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Jahrgang— Nr. 569 Das Reichskabinett örückt ſeine„Befremoͤung“ über Schachts„Voreiligkeit“ aus Wichtige Erklärungen [Telegraphiſche Meldung) * Berlin, 6. Dezember. Die Reichsregierung erläßt folgende Verlaut⸗ barung: Der Herr Reichsbankpräſident Dr. Schacht hat der Reichsregierung ein Memorandum zu den im Gang befindlichen Verhandlungen über den Youngplan und zu den Fragen der Finanzpolitik zu⸗ geleitet. Die Veröffentlichung fällt mitten in die Be⸗ ſprechungen, die über dieſe Fragen mit ihm gepflogen worden ſind. Die Reichsregierung muß ihr Befremden über die Veröffentlichung ausſprechen. Die Vor⸗ eiligkeit, mit der die Stellungnahme des Reichs⸗ bankpräſidenten erfolgt iſt, gefährdet die einheitliche Staatsführung. Der Herr Reichsbankpräſident hatte zwar im Laufe der Beſprechungen angekündigt, daß er ſich vorbehalten müſſe, ſeine Auffaſſungen über die Beurteilung der ſchwebenden Fragen darzulegen; er hat dabei aber ausdrücklich betont, daß dies in einer Form geſchehen würde, die keinen Schaden an⸗ richten könne. Art und Inhalt des Memorandums ſowie der Zeitpunkt ſeiner Veröffentlichung ſtehen hierzu in ſchroffem Widerſpruch. Scharfe Preſſekritik [(Drahtbericht unſ. Berliner Büros) DE Berlin, 7. Dez. Das dürftige, in ungewöhnlich ſchroffe Form gekleidete Kommuniqué, zu deſſen Abfaſſung man einen halben Tag brauchte, zeigt, daß das Reichskabinett die Situation in ihrer ganzen Trag⸗ weite offenbar noch immer nicht erkannt hat. Statt die Chance auszunützen, die das Schacht' ſche Memorandum für die Stärkung unſerer Poſition in Haag bieten könnte, markiert man Groll und Gekränktſein über die„Voreiligkeit“ des Reichsbankpräſidenten. So meint man einer unbe⸗ quemen Antwort enthoben zu ſein. Das einzig Po⸗ ſitive, was man Schacht entgegenzuſetzen weiß, iſt die Ankündigung, daß nun endlich das Finanz⸗ programm der Heffentlichkeit unterbreitet wer⸗ den ſoll. Lange genug hat das freilich gedauert. Bisher war über Entſchlüſſe in der Beziehung nichts Beſtimmtes zu erfahren, am allerwenigſten von Herrn Hilferding, der dabei vielleicht, was wir zu ſeinen Gunſten annehmen wollen, von ſeiner Partet im allgemeinen und von dem durchaus ein⸗ ſichtsloſen Herrn Wiſſell im beſonderen gehemmt worden iſt. Es ſcheint alſo doch, als ob erſt durch den Schritt des Reichsbankpräſidenten an dem bislang ſchweig⸗ ſamen Kabinett die Zeremonie der Mundöffnung vollzogen worden iſt. Das hochfahrende Communiqus der Regierung hat ebenfalls, ſoweit ſich bisher überſehen läßt, ziemlich allgemein einen ſehr ungünſtigen Ein⸗ druck erweckt. Es klingt ſehr forſch, wenn das Kabinett ſich ſozu⸗ ſagen in offener Feldſchlacht dem Parlament ſtellen und nach franzöſiſchem Muſter die Vertrauensfrage aufwerfen will. Aber was hat das, wie die Verhält⸗ niſſe heute liegen, im Grunde zu bedeuten? Nichts anders, als daß den Parteien, die in lockeren Beziehun⸗ gen zur Regierung ſtehen, die Verantwortung zuge⸗ ſchoben werden ſoll. Denn daß dieſe Parteten zwei bis drei Wochen vor Beginn der Haager Konferenz das Kabinett wohl oder übel halten müſſen und keine Kriſe heraufbeſchwören können, liegt auf der Hand. Man riſkiert alſo eigentlich gar nichts.„Mut a us Ang ſt“ meint der„Tag“ der mit dieſer Charak⸗ teriſtik wohl ausnahmsweiſe einmal das Richtige trifft. Immerhin, daß die Regierung ſich überhaupt aufgerafft hat, mit ihren Finanzplänen aus der Dunkelkammer endlich ans Licht zu treten, iſt zwet⸗ fellos ein Erfolg des Schacht ſchen Vorſtoßes. Die Regierung hat in der Tat, wie ſich die„DAZ.“ hübſch ausdrückt,„einen Stellungswechſel“ vollzogen. Fragt fich nur wie ſie in kurzer Friſt bis zum Mittwoch über das„finanzielle Geſamtprogramm“ ins Reine kommen will. Die Reichsregierung lehnt es ab, ſich im gegen⸗ wärtigen Zeitpunkt auf eine Auseinanderſetzung mit den Darlegungen des Memorandums einzulaſſen. Die Reichsregierung hat ſich bereits in den letzten Tagen dahin ſchlüſſig gemacht, dem Reichstag i m Laufe der kommenden Woche die Grund⸗ s üge ihres finanziellen Geſamtpro⸗ gramms zu unterbreiten. Das Programm wird Maßnahmen zur Sanierung der deut⸗ ſchen Finanzen, eine umfaſſende Steuer⸗ reform, und die Entlaſtung der Kaſſenlage, ins beſondere auch von den Zuſchüſſen der Arbeitsloſen⸗ verſicherung durch Verſtärkung der Einnahmen der Anſtalt, umfaſſen. Den Fraktionsführern der an der Regierung beteiligten Parteien iſt ſchon vor Tagen eine Einladung zur Erörterung dieſes Programms ftir den Anfang der kommenden Woche zugegangen. Der Reichskanzler wird am nächſten Mitt:⸗ woch im Reichstage, dem die Regierung allein ver⸗ antwortlich iſt, dieſes Programm der Reichsregierung in einem Regierungsprogramm vorlegen und hier⸗ für ſowie für die Geſamtpolitik der Reichsregierung die Vertrauensfrage ſtellen. an der Regierung Schon klopft der„Vorwärts“ auf den Tiſch und verlangt kategoriſch, daß die Mittel zur Aufrecht⸗ erhaltung der Arbeitsloſenverſicherung gewährt werden, während er auf der andern Seite alle Stenerſenkung abgelehnt, da ſie zwangsläufig zum Staatsbankrott führen müßten. Aber eine Konkordienformel über Grund⸗ züge werde ſich ſchon finden laſſen und damit eine Kriſe vermieden werden, mit der heute niemand, am allerwenigſten die Oppoſition, etwas Vernünftiges anfangen könnte. Die eigentlichen Schwierigkeiten dürften erſt im nächſten Jahr kommen, wenn bin⸗ dende Beſchlüſſe zu faſſen ſein werden. Das heißt mit dürren Worten: Es bleibt zunächſt alles beim Alten und die„Vertrauensfrage“ hat nur die Bedeutung eines Scheingefechts. Kein Wunder, daß die Ankündigung der Regierung in der Preſſe auf einige Skepſis ſtößt. Durchaus rich⸗ tig kennzeichnet der„Börſenkurſer“ die Situa⸗ tion, wenn er ſchreibt:„Das Communiqué tut ſo, als wäre das Finanzprogramm ſchon längſt fertig, während wir Zweifel hegen, ob ſelbſt jetzt auch nur die Grundzüge feſtſtehen. Am Mittwoch erſt wird das Feilſchen mit den Fraktionen beginnen, und man weiß, wie weit noch der Weg zwiſchen einer Vorlage und einem Geſetz iſt.“ Die„D. A..“ ſtellt ergänzend feſt, daß das Ka⸗ binett ſelbſt ſich erſt am Mittwoch über das Reform⸗ programm ſchlüſſig werden ſoll und fügt hinzu: „Wenn nun die Reichsregierung zur Herſtellung der Einigkeit über die rein formelle Verlautbarung einen ganzen Tag gebraucht hat, ſo iſt es wohl nicht übertrieben peſſimiſtiſch, anzunehmen, daß die Ueber⸗ einſtimmung über eine ſo tiefgreifende Reform wie die Reichsfinanzreform innerhalb von zwei bis drei Tagen ſehr ſchwer zu erzielen ſein wird.“ Intereſſant wäre jetzt übrigens, zu erfahren, ob die Behauptung der„Börſenzeitung“ zutrifft, daß das geſtrige Communiqué des Kabinetts nur mit Mehrheitsbeſchluß zuſtande gekommen ſei. Angeblich haben die volkspartetilichen Miniſter ihre Zuſtimmung verſagt und auch Dr. Wirth habe eine Sonderſtellung eingenommen. * Grenzverletzungen polutſcher Militärflieger. Wegen der von polniſchen Militärflugzeugen began⸗ genen Grenzverletzungen hatte die Reichsregierung bei der polniſchen Regierung ſchärfſte Beſchwerde er⸗ hoben. Die polniſche Geſandtſchaft hat daraufhin, wie der Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, im Auftrage der polniſchen Regierung mitgeteilt, daß die polniſche Regierung die einzelnen Fälle einer gerichtlichen Unterſuchung zugeführt und ſtrenge Verfügungen ge⸗ troffen habe, um in Zukunft einer Wiederholung vorzubeugen. 5 Wie urteilt das Ausland? Sehr ungünstiger Eindruck in England (Drahtung unſ. Londoner Vertreters) 8 London, 7. Dezember. Dr. Schachts Memorandum hat in London einen ſehrungünſtigen Eindruck gemacht. Obwohl viele Engländer zugeben, daß ein großer Teil der Schachtſchen Kritik an der Evolution des Poungplans berechtigt ſei, gilt ſein Vorſtoß dennoch als poli⸗ tiſch im höchſten Maße ungerechtfertigt. Die beſondere Art der Veröffentlichung, auf die das Kommuniqué der deutſchen Regierung hinweiſt, be⸗ raubt Herrn Schacht hier aller Sympa⸗ thie, die ſein Aufruf zur„Rückkehr zum Poung⸗ plan“ bet vorſichtigerer Methode vielleicht gefunden hätte. Dazu kommt die unverkennbar ernſte Sorge, daß das Memorandum des Reichsbankpräſidenten dem Hugenberg⸗ Referendum zum Stege oder doch zu einem wirkungsvollen Erfolg verhelfen könnte. Damit wüpden nach engliſcher Auffaſſung die Ausſichten einer reibungsloſen Annahme des Voung⸗ plans weiter verſchlechtert werden. Es iſt im übrigen hier bekannt, daß der Reichs⸗ bankpräſident hohe politiſche Aſpirationen hat und die Tatſache, daß man ihm Abſichten auf den Poſten des Reichspäſid enten zu⸗ ſchreibt, ſetzt die Wirkung ſeiner Denkſchrift hier weiter herab. Schließlich verſteht man nur ſchwer, warum Dr. Schacht einen Zeitpunkt ausgeſucht hat, in dem die ſchwierigen Vorverhandlungen für die zweite Haager Konferenz auf gewiſſen Gebieten gerade eine für Deutſchland günſtige Wendung genommen haben. Die Meinungen der verſchtedenen politiſchen Kreiſe Londons gehen, ſoweit wir feſtſtellen konnten, nur in den ſachlichen Einzelheiten auseinander. Dagegen ſcheint volle Uebereinſtimmung darüber zu beſtehen, daß die Wirkung des Schachtſchen Vorſtoßes Deutſchland zum Schaden gereichen wir d. Vährend die politiſchen Blätter im allgemeinen noch mit Kommentaren zurückhalten, enthält die Preſſe der Eity intereſſante Aeußerungen. Die „Finanzial News“ erklären, die Veröffent⸗ lichung der Schachtſchen Denkſchrift habe in finan⸗ ziellen, politiſchen und diplomatiſchen Kreiſen wie die Exploſton einer Bombe gewirkt. Die Haltung des Reichsbankpräſidenten werde ge⸗ rade von aufrichtigen Freunden Deutſchlands ſcharf verurteilt. Seine Denkſchrift werde ſeinem Lande beträchtlichen Schaden zufügen. Deutſchland ſei ſchließlich das erſte Land, bas darunter zu leiden hätte, wenn es zum Scheitern des Noungplanes und zur Rückkehr zum Dawesplan kommen ſollte. Auch wenn es zutreffe, daß bie über den Houngplan hin⸗ aus übernommenen Laſten Deutſchlands Za h⸗ lungsfähigkeit überſteigen, ſo ſei das kein Grund denjenigen zu helfen, die den Plan zum Scheitern bringen wollen. Der Poungplan ſelbſt ent⸗ halte ja Mittel und Wege für Erleichterungen für den Fall, daß die Laſten ſich als untragbar heraus⸗ ſtell ten. Schließlich könnte es ſich nur um eine neue Zwiſchenſtufe handeln, die in einigen Jahren zu einer endgültigen Löſung des Problems führen werde. Das Blatt der City erinnert daran, daß Dr. Schacht ſchon einmal, nämlich während der Pariſer Sach⸗ verſtändigenkonferenz durch einen Ausflug in die hohe Polttik eine ſchwere Kriſe hervorgerufen habe. Auch jetzt werde durch ſeine Erklärungen die Lage nicht klarer, ſondern verwickelter werden. In der ſachlichen Beſprechung der Denkſchrift gibt das Blatt jedoch zu, daß die Kritik Dr. Schachts durch⸗ aus verſtändlich ſei. Seit der Unterzeichnung des Poungplanes durch die Sachverſtändigen habe ſich der Plan in einer Richtung entwickelt, die Kritik hervorrufen könne. Andererſeits muß Dr. Schacht wiſſen, daß die bloße fachliche Kritik der beutſchen Regierung nicht in den Auseinanderſetzungen über die endgültſge Form des Voungplanes helfen könne. Beiſpielswetſe helfe ſie der Reichsregierung nicht im geringſten in den Verhandlungen mit dem engliſchen Schatzamt über den Ueberſchuß des liqut⸗ dterten deutſchen Privateigentums, da der Schatzkanzler Snowden offenbar ſich ganz end⸗ gültig entſchloſſen habe, in dieſer Frage nicht nach⸗ zugeben. Aehnlich äußert ſich auch die Fin anzial Ti⸗ mes“, die gleichfalls darauf hinweiſt, daß die dentſche Poſition bezüglich des Ueber⸗ ſchuſſes aus dem liquidierten Privateigentum hoffnungslos iſt. Das Blatt macht ferner darauf aufmerkſam, daß die Sachverſtändigen, die den Noungplan ausgearbettet haben, keineswegs lediglich aus wirtſchaftlichen Ge⸗ ſichtspunkten vorgegangen ſeten, ſondern zur Zeit der Unterzeichnung ſämtlich vorgaben, daß ſie die polt⸗ tiſche Lage zur Einigung gezwungen habe. Angeſichts dieſer Tatſache müſſe der Vorſtoß des Reichsbankprä⸗ ſtdenten als eine perſönliche Angelegenheit gelten, obwohl kein Zweifel darüber ſeti, daß er weit⸗ gehende Auswirkungen haben werde. Im⸗ merhin betrachtet auch dieſes Blatt einige ber ſach⸗ lichen Punkte der Kritik Schachts als gerechtfer⸗ tigt, da der Voungplan das Maximum der deutſchen Leiſtungsfähigkeit auf der Pariſer Sachverſtändigen⸗ konferenz feſtgeſtellt habe. Hetze der Pariſer Rechtspreſſe (Drahtungunſeres Pariſer Vertreters) Paris, 7. Dezember. Die Auffaffung des franzöſtſchen Auße namtes über das Memorandum Dr. Schachts läßt ſich folgen⸗ dermaßen reſumieren: Die Denkſchrift des Reichs bankpräſidemten ſtellt eine rein innerpolitiſche Kundgebung bar, denn auf der Haager Konferenz wurden durch die deutſche Regterung alle im Poungplan vorgenom⸗ menen Modiftkattonen genehmigt. Mam erſteht aus dieſer Einſtellung der amtlichen framzöſiſchen Stellen, daß die Regierung den poli⸗ tiſchen Sturm, der ſich in der Pariſer Preſſe, nament⸗ lich der nattonaliſtiſchen erhoben hat, zu beſchwich⸗ tigen ſucht. Die linksbürgerlichen Zeitungen über⸗ nehmen auch die Auffaſſung des Quai'Orſay und weiſem zur Unterſtützung ihres Standpunktes auf die Haltung der deutſchen Regterung hin. Aber die Rechtspreſſe benutzt die Gelegenheit, um Briand wieder einmal ſcharf aufs Korn zu nehmen. „Nun wird man nicht mehr ſagen können, ſchreibt das„Echo de Paris“, daß die frühere Räumung der zweiten Zone kein ſchwerer Fehler war. Kaum ſind wir braußen, ſo be⸗ giunt das Manöver gegen den Noungplan. Was ſoll erſt werden, wenn der Noungplan in Kraft getreten iſt und wir das ganze Rhein⸗ lanb zurückgegeben haben?“ Das Schachtſche Memoranbum bietet alſo den franzö⸗ ſiſchen Nationaliſten, den Gegnern der Rheinlanb⸗ räumung und der Regelung des Saarproblems einen Trumpf. In ber Kommiſſtion für auswärtige Angelegenheiten rüſten ſich Franklin⸗Bouillon, Soultié unb andere Feinde der iqutdierung des Krieges zu neuen Attacken gegen Brian. Aus dieſem Grunde bann man wohl ſagen, daß das Schachtſche Memorandum ben franzöſtſchen Außenminiſter wieder in neue Ausetnanderſetzungen imtt den Nationaliſten bringen wird und daß bie Gegner Briands nichts verfäumen werden, um die Atmoſphäre zu verſchlechtern, das Miß⸗ trauen in der öffentlichen Metnung zu ſteigern und die zur Verſtändigung mit Deutſch⸗ land drängenden Linksparteien mit Vorwürfen zu überhäufen. Die franzöſiſchen Poungplangegner proklamieren heute„Zurück zum Dawesſtatut, 2. Seite. N r. 589 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Das neue Oeſterreich Die Einigung über die öſterreichiſche Verfaſſungsreform Verhandlungen zwiſchen dem öſterreichiſchen Schober und den Parteien des über die Verfaſſungsreform haben en Einigung geführt, ſo daß man mit raſchen Erledigung der Reform im lament wird rechnen können. Bei der Beurtei⸗ ug des Ergebniſſes 5 man von der Erwägung aus eben daß eis vor allen Dingen darauf ankam, dem Mehrheitswillen 77 b ürgerlichen Parteien gegenüber der ſozialdemokratiſchen Minderheit Gel⸗ tung zu verſchaffen. Nach den bisher geltenden Be⸗ ſtimmungen iſt die ſozialdemokratiſche Fraktion im Nation at 15 s in der Lage, in allen Fällen Mehr⸗ einer 1 heitsbe zu vereiteln, in denen eine Zwei⸗ drittelmeh hei t notwendig iſt. Es hat in den öſter⸗ reichiſchen Ländern t große Erbitterung n daß d of 5 ihrer U iterlegen! f i⸗ ſchen en zum 5 stellung ausüben konnte Es hat ſich deshalb als notwendig erwieſen, in die öſterre ichiſche Verfaſſung eine Korrektur in demokratiſchem Sinne einzuführen. Man hat unter Anpaſſung an die deutſchen ſ 5 beſtimmungen die Mi und einer Vo öglichkeit eines Boll ksabſtimmung e L⸗ zeichnend für die demokratiſche kuſtellung 5 öſter⸗ reichiſchen Sozialdemokratie, daß es ſolcher Mühe bedurft hat, um unter Ueberwindung ihrer 1 lichen Haltung dem öſterreichiſchen Volke die Mög⸗ lichkeit einer Willensäußerung zu ſichern. Man hat ſich auch nicht auf den Volksentſcheid in demſelben Umfange zu einiger vermocht, wie er in der reichs⸗ deutſchen Verfaſſung vorgeſehen iſt. Die Volksab⸗ ſtimmung ſoll nicht über ſelbſtändig eingebrachte Ent⸗ würfe, ſondern nur über Geſetze möglich ſein, die auf einem Beſchluß des Nationalrates beruhen. Zur Geſetzesinitiative kann alſo der Volksentſchetd in Oeſterreich nicht übergehen. Es wird daber in Zu⸗ kunft nach der Durchführung der Verfaſſungsreform die Möglichkeit beſtehen, an den Willen des Volkes zu appellieren, wenn die Sozialdemokratie die Ab⸗ änderung eines Geſetzes verhindern will. Der zweite wichtige Punkt der Verfaſſungs⸗ reform betraf die Stellung der Bundes⸗ hauptſtadt Wien. Hier hat die Sozialdemo⸗ kratte ſich dazu entſchließen müſſen, ihre bisherige unumſchränkte Machtſtellung prekszuge⸗ ben. Der Bürgermeiſter von Wien ſoll in Zukunft unmittelbar der Bundesregierung unterſtellt ſein, ſo daß in allen Verwaltungsſtreitſachen an den zu⸗ ſtändigen Bundesminiſter appelliert werden kann. Ferner ſollen Kontrollorgane geſchaffen wer⸗ den, die die Steuerpolitik und die Baupläne der Wiener Stadtverwaltung zu beaufſichtigen haben. Die ſozialdemokratiſche Stadtverwaltung kann alſo in Zukunft nicht mehr ſchalten und walten, wie ſie beliebt. Sie hat bereits die Erfahrung gemacht, daß ihrer Steuerpolitik von ſelbſt gewiſſe Schranken ge⸗ zogen ſind. Auf die Dauer läßt ſich eben die Steuer nur dem Ertrag der Volks wirtſchaft abgewinnen. Zehrt ſie dieſen Ertrag vollſtändig auf oder ſogar von der S nz, ſo hört die Qu geung auf zu fließ Die ſozialdemokratiſche Stadt⸗ herwaltung von Wien hat auf dieſe Weiſe ſchon manche ihrer Steuerblüten dahinwelken ſeßen. Sie hat es z. B. für nötig gehalten, den Hotels und Reſtaurationsbetrieben erſten Ranges eine beſon⸗ dere Steuer aufzuerlegen, dafür, daß ſie einem guten, bürgerlichen Publikum dienen. Dieſe Maßnahme hatte zur Folge, daß die mit einer Sonderſteuer belaſteten Betriebe nicht mehr rentierten, ſo daß der Wiener„Finauzmini⸗ ſter“ ſich gezwungen ſah, die Sonderſteuer rückgängig zu machen. In Zukunft würde wohl eine ſolche Stener von vornherein beanſtandet werden, weil ſie den reinen Klaſſencharakter an der Stirne trägt. gewiſſermaßen zur Strafe Auch in Bauaugelegenheiten iſt eine Be⸗ aufſichtigung der Wiener Gemeindegewaltigen dringend notwendig. Es wird niemand Ein⸗ wendungen dagegen erhelen, daß in einer Großſtodt der Arbeiterbevölkerung nach Möglichkeit die denk⸗ bar beſte Wohngelegenheit geſchaffen wird. In Wien hat man aber die Grenzen des Möglichen ſeit Jahren außer Acht gelaſſen. Man hat auf Koſten der enteigneten Hausbeſitzer ganze Viertel von Ar⸗ beiterwohnungen errichtet, die über die Ausſtattung mit dem Notwendigen weit hinaus gegangen ſind. In London und in einer ganzen Reihe engliſcher Großſtädte gibt es noch die ſogenannten„Sloms“, wahre Elendsviertel, in denen die Bevölkerung ein menſchenwürdiges Daſein nicht zu führen vermag. Aus Rückſicht auf die finanziellen Folgen hat man ſich in England bis jetzt noch nicht dazu aufgerafft, dieſe Elendsviertel zu beſeitigen. In dem verarmten Oeſterreich hat die Sozialdemokratie bisher nicht die geringſte Rückſicht auf die finanziellen Folgen ihrer Wohnungspolitik genommen. Nach dem Voranſchlag für 1930 hat die Wiener Stadtverwaltung die Abſicht, auch eim kommenden Jahre ohne Rückſicht auf die Koſten ein geradezu großartiges Bauprogramm durchzuführen. Die Verfaſſungsreform wird nicht verhindern, daß auch fernerhin die Wohnungsbedürf⸗ niſſe der Bevölkerung nach Möglichkeit befriedigt werden. Aber ſie wird es doch ermöglichen, daß auch die ſozialdemokratiſche Verwaltung in Wien ſich etwas mehr nach der Decke zu ſtrecken lernt. Gelingt es dem Bundeskanzler Schober, ſeine Reformvorſchläge raſch unter Dach und Fach zu bringen, ſo wird er damit der inneren Beſeſtigung der öſterreichſſchen Verhältniſſe einen großen Dieuſt erweiſen. Schon jetzt kann man ihm das Verdienſt zuerkennen, daß er die bisher geradezu bonn Machtdünkel beſeſſene öſterreichiſche Sozial⸗ demokratie eines beſſeren zu belehren vermochte, Die ſozialdemokratiſchen Führer haben einſehen ge⸗ lernt, daß ſie mit ihrer Wiener Mehrheit nicht dem ganzen Lande ihren Willen aufzwingen können. Die Heimwehren haben ſich in dem bſterreichiſchen Staate ihren Platz erobert und der republikaniſche Schutzbund hat ſich dazu bequemen müſſen, der viel⸗ geläſterten Heimwehr eine unbeſtrittene Daſeins⸗ berechtigung zuzuerkennen. Der bis zur äußerſten Schärfe zugeſpitzte innere Gegenſatz hat ſich im Zuge dieſer Entwickelung zweifellos bereits gemil⸗ dert. Gelingt es, die Verfaſſungsreform raſch zu verabſchieden, und zwar unter Zuſtimmung aller Partelen, ſo kann die innere öſterreichiſche Kriſe N als überwunden gelten. Drahtung unſ. Pariſer Vertreters) yVParis, 5. Dez Die Geſchichte des falſchen Marquis von Cha m⸗ paubert, der ſich vor einigen Wochen lebendig begraben ließ und dabei auf elende Weiſe erſtickte, atte geſtern in Verſailles ein gerichtliches Nachſpiel. Sein„Totengräber“ Henry Boulogne und ein anderer Freund des Pſeudomarquis, Bachelet, hatten ſich vor den Richtern zu verantworten, erſterer wegen fahrläſſiger Tötung, letzterer wegen Täuſchung der Gerichtsbeamten, da er die Gendarmen wiſſent⸗ lich auf falſche Fährte lockte und ihnen die phan⸗ taſtiſche Geſchichte von den„Rittern der The⸗ mis“ erzählte, die den Marquis angeblich gefoltert und ſchließlich lebendig begraben hätten. Im Verhandlungsſaal drängte ſich natürlich Kopf an Kopf eine ſenſationshungrige Menge, die mit gelindem Gruſeln den zu Füßen des Gerichts ſtehen⸗ den Sarg betrachtete, eiie große Kiſte, in der noch das verroſtete Luftrohr ſteckte. Die Verhand⸗ lung ergab keine neuen Einzelheiten zu dieſer der krankhaften Phantaſie des falſchen Marquis ent⸗ ſprungenen Schauergeſchichte, die ſich bekanntlich als Reklame für die Lancierung der Memoiren des Be⸗ grabenen entpuppte. Doch fehlte der Gerichtsſzene die komiſche Note nicht. Zwei Zauberkünſtler, die ſich in Varietés, auf der Bühne lebendig begra⸗ ben laſſen, traten nämlich als Sachverſtändige auf und ſuchten das Gericht darüber aufzuklären, daß der Marquis ſeinen Sarg unzweckmäßig eingerichtet hatte. Boulogne wurde ſchließlich zu drei Mona⸗ ten Gefängnis, Bachelet zu 100 Franken Buße verurteilt. Der Skandal der Jrau Hanau (Drahtung unſ. Pariſer Vertreters), y Paris, 5. Dez. Frau Hanau, die ehemalige Leiterin der „Gazette du France“, die immer noch in Unter⸗ ſuchungshaft ſitzt, hat dem Unterſuchungsrichter ein neues Memorandum zugeſtellt, das nicht weniger als 75 Seiten umfaßt. Sie will darin den Nachweis erbringen, daß die Bilanz ihrer Gründungen einen zariſer Senſation Aktivübe rſchuß von 21 Mi ken aufweiſe, währ den vo n 49 Mi t J [lionen Fran⸗ end die von den Gerichtsbehör⸗ ei 1 Bücherreviſoren einen Ver luſt lionen herausgerechnet haben. Frau 1 beklagt ſich, daß die Sachverſtändigen, die ſeit ſieben Monaten mit 70 Angeſtell⸗ 15 nihre Bücher prüfen, unzählige Fehler be⸗ gangen hätten. Der geſchiedene Gatte und Mitarbeiter der Frau Hanau, Lazare Bloch, dem die Unterſuchungshaft ebenfalls nachgerade zu lang erſcheint, 5 durch ſei⸗ nen Verteidiger den Antrag auf vorläufige laſſung ſtellen laſſen. 10 Jahre Zwangsarbeit für einen Dopp elmord (Telegraphiſche Me 9 Fret⸗ ldung) Straßburg, 6. Dez. Das Schwurgericht des Unterelſaß verurteilte den 46 Jahre alten Handelsvertreter Faulet wegen Mordes zu 10 Jahren Zwangsarbeit Am 6. Jauuar traf Faulet von Paris kommend, in Straßburg ein und beſuchte um die Mittagszeit ſeine ſeit 1925 von ihm getrennte Frau Helene Faulet. Frau Faulet hatte gerade Beſuchihres Verlobten, des Ingenieurs Boucher aus Baſel, mit dem ſie eine neue Ehe einzugehen dachte, und deſſen Schwägerin. Sie erſuchte deshalb Faulet, am Nachmittag wiederzukommen. Um halb 4 Uhr erſchien er wieder und wollte das Töchterchen zu einem Spaziergang abholen. Dieſes wollte jedoch nicht. In der nun folgenden Auseinanderſetzung darüber redete die Frau ihren früheren Mann mit Sie“ an, worüber er ſich beſchwerte. Als ſie ihm erkl ärte, daß ſie ja nichts mehr miteinander gemein hätten, zo er plötzlich einen Revolver aus der Manteltaſche und gab zwei Schüſſe auf ſeine frühere Frau und einen auf deren Verlobten ab, während ein vierter Schuß fehl ging. Beide wurden durch Schüſſe ins Herz tödlich getroffen. Der Täter ſtellte ſich ſelbſt der Polizei. Sturm über Frankreich [Drahtung unſ. Pariſer e Paris, Dez. Ein ungewöhnlich heftiges. tobte heute nacht in der Gegend von W Zahlreiche Kamine wurden durch die Gewalt des Sturmes von den Dächern auf die Straßen herabgeworfen, ſo daß ſpäte Paſſanten da und dort in Gefahr gerieten. An verſchledenen Punkten in der Umgebung der Stadt verurſachten entwurzelte Bäume Verkehrsſtörungen. 2 er Schaden, den der von einem vorſintflutlichen gegen begleitete Sturmwind an Hausdächern, Glas⸗ veranden uſw. angerichtet hat, iſt ſehr beträchtlich. den Hafenſtädten Frankreichs wurde beſon⸗ ders Breſt non dem ſeit einigen Tagen herrſchenden Sturmwetter ſchwer heimgeſucht. Die Straßen ſind mit niebergeſtürzten Ziegeln und Kamintrümmern überſät. Eine ganze Allee wurde in der Nähe der Stadt entwurzelt. Im Hafen von Breſt iſt eine Yacht und ein mit Preßkohlen beladener Frachtdampfer geſunken. Einige ruſſiſche Dampfer, die gegenwärtig vor Breſt liegen, haben infolge des ſchlechten Wetters ihre Abreiſe verſchieben müſſen. Beſonders im Von Aermelkanal macht ſich das S turmwetter in ſehr un⸗ angenehmer Weiſe bemerkbar. nach England iſt zu einem gefährlichen Wagnis geworden. Der große Dampfer„Engadin“, der mit 91 Paſſagteren geſtern von Boulogne nach Folkeſtone fahren wollte, konnte ſein Ziel 5 0 erreichen. Der Kapitän mußte ſich 1 ßen Dover anzulaufen. Nach vierſtündiger entſetzlicher Fahrt gelang es den ſchützenden Hafen zu e Sämtliche Paſſa⸗ giere waren ſeekrank. Der Kapitän erklärte bei der Ankunft, er habe eine de ſtürmiſchſten Ueberfahrten, die er je erlebte, hinter ſich. Auch aus St. Nazafre werden ſchwere Sturm⸗ ſchäden gemeldet. 45 große Maſten einer elektriſchen Hochſpannungsleitung wurden umgeworfen. * Zuſammenſtoß zweier ſpaniſcher Kreuzer — Paris, 7. Dez. Wie dem Journal aus Madrid Die Ueberfahrt Dezember 1922 ik Samstag, den 7. 0 Vadiſche Polit Aus dem Landtag Die nächſte Vollſitzung findet am Dienstag, 10. Dezember, nachmittags 4 Uhr ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen u..: Der Antrag Rückert auf 5⸗Uhr⸗Ladenſchluß am 24. Dezember, Kreditbewilligung für die Inſtand⸗ ſetzung der Landſtraßen, ferner der Antrag Bock 5 Erhebung einer Vermögens zabgabe und damit in V bindung die deutſchnationale Interpellation zur Steuerreform, der Antrag Dr. Schmitthenner betref⸗ fend Schlachtſteuer, verſchiedene Anträge zur Linde⸗ rung der Not der Arbeitsloſen, der Landwirtſchaft im badiſchen Unterland und der Hopfen ballern, ſowie Interpellationen betreffend den Tabakbau, den Abſatz von friſcher Milch, die wirtſchaftliche Not des Wieſen⸗ tales, ſchließlich Interpellationen der Deutſchnatio⸗ nalen zum Volksbegehren, ſowie der Kommuniſten zum Verbot des Roten Ländertreffens in Mann⸗ heim und Zugauflöſung einer kommuniſtiſchen De⸗ monſtration in Mannheim am 21. Oktober 1929, endlich der Natlonalſozialiſten betreffend Sicherſtel⸗ lung der Beamtengehälter. Der Reichsfinanzminiſter zur Tabakſteuer Auf Grund ſchriftlicher und mündlicher Vor⸗ ſtellungen der beteiligten Intereſſenten ſowie badiſchen Innenminiſters beim Reichsernährungs⸗ miniſter und Reichsfinanzminiſter hat der Reichs⸗ finanzminiſter folgende Erklärung abgegeben: „Eine Entſcheidung darüber, ob bei der Reform der Reichsfinanzen auch die Beſteuerung des Tabaks eine Veränderung zu erfahren haben wird, iſt im Reichsfinanzminiſterium noch nicht ge⸗ troffen worden. Für den Fall aber, daß im Rahmen einer Tabakſteuererhöhung eine Erhöhung der Steuer auf Rauchtabake in Erwägung gezogen werden ſollte, wird von der Reichsregierung in jedem Falle darauf Bedacht genommen werden, daß nämlich die ſteuerliche Behandlung des gewöhnlichen Rauchtabakes und des ſogenannten ſteuerbegünſtig⸗ ten Feinſchnitts nach wie vor gleichmäßig ſein wird, des und daß die Spanne in der ſteuerlichen Behand⸗ lung zwiſchen dieſe n Tabakſorten und dem ſoge⸗ nannten echten Fe gleiche bleibt wie bis⸗ her, d... Kleinverkaufspreiſes.“ Es wird nur der Hoffnung Ausdruck ge⸗ geben werden daß ſich die Beunruhigung unter den Tab Einkauf von Tabe werden wird. zern wieder legt, und daß der ken alsbald wieder aufgenommen Letzte Meldungen Nobile in Friedrichshafen — Friedrichshafen, 6. Dez. General Nobile traf, von Paris kommend, in Friedrichshafen ein, und nahm Wohnung im Kurgartenhotel. Er machte einen Beſuch im Luftſchiffbau Zeppelin und bei Dr. Eckener. Reichspräſidentenbeſuch im beſetzten Gebiet 8 Trier, 7. Dez. Reichspräſident v. Hindenburg hat die Einladung der Stadtverwaltung zur Be⸗ freiungsfeier nach Trier zu kommen, in einem Schreiben an den Oberbürgermeiſter dahin beant⸗ wortet, daß er noch keine Pläne für den Beſuch gemeldet wird, iſt nach einer Nachricht aus Ferreol bei dem herrſchenden Unwetter der Kreuzer„Prinz Alfonſo“ mit dem Kreuzer„Jaime“ vor der Hafen⸗ einfahrt zuſammengeſtoßen. Beide Schiffe ſind ziem⸗ lich ſtark beſchädigt. Menſchenleben ſind nicht zu Schaden gekommen. Neichs⸗Einnahmen und Ausgaben (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 5. Dez. Nach den Veröffentlichungen des Reichsfinanz⸗ miniſteriums betrugen(in Millionen Reichsmark) im ordentlichen Haushalt die Einnahmen im Oktober 1072,(gegen 612,7 im September), die Ausgaben 995,9(800,1), ſodaß eine Mehreinnahme von 76,4 (Mehrausgabe von 187,) verbleibt. Im außerordent⸗ lichen Haushalt ſtellten ſich im Oktober die Einnah⸗ men auf 12(81,5), die Ausgaben auf 30,3(32,2), ſodaß ſich eine Mehrausgabe von 18,3(Mehreinnahme von 49,3) ergibt. Für das laufende Rechnungsjahr(von April bis Oktober 1929) betrugen die entſprechenden Ziffern im ordentlichen Haushalt 3909,7 bezw. 5755,4 bei einer Mehreinnahme von 154,3 und im außerordentlichen Haushalt 325,2 bezw. 232,8 bei einer Mehreinnahme von 92,4. Der Kaſſenbeſtand der Reichshauptkaſſe be⸗ trug Ende Oktober 38,(Ende September 35). Die ſchwebende Schuld belief ſich Ende Oktober zuſammen auf 1219,6(1152,7). Zentrum und junge Generation (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) E Berlin, 6. Dezember. Das Interim in der Spitze des Reichstagszen⸗ trums iſt nunmehr beſeitigt. Seit Herr Stegerwald zum Reichsverkehrsminiſter aufrückte, war, die Stelle des erſten Vorſitzenden unbeſetzt geblieben. Nun iſt, wie bereits gemeldet, Dr. Brüning auf dieſen Poſten berufen worden. Die„Germania“ ſchreibt dazu folgendes:„Brüning ler ſteht anfangs der 4ber Jahre) iſt der füngſte Fraktionsvorſitzende, den das Zentrum je gehabt hat. In dieſer kommt das anerkennenswerte Beſtreben zum Aus⸗ druck, die füngere Generation auch in führende Stel⸗ lungen hineinwachſen zu laſſen.“ Werden ſich die Ankoſten lohnen? Waſhington, 6. Dez.