfabrik AG. in Gotha genehmigte die Jahres- abſchlüſſe für 1927⸗28 und 1928⸗29 gegen 28 400 Stimmen des Eiſenacher Aktionärs Alfred Merker. Der Vorſtand machte Mitteilung gemäߧ 240 HGB. über den Verluſt von mehr als der Hälfte des AK. Der Opponent führte zur Begründung aus, daß der Preis, für den die Eiſe⸗ nacher Fabrik an die Bayeriſchen Motorenwerke verkauft wurde, in Anbetracht ihres Geſamtwertes zu niedrig ge⸗ weſen ſei. Auch ſei dem AR. ſatzungsgemäß das Recht zum Verbauf nicht allein vorbehalten geweſen, ſondern die HV. hätte darüber entſcheiden müſſen. Auch die Mittei⸗ lung nach 8 240 HGB. ſei zu ſpät erfolgt, denn ſchon vor einem Jahr ſei mehr als die Hälfte des Kapitals verloren geweſen. Infolgedeſſen müſſe er gegen ſämtliche Anträge Proteſt zu Protokoll geben. Demgegenüber wurde von der Verwaltung geantwortet, daß ſie alles getan habe, um einen Zuſammenbruch zu vermeiden. Sie habe ſich beſon⸗ ders auch von allgemeinen Rückſichten im Intereſſe der Städte Eiſenach und Gotha leiten laſſen. Die Verſamm⸗ lung ſtimmte darauf der Zuſammenlegung des AK. von 10000 750 auf 1014 250„ und ferner der Wiedererhöhung auf 1515 750/ zu. N * Geſellſchaft für Gasinduſtrie in Augsburg.— Gratis- aktien. Die., in dor 9 Aktionäre ein Kapital von 921350%(Aßt. 1 Mill.) vertraten, genehmigte einſtim⸗ mig alle Anträge der Verwaltung. Eine Dividende wird wieder nicht verteilt. Zum Vortrag gelangen 17 48 l. Die Erhöhung des Aktienkapitales um 1 auf 2 Mill. 4 wurde antragsgemäß beſchloſſen. Die Geſellſchaft hat be⸗ Tanntlich vom Reichsentſchädigungsamt 1 Mill. guge⸗ wösſen erhalten. Bilanzmäßig ergibt ſich alfs keine Ver⸗ änderung. Die Umſtellung wird ſo durchgeführt, daß für ſe 2 Aktien zu 50/ oder eine Aßtie zu 100/ eine neue Aktie zu 200/ ausgegeben wird. Es werden ſomit Gva⸗ tlsaktien ausgegeben. In den Aufſichtsrat wurde als Ver⸗ treter eines Großaktionärs Bunkier Th. Feuchtwanger ge⸗ wühlt. Es wurde der Hoffnung Auschruck gegeben, daß nun⸗ mehr wieder mit den Dividenden zahlungen begonnen wer⸗ den kann. Die Entſchäcßicgungsſumme iſt berelts zu Be⸗ brebsbeſſerungen in den Gaswerken Stuhlweißenburg[Un⸗ garn) und Mödling bei Wien verwandt worden. : Sächſiſche Maſchinenfabrik vorm. Richard Hartmann As in Chemnitz. Die o. HV. genehmigte den bekannten Abſchluß. An Stelle des verſtorbenen Freiherrn Felix von Ende⸗München wurde Bankdirektor Mosler⸗DD.⸗Bank Berlin in den AR. gewählt. Es ſei ſchwierig genügende Aufträge herein zu bekommen. R—* Nadelfabriken Ach.— Wieder dividenden⸗ loſer Abſch 7 Wie wir erfahren, bringt die Geſellſchaft für das abgelaufene Geſchäftsſahr auf das Aßtienkapital von 48 Mill.& eine Dividende wieder nicht zur Vertei⸗ lung, es ergibt ſich wieder ein Reingewinn(i. V. 74 500 Mark), der auf neue Rechnung vorgetragen werden ſoll. * Keine Dividende der Leipziger Pianoforte⸗ und Pianolafabrik Ac. in Leipzig. Die Gef. 5 5 das GJ. 192829 mit einem Reingewinn von 2 784 013, gegenüber 9 651 801% i. V. ab. Hierzu kommen noch Gewinne aus Grundſtücksverkäufen mit 89 714(11 199) ,. Handlungs⸗ unloſten beanſpruchten demgegenüber 2 438 061(2 589 558) Mark und Steuern u. Abgaben 359 617(498 461) ,, ſo daß nach den Abſchreibungen ein Reingewinn von nur 1667 1 verbleibt. Das Jahr 1928-20 bleibt ſomit dividendenlos (i. V. 10 v. H. Dividende). g Dioidendenerhöhung Weſtfalia⸗Dinnendahl. Wie ver⸗ lautet, hann mit einer Erhöhung der Vorjahrsdividende (6 v..] um—2 v. H. gerechnet werden. Der Auftrags⸗ beſtand ſichere Beſchäftigung für 4 Monate. : Gemeinnützige Heimſtätten Ach., Freiburg i. Br. Die mit 10 000% AK. arbeitende Geſellſchaft(nicht zu ver⸗ wechſeln mit der Gemeinnützige Heimſtätten Baugenoſſen⸗ ſchaft Gmb.., Freiburg i. Br.] erzielte in 1028 lt. erſt jetzt vorgelegter Bilanz einen Gewinn von 770 4 einſchl. 108 Mark Vortrag aus 1927. Den Einnahmen aus Hausver⸗ waltung von 1557/ ſtehen Zinſen mit 203„ und Un⸗ koſten mit 691„ gegenüber. Aus der Bilanz: Siedlung 1. Sept. 1 728 354 /, Schuldner 10 453 l, Kaſſenbeſtände 18 317, Beteiligung 1000 J; andererſeits Bankſchulden 40914% Hypoth. u. Zuſchüſſe 1. Sept. 1 555 100 4, Gläu⸗ biger 27 679 l, Rücklage 129 607 l. * Billing u. Zoller.⸗G. für Bau⸗ und Kunſttiſchlerei, Karlsruhe.— Mitteilung gemäß 3 240 H. G. B. Die Ge⸗ ſellſchaft beruft auf den 14. Dez. ihre o..⸗V. ein, wobet neben der Erledigung der Regularien für das am 30. April 1929 abgelaufene Geſchäftsjahr Mitteilung nach§ 240 HGB. bm Berluſt von mehr als der Hälfte des Aktienkapitals gemacht werden ſoll. Weiter ſoll Be⸗ ſchluß über eine eventuelle Liquidation gefaßt werden. * Hildebrandſche Mühlenwerke dividendenlos. Das am 30. Juni 1920 abgelaufene Geſchäftsfahr ergab 544873 l (. V. 890 150) Rohgewinn, dem 459 250„(489 909) Un⸗ koſten, Zinſen uſw. gegenüberſtehen. Die Abſchreibungen betrugen 81 337„(95 901), Nach Verteilung von 20 v. H. Dioldende für die 10000% Vorzugsaktien gehen 1,60 Mill. Mark Stammaktien wieder leer aus. Der Bericht ſtellt eine weitere Verſchlechterung in der Lage des Mühlen⸗ gewerbes feſt und ruft nach Regierungshilfe. Die Ueber⸗ prüduktion ſei geſtiegen, und trotzdem ſei in Mitteldeutſch⸗ land ein rieſiges Mühlenwerk(G. E..) neu in Betrieb gekommen. Der Abſatz machte ſehr zu ſchaſſen. Nach Einführung des Dreiſchichtenſuſtems hätten ſich die Beleg⸗ ſchaftskoſten weiter erhöht. Die geſteigerten Qualitäts⸗ annpeuche für Mehl venanlaßten zum Umbau der Weizen⸗ mühle. Die Kreditoren ſind ſomit auf 418 471&(287 171 neben 205 660, lunv.) Hypothekenlaſten geſtiegen. Die Anlagen ſlellen ſich auf 1,27 Mill.„(1,39), Vorräte auf 0,72(0,46) und Debitoren auf 0,2 Mill. 4(0,40). Dividendenausfall im Halle⸗Roſitzer Zuckerkonzern. Haut Del Z. bleiben die Zuckerraffinerie Halle AG. in Halle aund die Roſitzer Zuckerraffinerie in Roſitz, die im Vor⸗ fahr je 4 v. H. Dividende verteilten, dividendenlos. * Wieder 10 v. H. Dividende bei der Aktienbrauerei Eiſenach. Die Geſellſchaft, die im letzten Jahre durch die Anglisderung der Kloſtevy Aktien brauerei Sa! ⸗ zungen und der Malz fabrik Louis Horen⸗ burg in Gotha eine bedeutende Ausdehnung erfahren Hach, ſchlägt der ordentlichen Hauptverſammlung für 1928.29 die Verbetlung einer Dividende von wiederum 10 v. 6. ne ornahme reichlicher Abſchreibungen vor. * Dividendenaufnahme der Obercaffler Brauerei Ac. Obereaſſel bei Bonn. A. De erufen ür 5 1 55 bernehm base de bern im ufenden Jah dler Neuen Mannheimer Zeitung l Hittag- Ausgabe Nr. 555 Langſamer Rückgang von Produktion und Umſatz Die Entwicklung der induſtriellen Produktion Das Inſtitut für Konjunkturforſchung macht in ſeinem ſoeben erſchienenen Vierteljahrsheft u. a. auch beachtliche Ausführungen über die Entwicklung der in⸗ duſtriellen Produktion, denen wir folgendes entnehmen: Die induſtrielle Produktion ſtand im dritten Vierteljahr 1929 im Zeichen eines langſamen Rückganges. Der vom Inſtitut für Konjunkturforſchung berechnete Produktions⸗ index betrug im September 125,1 gegen 125,6 im Juni; der Durchſchnitt des dritten Vierteljahrs bleibt mit 123,6 hinter dem des zweiten Vierteljahrs(126,1) zurück. Nach der Be⸗ ſchäftigungsſtatiſtik, die einen größeren Kreis von In⸗ duſtrien erfaßt, iſt der Beſchäftigungsgrad, obwohl der ſai⸗ ſonmäßige Auftrieb bis zum September/ Oktober. anzuhal⸗ ten pflegt, von 88,8 v. H. im Juni auf 86,4 v. H. im Oktober geſunken(Oktober 1928: 89,0 v..) Nach Ausſchaltung der jahreszeitlichen Einflüſſe ergibt ſich ein die Senkung des Produktionsindex überſteigender Rückgang von 87/1 auf 84,6 (Oktober 1928: 87,2). Die Lage der einzelnen Induſtrie⸗ zweige iſt nicht einheitlich. Die Produktionsgüterinduſtrien haben in den letzten Monaten einen deutlichen Rückgang zu verzeich⸗ nen. Bis etwa zur Mitte dieſes Jahres war es möglich, den verminderten Inlandsabſatz durch eine Erhöhung des Exports auszugleichen. Trotz der Kapitalknappheit in Deutſchland hielt ſich die Produktion daher auf hohem Stand und konnte teilweiſe ſogar geſteigert werben. Da die Aufnahmefähigkeit des Weltmarktes ſeitdem jedoch nachläßt, machen ſich nunmehr auch in den Produktionsgüterinduſtrien die Wirkungen der Kapitalknappheit verſchärft bemerkbar, ſodaß in ſteigendem Umfang Produktionseinſchränkungen nötig werden. Im Gegenſatz zu den Produktionsgüter⸗ induſtrien iſt in den Konſumgüterherſtellenden Induſtrien in den letzten Monaten teilweiſe eine ge⸗ wiſſe Belebung zu verzeichnen. Im Verlauf des Konjunk⸗ turabſchwungs hatten einzelne Verbrauchsgüterinduſtrien, wie die Textil⸗, die Leder⸗ und Schuhinduſtrie, ihre Pro⸗ duktion außerordentlich ſtark eingeſchränkt. Die gegenwär⸗ tige Belebung dürfte hauptſächlich als eine durch ſaiſon⸗ 1 Faktoren begünſtigte Reaktion hierauf zu betrachten ein. Für die nächſten Monate beſtehen wenig Aus⸗ ſichten auf eine Steigerung der Produktiyn Die Auslandsmärkte dürften für Produktionsmittel nur in verringertem Maße aufnahmefähig ſein, und die Belebung eee :: Deutſch⸗holländiſch⸗engliſche Taufilm⸗JG. Zwecks Verwirklichung einer weitgreifenden Intereſſengemeinſchaft zwiſchen der Tobis AG., der dem Siemens⸗Konzern und der Ac. naheſtehenden Klangfilm Gmbß., der Küchen⸗ meiſters Internationale Maatſchappif voor Sprekende Films in Amſteröm und der Britſh Talking Pictures Std. iſt dieſer Tage in London die Aſſociated Sound Film In⸗ duſtries Ltd. gegründet worden. Das Kapital dieſer Ge⸗ ſellſchaft beträgt 1 Mill. Pfund Sterling und zerfällt in 500 000 Stück Sproz. Vorzugsktien zu einem Pfund und eine Million Stammaktien zu 10 Schilling das Stück. Inſolvenzen * 40 v. H. bei Jiorins u. Bichel. Die vor dem Kaſſeler Amtsgericht vorgeſchlagene Verzleichsquote für das in Zah⸗ lungsſchwierigkeiten geratene Kaſſeler Privatbankhaus Fiorino u. Sichel wird mit 40 v. H. angegeben, zu denen eine eventuelle Erweiterungsquote bei günſtiger Veräuße⸗ rung der Sicherheiten(Beſſerungsſchein) kommen würde. Depotunterſchlagung des Bankiers Silk? Der Zu⸗ fammenbruch der Hamburger Banbfirmoa Sick u. Co., Nor⸗ diſche Bankkommandite, wird nunmehr auch noch ein bri⸗ minelles Nachſpiel hacßſen. Gegen den Inhaber Willi Stck, bekanntlich bisher Mitglied des Hamburger Börſenvor⸗ ſtandes und eine der angeſehenſten Perſöwͤlichkeiten der, Hamburger Börſe überhampt, iſt ein Stechbrief erbaſſen worden, weil er dringend verdächtig iſt, ſich der Depot⸗ unterſchlagung ſchuldig gemacht zu haben. Sick hat ſich, wie die Polizei ſeſtgeſtellt hat, am 22. November einen Paß nach Italien beſorgt und dürfte ſomit einige Tage vor dem Zuſammenbruch ſeines Geſchäftes bereits ins Aus band gereiſt ſein. Die von der Deutſchen Warentreuhand AG. eingeleitebe Prüfung der Bücher wird angeſichts der Kiom⸗ pliztertheit Fer Materie erſt in einigen Tagen beendet werden können. * Konkurs der Bankfirma André u. Herzog, Kaſſel. In der erſten Gläubigerverſammlung erklärte der Konkurs⸗ verwalter unber Vorbehalt, daß mit einer Quote von etwa 17,5 v. H. zu rechnen ſei. Auf Erſuchen des Konkursver⸗ walters haben die Reichsbank in Kaſſel, die Landesverſiche⸗ rungsanſtalt der Provinz Heſſen⸗Naſſchu in Kaſſel und die Dandesbredittaſſe in Kaſſel, die insgeſamt 450 000/ Dar⸗ lehen gegen Entgegennahme von rd. 650 000/ Effekten und Wertpapiere gewährt haben, von einer Exekution vorläufig abgeſehen, nachdem feſtgeſtellt worden iſt, daß die den drei Inſtituten verpfändeten Effekten ſämtlich Eigentum der Bankgläubiger ſind. * Zahlungsſtockung einer Hamburger Exportfirma. Die Hamburger Im⸗ und Exporbſirma Harder und de Voß iſt Rquide geworden. Die amerikaniſche Kunödſchaft ſoll durch bie amerikaniſchen Börſenredoute geſchwächb worden fein. Ein Deil dep recht erheblichen Außenſtändſe ſei Jubios. * Konkurs des Londoner Direktors Spencer Horne. Großes Aufſehen erregte geſtern abend in der Londoner Fiwanzwelt die Nachricht, daß einer der bedeubendſten Ge⸗ fellſchaftsdirektoren in der City von London, Henry Spen⸗ cer Horne, ſeine Direktoren voſten niederge⸗ legt und angekündigt hat, daß er Konkurs gegen ſich be⸗ autvagen werde. Im einem Schreiben an die Direktoren der Britiſh Cement Product and Finance Co, weiſt Horne auf die ſehr ernſten Ver lu ſtee hin, die er infolge der ausnahmsweiſen Entwertung ſeiner Anteile an den Geſellſchaften, an denen er beſonders beteiligt war, erlitten hat. Die Direktopen der Britiſh Cement Products and Finance Company erklären, daß die finanzielle Lage der Geſellſchaft dadurch nicht berührt wird. Die Blät⸗ ter weiſen darauf hin, daß albein dias perſönliche Vermögen Hornes in Mitleidenſchaft gezogen ſworden iſt. O Inſolvenzen. Die Leinen⸗ und Baum woll⸗ warenfirma Hutzler u. Co., Frankfurt a.., ver⸗ handelt bei ca. 200 000/ Paſſiven wegen eines außerge⸗ richtlichen Vergleichs auf der Grundlage von 30 v. H. Bei dem Konkurs der Kolonial warengroßhan d⸗ lung Meyer u. Siomnis in Hannover ergaben ſich 900 000„ Schulden, davon 700 000/ Bankſchulden, gegen⸗ über 8000„ Außenſtänden, 2000/ Waren, und 14 000, Bankdepot. Außerdem ſtehen noch ca. 18 000/ der Maſſe zur Verfügung, die von Treuhändern zuviel einbehalten worden ſeien. Die Aktiengeſellſchaften im Oltober Im Oktober 1929 wurden laut Wirtſchaft und Statiſtik 18 neue Aktiengeſellſchaften mit einem Nominalkapital von insgeſamt 10,3 Mill.