Ne e r 1 N 9 * * 12 . Bezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt ohne Zuſtellgebühr RM..—. Einzelverkaufspreis Schwetzinger⸗ ſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 13, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 68, Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. 10 Pfg.— Abholſtellen: Waldhofſtraße 6, W Oppauerſtraße 8.— Beilagen: Montag: Sport der N. M. Z./ Dienstag wech Donnerstag wechſelnd: Mannheimer Frauenzeitung Für unſere Jugend/ Freitag: Winterf Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim ſelnd: Aus der Welt der Technik Kraftjahrzeug und Verkehr Neues vom Film/ Mittwoch wech port und Erholung. 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Man verhandelte hin und her, Stunde um Stunde verrann und ſchließlich mußte der Be⸗ ginn der Plenarſitzung verſchoben werden, weil man hinter den Kuliſſen nach keiner Richtung zu einer Einigung gelangen konnte. Als Präſident Löbe um 3 Uhr endlich die Sitzung einläutete, ergab ſich, daß Wortmeldungen noch nicht vorlagen. Das hohe Haus nahm dieſe verblüffende Mitteilung zwar mit Heiterkeit auf, es hätte aber allen Anlaß ge⸗ habt, blutige Tränen zu vergießen. Denn der Parlamentarismus wird zur Farce, wenn 24 Stunden nach Abgabe einer Regierungs⸗ erklärung keine der verantwortlichen Fraktionen zu einer Stellungnahme bereit iſt. Die eigenartige Zu⸗ rückhaltung hatte freilich ihre Gründe. Da man ſich nämlich über eine gemeinſame Erklärung nicht hatte verſtändigen können und jede Fraktion deshalb ge⸗ trennt marſchieren mußte, war man dahin überein⸗ gekommen, die verſchiedenen Sondererklärungen untereinander auszutauſchen, doch wohl zu dem Zweck, ſie wenigſtens einigermaßen aufeinander ab⸗ zuſtimmen. Nach dem Verlauf, den indes die Ver⸗ handlungen nahmen, hätte man ſich dieſe Bemü⸗ hungen freilich erſparen können. Nach dem Kommuniſten Neubauer und dem Nationalſozialiſten Straſſer meldete ſich endlich der Zentrumsabg. Brüning zum Wort. Er, ebenſo wie der Volksparteiler Hoff und der Redner der Demokraten, Reinhold, erklärten ſich bereit, das Finanzprogramm der Regierung als Ganzes unter Vorbehalten im einzelnen zu akzeptieren. Herr Hoff drückte dieſe Bereitwilligkeit in der klarſten und unzweideutigſten Weiſe aus. Dann aber kam der Eklat. Als erſte tanzte die Bayeriſche Volkspartei aus der Reihe, für die der Prälat Leicht in dürren Worten verkündete, daß ſie zwar das Sofort⸗Pro⸗ gramm annehme, die weiteren Reformvorſchläge aber zurückweiſen müſſe. Die Bayeriſche Volks⸗ partei hat es alſo nicht über ſich gebracht, ihre Be⸗ denken wegen der nachgerade unvermeidlich gewor⸗ denen Bierſteuer den allgemeinen Intereſſen unterzuordnen. Aber es wurde bald noch ſchlimmer, denn nun trat Herr Dr. Breitſcheid auf und proklamierte für die Sozialdemokratie genau die gleiche Haltung. Auch er bezeichnete zwar die So⸗ foxt⸗Maßnahmen als ein dringendes Gebot der Stunde, lehnte dagegen jede Bindung ſeiner Partei an die übrigen Teile des Finanzprogramms ab und fügte dem als Schluß die Erklärung hinzu, daß ſeine Partei zu den Grundzügen der Finanzreform nicht abſchließend Stellung zu nehmen beabſichtige, vor allem weil die ungünſtige Entwicklung der finanziellen Verhältniſſe des Reiches es fraglich er⸗ ſcheinen ließe, ob die Vorausſetzungen für eine ſo umfangreiche Steuer ſenkung, wie die Regie⸗ rung ſie plane, gegeben ſeien. Dieſe Sätze, die vom Haus mit großer Bewegung aufgenommen wurden, hatten geradezu die Wirkung eines Pronunziamiento, namentlich auf die Deutſche Volkspartei. Es hatte ſich alſo ergeben, daß zwei Regierungsfraktionen, darunter die, aus deren Mitte Kanzler und Finanzminiſter hervorgegangen ind, in einer Frage von größter Tragweite dem dabinett die Gefolgſchaft verſagten. Arch die Tatſache, daß die Sozialdemokraten ihren einen Miniſtern auf die Art ein Mißtrauens⸗ vou m vor aller Welt erteilt, iſt die Situation von Grund auf verändert worden. Es ioffenkundig, daß die ſozialdemokratiſche Er⸗ kläru auf die ſchweren Differenzen zu⸗ rückzuſren iſt die ſich innerhalb der Fraktion bei — Berolinas Finanznot Erhöhung der Werl, und Verkehrstarife (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 14. Dez. In einer kommunalen Preſſekonferenz gab der Bürgermeiſter Scholtz einen genauen Ueberblick über die finanziellen Verhältniſſe der Reichshauptſtadt. Nach dieſer Darſtellung iſt die Finanzlage der Stadt zwar ſchwierig, aber keineswegs, wie vielfach an⸗ genommen wird, kataſtrophal. Durch Droſſelung ſtädtiſcher Bauten will man eine vorläufige Erſparnis von 70 Millionen erreichen. Die projektierte amerikaniſche Anleihe werde aufs Dringendſte benötigt. Die Stadt brauche eine Atempauſe, um vom ſchnellen Marſch der letzten Jahre ſich zu erholen. Eine Erhöhung der Werktarife und eine Heraufſetzung des Verkehrstarifs bezeichnete der Bürgermeiſter als unerläßlich. Der geſamte Fehlbetrag des ſtädti⸗ ſchen Haushalts wird von ihm auf 40 bis 50 Millionen Mark und die ſchwebenden Schulden der Stadt auf insgeſamt 280 Millionen beziffert. 5 * Verfaſſungsänderung beantragt. Die Reichs⸗ tagsfraktion der Wirtſchaftspartei fordert in einem Antrag an den Reichstag die Aenderung des Arti⸗ kels 22 der Reichsverfaſſung dahin, daß das Wahl⸗ alter von 21 auf 25 Jahre heraufgeſetzt werden ſoll. Zum Finanzprogramm ſtellte die Wirtſchaftspartei die Forderung, daß die Haushalts⸗ pläne von 1930 bis 1932 fünfzehn Prozent unter dem Etat von 1929 zu halten ſeien. der Beurteilung der Hilferdingſchen vierzehn Punkte herausgeſtellt haben. Ein Teil der ſozialdemokra⸗ tiſchen Finanzſachverſtändigen iſt, wie jetzt ganz deutlich wurde, völlig anderer Anſchauung als der Finanzminiſter. Nach dieſem Ergebnis der Aus⸗ ſprache war die Kriſezumoffenen Ausbruch gekommen. Das Kabinett ſah ſich vor die Alter⸗ Tragiſcher Zwiſchenfall beim Sklarekſkandal (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) E Berlin, 14. Dez. Der in der Sklarekaffäre vielgenannte Ober⸗ magiſtratsrat Schalldach, der der Deutſchen Volkspartei angehört, iſt geſtern abend unter kriti⸗ ſchen Umſtänden während ſeiner Vernehmung durch den Oberregierungsrat Tapolſki einem Gehirn⸗ ſchag erlegen. Den Beamten haben wahrſchein⸗ lich die Verhöre der letzten Zeit derart in Aufregung verſetzt, daß ſein Geſundheitszuſtand ſchwer darunter litt. Nach der Schilderung Tapolſkis wurde Schall⸗ dach, nachdem er etwa drei Minuten vernommen wor⸗ den war, plötzlich ſehr bleich und von Atemnot befal⸗ len. Man holte ſofort einen Arzt herbei, der indeß nur noch den inzwiſchen eingetretenen Tod kon⸗ ſtatieren konnte. Als man die Frau Schalldachs herbeirief und ihr ſchonend den traurigen Vorfall mitteilte, kam es zu erſchütternden Szenen. Frau Schalldach warf dem Unterſuchungskommiſſar vor, daß er die Schuld an dem Tode ihres Mannes trage. Das Diſziplinarverfahren gegen Schalldach ſtaud übrigens vor dem Abſchluß, da ſich herausgeſtellt hat, daß Schalldach die 1000 Mark, die man ihm anfangs als Beſtechungsgelder zur Laſt legte, auf Beſchluß des Aufſichtsrates mit Wiſſen des Oberbürgermei⸗ ſters Böß gezahlt worden waren. FFUUCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCTTTTVTVTTTTTbTT native geſtellt, entweder zu demiſſionieren oder in offener Feldſchlacht die Entſcheidung zu ſuchen. Die weitere Ausſprache im Plenum fand, wie ſich denken läßt, nur noch wenig Intereſſe, obwohl auch der Kanzler noch einmal eingriff, um den außer⸗ ordentlich ſcharfen Vorſtoß des Deutſchnationalen Quaatz zu erwidern. Verſtändigung nach Mitternacht (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 14. Dezember. Nach der geſtrigen Reichstagsſitzung ſchien es, als ob der Auseinanderfall der Koalition unvermeidlich ſet und man rechnete mit dem Rücktritt der Regierung oder ihrem Sturz bei der heutigen Abſtimmung. Große Wahrſcheinlichkeit ſprach dafür, daß der Kanzler den Kampf um das Finanz⸗ programm, den er, was man ihm gerechterweiſe zu⸗ geſtehen muß, mutig und mit dem Einſatz ſeiner ganzen Perſönlichkeit führte, bis zum Ende durch⸗ fechten werde. In dieſem Sinne hat ſich Müller⸗ Franken denn auch entſchieden und die Folge ſeiner entſchloſſenen Haltung war, daß noch während der Nacht die Dinge eine über⸗ raſchend günſtige Wendung genommen haben. Um s Uhr abends begaben ſich die Kabinettsmitglie⸗ der in corpore zu einem Staatsbiner, das ihnen zu Ehren der Reichspräſident veranſtaltet hatte. Es entbehrt nicht eines pikanten Reizes, daß an dem Eſſen u. a. auch der Reichs bankpräſident Schacht teilnahm, mit dem die Regierung inzwiſchen einen Waffenſtillſtand geſchloſſen hat. Kurz nach 11 Uhr zogen ſich der Reichskanzler und die Miniſter in das benachbarte Reichskanzlerpalais zu einer kurzen Beſprechung zurück, um im Anſchluß daran die Ver⸗ handlungen mit den Parteiführern fortzuſetzen. Schon die Tatſache, daß der Abg. Zapf, der wäh⸗ rend der Rekonvaleſzenz des Abg. Scholz die volks⸗ parteiliche Fraktion führt, ſich an der Konferenz be⸗ teiligte, ließ darauf ſchließen, daß die Möglichkeiten einer Verſtändigung noch nicht, wie manche wohl geglaubt hatten, völlig verſchüttet waren. Im Ver⸗ laufe der Konferenz ergab ſich den auch, daß man ſowohl auf volksparteilicher wie auf ſoztialdemokratiſcher Seite zum Ein⸗ lenken bereit war. Der Abg. Breitſcheid bemühte ſich durch eine abſchwächende Interpretatton der ſozialdemokratiſchen Erklärung, inbeſondere des letzten gegen die Steuerſenkung gerichteten Satzes, eine Brücke zu ſchlagen. Man habe es gar ſo böſe nicht gemeint. Aber auch der Volkspartei waren trotz des kritiſchen Fanfarenrufes der„National⸗ liberalen Correſpondenz“ inzwiſchen offenbar doch ſtarke Bedenken gekommen, ob es im gegenwärtigen Moment ratſam ſei, das Tiſchtuch zwiſchen den übri⸗ gen Koalitionsparteien zu zerſchneiden. So kam es, daß in der Ausſprache eine ſtarke Annäherung erreicht werden konnte. Es gelang, worum man ſich in dieſen Tagen vergebens be⸗ mühte, eine Formel für das Vertrauensvotum zu finden, die am Ende von ſämtlichen Partei⸗ führern gutgeheißen wurde. Ste haben der Regierung zugeſagt, daß ſte ſich bei ihren Fraktionen für die Annahme dieſer Formel einſetzen würden. Wie ſie lautet, iſt nicht bekanntgegeben worden, es läßt ſich alſo im Augenblick auch noch nicht be⸗ urteilen, inwieweit man ſich entgegengekommen tſt. Die Tatſache, daß die Parteiführer ſich für die nun⸗ mehr gefundene Formel bei den Fraktionen ein⸗ ſetzen wollen, deutet darauf hin, daß ſie der Zuſtim⸗ mung ziemlich ſicher ſind. Das Vertrauensvotum iſt verbunden mit der Verpflichtung auf das Sofort⸗Programm und einer Bindung an die übrigen Finanzpläne, von ber man allerdings noch nicht weiß, wie weit ſie geht. Die nächtliche Beratung im Reichskanzlerpalais war um 11.30 Uhr beendet. Man hat den Eindruck, daß die Kriſengefahr, die geſtern abend ihren Höhepunkt erreicht hatte, wieder beendet iſt In der heutigen Morgenpreſſe ſchlägt noch die Erregung über den geſtrigen Widerſtand der Bayern und vor allem der Sozialdemokratie nach. Der Hugenbergſche„Lokal⸗ anzeiger“ iſt bemüht, die Gegenſätze innerhalb der Koalition noch zu verſchärfen durch den Hinweis, daß Zentrum und Demokraten hinter dem Rücken der Volkspartei geheimgehaltene Sonder⸗ ver handlungen mit den Sozialdemo⸗ kraten angeknüpft hätten, an denen auch die Bayern beteiligt geweſen ſeien. Daher auch die zor⸗ nige Veröffentlichung der volksparteilichen Korre⸗ ſpondenz, gegen die ſich der„Vorwärts“ unter der Ueberſchrift„Eine Kriſenandrohung der Volks⸗ partei“. Es wird der Volkspartei vorgeworfen, daß ſie leichtfertig eine Kriſe vom Zaune brach und die Verantwortung dafür„wahrheitswidrig“ der Sozial⸗ demokratie aufladen wolle. Die Bemerkung des ſo⸗ zialdemokratiſchen Hauptorgans, das Intereſſe des deutſchen Volkes fordere, daß die gegenwärtige Reichsregierung den heutigen Tag, den Dezember⸗ Ultimo und die zweite Haager Konferenz ſtberlebt, zeigt bereits, daß man in der Sozialdemokratie doch Aungſt vor der eigenen Courage bekommen hat und vor den äußerſten Konſequenzen zurückſchreckt, Im übrigen hat ſich bieſe Polemik, nachdem man ſich in der mitternächtlichen Sitzung geeinigt hat, nur noch hiſtoriſchen Wert. Das Kabinett wird aller Vorausſicht nach den Haager Termin überdauern. Die Kriſe iſt damit freilich nur vertagt, keineswegs behoben. Pariſer Kritik an Schacht (Drahtung unſ. Pariſer Vertreters) V Paris, 14. Dez. Seit dem Abſchluß der erſten Haager Konferenz fanden zwiſchen den Sachverſtändigen des franzö⸗ ſiſchen, engliſchen, italieniſchen und belgiſchen Schatzamtes eine Reihe von Beſprechungen Über die finanziellen Fragen ſtatt, die auf der zweiten Kon⸗ ferenz in Haag endgültig geregelt werden ſollen. Vor allem gaben die Satzungen der Bank für inter⸗ nationale Zahlungen ſowie der ſogenannte Tru ſt⸗ vertrag, auf Grund deſſen die Bank die deutſchen Jahreszahlungen empfangen und unter die Gläubi⸗ ger verteilen wird, Anlaß zu einem eingehenden Meinungsaustauſch. Gewiſſe Schwierigkeiten konn⸗ ten in Beſprechungen, die in London, Rom und Brüſſel geführt wurden, bereits beſeitigt werden. Es handelt ſich jetzt noch darum, die zwiſchen den Sachverſtändigen getroffenen Abmachungen zuſam⸗ menzufaſſen und ihnen einen offiziellen Charakter zu geben. Das wird auf einer neuen Konfe⸗ renz dieſer Sachverſtändigen geſchehen, die nächſte Woche, wahrſcheinlich ſchon am Montag, in Paris zuſammentreten wird. Voraus ſichtlich werden die Beſprechungen diesmal etwa acht Tage dauern. „Petit Pariſten“ benützt die Gelegenheit der An⸗ kündigung dieſer vorbereitenden Konferenz zu einer neuen Kritik des Memorandums Dr. Schachts. Das Blatt meint, zwiſchen den Gläubigerſtaaten ſet jetzt glücklicherweiſe eine Verſtändigung über den finanziellen Teil des Voungplans zuſtande gekom⸗ men und nur noch von deutſcher Seite könnten Schwierigkeiten auftauchen.„Petit Pariſien“ fügt hinzu:„Das Memorandum Dr. Schachts hat einen ſtarken Eindruck bei den Sachverſtändigen hinter⸗ laſſen, die den Poungplan ausgearbeitet haben. Wahrſcheinlich wird in dieſer Hinſicht ein Proteſt in Berlin erhoben werden. Dr. Schacht, deſfen politiſche Einſtellung ſich ſeit dem Tode Dr. Streſe⸗ manns ziemlich geändert hat, ſcheint zurückkrebſen zu wollen. Wenn die deutſche Regierung einer ſol⸗ chen Haltung nicht genügend Widerſtand entgegen⸗ ſetzt, ſo würden die Verhandlungen auf der Haager Schlußkonferenz wahrlich nicht leicht ſein.“ Rückkehr der„Emden“ Wilhelmshaven, 14. Dez. Der Kreuzer„Emden“ iſt nach einfähriger Weltreiſe geſtern nachmittag im hieſigen Heimathafen wieder eingelaufen, wo er von einer vieltauſendköpfigen Menſchenumenge ſtürmiſch begrüßt wurde. 2. Seite. Nr. 581 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 Die Getreidezollvorlage vom Reichsrat angenommen (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 14. Dez. Der Reichs rat erlebigte in öffentlicher Voll⸗ ſitzung die Zolltarifvorlage. Ein bayeriſcher Antrag von dem Syſtem der gleitenden Zölle überhaupt ab⸗ zugehen, wurde mit 37 gegen 30 Stimmen abgelehnt. In nochmaliger, namentlicher Abſtimmung wurde das Syſtem der gleitenden Zölle für die Getreide⸗ zölle mit 43 gegen 23 Stimmen angenommen. Der Zollfatz für Roggen wurde derart feſtgeſetzt, daß er normal 7 RM. für den Doppelzentner beträgt. Er ſteigt auf 9 RM., wenn ber Preis für die Tonne 240 RM. überſchreitet. Der Zoll für Futter⸗ gerſte wurde vom Plenum des Reichsrates auf 5 RM. für den Doppelzentner feſtgeſetzt. Auf Antrag Hamburgs wurde für die Wert⸗ beſtimmung der Einfuhrſcheine beſchloſſen, daß für die Wertbeſtimmung der niebrigſte im Zolltarif vor⸗ geſehene, allgemeine oder vertragsmäßige Zollſatz der betreffenden Fruchtgattung zugrunde zu legen iſt. Jedoch iſt bei Roggen und Hafer der Wert⸗ beſtimmung ein Betrag von 6 RM. für den Doppel⸗ zentner, bet Weizen und Gerſte von.50 RM. zugrunde zu legen, ſolange die Zollſätze für Roggen und Hafer 7 oder 9g RM. für den Doppelzentner und bei Weizen.50 RM. oder.50 RM. für den Doppelzentner betragen. Der Malzzoll wurde nach den Beſchlüſſen der Ausſchüſſe erhüht. Abge⸗ lehnt wurde ein Antrag Bayerns auf Erhöhung des Hopfenzolles und des Zolles für Hopfenmehl. Ebenſo abgelehnt wurde ein weiterer Antrag, einen Zoll für Roggenkleie einzuſetzen. Unverändert angenommen wurden die neuen Viehzölle. Ab⸗ gelehnt wurde ein Antrag Bayerns auf Erhöhung der Käſezölle. Zum Zollgeſetz ſelbſt wurden alle Anträge auf Erhöhung der Mindeſtzölle, namentlich für Schweine, abgelehnt. In der Geſamtasſtimmung ſtimmte nur Bremen gegen die Zoll vorlage. 71 4 Berlin, 14. Dez. Der vom Reichsrat verabſchle⸗ dete Geſetzentwurf betreffend Zolländerungen iſt an den Reichstag gelangt. Die vom Reichsrat vor⸗ genommenen Aenderungen ſind aus der Vorlage ausgelaſſen worden. Es wurde eine beſondere Vor⸗ lage daneben eingebracht, womit die Regierung im weſentlichen ihre Vorlage aufrecht erhält. Die deutſchnationale Kriſis (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 14. Des. Die deutſchnationale Arbeitsgemeinſchaft wird, der„D. A..“ zufolge, vorausſichtlich mit den Mit⸗ gliedern der chriſtlich⸗nattonalen Bauern⸗ und Landvolkpartei im Reichstag eine Frak⸗ tionsgemeinſchaft eingehen, die aber in ſehr loſer Form geplant iſt. Die beiden Gruppen werden ihre volle Selbſtändigkeit behalten und auch getrennte Beratungen abhalten. Sie werden ihre Zuſammen⸗ arbeit lediglich auf beſtimmte große politiſche Fragen beſchränken und ſich gleichfalls in der Vertretung in den Ausſchüſſen ergänzen. Die neue Gemeinſchaft ſoll den Namen„Chriſtlich⸗ nationale Arbeitsgemein⸗ ſchaft“ erhalten. Auch Lindeiner⸗Wildau ausgetreten Auch der Reichstagsabgeordnete von Lindeiner⸗ Wildau, der bekanntlich vor kurzem aus der deutſch⸗ nationalen Fraktion ausgeſchieden war, hat nunmehr ſeinen Austritt aus der Deutſchnationalen Volks⸗ partei erklärt, nachdem es ihm nicht gelungen war, 7 5 Wahlkreis Heſſen⸗Naſſau zu ſich herüber zu ziehen. f Schule und Politik (Drahtbericht unſeres Berlirer Büros) I Berlin, 14. Dez. Das Provinzialſchulkollegtum für Berlin und die Provinz Brandenburg hat eine Verfügung er⸗ laſſen, in der es den Leitern der höheren Lehr⸗ anſtalten, den Bezirksſchulausſchüſſen und den Schul⸗ täten aufträgt, bis zum 15. Januar über die Erfah⸗ rungen zu berichten, die ſie in den ihnen unterſtell⸗ ten Schulen mit dem„ſozlaliſtiſchen Schülerbund“ und dem„nationalſozialiſtiſchen Schülerbund“ ge⸗ macht hätten.„Dabei ſollen Sie“, ſo ſchließt der Er⸗ laß,„beachten, daß die„ſoztaliſtiſche Schülergemein⸗ ſchaft von den beiden genannten Bünden ſcharf zu trennen iſt.“ Von dieſer Verfügung kann man ſagen: ſie hat Stil. Sie ſchreibt mit einer Deutlichkeit, die auch der Blinde mit dem Krückſtock erfühlen kann, vor, in welchem Sinne die Berichte gehalten werden ſol⸗ len. Der„ſoztaltiſtiſche Schülerbund“ ſoll kommu⸗ niſtiſch gefärbt ſein, die„ſoztaliſtiſche Schüler⸗ gemeinſchaft“ aber, mit der die SPD. die Heran⸗ wachſenden ſchon auf der Schulbank zu erfaſſen ſucht, erfreut ſich des Wohlwollens des Provinzialſchul⸗ kollegtums und auch des preußiſchen Herrn Kultus⸗ miniſters, auf den, wie die„D. A..“ behauptet, der Erlaß zurückzuführen iſt. Am den Handelsvertrag mit Polen f Berlin, 14. Dez. Entgegen den Dementis der Wilhelmſtraße beſtä⸗ tigt es ſich nun doch, daß der deutſche Geſandte in Warſchau Rauſcher in Berlin eingetroffen iſt, um mit den zuſtändigen Stellen über die Fortführung der wieder einmal auf einem recht kritiſchen Punkt angelangten deutſch⸗polniſchen Handelsvertragsver⸗ handlungen zu konferieren. Die Schwierigkeiten liegen, wie ſich die„Germania“ aus Warſchau be⸗ richten läßt, in der hartumkämpften Einfuhr von polntſchem Schweinefleiſch nach Deutſchland und zwar handelt es ſich um die Forderung der Einfuhr, weniger um die kontingierte Höhe. Polen, das nur eine teilweiſe Verwertung ſeines Fleiſch⸗ kontingents durch die deutſchen Fabriken befürchtet, verlangt neuerlich, daß der Kontingentreſt auf den freien deutſchen Markt gebracht werde Die Gegenvorſchläge, die von deutſcher Seite ge⸗ macht wurden, bezeichnete man auf polniſcher als ungenügend. Die Befürchtungen über eine Kriſe ſind, ſo heißt es in dieſem Bericht, inſofern gerecht⸗ fertigt, als Polen auf die günſtige Löſung der Schweineeinfuhr ſo großes Gewicht legt, daß es hier⸗ von alle anderen Fragen abhängig macht. Die englisch rußſiſche„Annäherung“ (Drahtung unſ. Londoner Vertreters) f London, 14. Dez. Obwohl der ruſſiſche Botſchafter Sokolniko w bereits geſtern in London eingetroffen iſt und Sir Esmond Ovey gleichzeitig in Moskau ankam, wird doch die tatſächliche Wiederaufnahme der diplomati⸗ ſchen Beziehungen um einige Tage verſchoben. So⸗ kolnikow hat noch keinen Beſuch beim Außenminiſter gemacht. Es iſt verabredet worden, daß die Ueber⸗ reichung der Beglaubigungsſchreiben in Moskau und London genau zur gleichen Zeit erfolgen ſoll. Un⸗ mittelbar darnach werden beide Botſchafter gleich⸗ artige Noten übergeben, in denen ſich ihre Regie⸗ rungen verpflichten, von jeder Propa⸗ ganda gegeneinander Abſtand zu neh⸗ men. Man erwartet, daß die Zeremonie im Laufe der nächſten Woche ſtattfinden wird. Engliſchen Blättern wird aus Riga gemeldet, daß neue Maſſenerſchießungen in Sow⸗ tetrußland im Gange ſeien. In Aſtrachan habe die GP. am Donnerstag fünf Beamte des Finanz⸗ amtes und acht Kaufleute erſchoſſen, die kürzlich unter der Anklage der Schädigung von Staats⸗ intereſſen zum Tode verurteilt worden waren. Im gleichen Prozeß ſind etwa 150 Perſonen zu langen Gefängnisſtrafen verurteilt worden In Preluki in der Sowjetukraine wurden fünf Bauern erſchoſſen, die verſucht hatten, einen Teil ihres Ge⸗ treides durch Vergraben vor dem Zugriff der Steuerbeamten zu ſchützen. Die von der„Morningpoſt“ eingeleitete Proteſt⸗ bewegung gegen die Chriſtenverfolgungen in Sowfletrußland zieht weitere Kreiſe. Nach⸗ dem ſich bereits zahlreiche Biſchöfe und andere geiſt⸗ liche Würdenträger mit dem Proteſt einverſtanden erklärt haben, nimmt heute auch der Primas der engliſchen Kirche, der Erzbiſchof von Canterbury, in einem Brief an die„Morningpoſt“ zu der Bewegung Stellung. Der Erzbiſchof erklärt, er teile die Empö⸗ rung über die Unterdrückung der Religion und die Verfolgung der Gläubigen im Sowfetreich und for⸗ dert von der engliſchen Regierung, daß ſie bei der Sowjfetregierung gegen dieſe grauſame und unge⸗ rechte Unterdrückung proteſtiert. Die„Morningpoſt“ betont heute, daß ihr Proteſt micht gegen die Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen zu Rußland gerichtet ſei, ſondern auf rein religiöſe Motive abziele. Dieſe Beſchränkung dürfte der Kampagne bedeutende neue Streitkräfte zuführen. Vernehmung Hitlers im Schweioͤnitzer Prozeß (Telegraphiſche Meldung) Schweidnitz, 13. Dez. Im Schweidnitzer Prozeß gegen 16 Natio⸗ nalſozialiſten wurde heute der Führer der Nattonalſozialiſtiſchen deutſchen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, vernommen. Vor ſeiner Vernehmung er⸗ klärt Rechtsanwalt Dr. Frank, daß die Verteidigung auf die Vernehmung weiterer Entlaſtungszeugen verzichte, weil ſie die Sachlage für genügend geklärt halte und glaube, daß die Anklage bereits zuſam⸗ mengebrochen ſei. Als Hitler vortritt, erheben ſich fämtliche An⸗ geklagten und bleiben während der ganzen Verneh⸗ mung ſtehen. Auf Veranlaſſung von Dr. Frank hält Hitler eine Rede über die Entwicklung der national⸗ ſozialiſtiſchen Bewegung. Sofort beim Entſtehen der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiterpartei ſeien die Ver⸗ ſammlungen dieſer Partei dauernd von marxiſtiſchen Gegnern geſprengt worden, ohne daß die Staats⸗ anwaltſchaft verſucht hätte, dieſe Verſammlungen zu ſchützen. Zum Schutz der eigenen Idee und der Verſammlungen ſeien nunmehr Schutz⸗Abtei⸗ lungen, genannt S.., gegründet worden. Es habe niemals die Abſicht beſtanden, mit dieſen Abteilungen gegen die Staatsgewalt vorzugehen. Das ſei nach ſeiner, Hitlers, Anſicht auch Wahnſinn. Der ge⸗ waltfame Staatsumſturz, wie er den Natio⸗ nalſozialiſten immer angedichtet werde, liege ihnen vollkommen fern. Das Ziel ſei, alle Deutſchen zu ſammeln, die mit Herz und Seele, aber auch mit dem Verſtand an dem Fortſchritt der nationalſozialiſtiſchen Bewegung arbeiten und ſomit zum Aufſtieg des Deutſchen Reiches mithelfen wollen. Er achte ſtreng darauf, daß innerhalb ſeiner Bewegung keine Waffen gebraucht würden. Hierfür ſei der Beweis, daß er einige Mitglieder, die Waffen getragen hätten, ausgeſchloſſen habe. Es ſei weiter großer Unſinn, wenn behauptet werde, daß die Nationalſozialiſten von der Induſtrie geſtützt würden. Auf die Frage Dr. Franks, wie es zu erklären wäre, daß einige Nationalſoztaliſten vor der Polizei keine Ausſagen machten, erklärte Hitler, daß er als Nattonalſozialiſt und mit ihm ſeine Anhänger nur eine Inſtanz kennen, und das wäre die Juſtiz, aber auch nur dann, wenn ſie ſich aus Berufsrich⸗ tern und nicht aus parlamentariſchen Richtern zu⸗ ſammenſetze. Deshalb ſei er auch freiwillig nach Schweibnitz gekommen, um hier nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen die Wahrheit zu ſagen. Hierauf gab der oberſte Führer der S.., Haupt⸗ mann a. D. von Pfeffer, eine Erklärung über die Bezeichnung„S..“ ab. Unter allgemeiner Ueber⸗ raſchung ſagte er, daß S. A. Sturmabteilung bedeute. Sämtliche Angeklagten und Zeugen, ſoweit ſie der Bewegung nahe ſtehen, behaupteten nämlich, daß S. A. Sportabteilung bedeute. Pfeffer läßt ſich weiter über den Zweck der Sturmabteilungen aus. Seiner Meinung nach hätte die marxiſtiſche Partei gegen die Natitonalſoztaliſten einen Blutterror getrie⸗ ben. Als im Jahre 1925 es einmal dazu kam, daß dieſe urſprünglichen Sport⸗ und Saalſchutz⸗Abteilun⸗ gen die Störer aus dem Saal hinausgeworfen hat⸗ ten, nannte man die Abteilung Sturmabteilung. Weiter habe die Sturmabteilung den Zweck, die Ju⸗ gend zu Disziplin und Ordnung zu erziehen. Die Verliner Korruptionsſkandale (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 13. Dez. Der Fall des Stadtoberingenieurs Möllerke, der vor zwei Tagen wegen Amtsunterſchla⸗ gung und Urkundenfälſchun'g in Haft ge⸗ nommen wurde, wird der Staatsanwaltſchaft Ver⸗ anlaſſung geben, ſich nicht nur mit den Verfeblun⸗ gen dieſes ſtädtiſchen Beamten zu befaſſen, ſondern darüber hinaus in die höchſt ſonderbaren Geſchäfts⸗ praktiken der Berliner Brennſtoffgeſellſchaft, eines ſtäbtiſſchen Unternehmens, hineinzuleuchten. Aber auch ohne ein Eingreifen des Staatsanwaltes werden ſich die Gerichte mit den Vorgängen zu be⸗ ſchäftigen haben, da das Bezirksamt Berlin-Steglitz, wie die„Voſſiſche Zeitung“ erfährt, die Berliner Brennſtoffgeſellſchaft für den ihm entſtandenen Schaden in Höhe von 47000 AI regreßpflich⸗ tig machen will. Der Stadtoberingenieur Möllerke hatte die Auf⸗ gabe, Beſcheinigungen auszuſtellen, nach denen be⸗ ſtätigt wurde, daß die für die Schulen und Rat⸗ häuſer des Bezirksamtes Berlin⸗Steglitz in Rech⸗ nung geſtellten Kohlen tatſächlich geliefert wurden. Der damalige Direktor der Brennſtoffgeſellſchaft, Brolat, der als Direktor der ſtädtiſchen Verkehrs⸗ geſellſchaft auch in der Sklarekaffäre eine Rolle ſpielt, wußte darum, daß ſeine Brennſtoffgeſellſchaft fingierte Rechnungen einreichte. 7 drt... d ã⁊ ããũũũ Zeppelindienft im Pazifit n San Franzisko, 14. Dez.(United Preß.) Ein regelmäßiger Zeppelinverkehr über den Stillen Ozean wird höchſtwahrſcheinlich zu Ende des kommenden Jahres eingerichtet werden. Die neu⸗ gegründete Pazifte Zeppelin Transport Company hat geſtern der Goodyear Zeppelin Company in Detroit Bauauftrag auf zwei große Luft⸗ ſchiffe erteilt, die je 100 Paſſagiere und 10 Tonnen Poſt und Fracht aufnehmen ſollen. Vorläufig wird beabſichtigt, alle 36 Stunden ein Luftſchiff zwiſchen Kalifornien und Hawai verkehren zu laſſen. Sollte ſich die neue Zeppelinlinie als lukrativ er⸗ weiſen, ſo plant die Pazifte Zeppelin Transport Company weitere Luftſchifflinien nach China, Japan, den Phtlippinen und Singapor eeinzurichten. Ausbau des ſpaniſchen Luſtverkehrsnetzes (Telegraphiſche Meldung) — Paris, 18. Dez. Havas berichtet aus Madrid, daß der Oberſte Luftfahrtrat demnächſt eine Sitzung abhalten werde, um das Programm der Luftverkehrs⸗ linien für 1930 zu ſtudieren. Es ſoll eine Verdichtung des Luftverkehrsnetzes ins Auge gefaßt wenden. Die Luftverkehrslinie Madrid— Barcelona— Se⸗ villa hat ſich außerordentlich gut bewährt und die auf dieſer Linie zur Verwendung kommenden drei⸗ motorigen Flugzeuge hätten alle Tage vollbeſetzt flie⸗ gen können. Das Programm ſteht die Schaffung eines regel⸗ mäßigen Flugverkehrs mit Cap Juby, mit den Kana⸗ riſchen Inſeln und den Balearen vor. Die Einrich⸗ tungen von Flughäfen in Madrid, Barcelona, Vigo und Iran machen große Fortſchritte. Verſuche mit einem Raketenboot Miami(Florida), 14. Dez.(United Preß.) Ein Raketenboot gab geſtern hier ſein erſtes Debut. Die erſten Verſuche waren jedoch nicht überwälti⸗ gend, denn die erzielte Geſchwindigkeit betrug nur 35 Meilen pro Stunde. Der Erfinder Pope will heute einen neuen Verſuch machen, und zwar mit eingebauten Raketen, die ſiebzigmal ſo ſtark find. Der Düſſeldorfer Mörder verhaftet? (Telegraphiſche Meldung) Eger, 18. Dez. Unter dem Verdacht, die zahlreichen Frauen⸗ morde in Düſſeldorf begangen zu haben, wurde geſtern hier in einer kleinen Gaſtwirtſchaft der 31⸗ jährige Chauffeur Joſef Mayer aus Lehenſtein bei Eger, der ſeit dem Jahre 1927 geſucht wird und wie⸗ derholt wegen ſchwerer Verbrechen vorbeſtraft iſt, feſtgenommen. Auffällig iſt eine bei ihm vorgefun⸗ dene Aufzeichnung, deren Schriftzüge größte Aehn⸗ lichkeit mit einem Schreiben des vielgeſuchten Düſ⸗ ſeldorfer Mörders aufweiſen. Weiter wurde von der hieſigen Poltzei feſtgeſtellt, daß die Beſchreibung des mutmaßlichen Düſſeldorfer Mörders auf den Mayer außerordentlich gut paßt und er ſich zur Zeit der Morde in Düſſeldorf aufgehalten hat. Die Egerer Staatsanwaltſchaft hat ſich ſofort mit den . in Düſſeldorf in Verbindung geſe Beſchwerde gegen Stahlhelmverbot abgewieſen — Berlin, 13. Dez. Der Bezirksausſchuß für den Stadtbezirk Berlin verhandelte heute über das Ver⸗ waltungsſtreitverfahren, das der Stahlhelm gegen den preußiſchen Innenminiſter wegen des Verbots des Stahlhelms im Induſtriegebiet anhängig gemacht hatte. Nach kurzer Verhandlung erfolgte die Abwei⸗ ſung der Klage. Der Wert des Streitobfektes wurde auf 10 000 Mark feſtgeſtellt. Die Koſten des Verfah⸗ rens hat der Stahlhelm zu tragen. Ruſſiſch⸗chineſiſche Verhandlungen — Moskau, 14. Dez. Der Mukdener diplomatiſche Kommiſſar, Tſai, iſt in Nikolſk⸗Uſſuſtiſk mit dem Agenten des Außenkommiſſariats der Sowjetunion, Simanowſki, zuſammengetroffen und hat ſich mit ihm zuſammen nach Chabarowſk begeben. Steuerſenkung in U..A. — Waſhington, 14. Dez. Der Senat hat den Ge⸗ ſetzentwurf auf Verminderung der Einkommen⸗ und Körperſchaftsſtener um 1 v.., was einer Geſamt⸗ ſumme von 160 Millionen Dollars entſpricht, mit 61 gegen 15 Stimmen angenommen. Das Geſetz iſt damit rechtskräftig geworden. — Hermann Dietrich Reichsernährungsmiaiſter Hermann Dietrich, als geborener Badener, unſer Landsmann, vollendet am 14. Dez. das 50. Lebensjahr * Am 14. Dezember vollendet Reichsernährungs⸗ miniſter Dietrich das 50. Lebensjahr. Seine poli⸗ tiſchen Freunde in ſeiner engeren Heimat hatten ge⸗ wünſcht, den Parteiführer in einer öffentlichen Kund⸗ gebung in ihrer Mitte zu ſehen, um ihm einen Be⸗ weis des Vertrauens zu geben, das er ſich in einer 25jährigen Tätigkeit im öffentlichen Leben erworben hat. Miniſter Dietrich hat aber gebeten, auf eine ſolche Veranſtaltung zu verzichten. Dietrichs Wiege ſtand im Oberprechtal im Schwarzwald. Seine Erziehung genoß er in Schall⸗ bach bei Lörrach, um ſpäter dann in Straßburg, Baſel, Göttingen und Heidelberg ſich dem Studium der Rechtswiſſenſchaft zu widmen. Die Aufmerk⸗ ſamkeit in politiſchen Kreiſen lenkte er ſchon früh⸗ zeitig auf ſich, und zwar damals, als er als Jung⸗ liberaler ſich für eine ſtarke Betonung des Ge⸗ dankens für eine freiheitliche Ausgeſtaltung des ſtaatlichen Lebens einſetzte. Dietrich war von 1905 bis 1908 im Dienſte der Stadtverwaltung Karlsruhe als Rechtsrat, dann wurde er als Bürgermeiſter nach Kehl berufen. Dort führte er die Vereinigung von Stadt und Dorf Kehl durch und wirkte ſegens⸗ reich für das Aufblühen der Stadt Kehl. 1911 wurde er als nationalliberaler Abgeordneter im Wahlkreis Kehl in den badiſchen Landtag gewählt. 