(United Preß.) Zur Deckung der Koſten der amerikaniſchen Dele⸗ gation zur Londoner Fünfmächtekonferenz, hat Prä⸗ ſident Hoover nunmehr um die Genehmigung des Betrages von 200000 Dollar erſucht. Dies iſt bereits die zweite Geldſumme, die für die Reiſeſpeſen der Delegation verlangt wird, die mit ihren ſie ben Delegierten und 35 Sachverſtändigen und Sekretären die größte amerikaniſche Delegation 3 die ſeit Verſailles die Reiſe nach Eurdpa an⸗ Wahl Mhein regulierung (Telegraphiſche Meldung) Bern, 5. Dez. Der Ständerat behandelte heute den Bundes⸗ beſchluß über die Ratifikation des zwiſchen Deutſch⸗ land und der Schweiz abgeſchloſſenen Vertrages be⸗ treffend die Rheinregulierung zwiſchen Straßburg⸗ Kehl und Iſtein. Der Nationalrat hat als erſte Kam⸗ mer dieſes Geſetz bereits verabſchiedet und ange⸗ nommen. Der Vertreter Zürichs, der freiſinnige Ständerat Keller, ſprach in der Debatte die Be⸗ fürchtung aus, daß der Bedarf Deutſchlands an ſchweizeriſcher Energie zu groß ſei und durch feſtumſchriebene Bedingungen auf gewiſſe Zeitab⸗ ſchnitte jeweils beſchränkt bleiben ſollte. Dieſer Auf⸗ faſſung trat der liberale⸗konſervative Vertreter des Kantons Neuenburg entgegen. Bundesrat Motta betone die ſchwierige Arbeit, die gerade in Bezug auf eine Regelung der Ausfuhr elektriſchen Kraftſtroms zu leiſten geweſen ſet. Er empfahl aber trotzdem als Chef des politiſchen Departements Annahme der Vorlage. Das Haus beſchloß auch dann demgemäß, ſo daß der Bundesbeſchluß nunmehr einſtimmig auch von der zweiten Kammer genehmigt iſt. Wenn nicht innerhalb dreier Monate Einſpruch bzw. Verlangen auf Volksabſtimmung geſtellt wird, erlangt die Ra⸗ tifikation ſodann Geſetzeskraft. Proteſt gegen das Polenabkommen (Drahtbericht unſ. Berliner Büros) Berlin, 7. Dez. Durch eine Indiskretion iſt bekannt geworden, daß der Reichsausſchuß der Deutſchen Volkspartei in einer Entſchließung, die auch den zuſtändigen Reſſorts zugeleitet wurde, ſeine Bedenken gegen das deutſch⸗polniſche Liquida⸗ tionsabkommen ausgeſprochen hat. Die „Deutſche Zeitung“ glaubt, aus dieſem Vorgang auf eine Curtiuskriſe innerhalb der Partei ſchlie⸗ ßen zu müſſen, da der Reichsausſchuß durch An⸗ nahme dieſer Reſolutton den Außenminiſter„des⸗ avouiert“ habe. Die Schlußfolgerung des Blattes geht durchaus in die Irre. Wie wir hören, hat nämlich Dr. Cur⸗ tius ſelbſt als Mitglied des Reichsausſchuſſes der Entſchließung zugeſtimmt. Der deutſche Oſtmarkenverein hat übrigens gleichfalls in einer Eingabe an Reichs⸗ und preußi⸗ ſche Regierung Proteſt gegen den„kleinen Polenver⸗ trag“ erhoben. — er aber gern die Einladung T machen könne, den er nach der vollſtändigen Be⸗ freiung der Rheinlande im nächſten Sommer dem beſetzt geweſenen Gebiet abſtatten wolle. Bei Feſtlegung des endgültigen Reiſeprogramms werde riers in Berückſich⸗ tigung ziehen. Frauen mord — Halle a. d.., 6. Dez. In der Nähe der Saale⸗ mündung bei Kalbe bemerkten Schiffer ein großes Stück Holz auf dem Waſſer, an dem eine Leiche befeſtigt war. Wie ſich herausſtellte, handelt es ſich bei der Toten um die Frau eines Kuhmelkers aus Trabitz bei Kalbe, die ſeit einiger Zeit vermißt wurde. Alle Anzeichen deuten auf einen Mord. Verhängnisvolle Auseinanderſetzung — Berlin, 7. Dez. Der 47jährige Arbeiter Militz machte geſtern abend ſeinem 18 jährigen Sohn Otto wegen eines Streites mit ſeinem Bruder Vorhal⸗ tungen. Der Gemaßregelte brachte ſich plötzlich einen Piſtolenſchuß in die Schläfe bei. Während ſein Sohn ins Krankenhaus transportiert wurde, nahm der Vater die geladene Waffe vom Boden auf, die ſich plötzlich entlud. Der alte Militz brach, von einem Bruſtſchuß getroffen, tot zuſammem. Politiſche Zuſammenſtöße * Berlin, 7. Dez. Bei kommunſtiſchen Demon⸗ ſtrationen kam es Freitag abend an mehreren Stellen der Stadt zu Zwiſchenfällen. Am Bülow⸗ Platz wurden Polizeibeamte mit Steinen beworfen; zwei Poliziſten wurden durch Stein⸗ würfe und Meſſerſtiche verletzt. Es gelang, drei der Täter feſtzunehmen. Auch an anderen Stellen mußte die Polizei gegen Demonſtranten mit dem Gummiknüppel ein⸗ ſchreiten. Schwere Bombenexploſion — Newyork, 7. Dez. Im Arbeiterviertel von Chicago explodierte eine außerordentlich ſtarke Bombe. Ein vierſtöckiges Gebände wurde dabei zerſtört. 20 Perſonen erlitten ſchwere Verletzungen; der Sachſchaden wird auf 30 000 Dollars veranſchlagt. Es iſt dies die 10 4. Bombe, die in dieſem Jahre in Chicago zur Exploſton ge⸗ bracht wurde. Am Montag, 9. Dezember, abends 8 Uhr, findet im oberen großen Saale des Wartburg⸗Hoſpiz, F 4, 89, unſere Mitglieberverſammlung ſtatt. Unſere Landtagsabgeordneten: Rechtsanwalt Dr. Waldeck, Gauvorſteher Meutc ſprechen über: Die badiſchen Landtagswahlen und die Regie⸗ rungsbildung. Wir erwarten, daß unſere Mitglieder dieſe Verſammlung in Anbetracht ihrer Wichtigkeit ſo zahlreich wie möglich beſuchen werden. Der Vorſtand. f 4 4 2 Samstag, den 7. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 3. Sette. Nr. 809 5 7 25 Ja Vor 25 Jahren war eine Diskuſſion über das Thema„Geſchlechtskrankheiten“ außerhalb des Krei⸗ ſes der Wiſſenſchaftler verpönt. Viele Stimmen er⸗ hoben ſich ſeinerzeit gegen eine Namensnennung der„Deutſchen Geſellſchaft zur Bekämpfung der Ge⸗ ſchlechtskrankheiten“, die das, was man zu hekämpfen ſuchte, ſo eindeutig in ihrem Firmenſchild aufnahm. Seitdem ſind 25 Jahre verfloſſen. Wir haben uns, nicht ohne Widerſtreben, daran gewöhnen müſſen, regle, unerquickliche Tatſachen mit offenen Augen zu ſehen, ſie beim rechten Namen zu nennen und ihre Beſſerung oder Beſeitigung im breiteſten Rahmen zu diskutieren. Im Saale der Handelskammer beging mit einem kleinen Feſtakt am geſtrigen Abend die Mann⸗ heimer Ortsgruppe der Deutſchen Ge⸗ ſellſchaft zur Bekämpfung der Geſchlechts⸗ krankheiten ihr 25 jähriges Jubiläum. Bürgermeiſter Böttger wies in ſeiner Begrüßungsrede als Vorſitzender auf die eminente Bedeutung der Organiſation hin. Der Kampf gegen die„weiße Peſt“ gehört leider auch heute noch zu den wichtigſten Sozialproblemen. Ne⸗ ben Tuberkuloſe, Trunkſucht und Krebs gibt es keine größere Geiſel, die den Lebensnerv des Volkes zu zerſtören ſucht, als die Geſchlechtskrankheiten. In dieſer Gedenkſtunde iſt es billig, des Gründers der hieſigen Ortsgruppe, des verſtorbenen Oberbürger⸗ meiſters Dr. Beck, zu gedenken, der die Anregungen zur Gründung ſowohl von der Berliner Zentral⸗ ſtelle, als auch von Mannheimer Aerztekreiſen er⸗ hielt. Noch zwei Herren waren bei Gründung der Ortsgruppe Pate geſtanden, die heute noch tatkräftig in ihr wirken: Dr. Loeb und Dr. Lion. Seit der Gründung der Mannheimer Ortsgruppe gehören ſie ihr im Vorſtand an. Den Dank der Organtſation verdient auch in beſonderem Maße der ehemalige langjährige erſte Vorſitzende, Medizinalrat Dr. Zi 5 der durch einen vor einigen Tagen erlittenen Unfall verhindert iſt, von ſeiner jetzigen Wohnſtätte, Frei⸗ burg, nach Mannheim zu kommen. Mit dem Kampf gegen die Geſchlechtskrankheiten hängt aufs engſte das Thema„Proſtitution“ zu⸗ ſammen. Auch heute, unter der Aera neuer Rechts⸗ grundlagen gehen die Meinungen auseinander. Auf der einen Seite die Verfechter polizeilicher, ſtrengerer Methoden, auf der anderen Seite die Verfechter humanerer Anſtchten. Wie dem auch ſei: feſt ſteht, daß in den 25 Jahren ihres Beſtehens die Organi⸗ ſation eine unerhört ſegensreiche Wirkung entfaltet hat, deren Erfolge in ſolchem Umfange kaum von den Gründern erhofft werden konnten! Dr. Loeb betonte, daß es nicht ein Feſt zu feiern gelte, ſondern es gelte Rechenſchaft über die geleiſtete Arbeit ab⸗ zulegen. Als damals allerorten die Ortsgruppen gegründet wurden, waren die Geſchlechtskrankheiten in erſchreckendem Maße verbreitet. Schwerſte Krankheiten der Frauen und Männer als Folgen waren an der Tagesordnung. Mit einer regen aufklärenden Propaganda wurde begonnen. Sexual⸗ wiſſenſchaftler ſprachen, aufgefordert durch Kranken⸗ kaſſen, Fabriken, Organiſattonen. 1905 wurde das erſte Mal vor Abiturienten geſprochen, ein Brauch, der ſich bald eingebürgert hat und der heute uner⸗ läßlich erſcheint. Primaner, Studenten, die Jugend des Volkes, wurden rechtzeitig auf die ihnen drohen⸗ den Gefahren aufmerkſam gemacht. Dazu bediente man ſich aller modernen Hilfsmittel: des Theater, Kinos, Flugſchriften wurden in Maſſen verbreitet. Heute würd auch der Rundfunk dem Zweck der Sexualauf⸗ klärung und Warnung dienſtbar gemacht. Aber mit der Propaganda war die Tätigkeit der Ortsgruppen nicht erſchöpft. Statiſtiſche Erhebungen über die Verbreitung der Krankheiten, ihre Zu⸗ und Abnahme wurden in Mannheim gemacht. In populären, aber ſtreng wiſſenſchaftlichen Ausſtellungen wurde das Matertal mit Unterſtützung der Univerſitäten Hei⸗ delberg und Freiburg allen zugänglich gemacht. Neben dieſer„theoretiſchen“ Arbeit ſtand die praktiſche: die Errichtung von Beratungsſtel⸗ len. Auch im erweiterten Rahmen nach Ueber⸗ nahme durch die Landesverſicherungsanſtalt beſteht dieſe Beratungsſtelle noch in Mannheim im Alten Krankenhaus. Die Mannheimer Tätigkeit wurde bald als eine vorbildliche anerkannt. Als einzige Stadt, außer Berlin, durfte Mannheim zwei Kon⸗ greſſe der Geſellſchaft in ſeinen Mauern empfangen. Die Syphilis erkrankungen in Mannheim haben ab⸗ genommen, wenn gleich zurzeit wieder eine leichte Zunahme zu verzeichnen iſt, die durch unſtete Elemente hereingetragen wird. Weniger optimiſtiſch kann man die Zahl der Gonorrhoe⸗Erkrankungen betrachten, deren Anwachſen bedenklich iſt. Mit Unterſtützung von Stadt und Staat wird auch die praktiſche Durchführung der Bekämpfung immer nachhaltigere Fortſchritte machen. Möge bei der Feier des 50jährigen Beſtehens der Ortsgruppe die Auflöſung beantragt werden können! Mit dieſem Wunſch ſchloß Dr. Loeb den Tätigkeitsbericht der Mannheimer Geſellſchaft. Dr. Lion hatte die Aufgabe, in treuer Dankbarkeit der Leiter, Führer und Mitarbeiter zu gedenken, die eine aktive Tätigkeit der Mannheimer Ortsgruppe ermöglich⸗ ten. Schon bei der Gründung der D. G. B. G. wurde Oberbürgermeiſter Dr. Beck in den Ausſchuß der Geſellſchaft berufen. Die Ueberfülle ſeiner dienſt⸗ lichen Arbeit ließ ihn die Führung der Ortsgruppe nach deren Gründung nicht übernehmen. Er über⸗ trug ſie Ernſt Baſſer mann. Von der Grün⸗ dung der OG. bis zu ſeinem Tode war Ernſt Baſſermann unermüdlicher Vorſitzender der Geſell⸗ ſchaft in Mannheim. Er ſetzte ſich mit ſeiner ganzen Perſönlichkeit für die Einführung der belehrenden Vorträge an die Abiturienten ein und richtete oft ſelbſt eindringliche, mahnende Worte an die Jugend. Sein Wirken wird auch in der Ortsgruppe der G. B. G. unvergeſſen bleiben! Aus der Zahl der Mitarbeiter ſet Friedrich Hof⸗ ſtätter genannt, der ſeit Gründung bis zu ſeinem 1920 erfolgten Tode das Amt des Rechners verwal⸗ tete. Unter den Wenigen, die aus dem Vorſtand des Gründungsjahres noch in unſerer Mitte weilen, ſei R. A. Dr. Richard Kahn genannt, der viele Jahre als Schriftführer ſeine Kraft zur Verfügung geſtellt hatte. Eines langjährigen Mitarbeiters muß noch beſonders gedacht werden: des Medizinalrats Dr. Zix. Dr. Zix hat als Bezirksarzt 23 Jahre im Vorſtand der O. G. mitgearbeitet, 12 Jahre hat er ſte als Vorſitzender geführt. Im Frühjahr hat der Vorſtand einſtimmig beſchloſſen, Medizinalrat Dr. Zix zum Ehrenmitglied zu ernennen. Die Ueberreichung der Ehrenurkunde ſollte aus Anlaß des Feſtaktes vor ſich gehen. Mögen der Ortsgruppe tmmer ſo aufopfernde Führer und Mitarbeiter be⸗ ſchieden ſein, wie ſie ſeitdem hatte! Als Vertreter des Badiſchen Innenminiſteriums überbrachte Obermebizinalrat Dr. Schmelcker⸗Karlsruhe zugleich als Landes vorſitzender und Vorſttzender der Ortsgruppe Karlsruhe die Glückwünſche. Auch über⸗ mittelte er die Wünſche der Berliner Zentralſtelle. Er wies auf den Fortſchritt hin, daß heute auch an der Techniſchen Hochſchule in Karlsruhe und der Handels⸗Hochſchule in Mannheim ſexualpädagogiſche Vorleſungen gehalten würden. Kein Lehrer und kein Polizeibeamter tritt heute ſeinen Dienſt ohne eine ſolche Vorbildung an. Das alles kann und konnte nicht erreicht werden ohne die freiwillige Mitarbeit freiwilltger Organiſationen. Weitere Glückwünſche Für die Badiſche Aerztekammer, die Badiſche Lan⸗ deszentrale und die Geſellſchaft der Aerzte in Mann⸗ heim überbrachte Direktor Dr. Harms die Glück⸗ wünſche. Obermedizinalrat Dr. Dreyfu ß⸗Ludwigs⸗ hafen wünſchte äm Auftrag der Vereinigung der Amts⸗ und Fürſorgeärzte in Mannheim⸗Ludwigs⸗ hafen weiter gute Zuſammenarbeit aller in der öffentlichen Fürſorge Tätigen. Die Anerkennung der Stadtverwaltung vermittelte Bürgermeiſter Bött⸗ ger, der anſchließend dem Referenten des Abends, ̃skrankheiten hre Mannheimer Ortsgruppe D. G. B. G. Dr. Memeldorff, i Beigeordneten des Deutſchen Städtetags, das Wort gab. Dr. Memelsdorff kann als Mitarbei⸗ ter bei der Ausarbeitung des Geſetzes zur Bekämp⸗ fung der Geſchlechtskrankheiten und als Referent für ſoziale und hygieniſche Angelegenheiten beim Deutſchen Städtetag als beſonders ſachkundig zur Beurteilung der Wirkungen des Geſetzes angeſehen werden. Als wichtigſten Maßſtab kann man die Be⸗ antwortung der Frage verwenden: haben die Ge⸗ ſchlechtskrankheiten ſeit Beſtehen des Geſetzes zu⸗ oder abgenommen? Die Beantwortung dieſer Frage muß aber als ausgeſchloſſen gelten, denn es gibt keine Meldepflicht für die Krankheiten, auf der allein eine exakte Statiſtik ſich gründen könnte. Das neue Geſetz hat ſog. Geſundhkeitsbehörden geſchaffen, die vordem in keiner Art geſetzlich vorgeſchrieben waren. Zwar ſind dem Geſetze auch einheitliche Ausfüh⸗ rungsbeſtimmungen mitgegeben worden, aber in der Praxis wurden ſie an jedem Ort verſchieden gehand⸗ habt. Dieſem Umſtand ſchiebt Dr. M. die meiſte Schuld der unterſchiedlichen Beurteilung zu. Die Geſundheitsbehörden müſſen von den großen Städten und Landgemeinden getragen werden. Das iſt einmal wegen der materiellen Mittel nötig, die ſie erfordern, dann aber auch, weil ſie nicht nur das Recht zu ſtrafen, ſondern auch die Möglichkeit einer Durchführung der Strafe haben müſſen. Wichtig ſind auch die Beratungsſtellen, die in noch viel ſtärkerem Maße ausgebaut werden müſſen. Außerordentlich wichtig zur ſyſtematiſchen Bekämpfung der Seuche der Geſchlechtskrankheiten iſt die Gewinnung ſtatiſtiſchen Materials, beſonders die Infektionsquellenerforſchung. In Breslau hat man mit gutem Erfolg verſucht, das ſtatiſtiſche Material von den Aerzten durch Bezah⸗ lung der Angaben zu erlangen. Ein beſonderes Problem, naturgemäß eng ver⸗ bunden mit der ganzen Frage, iſt die Behandlung der häufig wechſelnden Geſchlechtsverkehr treibenden Per⸗ ſonen. In Berlin wurde die freiwillige Meldung beim Arzt oder einer Unterſuchungsſtelle eingeführt. Infizierte haben die Pflicht, ſich je nach der Schwere der Krankheit ein bis fünf Jahre ſtändig vom Arzt unterſuchen zu laſſen. Allerdings muß man gegen Renitente die Mittel des Zwanges haben, um Andere vor Schaden zu bewahren. Ueberall haben ſich ſtarke Zunahmen der Proſtituierten ergeben. Die Inten⸗ ſivierung der Aufſicht muß Hand in Hand gehen mit fürſorgeriſch⸗pädagogiſcher Tätigkeit, die dahin zielt, die Proſtituierten durch Arbeitsvermittlung von ihrem Gewerbe abzubringen. Auch die Rolle der Polizei iſt umſtritten Die Polizei muß und ſoll für Reinhaltung der Stra⸗ ßen Sorge tragen. Sie muß ungebührliches Beneh⸗ men ahnden. Sie hat aber keine rechtliche Handhabe, die ſich proſtituierenden Perſonen feſtzuſtellen, wenn ſie ſich im Rahmen halten. Die da und dort zu⸗ gegebene Verſchlechterung der Straßen iſt als ein „Erfolg“ des Strebens zu verbuchen, die Geſchlechts⸗ krankheiten aus der Heimlichkeit, in der ſie gediehen, herauszuführen. Ein Problem, und mit das Wich⸗ tigſte, iſt die Sanierung der Abſteigequartiere. Da dieſe Quartiere verboten ſind und die Inhaber wegen Kuppelei angezeigt werden können, ergibt ſich in der Praxis der Zuſtand unerfreulichſter perſönlicher und hygieniſcher Verhältniſſe. Die Wichtigkeit der koſtenloſen Behandlung min⸗ der bemittelter, erkrankter Menſchen iſt von allen Behörden eingeſehen und in der Praxis durchgeführt worden. Das Weſentlichſte iſt, nach des Referenten Auffaſſung, die Koſtenfrage, die eine Vertei⸗ lungsfrage iſt, zu löſen und für einheitliche Durch⸗ führungsbeſtimmungen unter Ausnützung der beſten, in der Praxis erprobten Erfahrungen, Sorge zu tra⸗ gen. i Die außerordentlich wichtigen Ausführungen fan⸗ den in dem Beifall der Zuhörer und in Worten des Verſammlungsleiters die gebührende Anerkennung. in ein vor einem Küchenfenſter Städͤtiſche Nachrichten Aus der Stadtratsſitzung vom 3. Dez. Verſchiedene Bürgerausſchußvorlagen für die Bürgerausſchuß⸗Sitzung am 18. Dezember werden genehmigt. Anſtelle des verſtorbenen Stadtverordneten Schindler tritt für deſſen reſtliche Amtszeit die Haupt⸗ lehrerin Eugenie Gerlinghaus, Rheinauſtraße 17, in den Bürgerausſchuß ein. Zur Verbeſſerung der Unterkunftsverhältniſſe für die Fluggäſte und das Flughafenperſonal ſowie zur Schaffung von geeigneten Räumen für die Flug⸗ wetterwarte wird das Betriebs⸗ und Verwaltungsgebände auf dem Flug⸗ platz mit einem Aufwand von 60 000 RM. erweitert. Die Zuſtimmung des Bürgerausſchuſſes bleibt vorbehalten. Für bauliche Inſtandſetzung von Schulen werden 400 000 RM. zur Verfügung geſtellt und zwar 200 000 RM. aus dem Schulhaus⸗Baufond und wei⸗ tere 200 000 RM. aus bereiten Mitteln. Zuſtimmung des Bürgerausſchuſſes bleibt vorbehalten. * * FFolgenſchwerer Scherz. Am Abend des 3. Dez. haben ſich junge Leute in der Einfahrt eines Hauſes der Seckenheimerſtraße u. a. dadurch geneckt, daß ſie ſich gegenſeitig mit Waſſer beſpritzten. Ein 20 Jahre alter Hilfsarbeiter aus der Neckarſtadt wollte ſeine Gegnerin, eine gleichaltrige Arbeiterin, ebenfalls ſpritzen und ergriff dazu ſtehendes Blechgefäß. In dieſem war aber ein Reſt kauſtiſcher Soda. In der Meinung, daß es ſich um Waſſer handele, ſchüttete er die Flüſſigkeit dem Mädchen ins Geſicht. Infolge ſchwerer Verletzungen mußte das Mädchen in das Allg. Krankenhaus eingeliefert werden. Dort wurde feſtgeſtellt, daß ein Auge verloren und das andere ſchwer gefähr⸗ det iſt. * Beinbruch. An ein Laſtauto hatte geſtern ein 11jähriger Junge vor F3 einen kleinen Wagen angehängt. Der Junge ſelbſt war vorſichtig genug, auf dem Gehweg zu bleiben. Der kleine Wagen löſte ſich los. Ein Mann, der den Fahrdamm über⸗ ſchreiten wollte, ſtürzte über den Wagen und zog ſich einen linken Oberſchenkelbruch zu, Paſſanten leiſteten die erſte Hilfe. Sonntag Dezember von 1 bis 6 Uhr sind die Mannheimer Geschäfte geöffnet! Wir raten besonders den N MZ= Lesern auf dem Lande jlefzischon ihre Einßäufe vor- zunehmen. Die Auswahl ist überall groß und die Geschäſtshäuser können jedes Bedürfnis nach guten und preiswerten Waren befriedigen. Die An- zeigen m der NM Z sind die Führer zu leistungsfähigen Geschäften Mannheimer Die Wunder der Einfalt Von Wilhelm Schäfer Als die Ruſſen nach Bernburg kamen, dort einen Raſttag zu halten, war dies ein Sonntag; und manche von ihnen, wie ſie die Kirchgänger ſahen, machten ſich ſauber, auch nach den Glocken zu gehen. So ſah der Hofprediger Krummacher, als er die Kanzel be⸗ ſtieg, die Hofkirche, ſtatt ſonſt ſeit dem Krieg nur mit Frauen, Kindern und Greiſen, mit bärtigen Männern gefüllt, von denen kaum einer deutſch kannte, und die überdies eine andere Kirche gewöhnt waren als die lutheriſche Einfachheit, darin ſie nun ſaßen und ſtanden, auch ihren Sonntag zu haben. Die bärtigen Männer hatten dem brauſenden Klang der Orgel gelauſcht und zum Kirchengeſang nur mit dem Mund ſtumm dageſeſſen; ihre Augen aber hatten ſich groß aufgemacht in die Ferne, wo ſie ſelber zu ſingen gewohnt waren. Und weil die Töne zwar in den Noten und die Worte zwar in den Buchſtaben angepflöckt ſind, aber das Wunder des Sanges iſt über den Worten und Tönen, wie der Himmel über der Erde; weil der Himmel wohl mit Worten geſagt werden kann, aber die Augen ſchauen hinein und brauchen das Wort nicht, die Seele mit Glanz und Größe zu füllen; weil Glanz und Größe wohl in ein Menſchenherz fallen, aus Demut Ehrfucht zu wecken, aber ſie ſelber gehören ihm nicht, licht nicht der Blume gehört, die ihren Kelch zu ihm wendet; weil die Gottheit nur deſſen bedarf, was ihr in Gläubigkeit zugewandt iſt: ſo hatten die bärtigen Männer in Bernburg ſchon ihren Sonntag gehabt, als der Orgelklang und Geſang ſchwieg. Wie nun aus ſeinem Gehäuſe der Prediger kam, hinan auf die Kanzel zu ſteigen, wie er in ſeinem ſchwarzen Gewand oben allein in dem braunen Holz ſtand, wie ſeine Stimme zu ſprechen begann in dem eer hallenden Raum, der eben noch von den brau⸗ ſenden Klängen erfüllt war: da ſtaunten die ruſſiſchen Krleger zuerſt ſeine Tollkühnheit an, mit Worten allein die brüllende Orgel und den ſtarken Geſang zu beſchwören. 5 Es war aber Krummacher kein Buchſtabenchriſt, ängſtlich am Wort zu kleben, und kein Deutler, ſpitz⸗ findig darin zu klügeln. Er wußte, daß Gott im Säuſeln des Windes, im Sternenglanz und in der Röte am Morgen namenlos iſt und daß ein Sinn⸗ bild, eine Parabel ihn eher begreiflich zu machen vermögen als je ein Wort der klugen Vernunft. Als darum die fragenden Augen der fremden Männer an ſeinem Mund hingen, und Krummacher fühlte, er hatte nicht einmal Sinnbilder für ſie, weil jedes Wort, das er ſagte, den lauſchen⸗ den Ohren fremder war als Holz und Stein ihren Augen: überfiel dem frommen Mann ſeine Ohn⸗ macht, an ihre Herzen zu rühren, ſo arg, daß er mit ſeiner Predit verzagte. Er hatte ſich aber den Text gewählt, wie Jeſus den Jüngling zu Nain durch ſein Wort von den Toten erweckte. Und weil der Krieg, der die frem⸗ den Uniformen der Ruſſen in ſeine Kirche gebracht hatte, über den Frauen, Kindern und Greiſen grau⸗ ſamer war mit ſeiner Sorge und Not, ſodaß ſie des Troſtes mehr als jene der Tröſtung bedurften, auch weil ihm zu predigen ſonſt eine Luſt iſt: ſo trat er wie der Blitz nicht dem Schrecken und das Sonnen⸗ trotzdem mit Tapferkeit ein in ſeine Predigt und dachte gläubig, daß auch der Springbrunnen kei⸗ nen Tropfen ins Licht zu werfen vermöchte, der nicht mit Tau und gütigem Regen der Erdentiefe vom Himmel geſchenkt wäre. Er ſprach, das Wunder zu Nain begreiflich zu machen, vom Wunder des Lebens, das nie und nir⸗ gends entſtünde, es ſei denn Totenerweckung, und daß der Tod ſelber auch nur ein Teil des ewigen Lebens, gleichſam der Schlaf ſeiaus dem ſich das Daſein neu und geſtärkt am Morgen erhöbe. Er ſagte das vornehmlich für die Frauen, denen der Krieg die Männer fortgerafft hatte, und niemand wußte; lebten ſie noch? und kamen ſie wieder? Und weil er wohl fühlte, daß ſolche Worte allein den Bangen allein kein Troſt wären, ſprach er noch von der Wirklichkeit und dem kärglichen Umkreis der Sinne: Iſt denn nur das in der Welt, was wir ſe⸗ hen und hören? fragte er laut in die Leere. Wie könnten ſonſt dieſe Männer aus Rußland in unſerer Kirche daſitzen und doch ihrer Heimat gewiß ſein? Darüber geſchah es dem Hofprediger Krum⸗ macher, der ein getreuer Chriſt und wackerer Pre⸗ diger war, daß eine Erſcheinung ihm die Gedanken verwirrte: Er ſah die Witwe zu Nain daliegen auf ihren Knien, wie ſie die Hände ausſtreckt nach dem Erlöſer. Aber ihr flehendes Herz wollte nicht Worte der Tröſtung von ihm, ſondern der einzige Troſt, daß ihr Kind lebte; und der Herr gab ihr, was ſie verlangte, ſodaß ſie den Jüngling aufſtehen ſah vor ihren Sinnen. Da ſah er, daß ſeine Tröſtung kein Troſt war: Sie hören mir zu, weil ihre Sorge blos das Bitter⸗ ſalz in ihrer gläubigen Hoffnung. Sähen ſie ihre Männer daliegen, tot auf der Bahre, wie die Witwe zu Nain ihren Sohn liegen ſah: ſie würden hadern mit meinen Worten, wie die Witwe mit Jeſus ge⸗ hadert hätte, wenn er die Tat nicht vermochte. Ihre eigene Gläubigkeit iſt es, die meine Worte gleich⸗ wohl zum Troſt macht. Schwiege ich, ſie würden ge⸗ nau ſo gewiß ſein! Indeſſen ihm ſeine Rede noch weiter ging, als ſähe ſie nicht die Leere vor ihren Füßen, verzagte der Hoſprediger Krummacher zum anderumal an der Ohnmacht ſeiner Worte. Die einen brauchen mich nicht, und den andern bin ich nur ein Geräuſch ö in der Leere! klagte ſein Herz und ſah die fragen⸗ den Augen der Frauen, Kinder und Greiſe nicht anders auf ſich gerichtet, als die der bärtigen Män⸗ ner: Alle Kelche der gläubig geöffneten Seelen ſind dem Sonnenlicht zugewandt; nur meine Worte ſind das Sonnenlicht nicht! So ſehr war ihm die Luſt an dem Springbrun⸗ nen ſeiner Predigt vergangen, daß der dünne Strahl ſeiner Stimme zerbrach. Je ſchwerer ihm ſeine Zunge wurde, die ſtürzenden Worte zu raffen, umſo hitziger begann er auf feiner Kanzel, mit beiden Händen danach zu greifen, ſo daß er den fragenden Augen zuletzt nur noch ein ſchlechter Schauſpieler war, der ſeine Rolle vergaß. Doch als der Hofpre⸗ diger Krummacher ſchon meinte, beſchämt aufhören zu müſſen mit ſeiner Predigt, hörte er hinter ſich Schritte, als käme jemand die Treppe herauf: und als er ſich tief erſchrocken umwandte, hatte ſich einer der ruſſiſchen Männer den Weg zur Kanzel geſucht und ſtand da mit treulichen. Blicken. Nit, Kameradl ſagte er lächelnd mit allen Falten ſeines Geſichtes und ahmte mit täppiſchen Händen ſeine Bewegungen nach, wie er nach Worten griff in die Leere. Und wies mit dem Finger über die fragenden Augen der Frauen, Kinder und Greiſe, auch ſeiner Kameraden hinweg nach der Orgel: Do, do! ſagte er einfältig und hatte nichts Böſes im Sinn, daß er ſo arg den Gottesdienſt ſtörte⸗ Dem Hofprediger Krummacher war es nicht anders, als wäre ein Engel ihm da zur Hilfe gekom⸗ men; und ob ein bärtiger Ruſſe in ſeiner Unfform war: er ſpürte das Wunder der Einfalt und wie es in ſeine zerbrochenen Worte die Tat brachte. Und kaum anders als die Witwe zu Nain dem Erlöſer, ſank er dem Helfer in dankbarer Gläubigkeit zu. Wir ſingen Lobet den Herren! ſagte er klar in die Kirche hinein; und mit dem Zeigefinger des Ruſſen nickte er glücklich hinauf zur Bühne, wo er die Augen des Organiſten kaum noch fragend auf ſich gerichtet ſah. Und als der Strahl der Orgel auf⸗ ſprang, ſtärker als je eine Stimme, als der Geſang der Frauen, Kinder und Greiſe ſich gläubig in einen ſchäumenden Fall miſchte, ſang der Hofpredi⸗ der Krummacher mit auf der Kanzel, dankbar der Gnade, die mit Tau und gütigem Regen der Erden⸗ tiefe vom Himmel geſchenkt war. 0 Unfreiwilliger Scherz Einen köſtlichen ungewollten Scherz leiſtete ſich dieſe Woche das Mainzer Stadttheater. Auf Plakaten kündigte die Intendanz folgen⸗ des an:. „Anläßlich der Mainzer Verkehrswoche:„Weih⸗ nachtsmarkt“ vom 8. bis(5. Dezember„uter Geſchäftsaufficht“. f 4. Seite. Nr. 569 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 7. Dezember 1929 Was fällt im Straßenbild anf? Jugend in Erwartung Sarraſani baut. Dies zieht die Mannheimer Jugend ſehr an, weshalb ſie ſich täglich auf dem Meßplatz ein ungezwungenes„Stelldichein“ gibt. Dabei erwartet einen genug des Intereſſanten. Augenblicklich ſind ſehr viele Arbeiter damit beſchäf⸗ tigt, 8 Balken an Balken zu fügen und Schraube nach Schraube anzuziehen. Bald ſoll ſich alles zum ſpielbereiten Bau entwickelt haben. Keine Minute darf ungenützt verſtreichen. Deshalb muß ſich auch es klingt paradox— das Tagwerk bis in den ſpäten Abend hinein ausdeh⸗ nen. Das wiſſen ſelbſt die Kinder zu bezeugen, die die gleiche Ausdauer aufweiſen. Sie können ſich nicht trennen. Stets glauben ſie, etwas zu verſäu⸗ men und hoffen immerzu, noch etwas Exotiſches, Nichtgeſehenes erſpähen zu können. Aber ihre Erwartung trügt. Schließlich müſſen ſie doch weichen und ihre Sehnſucht einem neuen Tag entgegenbringen. Der wird wohl voll eutſchä⸗ digen. Und wird erſt Erfüllung werden, wenn die Schauſtellung ihnen gegen eine Eintrittskarte Zu⸗ laß gewährt! Vielleicht, ſpekulieren die Kleinen, wird es für die Schulklaſſen Mannheims gegen ermäßigten Ein⸗ tritt Sondervorſtellungen geben, wie ſie auch von den früheren Zirkusunter⸗ nehmen nachmittags mitunter gewährt wurden? Hoffen wir es mit der Jugendl Sie freut ſich un⸗ bhändig und verlangt dauernd von den Erwachſenen Aufklärung und Preisgabe von Erinnerungen aus der Vorkriegszeit. Damals wurde jener Schlager publik, der nun bereits wieder von den Kindern mit ihrer Aufnahmefähigkeit weiterkolportiert wird: Im Zirkus Sarraſani, da iſt es wunderſchön, da kann man für paar Pfennig, die dicke Berta ſeh'n. Ob die„dicke Berta“ diesmal auch kommt, wollen wir dahingeſtellt ſein laſſen. Darum kümmern ſich ſogar die fungen Sänger wenig. Für ſie hat dieſe alte Reminiſzenz neues Leben. Sie iſt ihr der Inbegriff und die Vordeutung des Späteren und weckt in ihr den allumfaſſenden Sinn für die Offenbarungen des Zirkus. Und daran wird es bei der Mannigfaltig⸗ keit ſeines Programms nicht fehlen. G. F. Die neue Schulſcheiſt Die alte badiſche„Normalſchrift“, die wir alle in der Schule gelernt haben, ſoll in den näch⸗ ſten Jahren in Wegfall kommen. Zwar iſt noch nichts entſchieden; noch iſt die Zeit der Vorbe⸗ reitung— und damit der Kampf um die neue, um die Erhaltung der alten Schrift— noch nicht vor⸗ über. Aber eine Aenderung wird wohl kommen. Da wäre es wohl wünſchenswert, wenn dieſe Aenderung im ganzen deutſchen Reich, gleichzeitig und ein⸗ heitlich durchgeführt werden würde. Der Zuſtand der Verſchiedenartig⸗ keit der einzelnen Buchſtabenformen(wie auch der Rechtſchreibung) ſollte nicht noch weiter be⸗ ſtehen, durch eine„Reform“ nicht noch für weitere Jahre erhalten bleiben. Eine deutſche Sprache, alſo auch eine deutſche Rechtſchreibung(nach wenigen, klaren, leicht einprägbaren Regeln mit möglich ſt wenig Ausnahmen) und eine deutſche und latei⸗ niſche Schrift! Bei den Buchſtabenformen der lateiniſchen Schrift ſollte man auch auf das Ausland Rückſicht nehmen! Wir ſind heute(Gott ſei Dank!) nicht mehr iſo⸗ liert. Der deutſch⸗franzöſiſche Schüleraustauſch in dieſem Jahre dürfte auch zur Annäherung etwas beigetragen haben, wenn auch nach meiner Er⸗ fahrung gerade bei den franzöſiſchen Schülern noch recht viel Deutſchenhaß und Deutſchenverachtung feſtzuſtellen iſt. Immerhin beſteht ſchon ein recht reger Verkehr zwiſchen deutſchen und franzöſiſchen Kindern, der durch die Verſchiedenartigkeit der Schriftformen nicht gerade erleichtert wird.(Die deutſche Druckſchrift und teilweiſe auch Schreib⸗ ſchrift wird jetzt wieder in manchen franzöſiſchen Schulen gelehrt.) Daß wir zu einer Der evang. Kirchengemeindeausſel Einige formale, in der Hauptſache aber einige materiale Gegenſtände nötigten den Kirchen⸗ gemeindeausſchuß, noch einmal im alten Jahre zur Beſchlußfaſſung zuſammenzutreten. Zu den for⸗ malen Punkten der Tagesordnung gehörte die Wahl von zwei Mitgliedern für den Vorſtand der Kirchen⸗ gemeindevertreter. Sie kam einſtimmig durch Akklamation zuſtande. Hierher gehörte auch die Er⸗ ledigung der Rechnungsbeſcheide zu den Rechnungen des Evang. Kirchen⸗ und Almoſenfonds und des ſog. Pfarrwit⸗ wen⸗ und Waiſenfonds Mannheim für die Jahre 1924—1927. Ohne nennenswerte Diskuſſion fand auch dieſe Angelegenheit ihre Rege⸗ lung. Der Stimme enthielten ſich die rel. Sozialiſten mit der Begründung, daß ſie ſ. Zt. als Gruppe noch nicht exiſtierten, weshalb ſie auch für die Rechnungs⸗ ablage jener Jahre keine Verantwortung über⸗ nehmen könnten. Der dritte Gegenſtand: Voran⸗ ſchlag des Pfarrwitwen⸗ und Waiſen⸗ fonds für die Jahre 1928/29 fand mit dem gleichen Stimmenverhältnis ſeine Erledigung. Der Wunſch, daß dieſer Fonds verſchwinden möge, da die inbetracht kommenden Fälle auf beamtenrechtliche Weiſe geregelt würden, kann einſtweilen nicht er⸗ füllt werden, da es ſich bei dieſem Fonds um Stif⸗ tungszwecke handelt, die durch keinen Beſchluß einer kirchlichen Körperſchaft aufgehoben werden können. Gegenſtand weiterer Beratung war zunächſt:: die Erwerbung des Grundſtücks Richard⸗ Wagnerſtraße 35—41. Der Kirchengemeinderat begründete dieſe Vorlage mit dem Hinweis darauf, daß er ſeit längerer Zeit nach einem geeigneten Bauplatz ſuchte, auf dem ein Gemeindehaus erſtellt werden könnte, das den beiden Sprengeln der Chriſtus⸗ und Friedenskirche als Mittelpunkt des Gemeindelebens dienen ſoll. Nach verſchiedenen Verſuchen ſei die Wahl auf das Gelände der Rheinelektra an der Richard⸗Wagner⸗ Straße gefallen. Da die Stadtgemeinde infolge einer Aufwertungshypothek das Vorkaufsrecht auf das An⸗ weſen beſitze, ſeien längere Verhandlungen nötig ge⸗ weſen. Es iſt beabſichtigt, ein Gemeindehaus mit einem größeren Saal, ferner Konfirmandenſäle, Räume für einen Kindergarten, für Wohnungen, ſowie ein Ledigenheim zu errichten. Mit der Erwer⸗ bung des Bauplatzes übernimmt die Kirchengemeinde die Verpflichtung, noch vor Schluß des Jahres 1930 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Mit Rückſicht auf die allgemeine finanzielle Lage wird es freilich not⸗ wendig ſein, das Bauwerk in 2 oder 3 Etappen durch⸗ zuführen. Ein allgemeiner Wettbewerb unter den Architekten iſt vorgeſehen und gleichzeitig Arbeitsgelegenheit für die verſchiedenſten Berufe ermöglicht. Die ganze Vorlage fand denn auch, nicht zuletzt wegen der ſozialen Idee des Ledigenheims, einſtimmige Annahme. Eine längere Ausſprache rief der nächſte Gegen⸗ ſtand hervor: lateiniſchen Weltſchrift(Schreib- und Druckſchrift) kommen, hoffen viele, wenn wir auch noch recht weit von dieſem Ziele ſind. Immerhin könnte Deutſch⸗ land, könnte jetzt ſchon Baden mit gutem Beiſpiel vorangehen. Fort mit dieſer Eigenbrödelei auf Ko⸗ ſten der Nervenkraft unſerer Kinder! Daß mit der Vereinheitlichung eine weſentliche Vereinfach⸗ ung der Schrift und Schreibweiſe verbunden ſein ſollte, iſt der Wunſch aller, die am eigenen Leibe ſchon die Nachteile einer derartigen, recht über⸗ flüſſigen Zerplitterung erfahren haben und die wün⸗ ſchen, daß ihre Kinder es beſſer haben ſollen wie wir. Die letzte badiſche Rechtſchreib⸗ und Schrift⸗ reform war nicht gerade durchgreifend. Es wäre recht zu wünſchen, daß die kommende eine Rege⸗ lung auf recht weite Sicht darſtellt. Sie kann den „wirtſchaftlichen Belangen“(Neudruck der Schulbücher) durch langſame Durchführung genü⸗ gend Rechnung tragen.