„ gegründet; darunter befanden ſich 2 Millionen⸗Geſellſchaften. Weiter wurden 51 Kapital⸗ erhöhungen im Geſamtbetrage von 41,7 Mill.„ vorgenom⸗ men. Von den 12 Kapitalherabſetzungen um insgeſamt 8 Mill.& waren 8 mit gleichzeitigen Erhöhungen um 1,6 Mill.& verbunden. Aufgelöſt wurden 60 Aktiengeſellſchaf⸗ ten, deren Kapital auf Reichsmark lautete. Von den 10 im Oktober ta Konkurs geratenen Geſellſchaften wurden 8 in der Inflationszeit und 2 in der Zeit nach der Stabiliſie⸗ rung gegründet. Darunter befand ſich die AG. für Metall, induſtrie in Hannover⸗Wülfel mit einem Aktienkapital von 1 Mill.&, die im Jahre 1922 gegründet worden war. Die Bewegung ber Anternehmungen im Oktober N Im Oktober 1929 haben bei den Aktiengeſellſchaften die Gründungen um 25 v. H. abgenommen, die Auflöſungen zeigen eine geringe Zunahme. Bei allen ſouſtigen Unter⸗ — Dr beinahe ausgeglichen. der inländiſchen Nachfrage nach Konſumgütern pflegt ſat⸗ ſonmäßig mit der Deckung des Weihnachtsbedarfs ihr Ende zu finden. ** Die Entwicklung der volkswirtſchaftlichen Umſätze Das Inſtitut für Konjunkturforſchung macht in ſeinem Viertesjahresheft beachtliche Ausführungen über die Ent⸗ wicklung der Umſätze, denen wir folgendes entnehmen: Der 1926 einſetzende Anſtieg der Umſätze kam Mitte 1928 zum Stillſtand. Sieht man von Saiſonſchwankungen ab, ſo hielten ſich ſeitdem die Umſätze bis zum dritten Vier⸗ teljahr 1929 etwa in gleicher Höhe. Dieſe Geſtaltung der Umſätze während einer Zeit von beinahe zwei Jahren läßt— da die Umſätze in verſchiedenen ſtrukturell be⸗ günſtigten Wirtſchaftsgruppen ſtiegen— auf einen beträchtlichen Rückgang des Tätigkeitsgrabs in einzelnen Zweigen der Wirtſchaft ſchließen, wenn man berückſichtigt, daß ſich in dieſem Zeitraum nicht einmal eine geringe, dem volkswirtſchaftlichen Wachstum entſpre⸗ chende Umſatzzunahme hat durchſetzen können. Bei den Umſätzen an den letzten Verbrau⸗ cher iſt im dritten Vierteljahr zwar noch eine geringe Steigerung eingetreten; doch entſpricht dieſe— ſowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum vorangegangenen Vierteljahr— im ganzen durchaus nicht derjenigen der letzten Jahre. Nur bei Nahrungs⸗ und Genuß⸗ mitteln konnte eine Zunahme etwa in dem Grad des Vorjahres erzielt werden; hier wurden im dritten Vier⸗ teljahr rund 200 Mill. RM mehr umgeſetzt als zur glei⸗ chen Zeit des Vorjahres. Bei Bekleidung gingen die Umſätze nicht unbeträchtlich zurück. Die Steigerung bei Hausrat und Möbeln wurde durch einen Rück⸗ gang bei LTuxus⸗ und Kulturbedarfsartikeln Der geſamte konſumabhängige Um⸗ ſatz dürfte im dritten Vierteljahr entſprechend dem Ab⸗ ſatz an den letzten Verbrauch ebenfalls geringfügig zuge⸗ nommen haben. Dieſer konſumabhängige Abſatz beträgt rund die Hälfte des geſamten volkswirtſchaftlichen Um⸗ ſotzes: Etwa ein Viertel des geſamten umgeſetzten Waren⸗ werts der deutſchen Volkswirtſchaft entfällt auf Einzel⸗ handel, Handwerk und Gaſtwirtgewerbe. Ein weiteres Siebentel der Geſamtumſätze dient der unmittelbaren, laufenden Auffüllung der in der Konſumſphäre gehal⸗ tenen Lager; ferner iſt innerhalb des Großhandels und der Induſtrie mit einem Fertigwarenumſatz in etwa der gleichen Höhe zu rechnen. nehmungsformen haben ſowohl Gründungen wie Auflöſun⸗ gen zugenommen. Die Gründungen nahmen zu bei den Geſellſchaften m. b. H. um 14 v.., bei den Einzelfirmen und Perſonalgeſellſchaften um 37 v.., bei den Genoſſen⸗ ſchaften um 16 v. H. Die Auflöſungen nahmen zu bei den Geſellſchaften m. b. H. um 35 v. H.(nach Abzug der Lö⸗ ſchungen von Amts wegen um 50 v..), bei den Einzel⸗ firmen und Perſonalgeſellſchaften um 56 v. H.(nach Abzug der Löſchungen von Amts wegen um 43 v..), bei den Ge⸗ noſſenſchaften um 16 v. H. Der Ueberſchuß der Auflöſungen über die Gründungen von Einzelfirmen und Perſonal⸗ geſellſchaften betrug nach Abzug der Löſchungen von Amts wegen 418 und hat damit gegenüber dem Vormonat um 60 v. H. zugenommen. Die Umwandlungen von Einzel⸗ firmen in Perſonalgeſellſchaften und Geſellſchaften m. b. H. und die Umwandlungen von Perſonalgeſellſchaften in Ein⸗ zelfirmen und Geſellſchaften m. b. H. haben getbzenüber dem Vormonat teilweiſe beträchtlich zugenommen. * Goldaukäufe für die Schweiz in Amerika. Mit dem Inkrafttreten des abgeänderten Nationalbaußgeſetzes, das auf der ausſchließlichen Golowährung anſtelle der bishe⸗ rigen Doppelwährung von Gold und Silber baſiert, wird das Silber feine Eigenschaft als Währungs metall verkieren an Spiritus außerordentlich geſtiegen ſind und ſo it vom 17.—28. Nov. im Ruhrrevier insgeſamt 2 28 194 85 in 6 Arbeitstagen in der Woche vom 10.—16. Nov. Die Tonnen gege Tofsergeugung„5 Berit und daher aus der Banknotendeckung ausgeſchieden. Aus dieſem Grunde ſowie wegen des gegenwärtig günſtigen Doklarſtandes iſt die Schweizeriſche Nationalbank kürzlich zu einem Goldanauf in Newyork geſchrötten. Dieſes Gold befindet ſich teilweiſe bereits auf dem Wege mach der Schweiz. * Die Aktivität des deutſchen Schuhaußenhandels hat im Oktober 1929 Fortſchritte gemacht. Ungeachtet einer, in der Saiſon begründeten Steigerung der Einfuhr, konnte doch die Ausfuhr ſich derart erhöhen, daß ſich ein Aus uhr⸗ überſchuß von etwa 250 000 Paar und gut 2,5 Mill.& er⸗ gibt, Für die erſten zehn Monate 1929 beträgt die Ak⸗ tivität des Schuhaußenhanbels bereits 5,35 Mill. I. Fufammenſchluß amerikaniſcher und europäiſcher Speditionsfiemen Newyork, 29. November(United Preß) Ein für den geſamten europäiſchen Exporthandel außer⸗ ordentlich wichtiger Zuſammenſchluß zwiſchen amerikani⸗ ſchen und europäiſchen Speditionsfirmen iſt geſtern zu⸗ ſtande gekommen. Der Präſident der Buſh Service Cor⸗ poration. Irving T. Buſh, gibt bekannt, daß zwiſchen ſeiner Firma einerſeits. die einen großen Teil des amerikani⸗ ſchen Umſchlagsverkehrs durchführt und eigene Hafen⸗ anlagen beſitzt, und der Speditfonsgeſellſchaft Laſſen u. Co. in Zürich andererſeits, die eine Holdinggeſellſchaft mit 54 Speditionsfirmen in allen Teilen Europas darſtellt, ein Abkommen geſchloſſen worden iſt, das einen Zuſammen⸗ ſchluß beider Konzerne unter Uebernahme der Aktienma⸗ jorität der Züricher Geſellſchaft durch die Buſh Service Corporation darſtellt. Die Aktienmajorität von Laſſen u. Co. war ſchon vorher in amerikaniſchen Händen, und zwar gehörte ſie dem bekannten Finanzier Victor E Freeman. Nach dem Abkommen, das ſofort in raft tritt, werden in den verſchiedenen europäiſchen Ländern Buſh⸗Service⸗ Geſellſchaften gegründet, die in engſter Verbindung mit den Speditionsgeſellſchaften von Laſſen u. Co. arbeiten ſollen, aber ihrerſeits ihre bisherige Organiſation weiter beibehalten. Durch dieſen Zuſammenſchluß wird ein ein⸗ ziges ineinandergreifendes Handelsverkehrsſyſtem ge⸗ ſchaffen, das Europa mit Amerika verbindet und Eiſen⸗ bahnpunkte, Schiffahrtslinien, und Finanzorganiſationen umfaßt. Wie Präſident Buſh erklärte, werde dieſes ein⸗ heitliche Syſtem es ſowohl der amerikaniſchen wie der europäiſchen mittleren Induſtrie ermöglichen, ihr Abſatz⸗ gebiet auch auf Auslandsmärkte auszudehnen, wo ſie nor⸗ malerweiſe mit unüberwindlichen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Um das neue Speditionsſyſtem ſo raſch als möglich in Gang zu bringen, iſt eine propfſoriſche Buſh⸗Corporation mit einem nominellen Kapital von 250 000 Dollar gegri t worden. Das der Firma Laſſen u. Co. zur Verfügung ſtehende Kapital ſoll über 2 Mil⸗ lionen Dollar betragen. 8 * * Fox und Brothers unter Anklage. New york, 29. Nov.(United Preß.) Wegen Vergehens gegen das ſich die beiden bapftalkräftigſten illiam Fox und Warner Byo⸗ zit zu verantworten haben. General⸗ ſich entſchloſſen, gegen beide Fir⸗ u, weil ſte durch ihre kürzlich ge⸗ r bisher mit ihnen konkurrieren⸗ mehr 65 v. H. aller in den Ver⸗ Filme beſitzen, was in dem bildung gleichkommt. es Gene ralſtaatsan⸗ Sgerichts in eiwem Antttruſtgeſetz 5 Filmkonzer ne thers in nächſter ſbacbsanwalt men gerichtlich vor bätigten Ar der Filmgeſellbſcha einigten Staaten Veranlaßt wu walts durch eine Prozeß gegen di ähnlicher Weiſe rletzung des Ant ſetzes ange⸗ klagt worden war und für ſchuldig befunden wurde. :: Der Getreidehandel zum Agrarprogramm. Geſtern fand hier eine gemeinſame Sitzung der Präſidien der Spitze norganiſationen des deutſchen Gelreichehandels, des Verbandes der Getreide⸗ und Futtermittelvereinigungen Deutſchlands und des Reichsbundes des Deutſchen Handels mit landwirtſchaftlichen Erzeugniſſen und Bedarfsſtoffen ſtatt. Gegenſtand der Beratungen war namentlich das Agrarprogramm der Reichsregierung. Es beſtand völlige Einmitigkeit, daß der Landwirtſchaft unbedingt geholfen werden müſſe, ebenſo gab es aber auch nur eine Meinung, daß die Einführug gleiten Zölle für Getreide in dieſer Form, noch dazu bei glei Wertverminderung der Einfuhrſcheine, eine Hilfe für die Landwirtſchaft 1955 bringen könne. Es würde nämlich nicht nur die Ausfuhr von Hoefer und Roggen ſo gut wie gänzlich unterbunden werden, ſondern die geſamte Getreidewirtſchaft würde in Mitleidenſchaft gezogen, dadurch, daß Angebot und Nach⸗ frage nur immer ſtoßweiſe an den Markt herantreten würden. Keine Einheitlichkeit herrſchte, wie wer erfahren, bezüglich des Anreizes für die Roggenverfütterung und der Frage des Gerſtenzolles, da die Intereſſen des Ge⸗ treidehandels entſprechend denen der Landwirtſchaft in den verſchiedenen Landesteilen nicht die gleichen ſind. * Der franzöſiſche Außenhandel im Oktober. Der fran⸗ züſiſche Außenhandel für Oktober zeigt eine Einfuhr von 5 037 079 To. mit eiwem Wert von 4516 Mill. Frs. gegen⸗ über 5 151 103 To. bezw. 4953 Mill. Frs. im Auguſt und 471 Mill. Frs. im Oktober des Vorjahres. Andererſeits belief fich die Ausfuhr auf 3 210 849 To. im Werte von 4886 Mill. Frs. gegen 5 600 177 To. bezw. 4221 Mill. Frs. im September 1929 und 488 Mill. Frs. im Oktober des Vorjahres. * Treurabatt eine ſperrähnliche Maßnahme?— Ver⸗ handlungen vor dem Kartellgericht. Vor dem Kartellgericht wurde heute unter dem Vorſitz des Präſidenten Dr. Lucas eine grundſätzliche Frage ausgetragen, nämlich die Frage, ob der Treurabatt des Krefelder Krawattenſtoffverbandes als ſperrähnliche Maßnahme im Sinne des 8 9 der Kartell⸗ verordonung aufzufaſſen iſt. Nach eingehender Erörterung durch die beteiligten Anwälte verneinte das Kartellgericht für den gegebenen Fall— aber nicht grundſätzlich— dieſe Frage. Die Bedeutung der Entſcheidung iſt erheblich. zur herabſetzung des Bronnrechtes und Lobernahmepreis Der Beirat der Reichsmonopol verwaltung, hat, wie ſchon gemeldet, beſchloſſen, das Jahresbrennrecht für 1929⸗30 mit ſofortiger Wirkung auf 80(bisher 85) v. H. des regel⸗ mäßigen Brennrechts feſtzuſetzen, den Grundpreis für den vom 1. 