1914 folgte er einem Ruf der Stadt Konſtanz zur Uebernahme des Amtes des dortigen Oberbürger⸗ meiſters. Beim Umſturz war er als Miniſter der auswärtigen Angelegenheiten in Karlsruhe. Von 1920 ab iſt er als Reichstagsabgeordneter in Berlin. Dort widmete er ſich vornehmlich den Fragen des Finanzweſens, der Wirtſchaft und der Landwirtſchaft. 1928 wurde er auf den Poſten des Reichsernährungs⸗ miniſters berufen. Der Glückwunſch des Reichskanzlers — Berlin, 14. Dez. Der Reichskanzler ſprach dem Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft, Dr. Dietrich, anläßlich der Vollendung ſeines 50. Lebensjahres in einem beſonderen Schreiben ſeine und der Reichsregierung Glückwünſche aus. Letzte Meloͤungen Die Delmenhorſter Räuber feſtgenommen — Berlin, 14. Dez. Nach einer Meldung der „Voſſ. Zeitung“ aus Frankfurt a. M. wurde in Offenbach der Klempner Heinrich Seekamp, der ſeit vier Jahren kommuniſtiſcher Stadtrat in Offenbach war, unter dem Verdacht der Beteili⸗ gung an dem Delmenhorſter Raubmord vor 16 Jah⸗ ren verhaftet. Die Feſtnahme erfolgte auf Grund des Geſtändniſſes der in Bremen feſtgenommenen Arbeiter Möhrke und Martin, die Seekamp der Mit⸗ täterſchaft bezichtigten. Zu gleicher Zeit iſt auch der Arbeiter Hirth aus Geiſenheim in Baden verhaftet worden, der ebenfalls als Komplize in Frage kommt. Alle Wolga⸗Flüchtlinge in Deutſchland — Berlin, 14. Dez. Der Reichskommiſſar für die Deutſchruſſen⸗Hilſe teilt mit, daß jetzt alle Flücht⸗ linge, die von Moskau Ausreiſeerlaubnis erhielten, in Deutſchland eingetroffen ſind, Weitere Flüchtlinge ſind nicht zu erwarten. Das Lagerlazarett Eydtkuhnen wurde aufgelöſt. Im ganzen ſind jetzt 5700 Deutſchruſſen zurück⸗ gewandert, die in den Lagern von Mölln, Prenzlau und Hammerſtein untergebracht werden. Spaniſcher Kutter geſtrandet — Paris, 14. Dez. Wie Havas aus Cadiz meldet, iſt der ſpaniſche Kutter„Santa Roſalia“ infolge Ne⸗ bels bei Cap Eſpartel geſtrandet. Bisher konnte nur ein Mann der Beſatzung gerettet werden. Ueber das Schickſal der anderen iſt man im ungewiſſen. 20 mexikaniſche Banditen ſtandrechtlich erſchoſſen — Newyork, 14. Dez. Nach einer Meldung der Aſſpciated Preß aus Nogales(Arizona) gerieten mextkaniſche Bundestruppen bei Sahuaripa, im Staate Sonora, mit einer etwa 200 Mann zählenden Räuberbande in ein Gefecht, aus dem die Regie⸗ rungstruppen als Sieger hervorgingen. Drei Ban⸗ diten, darunter der Führer, wurden im Kampfe ge⸗ tötet. Zwanzig Banditen wurden ſtand⸗ rechtlich erſchoſſen. Die Sturmfahrt der„Bremen“ — Newyork, 14. Dez. Die„Bremen“, die hier mit 58 Stunden Verſpätung eintraf, hatte eine außerordentlich ſchwierige Ueberfahrt. Das Schiff legte am 7. Dezember nur 120 Meilen, am 12. da⸗ gegen 678 zurück. Der Kapitän erklärte, es ſei di ſchwerſte Sturmreiſe geweſen, die er 1 er lebt habe. f 0 Ein Paſſagier erlitt einen Armbruch, ein andere Mitreiſende wurden unbedeutend verletzt⸗ Der amerikaniſche Marinearchitekt Gibbs ſagtel te „Bremen“ habe ſich bei der ſchweren See 9 ordentlich gut gehalten. JJ Samstag, den 14. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) 3. Seite. Nr. 581 Städͤtiſche Nachrichten Ladenſchluß am 24. Dezember Der Reichstag hat am 10. Dezember das Geſetz über den Ladenſchluß am 24. Dezember verabſchie⸗ det. Nach dem Artikel 1 Abſatz 1 dieſes Geſetzes dürfen offene Verkaufsſtellen am 24. Dezember nur bis 5 Uhr nachmittags und ſolche, die ausſchließlich oder überwiegend Le⸗ bensmittel, Genußmittel oder Blumen verkaufen, bis 6 Uhr nachmittags für den geſchäftlichen Verkehr geöffnet ſein. Unter offenen Verkaufsſtellen ſind alle Läden, Buden und andere Verkaufsgelegenhei⸗ ten innerhalb und außerhalb von Gebäuden, ſofern von einer feſten, jedermann zugänglichen Stelle aus Waren abgegeben werden, zu verſtehen. Zu den offenen Verkaufsſtellen zählen auch die Warenauto⸗ maten. Die Verlängerung der Verkaufszeit bis 6 Uhr nachmittags gilt nicht für die Lebens⸗ und Genußmittelabteilungen der Warenhäuſer. Der Abſatz 2 des Artikels 1 dehnt die Vorſchrif⸗ ten des Abſatz 1 auf die Verkaufsſtellen der Konſum⸗ vereine und ähnlicher Vereine, auf die Verkaufs⸗ ſtellen auf Eiſenbahngelände und zwar auch auf die innerhalb der Sperre gelegenen und auf den Hau⸗ ſier⸗ und Straßenhandel aus. Die Vorſchriften des Geſetzes finden keine Anwendung auf Apotheken, auf den Marktverkehr und auf den Handel mit Weihnachtsbäumen. Das Geſetz hat inſofern für Gaſt⸗ und Schankwirtſchaften Bedeutung, als auch in dieſen am Heiligen Abend von 6 Uhr an Waren nur an Gäſte zum Genuß auf der Stelle verabreicht werden dürfen. Nach Laden⸗ ſchluß iſt es den Gaſt⸗ und Schankwirtſchaften wie auch in Friſeurgeſchäften verboten, Waren an Käufer zum Mitnehmen abzugeben. Das neue Geſetz regelt nur den Ladenſchluß am 24. Dezember, nicht die Ladenöffnung an dieſem Tage. Dieſe richtet ſich nach den für die einzelnen Arten von Verkaufsſtellen geltenden Vorſchriften. Der Artikel 2 des Geſetzes bedroht Zuwiderhand⸗ lungen mit Geldͤſtrafe. Die Höchſtſtrafe beträgt nach dem Geſetz über Vermögensſtrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 10 000 /. Auch die fahrläſſige Zu⸗ widerhandlung iſt ſtrafbar. Das Geſetz tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft, gilt alſo ſchon für das bevorſtehende Weihnachtsfeſt. 40 jähriges Arbeits jubiläum Am heutigen Samstag kann Herr Anton Diehm, Schloſſer und Monteur, wohnhaft Ameri⸗ kanerſtraße 46, auf eine 40 jährige Dienſtzeit bei der Eiſenbahnbaufirma Joſeph Vögele AG. zurückblicken. Diehm erlernte nach ſeiner Entlaſſung aus der Schule in ſeiner Heimatgemeinde Waibſtadt bei Schloſſermeiſter Joſeph Rieſer in dreifähriger Lehrzeit das Schloſſerhandwerk und arbeitete dann längere Zeit bei ſeinem Meiſter als Geſelle. 1889 ging er auf Wanderſchaft und arbeitete zunächſt einige Zeit bei Schloſſermeiſter Scholl in Mannheim als Bauſchloſſer. Ende des Jahres trat er in die Eiſenbahnbaufirma Joſeph Vögele ein, woſelbſt er in der Abteilung Weichenbau Arbeit fand und ſich ſehr bemühte, auf dieſem wichtigen Arbeitsgebiet ſich als Schloſſer auszubilden und ſich die Zufriedenheit ſeiner Arbeitgeber zu erwerben. Dies gelang ihm durch ſeine große Gewiſſenhaftigkeit, Ordnungsliebe und Aneignung der handwerkerlichen Vorteile. So ſteht der Jubilar heute noch bei ſeiner Arbeit als Vorbild für alle, die mit ihm zuſammenkommen. An äußeren Ehrungen hat Diehm die Anerkennung ſeiner Direktion und ſeiner Arbeitskollegen heute früh erfahren dürfen. Alle, die ihn näher kennen, werden ſeines Jubiläumstages gerne gedenken. Möge Herrn Diehm noch ein ſchöner Lebensabend in guter Geſundͤheit beſchieden ſein! M. * * Sturmſchaden im Waldpark. Durch den ſtarken Sturm wurde im Waldpark in der Nähe der Ste⸗ phanienbrücke ein großer Baum geknickt, der auf die öffentliche Bedürfnisanſtalt fiel und das Dach beſchädigte. Durch einen Löſchzug der geſtern vormittag alarmierten Wache 2 der Berufsfeuerwehr wurde der Baum beſeitigt. Der Schaden beträgt einige hundert Mark. eee eee e! e Bbendigung der Theaterkriſe Der Bürgerausſchuß nimmt mit 61 gegen 48 Stimmen einen demokratiſchen Initiattvantrag an, der einen Betriebszuſchuß von 1,1 Millionen Mark bewilligt Der Bürgerausſchuß hatte geſtern ſeinen ſogen. „großen Tag“. Das Schickſal des Mannheimer Na⸗ tionaltheaters ſtand zur Debatte und Beſchlußfaſ⸗ ſung. Die Bedeutung dieſes lokalhiſtoriſchen Er⸗ eigniſſes kam auch in dem Beſuch der Galerie zum Ausdruck, die ſchon zu Beginn der Verhandlungen — die Theaterangelegenheit ſtand als letzter Punkt auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung— ungewöhnlich ſtark beſetzt und, als Beigeordneter Zoepffel die die Beſprechung einleitenden ſtadt⸗ rätlichen Mitteilungen über die drohende Schließung des Theaters verlas, dermaßen überfüllt war, daß viele ſtehen mußten. In der Hauptſache hatten ſich die Theaterleute als Zuhörer eingefunden. Wenn wir das Ergebnis der Ausſprache, die ſich recht ſpannend geſtaltete, als die Redner der Haupt⸗ fraktionen debattierten, vorwegnehmen, ſo haben wir feſtzuſtellen, daß die Sitnation durch einen demokratiſchen Initiativ⸗ antrag gerettet wurde. Der Antrag, der mit 61 gegen 48 Stimmen angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut: „Unter Aufrechterhaltung des Theaterbetriebes mit den drei Spielgattungen(Schauſpiel, Oper und Operette) und unter Zugrundelegung des bei⸗ liegenden Voranſchlages wird beſtimmt, daß bei Erreichung einer Einnahmenſumme von 1220 000 Mark der jährliche Betriebszuſchuß von 1,1 Millionen Mark nicht überſchrit⸗ ten werden darf. Anordnungen in dieſem Sinne können nur auf die Dauer von drei Spielzeiten, gerechnet von September 1930, getroffen werden.“ Dagegen ſtimmten geſchloſſen die Fraktionen der Deutſchen Volkspartei, des Zentrums und der Kom⸗ muniſten und der Einſpänner Morell. Bemer⸗ kenswert iſt, daß ſich unter den Jaſagern die beiden Aufwertungsparteiler und der Zentrums⸗Bürger⸗ meiſter Büchner befanden. Das Abſtimmungs⸗ ergebnis wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Ein erleichtertes Aufatmen wird durch die Bürger⸗ ſchaft gehen, ſo bemerkte im Verlaufe der Aus⸗ ſprache ein Redner, wenn ein Ausweg gefunden wird, der die Zukunft des Nationaltheaters ſichert. Man ſpürte dieſes Aufatmen auch auf der Galerie, die ſich an den Beifallsäußerungen beteiligte. Die Mißſtimmung des Oberbürgermeiſters über den bisherigen Verlauf der Theaterkriſe kam deutlich in den eingehenden Ausführungen zum Ausdruck, die er der Verleſung der ſtadträtlichen Mitteilung folgen ließ, die wir dieſer Tage bereits veröffentlicht haben. Er wurde beſonders ſpitz, als er ſich ſtark polemiſch gegen die„kühlen Rechner“ — gemeint war die Volkspartei— wandte, die dem Theater einen Betriebszuſchuß von äußerſtenfalls einer Million bewilligen wollten. Hat der Ober⸗ bürgermeiſter nicht gewußt, daß die Fraktion der Dlutſchen Volkspartei bereit war, von ihrem Stand⸗ punkt abzugehen, indem ſie ſich damit einverſtanden erklärte, für die nächſten drei Theaterjahre 3,1 Mill. Mark zu bewilligen? Auf dieſe Weiſe hätten dem Intendanten 1033 000/ für jedes Jahr zur Ver⸗ fügung geſtanden. Außerdem ſollte die Ermächti⸗ gung gegeben werden, die über die Million Betriebs⸗ zuſchuß hinausgehenden 100 000/ auf einmal im Theaterjahr 1930/31 zu verwenden. Es iſt begreif⸗ lich, daß die Gegner der ſtadträtlichen Vorlage ſich vornehmlich gegen die Bemerkung des Oberbürger⸗ meiſters wandten, daß ein wenig Spiel dabei ſei, wenn manche im Parlament ſich ſagten, die anderen werden es ſchon bewilligen, wir wollen aber bei unſerer Meinung ſtehen bleiben und zeigen, wie grundſatzfeſt wir ſind. Es ſei auch viel Starrſinn und falſches Preſtigegefühl dabei. Man möchte im Innern gern verſchoſſene Pfeile in den Köcher zu⸗ rückholen, aber das hieße ja nachgeben und ſich ſchwach zeigen. Schlteßlich ſcheine aus den Land⸗ tagswahlen noch ein wenig Wahlſtimmung übrig ge⸗ blieben zu ſein, denn er könne doch nicht annehmen, daß etwa ein Jahr vor den nächſten Gemeinde⸗ wahlen ſchon mit dem Wahlaufmarſch begonnen wird. So etwas ſagt man nicht, wenn man Wert darauf legt, gewiſſe Fraktionen nicht vor den Kopf zu ſtoßen. Stv. Lenel, der Sprecher der Volkspartei, und Stv. Dr. Moekel, der Zentrumsredner, hatten die volle Aufmerkſamkeit des Hauſes, als ſie die grundſätzliche Stellungnahme ihrer Parteifreunde, die ſich ſeit der letzten Sitzung im November nicht geändert hat, nochmals präziſierten. Das„Zünglein an der Waage“ war diesmal nicht die Deutſche Volkspartei, als der ſie bisher immer von ſoztal⸗ demokratiſcher Seite bezeichnet worden war, ſondern die Wirtſchaftliche Vereinigung, die ſich durch ihren Vorſitzenden Schneider für den demokratiſchen Antrag erklärte. Stv. Dr. Hirſch⸗ ler, der nunmehr das Wort ergriff, hatte für dieſe neue Situation eine liebenswürdige Verbeugung. Seine Ausführungen richteten ſich in der Hauptſache polemiſch gegen die Gegner, wobei er ſich zu der Bemerkung verſtieg, die nicht vergeſſen werden ſollte, es handle ſich bei der Differenz zwiſchen der Volkspartei und den Freunden der urſprünglichen ſtadträtlichen Vorlage nur um„lumpige 100 000%. Wenn man eine derartige Aeußerung hört, ſollte man meinen, die Stadtverwaltung ſchwimme im Gelde. 4 Bet der Begründung des demokratiſchen Antrags fand Stv. Dr. Wolfhard ſehr warme Worte für das Nationaltheater, verband damit aber auch ein⸗ dringliche Warnungen an die Adreſſe des Theater⸗ perſonals, die nicht unbeachtet bleiben ſollten. Str. Lechleiter war bei der Betonung des ablehnen⸗ den Standpunktes der Kommuniſten zwar wieder ſehr laut, er ſah aber diesmal davon ab, den Stadt⸗ ratstiſch mit der Fauſt zu bearbeiten. Obwohl recht ſcharfe Worte fielen, kam es zu keinen ſtürmiſchen Zuſammenſtößen, da durch Redewendungen und Zu⸗ rufe oft Gelegenheit zu Heiterkeitsausbrüchen ge⸗ geben wurde. Die der Theaterdebatte vorausgehenden vier Vor⸗ lagen wurden im Handumdrehen erledigt. Eine Aus⸗ nahme machte nur die Bewilligung von 513 000 ¼/ für die Errichtung eine Volksbades in der Neckarſtadt, weil die Deutſche Volkspartei und das Zentrum für die Verbindung einer Mütterberatungsſtelle und einer Zweigſtelle des Fürſorgeamts mit dem Volks⸗ bad nicht zu haben waren. Der Sitzungsbericht be⸗ 9 ginnt auf Seite 7. Sch. Wohnungsbrände oͤurch Weihnachtsbäume Zahlreiche Chriſtbaumbrände ſind wohl als mehr oder weniger verhängnisvolle Begleiterſcheinungen des Feſtes in jeder Weihnachtschronik verbucht ſo⸗ lange überhaupt der Baum mit Wachskerzen im Mittelpunkt der häuslichen Weihnachtsfeier ſteht. In unſeren Tagen iſt das Gefahrmoment des mit offenem Licht brennenden Chriſtbaumes noch ganz erheblich geſteigert, und zwar infolge des Umſtandes, daß den Kindern von heute, die an das elektriſche Licht gewöhnt ſind, eine vom Licht drohende Feuers⸗ gefahr kaum zum Bewußtſein kommt, ſodaß ſie noch weit unvorſichtiger als die Jugend früherer Gene⸗ rationen um den brennenden Baum herumtollen. Wir brauchten im Zeitalter des elektriſchen Lich⸗ tes nicht gerade am Weihnachtsabend unſeren Kin⸗ dern und uns ſelbſt die Gefahren und Unannehm⸗ lichkeiten des offenen Wachslichtes zuzumuten. In geradezu verblüffender Weiſe hat es die moderne Technik verſtanden, in den elektriſchen Kerzen das altüberkommene Wachslicht gleichſam neu erſtehen zu laſſen: die Farbe und Form, den charakteriſtiſchen, feierlich ſanften Lichtſchein des Wachslichtes, aber ohne Feuersgefahr und ohne die Unannehmlichkeit des Rußens, des tropfenden Wachſes, der ſtändig er⸗ forderlichen Bedienung, Erneuerung uſw. Den mit elektriſchen Osram ⸗Weihnachts⸗Ker⸗ zen beſtückten Baum werd der unbefangene Blick vorbehaltlos als den liebvertrauten Weihnachts⸗ baum der Kindheit begrüßen, ohne dabei auch nur im entfernteſten an irgendwelche„moderne Technik“ zu denken. O— Variationen über ein Thema Von Walter Haſenelever In einer kleinen Ramſchbuchhandlung im der be⸗ lebteſten Straße von Nizza entdeckte ich deutſche Bücher. Ich griff hinein und fand Schillers Briefwechſel mit Körner. Ich zahlte zehn Francs für zwei Bände und beſchloß, ſie zu leſen. Dieſe Briefe gehören bekanntlich zu den Büchern, die jeder kennen muß. Ich ſtelle die Preisfrage: wer kennt ſie wirklich? Ich ſpreche nicht von Literarhiſtorikern und Doktoranden, zu denen ich in meiner Jugend ſelbſt gehörte. Seitdem habe ich viel vergeſſen und bin ungebildet geblieben. Die ſum⸗ mariſchen Kenntniſſe, die ich mir in Albert Köſters Seminar in Leipzig angeeignet habe, waren pflicht⸗ gemäß und unfruchtbar. Der verehrte Geheimrat möge mir im Grabe verzeihen. Am ſchönſten waren die Teeſtunden in ſeiner gepflegten Villa in Gohlis, wenn er plötzlich vom Tiſch aufſprang, in ſeine Bibliothek ſtürzte und die Briefe der Frau Rath Goethe, die er herausgegeben hatte, mir mit der väterlichen Mahnung aus Herz drückte, ſie zu leſen, was ich prompt unterließ. Ober wenn er, der mit fanatiſcher Liebe am Theater hing und eigentlich ein verkorkſter Schauſpieler war, mit dem rhetoriſchen Schwung, der ihn auszeichnete, einen Vormittag aus Goethes Leben zum beſten gab. Ich verdanke es meiner ſträflichen Indolenz, heute einen Genuß zu haben, der mir ſonſt verſagt geblieben wäre. Wer den Briefwechſel zwiſchen Schiller und Körner ohne hiſtoriſche Voreingenom⸗ menheit lieſt, ſozuſagen mit dem geſunden Menſchen⸗ verſtand eines von der wiſſenſchaftlichen Materie Unverdorbenen, wird zu ſeiner Verwunderung feſt⸗ ſtellen, daß dieſe Lektüre ſpannender und intereſſanter iſt als ſämtliche Romane, die in deutſcher Sprache geſchrieben ſind. Ein ganz anderer Schiller, als der auf Schulen und Uniperſitäten gelehrte, entpuppte ſich hier. Ein taſtender, nerpöſer neuraſtheniſcher Menſch, der zwar von ſeiner Miſſion, keineswegs aber von ſeinem Beruf überzeugt war. Betrachtet man dieſe Kon⸗ feſſionen nicht aus der Maulwurfsperſpektive des Adepten, ſondern, was immerhin intereſſant iſt, vom Geſichtspunkt des modernen Schriftſtellers aus, ſo ſtaunt man über die Parallele zur jetzigen Zeit. Der Dramatiker, der da mit ſeinem Stoff ringt, dem die herrſchenden Literaten vorwerfen, er hahe die Dichtung zugunſten der Wirkung auf dem Theater verraten, der oft nicht aus noch ein weiß, an ſchweren Depreſſionen leidet, in erotiſchen Bindungen hin⸗ und herſchwankt, ſich mit den Kurſen der Literaturbörſe beſchäftigt, Wechſel ausſtellt, mit Kol⸗ legen Krach hat, Beziehungen anknüpft, Diners mit⸗ macht, ſich mit Verlegern herumſchlägt— wie gleicht das alles unſerer Welt! Ueberhaupt: die Intrigen der Kliquen⸗ wirtſchaft, der Klatſch, wer mit wem und gegen wen etwas hat, der Größenwahn der Schauſpieler und Regiſſeure, die Eitelkeit der Schriftſteller unter⸗ einander— man glaubt manchmal, man wäre auf dem Preſſehall. Was ſich heute in Berlin abſpielt an Unruhe und Betriebſamkeit, an geſellſchaftlichen Verpflichtungen und Dabei⸗ſein⸗müſſen, geſchah da⸗ mals in Weimar. Kein Wunder, daß jeder, der ar⸗ beiten wollte, die Stadt fluchtartig verließ. Immer⸗ hin hatten die damaligen Schriftſteller es beſſer als wir. Sie hatten kein Telephon. Und wenn ſie eine Premiere hatten, verhinderte ein gütiger Gott durch die Schwierigkeit des Verkehrs ihr perſönliches Er⸗ ſcheinen, ſodaß ihnen die Umdichtung des Regiſſeurs erſpart blieb. Wir, deren Stücke der Willkür des Theaterbe⸗ triebs preisgegeben ſind, leſen nicht ohne Anteil⸗ nahme, was Schiller an Körner aus Weimar über die Aufführung des Don Carlos in Man n⸗ heim ſchrieb: „So ließ Dalberg zum Beiſpiel(ganz gegen mein Manufkript, und ich weiß gar nicht zu welchem Ende, oder woher er die Bravour hat?) den Domingo (den ich in einen Staatsſecretair Perez verwandelte) als Jeſuiten auftreten. Affland ſoll den König geheult, Beck den Marquis aber gut, vorzüglich gut geſpielt haben. Die Königin habe niemand verſtan⸗ den, weil die Schauſpielerin leiſe und unvernehmlich ſprach. Domingo ſoll ein Hanswurſt geſpielt haben“ So geſchehen vor 150 Jahren. Hätte Schiller, wie Körner ihm riet, Dalberg„darüber den Kopf ge⸗ waſchen“, er hätte vermutlich eine ähnliche Antwort bekommen, die ein moderner Dramatiker von einem Berliner Direktor erhielt:„Mein Lieber, Sie ſind ein ausgezeichneter Dichter, aber vom Theater haben Sie keine Ahnung.“ Schreibt ein Autor, der als ſolcher abgeſtempelt iſt, heute nicht jedes Jahr ein Stück oder einen Ro⸗ man, ſo ſinkt ſein Anſehen an der Börſe, Verleger und Bühnen werden ſkeptiſch und der Hinterpom⸗ merſche Anzeiger erwähnt ihn in ſeinem literariſchen Rundblick nicht mehr. Daß Schiller, um Zeitſchriften zu füllen und Geld zu verdienen, das Fragment des Geiſterſehers ſchrieb, daß er heute bei keinem Kol⸗ portageverlag anbringen könnte, verſteht man zur Not. Daß er ſich aber jahrelang mit der Geſchichte der Niederlande befaßte, weder aus innerem Zwang noch beſonderer Leidenſchaft, wie er ſich und die Lite⸗ vaturgeſchichte uns einreden möchte, hatte ſeinen Grund darin, daß ihm nichts einfiel. Er quälte ſich mit dem Gedanken, den Dichter ganz an den Nagel zu hängen. Daß es anders kam, iſt nicht das Verdienſt derer, die ſich in dieſer Kriſe mit ihm auseinanderſetzten. Wir hören bekannte Klänge, wenn er in ehrlicher Verbitterung dem Freunde ſchreibt:„Ihr Herren Kritiker, und wie Ihr Euch ſonſt nennt, ſchämt oder fürchtet Euch vor dem augenblicklichen, vorüber⸗ gehenden Wahnwitze, der ſich bei allen eigenen Schöp⸗ fern findet, und deſſen längere oder kürzere Dauer den denkenden Künſtler von dem Träumer unter⸗ ſcheidet. Daher Eure Klagen über Unfruchtbarkeit, weil Ihr zu früh verwerft und zu ſtrenge ſondert.“ Der Widerſpenſtigen Zähmung in der Geſchichte. Wilhelm der Eroberer, von 1066 bis 1087 König von England, hatte ſich lange vergeblich um die Hand Mathildens von Flandern beworben. Schließlich be⸗ ſchloß der König, die Glut ſeiner Leidenſchaft auf Angeſtellten⸗Verſicherung Haltet die Anwartſchaft aufrecht! Für die Zeit vom 1. Januar 1926 an iſt es zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft erforderlich, daß jeder Verſicherte vom 2. bis 11. Kalenderjahre ſeiner Verſicherung jährlich mindeſtens 8, vom 12. Kalen⸗ derfahre an jährlich mindeſtens 4 Bei⸗ trags monate nachweiſt. Die Anwartſchaft er⸗ liſcht zunächſt, wenn dieſe Mindeſtzahl nicht erreicht wind. Sie lebt aber wieder auf, wenn der Verſicherte ſoviel freiwillige Beiträge, als zur erforderlichen Mindeſtzahl von Beitragsmonaten fehlen, innerhalb der zwei Kalenderjahre nachentrichtet, die dem Kalenderjahre der Fälligkeit folgen. Es können alſo die etwa noch erforderlichen Beiträge für das Jahr 1927 noch bis zum 31. Dezember 1929 nachentrichtet werden. Der Entwurf eines Geſetzes zum Ausbau der Angeſtelltenverſicherung ſieht allerdings vor, daß alle Anwartſchaften bis zum 31. Dezember 1929 als auf⸗ rechterhalten gelten, auch wenn in einzelnen Jahren zu wenig Beiträge oder keine Beiträge entrichtet wurden. Da es aber noch ungewiß iſt, ob dieſer Ent⸗ wurf Geſetz wird, empfehlen wir, die zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft erforder⸗ lichen Beiträge bis zum Schluſſe des Jahres nachzuentrichten, denn nach Eintritt des Verſicherungsfalles iſt die Nachentrichtung freiwilliger Beiträge regelmäßig unzuläſſig. Die freiwilligen Beiträge werden nicht zurückgezahlt, auch wenn ſie wegen einer etwa ſpäteren Geſetzesänderung nicht notwendig geweſen wären. Freiwillige Beiträge für die Zeit vom 1. April 1928 an ſind in der dem jeweiligen Einkommen entſprechenden Gehaltsklaſſe, mindeſtens aber in Kaſſe B, zu entrichten. In Klaſſe B können Beiträge nur von ſolchen Verſicherten geleiſtet werden, die ohne Einkommen ſind, oder deren Einkommen im Monat den Betrag von 100/ nicht überſteigt. Für die Zeit vor dem 1. April 1928 ſind freiwillige Bei⸗ träge mindeſtens in der Gehaltsklaſſe zu entrichten, die dem Durchſchnitt der letzten 4 Pflichtbeiträge ent⸗ ſpricht oder am nächſten kommt. In einer niedrigeren Beitragsklaſſe iſt die freiwillige Weiterverſicherung für dieſe Zeit dann zuläſſig, wenn dieſe Gehalts⸗ klaſſe dem Einkommen des Verſtcherten entſpricht. Perſonen, die in eine nach 8 11, 8 12 Nr.—6, 8 17 des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes verſicherungs⸗ freie Beſchäftigung übergetreten ſind, können nach Art. 4 des Geſetzes vom 29. März 1928(Reichsgeſetz⸗ blatt 1 S. 117) freiwillige Beiträge für die Zeit vom 1. Oktober 1923 an abweichend von den allgemeinen Beſtimmungen noch bis zum 31. Dezember 1929 für jeden Monat nachentrichten. * * Ernannt wurden Gerichtsaſſeſſor Dr. Grich Kampp aus Manheim zum Staatsanwalt in Offenburg und die Oberaufſeher Wilhelm Schill und Joſef Schmittner beim Landes⸗ gefängnis Mannheim zu Inſpektoren. Schluß des redaktionellen Teils 8 ander 1 neuartige Weiſe erkennen zu laſſen. Er lauerte Mathilde in den Straßen von Brügge auf, und als ſie aus der Meſſe zurückkehrte, hielt er ſie feſt, warf ſtie mit Schmutz, zerriß ihr prachtvolles Kleid, ſchlug ſie ſogar mehrmals und jagte ſie ſodann davon. Das Merkwürdige war, daß der König durch Roheit er⸗ reichte, was ihm durch zartes Werben nicht gelungen war. Mathilde willigte ein, ſeine Frau zu werden, entweder, weil ſie nun von Wilhelms Leidenſchaft überzeugt war, oder weil ſie eine Wiederholung ihres Ausbruchs fürchtete. Literatur i Spaniſche Köpfe. Bilder aus Kaſtilien, Aragonien und Andaluſien in Photographien von Joſé Ortiz Echagne. Verlag Ernſt Wasmuth, Berlin. Hier hat ein ſpaniſcher Photograph von Ruf charakteriſtiſche Typen ſeines Vaterlandes auf die Platte gebracht und zwar in einer ſo ſouveränen Weiſe, daß man ſagen kann, hier ſind wahrhafte photographiſche Kunſtwerke entſtanden, welche die Atmoſphäre Spaniens in meiſterlicher Weiſe zum Aus⸗ druck bringen. Es iſt ein Vergnügen, zu ſehen, wie Echagne eine Geſtalt oder auch nur den Kopf einer Geſtalt in die Fläche einer photographiſchen Platte zwingt, wie er durch eine glückliche Verteilung von Licht und Schatten, durch eine beſondere Bewegung des Modells ſeine eminent bildkünſtleriſchen Wirkungen erzielt. Geſtalten werden zu lebendigen Gruppen zuſammengeſchloſſen, und zuweilen dient die Landſchaft oder ein maleriſches Mauerwerk— be⸗ ſonders eindrucksvoll bei Typen von Avila und Segovia in hervorragender Weiſe dazu, die Menſchen aus ihrem heimatlichen Milien herauswachſen zu laſſen. Es ſind ledig⸗ lich Typen in ihren beſonderen Trachten wiedergegeben. Leider ſind ja dieſe Trachten— in Spanien genau ſo wie in den übrigen Ländern Europas— zum großen Teil aus dem täglichen Leben verſchwunden, und man muß die Ort⸗ ſchaften ſchon an kirchlichen Feſttagen oder zu Zeiten der Feria(Kirmeß) aufſuchen, um die Menſchen in ihren alten maleriſchen Kleidern, bie ſo gut zu ihnen paſſen, ſich bewegen zu ſehen. Echagne hat es getan und hat eine künſtleriſche Beute hohen Ranges von dieſen Streifereien mit nach Hauſe gebracht. Einige ſponiſche Schriftſteller (Urabayen, Mercadal, Salaverria und San Roman, Namen, die bei uns unbekannt ſind) haben über die Land⸗ schaften, denen die Geſtalten enfſtammen, orientierende Aufſätze geſchrieben, welche dem Bande vorangeſtellt ſind. Hans Bethge 4. Seite. Nr. 581 Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 „Mannemer Dreck“ als Modeſchspfer Wenn ich mir, wohlgefällig lächelnd, die Seiden⸗ ſtrumpfbeine der vorübergehenden Damen begucke, frohlockend, daß die Modetorheit des langen Rockes noch nicht vom Straßenkoſtüm Beſttz ergriffen hat, fällt mir eine neue Modetorheit auf. Man trägt jetzt faſt allgemein geſprenkelte und gemuſterte Strümpfe Dieſe Mode ſagt mir nicht zu, ſie gibt dem Bein keine ſchöne Form und ſcheint mir überhaupt unbegründet zu ſein. Geſtern begegnet mir eine bekannte Dame, die ich begrüße.„Darf ich Sie begleiten, gnädige Frau?“— „Aher gewiß, ich gehe Waſſerturm zu.“ Nach einigen einleitenden Präliminarien frage ich ſchüchtern: „Gnädige Frau, darf ich eine Gewiſſensfrage ſtellen?“ — Erſchreckt ſieht ſie mich an.—„Ich meine nur Mode hetreffend!“ Sie atmet auf.„Bitte, fragen Sie.“„Wa⸗ rum trägt man geſprenkelte Strümpfe?“— Sie ſieht mich an und fragt höflich, ob ich an Kopfſchmerz oder Depreſſionen leide, ob ich in letzter Zeit in einem Sa⸗ natorium war oder ob ich bald eines aufzuſuchen ge⸗ denke, kurzum lauter Dinge, die mit geſprenkelten Strümpfen abſolut nichts zu tun haben.„Aber, gnä⸗ dige Frau,“ komme ich beharrlich auf mein Thema zurück, „Sie huldigen ja ſelbſt dieſer Mode!“ Ganz verſtört beſieht ſie ihre hübſchen ſchlanken Sei⸗ denbeine, die in Tupfen und Streifen beredte Kün⸗ der der neuen Mode ſind.—„Um Gotteswillen, da muß ich ja raſch nochmal nach Hauſe fahren, denn mit derart verſpritzten Strümpfen kann ich doch unmög⸗ lich zum Bridge⸗Tee kommen. Aber daran iſt nur das unmögliche Mannheimer Straßenpflaſter ſchuld: in einer andern Stadt paſſiert einem ſowas nicht. Hier aber,— man kann noch ſo vorſichtig gehen—, platſch— tritt man auf einen loſen Stein und hat tätowierte Beine! Da kommt ja gerade meine Linie, auf Wiederſehen und beſten Dank, daß Sie mich recht⸗ zeitig aufmerkſam gemacht haben.“ Sprach's und ent⸗ ſchwebte. 5 Da ſtand ich nun, um eine Erfahrung reicher, denn daß der„Mannemer Dreck“ auch als Modezeichner in Erſcheinung tritt, das hatte ich bis heute wirklich noch nicht gewußt. Aber das geſchmähte Mannemer Pfla⸗ ſter muß ich in Schutz nehmen, denn die getupften und geſprenkelten Strümpfe ſieht man auch in der Metro⸗ pole, wo doch bekanntlich alles erſtklaſſig iſt,— wenn man die Mannemer hört! 1711 Veranſtaltungen Theatergäſte beim Möbelhaus Kupfermann Kindervorſtellung im„Apollo“ Was haben wir uns nur die letzten Wochen mündlich und ſchriſtlich den Kopf zerbrochen, wie dem Theater zu helfen ſei. Was wurde geklagt über den ſchlechten Beſuch, den keine Reklame zu heben vermochte. Wie ſelten waren Überfüllte Häuſer zu verzeichnen. Und nun kommt jemand, der garnicht aus der Branche iſt, und zeigt, wie es gemacht werden muß, daß das Theater geſtopft voll wird, daß kein Paltz mehr zu haben iſt, und daß die Beſucher überglück⸗ liche Stunden verleben. Macht's wie Kupfermann— und alle Theaternot hat ein Ende! Was hat nun Kupfermann getan? Er lud ſeine Kun⸗ den, dazu noch die Mannheimer Schulkinder, wo es die löbliche Direktion geſtattete, und die Waiſenkinder von Maunheim und Ludwigshafen ein, ſich einmal in einer Gratisvorſtellung „Schneewittchen unb bie ſteben Zwerge“ anzuſehen und am Schluß der Vorſtellung noch eine Tüte mit Süßigkeiten und je Naſe einen Luftballon in Empfang zu nehmen. Dieſe Ausſichten zogen ſo ſehr, daß wirklich die bewußte Stecknadel nicht auf den Boden fallen konnte, als ſich der Vorhang hob und Schneewittchen und die böſe Königin auf der Bühne erſchien. Mit Begeiſterung und Eifer verfolgte das kleine Publikum des Spieles Lauf. Das in aller Herzen eingegrabene Märchen lebte aufs Neue bildhaft auf. Beſonders die ſieben Zwerglein, kleine Mäd⸗ chen im Alter von fünf bis zehn Jahren, nahmen ſich gar putzig in den Stühlchen und am Tiſchchen aus, wenn Schneewittchen ihnen treu diente. Die Treue und der Glaube an das Gute wurden belohnt. Die Zwerglein verhalfen tapfer ihrem Schneewittchen zum Prinz⸗Gemahl. Mit ſtürmiſchem Beifall wurde dem guten Ende zuap⸗ plaudiert. Grete Kerſebaum hatte mit ihrem Enſemble, von dem Frl. Anna Vorgelz als natürliches Schneewittchen, die Herren Lehmann und Jauch hervorzuheben ſind, in der in ihrer Familie vom Vater her überlieferten Faſſung das Märchen aufgeführt, deſſen hübſche Einlagen eine Be⸗ reicherung darſtellten. Die Pauſen füllte gute Muſik aus, ſodaß den faſt 1500 Kindern bie Zeit nicht lanng wurde. Ueber 1200 Tüten und Ballone wurden verteilt. Als ſte nicht ausreichten, wurden Bons ausgegeben, die den In⸗ haber berechtigen, heute und morgen in den Geſchäfts⸗ täumen der Firma ſein Präſent inn ungeſchmälerter Aus⸗ führung entgegenzunehmen. Maunheimer Künſtlertheater„Apollo“ Das Apollo⸗Theater unterbricht ſeine Urlaubszeit vor Weihnachten auf zwei Tage: nächſten Mittwoch, 18. und Donnerstag, 19. Dezember, um Grock, den gentalſten Clown aller Zeiten, mit ſeinem Enſemble Gelegenheit zu einem zweitägigen Gaſtſpiel zu geben. Es hieße nach Athen Eulen tragen, wollte man über die Bedeutung dieſes Künſt⸗ lers viel Worte verlieren. Dazu ſteht er von ſeinem letzten Gaſtſpiel im Januar, das viele Tauſende durch die täglich ausverkauften Häuſer nicht beſuchen konnten, noch in zu friſcher Erinnerung. * g* Gemälde⸗Ausſtellung. In den Räumen der Caſino⸗ geſellſchaft Mannheim, R 1, 1 findet vom 15. bis einſchl. 