— Tagung. uß tagt die Erwerbung der Grundſtücke 1 6, 13 und 36. In der ſtark bevölkerten öſtlichen Unterſtadt war ſchon lange ein Anweſen erforderlich, das den kirch⸗ lichen Belangen hätte Rechnung tragen können. Insbeſondere fehlte ſeit Jahren ein geeigneter Raum zur Unterbringung einer evang. Kin der⸗ ſchule. Unter den wenigen in Betracht kommen⸗ den Grundſtücken wurde das genannte Anweſen am geeignetſten befunden. Seine Erwerbung ſcheiterte aber wiederholt an der Kaufpreisforderung. An⸗ fang November ds. Is. wurde das Objekt in der Zwangsverſteigerung dem zweiten Hypothekengläu⸗ biger, dem badiſchen Landesfiskus, zugeſchlagen. Aus den Verhandlungen mit dem Finanzminiſte⸗ rium iſt dann die ganze Vorlage hervorgegangen. In ihr heißt es am Schluß:„es wird vorausſichtlich möglich ſein, die Kinderſchule im Erdgeſchoß des Wohnhauſes ohne größere Koſten ſolange unterzu⸗ bringen, bis eine endgültige Bebauung des Platzes möglich ſein wird.“ In der Ausſprache wurden von den rel. Sozialiſten zunächſt Bedenken gegen den Verwendungszweck erhoben. Sie wurden aber von fachmänniſcher Seite zerſtreut, insbeſondere durch den Hinweis auf das Proviſorium, das man mit der Unterbringung des Kindergartens im Erdgeſchoß des Wohnhauſes ſchaffen wolle. So wurde auch dieſe Vorlage mit allen gegen 3 Stimmen an⸗ genommen. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete die Feſtſtellung des endgültigen Ortskirchenſteuer⸗ voranſchlags für 1928/1929. Wie ſeinerzeit bei Beratung des vorläufigen Vor⸗ anſchlags wurde auch dieſesmal bedauert, daß die Kirche ſo ſpät in den Beſitz der ſteuerlichen Unter⸗ lagen kommt. An dieſem Zuſtand iſt aber zur Zeit nichts zu ändern. Beſondere Ausſtellungen wurden des weiteren nicht gemacht, da die Zahlen ſich weſentlich nicht verändert haben. Hiernach verbleibt es bei dem Steuerfuß von 6 bzw. 4 Pfg. auf je 100% Steuerwert des Grundvermögens. Bei Stimmenthaltung der rel. Sozialiſten wurde dem Voranſchlag von allen anderen zugeſtimmt. Auch dieſes Mal kamen zum Schluß der Sitzung Fragen allgemeiner Art zu Wort. So wurde von einer Seite auf die vorletzte Vortragsveranſtaltung der Mannheimer Volkshochſchule hingewieſen und das Bedauern darüber ausgeſpro⸗ chen, daß ein Vortragsabend dieſer Volkshochſchule zu Propagandazwecken für ein beſtimmtes religtöſes Syſtem unter Bekämpfung der chriſtlich⸗kirchlichen Lehre benutzt werden konnte. Hierbei wurde aus⸗ drücklich betont, daß die vorgebrachte Kritik mit irgendwelcher Zenſur und ähnlichen Dingen nichts gemein haben wolle, daß ſie vielmehr ſich nur gegen die Tendenz eines ſolchen Volkshochſchulabends wen⸗ den müſſe. Die Mitteilungen wurden als Anregung zu weiteren Schritten dankbar aufgenommen. Mit dem Dank an die Erſchienenen ſchloß der Vor⸗ ſitzende, Stadtpfarrer Dr. Hoff, die inhaltsreiche Dr. B. Veranſtaltungen „Eine Frau von Format Operette im Apollotheater Nebenbei, das iſt der charmante Refrain eines feinen Chanſons, der das Format dieſer Frau im zweiten Akt um einen weſentlichen Zug bereichert. Nebenei, das iſt hier die Hauptſache. Denn nebenbei bemerkt, wird man ſelten eine Operettenſängerin von ſolchen Qualitäten treffen wie y Ortmar, die in einer nicht gerade adäguaten Um⸗ gebung der Aufführung das eigentliche Format gibt. Zu den bemerkenswerten Einlagen gehören ein paar Ballett⸗ einlagen, die von einer ausgezeichneten Truppe aufgeführt werden. Das Drum und Dran dieſer Operette: ſeit der Luſtigen Witwe nichts Neues. Eine gute komiſche Bufforolle iſt darin, die von Heinz Eck mit viel Humor vertreten wird. Ein paar hübſche muſikaliſche Einfälle muß das kleine Orcheſter bewältigen. Keine leichte Aufgabe. Das Enſemble entſpricht der Orcheſterſtärke: nebenbei, aber das erſte Nebenbei bleibt entſcheidend. R* 1 Jilm⸗Rundſchau Ufa⸗Theater: Die Docks von Newyork Es herrſcht ein ziemlich freier Ton, ohne jedoch allzu ausfällig zu werden. Dafür ſorgt einesteils die Zenſur, andernteils iſt es die unnachahmbare Ruhe mit der George Bancroft den Schiffsheizer ſpielt, der eine Nacht Land⸗ urlaub hat und ſich„amüſieren“ will. Seine körperliche Kraft läßt keinen Gegner aufkommen, was er in ſeinem Schädel hat muß geſchehen und ſo kommt es unter dem Ge⸗ gröhl der betrunkenen Gäſte zu einer ziemlich ſtilloſen Trauung durch den Hafenmiſſionar in der Kaſchemme mit dem Mädchen, das er wenige Stunden zuvor als Lebens⸗ müde aus dem Waſſer gezogen hat. Trotzdem verläßt er ſie am nächſten Morgen, kehrt aber doch zurück, da er, wie⸗ der am Heizkeſſel ſtehend entdeckt, daß er ſie wirklich liebt. Die Handlung iſt nicht gerade überwältigend und teilweiſe zu ſehr in die Länge gezogen— der ganze Film ſpielt im Zeitraum einer Nacht und weniger Stunden am Morgen. Was aber feſſelt iſt die Geſtalt des George Ban er o ft, der einen unkomplizierten Burſchen hinſtellt, an deſſen ur⸗ wüchſiger Kraft man Freude haben muß. Das Mädchen, Betty Compſon, iſt zu ſüßlich geraten und teilweiſe zu ſehr große Dame. Man ſieht wenigſtens einige gute Bilder, die aber erſt durch George Baneroft zur Wirkung kommen.* * Raſcher Tod. In vergangener Nacht iſt in einem Hotel der Oberſtadt ein 44 Jahre alter, lediger Di⸗ plomingenieur aus Aalen, zuletzt hier wohn⸗ haft, vermutlich von einem Schlaganfall ereilt worden. Der Tod trat ſofort ein. * Ein freches Gannerſtückchen leistete ſich geſtern nachmittag ein junger Mann in Neckarau. Er täuſchte einem älteren Mann eine verletzte, ſtark blutende linke Hand vor. Der Verband war ſchein⸗ bar vorher mit Blut getränkt. Der Schwindler ließ ſich von dem gutmütigen Mann ein ganz neues Fahrrad leihen, um, wie er ſagte, ſchnell zum Arzt fahren zu können, und verſchwand auf Nim⸗ merwiederſehen. Jagungen Tagung der heſſiſchen Techniker Der 10. ordentliche Gautag des Gaues Heſſen der im Bund der techniſchen Angeſtellten und Beamten organi⸗ ſierten Techniker fand in Frankfurt a. M. ſtatt. Der Gauleiter erſtattete den Geſchäftsbericht für das Jahr 1928/29, wonach die Mitgliederzahl im Gau um mehr als 10 v. H. geſtiegen iſt. Die Studierenden an den techniſchen Lehranſtalten ſehen ebenfalls ihre Intereſſen vertretung im Butab. Auf dem Gebiete des Arbeitsrechts wurden in 65 Streitſachen die zuſtändigen Arbeitsgerichte angerufen. Rund 85 v. H. aller Klagen wurden erfolgreich durchge⸗ führt. Der Bericht des Gauvorſtandes ließ die rege ehren⸗ amtliche Mitarbeit erkennen. Im Einvernehmen mit der Gauleitung wurden die Geſchäfte des Gauvorſtandes er⸗ lodtgt. Im Mittelpunkt der Tagung ſtand das Referat des Bundesvorſtandsmitgliedes Hofmann⸗Berlin über das Thema„Der Kampf gegen die Soztalverſicherung.“ * Der Sonntagabend im Nibelungenſaal bringt eine einmalige Wiederholung von Kalmans Schlageroperette „Die Czardosfürſtin“ bei volkstümlichen Eintritts⸗ preiſen. Die Komteſſe Stoſi übernimmt in dieſer Auf⸗ führung van Kaik, die von den Vorfahren in Mannheim noch bekannte und beliebte Operetten⸗Soubrette. Der Vor⸗ verkauf hat bereits ſtark eingeſetzt. Schluß des redaktionellen Teils Sie huſten? Um dieſe Jahreszeit greifen Lungenentzündung und Luftröhrenentzündung, die durch gewöhnliche Er⸗ kältungen und Huſten verurſacht werden, um ſich, und wer klug iſt, nimmt ſich davor in acht. Um Lungen⸗ und Bruſtbeſchwerden zu vermeiden, oder wenn man ſie einmal hat, ſich ſchuelle und ſichere Heilung zu verſchaffen, beſorgen Sie ſich in der Apotheke eine kleine Flaſche dreifach konzentrierten Anſy⸗Extrakt,— ein durchaus zuverläſſiges Heil⸗ mittel aus alten Zeiten, das nur ganz wenig koſtet und viele ſchwere Krankheiten verhütet hat. Ein paar Tropfen von dieſem Sirup auf einem Stück Zucker heilen die Entzündung der Schleimhäute, verſchaffen den Lungen und Atmungskanälen Er⸗ leichterung und befreien die Bruſt von dem Be⸗ klemmungsgefühl, wie es nichts anderes tun kann. Dreifach konzentrierter Anſy⸗Extrakt iſt kein ſchäd⸗ liches Gift oder Mitäubungsmittel; es hat einen an⸗ genehmen Geſchmack und kann jederzeit von jung und alt eingenommen werden. Leuten, die oft an Hals⸗ oder Bruſtbeſchwerden leiden, wird dringend angeraten, einen Verſuch mit dieſem altbekannten Sirup zu machen. 8 126 r r re Ernſt Jäckh(Berlin) ſpricht heute abend! Freier Bund, Kunſthalle Wie ſchon kurz mitgeteilt, wird das Vorſtandsmit⸗ glied des Deutſchen Werkbundes, Prof. Dr. Ern ſt Jäckh, Berlin, ſeinen angekündigten Vortrag über „Die neue Zeit“ ſtatt Sonntag,., ſchon tags zuvor, alſo heute Samstag, den 7. Dezember und zwar abends pünktlich 8 Uhr, in der Kunſthalle veran⸗ ſtalten. Ernſt Jäckh ſpielt in Deutſchland ſowohl auf kulturellem wie auf politiſchem Gebiet eine weithin ſichtbare Rolle. Vor dem Weltkrieg hatte er ſich in zahlreichen Schriften mit der deutſchen Kolonialpolitik aus⸗ einandergeſetzt, insbeſondere mit dem Verhältnis der Türkei zu Deutſchland und mit dem Gedanken einer mitteleuropäiſchen Erweiterung. Später hat er ſich ganz den Fragen und Aufgaben des Völkerbundes zugewandt. Er iſt heute Gründer und Leiter der deutſchen Liga für den Völkerbund und der deutſchen Hoch⸗ ſchule für Politik in Berlin; er fungiert außerdem als Sachverſtändiger im parlamentariſchen Unter⸗ ſuchungsausſchuß des Reichstags. Nicht minder um⸗ faſſend und aktiv iſt Jäckh's kulturpolitiſche Tätig⸗ keit. 5 Es ſpricht für ſeine außerordentliche Erfahrung und organiſatoriſche Begabung, daß er, der ſchon läugſt dem engeren Vorſtand des Deutſchen Werk⸗ bundes angehört, vor einiger Zeit mit der Organi⸗ ſation der Ausſtellung„Die neue Zeit“ be⸗ traut worden iſt, die im Jahre 1932 in Köln ſtatt⸗ finden ſoll und zu der in anderen weſtdeutſchen Städten, wahrſcheinlich auch in Mannheim, ergän⸗ zende Ausſtellungen ſtattfinden werden. Prof. Jäckh ſetzt ſeinem Vortrag, in dem er den gigantiſchen Geſamtplan der Unternehmung darlegen wird, Worte voraus, aus denen ſchon hervorgeht, daß ſein Vortrag weit über den Ausſtellungsaulaß hinaus von allgemeinſtem Intereſſe ſein dürfte. „Täglich treten in allen Aeußerungen unſeres Lebens neue Fragen, neue Perſpektiven uns ent⸗ gegen. Daß ſie alle der Ausdruck der gleichen Welt⸗ wende ſind, daß wir im„Jahre 1“ eines neuen Welt⸗ alters(nicht Zeitalters) ſtehen— dieſe Einheit und Totalität der„Neuen Zeit“ fol zum Bewußtſein gebracht werden.“ Vom Kölner ſtädtiſchen Schanſpielhauſe. Das zur Uraufführung gelangte Schauſpiel„Co⸗ lumbus“ von Hans Kyſer ſchildert in der Hauptſache den dem großen Plane des Helden feind⸗ lichen Unverſtand und Neid bei Machthabern und Nie⸗ deren, bis endlich die Königin Iſabella zugleich mit den zur kühnen Forſchungsreiſe erforderlichen Schif⸗ fen alle von Columbus geſtellten Bedingungen bewil⸗ ligt; dann die Ueberfahrt bei dem wechſelnden Ver⸗ halten der aus zweifelhafteſten Elementen zuſam⸗ mengeſetzten Maunſchaft, und ſchließlich die bitteren Enttäuſchungen des um ſeinen Entdeckerruhm und ſonſtige Exrungenſchaften ſchmählich betrogenen Heim⸗ gekehrten: Der Genius geht elend zugrunde. Eini⸗ germaßen problematiſch wirkend, ſpielt ſich das in zehn, zumteil mit knalligen Schlußeffekten verſehenen Bildern ab. Trotz Columbus, deſſen Charakteriſie⸗ rung an der Oberfläche haftet, gibt ſich die Szenen⸗ folge, aus der dichteriſche Kraft nicht hervorleuchtet, ziemlich nüchtern, und die Sprache, in der uns einige moderne Ausdrücke überraſchten, enthält viel Faden⸗ ſcheiniges. Dann aber vermag von den 64 im Stücke auftretenden Perſonen außer dem Titelhelden, wenn nicht etwa die epiſodenhaft eingeführte Königin, keine einzige weiter zu intereſſieren. Die Aufführung konnte ſich ſehen laſſen; Alfons Godard hat die Sache als altes Theater(anderes iſt in dieſem Falle nicht angängig) geſchickt inſzeniert und zumal in den ſchwierigen Schiffsakt mit den tollen, bunten Auf⸗ tritten reges Leben gebracht, während Erich Metzoldts Bühnenbilder die rechten Rahmen dazu lieferten. Wenn Rudolf Wittgen als Columbus auch noch Wünſche hinſichtlich der Charakteriſierung offen ließ, bot er doch im Totalen eine recht ſchätz⸗ bare Leiſtung. Sonſt verdienen Elſa Baumbach und Paul Senden als Königin und Fürſt von Aragonien anerkennende Erwähnung. Da die An⸗ weſenheit des Verfaſſers bekanntgegeben war, bot lebhafter Betfall ihm Gelegenheit, ſich mit den Dar⸗ ſtellern mehrmals zu zeigen. p. h. 4 O Carl Sternheims Bibliothek wird verſteigert. Paul Graupe in Berlin bringt am 17. und 18. Dez. die Bibliothek des Dichters Carl Sternheim zur Auflöſung. Gleichzeitig wird die Bibltothek des Ham⸗ burger Bibliophilen Hans W. Duncker verſteigert. Unter den Hammer kommen Weltliteratur des 18. bis 20. Jahrhunderts, Luxus⸗ und Preſſendrucke, illu⸗ ſtrierte Bücher, Memoiren, Geſchichtswerke, Kunſt⸗ literatur. In dieſen Gebieten ergänzen ſich die reich⸗ haltige Leſebibliothek des vielſeitigen Dichters und die ſorgſam ausgewählte des ſammelnden Biblio⸗ philen. Ehrendoktoren der Univerſität Frankfurt. Dr. R. E. Lieſegang, Mitglied des Inſtituts für phyſtbaliſche Grundlagen der Medizin, Frankfurt. wurde für die Entdeckung und Erforſchung der nach ihm beannten Niederſchlagsreaktionen in Gallerten der Leonard⸗Preis der Kollovid⸗Geſellſchaft und die Medaille der naturwiſſenſchaftlichen Fakultät der Uni⸗ verſität Frankfurt a. M. verliehen. Gleichzeitig wurde er von der mediziniſchen Fakultät der Uni⸗ verſität Frankfurt a. M. zum Dr. med. h. c. ernannt. — Prof. Dr. Th. Madſen, Kopenhagen, Gründer und Leiter des Serotherapeutiſchen Inſtituts, wurde von der mediziniſchen Fakultät der Univerſität Frank fuvt a. M. zum Ehrendoktor ernannt. Ein Theatermuſdum in Mailand. In enger Verbindung mit der„Scala“, dem Großen Opern⸗ haus Mailands, beſtand dort ſchon ſeit längerer Zeit ein„Theatermuſeum“ in der Palazzina Ricordi, das neuerdings eine vollſtändige Neugeſtaltung, Vergrö⸗ ßerung und Verſchönerung erfahren hat. Mit ſeinen alten Schätzen und ſeinen wertvollen Neuerwerbun⸗ gen, ſeiner Bibliothek und ſeinem Theaterarchiv iſt es zugleich auch eine reiche Quelle für den Forſcher der Theatergeſchichte. Enthält es doch nicht nur intereſſante Partituren, darunter die des„Re⸗ quiems“ von Verdi, ſondern auch handſchrift⸗ liche Briefe und Bildniſſe von Komponiſten, Sängern, Sängerinnen und Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts wie der Neuzeit und eine Samm⸗ lung von Operntertbüchern aus dem 17. Jahrhun⸗ dert. Das Theatermuſeum kann auch von den Theaterbeſuchern während der Spielpauſen beſichtigt werden. Liebenswürdige Antworten Zwei Anekdoten aus dem 18. Jahrhundert Als die Königin Anna von England den Thron beſtieg, erſchien unter den zahlreichen Gratulanten auch der Marquis von Normanby, der bereits in hohem Maße die Gnade der Fürſtin beſaß. Er wußte ſeinen Glückwunſch in ſo wohl gefaßter Form abzu⸗ ſtatten, daß die Königin ihm wie berauſcht zuhörte, ohne ein Wort des Dankes zu finden. Als er ferlig war, atmete ſie nur tief auf. Dann ſagte ſie nach einer längeren Pauſe:„Es iſt recht warm heute“, und ſie fächelte ihr erhitztes Geſicht.„Kann es denn anders ſein, allergnädigſte Königin?“ ſagte er.„So lange die Welt ſteht, hat die Sonne noch nie ſo ſchön und ſo warm über England geſchienen als heute!“ Der Dank für eine ſo liebenswürdige Schmeichelei folgte bald. Die Königin machte den Marquis zum Herzog von Buckingham.— 5 Es iſt aller Welt bekannt, daß die Türken in früheren Zeiten ſehr abgeneigt waren, auf Fragen der Ungläubigen, die ſich auf ihre Religion und deren Sitten und Gebräuchen bezogen, ernſtlich zu ant⸗ worten, zumal in den von Voltaireiſchem Geiſte und dem leichten Spott der Eueyklopädiſten erfüllten Salons des 18. Jahrhunderts. Als daher am Wiener Hofe eine ſehr vornehme Dame an den tür⸗ kiſchen Geſandten die Frage richtete, warum eigent⸗ lich die mohamedaniſche Religivn den Männern ſo weitherzig erlaube, mehr als eine einzige Frau zu nehmen, antwortete der Geſandte: da er doch nicht gut umhin konnte, überhaupt eine Antwort zu geben:„Unſere Religion erlaubt uns die Viel⸗ weiberei nur deshalb, Madame, weil ſich in unſeren Ländern die vielen Tugenden und liebenswürdigen Etigenſchaften nur zerſtreut und vereinzelt in den Vertretern des weiblichen Geſchlechtes anfinden, die in Ihrer Perſon, Madame, alle zu einer Einheit zuſammengeſchloſſen ſind.“ Die vornehme Fragerin errötete anmutig, aber ſie wußte nichts zu antworten und unterließ weitere Fragen. a Vo. 5 8 5 Samstag, den 7. Dezember 1929 5. Seite. Nr. 509 Kommunale Chronik „ Winterbeihilfen für die Darmſtädter Erwerbsloſen sw. Darmstadt 8, Die geſtrige Sitzung des Stadtrats beſchäftlgte ſich mit der Gewährung einer Winterbeighilfe an die Er werbsloſen uſw. Die Hilfsaktion erfordert 90000 Mark. Die ſchon ſeit längerer Zeit mit dem Kreisamt Groß⸗ Gerau und dem Kulturbauamt Darmſtadt geführten Verhandlungen wegen des Anſchluſſes der Gemein⸗ den Goddelau, Dornheim, Wolfskehlen, Stockſtadt, Biebesheim, Leeheim, Erfelden und Gernsheim an das Pumpwerk des ſtädt. Waſſerwerks im Gries⸗ heimer Eichwäldchen haben neuerdings zu einem Abſchluß geführt, wonach zunächſt ein Vertrag mit der Stadt Gernsheim zuſtande kam, durch den ſich dieſe Gemeinde zu einer jährlichen Mindeſtab⸗ nahme von 100 000 Kubikmeter Waſſer zum Preiſe von 13 Pfg., je Kubikmeter verpflichtet. Die Ge⸗ meinde Gernsheim leiſtet zu den Koſten der Haupt⸗ zuführungsleitung, die durch das ſtädt. Waſſerwerk ausgeführt wird, einen verlorenen Baukoſtenzuſchuß von 50 000 Mark, während ſie das Ortsnetz auf ei⸗ gene Koſten auszubauen hat. Weiter ſind die ver⸗ traglichen Grundlagen geſchaffen, unter denen ſich die Gemeinden Goddelau, Dornheim, Wolfskehlen, Stockſtadt, Biebesheim, Leeheim und Erfelden gleich⸗ falls an die Waſſerverſorgung anſchließen können unter der Bedingung, daß ſie der Zahl ihrer Ein⸗ wohner entſprechende Baukoſtenzuſchüſſe leiſten oder falls die Stadt Darmſtadt dieſe Beträge aufnimmt, die Gemeinden die betr. Verträge verzinſen und amortiſieren. Der Waſſerpreis beträgt 13 Pfg. je Kubikmeter, wobei ſich die Gemeinden zu einer Min⸗ beſtabnahme von 60 tr. je Tag und Kopf der Be⸗ völkerung verpflichten. Genehmigung und Bewilli⸗ gung der erforderlichen Mittel in Höhe von rund 381000 Mark zu Laſten von Anlehensmitteln wird durch den Stadtrat erteilt. Zu einer längeren De⸗ batte führte eine Vorlage über Neuregelung der Hundeſteuer. Die Vorlage der Stadt findet keine Billigung. Es bleibt bei der ſeitherigen Regelung. Haßloch ſtellt Strafantrag Haßloch, 4. Dez. In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde auf Antrag des Erſten Bürgermeiſters Brauch beſchloſſen, wegen öffentlicher Beleidigung der hieſigen bürgerlichen Parteien durch die„Pfälziſche Poſt“ les wurde u. a. der Deutſchen Volkspartei Korruption vorgeworfen), gegen das Blatt Strafantrag zu ſtellen. Kandidatenliſte durch Losentſcheid * Ixheim(Weſtpfalz), 4. Dez. In Ixheim fand eine Partei einen eigenartigen und wohl nicht ſehr empfehlenswerten Ausweg aus den Schwierigkeiten zur Bildung der Kandidatenliſte. Die Partei ſtellte nicht die befähigſten oder meiſtempfohlenen Bewerber an die Spitze, ſondern ließ über die Reihenfolge das Los entſcheiden, das nunmehr Kandidaten nach vorn gebracht hat, die ohne Verloſung kaum dieſe bevor⸗ zugte Stelle erreicht hätten. * ich Neckarhauſen, 5. Dez. In der füngſten Ge⸗ meinderatsſitzung wurden die Arbeiten bezügl. Er⸗ ſtellung des 7. Gemeindedoppelhauſes vergeben und zwar: Maurerarbeiten an Leonhard Linnenbach, Zimmerarbeiten an Georg Zimmer, Spenglerar⸗ beiten und Trägerlieferung an Alois Zieher.— Von dem Koſtenvoranſchlag für Unterhaltung der Kreiswege für das Jahr 1930⸗31 wurde Kenntnis genommen.— Die Feldwege, der Friedhofsweg und die Gehwege der Hildaſtraße ſollen hergerichtet wer⸗ den.— Bei der Neufeſtſetzung der Orts ⸗ Löhne ſollen die Löhne der Stadt Mannheim zu⸗ grunde gelegt werden.— Die Abgabe von Kies an Auswärtige wird mit ſofortiger Wirkung eingeſtellt. ch. Oberſchwarzach(Amt Mosbach), 3. Dez. Bei der Bürgermeiſterwahl wurde der ſeitherige Bürgermeiſter Berg mit 82 Stimmen auf weitere 9 Jahre zum Ortsoberhaupt gewählt. Gegenkandidat war keiner aufgeſtellt. In Unterſchwarzach findet am kommenden Sonntag die Bürgermeiſter⸗ wahl ſtatt. Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ansgabe) St. Nikolaus geht um! In vielfältiger Geſtalt weilte geſtern St. Nikolaus in Mannheim, um die braven und die böſen, die kleinen und die großen Kinder zu belohnen und ein klein wenig zu beſtrafen. Wit ſahen den heiligen Nikolaus im Prunkgewand mit dem Biſchofsſtab, und wir ſahen am Abend viele kleine Nikoläuschen mit einem Bart aus Watte und einem alten Sack. Beſonders glänzend war der Aufzug des Weihnachts⸗ vorboten im Palaſtkaffe ee, wo er mit Knecht Rupprecht und ein paar Waldmännchen und ſogar mit einem lebendigen Gſel erſchien und hunderte von ſtrahlenden Kindern mit kleinen Geſchenken beglückte. Luftballone und Fähnchen gaben ein buntes Bild, Kindertrompeten tuteten um die Wette mit der Haus⸗ kapelle, die ihre liebe Not hatte, all die kleinen Plap⸗ permäulchen zu übertönen. Im Kaffee Belbe, das ebenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt war, er⸗ zählte Alice Droller eine Menge drolliger Ge⸗ ſchichten und eine Kinderpolonaiſe mußte die Zeit bis zum Erſcheinen Nikolauſens verkürzen, der auch bald in eigener Perſon erſchien und ſeine Gaben austeilte. Böſe Kinder hat er jedenfalls nicht gefunden. Alle ſaßen da mit erwartungsvollen Geſichtern und glän⸗ zenden Augen und auch die Großen freuten ſich mit. Auch das Warenhaus Schmoller hatte ſich einen Nekolaus beſtellt, der ſtets den wehrloſen Mittelpunkt einer verlangenden Kinderſchar bildete. Das waren ſozuſagen die offiziöſen„Pelznickel“. In vielen Familien mußte am Abend noch ein guter Onkel den Nikolaus mimen. So beneidenswert an ſich die Miſſton dieſes Heiligen iſt, aber ich hätte nicht mit dem Knirps tauſchen mögen, den ſelbſt ſein ehr⸗ würdiger Vollbart nicht davor ſchützte, in der Unter⸗ ſtadt vor einer puffenden und boxenden Kinderſchar die Flucht ergreifen zu müſſen. Woraus man wieder einmal ſehen kann, daß der Bart nicht allein die Autorität ſchafft. Vater kann ſich eine noch ſo lange Naſe und einen furchtbaren Urwald ins Geſicht kleben, aber wenn er die wohlbekannten Pantoffel anbehält, ſo wird ſein ſchlauer Filius rufen:„Des is o der Babbe!“—le Der Vabbe als Nikolaus So, jetzt habb ich mei Fett. Mir langt's emool widder for die negſcht Zeit. Alle Knoche duhe'r weh. Warum? Bloß weil ich Nikolauſels gſchpielt Awwer norre nit gleich gſaacht:„Was braucht der alt Eſel Nikolauſels ſchpiele“, Wie des gekumme iß, muß ich vun allem Anfang an verzehle. Alſo mei Fraa bohrt ſchun lang an mir rum. Zwor nit mit'me Bohrer, ſonnern mit dem Wunſch, ich ſollt mir en Bart ſchtehe loſſe, demit ich unſere Kinner en würdige Nikolaus vorſchpiele köunt. Bart hin, Bart her, ich habb nit gewollt. Ich habb mich halt immer vaſtere loſſe. Wie des Lamendiere kee End genumme hott, do habb ich mir energiſch jedes Gebabbel vum Nikolaus verbete. Höbflich, lawwer beſchtimmt. Des hott gemitzt, bis vor drei Dag. Dann iß der Rummel widder losgange. For en Bart wachſe zu loſſe wars zu ſchpät, denn'r Nikolaus hott keen Schtoppelbart, ſonnern en Voll⸗ bart. Awwer maskiere könnt ich mich unn mir en Bart kaafe, hott mei Fraa gemeent. Iwwer ſo e Zumutung bin ich zor Dagesordnung iwwer⸗ gegange. Wie dann der Nikolausdag glicklich bo war, habb ich mir die Sach anners iwwerlegt'hatt. Ich habb 'r vorgenumme, mich doch zu maskiere unn habb des alles heemlich mache wolle. Ich wollt die da⸗ heem iwwerraſche. Ich muß ſrache, daß'r des aach werklich geglickt iß. Die ware ſo iwwerraſcht, daß ich noch mehr iwwerraſcht worre bin dorch denne ihre Iwwerraſchung. Ich kaaf'r alſo den netige Klimbim, ſchleich mich heemlich uff die Manſard unn zieh mich um. Der wallende Bart hott'r prächti'ſchtanne unn mit frohem Mut bin ich die Dreppe nunner unn ſchell an unſerer Diehr. Mei Mädel macht uff unn guckt mit große Aage zu'me Schpalt raus. Die Diehr hott ſe nit ganz uffmache könne weil die Sicherheitskett devor war. Eh ich awwer was habb ſaache könne, patſcht die Krott die Diehr widder zu. Do bin ich doo⸗ giſchtanne mit meim dicke Kopp. Ich ſchell widder, dann kummt mein kleener Bub unn der glotzt noch werwunnerter wie ſei große Schweſter. Bumbs iß die Diehr ſchun widder zu unn ich hör ihn grad noch ſaache: „Ich möcht bloß wiſſe, was des for en alder Schpinner do drauße iß.“ Do habb ich's awwer doch mit öͤr Wut zu duhe gekriggt unn habb gebimmelt, daß ball die Glock vun'r Wand runner gekumme iß. Zuerſcht hott'r in'r Wohnung gar nix'hört. Dann iß leis die Kett losgemacht worre. Mit eem Schlag fahrt die Diehr uff unn de zwette Schlag iß uff mei'm Werſching gelandet. Wie des Flimmere vor meine Aage nochgeloſſe'hatt hott, habb ich mei Fraa vor mir ſchtehe ſehe. Dere ihre Aage hawwe ſo'funkelt, daß ich ſe grad frooche wollt, ob ſie aach eens uff's Dach gekriggt hätt. Ich habb mich awwer ſchnell beſunne, daß ich doch'r Nikolaus bin unn habb angefange:„Ich bin'r Nikolaus. Ich möcht de Kinner e Iwwerraſchung mache.“ Do hott'r dann mei Fraa des Wort abg'ſchnitte unn hott ge⸗ griſche:„Wenn Sie jetzt nit mache, daß'e los⸗ kumme, dann ſchrei ich um Hilf. Meene Sie, Sie könnte mich iwwerfalle? Do miſſe annere Leit kumme. Des ſieht doch jeder, daß Ihr Nikolaus nit echt iß.“ Ich wollt die ganz Sach ufffkläre. Awwer eh ſch was zu meiner Verteidigung habb ſaache könne, Habb ich ſchun widder was uff mein Daſſel gekriggt unn gleich druff bin ich die Drepp nunnerg ſauſt, daß ich nit gewißt habb was bei mir unne unn was owwe iß. Des Widderſehe mit meiner Familie will ich liewer nit beſchreiwe. Awwer ſo viel ſchteht feſcht, daß ich keen Nikolaus mehr mach. Denn'r hott nix als Undank. Negſchtes Johr loß ich en annerer die Drepp nunnerſchmeiße. G Neckarkanal und Neckarzuſchüttung .⸗B. Beutinger in Heilbronn hat eine Denk⸗ ſchrift über den Neckarkanal und ſeinen Einfluß auf den künftigen Heilbronner Stadtbauplan ver⸗ faßt, in der u. a. ausgeführt wird. Wenn Gundelsheim als letzte Stufe der Strecke Mannheim Heilbronn 1934 fertig wird, iſt anzu⸗ ſtreben, daß damit der Durchſtich in Heilbronn vorher begonnen und anſchließend fertiggeſtellt wird. Die Bauzeit dieſer Strecke kann mit 3 bis 3 Jah⸗ ren angenommen werden. Ein neues Großſtadtbild und geſchloſſenes Wirtſchaftsgebtet wird dadurch zwangsläufig entſtehen und die Stadt Heilbronn wird in ſoweitgehendem Maße betroffen, wie es in ihrer Geſchichte noch nie der Fall geweſen iſt. Die Denkſchrift weiſt ferner auf die unglückliche Lage der Bahnlinien und die ſonſt notwendige Erſtellung von zwei neuen Brücken hin; es gibt daher nur eine Zukunftslöſung, das iſt die Zuſchüttung des Neckarbetts im Innern der Stadt. Gemeinſam iſt allen Projekten, daß der große und kleine Kies am unteren Neckar unterhalb der Brücke ganz zugeſchüttet werden und die Führung einer Durchgangsſtraße von Sontheim und der direkten Verbindung des Induſtrieviertels mit dem neuen Güterbahnhof möglich iſt. Würde man den Neckar nicht zufüllen, ſo müßten im Laufe der Zeit im gan⸗ zen ſieben Brücken gebaut werden. Es ſteht weiter feſt, daß die drei Häfen geſchloſſen werden, ebenſo der Wilhelmshafen mit ſeinen Schleuſen. Nach der Ausführung des neuen Planes mit der vorgeſchla⸗ genen Zuſchüttung eines Teils des Neckars würden für die Waſſer⸗ und Hochwaſſerabführung des Neckars und für die Großſchiffahrt einſchließlich der beiden Stadthäfen rund 800 000 Mark Quadratmeter benötigt und ſomit hochwaſſerfrei d. h. der Ueber⸗ bauung und für ſonſtige Zwecke(Verkehr, Umſchlag⸗ platz⸗, Sportfeſtplatz, Siedlung) verfügbar 1,7 Millio⸗ nen Quadratmeter. Die Denkſchrift führt dann aus, ohne Not werde man keinerlei Heimatbild zerſtören. In Gefahr find allein die Stadtmauer und die Fiſchergaſſe. Sie hebt dann noch die größeren Steblungsmöglichkeiten hervor(größtes zuſammenhängendes Siedlungsge⸗ lände am Neckar in Württemberg mit 2,8 Millionen Quadratmeter). Die Koſtenfrage iſt noch ungelöſt. Aus der Pfalz Selbſtmordverſuch wegen mißlicher Familien⸗ verhältniſſe Oggersheim, 6. Dez. Mißliche Verhältniſſe zn ſeiner fungen Ehe trieben den hier wohnhaften Kernmacher Ernſt Schäfer zu einem Selbſt⸗ mordverſuch. Er brachte ſich einen Kopfe ſchuß bei und mußte in ſehr ſchwer verletztem Zu⸗ ſtand dem Krankenhaus Ludwigshafen zuge⸗ führt werden. Die Kriminalität in der Pfalz. n Speyer, 6. Dez. Im Jahre 1928 waren wegen Verbrechen und Vergehen in der Pfalz ins⸗ geſamt 15 828 Perſonen angeklagt. Davon wurden verurteilt 14587 Perſonen gegen 16 011 im Jahrs 1927. Von den Verurteilten waren 12 809= 88 v. 8 männlich, 1728= 12 v. H. weiblich; 13911= 95,7 v. waren erwachſen und 626,4= 4,3 v. H. jugendlich, d. g. im Alter über 14— unter 18 Jahren. Verhältnis⸗ mäßig die meiſten Straftaten wurden von Perſonen im Alter zwiſchen 90—40 Jahren begangen, ſowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Geſchlecht Ueber die Hälfte der Straftaten fällt Perſonen zus Laſt, die in Induſtrie und Gewerbe beſchäftigt fin Im Vergleich zur ſtrafmündigen Bevölkerung hat dig Pfalz nach Oberbayern die höchſte Kriminalitc in Bayern. Berſtärkung der Germersheimer Schiffsbrick⸗ Germersheim, 6. Dez. Schon ſeit dem Jahr 1925 iſt die Reichsvermögensſtelle bemüht, die n Schiffsbrücke zu moderniſieren. In der Hauptſa werden die alten hölzernen Brückenſchiffe dur eiſerne ſerſetzt. Mit Ablauf dieſes Jahres werden 24 von den insgeſamt 32 Schiffen aus Eiſen erban! ſein.— Eine weitere weſentliche Veränderung beden⸗ tet die Verlegung des Brückendurchlaſſes von des Nühe des rechten Ufers in die Mitte der Brücke. Wie alle militärſſchen Gebäude und Grundſtücke, dis vor Einrichtung der Reichsvermögensverwaltung fü die beſetzten Gebiete Eigentum des bayeriſchen Stag⸗ tes waren, wird auch die Brücke nach Abzug der Be ſatzung an Bayern zurückgegeben. Kunbgebung der Bezirksbauernkammer Bergzabern Bergzabern, 6. Dez. Die Vollverſammlu der Bezirksbauernkammer Bergzabern nahm St lung zu der kataſtrophalen Lage im Wein⸗, Hopfen und Tabakbau in der Sübweſtpfalz. Oekonomieraz Kopf betonte, daß das Weingeſchäft trotz gutes Ernte und hervorragender Güte der Weine vollſtän⸗ dig ſtill liegt. Im Hopfen bau ſei die Lage kataſtrophal; ebenſo ſei die Lage im Tabak baz ſehr ernſt. Man behaupte, daß, wenn keine Hilfe von reichswegen einſetzen würde, der Tabakbau in der Südpfalz aufgegeben werden müſſe. Die Ver ſammlung nahm ſodann eine Entſchließung an, die ſofort der Kreisbauernkammer zugeleitet wurde „Bei der Beſprechung der wirtſchaftlichen Lage if die Bezirksbauernkammer Bergzabern zu des Ueberzeugung gekommen, daß die Landwirt ſchaft am Ende ihrer Kraft angelangt Es wird die Kreisbauernkammer erſucht, alle Mitte in Bewegung zu ſetzen, um ſchleunigſt eine Beſſerung herbeizuführen, da ſie die Verantwortung für 5 Folgen bet einer Fortdauer des jetzigen Zuſtan ablehnen muß.