12. 29 ab hergeſtellten Branntwein auf 68(bisher 65)„ feſtzulegen und für den vom 1. 12. 29 ab außerhalb des Jahresbrenntrechts in anderen als Obſtbrennereien hergeſtellten Branntwein den Ueberbrandabzug(bisher 50 r..) auf 70 v. H. des Grundpreiſes von 63/ zu erhöhen Der Begründung entnehmen wir, daß die ee ein übermäßiges Anwachſen der Beſtände befürchten laſſen. Bei dem ſinkenden Abſatz an Trinkbranntwein und dem ſteigenden Abſatz an zuſchußbedürftigem Weingeiſt beſtehen infolgedeſſen Beſorgniſſe wegen der Bilanzierung der RMW. Der Abſatz von Brantwein zum regelmäßigen Verkaufspreis hat im Oktober 1929 nur 397 000 Hl. gegen 47000 Hl. im Oktober 1928 und 54 000 Hl. im Oktober 1927 betragen. Trotz den Voreindeckungen vor der letzten Spritpreiserhöhung muß! dieſer Rückgang als ſehr be⸗ denklich bezeichnet werden. Demgegenüber betrug der Ab⸗ ſatz von preisbegünſtigtem Branntwein für techniſche Zwecke im Oktober 1929 183 000 Hl. gegen 140 000 Hl. im Oktober 1928 und 120 000 Hl. im Oktober 1927. Das iſt eine ganz gewaltige Abſatzſteigerung derjenigen Brannt⸗ weinſorte, die die RM mit erheblichem Verluſt abgibt. Es ſcheint daher nicht ausgeſchloſſen, daß über kurz oder lang an eine Preiserhöhung für dieſen Branntwein ge⸗ dacht werden wird, falls der gewinnbringende Abſatz von Trinkſprit weiterhin ſtagniert oder ſogar noch weiter zu⸗ rückgeht. Im Oktober 1929 hat die RMV. im übrigen auch eine Spritmenge von 27 000 Hl. r. A. zu dem ſehr niedrigen Ausfuhrpreis von 88/ per Hl. W. abgegeben gegenüber nur 424 Hl. im Oktober 1928 und 636 Hl. im Oktober 1927. . Deutſchlands Kohlenproduktion im Oktober Im Monat Oktober 1929 wurden nach Erhebungen des Statiſtiſchen Reichsamtes im Deutſchen Relche ohne Saar⸗ gebiet insgeſamt 14834 914(i. V. 13 310 705) Tonnen Stein⸗ kohle; 10 049 543(15 225 851) Tonnen Braunkohle gefördert und 3 379 155(2 986 008) Tonnen Koks; 500 807(473 659) Tonnen Preßkohlen aus Steinkohlen und 3 828 960 8 613 259) Tonnen Preßkohlen aus Braunkohlen herge⸗ ſtellt. Für die erſten 10 Monate des lauſenden Jahres er⸗ gibt ſich eine Geſamtproduktion an Steinkohle von 135 627 925(126 915990) Tonnen, an Braunkohle von 140 024.769(137 571 391) Tonnen, an Koks von 31 937 198 (28 829 045) Tonnen, an Preßkohlen aus Steinkohle von 4581 127(4 155322) Tonnen und an Preßkohle aus Braunkohlen von 35 819 168(33 678 228) Tonnen. Kohlenförderung im Ruhrrevier Nach den vorläufigen Berechnungen wurden in der Kohle in 5 Arbeitsbagen gefördert gegenüber 2608 822 To. swoche auf 680 867 0 867 To., die Preßkohlenherſtellung auf 7 994 gegen 86 184 To. Die arbeitstägliche Kohben⸗ förderung betrug demnach 441 139 To. gegenüber 484 70 To. in der Vorwoche, die Kokserzeugung 92 910(92 415) To. und die Preßkohlenherſtelwung 14 007(14 364) To. Wegen Abſatzmangels wurden in der Berichtszeit 6835 Feſer⸗ ſchichben gegen 19 187 in der Vorwoche eingelegt. Die ar⸗ beitstägliche Feierſchicht ſtellbe ſich demwach auf 1 867(3 020 was auf je 56 Mann der geſamten Belegſchaft etwa ei Feberſchicht ausmacht,. * Erſte Weinverſteigerung an der Mittelhaardt. Kall⸗ ſtab et, 28. Nov. Nachdem der Herbſt beendet iſt und der junge Wein ſeine ſtürmiſche Gärperiode beendet hat, iſt am der Mittelhgardt die Zeit der Weinverſteigerungen ge⸗ kommen. Als erſtes Ausgebot brachbe heute der Winzer⸗ verein Kallſtadt ein. größeres Quantum Weißweine, 15 Stück, 6 Halbſtück und 9 Viertelſtück aus der 198er Ernte zur Verſteigerung. Der Beſuch war überaus zahlreich und der Verlauf— unter Berüchſichtigung der Verhältniſſe im Weingebiet, die ſich gegen das Vorjahr bedeutend ver⸗ ſchlechbert haben— zuſriedenſtellend. Von den ausgebotenen Nummern wurden drei wegen Mindergebots zurückgezogen. Für 1000 Liter wurden geboten 1100, 1800, 1530, 1800, 2000, 2900 und 8020 Mark. g * Nürnberger Hopfenbericht vom 28. Nov. 60 Ballen Bahnzufuhr. 80 Ballen Umfatz. Tendenz unverändert: * Inte⸗ Marktbericht. Berlin, 27. Nov. Der Ro h⸗ jutemarkt iſt ruhig. Firſts boſten Nov.⸗Dez.⸗Verſchif⸗ fung Lſur 27.5/— je To.; Dez.⸗Jan.⸗Verſchiſſung Iſtr. .7/ je To.; Jan.⸗Febr.⸗Verſchiffung Lſtr. 27.17/60 je To. Der Fabrikatemarkt in Dundee iſt ſtill. Am Deut⸗ ſchen Markt war die Nachfrage in der Berichtswoche lebhafter. In Garnen und Geweben kamen größere Ab⸗ ſchlüſſe zuſtande. 5 Millionen kanadiſcher Weißen zur Ausfuhr in Neu⸗ vork bereit. Staatsſekretär Seymoor Lowmau vom ame⸗ rikaniſchen Finanzminiſterium erklärte, daß ſofortige Maß⸗ nahmen ergriffen würden, um eine für den Export be⸗ ſtimmte Ladung kanadiſchen Weizen, die in Neuyork la⸗ gerte und die mit Beſchlag belegt werden ſollte, für die Ausfuhr freizugeben. Es handelt ſich um eine Gefamt⸗ menge von 5 Millionen Bufhel. * Der braſilianiſche Kaffeekredit. Nach Londoner Mel⸗ dungen iſt der braſilianiſche Kaffeekredit endgültig gewährt. Henry Schröder und andere räumen dem Staat Sao Paulo einen kurzfriſtigen Kredit von 7 Millionem Sterling ein. Die Regierung ſoll für eine Erleichterung einer alk⸗ mählichen Liquidierung angehzufter Haßfeebeſtände Maß⸗ wohmen ergreifen. Bereits jetzt ſind die Kaafſrean künfte in Santos zu Exportzwecken um 95 000 Sack täglich erhöht Deviſenmarkl Im keutigen Früßverkehr notieren Pfunde gegen . e 8 New Pork 42804 chweiz. 25,18 Stockholm 18.18 Paris 12888 Folland 1208 Madrid 38.55 Bruüſſet. 3487 Delos 18,0 Dollar geg Rm. 4,17 Mailand 99,20] Kopenhagen 18,20 nde„„ 20 2 9 E 158 9. Seite. Nr. 555 Nr ttag 2 0 nue 90 7 52 2 Frei 9, den 29. November 1929 5 Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) 8 a Opel-Limousine 2 10/40, neu, vermietet. 5 Garage am Tennispl. 5 T 6 31/832. Tel. 273 77. 4 5429 1 Gebrauchter 78 l. K. W. Kasten- 1 Lieferungswagen 4(sräb.) m. 4 PS⸗Dg.⸗ 9 b billigſt zu vert. 1 Wäscherei Schäfer Schwetzingerſtr. Nr. 130 ö 37164 e 8 . —— 4 Wohnhaus mit 4 mal 2 u. 4 mal 3 0 Zimmerwohnungen, mit 5 groß. Garten u. Klein⸗ ttierſtallg., f. Ge⸗ſchäfts⸗ haus geeignet, mit frei⸗ werdender 3 Zimmer- wohnung B5297 zu verkaufen. Angeb. unt. W Q 142 an die Geſchſt. dſs. Bl. Haus in Neckarau 2 mal 8 Zimmer, Küche, Bad. 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Pr., und der Dres⸗ dener Bank Verhondlungen gepflogen wurden mit dem Ex. gebnis, daß die Oſtbank für Handel und Gewerbe im Wege der Fuſion unter Ausſchluß der Liquidation von der Dres⸗ dener Bank übernommen wird. Zu dieſem Zweck ſoll den Aktionären der Oſtbank in einer alsbald einzuberufenden GV. das Angebot gemacht werden, ihre Aktien im Ver⸗ hältnis von:1 geen Dresdener Bankaktien umzukau⸗ ſchen. Die Aktionärgruppe, die über die Dreiviertelmehr⸗ heit der Oſtbank verfügt, hat dieſer Abmachung zugeſtimmt, ſodaß die Durchführung der Transaktlon geſichert iſt. Der bisherige AR. ſtellt ſein Amt zur Verfügung. Mit Rück⸗ ſicht auf die Bedeutſamkeit der Transaktion für die oſt⸗ deutſche Wirtſchaft hat ſich die Preußiſche Staatsbank an ihrer Durchführung beteiligt. Die Oſtbank für Handel und Gewerbe iſt bekanntlich das wichtigſte Finanzinſtitut für Oſtpreußen. Das Inſtitut verteilte im abgelaufenen GJ. 1928 auf 4 Mill./ AK. wieder 8 v. H. Dividende. Der e betrug 3,2 Milliarden„ gegen 2,7 Mil⸗ liarden i. V. In der letzten Bilanz waren die Gin⸗ lagen mit faſt 40 Mill.„ verzeichnet. Die geſamte Bilanz⸗ ſumme belief ſich auf 45 Mill. 4. Die Bank unterhält 17 Zweigſtellen in Ostpreußen, dazu noch einige Depoſiten⸗ kaſſen in Königsberg und Stolp. Die Dresdener Bank verfügt bekanntlich über ein AK. von 100 Mill.. * Wülrttembergiſche Hypothekenbank. Vypransſichtlich wieder Vorjahresbividende. Wie verlautet, läßt das bis⸗ her befriedigende Ergebnis des GJ. 1929 bei der Württem⸗ bergiſchen Hypothebenbank Stubbgart die Ausſchüttung der⸗ ſelben Dividende wie i. V.(10 v..) erwarten. * Oppoſttion bei Gothaer Waggon. Die HV. der OGo⸗ thaer Waggonfabrik AG. in Gotha genehmigte die Jahres- abſchlüſſe für 192728 und 1928-20 gegen 28 400 Stimmen des Eiſenacher Aktionärs Alfred Merker. Der Vorſtand machte Mittetlung gemäߧ 240 HG. über den Verluſt von mehr als der Hälfte des AK. Der Opponent führte zur Begründung aus, daß der Preis, für den die Eiſe⸗ nacher Fabrik an die Bayeriſchen Motorenwerke verkauft wurde, in Anbetracht ihres Geſamtwertes zu niedrig ge⸗ weſen ſei. Auch ſei dem AR. ſatzungsgemäß das Recht zum Verkauf nicht allein vorbehalten geweſen, ſondern die HV. hätte darüber entſcheiden müſſen. Auch die Mittei- lung nach 8 240 HGB. ſei zu ſpät erfolgt, denn ſchon vor einem Jahr ſei mehr als die Hälfte des Kapitals verloren geweſen. Infolgedeſſen müſſe er gegen ſämtliche Anträge Proteſt zu Protokoll geben. Demgegenüber wurde von der Verwaltung geantwortet, daß ſie alles getan habe, um einen Zuſammenbruch zu vermeiden. Sie habe ſich beſon⸗ ders auch von allgemeinen Rückſichten im Intereſſe der Städte Eiſenach und Gotha leiten laſſen. Die Verſamm⸗ lung ſtimmte darauf der Zuſammenleguns des Ac. von 10 000 750 auf 1014 250„ und ferner der Wiedererhöhung auf 1 515 750, zu. * Geſellſchaft für Gasinduſtrie in Augsburg.— Gratis- aktien. Die., in der 9 Aktionäre ein Kapital von 921 350%(Ak. 1 Mill. /) vertraten, genehmigte einſtim⸗ mig alle Anträge der Verwaltung. Eine Divfdende wird wieder nicht verteilt. Zum Vortrag gelangen 17 886 l. Die Erhöhung des Aktienfapitales um 1 auf 2 Mill. wurde antragsgemäß beſchloſſen. Die Geſellſchaft hat be⸗ Lanntlich vom Reichsentf igungsamt 1 Mill./ zuge⸗ äßig ergibt ſich alfs keine Ver⸗ wien erhalten. Bebe 5 änderung. Die Umſtellung wird ſo durchreführt, Faß für je 2 Abtken zu 50„/ oder eine Aktie zu 100/ eine neue Aktie zu 200/ ausgegeben wird. Es werden ſomit Gva⸗ tisaktien ausgegeben. In den Auſſichtsrat wurde als Ver⸗ treter eines Großaktionärs Bankier Th. Feuchtwanger ge⸗ wühlt. Es wurde der Hoffnung Auscruck gegeben, daß nun⸗ mehr wieder mit den Divibendenzahlungen begonnen wer⸗ den kann. Die Entſchäsgungsfumme iſt bereits zu Be⸗ betebsbeſſerungen in den Gaswerken Stuhlweißenburg(Un⸗ garn) und Mödling bei Wien verwandt worden. Sächſiſche Maſchinenfabrik vorm. Richard Hartmann Ac, in Chemnitz. Die o. HV. genehmigte den bekannten Abſchluß. An Stelle des verſtorbenen Freiherrn Felix von Ende⸗München wurde Bankdirektor Mosler⸗DD.⸗Hank Berlin in den AR. gewählt. Es ſei ſchwierig genügende Aufträge herein zu bekommen. * Aheiniſche Nadelfabriken Ach.— Wieder bividenden⸗ loſer Abſchlaf. Wie wir erfahren, bringt die Geſellſchaft für das abgelaufene Geſchäftsfahr auf das Abttenkapital von 4j8 Mill.& eine Divibende wieder nicht zur Vertei⸗ lung, es ergibt ſich wieder ein Reingewinn(i. V. 74 500 Mark), der auf neue Rechnung vorgetragen werden ſoll. Keine Dividende der. Leipziger Pia noforte⸗ und Pianvlafabrik AG. in Leipzig. Die Gef. ſchließt das GJ. 1928.20 mit einem Reingewinn von 2784 613 gegenüber 3651 801% i. V. ab. Hierzu kommen 1 Gewinne aus Grundſtücksverkäufen mit 89 714(11 199). Handlungs⸗ unkoſten beanſpruchten demgegenüber 2438 061(2 589 558) Mark und Steuern u. Abgaben 959 617(498 404) /, ſo daß nach den Abſchreibungen ein Reingewinn von nur 1607 ¼ verbleibt. Das Jahr 1928⸗20 bleibt ſomit dividendenlos (i. V. 10 v. H. Dividende). * Dividendenerhöhung Weſtfalia⸗Dinuendahl. Wie ver⸗ lautet, bamn mit einer Erhöhung der Vorfjahrsdividende 6 v..) um—2 v. H. gerechnet werden. Der Auftrags⸗ eſtand ſichere Beſchäftigung für 4 Monate. : Gemeinuntzige Heimſtätten Ach., Freiburg J. Br. Die mit 10000% A. arbeitende Geſellſchaft(nicht zu ver⸗ wechſeln mit der Gemeinnützige Heimſtäkten Baugenoſſen⸗ ſchaft Gmb. Freiburg i. Br.) erzielte in 1028 llt. erſt jetzt vurgelegter Bilanz einen Gewinn von 770 4 einſchl. 