23. Dez. eine große, mit Verkauf verbundene Ausſtellung von Werken Münchner Maler ſtatt.(Näheres ſiehe im Anzeigenteil des heutigen Blatte.) Film⸗Rundſchau Alhambra:„Der Ruf des Norden Wie ein Magnet zieht der Pol die Menſchen an. Män⸗ mer, die im Dienſte der Wiſſenſchaft unter unſäglichen Mühen ſich durch die Elswüſte ſchleppen, hat es immer ge⸗ geben und wird es immer geben. Verſchollen dleiben die einen, audere kehren zurück, um immer wieder hinauszu⸗ ziehem und eines Tages auch verſchollen bleiben, dem Ruf Alle Jahre wieder kommt mit dem Chriſtkind auch ein neuer Glückſtein, ein Gedichtband unſeres einheimiſchen Dichters, den er diesmal„Froh Walz durch die Palz“(Heidelberg, Georg Berkenbuſch Verlag) überſchreibt. Wieder kommt das fröhliche Büchlein zur rechten Zeit, mit dem Hanns Glückſtein ſeinen zahlreichen Freunden eine köſtliche Weihnachtsgabe beſchert. Sein Buch kommt als Sorgenbrecher. Es verſcheucht die trüben Sor⸗ gen des Alltags und verbreitet frohe Laune. Wir begleiten Glückſtein auf ſeiner Wanderung durch die liebe Pfalz.„Guck, deß finnſcht im Büchel drin: Pälzer Art unn Pälzer Sinn!“ Glückſtein iſt nicht nur ein„Heimatdichter“. Seine Poeſie, die er be⸗ ſcheiden„Reimereien“ nennt, geht über das nur Lokale weit hinaus und gibt echte Kunſt, deren be⸗ ſonderer Reiz in der feinen Art beſteht, wie der Dichter den Klang der Pfälzer ablauſcht und leben⸗ dig werden läßt, Eine Koſtprobe aus dem neuen Band geben wir nachſtehend zum Beſten; unſere Leſer werden zu ihrer ſicherlich nicht geringen Freude Hanns Glückſtein von jetzt an öfter in unſerer Zeitung wieder finden. Ui, beß gebt e Schleckerei Bei de Gutſel⸗Bäckerei! Wann die fleißig Mamme laaft Unn ihr„ſiwwe“ Sache kaaft: Butter, Schmalz unn Margarine, Nelke, Zimt unn Sultanine, Eier unn Orangeat, Zucker, Mandle, Zitronat, Honig, Schtern⸗Anis unn Mehl, Kokosflocke, Milch unn Oel, Arak, Rum unn Gelatin, Blockſchoklad unn Vanillin, Is die luſchtig Kinnerbloos Glei ſchun wie vum Bännel los! Juugſend holt deheem die Liſſel Aus'm Schrank die Blitzrührſchüſſel, Voller Wichtigkeet unn Freed Eens am Reibmaſchinche dreht, 's annre in ſeim'ſchäft'ge Trab Wiegt vergnügt die Sache ab, 's neckſchte ſchlenkert voller Schtolz s Benſelche unn's Welljerholz! Wieder ſind in Mannheim 116 Neubauwohnun⸗ gen ſchlüſſelfertig geſchaffen worden. An der Nord⸗ ſeite des Pfalsplatzes gelegen, bilden die nun ſertig⸗ geſtellten beiden Wohnblocks den Abſchluß der Umbauung des Pfalzplatzes. Da auch die Sportanlage ſo gut wie beendet iſt, hat der Pfalzplatz auf dem Lindenhof ſeine nunmehr endgültige Form, die in ihrer Großzügigkeit eine architektoniſche und städtebauliche Muſterlöſung dar⸗ ſtellt. Anwendbar freilich nur dort, wo in ſolchem Umfang Gelände zur Verfügung ſtand. Aus zweierlei Motiven veranſtaltet die Bauher⸗ rin, die Aktien⸗Geſellſchaft„Heimat“, von heute ab eine Ausſtellung komplett eingerichteter Wohnungen in den neuen Blocks. Einmal iſt die Vermietung der Wohnungen, trotz ihrer relativen Billigkeit und trotzdem urſprünglich die Wohnungen überzeichnet waren, nicht ſo einfach, wie angenommen werden mußte. Die Not in den Angeſtelltenkreiſen, für die in erſter Linie die Wohnungen gedacht waren, iſt geſtiegen. Die Unſicherheit für die Zukunft iſt ſo groß, daß viele das Riſiko nicht wagen wollen. Zum anderen aber ſollten die eingerichteten Wohnungen einmal zeigen, daß erſt mit gediegener, einfacher und dennoch guter Einrichtung die Schönheit der Woh⸗ nungen voll zur Geltung kommt. Es iſt ſchade, wenn durchaus unpaſſendes Mobiltar in den neuen Woh⸗ nungen„aufgepflanzt“ wird. Verſchiedene Mann⸗ heimer Firmen haben nun insgeſamt vier Wohnun⸗ des Nordens ſind ſie gefolgt, das Grab des Nordens hat ſie aufgenommen. 5 0 Verzweiflung und Mißtrauen überkommt die einſamen Menſchen, aber über allem ſteht die Kameradſchaft. Was der Film zeigt, iſt nicht das Erlebnis einer Expedition, es iſt das Erlebnis faſt aller Expeditionen. Die ungeheure Macht und Unendlichkeit des Eiſes und die Geringfügigdett des Menſchen auf ihm könnte nicht beſſer wiedergegeben werden. Keine anderen Männer hätte man beſſer in dieſes Ge⸗ ſthehen ſtellen können, prächtige Tatmenſchem, allen voran, Luis Trenker. Die Regie hat ein Heldenepos geſchafſen, jede Szene eine Meiſterleiſtung, gebannt ſolgt man der Handlung und am Ende kaun man begreifen, daß es Män⸗ . 5 di eimmer wieder in die Arbtis münen. Der Film e ein großes Erlebnis und dürfte der Bildſtreifen zu den bedentſamſten dieses Jahres zählen. gen, und zwar je zwei Zwei⸗Zimmer und le zwei Drei⸗Zimmerwohnungen vollkommen etabliert. Der Beſchauer wird an den einzelnen Zimmern und den Küchen, deren jedes einzelne ein Schmuckſtuck bildet, ſeine helle Freude haben. Der Entwurf und die Bauleſtung lag in den Hän⸗ den des Mannheimer Architekten der„Heimat“, Dr. ing. Max Schmechel. Bereits im Sommer dieſes Jahres konnte der zweite Bauabſchnitt, der Siedlungsblock in der Kronprinzenſtraße, beendet werden. Das erſte Bauprogramm umfaßte die beiden Rethenblocks an der Oſt⸗ und Weſtſeite des Pfalsplatzes. Insgeſamt verfügt die„Heimat .⸗G.“ in Mannheim fetzt über 632 Wohnungen. Wahrlich eine ſtattliche Zahl! Die Kapitalgeber der„Heimat.⸗G.“ ſind in er⸗ ſter Linie der„Gewerkſchafts bun d der An⸗ geſtellten“(G. d..) und die Reichsverſicherungs⸗ anſtalt für Angeſtellte, deren Präſtdent v. Olzhauſen bereits die neuen Wohnblocks beſichtigt hat. Die„Heimat“ zählt zu den größten Siedlungs⸗ geſellſchaften Deutſchlands. In etwa 60 Städten hat ſie bei Abſchluß der diesjährigen Bauperiode über 10 000 Wohnungen erſtellt. Sie geht dabei von dem Beſtreben aus, nur erſtklaſſige und ſolfde Bauten im modernen Geſchmack auszuführen und die Woh⸗ nungen mit all dem auszuſtatten, was der Groß⸗ ſtädter heute an Wohnungskomfort haben ſoll. Die⸗ ſem Geſichtspunkt iſt auch bei den jetzt fertiggeſtell⸗ ten Baublöcken Rechnung getragen. Es ſind im gan⸗ zen 116 Wohnungen geſchaffen, davon ſind 97, alſo der größte Teil, Drei⸗Zimmerwohnungen, 12 Zwei⸗ Zimmerwohnungen und 7 Vier⸗Zimmerwohnungen. Sämtliche Wohnungen haben ein vollſtändig eingerichtetes Bad mit Warmwafſer⸗ verſorgung durch Gas automat und einen eingebauten Waſchtiſch mit fließendem warmen und kaltem Waſſer. Jede Küche hat einen kombinierten Herd für Kohle und Gas, einen Spültiſch und einen entlüftbaren Spelſeſchrank, außerdem haben die mei⸗ ſten Küchen einen Arbeitstiſch mit Linoleumauflage. Jedes Zimmer hat außer der normalen elektriſchen Beleuchtung einen Steckkontakt. Außerdem ſind Steckkontakte für Staubſauger und Bügeleiſen vor⸗ zeihnachts-Gutſel-Bäckerei Von Hanns Glückſtein Förmcher werre ſchnell geputzt, Zwiſchenein werd Zucker geſchlutzt, Unn die fröhlich ſchmunzelnd Mamme Dut die ſtwwe Sache'ſamme, Macht de Deeg, prowiert unn ſchmeckt, Prüft unn probt, verſucht unn ſchleckt, Währenddem die kleene Mäulcher Tropfe wie bei Hottogäulcher! Is de Deeg dann gut unn feſcht, Ui, dann werd die Sach erſcht recht, Dann die Mamme, herzensweech, Gebt'ne gern e biſſel Deeg, Daß die liewe kleene Wärmcher Mit de alte blech'ne Förmcher Aach ihr Gutſel ſchteche könne, Daß vor Freed die Backe brennel „Ui“, dut jed's ſein Sache zeige, „Pfui!“, ſo dut die Mamme kreiſche, „Dut es nor uff e Extrablech!“ Dann trotz großer Fingerwäſch Sinn die Gutſel ſchepp unn fleckig, Unn verdächtig ſchwarz unn dreckig! Och, was gebt's do ſchöne Sache, Daß eem's Herz im Leib dut lache: Schpritzgeback'ne unn Makrone, Schpringer mit me Schuß Citrone, Leckerli unn Mandelſchtern, Küchelcher mit Haſſelkern, Milchgebäck unn Bretzelcher, Hutzelbrot unn Blätzelcher Unn als beſchtes ganz gewiß: Butterkeks unn Pfeffernüß! Unn de Kinnercher, de brave, Is die Freed nit abzukaafe, Jedes kriegt e Schtück zum ſchnawle, Wann's in's warme Bett dut krawwle! Is een Schtückel aach nit reichlich, 's ſchmeckt de Krutze unvergleichlich, Doch de ß Schtück ſchmeckt'ſunnerſcht gut, Wo mir heemlich ſchtrenze dut! zwei neue Wohnblocks der geimat A. G. Es ſind noch 2⸗ und 3⸗Zimmer⸗Wohnungen zu haben!— Beſichtigen Sie die Ansſtellung komplett eingerichteter Wohnungen am Pfalzplatz! handen. Die Wände der Baderäume und Küchen haben Wandplattenbelag. Sämtliche Wohnungen haben ihren eigenen Aufbewahrungsſpeicher und Kellerraum. Die Raumgrößen ſind im Verhältnz zu den Beſchränkungen, die gerade in letzter Zelt vielfach empfohlen worden ſind, reichlich zu nennen. Die„Heimat“ hat ſich dabei von dem Geſichtspunkt leiten laſſen, die Wohnungen in dieſer hervorragen⸗ den Lage nicht auf das Aeußerſte zu beſchränken. Der große Hof im Innern der Blöcke wird mit einer Grünanlage verſehen, ſo daß auch die Rückſeſte einen wohltuenden Ausblick hat. Die Mietpreiſe halten ſich im Verhältnis zu anderen Neubaumwoh⸗ nungen in durchaus mäßigen Grenzen, ſo mlrd durchſchnittlich für eine Zwei⸗ Zimmerwohnung 78 bis 84 Mk., für eine Drei⸗ Zimmerwohnung 8698 Mark, für eine Vier⸗Zimmerwohnung ca. 130 Mk. monatlich Miete gefordert. Wie jede andere ge⸗ meinnützige Baugeſellſchaft verlangt auch die„Hei⸗ mat“ von ihren Mietern eine Eigentuns⸗ beteiligung, die ſich nach der Größe der Voh⸗ nung richtet. Die Mieter erhalten für den einge⸗ brachten Betrag Aktien der„Heimat“ in Höhe des Nominalbetrages und nehmen an der Dividenden⸗ Ausſchüttung ber Geſellſchaft teil. Dadurch wird der Mieter an dem Geſamtintereſſe der„Heimat“ betei⸗ ligt und ſo eine geſunde Grundlage für das Verhält⸗ nis zwiſchen Mieter und Vermieter geſchaffen. Die Wohnungen ſollen zum 1. Januar 1930 bezogen wer⸗ den, ein Teil davon, etwa die Hälfte, iſt bereitz ver⸗ mietet. Unter Führung von Architekt Schmechel war seſtern vormittag der Preſſe Gelegenheit gegeben, die nenen Wohnblocks zu beſichtigen Unter den Gäſten befanden ſich auch die Bürgermeiſter Dr. Walli und Büchner, Oberbaudirektor Zis⸗ ler, Stadtbaudirektor Platz, Geſchäſtsführer Langhoff von der Heimat.⸗G., Gaugeſchäftsfüh⸗ rer Kempf(G. d..) und ſpäter Generaldirektor Combacher. Dr. Schmechel erläuterte im An⸗ ſchluß an die kürzlich ſtattgefundene Diskuſſion über Mannheimer Wohnbauprobleme die beſonderen Schwierigkeiten bei der Bebauung der Nordſeite des Pfalzplatzes. Immer in erſter Linie müſſen die Wünſche und individuellen Bedürfniſſe der Mieter ſtehen, denen man weitgehend Rechnung getragen habe. Die intereſſanten Probleme und deren verſuchte Löſung fand volle Anerkennung aller Beſucher. Vor einer Ausſprache im Palaſthotel bankte Ge⸗ neraldirektor Combacher der Stadt Mannheim für ihr Verſtändnis. Den Dank für dieſe Anerken⸗ nung übermittelte im Auftrag der Stabt Bürger⸗ meiſter Büchner. Mit vielem Gewinn wird man dieſe pädagogiſche, wöhnungskulturelle Ziele verfol⸗ gende, völlig unverbindliche Ausſtellung beſichtigen. Sturmſchäden auf dem Königſtuhl * Heidelberg, 18. Dez. Der geſtrige Nachmittags⸗ ſturm richtete namentlich auf den Höhen beträcht⸗ lichen Schaden an. Die Sternwarte auf dem Kö⸗ nigſtuhl hat eine Windſtärke von 15 Sekundenmetern feſtgeſtellt. Eine Reihe von Bäumen wurde durch den Orkan auf dem Königſtuhl geknickt. Ein Baum ſtürzte auf die elektriſche LZichtleitung, ſo daß die Sternwarte und die Königſtuhlwirtſchaft in Dunkel gehüllt waren. Vom Dach der König⸗ ſtuhlwirtſchaft riß der Orkan an allen Seiten Dach⸗ tegel herunter, die z. T. beim Herunterſtürzen Fenſterſcheiben zerſchmetterten und direkt in die Zimmer gefallen ſind, i Delegiertentagung des 9. Jeuerwehr-Kreiſes v. Ladenburg, 10. Dez. Die Feuerwehr, die durch die Errichtung eines vollſtändigen Motorlöſchzuges mit Mamſchaftsautomobil und Motorſpritze einen weiteren zeitgemäßen Ausbau erfahren hat, mußte ſich nach einer neuen Unterbringungsmög⸗ lichkeſt für ihre Spritzen und Geräte umſehen. Die Gemeinde ließ die frühere Zehntſcheuer als Spritenhaus herrichten. Am Sonntag fand ber Umzug ſtatt. Es war nicht der erſte im letzten halben Jahrhidert. Hinter dem Rathaus, daun in der vom Markt zum Bollweg führenden Straße, die heute noch„feuerleitergaſſe“ heißt, im Schulhof und zuletzt in eiſem zum Waiſenhaus gehörenden Gebäude waren die Feuerlöſchgeräte untergebracht. Und nun bildetein altes, hiſtoriſches Gebäude ihr neues Heim. Zum letzten Male trat die Wehr vor dem bis⸗ herigen Spritzenhauſe an und zog dann hinunter vor die gehntſcheuer. Hier übergab Bürgermeiſter Koch das teue Löſchgerätehaus der Feuerwehr. Komman⸗ dant Agricola dankte dem Gemeinderat für deſſen Ueberlaſſung. Unter Ueberreichung einer Urkunde teilt er Bürgermeiſter Koch dann die Ernennung zun Ehrenmitglied mit. Am Nachmittag fand im Bürgerſal auf dem Rat⸗ haus eine Delegiertentagung des 9. Feuer⸗ wehrkreiſes ſtatt, die von faſt allen Wehren beſhickt war; Mannheim war durch den Ober⸗ konmandanten Schlimm vertreten, ebenſo hatten alt Mannheimer Fabrikfeuerwehren Delegierte entſandt. Ueber die Führerkurſe in Karlsruhe entſpann ſich eine längere Ausſprache, in der betont wurde, daß man ſich immer mehr der VDerufsfeuerwehr anpaſſen müſſe und daß nohl eines Tages ein Branddirektor an die Epitze des techniſchen Ausſchuſſes des Landesfeuer⸗ vehrverbandes komme. Die Teilnahme des 9. Krei⸗ es an dem Kurs wurde beſchloſſen. Der Kreis⸗ zorſitzende, Kommandant Fr. Agricola⸗Labenburg, wies wiederholt auf die 1 Wichtigkeit guter Ausbildung hin; auch im Winter dürfe die Tätigkeit nicht ruhen, da müßten Unterrichtsabende veranſtaltet werden. Der Leiter der Ueberlandzentrale Ladenburg der Kraftwerk Rheinau AG., Betriebsingenieur Ben ne⸗ witz, hielt einen außerordentlich lehrreichen Vortrag über die Gefahren des Starkſtroms bei Brandfällen. Mit großem Intereſſe verfolgten die Feuerwehrführer die Ausführungen und begrüß⸗ ten es ſehr, daß Herr Bennewitz zur Abhaltung aus⸗ führlicherer Vorträge über dieſes Gebiet in den ein⸗ zelnen Wehren ſich bereit erklärt hat. Er teilte noch mit, daß das Perſonal der Kraftwerk Rheinau AG. überall verpflichtet ſei, bei Bränden ſich zur Ver⸗ fügung der Feuerwehr zu halten. Im übrigen ſei eine gute Zuſammenarbeit zwiſchen Feuerwehr und den Leitern der Ueberlandzentralen unerläßlich. Nach der Mahnung, die Winterabende zu fleißiger theoretiſcher Ausbildung zu benutzen, ſchloß der Vorſitzende die Tagung. Anſchließend wurde der neue Motorlöſchzug der Ladenburger Feuerwehr auf dem Marktplatz vor⸗ geführt. Er erregte allgemeine Aufmerkſamkeit und erntete hohe Anerkennung. Es wird wenige Städte in der Größe Ladenburgs geben, deren Feuerwehr ſo modern ausgerüſtet iſt. Nachdem noch das neue Spritzenhaus beſichtigt war, ging's zu einem gemüt⸗ lichen Beiſammenſein im„Martinstor“. Aus der Pfalz Gegen Doppelbeſtenerung * Ludwigshafen, 13. Dez Von der Induſtrie⸗ und Handelskammer Ludwigshafen am Rhein wird dem Oberrh. Landesdienſt folgendes mitgeteilt: Im Verfolg einer Elngabe des Bayeriſthen Induſtrie⸗ und Handelskammertages, des Bayeri⸗ ſchen Induſtriellenverbandes, des Deutſchen Groß⸗ und Ueberſeehandels, Gruppe Bayern und der Arbeitsgemeinſchaft des Bayeriſchen Einzelhandels gegen die Doppelbeſteuerung auf dem Gebiete der Kirchenſteuer iſt an die ge⸗ nannten Verbände die folgende Entſchließung des Bayeriſchen Staatsminiſteriums des Aeußern er⸗ gangen: ö „Der Ev.⸗Luth. Landeskirchenrat, der von der Eingabe durch eine Preſſe⸗Mitteilung Kenntnis er⸗ hielt, hat mit dem Erſuchen um Verſtändigung der Antragſteller anher berichtet, daß nach den von den evangeliſchen Landeskirchen unter ſich getroffenen Vereinbarungen jede Doppelbeſteuerung vermie⸗ den werden ſoll. Im Falle. des Art. 7, II Rel.⸗St.⸗ Geſ. vom 27. Juni 1827 ſoll ein Ausgleich zwi⸗ ſchen der Wohnſttz⸗ und der Belegenheitskirchenge⸗ meinde vorgenommen werden. Der Umlagenpflich⸗ tige braucht ſich, wenn er die Umlagenforderung an beide Kirchengemeinden erhält, nur an ſeine Wohn⸗ ſitzkirchengemeinde zu wenden, damit der Ausgleich vorgenommen wird. Wegen Feſtſtellung der Steuererhebung durch die katholiſchen Kirchengemeinden ſind die Verhandlun⸗ gen im Gange.“ Die Bevölkerungsbewegung der Pfalz :: Speyer, 13. Dezember. Nach den vorläufigen amtlichen Zuſammenſtellungen war die Sterblich⸗ keit in der Pfalz im 1. Vierteljahr 1929 erheblich größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Sie ſtieg von 2 328 auf 2 493, d. i. um 23,5 v. H. Wäh⸗ rend vor dem Kriege die Sterbeziffer in der Regel durch die hohe Säuglingsſterblichkeit ungünſtig be⸗ einflußt wurde, kommt jetzt hauptſächlich eine größere Sterblichkeit imſpäteren Alter in Frage. Weit geringer als in der Pfalz war die Sterblich⸗ keitsmehrung in Südbayern, wo ſie nur 18,1 v. H. be⸗ trägt, dagegen war ſie erheblich höher in Nordbayern, wo ſie ſogar 32,3 v. H. beträgt. Nähere Nachweiſe über die Urſachen der vermehrten Sterblichkeit und ihre regionalen Unterſchiede liegen zur Zeit noch nicht vor. Vermutlich ſpielt die langanhaltende Kälte eine weſentliche Rolle dabei. e Weiſenheim a.., 13. Dez. Am Mittwoch kam der Rangieraufſeher Peter Fickler von hier abends kurz nach 7 Uhr beim Wagenkoppeln im Rangierbahnhof Tudwigs hafen zwiſchen die Puffer zweier Wagen und wurde ſchwer verletzt. Fickler, der in das Städtiſche Kranken⸗ haus in Ludwigshafen überführt wurde, iſt am Don⸗ nerstag nachmittag ſeinen Verletzungen erlegen. des Reichsverbandes ** Samstag, den 14. Dezember 1929 Nene Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) B. Seite. Nr. 581 Aus dem Lande Der Briefumſchlag als Verräter m Heidelberg, 18. Dez. Die Polizei verhaftete einen in Neckargemünd wohnenden 87 Jahre alten Erdarbeiter, der ſeit September faſt jede Woche hier einen Einbruch verübte. Verraten wurde er durch einen Briefumſchlag, den er bei ſeinem letzten Einbruch im Kleidergeſchäft von Stern u. Co. verlor. In ſeiner Neckargemünder Wohnung fand man die ſämtlichen geſtohlenen Sachen, die er, um fröhliche Hochzeit feiern zu können, unter der Hand verkaufen wollte. Man nimmt an, daß er noch mehr Diebſtähle auf dem Kerbholz hat. Sturz von einer Feuerwehrleiter * Baden⸗Baden, 13. Dez. Der 20jährige Maler Kühn, der mit Anſtreichen des Feuerwehrſteig⸗ hauſes beſchäftigt war und dabei auf einer 14 Meter hohen Feuerwehrleiter ſtand, ſtürzte plötzlich mit Leiter, die durch einen Win oſtoß umgeworfen wurde, und blieb mit lebensgefährlichen Verletzungen liegen. Aus der Evangel. Kirchengemeinde rr. Baben⸗Baden, 12. Dez. Im Gemeindehauſe fand geſtern abend von 8 Uhr ab eine Sitzung des Ev. Kirchengemeindeausſchuſſes unter dem Vorſitz von Stadtpfarrer D. Karl Heſſelbacher ſtatt. Nachdem die Beſchlußfähigeit feſtgeſtellt war, wurde über den endgültigen Ortskirchenſteuervoranſchlag 1928/29 beraten. Kirchengemeinderat Helbing er⸗ läuterte dieſen in ausführlicher Weiſe. Nach länge⸗ rer Debatte wurde der Voranſchlag dann einſtimmig genehmigt. Dieſer ſteht einen Geſamtumlagefuß von 4 Pf. und einen Bauumlagefuß von 2 Pf. vor. Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde die vor⸗ läufige Ortskirchenſteuer für 1929/0 be⸗ vaten. Dieſe wurde gleichfalls einſtemmig auf 4 und 2 Pf. feſtgeſetzt. Die weiteren Beratungsgegenſtände bildeten verſchtedene rein innerkirchliche Angelegen⸗ heiten, die jeweils nach den Anträgen des Kirchen⸗ gemeinderats ihre Erledigung fanden und umfang⸗ reiche Debatten auslöſten. Erſt gegen 11.15 Uhr konnte die Sitzung von Stadtpfarrer D. Heſſelbacher geſchloſſen werden. 5 Fünſ Verletzte bei einem Fuhrwerksunfall. e Dinglingen, 18. Dez. Auf der Heimfahrt ſtürzte hier ein beſetztes Juhrwerk in einer Kurve um. Sämtliche fünf Inſaſſen wurden herausge⸗ ſchleudert und mehr oder weniger ſchwer ver⸗ letzt. Der in den 70ger Jahren ſtehende Anton Schwempp wurde lebensgefährlich verletzt. Ein Fabrikationsgebäude niebergebrannt Zell a.., 18. Dez. Der Blitz ſchlug geſtern abend in das Oekonomie⸗ und Fabrikationsgebäude ber Firma Georg Zapf, Wärmemittel⸗ und Moſt⸗ ſubſtanzen⸗Fabrik, ein und zündete, während ſich der Beſitzer in der Gemeinderatsſitzung befand. Das Gebäude wurde vollſtändig eingeäſchert. Es hat einen Brandſchadenwert von 50 000 4. Die Motorſpritzen von Offenburg und Haßlach, die Feuerwehren der Umgebung, bemühten ſich, ein Uebergreifen des Brandes auf die Villa des Be⸗ ſitzers zu verhüten, was auch gelang. Durch Starkſtrom getötet * Gutenſtein(Amt Meßkirch), 18. Dez. Der hier wohnende Stephan Huckle, der im oberſchwäbtiſchen Elektrizitätswerk in Herbertingen beſchäftigt iſt, kam bei den Arbeiten auf den Maſten der Starkſtrom⸗ leitung zu nahe und wurde vom elektriſchen Strom getötet. Dies iſt innerhalb vier Wochen der oͤritte Fall, daß hieſige Einwohner durch Un⸗ glücksfälle ihr Leben einbüßten. 1 1. Mosbach, 18. Dez. Der ſeitherige Leiter des Er⸗ kennungsdienſtes, Gendarmerieoberwachtmeiſter Ja⸗ kob Groß, wurde von hier nach Schwetzingen verſetzt.— Bei der hier abgehaltenen Treibjagd im Gemeindewald wurden 160 Haſen geſchoſſen.— Die Hebamme a. D. Frau Chriſtine Müller feierte ihren 81. Geburtstag. Aus der ganzen Stadt wur⸗ den ber Jubilarin zahlloſe Glückwünſche zuteil. Aoͤventbrief vom Hochſchwarzwald Vom Schuee, der nicht da iſt— Föhntage und Alpeublicke— Das Auftreten von Krähen⸗ ſchwärmen— Holzarbeiten in den Wäldern— Treibjagden und verſpätete Pilzernte Vorbereitungen zur Winterſportſaiſon Man hat es als eine der Nattonaleigentümlich⸗ keiten der Engländer feſtgeſtellt, daß ſie ſedes Ge⸗ ſpräch mit einer Erörterung über das Wetter be⸗ ginnen. In dieſen Adventtagen ſind wir nun alle in dieſem Punkte ein wenig engliſch geworden, wo⸗ ran aber einzig und allein der liebe Petrus die Schuld trägt, der an ſeiner Himmelmaſchinerie offenbar umfangreiche Reparaturen vorzunehmen gezwungen iſt. Oder iſt dort oben etwa auch eine der beliebten Kabinettskriſen ausgebrochen und ſoll ein„Kurswechſel“ mit Hangen und Würgen er⸗ zwungen werden? Jedenfalls ſind die Menſchen wieder einmal gar nicht zufrieden, insbeſondere die, die am Eingangstore zum Reiche der Schwarzwald⸗ berge und ⸗höhen liegen, wohin in ſonſtigen Jahren im dieſer ſchon recht vorgerückten Adventszeit im Zeichen des Schneeſchuhs große Scharen von „Brettelhupfern“ aus allen Landͤſtrichen gezogen kamen. Alber unter der fungen Sportgilde des Schwarz⸗ waldes erhält ſich dennoch ein ſtarker und großer Glaube und alles hofft— unmittelbar auf die Tage vor dem Feſte; da erwartet man, daß dann Frau Holle ihren Dienſtpflichten nachkommt, ihre Betten tüchtig ausſchüttelt und— dienſteifrige Skivereins⸗ vorſtände von dem Alpbruck, der jetzt auf ihnen laſtet, befreit! Und dann werden auch die vielen Weih⸗ nachtsgeſchenke in Geſtalt von charmanten Stki⸗ koſtümen, von blinkenden Brettern und Rodeln ihre erſte Bekanntſchaft mit dem erſehnten Schnee machen können. Im übrigen darf man wohl vermerken, baß das diesmalige traditionelle„Uebergangsſtadium“ vom Herbſt zum Winter, wie man die Zeit von Ende Oktober bis zum Anfang Dezember im Schwarz⸗ walb zu bezeichnen pflegt und in der der frohe Sang wanderluſtiger Buben und Maidͤle verrauſcht, die Bergwälder in verhaltener Ruhe liegen, ganz einzigartige Reize geboten hat. Die zahlreichen Föhntage ſchufen auf den Gebirgs⸗ kämmen geradezu phänomenale Weitblicke. Tagelang zeigten ſich von den Gipfelhöhen die viel⸗ gegliederten Bergketten und tiefeingeſchnittenen Talſtufen in einer beiſpielloſen Plaſtüik. Der blaue Vogeſenkamm ſchien ganz nahe gerückt und nicht nur von allen Erhebungen des ſüdlichen, ſondern auch ebenſoſehr von denen des nördlichen Gebirgsteiles ermöglichte die reine, durchſichtige Atmoſphäre ein Alpenpanorama, wie es ſich die Phantaſte form⸗ vollendeter und grandioſer nicht hätte vorſtellen können. Infolge der immer noch milden und ſchneeloſen Witterung vermögen die Kleinbauern und Land⸗ wirte droben im Schwarzwald heuer bis über den kupfernen Sonntag hinaus ihre Wieſen und Felder herzurichten und ſich den Ackerarbeiten zu widmen. Bet dieſer Gelegenheit hört man auch wieder von einem geſteigerten Auftreten Krähenſchwärme, die ber Schwarzwaldbauer nicht eben gerne ſteht, zumal dieſe ſchwarzen Ge⸗ ſellen, wenn ſie in größerer Gemeinſchaft erſcheinen, gar häufig die Saaten beſchädigen und auch mit Vor⸗ liebe junge Vogelbrut rauben und Jungwild ſchlagen. Aber dieſer gewiß ſchädlichen Betätigung der an und für ſich drolligen Raben ſtehen etliche Nutzwirkungen gegenüber, ſodaß man trotz wieder⸗ holt erhobener Forderungen bislang von einer durchgreifenden Bekämpfung ber Tiere abgeſehen hat und offenbar auch weiterhin Abſtand nehmen möchte. In einigen Schwarzwälder Hochtälern fühlen ſich die Rabenkrähen beſonders heimiſch, ſo z. B. in den dunklen Titiſeer Forſten oder in den meilenweiten Hochwäldern der Baarhochfläche zwiſchen Donaueſchingen und Königsfeld, wo man gewiſſe Parzellen nach ihnen„Krähen⸗ oder Raben⸗ wald“ getauft hat. In allen Hochwaldbereichen des Gebirges ſind auch die Holzfäller zurzeit noch ſehr eifrig tätig. Die der. Forſtfachleute haben neuerdings viel Wald als „ſchlagfertig“ bezeichnet und nun vernimmt man als einzige Unterbrechung der Adventsſtille in den Wäl⸗ dern das Dröhnen der Aexte. Von den großen Holz⸗ firmen im Murgtal, Bühlertal, im Kinzig⸗ und Donautal, ſowie im Freiburger Talgebtiet, ſowie auch von verſchiedenen auswärtigen Papier⸗ und Zellſtoff⸗ fabriken iſt in jüngſter Zeit in deutlich wachſendem Maße Holz zu Fabrikationszwecken abgerufen worden. Große Laugholzfuhren bewegen ſich von den Höhen auf den noch ſchneefreien und keineswegs bodenloſen Holzabfuhrwegen zu Tal. Auch mancherlei Jungholz, das durch Winbbruch Schaden erlitten, nimmt den Weg zur Niederung. Hinzugeſellt ſich ſeit etwa vierzehn Tagen die Wan⸗ derung harzduftender Tannenſtämme als„Weih⸗ nachtsbäume“ nach den Verladebahnhöfen. Die Holz⸗ hauer⸗ und Transportarbeiten gewähren jedenfalls den heimiſchen Bewohnern droben in den Gebirgs⸗ wäldern mancherlet willkommene Verdtenſtmöglich⸗ keit. Und daß die Sägemühlen ziſchen und ſurren, iſt gewiß auch ein Zeichen dafür, daß das Wirtſchafts⸗ getriebe in unſerem heimiſchen Bergland noch keines⸗ wegs zum Stillſtand gekommen iſt. Auch die Jagd iſt noch allerorten im Gange und vielfach wurden Mitte und Ende November erfolg⸗ reiche Treibjagden veranſtaltet. Gewiſſe Schonungs⸗ verpflichtungen waren immerhin heuer den Jagd⸗ geſellſchaften auferlegt worden, nachdem der letzt⸗ jährige harte Winter den Beſtand an Hirſchen und Rehen ſtark dezimiert hatte. Auch das Auftreten von Wildſauen iſt in dieſem Spätherbſt nur vereinzelt beobachtet worden. Von einer Anomalität in der gegenwärtigen vorgerückten Jahreszeit ſei hier noch berichtet. Trotzdem das Chriſtfeſt gar nicht mehr ferne iſt, hat die laue Witterung im Verein mit reichlichen, durchdringenden Regengüſſen in verſchiedenen tief⸗ gelegenen Forſten des Schwarzwaldes eine verſpätete„Pilzflora“ erſtehen laſſen. So hört man, daß Bauersfrauen in den allerletzten Tagen noch reichlich eßbare Schwämme, wie Hallimeſch, Trichterpilze, Ritterpilze, Elfenbeinſchnecklinge, Butterpilze u. a. mehr ange⸗ troffen und gepflückt haben, alles Erzeugniſſe des Waldbodens, die ſehr ſchmackhafte Pilzgerichte Itefern. Während man fetzt, wie eingangs erwähnt, mit ſedem Tage ungeduldiger auf Schnee und Froſt wartet, um den Auftakt der Winterſportſaiſon ver⸗ kündigen zu können, rüſten die Höhenhotels und Berggaſthöfe inzwiſchen ſehr rege zu einem Empfang der Wintergäſte, die ſich übrigens ſchon recht zahl⸗ reich für die Weihnachtstage angemeldet haben. Die Hotelbeſitzer haben alle Hände voll zu tun, um das geeignete Dienſtperſonal zu engagieren, die Vorräte aufzufriſchen, die Proſpekte zu verſenden und die Privatſchlitten zum Abholen der Fremden in Be⸗ reitſchaft zu ſetzen. Auch ein großzügiger Wetter⸗ und Schneemeldedtenſt iſt bereits organiſiert. Hoffen wir, daß er recht bald in Funktion treten kann! 1 J. Cahn mann. r. Wertheim, 18. Dez. Bet der Treibfagd, die im fürſtlich Löwenſteinſchen Speſſartspark abgehalten wurde, konnten insgeſamt 121 Wildſchweine zur Strecke gebracht werden. Weil am Rhein, 18. Dez. Hier bettelte ſich ein Handwerksburſche ein Mittageſſen, das aus Erbſenſuppe mit Speck beſtand. Den Speck verzehrte er, die Suppe ſchüttete er in einem unbe⸗ wachten Augenblick in ein Paar Stiefel.— Die Herrn Handwerksburſchen brauchen ſich nicht zu wundern, wenn ihnen niemand mehr etwas geben will. In Mannheim iſt es vorgekommen, daß ver⸗ abreichte Butterbrode im Hausgang liegend vorge⸗ funden wurden. Anglück beim Bau des Schluchſeewerkes e Freiburg, 18. Dez. Dieſer Tage ereignete ſich dei Schwarzabruck im ſübdlichen Teil des Schluchſee⸗ werkes der bisher ſchwerſte Unfall bei dieſem Bau. In einer Tiefe von fünf Meter in einem 18 Meter tiefen Schacht(Nasſchteberſchacht) ſaßen auf einer ſogen. Arbeitsbrücke fünf Arbeiter, als bie Brücke plötzlich die Gleichgewichtslage verlor und das an Ketten befeſtigte Brett in die Tleſe ſt rz te. Ein Arbeiter konnte ſich an den Ketten halten und kam mit geringfügigen Verletzungen davon. Die anderen vier ſtürzten in die Tiefe und wurden ſchwer verletzt. Der Arbei⸗ ter Heinrich Brühler aus Oftersheim bei Mannheim erlitt einen Halswärbelbruch und war ſoſort tot. Ein weiterer Arbeiter ſchwebt in Lebensgefahr. Die Verletzungen ſind ſchwere Kno⸗ chenbrüche umb innere Verletzungen. Umſtürzende Tanne behindert den Hhllentalbahn⸗ Eilzug Freiburg l. Br., 18. Dez. Der außerordentlich ſtarke Stur m, der am Donnerstag abend über dem Schwarzwald tobte, hat viele Bäume entwur⸗ zelt. Auch die Reiſenden des um dieſe Zeit paf⸗ ſierenden Eilzuges Nr. 385 wurden inſofern in Mit⸗ leidenſchaft gezogen, als bei der Fahrt durch das Höllental eine Anzahl Fenſter des Zuges durch die Aeſte einer umgeriſſenen Tanne geſtreift und zertrümmert wurden. Einige Reiſende er⸗ hielten durch Glasſplitter leichte Verletzun⸗ gen. Sie konnten im Zug verbunden und in Frei⸗ burg ärztlich behandelt werden. ** Weinheim, 18. Dez. Nachts wurde in ber Woß⸗ nung eines Fabrikanten in der Bismarckſtraße ein Einbruchsdtiebſtahl ausgeführt. Der Tä⸗ ter erbeutete einen größeren Poſten Wäſche im Werte von über 1000 Mark. Bisher fehlt vom Täter jede Spur. y Ladenburg, 13. Dez. Der Viehbeſtand iſt ſeit dem 1. Dezember 1928 hier mit Ausnahme des Je⸗ derviehes und der Bienen zurückgegangen. Nach⸗ ſtehend geben wir die Zahlen der Viehzählung vom 2. Dezember 1929(in Klammern die des vorigen Jahres) wieder: Pferde 189(208), Eſel 1(), Rinb⸗ vieh 341(375)— darunter Kälber 18(12), Milch⸗ kühe 191(199)— Schweine 572(634); Schafe 4(4) Ziegen 229(281); Federvieh 5170(4727)— darunter Gänſe 300(341)1 Enten 140(98); Hühner 4730(4288) — Bienenvölker 42(28); Hunde 268(208). Von be⸗ ſonderem Intereſſe iſt die Entwicklung des Schweine⸗ beſtandes. Von 684 vor einem Jahr ging er zurück auf 467 am 1. Juli und auf 449 am 1. September ds. Js. Als die Schlachtviehpreiſe im Herbſt wieder anzogen, legten ſich die Landwirte wieder mehr Schweine ein, ſo daß es jetzt wieder 572 find, darun⸗ ter 84 Ferkel und 196 Einlegeſchweine. K. Heidelberg, 18. Dez. Wie uns die Statiſtiſche Abteilung mitteilt, wurden bei der Vlehzählung am 2. Dezember ds. Is. für das geſamte Stabdt⸗ gebiet folgende Viehbeſtände feſtgeſtellt(die einge⸗ klammerten Zahlen beziehen ſich auf die Viehzählung 1928): 786(814) Pferde, 2(8) Maultiere ete., 1883 (1929) Stück Rindvieh, darunter 1320(1336) Milch⸗ kühe, 8188(8165) Schweine, 16(9) Schafe, 900(1120) Ziegen, 1623(1598) Gänſe, 1156(986) Enten, 32 625 (81349) Hühner, darunter 28 469(27 865) Hennen [Legehühner), 487(328, Bienenvölker und 2511(2694) Hunde. Schwetzingen, 13. Dez. In unmittelbarer Nähe des Friedhofes wurden aus der Telephonleitung zwiſchen brei Maſten Kupferleitungsdrähte im Geſamtgewicht von rund 7,5 Kilogramm her⸗ ausgeſchnitten. Die Täter konnten noch nicht er⸗ mittelt werden. Singen, 18. Dez. In ben geſtrigen Abenbdſtun⸗ den ging über Singen und Umgebung ein ſchwe⸗ res Unwetter mit Gewitter nieder. Da⸗ daburch wurde auch eine Unterbrechung des Oichtſtromes verurſacht. Die Störung ging vom Kraftwerk Laufenburg aus, ſo daß alle angeſchloſſe⸗ nen Leitungen wie Radolfzell, Stockach und die Singener Großinduſtrie ohne Strom waren. 