“ Bom Baum erſchlagen * Erlenbach bei Dahn, 0. Dez. Der verhekrakele Gemeinderat und Bader Wilhelm Keilbach wos im Erlenbacher Wald mit dem Schälen eines Bau⸗ mes beſchäftigt. Ein bereits gefällter Baum, de in den Aeſten hängen geblieben war, löſte ſich log, fiel auf Keilbach und zertrümmerte ihm die Sch deldecke. Der Tod trat auf der Stelle ein. geführt ist. bleibt. e ee ee, keine Zigarette, deren Qualität sinkt, sobald sie einmal ein- 169000 Ballen Iabak sind ausschließlich für die»Kolibrie- Herstellung zurückgelegt, damit deren Güte unverändert 169000 Ballen! Wissen Sie, wie viele Zigaretten das bedeu- tet? Rund 4,3 Milliarden Stück! Sie können sich also unbesorgt an die neue»Kolibri- ge- wöhnen, die übrigens 5 mm länger ist als andere 5 Pfennig- Zigaretten. Ehe 4,5 Milliarden Stück au dauert eine ganze Weile 2 geraucht sind- das N 5 * * * * — 1 6. Sette. Nr. 300 Neue MNaunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 7. Dezember 1929 Gerichtszeitung Der„Räuberhauptmann der Weſtpfalz“ verurteilt Ein großer Tag war am 5. Dezember zm Ge⸗ richtsſaal zu Katiſerslauter n. 47 Zeugen ſind geladen, das Publikum füllt den Zuhbrerraum, ſoll doch der„Räuberhauptmann der Weſtpfalz“, Ludwig Jung aus Eßweiler abgeurteilt werden. Bekanntlich hatte Jung im Junt und Jult in ver⸗ ſchledenen Dörfern der Weſtpfalz mit ſeinen oft verwegenen Einbrüchen die Bevölkerung in große Erregung verſetzt. Der Schrecken wuchs noch dadurch, daß Jung auf ſeinen Zügen bei Jettenbach mit dem Revolver drohte. Er hatte dabei auch einige Schüſſſe abgegeben, jedoch wurde niemand verletzt. 14 Einbrüche hat er in Kaiſerslautern, Eßweiler, Kaulbach und Jettenbach verübt und da⸗ bet Gold⸗ und Silberwaren, Lebensmittel uſw. er⸗ beutet. Um den ühn verfolgenden Gendarmen zu entkommen, ſtahl er in drei Fällen Fahrräder, ein⸗ mal auch ein Motorrad. Vor Gericht gab der Angeklagte alle Straftaten ohne weiteres zu. Auch die Revolverſchüſſe leugnete er nicht. Auf die Vernehmung von über 40 Zeugen konnte bei dem umfaſſenden Geſtändnis Jungs ver⸗ zichtet werden. Der Staatsanwalt beantragte eine Geſamtgefängnisſtrafe von einem Jahr, drei Mo⸗ naten und drei Wochen ſowie drei Tage Haft. Das Gericht ging über diefen Antrag hinaus und ver⸗ urteilte Jung zu einem Jahr, ſechs Monate und drei Wochen Gefängnis. 14 Tage der Unterfuchungshaft wurden angerechnet. Eh. * Umfangreiche Verurteilungen von Schwarz⸗ brennern Das Schöffengericht Offenburg, das ſich faſt regelmäßig mit der Aburteilung von Schwarzbren⸗ nern zu befaſſen hat, hatte eine ganze Anzahl von Sachen zu einheitlicher Verhandlung zuſammen⸗ gezogen und verurteilte nach achttägiger Verhanb⸗ lung insgeſamt 19 Angeklagte, die in der Hauptſache in Zell a. H. und in Harmersbach be⸗ heimatet ſind, wegen Vergehens gegen das Brannt⸗ weinmonopolgeſetz bez. wegen Monopolhehlerei zu Gefängnisſtrafen von 10 Monaten bis 2 Monaten und zu Geldſtrafen in Höhe von rund 500 000 bis 200 Mark und außerdem zu empfindlichen Werterſatz⸗ ſtrafen. Insgeſamt wurden für über 15 Mil⸗ Itonen RM. Geldſtrafen und Werterſatz ver⸗ hängt. Die Hauptbeteiligten waren Wilhelm Schmieder aus Unterharmersbach(10 Monate Gefängnis, 402 400 RM. Geldſtrafe und 10 000 RM. Werterſatzj, Leonhardt Hartmann aus Oberhar⸗ mersbach(10 Monate Gefängnis, 461530 RM. Gelb⸗ ſtrafe und 10 000 Mk. Werterſatz), Auguſt Hertig aus Oberharmersbach(zur gleichen Strafe) und Wil⸗ helm Schäck aus Oberharmersbach(116 895 RM. Geldſtrafe und 10 000 RM. Werterſatz). * 5 Freiſpruch in einem Totſchlagsprozeß. Das Schwurgericht Waldshut ſprach den 26 Jahre alten, lebigen Hilfsarbeiter Karl Friedrich Gohr!i aus Minſeln von der Anklage der erſchwerten Kör⸗ perverletzung mit nachgefolgtem Tode frei. Der An⸗ geklagte hatte am 31. Auguſt d. Js. in Nollingen den als gewalttätig und raufſüchtig bekannten Arbeiter Adalbert Herzog durch einen Stich in die Herz⸗ gegend ſo ſchwer verletzt, daß Herzog bald darauf ſtarb. Das Gericht billigte Gehri zwar nicht Not⸗ wehr zu, da er bei der Abwehr des gegenwärtigen rechtswidrigen Angriffs die Mittel weſentlich über ⸗ ſchritten habe. Dieſe Ueberſchreitung der Notwehr ſet jedoch nicht ſtrafbar, da der Täter in Beſtürzung, Furcht und Schrecken über die Grenzen der Verteidi⸗ gung hinausgegangen ſei. Er war deshalb von der erhobenen Anklage freizuſprechen. Gemeinbeſekretär Wagner freigeſprochen. Im Prozeß gegen den der Amtsunterſchlagung angeklag⸗ ten Gemeindeſekretär von Berghauſen, Friedrich Wagner, wurde das Urteil des Amtsgerichts Speyer verkündet. Es lautete auf Freiſprech⸗ ung Wagners mangels Beweiſes. Es konnte nicht nachgewieſen werden, daß Wagner das fehlende Geld iim ganzen 955 Mk.) für ſich verwendete. Der Staats⸗ anwalt hatte 18 Monate Gefängnis und Tragung der Koſten des Verfahrens beantragt. Wegen Diebſtahl verurteilt. Das Schöffengericht in Speyer verurteilte den 24jährigen Spengler Joſeph Kramer von Schifferſtadt wegen Einſteige⸗ diebſtahls zu 5 Monaten Gefängnis. Kramer, ver⸗ anlaßt durch ſeine Vorliebe für Alkohol, ſtieg in Schifferſtadt durch das offene Fenſter in ein Schlaf⸗ ztmmer und entwendete dort 150 Mark. 8 Einbrüche am Kirmestag. Der Mechaniker Walter Schmitt aus Singen kam am 2. April nach Wolfſtein, wo gerade Jahrmarkt war. Er be⸗ nutzte die Abweſenheit der Leute aus ihren Behau⸗ gungen, um mehrere Einbruchs diebſtähle aus⸗ zuführen, bei denen ihm etwa 500 Mk. Bargeld und eine Uhr in die Hände fielen. 50 Mark ſetzte er ſo⸗ fort in Wirtshauszechen um. Unter Anrechnung von einem Monat Unterſuchungshaft wird der Dieb vom Schöffengericht Kaiſerslautern zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. § Wegen Scheckbetrügereien verurteilt. Ein ge⸗ wiſſer Heiſt aus dem pfälziſchen Ort Edenkoben, der ſeit langer Zeit wegen Scheckbetrügereien geſucht wurde, konnte in Mainz gefaßt und verurteilt werden. Heiſt hatte ein Scheinkonto bei einer Mannheimer Bank eröffnet. Mit dem Scheck⸗ buch reiſte er in Deutſchland umher und ſchädigte zahlreiche Geſchäftsleute u. a. in Ludwigshafen, in Stuttgart, Frankfurt a.., Mainz, Wiesbaden, Neuſtadt und in Städten Norddeutſchlands. Dem Betrüger kam man dadurch auf die Spur, daß er eine Fahrt mit einer Kraftdroſchke von Mainz nach Wies⸗ baden unternehmen wollte, ohne zu bezahlen. Er wurde der Polizei übergeben. Das Gericht in Mainz verurteilte ihn wegen Scheckbetrügereien und Urkundenfälſchungen zu einer Gefängnisſtrafe von einem Jahr und 6 Monaten. 8 Reichsgericht und Erfinder der Todesſtruhlen. Der anfangs September von der Strafkammer Frankfurt a. M. wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilte Ingenieur Albert Brue hahn, der„Erfinder“ nie exiſtierender Todesſtrahlen, hatte gegen das Urteil Reviſion eingelegt. Dieſe wurde nunmehr vom Reichsgericht verworfen. Damit hat das Urteil Rechtskraft. g Raſtatt, 6. Dez. Im Schloßhotel fand letzthin die neunte ordentliche Generalverſammlung des Vereins badiſcher Pflanzenzüchter e. V. ſtatt. Geſchäftsführer, Lawdwirtſchaftsrat Dr. Lieber⸗ Raſtatt erſtattete den Jahresbericht, der eine günſtige Entwicbklung des Vereins angibt. Er zählt heute 82 Mitglieder, darunter 35 tätige Züchter. In der Landwirtſchaftskammer beſitzen die Pflanzenzüchter eine gute ſachverſtändige Vertretung. Im Hinblick auf bie Wichtigkeit der Sorten beratung geht das Beſtreben nach wie vor dahin, ein einheitliches Sorten ⸗Verſuchs⸗ und Beratungsweſen zu ſchaffen. Von dem genoſſenſchaftlichen Zuſammenſchluß er⸗ wartet man eine tatkräftige Förderung auch der Wünſche der Pfanzenzüchter. An die badi⸗ ſche Regierung und den Landtag ergeht die dringende Bitte, die Ausgeſtaltung der Saatzuchtanſtalt Raſtatt in die Wege zu leiten. Dr. Lieber berichtete weiter über erfreuliche Erfolge der Arbeitsgemeinſchaft „Altfränkiſche Luzerne e..“ Es ſei möglich ge⸗ worden 500 Zentner Standardbware auf den Markt zu bringen. Ueber die Tätigkeit des Randener Futterſamen⸗ bauvereins, der ein Gebiet von 17 Gemeinden und eine Rotkleeanbaufläche von 70 Hektar umfaßt, be⸗ richtete Saatzuchtinſpektor Müller. Die bisher angeſtellten Saatzuchtverſuche hätten ein durchaus e SHirſchberg, 7. Dez. In ber geſtrigen Nach⸗ mittagsſitzung des Prozeſſes gegen Graf Stolberg⸗ Wernigerode wurden zunächſt die Gutsange⸗ ſtellten vernommen, die Bekundungen über die Vorgänge unmittelbar nach der Tat machten.— Die Kutſcher Breuer und Müller gaben dem Angeklag⸗ ten das beſte Leumundszeugnis. Sie trauen ihm einen Vatermord nicht zu. Gutsverwaltungsdirektor Gombert hat ſofort Anweiſung gegeben, nichts anzurühren und die Polizei zu rufen. Der Angeklagte hat den Zeu⸗ gen ſofort mit einer Fülle von Aeußerungen über⸗ ſchüttet:„Ich bin beſoffen! Man hat mich beſoffen gemacht! Ich habe irgend etwas angeſtellt, ich weiß nicht, was! Was iſt denn los geweſen? Sollen wir denn alle mit Gewalt zugrunde gerichtet werben?“ Auf die Frage des Zeugen, ob er wiſſe, daß ſein Vater tot ſei, rief der Angeklagte:„Das iſt nicht möglich, Herr Direktor, Sie lügen! Anto⸗ nie, ſag Du doch, daß er lügt!“— Der Zeuge ſagte Graf Chrtiſttan ſofort, er müſſe der Täter ſein. Der Zeuge ſchilderte dann, wie er den jungen Grafen, der früher ein freies Leben führte, allmäh⸗ lich an die Büroluft gewöhnte. Er habe gute Fort⸗ ſchritte gemacht. Der Angeklagte habe genau ge⸗ Aus dem Lande Staatliche Perſonal veränderungen Kraft Geſetzes tritt in den dauernden Ruheſtand: Prof. Albert Sandhaas am Gym⸗ naſium in Heidelberg, auf 1. März 1930; Rektor Adam Klein in Mosbach, auf 1. Febrwar 1930; Rektor Reinhard Pfeffer in Waldshut, auf 1. Febr. 1930 Hauptlehrer Karl Hofſtetter in Unter⸗ eggingen, Amt Waldshut, auf 1. Februar 1930; Haupt⸗ lehrer Michael Schnecken burger in Friedrichs⸗ febd, Amt Mannheim, auf 1. Februar 1930. Verſetzt in gleicher Eigenſchaft wurde: Gewerbelehrer Karl Bläſt, an der Gewerbeſchule in Wlesloch an jene nach Wertheim. Verbrecherpech Schwetzingen, 8. Dez. Die„Schwetzinger Zei⸗ tung“ weiß zu berichten: Am Mittwoch abend glückte einem Schwetzinger Polizeibeamten durch Zufall ein guter Verbrecherfang. Der Beamte war abends bei einer in der Oſtſtadt wohnhaften bekannten Familie zu Gaſt, als um 2 Uhr nachts die Hausklingel geläutet wurde. Vor der Tür ſtand ein fremder Mann, der nachts noch bettelte und um Vermittlung eines Nachtquartier bat. Der Beamte, der in Zivil war, riet dem Manne, doch zur Polizeiwache zu gehen und in der Herberge zu übernachten. Der Fremde erklärte jedoch, daß er mit der Polizei nichts zu ſchaffen haben wolle. Schließlich ſetzte er ſich aber doch in ein inzwiſchen herbeigerufenes Auto, um ſich zu einem Nachtquartter fahren zu laſſen. Man kann ſich die Ueberraſchung des Mannes vor⸗ ſtellen, als er plötzlich auf der Polizeiwache landete und feſtgenommen wurde. Er ver⸗ weigerte jede Auskunft über die Abſichten ſeiner nächtlichen Bettelei. Der Mann wurde nach Mann⸗ heim eingeliefert, wo er vom Erkennungsdienſt als ein bekannter Spitzbube gleich ermittelt wurde. Er iſt wegen Diebſtahls, Einbruchsdiebſtahls, Bette⸗ lei, Zuhälterei und anderen Delikten bereits 31 mal vorbeſtraft. Der Mann, der 38 Jahre alt iſt, und aus Ludwigshafen ſtammt, wurde gleich in Haft genommen. Neubau einer evangel. Kirche in Karlsruhe * Karlsruhe, 6. Dez. In der evangel. Kirchen⸗ gemeindeausſchußſitzung wurde mit großer Mehrheit der von der Kirchenregierung angeregten Neuerrich⸗ tung einer Pfarrei in der Altſtadt zugeſtimmt. Hier⸗ bei wurden große Bedenken geäußert gegen die Be⸗ ſtimmung der Verfaſſung, daß bei Pfarrwahlen mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten auf einen Kandidaten fallen müſſen. Denn trotz einer Betei⸗ ligung von 95 Proz. der Berechtigten könne es, wie die Erfahrung gelehrt hat, zu unentſchtedenen Wah⸗ len kommen. Der nächſte Punkt der Tagesordnung betraf die Beſchaffung von Mitteln für die in abſeh⸗ barer Zeit zu errichtende Markuskirche. Die Gemeinde hat bis jetzt 40 000% für deren Zweck angeſammelt. Der Kirchengemeinderat machte den Vorſchlag, dieſe Summe als Einlage bei der Bau⸗ ſparkaſſe von Wüſtenrot zu verwenden und 3 Bauſparverträge für insgeſamt 200 000/ abzu⸗ ſchließen. Nach kurzer Ausſprache wurde mit großer Mehrheit der Antrag angenommen. In vorgeſchrit⸗ tener Stunde wurde der Voranſchlag noch beraten und nach kurzer Beſprechung angenommen. Verein badischer Pflanzenzüchter günſtiges Ergebnis gezeitigt. In Tengen ſolle eine Außenſtelle für Saatzucht errichtet werden. Der Vorſitzende Hohenſtatt⸗Straßenheim re⸗ ferierte über die praktiſchen Auswirkungen des ge⸗ planten Pflanzenſchutzgeſetzes. Der Entwurf bedürfe aber noch der Nachprüfung; denn er enthalte eine Reihe von Beſtimmungen, die keinen Schutz, viel⸗ mehr eine große Gefahr für die Exiſtenz der klei⸗ nen Züchter bedeute. In einer Entſchließung äußert ſich nach weiteren Ausführungen des Direk⸗ tors von Engelberg von der Bad. Landwirt⸗ ſchaftskammer die Verſammlung einmütig dahin, daß der Entwurf in ſeiner jetzigen Form unannehmbar ſet. Die Entſchließung ſoll dem Reichsernährungs⸗ miniſterium zugelsitet werden. Mit der Wiederwahl des Vorſtandes fanden die Verhandlungen ihren Abſchluß. 1 In einer nachmittags im Döwen abgehaltenen öffentlichen Verſammlung ſprach der geſchäfts⸗ führende Direktor der Bab. Land wirtſchaftskammer Dr. von Engelberg über die gegenwärtige Lage der badiſchen Landwirtſchaft, während Landwirtſchaftsrat Dr. Lieber über die Bedeutung der Pflan⸗ zenzüchtung für die badiſche Landwirtſchaft einen Vortrag hielt. Mit der Tagung war auch eine Fach⸗ ausſtellung verbunden. Prozeß gegen Graf Stolberg Lokaltermin in Jannowitz wußt, daß noch Jahre dazu gehörten, die VBerhllt⸗ niſſe zu ſanieren. Für einen Mord in der Weiſe, wie er begangen wurde, findet der Zeuge keine Motive. Der alte Graf habe an den Folgen einer ſchweren Gehirn⸗ erſchütterung gelitten. Es habe genügt, ihm ein Kiſſen vom Kopf fortzuziehen. Auch bei der Jagd hätte man ihn vtel leichter beſeittigen können. Auf Antrag des Staatsanwaltes beſchloß das Ge⸗ richt dann nach kurzer Beratung die Abhaltung eines Lokaltermins auf Schloß Jannowitz. Die Oeffentlichkeit wurde dabei, mit Ausnahme der Preſſevertreter, ausgeſchloſſen. Am ſpäten Abend traf der Gerichtshof im Schloſſe ein. In dem größ⸗ ten Raume des Rentmeiſterhauſes, dem damaligen Arbeitsraum des Grafen Eberhard, wurde die ganze Unglücksſzene noch einmal rekonſtruiert. Da⸗ bei kamen die Sachverſtändigen zu dem Ergebnis, daß die Darſtellung des Angeklagten doch richtig ſein könne, daß alſo tatſächlich beim Repetieren mit einer klemmenden Patrone der Unglücksſchuß aus Verſehen losgegangen ſein könne. Zu ſehr ſpäter Stunde traf das Gericht wieder in Hirſchberg ein.— Die Verhandlung wurde auf heute vormittag vertagt. Verhaftungen in Weinheim U Weinheim, 6. Dez. Durch die Gendarmerie wurde ein 31jähriger Schleifer aus Frankfurt am Main feſtgenommen und nach Mannheim ab⸗ geliefert. Der Mann hatte in einem hieſigen Fabrik⸗ geſchäft unter Drohungen zwei Revolver⸗ ſchüſſe auf die Geſchäftsleitung abgegeben, ohne glücklicherweiſe zu treffen.— Ferner wurde ein hieſiger Händler wegen Sittlichkeitsverbrechens feſtgenommen. In Leutershauſen verhaftete die Gen⸗ darmerie eine diebiſche Elſter, und zwar eine Frau, die in einem dortigen Geſchäft einen auf dem Ladentiſch liegenden 50 Schein entwendete und mit der Beute zu entkommen ſuchte.— Durch den Frauenverein vom Roten Kreuz wurden hier 25 Hausangeſtellte für 40⸗, 15⸗ und 10fjährige treue Dienſtzeit ausgezeichnet. Einbruchsverſuch— Aufgegrifſen Karlsruhe, 6. Dez. In der Nacht zum Donners⸗ tag verſuchte ein unbekannter Täter in die Woh⸗ nung eines Ingenieurs in der Gebhardſtraße ein⸗ zubrechen. Er war vermutlich mit einem Nach⸗ ſchlüſſel durch die verſchloſſene Haustür in Haus eingedrungen. Während er ſich an der ver⸗ ſchloſſenen Wohnungstüre zu ſchaffen machte, be⸗ merkte ihn die Frau des Wohnungsinhabers und ſchlug Alarm. Ein Bewohner des Hauſes ver⸗ ſtändigte die Polizeiwache, die ihrerſeits den Not⸗ ruf heranholte. Das Haus und die umliegenden Gärten wurden umſtellt und abgeſucht. Der Täter war jedoch inzwiſchen durch die Hintertür des Haufes und über den etwa zwei Meter hohen Draht⸗ zaun des Hausgartens entkommen. Die Krimi⸗ nalpolizei verfolgt den Fall weiter.— Ein jähriger Junge aus Bulach, der ſeit Mittwoch nachmittag von ſeinen Eltern vermißt worden war, wurde am Donnerstag nachmittag in dem Augenblick auf ⸗ gegriffen, als die Polizei zu einer größeren Razzia anſetzte. Eine Polizeiſtreife führte den Ausreißer ſeinen Eltern wieder zu. Dieſer Vorgang hat offenbar den Anlaß zu dem Gerücht von der Anweſenheit des Düſſeldorfer Mörders in Karlsruhe gegeben, das am Donnerstag nach⸗ mittag in der Stadt kurſierte. ** Kr. Heidelberg, 5. Dez. Die Allgem. Orts ⸗ krankenkaſſe für den Amtsbezirk Heidelberg zählte am 1. Dezembedelf. Is. 37222 Mitglieder gegen 37988 im Vormonat. Hiervon waren 19782(19874) männlichen und 17940(18114) weiblichen Geſchlechts. Pflichtverſichert waren 17935(18032) Männer und 14636(14777) Frauen. Freiwillig verſichert waren 1847(1842) Männer und 3304(3337) Frauen. An arbeitsunfähigen Kranken wurden am Stichtage ins⸗ geſamt 840(798) Männer und 485(616) Frauen ge⸗ zählt; hiervon entfallen auf freiwillige Mitglieder 38(46) Männer und 131(120) Frauen. Von 178(183) Wöchnerinnen, die am 1.[f. Mts. gezählt wurden, gehören 127(132) den pflichtigen und 51(51) den Außer dieſen wurden auf Grund der Familienhilfe weitere 147(164) Wöch⸗ nerinnen unterſtützt. Die Zahl der arbeitsunfähigen Kranken betrug insgeſamt 1325(1414) oder 3,50 v. H. (3,72 v..) Vom Arbeitsamt waren am 1. Dezember freiwilligen Mitgliedern an. If. Js. 2582(2230) männliche und 775(712) weibliche Erwerbsloſe gemeldet. Nachbargebiete Raffinierte Schwindler Beerfelden im Odenwald, 6. Dez. Ein Schwinb⸗ lerlerpaar macht ſeit einigen Tagen die hieſige Gegend unſicher. Das Pärchen iſt gut gekleidet und gibt vor, für eine Hutftrma zu reiſen. Sie gehen von Haus zu Haus, nehmen Beſtellungen auf Hüte auf und laſſen ſich Anzahlungen darauf machen. Selbſtverſtändlich bekommen die Beſteller weder die Hüte noch ihr angezahltes Geld wieder. Die Lebens⸗ haltung⸗ und die Uebernachtungskoſten in Gaſthöfen und Hotels ſchenkt ſich das ſaubere Pärchen natürlich auch. Die Poltzei verfolgt eine Spur, die angeblich nach Weinheim führen ſoll. Etwa 20 Nationalſozialiſten ſeſtgenommen sw. Darmſtadt, 6. Dez. Nachdem das Poltzetamt am Donnerstag die für Freitag anberaumte natio⸗ nalſozialiſtiſche Verſammlung vewboten hatte, wurden am Freitag früh Flugblätter verteilt, in denen zu leſen war, daß das auf lächerliche Gründe aufgebaute Verbot eine Proteſtverſammlung erforderlich mache, die am Freitag abend umu im „Perkeo“ ſtattfinden ſolle. Durch die Polizei wurden die Flugblätter beſchlagnahmt und die Proteſtver⸗ ſammlung ebenfalls verboten. Am Abend marſchter⸗ ten etwa 20 uniformierte Nattonalſozialiſten die Mheinſtraße hinab. Da ein Umzug ebenfalls der Ge⸗ nehmigung bedarf, wurden die Nationalſogialiſten vorläufig feſtgenommen. 5 Die Reviſion des Luſtmörders Remm⸗Lingen⸗ ſeld verworfen. Wie wir erfahren, wurde die von dem zum Tode verurteilten Luſtmörder Re mm aus Lingenfeld eingelegte Reviſion vom Reichs⸗ gericht verworfen. Der Verteidiger wird nun⸗ mehr ein Gnadengeſuch für ſeinen Mandanten einreichen. ä Briefkaſten Wir bitten für den Briefkaſten beſtimmte Einfendungen auf dem Umſchlag als ſolche kenntlich zu machen. Münd⸗ liche Auskünfte können nicht gegeben werden. Beantwor⸗ tung juriſtiſcher, meödtziniſcher und Aufwertung s⸗ fragen iſt ausgeſchloſſen. Jeder Anfrage iſt die Bezugs⸗ gutttung betzufügen. Anfragen ohne Namensnennung werden nicht berückſichtigt. 1 Sie müfſen 6 Wochen auf ein Quartal bin kahn gen. Hausſtreit. Die gange Angelegenheit bann nur ber Haus⸗ eigentümer regeln. Gegen das Legen der Matte können Sie nichts machen. Für die Reinhaltung des Flurs ſind Sie verpflichtet, wenn Sie jeden Tag den Platz der Matte reinigen, wird alles von ſelbſt aufhören. Hof⸗ und Tveppenreinigung richten ſich nach den Beſtimmungen des Vertrags oder der Hausordnung. L. J. Waldmichelbach. Der Eſſigſtich kann dem Apfel⸗ wein nur durch das Paſteuriſierverfahren genommen wer⸗ den. Dos Verfahren iſt aber veichlich teuer. Es iſt viel⸗ leicht am beſten, wenn Sie den Apfelwein an eine Effig⸗ fabrik verkaufen. Pneumatorax Schönberg. Mannheim zählte am 1. Nos. 1920 258 880 Einwohner, Ludwigshafen am 31. März 1920 106 000 und Bonn am 31. März 1929 91 000. „S. 12. Nein, das iſt nicht zuläſſig. . Nu. Schreiben Sie an das Sekretariat der Univer⸗ ſttätsklinik in Heidelberg. Wißbegieriger. 1. Zur Sicherung dürfen Sie an Ihrer Tür anbringen was Sie wollen. Im Falle des Ausguges müſſen Ste den alten Zuſtand der Tür wieder herſtellen. 2. Die Wohnung können Sie ſchätzen laſſen, die Koſten mütſſen Sie aber ſelbſt tragen. H. B. 101. Wurde ſ. Zt. verſtümmelt. Erkundigen Sbe ſich bei der Kirchenbehörde in Bamberg, die Ihnen den richtigen Weg weiſen wird. . Po. Wenden Sie ſich an den Perl⸗Bund. 1075 Neckarau. Landwirtſchaftliche Blätter, Kalſerslan⸗ tern, Pfälzer N in Kuſel, Kleintter und Gar⸗ tenfreund in Rodalben, er Rhein⸗Pfälzer Bauer in Schifferſtabt. K. Ka. Vielleicht können Sie den Briefträger veran⸗ laſſen, daß er klingelt. Sonſt muß der Hauseigentümer für einen Briefkaſten an der Tür ſorgen. Fr. P. Ja das geht ſchon wenn eine Anatomie dafſtr Intereſſe hat.. H. W. 1. Nein. 2. und 3. Erkundigen Sie ſich beim Deutſchen Auslandsinſtitut in Stuttgart. Samstag, den 7. Dezember Nationaltheater:„Adrienne“ 20 Uhr. Apollotheater: 16 Uhr„Aſchenbrödel“; 20 Uhr„Eine Frau von Format“. Vortrag: Freier Bund ⸗ Städt. Kunſthalle: 1 or Dr. Ernſt Jaeckh⸗Berlin:„Die neue Zeit“( n zur Werbbundausſtellung 1932), 20.15 Uhr. Viederkranz Mannheim: Abend unterhaltung mit Dang im Nibelungenſaal und Muſenſagal, 20 Uhr. Lichtſpiele: Alhambra:„Feühlings Erwachen“. Schauburg:„Der Mann, der nicht lieben darf“.— Capitol:, Die Frau im Mond“.— Scala:„Frau im Mond“.— Gloria:„Der Günſtling von Schönbrunn“, Palaſt⸗Theater:„Erfahrene Frau geſucht“.— Ufa⸗ Theater:„Docks von Newyork“. 8 Sehenswürdigkeiten: Kunſthalle:(außer Montags) tägl. 10—13 Uhr, 116 Uhr; Sonn⸗ u. Feiertggs durchgeh. v. 11—10 Uhr.— Schloßmu⸗ ſeum: Geöffnet tägl. v. 10—13 und 14—16 Uhr. Sonntags v. 11—16 Uhr durchgehend. Sonderausſtellung Deutſche Minneſinger(Bilder der Maneſſeſchen Handſchrift).— Schloßbücherei:—1 Uhr und nachm. von 15—17 Uhr.— Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeughaus: Sonntag vorm. von 11—13 Uhr u. nachm. von 15—17 Uhr; Dienstag 15—17 Uhr; Mittwoch 15—17 Uhr; Freitag 17 bis 19 Uhr.— Planetarium: 15 Uhr Beſichtigung. Schluß des redaktioneſſen Teils 1 4 e ö 0 9 0 Verantwortlich für Po Kommunalpolitik und Vermiſchtes: und alles übri N 2 * 855 en e Rede an die Jugend/ Von Wir veröffentlichen nachſtehend die Gerhart Hauptmann jüngſt im Konzertſaal als Gaſt des Penklubs gehalten hat. D. Red. Am 21. Oktober dieſes Jahres waren rund vier Jahrzehnte vergangen ſeit dem Tage, als ich mit meinem erſten Drama„Vor Sonnenaufgang“, deſſen großer Pate Leo Tolſtoj war, zum erſtenmal die weltbedeutenden Bretter betrat. Es war in Ber⸗ lin. Das Ereignis bleibt für die Theatergeſchichte und jedenfalls für mich denkwürdig. Es begann damals für mich ein langer und dornenvoller Weg, der heute hinter mir liegt. Iſt aber keine Roſe ohne Dorn, ſo waren für mich die Dornen, durch die ich mich manchmal, arg zerſchunden, hindurchzuwinden hatte, nicht ohne Roſen. Unter den früheſten aber und ſchönſten meiner Laufbahn ſind die geweſen, die Ihre Stadt Wien mir ſchenkte und zum Blühen brachte. Alle wiſſen das, denen das Leben, das viel wichtigere und reiche Eigenleben, eine Minute übrig ließ, um Rede, die Wiener großen ſich mit meinem Geſchick zu beſchäftigen. „Aber was iſt geſtern?“ hat Goethe in ſeinem Alter mit Achſelzucken gefragt. Er dachte dabei nicht an das, was uns von ihm, ſondern an das, was ihm von ſich ſelbſt übrig blieb, oder beſſer, was ihm von geſtern, von der Summe ſeines ganzen Lebens und Wirkens übrig blieb. Das war eben nichts andres, als was er nach wie vor in ſich darſtellte, ohne die Fülle und Summe ſeiner Werke, mit denen er ſich ausverſchenkt und verſchwendet hatte. Immerhin iſt dies fataliſtiſche„Was iſt geſtern?“ Ausdruck einer augenblicklichen Depreſſton, und er hätte in einem andern, einem in Heiterkeit erkennenden Augenblick ganz wohl behaupten können:„Das Ewig Leſtrige zieht uns hinan“, und würde damit eine Wahrbeit ausgeſprochen haben, deren überwältigender Beweis er ſelber iſt. Rn„ Ich würde nicht hier ſtehen, würde dieſe Gegen⸗ wart nicht, wie ich ſie genieße, genießen können, ohne meine Vergangenheit würde nicht fähig ſein, ſie, wie letzt, als eine Art Wunder zu genießen. Noch immer, nach vierzig Jahren ſchickſalsmäßiger Geiſtigkeit, darf ich aufrecht meinen Weg ſchreiten, gelangte hierher, dem im Geiſte und im Herzen immer blühenden Wien, werde von Ihnen willkommen geheißen, er⸗ fahre mit dem ganzen Inhalt meiner Vergangenheit und Gegenwart Ihre Gaſtfreundſchaft. Jede Gegen⸗ wart trägt die Vergangenheit, und ohne Vergangen⸗ heit wäre dieſer rätſelvolle und große Augenblick, dieſer feſtliche Augenblick nicht lebendig geworden. Erſcheine ich jemandem unverſtändlich? Der möge verſuchen, die Gedankenloſigkeit abzuſchütteln, mit der wir gemeinhin dem Leben gegenüberſtehen, Er möge ſich in die Seele eines Menſchen hineindenken, den das Staunen und Befremden des Kindes den Ereigniſſen und Erſcheinungen des Lebens gegen⸗ über trotz ſeines hohen Alters nicht verlaſſen hat. So mag einem Manne zumute ſein, den als Kind Schwindel ergriff, wenn es auf einer Wagendeichſel balancieren ſollte, wenn er im Alter rückblickend ſich geſteht, daß er zahlloſe Marktplätze, Flüſſe und Ab⸗ gründe ohne zu ſtürzen auf dem Turmſeil über⸗ ſchritten hat. Das bloße Noch⸗da⸗Sein iſt ihm das Wunder. In einer Betrachtung wie dieſe hat das Goetheſche Achſelzucken„Was iſt geſtern? nicht ſein Geltungs⸗ bereich. Vielmehr darf man wiederholend ergänzen: Das Ewig⸗Geſtrige trägt, zieht, hebt uns hinan. Wir ſind nicht einen Weg durch eine ewig gleiche Um⸗ gebung gegangen, wenigſtens dürfen wir das nicht annehmen. Es wäre ein überflüſſiger, ein ſinnloſer Weg. Daß wir ihn gingen, hat jedoch einen Sinn ge⸗ habt. Es hat nicht nur den Sinn der Erhaltung ge⸗ habt, ſondern den einer Steigerung unſres Weſens zu einer gewiſſen Reife und Vollkommenheit. Wir ſollten nach dem mitgeborenen Maß unſres Weſens uns erfüllen mit dem Gehalt der Welt. Wenn wir uns dieſem Zuſtand nähern, ſo verſtärkt ſich in uns das Gefühl des Vollendetſeins. Eine Art Ruhe zieht in uns ein, die zwar Gott ſei Dank keine abſolute iſt, aber das allzu wilde Drängen der Wünſche, Leiden⸗ ſchaften und Schmerzen mäßigt, und ſo einen im all⸗ gemeinen bequemen Zeitgenoſſen aus uns macht. **. 4 Nach alledem kann ich nicht zugeben, daß die Ju⸗ gend, wie ſie wohl gelegentlich meint, dem Harmo⸗ niſch⸗Gewordenen des Alters in jeder Beziehung überlegen ſet. Ja, ſie kann unmöglich ein echtes Wiſſen vom Alter haben, bevor ſie ſelbſt alt gewor⸗ den iſt. Aber wir Alten ſind jung geweſen. Wir ſehen unſre eigene Jugend bewußt unter uns. Und ſo werden wir wohl über Jugend Beſcheid wiſſen. „Das Ewig⸗Geſtrige zieht uns hinan.“ Ich könnte dies Wort ſehr wohl auch auf die vergangene und gegenwärtige Jugend in mir anwenden. Alles Ver⸗ gangene iſt in mir, ſowohl im Unterbewußtſein als im Bewußten, Gegenwart. Während aber die Pro⸗ zeſſe im Unterbewußtſein ohne mein bewußtes Zutun vor ſich gehen, meinem bewußten Willen entzogen ſind, vermag ich die bewußte Jugend in mir aufzu⸗ * rufen und mich an ihr zu erfreuen. Man täuſcht ſich ſehr oft über das wahre Alter eines Menſchen, wenn man ſeine Jahre zuſammenzählt und ihn nach ſeinem Ausſehen beurteilt. Machte der jugendliche Körper allein die Jugend aus, wie wären dann manche junge Männer und manche junge Frauen ſo erdͤrük⸗ kend und ertötend langweilig! Es iſt ja im alkge⸗ meinen richtig, daß ein junger Körper ſchöner als ein alter iſt. Aber nicht immer iſt es richtig. Und züwiſchen zwei jugendlichen Körpern iſt der geiſtig be⸗ ſeelte, anmutig bewegte dem jugendlich ſchöneren überlegen, der ohne ſolche Beſeelung iſt. Und darin liegt der Sinn jenes Satzes, der beſagt:„Es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut.“ Dieſer durch nichts zu erſchütternde Tatbeſtand darf uns jedoch nicht verführen, über Jugend von oben herab zu urteilen. Ein ſolches Verfahren gliche * a 8 8 N e der„Neuen Mannheimer Zeitung 3 fedem anderen beliebigen Akt der Ueberheblichkeit. Und da Ueberheblichkeit gleichbedeutend mit Dumm⸗ heit iſt, würden wir ſo weder der Jugend in andern noch in uns ſelbſt gerecht werden. Wer Jugend nicht ehrt oder mit Geringſchätzung von ihr ſpricht, iſt tief zu bedauern, da er den Wert des Höchſten nicht kennt was wir im wirklichen und übertragenen Sinne be⸗ ſitzen. Denn wir müſſen uns klar darüber werden, daß Jugend im vollen Sinne nicht an Jahre gebun⸗ den iſt. Jugend. das heißt der Begriff davon, iſt zwar vom Morgen des menſchlichen Lebenstages genom⸗ men, nicht aber iſt für jeden, der ihn durchlebt, wahre Jugend damit verbunden. Es gibt Kinder, die alt geboren werden, und ich habe in meinem Leben ver⸗ knöcherte Greiſe von zwanzig, fünfundzwanzig Jah⸗ ren, mehr als mir lieb iſt, zurückgelaſſen. Wahre Jugend iſt Freude an der eigenen Körperlichkeit, Freude an der eigenen Geiſtigkeit, ſie iſt Liebe als enge perſönliche ſowie als ſoziale Verbundenheit, iſt frohes Bejahen von Natur, Welt und Gott, und überall Hoffnung, Glaube, ja Zuverſicht. Und das tſt, wie geſagt, das Höchſte, das wir beſitzen. Halte ich nichts von dem Alter, das mit Alter renommiert, ſo halte ich ebenſowenig von Jugend, die mit Jugend renommiert. Iſt es ein häßliches Schauſpiel, wenn ſich verknöchertes Alter gegen blü⸗ hende Jugend kehrt, ſo iſt es ebenſowenig ſchön, wenn junge Jahre vergeſſen, daß ſie Wunſch und Beruf ha⸗ ben, neue Jahre aus ſich zu bilden, eine Kette, die nur im hohen Alter enden ſoll. Es iſt heut und war auch früher vielfach üblich, das zu tun, und das fort⸗ geſchrittene Alter mit moraliſchem Mord zu bedrohen Aber der blinde junge Menſch, der ſich dazu hin⸗ reißen läßt, ſieht den Selbſtmord nicht, den er vor⸗ bereitet, abgeſehen davon, was ſonſt noch Lebens⸗ wichtiges, paradox zu reden, in das leider weite Ge⸗ ſichtsfeld ſeiner Blindheit fällt. * Obgleich man mit Rechenexempel vieles beweiſt, ſo find es nicht Rechenexempel, mit denen man Ju⸗ gend oder Alter beweiſen kann. Vielleicht iſt der Leuchtturm auf einer Klippe hundert Jahre alt, aber mit einem ſtarken, immer gleichen Licht verſehen, das den Seefahrer ſicher leitet, während ein andrer, neu gebaut, weniger Lichtkraft beſitzt und vielleicht nach wenigen Jahren des Beſtehens zuſammenbricht. Es kann auch kommen, daß der unerfahrene Schiffer im hellen Tage ſeiner Jugend einen Leuchtturm nicht vermißt und ſeinen Wert überhaupt nicht kennt. Er wird ihn dereinſt noch kennenlernen. Wenn aber die Nacht und die Stürme kommen, dannn wird er auch das Wegblicken nicht mehr üben, was in Vollmond⸗ nächten vielleicht noch möglich iſt. Was heißt über⸗ haupt im Geiſtigen alt oder jung? Man mag meinet⸗ wegen den Ungeiſt alt nennen, das aber iſt über⸗ haupt kein Geiſt, mit dem nicht ewige Jugend ver⸗ bunden iſt. Und alle wahren Geiſter menſchlicher Inkarnation ſind gleichaltrig. Oder wer ſah an ſolchen Geiſtern je einen weißen Bart oder auch nur ein weißes Haar? Geiſter verraten keine Jahre, geknickte Beine und altersgekrümmte Rücken kennen ſie nicht. Der Geiſt eines alten Mannes kaun leuchtend wie eine Sonne ſein und der Geiſt eines Jünglings die ſchwächſte Nachtfunzel. Auch das Umgekehrte liegt im Bereich der Möglichkeit. Es geht nicht an, aus dem bloßen Alter und aus der bloßen Jugend Schlüſſe 1 ziehen, weil man ſo nur völlig Verfehltes folgern ann. Uebrigens iſt ein Menſch, gleichviel wie alt, inſo⸗ fern er im Vollbeſitz ſeiner geiſtigen und körperlichen Kräfte lebt, mit jedem andern, gleichviel wie jung, der ſich eines geſunden Daſeins, freut, in dieſem Be⸗ tracht gleichaltrig. Beide leben denſelben elektriſchen Augenblick. Ob der eine glaubt, der andere ſtehe dem Tode näher als er, das ändert nichts an der Inten⸗ ſität des gemeinſamen Seins. Ueberdies gibt es für niemand, wer er ſei, eine Garantie daß er morgen noch lebe, ſo daß nicht einmal hierin Jugend dem Alter überlegen iſt. Man könnte erwidern, es handelt ſich in dem möglichen ſchlechten Verhältnis der Jugend zum Al⸗ ter und des Alters zur Jugend mehr um Kolliſionen im Raum als um Geiſtigkeit. Eine alte Linde oder Eiche kann fungen Bäumchen im Wege ſein oder kann ſich von fungen Bäumchen bedroht fühlen. Dies ſind allerdings Fälle, wo guter Rat teuer iſt, und wir müſſen ſie leider hinnehmen, müſſen hinnehmen, obgleich auf dem Gebiete der Geiſter, von dem wir handeln, ſolche Gedanken nur ſcheinbar begründet ſind. Für die Entwicklung gewiſſer Einzelgänger der Geiſtigkeit iſt immer und überall Platz geweſen. Sorgen und Kümmerniſſe wie dieſe gehören jeden⸗ falls nicht ins Gebiet reiner Geiſtigkeit, das ſie, wo ſie dennoch hineindringen, verunreinigen. Und indem ich nun auf unſer beſonderes Anliegen, nämlich die Kunſt, übergehe, ſtelle ich ausdrücklich feſt, daß nach meinen Begriffen echte Kunſt ohne den Boden lau⸗ terer Geiſtigkeit undenkbar iſt. Viele werden vieles dawider einwenden. Man wird künſtleriſche Objekte anführen in der bildenden und in der redenden Kunſt die meine Behauptungen zu widerlegen ſcheinen. Man gräbt aber, wo dieſer Anſchein ſikMeſizlaxus Man gräbt aber, wo dieſer Anſchein ſich zeigt, nur nicht tief genug. Nicht nur verwechſelt man meiſtens Stoff und Geiſt, ſondern das oberflächliche Sehen enthält auch nicht den Wahrheitsdrang und ⸗zwang, der das Widerwärtige, Schmutzige zu verſchletern ſich verbietet Wohl geſtaltet reiner Geiſt auch den platten Inſtinkt, wie er im nackten Kampf ums Da⸗ ſein zum Ausdruck kommt, aber mit dieſer Art einer derben Sinnlichkeit hat das intelligible Leben, das wir führen, nichts zu tun. Ebenſowenig die intelli⸗ gible Welt, die wir noch immer mit Kant als eine ſittliche anſprechen Was wir alſo wohl durch den Jerhart oder geiſtige Aura vorhanden ſein kann. platten Inſtinkt, nämlich das darf von ſich aus den Geiſt nicht verunſtalten. de Geiſt geſtalten können, Sieht jemand die Welt, wie ſie wirklich iſt, oder ſo, wie er meint, daß ſie wirklich iſt, mag er ein un⸗ willkürliches Lächeln nicht zurückhalten. Der junge Draufgänger aber wird ſich vielleicht veranlaßt ſehen, mit einem zünftigen deutſchen Wort zu antworten. Und ſchließlich wird der Gedanke ihm kommen: Aus welcher Verſenkung ſteigſt du wohl? Ich könnte dartn keinen Vorwurf ſehen. Erſtlich habe ich die deutſche Sprache ebenfalls mehr auf der Straße als im Salon und im Klaſſenzimmer erlernt, ſo daß mir, was Derbheit anbelangt, ſelbſt im Wortſchatz Luthers nicht viel Neues begegnen kann. Und dann iſt ja ſchließlich Geiſt nie und nirgend anderswo als aus der Verſenkung aufgeſtiegen. Und wenn man mich einen Geſtrigen nennen würde, es ſtört mich nicht, etwa wenn man das Goetheſche Wort„Was iſt ge⸗ ſtern?“ auf mich anwendete, geringſchätzig auf mich anwendete. Man würde das Wort mißbrauchen, ſicherlich abſichtlich und gedankenlos. Ich weiß ſehr wohl, was jemand mit ſieben, mit zwölf, mit ſechzehn, mit zweiundzwanzig Jahren iſt. Ich erkenne vollauf das Recht und den Aunſpruch die⸗ ſer jungen Jahre. Aber ſofern er an Bildung, an geiſtigem Wachstum fortſchreitet, wächſt er von Phaſe zu Phaſe mehr und mehr in das Ewig⸗Geſtrige. Ein göttliches Aufblitzen mag es ſein, wenn er plötzlich dem Wahn unterliegt, daß die ungeheuer alte Welt mit ihm erſt beginnen will oder begonnen hat. Aber dann wird er unabwendbar geiſtig in die nicht erleb⸗ ten Jahrhunderte, Jahrtauſende, Jahrhunderttau⸗ ſende der Welt, nämlich in das Ewig⸗Geſtrige hinab⸗ wachſen und wird zwar immer noch fühlen, wie ein⸗ malig köſtlich ſein kurzes, enges Daſein iſt, aber ins Ewig⸗Geſtrige eingebettet, wie wenig neu und wie ſo ſehr geringfügig. Wo bin ich nun eigentlich hingeraten? Indem ich gewiſſe Fäden einer Spinne, die dem Geiſt ans Le⸗ ben will, abzuſtreifen verſuchte, habe ich mich, wie es ſcheint, nur tiefer in ſie verwickelt. Es bleibt mir ein letzter Befreiungsverſuch, und indem ich mich um⸗ blicke, dieſen Saal wiederum überſchaue, wo das volle gedrängte Gegenwartsleben mich umwogt, darf mir dieſe Befreiung nicht ſchwer fallen. Alſo:„Carpe diem“, genieße den Tag! genieße den Augenblick! Mit tiefer Freude ſpüre ich allbereits die überwältigende Wirkung dieſer Zauberformel in mir. Hier iſt wiederum Wien. Es weht mir die alte herzliche Wärme entgegen, die mehr als irgend etwas von Menſch zu Menſch, von Seele zu Seele, von Geiſt zu Geiſt die Verbindung ſchlägt. Gerragen von dieſer Welle der Sympathie beuge ich mich in Dank⸗ barkeit. Inſonderheit wende ich mich an die große Geſellſchaft der Freunde des Geiſtes, deren Mitglie⸗ der eine Gemeinſamkeit vieler Kulturnationen zum Ausdruck bringen und danke dem Pen⸗Klub für bie Ehre dieſer Feier, die ſie einem der Ihren bereitet, Möchte die Kraft dieſer Geſellſchaft ſtärker und er⸗ folgreicher ſein als die von früheren ähnlichen und möge auch in ihr die Grundlage reiner Geiſtigkeit von den Verunreinigungen übler Inſtinkte freige⸗ halten werden. Das wahr Reich des Geiſtes, in dem wir zu leben wünſchen, iſt klar, rein und grenzenlos. Und was an Behinderungen, Verdüſterungen Geg⸗ nerſchaften und Verkennungen in ihm iſt, gehört nicht hinein und beſteht aus Fremdkörpern. Hiermit erreiche ich den Schlußſtein meiner Unterhaltung mit Ihnen, aber nicht, wie es in alten Stammbüchern heißt, den Grenzſtein meiner Dank⸗ barkeit. Ein moderner Geiſterſeher Von Max Brod Ein einziges Mal hat ſich Kant zu einem Stil herabgelaſſen, den einer ſeiner Verehrer„elegant und piquant“ nennt und der jedenfalls gerade in dem Moment, da die Welt des großen Philoſophen mit der ſehr unheimlichen Sphäre Swedenborgs zuſam⸗ menſtieß, einen ſeltſam luſtigen, ja behaglichen Klang annahm.„Träume eines Geiſterſehers, erläutert durch Träume der Metaphyſik“, heißt die kleine Schrift, die heute wieder ſehr aktuell anmutet; denn die Probleme der Metapſychologie, des Spiritismus, der Hellſeherei treten immer enger an den Wiſſen⸗ ſchaftler heran, der oft nicht umhin kann, die in Kants Vorrede umſchriebene„einfältigſte Figur“ au machen„zwiſchen den Beteuerungen eines vernünf⸗ tigen und feſtüberredeten Augenzeugen und der in⸗ neren Gegenwehr eines unüberwindlichen Zweifels“. Um nicht immer nur anderen Augenzeugen glau⸗ ben zu müſſen, um ſelbſt in dieſe beneidenswerte Qualität aufzurücken, ſuchte ich die Bekanntſchaft des in Prag lebenden Metagraphologen Otto Reimann zu machen und konnte zwei Experimentalabenden beiwohnen, die Prof. Oskar Fiſcher, der bekannte Pſychiater, nach jenen wiſſenſchaftlichen Grundſätzen leitete, die er zuerſt an Schermann und ſeit vier Jahren auch an Otto Reimann erprobt hat. Nichts Unheimliches. Die an ſich außerordentlich merkwürdige Sache, deren Erklärung(falls es über⸗ haupt je ſo etwas geben ſollte) noch ſehr fern liegt, geht der äußeren Form nach ſehr gemütlich, ſogar witzig vor ſich, da Reimann ſeine Viſtionen ſehr gern in Geſtalt von Vergleichen, Metaphern, Witzen aus⸗ drückt. Er betont immer wieder, daß das In⸗Worte⸗ Umſetzen des von ihm Geſehenen beſondere Schwie⸗ rigkeiten macht. Und das klingt ſehr plauſtbel. Er ſagt einmal, daß er den von ihm geahnten Charakter jener Perſon, deren Schrift ihm vorgelegt wird, etwa ſo ſieht, wie man eine Lampe, die man nur eine Sekunde lang geſehen hat, im Gedächtnis behält alſo, um den pſychologiſchen Terminus zu gebrauchen, als„verſchwommene Vorſtellung“. Die Deutung die⸗ ſes Verſchwommenen iſt eine intellektuelle Arbeit, der künſtleriſchen Arbeit verwandt, die gleichfalls ein nicht in Worten Faßbares wörtlich wiedergeben ſoll. Zur Bewältigung einer ſolchen Aufgabe muß man ſich aller Mittel bedienen, auch des geiſtreichen Aper⸗ cus, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß der Ernſt des „Geiſterreiches“ damit eine leichte Verſchiebung ins Humoriſtiſche erhält. Uebrigens ſchwand Rei⸗ manns Heiterkeit ſofort, als ihm die Schrift eines Mörders vorgelegt wurde, und machte einem Zu⸗ ſtand wildeſter Exzitation Platz. Der zweite Experi⸗ mentalabend trug einen nüchternen Charakter und Reimann erzählte mir dann, daß all die vielen Hun⸗ derte von Experimenten, die Prof, Fiſcher mit ihm angeſtellt hat, in derſelben exakten, ruhigen Weiſe verlaufen: Vorzeigen einer Schrift oder eines Gegen⸗ ſtandes, Protokollaufnahme, das Verſuchskaninchen erfährt meiſt erſt eine lange Zeit nachher das Re⸗ ſultat. Reimann ſieht, durch die vorgezeigte Schrift angeregt, Zuſtände und Situationen, die in den Buchſtaben nicht ausgedrückt ſein können. Gerade das iſt es, was die Sache zum Problem macht: daß irgendwie durch Vermittlung materieller Momente etwas übertragen wird, was nur als gefühlsmäßige Als ich beiſpielsweiſe Herrn Reimann die Schrift einer Dame zeigte, geriet er in große Aufregung und be⸗ zeichnete den Mann dieſer Dame als ganz unmög⸗ lich, anmutlos, hemmend. Er konnte ſich gar nicht beruhigen, konnte gar nicht dazu gebracht werden, auf die Dame zu ſprechen zu kommen. Es war ganz ſo, als ob ihm der abſcheuliche Mann die Ausſicht auf die Frau phyſiſch verſtellte.— Lobenswerter Weiſe hat es ſich Reimann zum Prinzip gemacht, niemals über die Schrift des Vorzeigenden ſelbſt, wie auch über Zukünftiges Ausſagen zu machen Er will ſeine unheimliche Gabe nicht dazu verwen⸗ den, um Verwirrung zu ſtiften. Doch nicht nur Schriften ſind für Reimann Re⸗ laisſtationen geiſtiger Ströme. Unterſchiedlich von Schermann influenzieren ihn auch Gegenſtäude. Eines der erſtaunlichſten Experimente: Prof. Fiſcher entlieh dem Polizeimuſeum einige Objekte, einen Pflaſterſtein, eine Latte, einen Nagel, einen Revol⸗ ver— von all dieſen Dingen wußte er nur, daß ſie bei einem Verbrechen eine Rolle geſpielt hatten. Die Akten ſelbſt ſah Prof, Fiſcher nicht ein, ſo daß der bei allen ähnlichen Experimenten naheliegende Ein⸗ wand, es handle ſich nur(nur??) um eine Gedan⸗ kenübertragung, in dieſem einen Falle mit Sicher⸗ heit ausgeſchloſſen war. Um die eventuelle Schlag⸗ kraft des Beweiſes zu erhöhen, wurden Herrn Rei⸗ mann neben den vier kriminellen Objekten vier au⸗ dere vorgelegt, die ähnlich, aber völlig harmlos wa⸗ ren, alſo ein ganz gewöhnlicher Pflaſterſtein, mit dem gar nichts geſchehen war, ein unſchuldiger Na⸗ gel uſw. Reimann ſonderte auf den erſten Griff die fatalen Inſtrumente von den unbenützten und gab dann in jedem einzelnen Fall eine in den Umriſſen zutreffende Darſtellung des Verbrechens, obwohl eines von ihnen ſchon achtzig Jahre zurücklag, Ver⸗ gleich mit den Akten gab den bündigen Tatbeſtand der Richtigkeit. In langen Verſuchsreihen will Prof. Fiſcher er⸗ forſchen, unter welchen Bedingungen die ſeltſame Begabung Otto Reimanns treffſicher funktioniert und wann ſie Fehler ergibt. Mit erfreulicher Unbefan⸗ genheit gibt Reimann zu, daß Irrtümer unterlaufen. Doch glaubt er, daß ſtrenge Diſziplin und Selbſtbeob⸗ achtung die„metagraphologiſche“ Fähigkeit, die er überdies für durchaus nicht ſelten vorkommend, ſon⸗ dern bloß für von wenigen erkannt und geübt hält, ſteigern können. Auch da, wo Reimann nicht ganz zutreffend, nur ungefähr zu„weisſagen“ vermag, ſind ſeine Leiſtun⸗ gen außerordentlich intereſſant und entziehen ſich einer banalen Erklärung. Einen Mann, deſſen Schrift er ſah, bezeichnete er als„Mittelding zwiſchen Chirurg und Bildhauer“. Es zeigte ſich, daß der Betreffende in Paris ein Schönheitsinſtitut inkluſive der jetzt ſo beliebten Naſenverbeſſerung betreibt. Und als man die Schrift eines Konkurrenten vor⸗ legte, fand Reimann, das ſie ihn„ſehr nervös“ mache. „Der Mann muß einen ähnlichen Span haben wie ich.“— Ein Urteil über die an den äußerſten Rand unſerer Erkenntniskräfte vorſtoßenden Schrift⸗ und Gegenſtandsdeutungen iſt verfrüht; doch geſtehe ich gern, das gerade die Skepſis und Ironie mit der Reimann ſeine Kunſt treibt, ein Vertrauen einflößt, das ſich pathetiſcherem Auftreten verſagen würde. * Heinrich Leis:„Das Liebeswunder“ Erzäh⸗ lungen und Gedichte. Verlag H. Schellenberg'ſche Buchhandlung Prüß u. Zutt, Wiesbaden. Der Dich⸗ ter Heinrich Leis hat ſich als Verfaſſer guter No⸗ vellen einen Namen gemacht. Seine Bitcher ſind flott geſchrieben und ſeine Sprache iſt farbig und bilder⸗ reich. Von innerer dramatiſcher Kraft getragen, ſtei⸗ gert ſie ſich an Höhepunkten der Handlung zu ſel⸗ tener Wucht und Stärke. * Die wirkſame Bekämpfung des vorzeitigen Alterns. Von Dr. med. H. Mal ten, leitender Arzt für Nerven⸗ und Stoffwechſel⸗Kranke in Baden⸗ Baden. 15 Bilder. Süddeutſches Verlagshaus G. m. b.., Stuttgart. Das Buch will ein Führer ſein zu geſundem und leiſtungsfähigem Alter. In knapper, allgemein verſtändlicher Form vermittelt es alle Vor⸗ kenntniſſe, die zur Verhütung der Alterskrankheiten notwendig ſind. Der Roman als Lebensgestaltung Von Wilhelm von Scholz Wilhelm von Scholz hat ſich in ſeinem gro⸗ ßen Roman„Perpetua“ und„Der Weg nach Jlok“(Horen⸗Verlag, Berlin⸗Grune⸗ wald) den Ruf eines Meiſters der Epik erwor⸗ ben. Seine nachfolgenden Ausführungen bürf⸗ ten darum beſondere Teilnahme beanſpruchen. Schriftl. Der Roman als flüchtige Ablenkung und Unter⸗ haltung, der Schmöker, mit dem man eine Bahnfahrt, eine Warteſtunde kürzt; das Buch, das den Leſer nur ſolange beſchäftigt, als er lieſt, ihn dann aber leer und ohne Nachſchwingen, ohne Nachgefühl entläßt, hat den Roman als Lebensgeſtaltung gerade bei den wertvollen, den ſchwer zu befriedigenden Leſern in Verruf gebracht oder wenigſtens Mißtrauen gegen ihn erweckt. Dieſe Leſer— meiſt die Männer ernſten Berufs und tätigen Geiſtes— ziehen geſchichtliche Werke⸗Le⸗ benserinnerungen, Briefe und philoſophiſche Ab⸗ handlungen dem Roman vor. Sie glauben, da feſte⸗ ren Boden unter den Füßen zu haben, mehr in der Wirklichkeit zu ſtehen als im Roman, deſſen Begriff ſte meiſt nach der Erzählungs⸗Dutzendware ſich bil⸗ deten. Aber ſie tun mit dieſer Einſchätzung des großen Romans Unrecht und gehen an der vielleicht wichtig⸗ ſten Erſcheinung im Schrifttum unſerer Zeit vorüber, wenn ſie den Roman nicht beachten. Denn in keiner Form der Dichtung iſt— ſeit Goethe, Scott, Balzac, Doſtojewſki, Dickens, Tolſtoi, Gotftried Keller, die Grundlage der Gattung ſchufen— ein ſolches Ringen um die weſentliche Anſchauung und Durchdringung des Lebens, in keiner Form der ſprachlichen Geſtal⸗ tung arbeiten ſo ſtarke Künſtler wie gerade im Ro⸗ man, der immer mehr die Geſamtheit unſeres irdi⸗ ſchen Lebens in ſich aufnimmt; der alle Geheimniſſe und Verborgenheiten der Seele zur Sichtbarkeit zu bringen vermag. Die beſondere Stellung des Romans iſt, daß er zwiſchen der Geſchichte(zu der ich die reine Bio⸗ graphie, das Memoirenwerk, die Lebensbeichte in Briefen mitrechne) und der Dichtung ſteht; das er genau ſo wirklichkeitstreu und wahr ſein muß wie die Geſchichte, wenn er wirken und nachwirken ſoll; daß er dabei ſo erhaben und von innerſten Stimmen durchklungen, vom Blut des Herzens durchpulſt, von den Erregungen der Nerven durchzittert ſein kann wie das Gedicht und das Drama. Und er verlangt doch von dem Menſchen, der in Alltag und Berufs⸗ arbeit ſteht, nicht erſt wie die reine Dichtung inner⸗ liche Vorbereitung und Sammlung, ehe er in die Welt eines Romans eintritt. Denn der Roman be⸗ ginnt ſelbſt im Nüchternen und führt den Leſer un⸗ merklich aus deſſen Alltag immer tiefer in ſeine ſpan⸗ nungs⸗ und handlungserfüllte Welt. Der Roman gibt mehr als jedes Geſchichtswerk und jede Biographie die wahre Anſicht der Welt und die ergreiſendere, weil der Roman ſie ſowohl von außen in ihrem Geſchehen als auch von innen, in ihren ſeeliſchen Schwingungen und Erſchütterungen, ſteht und ſichtbar geſtaltet. Romain Rolland: „Das Leben des Ramakriſhna“ „Einer gegenſeitigen Annäherung der Menſchen habe ich mein Leben geweiht. Ich verſuchte ſie bei den europäiſchen Nationen, vor allem bei den zwei verfeindeten Brudervölkern des Okzidents. Seit einem Jahrzehnte wirke ich im gleichen Sinne zwi⸗ ſchen Okzident und Orient“. Dies fand ſeinen erſten Niederſchlag in Romain Rollands Buch über Gandhi und die von Gandhi aktivierte revolutionäre Bewe⸗ gung des Non Violence. Dies Werk bleibt wertvoll durch die ſachliche Ortentierung, die es vermittelt, durch die Fakten, welche es ſchildert. Aber ſchon durch jenes Werk zog ſich ein bedauer⸗ liches, tief gravierendes Mißverſtändnis, das die den Tatlachen beigefügten Interpretationen grundſätzlich in Frade ſtellbe. Die gleiche Erfahrung wird uns wiederum an dem neuen Buch Rollands über Ramakriſhna.(Gleichfalls im Rotapfelverlag Erlenbach⸗Zürich, Leipzig.) Man kann dies aus⸗ ſprechen müſſen, trotzdem man das Buch liebt und dem Verfaſſer dankbar iſt, daß er es uns gab. Schon um der Sprache willen, der in dieſer Art ja nur ein Träger romaniſcher Geiſtestradion fähig iſt. Doch es wäre wider Rollands Abſicht, dieſes Buch nur äſthetiſch zu genießen. Denn Rolland bemüht ſich um mehr, bemüht ſich vor allem aus einer unantaſt⸗ baven Ehrlichkeit um den Frieden der Welt. Wer in die Untertöne der Seelenſprache dieſes Buches hineinlauſcht, erfüllt als wahres Ziel dieſes Bemühens das, was die Grichen„eirene“ nannten, das aber mehr iſt als nur„Friede“ im heutigen Wortſinn, und das Paulus und die Evangelien da gebrauchen, wo ſie den„Heiligen Geiſt“ meinen Rolland ſchildert recht eindringlich die Tatſachen des Lebensganges von Ramakriſhna(geb. 1836, geſt. 1886), der zu den großartigſten Geſtalten des er⸗ wachenden Oſtens gehört. Trotzdem enthüllt uns das Buch mehr über Rolland als über Ramakriſhna, der ja(gleich Gandhi!) in Wahrheit doch mehr an der Peripherie des Kräftekreiſes des heutigen Indiens ſteht als Rolland zugeben will. Es iſt für einen Europäer unſerer Tage unendlich ſchwierig, wirklich den Zugang zu den, eigentlich eſoteriſchen, Grund⸗ lagen des heutigen Oſtens zu gewinnen. Er eröffnet ſich nur, wo eine einſchneidende Wandlung des dem Europäer natürlichen Bewußtſeins ſelbſt geſchieht. Alle Ehrlichkeit des Bemühens, alle Moralität des Willens, mit dem Rolland eine Geſtalt wie Rama⸗ kriſhna zu umfaſſen ſucht, geht daher einfach ſehl, weil das notwendige konkrete Wiſſen mangelt, das zu einer ſolchen Bewußſeinswandlung notwendig iſt, Nur damit entginge Rolland der Gefahr, der er mit ſeinem neuen Buche auf eine faſt tragiſche Art Unterlegen iſt: eine„Einheit“ des Geiſtes und der Menſchheit zu proklamieren, von der man in ſolcher Art, wie Rolland es tut, nur ſprechen kann, wenn man ſeinen eigenen Standort im geiſtigen Wertegang der europäiſchen Menſchheit verkennt und, ſtatt die zeitnotwendige Metamorphoſe des Bewußtſeins an⸗ zuſtreben, hinabgleitet in eine vorchriſtliche Bewußt⸗ ſeinsmämmerung, die nichts iſt weſtlicher Dekadenz. N als die erſte Etappe sperrfeuer um Deutſchland“ Von Staatsſekretär z. D. A. Kempkes, M. d. R. Die Zeit, in der in Deutſchland niemand mehr „vom Kriege etwas hören wollte“, in der jeder nur darauf bedacht war, das Niederziehende, Quälende und Traurige der harten Kriegsjahre zu vergeſſen, ſcheint endgültig vorüber zu ſein. Wie ſich dies begreiflicherweiſe bei ſolchen Kriegsbüchern zuerſt zeigte, die das perſönliche Erlebnis zum Kriege ſchilderten— ich erinnere nur an die beiden Werke „Renn: Krieg“ und„Remarque: Im Weſten nichts Neues“ mit ihren für deutſche Verhältniſſe unver⸗ hältnismäßig hohen Auflagen— ſo ſcheint aber auch für die Schilderungen des Krieges, die das Kriegs⸗ erlebnis in ſeiner Allgemeinheit vor uns er⸗ ſtehen laſſen, ein weitgehendes Intereſſe neu erwacht zu ſein. Unerläßliche Vorausſetzung iſt hierfür, daß der Schriftſteller ſich von tendenziöſen Auffaſſungen und Schilderungen fernhält, ſich vielmehr darauf be⸗ ſchränkt, die trotz aller Schnellebigkeit unſerer Zeit von dem Einzelnen noch nachkontrollierbaren Er⸗ eigniſſe ohne Retuſche für ſich ſelbſt ſprechen zu laſſen und ſo die Erinnerung lebendig werden zu laſſen an all die Geſchehniſſe jener unvergeßlichen vier Jahre, mag der Standpunkt des Einzelnen zu dieſen Dingen individuell noch ſo verſchieden ſein. Dieſe Vorausſetzung erfüllt das Beumel⸗ burgſche Buch:„Sperrfeuer um Deutſch⸗ land“(Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg) in vollem Maße. Nirgendwo zeigt ſich das Beſtreben, einer beſtimmten Auffaſſung zu ihren Rechten zu verhelfen, ſondern immer wieder läßt der Verfaſſer, ſei ess bei der Erörterung der militäriſchen, der poli⸗ tiſchen oder der wirtſchaftlichen Entwickelung und Zuſammenhänge die Taten und Ereigniſſe ſelbſt ihre Sprache ſprechen, die eindringlicher und be⸗ redter iſt, als jede menſchliche Zutat und Aus⸗ ſchmückung. Gerade dieſe moderne Sachlich⸗ keit im beſten Sinne, mit der der Verfaſſer den Stoff behandelt, iſt es, die ſeine Darſtellung ſpannender macht als jeden Roman und jede Er⸗ zählung. Meiſterhaft hat es dabei Beumelburg verſtanden, das vielgeſtaltige, ſo überaus ſchwer zu bearbeitende Material kunſtvollſt zu gliedern und es ſo zu ordnen, daß die ſonſt vielfach ſchwer zu ——— A l—————— Es iſt ſchmerzlich, ſolches gerade im Hinblick auf Romain Rolland ſagen zu müſſen. Aber dieſe Art „guten Willens“, wie er, gepaart mit einer wunder⸗ vollen Naivität, in Rolland lebt, iſt ja heute nicht ſelten. Woran es gebricht, iſt der ſtarke Wille und die Einſicht in ſeeliſch⸗geiſtige Tatſachen, deren Mißachtung die Kluft zwiſchen Oſt und Weſt nur immer tiefer reißt und, vor allem, uns machtlos werden läßt gegen die Schwemmflut, mit der der Oſten ſinnverwirrend gegen den Weſten anſteigt. Der Weg, den Romain Rolland mit ſeinem Buche über Ramakriſhna bezeichnet, führt nicht zu der wahren Brücke zwiſchen Ortent und Oceident, ſon⸗ dern in die peinliche Sphäre geiſtiger Hochſtapelei, wie ſie von Kriſhnamurti und ſeinel angloindiſchen theoſophiſchen Anhang gepflegt wird, deſſen ſeichte Lehren vom„Glück“ und der„Einheit des Alls“ die Erquickung aller ſchwachſiſinnig gewordenen Euro⸗ päer zu werden ſcheint.—el Franz Wallenborn „1000 Tage Weſtfront“ Das Jahr 1929 hat gerade in der Kriegsliteratur eine Fülle von Neuerſcheinungen gebracht. Im Vordergrunde ſteht noch immer das vielumſtrittene Buch von Remarque„Im Weſten nichts Neues“. Man kann zu dem Buch Remarques ſtehen wie man will, es hat jedenfalls das Eine faſt allen anderen voraus, daß es, wenn es einem Frontſoldaten manch⸗ mal auch mehr als unwahrſcheinlich anmutet, äußerſt packend geſchrieben iſt.„1000 Tage Weſtfront“ iſt unbedingt das Erleben eines Frontſoldaten, und zwar eines Infanteriſten. Das Erleben eines Infan⸗ teriſten war ſchon deshalb von dem aller Waffen⸗ gattungen verſchieden, weil er wie kein anderer mitten im Geſchehen und Ablauf der Schlacht ſtand. Er lebte da vorne im Graben, manchmal wenige Meter vom Gegner getrennt, ſein eigenes Leben. Immer ſprungbereit, immer auf jedes Geräuſch achtend, auch im Schlaf. Sie hatten ein feines Ge⸗ hör und auch ein feines Gefühl, dieſe Graben⸗ menſchen. Ihrer Umgebung hatten ſie ſich großartig angepaßt. Dieſe Stimmung und dieſes Erleben der vorderen Linie ſchildert hier ein Gefreiter, der den Krieg mit offenen Augen mitgemacht hat. Seine Schilderung iſt ſchlicht und natürlich. Man merkt aber, daß der Verfaſſer vom Krieg ſchon den nötigen Abſtand gewonnen hat, es fehlt der mitreißende Schwung, die Spannung, obwohl er ſehr viele Ein⸗ zelheiten ſchildert. Ihm fehlt Geſtaltungskraft. Das iſt ſchade, da nur Erlebtes geſchildert wird. Trotzdem wird jeder Frontſoldat das Buch mit Intereſſe leſen, da es ihm ein getreues Bild ſeiner eigenen„Kriegstätigkeit“ gibt. So richtig das Troſtloſe mancher Lagen fehlt allerdings. Wer kennt nicht das ewig Ruheloſe, das nach längerem Graben⸗ aufenthalt jeden erfaßte? Die Ablöſungen nach der ſogenannten Ruhe waren Feier⸗ und Freudentage. Dachten wir da an den Krieg? Kaum, Kantinen und Ausruhen lagen uns näher. Alarm! Ver⸗ wiſcht war alles, wir waren wieder die Ruheloſen. Wo ſind die Schilderungen der Angſtzuſtände, die ohne Ausnahme jeden Soldaten einmal erfaßt haben? Das Buch iſt gut und auch mit viel Humor geſchrieben, nur geht es zu wenig auf die ſeeliſchen Kämpfe der Soldaten ein. Eine Lücke in der Kriegs⸗ literatur füllt es nicht aus.(Das Buch erſchten im Verlag Heſſe u. Becker, Leipzig.)—.— * Deutſcher Tierſchutz⸗ Bildkalender 1930. Heraus⸗ gegeben vom Verband der Tierſchutzvereine des Deutſchen Reiches e.., bearbeitet von Direktor Schaufuß. Verlag Wilhelm Limpert, Dresden⸗A. 1. Der Kalender will durch Wort und Bild zum Herzen der Tierfreunde ſprechen, will Verſtändnis für die Eigenheiten der einzelnen Tiere verbreiten und Hel⸗ fer und Mitarbeiter ſchaffen. a überſehenden Zuſammenhänge ſich ohne weiteres er⸗ geben, und auch demjenigen Leſer neue Einſichten in Urſache und Wirkung vermitteln, der an den Kriegsereigniſſen lebhafteſten Anteil genommen hat. Bei glücklicher Vermeidung aufdringlicher und be⸗ tonter Wiſſenſchaftlichkeit verſteht der Verfaſſer es glänzend, ohne Auslaſſung von für das Geſamt⸗ geſchehen wichtigen Ereigniſſen die Zuſammenhänge und die gegenſeitige Bedingtheit des Geſchehens ſo intereſſant heraus zu arbeiten, daß man das Buch nicht eher aus der Hand legen kann, bis die trotz alledem ſo große Zeit der vier Kriegsjahre noch einmal wieder im Geiſte vorbet gezogen iſt. Als ein beſonderes Verdienſt erſcheint es mir, daß die Betrachtung auch der inneren Voraus⸗ ſetzungen für die Entwickelung der Dinge ſich nicht nur auf die Schilderung der Ereigniſſe in Deutſch⸗ land oder gar nur auf eine der vielen Fronten be⸗ ſchränkt, ſondern daß immer wieder bei aller Knappheit und Prägnanz des Ausdrucks doch über⸗ zeugend und ausreichend auch die Verhältniſſe bei unſeren Bundesgenoſſen mit zur Beurteilung heran⸗ gezogen werden. Wollte man dem Buche eine Ten⸗ denz zuerkennen, ſo könnte es vielleicht nur die ſein, den deutſchen Frontſoldaten in all ſeinen Eigenſchaften von der glühenden und begeiſterten Hingabe dex erſten Tage an bis zu der zähen ver⸗ ſchloſſenen Verbiſſenheit am Ende des Krieges zu verherrlichen und darzutun, wie alle Leiſtung ent⸗ ſtammt und kulminiert in der heldenhaft tragiſchen Erfüllung der Pflicht. Man erlebt dieſe Um⸗ ſchmelzung des deutſchen Soldaten, der jahrelang ſein Frontleben lebte, förmlich mit und erkennt ſchmerzlich, wie groß der Unterſchied war zwiſchen dem alten und erprobten Menſchen⸗ material und dem, was aus Mangel an Menſchen und aus der Not der Zeit ſpäter zur Verwendung kommen mußte. Mit dem„Gebet“, daß die Einſaat aufgehe zmm Nutzen des Vaterlandes, klingt das wertvolle Werk aus und hinterläßt bei dem Leſer einen tiefen und nachhaltigen Eindruck, dem ſich keiner zu entziehen imſtande ſein dürfte. rr 22 ĩͤ Oel und Blut im Orient Nicht zuletzt nahm der Weltkrieg ſeine Kontinente umſpannende Weite um weltwirtſchaftlicher Zielpunkte willen. Wenn Aſien heute noch nicht zur Ruhe gekommen iſt, dann mit aus dem Grunde, weil im Mittelpunkte dieſer Auseinanderſetzung, die recht zu begreifen uns erſt die geopolitiſche Betrachtung lehrte, auch die Beherrſchung der kaſpiſchen Oelfelder lag und noch liegt. Die Brandfackel, die der Krieg und die ruſſiſche Revolution in das Oelgebiet um Baku warfen, Ströme von Oel und Blut fordernd, glimmt weiter. Ihr Feuer hat aber mehr als nur Gut und Leben vernichtet. Die Flammen kohlten das Gebälk des ſoziologiſchen und kulturellen Baues des Orients an. Was dabei aber zugrunde ging, in welch furcht⸗ barer Weiſe die Gedankenwelt des Okzidents mit der des Orients zur Vermählung kam, wie verheerend für unſere Begriffe die Lebensauffaſſung des Orien⸗ talen erſchütert wurde und ſeinen Fatalismus, ſeine Nichtachtung des diesſeitigen Leßens offenbarte, das ſchildert Eſſad⸗Bey, ein jetzt in Berlin lebender Aſſerbeidjaner in ſeinem bei der Deutſchen Ver⸗ lags⸗Anſtalt Stuttgart⸗Berlin⸗Leipsig erſchiene⸗ nen Buche„Oel und Blut im Orient“. Der Verfaſſer, der Sohn eines aſſerbeidjaniſchen Feudalen, eines der großen Oelmagnaten Bakus, ſchüldert mit ſeltener Anſchaulichkeit ſeine Heimat und erſchließt mit klaren und knappen Strichen dem Leſer die Welt und das Leben des Orientalen in aller Buntheit und Lebendigkeit, wie es eben nur der Orient bietet. Der Hintergrund dieſer Geſchichte des unerhört abenteuerlichen Geſchehens der letzten zwei Jahrhzehnte in einer für uns Europäer abſeitigen Welt erſteht mit aller Prägnanz vor den Auge des Leſers, ein großartiges Kulturgemälde des Oſtens, das ebenſo in die Verhältniſſe der Oelinduſtrie, wie in die ſoziale Struktur des alten Perſiens einführt. Die Schatten Dſchingis⸗Khans und des Lahmen Timur ſteigen auf, Geſchichten, Märchen und höchſt⸗ moderne Diplomatie verweben ſich zu einem verwir⸗ renden und doch wieder aufſchlußteichen Bilde einer Welt, wie ſie war und nicht mehr iſt. Denn der Ein⸗ bruch des Bolſchewismus in die uralte Feudalherr⸗ ſchaft Aſſerbeidjans vernichtete und vernichtet noch die Grundlagen der orientaliſchen Welt, ohne bisher anderes, geſchweige denn beſſeres an ihre Stelle zu ſetzen. Mit ſtärkſter Spannung folgt man dem Ver⸗ faſſer durch die geſchilderten zwei Jahrzehnte mit ihren bald grotesken, bald märchenhaften, bald grau⸗ ſigen Ereigniſſen. Ein Buch, wie es nicht alde Tage geſchrieben wird, ein Buch aber auch, das man ſobald nicht vergißt. 44 * Joſ. Ponten,„Seine Hochzeitsreiſe“.(Enes Kün ſt⸗ lers Ende.) Roman. Mit 9 Bildern nach Zeichnungen von Alfred Rethel.(Deutſche Verlags⸗Anſtalt, Stuttgart, Verlin und Leipzig.) Mit dem Künſtler Alfred Rethel hat ſich Ponten ſchon in früheren bedeutenden Werken beſchäf⸗ tigt, in dieſem Buch hat der Dichter das menſchliche Schickſal Rethels ergreifend nahe gebracht. Dieſe Hochzeitsreiſe führt von Dresden ſüdwärks, nach mancherlei ſehr lebendig und unterhaltend erzählten Erlebniſſen über die Alpen nach Rom. Die Atmoſphäre der deutſchen Künſtlerkolonte umfängt den Leſer. Aber das bunte äußere Geſchehen iſt doch nut Beiwerk, das ſich um den eigentlichen Kern dieſes Buches rankt: das menſchlich erſchütternde Schickſal eines großen Künſtlers, der von der Höhe ſeines Schaffens in geiſtige Umnachtung fällt. Durch tiefe dichteriſche Einfüh⸗ lung läßt Ponten den Leſer das Herannahen des Unheils erſchauernd ahnen: er ſieht die Wetterwolke, die über einer noch beſonnten Landſchaft ſteht. Und doch iſt der Ausklang nicht düſtere Hoffnungsloſigkeit: die rührende Freundſchaft und Fürſorge eines äußerlich heruntergekommenen Künſt⸗ lers für den Erkrankten läßt die Wucht eines grauſamen Schickſals gemildert erſcheinen.