108 Mark Vortrag aus 1927. Den Einnahmen aus Hausver⸗ waltung von 1557„ ſtehen Zinſen mit 203„ und Un⸗ koſten mit 691 5 Aus der Bilanz: Siedlung 1. Sept. 1720 354 /, Schuldner 10 453, Kaſſenheſtände 18 317„/, Beteiligung 1000 l; andererſeits Bankſchulden Die Entwicklung der induſtriellen Produktion Das Inſtttut für Konjunkturforſchung macht in ſeinem ſoeben erſchienenen Vierteljahrsheft u. a. auch beachtliche Ausführungen über die Entwicklung der in⸗ duſtriellen Produktion, denen wir folgendes entnehmen: Die induſtrielle Produktion ſtand im dritten Vierteljahr 1929 im Zeichen eines langſamen Rückganges. Der vom Inſtitut für Konjunkturforſchung berechnete Produktions⸗ index betrug im September 125,1 gegen 125,6 im Juni; der Durchſchnitt des dritten Vierteljahrs bleibt mit 123,6 hinter dem des zweiten Vierteljahrs(126,1) zurück. Nach der Be⸗ ſchäftigungsſtatiſtik, die einen größeren Kreis von In⸗ duſtrien erfaßt, iſt der Beſchäftigungsgrad, obwohl der ſai⸗ ſonmäßige Auftrieb bis zum September/ Oktober. anzuhal⸗ ten pflegt, von 88,8 v. H. im Juni auf 86,4 v. H. im Oktober geſunken(Oktober 1928: 89,0 v..) Nach Ausſchaltung der jahreszeitlichen Einfl ſe ergibt ſich ein die Senkung des Produktionsindex überſteigender Rückgang von 87,1 auf 84,6 (Oktober 1928: 87,2). Die Lage der einzelnen Induſtrie⸗ zweige iſt nicht einheitlich. Die Produktionsgüterinduſtrien haben in den letzten Monaten einen deutlichen Rückgang zu verzeich⸗ nen. Bis etwa zur Mitte dieſes Jahres war es möglich, den verminderten Inlandsabſatz durch eine Erhöhung des Exports auszugleichen. T otz der Kapitalknappheit in Deutſchland hielt ſich die Produktion daher auf hohem Stand und konnte teilweife ſogar geſteigert werden. Da die Aufnahmefähigkeit des Weltmarktes ſeitdem jedoch nachläßt, machen ſich nunmehr auch in den Produktionsgüterinduſtrien die Wirkungen der Kapitalknappheit verſchärft bemerkbar, ſodaß in ſteigendem Umfang Produktionseinſchränkungen nötig werden. Im Gegenſatz zu den Produktionsgüter⸗ inbduſtrien iſt in den Kon ſu mgüterherſtellenden Induſtrien in den letzten Monaten teilweiſe eine ge⸗ wiſſe Belebung zu verzeichnen. Im Verlauf des Konjunk⸗ turabſchwungs hatten einzelne Verbrauchsgüterinduſtrien, wie die Textil⸗, die Leder⸗ und Schuhinduſtrie, ihre Pro⸗ duktion außerordentlich ſtark eingeſchränkt. Die gegenwär⸗ tige Belebung dürfte hauptſächlich als eine durch ſaiſon⸗ 21 85 Faktoren begünſtigte Reaktion hierauf zu betrachten ein. Für die nächſten Monate beſtehen wenig Aus⸗ ſichten auf eine Steigerung der Produktion Die Auslandsmärkte dürften für Produktionsmittel nur in verringertem Maße aufnahmefähig ſein, und die Belebung — :: Deutſch⸗holländiſch⸗engliſche Taufilm⸗JG. Zwecks Verwirklichung einer weitgreifenden Intereſſengemeinſchaft zwiſchen der Tobis AG., dee dem Siem Konzern und der AG. naheſtehenden Klangfilm Gm der Küchen⸗ nreiſters Internationale Maatſchappif voor Sprekende Films in Amſterdm und der Britſh Talking Pictures Std. iſt dieſer Tage in London die Aſſoctated Sound Film In⸗ duſtries Std. gegründet worden. Das Kapital dieſer Ge⸗ ſellſchaft beträgt 1 Mill. Pfund Sterling und zerfällt in 500 000 Stück Sproz. Vorzugsktien zu einem P 0 eine Million Stammaktien zu 10 Schilling das Stück. Inſolvenzen 40 v. H. bei Fierins u. Sichel. Die vor dem Kaſſeler Amtsgericht vorgeſchlagene Vergleichsquote für das in Zah⸗ lungsſchwierigkeiten geratene Kaſſeler rivatbankhaus Fiorino u. Sichel wird mit 40 v. H. angegeben, zu denen eine eventuelle Erweiterungsquote bei gün ger Veräuße⸗ rung der Sicherheiten(Beſſerungsſchein) kommen würde. * Depotunterſchlagung des Bankiers Sin? Der Zu⸗ fammenbruch der Hamburger Banbfirma Sick u Co,, Nor⸗ diſche Banskommandite, wird nunmehr auch ein bri⸗ minelles Nachſpiel haßen. Gegen den In Willi Sick, bekanntlich bisher Mitglied des Hambu⸗ Börſenvor⸗ ſdandes und eine der angeſehenſten Perſöwlichkeiten der Hamburger Börſe Überhaupt, iſt ein Steckbrief erbaſſen worden, weil er dringend verdächtig iſt, ſich der Depot⸗ unterſchlagung ſchuddig gemacht zu haben. Sick hab ſich, wie die Polizei ſeſtgeſtellt hat, am 22. November einen Pac wach Italien beſorgt und dürfte ſomit einige Tage vor dem Zuſammenbruch ſeines Geſchäftes bereits ins Ausland geveiſt ſein. Die von der Deutſchen Warentreuhand AG. eingeleitete Prüfung der Bücher wird ang ts der Kom⸗ pliztiertheit der Materie erſt in einigen Tagen beendet werden können. * Konkurs der Bankfirma Andrö u. Herzog, Kaſſel. In der erſten Gläubigerverſammlung erklärte der Konkurs⸗ verwalter unter Vorbehalt, Faß mit einer Quote von etwa 17,5 v. H. zu rechnen ſei. Auf Erſuchen des Konkursver⸗ walters hachen die Reichsbank in Kaſſel, die Land esverſiche⸗ rungsanſtalt der Provinz Heſſen⸗Naſſeru in Kaſſel und die Dandeskreditkaſſe in Kaſſel, die insgeſamt 450 000/ Dar⸗ behen gegen Entgegennahme von ro. 650 000/ Effekten und Wertpapiere gewährt haben, von einer Exekution vorläufig abgeſehen, nachdem feſtgeſtellt worden iſt, daß die den ö rei Inſtituten verpfändeten Effekten ſämtlich Eigentum der Bankgläubiger ſind. * Zahlungsſtockung einer Hamburger Exportfirma. Die Hamburger Im⸗ und Exportfirma Harder und de Voß iſt aquide geworden. Die amerikaniſche Kunöſchaft foll durch be amerikaniſchen Börſenredoute geſchwächt worden ſein. Ein Teil der recht erheblichen Außenſtände ſei Fubios. Konkurs des Londoner Direktors Spencer Horne. . 40 914% Hypoth. u. Zuſchüſſe 1. Sept. 1 555 180 J, Gläu⸗ biger 27 673, Rücklage 129 607 I. * Billing u. Zoller.⸗G. für Bau⸗ und Kunſttiſchlerei, Karlsruhe.— Mitteilung gemäß 5 240 H. G. B. Die Ge⸗ ſellſchaft beruft auf den 14. Dez. ihre o..⸗V. ein, wobet neben der Erledigung der Regularien für das am 30. April 1929 abgelaufene Geſchäftsjahr Mitteilung nach 8 240 HGB. vom Verluſt von mehr als der Hälfte des Aktienkapitals gemacht werden ſoll. Weiter ſoll Be⸗ ſchluß über eine eventuelle Liquidation gefaßt werden. * Hildehrandſche Mühlenwerke dividendenlos. Das am 30. Juni 1929 abgelaufene Geſchäftsſahr ergab 544873. (. B. 890 150) Rohgewinn, dem 489 250 /,(489 909) Un⸗ köſten, Zinſen uſw. gegenüberſtehen. Die Abſchreibungen Betrugen 81 337/(95 801). Nach Verteilung von 20 v. H. Dioldende für die 10000% Vorzugsaktien gehen 1,60 Mill. Mark Stammaktien wieder leer aus. Der Bericht ſtellt eine weitere Verſchlechterung in der Lage des Mühlen⸗ gewerbes ſeſt und ruft nach Regierungshilfe. Die Ueber⸗ produktion ſei geſtiegen, und trotzdem ſei in Mitteldeutſch⸗ land ein rieſiges Mühlenwerk(G. E..) neu in Betrieb gekommen. Der Abſfatz machte ſehr zu ſchaſſen. Nach Einführung des Dreiſchichtenſuſtems hätten ſich die Beleg⸗ ſchaftskoſten weiter erhöht. Die geſteigerten Qualitäts⸗ anſprüche für Mehl venanlaßten zum Umbau der Weizen⸗ mühle. Die Krebitoren ſind ſomit auf 418 471&(287 171) neben 205 680„(unv.) Hypothekenlaſten geſtiegen. Die Anlagen ſſellen ſich auf 1,27 Mill.„(132), Vorräte auf 0,72(0,46) und Debitoren auf 0,4 Mill.,(0,40). * Dividendenausfall im Halle⸗Roſitzer Zuckerkonzern. Baut DAZ. bleiben die Zuckerraffinerie Halle AG. in Halle und die Roſitzer Zuckerraſſinerbe in Roſitz, die im Vor⸗ zahr je 4 v. H. Dividende verteilten, öividendenlos. * Wieder 10 v. H. Dividende bei der Aktienbrauerei Eiſenach. Die Geſellſchaft, die im letzten Jahre durch ote Angliederung der Kloſtey Aktien brauerei Sw zungen und der Malzfabrik Louis Hoven⸗ Hurg in Gotha eine bedeutende Ausdehnung erfahren Has, ſchlägt der ordentlichen Hauptve ee ee 1928.20 die Verteilung einer Dividende von wiederum 10 v. H. ch Vornahme reichlicher Abſchreibungen vor. 1 5 aufnahme der Obercaffler Brauerei Ach. el bei Bonn. Wie verlaudet, wird der auf den 1 ordentlichen Hauptverſammlung Its 1828.29 die Verteilung einer Div⸗ m laufenden Jahre läßt ſich gut an. n() v. H. vorgeſchbagen werden. Die Geſchäfts⸗ Unternehmens iſt im alldemefnen gin, der Aba] Gründungen um 25 v. Großes Aufſehem erregte geſtern abend in der Londoner Flwanzwelt öte Nachricht, daß einer der bedeubenöſten Ge⸗ ſellſchaftsdirektoren in der City von London, Henry Spen⸗ der Horne, ſeine Direktoren voſten niederge⸗ legt und angekündigt hat, daß er Konkurs gegen ſich be⸗ antvagen werde. In einem Schreiben an Oie Direktoren der Britiſh Cement Product and Finance Co. weiſt Horne auf die ſehr ernſten Ver lu k ſte hin, die er infolge der ausnahmsweiſen Entwertung ſeiner Anteile an den Geſellſchaften, an denen er beſonders beteiligt war, erlitten hat. Die Divektoren der Britiſh Cement Products and Finance Company erklären, daß die finanzielle Lage der Geſellſchaft dadurch nicht berührt wird. Die Blät⸗ ter weiſen darauf hin, daß allein das perſönliche Vermögen Hornes in Mitleidenſchaft gezogen ſworden iſt. ( Inſolvenzen. Die Leinen⸗ und Baumwoll⸗ warenfirma Hutzler u. Co., Frankfurt a.., ver⸗ handelt bei ca. 200 000/ Paſſiven wegen eines außerge⸗ richtlichen Vergleichs auf der Grundlage von 30 v. H. Bei dem Konkurs der Kolonial warengroßhand⸗ lung Meyer u. Siomnis in Hannover ergaben ſich 900 000„ Schulden, davon 700 000/ Bankſchulden, gegen⸗ über 8000„ Außenſtänden, 2000/ Waren, und 14000% Bankdepot. Außerdem ſtehen nuch ca. 18 000/ der Maſſe zur Verfügung, die von Treuhändern zuviel einbehalten worden ſeien. Die Aktiengeſellſchaften im Oktober Im Oktober 1929 wurden laut Wirtſchaft und Stattſtik 18 neue Aktiengeſellſchaften mit einem Nominalkapital von insgeſamt 10,3 Mill.„ gegründet; darunter befanden ſich 2 Millionen⸗Geſellſchaften. Weiter wurden 51 Kapital⸗ erhöhungen im Geſamtbetrage von 41,7 Mill. vorgenom⸗ men. Von den 12 Kapitalherabſetzungen um insgeſamt 8 Mill.& waren z mit gleichzeitigen Erhöhungen um 1,0 Mill.& verbunden. Aufgelöſt wurden 90 Aktiengeſellſchaf⸗ ten, deren Kapital auf Reichsmark lautete. Von den 10 im Oktober ia Konkurs geratenen Geſellſchaften wurden 8 in der Inflationszeit und 2 in der Zeit nach der Stabiliſie⸗ rung gegründet. Darunter befand ſich die AG. für Metall, induſtrie in Hannover⸗Wülfel mit einem Aktienkapital von 1 Mill. 4, die im Jahre 1922 gegründet worden war. Die Bewegung ber Anternehmungen Oktober Im Oktober 1999 haben bei den Akttengeſellſchaften die H. abgenom ümen, die Auflöſungen Langfamer Rückgang von Produltlon und Umjatz der inländiſchen Nachfrage nach Konſumgütern pflegt ſai⸗ ſonmäßig mit der Deckung des Weihnachtsbedarfs ihr Ende zu finden. * Die Entwicklung der volkswirtſchaftlichen Umſätze Das Inſtitut für Konjunkturforſchung macht in ſeinem Viertesjahresheft beachtliche Ausführungen über bie Ent⸗ wicklung der Umſätze, denen wir folgendes entnehmen: Der 1926 einſetzende Anſtieg der Umſätze kam Mitte 1928 zum Stillſtand. Sieht man von Saiſonſchwankungen ab, ſo hielten ſich ſeitdem die Umſätze bis zum dritten Vier⸗ teljahr 1929 etwa in gleicher Höhe. Dieſe Geſtaltung der Umſätze während einer Zeit von beinahe zwei Jahren läßt— da die Umſätze in verſchiedenen ſtrukturell be⸗ günſtigten Wirtſchaftsgruppen ſtiegen— auf einen beträchtlichen Rückgang des Tätigkeitsgrabs in einzelnen Zweigen der Wirtſchaft ſchließen, wenn man berückſichtigt, daß ſich in dieſem Zeitraum nicht einmal eine geringe, dem volkswirtſchaftlichen Wachstum entſpre⸗ chende Umſatzzunahme hat durchſetzen können. Bei den Umſätzen an den letzten Verbrau⸗ cher iſt im dritten Vierteljahr zwar noch eine geringe Steigerung eingetreten; doch entſpricht dieſe— ſowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum vorangegangenen Vierteljahr— im ganzen durchaus nicht derjenigen der letzten Jahre. Nur bei Nahrungs⸗ un d Genuß ⸗ mitteln konnte eine Zunahme etwa in dem Grad des Vorjahres erzielt werden; hier wurden im dritten Vier⸗ teljahr rund 200 Mill. RM mehr umgeſetzt als zur glei⸗ chen Zeit des Vorjahres. Bei Bekleidung gingen die Umſätze nicht unbeträchtlich zurück. Die Steigerung bei Hausrat und Möbeln wurde durch einen Rück⸗ gang bei Luxus⸗ und Kulturbedarfsartikeln beinahe ausgeglichen. Der geſamte konſumabhängige Um⸗ ſatz dürfte im dritten Vierteljahr entſprechend dem Ab⸗ ſatz an den letzten Verbrauch ebenfalls geringfügig zuge⸗ nommen haben. Dieſer konſumabhängige Abſatz beträgt rund die Hälfte des geſamten volkswirtſchaftlichen Um⸗ ſatzes: Etwa ein Viertel des geſamten umgeſetzten Waren⸗ werts der deutſchen Volkswirtſchaft entfällt auf Einzel⸗ handel, Handwerk und Gaſtwirtgewerbe. Ein weiteres Siebentel der Geſamtumſätze dient der unmittelbaren, laufenden Auffüllung der in der Konſumſphäre gehal⸗ tenen Lager; ferner iſt innerhalb des Großhandels und der Induſtrie mit einem Fertigwarenumſatz in etwa der vom 17.8. Nov. in 6 Arbeitstagen Todsergeugung stellte ſich zeigen eine geringe Zu en ſouſtigen Untere] To gleichen Höhe zu rechnen. 