6. Seite. Nr. 581 Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 Nachbargebiete Feuer und kein Waſſer * Mainz, 12. Dez. In dem rheinheſſiſchen Ort Blebelsheim brach in dem Neubau des Land⸗ wirts Waltmann geſtern abend Feuer aus. Neben dem Neubau befand ſich eine mit Erntevor⸗ räten gefüllte Scheune. Der Neubau hatte noch keinen Waſſeranſchluß, ſodaß das Feuer ſchnell um ſich griff. Da nun der benachbarte Ort ebenfalls ohne jegliches Waſſer iſt, übte das Feuer eine verheerende Wirkung aus und legte in kurzer Zeit die Scheune und die umliegenden kleinen Schuppen und Gebäude nieder. Es war auch nicht möglich, die in der Nähe befindliche elektriſche Hochſpannungsleitung zu ſchützen, ſodaß auch dieſe ergriffen wurde und das ganze benachbarte Ortsgebiet für lange Zeit ohne Licht war. Es ſollen Maßnahmen ergriffen werden, die ſofort dem Ort Waſſer zuführen ſollen. Die Feuerwehren der benachbarten Orte kamen entſchieden zu ſpät. Vandalismus * Geiſenheim(Reg.⸗Bez. Wiesbaden), 12. Dez. Die Studenten der Weinbauſchule in Geiſenheim zogen vorgeſtern zu einer Fahrt aus, während der ſie ſich vandaliſch benahmen. In dem benachbarten Ort Bacharach zerſtörten ſie mit aller Brutalität in ſpäter Nachtſtunde die Gartenanlagen, hoben die Türen aus, warfen Fenſterſcheiben ein, legten Hindernisgegenſtände auf die Bahn⸗ gleiſe, verſchleppten die Milchkannen ber Bauern und brachten durch ihr wüſtes Treiben den ganzen Ort in Aufruhr. Als die Polizei gegen ſis vorgehen wollte, waren ſie verſchwunden. Zu⸗ mächſt fehlte feder Anhaltspunkt. Als aber in einem weiteren Ort ber gleiche Vandalismus ausgeübt wurde, kam bie Polizei auf die Spur und verfolgte ſie von dort nach Geiſenheim. Die Uebeltäter ge⸗ hören der Verbindung Rhenania an. Mord und Selbſtmord Groß⸗Oſtheim(Bezirk Aſchaffenburg), 18. Dez. Heute früh 10 Uhr wurde in einem Stall die 16jähr. Tochter des Landwirts Peter Hock, in einer Blutlache liegend, mit durchſchnittener Kehle tot aufgefunden. In der Scheune des gleichen An⸗ weſens wurde wenige Minuten ſpäter die Leiche des ebwa 30 Jahre alten Knechtes Chriſtian Webrich aufgefunden, der offenbar das Mädchen ermordet und bann ſich ſelbſt durch einen Karabinerſchuß ge⸗ tötet hat. g Gerichtszeitung Der Giftmiſcherinnen⸗Prozeß in Szolnok Vor dem Gerichtshof des Theiß⸗Städtchens Szol⸗ nok, das bereits vor fünf Jahren im Mittelpunkt des öffentlichen Intereſſes ſtand, als der Prozeß über den ſogen. Zſongrader Bombenanſchlag ver⸗ handelt wurde, begann am 13. Dez. der Monſtre⸗ prozeß gegen 36 des Giftmordes ange klagte Einwohnerinnen der Dörfer Tiſza⸗ kürt und Nagyrev. Nach den Vorerhebungen ſind von den Angeklagten 50 Perſonen getötet worden, indem man ihnen Arſenik kin unauffällt⸗ gen Doſen verabreichte. Der Giftſtoff wurde von zwei Hebammen in Verkehr gebracht und an Frauen verkauft, die ſich den Mann vom Halſe ſchaffen wollten, um den Liebhaber zu ehelichen, oder die aus Motiven der Erbſchlei⸗ chere ihre nächſten Verwandten aus dem Wege zu räumen wünſchten. Der Anfang der Giftmorde liegt zehn Jahre zu⸗ rück, Aber erſt vor einigen Monaten wurden auf Grund einer anonymen Anzeige eine Reihe von Verſtorbenen exhumiert und nach und nach immer mehr Frauen des Giftmordes überführt und der Staatsanwaltſchaft überliefert. Unter den Ver⸗ hafteten und denen, die ihre Verhaftung zu befürch⸗ ten hatten, ſind nicht weniger als fünf Selbſt⸗ mordfälle vorgekommen. Unter den Selbſtmör⸗ derinnen befanden ſich auch die beiden Hebammen, die das Gift an die übrigen verkauft hatten. Die beiden Hotels der kleinen Stadt ſind bis zum letzten Zimmer beſetzt. Nicht nur ſämtliche Budapeſter Ta⸗ geszeitungen ſind vertreten, auch zahlreiche auslän⸗ diſche Zeitungen, darunter mehrere deutſche, haben Berichterſtatter entſandt. Von den 36 Angeklagten werden zunächſt vier vor den Richter treten, darun⸗ ter die Hauptangeklagte, die 65jährige Frau Lipka, die nicht weniger als vier Menſchen mit Arſen umgebracht hat. Der geſtrige Tag hat übrigens eine neue Senſation gebracht, da in einer dritten Ortſchaft die Obduktion eines füngſt verſtorbenen Ehemannes das Vorhandenſein von Arſenik ergeben Hat. Die Frau des Verſtorbenen wurde verhaftet. * 5 Mflitärgericht Landau. Vor dem Militärpolizei⸗ gericht Landau ſtanden unter Anklage von ver⸗ botenem Beſitz von Militärgut und verbo⸗ tenen Betretens eines Militärgeländes die Fabrik⸗ arbelter Guſtav Wolff, Fritz Wagner, Ferdinand Eck und Emil Hoffmann, alle aus Speyer. Sie hatten am 18. Auguſt bei dem Schießplatz Langenſcheider Hof Gewehrkugeln eingeſammelt. Beachtens⸗ wert bei der Verhandlung war, daſt zum erſten Mal nicht mehr die Anklage auf Dtiebſtahl erhoben wurde, ſondern auf verbotenen Beſitz von Mlilitär⸗ gut. Wenn man allerdings erwartet hatte, daß die Strafen dadurch milder würden, ſo ſah man ſich getäuſcht. Auf Antrag des Staatsanwalts Ode erhielten Wolff zwei Tage Gefängnis und 40 Mark Gelbſtrafe, Wagner zwei Tage und 40 Mark, Eck vier Tage und 60 Mark, Hoffmann vier Tage und 90 Mark. f Die Vorboten der Feſttage. Am 15. Dezember ſchließen in Süddeutſchland bie Fuß⸗ ballmeiſterſchaftskämpfe in den Gruppen ab. Nach dieſem Termin werden nur noch einige wenige Nachzügler und vielleicht auch das eine oder andere Entſcheidungsſpiel aus⸗ zutragen ſein. Bereits am Sonntag nach Weihnachten ſollen die Endſpiele um die Süddeutſche Meiſterſchaft ihren Anfang nehmen. Inzwiſchen machen ſich aber bereits die Vorbolen der Feſttage bemerkbar. Im Hockey ſind alle Spieler, die am Weihnachtsturnier in Barcelona teil⸗ nehmen, zu einer Zwangsruhe verurteilt, im Fußball ſetzen die Weihnochtsreiſen mit Gaſtſplelen ſtarker aus ſän⸗ diſcher Mannſchaften ein und auch im Winterſport ſoll, vorausgeſetzt daß die Witterung es erlaubt, das Weih⸗ nachtsprogramm eingeleitet werden. Fußball Bei den nun abſchließenden Gruppenſpielen in Süd⸗ deutſchland ſtehen zur Stunde noch die Entſcheidun⸗ gen um eine Bezirksmeiſterſchaft(Baden], drei Abſtiegs⸗ kandidaten(Südbayern, Württemberg, Heſſen) und über einige Troſtrundenteilnehmer aus. Wahrſcheinlich werden dieſe letzten notwendigen Klärungen bereits am Sonntag erztelt werden, es iſt aber auch möglich, daß noch der eine oder andere Entſcheidungskampf erforderlich wird. Für den 15. Dezember ſind die folgenden Spiele angeſetzt: Nordbayern: Sp.⸗Vg. Fürth— Bayern Hof; JV. Würzburg— Sp. Vg. Hof. Südbayern: Teutonia— Wocker München; Schwaben Augsburg— München 1860; Ulm 94— Jahn Regensburg. Württemberg: Stutt⸗ garter Kickers— FC. Birkenfeld; FV. Pforzheim— Union Böckingen. Baden: Karlsruher FV.— Sp.⸗Vg. Schram⸗ berg; Freiburger F— FW Villingen; SpVg. Freiburg— Phönix Karlsruhe. Gruppe Rhein: FC. 08 Mann⸗ heim— Sp.⸗Vg. Mundenheim, Gruppe Saar: FC. Idar— Sportfreunde Saarbrücken Gruppe Main: Unlon Niederrad— Eintrocht Frankfurt; Fußballſport⸗ verein Frankfurt— FC. 93 Hanau; Gruppe Heſſen: Mainz 05— Haſſia Bingen; SV. 98 Darmſtadt— Bf. Neu⸗Iſenburg; SV. Wiesbaden— Wormatia Worms. Das Gros dieſer Spiele hat bereits keine beſondere Bedentung mehr.— Umſo intereſſanter ſind aber einige Privatſpiele: In Nürnberg liefert Hungaria Budapeſt das erſte diesjährige„Lehrſpiel“ auf deutſchem Boden. Gaſtgeber iſt der Deutſche Altmeiſter 1. FC. Nürnberg. Acht Tage ſpäter ſtehen die mit den Vereinen der Hochburg eng be⸗ fveundeten Magyaren im Kampf mit der Sp.⸗Vg. Fürth. In Mannheim kommt es zum Lokalkampf VfR. gegen Phönix. Bei Guts Muths Dresden iſt der FC. Karls⸗ bod zu Gaſt. Handball Auch im Handball werden die Meiſterſchaftgkämpfe gegen Ende der Saiſon immer intereſſanter. Am Sonntag dürfte beiſpielsweiſe in Nordbayern beim Spiel 1. IC. Nürnberg— Sp.⸗Vg. Fürth die Entſcheidung fallen. Für den 15. Dezember ſind die folgenden Spiele angeſetzt: Norb bayern: 1. Fc. Nürnberg— Sp.⸗Vg. Fürth; Pol. Nürnberg— Bar Kochba Nürnberg; Sc. Nürnberg gegen FC. Boyreuth; Franken Nürnberg— ASV. Nürn⸗ berg; Bamberg— feil Schweinau. Südbayern: Ulm 84— DSV. München. Württemberg: Sport⸗ freunde Tübingen— Stuttgarter Kickers; KSV. Zuffen⸗ hauſen— SV. 5 Reutlingen; Sc. Stuttgart— Sport⸗ freunde Eßlingen; VfB. Stuttgart— 03 Tübingen. Gruppe Rhein: ß. 08 Mannheim— Sp.⸗Vg. 07 Mannheim; Phönir Mannheim— VfR. Mannheim(Pri⸗ vatſpiel). Bezirk Main⸗Heſſen: Abteilung A: Pol. Darmſtadt— Rot⸗Weiß Dormſtadt; FSV. Frankfurt— Darmſtadt 98; Schwanheim— Arheilgen; Rot⸗Welß Frauk⸗ furt— SB. Langen. Abteilung B: Pol. Wiesbaden— Malnz 05; SB. Wiesbaden— Alemannia Worms; Kaſtel gegen Hakoah Wiesbaden; Pol. Worms— Wormatia Worms. Hockey Beſonders groß iſt das Hockenprogramm des Sonntags nicht. Die Spieler, die für die Teilnahme am Weihnachts⸗ turnier in Barcelona vorgeſehen ſind, haben Jwangsruße⸗ paufe und dieſer Maßnahme fallen natürlich einige Spiele zum Opfer. Aber auch die ſchlechten Wetterverhältniſſe Aufftieg im deut Unſere Schwimmſport⸗Rundſchan Noch kurz vor Torſchluß wollen die deutſchen Schwim⸗ mer anſcheinend überall beweiſen, daß der Schwimmſport wirklich ganzjährig durchgeführt wird und daß insbeſondere dieſe Herbſtſatſon immer wieder neue Leiſtungsſteigerungen bringt. Allerdings,— und das ſei ganz ausdrücklich bo⸗ tont,— fehlen bis jetzt die Verbeſſerungen der Spitzenklaſſe. Hier iſt nur der Spandauer Neumann zu erwähnen, der den Europameiſter Riebſchläger nun ſchon zweimal ſchlagen konnte und ſich damit zur beſten Springerklaſſe hochgearbeitet hat. Aber von den zwei Senioren ſind nun eine ganze Anzahl von Schwimmern ſoweit, daß ſie zum Jahreswechſel wohl zu erſten Senioren ernannt werden. Dazu gehören in erſter Linie der Magdeburger Schwei⸗ zer, Maus ⸗ Offenbach und Golz ⸗Berlin. Alle drei haben mehrfach und zuverläſſig erſte Seniorenzeiten ge⸗ ſchwommen, die erſteren beiden über 100 Meter und der letztere über 200 Meter⸗Freiſtil. Neben den Leiſtungen der Senioren hat ſich abek faſt überall das Durchſchnkttsnivean der Staffelmannſchaften mächtig verbeſſert. Noch im Vor⸗ fahre wurde eine zweite Freiſtilſtaffel mit einem Durch⸗ ſchuitt von:09 bis 110 Minuten gewonnen. Das reicht heute bei gutbeſetzten Feſten gerade für Junioren und Jugendliche. Es ſind heute in allen Kreiſen Staffeln vor⸗ handen, die glatt einen Durchſchnitt von unter:08 Min. erztelen, dies bei drei oder vier Mann. Noch offenſichtlicher wird die Hebung des Niveaus bei ganz großen Staffeln mit 20 und mehr Teilnehmern. Wenn in Magdeburg die beiden Vereine über 20 und 50 Meter Freiſtil einen Durchſchnitt von unter 29,4 Sekunden herausſchwimmen können, ſo ſind das ſchon, internattonal bewertet, recht gute Zeiten. Wenn aber, wie es heute der Fall iſt, ſchon rund 12—15 Mannſchaften 10 mal 100 Meter⸗ Freiſtil mit Durchſchnittszeiten von:10 ſchwimmen, dann bedeutet dies ein Reſervoir von Schwimmern aus welchen bet ſyſtematiſchem Training endlich ein Vorſtoß zur Ver⸗ beſſerung der beſtehenden Höchſtleiſtungen kommen muß. Beim letzten Jubiläumsfeſt des SC. Spandau wurden beim Jugendſchwimmen über 100 Meter⸗Freiſtil ſage und ſchreibe von den erſten 10 Mann unter:10 Minuten erzielt, eine Leiſtung, die berechtigte Hoffnungen auf die Zukunft gibt. Fraglich iſt nur, ob man endlich eingeſehen hat, daß allein eine kluge Startbeſchränkung es ermöglicht, funge, vielver⸗ ſprechende Talente ſoweit zu bringen, daß ſie erſt im Mannesalter auf der Höhe ihrer Leiſtungen ankommen und nicht, wie leider meiſtens bisher mit ſchon rund 20 Jahren fertig ſind. Sport am Sonntag In Süddeutſchland werden den Spielplan ſchmal halten. gegen Turn⸗ verlangt das Treffen, Sachſenhauſen 57 gemeinde Heidelberg einige Aufmerkſamkeit. Rugby Die Rugby⸗Verbandsſpiele werden am 15. Dezember in Süddeutſchland mit den folgenden Begegnungen fortgeſetzt: Mainkreis: Sc. 80 Frankfurt— RV. 74 Offenbach; Haſſia Hanau— SC. 80 Frankfurt 2. Kreis Heidel⸗ berg: RöGeſ. Heidelberg— Tv. 46 Heidelberg. Die Rugby ⸗Abteilumwg des VfR. hat in Fort⸗ ſetzung der Wettſpiele bezw. Lehrſpiele, für den nächſten Sonntag vorm. im Stadion, den durch ſeine flüſſige und faire Spielweiſe beſtbekannten Heidelberger Rugbytlub verpflichtet. Am Sonntag darauf folgt alsdann eine Be⸗ gegnung mit dem ſpielſtarten Heidelberger Turnverein. Tennis Im deutſchen Hallentennis intereſſiert am Sonntag be⸗ ſonders der in Eſſen ſtattfſindende dampf Rheinland gegen Baden. Baden tritt mit Dr. Buß, Dr. Fuchs, Hildebrand, Oppenheimer, Salmony und Weihe an. Auf die Mitwirkung der Spieler Wetzel und Klopfer mußte leider verzichtet werden. Trotzdem und obwohl das Rhein⸗ land eine ſehr ſpielſtarke Mannſchaft mit Kuhlmann, Nour⸗ ney uſw. ſtellt, ſtehen die Chancen der Badener nicht ganz ungüſtig. Radſport Abgeſehen von einigen kleineren Amateurrennen herrſcht am Sonntag im deutſchen Radſport Ruhe. Eine Reihe von Bahnen, wie z. B. Berlin und Stuttgart dient zur Zeit dem Eisſport.— Im Ausland inkereſſteren die Rennen en Paris wegen ihrer guten Beſetzung. Winterſport Für den 15. Dezember ſind die erſten deutſchen Winter⸗ ſportveranſtaltungen der Saiſon angeſetzt. Es fragt ſich aber angeſichts der Witterungsverhältniſſe noch, ob der Staffellauf des Allgäuer Skiverbandes und der 30⸗Km.⸗Douerlauf„Kund um Oberhof“ auch tatfächlich durchgeführt werden können.— Auf den künſt⸗ lichen Eis bahnen in Berlin und Stuttgart gibt es am Samsbag und Sonntag wieder intereſſante Eis hockey⸗ kämpfe. Im Berliner Sportpalaſt ſind die Oxford Cana⸗ dians Gäſte des Berliner Schlittſchuhklubs. Tagungen Die am Sonntag in Berlin ſtattfindende Tagung des Tur nausſchuſſes und der Fach warte der DT. verdient deshalb größere Aufmerkſamkeit, weil hier die Vorſchläge beraten werden ſollen, die man der Deutſchen Sportbehörde als Antwort auf deren Breslauer Erklärung unterbreiten will.— In Dortmu wd findet eine außer⸗ ordentliche Leichtathletiktagung des Weſtdeuiſchen Spielverbandes ſtatt. Ringen Der bayeriſche Mannſchaftsmeiſter Sandow ⸗ Nürn⸗ berg unternimmt mit ſeiner geſamten erſten Kampfſtaffel eine Gaſtſpielreiſe in die Tſchechoflowakei. Die Nürn⸗ berger ſtarten am Sonntag in Pilſen und zwei Tage später in Prag. Rugby⸗Ehrungen Der Deutſche Rugby⸗Verband hat einige verdiente Mit⸗ glieder ausgezeichnet. Der zurücktretende zweite Vor⸗ ſitzende des Deutſchen Verbandes und Erſter Vorſitzender des ſlüddeutſchen Verbandes, Meiſter⸗ Heidelberg, er⸗ hbelt die höchſte Auszeichnung des DR., die goldene Ehrennadel. Die ſilberne Ehrennadel erhielt der frühere Vorſitzende des brandenburgüſch⸗mitteldeutſchen Verbandes, Freund ⸗Berlin. Eine neu geſchafſene Verdienſtnadel erhielten Prof. Ewald Ullrich ⸗ Heidelberg, Michael⸗ Heidelberg, Simon ⸗Frandfurt, Schneemann Berlin, Mü ller⸗ Berlin, Werner ⸗ Hannover, Heiler ⸗ Heidelberg, Görſch⸗ Hannover, Söhl⸗ Hannover, Lie⸗ bing ⸗ Hannover Paris.— Ferner erhalten dleſe Auszeichnung alle Spie⸗ ber, die öreimal und mehr in der deutſchen Natfonalmann⸗ ſchaft mitgewirkt haben. en Schwimmſport Mud nochmals der Fall Sparta⸗Ulm In einem offenen Brief wendet ſich jetzt endlich der Vorſitzende des SC.„Sparta Ulm“, Herr Dr. Rackl, an den Verbandsvorſtand, um eine Reviſion etnes ſeinerzeit aufgrund falſcher Informationen und eines falſchen Proto⸗ kolls zuſtande gekommenen Kreisvorſtandsbeſchluſſes zu er⸗ reichen. Denn nach dieſem Behealſe wurden 10 Mitglie⸗ der ſeines Klubs zu zwei Jahren Karrenzzeit verurteilt, obwohl gegen ſie nichts anderes vorlag, als daß ſie ſeiner⸗ zeit aus dem 1. SV. Ulm ausgetreten ſind. Allerdings war zu jener Zeit, als bieſer Beſchluß gefaßt wurde, der Gau⸗ vorſitzende Württembergs und der Vorſitzende des 1. SV. Ulm ein und dieſelbe Perſon. Auf deſſen Informationen und auf ein genehmigtes, aber unrichtiges Protokoll hin, hatte der Kreisvorſtand dieſes Urteil gefällt. Nun iſt aber inzwiſchen ein neuer Gauvorſitzender ge⸗ wählt worden und der 1. SV. Ulm hat ſeine Mitgliedſchaft beim DSV. gekündigt. Selbſtverſtändlich hat der neue Gauvorſtand Württembergs beim Kreisvorſtand gegen das unrichtige Protokoll Proteſt erhoben, ebenſo hat der Gru⸗ vorſitzende mehrfach monſert und trotzdem iſt in dieſer An⸗ gelegenheit ſo gut wie nichts geſchehen. Naturgemäß kann der zuſtändige Kreisſchwimmwart dieſen zehn Schwimmern kein Startrecht erteilen, ſo lange der Vorſtandsbeſchluß be⸗ ſteht. Es iſt aber auch nicht der geringſte Grund vorhan⸗ den, dieſen aufrecht zu erhalten. Im Gegenteil, man weiß nicht, was man mehr bewundern ſoll, die Geduld von Sparta Ulm oder die Bürokratie des Kreisvorſtandes. Tat⸗ ſache iſt ferner, daß die Mehrheit der Mitglieder des Krets⸗ vorſtandes den Beſchluß heute nicht mehr billigt. Aber trotzdem erfolgt keine Reviſion des Urteils! Wenn nun Herr Dr. Rackl im Amtsblatt am Schluſſe feiner nur tatſächliches Material bringenden Ausführungen ganz beſcheiden anfrägt, ob es nicht nun doch an der Zeit wäre, dieſen Beſchluß aufzuheben, ſo wirkt dies für Außen⸗ ſtehende beinaße wie ein Hohn, wenn ein Verein, ber doch nur ſein Recht haben will, nach endloſen Verſuchen immer noch ſo fügſam bittet, anſtatt endlich einmal hart zu wer⸗ den und die Oeffentlichkeit mobil zu machen. Grundſätzlich ſoll man die Tagespreſſe nicht mit Vereins- oder Verbands⸗ fkandälchen ſtberſchwemmen, aber es gibt auch hier Grenzen. So wird der SC. Sparta allmößlich in Ulm und auch aus⸗ wärts beinahe zu einer lächerlſchen Figur. Wenn nun der Kreisvorſtand als ſolcher verſagt, dann iſt es höchſte Zeit daß hier einmal der Verband eingreift und klarſteſft, ob Formalismus und Bürokrattsmus wichtiger iſt als eine Förderung der Sache ſelbſt, ob es weiterhin richtiger iſt, eine Anzaßl von Syortsleuten kaftzuſtellen, well es ihrem früheren Verein nicht vaßte, daß ſie einen neuen Laden aufmachten. Es ſoll hier beſtimmt nicht den Elementen und Botſchaftsſekvetär Schmidt das Wort geredet werden, die ſeinerzeit aus dem alten Verein ausgeſchloſſen werden mußten, wenn auch dabei ver⸗ ſchledene Fälle unnötig hart behandelt wurden. Aber es führt doch zu weit, wenn man Leute mit einer zweijährigen Karenzzeit belegt, nur weil ſie mit der Leitung des Vereins nicht einverſtanden waren und austraten. Derartige Fälle haben ſich ſchon im deutſchen Schwimmſport unzählige Male ereignet, doch mußte nie eine längere Karenzzeit als 12 Monate eingehalten werden. Dieſe Leute aber hängen ſchun mehr als 16 Monate in der Luft. Will man vkelleicht auf dieſe Art und Weiſe Verbandstreue erzielen? Der ganze Fall iſt heute einwandfrei geklärt, der Beſchluß be⸗ ſteht zu Unrecht, und er muß infolgedeſſen unbedingt auf⸗ gehoben werden. Jeder Tag Verzögerung iſt ein Schlag ins Geſicht für Leute, die Sportſinn und geſundes Denken höher ſtellen als Verbandsbürokratie oder Perſonenfragen. Denn man weiß heute in dieſem Falle wirklich nicht mehr genau, ob es ſich um Bürokratie oder eine Perſonenfrage handelt, eine Prinzipienfrage kann es beſtimmt nicht mehr ſein! Dir. E Buſfard, Ffm. Juß ball Südbeutſchlands Eudſpiele Der Fußball⸗Ausſchuß im ſüddeutſchen Verband hat die vorausſichtlichen Deilnehmer an den Endſpielen um die ſüddeutſche. Fußballmeiſterſchaft, ſowie die Kandidaten für die Troſtrunde zu einer Beſprechung auf den 15. Dezember nach Nürnberg eingeladen. Bei dieſer ſollen die Terminliſten und die mit den Endſpielen zuſammenhängenden Fragen beraten werden. * Hungaria in Deutſchland Der ungariſche Altmeiſter Hungarta(Mick) trägt auf ſeiner bevorſtehenden Deutſchlandreiſe insgeſamt vier Spiele aus. Die Magyaren beginnen am 15. Dezember mit eiwem Treffen gegen den 1. FC. Nürnberg, acht Tage ſpäter ſpielen ſie gegen die Sp.⸗Vg. Fürth, vom 25. Dezember bis 1. Januar weilen ſie in Ftalben, um dann am 5. und 6. Janwar wieder in Deutſchland, und zwar gegen VfR. Mannheim bzw. Stuttgarter Kickers anzutreten.— Unter der Führung von Dr. Fodor und des Trainers Reveſz haben die folgenden Spie⸗ ler beretts die Reiſe wach Deutſchland angetreten: Ujpart, Mandl, Kocſis, Nagy, Reiner, Kleber, Sebes, Tioſka, Jeckl, Baratky, Bihamy und Steiner. Boxen Die Berufskämpfe im Berliner Ständigen Ring Der Ständige Boxring in Berkin wickelte am Donners⸗ tag abend bei gutem Beſuch wieder Kämpfe ab. Im Ein⸗ leitungskampf trennen ſich Fritz Kühn⸗Hirſchberg und Beier ⸗⸗Mühlhauſen über vier Runden unentſchieden. Im folgenden Schwergewichtstreffen gab der Berliner Wigo in der vierten Runde gegen den Hammer Hölzel wegen völliger Erſchöpfung auf. Im Leichtgewicht wurde Boguhn⸗Berlin nach acht Runden knapper Punktſioger über Mohr ⸗Düſſeldorf. Im Hauptkampf des Abends ſtanden ſich im Mittel, gewicht die deutſche Hoffnung Skibinſki Bochum und der Franzoſe Pag gegenüber. Der um zehn Pfund leichtere Pagé griff ſtets beherzt an und konnte verſchiedene ſchwere Brocken Skibinſkis geſchickt aböͤͤucken. Durch vieles Klammern und Halten verſcherzte ſich Skibinſki viele Sym⸗ pathien. In der letzten Runde gab es noch lebhafte Schlag⸗ wechſel, ohne daß aber jemand ernſtlich getroffen wurde. Das Urteil Unentſchieden wird dem Kampfverlauf gerecht. Den ſchönſten Kampf lieferten ſich die Leichtgewichtler Heüniſch⸗Mühlhauſen und Zinndorf⸗ Wiesbaden, der von Heiniſch nach Punkten gewonnen wurde. Bau eines Weltrekord⸗Motorbootes Segrave will 192 Stundenkilometer herausholen In Cowes auf der Inſel Wight befindet ſich gegenwär⸗ tig ein Motorboot im Bau, das on Schnelligkeit alles in den Schatben ſtellen ſoll, was bisher in der Beziehung da⸗ geweſen iſt. Für den Antrieb dienen 2 Rolls Royce⸗Motoren von je 400 PS, die eine Geſchwindigkeit von 120 engliſchen Meilen, alſo rund 192 Stundenkilometer entwickeln ſollen. Das Boot wird in dem Auftrag des bekannten Sportmannes Sir Charles Wakefield unter Mitwirkung von Sir Henry Segrave gebaut und von dem Inhaber des Automobil⸗Weltrekords geſteuert werden. Literatur Jahn⸗Kalender 1930. ein Wochenabreißkalender, er⸗ ſchtenen im Wilhelm Limpert⸗ Verlag, Dresden⸗ A. 1, Marienſtraße 16. Der Jahn⸗Kalender will nicht nur zum Turner, er will zu jedem kommen, der die Schönheit ſeiner Heimat, die Herrlichkeit deutſchen Weſens und deut⸗ ſcher Art empfindet und erlebt. Turneriſch wertvolle Mo⸗ tive wechſeln auf den 62 Kunſtblättern mit der Schönheit der Heimat, mit der Herrlichkett deutſcher Kunſt und deut⸗ ſchem Schaffen ab. Manches gute Dichterwort, dann wieder ein herrlicher Aufſatz veranlaſſen zum Nachdenken, heben uns über den Alltag hinweg. In trefflicher Weiſe ſind Bilder und Text zu einem kulturellen Jahrweiſer ner⸗ einigt, deſſen weiteſte Verbreitung nicht nur bei den Lei⸗ besübungtreibenden und den Freunden der Körper⸗ 3 ſopdern in jeder deutſchen Familke zu wünſchen ſt. vageshaleuicles Samstag, den 14. Dezember Nationaltheater:„Schneewittchen“, 10 Uhr, Neues Theater:„Der Vetter aus Dingsde“, 20 Uhr. Klavierabend Luiſe Schatt⸗Eberts, in der Harmonie D 2, 8, 20.15 Uhr. 5 Lichtſpiele: Alhambra:„Der Ruf des Nordens“. Schauburg:„Revolution der Jugend“.— Capitol: „Das Weib des Gardiſten“.— Scala:„Unter Aus⸗ ſchluß der Oeffentlichkeit“.— Gloria:„Celly de Rheydt“,— Palaſt⸗ Theater:„Frau oder Ge⸗ ltebte“.— UÜfa⸗ Theater:„Schickſalswürfel“.— Univer um:„Indizien⸗Beweis“. Sehens würdigkeiten: Tunſthalle(außer Montags! tägl. 10—18 Uhr, 148 uhr; Sonn⸗ u. Feierlags durchgeh v. 11—16 Uhr.— Schloßmu⸗ ſeum: Geöffnet tägl. v. 10—13 und 1416 Uhr. Sonntags v. 11-16 Uhr durchgehend. Sonderansſtellung Deutſche Minneſinger(Bilder der Maneſſeſchen Handſchrift).— Zeughaus: Muſeum für Natur- und Völkerkunde im fur Suppen, Sohen, Gemüse usw. i Fache ven 20 Pfg. an. Nase Suppen Nu Worteln. Kochfertig. 28 Sorten. 1 Woetel für 2 Teller 13 Pig. Helfer für sparsames Wirtschaften: MAGGI Fleischbrühe Die Boulllon für alle Zwecks. 1 würfel für ½ Liter 4 Pig. * 0 * 5 nnn ene eren reer c An on rn rr r enn eee een er — 1 Samstag, den 14. Dezember 1929 7. Seite. Nr. 581 Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich eröffnet um 4 Uhr die Sitzung. Schon vor Beginn iſt die Galerie überfüllt. Der Oberbürgermeiſter gibt zunächſt be⸗ kannt, daß als Nachfolgerin des verſtorbenen Stadt⸗ verordneten Schindler(Ztr.) Frau Hauptlehrerin Eugenie Gerlinghaus beſtimmt worden iſt. Der Oberbürgermeiſter heißt ſie herzlich willkommen und wünſcht ihrer Arbeit einen guten Erfolg. Hierauf wird zu Punkt 1 der Tagesordnung ge⸗ ſchritten: Ortsſtatut betreffend die Bildung örtlicher Inventurbehörden Stadtratsbeſchluß: Das Ortsſtatut be⸗ treffend die Bildung örtlicher Inventurbehörden vom 12. Januar /16. Januar 1900 wird mit Wirkung vom 1. Januar 1930 ab dahin geändert, daß anſtelle der dort vorgeſehenen 2 Ortsgerichte(örtliche In⸗ venturbehörde) nur eines weiter beſteht. Seit Einführung des Bürgerlichen Geſetzbuches, insbeſondere ſeit der Neufaſſung des 8 34 des frei⸗ willigen Gerichtsbarkeitsgeſetzes, haben ſich die Auf⸗ gaben der Ortsgerichte weſentlich vereinfacht, ſodaß nach der Begutachtung des Notariats vom 22. Nov. d. J. die ordnungsmäßige Erledigung der Geſchäfte durch ein einziges Ortsgericht durchaus gewähr⸗ leiſtet iſt. Im Intereſſe der Vereinfachung des Ge⸗ ſchäftsganges muß daher davon abgeſehen werden, 2 Ortsgerichte noch weiter nebeneinander beſtehen zu laſſen. Der Zeitpunkt zur Neuordnung der Verhält⸗ niſſe iſt jetzt günſtig, da die Amtsdauer der derzeitigen Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Das Mannheimer Nationaltheater gereitet! Der Bürgerausſchuß nimmt mit 61 gegen 48 Stimmen den demokratiſchen Vermittlungsantrag an, wonach der jährliche Vetriebszuſchuß Ortsrichter, welche jeweils 6 Jahre iſt, am Ende des Jahres 1929 abläuft, und bei der Neubeſtellung ohne weiteres eine Beſchränkung auf diejenigen Perſonen als Ortsrichtter möglich iſt, welche zur ſachgemäßen Erledigung der Geſchäfte notwendig ſind. Sty.⸗V. Dr. Jeſelſohn(Dem.) empfiehlt die An⸗ 98 5 der Vorlage, welche einſtimmig angenommen wird. Bauliche Juſtandſetzung von Schulen Stadtratsbeſchluß: Für bauliche Inſtand⸗ ſetzung von Schulen werden 400 000 RM. zur Ver⸗ fügung geſtellt und zwar 200000 RM. aus dem Schulhausbaufond und weitere 200 000 RM. aus be⸗ reiten Mitteln. Sty.⸗V. Rheinecker(Wirtſch. Vgg.) Vorlage zur Annahme. Stv. Kober(Komm.) erklärt, daß die Summe von 400 000 Mk. für die zahlreichen Schulen, die ſich in verwahrloſtem Zuſtand befinden, unter keinen Um⸗ ſtänden ausreichend iſt. Wir freuen uns, daß die Kri⸗ tik in der Preſſe wenigſtens den Erfolg gehabt hat, daß man wenigſtens jetzt daran geht, noch während der Wintermonate für die Volksſchulen etwas zu tun. In manchen Schulen iſt noch kein elektriſches Licht vorhanden, in Sandhofen nicht einmal ein Kloſett. Es iſt nur ein primitives Kiſtchen da, was aber natür⸗ lich den hygieniſchen Bedürfniſſen Hohn ſpricht. Solche Uebelſtände müſſen abgeſtellt werden. Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich ſtellt hierauf die einſtimmige Annahme auch dieſer Vorlage feſt. empfiehlt die Die zweiſtündige Theaterdebalte Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich Es ſcheint mir am Platze zu ſein, der Stadtrats⸗ erklärung, die Sie gehört haben(Beigeord. Zoepffel Hatte die Erklärung vorher verleſen), einige perſön⸗ liche Worte anzufügen. Ich habe mich bisher ab⸗ ſichtlich in der Oeffentlichkeit zurückgehalten, well es mir nicht Sache des Oberbürgermeiſters zu ſein ſcheint, ſeine perſönliche Stellungnahme prononciert zum Ausdruck zu bringen, ſolange für ihn noch die Möglichkeit beſteht, auf dem Wege von Verhandlun⸗ gen die Parteien auf eine gemeinſame Baſis zu führen. Nachdem dieſe bis in die allerletzten Tage hinein geführten Verhandlungen zu keinem befriedi⸗ genden Ergebnis geführt haben, muß ich aus dem Gehege der Fraktionen und des parlamentariſchen Kuhhandels heraustreten und der Oeffentlichkeit, die wohl auch ein Anrecht darauf hat, ſagen, was der Oberbürgermeiſter zu der Sache denkt. Es ſcheint mir dies umſomehr am Platze zu ſein, als die Krank⸗ heit, die unſer Nationaltheater befallen hat, in das entſcheidende Stadium der Kriſe eingetreten iſt und bei der Bedeutung unſeres Theaters für das kultu⸗ relle und auch wirtſchaftliche Leben der Stadt eine ſtadtpolitiſche Entſcheidung von außerordentlicher Tragweite herangereift iſt. Dazu kommt noch, daß in den letzten Tagen zahlreiche Unrichtigkeiten in der Oeffentlichkeit verbreitet worden ſind, denen die Verwaltung entgegentreten muß. Der Oberbürgermeiſter geht dann ausführlich auf die ſattſam bekannte Theateraffäre ein. Die Verwaltung hat, ſo fährt der Oberbürger⸗ meiſter fort, die verſchiedenſten Vorſchläge gemacht und Brücken zwiſchen den Fraktionen zu ſchlagen verſucht. Schließlich konnte auch der Rücktritt des Intendanten bereits von der nächſten Spielzeit ah angsboten werden, da der Intendant in durchaus vornehmer Weiſe die Erklärung abgegeben hatte, daß ſeine Perſon bei der Löſung der Theaterkriſe kein Hindernis ſein ſolle. Alles half aber nichts Die Einigung unter den Parteien konnte nicht er⸗ reicht werden, ſo baß der Stadtrat am 28. November den neuen Voranſchlag der Verwaltung, der auf einen ermäßigten Betriebszuſchuß von 1 100 000 4 lautete, mit 11 gegen 6 Stimmen, bei 11 Stimment⸗ haltungen ablehnte. Dieſer Beſchluß hat dann zu ber Stadtratsmitteilung geführt, die Ihnen eben bekanntgegeben wurde. Was iſt nun zu dieſen Vorgängen zu ſagen? Zwei Fraktionen haben die Fortführung des Theaters und den Theater⸗Etat aus weltanſchaulichen Gründen ab⸗ gelehnt. Ich habe Achtung vor feder ehrlichen Ueber⸗ zeugung und bin auch der Meinung, daß auf Welt⸗ anſchauungen größtmögliche Rückſicht genommen wer⸗ den muß. Aber in einer Stadt und in einer Zeit, in der die verſchtedenſten Meinungen und Welt⸗ anſchauungen beſtehen, kann das nur im Rahmen des Ganzen erfolgen. Ich habe wiederholt der Meinung Ausdruck gegeben, daß ein ſtädtiſches Theater mit Takt und gutem Geſchmack geführt werden muß und daß es nicht gerade notwendig iſt, jedes Repor⸗ tageſtück, das in Berlin ſeine Zuſchauer findet, auch in Mannheim aufzuführen. Aber die Behand⸗ lung der Zeitprobleme, die mit der Aufgabe des Theaters aufs engſte verbunden war, kann man nicht ausſchließen. Das Vetorecht einer Minderheit des Theaterausſchuſſes iſt ſchon nach demokratiſchen Grundſätzen unmöglich, und hat den heftigſten Wi⸗ derſtand aller anderen Fraktionen des Bürgeraus⸗ ſchuſſes gefunden. Ich glaube, daß man bei gutem Willen auf allen Seiten einen Weg finden könnte, um einen Spielplan zu erreichen, der keinen verge⸗ waltigt, und weiſe u. a. darauf hin, daß heute ſchon der Mieter bis zu ſechs Stücke, deren Richtung ihm nicht paßt, mit anderen vertauſchen kann. Ich kann aber nicht begreifen, daß man infolge von Unſtim⸗ migkeiten über die Spielplangeſtaltung ein ſo ehr⸗ würdiges Inſtitut, wie das Mannheimer National⸗ theater, überhaupt zur Schließung bringen will und den Theateretat ablehnt. Gilt nach dem berüchtigten Rezept des ehemaligen Reichskanzlers Michaelis für jede Partei etwa nur Theaterkultur„wie ich ſie ver⸗ ſtehe“ und muß dem„Fidelio“ und 60 oder 70 zeit⸗ los wertvollen Stücken, die über unſere Bühne gehen, deshalb das Mannheimer Lebenslicht ausge⸗ blaſen werden, weil 3 oder 4 Stücke von der einen oder anderen Gruppe abgelehnt werden? Erinnert das nicht ein wenig an den Bären in der Fabel, der durch einen Steinwurf die Fliege am Kopfe des ſchlafenden Menſchen verſcheuchen wollte? Und nun zu den kühlen Rechnern, die dem Theater einen Betriebszuſchuß von 1 Million äußerſtenfalls bewilligen wollen, aber von beſtimmten Einnahmen dabei überhaupt nicht ausgehen. Dieſem Vorſchlag liegt die Idee der Verpachtung des Theaters zu⸗ grunde, die ja von einem Redner ſchon bei den all⸗ gemeinen Etatsberatungen in dieſem Jahre ver⸗ treten wurde. Man hat mittlerweile eingeſehen, daß die Verpachtung der Oper unter den heutigen Zeit⸗ verhältniſſen nicht möglich iſt, aber man iſt von der Idee doch noch nicht ganz los gekommen und denkt anſcheinend an eine Art Verpachtung des Theaters durch das Parlament an die Verwaltung.