— Als ein Meiſter der Sprache verſteht es Ponten, ſeinen Gedanken eine Form zu geben, die durch knappe, bildhafte und geiſtvolle Charak⸗ teriſtik mer wieder überraſcht und erfreut. den. „Das Schiff der Abenteuer“ Ein neuer Roman von Felix Hollaender“) Wie wäre jetzt ſo eine kleine Mittelmeerreiſe? Ganz gewiß etwas herrliches; während bei uns noch kein Winter herrſcht und der Herbſt nicht recht weiß, wie er ſich verabſchiedet, liegt jetzt die Sonne über dem Meer der alten Welt, und wenn ſich auch zuwei⸗ len dort der Horinzont verfinſtert, ſo grüßen doch immer wieder die Geſtade mit den weißen Häuſern den Reiſenden und laden ihn ein, an ihren Ufern zu weilen. Ja, ſo eine Mittelmeerreiſe! Das iſt wirk⸗ lich ein Abenteuer; man hat nicht das Gefühl auf einem Weltenmeer zu ſegeln, es iſt wie ein großer Märchenſee, deſſen Ufer weit, weit in der Ferne ver⸗ ſchwinden, dabei aber immer wieder neue Wunder und Schönheiten verheißend. Ein ſeltſames Publikum findet ſich auf dieſen Mittelmeerdampfern zuſammen, die immer noch das Dorado der Hochſtapelei ſind, als ob die Piraten der Antike auf dieſem alten Meere nicht ausſterben woll⸗ ten. Felix Hollaender lädt uns in ſeinem neuen Roman zu einer ſolchen Mittelmeerreiſe ein. Es iſt nicht nur die Art, wie er die Geſellſchaft auf dem Schiff beſchreibt, wie er als überlegener Meiſter die vielfältige Partitur dieſes ſeltſamen Enſembles be⸗ herrſcht, ein beſonderer Reiz liegt vor allem in der Art, wie Hollaender immer wieder die Seeluft des Mittelmeeres durch ſeine Dichtung wehen läßt, wie er, ohne im geringſten in eine langweilige„Natur⸗ ſchilderung“ auszuarten, den Atem des Meeres mit⸗ komponiert, ſein Rauſchen, ſeine Farben zu allen Zeiten des Tages und der Nacht und in all den tauſendfältigen Stimmungen mitbeſchreibt, die dieſes große Waſſer zu einem ſo eigenartigen Erlebnis werden laſſen. Dabei verſteht er es, die Menſchen ganz ebenſo in ihrer Atmoſphäre darzuſtellen, das Auf und Ab des geſellſchaftlichen Lebens an Bord eines Vergnügungs⸗ dampfers mit überlegener Darſtellungsart wieder⸗ zugeben. Wie auf einer Schiffsreiſe der Fahrgaſt all⸗ mählich immer mehr die einzelnen Menſchen der oft recht anſehnlichen Mitfahrergeſellſchaft kennen lernt, ſo wird hier der Leſer langſam, aber ſehr ſicher mit den einzelnen Perſönlichkeiten vertraut gemacht, die ſich auf dieſem Vergnügungsdampfer zuſammenfin⸗ Von den feingezeichneten Mädchentypen zweier Schweſtern, die ſichs zum erſten Mal leiſten können, eine ſolche Reiſe durch die Schönheit zu machen, bis zu dem abgefeimten Hochſtapler, von den Klatſchbaſen an Bord bis zu den Weltenbummlern an der Neige des Lebens, lebt hier eine Fülle von Geſtalten in pla⸗ ſtiſcher Anſchaulichkeit vor dem geiſtigen Auge des Leſers auf. Es iſt eine Art Tonfilm, den er hier er⸗ lebt, eine„Atlantie“ auf dem Mittelmeer, ohne große Schiffskataſtrophen, aber dafür mit einigen ſeeliſchen Kataſtröphchen, beſonders bei den Vertreterinnen des ſchönen Geſchlechts, die hier in höchſt anmutiger und amüfanter Weiſe geſchildert werden. Beſonders iſt es eine Heiratsvermittlerin und Detektivin, Miß Bottchen genannt, die das turbulente Enſemble durch ihre Geſchicklichkeit zuſammenhält. Eine höchſt eigenartige Romanfigur, die bis zuletzt die Spannung und das Intereſſe wachzuhalten weiß durch die Art, wie ſie in einer Miſchung von Inſtinkt und weiblicher Schläue, dabei mit allen möglichen teils garnicht ſo ſehr geſchickten Kniffen, ihr doppel⸗ köpfiges Gewerbe während dieſer abenteuerlichen Schiffsfahrt treibt und ein beträchtliches Durchein⸗ ander anrichtet. Das hauptſächliche Mittel, deſſen ſich Hollaender bedient, iſt— gerade darin echt tonfilmiſch— der Dialog, knapp, geſchliffen, prägnant und dabei ge⸗ rade, was die echt mittelmeeriſchen Hochſtapeleien an⸗ geht, von jener Doppelzüngigkeit, die ſo gut zu die⸗ ſem internationalen Milieu des amüſanten Aben⸗ teuers und des abenteuerlichen Amüſements paßt. Aber auch das Empfindſame kommt in dieſem Roman nicht zu kurz, und man weiß von früheren Werken des Dichters, daß er ſich auf die Zeichnung der Frauen⸗ ſeele beſonders verſteht. Auch der Leſer, der auf das Gefühl noch etwas hält, wird hier verwandte Stim⸗ men finden, dazu immer wieder das Rauſchen des Mittelmeers. O könnte man dabei ſein! k. *) Erſchienen im S. Fiſcher⸗Verlag, Berlin. *„Drei tapfere Mädels gehen ins Leben“. Eine wahr Geſchichte aus dem heutigen Daſeinskampf. Erzählt von Laura Hope. Friedrich Andreas Perthes, Stuttgart.— Die drei tapferen Mädels, von denen ſte in dieſem Buche erzählt, kämpfen ſichſi mutig durch alle Wider⸗ ſtände, die ein Leben der Arbeit mit ſich bringt, hindurch, genießen die beſcheidenen Freuden und Zerſtreuungen, die ſich ihnen bieten, ſind hilfsbereit und freundlich, wenn es gilt, anderen beizuſtehen, und ſetzen es ſchließlich durch, mit Fleiß und Ausdauer ſich ein geſichertes Auskommen zu ſchaffen und ſich dabei rein zu erhalten in Denken, Fühlen und Handeln. 5 *„Anonymus“, Betrachtungen und Erlebniſſe eines Deutſch⸗Amerikaners. Ein Rheinlanddeutſcher plaudert von der Jugendzeit in der Induſtrieſtadt am Niederrhein mit all der Behaglichkeit und Engherzigkeit des aufſtrebenden Deutſchlands in der Zeit nach 1870. Nach enger, aber froh verbrachter Jugend tritt er die Fahrt über's große Waſſer an. Der Verfaſſer wird drüben kein vom Mammon Be⸗ ſeſſener. Wie der Lehrling im rheiniſchen Kolonſalwaren⸗ geſchäft lieber der ſchönen Künſte gedachte, als der ihm an⸗ vertrauten Alltagsdinge, ſo geht er auch drüben nach des Tages Mühen lieber— unverſtanden von ſeinen amerfka⸗ niſchen Freunden— in Ibſen'ſche Stücke, ſtatt zur Revue. Durch Fleiß und Glück zu Wohlſtand gelangt, wirft der Verfaſſer bald— wie ſein gleichgeſinnter, mit ihm arbeiten⸗ der Bruder, der nach Deutſchlaud zurückgekehrt, es zum angeſehenen Politiker und Gelehrten bringt— die Bürden des Effektenhändlers von ſich, widmet ſich der Schriftſtellerei und vergleicht von hoher Warte aus Deutſchland und die Vervinigten Staaten. Anonymus kuriert den Deutſchen der Neuzeit vom Segen des goldbedeckten Amerikas. All das Große,, was die Tüchtigkeit im Adoptivvaterlande ſchuf, wird bezvundert und doch fühlt man, wie wenig dem hoch kultipieren, typiſchen Deutſchen das Leben in Amerika be⸗ deuten kann, wie dort— trotz allem Kulturſchein— dem Amerkkauer der Geiſt für alles Trauſzendentale abgeht, wie furchtbar egherzig auch dort die geſellſchaftliche Schichtung iſt und wie deligiöſe Intoleranz herrſcht. Nach dem Kriege ſieht Anonymus ſein gedemütigtes Vaterland wieder und mit dichteriſchez Begeiſterung beſingt er, wie das geknech⸗ tete deutſche Vonk— trotz allem— ſeinen Platz unter den Völkern erringen wird, der ihm nach ſeiner Geſchichte und ſeinem Weſen zuſteht. Ein ſehr leſeuswertes Buch für alle, die im heutigen Amerika kraft ſeiner Machtſtellung anfan⸗ gen, das Glück auf Grden zu ſehen. F. R. . 2 —— * Samstag, den 7. Dezember 1929 Nene Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ansgabe) Nr. 369 9. Seite. Sportliche Der Winterſport des Leichtathleten Man iſt vielfach der irrigen Anſicht, daß der Winter für den Leichtathleten eine vollſtändige Ruhepauſe bedeu⸗ tet, und ſein eigentliches Arbeitspenſum erſt mit dem Be⸗ ginn des Frühjahres ſeinen Anfang nimmt. Wäre es wirklich ſo und handelten unſere Leichtathleten nach die⸗ ſem Grundſatze, ſo wären ſie nie und nimmer in der Lage, in den kurzen Sommermonaten zu Höchſtleiſtungen aufzulaufen. Der Winter ſoll nicht einer völligen Ruhezeit gleichkommen, ſondern er ſoll in Wirklichkeit die Grund⸗ lage für die Arbeit des Sommers legen, damit der Leicht⸗ athlet zum Frühjahrsbeginn mit geſtärkten Kräften und gelockerten Gliedern ins Haupttraining gehen kann. Selbſtverſtändlich ſoll ſich auch der Leichtathlet nach Schluß der Sommerſaiſon ein paar Wochen völlige Ruhe gönnen, aber er ſoll dieſe nicht zu lange ausdehnen, bis ſich nach⸗ teilige Folgen für den Sommerbetrieb zeigen könnten. Man darf nicht vergeſſen, daß Erfolg und Tätigkeit des Sommers nur von einem ſachgemäßen Wintertraining ab⸗ hängen werden, denn man wird in der Saiſon nicht mehr nachholen können, was man in der ſtillen Zeit ver⸗ ſäumt hat. Der natürlichſte Ergänzungsſport für den Leichtathleten iſt der Waldlauf. In vernünftigen Grenzen betrieben, wird er ſtets eine der wertvollſten Ergänzungsübungen für die meiſten Sportsleute bilden, denn er ſtärkt und kräftigt Herz und Lunge und hält die Glieder geſchmeidig und beweglich. Man darf hiebei nur nicht auf den Fehler verfallen, den Waldlauf als eine Art Kampfſport zu betrachten, denn damit wäre ſein wirklicher Sinn und Zweck vollkommen verkannt. Der Waldlauf ſoll ein Vorbereitungs⸗, ein Entſpan⸗ nungsſport ſein, er ſoll Herz und Lunge kräftigende und erfriſchende Tätigkeit vermitteln, keineswegs aber an⸗ ſtrengend wirken. Zweckmäßig daher auch nach jedem Wald⸗ lauf ein Bad mit anſchließender Maſſage, was die wohl⸗ tuende und ſtärkende Wirkung eines Waldlaufes nur ver⸗ mehren kann. Wir haben ja ſchon oft feſtſtellen können, daß es unſeren Leichathleten trotz ihrer famoſen Leiſtun⸗ gen doch vielfach noch ſehr an Widerſtandskraft fehlt. Viel⸗ leicht kommt das daher, daß ſie ſelbſt oft zuviel Sorgfalt und Rückſicht auf jede Witterung nehmen, eine Empfind⸗ ſamkeit, die angeſichts des großen Energieverbrauches bei den Wettkämpfen verſtändlich iſt, aber ſich auf die Härte der Mannſchaften leicht ungünſtig auswirken kann. Dieſe Härte zu erzielen, ſoll in erſter Linie der Waldlauf dazu beitragen, wie überhaupt das ganze Ergänzungsſport⸗ programm ſich zweckmäßig dieſes Ziel ſetzen ſollte. Ein weſentlich anderes, darum aber nicht minder wich⸗ tiges Arbeitsgebiet im Winterprogramm des Leichtathleten fällt der Gymnaſtik zu. Sie ſoll nicht kräftigen, ſondern geſchmeidig und gelenkig machen, ſoll die einſeitige Aus⸗ bildung beſtimmter Muskelpartieen auf Koſten des Ge⸗ ſamt⸗Muskelorganismus, verhindern und dem ganzen Kör⸗ per überhaupt Rhythmik und Beherrſchung vermitteln, beides Eigenſchaften, die der Leichtathlet bei ſeiner Arbeit nicht entbehren kann. Neben dieſen beiden Ergänzungsſportarten ſtellen ſich aber noch eine Reihe weiterer Uebungen, die ebenfalls den gewünſchten Zwecken durchaus entſprechen bezw. ihnen för⸗ derlich ſind. Ich meine hier in erſter Linie die der Leichtathletik verwandten Arten von Winter⸗ ſportübungen, namentlich das Schlittſchuhlaufen, das Geſchmeidigkeit und Gelenkigkeit neben ausgiebiger Ausarbeitung der Herz⸗ und Lungentätigkeit im Gefolge hat. Weiter aber auch noch die leichteren Arten der Ma ll⸗ ſpie le, ſpeztell das Handballſpiel, welches vor⸗ bildlich zu Schnelligkeit und Beweglichkeit, zu Geiſtes⸗ gegenwärtigkeit und einem Haupterfordernis für Rundſchau unſere immer etwas leichtnervöſen Leichtathleten— gu Ruhe und Beſonnenheit erzieht. Die Winterarbeit des Leichtathleten ſoll Zweck⸗ und Entſpannungstraining, aber kein Leiſtungstrat⸗ ning ſein, dafür iſt im Frühjahr noch Zeit genug. Handeln unſere Leichtathleten im Sinne der hier gemachten An⸗ regungen, ſo werden ſie beſtimmt nicht ſchlecht fahren, aller⸗ dings nur dann, wenn ſie auch in ber Winterzeit Mäßig⸗ keit und Enthaltſamkeit in ihrer perſönlichen Lebensfüh⸗ rung bewahren, wenn dieſe auch nicht ſo ſtrikte eingehalten zu werden braucht wie im Sommer ſelbſt. Ziel jeder ſport⸗ lichen Arbeit iſt die ſportliche Höchſtleiſtung, dieſem Endzweck ſoll auch das Wintertraining der Leichtathleten dienen. E. F. G. f„Verſtöße gegen die Amateurbeſtimmungen“ Aufſehenerregende Disqualifikationen in Sübd⸗ deutſchland Dem„Sportdienſt für Süddeutſchland“(WTB) wird aus zuverläſſiger Quelle mitgeteilt, daß vom Verbandsgericht des Süddeutſchen Fußball⸗ und Leichtathletik⸗Verbandes fünf Vereine wegen Verſtoßes gegen die Amateurbeſtim⸗ mungen mit ſchweren Strafen belegt worden ſind. In 8 wei Fällen ſolles ſichdabeiumneue Gru p⸗ penmeiſter handeln, in drei anderen Fällen um führende Kreisligavereine. Bislang konnten, da die Ur⸗ teile des Verbandsgerichts noch nicht veröffentlicht wurden und auch eine andere amtliche Mitteilung noch nicht erfolgte, nur in einem Fall Einzelheiten ermittelt werden. Dieſer eine Fall betrifft den V. f. B. Stuttgart. Hierzu wird uns aus Stuttgart gemeldet: „Das Verbandsgericht des Süddeutſchen Fußball⸗ und Leichtathletik⸗Verbands beſtrafte auf ſeiner letzten Sitzung in Würzburg den VfB. Stuttgart wegen eines ſchweren Ver⸗ ſtoßes gegen die Amateurbeſtimmungen mit zwei Monaten Disqualifikation und 2000 M. Geldbuße Dem Verfahren gegen den VfB. Stuttgart liegt der „Fall Rutz“ zugrunde. Rutz wollte in der vorjährigen Spielzeit ſeinen Verein verlaſſen, um auswärts eine gün⸗ ſtige Stellung anzutreten. Einflußreiche Mitglieder des VfB. Stuttgart beſorgten aber Rutz in Stuttgart eine neue Stellung, in der er allerdings nicht entfernt ſoviel verdiente wie in der von auswärts angebotenen. Wenig ſpäter wirkte Rutz plötzlich nicht mehr in der erſten Mannſchaft mit, ſon⸗ dern betätigte ſich nur noch in unteren Mannſchaften. Das wurde erſt wieder anders, als Rutz durch zahlungsfähige Mitglieder des Vereins die Differenz von 1000 Mark aus⸗ bezahlt erhielt, die er durch ſein Verbleiben in Stuttgart an Gehalt eingebüßt hatte. Inwieweit der VfB. Stuttgart ſelbſt, d. h. durch ſeinen verantwortlichen Vorſtand an dieſer Zahlung beteiligt war, läßt ſich im Augenblick nicht feſt⸗ ſtellen. Dieſe Frage dürfte aber durch das Verbandsgericht geprüft worden ſein. Man hört nur noch, daß der VfB. Stuttgart ſpäter ſelbſt Anzeigen gegen verſchiedene ſeiner Mitglieder, darunter auch Rutz, erſtattet haben ſoll. In den Stuttgarter Sportkreiſen iſt man natürlich über das Aus⸗ maß des Urteils überraſcht. Das Urteil wird erſt rechts⸗ kräftig vom Moment der Zuſtellung ab. Der VfB. hatte aber das Urteil am Freitag nachmittag noch nicht in Hän⸗ den. Man glaubt, daß der VfB. noch ſein Spiel gegen Bir⸗ kenfeld austragen und damit vielleicht noch die Bezirks⸗ meiſterſchaft ſicherſtellen kann. Bei einem Inkrafttreten des Urteils in ſeinem heutigen Ausmaße wäre es dann aller⸗ dings dem VfB. nicht möglich, an der erſten Hälfte der End⸗ ſpiele um die Süddeutſche Meiſterſchaft teilzunehmen. Es ſei denn, der Verband würde im Gnadenwege die Disquali⸗ fikation in eine Geldſtrafe umwandeln.“ Soweit unſere e Slamosen- Schürzen prima Quelltät, große Form .45 Berufsmantel prima Zelir, amerikan. .580 6„„„%%„„„ 45 Mädchen-Hänger unt Water, la Qualitt Größe 40 ä 9525957˙ 0 Kinder- Zefirschülrzen 50 i mit Tasche, Gr. 4050 85 N ſeihnach Dee 0 Knaben- Schürzen 283 7— Cöperware E rde 40-80 sortiert in Farb Indanthren- Servierkleid Sen mit langem Arm und kombhrert Kung flerar. weider Oeruttur Cretonne-Schlrzen 85 Slamosen- Schürzen zum 5 per- Schlrzen bunt gemustert. N 5 e 1„93 Siemosen entra wen. Safin-Schürzen jumper- Schürzen 2 eee moderne Dessins.25 n„ 25 9 5 W„„„„4„„4 ade Hauskleider ia Zear 4 „80 int engem un 0, 80 Stuttgarter Informationsquelle. Ehe wir weitere Schluß⸗ folgerungen an dieſe Angelegenheit knüpfen, wollen wir das Urteil des Verbandsgerichts und ſeine Begründung ab⸗ warten. Wilhelm Johann Ehrenvorſitzender des Ludwigshafener Rudervereins 70 Jahre alt Mit dem morgigen Sonntag(8. Dezember) feiert der langjährige, verdienſtvolle Vorſitzende und fetzige Ehren⸗ vorſitzende des Ludwigshafener Rudervereins Wilhelm Johann ſeinen ſiebzigſten Geburtstag. Als geborener Ludwigshafener nahm er ſchon frühzeitig an der Ent⸗ wicklung des Ruderſports ſeiner Vaterſtadt Anteil und bereits am 1, Oktober 1881, alſo drei Jahre nach der Gründung des L. R. V. trat er demſelben als Mitglied bei. Wilhelm Johann gehört ſomit 48 Jahre dem Vereine an. Wir gehen nicht fehl, wenn wir behaupten, daß er während dieſer Zeit der Sache nicht nur die volle Treue bewahrte, ſondern ihr auch mit ganzer Hingebung im Sinne eines echten Sportmannes diente. In ihm iſt ſchlechthin ein bedeutſames Stück Ludwigshafener Rubder⸗ vereinsgeſchichte inkarniert. Wilhelm Johann hat gewiſſer⸗ maßen von der Picke auf im Ruderverein gedient. Aus beſcheidenen Anfängen heraus gings durch Dick und Dünn, zur Höhe, zum verantwortungsvollen, unermüdlichen und aufopfernden Leiter. Da gab es ſturmbewegte, ſchickſals⸗ ſchwere, aber auch wiederum freudigbewegte, glänzende Zeiten. Die Erbauung des neuen Bootshauſes, ſein wie⸗ derholter Umbau dann der prachtvolle ſportliche Aufſtieg des Vereins bis zur ſiegreichen Olympiade in Stockholm am 19. Juli 1912, alles fiel unter ſeine Führerſchaft. Man krönte ſein erſprießliches, begeit⸗ngsvolles Tun und Wirken mit der Ernennung zum Ehrenvorſitzenden im Jahre 1918. Aber nicht nur in Jubwigshafen, ſondern auch außerhalb deſſen Grenzen, ganz beſonders iw Mann⸗ heimer Ruderkreiſen genießt der Jubtlar hohe Verehrung und aufrichtigſte Wertſchätzung. So iſt Johann ſeit Jahren Zielrichter des Mannheimer Regattaverbands und Mit⸗ glied des Ehrenausſchuſſes für die Mannheimer Regatten. Als eifriger Anhänger des Dauerruderns half Johann dann bei der Gründung des„Pfalzgaus“ der Vereinigung der pfälziſchen Rudervereine für Dauerrudern, die ihn heute noch als erſten Vorſitzenden ihr eigen nennt. Trotz ſeiner ſiebzig iſt Wilhelm Johann noch von jugendlicher Elaſtizität, ein Sportmann von der Sohle bis zum Scheitel ſich ftets warm und lebhaft intereſſierend für ſeine Vater⸗ ſtadt, und insbeſonders für ſeinen Ludwigshafener Ruder⸗ verein und— im erweiterten Sinne— für den deutſchen Ruderſport überhaupt. An ſeinem morgigen Ehrentage werden darum Dank, Grüße und Wünſche für ſein ferneres Wohlergehen nach Ludwigshafen fließen, denen auch wir uns aufrichtigſt anſchließen. un. Internationales Offenbacher Fechttuenier Vor den Entſcheidungen der Degenkämpfe Der zweite Tag des Internatlonalen Offenbacher Fecht⸗ turniers brachte programmäßig die Degenkämpfe. Man hatte im Gegenſatz zum erſten Tag eine andere Kampf⸗ einteilung getroffen, die dem Publikum einen Vorteil bringen ſollte, die aber für die Fechter eiwe unnötige Be⸗ laſtung darſtellte. Man hatte nämlich die 19 Teilnehmer in zwei Vor⸗, zwei Zwiſchen⸗ und eine Endrunde einge⸗ teilt, obwohl in ſämtlichen vier Runden nur 1978 neun Fechter auszuſcheiden waren. Der Franzoſe Bar⸗ dier hatte im letzten Augenblick abgeſagt. Die Kämpfe ſelbſt brachten erſt in den Zwiſchenrunden bemerbenswerte Leiſtungen. Zunächſt ſchlug Halberſtadt⸗Deutſchland den Italiener Minole und kam dadurch in die Schlußrunde. In der zweiten Zwiſchenrunde überraſchte das mäßige Ab⸗ ſchneiden des Ilaltener Turio. Bemerbenswert war der Sieg des Frankfurter Moos über den Italiener Riccardi mit 2⸗0, übrigens die einzi Niederlage die dieſer in dieſer Runde einſtecken mußte. Moos kam durch dieſen Erfolg ebenfalls in das Finale. Zu erwähnen ſind noch die guten Leiſtungen des Holländer Labouches ve, dex ledig⸗ lich durch Riccardi beſiegt wurde, ſonſt aber ſeine ſämt⸗ lichen übrigen Kämpfe gewann. 1. Vorrunde: 1. Rlecar Holland 6 Siege; 3. Hoſtaler⸗F ſon⸗Deutſchland 4 Siege; 5. B 6. Scemplinſkch⸗ Polen 3 Si 7 furt 3 Siege. 2. Vorrunde: 1. Turio⸗Italtien 7 Siege; 3. Halberſtadt⸗Offenbach 6 Stege; 3. Minoli⸗Italien 6 Siege 4. Driebergen⸗Holland 57 Siege; 5. Haegens⸗Hollond 4 Siege; 6. Hax⸗Deutſchland 4 Siege; 7. Turnier⸗Frank⸗ reich 354 Siege. 1.: 1. Minolt⸗Italten 5 Siege ö Treffer; 2. Bragno⸗Italien 4 Siege 5 Treffer; 8. Turnter⸗Frankreich 3 Siege 4 Treffer; 4. Driebergen⸗ Holland 3 Siege 8 Treffer;§. Halberſtabt⸗Offenbach 2 S. 2. Zwiſchenrunde: 1. Labouchere⸗Holland 5 Siege 3 Treffer; 2. Riccardi⸗Italben 5 Siege 5 Treffer; 3. Scemplinſky⸗ Polen 3 Siege 9 Treffer; 4. Hoſtalter 2 Siege 8 Treffer 5. Moos⸗Offenbach 2 Stege 9 T In die Endrunde kommen alſo: Minoli, Bragno, Riccardi⸗Italien, Tur⸗ nier, Hoſtalier⸗Frankreich, Labouchere, Dribergen⸗Holland, Scemplinſky⸗Polen; ſowie Moos⸗ Frankfurt und Halber⸗ ſtadt⸗Offenbach. Handball im Vaoiſchen Turnkreis 10 Meiſterklaſſenſpiele am Sonntag Hat der erſte Rückſpielſonntag knappe Ergebniſſe und dte erſten Ueberraſchungen der Rückrunde mit der Nieder⸗ bage von nicht weniger als drei Tabellenführern geb nscht, ſo werden die bevorſtehenden Spiele ebenfalls dazu awetan ſein, Veränderungen in der Plazlerung hervorzurufen. Während die Spiele in Gruppe l weniger einſchneidend ſind, wird die am meiſten ausgeglichene Spielſtärke in Gruppe II die intereſſanteſten Treffen bringen, von denen das bedeutendſbe Tgde. Ziegel hauſen— 62 Weinheim iſt. In Mittelbaden ſpielen die beiden punktgleich führenden Polizei Karlsruhe und Jahn Ofſen⸗ burg mit MTV. und KTB. 40 Karlsruhe. Auch hier iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß es eine Aenderung an der Spitze bt. In Gruppe IV wird Tod. Lörrach ſeine durch ie Niederlage des TV. Lörrach verſchaffte Füßhrer⸗ ſtellung zu behaupten verſuchen, wie auch am Boden fee Baden Konſtanz durch die letz ntägliche Niederlage ge⸗ witzigt ſein wird. Im übrigen er Spielplan folgender: Gruppe I: Ty. Philippsburg To. Oftersheim; Jahn Neckarau— Tgde. Heidelberg. Gruppe II: Tgde. Ziegelhauſen— 62 Weinheim; Jahn Weinheim— Tod. Durlach. Gruppe III: Jahn O burg— Karlsrußer 7. 1840; Mi. Karlsruhe izet Karlsruhe. Gruppe IV: Tv. Meißenheim— Tv. Ottenheimz Dod. Lörrach— Ty, Sulz. Gruppe J: Baden⸗Konſtanz— Tv. St. Georgen St. TV. Singen— Ty. 62 Konſtanz. c Der Deulſche Kanuverband kauft Aferflächen In ſeiner letzten Sitzung in Frankfurt hat der Deutſche Kanuverband wiederum erhebliche Miktel zum Anhauf von Ufergelände bewilligt. Seine Führer ſehen eine Gefäßr⸗ dung des Waſſerſports durch die zunehmende Bebau ung und Kamaliſation kommen, die den Waſſerſporttreibenden und beſonders der Zeltler⸗Bewegung die wenigen, bis letzt woch verbliebenen Uferflächen nach und nach entzieht. Zu den im füdweſtdeutſchen Kreis bereits am Rhein und ſeinen Nebenflüſſen getätigten Käufen hat der Deutſch⸗ Hanuverband im Sommer d. J. das 7000 qm große Gelünde am Bodenſee käuflich erworben und nun vor wenigen Dagen auf der Sandau im Rhein, an der Lahn und Mofel umd am Neckar größere Wieſengelände gekauft. Vorgeſehen ſind noch Käufe im Altrheingebiet und an der Lahn. Dieſe verbandsetgenen Grundſtlßche ſollen den Mitglle⸗ dern ungeſtörte Zeltplätze ſichern und im Verein mit dem weitverzweigten Netz der Kanuſtationen— im Oberrhein⸗ und Mainkreis ſind es allein 56 ſolcher— für bie Waſſer⸗ wanderer im Da. feſte Stützpunkte ſein. Dameben wird beſonders im ſüdweſtdeutſchen Flußgebiet die Errichtang verbandseigener Wanderheime angeſtrebt, wie ſolche hereless am Rhein und an der Moſel beſtehen. Den„Pbatz an der Sonne“ zu erobern, wird in den nächſten Jahren die größ⸗ ten Anſtrengungen aller waſſerſportlich intereſſterten Ver⸗ bände notwendig machen. Der Deutſche Kanuverband als einzigſte Organſſation deutſcher und öſberveichiſcher Waſſer⸗ wanderer iſt hier bahnbrechend vorausgegangen. Es ſind Beſtrebungen im Gang, auch in Manun⸗ beims Umgegend geeignetes Gelände zu kane fen oder zu pachten. l ; 4. Thom⸗ 4 2 65 Tasche. Gr, 40-50 2 Kneben- Leine Kopfschmerzen mebri E der Mehrzahl aller Fälle legt die Ursache a Kopfschmerzen in mangelhafter 2 in unfegelmäßigem Stuhlgang und in F setaung aufgespeſcherter Kotmassen in Därmen. Diese trägen Massen vergiften ö Blut, bringen Uhr inneres System jn Unordnung, und die Folge ist: Benommenheit und Ref tige Kopfschmerzen, e Ihnen Ihre gute Stimmung und Ihre game Leistungsfähigkeit nehmen, die Sie abgespannt, müde und matt machen, so daß Sie sich am liebsten am hellen Tage zu einer Zeit, wo Sle normalerweise kein Ruhebedürfnis verspu auf das Sofa oder ins Bett legen möchten, we Ihnen Ihr Dasein verleidet ist und Sie für niehts zu haben sind. Und dabei ist es zumeist eine TKleinigkeſt, eine Spielerei, solchen Zuständen vorzubeugen und sie 30 gut wie völlig auszuschalten bew. unmöglich zu machen. Halten Sie Ihre Därme, Ihr Ver- dauungssystem in Ordnungi Kruschen hilft Ihnen und lhrem Inneren Kruschen sorgt für regelmäßigen Stuhlgang u milder, nicht reizender Form. Kruschen lat das ideale Abführ- und Darmreinigungsmittel, dabei völlig harmlos in seiner Wirkung, es durchdringt die Lebenszellen, entgiftet die Säfte, entsäuert und verjüngt Ihr inneres System. 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Anhaltende und ſich wiederholende Nachrichten br Beſchädigungen der argentiniſchen Ernte durch Roſt und Froſt wurden zunächſt, da ſie über Ame⸗ rika hierher kamen, mit Zweifeln aufgenommen; da inzwiſchen aber auch direkte Nachrichten ähnlicher Art hier eintrafen und vor allen Dingen die neue⸗ ſten Nachrichten von ſehr ſchlechten Naturalgewichten — herunter bis zu 70 Kg. je hl— ſprechen, fanden ſie zuletzt doch mehr Beachtung. Der argentintſche Exportüberſchuß wird jetzt ſchätzungsweiſe zwiſchen 12 und 17% Millionen quarters(1 quarter = 8 buſhels à 27,22 Kg.) angenommen, während Broomhall an ſeiner Schätzung von 15 Millionen quarters feſthält, was einen zwar ausreichenden, aber nicht übermäßigen Ertrag darſtellen würde. So⸗ weit die Schadensberichte übertrieben erſcheinen, ſteht man ihnen auch jetzt noch ſehr vorſichtig gegenüber; die Geſamtſituation wird jetzt aber doch einiger⸗ maßen unter dem Geſichtspunkt der amerikaniſchen kanabiſchen Exportmöglichkeiten betrachtet. Die ar⸗ gentiniſchen Börſen haben ſich gerade in den letzten Tagen ſcharf aufwärts bewegt und die großen ar⸗ gentiniſchen Abladerfirmen haben ihre Forderungen weſentlich erhöht. Daß auch die Vereinigten Staaten und Kang da die Lage ſofort zu ihren Gunſten aus⸗ nutzen, liegt auf der Hand. Die weitere Entwicklung dürfte vollſtändig von der Geſtaltung der Ernteaus⸗ ſichten— zunüchſt des amerikaniſchen Winterweizens — in den nächſten Monaten abhängen. Die letzten Forderungen lauteten für die 100 Kg. eif Rotterdam in hfl.: Hard Winter 2, Golf, ſchwimmend, 13,15; Manitobas, Atlantie, Dez, 1 15,25, 2 15,05, 3 14,70, 4 14,25, 5 13,60, 6 11,75, 4, Pacific, 14,05; Baruſſo, 79 Kg., ſchwimmend und Dez.⸗Abladung, 12,65, Jan.⸗ Febr. 12,92; Bahia Blanca, 79 Kg., ſchwimmend und Dez., 18,15, im Dezember ausgehender Dampfer 18,05, Jan.⸗Febr. 13,17%. Am Weltmarkt blieb man für Weizen feſt geſtimmt und beſonders Eng⸗ land trat erneut wieder als Käufer auf. In London wurden in den letzten Tagen—10 Ladungen Plata⸗ und Auſtral⸗Weizen, auch etwas Manitoba, aus dem Markte genommen. Am Oberrhein vermochte ſich größeres Geſchäft in Auslandsweizen infolge des ſchlechten Mehl⸗ geſchäftes nicht zu entwickeln, umſomehr, als eigen⸗ kümlicherweiſe Inlandsweizen mit der Auf⸗ wärtsbewegung des Auslandsweizens in dieſer Woche nicht gleichen Schritt gehalten hat. Aus dieſem Grunde wurden zuletzt auch ziemliche Poſten In⸗ landweizen von den ſüddeutſchen Mühlen auf der Preisgrundlage von 27,00—27,50/ für die 100 Kg., je nach Qualität und Lieferzeit, abgenommen. In Süddeutſchland war die Witterung im November ſowohl für die Ausführung der Feldar⸗ beiten, als auch für die weitere Entwicklung der faſt überall gut beſtockten Herbſtſgaten außerordentlich günſtig. Sofern die Saaten gut durch den Winter kommen, iſt in Baden auch für das nächſte Jahr eine gute Getreideernte zu erwarten. Aus Nord⸗ baden wird neuerdings vielfach über Mäuſefraß, Saatkrähen und Engerlinge, insbeſondere im Kraich⸗ gau und Elſenztal, geklagt. Es iſt bereits erheblicher Schaden an Kleeäckern und Saatfeldern angerichtet worden und man befürchtet, daß bei der warmen Witterung, wie ſie augenblicklich wieder herrſcht, eine weitere Brut Mäuſe herauskommt. Das Roggen angebot aus der Pfalz und Heſſen hat wieder zugenommen, wobei die Forderungen jetzt ziemliche Spannungen aufweiſen, da ſie ſich, je nach Qualität, zwiſchen 19,50 20,25 J, je 100 Kg., frei Mannheim, bewegen. Die Mühlen haben nennens⸗ werte Käufe nicht vorgenommen und es hat den An⸗ ſchein, daß bei ihnen größere Aufnahmefähigkeit zur⸗ zeit auch nicht beſteht; jedenfalls bekunden ſie für prompte Ware keinerlei Intereſſe. Aus lands⸗ roggen läßt vorläuftg keine Rechnung. Das Mehl geſchäft war, wie erwähnt, ſehr klein. Neue Abſchlüſſe bei den Mühlen fanden in größerem Umfang nicht ſtatt, wogegen allerdings der Abruf auf ältere Kontrakte befriedigend war. Mit Mittel⸗ deutſchland beſtand einiger Verkehr in Weizen⸗ mehl zu gedrückten Preiſen; das Roggen mehl⸗ geſchäft unterlag beſonderem Druck, weil die pfäl⸗ ziſchen Kleinmühlen weſentlich billiger ſind als die Forderungen der auswärtigen Großmühlen lauten. Gegenüber der Vorwoche weiſt Weizenmehl, Spe⸗ zial 0, bei dem heutigen Preisſtand von 39,75%¼ eine Erhöhung um 1,00 l, für die 100 Kg. auf; Roggenmehl dagegen wenig verändert. Für Braugerſte iſt das Angebot zu den vor⸗ wöchentlichen Preiſen dringlicher geworden. Die ge⸗ planten Regierungsmaßnahmen dürften für die zum Verkauf genötigte erſte Hand vorausſichtlich zu ſpät kommen. Plata ⸗Gerſte, 65 Kg., Jan.⸗Febr., war mit 8,75 hfl., 65/66 Kg., mit 8,35 bfl. Kana da⸗ Gerſte, 2, mit 8,60 hfl., eif Rotterdam, angeboten. Für Hafer blieben die Abſatzmöglichkeiten bei unveränderten Forderungen mangels Nachfrage ge⸗ ring,. Auslands hafer kommt für Abſchlüſſe über⸗ haupt nicht in Frage, da ſich Inlandsherkünfte tel billiger ſtellen. i Mais zeigte im Ausland, in Uebereinſtimmung mit der beſſeren Haltung des Weizens, feſte Tendenz, zumal man darauf hinweiſen konnte, daß die kalte Witterung den Konſum ſtimuliert. erfolgte Witterungsumſchlag hat jedoch eine nachgie⸗ bigere Haltung gebracht. Die Umſätze blieben klein. Etwas Geſchäft vollzog ſich auf Dez.⸗Jan.⸗Abladung. Verlangt wurden für die 100 Kg. Plata ⸗Mais, rheinſchwimmend, 8,95 hfl., eif Mannheim, ſeeſchwim⸗ mend und Dez.⸗Abladung 8,60 hfl., eif Rotterdam und für in Mannheim befindliche bahnfreie Ware 19,00 19,25, je 100 Kg. In Rotterdam fällige Ware koſtete 8,50 hfl., Donau ⸗Mats, März⸗April, 8,45 hfl. Das Geſchäft in Futterartlkeln iſt infolge der wieder wärmer gewordenen Witterung erheblich zurückgegangen. England und Argentinien legten Offerten für Biertreber und Malzkeime hierher; auch von Schleſiſch⸗Böhmen und von der zweiten Hand im Elſaß kam Angebot heraus. Trockenſchnitzel blieben aus den früher erwähnten Gründen(Ab⸗ gaben der Landwirte aus den ihnen vertragsmäßig Der inzwiſchen für die abgelteferten Zuckerrüben zufallen den Schnit⸗ der Neuen Mannheimer Zeitung Dre Weizenweltmarkt unter Argentiniens Einfluß England kauft Ueberſee⸗Weizen, Deutſchland Julandweizen/ Günſtige machſenden badiſchen Getreideernte Mangelnde Aufnahmefähigkeit für Roggen Die warme Witterung bringt vermin derte Futtermittel nachfrage Beurteilung der zelmengen) ſtärker angeboten mit 9,50—9,75 A, je 100 Kg. Die ſonſtigen Forderungen lauteten für Kleie, feine, 10,25—10,50 /, mittelgrobe 10,75 bis 11,00 l, grobe 10,75—11,25 J, Bollmehl 11 J, Wei⸗ zennachmehl 14, alles prompt, auf ſpätere Liefe⸗ rung 0,50/ mehr. Biertreber blieben mit 15,50 bis 16,25 /, Malzkeime mit 16,50 17,25 /, je 100 Kg., käuflich. Verliner Veamten vereinigung Stürmiſche Gläubigerverſammlung Im Konkursverfahren der Berliner Beamten⸗ Vereinigung war heute vormittag die erſte Gläu⸗ bigerverſammlung anberaumt. Mit Rückſicht auf die über 1000 Perſonen zählende Menge der Gläubiger hatte der Konkursrichter den großen Schwurgerichtsſaal des Gerichts von Moabit als Verſammlungsraum genommen, der größte Saal, der den Berliner Gerichten überhaupt zur Verfügung ſteht. Trotzdem reichte der Raum nicht im entfernteſten aus, um die Maſſe der Gläubiger zu faſſen. Es kam zu ſehr unliebſamen Auftritten, da ſich viele Gläu⸗ biger tber das unzureichende Verſammlungs⸗ lokal heftig beſchwerten. Die Gläubigerver⸗ ſammlung ſelbſt war noch viel ſtürmiſcher. Der Konkursrichter erklärte, der Saal ſei vollſtändig überfüllt und vor der Türe begehrten noch 300 bis 600 Perſonen Einlaß. Unter dieſen Umſtänden könne die Verſammlung nicht durchgeführt werden. Dieſe Feſtſtellungen wurden aus der Menge mit lauten Zwiſchenrufen begleitet. Der Konkursrichter erklärte, daß die Verſammlung vertagt und eine neue Terminbeſtimmung vorbehalten werde. Es kam zu abermaligen ſtürmiſchen Szenen. Die Szenen er⸗ reichten ihren Höhepunkt, als ein Vertreter der ſogenann⸗ ten Oppoſition derjenigen Mitglieder, die die Maßnahmen des Vorſtandes bekämpften, das Wort nehmen wollte. Die Mehrzahl der Teilnehmer brach in ſtürmiſche„Schluß“⸗ Rufe aus, ſodaß der Redner nicht durchdringen konnte, Der Konkursrichter ſchloß dann endgültig die Verſammlung. Wie wir vom Konkursrichter erfahren, wird die neue Gläubigerſammlung zur Vermeidung derartiger Mißſtände in einem privaten großen Verſammlungsraum abgehalten werden. Der Termin zur neuen Verſammlung läßt ſich noch nicht vorausſagen. „ Stickſtoffverhandlungen.