222 ⁰ o nehmungsformen haben ſowohl Gründungen wie Auflöſun⸗ gen zugenommen. Die Gründungen nahmen zu bei den Geſellſchaften m. b. H. um 14 v.., bei den Einzelfirmen und Perſonalgeſellſchaften um 37 v.., bei den Genoſſen⸗ ſchaften um 16 v. H. Die Auflöſungen nahmen zu bei den Geſellſchaften m. b. H. um 35 v. H.(nach Abzug der Lb⸗ ſchungen von Amts wegen um 50 v..), bei den Einzel⸗ firmen und Perſonalgeſellſchaften um 56 v. H.(nach Abzug der Löſchungen von Amts wegen um 43 v..), bei den Ge⸗ noſſenſchaften um 16 v. H. Der Ueberſchuß der Auflöfungen über die Gründungen von Einzelfirmen und Perſonal⸗ geſellſchaften betrug nach Abzug der Löſchungen von Amts wegen 418 und hat damit gegenüber dem Vormonat um 60 v. H. zugenommen. Die Umwandlungen von Einzel⸗ firmen in Perſonalgeſellſchaften und Geſellſchaften m. b. H. und die Umwandlungen von Perſonalgeſellſchaften in Ein⸗ zelfirmen und Geſellſchaften m. b. H. haben getzenüber dem Vormonat teilweiſe beträchtlich zugenommen. * Goldaukäufe für die Schweiz in Amerika. Mit dem Inkrafttreten des abgeänderten Nationalbaußgeſetzes, dns auf der ausſchließlichen Goldwährung anſtelle der bis he⸗ rigen Doppelwährung von Gold und Silber baſiert, wird das Silber feine Eigenſchaft als Währungs metall verkieren und daher aus der Bamknotendeckung ausgeschieden. Aus dieſem Grunde ſowie wegen des gepenwürtig günſtigen Dollarſtandes iſt die Schweizeriſche Nationalbank kürzlich zu einem Goldanfauf in Newyork geſchritten. Dieſes Gold befindet ſich teilweiſe bereits auf dem Wege mach der Schweiz. * Die Aktivität des deutſchen Schuhaußenhaudels hat im Oktober 1929 Fortſchritte gemacht. Ungeachtet einer, in der Saiſon begründeten Steigerung der Einfuhr, konnte doch die Ausfuhr ſich derart erhöhen, daß ſich ein Ausfuhr⸗ überſchuß von etwa 250 000 Paar und gut 2,5 Mill. er⸗ gibt. Für die erſten zehn Monate 1929 beträgt die Ak⸗ tivität des Schuhaußenhandels bereits 5,35 Mill. J. Hittag- Ausgabe Nr. 355 Sufammenſchluß amerikantſcher und europälſcher Speoitionsfirmen Newyork, 29. November(United Preß) Ein für den geſamten europäiſchen Exporthandel außer⸗ ordentlich wichtiger Zuſammenſchluß zwiſchen amerikani⸗ ſchen und eurppäiſchen Speditionsfirmen iſt geſtern zu⸗ ſtande gekommen. Der Präſident der Buſh Service Cor⸗ poration, Irving T. Buſh, gibt bekannt, daß zwiſchen ſeiner Firma einerſeits, die einen großen Teil des amerikani⸗ ſchen Umſchlagsverkehrs durchführt und eigene Hafen⸗ anlagen beſitzt, und der Speditionsgeſellſchaft Laſſen u. Co. in Zürich andererſeits, die eine Holdinggeſellſchaft mit 5⁴ Speditionsfirmen in allen Teilen Europas darſtellt, ein Abkommen geſchloſſen worden iſt, das einen Zuſammen⸗ ſchluß beider Konzerne unter Uebernahme der Aktienma⸗ jorität der Züricher Geſellſchaft durch die Buſh Service Corporation darſtellt. Die Aktienmaforität von Laſſen u. Co. war ſchon vorher in amerikaniſchen Händen, und zwar gehörte ſie dem bekannten Finanzier Victor E Freeman. Nach dem Abkommen, das ſofort in rKaft tritt, werden in den verſchiedenen europäiſchen Ländern Buſh⸗Service⸗ Geſellſchaften gegründet, die in engſter Verbindung mit den Speditionsgeſellſchaften von Laſſen u. Co. arbeiten ſollen, aber ihrerſeits ihre bisherige Organiſation weiter beibehalten. Durch dieſen Zuſammenſchluß wird ein ein⸗ ziges ineinandergreifendes Handelsverkehrsſyſtem ge⸗ ſchaffen, das Europa mit Amerika verbindet und Eiſen⸗ bahnpunkte, Schiffahrtslinien, und Finanzorganiſationen umfaßt. Wie Präſident Buſh erklärte, werde dieſes ein⸗ heitliche Syſtem es ſowohl der amerikaniſchen wie der europäiſchen mittleren Induſtrie ermöglichen, ihr Abſatz⸗ gebiet auch auf Auslandsmärkte auszudehnen, wo ſie nor⸗ malerweiſe mit unüberwindlichen Schwierigkeiten zu rechnen hätten. Um das neue Speditionsſyſtem ſo raſch als möglich in Gang zu bringen, iſt eine proviſoriſche Buſh⸗Corporation mit einem nominellen Kapital von 250 000 Dollar gegründet worden. Das der Firma Laſſen u. Co. zur Verfügung ſtehende Kapital ſoll über 2 Mil⸗ lionen Dollar betragen. * * Fox und Brothers unter Anklage. New york, 29. Nov.(United.) Wegen Vergehens gegen das Antttruſtgeſetz Filmkonz thers in ſtaabsanwa! men gerichtl tätigten Ar ſich die beiden bapitalkräftigſten lliam Fox und Warner Byo⸗ 1 verantworten haben. General⸗ ſich entſchloſſen, gegen beide Fir⸗ e durch ihre kürzlich ge⸗ er mit ihnen konkurrieren⸗ r 65 v. H. der Filmg aller in den Ver⸗ etwigten Staaten ten Filme beſitzen, was in dem Augen der Juſtiz e einer Truſtbildung gleichkommt. Veranlaßt wurd m ene ralſteaatsan⸗ ts in einem ca, die in ſetzes ange⸗ de. walts durch ei Prozeß gegen ähnlicher Weiſe klagt worden war und :: Der Getreidehandel zum Agrarprogramm. Geſtern fand hier eine gemeinſame Sitzung der Präſidien der Spitzenorganiſationen des deutſchen Gebreidehandels, des Verbandes der Getreide⸗ und Futtermittelvereinigungen Deutſchlands und des Reichsbundes des Deutſchen Handels mit landwirtſchaftlichen Erzeugniſſen und Bedarfsſtoffen ſtatt. Gegenſtand der Beratungen war namentlich das Agrarprogramm der Reichsregierung. Es beſtand völlige Einmütigkeit, daß der Landwirtſchaft unbedingt geholfen werden müſſe, ebenſo gab es aber auch nur eine Meinung, daß die Einführug gleitender Zölle für Getreide in dieſer Form, noch dazu bei gleich er Wertverminderung der Einfuhrſcheine, eine Hilfe für die Landwirtſchaft 9 bringen könne. Es würde nämlich nicht nur die Ausfuhr von Hoefer und Roggen ſo gut wie gänzlich unterbunden werden, ſondern die geſamte Getreidewirtſchaft würde in Mikleidenſchaft gezogen, dadurch, daß Angebot und Nach⸗ frage nur immer ſtoßweiſe an den Markt herantreten würden. Keine Einßeitlichkeit herrschte, wie wir erfahren, bezüglich des Anreizes für die Roggenverfütterung und der Frage des Gerſtenzolles, da die Intereſſen des Ge⸗ treidehandels entſp end denen der Land wirtſchaft in den verſchiedenen Landesteilen nicht die gleichen ſind. * Der franzöſiſche Außenhandel im Oktober. Der fran⸗ zöſiſche Außenhandel für Oktober zeigt eine Einfuhr von 5 057 079 To. mit einem Wert von 4516 Mill. Frs. gegen⸗ über 5 151 103 To. bezw. 4953 Mill. Frs. im Auguſt und 4721 Mill. Frs. im Oktober des Vorfahres. Andererſetts belief fich die Ausfuhr auf 3 210 843 To. im Werte von 4886 Mill. Frs. gegen 8 609 177 To. bezw. 4221 Mill. Frs. im September 1929 und 4488 Mill. Frs. im Oktober des Vorjahres. * Treurabatt eine ſperrähnliche Maßnahme?— Ver⸗ handlungen vor dem Kartellgericht. Vor dem Kartellgericht wurde heute unter dem Vorſitz des Präſtdenten Dr. Lucas eine grundſätzliche Frage ausgetragen, nämlich die Frage, ob der Treurabatt des Krefelder Krawattenſtoffverbandes als ſperrähnliche Maßnahme im Sinne des 8 9 der Kartell⸗ verordnung aufzufaſſen iſt. Nach eingehender Erörterung durch die beteiligten Anwälte verneinte das Kartellgeri für den gegebenen Fall— aber nicht grundſätzlich— diefe Frage. Die Bedeutung der Entſcheidung iſt erheblich. zur Herabsetzung des Bronnrechtes und Lebernahmepreis Der Beirat der Reichsmonopolverwaltung, hat, wie ſchon gemeldet, beſchloſſen, das Jahresbrennrecht für 1929 ⸗90 mit ſofortiger Wirkung auf 80(bisher 85) v. H. des 1 mäßigen Brennrechts feſtzuſetzen, den Grundpreis für den vom 1. 12. 29 ab hergeſtellten Branntwein auf 68(bisher 65) 4 feſtzulegen und für den vom 1. 12. 29 ab außerhalb des Jahresbrenntrechts in anderen als Obſtbrennereien hergeſtellten Branntwein den Ueberbrandabzug(bisher 50 r..) auf 70 v. H. des Grundpreiſes von 63„ zu erhöhen Der Begründung entnehmen wir, daß die Anlieferungen an Spiritus außerordentlich geſtiegen ſind und ſo ein übermäßiges Anwachſen der Beſtände befürchten laſſen. Bei dem ſinkenden Abſatz an Trinkbranntwein und dem ſteigenden Abſatz an zuſchußbedürftigem Weingeiſt beſtehen inſolgedeſſen Beſorgniſſe wegen der Bilanzierung der RMW. Der Abſatz von Brantwein zum regelmäßigen Verkaufspreis hat im Oktober 1929 nur 37 000 Hl. gegen 47000 Hl. im Oktober 1928 und 54 000 Hl. im Oktober 1927 betragen. Trotz den Voreindeckungen vor der letzten Spritpreiserhöhung muß! dieſer Rückgang als ſehr be⸗ denklich bezeichnet werden. Demgegenüber betrug der Ab⸗ ſatz von preisbegünſtigtem Branntwein für techniſche Zwecke im Oktober 1929 159 000 Hl. gegen 140 000 Hl. im Oktober 1928 und 120000 Hl. im Oktober 1927. Das iſt eine ganz gewaltige Abſatzſteigerung derjenigen Brannt⸗ weinſorte, die die RM mit erheblichem Verluſt abgibt. Es ſcheint daher nicht ausgeſchloſfen, daß über kurz oder lang an eine Preiserhöhung für dieſen Branntwein ge⸗ dacht werden wird, falls der gewinnbringende Abſatz von Trinkſprit weiterhin ſtagniert oder ſogar noch welter zu⸗ rückgeht. Im Oktober 1929 hat die RMV. im übrigen auch eine Spritmenge von 27 000 Hl. r. A. zu dem ſehr niedrigen Ausfuhrpreis von 98/ per Hl. W. abgegeben gegenüber nur 424 Hl. im Oktober 1928 und 636 Hl. im Odtober 1927. — Deutſchlands Kohlenprodultion im Oktober Im Monat Oktober 1929 wurden nach Erhebungen des Statiſtiſchen Reichsamtes im Deutſchen Reſche ohne Saar⸗ gebiet insgeſamt 14834914(i. V. 13 310 705) Tonnen Stein⸗ kohle; 16 049 543(15 225 851) Tonnen Braunkohle gefördert und 9 379 155(2 986 008) Tonnen Koks; 500 807(473 659) Tonnen Preßkohlen aus Steinkohlen und 3828 960 68 013 259) Tonnen Preßkohlen aus Braunkohlen herge⸗ ſtellt. Für die erſten 10 Monate des laufenden Jahres er⸗ gibt ſich eine Geſamtproduktion an Steinkohle von 195 627 925(126 915 990) Tonnen, an Braunkohle von 145 024769(187 571 391) Tonnen, an Koks von 31 97 198 28 829 045) Tonnen, an Preßkohlen aus Steinkohle von 4581 127(4 155822) Tonnen und an Preßkohle aus Braunkohlen von 35 319 168(33 675 228) Tonnen. Kohlenförderung im Ruhrrevier Nach den vorläufigen Berechnungen wurden in der t 12 9 insgesamt 2 208 104 8 Hohle in 5 Arbeits bagen gefördert gegenüber 2608 822 Do. in 8 vom 10.18. Nov. Di ich in der f nnen gegenüber 640904 To., g auf J 934 gegen 86 184 To. Die arbeitstägliche Kohben⸗ förderung betrug demnach 441 139 To. gegenüber 484 720 To. in der Vorwoche, die Kokserzeugung 92910(92 415) Do. und die Preßkohlenherſtellung 14007(14 964) To. Wegen Abſatzmangels wurden in der Berichtszeit 6835 Feſer⸗ schichten gegen 18 187 in der Vorwoche eingelegt. Die ar⸗ beitstägliche Feierſchicht ſtellbe ſich demwach auf 1867(3 1 was auf je 56 Mann der geſamten Belegſchaft etwa ei Feberſchicht ausmacht. * Erſte Weinverſteigerung an der Mittelhaardt. Kal l⸗ ſtabt, 28. Nov. Nachdem der Herbſt beendet iſt und der junge Wein ſeine ſtürmiſche Gärperiode beendet hat, iſt um der Mittelhaardt die Zeit der Weinverſteigerungen ge⸗ kommen. Als erſtes Ausgebot brachte heute der Winzer⸗ verein Kallſtadt ein größeres Quantum Weißweine, 15 Stück, 6 Halbſtück und 9 Viertelſtück aus der 1928er Ernte zur Verſteigerung. Der Beſuch war überaus zahlreich und der Verlauf— unter Berüchſichtigung der Verhältniſſe im Weingebiet, die ſich gegen das Vorjahr bedeutend ver⸗ ſchbechbert haben— zufriedenſtellend. Von den ausgebotenen Nummerm wurden drei wegen Mändergebots zurückgezogen. Für 1000 Liter wurden geboten 1100, 1800, 1830, 1800, 2000, 2900 und 9020 Mark. 0 * Nürnberger Hopfenbericht vom 28. Nov. 60 Ballen Bahnzufuhr. 50 Ballen Umfatz. Tendenz unveründert. * Inte⸗ Marktbericht. Berlin, N. Nov. Dey Roh ⸗ jutemarkt iſt ruhig. Firſts boſten Nov.⸗Dez.