„Du Ver⸗ waltung bekommſt 1 Million Zuſchuß, mach' damit, was Du willſt, jedenfalls darfſt Du mir kein höheres Defizit präſentieren und ein gutes Theater wollen wir natürlich auch haben; Einzelheiten kümmern uns nicht“. Dieſer Standpunkt iſt nicht nur recht ⸗ lich unmöglich, weil er den fundamentalen Grundſätzen der ſtädtiſchen Haushaltsgebarung widerſpricht, die nach geſetzlicher Vorſchrift auf Etats mit beſtimmten Einnahmen und Ausgaben aufgebaut iſt, ſondern er iſt auch bequem, weil er ſeine Ur⸗ heber der Mühe überhebt, Einzelvorſchläge du machen und weil er die Verantwortung lediglich der Verwaltung zuſchiebt. Die Verwaltung hat mit aller Kraft auf Grund genauer Einzelunterſuchungen auf eine Verminderung des Zuſchußbedarfes hinge⸗ arbeitet. Wenn in der Abendausgabe der„Neuen Mannheimer Zeitung“ vom Dienstag, den 10. Dezember von einem volksparteilichen Einſender bezweifelt wird, daß bei der Verwaltung die rebdliche Abſicht beſtanden habe, das Theater mit einem wei⸗ ter geminderten Zuſchuß fortzuführen, ſo muß ich eine ſolche durch nichts begründete Unter⸗ ſtellung auch namens meiner Mitarbeiter auf das ſchärfſte zurückweiſen. Auch die übrigen Ausführungen des Einſenders zeichnen ſich durch einen weitgehenden Mangel an Sachkunde aus. Die Verwaltung glaubt, mit dem Vorſchlag eines Betriebszuſchuſſes von 1 100 000 4 bis an die äußerſte Grenze der im Augenblick vertretbaren Ein⸗ ſparungen gegangen zu ſein. Es ſind zwar in einem Unterausſchuſſe noch weitergehende Einſpa⸗ rungsvorſchläge gemacht und durchgearbeitet wor⸗ den. Wenn unſer Theater ein Kulturtheater blei⸗ ben, ein gewiſſes Niveau behalten ſoll und nichl das Riſiko eingegangen werden ſoll, daß die Einnahmen rapide ſinken, kann unter gewiſſe Aufwendungen nicht heruntergegangen werden. nung, meine Herren von der Kaufmannsſeite, iſt eine Milchmädchenrechnung, wenn uns auf der Ein⸗ nahmeſeite auch nur 100 000 4 fehlen! Schließlich darf ich noch darauf hinweiſen, daß ſchon mancher Kaufmann eine allzu radikale und vorſchuelle Ratio⸗ naliſierung bereut hat. Wir bauen jetzt nach unſe⸗ rem Sparprogramm 21 Perſonen beim Theater ab. Wir ſind durchaus bereit, zu prüfen, ob ſich ſpäter vielleicht weitere Ausgabeeinſchränkun⸗ gen ermöglichen laſſen, wie ich überhaupt die Auf⸗ faſſung vertrete, daß die Theatererörterung in den deutſchen Städten und Ländern weitergehen wird und uns in einigen Jahren wieder vor neue Löſun⸗ gen ſtellen kann. Das bedeutet aber nicht, daß wir uns eine Dauerkriſe leiſten können, wie ſie hier mit allerlei finanziellen Schädigungen der Stadt ſchon ſeit Jahren beſteht. Es muß die Entſchlußkraft ge⸗ funden werden, dieſe Kriſe endlich einmal, wenig⸗ ſtens auf eine gewiſſe Zeit, in vernünftiger Weiſe zu beenden. 5 Keiner wollte darum auch diesmal ernſtlich daran glauben, daß das Nationaltheater ſeine Pforten ſchließen könnte. Aber nun iſt es Ernſt. Die Mannheimer können dem Tode ihres Theaters geradezu in die Augen ſchauen. Ich glaube, es iſt richtig, daß der volle Ernſt der Situation einmal den beteiligten ſtädtiſchen Stellen, dem Perſonal des Theaters, der Regierung in Karls⸗ ruhe, die ſich in Schweigen gehüllt hat und auch den anderen Städten im Reich ganz tief bewußt geworden Ihre ganze Rech⸗ iſt, damit die Verantwortung jedes Einzelnen eine Stärkung erfährt. Aber es wäre doch ein nicht wieder gut zu machender Schaden für unſere Stadt, wenn gerade unſer Theater ein Opfer des finanziellen Drucks und der Parteikämpfe würde. Viele Mannheimer, darunter auch manche Stadt⸗ verordnete, ſcheinen ſich über die Folgen einer Schließung des Nationaltheiters noch nicht völlig klar zu ſein. Es iſt freilich nicht richtig, daß, wie in der Oeffentlichkeit teilweiſe verlautete, die Weiter⸗ führung des Theaters nur 200 000 RM. mehr koſtet als die Schließung. Die Fortführung des Theaters koſtet nach dem letzten Voranſchlag der Verwaltung einſchl. der feſten ſtädtiſchen Leiſtungen für Gebäude⸗ unterhalt, Ruhegehalte und dergl. rund 1600 000 RM., während bei der Schließung uns Aufwendungen in Höhe von mindeſtens 900 000 RM. verbleiben. Ich muß aber betonen, daß der Betrag von 900 000 RM. ſo außerordentlich gering gerechnet iſt, daß er auf Jahre hinaus als Mindeſtbetrag auch dann verbleibt, wenn man gewiſſe Einnahmen aus dem Orcheſter und durch gelegentliche Vermietung des Theatergebäudes in Anſatz bringt. Es iſt aber ohne weiteres klar, daß die unmittelbare und mittelbaxe wirtſchaftliche Schädigung, die durch eine Schließung des Theaters erwüchſe, weit über dieſen Perſonenkreis von 338 Menſchen, die z. Zt. am Theater beſchäftigt ſind, hinausreicht, da es auch ſonſt noch allerlei Kreiſe gibt, die in ihrer Exiſtenz vom Theaterbetrieb beeinflußt ſind, und eine weſentliche wirtſchaftliche Schädigung der Stadt insbeſondere auch daraus erwächſt, daß Mannheim für Fremde aus der näheren und wei⸗ teren Umgebung, für Kongreß⸗ und Verkehrswer⸗ bung einen weſentlichen Anziehungspunkt verliert. Wir haben gerade in dieſem Jahre mit großem Erfolg für Mannheim geworben, das bisher in der Hauptſache nur als Quadrat⸗ und Theaterſtadt bekannt war. Was ſollen wir nach dem Wegfall des Theaters zur Begründung ſagen, wenn wir den Ruf„Beſuchet Mannheim“ ertönen laſſen, ganz zu ſchweigen von dem ungeheuren Preſtige⸗ verluſt, den Mannheim bei einer Schließung ſeiner berühmten Kunſtſtätte allerorts in Deutſchland, ja auch im Auslande erleiden wird, aber es iſt damit noch nicht genug. Nach dem Wegfall des National⸗ theaters werden private Schauſpielbühnen, wahrſcheinlich ſolche der Freien Volksbühne und des Bühnenvolksbundes ins Leben gerufen wer⸗ den und das erſte wird fein, daß ſie ſich mit Zuſchuß⸗ geſuchen an die Stadt wenden. Glauben Sie, ſolche Zuſchüſſe, um die ſich unſere Aufwendungen dann er⸗ höhen werden, etwa verweigern zu können? Das Orcheſter, nicht mehr genügend beſchäftigt und durch die Konkurrenz der benachbarten Orcheſter be⸗ drängt, wird ſeinen Elan und ſeine künſtlexiſche Qualität bald verlieren und damit wird ein weiteres berühmtes Inſtitut zugrunde gehen, welches heute das Kernſtück unſeres reichen Muſiklebens bildet. Ich bin damit bei der ſchweren kulturellen Schädigung der Stadt angelangt, die eine Schließung des Theaters zur Folge haben wird. Es werden von Mk. 1,1 Millionen für das Theater nicht überſchritten werden darf Kirchen und Schulen zur Erhebung und Bildung der Menſchen gebaut. Iſt nicht auch das Theater eine Stätte der Bildung und Erhebung von Vielen? Und ſteht es nicht trotz aller Spielplankritik immer noch turmhoch über den ſeichten Dingen, die an allen Straßenecken der Bevölkerung für ihre Mußeſtunden angeboten werden? Bedenken Sie noch eines. Der einfache Bürger verſteht nicht ſo ganz das Spiel, das hier geſpielt wird. Es iſt tatſächlich ein wenig Spiel dabei, wenn manche im Parlament ſich ſagen, die anderen werden es ſchon bewilligen, wir wollen aber bet unſerer Meinung ſtehen bleiben und zeigen, wie grundſatzfeſt wir ſind. Und es iſt auch viel Starr⸗ ſinn und falſches Preſtigegefühl dabei. Man möchte im Inneren gerne verſchoſſene Pfeile in den Köcher zurückholen, aber das hieße ja nachgeben und ſich ſchwach zeigen. Schließlich ſcheint aus den Land⸗ tagswahlen noch ein wenig Wahlſtimmung übrig⸗ geblieben zu ſein, denn ich kann doch nicht anneh⸗ men, daß etwa ein Jahr vor den nächſten Gemeinde⸗ wahlen ſchon mit dem Wahlaufmarſch begonnen wird. Wollen wir denn nicht dieſem grauſamen Spiel, das letztlich die Bürgerſchaft belaſtet, das nur un⸗ nötige Ausgaben verurſacht und Verwirrung ſtiftet, nunmehr ein Ende machen. Die Verwaltung iſt der Meinung, daß im gegenwärtigen Augenblick eine weitere Verkürzung des Betriebszu⸗ ſchuſſes von 1,1 Million A nicht vertretbar iſt. Es gibt Fraktionen in dieſem Hauſe, die der Meinung ſind, daß ſchon dieſe Verkürzung zu weit geht und daß unter den Betrag von 1150 000/ nicht heruntergegangen werden ſoll. Die Volkspartei würde, wie kürzlich geſagt wurde, eventuell auf den Betrag von 1050 000/ heraufzugehen bereit ſein. Kann man ſich denn da nicht in der Mitte treffen und ſich auf den Vorſchlag der Verwaltung einigen, wobet ſich die Verwaltung bereit erklärt, weitere Erſparnismöglichkeiten zu prüfen? Im übrigen hängt ja die wirtſchaftliche und geiſtige Führung eines Theaters im wefentlichen von ſeinem Leiter ab. Es muß zwiſchen der Bürgerſchaft, den ſtädti⸗ ſchen Körperſchaften und dem Leiter des Theaters, wenn auch vielleicht keine völlige Uebereinſtimmung in allen Punkten, ſo doch ein Vertrauensverhältuts beſtehen. Iſt dieſes Vertrauens verhältnis nicht wie⸗ eder herſtellbar, dann muß eben ein Wechſel in der Perſon des Intendanten eintreten, wozu ja auch der Intendant ſelbſt die Hand bietet. Ich habe, das wird mir jeder, der die Verhält⸗ niſſe kennt, beſtätigen müſſen, mit einer ungeheuren Geduld wochen⸗, ja monatelang verſucht, einer ver⸗ nünftigen Verſtändigung die Wege zu ebnen. In Ihrer Hand liegt es, den Streit zu beenden, bevor er ſich wie ein ungeheurer Brand auf alle Kreiſe der Bütrgerſchaft ſelbſt ausdehnt, denn ſeien Sie über⸗ zeugt, ſo leicht gibt der Mannheimer ſein National- theater nicht verloren.(Beifall bei den Sozialdemo⸗ kraten. Demokraten und Deutſchnationalen.) Folgender Antrag der demokratiſchen Partei wird von Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich zur Ver⸗ leſung gebracht: N „Unter Aufrechterhaltung des Theaterbetriebs mit den drei Spielgattungen— Schauſpiel, Oper, Operette— und unter Zugrundelegung des bei⸗ liegenden Voranſchlags wird beſtimmt, daß bei Ex⸗ reichung einer Einnahmeſumme von 1 220 000 Mk. der jährliche Betriebszuſchuß von 1100 000 Mk. nicht überſchritten werden darf; Anordnungen in dieſem Sinne können nur auf die Dauer von drei Spielzeiten, gerechnet vom September 1930 an, ge⸗ troffen werden.“ Stv. Dr. Wolfhard(Dem.): Oberbürgermetſter Dr. Heimerich hat Ihnen mit voller Offenheit die Berhältniſſe des Theaters dar⸗ gelegt. Es iſt ein Glück, daß wir das Jubiläum ſchon geſeiert haben. Wenn wir es an dem Termin der Er⸗ öffnung der Schillerbühne gefeiert hätten, ſo wären wir mitten in die Kriſe des Mannheimer Nattonal⸗ theaters hineingeraten. Am 7. Oktober wurde das Jubiläum vor 100 Jahren gefeiert. Wir können rück⸗ blickend ſagen, daß wir ein Recht haben, das 150 jäh⸗ rige Jubiläum zu feiern, wenn auch jetzt berechnende umd rechnende Mitglieder des Bürgerausſchuſſes Etu⸗ nahmen und Ausgaben ſummieren und darnach ihre Beſchüſſe faſſen. Am letzten Sonntag hieß es im Nibelungenſaal, das Mannheimer iſt in Gefahr. Das war nicht bloß ein Schreck⸗ ſchuß, denn die Gefahr iſt tatſächlich ſehr groß. Die Mannheimer haben wegen ihrer Beziehung zum Theater mancherlei Schönes, mancherlei Gutes und auch mancherlei Schweres zu hören bekommen. Der preußiſche Finanzminiſter hat heute im Landtag die Verhältniſſe des Mannheimer Theaters behandelt und es abgelehnt, ſie als Vorbild gelten zu laſſen. Der Oberbürgermeiſter hat bereits auf den Pre⸗ ſtigeverluſt hingewieſen, den Mannheim durch die Theaterfrage erlitten hat. Wir haben unſern An⸗ trag geſtellt, nicht etwa, um Wahlgeſchäfte zu machen, ſondern um einen Weg zu zeigen, wie man die Kul⸗ turſtätte, das Mannheimer Nattonaltheater, aufrecht erhalten kann. Ich richte meine Mahnung an alle, die mit dem Theater zu tun haben. Die Künſtler⸗ ſchaft hat ſich bereit erklärt, mitzuhelfen, um das Theater über die ſchwere Zeit hinwegzubringen. Die Ausgaben für das Orcheſter, das vor ganz kurzer Zeit ſein 150 jähriges Jubiläum feiern konnte, betru⸗ gen 1913 180 000 Mk., heute müſſen wir 560 000 Mark aufwenden. Der Spielplan muß ſo geſtaltet werden, daß möglichſt viele Zuſchaner in das Theater kom⸗ men. Die höchſte Pflicht muß die Bereitſchaft für das Nationaltheater ſein. Man muß den Nibelungenſaal auch für mittlere Operettenkräfte verwenden, um neue Einnahmemög⸗ lichkeiten zu ſchaffen. Geſpart muß in jeder Weiſe werden. Wir müſſen uns in dieſer Zeit gefallen Theater laſſen, wenn die Ausſtattung der Stücke manchmal nicht allen Wünſchen entſpricht. Auf Garderobe uſw. muß die allergrößte Sorgfalt verwendet werden. Ich darf darauf hinweiſen, daß auch von den Parteien, die den Theateretat ablehnen, die Theaterſpeztaliſten mit dem Stadtrat das ganze Problem durchberaten haben, aber keiner dieſer Theaterſpezialiſten hat einen anderen Weg zeigen können, als ihn ber Stadtrat ge⸗ zeigt hat. Ich möchte wünſchen, daß aus den jetzigen Verhandlungen eine Wiebererſtehung des Theaters hervorgehen moge. Ich möchte bei die⸗ ſer Gelegenheit wünſchen, daß die Worte, die Herr Lenel bel ber Erbauung bes Palaſthotels gebraucht hat, auch heute für ihn Geltung haben. Der Redner ging dann kurz auf die Einſtellung der katholischen Kirche zum Schauſpiel und zum Faſching in Deutſch⸗ land ein und berührte hierauf das neue ruſſiſche Theater in geſchickter Weife. Es gehe aber ulcht an, daß ſich das Theater nach einer Minderheit richte. Ich muß dem Redner des Sonntags im Nibelungen⸗ ſaal, Rechtsanwalt Gentil, recht geben, der meinte, daß das Theater eine Sache iſt, die weit über die Fraktionen hinausgehe und daß ſie die geſamte Mannheimer Bürgerſchaft angehe. Wer die Spiel⸗ begeiſterung der Mannheimer Bevölkerung erhalten hat, der hat auch Verpflichtungen ſchwerſter Art. Mannheim iſt nicht nur als Stabt der Quabrate, ſondern als Stätte der Bildung vielſeitigſter Art be⸗ kannt. Mannheim kann ſeine Zeitſchrift„Die leben⸗ dige Stadt“ nicht mehr herausbringen, wenn es ſeine Hauptbildungsſtätte eingehen läßt. Keine verant⸗ wörtliche Gemeindebehörde und kein Bürgermeiſter kann einen Beſchluß eines Bürgerausſchuſſes ent⸗ gegennehmen, in dem lediglich ein beſtimmter Zu⸗ ſchuß feſtgelegt wird, während die Einnahmen Sache der Verwaltung bleiben ſollen. Wenn es ſo gehand⸗ habt werden ſoll, brauchen wir keinen Tag länger hier ſitzen bleiben, dann wäre nämlich die Ent⸗ ſcheidung in die Hände des Stadtrats ge⸗ legt. Aus dieſer Erwägung heraus haben wir unſe⸗ ren Antrag geſtellt. Das Theater muß endlich aus der Kriſenſtimmung herauskommen, es muß ihm Gelegenheit gegeben werden, den Preſtige⸗ verluſt wieder einzuholen, den es erlitten hat. Ich hoffe, daß wir über die ſchwere Gefahr hinwegkom⸗ men und uns die Kulturſtätte erhalten bleibt. Beigeordneter Zoepffel: In einem Artikel in ber Abendnummer der„Neuen Mannheimr Zeitung vom 10. Dez.„Zur Mann⸗ heimer Theaterfrage“ werden die Verhältniſſe des Mannheimer Nationaltheaters mit denen des Darm⸗ ſtädter Landestheaters verglichen. Hier wird der Etat des Darmſtäbter Theaters als Beweis dafür an⸗ geführt, daß mit einem Geſamtzuſchuß von 1 500 000 Mark auszukommen ſei. Allein nach den vom Darm⸗ ſtädter Landestheater ſelbſt gelieferten Zahlen hat dort nach dem Rechnungsergebnis der Geſamtzuſchuß N 8. Seite. Nr. 581 Neue Mannheimer Zeitung[Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 für 1928/9 1614516 Mk. betragen; alſo gerade die 100 000 Mk. mehr, die beim hieſigen Nationaltheater ſtreitig ſind. Weiter wird in dem Artikel ausgeführt, daß die perſönlichen Ausgaben ausſchließlich derjenigen für Ruhe⸗ und Unterſtützungsgehälter nach dem Rech⸗ nungsergebnis betragen hätten: Für Darmſtadt 1613 000 Mk. für Mannheim 1932 820 Mk., ſodaß ſich zu Ungunſten Mannheims ein Mehrbetrag von 320 000 Mk. ergäbe. Die richtigen Zahlen ſind die folgenden: Mannheim 2 095 967 Mk. Darmſtadt 1795 986 Mk. Für Mannheim alſo mehr 299 981 Mk. Von dieſem Mehrbetrag an perſönlichen Aus⸗ gaben von rund 300 000 Mk. in Mannheim entfallen allein 158 000 Mk. auf das Orcheſter, das in Mann⸗ heim weſentlich höher beſoldet iſt als in Darmſtadt; 13 000 Mk. auf Chor und Tanz und 98 000 Mk. auf das Solo. Nach der Durchführung der in Ausſicht genom⸗ menen Einſparungen in Höhe von 56 000 Mk. beim Solo wird ſich dieſer Unterſchied auf 42 000 Mk. ver⸗ ringern. In verſchiedenen Poſten weiſt dagegen Darmſtadt höhere Ausgaben auf als Mannheim: ſo beim techniſchen Perſonal 24 000 Mk. bei der Verwaltung 5 000 Mk. bei den Gaſtſpielen 17 000 Mk. Günſtiger als Mannheim ſteht Darmſtadt beim Sachaufwand. Der geſamte Sachaufwand beträgt in Mannheim 730 000 Mk. in Darmſtadt 329 000 Mk. alſo in Mannheim mehr 401 000 Mk. Hierin ſind aber allein für Unterhalt des Theater⸗ gebäudes in Mannheim 220 000 Mk. gegen vd. 60 000 Mark in Darmſtadt enthalten. In dem Artikel werden bei den Sachausgaben be⸗ ſonders hervorgehoben die geringeren Aufwen⸗ dungen Darmſtadts für Urheberanteile. Allein dieſe Ausgabe iſt zwangsläufig. Der Urheberanteil be⸗ ſteht in einem beſtimmten Prozentſatz der Roh⸗ einnahme, wächkſt alſo mit dieſer. Die Forderung nach einer Verminderung der Ausgabe für Urheber⸗ anteil würde alſo tatſächlich die Forderung nach einer Verringerung der Einnahmen bedeuten. Damtt komme ich auf den Vergleich der Einnahmen zwiſchen Mannheim und Darmſtadt, auf den der mehr er⸗ w Inte Artikelt mit keinem Wort eingeht. Dieſer Vergleich fällt ſehr zugunſten Manheims aus: Mannheim(nach Abzug des ſtaatlichen und des ſtädtiſchen feſten Zuſchuſſes) 1 209 072 Mk. Darmſtadt 778 450 Mk. alſo Mannheim mehr 430 622 Mk. Auf die Tatſache, daß die Einnahmen in Mann⸗ heim, verglichen mit denen der Nachbarbühnen im⸗ mer noch recht günſtig ſind, iſt ſchon wiederholt hin⸗ gewieſen worden. Dieſe Einnahmen betragen im Rechnungsfahr 1928/29 in Mannheim nach dem Rech⸗ nungsergebnis 1209 000 Mk. in Karlsruhe voranſchlagsmäßig 840 000 Mk. und in Stuttgart voranſchlagsmäßig 1493 000 M Wenn man berückſichtigt, daß die Einwohnerzahl Stuttgarts ſo viel größer iſt als die Mannheims, und daß Stuttgart über zwei vorzüglich eingerichtete, moderne Häuſer verfügt, ſo iſt auch im Vergleich zu Stuttgart die Mannheimer Einnahme recht günſtig. Nun geſtatten Sie mir noch einige Bemerkungen zu den Gründen für die Steigerung der Theater⸗ guſchüſſe: Der Präſtdent der Genofſfſenſchaft deutſcher Bühnenangehöriger, Herr Wallauer, hat in ſeiner Anſprache bei der Kundgebung vom letzten Sonntag auf die hohen Ausgaben für die Verwaltung und auf die in vielen Fällen unzweckmäßigen Aufwendungen für Ausſtattungen hingewieſen. Dieſe Bemerkungen treffen jedenfalls für das Mannheimer Nattonal⸗ theater nicht zu. In dem dem Bürgerausſchuß für 193031 vorge⸗ legten Etatsentwurf iſt der Aufwand für die Verwal⸗ tung einſchließlich der Kaſſe und des Hausperſonals (Pförtner, Hausmeiſter, Hausdiener, Bürodiener und Putzfrauen) auf 80 000 Mk. angeſetzt. Bei einem Per⸗ ſonalaufwand von 1931000 Mk. beträgt ſonach der Aufwand für die Verwaltung nur 4 Proz. Für Ausſtattung ſind im Entwurf des Voran⸗ ſchlags für 1930/31 vorgeſehen 80 000 Mk. Hiervon gehen ab für moderne Garderobe und Koſtſtme etwa 17000 Mk. Der dann noch verbleibende Reſt von etwa 43 000 Mk. geſtattet wirklich nicht die Entfaltung eines beſonderen Luxus bei den Ausſtattungen. Die wirklichen Gründe für die ſtarke Erhohung der Theaterzuſchüſſe werden von Herrn Wallauer nicht genannt. Sie ſind abgeſehen von den allge⸗ meinen Gründen wirtſchaftlicher Natur, in dem außerordentlich ſtarken Anwachſen einer Reihe von Perſonalausgaben zu ſuchen. Hierfür nur einige Vergleichszahlen für Mannheim für die Spieljahre 1913/14 und 192829 nach dem Rechnungsergebnis: 1913/14 1928/29 1. Solo 484 785„ 621 762„ mehr 28,25 2. Chor 112 197 181 434 4 mehr 61,7 8. Orcheſter 209 838„ 550 770 4 mehr 162,5 4. Techn. Perſo⸗ nal, Arbeiter 118 875% 321 830 4 mehr 170,7 Hieraus ergibt ſich, daß die Aufwendungen für das Orcheſter und das techniſche Perſonal beſonders ſtark geſtiegen ſind. In einem ſtarken Abſtand folgt der Chor, zuletzt kommt das Solo. Das Solo hat alſo ſeine Bezüge durchſchnittlich geſehen nicht einmal der Geldentwertung angleichen können. Dieſes Ergeb⸗ nis ſtimmt durchaus überein mit demjenigen einer Statiſtik über die Arbeitsbedingungen der Solomit⸗ glieder, die die Genoſſenſchaft deutſcher Bühnen⸗ angehöriger für das Spieljahr 1928/20 veranſtaltet hat. Trotzdem iſt das Solo leider als der Punkt des ſchwächſten Widerſtands, wie anderwärts, auch hier das hauptſächliche Obfekt für Sparmaßnahmen. Um Mißverſtändniſſen vorzubeugen, möchte ich ausdrücklich hervorheben, daß Verbeſſerungen in der Entlohnung des techniſchen Perſonals, der Mitglieder von Orcheſter und Chor gegenüber der Vorkriegszeit durchaus angebracht waren, weil die Bezüge in vielen Fällen zu niedrig waren. Allein es iſt hier über das Maß des Notwendigen und vor allem des für die Theater Erträglichen hinausgegangen worden. Jedenfalls zeigen dieſe Zahlen, daß ein ſtarkes Anwachſen der Theterzuſchüſſe unvermeidlich iſt. Im Spielfahr 1913/14 betrug der Betriebszuſchuß für das Mannheimer Nationaltheater 585000 Mk. Zieht man die aus der Geldentwertung und dem eben darge⸗ legten Anſteigen der perſönlichen Ausgaben ſich zwangsläufig ergebenden Erhöhungen in Betracht, ſo kommt man auf Zuſchußbeträge, die über den tatſäch⸗ lich angeforderten liegen müßten, wenn es nicht ge⸗ lungen wäre, auch die Einnahmen weſentlich— um etwa 58 Proz.— zu erhöhen. In die bisherigen Erörterungen über das Theater haben auch weltanſchauliche Fragen mit hinein⸗ geſpielt. Es iſt die Aufführung einer Reihe von Stücken von einer Seite beanſtandet, und es ſind eaßnahmen gefordert worden, um ſolche Auffüh⸗ rungen für die Zukunft zu verhindern. Eine beſon⸗ dere Rolle hat dabei die Abſicht des Herrn Inten⸗ danten gespielt,„Cyankali“ von Wolff, aufführen zu laſſen. Nun kann man ſelbſtverſtändlich zu dem in „Cyankali“ behandelten Problem in verſchiedener Weiſe Stellung nehmen. Ein dieſes überaus ernſte und für weite Volkskreiſe ſehr bedeutungsvolle Problem behandelndes Stück wird aber doch nur dann für das Theater abgelehnt werden können, wenn es durch die Art der Darſtellung das ſittliche Empfinden verletzt. Das trifft auf„Cyankali“ nicht zu. Es han⸗ delt ſich dabei um ein hochſtehendes Werk eines ernſten Künſtlers, der mit anderen Werken bereits Anerken⸗ nung gefunden hat, und der auch in Mannheim nicht unbekannt iſt. Ich habe das Stück in Berlin ge⸗ ſehen und habe davon nur den Eindruck gehabt, daß es die durch die fragliche Beſtimmung des Strafgeſetz⸗ buchs hervorgerufenen Notſtände in erſchütternder Weiſe zur Darſtellung bringt, ohne auch nur mit einem Wort„ſchlüpfrig“ oder„anzüglich“ zu ſein. Stv. Lenel(D. Vpt.): Die Mitteilung des Ober⸗ bürgermeiſters iſt ſehr merkwürdig. Der Bürger⸗ ausſchuß hat ſich in ſeiner letzten Sitzung mit Mehr⸗ heit für die Fortführung des Theaters ausgeſpro⸗ chen. Er hat auch in ſeiner Mehrheit Mittel be⸗ willigt, die Sozialdemokraten und Demokraten 1650 000 4, meine Partei 150 000„ weniger. Man kann alſo ſchlechthin nicht ſagen, daß keine Mehr⸗ heit vorhanden ſei, Mittel für die Fortführung des Theaters zur Verfügung zu ſtellen, nur nicht in dem Ausmaße, wie ſie der Stadtrat für erforderlich hält. Ich habe auch das Empfinden, daß von Seiten des Zentrums eine gewiſſe Geneigtheit beſtand, Mittel für das Theater zur Verfügung zu ſtellen, wenn man ihren Wünſchen, daß bei der Auswahl der Stücke ihrer Weltanſchauung Rechnung getragen wird, entſprochen werden könne. Wir können von unſerem Standpunkt aus ein ſolches Verlangen des Zentrums nicht gutheißen, weil wir nicht einer Weltanſchauung gewiſſermaßen eine Zenſurſtelle zu⸗ billigen können. Worauf es mir aber ankommt, iſt die Feſtſtellung, daß nun wohl Sozialdemokraten, Demokraten, Volkspartei und unter gewiſſen Be⸗ dingungen auch das Zentrum bereit ſind, die Mittel für die Fortſetzung des Theaters zur Verfügung zu ſtellen, ſoweit man glaubt, ſie verantworten zu kön⸗ nen. Das iſt begreiflich und berechtigt. Ich bin auch der Anſicht des Herrn Oberbürgermeiſters, daß in dem Theater ein Stück notwendiger Kultur iſt und ich bin ferner der Anſicht, daß die Erforderniſſe der Kultur, die Aufrechterhaltung der Kultur, die Hin⸗ eintragung der Kultur in weite Volkskreiſe eine Pflicht jeder Regierung und jeder Stadtverwaltung iſt und daß dieſe Pflicht vielleicht noch höher ſteht als die Pflicht, die Belange der Wirtſchaft zu för⸗ dern, denn kein Volk, das ſich reſpektiert, kein Volk, das höherſtrebt, darf ſeine Pflicht der Kultur gegen⸗ Über vernachläſſigen. Aber ich muß auch das ſagen, Aufſehen bei meinen Kollegen von der Linken damit finden werde, doch es iſt aber ſo, und es muß geſagt werden, weder die Kultur noch die ſoztalen Belange wachſen, gedeihen und leben in einem luftleeren Raum, ſie können nur leben vom Ertrage der Wirt⸗ ſchaft, und das muß ganz ehrlich geſagt werden. Dem Kollegen Wolfhardt möchte ich ſagen, daß ich das Vertrauen zu Mannheim und ſeiner Zukunft nicht verloren habe, wohl aber, daß dieſer Aufſchwung, den wir ſo notwendig haben und von dem es ab⸗ hängt, daß nicht immer weitere Kreiſe und Fami⸗ lien in das entſetzliche Los der Arbeitsloſigkeit hin⸗ eintreiben, eine Furcht iſt, daß wir hier Maßnahmen beſchließen, die den Ertrag der Wirtſchaft, der für das Gedeihen und die Zukunft unſerer Stadt ſo not⸗ wendig iſt, im weſentlichen beeinträchtigen. Es iſt freilich nur eine Summe von 150 000„. Davon iſt keine Rede. Worauf es uns ankommt, das alles, was bislang von uns für das Theater gefordert worden iſt, alle die Jahre immer auf dem Papier geſtanden hat, immer wieder überſchritten wurde. Für 25/26 um zirka 200 Prozent, 26/27 allerdings nur um zirka 100 Prozent, 1927/28 ging er zurück auf 50 Prozent und in 1928/29 auf 25½ Prozent. Aber das beweiſt eben nur, daß man gelernt hat und eben mehr anfordert. Ich vermag dem Bei⸗ geordneten Zoepfell nicht in allen Einzelheiten zu folgen, aber wenn er ſchon Vergleiche zieht, muß er ſte ſchon richtig ziehen, Voranſchlag gegen Vor⸗ obwohl ich vorausſehe, daß ich ſehr viel peinliches anſchlag, dann erhält man einen ganz bedeutenden Unterſchied. Auf die Ausführungen des Herrn Oberbürgermeiſters zu antworten, iſt ſehr ſchwierig, weil er ſehr empfindlich iſt. Aber meine Antwort iſt ebenſo berechtigt, wenn ſie einer ganzen Partei unterſtellen, daß ein Spiel getrieben wird, daß hier in einer Abſicht, die wir nicht verraten, eine Sache vertreten werde, die man ernſtlich gar nicht wolle. Das war in Ihren Worten gelegen und mit der gleichen Entſchiedenheit, mit der Sie ſich gegen An⸗ griffe wehren, muß es mir geſtattet ſein, eine ſolche Unterſtellung zurückzuweiſen. Ich bin der Anſicht, daß das Theater überhaupt keine Frage der Politik iſt und politiſche Momente ſollten hier überhaupt ausſcheiden. Deswegen, weil ich dieſer Anſicht bin und weil auch meine Parteifreunde dieſer Anſicht ſind, haben wir niemals daran gedacht, einen Frak⸗ tionszwang auszuüben und wir haben die Abſtim⸗ mung abſolut freigegeben. Wir haben es uns aber nicht ſo leicht gemacht, wie Dr. Gentil im Roſen⸗ garten, daß wir etwa nur eine Tradition in den Vordergrund zu ſtellen verſuchten, ſondern wir haben uns aus Pflichtgefühl unſerer Vaterſtadt gegenüber auch darüber Rechenſchaft zu geben, ob das, was verlangt wird, tatſächlich ausgegeben wer⸗ den muß, wenn das Theater erhalten wird. Wir gingen und gehen von dem Standpunkt aus und das habe ich immer geſagt, Mannheim braucht ein Theater, Mannheim muß ein Theater haben. Ge⸗ wiß, Herr Oberbürgermeiſter, ich habe die Anſicht vertreten, daß das Mannheimer Theater verpachtet werden kann. Ich bin mir klar und ſchließlich wer⸗ den Sie mir und meinen politiſchen Freunden ſo⸗ viel Einſicht zutrauen, daß dieſe unſere Anſicht hier nicht durchdringen wird. Wir wollen aber glauben machen, daß dieſer Etat darunter leidet, daß der ver⸗ antwortliche Leiter des Theaters nicht den Mut hat, mehr Einnahmen einzubringen, weil er ſie nicht herauszuholen verſteht. Wir ſind der Anſicht, daß unſere Miſere zum größten Teil daher kommt, daß eben mit den Kräften, die wir haben, nicht genug herausgeholt wird. Aber das iſt Sache des Fach⸗ manns, wo geſpart werden kann. Ich kann darum auf einzelne Punkte nicht eingehen, lauf einen ſozialdemokratiſchen Zuruf hin), jawohl, weil ich es nicht verſtehe und weil es wohl kein Bürgeraus⸗ ſchußmitglied gibt, das die Dinge verſteht. Aber das iſt richtig, daß eine ganze Anzahl Kräfte wochenlang überhaupt nicht auf dem Spielplan er⸗ ſcheinen. Wir können immer wieder ſagen und barauf hin⸗ weiſen, daß Darmſtadt bei gleich guter Qualität weniger Zuſchuß braucht. Und wenn wir wirklich auf die Qualitäten von Karlsruhe und Darmſtadt zurückgehen müſſen, ſo iſt das immer noch nicht ſo ein großes Unglück, als daß wir Mittel bewilligen, von denen wir keine Ahnung haben, ob ſte benötigt werden. Es iſt einzuſehen, daß bei einem ſolchen Etat eine Summe von 150 000 oder 100 000 Mark keine ſo große Rolle ſpielt, daß deshalb das Theater geſchloſſen werden muß. Bei einigem guten Willen müßte eine Einigung erzielt werden. Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich: Ich möchte ausdrücklich erklären, daß ich es bedauere, daß ich hier mit Herrn Stadtverordneten Lenel, mit dem ich auch ſonſt im Intereſſe der Stadt Mannheim zuſammenarbeiten muß, die Klinge kreugen muß. Ich gebe zu, daß Herr Lenel ſich in einer ſchwierigen Situation befindet und ich beſtätige ihm gern, daß er geau ſo wie ich das Theater als eine völlig unpolitiſche Anſtalt betrachtet. Ich habe keiner Partei als ſolcher ein Spiel vorgeworfen, ſondern ich habe wörtlich folgendes geſagt:„Es iſt ein wenig Spiel dabei, wenn manche im Parlament ſich ſagen, die anderen werden es ſchon bewilligen. Wir wollen aber auf unſerer Meinung feſtbleiben und zeigen, wie grundſatzfeſt wir ſind.“(Auf einen Zuruf hin: Jawohl, auch auf der Linken). Viele Bür⸗ ger in Mannheim haben das Empfinden und ich habe dieſes Empfinden zum Ausdruck gebracht. Auf eine Eingabe nach Karlsruhe über den Stand der Dinge habe ich noch keine ſchriftliche Antwort bekommen. Der Oberbürgermeiſter verlieſt dann einen Brief eines Miniſterialdirektors der Regierungskommiſ⸗ ſion des Saargebiets, der ſich mit Wärme für die Er⸗ haltung des Theaters einſetzt und ſchließt mit der Mahnung, dieſe Mahnung zu beachten. Stv. Heinrich Schneider(Wirtſchaftspartet) gibt für die Wirtſchaftspartei eine Erklärung ab, in der auf die Erklärung der Fraktion in der Sitzung vom 15. November Bezug genommen wird und dann er⸗ klärt wird, daß, nachdem die Partei in den Beſpre⸗ chungen mit dem Oberbürgermeiſter den Eindruck und die Ueberzeugung gewonnen habe, daß eine Er⸗ höhung des Umlagefußes für das nächſte Jahr nicht zu erwarten ſei, die Partei dem demokratiſchen An⸗ trag zuſtimmen werde. Stv. Hirſchler(Soz.): Wir ſtehen durch die Erklä⸗ rung der Wirtſchaftspartei vor einer gänzlich neuen Situation und das iſt das erfreuliche Ergebnis die⸗ ſer Sitzung, daß die Angeſtellten des Theaters wiſſen, daß ihre Exiſtenz geſichert iſt. Bei der Volkspartei ſcheine eine gewiſſe Verwirrung dadurch entſtanden zu ſein, daß eine Verwechflung des Kunſt⸗ mit dem Wirtſchaftsreferat vorgekommen iſt. Den Worten des Stv. Lenel entnehme ich aber, daß das Theater aufrecht erhalten werden ſoll. Wenn ich Recht haben ſollte, würde mich das freuen. Das Zentrum glaubte durch die Haltung der Volkspartei etwas für ſich durchſetzen zu können und das war die Zenſur.(Das iſt ja Unſinn, ruft Dr. Moekel). Nein, ich halte es für außerordentlich geſcheit. Dr. Peterſen hat zwei Gründe für die Haltung des Zentrums angegeben: Herabſetzung des Etats um 2— 300 000 Mark. Dadurch würden wir das Theater zu einem Provinztheater herabſchrauben und daran haben wir kein Intereſſe. Die Zenſur iſt völlig ausgeſchloſſen und in dieſer Frage ſind fünf Sechſtel der Mannheimer Bevölke⸗ rung mit uns einig. Stv. Dr. Moekel(Ztr.): aus meinem Herzen keine Mörder⸗ machen und will offen reden, wie Sie es von mir gewohnt ſind. Der Herr Ober⸗ bhürgermeiſter hat anfangs nicht ſehr liebens⸗ würdig geſprochen. Ich muß mich dagegen rerwah⸗ ren. Sie werfen uns vor, daß wir Zentrumspolitik treiben. Das iſt falſch!