— 36. Farbeninduſtrie— Ruhrbergbau. Am 5. 0. M. haben, wie wir bören, im Revier zwiſchen Vertretern der J. Farbeninduſtrie und den Erzeugern ſynthetiſchen Stickſtoffs des Ruhrbergbaus weitere Beſprechungen ſtattgefunden. Dabei iſt zwar, wie bei der komplizierten Lage zu erwarten iſt, über die Haupt⸗ fpagen, wie Kontingentierungen, gegenſeitiger Mengen⸗ austauſch und Einſchränkung, noch keine Einigung erztelt worden, jedoch ſcheint bei einigen mehr formalen Fragen eine ſtärbere Annäherung erſolgt zu ſein. Hierbei handelte es ſich wohl auch um die grundſätzliche Bereitwilligbeit, dos am 30. Junt nächſten Jahres abbaufende Stickſtoff⸗Syndikat zu verlängern. * Auguſt Wegelin AG., Kaltſcheuren bei Köln. Die HV. der Aug. Wegelin Ach. genehmigte die Regularien und beſchloß, aus dem Reingewinn von 290 744 l einſchl. Vortrag eine Dividende von 8(i. V. 11) v. H. amszu⸗ ſchüctben. 18 464/ werden auf neue Rechnung vorgetragen. Zum Bericht des Vo s ließ Verwaltung er⸗ klären, daß das geringe C neben den Schä⸗ den der langen Froſtperiode höhten Steuerlaſten (rd. 60 000„ mehr) begründet liege. Die Steigerung der Bankſchuld ſei auf den techniſchen Ausbau und die ſtarke Erweiterung der Betriebe zurückzuführen, die einen Koſten⸗ aufwand von rd. 240 000/ erfordert hätten. * Compania Hiſpano⸗Americana de Electricidad S.., Madrid(Chade). Vom Emiſſionshaus wird in Ergänzung der geſtrigen Notiz mitgeteilt: Die Geſellſchaft verteilt für das Geſchäftsjahr 1929 eine am 20. ds. Mts. zahlbare Ab ſchlagsdividende von 35 Peſetas Gold für die Aktien der Reihen A, B, C und von nom. 500 Peſetas und 7 Pe⸗ ſetas Gold für die Aktien der Reihen D und E von nom. 100 Peſetas. Die Einlöſung der Dividendenſcheine Nr. 17 erfolgt zum Kurſe von 5,18 Goldpeſetas für 1 U. S..⸗ Dollar mit 8,68725 bezw. 1,73745 Dollar, deren Gegenwert zum Geldkurs für briefliche Auszahlung Newyork bei den bekannten Stellen erhoben werden kann. * Auseinanderſetzung der Tonfilm⸗Kouzerne. Aus An⸗ laß der Erklärungen des Direktors der Weſtern Electrie Ltd., E. S. Gragg, wird in einer Replik durch Dr. A. Meyerhoff, Direktor der Küchenmeiſters Internattonale Maatſchappij voor Accouſtlek u. a. darauf hingewieſen, daß die Progeſſe, die durch die Weſtern Electrie gegen die deut⸗ ſche Gruppe geführt werden, ſich nur auf Fragen unter⸗ geordneter Bedeutung beziehen. Die europäiſ e Tonfilm⸗ Gruppe betrachte ſich keineswegs als ein Unternehmen, das nur Patente beſttzt, ſondern ſie wird künftighin ihre Tätigkeit hauptſächlich auf die Einrichtung von Lichtſpiel⸗ theatern und auf die Erzeugung von Tonfikmen ausdehnen. Schließlich wird feſtgeſtellt, daß auch die Weſtern Electrie ein Abkommen mit der europäiſchen Induſtrie für den richtigen Weg erachtet. * Fraureuther Porzellanfabrik AG., Fraureuth. In der GV. der Fraureuther Porzellanfabrik AG., von der die Preſſe ausgeſchloſſen war, kam ein Beſchluß über die Bi⸗ bandes lanz per 31. 12. 1028 infolge Stimmengleichheit nicht zuſtande. Bezüglich der übrigen Punkte der Tages⸗ ordnung wurde Vertagung beſchloſſen. Es wurde davon Mitteilung gemacht, daß bis heute der Fabrikationsbetrieb noch nicht aufgenommen werden konnte. * Frowein u. Co. AG. in Elberfeld. Die im Jahre 1928 bei der Auflöſung der alten Elberfelder Textilwerke AG. in eine ſelbſtändige Aktiengeſellſchaft umgewandelte Seiden⸗ bandweberei, deren Aktienmehrheit ſich im Beſitz der Kammgarnſpinnerei Stöhr u. Co. AG, in Leip⸗ zig befindet, weiſt am 30. Juni 1929 nach 58 816(50 129) 1 Abſchreibungen einſchl. Vortrag einen Reingewinn von 79 870(3904)„ aus, woraus, wie gemeldet, 4 v. H. Divi⸗ dende verteilt werden(i. V. keine Dividende). In der Bi⸗ lanz haben ſich Verbinolichkeiten auf 1,111(0,877) Mill. 4 erhöht, während andererſeits Außenſtände auf 558(0,431) und Vorräte 0,760(0,619) Mill. 4 geſtiegen ſind. * Einigung im iunerdeutſchen Luftverkehr.— Vor dem endgültigen Abſchluß eines Vertrags. Der Aufſichtswat der Nord bayeriſchen Verkehrsflug Ac. hat ſich mit dem zwiſchen der Deutſchen Lufthanſa und der Noröbayeriſchen Verkehrsflug Ac. geplanten Vertrag(über die Aufteilung des innerdeutſchen Strecken⸗ netzes) grundſätzlich einverſtanden erklärt. Die endgültige Unterzeichnu⸗ des Vertrags wird von der Klärung der Frage abhängig ſein inwieweit die von der Lufthanſa auf die Nordbayeriſche Verkehrsflug Ach. übergehenden Flug Knien auch künftig die bisherigen Staats⸗ und Gemeind⸗⸗ zuſchſüſſe erhalten. Konkurs bei der Frankfurter Mehlinſolvenz Jakob Dreyfuß. In der Gläubigerverſammlung dieſer Mitte Oktober in Zahlungsſchwierigketten geratenen Mehlgroß⸗ handelsfirma wurde zunächſt feſtgeſtellt, daß die Ver ⸗ handlungen zwiſchen den Großmühlen und den Ban⸗ ken geſcheitert ſind. Die Mühlen konnten ſich eutſpre⸗ chend dem in der letzten Gläubigerverſammlung gemachten Vorſchlag, die Forderungen der Banken mit 10 v. H. abzu⸗ kaufen, nicht entſchließen, die alleinige Abwicklung der Dreyſuß⸗Maſſe vorzunehmen. Ein weiterer Vorſchlag im Sinne einer gemeinſamen außſergerichtlichen Regelung wurde von der Verſammlung abgelehnt, ſo daß die Firma nunmehr das Konkursverfahren beim Amtsgericht beantragen wirb. Ueber die Gründe, die zu dieſer ungün⸗ tigen Wendung geführt haben, entſpann ſich eine zeitweiſe MHittag- Ausgabe Nr. 569 R eee ſehr erregte Ausſprache. Bei der Feſtſtellung der Debitoren ſeien von Tag zu Tag neue Abſchreibungen notwendig ge⸗ worden. Durch die Gefälligkeitswechſel und die Aufklärung von damit zuſammenhängenden Gegenanſprüchen habe ſich der Status immer trüber geſtaltet. * Hafenmühle.⸗G. Frankfurt a. M.— Der Verluſt⸗ abſchluß. In der Bilanzſitzung des.⸗R. wurde beſchloſſen, unter teilweiſer Berückſichtigung der bekannten Debitoren⸗ verluſte(Dreyfuß) entſprechende Rückſtellungen vorzuneh⸗ men, ſodaß von einer Dividendenverteilung Abſtand ge⸗ nommen und ein Verluſt in Höhe von 139 892 RM, einer zum 31. Dezember 1929 einzuberufenden.⸗V. zum Vortrag vorgeſchlagen werden ſoll. Die Abſchreibungen auf die Anlagewerte ſind in normaler Höhe vorgenommen. Süddeutſche Zucker.-G. Dividendenerhöhung Der AR. der Süddeutſchen Zuckerinduſtrie AG. in Mannheim beſchloß in ſeiner geſtrigen Sitzung die vor kurzem in Ausſicht geſtellte Dividendenerhöhung. Der GV. am 7. Jan. wird vorgeſchlagen, für das am 31. Auguſt beendete Geſchäftsjahr aus dem von 4138 072 auf 4 789 773/ geſtiegenen Reingewinn eine Div i⸗ dende von 12 v. H. gegen 10 v. H. i. V. zur Verteilung zu bringen. Die VA. ſollen wieder 7 v. H. erhalten und in Neuvortrag ſollen 1159 773(1150 072)„ gelangen. * Zuckerfabrik Rheingau.⸗G., Worms. Der AR. der von der Süddeutſchen Zucker AG. vollkommen kontrollierten Zuckerfabrik Rheingau.⸗G. in Worms beſchloß, der GV. (6. Januar 1930) für das am 31. Auguſt d. J. abgelaufene Geſchäftsjahr eine Dividende von wie der 9 v. H. vorzu⸗ ſchlagen. Nahrungs- und Genußmittelausgaben im Arbeiterhaushalt Neun Zehntel entfallen auf Nahrungsmittel und ein Zehntel auf Genußmittel Das Statiſtiſche Reichsamt veröffentlicht weitere Ergeb⸗ niſſe über die amtlichen Erhebungen von Wirtſchaftsrech⸗ nungen vom Jahr 1927/8. Darnach verteilen ſich die Aus⸗ gaben für Nahrungs⸗ und Genußmittel in 896 Arbeiter⸗ haushaltungen in den verſchiedenen Einkommensſtufen in der folgenden Weiſe. Es entfielen auf Nahrungsmittel Genußmitte bei Einkommen unter 2 500 4 92,5 v. H. 7,5 v. H. bei Einkommen von 2500 bis unter 8 0001 91,5 v. H. 8,5 v. H. bei Einbhommen von 3 000 bis unter 9 600 4 90,9 v. H. 9,1 v. H. bei Einkommen von 8 600 bis unter 4300 41 89,7 v. H. 10,8 v. H. het Gin kommen von 4 300„ und mehr 90,0 v. H. 10,0 v. H. Von den Geſamtausgaben für Nahrungs⸗ und Genuß⸗ mittel entfallen alſo im Durchſchnitt neun Zehntel auf die Nahrungsmittel allein. Die Genußmittelausgaben wachſen auch anteilmäßig mit der Einkommenshöhe.— Von den Ausgaben für Nahrungs⸗ und Genußmittel entfallen im Durchſchnitt auf Fleiſch⸗ u. Wurſt⸗ Hr waren 22,9 v. H. Zigarren, Ziga⸗ Milch und Er⸗ retten, Tabak 3,5 v. H. zeugniſſe 16,7 v. H. Kaffee, Tee, Brot u. Backwar. 14,7 v. H. Kakao Fette(tieriſche u. Zucker 25 v. pflanzliche) Speiſen i. Wirts⸗ außer Butter 6,3 v. H. ans 1 Alkohol. Getränke 5,0 v. H. Fiſche 1,4 v. H. Kartoffeln„„4, v. H. Schokolade u. and. Eier 3,9 v H. Süßigkeiten 1 Nährmittel 39 v. H. Sonſtiges 153 v. H. Gemüſe 9,7 v. H Von den geſamten Ausgaben für Nahrungsmittel ent⸗ fallen im Durchſchnitt faſt drei Fünftel auf tieriſche und über zwei Fünftel auf pflanzliche Erzeugniſſe. Unter den „Fleiſch und Fleiſchwaren“ nehmen die Ausgaben für „Wurſt und ſonſtigen Aufſchnitt“ in allen Einkommens⸗ ſtufen die erſte Stelle ein. Es folgen die Ausgaben für Schweinefleiſch, Rindfleiſch, Speck, Gefrier⸗, Hack⸗, Kalb⸗ fleiſch und Schinken.. Innerhalb der Gruppe„Brot und Backwaren“ entfällt durchweg mehr als die Hälfte der Ausgaben auf Roggen⸗, Grau⸗, Miſch⸗ und Schwarzbrot. Von den Fettausgaben entfallen in den einzelnen Einkommenſtufen 75/1 bis 80 v. H. auf Butter und Margarine, 10,8 bis 15,6 v. H. auf Schmalz und ſonſtige ausgelaſſenen Fette. Bei einem Vergleich der Ausgaben für Margarine und Butter zeigt ſich, daß die der unterſten Einkommensſtufe angehörenden Haushaltungen für Margarine etwas mehr ausgeben als für Butter, während in den anderen Stufen die Ausgaben für Marga⸗ rine hinter den Ausgaben für Butter weit zurückbleiben. Unter den alkoholiſchen Getränken ſpielt der Verbrauch von Bier weitaus die größte Rolle. Die Einigungsverhandlungen in der Lokomotivinduſtrie Die bisherigen Ergebniſſe Die auf Veranlaſſung der Reichsbahngeſellſchaft in Ber⸗ lin gepflogenen Verhandlungen wegen einer Einigung in der Lokomotivinduſtrie haben bisher, wie wir epfahren, eine grundſätzliche Einigung nach der Richtung geſchafft, daß die Linke⸗Hofmann⸗Quote von Krupp(Eſſen) und Henſchel u. Sohn.⸗G. in Kaſſel übernommen wird, wofür Kruppden Waggon bau zugunſten von Linke⸗ Hofmann aufgibt und Henſchel ſich verpflichtet, die Rahmengeſtelle für den Laſtkraftwagen bau künftighin nicht mehr von Krupp zu beziehen, ſondern von den Werkſtätten der Linke⸗Hofmann⸗Gruppe. Auf dieſe Weiſe würde ſich die Lokomotirquote für Henſchel⸗ Maffei von 27,003 v. H. auf rund 30 v. H. erhöhen und die Quote für Krupp in Eſſen, nachdem dieſe die Hohenzollern A. ⸗G. für Lokomotivbau in Düſſeldorf und die Rheinmetall⸗ Quvte übernommen hat, von 14,676 v. H. durch die Hälfte der Linke⸗Hofmann⸗Buſch⸗Quote auf volle 18 v. H. Weiter⸗ hin hören wir, daß auch Verhandlungen zwiſchen der Lo⸗ komotiv fabrik Jung in Jungenthal bei Sie⸗ gen ſchweben mit dem Ziel, auch dieſe Quote auf Krupp zu übertragen. Die andere Hälfte der Linke⸗Hofmann⸗ Buſch⸗Quote würde dann auf Henſchel⸗Maffei entfallen. Die Verhältniſſe zwiſchen Henſchel und Maf fei ſind im Augenblick noch als ungeklärt anzuſehen; es wird jedoch erwogen, eine Trennung zwiſchen Henſchel und Maffei durchzuführen, weil neuerdings die bayriſche Regierung mit der Reichsbahngeſellſchaft Verhandlungen pflegt, um die beiden Bayriſchen Lokomotivfabriken, Krauß.⸗G. in Mün⸗ chen und J. A. Maffei.⸗G. in München, in eine Betriebs⸗ gemeinſchaft überzuleiten und zu verſuchen, auch die Loko⸗ motivfabrik in Eßlingen in irgendeiner Form an die⸗ ſer ſüddeutſchen Quote für die Reichsbahn zu beteiligen. Offen bleibt weiter noch die Frage, wie lange die Ha⸗ nomag in Hannover den Lokomotivbau beibehalten wird. Verhandlungen über die Hanomag⸗Qnote ſind zwar offiziell noch nicht eingeleitet, doch hören wir zuverläſſig, daß auch über dieſe Frage in dieſen Tagen in Berlin verhandelt wird mit dem Ziel einer alsbaldigen Klärung dieſer Ver⸗ hältniſſe. * Heidelberger Aktienbrauerei vormals Kleinlein.— Wieder 12. v. H. Dividende. Der Rohertrag des am 30. September beendeten Geſchäftsjahres beläuft ſich auf 2,8 Mill. Mk.,(Allgemeine Unkoſten beliefen ſich auf 2,387 (2,89) Mill. Mk., ſodaß nach 80 622(69 664) RM Abſchret⸗ bungen einſchl. 55 776(43 913) RM Vortrag ein Rein⸗ gewinn von 356 541(346 176) RM k verbleibt. Der auf 11. Dezember einberufenen GV. wird vorgeſchlagen, wieder 12 v, H. Dividende auf die STA. und 8 v. H. auf die VA. zur Ausſchüttung zu bringen nach verſchiedenen Zu⸗ weifungen den Reſt von 56 141 RM auf neue Rechnung vorzutragen.— In der Bilanz ſtehen u. a. 1,28(1,07) Mill Außenſtänden für Bier⸗ und Darlehen, 147 875(128 518) Mark Kaſſe, Effekten und Vorauszahlungen ſowie 191 500 (242 600) RM Vorräten bei einem AK. von 1,005 Mill. RM, 1,004 Mill. Mark Hypotheken,(0,959) und 0,6(0,89) Mill. RM. diverſe Debitoren bei 430 000(880 000) Rück⸗ lagen und Delkredere gegenüber. * Diskontherabſetzung der Bundesbank von San Fran⸗ zisko. Die Bundes reſervebank in San Franzisko hat ihren Diskontſatz von 5 auf 45 v. H. ermäßigt. Weiterer Rlekgang des Zementabsafzes ————— 10 „ ieee — F 3 8 858 4 — 2 1 155 2 0 Keb, Apr⸗ Jun. Aug.: Skt Deutſcher Weinmarkt Das Geſchäft im Wein handel lag in den letzten Wochen weiterhin ſehr ruhig. Hierin kommt die ungünſtige Wirtſchaftslage und die eingeſchränkte Kaufkraft der Be⸗ völkerung zum Ausdruck, denn es verbautet allgemein aus den Weinkonfumbezirken, daß weniger Wein als in frü⸗ heren Jahren getrunken wird. In Baden waren grö⸗ ßere Verkäufe nicht zu verzeichnen und in manchen Wein⸗ orten ſind noch auſehnliche Poſten des neuen Jahrganges verfügbar. In Auggen wurden für Hacher Letten 100, in Hach ſelbſt 85100 4 für Letten, 130/ für Felſenſtück erztelt; geringere Sorten erlöſten wur 58—70 je Hl. Müllheim erzielte für die Ohm(150 Str.) 80100 A, Neuenburg 85 /, Mauchen 7500 4. Franken hatte in den letzten Wochen nur ein belangloſes Konſumgeſchefft. Für 1929er Moſte wurden je Hl. 60—400 l, für Iphofer 15060, Sommeracher 110115, Volbacher 120128 A, für 1028 Konſumweine 90—410 1 je Hl. bezahlt. Der Eſcherndorfer Winzerverein verſteigerte 300 Hl. Qualttäbs⸗ wein zu 142307, je Hl. Für die Pfalz ſchätzt eine Privatarbeit im Land ruer Anzeiger das diesjährige Ergebnis(das amtliche Schät⸗ zungs⸗ und Erhebungsergebnis iſt erſt Ende Januar zu erwarten) auf 471 840 Hl. gegen 619 407 Hl. 1928, 586 950 Hektoliter 1927 und 320 940 Hl. 1926. Dem Erträgnis nach recht befriedigend ſchneiden die Orte in der Gegend von Grünſtadt ab. Die Haupturſache des geringeren Wein⸗ erträgniſſes gegenüber 1928 bildet der Ausfall an der Oberhagardt, wo die Winterkälte den Ertrag gleich⸗ mäßig beeinträchtigt bat. Der Winzerverein Kallſtadt hat in Verſteigerung 15 Stück, 6 Halbſtück und 9 Viertoel⸗ ſtück 19 8er Hallſtadter Weißweine angeboten. Die Gebots⸗ abgabe ſetzte zunächſt ſchleppend ein, wurde aber ſpäter lebhafter, ſodaß nach anfänglichen Preiſen von 10701400 Mark die letzten 8 Nummern zu 20003020, je 1000 Etz. zugeſchlagen wurden. Im freihändigen Verkauf erköſten de 1000 Str. Weißwein im Bezirk Edenkoben, woſelbſt des Geſchäft eine leichte Belebung aufweiſt, 470517, in der Bergzaberner Gegend 1928er 500585„, an der Mit⸗ telhaardt in Mußbach 1927er naturr. Weißweine 75075 Mark; in der Südpfalz kann man für naturr. 1928er Weine mit einem Durchſchnittspreis von etwa 500 je 1000 Str. rechwen. In Rheinheſſen wurden einzelne Abſchlüſſe in Jungweinen bekannt 485800, in 1928ern in Nackenheim zu 1050 1 Die Verſteigerung der Vereinigten Weingutsbeſitzer von Mettenheim brachte ein Angebot von 52 Nummern 1er verb. u. naturr. Weiß⸗ und Rotweinen, ſowie Aer und 28er Naturweine in Flaſchen aus den beſten Lagen von Mettenheim, Bechtheim und Alsheim Sechs Nummern wurden mangels ausreſchender Gebote zurück⸗ gezogen; 24 Halbſtück 28er erbrachten 1. D. je Halbſtück(600 Eiter) 407„, 28 Halbſtück Ber naturr. Weißweine i. D. je Haboſtuck 404 /; die Flaſchenweine: 192 ler waturr. Rot⸗ weine 1,40, 1928er 230 K. Im Rheingau wurden Wer Weine mit 500850„ je 900 Str. gehandelt. Die Winzer⸗ genoſſenſchaſten bringen ihre Weine ſpäter zur Verſteige⸗ rung. Am Mittelrhein erſolgten Umſcktze von 2er Weinen zu 1000400„ je Fuder(1000 Str.), in der Ba⸗ * 8„ je Stück von 1200 Str. chavacherer Gegend zu 885950. An der Moſe! 0 kleine Poſten 1928er zu 8001100 4 je Fuder(900 Oe. ab, an der Mittelmoſel in Pieſport verbeſſerte Wer u 28er zu 18004550 J, naturr. Weine zu 15002500 4 fe Fuder. In Brauneberg wurde ein neuer Winzerverein ins Leben gerufen. U Verminderte Maklerdarlehen der Newyorker Börſe. Newyork, 7. Dez.(United Preß.) Die Verminderung der Maklerdarlehen hatte einen belebenden Einfluß auf die Börſe. Die Kurſe lagen geſtern bei der Eröffnung—2 Punkte über den vorgeſtrigen Notierungen. Bei Schluß der Börſe gaben jedoch einige Papiere wieder infolge von Reali⸗ ſterungen—2 Punkte nach. * Lagerbeſtand an Getreide in Groß⸗Berlin. Laut Be⸗ banntmachung der Induſtrie⸗ und Handelskammer Berlin hat bei einem Eingang von 18 278 Do. der Lagerbeſtand in Weizen gegenüber dem Vormonatsende(do 888 To.] eine kleine Erhöhung auf 19 591 To. Ende November erfahren. Der Lagerbeſtand in Roggen, der Ende Oktober 88 906 To. betrug, hat ſich bei 14866 To. Eingang wund einem bemer⸗ kenswert hohen Verſand von 8 829 To. auf 84 908 To. ver⸗ mindert. Der Lagerbeſtand in Hafer hat ſich um rund 900 Tonnen auf 3 695 To. vergrößert, wähvend der Vorvat an Gerſte ſich auf 5 408(6 897) To. verminderte. Der Weizen⸗ mehlbeſtand iſt bet 10967 To. Eingang auf 12 522(18 320 Tonnen zurückgegangen, der an Roggenmehl auf 495 (8 084) Tonnen. * Die Preisinderziffer der Metallwirtſchaft. Die Prets⸗ indexziffer der Metallwirtſchaft ſtellte ſich am 4. Dezemver auf 149,0 gegen 119,6 am 27. Novembeny, ſtel alſo um 0,55 v. H. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom 4. Dezember folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 127,3(127,3); Blei 129,7(182,8); Zink 85%(84,2); Zinn 95,9(100,6); Aluminium 1920(182,0), Nickel 107,7(1077); Ayitimvn 100,2(1016). Deviſenmarkt Im deutigen Frühverkehr notieren Pfunde gegen New Hork„15 Schweiz 25,11 S bolm 18.10 Paris 128.89 olland 12.09 Mab„„ 84.88 Brüſſer. 3487 Slo 158,20 Dollar geg. Rm..17 Mailand 99,22 Kopenhagen 18.10 Pfunde„„ 20,88 Frachtenmarkt Duisburg-Ruhrort vom 6. Dezember Die Nachfrage nach Kahnraum war an ber heutigen Börſe ziemlich rege. Es wurden 1,80—9,.—& inel. Schleppen ab hier bezw. ab Kanal nach Rotterdam bezahlt. Für größere Reiſen wurden ſogar 2,.—. pro Tonne erzielt. Bergreiſen waren verſchiedentlich am Markt und konnten hierfür mit 88.5 Pfg. in Miete untergebracht werden. Der Berg⸗ ſchlepplohn erfuhr keine Aenderung. Der Talſchlepplohn beträgt 25 Pfg. von hier nach Rotterdam. 2 8 2 8 — ̃ nne e ee. eee eee e 7 4 A— Nen 1 Samstag, den 7. Dezember 1029 Nene Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 11. Seite. Nr. 569 Gottesdienſt⸗Ordnung Evangeliſche Gemeinde Sonntag, den 8. Dezember 1929. 2. Abwent. Trinitatiskirche:.30 Predigt, Vikar Fleig: 10 Predigt, Pfarrer Renz; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Auble⸗ wein; 11.15 Ehriſtenlehre, Pfarrer Roſt; 8 Taubſtummen⸗ gottesdienſt im Konftrmandenſaal. 1 11.15 Chriſtenlehre, Pfarrer Eckert. eckarſpitze: 10 Predigt, Vikar Fleig;: 11 Kindergottes⸗ dienſt, Vikar Fleig. Konkordienkirche: 10 Predigt, Kirchenrat Maler; 11.15 Kin⸗ dergottesdienſt, Vikar Karle; 11.18 Chriſtenlehre für Knaben, Pfarrer Horch; 11.45 Chriſtenlehre ſ. Mädchen, Pfarrer Horch: 6 Predigt, Vikar Karle. Ehriſtuskirche: 10 Predigt, Geh. Kirchenrat D. Klein; 11.13 Kindergottesd. Vikar Dr. Barner; 6 Predigt, Vik. Fleig. Neu⸗Oſtheim: 10 Predigt, Pfarrer Dr. Hoff; 11 Kinder⸗ gottesdienſt, Pfarrer Dr. Hoff. Friedenskirche: 10 Predigt, Vikar Schweikhart; 11.18 Kin⸗ dergottesdienſt, Vikar Schweikhart; 11.18 Chriſtenlehre der Nordpfarret, Landeskirchenrat Bender; 8 Gemeinde⸗ vereinsvortrag, Pfarrer Rothenhöfer. Johanniskirche: 10 Predigt, Vikar Schropp: 11.15 Kinder⸗ gottesdienſt, Vikar Schropp abends 8 Abventfeter. Lutherkirche: 10 Predigt, Pfarrer Dr. Lehmann; 11 Kinder⸗ e Vikar Ratzel; 11 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Frantzmann; 11 Chriſtenlehre für Knaben, Pfr. Dr. Lehmann; 11 Chriſtenlehre für Knaben u. Mädchen, Pfarrer Jundt; 6 Predigt, Pfarrer Jundt. Melanuchthonkirche: 10 Predigt, Pfarrer Heſſig; 11 Kinder⸗ 971 Vikar Hörner; 11 Chriſtenlehre, Pfarrer Rothenhöfer; 6 Predigt, Vikar Hörner. Neues Städt. Krankenhaus: 10.30 Predigt, Pfarrer Kiefer. Diakoniſſenhaus: 10.30 Predigt, Pfarrer Scheel. Heinrich⸗Lanz⸗ Krankenhaus: 10 Predigt, Pfarrer Mayer. Fendenheim: 10 Predigtgottesdienſt, Pfarrer Mutſchler; 11.15 Kindergottesdienſt, Pfarrer Mutſchler; nachm..15 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Mutſchler. Käfertal: 10 Hauptgottesdienſt, Pfarrer Luger; 11.18 Kin⸗ dergottesdienſt, Pfarrer Luger; nachm..80 Chriſtenlehre für Knaben, Pfarrer Luger. Matthäuskirche Neckarau:.45 Predigt, Pfarrer Maurer; 11 Kindergottesdtenſt, Nordpfarret, Pfarrer Maurer; 1 Chriſtenlehre Nordpfarrei, Pfarrer Maurer. theinan:.30 Predigt, Pfarrer Vat; 10.30 Chrtſtenlehre für Mädchen; 11.15 Rindergottesdienſt; abends 8 Licht⸗ bilderandacht. Sandhofen:.30 Hauptgottesdtenſt, pfarrer Dürr; 10.48 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Dürr: 11.30 Kinder⸗ ottesdienſt, Pfarrer Dürr; 5 Abendgottesdienſt i. Schar⸗ of, Pfarrer Dürr. Pauluskirche Waldhof:.48 Chriſtenlehre f. Knaben, Vikar Woerner;.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Woerner; 10.45 Kindergottesdienſt, Vikar Woerner. Wochengottesdlene. Trinitatiskirche: Dienstag abend 8 Andacht, Vikar Küßle⸗ wein.— Mittwoch vorm. Morgenandacht. Konkordienkirche: e abend 8 Weihnachtsfeier des 1 Gemeindevereins im Wartburg⸗Hoſpig. Ehriſtuskirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Geh. Lirchen⸗ rat D. Klein. Triebenskirche: Mittwoch abend 8 Weihnachtsfeier des e der Noröpfarrei. 5 anniskirche: Donnerstag abd. 8 Andacht, Vikar Schulz. utherkirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Vikar Ratzel. Melauchthonkirche: Mittwoch abend 8 Bibelſtunde, Pfarrer Rothenhöfer. endenheim: Donnerstag abend 8 Andacht, Pfr. Mutſchler. äfertal: Donnerstag abend.45 Andacht, Pfarrer Luger. Matthäuskirche Neckarau: Donnerstag abend.30 Wochen⸗ ottesdtenſt, Pfarrer Maurer. Rheinau: Donnerstag abd. 8 Biber tunbe i. Gemeindehaus. Sandhofen: Donnerstag abend 8 Wochengottesdienſt, Pfarrer Dürr. Pauluskirche Waldhof: Mittwoch abend.80 Andacht im Konfirmandenſaal, Vikar Woerner. Evang.⸗luth. Gemeinde [Diakoniſſenhauskapelle, F 7. 29.] Sonntag nachmittag 8 Predigt, Pfarrer Wagner. Vereinigte evangeliſche Gemeinſchaften Evangl. Verein für innere Miſſon A. B. Stamitzſtraße 18 (Inſp. Stöckle): Sonntag 8 allgemeine Verſammlung. Donnerstag.15 Bibelſtunde.— K 2. 10(Stadtmiſſionar Keidel): Sonntag 8 Verſammlg., Dienstag 8 C. V. j.., Donnerstag 8 Bibelſtunde.— Schwetzingerſtr. 90(Stadt⸗ miſſionar Olpp): Sonntag 3 Verſammlung. Donnerstag .15 Bibelſtunde.— Neckarau, Fiſcherſtr. 31(Stadtmiff. Welk): Sonntag 8 Verſammlung. Dienstag.15 Bibel⸗ ſtunde.— Rheinau, Däniſcher Tiſch: Sonntag 3 Verſamm⸗ lung. Mittwoch.15 Bibelſtunde.— Bellenſtraße 52: Sonntag 8 Verſammlung. Freitag.15 Bibelſtunde.— Sandhofen, Kinderſchule: Sonntag.00 Sandhofen Ver⸗ ſamml.,.30 Luzenberg. Dienstag 8 Waldhof. Mittwoch 8 Sandhofen. Freitag 8 Luzenberg Bibelſtunde.— Feuden⸗ heim, untere Kinderſchule: Sonntag 8 u. Dienstag.15 Bibelſtunde.— Käfertal, Gemeindehaus: Sonntag 8 Ver⸗ ſammlung. Weitere Veranſtaltungen(Sonntagsſchulen, C. B. j.., Jungfrauenvereine) ſind bei jeder Station zu erfahren. Landeskirchliche Gemeinſchaft„Bethesda ⸗ Heim“, L II. 4. Sonntag 2 Kinderſtunde; 4 Jugendverein; abends 8 Ge⸗ miſchte Verſammlung. Dienstag abend 8 Männerſtunde, zugleich.45 Evangeliſationsvortrag Schillerſchule⸗Almen⸗ hof. Mittwoch abend 8 Gebetſtunde, zugleich 8 Evangelt⸗ ſationsvortrag Pfingſtberg, Oſterſtraße 30. Donnerstag nachm. 4 Frauenſtunde; abends 8 Bibelkränzchen für jg. Mädchen von 15—18 Jahren. Berein für Jugendpflege e. VB.„Haus Salem“, K I. 10. Sonntag 2 Sonntagsſchule; 3 Jungmännerkreis; 4 Ju⸗ gendverein für junge Mädchen; 8 Evangeliſations⸗Ver⸗ ſammlung.— Dienstag 8 Gebetſtunde.— Mittwoch.80 Jungſchar;: 8 Männerſtunde.— Donnerstag 4 Frauen⸗ ſtunde; 8 Blaukreuzverſammlung. 122 Adventgemeinde, J 1. 14. Sonntag abend 8 Vortrag.— Mittwoch abend 8 Bibelſtunde.— Freitag abd. 8 Jugend⸗ ſtunde.— Samstag vorm. 9 Sabbatſchule; 10 Predigt; nachm. 3 Kindergottesdienſt. Evangeliſche Gemeinſchaft, U 8. 28. Sonntag.80 und 4 Predigt, Prediger Sauer; 11 Kindergottesdienſt. Mitt⸗ woch mittag.80 Religionsunterricht; 8 Gebetſtunde.— Donnerstag abend 8 Jugendandacht. Süd. Vereinigung für Evangeliſation und Gemeinſchafts⸗ pflege(Landeskirchl. Gemeinſchaft), Lindenhofſtraße 34. S abend 8 eee(Gem.⸗ Pfleger Steegerſ.— Mitwoch 8 Bibelbeſprechung.— Samstag 8 Männerabend.— Jugendbund f. E.., a) jg. Männer: Sonntag.30 und Dienstag.15; b) Jungfrauen: Sonn⸗ tag 4 und Donnerstag 8.— Knabenbund: Samstag.30 für Knaben von 10—15 Jahren. Baptiſten⸗ Gemeinde Mannheim, Max⸗Joſephſtr. 12. Sonn⸗ tag vorm..30 Predigt; 11 Sonntagsſchule; nachmittags 4 Predigt; 6 Jugendverein.— Mittwoch.15 Gebetſtunde. Donnerstag 3 Frauenſtunde. Die Heilsarmee, O 1. 15. Sonntag vorm..30 Hetiligungs⸗ verfſammlung; Sonntag u. Mittwoch 8 Heilsverſammlg.; Freitag 8 Heiligungs⸗Verſammlung. Sonntas⸗Schulen: Sonntag 11 u..30; Mittwoch 5; Donnerst. 4 Liebesbund. Methodiſten⸗ Gemeinde Eben⸗Ezer⸗Kapelle, Augartenſtr. 28. Sonntag vorm..30 Predigt, Prediger Gebhardt; 11 Sonntagsſchule; abends .30 Predigt.— Montag abend.30 Miſſionsverein.— Dienstag abend 8 Männerverſammlung.— Mittwoch abend 8 Bibel⸗ und Gebetſtunde. Katholiſche Gemeinde Obere Pfarrei(Jeſnitenkirche). Sonntag: Unbefleckte Emp⸗ fängnis Mariä(Miſſionsſonntag) von 6 an Advents⸗ beichte; 6 Frühmeſſe;.45 hl. Meſſe;.30 Singmeſfe mit Predigt;.30 Kindergottesdienſt mit Predigt;.30 Feſt⸗ gottesdienſt mit Feſtpredigt u. levit. Hochamt(Feſt des hl. Franz Kaverius, unſeres 2. Kirchenpatrons); 11 hl. Meſſe mit Predigt; nachm. 2 Chriſtenlehre;.30 Herz⸗ Maxiä⸗Bruderſchaftsandacht mit Segen; abends 7 Feſt⸗ predigt, Prozeſſion und Segen für die Marian. Männer⸗ Sodalität mit feierlicher Aufnahme. St. Sebaſtiannskirche— Untere Pfarrei. Sonntag 6 Früh⸗ meſſe und Beginn ber Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Hauptgottesdienſt m. Pre⸗ dit u. levit. Hochamt; 11 Kindergottesdienſt mit Predigt; 2 Chriſtenlehre für Jünglinge;.30 Herz⸗Mariä⸗Andacht mit Segen;.30 Feier des Titularfeſtes der Jungfrauen⸗ kongregation mit Feſtpredigt u. Aufnahme der Aſpirant. Heilig⸗Geiſt⸗Kirche. Sonntag 6 Beichte, hl. Meſſe; 7 Früh⸗ meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt und Amt; 11 Singmeſſe mit Predigt;.15 Eröffnung des Erſtkom⸗ munionunterrichts mit Anſprache u. Andacht;.15 Titu⸗ larfeier der Jungfrauenkongregation mit Peſtpredigt. Kath. Pfarrkuratie St. Peter. Sonntag 6 Beichtgelegenh.; 7 Singmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; 10 Hauptgottes⸗ dienſt mit Predigt, anſchließend Chriſtenlehre für Jüng⸗ linge; 2 Corporis Chriſti⸗Bruderſchaftsandacht. Liebfranenkirche. Sonntag von 6 an Beichtgelegenheit:.50 Frühmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt u. lev. ochamt; 11 Singmeſſe mit Predigt; 2 Chriſtenlehre der Jünglinge;.30 Herz⸗Jeſu⸗Andacht mit Segen; 8 feterl. Aufnahme in die Jungfrauenkongregation mit Predit v. H. H. Dominikanerpater Leonhard. Kathol. Bürgerhoſpital. Sonntag.30 Singmeſſe mit Pre⸗ digt; 10 Gymnaſtumsgottesdlenſt. St. Peter⸗ und Paulskirche Fendenheim Sonntag(Maris Empfängnis).90 hl. Beichte; 7 u..45 hl. Kommunion; .80 Kommunion⸗Singmeſſe; 9 feierl. Hauptgottesdienſt: 10.15 Chriſtenlehre f. Jünglinge; 11 Schülergottesdienſt; 2 Herz⸗Mariä⸗Bruderſchaft. Herz⸗Jeſukirche Neckarſtadt⸗Weſt. Sonntag(Feſt Marit Empfängnis) 6 Frühmeſſe und Beichtgelegenheit; 7 hl. .30 Predigt und Hoch⸗ 2 Chriſtenlehre abds. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; ö amt; 11 Kindergotteßdtenſt mit Predigt; 2 C. für Jünglinge;.30 Herz⸗Jeſu⸗Andacht mit Segen; 7 feierl. Aufnahme in die Frauenkongregation.. Kuratie St. Bonifatins. Sonntag(Feſt der Unbefleckten Empfängnis Mariä) 6 Frühmeſſe und Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt:.30 Hochamt mit Predigt; 11 Singmeſſe mit Predigt; 2 Chriſtenlehre für Jünglinge:.30 Muttergottesandacht; abds..30 Tituſar⸗ feier der Jünlings⸗Kongregation mit Feſtpredigt, Auf⸗ nahme, Weiheerneuerung, Tedeum und Segen. St. Joſephskirche. Sonntag(Feſt Martä Empfängnis): 6 Beichte, feierl. Rorateamt mit Segen: 7 Kommunion⸗ meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt und feterl. levit. Hochamt; 11.15 Singmeſſe mit Predigt; nachm..80 Chriſtenlehre für Jünglinge; 2 Andacht zum unbefleckten Herzen Mariä;.30 Titularfeier der Jungfrauenkongre⸗ gation mit Predigt, Andacht, Prozeſfion und Segen. St. Jakobuskirche Neckarau(Pfarrkirche! Sonntag? Früh⸗ meſſe;.15 Singmeſſe mit Predigt;.45 Hochamt mit Predigt; 11.15 Singmeſſe mit Predigt; abends 7 Herz⸗ Jeſu⸗Predigt mit Segen.—(Schweſternhaus St. Paul]: Sonntag.80 und 11 Singmeſſe mit Predigt; 2 Corporis⸗ Chriſti⸗Bruderſchaft mit Segen. St. Franziskuskirche Waldhof. Sonntag(Mariä Empfäng⸗ nis, 75jähriges Jubiläum) 6 Beichte; 7 Kommunionmeſſe mit Frühpredigt;.30 Amt und Predigt in der Kapelle der Spiegelfabrik;.30 Predigt und Amt; 11 Schüler⸗ gottesdienſt mit Predigt u. Singmeſſe; 11 Singmeſſe und Homilie in der Kapelle der Spiegelfabrik;.30 Ehriſten⸗ lehre für Jungfrauen u. Adventsandacht;.30 Sonntags- abendandacht mit Segen. St. Laurentiuskirche Käfertal. Sonntag.30 Beichte;.18 Frühmeſſe; 9 Hauptgottesdienſt mit Predigt; 11 Predigt mit Schülergottesdtenſt;.30 Chriſtenlehre für Jüngl.; 2 Adventsandacht mit Segen; 5 Verſammlung der Jung⸗ frauenkongregation mit Predigt u. feierl. Aufnahme. St. Bartholomünskirche Sandhofen. Sonntag(Feſt Marl Empfängnis).30 Beichte; 7 Frühmeſſe;.80 Schüler⸗ gottesdienſt mit Predigt; 10 Predigt u. Amt;.30 Chri⸗ ſtenlehre für Jünglinge und Muttergottesandacht. St. Antonſuskirche Rheinan. Sonntag(Feſt der Unbefleck⸗ ten Empfängnis, Weltmiſſtonsſonntag]:.30 Beichtge⸗ legenheit;.30 Frühmeſſe;.15 Amt mit Predigt und Chriſtenlehre; 11 Schülergottesdienſt mit Predigt; 1,30 Adventsandacht. St. Aegibdinskirche Seckenheim. Sonntag.18 Frügmeſſe .90 Hauptgottesdtenſt, anſchließend Chriſtenlehre für bie Jünglinge;.30 Andacht. Alt⸗Katholiſche Gemeinde(Schloßkirche) Sonntag vorm. 10 Deutſches Amt mit Predigt; nachm. 6 Veſper mit Predigt v. Stadtpfarrer Mazura⸗Frankfurt. Die Chriſtengemeinſchaft Bewegung zur religiöſen Erneuerung. Sonntag vorm. 10 im Vortragsſaal U 6. 11, Friebrichs⸗ ring: Die Menſchenweihehandlung;.30 Sonntagsfeier für Kinder; ab nachm. 3 im Wartburg⸗Hoſpig, F 4.—9: Weihnachtsfeker; aboͤs..30 Paradeisſptel u. Ave Marta, ein Adventſpiel. Dienstag und Freitags vorm. 9 in ber Kapelle des Lanz⸗Krankenhauſes, Lindenhof: Menſchen⸗ weihehandlung. Mittwoch in U 6. 11: Geſchloſſener Ge⸗ meindeabend. 