⸗Verſchif⸗ fung Eſhir 27. je To.; Dez.⸗Jan.⸗Verſchiſſung Lſtr. 27.7% je To.; Jan.⸗Febr.⸗Verſchiffung Lſtr. 27.17/6 je To. Der Fabrikate markt in Dundee iſt ſtill. Am Deut⸗ chen Markt war die Nachfrage in der Berichtswoche lebhafter. In Garnen und Geweben kamen größere Ab. ſchlüſſe zuſtande. 5 Millionen kanadiſcher Weizen zur Ausfuhr in Neu⸗ hork bereit. Staatsſekretär Seymbor Lowmau vom ame⸗ rikgniſchen Finanzminiſterium erklärte, daß ſofortige Maß⸗ nahmen ergriffen würden, um eine für den Export be⸗ ſtimmte Ladung kanadiſchen Weizen, die in Neuyork la⸗ gerte und die mit Beſchlag belegt werden ſollte, für die Ausfuhr freizugeben. Es handelt ſich um eine Gefamt⸗ menge von 5 Millionen Bufhel. * Der braſtlianiſche Kaffeekredit. Nach Londoner Mel⸗ dungen iſt der braſilianiſche Kaffeekredit enögtltig gewährt. Henry Schröder und andere räumen dem Staat Sa Paulo einen kurzfriſtigen Kredit von 7 Millionem Sterling ein. Die Regierung ſoll für eine Erleichterung einer all⸗ mählichen Liguidierung angehsufter Haßſeebeſtände Maß⸗ nahmen ergreifen. Bereits jetzt ſind die Kafſpeankünfte in Santos zu Exportzwecken um 95 000 Sack täglich erhöht worden. Im beutigen rund kehr notieren Pfunde gegen Mew 9 15 1164854 1 che. e Hehe 18.18 0 128 89 FSunant 5 Madrid. 35.55 5 Pfunde 8 m 7 nde„„ 3 25,13 0 Kopenhagen 16,20 * Nr. 555 e r err r Dane Kaufm., mit 1000 bis 9 sich durch ahgenehme Werbe 0 Wer tätigkeit Geld verdienen far rentabl. Unterneb⸗ men geſucht. Groß. Ver⸗ III und sich zum Besuch je- dienſtmöglichk. zugeſich. Kaution v. 300— Freitag, den 29. 5 a f i itag, den 29. November 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 9. Seite. geſchäftstüchtige F ra u 1560 ir. bares Geld, würde den Verkauf von Spiritnoſen übernehm. beken und Baugelder, eee en ee Das neuzeitliche Spezialhaus müßte geſtellt werden. 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Filflele N Das Haus wirklich preiswerter Muslleapparate Immer größer durch Kleinere Preise Hau des ſcha Freitag, den 29. November 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 11. Seite. Nr. 555 Sportliche Deulſche Hockey ⸗Rundſchau Rückblick auf die Spiele im November II. Berlin Berlin bewies auch in dieſem Monat, daß es die ochburg des deutſchen Hockeyſports iſt. Nicht allein die is ſicheren Siege ſeiner Verbands⸗ bezw. Städte⸗ inſchaft dokumentiert dies, auch ſeine Vereinsmann⸗ n zeigen ſich den Spitzenmannſchaften anderer Ver⸗ überlegen. Der BSV. 92 ſetzte ſeinen Sieges⸗ zug in imponierender Weiſe fort. HTC. Roſtock mußte h ihm:0 beugen, während der Leipziger Sport⸗Club .) in Leipzig ſogar 7 verlor. Außerdem ſtellte er n 6 Spieler für die ſiegreiche Berliner Mannſchaft, ie in der letzten Zeit ſo große Erfolge errang. Der C. vermochte ebenfalls einige Siege erringen, die Er⸗ über den vorjährigen öſterreichiſchen Meiſter, den „ 220, ſowie über VfB. Jena:3 und LSC. Leip⸗ 2 waren jedoch nur wenig überzeugend, in den Ver⸗ bandsſpielen mußte er ſogar von einem ſchwächeren Ver⸗ ein eine Niederlage hinnehmen. Der dritte Verein der Berliner Spitzengruppe, der BS., nähert ſich wieder ſeiner Hochform. Mit K. Weiß wieder im Sturm konnte er den HC. Heidelberg mit nicht weniger als:2 nach Hauſe ſchicken und wird jetzt wohl der ernſthafteſte Gegner des BSV. 92 in den Spielen um die Berliner Meiſter⸗ ſchaft ſein. 57 de Weſtbentſchlaud Im Weſten des Reiches vermochte der Düſſeldorfer Hockey-Club(DHC.) auch das Rückſpiel gegen den Deut⸗ ſchen Sport⸗Club. Düſſeldorf(DS.):1 gewinnen, ob⸗ wohl der DSC. faſt dauernd überlegen war, verlor dann aber ebenfalls unverdient gegen Etuf Eſſen. Rot⸗Weiß Köln weilte in Spanien und trug in Barcelona gegen den ſpaniſchen Meiſter Real Polo⸗ und Jockey⸗Club zwei Spiele aus, die jedoch überraſchenderweiſe beide(215 und :3) verloren gingen. Gegen den HTC. Bonn vermochten ſie jedoch:2 zu ſpielen. Etuf Eſſen weilte in Nord⸗ deutſchland bei dem Club z. Vahr und mußte ſich 15 ge⸗ ſchlagen bekennen. Als ſehr ſpielſtark hat ſich Schwarz⸗ Weiß Neuß erwieſen, der nach einem Ueberraſchungserfolg Rundſchau gegen den DHC. Düſſeldorf auch weiterhin ſehr beacht⸗ liche Reſultate erzielte. Mitteldeutſchland Die Mitteldeutſchen Vereine ſind in der Lage, am meiſten von der Spielſtärke der Berliner zu profitieren, da ſie die beſte Gelegenheit haben, Spiele mit ihnen aus⸗ zutragen. Zwar gehen die meiſten noch hoch verloren, aber mit der Zeit macht ſich doch ein Fortſchritt bemerkbar, Der LSC. konnte zwar gegen den BSV. 92 noch nicht be⸗ ſtehen und verlor hoch:7, gegen den BHC. mußten ſie ſich aber nur knapp 23 beugen. Sehr erfolgreich war der ASV. Dresden der den WAC. Wien 31 ſchlug und den HE. Dresden ebenfalls:0 abfertigte. Gegen letzteren Verein gewann auch der ASC. Leipzig hoch 217. Der VfB. Jena ſchafft ſich in der letzten Zeit ebenfalls ſehr nach vorn. Gegen den BHC. vermochte er lange Zeit 21:3 führen und mußte ſich erſt dem Endſpurt der Berliner :3 beugen. Südoſt⸗ und Nordoſtdeutſchland Als ſtärkſte ſüdoſtdeutſche Mannſchaften kommen augen⸗ blicklich nur zwei Vereine in Frage: Rot⸗Weiß Görlitz und SC. Schleſion Breslau. Die jetzige Form der Bres⸗ lauer iſt ſehr groß, ob ſie aber der Görlitzer Elf gewach⸗ ſen ſind, kann erſt ein Zuſammentreffen der beiden Ver⸗ eine zeigen. Vorerſt errangen ſie gegen ſchwächere Ver⸗ eine ſichere Siege. Der langjährige Spitzenverein BfB. Breslau iſt bedeutend ſchwächer geworden und von dem oberſchleſiſchen Spitzenreiter Beuthen 09 hört man eben⸗ falls nicht viel. Der beſte nordoſtdeutſche während dicht hinter dieſem zu nennen ſind. Zehn Nationen fechten in Offenbach Das Meldeergebnis Wiederum hat der rührige Offenbacher Fechtklub Ein⸗ ladungen an alle fechtenden Nationen der Welt ergehen laſſen und nicht weniger als acht Länder werden bei dem am 5. Dezember in der Turnhalle des Offenbacher Turn⸗ vereins beginnenden Florett⸗, Säbel⸗ und Degenfechten vertreten ſein. Das Gros der auswärtigen Gäſte wird wiederum wie vor zwei Jahren von Italiens Fechter⸗ Verein iſt Vf. Königsberg, Spitzenverein Aſco und VfV. Kauf Gasherele Oefen von Mk. 88.- an F 3, 19, 20 und 21 Die altbekannte issen are RA Wollen sparen. 5 diesen, nur durch meinen Grogein- besonders solide Ausführung von Mk. 16. Trotz meiner anerkannt guten Qualitätsfabrikate, diese günstigen Preise Nutzen Sie daher ermöglichten Preisvorteil aus. Kohlenherde m von Mk. 82. an Tel. 266 50, 266 58/59 S426 nur hiesige Hammel- Kalbfleisch Schi g Häxen d. 95 Ragout, Kotelett Pfd. n. 1. Nierenbraten. e 05 3„ Essigbraten ohne Bein Schweinelappyen TTVTTCoCCCTCCTT Pfd..10 Schweinebraten mager Pfd..30% F hes Ochsen: und i 55 5 1 Pfd. 95 4 Schwelne-Kotelett billigst Ferner meine Abteilung: Wurst u. Gute Krakauer, Lyoner u. 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An der Spitze der Faſztiſtenfechter ſteht Gutlio Gaudini, dritter Olympiaſieger und italieniſcher Florettmeiſter, ebenſo wie der junge Marci, vierter im Säbelkampf in Amſterdam, der 1927 den denkwürdigen Endkampf in Offenbach gegen Erwin Caſmir ſiegreich be⸗ ſtand. Pignottt, Turio, Minoli, Ragno und Riccardi vervollſtändigen die Liſte der italieniſchen Florett⸗ und Säbelkämpfer. Erſtmals wird auch Frankreich Fech⸗ terelite in Offenbach vertreten ſein. Leider hat ſich der Weltmeiſter Gaudin, wie man weiß, vom aktiven Fecht⸗ ſport zurückgezogen, aber dafür wird der beſte franzöſiſche Nachwuchs mit de Pignol im Säbel, Barbier, Hoſtalier und dem langen Schmetz im Degen vertreten ſein. Es wird vorausſichtlich in den Einzelkämpfen zu einer Art Revanche zwiſchen Italien, dem Olympiaſieger im Mann⸗ ſchaftskampf, und Frankreich, dem Amſterdamer Einzel⸗ ſtieger kommen. Leider haben die Ungarn diesmal abſagen müſſen. Dagegen find die Oſtſtaaten durch die tſchecho⸗ ſlowakiſche Mannſchaft Bellmann⸗Maſchka, Dr. Fiſcher, Jungmann und Navra vertreten, während Ru⸗ mänten die zum erſten Male in Deutſchland ſtartenden Fechter Deheleau und Mozes entſendet. Auch Polen, das bekanntlich in Amſterdam im Säbel⸗ mannſchaftskampf öritter wurde, wird mit ſieben Fechtern zur Stelle ſein, deren Namen noch nicht bekannt ſind. Oeſterreich hat Dr. Ettinger, Holland Comman⸗ dant Doormann und vier weitere Herren gemeldet. Zweit amerikaniſche Fechter, die zur Zeit in Europa ſtudieren, Huffmann und Robbins werden zum erſten Male überſeeiſches Fechtkönnen gegenüber internationaler Klaſſe dokumentieren. Deutſchland ſteht und fällt naturgemäß mit Caſmir. Des Meiſterfechters Teilnahme iſt bedauerlicherweiſe noch nicht definitiv geſichert, aber wahrſcheinlich. Bekanntlich hat ſich der deutſche Meiſter in letzter Zeit aus beruflichen Gründen kaum trainieren können und trägt daher mit Recht Bedenken, ſich ſchweren Gegnern zu ſtellen. Dagegen iſt die Teilnahme der üb⸗ rigen Frankfurter und Offenbacher Säbelelite Halberſtadt, Moos, Brüder, Rhomſon, Heim und des Fünfkampf⸗ ſiegers Oberlt. Hax ſicher. Bei den Damen wird Helene Mapper diesmal auf ſchwere Gegnerinnen wie Frau Oelkers und Frau Sondheim, ſowie die Italienerinnen Schwyger und Muſſo, die Dän innen Munck und Ahlmann⸗Olſen die öſterreichiſche Meiſterin Grete Friedmann, die Tſchechin Chalupova und die Ungarin Dany treffen. Als Kampfrichter fungieren Herr Eckradt— de Bary, Frau Dr. Oſſter(Dänemark) und die Herren Allochio und Canova(Italien). SJauadle Zahlen aus der Deutſchen Turnerſchaft Nach der letzten Statiſtik umfaßt die Deutſche Turner⸗ ſchaft 12 863 Vereine in 11 120 Vecheinsorten. Dieſen Vereinen gehören 1096 834 Männer und 234577 Frauen, 197 860 Knaben, 149 821 Mädchen, alſo' insgeſamt 1 618 792 Vereinsmitglieder an. Unter den 18 deutſchen Turn⸗ kreiſen iſt nach wie vor der Tumnkreis Sachſen mit 270 028 Angehörigen der größte. An zweiter Stelle ſteht der Mittelrheinkreis mit 192 552 un) an dritter Stelle folgt dann Bayern mit 159 769 Mitglich dern. Ueber 100 000 Mitglieder beſitzen daun noch Thüringen mit 105 962 und Brandenburg mit 100 869 Vereinß angehörigen. Die größte deutſche Turnſtadt inter den deutscher Großſtädten iſt Berlin, das über 22 710 Turner, 9860 Tur⸗ nerinnen, 6691 Knaben und 5166 Mähen, insgeſamt alſo über 44 435 Vereinsangehörige verfügt, An zweiter Stelle ſteht Leipzig mit 29 626 Mitgliedern, dem dann Dresden mit 20 741 vor Frankfurt a. M. mit 19 911 und Hamburg mit 14 488 folgt. Die Stadt des nächſſen Deutſchen Turn⸗ feſtes, Stuttgart, ſteht an achter Stille mit 10 249. Der größte Verein der Dr. iſt nailf wie vor die Ber⸗ liner Turnerſchaft, die nicht weniger als 5541 Mitglieder zählt. An zweiter Stelle ſteht den Männerturnverein München 1879 mit 4485 und an drbt ier Stelle der älteſte deutſche Turnverein, die Hamburger Wurnerſchaft von 1816, mit 4083 Mitgliedern. Es folgen dirnn der Allge emeine Turnverein Leipzig, der TC. Hannovßzr und der 5 1846 Nürnberg. Die Zahl der verein geigenen Turn⸗ hallen iſt auf 1284 geſtiegen, für ui alſo ein Zuwachs von 120 Hallen. Die Zahl der Turnhslätze vermehrte ſich um 139 von 2790 auf 2869. Bemerſänswert iſt auch die Zahl der Schwimm⸗Anlagen. Im Sor imer 1929 zählte man 6921, gegen das Vorjahr ein Zuwachs von 392, dagegen iſt die Zahl der Winter⸗Badeſtätten von 75 auf 1117 gestiegen An kurheriſchen Jugendherbergen beſitzt die DT. 135. Briefkaſten Wir bitten für den Briefkaſten beſtümmte Einſendungen auf dem Umſchlag als ſolche kenntlich, zu machen. Münd⸗ liche Auskünfte können nicht gegeben, werden. Beantwor⸗ tung juriſtiſcher, meöiziniſcher und Aufwertungs⸗ fragen iſt ausgeſchloſſen. Jeder Anfrage iſt ie Bezugs⸗ quittung beizufügen. Anfragen ohne Namensnennung werden nicht berückſichſtigt. in Bamberg, die Ihnen den richtigen Weg weiſen wird. Fr. L. Das Auslands⸗Inſtitut in Stuttgart kann Ihnen hierüber die nötigen Auskünflye geben. Frau M. D. Wenden Sie ſich an den Badiſchen Frauen⸗ verein. A. Wu. Wenn der Mieter f. 5 1 8 den Herrichtungs⸗ koſten einverſtanden war, kann er Sie(etzt nücht von Ihnen zurückverlangen. FFF 4 Das Naus das Jeden Anbzlefit empfiehlt in schoner und reicher Austoahl zu besonders vorteilhaften Preisen Mäntel 18. 