(Große Heiterkeit!) Wir treiben eine Politik der allgemeinen Sitte und des Anſtandes(Oho⸗Rufe, Widerſpruch und Heiterkeit). Was wir wollen, kann ich in zwei Sätzen ſagen: Wir wollen nicht, daß unſere Bühne zum Tummel⸗ platz von Zoten wird. Wir können auch nicht Gagen bezahlen, die zu hoch ſind. Das Orcheſter hat ſeine Forderungen ſo hoch geſchraubt, daß wir rund 600 000„ dafür benötigen. Sie(zu den Sozialdemokraten) ſprechen immer von Kultur, was wir als Unkultur bezeichnen. Jetzt iſt man ſogar ſoweit gegangen, daß man ganz öyniſche Stücke als freie Kunſt bezeichnet. Mögen Sie dieſes tun, wir lehnen es ab! Wir ſind uns, Herr Ober⸗ hürgermeiſter, der Schwere unſerer Verantwortung wohl bewußt. Ich bedauere, daß meine Vorſchläge in der Theaterkommiſſion keinen Anklang fanden. Wir müſſen bei dem Theater ſparen, um wieder auf den früheren Zuſtand zu kommen. Die Gagen ſind zu hoch. Der Intendant hat mir darauf er⸗ widert, das iſt unmoraliſch. Ich frage, was iſt nun moraltſcher, die Künſtler auf die Straße zu ſetzen oder ihnen Arbeit und Brot zu geben? Ich habe in der Kommiſſion eine Reihe von Vor⸗ ſchlägen gemacht. Der Intendant hatte aber geſagt, würde man dieſe annehmen, ſo würde das Theater leer und die Abonnenten verſchnupft. Ja, dann laſſen Sie eben das Theater leer und die Abonnen ten verſchnupft ſein, wenn Sie keine Reformen zur Beſſerung des Theaters annehmen wollen. Ich habe das Gefühl, daß wir zu ſpät den Ernſt der Situation erkannt haben. Sty. Dr. Wolfhard hat ſehr ſchöne Worte geſprochen; aber er iſt um den Kern der Sache herumgegangen. Es iſt eine beſon⸗ dere Weltanſchauung, wenn die Aufführung zyni⸗ ſcher Stücke verlangt wird. Es fehlt nur noch, daß auch die Wohnungsnot auf die Bühne kommt. (Heiterkeit und Widerſpruch! Str. Schreck (Komm.):„Jawohl, die Wohnungsnot gehört auf die Bühne!“) Das Zentrum befindet ſich nicht im An⸗ griff, ſondern in der Abwehr. Es will eine Be⸗ reinigung des Theaters.(Hetterkeit.) Dr. Moekel ſchlägt mit der Fauſt auf den Tiſch:„Jetzt mache ich es wie Str. Lechleiter!“(Str. Lechleiter ruft:„Das war nichts!“) Wir wollen die guten Sitten der Kunſt. Zu den Sozialdemokraten: Sie ſagen, daß hinter Ihnen die Bevölkerung von Mannheim ſteht. Ich ſage dagegen, hinter uns ſteht die Bevölkerung von Ma inheim, und zwar die Kath elt“en und die Proteſtanten. enn wir die Garantie bekommen, daß die Unſittlichkeit von der Theaterbühne verſchwindet, dann ſtimmen wir auch für das Theater. Str. Lechleiter(Kommuniſt) kommt auf die Kund ebungen der Freien Volks⸗ bühne und auf die Verſammlung am Sonn⸗ tag im Nibelungenſaal zu ſprechen. Nach ſeiner Anſicht waren in der erſten Verſammlung nur 600 und in der zweiten 7700 Perſonen. Rund 1000 Perſonen davon waren amtsmäßig in⸗ tereſſiert, ſo daß ſich noch 1700 Perſonen an der Kund⸗ gebung am Sonntag beteiligten. Iſt das wirklich ein Volksſturm in Mannheim? Das hätte doch zum Ausdruck kommen müſſen. Aber es kam nicht. Wir kennen doch einigermaßen auch die Dinge. Alle künſt⸗ lichen Machenſchaften halfen nichts. Der ſchwache Be⸗ ſuch der Kundgebungen zeigte, daß das heutige Thea⸗ ter nicht mehr der Ausdruck der heutigen Zett iſt. Wenn das Theater aufrecht erhalten werden ſoll, dann kann es nur ein Theater ſein, das der Stim⸗ mung der breiten Maſſe entſpricht. In Rußland iſt das Volk zur Kunſt und die Kunſt zum Volk gegan⸗ gen. Das Intereſſe der bürgerlichen und der prole⸗ tariſchen Kunſt iſt nicht gut zu vereinbaren. Wir ſind bereit, dem Theater die Mittel zu bewilligen, wenn ſich das Theater in den Dienſt der proletariſchen Klaſſe ſtellt. Stv. Lenel hat finanzielle Garantien 3 ich verlange die Garantie für revolutionäre unſt. f Nach weiteren Ausführungen ber Stv. Irſch⸗ linser, Morell, Dr. Oelenheinz und des Oberbürgermeiſters zieht ſich der Stadtrat zur Beratung zurück. Die Abstimmung 10 Minuten nach 8 Uhr ruft die Glocke bes Ober⸗ bürgermeiſters die Bürgerausſchußmitglieder wieder in den Saal. Der Oberbürgermeiſter gab bekannt, daß ſich der Stadtrat mit dem Antrag der demokra⸗ tiſchen Fraktion befaßt und dieſen angenommen hat. Er eröffnet die Debatte darſtber. Da keine Aus⸗ ſprache gewünſcht wurde, begann die Abſtimmung tber diſen Antrag. Die Abſtimmung ergab, daß der demokratiſche Antrag mit 61:48 Stimmen angenommen wur de. Für die Vorlage ſtimmten die Sozialdemokraten, Demokraten, die Reichsp. für Aufwert., die Wirtſchaftspartei und die Deutſchnationalen; dagegen waren die Deutſche Volkspartei, das Zentrum, die Kommuniſten und der Vertreter der chriſtl.⸗ſozialen Reichspartei. Das Er⸗ gebnis der Abſtimmung wurde auf der Tribüne mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich ſchloß hierauf um.15 Uhr die öffentliche Sitzung. will 800 grube dürfen Sie als besorgte Mutter für die zarte, empfindliche Haut res Kindes nur die milde, reine NIVEA INH DbERSEIFE verwenden Nives-Kinderseife wird noch örtlicher Vorschrift hergestellt, mit ihrem seiden- weichen Schaum dringt sie schonend in die Hautpofen ein und mocht sie ſrei für eine ge- unde und kruftige Hautatmung. 5 Freis 70 Pig.— NIVEA-CRETIE ist Iaqes-/ und Nachtcreme zugleich. Am Tege schützt sie hre Haut vor den schädlichen Einildssen rauher Witterung. 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Auch das ſchwierigſte Gebiet, der ſexuale Ausgleich, macht ſchneſte Fortſchritte, und der Begriff Ehe ge⸗ hört gegenwärtig zu den in ſtändiger Wandlung be⸗ griffenen. Feſtſteht auf alle Fälle, daß die heutige Frau nicht mehr zu den entrechteten, degradierten Weſen gehört, die dem Manne dienſtbar und hörig ſind, ſondern daß ſie in gleichberechtigter Freiheit ihm zur Seite ſteht, als Gefährtin und Helf⸗rin.„Männer machen die Geſchichte“, ſagten früher viele in über⸗ heblicher Verkennung der Tatſachen; wenn heute auch die Frau in das Rederwerk eingreift, ſo iſt das nicht zutletzt das hohe Verdienſt der großen Schwedin Ellen Key, die heute vor 80 Jahren das Licht der Welt er⸗ blickte. Tauſende von erlöſten Frauen und Mädchen, die ſich ihres Rechtes bewußt wurden, blicken ver⸗ ehrend zu den edlen, milden Zügen dieſer Frau auf, deren Anmut von Hannah Pauli im Bilde feſtge⸗ halten worden ſſt. 5 Ellen Karoline Sofia Key wurde am 11. Dezem⸗ ber 1849 zu Sundsholm in Smaland als Tochter des Politikers und Ryksdags⸗Abgeordneten Emil Key und der Gräfin Poſſe geboren. Der Vater(1822/92) war ein bedeutender Redner, der die Rechte der Agrarier energiſch vertrat. Die Familie war eigent⸗ lich ſchottiſchen Urſprungs u. unter Guſtova Adolf in Schweden eingewandert. Die zwanzigjährige Toch⸗ ter half dem Vater als Sekretärin. In den Jahren 1878/98 wirkte ſie als Lehrerin an einer Stockholmer Privatſchule. Ihre ſoziale Geſinnung bekundet ſich in der von ihr mit Doktor Anton Nyſtröm gegrün⸗ deten Arbeiterſchube. In den Jahren 1883/1909 war ſte außerdem als Vorleſerin an dem Arbeitsinſtitut in Stockholm, ebenfalls einer durchaus ſozialen Ein⸗ richtung, eifrig tätig. Durch zahlreiche Zeitungsauf⸗ ſätze und Vorträge machte Ellen Key ſich bekannt, und ihre neuen, edlen Geſinnungen fanden lebhaften Anklang. Sie galt als die„Pallas von Schweden“ und ihr Wort drang über die Grenzen ihrer Heimat, zumal ihre Schriften es ihr ermöglichten, auf weiten Reiſen durch Finnland, Rußland und andere Länder, Länder und Menſchen kennen zu lernen. Sie redet zu uns in einer Fülle von gedanken⸗ vollen Schriften. Die Kunſt zu fabulteren, lag ihr wohl nicht. Man hat ſie mit der Landsmännin Selma Lagerlöf verglichen und ihr den Verſtandes⸗ akzent zugebilligt, im Gegenſatz zur poetiſchen Zeit⸗ genoſſin. In das Nützen und Erfreuen, das der römiſche Dichter ſeiner Kunſt zuſchreibt, haben ſie ſich geteilt, und Ellen Key wählte das prodesse, das ihr auch reichlich gelang. Das Eigentumsrecht der Frau um ihre Befreiung von der Macht des Man⸗ nes behandelte ſie 1887. Im folgenden Jahre er⸗ ſchien das Buch:„Von der Kindheit des menſch⸗ lichen Geſchlechts“, 1889„Der Grund der Reaktion“, ferner:„Die Entwicklung der Moral; 1895„Indi⸗ vidualismus und Sozialismus“; 1889 erſchien eine Biographie von Ernſt Ahlgren; 1893 ein Buch über Erdgren Leffler, Herzogin von Cajonello. Im Jahre 1900 behandelte ſie in charakteriſterender Sonderbeleuchtung den Engländer Browning und Almquiſt:„Sveriges modernaste diktare.“ Im Jahre 1896 erſchien„Missbrukad Kvinnokraft“ („Mißbrauchte Frauenkraft“), wo die Gleichwertig⸗ keit weiblicher und männlicher Betätigung mit zorniger Energie betont wurde. Im Jahre 1896 behandelte ſie die„Pſychologtie und Logik der Frau“, 1905/6 erſchtenen drei Bände„Likslinjer(„Lebens⸗ linien“) und 1909„KRvinnofragen“(„Frauenfragen“). Im Jahre 1901 gab ſie einen kroniſch gefärbten Roman„Martin Birks Jugend“ heraus, der erheb⸗ liches Aufſehen erregte. Die Gedankenrichtung ihrer Bücher war im ganzen ſtets die gleiche, aber ſie wußte dem Fragenkomplex der Frauenwelt im⸗ mer neue Seiten abzugewinnen, und ſtrebte hierin allſeitiges Erregen und Aufrittteln an. 2 „Neuen Mannheimer Zeitung“ An Thomas Mann! Die Rede des Prof. Vösk bei der Nobelpreisüberreichung in Stockholm „Wenn man ſich fragt, was die Entdeckung des 19. Jahrhunderts in der Dichtung war, welche neue Kunſtform dieſes neue Jahrhundert anſtelle der uralten geſchaffen hat, die ihre Wurzeln in Hellas hat, anſtelle des Epos, des Dramas und der Lyrik, ſo muß die Antwort lauten: den naturaliſtiſchen Roman. Durch die Schilderung der innerſten und heimlichſten Erlebniſſe der Menſchenſeele, vor dem Hintergrund des Gemeinweſens, des Milieus u. der Zeit, durch das Hervorheben des Zuſammenhanges und der Wechſelwirkung zwiſchen dem Allgemeinen und dem Einzelnen hat dieſer Roman die Wirklich⸗ keit wiederzugeben vermocht mit einer Treue, Voll⸗ ſtändigkeit und Genauigkeit, der ein Vergleichsſtück in der älteren Literatur fehlt. Der realiſtiſche Roman— den man auch ein modernes Epos in Proſa, befruchtet von der hiſtoriſchen Betrachtungsweiſe und dem Geiſt der Wiſſenſchaft, nennen könnte— er iſt im weſentlichen von Engländern, Franzoſen und Ruſſen geſchaffen worden. Er iſt an ſolche Namen wie den von Dickens und Thackeray, Balzac und Flaubert, Gogol und Tolſtof geknüpft. Von deutſcher Seite fehlte lange Zeit ein entſprechender Einſatz; die poetiſche Schöpferkraft ſuchte ſich Ausdruck in andern Formen. Das 19. Jahrhundert war ſchon zu Grabe getragen worden, als ein junger Dichter, ein zwanzigjähriger Kaufmannsſohn der alten Hanſaſtadt Lübeck, mit dem Roman Buddenbrooks hervortrat. Siebenund⸗ zwanzig Jahre ſind ſeither vergangen und in dieſer Zeit iſt allen klar geworden, daß Buddenbrooks das Meiſterwerk iſt, das die Lücke ausfüllt. Es iſt Deutſchlands erſter, bisher unübertroffener realiſti⸗ ſcher Roman großen Sttls, der ſeinen ſelbſtverſtänd⸗ lichen und ebenbürtigen Platz im europäiſchen Kon⸗ zert einnimmt. Es iſt ein bürgerlicher Roman, denn das Jahrhundert, das er ſchildert, war vor allem ein bürgerliches. Vor unſeren Augen erſteht das Bild eines Gemeinweſens, das nicht ſo groß iſt, daß es den Blick verwirrte, aber auch nicht ſo klein, daß es das Gefühl des Verfaſſers beklemmte. Die mittlere Lage iſt der klugen, nachdenklichen und ſubtilen Analyſe günſtig und die geſtaltende Kraft ſelbſt, die epiſche Erzählerfreude wird in den Buddenbrooks mit ruhiger, reifer und kunſtvoller Berechnung ge⸗ prägt. Die bürgerliche Kultur mit allen Abarten und Nuancen, die hiſtoriſchen Horizonte, die Ver⸗ änderungen des Zeitgeiſtes, der Wechſel der Gene⸗ rationen, der langſame Uebergang von kraftvollen und unbewußten Inſtinktweſen, die wie aus einer Form gegoſſen ſind, zu durchdachten, verfeinerten und ſchwachen Stimmungsmenſchen— das alles iſt mit einer Klarheit dargeſtellt, die nicht am Aeußern haften bleibt, ſondern ihr Licht auch über die ge⸗ heimen Lebensprozeſſe mit einer Kraft wirft, die niemals brutal iſt, ſondern den leichten Griff um empfindliche Dinge behält, mit einem wehmütigen Ernſt, der aber doch nicht niederdrückt, weil er von einem ſtillen, tiefen Humor belebt iſt, der ſich durch das Prisma der ironiſchen Intelligenz zu einem Regenbogenſchauer bricht. Als Milieuſchilderung, als konkrete und objektive Wirklichkeitsſchilderung haben die Budden⸗ brooks ſchwerlich ihresgleichen in der deutſchen Literatur, geht man aber hinter die feſten Außen⸗ werke, ſo verrät der Roman doch ſeine geiſtige Zu⸗ ſammengehörigkeit mit deutſcher Weſensart, mit dem metaphyſtſchen und muſikaliſchen Transſeendentalis⸗ mus. Der junge Dichter, der die Ausdrucksformen und Methoden des literariſchen Realismus mit Metſterſchaft beherrſchte, war zu innerſt innen doch von der peſſimiſtiſchen Weltanſchauung Schopen⸗ hauers und der Kulturkritik Nietzſches angegriffen und wenn die Hauptfiguren des Romans ihre letzten individuellen Heimlichkeiten offenbaren, dann ge⸗ ſchleht das in Tönen und durch die Muſik. Im Kern ſind„Buddenbrooks“ ein philoſophiſcher Roman. Er ſchildert den Untergang eines Geſchlechtes von dem Durch Humor empor! Von Hans Quaſt Eines der wirkſamſten und bekömmlichſten geiſti⸗ gen Kräftigungsmittel— ein Verjüngungsſyſtem ohne Affendrüſe und Operationsſtuhl— wird über all den tauſend Leib⸗ und Seelenrezepten von heute nur zu leicht vergeſſen: der Humor. Wie ſchön, leicht, ſchnell und vor allem wie gut würden die Menſchen miteinander auskommen, ſich verſtehen, wenn das Fluidum des Humors im pri⸗ vaten und öffentlichen Leben mehr mitſchwingen würde.— Da iſt unſer engſter Kreis: die Fami⸗ lie.— Vaterzorn, Muttergroll, Kindertränen, Don⸗ der und Blitz am häuslichen Himmel, wie oft wür⸗ den ſie durch ein einziges fröhliches Wort im rechten Augenblick im Keim erſtickt ſein. Kinder, dieſe von Natur aus großen Humoriſten, entwaffnen bekannt⸗ lich oft durch ein einziges Wort alles Zürnen der Großen, entſpannen im Nu eine kritiſche häusliche Situation. Unter Freunden, Bekannten, am Stammtiſch, in der kleinen Geſellſchaft zu Hauſe, wie oft bringt da in der Hitze des Gefechts ein unrechtes, ungutes Wort eine geladene,„dicke“„kribbelige“ Atmoſphäre. Wohl dem Gaſt oder Wirt, der da mit einem treffen⸗ den, luſtigen Wort alles wieder gut macht vom Druck befreit— aus geſpannten Gegnern lachende Ver⸗ ſöhnte, aus einer betroffenen Gemeinde einen ſchmunzelnden Bruder macht. Ein humorvoller Menſch kann zum Segen der Geſellſchaft werden.(Nicht zu verwechſeln mit dem humorvollen Geſellſchafter ſind jene unentwegten „Witzbolde“, die unaufhörlich Anekdöbtchen erzählen, die jede Geſelligkeit geradezu morden können.) Ein Witz zur rechten Zeit— gewiß eine Gottesgabel Aber Humor iſt mehr. Humor iſt Verſtändnis, Güte, iſt ein„Darüberſtehen“, nicht nur eine Eigenſchaft des Menſchen, ſondern ſein ganzes Weſen.— Und gerade deshalb auch ſiegt der hu⸗ morvolle Menſch— nicht nur, weil er lachen macht, ſondern weil der andere— wenn auch unbewußt— geiſtige Ueberlegenheit des Herzens ſpürt und wil⸗ lig auf ſich wirken läßt.— Nicht umſonſt ſind in allen Körperſchaften, in Verſammlungen, Parla⸗ menten, im geſchäftlichen, politiſchen, kulturellen Leben die humorvollen Leute(nicht zu verwechſeln mit den Hanswurſten und Grimaſſenſchneidern) die erfolgreichen, die beliebten. Humorvolle Oppo⸗ ſition, ſei es in Zeitung, Parlament oder perſön⸗ lichem Verkehr, wirkt viel ſtärker, als die rein lehr⸗ haft trockene„Nur⸗Sachlichkeit.“„Von allen Gei⸗ ſtern, die verneinen, iſt mir der Schalk am wenigſten zur Laſt“, ſagt Goethe.— Eine einzige treffliche luſtige Zeichnung in einem Witzblatt bekämpft einen „Großen“ oft viel wirkſamer als langamtmige,„ſach⸗ liche“ Parlamentsreden, eine kleine humorvolle At⸗ tacke in der Zeitung gegen einen Uebelſtand in der Oeffentlichkeit beſeitigt ihn oft viel raſcher, als kleine und große Anfragen und Debatten im Stadt⸗ und Landrat. Ein ganz Großer unter den Politikern, Bismarck, hat zur rechten Zeit mit einem humorvollen oder witzigen Wort eine politiſch geſpannte Stimmung erfolgreich gelöſt, Menſchen und Parteien damit für Standpunkt, daß eine tiefe Einſicht in das Weſen des Lebens und ſeine Bedingungen unvereinbar ſind mit naiver Lebensluſt und ungehemmter Freude des Handelns. Reflexionen, Selbſtbetrachtungen, die ſeeliſche Verfeinerung, der philoſophiſche Tiefſinn und das äſthetiſche Stimmungsleben, ſie alle erſchienen dem jungen Thomas Mann als auflöſende und zer⸗ ſtörende Mächte; in einer ſeiner beſten Novellen, Tonio Kröger, hat er ergreifende Worte über ſeine bürgerliche Liebe zu dem Menſchlichen, dem Leben⸗ den, dem Gebräuchlichen geſprochen und dieſe Liebe geht über die Buddenbrooks. Er hat ſelbſt außer⸗ halb der bürgerlichen Welt geſtanden, die er ſchildert und deswegen hat er den freien Ueberblick gehabt; aber dabei hat er doch immer ein wehmütiges Heimweh nach dem verlorenen Unbewußtſein gehabt und daraus fließt das Verſtändnis, das Mitleid und die Pietät. Dieſe ſchmerzliche Jugender fahrung von Thomas Mann, die den Buddenbrooks den tiefen Ton gibt, hat auch das Problem enthalten, das er in wechſelnden Formen geſtaltet hat und das er in ſeiner Dichterlaufbahn auf verſchiedene Weiſe zu löſen beſtrebt war. Er hat in ſeinem eigenen Innern die Spannung zwiſchen der äſthetiſch⸗phtloſophiſchen Lebensanſchauung und der praktiſch⸗ bürgerlichen ge⸗ fühlt und die Gegenſätze in einer höheren Harmonie zu vereinigen geſucht. In den Novellen Tonio Kröger und Triſtan läßt er die vom Leben Aus⸗ geſchloſſenen, die der Kunſt, den Wiſſenſchaften und dem Tod anheim Gefallenen ihre Sehnſucht nach einem einfachen und gefunden Leben beichten, nach „dem Leben in ſeiner verführeriſchen Banalttät“— das iſt ſeine paradoxe Liebe unkomplizierter und glücklicher Naturen, die damit ausgeſprochen wird. Im Roman Königliche Hoheit, wo die realiſtiſche Einkleidung eine ſymboliſche Fabel verbirgt, feiert er die Verſöhnung der Lebensform des handelnden Menſchen und des Künſtlers und gibt dem humanen Ideal ein Loſungswort mit den Worten:„Hoheit und Liebe, ein ſtrenges Glück,“ Die Syntheſe hat hier aber doch nicht ſo über⸗ zeugend und erfahrungsſatt Geſtalt gewonnen, wie die Antitheſe in Buddenbrooks und in den Novellen; im Schauſpiel Fiorenza, wo der Moraliſt Savonarola dem Aeſthetiker Lorenzo di Medici als unverſöhnlicher Feind egenüberſteht, öffnet ſich die Kluft von neuem und in der Erzählung Der Tod in Venedig erhält ſie einen tragiſchen Gehalt. Als er ſich zu fener Zeit, alſo in den Jahren kurz vor dem Weltkriege, der Perſönlichkeit Friedrich des Großen näherte, geſchah es im Gefühl, daß bei dieſem Herrſcher eine hiſtoriſch bezeugte Löſung des Pro⸗ blemes vorlag, denn Friedrich hatte mit der Ueber⸗ legenheit des Genies die Einſicht und ſein Handeln mit durchdringender, illuſtonsfreier Klarheit und un⸗ zerſtörbarer Lebenskraft vereinigt. In dem genialen Eſſay Friedrich und die große Koalition wird die Möglichkeit der Löſung und ſeine Wirklichkeit gezeigt, aber dies in der anſchaulichen und lebenswarmen Form der Dichtung zu geſtalten, war dem problema⸗ tiſchen Dichter der Buddenbrooks nicht vergönnt. Mit dem Welbkrieg und ſeinen Folgen ſtellte ſich auch für Thomas Mann der Zwang ein, aus dem Reich des ſeelenvollen Grübelns, der ſinnreichen Analyſen und der ſubtilen Schönheitsgeſichte in die Welt des praktiſchen Handelns hinauszutreten. Die Mahnung, welche durch den Roman Königliche Hoheit geht und die vor dem Leichten, dem Bequemen warnt, hat er ſelbſt beherzigt, und mit voller Hin⸗ gebung hat der Dichter jene Fragen durchdacht und durchgelitten, die ſich für ſein Volk unter der Zeit ſeiner Heimſuchung ergaben. In ſeinen ſpäteren Werken, vor allem in ſeinem Roman Der Zauber⸗ berg findet man bas Zeugnis vom Zuſammenprallen jener Ideen, die, ſich in ſeiner dialektiſchen Natur ausgekämpft haben und ſeiner Stellungnahme voran⸗ gegangen ſind.(Bis hierher hatte Böök ſchwediſch gesprochen; fetzt fuhr er deutſch fort:) Herr Doktor Thomas Mann! Als beut⸗ ſcher Dichter und Denker haben Sie, Wirklichkeiten ſpiegelnd, um Ideen gerungen, ſchmerzvolle Schön⸗ heit geſchaffen, auch wenn Sie von der Fragwürdtg⸗ keit der Kunſt überzeugt blieben. Sie haben die Hoheit der Dichtung und des Geiſtes mit der ſehn⸗ ſüchtigen Liebe zu dem Menſchlichen, zum einfachen Leben, vereinigt— empfangen Ste aus der Hand unſeres Königs den Preis, den die ſchwediſche Aka⸗ demie Ihnen zuerkannt hat und wozu ſie Ihnen Glück wünſcht.“ „Des Kindes Erbſchaft Wir bemühen uns nach dem entſetzlichen Er⸗ wachen der Kriegsjahre um das Verſtändnis der anderen Völker, verſuchen, uns deren nationales Fühlen und Handeln aus ihrer„Erbmaſſe“ heraus klarzumachen und verſtehen uns dabei doch ſelbſt nicht mal. Der Hinweiſe und Methoden mangelt es zwar nicht, doch wird ein Erfolg nur dann gegeben fein, wenn wir da anfangen, wo unſer Sein be⸗ gann: am Kind. Die Zukunft jeder Nation, in be⸗ ſonderem Maße aber die der deutſchen, liegt in ihrer Jugend. Ihre Entwicklung und Erziehung zu auf⸗ rechten und wertvollen Menſchen iſt der Schlütſſel⸗ punkt und darum iſt ihre ſorgſame Behütung und Führung heiligſte und wichtigſte Aufgabe zu aller und jeder Zeit. Die nach modernen Geſichtspunkten und letzten wiſſenſchaftlichen Erkenntntſſen aufgebaute Arbeit der deutſchen Schule am deutſchen Nachwuchs wird und muß immer nur Stückwerk bleiben, wenn ſie nicht durch verſtändnisvolle Erziehung im Hauſe, in der Familie unterſtützt und fortgetragen wird. Dis Herausarbeitung und Förderung der Perſönlichkeit, die ſchon im kleinſten Erdenbürger, wenn auch nur in ſchwachen Umriſſen, ſich andeutet und im Laufe der Jahre fort und fort entwickelt, ſetzt viel Liebe, aber auch nicht minder großes Verſtändnis und Kenntnis für die körperliche und geiſtige Bedingt⸗ heit von ſeinen Eltern und ſeiner Umgebung voraus. Paul Popenve, der Direktor des Inſtituts für Familienforſchung in Los Angelos, hat nun bet der Deutſchen Verlags⸗Anſtalt ein be⸗ achtenswertes Buch„Des Kindes Erbſchaft“ heraus⸗ gegeben(Deutſch von Kinderarzt Dr. F. Tietze⸗ Wien), das nur wärmſtens empfohlen werden kann. Der bedeutende Vererbungsforſcher und Raſſen⸗ hygieniker gibt eine für jedermann verſtändliche Darſtellung der menſchlichen Vererbungslehre unter Berückſichtigung der neueſten Forſchungsergebniſſe. Er wendet ſich vor allem an Eltern und Erzieher, wobei die Mittel ſeiner Darſtellung überaus flüſſig und anregend ſind. In klarer Form führt er in die Kenntnis der Anlagen des Kindes, der„Erbmaſſe“, ei und gibt Eltern und Erziehern beachtenswertes Material für eine erfolgverſprechende Erziehung. Die gründliche wiſſenſchaftliche Fundierung wird aber auch dem Arzt und Forſcher manche Anregung geben.. ** 4„Schickſal“. Uederſetzung bes franzöſiſchen Buches von Francois Maurſac. Dieſes Buch iſt keine leichte Lektüre. So ſchwerblütig wie die meiſten Perſonen, die im Mittelpunkte der Handlung ſtehen, iſt ſein Inhalt und Stil, in dem es geſchrieben iſt. Die Handlung iſt ein⸗ geſpannt in den Rohmen des ſtillen, beſchaulichen und doch ſo arbeitshaften Lebens, wie es die Weinbauern der fran⸗ zöſiſchen Provinz führen. Im Gegenſatz zu dieſen ſtets ſachlich ernſten und durch die Ausgeglichenheit ihres na⸗ turverbundenen Seelenlebens ſo gleichmäßig friebvollen Menſchen, ſteht der funge Bob Lagave, der in der Groß⸗ ſtadt aufgewachſen ist, doch dort trotz ſeines ſtrengen büro⸗ kratiſchen Vaters ein Bruder Leichtſiun und Welberhelb geworden iſt. Als Rekonvoleſzent nach ſchwerer Erkran⸗ kung, kommt er als Eindringling in den ſtillen Frieben jener ſo ganz anders wie er gearteten Menſchen. Sie ſind ihm zwar blutsverwandt, doch ſeinem Weſen meilenfern. Alle Klippen überbrückt jedoch die Liebe. Seine Tante, bie früh Witwe geworben ſſt, entbrennt in friedlicher Liebe zu ihm, der ihr Sohn ſein könnte und kann aus ſolcher Hörigkelt heraus gar nicht anders, als Bobs Otebensaben⸗ teuern mit einer anderen Frou Vorſchub zu leiſten. Er nimmt das alles als ſelbſtverſtändlich hin, bis er an ſelner Hemmungsloſigkelt tragiſch zugrunde geht.— Das Buch ſſt im Inſel⸗Verlag erſchlenen und wie alle Bücher dieſes Verlages, ſehr gut ausgeſtattet, ſetine Zwecke gewonnen oder ihnen als Gegner einen empfindlichen Streich verſetzt. Zu Tauſenden zählen dleſe Anekdötchen und Geſchichten davon. Wie der Humor im geſellſchaftlichen Leben un⸗ gemein verbindend— real genommen— nützlich ſein kann, davon weiß jeder Geſchäftsreiſende zu be⸗ richten. Der Chef der Firma, die er aufſucht, iſt als ſchmunzelndes, lächelndes, lachendes Gegenüber viel geneigter zum Abſchluß.— Das Perſonal erwartet den humorvollen Reiſenden geradezu mit Spannung und Freude. Das alles ſchafft ihm guten Boden. Man unterſchätze ja nicht das„Allgemeinmenſch⸗ liche“, das Unwägbare auch im ſachlich⸗nüchternen Geſchäftsverkehr. Daß der humorvolle Lehrer jeder Schulgattung ſeine Schüler menſchlich ungemein bindet und bamit erzieheriſch beeinflußt, iſt klar. Der trockene, kalte Pedant wird bei aller Gewiſſenhaftigkeit oft nicht ſo viel bei einem Kind, bei einem jungen Menſchen er⸗ reichen, als ein einziges fröhliches, verſtehendes Wort eines heiteren Erziehertemperaments. Jean Paul ſagt einmal über die Erziehung des Kindes: Heiter⸗ keit iſt der Himmel, unter dem alles gedeiht— Gift ausgenommen. Unter Dichtern und Künſtlern bleibt bezeichnen⸗ derweiſe meiſt nur der volkstümlich“ und unſterblich, der auch eine große Portion dieſes himmliſchen„Hu⸗ mus“ auf ſeinem Feld liegen hatte. Der Deutſche Wilhelm Buſch, der Spanier Cervantes mit ſeinem Don Quixote, der Amerikaner Mark Twain— um nur einige zu nennen: ſie zeugen für die völkerver⸗ bindende Macht des Humors. Ihre Werke ſind Ge⸗ meingut aller Nationen. Nicht nur unſer privates Leben— Famflie, Freun⸗ deskreis, Umwelt— wird liebenswerter unter der Sonne der Heiterkeit— auch das öffentliche Leben könnte durch Humor an Weſen und Tempo nur ge⸗ winnen. Daß die Behörde, das Amt manchmal durch ſeine ſchematiſche nüchterne Amtsſchimmeligkeit und Kommiſſigkeit viel verdirbt, wo ein einziges, verſtän⸗ diges, heiteres Wort Differenzen ſchlichten könnte, das weiß der brave Untertan nur zur Genüge. Aber auch hier gibt's— Gott ſei Dank— Ausnahmen, dop⸗ pelt zu preiſen, daß ſie ſich in der kühlen Amtsatmo⸗ ſphäre„halten“, ihr freundliches Geſicht nicht verlie⸗ ren.— Der Schutzmann, der einem Angeheiterten ſtatt mit dienſtlichen Maßnahmen mit einem treffen⸗ den witzigen Wort begegnet, ſchafft oft ungleich raſcher „Ordnung“, als mit Amtsdiene und Notizbuch. Der Schaffner, der im überfüllten Trambahnwagen mit Ruhe und Humor ſein Amt verſieht, ſchafft es beſſer und raſcher, als ſein aufgeregter und nur„amtlicher“ Kollege. Am Schalter von Poſt, Bahn und Behörden aller Art wirkt ein luſtiges Wort manchmal geradezu ſtaatserhaltend und die Obrigkeit müßte humorvolle Beamte mit Beförderung und Zulagen auszeichnen, ſofern ſie ſo viel Humor aufbrüchte. Nur nicht immer Dienſtgeſichter, Amtsmiene, Würde! Lächeln iſt eine viel ſtärkere Macht. Die Völker würden viel beſſer und leichter regiert, wenn ihre Abgeordneten, Mint⸗ ſter, Parlamente mehr Humor hätten und ſich nicht ſo blutig lim vollſten Sinne des Wortes) wichtig näh⸗ men. Der Amerikaner hat als Wahlſpruch: Wahre dein Lächeln! Wollen wir uns auch darin von dem jun⸗ gen Volk belehren laſſen? Lächeln, Lachen iſt nur dem Menſchen eigen und vielleicht ſein ſchönſter,„menſchlichſter“ Zug im Ant⸗ itz. Humor aber, der lächeln und lachen macht, das iſt das unmittelbarſte Geſchenk aus Gottes Hand. Samstag, 14. Dezember 1929 der Neuen Mannheimer Zeitung Mittag- Ausgabe Nr. 581 err Nlitk gängige Brotgotreide- und Fultermittelproije Frankreich verbilligt den Weizenexport/ Sowjetrußland will Futtergerſte verkaufen 5 Die Mühlen arbeiten für das Weihnachtsgeſchäft Mannheim, 13. Dez. Da man die in den Vorwochen verbreiteten Nach⸗ richten über Schädigungen der Ernte in Argenti⸗ nien und Auſtralien als übertrieben anſieht, haben ſich di Preiſe für ausländiſchen Weizen in den letzten 14 Tagen von ihrem Hochpunkt wieder um etwa 70—80 Guldencents je 100 Kg. geſenkt. Die argentintſchen Verſchiffungen ſind größer geworden und man glaubt jetzt ſogar, daß das Ernteergebnis Argentiniens möglicherweiſe etwas größer ausfallen dürfte als die offiziellen Schätzungen dies erkennen ließen. Daß eine Anzahl Farmer ſowohl in Auſtra⸗ lien wie in Argentinien von dem Erträgnis ihrer Ernte enttäuſcht iſt, ändert nichts an der Geſamt⸗ ſituation. Wenn trotz der ermäßigten Forderungen die Käufe nur kleinen Umfang annahmen, ſo liegt dies wohl in der Hauptſache an der Finanzmiſere, die in ganz Europa andauert und die Unterneh⸗ mungsluſt der Importeure ſehr beeinträchtigt. Selbſt die als ſicher zu betrachtende Zollerhöhung in Deutſchland hat keinen Einfluß auf die Preis⸗ bildung oder auf den Umfang der Einfuhr ausgeübt. Frankreich hat zur Erleichterung ſeiner einhei⸗ miſchen Getreidemärkte beſchloſſen, ein größeres Quantum Weizen unter ſtaatlicher Exportver⸗ billigung aus dem Lande zu ſchaffen. Dieſe Tat⸗ ſache dürfte wohl auch zu der flauen Stimmung in den letzten Tagen beigetragen haben. Soweit Käufe ſtattfanden, umfaßten ſie hauptſächlich Bahia Blanca, 79 Kg., der zuletzt mit 12,55 hfl., ſchwim⸗ mend, eif Rotterdam, umging. Auch Baruſſo, 79 Kg., ſchwimmend, wurde in kleineren Poſten zu 12,30 hfl., eif Rotterdam, gehandelt. Für Mani⸗ to ba 2 ſchwimmend, auf 12,95 hfl., eif Rotterdam. In neuem argentiniſchem Weizen haben bisher Ab⸗ ſchlüſſe noch nicht ſtattgefunden. Inlandweizen war trotz des verlängerten Vermahlungszwanges im Einklang mit Auslandsweizen gleichfalls rück⸗ gängig und ſtellte ſich zuletzt auf 26,15— 26,50 /, ze 100 Kg., gegen 27,25„ in der Vorwoche. Roggen verkehrte gleichfalls in ruhiger Hal⸗ tung weil die von der deutſchen Regierung geplante Roggenverfütterungsaktion im Kabinett noch nicht definitiv beſchloſſen worden iſt. Gegenüber der Vor⸗ woche iſt ein Preisrückgang um 0,75 J, je 100 Kg., auf heute 19,50/ feſtzuſtellen. Im Mehlgeſchäft bekundete der Konſum wiederum ſehr große Zurückhaltung. Offenbar will man abwarten, bis in der Zollfrage— in der jetzt mit der Gefahr der einmal ſtark propagierten glei⸗ tenden Zölle von keiner Seite mehr gerechnet wird— größere Klarheit herrſcht. Man überſieht dabei aller⸗ dings, daß zu dieſem Zeitpunkt vorausſichtlich auch die Mehlpreiſe anders als heute lauten dürften. Die Mehlforderungen für den Großhandel gingen im Woen verlauf um.75/ für die 100 Kilogr. auf 39% für Weizenmehl, Spezial 0, und um 90.25—1% für jüddeutſches Roggenmehl in 75/0prozenti⸗ ger Ausmaßhlung zurück. Norddeutſches Roggenmehl in 65proz. Ausmahlung war gleichfalls mit 28.25 l, 1e 100 Kilogr. frei Mannheim, dringend angeboten; ebenſo norddeutſches Roggenauszugsmehl, das von vorwöchentlichen 33.50 // auf heute 31.50„ ermäßigt wurde, ohne zu dieſem Preis Käufer zu finden. Auf der ganzen Linie iſt das Angebot in Roggenmehl ziemlich dringend geworden. Braugerſte lag weiterhin ziewlich unverän⸗ dert bei reichlichem Angebot, doch ſind die Qualitäten bereits ziemlich abfallend; von feiner Ware wird faſt nichts mehr angeboten und es werden dafür auch er⸗ höhte Preiſe gefordert. Dagegen hat die drohende Zollerhöhung bisher auf die Preisgeſtaltung von Braugerſte keinerlei Einfluß gehabt. Futter⸗ gerſte lag flau bei kleinſten Umſätzen. Als beſon⸗ ders erwähnenswert iſt bei dem Preisrückgang dieſes Artikels die Tatſache hervorzuheben, daß außer Ru⸗ mänien auch Rußland ſtark am Markte iſt. Beide bieten die 100 Kg. mit 7,75 hfl., eif Rotterdam, an. Für Hafer haben die Preiſe am Niederrhein in norddeutſcher Herkunft ſtärker nachgegeben, wodurch das Ausfuhrgeſchäft für badiſch⸗fränkiſchen Hafer, der mit 7,20 hfl. bezw. 18,25 /, eif Niederrhein, ge⸗ nannt wird, erheblich erſchwert wurde. Wegen der weiteren Preisgeſtaltung richtet man ſich nach der Entwicklung der argentiniſchen Haferernte. Im e blieben die Forderungen unverän⸗ ert. Das Mais geſchäft blieb ſehr klein. Der Markt wird auch in dieſem Artikel überwiegend von Argen⸗ tinien beeinflußt, das in der letzten Saiſon 478 000 Quarters(a 217% Kg.) verſchiffte, während die Ver⸗ ladungen aus den Donauländern nur ca. 126 000 Quarters betragen haben. Der neue Mais in Argen⸗ tinien iſt bereits wieder unter günſtigen Witterungs⸗ verhältniſſen ausgeſät worden und die Anbaufläche ſoll gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um ca. 10—20 v. H. aufweiſen. Der Preis im Waggongeſchäft frei Mannheim war von vorwöchentlichen 19,25 auf 18,50—18,75% zurückgegangen; rheinſchwimmender Plata⸗ Mais koſtet 8,60 hfl., eif Mannheim, ſee⸗ ſchwimmender oder in Rotterdam disponibler Mais 8,20 hfl., eif Rotterdam. Am Markt für Futterartikel herrſchte Baiſſeſtimmung und man glaubt auf eine Wieder⸗ belebung des Geſchäfts erſt rechnen zu können, wenn wieder kältere Witterung eintritt. Gegenwärtig iſt an manchen ſüddeutſchen Plätzen die ſeltene Tatſache zu verzeichnen, daß ſogar Weidegang im Dezember möglich iſt. Bei den Mühlen wird trotz der ſonſt kleinen Aufträge für das Weihnachtsgeſchäft ſtark ge⸗ mahlen; die Folge davon iſt, daß der Anfall von Futterartikeln größer als vor ein paar Wochen ge⸗ worden iſt, was ſich gleichfalls in den Preiſen aus⸗ wirkt, die für Mühlennachprodukte gegenüber der Vorwoche um teilweiſe mehr als 25 Pfg., je 100 Kilo⸗ gramm, nachgegeben haben. Auch Oelkuchen und Trockenſchnitzel ſind wieder billiger geworden. Ver⸗ langt wurden, je nach Qualität, für die 100 Kilogr.: Nachmehl 1313.75, Futtermehl 10.50 10.75, Kleie, feine, 1010.25, mittelgrobe 10.25—10.75, grobe 10.50 bis 11, Maisſchrot 20— 20.25, Biertreber 15.6016, Trockenſchnitze.50, Rapskuchen 18 25 18.50, Wieſen⸗ heu, loſe, 11.10—11.50, Luzerne⸗Sleeheu 12.60—13.25, Stroh.30.80 /. F. ͤVdddGGGGGwwßGwßGGdßßGßGGGGGhVFbGuGbbGTGTGbGwGbGwGTVTGTGTGTGFGTGFbTbGbTbTbGTbTbGTGTGTGTGTGTGTbwGbGbGwGwbGGbGTGbGbGbGTGTGbGTbVGTGTVTGTVTGTGTGTGTGTGGTGTGTGTGTVTGGTGCTͤTͤTVTVTVTVTVTVTVTVTVTVTVTWTVT'''TVTVTVVvwV——.Vw(—— Deulſche Automobilbank Der Verluſtabſchluß Der Abſchluß der Deutſchen Automobilbank.