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Globetrotter, die in der ganzen Welt heimiſch ſind, behaupten, niemals einen ſchöneren Anblick in ihrem Leben genoſſen zu haben, als den Anblick dieſer Inſel mit ihrem Palmen⸗Bukett und ihrer Bucht, in der das Waſſer eine unbeſchreib⸗ lich phantaſtiſche Farbe hat, während die, Hügellinie einen Hintergrund von unüberbietlichem maleriſchen Reitz ſchafft. Die Inſel iſt unbewohnt— d. h. daß ſie keine ſtändige Bevölkerung hat. Ab und zu ſchlagen Eingeborene hier ihr Lager auf. Die Einwohner Polyneſiens leben in Träumen. Ihnen gehört wahrhaftig die ganze Welt; denn ſie ar⸗ beiten nicht und führen ein ſorgloſes kindliches Da⸗ ſein. Manchmal erſcheint in der Bucht der Inſel Wa⸗ jofea eine große Segelpirogge, aus der ein hochgewach⸗ ſener magerer Europäer ausſteigt. Es iſt Monſieur Coulon, ein franzöſiſcher Kolotiſt, ein Mann, den man in ganz Polyneſien kennt; denn er hat in unſerer Zeit, von der man immer behaupten will, daß ſie keine Romantik, nicht einmal auf den Gebiete der Reiſe⸗ abenteuer kenne, ein Abenteuer erlebt, das eines Robinſons würdig wäre. Er verbringt einige Tage auf der Inſel Wajofea, ruht ſich hier von ſeiner Tätig⸗ keit— eigentlich weiß man nicht, was er treibt—, aus und erzählt jedem, der es hören will, von ſeinem berühmten Abenteuer, das die Phantaſie bei weitem übertrifft und noch einmal beweiſt, daß das Leben der beſte Verfaſſer iſt. Monſieur Coulon hatte vor zwei Jahren den Auf⸗ trag, von Maine nach der Inſelgruppe Juioon, die 150 Seemeilen von Samoa entfernt liegt, zu ſegeln. Auf der Inſel, die man Weihnachtsinſel getauft hat, befindet ſich eine Kolonie von Europäern, die zweimal im Jahre mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenſtän⸗ den für den Haushalt verſehen wird. Die Länge der Strecke zwiſchen Maine und der Weihnachtsinſel be⸗ trägt 800 Meilen. Der Kapitän des Schoners, auf dem die Reiſe vor ſich geht, war ein Seebär, der von Karten und derartigen Einrichtungen nichts verſtand. Er ſegelte auf dem Ozean wie ein Vogel, er ſuchte und fand Land ohne Karten, dank tauſend verſchiedenen Zeichen, die anderen un⸗ verſtändlich ſind. Dabei war der gute Kapitän ein Freund des Weines und ſtets betrunken. Die Be⸗ ſatzung beſtawd aus ſechs Mann. Zwei Wochen war das Schiff unterwegs, als der Kapitän plötzlich ſtarb. Er wurde in eine franzöſiſche Fahne gewickelt und in das kühle Seegrab verſenkt. Coulon, der das Kom⸗ mando übernahm,— obwohl ſer gar keine Kenntniſſe auf dem Gebiete des Seefahrers beſaß— ſuchte Kar⸗ ten. Die gab es nicht! Nur zwei Kompaſſe waren zu⸗ gegen. Alle anderen notwendigen Seeinſtrumente fehlten. Auf die Frage Coulons, ob die Matroſen den Weg kannten, ſchüttelten ſie den Kopf und zuckten die Achſeln. Der neue Kapitän eutſchloß ſich, geradeaus zu ſahren. So vergingen zwei, drei Wochen. Hätte das Schiff eine Radioeinrichtung gehabt, ſo wäre die Sache ganz einfach geweſen. Die Ausrüſtung war aber nicht Heſſer als zur Zeit des Kolumbus. Dazu hatten die mutigen Seefahrer kein einziges Schiff geſehen. Ein Monat verging— der Schoner kreuzte herum, die Lebensmittel wurden knapp, das Waſſer war ausge⸗ gangen. Man ſammelte Regenwaſſer. Nicht einmal Vögel waren zu ſehen, nur eine unendliche Waſſer⸗ fläche, manchmal Wolken am weiten Horizont. Del⸗ phine tauchten auf, kurze Stürme ſorgten für Ab⸗ wechſlung. Die Matroſen und der Kapitän träumten von Land. Dann wurden Halluzinationen am hellen Tage zu einer gewöhnlichen Erſcheinung. Man ſah mit Palmen bewachſene Inſeln vor ſich, die ſich bald in ein Nichts auflöſten. Drei Monate vergingen. Eines Tages ertönte der Ruf des wachhabenden Matroſen: Land! Coulon kam ſich vor wie Kolumbus, diesmal war es keine Fata Morgana, die die Unglücklichen narrte. Eine richtige Inſel breitete ſich vor ihren entzückten Blicken aus. Es war aber zunächſt unmöglich, zu landen. Die einzige Möglichkeit beſtand darin, auf einem kleinen Bovt, von einer rieſigen Welle getragen, über das Riff zu ſpringen, was die Seefahrer auch taten. Die Inſel war unbewohnt. Die Lagune war voll von Fiſchen und die Vegetation auf dem Lande von unerhörter Ueppigkeit. Eine Woche lang verbrachten die Robinſone auf der Inſel. Sie freuten ſich, auf feſtem Lande zu gehen, nahmen einen großen Vorrat von Kokosnüſſen mit und zogen dann weiter. In zwei Tagen erreichten ſie eine andere Inſel, die auch unbewohnt war. So ging es von Inſel zu Inſel— alles Erdenflecke, die bisher wahrſcheinlich noch nie⸗ mals ein Menſchenfuß betreten hatte. Nach einer Woche Wanderung zwiſchen einſamen Infeln traſen die Seefahrer eine Flotte von Pirog⸗ gen, die ſich ihnen näherte. vollſtändig nackte Menſchen von ſch Coulon befeſtigte ſeine Kriegsmed Weltkrieg in den Argonnen mitgemacht— und ging den Wilden entgegen. Die Weißen wurden von den freundlichen Eingeborenen feſtlich empfangen. Sie erfuhren, daß die Inſel Nukenoko heißt und von einem braunen König regiert wird. Die Organiſation des Staates Nukenoko verdient es, erwähnt zu wer⸗ den. Es iſt ein Staat primitiver Kommuniſten, an deren Spitze ein König mit ganz beſonderen Voll⸗ machten ſteht. Das Land gehört allen und iſt in abſolut gleiche Teile geteilt. Dagegen hat der König unbeſchränkte Macht, die er allerdings im Geiſte einer primitiven ſozialen Ge⸗ vechtigkeit ausübt. Er teilt den Ertrag des Bodens in gleiche Teile und ſorgt dafür, daß kein einziger ſeiner Untertanen mehr bekommt als der andere. Dem König gehört auch die Macht über Leben und Tod ſeiner Stammesgenoſſen. Beſonders ſchwer wird Diebſtahl als böswilliger Verſtoß gegen die auf Nukenoko herrſchende ſoziale Ordnung beſtraft. Die Art der Hinrichtung iſt zum mindeſten vriginell. Der Todeskandidat, über den der König den Stab ge⸗ brochen hat, wind zum Meeresſtrand geführt und ge⸗ feſſelt auf den beweglichen Sand hingelegt. Die Flut verſchlingt ihn. Der heute regierende König hat bis⸗ her allerdings nur ein einziges Todesurteil gefällt, und zwar wegen Diebſtahl. Zu den Fremden war der König außerordentlich liebenswürdig. Die Kriegsmedaille des Kapitäns ſchien ihm beſonders zu gefallen, worauf Herr Coulon ſie ihm zum Geſchenk anbot. Am ſelben Abend erſchien der König in höchſt eigener Perſon in der Hütte, die man den Weißen zur Verfügung geſtellt hatte, in Begleitung eines unbeſchreiblich ſchönen jungen Mädchens von 14 Jahren, die mehr als leicht bekleidet war.„Das iſt meine Tochter“, erklärte der Herrſcher von Nukenoko.„Ich ſchenke ſie Dir und Du kannſt mit ihr machen, was Du willſt. Du kannſt ſie ſogar töten.“ Die weißen Matroſen nahmen ſich gleichfalls eingeborene Mäd⸗ chen zu Frauen und dachten gar nicht daran, die herrliche Inſel zu verlaſſen. Nun wollte aber Herr Coulon doch ſeine Aufgabe erfüllen und die Weih⸗ nachtsinſel erreichen. Es erwies ſich aber als un⸗ möglich, die Leute zu einem Aufbruch von der Inſel zu bewegen. Der Kapitän erſann eine Liſt. Er bat den König, ihm ſeine Beſitzungen zu zeigen. Der Schoner, von einer Flotte von Piroggen umringt, ſollte eine Rundfahrt um die Inſel unternehmen. Kaum waren die Segel gehißt, als Herr Coulon ſeinen Revolver aus der Taſche zog und ſeinen Leuten befahl, in See zu ſtechen. Fünf Tage ſpäter war eine große Inſel in Sicht. Der Schoner landete aber nicht am Ziel ſeiner Reiſe, ſondern auf Samoa. Ein halbes Jahr war im plan⸗ loſen Herumirren im Labyrinth der Inſeln Polyne⸗ ſiens vergangen! Von Samoa ging die Reiſe unter der Obhut eines ſeetüchtigen Kapitäns weiter nach dem Ziel. Die Koloniſten der Weihnachtsinſel, die längſt ihre Lebensmittel verzehrt hatten und ſich ſeit Monaten nur von Kokosnüſſen ernährten, waren be⸗ reits der Verzweiflung nahe. Elf Monate lang wa⸗ ren ſie von der ganzen Welt abgeſchnitten und hatten die Hoffnung auf ein Wunder, das ſie aus ihrer Not befreien würde, längſt aufgegeben. Nach acht Mona⸗ ten kehrte Monſieur Coulon nach ſeinem ſtändigen Wohnſitz in Uaine zurück. Es gibt alſo noch eine Reiſeromantik fern von Luxusdampfern und Radibübertragungen auf hoher See, es gibt noch unbewohnte und unbekannte Inſeln und freundliche wilde Könige, die ihre ſchönen Töch⸗ ter einem Weißen gegen eine Kriegsmedaille ſchenken. r Statur. Herr Viehiſche Eltern Das Ehepaar Schröder in Berlin⸗Blankenburg wurde wegen unmenſchlicher Kindesmißhandlung verhaftet. Bei den Vernehmungen der ent⸗ menſchten Eltern ſind unglaubliche Einzelheiten ans Licht gekommen. Dieſe furchtbaren Züchtigungen wurden am Tag mehrfach vorgenommen. Als ſich das Kind— es handelt ſich um einen drei Jahre alten Knaben— am letzten Tage ſeines Lebens be⸗ ſchmutzte, entkleidete es die Frau, und der Vater ſchlug unbarmherzig mit ſeinem Schnallenriemen, bis das Blut floß. Als der Kleine nach der dritten Züchtigung ohnmächtig zuſammenbrach, hob ihn die Frau an den Ohren hoch. Das Kind fiel mit dem Geſicht auf die Erde. Darauf zog die Frau es wieder an den Ohren empor, ſodaß der kleine Wurm jetzt mit aller Gewalt auf den Hinterkopf ſiel. Kurz darauf ſtarb das bedauernswerte Opfer. * In den Piroggen ſaßen lle— er hat den Alle nur erdenklichen Stelldichein, Blick auf das vatikaniſche Gebiet mit der Peterskirche Brennende Petroleumlager Eine Löſchung des rumäniſchen Petroleum⸗Sonden⸗Brandes von Moreni immer unmöglicher (Von unſerem rumäniſchen Seit mehreren Monaten wütet im rumäniſchen Petroleumzentrum von Moreni ein Brand, der aus drei Petroleumſonden geſpeiſt wird. techniſchen Löſchmittel wurden des Rieſenfeuers, das Tag für Lei an Rohöl ver⸗ herangezogen, um Tag Millionen und Abermillionen nichtet, Herr zu werden. Ein international aus⸗ geſchriebenes Offert lenkte das weite Intereſſe des Auslandes auf dieſen Brand und Techniker und In⸗ genieure der ganzen Welt gaben ſich in Moreni ein um mit ihren mehr oder weniger zu⸗ treffenden„Löſchſyſtemen“ das Feuer zu lokaliſieren und dann abzutöten. In dem kleinen Moreni war auch für teures Geld nicht ein einziges freies Bett mehr aufzutreiben, und die Löſchkundigen mußten oft in dem nahen Bukareſt für die Nacht Quartier be⸗ ziehen, um am kommenden Morgen wieder mit Un⸗ terſtützung des Bukareſter Wirtſchaftsminiſteriums neuerlich an die Löſchverſuche zu ſchreiten. Da jedoch all' dieſe Methoden ſich als zwecklos herausſtellten und das Feuer mit unverminderter Heftigkeit an⸗ dauert, iſt Moreni heute wieder leer geworden, da die Ausländer in richtiger Einſicht ihres zweckloſen Auf⸗ enthaltes und ihrer unzureichenden Syſteme Ru⸗ mänien verlaſſen haben. Auch die Millionen von Lei verurſachthabenden Tunnelarbeiten, die ein unter⸗ irdiſches Erſticken des Feuers bezweckten, ſind dieſer Tage vom rumäniſchen Staate eingeſtellt worden. Die Gaſe, die dem Erdboden, der in weiteſtem Um⸗ kreiſe ungeheuer erhitzt iſt, entſtrömen, ſind in alle drei Stollen eingedrungen, durch die man zum Brandloch, der feurigen Sonde, vordringen wollte, und machen ſo auch hier eine Fortſetzung der Arbei⸗ ten unmöglich. Trotz des Spieles rieſiger Ventilatoren iſt ein Betreten des Tunnels ohne Gasmasken völlig unmöglich. Da nun aber ein einziger Funke genügen würde, im dieſem Tunnel und ſeinen drei Schächten eine un⸗ geheure Exploſion hervorzurufen, wurde mit dem heutigen Tage, um ein Unglück zu vermeiden, deſſen Ausmaße gar nicht vorauszuſehen ſind, das Betre⸗ ten des Tunnels und der Stollen auch für die direk⸗ ben Arbeiter der Petroleumgeſellſchaft verboten. Es hat nichts genützt, daß jene Stellen des Erdbodens, an denen das Durchdringen der Erdgaſe feſtgeſtellt wurde, mit Zement⸗ und Mauerwerk vermauert wurden. rieſiger Vertreter) Hoffnung auf ein Löſchen der brennenden Sonde in Moreni voll und ganz zufammengeſchrumpft. Die Gasfumerolen dringen einfach, nach⸗ dem ihnen an ihren bisherigen Austrittsſtellen das Emporſteigen verlegt wurde, au benachbarten Stel⸗ len doch immer wieder durch. Hierdurch iſt die f Der Sondenbrand von Moreni erſtreckt ſich ſeit den erſten Dezembertagen auch in die Breite. Die Höhe der Feuerſäule, die noch vor wenigen Wochen einen ſo überwältigenden Eindruck machte, iſt ſtark in ſich zuſammengeſunken; dafür iſt aber eine An⸗ nähe rung von Menſchen an die Brandſtelle noch viel ſchwerer wie bisher, da die rieſige Hitze nicht nur das Atmen unmöglich macht, ſondern Kleider und Haut auf der Stelle verſengt. Der Feuerſchein iſt während der Nacht weithin ſichtbar und ſtellt ein grauſiges Bild dar, das an die Kriegszeiten mit ihren brennen⸗ den Dörfern oder Gehöften unter dem Rollen von Artillerieſalven, die in Moreni durch den ochrenbe⸗ täubenden Lärm der aus der Erde infolge innerlicher Exploſtionen kommt, erſetzt werden, erinnert. Dabei ſchwillt das Rumoren und Donnern in ber Erde zeitweiſe unheimlich an und ab. Daß der Brand ſich auch in der Tiefe fortpflanzt, be⸗ weiſt das Abbrennen der Sonde Nummer 21 in Teiuſch bei Buſtenari, die der Geſellſchaft„Stella“ ge⸗ hört; dieſe Sonde flackerte heute plötzlich ohne jebd⸗ wede vorherige Anzeichen und ohne daß Arbeiter oder Bohrmaſchinen Funken abgegeben hätten, auf umd brannte innerhalb von wenigen Stunden völlig leer. Während hier der Materialſchaden mit rund vier Millionen Lei beziffert wird, ſind glücklicherweise Menſchenleben nicht zu beklagen. Als letzten Verſuch wird die Petroleumgeſellſchaſt „Romano⸗Americana“ zur Rettung und Obſchung ihrer brenenden Sonde in Moreni auf dem Flug⸗ wege aus Amerika einen der bekannteſten dortigen Minen⸗Sachverſtändigen, den Ingenieur Kruks nach Rumänien kommen laſſen, der gegen ein Hono⸗ rar von 500 000 Dollar einen Apparat zur Löſchung angeboten hat, der unbedingt das Feuer zum Still⸗ ſtand bringen ſoll. Auf telegraphiſche Anweiſung Kruks, der früheſtens in ſechs Tagen in Bukareſt ſein dürfte, und der den ganzen Weg von Amerika nach Rumänien im Flugzeuge zurücklegen wird, wird ſofort der Tunnel⸗ und die Stolleneingänge mit dicken Eiſenbetonmauern geſchloſſen, während im Innern der Gänge die dort aufgeſtellten Ventilatoren zur Abführung der Gaſe weiter arbeiten. Falls je⸗ doch auch der Kruks'ſche Löſchverſuch ſcheitern ſollte, iſt das letzte Mittel zur Vernichtung deß rieſigen Brandherdes in Moreni erſchöpft, und man muß es in dieſem Falle der Natur überlaſſen, wie ſte ſelbſt mit ihren ureigenſten Elementen fertig wird. 10 Dr. M. Die Mache des blinden Vettlers Wegen Morobverſuchs an der treuloſen Braut vor Gericht Ungeheures Aufſehen erregte in ganz Jugo⸗ ſlawien der Prozeß gegen den jungen blinden Bett⸗ ler Maliſa Milinkovie, der ſich dieſer Tage vor dem Gericht in Valjevo wegen Mordverſuchs an ſeiner treulbſen Braut zu verantworten hatte. Vor den Richtern enthüllte ſich das ktragiſche Schick⸗ aal eines Menſchen, der von Jugend auf wegen ſeines Gebrechens aus den Reihen der Menſchen geſtoßen, ein einſames, liebeleeres und liebebedürf⸗ tiges Daſein führt. Das tragiſche Schickſal eines Menſchen, der, als er ſich um ein langerhofftes Glück betrogen ſah, beinahe zum Mörder wurde. Maliſa Milinkovic hatte ſeit ſeinen Kindertagen durch Betteln ſein Leben gefriſtet. Auffallend be⸗ gabt, war er nach dem frühen Tode ſeiner Eltern, die ihr blindgeborenes Kind hilflos und ſchutzlos in der Welt zurückließen, von Wohlbätern in die Blin⸗ denſchule in Semlin geſchickt worden. Dort erlernte er neben Leſen, Schreiben und Rechnen auch das Schuſterhandwerk. Seit damals war es ſein einziger Wunſch, einen eigenen Schuſterladen eröffnen zu können, um nicht mehr auf die oft kränkende Wocl⸗ tätigkeit der Menſchen angewieſen zu ſein. Seit damals legte er eine erbettelte Para zur anderen umd hatte im Lauf der Zeit, als er 21 Jahre alt geworden war, etwas über 3000 Dinar zuſammen⸗ gebracht, alſo eine Summe, mit der er ſein Vor⸗ haben bald hätte ausführen können. Da trat in das Leben des verachteten blinden Bettlers zum erſten Male die Liebe. Auf einem einer Bettelgänge hatte er die junge Witwe Mileva Jankovie kennengelernt. Er verliebte ſich bald bis zum Wahnſinn in das junge hübſche Weib, wohl, weil ſie die einzige war, die ihm miütfühlenwd und zart entgegenbam. Die Frau, ſcheint es, erwiderte die Liebe des blinden Betklers und nahm ihn in ihr Haus auf. Nun verlebte der Blinde einige Wochen eines Glückes, das er ſich niemals zu erträumen 8 8 — gewagt hätte. Alle ſeine Pläne warf die Leiden ſchaft über den Haufen und die mühſam erſwarbe Summe, die ihm bei der Begründung einer wüpdi⸗ gen Lebensexiſtenz hätte behilflich ſein ſollen, ging auf ſeidene Tücher und andere Geſchenke für feine Braut auf. Seine Braut— denn Mileva Jankovie hatte eingewilligt, ihn, den blinden Bettler zu heiraten! Sein Glück ſollte nicht lange währen. Vom Spott der Dorfgenoſſen bewogen, erklärte Mileva eines Tages ihrem Bräutigam, von einer Heirat zwiſchen ihnen könne nicht die Rede fein, und er müſſe ſofort ihr Haus verlaſſen. Wie vom Blitz getroffen, ergriff der arme Blinde ſein Bündel und ſchlich ſich aus dem Hauſe. Obwohl ſeine ſchönſten Hoffnungen vernichtet waren, hätte er vielleicht diefen Schlag überwunden, wenn er nicht zum Geſpött des ganzen Dorfes ge⸗ worden wäre. Wo die Dörfler ſeiner anſichtig wurden, verſpotteten ſie ihn und weckten dadurch in ſeinem Herzen das Verlangen nach Rache. Eines Tages beſtellte er ſeine treuloſe Braut an fenen Ort, wo ſie ſich in der erſten Zeit ihrer Liebe häufig getroffen hatten, und drang noch einmal in ſie, das Verlöbnis zu erneuern. Als ihn aber die Frau mit kränkenden Worten abwies, ergriff er ſie mit einer Hand, zog mit der anderen blitzſchnell ein Meſſer und ſtieß es ihr in die Bruſt. Als ihm das Meſſer nach dem erſten Stoße entfiel und er es nicht mehr finden konnte, begann er mit den Händen die vor Schrecken und Schmerz halb ohnmächtige Frau zu zerfleiſchen. Einige Nachbarn entriſſen ihm das Opfer und übergaben ihn den Gendarmen. So ſtamd der blinde Bettler wegen dieſer blubr⸗ gen Tat vor Gericht. Er fand milde Richter. Er wurde nur wegen leichter körperlicher Beſchädigung zu einem Monat Gefängnis verurteilt, von der An⸗ klage des Mordverſuchs aber freigeſprochen. Der erſte Veſuch des ilalieniſchen Königs im Vatikan Samstag, den 7. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) besechäft mit Lager u. Einrich⸗ tung günſtig zu ver⸗ kaufen.(Mit Färberei und Wäſcheannahme). Angeb. unt. K O 181 an die Geſchäftsſt. die⸗ Iülb-dee Fabrikat Mittenwald preiswert zu verkaufen. 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Dez. 1929 Vorstellung Nr. 99— Außer Miete Nr. 5 Adrienne Operette in 3 Akten von Pordes-Milo und Günther Bibo Musik von Walter W Goetze In Szene gesetzt von Alfred Landory Musikal Leitg.: Karl Klauß Tänze: Aennie Hans Anfang 20 Uhr Ende nach 22.30 Uhr Personen: Anna Iwanowna, verwitwete Herzogin von Kurland Moritz von Sachsen Helm. Neugebauer Baron von Kayserling[Werner Mäckel Bestuscheff, Ob.-Kam.-Herr Hugo Voisin Larsdorf, Geheimsekretär“38 Albert Weig Gräfin Arnim, Hofdame Else Wiesheu Baron von Kobel 858 Theo Herrmann Adrienne Lecouvreur, Mitglied der Comédie Francaise Sophie Karst Fleury, Tänzer b. Hofballetti. Paris Walter Friedmann Wan Poppowitsch, Diener des Moritz von Sachsen Alfred Landory Angle, Adriennes Zofe Aenne Brenndahl Direktor der Comédie Francaise Fritz Bartling Inspizient Adolf Jungmann Soll das Nationaltheater geschlossen werden? Sonntag, 3. Dezember 1929 11 Uhr vorm. im Nibelungensaal Oeffentliche Kundgebung der Mitglieder d. Nationaltheaters Redner: Maubenrelser Mitglied des Nationaltheaters Mannheim Wallauer Präsident der Deutschen Bühnen- genossenschaft Josef Gentil, Mannheim Eintritt rei! Heine EInlagebuhr Schlogmuseum Mannheim Sonderausstellung: Deutsche Minnesänger (Bilder aus der Manesse-Handschrift) Geöffnet an Sonntagen von 11-16 Uhr, Diens- tags bis Samstags von 10-13 u. 14-16 Uhr. Sonntag, S. Dezember ist der Eintritts- preis auf 20 Pfennig pro Person er- mäüßigt. Garderobegebühr wird an diesem Tag nicht erhoben. 69 Margarethe Klose 14964 Harmenie Lindenhef deen en, LNNZ Ales Schützenhaus/ Feudenheim 15 Salson sene Säle. Feme Plere, feine Weine, gufe Küche. 13124 Schmidkonz-Weinlein die führende Tanzschule Mannheims beginnt mit neuen Kursen. 14418 Ekafflasslg. Enzelunterncht del garantiert isehesteT Aushlldung Aafdſge Aume fungen öfhefen: B 2, 17, Fiffüf baff Teebmiüsonz Woelnſeln Die führende und maßgebende Tanzschule Mannheims. Neuer gr. Tenztumiererſolg meines Nlitarbelters: Herr K. 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Wineim Dielerle der Schöpfer und Hauptdarsteller des eindrucksvollen Filmwerkes: fler nicht lieben darf Das Geheimnis des Abbe Y Fanfaren der Liebe (Bruderzwisf um ein Weid) Meisterregisseurs D. W. Griffith Musikalische Leitung: Leo Jodl. AHA Sonntag, 8. Dez., vorimn. 11.30 Uhr mit d. hochinteressant. Expeditionsfilm: Garl- Gar i Liebe im duntden Erdteil Ein Lebensschicksal in 7 Teilen Indiskretionen aus dem dunklen Erdtell Verliebtes und Erlebtes Bisher nie gezeigte Aufnahmen Beiprogramml Vorverkauf täglich an beiden Kassen. —.80,.—,.30,.50 Jugendliche haben Zutritt! Heute Samstag, abends 10.30 Uhr in der Amambra zum letzten Male: Nachi-öntelang: Im Kampf mit dem Verbrechertum Eln kriminalpolizeilicher Aufklärungsfilm in 7 Akten. Mutter, hüte Dein Kind— Kaufmann schütze Deine Waren! tasilscher Einfälle, in flot. destlem fempe zu span- nendsten Situstlenen slen Stelgernd. 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Für die Theatergemeinde Freie Volksbühne— ohne Kartenverkauf— Gruppen A, E, F, K, O, 8 und Zauberflöte“, Oper von Mozart. Anfang 19.30 Uhr, Ende 29.45 Uhr „Die Freitag, den 18. Dezember: 106. Vorſtellung. Miete F 14, kleine Preiſe: Die Bekehrung des Ferdl iſt o ra“, Komödie von Fr. Janger. Anfang 20.00 Uhr, Ende 29.30 Uhr Samstag, den 14. Dezember: 107. Vorſtellung. Miete A 14, kleine Preiſe: um erſten Male:„Schneewlitlche“, ärchenſpiel v. Hildeg. Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 19.00 Uhr, Ende 21.00 Uhr Sonntag, den 15. Dezember: 108. Vorſtellung. Nachmittags Aufführung, kl. Preiſe:„Schneewittchen“, Märchen⸗ ſpiel von Hildegard Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 15.00 Uhr, Ende 17.00 Uhr Sonntag, den 15. Dezember: 109. Vorſtellung. Miete O 15, mittlere Preiſet „Adrienne“, Operette von W. W. Goetze. Anfang 20.00 Uhr, Ende 22.80 Uhr Montag, den 16. Dezember: 110. Vorſtellung. Miete H 14, kleine Prekſe: Die Bekehrung des Ferdl Piſto ra“, Komödie von Fr. Langer. Anfang 20.00 Uhr, Ende 22.30 Uhr Donnerstag, den 19. Dezember: 113. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes— ohne Kartenverkauf— Abt.—9, 25.20, 6081, 67, 89—99, 201 208, 211— 2183, 221, 281, 234— 295, 241—242, 251 bis 252, 261—262, 271, 281, 291—292, 821: „Carmen“, Oper von G. Bizet. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 28.00 Uhr Sonntag, den 22. Dezember: 116. Vorſtellung. Nachmittags Aufführung für die Theatergemeinde Freie Volksbühne — 75 Kartenverkauf—: „Schneewittchen“, Märchenſpiel von Hildegard Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 14.80 Uhr, Ende 16.50 Uhr Naues Theater: Sonntag, den 8. Dezember: 26. Vorſtellung:„Weekend im Para⸗ dies“, Schwank von F. Arnold und E. Bach. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr Samstag, den 14. Dezember: 27. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde Freie Volksbühne— ohne Kartenverkauf— Gruppen B und H:„Der Vetter aus Ding sda“, Operette von E. Künneke. Anfang 20.00 Uhr, Ende gegen 22.80 Uhr Sonntag, den 15. Dezember: 28. Vorſtellung:„Weekend im Para⸗ des“, Schwank von F. Arnold und E. Bach. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr in Ludwigshafen— Ufa-palast— Pfalzbau: Mittwoch, den 11. Dezember: 19. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde Freie Volksbühne— ohne Kartenverkauf— Gruppen., N und Pf:„Die luſtigen Weiber von Winbſor“, Komiſche Oper von O. Nicolai. Anfang 19.80 Uhr, Ende 22.30 Uhr Donnerstag, den 12. Dezember: 20. Vorſtellung:„Die„„ des Ferdl Piſtor“, Komödie von Fr. Langer. Anfang 20.00 Uhr, Ende 22.80 Uhr Mittwoch, den 18. Dezember: 21. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes— ohne Kartenverkauf— — Abt. 29, 401403, 404—418, 420423, 427, 429, 433, 491—492, 521, 601620, 901—903, 910: „Die luſttgen Weiber von Wind⸗ 1 5“, Komiſche Oper von O. Nicolai. ufang 19.30 Uhr, Ende 22.50 hr Sigel. Theater Heidelberg: Sonntag, den 8. Dezember: Außer Miete und Freie Volksbühne Abt. O: „Weekend im a rables“, Schwank von Arnold und Bach. Anfang 15.00 Uhr, Ende gegen 17.15 Uhr Sonntag, den 8. Dezember: Außer Mlete:„Der Wildſchutz“, Komiſche Oper von Albert Lortzing. Anfang 19.45 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr Montag, den 9. Dezember: Außer Miete u. Freie Volksbühne Abt.&: „Weekend im Paradies“, Schwank von Arnolb und Bach. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 29.00 Uhr Dienstag, den 10. Dezember: Miete A 12:„Gasparone“, Operette von Millöcker. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr Mittwoch, den 11. Dezember: Außer Miete und Bühnenvolksbund Abt. I: „Hellſeherel“, Ein Geſellſchaftsſpiel von Georg galler. nfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr Donnerstag, den 12. Dezember: Miete B 12:„Judith“, Tragbote v. Hebbel. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr Freitag, den 15. Dezember: Miete C 12:„Wildſchütz“, Ouer v. 2 Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr Samstag, den 14. Dezember: Weihnachtsmärchen zu kleinen Preiſen. Zum erſten Male:„Goldelschens Reiſe in Glück“, Ein Märchenſpiel von Spanunth⸗ Bodenſtedt. nfang 15.00 Uhr, Ende gegen 17.80 Uhr Samstag, den 14. 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Wien, reine Wolle, in den neuesten Modefarben Damen- Meste 4 Woll ibi.— Damen-Weste f W eide, mit Kragen und 720 0, in allen Farben ee Damen- Weste reine Wolle, meliert, mit 1 3352 Ae 1 5 7 Damen bicieknieig 5³⁰ Wolle me t, Jumperform,, Damen- Striekkleid reine Wolle, schwere Qual., 182 m. bunt. Kragen u. Mansch. 8 Kinder-Wesie einfarbig, Wolle, Größe 1 125 (Steigerung 35 Pfg.) 9 Kinder- Weste Wole, einfarbig, mit bunter 425 Gartniur und Kragen, Gr. 1. (Steigerung 75 Pfg.) Kinder- Pullover reine Wolle, mit e 22 Gröge 1 5 (Steigerung 50 Pig) Kinder-läckehen Welliné, in versch. schönen 182 Farben, Größe 30 bis 385 * MO RGENRGCKE Flausch-Morgenrock 22 in verschiedenen Farben. Flausch- Morgenrock mit Atlas-Stepprevers und 50 Manschetten Stepp- ers e Kunstseide, auf Batist gel., 15⁰⁰ 'seld. ee handgestickt 1 9 TRAIMIMSSAMZ O Gk Trainings- Anzug Warmer Trikot, marine und 72 in Sportfarben, Größe 4. Trainings-Anzug schwerer Trikot, mit Reiß- 1 22 verschluß, in allen Farben Gr. 4 7 8885 BERUF SKITTEL UND SCHURZEN Berufs-Kittel uni Zefir, mit buntem Be- 225 satz, indantlren„ 8 Berufs-Kittel Weis Cretonne„ 22 Damen- Schürze gestreift Siamosen„ 0 Damen-Schürze uni Zefir, mit Beiderwand- 182 Blende 7 8 Damen- Schürze Jumperform, bunt gemustert, 1 80 Satin„„„ N Kinder. Schürze Zefir, uni, mit. 02 Gröge 40 3 8 Kindler. Schürze Künstlerdruck, Gr. 40-50 1 0 Bluse 5³⁰ Bluse Bluse Trikot-Charmeuse, m. Längs- Krawatte, weiß u. farb.,.50, Crepe de chine, mit langei 1 32 Krawatte und Gummizug 8 Crepe de chine, mit Plissée- 1 82 Rülschen garnitur Pelz- Kragen „Ejarré“-Stücke, grohe, 6⁵⁰ Volle Form Pelz- Kragen 5 Biberette, Nerz- und 97⁵ Zobelkanin 3 Pelz-Kragen Platin-Kanin und 8 Wamme-Kanin Helz-Kragen 1 25⁰ beste Ejarré-Felle, 288 22 moderne Form RIKO TAGEN Damen- Schlüpfer 025 Baumwolltrikot, kräft. Qual., in allen Gröben Damen- Schlüpfer mit angerauhtem Futter, in 1 allen Gröben 8 8 Damen. Schlüpfer K Seide gestreift, mit ange- 1 2 rauhtem Futter, Größe 44. (Steigerung 20 Pfg.) Damen- Schlüpfer Kunstseide, mit„„ Futter, Größe 44 (Steigerung 25 Piz) Damen. Schlüpfer Kunstseide, mit angerauhtem Futter, bes. schöne Qual., in allen Farben und Größen. Kinder- Schlüpfer 0³⁰ mit angerauhtem Futter e Kinder- Schlüpfer Kunstseide, mit angerauhtem 0²⁵ Futter? 3 DAMENWASCHE KUNSTISEIDE 2 3 Damen- Unterkleid Kunstseide, glatt, mit breiter 1 95 Sts 7 138 Damen Unterkleid Kunstseide, glatt, oben und 2 unten Spitzen-Gallon 3 Damen- Unterkleid Tramatine, mit moderner 5³⁰ Tlülllspitzen- Passe 8 Damen-Unterkleid Tramatine, m. Crepe de chine 72⁰ Blende u. Handhohls.,.75, 1 Damen- Unterkleid Charmeuse, oben und unten 8 breiter Spitzengallon 7 Damen- Schlüpfer Kunstseide glatt, mit ein- 225 gearbeiteter Spitze 5 Damen- Schlüpfer Charmeuse, in allen Farben 32³ i rn SEIDE uuο SAMT Molré 2²⁰ dle bellebte Salson-Neuheit, 42⁰ Kunstseide, Mtr..25, Orepe Georgette von der Mode bevorzugt, teine Seide, ca. 100 em br. Mtr. Veloutine Seide m. Wolle, hochwertige Qualitgt, ca. 100 em br. Mtr. Crepe Marocco reine Seide, das beliebte Ge- 775 webe, ca. 100 em br. Mtr..50 5 3 Steppfutter Kunstseide, ca. 110 em br. Mtr. 32 Waschsamt bedruckt, bes. hübsche Dess., 1 65 ca. 70 breit, Mtr..75,.40, BAUMWOLLSI0O FF E Pyjamaflanelle bes. gute Qual., einf., gestr. 0²³ 0² u. kariert, 80 em br. Mir..50, Slamosen für Schürzen u. Hauskleider, gute Hausmacherware, ea. 120 em breit. Mtr..18, Mod. Mantelstoffe mit Abseite, ca. 140 em breit 33 33 Duveiine Velours 75 für Mäntel, reine Wolle, 8 ca. 140 em breit.. Mtr. Tweed-Kleidersteffe geschmackvolle Dessins, 1 00 1„„ ei Marme Hauskleidersfoffe Halbwolle, hübsche Ausmust. 1 45 Mtr..95. .78, ca. 90 em breit. Melliné für Morgenröcke, solide 2 Qualität, 140 em breit, Mtr. 3 UNO DEKORATION SSTOFEE Halbstore Ganzfilet, reiche Hand- 50 stopferei, mit Quasten, 3 Halbstore Voile, mit Hand-Hohlsaum u. Plattsticharbeit und langen 1 02 Seidenkransen„ 15.75, 12.78, Seitdecke Kunstseiden-Tüll, in elegant. Ausführung, schwere Qual., 1 732 zweibettig 29.— einbettig N Rlps-Flammé Kunstseide, in schönen Farb- 383 stellungen. 130 em br. Mtr..90, 5 Flammé-lacquard in neuzeitlich. Ausmusterung, 32 130 em breit.. Mtr..90, N UND VoRLAGEN Moll-Tapestry-Jennieh in aparter Ausführung, 2975 200* 300 39.50, 170K 240 ee Bouelé-Teppleh schwere Qualität, mod. gem., 3502 200* 300 49.—, 170240 22 la. Melour-Teppieh hervorragende Gebrauchs- Qualität, in vielen Mustern, 50 250 5350 118.—, 200 300 68.— 39 „ 2 Wollperser-Tepploh schwerste Qualität, in modern. und Persermustern, 250/50 550 129.— 200/300 86.—, 150/250 1 Bouclé-Laufer 5 in Haargarn, schwere Strap Qual., 67 em br. Mtr..50,.35, Moll-Tapestry-Brücke in mod. und Persermustern, 1 22 mit Franse, 85 180 Mollperser-Brücke in sehr schönen Perser- muster, 90K 180 23.75, Bouclé-Beitvorlage g in aparten Jacquardmustern 3 .50,.75, und Streifen Haar-Velour-Vorlage 90 schwere Strapazierqualltät, 6 mod. gemustert, 10.75,.50,. DEU 'seld. Tischdecke in mod. Zeichnungen, mit 75 Fransen.50, 12.78, e Filet-Tischdecke Handarbeit, in rund, oval u. eckig, in großer Auswahl, 50 130 em rund, mit Fransen 9 1218,. Gobelin-Divandecke 75 in großer Auswahl, Perser u. 1 1— modern gemustert, 24.—, 16.—, Mouuette-Diwandecke schwere Qualität, in schöner 395⁰ Ausmusterung, 39.—, 49.50, Woll. Schlafdecke mit griech. Kante, weiche 8²⁰ Qualität 16.50, 11.80, 'seld. Steppdecke mit bester Wollfüllung, tadel- 19 Verarb., 39.—, 29.— 2080.1 NRelsedecke einseitig kariert, mit n haarfarbiger Rückseite und 1 4 Ledereinfassung.. 48. 32.— Sonntag, S. Be Von 1 bis 6 Uhr geöfineif UNSTSTNASS E MANNHEIM O. 28. 2 Sepp'l Laux u. E eff Hefe Sarnisfeg Nactumiffeg iu derm Heuse NI 7, 21 Spezlal-Ausschank der Bad. Staalsbrauerel. Rothaus Samstag u. Splelwaren⸗ Abteilung Nur noch einige Tage Marioneiten Ihcater im Saale„Großer Mayerhof Qu 2, 16 Montag Frau Hole in Montag: Sbren er eng Vorstellungen täglich von 15.30 bis 16.30 und von 17 bis is Uhr Sutscheine à 50 Pfg. an unserer Sammelkasse. Die Gutscheine werden an jeder Rasse unseres Hauses in Zahlung genommen. Besuchen Sie unsere ęroſle IT Sd Werzweld. 8373 1 H 1( 1 1 1 e Nodernes Tae ig. u. fremd. Urzeugn platin 8 emaſteolt nd vet den.] SGeldweren n f n d 6 f u n 1 9990 sbelſe Reparaturen Sonn 1 e 5 25. 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