78. 38. 105. 120. 72.— 135. 35.— &&. Auxlgg 15. 58.— 98.— 115. 6. 135.— 33.— SE. Gute Qualitaten bei bester Verarbeitung. Sehen Sie sich unsere 8 Schaufenster an. Bel Pickel, durch Venus in Apotheken und Drogerien. 3211 FJ. Zigar- f Aga. 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Der Bürgermeiſter wollte es ſo. Geſtern ſchickte er ſeinen Amtsdiener durch die Straßen und ließ austrommeln,„Da morgen früh ein Transport Sträflinge nach Aghenne eingeſchifft wird, haben die Einwohner am Hafen und in den Straßen, die der Zug benutzt, in ilf ren Häuſern zu bleiben. Alle Fen⸗ ſterläden müſſen hieſchloſſe n ſein.“ Ein Transport Sträflinge. 670 Mann, der Aus⸗ wurf der menſchliſhen Geſellſchaft. Sie ſind ſeit Wo⸗ chen aus allen Geſängniſſen Frankreichs hier geſam⸗ melt worden. 250 unter ihnen haben die Sch Zwangsarbeit verr 1 hwurgerichte zur urteilt Mörder zum größten Teil, deren Verbrechen in den letzten anderthalb Jahren die Seiten der Pariſer Boulevardblätter füllten. Meſtorino z.., der italteniſche Juwa lier, der den Edelſteinhändler Trupheme, ſeinen beſten Freund, erſchlug und den Körper im Straßengraben verbrennen wollte. Vor Monaten, als er ſur Verſchickung nach Cayenne be⸗ gnadigt wurde, war er noch hoffnungsvoll: „Guyanal Pah, mehr als einem iſt die Flucht über den Maroni gelu igen.“ Heute iſt er ein Geſpenſt mit eingefallenen Wangen, Futter für die Fieber⸗ fümpfe dort drüben. Seine Frau hat ihm die Treue gewahrt. Sie will ihm in die Hölle folgen. Gibt es nicht doch eine Grenze, wo die Gattenpflicht endet? Was iſt aus dem Lebemann Barataud gewor⸗ den, um deſſentwü len die Limoger den Juſtizpalaſt ſtürmten und dein ſie zerreißen wollten, als das Schwurgericht deſft Mörder zur Zwangsarbeit auf Lebenszeit verurtzeilte und nicht zum Tode? Statt ſeines Anzuges wach letzter Mode, mit dem der„ele⸗ ganteſte Mann vn Limoges“ noch vor den Geſchwo⸗ tenen prunkte, lheägt er den grauen Sträflingsrock aus grober Wollſe, die ſchwarze ſchildloſe Mütze der Verdammten. Und doch iſt er mehrfacher Millionär. Ein paar Tage vorher vererbte ihm ein Ver⸗ waßidter ſein Vermögen. Vor einem Jahrs erſchlug Barataud einen Menſchen, um ſich in den Jeſitz eines Kraftwagens zu ſetzen! Ironie des Schiſckſals. Von ſeinen Millionen wird ihm nicht ein Cehitime zugute kommen. Verrückt muß er werden, wenn ihn Cayenne nicht vorher tötet. Fünf Uhr morgens. Gendarmen und Mobilgar⸗ den tauchen auf ind ſperren die Straßen ab, die von der Zitadelle zun Hafen führen. Schweigend nehmen ſie ihre Poſten ein, und nur die Gewehrkolben ſchla⸗ gen auf das Pol ſter. Einige Einwohner dürfen paf⸗ ſierxen. Sie beſitzen einen beſonderen Erlaubnisſchein. Sonſt liegen die Häuſer wie ausgeſtorben. Der Regen ſrömt, und nur langſam kämpft ſich der junge Tag durch die Wolken. In trübem Braun⸗ grün ſchlagen be Wellen an die Kaimauern. Auch die Natur ſcheintt den Abſchaum der Menſchheit zu verdammen. Um acht Uhr öffnet ſich das Tor der Zitadelle Senegalſchützen mit aufgepflanztem Seitengewehr eröffnen den tuzurigen Zug. Schwarze bewachen Weiße. Leiſer Driumph glänzt in ihren milchigen Augäpfeln. Ihnen folgen Prieſter und Gefängnis⸗ beamte. Dann erſcheinen die erſten Gefangenen, Zwangsarbeitenn Ihre ſchweren Holzſohlen klappern auf dem Pflaſter und erſchweren ihnen das Gehen auf den ſchlüpſßſſigen Steinen. Zu dritt aneinander gekettet, glattrchhiert, mit eingefallenen, gelben Ge⸗ ſichtern, mit tieſſ kegenden Augen, den grauen Leinen⸗ ſack über der Sſhulter, die braune Decke zum Schutz gegen den unauffhörlichen Regen über den Kopf ge⸗ zogen gleicht einer dem anderen. Verfluchte, die nur noch Nummern ind. Schweigend ziehen ſie mit haſti⸗ gen kleinen und unſicheren Schritten zum Hafen hin⸗ Unter, den letzten Weg auf franzöſiſchem Boden ent⸗ lang. Verdammme ſind ſie, und das Land atmet auf, weil dieſer Eitar aus dem Körper der menſchlichen Geſellſchaft ausqſeſchteden wurde. Und doch kann ſich keiner, der dieſſt ſchweigenden Zug der dem lang⸗ ſamen Tode Gaſpeihten beobachtet, des Mitleids er⸗ wehren. War dis: Begnadigung, die Rettung vor dem Fallbeil, wirkliſh eine Gnade für dieſe grauen Ge⸗ ſpenſter? Der Zug der e der 250 Gefeſſelten, ſt vorüber geklappert Eine kleine Lüch entſteht. Die Verbannten kommen. Rückfällige Diele, die ſich der Staat für immer vom Halſe lädt, indem er ſie zwangsweiſe nach Cayenne ſchafft, und ihnen dort ein Stück Land zum Anſiedeln zuweiſt. Arbeiten ſie, überſtehen ſie das Klima, ſo führen ſte ein Leben, das erträglich genannt werden kann. Doch wer in Frankreich ſchon, dem Lande ohne Erwerbsloſe, ſein Brot lieber durch Diebſtahl ver⸗ diente, dem wird die ſchwere Arbeit in Cayenne erſt recht nicht munden, und Ausſätzige bleiben ſie auch dort drüben. Selbſt die Zwangsarbeiter, die Mör⸗ der, halten ſich hier auf dem letzten Stückchen des Heimatbodens für zu gut, um mit ihnen in Berüh⸗ rung zu kommen. Die letzten„ drängen nach vorn, fort von den gemeinen Dieben, von denen, die ſie noch ehrlos nennen. 415 Mann ſtark iſt der Zug dieſer Verbannten, der 2 Fepöre ngen der Juſtiz⸗ verwaltung. Sie tragen nicht die ſchwarze Mütze der andern, ſondern den großen grauen Filzhut. Ihr Haar iſt ungeſchnitten, ihr Bart nicht raſiert, ſie dür⸗ fen leiſe mit einander ſprechen. Der Hafen iſt bald erreicht. Hier und da ein letz⸗ ter Abſchiedsruf ein Händedruck, der mit dem Prie⸗ ſter gewechſelt wird. Fühlen die Verdammten, daß Frankreich hier für ſte endet, die Hölle erſt richtig beginnt? Ihre Geſichter ſind ſtumpf leblos. Nur hier und dort ſcheint in einem Auge der Haß auf die Geſellſchaft zu glühen, die ſie ausſpie. Wortlos ſehen die wentgen Ziviliſten hinter der Abſperrung dem Abſchied zu. Doch plötzlich 5 eine ſchrille Frauen⸗ ſtimme durch die Stille:„Lebe wohl, Coco!“ Einer der Verdammten wendet den Kopf und winkt müde mit der Hand. Kein Gendarm denkt daran, die zur Rede zu ſtellen, die das Verbot des Bürgermeiſters berſchritt, um derentwillen„Coco“ nach Cayenne muß.„Lebe wohl?— Mädchen, was denkſt Du, wie es ſich in Cayenne lebt?“ Vier Dampfpinaſſen liegen am Kai, nehmen die Sträflinge auf. Eng aneinander gepreßt hocken die hinter der mannshohen Bordwand. Zwiſchen ihnen ſtehen die Senegaleſen mit aufgepflanztem Seitengewehr. Un⸗ aufhörlich rinnt der Regen und verhüllt das letzte Stück Frankreich. Draußen auf der Reede liegt das Transportſchiff, die„Martiniere“, in weitem Bogen von Patrouillen⸗ kein Unbefugter dem booten umgeben, damit ſich Dampfer nähert. Acht große Käfige an Deck nehmen die menſchliche Ladung auf, werden für Wochen die Behauſung der Verdammten ſein. Zu Tieren ſind dieſe hinter ihren Gittern geworden, und wie Tiere haben ſich ihre Vorgänger oft gegenſeitig geſchlagen, gebiſſen und erwürgt. Das gemeinſame Schickſal ver⸗ bindet ſie nicht. Das Kameradſchaftsgefühl wacht nur dann in ihnen auf, wenn ſie ſich gegen die Eiſenſtäbe drücken, um den Wächtern draußen die lautloſen Kämpfe zu verheimlichen, wenn ſie den Schuldigen nicht nennen, in dem Augenblick, da der Tote zwi⸗ ſchen ihnen entdeckt und die Unterſuchung eingeleitet wird. Der Haß gegen die Menſchen in Freiheit, gegen ihre Wächter, iſt das einzige, was ſie in ihrem Elend verbindet, ein ohnmächtiger Haß. Die Piſtolen der Wächter und die ſtets unter Druck ſtehenden Röhren mit heißem Dampf, die rings um die Käfige laufen, würden jeden Aufruhr erſticken. Mitleid kennt man auf der„Martiniere“ nur dem Natnen nach. Vom Turm der Kirche in Saint⸗Martin de⸗Ré ſchlägt es zwölf Uhr. Rauchwolken quellen aus dem Schornſtein der„Martiniere“, und langſam taucht das Schiff im trüben Weſten unter. Ein luſtiges Räuberſlück aus Serbien Der übelberüchtigte ſerbiſche Räuber Spir o Miletic, der ſeit Monaten die Umgebung von Kruſe vac heimſucht und bisher ſtets den verfol⸗ gen Gendarmen zu entgehen wußte, lieferte dieſer Tage ein luſtiges Stücklein. Da er von Zahnſchmer⸗ zen geplagt wurde, entſchloß er ſich, weil er aus be⸗ greiflichen Gründen keinen Arzt aufzuſuchen wagte, mit zwei Spießgeſellen am hellen Tage in das Kran⸗ kenhaus in Kruſevac einzudringen. Geſagt, getan. Plötzlich erſchien vor dem entſetzten Leiter des Kran⸗ kenhauſes der gefürchtete Räuberhauptmann und verlangte„Zangen zum Zähnereißen“. Als der vor Schreck erſtarrte Beamte keine Miene machte, ſeinem Wunſche zu willfahren, ſchritt der Räuber ruhig zu einem Glasſchrank mit vielen mediziniſchen Inſtru⸗ menten, zerſchlug die Glasſcheiben und nahm einige Inſtrmente, ein Fläſchchen Jod und Verbands⸗ material an ſich. Dann trat er ans Telephon, rief den Bezirkshauptmann an und teilte ihm mit, er ſei im Krankenhaus. Man möge aber ja nicht verſuchen, ihn zu faſſen, da es ſonſt Blut gäbe. Dann verließ der Räuber das Krankenhaus. Seine Genoſſen, die vor dem Eingang gewartet hatten, hielten unterdes ein Automobil an, das zufällig des Weges kam. Mit vorgehaltenem Revolver zwangen ſie den Chauffeur, ſte etwa 40 Kilometer weit in die Umgebung der Männliche und weibliche Zahlen— Drei Tugenden— 5 Himmelsrichtungen— Sieben Eheſcheidungsgründe— 9 Tore ö Faſt alle Völker der Erde ſchreiben den Zahlen irgendwelche geheimnisvolle Bedeutung bei. Schon in der Bibel heißt es: Gott ſchuf in ſechs Tagen Himmel und Erde, aber am ſiebenten Tage ruhte er. Zahlenkundige 1 daraus zu mancherlei Folgerun⸗ gen gekommen. Die 7 und die 13 ſpielen bei den verſchiedenſten Völkern eine ganz verſchiedene Rolle, teils als Glücks⸗ teils als Unglückszahl. Mehr aber als andere Völker legen die Chineſen den Zahlen einen tieferen Sinn bei. Sie teilen die Zahlen, wie wir es auch tun, in gerade und ungerade ein, wobet ſie die Anſicht vertreten, daß die geraden Zahlen das weibliche, die ungeraden Zahlen das männliche Ge⸗ ſchlecht darſtellen. Der Sinn der 3 iſt bei den Chineſen tief und vielgeſtaltig. Drei Lichter erleuchten, ſo ſagt der Chineſe, die Welt: Sonne, Mond und Sterne. Drei Tugenden ſoll der Menſch haben: Ehrlichkeit, Strenge und Milde. Drei Jahre ſoll der religiöſe Chineſe um ſeine Eltern trauern, wobei allerdings das Jahr nur zu neun Monaten gerechnet wird. Aehnlich tief iſt auch die Symbolik der 5. Ein Flecken wird durch fünf Familien gebildet, fünf Flecken zuſammen aber ſind ein Dorf. Fünf Eigen⸗ ſchaften beſitzt der menſchliche Körper: das äußere Anſehen, die Sprache, die Augen, die Ohren zum Hören und die Gedanken. Auch an inneren Organen unterſcheidet der Chineſe deren fünf und zwar Ma⸗ gen, Nieren, Leber, Herz und Lunge. Die Pflichten des Menſchen beziffern ſich nach der chineſiſchen Ethik gleichfalls auf fünf. Neben der Menſchlichkeit und Rechtſchaffenheit ſoll ein echter Chineſe Schicklich⸗ keit, Treue und Weisheit zeigen. Wir kennen nur vier Himmelsrichtungen; der Chineſe aber kennt deren fünf. Denn neben unſeren Nord und Oſt und Weſt und Süd kennt der Chineſe noch als Himmels⸗ richtung die Mitte. Waſſer, Metall, Feuer, Holz und Erde bilden nach chineſiſcher Anſicht die fünf Elemente. Erſte Aufnahme vom Schiffszuſammenſtoß im Kieler Hafen Der 7 mißt der Chineſe eine unangenehme Bedeutung bei. So gibt es in China ſieben Eheſcheidungsgründe. Der Chineſe kennt nicht nur den Ehebruch als ſolchen Grund. Auch Unfruchtbarkeit iſt in China ein Ehe⸗ ſcheibungsgrund, der dritte iſt Geſchwätzigkeit. Dazu kommen Diebereien, Ungehorſam gegen die Schwie⸗ gereltern, die auch im heutigen China eine maßgeb⸗ liche Rolle ſpielen, unheilbare Krankheit und endlich als ſiebenter Schetdungsgrund Unverträglichkeit. Der Chineſe glaubt, daß der Menſch ſtieben Leidenſchaften zeige: Ausgelaſſenheit, Aerger, Sorgen, Furcht, blinde Liebe, Haß und Wolluſt. Die heiligſte Zahl iſt bei den Chineſen die 9. Peking, hat deshalb neun Tore, denn der höchſte der chineſiſchen Himmel iſt der neunte. Neunmal muß ſich der Chineſe beim Gebet neigen. Während