⸗G. weiſt, wie ſchon kurz gemeldet, einen Ver luſt von rund 600 000 Mark( i. V. 10 v. H. Dividende); von dem nach Heranziehung der offenen Reſerve von 200 000 Mark 488 000 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Verluſt⸗ und Gewinnrechnung zeigt Nettoeinnahmen aus Zinſen und Proviſionen mit 1,39 Mill. Mk.(2,4), denen 9,9 Mill. Mark(0,85) Kreditverſicherungsprämien und 1,58 Mill, Mk.(1,30) Handlungsunkoſten gegenüberſtehen. Der Geſchäfts bericht führt nochmals die Urſachen der in ihrer Höhe ſchon ſeit langem bekannten Verluſte an. Zunächſt wird auf die bekannten ſehr koſtſpieligen Prozeſſe mit der Holländſchen Disconteerings Bank hingewieſen, unb auf die Geſchäfte mit der„Amka“, die nicht verſichert waren und bei ihrer Abwicklun einen urſprünglich nicht 5 Überſehenben ſehr erheblichen Ausfall ergaben. Neben teſen bas eigentliche Geſchäftsgebiet der D. A. B. nur eripher berührender Verluſtgeſchäften, die aber die Ge⸗ ellſchaft ſelbſt zu tragen hat, ſind die Ausfallsſchäden in der Abſatzfinanzierung ſämtlich von ber Vaterländiſchen Kredit übernommen worden.. Die Ausfälle werden mit 2,25 Millionen beziffert, zu denen noch nach Angabe ber Vaterl. Kredit etwa 1,5 Mill. Mark Abwicklungskoſten treten. Das Wechſelobligo, das in der per 31. März 1929 aufgeſtellten Bilanz noch mit 26,7 Mill. Mark(28,5) eingeſtellt iſt, konnte bis Ende Oktober auf 12 Mill. Mark reduziert werden und hat ſich jetzt bereits wieder um 1 Mill. Mark vermindert, Man rechnet monatlich mit der Rückführung je einer weiteren Million, ſo daß in ungefähr einem Jahre die noch lau⸗ fenden Kreditgeſchäfte abgewickelt werden. In dem Obligo von 12 Mill. Mark befinden ſich noch 500 000 Mark not⸗ leidender Geſchäfte, die ebenfalls von der Kreditverſiche⸗ rung übernommen werden, weshalb man keine beſonde⸗ ren Rückſtellungen hierfür vorgenommen hat. In der letzten Zeit beſchränkte ſich die Tätigkeit der Geſellſchaft in der Hauptſache auf durch genoſſenſchaft⸗ liche Vorhaftung geſicherte Geſchäfte. Man hofft, daß ſich die zur Zeit einer Entwicklung des Geſchäfts auf geſunder Baſis entgegenſtellenden Schwierigkeiten bei der Kapital⸗ beſchaffung nach eingetretener Beruhigung in den Kreiſen der Geldgeber überwinden laſſen werden. Die Bilanz (in Mill. Mk.) zeigt Bankguthaben mit 0,55(0,60), Wechſel mit 26,72(28,50), Debitoren mit 2,44(1,93) und Effekten und Beteiligungen mit 0,32(0,56). Kreditoren erhöhten ſich auf 6,29(.49); Verpflichtungen bei Banken betragen 23,22 (20,50). Verband der Privat-VBauſparkaſſen In einer in Köln abgehaltenen Vertreterverſammlung won 16 großen deutſchen Privatbauſparkaſſen wurde ein⸗ ſtimmig beſchloſſen, alle deutſchen Privatbauſparbanſen zum Zuſammenſchluß in einen„Reichsverband deutſcher Privat⸗ Pauſparkaſſen“ aufzufordern. Die vertretenen Unternehmen haben bereits ihren Beitritt zu dieſem Reichsverband Per⸗ klärt. Dem Reichsverband wird. wie mitgeteilt wird, eine Reyiſionsgeſellſchaft angeſchloffen, die den geſetzlichen Be⸗ ſüimmungen gemäß die Repiſion der privaten Bauſparkaſſen übernimmt. Auch ſoll die Verbindung mit einem Bank⸗ inſtitut erfolgen, um die im Baugeſchäft bei Inanſpruch⸗ nahme einer privaten Bauſparkaſſe benötigten Zwiſchen⸗ Tredite zu beſorgen. Die Verſammlung hat bei Regierung und Reichstag telegraphiſch den Antrag geſtellt, den Ent⸗ wurf zum Bauſparbaſſengeſetz baldigſt zu veröffentlichen 1— 885 Sachverſtändigenkommiſſion zu dem Entwurf zu ren. 5 25 1 des Bankhauſes Baruch Strauß in Mar⸗ burg auf die Dresdner Bank. Die Dresdner Bank hat am 13. Dezember das Bankhaus Baruch Strauß in Marburg mit allen Aktiven und Paſſiven übernommen und wird es unter Aufrechterhaltung des alten Firmennamens unter dem Namen Dresdner Bank Filiale Marburg vormals Baruch Strauß weiterführen. Bankier Strauß hat ſich be⸗ reit erklärt, auch der neuen Firma ſeine Erfahrungen zur Verfügung zu ſtellen. * Zahlungseinſtellung der Kaſſeler Privatbank Gebrüder Zahn. Die alte Privatbankfirma Gebrüder Zahn in Kaſſel hat infolge des durch die Inſolvenzen verſchiedener Kaſſe⸗ ler Bankfirmen hervorgerufenen Ruins die ahlungen ein⸗ ſtellen müſſen. Wie uns die Firma mitteilt, iſt der Status durchaus aktiv. Zwei Drittel der Depots ſind bereits ab⸗ ehoben. Die Depots ſind vollkommen in Ordnung. Die Firma verfügt über einen großen Grunöbeſitz, der zu einer 100proz. Befriedigung der Gläubiger ausreichen durfte. Es ſoll das Vergleichsverfahren beantragt werden. 21 Wieder ein Hamburger Bankhaus in Zahlungs- schwierigkeiten. Das Hamburger Bankhaus Strauß, o mlet u. Co. hat bie ihlungen einſtellen müſſen. ähere Einzelheiten, insbeſondere übern die Höhe der Ber⸗ binölichkeiten ſtehen noch nicht feſt. Bei der Nachprüfung der Verbinblichkeiten ſptelt auch bie Depotfrage wieder eine Rolle, doch glaubt man nicht, daß ausgeſprochen ſtraf⸗ fällige Handlungen vorliegen. Junker& Ruh AG. Karlsruhe Wieder 6 v. H. Dividende Die.⸗V. der Junker u. Ruh AG. in Karls⸗ ruhe genehmigte wieder 6 v. H. Dividende auf das .⸗K. von 3 Mill. 4. Im abgelaufenen Geſchäftsjahr iſt nach dem Geſchäftsbericht der Umſatz, der mengenmäßig nicht angegeben wird, zurückgegangen, was auf den lang⸗ andauernden Winter zurückgeführt wird. Die Nähmaſchi⸗ neninduſtrie verzeichne ganz ungeſunde Verhältniſſe. Das Ofengeſchäft ſet nicht ungünſtig und im Gasapparate⸗Ge⸗ ſchäft ſei das Unternehmen mit Ausnahme der Froſt⸗ monate voll bdeſchäftigt geweſen und marſchiere an der Spitze. Die Zukunftsausſichten ſeien nicht ſchlecht zu beurteilen. Nach Abſchreibungen von 290 099(404 986)/ ergibt ſich per 30. Juni 1929 ein Reingewinn von 203 138(212 668) IL. Aus der Bilanz: langfriſtige Darlehen 2,20(2,37), Hypotheken unv. 0,85, Kreditoren 3,44(2,59) gegenüber Debitoren mit 4,5(3,85), Kaſſe mit 0,13(0,23) und Vor⸗ räten mit 14,16(3,76) Mill.. * Dividendenreduktion bei Wißner Metall. Der AR. der Metallwarenfabrik vorm. H. Wißner AG. in Zella⸗Mehlis beſchloß der HV. die Ausſchüttung einer Dividende von nur 8 v. H. gegen 11 v. H. i. V. vorzu⸗ ſchlagen * Elektrizitäts Ach. Mitteldentſchland— Kapital- erhöhung. Auf der TO. der auf den 17. Dez. einberufenen erſten GV. der aus dem Mitteldeutſchen Elektrozweckver⸗ band hervorgeangenen Elektrizitäts Ach. Mitteldeutſchland, in der als Aktionäre das Ueberlandwerk Edertalſperre, die Kreiſe Hanau, Hirchhain, Marburg, Rotenburg und Fulda ſowie aus Süd⸗Hannover das Ueberlandwerk Süd⸗ Hannover GmbH., der Kreis Northeim⸗Einbeck und der als Aktionär durch die Preußiſche Elektrizitäts AGG. ein⸗ gebrachte Kreis Frankenberg teilnehmen werden, ſteht als Hauptpunkt der Antrag, das Kapital der Geſellſchaft auf 24 Mill. 4 zu erhöhen, an dem der Staat durch die Preag mit 20 v. H. beteiligt iſt. Später iſt beabſichtigt, das Kapitalauf 34 Mill./ zu erhöhen und die ſtädtiſchen Elektriaitätswerke in Kaſſel, Marburg, Fulda, Göttingen und Hanau aufzunehmen. 7 :: Holzgroßhandlung J. Roſemeyer, Kaſſel.— Ver⸗ gleichsverfahren beantragt. Die Firma beantragte mit un⸗ gefähr 450 000/ Verbindlichkeiten das gerichtliche Ver⸗ gleichs verfahren zur Abwendung des Konkurſes mit Hin⸗ weis darauf, daß ſie durch die Zahlungseinſtellung ihrer Bankrerbindungen H. Schirmer und Fiorino u. Sichel in Zahlungsſtockung geraten ſei. Die Holzgroß⸗ handlung bietet den Gläubigern eine Vergleichs ⸗ quote von 60 v. H. Die erſte Rote ſoll 14 Tage nach Annahme des Vergleichs, die letzte im Laufe des Som⸗ mers 1930 bezahlt werden. * Carl Petereit AG. in Königsberg i. Pr. Die zum Rückforth⸗Konzern gehörende Geſellſchaft nimmt bekannt⸗ lich die Dividendenzahlung für das am 30. Juni abgelau⸗ fene Geſchäftsjahr mit 4 v. H. wieder auf. Wie wir heute noch erfahren, betragen die Abſchreibungen 23 858(i. V. 22 196) ,. Es wurde ein Betriebsüberſchuß von 49 547 (24 950)/ erzielt. Der Reingewinn beträgt 25 689(2813) l, der Vortrag auf neue Rechnung 529,25(1373) l. * Adler⸗Brauerei AG. in Köln⸗Ehrenfeld.— Wieder 8 v. H. Dividende. Der AN. beſchloß, der GV. am 8. Jan. der zum Freital⸗Konzern(Mannheim) gehörenden Geſell⸗ ſchaft eine Dividende von wieder 8 v. H. auf die StA. und 6v. H. auf die VA. für 1928-29 vorzuſchlagen. * Zahlungseinſtellung einer Hamburger Ex⸗ und Im⸗ portfirma,. Die Hamburger Ex⸗ und Importfirma Gebr. Kalkmann hat am Donnerstag ihre Zahlungen ein⸗ ſtellen müſſen. Man iſt z. Zt. mit der Aufſtellung des Status beſchäftigt. Für vollſtändige Veſeitigung der Kapitalertragsſteuer Eine Entſchließung der Hypothekenbanken Die Hypothekenbanken haben ſich in einer Vollverſamm⸗ lung nach eingehendſter Beratung deshalb einmütig ent⸗ ſchloſſen, im Anſchluß an den Geſchäftsbericht und die Reſo⸗ lution des Zentralverbandes des deutſchen Bank⸗ und Bankiergewerbes vom 12. Dezember 1929 folgendes zu erklären: Die von der Reichsregierung vorgeſchlagene Teilmaß⸗ nahmeder Aufhebung der Kapitalertragsſteuer nur für Neuemiſſionen iſt nicht geeignet, dem ſo wichtigen Ziel der Stützung des Anlagemarktes der Förderung des Real⸗ kredits zu dienen. Die bloße Teilmaßnahme würde den Pfandbriefmarkt und damit den Realkredit nicht feſtigen, ſondern ſchädigen. Die Hypothekenbanken können deshalb in voller Erkenntnis der Verantwortlichkeit dieſer ihrer Stellungnahme nicht ernſtlich genug vor einer Teil⸗ aufhebung mit ihren unabſehbaren Gefahren warnen; ſie fordern dringend die alsbaldige völlige Auf⸗ hebung. * Diskontermäßigung der Bank von Frankreich? Nach dem Status der Bank von Frankreich hat ſich der Gold⸗ beſtand weiter um 323 Mill. auf 41,1 Milliarden Fr. er⸗ höht. Die Deckung der Noten beträgt 47,10 v.., während die geſetzliche Deckung nur 85 v. H. beträgt. Angeſichts der großen Reſerven der Bank baucht erneut die Frage auf, ob die Bank nicht endlich von ihrer ſtarren Politik abgehen und den Bankſatz ſenken wird. Dieſe Frage wird durch die fortſchreitende Entſpannung auf dem Londoner Geld⸗ markt im Augenblick beſonders akut. Auf keinen Fall iſt aber anzunehmen, daß die Leiter der Bank vor dem Jahres⸗ ende ſich zu einer ſolchen Maßnahme entſchließen werden, da am Jahresultimo auf eine ſtarke Inanſpruchnahme zu rechnen iſt. Auch nach dem Jahrestermin bleibt es nach wie vor fraglich, ob die Leitung des Inſtituts die Ent⸗ ſchließungsfreiheitz die ihr die große Reſerve geſtattet, zu Gunſten einer labileren Gelopolitik opfern wird. * Gründung einer Verkaufsgemeinſchaft der deutſchen Fahrradinduſtrie beabſichtigt. Die Verſammlung der deut⸗ ſchen Fahrradfabriken nahm die von einer Kommiſſion ausgearbeiteten Vorſchläge zur Bildung einer Verkaufs⸗ gemeinſchaft der deutſchen Fahrradinduſtrie auf der Baſis des Syndikats entgegen. Nach einer Ausſprache ſtellte ſich die Verſammlung einmütig auf den Standpunkt, daß auf dem Boden des Syndikats eine Geſundung der Verhältniſſe in der Fahrradinduſtrie herbeigefüührt werden könne. Die beſtehende Kommiſſion wurde erweitert und beauftragt, die bisher vorliegenden Vorſchläge bis ins Einzelne auszu⸗ arbeiten und 1 neuen Verſammlung zur weiteren Be⸗ handlung zu ünterbreiten. In der Verſammlung kam dee Meinung zum Ausdruck, daß der vorgeſchlagene Weg größere Ausſicht auf Gelingen habe, wenn die Außen⸗ ſeiter⸗Fahrradfabriken dieſe Gedankengänge fördern würden Die Schwierigkeiten, die ſich bei der Frage der Erneue⸗ rung der am 31. Januar 1930 ablaufenden Rohſtahlgemein⸗ ſchaft ſowie anderer Verbände dadurch ergeben haben, daß einzelne Konzernwerke durch weſentliche Aenderungen ihres Gefüges und der Produktionskapazität ſich zu Sonder⸗ forderungen veranlaßt geſehen haben, hat den Plan ent⸗ ſtehen laſſen, für die Ausarbeitung des neuen Vertrages n Kautelen zu ſchaffen, daß Veränderungen größeren usmaßes 2 eubauten nicht ohne wechſelſeitige Ver⸗ ſtändigung der Verbandsmitglieder untereinander erfolgen. Die bekannten Gründe, die die Fried. Krupp.⸗G. zu dem Jaber des Baues eines eigenen Röhrenwalzwerkes geleitet aben(u. a. Bau einer Hochofenanlage durch die Mannes⸗ mann⸗Röhrenwerke) ſind, wie bereits mitgeteilt, bei den bisherigen Verhandlungen um die Erneuerung der Ver⸗ bände erſchwerend in Erſcheinung getreten, obſchon es in⸗ zwiſchen gelungen iſt, eine grundſätzliche Annäherung her⸗ beizuführen. a n Zukunft ſollen nur vermittels eines ſogenannt „Gruppen⸗Schutzabkommens“, das in den neuen Rohſtahk⸗ gemeinſchaftsvertrag hineingearbeitet werden ſoll, Sicher⸗ eiten geſchaffen werden, Vorgänge dieſer Art zu ver⸗ indern. Man nimmt an, daß dieſer Plan, der auf eine ſtraffere Organiſation der Erzeugung innerhalb der deut⸗ ſchen Rohſtahlgemeinſchaft hinauslaufen würde, in den be⸗ vorſtehenden Verhandlungen Zuſtimmung findet, wenn Reviſionsmöglichkeiten für nachträgliche Quotenerhöhumren durch techniſche Verbeſſerungen innerhalb der ſchon beſte⸗ henden Betriebe bei einzelnen Werten durchgeführt wer⸗ den. Man wird deshalb den in den nächſten Tagen ſtatt⸗ findenden Verhandlungen ſchon aus dieſem Grunde mit beſonderem Inbereſſe entgegenſehen dürfen. Die Quoten⸗ relation dürfte wohl im weſentlichen unverändert bleiben, abgeſehen von kleineren Erhöhungen für einzelne Werke, wie z. B. Eiſenwerksgeſellſchaft Maximiltianshütte. Wie der Di D. ſchon mitteilen konnte, dürften in der Frage der Verrechnung Aenderungen grundlegender Art nicht erfol⸗ gen, obwohl einzelne Vertragspartner mit der Forderung hervorgetreten ſind, die Verrechnung des Inlandsabſatzes non der Auslandsvervechnung zu trennen und zwar in der Form, daß die Geſamtquoten feſtgeſetzt u. innerhalb deren beſtömmte Prozentſätze für Inland abſatz(etwa 70 v..) bzw. für Aus band ssabſatz(etwa 80 v..) vorgeſehen werden. Die Entſcheidung über dieſe Frage bleibt aber abzuwarten. Saaten und Hülſenfrüchte Trotz der vorgeſchrittenen Jahreszeit liegt das Saa⸗ tengeſchäft noch recht ruhig. Einige Nachfrage zeigt ſich nach gutfarbigem Weißklee; Grasſaaten wenig be⸗ achtet. Wicken ſind angeboten zu 27/ je 100 Kg. mit Sack, tranſito, Parität Mannheim. Auch Hülſenfrüchte liegen im allgemeinen ruhig. Im Einzelhandel, bei den Lebensmittel⸗ und Kolonialwarengeſchäften, zeigt ſich, zum Deil wohl im Zuſammenhang mit der ungünſtigen Wirt⸗ ſchaftslage, kein genügend großer Abſatz, und man verſucht das Weihnachtsgeſchäft in anderen Artikeln zu machen. Die Preiſe bröckeln auch im Großhandel ab. So ſind Chile⸗Linſen in der letzten Zeit um etwa—10 v. H. zurlückgegangen; auch Ruſſenlinſen könwen ihren Höchſtpreis nicht behaupten, obwohl die Ruſſen mit dem Verkauf zu⸗ rückhalten; ſie erreichen damit nur, daß nichts verkauft wird. Stark angeboten wurden auch Viktor ia⸗Erb⸗ ſen, in größeren Sorten von Mttteldeutſchland, in kleinen von Holland. Von Königsberg vorliegende Offerten lauten für Viktorigerbſen auf 2729,50, grüne Erdfen 25, für weiße Erbſen auf 1620, tranſtto. Verhältnismäßig * 2 K l Ein Rekordanſturm auf das Deutſche Reichspatentamt Die Zahl der Patentanmeldungen nimmt nach der In⸗ flation faſt ſtetig zu. Das Jahr 1928 weiſt mit vd. 70 900 (1924: 56 881) angemeldeten Patenten in der mehr als 50 jäh⸗ rigen Tätigkeit des Reichspatentamtes den Höchſtſtand auf. Die Zahl der erteilten Patente zeigte ſeit 1925 eine gewiſſe Stabilitä. Die gelöſchten Patente haben ſich faſt ſtändig ver⸗ ringert. Von den 89 Patentklaſſen weiſt im Jahre 1928 die „Elektrotechnik“ mit 8 540(1927: 8 153) die meiſten Patent⸗ anmeldungen auf. Es folgen die Klaſſen(Wagenbau(außer Eiſenbahnwagen), Kraftfahrzeugen und Fahrrädern“ mit 3 969(3 771),„Inſtrumente“ mit 3 313(2879) und„chemiſche Verfahren und Apparate“ mit 3 076(3 063). Von den im Jahre 1928 eingegangenen Patentanmeldungen entfallen 80(81,3) v. H. auf das Deutſche Reich und 20(18,7) v. H. auf das Ausland. Von den ausländiſchen Anmeldungen kamen mehr als ein Sechſtel aus den Vereinigten Staaten und faſt eben ſo viel aus Frankreich. Es folgen die Schweiz mit 1841 und Groß⸗Britannien mit 1694 Anmeldungen. Die Gebrauchsmuſteranmeldungen zeigen zwiſchen 1924 und 1928 gleichfalls eine Zunahme, die indeſſen nicht ganz ſo ſtark iſt, wie bei den Patentanmeldungen. Die Zahl der Warenzeichenanmeldungen iſt ſeit 1924 faſt ſtetig zurück⸗ gegangen. In 1928 wurden 17 308(i. V. 17 000) Waren⸗ zeichen eingetragen und 10 102(8 875) gelöſcht. :: Rohpappen⸗Syndikat um 2 Jahre verlängert. In den am 11. d. Ms. in Berlin ſtattgefundenen Verhandlungen iſt das Ende d. J. ablaufende Rohpappen⸗Syndikat um 2 weitere Jahre bis Ende 1931 verlängert worden. Bisher wurde der Vertrag immer nur für ein Johr abgeſchloſſen. Es iſt gelungen, zwei bedeutende bisherige Außenſeiter zum Beitritt zu bewegen. Mit einem weiteren nennens⸗ werten Außenſeiter im Weſten wird noch verhandelt, wobei erwartet wird, daß es noch bis Ende d. J. gelingt, mit dieſem Werk zur Verſtändigung zu kommen. Die bis⸗ herigen Quoten ſollen, wie uns aus unterrichteten Kreiſen mitgeteilt wird, nur wenig geändert worden ſein; nach Linem Syndikatsbeſchluß wird ein Werk ſtillgelegt wer⸗ den. Die Syndikatsverlängerung wird auf den Rohpappen⸗ markt beruhigend wirken. Die Preiſe werden eine leichte Ermäßigung erfahren. * Verband der deutſchen Ausfuhrbrauereien E. V. in Berlin.— Zwei Drittel der Vorkriegs⸗Bierausfuhr erreicht. Der Verband der deutſchen Ausfuhrbrauereien E. V. in Berlin hielt in Berlin ſeine Mitgliederverſammlung ab. Laut Bericht über das Geſchäftsjahr 1928/29 hat die deutſche Bieraufuhr ihre langſame, aber ſtetige Aufwärtsbewegung fortſetzen können. Die Ausfuhrſteigerung der deutſchen Exportbrauereien betrug im Jahre 1928 8,8 Proz. gegenüber dem Vorjahre. Die Geſamtausfuhr erreichte rund 570 000 Hektoliter gegen 522 000 Hektoliter im Vorjahre und 941 340 Hektoliter im Jahre 1913. Die Exportſteigerung bleibt hinter der Steigerung der Weltbierausfuhr(11,3 v..) und der Ausfuhrſteigerung Großbritanniens(12,7 v..) etwas zurück. Im Jahre 1929 iſt infolge der geſteigerten Faßbierausfuhr eine lebhaftere Aufwärtsbewegung des deutſchen Bierexports feſtzuſtellen; ſie dürfte in dieſem Jahre zwei Drittel der Vorkriegsausfuhr erreichen. Die Rückgewinnung alter und Erſchließung neuer Märkte wird durch die zunehmende Gründung von eigenen Brauereien in Ueberſee und ſonſtigen für den deutſchen Bierexport wichtigen Abſatzgebieten beeinträchtigt. :: Itnernationale Zuckerkonferenz— Verlegung des Konferenztermins vom 10. Jannar 1930. Der bereits feſt in Ausſicht genommene Konferenztermin in Brüſſel am 10. Januar 1930 für die internationale Zuckerkonferenz iſt, wie es ſcheint, wieder in Frage geſtellt. Die tſchechoſlowa⸗ kiſche Induſtrie verlangt die Verlegung auf einen ſpäteren Termin, da ihre Intereſſen wit den landwirtſchftlichen Landesverhältniſſen ſo ſtark verknüpft ſind, daß in dem kurzen Zeitraum bis zum 10. Januar die zu bearbeitenden Projekte nicht erledigt werden können. *Die deutſche Schuhinduſtrie zum Bata⸗Ultimatum. Zu der im geſtrigen Abendblatt mitgeteilten Erklärung Batas, erklärt uns der Reichsverband der deutſchen Schuhindu⸗ ſtrie, daß er der Firma Bata mitgeteilt habe, daß er zur⸗ zeit nicht in der Loge ſei, hierüber in Verhandlungen ein⸗ zutreten. Irgendwelche ſubſtantiierten Vorſchläge enthalte das Schreiben der Firma Bata nicht. Es ſtellt nach An⸗ ſicht des Reichsverbandes ganz offenbar ein taktiſches Manöver der Firma dar, um die im Reichstag un⸗ mittelbar bevorſtehenden Verhandlungen über die Schutz⸗ zölle zu ihren Gunſten zu beeinfluſſen. um die Erneuerung der deulſchen Nohſtahlgemeinſchaft feſte Tendenz hatten Bohnen aufzuweiſen. Für weiße ungariſche Bohnen wurden je nach Qualitcht und Beſatz 5864/ je 100 Kg., frei Waggon Mannheim gefordert zw. I,30—12 Dollar; für Perlbohnen 12,60 Dollar per 100 Kg., Frachtparität deutſcher Importgrenze. Die bdil⸗ ligſten Bohnen liefert zurzeit Neu⸗Rumänien. Für dieſe Herkunft erhielt ſich einige Nachfrage, wobei man für Weiß⸗ bohnen mit—5proz. Beſatz 11,95 Dollar verlangte. Hö⸗ here Preiſe werden für Herkünfte aus Alt⸗Mumänien und Poben verbangt, der Verkehr bleibt aber gering. Die letz⸗ ten Forderungen lauteten für die 100 S Izbohnen 1414,25, Langbohnen 1319,25, nen 12—12, Klbtzelbohnen 12—12,25, MRieſenwachtelbohnen 8,—8 Fvachparttät deutſcher Importgrenze. 88* e ODeutſcher Saatenmarkt in Berlin. Der 1. Alge⸗ meine deutſche Saatenmarkt, der alljährlich von der Ber⸗ einigung der Samenhändler des Deutſchen Reiches e. B. geweinſam mit dem Verein Berliner Getreide⸗ und Pro⸗ duktenhändler veranſtaltet wird, findet am Dienstog, den 21. Januar 1930, in Halle 3 der Ausſtellungs hallen am Kaiſerdamm in Berlin⸗ Charlottenburg ſtatt. Eine ergebnisloſe Tabakeinſchreibung Bei der geſtern in Karlsruhe von der Landwirtſchafts⸗ kammer angeſetzten Einſchreibung auf rund 22 000 Ztr. Haupttabak und rund 90 Ztr. Sandblatt iſt es zu keinem Verkauf gekommen. Auf der einen Seite haben ſich, als Forderungen und Gebote zu weit auseinanderlagen, die Pflanzervertreter, auf der anderen Seite die Vertreter von Handel und Induſtrie, unterſchriftlich verpflichtet, nichts zu verkaufen bezw. zu kaufen. Vertreter der badiſchen Landwirtſchaft wollen kommenden Sonntag nach Berlin fahren, um zu Wochenbeginn den Verſuch zu machen, eine größere Beihilfe für die Landwirtſchaft als die in Ausſicht genommenen 5 Millionen/ zu erhalten, weil ſie unter dem Eindruck ſtehen, Handel und Induſtrie verſuchten die Notlage auszunützen um billig zu Tabak zu kommen, wäh⸗ rend man auf der anderen Seite die Konſumausſichten bei erhöhten Dabakſteuern nicht beurteilen kann und e , Die Reisernte in Italien. Der Ertrag der dies⸗ jährigen Reisernte in Italien wird vom zuſtändigen ſta⸗ tiſtiſchen Amt mit 6,7382 Millionen Dz. angegeben gegen 6,315 Doppelzentner im Vorfahr. :: Preisindexziffer der„Metallwirtſchaft“. Die Preis ⸗ indexziffer der„Metollwirtſchaft“ ſtellte ſich am 11. Dez. auf 119,2 gegen 119,0 am 4. Dezember, ſtieg alſo um 0, v. H. Für die einzelnen Metalle wurden folgende Einzel⸗ indexziffern errechnet. Kupfer 127,2(127,3); Blei 188,8 (129,7); Zink 84,2(85,2); Zinn 97,7(95,9); Aluminium 132,0(132,0); Nickel 107,7(107,7); Antimon 100,2(100,2). Frachtenmarkt Duisburg-Ruhrort vom 13. Dez ember Die Nachfvige nach Kahn raum an der heutigen Börſe war wiederum ziemlich rege. Es wurden vor allem Kähne für Verladungen ab Knal bergwärts und talwarts geſucht. Für Verladungen ab hier bergwärts wurde weniger Kahn gefvagt. Die Frachten, ſowie die Tagesmiete erfuhren keine 3 Der Bergſchlepplohn blieb ebenfals unver⸗ ändert. nfolge Bodenmangels zog der Talſchlepplohn etwas an und wurden 25 Pfg. pro Tonne für größere be⸗ ade we Hähne nach Rotterdam bezahlt. 9 HANDELS- n WIRTSCHAFT-ZETTUN Gd * 1 2 Samstag, den 14. Dezember 1929 11. Seite. Nr. 581 Gottesdienſt⸗Ordnung Evangeliſche Gemeinde a Sonntag, den 15. Dezember 1929. 3. Advent. Trinitatistirche:.30 Predigt, Vitar Kühlewein; 10 Predigt Pfarrer Eckert; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Kühle⸗ wein; 11.15 Chriſtenlehre, Pfarrer Renz;.30 Weihnachts⸗ feter des Gemeindevereins. t 1 Konkordienkirche: 10 Predigt, Pfarrer Horch; 11.15 Kinder⸗ gottesdienſt, Vikar Karle; 11.15 Chriſtenlehre f. Knaben, Kirchenrat Maler; 11.45 Chriſtenlehre für Mädchen, Kirchenrat Maler; 6 Predigt, Vikar Dr. Schütz. Chriſtuskirche: 10 Predigt, Pfarrer Dr. Hoff; 11.15 Kinder⸗ ottesdienſt, Vikar Dr. Barner; 11.15 Chriſtenlehre, Pfr. r. Hoff u. Geh. Kirchenrat D. Klein; 6 Predigt, Vikar Dr. Barner. Neu⸗Oſtheim: 10 Predigt, Vikar Schmitt; gottesdienſt, Vikax Schmitt. Friedenskirche: 10 Predigt, Pfarrer Walter; 11.15 Kinder⸗ „ Bikar Schweikhart; 11 Chriſtenlehre d. Süd⸗ pfarrei, Pfarrer Walter; 6 Predigt, Vikar Schweikhart. Johanniskirche: 10 Predigt, Pfarrer Emlein; 11 Chriſten⸗ lehre für Knaben, Pfarrer Emlein; 11.15 Kindergottes⸗ dienſt, Vikar Schropp; 11.45 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Emlein; 6 Predigt, Vikar Schulz. Jutherkirche: 10 Predigt, Pfarrer Frantzmann;: 11 Kinder⸗ gottesdienſt, Vikar Ratzel; 11 Chriſtenlehre für Knaben und Mädchen, Pfarrer Frantzmann; 11 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Dr. Lehmannn; 6 Predigt, Pfarrer Dr. Lehmann. Melanchthonkirche: 10 Predigt, Pfr. Rothenhöfer; 11 Kin⸗ dergottesdienſt, Vikar Hörner; 11 Chriſtenlehre, Pfarrer Heſſig;.30 Weihnachts ⸗ Kirchenkonzert mit Anprache, Pfarrer Rothenhöfer. Neues Städt. Krankenhaus: 10.30 Predigt, Pfarrer Kiefer (unter Mitwirkung des gemiſcht. Chors der Südd. Ver⸗ einigung Landeskirchl. Gemeinſchaft). Diakoniſſenhaus: 10.30 Predigt, Vikar Kühlewein. Feudenheim: 10 Predigtgottesdienſt, Vikar Sauerhöfer; 11.15 Kindergottesdienſt, Vikar Sauerhöfer; nachm..15 Chriſtenlehre für Knaben, Vikar Sauerhöfer. Käfertal: 10 Hauptgottesdienſt, Vikar Kirſchbaum; 11.15 indergottesdienſt, Vikar Kirſchbaum;.30 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Luger. Matthäuskirche Neckarau:.45 Predigt, Pfarrer Fehn; 11 Kindergottesdienſt Südpfarrei, Pfr. Fehn; 1 Chriſten⸗ lehre Süöpfarrei, Pfarrer 15 Rheinan:.30 Predigt, Vikar Jäger; 10.80 Chriſtenlehre für Knaben; 11.15 Kindergottesdienſt. Sandhofen:.30 Hauptgottesdienſt, Vikar Köllt: 10.45 Chriſtenlehre für Knaben, Vikar Köllt; 11.80 Kinder⸗ ottesdienſt, Pfarrer Dürr; 5 Abendgottesdienſt in den ehelfsbauten, Vikar Köllt. Pauluskirche Waldhof:.45 Chriſtenlehre für Mädchen, Pfarrer Lemme;.80 Hauptgottesdienſt, Pfr. Lemme; 10.45 Kindergottesdienſt, Vikar Woerner. 11.15 Kinder⸗ Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe)] Wochengottesdienſte. Trinitatiskirche: Dienstag abend 8 Andacht, Vikar Kühle⸗ wein.— Mittwoch vorm. 7 Morgenandacht. Konkordienkirche: Donnerstag abend 8 Andacht, Pfr. Horch. Chriſtuskirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Pfr. Dr. Hoff. Johanniskirche: Donnerstag abd. 8 Andacht, Vitar Schulz. Lutherkirche: Mittwoch abend 8 Andacht, Vikar Ratzel. Melauchthonkirche: Mittwoch abend 8 Weihnachtsfeier des Frauenvereins, Pfarrer Heſſig. 5 Donnerstag abend 8 Andacht, V. Sauerhöfer. äfertal: Donnerstag abend.45 Andacht, Pfarrer Luger. Matthäuskirche Neckarau: Donnerstag abend.30 Wochen⸗ gottesdienſt, Pfarrer Fehn. Rheinan: Donnerstag abd. 8 Bibelſtunde i. Gemeindehaus. Sandhofen: Donnerstag abend 8 Weihnachtsgottesdienſt, Vikar Kölli. Pauluskirche Waldhof: Mittwoch abend.30 Andacht im Konfirmandenſaal, Pfarrer Lemme. 5 Vereinigte evangeliſche Gemeinſchaften Evangl. Verein für innere Miſſon A. B. Stamitzſtraße 15 (Inſp. Stöckle): Sonntag 3 allgemeine Verſämmkung. Donnerstag.15 Bibelſtunde.— K 2. 10(Stadtmiſſionar Keidel): Sonntag 8 Verſammlg., Dienstag 8 C. V. j.., Donnerstag 8 Bibelſtunde.— Schwetzingerſtr. 90(Stadt⸗ miſſionar Olpp): Sonntag 3 Verſammlung. Donnerstag .15 Bibelſtunde.— Neckaran, Fiſcherſtr. 91(Stadtmiff. Welk): Sonnteg 8 Verſammlung. Dienstag.15 Bibel⸗ ſtunde.— Rheinan, Däniſcher Tiſch: Sonntag g Verſamm⸗ lung. Mittwoch.15 Bibelſtunde— Bellenſtraße 52: Sonntag 8 Verſammlung. Freitag.15 Bibelſtunde.— Sandhofen, Kinderſchule: Sonntag.00 Sandhofen Ber⸗ ſamml.,.30 Luzenberg. Dienstag 8 Waldhof. Mittwoch 8 Sandhofen. Freitag 8 Luzenberg Bibelſtunde.— Feuden⸗ heim, untere Kinderſchnle: Sonntag 8 u. Dienstag.15 Bibelſtunde.— Käfertal, Gemeindehaus: Sonntag 8 Ver⸗ ſammlung. Weitere Veranſtaltungen(Sonntagsſchulen, C. V. l.., Jungfrauenvereine] ſind bei ſeder Station zu erfahren. Landeskirchliche Gemeinſchaft„Bethesda⸗ Heim“, L 11. 4. Sonntag 2 Kinderſtunde, 4 Jugendverein; abends 8 Ge⸗ miſchte Verſammlung. Dienstag abend 8 Männerſtunde, zugleich.45 Evangeliſationsvorkrag Schillerſchule⸗Almen⸗ hof. Mittwoch abend 8 Gebetſtunde, zugleich 8 Evangeli⸗ ſationsvortrag Pfingſtberg, Oſterſtraße 30. Donnerstag nachm. 4 Frauenſtunde; abends 8 Bibelkränzchen für Ig. Mädchen von 15—18 Jahren. 2 Adventgemeinde, J 1. 14. Sonntag abend 8 Vortrag. Mittwoch abend 8 Bibelſtunde.— Freitag abend 8 Gebet⸗ ſtunde.— Samstag vorm. 9 Sabbatſchule; 10 Predigt; nachm. 3 Kindergottesdienſt. Evangeliſche Gemeinſchaft, U 3. 28. Sonntag.80 und 4 Predigt, Prediger Sauer; 11 Kindergottesdienſt. Mitt⸗ woch mittag 4 Religions ⸗ Unterricht; 8 Bibelſtunde.— Donnerstag abend 8 Jugendverein. Verein für Jugendpflege e. V.„Haus Salem“, K 4. 10. Sonntag 2 Sonntagsſchule; 3 Fungmännerkreis; Ju⸗ gendverein für junge Mädchen; 8 Evangeliſations⸗Ber⸗ fammlung.— Dienstag 8 Gebetſtunde.— Mittwoch.30 ſtunde; 8 Blaukreuzverſammlung. 75 Südd. Vereinigung für Evangelisation und Gemeinſchafts⸗ pflege(Landeskirchl. Gemeinſchaft), Lindenhoſſtraße 34. Sonntag abend 8 Evangeliſationsvortrag(Gem.⸗Pfleger Steeger).— Mitwoch 8 Bibelbeſprechung.— Samstag 8 Männerabend.— Jugendbund f. E.., a) jg. Männer: Sonntag.30 und Dienstag.15; b) Jungfrauen: Sonn⸗ tag 4 und Donnerstag 8.— Knabenbund: Samstag.30 für Knaben von 10—15 Jahren. Blaukrenzverein Mannheim I, Meerſeldſtraße 44, Hinterh. Sonntag nachm. 4 Weihnachtsfeier des Hoffnungsbundes; abends 8 Blaukreuzſtunde Gärtnerſtraße 17.— Montag abend 8 Bibel⸗ und Gebetſtunde.— Mittwoch nachm. 4 Hoffnungsbundſtunde für Kinder; abends 8 Blautreug⸗ ſtunde.— Samstag abend 8 Jugendbundſtunde für junge Männer. Baptiſten⸗ Gemeinde Mannheim, Max⸗Joſephſtr. 12. Sonn⸗ tag vorm..30 Predigt; 11 Sonntagsſchule; nachmittags 4 Predigt; 6 Jugendverein.— Mittwoch.15 Gebetſtunde. Donnerstag 8 Frauenſtunde. Die Heilsarmee, O 1. 15. Sonntag vorm..30 Heiligungs⸗ verſammlung; Sonntag u. Mittwoch 8 Heilsverſammlg.; Freitag 8 Heiligungs⸗Verſammlung. Sonntas⸗Schulen: Sonntag 11 u..30; Mittwoch 5; Donnerst. 4 Liebesbund. Methodiſten⸗ Gemeinde Eben⸗Ezer⸗Kapelle, Augartenſtr. 26. Sonntag vorm. 980 Predigt, Prediger Gebhardt; 11 Sonntagsſchule; abends .30 Jugendbund. Mittwoch abd. 8 Bibel⸗ u. Gebetſtunde. Katholiſche Gemeinde Obere Pfarrei(Jeſuitenkircheh. Sonntag v. 6 an Advents⸗ beichte; 6 Frühmeſſe;.45 hl. Meſſe;.30 Singmeſſe mit Predigt;.30 Kindergottesdienſt mit Predigt;.30 Haupt⸗ Na mit Predigt u. Amt; 11 hl. Meſſe m. Predigt; nachm. 