aber den ungeraden Zahlen ſo eine höchſt wichtige Bedeutung beigemeſſen wird, ſind die geraden Zahlen, da ſie ja weiblich ſind, viel un⸗ wichtiger. Wenn der Chineſe von der vier ſpricht, ſo denkt er daran, daß Chinas Bevölkerung in vier Klaſſen eingeteilt wird, in die der Gelehrten, der Ackerbauer, der Handwerker und der Kaufleute. Vier Flüße ſind es, der Jangtſzektang, Hſiktang, Hwangho, Lwangho, die ins Meer fließen, und vier Meere gibt es nach Anſicht der chineſiſchen Geographen. Die ſechs wiederum ſtellt die Genien dar, die über die Jahreszeiten wachen. Die ſechs iſt aber auch das Sinnbild der freien Künſte, und ſechs Tiere können bei der Opferung verwandt werden: Pferd, Schaf, Hund, Schwein, Ochſe und Huhn. Heilig dagegen iſt die zwölf. Denn der Tierkreis beſteht aus 12 Zeichen. Wir ſehen alſo, in welch einſchneidender Form die Zahlenmyſtik in China herrſcht, und daß ſie dort, wie in keinem anderen Lande ſich auf das ganze menſchliche Leben erſtreckt und ſo wirklich zum ſchick⸗ ſalsbeſtimmenden Faktor wird. Stadt zu führen. In einem dichten Wald ließen ſte ihn halten, ſtiegen aus, zwangen den Chauffeur, das geſamte Benzin ausrinnen zu laſſen und ſteckten dieſes in Brand. Dann nahmen ſie den Chauffeur noch ſeine Uhr ab und ſchlugen ſich ſeitwärts in den Wald. Der Autolenker mußte ſtundenlang warten, bis ein zweites Automobil daherkam und ihn mit Benzin zur Rückfahrt in die Stadt verſorgte. Unter⸗ deſſen waren die Räuber längſt über alle Berge und Miletie hatte ſich wahrſcheinlich ſchon lange mit Hilfe der geraubten Inſtrumente von ſeinem ſchmerzenden Zahn befreien laſſen. Schlacht auf dem Meeresgrunde Zwei Taucher kämpfen mit einem Polypen In einer Schilderung ſeiner Erfahrungen als Taucher erzählt der amerikaniſche Tauchermeiſter Captain N. P. Sorenſen ein Abenteuer aus den Meerestifen, das einen Einblick gewährt in die furcht⸗ baren Gefahren, denen die Taucher bei der Ausfüh⸗ rung ihres Berufes ſo oft unerwartet und vielleicht auch ungerüſtet entgegentreten müſſen. Sorenſen arbeitete damals im Dienſte der Gelong Wrecking Company von Queens Cliff, Mel⸗ bourne; bei St. Napier war der„George Ruber“ ge⸗ ſcheitert und untergegangen und der Taucher ar⸗ beitete in einer Tiefe von 18 Faden an dem Wrack. Plötzlich ſpürte ich am Arm einen heftigen Druck. Ich zuckte zuſammen, tauſend Vorſtellungen ſchoſſen mir durch den Kopf. Ich wußte, dies iſt ein lebendes Weſen; aber zugleich erinnerte ich mich: kein jäher, raſcher Schatten war aufgetaucht, der das Nahen eines Hai bekundet hätte. Dann trat es mir ins Be⸗ wußtſein: während der letzten Sekunden war es dunkler und düſterer um mich geworden, allein ich war zu eifrig bei der Arbeit, um darauf zu achten. In Sekundenſchnelle ſchwirrten dieſe Gedanken vor⸗ über. Ich warf mich herum und nun ſah ich es vor mir, ein Grauſen Erregendes, ein Furchtbares. Es war ein unförmiger rieſiger Kopf, dick und plump, wie das Vorderteil eines Bootes, und darüber ſtarr⸗ ten große grünleuchtende Augen. Kalt und grauſam waren ſie auf mich gerichtet, und dann ſah ich weite geſpenſtige Schatten im Waſſer und erkannte ihren Urſprung, die gewaltigen, langen Fangarme, die ſich ausbreiteten, ſich wanden, krümmten und ſich mir entgegenreckten, gleich den knorrigen Aeſten tropi⸗ ſcher Bäume. Zwei, oͤrei Sekunden ſtarrten wir uns an. Ich gab das Notſignal. Dann aber war ich von den großen leberartigen Armen umklammert. Vor meinen Augen öffnete ſich der ſchnabelförmige Schlund und legte ſich um meinen Kupferhelm. Ich ſpürte, wie meine Rippen ſich bogen und mein Helm ward in dieſer erſten Umarmung eingedrückt. Mit einem verzweifelten Ruck bekam ich einen Arm frei. Noch hielt ich eine kurze Eiſenbarre in der Hand; ich ſtieß, ſtieß noch einmal. Das Ungeheuer hielt eine Weile inne und wieder ſah ich die großen, grünen Augen ſtarr auf mich gerichtet. Ein neuer Stoß von mir, dann packte einer der großen Fangarme die Barre und entriß ſie meiner Hand. Ich war hilf⸗ los. Mit meinen gummigepolſterten Fäuſten ſchlug ich um mich. Es war, als ob ich gegen einen leder⸗ gepolſterten Leib ſchlüge, und ich glaube nicht ein⸗ mal, daß das Ungeheuer es ſpürte. Langſam näherte ſich mir wieder dieſer gräßliche Kopf. Das gab mir eine Chance. Ich ballte die Fauſt und mit aller Wucht ſchlug ich auf das große, glimmende Auge und verſuchte es zu zerſchmettern. Aber auch hier dieſe elaſtiſche, lederartige Zähigkeit. Der Polyp ſchob meinen Arm beiſeite und wieder preßten ſieben, acht, neun Glieder oͤes Tieres um meinen Körper, zogen ſich zuſammen, enger, immer enger, und ich ſpürte, wie meine Kraft erlahmte. In dieſem Augenblick kam mein Gefährte mit Waffen und Meſſern in die Tiefe und mir zu Hilfe. Meine beiden Arme wurden durch ein einziges der großen Greifwerkzeuge des Polypen feſt an den Körper gepreßt; ich ſah noch, wie zwei der Fangarme an einem felſigen Riff des Meeresgrundes ſich anklammerten und dann ſpürte ich heftige Schläge, die durch meinen ganzen Körper gingen und die mich überzeugt haben, daß dieſe unterſeeiſchen Polypen elektriſche Schläge austeilen können. Der Kampf währte nahezu eine Stunde. Ich bekam etwas Freiheit, konnte Waffen ergreifen und ſo nach und nach gelang es uns, den grauſigen Feind zu bezwingen. Mit Meſſer und Speeren erwehrten wir uns der Fangarme, die von allen Seiten durch das dunkle Waſſer ſich uns ent⸗ gegenwälzten und ſchließlich gelang es uns, die Greif⸗ werkzeuge zu verſtümmeln und von dem Körper des Polypen loszulöſen. Sie hatten eine Länge von etwa ſechs Metern; unmittelbar am Rumpfe hatten ſte einen Durchmeſſer von zwölf Zoll, der ſich nach den Enden zu verjüngte. Mit dem Speere durch⸗ bohrten wir den Rumpf und mit unſäglichen Mühen wurde er dann an die Oberfläche geſchafft. Noch über ſechs Stunden lang zeigte er Leben Sicherer geht es nicht mehr! 1 gewellte Panzertür des neueſten deutſchen Panzertreſors, wurden. Die Tür allein wiegt 5 000 allo. über einem Mete 5 4 * Da== ſt 25 n 0 Ae ee ele ee en a nen W Freitag, den 29. November 1929 Vermiefungen irg, Tauer der Wertatt (Souterrain), in der Neckarſtadt ſofort zu vermieten. 5487 Marco Roſa, Tel. 52872. Laden mit 2 Schaufenstern Heidelbergerſtraße per März/ April. ev. früher, Zul Vermieten. Anfragen unter L. M. 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Welzenmell lose Pfd·— 9 Die Presse schreibt: Die weihevolle Begleitmusik dieses Nadeltonfilnas 5 ö bestes Haushaltmehl wird in der Weichheit von einem Lichttonfilm nie erreicht Werden. Die Wirkung mul nean elbet erleben. A. Holl. Jutter... 0 Samstag, 30. November, nachm. 3 Ur 0 5 a 5 and n Vorverkauf an der Kasse des Theaters ab ½ Uhr 8 8 Märchen- Vorstelſung—.... n„ e 0,-J0, 30,1 5 aut der Bühne: i 1 7 7 51 Lbbosfett offen 2a. 00 S 20 Jahre Tanzschule Helm D 6. 5 Anes m. La f. ff g Bänscl l. Creiel 1 8. Dezember beg. Jublläumskurs beg. 5 Dezember Sitte Breit.» Gin bobbnſil Fran 0 Uf. öl U Ein Märchenspiel in 3 Akt f e e 855 5 ſtige Beding. Pianol 5 Ein Nürcheneptel in 3 Alten 501 1 resteberd— Tenasckel- Bel 1e Ss..6 1l. 26. f belzeh.. Ambrik. Schweineschmalz 5— 8„ 8 5—. Sti 2 25 In Szene gesetzt von Grete Kersebaum 10 Alte mit Sernsfeg, deri 50. 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Ein SpIe1 der atemraubenden Sensationen, der geheimnisvollen Uberraschungen. der mitreissenden Handlung und der verblüffenden Lösung: 5 7 N Das kriminal. Rätsel von Scotland Vard. [Mit einem Furioso setzt der Film ein, bannt, zwingt zum Miterleben, peitscht unaufhaltsam vor- Wärts, gibt Rätsel üb. Rätsel auf,—„Wer mag der Täter sein?“ In rasendem Tempo häufen sich die Ge- schehnisse-- und zu- letzt die Lösung, die niemand erwartet „Es Ist unmöglloh, von dlesem Edgar Wallace- Film nloht. gefesselt zu seln!“ Hierzu: Die Nache des AHraberfürsien Gange Nächte) 7 Akte orientalischer Romantik. Beginn nachm. 3 Uhr. N e 1 a Heufe und folgende Tage! Der größte und gewaltigste deutsche Film dieses Jahres! vormittags 11.30 Uhr Morgen-Auffünrung in der Alhambra mit dem prächtigen Filmwerk: Unter der Sonne des Südens Ein Film von den Schönheiten des Mittel- meeres und des Landes der Sonne in 7 wundervollen Akten 2 2 Der Freiheitskampf d 8 es Tiroler Volkes. In den Hauptrollen: Friſz Greiner als Andreas Hofer, Sand- wirt von Passeier. Maly Delschaff Carli de Vogſ Oscar Marion Grit Haid Tausende d. Tiroler Volkes wirken in dem historisch echten Freiheitskampf mit. Ueberwaltigend ist, Wie das Tiroler Volk hinter dem überlebensgroßen Aus dem Inhalt: Im Golf von Genua An der Küste Spaniens Nach Afrika Nach Itallen Sonnige Fahrt A. d. Spuren des Altertums Die Türkei von heute qugendliche haben Zutritt e e Vorverkauf an beiden Kassen der Alhambra * UZ in 5 Schlacht zieht.—.80,.—, 1, 30, 1,30 Die Kritik schreibt: ee eee e Der Fum über den Freiheitskampf der Tiroler ist in jeder Hinsieht ein Gudehof-ueberrsschung! A. 5 1 8 Kamera Die Firma Bergmann-Zigaretten überreicht aben blendende Arbeit geleistet, um diese Darstellung deutscher Geschichte 5 ö zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. heute jedem 10. Besucher der Alhambra eine Schachtel Hierzu: Charlle Chaplin in„Charlie im Varieis“ 5 8 21 11 118! Jugendliche haben Zutritt— 3.50.50.20 Uhr V eule Freifeg abends 10.30 Uhr: Nacht-Aanelung(ur für machne) Der beste Semal- und Aulärunssmim: Das erwachende Geschlecht Beginn des Lebens— Anatomie des Weibes— Körper- erziehung— Geschlechtskrankheiten u deren Folgen— Schwangerschaft— Geburt— Wochenbett— Sport— Toilette des Weibes Wiederholung morgen Samstag und Sonntag abends 10.30 Uhr Karten heute schon im Vorverkauf. ö National- Theater Mannheim Freitag, den 29. November 129 Vorstellung Nr. 90, Miete F Nr. 12 Das Vergessen Gottes Drama in drei Akten von Waldemar Jollos 0 In Szene gesetzt von Dr. Gerhard Storz s 5 x Sonntag vorm. 11 Uhr 30 Ah heute- nur 4 Tage- bis Montag V Heuie zum ersten Nel! as ahead loppelpwpranm! Wide e Hof vieltachen Wansch 5 8 1 e eee rec ae eecbraare Unwiderrunlich leine Vonührung Die sensationelle Erstauffünruns: 8 f Die Haushälterin des Pfarrers Helene Leydenius Ein Gefängnisaufseher Josef Renkert Ein Staatsanwalt Johannes Heinz Ein Arzt Hans Godeck Ein Polizeioffisier Karl Haubenreißer Gerichtsdiener 1515 Benkert Gerichtsschreiber ans Simashäuser Erster Polizist Fritz Linn Zweiler Polizist Georg Köhler Dritter Polizist Fritz Walter des an Grobartigkelf unnhertrefſiichen Ula-Kuliuriims: 4 g 8 Das Baradles Burepus. N 40 Nivelungenzaai Ein Kulturfilm vom Schweizer Volk 1 Nosengsrten und seinen Bergen in 4 Akten u. elnem i 5 Vorspiel über Sage und Geschichte mit besonderer Musikbearbeitung für den Film unter Mitwirkung des vollen Orchesters. Darsteller des Vorspiels: Henogin Hadwig Dora gelgner Operetten-Volksvorstellung Eintritt RM..90 bis.— 102 Die Ensemble- Gastspiel: Kalmans Schlageroperette. Ekehant Ch. W. Kalser Der Abt. W. 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Wie famos ist das gemacht, wie groß- pole Negri ace derer be be ard dock 0 face nel ue r 1 in straſton und Begleſtung des 8 Spiel, wle prachtvoll sind die Tieraufnahmen, Die Llebschalten Fine ufer piifreirnung des die für jeden Hundefreund ein Labsal be- 5 gesamien„UNIVERSUM“ deuten. Es ist ein vorirefflich gemachter iner Orchesfers, dirigiert von Film, einer der besten seiner Gattung und Schauspielerin“ Kapellmeisſer Felix Zania. vielleicht auch der besfe, den Piel je drehle. f r Er kann mit dem Bombenerfolg zufrieden sein. e Vcrgn 1 traßensäingerin Ot Caretraix e„%%%„Neue Berliner 12-Uhr- Zeitung“ F Pola Negri, die größte Filmheroine lelern, bei bescheldensten Eintritts-. Ateter spielt die göttliche Tragödin des 3 preisen bieten! ucuel EScobet V Freise, dar pistze t Beginn der Vorstellungen: täglich 3 Uhr 8 *. . Lan men a 1e, Bae unt ide k 180 Letzte Vorstellung: abends 8 Uhr 30 Abenteuer- . 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