2 Chriſtenlehre;.30 Herz⸗Jeſu⸗Bruderſchaft mit Segen; abends 7 Feſtpredigt, Prozeſſion und Segen für die Martan. Jungfrauen⸗ Kongregation. St. Sebaſtianuskirche— Untere Pfarrei. Sonntag 6 Früh⸗ meſſe und Beginn der Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Hauptgottesdienſt mit Pre⸗ digt u. Amt; 11 Kindergottesd. mit Predigt; 2 Chriſten⸗ lehre für Mädchen;.30 Herz⸗Jeſu⸗Andacht mit Segen. Heilig⸗Geiſt⸗Kirche. Sonntag 6 Beichte, hl. Meſſe; 7 Früh⸗ meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt und Amt; 11 Singmeſſe mit Predigt; 2 Ehriſtenlehre für die Fung⸗ frauen;.30 Herz⸗Marxiä⸗Andacht mit Segen. Kath. Pfarrkuratie St. Peter. Sonntag 6 Beichtgelegenh.; 2 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; 10 Singmeſſe mit Predigt; nachm. 2 Chriſtenlehre für Mädchen;.90 Corp.⸗ Chriſtt⸗Bruderſchaftsandacht Liebfrauenkirche. Sonntag von 6 an Beichtgelegenheit; .30 Frühmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.80 Predigt und Amt; 11 Singmeſſe mit 1—3 Betſtunde zur Gewinnung des Jubiläums laſſes; 8 Schlußpredigt der religitzſen Woche für die Männerwelt mit Aufnahme in die Männer⸗ und Jünglingskongregation. Jungſchar; 8 Männerſtunde.— Donnerstag 4 Frauen⸗ Kathol. Bürgerhoſpital. Sonntag 8,80 Singmeſſe mit Pre⸗ digt; 10 Gymnaſtumsgottesdienſt. 5 St. Peler⸗ u. Paulskirche Feudenheim. Sonntag vorm..30 hl. Beichte; 7 u..45 bl. Kommunlon.80 Kommunlon⸗ Singmeſſe; 9 Hauptgottesdienſt; 11 Schülergottesdtenſt; nachmittags.30 Chriſtenlehre für Mädchen; 2 Corporis⸗ Chriſti⸗Bruderſchaft. Herz⸗Jeſukirche Neckarſtadt⸗Weſt. Sonntag 6 Frühmeſſe u. Beichtgelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt; .80 Predigt u. Amt; 11 Kindergottesdienſt mit Predigt; 2 Ehriſtenlehre für Mädchen;.30 Adventsandacht. Kuratie St. Bouifatins. Sonntag 6 Frühmeſſe u. Beicht⸗ gelegenheit; 7 hl. Meſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Hochamt mit Predigt; 11 Singmeſſe mit Predigt; nachm. 2 Chriſtenlehre für Mädchen;.30 Adventsandacht; abds. 7 Titularfeier des St. Agnesbundes u. der Marian. Kon⸗ gregatton mit Feſtpredigt, Weiheerneuerung, Tedeum u. Segen. St. Joſephskirche. Sonntag 8 Beichte, hl. Meſſe:? Kom⸗ müntonmeſſe; 8 Singmeſſe mit Predigt;.30 Predigt und Amt; 11.15 Singmeſſe mit Predigt;.30 Chriſtenlehre für die Mädchen; 2 Adventsandbacht. St. Jakobuskirche Neckarau. Sonntag 7 Frühmeſſe;.18 Singmeſſe mit Predigt;.15 Chriſtenlehre f. Jünglinge: .45 Hochamt mit Predigt; 11.15 Singmeſſe mit Predigt; .30 Ehriſtenlehre für Mädchen; 2 Andacht mit Segen. Schweſternhaus St. Paul. Sonntag.30 Singmeſſe mit Predigt, Chriſtenlehre; 11 Singmeſſe mit Predigt St. Franziskuskirche Waldhof. Sonntag 6 Beichte; 7 Kom⸗ mümnionmeſſe mit Frühpredigt;.30 Amt u. Predigt in der Kapelle der Spkegelfabrik;.30 Predigt und Amt; 11 Schülergottesdienſt mit Predigt und Singmeſſe; 11 Singmeſſe u. Homilie in der Kapelle der Spiegelſabrik: .30 Ehriſtenlehre f. Jünglinge, hernach Adventsandacht; .30 Sonntagsabendandacht mit Segen. St. Bartholomäuskirche Sandhofen. Sonntag.80 Beichte: 7 Frühmeſſe mit Kommunkon;.90 Schülergottesdienſt mit Predigt und Kommunion; 10 Predigt und Amt;.30 Chriſtenlehre für Mädchen, Adͤventsandacht. St. Antoninskirche Rheinau. Sonntag.30 Belchtgelegen⸗ heit;.30 Rorateamt;.13 Amt mit Predigt u. Chriſten⸗ lehre; 11 Schülergottesdienſt mit Predigt; nachm..80 Adventsandacht. St. Aegidiuskirche Seckenheim. Sonntag.15 Frühmeſſe; .30 Hauptgottesdienſt; nachm..80 Chriſtenlehre für die Mädchen; 2 Andacht. Alt⸗Katholiſche Gemeinde(Schloßkirche) Sonntag vorm. 10 Deutſches Amt mit Predigt. Die Chriſtengemeinſchaft Bewegung zur religißſen Erneuerung. Sonntag vorm. 10 im Vortragsſaal U 6. 11, Friebrichs⸗ ring: Die Menſchenweihehandlung; 11.15 Sonntagsfeier 5 Kinder. Mittwoch abend.15 in U 6. 11: Muſikaliſche [bendfeier. Dienstags und Freitags vorm. 9 in der Kapelle des Heinrich⸗Lanz⸗Krankenhauſes, Lindenhof; Menſchenweihehandlung. A 7 Max Lichfensfeffer irma Lichfensfeffer 65s geb. Werſhelmer gern: Vermählfe Zwangs ⸗BVerſteigerung Montag, 16. Dez. 29, nachm. 2 Uhr, werde ich im hieſigen Pfandlokal, 6. 2, gegen bare Zah⸗ lung im Vollſtreckungs⸗ wege öffentlich verſtei⸗ 6099 3 2 Fahrräder, 1 Motor- rab, 1 Bnick⸗Limonſine, 1 Elektro⸗Motor, 1 Schreibmaſch. u. ſonſt. Schropp, Gerichts⸗ vollzieher. . 133 10 Uh Mennheim, den 15. Dezember 1929 Hebelstr. 1 bltte, rechtzeitig aufgeben! Die früher angeſetzte Verſteigerung des geſamten Kaffeehaus⸗ 5 aus: Stühlen, Tlſchen, Herd, Büfett mit Bier⸗ preſſion und Marmorbelag, Gläſerſchrank, Wirtſchaftsuhr, Kaſfee⸗ taſſen, Teegläſer und vieles Silbergeſchirr wie Kaffeelöffel, Ets⸗ u. 5 Eierbecher, Zuckerteller, 1 Dienſtbotenbett uſw. findet be ſt i mmi am Montag, den 16. Dezember 1929, von vorm. 10 Uhr ab in den affee 1 5 5 6, W 5 Beſichtigung am Samstag, den 14. u. 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Wie alle reichen Chineſen hatte Zih in ſeiner Begleitung einen be⸗ waffneten Leibwächter, der ſofort das Feuer auf die Räuber eröffnete. Die Räuber erwiderten das Feuer, indem ſie ſich zurückzogen. Einer von ihnen wurde getötet, während die übrigen durch eine Seitenſtraße entkamen. Zih wurde während des Gefechtes ſchwer verwundet. Dieſer Vorfall iſt für bie Zuſtände in dem inter⸗ nationalen Viertel Schanghais bezeichnend. Man kann ihn keineswegs als einen Ausnahmefall be⸗ trachten, ſondern vielmehr als etwas, worauf ber reiche Chineſe jederzeit gefaßt ſein muß. Man braucht ſich deshalb auch nicht zu wundern, wenn man in einer Schilderung der Zuſtände in Schang⸗ hat folgendem Momentbild begegnet: Ein dicker Chineſe im Alter von etwa 50 Jahren, ängſtliche Augen hinter der Hornbrille und einen Ausdruck paniſchen Schreckens auf dem Geſicht, ſtürzte in dem Finanzviertel aus einer Bank, eilte im Sturmſchritt über die Straße und verſchwand in einem dicht ver⸗ ſchloſſenen Auto. Hinter ihm her zwei unverkenn⸗ bare Ruſſen in blauen Uniformröcken und den Re⸗ volver in der Hand. Einer von ihnen verſchwand ebenfalls im Auto, der andere nahm neben dem Chauffeur Platz und der Wagen ſchoß mit höchſter Geſchwindigkeit davon. Heber, der die Verhältniſſe in Schanghai nicht kennt, hätte ſicher auf einen Bankraub geſchloſſen. Er hätte den dicken Chineſen mit dem erſchreckten Vollmondgeſicht für einen Räuber gehalten, der mit ſeiner Beute unter der Deckung von Helfershelfern raſch zu entkommen verſuchte. Tatſächlich aber han⸗ delte es ſich um einen reichen Chineſen, der vor einem räubertiſchem Ueberfall auf der Hut war. Er wäre für die Erpreſſerbanden buchſtäblich eine fette Beute geweſen. Weggefangen und flußabwärts in einer leeren Barke ſicher verſtaut, hätte er an Löſe⸗ geld reichen Gewinn abgeworfen und wäre deshalb wohl das Riſtko eines räuberiſchen Ueberfalls wert geweſen. Vielleicht hat ihn inzwiſchen ſein Schickſal ſchon erreicht. Die Erpreſſerbanden von Schanghai betreiben ihr gemeines Gewerbe mit einer Kühnheit und Geſchicklichkeit, gegen bie alle Vorſichtsmaßnahmen nicht viel aus⸗ zurichten vermögen. Sie machen ſyſtematiſch auf reiche Chinſen, in der Hauptſache auf Bankters, Kaufleute und die Finanzagenten ausländiſcher Fir⸗ men, Jagd. Auch die Kinder dieſer Chineſen befin⸗ den ſich ſtets in Gefahr, verſchleppt zu werden. Die Banden treten mit unglaublicher Frechheit auf. Am hellen, lichten Tage überfallen ſie ihr Opfer auf den belebteſten Straßen und führen es zuweilen ſogar in ſeinem eigenen Auto hinweg, nachdem ſte den Chauffeur beſeitigt und durch einen ihrer Helfers⸗ helfer erſetzt haben. Ein bis zwei Wochen hört die Familie von dem verſchleppten Oberhaupte nichts, bis dann ein Brief eintrifft, in dem das Opfer flehentlich um die ſchleunige Abſendung von Löſe⸗ geld bittet. Zuerſt ſteht nur der Verluſt eines oder beider Ohren auf dem Spiel. Bei längerer Ver⸗ zögerung des Loskaufs erhöht ſich für das unglück⸗ liche Opfer der Einſatz beträchtlich, ſodaß die Ver⸗ wandten faſt ausnahmslos die Forderung der Er⸗ preſſer ſofort erfüllen, um ihren Angehörigen heil und geſund zurückzuerhalten. Die Räuberbanden gehen trotz aller Verwegen⸗ heit doch mit der größten Berechnung vor. Sie ſuchen ſich ihr Opfer aus, beobachten es lange und ſorgfältig und gewinnen ſo Kenntnis von allen ſei⸗ nen Geſchäften und Gewohnheiten. Dann wird der Ueberfall angeſetzt und mit der denkbar größten Frechheit ausgeführt. Oft ſind fünfzig und mehr Chineſen Zeugen des Ueberfalles. Sie rühren keine Hand und geben keinen Alarm. Der reiche Chineſe iſt überwältigt und bereits nach irgend einem ver⸗ ſteckten Schlupfwinkel unterwegs, wenn ein euro⸗ päiſcher Poltziſt an dem Tatort erſcheint. Zuweilen wird das Opfer auch in ſeinem eigenen Hauſe überfallen. So kürzlich ein reicher Chineſe in der franzöſtſchen Niederlaſſung. Die Räuber drangen gegen Mitter⸗ nacht in das Haus ein, d. h. zu einer Zeit, in der gerade die Wachen gewechſelt wurden. Die Räuber hatten aber Pech. Die Nachtwache hatte ihren Po⸗ ſten bereits bezogen und leiſtete entſchiedenen Wider⸗ ſtand. Zwei ruſſiſche Wächter und zwei chineſiſche Räuber wurden in dem Kampf getötet. Die Räuber mußten ſich zurückziehen, erneuerten aber um vier Uhr früh den Angriff und traten erſt endgültig den Rückzug an, als ſie einen weiteren Mann verloren hatten. Derartige Vorfälle ſind durchaus nichts Ungewohntes. Man wird es unter dieſen Umſtänden verſtändlich finden, daß die reichen Chineſen in Schanghat ſich ſtets von einer bewaffneten Leibgarde bewachen laſſen. Arbeitsloſe Ruſſen, meiſtens ausgediente Soldaten, deren Papiere von der Internationalen Polizei in Schanghai nachgeprüft worden ſind, ſtehen als Schutzwache ſtets zur Verfügung. Gegenwärtig ſind mehr als 400 ſolcher Ruſſen im Dienſte reicher Chineſen. Der einzelne Chineſe nimmt gewöhnlich vier bis ſechs Ruſſen für die ſtändige Bewachung ſeiner Perſon und für die Patrouillengänge in Haus und Garten in Anſpruch. Der Ruſſe erhält nebſt voller Verpflegung und Unterkunft 180 bis 200 Mk. im Monat und eine regelrechte Uniform, die je nach dem Geſchmack ſeines Herrn einfach und ſchlicht oder prunkvoll ausgeſtattet iſt. Im Dienſt tragen die Wächter blaue Stahlhelme und meiſtens auch einen Kugelpanger. Sie ſind faſt immer ihrem Herrn treu ergeben und begleiten ihn auf allen ſeinen Gängen und Fahrten, den Revolver immer ſchuß⸗ bereit in der Hand. In der Nacht ſchläft einer vor des Herren Tür. An Ausländer wagen ſich die Erpreſſerbanden nicht heran. Um ſo zahlreicher ſind die chineſiſchen Opfer. Das Cöſegeld, das ſie zahlen müſſen, beläuft ſich im Jahre auf viele Millionen Mark. Die In⸗ ternationale Polizei tut ihr beſtes, um den Erpreſſer⸗ banden das Handwerk zu legen. Sie unternimmt oft auf den verkehrsreichen Straßen mit ſchußfer⸗ tigem Revolver Streifen und kontrolliert alle ver⸗ dächtigen Perſonen und Wagen. Aber ſie macht dabei ſelten einen Fang, da die Banditen in der Chineſen⸗ ſtadt hauſen, wo die polizeiliche Ueberwachung ſehr viel zu wünſchen übrig läßt. Das feſte rollende Haus Vom„rammſicheren“ Eiſenbahnwagen Bei bem furchtbaren Eiſenbahnunglück im Bahn⸗ hof von Namur iſt zuerſt eine Lokomotive entgleiſt und umgeſtürzt, und dann ſind vier Perſonenwagen, in ihrem Laufe durch ein kritiſches Gefälle beſchleu⸗ nigt, auf den ſchweren Körper der Maſchine auf⸗ gerannt, wobei ſie völlig ineinander geſchoben und zertrümmert worden ſinb. Eine verhältnismäßig große Zahl von Menſchen hat dabei das Leben ein⸗ gebüßt, und die Liſte der Verletzten iſt ebenfalls un⸗ gewöhnlich reichhaltig. Was hier bei den von der Kataſtrophe verſchlun⸗ genen Wagen berichtet worden iſt, bedeutet ein „Rammen“, um in ber Sprache des Etiſenbahners zu reben. Und ein ſolches ſtellt eine ganz beſtimmte Kategorie von Unglücksfällen im Eiſenbahnbetriebe dar. Man kann ſich leicht ausmalen, was es be⸗ deutet, wenn das rollende Haus, dem man ſich ohne Sorge anvertraut hat, plötzlich in einer Spanne von wenigen Sekunden völlig zuſammengequetſcht wird, ſo daß die Körper der Inſaſſen auf das ſchrecklichſte verſtümmelt und vernichtet werden! Natürlich haben berufene und unberufene Tech⸗ niker ſich ſchon längſt mit der Frage befaßt, wie man Eiſenbahnwagen rammſicher machen könne. Und immer wieder werden die Eiſenbahndirektionen mit Vorſchlägen von„Erfindern“ beglückt oder beläſtigt, die einen Weg gefunden zu haben glauben, die Eiſenbahnwagen auch gegen die ſtärkſten Stöße und Preſſungen unempfindlich zu machen. Man hat be⸗ ſondere elaſtiſche Pufferungen gefordert; es iſt emp ⸗ fohlen worden, die Wagen vorn und hinten mit wei⸗ chen, nachgiebigen Belägen zu verſehen; ein ganz kühner Denker wollte die Wagenteile ſo formen, daß die Fahrzeuge bei Zuſammenſtößen übereinander kletterten, ſtatt ſich zu zerdrücken, und was derglei⸗ chen mehr war. Man kann Etiſenbahnwagen mittelbar oder un⸗ mittelbar gegen Vorgänge ſchützen, wie ſte ſich bei fenen Wagen in Namur ereignet haben. Die Zu⸗ ſammenſetzung eines Zuges erfordert allerhand Er⸗ wägungen und Rückſichten, von denen der Laie wenig ahnt. Und bet ber Ordnung der einzelnen Einzelheiten iſt man auch beſtrebt, den Gefahren der Rammung vorzubeugen. Darum pflegt im all⸗ gemeinen der Packwagen gleich hinter der Loko⸗ motive zu liegen. Er kann dann als Puffer wirken, um einen Stoß vorn abzufangen. Iſt dieſe Anord⸗ nung nicht angängig, ſo wird wohl auch der Poſt⸗ wagen unmittelbar hinter der Maſchine geführt. Allerdings muß er dann beſonders eingerichtet ſein. Es iſt doch nicht wohl angängig, daß man die Be⸗ amten, die in ihm beſchäftigt ſind, einer beſonderen Gefahr zugunſten der übrigen Reiſenden ausſetzt. Poſtwagen, die als Puffer dienen ſollen, müſſen daher vorn und auch hinten beſondere, ſeſt um⸗ hegte Schutzabteilungen haben. In dieſen hat ſich niemand ohne beſondere Ver⸗ anlaſſung aufzuhalten, und man bringt dort höch⸗ ſtens Waſchgelegenheiten und dergleichen unter. Bei Perſonenzügen, die keine Pack⸗ oder Poſtwagen füh⸗ ren, wird bisweilen der vorderſte Wagen einfach für die Reiſenden geſperrt, und ſeine Zertrümme⸗ rung kann dann keine Menſchenleben koſten. Einen unmittelbaren Schutz gegen Rammungen genießen die neuzeitlichen D⸗Zug⸗Wagen mit ihrem eigenartigen Bau. Sie beſitzen bekanntlich keine Türen an den Seiten, ſondern nur vorn und hinten, und infolgedeſſen kann man das Gerippe der Seiten⸗ wände aus durchlaufenden Balken herſtellen. Dieſe geben dem Ganzen natürlich einen ziemlich feſten Widerſtand gegen ein Zuſammenſchieben, und wenn man in Italien und Holland doch noch gelegentlich ſeitliche Türen angebracht hat, ſo hat man damit einen großen Vorteil preisgegeben. Es mag zuge⸗ geben werden, daß das Ein⸗ und Ausſteigen bei Erſte Originalaufnahme des Eiſenbahnunglücks bei Namur 5 3 e Infolge Verſagens der Lokomotivbremſen raſte der Zug Brüſſel— Arlon die abſchüſſige . ä— Strecke Gemblour mit ſtändig wachſender Geſchwindigkeit hinab und entgleiſte bei der Einfahrt in den Bahnhof von Namur(Belgien). Perſonen wurden getötet, gegen 75 Reiſende verletzt. Einige Wagen wurden gänzlich zertrümmert. Elf D. Zug⸗Wagen etwas umſtändlich iſt, aber das fällt nicht ins Gewicht, wenn damit Menſchenleben dem Tode abgekauft werden können. Weiter hat man getadelt, daß bei Unglücksfällen die Inſaſſen der Wagen dieſe nur ſchwer verlaſſen können. Aber es iſt doch nicht allzu ſchwierlg. Denn man hat darauf Bedacht genommen, daß eine Flucht durch die Fenſter möglich iſt. Der Reiſende, der durch eine ſchöne Landſchaft fährt, freut ſich gewiß darüber, daß die Fenſter, durch welche er das Gelände genießen kann, ſo groß ſind. Dieſen Vorzug hat man ihnen aber auch darum gegeben, damit man ſie gegebenen Falles leicht als Ausſchlupf benutzen kann. Darum ſind ſie breit, reichen tief hinab, laſſen ſich mittels eines ſtufenförmigen Trittes bequem erklettern, und ſie ſind nicht durch Zugſtangen versperrt, die ſchwer zu entfernen wären. Außerdem ſind den D⸗Zug⸗ Wagen Leitern und allerhand Werkzeug beigegeben. Mehr und mehr werden die Wagen der D⸗Züge aus Eiſen, bezw. aus Stahl hergeſtellt, und wo ſolche Wagen in Kataſtrophen verwickelt wor⸗ ben ſind, hat ſich im allgemeinen gezeigt, daß ſte den Rammungen trefflichen Widerſtand entgegenzuſetzen vermögen. Außerdem bieten Wagen, die in ihrem Grundbau bein Holz enthalten, auch eine gewiſſe Sicherheit gegen Feuer, das bei Unglücksfällen leicht ausbricht, und es wird die Gefahr verringert, daß Holzſplitter die Urſachen von ſchrecklichen Verwun⸗ dungen werden. Auch in Amerika hat man natürlich dafür zu ſor⸗ gen geſucht, die Gefahren der Rammungen zu ver⸗ ringern. Intereſſant ſind hier Forderungen, welche Caſſat, der Präſident der Pennſylvania⸗Bahn, in einer wiſſenſchaftlichen Ausführung dargelegt hat, und die für ſtählerne Wagen gelten. Dieſe ſollen Drucke bis zu 180 000 Kilo aufnehmen können, ohne daß eine Formveränderung auftritt; ſie müſſen ein Herunterollen von einem Damm unbedingt aushal⸗ ten; Wagenkaſten und Untergeſtell ſollen ſo feſt ver⸗ bunden ſein, daß ſie von andringenden Maſſen nicht voneinander getrennt werden können; ſchließlich darf ein Wagen, der dieſen Forderungen entſpricht, nicht zu ſchwer ſein! Bei Kataſtrophen können ſich ungeheure Drucke entwickeln; aber es bleibt immer möglich, deren Wir⸗ kung wenigſtens abzuſchwächen. Das wird ſicher immer mehr gelingen. Und wer heute in einem -Zug⸗Wagen fährt, darf ſtets das Gefühl einer gro⸗ ßen Sicherheit genießen. H. Bourquin. Der Zweikampf im Tunnel der Antergeundbahn Der Newyorker Polizeidetektiv Dil worth be⸗ ſtand in dem Tunnel der dortigen Untergrundbahn einen Zweikampf auf Leben und Tod. Er war in einem Zug auf die hintere Plattform geſtiegen, um einen Taſchendieb zu faſſen. Als er den Verdächtigen feſtnehmen wollte, erhielt er einen Stoß, der ihn von der Plattform auf die Gleise ſchleuderte. Bei dem Sturz faßte er den Dieb am Bein und zog ihn mit hinab. Nun folgte auf den Gleiſen ein wilder, ver⸗ zweifelten Kampf. So oft ein Zug heranbruaſte, herrſchte für ein paar Sekunden Waffenſtillſtand, da die beiden Kämpfenden ſich trennen mußten, um nicht überfahren zu werden. War der Zug vorüber, ſo hegann das Ringen von neuem. Dabei drohte ſtets die tödliche Gefahr, daß die beiden Kämpfer mit der elektriſch geladenen Zuleitungsmaſchine in Berüh⸗ rung gerieten. Als der Detektiv bereits als der Schwächere zu ermatten begann, kamen zufällig ein paar Hilfsarbeiter der Untergrundbahn hinzu, die den Kampf zu Gunſten der Polizei entſchieden. Die neuen Funde in Herkulanum Von unſerem römiſchen Vertreter Vielleicht in zehn Jahren ſchon wird Herkulanum, in Hinſicht auf künſtleriſchen Wert und wiſſenſchaft⸗ liche Bedeutung, Pompei den Rang abgelaufen ha⸗ ben. Denn während Pompei vor ſeinem Untergang ein idylliſches und betriebſames Kleinſtädtchen war, mit verſponnenen Traumgärten und heiterer Be⸗ ſchaulichkeit, Aſyl für Dichter, Philoſophen, Aeſtheten und ſolche, die ſich gern dazurechneten, war Herku⸗ lanum von härterem Geiſte, ernſter und gediegener in allen Ausdrücken des Lebens und der Kunſt, nicht bildhaft gewordene heitere Laune. So gehören auch die großen Kunſtwerke, die ſich gegenwärtig im Na⸗ tionalmuſeum von Neapel befinden, faſt ausſchließ⸗ lich Herkulanum an; diejenigen, die in Pompei ge⸗ funden wurden, ſind mit wenigen Ausnahmen von minderem künſtleriſchem Wert und laſſen erkennen, daß ihre damaligen Beſitzer ſie mehr zur Steigerung der Behaglichkeit, zum oberflächlichen Prunk verwen⸗ det hatten. Herkulanum beſaß nicht die gleichmäßig verteilte Wohlhabenheit Pompeis, nicht deſſen gut⸗ bürgerlichen Landhauscharakter, ſondern war ein übergangsloſes Gemiſch aus höchſter Pracht und tlef⸗ ſtem Elend, Stadt mit ausgedehnten Patäſten und ſchmalen, engzimmerigen Mietshäuſern. Vorläufig iſt Herkulanum erſt zum kleinſten Teil ausgegraben. Jede neue Arbeit verſchlingt eine Unmaſſe von Gel⸗ dern, da die archäologiſche Zone ſich unter den ergie⸗ bigen Landgütern, Weinbergen und Bauten von Reſina hinzieht, die alle zerſtört, zuerſt aber vom italteniſchen Staate gekauft werden müſſen. Immer⸗ hin ſchreitet das Ausgrabungswerk mit den modern⸗ techniſchen Mitteln ſeit einigen Jahren rapid weiter. Aus dem bisher Vorgefundenen laſſen ſich die opti⸗ miſtiſchſten Schlüſſe auf das noch Aufzufindende ziehen. In den letzten Monaten wurde folgende neue Funde gemacht: Im böſtlichen Teil des Geländes wurde ein Haus ausgegraben, deſſen Wände mit kunſtvollen Fresken geſchmückt ſind. Dieſe ſtellen meiſt ländliche Szenen und Jagdͤbilder dar, in leb⸗ haften, gutkonſervierten, ſtarkleuchtenden Farben. Von beſonderer Bedeutung iſt ein großes Fresko⸗ gemälde, einen bewaffneten Krieger zeigend, der von einem Hund umſprungen über eine hölzerne Brücke ſchreitet, einer Gottheit zu opfern, deren Tempel im Hintergrund ſichtbar iſt. In dieſem Haus wurde auch ein vollſtändig erhaltener Bronzekan⸗ delaber gefunden. 1,80 Meter hoch, auf drei Paar Tierklauen ruhend. Im letzten Gebäude, das im weſtlichen Teil ber Ausgrabungszone kürzlich wiedererſtand, konnte nun auch der Säulenabſtand des Periſtyls feſtgeſtellt wer⸗ den. Von der Vorhalle aus öffnen ſich Fenſter, an denen noch die Pfoſten und Architraven aus ver⸗ kohltem Holz erhalten ſind. Das Periſtyl beſitzt 20 mit Stuck überzogene Säulen, von denen einige vier⸗ eckig, die übrigen zylindriſch ſind. Rings um den Garten, der eine Oberfläche von rund 100 Quadrat⸗ metern bedeckt, läuft eine breit ausgeſchwungene Waſſerrinne, deren zinnoberrote Bemalung voll⸗ kommen erhalten iſt. Das„Tablinum“(der dem Atrium folgende Raum, eine Art Galerie) iſt auf ſeiner hinteren Wand tiefgrün ausgemalt und beſitzt perſpektiviſche Dekorationen und Drapierungen in einem lebhaften Rot. In einer viereckigen Vertiefung dieſer Wand befindet ſich ein Fresko, das eine waldige Land⸗ ſchaft darſtellt. Ein überdachter Wandelgang führt zu anderen Räu⸗ men, die auf rotem Grunde reiche Blumengewinde zeigen. Koſtbar iſt ein Fußbodenmoſaik in quadra⸗ tiſchen Muſtern. Das anſtoßende kleinere Haus, noch nicht voll⸗ ſtändig ausgegraben wie das erſtere, iſt gleichfalls von größter Importanz, beſonders wegen ſeiner wundervollen Moſaikfußböden, die ſo neu und un⸗ berührt erſcheinen, als wären ſie ſoeben erſt fertig⸗ geſtellt worden. Einer der Fußböden zeigt geometri⸗ ſche Figuren, der andere rechtwinklige Zeichnungen in Schwarz⸗Weiß. Von einem dritten Haus im gleichen Gelände ſind bisher vier Räume und das Veſtibül ausgegraben. Eines der Zimmer beſttzt auf ſchwarz und rot grundierten Wänden prachtvolle Dekorationen, die beſonders gut erhalten ſind, und außerdem auf der vierten, der Tür gegenüberliegen⸗ den Wand eine ſchöne Maske, die wie ſchwebend er⸗ ſcheint. An einem Fenſter bemerkt man noch das verkohlte Gebälk. Inzwiſchen wird bereits die große Zugangsſtraße zu den Ausgrabungen fertiggeſtellt. Ueber dem monumentalen Eingangstor ſollen ſechs Statuen aufgeſtellt werden, Reproduktionen von Tänzerin⸗ nen⸗Figuren aus Herkulanum. Die Straße neigt ſich ſanft, von Oleander⸗ und Lorbeergebüſch an beiden Seiten eingefaßt, dem Gelände zu, wo die antike Stadt, Jahrtauſende unter Lava begraben, nunmehr wieder in den hellen Tag hineinzuwachſen beginnt. Autofahrer ſeid vorſichtig! Auf einer Ueberlandſtraße im Staate Newyork fuhr in der Dunkelheit ein Perſonenauto auf einen mangelhaft beleuchteten Laſtkraftwagen, der Telegraphenpfähle transportierte. Der Perſonenwagen ſchob ſich bis an den Laſtwagen auf die Pfähle hinauf, ſodaß ſie 12 m uber die Rückwand hervorſtachen. Der“ Chauffeur blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Die hinter ihm Sitzenden wurden von den Stangen enthauptet. 1 . 1 *. —̃— * * * Neue Mannheimer Zeitung([Mittag⸗Ausgabe) 18. Seite. Nr. 581 Samstag, den 14.—— 1929 Für den hieſigen 9169 17 wir noch einige tüchtige, an ehrliches und intenſtves Ar⸗ beiten gewöhnte 15 304 Vertreter gegen hohe Proviſion und Wochenſpeſenzuſchuß. Singer- Näahmase inen.., Mannheim 0 4 Nr. 5 -3 Damen oder Herren mit nur gutem Auftreten für eine in Mannheim neue Sache geſucht. Vorſtellung erbeten S Sonntag von—12 Uhr. Terra⸗Photo⸗Dienſt, Tägl. ſofortiger Verdienſt. amstag von—5 Uhr, 9182 Mannheim, 0 4. 1, I. besucht jüngerer Kaufmann perfekt t. Buchführung, bilanzſicher, Korreſpon⸗ denz. Stenographie und Maſchinenſchreiben, zur Leitung eines kleinen Maſchinenbüros. Angebote unt. O 8 115 an die Geſchäftsſt. die⸗ ſes Blattes. 99141 Funge flotte Jer känferin der Wäſche⸗ u. Konfek⸗ tionsbr., welche große Kenntn. beſitzt u. gut zu dekorieren verſteht, per 1. Jan. geſucht. An⸗ gebote unt. H J 29 an die Geſchäftsſt. 6088 Alleinnädshen das kochen kann. mit Ia Zeugniſſen 9082 Reset. 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Jugendl. haben Zutritt) Nur einmalige Aufführung! 580,.—,.30,.30 „Alhambra Hausorchester“ Aus dem Inhalt des Films: ble gs strIige Premfére eln Erfolg für Luis Trenker den unvertzegliehen Hochgebirgsdarsteller n seinem neuesten Weitffim: Der Ruf des Nordens (Niltternachtssonne) 8 grandiose Akte aus dem Reich des ewigen. welgen Schweigens mit eindrucksvollen Landschaftsbildern aus den Eiswüsten der Anfang 20 Uhr N 75 Ein Stab prachtvoller junger Darsteller Julia de Weert verkörpern die Hauptrollen. Hannchen, ihre Freundin Josef Kuhbrot Imine, seine Frau Außerdem zeigen wir den allseits beliebten Sensationsdarsteller Richard Talmadge in seinem neuesten Film: 1%]³¹mꝛ111˙•m̃ reer eee eee eee eee eee eee ee e e 22 1 Harmonie, D 2, 6, abends 8 Uhr Eine Stunde Klaviermusik Tulse Sbchatt-Eberts spielt Werke von César Franck. O. Re- spighi, Petyrek und Kurt Spanich Karten Mk..80,.50,.20 21 80⁰ arten an der Konzertkasse K. Fer d eckal, O 3. 10. im Mannheimer Musik- ArkKkIfIS! Ernstes und heiteres Belp rogramm!— Emelka-Wochenschau! Mosthal. Lsftung: OTTO ApfEIl.— geginn: 3, 5, 7,.20 Uhr— Jugendliche naden Tutti „ieee e e e e b 6„ 6 0 8 0 0„ 6 Has um Mitteinachl 6 Akte voll Spannung und Humor! Beginn:.00, 5. 30.00 Uhr Venedig/ Korfu Dalmatien/ Konstantinopel Rhodos/ Ueber d. Libanongebirge nach Damas- kus Von Haifa ins heilige Land/ Aegypten/ Fahrt in die Sahara/ Sphinx/ Atlasgebirge/ Algier, Neapel, Capri, Rom. 7 5 7 haus O F. 13 u. an der Abendkasse Alſes Schüizenhaus/ Feudenheim empflehli für die kommende Winter- salson sene Säle Feine Biere, lee Weine, que Küche. 18124 Im Mibelungensaal Mu..90,.40 u..90 Die Neichswehrkapelle a. Gießen spielt unter Lig. von Obermesihm. W. Löber Forgen Sonntag, 20 Uhr Tageskasse im Rosengarten 1113 Tontag 20 Uf Ausschuß für Volksmuslkpflege: Zweites Brücken Vorlagen Diwandecken, Ke Tel. 828 78 Karten zum Sinfoniekonzert am Monfag ab 16 Uhr im Rosengarten Ap El. 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Für die Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes— ohne Kartenverkauf— Abt. 79, 25—26, 60—61, 67, 8999, 201202, 211218, 221, 231, 234— 295, 241—242, 251 bis Freitag, den 20. Dezember: 114. Vorſtellung. Miete F 16, kleine Preiſe: „Schneewittchen“, Märchenſpiel von H. Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 19.00 Uhr, Ende nach 21.00 Uhr Samstag, den 21. Dezember: 115. Vorſtellung. Miete E 15, kleine Preiſe: „Schneewittchen“, Märchenſpiel von H. Reuffer⸗Stavenhagen. Anfang 19.00 Uhr, Ende nach.00 Uhr Sonntag, den 22. Dezember: 116. Vocſtellung. Nachmkttags Aufführung für die Theatergemeinde Freie Volksbühne — ohne Kartenverkauf—: „Schneewittchen“, Märchenſpiel von Hildegard Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 14.30 Uhr, Ende nach 18.30 Uhr Sonntag, den 22. Dezember: 117. Vorſtellung. Mlete D 10, hohe Preiſe: „Fidelio“, Oper von Beethoven. Anfang 20.00 Uhr, Ende 22.90 Uhr Montag, den 28. Dezember: 118. Borſtellung. Miete O 16, kleine Preiſe: „Schneewitlchen“, Märchenſpiel von H. Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 19.00 Uhr, Ende nach 21.00 Uhr Sonntag, den 29. Dezember: 120. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes— ohne Kartenverkauf— Lehrer frei. J Die, Buder 252, 261—202, 271, 281, 291.292, 921:„Schneewittchen“, Märchenſpiel von H. werden zu nledrigsten„Carmen“, Oper von G. Bizet. Neuffer⸗Stavenhagen. Jardellen offen und in Gläsern Preisen u. unter g Unstig- Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 25.00 uhr Anfang 14.30 Uhr, Ende nach 15.30 Uhr sten Bedingungen der Neues Theater: Sonntag, den 15. Dezember: 28. Vorſtellung:„Weekend im vara⸗ dies“, Schwank von F. Arnold und E. Bach. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr Sonntag, den 22. Dezember: 29. Vorſtellung:„Weekend im Para⸗ dies“, Schwank von F. Arnold und E. Bach. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr in Ludwigshafen— Ufa-Palast— Pfalzbau: Mittwoch, den 18. Dezember: 21. Vorſtellung. Für die Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes— ohne Kartenverkauf— Abt. 20, 401418, 420—423, 427, 429, 438, 401 bis 4902, 521, 601620, 901908, 910: „Die luſtigen Welber von Wind⸗ ſor“, Komiſche Oper von O. Nieolat. Anfang 19.90 Uhr, Ende 22.30 Uhr Donnerstag, den 19. Dezember: 22. Vorſtellung:„Schneewittchen“, Märchenſpiel von H. Neuffer⸗Stavenhagen. Anfang 18.00 Uhr, Ende nach 20.00 Uhr Stgl. Theater Heldelberg: Sonntag, den 15. Dezember: Außer Miete zu kleinen Preiſen: „Goldelschens Reiſe ins Glück“, Weihnachtsmärchen von Spannuth⸗Bodenſtedt. Anfang 14.30 Uhr, Ende gegen 17.00 Uhr Sonntag, den 15. Dezember: Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.00 Uhr Montag, den 16. Dezember: Außer Miete und Freie Volksbühne Abt. B: „Gasparone“, Operette von Millöcker. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr Dienstag, den 17. Dezember: Mlete A 13. Zum erſten Male:„Kalkutta, 4. Mal“, Schauſpiel von Feuchtwanger. Donnerstag, den 19. Dezember: Miete B 18:„Der Wildſchütz, Oper von Vortzing. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr Freitag, den 20. Dezember: Miete C 13:„Gasparone“, Operette von Millöcker. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr Samstag, den 21. Dezember: Außer Miete, geſchl. Vorſtell. für den Heidel⸗ Außer Miete zu kleinen Preiſen:„Hold⸗ Gänse— Hahnen berger„Liederkranz“:„Weekend im Se e ee ee den eh Parabes“, Schwank von Arnold u. Bach. Weihnachtsmärchen von Spannuth⸗Bobenſtedt, Anfang 15.00 Uhr, Ende gegen 17.30 Uhr Samstag, den 21. Dezember: Außer Miete u. Bühnenvolksbund Abt. 8 1: „Die Macht des Schickſals“, Oper von Verdi. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr Sonntag, den 22. Dezember: Außer Miete zu kleinen Preiſen:„Zold⸗ elschens Reiſe ins Glück“ 6⁴ 5 Weihnachtsmärchen von Spannuth⸗Bodenſtedt. . Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr Anfang 15.00 Uhr, Ende gegen 17.90 Uhr On N 89 Mittwoch, den 18. Dezember: Sonntag, den 22. Dezember: 5 Außer Miete u. Bühnenvolksbund Abt. III: Außer Miete. Zum erſten Male: „Judith“, Tragödie von Hebbel.„Friederike“, Operette von Lehar. Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr Anfang 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr Wellen bad—. 5. e 10. Seite. Nr. 581 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 e För die selbst- betätigte Haus musik S161 eln PIANO Kauf oder Mlete, neu und gespielt NRE(eKEIT Planolager 23, 10, Kun ststr. Originslausschank Dürkheimer Winzerverein Caslnorestaurant f J,! Ide ger Dürkheimer % Ltr. Mk. 0. 40 5941 NM. 780 9174 Das vornehme, fabrik⸗ neue Qualitäts- Piano von ganz hervorragen⸗ der Tonſchönheit Geſchäftsprinzip: Großer Umſatz, denk⸗ bar kleinſter Nutzen. Nur Qualitätsware. W. Ohneſorg, Damen- Wäsche Damenhemd mit Träger und schöner 90 Stickerei.. Stück.25, Damen-Irägerhemd kräftige Qualität und gute Stickerei.. Stück.95, 1 60 Damen-Irägerhemd felntadige Ware, m. Valen- clennespitzen. 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